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Griechiſch mit u vriddhirt:„xνν⁴ glühend, leuchtend u. ſ. w. Hierher: à. jla-os(wo &—= 6), eigentl. mit Glanz begabt, Aας 04⁵⁴μια ⁷υμάαννάď 1⁴☚ατ ½.—“
Ohne Zweifel gehört alſo Aglauros hierher, die Tochter des Cerops, die bereits von Preller, griech. Myth. I. 135, und Lauer, Syſtem d. gr. Myth. 338 nach O. Müllers Vorgang auf die nach dem Regen heitre Luft(oder vielleicht genauer die im Regen hell werdende Wolke), alſo genau auf Lora gedeutet iſt.
Faſt noch mehr, wenigſtens in dem Wort noch mehr, ſtimmt mit Lora die„altlateiniſche Todesgöttin Lara oder Larunda, welche auch die Mutter der Laren, desgleichen Acca Larentia, eine Perſonification der römiſchen Stadtflur und ihres telluriſchen Segens iſt.“ Preller, röm. Myth. 72. Die Laren und Manen ſind die deutſchen Elbe und Holden, d. h. die in den lichten Wolken und mit ihnen identiſch gedachteu Seelen der Verſtorbenen, ſie verhalten ſich zur Lara (Mania ¹), Mater Matuta) wie die Elbe und Holden zur Lora und Holda. Vrgl. Preller, a. a. O., 73, der dieſe Weſen ſchon zuſammenſtellte und zwar das Wort Lara nicht zu erklären weiß, aber doch richtig die Laren und Manen als vorzugsweiſe freundliche, gute Weſen faßte, wenn er auch die Beziehung zur lichten Wolke nicht kannte, ²) die ſich aus der nachgewieſener Maßen ſo zu verſtehenden Vorſtellungen anderer indogermaniſcher Völker ergibt. Die aus Obigem hervor⸗ gehende Bedeutung des Wortes Lora als der„Leuchtenden“ wird alſo ſicher auch die des lateiniſchen Lara ſein und ebenſo Lares die„Hellen“ bedeuten, wie dieß die Bedeutung von „Elbe“ iſt.
Daß Lara zu dieſer Wurzel gehört, ergibt ſich auch aus ihrer, der lateiniſchen Stamm⸗ göttin und Mutter— denn das war ſie doch als Mater Larum— Beziehung zu Laurentum, welches genau dem deutſchen Lorenz, Lauringen, Lauerſingen u. ſ. w., und zu ſeiner laurus, dem nationalen Heiligthum,³) welche dem deutſchen Hollen⸗ oder Lorenbaume, der erwähnten Lerche von Nauders entſpricht; ebenſo daraus, daß Lavinia, Launa, die zweite Stammmutter der Latiner,
¹) Mania heißt Halda
²) Cicero hat übrigens irgend wo die Mater Matuta der griechiſchen Lichtgöttin Jno Leucothea gleich ge⸗ ſtellt und Creuzer iſt ihm gefolgt. Ino iſt unſere Lora.
³) Ich bin hierbei zu der Ueberzeugung gekommen, daß laurus auch im Wort gleich iſt ερpn, beſonders durch die Form 1cι α. Lavinia(Preller, 682) und deren an zu nehmende Beziehung zu laurus. Denn daß ꝙ mit v wechſelt, iſt Nichts Ungewöhnliches; daß urſprüngliches 4(wie es alſo in der griechiſchen Form 46„ f ſein würde) in übergeht, iſt zwar nicht ſo ſicher, als der Uebergang von urſprünglichem 9 in 4¾ aber wenn es nicht aus dieſem Beiſpiel ſelbſt hervorgeht, ſo kann ich wenigſtens anführen, daß 40es mit ſicher urſprünglichem à in einem griechiſchen Gloſſar bei Diefenbach, orig. Europ. 374 heißt dαeleπας— Es würde dann auch ³αρmν wie laurus und Lerche, den„glänzenden“ Baum bedeuten, was offenbar paßender iſt, als wenn er, von der Wurzel div, der„brennbare“ heißen ſoll.—
Den Wechſel von au, o und a, wie Lora und Lara, zeigt dieſe Wurzel auch in den verſchiednen indo⸗ perſiſchen und germaniſchen Formen des Wortes Lerche(Vogel), ſ. Pictet in Kuhn, Ztſch. f. vergl. Sprchf., VI 192, die, wie auch die celtiſch⸗romaniſchen(Diefenbach, origin. 219) ſicher zu dieſer Wurzel gehören, ſo gut als 46908, larus, lorus(Weihe nnd Möve), was ich freilich hier nicht nachweiſen kann.— Ich will alſo nur darauf auf⸗ merkſam machen, daß der Wurzelbegriff„weiß, glänzend(und fröhlich)“ bei den drei Vögeln vorzüglich zutrifft.— Von der Lerche wäre zugleich eine mythiſche Beziehung zur Wolkengöttin höchſt wahrſcheinlich zu machen, von der Weihe ſicher nachzuweiſen.—


