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Talbot sagt(II, 3, 241):
„Du kannst das Urteil über die nicht SPrechen, Die dir nicht untertänig ist.“
Das hat allerdings auch Maria stuart geltend gemacht; aber Desoze und eine ganze Reihe anderer Redner betonen immer wieder, daß der Konvent über den unverletzlichen König zu richten kein Recht habe.
Talbot ruft aus(II, 3, 233):
„so schöne Tage hat dies Eiland nie Gesehn, seit eigne Fürsten es regieren. Mög' es sein Glück mit seinem Ruhme nicht Erkaufen!—“ worauf Elisabeth antwortet: „Verhüte Gott, daß wir den Ruhm befleckten!“
Desöze warnt den Konvent:„Franken, die Revolution, die Euch umschafft, hat große Tugenden in Euch entwickelt; aber sehet Euch wohl vor, daß sie nicht in Euren seelen jenes Gefühl für die Menschheit schwäche, ohne welches keine wahre Tugend sein kann!“
Und Rabaut st. Etienne:„Ich möchte gern meiner Nation nicht die zerreißende Grausamkeit des Tigers, sondern den verachtenden stolzen Mut des Löwen einflößen.“(16. auf 17. Januar 1792).
Wenn shrewsbury IV, 9(und nochmals V, 13)„in großer Bewegung“ kommt um den Hinrichtungsbefehl noch im letzten Augenblick aufzuhalten, ist das nicht fast in jedem Zuge das Abbild jenes Eintritts der Verteidiger Ludwigs in den Konvent am Abend des 17. Januar 1793 nach eben er— folgter Feststellung des Todesurteils über den König, wo sie um Appellation an das Volk, um Anderung der Abstim⸗ mungsweise, um Aufschub mit Worten und Tränen baten? Und als shrewsbury mit allen seinen Gründen nichts aus— richtet, als er die elende Heuchelei Elisabeths durchschaut und schmerzlich klagt:(schlußszene V, 15, 680.)
— Ich habe deinen edlern Teil Nicht retten können ꝛce.—— gleicht das nicht der Klage des Desaͤze:„Franken, wo ist


