— lIniv IV. Bidi. ea Beſchluß der Unterſuchung über die lateiniſche Bindeformel: non modo (non)— sedne quidem und über de⸗ ren Synonyma. Als Einladungsſchrift zu den am 25. 26. und 27. im September 1326 anzuſtellenden oͤffentlichen Pruͤfungen Gymnaſium zu Hanau Dr. Georg Philipp Schuppius, Director und Profeſſor. Hanau, gedruckt in der Buchdruckerei des evangeliſchen Waiſenhauſeß. Ueber die lat. Bindeformel: non mo⸗ do(non)— sed ne quidem und über deren Synonyma. (Beſchluß*).) Drittes Capitel. Von der Bindeformel: adeo non— ut. 1. Gebrauch. Für tantum abest ut— ut gebrauchen die Lateiner, 45 zur Verbindung eines negativen und affirmativen Satzglie⸗ des, auch die Bindeformel adeo non— ut, welche eben⸗ *) Im vorjährigen Programm mußte aus Mangel an Raum die Erläuterung der noch zu jener Abhandlung gehörigen Bindeformeln adeo non— ut und nedum auf eine andere Gelegenheit verſchoben werden, welche mir erſt jetzt, durch die diesjährigen Prüfungen im hieſigen Gymnaſium, darge⸗ boten wird. 1 1* ) 4.( ſo, wie jenes, ein durch Vergleichung gebildetes negatives Gleichheitsverhältniß ausdrückt(vgl. §. 28). Auch hier liegt auf adeo, wie dort auf tantum, ein ſolcher Nachdruck, daß ſowohl das Satzglied mit ut, als das mit adeo ſelbſt verbundene Satzglied von ihm re⸗ giert wird. Daher iſt der ſchon oben angeführte Satz: Augustus tantum abfuit ut amicitias facile admitteret, ut eas constantissime retineret, mit adeo non— ut verbunden, als: Augustus adeo non amicitias facile ad- misit, ut eas constantissime retineret, ebenſo zu erklä⸗ ren, wie in der Verbindung mit tantum abest ut— ut, nämlich: adeo ut Aug. amicitias constansissime retine- ret(i. e. quatenus oder prout——— retinuit), adeo non eas facile admisit(i. e. eatenus oder itidem non cas facile admisit), ſoweit daß oder als d. i. ſowie Aug. in der Freundſchaft ſtandhaft ſich zeigte, inſoweit d. i. ebenſo nahm er nicht leicht jemanden in ſeine Freundſchaft auf. Aber nicht blos die Erklärung von adeo uon— ut iſt die nämliche, wie von tantum abest ut— ut, ſondern es ſtimmt auch im Gebrauche inſofern mit dieſem überein, als es, ob es gleich eine comparative Bindeformel iſt, den⸗ noch auch zur Bezeichnung einer Ungleichheit zwiſchen zwey Satzgliedern angewendet werden kann, und aus eben dieſem Grunde die adverſativen Ausdrücke contra und etiam bey ut zuläßt. Nur potius darf nicht damit ver⸗ bunden werden, weil die Natur der Bindeformel adeo non— ut die nämliche iſt, wie die von tantum abest ut— ut, und potius ſeinem Hauptbegriffe nach, das in — „ 6* ihr liegende Gleichheitsverhältniß aufheben würde(vergl. §. 29). Noltenius gebraucht zwar, in ſeinem Lex. An- tibarb.(Berol. 1730) S. 1800 u. 1844, potius nach adeo non— ut, iſt aber die Anführung einer claſſiſchen Stelle zur Rechtfertigung dieſes Gebrauchs ſchuldig geblie⸗ ben. In der älteſten Ausgabe Helmst. 1730 beruft er ſich S. 916 auf eine in Reyheri Tabula sermonis lat. elegantioris angeführte Regel, wo ſich aber ebenfalls kein claſſiſches Beyſpiel findet. Ohne allen Zweifel iſt dieſes adeo non— ut potius von dem ſonſt ſo gewöhnlichen, aber ebenſowenig claſſiſchen tantum abest ut— ut potius entlehnt worden. Im Deutſchen läßt ſich adeo non— ut ausdrücken: 47 ſo wenig— daß; nicht ſowohl— als; ſogar nicht— daß auch; nicht nur nicht— ſondern ſogar; oder dadurch, daß man die Satzglieder, in um⸗ gekehrter Srellung zu den beyden Bindepartikeln, mit: geſchweige daß oder fragweiſe verbindet, z. B. amici exhortationes adeo mihi non sunt graves, ut cas contra maxime optem, freundſchaftliche Ermahnungen ſind mir ſogar angenehm, geſchweige daß ſie mich kränken ſollten, oder: wie ſollte ich mich dadurch gekränkt fühlen? Claſſiſche Stellen. Liv. VIII. 5. Qui adeo non tenuit iram, ut, gladio cinctum in senatum ven- turum se esse, palam diceret(i. q. tantum abfuit, ut teneret iram, ut——— palam diceret). Id. XXX. 34. Apud hostes auxiliares cedentes Afri et Carthaginen- ses adeo uon sustinebant, ut coutra etiam pedem re- 6 6 ferrent(i. q. tantum aberat, ut sustinerent, ut con- tra ipsi pedem referrent). 2. Stellung. 