XXVII-IIo Jeihkesbekjøhtr ders Herzogljohen Friedric hs Obekrealsohule kiik das schuijahkxt909—1910, herausgegeben von dem Direktots der Anstalt Prok. Dr. M. Piepek. Inhalt: 1. Unser,1«andesmuseum. Vom Professol- K. Ströse. 2. schulnachrichten. Vom Direktor. D e s s a u. Hokbuchdruckerei C. Dünnhaupt. 1910. 1910. Programm Nr. 939. Herzogljchen Friedrichs-Obertsealschule km das schutjatsik 1909—1910, herausgegeben von dem Direktols der Anstalt Prof. Dr. M. Piepek. Inhalt: l. Unser Landesmuseum Vom P1«()fess()1- K. Art-Use Z. Sehulnaclnsichteu Vom Direktor-. ——--- FOR-KO- I) e s s a u. Hofbnchdruckerej Ps. Dünnliaupt. 1910. 1910. Programm N1·. 939. Il. Ill. lV. Vll. Inhalt. A. Wissenschaktliehe Beilage Unser Landesmusenm. Vom Professor l(. sit-Use. Lebt-verfassung- 1 Übeisielit iibei die einzelnen Lelusgsegenstämle .Veiteilung« der Lektioiien IRS-ON schulwesen chronilc. statistische Mitteilungen- 1. Fiequenztabelle küi das Schnljalns 1909j10 2. Religions- und Heimatsverhältnisse(le1- Sehiile1- Z. Übersicht iibeis die Abiturienten und die iibrigen schiile1-, 1909 bis l. Februar 1910 verlasseii haben . Lehrapparat Vl. stiftungen unci Unterstützungen von schüleisn - B. sehulnaelnsichteik .Kla-ssenlelitiire und Themata(1e1 Auksätze in(1e11 Klassen Piimii nnd sekninla .Dje Themata und Aufgaben der schriftlichen Reikepiiiknng :). Die iIn Sehuljahie 1909j10 gebiauchten schulbiichei Mitteilungen aus den Verfügungen Herzogliclier Regier11i1g, Abteilung für das welche die Anstalt vom 1. Februa1- Mitteilungen an ciie Elterti oder die stellvertreter derselben sil. Seit-e 23-14 15 16—17 18—19 l9—20 20—21 22—27 27—29 30 30 31 32—33 34 Zf—36 Unser Landesmuseum. Ältestes bewahrt mit Treue, Freundlich aufgefaBtes N eue, Heitern sinn und reine Zwecke: Nun, man kommt wohl eine Strecke. Goethe Im Laufe dieses Jahres werden sicli voraussichtlich die Pforten des Landesmuseums dei- Stadt Dessau öffnen, des ersten öffentlichen Museuins» in Anhalt. Dem neuen Institute tallt die Aufgabe zu, die natürlichen und kulturellen Verhältnisse sowohl der Residenzstadt als des Kreises Dessau und weiterhin des ganzen Herzogtums durch gegenstandliche Darbietung-en vor Augen z11 führen. Zugleich soll es zeigen, wie die«jetzig«e11 verhaltnisse sich entwickelt haben; aucli soll es erkennen lassen, in welchen Beziehungen zu der weiteren und weitesten Umgebung das stuclc deutscher Erde steht, das wir unsere Heimat nennen. Das Museum wird also im wesentlichen einen geographisch-kulturhistorischen Charakter tragen. Obwohl der Mag-ist1«at der stadt Dessau bereits seit etwa einem Jahrzehnt die Begründung eines Heimatmusenins ins Auge gefasst, Privatsammlungen erworben und auf eigne Han(l Samm- lungen angelegt hat, obwohl ferner die Herzog-liebe staatsregierung angeordnet hat, dals zwei staatliche Sammluiigseii in dem Museum Aufstellung jindeii werden, kami das Landesmuseum selbst- verständlich nicht in einer schon einiger-knallen ausgereift-en Einrichtung an das Licht treten. Der Ausbau wird noch Jahre erfordern. so muB der im folgenden zu skizzierende Plan in vielen Teilen nur als ein Postulat aufgefath werden, als ein Idealplan, dessen Verwirklichung erstreben-s- wert erscheinen dürfte. l. Von grundlegender Bedeutung ist die geographische Lag-e eines Ortes. Die erste lie- stimmung der Lage von l)essau, die Anspruch auf Korrektheit machen kann, ist durch Uerlk U lr.- Ant. Vieth im Jahre 1807 geschehen. Revisionen dieser Bestimmung hat samuel H ein r. Schwabe(geb. 25.0ktobe1«1789 in l)essau, gest. ebendort 11·b’el)1-11a1-1875) vorgenommen. lcs werden sicli Andenken(Bildnisse, H"an(lscln«iften) an diese beiden bedeutenden Manne-r herbeischatten lassen; vielleicht sind sogar die lnstrumente, deren sie sicli bei ihren Messung-en bedienten, noch vorhanden und kennen für das Museum erworben werden. Die Methode der Ortsbestimmung mull in dem ,,Ftihrer«, von dem unten ausführlicher die Rede seiii wird, in Kürze klargelegt werden. Die Darstellung der Lage mehrerer Punkte leitet Über zmn Entstehen der Plane und Karten. Es wird möglicli sein, aucli dem nicht faclimåinnisch Vorgebildeten wenigstens die Grundzüge de1- Landesvermessung zu erklären, ebenso das Nivellement und die wichtigsten Methoden der Feldmelzkunst Die Frage: Wie entsteht eine Karte? ist 211 wichtig, als daB sie an dieser Stelle Übergangen werden dürfte. Ortsplane und Flurkarten, Forstkarten und Blatt-er der Landesaufnahme älteren und neuesten Datums würden, in geeigneter erise zusammengestellt, zeig-en, wie von grolleren zii kleineren MaBstaben übergegangen wird, und wie schlieIZlich die Ubersichtskarte entsteht, welche die Lage des Heimatlandes im Deutschen Reiche zu1« Anschauung bringt. schichtenreliefs (mit tunlichst geringer Uberhohung) vom U nterharze und dem mittleren saalegebiete mindestens dürfen nicht fehlen. 2. Die Beschaffenheit des Bodens wird durch die Jlineralien- und Gesteinsammlungen er- läutert. Es kommt hier darauf an, die gesteinbildenden Mineralien einmal gesondert und in typischen 4 Exemplar-en und sodann in ihren Ver-banden zu Gesteinen vorzufiihren Die Gesteine müssen in unverwittertem und verwittertem Zustande ausliegen, und es mulz gezeigt werden, wie die Boden- krume entsteht. eriter kommen an dieser stelle zur bildliehen Darstellung die Schutthalden und Dünen, die Erosionsformen des Gelandes, die Entstehung der JEluBsehleifen und dergleichen; selbst- verständlich jinden hier auch die oi«g«anog-eiie11 Gesteine Berücksichtiguan Nfeiterhin wird es sieh um eine Übersicht über die historische Geologie handeln. Es werden vorerst die sehichten ihrer Altersfolge nach im allgemeinen vorgeführt und daneben die wichtigsten Leitfossilien in Musterstücken von klassischen Fundorten vom Obersilur bis zur Jetzt- zeit haben wir in Anhalt sämtliche Formationen vertreten. Sie kommen nebst den darin gefundenen Resten zur Aufstellung- Besondere Berücksichtigung verlangen die an dem grolzteii Teile der Bodendecke wesentlich beteiligteii jüngsten Formationen. Gesondert von dieser Unterabteilung werden die nutzbar-en Gesteine und Mineralien, die sich im Lande finden und die zum Gebrauche von auswarts eingefühist werden, zur Auf- stellung kommen. Einen vortrefflichen Uberblick über das gesamte Mineralreioh wird die von Herrn Kom- merzienrat Venator in Dessau dem anhaltischen staate geschenkte bedeutende Mineralien- sammlung seines 1893 verstorbenen Vaters, des vormaligen Bergingenieurs E· Venator, gewahren. Diese Sammlung ist ein abgeschlossenes Ganzes, und ieh werde im zweiten Teile dieser Abhandlung- naheis auf einen Teil derselben einzugehen haben, indem ich daran zu zeigen versuche, in welcher "Weise schausammlungsen auch schwieriger Objekte für schüler nutzbar gemaclit werden können. Z. Aufgabe der biologischen Abteilung wird es sein, an Beispieleii den Zusammenhang« zwischen Boden, Klima, Piianzen- und Tierwelt und die Beziehungen der Piianzen und Tiere unter sieh und zum Menschen zu zeig-eri. Gewisse Gruppen in der gleichen Abteilung der Museen in Bremen, in Altona und in Berlin werden als Musteis dienen. Auf Yollstandigkeit ist weniger Gewicht zu legeii als darauf, das Charakteristische in geeigneter Weise hervorzuheben. Das Museum birgt bereits zwei wissenschaftliche saminlungen, die vorerst- Material für die schausammlungen abgeben können: Das IsIerbar des Vereins für Landeslcunde und Naturwissenschaften und eine sehr reichlialtige, wohlgeordnete Kafersannnhing Es besteht die Absicht, aus diesen sammlungen von Zeit zu Zeit Formenkreise in geeigneten scliaukasten zusaimnenzustellen, um die wunderbaren Variationen einer Grundgestalt und die zarten«l«.lberg"änge von Form zu Form zu demonstrieren. Bei der Einrichtung dieser drei ersten Abteilungen sollte durch Einschaltung guter, eng an die Natiir sieh anlehnender Landschaftsbilder immer wieder auf das Einheitliche hingewiesen werden· Natur-getreue, lebensvolle Abbildungen sollten auch die ,,N atu1·denkmaler«, an denen die westlichen und ostlicheii Teile des Gebietes nicht arm sind, vor Augen führen. Glücklicherweise genielzen unsere grolzen Waldungeii, soweit sie Herzoglieher Privatbesitz sind oder dem Anhaltischen staate als Eigentum angehören, den Schutz, der ihnen als hervorragenden Naturdenkmalern gebührt,1) ist der Biber geschützt und ist aueli dafür gesorgt, dals die im Unterharze anstehenden Felspartien, soweit sie für das Landschaftsbild von Bedeutung sind, nicht dem steinbruehbetriebe anheimfallen. Gleichwohl aber wird es nicht zwecklos sein, wenn im Landesmuseum nachdrücklich und mit 1) ,,Unter Naturdenkmal wird ein ursprünglicher, d. h. ein von kulturellen Einkiiissen völlig oder nahezu unberühist gebliebenen lebloseis oder belebtei- charakteristischer Natnrkörper im Gelände, bezw. ein ursprüngliche-r Landschafts- oder Leb en szustand in dei- Natur voii hervorragendem, allgemeinem oder heimatlichem, wissenschaftliche-m oder ästhetischem Interesse verstanden-« Conwentz, Naturdenkmäler S. 186. O( gewisser Breite die Naturdenkmalptlege hervorgehoben wird, damit jedermann sich gewohnt, den Denkmalerii der Natu1- Beachtung zu schenken nnd in ihnen Dinge zu erblicken, die man zu schonen hat und die der Erhaltung wert sind.1) Die berufenen Ermittler zu pilegender Natur-- denkmale1- im Lande sind die Beamten der Forstverwaltungen und die Lehrer auf dem Lande. In dem neuen Landesmuseum erwächst ganz von selbst eine Zentralstelle fül« eine gegenseitige Verständigung über diese wichtige Angelegenheit- Die Beziehungen der Pflanzen und Tier-e zum Menschen treten besonders klar zutage in den Ergebnisseii der Akklimatisation und Veredelung zu Kulturzwecken· Es wird sich darum handeln, aus dem überreichen Stoffe Bezeichnendes für die Heimat auszuwahlen. Die Parkanlagen und Wälder der Umgebung von Dessau z. B. fordern auf zu einer Zusammenstellung der seit den Tagen des Fürsten Franz hier angebauten Baume fremdlandischer Herkunft. Schadliche und nütz- liche Wildtiere verlangen ferner Berücksichtigung ebenso wie Giftpflanzen und Arzneipilanzen. 4. Aus jenen fernen Zeiten, in denen zuerst Menschen die Gaben des Bodens in unserer Gegend ausnutzten, sind in Gestalt von prahistorischen Funden Zeugen auf uns gekommen. Die»Urnen«, die Stein- und Bronzegerate, die sich im Boden finden, haben, wie die Abbildungen in Beckmanns Historia des Fürstentums Anhalt 1700 beweisen, schon früh die Aufmerksamkeit erregt. Ordnungsmallig gesammelt ist in der Dessaue1" Gegend hauptsächlich von Dr. Frankel T) und Dr. Seelmann. Die Sammlung des letzteren ist in den Besitz der Stadt übe1-geg"a11g-eii, jedocli unter Aufsicht des Herrn Dr. Seelmann verblieben. Die bedeutende, in Grollkühnau aufgestellte Herzogliche prahistorische Sammlung kommt einstweilen für unser Museum nicht in Betracht Die Schausammlung des Landesmuseums besitzt Fundstücke in ununterbrochener Folge von der ältesten Steinzeit bis in die Wendenzeit hinein und gewahrt somit einen ausreichenden Überblick von der Urzeit an bis zur Christianisierung und Germanisierung der Lande aii Mulde und Elbe im elften Jahrhundert 5. Darin beginnt für unser Gebiet die historische Zeit. Auf die Ivendenzeit weisen viele nocli heute als wendisch zu erkennende Dorfanlagen hin, von denen Plane eine Anschauung geben werden. Die folgende Kolonisationszeit ist schon eng verknüpft mit der Geschichte des Hauses der Askanier. Diese Geschichte bis in die Jetztzeit hinein zu illustrieren, wird eine der Haupt- aufgaben des Landesmuseums sein müsseii; abeis es ist eine Aufgabe, deren Bewältigung nicht geringe Schwierigkeiten entgegenstehen Von Privaten ist-hier wenig gesammelt worden, ebenso- wenig von den Ortsbehorden und vom Vereine für Anh. Geschichte und Altertumskunde. Das wird unter anderem die Folg«e haben, dalZ die sinnfalligse Darstellung der bauerlichen und bürgerlichen Kultm früherer Jahrhunderte vorerst recht lückenhaft bleiben wird. Es ist das um so mehr zu bedauern, als erfahrungsmaBig die groBe Mehrzahl der Besucher eines Heimatmuseums der historischen Abteilung das lebhafteste Interesse entgegenbringt, ein viel regeres als den geographisch-naturwissen- schaftlichen Teile11. Denn die Natur-vvsisseiischaf"ten liegen nun einmal dein menschlichen Geiste un- bequome1« als die historischen inssenschaftem obwohl kein innerer Gegensatz Zwischen ihnen besteht.2) Das Bild, das die historische Beleuchtung der Volksentwickelung entstehen lallt-, wird runder, wenn es auch von geographischer Seite belichtet wird. In seiner»Geschichte der Stadt Dessau«3) 1) Es sei an dieser stelle auf die beachtenswerte Zusammenstelluiig:»Der schutz der Naturdenkmäler, die Ent- wickelung und Erfolge dieser Bestrebungen« hingewiesen die WinkelmanII im Osterprogramm des Schiller-Real- gynmasiums in Stettin 1908 gegeben hat-. 2) Paul Volkmann, Erkenntnisthe01«. Grundzüge, Leipzig 1910, S. 282 und 28b’. Z) Dessau 1901. 