üffruklichru ——— Brogramm womit zu den am 15. und 16. Merz 1869 im Hörſaal des gymnaſiums Statt findenden ergebenſt einladet— der Gymnaſialdirector S .. A Dr. K. W. Pideri t. — Inhalt: 1) Die Camp'ſche Münzſammlung des Gymnaftuns zu Hanau, 1. Th., verzeichnet von Dr. R. Suchier. E 2) Schulnachrichten. 22, * 2 Hanau. Druck der Waiſenhaus⸗Buchdruckerei. 1869. 1 e I n. auur 66 4 ut 30 * 1 40 4 827 4 r 4* 4 5 aI 2 1 3 11Ia 114 1 ——— ——— Die Camp'ſche Münzſammlung des Gymnaſtums. Burch Teſtament vom 4. April 1766 vermachte der Steuerrath Camp ſeine Münzſammlung der hieſigen hohen Landesſchule, woraus ſpäter das Gymnaſium hervorging, zu dem Zweck, daß dadurch der Wiſſenſchaft genützt werden ſollte. Die Wiſſenſchaft hatte aber faſt ein ganzes Jahrhundert lang gar nichts davon; die Sammlung war unter Verſchluß, völlig unbenutzt, von Keinem geſehen; erſt am 30. Sept. 1867 kam ſie in den wirklichen Beſitz des Gymnaſiums. Die wenigen vorhandenen Actenſtücke geben über dieſes Verfahren, das doch ſicherlich der Abſicht des Teſtators nicht entſprach, keine genügende Aufklärung. Unter den Acten findet ſich zunächſt ein ſehr ungenaues Verzeichniß vom Erblaſſer ſelbſt. Darunter iſt bemerkt, daß im Auguſt 1772 eine Reviſion ſtattfand, woraus wohl zu entnehmen, daß er in demſelben Jahre geſtorben war. Nach der Reviſion muß die Sammlung alsbald verſiegelt ſein, denn 1801 ſtand ſie noch obſignirt in einem Schrank des Conſiſtorialarchivs. In dieſem Jahre trug das refor⸗ mirte Conſiſtorium, unter dem, wie es ſcheint, die hohe Landesſchule oder das reformirte Gymnaſium ſtand, auf den Verkauf an, den aber der Landesherr, Landgraf Wilhelm IX., nicht genehmigte. Die Sammlung wurde damals geöffnet und wahrſcheinlich auch nicht wieder verſiegelt; ſie ſtand von nun an unbenutzt im Depoſitenſchrank des Conſiſtoriums. 1812 im Oktober verlangte die Oberſchulinſpection auf Antrag des Oberſchulraths Schulze vom Conſiſtorium Herausgabe an das Gymnaſium. Da keine Antwort erfolgte, wurde im April und im Oktober 1813 das Geſuch erneuert; aber erſt im Auguſt 1820 überlieferte das Conſiſtorium dem Gymnaſialdirector Schuppius, der die Sache abermals angeregt hatte, das Münz⸗ cabinet. Eine eiſerne Kiſte wurde dazu angeſchafft und darin die Sammlung unter dreifachem Verſchluß aufbewahrt; ſie befand ſich nun über ein Jahr in der Wohnung des Kammerraths Klauhold, der vor⸗ ſitzendes Mitglied der Schulcommiſſion war. Als dieſe Commiſſion 1821 aufgelöſt und die neue Regierung der heſſiſchen Provinz Hanau eingeſetzt war, kam die Kiſte im Januar 1822 in das Regierungsarchiv. Dort blieb ſie ſo lange, bis die Regierung der Provinz Hanau einging, im Herbſt 1867. Eine Angabe vom Jahre 1793, der damalige Bibliothekar, Conſiſtorialrath Iber, habe Bedenken getragen, das Münzcabinet in die Bibliothek bringen zu laſſen, läßt den Hauptgrund, weshalb dasſelbe ſo unzugänglich blieb, errathen. Die Sammlung war ein koſtbares Beſitzthum, ſchon an Metallwerth ſehr 1 2 bedeutend; dieſes glaubte man mit gewiſſenhaftem Mistrauen nicht ſorgfältig genug hüten zu köonnen; das unbewohnte ziemlich abgelegene Gymnaſialgebäude ſchien dafür nicht der geeignete Ort zu ſein. Die Münzen befanden ſich anfangs blos in offenen Schubladen aus Camp's Secretär, wie es ſcheint; ſo frei konnten ſie nicht hingeſtellt werden, und auch, als die eiſerne Kiſte größere Sicherheit bot, hielt man dafür, daß das wohlverwahrte, durch Militair bewachte Regierungsgebäude im Schloßhof der beſte Platz dafür wäre. Dazu kam, daß Niemand da war, der die Numismatik ſtudirte, daß keiner recht wußte, was die Sammlung enthielt, und Keiner beſonderes Verlangen trug, ſie zu ſehen. Sei dem, wie ihm wolle, dankbar müſſen wir anerkennen, daß die große Behutſamkeit uns die Sammlung durch alle Wechſelfälle der Zeiten glücklich bewahrt hat. Außer der Münzſammlung vermachte Camp der hohen Landesſchule auch eine Anzahl Bücher, die unſere Bibliothek noch jetzt beſitzt. Die hieſige lutheriſche Johanniskirche verdankt ihm eine beſondere Stiftung, die Stadt Hanau die ſogenannte Camp'ſche Schule, eine Armenſchule für Mädchen, in dem von ihm geſchenkten Hauſe, das noch jetzt die Aufſchrift trägt:„C ampe'ſches Schulhaus,“ und vor allem das Waiſenhaus. Er ſchenkte zur Gründung einer Waiſenanſtalt ein Haus in der Altſtadt(etzt Hartmann u. Comp.). Eine intereſſante Steintafel, die ſich früher daran befand, iſt jetzt am Hinterbau des neuen Waiſenhauſes. Sie lautet:„Dieſes Hauß iſt von dem Wohlgebohrnen Herrn HERRN JACOB CAMP Hoch Fürſt Heſſen⸗Caſſeliſchen Steuer⸗Rath denen Waißen den 23—n Aug. 1759 zu einer Wohnung geſchencket worden.“ Der Name Camp iſt daher in Hanau noch wohlbekannt, aber eigent⸗ lich auch nur der Name, und dieſer nicht einmal in der richtigen Form, wie die Benennung Campe'ſches Schulhaus zeigt. Es iſt zu bedauern, daß ſo wenig geſchehen iſt, um von dem verdienten, jedenfalls ſehr ehrenwerthen und biederen Manne etwas mehr dem Gedächtniß zu erhalten als den bloßen Namen. Ob irgend ein Portrait von ihm exiſtirt, weiß ich nicht; ebenſowenig, wie alt er wurde, woher er ſtammte, wo er wohnte, und wo ſein Grab iſt. Es iſt zu vermuthen, daß er ein geborner Hanauer, wahrſcheinlich, daß er lutheriſch war. Daß er verheirathet war, beweiſt die Aufſchrift„Frauw Camp“, die auf der gedruckten Beſchreibung einer Medaille v. J. 1724 ſteht(zur goldenen Hochzeit des Jakob Meinertzhagen). Daß er ſehr reich war, Sinn für Wiſſenſchaft und edles menſchenfreundliches Streben hatte, bedarf nach dem Geſagten kaum der Erwähnung. So werthvoll nun aber auch die Gabe iſt, die er uns zugewieſen hat, es läßt ſich nicht verſchwei⸗ gen: mit dem Gelde, das er offenbar nicht ſcheute, hätte ſich eine ganz andere Sammlung herſtellen laſſen; er hätte manches Unbedeutende, das nun zwecklos dableiben muß, ausſcheiden und Wichtiges ſtatt deſſen anſchaffen ſollen. Er wer kein Kenner, und außerdem fehlte ihm die für wiſſenſchaftliche Dinge nöthige Genauigkeit, die eben durch die Wiſſenſchaft erlangt wird. Er machte es, wie ſo mancher noch jetzt, er hob auf, was ins Auge fiel, Goldmünzen aller Art, Silbermünzen von höherem Metallwerth, großartige Medaillen, und legte ſie zuſammen, wie ſie tamen. Kleinere Silber⸗ oder gar Kupfermünzen ſchienen ihm zu geringfügig. Von einem Syſtem iſt nichts zu gewahren; überall zeigen ſich auffallende Lücken. Neben Heſſen⸗Caſſel fehlt Heſſen⸗Darmſtadt, neben Maximilian I. alle folgenden Kaiſer bis auf Ferdinand II.; während Schweden reichlich, iſt Frankreich faſt gar nicht vertreten; verſchiedene wichtige Perſonen, die doch gewiß nicht ſchwer zu erlangen waren, fehlen ganz, wie der große Kurfürſt, Eliſabeth von Rußland, Karl 1 3 von England. Dagegen finden wir anderswo eine überraſchende Häufung von werthvollen und werthloſen Dingen, namentlich bei den Medaillen. Mangel eines jeden Princips zeigt ſich auch in Betreff der Anordnung. Die einzige Regel, die C. befolgte, war, daß er die Münzen nach dem Metall zuſammenthat. 35 Stück Ducaten, darunter ſehr ſeltene, waren in Einem Papier ohne weitere Bezeichnung; dasſelbe ſummariſche Verfahren war 51 Kupfermünzen zu Theil geworden, wie auch 31 als römiſche bezeichneten, worunter mehrere unächte und eine italieniſche Bronzemedaille. Ein anderes Papier enthielt 33 angeblich römiſche Silbermünzen, darunter die zwei ruſſiſchen Kopeken Nr. 366 und 367 und einen ſächſiſchen Groſchen(Nr. 364). Der unächte Otho nur war, weil er wichtig ſchien, beſonders eingewickelt. Das von C. ſelbſt aufgeſetzte Verzeichniß enthält nur ganz kurze, oft unrichtige, Angaben. Als Hülfsmittel benutzte er das alte Lilienthal'ſche Thalercabinet v. 1747 und deſſen 1765 erſchienene Fortſetzung von Madai. In der Reihenfolge wie bei Madai ſind zuerſt mit Angabe ſeiner Nummern die Thaler, halben und Viertel⸗ thaler aufgeführt; dann aber hört mit dem Hülfsmittel alle Ordnung auf. Es folgt eine Anzahl Münzen und Medaillen von Silber im bunten Durcheinander, dann neu numerirt in derſelben Weiſe„kupferne Medailles,“ endlich ebenſo Goldmünzen. Eine Menge Bleiabſchläge, Zinn⸗ und Bronzemedaillen ſind nur nach der Stückzahl(91) angegeben. Dem Erblaſſer kam natürlich auf ein richtiges und vollſtändiges Verzeichniß nicht viel an, deſto mehr kommt aber aus begreiflichen Gründen für das Gymnaſium darauf an, dem der koſtbare Beſitz für alle Zukunft verbleiben ſoll. Ich übernahm daher die Abfaſſung eines ſolchen und befleißigte mich dabei großer Genauigkeit, weil vorausſichtlich oft eine Zeit kommen wird, wo Niemand da iſt, der ſich mit der Münzkunde ſpeciell abgibt, wo alſo dieſe Arbeit einige Unterſtützung gewähren kann, ſodann aber auch, weil nur ſo die Sammlung, die viel Wichtiges enthält(für die Numismatik, weniger für die Schule), in weiteren Kreiſen benutzbar wird. Meinen Plan in dieſem Programm die ganze Sammlung zu verzeichnen mußte ich leider wieder aufgeben, weil es zu umfangreich geworden wäre. Dieſelbe Rückſicht auf den Raum nöthigte mich die Sache möglichſt zuſammen zu drängen und von meinem Vorſatz manches mehr Populäre zu erwähnen abzugehen. Die Beſchreibung der Medaillen bleibt einem andern Programm, hoffentlich dem nächſten, vorbehalten. Die römiſchen Münzen ſind größtentheils ſchlecht erhalten, unvollſtändig und von den Perſonen, die am häufigſten vorkommen; eben dieſes weiſt darauf hin, daß ſie hier in der Gegend, an der Grenze des römiſchen Gebiets, gefunden ſind. Darum glaubte ich bei ihnen etwas länger verweilen zu müſſen; auch hat ja das Antike für das Gymnaſium beſonderes Intereſſe. Außerdem iſt das Studium der römiſchen Münzen kein leichtes; wer nicht lange Erfahrung darin hat, kommt damit nicht zurecht. Ich glaubte daher für die Zukunft ſorgen und derſelben überliefern zu müſſen, was ich feſtſtellen und erklären konnte. Dieſelbe Weiſe ausführlicherer Beſprechung auch bei den ſpäteren Münzen beizubehalten, mußte ich mit Rückſicht auf den Raum unterlaſſen und mich auf das Nöthigſte beſchränken. Das Weſentlichſte ſchien mir nach Philologenart genaue Feſtſtellung der Schrift. Auf Ueberſetzung derſelben, auf genaue Bezeichnung der Wappen, auf längere hiſtoriſche, geographiſche u. a. Erläuterungen mußte ich verzichten. In Betreff der Ordnung gebe ich zu, daß einige Münzen ſtreng genommen an andere Stelle gehoͤren; ſo z. B. Nr. 98 bis 103, 105, 359, 381. Der Grund zu dieſer Inconſequenz liegt in der Anordnung für das Auge, 1* 4 wonach ſich das gedruckte Verzeichniß richten mußte. Die langweilige immerwährende Wiederholung„Avers, Revers“ habe ich dadurch vermieden, daß ich die beiden Seiten der Münzen durch einen wagerechten Gedankenſtrich von einander ſchied. Die ſenkrechten Striche deuten das Ende der Zeilen an. Die Aus⸗ drücke links und rechts ſind vom Standpunct des Betrachtenden aus zu nehmen; die Richtung der Bruſt⸗ bilder iſt überall, wo nichts darüber geſagt iſt, nach rechts; das Metall iſt da, wo es nicht näher bezeichnet iſt, Silber; die Goldmünzen, die ſämmtlich in dieſem erſten Theil vorkommen, ſind an dem Wort Ducat zu erkennen. Die Thaler ſind mit nur zwei Ausnahmen(Nr. 124 und 131) zwetlöthige Species⸗ oder Conventionsthaler, Gulden iſt die Hälfte derſelben genannt. Hinſichtlich der Seltenheit habe ich nichts beigefügt, weil die Münzen keine verkäuflichen ſind; hinſichtlich der Beſchaffenheit hielt ich es für genügend nur beſonders ſchlechte und ungewöhnlich ſchöne Erhaltung zu erwähnen. Die Größe iſt mit Rückſicht auf die bevorſtehende Einführung des franzöſiſchen Syſtems nach Millimetern angegeben. Nicht zu überſehen iſt, daß nach 1766 nur noch eine einzige Münze von 1768 vorkommt, nämlich Nr. 249. Bei den alten Hanauer Münzen konnte ich die Namen der Münzmeiſter nicht ausfindig machen. Sollte ſich noch irgendwo etwas finden, was darüber Aufſchluß gibt, beſonders über 8 M und den bis ungefähr 1670 vorausgehenden M G, ſo bitte ich um gütige Mittheilung. Denſelben Wunſch ſpreche ich aus in Betreff näherer Lebensumſtände des Steuerraths Camp. Bei der Fortſetzung, dem Verzeichniß der Medaillen, würde ich ſolchen Angaben, wie auch etwa erfolgenden Berichtigungen, gern eine Stelle einräumen. 1. 2. 3. 4. Geld. Antike Münzen. Syrakus, halbe Drachme: Kopf der Artemis.— Pegaſus nach links. Celtiſche Münze, 11 Millimeter groß, dick: Kopf mit Stirnband nach links.— Pferd nach links, darunter dreieckähnliche Figur über Kreis, worin eine wagerechte und auf ihr eine ſenkrechte Linie. Römiſche Gentilmünze(NValeria), ſehr ſchlechter Denar: Kopf der geflügelten Victoria, rechts X — LVALERI FLACCI ſſenkrecht) Mars mit Schwert und Trophäe, links Prieſtermütze, rechts Aehre. X iſt Werthbezeichnung: 10 As. Weil das Wort denarius Zehnasſtück bedeutete, behielt man dieſes Zeichen bei, obgleich von 217 v. Ch. an 16 As ein Denar waren. Die Mütze(apex) deutet an, daß Lucius Valerius flamen war. Es gab zwei des Namens, welche dieſe Würde hatten; der Erſte war Conſul 131 v. Ch., der Andere half als Prätor dem Cicero bei der Entdeckung der catilinariſchen Verſchwörung(Sueton 45). Als Zeit der Prägung wird etwa 83 v. Ch. angenommen. Auguſtus 30 v. Ch. bis 14 u. Ch. Kupferas nach ſeinem Tode: DIVVSAVGVSTVS-PATER Kopf mit Strahlenkrone nach links.— Altar(früher auch für einen geſchloſſenen Janustempel erklärt), S und C daneben, unten PROVIDENT Auf den Conſecrationsmünzen heißen die Kaiſer regelmäßig divus. Auguſtus ſtarb am 19. Aug. 14; die himmliſchen Ehren beſchloß der Senat aber erſt am 17. Sept., als der Leichnam von Nola nach Rom gebracht war. Das Wort providentia iſt von der Fürſorge des neuen Gottes für ſein Volk zu verſtehen. 8 C d. h. senatus consulto findet ſich auf den Münzen von Kupfer oder Bronze ſtändig bis in die Mitte des 3. Jahrh. Dem Senate ſtand ſeit 15 v. Ch. die Prägung ſolcher Münzen zu; Gold und Silber dagegen ließ der Kaiſer prägen. Die vom Sonnengott entlehnte Strahlenkrone iſt den Conſecrationsmünzen des Auguſtus eigenthümlich und vielleicht daher zu erklären, daß er für Apollo beſondere Vorliebe hatte, ſich ſogar öfter als Apollo darſtellen ließ. Vespaſian 69 bis 79, aureus: IMPCAESVES PAVGPM! Kopf mit Lorbeerkranz.— NEP RED Neptun mit Schiffsende und Scepter, den rechten Fuß auf die Weltkugel geſtellt. Zu leſen iſt: Imperator Caesar Vespasianus augustus pontifex maximus Neptuno reduci. Die Münze wird in das Jahr 70 zu ſetzen ſein, wo Vespaſian aus dem Orient nach Rom zurückkehrte.. Titus 79 bis 81, Denar vom Jahre 80: IMPTITVSCAESVESPASIANAVGPM Kopf mit Lorbeerkranz.— TRPIXIMPXVCOSVIIIPP Thron, worauf ein Blitz liegt. 10. 11. 12. 13. 6 Die Münzen des Titus unterſcheidet von denen ſeines Vaters nur der beigefügte Vorname, oft ein bloßes T. Die Schrift beginnt unten rechts und geht auf derſelben Seite hinauf, eine durch Beſpaſian bei den Silbermünzen eingeführte Sitte, die Domitian als Kaiſer wieder abſchaffte. Der Revers wird zu leſen ſein: tribunicia potestate nonum imperator quindecies consul octies pater patrjae. Daß der Denar im J. 80, wo auch das 8. Conſulat war, geprägt iſt, ergibt ſich aus trp IX. Die tribuniciſche Gewalt, d. h. unverletzliche Würde, erhielt Titus ſchon 72; dabei wurde von Jahr zu Jahr weiter gezählt. Domitian 81 bis 96, Denar v. J. 92: IMPCAESDOMITAVG GERMPMTRPXII Kopf mit Lorb.— IMPXXIICOSXVICENSPPP Pallas mit Blitz, Speer und Schild. CENSP heißt censor perpetuus, ein Titel, den nur Domitian führt. Den Titel Germanicus nahm er 84 an, nach ſeinem unbedeutenden Feldzug gegen Deutſchland. Bei tr p XII iſt von 81 an zu rechnen. Das 16. Conſulat war 92. Trajan 98 bis 117, Denar v. J. 101 oder 102: IMPCAESNERVATRAIANAVGGERM Kopf mit Lorb.— PMTRPCOSIIIIPP Victoria ſtehend mit Kranz und Palme. Trajan wurde im Herbſt 97 von Nerva adoptirt. TRP ſteht bei ihm gewöhnlich ohne Zahl. Das 4. Conſulat war 101, das fünfte 103. Kupferas v. J. 102: Avers ebenſo, am Ende der Umſchrift noch PM— TRPV C08IIIIPP Victoria mit einem Schild, worauf SP1QR(das bekannte senatus populusque Romanus). Links S, rechts C Denar: IMPTRAIANOAVGGERDACPMTRPCOSVIPP Kopf mit Lorb.— S.P. Q. R. OPTIMOPRINCIPI Friedensgöttin mit geſenktem Stab und Füllyorn, unten PAX GERDAC heißt Germanico Dacico. Den letzteren Ehrennamen erhielt Trajan 103 bei dem Triumph über Pannonien und Dacien. Das ſechste und letzte Conſulat war 112. Hadrian 117 bis 138, ſchöner Denar: HADRIANVS AVGCOSIIIPP Bärtiger Kopf mit Lorb.— VICTO RIAAVG Victoria nach rechts ſchreitend hält in der L. einen Oelzweig und faßt mit der R. ihren Halsſchmuck. Hadrian war nur dreimal Conſul: 117, 118, 119. Er iſt der erſte Kaiſer, der mit Bart erſcheint. Den Grund gibt Spartian 26 alſo an: ut vulnera quae in. facie naturalia erant tegeret. Von da an blieb der Bart herrſchend bis auf Conſtantin. Das Halsband der Bictoria iſt ungewöhnlich. Vielleicht iſt die Erklärung in folgender Stelle des Macrobius I, 6, 16 zu finden: Bulla gestamen erat triumphantium, quam in triumpho prae se gerebant, inclusis intra eam remediis, quae crederent adversus invidiam valentissima. Auch Plinius h. n. XXVIII, 4, 39 erwähnt ſolche Sitte. Denar: IMPCAESARTRAIAN HADRIANVSAVG Kopf ebenſo.— PMTRP COSIII Roma auf einem Panzer ſitzend mit Sieg und Seepter. Antoninns Pius 138 bis 161, Kupferas, ſehr abgenutzt: ANTONINVS AVGPIVSPP Kopf. — TRPOTCOSIII(vermuthlich) Prieſterinſignien, unten 8 C 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 7 Seſterz von Bronze v. J. 149: ANTONINVSAVG PIVSPPTRPXII Kopf mit Lorb.— C08 IIII Aequitas mit Wage und Füllhorn. S und C Ein Seſterz, urſprünglich 2 ½ As, war ein Vierteldenar; in der Kaiſerzeit hießen ſo die Vier⸗ asſtücke, die gleichfalls Vierteldenare waren. Das 4. Conſulat war 145. Desgleichen v. J. 152: ANTONINVSAVGPI VSPPTRPXV Kopf ebenſo— SALVS AVGCOSIIII Salus mit Scepter reicht einer Schlange, die ſich vom Altar erhebt, eine Schale. S und C Zu leſen iſt Salus augusti, dagegen das folgende als Fortſetzung des Titels consul quater, ogl. Nr. 16, 21 u. 22. Desgl. Av. ebenſo, aber die Zahl unlesbar.— LIBERTAS(COSIIII Die Freiheit Hut und Scepter haltend. S und C Desgl. v. J. 160, ſchön patinirt: ANTONINVSAVG PIVSPPTRPXXIII Kopf ebenſo— PIETATI AVGCOSIIII Die Pietas mit der Welt in der Rechten, einem Kind auf dem linken Arm, neben ihr auf jeder Seite ein Kind, im Feld S und C Zu beachten iſt die Bemerkung Preller's röm. Mythol. p. 626:„Später bezieht ſich die Pietas Augusta auch wohl auf die Stiftungen zu Gunſten armer und verwaiſter Kinder, welche ſeit Nerva und Trajan oft gemacht wurden.“ Daß Antonin eine ſolche Stiftung machte, ſagt Jul. Capitolinus 8: puellas alimentarias in honorem Faustinae Faustinianas constituit. Uebrigens dürfte hier nicht Pietati augustae zu leſen ſein, ſondern augusti. Fauſtina Gattin des Antoninus Pius, ſchöner Denar: DIVAAVG FAVSTINA Kopf— C0NC OR DlIAE Mann und Frau reichen ſich die Hand. Annia Fauſtina, Schweſter von Hadrian's Günſtling L. Aelius, ſtarb 141, wie eine Inſchrift, Nr. 851 bei Orelli, beweiſt, wo das 4. Regierungsjahr Antonin's, tr p IIII, angegeben iſt. Sie trägt auf allen Münzen einen abſonderlichen Haarputz, eine Art Krone, wahrſcheinlich von Perlen, wodurch ſie leicht von ihrer gleichnamigen Tochter, der Gattin des Marc Aurel, zu unterſcheiden iſt. Concordiae iſt Dativ. Uebrigens iſt der Revers nicht leicht zu deuten. Der Mann hat eine Toga und in der Linken einen kurzen ſcepterähnlichen Stab. Man erklärt ihn, gewiß mit Recht, für den Kaiſer, den Stab für ein Buch. Die Frau iſt verſchleiert und hält in der Linken ein hohes Scepter, wie es den Göttern verliehen wird. Sie wird für Fauſtina erklärt, wobei nur zu bedenken iſt, daß dieſelbe nicht mehr lebte, wie die Bezeichnung diva beweiſt. Freilich bliebe die Erklärung, ſie ſei als Göttin zu denken; aber auch ſo behält die Sache etwas Gezwungenes. Vielleicht ſoll es die Concordia ſelbſt ſein. Denar ebenſo, anderer Stempel. Seſterz, worauf nur der Kopf derſelben Fauſtina und ein Theil ihres Namens zu erkennen. Marc Aurel 161 bis 180, Denar v. J. 148: MANTONINVSAVGIMPII Kopf bärtig— PROV DEORTRPIICOSII Göttin mit Welt und Füllhorn. Marc Aurel, 138 von Antonin adoptirt, wurde 147 Mitregent, was ſich herausſtellt, wenn man von der höchſten Zahl trp XXXIIII, die bei ihm(fur das J. 180) vorkommt, rückwärts zählt; 23. 24. 25. 26. 8 ſein zweites Conſulat war 145, das dritte erſt 161. Die Worte Providentia Deorum beziehen ſich auf das Bild; die weiteren tribunicia potestate iterum consul bis ſind Fortſetzung des Titels. 2. Desgl. v. J. 161: IMPMAVRELANTONINVSAVG Kopf mit Lorb.— C0NCORDAVGTRPXV. Sitzende Concordia mit Patera, unten CO8III Zu leſen iſt: Concordia augustorum, des M. Aurel und ſeines Mitkaiſers Lucius Verus. Doppelas v. J. 169: MANTONINVSAVGARMPARTHMAXx Kopf mit Strahlenkrone— TRPOTXXIII IMPVCOSIII Aequitas ſitzend mit Wage und Füllhorn, zur Seite S und C Die Doppelas[dupondius] ſind immer von Bronze, nicht von Kupfer; dadurch und außerdem durch die Strahlenkrone unterſcheiden ſie ſich von den einfachen As, denen ſie an Größe oft gleich ſind. So ſeit Nero. Die Ehrentitel Armeniacus, dann auch Parthicus maximus erhielt M. Aurel, der ſie anfangs ablehnte, zugleich mit L. Verus. Commodus 180 bis 31. Dec. 192, As: COMMODOCAESAVG FILGERMSARM Kopf— PIETASAVG Prieſterinſignien, unten 8 C Die Münze iſt unter Marc Aurel geſchlagen, darum heißt Comm nur Caesar, d. i. kaiſer⸗ licher Prinz, und Augusti filius. Die Beinamen Germanicus Sarmaticus erhielt er ohne Zweifel zugleich mit dem Vater bei dem Triumph, den dieſer über Markomannen, Sarmaten, Vandalen und Quaden feierte cum Commodo quem iam Caesarem fecerat, wie Jul. Capitolinus hinzuſetzt(Ant. philos. 