Realschule I. O. in Cass. 10. —— Hihl. Zu der Wmll. 14. 3. 22 4— öffentlichen Prüfung 3 der Schüler der städtischen Realschule erster Ordnung, welche Donnerstag 18., Freitag 19. und Sonnabend 20. September d. J. Vormittags von 8 Uhr ab in der Aula der Realschule I. Ordnung gehalten werden wird, ladet die geehrten Eltern und Angehörigen der Schüler, ſowie die Freunde und Veſchützer des Schulwveſens ehrerbietigst und ergebenst ein der — Inhalt: 1. Abriss der Kirchengeschichte, ein Leitfaden für den Unterricht in den oberen Classen, von Dr. Ferdinand Schantz. 2. Schulnachrichten von dem Director Dr. Preime. — 8 Cassel 1879. 1879. Progr.-No. 337. Druck von Joseph Has. *— X — Alte Kirchengeschichte. I. Periode. Von dem Tode der Apostel bis auf Constantin d. Gr. §. 1. Ausbreitung und Verfolgung des Christenthunms. I. In Palästina, Phönicien, Syrien, Kleinasien, Babylonien, ferner in Macedonien, IIlyrien, Griechenland, Rom und Umgegend gab es schon in der Apostelzeit Gemeinden. Mit grosser Schnelligkeit breitete sich das Evangelium über das ganze römische Reich, ja über die Grenzen desselben aus. In Edessa regierte schon um 170 ein christlicher Fürst, in Parthien, Indien(wahrsch. Jemen) gab es um dieselbe Zeit Gemeinden. Von Alexandria aus kam das Christenthum nach Unterägypten, später nach dem koptischen Oberägypten, von Kleinasien aus nach Südgallien, von Rom aus nach Karthago; bald gab es in der Provinz Afrika, Numidien und Mauretanien eine blühende Kirche. Um 200 hatte das Christenthum auch in Nordgallien, Spanien, Britannien, dem römischen Germanien Wurzel geschlagen. So zerfiel die alte Kirche in die morgenländisch-griechische und die abendländisch- lateinische.— Die Gründe der schnellen Ausbreitung waren der religiöse und sittliche Verfall des Heidenthums, die Fortdauer der Wundergaben in der Kirche, die stille, aber eifrige Mission der Christen, ihr heiliges Leben, ihre Liebe unter einander und gegen die Heiden(»Seht, wie sie sich einander lieben!«), der Heldenmuth der Christen in den schrecklichsten Martern.»Das Blut der Märtyrer war die Saat der Kirche«, nicht selten wurden die Henker der Märtyrer zunächst nach ihnen hingerichtet; auch die Flucht vieler Verfolgten diente zur Ausbreitung des Evangeliums. II. So lange das Christenthum als jüdische Secte galt, war es geduldet worden, als neue, eigenthümliche Religion war es eine»unerlaubte Religion«. Ferner erschienen die Christen als Feinde des Staates und der Kaiser, denn sie bedrohten das nationale Heidenthum, das nach römischer Ansicht die festeste Stütze des Staates war, und verweigerten die Verehrung der Götter und Kaiser, die als bürgerliche Pflicht galt. Die Abneigung der Christen gegen den Staatsdienst, ihre Zurück- gezogenheit von Götterfesten, Schauspielen, Thierkämpfen, ihre enge Verbindung, die falsch gedeutete Erwartung vom Reiche Gottes— alles schien den Verdacht einer menschenfeindlichen Verschwörung zu bestätigen. Das Volk hasste die Christen als Feinde seiner Götter und hielt das Christenthum, das keine Tempel und Opfer hatte, für Gottlosigkeit. Bald kamen die schändlichsten Verleumdungen auf, die Christen schlachteten Kinder, lebten in der grössten Unsittlichkeit. Als Verächter der Götter sollten die Christen auch an allem Unglück des Staates schuld sein.»Wenn die Tiber bis zu den Mauern Roms steigt, wenn der Nil die Gefilde nicht überschwemmt, wenn Erdbeben, Hungers- noth, Pest eintritt, sogleich heisst es: die Christen vor die Löwen!-(Tertullian). Zudem reizten heidnische Priester, Zauberer, Juden das Volk bei jeder Gelegenheit gegen die Christen auf. — 4— Nach der Verfolgung Domitians hatten die Christen einige Jahre Ruhe, aber Traj an verbot von neuem die geheimen, politischen Verbindungen, was sofort auf die Christen angewendet wurde. In Kleinasien, Syrien, Palästina wurden die Gemeinden hart bedrängt. In Bithynien liess Plinius, der über sein Verfahren an Trajan berichtete*), die standhaften Christen hinrichten, die Abtrünnigen gab er frei; Trajan befahl anonyme Klagschriften nicht zu beachten, die Christen nicht aufzusuchen, dagegen sie zu strafen, wenn sie angeklagt und überwiesen würden. Der 120 jährige Bischof Simeon von Jerusalem, ein Verwandter des Herrn, wurde gegeisselt und gekreuzigt, Ignatius, B. von Antiochia, in Rom den wilden Thieren vorgeworfen.