Programm des städtischen Johannes-Gymnasiums zu Breslau für das Schuljahr von Ostern 1893 bis Ostern 1894. Herausgegeben von dem Director Prof. Dr. C. F. W. Müller. Inhalt: Zur indogermanischen Syntax von Dr. Heinrich Winkler.(Fortsetzung.)— Schulnachrichten. — Breslau 1894. Druck von Grass, Barth u. Comp.(W. PFriedrich.) 1894 Progr. No. 176. — Zur indogermanischen Syntax. (Fortsetzung.) E⸗ giebt einige Reste einer älteren Bildung des Satzgefüges, wobei der über- und der unter- geordnete Satzteil eigentlich nur durch den Zusammenhang vermittelt werden, thatsächlich aber gleichwertig und unvermittelt nebeneinander treten. Hierher gehören die Absichtssätze des Lateinischen mit ut, ne, von denen später noch eingehender zu sprechen sein wird. Hier stehen neben einander ein einfacher Satz, wie moneo te, tibi dico... und ein ebenso unabhängiger Ausdruck eines Wunsches im Sinne eines: thue das doch— glaube das doch ja nicht. Im weiteren Verlauf verblasst die Wunschpartikel(ut, ne), sinkt zum blossen Exponenten des Finalen herab, und die Unterordnung des nunmehr abhängigen Satzteiles von dem jetzt regirenden ist auch sprachlich hergestellt, wie sie es vorher nur dem Sinne nach war. Abgesehen nun von den abhängigen Fragen und wenigen solchen ebenangedeuteten Fällen, welche allerdings oft ein helles Licht auf die Wege werfen, welche die Sprachentwickelung gegangen ist, vollzieht sich der Ausdruck der Unterordnung im Satzgefüge, also die gesamte Bildung der eigent- lichen Nebensätze mittels der Relativa, gleichviel ob diese pronominal oder adverbial sind.(Es ist hier abzusehen von allen sog. absoluten Constructionen oder dem accus. c. infin., da in diesen Fällen eben von der Herstellung von Nebensätzen keine Rede sein kann, sondern immer nur ein einfacher Satz vorliegt.) Hierbei kommt die thatsächlich zu bejahende Frage auch nicht mehr in Betracht, ob nicht diese Relativa wieder auf eine ältere Periode führen, wo auch hier eigentlich zwei von einander unabhängige Satzgefüge vorlagen; und ob nicht erst im Laufe der Zeit der Begriff des Relativ sowie der Unterordnung sich deshalb ergab, weil der Zusammenhang dies Verhältnis erforderte. Wir haben es also hier nur mit fertigen Relativen zu thun, und diese sind in der Okonomie der Sprache bei der Gestaltung der Nebensätze eine so feste Form geworden, dass sie direct einer neuen Wort- klasse, den Coniunctionen, das Leben gegeben haben. Auch ist die relative Bedeutung in ihnen so stark, dass selbst die wenigen Elemente, welche anderen Wortklassen entnommen, aber in dieser coniunctionalen Bedeutung verwendet sind, für das Sprachbewusstsein voll als Relativa gelten. Aus demselben Grunde ziehen die Dialecte häufig unverfälschte Relativa in diesem Sinne vor, wo die Schriftsprache Elemente verwendet, deren relative Natur abgeblasst ist. Wenn wir nun auch in den meisten Fällen bei den Coniunctionen ohne weiteres die Vor- stellung relativischer Verknüpfung annehmen dürfen, so ist es doch nicht unwesentlich, einen kurzen Blick auf die Entstehung dieser Bindeelemente zu thun, da wir daraus ersehen, mit wie einfachem Handwerkszeug die Sprache arbeitet und den verwickeltsten Lagen gerecht wird. Es sind im wesent- lichen die gewöhnlichsten Vertreter des wo, wann und wie, welche sonst als reine demon- strative oder relative Adverbia oder gar als Präpositionen Verwendung finden. Dabei sind selbst die Bezeichnungen des wann und wie vielfach sekundär und auf rein örtliche Grundbedeutung zurück- zuführen. Solche Elemente sind vorwiegend da, dann, wann, wo, wie u. à. Die Entscheidung, ob 1* 4 Adverb, Coniunction oder Präposition vorliegt, giebt oft lediglich der Zusammenhang, dabei aber in einer jeden Zweifel ausschliessenden Weise. Wird ein Substantiv seinen örtlichen, zeitlichen oder sonstigen Beziehungen nach näher bestimmt, so haben wir die Präposition; wird ohne Satzbindung das Verb näher erläutert, so ist der Sinn des betreffenden Erläuterungswörtchens adverbial; vermittelt dasselbe mehrere Satzgebilde im Sinne einer Unter- und Uberordnung, so ist es Coniunction. So ist da ein demonstratives Adverb: da geht er; soll dieses da aber die innere Bindung zweier Sätze oder Glieder eines Satzgefüges herstellen, so wird es relativ; dabei verliert es überdies seine sinnliche, örtlich-zeitliche Bedeutung und wird zur ursächlichen Coniunction: da er das gesehen hat, wird er sich vorsehen. Ursprünglich war auch hier die Bedeutung: da hat er das gesehen— er wird sich jetzt schon vorsehen; obgleich sprachlich hier ein causales Verhältnis nicht vorhanden ist, ist es doch im Zusammenhange deutlich genug gegeben. Kommen dazu noch solche äussere Hilfen wie im Deutschen, wo der Nebensatz, d. h. das untergeordnete Glied, die invertirte Wortstellung mit dem Ausdruck des Subiects am Anfange, dem des Prädicats an letzter Stelle zeigt, so ist damit auch äusserlich die Form des Coniunctionalsatzes klar hergestellt. Ahnliches ist häufig, z. B.: so hat er es gemacht, aber: so er es gemacht hat, wird er es bereuen; oder: ich habe trotzdem gewartet, und: trotzdem ich gewartet habe, habe ich ihn nicht gesehen; das veraltete dieweil= die Weile, die Zeit über, inzwischen, also: dieweil ging ich spazieren= inzwischen g. ich sp., aber dieweil ich spazieren ging, konnte ich das nicht bemerken= während, d. h. da ich ja sp. ging; hier haben wir sogar die volle Form alldieweil= die ganze Zeit über, im Sinne einer reinen begründenden Coniunction gebraucht. Bis ist unverfälschte Präposition, wird aber gleichwohl zur Coniunction mit der Bedeutung bis dass, völlig entsprechend dem griechischen Bενt, welches ebenso als Coniunction verwendet werden kann. Diese Entwickelung ist in der Sprache noch in vollem Fluss, namentlich im Volkston; das geht so weit, dass unter Umständen in solchem Falle sogar das obenerwähnte Stellungsgesetz nicht beachtet wird, und dennoch oder gerade deshalb die Anwendung im coniunctionalen Sinne besonders wirkungsvoll ist, weil dann die Satzteile eigentlich unvermittelt nebeneinander stehen und in dieser schroffen Unmittelbarkeit die Aufmerksamkeit besonders erregen. Ausser z. B. hat die Schriftsprache nur als Präposition, im Volkstone heist es in sehr drastischer Weise: er wird nichts erreichen— ausser— er bittet ihn recht; ein deutlicheres Beispiel, um die Entwickelung der Nebensätze überhaupt, und die der Coniunctionalsätze im besonderen sich zu ver- gegenwärtigen, lässt sich kaum denken. Das ist aber keine vereinzelte Erscheinung, cf. z. B. „er ist ganz klug— ploss(nur)— er hat nichts gelernt“(schlesisch:„halt blussig— er hat nichts gel.“) oder:„ich will es versuchen— halt— es wird wohl nichts nützen“= obgleich es wohl n. n. wird. Aber auch die mustergiltige Schriftsprache ertappen wir bei Neubildungen der Art, welche durchaus die Keime reiner Neben- und Coniunctionalsätze in sich tragen, aber weder das eine noch das andere wirklich sind; cf. die vielen Fälle wie: er wird nichts erreichen— es sei denn— er bäte ihn darum. Ungemein einfach und übersichtlich sind die Verhältnisse in dieser Beziehung im Deutschen, aber recht bezeichnend für die Grundauffassung; denn es spiegelt die ebenbehandelte Bedeutung dieser relativen Adverbia weit klarer wider, als das die vielfach abgeblassten, ihrer Grundbedeutung nach unverständlich gewordenen Coniunctionen des Griechischen und Lateinischen vermõgen. Meist nocli deutlicher ist das im Französischen. Auch deshalb sind die Verhältnisse hier so übersichtlich, weil überall völlig klar ist, warum in einem einzelnen Falle der Coniunctiv angewendet wird, während im Lateinischen und namentlich im Griechischen die Modusunterscheidung zwar erheblich feiner, aber auch complicirter ist, so dass bei der nebenbei oft recht verdunkelten Bedeutung der Coniunctionen selbst keineswegs in jedem Falle die Wahl des Modus selbstverständlich erscheint. Die Einfachheit im Deutschen wird überdies dadurch erhöht, dass neben dem Coniunctiv fast überall der Indicativ stehen kann, selbst da, wo 5 man unbedingt den Coniunctiv erwarten müsste, eine Erscheinung, die in dieser Ausdehnung dem Griechischen und Lateinischen völlig fernliegt; gleichwohl zeigen auch sie Spuren davon und erzielen gerade dadurch die lebhafteste Wirkung. Denn diese dem Deutschen so geläufige Freiheit entspringt nicht einer rohen Auffassung der Modusverhältnisse, sondern dem Streben, in lebensvoller Frische das, was noch nicht ist, vielleicht ist, sein kann, sein möge, als wirklich hinzustellen. Nicht umsonst macht das Griechische gerade da ebenfalls von dieser Freiheit Gebrauch, wo recht eigentlich das Nichtwirkliche hervorzuheben ist. Im gleichen Falle steht es dem Deutschen frei, neben der nor- malen Ausdrucksweise der Schriftsprache im mehr volkstümlichen Tone den ungleich lebensvolleren Indicativ anzuwenden. Ein„kam er jetzt vorbei, da war es um ihn geschehen“, ist jedenfalls wirkungsvoller als das schriftmässige„wäre er gekommen, so wäre es um ihn geschehen gewesen.“ Wie ungemein nahe in diesem Falle der Modus der Wirklichkeit dem Redenden liegt, zeigt das Französische, wo in gleicher Auffassung bei si dann das Imperfect oder Plusquamperfect in der Indicativfkorm angewendet wird: si j'étais— si javais été; verdankt ja doch überhaupt der fran- zösische Conditional seine Entstehung der gleichen Gedankenrichtung: j'aimerais= ich hatte zu lieben, musste, sollte, würde unter gewissen Umständen lieben. Das Deutsche geht, namentlich im Volkston, so weit, dass z. B. selbst Absichtssätze sehr wohl den Indicativ haben können, obgleich doch hier direct auf etwas hingewiesen wird, was sich erst verwirklichen soll; ein„ich sage Dir dies, damit Du es weisst“ ist viel energischer als„damit Du es wissest“. In den reinen Wunschsätzen mit dass(nur) ist der Indicativ sogar das Regel- rechte:„dass Du mir ja nicht dahin gehst!“ Die Dialecte kennen z. t. kaum noch einen Coniunctiv bei Coniunctionen; kommen doch in diesen die in der Schriftsprache durchaus verpönten Indicative bei wie wenn im irrealen Sinne sehr gewöhnlich vor:„er thut, wie wenn er schläft“. Die deutschen Coniunctionen der Zeit bieten nichts Besonderes. Als, wann, wie... mit dem Präteritum bezeichnen rein zeitlich(wann) oder vergleichend(als, wie) den Eintritt oder Verlauf einer Handlung; dabei mag bemerkt werden, dass die anscheinend ferner liegende, vergleichende als, wie drastischer als das bloss zeitliche, farblose wann die inneren Beziehungen der Handlungen als natürliche hinstellt, gewissermassen sich naturgemäss entsprechende. Das gerundivische während= die Zeit über wo giebt schon durch seine Bedeutung den eng begrenzten Kreis seiner Wirksamkeit deutlich genug an, desgleichen bis, welches nebenbei als reine Präposition fungirt und hier durch Sinn und Verbindung zum Relativ wird= bis zu dem Zeitpunkt wo. Zur Bezeichnung des rein Thatsächlichen verbindet es sich natürlich mit dem Indicativ:„bis er da war, wusste man nichts davon“; sowie aber das Eintreten einer Handlung als etwas bloss Erwartetes, Beabsichtigtes dargestellt werden soll, empfiehlt sich die Anwendung des Coniunctiv, doch kann in drastischer Vor- aufnahme des Erwarteten auch dann oft der Indicativ eintreten:„warte nur, bis du es hast“. Die begründenden Coniunctionen weil und da zeigen eine beachtenswerte Entwickelung. Das rein zeitliche weil(= die Weile wo, die Zeit über wo, während) hat ausser im Volkstone, wo es noch als reine Zeitpartikel vielfach im lebendigen Gebrauch ist(„weil ich ankam, war er längst da,“„weil wir da warteten, entging uns der Vogel“,„schmiede das Eisen, weil es warm ist“,...), seine zeitliche Bedeutung ganz verloren und ist rein ursächlich geworden; es bezeichnet eine unmittelbare zeitliche Zusammengehörigkeit; zwischen Dingen aber, die zeitlich unbedingt zusammen- gehören, darf man wohl eine innere, ursächliche Beziehung annehmen, und so wird weil zum Exponenten des rein obiectiven, thatsächlichen Grundes. Das viel farblosere, unbestimmtere, bloss leicht örtlich weisende da= an der Stelle wo, dort wo, unter den Umständen wo eignet sich von vornherein mehr für den bloss gedachten oder subiectiven Grund; es ist hier wie bei dem manigfachen Gebrauch des adverbialen da(da ist er— und da glaubt jemand noch— da soll doch der Teufel reinschlagen— da mache mir einer einen Vers draus— ja, da muss man eben aufpassen) alles wag und subiectiv. 6 Ganz unverkennbar zeitlich ist das conditionale wenn, bekanntlich von wann ursprünglich nicht verschieden; es wird mithin durch das conditionale Verhältnis ganz naturgemäss ein wirkliches, möõgliches oder nichtwahres zeitliches Zusammentreffen angedeutet, und im ersten Falle ist der Indicativ, im zweiten und letzten der Coniunctiv allein angebracht:„wenn er das thut, so sage ihm“,„wenn er gekommen wäre, haätte ich ihm gesagt“. Der scharfe Unterschied zwischen der potentialen Auf- fassung:„wenn er käme= etwa kommen sollte“ und der irrealen„wenn er käme, aber er kommt nicht“ wird hierbei nicht immer so klar festgehalten wie im Griechischen und Lateinischen. Neben dieser hier jedenfalls am meisten angebrachten zeitlichen Bezeichnung kann der con- ditionale Sinn auch durch das rein örtliche, dem wenn im übrigen nahe verwandte wo(wo er das thut, ist es sein Tod) und das vergleichende so angedeutet werden; beide aber haben eine nur sehr beschränkte Geltung, vorwiegend, um drastisch ein reales Verhältnis conditional auszudrücken. Nahe verwandt der Grundauffassung nach ist im Deutschen das Concessive mit dem Con- ditionalen, indem es bloss eine enge Abart des Conditionalen darstellt; dabei gewinnt das zeitlich- conditionale Moment den Charakter des Überraschenden, Unerwarteten dadurch, dass ihm irgend ein Wörtchen beigefügt wird, welches die unmittelbare Folge in der Zeit oder gar die Gleichzeitigkeit bezeichnet: wenngleich, wennschon. Auch die andere Form, die völlig entsprechende: obpgleich, obschon geht in derselben Weise vom conditionalen Sinne aus, denn ob= wenn ist das früher im conditionalen Sinne ganz gewöhnlich Angewendete, im Englischen noch jetzt rein conditionale Element ob, cf. englisches if. Der Sinn ist mithin der, dass sofort, schon, wenn etwas eintrat, auch ein anderes eintrat, was eigentlich nicht zu erwarten war; der einzige Unterschied zwischen wenngleich... und obgleich ist dabei der, dass bei wenn mehr das zeitliche, bei ob mehr das rein conditionale Moment in den Vordergrund tritt. Bei dem ebenfalls concessiven obwohl= wenn auch recht, wenn auch noch so sehr= quamvis ist der concessive Sinn direct ausgedrückt durch den Gegensatz, indem gesagt wird, dass etwas dennoch geschieht, möge immerhin etwas anderes noch so sehr geschehen; dies letztere deckt sich also völlig mit dem lateinischen und griechischen Ausdruck des Concessiven: quamquam, quamvis= wie sehr auch nur, wie sehr man will, alxο(rouν„= auch noch so sehr(thuend)... Die etwa sonst noch im Deutschen angewen- deten Concessivformen, wie selbst wenn, wenn auch, mag immerhin gehen ebenfalls von der letztgenannten Auffassung aus, sind bloss noch sinnlicher und klarer. Auch darin zeigt sich die Verwandtschaft der Conditional- und Concessivsätze, dass beide neben der coniunctionalen Form eine ungemein lebendige, coniunctionslose zeigen, welche nebenbei auf die Satzbildung ein unerwartetes Licht wirft. Kommt er, so ist es gut— kommt er nicht, so ist es auch gut. Wütet er auch noch so sehr, wir kehren uns nicht daran. Hier ist auch noch so sehr noch reine Adverbialbildung, quamvis hat schon den vollen Wert einer Coniunction; dies auch noch so sehr entspricht durchaus dem halbconiunctionalen αεασ. Am wenigsten verständlich ist ihrer eigentlichen Bedeutung nach die Coniunction, welche in seltener Ubereinstimmung den indogermanischen Hauptzweigen eigen ist, welche im Französischen und teilweise im Deutschen einen grossen Teil der anderen verdrängt und so gewissermassen zur Coniunction par excellence wird, auch im späteren