17). Wie Lampridius Comm. 1 ſagt, wurde Comm. im 14. Lebensjahre unter die Prieſter (in collegium sacerdotum) aufgenommen. Sollte die Münze darauf Bezug haben, und der jugendliche noch bartloſe Kopf ſtimmt ganz dazu, ſo wäre ſie, da Comm. 161 geboren, 175 geſchlagen. Septimins Severus 192 bis 211, Denar, ſehr unvollſtändig:.... PERT AVGIMP.... Kopf bärtig mit Lorb.— LIBERO.... Bacchus, neben dem links ein Panther, bekränzt ſich mit der Rechten und hält in der Rechten einen Thyrſos. Zu ergänzen iſt L Sept Sev Pert Avg Imp VIIII Libero Patri, denn alle derartigen Münzen haben dieſelbe Schrift, nur daß auch Imp X vorkommt. Den Namen Pertinax nahm Severus erſt als Kaiſer an, weil er als Rächer des Genannten auftrat. Zur Erklärung des Revers dient Preller's Bemerkung r. Myth. p. 657:„Hernach gefielen ſich Severus und Caracalla darin, Hercules und Bacchus, die Sieger des Orients, als die Götter ihres Hauſes zu verehren.“ Daß Severus den beiden nach ſeinem Triumph einen Prachttempel baute, ſagt Dio Caſſius LXXVI, 16. Desgl. Av. ebenſo zu ergänzen, nur die Zahl nach IMP ungewiß(in Cohen’s Werk kommt nur V und X vor)— ANN 0O NAEAVGG Göttin mit Füllhorn und Aehren über einem Fruchtgefäß. Der Plural Augustorum geht auf Severus und ſeinen Sohn Cara calla, der 198 Mitkaiſer wurde. Die Münze bezieht ſich auf reiche Getreidezufuhr nach Rom. Desgl. Av. ebenſo mit IMPVII— ARABAD COS... Victoria mit Kranz und Palmzweig. Es gibt ſolche Münzen nur mit Imp V, VI. VII u. VIII. Der Rev iſt zu vervollſtändigen: ARAB ADIAB COSIIPP. Zur Sache ſ. Spartian Sever. 9: circa Arabiam plura gessit Parthis etiam in dicionem redactis nec non etiam Adiabenis, qui quidem omnes cum 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. 35. 36. 37. 38. 39. 9— Pescennio senserant. atque ob hoc reversus appellatus est Arabicus Adiabenicus Parthicus. Pescennius Niger wurde 194 beſiegt; in demſelben Jahre war das 2. Conſulat, das 3. erſt 202. Desgl. v. J. 193: IMPCAELSEP SEVPERTAVG Kopf ebenſo— VIRTAV 6G T RPCOS Virtus mit Sieg und umgekehrtem Speer. Zu leſen iſt Virtuti augusti. Das erſte Conſulat war ſchon 171. Desgl: MPCAELSEPSE VPERTAVGCOSII Kopf ebenſo.— FORTV N REDUC(d. h. Fortunae reduci) Glücksgöttin mit dem Modius auf dem Kopf, Steuer in der Rechten, Füllhorn in der Linken. Julia Domna, zweite Gattin des Septimius Severus, vermählt 173, ſtarb 217, Denar: IVLIA AVGVSTA Kopf.— PIETAS AVGG Verhüllte Geſtalt m. Weihrauchbüchſe opfert am Altar. Desgl. Avers ebenſo.— VENVS FEl.IX Venus mit Apfel, das Gewand oben ziehend. Desgl. Av. ebenſo.— DlANALVCIFERA Diana mit ſchräg gehaltener Fackel. Desgl. Av. ebenſo.— VESTAE SANCTAE Veſta mit Patera und Scepter. Desgl., ſehr defect. Av. ebenſo.— VENERIGENETRICI Venus mit Apfel und Scepter. Mäſa, Schweſter der Julia Domna, ſt. 223, Denar: IVLIAMAESAAVG Kopf.— PVDIC TITIA Verhüllte ſitzende Geſtalt mit ſchrägem Stab. Die Münze iſt unter Elagabal geprägt, der 219 ſeine Großmutter Mäſa zugleich mit ſeiner Mutter Soämias zur Augusta(Majeſtät) erhob. Wie es ſcheint, nahmen damals die Kaiſerinnen bei ihrer Erhöhung den Namen Julia an, ſo zuerſt Domna, dann Mäſa, deren Töchter Soämias und Mamäa, und Elagabal's Gattinnen Paula und Aauilia. Desgl. Av. ebenſo.— SAECVLIFELICITAs ſehr verwiſcht, nach Cohen: La Félicité debout à gauche tenant une patère et un caducée, à ses pieds un autel paré et allumé, dans le champ une étoile(Andeutung des neuen Sonnengottes). Elagabal 218 bis 222, ſehr ſchöner aureus: IMPCAESMAVRANTONINVSAVG Bruſtbild mit Lorbeerkranz und Paludamentum.— VICTORANTONINIAVG Victoria nach rechts mit Kranz und Palme. Elagabal hieß eigentlich Varius; als er Kaiſer wurde, nannte er ſich Marcus Aurelius Antoninus. Die Namensform Heliogabalus, die ſchon Lampridius hat, iſt falſch, denn auf Münzen ſteht Sacerdos Dei Solis Elagab. Die Münze wird 218 oder 219 zu ſetzen ſein, denn das Geſicht iſt ohne Bart, während auf ſpäteren der Bart erſcheint; auch paßt der Revers ganz für jene Zeit, wo Macrinus eben beſiegt war. Denar mit unkenntlichem Revers. Der Kopf mit der Umſchrift MPANTONINVS PIVSAVG iſt der des Elagabal; auch beweiſt das ſchlechte Silber, daß die Münze von ihm iſt und nicht von Antonin oder Caracalla, der ſich ebenfalls Antoninus Pius nannte. Severus Alexander 222 bis 235, Kupferas: IMPALEXANDERPIVSAVG Kopf mit Lorbeer.— SPESPVBLICA Die Hoffnung ſchreitend, in der Rechten eine lume, mit der Linken das Gewand hoch haltend, daneben S und C 40. 41. 42. 43. 44. 45. 46. 47. 48. 60 Daß die ſeit Lampridius übliche Benennung Alexander Severus(ſtatt umgekehrt) unrichtig iſt beweiſen die Münzen. Denar: IMPCMAVRSEV ALEXANDAVG Kopf ebenſo— PAX AvG Friede mit Oelzweig und Stab(hasta pura). Zu leſen iſt Imperator Caesar Marcus Aurelius Severus. Desgl. Av. ebenſo.— AEOVI T ASAVG Gerechtigkeit mit Wage und Füllhorn. Desgl. Av. ebenſo.— ANNONAAVG Bild wie Nr. 26. Der Kopf iſt hier männlicher, mit Bart, ſo ſeit ungefähr 225. Desgl., ſchlecht: Av. dieſelbe Schrift, aber ohne Trennung, Kopf jugendlich.— VIRT VSAVG Krieger mit Speer und ruhendem Schild. Gordian III. 238 bis 244, Antoninian: IMPGORDIANVSPIVSFELAVG Kopf mit Strahlen⸗ krone.— I10VI STATORI Jupiter mit Speer(Scepter?), woran oben ein Riemen, und Blitz. Antoniniane ſind Doppeldenare, die zuerſt Caracalla, der auf Münzen immer Antoninus heißt, prägen ließ. Der Kaiſer hat darauf ſtets eine Strahlenkrone. Der Gehalt wurde bald ſehr verringert, ſo daß ſie bereits unter Gallienus faſt gar kein Silber mehr enthielten. FEI. heißt felix. Gallienus, Mitregent Valerian's 254, allein 260 bis 268, Antoninian von Bronze: GALLIENVSAVG Kopf bärtig mit Strahlenkrone— LAETITIAAV G Die Freude mit Kranz und Anker, rechts V Ob das Geräth wirklich ein Anker iſt, wofür es erklärt wird, ſteht dahin; es ſcheint eher ein Gartengeräth zu ſein. Das V iſt noch nicht enträthſelt, es bezeichnet wahrſcheinlich eine Münzſtätte. Bronzemünze in Quinargröße, 14 Millimeter groß, worauf ein jugendlicher Kopf mit Strahlenkrone. Der Revers zeigt eine unförmliche Menſchengeſtalt und rechts etwas wie eine Lanze. Die Münze iſt ſchön, nur incomplet, die Schriftzeichen aber unverſtändlich(Rv. vielleicht PAX). Wahrſcheinlich eine barbariſche Münze des jüngeren Tetricus, der 268 bis 273 Cäſar in Gallien war. Probus 276 bis 282, Antoninian von Kupfer: PROBV SPFAVG(pius felix) Bruſtbild mit Strahlenkrone und Panzer.— ADVEN TVSAVG Kaiſer mit Scepter zu Pferd, vor ihm am Boden ein gefeſſelter Feind, unten R Z, dazwiſchen Blitz. Nach 270 wurde es ſtehende Sitte den Prägeort anzugeben. R heißt Rom, Z iſt das grie⸗ chiſche Zeichen für die Zahl 7. Die wahrſcheinlichſte Erklärung iſt die, daß damit die ſiebente der in Rom befindlichen Münzſtätten bezeichnet wird. Die große Zahl derſelben kann nicht auffallen, wenn man bedenkt, daß Aurelian bei einem Aufſtande der monetarii in Rom 7000 Soldaten verlor; ſ. den Brief Aurelian's ſelbſt bei Vopiscus 38. Conſtantin 307 bis 337, Kupfermünze etwas über Denargröße(20 Mill.):. IMPCONSTANTINVSPFAVG Kopf mit Lorb.— SOLIINV I CTOCOMITI Sonnengott mit Geißel und Weltkugel, links R über X, rechts F, unten RS. Die Buchſtaben im Felde ſind dunkel; RS wird Romana secunda heißen; das letztere Wort kommt ausgeſchrieben vor. —— 50. 51. 52. 53. 54. 55. 11 Desgl.: C0NSTAN TINVSAVG Kopf mit Lorb.— PROVIDEN TIAEAVGG Lagerthor, unten PTRE Augg. geht auf Conſtantin und Licinius. Die Exergue iſt zu leſen prima Treverica. Kupfermünze in Denargröße auf die Erhebung Conſtantinopels zur Hauptſtadt: VRBS ROMA Allegoriſches Bruſtbild mit Helm und Kaiſermantel nach links.— Romulus und Remus unter der Wölfin, darüber Kranz zwiſchen zwei Sternen. Conſtantinopel ſollte eigentlich Neurom heißen, wurde aber ſchon bei Conſtantin's Lebzeiten nach ihm benannt. Desgl.: C0NSTAN TINOPOLIS Bruſtbild ebenſo, dahinter Scepter.— Victoria mit Scepter und Schild auf einem Schiff, unten BSIS: B das griechiſche Zeichen für 2, alſo: zweite Münze zu Siscia in Pannonien(ſetzt Siſſek). Desgl.: ebenſo, nur am Schiff dreifacher Lorbeerzweig und im Abſchnitt PCONST d. h. prima Constantinopolitana. Conſtantin der Jüngere Cäſar 317, Auguſtus 337 bis 340, Bronze in Denargröße: 00 NSTANTINVSIVNNOBC Kopf mit Lorb.— GLOR IAEXERC ITVS Kranz zwiſch en zwei Feldzeichen, auf jeder Seite ein Krieger; Prägeort nicht zu erkennen. Nobilissimus Caesar war der ſtehende Titel der kaiſerlichen Prinzen. Conſtans Cäſar 335, Auguſtus 337 bis 350, Bronze in Quinargröße: C0NSTAN SPFAVG Kopf mit Diadem— VICTORIAEDDAVGGONN Zwei Siegsgöttinnen halten jede einen Kranz über einem ſtehenden Lorbeerzweig, unten ARL. d. i. Arelate, das jetzige Arles. Der Rev. wird erklärt: Victoriae dominorum augustoram quinque nostrorum. Unter den 5 Kaiſern ſollen Conſtantin's 3 Söhne und ſeine Neffen Delmatius und Hanniballianus ver⸗ ſtanden ſein. Die beiden letzteren hatten aber den Auguſtustitel nicht. Vielleicht wäre que ſtatt quinque vorzuziehen. Conſtantins Cäſar 335, Auguſtus 337 bis 361, Kupfer in Größe eines halben As(23 Mill.): DNCONSTAN TIVSPPAVG Bruſtbild mit Diadem und Paludamentum— SALVSAVGNOSTRI Das chriſtliche Zeichen, dabei A und 2, unten TR(Trier). D N heißt dominus noster. Das chriſtliche Zeichen, X und P verbunden, iſt der Anfang des Namens XO¹ο%, die Buchſtaben daneben Anfang und Ende des griechiſchen Alphabets, das A u. O. Kupfermünze(nicht ganz Denargröße) entweder von Valentinian I 364 bis 375 oder Valens 364 bis 378: Kopf mit Diadem, Schrift unleſerlich.— GLORIARO MANORVM Kaiſer mit Labarum einen Feind an den Haaren ſchleifend; Exergue nicht zu leſen. Außerdem 7 unächte Münzen, denen keine Nummer zukommt, nämlich 1 Syrakus, 3 Julius Cäſar, 1 Caligula mit den drei Schweſtern, 1 Otho, 1 Vitellius. 2* 59. 60. 61. 62. 63. 64. 12 Geiſtliche Fürſten.— . Papſt Junocenz X 1644 bis 1655, Kupfer halber Bajocco v. J. 1653: INNOC: P-M-A-X:(pon- tifex maximus anno decimo) Wappen— MEzo] BAIOC] CO im Lorbeerkranz. . Alexander Vll. 1655 bis 1667, Kupfer halber Bajocco o. J.: ALEXVII! PONTMAX Wappen. — Rev. ebenſo im Eichenkranz. Desgl. mit quadrirtem Wappen. Clemens X. 1670 bis 1676, Scudo v. J. 1675:(LEMENSX PONTMAX Wappen.— CIL.AVSISFORIBVSVENIET ET DABIT PACEM] Vermauerte heilige Pforte, daneben die Statuen des Petrus und Paulus, unten das Wappen des Münzpröſidenten G. R. Imperiali und die Jahreszahl MDCL XXV. Nur in den Jubeljahren, nach Ablauf eines Vierteljahrhunderts, wurden Münzen mit der heiligen Pforte geprägt; ſie beziehen ſich auf einen Ritus, wobei Ablaß ertheilt wurde. Benedict XIV. 1740 bis 1758, ſchöne Zechine(Ducat) v. J. 1743: BENED-XIV P.M: 1743 die perſonificirte römiſche Kirche.— REPENTE DE:CEI.O Wappen, darüber ſtrahlende Taube(der heilige Geiſt'. Augsburg. Biſchof Joſeph von Heſſen⸗Darmſtadt 1740 bis 1768, Thaler v. J. 1744: 108EPHÄSD'G-EP-AUGUST'SR-PR LANGR-HASS Bruſtbild, darunter M.(Müller)— AUGUSTANO SACERDOTIO ORNRATO ET AUCCTO Das Stiftswappen und das heſſiſche, unten Orden und 17 44. Zu leſen iſt: Josephus Dei gratia episcopus Augustanus sacri Romani imperii princeps landgravius Hassiae. Joſeph's Vater, Philipp, war ein Bruder des Landgrafen Ernſt Ludwig. Cöln. Erzbiſchof Ruprecht von der Pfalz 1463 bis 1480, Goldgulden in Deutz geprägt: ROPERTVS ARCHEP1'CO Segnender Erzbiſchof von vorn— MONENOVAAVREATVICIEN Wappen. Die Abkürzungen heißen: Archiepiscopus Coloniensis, moneta Tuiciensis. Die Schrift iſt die von ungefähr 1300 bis nach 1500 gebräuchliche Mönchsſchrift. Kurfürſt Maximilian Heinrich von Baiern 1650 bis 1688, Thlr. o. J. MAX:HEN:D:G:AR:COL:S:R:I:PRäEL.:EP:HILE:AD:BE:ST:C:P:R: Bruſtbild im Talar.— V. BAV:WE:ANBVL:DVXLANDG:LEVCHH:MAR:FRA: Wappen(Cöln Weſtphalen, Engern, Arensberg, Baiern und Pfalz). Die Titel ſind: Elector, episcopus Hildesiensis Leodiensis, administrator Berch- tolsgadiensis Stabulensis, comes Palatinus Rheni(Pfalzgraf), utriusque Bavariae, West- phaliae Angriae Bullonii dux, landgravius Leuchtenbergensis, marchio Francimontanus. Biſchof von Hildesheim und Lüttich war Max. H. auch von 1650 an lebenslänglich. Die Propſtei Berchtesgaden in Baiern ſtand 1595 bis 1723 unter cölniſcher Verwaltung. Stablo war eine gefürſtete Abtei im Bisthum Lüttich. Theile von Weſtphalen und Engern, die Heinrich der Löwe verlor, bekam Cöln ſchon 1180. Die Titel ſind nach dem Rang zuſammengeſtellt; L. v. Leuchtenberg 65. 66. 67. 68. 69. 13 gehört zum bairiſchen Titel, Herzog v. Bouillon und Martgraf v. Franchimont nannten ſich die Biſchöfe von Lüttich(vgl. Nr. 68). Fulda. Abt Bernhard Guſtav von Baden 1671 bis 1677, Thlr. v. J. 1672: SVBPO NDERE: Beſchwerter Palmbaum, davor unten Wappen(Fulda und Baden) unter Engelskopf und Cardinalshut. — BERNHARDVS GVSTAVVSDEII ETAPOST:SED:GRA TIASRE CARDINAL] p.ABBAS FPFVLDENSIS MARCHIOBADENSIS COADIV:CONFIRMAT: CAMPIDONENSIS. ETSIGBVRGENSISXXIIFEBRVARIII MDCLXXII’: Die abgekürzten Wörter ſind: apostolicae sedis, sanctae Romanae ecclesiae cardinalis, princeps Fürſt⸗Abt), coadiutor confirmatus. Bernhard Guſtav, Sohn Friedrich's V. von Baden⸗ Durlach, wurde 1660 katholiſch, 1672 Cardinal, 1673 Abt von Kempten. Von ihm exiſtiren nur derartige Gedächtnißmünzen v. J. 1672. Abt Placidus von Droſte 1678 bis 1700, ſehr ſchöner Thlr. v. J. 1688, in Nürnberg geſchlagen: PLACIDUSDG-ABB-FULD'SRäPR'D-A-ARCHPGERM&GALL-PR: Bruſtbild mit Calotte, am Talar: P. H. M.(Philipp Heinrich Müller.)— PIETATE ET CONSTANTIA Wappen (Fulda u. Droſte) mit drei Helmzierden, unten 16 88 Zu leſen iſt: divae augustae archicancellarius(Erzkanzler der regierenden Kaiſerin, wobei der Zuſatz diva ſehr wunderlich), per Germaniam et Galliam primas. Der hiermit ausgedrückte Vorzug wird auf Bonifacius zurückzuführen ſein. Lüttich. Biſchof Georg von Oeſterreich 1544 bis 1557, Sohn des Kaiſers Maximilian I., Thlr. v. J. 1549: GEORGIVS-AB-AVSTRIADEIGRA Wappen(Oeſterreich und Habsburg) mit Helmzierde, unten daneben 15 u. 49— EPS.LEOD DVX'BVLL. COMES-LOS:(ſ. Nr. 68.) Ritter St. Georg mit erhobenem Schwert, unten Lindwurm. Biſchof Maximilian Heinrich 1650 bis 1688(vergl. Nr. 64), Thlr. v. J. 1664: MAX--HEND'G-ARCCOLPRINCEL Bruſtbild.— EPET-PRINC-LEOD. DVX(D und V verbunden) BVLMAR!FRCO-LO-HO Wappen(Lüttich, Bouillon, Franchimont, Looz, Baiern und Pfalz), darüber 16 64 Der Titel ſchließt: Comes Lossensis Hornanusque oder Lossiae Horniae. Bouillon, 1096 dem Stift verpfändet, kam um 1500 an die Herrn von Sedan. Mainz. Kurfürſt Daniel Brendel von Homburg 1555 bis 1582, Bettlerthaler v. J. 1568: DANIEI.ARCIHII:MOGVN:üP:üELECTOR: 1568 Wappen(Mainz und Brendel) mit drei Helm⸗ zierden.— MONETA:ARGENT EA:MOGVNTINEN. Der hl. Martin ſchneidet für einen Bettler ein Stück vom Mantel, unten das Mainzer Wappen. Auffallend iſt die Form Moguntinensis ſtatt Moguntina. . Kurf. Johann Schweikhard von Kronberg 1604 bis 1626, Gulden auf den Bau des Schloſſes zu Aſchaf⸗ fenburg 1614: I0ES:SVICARDVSD:G-ARCHIEPS-MOGVNTS-RTPRINCEPS-ELECTOR: Wappen(Mainz und Kronberg) mit drei Helmzierden.— AVS PICE:DEO:COMITEFORTVNAXVIITEBRVARI-ANNO:M'D:C-XIIII Das Schloß von oben geſehen, darunter L.8(Lorenz Schilling in Frankfurt). 71. 73. 75. 76. 77. 14 Kurfürſt Emmerich Joſeph von Breitbach⸗Bürresheim 1763 bis 1774, Fünfkreuzerſtück v. J. 1764: EMERICH(sic) IOSEPHD:G-ARCH-MOG'SRP.GA CPrEIL- Baſilisk(das Familienwappen) hält das Mainzer Rad.— 240 STEINE MARCK FEINH764: Monogramm EIJC(Churfürſt) auf Poſtament, woran 5, unten M(Mainz?) Zu leſen iſt: sacri Romani imperii per Germaniam archicancellarius princeps elector. Münſter. Biſchof Chriſtoph Bernhard von Galen 1650 bis 1678, Siegesthaler v. J. 1661: a RmoCELsmo DD-CHRISTOPHBERNEPoET-PRINCIPE-MONASTAoMDCLXI Stadtanſicht, darüber S-PAVL PATRON(patronus) u. Paulus ſchwebend; unter der Stadt MONAST. WESTPH AD. OBEDREDVCI TVM— PROTECTOR-MEVS-ETINIPSO'SPERAVI-OVI'SVBDIT: POPVLVM-MEVM'SVB-ME-Psallà Wappen(Stromberg, Münſter, Borkelo, Galen) mit fünf Helmzierden. Zu leſen iſt: Monasterium Westphaliae ad obedientiam reduetum a reverendissimo celsissimo domino domino Christophoro Berna rdo episcopo et principe Monasteriensi. Die Stadt wollte den Biſchof nicht anerkennen, wurde daher 1660 belagert und 1661 eingenommen. Desgleichen von anderem Stempel; nach AD vor 0B ED zwei Puncte. Einen Thaler v. Münſter ſ. auch Nr. 101. Olmütz. Biſchof Wolfgang von Schrattembach 1711 bis 1738, Thlr. v. J. 1722: WoOLFFG=D:G:S:RE:PRESB.CARD. DESCHRATTEMBACHEP.OLOM: Bruſtbild.— tembach) unter Cardinalshut, Kreuzſtab, Inful und Fürſtenhut, daneben 17 u. 22 Der lange Titel heißt: sanctae Romanae ecclesiae presbyter cardinalis, episcopus Olomucensis, dux, sacri Romani imperii princeps, regiae capellae Bohemicae comes, con- protector Germaniae, sacrae caesareae regiae maiestatis consiliarius intimus et actualis (wirklicher geheimer Rath). Die Biſchöfe von Olmütz hatten Herzogsrang, ſie ſaßen auf den mähriſchen Landtagen vor den Herzögen und Fürſten, darum dux. Salzburg. Erzbiſchof Gnidobald von Thun 1654 bis 1668, Viertelducat v. J. 1655: SANCTRVDBER TVSSALISB 1655 Der hl. Ruprecht ſitzend v. vorn, darunter ¾— GVIDOBALDD-G-AR-EPS'SALSE-AP.L: Wappen(Salzburg und Thun) unter Cardinalshut. Zu leſen iſt: archiepiscopus Salisburgensis sedis apostolicae legatus; das ſonſt übliche sacrae vor sedis fehlt hier. Erzbiſchof Franz Anton von Harrach 1709 bis 1727, Thlr. v. J. 1723: FRANC:ANT:S:RI: PRINC:AB HARRACH. Bruſtbild, unten G.— P-G-ARCHIEPISCOP-&S-RPRINC'SALISBURGS'S-AL.·1723· Wappen(Salzburg u. Harrach) unter Cardinalshut und Kreuzſtab. Trier. Dickpfennig mit ſehr unvollſtändiger Schrift, vermuthlich von Kuno von Falkenſtein 1362 bis 1388: Dom über bärtigem Kopf von vorn, Umſchrift, wie es ſcheint, SANCTVSPETRVSAP (apostolus)— Erzbiſchof von vorn mit Krummſtab und Bibel, auf der Bruſt ein Kreuz, von der Schrift nur C0NO zu erkennen. 78. 79. 80. 81. 82. 83. 84. 85. 15 Würzburg. Biſchof Johann Philipp von Schönborn 1642 bis 1673, Thlr. v. J. 1652: 10·PHIIL.D:G:S:SED:MOG:A EP:SöRIP:G:A:C:P:E:E:H: F:O: Dex. Bruſtbild v. vorn, unten davor Wappen(Mainz, Franken, Würzburg, Schönborn).— CLYPEVS OMNIBVS INTESPERANTIB, Muttergottes auf Halbmond, unten 16 u. 52 Der Anfang des Titels iſt: sacrae sedis Moguntinae episcopus(das Weitere ſ. Nr. 71), das Ende: episcopus Herbipolensis Franconiae orientalis dux. Joh. Ph. wurde 1647 Kurfürſt von Mainz. Daß der Thaler kein Mainzer iſt, beweiſt das Bild der Maria, das auf den Münzen von Mainz nicht vorkommt. Biſchof Johann Philipp von Greifenklau 1699 bis 1715, Thlr. v. J. 1702: 10ANPHILIP-P-G-EP-HERBS.RJ-PR'FR-ORDVX! Bruſtbild im Talar mit Rabatten.— SEMPER IDEM: Tanne über dem von zwei Greifen gehaltenen Wappen, unten 1702. Biſchof Chriſtoph Franz von Hutten 1724 bis 1729, Thlr. v. J. 1724: CHRISTOPHFRANCD-'GEP:HERB:S-RPR:äFR:OR:DVX Bruſtbild im Talar mit Rabatten. — MISERICORDIAS DOMINI IN TTERNVM(ANTABO. Wappen mit drei Helnzzierden, unten 17 u. 24. Deutſche Kaiſer und öſterreichiſche Länder. Ungarn. König Ladislaus posthumus 1452 bis 1457, Ducat mit Mönchsſchrift: S-LADISI AVSREX Der Heilige mit Streitaxt und Reichsapfel, daneben K und G— LADISLAVS-D-G-RVNGARIE Wappen(Ungarn, Böhmen, Mähren, Oeſterreich). Der Heilige iſt Ladislaus JI, der 1080 bis 1095 König war. König Matthias Corvinus 1458 bis 1490, Ducat mit Mönchsſchrift: Av. ebenſo, nur im Feld N und C— MATHIASD GRVNGARIE: Muttergottes, unten Rabe(corvus). Ducat von demſelben, nicht Mönchsſchrift: Av. ähnlich, im Feld K u.*— Rev. ähnlich wie 82, rechts im Feld Mohnblume. Tirol. Erzherzog Sigismund 1439 bis 1496, Vetter des Kaiſers Friedrich III, Thlr. mit Mönchs⸗ ſchrift v. J. 1486: SIGISMVNDVS: ARCHIDVX-AVSTRIE Stehender Erzherzog, links das oſterr. Wappen, rechts der öſterr. Helm.— Kreis von 16 Wappen, mitten Turnierritter, darunter 1486. In Tirol ließ Sigismund 1484 die erſten Thaler ſchlagen. Tirol. Erzherzog Ferdinand der Starke 1564 bis 1595, Sohn des Kaiſers Ferdinand I, kleiner Thlr. der Stadt Freiburg im Breisgau v. J. 1574: FERDINANDVS:D! G⸗ARCHID:AVST: Bruſtbild geharniſcht mit erzherzoglichem Hut und Scepter, unten 60(Kreuzer).— MONNO-CIVITATIS-TRIBVRGENS:BRIS Adlerkopf, daneben 15 u. 74. Kaiſer Maximilian II 1564 bis 1576, ungariſcher Ducat v. J. 1575: Av. ähnlich wie Nr. 81 mit 1575, im Feld H u. S— Ro. MAXTTFDG-EL.-RO PS'AV'G-EH-B'R: Maria, unten das öſterr. Wappen. 87. 88. 89. 90. 91. 92. 93. 16 Maximilian wurde ſchon 1563 König von Ungarn. Der Titel iſt electus Romanorum imperator semper Augustus, Germaniae, Hungariae, Bohemiae rex. G-EIHHl Stempelfehler für GEH Siebenbürgen. Fürſt Sigismund Bathori 1581 bis 1602, abgeſetzt ſt. 1613 in Gefangenſchaft zu Prag, Thlr. v. J. 1593: SIGISMVNDVS BATHORI Bruſtbild, geharniſcht, mit Scepter, rechts im Feld kleines Kreuz.