6 behandelt H.N"äsc11ke eingehend das Wachstum des städtischen VVeichbildes Man wird in An- lehnung an diese Ausführungen alle älteren und neueren stadtpläne zu einer Entwickelungsreihe zusannnenstellen. Bie Bewegung der Bevölkerung des Landes wird durch Karten zu veranschau- lichen sein, wie sie E. Xveyhe in seiner ,,Landeskunde des Herzogtums Anhalt« 1) gegeben hat. 6. Das Gebäude, das se. Hoheit der Herzog der stadt für die Zwecke eines Landesmuseums überwiesen hat, ist ein XVerk Alfred Messels(geb. 22. Juli 1853, gest. 24· Mär-z 1909).2) Die .-xusgestaltung der Vorhalle, des 7llreppenhauses und der grollen Repräsentationsraume gehört zu dein schönsten, was dieser Künstler an Innendekorationen geschaffen hat. so empfäng"t bildende Kunst vornehmer und edler Art den Besuchen Durch die Islraude-Sintenis-stiftung ist die Stadt in Besitz einer ansehnlichen Reihe alter- Bilder gelangt. Unter den Originalen in dieser sammlung befinden sich einige, die für die Geschichte der Malerei in Anhalt von Bedeutung sind. Dank dei- Geldmittel aber, welche auller der genannten stiftung auch die Dr. Nathan-Meyer- stiftung gewährt, ist es möglicli gewesen, nicht nur die Sammlung von Werken einheimischer Künstler zu vervollständigen, sondern aucli weiterhin Bildwerke zu erwerben, die einen Ausbliclc in die gesamte deutsche Kunst der Gegenwart eröffnen. 7. Auch soweit es sich in Handel und verkehr, in Gewerbe und Industrie äulZert, wird das kulturelle Leben der Gegenwart nicht unbeachtet bleiben. ine die Fachmuseem so sollen auch die Heimatmuseen sich nicht darauf beschränken, die verbindung mit der vergangenheit her- zustellen und zu erhalten. Freilich werden sie nicht die Aufgabe der Gewerbemuseen zu der ihrigen machen, nnd es gilt, aus der Fülle des sich Darbietenden weise auszuwählen unter Wisahrung des landeskundlichen Prinzipes Die auf die Einrichtung eines Heimatmuseiims ver-wendeten und noch zu verwendenden Mühen und Kosten lohnen sich nur dann, wenn es gelingt, es zu brauchbar-ein Volksbildungsmittel auszugestalten In Hinsiclit darauf müssen die stücke der schausammlungen ausgewählt, angeordnet und zusammengestellt werden, und aus diesem Grunde wird man bedacht sein, den Gegenständen knappe und doch das lVesentliche erschöpfende Erklärungen beizugeben. von besonderer Be- deutung ist es, einen gedruckten, womöglich illustrierten ,,Führer« zu beschaffen, ähnlich wie solche z. B. fül- den botanischen Garten in Dahlem, den Berliner zoologischen Garten und das Kaiser-Friedrich-Museum in Magdeburg in mustergiltiger F01«m vorliegen Deis Gedanke liegt nahe, die Heimatmuseen auch als Bildungsmittel für die Jugend heran- zuziehen. In Amerika geschieht das, worauf unter anderen mit besonderem Nachdruck W. schönichen in einer sehr beachtenswerten Abhandlung hingewiesen hat, 3) in ausgiebiger Weise. Gewiss nicht ohne Erfolg-, da sonst die praktischen Amerikaner dies verfahren nach den ersten Versuchen alsbald aufgegeben haben würden- Aus den Lehrplänen geht hervor, dall der Heimatkunde in den höheren Lehranstalten ofiiziell kein Platz angewiesen ist, und es ist zweifelhaft, ob sie im Verlaufe des erdkundlichen Unterrichts in Hinsicht auf das allgemeine Lehrziel, das Verständnis für die ,,umgebende Natur« verlangt, l) Dessau 1907. 2) Messel hat das Haus im Aufträge der am 5 Januar 1903 verstorbenen kunstsinnigen Baronin von G(,)hn—0ppen- heim erbaut. Durch letztwillige Verfügung derselben ist es in den Besitz sr. Hoheit des Herzog-s übergegangen 3) Natur und schule in den Vereinigten staaten von Nordamerika von Dr. phil. Walthei- schöniehen..l)rogramm des IIelmholtz-Realgymnasiums in schönberg 1908(Nr. 136). 7 auch nur an einer einigermaden betrachtlichen Zahl von schulen Berücksichtigung findet1). Ebenso stiefmütterlich wird wahrscheinlich nicht selteri, auch die Lokalgeschichte im Geschichtsunterricht behandelt, obwohl ein Anknüpfen an die Heimat auch bei diesem Unterrichtsfache vielfach möglich und alsdami auf« jeden Fall ersprielzlich Sein würde. Das Goethesche ,,Gehe vom Hünslichen aus, aber so du kannst, erobere dir die ganze erltiå so oft variiert es als dringliche Forderung in schultechnischen Blättern erklungen ist, kann. den beste11 kailleri der Fachgenossen vorausgesetzt, unter den jetzt obwaltenden Bestimmungen vielleicht überhaupt nicht in die Tat umgesetzt werden. Aber war-e es nicht möglich, der Yorwirklichung dieses Postulates durch zweckmälzig geleitetes studium der schüler in einem Heimatmuscum nahm« zu kommen? Ich denke nicht ari Zwangsführungen oder verbindliche Museurnsbesuche nebst mündlichen oder gar schriftlichen isxusweisen über den eventuellen Erfolg- Das wäre von Dbel; die schule legt gerade genug Zwang auf. Wir sollten überhaupt den Erfolg von ,,ls’ührungen« nicht zu hoch veranschlagen- klllreoretisch nimmt sichs ganz nett aus: Der Lehrer gibt vor dem Gegenstande die nötigen Erklarungem die schüler fragen und aus anmutigem XVechsel von F age und Antwort entspringt dann das Terstandnis Man denke abe1- an Erfahrungen, die wohl jeder auf Kongressen, bei Ils’cr-ieril(u1"se11 usw. gewonnen hat. XYer vermochte Nutzen aus den bei Sammlungsbesuchen gegebenen mündlichen Erklärungen ziehen? Nur- die vier oder fünf, die sich in unmittelbarer Nalie des Führers hielten und somit in der Lage waren, zugleich zu hören und zu schen. Denn der Fülnsende richtet unwillkürlich seine Ausführungen für diejenigen ein, mit denen zusammen er vor dem Gegenstande steht, den er behandelt. Gelangt man, eingekeilt im Zuge der Wileegierigem nach einigen Minuten glücklich vor das eben besprochene Objelit, so redet der Führer zehn schritte weiter schon über etwas anderes, und die Aufmerksamkeit wird empfindlich gespalten. Ermüdet nnd unbefriedigt entfiieht ma11 endlich dem Gedrange, lcauft einen«K·.atalog, und zieht es vor, an der Hand dieses Hilfsmittels, So unzureichend es oft ist, in Ruhe und Freiheit sich in die sammlung zu vertiefen. Bei der noch unentwickelten Konzentrationskraft jugendlicher Menschen tritt der geschilderte l.«l·belstarid selbst- verständlich weit starker in XVirliungz Auch eine kleine schar aber,- die wohl in der Lage ware, dem Vortrage eines führ-enden Lehrers sehend und hörend zugleich zu folgen, lülst erfahrungsmallig nacli verlauf einiger Zeit Zeichen der lEIrmüdung und Zerstreutheit erkennen. Untersucht man das Ergebnis, so findet man es nicht aquivalent der aufgewendeten Mühe und Zeit. Es stellt sich regelmällig heraus, dals nur wenige neue xxnschauuirgeir gewonnen, nur wenige neue Begriffe klar erfaBt worden sind. Einzig und allein für den Zweck einmaliger allgemeiner Orientierung kann die wohl vor-bereitete Führung auch einer grölzeren Anzahl von Schülern empfohlen werden. sie wird als wertvolle Frucht manchem die isxmsegnng hinten-lassen, sich, nachdem die erste ober- Hachliche Neugierde befriedigt ist, selbstämdig in diesen oder jenen Teil des Museums zu vertiefen. Denn darauf komInt es an, datl das Museum unserer Jugend die Möglichkeit gewahrt, auf autodidaktischem Wiege freiwillig ihre Kenntnisse und Anschauungen zu erweitern. Dadurch wird es zu einer wertvollen Ergänzqu der Schule und zu einem bedeutsamen Bildungsmittcl der Jugend. Das Bestreben, die schüler zu ersinielilicher selbsttütigkeit zu erziehen, ist heute reger denn je, und es dürfte überflüssig sein, an dieser Stelle den Nutzen freiwillig geleisteter Geistes- arbeit für die Ausbildung des einzelnen näher zu beleuchten. Nu11 ist genugsam bekannt-, del-i jeder Selbstnnterrieht besondere, zwecliniüllige Hilfsmittel erheischt, wenn er auf die Dauer(lnrchf«üln-bar nnd von Erfolg seiii soll. Für unseren Fall sirnl 1) Conwentz, Die lieimatkunde in der schuld Berlin 1W4, s. Wi. in erster Linie für jede Abteilung des Museums Hilfsbücher nötig-, gedruckte Führer, die ausführliche und leicht verständlichc Auskunft erteilen, Literaturnachweise enthalten und es aucli an praktischen Ratschlag-en für bescheidene eigne Forschungen nicht fehlen lassen. Wie ein solches Hilfsbüchlein beschaffen seiii kann, soll der folgende Teil eines Entwurfes für einen Führer zeigen, der bestimmt ist, Schüle1« der Mittelklasseii zu einigem Verständnis der Mineralien-sammlung des Landesmuseums hinzuleiten und sie zu befahigen, aus der Sammlung ,-Xn1»eg-1111g- Zu gewinnen zu selbsttätiger, freiiivilliger Beschäftigung mit mineralogischen Dingen. An der Fisag"e, wie der Boden, aut" dem wir wandeln, entstanden ist, an der Erforschung der Geschichte der Oberliache des Planeten, den das Menschengeschlecht bevolkert, kann niemand vorübergehen, der es sich angelegen sein lath, ein Bild vom Werden und Vergehen in der Natur« und von den Gesetzen zu gewinnen, die darüber walten. WVer aber solchen Fragen naher tritt, wird übel beraten werden, wenn er nicht durch eigene Anschauung und Beobachtung schon klare Begriffe gewonnen und die schwierigkeit exakter wissenschaftlicher Tätigkeit kennen gelernt hat. 1m Jahre 1902 hat die Deutsche Geologische Gesellschaft beim Kultusministerium in Preulzen und den Ministerien anderer Bundesstaaten die Aufnahme des Unterrichts in den Elementen der Geologie in den Lehrplan der höheren Lehranstalten angeregt. Diesem vollberechtigten WVunsche hat zunächst die Herzogl. Anhaltische Regierung-, Abteilung« für das Schulwesen, entsprochen, indem sie durch Verfügung vom 2. April 1903(N1«. 2638) anordnete, bei dem naturwissenschaftlichen Unterrichte der mittleren und oberen Klasseii— ohne Vermehrung der diesem Unterrichte bisher zugewiesenen Lehrstunden-- auch die Elemente der Geologie zu berücksichtigen.1) Es ist nicht nötig hervorzuheben, dalZ diese Verfügung von allen, die wir Erdkunde und Naturwissenschaften zu lehren habe11, mit Freude begrüth wurde, obwohl unzweifelhaft jeder sich der obwaltenden nicht geringen Schwierigkeiten der Aufgabe von vornherein bewuBt war. Ohne Gesteinskunde keine Geologie und ohne Mineralogie keine Gesteinskunde. Die der Untersuchung zugänglichen Teile der Erdkruste bauen sich aus Mineralien auf, und wenigstens von den an der Bildung der wichtigsten Gesteine beteiligten Mineralien mull derjenige Kenntnis haben, der in die Elemente der Geologie eingeführt werden soll. Auf die Anleitung zur Betrachtung von Mineralien im Unterricht auf den mittleren stufeii soll hier nicht eingegangen werden(vergl. F1·.Dannemann, Der naturwissenschaftliche Unterricht auf praktisch-heuristischer Grundlage S. 151 ff.). Die obigen Ausführungen verfolgen nur den Zweck, anzudeuten, weshalb von mir gerade die Mineraliensammlung des Landesmuseums als Beispiel herangezogen worden ist und weshalb im FolgeMen die Mineralien ohne Voraussetzung chemischer und kristallographischer Kenntnisse besprochen sind, in der Weise, dalZ lediglich»die Anschauung und Beobachtung geklärt und gescharft und eine Anzahl von Begriffen des täglichen Lebens verständlich gemacht werden«,2) und dalz die Beziehungen der Mineralien zur Geologie und zur Erdkunde besondere Berücksichtigung finden. Aber auch fürs die Schüler der Oberklassen unserer Anstalt, denen im chemischen Unter-richte die wissenschaftlichen Grundlagen der Mineralogie dargeboten werden, dürfte die Benutzung der sammlung an der Hand eines solchen Führers nicht ohne Nutzen sein, da erklarlichenveise im Unterrichte für die spezielle Mineralkunde wenig Zeit übrig bleibt. Ausdrücklich bemerkt sei, dalz der Führ-ei- ein Lehrbuch durchaus nicht ersetzen soll. 1) Erwähnt bei Gonwentz a. a. O. s. 70 f. 2) Aus dei- oben genannten Eingabe der Deutscheii Geol.Gesellschaft(Zeitsehi-.d.D.Geol.Ges.,Be1-linl902, S.134k.). Führer dureh die Mineraliensammlung des Landesmuseums. Geschichte der Sammlung. Die ungefähr 6000 Mineralienstüeke enthaltende Sammlung stamint aus dem Besitze des am 7. Dezember 1823 zn Brilon in NTestfalen geborenen und am 27. April 1893 zn Aachen ver- storbenen ,l?ergingenieurs Flmil venat0r. ZDessen Sohn, Herr Kommerzieni"-a.t Emil Venator in Dessau, hat im Einverständan mit seinen Geschwister-n diese bedeutende Sammlung dem anhaltischen Staate Zum Geschenke gemacht nnd dafür Sorge g(-Ztra-gen, dall sie in würdiger Weise aufgestellt worden ist, um dadurch eine bleibende Erinnerung an den Yater zu schaffen. Fliii schoneres und passen- deres Denkmal hatte kindliche Dankbarkeit dem I-leimg’egaiig«eiie11 nicht stiften können- Die(Tkeschichte der Sammlung ist mit der Lebensgeschichte ihres Schöpfers nnd Besitzers eng verknüpft Ihr Beginn reicht bis in die Studienzeit des späteren jl·3ergingenieurs zurück, der nach--xbsolviei-1111g des Gymnasiums sich Zuerst in Gielzen als Jurist einschreiben lief-l, um übrigens bald zum Studium der Chemie und Mi11e1"alog"ie und spater auf der Königl. Bergschnle in Siegen zum Bergfaehe überzugehen Nachdem er einige Jahre auf verschiedenen Gruben in Nassau und im Siegener Lande praktiziert hatte, ging er als Geometer und Bergingenieur für die fran- zosische Regierung nach Algier. Zurückgekehrt trat er 1854 als Bergingenieur bei der ,,Societe de la Vieille Montag-ne(Altenberg)" unweit Aachen ein, wo er bis zum Jahre 1872 verblieb. Die Zinkerzgruben von Altenberg, die seit langer als 400 Jahren im Betrieb sind, liegen auf eineni Gebiete, das weder zu Deutschland noch zu Belgien gehört Naeli dem Pariser Frieden nämlich, in dem