48 1) Wenn adeo non zur Verbindung eines negati⸗ ven und affirmativen Sakzgliedes gebraucht wird, ſo werden beyde entweder a) durch adeo uon— ut, oder b) durch das ihm dem Sinne nach völlig entſprechende*), nur in der durch eine doppelte Negation ausgedrückten Vergleichung von ihm unterſchiedene non adeo— ut uon verbunden. Curt. VII. 1. Amicitiam, quae nobis cum Phi- lota fuit, adeo non eo inficias, ut expetisse confitear (wofür auch hätte ſtehen können: non adeo eo inficias, ut non— confitear). Id. III. 12. Conjugem Darii adeo ipse Alexander non violavit, ut summam adhi- buerit curam, ne quis captivo corpori illuderet(i. q. non adeo viglavit, ut uon adhibuerit). Vellej. II. 66. Famam vero gloriamque factorum atque dictorum adeo non abstulisti, ut auxeris(i. q. uon adeo ab- stulisti, ut non auxeris). Tacit. Hist. I. 3. Non adeo virtutum erat sterile *) Sowie im Deutſchen die durch: nicht ſo— daß nicht, ausgedrückte Vergleichung mit der in der Bindefor⸗ mel: ſo wenig— daß, enthaltenen Comparation ganz Einerley ſagt, z. B. er iſt der Lüge nicht ſo ergeben, daß er nicht überall die Wahrheit ſagte, und: er iſt der Lüge ſo wenig ergeben, daß er überall die Wahrheit ſagt, ſo ſind ſich auch die lat. Formeln non adeo— ut non und adeo non— ut in der Bedeutung völlig gleich. 276 seculum, ut non et bona exempla prodiderit(i. q. seculum virtutum adeo non sterile erat, ut etiam bo- na exempla proderet). Suet. Oih. 9. Ne victi qui- dem adeo aftflicti erant, ut uon in ultionem ignomi- niae quidvis discriminis ultro subirent(i. d. victi quamquam adeo tamen non afflicti erant, ut-——— subirent). 2) Wenn aber adeo non zur Verbindung zweyer ne⸗ 49 gativen Satzglieder dienen ſoll, ſo kann es nur in um⸗ gekehrter Satzſtellung entweder a) mit voranſte⸗ hendem ne quidem*) oder non, oder b) wenn ein nega⸗ tives Adjectiv beyden Sätzen gemeinſchaftlich als Prädicat angehört, adeo mit vorhergehendem quoque gebraucht werden. Ne quidem(non)— adeo non wird im Deut⸗ ſchen: nicht einmal(oder nicht)— geſcheige daß; quoque— adeo mit einem verneinenden Adjectiv: nicht einmal— geſchweige denn, ausgedrückt. Na viderant quidem Miletum, adeo Xerxi non potuerant prodere. Curt. VII, 5. Minimum id esse debebit intervallum, ut attingat jugum, uon teneat, *) Man ſchließe hieraus nicht, daß man auch adeo non— ut mit ne quidem verbinden könne. So wenig man tan⸗ tum abest ut— ut ne quidem gebraucht(vgl. 9. 34. Anm.), ebenſowenig darf man adeo non— ut ue quidem ſagen. Sobald aber adeo non durch eine Umkehrung der Satglie⸗ der außer Verbindung mit ut tritt, kann ihm füglich ne quidem gegenüber ſtehen. —13 6 adeo non recumbat in eo. Plin. IHI. N. XVII. 22. Nullius repentini honoris, adeo non principatus ap- petens. Tacit. Hist. III. 59. Favore militum anxius et superbia viri aequa- lium quoque, adeo superiorum intolerantis. Ibid. IV. 80. 50 Anmerk. Bauer ſagt in ſeiner Anleitung zum richtigen und guten Ausdruck der lat. Spr. Acht. Abſchn. S. 364, daß man, bey der Verbindung eines negativen und affirmativen Satzgliedes durch adeo non, auch eine Umkehrung der Satzglieder vorneh⸗ men, und z. B. ſagen fönne: ultro judicium poscit, adeo non horret(für: adeo uon hor- ret, ut ultro judicium poscat), oder: irridet regem, adeo non veretur. So wahrſcheinlich dies auch nach der Analogie von tantum abest iſt (vergl.§. 41. b.), ſo mag ich es doch nicht als Regel aufſtellen, ſo lange ich dieſe unmgekehrte Satzſtellung nicht durch claſſiſche Auctorität be⸗ gründen kann. 3. Abänderungen. 51 1) Für adeo non findet man auch adeo nemo, nihil, nunquam etc. Hujus temporis fortunam ne deflere quidem quisquam satis digne potuit, adeo nemo exprimere verbis potest. Vellej. II. 67. Haec adeo nihi! mo- verunt quemquam, ut legati prope violati sint. Liv. III. 2. Participibus autem victoriae adeo nihil extra ordinem indulsit, ut etiam legitima praemia non ni- si sero persolverit. Suet. Vesp. 8. Ne tecta quidem 19 6 urbis, adeo publicum consilium nunquam adiit. Ta- cit. Ann. VI. 15. 2) Die Verbindungsart mit adeo non— ut oder non adeo— ut nou komint zwar bey Cicero nicht vor; allein er gebraucht eine der letzteren ähnliche mit non ita— ut non, welche ſich auch bey Livius findet. Mon ita claudenda est res familiaris, ut eam benignitas aperire non possit. Cic. Off. II. 15. Mon ica fracti animi civitatis erant, ut uon sentirent, includi se insulae parvae et sterilis agri litoribus. Liv. XL.V. 25. Anmerk. Hier ſtehe überhaupt noch die Bemer⸗ kung, daß die Bindeformel tancum abest ul— us mehr dem goldenen, adeo non aber in den verſchiedenen Arten ſeines Gebrauchs(vergl.§6. 8 und 49) dem filbernen Zeitalter angehört, und daß, wie ſich aus einer Vergleichung der für beyde angeführten claſſiſchen Stellen ſchließen läßt, erſtere ebenſo in ſpäteren Zeiten in Abgang ge⸗ kommen zu ſeyn ſcheint, wie letztere in den Schriftſtellern des goldenen Zeitalters, etwaige ähnliche Verbindungsarten, wie die obige mit non ita— ut non abgerechnet, gar nicht vor⸗ kommt. Nur Livius, der gleichſam zwiſchen beyden Zeitaltern ſteht, und überhaupt in Abſicht auf Ausdruck, Wort⸗ und Sakvverbindung zwi⸗ ſchen beyden getheilt iſt, wie ich bey einer ande⸗ ren Gelegenheit weitläußger und gründlicher dar⸗ ◻ꝗ ) 10( zuthun hoffe, macht auch in dieſer Art von Satz⸗ verbindung von beyden Formeln Gebrauch. Viertes Capitel. Von der Bindeformel: nedum. 