— PRINCHPS TRANSSYLVAN 1593 Das Bathoriſche Wappen(3 Wolfszähne) von zwei Engeln gehalten. Der Thlr. enthält zwei Stempelfehler; in Princeps iſt H für E geſetzt, und in Transsyl- vaniae fehlt das I. 3 Tirol und Elſaß. Erzherzog Marimilian 1612 bis 1618, Bruder der Kaiſer Rudolf II. und Matthias, Hochmeiſter des deutſchen Ordens ſeit 1590, Doppelthaler v. J. 1614: MAXIMILIANVS.D:G ARCII:AVST:DVX:öBVR:STIR:CARIN(Burgundiae Stiriae Carinthiae) Bruſtbild, darunter 1614— ET:CARN:MAG:PRVSS:ADMI:LAND:ALS:COM:FER:(Carniolae d i. Krain magisterii Prussiae administrator landgravius Alsatiae comes Fertensis) Wappen, daneben zwei kleinere Wappen(Elſaß und Pfirt)!: Thlr. desſelben v. J. 1617: MAXIMIIL.DG:AR AV:DVX:BVR:STIR:C: Bruſtbild, daneben 16 u. 17, unten co—. ET:CARN:MAG:PRVSS:AD:COM:H:ET:TIROL(comes Habsburgicus et Tirolis) Wappen. Revolutionsmünze der böhmiſchen Stände, Viertelthaler(24 Kreuzer) v. J. 1620: MONETAXREGNTBOHEMIAE Krone, darunter 1620— INDEOOR TITVDO: Der böhmiſche Löwe, unten 24 Siebenbürgen. Fürſt Gabriel Bethlen 1613 bis 1629, ungariſcher Thaler v. J. 1621: GABRIEL D-G-EL-HVNGARLE-DAL-CR: SCLREX] Bruſtbild, geharniſcht, mit Scepter, in der Umſchrift links das ungar. Wappen, rechts Maria.— TRANS-PRINCEPSETSICVLORCOM. 1621 Wappen(Ungarn, Siebenbürgen und Bethlen), daneben K und B Zu leſen iſt: electus Hungariae Dalmatiae Croatiae Sclavoniae rex, Transsilvaniae princeps et Siculorum(Szekle.) comes. K B Körmecz Banya, die Münzſtätte Kremnitz. Kaiſer Ferdinand II. 1619 bis 1637, Kärnthner Thlr. v. J. 1621: FERDINANDVSIED:G-ROMIMP. S. AGERHVXN-ET(verbunden) B0REX: Gekröntes Bruſtbild, darunter 1621·— ARCHIEAVSTRLE-ET(verbunden) CAR INTHITDVXBVRG·GZ(ſtatt zc et cetera, die Titel ſ. Nr. 86 u. 88) Wappen von Ordenskette umgeben auf der Bruſt des Reichsadlers, unten das Wappen von Kärnthen. Tiroler Gemeinſchaftsthaler v. J. 1621: FPERDINANDVS-IITD:G ROM:IMP:SEM:AVG:GER:HV:BO:REX: Bruſtbild mit Lorbeerkranz, darunter 1621— NECNONARCIHIDVCES:AVS:DV:BVLANDG:ALS:CO:TIR Wappen und Orden vom goldnen Vließ. Die miterwähnten Erzherzöge ſind Ferdinands Brüder Leopold(ſ. Nr 95) und Karl, Biſchof von Brixen und Hochmeiſter des deutſchen Ordens † 1624, vielleicht auch ſein Vetter Albrecht, † 1621(ſ. Nr. 352). 17 94. Ungariſcher Ducat v. J. 1626: FERII. D:G-R-TS. A'GE H“B-RE X Stehender Kaiſer, daneben K und B(Kremnitz).— AR-AV-DV. BV-MA MO·00-TY 1626(marchio Moraviae, d. i. Mähren) Maria, unten das Wappen von Ungarn. 95. Tirol und Elſaß. Erzherzog Leopold 1619 bis 1632, Bruder des Kaiſers Ferdinand II, ſeit 1598 Biſchof von Paſſau, ſeit 1607 Biſchof von Straßburg, trat 1625 aus dem geiſtlichen Stande und heirathete, Gemeinſchaftsthaler(vgl. Nr. 93) v. J. 1620: LEOPOLDVS-NECNON-CERTERILéD:G:ARCIIID:AVSTRLE(A und V verbunden) Bruſtbild in geiſtlicher Tracht, daneben 16 u. 20— DVC:BVRG:STYR:CAR: ETCARN:COM-TIROLL- Das erzherzogliche Wappen, Tirol im Mittelſchild, unten die Wappen der beiden Bisthümer Straßburg und Paſſau. 96. Elſaßer Thlr. desſelben v. J 1624: LEOPOLDVS-D'G-ARCHIDVXAVS.DVXBVRETSACCS.M:ET Bruſthild ebenſo, darunter 1624— RELIO:ARCIIID:GVBERNAT:PLENET-COM:-TIR-LAN-ALS. Das erzherzogliche Wappen, Elſaß im Mittelſchild. Zu lefen iſt: sacrae caesareae maiestatis et reliquorum archiducum gubernator plenarius. 97. Tiroler Thlr. desſelben v. J. 1632: LEOPOLDVS-D:G:ARCHIDVX:AVSTRLP: Bruſtbild geharniſcht mit Erzherzogshut und Scepter, rechts 1·6·3·2 ·— DVXBVRGVNDI COMES-TIROLT Wappen und Orden vom goldnen Vließ. 98. Kaiſer Ferdinand III 1637 bis 1657, Thlr. der Reichsſtadt Augsburg v. J. 1641: IMP:CES:FERD:III-P.F.GER:HVN:BOHREX. Bruſtbild im Harniſch mit Lorbeerkranz(Titel ſ. Nr. 5 u. 44)— AVGVSTA-VIN DELIOCORVNM: Stadtanſicht, darunter Stadtwappen, neben dieſem 16 u. 41. 99. Desgl. mit der Jahreszahl 1642, ohne Punct nach Vindelicorum, ſonſt ebenſo. 100. Ducat der Reichsſtadt Cöln v. J. 1655: FERDINAND III D:GROIM“S-A Stehender Kaiſer — CASPAR MELCH BALTIHA Stadtwappen, darüber 1655, in der Umſchrift die drei Wappen der Könige aus dem Morgenlande. 101. Kaiſer Leopold I. 1658 bis 1705, Sedisvacanzthaler von Münſter, nach dem Tode des Biſchofs Ferdinand von Fürſtenberg 1683 geprägt: IMPCAESAR LEOPOLDVS-AVG Bruſtbild mit Lorbeerkranz, am Arm G 8— MONETANOVACAPITVLIFMONASTERISEDE-VACANTE Paulus im Wappen mit Helmzierde, oben 16 u. 83 102. Kaiſer Karl VI. 1711 bis 1740, Doppelducat auf die Wahl in Frankfurt 1711: SUB HAC TUTA Anſicht von Frankfurt den Main hinauf, darüber der Kaiſeradler mit Oelzweig— IN MEMORIAM ELECTIONISCAROLI VI.] REG:HISP:HONG: BOH: etc: IN REG:]ROMANORUM FELICITER PER-ACTEFRANO:FURTI. A0. 1711[D42-OCT:[TTE d. h. Freytag. 103. Thlr. der Reichsſtadt Cöln v. J. 1727: CAROLVID-GRS-A-GER-IHIS-HUNBO-REX Bruſt⸗ bild mit Lorbeerkranz, unten V-LON— MONNOVALIBREIPUB·COLONIENSIS 727(liberae reipublicae) Stadtwappen mit Helmzierde, Greif und Löwe als Schildhalter, unten HK und BURG FUES:(nach burgundiſchem Fuß). 104. 105. 106. 107. 108. 109. 110. 111. 112. 18 Brabanter Kupfermünze(Oort 2)1712 nicht beſonders erhalten: CAROLVSVID.G- RIMP HISPREX Bruſtbild nach links.— ARCHID-AVSTDVX BVRG-BRABANT=ZC 17 12 Monogramm. Franz Herzog von Lothringen 1729 bis 1737, dann Großh. v. Toscana 1737, Mitregent ſeiner Gemahlin Maria Thereſia 1740, deutſcher Kaiſer 1745 bis 1765, lothringiſcher Teſton(halber Gul⸗ den) v. J. 1736: FRANCIIIDGDVXS.LOT BAR-REXMER(Lotharingiae Barri rex Jero- solymarum) Bruſtbild.— IN. TE DOMINE SPERAVI: 1736 Wappen(Lothr. u. Bar), auf jeder Seite ein Patriarchenkreuz. Thlr. der Reichsſtadt Nürnberg v. J. 1757: FRANCGISCUSD-G- ROMdMP'SEMP.AVG- Bruſtbild mit Lorbeerkranz, am Arm L008— MONETANOVA REIPVBILNORIM BERGENSIS. Einfacher Adler zwei Wappen haltend, im Felde 17 57 u. M. F(Förſter), unten X EINE FEINE MARK Maria Thereſia Kaiſerin von Oeſterreich 1740 bis 1780, ſchöner Kupferkreuzer v. J. 1760: M. TIHERES-D:G: R=”G-HBRA-AUST: Kopf— EIN] KREUTZER]1760(Prag) in reicher Einfaſſung. Gulden v. J. 1764: M-THERESIAD-G: RIMPGEHC. BO-REG Bruſtbild.— ARCHID-AUST-DUX: BURG. CO. TYR. 1764 Großes Wappen am Doppeladler. Burgauer Thlr.⸗ v. J. 1766 ganz wie neu: M. TüHERESIAD:G: RIMP. HU. BO.REG. Wappen (Oeſt. u. Burgau) von zwei Greifen gehalten.— ARCHIID-AUSTDBURG. MARGGRBURGOVIAE Im Kranz: AD NORMAM](CONVENT.1766.— Nandſchrift: ISTITIA ET CILEMENTIA M. Ther. legte in Günzburg eine Münzſtätte an. 1805 kam die Markgrafſchaft an Baiern. Deutſche Staaten(alphabetiſch). Anhalt⸗Bernburg(beſtand 1603 bis 1863) Vietor Friedrich 1721 bis 1765, Gulden v. J. 1727, wie neu: PERRUMPENDUM Bär auf der Burg.— VICTORTRIDERICUSD-G-PADOX'SA'&WGCASCDB&S(princeps Anhaltinus dux Saxoniae Angriae et Westphaliae, comes Ascaniae, dominus Bernburgi et Servestae, d. i. Zerbſt). Mitten: XXIV! MARIEN]GROSGCH: FEIN SILB:]1727 II. G.(Der ſtolbergiſche Münzmeiſter Joh. Jeremias Gründler). Baiern und Pfalz(1777 vereinigt) Ferdinand Maria Kurfürſt von Baiern 1651 bis 1679, Goldgulden(⅞⅛ Ducat) v. J. 1679: FM V. B.&P. SD-CPR'S'RATA&ELITI(utriusque Ba- variae et Palatinatus superioris dux, comes Palatinus Rheni, sacri Romani imperii archi- dapifer et elector, landgravius Leuchtenbergensis) Bruſtbild geharniſcht—. CLYPEVS-OMNIB INTESPERANTIB(omnibus in te sperantibus) Maria über dem kurbairiſchen Wappen, daneben 16 u. 79, C u. Z(Caspar Zeggin). Maximilian Joſeph Kurfürſt von Baiern 1745 bis 1777, Thlr. v. J. 1761: D'GMAX-IOSU. B DeSR'A'&EL-L.L.: Bruſtbild— Wappen von zwei Löwen gehalten, Orden, unten 17 61 113. 114. 115. 117. 118. 119. 19 Pfalz⸗Simmern(entſtand 1410, erlangte 1559 die Kurwürde und ſtarb 1685 aus) Kurfürſt Karl Ludwig 1650 bis 1680, Vicariatsthlr. v. J 1657: CARLVDDG C.PR'S-RTATPEIN-PART RH:!SVEV.&TFRPV& VICD. B(comes Pala- tinus Rheni, sacri Romani imperii archithesaurarius, princeps elector, in partibus Rheni Sueviae et juris Franconici provisor et vicarius, dux Bavariae) Bruſtbild geharniſcht.— DOMINVS PROVIDEBIT.ä6657 Pfälzer Helmzierde über drei Wappen. Im weſtphäliſchen Frieden erhielt Pfalz⸗Simmern die Kurwürde wieder und das Erzſchatzmeiſter⸗ amt; den Reichsapfel mit der Erztruchſeßwürde behielt Baiern, weshalb hier das eine Wappen leer(nur damascirt) iſt; erſt 1707 erhielt die Pfalz beides wieder; ſeitdem führte ſie auch wieder den Reichsapfel. Durch Prägung der Vicariatsmünzen wollte Karl Ludwig, der Sohn des ſog. Winter königs, das ihm von Baiern beſtrittene Recht auf das Vicariat geltend machen. In Lilienthal's Thal ercabinet von 1747 heißt es:„Da Bayern dawider contradicirte, ließ eins dem andern nicht nur die angeſchlagene Reichs⸗Vicariats⸗Patente abreiſſen, ſondern der Churfürſt, Carl Ludwig, ſchmiß gar dem Bayriſchen Abgeſandten darüber, im Churfürſten⸗Collegio, das Dintenfaß ins Angeſicht.“ Thlr. desſelben v. J. 1659: CAROLLVD-D-G-COM PALRH’SR'IMPARCHITIPRELDBAV- Bruſtbild geharniſcht.— Rev. wie Nr. 113, nur 1659. Viertelducat desſelben v. J. 1673: CAR-LVD-DGCP-RHSRTÄARCHITH-PR-ELB'D: Bruſt⸗ bild.— Rv. ebenſo, nur 1673 u. Punct nach DOMINVS; . Pfalz⸗Neuburg(entſtand 1569, erlangte 1685 die Kurwürde und ſtarb 1742 aus) Kurfürſt Johann Wilhelm 1690 bis 1716, Vicariatsthaler v. J. 1711, Prachtexemplar: D-G]WCPR:S-RIARCHIDETEL. EIUSO. Kopf.—IN. P. R-S-ETFRIPROVETVICARIUS.I711 Doppeladler mit zwei Schilden(Reichsapfel, Löwe), darunter I I.(Joh, Link in Heidelberg). Nach dem I vor archidapifer fehlt ein Punct. Der Reichsapfel zeigt das Erztruchſeßamt an (vgl. Nr. 113). Pfalz⸗Sulzbach(beſtand 1614 bis 1799) Karl Theodor 1733 bis 1799, Kurf. 1742, erbte Baiern 1777, Ducat v. J. 1764 wie neu: CAR-THEODORD:G.CPRSRTAT-&EL Kopf, unten A S(Anton Schäfer in Mannheim)— SIC FULGENT LITTORA RHENI Das Mann⸗ heimer Schloß am Rhein, unten AD-NORM:CONV“] 1764 Bentheim⸗Tecklenburg(Reichsgrafſchaft 1140, mediatiſirt 1806) Moritz 1624 bis 1674, anfangs unter Vormundſchaft der Mutter, Thlr. v. J. 1657 vortrefflich erhalten, aber ſehr plump: MOR CIN-TECBENSTET-LIMDINRHE.(comes in Teclenburg Bentheim Steinfurt et Limburg dominus in Rheda) Bruſtbild geharniſcht— INTESPE RODOMINE Gro ßes Wap⸗ pen, darüber 1657 und drei⸗ Helmzierden. Brandenburg(v. 1701 an Preußen) Kurf. Friedrich III 1688 bis 1713, König 1701, Gulden v. J. 1689: FRIDERIIIDG-M-B S-RARC&EL“(marchio Brandenburgensis, archi- camerarius et elector) Kopf— MONETA NOVA BRANDENB3689 Wappen, daneben L.C u. S, unten ¾ 3* 120. 121. 122. 123. 124. 125. 126. 127. 128. 129. 130. 20 Thlr. desſelben v. J. 1695: FRIDERIII-DGM:BS.RI:A·C*&EI. 16 95 Großes Wapren, daneben L. C u. 8S— NACHDEM FUESDES BURGUND TIHALERS: Doppeltes F u. III viermal, mitten das Scepter. König Friedrich Wilhelm I. 1713 bis 1740, Sohn des Vorigen, Gulden v. J 17132 FRIDER:WILH: D. G-REXBORUSSILT: Bruſtbild mit Lorbeerkranz.— Wappen, daneben 17 u. 13, unten und HF H Ducat v. J. 1717, ſehr ſchön: FRID-WILHP G-REXBORVSS. Bruſtbild geharniſcht— Stern des 1701 geſtifteten ſchwarzen Adler⸗Ordeus mit der Deviſe SVVMCVIOVE, unten HFH 1717 Ducat v. J. 1736, ſchön: FRID-WII.LII D-GREX BOR=EB.(elector Brand.) Bruſtbild geharniſcht.— Stern ebenſo, unten EGN(Neubauer) 1736 König Friedrich II der Große 1740 bis 1786, Thlr. nach dem Graumann'ſchen Fuß v. J. 1751, ſchlecht: FRIDERICUS BORUSSORUM REX Bruſthild— ElN REICHISTIIALER Adler u. Kriegsgeräth, unten C(Cleve) u. 1751 Durch Edict vom 14. Juli 1750 wurde der nach dem Münzdirector Philipp Graumann benannte Münzfuß in Preußen eingeführt, wonach 14 Thaler oder 21 Gulden auf die cölniſche Mark gingen. Der Reichsthaler, wonach man vorher nur rechnete, wurde dadurch zur wirklichen Münze. Doch blieben in faſt allen anderen deutſcheu Ländern die Conventionsthaler(Doppelgulden) bis 1838. Brandenburg in Franken Georg zu Ansbach † 1543, Vormund ſeines Neffen Albrecht Alcibiades zu Kulmbach(geb. 1522 ſt. 1557) von 1527 an, Thlr. v. J. 1538: GEORIOZ(et) ALBERTD-MARGG:BRANZSLESIE Zwei Bruſtbilder ſich gegenüber, darunter 15·38 ·— SDEVSPRONOBIS-OVIS.CONTRANOS Blumenkreuz, in deſſen Mitte der brand. Adler, in den Winkeln vier Wappen. Die N ſind alle verkehrt, in Georgius iſt das zweite G weggelaſſen, pro nobis irrig als Ein Wort geſchrieben. Bei Silesiae iſt quces zu denken. Georg bekam 1524 Jägerndorf. Thlr. von denſelben v. J. 1539: D:G:GEOR:Z:ALBERT.MARCIHION:BRANDé:SI. Zwei Bruſtbilder geharniſcht, darüber 1539— SI:DEVS:PRONOBIS:OVIS:CONTRA:NOS- Blumen- kreuz und vier Wappen ebenſo. Thlr. v. J. 1541 wie der vorige, nur S ſtatt SL. Thlr. v. J. 1545, wie Nr. 126, nur MARCIHIO:BRAN:Z:S und ohne Punct nach N0S Lilienthal ſagt: obgleich Marggraf Georg bereits A. 1543 geſtorben war, iſt doch damit aus Menage continuiret worden. Georg Friedrich zu Ansbach 1543 bis 1603, Sohn des vorigen Georg, Thlr. v. J. 1581: MO-NO-AR-GEOT·MAR BRZSILESFDVCIS(Moneta nova argentea Georgii) Bruſtbild geharniſcht mit Commandoſtab.— SDEVSPRONOBIS:OVIS:CONTRANOS 58 Blumenkreuz und vier Wappen wie Nr. 125. Chriſtiane Charlotte 1723 bis 1729 Vormünderin ihres Sohnes Karl Wilhelm Friedrich zu Ansbach, ſchöner Gulden v. J. 1726: CHRIST:CARTVTRIX-REG:BR:ON(regens Brandenburgico- Onoldina) Bruſtbild nach links, unten 1726— Doppeltes C viermal. 131. 132. 133. 134. 135. 136. 137. 21 Friedrich von Baireuth 1735 bis 1763, Reichsthaler wie Nr. 124 v. J. 1752: FRIDERICVS D'GMB-D-P.ErT S.B-N(marchio Brand. dux Prussiae et Silesiae burggravius Norimbergensis) Bruſtbild.— ElIN REICIIS THALER Das Wappen von Zollern zwiſchen Kriegsgeräth, darüber Adler, unten 1752] C-LR Baireuth ſtarb 1769 aus und kam mit Ansbach 1791 an Preußen; dieſes trat Ansbach 1806 und Baireuth 1807 ab. Braunſchweig. Philipp II 1595 bis 1596, der Letzte der älteren Linie zu Grubenhagen, Thlr. v. J. 1595, ſchön erhalten: VGG“(v. Gottes Gnaden) PHILIP-HERTZOG.ZV-BRAVNV VN (und Lüneburg) Bruſtbild mit Streitkolben, den Helm vor ſich haltend.— 6G0 T.GIBT GOT-NIMBT 95 Wappen vor dem heiligen Andreas, auf deſſen Bruſt Reichsapfel mit 24(nämlich Groſchen). Den Wahlſpruch nahm Ph. 1595 an, wo er ſeine Gattin und ſeinen einzigen Bruder durch den Tod verlor. Der hl. Andreas iſt Schutzpatron der Gruben zu Andreasberg im Harz. Mittlere Braunſchweiger Linie(ſt. 1634 aus) Erich II zu Kalenberg 1540 bis 1584 und Heinrich der Jüngere zu Wolfenbüttel 1514 bis 1568, Conmmunionthaler v. J. 1556: VGGrHEINRIH'V:(und) ERIH-GEVET 5.RRVN-V-LVN Zwei Bruſtbilder mit Schaubhüten ſich gegenüber, links 5, rechts 6.— INGOTS-GEWALT-HABEN-WIR.GESTAL. Wappen, darüber der wilde Mann, links 2, rechts 4(Groſchen.) Der Av. enthält zwei Stempelfehler, Punct in Heinrih und R ſtatt B in Brun. GEVET“ heißt: Gevettern zu; die Väter von beiden waren Brüder. Der Wahlſpruch lautet vollſtändiger auf Münzen von Heinrich junior: In Gots Gewalt hab ichs geſtalt, der hats gefügt daß mir gnügt. Thlr. desſelben Erich v. J. 1583: ERICVS-D-G-DVX BRVNTELVNEBVR und innen EXDVRIS- GLORIA Der wilde Mann hält vor ſich das Wappen, das der Orden v. gold. Vließ umgibt.— RVDOL”2ROM-IMPSEPAvGVvSTVS Reichsadler mit 24 auf der Bruſt. Julius zu Wolfenbüttel 1568 bis 1589, Sohn des Heinrich junior, erbte 1584 Kalenberg, halber Gulden v. J. 1574: IVIIVS-D-G-D-BRE-LV-G-V.M-G.(Gotts Verschn muss geschehn, nach Anderen Gott und mein Glück) Wappen quadrirt.— ALIISINSERVIENDO-CONSVMOR Wilder Mann mit Leuchter(auf den Spruch zu beziehen), daneben 15 u. 74 Sog. Lichtthlr. desſelben v. J. 1584: IVLIVS-D-G PV.BRV-E-LV-GV MG: Wappen ſechstheilig mit drei Helmzierden.— AI.IIS-INSERVIENDO:CONSVMOR- Wilder Mann mit Leuchter, daneben 15 u. 84. Sog. Brillenthlr. desſelben v. J. 1589: IVILIVS-D:G-D-BRVN ETLVNNRMAD.(non recedet malum a domo ingrati) Wappen ebenſo.— ALIISINSERVIENDOCONSVMORGOSLARILE Wilder Mann, in der Linken Licht, Todten⸗ kopf, Stundenglas und Brille; vor ihm Pferd, darüber J-M-C.M-(in medio cursu metuo, nach Anderen invitus mordens cur mordeor); links Umſchrift WeD-AL V.BPS.S-XHV-K.W· (was hilft dem Alten Licht und Brill, der ſich ſelbſt nicht helfen und kennen will, oder: was hilft den Augen ꝛc.) 138. 139. 140. 141. 142. 143. 22 Sterbethlr. 1589: IVLDD'BRETLVNO-MAANCIDIOTLXXXIX PDPP Bruſtbild von vorn mit Streitaxt in der Rechten, Helm in der Linken.— LV. CTV PVBLICO Wilder Mann, mit Sanduhr und Brille am linken Arm, an einer Tafel tranernd, worauf unter einem⸗ Todtenkopf: VIXITAN]LXMEN] XÄDIES: VIII] 1589 irnd G15n9s LNV Stempelfehler für LV. Zu leſen iſt: nonis Maii(7 Mai) anno 1589 pie defunctus. Heinrich Julius zu Wolfenbüttel 1589 bis 1613, Sohn des Vorigen, Biſchof von Halberſtadt ſeit 1566, erbte Grubenhagen 1596, Gulden v. J. 1590: 110 u cbf— 1 HENRIVITD:GPOSTEPSHALED'BRVNELVNEB(postulatus episcopus Halberstadiensis et dux) Bruſtbild geharniſcht nach links, daneben 15 u. 90— HONESTVM PRO-PATRIA: Wappen(Halberſtadt im Mittelſchild) mit drei Helmzierden. Der ſog. Rebellenthlr. desſelben v. J. 1595: HENRIIVILT P:GPOSTLPISHALDBRVNELVNP-P-C.(pro patria consumor als Wahl⸗ ſpruch). Wilder Mann, in der Rechten eine Fackel, worüber N-M T.(noli me tangere), in der Linken einen Wurfpfeil, neben dem P-C.SC.(durum contra stimulum calcitrare); an dem Pfeil leckt ein Hund, hinter dem ein Roſenzweig; über dem Hund 15 95— Die Rotte Korah; darü ber NRNMADI.E.S(wie Nr. 137 mit dem Zuſatz et seditiosi) und im Abſchnitt NVME.XVI (4. Buch Moſ.); umher Kranz von 11 Wappen, oben die Braunſchweiger Helmzierde. Der Thlr. iſt ein Hohn auf die Gegner des Herzogs, beſonders die Herrn von Aſſeburg, deren Wappen ein Hund war, und die von Saldern, die eine Roſe im Wappen führten. Der ſog. Lügenthaler desſelben v. J. 1597: HENRIIVLID:GPOST.ERPIS-HAL-D-BRVNELVNEB Wappen mit drei Helmzierden, rechts wilder Mann.— HVETEDICHFVRDER/TADT DERLVEGENWIRDT WOLRADT IIHI. und innen: TANDEMBONACAVSSATRIVMPHAT Sieg ſchwebend über einem Löwen, der einen Stein⸗ bock hält; hinter dieſem eine aus dürrem Stock wachſende Roſe; im Feld 1 5 9 7. 21 Einige Edelleute hatten den Herzog am kaiſerlichen Hofe verleumdet, richteten aber nichts aus. Die Roſe iſt zu erklären wie Nr. 140; den Steinbock hatten die Herrn von Steinberg, einen Stock die von Stockheim im Wappen.. Der ſog. Wahrheitsthlr. desſelben v. J. 1597(bei gleicher Veranlaſſung wie Nr. 141): 2 HENRIIVIIDEI'GRATIAPOSTEPISHAIL.DIB PL.PpC.(vgl. Nr. 140) und innen: RECTEFACIENDONEMINEM ITIMEAS 1597— Wappenkranz wie Nr. 140, innen: VERITAS] VIN CITOM NIA Die nackte Wahrheit tritt auf zwei hingeſtreckte Leiber, worüber CALVM NIA und MEN] DACIVM Der ſog. Mücken⸗ oder Wespenthlr. desſelben v. J., 1599: HENRICUSIULIUSOD'G-P.EHADSBET-L 99,PP.C Zwölf Wappen roſenförmig geſetzt.— Sitzender Löwe, auf den 10 Mücken zufliegen, von der Sonne beſtrahlt und von einem Adler bekränzt. Zehn Adlige hatten ſich gegen den Herzog aufgelehnt, der Kaiſer aber trat ins Mittel und beſtrafte ſie. 144. 145. 146. 147. 148. 149. 150. 151. 152. 23 Thlr. desſelben v. J. 1612: HENRICUSTULIUSD'G-PEMDGXBRUNSVEET IL. Wappen mit 5 Helmzierden.— HONESTUM-PROPATRIA·1612 Wilder Mann mit ausgeriſſenem Baum. Friedrich Ulrich zu Wolfenbüttel 1613 bis 1634, Sohn des Vorigen, Thlr. v. J. 1619, vergoldet: FRIDERIC-UCLRICD:G:DUXBRUNSVICETT Wappen mit fünf Helmzierden.— DEO ET PATRLE ANNO 1619 Wilder Mann. Gulden v. J. 1626: Av. ebenſo, nur jedesmal V ſtatt U, L.V ſtatt L u. Wappen ohne Helmz. — Rev. ebenſo, dazu HS(Henning Schlüter in Zellerfeld). Lautenthaler Ausbeutethlr. v. J. 1633: FRIDERIGC-VLRIG'D:G-DVXBRVNS-E-IL. Wappen mit fünf Helmzierden.— VT:CONCHAS-AVGENOSTRAMETALLA:DEVS:(Pentameter) Der hl. Jakob von Compoſtella mit Muſcheln, Hut und Stab, daneben HS(Schlüter) und SANCT 16 33·IXACOB Chriſtian, Bruder des Vorigen, Biſchof v. Halberſtadt 1616 bis 1623 † 1626, Thlr. v. J. 1622: CHRISTIANHERTZ.ZVBRAVNSCHW:V-LVNENB und mitten: G60TTESFREVNDT DERPFAFFEN]FEINDT O TOVT-AVECDIEV H'6·22: Geharniſchter Arm mit Schwert aus Wolken. Nach der gewöhnlichen Angabe, die jedoch bezweifelt wird, ließ der Herzog, den ſeine Gegner den tollen Chriſtian nannten, aus der ſilbernen Statue des hl. Liborius zu Paderborn(oder aus dem ſilbernen Sarg desſelben) ſolche Thaler prägen. Braunſchweig⸗Wolfenbüttel neue Linie. Augnſt 1636 bis 1666, Schiffs⸗ oder Reiſethlr. o. J.: AUGUSTUSHERTZOG/ZUBRAUNS'VNDILDN Bruſtbild v. vorn⸗— ALLES-MITBEDACHT. Ein fahrendes und ein zur Abfahrt bereites Schiff, am Ufer ein überlegender Mann, unten IACTAEST-ALEA: . Das Bild ſoll nur den Wahlſpruch verdeutlichen. Seinen Söhnen ſoll der Herzog ſolche Thaler mit auf die Reiſe gegeben haben. Der zweite Glockenthaler desſelben v. J. 1643: AUGUSTUS-HERTZOG-ZUBRAUNS-UND-LO: Bruſtbild nach links mit Commandoſtab— ALl.Es MIT BEDACHT ANO“ 1643HS(Schlüter) Glocke ohne Klöpfel mit Strang, darunter UTI SIC NISI, an der Glocke ſelbſt TSG:E:B. (tandem sequetur gloriosus exitus Brunsvicensis) Wolfenbüttel war im dreißigjährigen Krieg erſt von den Dänen, dann von Kaiſerlichen beſetzt. Nach langem Hinhalten wurde es endlich am 14. September 1643 geräumt. Auf die Zeit des Harrens beziehen ſich die ſieben Glockenthaler. Die Worte uti sic nisi oder bloß sie nisi, wie auf anderen ſteht, werden erklärt: Rath ohne That ſei eine Glocke ohne Klöpfel, was ſo gut wie keine Erklärung iſt. Vierter Glockengulden: Av. wie Nr. 150.— AlLLES MIT BEDACHT ANNO 1643 Klöpfel mit der Aufſchrift 13 KMAIf(Kalendas, 19. April) an einen Quader gelehnt, woran AP-ſ3 D V.IO TNf.(apocalypseos 13 versu 10 in fine), darunter SED2 Fünfter Glockenthlr.: Av. w.e Nr. 150, nur BRAUN:ULUN:— 153. 154. 155. 156. 157. 158. 159. 160. 161. 162. 163. 24 Rev. ALLES MIT BEDACHT HS(Schlüter) ANO 1643 Glocke, woran WAIDIR, mit Klöpfel, worauf E, im Feld TAN DEMW und unter der Glocke M-VIIB. 13 9: Dies zuſammen ſoll heißen: Tandem ergo Wolferbytum ab iniustis detentoribus invite restituetur mensis Septembris 13. Mercurii(die Mittwoch). Auf den 13. Sept. war der Abzug feſtgeſetzt, er fand aber erſt am 14. ſtatt. Funfter Glockengulden: Av. wie Nr. 150— Rev. wie Nr. 152, nur ANNO und ohne HS Siebter Glockenthlr. auf den am 19. Sept. 1643 gehaltenen Einzug des Herzogs: Av. Umſchrift wie Nr. 149, nur U: ſtatt VND Wappen mit fünf Helmzierden.