Scch z t e r Jahresberieceht das Theodorianische Gumnasium z u paderborn in dem Schuljahre 182 9/30. —— Voran eine Abhandlung: Wie ſind auf Gymnaſien neuhochdeutſche Claſſiker zu leſen? Beantwortet von dem Oberlehrer K. Richter. Paderborn, bei B. C. Schlegel, Unirverſitats⸗ Buchdrucker. —yyjjj]—y— Wie ſind auf Gymuaſien neuhochdeutſche Claſſiker zu leſen? Beantwor,tet von dem Oberlehrer K. Kichter. ——ÿ—eꝛℳzꝛ— —eesde K 84 F. I. Der praktiſche Unterricht in der deutſchen Sprache umfaßt drei Theile: das Sprechen, Schreiben und Leſen. Muß der theoretiſche Unterricht dem praktiſchen vorangehen, um ihn zu regeln und zu ſichern? In welchem Verhältniſſe zum Leſen ſteht der theore⸗ tiſche Unterricht? Man lehrt griechiſche Grammatik und übt ſie an Beiſpielen Theil vor Theil ein. Beim Lefen eines griechiſchen Schriftſtellers weiſ't man überall auf die Grammatik zurück. Es fragt ſich, ob für den deutſchen praktiſchen Unterricht die Regeln auch ſo gefunden werden, ob das Leſen eine Anwendung der Grammatik ſei. Ich will die Theile des theoretiſchen Unterrichtes in der deutſchen Sprache einzeln vornehmen und das Verhältniß zum praktiſchen, insbeſondere zum Leſen aufſuchen. F. 2. Wenn man fragt, wie auf den Gymnaſien der grammatiſche Unterricht in der deutſchen Sprache, ertheilt werde: ſo iſt die Antwort, daß derſelbe mit dem in den alten Sprachen uͤberhaupt und in der lateiniſchen Sprache insbeſondere die größte Ahnlichkeit habe. Die Richtigkeit dieſer Antwort ergiebt ſich ſogleich, wenn man nur die Jahresberichte der Gymnaſien und die gewöhnlichen grammatiſchen Schulbuͤcher — 4— anſehn mag. In der Sexta(der kath. Gymnaſie jen in Weſtfalen) ward mit dieſem Unterrichte der Anfang gemacht, und in der Tertia, auch wohl ſchon in der Quarta wird er beendet. Wegen der angezeigten AÄhnlichkeit habe ich nun vorzulegen, welches Ziel der lateiniſche Unterricht bis Tertia erreicht, und welcher Weg dabei genommen wird. Ich will den ganzen lateiniſchen Unterricht, der von Sexta bis Tertia gegeben wird, prüfen, weil es ſogleich auffällt, daß dieſer ganze Unterricht grammatiſch iſt. Eine ſehr große Menge Formen und Wörter wird auswendig gelernt; jede Form, jedes Wort einzeln. Dazu werden aus der Spyntaxis faſt eben ſo viele Regeln dem Gedächtniſſe eingeprägt; auf die Regel folgen paſſende Beiſpiele, wenige, ſeit die praktiſche Grammatik von Bröder, aus den Schulen verbannt iſt. Die praktiſchen Übungen beſtehn hauptſächlich in ſchriftlichen Compoſitionen und in der Lectüre der Claffiker. Jedes Wort, jede Form wird nun bei den Componir⸗Ubungen aus den betreffenden Buͤchern geholt, nach den ſyntaktiſchen Regeln jeder Satz und jeder Satz⸗ theil ſorgfältig geformt. Die Claſſiker werden ebenfalls ſo geleſen: der Schüler findet im Lexikon ſeine Wörter und Redensarten und ſucht in der Grammatik die gehörigen Regeln zuſammen, auf die jeder Satz, jeder Satztheil paßt. Es kann nicht geläugnet werden, daß der Tertianer nun auf dieſe Weiſe in einem alten Claſſiker mit Hülfe des Lexikons und der(Grammatik, ſich muͤhſam den Sinn eines Satztheiles nach dem anderen zu enträthſeln im Stande iſt. Aber auch nur ſo weit füͤhrt unſere gramma⸗ tiſche Methode. Alle Sprachfertigkeit iſt vollkommen gehemmt; denn der Schuͤler hat es einzig mit der Form zu thun, ſowohl wenn er, wie man es nennt, ſelbſt componirt, als wenn er lieſ't. Das hat man ganz bei dieſem Unterrichte überſehn, daß die Materie einer Sprache etwas ganz anderes iſt, als die Form, daß aller naturgemäße Unter⸗ richt erſt die Gewalt über die Materie giebt und dann die Form derfelben betrachten läßt, oder daß das Denken zuerſt einen Stoff verlangt, an welchem es ausgeübt werden ſoll; auch überſehn, daß der Knabe doch wohl auf dieſer Stufe, auf der ihm zugemuthet wird, den menſchlichen Geiſt auszumeſſen, noch gar zu unreif iſt, um nicht den Organismus der Sprache nur mit dem Gedaͤchtuiſſe d. h. todt und unfrucht⸗ bar in ſich aufzunehmen. In concreto muß glſo die Sprache zuerſt erlernt werden. Und da ſind nicht etwa allein die ſyntaktiſchen Regeln das Allgemeine; ſelbſt Vocabeln ſind etwas allgemeines und werden nur zum Beſonderen, wenn ſie zum Satze concreſciren. Die gewöhnliche Methode des lateiniſchen Unterrichtes iſt demnach der naturgemäßen entgegen. Und das behaupten wir nicht im Sinne der ſ. g. Philan⸗ thropen, die alle Formale⸗Bildung, alſo auch die Grammatik ganz verwerfen; ſondern als wahre Humaniſten wollen wir angeſehen ſein und uns noch weiter daruͤber recht⸗ fertigen. Eben ſo urtheilet über Grammatik der berühmte Johannes Matthias Geßner, deſſen Worte Niemeyer(Grundſätze Thl. II. S. 323. der achten Ausgabe) zu be⸗ ſchränkt nahm oder doch anwendete. Auch Leibnitz'ens Meinung kann man bei Niemeyer a. a. O. nachſehen. Herder trifft die Sache ſehr ſcharf in ſeinem„Ideal einer Schule“ einem Aufſatze, der in der Carlsruher Ausgabe der Herder'ſchen Werke dem Sophron angehängt iſt. Wir heben die wichtigſten Stellen aus. S. 325.„Das iſt gewiß, daß keine Schule gut iſt, wo ſie“(die lateiniſche Sprache)„nicht wie eine lebendige Sprache gelernt wird. Dies ſoll entwickelt werden.“ „Man lobt das Kunſtſtück, eine Grammatik, als Grammatik, als Logik und Charakteriſtik des menſchlichen Geiſtes zu lernen: ſchön! Sie iſt's, und die lateiniſche, ſo ſehr ausgebildete Grammatik iſt dazu die beſte. Aber für Kinder? Die Frage wird ſtüpide. Welcher Quintaner kann ein Kunſtſtück von Caſibus, Deklinationen, Conju⸗ gationen und Syntaxis philoſophiſch üherſehn? Er ſieht nichts, als das todte Ge⸗ bäude, das ihm Qual macht; ohne materiellen Nutzen zu haben, ohne eine Sprache zu lernen. So quält er ſich hinauf und hat nichts gelernt.” S. 335.„Warum ſoll man mit dem“(Latein)„eine Ausnahme machen, um es nur todt und vereckelt lernen zu wollen? Es iſt eine todte Sprache! gut, hiſtoriſch⸗ politiſch⸗Nationaltodt; aber litterariſch lebt ſie; in der Schule kann ſie leben. Aber ſo wird ſie nicht rein und — 6— klaſſiſch geſprochen? warum nicht? wenn es der Lehrer ſpricht, wenn er nur Sachen wählt, über die es lohnt, Latein zu ſprechen, warum nicht? und denn giebt Natur und Fluß und Genie und Kern der Conſtruktion, und lebendige Verſtändlichkeit der lateiniſchen Sprache nicht mehr, als das Schattenwerk weniger reinen Worte und Phraſes? und werden nicht mehr Zwecke in der gelehrten Republik erreicht, wenn ich Latein kann, um zu ſprechen, zu leſen, zu verſtehen, zu fühlen: als zu Wort⸗ ſichten, zu feilen, zu mäcklen. Und iſt's nicht endlich Zeit, von dieſer Sucht hinweg⸗ zulenken, und das Studium der lateiniſchen Sprache würdiger zu machen?“— In dieſen letzten Worten ſcheint ſich Herder den philanthropiſchen Meinungen zu näͤhern; es ſcheint jedoch nur ſo und richtig verſtanden geben ſie einen ſehr wahren, ſtarken Sinn. Nur gegen jene wird geſprochen, die mit der grammatiſchen Form alles ab⸗ gethan wähnen, mit der grammatiſchen Form anfangen, fortfahren und aufhören; ni ot aber gegen jene, die zuerſt Latein in concreto lernen und darauf und bald daneben die Sprache der Form nach ſtudiren. Wir wiſſen ja, wie ſehr Herder das Studium der Form achtete; es ſoll nur zur rechten Zeit geübt werden, nicht, wenn man die Sprache noch gar nicht kennt, nicht von Unmündigen. Neben dieſen Humaniſten wollen wir an Göthe erinnern, der in den„Wander⸗ jahren“ ſich als den tiefſten Kenner naturgemäßer Bildung bewährt hat. Die Haupt⸗ ſtelle W. M. Wanderjahre Thl. II. S. 156. der kl. v. Cottaſchen Ausgabe.— Noch muß ich der mündlichen, aber öffentlichen ÄAußerung eines der wurdigſten Schulmänner in Weſtfalen gedenken,„daß ſelbſt die Primaner oft genug die gröbſten Fehler gegen die Form machen, und daß das nicht eher aufhört, als ſie durch ſehr fleißiges Spre⸗ chen und Leſen ſich gewöhnen, nicht mehr bei den Worten und Sätzen ſich der Form jedesmal bewußt zu werden.“ Das kann nicht anders ſein; iſt ja die Kenutniß der Form ſehr verſchieden von der Gewalt uͤber ſie in der Anwendung. Wollte nun auch jemand annehmen, daß die Form das Einzige ſei, wozu wir Latein lernen; ſo muͤßte der doch dem Schuler erſt die Herrſchaft über den Stoff geben, und dann die Betrachtung der Form anſtellen laſſen. Aber dieſe Annahme iſt — 7— auch falſch. Oder iſt nicht allen Schülern auch der Zweck geſetzt, die lateiniſchen Claſſiker fertig zu verſtehen? Und kann dieſer zweite Zweck wohl erreicht werden, wenn die Sprachfertigkeit nicht beſonders geübt wird? Wird dem Schuler nicht offenbar bei ſeinem mühſamen Ringen mit der Form, die Materie immer gleich⸗ ſam unter den Händen entſchlüpfen?— Und iſt nicht insbeſondere dem Theologen der lateiniſchen(kath.) Kirche der Zweck geſetzt, ſich eine nicht unbedentende Gewandtheit in der lateiniſchen Sprache zu erwerben? Was wir aber in der Grundlage verderben, das rächt ſich für immer, das können wir nicht wieder gut machen.— Doch, wir wollen uns an dieſem Orte nicht weiter verbreiten, weil wir nach allen Seiten hin zu unſerem jetzigen Zwecke genug haben. Erinnern müſſen wir nur, einmal, daß unſere Vorfahren ſehr viel Latein d. h. einzelne Stellen und ganze Stücke gleich im Anfange des lateiniſchen Unterrichtes, wie man's nannte, zu memoriren gaben, daß früh genug und fleißig lateiniſch geſprochen und, wenn auch nach der Expoſition, ganze lateiniſche Stücke bloß laut und mit Nachdruck geleſen wurden; und dann noch erinnern, daß wir einen Unterricht füuͤr ſehr ausführbar, ja allein fur zweckgemaß halten, der ſich erſt eine feſte materiale Grundlage zu gewinnen ſuchte, der die latei⸗ niſchen Leſe⸗ und Sprech⸗ Ubungen der Grammatik vorangehn und auch ſpäter den eigentlichen Sprachunterricht von der Grammatik ſtreng geſondert ließe. Die Anwendung auf den deutſchen Sprachunterricht. Sobald man zugiebt, daß die Grammatik nur die Form der Sprache betrachtet, und daß im Sprachunterrichte der Übergang von den Formen zur Materie, von der Sprache in abſtracto zur Sprache in concreto zweckwidrig iſt: wird man auch folgenden Sätzen die Beiſtimmung nicht mehr verſagen können. Der Anfang des deutſchen Sprachunterrichtes wird mit Sprech⸗ Leſe⸗ und Schreibe⸗Ubungen gemacht. Der ſprechende Lehrer iſt der Gebildete, durch den ſich der Schüler bilden ſoll; der Schüler hört richtig ſprechen und verlernt das Falſche, was er etwa von Hauſe mitbrauchte. Beim Leſen der Stücke, die ſich für den Knaben auch dem Inhalte nach recht eignen, ſind des Verfaſſers Worte die beſte — 83.— Grammatik für den Anfänger, der mit den Sachen auch den Ausdruck, den richtigen Ausdruck ſich merkt. Die für den deutſchen Sprachunterricht eigens berechneten Schreibe⸗ Übungen fangen mit genauem Nachſchreiben an und werden darauf mit den Sprech⸗ und Leſe⸗ Ubungen in ſtets folgende Verbindung geſetzt. Später tritt dann die Grammatik dazu, jedoch durchaus nicht als Grundlage der Sprachübungen; ſondern, ſo wie ſich der Knabe mehr befähigt, läßt man in ihm die ſchon bekannten Formen zu Bewußtſein kommen. Dann wird der Schüler nicht gewohnt, nur immer der Form die Sache anzupaſſen, immer erſt an die Form zu denken und über die todten For⸗ men das Leben, den Gedanken hintanzuſetzen. Der grammatiſchen Stunden werden alſo von Anfange wenige ſein, und ſie werden ſich mehren müſſen, ſo wie der Schüler an Sicherheit in der Sprache gewinnt. Und da die Fortſchritte in der Auffaſſung der grammatiſchen Formen viel größer ſein werden(die Materie iſt ſchon eingeubt!): ſo brauchen wir die Unterrichts⸗Gegenſtände in den oberen Claſſen, nicht weiter auf⸗ zurucken. Fängt der grammatiſche Unterricht in der Quarta(der kath. Schulen in Weſtfalen) an, ſo daß im Winter⸗Halbjahr auf die Woche Eine, im Sommer⸗ Halbjahr zwei Stunden kommen: ſo kann noch in der Tertia, wenn man hier drei Stunden wöchentlich dazu nimmt, der Unterricht ſo weit als bisher fortgeführt werden. Uber die Beugung und Steigerung läßt ſich, wie Niemeyer im angeführten Buche S. 122. will, recht gut bei dem lateiniſchen Unterrichte das Nöthige ſagen, ſo wie über die Claſſification der Wörter. Beſonders iſt dann zu ſprechen von der Ableitung und Zuſammenſetzung der Wörter, von der Rection und dem einfachen Satze, von der hochdeutſchen Form und Fügung bei⸗ und nntergeordneter Sätze, über die richtige hochd eutſche Ausſyrache und Schreibung, von der Tonmeſſung und von der Inter⸗ punction.. In den oberen Claſſen werden zuerſt dieſe Lehren mehr entwickelt und begründet; dann folgen Synonymik und Grundſatze der hiſtoriſchen Wortforſchung; Logik und all⸗ gemeine Grammatik ſchließen ſich an. —— Somit haben wir eine Grundlage gewinnen müſſen, die uns ſpäter fuͤr die An⸗ weifung zur Lectüͤre der Claſſiker nöthig iſt. Es ſteht feſt, die Grammatik geht nicht den Sprachübungen, dem Leſen voran, und ſie bleibt auch ſpäter durchaus von dieſen Ubungen geſondert. Wir hätten gleich zu Anfange dieſes§. das Anſehen eines großen Grammatikers, Jac. Grimm's, vorſchützen können; da wir aber felber nichts auf eine Behauptung gegeben haben, die, wenn auch nicht ohne Grund geſtellt, doch der Ent⸗ wickelung des Grundes entbehrte: ſo haben wir unſeren eigenen Weg, der uns zur UÜberzeugung brachte, anzeigen und führen wollen.