Aufsatz 
Normal-Lehrplan
Entstehung
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11.

Obersecunda. 3 St. w. a. Lektüre: Das Nibelungenlied in der Übertragung von Simrock. Ein Drama von Sophokles(in der Donner'schen Uebersetzung), ein Drama von Sbakspere in der Schlegel-Tieck'schen Uebersetzung(Julius Cäsar, Coriolan, Richard III.), Lessing's Minna von Barnhelm, Schiller's Wallenstein. Ergänzung durch Privatlektüre(Schiller's Dramen, Göthe's Götz von Berlichingen). b. Er- lernt und erklärt wird der Spaziergang von Schiller, Abschnitte aus Dramen gleich- falls gelernt. c. Alle 4 Wochen ein deutscher Aufsatz, wesentlich im Anschluß an die Lektüre und an den geschichtlichen Unterricht. d. Regelmäßige Vorträge der Schüler nach vorausgegangener Ausarbeitung.

Prima. 3 St. w. Auf dieser Stufe tritt das geschichtliche Element in den Vordergrund, doch so, daß sich der Unterricht wesentlich an einzelne Werke anschließt, ohne eigentliche literarhistorische Behandlung. Berücksichtigt wird besonders die neuere klassische Periode der deutschen Dichtung mit mannigfaltigen Beziehungen auf die antike, französische und englische Dichtung und unter Wechselbeziehung der deutschen Dichtungs- und Schriftwerke.

Erstes Jahr. Einleitend wird bebandelt die frühere deutsche Dichtung, wieder- holend und verbindend, als Repräsentant der Lyrik Walther von der Vogelweide. Einleitung zur neueren Periode durch Buch VII aus Wahrheit und Dichtung. Klopstocks Oden, Bruchstücke aus Messias. Winkelmann. Lessing: Laokoon (dazu Göthe's Abhandlung über Laokoon, Herder's I. Kritisches Wäldchen). Die Hamburger Dramaturgie(Aristoteles, Corneille, Shakspere u. s. w.). Nathan. Herder: Lyrische Dichtungen, Legenden, Stimmen der Völker(Herder und Göthe), Abschnitte aus den Ideen zur Philosophie der Geschichte.

Zweites Jahr. Göthe und Schiller. Zusammenfassende Einleitung(Wahrheit und Dichtung). Lyrische Dichtung Göthe's(Seefahrt, Harzreise im Winter, IImenau, Euphrosyne, Zueignung). Beziehungen zur Gothik(Erwin von Steinbach), zu Shakspere (Götz, Wilh. Meister), zu älterer Sage und Dichtung(Faustsage, Tiersage, Hans Sachs, Volkslied) zu Ossian und Klopstock(Werther's Leiden). Lektüre der Iphigenie(Euripides, Racine), Tasso(Hof zu Weimar), Schiller und Körner: Der Schiller'sche Schönheitsbegriff(Briefwechsel mit Körner), die Künstler. Schiller und Göthe(Xenien, Balladen und Romanzen u. s. w.) Lektüre von Abschnitten aus den Briefen über ästhetische Erziehung, aus naive und sentimentalische Dichtung; über die tragische Kunst u. s. w.(Die Schaubühne als moralische Anstalt betrachtet).

Göthe: Metamorphose der Pflanzen. Schiller: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? Die Gedichte Schiller's, welche sich auf das Verhältnis von Ideal und Leben beziehen. Schiller und Göthe als Dramatiker. Erlernen poetischer Abschnitte.

Gelegentlich oder mehr im Zusammenhang Elemente der empirischen Psychologie und der Logik. Alle 4 Wochen ein Aufsatz, wesentlich an Lektüre und Geschichte angeschlossen. Freie Vorträge in ähnlicher Weise, aber auch unter Berück- sichtigung der besonderen Neigung des Schülers.