— Hadrian war wie allen fremden Religionen auch dem Christenthum abgeneigt, suchte aber die Christen vor der Volkswuth zu schützen. Unter ihm trat in Palästina ein falscher Messias auf, Bar Cochba(Sternensohn, 4. Mose 24, 18), der die Christen grausam verfolgte. Nach Unterdrückung des Aufstandes verbot Hadrian den Juden, sich der Colonie Aelia Capitolina(Jerusalem) nur zu nähern. Ein Theil der Judenchristen kehrte nach Jerusalem zurück, sagte sich vom Gesetz los und verschmolz mit den Heidenchristen, die übrigen Judenchristen (Nazarener) blieben im Ostjordanland, hielten am Gesetz fest, änderten aber am Glaubensbekenntniss nichts, daher galten sie nur als schwache Christen; sie erhielten sich bis in's 6. Jahrhundert. Mark Aurel, der die Christen als Schwärmer verachtete, verbot die Einführung fremder Religionen und liess der Volkswuth freien Lauf. Nach einer Pest begann er selbst eine Christen- verfolgung, befahl die Aufsuchung der Christen und liess Martern gegen sie anwenden, meist vergeblich. In Rom wurde der christliche Philosoph Justin hingerichtet; in der Untersuchung bekannte er muthig seinen Glauben an»Gott und Jesum Christum, den Sohn Gottes, den Lehrer der Weisheit-; auf die Frage des Richters:»Bildest Du Dir wirklich ein gen Himmel zu fahren, auch wenn Du geköpft wirst?« antwortete er:»Ich glaube es, ja ich weiss es so gewiss, dass kein Zweifel stattfindet«. Polykarp, B. von Smyrna, wurde auf seine Erklärung hin:»86 Jahre diene ich dem Herrn und er hat mir nie etwas zu Leid gethan, wie könnte ich meinem König fluchen, der mich erlöst hat?« auf Verlangen des Volkes verbrannt(cf. Herder's Gedicht: Polykarp der Tapfere). Allgemeiner und blutiger als in Kleinasien war die Verfolgung in Südgallien, besonders in Lyon und Vienne. Pothinus, B. von Lyon, starb im Gefängniss an den erlittenen Misshandlungen, der Diacon Sanctus wurde zweimal mit glühenden Eisenstäben gebrannt, dass sein Leib nicht mehr das Aussehen eines menschlichen Körpers hatte, nachher mit anderen Christen furchtbar gegeisselt, den wilden Thieren vorgeführt, auf einem glühenden eisernen Stuhl gemartert, endlich erwürgt. Die Sclavin Blandina wurde einen Tag lang grausam gefoltert, so dass sich die Henker für besiegt erklärten, aber sie blieb bei ihrer Aussage:»Ich bin eine Christin und bei uns geschieht nichts Böses«, dann wurde sie denselben Qualen ausgesetzt wie Sanctus, schliesslich erdolcht; mit ihr starb der 15 jährige Ponticus. Die Leichen der Christen wurden verbrannt, ihre Asche in die Rhone gestreut, damit sie nicht einmal die Hoffnung der Auferstehung hätten. Sage von der Donnerlegion. *) Plinius berichtet: Die Abtrünnigen versicherten, ihr grösstes Verbrechen wäre gewesen, dass sie an einem bestimmten Tage vor Tagesanbruch zusammenzukommen und ein Lied auf Christum als einen Gott wechselweise zu singen pflegten und sich durch einen Eid nicht zu einem Verbrechen verpflichteten, sondern keinen Diebstahl, Raub, Ehebruch zu begehen, das Wort nicht zu brechen, anvertrautes Gut nicht abzuleugnen. Dann hätten sie die Gewohnheit gehabt auseinander zu gehen und wieder zusammen zu kommen, um Speise zu sich zu nehmen, jedoch gewöhnliche und unschuldige; auch dieses hätten sie nach dem Edikt gegen geheime Verbindungen unterlassen; er habe nur einen verkehrten unmässigen Aberglauben gefunden. Viele von jeglichem Alter, Stand, Geschlecht würden in Untersuchung gebracht; nicht blos in den Städten, auch in den Dörfern und Flecken habe sich die Ansteckung jenes Aberglaubens verbreitet. — 5— Septimius Severus, anfangs den Christen freundlich, begann 202 eine Verfolgung, die besonders in Nordafrika und Aegypten heftig war. In Lyon starb der Bischof Irenäus, ein Schüler Polykarps, in Alexandria Leonidas, der Vater des Kirchenlehrers Origenes; die Jungfrau Potamiäna wurde gefoltert, dann mit ihrer Mutter in siedendes Oel getaucht, der Soldat, der sie zu Tode führte, wurde Christ und ein paar Tage später hingerichtet. In Karthago blieb Perpetua trotz