— TANDEM-PATIENTIAVICTRIX ANO 1643 Anſicht von Wolfenbüttel, darüber von drei Händen gezogene Glocke mit der Aufſchrift NUPAC: EX:SOEID(nuncius pacis ex sono eius) Desgl. anderer Stempel: Av. mit BRAUN:U:LU:— Rev. mit ANNO, an der Glocke NN: ac. Thlr. v. J. 1653: Av. wie Nr. 155.— ALLES MIT BEDACHT ANNO 1653 HS Wilder Mann. Thlr. v. J. 1663 wie der vorige, aber der wilde Mann hält den Baum mit der Spitze nach unten. Breiter Doppelthlr. v. J. 1655: AUGUSTUSVGG-HERZOG-ZU-BRUNSWVYK-UND-LUNABURG Der Herzog zu Pferd.— ALLESMIT-BEDACHTANNO·1655 S Wappen mit fünf Helmzierden. Desgl. v. J. 1664: Av. ebenſo, unter dem Pferd eingeſchlagene 2 Thlr.)— Rev. ebenſo, nur 1664, und H S im Felde. 4 Sterbethlr. v. J. 1666: DEIGRATIAAUGUSTUSDUXBRUNOVICENSIUCMETLUN EBURGENS Innen: RAATUsS AO4579-10 APR’TREXIT DUCATETCOMITTAT 800SANNOSXXXI OBIIT 17 SEPT-AO MDCLXVIIVIXITIANNOSLXXXVII MENSESV]DIES'-VII— OMNIA NON NISI PROVIDO ET VEGETO CONSIILIO(Ueberſetzung des Wahlſpruchs„alles mit Bedacht“ als Chronogramm zugleich) Kahler Baum, an deſſen Fuß ein Todtenkopf, dazu als doppeltes Chronogramm: QUAELAETAFRONDEVIREBAM NUNCIRIGUI SIC TRANSIT GLORIA MUNDI Auguſt's Söhne Rudolf Augnſt 1666 bis 1704 und Anton Ulrich 1685 bis 1714, Gemeinſchaftsthlr. v. J. 1691: D:GRUD:AUG:&ANTIH:VLR:üDD:öBR:&L.UN: Wappen mit fünf Helmzierden, daneben 16 u. 91, R u. B(Rudolf Bornemann in Zellerfeld,— UTFRONTIBUSITAFRONDIBUSCONIUNCTISSIMIL Zwei Harzmänner halten zwei ver⸗ ſchlungene Bäume. Desgl. v. J. 1699: D-GRvD:AVG:ET ANTH:VLR:öD-D'BRVNETLVN Zwei Bruſtbilder neben einander.— DVOBVS FVLCRIS SECVvRIVS Kriegsgeräth auf zwei Poſtamenten, unten R 1699„B Anton Ulrich allein 1704 bis 1714, Sterbethlr. ſehr ſchön: ANTONIUS ULRIC: D:G.DUX.BR:ET LUNEB: Bruſtbild— PRINCEPS. MAGNANIMVS SAPIENSCLEMENSLIBERALIS-NATVS- M. DCXXXIIIIV·OCTOBR. ADIVO-TRATRE RUDOLPHO-AUGUSTO INCONSORTIVMREGIMINIS-ADSCITVS M'DGLXXXV. p 164. 165. 166. 167. 168. 171. 172. 173. 174. 25 RERVM:SOLVS-POTITVSM'DCG.IV FATVM. P0STOVAM NEMINI-NISI'SIBISATIS VIXERAT! CONSTANS-EXCEPITM. D-CCXIV-XXVIIMART.HGCH:(dille). Braunſchweig⸗Lüneburg(ſpäter Hannover) Chriſtian zu Celle 1611 bis 1633, ſeit 1599 Biſchof von Minden, Thlr. v. J. 1622: CHRISTIAND-GE'(electus) EP-MIND-PDUXBRUNET LU. H.S.(Schlüter) Bruſtbild— IUSTITIA ETCONCORDIAANNO 1622 Wappen mit drei Helmzierden, im Mittelſchild Minden. Friedrich zu Celle 1636 bis 1648, Bruder der Vorigen, Gulden v. J. 1639 mit gothiſcher Schrift: Frideri Hertz zu⸗H.v. Coadi ds Stiſt. Ratz⸗ThumpdE.D(H. zu Br. u. Lün. Coadjutor des Stiftes Ratzeburg Domprobſt des Erzſtiftes Bremen) Bruſtbild.— Ktied⸗Ernehrt Unfried'verzehrt: Wappen mit fünf Helmzierden, daneben 16 und 39, unten H S Thlr. v. J. 1640 ebenſo, nur Friderich, Ratzb, Er⸗d und 16 40 unter dem Wappen. Prächtiges Vierthalerſtück v. J. 1647: V-G-G-FRIDERICH HERTZOG ZU BRAUNSUEIG UND LUNEBURG:: Innerer Kreis von 14 Wappen, mitten das von einem Kranz umgebene Bruſtbild.— FRIEDE ERNEHRT UNFRIED VERZEHRT-ANNO 647 Landſchaft, die links friedliches Thun, rechts Verwüſtung zeigt, unten L W(Weber im Clausthal) und eingeſchlagene 4 Desgleichen v. demſelben Jahre: der Rev. iſt der nämliche ohne eingeſchlagene 4, der Avers aber anders, nämlich um das Bruſtbild dieſelbe Umſchrift(nur BRAUNS:U:) im doppelten Kreis, darum außen die 14 Wappen. . Georg in Kalenberg 1636 bis 1641, Bruder der beiden Vorigen, erhob 1637 Hannover zur Reſidenz, Thlr. v. J. 1638: GEORG:HERTZOG ZUBRAUN:UNDTLU: Wappen mit fünf Helmzierden. — AUFFGOTTTRAWICH-AO:1638 HS Wilder Mann. . Gulden v. J. 1641: GEORG-HERTZOG-2ZUE'BRAUNS-UND-LUNE: Bruſtbild nach links, geharniſcht, mit Commandoſtab in der Rechten, Helm in der Linken.— AUFF-GOTT-TRAWETCH-ANNO1641: Wappen mit Herzogskrone. Chriſtian Ludwig, Sohn des Vorigen, in Kalenberg 1641, in Celle 1648 bis 1665, Thlr. v. J. 1646: CHRISTIANUS-LUDOUICUS-DG'DUXBRUNS:ET-LUN: Kniebild mit Commando⸗. ſtab.— SINCEREETCONSTANTERANO1646· Wappen mit 5 Helmzierden, oben HS(Schlüter) Breites Dreithalerſtück desſelben v. J. 1650: SINCERE ET CONSTANTER ANNO: 1650: Innerer Kreis von 14 Wappen, darin von einem Kranz umgebener Namenszug Cl unter Herzogs⸗ krone, unten eingeſchlagene 3— Bergwerksgegend, darüber ſchwebendes Roß, über dem eine Hand aus Wolken einen Lorbeerkranz hält; unten L W(Weber). Thlr. v. J. 1661: CHRISTIAN:LUDOVICUS D. G-DUX BR:ET LUNEB:(N und E verbunden) Wappen mit fünf Helmzierden, links L W— SINCERE ET CONSTANTERANNO4664· Roß im Kranz. Georg Wilhelm, Bruder des Vorigen, in Hannover 1648, in Celle 1665 bis 1705, Sterbemünze (6 Mariengroſchen): GEORG:WILH: DG-DBR:ETL! Bruſtbild.— NATVS 16·IAN.:1624 4 175. 176. 177. 178. 179. 180. 181. 182. 183. 184. 185. 26 DEFVNCTVS] 28-AVG:HT05-! REGIM:HANOV:[AN-571CELL.A1NO POSTOVIX-ANSt MENSID!H2:(regiminis, postquam vixisset) Johann Friedrich, Bruder der beiden Vorigen, in Hannover 1665 bis 1679, Thlr. v. J. 1667: 10HANFRIEDRICH D:GDUX BRUNS:ETLUN. Wappen mit fünf Helmzierden.— EX DVRIS GLORIA ANNO-667 HS(Schlüter). Wilder Mann. Gulden v. J. 1676: 10HANÄRIEDRD:G. DU:B:E:L. Bruſtbild nach links.— EXDURISGLORIA Palme auf Fels im Meer, unten 2 u. 16 76 Gulden v. J. 1678: I0AN-FRIDER'DG-DUXBR EIL.- Bruſtbild.— Wie Nr. 176, dazu VFEIN SILBER über 16 78. Ernſt Auguſt, Bruder der drei Vorigen, Biſchof v. Osnabrück 1662, in Hannover 1679 bis 1698, Kurfürſt 1692, ſchöner Ducat v. J. 1662: ERNESTVSAVGVSTVSDGEPIS-OSXABRVGDVXBRVN-ETLVN. Bruſtbild.— SOLA BONA OVE HONESTAANNO-662 Wappen mit Herzogskrone, Schwert und Krummſtab, unten H S(Schlüter). Halber Gulden v. J. 1671: ERNESTAUGUST“B. Biſchof) Z.0 Hl.Z.BUeI. Braunſchweiger Helmzierde.— VON FEINEM SILBER I671 und innen: XII[MARIEN GROS Gulden v. J. 1675: Av. ebenſo, nur AVG ſtatt A0G— S0LABONAOVEIIONESTA 1675 und innen: XXIIIII MARIEN]GROS: Ausbeatethlr. v. J. 1687: ERNESTUS-AUGUSTuUs- DGEP.:OSNDBRüETLUN: Wappen mit fünf Helmzierden, daneben H und B(Heinrich Bonhorſt in Clausthal).— S0LABONAOUT HONESTA M-DCLXXXVII Roß— Randſchrift: ANN-El.ENORASUOSIIIS DONIS-DITAT-AMICOS Anna Eleonora, wonach die Grube benannt, war die Mutter des E. A. Der NameV iſt des Hexameters wegen entſtellt. Thlr. von Andreasberg v. J. 1672: ERNEST:AUGUST:D-G= EP:OSNABD:BR:äETLUN Wappen mit fünf Helmzierden, daneben II u. B, 16 u. 92— SANCT:ANDREAS REVIVISCENS Der Heilige mit dem Kreuz. Deſſen Gemahlin Sophie, Tochter Friedrichs V. von der Pfalz und der engliſchen Prinzeſſin Eliſabeth, die eine Tochter Jakobs I. war, Sterbethlr. v. J. 1714: 3 SOPHIADGEX'STIRPE-EIL.PAL ELECT-VID-BRET-LVNMAG-BRIT-HAERES(ex stirpe electorali Palatina electrix vidua Brunsvicensis et Luneburgensis Magnae Britanniae haeres) Bruſtbild mit Schleier.— NATA XIII.0OCT-MDCXXX· NVPTAMENSESEPT: MDCI.VIII ADSVCCESSIONEM-MBRIT.NOMINATA MDCCI-SVB VESPERAM-VIIIIVNIIMDCCXIV. IN HORTISI HERRENHAVSANISADHVC VEGETOETFIRMOPASSV DEAMBVLANS SVBITA]ETPLACIDAMORTEEREPTA Halber Gulden ebenſo, nur mehr Abkürzungen. Georg Ludwig, deren Sohn, Kurf. v. Hannover 1698 bis 1727, König v. England 1714 als Georg I., Thlr. v. J. 1699: GEORG:I.UD:D. GD-BR-&LUN:S=R-=IEI.- Wappen mit Kurhut, daneben 16 186. 187. 188. 189. 190. 27 u. 99, H u. B(Bonhorſt)— IN RECTO DECVS Roß.— Randſchrift: DAS LAND DIE FRUCHTE BRINGT IM HARTZ DER THALER KL.INGT Thlr. v. J. 1720 aus der Dorotheengrube bei Clausthal: GEORGIVSD-G-MAGBRIT-FR-ET-HIBREXD:(der engliſche Titel: Magnae Br. Franciae et Hliberniae rex fidei defensor) Bruſtbild mit Lorbeerkranz, unten HGB(Bonhorſt).— BRUNS-ETLUNDCGXSRIA-THES-ET'EIL. Wappen umgeben vom Hoſenbandorden, deſſen Deviſe HONI SOIT OUI MAL Y PENSE, darunter DIEEU ET MON DROIT— Randſchrift der Hexameter: SPES DORTHEA NOVAS NOVA PRAEMIA LARGIUS AFFERT Das Erzſchatzmeiſteramt(vgl. Nr. 113) erhielt Hannover 1710, als Zeichen desſelben erſcheint ſeitdem im Wappen die Kaiſerkrone. Georg II. 1727 bis 1760, Ducat v. J. 1736 wie neu: GEORGIEDG-MBRFETHREXFD'BET-LD'SRTATETE: Wappen.— NECASPERATERRENTD Roß, unten 1736 AUR: HERC:(aurum sylvae Hercyniae, Harzgold.) Friedberg Burggraf Johann Eiiel Diede zum Fürſtenſtein 1745 bis 1748, Gulden v. J. 1747: MONETA CASTRI IMP FRIDBERG:(imperialis) Ritter Georg mit Fahne, auf jeder Seite ein Wappen.— FRANCISCVS D G ROM: IMPS-A1747: Kaiſeradler mit Reichsapfel auf der Bruſt, in jeder Kralle ein Wappen, daneben RACIH DEM REICIIS FVS: Unten ² u. CP.S: (Chriſtian Philipp Spangenberg in Clausthal) Die Stadt Friedberg kam ſammt den 12 dazu gehörenden Dörfern 1802 an Heſſen⸗Darmſtadt, die Burg ſelbſt ſollte nach der Beſtimmung von 1806 dem letzten Burggrafen bis zu ſeinem Tode verbleiben(er ſt. 1819), wurde aber ſchon vorher, 1817, an den Großherzog abgetreten. Die Burg⸗ mannen(88 im J. 1400, 77 im J. 1804) mußten alle von altem Adel ſein; 12 davon theilten mit dem Burggrafen die Regierung. Das Münzrecht wurde 1541 erlangt, 1569 zuerſt ausgeübt. Fürſtenberg(Reichsf. 1664, mediatiſirt 1806), Joſeph Wilhelm Eruſt 1704 bis 1762, Aus⸗ beutethlr. v. J. 1729:10S:WILIH:ERN:SR:I(Punct fehlt) PRINC:INFURSTENBERGLANDGRAV: INBAAR&STUHLINGEN&C: Bruſtbild, am Arm V.(Veſtner in Nürnberg)— AVSBEVT THALER VON S1OSEPHS COBOLD UND SILBER ZECHE. 1729. Anſicht des Bergwerks im Kinzinger Thal. Hanau⸗Münzenberg(beſtand 1451 bis 1642) Philipp Moritz geb. 25. Aug. 1605, regierender Graf 1627(von 1612 bis dahin Vormundſchaft der Mutter Katharina) ſt. 3. Aug. 1638, Thlr. vom letzten Jahr: PHILIP:MAVR:COMIN-HAN:ET RIII:DOM:IN. MVNTZ:(comes in Hanau et Rhineck dominus in Müntzenberg) Viereckiges auf die Spitze geſtelltes Wappen(Rhineck, Hanau, Münzenberg), daneben 1 u. 6, 3 u. 8.— FERDINANDVSIIID:G:ROMIMP:SEM:AVGVSTVS“ Reichsadler, oben Monogramm LA Das Hanauer Wappen ſind drei rothe Sparren in Gold, das von Rhineck fünf goldne Quer⸗ balken in Roth, das Münzenberger Roth über Gold. Münzenberg ſtarb 1256 aus; an Hanau kam aber nur ein Sechstel der Erbſchaft; Rhineck wurde im 14. Jahrh. erworben. 4* 191. 192. 193. 194. 195. 196. 197. 201. 28 Hanau ⸗Lichtenberg(ſt. 1736 aus) Johann Reinhard 1599 bis 1626, halber Gulden o. J.: IOANREINIH-COM INHIANAWETZW Bruſtbild.— DNSJ-LIECHTEETOCH-MARETADA Quadrirtes Wappen(Lichtenberg, Zweibrücken, Bitſch, Ochſenſtein, im Mittelſchild Hanau). Der Titel iſt: Comes in Hanau et Zweibrück dominus in Lichtenberg et Ochsenstein mareschallus et advocatus Argentinensis(Vogt von Straßburg). Lichtenberg hat einen ſchwarzen Löwen im weißen Feld, Zweibrücken einen rothen Löwen in Gold, die Herrſchaft Bitſch einen kleinen rothen Schild in Gold, die Herrſchaft Ochſenſtein zwei weiße Balken in Roth. Philipp I.(1452 bis 1480) der Stifter der zweiten Hanauer Linie zu Babenhauſen, erbte 1480 die eine Hälfte von Lichten⸗ berg im Elſaß; 1570 erbte Philipp V., vermählt mit einer Gräfin von Zweibrücken, die andere Hälfte, zugleich auch Ochſenſtein und Bitſch. Letzteres trat Johann Reinhard an Lothringen ab. Sehr ſchöner Thlr. v. J. 1609(Roſetten als Puncte): IO:REINH-COM-INHANAWETZWEIDNS Bruſtbild.— INLIECHTETOCHSENST-MAR ETADVO-ARG“: Wappen wie Nr. 191, daneben 16 und 09 Friedrich Caſimir, Enkel des Vorigen, geb. 1623, erbte Lichtenberg 1641, Münzenberg 12 Jan. 1642, trat nach langen Reiſen erſt 1647 die Regierung an, ſt. 1685, Gulden o. J.: FRID:CAS:CONIHIANRII:BIP:(Bipontinus) DN:MVNTZENB Bruſtbild— LICII:OCIISMAR ET-ADV-ARGEN Wappen(Hanau, Rhineck, Licht, Münz., Zweibr., Ochſ., im Mittelſchild Bitſch), daneben GII u. L', unten 60(Kreuzer) Albus für Lichtenberg v. J. 1663: Kranz, darin Wappen wie Nr. 193, neben dem 16 u. 63— Kranz, darin unter Reichsapfel HANAW:] LICHTENIBERGII SCHE:2K: Gulden v. J. 1675: FRID:CAS:COM:IIAN:RH:ET:BIP:DN.:MVNTZENB Bruſtbild— LICH:ET:OCIHIS: MARET-ADV-ARG Wappen wie Nr. 193, daneben 16 u. 75, S u. M, unten 60. Philipp Reinhard 1685 bis 1712, gb. 1664, Neffe des Vorigen, Gulden v. J. 1763, Prachtexemplar: PIIL:REINIH:COM:HANOV:RIIIN:&:BIPBruſtbild-DOM:MUNTZ:LICII&:OCIIS:üM&AD:AR Wappen wie Nr. 193, aber rund, dabei oben S.16 93·M, unten 60 Gulden. von demſelben Jahr: PfIIL.REINIICOMHANOV-RHIN&BIP Bruſtbild im römi⸗ ſchen Harniſch.— DOM-MUNTZ-LICH& OCHSM-KAD-AR(die Puncte ſind kleine Roſetten) Wappen ebenſo, darüber 16 S M 93, unten 60 . Gulden v. J. 1694: PHIIL REINH:COMHANOV-RIHIN'&BIP: Bruſtbild geharniſcht.— DOM-MUNTZLICII&:OCIISM:&AD-AR ſonſt wie Nr. 197. Gulden v. demſelben Jahr: Av. wie Nr. 198, nach BIP Roſette, Bruſtbild anders.— Rev. Um⸗ ſchrift wie Nr. 197 mit Punct nach jedem Wort, Wappen ebenſo, oben 8 1694 M, unten 60 Schöner Thlr. v. J. 1695: PHIL-REIN-C-HANRH&BIP-DN-MVNTZ⸗ Bruſtbild in ſchön geziertem Harniſch.— Anſicht der Stadt, darüber ein Engel mit Band, worauf HANAV, unten Wappen von zwei Löwen gehalten, daneben 16 u. 95 Heſſen. Landgraf Philipp der Großmüthige 1509 bis 1567, gb. 1504, Schmalkalder Bundesthlr. v. J. 1545: IOHANT REDERI D:éSACGR: MAGDE“(Stempelfehler für SAX“B dux 202. 203. 204. 205. 206. 207. 1 208. 209. 29 Saxoniae burggravius Magdeburgensis) Bruſtbild von vorn im Hermelin mit Schwert, 4 Wappen zwiſchen der Schrift.— PHILIP: D:G-LAN G HASIE“ GKD:SE:“(landgravius Hassiae comes Kattimeliboci Deciae Ziegenheinae) Bruſtbild von vorn im Harniſch mit Commandoſtab, 5 Wappen zwiſchen der Schrift, im Feld 15 u. 45 Dergleichen Thaler ließen die Häupter des ſchmalkaldiſchen Bundes, Joh. Fr. Kurfürſt von Sachſen 1532 bis 1547 und Philipp nach Beſiegung des Herzogs Heinrich junior von Braunſchweig, der ein Gegner der neuen Lehre war, aus deſſen Bergwerken in Goslar ſchlagen 1542 bis 1547. Thlr. v. J. 1564: PHILIPPVS:SEN-D-G-LANDGRAHASSLE(senior zum Unterſchied von ſeinem Sohne Philipp zu Rheinfels). Drei Helmzierden, darüber 6 4— WAS-GOT-BESCHERT-BLEIBETVNERWERT: Wappen(Katzenelnbogen, Ziegenhain, Dietz, Nidda, im Mittelſchild Heſſen). Ludwig III zu Marburg 1567 bis 1604, Philipps zweiter Sohn, mit dem die Marburger Linie ausſtarb, vortrefflicher Doppelthaler v. J. 1595: LVDOVICVS-D:G-LANDGRHASSILA-·COrICAT Bruſtbild von vorn, daneben 15 u. 95— CIH-GETRAWE-GOTT-ALI.NOT:(in aller Noth) Wappen ebenſo, mit drei Helmzierden. Heſſen⸗Kaſſel(1567 bis 1866). Moritz der Gelehrte 1592 bis 1627, entſagte † 1632, halber Ortsthlr. oder Viertelgulden v. Z. 1624: MAV:D G-LAND HASS:C CD-Z-E-X(et Niddae) Der heſſiſche Löwe, darunter TS(Terenz Schmidt Münzmeiſter in Kaſſel), 4 Wappen in der Um⸗ ſchrift.— CONSILIO ET.VIR: TUTE-MO NOIM(imperii) Zwei Fahnen, im oberen Winkel Palm⸗ und Oelzweige, im unteren Glocke und Sanduhr, links 16, rechts 24, in der Umſchrift 4 Wappen. Thlr. v. J. 1625: MAUR:üD: G:LAND: HASS:CO C:D:Z:E:N: ſonſt ebenſo.— CONSIILIO ETVIR=⸗ TUTE-MO: NOVAIM: ſonſt ebenſo. Thlr. v. J. 1626 wie der vorige, nur C: ſtatt C0(comes), VIR:, MO NOVAIM Sterbemünze, Dappelducat vom Ortsthalerſtempel, war gehenkelt: MAURITI-MEMENTOMORICONSI:E:VIRTU Zwei Fahnen, Zweige, Glocke und Sanduhr.— MAUR:LAN:HASS:DEOETIMPERIOFIDUS Monogramm TS Innen: NASC!AO1572· REG-AS34-M6DIE22-MOR AO 1632 VIX ANS:S9-M]10·»D- 10 Sterbethlr.: MAURITIMEMENTO-MORICONSILIO-ET-VIRTUTE ſonſt wie Nr. 207.— MAURITID.LANDGRAVID. HASSLE. DEOETIMPERIOFIDUS: Mon. TS. Innen: AATUS 25⸗MAII-ANO: 1572-MORTUUS 15MARTIIANNO 1632·REGNAVIT ANNOS“34·MENSES! 6-DIES22VIXIT-ANNOS'9- MENSESIO DIES 0: Wilhelm V. der Beſtändige 1627 bis 1637, Sohn des Vorigen, ſog. Kornthaler v. J. 1627: WILHELMDG-LANDHASS-ADM-IHIIRSCGD-Z-E-N“(administrator Hersfeldiae) Wappen mit drei Helmzierden, oben T S— DEOVOLENTE-HUMILIS-LEVALORANNO(Sic) 6271 Strahlender Name Jehova, Garbe im Gewitter. Für Deo findet ſich auch Jehova und Uno; die Anfangsbuchſtaben des Wahlſpruchs(von Deo abgeſehen, ſollen eine Andeutung des Namens nud Titels ſein: Wilh. Hassiae landgravius. Das Bild des Revers ſoll nur den Spruch veranſchaulichen. Die Abtei Hersfeld wurde 1631 von 210. 219. 220. 221. 222. 30 Wilhelm V. in Beſitz genommen, bis 1637 von ihm, dann von ſeinem Stiefbruder Hermann ver⸗ waltet, 1648 mit Heſſen⸗Kaſſel vereinigt. Drittelalbus v. J. 1629: W-L.Z-H(Landgraf zu Heſſen) Thüringer Helmzierde, unten 29— 96] EINNRTAHLERWERTH TS(Schmidt). Ein Albus hatte 12 Heller, 32 waren ein Reichsthaler(1 ½ Gulden). Dieſe Währung blieb bis 1842. . Schöner Thlr. v. J. 1633: WILHELMD D:GLANDGRAVID HASSLR:CG:G:D:Z:ET:N.: Bruſt⸗ bild, daneben 16 u. 33— FATA CONSILIIS POTIORA Ovales Wappen. . Albus v. J. 1633: WILIHL-LAN.HASS: Thüringer Helmzierde, mitten I(Albus)— 32 ST:EINN]jR:TAHLL: WERTII]16 33]T8. . Desgl. ebenſo, nur WILHEL:L:HASS: . Kornthlr. v. J. 1634: WILHELM, D:G:LANDGRAVI, HASSLTE·COM:C:DIZZ:ET-N: Ovales Wappen, darüber 16 34— IEHOVYVAVOLENTE-HUMILISLEVABOR Garbe imWetter, Häuſer ſichtbar. Die großen Buchſtaben des Revers erklären ſich aus dem zu Nr. 209 Bemerkten. . Kornthlr. v. J. 1635 wie der vorige, nur C:D:Z: ET-N: und nach HUMILIS ein Punct. . Kornthlr. v. J. 1637: Av. Umſchrift wie Nr. 211(nur COM: comes) Löwe, daneben 16 u. 37, darunter G. K:(Georg Kruckenberg)— Rev. wie Nr. 214, Schrift ohne Puncte. . Gulden v. J. 1637: WILHEL-D-G-LANDGRAHASS-COM:CD-Z E-N: Löwe, darunter 1637, links ein Stern.— Rv. wie Nr. 216. . Halber Gulden oder Ortsthlr. v J. 1637: WILHELMD:G-LAND:HASS:C:CD-Z-ET-N: Löwe, daneben 16 u. 37, darunter Monogr. AG(Arnold Galle)— VNOVOLENTE-HUMILIS-LEVABOR: Garbe und Häuſer im Wetter. Viertelgulden v. J. 1637: WILHELM:D:G:LAND:HASS C-C:D:ZETN. Löwe, daneben 16 u. 37, G u. K:(Kruckenberg)— Rv. wie Nr. 218, Schrift ohne Puncte(nur LEVABOR“) und die vier Anfangsbuchſtaben groß. Sterbethlr.: WILIHELMO-V-DICTOCONSTANS-HASSLANDGRAVIVS. Innen: NATVS. 14. FEBRVARII=ANNL1602 MOR TVVS-2t*SEPTEMB ANXNI 1637 REGNAVIT: ANNOS. 10ME SES:G-DIES-4VIXTIT ANNOS35-ME NSES7T-DIE·T G K— Ro. wie Nr. 218, Roſetten als Puncte, die vier Anfangsbuchſtaben groß. Desgl.: WILHELMOV-DICTD.CONSTANSHASSIELANDGRAVI) Innen: NATUSXIV: FEBRVARVYAN.:üMDCII-MORT:- XXTPSEPTEMB:AN. MDCXXXVIIREGN:] ANNOS-X: MEN:VI- D-IVVIXITTANN:XXXV-MENSES VII D.VIIG. K— Rev. wie Nr. 219. Amalie Eliſabeth, deſſen Gemahlin, Tochter Philipp Ludwigs II von Hanau, von 1637 bis 1650 Vormünderin ihres Sohnes Wilhelm VI., Dreiducatenſtück vom Stempel des Sterbeguldens, war gehenkelt, bisher ganz unbekannt: WIEDER MACHT UND LISTMEIN FELS GOTT IST“: Beſtürmter Felſen, darauf ein geflügeltes von oben beſtrahltes Herz, unten ein Bergknappe.— AMELIAELISABETHAHASSIELANDGRAVIAHANOVITCOMES:innen: NATA291AN602 PRINCPIETATEFIDE ACCONSTANTINCLU POSTiSAN:(annorum) TUTEL ACREGIM: GLORIOSI PLACIDAMORTEOBUT'S-AUG:] A 1651 G(Arnold Galle) 223. 224. 225. 226. 227. 228. 229. 230. 231. 232. 31 Die ſämmtlichen S ſind der Zahl 8 ganz gleich; in inclyta und obiit ſollte, wie der fol⸗ gende Thaler ausweiſt, ein y ſtehen, ſtatt deſſen iſt aber ein reines u geſetzt. Sterbethlr. derſelben: Av. ebenſo.— Rev. Umſchrift ebenſo, nur Punct nach landgravia und nach comes nur Ein Punct; innen dieſelben Wörter, jedoch IAAN:, PRINCEPS. C0NSTANTIAINCLVYTA, ANN:ITUTELAM. REGIMENGLORIOSUM, OBVTS-AUG: u. AG unter 1651. Wilhelm VI. 1637 bis 1663, Sechsducatenſtück vom Guldenſtempel 1638, prachtvolle bisher völlig unbekannte Goldmünze: WILIHELDGLANDGRAHASS-COM:CD-ZE. N Monogramm LII (Lubert Haußmann) Löwe, darunter 1638, links ein Stern.— IEHOVAVOLENTEHUMILISLEVABOR(Oie beiden Aohne Querſtrich) Garbe und Häuſer imWetter. Thlr. v. J. 1563: WIILHELMDDG:LANDG:HASS:-PRINCHERSP:COM:CAT/DIETLZIGENNID:SCIHIK Wap⸗ pen, worin auch das Hersfelder Kreuz und das Schaumburger Neſſelblatt, daneben 1 u. 6, 5 u. 3— VELA VENTIS HIS LEVANTUR Scüjff, darüber Leuchter, Buch u. Wage. VVIHHI. Wilh Hass' landgr. Wilhelm VI ahmte darin ſeinen Vater nach; vgl. Nr. 209, 214, 219. Die Grafſchaft Schaumburg wurde 1647 durch Entſcheidung des Reichshofraths zwiſchen Heſſen⸗Kaſſel und Lippe getheilt. Thlr. v. J. 1660: WILIHELMDG-LANDG-HASS-PR-HERSPCO-C-D-ZNTTSCHAU Bruſt⸗ bild.— FIDE-ETIUSTITIA 1660(Die Puncte ſind Sterne.) Wappen in Palmzweigen, darunter I G B(Joh. Georg Büttner) Sterbethlr., vortrefflich erhalten, aber die Umſchrift mangelhaft ausgeprägt: WILIHELM'!VI'ID'GIANDGHASS-PR-HERSF·COM CAT-DEC ZIEG-NID-ET.SCHAWEN Bruſtbild geharniſcht von vorn.— PIE TATE- FIiDE ET IVS TI TIA Sieben Wappen in der Umſchrift. Innen: NASCITVRANNMüDCXXIXXXIIIMAIIVIXIT ANNOS XXXIVMENSII'DIESXXILREGNAVITANNOSXII-MENSIX] DIESXXTFOBIIT[XVI IVLIIANNO] Mü'DC“LXIII darunter Monogramm 16B Karl 1670 bis 1730, Sohn des Vorigen, geb. 1654, bis 1677 unter Vormundſchaft der Mutter Hedwig Sophie, Ducat o. J.. Prachtexemplar(wie alle weiteren heſſiſchen Goldmünzen): CAR:D:G:HASS:LAND:P'H(princeps Hersfeldiae) Kopf.— Ovales Wappen. Ducat v. J 1720: CAROL'D:G-HASS-LANDGR-P.II: Kopf.— RELIGIONEMLIBERTATEMOVEDEFENDO Löwe mit Schwert und Bibel auf Poſtament, unten 1720. Ducat von demſelben Jahre: CARD:G-HASSLAND-PR-H: Kopf.— Rev. wie Nr. 229 ohne Poſtament, Punct vor und nach defendo. Viertelducat v. J. 1720: CAROL-D:G-HASS:LANDGR Kopf.— PVBL.PREFPRIVRELINOVO: (publica praefero privata) Löwe mit Schwert, daneben 17 u. 20. Vieralbusſtück v. J. 1723: Wappen.— CARLLANDGZH-F=Z-HGZC-D-ZNUs(zu Heſſen Fürſt zu Hersfeld Graf). Inuen: IV AILBVS] 1723 233. 234. 235. 236. 237. 238. 239. 240. 241. 242. 243. 32 Desgl. Av. wie Nr. 229, unten 1723— VIGII.0 PRO PATRIA Löwe eine Kugel haltend auf Poſtament, woran ¼(ſ. zu Nr. 210). Desgl. v. J. 1724: Ovales Wappen, unten 17 24— Rev. wie Nr. 233. Marie Amalie, Karls Gemahlin, Tochter des Herzogs Jakob von Kurland, Sterbethlr. v. J. 1711: PIETATE INSIGNIS’ Bruſtbild nach links.