die Rheinlande an Preulsen fielen, fand 1816 die Grenzregulierung nach den Niederlanden zu statt, und da man sich über das Bergwerk Altenberg nicht einigen konnte, wurde es vorläufig unter gemeinschaftliche Verwaltung von Holland und Preutlen(seit 1830 von Belgien und Preullen) gestellt Dabei ist es gebliebe11, nnd so hat unsere Sammlung 18 Jahre lang anf neutralem Boden gestanden, auf einem politisch recht merkwürdigen Stück des europaischen Kon- tinents Sie ist in dieser Zeit bedeutend gewachsen. Die Gesellschaft der vieille Montagne besall auf-lei- den Gruben in Neutral-Moresnet noch zahlreiche andere in Deutschland, Belgien, Schweden, spanien, Sardinien und Algier, aus denen interessante Jslineralien einliefen, die wiederum fikelegenheit zn einem lebhaften kllauschverliehr mit Sannnlern und Handlern abgaben. lm Jahre 1872 siedelte Emil Yenat0r, nm schien aclit Söhnen eine bessere Erziehung an- gedeihen zn lassen, nach Aachen über nnd wurde drei Jahre spater von der Dessauer Zucker- raffinerie zum bergmannischen Beirat ihrer Strontianitgruben in Drensteinfurt(XYestfalen) gewählt. Die herrlichen Strontianitstufen der Sammlung erinnern aii diese Zeit, die ihn mit unserm Heimat- lande und speziell mit Dessau in erste nahere Verbindung gebracht hat-. Von der Bedeutung des Strontianits für die heimische Zuckerindustrie wird bei der Besprechung der Sammlungsstüeke dieses Minerals ausführlicher die Rede sein. Das nur sei hier schon bemerkt, clalz die grolsartigen Erfolge der 1871 gegründeten Dessauel« Zuckerraftinerie in den ersten 15 Jahren ihres Bestehens nur durch den Strontianitbergban in Westfalen ermöglicht wurden, und dals wir schon aus diesem Grunde alle Yeranlassung haben, den Erforseher jener Sti-oiitia11itlag’ei« in dankbare-r Erinnerung zu behalten. Vier Sehne Einil Yenators haben sicli dem Berg- und Hüttenwesen gewidmet Diese sowie der Stifter dei« Sammlung haben fortlaufend an der Ausgestaltung unserer Mineraliensammlung mitgearbcitet. Besondere Bereicherung erfuhr sie durch den Bergingeiiie111« Herrn Ludwig"Fs"eiiat01s in Saarbrüeken, der lange Jahre Direktor von sardinischen läleigruhem claim von Goldgruben in 10 siebenhiirgeu und schliesslich der westfäilischcn Strontianitgruben der l)e-ssaner Zucl(crraffinerie Var. Auf seinen ausgedehnten Reisen in den Vereinigton Staaten von Nordamerika, in Alaska, Mexiko, siidamerika und kllransvaal hat Herr Wilhelm X""·enator, llkitteningcnicur in l)resden, wertvolle Stücke von gediegenem Gold und Silber- gesammelt, und auch Herr Max Venatoiz ,l-Zorgwerks- direkter in Ramsdorf, hat nicht wenig zur Erweiterung der sammlung beigetrageir Xvie lebhaft die Freude an dem Xvachstiim der vaterlicshen sammlnng in der Familie war, beweist dei« Umstand, dalz aucli Herr"K0mmerzien1«at Tenator in l)essau, obwohl von Beruf ganz anderen Interessen Zugewandt, auf seinen vielen Reisen im Auslande, hauptsächlich in Rulsland und Nordamerika, niemals versäumte, ful« die Mehrung des ZF’iiiI"iilieiis(-lik1tZes tätig zu sein- viele stücke dei- sammlung wurden von dcn Professoren der N1111e1«alog’ie an dei« technischen Hochschule in Aacheii Laspeyises,--"-tzisung und Groth wissenschaftlich bearbeitet, und auch aris- landische Mineralogen und Sammleis von Ruf, so v. Simaschko in Petersburg, Professor Gent-h und Bement in Philadelphia, haben ihr Interesse an der. Sammlung bekundet. Was ist ein Mineral? Nicht selten wird der Ausdruck ,,Steinsammlung« statt ,,lVlineraliensammlung« gebraucht, abeis mit Unrecht. Denn die Worte ,,stein«· und ,,Mineral« bezeichnen nicht dasselbe. Manchmal allerdings ist ein stein ein Mineral- Viele Muld- und Elbkiesel Z. B. sind gerundete stiicke des Mincrals Quarz. Aber Granit Z. B. ist keiii Mineral; man würde nach ihm in unsrer sammlung vergebens suchen. Er ist ein Gemenge von drei Mineralicn, von Quarz. Feldspat und Glimmei-, wie man an grobkörnigen stüekcii dieses ,,Gesteins««, die in der geologischen Abteilung des Museums ausliegen, leicht erkennen kann. Soll ein stein mit Fug und Recht den Nameii»Mineral« führ-eri, so muss er gleicht-eilig(homogen) sein, wie Z. B. der Zucker es ist. Auch bei Anwendung eines Vergrötierungsglases muls er sieh als aus einheitlichem Stoff bestehend erweisen. Zuckei- ist Zwar ein homogener stoff, aber als Kunstprodukt ist er ebensowenig ein Mineisal wie Z. B. ein Stück Gusseisen oder Glas oder schlacke. Mineralien sind leblose, an dem Aufbau des Erdbodens beteiligte Naturkörner von stofflich gleichartiger Beschaffenheit. Hilfsmittel Das Studium einer Sammlung allein vermag nicht, den Anfänger in die- Mineralogie einzuführen, es reicht auch nicht hin, um ihn instand Zu setzen, ein Mineral, das er etwa seiner eigenen Sammlung einverleiben will, richtig- Zu benennen. Er wird Lehrbücher und Bestimmungsbiieher zu Rate Ziehoii inüsse11. Von solchen scieii genannt: Bastian sehmid, Lehrbuch dei· Mineralogie und Geologie, i. Mineralogie. Elslingen und München, J. F. schreiber. P. Wagner, Lehrbuch dei- Geologie und Mineralogie fiir höhere schulcn. LeipZig nnd Berlin. B. G. Teubncic Jul. Ruska, Leitfaden der Mineralogie. Leipzig, Quelle öd Meyer. A. sauer, Mineralkunde. Stuttgai-t, ,,Kosmos«. Gr. Gürieh, Das Mineralreich. Neuclamm, Verlag von.J. Neumann. Wolfg. Brendler, Mineraliensammlungen. Leipzig-. Wilh. Engelman11. Fuchs-Brauns, Anleitung Zum Bestiinmen voii Mineralien. Gielzen. A. Wiesbaeh, Tabellen Zum Bestimmen der Mineralien mittels äuBerer Kennzeichen Leipzig. Nach welchen Grundsätzen ist die Sammlung geordnet? Unter« den vielen Stoffen, die es gibt« sind ungefähr 80, die maii bisher nicht vermocht hat, in andere Stoffe Zii Zerlegen. Man nennt sie Elemente oder Grundstoffe Elemente sind Z. B. die Gase sauerstoff und Sticlcstofk, welche die atmosphärische Luft bilden, der Wasserstoff, mit dem Luftsehiffe gefällt werden, das Chlor und das Fluch Zwei sehr giftige Grase. Elemente sind weiterhin schwcfel, Phosphor und J(ohlenstoff1 ferner alle Metalle, Z. B. Eisen, Gold, silber, Aluminium, Zink. 11 Xsfermittelst des elektrischen Stromes kanii man Wassers in sauer-steif und Wasserstoff zerlegen. Wasser ist also kein Element. steinsalz enthält als einzige Bestandteile die beiden Elemente Natrium, ein Metall von merk- würdigen JlDigenschaitem und Chlor, das oben genannte giftige Gas. Die Ohemiker haben alle Mineralien auf ihre elementaren Bestandteile hin untersucht und gefunden, dals einige aus einem Metall und schwefel, andere aus mehreren Metallen und Schwefel, wieder andere aus Metall und sauer-stoff, noch andere aus einem Metall und Chloi- usw. bestehen- Nach ihren·Bestandteilen nun, also vom chemischen Gesichtspunkte aus, pflegt man die Mineralien in Klassen zu ordnen. Hieraus geht hervor, daB den sinn des Systems der Mineralien nur der versteheii kann, der chemische Kenntnisse besitzt.1) Da aber die chemischc Zusammensetzung, die man nur durch Versuche ermitteln kann, auch auf die direkt wahrnehmbar-en Eigenschaften der Mineralien, Farbe, Glanz, Harte, Kristallgestalt usw. nicht ohne Einüull ist, so werden mehrfach die im system nebeneinander stehenden Mineralien sich auch äullerlich ähnlich sein« Andre1·- seits freilich sind Fälle nicht selten, wo chemisch ähnlich zusammengesetzte Mineralkörper in ihren sonstigen Eige11- schafteii durchaus nicht übereinstimmen Wir gehen nun zu der Betrachtung der sammlung über und beginnen mit den Elemente11. Von ihnen treteii nur 16 als Mineralien auf, und die meisten darunter nur in geringen Mengen und nicht häufig. Diese Mineralien stehen an der spitze des systema denn sie sind ihrer Zusammensetzung nach offenbar die einfachsten. Den Beginn macht der Diamant, dem man nicht ansieht, dall er Kohlenstoff ist. Dall Wassers und Eis chemiscli nicht verschieden ist, bezweifelt niemand; denn eins last sich leicht in das andere verwandeln. Abeis Diamant und Kohle? Es ist zuerst dem französischen Chemiker Moissan gelungen, Kohle in Diamaiit umzuformen, nachdem man schon seit 100 Jahren aus dem chemischen Verhalten des Diamant-en die Natiir dieses kostbaren Edelsteines erkannt hatte. Leider sind aber die bisher künstlich erzeugten Diamanten nicht glashell uiid klar wie die ö, meist aus Brasilien stammenden Exemplar-e der sammlung, sondern schwarz wie unsers ,,Garbonado««".— Die Einheit, nach der man das Gewicht der Diamant-ei) angibt, heillt Karat und beträgt 205 mg. Auch der Graphit, der ganz wie ein Metall gläiizt, ist eine Form des Kohlenstoffs. Durch Erhitzung bei Luft- abschlull lallt sich Diamant in Graphit umwande1n, das härteste bekannte Mineral in eins der weichesteW ln Deutsch— lancl findet sich Graphit, wie die Angabe bei dem einen unserer stücke zeigt, bei.l’assau; 3 stücke sind von den berühmten Fundorten auf(-«eylon; eines von Ticonderoga im Staate New York zeigt deutlich die eigentümlichen sechsseitigen Blättchen seiner Kristallform. Graphit wird hauptsächlich zu Bleistiften verarbeitet. Deutliche1· und gröber als bei den erstgenannten Mineralien treten Kristalliiächen beim Schwefel auf, von dem zahlreiche schöne Kristallgruppen, meist von Girgenti auf sizilien, vorliegen. Bei Teruel in Aragonien liegen schnecken- häuser im Schwefel, und bei Girgenti Fischreste; von beiden berühmten Fundorten ist je ein Beispiel vorhanden- Aiich in Anhalt kommt schwefel vor, wie ein stück Grips aus Treopoldshall zeigt, in dem sich Nester- dieses Mincrals gebildet haben. Auf das vulkanische Vorkommen des schwekels weist der ,,sublimierte Schwefel von der solfatara bei Neapel-« hin, auf sein Vorkommen in der Nähe von Petroleumquellen der schwefel von Sosnowice in Galizie11. Antimon, Arsen und Wismut sind drei Elemente, die man auch als ,,sprödmetalle« zusammenfailt, und die sich hier und da auf Erzgängen finden-» Arsen im Harze und im Erzgebirge, Antimon ebenda und Wismut, das als Erz, also in chemischen Verbindungen, sehr wenig auftritt-, im Erzgebirge(schneeberg) und in Böhmerr. Tellu1-, ein sehr seltenes Element, von dem Stücke aus dem Faezebajer Gebirge- in Siebenbürgen und aus Oolorado vorliegen, steht chemisch dem schwefel nahe, wir-(l aber seiner Kristallform wegen, die mit der der sprödmetalle übereinstimmt, von den Mineralogen zu diesen gestellt. Kein Metall wird so vielfach verwandt wie Eisen, und doch ist ,,gediegenes«, d. h. nicht mit andern stoffeii verbundenes Eisen recht selte11. Das in unserer sammluiig vorhandene Eisen ist nicht irdischen Ursprungs, sondern Meteor-eisen. Wird dieses angeschliffen und dann mit salpetersäure geatzt, so treten eigentümliche Zeichnunge11 hervor, die man Widmannstattensche Figuren nennt. Im Gegensatze zu Eiseii ist Kupfer in gediegenem Zustande weit verbreitet; wie unsre sammlungsstücke " zeigen, findet man es auf den Erzgängen von Rheinbreitbach am siebengebirge, im Siegenei- Lande und am Wester- walde stücke aus England, Spanien, Schweden und Rullland beweisen, dals es auch sonst in Europa vorkommt. Meist tritt es hier aber nur untergeordnet in Gesellschaft von Kupfer-erzen auf. Allein in Nordamerika am Oberen see auf dei- Keweenawhalbinsel im Staate Michigan bildet es bedeutende Lager-, deren Abbau natürlich allgemein gewinn- bringend ist; man hat dort Klumpen von 5000 Tonneii Gewicht gefunden. 