Aufsatz 
Über die Markomannischen Kriege unter Marc Aurel / von ... Jacobi
Entstehung
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gäuge in Italien auf den erwähnten Sieg der Markonannen folgen zu laſſen, ſon⸗ dern auch die von Lucian erwähnte Belagerung Aquilejas den Chatten und Her⸗ munduren zuzuſchreiben. ¹) Dagegen ſcheint mir kein Grund vorhanden zu ſein einen Einfall der Markomannen in Italien anzunehmen. Dieſe ſcheinen vielmehr nur darnach geſtrebt zu haben, die Kaiſer aus Pannonien zu verdrängen und dieſes Land für ſich in Beſit zu nehmen, daher auch J. C. die Vertreibung derſelben eine Befreiung Pannoniens von der Knechtſchaft nennt. ²)

8. 10. Sieg des Pertinax über die Germanen. Die Donauprovinzen werden vom Feinde befreit.

In dieſem Augenblicke ſchwebte das Römiſche Reich in großer Gefahr. Es fehlte an Heeren und ſelbſt an ſtreitbarer Mannſchaft um neue zu ſchaffen, und ſo groß war das Elend der Provinzen, daß man ſelbſt in dieſer Zeit der Gefahr ihre Hülfe nicht in Anſpruch nehmen konnte. Markus mußte daher zu außerordentlichen Maßregeln ſeine Zuflucht nehmen, zu Maßregeln, wie ſie nur in der höchſten Noth angewendet zu werden pflegten. Er bewaffnete Sclaven und Gladiatoren, machte Soldaten aus Dalmatiſchen und Dardaniſchen Seeräubern, erkaufte ſich ſelbſt die Hülfe Germaniſcher Stämme und ergriff überhaupt jedes Mittel, um die Zahl ſeiner Streiter zu vermehren. ³) Als er ſo durch neue Heere in Stand geſetzt war, den Feinden mit Nachdruck zu begegnen, erhielten Pertinar und Pompejanus den Befehl, die Deutſchen, die nach Italien vorgedrungen waren, zurückzutreiben und die Ver⸗ bindung des Kaiſers mit dieſem Lande wiederherzuſtellen. Sie entledigten ſich ihres Auftrags mit Ruhm und Glück. Pertinar namentlich erfocht in einer blutigen Schlacht einen glänzenden Sieg, der dem Kaiſer den Namen Germanikus erwarb, und befreite Italien, Rhätien und Norikum von feindlicher Gewalt.*)

Nun konnte Markus durch friſche Truppen aus Italien verſtärkt und von

¹) Dion. Cass. LXXI, c. 3. Dio ſagt zwar nur: xο‿2ο¹ riν mπo 16ν Pijwop KsArν 1ε½εοιriũs Trallas aoeĩ, aber es bedarf keines Beweiſes, daß unter dieſen Celten Chatten zu verſtehen ſind; von den Hermunduren iſt das ſehr wahrſcheinlich.

) Jul. Capit. in Marco. c. 17. 1

) Jul. Capit. in Marco. c. 21.

*) Jul. Capit. in Pertin. c. 2. Dion. Cass. LXXI, c. 3.