1. Gebrauch. 54 Nedum dient einzig und allein zur Verbindung zweyer Satzglieder, zwiſchen welchen eine Folge rung beſteht, und dieſe drückt es entweder zwiſchen zwey ne⸗ gativen, oder zwiſchen einem negativen und affir⸗ mativen, oder zwiſchen zwey affirmativen Satz⸗ gliedern aus. Im erſten Fall hat es gleiche Bedeutung mit non modo(uon)— sed ne quidem(vergl.§. 10), im zweyten kann es für non modo(non)— sed etiam (vergl.§§. 21— 25) gebraucht werden, im dritten ent⸗ ſpricht es dem affirmativen non modo— ged etiam (vergl.§. 3)*). Doch hat es inſofern einen beſchränk⸗ *) Nur zur Verbindung eines affirmativen und nega⸗ tiven Satzgliedes, alſo für non modo— sed ne qui- dem(vergl.§. 7), iſt nedum nicht anwendbar, weil bey der hier nothwendigen Umkehrung der Satzglieder nedum nach einer vorausgegangenen Verneinung zu ſiehen käme, und alsdann, wie immer in dieſem Falle, negative Bedeutung haben würde, wo dieſelbe affiruativ ſeyn ſollte. ) 11( teren Gebrauch, als dieſe, daß es gewöhnlich a) bey der Verbindung zweyer negativen Satzglieder nur eine Folgerung vom Kleineren auf's Größere, b) bey der Verbindung eines negativen und affir⸗ mativen oder zweyer affirmativen aber blos eine Folgerung vom Größeren auf's Kleinere aus⸗ drückt. Auch unterſcheidet es ſich c) noch dadurch von non modo, daß es bey zwey verneinenden Sakzglie⸗ dern immer das Kleinere, bey einem verneinen⸗ den und bejahenden, oder bey zwey bejahenden aber das Größere voranſtellt. Dagegen haben wir oben in der Abhandlung von non modo geſehen, daß damit nicht nur überhaupt jede Art von Folgerung ausgedrückt wird, ſondern daß man auch insbeſondere, ſowohl im Verneinungs⸗ als im Bejahungsfall mit ihm bald das Kleinere, bald das Größere voranſtellt(vergl.§§. 3. 10. 21). Wenn daher nedum mit non modo vertauſcht werden ſoll, muß jedesmal eine Umkehrung der Satzglie⸗ der vorgenommen werden. Es ergiebt ſich dies Alles aus den§§. 56— 58 folgenden Beyſpielen und den§§. 60— 62 angeführten claſſiſchen Stellen. Im Deutſchen läßt ſich nedum bey zwey vernei— nenden Satzgliedern, oder bey einem verneinenden und bejahenden durch: geſchweige oder wieviel⸗ weniger, bey zwey bejahenden durch: um ſo mehr oder wievielmehr ausdrücken. Anmerk. Turſellinus behauptet in ſeinem 55 Buche de partic. lat., daß nedum nur zur Ver— bindung negativer Satzglieder gebraucht werde, da ſelbſt in der Stelle Cicero's ad div. VII. 28: ) 12( Erat enim multo domicilium hujus urbis aptius humanitati tuae, quam tota Peleponnesus, ne- dum Patrae(——— angemeſſener, als der ganze Peloponnes, wievielmehr aber als Paträ), eine verſteckte Negation liege. Allein dies iſt kei⸗ neswegs wahr, weil, um in jene Stelle eine Ver⸗ neinung zu bringen, erſt eine Variation gemacht werden müßte, eine Verneinung aber nur dann in einem Satze verſteckt liegt, wenn der negative Be⸗ griff auch ohne vorgenommene Varation darin ent⸗ halten iſt, wie in der Frage: quis est doctior illo? für: nemo est doctior illo. Außer Cicero brauchen aber auch Livius, und viele Schrift⸗ ſteller des ſilbernen Zeitalters, als: Valerius Maximus, Tacitus, Sueton, Quinti⸗ lian, Seneca, und Andere, nedum zur Ver⸗ bindung affirmativer Satzglieder. Verbindung der Satzglieder durch nedum und non modo 56 1) negativer Satzglieder. a) a minori ad majus. durch nedum. Ne gemitus quidem, nedum ferocior vox exau- diebatur. durch non modo. Non modo ferocior vox, sed ne gemitus quidem (Vel: ne gemitus quidem, non modo ferocior vox) exaudiebatur. ) 13( b) a majori ad minus. blos durch non modo. Non modo suspicione, sed ne infamia qitidem (vel: ne infamia quidem, nonu modo suspicio- ne) adspersus fuit. 2) eines negativen und affirmativen 57 Satzgliedes. a) a majori ad minus. mit nedunm. Dies etiam auget, nedum levet hunc luctum.— mit non modo. Dies non modo(uon) levat hunc luctum, sed etiam auget. b) a minori ad majus. blos mit non modo. MHoc periculo non modo(uon) excitatus, sed etiam deterritus est. 3) affirmativer Sakzlieder. 59 a) a majori ad minus. mit nedum. Sanguinem pro te impendo, nedum pecuniam. mit nou modo.. Non modo pecuniam pro te impendo, sed etiam sanguinem, vel: etiam sanguinem, uon modo pecuniam. b) a minori ad majus. 1 blos mit non modo. Deus non modo hominibus, sed etiam brutis (vel: etiam prutis, nou modo hominibus) pro- spicit. ) 14( Anmerk. Aus den§§. 