Lateinischen sich neue Gebiete erobert: ér., quod, que, dass, yat... Diese Ubereinstimmung zeigt, dass sie im Wesen der Sprache tief begründet sein muss. Dabei ist zu beachten, dass gerade diese Coniunction völlig farb- und inhaltlos ist, während doch die übrigen meist gewisse örtliche, zeitliche oder ursächliche, klar bezeichnete Grundbedeutungen aufweisen. Das kommt daher, dass sie auf coniunctionalem Gebiete dasselbe darstellt, wie das relative Pronomen auf pronominalem, dass sie ohne Sonderbedeutung lediglich die Sätze coniunctional vermittelt, so wie das pronominale Relativ sie pronominal vermittelt. Weil sie jeder Bestimmtheit ermangelt und doch ausgesprochen coniunctional ist, so kann sie, wo Sinn und Ver- bindung allein die nõtige Klarheit geben, den allerverschiedensten Beziehungen dienen, nur drückt 7 nicht sie die Art der Verbindung aus, sondern überhaupt nur, dass eine coniunctionale Verbindung stattfindet. Die Form entspricht diesem Wesen durchaus; es ist der Accusativ des Neutrum des Relativ im adverbialen Sinne. So wie es heisst:„der Mensch, den ich gesehen habe“, so sagt man: ich höre, dass(d. h. bezüglich dessen, was— in welcher Weise...) du gesagt hast: αναα ⁵ Eekac— audio quod dixisti(spätlat.), j'entends que tu as dit. Dass die Bedeutung der des wie, inwiefern nahe liegt, mag man daraus ersehen, dass statt dieser wesenlosen Coniunction häufig direct das bestimmtere und sinnlichere wie gebraucht wird: ich hörte, wie er sagte; die gleiche Anwendung von ds ist bekannt. Am deutlichsten ist der Sinn der angegebene(= in bezug darauf dass) dort, wo ört, quod, dass rein begründend auftreten= weil. Ein„ignoro, quod nemo me de ea re certiorem fecit“ heisst deutlich: in anbetracht dessen, dass(= weil) niemand mich davon benachrichtigt hat, weiss ich es nicht. Nebenbei sei bemerkt, dass auch das andere, noch stärkere weil= quia den reinen pluralischen Accusativ desselben Relativ qui darstellt= in bezug auf welche Verhältnisse, d. i. weil. So ist ört, quod die regelrechte Vertretung des weil. Ebenso klar ist die Grundbedeutung in Aus- drücken wie sich freuen, ärgern... dass(quod), und in den allerverschiedensten Verbindungen, wo der Satz mit dass irgend die Erläuterung eines voraufgehenden Begriffes bildet, wie die Thatsache, der Umstand, unter dem Gesichtspunkte... dass(quod). Dass ist im Deutschen auch die regelrechte Consecutivconiunction, besonders nach Aus- drücken, welche irgendwie den Begriff so enthalten; diese Anwendung liegt sehr nahe; in der Art stark, in welcher(in bezug auf welche...) er das kann ist= so stark, dass er das kann. Zugleich aber geht schon in vielen der obengenannten und in anderen Fällen dies dass mehr oder weniger in die Bedeutung damit über, oder vielmehr, der finale Sinn liegt in der Verbindung, dass deutet die Verbindung wieder nur an; Fälle wie ich wünsche, dass Du das thuest zeigen deutlich den UÜbergang zum Finalen; die Volkssprache macht von diesem dass im finalen Sinne reiche Anwendung: ich sage es Dir, dass Du es thust= inwiefern(wie, in bezug worauf...) Du es thun magst. Die Schriftsprache bedient sich des noch deutlicheren auf dass= dafür dass oder des damit= wodurch, womit; damit Du das thuest= wodurch Du das thun mögest; cf. das lateinische quo, quominus. Abgesehen von dem soeben kurz behandelten quod sind die lateinischen Coniunctionen vielfach erheblich weniger durchsichtig als die deutschen. Die Anwendung bald des Indicativ, bald des Coniunctiv ist nicht so leicht wie im Deutschen auf klare Gesichtspunkte zurückzuführen; namentlich aber sind die Coniunctionen oft in ihrer Grundbedeutung nicht mehr zu erkennen. Auch die eigentlich so einfachen Verbindungen mit temporalen Coniunctionen weisen hier mehrfach starke Besonderheiten auf. Trotz der im Lateinischen so stark hervortretenden Neigung, alle Zeitverhältnisse möglichst genau nach ihrer relativen Geltung untereinander zu fixiren, macht die Sprache doch einer freieren, weniger pedantisch engen Auffassung gewisse Concessionen, wenn sie auch nie nur annähernd sich zu der lebensvollen Frische emporschwingt, welche hierin das Deutsche kennzeichnet. Eine solche Unmittelbarkeit wie in einem deutschen„komme ich nach B., so besuche ich sofort Deinen Bruder“ ist dem klassischen Latein fremd; denn man mag nicht ver- gessen, dass das Deutsche nebenbei auch die normale Zeitenfolge sprachlich zu ihrem Rechte kommen lassen darf:„wenn ich werde nach B. gekommen sein, werde ich D. B. besuchen“; dass es aber auch sagen kann:„sowie ich nach B. gekommen bin, besuche“ oder„werde ich D. B. besuchen“. Eine solche Annäherung an die deutsche Auffassung bekundet es, wenn alle Coniunctionen, welche die unmittelbare Aufeinanderfolge einmaliger Thatsachen der Vergangenheit in der Erzählung bezeichnen, also sobald als, sowie, desgleichen nachdem, die zeitlich voraufgehende Handlung nicht in der Form des Plusquamperfect, sondern des erzählenden Perfect, d. h. des Aorist zu sich nehmen. Der-Lateiner sagt also wie der Deutsche:„sowie er das sah, packte er ihn“, nicht nach 8 seiner sonstigen Art:„sowie er das gesehen hatte“. Dieselbe Lebendigkeit der Auffassung, welche die Thatsachen der Vergangenheit wie gegenwärtige sich abspielen sieht, veranlasst die Anwendung des Präsens bei dum= während. Ganz abweichend von allen verwandten Constructionen hat die Hauptconiunction der Erzählung, welche recht eigentlich die einzelnen Momente der Erzählung zusammenhält, den Coniunctiv zur Folge; d. h. der Modus des bloss Gedachten, Möglichen steht gerade da, wo wir in unserer natür- lichen Auffassung unbedingt nur rein Thatsächliches sehen. Es ist das der Rest einer auf anderen Sprachgebieten nicht seltenen, im Indogermanischen aber meist fallengelassenen Bedeutung des Coniunctiv oder Conditional; hiernach erscheint überhaupt nur das im indicativischen Hauptsatz, also dem weiterführenden Teile der Rede, Gesagte als das Thatsächliche; alles andere erscheint in der Form der Bedingtheit oder Abhängigkeit, hat also an sich nicht den Anspruch auf Thatsächlichkeit, sondern nur insofern Geltung, als sich die Richtigkeit des Hauptsatzes bewährt. Die Bedeutung eines „cum hoc dixisset, abiit“ ist also nicht die unseres: als er das gesagt hatte, ging er fort, sondern: zur Zeit, wo er das gesagt haben mochte, g. er f. Fällt uns beim rein zeitlichen Verhältnis solche Ausdrucksweise auf, so erscheint sie uns durchaus richtig, sobald nicht der zeitliche, sondern der ursächliche Zusammenhang in den Vorder- grund tritt; auch hier wird cum in derselben Weise gebraucht und hat auch wesentlich dieselbe Bedeutung; aber der Sinn ist von vornherein der eines subiectiven Grundes. quod cum non ignoraret, eum dimisit= zu der Zeit(unter den Umständen) wo er das recht gut wissen mochte= da er das jedenfalls r. g. wusste, entliess er ihn. Zugleich lässt die hier recht durchsichtige Grundbedeutung durchschimmern, dass schliesslich auch das rein zeitliche Verhältnis solchen Ausdruck wohl gestattet. Auch das concessive cum ist genau dasselbe wie das eben behandelte, der concessive Sinn wird lediglich durch die inneren Beziehungen der Satzteile hineingelegt, wobei verdeutlichend die Haupthandlung auch durch ein tamen o. à. schärfer als gegensätzlich hervorgehoben werden kann; bezeichnet obiger Satz„quod cum ignoraret, eum dimisit“(oder tamen eum d.) etwas an sich Unerwartetes, so heisst es nicht da, sondern obgleich er das recht wohl wusste. Anders ist die Auffassung bei den übrigen Concessivconiunctionen.„Quamquam hoc non ignorabat, tamen eum dimisit“ besagt, dass er ihn entliess, wie sehr er auch wirklich das wusste,„quamvis h. n. ignoraret, t. eum d.“ aber: mochte er immerhin das wissen so genau man irgend will, er entliess ihn gleichwohl. Die lateinischen Conditionalsätze heben sich durch die scharfe Unterscheidung des potentialen und des irrealen Verhaltens vorteilhaft von den im Deutschen weniger präcisen Formen ab.„Si venias(veneris), gaudeam“ besagt deutlich, dass, wenn du kommen solltest, ich mich freuen wüůrde;„si venires, gauderem“ aber ebenso deutlich, dass ich mich freuen würde über Deine Ankunft, dass letztere aber ausgeschlossen ist. Auffallend ist dabei die Anwendung des Imperfect, obgleich die Handlung in der Gegenwart als nichteintretend bezeichnet werden soll; und doch liegt im wesentlichen die gleiche Vorstellung zu Grunde wie im Griechischen und Franzöõsischen; denn der Sinn ist: kamst Du jetzt, so freute ich mich jetzt, aber das ist vorbei, denn Du kommst nicht; der Coniunctiv hat seinen Grund darin, dass in beiden Sätzen das Gesagte direct als etwas nur Vorgestelltes Geltung haben soll. Die vergleichenden Sätze mit quasi, tamquamsi, ac si... bieten nichts Besonderes, desgleichen die mit non quo, non quo non; da hier immer eine blosse Annahme vorliegt, welche direct der Wirklichkeit gegenübergestellt wird, so muss immer der Coniunctiv stehen, wobei die Wahl der Zeitform von dem regirenden Verbum abhängt. Quasi bedeutet wie wenn, non quo= nicht in der Weise, in welcher(oder so dass etwas eintreten sollte). Das führt über zu den Sätzen mit finalem oder halbfinalem Sinn; das ebenerwähnte quo selbst wird ohne Negation in Verbindungen gebraucht, welche man direct als finale anzusehen gewohnt 9 ist. Freilich liegt diese Bedeutung wohl eigentlich in der Verbindung, quo an sich ist genau dasselbe wie oben, der Coniunctiv ist ebenfalls in beiden Fällen wesentlich derselbe. Meist verbindet sich das letztgenannte quo mit einem Comparativ, wodurch die finale Färbung umso klarer hervortritt: ager aratur atque iteratur, quo meliores fructus possit edere= das Land wird gepfl... wodurch es bessere Früchte hervorbringen dürfte= damit es desto b. F. h.*) Genau dasselbe haben wir in den Verbindungen mit quominus, nur wird quo hier negativ durch minus= nicht recht, nicht eben sehr, womöglich nicht; und damit ist dem quo- minus sein Wirkungskreis schon ziemlich klar vorgeschrieben; es wird überall da angewendet, wo der Nebensatz besagen soll, dass womöglich etwas nicht eintreten solle; das trifft aber zu bei allen Ausdrücken des Hinderns, sich Weigerns. impedio, quominus hoc facias= ich bin ein Hindernis, wodurch Du dies womöxglich nicht thun dürftest. Auch bei Verbindungen wie„per me fit, per me stat, quominus hoc facias“ ist der Sinn des Hinderns ebenso vorhanden: ich bin die Veranlassung, wodurch Du womöglich nicht... Man wird auch zugeben, dass das wodurch(quo) in quominus gerade bei Ausdrücken des Hinderns wohlangebracht ist, verbinden wir doch im Deutschen diese auch mit dem Ausdruck des Mittels: durch seine Tapferkeit verhindern dass. In andern Fällen sonst ver- wandter Art wird wieder ein wie, in welcher Weise sich mehr eignen. Das trifft zu bei allen Wendungen, in denen quin gebraucht wird. quin= qui—ne= in welcher Weise(wohl) nicht, wie wohl nicht, dass nicht, ohne dass, ohne zu; diese Bedeutung behält quin immer bei, gleichviel, ob es heisst:„nemo est quin sciat“ oder„non dubito, quin hoc facturus sit“, oder„fieri non potest, quin tibi assentiar“. Die Bedeutung bleibt immer: es giebt niemanden in der Weise, in welcher, so dass er nicht wissen sollte— ich zweifle nicht(in der Art), dass er das nicht thun sollte— es kann nicht eintreten, in welcher Weise(wie, so dass) ich Dir nicht beistimmen sollte. Das an sich wenig aus- geprägte, schwach negative quin macht in seiner auch ziemlich eingeschränkten Anwendung einen etwas formelhaften Eindruck; die Grundbedeutung ist wohl kaum noch im Sprachbewusstsein vor- handen; auch darin zeigt sich das Formelhafte, dass dieses Element mit dem unbestimmten Sinn etwa eines ohne zu, ohne dass immer einem wirklich oder dem Inhalt nach negativen Hauptverb folgt. Einen ganz eigenen Weg schlägt das Lateinische bei seinen wirklichen Finalsätzen ein; diese lassen nebenbei einen tiefen Blick thun in die Art, wie Sätze sich zu einem Gefüge mit der Idee der Über- und Unterordnung zusammenschliessen. Thatsächlich ist hier von einer Abhängigkeit des Finalsatzes ursprünglich keine Rede. ut heisst wie im relativen ebenso wie im fragenden Sinne; im letzteren gestaltet es sich zur Wunschpartikel= dass doch, wenn doch, mõöchte doch; oft nimmt es zur Verstärkung ein nam= doch an; uti oder utinam hoc facias= wenn Du doch das thun wolltest! Genau dies selbe uti, ut finden wir in den Finalsätzen, damit sind alle die scheinbaren Sonderbarkeiten im Gebrauch von ut und ne im finalen Sinne erklärt. Dass ut hier Wunschpartikel ist, zeigt sich auch im negativen Finalsatze. Die negative Wunschpartikel nämlich ist ne, utinam ne; wo ne eintritt, liegt immer, abweichend von prf, prohibitive oder die Bedeutung eines negativen Wunsches vor. Nun steht in allen negativen Finalsätzen ne; schon daraus kann man schliessen, dass auch das positive ut Wunschpartikel ist; ist ut nicht Wunschpartikel, sondern vergleichend, consecutiv, so ist sein negativer Correspondent nie ne, sondern ut non. Wie man sagte:„utinam hoc facias“, so heisst es auch im Absichtssatze: oro te— uti(nam) hoc facias= ich bitte Dich— wenn Du doch das thun wolltest; ne hoc feceris(facias)= thue das ja nicht. oro te— ne hoc facias= ich bitte Dich— thue das doch ja nicht. Nunmehr ist erklärlich, warum es heissen muss: timeo— ne veniat= ich bin voll Sorge— wenn er nur nicht kame! d. h. meine Besorgnis geht dahin, er werde wohl leider kommen; oder weshalb es umgekehrt lauten muss: timeo— ut venias= ich *) Die Färbung des Coniunctiv im Sinne des Gewünschten, Beabsichtigten ist sekundär, die ursprüngliche Bedeutung ist die des Subiunctiv, der Abhängigkeit. 2 10 bin voll Besorgnis— kämst Du doch erst!