(Vgl. die Vorrede zum erſten Theile der deutſchen Grammatik von Grimm; die Einſchränkung der erſten Behaup⸗ tung in der Vorrede zur zweiten Ausgabe deſſelben Theiles.) F. 3. Wenngleich man über den Begriff der Styllehre einig iſt; ſo hat man doch bei der Abhandlung derſelben ungehöriges aufgenommen. Zuerſt muß alles aus der Styl⸗ lehre verbannt werden, was in die Grammatik gehört: Sprachrichtigkeit und Syno⸗ nymik und was noch ſonſt aus der grammatiſchen Satzlehre, beſonders aus der Peri⸗ odologie herübergezogen wird. Das iſt ja ein weſentlicher Unterſchied der grammati⸗ ſcheu und der ſtyliſtiſchen Betrachtung, daß jene die Form an ſich als gegebenen Theil einer ganzen Sprache, dieſe aber die Form bezugsweiſe auf einen be⸗ ſtimmten Redezweck erkennt und behandelt. Einige Styliſtiker haben die Logik in die Styllehre gezogen. Und freilich ſteht der ſtyliſtiſchen Betrachtung die logiſche ſehr nahe. Dieſe handelt aber nicht von dem Ausdrucke als Form des Gedankens, ſondern von der Form des Gedankens als ſolcher, oder von der Form des Gedankens abgeſehen von den Worten, von dem Ausdrucke. Die Worte ſelber ſind nur von Bedeutung in der Logik, ſo fern man aus denſelben auf die Form des Gedankens zurückgeht oder zurückgehen muß, alſo wirklich von gar 1 2 — 10— keiner Bedeutung. So haben der Satz des Widerſpruchs, der Satz vom zureichenden Grunde, die Eintheilung und Umkehrung der Schlüſſe es nur zu thun mit der Form des Gedankens, wie dieſelbe ſein kann und nicht ſein kann. Da nun dieſe logiſche Be⸗ trachtung— Logik iſt eine eigene, ſelbſtſtändige Wiſſenſchaft— von der ſtyliſtiſchen ganz verſchieden iſt: ſo muß auch die Eintheilung der Styllehre nach dieſer Ruckſicht eben ſo falſch ſein, als die Eintheilung nach dem grammatiſchen Momente. Die Anforderungen an den Styl laſſen ſich auf zwei zuruck bringen: Zweckmäßig⸗ keit und Schönheit des Ausdruckes. Der Zweck aller Rede iſt verſtanden zu werden. Drücke dich d. h. deine Gedanken und Empfindungen möglichſt deutlich und beſtimmt aus. Vertheile gehörig Licht und Schatten, ſo, daß du die Hauptſachen hervorhebeſt durch Ausführlichkeit oder durch prägnante Kürze; die Nebenſachen aber füge leicht und kurz an. Halte den Ton, der dem Stuͤcke angemeſſen iſt und in welchem du angefangen haſt, bis ans Ende. Achte das Gefuhl deines Zuhörers oder Leſers durch Ausdrucke, die mit dem Anſtande und den guten Sitten übereinſtimmen; entſtelle alſo ja nicht das Edele und Wichtige durch gemeinen Ausdruck. Wähle deine Worte, aber bleibe natürlich; liebe die Kunſt, verſchmähe die Künſtelei; horch in dir oder ſtimme wohl von Neuem das Ganze, bis die Theile ſich zum Wohllaute vereinigen. Dein Styl müſſe hierin eigenen Charakter haben. Wie und wo dich der Gegenſtand ergriffen hat, laß dein Gemuͤth an der Darſtellung freien Antheil nehmen. Dar Aus⸗ druck wird ſo von ſelber lebhaft werden. Lehre von den Figuren. Dieſen Anforderungen muß ſowohl die Poeſie als die Proſa genügen; in beiden giebt es einen niederen, höhern und mittleren Styl; endlich gehört auch der erhabene, komiſche, ſentimentale und naive Styl der Proſa wie der Poeſie an. Das iſt denn der Inhalt der allgemeinen Styllehre. Und dieſer Lehre von der inneren Darſtellung iſt die Lehre von der äußeren, von der Declamation und Action, cvordinirt; beide zuſammen bilden die allgemeine Formlehre. Der allgemeinen Formlehre muß eine allgemeine Lehre vom Stoffe gegenuͤberge⸗ ſtellt werden, und zwar eine allgemeine, d. h. eine ſolche, die beides, Proſa und — 11— Poeſie umfaßt. Alſo mit Niemeyer: Beide(Poetik und Rhetorik) können von den drei Hauptoperationen, welche allen Werken der redenden Kunſt zum Grunde liegen, Invention, Dispoſition, Elocution ausgehen. Denn auch darin ſind ſich Redner und Dichter gleich. Gedankenreichthum,— richtiger Plan,— vollkommene Darſtel⸗ lung in der Sprache... dieß ſind die Elemente und Erforderniſſe jedes rhetoriſchen und poetiſchen Kunſtwerkes.(Grundſätze Thl. II. S. 333.) Geht man nun auf den Unterſchied unter Proſa und Poeſie ein, giebt man die Lehre von der Invention nebſt der Topik, von der Dispoſition, Elocution und De⸗ clamation, d. h. die Lehre vom Stoff' und von der Form, für die einzelnen Gattun⸗ gen der Poeſie und Proſa: ſo entſteht die beſondere Redelehre, Rhetorik und Poetik. Ueberſicht der Redelehre: I. Allgemeine Redelehre und zwar 1) Lehre vom Stoffe, 2) Lehre von der Form aller Rede. II. Beſondere Redelehre und zwar 1) Rhetorik oder Lehre von dem Stoff' und der Form der einzelnen Gat⸗ tungen der Poeſie und Proſa; Lehre von dem Stoff' und der Form a) der Rede, im engeren Sinne, b) der Proſa, auch im engeren Sinne. 2) Poetik oder Lehre von dem Stoff' und der Form der Dichtungen, a) der lyriſchen, b) der dramatiſchen, c) der epiſchen. Das Studium dieſer Redelehre iſt zum kunſtgemäßen Reden und Dichten nicht nothwendig. Man wird mir erlauben den großen Redner und Schriftſteller zu citiren, der mich auf den Beweis geführt hat; zumal da die Hauptſtelle, ſo viel ich weiß, noch nicht zu ähnlichem Zwecke angeführt und gewürdigt iſt. Cic. De Orat. B. I. C. 31. und 32. Craſſus ſpricht Cicero's Anſichten in dieſem Dialoge aus. Er giebt zuerſt einen kurzen, genau gefaßten Abriß der Rhetorik; darauf fährt er im zwei und dreißigſten Capitel fort: Das ſind nun wohl die Lehrſätze insgeſammt, welche jene Künſtler(Meiſter der Kunſt, die Rhetoriker) geben, und ich müßte falſch ſein, wenn ich ihnen allen Nutzen abſpräche. Sie erinnern gleichſam den Redner, in welche — 12— Beziehung er jegliches zu ſetzen, und worauf er zu achten habe, um nicht von ſeiner Sache abzuirren. Was nehme ich aber für das rechte Weſen aller Sätze der Rheto⸗ riker? Daß die Redner durch ſie den Ruhm der Beredſamkeit ſich erworben hätten? Neia! Was Männer, die ſich durch Beredſamkeit auszeichneten, von ſelber thaten, das haben einige bemerkt und darauf geachtet. So hat nicht die Beredſamkeit in der Kunſt, ſondern die Kunſt in der Bevedſamkeit ihren Urſprung. Darum verwerfe ich jedoch, wie oben geſagt, die Kunſt nicht. Sie iſt, wenn auch nicht ſo nothwendig um wohl zu reden, doch des Studiums der Freien und Edelen nicht unwürdig. In his enim fere rebus omnis istorum artificum doctrina versatur, quam ego si nihil dicam adiuvare, mentiar. habet enim quaedam quasi ad commonendum oratorem, quo quidque referat, et quo intuens, ab eo, quod- cunque sibi proposuerit, minus aberret. Verum ego hanc vim intelligo esse in praeceptis omnibus, non ut ea secuti oratores, eloquentiae laudem sint adepti, sed, quae sua sponte homines eloquentes facerent, ea quosdam ob- servasse atque id egisse(„digessisse“ perper. coni. Gessn. Ern. it.„ad artemque redegisse“; conf. aliud agere): sic esse non eloquentiam ex ar- tificio, sed. artificium ex eloquentia natum: quod tamen, ut antea dixi, non eiicio; est enim: etiamsi minus necessarium ad bene dicendum, tamen ad cognoscendum non illiberale. Vgl. auch De Orat. B. II. C. 3. 20. Orator Cap. 3. zu Ende. 4. 14. 15. 32. 33. 34. 35.— Hiezu nun folgende Erläuterungen. Die Proſa war allerdings früher, als die Proſaik, oder Rhetorik im weiteren Sinne, die Poeſie früher, als die Poetik; denn die Regel iſt das Allgemeine und wird urſprüglich nur durch die Beobachtung der ein⸗ zelnen Erſcheinungen gewonnen. Die Dichtungen und Reden als die Erſcheinungen können alſo, wie zuerſt, ſo auch immer wieder hervortreten: Poetik und Rhetorik können zum kunſtmäßigen Dichten und Reden nicht nnumgänglich nothwendig fein. — 13— Weit mehr, als über dieſen Punkt, iſt man einig, daß die Kunſt nicht geben könne, was die Natur verſagt hat. Schafft der Dichter Gefühle und Einbildungen, der Proſaiſt Erkenntniſſe und Beweggründe: ſo muß die Naturanlage dazu vorhanden ſein, widrigenfalls weder der Eine noch der Andere etwas hervorbringen würde, was man ſein Gedicht, ſeine Rede nennen könnte. Obgleich aber die Anlage zur Her⸗ vorbringung und Darſtellung des Wahren, Guten und Schönen dem Menſchen weſent⸗ lich zukommt; ſo iſt ſie doch nach Stufen oder Graden ſehr merklich verſchieden und kann wie jede Anlage vervollkommnet oder auch faſt ganz vertilgt werden. Daraus folgt denn, daß ſelbſt bei dieſer erſten Bedingung, ohne welche keine Proſa und Poeſie möglich iſt,(bei dieſer Grundbedingung aller Proſa und Ppoeſie) die Nachhülfe durch des Menſchen freie Thätigkeit von der Natur nicht verſchmähet werde; es fragt ſich, ob außer den praktiſchen Ausbildungsmitteln und außer dem von Craſſus(Cicero) in dem erſten Dialoge(De Oratore B. I.) geforderten Studium der Wiſſenſchaften, das den Geiſt veredelt und bereichert, auch die Redekünſte hierin etwas leiſten. Ich glaube die alte, immer wiederholte Frage, ohne Umſchweif verneinend beantworten zu müſſen. Denn allemal hemmt die erlernte Regel, nach welcher die Erfindung und Darſtellung des Ganzen, wie des Einzelnen ſich richten ſoll, die freie Thätigkeit des Geiſtes, ſtört beim jedesmaligen Durchlaufen des Regel⸗Regiſters und bei zu leb⸗ haftem Bewußtſein der einzelnen Regel die ruhige, reine Entwickelung des Gedankens 3 und der Empfindung, bedrängt die Sache von allen Seiten zu Gunſten der Form, verführt, oft mehr, als nöthig, oft weniger zu geben und hindert die reine Verſchmel⸗ zung der Form mit der Materie. Von der äußeren Darſtellung, der Declamation, 1b iſt dieſes faſt alles mitzuverſtehen. Die Regel, die den Kunſtler leitet, muß, ſtatt in Worten auswendig ge⸗ lernt zu ſein, in der Seele ſchon gleichſam als Taktgefühl liegen; der Geiſt und das Gemuth müſſen ſich gar nicht anders darſtellen können, als unter der, der — 14— Seele ſelber inwohnenden Form. Studium iſt dem Redekünſtler nothwendig; er muß die Regel ſich freithätig erarbeiten durch eigene Ubung im Erfinden und Dar⸗ ſtellen und durch fleißige Lectüre der Claſſiker. Was nicht ſo gewonnen iſt, kann als Regel bei der Erfindung und Darſtellung dem Kuͤnſtler nicht nützen. Wir werden alſo hier wieder dahin gewieſen mit den praktiſchen Ubungen beim Unter⸗ richte anzufangen. 3 3 „Es iſt aber“ heißt es bei Kant(Critik der— äſthetiſchen— Urtheilskraft S. 136.)„gar kein Gebrauch unſerer Kräfte, ſo frey er auch ſeyn mag und ſelbſt der Vernunft,(die alle ihre Urtheile aus der gemeinſchaftlichen Quelle a priori ſchöpfen muß) welcher, wenn jedes Subject gänzlich von der rohen Anlage ſeines Naturells anfangen ſollte, nicht in fehlerhafte Verſuche gerathen würde, wenn nicht andere mit den ihrigen ihm vorgegangen wären, nicht um die Nachfolgende zu bloßen Nachahmern zu machen, ſondern durch ihr Verfahren andere auf die Spuhr zu bringen, um die Principien in ſich ſelbſt zu ſuchen und ſo ihren eigenen, oft beſſeren, Gang zu nehmen.“ Da wir alſo nicht auf der Stufe der Naturbildung ſtehen bleiben können, auch die eigenen Übungen nicht allemal anwendbar ſind, als in Gedichten und größeren proſaiſchen Werken: ſo müſſen die beſten Vorgänger, die Claſſiker geleſen werden. So iſt Cicero zwar auch durch das Studium der Wiſſeenſchaften(der Philoſophie), das, wie geſagt, den Geiſt i m Allgemeinen mehr befähigt, veredelt, bereichert, vorzüglich aber durchübung und durch Leſen und Überſetzen der Griechen ein großer Redner geworden. Er erkennt auch in der angeführten Stelle die Wahrheit,„daß die Regeln eben nicht der Bil⸗ dungsweg des Redners ſein“, und erkennt ſie hier bei weitem klarer, als in vielen an⸗ deren Stellen(Vgl. zu den oben angeführten einzelnen noch vorzüglich De Oratore Buch I. Cap. 23. und 24.) wo er wohl den Einfluß der Regeln faſt bis zur Null herabſetzt, ſich aber doch von der grundloſen Annahme, daß ſie dem Redner nothwendig ſein, nicht ſo los machen kann. Falſch(in der mehr erwähnten Stelle) iſt nur die erſte Behauptung Cicero's, daß die Regeln der Rhetoriker den Redner leiten könnten, wiewohl ſie immer gleichgültig blieben. Das Leſen iſt auch der natürlichſte Weg zur Rhetorik und Poetik; es iſt ja ehen der Weg, der die Menſchen zuerſt zur Redekunſt als Kunſt führte. Wir überlaſſen es hierbei dem geneigten Leſer, das, was von der Dichtkunſt geſagt werden ſoll, auch auf die ganze Redelehre anzuwenden. Wie vorher gezeigt iſt, waren die Reden und Gedichte fruͤher, als die Redekünſte. Damals nun merkte man darauf, warum einige Gedichte gefielen, andere mißfielen, oder vielmehr, was an einem Gedichte gefiel, an einem anderen mißfiel. Das Eine wurde getadelt, das Andere geprieſen. Je ſorg⸗ fältiger und je öſter dieſe Beobachtung angeſtellt wurde, deſto mehr einzelne Bemer⸗ kungen konnten zuſammengebracht, verglichen und geordnet werden. Das Gleichartige wurde zuſammengefaßt, es entſtand ein Ganzes, eine Kunſt, die Poetik heißt. So lange bleibt aber die Kunſt ganz empiriſch, und der Werth der Regel hängt von der Vortrefflichkeit der betrachteten Werke ab. Da der menſchliche Geiſt nun weiter dringt, ſich ſelbſt erforſchen und begreifen will: ſo muß er die tiefere Begründung der Kunſt in ſeiner eigenen Natur aufſuchen, und ſich Rechenſchaft über Hervorbringung und Benrtheilung der Kunſtwerke geben. So entſtehen Verſuche einer Theorie der Kunſt, einer Kunſtlehre. Und das iſt ein recht edeles Studium der Kunſt, das von allem Vortheile, zu welchem es als Mittel diente, abſtrahirt und ſich ſelbſt Zweck wird. Wer nach vollkommener Bildung ſtrebt, der kann nicht mit empiriſcher Kenntniß der Kunſt zufrieden ſein; und darum muß der Gymnaſeaſt(als Schuüler ulenhuener Bil⸗ dung) in den oberen Claſſen die Redelehre ſtudiren. * Wenn F. A. Wolf im Muſeum der Alterthums⸗Wiſſenſchaft Thl. I. S. 44. ſagt, die Alten hätten durch ihre rexras und artes nur wirkliche Redner und Dichter gebildet: ſo ſteht das, glaube ich, der gegebenen Interpretation nicht entgegen. Frei⸗ lich haben die Alten keine ſolche ganze Theorien gehabt, aber ſie haben dieſelben, wie Cicero an vielen Stellen, wo er vom Ideale eines Redners und dem Weſen der Kunſt ſpricht, ſehr treffend geahnet. Hieher rechne ich auch die erörterte Stelle, und kann nicht anders, wenn Cicero ſich nicht in dieſer Stelle ſelber widerſprechen ſoll. — 16— F. 4. Da das Verſtaͤndniß der Literatur⸗Geſchichte einen nicht ganz unbedentenden Grad von Ausbildung, in Hinſicht der Lectuͤre beſonders, erfordert(den nöthigen Beweis will ich weiter unten in dieſem§. liefern), und da ſomit der zuſammenhangende Vortrag erſt in den oberſten Gymnaſial⸗Claſſen beginnen kann: ſo dürfen wir vor⸗ ausſetzen, daß nicht eine Sammlung literariſcher, ſprachlicher Notizen in hiſtoriſcher Reihenfolge, ſondern die Erzählung von den Fortſchritten unſeres Volkes in Literatur und Sprache, mit OHervorhebung der inneren und äußeren Rothwendigkeit der Folge, gegeben werde. Und damit iſt nur gefordert, was die Geſchichte überhaupt zu leiſten 4 hat, wenn man ſie, nach Polybius, pragmatiſch d. h. im edleren Sinne auffaßt und behandelt. Regierung, Religion, Betrieb des Volkes, Kriege der Fremden in unſe⸗ rem Lande(welch' Wunder, rufen auch wir aus, daß die deutſche Literatur und Sprache noch als ſo eigenthümlich daſteht!) Sitten und Gebräuche, Blüthen in der Literatur des Auslandes ſollen ſorgfältig in ihrem jedesmaligen Einwirken auf die Literatur und Sprache, betrachtet werden, nicht minder der Charakter der Schriftſteller, die perſönlichen Verhältniſſe und Umgebungen, die Gegend des deutſchen Landes, aus welcher ſie ſtammen, der Gang der Bildung und Erziehung, mit einem Worte, nicht minder das ganze Leben. Uber das Letzte muß ich hier ausführlicher ſprechen, da man, wenigſtens in den Schulbüchern über die Literatur⸗Geſchichte, anfängt, das Leben der Schriftſteller geringer zu achten, als recht und brav iſt. Wenn es ſchon die Dankbarkeit fordert, das Andenken der größten Schriftſteller unſeres deutſchen Volkes, wo ſich im Jugendunterrichte Gelegenheit findet, möglichſt zu erhalten: ſo macht es auch an und für ſich der Zweck der Literatur⸗Geſchichte nothwendig. Es iſt ja, wie geſagt, nicht die Rede von einem gemeinen Auffaſſen der literariſchen Erſcheinungen in unſerer Sprache, unter unſerem Volke; die Möglichkeit und Noth⸗ wendigkeit der Erſcheinungen ſoll vorgezeigt werden, und dazu dient eben ſo ſehr das Leben der Schriftſteller, wenn nicht bei weitem mehr, als dle ſonſtigen, äußeren Um⸗ — 17— ſtände. Zudem foll die Literatur⸗Geſchichte den Schuͤler in die Schriften einleiten, die er leſen muß, aber auf Schulen nicht leſen kann. So ſtellt ſich die fragliche Noth⸗ wendigkeit noch mehr heraus. Man kann nämlich den Schriftſteller in dem Werke, man kaun auch die Schrift als ſolche, ohne Berückſichtigung des Schriftſtellers auffaſſen. Ergiebt ſich nun aus§. 