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zudem theils keine eigentlichen Schulmänner, theils anderweitig in Anſpruch genommen, ihre ganze Kraft für die Schule nicht einſetzen konnten, bei den Hinderniſſen und Schwierigkeiten, mit denen, wie wir geſehen, jede Reform, jede Verbeſſerung verbunden war, bei der Abgeſchloſſenheit endlich Frankfurts, das, als freie Stadt zu⸗ nächſt auf die in dem hieſigen Schulweſen gemachten Erfahrungen beſchränkt war, konnte es nicht fehlen, daß Vieles in der inneren und äußeren Organiſation der Schule der Reform dringend bedürftig geweſen wäre. Um nur Einiges hervorzuheben, ſo fehlte es in erſterer Beziehung an Lehrplänen, die aus gemeinſamer Berathung der Lehrer hervorgegangen, die Methode und den Gang des Unterrichts in den einzelnen Unterrichtsgegenſtänden beſtimmt und die Penſa der einzelnen Klaſſen genau abgegrenzt hätten; die Schulbücher waren zum Theil veraltet und dem damaligen Stande der Wiſſen⸗ ſchaft nicht entſprechend, das Verhältniß des Klaſſen⸗ und Fach⸗ ſyſtems war ſehr mangelhaft, die Schüler waren mit einer über⸗ mäßigen Stundenzahl,— es gab keinen freien Nachmittag, und die Gjährigen Elementarſchüler hatten täglich 6 Stunden Unterricht— belaſtet, es fehlte in manchen Unterrichtsgegenſtänden an den ſo wichtigen Lehrmitteln, an einer Lehrer⸗ und Schülerbibliothek, an einer Naturalienſammlung und einem ausreichenden phyſikaliſchen Apparat; der ſo wichtige Religionsunterricht litt an dem beſonderen Uebelſtande, daß derſelbe von drei Kaplänen ertheilt wurde, welche außerdem, daß ſie, häufig durch Pfarrgeſchäfte in Anſpruch genommen, ihre Stunden nicht geben konnten, meiſtens nicht lange genug an der Schule blieben, um mit derſelben recht vertraut zu werden, u. ſ. w.
Hinſichtlich der äußern Organiſation ſprang vor allen als ein ſchreiender Mißſtand die Einrichtung der zweijährigen Klaſſenkurſe beim erſten Anblick in die Augen. Man denke ſich 40 bis 50 Schüler und mehr in einer Klaſſe beiſammen, die um ein ganzes Jahr in Alter und Kenntniſſen verſchieden und daher in einer Stunde in


