Aufsatz 
Zur Erinnerung an den Denker Friedrich Heinrich Jacobi und seine Weltansicht, gelegentlich seines 120ten Geburtsjahres / von Wilhelm Wiegand
Entstehung
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tinus⸗Kirche(ſ. in Steiners Archiv für heſſiſche Geſchichte und Alterthumskunde Bd. II Heft 2 und 3 Urkundlichen Geſchichtender Klöſterdinundibei Worms von demn, rühmlichſt bekannten Geſchichtsforſcher Herrn Pfärrer⸗Lehmann, gegenwärtigt in Nußdorfabei⸗⸗ Landau, nach welcher Forſchung auch auf der Stelleſdes proteſtantiſchen Gymnaſiumsdes jetzigen Volkſchul⸗Gebäudes, ein Kloſter, das der Minoriten vder Barfüßemeſtand). Das aufüdieſemi Grunde noch ſtehende Gebäude war lange Zeit eine pfälziſcheAmtskellerei(Adminiſtrations⸗Gebäude),, gieng dann in Folge politiſcher Veränderungen(in den Beſitz eines Privaten undndann, im den dern Stadt über. Wie ſchon bemerkt, ward es im Jahre 1824 dem Gebrauche der vereinigten höheren Lehranſtalt eingeräumt, da dieſe damals überflüſſig genug Raum darin hatte, obwohl dem Direc⸗ tor der ganze obere Stock zur Wohnung und zur Haltung eines zahlreichen Penſionats eingeräumt war. Nachdem aber die Lehranſtalt ſich nicht nur 1829 zu vier, ſondernauch im J. 184 2 zun ſechs Hauptklaſſen mit zwei realiſtiſchen Patallel⸗Klaſſen und im J. 1852 gar zu Gymnaſtum und einer davon geſonderten Real⸗Schule erweitert hatte: ſo ward es immer mehr empfindlicher fühlbar, daß dies Gebäude nicht zu dem Zwecke einer Schule gebaut worden war, ohgleich 184 1 auf Koſten der Stadt vielfache Veränderungen und Erweiterungen Statt, gefunden hatten, nund obgleich der⸗ gegenwaͤrtige Director von ſeiner Amtswohnung über die Hälfte des Raumes zu Schulzwecken über⸗ laſſen hatten Daher richtete derſelbe am 16. Sept. 1860 einen ausführlich motivierten Bericht an den Gr. Bürgermeiſter und Gemeinderath dahierm itrdem Geſuchenines gänzlichen Neu⸗ baues, da nach ſeiner Anſicht eine wiederholte Reparatur und partielle Umbauung an dem ſchonn mehrmals veränderten Gebäude den Bedürfniſſen der gegenwärtigen Lchranſtalt doch hicht zu gent⸗⸗ ſprechen ſchien. Die deßfalls gepflogenen mehrſeitigen Verhandlungen kamen vorigrs Jahrnzum Schluſſe, nach welchem der Stadtvorſtand ſich zwar zu einem gänzlichen Umbau nicht verſtehen, konnte, aber 4000 fl. zur Erweiterung des Locals(zur Beſchaffung eines Zeichent und Prüfungs⸗) Saales, eines geräumigeren phyſicaliſchen Cabinets, eines neuen zoologiſchen Cabinetsthe. 20hbet. willigte. Nach dem Berichte des ſtädtiſchen Baumeiſters, Hrn. Thomnuwerden die Hauptatbeiten einen Zeitraum von vier Wochen einnehmen. Zu dieſem Ende werden init Genchmigung Gr.⸗O. St.Den die 14tägigen Oſter⸗Feriemmit den dreitwöchigen Zuli⸗Ferieit dieſes Malnzuſammen gelegt werden, ſo daß die dießmaligen Oſter⸗Ferien ausnahmsweiſe fünf Wochen betragen. 11) Turnfahrt. Um an dem ſchulfreien Namensfeſte Sr. K. H. des Großherzogs eine ge⸗ meinſame Turnfahrt in die obere Bayeriſche Pfalz an einem Tage unternehmen zu können, er⸗ ſuchte der Director die Direction der Eiſenbahn um eine Ermäßigung des Fahrpreiſes, welchem Ge⸗ ſuch bereitwillig von heſſiſcher aber nicht von bayeriſcher Seite deferiert ward. Was ſiengen hierauf der Turnlehrer, Hr. Hoffmann, und ſeine friſchen Turner an? Was alle ächten Turner im Nothfall thun: ſie verließen ſich auf ihre geſunden Beine und machten die Turnfahrt zu Fuß. Morgens Uhr zog Hr. H. mit 55 Schülern von Worms über Weinsheim, der Hochſtraße entlang, nach Oberſülzen, Sauſenheim, Kleinkarlbach, Battenberg. In letzterem Orte Betrachten des Waſchens, Schlemmens, Brennens und Mahlens des Okers ſowie der deßfallſigen durch Dampf⸗ kraft bewegten Maſchinen in der Fabrik des freundlichen Hrn. Krug; Genuß der Fernſicht auf unzählige Ortſchaften von der Terraſſe der dortigen Schloß⸗Ruine; Weitermarſch in den nahen Biſchofswald, und in deſſen kühlen Schatten Raſt und Imbiß. Sodann nach Beſuch des Kuhn'ſchen Drahtzuges und nach Zurücklegung des ſchönen Thales Erreichung des Reiſezieles: Altleiningen, ſein merkwürdiger Brunnen mit 20 Röhren und ſeine Schloß⸗Ruine, wo, wie auf Battenberg, die behendeſten Schüler zuerſt die mitgeführten Turnfähnchen aufpflanzten.

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