Aufsatz 
Die Antikensammlungen des Großherzoglichen Museums in Darmstadt / Ludwig Buchhold
Entstehung
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128 Die Bildwerke und Gipsabgüsse.

oder io o eg ras zoNiosts.(Plutarch.) Mit großer Meisterschaft und feiner Berechnung der gegenseitigen Glieder- lage ist dieser Ringkampf wiedergegeben; namentlich ist die sehr stark und' in allen Teilen angespannte Muskulatur mit vollendeter Kunst ausgeführt und weist auf die Zeit der ins Einzelne gehenden Studien des Körpers und ihrer Verwertung in virtuoser Durcharbeitung hin.?

Die Köpfe sind antik, aber aufgesetzt; sie haben die Züge der Niobiden. Ergänzt: die Unterbeine, der rechte Arm des Siegers, die linke Hand des Besiegten. Falsch ergänzt ist die rechte Hand des Siegers:«wir müssen sie uns halb geöffnet und bereit denken, rasch nachzugreifen, falls es dem Unterliegenden gelingen sollte, irgend ein Glied aus den Umschnürungen des Gegners zu löseny». Clarac V, 858 A, 2176. De R. Racc. I, 29. Friederichs-W. Nr. 1426. Müller I, 36, 149. Mus. Flor. Taf. 73, 74. Overbeck II, 383. Perr. Abb. 37. R. Gal. Fir. III, 122. Schlie p. 276. Welcker A. K. B. Nr. 14.

T. Apollo und sein Kreis. Nr. 31. Apollino, Hs., Ori- ginal(Marmor) früher in der Villa Medici in Rom, jetzt in der Tribuna der Uffizien in Florenz. Lucian, Anacharsis 7, schreibt über ein Standbild des jugendlichen Apollo, das in einem athenischen Gymnasium stand:«Du siehst auch(in dem Lykeion in Athen) ein Götterstandbild, das an eine Säule gelehnt ist; in der Linken hält der Gott den Bogen, die Rechte ist über das Haupt gebogen und zeigt den Gott, wie er wegen großer Ermattung eine Ruhepause macht». Auf das von Lucian beschriebene Original geht unsere Statue zurück. Der Gott ist als Ephebe dargestellt, der Künstler hat durch Beifügung des Köchers am Baumstamm auf Apollo deutlich hingewiesen. Das Original der Figur kann schwerlich über das 4. Jahrhundert hinausgehen, denn das Schwelgen in süßen Empfindungen, worin das Charakteristische dieser Figur, die einem oft vorkommenden Dionysostypus sehr ähnlich ist, besteht, ist nicht vereinbar mit dem göttlichen Ernst, in dem man früher die Götter darstellte. Es spiegelt sich in dieser Figur eine Zeit, die mit mehr Phantasie als Glauben begabt, in ihren Göttern mehr liebliche poetische Ideale als ernste Mächte des Lebens anschaute und bildete.(Friederichs.)

Ergänzt sind beide Hände. Baum. D. 100, Abb. 105. Clarac III, 477, 912 C. Friederichs-W. Nr. 1297. Müller II, 11, 126 A. Over-

beck A. S. Nr. 44. Piran. Taf. 7. R. Gal. Fir. IV, 154, 155. Schlie p. 166. Welcker A. K. B. Nr. 18.