—SERMA PRINCET DNA DNA-MARIA AMALIA EXSERMADVCALISTIRPE CHVRLAND-ORIVNDANATAAO-MDCLIII-DIEXIIIVNII NVPTA'SERMO-ET-POTENTISS— PRINGC-ACDNO-DNOCAROLO HASS-LANDG-PRH. CCDZ-N-ET:S DIEXXIMAY-AMDCLXXIII DENATAVILLMONAST DIEXVI.IVNII- MDCCXI Sie ſt. in Weilmünſter auf einer Reiſe nach Schlangenbad. Zu leſen iſt: serenissima prin- ceps et domina, Churlandina, potentissimo principi, Villmonasterii). Friedrich I. Sohn Karls, geb. 1676, König von Schweden 1720, Landgraf von Heſſen 1730 bis 1751, halber Ducat v. J. 1731: FRIDERICVS-D GREX'SVECIAE: Kopf— Löwe, unten EDDERGOLD]1731 Die freilich unbedeutende Goldwäſcherei an der Edder beſtand bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Friedrichs zweite Gemahlin ſeit 1715 war Ulrike Eleonore, Schweſter Karls XII. Thlr. v. J. 1733: FRIDERICUS-D GREX SUECIAE Bruſtbild, unten LR(Louis Rollin) — HASSLE LANDGR: Wappen von Schweden, darin das heſſiſche, 2 Löwen als Schildhalter, unten 1733 CASS:(Kaſſel). Ducat v. J. 1737: Namenszug FN, daneben 17 u. 37, unten CASSEL— HASSLE LANDGR- Löwe im Wappen, daneben L u. R Wilhelm VIII., Bruder des Vorigen, geb. 1682, Statthalter 1730, Regent in Hanau 1736, ſelb⸗ ſtändig 1751 bis 1760, Ducat v. J. 1739: WILHELMüD G-HASS:LANDG: Kopf, unten E-K (Engelhard Johann Krull, Münzmeiſter in Hanau)— PR-H COM CD ZNS'& HANOVIH739 Wappen. Thlr. v. J. 1754, Prachtexemplar: WILHELM-VIIIDG: HASSLANDG-HANCOM’ Bruſtbild. — RECTUS ET IMMOTUS Wappen von zwei Löwen gehalten, darunter MARCK] FSILBER AUS] BIEBER unten 17 T.C.B 54 Der Münzmeiſter Joh. Konrad Bandell in Caſſel. Bieber Eiſenbergwerk nicht weit von Hanau; der Betrieb auf Silber wurde am Ende des 18. Jahrh. eingeſtellt. Friedrich II. 1760 bis 1785, Sohn des Vorigen, Thlr. v. J. 1765, Prachtexemplar: FRIDERICUSIID'G HASS-LANDG-HAN:COM(danach Roſenzweig) Bruſtbild geharniſcht, unten KÖR(Körner)— XEINE MARCK FEIN SILBER Wappen vom Hoſenband⸗Orden umgeben, daneben 2 Löwen, wovon der eine nach unten kriecht, unten F 1765 U(Friedrich Ulrich in Kaſſel). Gulden v. J. 1766 wie neu: Av. wie Nr. 241, nach C0M Punct, Bruſtbild anders.— XXST-EINE MARK FEIN Wappen vom Hoſenbandorden umgeben und von 2 Löwen gehalten, darunter F U und weiter unten 17 IUSTIRT:G6: Maria, deſſen Gemahlin ſeit 1740, Vormünderin ihres Sohnes Wilhelm IX und Regentin in Hanau 33 1760 bis 1764, Gulden v. J. 1763 wie neu: MARIAD:G:LANDGR:HAS.üN:PR:M:B&:H:T:&: COM:HANüADMINSTR(landgravia Hassiae nata princeps Magnae Britanniae et Hiberniae tutrix et comitatus Hanoviensis administratrix) Bruſtbild, darunter FI-E(Joh. Jakob Enke Münzmeiſter in Hanau)— 17 63 Zwei Wappen, unten XXE'F: MARK Erwähnenswerth iſt auch ein merkwürdiger Staniolabdruck des Avers. Er ſtimmt ganz mit dem Gulden überein, iſt aber viel ſchärfer und vollſtändiger und hat den Namen des Münzmeiſters nicht, ſcheint alſo eine vorausgegangene Probe zu ſein. 244. Zehner v. J. 1763, Prachtexemplar: MARIAD:G:LANDG:HASSN:P:M:B:CO:HAN:ADMW: Im Kranz Monogramm M2ltl—(CXX:ST:-EINE FEINE MARK 1763: Säule, woran 2 Wappen (Heſſen u. Hanau), darunter 10 und I.E: 245. Zwanziger v. J. 1764, wie neu: MARIAD:G:LANDG:HASS.N:PR:M:B:FR:&IHT:&COM:HANADM: Säule mit 2 Wappen, darunter 20 und †.PE— In Einfaſſung 60:8T: EINE FEINE MARK 1764 246. Wilhelm IX in Hanau 1764 bis 1785, in Heſſen 1785 bis 1821, Kurfürſt 1803, Thlr. v. J. 1765, Prachtexemplar: WILHELMODG-LANDG-&PR-HER-HASSCOMIAN:(princeps hereditarius) Bruſtbild mit Elephantenorden, am Arm S(Anton Schäfer in Mannheim)— X-EINE FEINE MARCK Wappen, von zwei Löwen gehalten, unten 17 FE 65(Enke) 247. Gulden v. J. 1765, wie neu, der vorigen Nr. ähnlich, nur LANDGR., HANOV Bruſtbild einfacher und XX“ ſtatt X 248. Gulden v. demſelben Jahr ebenſo, nur daß die Umſchrift des Av. von oben rechts herunter geht (Nr. 247 v. unten links hinauf). 249. Ducat v. J. 1768: WILIH:D!G-LANDG-&P-H-HASS-CH. Bruſtbild, unten S8— Wappen und Orden, unten 17I I E 68: 250. Deſſen Gemahlin Wilhelmine, Tochter Friedrichs V. von Dänemark, geb. 10. Juli 1747, vermählt 1. Sept. 1764, ſt. 14. Jan. 1820, Vermählungsducat: FELICIT TEMPORUM Bruſtbild mit Diadem, Perlen im Haar und Hermelin, unten zwei Füllhörner und D(Charlotte Rebecca Damiſel in Hanau).— Unter zwei Palmzweigen FCONIVGIO S-W-H-L.C:! HAN-CUM- S-W-CDANP. STABDEV.IRPRSEN TNEOHANI 1764-] TIE.!(felici c. serenissimi Wilhelmi Hassiae landgravii comitis Hanoviae cum serenissima Wilhelmina Carolina Daniae principe stabilito devotissime repraesentat senatus Neo-Hanoviensis.) 251. Heſſen⸗Darurſtadt Landgraf Ernſt Ludwig 1678 bis 1738, Rother Ausbeutethlr. v. J. 1696: G0TT. BAUE. DAsS. HAUS. HESSENDARMSTATT. Das heſſiſche Wappen an einer Palme, daneben zwei Bergleute, unten IAAR(Joh. Adam Rephun, Münzmeiſter in Darmſtadt) und GLCF (Gabriel Leclere fecit), im Abſchnitt MDC-XCVI.— SOBLICKENDIE-ERSTLING-DES'SEGENS-HERFUR Bergwerksgegend, Mann am Hasypel. — Nandſchrift: SOLCHE FRVCIHTE GIBT DIE ROTHER GOTTES GAB 252. Hohenlohe⸗Neuenſtein ggeſtiftet 1551, mediatiſirt 1806) Wolfgang Julius 1641 bis 1698, Thlr. v. J. 1697: WGVHV:G-H.Z. L'V:G-G-F-M-O“VR“(Graf v. Hohenlohe u. Gleichen, 5 253. 254. 255. 256. 257. 258. 259. 260. 34 Herr zu Langenburg und Granichfeld, General⸗Feld⸗Marſchall, Obriſter und Ritter) Bruſtbild ge⸗ harniſcht, mit der Rechten das Wappen haltend, unten 1697— 80 FAHRT EINRRCHTEDLERSINNFBERAILILESWIEDRIGSHINN Ritter über Neid, Wolluſt und Geiz hinweg ſprengend, unten GFN(Georg Friedrich Nürnberger in Nürnberg). Honſtein(1609 ausgeſtorben) Gemeinſchaftsthlr. v. J. 1561 von Volkmar, Wolfgang und Ernſt: VOLCMAR-WOLFET-ERNESTVS: Wappen mit zwei Helmzierden.— MONNOCOM DEHONSTEIN St. Andreas, daneben 6 u. 1 Volkmar † 1567, Wolfgang † 1580, Ernſt VI kommt zuletzt 1563 vor. Voraus ging Ernſt V., der 1552 ſtarb; Ernſt VII, der 1580 nachfolgte, ſt. 1593 als der Letzte der älteren Linie. Lippe⸗Detmold Graf Simon Heinrich 1666 bis 1697 ſchönes Dreiducatenſtück(wahrſcheinlich Guldenſtempel) v. J. 1692: SvIH-RC&N DTIS-DV&AB9U.(R ganz abſonderlich, vielleicht regens comes et nobilis dominus Lippiae supremus dominus Viandenae et Ameidae burggravius Ultraiectinus) Bruſtbild.— NXECTEMERE-NECTIMIDE Ovales Wappen, daneben 16 u. 92 unten I H(Johann Hoffmann). Mansfeld(1780 ausgeſtorben) hinterortſche Linie zu Mansfeld(geſtiftet 1486 erloſch 1666) David 1592 bis 1628, Thlr. v. J. 1605: BEI:GOTST. RATHVND-THAT- I6 05 Ritter Georg mit erhobenem Schwert.— DAVID-CO:E:DO:I:MANSF:NO:DiIHELE:SCHRA:(comes et dominus in Heldrungen et Schraplau) Wappen mit Helmzierde, daneben G u. M(Georg Mein⸗ hart in Eisleben). Thlr. v. J. 1612: Titel, wie vorher, nur NOB:, dann HEL-ETSCHRAPL: Ritter Georg— BEI GOTIST RATHVND THAT über qnadrirtem Wappen, neben dem 16 u. 12, G u. M Thlr. v. J. 1613 ganz wie Nr. 256, nur THAT ohne Punct. Dieſe Thaler waren wegen des Wahlſpruchs beſonders geſchätzt, namentlich die mit ungrader Jahreszahl, und galten als Talisman; in den Türkenkriegen des 17. Jahrh. trug jeder, der irgend konnte, einen ſolchen bei ſich. Vorderortſche Linie zu Eisleben(1530 geſtiftet, ſt. 1710 aus) Jobſt 1587 bis 1619, Thlr. v. J. 1611: IN'SPE-E:SILENTIO-FORTITVDO-MEA Ritter Georg mit Lanze.— 10B8T:CO:E:DO-:I:MANSP:NSD:I:HEL.: Wappen mit zwei Helmzierden, oben G M u. 1611. Sterbethlr. desſelben v. J. 1619, ſchön: IVSTVSCOETDOINMANSFNOBDOMIN-HELD- St. Georg mit dem Mansfelder Helm und dem Mansfelder Schild, worauf die Jahreszahl 19— ICH SCHWEIG VND GEDENCK· 4 Wappen dazwiſchen(in dem einen nur der Reichs⸗ apfel)), innen: XAATVS-AO“ 1558DIEA APRILIOBIIT. AO1619 DIE3ODECEMVIXTT ANNOS'G1'MEN]SES:SDIESI7T H I Hans Jacob in Eisleben) Naſſau(1866 preußiſch) Gemeinſchaftsthlr. der Fürſten Johann Franz zu Siegen 1638 bis 1699, Heinrich zu Dillenburg 1662 bis 1701, Wilhelm Moritz zu Siegen 1652 bis 1691, Heinrich Caſimir zu Dietz 1664 bis 1696 und Franz Alexander zu Hadumar 1679 bis 1711 v. I. 1681 wie neu: 35 IOHANFRANCHENRICGUILMAURHENROCASIM FRANCALEXAND. Die ſieben Fürſten im Harniſch von vorn, darunter 1681— D-G-NASSOVIE PRINCIP-COM-CATTIM ELIBVIANDETDEGDOMINBEIILST(principes comites Cattimeliboci Viandae et Deciae domini in Beilstein) G 0 H(Gottfried Otto Hoyer in Herborn, wo 1681 eine Münzſtätte errichtet wurde) Wappen quadrirt von zwei Löwen gehalten. Siegen erloſch 1743, Dillenburg 1739, Dietz herrſcht noch in Holland, Hadamar ſtarb 1711 aus. 261. Reuß Graf Heinrich VI in Obergreiz 1681 bis 1697, Sterbethlr. v. J. 1698: HENRICUSVI-RUTHENUSCOM-ACDNA-PLAUDNINGR:CR'GS-E-L'SRM-POLON und zweite Umſchrift: ETSEL“SAX-CAMPIMARE⸗ SCHALL-GENERALIS“(comes ac dominus a Plauia, dominus in Graiz Cranichfeld Gera Schleiz et Lobenstein, sacrae regiae maiestatis Poloniae et serenissimi electoris Saxoniae campimareschallus generalis) Bruſtbild.— INVICTUS MORIOR: Palm⸗ und Lorbeerzweig, darunter: NAT:‚ͤGRAIZ:VARISC:DVII AUG:M-DCXLIXHOSTIBIN CELEBERR:ADTIBISCIN HUNGAR:ÜPROP:ZENTAMPR LIODusEPT-MDCXCVII-IAMM SUPERATACCEPTOVULNERE MORTIFEROSEOG: DrOCT:SEGEDINIVITAMPRO PATRIA BEATISS ET GLORIOSISS: REDDIDIT. (Variscorum, hostibus, celeberrimo ad Tibiscum in Hungaria prope, superatis, sequente die, beatissime) Unten l-L 16 98H(Holland, kurſächſiſcher Stempelſchneider). Das Datum iſt nach altem und neuem Stil angegeben; den in der katholiſchen Welt ſchon 1582 eingeführten gregorianiſchen Kalender nahmen die deutſchen Proteſtanten erſt 1700 an. 262. Kurſachſen. Kurfürſt Johann Friedrich 1532 bis 1547, † 1554 und Herzog Heinrich der Fromme von Meißen 1539 bis 1541, Gemeinſchaftsthlr. v. J. 1539: IOHA NFRIE LEC-DV X'SAXFF (elector dux Saxoniae fieri fecit) vier Wappen dazwiſchen, Bruſtbild mit Schwert.— HEIN DVXS AXTIF A41539 vier Wappen dazwiſchen, Bruſtbild von vorn. 263. Derſelbe Kurfürſt mit ſeinem Bruder Johann Ernſt in Coburg 1532 bis 1553 und demſelben Heinrich, Gemeinſchaftsthlr. v. J. 1540: IOHAN'FI(sic) ELEC-DVX SAXBVRC MAG(anach kleines z, worüber ein Bogen, dann T. et cetera? ogl. Nr. 201) 4 Wappen dazwiſchen, Bruſtbild mit Schwert, darüber 15 u. 40— HENRIET IOHANER NESTDVOC SAXTFIFE 4 Wappen dazwiſchen, 2 Bruſtbilder ſich gegenüber. 264. Moritz Herzog in Meißen 1541, Kurfürſt 1547 bis 1553, Landsberger Groſchen o. J.: MAVRICIVS:D:G:D:SAXONI: Wappen von Sachſen.— ARCHIMARETELECTOR: Wappen von Landsberg.— 265. Halber Gulden v. J. 1552: MAVRICI'D:GDVX:SAXSAROIM:(sacri Romani imperii) Zwei Wappen, darüber 1552— ARCHIMARSCHALET-ELEC: Sächſiſche Helmzierde. 266. Kurfürſt Auguſt 1553 bis 1586, Bruder des Vorigen, Thlr. v. J. 1554: AVGVSTVS D:GDV:SAX: SA:RO:IMP! dazwiſchen 3 Wappen, Bruſtbild von vorn mit Kurhut und Schwert.— ARCHIMA RSCHALET:/ ELECTOR dazwiſchen 3 Wappen, innen Wappen, worüber ein Engel, daneben 15 u. 54 267. Gedenkthlr. auf die Eroberung von Gotha, Gefangennahme des geächteten Herzogs Johann Friedrich II und 5* 268. 269. 270. 271. 272. 273. 274. 36 Beſtrafung der Grumbachſchen Partei 1567: TANDEM B0NA CAVSA TRIVMPHAT Wappen mit den Kurſchwertern, darunter Monogramm HB(Hans Biner)— MDLXVII] GOTHACAPTA SVPPLICIODEPRO SCRIPTIS-IMP:HOS TIB:OBSESS'SVMPTO COETERISOTVGATIS' AVGVSTVS-D-SAXO!]ELECTORetc- FF(imperii hostibus obsessis, in coeterisque iſt das E im O angebracht). Thlr. v. J. 1581: AVGVSTVSOD:G-DVXSAXO*SA ROMATMP: Bruſtbild im Harniſch mit Schwert, daneben 15 u. 81— ARCHIMARS CHALET-ELEC Großes Wappen mit 3 Helmzier⸗ den, oben HB Sterbethlr. v. J. 1586, der erſte von allen: AVGVSTVS-DVX'SAXONILE ELECTOR: Bruſtbild im Harniſch mit Schwert— PIE IN]CHRISTO OB=P=DORMIVIT XI FEBR:AN.:M'D LXXXVI-CVM VIXISSETAN:' 1.IX-MEVI-DI: XI-HO:XII-:(ſcheint 12 ½ Stunden zu bedeuten) unten HB Deſſen Enkel Kurfürſt Chriſtian II. 1591 bis 1611(geb. 1583, bis 1601 unter Vormundſchaft des Herzogs Friedrich Wilhelm von S.⸗Altenburg) mit ſeinen Brüdern Johann Georg, dem ſpäteren Kurfürſten, und Auguſt † 1615, Gemeinſchaftsthlr. v. J. 1593: CIHRISTIANIOHANGEORGET·AVGVSTVS Drei Bruſtbilder von vorn, darüber 15 93— FPRAT:ETDV CES-SAXON Großes Wappen mit drei Helmzierden. Desgl. v. J. 1606: CHRISTIAN=IID:G:SA RO:IMP:ARCHIM:ETEILA- Bruſtbild im Harniſch mit Schwert, unten das kurfürſtliche Wappen— 1OHANGEORGETAVGVST-FRAT:ETDV:S:HR (Heinrich von Rehnen) Zwei geharniſchte Bruſtbilder, unten das ſächſiſche Wappen. Sterbethlr. v. J. 1611 vergoldet: MEM-PVN:CIHRISTII:S-RIARCHIMEEI=DéSIVCL.EMONTPACIEBENE(memoriae funeris Christiani, ducis Saxoniae Juliaci Cliviae et Montium pacifici benefici) innen fortgeſetzt: NATXDNIIISEPT-ANMD.LXXXIIEDENATIXXIIIIVN. Bruſtbild, dabei AN M.DCXI unten zwei Schwerter im Wappen.— PROFIDE,SVPRAFIDEM, DEOETCMSARI. MORSRAPVIT. NONDEFICITALTER Nach dem Tode des letzten Herzogs von Jülich 1609 wurde der Titel„Herzog zu IJülich, Cleve und Berg“ angenommen, den nicht bloß die ſächſiſchen Kurfürſten, ſondern auch die Herzöge conſequent noch im 18. Jahrhundert beibehielten. Sachſen hatte 1483 Anwartſchaft auf jene Länder bekommen, ging aber leer aus. Kurfürſt Johann Georg I 1611 bis 1656 mit ſeinem Bruder Auguſt † 1615, Gemeinſchaftsthlr. v. J. 1613: I0HAN:GEORG:D:G:SA: ROIMP-ARCIIIM ELE Bruſtbild im Harniſch mit Schwert, daneben 16 u. 13, unten das kurſächſiſche Wappen.— Kreis von 18 Wappen, darin Bruſtbild mit der Umſchrift: E-AVGVSTFED:S:I:CEM:(et A: fratres et duces) Ducat vom Stempel des Viertelguldens zum Reformationsjubiläum 1617: SECVLVM LVTHERANVM Bruſtbild mit Kurhut und Schwert, daneben FRID u. III, unten Wappen u. 15 17— VERBVMDNIMANETIN ETERNVM Bruſthild mit Kurhut und Schwert, daneben IO0H und GEOR, unten Wappen u. 16 17 37. In manet iſt N u. E, in aeternum N n. V, in Geor O u. R verbunden. Friedrich der Weiſe war Kurfürſt 1486 bis 1525. 275. Gulden v. J. 1617, der Kurfürſtin⸗Mutter zu Ehren als Weihnachtsgeſchenk, die Hälfte des ſog. heiligen Chriſtthalers: HONOREM-HABEBIS-MATRI OMNIBDDIEBDVIT TE:EID Sitzende Mutter, davor Blume und der Kurfürſt in römiſcher Tracht.— DITANT VOTA MATERNA 1617 Zwei betende weibliche Arme, von zwei Kriegerhänden geſtützt, zwiſchen zwei Füllhörnern. 276. Schönes Anderthalbthlrſtück v. J. 1619: PRO LEGE ET GREGE! Der Kurfürſt zu Pferd(als Erzmarſchall), darunter das kurſächſiſche Wappen und 16 19— D:G:IOHANN:GEORG·DVXSAXITVL-CLETMO-ELE: Wappen mit ſechs Helmzierden, daneben HV u L: 277. Vicariatsthlr. v. J. 1619: PROLEGE ETGREGE Kurf. zu Pferd, daneben 16 u. 19, unten Wappen.— DG. IOHANN'GEORGNI DVXSAXITVIL-CLIVETD MONT'SRIARCHIMAR. ELECTATOPOSTEXCES=SVM'DIMPMATTHIEAVGSECVNDVM-VICARLANTG THVRMARCHMISNLBVRGGR-MAGD·COM-DEMARCETRAVENSPDNVSINRAVEN- STEIN(divi imperatoris, augusti, lantgravius Thuringiae, marchio, comes de Marca et Ravensperga). Die E des Rev. ſind theils gewöhnlich, theils wie eine verkehrte 3. Joh. Georg war auch 1612 Reichsverweſer, darum secundum(zum zweiten Mal) vicarius. 278. Halber Gulden v. J. 1625: IO0HAN:GEORG:D:G:DVXSAXIVL-CLIV:ETMO Bruſtbild mit Schwert, Helm in der Linken.— SA-ROMANIIMP-ARCHIM-ETELECT.IJé 25 Wappen, daneben Il u. I(Hans Jacob) 279. Schönes Dreithalerſtückv. J. 1627: I0HANN:GEORGD:G:DVXSAXONILTIVL:CLIV-ETMONTI: Kurfürſt zu Pferd, dahinter Anſicht von Dresden— SACRI:ROM: IMP:ARCHIM ETELECT· Wappen mit ſechs Helmzierden, unten 16 27 u. H 1 280. Schönes Fünfducatenſtück(Guldenſtempel) zum Jubiläum der Augsburger Confeſſion 1630: NOMEN DOMINI TURRIS FORTISSIMè Vier Wappen dazwiſchen, Bruſtbild Johanns des Beſtändigen(Kurfürſt 1525 bis 1532) mit Klappmütze und Schwert, darüber 15 30 25 Juny und mitten 10 AN u. NES(A u. N verbunden, desgl. N u. E)— CONEESSLUTHER:üAUG:EXHIBIT ESECULUM(confessionis Lutheranae Augustae d. h. in Augsburg) Bruſtbild mit Kurhut und Schwert, darüber 16 30 25 Juny, mitten I0 H u. GEOR, unten Wappen. 281. Doppelducat(Ortsthalerſtempel) zu demſelben Jubiläum, ebenſo, nur FORTISSI:, SECULUMNM u. GEO 282. Thlr. zu demſelben Jubiläum, ebenſo wie Nr. 280. 283. Thlr. v. J. 1656: I0HANGEORGD:GDVXSAXIVL-CLIV-ETMONT. Bruſtbild wie Nr. 278. — SAROMIMP-ARC HIMRTELECT 16 56 Wappen mit acht Helmzierden, daneben C R(Roth) 284. Sterbethlr. v. J. 1656: n NUMEXEOQHOHAN/GEORGISRIMPARCHIMEELSAXI:CMD-ASSER“(nummus exe- quialis Johannis, ducis assertoris) innen fortgeſetzt: 285. 286. 287. 288. 289. 290. 291 292. 38 AUG-CONFRELMNATV-MARTAMDLXXXVDENATVIIFOCT.(Augustanae confes- sionis religiosissimi) Bruſtbild mit Schwert von vorn, daneben AN M-DCLVNI O DEO! GeSARIIMPE=RIOO ROTFID-CONSTMAGNANTOSTMULTTRIUMP PAGPUGBIREST ETINHOC-OVOD'SUF SIMIL-POSTRELINOV= FELICISSYPATER PATRLEBEATE: MOR(Romano fidelis constans magnanimus, triumphos pace publica restituta, similem posteris relinquat, mortuus). Desgleichen: alles, ſogar alle Puncte, ebenſo, aber anderer Stempel. Kurfürſt Johann Georg II. 1656 bis 1680, Sohn des Vorigen, Vicariatsthlr. v. J. 1658: DEO ET PATRLEG5S· Der Kurfürſt zu Pferd, unten Wappen.— D-G-IOHANGEORGII' DUXSAXT-C“&-MONT SRIMPARCHIM-ELECT. ATO-PosT-EXCESSDIVIMPj FERDINIIIE-AUCG-VICARIN LANDG-THURMARMIS: NILTE'SUP-K&INFLUSATIE BURGG; MAGD-COM-DE MARC'&RAVENSB DOMINRAVEN:]STEIN“(Titel wie Nr. 277, mit dem Zuſatz superioris et inferioris L.) Gulden ebenſo, nur D ſtatt DIV und in IMP das M und P nicht verbunden, wie auf dem Thlr. Thlr. v. J. 1670: 10HANGEORGIFD-G-DUXSAXTCLETNMONT: Bruſtbild.— SAC-ROMIMP-ARCIIIMETELECT 670· Einfaches Wappen, darüber C R(Rath) und darunter WECHSELTHALER Kurfürſt Johann Georg III. 1680 bis 1691, Sohn des Vorigen, Sterbethlr. v. J. 1691: IEHOVAVEXILLVM MEVM“ Geharniſchter Arm mit Fahne.— 10H·GEORGIIEFDVXSAXTCMANG-KWESTPHSRARCIHIIM:&El.ECTOR!(Angriae et Westphaliae) Innen: HEROS. DEFENSOIMPER ATVRCIS'GALLISOGLORIOSISSIMVS: N-AeM-DCXLVIIDXXTVNAeDVODECELECTO⸗ RATVSFELICISSIMTTINEVNTE: TVBINGrOBIT A? M-DCXCITXISEPT.(defenso imperio wohl richtiger als die frühere Erklärung defensor imperii) darunter K(Koch). Kurfürſt Johann Georg IV. 1691 bis 1694, Sohn des Vorigen, Sterbemünze, Ortsthlr. v. J. 1694: SOLA-GLORIOSA OQVAAIUSTA: Pyramide, woran zwei Wappen.— 10H-GEOGIVOD-SAXTCM A&WSRTAROIHIM&EL Innen: PRINCEPS- TOG-&ARM! CLARPATRAPDEODAT DRMDCLXVIII XVIII/OCT: PREMATPLAC=M-DCXCIV OBIIT(toga et armis clarissimus patriae a Deo datus Dresdae, praemature placide) unten a zwiſchen I: u. K.(Koch) Aehnliche Sterbemünze Doppelgroſchen(un Reichsth.) Av. ebenſo.— Rev. gleiche Umſchrift, innen aber PRINCEPSMAGN-ANIMPATR-ADEODAT! DRMDCLXVIII DXVIII-OCTPREMAT: PLAC-MDCXCIV- XXVITAP. OBIIT unten 2 gt zwiſcheo I u K: Kurfürſt Friedrich Auguſt 1694 bis 1733, König von Polen als Auguſt II 1697, Bruder des Vorigen, ſchöner Vicariatsthlr. v. J. 1711: Der Kurf. zu Pferd mit Commandoſtab, darunter das polniſch⸗ſächſiſche Wappen.— FRID-AUG:] REX ELECTOR Zwei Tiſche, der eine mit könig⸗ lichen, der andere mit kurfürſtlichen Inſignien, unten ein Tiſch, an deſſen Decke im Rautenkranz ETp VICARIOSPOST MORTIOSEPHIIMPERAT: daneben MDC u. CXI, links FL-H:(Holland) 294. 296. 297. 298. 299. 1 39 Gedenkthlr. zum Begräbniß der Kurfürſtin⸗Mutter Anna Sophie, Gemahlin Joh. Georgs III: DEO DUCE In denHafen fahrendesSchiff, unten PORTUMINVENIT, darunter 1'G.S.(Schomburg)-Krone, darunter FRIDERICUSAUGUSTUSREXPOLONETELEGCTORSAXON-/ MATRI DILECTISSIM” ANNE SOPHILE f PRINC:HERED-REG:DAN:FLENSBURGI D4SEPT:G47V.NAT. VIDU E ELECT:SAXON:LICHTENBURGI D-HIULHTITDENATR; OVEILLUSTRIS VIXIT, ILLUSTRISNUNCVIVIT, IWLUSTRIFUNEREUTILLUSTRETURRENUTT. MONUMENTUM PERENNEFF.(principi hereditariae regni Daniae, electrici Saxoniae, fieri fecit). Aehnlicher Doppelgroſchen: Av. ebenſo, unten noch 2 9!— Rev. mehr abgekürzt und ohne die Worte quae bis renuit. Thlr. auf die Vermählung des Kurprinzen(ſpäteren Königs Auguſt III.) mit Maria Joſepha, Tochter des Kaiſers Joſeph I. 1719, ſehr geſchmacklos: INDISSOLVBILITER Zwei zuſammengebundene brennende Herzen.— SIGNATISPACTCONIVG“IINTER SERPRINCREGNAPOL ETELECTSAXON!] ETSER-PRINCRaVIHVNG- BOH-&cARCHIDVC-AVSTR- VIENN- A-MDCCXIX“:(pactis coniugalibus inter serenissimum principem regium Poloniae et elec- toralem) unten I.G.S(Schomburg). Sachſen⸗Lauenburg(1260 durch Johann, Sohn des Kurf. Albrecht I. von Sachſen, geſtiftet, ſtarb 1689 aus und kam an Hannover) Julins Frauz 1665 bis 1689, Gulden v. J. 1678: IVLFRANC:SAX! ANG:WESTP:DVX“: Bruſtbild im Harniſch.— THV-RECHTSCHEV-NIMANDT! Wappen, rechts 3 Roſetten, unten ¾ zwiſchen 16 u. 78 Sächſiſche Herzöge in Thüringen Johann Caſimir † 1633 und Johann Ernſt † 1638, Söhne von Joh. Friedrich II. und Enkel des 1547 verdrängten Kurfürſten Johann Friedrich, 1572 bis 1586 unter kurſächſiſcher Vormundſchaft, ſchlechter Thlr. v. J. 1609: D:G:IOHA:CASI:ETIOHA:ERNS:-FRA:(fratres) DVCES'SAXON. Innen: FRID:ERNEIHRT(N u. E ſowie HR verbunden) VNFRID-VERZEHRT(NF ſowie HR verbunden) Zwei geharniſchte Bruſtbilder ſich gegenüber.— LANTG:THVRI:ET-MARCHIO:MISNMON.:IMP: (moneta imperii) Monogr. WA(Wolfgang Albrecht) Innen 13 Wappen im Kreis, darin 1609 über dem ſächſiſchen Wappen, neben dieſem C u. 0(Coburg). Aehnlicher Gulden v. J. 1609 mit demſelben Fehler VER-=ZEHRT. Statt ET beidemal E, vor ERNS nur I0 HH: 8 Thlr. derſelben Brüder v. J. 1627: D:G-IO CASI ETIO ERNF D'SAX IV-CL ETM(ſ. Nr. 272) 9 Wappen dazwiſchen, innen FRIED ERNEHRT(HR verbunden) Bruſtbild im Harniſch mit Commandoſtab, daueben 16 u. 27, Helm rechts— LAN THIV MAR MIS COM M-ET RA-D INR (ſ. Nr. 277) 8 Wappen dazwiſchen, innen VNFRIED VERZEHRT:(HR verbunden) Bruſtbild nach links im Harniſch, den Helm in der Rechten, daneben 2 kleine Wappen, rechts WA Friedrich Wilhelm in Altenburg 1573 bis 1602 und Johann in Weimar 1573 bis 1605, Söhne Joh. Wilhelms, des zweiten Sohnes vom Kurkürſten Joh. Friedrich, Thlr. v. J. 1583: D:G-FRI WIIrDV SAXNIA NTHVTE MARAMI MOIMP 6 Wappen dazwiſchen, Bruſt⸗ 301. 