des Flehens ihres Vaters, trotz der Liebe zu ihrem Kinde, unter Martern und im Kerker standhaft, wurde einer wilden Kuh vorgeworfen und von einem Gladiator vollends getödtet; gleiche Festigkeit bewies die Sclavin Felicitas. Speratus und elf andere numidische Christen bekannten freudig ihren Glauben, wiesen den Statthalter auf die heilige Schrift, die Quelle ihres Trostes, hin und wurden endlich hingerichtet. Decius wollte die Kirche ausrotten, um den Glanz des Reiches auf Grund des Heidenthums herzustellen. Daher befahl er den Christen im ganzen Reich bei Todesstrafe den Göttern zu opfern. So begann 250 die erste allgemeine Verfolgung. Güterberaubung, Verbannung, Hinrichtung, Martern wurden angewendet; kein Wunder, dass bei der damaligen Erschlaffung Schaaren von Christen abfielen. Von den»Gefallenen« opferten die einen(sacrificati), andere streuten dem Bilde des Kaisers Weihrauch (thurificati), manche kauften sich einen Schein, als hätten sie geopfert(libellatici), andere liessen ihren Namen in die Zahl der dem Gesetz Gehorsamen eintragen(acta facientes). Dagegen bekannten Unzählige trotz aller Martern den Herrn, ja Viele drängten sich freiwillig zum Märtyrertod. Manche kamen wieder frei(Bekenner, Confessoren), so Origenes, damals in Cäsarea, und der Knabe Dioskuros in Alexandria. Sage von den sieben Schläfern bei Ephesus, die erst 447 erwachten.— Decius' Nachfolger Gallus setzte die Verfolgung fort, ebenso Valerian, der besonders die Geistlichen, Senatoren, Ritter zu strafen befahl. Der karthagische Bischof Cyprian wurde hingerichtet, der römische, Sixtus, gekreuzigt, sein Diacon Laurentius, der dem goldgierigen Statthalter die Armen als die Schätze der Kirche darstellte, auf glühendem Rost verbrannt. Diocletian liess um der Ruhe des Staates willen anfangs die Christen unangefochten, aber auf Antrieb seines Mitregenten und Schwiegersohnes Galerius erliess er 303 mehrere Edicte gegen die Christen: der Gottesdienst wurde verboten, die Kirchen sollten zerstört, die Christen ihrer Aemter und bürgerlichen Rechte beraubt, die heiligen Schriften vernichtet werden. Nun begann im ganzen Reich die schrecklichste aller Verfolgungen; viele wurden abtrünnig, eine neue Classe von Gefallenen waren die Traditoren(Auslieferer heiliger Schriften). Zahllose Christen starben in Gefängnissen und Bergwerken, wurden ertränkt, verbrannt oder gekreuzigt, immer neue Martern wurden ersonnen, so dass die Enthauptung als eine Gnade galt; an manchen Orten ermattete der Arm der Henker, wurden die Schwerter abgestumpft; sogar die Esswaaren auf dem Markte wurden mit Opferwasser besprengt. Nur in Gallien, Spanien, Britannien verfuhr der Cäsar(Constantius, Vater Constantins d. G.) milder. Als Diocletian 305 abdankte, stellte Constantius(† 306) und Constantin die Verfolgung ein, die anderen Herrscher setzten sie fort. Galerius, Kaiser im Osten, hob 311, von einer schrecklichen Krankheit ergriffen, die Verfolgung auf und verlangte sogar von den Christen Fürbitte für Kaiser und Reich. Sein Nachfolger Licinius, der Herrscher des europäischen Morgen- landes, duldete die Christen und Constantin neigte sich, nachdem er im Zeichen des Kreuzes über den Herrscher von Italien gesiegt und Alleinherrscher im Abendland geworden war, entschieden dem Christenthum zu. Nun musste auch der Herrscher von Syrien und Aegypten(Maximin) die Verfolgung einstellen. Darauf erliessen Constantin und Licinius mehrere Edicte(das von Mailand 313), durch welche allgemeine Religionsfreiheit eingeführt, sogar der Uebertritt zum Christenthum frei gegeben — 6— wurde. Licinius gerieth später mit seinem Schwager Constantin in Feindschaft und gab sich der heidnischen Partei hin, Constantin stützte sich auf die weniger zahlreichen, aber fester verbundenen Christen. Licinius wurde besiegt und hingerichtet, Constantin war nun Alleinherrscher 323. Auch mit Wort und Schrift traten Juden und Heiden dem Evangelium entgegen. Von den heidnischen Gegenschriften ist am wichtigsten das»wahre Wort« des Philosophen Celsus(um 150); In dieser gehässigen Schmähschrift lässt er zuerst durch einen Juden, dann durch einen heidnischen Philosophen das Christenthum bekämpfen. Zur Abwehr solcher Angriffe verfassten die bedeutendsten Kirchenväter Apologien, Vertheidigungsschriften. §. 