1) Die Mincralien sind in unserer Sammlung gen-til so angeordnet wie in dem Handbuohe: Elemente derf Jiineralogsie von Nauniann-Zirl(el, Leipzig 1907. Für den Gebrauch der Anfänger ist dieses Handhuch nicht bestimmt » 12 Quecksilber-, das einzige unter gewöhnlichen Verhältnissen Hüssige Metall, kommt in kleinen Tröpfchen dem Zinnober aufsitzend in Idria und Almaden vor. Aus den alten, längst verlassenen Gruben von Moschellairclslier-g in Rheinbayem ist ein Handstück in der Sammlung vorhanden. Das in der Nat-ur- in reinem Zustand vorkommende Silber ist meist oberiiächlich schwarz angelaufen und daher- unscheinbar. In gröthen Mengen wird es in Kongsberg(Schweden) gefunden, woher zwei drahtförmige Stücke der Sammlung stammen. Besonders interessant sind die Stücke aus Amerika(Alaska, Mexiko, Arizona). Als Amalgam bezeichnet man eine Legierrmg von Quecksilber uncl Silber-. die selten vorkommt. Die Stücke unserer Sammlung stammen aus den schon genannten jetzt, aufgegebenen Gruben von Moschellandsberg in Rhein- bayern, aus der Grube Friedrichsegen bei Oberlahnstein und aus den erecksilberbergwerken von Almaden in Spanieir. Wvährend das gediegene Silber für die Gewinnung des Motalles nur eine unter-geordnete Rolle spielt, ist fast alles Gold, das verarbeitet wird, in gediegenem Zustande gefunden worden. Mehr- als 30 unserer Sammlungsstücke sind den siebenbürgischen Erzlagerstatten entnommen, quarzreichen Gängen in Eruptivgesteinen, die auclr Tellurs, Antimonit und Zirrkblende führen. Es ist ,,Ber-ggold«, wie solches die Sammlung auch aus Transvaal in Südafrika aufweist. Das Gold aus Chile und zum Teil auch das aus Alaska ist ,,Seifengold·"«, ein Bestandteil der Flullgerölle der durch Auswaschen abgetrennt wird. Die Proben aus dem Altai und dem Ural erinnern uns daran, dals von dorther durch Vermittelung nomadisoher Steppenvölker das Golcl im frühesten Altertum in die alten Kulturländer, z. B. nach Babylorrien, eingeführt wurde. Noch heute steht RuBland an der spitze der europäischen Goldproduktion; die Gruben im ungarischen Erzgebirge liefern jährlich etwa für 5 Millionen, die russischen etwa für 100 Millionen Mark Gold. Zwei Stücke aus Böhmen mögen darauf hinweisen, dals auch in diesem Lande vordem viel Gold gewonnen wurde, eins aus Zell in Tirol darauf, dalZ die Römers in den Ostalpen ergiebige Goldbergwerke besalzen. Die Goldproduktion der Welt betrug um die Jahrhundert-wende etwa 1300 Millionen Mark. eritaus das meiste Gold kommt aus Australien, Alaska und Kalifornieii. DerWert eines Kilogramms Gold ist reichsgesetzlich zu 27sl0 Mark festgesetzt; ein Kilogramnr Silber kostet jetzt etwa 83 Mark- Ebenso teuer wie Gold ist Platin, von dem 4 Stücke ausliegem die in ,.,Seifen" am Ural gefunden sind. Dic- ,,Plat,inmetalle« Iridium und Osmium sind in dem bleigrauen lridosmium enthalten. Osmium1 das schwerste aller- Metalle, findet Verwendung zur Herstellung von Glühfäden für elektrische Lampen. Das lridosmium wird auch stsertskit genannt, weil es fast ausschlielllich bei szssertsk am Ural vorkommt- Nehcn diesem lislinerirl liegt Osmiridium(Newja.nskit), ebenfalls eine Iregierung der beidcii l)latinmetalle. Sulfide. Die zweite Klasse des Mineralreiches bilden die Sehwefelverbindungen der Schwer-metallc. er ihnen gehören viele wichtige und weitverbreitete Erze, deren bergmännische Gewinnung und hüttenmalsige Verarbcitung uralt ist. Auller dem Schwefel tritt als Bestandteil vielfach Arsen und Antimom seltener Tllellurs auf. Die Bergleute des Harzes und des Erzgebirges lraberr seit alt-ers vier Gruppen dieser Brsze unterschieden: Die Kiese, harte, metall- glänzeride Erze, die Glanze, ebenfalls metallglanzend, aber- weich, die Blen(len, oft glasartig und nicht metallisch glänzend, durchscheinend und sogar durchsichtig, endlich die Fahler-zc, weich und an der Oberfläche matt angelaufen. Ungemein weit in der Erdkruste verbreitet ist der Eisenkies, auch Schwefelkies oder Pyrit, d. h. Feuer-stein, genannt. Er gibt nämlich mit dem Stahl Funken wie unser gewöhnlicher Feuersteirr, mit dem ers aber seiner Natur- nach nichts zu tun hat. Bei diesem Mineral treffen wir zum ersten Mahr wieder-, seitdern wir den Schwefel betrachteten, auf schöne, deutliche Kristalle: Prachtvolle Würfel von’l’raversclla in Piemont und von der lnsel Elba und die merkwürdigen ,.,Zwillinge« von Vlotho bei blinden- Bemerkenswert ist, dals der Pyrit als steter l,3egl(-it(-r- des Geldes auf seinen Lagerstätten auftritt und oft selbst goldhaltig ist. Stark goldhaltige Stücke von Alaska sind ausgelegt. Durch den Einflull feuchter Luft verwittert der Eisenkies leicht, über-zieht sich mit einer braunen Schicht und geht schlieBlich vollstäntlig in ein neues Mineral über-, das keinen Schwefel mehr enthält und den Namen ,,lf3rauneisenerz« führt(vgl. die Stücke aus Bristol in Errglarrtl und Beresowsk am Ural). Findet man cirr Stück Brauneisenerz, das eine dem Eisenkies eigentümliche Kristallforrir zeigt, so kann man sicher· sein, dall es durch Umwandlung aus jenem Mineral entstanden ist. Man nennt Mineral- körper, welche die Kristallform eines anderen Minerals aufweisen ,,Jl:)seudomorphosen««. Es kommt nicht selten vor, dall zwei Körper-, die chemisch vollkommen identisch sind, in Gestalt, Farbe, spezifische-m Gewicht und anderen Eigenschaften von einander abweichen. Wir erinnern uns an den Fall Diamant- 13f' Graphithulsx diese drci stoffe bestehen aus Kohlenstoff und sind doch so verschieden in ihren Eigenschaften Ähnlich ists mit dem Eisenkies und dem strahlkies, die chemisch genau übereinstimmen, aber in deis Kristallform sich wesentlich von einander unterscheiden. Der strahlkies oder Markasit bildet häufig strahlige oder kainmföisinige Kristallgruppen von auffälliger- Gestalt, wie solche in der sammlung vorliegen. Beide Erze werden nicht auf Eisen verarbeitet, weil der schwefel, den sie enthalten, sich nicht vollkommeii entfernen lädt. Sie dienen zurI schwefelsäurefabrikation. Eine grolle Anzahl schwefelhaltiger Erze ist reich aii Arsen, und sie werden daher auf weilsen Arsenik ver- arbeitet. Hierheis gehört der auf Erzgängen des Erzgebirges sich findende Arsenkies und der Löllingit, der in stücken aus Reichenstein in schlesien vorliegt. In manche11 Arsenkiesen ist Eisen mit dem ihm in mancher Be- ziehung nahe stehenden Metalle Kobalt vergesellschaftet, so im Danait. Weit mehr Kobalt führt der Kobaltglanz, der auch als Glanzkobalt bezeichnet wird und durch sein schönes rötlich-silberwei13es Aussehen auffallt: die sammlungs— stücke stammen aus den berühmten Lagern bei Tunaberg in schweden und aus der Umgegend des Wetternsees. Eine Abart ist der Glaukoclot von Hakansboda in Schweden. lm Speiskobalt der sogen. Kobaltgänge des Erzgebirges tritt das Eisen sehr zurück. Das Kobaltmetall findet nur Verwendung zur Herstellung blauen Glases und blauer Malerfarben. Mit dem Eisen kommt nicht selten, z. B. in den Eisenmeteoriten. das Nickel vor, das als Münzmetall dient, zu Kochgeschirren verarbeitet wird, und mit dem man auf elektrischem Wege stahlwaisen überzieht, um sie vor dem Kosten zu schützen. Die wichtigsten Nickelerze sind aber nicht die schwefelhaltigen, die wir jetzt betrachten wollen, sondern ein australisches Erz, das wir später kennen lernen werden, der Garnierit. Im Anhaltischeii Harze finden sich bei Harzgermle Arsennickelglanz und Antimonnickelglanz; doch liegen sie von diesen Fundorten nicht in unserer Sammlung. Vom Kobaltnickelkies sehen wir die schönen Kristalle, die in den Gängen von Müsen im Siegener La.11(le gefunden werden. Hierher gehört noch der bronzefarbige. meist nickelhaltige Magnetkiem der scinen Nameii davon hat, dalsi er vom Magneten angezogen wird. Eis besteht im wesentlichen aus schwefel und Eisen; der von Bodenmais, den wir ausgestellt finden, ist frei von Nickel. Eine Verbindung von Icupfeis mit Arsen ist dei- Domeykit von Ceriso las Paracatas in Mexico. Er kommt auch in Chile vor und wird vielerorts auf Kupfer verhüttet. ln zahlreicheii Exemplar-en ist das hauptsächlichste Bleierz, der Blei glanz, vertreten, der im Harze, im Erz- gebirge, in schlesien, in der Eitel. im rheinischen schiefergebirge und in Westfalen überaus häufig ist. Zwei stücke aus dem Anhaltischen Haisze stammen von Neudoisf bei Harzgerode. Der Bleiglanz hat starke Neigung-, Kristalle zu bilden. und unsere sammlung ist im Besitz schöii ausgebildete1· interessanter Formen; man beachte die Würfel mit- abgestumpfteii Ecken, die zu den einfachsten im Bleiglanz vorkommenden Kristallgestalten gehören. Da das Erz stets mehr- oder minder silberhaltig ist, so wird es nicht nur auf Blei, sondern auch auf das Edelmetall verarbeitet. Das meiste Silber, das in den Handel kommt, stammt aus Bleiglanz. Bei Tilkeisode im rthaltischen Unterharze wurde früher- selenblei gefunden, von dem die Sammlung zwei Stücke enthält. Das seleii ist ein dem Tellur und Schwefel im chemischen Verhalten nahestehendes Element, das, weil seine Iieitungsfähigkeit für die Elektrizität durch Lichtbestrahlung beeiniiuth wird, bei den Yersucthi eine wichtige Rolle spielt-, die man letzthin angestellt hat, um die Übertragung von Bildern und Schrift durch Vermittelung elektrischer Ströme zu ermöglichen. selenkupferblei und l«erba(-hit(selenquecksilberblei), die ebenfalls im Anhaltischen Harze vorkommen, sind gleichfalls vertreten. Das Tellurbloi(Altait) der Sammlung stammt aus Colorado. Allkk diese letztgenannten sind als Mineralartcn, nicht aber als Erze von Bedeutung. In den schwarzen Kupferschiefern des Mansfelder Revier-s ist der Kupfer-glaiiz weit verbreitet-. Dieselben Kupfer-schiefer tret-en auch bei Frankenberg in liessen auf, und von dieser Fundstatte stammen dic sog. ,,l(’rankenberger Ähren«, I«’mchtsza1)f(-.11 einer ausgestorbcnen licniferc(Ullmannia Bronni), deren Form sich durch den ausgeschiedeneii Kirpfeisglaiiz erhalten hat. Ilins dei« reichstcn silbercrze, der Silberglanz, der im Erzgebirge vorkommt, ist in bemerkenswerten For-mein «vertreten, auch seine seltene Form, die den Nameii Alcanthit führt und bei Freiberg gefuinlcn wird. liegt vor. Auch aii Tellur gebunden tritt das silber auf, nicht gerade häutig zwar, aber doch iiber die ganze Erde ver- breitet. Oft ist das Tellursilber, das denn auch den Nainen Petzit führt, goldhaltig in Europa liegen berühmte Fundorte in Ungarn und in siebenbürgen. Antimonsilber oder D yskrasit. das in Andreasberg im Harze gefundeii wird, ist eiri sehr- rciches silbercrz. ln etwa lut).leem1)la1-eii ist die technisch überaus wichtige Zinkblcnde vortreten. Wie verschieden doch dasselbe Mineral aussehen kanns lhre Farbe ist weils, gelb, honiggelb, goldbraun, rotbraun, dunkelbraun bis samtschwarz. Einige stiicke, vornehmlich die schönen Blenden von Picos de Eu1-0pa bei Eremita in Asturien(Spiegelblende) gläiize11 prachtvoll und sind halbdurchsichtig, ander-e wiederum. besonders die dunklen, sin(l vollkommen undurchsichtig- Merk- würdig sind auch die schalenblenden oder Leberblendem von brauner Farbe und krummschaligeis Ablagerung In Deutschland wird das meiste Zink in schlesieii und im Rheinlarid gewonnen. Aus den aufgegebenen Anhaltischen Bergwerken bei Neud01«f im Unterharze stammen 4 Stücke der sammlung. Eiii dei« Zinkblende ähnliches, meist gelb gefärl)tes Mineral ist der seltene Grreenockit, eine Schwefelverbindung des Metalles Cadmium Hierhcr gehört auch die halb metallisch glänzende Manganblende aus Nagyag in siebenbiirgen und der spröde, messinggelbe M illerit oder Nickelkies, der auf Nickelmetall verarbeitet wird, ebenso wie der Rotiiickelkies, voii dem schön kristallisierte Stücke von sangerhausen vorliegen. Millerit enthält neben Nickel schwefel, Rotnickelkies Arsen und dei- helle Breithauptit von Andreasberg neben Nickel viel Antimon. Die nächsten Nummern sind seltene-tellurhaltige Erze des silbeiss und Goldes, von ähnlicher chemischer Zusammensetzung wie die vor der Zinkblende aufgeführten, abeis mineralogisch doch von jenen zu trennen: Der silvanit(Ungarn und Nordamerika), der Krennerit und der Nagzsagit oder Blättertcllur von Nagyag Das hauptsächlichste Flrz Zur Gewinnung von Quecksilber, der Zinnober, kommt gewöhnlich derb vor. Jii der Sammlung finden wir aber auch sehr schöne, rubinglänzende Kristalle. Das Quecksilberlebererz von Idrin ist ein Gemenge von Zinnober mit bituininüsem erdigen Stoffen. Der Onofrit von Colorado enthält aulseis Quecksilbei« und Schwefel noch selen, der Goloisadoit Tellu1-. Von dunkelindigoblauer Farbe ist der Kupferindig oder Govellin, der aus Kupfer- und schwefel besteht. Eine schwefelverbindung des seltenen Elementes Molybdä11, der Mol)sbdäii- glanz, wird in Deutschlan(l am Erzgebirge gefunden, in geringen Mengen auch im Harze unil bei Mansfeld Realgar und Auripigment, zwei Schwefelverbindungen des Arsens, diese von gelber, jene von roter Faisbe, sind in vielen schönen stücken vorhanden. Realgai· von Neudorf wird als einheimisches Vorkommeii unser besonderes Interesse haben; wissenschaftlich interessaiit ist der Realga1- im Dolomit des Binnentales. Der im vorstehenden als eine kleine Probe abgedruckte Teil des ,,Führers« durch dic Mineraliensammlung des Landesmuseums umfath etwa ein Siebentel des ganzen Entwurfes, der, wenn der Plan Beifall finden sollte, die vorhandenen und zu erhoffenden Schatze des Museums durch leicht fallliche Abhandlungen zugänglich zu machen, der veröffentlichqu entgegensieht Manche Zeichen deuten darauf hin, dalZ überall in Deutschland nicht allein die Schulbehürden und die stadtischen Korperschaften mehr und mehr Einsiclit von der Bedeutung und Tragweite landes- und volkskundlieher Belehrung-en und Unterweisung-en gewinnen. Zum Wohle unseres vaterlandes iindeii die heimatkundliehen Bestrebungen wachsendes verstandnis auch in weiteren Kreisen, und die Zahl derer ist ersichtlich in Abnahme begriffen,»die lediglich von den materielleii Interessen erfüllt sind und nur ein mitleidig-es Lächeln, vielleicht wohl gar Spott und Holin für Leute übrig haben, die sich für diese höheren Güter« begeistem und womöglich noch Gelcl ausgeben«.1) Nennenswerte Erfolge werden aber alle Bemühungen der Freunde der Heimatkunde nur dann haben, wenn wir der heranwachsenden Jugend erfolgreiche Anregung geben, die Heimat gründlich kennen zu lernen, ihre Natur, ihre Geschichte, ihre Kultur und ihre Beziehungen zum grollen Vaterlande und der weiten Vvelt, soweit das dem Einzelnen überhaupt möglich ist- Es kann nicht zweifelhaft sein, dalZ zu einer derartigen Anregung die zweckmalsig geleitete und unterstützte, freiwillige Selbstbelehrung in einem Landesmuseum in hohem Grade verhelfen wird, und deshalb wird die schule, werden alle Freunde gesunder Jugend- und Volksbildung das neue gemeinnützige Institut unserer Stadt mit ehrlich gemeintem, herzlichem Glüclc auf! begi-i.iBen. 1) R. Krieg, Landeskuntle. Grenzboten 1909, Ni-. 