= ich fürchte, Du wirst wohl nicht kommen. Auch ein „non timeo, ne non venias“ ruht auf derselben Grundlage und bietet keinerlei Schwierigkeiten: ich bin(gar) nicht in Besorgnis— dass er nur nicht etwa nicht kommt! Wesentlich verschieden von den Finalsätzen sind der ganzen Auffassung nach trotz der scheinbar gleichen Coniunction die Consecutivsätze. Wie anders dieses ut aufzufassen ist, mag schon die Form der Negation= ut non(nicht ne) zeigen. ut heisst hier wie im relativen Sinne. Tam laute vivit(vivebat), ut invidiam effugere non possit(posset)= er lebt so üppig, wie er wohl der Missgunst nicht entgehen könnte(hätte entgehen können). Das über ne Gesagte wird auch bestätigt durch gewisse mehr sporadisch vorkommende coniunctionale Verbindungen, wo trotz des scheinbar ganz abweichenden Sinnes doch ursprünglich klar die Idee eines Wunsches vorlag. So heisst„oderint, dum me metuant“= sie können(mögen) mich hassen, wenn sie mich nur fürchten, aber dieses dum(wenn... nur) ist keineswegs con- ditional, sondern reine Wunschpartikel, ebenso wie wenn nur in Wunschsätzen, Zz. B. wenn er nur käme! Dabei ist dum ebenso klar temporal wie wenn. Deshalb ist die Negativform dum ne. Noch klarer ist derselbe Fall in der Verbindung mit modo oder gar dummodo; modo hoc faciat= nur möge er das thun= wenn er das nur thut, modo ne faciat= nur möge er es nicht th., wenn er es nur nicht thut. Man darf nicht vergessen, dass auch im Deutschen hier schliesslich wie im Lateinischen der Sinn eines Wunsches zurücktritt, und die Verbindung eine gewissermassen zweifelnd conditionale wird. Selbst in nedum= geschweige denn dass ist der ursprüngliche Sinn eines negativen Wunsches zwar stark verdunkelt, aber noch erkennbar; es heisst eigentlich: dass ja nicht einmal! Man kann es etwa unserem wo nicht gar, warum nicht garJl vergleichen. Das Griechische ist in der Anwendung der Coniunctionen schon darum wesentlich verschieden vom Deutschen und Lateinischen, weil es über einen Optativ oder Potential verfügt, welcher höchst wirkungsvoll verwertet wird; aber es sei daran erinnert, dass dieser Modus hier in erster Linie den Potential vertritt, d. h. direct an dessen Stelle verwendet wird, nicht den Optativ im eigentlichen Sinne; hierdurch werden viele Erscheinungen erklärt. Dazu kommt, dass sich das Griechische über- haupt in der Wahl der Tempora und Modi einer erstaunlichen Beweglichkeit erfreut, weit entfernt von der Starrheit des Latein, wenigstens soweit dieses als mustergiltig angesehen zu werden pflegt; es erinnert darin wie in der ganzen Satzbildung ungleich mehr an die Freiheit und oft Kühnheit des deutschen Ausdrucks. Auch das trägt dazu bei, die Verhältnisse weniger einfach erscheinen zu lassen, dass pbif keineswegs den rein prohibitiven Character beibehält, sondern die Negativpartikel der Abhängigkeit ist; derart, dass im abhängigen Satzteile eigentlich nur brj angebracht ist, ausser wo direct, wie in den Folgesätzen mit dem Indicativ, hervorgehoben werden soll, dass es sich um etwas Thatsächliches handelt; ähnlich ist es in den Erläuterungssätzen mit ér¹, wo ebenfalls odò steht, gleichviel, ob der Indicativ oder Optativ angewendet wird; diese Sätze entsprechen eben völlig den einfachen Aussagesätzen, welche ebenfalls oò haben, gleichviel ob sie die Form der vollen Bestimmt- heit an sich tragen und den Indicativ zeigen, oder die unbestimmtere, potentiale des Optativ; der einzige Unterschied liegt darin, dass sie durch örte mit dem regirenden Satzteile verknüpft sind. Bei den temporalen Sätzen muss streng unterschieden werden, je nachdem es sich um blosse Zeitbestimmung handelt, oder andere Gesichtspunkte wie der der Wiederholung oder der Ver- allgemeinerung mit in Betracht kommen. Bei reiner Zeitbestimmung steht einfach überall der Indicativ ausser etwa da, wo wir ein futurum exactum erwarten, welches durch eine Umschreibung erzielt wird. Sobald aber zugleich mit der Bezeichnung der Zeit die Idee der Wiederholung oder Verallgemeinerung zu ihrem Rechte kommen soll, gelten einfach die Grundsàtze, welche überhaupt beim Relativ in Geltung sind für diesen Fall. Bezieht sich der Gedanke auf die Gegenwart, so hat der Relativ- oder Coniunctionalsatz den Coniunctiv des Präsens, aber in Verbindung mit éy; der Sinn ist: wer immer etwa das thun mag— wann immer etwa das geschehen mag— wenn das geschieht(und es steht 11 dahin, ob oder ob nicht). Hieraus ersieht man, dass auch ein wichtiger Teil des Conditionalverhält- nisses hierdurch seinen Ausdruck findet, d. h. derjenige, welcher, halb conditional halb temporal, bezeichnet, dass, falls etwas eintritt, oder wann etwas eintreten wird, man auch ein zweites erwarten darf. Fällt das, was in der Form der Wiederholung oder Verallgemeinerung dargestellt wird, in die Vergangenheit, so wird der Potential in der Form des Optativ angewendet. Das Präteritum braucht dabei im Relativsatz gar nicht bezeichnet zu werden, das regirende verbum finitum steht im Imper- fectum und giebt dem Satzgefüge seinen temporalen Character; mithin bedeutet der Satzteil mit dem Potential bloss: jeder, der vielleicht etwas thun mochte oder mag— wann immer vielleicht etwas geschehen mochte oder mag. Hiermit ist zugleich klar, weshalb wiederum diese Relativsätze mit einer zweiten Form der Conditionalsätze im conditionalen Teile vôllig übereinstimmen, mit der sogenannten potentialen. Im potentialen Bedingungssatze ist die Bedeutung ebenfalls: so oft oder wenn vielleicht etwas sein sollte, nur bezieht sich dieser Fall mehr auf die Gegenwart oder besser: er ist zeitlich indifferent. Wie sehr aber hier der Potential angebracht ist, geht daraus hervor, dass im Deutschen mit Vorliebe wenn... sollte angewendet wird; im Volkston heisst es direct: wenn er das thun möchte, möchte er sich täuschen; sowohl sollte als auch möchte sind klare Vertreter des poten- tialen Optativ, namentlich möchte, welches ja sogar als reiner Optativ gebraucht wird. Die erste der hier erwähnten Formen verallgemeinernder Relativsätze erlaubt dem Griechen auch, im abhängigen Satze ein futurum exactum wenigstens dem Sinne nach herzustellen. 30ric d A— zav Xden mit nachfolgendem Hauptverb im Futur bedeutet: wer immer gekommen sein wird— wenn er gekommen sein wird; d. h. in Wirklichkeit verleiht der Ausdruck im Futur dem abhängigen Satz- gliede den Wert eines futurum exactum, an sich bedeutet es nur: wer immer gekommen sein mag— wann immer er gekommen sein mag. Falls das futurum exactum in der Präteritumfassung des Satz- gefüges durch den Optativ des Aorist vertreten wird, so wird die Bedeutung als futurum exactum ebenfalls nur durch die Beziehung auf das regirende Futur erzielt. Auch die Sätze mit et und dem Indicativ können als Zeit- oder Conditionalsätze angesehen werden und bieten nichts irgend Auffallendes. Die schon angedeuteten irrealen Conditionalsätze ent- sprechen wie gesagt den deutschen vulgären Formen wie: wenn er jetzt vorbeikam, brach er das Genick; aber im Griechischen giebt das y des regirenden Satzes wenigstens eine Andeutung, dass es sich um einen nur angenommenen, eben nicht wirklichen Fall handelt. Ausserdem trennt der Grieche scharf die in der Gegenwart von den in der Vergangenheit irrealen Fällen; denn im zweiten Falle setzt er den Indicativ des erzählenden Aorist= wenn er damals vorbeikam..., und das kann nur auf wirkliche Vergangenheit bezogen werden; im ersten das Imperfect, wobei die Bedeutung un- zweifelhaft ist: wenn er jetzt im Vorbeigehen begriffen war, da brach er(musste) er jetzt das Genick brechen. Uber ér.= dass, weil ist andeutungsweise schon die Rede gewesen, es bietet auch, wenn man die eigentliche Bedeutung erkannt hat, keinerlei Schwierigkeiten; es ist viel ausgeprägter als das deutsche dass der Exponent des thatsächlichen Grundes, daher tritt es auch nie über in den Bereich des Consecutiven, bekanntlich bei dass eine der Hauptanwendungen. Der subiective Grund(= cum, da, da ja...) wird in sehr bezeichnender Weise durch d vertreten; da es wie heisst und dann mit dem Optativ verbunden wird, so ist die Bedeutung eines subiectiven Grundes viel klarer als bei cum, da; denn der Optativ ist potential, und der Sinn ist: wie wohl etwas sich verhalten dürfte; klarer kann der subiective Grund wohl kaum angedeutet werden. Auch die anderen hier und da auf- tretenden Constructionen wie 6ς, Goxep mit einem Particip, spiegeln im allgemeinen dieselbe Auffassung wider; oder es wird, wie z. B. bei txel, öre in der Coniunction bloss die unbestimmt zeitlich- ursächliche Verbindung der Satzteile hergestellt, und der potentiale Optativ thut das subiective Moment hinzu; also ganz wie bei cum, da. 2*½ 12 Nahe verwandt sind der Auffassung nach die Bezeichnung des subiectiven Grundes und der Absicht, und sie sind es auch der Form nach im Griechischen; der Hauptunterschied ist der, dass im ersten Falle mehr die blosse Möglichkeit, das potentiale Verhältnis hervortritt, im zweiten die Idee eines Wunsches oder der inneren Notwendigkeit. Das ist der Grund, weshalb in Absichtssätzen mit Vorliebe der Coniunctiv angewendet wird, auch nach einem regirenden Verb im Prä- teritum, während er nach regirendem Haupttempus das einzig Mögliche ist, wenn wirklich die Absicht hervortreten soll. 1ꝓ μ¶ α roοο o, öno⸗ el heisst: ich sage Dir dies(in der Weise), wie Du es wissen mögest. Folgt aber nach den finalen Partikeln und einem regirenden Präteritum das ab- hängige Verb im Optativ, so ist wohl in erster Linie bestimmend, dass überhaupt nach regirendem Prä- teritum gern der abhängige Satz den Optativ zeigt, namentlich aber nach relativen oder verallgemei- nernd relativen Ausdrücken; vielleicht aber wirkt hier auch der Optativ in seiner wirklich optativen Bedeutung mit. Die Negation ist unbedingt, und auch hierin zeigt sich die Vorstellung des Ge- wollten oder wenigstens innerlich Abhängigen; die Bezeichnung des subiectiven Grundes z. B. weist hier d auf, weil es sich um eine Art Behauptung handelt, wenn auch in der Form einer bploss sub- iectiven Ansicht. Die Finalpartikeln sind unbedingt relativ, und es begegnet uns sogar das soeben beim subiectiven Grunde behandelte wieder; häufiger ist jedoch das etwas stärkere örctoc, oder das örtliche wa= wo, eine grobsinnliche Form, aber keineswegs unerhört, wo relative oder coniunctionale Verhältnisse in Betracht kommen. Ganz abgesehen von anderen Sprachgebieten, wo das wo in noch viel weiterem Umfange den verschiedensten relativen Beziehungen dient, macht auch das Deutsche im Volkston ziemlich umfangreiche Anwendung davon; man denke nur an das Judendeutsche, wo dieses relative Adverb nicht nur im adverbial-coniunctionalen Sinne, sondern sogar anstelle des lebendigen persönlichen Relativ sehr gewöhnlich ist: der Mann, wo gestern da gewesen ist— der Mann, wo ich gestern gesehen habe. Im negativen Finalsatz ist zunächst die Grundlage dieselbe wie im positiven; daher hat er 5α, NX brhj. Daneben aber geht eine andere Auffassung her, welche sich mit der lateinischen nahe berührt, d. h. mehr oder weniger klar den scheinbar abhängigen finalen Satzteil als unab- hängigen Wunschsatz auffasst und das reine prohibitive uõ anwendet. Der ganze Gebrauch dieser selteneren, einfacheren negativen Finalpartikel spricht für die Richtigkeit der eben geäusserten An- sicht, namentlich aber die enge Ubereinstimmung mit dem Lateinischen gerade dort, wo direct der Beweis geliefert werden kann, dass das finale ut, ne thatsächlich als reine Wunschpartikeln fungiren, d. h. in der Abhängigkeit von Ausdrücken der Furcht. Hier hat das Griechische ebenfalls Brf, wo die deutsche Auffassung ein dass erwartet: οό νεα— roro Tfrynra= ich bin in Besorgnis— dass das nur nicht etwa geschieht! Fast noch deutlicher spricht das B d= ne non= dass nur nicht etwa nichtl. welches nach negativem regirendem Verb andeutet, dass die Befürchtung nicht dahin geht, dass etwas nicht geschehe; anders wäre dies pf°d überhaupt unerklärbar. Derselbe Sinn ist vorhanden, wenn ur 0d in Verbindung mit Verba des Hinderns vorkommt. Auch die Consecutivsätze verwenden im Grunde genommen nur das so vielseitige, d. h. auch hier genügt im Zusammenhange die blosse Bezeichnung des wie, um klar die Vorstellung des Consecutiven hervorzurufen.(Nimmt man hinzu, dass neben den schon erwähnten Hauptanwendungs- arten auch die indirecte Frage in weitem Umfange sich desselben bedient, ganz abgesehen von mancher anderen mehr sporadischen Gebrauchsart, so wird man zugestehen müssen, dass diese Sprache mit einfachen Mitteln Erstaunliches leistet, und das mit völliger Klarheit und Schärfe.) Dabei ist auch hierin das Griechische weit entfernt von der Starrheit des Lateinischen und unterscheidet genau, ob die Folge eine blosse, gewissermassen historisch festgelegte Thatsache darstellt, an der nicht zu räütteln ist, oder ob dieselbe noch im Innern des Subiects als bloss Gewolltes, Befürchtetes, von dessen Willen Abhängiges oder doch mehr Gedachtes als historisch Vor- liegendes anzusehen ist. Im ersten Falle wird folgerichtig dors mit dem Modus des Thatsächlichen 13 verbunden, dem Indicativ, im zweiten tritt der Ausdruck der abhängigen Handlung in der völlig in- determinirten, beziehungslosen Form des Verbs, wie ein blosser Gedanke, im Infinitiv dazu; die Deter- minirtheit, eine bestimmte Richtung kann nur der Zusammenhang dazuthun oder ahnen lassen. Es liegt im wesentlichen derselbe Gedankengang zu Grunde wie in einem unabhängigen 6c elretv, dg uvrGG etred,= so zu sagen, kurz gesagt; nur wird im reinen Consecutivsatz eine grössere Be- stimmtheit hervorgerufen durch den speciellen Zusammenhang, die Verbindung mit dem regirenden Satzteil. Dem os einetv entsprechen diejenigen Fälle, wo der Consecutivsatz bloss dw, und zwar dann auch regelmässig mit dem Infinitiv, aufweist. Für gewöhnlich allerdings tritt die vollere Form Gore ein, die wie gesagt auch den Indicativ gestattet. Das angefügte re ändert an dem Wesen des òos nichts, hat bloss den Sinn eines engeren Anschlusses, so dass Gore etwa bedeutet: so dass da(eigentlich wie ja doch); ts bewirkt überhaupt nur in irgend einer Weise eine innigere Verbindung, gleichviel ob im Sinne eines auch, und, oder eines schwachen jedoch, oder eines begründenden ja doch, jedenfalls. Ein Satz wie: 10 Setov οασοοαον αα νοο τν o i dors dhd‿ dνεα äv al dνra dοety heisst: Die Gottheit ist so stark und so beschaffen(geartet)— wie(um) alles(zu) sehen und alles(zu) hören.(Dass der Aus- druck der Person, welche die abhängige Handlung ausführt, in der Form des Accusativ dazutreten muss, falls sie sich nicht mit dem Subiect des regirenden Satzes deckt, ist selbstverständlich bei der Natur des griechischen Infinitiv.) Hierbei sei bemerkt, dass Fälle wie der obenerwähnte klar zeigen, warum der Infinitiv angewendet wird; der Sinn ist gar nicht eigentlich„so dass sie alles sieht“, sondern etwa gleich unserem„alles zu sehen“ oder„um zu sehen“,„dass sie alles sehen kann“. Die Beispiele, welche mit vollster Deutlichkeit beweisen, dass diese Auffassung die einzig richtige ist, sind sehr zahlreich und verschiedenster Art. Man kann dieses Gote sehr oft geradezu mit(wie) um zu,(wie) zu mit dem Infinitiv übersetzen; namentlich auch da, wo der Sinn ist unter der Bedingung, etwas zu thun; in dieser letzten Bedeutung deckt es sich in allen Punkten mit dem häufigeren à mέ e, abgesehen davon, dass ore ein unbestimmtes, ganz allgemeines wie ist, rs aber durch die Präposition ant bestimmter die Zweckrichtung bezeichnet; letzteres ist völlig unser: unter der Bedingung,... zu thun. αἀ p æν v BLot Xaßedy Gore L ar-opely O Xaßov= obwohl es mir freistand viel Geld zu erhalten unter der Bedingung, nicht als Kläger auf- zutreten(um nicht... zu), nahm ich es nicht an. So finden wir die Construction mit dem Infinitiv regelmässig nach einem Comparativ und im Sinne von mehr, grösser... als um zu. Die concessiven Structuren des Griechischen gehören nicht in das Gebiet der Nebensätze, weil eben die Bildung eines Nebensatzes vermieden wird; doch seien dieselben zum Vergleich mit dem Lateinischen und Deutschen erwähnt. Es wird nämlich der Ausdruck des gegensätzlichen Gedankens dem Hauptverb bloss in der Participialform beigefügt, wobei lediglich der Sinn die Concessividee her- vorruft. AXGvra Aey O 2„veucey= obgleich er ihm in die Hände gefallen war, tötete er ihn nicht. Ist aber das, wovon die participiale Handlung gilt, verschieden vom Satzsubiect, so muss natürlich der sog. absolute Genetiv eintreten, falls nicht eine ganz andere Wendung vorgezogen wird. Soll der concessive Sinn besonders hervorgehoben werden, so kann das Particip ein zalnep nehmen, so dass, wie obenerwähnt, alε ποαινν.. bedeutet auch noch so sehr thuend; noch deutlicher ist das in homerischen Beispielen wie ol dè xal dαuevol ep en' d S eee= obgleich sie noch so sehr bekümmert sein mochten. 