302. 303. 304. 305. 306. 307. 308. bild von vorn im Mantel, daneben 15 u. 83— D:G 10 HANDV SAX-LA NITHVR E-MAR MIS 6 Wappen dazwiſchen, Bruſtbild von vorn im Mantel. 1 Thlr. derſelben Brüder v. J. 1597: D:G-FRI WITDVX SA-THV EELEC ADMINI MO0 (et electoratus administrator ſ. Nr. 270 moneta imperii) 7 Wappen dazwiſchen, Bruſtbild gehar⸗ niſcht, rechts Helm.— D-G-lOAN DVX'SAX LANDG TIHVE MARCIH MIS 6 Wappen dazwiſchen, Bruſtbild geharniſcht nach links, Helm links.— Die Söhne des genannten Friedrich Wilhelm von Altenburg, Johann Philipp † 1639, Friedrich † 1625, Johann Wilhelm † 1632 und Friedrich Wilhelm II. † 1669, Thlr. v. J. 1612: D.GlO PHlIIFRIO-WIIFRWILFRADVSAIVL⸗CI EIMON Zwei Bruſtbilder rechts, zwei links gewendet.— LAXDG/THVET MARMIS:COMMARET.RAVENS-DNINRA- Mon. WA (Albrecht) Innen Kreis von 17 Wappen, darin Umſchrift: DISCORDIAPRECVRSORRVYINK Mitten 1612 über dem ſächſiſchen Wappen. Thlr. derſelben Brüder v. J. 1623: D:G-IOH:PHIIL: FRID:(dieſe Puncte allein ſind 2 Roſetten) 10H WILHETFR WILFRAT: 4 Wappen dazwiſchen, Bruſtbild geharniſcht mit Commandoſtab, daneben 16 u. 23; rechts Helm.— DVC:SAXON IVIaCLI: ETMONT LINALDEN(lineae Aldenburgicae) 5 Wappen dazwiſchen, 3 geharniſchte Bruſtbilder, unten WA Die acht Söhne Johann's von Weimar(ſ. Nr. 300), Johann Ernſt † 1626, Friedrich † 1622, Wilhelm † 1662, Albert f 1644, Johann Friedrich † 1628, Ernſt der Fromme † 1675, Friedrich Wilhelm †F 1619 und Bernhard k† 1639, Thlr. v. J. 1607: D:G.IOH.ERNES: FRIDERICVS WILHELMVS: ALBERTVS 3 Wappen dazwiſchen, 4 Bruſtbilder von vorn, darunter MONNOV-ARGRI' VIIITRAT:] DVC:SAX(argentea octo fratrum ducum)— IO:FRIDERICO: ERNESTVS FRID-WILHELM! BERNHARDOD: 4 Wappen dazwiſchen, 4 Bruſtbilder von vorn, darunter LINEA' VINA=-]⸗-RIENSIS.] 16 à407 Thlr. v. J. 1611, ebenſo(Rev. ohne Punct nach Fridericus, Ernestus u. Bernhardus). Thlr. derſelben Brüder v. J. 1616: DG0HLRNdvNDVXSAXIVäL.ET MSVOETTVTNOM (tutorio nomine) Kniebild des Joh. Ernſt, um ihn 7 Bruſtbilder.— FRID WII. MAL BERTIOHRID ERNPRID-WIIH ET.BERNFFWA Wappen mit ſechs Helm⸗ zierden, daneben 16 u. 16 Bis 1615 ſtanden die 8 Brüder unter kurſächſiſcher Vormundſchaft, 1615 wurde Joh. Ernſt Vormund(geb. 1596). Er heißt junior zum Unterſchied von dem Nr. 297 Genannten. Weimarſcher Gemeinſchaftsthlr. der ſechs noch lebenden Brüder v. J. 1623: MONETATRATRVMDVC:SAXONLINNVIN: 16 23 Minerva mit dem ſächſiſchen Schild, links Lorbeerkranz.— NACH-DEM-ALTEN!SCHROTVND KORX(beigefügt wegen der damals, in der Kipperzeit, ſo häufigen Münzperſchlechterung). Wappen mit ſechs Helmzierden, unten G A (Gabriel Andreä) 1 Bernhard von Weimar, der jüngſte der 8 Brüder, der Held im dreißigjährigen Kriege, Begräbniß⸗ dreier(3 Pfennige) v. J. 1655: Monogramm BHZS Herzog zu Sachſen) im Lorbeerkranz.— Nat: 6. Augel604. denat: S Jul-] 1639 Tgmul: Iæ æœbris, 41655(tumulatus) 309. 310. 311. 312. 313. 314. 315. 41 Die ſieben Söhne von Ernſt dem Frommen(ſ. Nr. 304), Friedrich I in Gotha † 1691, Albert in Coburg † 1699, Bernhard in Meiningen † 1706, Heiurich in Römhild † 1710, Chriſtian in Eiſen⸗ berg † 1707, Ernſt in Hildburghauſen † 1715 und Johann Ernſt in Saalfeld † 1729, Thlr. v. J. 1688: DVCES SAXON IVILI CLIV T MONIT. Sieben Portraits, in jedem ein Bruſtbild mit dem Namen und beigefügtem DEIGRAT— FRATRES LINLE(sic) GOTHANT1G SS- Wappen mit ſechs Helmzierden, daneben IG6 W(Johann Gottfried Wichmannshauſen in Gotha). Gotha ſtarb 1825 aus, Coburg 1699, Römhild 1710, Eiſenberg 1707, Hildburghauſen kam 1826 an Meiningen, Saalfeld das jetzige Coburg⸗Gotha. Friedrich II. in Gotha 1691 bis 1732, Sohn des eben erwähnten Friedrich I., Doppelgroſchen zum Jubiläum 1717: FRIDERIFD-G'DVXSAXO-GOTII(Saxo-Gothanus) Bruſtbild, am Arm W (Wermuth)— GRATA]REFORMA-TIONISIECCLESIAERECORDATIO ESsRAEVIII 35-] MDCCXVII] D-310CT-Te-*T:(J. Thun, 2 Groſchen). Bernhard III. zu Meiningen 1680 bis 1706, der ſchon Nr. 309 erwähnte, Sterbemünze, Doppel⸗ groſchen mit deutſcher Schrift: v. G. G. Bernhard. 3. H.z. S. J. C. v. B. a. E.v. W.(d. h. Jülich Cleve und Berg auch Engern u. Weſtphalen) Bruſtbild.— gebohren 10·SEPT. 1649] geſtorben 2 7APRIL 1706 regieret/ XXVI-Jahr. 2.ggr.(d. h. 2 gute Groſchen, wovon 24 auf einen Reichsthlr. oder 1 ½ Gulden gingen). Johann Ernſt VIII. zu Saalfeld 1680 bis 1729, der ſchon Nr. 309 genannte, ſchöner Sterbethlr. v. J. 1729: DGIOHANN'ERNEST. VIIID:SAXI-CMA-KW: Bruſtbild geharniſcht, unten NAT 22AVGH65S-D-ITDEC] 1729 2T7IANMENS'3 15051ES:(denatus 17., aetate, wonach dies für dierum grammatiſch unrichtig).— COELOREDVXINTAMINATISPVLGETHONORIBVS- (Chronogramm mit Benutzung von Horaz Od. III, 2, 18) Urne, woran der Namenszug IE, das ſächſiſche Wappen und die Aufſchrift PARENTIOPTIMO PRINCIPIPIOIUCSTOCLENM FILIALISPIETAS]CONCORDTRATRUM MONUMENTUMüP-P.(clementi, concordia, P-P.: wiro erklärt posuerunt, beſſer viellcicht concordum, perenne posuit). Ausbeutethlr. v. J. 1693 von Ilmenau, wo die ſächſiſchen Herzöge bis 1702 gemeinſam prägten: FRUCTU MULTIPLICI COELO FOECUNDOR AB ALTO(Sexameter) Henne, darunter B A(Baſtian Altmann)— MONETA NOVA DUCUM SAXONILE HENNEBERGICA 16 93 Wappen von Sachſen und Henneberg, jedes mit Helmzierde, zwei Bergleute als Schildhalter. Ilmenauiſcher Gulden v. J. 1693: FELIX FODINARUM ILME NAVIENSIUM REPARATIO Henne, darunter B A und?— D. G:DUCUMSAXONLEMONETACOMMUNISHENNEBERGENSIS Das einfache ſächſiſche Wappen, daneben 16 u. 93 Auf dem Avers iſt der Stempel des fränkiſchen Kreiſes eingeſchlagen, nämlich Mon. FO unter 60·N, wodurch der volle Werth von 60 Kreuzern in Nürnberg anerkannt wurde. Schaumburg(ſt. 1640 aus) Ernſt 1601 bis 1622, ſchöner Doppelthlr. o J., faſt 57 Millimeter groß: HATS 60 T:CORSEN:SO:WIRATS Wer GESCHEN Der Graf zu Pferd im Harniſch.— ERNESTUS:D:G:HOL.SCA:E:STE:C:D:G“(Holsatiae, Scawenburgi et Sternebergae comes dominus Gehmae) Wappen mit drei Helmzierden. 6 316. 317. 318. 319. 320. 321. 322. 323. 42 Es gibt ähnliche Dreithalerſtücke mit der Jahrszahl 1603. Schlick Graf Stephan 1517 bis 1526, fiel bei Mohacz mit dem König Ludwig von Ungarn und Böhmen, Thlr. o. J.: LVDOWICVYSPRIMD:GRACIAREX“BO(primus, Bohemiae) Der böhmiſche Löwe.— ARDOMI:SLIST EZFRACOMD-B(arma dominorum Slicniorum Stephani et fratrum comitum de Basaun, das M von COM ſteht im 0) Wappen unter dem Heiligen, neben dieſem S u. I(St. Joachim). Man nannte dieſe zweilöthigen Münzen nach dem Bergwerk, woher ſie ſtammten, Joachims⸗ thaler, was ſpäter in Thaler verkürzt wurde. Aehnlicher Gulden o. J.: LVDOWICVS-PRIMD:GRACIA:R:B Löwe.— AR-DO:SILOI:STET FRA·COM:D:B Joachim, daneben 8 u. I, unten einfaches Wappen. Thlr. v. J. 1525: Av. wie Nr. 316, nur LVDOVICVS u. B0E— Rev. wie Nr. 316, nur SLI:ST E,, D:BA und im Feld noch 15 u. 25. Schwarzenberg(1806 mediatiſirt) Fürſt Ferdinand 1683 bis 1703 u1n. ſeine Gemahlin Maria Anna, Thlr. v. J. 1696: FERDINANDD) ETMARIAANNA Zwei Bruſtbilder neben einander.— PRINCEPS-ASCHWARZENBERGHERES-LANDGRAVIA(ND ſowie AV verbund.) INSULZ. Zwei Wappen im Fürſtenmantel, darüber 16 96 Das gräfliche Huus Sulz ſtarb 1687 im Mannsſtamm aus; durch die Erbtochter Maria Anna kam das Beſitzthum, die 1688 gefürſtete Landgrafſchaft Klettgau in Schwaben, an das Haus Schwarzenberg. Solms(mediatiſirt 1806) Chriſtian Auguſt zu Laubach 1738 bis 1784, ſehr ſchöner Thlr. auf den Tod ſeiner Gemahlin Dorothea Wilhelmine 1754: CIIRIST-AVG-GR=ZSOLMS-DOR-WILH’GRZ1SOLMS-GEBVONBOETTICHIER Innen auf einem Band ECHTERLIEBES(sic) BANDSTEHTINGOTTESHAND Zwei Portraits, die eine Hand von oben hält, darunter P. P. Werner fe(Peter Paul Werner in Nürnberg) und unter einer Leiſte GEB- 5FEBRS725* VERM=2S:OCT. 1753] GEST.Z5AVG.I754] IM(Johann Martin Förſter Münzmeiſter in Nürnberg).— Sarkophag, woran DW, auf jeder Seite ein Engel mit Wappen, darüber Band mit ICHHABEVBERWVNDEN, oben Sonne und von zwei Händen gehaltene Krone. Ducat v. J. 1761 wie neu: CHRISTIAN AU0GUST GRAFF ZU SO0LMS LAUBACI Bruſt⸗ bild nach links, darunter TE(Enke in Hanau)— RECTE FACIENDO NEMINEM TIMEAS 1761 Wappen und Orden, darunter EIN DUC: Stolberg(mediatiſirt 1806) Chriſtoph Friedrich zu Stolberg 1704 bis 1738 und Joſt Chriſtiau zu Roßla 1704 bis 1739, Gemeinſchaftsthlr. v. J. 1715: CHRISTO: FRID&IOSTCHRISTIFRCOMOD:STOLB-KR-W&lH’(fratres comites de Stolberg Koenigstein Rochefort Wernigerode et Honstein) Zwei Bruſtbilder neben einander, am Arm CW.(Chriſtian Wermuth in Gotha)— SPES NESCIA FALI.] Hirſch und Bergwerk, unten MDCCXVILT'G“(Joh. Jeremias Gründler Münzmeiſter in Stolberg) Gemeinſchaftsgulden zum Reformationsjubiläum 1717: 60TT SEEGNE U. ERHALTE UNSERE BERGWERCKE Hirſch vor der Säule.— 324. 325 326. 92 330. 331 332. 333. 43 HERRGOTT ZEBAOTHTRGSTE VNS LAS VNSILEBENSOWOLLENWIRDEINENXAH MEN ANRVFFEN bis hierhin Chron. PSALXMSO-U 19 DEN 1·OCTOB[TIIG Guter Groſchen zum Jubiläum 1717 wie neu: Av. ebenſo, nur abgekürzt BERGW— KOMT HER HÖRT[NVNZVALLE DIEIHRGO†T FVRCHTET.[Chron. bis dahin Ps:66·U.16:] D:1.00T0. II G Friedrich Karl zu Gedern 1710 bis 1767, ſehr ſchöner Ducat v. J. 1719: FRIDERICH-CARL GR=ZSTOLBERG Kopf.— KRW.UH-HZ E-M B-A-L-U-KL(Herr zu Epſtein, Münzenberg, Breuberg, Aigmont, Lohra und Klettenberg) 1719. Hirſch an Säule. Die Linie Stolberg⸗Gedern erloſch 1804. Chriſtoph Ludwig II. 1738 bis 1761, Sohn des Nr. 322 genannten Chriſtoph Friedrich, und Friedrich Botho 1739 bis 1768, Sohn des dort genannten Joſt Chriſtian, ſchöner halber Gulden v. J. 1750: Av. wie Nr. 323, nur VND und VNSERE— CHRISTIUDEWIGU.FRIED.BOTHO'GR=Z STOILBRKR W.LUN Großes Wappen, daneben 17 u. 50, FE u. V-C, darunter FEINSSILB.: 7. Trautſon Paul Sirtus k k. Oberhofmarſchall, Präſident des Reichshofraths und geheimer Rath, zuletzt auch Statthalter in Nieder Oeſterreich, erhielt 1615 das Münzrecht und ſt. 1620, Thlr. v. J. 1620: PAVLVS'SIXTVS-TR AVTHSON-COMES Bruſtbild, unten Hufeiſen(das Familien⸗ wappen)— INFALKENSTEINAVREILVELL-EOVPS(velleris) Wappen vom Orden zum goldnen Vließ umgeben unter dem Reichsadler, daneben 16 u. 20 Waldeck Karl 1728 bis 1763 Viertelducat: CAROLiD:G-PR-WA LD: Kopf.— ARDUAADGLORIAM-VIA Stern im Wappen, unten 1741 Wied(1806 mediitiſirt) Friedrich Alexander zu Neuwied 1737 bis 1791, halber Stüber Kupfer v. J. 1749: GLUCK AUF Stehender Bergmann— BERG MUNZ. In Einfaſſung LOUISEN GLUCK unten 17 49 Viertelſtüber Kupfer v. J. 1749: Monogr. FA M(Wied)— SOLERTIA-VINCTT Bergwerks⸗ haspel, unten 1749 Halber Gulden v. J. 1752, ſehr klein: FRID-ALEX·COMESWEDAER ETN(Runkel u. Iſen⸗ burg) Bruſtbild, darunter DCB u. 1752— DECENTE LIBERTATE FLORESCAT Anſicht von Neuwied, darüber NEOWED A, unten FEINISIILB Würtemberg Johann Friedrich 1608 bis 1628, ſchöner Doppelthlr. v. J. 1625, viereckig(ſog. Klippe), Ausbeute von Chriſtophsthal: IOHANNFRIDöD:GDVX-WIRTEMBERG-ET-TFC: (Teccensis) Bruſtbild.— STRENAEXARGYROCOPEO-VALILISSCHRISTOPH-(Sancti Christophori) X der heilige Chriſtoph, darunter CIODCXXV. Außer dem Kreis 4 Wappen. Außerdeutſche Staaten. Dänemark Chriſtian IV. 1588 bis 1648, norwegiſcher Thlr. v. J. 1638: CIHIRISTIANUS IIII D G DANI NOReteREX(Daniae Norvegiae). Innen 6* 336. 337. 338. 339. 340. 341. 342. 343. 344. 44 REGNAFIR MATPIETAS Bruſtbild mit Krone.— BENEDICTIO DOMINIö DIVITES FACIT (auf die norwegiſche Silbergrube„der Segen Gottes“ bezüglich) der Löwe von Norwegen, daneben 1 6 38 Friedrich III 1648 bis 1670, Viermarkſtück v. J. 1657: IIII MARCK DANSKE 1657 Gekröͤntes Monogramm F3— DoMINUS- PROUIDEBIT Das däniſche Wappen vor dem Danebrogskreuz. .Chriſtian V. 1670 bis 1699, ſchöner Ducat v. J. 1672: CHRISTIANVD-G-REXDANNORNVA GO;(Vandalorum Gothorum) Bruſtbild mit Lorbeer⸗ kranz.— DVX”SL: HO-ST-Dl COM:OI.& DEl.(Slesvicensis Holsatiae Stormariae Dit- marsiae, comes Oldenburgi et Delmenhorsti’) Drei Wappen(Dän. Norw. Schweden) vor Kreuz, daneben 16 u. 72, G u. K(Krüger). England Eduard IV 1461 bis 1483, Roſenoble(ungefähr 2 Ducaten) faſt 35 Millim. groß, Mönchsſchrift, Kleeblätter als Puncte: EDWARD-DEGRA'REX ANGL.ZFRANC DNSü.I'B: (Angliae et Pranciae dominus Iberniae mit falſchem Punct vor FRANO verkehrtes Z) Der König mit Krone, Schwert und Schild von vorn im Schiff, woran eine Roſe, links Flagge mit E— IHC-AVTTRANSIENSPERMEDIVMILLORVMIBAT(Jesus autem, ſtatt T in ibat ſteht ein I. und Punct davor) Strahlende Roſe umgeben von vier Leoparden unter Krone und vier Blumenkreuz⸗Enden, am Ende der Umſchrift noch eine Krone. Eliſabeth 1558 bis 1603, doppelter Roſenoble(ungefähr 4 Ducaten) 43 Millim. groß, ſehr ſchön: ELIZABETH:D.G.ANG'. PRAETIIIB.REGINA:(danach Auſter). Die Königin von vorn mit Reichsapfel auf dem Thron, unten Fallgitter.— PNO-TACTV.ESTASTVDET ESTMIRABIN’OCVLIS'NRS(nostris, danach Auſter). Roſe, in deren Mitte quadrirtes Wappen Frankreich u. England). Karl II. 1660 bis 1685, Dreipenceſtück v. J. 1679: CAROLVSAIII DEI'GRATIA Bruſtbild mit Lorbeerkranz— MAG-BRFRET-HIB-REX16 79 Drei verſchlungene C(deren Zahl den Werth angibt). Wilhelm III. 1689 bis 1702, Halfpenny Kupfer v. J. 1700: GVLIELMVS TERTIVS Kopf mit Lorbeerkranz.— BRITAN NIA: Sitzende Britannia, unten 1700 Frankreich Ludwig XIV. 1643 bis 1715 ſehr abgenutzter halber Sou(6 Deniers) von Bronze, Jahreszahl nicht zu ſehen: LOviSXIIIIROYDEFRANCELTDENAV Sechs L u. drei Lilien, mitten H(La Rochelle)— Lilienkreuz, von der Umſchrift nur DENIERS DE FRA zu ſehen. Schlechter Liard von Kupfer(½ Sou), Jahreszahl nicht zu ſehen: LXIIIIROYDEFRETDE:NA Bruſtbild mit Krone.— LlARDDE' FPRANCE]C(Caeu) Drei Lilien. Drittelſou v. Kupfer v. J. 1697: Titel ebenſo, Kopf ohne Krone.— PIECE-DE-IIII-DENIERS I)97·HB (Straßburg, H u. B verbunden). 3 Lilien unter Krone. Ludwig XV. 1715 bis 1774, Sou von Kupfer v. J. 1719: LUDOVICUS.XV- DEI'GRATIA Kopf— FRANCIE ET NAVARR REX“ 1719- Wappen, unten IHB(verbunden). Münze für Weſtindien in Größe eines halben Franc v. J. 1731: LUD-XVD-G-FR-ETNAV-REX: Kopf mit Lorbeerkranz, darunter H(La Rochelle).— SLESDUI VENIT 3 Lilien, unten 1731 345. 346. 347. 348. 349. 350. 351. 352. 45 Italien. Mantua(1708 erloſchen) Vincenz 1587 bis 1612, Scudo v. J. 1589: VIN DG DVX MAN IIII ET MON FER II Bruſtbild nach links, unten 15·89— PROTECTOR NOSTER ASPICE St. Georg, unten MANTVA als Prägeort. Der Titel iſt: Vincentius dux Mantuae quartus et Montisferrati secundus. Mantua, vorher Markgrafſchaft, wurde 1530 ein Herzogthum, Montferrat, das 1536 durch Erbſchaft an Mantua kam, wurde 1573 zum Herzogthum erhoben. Scudo von Caſale 1594: VINCD:G-DVX-MANIIIIET’(verbunden) MON-FERII Bruſtbild.— PROTECTOR-NOSTER-ASPICE-I594: St. Georg, unten CASAL: Savoyen Herzog Victor Amadeus II. 1675 bis 17307König von Sardinien 1720, reſignirte 1730, † 1732, von 1675 bis 1680 unter Vormundſchaft ſeiner Mutter Maria Johanna Baptiſta von Nemours, Lira(20 soldi) v. J. 1678: MARIOBAPNVIC-AMIIDG-DVC'SAB(duces Sabaudiae) Zwei Bruſtbilder, die Mutter mit Witwenſchleier, neben einander.— PRIN-PEDEM: REGESCYPRI (principes Pedemontium) Wappen, darüber 16 78, unten S.20 Charlotte, die Tochter des letzten Königs von Cypern(Janus II. ſt. 1459) war mit dem Grafen Ludwig von Savoyen vermählt, daher ſeit 1488 der Titel Rex Cypri; die Inſel aber beſaßen die Venetianer. Lira v. J. 1682: VIC-AM-II: D-G-DVX-SAB Bruſtbild.— PRINPEDE REXCXPRI' Wappen, darüber 1682, unten S.20 Toscana Großherzog Ferdinand II. 1621 bis 1670, Scudo von Piſa v. J. 1648: FERD-II-MAG DVXETRV-V:(magnus dux Etruriae quintus) Bruſtbild mit Zackenkrone und Scepter, unten 1648— PISAINVETVSTTE-MAIESTATIS-MEMO(memoriam). Einfaches Wappen vor dem Kreuz des Stephansordens. Der erſte Großherzog war Cosmus I. 1569. Nach dem Tode des letzten Mediceers Johann Gaſto 1737 kam Toscana an Franz von Lothringen(ſ. Nr. 105). Trivulzio Fürſt Anton Cajetan 1678 bis 1707, Scudo v. J. 1686: ANT-CAIETANVSTRIVVILISR=PRIN-ET:C(Trivultius sacri Romani imperii princeps et cetera) Bruſtbild, unten 130, nämlich Soldi)— COMES-M-XIBAR-RETENNI-IMPERXVETC. (Misolcinus undecimus, baro Retennii imperii quintus decimus). Zwei Wappen, dazwiſchen oben Kopf mit drei Geſichtern(tres vultus) unter Fürſtenhut, unten Garbe. Miſocco in Graubünden kam ungefähr 1492 an das Haus Trivulzio. Venedig(beſtand bis 1797) Andreas Griti Doge 1523 bis 1538, Lira o. J.: S-M-VENET(Sanctus Marcus Venetus) ANDREASGRITI: Der hl. Marcus gibt dem knieen⸗ den Dogen, über dem DVX, eine Fahne.— TIBLSOLI GLORIA Der ſegnende Heiland auf einer Erhöhung, woran B B Niederlande Albrecht(Bruder des Kaiſers Rudolf II.) 1598 bis 1621 und ſeine Gemahlin Iſabella(Tochter Philipps II. von Spanien) 1598 bis 1633 Statthalter, die ſog. beiden Erzherzöge, Doppelducat o. J.: ALBERTVSET-ELISABETDEI'GRATIA: Zwei gekrönte Bruſtbilder ſich 353. 354. 355. 356. 357. 358. 359. 360. 361. 46 gegenüber, oben Thurm, das Zeichen von Tournay.— ARCHILAVSTDV CBVRG-DOM-TOVR (archiduces Austriae, duces Burgundiae, domini Tornaci) Wappen und Orden vom goͤldnen Vließ. Kupferliard derſelben v. J. 1608: ALBERTVSETELISAB-DG Wappen.— ARCHIDVCES AVSTDVC.B(3 Büchſt. danach unkenntlich) kleines Wappen vor dem burgun⸗ diſchen Kreuz, daneben 16 u. 08. Doppelthaler von Over⸗Yſſel o. J.: LIBERTATEMNEMOBONVS-NISICVM-ANIMASIMVL AMISIT Ritter und Stadtanſicht.— Kreis von 17 Wappen, innen 4 Wappen(Over⸗Yſſel, Deventer, Campen und Zwoll) mit der Umſchrift ORDINVM-“TRANSISSVLANLEINSIGNIA Thlr. v. Holland v. J. 1692: MO: NO: ARG: CON POE: BELG- PRO: IHOL(moneta nova argentea confoederati Belgii provinciae Hollandiae, OE verbunden) Ritter, oben das Wappen von Amſterdam, unten das von Holland.— C0NCORDIA RESÜPARV P CRESCUNT Das Bundeswappen, darunter 1692. Battenburg, Thlr. o. J. v. Iuſtus Maximilian 1617 bis 1667: Innen unter dem ſtrahlenden Namen Jehova ESVRIENTESIMP-LEVIT-BONIS-ET DIVITES-DIML SITINANES um⸗ ſchrift im oberen⸗Halbkreis: ADOMINOFACTVM-ESTISTVD und im unteren: IVSTVS-MAXIMILIANVS-EXANTIOVA—. BRONCKHORSTIANORVM-COMTITVMH-FAMIILIACOMIN-GRONSPI(comes in Gronsfeld) innen fortgeſetzt: EBERSTTLFB IN'BATTENBDINALPENETHONNOPEIL Wappen. Polen Wladislaus IV. 1632 bis 1648, Thlr. v. J. 1633: VLADISIIITD:G-REXPO L-MDLITRVS-PRVS-MA(Poloniae magnus dux Lithuaniae Russiae Prussiae Massoviae) Bruſtbild im Harniſch mit Krone, Schwert und Reichsapfel.— SAMLIV-NENO'SVE- G0TVANDO-HR-REXx(Samogitiae Livoniae nec non Sueciae Gothorum Vandalorumque hereditarius rex). Wappen(Polen, Litthauen, Schweden mit der waſaſchen Garbe), daneben I I(Jakob Jakobſon) und 16 33, umher der Orden vom goldnen Vließ. Danziger Gulden v. J. 1640: VLAD:IIII:D:G:REX:POLET:SVEæM:D-LIRV:PR: Bruſtbild mit Krone.— MONETA NOVA CIVITATIS GEDANENSISFP.(feri fecit ſeltſame Con⸗ ſtruction) Wappen von Danzig, darunter G R(Gerhard Rogge) und 1640 Johann Caſimir(Bruder des Vorigen) 1648 bis 1668 reſignirte ſt. 1672, Danziger Thlr. v. J. 1649: 10ANCASIM:D:jGREXPOL ETSUECM-DLRUS-PhR. Bruſtbild mit Krone.— MONETA ARGENTEA CIVITATIS GEDANENSIS. Wappen von Danzig, darunter G R u. 1649 Schöner Danziger Ducat n. J. 1660: IOH:CASD-GR-POL-&SUECMDLRP. Bruſtbild mit Krone.— MONAUREACIVITATGEDANENS 6GO- Wappen, darunter D L.(Daniel Leſſe). Schöner Doppelducat von Thorn v. J. 1664: I0ANCASD:GRPOL& SVEM-D-L. R-P Bruſt⸗ bild mit Krone. MONETANOVA:AVREA:CITIHORVNEN(civitatis Thorunensis) Stadtwappen von einem Engel gehalten, daneben 16 u. 64, HD u. L. 362. 363. 364. 365. 366. 368. 369. 370. 371. 377. 47 Auguſt III. 1733 bis 1763, zugleich Kurfürſt von Sachſen, Thlr. v. J. 1755: D'G-AVGVSTVS-IIIREX-POLONIARUM Bruſtbild mit Krone.— SAC-ROM=IMP-ARCHIM-ETELECT.·I755 Wappen, darunter E-D-C-(Ernſt Dietrich Croll in Leipzig). Portugal Sebaſtian 1557 bis 1578, ſchlecht geprägter Ducat o. J.: ZELATOR-FIDIIVS:QVE-ADMOT(mortem, Stempelfehler auch fidii ſtatt fidei und VS:) Heiliger mit Palmzweig und Schiff.— SEBASTIANVS--REX-PORTVGALLIAE Wappen. Johann V. 1707 bis 1750, Zehnreisſtück v. Kupfer v. J. 1734: I0ANNES-VY- DEI'GRATIA Wappen.— PORTUGALITET-ALGARBIORUMREX Innen Kranz, worin X über 1734 Joſeph I 1750 bis 1777, desgl. v. J. 1754: I10SEPHUSI übrigens ebenſo. 367. Rußland zwei alte Kopeken mit Reiter und Schrift, ſehr defect. Peter I. der Große 1682 bis 1725, Ducat v. J. 1713 mit ruſſiſcher Schrift(wie auf allen folgenden ruſſiſchen Münzen): CZR PETR ALEXIEWICZ(Alexis Sohn) Bruſtbild mit Lorbeerkranz.— VWSEROSISKISAMODERSCHEZ(aller Reußen Selbſtherrſcher) 1713 Kaiſeradler mit dem Mos⸗ kauer Wappen(St. Georg) auf der Bruſt, darunter D L.(ſ. Nr. 360). Rubel v. J. 1723: PETR-ATMPERATOR ISAMODERSCHEZ WSEROSIISKII Bruſtbild mit Lorb.— MONETA NOVAA ZENA RCBI.(zena Werth) viermal P I, mitten 17 23— Randſchrift nur zu erkennen MOSsKO0WSKOGO DWORA(Moskauer Amt), nachher ROBl. Anna 1730 bis 1740, Nichte Peters I., Rubel v. J. 1757: BMANNAIMPERATRIZAISAMODERSCIIIZAWSEROSISKAIA(v. ganz Rußland, bosche milosti v. Gottes Gnaden) Bruſtbild mit Krone.— MONETA RUBIL. 17 37 Adler wie Nr. 368. Peter III. 5. Jan. bis 9. Juli 1762, † 14. Juli 1762, Enkel Peters I., ſchöner Imperial(5 Rubel Gold): PETR-IIIB-M-IMP-ISAMODERSCH-WSEROS Bruſtbild, unten SPB(Sanct Peters⸗ burg).— IMPRSKAIA ROSSIIS(Kaiſerthum Rußland) MONZENA PIAT-RUB(im Werth 5 Rubel) Vier Wappen um den Adler, dabei oben 1 u. 7, unten 6 u. 2 Rubel faſt neu: Av. ebenſo.— MONETA-RUBL/1762 Adler mit St. Georg und Andreasorden, darunter H K 3. Halber Rubel(Poltinek) Prachtexemplar, ganz wie der Rubel, nur POLTINA ſtatt RUBI. Katharina II. 1762 bis 1796, deſſen Witwe, Imperial v. J. 1762, Prachtexemplar: B-MEKATERINAIIIMPISAMOD-WSEROS Bruſtbild mit Krone, unten SPB— Rev. ganz wie Nr. 371. Halber Rubel v. J. 1762, faſt neu: Av. ebenſo.