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welche wenigstens einen ganzen Tag in der Schattenseite der Lichtscheide blei- ben können. Ihre Polhöhe mufs wenigstens der Neigung der Erdachse gleich seyn. 3) Die gemäſsigten Zonen liegen zwischen den heifsen und kalten.
§. 18. Fig. 5.
Fragt man nach der Sonnenzeit, in welcher ein Stern culminirt, so giebt der Unterschied der Rectascension des Sterns und der Sonne den Stundenwinkel der Zeit der Culmination vor oder nach Mittag oder Mitternacht.
Erklärung. PE sei die Meridianebene des Sterns(§. S, 1), PM die Meridian- ebene der Sonne. Der Ort culminirt in PE mit dem Stern und EPàA, nach §. 16 berechnet aus der Polhöhe des Orts und der Declination des Sterns, giebt die Zeit der Culmination des Sterns im nächtlichen Meridian;(in dem wir uns die Lichtseite des Sternlichts nach s denken) nach des Sterns Aufgange in Osten des nächtlichen Himmels; EPu, wo d in die Lichtscheide der Sonne tritt, zeigt die Zeit der Culmination nach dem Untergange der Sonne in u an. In PM hat der Ort Mitternacht, und zwar um MPE später. Hat die O nun auf PO= stehend ꝛ Rectascension, und der Stern östlicher stehend eine gröſsere o, so ist MPE= 180⁰°—(— r.)
Für den Ort Z geht der Stern in demselben Augenblicke auf, in welchem die Sonne untergeht, und EPL, ebenfalls nach(§. 16) berechnet, zeigt die Zeit der Culmination des Sterns nach dem Untergange der Sonne am Orte L(vergl.§. 19).
§. 19. a)(Fig. 5.)
Der Ort, an welchem sich die Lichtscheiden zweier Gestirne schneiden, sieht, wenn beide Sterne nach derselben Seite hin liegen, beide zu derselben Zeit auf- und untergehen; wenn sie nach entgegengesetzten Seiten hin liegen, den einen untergehen, während der andere aufgeht, und umgekehrt.
Läge Sonne in O, Stern in*; so ginge die Sonne für den Ort L unter, und für den Stern zugleich unter. Dem Orte 1 ginge der Stern zwar unter; aber ihm ginge erst in der Zeit, welche der uPh bestimmt, die Sonne unter. Läge der Stern nach s, so ginge dem Orte L der Stern auf, während ihm die Sonne untergeht; dem Orte 1 aber wäre die Sonne noch nicht untergegangen.
Nun können sich eine unendliche Menge gröſster Kreise an Einem Orte schnei- den; demnach eben so viele Lichtscheiden verschiedener Sterne; alle rings um den Punkt, oder den Ort L. Wie nun jeder dieser Sterne der Pol seiner Licht- scheide ist, demnach von L jedesmal um einen Quadranten entfernt ist; so müssen alle diese Sterne zusammen im Horizonte des Ortes L liegen, von denen die Hälfte, vom Meridian PL. bestimmt(nach E zu) auf, die andere(nach O zu)