1 Hier haben wir somit einen Fall, wo überhaupt Coniunctionen nicht angebracht sind, sondern immer die participiale Construction eintritt; sonst ist bei der grossen Vorliebe des Griechischen für die Participien das Gewöhnliche das, dass participiale Wendungen neben denen mit Coniunctionen hergehen, so dass also auch in dieser Beziehung die Beweglichkeit und Manigfaltigkeit beachtens- wert erscheint. Man vergesse nicht, dass durch Participia dem Sinne nach vertreten werden können Zeitsätze der verschiedensten Art, causale Sätze, wobei selbst der obiective Grund deutlich vom sub- iectiven unterschieden wird; Finalsätze(woujowy— ds orrſov), Conditionalsätze, positiv und negativ; 14 ja dass sogar die verwickeltsten Combinationen in einfachster Weise durch eine leichte Participial- wendung erledigt werden; es sei erinnert an Fälle wie ς Tloοαοασωρσένοςσ έναιοομueννιονταοςι αι= da (was seine Ansicht war) augenscheinlich T. ihm zu schaden suche; Eε bXeiοvro an dieser Stelle würde noch einen neuen Begriff hineinbringen: da T. augenscheinlich die Absicht habe ihm zu schaden. Man vergegenwärtige sich aber dabei besonders, dass gleichwohl die Wahl des Particip oder der Coniunction keineswegs zufällig, sondern meist beabsichtigt ist, um wirkungs- volle Nüancen des Sinnes hervorzurufen. Diese Manigfaltigkeit aber erweist sich als noch weit reichhaltiger, wenn man berücksichtigt, dass die oben kurz skizzirten Hauptfälle der Anwendung von Coniunctionen dieses Gebiet durchaus nicht erschöpfen, dass nebenher noch eine ganze Reihe anderer Constructionen mit packender Wirkung läuft. Einige Andeutungen sollen eine Ahnung davon geben. Es sei zunächst daran erinnert, dass schon die Anzahl der in einem bestimmten Sinne ver- wendeten Coniunctionen manchmal eine auffallend grosse ist; dabei liegt auf der Hand, dass die Bedeutung sich nicht völlig deckt, dass mithin durch diese Variationen feine und oft die allerfeinsten Schattirungen ausgedrückt werden können. So finden wir im Sinne des thatsächlich und subiectiv causalen Verhältnisses ött, 51Et— Ercl, Eret51, öre, éndre, g; und dabei darf man nicht vergessen, dass hierzu noch die vielen scheinbar so nichtssagenden und doch so bedeutungsvollen Partikeln wie rs, Is... treten können. Die vier normalen Formen der Bedingungssätze wurden oben angedeutet zugleich mit ihren wesentlichsten Unterarten. Damit aber ist das Wesen derselben keineswegs erschöpft. Auch hier bedient sich der Grieche ähnlicher Freiheiten, wie sie im Deutschen in der volksmässigen Ausdrucks- weise gewöhnlich sind; nur ist im Griechischen die Zahl der möglichen Combinationen weit grösser. Es braucht z. B. nicht, wenn der Hauptsatz potentiale Form hat, der Conditionalsatz ebensolche zu zeigen; er kann, ganz wie im Deutschen sehr üblich ist, in lebendiger Auffassung das Verhältnis als ein reales fassen; es ist weit kräftiger zu sagen:„wenn Du das glaubst, dann dürftest Du Dich sehr irren“ als„wenn Du das glauben solltest, dann...“. Genau so sagt der Grieche: et? roëro X tS, dꝑοααςραdο dvy. Es kann aber auch heissen: E ró το εꝓ˙, dανdots Iv. Noch energischer ist die Fassung: e⁵ rοꝰο το XEots, Ahaprdvetg= solltest Du das glauben, dann bist Du im Irrtum. Gleiche Lebendigkeit bekundet es, wenn im irrealen Fall der Vergangenheit gleichwohl das Imperfect angewendet wird; da sehen wir die Handlung vor unseren Augen sich abspielen: ei roör' enolet, zwiuty&ν= that er das, so siegten sie(= hätte er d. gethan, so hätten sie ges.). Steht dagegen trotz der Beziehung auf die Gegenwart im irrealen Conditionalsatz der Aorist, so soll umgekehrt das, was noch nicht gewesen ist, in energischer Voraufnahme als schon gewesen hingestellt werden. Selbst das äy im irrealen Hauptsatze kann weggelassen werden, also das einzige Zeichen des Irrealen, wenn recht kräftig die Folge als eine unabweisbare erscheinen soll. Im irrealen Falle ist neben dem Imperfect und Aorist auch das Plusquamperfect anwendbar, und zwar völlig in seiner ureigenen Bedeutung: e* 1oο αο εέꝓ mαο 1εν, 545 dy Steαᷣνςνμε αm/⁷ wenn von uns jetzt eine Einigung darüber wirklich zustande gekommen(beendet) war, dann würden wir jetzt leicht weiter streiten(aber wir haben eine Einigung nicht erzielen können). Mit diesen Andeutungen mag das Kapitel über die Conditionalsätze beschlossen werden, erschöpft ist es noch lange nicht, nicht einmal für den attischen Dialect, geschweige denn für Homer mit seiner eigentümlich packenden, sinnlich klaren Ausdrucksweise. Khnlich wie mit den Conditionalsätzen steht es mit dem Consecutivverhältnis. Neben dem regelmässigen Indicativ und Infinitiv kann der Folgesatz die verschiedensten Fassungen aufweisen, je nachdem man ihm eine potentiale, irreale Färbung geben will; und auch in der potentialen Gestalt ist wieder eine Unterscheidung möglich; es kann dann nämlich, wie im einfachen Aussagesatz mit potentialem Inhalt, der Optativ mit ãν, es kann aber auch die Infinitivverbindung, ebenfalls mit Ry, 15 angewendet werden; somit entsprechen diese beiden Fälle dem Indicativ und dem Infinitiv bei dote, beide aber sind in das potentiale Verhältnis übergeführt. Soll die Folge als irreal bezeichnet werden, so tritt mit einem Präteritum ein. Auch das Deutsche erfreut sich hier grosser Freiheit, ist aber gleichwohl ausser stande, diese feinen Nüancen auch nur annähernd mit gleicher Schärfe und Kürze wiederzugeben. Auch die Finalsätze bieten manche recht bezeichnende Abweichung von dem als Norm Angesehenen. So ist die Eigentümlichkeit allbekannt, dass in der Abhängigkeit von Ausdrücken des Sorgens, Bedachtseins... meist ncs mit dem Indicativ des Futurs sich verbindet. ꝓpovtigety Set rèv rασιν⁶ν, I 1 rHdteuHa EEet r‿Se= dass(wie) das Heer die nôtigen Lebensmittel erhält(erhalten wird). Es ist das genau dieselbe Auffassung, welche im Deutschen so wirkungsvoll das Futur oder gar das Präsens anstelle des Imperativ verwendet. Wenn das, was geschehen soll, hingestellt wird als etwas, was geschehen wird oder gar schon geschieht, so liegt darin eine ungemein kräftige Antecipation.„Du wirst morgen früh auf Arbeit gehen“,„Du gehst m. f. auf A.“ ist jedenfalls ungleich drastischer als„gehe m. f. auf A.“*) Aber es können die Finalpartikeln ausnahmsweise auch mit dem Indicativ eines Präteritum verbunden werden; auch hier entspricht die Wahl des bestimmten Modus des Thatsächlichen durchaus dem deutschen Ausdruck. à⁴ ς IIvyrν⁴αα deEar regy, öog palvon rols deole d‿rtxτeno= damit Du Dich... zeigtest. Ebenso nach einem Ausdruck der Furcht: ßoöbsèa, A Aνραονεον Juapraey= wird sind voll Angst— dass wir nur nicht beides verfehlt haben! Das Englische zeigt in seinen Coniunctionen neben recht complicirten Verhältnissen z. t. eine grosse Einfachheit, vielfach noch weit grösser als im Deutschen. Es ist schon darum interessant genug, weil es noch mehr als das Deutsche das Entstehen der relativen Bedeutung und der Nebensätze erkennen lässt. In vielen Punkten erinnert es stark an die deutschen Dialecte, meist erheblich mehr als an die Schriftsprache; letzteres schon darum, weil es eigentliche relative Verbindungen doch nur in beschränktem Umfange kennt, vielfach die Sätze mit relativem Sinn völlig unvermittelt neben- einander stellt. the affection I bear to you= die Zuneigung(welche) ich fühle gegen Sie; the opportunity I have= die Gelegenheit(welche) ich habe; all I can— all I may= alles(was) ich kann= soviel ich kann; for aught i know ebenfalls= soviel ich weiss; they are the most unhappy persons I have seen= das sind die unglücklichsten Menschen(die) ich gesehen habe. Diese Richtung zeigt denn die Sprache auch in der Verbindung mit Coniunctionen, und man kann in dieser Beziehung drei Phasen deutlich unterscheiden. Zunächst kann die Coniunction ganz fehlen, und hierin ähnelt das Englische völlig dem Deutschen; es trifft das zu, wo wir die Coniunction dass im Erläuterungssatze erwarten. Hierin liegt der Beweis für die oben ausgesprochene Behaup- tung, dass diese Coniunction zunächst ganz inhaltlos, ohne jede Sonderbedeutung ist, dass sie auf coniunctionalem Gebiet dasselbe ist wie auf pronominalem das relative Pronomen; dass sie überhaupt nur das Vorhandensein einer Beziehung zwischen zwei Satzgliedern andeutet. Sowie es vorher hiess the affection I bear, so heisst es hier Ihope l shall have time to call on you, ganz wie im Deutschen: ich hoffe ich werde Zeit finden bei Ihnen vorzusprechen. Man denke an den aus- gedehnten Gebrauch dieser Art im Deutschen, an die vielen Wendungen wie: ich weiss, Du wirst Dir das überlegen— ich fürchte, das bekommt ihm schlecht— ich meine, so geht es nicht weiter— ich vermute, Du hast Dich da geirrt... . Das aber ist nur möglich, wo eben bloss die Vorstellung von einer coniunctionalen Ver- bindung, aber keine irgendwie geartete örtliche, zeitliche, ursächliche bestimmte Beziehung obwaltet. *) Selbst ²ꝓ pεe kann in derselben Weise mit dem Futur verbunden werden: èàn! rour onsklorapar viſg dpxie, àc rs oͤm 0dsvò dy aobat= ich lege die Regierung nieder unter der Bedingung, dass ich unter keinem von euch zu stehen brauche(stehen werde, muss). 16 Ist eine solche vorhanden, so treten wir in die zweite Phase; es wird dann diese Beziehung durch irgend einen irgendwie adverbialen Ausdruck lediglich angedeutet, indem dieser zwischen die beiden Satzglieder tritt; der Sinn ergiebt jedesmal ein relatives Verhältnis, und die Coniunction ist fertig. Wir sahen diese Entwickelung im Deutschen vielfach, weit zahlreicher aber sind die betreffenden Fälle im Englischen. since= vorher, seit; mit Nachsatz= da ja: since you are here= da Du nun einmal hier bist. Die dritte Phase beginnt da, wo die relative coniunctionale Verbindung auch formell relativen Ausdruck findet. Es seien im Folgenden entsprechend der bisherigen Behandlung eine Anzahl der wesentlichsten Coniunctionen berührt, unter möglichstem Auseinanderhalten der hier sehr ineinander verfliessenden Vorstellungen des Ortlichen, Zeitlichen, Ursächlichen. Die Entwickelung ist z. t. eine überreiche, es sei nur an das wunderbar vielseitige but erinnert; Vollständigkeit ist in keiner Weise beabsichtigt. Die Coniunctionen der Zeit als when= als, wann, wenn— while, whiles, whilst= indem, während, solange als, till= bis, before= bevor... bieten in ihrer eigentlichen Bedeutung keinerlei Besonderheiten. when this happened= als dies geschah; while there's life, there's hope= so lang man lebt, hofft man; till I come= bis ich komme. Dabei ist till dieselbe Präposition wie im Skandinavischen,= Präposition bis(bé.⁵⁴ο, while ist wie im Deutschen weil= die(in der) Zeit wo, before ist völlig das deutsche bevor; das adverbiale und präpositionale vor(vorher) nimmt das verstärkende be, relativer Sinn ist darin ebenso wenig enthalten wie in weil(while); when kann dabei die Bedeutung des halb conditionalen halb temporalen wenn annehmen: when it is time for it= wenn es Zeit dazu ist; doch ist die gewöhnliche Coniunction für das wirklich conditionale wenn= if. Ebenso geht when in die causale Sphäre des da doch über. Auch since= seitdem, vorher ist ursprünglich rein zeitlich, als Coniunction aber gewinnt es direct die Bedeutung von da, weil, indem; since it is so= da es so ist, since you are here= da Du einmal hier bist. Hiermit entspricht since völlig dem süddeutschen nachdem(iDim Sinne von da, weil), ohne dass irgendwie von der Vergangenheit die Rede wäre. Wie ganz since reiner Vertreter der Vergangenheit ſim adverbialen Verhältnis= vorher, seitdem, im präpositionalen= seit, von... anj ist, zeigt die Anwendung, z. B. how long since?= seit wann? long since= lange her. Ebenso hat das eigentlich örtliche whereas= wo, woselbst, als Coniunction die Bedeutung da nun, weil, da, zumal, als, da hingegen, sintemal. Auch dies ist dem Deutschen nicht fremd, im Gegenteil ein„Du kommst, wo Du doch weisst, dass Du nur störst“ ist durchaus sprach- gemäss und von packender Unmittelbarkeit. Because heisst einfach: aus dem Grunde, als Coniunction aber natürlich aus dem Grunde dass, weil, z. b. because he had lost all his money= weil er all sein Geld verloren hatte. Aber auch die Bedeutung auf dass, damit liegt nahe und ist ganz gewöhnlich; namentlich, wenn es sich mit of verbindet, heisst es direct zum Zweck von= um willen. Auch that= dass hat wie quod, dass, àrt die Bedeutung dass, weil, und bezeichnet wie das volkstümliche dass im Deutschen auch die Absicht; so that ist völlig das deutsche so dass. Die Anwendung im Sinne unseres dass ist eine sehr reiche und kann hier unberücksichtigt bleiben. Fälle wie: that i may be short= um kurz zu sein zeigen dasselbe dass der Absicht wie unser: dass Du es nur weisst, dass Du nur nicht viel Umstände machst. Namentlich ist zu beachten die Anwendung im Sinne unseres„nicht dass das sich so verhielte, nicht als ob das sich so ver- hielte“; it is not that i believe= es ist nicht, dass(als ob) ich glaubte, nicht als ob ich glaubte (non quo putem). Nahe verwandt ist der Anwendung nach as mit that. Es entspricht unserem als im con- iunctionalen Sinne in weitem Umfange. Es ist das demonstrative wie das relative so, unterscheidet sich also von that(dass) hauptsächlich dadurch in seiner Eigenschaft als Coniunction, dass that 17 ploss die Thatsache selbst andeutet, as das wie hervorhebt. Es heisst demnach so, so wie, ebenso— als, da, weil, wenn, insofern, dass— wie. Es ist besonders unser wie(als) in Vergleichen, aber nicht nach dem Comparativ(wo als= than ist), also nach Ausdrücken wie so, ebenso, insofern, so sehr; in Wendungen wie so wahr wie(als) ich lebe, so reich wie man will, so viel wie ihrer sein mögen; unser zum Beispiel; unser was in Verbindungen wie was anbetrifft, so in so zu sagen, unser relatives Pronomen nach such= solch, worin es wieder völlig mit dem deutschen relativen so zusammenfällt, cf.„diejenigen so das nicht thun“; bisweilen unser dass im Folgesatze, unser wie im elliptischen Satze wie: wie Sie wünschen!= as you please. Einige Belege: as well as, as far as, as many as, as soon as, as rich as...= so wohl als(auch), so weit als(bis), so viel als, so bald als, so reich als... Das erste as ist rein demonstrativ, das zweite ebenso relativ. as I live=(wie) so wahr ich lebe! as it were= sozusagen; as regards= was anbelangt; as for= wie für, in Anbetracht, as to= dasselbe. as for me= was mich bektrifft. I took such as I pleased= ich nahm die(so) welche mir gefielen. he was so moved as to weep= er war so bewegt, dass er weinte[wie, um(dass) zu weinen= bewegt bis zu Thränen]. Damit ist die Anwendung von as durchaus nicht erschöpft, man sieht aber aus diesen wenigen Andeutungen, wie reich sich die Entwickelung eines so einfachen Elementes gestalten kann, welches lediglich das so im demonstrativen und relativen Sinne andeutet. Schliesslich sei hier noch seeing erwähnt sowie for. Seeing wird ebenfalls in der Bedeutung von weil, da, da doch wie eine causale Coniunction gebraucht; es kann auch mit that verbunden werden; in diesem Falle entspricht es etwa unserem im Hinblick darauf dass, in Ansehung dessen dass; hat es kein that bei sich, so wird wieder die Relativfassung lediglich aus dem Zusammenhang ersichtlich. Auch for= für, vor, wegen, umwillen, aus, betreffs, anstatt(als Präposition) wird zur reinen viel gebrauchten Coniunction und heisst dann weil, weswegen. Selbstverständlich ist der Sinn dann wieder relativisch dafür dass, zum Zwecke dass, aus dem Grunde dass. Wie as wird es in Redensarten gebraucht wie(as) for me= für mich= was mich anlangt. for ought I see, for ought I know= soviel ich sehe, weiss, wörtlich: betreffs irgend etwas(des Geringsten)— (was)— ich sehe, weiss. Für gewöhnlich behält for seine präpositionale Bedeutung doch auch dort bei, wo wir eine Coniunction setzen, verbindet sich also gern mit dem Verbalnomen auf ing, z. b. you are a fool for believing him= Sie sind ein Narr, weil Sie ihm glauben. Wenn for sich mit all verbindet, so ist die Bedeutung: für alles, ungeachtet alles dessen, und daraus wird wieder im relativen Sinne für alles das, dass— ungeachtet all dessen dass—(bei alledem—) obschon. Hiermit treten wir aus dem weiten Kreise der erläuternden und begründenden Coniunctionen über in den der bedingenden, concessiven und ausschliessenden, welche viele beachtenswerte Erscheinungen zeigen. Die englischen bedingenden Coniunctionen haben, wie die gleichen ger- manischen überhaupt, die Neigung, in die concessive Bedeutung überzugehen, also aus dem wenn ein wenn selbst, obgleich werden zu lassen. Dabei aber tritt von vornherein das zeitliche Moment, welches im deutschen wenn den Ausschlag giebt, zurück gegenüber dem ob wohl, viel- leicht, wenn etwa, doch vielleicht. Der äusserst complicirte Gebrauch und namentlich der Bedeutungswechsel ist nur durch ins einzelne gehende Prüfung der Entwickelung der gleichen Elemente im Gotischen, Altnordischen und Angelsächsischen verständlich, was hier kaum berührt werden kann. Die hauptsächlichste Conditionalconiunction ist unzweifelhaft if= wenn; es hat sowohl die Bedeutung wenn als auch ob wohl, und endlich wenn auch, obwohl. Es vereinigt hiermit den Inhalt der im Gotischen getrennten Coniunctionen iba(i)= ob wohl— dass nur nicht etwa und jabai= wenn, die aber schon im Altnordischen und Angelsächsischen nicht mehr getrennt erscheinen, sondern als ef(altn.) und gif(angels.) in wesentlicher Übereinstimmung sowohl das 3 18 ob wohl als auch das wenn vertreten. Man geht wohl nicht irre, wenn man das zweifelnde ob wohl als die Hauptbedeutung ansieht; heisst doch, abgesehen von dem erwähnten gotischen iba, ibai(niba...), altnordisch direct if= zweifel(cf. althochd. iba, dat. ibu). Von dieser Grundlage aus erscheint die Bedeutungsentwickelung verhältnismässig einfach. Die fragende Form ob wohl geht in die relative wenn etwa über, gerade so wie das Interrogativ reines Relativ wird: Der Mann— wer ist gekommen?