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Donnerstag und Freitag den 1. und 2. Juni besuchte Herr Provinzial-Schulrath Dr. Rumpel auf einer Durchreise das Gymnasium und wohnte in verschiedenen Klassen dem Unterricht bei.
Das herkömmliche Tentamen der Primaner begann Donnerstag den 7. Juni und endigte Mittwoch den 14. Juni.
Sonnabend den 17. Juni unternahmen nach dem Ende der Lectionen 40 Schüler der 3 oberen Klassen unter Begleitung der Gymnasiallehrer Dr. Braun II und Müller eine Turnfahrt in das Rhöngebirge, von welcher sie Dienstag den 20. Abends zwar sehr er- müdet, aber sehr befriedigt zurückkehrten.
Sonntag den 18. Juni langte ein Beschluss des Königl. Provinzial-Schulcollegiums an, durch welchen der Schulamts-Candidat August Fritze, welcher schon seit Ostern 1875 mit Ertheilung von Unterricht am hiesigen Gymnasium beauftragt war, zum Häülfslehrer an demselben bestellt wurde.
Die Sommerferien nahmen Sonnabend den 1. Juli(nach Schluss der Lectionen) ihren Anfang und dauerten bis zum Montag den 29. Juli.
Wegen übergrosser Hitze wurden die Lectionen am Ende des Juli und in der ersten Hälfte des August an 9 Nachmittagen ausgesetzt.
Domnerstag den 10. August zogen Lehrer und Schüler des Gymnasiums in feierlichem Zug in den Wald neben dem Forstgarten, um dort das herkömmliche Sommerfest zu feiern. Das Fest verlief zur Freude Aller
Sonntag den 27. August nahmen Lehrer und Schüler des Gymnasiums gemeinsam an
der Feier des Heiligen Abendmahls theil. — Sonnabend den 2. September fand zur Feier des Sieges von Sedan im Gymnasium ein Rede-Act statt. Oberlehrer Dr. Buchenau hielt die Festrede, in welcher er an der Hand der Geschichte nachwies, wie sich der Schiller'sche Spruch:»Die Weltgeschichte ist das Weltgericht« in den Ereignissen von Sedan bewahrheitet habe. Die musikalischen Vorträge wurden von dem Gymnasiallehrer Müller geleitet. Das Orchester war grössten- theils aus ehemaligen oder jetzigen Schülern des Gymnasiums gebildet. An die Sedan- Feier schloss sich unmittelbar noch eine andere Feierlichkeit. Dr. Buchenau übergab nemlich zum Andenken an 5 im Kriege von 1870 und 1871 gefallene ehemalige Gymnasiasten eine Marmortafel, welche von Schülern und Freunden des Gymnasiums gestiftet war, und begleitete diese Uebergabe mit einer an unsere Jugend gerichteten Ermahnung zur Vaterlandsliebe.
Die schriftliche Maturitäts-Prüfung fand vom 31. August bis 6. September, die mündliche am 21. September statt. Da Herr Provinzial-Schulrath Dr. Rumpel verhindert war, so leitete der Unterzeichnete die Prüfung. Sonnabend den 23. September wurden die Geprüften bei dem Schluss der Lectionen zur Universität entlassen und zwar:
1) Reinhard Heldmann aus Weitershausen, 20 Jahr alt, 9 ½ Jahr im Gymnasium, 2 ½ Jahr in Prima; studiert Theologie.


