51
Kirchhain, der einst so lange Zeit der hiesigen Stadt und Gegend als Beamter und dem Gymmasium als Vorsteher und Verwaltungs-Commissar angehörte, der letztere durch die höchst gefährliche Krankheit seines Kindes. Bei einer bedeutenden Zahl von Schülern traten nicht nur durch die Nothwendigkeit, vor der Recrutirungs-Commission in ihrer Heimath zu erscheinen, die mehrere ältere Schüler traf, sondern auch durch häufige Unpässlichkeiten vorübergehende Unterbrechungen ein. Nur einer wurde wegen fortdau- ernden Unwohlseins zur Herstellung seiner Gesundheit nach Haus entlassen, befindet sich aber auf der Besserung, ein anderer wurde gegen Ende des Halbjahrs von einer bedeuten- den Krankheit ergriffen, jedoch ist Hoffnung zur baldigen Genesung vorhanden.— Durch ein höchstes Rescript vom 28. November(Ministerial-Rescript vom 19. December 1844) wurde dem Gymnasiallehrer Pfarrer Wiegand eine Zulage von 100 Thalern ertheilt. Durch höchste Entschließung(Ministerial-Rescript vom 3. März 1845) wurde dem Can- didaten des Gymnasiallehramts für Mathematik und Naturwissenschaften, Adolf Heer- mann aus Großenwieden in der Grafschaft Schaumburg, die Zulassung zur Praxis am hiesigen Gymnasium bewilligt.
Da der Unterricht für Quinta, in der sowohl solche, welche in die Elemente des Lateinischen und des Gymnasial-Unterrichtes überhaupt erst eingeführt werden als schon weiter vorgerückte Schüler vereinigt sind, in der bisherigen Weise nicht zu genügen schien, um die Schüler in angemessener Zeit und gehörig vorbereitet bis zur Quarta hinzuführen, so stellte der Director Kurfürstlichem Ministerium des hmern die Noth- wendigkeit der Errichtung einer Sexta vor, und er hofft, daß auf die Verwendung Kur- fürstlichen Ministeriums höchsten Orts seinem Antrage Statt gegeben und vom nächsten Halbjahre an durch Erweiterung des Lehrer-Personals die Ausführung möglich gemacht werden wird. Gewiß würde in dieser Einrichtung, wenn sie zu Stande kommt, beson- ders die hiesige Stadt und Umgegend, zumal bei der Vergleichung mit früheren Zei- ten, einen neuen Beweis der treuen Vorsorge der hohen Staatsregierung für das Ge- deihen und die Vervollständigung des öffentlichen Unterrichts zu erkennen haben.
Die Bibliothek des Gymnasiums sowie die Schülerbibliothek, welche von dem Biblio- thekar an mehreren Tagen der Woche den Schülern zum Gebrauch eröffnet und von diesen fleißig benutzt wird, wurden vermöge der für dieselben ausgeworfenen Miittel, aber für die Zwecke einer Gymnasialbiblio- ks einen Zuwachs erhielten, soviel als möglich ver- mittelst Anschaffung neuer Bücher vermehrt. Außzer den durch Kurfürstl. Ministerium
welche durch den Verkauf eines kostbaren, thek wenig brauchbaren Kupferwer