52, s. 582. sohulnachkichten. l. Lehrverfass«ung. 1. Übel-sieht iibei- die einzelnen Lehrgegenstänäe. Obligatorisch: is s— « v1 v Iv IIIb IIIa IIb IIa I Fsumma ;R;ligsioii.:-. f.. T. net-Mk 3 Z» 2 2 2-2f 2 2 IF Deutsch... ·.«.......... 5 5 5 4 4 3 4 4 34 dEis-Inzwisch...........—.l 6 6 6 6 5 5 4 4 42 Englisch.............. ·——— 5 4 4 4 4 21 Geschichte ·............. 1 1 3 2 2 2 3 3 17 Geographie...... ·..«..... 2 2 2 2 2 1 I 1 13 Recbnen nnd Mathematik....... ·. 4——4— 6 5 5 5 4 4 37 Naturbeschiseibu11g, bezw. Biologie ·.’.·.. 2 2 2 2 2 2 2 2 16 thisik.....—........»;——-—— 2 2 3 3 10 J0I»;;»i«2...............————— 2 2 2 s W;zhi·eiben..........:«— v 2 2 1————-— 5 Zeichnen...............—- 2 2 2 2 2 2 2 14 fyfrinnen............... 2 2 2 2 2 2 2 2 16 singen............... 2 2—-————— 4 summa Ei 29 30 31 32 32 32 33 33 H Fakultativ: Zeichnen I—1Ila(je 2 stunde11). singen IV—18- abteilungsweise(je 2 stunde11). Besonderer selirejbunterrieht in IIID und Illa(je 2 stunden). O Eos-S N Eos-H- N ABBE-H- N F—.-O-.—-,H N— f—— skewws.S.———O=E—8.SP O- F SOLO N.—5.mEO N dowsø m SIE-«8«—O.—E·»=L——-« E v.. IS III..-. I: .««N»so-EIN N JOSEON N.-ZEZON N m·pMMO.-MWMN N OJOOOHEONN DIESES ZEISS N READ-»O H- -?« O«. NN HJOOOHEON N JSEEON N JOSEON N dOSIJN N JDJISJIN .EJD.—85—FOEOO»Es-SOL- N l 1» IS 111 I EIIIIi s.l. » HEXE-O« III-»O N.. .-2»N JEZZJZZN ABBE-IF N III-Im—.- JMSP Z— O.m des-ZU v des-ZU v dOZOEoO—..S-80ZECZN f b H— R III-ON w . ABBE-Im O.——8-V—H m....-..I.i NN.——oE-OQ w.——«.EQDN-Esm O k-..—S-m-.- Hm DIE EZO S l.: l,. SJIJFQW is i» 1 i»l»Is».. I» w-M.«W»«O N. III-E O EIN-» Z.- Z.—— O—.——oB-OO w BE ESO. I l..EZZ.ESZN s!..:«If»l.. . D wZ..- 80»...,.. .«»N. OE.-W—.«-—8WW GEISqu w.Y—M«H»«—MMWHH.MW bJBPEJZN. OFMOZE N» I-— Lag-II HE- EXO d- - SIEBEL-— m- L · li».O———-I.—.MZO N. si-. i« IN ABBE-Eh O HEXE-END— k-— SOLO.—O.:E.—BO d des-OR w JOSZD m—- ».. ZEISqu N.-»: i III«-1. 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Lelitiire: s.-s.: Goet11e, Gedichte, ltalienisclre Reise(Bhlermann), Torquato Tasso.— Privatini- Goethe, Wahrheit und Dichtung(Ehlermann).—- VV.-S.: schiller, Gedankenlzsrik, Übei« naive und sentimentalische Dichtung(Bhler1nann), BraIIt von Messina— Sophokles, Odipiis in Kolonos.—- Privatim: Hebbel, Nibelunge11. Autsätze: 1. Worin liegen die segnuuge11, worin die Gefahren des Friedens? 2. a) Wie gelangt Goethe in seinen Gedichten ,,P1·0metheus« und»Grenzen der Menschheit« von einer Betrachtung derselben Naturerscheinung, nämlich des Gewitters, zur Darstellung gaiiz entgegengesetzter stimmungen? b) Goethes Vater.(Nach Dichtung und lvahrheit.) Z. Welches besondere Interesse hat die Beschäftigung mit der vaterländischen Geschichte vor der Beschäftigung mit det« Geschichte anderer Völker? 4. Die Bxpositioii in Goethes ,,T0rquato Tasso««. ö. ,,Ungliick selber taugt nicht viel; doch es hat drei gute Kinder: Kraft, Erfahrung, Mitgekiihl.-« S. Worauf beruht die Volkstumlichkeit Schillers? 7. Welchen Gewinn hatte Goethe von seiner italienischen Reise? 8. Wahlthema. Nr. 4 und 6 waren Klassenauksätze—- Melis· lla. Lelctiire: s.-s.: Kleist, Prinz von Homburg«·— Lessing, Minna von Barnhelm.-—— Grimmelshausen, Der abenteuerliclie Simplicissimus—- Mech-·. W.-s.: Nibeltingenliedz Gudrun; Hartmann von Aue; lValther von der Vogelweide; Wolfra111 von Eschenbacli, Parzival.— Mode Aufsatze: l. Weshalb turnen wir? 2. Das Oharakterbild des grolsen Kurkiirsteii nach deii vier ersten Aukziigen von Kleists»Prinz Friedrich von Homburg««. 3. Von der Lage des Bauernstandes im dreigigjähi ige11 Kriege nach deII ersten zehn Kapiteln von Grimmelshausens simplicissimus 4. Glück und Glas, wie leicht bricht das. Nr. 4 war Klassenauksatz.— Meyer. 5. Mit welchen Feinden haben geographische Entdeckungen zu kämpfen? 6. Welchen Eintlulz hat Gunthers Braut-fahrt auk siegkrieds Schicksal? 7. Das Leben, eine Reise. 8. Wovon singt Walther von der Vogelweide in den gelesenen Liedern? Nr. 6 war Klassenaufsatz.— Hohe- IIb. Lektiire: s.-s.: Gedichte aus dem Lesebuche.—- Zchiller, Maria Stuart.—- WUSJ Vaterländische Dichtung des 19. Jahrhunderts— Schiller, Wilhelm Tell. Aufsatze: 1. Reise zu Fulzl 2. Wohltätig- ist des Feuers Macht. Z. Welche Hindernisse stellen sich im ersten Aufzuge der Hinrichtung der Maria stuart entgegen? 4. Leicester und Mortimer, die Retter Marias. 5. Der segeii des Waldes. 6. Der Anteil der deutschen Dichter an der Erhebung 1813. 7. VOII welcher seite lernen wir im ersten Auftritt von schillers ,,Wilhelm Tell«« den Eaupthelden des Dramas kennen? 8. Ein Familienidyll(Tell III, 1.) Nr. 1, 4 und 8 waren Klassenauksätze.— Prictsch b) Französisch. I. LektiiI-e: S.-S.: Racine, Britannicus(Renger).— W.-S.: Guiz0t, Hist0i1-e de la Civilisation(Renget-). Kursorisch: Ausgewählte Prosa des 18. und 19. Jahrhunderts, III. Teil(Renger). Aufsatze: l. a) Les voyages a pied(lb). b) La guerre et l’0rage. Une comparaison(122). 2. Pour— quoi les Allemands aiment-ils a celebjer la kete de Sedan? Z. Britannicus ou l’hist0ire d’un infortune (d’a1)res Racine). 4. a) Caracteriser Agrippiiie(d’apres le Britannicus de Racine)(lb). b) Les Parisiens—- (d’apres d«"I-Ierissou, Journal d’un okticier d’0rd0nnance)(Ia). 5. Oharlemagne, Allemand ou Francais 3 Nr. 2 und 3 waren Klassenauksätze—- Besinn- IIER Lektiire: s.-s.: Moliere, le Bourgeois gentilhomme(Velhagen und Klasing-, B-Ausgahe).— VV.-S.: Daudet, Le petit Chose(Velhagen und Klasing, B-Ausgabe).— Bahre IIb. Lektü1-e: S·-S.: Jules Verne, le T011r du monde en 80 jours(Velhagen und Klasing, B-Ausgabe).—- W.-Z.: Mignet, Histoire de la Terreur(Renger).—- Hering Li,« III-R Lelxtiire: S.-s.: Ercktnann-Chatrian, 4 Erzählungen aus»Contes populaires««(Ve1hagen und Klasing).—- VV.-8.: Lame-Eleury, Histoire de France de 1328——1862(Renger).—- Eeri72g. c) Englisch. I· Lektiire: s.-S.: sliakespea1-e, Julius Caesa1-(Renger).—- W".-s.: 0n Englile Life and Customs (Gaertner-Weidmann). In beiden Semester-n kursorisch: Scott, Ivanhoe(Renger). Aufsatze: I. a) Luther’s Like before the Year 1521. b) The Storzs ok the Abbot ok Oanterbury· 2. Charlemagne,.an Emperor Great in War and in Peace. 3. On the Inventions oi Improved Means ok Locomotion and on their Utility. 4. Home, sweet Home! There is no Place like Home. Nr. 4 war Klassenaufsatz.— Bein-a III. S.-s.: Macaulay, Lord Clive(Velhagen und Klasing, B—Ausgabe).— VV.-S.: Dickens, Sketches IIV. s.- (Velhagen nnd Klasing).—- Banns-. s.: Burnett, the Little Lord(Velhagen und Klasing«, B-Ausgabe).— VV.—S.: English Histoi-y (ed. V·Vershoeven, Renge1s).— Bebt-s IIIT S.-s.: Hauson, Stories of King" Arthur(Renger).— Hemm.— VV.-S.: S. R-. Gardiner, England in the Former Times(VVeidmann).— Bahre- 4. 1)ie Themata nnd Aufgaben der schriftlicheit Reifepriikctng. a) Michaelis 1909. Deutsch: Mit welchem Rechte können wir stolz darauf sein, daB wir Deutsche sind?— Jklolw Französisch: Übersetzung aus dem Deutschen ins Französische—-- Her-ing- Englisch: The Restoration of the German Empire(1871).— Bahre Matlieni Physik: atik: l. Ein Körpe1- ist zusammengesetzt aus einem Zylinder, welcher zwei Breitenkreise eines Gloths zu Endflächen hat, und zwei Regeln, welche ebendieselben Breitenkreise zu Grundflächen und ihre spitzen in den Polen haben. Welcher Bruchteil kann das Voliimen dieses Körpers von den1 des Globus höchstens sein?—- 2. Wo und unter welchem Winkel schneidet die Kurve. y—x3— 2x P 4 die stxe? XVo läuft sie der x-Axe parallel?— Z. Charakter, Form und Lage des Kegelschnitts zu bestiinmen, dessen Gleichung bezogen aiik ein rechtwinkliges Koordinaten- system 5xy—— Zx2= 95 ist.—- VVann(nach mitteleuropäisclier Zeit) geht die Sonne am 23. August fiir Dessau auf?— Fiel-ein Die Beziehungen zwischen Bild und Gegenstand bei einem Hohlspieg·el sind zu erörtern und folgende Aufgabe zu lösen. Wie grob ist das Bild, welches ein Hohlspiegel von der Brenn- weite 9 cm von einem 24 cm entfernten und 10 cm hohen Gegenstande liefert?— Täöztleke. b) Ostertt 1910. Deutsch: Wie entwickelt sich in Goethes ,,Tasso·« das gegenseitige Verhältnis Tassos und Antonios?—— Meloe-. Französiscli: Quelles causes ont amene la chute de 17Empire remain?—— Heriny. Englisch: Übersetzung aiis dem Deutschen ins Englische.— Bahre- Mathem atik: 1. Eine Kurve hat die Gleichung 3x2— 2xy—I— y2—- 5x—k— 8y= 14. Welche Punkte derselben haben die Abscisse(—f— 1)? Wo und unte1- welchem Winkel schneiden sich die Tangenten, 20 welche man durch diese Punkte an die Kurve legen kann?— 2. Wo und wann(nach mittel- europäischer Zeit) geht der Planet Saturn am 1. Febriiar 1910 fürs Dessa11 unter?— Z. Es soll eine Schale in Forni einer Kalotte angefertigt werden, welche zwei Liter- faBt und eine möglichst kleine Oberüäche besitzt. Wie grolz mulZ der Krümmungsradius und die Höhe derselben gewählt werden?—- 4. Vvo und unter welchem lVinkel wird die Ellipse(x2—I— 2y2= 2) von derjenigen Parabel geschnitten, deren Scheitelpunkt im Mittelpunkte der Ellipse liegt, und deren Brennpunkt mit dem einen Brennpunkte der Ellipse zusammenfällt?— Piezøeøx Chemie: WVelche Vorgänge erzeugt der elektrische Strom in einer- Lösung von a) Clilorwasserstoff, b) Natriumchlorid, c) Schwefelsäure, d) Natriumsulfat, e) NatriumhydroxydP— Ströse. 5. I)ie im Schuljahre 1909X10 gebrauchten Schulbiicher. Klasse. Ticcx.::,,::; Religion. IIa IIb III-D IIIb IV —-——- IIIb IV III· Ilb III-« IIIb IV — IIb— IIIb IV III-I——.-»- Schulgesanghuch fiir das Herzogtum Anhalt. Biblisches spruchbuch desgl». klale ann u. Köster, Hilfsbuch i d. evang Religionsunterricht Völker u. strack Bibl. Lesebuch Altes Testament Ausgabe B Krüger-Delius-Witte, Vademecum aus Luthers schritten. VI VI VI HIHIH IIQQQ Deutsch. Mey er Nagel Leitfaden f. d. Unterricht i d. deutschen Grammatik—-—— IIIa IIIb——-.- ,, Deutsches Lesebuch...—————— 1v v vI Lorenzi Baydt--Bössger, Teil I...........—— IIb IIIA IIIb———" » Teil 11...————- IIIb—-—.- Teil III(Aus allen Zweigen).. I" IID IIb 111a——-——- Hopks-Paulsiek- Mukk Deutsch Leseh. f höhere Lehranstalten,. siebente Abteilung..—- IIss———--—— Hopk- Paulsiek- Poss, Abteilung kiir III- und I..... I——————— « V Französisch. Dubislav-Boek, Blementarbuch d. franz. sprache, Ausg. c, 1. Teil————.—-——- vI «.»«..·7»»» 2·»———— lv v— Französisches Ubungsbuch Ausgabe C.. ·—-—"— III-I IIIb——— schulgrammatik der französischen Sprache. Ulbrich Schulgrammatik der französischen Sprache. » Ubungsb. z Ubersetzen a d.l)eutsche11 ins Französische Bahrs, Deutsche Ubungsstiicke zum Ubersetzen ins Französische Gropp-Eausknecht, Auswahl französischeis Gedichte. » 77 Ils- IIb———-""—— — IIb——.«—-——-— III-«—-————-—— III- IIb—--——-——.- HHIHI Englisch. Dubislav-Boek, Elementarbuch der englischen Sprache——- »» Schulgrammakjk der englischen Sprache. I IIs" IIb III-1-—-——« » Ubungsb z Ubersetzen a d. Deutsch. i Engl— 112 IIb 1112——— Dressel, Bilder a. d engl. Geschichte z Ubersetzen i Englische I—-—————- GroHp--I:la-,usknecht Auswahl englischer Gedichte.. I IIa Ilb——-———-—- l Geschichte- Putzgeiz Historischer schulatlas....... Luckenbach, Teil I Abbildungen zui alten Geschichte Teil II Abbildungen zur deutschen Geschiclite Neubaue1-,Leh1bucli clei Geschichte Geograpltie. I«iiddecl(e, Atlas seydlidzsche Geogiallliie(Ausgabe I)). supan Deutsche schulgecgiaphie. » Allgemeine Erdkunde. Mathentatik und Recht-en. Haims- Kallius Rechenbuch Suhle, Leitfaden kiir de11 Unterricht in der Arithmetili Bai dey, Aufgabensammlung. spieker Lehrbuch der ebenen Geometrie. BuBle1, Elemente der ebenen und sphärischeii Trigonoinetiie S c h u m a 11 n Lehrbuch dei Stereometi ie. G a n dtn er, Elemente del analytische11 Oseometiie. Gri e v e, Fiinkstellige Logarithmen. Physik- B il r n e i Realgymnasien und Obeirealschuleii · Ohemie. Fische1, Leitfaden del Oliemie und Mineialcgie Hennige1, Chemiscl1-analvtisches Piaktjlium Natui·bescltkcibung. V 0 g e l- M ii l l e n h 0 kk- B- d· s e l e I-, Leitfadeii für den Unterricht in Zoologie bezw. Botaiiik singen. Halier Gesangschule, Teil 1. Teil 11. Liederlcuch Heft I. Heft 11.. Haase, schulchoialbuch kiii das Heizogtilm Anhalt U II Leitfaden dei Expeiimentalphysik fiii Pcalschulen. » IV:Leh1buch dei Physik fiii die diei obenin Klassen dei HHIH I.s-l -—( l HHHHI HI HH IIa IIa, IIa III- IIa IIa IIa IIU IIa IIa IIa 112 IIa IIU IIb IIb IIb IIb IIb IIb IIb IIV IIb IIb Ilb III) IIIa 1IIL IIIa IIIb IIIb lIlIb 1112 lIIIb IIIil IIIas IIIb IV IV IX- IX- IXs (1(l l l l l l l l«- «H(: l(- VI VI FJI FJI FsI N) lO ll. Mitteilungen aus den Verfügungen Herzoglicher Regierung, Dutuni: ll. Mai 1909. 19.J111i 1909. 4. August 1909. 6. September 1909. 12. November 1909. 2. Dezember 1909. Abteilung für das schulwesen Herzogliche Regierung-, Abteilung für das sclnilwesen, gibt folgendes aus einem Erlali des italienischen Unterrichtsministeriums vom 13. April 1902 bekannt:»Für die akademischen Museen, Galeriertz Ausgrabungen und Denkmäler sind vorn Eintrittsgeld zu befreien: Künstler, Kunstschriftsteller, Lehrer für Altertumskunde, Geschichte, Literatur und Kunst, Universitätsprofessoren, Gymnasial- und Real- überhaupt lllittelschullehreiy Mitglieder(alumni) von Instituten für Archäologie, Geschichte und Kunst, studenten der philosophischen Fakultät und 1ngenieurschulen(technischen Hochschule11), Beamte der Kunstverwaltung und Kiinstliaiidwerke11.