2. Häresien. In der Zeit der Verfolgungen hatte die Kirche auch gegen zahlreiche Irrlehrer zu kämpfen, die das Christenthum theils mit dem Judenthum, theils mit dem Heidenthum verschmolzen. Die judaisirenden Secten, besonders die von den Nazarenern ausgegangenen Ebioniten (Arme), leugneten die Gottheit Christi, verwarfen Paulus als falschen Apostel und forderten die Beobachtung des Gesetzes auch von den Heidenchristen. Andere Irrlehrer verbanden das Christenthum mit der platonischen Philosophie oder der altpersischen Religion; sie gaben vor, eine tiefere Erkenntniss(Gnosis) von den Geheimnissen des Christenthums zu haben(daher Gnostiker), wollten das Christenthum mit der Wissenschaft versöhnen, stellten es zwar als die vollkommene Religion hin und erhoben es hoch über das-unvollkommene- Judenthum und über das»schlechte, verderbte« Heidenthum, aber sie rissen das Christenthum vom Zusammenhang mit dem alten Testament los und vernichteten die Grundlehren des Christenthums, vor allem die der Erlösung. Hauptlehren der Gnostiker. Von Ewigkeit gibt es einen verborgenen, jenseitigen Gott und eine ungöttliche, böse Materie. Aus Gott fliessen verschiedene göttliche Wesen, Aeonen; da Gott selbst mit der Materie nicht in Verbindung treten kann, so bildet der letzte Aeon(Demiurg, Weltbildner) die Welt aus der Materie und Theilen des Lichtreichs. Wie in der Welt, so sind auch im Menschen Theile des Lichtes und der Materie gemischt; in den einen Menschen herrscht der göttliche Geist, das Pneuma, vor, in anderen die niederen Seelenkräfte, die Psyche, in anderen die Materie, Hyle (Pneumatiker, Psychiker, Hyliker). Um die Erlösung, d. h. die Befreiung des Lichtelementes im Menschen von der Materie, zu bewirken, kommt einer der höchsten Aeonen(Christus) in die Welt, er theilt den Pneumatikern die Erkenntniss, den Psychikern den Glauben mit. Die Aufgabe des Menschen ist es, die Materie zu besiegen. Daher forderten manche Gnostiker strenge Askese, andere wollten die Lust durch Genuss der Lust bekämpfen und geriethen in grobe Unsittlichkeit. Nach den Vorläufern in der Apostelzeit traten um 130 die grossen Gnostiker auf, namentlich Basilides in Alexandria, Valentin in Rom, später in Cypern. Diese und zahlreiche andere Gnostiker stifteten Secten, die besonders unter den Gebildeten viel Anhang fanden, so dass die Kirche mit innerer Auflösung bedroht wurde. Denn die Gunostiker traten nicht aus der Kirche aus, sondern suchten in der Kirche selbst zur Herrschaft zu gelangen und accommodierten sich möglichst an christliche Vorstellungen; um ihre Lehre mit den neutestamentlichen Schriften zu vereinigen, behaupteten sie die Verstümmlung und Verfälschung derselben durch die Apostel oder wandten allegorische Schriftauslegung an. Erst nach Ueberwindung des Gnosticismus traten die Manichäer auf. Mani, ein excommunicierter persischer Christ, der anfangs die Gunst des Königs gewann, später grausam hingerichtet wurde(um 280), versuchte eine Verbindung der persischen Religion mit gnostischen Lehren; an das Christenthum erinnern nur einige Namen, die aber einen anderen Sinn haben als in der heiligen Schrift(Jesus, — 7— Christus, der Tröster). Mani wollte eine Gegenkirche gegenüber der christlichen gründen(12 Apostel, 12 Aelteste, 72 Bischöfe). Seine Secte bestand aus den-Vollkommnen- und den-Zuhörern-; erstere bildeten die eigentliche Kirche, wurden allein getauft, lebten in strenger Askese und im Cölibat, nährten sich meist von Pflanzen und waren die Mittler zwischen Gott und den Zuhörern. Diese zogen sich von den gewöhnlichen Geschäften nicht zurück und hatten für den Unterhalt der Anderen zu sorgen. In Persien verfolgt, breiteten sich die Manichäer im römischen Reich aus und erhielten sich trotz aller Verfolgungen bis ins Mittelalter. Zur Widerlegung der Irrlehren berief man sich auf die ächten apostolischen Schriften und die damals noch reine Tradition, wie sie in den Apostelschülern und in den apostolischen Gemeinden fortlebte; so erkannten sich die Christen als Einheit, als die eine, allgemeine, katholische Kirche, vereinigt in einem Glauben. Die Verfälschung der apostolischen Schriften durch die Irrlehrer und die Abfassung vieler unechten bewirkte, dass man noch vor 150 die apostolischen Schriften sammelte und die unechten verwarf; auch wurde das aus Matth. 