15. daß der Schriftſteller zu berückſichtigen iſt, wenn das Werk ganz und mit Sicherheit verſtanden werden ſoll; ſo wird die Literatur⸗ Geſchiht⸗ das Leben der deutſchen Schriftſteller möglichſt vollſtändig enthalten müſſen. Es iſt ſchon zu Anfange dieſes§. erinnert worden, daß nur der Schuüler in den oberen Claſſen einen zuſammenhangenden Vortrag über Literatur⸗Geſchichte verſtehen könne. Obgleich ich dieſen Satz von mehreren Seiten her betrachten und danach be⸗ weiſen könnte; ſo will ich doch nur, was zu meiner Hauptaufgabe dienen ſoll, an⸗ führen. Um nur ein Urtheil über Einen Schriftſteller, deſſen Productionen und Producte recht auffaſſen zu können, müſſen ſchon ein paar Schriftſteller vorher auf die rechte Weiſe geleſen und geprüft ſein. Weiß der Schüler, wie ſolche Urtheile entſtehen: ſo hat er einen Maßſtab, nach welchem er ſie meſſen oder recht verſtehen kann; er wird es unerläßlich finden, ſelbſt die Schriftſteller ſpäter zu prüfen und nicht, was zu leicht möglich iſt, voll vorgefaßter, feſt ſtehender Meinungen werden; wird zu der Uberzeugung gelangen, daß man nur über einen Schriftſteller urtheilen könne, wenn man möglichſt viel von ihm geleſen hat. Er iſt durch das Leſen ange⸗ leitet worden, die Hauptideen(es giebt bei jedem Original⸗Schriftſteller einige und nur einige) aufzufinden, und zu beobachten, wie dieſe Hauptideen durch den ver⸗ ſchiedenſten Stoff hindurchſcheinen. Vgl.§. 16. Er wird das geiſtige Weſen eines großen Mannes alſo auffaſſen und ſich daran kräftigen. Nicht weniger, hat er die eigenthümliche Darſtellungsweiſe einiger Schriftſteller recht deutlich bemerkt: ſo weiß er, wie viel es bedeuten wolle, in mehreren Formen der Darſtellung ausgezeichnet zu ſein. Unſer Schüler wird es nun faſſen, wie es nicht eben zu viele Original⸗Schrift⸗ ſteller giebt, wie aber dieſe ein Heer von anderen Schriftſtellern durch ihre Ideen 1I 3 und ihre Darſtellung fuͤhren. Endlich kann nur ſo der junge Sprachforſcher gewiß werden, daß durch die Entwickelung fruchtbarer Hauptideen die Sprache bereichert und verändert wird, und daß, wie Garve ſagt(Sammlung einiger Abhandlungen Thl. II. S. 317.), nicht Grammatiker und Lexikographen, ſondern die großen Schrifſteller die Sprache fortbilden, indem die Nation mit den vortrefflichen Ideen den Ausdruck bei⸗ behält und lieb gewinnt. F. 5. Wir fragen hier nicht nach dem Leſen, ſo fern es, wie Niemeyer ſich ausdrückt, ein Verwandeln des Sichtbaren in das Hörbare iſt, alſo ſelbſt nicht nach dem decla⸗ matoriſchen Leſen; die Lectuͤre fordert das Auffaſſen der Schrift, das, was die Griechen leſen nannten, das dνυκσκάυννονεννν„ Wiedererkennen. Dieſes Wiedererkennen wendet ſich vorzugsweiſe an den Inhalt; daneben aber verdient die vollkommene Form eine eigene Betrachtung. Der Inlhalt ſoll in dem Jünglinge hohe Ideen wecken; die Ideen ſoll er in der angemeſſenſten Form auffaſſen, und darſtellen lernen, in der lauterſten Sprache ſeines Volks, in der aeſthetiſch vollkommenſten Compoſition. Durch die Lec⸗ türe ſoll alſo der Gedanken⸗ und Sprachſchatz bereichert, die aeſthetiſch vollkommene Form gefaßt und lieb gewonnen werden. Wenn nun ein Bildungsmittel deſto voll⸗ kommener iſt, je mehr es für die Befriedigung der höheren Bedürfniſſe des Menſchen, der intellectuellen, aeſthetiſchen und moraliſchen, geeignet iſt: ſo wird der Lectüre in dem Sinne, in welchem wir ſie angedeutet haben, ein vorzüglicher Rang unter den Bildungsmitteln einzuräumen ſein. Und die Möglichkeit, durch die Lectüre die ge⸗ nannten Zwecke zu erreichen, muß in dieſer Abhandlung nachgewieſen werden. Ehe wir aber weiter gehn ſollen, fordert man von uns eine gerade Antwort auf eine nicht unwichtige Frage.„Sind überhaupt, heißt es, aeſthetiſche Bildungs⸗ — 19— mittel der Jugend, nothwendig oder auch nur anzurathen? Die Liebe zum Aeſthe⸗ tiſchen führt von dem Ernſt' der Wiſſenſchaft ab, und, was nach ſchlimmer iſt, wie mancher Jüngling hat das Edelſte, was er beſitzt, ſein reines, unſchuldiges Herz dabei verloren!“ Die Behauptung— denn das iſt die Frage— ſtützt ſich alſo auf die wichtigſten Intereſſen der Menſchen, auf Tugend und Viſſeenſchaft; ſie iſt von den trefflichſten Männern geſtellt, hallt mehr oder minder in dem Herzen eines jeden Jugendfreundes wieder, und ruft alſo zur ſtrengen Unterſuchung auf. Die Wiſſenſchaft fordert ernſtes Nachdenken; ſoll aber der Jüngling mit Ordnung, mit richtiger Wahl ſtudiren lernen, und nicht über alles, was und wie es ihm vor⸗ kommt, herfallen, ſoll ſein Wiſſen nicht ein regelloſes Chaos werden: ſo muß er ſeinen Geſchmack bilden; ſoll ſein Wiſſen nicht dürr und unfruchtbar für andere ſein, ſo muß er durch richtigen, gebildeten Geſchmack auch in anderen die Liebe für das Wahre und Rechte erwecken lernen. Der richtige Geſchmack füͤhrt zu ſchnellen und ſicheren Fortſchritten in der Wiſſenſchaft und macht die Wiſſenſchaft erſt recht anwend⸗ bar. Waren nicht die Männer, welche uns mit den unnützen ſcholaſtiſchen Spitzfün⸗ digkeiten verſorgten, die geſchmackloſeſten Denker? Trifft nicht der Zeitpunkt der Wie⸗ derbelebung der Wiſſenſchaften mit der Wiederherſtellung des beſſeren Geſchmackes zu⸗ ſammen? Sind nicht immer die Förderer echter Wiſſenſchaft auch die Förderer des richtigen Geſchmackes geweſen? Der Geſchmack führt alſo zur Wiſſenſchaft hin. Und ferner, wohin ſollte das Wohlgefallen am Großen und Erhabenen führen? am Erhabenen, das wir nicht mehr faſſen koͤnnen, und das uns das Unendliche im Endlichen ahnen läßt? Wozu könnte der Abſcheu vor allem Niedrigen, und die ſtete Richtung auf das Edele dienen? Muß ein Gemüth, das ſeine Luſt am Erhabenen findet, nicht von der vollſten Liebe zu Gott und zur Tugend entzuͤndet werden? Nichhs iſt erhabener, als der lebendige Gott und die vollkommene Tugend. Dazu, wohin könnte das Wohlgefallen an Ordnung und Uebereinſtimmung, das Streben nach reiner, ungetrübter Freude führen? wohin der Abſchen gegen das Eckige, Wilde, — 20— Planloſe, Widrige und Häßliche? Wer in ſeinem Inneren keine Ordnung hat, den erfreut ſie auch nicht, wo er ſie außer ſich findet; wer die innere Heiterkeit und Ruhe zerſtört hat, der wird von außen keine Freude und keinen Frieden holen. Die Frage können wir jedem zur Prüfung an ſich ſelber vorlegen, ob er nicht das Schöͤne in eben dem Maße empfand, in welchem er das Gute liebte. Wie fern bleibt alſo jene Behauptung beſtehen? Sofern es Werke der ſchönen Kunſt giebt, die der Jüngling nicht als ſolche faßt, und ſofern es Werke der Kunſt giebt, die nicht das Schöne darſtellen, ſondern das bloß ſinnlich Angenehme. Man wird meine Antwort ohne Zweifel rechtſchaffen nennen, wenn ich den Zuſatz mache, vor den Werken der genannten Art ſein die jungen Leute auf das ſorgfältigſte zu be⸗ hüten. Soll man aber des Mißbrauches wegen ein ſo vortreffliches Bildungsmittel ſchlechthin verdammen? Soltte ſich nicht die Nothwendigkeit einer weiſen Anleitung zur Lectüre einzig, hiedurch herausſtellen? Ich habe das geſthetiſch Wohlgefällige bis hieher nur als Mittel betrachtet, nun muß ich es noch als Zwecke anerkennen. Fähigkeit für Wohlgefallen am Schönen und Erhabenen iſt eben ſo gut nothwendiges Vorrecht des Menſchen, als Intelligenz und ſittliche Freiheit. Denn jene Fähigkeit iſt nicht eins und dasſelbe mit der ſinnlichen Natur allein, oder der vernünftigen allein, ſo ge⸗ wiß ſie durch jede von beiden bedingt iſt; aber auch das Gute oder anders gefaßt die Freiheit iſt ohne die vernunftige Natur nicht möglich und doch von ihr verſchieden.— Schon das Kind wird gerührt, wenn es in dem ſinnlichen Mannigfaltigen die Einheit, Ordnung, oder Harmonie auffaßt; ſollen wir dieſe Anlage nun nicht ausbilden? Duͤrfen wir eine unſerer edleren Kräfte(die uns über das Thier erheben) unausgebildet laſſen? Das hieße auf einen Theil unſerer Menſchenwuͤrde verzichten und würde uns vor uns ſelber verwerflich machen. Alſo, nur um wahrhaft menſchliche(humane) Ausbildung, — 1— um richtige Anleitung zur Entwickelung dieſer Anlage handelt es ſich, und eben dazu ſoll dieſe Abhandlung etwas beitragen.(Vergl. K. W. Krebs, Über geſthetiſche Bildung der Jugend; Schiller, Über den moraliſchen Nutzen aeſthetiſcher Sitten.) S. 7. Wir können alſo den§. 5. mit Beruckſichtigung der vorhergehenden§.§. angege⸗ benen Zweck der Lectüre ruhig beſtehen laſſen.„Durch die Lectüre deutſcher Claſſiker ſoll der Gedanken⸗ und Sprachſchatz bereichert und die vollkommene Form gefaßt und liebgewonnen werden.“ Nach dieſem Zwecke wird die Methode der Lectüre, im All⸗ gemeinen zu beſtimmen ſein; das Beduͤrfniß der Gymnaſial⸗Jugend muß aber als Mitbeſtimmungsgrund überall im Auge gehalten werden. Auch iſt zu bemerken, daß wir nicht, alle mögliche Regeln der Lectuͤre hier zu-⸗ ſammen zu ſtellen, im Falle ſind. Die Regeln können entweder bloß nützlich oder durchaus nothwendig ſein. Die nothwendigen ſind allemal nützlich, aber nicht umge⸗ kehrt. Und da die nützlichen nach den zufälligen Umſtänden zu geben und darum un⸗ zählig ſind: ſo ſchränken wir uns mit Recht auf die nothwendigen Regeln ein. F. 8. Was ſind neuhochdeutſche Claſſiker? Solche Werke haben wir zur Bildung der Jugend zu wählen, die dem Stoffe, dem Style und der Sprache nach zu den vortrefflichſten unſerer Literatur gehören. Die Verfaſſer der aeſthetiſch vollkommenſten Werke werden, wie die vornehmſten Bürger in einer altrömiſchen Volkseintheilung, Claſſiker eines Volkes genannt. Gewöhnlich braucht man den Ausdruck Claſſiker auch metonymiſch für die elaſſiſchen Schrif⸗ ten. Unter den Claſſikern ſind alſo diejenigen zu wählen, welche allen vorgenannten Forderungen am meiſten genügen. — 22— Offenbar müſſen nur die edelſten Werke in Proſa und Poeſie, dem Schuͤler in die Hand gegeben werden, und nicht Werke voll Fehler, die er eta ſoll meiden lernen; denn die Wahrheit behütet am ſicherſten vor Lüge, der Einklang vor Mißton, der erhabene Geiſt vor niedrigem Sinne.(Vgl. Verſuch einer Theorie des deutſchen Styles von Pölitz. Abtb. I. S. 185.) Das Neuhochdeutſche iſt die herrſchende Mundart unſeres Volkes, ſeit drei hundert Jahren die Sprache der Gebildeten in unſerem Vaterlande. In allen Gattungen der Poeſie und Proſa hat unſere Sprache herrliche Muſter, Claſſiker, aufzuweiſen. F. 9. Die Aufmerkſamkeit des Schulers muß vom Anfange der Lectüre an, auf die Haupttheile des Schriftwerkes gerichtet werden. Es kommt hier auf eine genaue Unterſcheidung der Haupt⸗ und Nebentheile an, eine Unterſcheidung, die bei Kunſt⸗Producten, weil die Theile in einander fließen und alles zum ſchönen Ganzen verſchmolzen iſt, wenigſtens für den Anfänger Schwierigkeiten unterliegt; es kommt hier auf eine vollſtändige Aufzählung der Haupttheile an; es kommt hier darauf an, daß der Schuler in ſeinen eigenen Worten die klare Überſicht des Inhaltes geben könne. Die Theile muſſen wieder durch das Thema in Eins zuſammengezogen werden. Bei weitem nicht immer, in Gedichten, aus leicht begreiflichen Gruͤnden, nur ſelten, iſt das Thema vom Schriftſteller zur Überſchrift gewahlt. Da muß es der Schüler nach Zuſammenſtellung der Haupttheile auffinden. Darauf wird der Zuſammenhang der Haupttheile untereinander und mit den Re⸗ bentheilen betrachtet, d. h. wie der Schriftſteller alles Einzelne zum beabſichtigten Ganzen verbunden habe. — 23— Mit dieſer Anforderung kündigen wir nichts neues an, aber etwas ſehr wichti⸗ ges, für unſeren Zweck unerläßliches. Denn ſo wird der Schuler dem Schriftſteller in der Hauptſache nachdenken, nachempfinden und den Plan eines Stuͤckes auffaſſen lernen; ſo kann er(wie ich es nennen möchte) dem Productions⸗Proceſſe des Schrift⸗ ſtellers nachkommen, den großen Mann beobachten und gleichſam gegenwärtig ſein bei der Anlage und Ausführung des Werkes; ſo läßt er noch einmal das Werk vor ſeinen Augen entſtehn. Iſt man nur überzeugt, auf dem angegebenen Wege das zu erreichen, nimmt man ſomit die Sache ſtreng: ſo wird man ſehn, wie thätig der Schüler dabei wird, wie viele Gelegenheit zum Sprechen, zum Aliwehren und Berichtigen und zum Entwickeln ſich darbietet. F. 10. Hat nun der Schuͤler das Werk in der Anlage, den Haupt⸗ und Nebentheilen, den Ubergängen, und wieder als ein Ganzes aufgefaßt: ſo kommt die weitere Reflexion auf Stoff und Form an die Reihe. Auf die unterſten Claſſen kann aber dieſer§. keine Anwendung finden, weil er ſchon bedeutende Ubung im Denken und Leſen vor⸗ ausſetzt; in den folgenden Claſſen wird darauf näher vorbereitet; in den oberen dürfte der Gang ſo zu nehmen ſein, wie ich ihn hier angeben will. Ich ſtelle an den Schuüler folgende Fragen: Wie fern iſt das Thema ausgeführt? iſt es erſchöpft?— Iſt jeder Haupttheil hinreichend ausgefuhrt?— Sei es, daß das Gefühl und die Phan⸗ taſie an der Anordnung Theil hatte, oder daß der berechnende Verſtand allein den Plan machte; folgen die Theile gehörig auf einander?— Sind die Übergange untadelig, d. h. ergeben ſie ſich durch die Sache ſelber, durch das Vorhergehende, durch den auszu⸗ führenden Haupttheil des Ganzen?— Iſt ein Haupttheil ſehr ausfuͤhrlich dargeſtellt? warum dieſer?— 4. Iſt das Werk proſa oder Poeſie? Warum Poeſie? Iſt das ganze, ſo wie es da iſt, nur erdichtet, oder auch, iſt das Ganze mehr mit — 24— der Phantaſie, als mit dem Verſtande dargeſtellt? Iſt das Allgemeine durch das Be⸗ ſondere, die eigentliche Sache durch anſchauliche Bilder erſetzt worden? Iſt ſtatt der Belehrung, ſtatt der Lehre, ſtatt der Überzeugung nur die durch die Lehre und Ueber⸗ zeugung erregte Rührung des Gemüthes dargeſtellt? Iſt alles Vpealiirr rt worden? Iſt die Rede an ein Versmaß gebunden und an welches? Iſt das Werk im mittleren oder niederen Style gehalten? Wenn im mittleren, hat ſich der Verfaſſer irgendwo zum höhern erhoben? Warum gerade da? Etwan weil der Verfaſſer hier ein vorzügliches Intereſſe an ſeinem Gegenſtande hatte und wieder bei uns erregen wollte? weil dieſer Theil beſonders wichtig oder groß oder wohl gar erhabener Art iſt? Sind Wörter und Redensarten zu bemerken, die nur zur höheren Schreibart, in welcher dieſe Stelle gehalten iſt, gehoren? Wenn das Stück Proſa iſt, zu welcher Gattung gehört es? zu welcher Art? Wenn es eine Beſchreibung ſinnlicher Gegenſtände iſt, paſſet das fruͤher entwickelte Beiſpiel auch hier? Was bemerkt der, welcher in einen Garten gefuͤhrt wird, zuerſt?