— er ist wieder fort= welcher gekommen ist. Diese rein conditionale Anwendung ist allbekannt und bedarf keiner Belege. Aber auch die concessive Bedeutung, sowohl als wenn auch als auch als obwohl ist aus dem reinen ob wohl abazuleiten. Auch in einem: I will do it if I die for it=„ich will es thun, und sollte ich deshalb sterben“ ist die Grund- auffassung die: ich thue es— ob ich wohl dafür sterbe(sterben muss)? Beweis genug für diese Ansicht ist wohl, dass dieses eigentlich fragende ob wohl im Deutschen direct zur Coniunction im Sinne von wenn auch, obgleich wird. Rein fragendes if= ob ist ebenfalls ganz gewöhnlich: do you know if your brother will come= ob Ihr Bruder kommen wird? Die angelsächsischen Bei- spiele von gif als ob und wenn lassen kaum einen Zweifel, dass der Gang der Entwickelung der angegebene gewesen ist. Neben if= wenn kommen andere Wendungen wie das obenerwähnte when oder in case= falls kaum in Betracht; bei dem letztgenannten ergiebt wie bei falls wieder bloss die Verbindung den relativischen Sinn im Falle dass. Viel weniger klar ausgeprägt als bei if ist die eigentliche Bedeutung bei though= obwohl; aber, obgleich hier die concessive Richtung die weitaus überwiegende ist, fehlt doch die conditionale oder halbconditionale(as though= wie wenn...) keineswegs. Auch hier ist die Entwickelung nur zu verfolgen, wenn man das Gotische zu Grunde legt und auch die altnordischen und angelsächsischen Erscheinungen zu Rate zieht. Das Gotische zeigt schon die ganze Wagheit dieses Ausdrucks. Die Vergleichung von thau, thauh in seiner sehr verschiedenartigen Anwendung mit eiththau, svèthauh... ergiebt als Grundbedeutung ein schwaches so etwa, relativisch so etwa wie, wie etwa, wie wohl. Daraus wird im demonstrativen Sinne: doch wohl, gleichwohl, doch, dennoch. Relativisch wird ein„wie er ja doch(wohl) wusste“ direct zum: obgleich er wusste. So ist ja auch das deutsche wiewohl er wusste reine Concessivform. Im Altnordischen erscheint dies tho wie das deutsche doch nur in seiner schwach einräumenden demonstrativen Natur als doch, dennoch; soll es relativ werden, dann nimmt es das gewöhnliche Coniunctionen bildende at= dass(cf. bis dass, auf dass, ausgenommen dass...) und heisst ebenfalls allemal obgleich, wenn auch; natürlich verbindet es sich mit dem Coniunctiv, da der Sinn immer bleibt: mag er doch(immerhin) das thun. Auch das angelsächsische theah, theh verrät seine eigentliche Natur als doch, gleichwohl deutlich und hat ebenfalls als Coniunction meist den Coniunctiv; namentlich ist es mit dem gotischen thauh innig verwandt in Verbindungen wie sva theah= svéthauh. Das englische though ist demonstrativ ebenfalls= doch, dennoch, relativisch aber die eigentliche Concessivconiunction. In der Verbindung mit as tritt die ursprüngliche, halbconditionale Bedeutung klar hervor= etwa so wie(wie wenn): as though they should see twice as much than say= wie wenn man zweimal soviel sehen als sprechen sollte. Verstärkt heisst es dafür although mit dem vielbeliebten all(in allsogleich, alldieweil, allgemach). Albe, albeit werden auch concessiv gebraucht, etwa im Sinne von: sei dem immerhin so. Als negative Conditionalconiunction dient ein eigentümliches, ungemein vielseitiges Element, welches nebenbei den Wirkungskreis des lateinischen quin vertritt, auch stark in die Sphäre der vergleichenden und indirect fragenden Sätze übergreift, als Präposition fungirt und eine überreiche Wirksamkeit als Adverb entfaltet, meist im ausschliessenden oder gegensätzlichen Sinne, als allein, nur, doch nur, dessenungeachtet, indessen, sondern, aber... Auch hier ist die eigent- liche Bedeutung und die Entstehung auf dem Boden des Englischen nicht zu ermitteln, aber völlig 19 klar im Angelsächsischen nachweisbar. But geht auf ein ziemlich einfaches Element zurück mit der Bedeutung ausserhalb, ausser(Präpos.), ausser dass(Coniunct.). Das angelsächsische bütan, büton= be+ utan=(aussen) ausserdem, ausser dass, wenn nicht, ausser ist zwar weniger vielseitig als but, darum aber desto klarer. Als Coniunction ist but der Bedeutung nach völlig gleich dem vulgär deutschen ausser in Fällen wie: ausser er kommt= ausgenommen den Fall dass er käme. Diese selbe Bedeutung hat die Coniunction fast überall. Ganz das lateinische quin haben wir nach negativen Sâtzen wie: I can not... but= facere non possum quin= ich muss unbedingt(wörtl. ich kann nicht— wenn nicht, ausser dass...); there is none but knows= nemo est quin sciat; no day... but= kein Tag(vergeht)... ohne dass: nullum diem intermitto quin. Selbst in der speciellen Verbindung mit Ausdrücken des Zweifels deckt es sich mit quin: there is no doubt but= dubium non est quin. Dann ist but seiner Natur durchaus entsprechend= nisi: may I die but= ich will sterben wenn nicht; good heavens, but she is handsome= gute gôtter, wenn sie nicht schön ist= alle Wetter, ist die schön! Xhnlich but that= wenn nicht dass, bloss dass, ausser dass: but that I love her= bloss dass ich sie(so) liebe= wenn ich sie nur nicht liebte! Ahnlich ist but for= wenn nicht wegen, ausser etwa wegen(weil), wäre es nicht wegen. not but that= nicht, falls nicht etwa dass wird wieder direct zum einschränkenden und concessiven obgleich, freilich wohl. In„who knows but“ tritt die bei den Conditionalconiunctionen so naheliegende Bedeutung des ob oder hier ob nicht in den Vordergrund, es heisst: wer weiss ob nicht? but though ist gewissermassen ein verstärktes though(obgleich), es heisst: wenn nicht etwa gleichwohl= sollte jedoch, wiewohl, allein. but yet bedeutet nihilominus, eigentlich(wenn nicht) ausser dass— doch noch. Eine klare Grenze zwischen dem coniunctionalen und dem präpositionalen but ist nicht zu ziehen, in vielen Fällen kann man beides mit gleichem Recht annehmen; so heisst all but eigentlich alles wenn nicht, alles ausser— bis auf. the last line but one= die vorletzte Linie heisst eigentlich: d. letzte L. wenn nicht oder ausser eine(r). Aus dieser selben ausschliessenden Bedeutung aber sind unschwer auch alle übrigen Anwendungen im adverbialen, ausschliessenden und rein gegensätzlichen Sinne zu erklären. Das wenn nicht oder ausser gestaltet sich adverbial zu nur, allein, oder, weniger stark ausschliessend, zu aber, dessenungeachtet, indessen, doch nur; auch sondern gehort hierher: not only but= nicht allein sondern auch. Auch except heisst ausgenommen(dass), ausser wenn, wenn nicht, es sei denn dass und entspricht einem deutschen ausser(dass, wenn... er kommt). Die Art des Englischen, finale Beziehungen zum Ausdruck zu bringen, ist im Vorhergehenden hier und da gestreift worden, so bei because, that, for. Meist erscheinen diese Bestimmungen nicht in Satzform, sondern zeigen eine Verbindung des so überaus biegsamen und vielgebrauchten Verbal- nomens auf ing... mit einer Präposition des Zweckes, so to, in order to, for... Als wirkliche negative Finalconiunction erscheint lest, z. b. lest you should lose any thing= damit Sie nichts verlieren. Ein I am afraid lest he go away= ich bin voll Schreck— dass er nur nicht (etwa) fortgeht! spiegelt dieselbe Auffassung wider wie timeo ne, poοßoHx I, je crains que... ne. Die französischen Coniunctionen sind von einer erstaunlichen Einfachheit und Durchsichtig- keit, was ihre Bildung sowie ihre Anwendung anbelangt. Keine der behandelten Sprachen weist etwas auch nur annähernd Xhnliches auf, namentlich aber nicht das Englische. Das Französische zeigt fast ausnahmelos durchaus verständliche, auf französischem Boden erwachsene Neubildungen; im Englischen dagegen müssen wir neben vielen rein englischen Neubildungen nicht selten zur Erklärung auf die altgermanische Grundlage des Altnordischen, Gotischen und namentlich des Angel- sächsischen zurückgehen, und gar manche der englischen Coniunctionen hat eine seltsame Ent- wickelung hinter sich, bis sie das geworden ist, was sie jetzt auf englischem Boden darstellt. 20 Diese eigentümliche Einfachheit und Gleichmässigkeit findet schon darin ihren Ausdruck, dass alle Coniunctionen als relative Bildungen unverkennbar sind und, wo sie das nicht an sich sind, ausnahmelos que= dass aufweisen; das, was das Englische bisweilen oder nebenbei, das Deutsche hauptsächlich im Volkstone kennt, nämlich dass der Coniunction that, dass beigefügt wird, ist hier die Regel, das macht erst die Coniunction, ruft den relativbindenden Sinn hervor. Bei dieser absoluten Klarheit des Französischen hierin kann auch die Wahl des Modus kaum irgendwo nur zweifelhaft sein, und in den wenigen Fällen, wo das doch der Fall sein könnte, z. b. im Concessiv- verhältnis, zeigt doch ein Blick auf die Bedeutung oder die Entstehung der Coniunction meist deutlich den Grund. Wo also ein thatsächliches Verhältnis stattfindet, wird der Indicativ angewendet; wo es sich um etwas bloss Gedachtes, Erwartetes, Beabsichtigtes handelt, der Coniunctiv; und hiermit ist eigentlich der Zustand wieder erreicht, der als der einzig normale gelten muss, aber in den vorher behandelten Sprachen oft stark verdunkelt war. Es folgt eine kurze Ubersicht der wichtigsten Coniunctionen und ihrer Anwendung, nicht um irgend wie hier neue Gesichtspunkte aufzustellen, sondern um durch die Gegenüberstellung das eigen- artige, urgermanische, so ganz verschiedene Wesen der englischen stärker hervortreten zu lassen. Reine Zeitbestimmungen haben demgemäss den Indicativ. quand= wann, als— lorsque= in der Zeit wo— après que= nachdem— dès que= von da an wo— depuis que= seitdem— pendant que= während(pendant= Partic.— Gerund. von hangen, dauern, währen)— aussitéêt que=(eben)sobald als— tantque= so lange(so sehr) wie— à peine que= kaum(mit Mühe) dass... Ebenso absolut klar und einfach sind die causalen und verwandte Coniunctionen: comme= da ja(wie ja doch, 6, Goxε)— parceque= weil(dadurch, deshalb dass)— puisque= da ja (= nachdem im Sinne des süddeutschen nachdem= da, weil)— selonque= gemäss(dem) dass— suivant que= infolge dessen dass(suivant= Partic.-Gerund. von suivre= folgen, sich ergeben)— à mesure que= in dem Masse dass(wie)— à proportion que= in dem Verhältnis dass(wie)— ainsi que= ebenso wie... Die Conditionalconiunctionen sind entweder wie im Deutschen rein zeitlich oder in ihrem Hauptvertreter das reine lateinische si= wenn; quand und lorsque bedeuten wie oben wann, als, dann wenn. Die Unterscheidung der conditionalen Fälle ist weit entfernt von der Fülle des Griechischen und Lateinischen und entspricht im wesentlichen dem Deutschen, einer Form der Wirk- lichkeit entspricht eine zweite des bloss Gedachten, aber, wie oben angedeutet, mit dem Indicativ des Imperfect oder Plusquamperfect. Den bisher behandelten Coniunctionen und dem vielgebrauchten, allgemeinen, teils consecutiven, teils erläuternden oder begründenden que treten alle die Coniunctionen gegenüber, welche nicht das Thatsächliche oder wenigstens als thatsächlich Vorgestellte bezeichnen, sondern, wie oben bemerkt, etwas rein Gedachtes, Angenommenes, Beabsichtigtes. Hierher gehören also auch Coniunctionen welche für gewöhnlich mit dem Indicativ verbunden werden, falls nicht die Thatsache als solche, sondern als bloss gedachte uns entgegentritt; z. b. que in vielen Verbindungen, wie nach den Verben der Empfindung, der Furcht, Notwendigkeit... Hierin liegt bei der im ganzen ungewöhnlich grossen Einfachheit ein unverkennbar fein durchgearbeitetes System, aber es kommt dabei in weiterem Umfange überhaupt nur que in Betracht; bei den anderen bald mit dem Indicativ bald mit dem Coniunctiv verbundenen Coniunctionen kann kaum ein Zweifel obwalten über die Gründe der Wahl des einen oder des anderen Modus. Coniunctivconiunctionen sind alle die, welche eine Absicht oder beabsichtigte Wirkung, ein Concessivverhältnis, eine blosse Annahme(und Ahnliches) bezeichnen. Namentlich der letzte Punkt ist im Französischen reich vertreten und spielt vielfach in das Gebiet des Conditionalen hinüber, erfordert aber immer den Coniunctiv, weil es sich lediglich um vorgestellte Fälle handelt. Hierher 21 gehören natürlich auch Zeitbestimmungen, wenn gesagt werden soll, was geschehen möge, z. b. en attendant que=(wartend) bis dass. Final sind afin que= zu dem Ende dass— pour que= dafür dass(engl. bloss for). Concessiv: bien que= mag auch noch so sehr(cf. obwohl, wiewohl)— quoique=(in bezug auf) was auch immer— encore que= mag auch noch so sehr. cf. quamvis. quoique il le sache, il ne le dira pas= er mag es wissen—(in bezug auf was immer) wie sehr auch immer— er wird es nicht sagen. Coniunctionen des bloss Vorgestellten, Angenommenen: pourvu que= unter der Voraussicht dass— supposé que= angenommen dass— en cas, au cas que= im Falle dass— pour peu que= sollte auch noch so wenig— soit que... ou que= sei es dass... oder dass— sans que= ohne dass— à moins que= unter der Voraussetzung dass zum wenigsten— malgré que= trotz dem dass(konnte auch unter den reinen Concessivconiunctionen Platz finden). Non que, non pas que entsprechen lateinischem non quo, non quo non= nicht als ob, als wenn und müssen den Coniunctiv haben, weil sie ausdrücklich besagen, dass es sich nicht um den wahren Grund handle. Endlich haben die Ausdrücke der Furcht den abhängigen Satz mit ne— que und dem Coniunctiv; dazu gehören ausser den betr. Verben auch Verbindungen wie de peur, de crainte... que... ne. je crains qu'il ne tombe malade= ich bin in Furcht— dass er nur nicht krank wird! Avant que mit dem Coniunctiv erinnert stark an das lateinische antequam mit dem gleichen Modus, der abhängige Satz hebt jedenfalls nicht die Thatsache hervor. Heinrich Winkler. 119N Tna SpRteJias, Ha1841 8 35„(BurstiBur) ⸗ onp. sbuolia- 5 8* unt.— 2 ball moh 18= sup uhs buies lil⸗ bWco 1) Il8a d2 Hoofl dne Ianll e en noid:vie2n09 .2!: dantn 139. 9e 8= K296 laSs anp Soons— z0mamj ans uM Guh ausod 2 8. i Gethari dam nli Sunn 49 ane aib 31 OfI li Pfosa 2 lne 3ddsiit z9 briv, 4 19 u kold 6b 1e ee—— 19 etun er oip Evaufa; aunond sact4. aenb elle ml= BlD B 14:269 118— enn 413 8285 1900... 22 8 5b 39 198 6 3Ep 1G.... aup ⸗— fao o⸗ wea dlaus ailo⸗ RtM sslepiclon ula eanh DiLise⸗ Ausult a1g11 IisC1Lris 9 1b Kon hestzehanataf nrs ſsorein 313 onp sag 9i= Hou ttis dal NISOftIE na 3131 7 anrhent. aih nodad loilbaa 2 ntfto † Iied Hef oenrn n104o ugrb. wijsunin 34 . r Arun 2uio. u Rah 23 12 1 Sr.. u in Aasa- 2n II Pal herite, angned Im5 Jid up. Iu 4 f9a2 IT Bi5 efn ahst idol rine opig kdde 195 krholf tarun 5 9 5. eu Pu Sp. 85 Schulnachrichten. I. Allgemeine Lehrverfassung. 1. Übersicht über die einzelnen Lehrgegenstände. Peaolohnuns Zahl dar wöchentlichen Unterrichtsstunden. 28 Leſrvopematände IA I A.4. b. s.o.-E.a 0.-I.C.-I.a U-I.) TWa I 5 Religion: evangelische........ 2 2 2 2 2I 2 21 2 2 2 2 2 2 3 3 katholische...... 2 2 2 jüdische.. 1 1 3 Deutsch. I.... 3 3 3 3 3 2 2 2 2 3 3 3 3 4 4 Lateiny.... 6 6 6 7 7 ⁄7 7 7 7 7 7 8 8 8 8 Griechisch............ 6 6 6 6 6 66 66‧[—————— Französischt.. 2 2 2 3 33 3 3 3 3 4 4———— Englisch............ 2 2——————————.— Hebräisch............ 2— 2————————-———— Geschichteu. deographie 3 3 3 3 3 3 3 3 3 4 4 2 2 2 2 Mathematik u. Rechnenn 4 4 4 4 4 3 3 3 3 4 4 4 4 4 4 Physiku. Naturgeschichte 2 21 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 Turnen. je 3 Stunden in 10 Zügen Zeichnen..... 2 2 2 2 2 2 2 2 2—— Gesang c. 1 2 2 2 2 Eeer El ☛ 24 2. Verteilung der Stunden unter die Lehrer im Wintersemester. Lehrer. IA 1B IIA IIBa IIBb IIIAa IIHIAb IIIBa IIIBb IVa IVb Vva Vb Vla VIb ſsa. 1 Dir. Prof. Dr. Müller.