28, 19 hervorgegangene apostolische Glaubens- bekenntniss mehrfach erweitert. §. 3. Die apostolischen Väter und die Kirchenlehrer. I. Apostolische Väter heissen die christlichen Schriftsteller, die noch Schüler oder Zeitgenossen der Apostel waren; sie lebten etwa bis 150. Glemens von Rom, vielleicht der Phil. 4, 3 erwähnte, war einer der Presbyter in Rom— damals waren in Rom Bischöfe und Presbyter noch identisch— und hoch angesehen, f 101. Im Auftrag der römischen Gemeinde schrieb er einen Brief an die von Spaltungen zerrüttete korinthische Gemeinde und ermahnt zur Einigkeit, zur Demuth, zum Gehorsam gegen die Vorsteher; auch weist er darauf hin, dass»swir nicht durch uns gerechtfertigt werden, sondern durch den Glauben, durch welchen Gott von Ewigkeit her Alle gerechtfertigt hat⸗, und erwähnt Pauli Reise bis zur Grenze des Abendlandes und den Märtyrertod Pauli und Petri. Dieser schöne Brief stand in der alten Kirche in hohem Ansehen. Der Verfasser des Barnabasbriefes; diese Schrift ist gegen judenchristliche Irrlehrer und Juden gerichtet und voll spielender Allegorien; die Deutung der 318 Knechte Abrahams: I und H (10+ 8) bedeuten Jesum, 7/(300), das Zeichen des Kreuzes, ist zugesetzt, weil das Kreuz Heil geben soll. Ignatius, B. von Antiochia, Schüler des Johannes, Theophorus(Gottesträger) genannt, wurde auf Trajans Befehl nach Rom gebracht und den wilden Thieren vorgeworfen; auf der Reise traf er in Smyrna mit Polykarp zusammen und wurde überall von Abgeordneten christlicher Gemeinden begrüsst. Er schrieb an Polykarp, an 5 kleinasiatische und die römische Gemeinde Briefe; voll feuriger Liebe zu Christo(-meine Liebe ist gekreuzigt-) wünscht er den Märtyrertod, um zur vollen Gemein- schaft mit dem Herrn zu kommen, darum bittet er die Römer, seinen Tod nicht zu verhindern,»ein Weizenkorn Gottes bin ich und durch die Zähne der wilden Thiere werde ich gemahlen, damit ich als ein reines Brod Christi erfunden werde«; eindringlich warnt er vor Irrlehrern, hebt die Einheit der Kirche hervor und ermahnt zum Gehorsam gegen den Bischof, den Nachfolger und Stellvertreter Christi, den die Gemeinde ansehen soll wie Gott selbst. Polykarp, B. v. Smyrna, Schüler des Johannes, wirkte mit grossem Erfolg für Ausbreitung des Evangeliums in Smyrna und der Umgegend; er war ein eifriger Vertheidiger des reinen Evangeliums und wie sein Meister ein entschiedener Gegner der Gnostiker; in seinem Briefe an die Philipper vertritt er die — 8— Paulinische Rechtfertigungslehre:»-Ihr wisst, dass ihr aus Gnaden selig geworden seid, nicht aus den Werken(cf. Eph. 2, 8), sondern aus dem Willen Gottes durch Jesum Christum-; † 167. Hermas; seine Schrift»der Hirt«— so genannt, weil ein Engel in Hirtengestalt darin auftritt— richtet ernste Ermahnungen an die Geistlichen und das Volk mit Hinweisung auf die nahe Wiederkunft Christi, enthält aber schon schriftwidrige Lehren: swenn du etwas Gutes thust über das Gebot Gottes hinaus, wirst du dir grösseren Ruhm erwerben und bei Gott angenehmer sein«. Papias, B. v. Hierapolis in Phrygien, kannte noch den Apostel Johannes, schrieb nach mündlichen Berichten von Apostelschülern»Erzählung von Offenbarungen des Herrn«, worin er Reden und Thaten Christi mittheilte; nur wenige Fragmente sind erhalten. Er starb als Märtyrer unter Marc Aurel, wahrscheinlich 167. II. Die Kirchenväter der griechischen Kirche.— Justin der Märtyrer, geboren um 103 von heidnischen Eltern in Sichem, suchte die Erkenntniss Gottes bei mehreren Philosophen (einem Stoiker, Peripatetiker, Pythagoräer) vergeblich; erst ein Platoniker, der ihm unmittelbare Anschauung Gottes versprach, fesselte ihn. Einst traf er am Meeresufer einen Greis von mildem, ehrwürdigem Aussehen; im Lauf des Gesprächs bekannte ihm Justin sein Verlangen nach Erkenntniss Gottes und rühmte die platonische Philosophie. Der Greis zeigte ihm, dass menschliche Weisheit keine vollkommene Befriedigung gewähre und keine Wirkung auf das innere Leben übe, und schloss: »Du bist ein Freund des Wissens, aber nicht ein Freund der That und Wahrheit und du versuchst es nicht, lieber ein Thäter als Denker zu sein«. Erschüttert rief Justin aus:»Welchen Lehrer soll ich denn hören, wenn nicht einmal die Philosophen die Wahrheit haben?