— Was beſieht er nach dieſen zuerſt auffallenden Haupttheilen? Was thut er, wenn er nun auch die Haupttheile alle einzeln, oder wenn er die Nebentheile geſehen hat, aus welchen die Haupttheile beſtehen? Richtig! Er überſi eht noch wieder den ganzen Garten auf einmal und giebt in der Regel ein Urtheil üͤber denſelben. Iſt das nun auch hier geſchehen? und wie?— Sind die Worte recht deutlich und beſtimmt? Welche vorzüglich? Sind etwa negative Aus⸗ drücke zu bemerken? Warum ſind ſie zu verwerfen? Hat der Verfaſſer paſſende Ver⸗ gleiche beigebracht, um die Sache mehr herauszuſtellen? Wenn das Stück Poeſie iſt, zu welcher Gattung gehört esk zu welcher Art? Wenn es zu den lyriſchen Dichtungen gehört und eine Hymne iſt, welche iſt die Hauptempfindung? wird ſie durch alles Übrige nur ver⸗ ſtärkt und angehalten? Wodurch zeigt ſich, daß der Verfaſſer ein religiöſes, heiliges, tiefes Gemüth habe? Läßt er uns wirklich das Unendliche ahnen? Sage noch ein⸗ mal mit eigenen Worten, wie die Vorſtellungen in dem fromm gerührten Gemüthe des Dichters auf einander folgten. Sind die Übergänge ausgeführt? warum nicht? Wenn das den Hymnen und den Oden überhaupt, zu welchen ja auch die Hymnen gehören, eigen iſt, ſind denn wirklich nur die Höhenpunkte der Empfindung gezeichnet, oder hat der Dichter doch irgendwo auch das Entſtehn, das Wachſen, das Abnehmen der Empfindung beſchrieben? Iſt ein ſ. g. lyriſcher Abſprung zu bemerken? Wie iſt derſelbe hier zu erklären? iſt er wirklich durch die Hauptempfindung veranlaßt? thut er dem Eindruck, den die Hauptempfindung hervorbringen ſoll Abbruch, oder macht er nur, daß die Hauptempfindung von neuem in aller Stärke das ganze Gemüth des Dichters in Bewegung ſetzt?— Gieb jetzt noch mahl an, wie alles Einzelne zu Einem Ganzen verbunden iſt. Durch welche Eigenſchaft zeichnet ſich der Ausdruck aus? In welchen Stellen iſt dieſe prägnante Kürze beſonders zu bemerken? Wie kann man dieſe Stellen umſchreiben? Hat der Verfaſſer neue, treffende, kühne Bilder, ſeltene Wörter und Redensarten gewählt? Warum ſetzte der Verfaſſer gerade hier das kühne Bild ſtatt der Sache, die ſeltenen Wörter und Redensarten ſtatt der gewöhnlichen?— Wo iſt der Rhythmus dem Inhalte vorzüglich angemeſſen? Hat der Dichter durch den Klang der Wörter vernehmbar etwas vom Inhalte angedeutet?(S. Poetiſche Chreſto⸗ mathie für die vierte und fünfte Schule der Gymnaſien im Hochſtifte Münſter; Ein⸗ leitung.) An dieſen Proben werde ich wohl deutlich gezeigt haben, was ich unter Reflexion auf Stoff und Form verſtehe. Dieſe Forderung verhält ſich nun zu der erſten, wie das„Warum?“ zum„Was?« und die Begründung iſt leicht. Denn wenn das Leſen ein dναωνυνννυᷣοσνέκν, ein Wiedererkennen iſt; ſo iſt es mit dem Verſtandes⸗Erkennen, nach der erſten Forderung, nicht vollendet; es muß, wenn es vollkommen werden ſoll, das höhere, das Vernunft⸗Erkennen hinzukommen. Die Jugend muß alſo nicht bloß müſſig beſchauen, ſondern mit dem Geiſte verarbeiten, und dadurch das Wahre und Vortreffliche für immer in der Seele bewahren. I 4 1 — 26— F. 11. Die Reflexion auf Stoff und Form erhebt uns zum Bewußtſein, daß wir das Ganze verſtanden, oder vielmehr, begriffen haben, und kann alſo erſt dann eintreten, wenn das ganze Stuͤck oder ein bedeutender Abſchnitt geleſen iſt. Das Verſtändniß des Ganzen iſt aber bedingt durch das vorhergehende Verſtändniß des Einzelnen, der einzelnen Sätze und ihrer Verbindungen. Doch kann bei deutſchen Schriften, eben weil ſie das ſind, nicht von einer Interpretation, von einem ſolchen hermeneutiſchen Apparate die Rede ſein, wie bei den alten griechiſchen und lateiniſchen Werken. Oder brauchen wir eine ſolche bei jedem Worte verweilende, ſtatariſche Interpretation (Weiße's Schriften zu übergehn) bei Gellerts Fabeln, bei Schillers Balladen, bei Klopſtock's Meſſias, bei Engel's und ſelbſt bei Schiller's Dramen, wie bei den in⸗ haltlich entſprechenden alten Werken? eine ſolche ſtatariſche Interpretation(Campe's und Schmid's Erzählungen zu übergehen) bei Engel's Lorenz Stark und Philoſophen für die Welt, bei Gellert's Briefen, bei Johannes Müller's Schweizer⸗Geſchichte, bei Zollikofer's, Engel's und Schneider's Reden, wie bei den alten hiſtoriſchen und oratoriſchen Werken, die auf Schulen geleſen werden? Ich habe einige unſerer claſ⸗ ſiſchen Werke, die der Gymnaſial⸗Schüler von Sexta bis Prima leſen könnte, nennen wollen, um nicht auszuführen, wie fern uns die Alten ſtehn in Anſichten des Lebens und der Wiſſenſchaft, in Gedankengang und Sprache, und wie die neueren Schriftſteller darum durchaus nicht einer ſo weitläufigen Interpretation bedürfen. Göthe's Schriften habe ich nicht erwähnt; in ihnen iſt aber auch nicht das Verſtändniß des Einzelnen, ſondern die Idee des Ganzen ſchwer, ſo ſehr ſchwer zu finden. Deß ungeachtet giebt es ſchwere Stuͤcke, die das ſtatariſche Leſen nöthig machen. So ſind z. B. Klopſtock's Oden, Stücke in Schiller's Dramen, vieles in der Schweizer⸗Geſchichte von Hauptſatze zu Hauptſatze nach Sinn und Zuſammenhang durchzugehen. Dieſe Stuͤcke, oder Abſchnitte müſſen dann mit Achtung auf§. 9. noch einmal, um ſie als Ganze aufzufaſſen, geleſen und dann nach§. 10. betrachtet werden Wollte jemand ſagen, — 2,— man habe genug gethan, wenn das Stück einmal geleſen und dabei alles erläutert, erwogen und angemerkt ſei: ſo könnte ich zuerſt antworten, daß dieſer Einwurf ſchon im Vorherge⸗ henden ſeine Widerlegung finde, und dann, daß eigenes Begebniß jeden lehre, wie das immer⸗ währende Unterbrechen mehr oder minder ein immerwährendes Stoͤren ſei, worüber der vom Schriftſteller durch die Fülle des Ganzen beabſi chtigte Eindruck ſehr geſchwächt werde. Wie viel mehr dieſes alles vom Schuler wahr ſei, brauche ich nicht zu eroͤrtern. Alſo, was ſtatariſch zu leſen iſt, wird zweimal geleſen. Man kann aber an⸗ nehmen, daß der Schüler, wie andere Stücke der Regel nach das erſte Mal, ſo auch dieſe das zweite Mal fuͤr ſich zu Hauſe leſe, und daß er in der Schule nur Rechenſchaft darüber ablege. Es verſteht ſich übrigens von ſelbſt, daß auch die rurſoriſche Lectüre es nicht ausſchließt, daß hier und da eine erläuternde Anmerkung zugeſetzt werde. Wenngleich ich nun die zweite und dritte Forderung genng eröͤrtert und begrün⸗ det zu haben glaube; ſo drängen ſich doch ſo viele Bemerkungen dabei auf, daß ich den§. noch nicht ſchließen will, um anmerkungsweiſe wenigſtens noch Einen wichtigen Punkt zuzuſetzen. Wenn ich die Forderung ſtellte, daß das Geleſene nach Stoff und Form geprüft würde: ſo iſt dadurch auch der leidigen Nachbeterei das größte Hin⸗ derniß gelegt, und es ergiebt ſich beſonders für didaktiſche Werke aller Art die wich⸗ tigſte methologiſche Folgerung. Die Gedanken anderer ſind als die Reſultate ihrer Kenntniſſe anzuſehen, und nun ſollen ſie die Reſultate der Kenntniſſe werden, die der Schüler beſitzt! Das Erſte iſt da freilich, daß der Schüler das Geleſene mit eigenen Worten zu ſagen verſucht; aber dabei bleibt es noch immer ein fremdes Reis, das nicht den Urſprung und das Wachsthum durch die Säfte dieſes Stammes gewonnen hat, und es beſteht noch die Ungewißheit, ob es fortleben oder verwelken wird. Will man möglichſt gewiß ſein, daß der Gedanke Reſultat der Kenntniſſe, die der Schuͤler beſitzt, geworden ſei: ſo hat man gar oft weit auszuholen und vorerſt den Schrift⸗ ſteller ganz bei Seite zu legen. Der Schuler muß veranlaßt werden, von ſeinem Standpunkte aus, nach ſ einer Fähigkeit zu prüfen d. h. in ſeiner eigenen Weiſe das Geſagte zu entwickeln, oder auf Sätze zurück zu kommen, die ihm ſelber gelaͤufig — 28— ſind. Dann laͤßt man ihn wieder den Schriftſteller vornehmen und in deſſen Weiſe nachentwickeln. F. 12. Wir haben zu Anfange dieſer Abhandlung nachgewieſen, daß der eigentliche Sprachunterricht nicht allein nicht die grammatiſche Betrachtung zur Grundlage haben, ſon⸗ dern daß derſelbe von dieſer ganz geſondert bleiben müſſe. Daraus entnehmen wir denn, daß die eigentlichen grammatiſchen Bemerkungen der Lecture eines Stückes nur nach⸗ folgen können, und bleiben dieſer Behauptung ſo treu, daß wir ſelbſt grammatiſche Schwierigkeiten nicht vor Beendigung eines Stückes, oder doch nicht eher, als ſich dem Sinne nach ein bedeutender Ruhepunkt oder Abſchnitt findet, gelöſet haben wollen. Die Behauptung muß allen, die nicht nach unſeren Grundſätzen die Lectüre leiten, auffallend erſcheinen. Wir erſuchen aber nur um ſcharfe Prüfung, indem wir der Wahrheit unſerer Sache vertrauen. Die obige Behauptung recht deutlich zu machen, ſtehe hier ein Beiſpiel. Wir leſen in der Unter⸗Secunda die Schiller'ſche Ballade „der Gang nach dem Eiſenhammer““; da heißt die vierte Strophe: Darob entbrennt in Roberts Bruſt., Des Jägers giftger Groll, Dem längſt von böſer Schadenluſt Die ſchwarze Seele ſchwoll,“ Und trat zum Grafen, raſch zur That, Und offen des Verführers Rath, Als einſt vom Jagen heim ſie kamen, Streut ihm ins Herz des Argwohns Samen: Hier iſt in V. 5. und 6. eine grammatiſche Schwierigkeit. Nach der gewöͤhn⸗ lichen Weiſe zu interpretiren, tritt eine längere Unterbrechung ein, und der Schuͤler muß etwa folgende Fragen beantworten: Was für einen Satz bilden die Worte „raſch zur That, Und offen des Verführers Rath“? Worauf müſſen ſich dieſe Worte grammatiſch beziehn? Warum? Wann können Adjectiv⸗Sätze nur verkürzt werden?— Beiſpiel!— Alſo iſt hier gegen die grammatiſche Satzfügung gefehlt. Kann das etwa dem Dichter erlaubt ſein? Wir würden nur fragen: Worauf beziehen ſich die Worte„raſch zur That Und offen des Verführers Rath“*? Auf den Grafen; denn er iſt ja offen des Verführers Rath, läßt den Verführer leicht zu.— Nachdem das Stück geleſen und wohl aufge⸗ faßt iſt, kommen wir dann tnoch zur rechten Zeit auf die Worte zurück und laſſen die grammatiſche Ausnahme, die der Dichter macht, auffinden und rechtfertigen. Wir haben ein Beiſpiel gegeben, an dem unſere Meinung deutlich ſein muß und erlauben uns nun auch unſere Bemerkungen über die beiden Methoden. Bei der erſten verliert der Schuͤler durchaus den Sinn und Zuſammenhang aus den Augen. Und wenn man das etwa läugnen will: ſo ſetze ich zu, daß es nach jener grammatiſchen Interpretations⸗Methode nicht bei Einer ſolchen Anmerkung bleibt, ſondern daß wenigſtens jede Strophe Gelegenheit zu einer neuen Anmerkung geben muß; ſelbſt die Worte„offen des Verführers Rath“ werden wohl noch erſt grammatiſch betrachtet. Das ſetzt aber außer Zweifel, daß der Schüler ſich in der grammatiſchen Betrachtung verliert und den Sinn und Zuſammenhang darüber vergeſſen muß. Eine ſolche Methode kann den Schüler nicht anleiten, wie er ein claſſiſches Stück auf die rechte Weiſe zu leſen habe.— Nach der anderen Methode folgen, wenn das Stück geleſen iſt, die grammatiſchen Bemerkungen. Die Fragen lauten ſo: Müſſen die Worte„raſch zur That Und offen des Verfü hrers Rath“ durchaus auf den Grafen gehn? Jal das fordert der Zuſam⸗ menhang. Aber, wenn man von dem Zuſammenhange der Worte abſieht: iſt dann auch keine andere Beziehung möglich? Es könnte auch auf„Robert“ gehn: Darob entbrennt in Roberts Bruſt, Des Jägers giftger Groll, Und trat zum Grafen,(„Robert trat zum Gegfenn raſch zur That, Und offen des Verführers Rath,— — 30— Wie könnte die Zweideutigkeit gehoben werden? Wenn geſetzt würde: Und trat zum Grafen, dem raſchen und offenen. Gut! Was hat dich darauf gebracht? Wir haben dieſe Conſtruction beim Überſetzen aus dem Griechiſchen kennen lernen und noch neulich haben wir ſie in einer anderen Ballade„die Bürgſchaft“ bemerkt. Schiller läßt den Möros beten: O haſt du mich gnädig aus Räubers Hand, Aus dem Strom' mich gerettet ans heilige Land, Und ſoll hier verſchmachtend verderben, Und der Freund mir, der liebende ſterben.— Ja! aber dieſe Conſtruction des Adjectives, dieſe Appoſition, iſt erſt von neueren Ueberſetzern, beſonders von Voß in den Ueberſetzungen aus dem Griechiſchen, viel an⸗ gewendet; und hat man gleich nachher gefunden, daß ſie auch ſchon in ältern und neueren deutſchen Werken vorkommt, ſo iſt ſie doch noch ſelten und kann darum nur mit Einſchränkung gebraucht werden.„Zum Grafen, dem raſchen zur That und offe⸗ nen des Verführers Rath“ iſt für den leichten erzählenden Ausdruck und Balladenton nicht fließend genug; bleibt ſehr hart. Können wir nicht aber einen vollſtändigen Satz daraus machen? Und trat zum Grafen, der raſch und offen war; dann ſind die Ad⸗ jective in Adjectiv⸗Sätze verwandelt: der raſch war, und der offen war. Warum kann man dieſe Sätze nicht wieder in Adjective verwandeln, oder beſſer, warum kann man ſie nicht verkürzen?— Weil man an dem Adiective nicht erkennen kann, ob es im Nominative oder im Dative ſteht; darum heißt auch die Regel Adjectiv⸗Sätze können nur verkürzt werden, wenn ſie auf das Subject zuruͤckgehn. Im Lateiniſchen und Griechiſchen kann man aber den Caſus an der Endung immer erkennen. Warum iſt denn der Dichter von der Regel abgewichen? Hat er dadurch für den Ausdruck etwas gewonnen? Er hat dadurch abſichtlich die Umſchreibung durch„welchen“ ver⸗ mieden, wodurch der Ausdruck weitſchweiſig wird. Richtig! Und wir haben ſchon geſagt, daß der Dichter hier den kurzen Zuſatz über den Grafen nöthig hatte. — 31— Iſt er aber dadurch ſchon gerechtfertigt?— Der Sinn giebt ſich ganz leicht; denn wenn das Wort„raſch“ auch auf das Subject gehn könnte, ſo ſteht doch gleich dabei „und offen des Verführers Rath“, was nur vom Grafen geſagt werden kann. Auch geht zunächſt vorher„zum Grafen“. Gut! und ſelbſt in Proſa kann man die Aus⸗ nahme beſtehen laſſen, daß Adjectiv⸗Sätze, die ſich auch nicht auf das Subject be⸗ ziehen ſollen, doch verkürzt werden können, wenn eben keine Zweideutigkeit möglich iſt. Dadurch vermeiden wir, was ihr gut gemerkt habt, die vielen läſtigen Umſchrei⸗ bungen durch die Relative. Ihr ſollt mir Beiſpiele aus der Umgangs⸗ Sprache auf⸗ finden, die dieſe Ausnahme bewähren.— Dieſe Fragen können zuſammengezogen werden, wenn dem Schuler die betrach⸗ tete Satzform noch ganz geläufig iſt. Wir wuürden den Unter⸗Secundaner, der in Tertia die Periodologie kennen gelernt hat, auf die gegebene Weiſe fragen, um ihn mit der Lehre von der Verkürzung der Adjectiv⸗Sätze vertrauter zu machen.— Soll denn die Grammatik gar nicht bei der Lectüre geübt werden? Die Antwort iſt nach §. 2. zuerſt dahin zu geben, daß bei der Lectüre die grammatiſchen Betrachtungen wegfallen, daß ſie aber nachfolgen müſſen. Dieſe Betrachtungen, die ſich an die§. 10. geforderte Reflexion anſchließen, haben dann zu Gegenſtänden: grammatiſche Vollkom⸗ menheiten, Fehler oder Schwierigkeiten. Es ergiebt ſich aus§. 