56, 57 und 58 aufgeführ⸗ ten Beyſpielen ergiebt ſich, daß nedum bey zwey verneinenden Satzgliedern nicht zum Ausdruck ei⸗ ner Folgerung vom Größeren auf's Klei⸗ nere, bey einem negativen und affrmativen, oder bey zwey affirmativen nicht zur Bezeichnung einer Folgerung vom Kleineren auf's Größere gebraucht wird, weil man im erſteren Falle ne in- famia quidem, nedum suspicione adspersus, in den beyden letzteren aber deterritus, nedum excitatus, oder brutis, nedum hominibus ſagen müßte, welches Beydes der§. 54 von nedum auf⸗ geſtellten Regel zuwider ſeyn würde. Nur Schriftſteller der frühſten Zeit, wie Terenz, oder ſolche, die dem ſilbernen Zeitalter nahe ſind, wie Livius, oder die demſelben wirklich angehören, wie Sueton, Quintilian und Seneca, weichen von dem Gebrauche, welchen die Schriftſteller der beſten Zeit, beſonders Cicero, und in den meiſten Fällen auch die ſpäteren ſelbſt mit nedum beobachten, und welcher§. 54 als Regel aufgeſtellt worden iſt, zuweilen ab, und wen⸗ den nedum ſowohl im Verneinungsfalle, um eine Fol⸗ gerung vom Größeren auf's Kleinere auszudrücken, als im Bejahungsfalle zur Bezeichnung einer Folgerung vom Kleineren auf's Größere an. So ſagt z. B. Terenz, Heaut. III. 45: Satrapes nunquam ejus sumtus suf- ferre queat, nedum tu possis, für: uon modo non tu, sed ue Satrapes quidem;, Livius, IX. 18: Re- ferre in tanto rege piget adulationes, etiam victis Macedonibus graves, nedum victoribus, für: etiam ) 15( victis Macedonibus, non modo victoribus, und X. 52: Velut ex composito ibi hostem habuere obvium, ubi intrare, nedum vastare ipsi Samnitium agrum prohi- berentur, für: intrare, non modo vastare. Ebenſo Sueton, Claud. 40: multaque talia etiam privatis deformia, nedum principi; Quintilian, XII. 1: mendacium dicat— nonnunquam in levioribus cau- sis, nedum si— avertendus sit; Seneca, epist. 85: quae(vitia) etiam tolerabilis homo vitaverit, nedum perfectus ac sapiens. En iſt daher die Anwendung von nedum in den Fällen, wo es die obige, von dem Sprach⸗ gebrauche der beſten Zeit abſtrahirte Regel ausſchließt, nicht fehlerhaft, ſondern nur weniger gut und gewöhn⸗ lich. 2. Stellung. 1) Regelmäßig wird nedum zwiſchen die beyden Satz⸗ glieder geſtellt, die es verbindet, und es wird alsdann a) bey der Verbindung negativer Sakzglieder das 60 Minus entweder mit ne quidem oder blos mit non, das Majus aber,) wenn es ein eigenes Prädicat hat, ent⸗ weder nur mit nedum oder mit nedum ut,) wenn es mit dem Minus ein gemeinſchaftliches Prädicat hat, immer blos mit nedum verbunden. Ego vero ne immortalitatem quidem contra rem- publicam accipiendam putarem, nedum emori cum pernicie reipublicae vellem. Cic. Planc. 37. Opti- mis temporibus clarissimi atque amplissimi viri vim tribunitiam sustinere nou potuerunt, nedum his tem- poribus, his moribus salvi esse possimus. Id. Cluent. ) 16( 35.— Tribuni refecti in insequentem annum ne voce quidem incommoda, nedum ut ulla vis fieret, paula- tim permulcendo tractandoque mansuefecerant ple- bem. Liv. III. 14.— Fix clamorem quidem(§. 644), nedum impetum Suessetani tulere. Id. XXXIV. 20. 61 b) Bey der Verbindung eines negativen und af⸗ firmativen Satzgliedes, oder wenn nedum für non modo non— sed etiam(§. 21) gebraucht wird, geht das affirmative(das Majus) mit etiam oder ohne Partikel voran, und das negative(das Minus) folgt mit nedum. Etiam fortes viros subitis terreri, nedum ille scenicus arma contra cieret. Tacit. Ann. XV. 59. Quippe secundae res sapientium animos fatigant, ne- dum illi corruptis moribus victoriae temperarent. Sallust. Catil. 11. 4 62 c) Ebenſo findet bey der Verbindung zweyer affir⸗ mativen Satzglieder die Voranſtellung des Majus mit etiam oder ohne Partikel, und die Anknüpfung des Minus mit nedum Statt. Praeferebantur enim ornamenta etiam legioni, nedum militi, satis multa. Val. Max. L. III. C. II. 24. Erat enim multo domicilium hujus urbis aptius humanitati tuae, quam tota Peloponnesus, nedum Patrae. Cic. ad Div. VII. 28. 63 2) Zuweilen findet ſich nedum zu Anfang eines Vorderſatzgliedes geſtellt, und daher nedum— ged etlam für non modo— sed etiam, jedoch nur, wenn dieſes ) 17 Ungleichheit zwiſchen den Satzgliedern ausdrückt(wie §. 3), niemals zur Bezeichnung einer Gleichheit (wie§. 2), gebraucht. Auch ſteht nedum alsdann, wie non modo, bald mit einem Minus, bald mit einem Majus voran. Nedum hominum humilium, ut nos sumus, sed 64 etiam amplissimorum virorum consilia ex eventu, non ex voluntate a plerisque probari solent. Cic. Att. IX. 8. Tu quoniam quartana cares, et nedum morbum removisti, sed etiam gravedinem, te vege- tum nobis in Graecia siste. Ibid. NX. 16. Anmerk. Wenn nach nedum eine Litotes folgt, ſo wird das dazu gehörige non nicht durch die in nedum liegende Regation aufgehoben. Cic. Agr. II. 35: Homo privatus vix facile sese regioni- bus officii continet, nedum isti a Rallo con- quisiti coloni Capuae non statim conquisituri sint aliquid sceleris et flagitii. 