« Der Greis wies ihn auf die Propheten des alten Testamentes hin und fügte hinzu:»Vor allem bete, dass dir die Pforten des Lichtes aufgethan werden, denn Niemand kann dies erkennen, als der, den Gott und Christus erleuchtet«. Justin, den schon früher der Todesmuth der Christen überzeugt hatte, dass sie nicht in Lastern leben könnten, folgte dem Rath und wurde 133 Christ. Nun widmete er sich der Bekehrung der Gebildeten, durchzog im Philosophenmantel die Hauptländer des römischen Reichs, wirkte in Alexan- drien, Ephesus(Gespräch mit dem Juden Tryphon) und Rom. † 167. Zur Vertheidigung des Christen- thums schrieb Justin das»Gespräch mit dem Juden Tryphon- und 2 Apologien an Antoninus Pius und Marc Aurel; in diesen zeigt er, dass das Christenthum nicht Atheismus sei, sondern zur rechten Erkenntniss Gottes führe, das habe schon Socrates und andere Philosophen gewollt, denn auch in der Philosophie habe sich der Logos(Christus) offenbart, freilich unvollkommen; ferner betont er die sittlichen Wirkungen des Christenthums und beschreibt den christlichen Gottesdienst. Irenäus, B. v. Lyon, ein Grieche aus Kleinasien, war ein Schüler Polykarps, begab sich später nach Südgallien, wurde Presbyter und nach Pothinus Bischof in Lyon. Auf die Kirche übte er grossen Einfluss: er machte die abendländische Kirche mit den Schriften der griechischen Kirchen- väter bekannt, vermittelte als ein rechter»Irenäus« in den Streitigkeiten der Kirche(über die Osterfeier), bekämpfte die Gnostiker(»Gegen die Häresie-«) und hob gegenüber der Vielheit der gnostischen Secten die Einheit des christlichen Glaubens und der Kirche hervor, der alle Schätze der Wahrheit von den Aposteln übergeben seien.— Der römischen Kirche erkennt er ein hohes Ansehen zu, sie sei die grösste, älteste, Allen bekannte und habe die apostolische Ueberlieferung stets rein bewahrt, daher legt er ihren Entscheidungen grossen Werth bei, aber von einer Obergewalt Roms über die ganze Kirche will er nichts wissen; als der römische Bischof die kleinasiatische Kirche in den Bann that, weil sie sich in der Zeit der Osterfeier der römischen Sitte nicht fügen wollte, — 9— trat Irenäus gegen ihn auf und erinnerte ihn, dass die Einheit des Glaubens auch bei Verschiedenheit der äusseren Gebräuche bestehen könne. Clemens von Alexandria wurde im Schoss einer heidnischen Familie geboren(in Athen oder Alexandria), erhielt eine gründliche philosophische Bildung, fand aber darin kein Genüge. Er wurde Christ; um eine tiefere Erkenntniss des Christenthums zu erlangen, machte er grosse Reisen im Morgen- und Abendland und suchte überall die Männer auf, bei denen er genaue Kenntniss der Tradition zu finden hoffte. Besonders fesselte ihn der Vorsteher der alexandrinischen Katechetenschule, einer höheren christlichen Lehranstalt; Clemens blieb in Alexandria, liess sich von jenem in die christliche Wissenschaft einführen und studierte zugleich eifrig Philosophie. Er wurde Presbyter, später Vorsteher der Katechetenschule. Während der Verfolgung 202 floh er nach Matth. 10, 23, † um 220. Von seinen Schriften sind drei grössere Werke vorhanden, in denen er die Vorzüge des Christenthums darthut und die Heiden und Gnostiker bekämpft, ferner eine Abhandlung»Welcher Reiche wird selig?