2. aber auch eine zweite Antwort, daß Stuͤcke, die der Schüler ſchon geleſen hat, und die er alſo verſteht, noch beſonders und zwar in den grammatiſchen Schulſtunden, allein zur Auffaſſung und Einubung der grammatiſchen Form, ſelbſt ſchon in den mittleren Claſſen, durch⸗ zugehen ſein. Durch die Lectüre hat der Schüler nicht allein ſeinen Gedankenvorrath vermehrt; ſondern auch und ganz vorzüglich damit an Sprachſtoff und an Gewalt über die Sprache gewonnen, und es wird ihm jetzt nicht ſchwer werden, unter An⸗. leitung des Lehrers die Formen zu Bewußtſein zu bringen, welche er riihtig und ſicher anzuwenden verſteht. — 32— F. 13. Bei der Reflexion auf Stoff und Form, wie wir ſie nothwendig fanden, kann es nicht ſehlen, daß einzelne Schuler bald ein eigenes, gegründetes Urtheil abgeben, bald nicht ganz unwichtige Folgerungen und Zuſätze zu machen wiſſen. Das müſſen dieſe Schüler zu Hauſe aufſchreiben, um es nochmals überdenken zu koönnen, um es ganz beſtimmt abzufaſſen und um ſich das Andenken eigener löblicher Kraftäußerung, die der Lehrer anfangs immer als ſolche bezeichnet hat, aufzubewahren. Auch wenn, wie§. 11. am Ende geſagt iſt, die Entwickelung eines Gedankens in des Schülers Weiſe vom Lehrer veranlaßt, wenn ein Gedanke modificirt oder gar verworfen und das Gegentheil behauptet worden iſt; kurz, wenn der Lehrer eine für den Schüler ſchwere, aber ſehr wichtige Bemerkung oder Erlaͤuterung gegeben hat: ſo muß der Schuͤler gleich die Entwickelung, das Amendement, die Widerlegung des falſchen und Begruͤndung des wahren Satzes klar und beſtimmte zu Hauſe aufſchreiben. Denn dieſes alles muß der Schüler mehrmals überdenken und alſo auch zu Hauſe immer von neuem vornehmen können. Kein Jugendlehrer wird die Ausführbarkeit beſtreiten. Nur wenige Bogen reichen für jedes Jahr hin und geben eine Collectaneen⸗Sammlung, zum leichteren Auffinden nach dem Alphabethe geordner, die auch noch in ſpäteren Jahren nützlich und intereſſant bleibt. Solche Collectaneen können auch allein in Ehren bleiben; alles, was man ſonſt darunter verſteht, iſt ſchon lange mit Recht verworfen. Übrigens wird der Lehrer von Anfange durchaus beſtimmen müſſen, was aufzuſchreiben iſt, und ſich auch nicht die Mühe verdrießen laſſen, bald dieſes, bald jenes Schülers Heft anzuſehen. Später mag der Schuͤler ſeinen eigenen Willen hierin haben, da er auch zu Hauſe für ſich leſen und nach der fruheren Anleitung etwas eintragen darf. Roch ein Anderes darf ich nicht übergehen. Ausgezeichnete Stellen in den gele⸗ ſenen Werken muß der Schuͤler leicht wieder finden können; darum ſoll er dieſe mit einem Sternchen im Buche ſelber bezeichnen. Man kann das keinesweges als eine Unart anſehen, wenn es nur recht ſauber gemacht wird; oder thun und haben es nicht die Gelehrten in den alten claſſiſchen Schriften ebenfalls gethan? — 33.— F. 14. Mit dem Leſen iſt das Declamiren in der Regel zu verbinden. Die richtige De⸗ clamation erfordert ſchärfere Aufmeckſamkeit auf den Sinn der Worte und befördert durch den nachdrucksvolleren Ton die innigere Auffaſſung. Iſt das Stück dem Inhalte nach für die Jugend ſehr beherzigungswerth; enthält es eine ausgezeichnete Darſtellung von Gedanken, die fürs ganze Leben wichtig ſind: ſo kann man mit dem declamatoriſchen Leſen nicht zufrieden ſein; das Stück, der Abſchnitt, die Stelle muß auswendig ge⸗ lernt und mehrmals aus dem Gedächtniſſe frei declamirt werden. So wird ein Fonds werthvoller Gedanken und Empfindungen entſtehn, aus welchem der Jüngling und ſpäter der Mann bei den mannigfaltigen Vorfällen des Lebens Geiſt und Herz ſtärken und laben mag.— F. 15. Man kann den Schriftſteller in dem Werke, man kann auch die Schrift als ſolche, ohne Berückſichtigung des Schriftſtellers auffaſſen. So ſagten wir zu Ende des àA.§.— Wir verſtehen es nämlich leichter, ſicherer, vollkommener, wenn ein Bekannter, als wenn ein Fremder etwas geſagt hat. Zeitalter, Begebniſſe im Leben, Stand oder Amt, Religion und Sitten wirken auf Kraft und Bedeutung der Worte eines Schrift⸗ ſtellers, geben Aufſchluß über die Entſtehung des Schriftwerkes. Um die Schrift voll⸗ kommen zu faſſen, muß man den Schriftſteller vorher kennen und dieſe Kenntniß bei der Lectüre benutzen. Wie außerordentlich viel hat Göthe durch die Bekenntniſſe„aus ſeinem Leben“ dazu beigetragen, daß ſeine Werke vollkommener verſtanden und be⸗ griffen werden! Und ſomit iſt außer der jedesmaligen Veranlaſſung und dem beſon⸗ deren Zwecke eines Werkes auch noch die Lebensbeſchreibung des Schriftſtellers der Lectüre vorauszuſchicken. Wenn wir in dieſem§. fordern, daß man den Schriftſteller in dem Werke, nicht die Schrift als ſolche, ohne Berückſichtigung des Schriftſtellers 5 4 — 34— auffaſſe: ſo ſind wir von der alten Regel, daß man beim Leſen nicht nach dem„Quis 2, ſondern nach dem„QAuid 2« allein zu fragen habe, ſcheinbar abgewichen⸗ Scheinbar; denn auch wir ſind entſchiedene Feinde eines unvernünftigen Autoritäts⸗ Glaubens(dagegen iſt der alte Kernſpruch gerichtet), wiewohl unſer Satz in ſeiner ganzen Ausdehnung überall beſtehen muß. F. 16. Jeder große Schriftſteller hat einige Grundideen, die das Weſen ſeines Geiſtes ausmachen. Dieſe Ideen ſcheinen überall durch ſeine Werke durch; er ſtellt ſie auf die mannigfaltigſte Weiſe dar. Dieſe Grundideen ſind der fruchtbare Boden, auf welchem der große Mann die herrlichen Früchte ziehen konnte, die wir bewundern. Hielten wir uns immer auf dieſem Standpunkte, wenn wir über Schriftſteller zu rich⸗ ten haben: ſo wuͤrde unſer Urtheil, beſonders was die Wahl der Schriftſteller für die Lectuͤre in Schulen betrifft, viel ſich'rer und beſtimmter ſein. Ich will ein paar ſolche Urtheile geben; zuerſt uͤber Gellert. Es iſt das Weſen ſeiner Seele ausgedrückt, wenn wir ſagen, auf der Tafel ſeines reinen Herzens ſtand geſchrieben:„Herr! ich erkenne daß du heilig biſt; ich ſelbſt muß heilig werden. Herr! ich vertraue auf deine Gnade.“ Dieſes Herz ſpiegelt er in ſeinen Fabeln, ſeinen Liedern, in allen ſeinen Ge⸗ dichten ab; dieſe Lehre macht er fruchtbar durch ſeine Vorleſungen und Briefe und alle ſeine proſaiſchen Aufſätze. Nichts kann uns die Überzengung wieder wankend machen, nachdem wir ſie durch alle ſeine Werke gewonnen haben, unter denen ſich keines findet, zu welchem jener Satz nicht den Anlaß gab, deſſen Anfang, Mitte und Ende er nicht ausmacht. An einen ſolchen Mann ſoll ſich die Ingend freundlich an⸗ ſchließen, ſich durch ihn bilden, ihn alſo recht vollſtändig kennen zu lernen ſuchen. In⸗ nig vertraut müſſe ſie werden mit der edelen Einfalt ſeines Herzens und ſeines Aus⸗ druckes, der Harmonie aller ſeiner Beſtrebungen, dem reinen erwärmenden Sinne für das Rechte, Gute und Schöne. Iſt Gellert gleich kein Original⸗Schrifeſteller; ſo hat er ſich doch ſelbſt begriffen, hat gewußt, was er wollte und konnte, hat ſeinen Geiſt durch die chriſtlichen Offenbarungen, durch Gelehrſamkeit, freilich großentheils fran⸗ — 35— zöſiſche, und durch Kunſtuͤbung veredelt und bereichert, hat alles in reiner deutſchen Sprache dargeſtellt. Wir finden, daß Klopſtock unſeren Geleert ganz ſo faßte, wenn er im Wingolf, im dritten Liede ſingt: Lied werde ſanfter, fließe gelinder fort, Wie auf die Roſen hell aus des Morgens Hand Der Thau herabträuft, denn dort kommt er Fröhlicher heut' und entwölkt mein Gellert. Auf meinem Schooß, in meinen Umarmungen Soll einſt die Freundin, welche mich lieben wird, Dein ſüß Geſchwätz mir ſanft erzählen, Und es zugleich an der Hand als Mutter Die kleine Zilie lehren. Des Herzens Werth Zeigt auf dem Schauplatz keiner mit jenem Reiz, Den du ihm gabſt.(Anſpielung auf das nun vergeſſene Drama 4 di zärtlichen Schweſtern“. Beim Leſen dieſes Stückes:) .. ſchwebte lange freudiger Ernſt um mich. O Tugend! rief ich, Tugend, wie ſchön biſt du! Welch göttlich Meiſterſtück ſind Seelen, 1 Ddie ſich hinauf bis zu dir erheben! Behielten wir jenen Standpunkt immer, ſo wurden nicht Lieder von Voß und Stolberg in unſeren Chreſtomathien für Schulen, neben einander ſtehn. Dieſe Männer ſind durchaus zu trennen; denn was der Eine ſetzt, hebt der Andere wieder auf, oder verrückt es doch, daß der Schuͤler ſich verwirrt, ohne etwas für die Bildung zu ge⸗ winnen. Hielten wir uns immer auf jenem Standpunkte, ſo würden wir auch nichts der Jugend anempfehlen, was ſie verderben muß. Mit ſolcher Entſchiedenheit muſſen Wielands Werke verworfen werden. Wir würden es verzeihen, wenn der Künſtler ſich einmal verſähe und das bare ſi unnliche Wohlgefallen für das gaeſthetiſche nähme. Viel — 36— eher und lieber würden wir aber dem großen Geiſte vergeben, daß er ſich in intellec⸗ tueller Hinſicht verirrt hätte. In beiden Fällen brauchten die ganzen Werke nicht für die Schule verworfen zu werden; man könnte weglaſſen, könnte belehren und warnen. Hier iſt aber weder von einem Verſehen, noch von einem Irrthume die Rede, ſondern von den Grundideen, die in den Hauptwerken durchgeführt und dargeſtellt ſind. Was iſt jenes, jetzt dreitheilige, geprieſene Werk, das den Titel„Agathon“ fuͤhrt, als ein hoͤchſt anſchauliches und künſtliches Gewebe von Sinnenluſt, die nichts höheres kennt, als ſich ſelber, und alſo von allem höheren Bedürfniſſe ſich frei zu erhalten ſucht? Welche andere lebendige Idee bewegte den Dichter im Oberon, wenn's nicht jener Luſtſchwindel ſein ſoll? Win erinnern noch an Cloͤlia und Sinibald, ein anderes län⸗ geres Gedicht, wo gar die einzelnen Ausdrücke nur Zeugen gegen den Dichter ſind. Da mag der Mann den Künſtler, den Dichter von dem Menſchen unterſcheiden; die Jugend kann es nicht. Wer Eine Idee leichtſinnig zu faſſen wagte, der ſteht nun an der zweiten. Iſt es nicht Wieland geweſen, der die anerkannt ſchlechten und abſcheu⸗ lichen Weiber aus der erſten Zeit des altrömiſchen Kaiſerreiches gegen alle Gewißheit, welche die Hiſtorie geben kann, rein zu brennen unternommen hat? Das Böſe wird beſchö⸗ nigt, d. i. als rein dargeſtellt; welches Beiſpiel für die Jugend! Wiederum, wer hat jenen Kaiſer, den man als Auguſtus verehrte, jenen Kaiſer, welcher mit den Geſetzen Ruhe und Ordnung, Sicherheit der Perſon und des Eigenthums in dem verderbten Staate her⸗ ſtellte, der ſtreng auf Tugend und Keuſchheit hielt und der talentvollſten Männer, der eigenen Familie bei Vergehen nicht ſchonte; wer hat jenen Kaiſer ſo ſchmählich geläſtert, daß er nun faſt in allen Geſchichtswerken gebrandmarkt iſt? Der Mann muß beur⸗ theilt werden, wo er frei handeln konnte; wo giebt Auguſt nach Überwindung ſeiner ſchlechten Gegner Anlaß zu einer Verachtung? Da iſt nichts zu finden und nun muß das unſchuldige, freudige Wort, das er mit ſterbender Zunge ſeinen Lieben ſagte, ver⸗ dreht werden. In dieſer Außerung des Auguſtus(Ecquid iis videretur mimum vitae&c.) ſagt Bremi(zu Sueton's Ortavianus C. 99.) liegt viel Herzensgüte und das frohe Bewußtſein, auf dem Schauplatze des Lebens ſeine Rolle nicht übel geſpielt — 37— zu haben. Wieland dagegen findet den Schlüſſel zu Auguſt s Leben darin; nun ſei er gewiß, daß Auguſt alles Gute nur zum Scheine gethan habe; Auguſt habe ſein Leben nur als Theater⸗Rolle geſpielt. Wir enthalten uns hier nicht der ernſten Nebenbe⸗ merkung, wie nothwendig, wie ſehr nothwendig das Quellenſtudium dem Lehrer der Geſchichte iſt. Nicht allein zu Horaz; auch zu Cicero's Briefen fehlt es(hier über Cicero und deſſen Vertraute) nicht am leichtſinnig bitteren Anmerkungen, die aus jener Grundidee hervorgegangen ſind.— Auch Wieland hat ſich begriffen, was ſchon ſeine treue Anhänglichkeit an jenen leichtſinnigen Spötter, der die Epicureer liebte und die Chriſten läſterte, an Lucian von Samoſata beweiſ't; er hat ſeine Ideen höchſt fruchtbar gemacht, auf das Anſchaulichſte abgeſpiegelt und in reiner, fließender Sprache dargeſtellt. Aber welche Kraft gehört dazu, ſo ſtarkes Gift an ſich unſchädlich zu machen? Wenigſtens Manneskraft. Es läßt ſich keine Ausnahme machen mit dieſem oder jenem Fragmente; da iſt kein Theil, den die Jugend recht durchdenken, kein Ab⸗ ſchnitt eines Gedichtes, den ſie nachempfinden könnte ohne Gefahr!— Wir wiſſen übrigens recht gut, daß einzelne Werke(z. B. Peregrinus Proteus) als poetiſche Le⸗ bensdarſtellungen geſchichtlicher Perſonen und ſomit als Darſtellungen einer ganzen Zeit gerechtfertigt werden können. Aber auch vor dieſen einzelnen Werken iſt die Jugend zu behüten: denn ſelbſt unter der angegebenen Bedingung bleibt es ihr gleich gefährlich, ſo anſchauliche Entwickelung ſinnlicher Luſt zu leſen, alſo ſich vorzuſtellen und nach⸗ zuempfinden. Die Grundideen nun müſſen durch die Lectüre gefunden werden. So werden die vorzüglichſten Werke eines Schriftſtellers wieder begriffen. Wie jeder Haupt⸗ theil eines Werkes ſeine conſtruirenden Untertheile hat, eben ſo werden die Haupt⸗ werke ſich wieder zu einem Ganzen vereinigen, welches bei den Schriftſtellern die Grundidee genannt werden kann. Dieſe Grundideen ſind aber eigentlich Auffaſſungen der Grundideen, ſofern ſie ſelber ſich wieder auf die eigentlichen Ideen beziehen;. viele Auffaſſungen der Ideen, aber nur Eine Idee des Wabren, Eine des Guten, Eine des Schönen! 3 — 38— F. 77. Soll die Lectüre der deutſchen Claſſiker, weil ſie uns näher ſtehen, dem Leſen der Alten, ſoviel möglich vorangehn, das deutſche Drama, deutſche Reden den alten griechiſchen und römiſchen Reden und Dramen; ſoll die richtige Interpretation zuerſt an deutſchen Werken geübt werden: ſo müſſen, aus denſelben Gründen, in den ober⸗ ſten Claſſen die Verſuche in der Kritik bei den deutſchen Werken anfangen. Für die höhere Kritik laſſen ſich Aufſätze von Claſſikern aus den früheren Zeitſchriften ſammeln; ſolche Aufſätze nämlich, die nur angeblich von bekannten Claſſikern herrühren, und über die man die Frage ſtellen kann, ob die Gedanken, der Styl und die Sprache mit den anerkannten Schriften und mit dem, was man ſonſt von dem Schriftſteller weiß, übereinſtimmen. In der niederen oder Wort⸗Kritik können Verſuche, ſofern ſie ins Gymnaſium gehören, theils an altdeutſchen Gedichten gemacht werden, theils an den Ramler'ſchen ſ. g. Verbeſſerungen(z. B. in der lyriſchen Blumenleſe) und an manchen ſpäteren Verbeſſerungen(angeblich) von der letzten Hand der Schriftſteller. Ich erinnere an die verſchiedenen Lezarten in den beiden neueſten, raſch nach einander herausgekom⸗ menen Ausgaben der Schiller'ſchen Dramen.(Schillers Werke bei Cotta.) K. 18. Indem ich uͤber das Threſtomathien⸗Weſen meine Meinung abgeben will, ſtreife ich nahe an die Frage, die ich von dieſer Abhandlung ausgeſchloſſen habe: Welche hoch⸗ deutſche Claſſiker ſind auf Gymnaſien zu leſen? Eine Kritik der Claſſiker aus dieſem Geſichtspunkte wuͤrde den doppelten Raum erfordern, den dieſe Abhandlung ſchon ein⸗ nimmt. Ich gedenke ſie noch einmal nachzuliefern, wenn ſich Gelegenheit ergiebt. Die Frage, ob die Gymnaſial⸗Schuler mit den Claſſikern, wenn ich ſo ſagen darf, chre- stomathetice, chreſtomathiſch, durch Chreſtomathien, durch Fragmente, bekannt wer⸗ den ſollen, betrifft noch das„Wie?