« ,,Beizubringen haben: Die ausländischen Künstler und Lehrer für Altertums- kunde etc. ein akademisches DokuineUt, das sie als solche ausweist, die Universitäts- professoren, lilittelsclnillelirer, Institutsmitglieder und studenten ebenfalls ein Dokument zu ihrem Ausweis, die Kunstschriftsteller eine bemerkenswerte Publikation. Die Dokumente bedürfen vorher der Legalisierung durch ein Königlicli italienisches Konsulat oder die Kaiserliche Botschaft bezw. Gesandtschaft des betreffenden Staates in Roin.«« Es folgen nähere erläuternde Bestimmungen und Zusätze. Oberlelirer Dr. Friedrich Meyer ist auf sein Ansuchen Zum 1. Oktober 1909 aus dem anhaltischen staatsdienste entlassen. Der Kandidat des höheren Schulamts W illy Gerlach ist vom l. Oktober- 1909 ab als ,,0berlehrer« aii der Herzoglichen Friedrichs-Oberrealschule zu Dessaii fest angestellt. Die Reifeprüfungeordnung erfährt voin lllichaelistermin 1909 ab folgende Abänderungen- 1. Zu§ 11, Z. ,,Dagegen steht es der Prüfungskonnnission zu, nach piiicht- mälzigem Ermessen darüber zii entscheiden, ob und inwieweit etwa niclit genügende Leistungseii in einem Lehrgegenstande durch die Leistungen des Schülers in einein andern Lehrgegenstande als ausgeglichen zu erachten sind« 2.§ ll, 4.»Die der Prüfungskominission angehörenden Lehrer haben sich dei« Abstimmung zu enthalten, wenn es sich um schüler handelt, die an ihrem Unterricht in der Oberprima nicht teilgenommen haben« 3.§ ll, Z.»Ein Ausgleich für nicht genügende Leistungen ist nur dann zulässig-, wenn diese niclit unter das Malå hinabgehen, welches in dem betreffenden Faclie für die Versetzung nacli Priina gefordert wird« Eintrittskarten zu den»schülervorstellungen« des Herzoglichen Hoftheaters sind nicht übertragbar, sie dürfen nur vom Besteller selbst benutzt werden und sind im Falle nachträglicher Verhinderung an den Direktor der Anstalt mit dem Erstichen um weitere Veranlassiing zurückzugeben Solche Eintrittskarten können eventuell voii dem Direktor an andere schüler, die bei der Verteilung niclit hatten berücksichtigt werden können, gegsen Ersatz des normalen Preises an den ursprünglichen Inhaber- abgegeben werden. Oberlehrer Prietsch wird auf sein Ansuchen zum l. April 1910 alis dem Herzoglichen Staatsdienste entlassen.« 23 7. Dezember 1909. Folgende Vereinbarung ist in den Oste1«11 1910 erscheinenden schulnachrichten un- verkürzt Zum Abdruck zu bringen: ,,Vereinbarung der Bundesregierungen über die gegenseitige Anerkennung dei- Reif ezeugnisse. Die Bundesregierungen sind übereingekommen, fin« die gegenseitige Ali- erkennung der Reifezeugnisse, welche Angehörige des Deutschen Reiches an öffentlichen deutschen Gymnasien, Realgymnasien und Oberrealschulen nacli Abschluls des ganzen Lehrganges erwerben, fortan folgende Grundsätze zu befolgeii: l. »N) Die gegenseitige Anerkennung der Reifezeugnisse erstreckt sich nur auf diejenigen oben bezeichneten höheren schulen(Vollanstalten), bei denen folgende Bedingungen erfüllt werden: a) Die gesamte Lehrdauer beträgt mindestens neun Jahre; die Aufnahme in die unterste Klasse erfolgt in dei- Regel nicht vor der Vollendung des neunten Lebensjahres b) Allgemein verbindliche Lehrfächer sind in der obersten Klasse aller drei schulartenx Religionslehre, Deutsch, Geschichte-, Erdkunde, Mathematik und Naturkunde; ferner bei den Gymnasient Lateiniseli, Griechisch und Französisch oder Englisch, bei den Realgymnasien und Oberrealschulen: Französisch, Englisch und Zeichnen, aulzerdem bei den RealgymnasienJ Lateinisch. c) Für die bei den drei Schularten am schlusse des ganzen Lehrganges in den einzelnen allgemein verbindlichen Lehrfächern zu erfüllenden Zielforderungen gelteii als Mindest- malz im wesentlichen die aus den preuliischen Lehrplänen für die höheren schulen von 1901 sich ergebenden Lehrziele. d) Der Unterricht wird, unvermeidliche vorübergehende Vertretung-en ausgenommen, nur von Lehrern erteilt, welche sich über ihre Befähigung für die ihnen gestellte Lehr- aufgabe ordnungsmäiiig ausgewiesen haben. Bei einem Anstaltswechsel erfolgt die Aufnahme eines schülers nur nach Beibringung eines Entlassungszeugnisses der vorher von ihm besuchten Anstalt und nicht in eine höhere Klasse oder Abteilung, als nacli diesem Zeugnisse die Reife bei ihm vorhanden ist. Der Wechsel darf dem schüler hinsichtlich der ordnungsmäliigen Lehrdauer einen Zeitgewinn nicht einbringen. Eine Ausnahme von dieser Regel ist nur dann zulässig, wenn Schüler infolge dienstlicher Versetzung des Vaters oder aiis ähnlichen gewichtigen Gründen aus einem Gebiete des Deutschen Reiches mit Osterbeginn des Schuljahrs in ein solches mit Herbstbeginn oder umgekehrt übertreten; in derartigen Fällen darf ihnen, um sie vor unverschuldetem Zeitverluste zu bewahren, bei der aufnehmenden schule auf Grund des Brgebnisses einer mit ihnen zu veranstaltenden Prüfung die Einweisiing in die nächst höhere Klasse zugebilligt werden. . Die Erlangung des Reifezeugnisses am Schlusse des ganzen Lehrganges ist bedingt durch das Bestehen der Reifepriif11ng. Fii1- diese Reifeprüfung gelteii folgende grundsätzliche Bestimmungen: a) Die Reifeprüfung wird von einer aus dem Direktor(Rektor) und Lehrern der Anstalt bestehenden Kommission unter Leitung eines Regierungskommissars vorgenommen, dei- auch die Zeugnisse mitziwollziehen hat· Es ist zulässig-, den Direktor(Rel(tor) der Anstalt zum Regierungskommissar zu bestellen. In diesem Falle hat er bei seiner Unterschrift aucli den besonderen Auf- trag bemerklich zu machen. Bei den nicht ausschlielilich vom staate unterhaltenen Anstalten kann ein Ver- tret-er des Patronats und(wo ein solches besteht) des Ephorats oder Scholarchats als stimmberechtigtes Mitgslied dei- Kommission angehören. b) Der Reifeprüfung dürfen sich die Schüler in dei- Regel nicht früher als gegen den Schluls des zweiten Halbjahrs ihrer Zugehörigkeit zum obersten Jahreskurse unterziehen. Die Zulassung zur Reifeprüfung erfolgt auf Grund des Urteils der zur Prüfungs- kommission gehörenden Mitglieder des Lehrkörpers der Anstalt durch die zuständjge Schulaufsichtsbehörde, welche auch über etwaige Gesuche um Befreiung von einer der Zulassungsbedingungen zu entscheiden hat. c) Gegenstände der Reifeprüfung sind bei allen drei schularten: Deutsch, Geschichte und Mathematik, ferner bei den Gymnasien: Lateinisch, Griechisch und Französisch oder Engliscli, bei den Realgymnasie11: Lateiniscli, Französisch, Englisch und Naturkunde, bei deii 0berrealscluilen: Französisch, Englisch und Naturkunde. Die übrigen Lehrgegenstände sind nicht notwendig auch Gegenstände der Prüfung. d) Die Reifeprüfung zerfällt in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Befreiungen von der mündlichen Prüfung sind statthaft.» Die schriftliche Prüfung findet unter beständiger Aufsiclit durch Lehrer statt- und erstreckt sich bei allen drei Schularten auf Deutsch und Mathematik, ferner bei den Gymnasien auf Lateinisch und Griechisch, bei den Realgymikasien a11f Lateiniscli und Französiscli oder Englisch, bei den 0be1srealschulen auf Französisch und Englisch. Darüber hinaus auch noch schriftliche Prüfungsarbeiten in ander-en Lehrfächern zu fordern, bleibt dei- Anordnung jedes staates überlassen. e) Den Maöstab für die Zuerkennung des Reifezeugnjsses bilden die unter lc bezeichneten Zielforderungen. Dabei ist ausnahmsweise ein Ausgleich zulässig-, nach welchem das Zurückbleiben in einem Gegenstande durch desto befriedigendere Leistungen in einein anderen gedeckt wird. 1n dem Gegenstande, für welchen der Ausgleich zugelassen wird, dürfen jedocli die Leistungen keinesfalls unter das Mal-i hinabgehen, welches für die Versetzung in die zweitoberste Jahresklasse erfordert wird. Nicht zulässig ist es, bei dem Beschlusse über die Zuerkennung des Reifezeugnisses den von dem Prüfling gewählten Beruf zu berücksichtigen f) Bei der schlieizlichen Beratung übers die Gewährung oder Versagung des Reifezeugnisses sind sämtliche Mitglieder der PrüfungskoInmission stinnnberechtigt Bei Stimmengleicli- heit entscheidet der Regierungskommissar, dem auch das Recht des Einspruchs gegen den Beschlulz der Prüfungskommission zusteht; macht er von diesem Rechte Gebrauch, so entscheidet die zustäindige schulaufsichtsbehörde. g) Das Reifezeugnis mulj a11 her-vertretender stelle die Bezeichnung der Anstalt enthalten, an welcher es ausgestellt ist, und leicht erkennbar machen, daB es ein Zeugnis dei- Reife ist« lm Eingang ist der vollständige Name des Prüflings, seiii Geburtstag und-ort, seine Religion oder Konfession und der Stancl und Wohnort des Vaters anzugeben, ebenso die Dauer seines Aufenthaltes auf der Anstalt überhaupt und in der obersten Klasse insbesondere; ist er erst in diese eingetreten, so sind entsprechende Angaben . 233 auch betreffs der Anstalt zu machen, der er früth angehörte Der lnhalt des Zeugnisses bezieht sich nicht bloli auf das Ergebnis der Prüfung-; vielmehr ist in den gesondert auf- zuführenden Lehrgegenständen auch der ini Unterricht erlangte Grad des XYissens und der Fertigkeiten zu berücksichtigen iWerden die Urteile in Zahlen ausgedrückt, so ist deren Bedeutung auf dem Zeugnisse anzugeben Ini übrigen vergleiche auch Ni-. 5 und 6. 4. Das Reifezeugnis, welches ein Angehöriger des Deutschen Reiches als Schüler einer Voll- anstalt in einein deutschen Bundesstaat erworben hat-, gewährt(1nit der aus Nr. 5 herzu- leitenden Malsgabe) in einem anderen Bundesstaat alle Berechtigungen, welche in beideii Bundesstaaten übereinstimmend dem Reifezeugnisse dei- betreffende11 Schulgattung verliehen sind. Werden in den Bundesstaaten betreffs des Berechtigungsnachweises verschiedene Forderungen gestellt, so ist die Gewährung dei- weiter gehenden Berechtigung von der Entschlieöung dei- Regierung desjenigen Bundesstaates abhängig-, in welchem das Reife- zeugnis als Berechtigungsnachweis vorgelegt wird. Für schüler aus dem Deutschen Reiche, die später- als mit dem Beginne des drittletzten O-( Jahrganges(der Obersekunda nacli weitverbreiteter Bezeichnung) in eine Vollanstalt eines deutschen Bundesstaates eintreten, auf welchen sie weder durch die staatsangehörigkeit noch durch den jeweiligen XVohnort ihrer Elterii oder deren Stellvertreter angewiesen sind, hat das dort erworbene Reifezeugnis die unter Nis. 4 bezeichnete Wirkung nur dann, wenn dem Prüfling seitens der Unterrichtsverwaltung des Bundesstaates, dem er angehört-, die Erlaubnis zur Ablegung der Reifeprüfung an jener Anstalt vorher erteilt worden ist. Ein Vermerk hierüber ist in das Reifezeugnis aufzunehmen(vergleiche Nr. 8g-). Aiif diese Bestimmung sind auswärtige Bewerber, welche die Aufnahme in eine Voll- anstalt an einer höheren Stelle des Gesanitkursus als bei dem Beginne des drittletzteii Jahrgang-es(de1« 0bersekunda) nachsuchen, durch den Direktor(R-ektoi-) schon vor dem Eintritt in die Anstalt hinzuweisen.. ti. Deutsche Reichsangehörige, die das Reifezeugnis einei- Vollanstalt erwerben wollen, ohne Schüler einei« solchen zu seiii(als sog. lslxtraneer), haben sicli der Prüfung an einer Anstalt desjenigen Bundesstaates zu unterziehen, auf den sie durch die Staatsangehiirigkeit oder durch den jeweiligeii WVohnsitz ihrer Eltern oder deren Stellvertreter angewiesen sind. Die Ablegung dei- Reifepriikung a11 einer Vollanstalt eines anderen Bundesstaates ist nur in besonders begründeten Fälleii zulässig und hat die unter Nr. 4 bezeichneten rechtlichen Folgen nur dann, wenn seitens der Unterrichtsverwaltung des Binidesstaates, dem der Priifling angehört, die Zrlaiibnis dazu erteilt worden ist. lcin Ver-merk hierüber ist in das Reifezeugnis aufzunehmen(vergl. Nr. Z g). Die Anstalt, bei welcher die Prüfung stattzufinden hat, bestimmt in jedem einzelnen Falle die schulaufsichtsbehörde Eiiie Befreiung von der mündlichen Prüfung oder von Teilmi derselben ist bei Extraneern nicht zulässig. Sind in einem deutschen Bundesstaate besondere Prüfung-en eingerichtet, durch deren Bestehen die 1nhaber des Reifezeugnisses eines Realgymnasiums odeis einer 0berrealschule die mit NT dem Reifezeugnis eines(1’rymnasiums ode1- Realgymnasiums verbundenen Rechte in diesem Bundesstaat erwerben, so kommt den Zeugnissen über das Besteheii einer solchen Prüfung die gleiche N7jrkung auch in den anderen deutschen Bundesstaaten zu. Diese Vereinbarung tritt aii Stelle der in den Jahren 1874 und 1889 abgeschlossenen. l7. Dezember 190(.). fil. Dezember 1909. 6. Januar 1910. G. Januar 1. 910. 22. Januar 191(). 