⸗ Origenes, geb. 185 in Alexandria. Sein Vater Leonidas unterrichtete ihn selbst, liess ihn täglich in der heiligen Schrift lesen und lernen; später besuchte Origenes die Vorträge des Clemens. In der Verfolgung 202 wünschte er sein Leben für den Glauben zu opfern, und als sein Vater gefangen war, konnte ihn die Mutter nur durch Verstecken der Kleider abhalten, dem Vater ins Gefängniss zu folgen; da ermahnte er denselben schriftlich:»Hüte Dich um unsertwillen abzufallen«. Leonidas starb als Märtyrer, sein Vermögen wurde eingezogen. Der Familie nahm sich eine reiche Christin an, in deren Haus ein angesehener Gnostiker weilte, Origenes aber wollte mit diesem nicht einmal beten. Bald erwarb er seinen Lebensunterhalt durch grammatischen Unterricht. Wegen seiner grossen Erfolge machte der Bischof den 18 jährigen Jüngling zum Lehrer an der Katechetenschule. Nun widmete er sich diesem Beruf völlig und ergab sich neben seinen eifrigen Studien der strengsten Askese, daher der»Stählerne, Demantene« genannt. In einer neuen Verfolgung bewährte er seinen Glaubensmuth, besuchte die Gefangenen im Kerker, stand ihnen vor Gericht bei, begleitete sie zur Richtstätte; den Nachstellungen der Heiden entkam er glücklich. Da viele gebildete Heiden und Gnostiker seinen Unterricht begehrten, studierte er gründlich Philosophie und hörte selbst noch die Vorlesungen eines berühmten Neuplatonikers. Für seine Schüler schrieb er süber die Grundlehren- des Christenthums, die älteste Dogmatik; dabei studierte er eifrig die heilige Schrift und lernte noch Hebräisch. Als Caracalla 216 in Alexandria ein schreckliches Blutbad anrichtete, ging Origenes nach Palästina und predigte sogar auf die Aufforderung des Bischofs von Cäsarea; später weihten ihn die Bischöfe in Palästina gegen die Kirchengesetze zum Presbyter. In Alexandria wurde er darauf excommuniciert und abgesetzt, aber die Kirchen in Palästina und andern Ländern erkannten dieses Urtheil nicht an. Er gründete in Cäsarea eine gelehrte Schule, entwickelte durch Unterricht, Briefe, Schriften eine ausserordentliche Thätigkeit und machte zur Widerlegung von Irrlehrern mehrere Reisen(nach Arabien, Athen). In der Decischen Verfolgung erlitt er standhaft die grössten Martern, † 254 an den Folgen derselben.— Origenes hat die christliche Wissenschaft ausserordentlich gefördert, besonders viel für Erklärung der heiligen Schrift gethan; er stellte den Grundtext des Alten Testamentes mit den griechischen Uebersetzungen zusammen, verwandte grossen Fleiss auf die Verbesserung des neutestamentlichen Textes, verfasste zahlr eiche Commentare und praktische Vorträge; in der Bibel unterschied er den buchstäblichen, moralischen, allegor ischen Sinn. Seine Apologie-acht Bücher gegen Celsus« ist die bedeutendste dieser Periode. Doch finden sich bei ihm auch Irrthümer, die Ewigkeit der Welt, die Präexistenz der Seelen, der Fall und die Einkleidung derselben in menschliche Leiber, die Wiederbringung aller Dinge. 8 2 — 10— III. Kirchenväter der lateinischen Kirche.— Tertullian, der Sohn eines Centurio, um 160 in Karthago geboren, erhielt eine philosophische und juristische Bildung und war Sachwalter; im 30. Jahr bekehrte er sich und wurde, obwohl verheirathet, Presbyter in Karthago. 204 trat er zum Montanismus über, einer Secte, welche die Prophetie und andere ausserordentliche Geistesgaben der Apostelzeit wiederherstellen wollte und eine übertriebene Sittenstrenge forderte. † 220. Er ist der Vater der lateinischen Kirchensprache, seine Schriften sind oft dunkel, aber voll tiefer Gedanken (-so viel Worte, so viel Gedanken«) und paradoxer Aussprüche; er war ein lebendiger, feuriger Geist, zu Extremen geneigt, ein eifriger Asket. In der Sittenlehre war er stets streng, seit seinem Uebertritt zum Montanismus vielfach zu rigoros: er verwirft die Kunst, das Schauspiel, den Kriegs- und Staatsdienst, jede Ehescheidung, die zweite Ehe, überschätzte das freiwillige Cölibat, forderte strenge Kirchenbusse. Er schrieb zahlreiche Schriften gegen die Häretiker und mehrere Apologien, »vom Zeugniss der Seele-(die Seele ist von Natur eine Christin), Apologeticum sc. scriptum. Cyprian, B. von Karthago, geboren um 200, stammte aus einer angesehenen heidnischen Familie und war eine Zeit lang Rhetor. Durch einen Presbyter, seinen Hausgenossen, wurde er mit dem Christenthum bekannt und zum Lesen der Schrift angetrieben. 246 liess er sich taufen, studierte eifrig die Bibel und die Kirchenväter, besonders Tertullian(»Gib mir den Lehrer!