10.
57
——
Freibandzeichnen: Mehr oder minder ausgeführte Köpfe auf Tonpapier mit zwei Kreiden, Beginn des Zeichnens nach der Natur, für talentiertere Schüler nach Ornamenten und Köpfen.
Wochentlich 4 Stunden.
Turnen: Die zum Theile gänzlich fehlende, theils höchſt mangelhafte turne⸗ riſche Vorbildung ſetzte dem weiteren Ausbaue der Ordnungsübung unumſtöß⸗ liche Schranken, daber im heurigen Schuljahre die Schüler dieſer, ſo wie der VI. und VII. Klaſſe ebenfalls erſt mit den Grundzügen des in der Unterreal⸗ ſchule gedachten Lehrſtoffes vertraut gemacht werden mußten. Freiübungsgrup⸗ pen, Freiübungen mit gegenſeitiger Ergänzung; auch anſtrengendere Stab⸗ und Hangelübungen. Frei⸗ und Bockſpringen in fortſchreitend ſchwierigeren Formen. Sprünge mit größeren Drehungen um die Breiten⸗ und Tiefenaxe des Körpers am Pferde. Stützeln, Stützbüpfen, mäßiges Schwingen im Streckſtütz. Ubungen im Unterarmſtütz am Barren. Hangübungen an den Schaukelringen, nebſt ſchwierigeren Hangübungen. Übergang des Auf⸗, Ab⸗ und Umſchwunges am Reck. Hangübergang an der ſchrägen Leiter. Wochentlich 2 Stunden.
FI. Klaſſe.
Klaſſenvorſtand im I. Semeſter: Adolf Leinweber, im II. Semeſter: Dr. Vinzenz Hartmann.
Deutſche Sprache: Lektüre einer Auswahl aus leichteren Werken der mhd. Periode, beſonders aus dem Nibelungenliede und den Liedern Walthers von der Vogelweide; das Weſentlichſte aus der mbd. Laut⸗ und Flexionslebre. Überblick über die deutſche Literatur von ihren erſten Anfängen bis zum 18. Jahrhundert. Eingebende Behandlung der erſten Blüteperiode derſelben, ſowie der Aufänge der Proſa und des Dramas. Abhandlungen konkreten Iahalts; freie Vorträge. Literaturbuch 2. Theil von Th. Vernaleken. 1 Wochentlich 3 Stunden.
Franzöſiſche Sprache: Wiederholung der regelmäßigen Konjugazion orthograpbiſche Eigentbümlichkeiten einiger regelmäßiger Verben. Die geſammten unregelmäßigen Zeitwörter. Anwendung von avoir und ôtre; reflexive und unperſönliche, Berben. Mündliche und zum größten Theil auch ſchriftliche Über⸗ ſetzung der Ubungen in den erſten drei Abſchnitten der Schulgrammatik von K. Plötz. Lektüre erzählender Proſa mit grammatikaliſcher Analyſe in K. Plötz Lectures choisies. Vermehrung des Wörter⸗ und Phraſenvorrathes; Sprech⸗ übungen im Anſchluſſe au die Lektüre. Wochentlich 3 Stunden.
Italieniſche Sprache: Wiederholung der Formenlehre, hauptſächlich ihres anomalen Tbeiles; Grundzüge der Modus⸗ und Tempuslehre mit Hinweis auf das Franzöſiſche. Mündliche und größtentbeils auch ſchriſtliche Üüberſetzung der Übungen in P. A. v. Filippi's Sprachlehre I. Theil. Lektüre erzäblender und beſchreibender Proſa in P. A. v. Filippi's Leſebuch; grammatikaliſche Analyſe derſelben und Sprechübungen.
Wochentlich 2 Stunden.
Geſchichte: Geſchichte des Mittelalters und der Neuzeit bis zum Ende des 17. Jahrhunderts mit Berlückſichtigung der einſchlägigen geographiſchen Daten nach Gindelv II. Band.
Wochentlich 3 Stunden.
Matbematik: Algebra: Logarithmen, Gleichungen höberen Grades, welche auf quadratiſche zurückgeführt werden können und Exponenzialgleichungen; arith⸗


