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Der kleine Holzsarg stand auf zwei Sockelsteinen nördlich von dem der Schwester(Nr. IV), ist aber jetzt ganz zerfallen; die beiden bilden Eine Linie und sind zusammen so lang wie der Linn. sarg der daneben stehenden Mutter.
VIII. Magdalena Claudina
Tochter vom Pfalzgrafen Christian II zu Birkenfeld und Katharina Agathe von Rappoltstein, gb. 16. Sept. 1668, verm. 28. Febr. 1689 mit Philipp Reinhard, st. 28. Nov. 1704.
Im Kirchenbuch steht:„1704 starb unsere Fürstin, abends den 28. Nov. zwischen 8 und 9 Uhr. Den 30 fänck man an zu läuten alle tage eine stunde mit der grossen Glocke und das biss auf d. 18. Dec., da sie des abends zwischen 6 und 7 uhr in der lutrischen Kirche beygesetzt wirdt und wirdt auf allen Kirchen mit allen Glocken geläutet, des anderen tags geschah die Leichpredigt in allen hiesigen Kirchen. Text auss dem 6. Psalm V. 7. 8. ist alt worden 36 Jahr 4 Wochen und einen Tag(?).“ Dhein fügt diesen Angaben hinzu, beim Läuten sei die grösste Glocke auf dem lutherischen Kirchthurm eben an der Stelle zersprungen, wo ihr Name und Wappen stand. Nach Calaminus p. 17 zersprang diese von der Gräfin gestiftete Glocke am 18. Dec. bei der Be- stattung bald nach den ersten Tönen; sie wurde 1705 in Bamberg zu 45 Centner schwer umgegossen und am 20. Juli 1705 wieder auf den Thurm gebracht.
Der Zinnsarg, dem nahe stehenden der Anna Magdalena(Nr. V) ganz ähnlich, steht fast un- versehrt auf drei unten eingebogenen Sockelsteinen, wovon der unter dem Fussende Früchte und Blumen als Ornament hat, die anderen mit einem Engelskopf geziert sind. Die Schrift ist Majuskel, cursiv nur die Benennungen der Bibelstellen.
Am Kopfende stehen ohne Schrift die ovalen Wappen von Hanau und Pfalz-Birkenfeld(zu den gewöhnlichen noch die vier Felder für Veldenz, Sponheim, Rappoltstein und Hoheneck) am Fuss- ende oben die Jahreszahl 1.7.0.4 über vergoldetem Engelskopf und unter diesem FECIT. ET. SCVLP]LORENTZ(n und t in Eins)HEDELIUS(h und e in Eins)
Auf der obersten Fläche steht unter einem aufgesetzten vergoldeten Crucifix:
PlHIL. 3 V. 20. 21]/ UNSER WANDEIL IST IM HIM MEL UON DANNEN(n und n in Eins) WIR AUCHWARTEN DES HEILANDES(h und e in Eins) IESU CHRISTI(h und r in Eins) DES HERREN(h und e in Eins) WELCHER(h und e in Eins)! UNSERN NIOHTIGEN LEIBVERKLAHREN WIRD sodann unter einem Schnörkel:
S. D. S. EN NOVUMFRAGILITATIS HUMANT LUM SARCOPHAGO HUIC INCLUSA VIDES]0O8SA OMXNIBUS FORTUN CORPORISOVE ET ANIMIDOTIBUS MAXIME CONSPICUT PRINCOIPIS MAGDALENT CLAUDINT EA: NATA] A. O. R.(DDC. LXIIXXVI. SEPT PATRE CHRISTIANO II PRINCIPE PALATIRO AD RHENUM]LINER BIRCOFELDIE ET MATRECATIHARINA AGATHA]FILIA ULITIMI COMITUM] R- S DCIBUS SPOLETIRNIS MATRIMONIO(t under in Eins) IUNCTA A SAL(DDCLXXXIX.XXIIX.*) FEB PHILIPPO REINHARDO COMIITI(m u. i vereinigt) HANOVIENSIOM]ſCUIUS FELICITATI 0B VERAM ANIMORUM CONIUNCTIONEM NIIL DEFUITQVAM(v und a in Eins) QVOD
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*) Die Zahl war nicht ganz deutlich. Nach Dhein war das Beylager in Hanau 1689 den 28. Februar; v. Bebr gibt den 17/27 Febr. als Tag der Ve rmählung an.
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