3. Abänderungen. 1) Statt ne quidem oder unon— nedum, alſo im 65 Verneinungsfalle, findet ſich öfters aegre, vix oder„ vixdum— nedum. AHegre inermis tanta multitudo, nedum armata sustineri potest. Liv. VI. 7. Fix in ipsis tectis et oppidis frigus infirma valetudine vitatur, nedum in mari et in via sit facile abesse ab injuriis temporis- Cic. ad Div. XVI. 8. Decem millia fuere: viax ad Graeciam nudam occupandam satis copiarum, nedum ad sustinendum Romanum bellum. Liv. XXXV. 43. In Sicilia reguum ad Hieronymum nepotem Hieronis 2 ) ¹8( translatum, puerum vixdum libertatem, nedum domi- nationem modice laturum. Id XXIV. 4. 66 2) Bey der Verbindung eines negativen und affir⸗ mativen, oder zweyer affirmativen Satzalieder wird für eliam— nedum nicht ſelten vel— nedum gebraucht. Querebantur: consules bellicosos, viros acres ni- mis et feroces creatos esse, qui vel in pace tranquilla bel- lum excitare possent, nedum in bello respirare civi- iatem forent passuri. Liv. XXVI. 26. Insueta omnia oculis auribusque, quae vel socios, nedum hostes victos terrere possent. Id XLV. 29. 67 3) Zuweilen wird nedum ausgelaſſen und blos in Ge⸗ danken unterſtellt. Quae tantum habent mysteriorum, ut eas ne U. prariis quidem committamus(suppl. nedum cuilibet). Cic. Ait. IV. 18. 68 4) Auch findet man ſtatt ne quidem oder vix— nedum zuweilen ne quidem— uèe, oder vic— non; auch ſtatt nedum zur Verbindung eines negativen und affirmativen Satzaliedes ne. NMe vero nihil istorum, ne juvenem quidem, movit unquam, ne nunc senem. Cic. ad Div. IX. 26. Vix servis hoc eum suis, non(ue) vobis, omnium gentium dominis, probaturuam arbitrarer. Id. Agr. II. 9.— Novam inexpertamque eam potestatem eri- puere patribus nostris, ne nunc, dulcedine semel capti, ferant desiderium. Liv. III. 52. ) 19( Ueberſicht der vom Herbſt 1825 bis ebendahin 1826 ertheilten Lectionen. A. Sprachunterricht. I. Lateiniſche Sprache. Erſte Claſſe, wöchentlich 10 Stunden. 1. Dichter. Horaz, a) in einer Stunde der Woche die Epi⸗ ſteln B. I. Ep. 18 bis zu Ende des B. II, und hier⸗ auf noch die Epiſtel an die Piſonen; b) in einer ande⸗ ren Stunde der Woche die Oden B. I. Od. 17 bis B. III. Od. 5. Director. 2. Proſaiker. Livius, wöchentlich in zwey Stunden, B. IX. 43 bis zu Ende, B. X, und hierauf B. XXI bis Cap. 22. Director. Tacitus, wöchentlich in zwey Stunden, a) im Winterhalbenjahre: die Annalen B.II. 77 bis B. III. 45; b) im Sommerhalbenjahre: Agricola.— Im 2* ) 20( nächſten Curſus wird dafür eine philoſophiſche Schrift von Cic. eintreten- Prof. Heß. Cicero's Briefe mit Auswahl, nach der Ausgabe von Matthiä, wöchentlich in einer Stunde(gemeinſch. mit II.). Dr. Soldan. 3. Uebungen im Lateinſchreiben. Uebung des philoſophiſchen und des Brief⸗ ſtyls, wöchentlich in einer Stunde. Director. 4. Mündliches Ueberſetzen aus dem Deut⸗ ſchen in's Lateiniſche⸗ Themata hiſtoriſchen Inhalts, vorzüglich mit Uebung im Variiren, ſowohl in Abſicht auf den Ausdruck, als auf Wort⸗ und Satzverbindung, wöchentlich in einer Stunde(gemeinſchaftlich mit II).— Im künftigen Cur⸗ ſus wird dafür eintreten: Uebung im Lateinſprechen. Director. 5. Metrik. Nach der Anleitung von Krebs, a) im Winterhal⸗ benjahre von§. 80 bis zu Ende; b) im Sommerhalben⸗ jahre Einübung der Horaziſchen Metra, in einer Stun⸗ de der Woche(welche zwiſchen I u. lI abwechſelte). Prof. Heß⸗ Zweyte Claſſe, wöchentlich 10 Stunden. 1. Dichter. ) 21( Virgils Aeneis, wöchentlich in zwey Stunden, von B. VI. v. 400— B. VIII. v. 453. Dr. Zehner. 2. Proſaiker. Cicero vom Alter von Cap. 10 bis zu Ende, und hierauf deſſen Reden für den Dichter Archias und für den Maniliſchen Vorſchlag bis Cap. 10, mit beſonderer Rückſicht auf Syntax. ornat., wöchentlich in zwey Stunden. . Director. Cäſar's Bürgerkr. von B. I. 16 bis zu Ende des B. II, in zwey Stunden der Woche. Prof. Heß. Cicero's Briefe mit Auswahl, wöchentlich in ei⸗ ner Stunde(gemeinſch. mit 1). S. oben. 3. Uebungen im Lateinſchreiben. Uebung des hiſtoriſchen und Briefſtyls, wö⸗ chentlich in einer Stunde. 3 Dr. Soldan. 4. Mündliches Ueberſetzen aus dem Deut⸗ ſchen in's Lateiniſche. wöchentlich in einer Stunde(gemeinſch. mit I). S. oben. 5. Metrik. Nach Krebs Anl. von§. 76— 116; daneben Einübung des Hexameters und Pentameters, pract. Ue⸗ . 22( bungen im Anordnen verſtellter Verſe und metr. Ueberſ. aus dem Deutſchen in's Lateiniſche, in einer Stunde der Woche(welche zwiſchen II u. I abwechſelte). 4 Prof. Heß. Dritte Claſſe, wöchentlich 10 Stunden. 1. Dichter. Phädrus, wöchentlich in zwey Stunden, von B. II. 7 bis zu Ende.