“ und gehört alſo in dieſe Abhandlung. Das darf man, ohne Widerſpruch fürchten zu müſſen, frei ſagen, daß trotz der Unzahl — 39— Chreſtomathien keine einzige noch hat genügen mögen. Nach tauſend Verſuchen immer wieder ein neuer, ohne Erfolg! Der Grund der Sache muß tiefer geſucht werden, da er nicht in der Unfähigkeit ſo vieler, zum Theil literariſch ausgezeichneter Heraus⸗ geber liegen kann. Wenn es nothwendig zu einem nützlichen Leſen gehört, daß die Hauptideen des Schriftſtellers gefaßt werden, die Ideen und Sätze, die ihn begeiſterten, die er in der mannigfaltigſten Weiſe darſtellte; wenn dieſe Ideen ſich nur durch die Kenntniß der Hauptwerke des Schriftſtellers, in denen ſie vollkommen dargeſtellt ſind, gewinnen laſſen; wenn es bei einem Kunſtwerke auf den Plan ſo vorzüglich ankommt, und jedes Einzelne erſt als paſſender Theil zum Ganzen vollen Werth hat; wenn endlich der Schüler mit der Ausdrucksweiſe des Schriftſtellers ſich vertraut machen ſoll: ſo wird man nicht, wie unſere Chreſtomathien den jungen Leſer immer von einem Schriftſteller zu dem anderen führen dürfen, ohne daß er Einen kennen lernt, nicht aus dem ganzen geriſſene Stücke, wie von der Blüthe gerupfte Blätter, ohne Beziehung auf das Ganze betrachten laſſen; man wird ganze und längere Werke, die Hauptwerke eines Schrift⸗ ſtellers zu leſen geben. So lieſ't man aus ähnlichen Gründen im Lateiniſchen und Griechiſchen nicht mehr Chreſtomathien, ſondern ganze Schriftſteller oder doch ganze längere Werke. Können anch anf dieſe Weiſe die Gymnaſiaſten nur wenige Schrift⸗ ſteller leſen; ſo giebt es einmal der Heroen in der hochdeutſchen Literatur nicht zu viele, und dann hat auch das Gymnaſium, eben ſo wenig, als im Lateiniſchen und Griechiſchen alles zu vollenden. Mögen nur die Schüler ſo viel Bildung gewinnen, daß ſie in die vorzüglichſten Schriftſteller recht eingeführt ſind, und daß ſie ſpäter auch die uͤbrigen mit vollem Nutzen oder auf die rechte Weiſe leſen und verſtehen können. Zur Vergleichung mit dieſem§. wollen wir noch aus Seneca's zweitem Briefe, an den Lucilius, dieſe Stelle herſetzen: Dies beachte, ob nicht die Lertüre der vielen Bücher und der mannigfaltigſten Schriften etwas mit einem fluchtigen und unſteten Weſen gemein habe. Man muß — 40— bei beſtimmten großen Geiſtern ausdauren und auslernen, wenn man etwas gewinnen und ſür immer in der Seele bewahren will. Wer überall iſt, iſt nirgends. Die auf Reiſen leben, werden viele Gaſtfreunde haben, keine wahre Freunde. Dasſelbe muß denen begegnen, welche ſich an keinen großen Geiſt vertraulich anſchließen, ſondern alles in Haſt und Eile abmachen. Illud vide, ne ista lectio multorum librorum et omnis generis volumi- num, habeat aliquid vagum et instabile. Certis ingeniis immorari et innu- triri oportet, si velis aliquid trahere, quod in animo fideliter sedeat. Nus- quam est, qui ubique est. In peregrinatione vitam agentibus hoc evenit, ut multa hospitia habeant, nullas amicitias. Idem aocidat necesse est iis, qui nullius se ingenio familiariter aPplicant⸗ sed omnia cursim et properan- tes transmittunt. —— Druckfehler. 8 S. 5. Z. 1. v. o. lies: Gedaͤchtn iſſe. S. 5. 3. 2. v. o. l. formale Bildung ſtatt Formale⸗B.. S. 6. 3. 9.. o/. l. uͤber die todten Formen ſt. uͤber den t. F. S. 8. Z. 13. v. o. iſt Kolon nach der Parentheſe zu ſetzen. S. 9. 3. 9. v. u. I.— ſchen ſt.— ſcheu. S. 11. 3. 14. v. o. iſt„Poeſte und“ auszuſtreichen. S. 23. Z. 1. v. u. ſchreibe: Ganze ſt. g. S. 27. 3. 11. v. u. l. methodologiſchen ſt. methologiſchen. S . 32. Z. 12. v. u. ſchr. Alphabete ſt. Alphabethe. Jahresbericht uͤber das Schuljahr 1829— 30. —-— §. 1. A. Lehrgegenſtaͤnde, Lehrbucher und Lehrer; B. Hoöͤheren Ortes erlaſſene Verordnungen. A. 4 Erſte Claſſe. Religionslehre. Die Religionsgeſchichte mit beſonderer Rückſicht auf die einzelnen Glaubens⸗ und Sitten⸗Lehren. Wochentlich 2 Stunden. Profeſſor Püllenberg. Naturlehre. Die allgemeine Phyſik. Wochentlich 2 Stunden. . Domkapitular und Profeſſor Hilker. Mathematik. a. Ausführliche Darſtellung der Elemente in ihrem Umfange und Zuſammenhange ſowohl in der Geometrie als Algeber. b. Theorie der Kegelſchnitte. Wochentlich 4 Stunden. 4 — Profeſſor Haas. Logik. Wochentlich 1 Stunde. Pällenberg. „ 5. Deutſche Sprache. Abriß der Literaturgeſchichte mit Proben aus den verſchie⸗ denen Perioden. Aeſthetik mit beſonderer Rückſicht auf die literäriſchen Künſte. Leitung und Kritik der ſchriftlichen Arbeiten. Interpretation und Deklamation. Wochentlich 3 Stunden. Oberlehrer Ahlemeyer, Ordinarius dieſer Claſſe. 6. Lateiniſche Sprache. Nach vorangeſchickter kurzer Römiſchen Literaturgeſchichte a. Proſaiker: Erklärung der drei Bücher des Cicero von den Pflichten und des erſten und zweiten Buches von Tacitus Annalen. Leitung der ſchriftlichen Stil⸗ übungen. Im Ganzen wochentlich 5 Stunden. Gundolf. b. Dichter: Horatii Fl. Carm. III, IV. und Satir. I, II. 1. nach der Ausgabe von Nadermann. Wochentlich 3 Stunden. Ahlemeyer. 7. Griechiſche Sprache. a. Proſaiker: Penophons Cyropädie III, IV. ſpäter Platon's Apologie des Sokrates und Kriton c. I,— VI. Entwickelung und Begründung eini⸗ ger Kapitel aus der Grammatik. Kritik der ſchriftlichen Ueberſetzungen. Wochent⸗ lich 4 Stunden. 1 Ahlemeyer. b. Dichter: Nach gegebener Ueberſicht der geſammten Griechiſchen Literatur Homer's Ilias IV, V, VI, VII. und Sophokles Electra. Bei dieſer Lectüre wurden die Schuler im Lateinſprechen geüubt. Wochentlich 3 Stunden. Gundolf. 3. Hebraͤiſche Sprache. Unterricht in den Anfangsgründen der Hebräiſchen Sprache nach Geſenius. Ueberſetzung und Erläuterung ausgewählter Stellen des Pentateuch. Wochentlich 2 Stunden.. — Ahlemeyer. 9. Geſchichte. Von Chriſti Geburt bis zur Entdeckung Amerikas. WMochentci 3 Stunden. .. undolf. Z weite Claſſe I. 1. Religionslehre. a. Aus der Glaubenslehre: Erlöſung durch Jeſus Chriſtus. Stiftung und Einrichtung der Kirche. Die letzten Dinge des Menſchen. b. Aus 4 2. 5. Wochentlich 4 Stunden. der Sittenlehre: Die allgemeinen Grundlehren. Darſtellung der gläubigen, hoffen⸗ den und liebenden Geſinnung gegen Gott. Wchegelih 2 Stunden. Ahlemeyer. Mathematik. a. Lehre von den Logarithmen. Auflöſung quadratiſcher und kubiſcher Gleichungen. b. Stereometrie und ebene Trigonometrie nach dem Lehrbuche der reinen Mathematik von Kries. Wochentlich 4 Stunden. Lehrer Gundolf II. d Empiriſche Pſychologie. Wochentlich 1 Stunde. Puüllenberg. Deutſ che Sprache. Praktiſche Anleitung zur Lektüre deutſcher Klaſſiker. Uebung im mündlichen Vortrage. Aufſätze. Charakter⸗Schilderungen, größere didaktiſche Aufſatze, kleine Reden.— Einleitung in die Aeſthetik. Poetik mit Einſchluß der Metrik. Beſondere Rhetorik.— Ueberſicht über die Geſchichte der deutſchen Lite⸗ ratur. Wochentlich 4 Stunden. Oberlehrer Richter, Ordinarius dieſer Klaſſe. Lateiniſche Sprache. Proſa: Cic. Po. ad Famil. Lib. II, III, 1. IV 14. Laelius; Orat. cont. Catil. Iet IV. Poeſie: Virg. Aeneid. Lib. V, VII, VIII. 1— 101. IX. Horat. Carm. Lib. I, ed Naderm.— Extemporalien im hiſtoriſchen, oratoriſchen und höheren Brief⸗Stile.— Cenſur der üriſtlhen Uebungen. Wo⸗ chentlich 8 Stunden.. * Richter. Griechiſche Sprache. Penophon's Cyropädie Buch I, uberſett und erklärt ir lateiniſcher Sprache.— Uebung im mündlichen und ſchriftlichen Ueberſetzen ins Griechiſche, nach Roſt und Wüſtemann’s Anleitung.— Grammatik nach Buttmann. Richter. Homeri Ilias I, II, III, IV, V. 216. mit Bezugnahme auf die vorzüglichſten Parallelſtellen in Virgils Aeneis. Wochentlich 3 Stunden. Ahlemeyer. Hebräiſche Sprache. Ueberſetzung und Anolyſe aus dem erſten Buche Moſe's⸗ Cap. I, II, III, IV. 1— 13. VI, VII, VIII, XIV. aus dem zweiten Buche Cap. III.— Grammatik nach Geſenius: Formenlehre. Wochentlich 2 Stunden. Nichter. 8. 1. 2. 5. 4. 5. Geſchichte. Allgemeine Weltgeſchichte von den älteſten Zeiten bis auf Chriſti Geburt. Wochentlich 3 Stunden.. . Gundolf. Zweite Claſſe II. Religionslehre. Die Erkenntnißquellen der chriſtkatholiſchen Religionslehre. Glau⸗ benslehre bis an die Lehre von den Sakramenten. Nach Pullenberg's Handbuche für die oberen Klaſſen. Wochentlich 2 Stunden. 4 Oberlehrer Leßmann, Ordinarius dieſer Klaſſe. Mathematik. Arithmetik. Die Lehre von den Potenzen. Wiederholung der Gleichungen des erſten Grades. Gleichungen des zweiten Grades. Zur Uebung wurden theils in der Schule, theils zu Hauſe die Aufgaben von Meyer Hirſch aufgelöſet. Geometrie. Im Winter die Lehre vom Kreiſe. Im Sommer geometriſche Ana⸗ lyſis, wobei zugleich die ganze Planimetrie wiederholt wurde. Wochentlich 4 Stunden. Lehrer Luke. Deutſche Sprache. Die Lehre vom deutſchen Stile: a. Von der Erfindung und Anordnung des Stoffes; b. Von der Darſtellung des Stoffes, oder vom Stil im Allgemeinen, deſſen grammatiſchen, logiſchen, äſthetiſchen Eigenſchaften. Unterſchied der Poeſie und Proſa. Metrik. Mit der Theorie wurden ſchriftliche Uebungen und Lektüre guter Muſter verbunden. Wochentlich 4 Stunden.. Leßmann. Lateiniſche Sprache. a. Dichter Virgilii Aeneid. lib. I, II, III, IV. b. Proſaiker: Längere Abſchnitte aus Livius.— Sallustius de conjurat. Catil. Cenſur der ſchriftlichen Stilübungen. Wochentlich 8 Stunden. Leßmann. Griechiſche Sprache. Homer's Odyſſee. B. III, IV, V, VI. Wochentlich 2 Stunden. ga uke. Grammatik nach Buttmann: Die Syntax bis an die Conſtruction mit dem Particip. Uebung im mündlichen und ſchriftlichen Ueberſetzen aus dem Deutſchen ins Griechiſche. Wochentlich 2 Stunden. 3 Gundolf II. Penophons Anabaſis B. I, II, III. c. 2. Wochentlich 3 Stunden. Leßmann. 6. 7. 2. 3. Geſchichte der Deutſchen bis 1813 nach dem Lehrbuche der Deutſchen Geſchichte von Kohlrauſch. Wochentlich 3 Stunden. Lehrer Schwubbe. Geo graphie, mathematiſche nach Brever. Einiges aus der phyſiſchen Geographie Wochentlich 2 Stunden.. Luke. Dritte Claſſe. Religionslehre. Von den Pflichten gegen unſre Mitmenſchen— die Ascetik. Bei beſondere Veranlaſſungen wurde aus der Glaubenslehre die Lehre von den Sakra⸗ menten der Taufe, der Firmung, des Altars und der Buße wiederholt und begründet.— Erklärung der ſonntäglichen Evangelien. Wochentlich 2 1/2 Stunde. — Gundolf II, Ordinarius dieſer Claſſe. Mathematik. Arithmetik. Weitere Begründung der Buchſtabenrechnung. Wie⸗ derholung der 4 Species in ganzen und gebrochenen buchſtäblichen Größen. Glei⸗ chungen des erſten Grades. Aufloͤſung der Aufgaben aus Meyer Hirſch. Geometrie bis zur Lehre vom Kxreiſe. Wochentlich 4 Stunden. . Luke. Deutſche Sprache. Stiliſtiſche Vorübungen; das Nothwendigſte und Gemein⸗ nützlichſte vom Geſchäftsſtile.— Erklärung ſinnverwandter Wörter.— Interpre⸗ tation einiger Muſterſtücke. Wochentlich 3 Stunden. Gundolf II. Lateiniſche Sprache. a. Caes. comment. de bello Gall. lib. VII. als cur⸗ ſorriſche Lektüre. b. Livii hist. Rom. lib. I, II. c. Ovid. metamorph. nach der Ausgabe von Nadermann lib. I— VII. d. Mündliche und ſchriftliche Ueberſetzungen aus dem Deutſchen ins Latein. e. Fortſetzung der Grammatik nach Zumpt. Wo⸗ chentlich 9 Stunden. Gundolf II. Griechiſche Sprache. a. Die Formenlehre und das Wichtigſte aus der Syntax. Correktur der ſchriftlichen Ueberſetzungen aus dem Deutſchen ins Griechiſche. b. Die Naturgeſchichte, die mythologiſchen Erzählungen und Geſpräche, die Länder⸗ und Völkerkunde aus Jacobs Elementarbuche.— Homers Odyſſee I, u. II. v. 1— 260. Wochentlich 5 Stunden. 1— Lehrer Bade. 7. 88 3. — Geſchichte. Die Römiſche bis auf Diokletian. Wochentlich 2 Stunden. 6 Luke. Geographie. Neuere: Aſien, Afrika, Amerika. Allte: Italia, Germania, Gräcia, wobei zugleich die Geſchichte wiederholt wurde. Wochentlich 2 Stunden. .. Luke. Unterricht im Zeichnen ertheilte wochentlich 1 Stunde. . Zeichnenlehrer Brand. * Präzeptoren dieſer Claſſe waren Herr Bieling und Herr Nig geweg. Vierte EClaſſe. Religionslehre. a. Die Pflichten der Selbſtliebe und der Nächſtenliebe. b. Die Lehre von den Tugendmitteln, nach Püllenberg's Handbuche. c. Sonntägliche sacra lectio. Wochentlich 2 1/2 Stunde.. 5 Tognino, . Ordinarius dieſer Claſſe. Mathematik. Wiederholung der 4 Species in ganzen und gebrochenen Zahlen. Verhältniſſe und Proportionen und die darauf ſich gründenden Rechnungsarten. Häufige Uebung im Kopfrechnen. Als Leitfaden diente Dieſterweg's und Heuſer's praktiſches Rechenbuch erſtes und zweites Bändchen. Die Lehre von den Decimal⸗ brüchen. Geometriſche Vorübungen nach Dieſterweg's Leitfaden für den Unterricht in der Formen⸗Größen⸗ und räumlichen Verbindungslehre von 1829. Wochentlich 4 Stunden. — Luke. Deutſche Sprache. Anleitung zur Verfertigung ſchriftlicher Aufſätze uͤberhaupt und. vorzüglich der Geſchäftsaufſätze. Uebungen in ſchriftlicher Ausarbeitung dahin ge⸗ höriger Aufgaben und im mündlichen Vortrage ausgewählter Muſter⸗Aufſatze. Wochentlich 3 Stunden. * Tognino. Lateiniſche Sprache. a. Fortgeſetzter grammatiſcher Unterrichs nach Otto Schulz's ausfuhrlicher lateiniſcher Grammatik. b. Caes. comment. de bello gall. lib. IV— VII. incl. c. Das erſte Buch des Livius nach der Ausgabe von Baum⸗ garten— Cruſius. d. Ovidii metamorph. selectae nach der Ausgabe von Nader⸗ mann I, V. e. Korrektur der ſchriftlichen Ueberſetzungen. ochteeee 10 Stunden. . ognino. 5. Griechiſche Sprache. a. Grammatik nach Buttmann, und zwar die ganze For⸗ menlehre mit Einſchluß der zweiten Conjugation und des größten Theils der unre⸗ gelmäßigen Zeitwörter. Korrektur der ſchriftlichen Uebungen. Wochentlich 2 Stunden. . Bade. Im Sommer⸗Semeſter Redemann. b. Aus Jakobs Elementarbuche der erſte Curſus, und aus dem zweiten Curſus die Fabeln, Aneldoten und Naturgeſchichte. Wochentlich 3 Stunden. . Tognino. Im Sommer⸗Semeſter 1 Stunde Redemann. 6. Geſchichte der Griechen bis zur Zerſtörung Corinths ausführlich. Kurze Ueberſicht der Schickſale dieſes Volkes bis in unſere Zeiten, nach Tetzner's Handbuche. Wo⸗ chentlich 2 Stunden. Bade. 7. Geographie. Afrika, Aſien, Amerika und Auſtralien, nach Volger's Handbuche. Wochentlich 2 Stunden.. 1 1 Bade. 8. Naturgeſchichte. Das Thierreich, nach Stein's Handbuche. Wochentlich 1 Stunde. Tognino. 9. Unterricht im Zeichnen gab wochentlich 2 Stunden Brand. 10. Unterricht im Schreiben gab wochentlich 1 Stunde — 4 Schreiblehrer Kurze. * Präzeptoren dieſer Klaſſe waren Herr Bade und Herr Lohmann. Fuͤnfte Claſſe. 1. Religionslehre. a. Aus der Glaubenslehre: Die Lehre von der Gnade, den h. Sakramenten und den letzten Dingen des Menſchen. b. Aus der Sittenlehre: der Unterricht von dem Glauben an Gott, der Hoffnung auf Gott und der Liebe zu Gott. c. Bibliſche Geſchichte des neuen Bundes. Wochentlich 2 1/2 Stunde. 3 Schwubbe, Ordinarius dieſer Claſſe. 