— Rev. ganz wie Nr. 373. Schweden Guſtav Waſa 1523 bis 1560, Salvatorthlr.(durch den Selvatororden veranlaßt) v. J. 1542: G0STAVSD-G’SWE Cl:GOT:WANRE X(ſ. Nr. 357, nach X ein kleines †) Bruſt⸗ bild mit Krone, Schwert und Reichsapfel über dem Wappen.— SALVATOR-MVNDI ADIVVA⸗NOS: Der ſtehende Heiland. Johann III. 1568 bis 1592, deſſen Sohn, Doppelthlr. o. J., wahrſcheinlich zum Regierungsantritt: Kreis von 23 Wappen, darin Umſchrift: I0HANNES“SD-G.SWEC ORVM-GOTORVANRX 379. 380. 381. 383. 384. 385. 48 Bruſtbild mit Krone, Schwert und Reichsapfel.— MISERICORDETVERTSCVSTODREG ETROBOR:CLEM:THRONEIVS(misericordia et veritas custodiant regem et roboret cle- mentia thronum) Innen: BENE FACIENDO NEMINEM TIMEMVS Wappen mit dritter Umſchrift: DEVS PROTEC TOR NOSTER Salvatorthlr. v. J. 1576: IOHANNES-IIID:G'SVE CIE-GOTVANREX Innen: DEVS-PROTEC TORNOSTER Brußuſtbild in der Art wie Nr. 376.— SALVATOR MVNDI SALVA NOS 15 76 Stehender Heiland. Karl IX., Bruder des Vorigen, 1600 gewählt, aber erſt 1607 gekrönt, † 1611, Thtr v. J. 1603: CAROLVS-D:G-HERE PRIN'SVECIE(haereditarius princeps) Innen: DEVS-SOLATI VM-MEVM Bruſtbild von vorn im Harniſch mit Regimentsſtab über dem Wappen. — FpORTITVDO MEAIHEHOVA(sic!) 1603 Innen: MONETA NOVA STOCIHOLM Mitten der Name Jehova in Strahlen. Guſtav Adolf 1611 bis 1632, Sohn des Vorigen, geb. 1594, Salvatorthlr. v. J. 1616: GVSTAWS-ADOLF-DP:G-DESIGNREXSVECILTEÄTPRINCEPS-HR(designatus, et, haeredi- tarius), Innen: GLORIA-ALTISSIMO SVORVMREFVGIO Braſtbild nach links im Har⸗ niſch mit Lorbkerkranz u. Regimentsſtab, oben der Name Jehova.— Rev. wie Nr. 378, links im Feld drei Wappen.. Thlr. v. J. 1632, in Augsburg geſchlagen, als die Stadt dem König huldigte, ſehr ſchön: GVSTAV-ADOLPH:D:G:SVECO:GOTHO-VANDALOREXNMAG Bruſtbild von vorn im Haruiſch mit Lorbeerkranz.— PRINC:FINLAND:DVX ETHOETCARDOMING(magnus princeps Finlandiae, dux Ethoniae et Careliae, dominus Ingriae) Wappen, darunter das Zeichen von Augsburg, oben 16 32 Verbindung rex magnus zu verleiten. 2. Ducat von Osnabrück v. J. 1634: GVSTAV-ADOLPH-D-G'SVEC-GOTHVANDR: Bruſtbild mit Lorbeerkranz.— PR-FINLDUXETHONETCAREL-DOMINGER Krone, daneben 1.6. 34, darunter I0H-X-EIN] GVTER-HIRTE! LESSETSEIN! LEBENFVR DIESCHAFF Auf Thalern v. J. 1633 ſteht derſelbe Spruch unter Krone mit dem Namen Osnabrug. Die Stadt hielt es am längſten mit den Schweden; Guſtav, ein natürlicher Sohn Guſtav Adolfs, war dort Biſchof 1634 bis 1648. Chriſtiue 1632 bis 1654, Tochter des Vorigen, geb. 1626, unter Vormundſchaft bis 1644, dankte 1654 ab, ſt. 1689 in Rom, Salvatorthlr. v. J. 1640: CHRISTINAP:G.:SVE:GOT:WAN OöDEREET PRäHR:(Vandalorumque designata regina et princeps haereditaria). Die Königin von vorn faſt vollſtändig, links auf einem Tiſch die In⸗ ſignien.— SALVATORMUNDISALVANOS-MDCXL. Stehender Chriſtus, links drei Wappen. Halber Salvatorthlr. v. J. 1640: alles ebenſo, nur DES:REG:ET-PR:HE: Viertel⸗Salvatorthlr. v. J. 1644: CHRISTINAD:G:SVE:GO:WA O'DEüRE:E:P:H Bruſtbild von vorn.— Rev. wie vorher, nur 1644 und im Feld noch A G 49 386. Karl XI. 1660 bis 1697, Viermarkſtück für Bremen und Verden v. J. 1668: 387. CAROLVS=D:GSUECGOT-VANDALORUMOREX BrMſtbild mit Lorbeerkranz.— MONETANOVADUCBREM-ETVERDENSIS(ducatus Bremensis) Krone, darunter 166·8 u. M M Karl XII. 1697 bis 1718, deſſen Sohn, Doppelör v. J. 1717: CRS(Carolus rex Sueciae) unter Krone im Lorbeerkranz.— Drei Kronen, daneben 17 u. 17 und 2- OR Unten L C(Carelberg). 388— 397. Die 10 kupfernen Noththaler, alle mit dem Revers I] DALER] SM(silfver mynt)— Av.: 398. 399. 1 400. 401. 402. 403. 404. 1715 unter Krone. PVBLICA FIDE 1716-WETT OCH WAPPEN(Witz und Waffen) 1717 FLINK OCH FXRDIG 1718'SATVRNVS 1718TVPITER 1718-MARS 1718 PHOEBVS 1718 MERCVRIVS 1718·HOPPET(Hoffnung) 1719 Dieſe kleinen Kupfermünzen wurden auf Anordnung des Miniſters v. Görz im Werth von wirklichen Silberthalern ausgegeben. Jedes Jahr ſollte ein neues Gepräge kommen und das frühere dagegen eingezogen werden. Dies geſchah aber nicht, man ließ die alten beſtehen und ſchlug neue dazu. Von 1715 bis 1719 wurden an 18 Millionen Stück geprägt. Friedrich(ſ. Nr. 236) 1720 bis 1751, ſchöner Jubelthlr. v. J. 1721: FRIDERICVS D'G-REXSVECLE Bruſtbild, darunter ANIVBIL I721·— In einem Lor⸗ beerkranz, unter dem L C(Gebriel Leclere in Kaſſel), die eingerahmten Bruſtbilder von Guſtav Waſa und Guſtav Adolf ſich gegenüber mit den Umſchriften GVSTAVVSTD-G-REXSVECIF. und GVST-ADOLPH'DGREXSVEC: Unten INMEMORVINDICATELIBERT-ACRELIG (memoriam, libertatis, religionis)— Randſchrift GLORIA IN EXCELSIS DEO Ducat v. J. 1722, Prachtexemplar: FRIDERICVS D-GREXSVECIT Bruſt bild.— IN-DEO'SPES-MEA·17 22 Namenszug FK zwiſchen drei Kronen, darunter L C Zehnörſtück v. J. 1739: INDEO.SPESMEA/1739 Kreuz von acht F gebildet, in jedem Winkel eine Krone.— Drei Kronen, daneben 10 OR'’ unten: S- M.(silfver mynt) und HM. Schweiz Dicken oder Viertelthlr. des Cantons Zug v. J. 1610: MON NO-TVGI SAN9OSW (Tugiensis) 1610 Bruſtbild des hl. Oswald, unten Wappen.— CVM-HIS-OQVIOD PACE-ERAMPACI (oderant pacem, pacificus) Reichsadler. Spanien Philipp II. 1556 bis 1598, ſehr ſchlechter Achtelthlr. für Brabant v. J. 1562: PHSDG-HISPzREXDVXBRA Kopf, darunter 1562— DOMINVS-MIHI-ADIVTOR Zeichen des Ordens vom goldnen Vließ. Deſſen Enkel Philipp IV. 1621 bis 1665, Dreiducatenſtück(Guldenſtempel) v. J. 1641: PHILIIIEDGHISP-ETINDIARREX·6 41: Bruſtbild mit Krone, oben Engelskopf, das Zeichen von Brüſſel.— ARCIIIDAVSTDV XSBVRG-'BRABZ?(Archidax Austriae, Burgundiae Brabantiae et cetera) Wappen u. goldnes Vließ. Indiſche Münze eines Großmoguls, 25 Millim. groß mit bloßer Schrift v. J. 1132 nach der Hedſchra, d. i. 1719. 405. 406. 407. 416. 417. 418. 419. 50 Städte. Reichsſtadt Augsburg, Thlr. v. J. 1625: AVGVSTAVIN DELIOCORVM Sadtanſicht, dar⸗ über das Wappen von zwei Engeln getragen, unten MDCXXV— IMP:CTSFERD:éIIPFGER:üHVN:BOHREX(vgl. Nr. 98) Einköpfiger Adler mit Scepter und Schwert in den Krallen, Reichsapfel in den Schwanzfedern. 8 Thlr. v. J. 1694: AVGVSTA VINDELICORVM] Wappen, daneben zwei Flußgötter(Wertach und Lech), darunter MDCXCIV— LEOPOLDVS D'G: ROMIMP'S-AVG: Reichsadler. Baſel, ſchöner Doppelthlr. o. J.: Stadtwappen, vom Baſilisken gehalten, dabei IDB(de Beyer), umher die acht Wappen der Vogteien.— DOMINE-CONSERVA-NOSINPACE Stadtanſicht, darüber BASILEA .Thlr. o. J.: DOMINE'CONSERVANOSINPACE Wappen von 2 Baſilisken gehalten.— BASILEA Stadtanſicht. .Sehr ſchöͤner Gluckhennenthlr. o. J.: Henne mit Küchlein, unten ALIT-ET-PRO=⸗ TEGIT— Stadtanſicht, unten Wappen und F F Breda in den Niederlanden, einſeitige kupferne Nothmünze zu 2 Sous, viereckig(ſog. Klippe), wäh⸗ rend der Belagerung durch die Spanier 1625 geprägt, ſehr ſchön: II BREDA OBSESSA 16 25 Wappen. Reichsſtadt Bremen, Thlr. v. J. 1650: MON-NOVA-ARGREIPUB:BREMENSIS Wappen, darunter 4656-*TT— FERDINIII:D:G:ROM:IMP:SEMAUGUS: Reichsadler. 24 Grot⸗Stück v. J. 1658: BREMER STAT-GEIL.T Wappen, daneben 16 u. 58, unten 246 R0 T — LEOPOLD:D:G:ROM:IMP:SEM:AUG: Reichsadler. 3. Schöner Thlr. v. J. 1660 ganz wie Nr. 411, nur LEOPOLD:D:G: „Breslau Gulden v. J. 1544: MONETAARGENTEAWRATISLAVIENSIS: Wappen, dar⸗ über 1544— ECCE VICIT LEO DE TRIBV IVDA Gekrönter Löwe. 5. Reichsſtadt Campen, Thlr. v. J. 1597: MONE-NO:CIVITATISIMPE:CAMPENSIS(moneta nova, imperialis) Wappen, darüber 1 5 9 7— RVvDOLITTD:G-ELECRO:IMP:SEM-AVGVS (electus) Reichsadler. Reichsſtadt Cöln mittelalterlicher Groſchen mit Mönchsſchrift(ſ. Nr. 63): IASPAR MELCHIO BALTIHAS Stadtwappen.— GROS SVSCIV ITATS C0LON Innen Kreuz mit der räthſelhaften Umſchrift KGP PIA OLI DCE(Agrippina olim?) Schöne Dreithalerklippe v. J. 1587: MO-NO-ARGEN-CIVI-COLONIE/I587 Wappen mit Helm⸗ zierde, Greif und Löwe als Schildhalter(oben außer dem Kreis iſt ein Werthzeichen und 15 88 eingeſchlagen)— RVDOLPIIIMPE-AVG-PF-DECRETO(Rudolphi) Reichsadler. Achtalbusſtück v. J. 1641: CASPAR MELCHR BALTHAS dazwiſchen die drei Wappen der hl. Könige, innen 1641 über dem Stadtwappen.— FERD III'DG ROIM SE-AV Innen im Viereck VIIIIALBVS] COLSCNH Gulden v. J. 1693: INVITA TRAHORDUM CURO MEDERI: Stadtwappen, darüber 1693, 420. 422. 423. 424. 425. 426. 427. 428. 429. 430. 431. 432. 433. 434. 51 daneben P u. N, darunter LEIPZFUES— LEOPOLDVSATD:G-ROMIMP!SEMP-AVvGVSTVS Reichsadler. 421. Gulden ebenſo v. J. 1694 u. 1695. Thlr. nach burgundiſchem Fuß v. J. 1699: MONNOVAARG-CIVITATISCOLONIENSIS Wap⸗ pen mit Helmzierde, Greif und Löwe als Schildhalter, unten BVRGAFVES— LEOPOLDVSTDGROMIM PERATORSEMP-AvGvSTVS- Reichsadler, daneben 16 u. 99, darunter NL.(Nicolaus Longerich). Erfurt Thlr. v. J. 1617: MO:NO:ARGENTEA:CIVITATIS-ERFFORD Wappen mit Helm⸗ zierde, wilder Mann und wilde Frau als Schildhalter.— DATECRSARIS-CSARLET.OVATDEIDEO: Wappen, darüber Engelskopf, unten 16 17 Thlr. v. demſ. J.: MON:-ARGENTEA-CIVITAT:ERFFORDENSIS: Wappen ebenſo.— Rev. wie vorher ohne Engelskopf, 16 17 über dem Wappen. Frankenthal bei Mannheim, 1623 von den Spaniern erobert, einſeitige Belagerun gsklippe zu 4 Thalern, ſehr ſchön: DEVS-PETRANOSTRAANGVLARIS Eckſtein(das Stadtwappen), dane⸗ ben 16 u. 23, darunter F, außer dem Kreis unten eingeſchlagene 4 Desgl. zu 2 Thalern, ſehr ſchön: G0TTIST-VNSER ECKSTEIN, ſonſt ebenſo, außen 2 einge⸗ ſchlagen. Reichsſtadt Frankfurt, Thlr. v. J. 1582: RESPVBLICA FRANCOFVRT ENSIS Adler.— 1582 MIT STAHLVNDBVCHSENZWEIERLEYFREIISCHIESSENALHIESINT GEWEST WARNDIESSER HVNDERTEIN]DAS BEST 101 ſolche Thaler waren der erſte Preis. Die Angabe, es ſeien nur 101 Stück geprägt, iſt woyhl nur mit falſchem Schluß von der Münze ſelbſt entlehnt. Thlr. v. J. 1625: PROTECTORE DEO Anſicht der Stadt, von Sachſenhauſen her, darüber FRANCFORDIA— Adler und darunter 16 25 im Lorbeerkranz. Ducat v. J. 1634: NOMEN:DOMINI:TVRIS:(sic) FORTISSIMA: Wappen, darüber 16 34, unten Monogramm AE— Im Quadrat DVCATVS NOVVS: REIPVBL FRANCO FVRT: Thlr. v. J. 1634: MONETA-NOVAREIPVB:FRANCOFVRTENSIS: Wappen vor Kreuz.— FERDINAND-II'D:G:ROM-IMP'SEMP-AVGVST: 1634 ℛÆ. Reichsadler. Thlr. v. J. 1652: MONETA NOVA REIPVB:FRANCOFVRTENSIS 1652 Wappen vor Kreuz.— FERDINANDVS:IIID:G:ROM:IMP:üSEMP:AVGVS: Reichsadler. Schlechter Albus(2 Kreuzer) v. J. 1655: REIPVB FRANCOFVRT Adler.— ALBVS Kreuz, daneben 16 u. 55, umher Lorbeerkranz. Thlr. v. J. 1696: Umſchrift wie Nr. 430, Stadtanſicht den Main hinauf, darüber Engel mit Palme, Lorbeer und Poſaune, woran eine Fahne mit Adler.— LEOPOLDVS-D'G-ROMIMP'SEMP-AVGVS: 1696 Reichsadler, darunter II F:(Freytag) Schöner Ducat v. J. 1711: MANUSDOMINI SERVAVITME Burg in Wogen und Unwetter. — DVCATVSNOVVS:REIPVBLFRANCOFVRT Adler, daneben 17 u. 11, darunter I F (Freytag) 7* 435. 436. 437. 438. 439. 440. 441. 442. 443. 52 Sanct Gallen, ſehr ſchlechter Thlr. v. J. 1622: M0⸗NO:CIVI: SANGALLENSIS:622 Bär — SOLTDEO-OPT:MAX LAVSET:GLORIA(optimo maximo) Doppeladler. Reichsſtadt Hamburg, Ducat v. J. 1642 mit Mönchsſchrift: MONETAN O:HAMBVRG Maria, unten das Stadtwappen.— AVE-PLEN GRACIA:(plena) 1642 Maria, oben H. D' Alles weiſt bei dieſer Münze auf ältere Zeit hin als 1642. Wahrſcheinlich wurde ein älterer Stempel nochmals benutze und die 5 der Jahreszahl in 6 abgeändert. Prachtvolles Zehnducatenſtück v. J. 1693, ſog. Banco⸗ Portugaleſer: QV SIC FIRMA QVIESCIT Stadt von oben geſehen mit den zwei Angaben ALSTER und ALBISFLUVIVS— CIRCUITU IOVE CESARE 00NSVLIBUS(Pentameter) Adler über einem Altar, woran das Stadtwappen und die vier Wappen der Bürgermeiſter, darunter GB-M:(goldne Bank⸗ Münze?) und †R’(Retecke) Die Zahlzeichen der beiden Umſchriften ergeben addirt die Jahreszahl. Prachtvolles Fünfducatenſtück o. J.(wahrſcheinlich mit Nr. 437 ziemlich gleichzeitig): VERLEIH UNS FRIEDEN GNEDIGLICH HERR GOTT ZU UNSERN ZEITEN Stadt⸗ anſicht, darunter HAMBURG“— DURCIHI ARBEIT ICIH IM FRIED MIT REICHEM NUTZ MICH NEIHIR: Innen fortgeſetzt DOCH KOMT DER UBERFLUSALLEIN VON OBEN HER Göttin mit Füllhorn, Schiff und Waaren, oben AO in Strahlen(ſ. Nr. 55). Ducat v. J. 1733 wie neu: MONETA-AUREACIVITATISHAMBURGENS: Wappen, darunter I-H'L'(Löwe)— CAROLVSVI-P-G-ROM-IMPSEMP-AVGVST: Reichsadler, darunter 17 33. Thlr, zum Jubiläum des weſtphäliſchen Friedens 1748 faſt neu: S CVLO A PACE WESTPHALICA EXACTO: Wappen mit Helmzierde, darunter 1748— FRANCISCVS D-G- ROM-IMP-SEMP-AVGVST: Reichsadler, darunter I-IHL: Reichsſtadt Landau, 1713 vom Marſchall Villars belagert und eingenommen, achteckige einſeitige Nothmünze, die der kaiſerliche Gouverneur Karl Alexander von Würtemberg aus ſeinem Silbergeſchirr ſchlagen ließ: Oben PRO]CAS:&IMP:(caesare et imperio) Unten BEL.LANDAU FFLAx. (1 Gulden 4 Kr.) An jeder Seite zweimal der Namenszug C4 Mitten CA: H Z W.(Herzog zu Würtem⸗ berg) das würtemb. Wappen vom Orden umgeben, daneben IC u. V-(unbekannter Graveur), darunter 1713. Lüneburg Thlr. v. J. 1547: MONETANOVA CIVITATISLVNEBVRG Stadtwappen— VISYVTAVITNOS-ORIENS-EX-ALTO: 1547 Mondſichel mit Geſicht(luna Anſpielung auf den Namen der Stadt) Magdeburg AZubelthlr. v. J. 1617: MONO-REIP-MAGDE DEIVBILROAO·C:(Christi) 1617. Wappen u und Burg) am Reichsadler— CENT-ANN-REUDEOöET-MIHTFRESPIIATIOANHUSSY AO 1415 COMBUST(centum annis revolutis, respondebitis vaticinatio Ioannis Hussii) Innere Umſchrift HIS-LAPD MLUTHER-AD-REP.DOCTCCE.A'DEO-EXCIT Ao:1517(His lapsis doctor Martinus, ad reparationem doctrinae coelestis, excitatus) Huß und Luther, dieſer von vorn. Man las bisher IISSV und erklärte vaticinatur Hussus. Auf vorliegendem Thaler ſteht aber 446. 447. 448. 449. 450. 451, 452. 453. 454. 53 kein V, ſondern ein deutliches Y, das die Stelle von zwei I vertritt(vergl. Nr. 221); auch iſt auf dem Revers nirgends ein V geſetzt, immer ein U. Schöner Gulden v. J. 1675: MONETANOV-CIV-MAGDEBURGIG 75 Wappen— VERB DOMINIMANETIN TTERN LCzp. Münſter ſchöner Friedensthlr v. J. 1648: MONAST;CIV:EPLIS.-LOCVS PACIS VNLIS QMona- rium civitas episcopalis, universalis) Stadtanſicht, darunter E K, darüber Palm⸗ und Oelzweig— PAX:OPTIMARERVM-A? DNI-MDCXILVIII 24.Oct drei Friedenstauben. Reichsſtadt Nürnberg ſchöner Ducat v. J. 1640: SIT DEVS AVXILIVM TVTA SIT IPSE SALVS(Pentam. u. Chron.) Zwei Wappen— DVCATVS REIPVB NORIMBERG: Adler. Schöner Doppelducat v. J. 1649: MONETA AUREA REIPUB:NORIMBERG: drei Wappen, daneben 16 u. 49— CHRISTO DUCE VERBO LUCE Lamm mit Fahne, worauf PAX, auf einer Bibel ſtehend. Thlr. v. J. 1680: SUBUMBRAALARUMTUARUM Stadtanſicht, darüber der Name Jehova, unten MDCLXXX— MONETA-ARGENTEAREIP:NORIMBERGENSIS drei Wappen.. Viertelducatenklippe o. J.(1700 geprägt): Lamm mit Fahne auf der Erdkugel, unten GFN(Georg Friedrich Nürnberger)— Wappen, darunter N⸗(Nürnberg). Thlr. v. J. 1765: DOMINE CONSERVA NOS IN PACE die Noris mit Oelzweig opfert am Altar, woran das Wappen, rechts L008, unten XSt-E-F-MARK 1765 SS: G-NR(Scholz als Wardein, Riedner als Münzmeiſter)— FRANCISCVS-D-G- ROMIMP-AVG: Reichsadler mit Wappen(Lothringen und Toscana). Stralſund Gulden v. J. 1687: MONETANOVASTRALSUNDENSIS 6ST. Strahl, darunter *— IN NOMINE TUO SALVA NOS DEUS: Monogramm HH(Heinrich Hille) Kreuz. Reichsſtadt Straßburg ſchöner Thlr. auf den Bund mit Zurich und Bern 1588: MAIORVMLIBERTATITVEND Wappen vom Löwen gehalten— FOEDER CVM TIGVRF-ETBER XAATINITIHOC MNIHMOAINON SPOAFF: 1.5.88. (Foederis cum Tigurinis ct Bernatibus. 11ν1ι ι wꝙν aus Unkenntniß mit I geſchrieben, senatus populusque Argentinensis fieri fecit) Reichsſtadt Worms Thlr. zum Reformations⸗Zubiläum 1617: LVMENEVANGELII-PERENNA-DEVS-NOSTER(Chron.) Auf einem offenen Buch, worüber BIB LIA, ſteht ein Licht, das eine gekronte Schlange auslöſchen will— NOMEN-DOMINI-EST. TVvRRIS-VORTISSIMA Leuchtthurm, darunter das Stadtwappen. Andere Stadtmünzen ſ. Nr. 85. 98. 99. 100. 102. 103. 106. 358. 359. 360. 361. 381. Varia. Dreiducatenſtück zum Gedächtniß des Huß(vergl. Nr. 443) o. J.: CREDOVNAM-ESSESCAN-CATHO-ECCLE(sanctam catholicam ecclesiam) Bruſtbild mit hoher Mütze, dabei rechts I0AN. links HVS— 455. 456. 54 CENTVMREVOLV.ANIS-DEOREDDROEM: revolutis, reddetis rationem) Innere Umſchrift ET-MICHE CONNAT(condemnato) Huß auf dem Scheiterhaufen, dabei rechts 1415 Die Münze ſcheint im 16. Jahrhundert geprägt zu ſein; darauf weiſt beſonders die Form michi hin, die ſich namentlich bei Philipp II. von Spanien findet. Ducat o. 3: Ein ſitzender Mann, hinter dem ein Füllhorn von oben geleert wird, lieſt in einem Buch, vor ihm ſteht DENNOCHVER: GNUGT neben ihm ein Hund— ES ISTEINGROSSER GEWINN] WER GOTSELIG ISTIUND LASSET SICH BEGNUGEN. Thlr. auf den 1631 erfochtenen Sieg bei Leipzig, in Erfurt geſchlagen, wie die Marke des dortigen Münzmeiſters Weißmantel zeigt: Strahlender Name Jehova, darunter AD0 MINO PACTVMESTISTVD:O PDEOTEROPTMAX:GLORIAETLAVS, QVIGVSTAVOADOLPHO SVECORVM,GOTHORVM. WAND:QVEREGICONTRA CSARIANVM ACLIGISTICVM EXERCI TVM, VICTORIAMTRIBVIT AD LIPSIAM., DIE VII SFPT:ANNO M.:DC:XXXI. (optimo maximo). 457. Thlr. auf denſelben Sieg, 1632 in Erfurt geſchlagen: A DOMINO MISSUS VIVAT GUSTAVUS 458. 459. 460. 461 ADOLPHUS Strahlender Name Jehova, darunter DEXTERATUA DOMINE,PERCUSSIT INIMICUM.— DIESPURIMEVANGELICOR-AMDCXXXIIVIISEPTERFFURTI CELEBRATI Innen DEOTEROPT MAX:GLORIAET LAUS. QVIGUSTAVO ADOLPHO SVECORUM GOTHORUM, WAND:QVEREGI,CONTRACAŔSAREANUMACILIGISTICUEXU ERCITUM, VICTORIAMTRIBCITADLIPSIAM DIEVIISEPT-ANNO M-DCXXXI! Der Herzog Wilhelm von Sachſen⸗Weimar hielt in Erfurt, das er damals beſetzt hatte, ein großes Dankfeſt, wobei ſolche Thaler vertheilt wurden. Purim heißt das jüdiſche Feſt zur Erinnerung an die Befreiung von Haman. Derſelbe Thlr., anderer Stempel mit EUANGELICORê,GUSTAUO, QUE und einigen Unterſchieden in der Interpunction; ſtatt EXK ERCITUM Stempelfehler ETERCITUM Thlr. zum Jubiläum der Univerſität Helmſtädt 1676: EX FORTIDULCEDO(ſ. Buch der Richter XIV, 14) Wappen(Simſon den Löwen zerreißend, Stern, Mond, Sonne), darunter INSIGNIA ACADEMLE IULILE ANNO: M-DCLXXVIOCTMEMORIASECULARISCELEBRATA ACADEMLTEIULIEA'DIVO TULIO DUCB-ETL HELMSTADI'SAXONUMFUNDATAI A-MDLXXVTDXV-OCTPDEOOPTMAX PERSERENISS-PRINCIPES ACDOM“ DN.GEORGIUMWILHELMUM DNIOHANNEM-FRIDERICUM DNRUDOLPHUM AUGUSTUM DUCESBRUNSVICET-LYXNEB EANDEMCLEMENTER·CONSERVANTE ET-PROTEGENTE(Deo optimo maximo per serenissimos, dominos dominum, die Herzöge ſ. Nr. 135, 174, 175, 161). Georgsthlr. o. J. in Kremnitz geprägt, früher als Talisman betrachtet, vergoldet: S:GEORGIUS-EOVITUMPATRONUS Ritter Georg mit erhobenem breitem Schwert, rechts auf einem Felſen kniende Jungfrau— INTEMPESTATESECURITAS Schiff, darin der ſchlafende Heiland von den Jüngern geweckt. Taufthlr. v. J. 1705 mit deutſcher Schrift: tauffet sie im namen des vaters undt des sohnes 462. 55 undt des h. geistes Mat. 28. 19 Jeſus im Jordan von Johannes getauft, Taube darüber und die Worte von oben: Das] ist mein] lieber sohn Den solt ihr hören] sihe das ist gottes lamb das der welt sunde tregt Ioh: 1. Im Fluß Mir gebühret]alle gerechtigkeit zu] erfüllen Matt 3.— wer glaubt undt getaufft wirdt der wirdt selig werden. Marci. 16. 16 Innen 17 05 und darunter Gott vater durch die tauff zum kinde nimt mich auff gott sohn mit seinem blut] macht mich gerecht und gut] gott h. geist zeucht ein] mein lehrer trost zu seyn] biss auss der eitelkeit] ich kom zur ewigkeit] Gal. 3.26.27. Tit. 3.5.6.7.] 1. Pet. 3.2.1.1 R B(Rudolf Bornemann in Zellerfeld). Gulden des fränkiſchen Kreiſes 1693 in Nürnberg geprägt: Vier Wappen und vier Monogramme F und C, mitten 1693— DES] FRANCKISCHEN(RAISESISTVCK. unten G-F-N.(Georg Friedrich Nürnberger). 463. Schlechter Vereinsalbus für Mainz, Heſſen⸗Darmſtadt, Naſſau und Frankfurt v. J. 1626: Die vier 464. Wappen— MEINTZ-HESNAS-PRANC Marke Weißmantels in Erfurt(das zu Mainz gehörte), Reichsapfel mit 2(Kr), daneben 16 u. 26 Flandriſche Kupfermünze vom Statthalter Max Emanuel Kurfürſt von Baiern, ſehr abgenutzt, ähn⸗ lich wie Nr. 104. Schulnachrichten. —— I. Lehrverfaßung während des Schuljahres von Oſtern 1868 bis dahin⸗ 1869. Primia. Ordinarius: der Director. Griechiſche Sprache. Homers Ilias, B. XVI— XXIII. 1 Stunde wöchentlich(Gymnaſiallehrer Witzel). Sophocles Aias im Sommer, Lyriker nach der Anthologie von Stoll im Winter, 2 St. w.(Director Dr. Piderit). Thucydides, B. II, 1— 17, 34— 46, 65 im S., Platos Apologie und Crito im W., 2 St. w. Repetition einzelner Abſchnitte der Syntax, und Scripta nach Seyffert, 1 St. w.([Dr. Fürſtenau). Lateiniſche Sprache. Horatius Oden und Epoden mit Auswal, 2 St. w.(Dr. Fürſten au). Ci- cero de oratore, B. II 43— III 61, 2 St. w.(Director Dr. Piderit). Tacitus Germania im S., Historien B. I 1— 70, 74— 76, 87— 90, II 11— 51 im W., 3 St. w. Scripta nach Seyfferts Mate⸗ rialien und freie Aufſätze, 2 St. w.(Dr. Fürſtenau). Themata zu den lateiniſchen Aufſätzen: im S. 1) De ingrato Atheniensium erga cives de republica optime meritos animo. 2) De Horatii carmine primo lib. I. 3) Belli a Caesare cum Ariovisto gesti brevis enarratio. 4) Tacitus quid in Germania conscribenda spectaverit exponitur. 5): Horatii carm. I 4 ct IV 7 inter se comparentur. Im W. 1) Quo iure Tacitus dicat, pacis interfuisse omnem potentiam ad unum conferri. 2) De Lucullo, Xerxe togato. 3) Sententiae capitis Apolog. Socr. Plat 16 quam graves, quam verae sint demonstratur. 4) De Romanorum patriae amore(Clauſurarbeit). 5) Qui factum sit, ut Socrates, vir sapientissimus, capitis damnaretur(zugleich Thema für den lat. Aufſatz der Abiturienten 1868— 69).. Deutſche Sprache. Geſchichte der deutſchen Nationalliteratur, Declamationsübungen und Auſſätze (Chrieen, Dispoſitionen und Redeverſuche), 2 teilweiſe 3 St. w.