26 XYciterc Änderungen der Anhaltischen Prüfungs()rdnung: Zu§-i—, Z.»Wenn ein Primaner die Anstalt wechselt, so entscheidet die Herzog-Hohe Obcrschulbehiirde, ob ihm für die lilcldung zur Reifeprüfung das Halbja11r, in welches oder an dessen Schluti der Wechsel der Anstalt fällt, auf die Lehrzeit der Prima anzurechnen ist. Diese Entscheidung ist unmittelbar bei dein Eintritt des Schülers in die neue Schule durch deren Direktor« unter Darlegung dei- für de11 fWechsel gelte11(l gemachten Gründe zu beantragen. Zu versagen ist die Anrechnung-, wenn der Primaner die Anstalt gewechselt hat, um sich einer Schulstrafe zu entziehen, oder weil er im Disziplinarwege entfernt worden ist« 1n dem zuletzt bezeichneten Falle darf jedoch ausnahmsweise die A11— rechnung auf einstimmigen Antrag des Direktors und der zur Prüfungskommission gehörenden Lehrer durch. die Herzogliche Obersclnilbehijrde nachträglich zugebilligt werden, wenn der Primaner sich seit dem XVechsel der Anstalt in jedeis Hinsicht- tadellos geführt hat und auch sonst über seine Reife keine Zweifel bestehen.« Zu§ 7, 6 und 7. ,,XVer bei der schriftlichen Prüfung sich der Benutzung unerlaubter Hilfsmittel, einer Täuschung oder eines Tätisclnmgsversuches schuldig macht, wird mit sofortiger Ausschlielzung von der ferneren Teilnahme a11 der Prüfung und, wenn die Entdeckung erst nach Beendigung derselben erfolgt-, mit Vorenthaltung des Prüfungszeugnisses bestraft. Gleiclie Strafe hat zu gewärtigen, wer anderen zur Benutzung unerlaubter Hilfsmittel, zu einer klkäuschung oder einem Täuschungsversuche behilflich ist. Die in solcher XVeise Bestraften sind hinsichtlich der XViederholung der Prüfung denjenigen gleichzustellen, welche die Prüfung nicht bestanden haben (vergl.§ 15"). Xver sich einer Täuschung oder eines Täuschungsversuches auch bei der Wiederholung dei- Prüfung schuldig macht, ka1111 von der Reifeprüfung überhaupt ausgeschlossen werden. Auf diese Vorschriften hat der Direktor an einem Tage vor Begiiiii der schriftlichen Prüfung die betreffenden Schüler durch wörtliche Mitteilung aufmerksam zu machen. · Bei zweifelhafter Lage eines Falles der bezeichneten Art ordnet zunächst der Direktor mit deii der Prüfungskommission angehörenden Lehrern das Erforderliche a11 und sucht sofort die Genelnnigung des Herzog-lieben Kommissars dazu nach. Erfolgt diese nicht, so ist die sciilieBliclie Entscheidung von der gesamten Kommission vor dei« mündlichen Prüfung zu treffen(verg1.§ 9, 2).« Es ist darauf Bedacht zu nehmen, dalZ vor allein in den Oberklassen die beiden wöchentlichen Zeichenstunden, wenn irgend möglich, zu einer Doppelstimde zusammen- gelegt werden. Dei« wissenschaftliche Hilfslehrer Karl KrauBmüller in Frankenbausen wird vom 1. April 1910 ab als 0berlehrer an der Herzoglichen Friedrichs-Oberrealschule in Dessau fest angestellt. Bei übertragbaren Krankheiten dürfen Schüler erst nach der Schlussdesinfektion zum Schulbesuch wieder zugelassen werden. Dem 0berlehrer Ernst Mfachsmuth ist vom 1. Ap1«i1 1910 ab eine 0berlehrerstelle an der Herzogliclieii Friedrichs-Oberrealschule verliehen worden- 27 19. Februar"1910. Die Einführung der Schult-e-’1’igges-ll:lehler7sehen Lehrbücher der Elementktis-lVlatheii-1atil(, :—Xusgabe B, zum Ostertermin 1910 wird genehmigt 21. Februar 19l(). Die Direlctionen der neunstuiigen höheren Lehranstalten werden darauf hingewiesen dalj Reifezeugnisse mit 1,50 lllk. stempelptlichtig sind. 7 Ferner wurden im Laufe des Schuljahres folgende Userlce zur Anschaffung empfohlen: Basedowsches Elementarwerk von 1774,-neiie Ausgabe(Lorentz-Leipzig).— Rossen-, zweite statistilc des Schulturnens in Deutschland(Tliienemann-Gotha).— Felix Dahn, Armin der Oheruslcer(J. F. Leliiiiaiin-’lliinclien).—- Emanuel Greibel, Jugendbriefe(Curtius-Berlin).— Bruclimauns Wandbilder alter Plastik.— Denkmälei« griechischer uan römischer skulptur von A. Furtwüngler und H. L. Uhrlichs(F. Bruclimann).— Ernst schulze, Die sclnuulliteratrw(W’aisenhaus-Buchhandlung, Halle a. s.).— Schroer und von Ziegler, Übung-ern spiele, Wettkäinpfe(Teubners-Leipzig).— Adolf Friedrich, Herzog von Meclclenburg, ins innerste Afrika(Klinkhardt und BiernIann-Leipzig).— Vömel, Graf Ferdinand von Zeppeliii(Blanke-Konstanz).— Palüstina-Jahrbuch(Mittler und solm-Berlin). Ill. chronik. Zur Chronik des schuljahres 1908X09 ist noch nachzutragen, dals Zeichenlehrer seheffers eine Ausstellung von sehülerzeichnungen in der Aula veranstaltete, welche am sonnabeml, den 21. März, von 2 bis 5 Uhr und am Sonntag, den 22. März, von 11V2 bis 3 Uhr geöffnet war und erfreulicherweise zahlreich besucht wurde. Mit einer gemeinsamen Andacht fand dasselbe dann am lllittwoch, den 31. März, seinen.«-U)s(-,1111115. sommerhalbjahr 1909. Tm Sommerhalbjahr des neuen Schuljahres, welches am Freitag, den 16· April, begann, war der Gresundheitszustand des Lehrerkollegiums ein günstiger-. Die beiden Filtesteii Mitglieder des Kollegiums erhielten Urlaub zu einer längeren Zadeliur, Professor Dr. Bahrs vom 24. Juni bis zum Beginn der sommerferien und der Unterzeichnete im Anschluö an dieselben bis zum 14. August. Im übrigen waren Vertretungen nicht erforderlich. Der Lehrplan erfuhr dadurch eine Abänderung-, dalz der biologische Unterricht-, welcher im voraufgehendeii Schuljahre in die beiden sekunden eingeführt war, nunmehr auch auf die Prima ausgedehnt wurde, so daB jetzt auf allen Klassenstufen in zwei XWochenstunden naturkundliche bezw. biologisclie Unterweisung stattfinden Unseise Anstalt ist demnach eine der ersten in Deutschland, welche diese dringende Forderung der neuzeitliehen Pädagsogik erfüllt. Freilich muö nun der mathematische und der chemische Unterricht auch in Prima zu diesem Zweck je eine stunde abtreten. Doch wird dieser Ver-hist dadurch weniger empfindlich, dalz die Prima für diese beiden Diszipline11 in zwei Zöteii geteilt wird.—- Die Quarta ist für das laufende sehuljahr für alle Fäclier, Turnen ausgenommen7 in zwei parallele Klasse11 zerlegt, bei ihrer groben Schülerzahl ein unabweisliches Bedürfnis Das stille, gleichmälzige schulleben erfuhr im Laufe des Halbjaliises hie und da willkommene Abwechslung Ein Naclnnittagsausflug, welcher am 15. Juni von den Primanern in Begleitung des Unter- zeichneten und der Professoren ströse und Dr. Thöldte nach Zerbst unternommen wurde, erhielt durch 28. diel Besiehtigung des dortigen Rtaatsairshives besonderes interesse. Herr Archivrat Prof. Dr. XX«:Tisclik() übernalnn, unterstützt von zwei Beamten des instit-tits, persönlich die Führng durch die Hüume desselbeii, hielt über die Organisation und die Arbeiten des Archives erläuternden Vortrag, legte besonders wertvolle Urkunden vor und wutlte den Besuch in jeder Beziehung lehrreich und anregend zu gestalten. Es ist eine gern geübte Ptlicht des Unterzeichneten, ihm hierfür noch einma1.in"1 Namen allei- Beteiligten an diesel- Stelle herzlich zu danken. s— Einer Verfügung lslerzoglicher 11’,egierung Folge gebend wies Obei-- lehrer Prietsch, der Religions- und Geschiehtsleln-er der oberen I(lasseii, in der Andacht, welche bei Beginii der sommerferien stattfand, die schüler dasauf hin, dalz am 1(). Juli des laufenden Jahres dei» vierhunderthihrige Geburtstag des Reformator-s Johannes Calvinus sei, und würdigte dessen hohe Bedeutung für den gesamten Protestantisnnis in zii Herzen gehenden lVortenH—- Deis Geburtstag Si-. Hoheit des Herzog-s wurde durch einen Festaktus gefeiert, bei welchem Cand prob. I)r. Kuskop die Festrede hielt.— Mittwoch, den 25. August, machten die Primaner und()bersekundaner einen geologisch-geographischen Ausflug unter Leitung des Professors Ströse und des Oberlehrers Prietseh in das nördliche Vorland des Harzes bei Ballensteclt. Zweck des Ausfluges war, die dort am Harzrande leicht zu beobachtenden Glieder der mesozoischen Formationen aufzusuchen, die wichtigsten Leitfossilieii des Illusehelkalkes und des Pläiners an Ort und Stelle einzusammeln, die eigentümlichen Verwitterungsforinen des Quadersandsteines kennen zu lernen und endlich eine Anschauung von der stadtlage(»2uedlinburgs, der alten Stätte der sachsenkönige, zu gewiinien." Dei- WVeg führte vom scharf sich abgrenzenden Rande des Harzes über die Steinberge(Schichtenköpfe des illuschelkalkes) und einen schmalen von Löti bedeckten Keuperstreifen am Zehling vorbei in die Kreideforination, die in den gewaltigen Bänken des Quadersandsteins der Gegen- steine imposant zu Tage tritt. Quer durch die Illulde von Asmusstedt ging es dann weiter nach Badeborn, wo der steinbruch am Ruhmberge gründlich durchsucht wurde(Muschelkalk mit Gservillea socialis). Vom Nordrande der Sewekenberge(oberer llluschelkalk, gekriint von Gips) entlang wanderte man nach Quedlinburg, um von der Höhe der dem heiligen sei«vatius geweihten alteii Stiftskircliek einen Blick auf den Harz und sein landschaftlich so reizvolles Vorland zu werfen.— Die freudige Aufregung, welche am sonnabend, den 29. August, in ganz Deutschland herrschte, teilte sich auch unserer Anstalt mit. Graf Zeppelili, welcher aii diesem Tage mit seinem Luft-schiffe Zeppelin Ul. vom Bodensee her-kommend in Berlin ein- treffen wollte, hatte auf dieser Falii«t eine Landmig in Bitterfeld in Aussicht gestellt. Daheis wurde der Unterricht ausgesetzt. Trotzdem die in den Morgenstunden erwartet-e Ankunft des Luftkreuzers sich bis in die späten Nacliinittagsstunden verzog-erte, konnten doch über 150 schüler allei- Alterstufen am folgendeii Montag berichten, dal.i ihnen dei« Anblick des Luftkreuzers sowohl wie der seines genialeii Schöpfers vergönnt gewesen sei.— Am Tage vor dem sedanfeste machten die einzelnen Klassen unter Führung ihrer Ordinarien Ausflüge zum Teil in die nähere Umgebung von Dessau, zum Teil in den Harz, die Prima sogktis bis zur Rudelsburg und Kösen unter zweimaliger Fahrtunterbrechung, um die Dome von illerseburg und Naumburg zu besichtigen. Der darauf folgende 2. September Var unterrichtfrei, auf sejiie Bedeutung war aiii vor-aufgehenden Tage durch Ansprachen hingewiesen worden«—- schlielålich sei noch erwähnt, das drei Obersekundaner der Anstalt an der Fahrt teilnehmen, welche der deutsche Flottenverein aiii Mittwoch, den 18., bis Sonntag-, den 23. Mai, nach der ,,W"asserkante« veranstaltet hat. Die mündliche Reifeprüfung fand am Dienstag, den 14. September-, unter dem Vorsitze des Herzoglichen Prüfungskommissars Herr-il Geheimrat Prof· Dr. Krüger statt; der einzige Abiturient bestand dieselbe.— Turnspiele wurden regelmäliig an den Freitag-Naclnnittagen abgehalten, geleitet wurden sie vom Turnlehrer Egger-L An den Ruderübungen beteiligten sich 12 Primaner unter der.—lnleitung der Oberlehrer Prietsch und Rosse.« 29 Da der letzte Schultag des Halbjal1res auf den 2. Oktober fiel, nahm der Unter-zeichnete bereits a111 sonnabend, den 25. september, Gelegenheit, dem am llIichaelistermin aus dem Herzoglich Anhaltischen schuldienste ausscheidenden Oberlehrer Dr. Meyer den Daiik dei- Anstalt für die derselben geleisteten treuen Dienste auszusprechen und ihm die guten lViinsche des Kollegiums für sein ferneres Ergehen aus- zudrücken. Dr. Meyer übernahm eine Oberlehrerstelle an dei« 0berrealschule der Franckeschen stiftungen zu Halle a. s. Die durch seinen Abgaiig freigewordene Oberlehrerstelle wurde zunächst nicht wieder besetzt, die bisher von p. Meyer erteilten Unterrichtsstunden wurden unter die übrigen Lehrer verteilt. Bei derselben Gelegenheit wurde dei- Abiturient des lVlichaelistermins mit einer kurzen Ansprache entlassen. Vllinterhalbjahr 1909X10. Da die AtIla des Fridericianums am Dienstag-, den 19. Oktober dem allgemeinen deutschen Kirchen- gesangverein zur Verfügung gestellt war, begann das Winterhalbjahr erst a1"n 20. dieses Monats. Das Reformationsfest und der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers wurden durch Festakte gefeiert; der erste war liturgischen Charakters in Verbindung mit einer Ansprache des Oberlehrers Prietscli, am zweite11 hielt Professor« Dr. Bahrs die Festrede über das Thema: ,,XW-’as soll Deutschlands Losung- sein, ein ewig-ei- Friede oder ein ehrenvoller Friede?« Ferner fand am 10· November eine kurze Feier des 150. Gedächtnistages der Geburt Schillers in Form eines Deklaniationsaktus statt.— Die Schüler der oberen und mittleren Klassen besichtigten wiederholt unter Leitung des Zeichenlehrers scheffers die in der hiesigen Kunsthalle ausgestellten Gemälde.— Die Intendanz des Herzoglichen Hoktheateiss veranstaltete zwei Vorstellungen für schiiler zu ermälzigten Preisen. Zur Aufführung gelangten am 6. November schillers Jungfraii von 0rleans, am 27. November schillers Verschwörung des Fiesco zu Genua.— Die mündliche Reifeprükung fand am Sonnabend, den 19. Februar-, unter dem Vorsitz des Unterzeichneten als stellvertretenden Herzoglichen Prüfungskommissars statt. Von den acht Abiturienten, welche in dieselbe eintraten, wurden zwei dispensiert, die übrigen sechs bestande11. Die auffalleiid milde Witterung des WVinters übte auf die Gesundheit der Lehrer und schüler einen günstigen Einklulz aus, vertretungen wegen Erkrankung wurden nur in zwei Fällen auf kurze Zeit notwendig. 80 IV. statistische Mitteilungen. l. Frequenstabelle fiir das schulsjahr 1909J10. E ln II) III Ilb III-I Illb IV V! V2 VI summa 1. Bestand am 1. Februar 1909. 7 8 18 27 l 35 47 48 31 29 42»: 292 2. AbgangbiszimBeginndesschuljahr881909le 6— 5 11—- 3 9——— qRZA 1v1 Iv2 v» · Z. Zugang durch Versetzung Zu Ostern 1909. 