2. Mathematik. Einfache geometriſche Verhältniſſe; geometriſche Proportionen. Regel⸗ de⸗Tri. Zuſammengeſetzte Verhaͤltniſſe. Zinsrechnung. Rabattrechnung. Zuſam⸗ mengeſetzte Zins⸗- und Rabattrechnung. Geſellſchafts⸗, Miſchungs⸗ und Ketten⸗ 3. 4. 5. 2. 8. 9. rechnung, nach dem praktiſchen Rechenbuche für Elementar⸗ und höhere Bürger⸗ Schulen von Dieſterweg und Heuſer.— Geometrie nach dem Leitfaden für den Unterricht in der Formen⸗, Größen⸗ und räumlichen Verbindungslehre von Die⸗ ſterweg. Wochentlich 4 Stunden. Schwubbe. Deutſche Sprache. Stiliſtiſche Vorübungen. Häufige Uebung in Bildung der Sätze. Leichtere Aufſätze: Erzählungen, Umſetzen leichterer Gedichte in Proſa, Beſchreibungen. Oeftere Leſeübungen. Wochentlich 3 Stunden. Schwubbe. Lateiniſche Sprache. a. Caes. comment. de bello gall. lib. I, II, III, IV, V. b. Uebung im mündlichen Ueberſetzen aus dem Deutſchen ins Latein, nach Dörings Anleitung. c. Korrektur der ſchriftlichen Ueberſetzungen aus dem Deutſchen ins Latein und umgekehrt. d. Fortſetzung der Grammatik, nach Schulz. Wochentlich 9 Stunden. Schwubbe. Griechiſche Sprache. Die Anfangsgründe: Deklinationen und das regelmäßige Zeitwort. Leichtere Uebungen im Ueberſetzen aus dem Deutſchen ins Griechiſche. Wochentlich 3 Stunden.— 3 ,,.— Bade. Geſchichte. Fortſetzung der Geſchichte des Mittelalters; die neuere und neueſte Ge⸗ ſchichte, nach Welter'’s Lehrbuche. Wochentlich 2 Stunden. Bade. Geographie. Die Staaten Europas mit beſonderer Berückſichtigung der Preußiſchen Monarchie. Wochentlich 2 Stunden. . Bade. Naturgeſchichte. Das Thierreich, nach Stein's Handbuche. Wochentlich 1 Stunde. 3 Tognino. Unterricht im Zeichnen gab wochentlich 2 Stunden .. Brand. 10. Unterricht im Schreiben gab wochentlich 2 Stunden. 4 Kurze. * Präzeptoren dieſer Klaſſe waren Herr Bro ckmann und Herr Happe. Sechste Claſſe. 1. Religionslehre. a. Unterricht in der Glaubenslehre der chriſtkatholiſchen Kirche bis zur Lehre vom h. Geiſte, nach Püllenberg. b. Bibliſche Geſchichte des alten Bundes, nach Schmidt. Wochentlich 3 Stunden.. 3„Berens, Ordinarius dieſer Claſſe. 2. 3. 5. 27. 8 8. 8 Mathematik. Begriff und Eintheilung derſelben. a. Arithmetik: Von den Zahlen und dem börbaren und ſichtbaren Ausdrucke derſelben.(Zahlwörter, Ziffern); die vier Species in unbenannten und benannten, ganzen und gebrochenen Zahlen, (gemeine, Decimal⸗ und gebrochene Brüche); hauptſächlich nach König. Mündliche und ſchriftliche Uebungen im Auflöſen verſchiedener Aufgaben. b. Geometrie: Be⸗ griff räumlicher Groͤßen und deren Eintheilung, einige der faßlichern Lehrſätze und Aufgaben über verbundene gerade Linien, insbeſondere über Winkel und Dreiecke. Wochentlich 4 Stunden. Berenz. Deutſche Sprache. a. Grammatik: Die ſechs erſten Abſchnitte der Schulgram⸗ matik von Heyſe, nebſt der Lehre uber die Interpunction nach dem ſechszehnten Abſchnitte. b. Auf die Anwendung der grammatiſchen Regeln wurde bei den Lehr⸗ übungen und insbeſondere beim Corrigiren der ſchriftlichen lateiniſch⸗ deutſchen Ueberſetzungen Rückſicht genommen. Wochentlich 3 Stunden. 2 — erens. Lateiniſche Sprache. a. Grammatik: Die Formenlehre nebſt den vorzüglichſten Regeln der Syntax, nach Zumpt, verbunden mit mündlichem Ueberſetzen aus dem Deutſchen ins Latein nach Döring's Anleitung. b. Correctur der ſchriflichen Ueber⸗ ſetzungen. c. Erklärung der 15 erſten Biographien des Corn. Nepos. Wochentlich 10 Stunden. Berens. Die Erlläu des Corn. Nepos übernahm nach Oſtern(wochentlich 3 Stunden.) Redemann. Geſchichte. Kurze Ueberſicht der alten Geſchichte und der mittlern bis auf Rudolph von Habsburg, nach Welter's Lehrhuche. Wochentlich 2 Stunden. Bade. Geographie. Geographiſche Ueberſicht der ganzen Erde in mathematiſcher, phyſika⸗ liſcher und politiſcher Hinſit cht, nach Wohlers. Wochentlich 2 Stunden. Berens. Urtorgicht im Zeichnen gab wochentlich 2 Stunden Brand. Unterricht im Schönſchreiben gab wochentlich 2 Stunden Kurze. * Präzeptoren dieſer Claſſe waren Herr Becker und Herr Hoffmann. ** Der Geſ angunterricht wurde in den vier untern Claſſen von den Ordinarien der⸗ ſelben ertheilt. Der Ordinarius der Sexta ubte den Chor ein. 1 1 2 1 B. 1. Unter dem 11ten Februar 1830 fordert ein Königl. Provinzial⸗Schul⸗Collegium auf, jedem ohne Pruͤfung vom Gymnaſium abgehenden Schuler die beſtehende Vorſchrift einzuſchärfen, welcher zufolge diejenigen Schüler, die von einem Gymnaſium abgehen, ohne ſich der vorgeſchriebenen Entlaſſungs⸗Prüfung zu unterziehen, erſt nach Verlauf eines Jahres von ihrem Abgange an gerechnet, bei den Königlichen wiſſenſchaftlichen Prüfungs⸗Commiſſionen zum Tentamen und Examen angenommen, vor Ablauf dieſer Friſt aber ohne Weiteres abgewieſen werden ſollen. 3 2. Unter dem 9ten Mäarz d. J. findet es ein hohes Miniſterium angemeſſen, in allen denjenigen Gymnaſien, bei welchen für die philoſophiſche Propädeutik bereits Lectionen angeordnet ſind, auch bei der Prüfung der Abiturienten auf dieſen Lehrgegenſtand Ruͤckſicht zu nehmen. 3. Unter dem 25ſten März d. J. theilt das Königl. Provinzial⸗Schul⸗Collegium die An⸗ ordnung eines hohen Miniſteriums mit, daß bei Anſtellung und Beförderung junger Philologen derjenige den Vorzug haben ſolle, welcher die anderen an Mathematiſchen Kenntniſſen übertrifft. 4. Ein hohes Miniſterium hat unter dem 28ten Juni folgende Verfügung erlaſſen: Die große Ueberzahl ſolcher jungen Männer, welche ſich zum höheren Schulamte vorbe⸗ reitet haben, macht es vor der Hand überflüſſig, ſelbſt ſchädlich, dergleichen Studien durch Verleihung von Stipendien noch zu unterſtützen. Das Miniſterium wird der⸗ gleichen Geſuche bis auf Weiteres in der Regel nicht berückſichtigen und ermächtigt das Königl. Provinzial⸗Schul⸗Collegium, dies durch die Directoren der Gymnaſien bekannt machen zu laſſen. Zugleich aber erinnert das Miniſterium daran, daß junge Leute zu warnen ſind, nicht auf Hoffnung einer in Berlin aus öffentlichen Fond's zu erhaltenden Unterſtuͤtzung die Reiſe dorthin zu unternehmen. §. 2. Chronik des Gymnaſium. Das Schuljahr nahm am 11ten October mit feierlichem Gottesdienſte in der Univer⸗ ſitätskirche ſeinen Anfang. An den beiden erſten Wochentagen war die Prüfung der aus⸗ wärtigen, neu eintretenden Schüler. Am Mittwochen wurde der Unterricht eröffnet und dauerte unausgeſetzt bis zur Mitte der Charwoche. Vom Oſterſamſtage bis zum erſten Sonntage nach Oſtern waren Ferien. Von hier an bis zum 29ten Auguſt dauerte das Sommerhalbjahr.. Am erſten December wurde das jährliche Gedächtnißfeſt an den Stifter der Lehranſtalt, Fürſt⸗Biſchof Theodor, mit kirchlicher Feier begangen.. Der Lehrer Focke, im vorigen Jahre Ordinarius der Sexta, dem von einem hohen Miniſterium die Wohlthat eines Stipendiums bewilligt war, ging zu Anfang dieſes Schul⸗ jahres zu ſeiner weiteren wiſſenſchaftlichen Ausbildung nach Berlin. Das Ordinariat der Sexta übernahm nach beſtandener Lehrer⸗Prüfung Johannes Berens aus Hbvelhof, welcher hierſelbſt das Gymnaſium abſolvirt, Philoſophie und Theologie ſtudirt und demnächſt 2 Jahre in Bonn den philologiſchen Wiſſenſchaften ſich gewidmet hatte. Nach Oſtern wurden dem Schulamts⸗Candidaten Ignaz Redemann aus Holungen zur Abhaltung ſeines Probejahres drei Stunden Latein in der Sexta, und 3 Stunden Griechiſch in der Quarta übertragen. Am Aten Juny ſtarb nach einem mehrjährigen Lungenleiden der Gymnaſiallehrer Anton Bade. Derſelbe war im März 1303 in Paderborn geboren und auf unſerm Gymnaſium ge⸗ bildet. Srine weitere Ausbildung genoß er drei Jahre hindurch an der hieſigen philoſophiſchen und theologiſchen Lehranſtalt, und übernahm nach beſtandener Prüfung für die unteren Gymnaſial⸗Claſſen im Herbſte 1822 das Ordinariat der Sexta. Hier fungirte er als ein eifriger, talentvoller Lehrer 4 Jahre mit ruͤhmlichem Erfolge und erwarb ſich im hohen Grade die Liebe ſeiner Collegen und die Anhänglichkeit ſeiner Schüler. Im Jahre 1826 ward ihm höheren Ortes ein Stipendium bewilligt, damit er ſich zu einem tüchtigen Lehrer der Mathematik und Phyſik für die oberen Gymnaſial⸗Claſſen und an der philoſophiſchen Lehranſtalt ausbilde. Zu dem Ende ſtudirte er ein Jahr in Berlin, kehrte nach Ablauf deſſelben nach Paderborn zurück, um noch ein zweites Jahr in Bonn ſeine Studien fort⸗ zuſetzen. Weil aber ſeine Geſundheit ſchon in etwa gelitten hatte, wurde es für gerathe⸗ ner gehalten, daß er bei leichterer Beſchäftigung erſt ein halbes Jahr hier verbleibe, um ſich für angeſtrengtere Studien zu erholen. Er uͤbernahm das Ordinariat der Quinta und verwaltete daſſelbe bis zum Februar 1328, wo ſeine Schwäche ſo ſehr zu nahm, daß er von allen Lehrſtunden entbunden werden mußte. Von dieſer Zeit erholte er ſich nie völlig, lebte aber noch immer der frohen Hoffnung, dereinſt wieder thätig wirken zu können, bis endlich im März d. J. ihn ein Blutſturz befiel, welcher ſein Schickſal entſchied. Täglich nahm er mehr an Kräften ab und ein ſanfter Tod entriß ihn am aten Juni unſerer Mitte. Das Gymnaſium verlor an ihm einen fähigen, eifrigen Lehrer und das Lehrer⸗Collegium einen aufrichtigen, biedern Freund.. C. 3. A. Schuͤlerzahl. Unſer Gymnaſium zäͤhlte im Laufe dieſes Schuljahrs in der Prima 50 Schüler, davon ſind Jahre abgegangen 2, geſtorben im. Sekunda IJ. 40—————— 1— 6 Sekunda II. 57—————— 1—. Tertia 372—————— 2— 2 Quarta 372—————— 2— 1 Quinta 352—————— 1—. Sexta 55——————. 1— 2 313—————— 13— 1 Am Ende waren noch 299 Schüler. Außerdem wurden in der oberen Vorbereitungs⸗ Schule a7, in der unteren 61 Schuler unterrichtet. B. a. erhielten Reſultate der diesjaͤhrigen Abiturienten-Pruͤfungen. Zu Oſtern ſtellten ſich dem Abiturienten⸗-Examen 6 Primaner. Von dieſen das Zeugniß Nro II. Blömeke, Joſeph aus Muddenhagen, 21 1/5 Jahr alt, 6 1/2 Jahr im Gymnaſium. Kayſer, Franz aus Oeſtinghauſen, 18 1/2 Jahr alt, 4 Jahre im Gymnaſium. Lühmann, Ludwig aus Daſeburg, 25 1/2 Jahr alt, 6 1ſ2 Jahr im Gymnaſium. Wrede, Wilhelm aus Manrode, 10 1/2 Jahr alt, 7 1/2 Jahr im Gymnaſium. Weskamp, Anton aus Alhauſen, 23 2/3 Jahr alt, 6 Jahre im Gymnaſium. b. Bei der am Ende Auguſt's mit 41 Primanern vorgenommenen Prüfung erhielten das Zeugniß Nro I. Girſch, Wennemar aus Mühlheim, 21 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. Müller, Heinrich aus Weiden, 20 Jahre alt, 4 1/2 Jahr im Gymnaſium. Peters, Johann aus Allendorf, 22 Jahre alt, 5 Jahre im Gymnaſium. Reckmann, Chriſtian aus Neuenkirchen, 24 1/2 Jahr alt, 2 Jahre im Gymnaſium. Ruther, Anton aus Sandebeck, 19 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. Schüth, Johann aus Harth, 22 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. Das Zeugniß Nro II. mit mancherlei Unterſchiede, 1. 2. 3. 4. der im Zeugniſſe angegeben iſt. Antfeld, Heinrich aus Delbrück, 21 Jahre alt, 2 Jahre im Gymnaſium. Auſt, Wilhelm aus Buüren, 24 1/2 Jahr alt, 3 Jahre im Gymnaſium. Backhaus, Heinrich aus Paderborn, 18 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. Böhmers, Theodor aus Paderborn, 19 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. Dierks, Johann aus Merlsheim, 21 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. Dunſche, Heinrich aus Paderborn, 21 Jahre alt, 2 Jahre im Gymnaſium. Fiſcher, Wilhelm aus Paderborn, 18 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. Hahn, Ferdinand aus Paderborn, 12 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. v. Haxthauſen, Albert aus Paderborn, 18 Jahre alt, 3 Jahre im Gymnaſium. Heitemeyer, Albert aus Driburg, 19 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium, Helfmann, Anton aus Verl, 24 Jahre alt, 2 Jahre im Gymnaſium. Hemmer, Anton aus Paderborn, 21 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. Honervogt, Joſeph aus Paderborn, 21 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. Houdinet, Joh. Baptiſt aus Paderborn, 18 1/2 Jahr alt, 6 Jahre im Gymnaſium. Köchling, Johann aus Paderborn, 21 1/2 Jahr alt, 6 Jahre im Gymnaſium. Krenke, Johann aus Atteln, 22 Jahre alt, 7 Jahre im Gymnaſium. Krevet, Ludwig aus Ahden, 20 Jahre alt, 5 Jahre im Gymnaſium. Offergeld, Joſeph aus Neuhaus, 20 1/2 Jahr alt, 6 Jahre im Gymnaſium. Pees, Johann aus Paderborn, 19 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. Plettenberg, Adolph aus Paderborn, 21 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. 21. v. Poſt, Heinrich aus Lügde, 20 Jahre alt, 5 Jahre im Gymnaſtum. 22. Potthaſt, Joſeph aus Vörden, 23 1/2 Jahr alt, 6 Jahre im Gymnaſium. 23. v. Rappard, Walther aus Minden, 13 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. 24. Rüſenberg, Werner aus Steinheim, 20 Jahre alt, 5 Jahre im Gymnaſium. 25. Runte, Heinrich aus Delbruͤck, 19 Jahre alt, 5 Jahre im Gymnaſium. 26. Schlegel, Carl aus Paderborn, 12 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſtum. 27. Schrick, Joſeph aus Brakel, 20 1/2 Jahr alt, 6 Jahre im Gymnaſium. 28. Seppeler, Bartholmä aus Verl, 19 Jahre alt, 2 Jahre im Gymnaſium. 29. Stamm, Heinrich aus Vörden, 23 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. 30. Stricker, Anton aus Klarholz, 23 Jahre alt, 2 Jahre im Gymnaſium. 31. Strunz, Anton aus Delbrück, 19 Jahre alt, 2 Jahre im Gymnaſium. 32. Traube, Meinolph aus Paderborn, 20 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. 33. Vennewitz, Friedrich aus Beverungen, 19 Jahre alt, 1/2 Jahr im Gymnaſium. 34. Vollmer, Caſpar aus Oſtereiden, 25 Jahre alt, 6 Jahre im Gymnaſium. 35. Wiegels, Anton aus Hartenfeld, 25 Jahre alt, 1/2 Jahr im Gymnaſium. *Außer dieſen wurden im Laufe des Schuljahres noch 17 pro maturitate geprüft, von denen nur 3 an dem hieſigen Gymnaſium auf Schulen geweſen waren. — C. Nachweiſe uͤber die Vertheilung der Praͤmien. Zweite CClaſſe I. 1. RNeligionslehre. Pr. Carl Schnettler aus Altenhagen. Cert. 1. Anton Heitland aus Geſeke. 2. Ignaz Fiſcher aus Warburg. 3. Ignaz Heidenreich aus Warburg, Johannes Kleine aus Paderborn und Johannes Schäfer aus Herford. 4. Franz Rieſen aus Paderborn. 5. Bernard Dahme aus War⸗ burg und Johannes Auvermann aus Silbecke. 2. Mathematik, Pr. Joſeph Melgers aus Verna. Cert, 1. Johannes Höſchen und Johannes Otto aus Paderborn. 2. Carl Schnettler. 3. Ignaz Heidenreich. 4. Ferdinand Varro aus Neuhaus und Franz Rieſen. 5. Chriſtoph Hennerke aus Hövelhof.— 3. Stilübung im Deutſchen. Pr. I. Joſeph Melgers. II. Carl Schnettler. Cert. 1. Bernard Dahme und Ferdinand Becker aus Höxter. 2. Ferdinand Varro. 3. Alexander Schmitz aus Rheda und Johannes Otto. 4. Eduard Duve aus Kaſſel, Johannes Koch aus Paderborn und Philipp Wiegers aus Ruthen. 4. Stilubung im Latein. Pr. I. Joſeph Melgers. II. Bernard Dahme. Cert. 1. Carl Schnettler. 2. Franz Rieſen. 3. Ferdinand Varro. 4. Alexander Schmitz und Philipp Wiegers. 5. Griechiſche Ueberſetzung. Pr. Carl Schnettler.. Cert. 1. Alexander Schmitz und Johannes Otto. 2. Johannes Höſchen, Johannes Rump aus Kirchhunden und Joſeph Melgers. 