— Im nächſten Curſus treten dafür wieder Ovids Metamorphoſen ein. Prof. Heß. 2. Proſaiker. Cäſar's galliſcher Kr., wöchentlich in zwey Stun⸗ den, von B. I. 52— B. III. 5. Dr. Zehner. Cicero's dritte und vierte Catilin. Rede in Ober⸗ tertia, mit beſonderer Hinſicht auf Grammatik, wöchent⸗ lich in zwey Stunden. Dr. Soldan. Cornelius Nepos in Untertertia(gemeinſch. mit IV.), wöchentlich in zwey Stunden: Ageſilaus, Eu⸗ menes, Phocion, Timoleon, die Könige und Hamilcar bis zu Cap. 3. Dr. Zehner. 3. Leſebuch. Broederi Lectiones Latinae, und zwat die Apoph⸗ thegmata und Erzählungen, vorzüglich zur ) 25( Wiederholung und Uebung des erlernten Syntactiſchen, wöchentlich in zwey Stunden(gemeinſch. mit IV.). Director. 4. Grammatik. Erklärung und Einübung der grammatiſchen Regeln nach Bröder, mit Auswahl der wichtigſten Capp., in einer Stunde der Woche. Dr. Zehner. 5. Uebungen im Ueberſetzen aus dem Deut⸗ ſchen in's Lateiniſche. Wöchentlich in einer Stunde nach Schuppius. Dr. Zehner. Vierte Claſſe, wöchentlich 11 Stunden. 1. Krebs Elementarbuch. In zwey Stunden der Woche, a) im Winterhalben⸗ jahre obere Abtheilung die Abſchnitte aus der Rom. Ge⸗ ſchichte von Cap. 1— 14, untere Abtheil.§§. 75— 82; b) im Sommerhalbenjahre§§. 72— 107. Dr. Soldan. 2. Bröders lat. Lectionen für Anfänger. Wochentlich in zwey Stunden, B. II, III u. IV bis §. 459. Director. 3. Broederi Lectiones Lat.(gemeinſch. mit III.). S. oben. 4. Cornelius Nepos(gGemeinſch. mit Untertertia). S. oben. ) 24( 5. Ueberſetzen aus dem Deutſchen ins Lat. In zwey Stunden der Woche, abwechſelnd in der einen Stunde ſchriftlich, in der andern mündlich, nach Schuppius. Dr. Soldan. 6. Wiederholung der lat. Formenlehre. Wöochentlich in einer Stunde. Dr. Zehner. II. Griechiſche Sprache. Erſte Claſſe, wöchentlich 5 Stunden. 1. wöchentlich in zwey Stunden: a) im Winterhalben⸗ jahre Wiedaſch griech. Chreſtomathie von S. 165 bis zu Ende; b) im Sommerhalbenjahre Homer's Jlias 1. u. 2. Geſang, nach vorausgeſchickter Einleitung in die epiſche Poeſie der Griechen. Prof. Heß. 2. in zwey Stunden der Woche: a) im Winterhal⸗ benjahre Plutarch über die Geſchwätzigkeit(Jacobs Socrates S. 374— 440.); b) im Sommerhalbenjahre Demoſthenes(nach der Ausgabe von Rüdiger) Rede vom Frieden und die erſte Philippiſche. Dr. Zehner. 3. Grammatik nach Roſt, verbunden mit Ue⸗ berſetzungen aus dem Deutſchen in'’s Griech. nach ebendeſſelben Anleit., 2. Bdes., wöchentlich in einer Stunde. 4 Prof. Heß. ) 25( Zweyte Claſſe, wöchentlich 5 Stunden. 1. Homer's Odyſſee, woöchentlich in zwey Stunden: a) im Winterhalbenjahre Geſang 14 ſtatariſch, und Geſang 15 eurſoriſch; b) im Sommerhalbenjahre Geſang 1 ſtatariſch, nach vorausgegangener Einübung des Hexameters und des Homeriſchen Dialekts. Prof. Heß. 2. Jacobs Attieca, in zwey Stunden der Woche: a) im Winterhalbenjahre die Abſchnitte aus Thucydi⸗ des XIX, XX und XXII; b) im Sommerhalbenjahre aus Herodot die Abſchnitte XXX— XXXIV. Dr. Soldan. 3. Grammatik nach Roſt, nebſt Uebungen im Ueberſetzen aus dem Deutſchen in's Griech. nach ebendeſſelben Anl., 1. Bdes., wöchentlich in ei⸗ ner Stunde. 1 Prof. Heß. Dritte Claſſe, wöchentlich 6 Stunden. 1. in Obertertia a) in zwey Stunden der Wo⸗ che, aus dem zweyten Curſus des Jacobsſchen Ele⸗ mentarbuchs: Fortſetzung der Anekdoten, Naturgeſchich⸗ te, mythologiſche Notizen, mythologiſche Erzählungen, mythologiſche Geſpräche 1— 8. S. 107— 182; b) in einer Stunde der Woche Homer nach Koch's kleiner Odyſſee B. IX— B. X. v. 260.; c) ſchriftliche Ueber⸗ ſetzungen aus dem Deutſchenin's Griech. nach Heß, wöchentlich dreymal während der Lehrſtunden der unteren Abtheil. in Gegenwart und unter Aufſicht des Lehrers ausgearbeitet. Dr. Zehner. ) 26( 2. in Untertertia, wöchentlich in drey Stunden: a) im Winterhalbenjahre das regelmäßige Zeitwort, und die dahin gehörigen Abſchnitte des Jacobsſchen Elementarbuchs von VIII— XI.; b) im Sommerhalben⸗ jahre die unregelmäßigen Verba, und der dahin einſchlagende Abſchnitt XI des genannten Leſebuchs, hiers auf noch Abſchn. XII und die Anecdoten von Philoſophen und Rednern.— Daneben noch ſchriftliche Ueberſetzun⸗ gen aus dem Deutſchen in's Griech. nach Heß, dreymal in der Woche, während des Unterrichts der obe⸗ ren Abtheil. unter Aufſicht des Lehrers. Dr. Soldan. Vierte Claſſe, wöchentlich 3 Stunden. a) im Winterhalbenjahre regelmäßiges Zeit⸗ wort auf c nach Roſt's Grammatik, und Abſchn. VIII des Elementarbuchs von Jacobs; b) im Sommerhal⸗ benjahre die zuſammengezogenen Zeitwörter, und der dahin gehörige Abſchn. IX des Leſebuchs.— Daneben Einübung des erlernten Grammatiſchen durch Ueberſetzun⸗ gen aus dem Deutſchen in's Griech. nach Heß. Dr. Soldan. III. Hebräiſche Sprache. Erſte und zweyte Claſſe, wöchentlich 2 Stunden. 