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boten, was sie hier als Telemach ausführt. Indem ferner unser Verfasser durch die Zusätze 262— 297, 318— 320, 359— 372 den Hinterhalt der Freier und deren böse Ab- sichten gegen Telemach im Widerspruche mit dem gutmüthigen Vorhaben derselben zu begründen sucht, hat er in Noemon den geeigneten Mann gefunden, der in ähn- licher Weise wie Medon der Penelope ¹), so den Freiern die Nachricht von der Abreise Telemachs bringt. ²) Aus diesen Gründen können auch 393—406 nicht ursprünglich sein. Wie ungeschickt der Interpolator gewesen, hat Düntzer zu 384 f. und 398 f. be- merkt, geht aber noch weiter daraus hervor, dass Athene in 402 f. geradezu der Stelle in 408 widerspricht. Endlich bestätigen noch die Handschriften den Einschub. Denn in 408 steht in mehreren der Singularis eõoοo εαν statt des Plurals ³), so dass es nunmehr unzweifelhaft ist, dass auf 380 unmittelbar 407 folgte..
Wenn dem so ist, so sind auch 416—418 eingeschoben. Der Einschub beginnt mit denselben Anfangsworten, wie 419(³⁴ν ϑέ) und das ent„νυτσ1αεεαεέι war doch erst nach Ausführung der Befehle Telemachs, die 422 f. ertheilt werden, möglich. Nicht minder sind 430— 434 verdächtig. Denn Vers 429 ist in 434 dem Sinne nach wiederholt, weshalb er auch athetirt wurde ⁴) und die Spendung bei gänz- licher Einstellung des Ruderns ist etwas Unerhörtes. Grade an diesen Stellen ist auch die Unsicherheit des Textes eine sehr grosse, wie aus der Ausgabe von La Roche deutlich ersehen werden kann. ⁵)
Aehnliche Ungereimtheiten bezüglich des Auftretens Athenes begegnen uns im III. Buche. Mit dem Verse 11 ist die Handlung des Aussteigens vollendet, man ver- steht unter adτot alle ohne Ausnahme. Dennoch kommen Telemach und Athene erst spüter aus dem Schiffe. Anfangs- und Schlussvers des Einschiebsels sind einer vor- hergehenden unächten Stelle entnommen ⁶); ferner hat Düntzer 15 f. entfernen wollen, weil Athene im Widerspruche mit sich selbst hier den Odysseus todt sein lässt. Wie wenig zaghaft Telemach war, geht aus seinem Benehmen gegen Athene und Menelaus hervor?), so dass es einer Ermahnung Athenes zum Selbstvertrauen gar nicht be- durfte. Endlich sind Vers 19 f. aus 327 f. herübergenommen. Das Stück 12—30 ist, da sich Vers 31 an 11 vortrefflich anschliesst, als spätere Zuthat zu betrachten, wie auch 36—64. Telemach hat die Gefährten nicht geheissen, bei dem Schiffe zu bleiben; man kann also in Eoy und Setvoug nur ihn und seine Gefährten erkennen, die nach 11 ausgestiegen und schon im Begriffe sind sich zu setzen. ³8) Plötzlich wird die Begrüssungsscene nochmals mit Athene und Telemach wiederholt und zwar nicht von Nestor, sondern von Pisistratus und in einer Weise, als wenn nur die beiden allein in die Versammlung der Pylier gekommen wären. Mit welcher Leichtfertigkeit
) ¹) IV 675 f. vergl. 696 ff. ²) IV 630 ff. ³) La Roche, Homeri Odyss. ad fidem librorum optim. edid. v. l. zu II 408; vergl. Schol. Jl. V 695. ⁴) Schol. Jl. XXIV 8. ⁵³) La Roche V. L. II 407, 417 f. und 429. 4) III 12= II 416 und II 29 f.= II 405 f.*) III 14 vergl. dagegen III 225 ff., 239 ff., IV 290 ff. ³) III 35.
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