Aufsatz 
Der römische Steinsaal (Lapidarium) des Historischen Museums der Pfalz zu Speyer. Nebst Anhang: Die schönsten antiken Bronzefiguren des Museums
Entstehung
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C. Denkmäler der Götterverehrung.

In den Tagen der Römerherrschaft hat sich der ganze Götterhimmel Roms auch in der Pfalz niedergelassen sagt mit Recht J. Sighart in der Bavaria (IV. 2. S. 173). Auf Steindenkmälern, in Bronzen, auf Gefäßen(bes. aus Terra- sigillata) finden wir fast alle Gottheiten des alten Roms in unserem Museum ver- treten. Dazu kommen noch keltisch-germanische Gottheiten.

Die Weihedenk- mäler an die Gottheiten sind Altäre, teils Steine mit bildlichen Darstell- ungen, teils nur Inschriften- steine, dann Rund- figuren, ferner Vier- göttersteine, Wochen- göttersteine, Kapitäle mitdenTagesgottheiten (letztere drei sind Bestand- teilevonJuppiter-Giganten- säulen) usw. Von den römischen Gottheiten sind vertreten Juppiter, Juno, Minerva,. Apollo, Sol, Diana, Luna, Mars, Vulcan, Venus, Vesta, Neptun, Ceres, dann Bacchus, Mer- cur, Saturnus, Fortuna und Victoria; von den Halb- göttern Hercules u. Castor. Zur Zeit der Römerherr- schaft in unserer Rhein- ebene war die Religion mehr ein Gemisch von römischen Elementen mit den vor der Ankunft

1. Viergötterstein an der Kirche von Nußdorf bei Landau der Römer einheimischen gallisch-germanischenGott-

heiten. Mercur vertritt den Teutates(keltisch) oder Wodan(germ), Apollon den Belon, germ. Baldur, Mars den Hesus, german. Ziu, Juppiter den Taranis und den Donar oder Thor, Minerva die Belisana, Venus die Freja, Maia die