[4 Latein6Griech. V 10 Prof. Dr. Fechner, 3 Dtsch. 3 Dtsch. 3 Gesch. 3 Gesch. 2 Ord. IA. 3 Gesch. 3 Gesch. u. Geogr. u. Geogr. V V V 18 3 Prof. Jadler, GGriech. 7 Latein 6Griech. V ¹9 . Prf Eürhter, ſa Mamet s lateim— V Leaa. 1 5 Prof. Dr. Depène. dohent su Snlatn V 4 Math. 22 6 Erof. Dri Andt, 2ledr. ſ 19t9 d risc⸗. 2 Gesch. 22 2 Engl. 2 Engl. 2 Engl. 7 Lrof. Vellanden. 2² Franz. 2 Franz. 7 etein 4 Franz. 2 Geogr. 20 3 E hehe Deh er. 1Griech. 3 Plamn. 3 Prtn 2 Googr 2 9 Prof Dr. lloemen 4 Diach. 7 Lateinſ6Griech. 2 Geogr. 21 10 Oberl2eren Bb. 4 Dlathe 2 Plathi 3 Math. 4 Math. 4Wahm⸗ 24 u ObePEehléefJln. 2Memmer Peen tech 2 12 Oberlrer Snr Ivn. 2crkeh. 1 PMen 2 Relig. 3 Relig. 23 13 Oberl-aldeeea. IVa. 7 Latein 6Griech. 5 Ptieh. V 23 14 vr. Fohin, 2 Franz. Sath 2 Nath. 4 Nath. 2 Natrg./4 Franz. 24 “ G.NTEAene. ee ſege.-. ſ zere en et 1 aDtsch ie naan 5 12 OberlRrrensdeli vm. 3 Franz. eret 4 Paeh. kat 18 1. VeNälfhhrer. 4 Rechn.] 4 19 3 L.ofh ſn rer⸗ V ² Schrh. 2 Schrh.2 Schr.2 Schrb.] 8 2⁰ 8. Vollsihnfſehrer. 2 Relig. Gra. — nen. 21 LlmeRskeun,Ora. Va. 2 Natrg. 2 Natrg. 2 Nanen. 2 Natrg. en. 2 Natrg. Gkur. 2 Geogr. 2 Natrg. nen. 2² rSeiorſghrer. 2 Relig. 2 Relig. 2Relig. 6 23 evahes eidahſarer. 2 Relig. 2 Relig. 2 Relig. 2 Relig. 2 Relig. 10 24]—Sneeon ohNerte, aRelig. 2Relig. 2Relig. 6 25 kOheNINshfende 2 Religion 2 Religion 2 Religion 6 26 Ober-Organist Hiller. 4 Leesang 2Gesang 2Gesang,2Gesang2Gesang] 11 . 1 Gesang 1 Gesang 27 Maler Biller. 2 Zeichnen 2 Zeichn 2 Zeichn2 Zeichn 2 Zeichn2 Zeichn 2 Zeichn 2 Zeichn 2 Zeichn 18 25 3. Übersicht über die absolvierten Pensen. Ober-Prima. Ordinarius: Professor Dr. Fechner. Religionslehre, evangelische. S.-S. Römerbrief im Urtext. W.-S. Glaubenslehre im Anschluß an die Augustana. Wiederholungen. 2 St. Senior Decke. Religionslehre, katholische. Die Kanonischen Bücher des A. und N. T. nach Dubel- mann I. 2 St. Hitschfeld. Deutsch. Fünfwöchentliche Aufsätze abhandelnder Art und Charakteristiken nebst Belehrung über Methode der Darstellung. Lektüre von Goethe's Gôtz, Lessing's Dramaturgie und schwierigerer philosophischer Gedichte Schiller's, Shakespeare’s Julius Caesar. Übersicht der poetischen Litteratur vom Hainbunde bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ausführliche Behandlung Goethe's und Schiller's. Freie Vorträge. 3 St. Prof. Dr. Fechner. Aufsatzthemata: 1. Welche Bedeutung hat die Erlernung der klassischen Sprachen für die Jugendbildung? 2. Woraus erklärt es sich, daß Athen im peloponnesischen Kriege unterlag? 3. Götz und Karl Moor, eine vergleichende Charakteristik. 4. Abiturientenaufsatz: Welche Bedeutung hat die Regierung Friedrich Wilhelms I. für das Staatsleben Preubens gehabt? 5. Welche Bedeutung haben die absoluten Monarchieen im 17. und 18. Jahrhundert gehabt?(Klassen- aufsatz.) 6. Hat Schiller Recht mit dem Ausspruch:„Der Dichter ist der wahre Mensch“? 7. Ist der Ausspruch der Gräfin Terzky in Schiller's Wallenstein:„Recht hat jeder eigene Charakter“ berechtigt? 8. Die beiden Leonoren in Goethe’s Tasso, eine vergleichende Charakteristik. 9. Abiturientenaufsatz: Alexander der Große und Napoleon I., eine geschichtliche Parallele. 10.„Wer etwas Treffliches leisten will, Hätt' gern'was Großes geboren, Der sammle still und unerschlafft In einem Punkte die höchste Kraft.“(Klassenaufsatz.) Latein. Vierzehntägige Exercitien oder Extemporalien. 1 St. Lektüre Tacit. Dial., Cicero Verr. V. Liv. XXIII. 3 St. Der Direktor. Horat. Satiren und Episteln mit Auswahl, Repetition der Oden. 2 St. Richter. Grammatik von Ellendt-Seyffert. Griechisch. Lektüre Demosth. oratt. IV, V, VIII, Plat. Phaedo. Hom. II. XVII—XXIV mit Auswahl, Soph. Aias. Ubungen im Extemporieren. Vierwöchentliche Übersetzungen aus dem Griechischen. Grammatik von Gerth. 6 St. Prof. Seyler. Französisch. Lektüre im S. Lanfrey, Les campagnes de 1806, 1807, im W. Molière, Tartuffe. Grammatische Repetitionen, zweiwöchentliche schriftliche Übungen. Sprechübungen. 2 St. Plôtz' Schulgrammatik. Prof. Dr. Harczyk. Englisch. Wiederholung und Erweiterung des grammatischen Lehrtoffes, Sprech- und Schreibübungen. Lektüre im S. Money by Bulwer, im W. The cricket on the hearth by Dickens. 2 St. Prof. Dr. Badt. Hebräisch. Pronomina, Zahlwörter, das unregelmäßige Verbum, Suffixa, Elemente der Syntax. Ubersetzungen aus dem Pentateuch, den historischen Schriften und Psalmen. Ubungen im Analysieren. Grammatik von Gesenius. 2 St. Prof. Dr. Badt. Geschichte und Geographie. Geschichte der wichtigsten Begebenheiten nebst Belehrung über die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwickelung vom westfâlischen Frieden bis 1888 nach Herbst'’s Grundriß. Gelegentliche geographische Repetitionen nebst Belehrungen aus der physikalischen Erdkunde. Seydlitz' Schulgeographie. 3 St. Prof. Dr. Fechner. Mathematik. Binomischer Lehrsatz für ganze positive Exponenten. Abschluß der Stereo- metrie(die regelmäßigen Polyeder, besonders Würfel, Tetraeder, Oktaeder). Rechen- und Konstruktions- aufgaben aus der Raumgeometrie. Die rechtwinkeligen Koordinierten. Die Grundlehren von den Kegelschnitten. UÜbungen aus allen Teilen. 4 St. Prof. Dr. Depene. Abituriententhemata Michaelis 1893: 1. X⁴+ y* 97 x † v* Sheac S, XY= 13 b= 5. 5* 26 2. Durch 3 gegebene Punkte sollen 3 Gerade gezogen werden, die ein gleichseitiges Dreieck von gegebener Seitenlänge bilden. 3. a+† b= 12, c= 7, he= 4,5. Wie groß sind die Winkel des Dreiecks? 4. Durch eine quadratische Säule ist ein quadratischer und ein Rhombenschnitt gelegt, dessen spitzer Winkel 60 beträgt. Unter welchem Winkel sind die beiden Schnittebenen gegen einander geneigt? Ostern 1894:. 1. Drei Zahlen, x, y, z, bilden eine geometrische Reihe, die Summe ihrer Quadrate ist 1197, und sie bilden auch eine arithmetische Reihe, wenn die dritte Zahl um 3 verkleinert wird. 2. Um einen Kreis ist ein Rhombus zu legen, dessen Diagonalenverhältnis gegeben ist. 3. Ein mit 400 m Geschwindigkeit fortgeschleudertes Geschoß soll gerade über ein Hindernis von 900 m Höhe hinweggehen. Unter welchem Winkel muß das Geschütz gerichtet werden, und um wieviel eher oder später trifft der Schall als das Geschoß am Ziele ein? 4. Zwei quadratische Säulen von gleicher Breite m durchdringen sich unter einem Winkel von 60 so, daß je 2 gegenüberliegende Seitenkanten nach unten und oben zu liegen kommen. Wie grobß ist die Durchdringungsfigur? Physik. Im S. Optik(Wiederholung). Im W. Mathematische Erdkunde. 2 St. Professor Dr. Depéène. Unter-Prima. Ordinarius: Prof. Richter. Religionslehre, evangelische. Im S. Das Ev. Johannis im Urtext, im W. Kirchen- geschichte nach den Lehrplänen. Wiederholungen. 2 St. Sen. Decke. Religionslehre, katholische. Kombiniert mit Ober-Prima. Deutsch. Fünfwöchentliche Aufsätze abhandelnder Art und Charakteristiken dramatischer Figuren nebst Belehrung über Methode der Darstellung. Ubersicht über die Perioden der Litteratur- geschichte bis Lessing einschließlich, Lektüre und Besprechung Klopstock'scher Oden, aus Laokoon und von Goethe's Iphigenie. Freie Vorträge über Leben und Werke von Dichtern. 3 St. Professor Dr. Fechner. Aufsatzthemata: 1. Woraus erklärt sich, daß das kleine Griechenland über das mächtige Perserreich den Sieg davontrug? 2. Bedeutung der allgemeinen Wehrpflicht. 3. Charakteristik Maria Stuart's nach Schiller. 4. Welche Be- deutung hatte die Hierarchie für das Staatsleben und die gesamte Kultur des Mittelalters?(Klassenaufsatz.) 5. Wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt stets ein Knecht. 6. Quid sit futurum cras, fuge quaerere! 7. Charakteristik Wallenstein's nach Schiller. 8. An's Vaterland, an's teure schließ' Dich an, Das halte fest mit ganzem Herzen. Hier sind die starken Wurzeln Deiner Kraft.(Klassenaufsatz.) Latein. Vierzehntägige Exercitien oder Extemporalien. Grammatische Wiederholungen, stilistische Belehrungen namentlich über Verwendung der Redeteile, Synonymik. 1 St. Lektüre im S. Cicero's Briefe, kursorisch Liv. I; W. Tac. ann. III—VI, kursorisch Cic. pro Milone. 3 St. Horat. Od. 2 St. Grammatik von Ellendt-Seyffert. Prof. Richter. Griechisch. Lektüre im S. Plato Apol. und Crito. Im W. Thucyd. II und III mit Aus- wahl. 4 St. Ilias XII. 2 St. Vierwöchentliche Ubersetzungen aus dem Griechischen. Der Direktor. Französisch. Lektüre im S. Lanfrey, Expédition d'Egypte, im W. Sarcey, Siège de Paris. Grammatische Repetitionen bei Gelegenheit der zweiwöchentlichen schriftlichen Übungen nach Plötz' Schulgrammatik. Sprechübungen. 2 St. Prof. Dr. Harczyk. Englisch. Wiederholung und Erweiterung des grammatischen Lehrstoffes nach Meffert's Elementarbuch bis§ 37. Übersetzung der Lesestücke und Exercitien von§ 30 bis 37. Sprechübungen. Dreiwöchentliche Extemporalien. 2 St. Prof. Dr. Badt. Hebräisch. Kombiniert mit Ober-Prima. Geschichte und Geographie. Geschichte der wichtigsten Ereignisse des Mittelalters und der Neuzeit bis zum westfäâlischen Frieden nebst Uberblick über die englische Geschichte bis 1660 nach Herbst's Grundriß. Wiederholung der Geographie von Mitteleuropa nach Seydlitz' Schulgeographie. 3 St. Prof. Dr. Fechner. 27 Mathematik. LErweiterung der Trigonometrie, trigonometrische Aufgaben nebst Entwickelung der Eigenschaften der Kugeloberfläche, welche die Grundlagen der math. Erdkunde bilden. Zinses- zins- und Rentenrechnung. Wiederholung des arithmetischen Pensums an Ubungsaufgaben. Zu- sammenhängende Betrachtung verschiedener Arten von algebraischen Größen mit Einschluß der imaginären. Kambly I-IV. 4 St. Prof. Dr. Depene. Physik. Im S. Mechanik, im W. Wellentheorie, Akustik. 2 St. Prof. Dr. Depène. Ober-Sekunda. Ordinarien: Im S. Prof. Seyler, im W. Prof. Dr. Badt. Religionslehre, evangelische. Im S. Apostelgeschichte, I. Joh.-, I. Petrusbrief. Im W. Lektüre wichtiger Abschnitte aus den Briefen. Wiederholungen. 2 St. Senior Decke. Religionslehre, katholische. Kombiniert mit Prima. Deutsch. Fünfwöchentliche Aufsätze meist im Anschluß an die Lektüre. Freie Vorträge im Anschluß an die Privatlektüre. Im S. Besprechung von Meisterwerken der höfischen Epik und Lyrik, Lektüre von Schiller's Maria Stuart. Im W. Darstellung der Nibelungenlieder nach Aufbau und Ausführung, H. von Kleist's Prinz von Homburg. 3 St. Dr. Wohlauer. Aufsatzthemata: 1. Wie sucht Talbot die Begnadigung der Maria Stuart zu erwirken? 2. Es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. 3. Was fordert Walther von der Vogelweide in seinem ersten politischen Spruche zum wahren Lebensglück? 4. Der Tag der Knechtschaft raubt dem Manne die Hälfte der Tugend. 5. Welche Charaktereigentümlichkeiten zeigt das niederländische Volk in Goethe's„Egmont“? 6. Rom ist nicht an einem Tage erbaut worden. 7. Das Gesetz ist der Freund des Schwachen. 8. Der poetische Wert des Liedes:„Wie Sifrit erslagen wart.“ Latein. Lektüre im S. Cic. de senect., im W. Sall. Jug. 3 St. Röm. Elegie nach Jacoby, Verg. Aen. VI= XII mit Auswahl. 2 St. Vierzehntägige schriftliche Ubungen, grammatische Wieder- holungen, das Wichtigste über den Gebrauch des Substant., Adject. und koordinierenden Konjunk- tionen. Grammatik von Ellendt-Seyffert. 1 St. S. Prof. Seyler, W. Prof. Dr. Badt. Griechisch. Lektüre im S. Xen. Mem. II und III mit Auswahl, im W. Herodot Auswahl aus VIII. Vierwöchentliche Übersetzungen aus dem Griechischen. Syntax nach Gerth§§ 266—334, Repetitionen. 4 St. S. Prof. Dr. Hirschwälder, W. Prof. Dr. Winkler. Homer Odyss. IX— XXIV mit Auswahl. 2 St. Dr. Schindler. Französisch. Wiederholungen nebst mündlichen Ubersetzungen, Stilistisches, Sprechübungen. Dreiwöchentliche schriftliche Übungen. Lektüre Mignet, Vie de Franklin. 2 St. Dr. Schiff. Englisch. Leseübungen und ÜUbersetzungen der Lesestücke und Exercitien aus Meffert's Elementarbuch bis§ 32. Das Wichtigste aus der Grammatik der folgenden Paragraphen gelegentlich. Dreiwöchentliche Extemporalien. 2 St. Prof. Dr. Badt. Hebräisch. Elementargrammatik, besonders das regelmäßige Nomen und Verbum nach Gesenius' Grammatik. Ubersetzungen aus Gesenius' Lesebuche. 2 St. Prof. Dr. Badt. Geschichte und Geographie. Griechische Geschichte von Drakon bis zur Diadochenzeit mit Berücksichtigung der orientalischen Völker und der Diadochen. Römische Geschichte von Pyrrhus bis 476 nach Herbst's Grundriß. Gelegentlich Wiederholung der außereuropäischen Erdteile. 3 St. Prof. Dr. Fechner. Mathematik. Potenzen, Wurzeln, logar. Gleichungen einschließlich der quadratischen mit mehreren Unbekannten. Arithmet. und geometr. Reihen 1. Ordnung. Abschluß der Ahnlichkeits- lehre, goldener Schnitt(Kambly,§ 143, 148—152). Reguläres Zehn- und Fünfeck. Einiges über harmonische Punkte und Strahlen. Ebene Trigonometrie nebst UÜbungen im Berechnen von Drei- ecken, Vierecken und regelmäßigen Figuren(Arithmetik an der Hand von Bardey’s Aufgaben- sammlung). 4 St. Prof. Dr. Depène. 28 . Physik. Im S. Galvanismus, im W. Wiederholung der Chemie, Wärmelehre. 2 St. Prof. Dr. Depene. Unter-Sekunda a und b. Ordinarien: Im S. Prof. Dr. Badt und Prof. Dr. Hirschwälder, im W. Prof. Seyler und Oberl. Dr. Töplitz. Religionslehre, evangelische. Bibellesen behufs Ergänzung der in IIIA und IIIB ge- lesenen Abschnitte. Erklärung des Lukasevang. Wiederholung des Katechismus, der Lieder und Sprüche. 2 St. Pastor Günther. Religionslehre, katholische. Kombiniert mit Prima. Deutsch. Praktische Anleitung zur Aufsatzbildung durch Ubung in Invention und Disposition. Vierwöchentliche Aufsätze abhandelnder Art, besonders Vergleichungen neben erzählenden Darstellungen oder Berichten. Lektüre von Minna von Barnhelm und Jungfrau von Orleans. 3 St. Professor Dr. Hoffmann und im S. Prof. Dr. Hirschwälder, im W. Prof. Richter. Aufsatzthemata in IBa. 1. Uber die Redensart:„Man lebt nur einmal in der Welt“. 2. a. Major von Tellheim und Riccaut de la Marlinière. b.„Der Major von Tellheim“, ein Charakterbild. 3. a. Welche Freuden soll die Jugend genieben? b. Tellheim's Verlobungsring.(Klassenarbeit.) 4. Die Vorteile der Fubreisen. 5. Kann auch der Schüler zu dem guten Rufe der Anstalt, welche er besucht, etwas beitragen?(Klausurarbeit.) 6. Uber das Verhältnis der Vögel zur Natur und zum Menschen. 7. Uber die Entschuldigung:„Andere machen es ja auch so“. 8. a. Uber Besuche. b. Die Wirtin zum„Goldenen Löwen“ in Goethe's„Hermann und Dorothea“. 9. Durch welche Ursachen entstehen die Veränderungen der Erdoberfläche? 10. a. Johanna d'Arc und ihre Angehörigen. b. Uber das Lesen.(Klassenarbeit.) IIBb. 1. An Tullius Cicero(nach Cäsar). 2. Charakteristik des Wirtes und des Dieners Just aus Minna von Barnhelm. 3. Welchen Trost gewährt die Hoffnung den Menschen? 4. Worin hat die Heimatsliebe des Menschen ihren Grund? 5. Welchen Aufschluß giebt uns der Prolog zur Jungfrau von Orleans? 6. Wie schildert Homer in den ersten Gesängen der Odyssee das Verhältnis zwischen Göttern und Menschen? 7. Der Monolog der Jungfrau von Orleans im 4. Akt. 8. UÜber die mannigfache Verwendung des Wassers durch den Menschen. 9. Welche Eigenschaften des Odysseus lernen wir aus dem 5. und 6. Buche der Odyssee kennen? Latein. Grammatik nach Ellendt-Seyffert, Ergänzung zu den Pensen der vorigen Klassen. Wöchentliche Exercitien oder Extemporalien. 3 St. Lektüre im S. Cic. or. Catilin., im W. Liv. XXI. Auswahl aus Vergil. Aen.—VI. 4 St. S. Prof. Dr. Badt und Prof. Dr. Hirschwälder, W. Prof. Seyler und Oberl. Malberg. Griechisch. Grammatik nach Gerth§§ 191— 265. Das Wichtigste der Moduslehre bei der Lektüre. Vierzehntägige Scripta. 2 St. Lektüre von Xen. Anab. VI und VII, Ubersicht über das Ganze. 2 St. Prof. Dr. Badt und Prof. Richter. Homer Od.—VIII. 2 St. Dr. Fischer und Prof. Richter. Französisch. Systematische Grammatik nach Plötz' Schulgrammatik S. 57— 63, 67— 99, 65 fg. mit Auslassungen. Wiederholungen. 14 tägige schriftliche Arbeiten. Sprechübungen. Lektüre, Erckmann-Chatrian, Histoire d'un Conscrit. 