3. Franz Rieſen 4. Ferdinand Menne aus Brakel, Ferdinand Varro und Johanues Schäfer. 5. Philipp Wiegers. 6. Geſchichte. Pr. Eduard Duve. Cert. 1. Johannes Rump. 2. Peter Erich aus Neuhaus. 3. Ferdinand Varro und Johannes Otto. 4. Alexander Schmitz und Ferdinand Menne. 5. Anton Bröker aus Paderborn und Anton Heitland. Zweite Clafſe lII. 1. Religionslehre.. Pr. Johannes Simon ans Iggenhauſen. G 1 Cert. 1. Joſeph Behlen aus Brakel. 2. Ferdinand Blume aus Paderborn und Heinrich Wilmes aus Drolshagen. 3. Johannes Hoppe aus Fürſtenau. 4. Anton Düchting aus Paderborn und Friedrich Kleinſchmidt aus Steinheim. 5. Bernard Lieneken aus Salzkotten, Heinrich Steins aus Altenheerſe, Hermann Verſen von der Ol⸗ denburg und Joſeph Stücker aus Prder hur. 2. Mathematik. Pr. Carl Stubbe aus Cörbecke.— Cert. 1. Friedrich Vüllers aus Paderborn und Hermann Verſen. 2. Theodor Fickermann aus Werl. 3. Heinrich Wilmes. 4. Anton Meyer aus Gehrden. 5. Wilhelm Schuͤtze aus Geſeke. 3. Stilübung im Deutſchen. Pr. I. Johannes Kutſcheit aus Paderborn. II. Arnold Bickmann und Johannes Schwanke aus Paderborn. Cert. 1. Alexander Bachmann aus Paderborn, Auguſt Dörries aus Eſchwege, Joſeph Karneim aus Medebach und Julius Philippi aus Stadtberg. 2. Anton Meyer, Heinrich Gehle und Heinrich Klein aus Paderborn, Heinrich Wilmes, und Wilhelm Schüͤtze. 3. Carl Stubbe, Carl Weſtphalen aus Salzkotten, Heinrich Steins, Hermann Verſen und Theodor Fickermann. 4. Franz Luis und Joſeph Laufkötter aus Paderborn und Wilhelm Duddenhauſen aus Nieheim. 4. Stilubung im Latein. Pr. I. Wilhelm Schütze. II. Heinrich Steins.. Cert. 1. Johannes Kutſcheit und Johannes Schwanke. 1. Arnold Bickmann, Friedrich Kleinſchmidt, Heinrich Gehle, Heinrich Wilmes und Johann Traube. 3. Anton Meyer, Carl Stubbe, Carl Weſtphalen, Theodor Fickermann. 4. Hermann Verſen, Joſeph Karneim und Wilhelm Verſen aus Beverungen. 5. Griechiſche Ueberſetzung. Pr. Wilhelm Schütze. Cert. 1. Heinrich Gehle, Hermann Verſen und Johannes Schwanke. 2. Carl Stubbe und Theodor Fickermann. 3. Hermann Drolshagen aus Huſen und Joſeph Karneim. a. Bernard Lieneken und Wilhelm Verſen. 5. Anton Meyer, Auguſt Dörries, Heinrich Steins und Johannes Kutſcheit. 6. Geſchichte. Pr. Johannes Kutſcheit. Cert. 1. Alexander Bachmann und Theodor Fickermann. 2. Auguſt Dörries, Bernard Lieneken und Ludwig Duve aus Kaſſel. 3. Heinrich Steins und Hermann Verſen. 4. Johannes Schwanke und Wilhelm Schütze. 5. Ferdinand⸗Rieſen und Franz Conze aus Paderborn, Friedrich Kleinſchmidt und Ignaz Copperjan aus Paderborn. 7 7. Deutſches Schreiben. Pr. Ferdinand Rieſen. Cert. 1. Julius Weſtphalen aus Salzkotten. 2. Anton Berens aus Paderborn und Heinrich Steins. 3. Carl Weſtphalen. 4. Daniel Henze aus Paderborn. 5. Bernard Lieneken und Joſeph Stücker. 3. Lateiniſches Schreiben. Pr. Daniel Henze. d 4 Cert. 1. Ferdinand Rieſen. 2. Julius Weſtphalen. 3. Heinrich Steins. 4. Anton Berens. 5. Carl Weſtphalen. * Oritte Claſſe. 1. Religionslehre. Pr. Chriſtoph Brandt aus Paderborn. Cert. 1. Heinrich Crux aus Brakel und Heinrich Klocke aus Borgentreich. 2. Johannes Aufenanger aus Natzungen und Ludwig Simon aus Willebadeſſen. 3. Bartholmä Köſters aus Paderborn, Chriſtoph Böhle aus Dahl, Joſeph Vonderlage aus Oſſen⸗ dorf und Theodor Menke aus Schildeſche. 4. Wilhelm Spiegelthal aus Paderborn. 5. Anton Richters aus Neuhaus und Joſeph Kuſterarent aus Thüle. 13 2. Mathematik. Pr. Ferdinand Lohrmann von Uebelngönne. Cert. 1. Bartholmä Köſters. 2. Hermann Krönig aus Bielefeld. 3. Anton Vattmann 3 ee ea ets 4. Chriſtoph Brandt. 5. Johannes Aufenanger und Theodor enke. 3. Deutſche Ueberſetzung. Pr. I. Wilhelm Ohly aus Minden. II. Bartholmä Köſters und Wilhelm Spiegelthal. Cert. 1. Carl Seiler aus Beverungen und Joſeph Küſterarent. 2. Eduard Lenzmann aus Beverungen, Johannes Aufenanger, Rudolph Rochs aus Stettin und Theodor Menke. 3. Chriſtoph Böhle, Friedrich Brandis aus Paderborn und Friedrich Weber aus Allhauſen. 4. Anton Richters, Carl Schwubbe aus Nieheim und Ferdinand Lohrmann. 4. Lateiniſche Ueberſetzung. Pr. I. Friedrich Weber. II. Johannes Aufenanger. Cert, 1. Wilhelm Ohly und Bartholmä Köſters. 2. Anton Richters, Eduard Lenzmann, Friedrich Brandis und Wilhelm Spiegelthal. 3. Carl Schwubbe und Joſeph Kü⸗ ſterarent. 4. Carl Seiler, Rudolf Rochs und Theodor Menke. 5. Griechiſche Ueberſetzung. Pr. Ferdinand Lohrmann und Joſeph Küſterarent. Cert. 1. Heinrich Klocke und Wilhelm Ohly. 2. Johannes Aufenanger, Theodor Menke und Wilhelm Spiegelthal. 3. Anton Richters, Bartholma Köſters, Eduard Lenz⸗ mann und Hermann Kroöͤnig. 4. Chriſtoph Böhle und Joſeph Vonderlage. 5. Anton Vattmann und Friedrich Weber. 6. Geſchichte. Pr. Ferdinand Lohrmann.—. Cert. 1. Heinrich Crux und Wilhelm Ohly. 2. Hermann Krönig, Joſeph Brion aus Paderborn und Theodor Menke. 3. Joſeph Küſterarent. a. Chriſtoph Brandt. 5. Anton Vattmann und Bartholmä Köſters. & 7. Deutſches Schreiben. Pr. Wilhelm Ohly. Cert. 1. Theodor Menke. 2. Friedrich Brandis. 3. Johannes Aufenanger und Joſeph Küſterarent. 4. Anton Richters und Ludwig Simon. 5. Anton Vattmann und Joſeph Brion. 6. Lateiniſches Schreiber. Pr. Wilhelm Ohly. Cert. 1. Johannes Aufenanger. 2. Joſeph Brion. 3. Heinrich Klocke. 4. Anton Richters. 5. Friedrich Brandis und Joſeph Beſeler aus Paderborn. Vierte Claſſe. 1. Religionslehre. Pr. Franz Hahn und Gabriel Happe aus Paderborn. Cert. 1. Heinrich Fedter aus Altengeſeke und Johannes Sicken aus Libtenan.. Joſeph Wiethoff aus Menden. 3. Carl Rören aus Paderborn und Conrad Srade aus Weiberg. 4. Adam Mitzkowsky aus Minden, Ignaz Köhler aus Erwitte und Ignaz Otto aus Sandebeck. 5. Heinrich Cönen, Joſeph Neukirch aus Paderborn und Stephan Kecspe aus Attendorn. 2. Mathematik. Pr. Joſeph Molitor aus Calle. Cert. 1. Ignaz Köhler und Janaz Otto. 2. Joſeph Wiethoff. 3. Conrad Stades und Joſeph Schöttler aus Dringenberg. 4. Adam Nitzkowsky, Carl Rören und Heinrich Fedter. 5. Ferdinand Korb aus Kämpenfeld, Gabriel Happe, Joſeph Volbracht aus Stadiberg und Wilhelm Everken aus Paderborn. 3. Deutſche Ueberſetzung. Pr. 1. Carl Rören. II. Gabriel Happe. — 8* — Cert. 1. Joſeph Wiethoff. 2. Franz Gehle aus Paderborn und Franz Hahn. 3. Adam Mitzkowsky, Conrad Stades, Joſeph Neukirch und Joſeph Vollbracht. 4. Alexander Krohne aus Dreckburg, Ferdinand Korb und Joſeph Schöttler. a. Lateiniſche Ueberſetzung. Pr. I. Gabriel Happe. II. Franz Gehle und Joſeph Wiethoff. Cert. 1. Adam NMitzkowsky und Janaz Otto. 2. Conrad Stades, Franz Hahn und Heinrich Wegener aus Eſſentho. 3. Carl Rören und Johannes Sicken. 4. Ferdinand Korb, Ignaz Köhler, Peter Bram aus Wickede und Stephan Keespe. 5. Griechiſche Ueberſetzung. Pr. Ignaz Otto. Cert. 1. Franz Gehle, Franz Hahn, Joſeph Wiethoff und Ignaz Schnückel aus Warburg. 2. Carl Rören, Johannes Sicken und Joſeph Schöttler. 3. Alexander Krohne und Franz Lechtenberg aus Vreden. 4. Conrad Stades, Johannes Block aus Paderborn und Joſeph Molitor. 5. Adam Nitzkowsky und Ignaz Köhler. 6. Geſchichte und Geographie. Pr. Johannes Sicken. Cert. 1. Carl Rören, Franz Hahn und Ignaz Otto. 2. Conrad Stades. 3. Joſeph Neukirch, Joſeph Volbracht und Joſeph Wiethoff. 4. Ferdinand Korb, Gabriel Happe, Ignaz Köhler und Joſeph Schöttler. 5. Joſeph Spiegelthal aus Pader⸗ born, Theodor Brinkmann aus Corvey und Wilhelm Everken. 7. Deutſches Schreiben. Pr. Johannes Sicken. Cert. 1. Adam Mitzkowsky. 2. Alexander Krohne, Carl Rören und Heinrich Wegener. 3. Heinrich Fedter und Joſeph Volbracht. a. Heinrich Cönen, Heinrich Hartmann aus Paderborn und Joſeph Schöttler. 5. Franz Gehle und Joſeph Wiethoff. 3. Lateiniſches Schreiben. Pr. Johannes Sicken. Cert. 1. Adam Mitzkowsky. 2. Heinrich Fedter und Joſeph Volbracht. 3. Heinrich Hartmann, Heinrich Wegener und Joſeph Schöttler. 4. Carl Rören und Joſeph Molitor. 5. Franz Gehle und Ignaz Otto. Fuͤnfte Claſſe. 1. Religionslehre. Pr. Joſeph Mühlenkamp aus Stukenbrock. Cert. 1. Heinrich Dorenberg aus Beckum und Joſeph Schmidt aus Hagen. 2. Carl Waltemode aus Hummerſen, Carl Weierſtraß aus Oſtenfelde und Raymund Koch aus Brakel. 3. Carl Greven aus Wenner und Hubert Arens aus Bleiwäſche. 4. Eduard Engelhardt aus Paderborn und Mathias Meyer aus Brakel. 5. Anton Linnenbrink aus Paderborn und Carl Tholus aus Dahl. 2. Mathematik. Pr. Eouard Engelhard und Joſeph Schmidt. Cert. 1. Bernard Laerberg aus Watersloh und Carl Weierſtraß. 2. Gerhard Welſchof aus Stukenbrock, Heinrich Dorenberg und Wilhelm Ahlert aus Paderborn. 3. Carl Waltemode, Guſtav von Wilmowsky aus Paderborn und Lorenz Bredenoll aus Erwitte. 4. Ferdinand Antfeld und Liborius Witte aus Delbrück. 5. Anton Linnenbrink, Bernard Baumhöer und Franz Drees aus Paderborn, Joſeph Muh⸗ lenkamp und Raymund Koch... 3. Deutſche Ueberſetzung. Pr. I. Gerhard Welſchof.. II. Carl Ahlemeyer aus Paderborn und Heinrich Dorenberg. Cert. 1. Carl Weierſtraß und Eduard Engelhardt. 2. Franz Drees und Friedrich Bent⸗ feld aus Paderborn. 3. Heinrich Meyer aus Paderborn, Jeſeph Mühlenkamp, Joſeph Schmidt und Mathias Meyer. 4. Anton Linnenbrink, Bernard Baumhöer, Guſtav von Wilmowsky, Raymund Koch und Theodor Höcker aus Paderborn. 4. Lateiniſche Ueberſetzung. Pr. I. Carl Weierſtraß. II. Eduard Welſchof. Cert. 1. Eduard Engelhardt. 2. Franz Drees, Joſeph Schmidt und Mathias Meyer. 3. Johannes Bentler aus Paderborn und Raymand Koch. 4. Bernard Baumhöer, Friedrich Bentfeld, Heinrich Dorenberg und Liborius Witte. 5. Griechiſche Ueberſetzung. Pr. Guſtav van Wilmowsky und Wilhelm Ahlert.. Cert. 1. Heinrich Dorenberg, Joſeph Mühlenkamp und Raymund Koch. 2. Carl Weier⸗ ſtraß, Hubert Arens und Joſeph Schmidt. 3. Gerhard Welſchof und Mathias Meier. 4. Carl Waltemode. 5. Eduard Engelhard und Joſeph Gieffers aus Graffeln. 6. Geſchichte und Geographie. Pr. Joſeph Gieffers.. Cert. 1. Joſeph Schmidt und Mathias Meyer. 2. Carl Weierſtraß, Guſtav von Wilmowsky und Joſeph Mühlenkamp. 3. Hubert Arens und Wilhelm Ahlert. 4. Carl Tholus, Gerhard Welſchof und Wilhelm Heſſe aus Paderborn. 5. Heinrich Dorenberg und Heinrich Meyer. 7. Deutſches Schroiben. Pr. Carl Greven. Cert. 1. Carl Waltemode und Mathias Meyer. 2. Heinrich Dorenberg, Heinrich Meyer und Raymund Koch. 3. Wilhelm Ahlert. 4. Lorenz Bredenoll. 5. Eduard Engelhardt.— 3. Lateiniſches Schreiben. Pr. Mathias Meyer. Cert. 1. Carl Greven, Carl Waltemode und Wilhelm Ahlert. 2. Heinrich Dorenberg und Raymund Koch. 3. Heinrich Meyer. 4. Franz Drees. 5. Carl Tholus, Eduard Engelhard und Johannes Marzeller aus Paderborn. Sechste Claſſe,. 1. Religionslehre. Pr. Franz Stolte aus Borgholz. Cert. 1. Engelbert Brenken aus Delbruͤck und Lorenz Müller aus Paderborn. 2. Adolph Buſe aus Paderborn und Franz Mönnig aus Werl. 3. Heinrich Ortmann aus Bentfeld. 4. Hermann Gellhaus aus Allhauſen und Johannes Koch aus Delbrück. 5. Anton Drake aus Meerhof und Franz Horſtmann aus Oſtenland. 2. Mathematik. Pr. Franz Mönnig. Cert. 1. Eduard Mindel aus Paderborn. 2. Adolph Buſe. 3. Heinrich Vathener aus Allen. 4. Ferdinand Ohly. 5. Adolph Holzapfel aus Paderborn und Wilhelm von Hövel aus Herbeck.. 3. Deutſche Ueberſetzung. Pr. I. Adolph Buſe.. II. Lorenz Müller. Cert. 1. Adolph Holzapfel und Ferdinand Ohly aus Paͤderborn. 2. Anton Hilker aus Paderborn. 3. Anton Vonderbeck aus Paderborn. 4. Everhard Klahold und Eduard Mindel aus Paderborn. 8 4. Lateiniſche Ueberſetzung. Pr. I. Lorenz Müller. II. Adolph Buſe. 3 Cert, 1. Franz Nolte. 2. Heinrich Reker aus Hummerſen. 3. Anton Drake und Ererhard Klahold. 4. Adolph Holzapfel, Eduard Mindel und Heinrich Ortmann. 5. Deutſche Sprachlehre. Pr. Ferdinand Ohly.. Cert. 1. Franz Mönnig. 2. Eduard Mindel. 3. Heinrich Reker. a. Heinrich Ort⸗ mann und Joſeph von Vincke aus Haus Kilver. 6. Geſchichte und Geographie. Pr. Ferdinand Ohly. Cert. 1. Adolph Buſe. 2. Heinrich Reker. 3. Franz Mönnig. 4. Joſeph Bukes aus Beverungen und Wilhelm Fickermann aus Werl. 5. Eduard Mindel und Anton Vonderbeck.. 2. Deutſches Schreiben. Pr. Ferdinand Ohly und Ludwig Caſteel aus Stadtberg.— Cert. 1. Ferdinand Grewen aus Emmerich und Hermann Biermann aus Stadtberg. 2. Adolph Buſe. 3. Heinrich Reker. 4. Eduard Mindel. 5. Everhard Klahold. 8. Lateiniſches Schreiben. Pr. Hermann Biermann. Cert. 1. Ferdinand Grewen und Ludwig Caſteel. 2. Adolph Buſe und Ferdinand Ohlv. 1 3. Heinrich Reker und Robert Batſche aus Paderborn. 4. Auguſt Gottſchalk aus Paderborn. 5. Adolph Holzapfel, Eduard Armbrüſter aus Graudenz, Eduard Mindel und Wilhelm Kathen aus Elſterwerda. —nSten D. Stand des Lehrapparats. Der Lehrapparat blieb im Ganzen faſt wie im vorigen Jahre. Die Bibliothek und die Naturalien⸗Sammlung wurden bedeutend vermehrt. Ein hohes Miniſterium ſchenkte in dieſem Jahre der Gymnaſial-Bibliothek ein Exemplar der Chrestomathie Mandschou von Klaproth, ein Exemplar der Gymnaſtik aus dem Geſichtspunkte der Diätetik und Pſy⸗ chologie von C. F. Koch, und eine Charte, den Ager Romanus vorſtellend. Ferner er⸗ hielten wir durch ein Königl. Provinzial⸗Schul⸗Collegium ein Exemplar der lateiniſchen Schulgrammatik des Oberlehrers Burchard, und eine Abhandlung über den Volkscharackter der Athenienſer und der Römer, von Witthaus. E. Unterſtuͤtzung duͤrftiger Schuͤler. Für die Unterſtuͤtzung ſo vieler dürftiger Schüler durch Freitiſche und Geld ſtatten wir den wohlthätigen Einwohnern Paderborns herzlichen Dank ab. §. 4. Zur Nachricht. Das künftige Schuljahr nimmt am 1oten October mit feierlichem Gottesdienſte in der Univerſitäts⸗Kirche ſeinen Anfang. An den beiden folgenden Tagen ſind die Pruüfungen der auswärtigen Schüler, welche neu in das Gymnaſium eintreten wollen. Am 13ten beginnt der Unterricht. —44.— Ueberſicht der ſtatiſtiſchen Verhaͤltniſſe des Gymnaſium in Paderborn, im Schuljahre 1829/30. Allgemeiner Kehrplan. ——XBBUää;— Claſſen und Stunden. MWMaUmwmnnnunhnnmnaen AMAAM Collegium. An * 8 1. IIa. II b. III. IV. V. VI. Lateiniſch Griechiſch Deutſch Hebräiſch Religion Pſychologie Logik Mathematik Naturkunde Erdkunde Geſchichte Zeichnen Schoͤnſchreib. Singen — ₰½ Hauptlehrer: Hilker. Haas. Gundolf I. Püllenberg. Ahlemeyer. Leßmann. Gundolf II. Schwubbe. Tognino. Luke. Richter. Bade. Berens. Schulamtskan⸗ didat Redemann. Zeichnenlehrer: Brand. Schreiblehrer: Kurze. Praͤzeptoren: Niggeweg. Bieling. Bade. Lohmann. Brockmann. Happe. Becker. Hoffmann. [AAε 0 — 42* — 2 d= Ila 4 „„ — — 0 0+. S d dlllalal8 0 l! 2— 31 1ſB2 2o ſ2 2I IIalor=lS 5 Abiturienten waren 50 40 WMUnnnumnwnnnnnnm mm u b er ianische Gymnasium z u der born chuljahre 1829730. WMe, ie ſind auf Gymnaſien neuhochdeutſche laſſiker zu leſen? on dem Oberlehrer K. Richter. Farbkarte 13 4 chlegel, Univerſitäts⸗Buchdrucker.