(Director Dr. Piderit). Themata zu den deutſchen Aufſätzen: im S. ¹) Entzwei und gebiete! tüchtig Wort; verein' und leite! beß'rer Hort. Chrie. 2) Das eben iſt des alten Heldenlebens Geiſt, daß, wie du immer ihm entfremdet ſeiſt, du dich ergriffen von der Herrlichkeit, erſchüttert fühlſt, erhoben und geweiht. 3) Lobrede auf Otto I., den Großen. 4) 2 ½ 9000„ dυοοσ ιρσα 2ν 0„„0⁴α Chrie. 5) Welche Eigenſchaften des deutſchen Volkes befähigten daſſelbe zu einer fruchtbaren Aufnahme des Chyriſtentums. Im W. 1) ui studet optatam cursu contingere metam multa tulit fecitque puer sudavit et alsit. Chrie. 2) Würdigung des Gedichts: Das Schloß Boncourt von Chamiſſo. 3) Lob⸗ rede auf Guſtav Adolf, König von Schweden. 4) Schillers Gedicht: Die Sänger der Vorwelt in eine Rede umge⸗ kleidet(Clauſurarbeit). 5) An Klopſtocks Grabe. Nach Rückerts Gedicht: Die Gräber zu Ottenſen. 3. Grab.— Für die Abiturienten(1868— 69): Cajus Julius Cäſar, eine Rede, dazu beſtimmt an ſeinem Todestage gehalten zu werden (Dispoſition, Einleitung und Ausführung eines Theils).... Franzöſiſche Sprache. Lectüre: Guizot Charles I. Grammatik nach Knebel(Repetition der Formen⸗ lehre und der Syntax Kap. L-III) und ſchriftliche Uebungen, 2 St. w.(Dr. Suchier). Hebräiſche Sprache Grammatik nach Thierſch; Erklärung von Stuüͤcken aus Brückners Leſebuch, 2 St. w.(Pfarrer Sopp). 3 Religionslehre. Geſchichte der chriſtlichen Kirche, 2 St. w.(Director Dr. Piderit). Weltgeſchichte Geſchichte der neueren Zeit von der Reformation bis zum Jahre 1815, 3 St. w. (Gymnaſiallehrer Spangenberg).. Phyſik. Lehre vom Schall, vom Licht und von der Wärme(Koppe, Abſchnitt VIII— X) 2 St. w. (Dr. Fliedner). 57 Mathematil. Arithmetik: Wiederholungen; Gleichungen des zweiten Grades; Progreſſionen mit vielen Anwendungen, insbeſondere auf Zinſeszins⸗ und Renten⸗Rechnung. Geometrie: geometriſche Aufgaben; duwendungen der Algebra auf die Geometrie; Stereometrie mit vielen Berechnungen, 4 St. w.(Dr. tedner).. Secunda. Ordinarins: Dr. Fürſtenau. Griechiſche Sprache. Homers Odyssee I-VIII, 2 St. w.(GL. Witzel, 1. Quartal Dr. Duncker). Xenophons Cyropaedie B. IV 6. V 1—3, VII 2—5, 2 St. w. Grammatik nach Curtius(Syntax §. 361— 484) und Scripta nach Franke, 2 St. w.(GL. Spangenberg). Lateiniſche Sprache. Virgils Aeneide. B. VII—IX., 2 St. w.(Dr. Suchier). Livins, B. XXVII 36— XXVIII, z. C. 3 St. w. Cicero de imperio Cn. Pompeii im S, pro Roscio Amerino im W., 3 S w. Gwunnatit nach Meiring(Syntax Kap. 91— 99) und Scripta nach Seyffert, 2 St. w.(Dr. urſten au). Deutſche Sprache. Leſen und Erklären deutſcher Gedichte nach Ph. Wackernagels Auswal. Declama⸗ tionsübungen und Aufſätze, 2 St. w.(GL. Witzel). Franzöſiſche Sprache. Lectüre: Guizot Guillaume le conquérant. Grammatik nach Knebel(Syntax K I-= III) und ſchriftliche Uebungen, 2 St. w.(Dr. Suchier). Religionslehre. N. T.: Erklärung der ſynoptiſchen Evangelien(beſonders des Evang. St. Matthäus) im S., der Apoſtelgeſchichte und der Leidensgeſchichte des Herrn im W, 2 St. w.(Director Dr. Piderit). Weltgeſchichte. Geſchichte des Mittelalters vom Anfang bis zu den Kreuzzügen, nach Dietſch Grundriß II T.§. 1— 86, 2 St. w.(GL. Witzel). Geographie. Mathematiſche Geographie nach Wiegand im S.(1. Q. Dr. Lotz), dann Geographie der Staaten des norddeatſchen Bundes, Italien, Griechenland, Spanien u. Portugal, 2 St. w.(Dr. Duncker). Mathematik. Arithmetik: Die Gleichungen des erſten Grades mit einer und mehreren unbekannten Größen; die Potenzen, Wurzeln und Logarithmen; viele Uebungsaufgaben nach Heis. Geometrie: Pro⸗ portionalitat, Aehnlichkeit und Flächeninhalt gradliniger Figuren; die Kreislehre, gometriſche Aufgaben und Berechnungen, 4 St. w.(Dr. Fliedner). 7 Terti a. Ordinarius: Gymnaſiallehrer Witzel. Griechiſche Sprache. Homers Odyssee, B. X 133— Xl 567, 2 St. w.(Dr. Duncker). Xenophons Anabasis, B. II und III 2, 2 St. w. Grammatik nach Curtins(Formenlehre) und Scripta nach Franke, 2 St. w.(GL. Witzel). Lateiniſche Sprache. Ovids Metamorphosen nach der Auswal von Siebelis St. 25— 32, 2 St. w.(Dr. Suchier)(aesar de b. G. B. IV— VII 41, 4 St. w. Grammatik nach Meiring (Syntax K. 91— 105), 2 St. w. Scripta u. Extemporalien, 1 St. w.(GL. Witzel). Deutſche Sprache. Leſen und Erklären deutſcher Leſeſtücke aus Ph. Wackernagels Leſebuch 3. T. und Aufſätze. 2 St. w.(Dr. Suchier). Franzöſiſche Sprache. Grammatik nach Knebel(Formenlehre). Ahn Leſebuch 1 T.(naturhiſtoriſche Stücke, Fubein und Erzalungen), 2 St. w.(Dr. Suchier). Religionslehre. A. T.: Erklärung der hiſtoriſchen Bücher, 2 St. w.(Pfarrer Sop p). Weltgeſchichte. Geſchichte des Altertums 1. Hälfte(Geſchichte der orientaliſchen Völker u. der Griechen) nach Dietſch Grundriß 1. T., 2 St. w.(im S. Dr. Suchier, im W Dr. Duncker). Geographie. Geographie von England, Frankreich und Spanien im S., 2 St. w.(Dr. Duncker). Geographie von Deutſchland(ohne Oeſterreich) mit beſonderer Berückſichtigung Preußens im W.(BL. K noop). Naturgeſchichte. Uebungen im Beſchreiben und Beſtimmen von Pflanzen(nach der Flora für Schulen von Gies) im S., 2 St. w.(Dr. Lo tz). Säugethiere im W.(BL. Knoo p).„. Mathematik. Arithmetik: Rechnungen des bürgerlichen Lebens, beſonders mit Decimalbrüchen; die vier erſten Operationen der allgemeinen Arithmetik und Gleichungen des erſten Grades mit einer Unbekannten; Uebungsaufgaben nach Heis. Geometrie: Planimetrie bis zur Aehnlichkeit der Figuren, ferner die wich⸗ tigſten Sätze vom Flächeninhalt geradliniger Figuren und aus der Kreislehre, nebſt vielen Conſtructions⸗ aufgaben nach des Lehrers Lehrbuch, 4 St. w.(Dr. Fliedner).) 8 58 Quarta. Ordinarius: GL. Spangenberg. Griechiſche Sprache. Grammatik nach Curtius(Formenlehre§. 1— 301 mit Auswal) mit ſchriftlichen und mündlichen Uebungen nach dem Elementarbuch von Schenkl, S. 1— 66, 6 St. w.(Dr. Krauſe im S. 1. Q., BL. Berlit 2. Q., BL. Wagner im W.) Lateiniſche Sprache. Cornelius Nepos vit. II- IX, XV- XVII, XX- XXIII, 4 St. w. Gram⸗ matik nach Meiring Elementargrammatik(Syntax§. 411— 681 und Repetition der Formenlehre) und Scripta nach Meirings Uebungsbuch, 4 St. w.(GL. Spangenberg). Chreſtomathie lat. Dichter von Franke mit Auswal, 2 St. w.(im S. GP. Braun, im W. GL. Spangenberg). Deutſche Sprache. Leſen und Erklären deutſcher Leſeſtücke aus Ph. Wackernagels Leſebuch, 2 T., Aus⸗ wendiglernen von Gedichten, Aufſätze, 2 St. w.(GL. Spangenberg). Franzöſiſche Sprache: Elementorgrammatik von Plötz, im S. Curſus von Quinta, im W. Curſus von Quarta, 2 St. w.(Dr. Suchier). 1 Religionslehre. Erklärung der fünf Hauptſtücke des Katechismus und Memorieren einer Anzal evan⸗ geliſcher Kirchenlieder, 2 St. w.(Pfarrer Sopp).. Weltgeſchichte. Chronologiſche Ueberſicht der allgemeinen Weltgeſchichte von Auguſtus bis zur franzöſi⸗ ſchen Revolution, nach Schäfers Tabellen, 2 St. w.(im S. GP. Braun, im W. Dr. Suchier). Geographie. Aſien und Auſtralien im S., 1 St. w.(GP. Braun), Afrika und Amerika im W. (BL. Knoop). 1 Mathematik. Arithmetik: Wiederholung der Bruchlehre; Decimalbrüche; Regel de tri, Aufgaben aus Schellen, im S. 3 St., im W. 2 St. w. Geometrie: Conſtructionen; die erſten Elemente der Planimetrie, nach Fliedners Lehrbuch, im S. 1 St. im W. 2 St w(im S. 1. Q. Dr. Lotz, dann Dr. Fliedner). Schönſchreiben. 2 St. w.(Lehrer Zimmermaun). Quint a. Ordinarius: Dr. Duncker. Lateiniſche Sprache. Grammatik nach Meiring CGr.(§. 1— 410 mit Auswal, Wiederholung der regelmäßigen und Einübung der unregelmäßigen Formenlehre). Schriftliche und mündliche Uebungen nach Oſtermanns Uebungsbuch für Quinia und Memorieren aus dem dazu gehörigen Vocabularium, 10 St. w.(Dr. Duncker). Deutſche Sprache. Leſen und Auswendiglernen aus Ph. Wackernagels Leſebuch, 1. T., orthographiſche Uebungen und Aufſätze, 4 St. w.(Dr. Duncker). Religionslehre. Bibliſche Geſchichte des N. T. nach Zahn und Memorieren einer Anzal evangeliſcher Kirchenlieder, 2 St w.(Pfarrer Sopp). Weltgeſchichte. Erzälungen aus der Geſchichte des Altertums, 2 St. w.(Dr. Suchier). Geographie. Europa, im S, 2 St. w.(GP. Braun); Deutſchland im W.(BL. Knoop). Naturgeſchichte. Beſchreibung einzelner Culturpflanzen, im S.(1. Q. Dr. Lotz, 2. Q. GP. Brann), Säugethiere, im W.(BL. Knoop). Mathematik. Arithmetik: Die Bruchlehre, 3 St. w. lim S. 1 Q. Dr. Lotz, 2. Q. Dr. Fliedner, im W. BL. Knoop). Schönſchreiben. 2 St. w.(Lehrer Zimmermann). Sexta. Ordinarius: im S. 1. Q. Dr. Krauſe, 2. Q. BL. Berlit, im W. BL. Wagner. Lateiniſche Sprache. Grammatik nach Meiring EGr.§. 1— 269, mit Auswal, nebſt mündlichen und ſchriftlichen Uebungen nach Oſtermanns Uebungsbuch für Sexta und Memorieren aus dem dazu gehörigen Vocabularium, 10 St. w(im S. 1. Q. Dr. Krauſe, 2. Q. BL. Berlit, im W. BL. Wagner). Deutſche Sprache. Leſen und Auswendiglernen aus Ph. Wackernagels Leſebuch 1. T., orthographiſche Uebungen und Aufſätze, 4 St. w.(im S. 1. Q. Dr. Krauſe, 2. Q. BL. Berlit, im W. BoL, Wagner). 59 Religionslehre. Bibliſche Geſchichte des N. T. nach Zahn und Memorieren einer Anzal evangeliſcher Kirchenlieder, 2 St. w.(Pfarrer Sopp). Geographie. Die Elemente der mathematiſchen und phyſikaliſchen Geographie; Ueberſicht von Europa, 2 St. w. im S.(GP. Braun). Aſien, Afrika, Amerika, Auſtralien, hydrographiſch und orographiſch im W.(BL. Knoop). Naturgeſchichte. Botanik, 2 St w., im S. 1 Q.(Dr. Lotz); Beſchreibung einzelner Culturpflanzen, im S., 2. Q.(GP. Braun); Beſchreibung einzelner Säugethiere im W.(BL. Knoop). Mathematik. Arithmetik: Reduction und Reſolution; die vier Species mit benannten Zalen, nach Schellen, 3 St. w.(Lehrer Zimmerman n). Schönſchreiben. 2 St. w.(Lehrer Zimmmermann). Geſang. Der evangeliſche Choralgeſang nach dem deutſchen evangeliſchen Kirchengeſangbuche. 4 St. w. (Geſanglehrer Eichenberg). Leibesübungen(vorzugsweiſe der drei unteren Klaſſen), 2 St. w.(Turnlehrer Störger). —e II. Chronik des Gymnaſtums. Der Curſus des Schuljahres 1868—69 begann am 20. April 1868. Durch allerhöchſtes Reſcript Se. Majeſtät des Königs wurde im April 1868 der Königliche Landrath Friedrich Cornelius in gleicher Eigenſchaft nach Fulda verſetzt und ſchied in Folge deſſen aus der Königlichen Verwaltungs⸗Commiſſion des hieſigen Gymnaſiums, deren Mitglied er ſeit Mitte Merz 1853 geweſen war, aus. An ſeiner Stelle wurde durch Beſchluß Königlicher Regierung, Abtheilung für Kirchen⸗ und Schulſachen vom 8. April 1868 der von Culm hierher verſetzte Königliche Landrath Freiherr von Schrötter zum Mitglied der Königlichen Verwaltungs⸗Commiſſſion beſtellt. Am 30. Merz 1868 wurde der beauftragte Lehrer Albert Duncker von der Landesuniverſität zu Marburg auf Grund ſeiner Diſſertation„Claudius Gothicus, ein Beitrag zur römiſchen Kaiſergeſchichte“ zum Doctor der Philoſophie promoviert. Durch Reſcript des Herrn Ober⸗Präſidenten vom 18. Juni 1868 wurde der ordentliche Lehrer Dr. Karl Krauſe in gleicher Eigenſchaft an das Königliche Gymnaſium zu Rinteln verſetzt. Derſelbe iſt 8 Jahr, ſeit Oſtern 1859*) am hieſigen Gymnaſium thatig geweſen. An ſeine Stelle wurde durch Verfügung Königlicher Regierung, Abtheilung für Kirchen⸗ und Schul⸗ ſachen vom 18. Juni 1868 der Gymnaſialpraktikant Chriſtian David Alfred Berlit mit Aushülfe⸗ leiſtung am hieſigen Gymnaſium beauftragt. Derſelbe iſt geboren zu Hersfeld am 18. Juni 1846, beſuchte von Oſtern 1854 bis Michgelis 1863 das Gymnaſium zu Hersfeid und widmete ſich auf der Univerſität zu Marburg dem Studium der Philologie. Nachdem Berlit im Auguſt 1867 zu Marburg die Prüfung für Bewerber um ein Gymnaſiallehramt beſtanden hatte, wurde er durch Beſchluß Königlicher Adminiſtration in Kurheſſen, Abtheilung des Innern vom 12. September 1867 dem Gymnaſium zu Hersfeld behufs Er⸗ ſtehung ſeines Probejahres zugewieſen, jedoch ſchon am 11. April 1868 durch Beſchluß Königlicher Regierung, Abtheilung für Kirchen⸗ und Schulſachen mit Aushülfeleiſtung am Gymnaſium zu Rinteln beauftragt. Seine hieſigen Functionen begann er nach den Sommerferien Montag den 27. Juli 1868. Am 16. Juli 1868 ſtarb der Secundaner Johannes Knöll in noch nicht vollendetem 18. Lebens⸗ jahre, ein braver, treuer und frommer Schüler. Durch Verfügung Königlicher Regierung, Abtheilung für Kirchen⸗ und Schulſachen wurde der beauftragte Lehrer Alfred Berlit behufs Ableiſtung ſeines Militärdienſtes zu Hersfeld als einjähriger Freiwilliger, von dieſer Beauftragung wieder entbunden und ſchied demgemäß bereits mit dem Schluß des Sommerſemeſters 1868 aus ſeinen hieſigen Functionen wieder aus. Dagegen wurde durch Verfügung Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums vom 8. Oktober 1868 der Gymnaſialpraktikant Emil Ludwig Philipp Wagner mit Ausbülfeleiſtung am hieſigen Gymnaſium beauftragt. Derſelbe iſt geboren zu Kaſſel am 10. September 1846, beſuchte von Oſtern 1855 bis Oſtern 1864 das Gymnaſium zu Kaſſel und widmete ſich auf der Univerſität zu Marburg dem Studium der *) Vgl. Programm des hieſigen Gymnaſiums v. 1860 S. 25. Philologie. Nachdem Wagner im Jahre 1867 ſeiner Militärpflicht als einjähriger Freiwilliger genügt und im Sommer 1868 zu Marburg die Prüfung für Bewerber um ein höheres Lehramt beſtanden hatte, wurde er durch Beſchluß Königlicher Regierung Abtheilung für Kirchen⸗ und Schulſachen vom 29. Auguſt 1868 behufs Erſtehung ſeines Probejahres dem Gymnaſium zu Kaſſel zugewieſen. In ſeine hieſigen Functionen trat Wagner mit dem Beginn des Winterſemeſters am 13. Oktober 1868 ein. Durch Verfügung Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums vom 13. Oktober 1868 wurde der Gymnaſial⸗ praktikant Anſelm Braun mit Aushülfeleiſtung am Realgymnaſium zu Wiesbaden beauftragt. Er ſchied in Folge deſſen aus ſeinen hieſigen Functionen, in die er am 9. Merz 1868 eingetreten war*), am 14. Oktober 1868 wieder aus. Mittwoch den 21. Oktober 1868 Mittags nach 12 Uhr ſtarb nach längerem Leiden der ordentliche Lehrer Dr. Friedrich Daniel Lotz in noch nicht vollendetem 58. Lebensjahre. Dr. Lotz hat von Michaelis 1837 bis Michaelis 1856 am hieſigen Gymnaſium, dann von Michaelis 1856 bis Oſtern 1866 am Gymnaſium zu Fulda und von da wieder am hieſigen Gymnaſium in den Gymnaſialdisciplinen der Mathematik, der Naturgeſchichte und der Geographie Unterricht ertheilt, wurde jedoch während der beiden letzten Jahre ſeiner Berufsthätigkeit durch Krankheit wiederholt in ſeiner Wirkſamkeit gehindert. Erit in pace memoria eius.. Durch Verfügung Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums vom 16. November 1868 wurde der Real⸗ ſchulamtscandidat Karl Knoop proviſoriſch mit Aushülfeleiſtung am hieſigen Gymnaſium beauftragt. Derſelbe iſt geboren zu Kaſſel am 26. April 1848, beſuchte von Oſtern 1861 bis Oſtern 1863 die Real⸗ ſchule und von Oſtern 1863 bis Michaelis 1866 die polytechniſche Schule zu Kaſſel, ſtudierte dann von Michaelis 1866 bis Michaelis 1867 in Marburg Naturwißenſchaften und trat mit dem Beginne des Winterhalbjahrs 1867—68, nachdem er vor der Königlichen Prüfungscommiſſion zu Kaſſel das Examen ür Reallehrer beſtanden hatte, ſein Probejahr als Praktikant an der Realſchule zu Kaſſel an. Seinen hieſigen Unterricht in der Mathematik, Naturgeſchichte und Geographie begann er Montag den 23. No⸗ vember 1868. An demſelben Tage, Montag den 23. November 1868 wurden auch die bisher von der Wetterauiſchen Geſellſchaft für Naturkunde benutzten Räumlichkeiten in der erſten Etage des Gymnaſialgebäudes, ihrer urſprünglichen Beſtimmung nach, dem Schulgebrauch wieder zugewieſen. Durch Verfügung Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums vom 10. Februar 1869 wurde der beauf⸗ tragte Lehrer Dr. Albert Duncker zum oördentlichen Lehrer ernannt. Das Jubiläumsſtipendium des Gymnaſiums zu Hanau hat der Secundaner W. Strauß, im Betrag von 91 Gulden, auch in dem Schuljahr von 1868—69 bezogen. Als weiteren Beitrag haben wir wieder mit Dank zu verzeichnen: 1 Gulden Jahresbeitrag für 1868 vom Gymnaſiallehrer Spangenberg. Die von Sr. Majeſtät dem Könige, durch das Königliche Provinzial⸗Schulkollegium dem hieſigen Gymnaſium zugewieſene Gedächtnismedaille zur Feier der Enthüllung des Luther⸗Denkmals zu Worms erhielt der Oberprimaner J. Löber als Prämie. —--ò--öä:'—— III. Statiſtiſche Aeberſicht. 4 A. Lehrer. Das Lehrerperſonal des Gymnaſiums hat gegenwärtig folgenden Beſtand: Director: Dr. Karl Wilhelm Piderit, Ordinarius von Prima. Ordentliche Lehrer: Dr. Wilhelm Fürſte nau, Ordinarius von Secunda. Dr. Konrad Fliedner. Dr. Reinhard Suchier. Friedrich Spangenberg, Ordinarius von Quarta. Otto Witzel, Ordinarius von Tertia. Dr. Albert Duncker, Ordinarius von Quinta.. *) Vgl. Programm des hieſigen Gymnaſiums von Oſtern 1868 S. 51. 61 Beauftragte Lehrer: Pfarrer Ernſt Sopp. Gymnaſialpraktikant Philipp Wagner, Ordinarius von Sexta. Praktikant Karl Knoop. Außerordentliche Lehrer: Kaspar Zimmermann, Schreib⸗ und Rechenlehrer. Nicolaus Eichenberg, Geſanglehrer. B. Schüler. Am Schluße des Schuljahrs 1867—68 belief ſich die Schülerzal auf.. 103 Noch vor und beim Beginn des Sommerſemeſters 1868 ſchieden aus, ohne hier den Curſus vollendet zu haben: 2 aus II. und 1 aus III., um ihren von hier verſetzten Eltern zu folgen und auf andere Gymnaſien(Fulda, Neiſſe) uberzugehen.............. 3 ⁴ 100 Neu aufgenommen wurden zu Anfong des Sommerhalbjahrs in I 2, in III 1, in IV 4, in V 18, in VI 23.... 48 Die Schülerzal betrug demnach( 24, 1I 25, II 40, IV 1, v 25, VI 23..... 148 Dazu trat noch im Sommer 1 in III...... 1 149 Im Laufe des Semeſters ſchieden aus 2 aus III um auf das Gymnaſium nach Fulda, 1 aus I um auf das Gymnaſium zu Rinteln überzugehen; 1 aus I ohne weitere Beſtimmung; einen Schüler aus II verlor das Gymnaſium durch den Tod(ſ. d. Chronik)....... 5 Am Schluß des Semeſters wurden mit Zeugniſſen der Reife zur Univerſität entlaßen die Oberprimaner des hieſigen Gymnaſiums: ) Friedri ch Eckhardt aus Marburg, 18 ¼ Jahre alt, 7 ½ Jahr im Gymnaſium, 2 ½ — Jahr in Prima, Willens Medicin zu ſtudieren; 2) Wilhelm Johannes Piderit aus Hanau, 18 ¼ Jahr alt, 9 ½ Jahr im Gymna⸗ ſun. 2½ Jahr in Prima, Willens Theologie und Philologie zu ſtudieren; 3) Johann Heinrich Bauſcher aus Hanau, 19 ½ Jahr alt, 10i Jahr im Gymnaſium, 2¹ Jahr in Prima, Willens Theologie zu ſtudieren; 4) Ludwig Johann Georg Ziegler aus Hanau, 20 ¼ Jahr alt, 8 ¾ Jahr im Gym⸗ naſium, 2½ Jahr in Prima, Willens Jurisprudenz zu ſtudieren; 5) Johann Karl Stegmund Julius Wachsmuth aus Bieber, 20 ¼ Jahr alt, 7 Jahr im Gymnaſium, 2 Jahr in Prima, Willens Jurisprudenz zu ſtudieren; 6) Karl Ludwig Auguſt Schuppius aus Caſſel, 19 Jahre alt, Schüler der Prima des hieſigen Gymnaſiums ſeit Oſtern 1867, früher Schüler des Gymnaſiums zu Caſſel und zwar der Prima deſſelben ſeit Michaelis 1866, Willens Medicin zu ſtudieren. Außerdem ein früherer Schüler des hieſigen Gymnaſiums: 7) Karl Chriſtian Adolf Fenner aus Niederrodenbach, 20 ½ Jahr alt, Willens Theo⸗ logie zu ſtudieren. Ohne hier den Curſus vollendet zu haben, verließ dann noch vor dem Beginn des Winter⸗ ſemeſters das hieſiege Gymnaſium 1 aus IV um ſich dem Bijouteriefach zu widmen.... 7 137 Neu ufgenonnnen wurden im Wiuterhatbie hr in 1 1, in II 1, in III 4, in IV I, V 2, in VI 1. 10 Zu Anfang des Winterſemeſters belief ſich aaher die Shulerze r 21, 1I 21, II 42 IV 13, V 27, VI 23).. 147 Zu dieſen traten noch im Laufe des Semeſters l in die I 1 in die V, 3 in die VI. 5 62 dagegen ſchieden aus 1 aus I Krankheit halber, 1 aus IV, 1 aus V und 2 aus VI, um ſich anderweitig auszubilden.... 5 177 Am Schluß des Winterſemeſters werden mit Maturitätszeugniſſen entlaßen werden die Oberprimaner: Jakob Löber aus Hanau, 17 Jahr alt, 9 Jahr im Gymnaſium, 2 Jahr in Prima, Willens Theologie zu ſtudieren; Hermann Loͤwer aus Hanau, 18 Jahr alt, 5 Jahr im Gymnaſium, 2 Jahr in Prima, Willens Theologie zu ſtudieren;. Ludwig Schantz aus Rotenburg, 20 Jahr alt, 1 ¾ Jahr im Gymnaſium(früher Schüler des Gymnaſiums zu Hersfeld) 1½(bezw. 2 ½) Jahr in Prima, Willens Medicin zu ſtudieren; Hermann Schäfer aus Hanau, 20 ¾ Jahr alt, 5 Jahr im Gymnaſium, 2 Jahr in Prima Willens Mathematik und Naturwißenſchaften zu ſtudieren; Theobald Zickwolff aus Frankfurt, 20 ¾ Jahr alt,; Jahr im Gymnaſſum(früher Schüler des Gymnaſiums zu Frankfart), ¼ Jahr in Oberprima, Willens Medicin zu ſtudieren. ³ ——-— IV. Ordnung der öffentlichen Brüfung. Montag, den 15. Merz. Vormittags. Morgens 8 Uhr Choralgeſang(Deutſches Evangeliſches Kirchengeſangbuch Nr. 58 Ach bleib mit Deiner Gnade bei uns, Herr Jeſu Chriſt). Von 8— 10 Uhr Prüfung der Prima. Deutſche Literaturgeſchichte. Plato. Mathematik. Tacitus. Von 10— 12 Uhr Prüfung der Secunda. Cicero. Weltgeſchichte. Xenophon. Geographie. Nachmittags. Von 2—4 Uhr Prüfung der Tertia. Cäſar. Mathematik. Homer. Franzöſiſch. Dienſtag, den 16. Merz. Vormittags. Von 8—9 ½ Uhr Prüfung der Quarta. Religionslehre. Cornelius Nepos. Griechiſches Elementarbuch. Von 9— 11 Uhr Prüfung der Quinta Lateiniſches Elementarbuch. Weltgeſchichte. Naturgeſchichte. Von 11—12 Uhr Prüfung der Sexta. Lateiniſches Elementarbuch. Geographie. Nachmittags von 3 Uhr an.. Choralgeſang(D. E. Kirchengeſangbuch Nr. 60 Eine feſte Burg iſt unſer Gott. V. 1—3). Valedictionsrede des Abiturienten J. Löber. Geſang. Rede des Directors und Entlaßung der Abiturienten. Choralgeſang(D. E. Kirchengeſangbuch Nr. 60, V. 4). Verkündigung der Verſetzung und Austeilung der Zeugniſſe. Der Gymnaſialdirector Dr. Piderit.