3 St. Prof. Dr. Hoffmann und Dr. Habel. Geschichte und Geographie. Deutsche und preußische Geschichte von 1740 bis zur Gegenwart nach Eckertz. 2 St. Geographie von Europa nach Seydlitz Schulgeographie. 1 St. Dr. Fischer und Prof. Dr. Fechner. Mathematik. Gleichungen einschließlich einfacher quadratischer mit 1 Unbekannten. Text- aufgaben. Das Wichtigste aus der Lehre von den Wurzeln. Definition der Potenzen mit negativen und gebrochenen Exponenten. Begriff des Logarithmus, UÜbungen im Rechnen mit Logarithmen. Zu- sammenhängende Darstellung der Theorie der 4 Grundrechnungen. Ahnlichkeitslehre. Die regel- mäßigen Vielecke außer Fünf- und Zehnecken. Kreisumfang und Inhalt. Einfache geometrische 29 Rechnungs- und Konstruktionsaufgaben. Trigon. Funktionen am rechtwinkligen Dreiecke. Die ein- fachen Körper nebst Berechnungen von Kantenlängen, Oberflächen und Inhalten. 4 St. Dr. Schiff und Dr. Töplitz. Physik. S. Magnetismus und Elektrizität. W. Die wichtigsten chemischen Erscheinungen nebst Besprechung einzelner wichtiger Mineralien und der einfachsten Krystallformen. 2 St. Dr. Schiff und Dr. Töplitz. Ober-Tertia a und b. Ordinarien: Prof. Dr. Hoffmann und Prof. Dr. Harczyk. Religionslehre, evangelische. S.-S. Lesung wichtiger Abschnitte des N. T., eingehender der Bergpredigt. Gleichnisse. Sicherung des früher gelernten Katechismus, Sprüche. Liecder Psalmen 2, 42, 46, 51, 73, 121, 139 u. s. w. W.-S. Reformationsgeschichte, Lebensbild Luthers. Hülfsbuch für den Religionsunterricht. Die Bibel. 2 St. Pastor Günther. Religionslehre, katholische. Die Lehre von den heiligen Sakramenten nach dem großen Diöcesankatechismus. 2 St. Hitschfeld. Deutsch. Behandlung prosaischer und vornehmlich poetischer Lesestücke, Schiller's Wilhelm Tell. Memorieren einiger Gedichte. Vierwõchentliche Aufsätze, meist erzählenden und beschreibenden Inhalts im Anschluß an die Lektüre. 2 St. Prof. Dr. Winkler und Dr. Wohlauer. Latein. Grammatik nach Ellendt-Seyffert§§ 189— 208, 215— 231, 253— 263. Wöchentliche schriftliche Arbeiten und mündliche Übersetzungen aus Warschauer's Übungsbuch II. 3 St. Caes. de bello Gall. V—VII. Prosodie und Metrik des Hexameters. Lektüre aus Ovid. Metam. mit Auswahl. 4 St. Prof. Dr. Hoffmann und Prof. Dr. Harczyk. Griechisch. Grammatik nach Gerth,§§ 169— 185, 186— 190, Präpositionen, gedächtnismäßig syntaktische Regeln nach Bedürfnis. Xen. Anab. IV. Vokabellernen. Ubersetzung nach Dzialas II. 7 St. Prof. Dr. Winkler und Prof. Dr. Hoffmann. Französisch. Plötz' Gramm. S. 14—17, Lekt. 5— 23, S. 35— 43, 32, 33, 49— 56, 99— 102. Schriftliche Klassen- und Hausarbeiten, Sprechübungen. Charles XII von Voltaire. 3 St. Professor Dr. Winkler und Prof. Dr. Harczyk. Geschichte und Geographie. Deutsche, besonders preußische Geschichte von 1500— 1740, Geschichte der Entdeckungen, der Türkenkriege, der engl. Reformation, der Hugenotten und des Ab- falls der Niederlande nach Eckertz' Hülfsbuch. 2 St. Geogr. von Deutschland und den deutschen Kolonien nach Seydlitz' Schulgeographie. 1 St. Dr. Fischer und Dr. Wohlauer. Mathematik. Brüche mit Buchstabengrößen. Gleichungen 1. Grades mit einer und mehreren Unbekannten. Potenzen mit positiven ganzen Exponenten. Quadratwurzeln aus bestimmten Zahlen und Buchstabenausdrücken, im S. 1 St., W. 2 St. Kreislehre. Sätze über Flächengleichheit von Figuren. Berechnung der Flächen gradliniger Figuren. Anfangsgründe der Xhnlichkeitslehre. Im S. 2 St., W. 1 St. Dr. Schiff und Dr. Töplitz.. Naturkunde. S. Vorbereitender physikalischer Lehrgang, 1. Theil. Allgemeine Eigenschaften, das Wichtigste aus der Mechanik. Wärmelehre. W. Der Mensch und dessen Organe nebst Unter- weisungen über Gesundheitspflege. Im Anschluß an Auge und Ohr das Wichtigste aus der Optik und Akustik. 2 St. Dr. Schiff und Dr. Töplitz. Unter-Tertia a und b. Ordinarien: Prof. Dr. Winkler und Oberl. Dr. Schindler. Religionslehre, evangelische. S.-S. Lesung biblischer Abschnitte des A. T., besonders Samuel und Könige, Psalmen 1, 23, 30, 103, Abschnitte aus Hiob. 2 Lieder. W.-S. 4. u. 5. Haupt- 30 stück, Wiederholung des gesamten Katechismus. Kirchenjahr und gottesdienstliche Ordnungen. Zwei Lieder, Sprüche. 2 St. Pastor Günther und Subsenior Schwartz. Religionslehre, katholische. Kombiniert mit Ober-Tertia. Deutsch. Erklärung poetischer und prosaischer Stücke, Memorierung einzelner Gedichte aus dem Lesebuche von Hopf und Paulsiek. Zusammenhängender Uberblick über die wichtigsten grammatischen Gesetze der deutschen Sprache. Vierwõchentliche Aufsätze mit methodischer Anleitung. 2 St. Dr. Speck und Dr. Schindler. Latein. Wiederholung und Erweiterung der Formen- und Kasuslehre, Modus und Tempus- lehre nach Ellendt-Seyffert§§ 232, 234— 252 mit Auswahl. Wöchentliche Exercitien und Extemporalien. 3 St. Ubersetzungen aus Warschauer's UÜbungsbuche II. Caes. de bell. Gall. III. IV. 4 St. Professor Dr. Winkler und Dr. Schindler. Griechisch. Deklination und Konjugation bis zum verb. liquidum inkl. nach Gerth's Gram- matik. Ubersetzungen aus Dzialas' Ubungsbuche. Zweiwöchentliche schriftliche Arbeiten. 6 St. Dr. Speck und Oberl. Malberg. Französisch. Plötz' Schulgrammatik. L. 69— 112, Abschnitt B. in Anhang mit den Vokabeln und Ubersetzungen. Grammatische Ubungen. Vierzehntägige schriftliche Arbeiten. 3 St. Professor Dr. Winkler und Dr. Habel. Geschichte und Geographie. Kurzer Uberblick über die römische Kaisergeschichte. Deutsche Geschichte bis zum Ende des Mittelalters mit Berücksichtigung der wichtigsten außer- deutschen Ereignisse nach Eckertz' Hülfsbuche. 2 St. Physikalische und politische Geographie der außereuropäischen Erdteile nach Seydlitz Schulgeographie. 1 St. Dr. Fischer und Dr. Habel. Mathematik. Das Notwendigste von den Grundrechnungen mit absoluten Zahlen, einfache Gleichungen 1. Grades mit einer Unbekannten. 1 St. Kongruenz der Dreiecke, Parallelogramme, Kreislehre 1. Teil. Ubungen im Beweis von geometrischen Sätzen und Lösung einfacher Kon- struktionsaufgaben. 2 St. Dr. Schiff und Dr. Töplitz. Naturkunde. S. Beschreibung einiger schwierigerer Pflanzenarten zur Ergänzung der Kenntnisse in Formenlehre, Systematik und Biologie. Einige wichtige Vertreter der Gefäßkryptogamen. Das Wichtigste aus der Anatomie und Physiologie der Pflanzen. W. Beschreibung der wichtigsten Mineralien und Gesteine. Uberblick über das Tierreich. 2 St. S. Dr. Schiff und Professor Dr. Depène, W. Dr. Schiff. Quarta a und b. Ordinarien: Oberl. Malberg und Oberl. Dr. Speck. Religionslehre, evangelische. S.-S. Bibelkunde, UÜbungen im Nachschlagen. Der dritte Artikel und das 3. Hauptstück des Katechismus. Sprüche und 2 Lieder. W.-S. Lesung wichtiger Ab- schnitte des A. und N. T. 4. und 5. Hauptstück. 25— 30 Sprüche, 2 Lieder. 2 St. Subsenior Schwartz. Religionslehre, katholische. Kombiniert mit Tertia. Deutsch. Der zusammengesetzte Satz. Wiederholung des früher Gelernten. Orthographische UÜbungen. Lektüre von Prosastücken und Erklärung und Memorieren von Gedichten aus Hopf und Paulsiek. Vierwöchentliche Aufsätze. 2 St. Oberl. Malberg und Dr. Speck. Latein. Wiederholung der Formenlehre nach Ellendt-Seyffert. Kasuslehre. Das Aller- wichtigste aus der Moduslehre. Ubersetzungen aus Warschauer's Ubungsbuche I. Wöchentliche kurze Exercitien oder Extemporalien. Lektüre aus Cornelius Nepos mit Auswendiglernen einzelner Stellen. 7 St. Oberl. Malberg und Dr. Speck. Franzôsisch. Plötz' Elementargrammatik, Lektion 1— 68, 80— 84, 88 mit den Vokabeln. Vierzehntägige schriftliche Ubersetzungen, orthographische Diktate. Erste Versuche im Sprechen. 4 St. S. Prof. Richter und Prof. Dr. Harczyk, W. Dr. Schiff und Prof. Dr. Harczyk. 31 Geschichte und Geographie. Übersicht über die griechische und römische Geschichte, namentlich seit Drakon und Pyrrhus in Anlehnung an die Hauptpersonen nach Jäger’'s Hälfsbuche. 2 St. Im S. Prof. Dr. Hirschwälder und Prof. Seyler, im W. Prof. Dr. Badt und Prof. Richter. Physikalische und politische Geographie von Europa außer Deutschland nach Seydlitz. Entwerfen von Kartenskizzen. 2 St. S. Prof. Dr. Hirschwälder und Prof. Seyler, W. Prof. Dr. Winkler und Prof. Richter. Mathematik. Wiederholung der Dezimalbrüche und der einfachen und zusammengesetzten Regeldetri mit ganzen Zahlen und Brüchen, Prozent-, Gesellschafts- und Mischungsrechnung mit Be- nützung von Blümel's Rechenaufgaben V, VI. Gerade Linien, Winkel und Kongruenz der Dreiecke nach Kambly, Planimetrie. 4 St. Dr. Schiff und Dr. Töplitz. Naturkunde. S. Vergleichende Beschreibung verwandter Arten von Blütenpflanzen nach vorhandenen Exemplaren. Gelegentliche Besprechung der wichtigsten ausländischen Nutzpflanzen nach Abbildungen. Übersicht über das natürliche Pflanzensystem. Lebenserscheinungen der Pflanzen. W. Niedere Tiere, namentlich nützliche und schädliche, besonders Insekten. Kurzer Uberblick über die Wirbeltiere. 2 St. Baumann. Quinta a und b. Ordinarien: Baumann und Oberl. Dr. Fischer. Religionslehre, evangelische. S.-S. Biblische Geschichte des N. T., besonders Zeit der Wirksamkeit Jesu und der Apostel nach Preuß-Triebel biblischer Geschichte. 2 Lieder. W.-S. II. Hauptstück außer Erklärung zu Art. 3 nach dem Häülfsbuche für den Religionsunterricht. 25 bis 30 Sprüche und 2 neue Kirchenlieder. 2 St. S. Malberg und Häring, W. Dr. Speck und Häring. Religionslehre, katholische. Die Lehre vom Glauben nach dem großen Diöcesan- Katechismus. 2 St. Hitschfeld. Deutsch. Wöchentliche Aufsätze und Diktate. Orthographische und Interpunktionsübungen. Der einfache und erweiterte Satz. Erklärung prosaischer Musterstücke und Gedichte nebst Memorier- übungen aus Hopf und Paulsiek. 3 St. Dr. Schindler und Dr. Fischer. Latein. Wiederholung der regelmäßigen Formenlehre, Deponentia, das Notwendigste von den unregelmäßigen Formen. Induktive Ableitung einzelner wichtiger syntaktischer Regeln nach Oster- mann'’s UÜbungsbuch. Obersetzungen aus Ostermann und Vokabellernen. Wöchentliche Exercitien oder Extemporalien. 8 St. Dr. Schindler und Dr. Fischer. Geschichte und Geographie. Erzählungen aus der Sagengeschichte der Griechen und Römer. 1 St. Geographie von Deutschland nach Seydlitz' Grundzügen der Geographie. Weitere Einführung in das Verständnis des Reliefs, des Globus und der Karten. 2 St. S. Baumann, W. Baumann und Dr. Töplitz. Rechnen. Teilbarkeit der Zahlen. Die gemeinen Brüche. Einfache Aufgaben der Regeldetri. Die deutschen Maße, Gewichte und Münzen. Geometrische Vorübungen 4 St. Baumann und Dr. Töplitz. Naturkunde. S. Formenlehre der Blütenpflanzen im Anschluß an die Beschreibung und Vergleichung verwandter Arteu. W. Beschreibung wichtiger Wirbeltiere, besonders der Reptilien, Amphibien und Fische nach vorhandenen Exemplaren oder Abbildungen nebst Mitteilungen über Lebensweise, Nutzen, Schaden und geographische Verbreitung. Grundzüge des menschlichen Knochen- baues. 2 St. Baumann. Sexta a und b. Ordinarien: Oberl. Dr. Wohlauer und Oberl. Dr. Habel. Religionslehre, evangelische. Biblische Geschichte des A. T. Vom N. T. Jesu Jugend, Leiden, Auferstehung, Himmelfahrt, Ausgießen des heil. Geistes nach Preuß-Triebel biblischer Ge- schichte. 2 Lieder. Erklärung des 1. Hauptstückes mit Luther’s Erklärung, 2. und 3. Hauptstück 6 3²2 ohne Erklärung. 2 Lieder, Sprüche nach dem Hülfsbuche für den Religionsunterricht. 3 St. Mal- berg und Dr. Speck. Religionslehre, katholische. Kombiniert mit Quinta. Deutsch. Orthographische Ubungen in achttägigen Diktaten, mündliche Nacherzählungen. Die Wortklassen. Satzlehre. Starke und schwache Flexion. Lektüre und Erklärung von Prosa- stücken und Gedichten nebst Memorieren aus Hopf und Paulsiek. 1 St. wöchentlich. Erzählungen aus der deutschen Heldensage, biographische Mitteilungen aus der vaterländischen Geschichte. 4 St. Dr. Wohlauer und Dr. Habel. Latein. Die Formenlehre nach Ellendt-Seyffert bis zu den verb. depon. exkl., UÜbersetzung der dazu gehörigen Stücke aus Schönborn's Lesebuche§§ 1— 66. Vokabellernen. Wöôchentliche schriftliche Arbeiten. 8 St. Dr. Wohlauer und Dr. Habel. Geschichte und Geographie. Lebensbilder aus der vaterländischen Geschichte. Die wichtigsten Grundbegriffe aus der physikalischen und mathematischen Geographie. Erste Anleitung zum Verständnis des Reliefs, des Globus und der Karten. Oro- und hydrographische Verhältnisse der Erdoberfläche und der engeren Heimat. 2 St. S. Prof. Seyler und Baumann, W. Professor Dr. Hoffmann und Prof. Dr. Harczyk. Rechnen. Wiederholung der Grundrechnungen mit ganzen unbenannten und benannten Zahlen. Die deutschen Maße, Gewichte und Münzen nebst UÜbungen in der dezimalen Schreibweise und den einfachsten dezimalen Rechnungen. 4 St. Baumann und Liewald. Naturkunde. S. Beschreibung vorliegender Blütenpflanzen nebst Erklärungen über Formen und Teile der wichtigsten Organe. UÜbungen im schematischen Zeichnen des Beobachteten, besonders der Blätter der wichtigsten Baumarten. W. Beschreibung wichtiger Säugetiere und Vôgel nebst Mit- teilungen über Lebensweise, Nutzen, Schaden und geographische Verbreitung. Übungen im schema- tischen Zeichnen einzelner Körperteile. 2 St. Häring und Baumann. Vom Religionsunterrichte ihrer Konfession waren 6 Schüler wegen der Konfirmation dispensiert. Der jüdische Religionsunterricht wird in 3 Abteil. von Prof. Dr. Badt erteilt. Das Pensum der 1. Prima und Sekunda umfassenden Abteilung war in je einer wöchentlichen Stunde: Lektüre der Sprüche der Väter, Festkalender, Religionsgeschichte Th. III, systematische Darstellung der Religionslehre; der 2. Tertia und Quarta umfassenden in einer Stunde: Biblische und Religionsgeschichte bis zur Zerstörung des zweiten Tempels; im Anschluß an die einzelnen Feste Besprechung ihrer Bedeutung und Lektüre der bezüg- lichen Bibelstellen; der 3. Quinta und Sexta umfassenden in zwei wôchentlichen Stunden: Wieder- holung der Erzählungen des Pentateuch mit besonderer Berücksichtigung der daran sich schließenden Sittengesetze; Josua, Richter, die ersten Könige. Memorieren einzelner Gebete aus dem Gebetbuche in deutscher Übersetzung. Technischer Unterricht. a. Der Turnunterricht wurde in dreißig wöchentlichen Stunden in zehn Zügen von den 5 Turnlehrern, Dr. Fischer, Dr. Habel, Häring, Baumann und Dr. Domke, erteilt. Dispensiert waren 37 Schüler. b. Gesangunterricht erteilt Herr Oberorganist Hiller in den Quinten und Sexten in je 2 Stunden, in beiden Quarten zusammen und in den drei Tertien in je einer Stunde, außerdem wöchentlich einmal in einer besonderen, aus Schülern der Prima bis Quarta gebildeten Gesangsklasse. c. Zeichenunterricht haben die Klassen von Quinta bis Ober-Tertia jede besonders zweimal wöchentlich. Für die höheren Klassen besteht wöchentlich zweistündlicher fakultativer Zeichenunterricht. An demselben nehmen 20 Schüler teil. Den Zeichenunterricht erteilt Herr Maler Biller.. 33 II. Verfügungen der vorgesetzten Behörden. 17. März 1893. Der Magistrat teilt mit, daß von Ostern an das Schulgeld für einheimische Gymnasialschüler auf 120, für auswärtige auf 150 Mark erhöht ist. 21. Juli. Das Königliche Provinzial-Schul-Kollegium verfügt, daß künftig am Reformationsfest- tage, dem 31. Oktober, der Unterricht ausfallen soll. 23. Oktober. Das Königliche Provinzial-Schul-Kollegium ordnet an, daß öffentliche Schul- prüfungen ferner nicht stattfinden sollen. 6. November. Das Königliche Provinzial-Schul-Kollegium bestimmt, daß der Bußtag als Feiertag anzusehen ist. 7. Dezember. Der Magistrat verfügt, daß in die Schulordnung betreffs der Schulgeldzahlung folgende Bestimmung aufgenommen werden soll:„Die Verpflichtung zur Zahlung des Schulgeldes besteht auch für den Monat, in welchem ein Schüler nach erfolgter vorschriftsmäßiger Abmeldung bei dem Direktor die Schule verläßt. Krankheit des Schülers entbindet nicht von der Zahlungspflicht.