6’ 12 10 26 40 32 28 26 37 36»F 253 4. Zugang durch Aufnahme Zu Ostern 1909— 1 9 1 2 1 1 1 4 4 24 5. Frequenz am Anfange des Schuljahises 1909J10 7 15 20 33 51 37 32 31 46 45 317 v 6. Zugang im sommer-semeste1-— f:—:—,———-— F—1- 1 3 5 7. Abgang im sommer—Semester 1——- 3 2—0;- 3—— 1 12 8. Zugang durch Versetzung Zu Michaelis. 2————-———-—-——«2qu 9. Zugang durch Aufnahme zu Michaelis—— 2— 1 1——-—— 1»——w:5-« 10. Frequenz am Anfange des Winter-Semesters 8 13 22 30 50 36 29 32 47 48 315 11. Zugang im Winter-SemesteI-.——-———— 1« 1— 1— 3 12. Abgang im Winter-semester.-———--——— 1—-—— 1 13. Freq11enz am l. Februar 1910 8 18» 22 30 50 37 29 32 48 48—317 Durchsclmittsalter am 1. Februar 1910 18,5 18,5 17,3 16,4 lö,4 14,l 12,9 13,3 11,8 1(),7 2. Beligionss und Heimatsverhältnjsse der schmer- Evang. Kathol. Diss. Juden Einh. Ausw. Ijälåkk 1. Am Anfange des scmmerisemesters 1909 305 3 1 240 61 16 2. Am Anfange des Winter-semesters 1909X10 302 3 1 239 60 16 Z. Am 1. Februar41910 ·—;(f)-4A- 3 1— 241 60 16 Das Zeugnis der wissenschaftlichen Befähigung für deII einjäliläg-freiwilligen Militärdienst haben erhalten Osteni 1909 18 schüler, Michaelis 1909 8 schijler. 3. Übersicht über(lie Abiturienten uncl tlie übrigen schiiler, welche clie Anstalt vom l. Februar 1909 bis 1. Februa1- 1910 verlassen haben- 3a. Abiturienten. z- Tedrmikx E.. Hielt Azg der ln stkgiukity q; ÅY.- · n k--» fes. Ull 1 St Z Prükifng E Name Gehalt-Hort Kont?es(sion. realsclziula ana p Beruf. g « Mathematik .. c) 115 Mlkszglls 1 Kmit.Iacha11. Liihheu(1«ausitz). ZHZIW 5 Jahre. 21x2 Jahre-. und Natur- g« wissenschakten. 116 olszfäll 2 Werne1· Bhrig.i«) Cöthe11. IJZvLJkge 3 Jahre. 2 Jahre. Neuere sprachen. 117(l0. 3 Brust Rust. Dessa11. Ilgvkxe 8 Jahre. 2 Jahre. Neue-re sprachen. -....« Mathematik - J« 118 do. 4 wilhelm Grabes-c. NISEISFSOHOUYVSIHS 18 Mahle 3 Jahre. 2 Jahre. und Nam- hei Berlm BvaIi « ·" g’ wissenschakten. Mathematik 1 119 do. 5 Gustav Zi1)ler.»"-).li«1terb0g. lslzcäkhre 3 Jahre. 2 J ahre. und Natur- - g« wissensch-isten- "« Mathematik 120(lo. 6 Marti11 PriekeI-t. Jiiterbog. lässaifhm 3 Jahre. 2 Jahre. und Natur- g · wissenschakte11. 3 121 Clo. 7 Friedrich Hiller. Dessau. 17Esglfxre 9 Jah1’e. 2 Jahre. Neue-re Sprache11. . Mathematik 3 122 do. 8 Kaxsi sack Atem bei Desskm 18 AIIEIJW 10 Jahre. 2 Jahre. und Natur- Bvan Z« wissenschakten. 1. 123 th. 9 Hellmutsh schra(ler. Dessau. liåDcngxle 10 Jahre· 2 Jahre. Apotheker· V) Von cler mündlichen Prüfung dispensiert. 3b. Auöeisdem haben folgende schüle1- vom 1. Februar 1909 bis 1. Februar 1910 clie Anstalt verlassen- Aus IIab Karl Bisendrath(Bankfach), Walter Fricke(Bureau(lienst), Brich Funcke(Ingenieur), Franz Kronberg(Bureau(lienst), Otto Nickel(Bureau(ljenst). Alls IIb 08ka1- Baake(Kaufmann), Heinrich Bah11(Maschinenbaufach), Brich Braunsslorf(Bankkach), Kurt Binmerich(Marjne-Ingenieur), Alfrecl Groll- mann(Bankfacli), Max Haleck(Kaufmann), Hugo Jäger(Schauspjeler), Brnst Kijhler(Kaufmann),t Paul Krabbe(Kaukmann), Artur Lolzner(I(aufmann), Ha11s Salomon(Kaufmann), Friedrich schmidt(Kaukmann), Kurt lVarnicke(Kaufmann), Bricli Weise(Kaufmann). AlIs IIIa Hans-VVulfha1-d Graf zu Miinster(Privat- schule in Grodesberg), Brich Volkmann(?). Alls Illh Klalis Kubierschky(nach Amerika ausgewandert), Karl-Siegmund thzmann(0berrealschule in Lichterfelde), Fritz Otto(hiesige Handelsrealsclmle), Kurt schwenke(WVolterstorff-Pädagogi11111 in Ballenstedt), Fraiiz leke(Realgymnasi111n in Bilenburg). Aus IV Waltei« Axmann(hiesig-e Mittelschule), Bruno Bottcher(Fleischer), Karl Brinck(hiesige Handelsrealschule), FValte1« Fritscli(hiesig-e Mittelschule), Friedrich Fiigsner(lanclwirtschaktliche schule in Hehnsteclt), Kurt Heidig«(hiesige lllittelschule), Kurt Hellmuth(hiesige llilittelschule), Bricl1 Lucas(hiesig-e h"littelschule), Kurt Parthey(?)", Otto Schmidt(Ackerbauschule in Badersleben), Wilhelm simon(Privatschule in Coswig-), Karl Vieth(Mechaniker). Aus VI HerbeI-t Merz Realschule in Leipzig«). 32 V. Lehrapparat. 1. Bibliothek. (Bibnothekak: Prok. Di-. Bank-g Die Bibliothek wurde vermehrt: A· Lehrerbibliothek Durch schenkung seitens H e rz 0 g l i c h e r Ho f b i b lio t h e k: Weyhe, Katalog der H erzoglichen Hofbibliothek: Geschiclite des Mittelalters und der Neuzeit. H e r z o g l i c h e r R e g i e r u n g- Wäschke, Regesten der Urkunden des Herzogliclien Hof- und Staats- ar chivs Heft X111—XV1.— Raydt, J ahrbuch für Volks- und J ugendspiele, Jahrgang XVIII, 1 909— Neujahrsblätter Nr. 34 des her zoglich anhaltischen statistischen Bureaus: Mitteilungen. der H a n d e l s k am m e r fii r d a s H e r z o gtu m A n h alt: Verhandlungen und Mitteilungen, Jahrgang 1908j09 Nr. 4 nebst Anhang und Jahrgang 1909X10 Nr. 1. des Herrn Oberbürgermeister Dr. E b e l i n g: Streifziige durch das Dessauer schulwesen. des Herrii A d 0 lf D am a s c hk e: Geschichte der Nationalökonomie des Herrn Lehrer Z o b e l: Vorarbeiten einer neuen Flora von Anhalt, Teil 1.II. Durch Ankauf: Mitteilungeii der Gesellschaft fiir Deutsche Erziehungs- und schulgeschichte, Jahrgang XIX, 1—4 mit Beiheften·—- Rabenhorst, Kryptogamen, Band VI, Lief. 7«—9.—- Matthias, Handbuch des Deutschen Unterrichts; Hirt, Etymologie der neuhochdeutschen Sprache.— Goethes Werke 1V, 44, 47, 48.— Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften, Band 170—173.—- Statistisches Jahrbuch fijr höhere schulen, Jahrgang 1906X07.— Walther, Geschichte der Erde und des Lebens.—- von Zwiedineek-Siidenhorst, Deutsche Geschichte, Lieferung 171.— Böttger, Qualitative Analyse·—- Geffcken, Das griechisehe Drama.— Werther, Hiitet Euchs Ärztliche Mahnwoiste an unsere söhne.— Nietzsche, Briefe an Mutter und schweste1«.— Ludwig, schiller und die deutsche Nachwelt.— Meyer, Das deutsche Kolonialreich.—- Tschaclie, Material zu deutschen Aufsatzen fiir mittlere Klassen, Band 11.— Kühnemann, schiller.— FrenZel, Adrelzbiieli der Haupt- und Residenzstadt Dessau, 1908.— schultze, Die selmndliteratur.—- Oswald, Grundriö dei- allgemeinen Chemie.— Direktorenversammlungen in den Provinzen des Königreiclis Preulzen und Schlesien, Band 79.— Rethwiscli, J ahresbericht iiber das höhere Schulwesen, Jahrgang XX111", 1908.— Goedecke, Grundriö der Geschichte der deutschen Dichtung, Band IX, Heft 26.— Marheinecke, La Classe en frank-ais—- Belz, Unsere religiösen Erzieher.— Kriiger, synonymik nnd Wortgebrauch in der englischen Sprache.— Nautisches Jahrbuch fiir 1910. Auizerdem werden der» Anstalt als der Erbin des früher hier bestehenden Natu1-wissenschaftlichen Vereins fortlaufend die Veröffentlichungen des Smithsonian Institute, United states National Museum übel-— wiesen. Im schuljahr 1909X10 gingen ein: Proceedings Vol. 34———36.—- Contributions V01.XII, 5-—10, X111, 1.—- Bulletins 62——68. se- B. schülerbibliothelc. (Bib1i0thel(0rdnung- s. Programm 1901.) Durch Schenkung seitens des Deutschen Flottenvereins: Die Flotte, Jahrgang XI, 1908. verschiedener Schüler: Meyer, Matthias Claudius.-— Grimm, Gulliveiss Reisei1. i— von Horn, Gottes Finger.— Berthold, Lustige Gymnasialgeschichten. Durch Ankauf: Treitschke, Bilder aus der deutschen Geschichte, 2 Bände.——— Union, deutsche Verlagsgesellscliaft, Die Eroberllng der Luft.——— Henningsen, Soldatenschicksal.— Biese, Deutsche Literatur- geschichte— von Erzberg, Nansens Erfolge·—- Sammlung belehrender Unterhaltungsschriften, herausgegeben von Vollmer, Band 32 und 33.— Aus Natur und Geisteswelt.— scheiner, Ba11 des erltalls.— von Schenckendorf und Heinrich, Ratgebe1- zur Pflege der körperlichen Spiele.— speckmann, Heidehcf Lohes— Mügge, Afraga— Besse, Peter Camenzind.— selma Lager-lüf, J erusale1n. C. schülerunterstützungssbibliothek. Teils durch Zuwendungen der Verleg-er, teils durch Ankaiif atis dem Fonds für die schülerunter— stiitzungsbibliothek wurde die sammlling vermehrt durch folgende Bücher- Markliam, Englisli History.— Dhombres und Monod, Biogsraphies historiques·—- Bahrs, Deutsche Übungsstücke fürs Französische—- Neubatier, Lehrbuch der Geschichte, I· Teil.— Meyer- und Nagel, Deutsches Lesebuch für VI.—- Dasselbe für IV.—- Vogel, Müllenhof etc·, Leitfaden für den Unterricht in der Botanik, Heft I.— Hauer, Praktischeis Lehrgang für den A-Capella- Gesang.—- I-Iauer, Auswahl mehrstimmiger Lieder-, Heft I.— Biblisches spruchbucli.—- Mezseis und Nagel, Leitfaden für den Unterricht in der deutschen Grammatik—- Haase, Schulchoralbuch.—- Halfmann und Küster-, Hilfsbuch für den evangelischen Religionsunterricht.—- Vogel, Müllenhof etc., Leitfaden für den Unterriclit in der Zoologie·— Lüddecke nnd Haacl(, Deutscher Schulatlas— Englisclie schriftsteller aus dem Gebiet der Philosophie, Heft 1—3, 5. 2. Lehrmittel. Chemie: Die Geräte und Apparate der beiden Laboratorien wurden ergänzt. Biologie: Zwei Matzdorfsche Wandtafeln. 200 Aluminium-Etiketten für den Botanischen Garten· Eiiie -« gestopfte Lachtaube(Greschenk des sextane1-s spiehneyer). Ein gestopfteis Sperber(Geschenk des Sextaners Aribert Schmidt). Zeichnen: Eine Anzahl Modelle für das Zeichnen nach der Natur, darunter Geschenke des Ober- sekundaners Helfert. Singen: Gulbins, Dem Kaiser(Chorlied). T11rnen: Eine Kokosmatte. Vl. Ftiftungen und Unterstützungen der sohijler. Bestand des Schiiler-Unterstützungsfonäs inn l. Pelor-neu1 1909: l. Zwei konsolidierie prenlzische Staatsanleihe LI 300 Mk.... 600,00 Mk. 2. 1n bar................... 421,88» sa.1021,38 Mk. Verejnnalnnt wurden im Zinsen.............. 21,00 Mk. Veransgsabt wurden............. ·.... 19,96 Mk. Bestaticl a111 1. Februar 1910:« l. Zwei konsolidiertes prenlzisclie Staatsanleilie LI- 300 Mle... 600,00 Mk. 2.In1)ar...................422,42,, Sa-. 1022,42 Mk. Fiir die de1- Anstalt iibernisiesenen Geschenke sagt der Unterzeichnete im Namen der« Anstalt- 2111011 an(1ieseI- stelle herzlichen Dank. Prof. In-. PieI)eI-. Vll· Mitteilungen an die Eltern oder die stellvertreter derselben. Die Eltern unserer schüler, besonders derjenigen, welche die Klassen Quartla und Tertia besuchen, werden wiederholt dringend gebeten, die Unterhaltungslektüre derselben sorgfältig zu überwachen und Bücher zweifelhaften lnhalts in deren Händen nicht zu dulden. Für solche Schüler der Klasseii Untertertia und 0bertertia, welche sich nocli nicht eine einiger- malien gefällig-e und leicht lesbare Handschrift angeeignet haben, ist ein besonderer schreibkursus ein- gerichtet, dei- sich auf 1——-2 st. wüchentlich beschränkt Tibeis Beteiligung oder Nichtbeteiligung an diesem Kursus entscheidet das Lehrerlcollegiuin— Den schiilern der Klassen Obertertia bis Prima wird Gelegenheit geboten, neben den 2 obligatorischen noch 2 fakultative Zeichenstunden zu besuchen. Hier haben die Eltern, bezw. deren Vertreter über die Beteiligung und Nichtbeteiligung zu bestimmen.—— Von Osterii 1910 ab tritt eine Erhöhung des schulgeldes ein, es beträgt in den Klassen I und IIa 150 Mk., in den Klassen IIIO bis Vl 130 Mk. für das Jahr. Neben dem Schulgelde haben die schiiler, deren Eltern oder sonstige Unterhalttmgspiiiclitige(0hne Rücksicht auf die staatsangehörigkeit) aulzerhalb Anhalts wohnen, einen schulgeldzusclilag im Jahresbetrage von 30 Mk. zu entrichten. Befreit von diesem Zuschlage sind die- jenigen Schüler, deren Väteis oder sonstige Unterhaltungspflichtige als Herzogliche Beamte, Geistliclie der Anhaltischen Landeskirclie oder Lehrer der Anhaltischen schulverwaltung ihreii dienstlichen Xvohnsitz aulserhalb des Herzogtums haben. Der Unterricht im neuen schuliahr beginnt- Donner-stag, den«7.Ap1-jl, mm g isns 8 Uhr Die Eltern derjenigen schiiler, welche in der Vorschule die Reife fiir Sexta erlangt haben und die Oberrealscluile besuchen solle11, werden ersucht, ihre söhne dem Unterzeichneten am Mittwoch, den 6. April, vormittags 9—11 Uhr, im Direktorialzimmer der Anstalt vorzustellen und deren Zensllrhekt vorzulegen. Die Anmeldung der übrigen Schüler, welche in die Anstalt eintreten sollen, erfolgt am Mittwoch, den 6. April, vormittags 11—1 Uhr-, ebenfalls im Direktorialzinnner, deren event. Prüfung Mittwoch, den 6. April, nachmittags 8 Uhr. Die- se1ben haben eine11 standesamtlichen Geburtsschein, einen Impf- beztv Wieder-impkungsschein, und wenii dieselben vorher eine andere Lehranstalt besucht haben ein Abgangszeugms, christliche Schüler aulzerdem ein Taufzeugllis beizubringen Bei der WVahl der Pension fiii« auswärtige schiiler und auch bei einer Veränderung derselben ist vor jeder- bindenden Abmachung die Genehmigung des Direktors einzuholen.(§ 27 deis Schulordnuiig.) Diev Ferien sind fiir das Jahis 1910 in folgender Weise geordnet-: Sclilnö des lTntei-richts: Wiederbeginn: 1. Osterferiem Mittwoch, den 23. März(10 UlIr). Donnerstag-, den 7. April. Z. Piingstferiem Freitag-, den 13. Mai(11 Uhr). Freitag-, den 20. Mai- 3. sommerkerjem sonnabend, den Z. Juli(9 Uhr)." Dienstag, den 2. August-. 4. Michaeliskeriem Sonnabe11d, den l. Oktober(9 Uhr). Dienstag-, den 18. Oktober-· D. Weihnaohtskeriem Mittwoch, den 21. Dezember(10 Uhr). Donnerstag-, den 5..Jan11ar 1911. 111 amtlichen Angelegenheiten ist der Direktor der Anstalt an sclinltagen von 12 bis 3X41 Ulni in seinem Amtszimmer Zu sprechen. Der Direktor der Friedrichs-0berraalschule. « Prok. Dr. Pjepor.