1. die obere Abtheilung a) im Winterhalbenjahr Jeremias Klagl. Cap. 5— 5. Pſ. 1— 20; b) im Sommerhalbenjahr Pſ. 20— 30. ) 27( 2. die untere Abtheilung a) im Winterhalbenjahr das Verbum nach Geſenius; b) im Sommerhalben⸗ jahr Geſenius Chreſtomathie Abſchn. 1— 7. Prof. Heß. IV. Deutſche Sprache. Erſte Claſſe. 1. in einer Stunde der Woche: Geſchichte der deut⸗ ſchen Literatur von 1751 bis auf die neueſte Zeit, nebſt Muſterſtücken von jedem Schriftſteller; 2. in einer ande⸗ ren Stunde: Stylübungen durch Anfertigung freyer Aufſätze und durch Entwerfung von Dispoſitionen. Prof. Heß. Zweyte Claſſe. 1. wöchentlich in einer Stunde: Theorie des Styls, nach Snell's Lehrbuch der deutſchen Schreib⸗ art, und hiernächſt noch das Zeitwort und die Lehre vom Vers nach Reinbeck. Dr. Zehner. 2. Stylübungen durch Aufſätze über gegebene Themata, wöchentlich in einer Stunde. Prof. Heß. Dritte Claſſe. 1. in einer Stunde der Woche: grammatiſcher Unterricht nach Reinbeck, und zwar über Declina⸗ tionen, Pronomen, Adjectivum, Zahlwort, Conjugatio⸗ nen, Syntax und Versbau; 2. wöchentlich in einer Stunde: ſchriftliche Ausarbeitungen. Dr. Zehner. ) 23( Vierte Claſſe. wöchentlich in zwey Stunden, nach Heinſius: die Abſchnitte über die Redetheile, über das Haupt⸗, Ei⸗ genſchafts⸗ und Fürwort, über das Verbum, Adverbium, über die Rection des Haupts⸗ und Eigenſchaftsworts, des Verbums, der Präpofltionen, und die Folge der Wörter, ſowie über Orthographie und Interpunction.— Daneben wöchentlich kleine Aufſätze zur Bildung des Brief⸗ und erzählenden Siyls. Dr. Soldan. v. Franzöſiſche Sprache. Wegen Erledigung der franzöſiſchen Lehrſtelle benutz⸗ ten diejenigen Schüler, welchen es um Kenntniß dieſer Sprache zu thun war, die an hieſigem Orte vielfältig ſich darbietende Gelegenheit zu Privatunterricht. B. Sachunterricht. I. Religionsunterricht. Erſte und zweyte EClaſſe. Nach Beendigung eines Reſtes aus der dogmatiſchen Religionslehre, allgemeine moraliſche Reli⸗ gionslehre, und hierauf ſpecielle Ethik, wö⸗ chentlich in einer Stunde. Director. ) 29( Dritte Caaſſe. a) im Winterhalbenjahre die Pflichten der Chriſten, b) im Sommerhalbenjahre die Abſchnitte über Gott und deſſen Eigenſchaften, über den Menſchen, über die heil. Schrift, über Jeſus, und Geſchichte des Chriſtenthums nach Snell, wöchentlich in zwey Stunden. Dr. Soldan. Vierte Claſſe. Erklärung auserleſener Abſchnitte des neuen und alten Teſtaments nach Hübner, in zwey Stunden der Woche. 3 Dr. Soldan. II. Geſchichte. Erſte und zweyte Claſſe. wöchentlich in vier Stunden, nach eigenem Lehrbuche, a) im Winterhalben jahre die vierte Periode der Mit⸗ telaltersgeſchichte(v. 1275— 1517 nach Chr.), und neuere Geſchichte in vier Perioden(Zeitalter des Spaniſch⸗Oeſtreichiſchen Uebergewichts 1517— 1660; Z. A. des Franz. Uebergewichts 1660— 1715; Z. A. des Europäiſchen Gleichgewichts 1713— 1769; Neueſte Zeit 1789— 1825) b) im Sommerhalbenjahr:.2) in zwey Stunden der Woche: die vier erſten Perioden der al⸗ ten Geſchichte(Per. der Urwelt bis 2200 vor Chr.; Aſſyriſches Z. A. bis 560; Perſiſches Z. A. bis 336; Macedoniſch⸗Römiſches Z. A. bis 30 vor Chr.);) in zwey anderen Stunden der Woche Alte Geographie, ) 30( vorzüglich nach Schirlitz: Aſien, Africa, und von Europa noch Griechenland. Directer. Dritte Claſſe. wöchentlich in zwey Stunden das Merkwürdigſte aus der Mittelaltersgeſchichte, a) im Winterhal⸗ benjahr die erſte und zweyte Periode(476— 1073 nach Chr.); b) im Sommerhalbenjahr die dritte und vierte Per.(1073— 1517), mit mehrmaliger Wie⸗ derholung des früher Erlernten. Director. Vierte Claſſe. wöchentlich in zwey Stunden nach Bredow's Leit⸗ faden: a) Winterhalbj.§§. 25— 40; b) im Sommer⸗ halbj.§§. 40— 46. Prof. Heß. III. Erdbeſchreibung. nach Stein. Zweyte Claſſe. wöchentlich in einer Stunde, a) im Winterhalbj. politiſche Geographie von Baiern(zweyte Hälfte), von Sachſen, Hannover, Preußen(erſte Hälfte). Wiederholung des Ganzen vor dem Schluſſe des Halben⸗ jahrs; b) im Sommerhalbenjahr polit. Geographie von Preußen(zweyte Hälfte), Oeſtreich, Würtem⸗ berg, Kurheſſen. Wiederholung der ſämmtlichen in beyden Semeſtern durchgegangenen Gegenſtände. Dr. Zehner. Dritte Claſſe. wöchentlich in zwey Stunden, a) im Winterhalben⸗ jahr polit. Geographie von Sachſen, Hannover, Würtemberg, Preußen(erſte Hälfte). Wieder⸗ holung früyerer Lehrgegenſtände; b) im Sommerhalben⸗ jahr polit. Geographie von Preußen(Zweyte Halfte), von Oeſtreich, Baden, Kurheſſen. Wieder⸗ holung. ¹ Ebenderſelbe. Vierte Claſſe. wöchentlich in zwey Stunden: a) im Winterhalben⸗ jahre populäre Kenntniß der wichtigſten Lehren der ma⸗ thematiſchen und phyſiſchen Geegraphie, und po⸗ lit. Geographie von Würtem berg, Sachſen, Hannover, Preußen(Lerſte Hälfte); b) im Som⸗ merhalbenjahre polit. Geographie von Preußen(zweyte Hälfte), Oeſtreich, Baden, Kurheſſen. Wie⸗ derholung. Ebenderſelbe. IV. Mathematik. Erſte Claſſe. 