“ 22. Januar 1894. Der Magistrat übersendet Anweisungen von Heilmitteln bei Unglücksfällen beim Turnen für die Turnlehrer. III. Chronik der Schule. Das Schuljahr umfaßte den Zeitraum vom 12. April 1893 bis zum 20. März 1894. Die sechs nationalen Gedenktage, welche nach Allerhöchster Bestimmung gefeiert werden sollen, wurden ieils durch Gesang des Schülerchores und Festreden der Herren Prof. Badt und Prof. Hoffmann, teils durch Schülerdeklamationen oder Ansprachen der Lehrer in den einzelnen Klassen begangen. Den üblichen Schulspaziergang, der im vorigen Jahre hatte ausfallen müssen, machten in diesem Jahre die einzelnen Klassen mit ihren Ordinarien am 8. Juni. Am 10. März fand ein Schauturnen des Schülerturnvereins in der Turnhalle am Lessingplatze wie seit mehreren Jahren statt. Der regelmäßige Unterricht wurde leider mehrfach durch längere Erkrankungen von Lehrern gestört. Zunächst mußte Prof. Hirschwälder, dessen Gesundheitszustand schon im ganzen vorhergehenden Wintersemester seine Vertretung nothwendig gemacht hatte, und der nur mit äußerster Anstrengung das erste Quartal dieses Jahres sein Amt hatte versehen können, von den Sommerferien bis Weihnachten beurlaubt werden. Er hat auch nachher die Schule nicht wieder besuchen können, sondern erhielt zu Weihnachten die nachgesuchte Dienstentlassung. Das Lehrer- kollegium hat mit tiefem Bedauern den liebenswürdigen, stets freundlichen und gefälligen Kollegen aus seiner Mitte scheiden sehen und wird ihm die herzlichste Teilnahme und freundschaftlichste Erinnerung bewahren. Er hat der Anstalt seit ihrem Bestehen, 21 Jahre lang, angehört und seines Amtes, so lange es seine Kräfte gestatteten, mit größter Pflichttreue gewaltet. Ferner mußten Krankheits halber Prof. Harczyk von Mitte September bis zum Schlusse des Jahres, Dr. Schindler von Ende September bis Anfang Dezember, Prof. Seyler das ganze letzte Quartal und Prof. Badt die letzten 3 Wochen vertreten werden, so daß die Vertretung, zumal wenn noch andere Lehrer fehlten, was namentlich im ersten Winterquartale mehrmals der Fall war, öfters große Schwierigkeiten hatte. Diese wären ohne die Hilfe der Kandidaten, welche dem Gymnasium 6* 34 vom Königlichen Provinzial-Schul-Kollegium zur Beschäftigung zugewiesen waren, schwerlich zu überwinden gewesen. In den obersten Klassen vertrat den Prof. Harczyk Dr. Schiff, den Prof. Seyler der Direktor und Prof. Richter. Fär Dr. Schindler trat namentlich Kand. Schwarzer ein. Der Gesundheitszustand der Schüler war nicht ungünstig. Wir hatten nur den Tod eines Schülers, des Oberprimaners Kurt Jäschke, zu beklagen. Der Bestand des Lehrerkollegiums ist nur durch das Ausscheiden des Prof. Hirschwälder geändert, dem von Sr. Majestät bei dieser Gelegenheit der Rothe Adlerorden IV. Klasse verliehen worden. Außerdem erhielten die Professoren Fechner und Seyler am 16. Mai die Ernennung zu Räthen 4. Klasse, die Oberlehrer Dr. Hirschwälder, Richter, Dr. Depène, Dr. Badt und Dr. Harczyk wurden am 21. März und Dr. Winkler und Dr. Hoffmann am 20. Dezember zu Professoren ernannt. Von den im vorigen Jahre am Gymnasium beschäftigt gewesenen Kandidaten blieb Herr Schwarzer auch das ganze verflossene Jahr an der Anstalt und erwies derselben durch mehrfache längere Vertretung erkrankter Lehrer wesentliche Dienste. Dr. Thomaschik, dem bald nach Ostern vom Königlichen Provinzial-Schul-Kollegium die Vertretung eines Lehrers in Pleß übertragen war, wurde im August wieder dem Johannes-Gymnasium zugewiesen und beendete sein Probejahr Michaelis. Dr. Tröger war am Johannes-Gymnasium bis Michaelis beschäftigt, wo er eine Anstellung in Liegnitz erhielt. Die Kandidaten Liewald und Teuber absolvierten ihr Probejahr von Ostern bis Ostern, Dr. Jacoby die erste Hälfte desselben von Michaelis an. Dr. Gröger, dem vom Königlichen Provinzial-Schul-Kollegium gestattet war, einige Stunden unentgeltlich zu erteilen, verließ uns nach kurzer Zeit wieder, um eine Privatstellung einzunehmen. Die durch den Tod des Prof. Dr. Sommerbrodt erledigte Stelle des zweiten Kurators der Anstalt übernahm im Oktober Herr Kaufmann Furbach. Wie schon seit 3 Jahren wurden auch in diesem Schuljahre während des Sommers Jugend- spiele im Scheitniger Park unter Leitung und Aufsicht der Turnlehrer Baumann und Oberlehrer Dr. Fischer veranstaltet. Die Beteiligung, die sich auf alle Gymnasialklassen erstreckte, war für die Mehrzahl derselben freiwillig; nur für einige Klassen wurde versuchsweise die dritte Turnstunde für die Jugendspiele verwendet. Gespielt wurde Sonnabend Nachmittag, und zwar für die Klassen VI—IV von 5— 6, für die Klassen III—I von 6—7. Aus der Gesamtheit der Spielenden wurden kleinere Spielabteilungen meist nach den Klassen gebildet, deren Führung Schüler der obersten Klassen, die dem Gymnasial-Turnvereine angehörten, mit regem Eifer und erfreulichem Geschick übernahmen. Für die unteren Klassen wechselten Lauf- und Ballspiele mit volkstümlichen UÜbungen ab; Sekundaner und Primaner bevorzugten Barrlauf und Schleuderball; auch deutscher Schlagball wurde von Zeit zu Zeit gespielt. Lust und fröhlicher Eifer belebte den Spielplatz bis zu den Herbstferien hin. Auch während dieser Ferien vereinigten sich noch mehrmals Schüler aller Klassen unter ihren Spielführern zu gemeinsamen Jugendspielen. Gemeinsame Wanderungen durch die nähere und weitere Umgebung Breslaus unternahm selbst während des Wintersemesters der Gymnasial-Turnverein in Begleitung eines der genannten Turnlehrer. Während der Pfingstferien machten wiederum, wie schon im vorigen Jahre, eine Anzahl Primaner unter Leitung des Oberlehrer Dr. Fischer einen viertägigen Ausflug. Bei meist glänzendem Wetter wurden in fröhlichster Stimmung die Sandsteinfelsen der Heuscheuer, Eulen- und Walden- burger Gebirge durchwandert. 3 5 IV. Statistische Mitteilungen. A. Frequenztabelle für das Schuljahr 1893/94. A. Gymnasium. B. Vorschule. O.-. V.-J. O.-JI. nſt O-IIIbo-IIa U-IIIb U-IIIaſIVhTWVa Vd Va VIb Vlà 34. 1 1. 3. a. C. I. O. V. 0O. M. 0.. M. O. M.. I. 1. Bestand am 1. Fe- bruar 1893... 25 35 30 25 23 26 16 33 22 35 19 37 15 31 21 393] 32 31 24 87 2. Abgang bis zum Schluß des Schul- jahres 1892/93.... 13 3 2 4 1 2[— 6 1 5—— 3— 1 2 43 2— 2 4 Za. Zugang durch Ver- setzung zu Ostern.. 20 13 16 20— 16— 18— 25— 25— 17— 170 22 11— 33 durch Ubergang in die Parallelceöten.———— 5— 4— 11— 12— 9 2 5 48———— 3 b. Zugang durch Auf- nahme zu Ostern..— 1 1 3—— 1 4 4 6—— 1 6— 27 5 2 16 23 4. Frequenz am An- fang des Schuljahres 1893/94...... 32 26 32 23 27 16 21 22 36 31 31 25 25 25 22 394] 40 22 27 89 5. Zugang im Sommer- semester 1893.....—— 1—— 2— 1——— 1——— 4 1 11 3 6. Abgang im Sommer- semester 1893..... 11[1 1 2 4— 2 2 2 1 1 1 2 1 1 32 2 ⁰ 1 2 5 7a. Zugang durch Ver- setzung zu Michaelis 11 12 2p20— 17— 25— 20— 17— 17— 13 152 10 11— 21 durch UÜbergang in die Parallelcöten.——— 5 3 3— 9 3 10 2 6 2 4 1 48———— 7b. Zugang durch Auf- nahme zu Michaelisj——— 1—— 1——- 1 1— 4— 2 1— 9 2 1.— 7 9 8. Frequenz am Anfang des Wintersemesters 32 26 39 23 20 20 25 26 24 38 23 29 21 28 14 388] 38 23 22 83 9. Zugang im Winter- semester......—————————— 1———— 1———— 10. Abgang im Winter- semester.....— 1 1———- 2 Ll1 4——— 2— 8S—— 1 1 11. Frequenz am 1. Fe- bruar 1894........ 32 25 38 23 20 20 25 24 23 37 24 29 21 26 14 381] 38 23 21 82 12. Durschschnittsalter am 1. Februar 1894 19,0 17,7 16,9 16,4 15,5 15,0 14,6 14,4 13,6 13,3 12,5 11,6 11,8 10,8 10,3 9,4 8,1 7,0 B. Religions- und Heimatsverhältnisse der Schüler. A. Gymnasien. B. Vorschule. Evang. Kath. Diss. Jud. Einh. Ausw. Ausl. Evang. Kath. Diss. Jüd.] Einh. Ausw. Ausl. 1. Am Anfang des Sommersemesters 246 43 2 103] 356 35 3 59 3 1 26 89—— 2. Am Anfang des Wintersemesters 239 44 2 103] 353 32 3 53 6 1 23 82 1— 3. Am 1. Februar 1894........... 2314 43 2 102] 347 31 3 5² 6 1 23 81 1— Das Zeugnis für den einjährigen Militärdienst haben erhalten Ostern 1893 20 Schäüler, Michaelis 1893 24 Schüler; davon sind zu einem praktischen Beruf abgegangen Ostern 1893 4 Schüler, Michaelis 1893 4 Schüler. 36 C. öbersicht über die Abiturienten. Michaelis 1893: .Aufenthalt Stand 1 5— 40. Künftiger Nr. Namen. Geburtsort. Geburtstag. 8 4̈ à2 des Vaters. ½ S Beruf. AK. 1. Ludwig Bartenstein Breslau, 1. Mai 1874, Kaufmann, ev.[10 3 Maedicin. 2. Franz Bielschowsky Breslau, 2. April 1875,[Mühlenbesitzer, ſjüd. ¹(8 2 ½ Jura. 3. Hans Braunhälter, Breslau, 22. April 1874, Realschullehrer, ev.] 9 ½ 2 ½ Bankfach. 4. Arthur Dittrich, Wiesbaden,[1. August 1873, † Major, kth.6 2 qura. 5. Paul von Fritschen,“ Hannover, 5. Mai 1875, Eisenbahn-[ev. 9 2 Postfach. Betriebssekretär 6. Adolf Heymann, Breslau, 1. Febr. 1874, † Fabrikbesitzer, ſjüd. 7 ½ 2 jJura. 7. Waldemar Kiewitz, Posen, 19. April 1874, Polizeirat, ev.8 2 ½ Postfach. 8. Herbert Meyer, Breslau, 10. Febr. 1875, Geh. Reg.-Rat, evW. 2] 2 Germanistik. Prof., 9. Guido Paur, fvalite 30. April 1871,[† Gutsbesitzer, ev. ſi11 2 sSteuerfach. r. Ols, 10. Karl Rost, Schweidnitz,[20. Oktbr. 1874, † Arzt, ev. 10 2 Militär. 11. Walter Seidel, Breslau, 7. Mai 1875, † Partikulier, ſ ev. 8 ½ 2 ½ Medicin. Ostern 1894: 1. Hans Baruch, Breslau, 31. März 1876, Rentier, jüd. 9 ⁰ 2 Medicin. 2. Fritz Brößling, Breslau, 28. März 1875, Stadtrat, ev. 7 ½ 2 jJura. 3. Adalbert Düring, Köln, 15. April 1876, Regierungsrat, ſev. 6 2 jJura. 4. Otto Eppenstein, Breslau, 10. Oktbr. 1876, Kaufmann,[jüd. 9 2 Naturwissen- schaft. 5. Walter Epstein, Breslau, 11. Mai 1874, Fabrikbesitzer,[jüd. 3 ¾ 2 Baufach. 6. Wilhelm Hertz, Breslau, 5. März 1874, Geh. Reg.-Rat, ev. 2 2 Jura. Prof., 7. Siegfried Kassel, Breslau, 18. Mai 1873, Kaufmann, jüd. 11 ½ 2 ½˖ Kaufmann. 8.[Julius Krebs, Breslau, 28. Juni 1874,[Kommissionsratf ev. 8 2 ſkunstgeschichte 9. Georg Kunicke, Kl.-Mürisch, 16. Mai 1874,[Kulturingenieur,ev. 7 3 Medicin. Kr. Trebnitz, 10. Friedrich Lillge, Breslau, 17. März 1876, Kaufmann, ev. 9 2 Philologie. 11.[Karl Löwenthal, Breslau, 3. Oktbr. 1873,ÜD Kaufmann, jüd. 9 ½ 2 jJura. 12. Max Merdas, Koschmin, 9. April 1875, fr Bürgermeister,ſev. 8S 2 Medicin. Kr. Krotoschin, 13. Kurt Neihoff, Beuthen NS.,[3. Januar 1875, Kaufmann, ſ[jüd. 9 ¼ 2 Kaufmann. 14. Ernst Orgler, Breslau, 17. Febr. 1876, Kaufmann,[jüd. 9 2 Medicin. 15. Alfred Orgler, Breslau, 26. April 1876, † Kaufmann, ſjüd. 9 2. Maschinenbau. 16. Otto Schneider, Köln, 13. Januar 1874, Direktor der ev. 11 2 ½ Berg- und städt. Gas- und Hüttenfach. Wasserwerke, 17.[Leo Stern, Königshütte, 6. Juli 1876, Kaufmann, jüd. 5 2 Jura. 18. David Wolff, Samotschin, 13. Febr. 1873, Kaufmann,[jäüd. 6 2 Medicin. Kr. Kolmar, 37 V. Sammlung von Lehrmitteln. Für das naturhistorische Kabinet wurden erworben: Coronella laevis, glatte Natter in Spiritus, Geschenk des Obertertianers Lohrmann; 5 Kästen, enthaltend die Entwickelungsformen verschiedener Gliedertiere(Libellula depressa, Musca vomitoria, Epeira diadema, Psilura monacha, Saperda carcharias); 14 anatomische Präparate in Spiritus(von Mus decumanus, Perdix coturnix, Lacerta viridis, Rana fortis, Leuciscus rutilus, Anodonta anatina, Helix pomatia, Dyticus mar- ginalis, Astacus fluviatilis, Hirudo medicinalis). Für die Lehrerbibliothek konnten in diesem Jahre gar keine Neuanschaffungen gemacht werden. Von Zeitschriften wurden weiter gehalten: Zeitschrift für das Gymnasialwesen.— Litterarisches Centralblatt von Zarncke.— Historische Zeitschrift von v. Sybel.— Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik.— Rheinisches Museum.— Hermes.— Journal für reine und angewandte Mathematik.— Annalen der Physik und Chemie.— Beiblätter zu denselben.— Centralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen.— Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Altertum Schlesiens.— Fortsetzungen: Corpus script. eccles. Lat. ed. Acad. Vindob., vol. XXVII.— Meusel, Lexicon Caesarianum II, fasc. X, XI.— Breslauer philol. Abh., Bd. VI Heft 4.— Goethe's Werke, Weimarer Ausgabe, 1 5, 36; II 3, 8, 11; III 5; IV 12, 13, 14.— Lessing's sämtliche Schriften, her. von Lachmann, Muncker; Bd. 9.— Lexicon Taciteum edd. Gerber et Greef fasc. XI.— Lexicon Livianum ed. Fügner fasc. VI.— Corpus inscript. Lat. ed. Acad. litt. reg. Boruss. III suppl. fasc. II, III.— Kryptogamen-Flora von Schlesien, her. von Ferd. Cohn. 3. Bd., 2. Hälfte, 1. Lieferung.— Merguet, Lex. zu den philos. Schriften Cicero's III, 7— 14.— Handbuch der klass. Altertumswissensch. VI, 1.— Geschenke: Vom hiesigen Magistrat: dessen Verwaltungsbericht für 1889/92 und Geschichte des Leib-Kürassier-Regiments„Grosser Kurfürst“.— Von der schles. Gesellschaft für vaterl. Kultur: deren 70. Jahresbericht.— Von dem Lehrerkollegium des Magdalenen- Gymnasiums: die Festschrift zur 250jährigen Jubelfeier.— Vom Direktor: R. v. Schneider: Die Erzstatue vom Helchenberge. Füur die Schülerbibliotheken außer Fortsetzungen: Neues Universum, Band 13 u. 14.— Stifter, Bunte Steine.— Scherenberg, Kaiser Wilhelm I.— Berneck, Die Welt in Waffen. I. II.— Gäbler, Heroen der Afrikaforschung.— Fischer, Norwegen.— H. Masius, Geogr. Lesebuch I.— Sealfield, 3 Erzählungen.— Lindemann u. Finsch, Die 2. deutsche Nord- polfahrt 1869/70.— Klein, Kriegs- und Friedensbilder.— H. v. Moltke, Briefe über Zustände und Begebenheiten in der Türkei.— W. Alexis, Vaterländische Romane.—VIII.— Hettner, Griechische Reiseskizzen.— Gregorovius, Korfu, eine ionische Idylle.— Gregorovius, Die Insel Capri, Idylle vom Mittelmeer.— Baur, Ernst Moritz Arndt.— Hughes, Tom Brown's Schuljahre.— Seemann, Kunsthistorische Bilderbogen, Handausg. V und Ergänzungstafeln.— O. Höcker, Am Hofe der Medici; Derselbe, Die Turmkäte von Köln; Derselbe, Unter dem Joche der Cäsaren.— W. Alexis, Die Hosen des Herrn v. Bredow; Derselbe, Der falsche Woldemar.— R. Roth, Pilger und Kreuzfahrer; Derselbe, Männer eigner Kraft; Derselbe, Kaiser, König und Papst.— Otto u. Höcker, Das große Jahr 1870.— G. Höcker, Zwei Jahre deutschen Heldentums.— F. Meister, Der Seekadett.— J. Pajeken, Bob, der Fallensteller.— F. v. Bülow, Der Konsul.— A. Schmelzer, Erzählungen aus der Sage und Geschichte des Altertums.— Pederzani-Weber, Gôtz von Berlichingen.— Wuttke-Biller, Ein Mann, ein Wort.— P. Scott, Stanley und Emin Pascha.— Brachvogel, Männer der neueren deutschen Zeit; Derselbe, Stürmische Zeiten.— Burmann, Stanley's Reisen durch den dunklen Weltteil.— Dielitz, Ost und West, neue Land- und Seebilder.— Maukisch, Teutonia, Deutschlands wichtigste Ereignisse.— Hoffmann, Neuer deutscher Jugendfreund, Bd. 40, 45 u. 47.— Grube, Bilder und Scenen aus dem Natur- und Menschenleben. 4 Teile.— Willmann, Lesebuch aus Homer; Derselbe, Lesebuch aus Herodot.— Kohlrausch, Die deutschen Freiheitskriege.— Schmidt, Deutsche Kriege; Derselbe, Mit Schwert und Lanze.— Eynatten, Aus deutschen Landen.— Barfuß, Deutsche Marine.— Keil, Von der Schulbank nach Afrika. VI. Stiftungen und Unterstützungen von Schülern. Wie alljährlich hat die Loge Friedrich zum goldenen Zepter aus der Kahlertstiftung einem würdigen und bedürftigen Schüler eine wertvolle Prämie und der Schillerverein einem anderen ein Exemplar von Schillers Werken geschenkt. Die Zinsen der Ledermann- und Cassirerstiftung wurden zu Prämienverteilungen zu Ostern verwendet. Der Vater des Abiturienten Walter Epstein schenkte 300 Mark, welche zum Besten ärmerer Schüler verwendet werden sollen.. Der Bibl. pauperum wurde eine größere Anzahl von Schulausgaben griechischer und römischer Schriftsteller geschenkt von dem früheren Schüler der Anstalt cand. med. Machat. VII. Mitteilungen an die Schüler und Eltern. Das Wintersemester wird geschlossen Dienstag, den 20. März. Ein öffentliches Examen findet infolge der S. 13 angeführten Verfügung der vorgesetzten Behörde nicht mehr wie früher statt. Das Sommersemester beginnt Mittwoch, den 4. April, 7 Uhr. Die Aufnahme neuer Schüler erfolgt Tags vorher, am 3. April, 9 Uhr. , — — 3 2* 2 4 110 7 I19& Merriet ftegnmlallpansneil onial Inn elan. I. 5ih ni Hs HO1 1 110 1 6 icdaadiR uculleg 2 vah kodxe. 4 in ain II sl Thana3 AIn ia anna 98„. 1, b es 2.7. 24] 14 tewomate ittn I 5 71 109,1 1. 55 19e an— 1 3 1 910l.dloaIl I. 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