1. wöchentlich in zwey Stunden Geometrie, nach eigenem Lehrbuche, Fortſetzung: a) von den Flächen, Proportionalgrößen und ähnlichen Figuren; b) von den Proportionen bey dem Kreiſe; c) von den Linien, Flä⸗ chen, und den Körpern, welche von ebenen Seitenflächen begrenzt werden; d) von den ähnlichen Körpern; e) von den Körpern, welche von krummen Flächen begrenzt werden: ) 32( f) von den körperlichen Inhalten, und den Oberflächen der Körper; g) von der Verwandlung geometriſcher Körper. 2. wöchentlich in einer Stunde a) im Winterhal⸗ benjahre Algebra, nach eigenem Lehrbuche, Fortſetzung: die Lehre von den Gleichungen mit einer und mehreren unbelannten Größen; b) im Sommerhalbenjahre ma⸗ thematiſche Geographie, vorerſt als Einleitung: die Kreiſe der Himmelskugel und deren Ebenen, und zwar die Kreiſe, welche ſich a) auf den Horizont, b) auf den Aequator, c) auf die Ekliptik beziehen. Emmel. Zweyte Claſſe. 1. in zwey Stunden der Woche Geometrie, nach eigenem Lehrbuche: a) von den geradlinigen Figuren; b) von der Gleichheit des Flächenraums geradliniger Fi⸗ guren; c) von dem Kreiſe; d) von den Flächen, Pro⸗ portionalgrößen und ähnlichen Figuren. 2. in einer Stunde wöchentlich Arithmetik, Fort⸗ ſetzung: a) die Regel de Tei mit Brüchen; b) die indi⸗ recte Regel de Tri; c) die zuſammengeſetzte directe Regel de Tri; d) die zuſammengeſetzte indirekte Regel de Tri. Ebenderſelbe. Dritte Claſſe. 1. wöchentlich in zwey Stunden Arithmetik, Fortſetzung: a) Regel de Tri in ganzen und gebrochenen Zahlen; b) die umgekehrte Regel de Tri; c) die zuſam⸗ mengeſetzte directe Regel de Tri. 2. wöchentlich in einer Stunde geometriſche Anſchauungslehre nach Schmid, Fortſetzung: a) von der Vergleichung gleichwinkeliger oder ähnlicher Fi⸗ ) 33( guren mit einander; b) Verbindung gebildeter Figuren mit einander; c) Verbindung zweyer Quadrate; d) Ver⸗ bindung gebildeter Formen nur in Linien oder Seiten; e) Vergleichung der Quadrate auf den Seiten eines Vierecks untereinander und mit denen auf den Winkelli⸗ nien. 2 Ebenderſelbe. Vierte Claſſe. 1. in zwey Stunden wöchentlich Arithmetik, Fortſetzung: a) die Lehre von den Brüchen; b) die Re⸗ ſolution; c) die Reduction; d) die vier Rechnungsarten in benannten Zahlen. 2. in einer Stunde wöchentlich Kopfrechnen, Fortſetzung: a) Brüche, ohne ihren Werth zu verändern, anders auszudrücken; b) mehrere Brüche gleichnamig zu machen; c) leichte de Tri⸗Aufgaben. Ebenderſelbe. V. Kalligraphie. Hierin wurden die Schüler von Claſſe II wöchentlich in zwey Stunden, die von Claſſe III in vier, und die von Claſſe IV in vier Stunden der Woche nach eingeführ ten Muſterſchriften geübt. Zimmermann. VI. Zeichenunterricht. Schüler aus allen Claſſen des Gymnaſiums, welche die, für Geſchmacksbildung wichtige, Zeichenkunſt zu er⸗ lernen wünſchten, erhielten darin Unterricht Mittwochen 3 ) 34( und Sonnabend, Nachmittags von 2— 4 Uhr in der hieſigen Zeichenacademie. Zu den bevorſtehenden öffentlichen Prüfungen im Gymnaſio am 25. und 26., welche jedesmal Morgens um 9 Uhr, und Nachmittags um 2 Uhr beginnen, ſo wie zu dem auf den 27. September Nachmittags um 2 Uhr feſtgeſetzten Redeact im großen Auditorio der ho⸗ hen Landesſchule lade ich die hieſigen hohen Behörden, die Aeltern unſerer Zöglinge, und alle Freunde der Wiſ⸗ ſenſchaften ehrerbietigſt und ergebenſt ein. Auf dem Redeact werden folgende Primaner ſelbſt⸗ verfertigte Reden vortragen: J. Hamburger, aus Hanau: quantum punica bella ad rem HRomanam augendam atque am- plificandam habuerint momenti? Carl Weber, aus Bergen: über die Verdien⸗ ſte des Themiſtocles um Griechenland. Jac. Kaula, aus Hanau: welche Umſtände führten die Auflöſung des römiſchen Freyſtaates herbey? Wilh. Deines, aus Hanau: de concordia. Ch. Jacobi, aus Bergen: über die Wichtig⸗ keit der früheren Lebensjahre, als Vorbereitungszeit auf unſern künfti⸗ gen Beruf. 5( 02 ) Daneben werden folgende Schüler declamiren: Carl Reuhof(den Doppelſchwur der Beſſerung, von Jean Paul); Joh. Münch und Joh. Lotz(Dialog zwiſchen Hannibal und Scipio bey Zama, von Steger), Auguſt Troſt(Harras, den kühnen Springer, von Theod. Körner), Georg Peliſſier(le pont de la veuve par Florian), Georg Klauhold(Arion, von Schlegel), und Pet. Koch(das Zauberſchloß von Pfeffel). Hierauf, wie gewöhnlich, kurze Schlußrede des Directors. Der nächſtkommende Lehrcurſus beginnt am 16. im October dieſes Jahres.