-), schenkte seine Güter den Armen und lebte als Asket. Er wurde Presbyter in Karthago, kurz darauf trotz seines Sträubens Bischof. Durch die lange Ruhe war das sittliche Leben der Christen gesunken, daher übte er strenge Kirchenzucht. In der Decischen Verfolgung floh er, was ihm als Feigheit ausgelegt wurde, doch sorgte er aus der Ferne für seine Gemeinde und ermahnte die Bekenner zur Demuth; zugleich vertheidigte er seine bischöfliche Gewalt gegen eine feindliche Partei(von Bekennern, die ihr altes Vorrecht Abtrünnigen Friedensbriefe auszustellen missbrauchten, und deren Anhängern) und excommunicierte sie schliesslich; eine Synode, die er nach seiner Rückkehr hielt, billigte die Grundsätze Cyprians, der von den Abtrünnigen wahre Busse forderte. In einer Pest erwarb er sich durch seine Fürsorge für Christen und Heiden allgemeine Liebe und Hochachtung. In der Verfolgung Valerians wurde er verbannt, dann hingerichtet 258.— Er war ein trefflicher Kirchenfürst, eifrig und treu in der Seelsorge, voll Kraft und Weisheit in der Leitung seiner Gemeinde. In seinen Briefen und seiner Schrift»Ueber die Einheit der Kirche- hebt er die Einheit der katholischen Kirche und die Verwerflichkeit aller Sectirerei hervor; die Kirche ist die Trägerin alles göttlichen Lebens, wie der vom Baum losgerissene Zweig verdorrt, so Jeder, der sich von der Kirche trennt;»ausserhalb der Kirche gibt es keine Hoffnung auf Seligkeit, Niemand hat Gott zum Vater, der die Kirche nicht zur Mutter hat;⸗ die Einheit der Kirche beruht auf dem Zusammenwirken der Bischöfe; wie alle Apostel, so sind auch alle Bischöfe gleich, jeder ist Petri Nachfolger und Erbe der dem Petrus gegebenen Verheissung.— Dem römischen Bischof erkannte er keine Obergewalt zu und vertheidigte gegen denselben energisch seine Unabhängigkeit(in dem Streit über die Ketzertaufe). §. 4. Ferfassung. Cultus. Leben. Aus dem Collegium der Presbyter oder Bischöfe erlangte, meist schon am Ende der Apostelzeit, einer ein höheres Ansehen und behielt allein den Namen Bischof; er hatte die Leitung der Gemeinde und übte die Kirchenzucht gegen Häretiker und grobe Sünder. Bald bildete sich eine Gliederung der Kirchenämter(Hierarchie); aus dem alten Testamente wurde die Idee eines besonderen Priesterthums genommen, so entstand ein Unterschied zwischen den Laien(Laos, Volk) und dem Klerus(Erbtheil); — 11— das allgemeine Priesterthum trat mehr und mehr zurück. Die Bischöfe der Provinzialhaupstädte (Metropolen) erlangten ein Uebergewicht über die der anderen Städte und hiessen Metropoliten. Unter diesen waren die von Rom, Alexandrien, Antiochien besonders angesehen, doch fanden die Eingriffe mancher römischen Bischöfe in die Rechte anderer heftigen Widerstand. Die Einheit der Kirche wurde befördert durch Provinzialsynoden, Synodalbriefe und die gegenseitigen Mittheilungen der Bischöfe. Im Gegensatz zum Heidenthum hielten die Christen an der alten Einfachheit im Cultus fest. Anfangs versammelten sie sich in Privathäusern, seit Ende des 2. Jahrhunderts gab es einfach ein- gerichtete Kirchen. Zum Gottesdienst gehörte Gesang, Vorlesung aus der Schrift, Predigt, Gebet. Die Häuser und Katakomben schmückte man mit Sinnbildern, dem Bilde eines Hirten mit einem Lamm, einer Taube, eines Schiffes, Ankers, Fisches. Ausser dem Sonntag feierte man von der Apostelzeit an Ostern(als Hauptfest) und Pfingsten, im Orient noch Epiphanias; die Gemeinden begingen auch den Todestag ihrer Märtyrer=zum Andenken an dieselben und zur Uebung und Rüstung derjenigen, welchen der Kampf noch bevorsteht⸗. Das heilige Abendmahl feierte man anfangs des Abends in Verbindung mit einem Liebesmahl, später ohne dasselbe am Ende des sonntäglichen Gottesdienstes; seit Tertullian galt es als Mysterium, daher wurden vor der Feier desselben alle Ungetauften entlassen (missa catechumenorum und missa fidelium). Brod und Wein wurde von der Gemeinde dargebracht, „geopfert«; wie diese Liebesgaben und das Dankgebet wurde auch das Abendmahl»Opfer- genannt. Vor der Taufe wurden die Täuflinge(Katechumenen) längere Zeit unterrichtet; bei der Taufe legten sie das Bekenntniss ab und wurden dreimal untergetaucht; darauf folgte die Salbung und Handauflegung. Im Leben der Christen trat vor allem ihre Bruderliebe, Wohlthätigkeit, strenge Sittlichkeit hervor. Die Askese, sittliche Uebung(Beschaulichkeit und Enthaltsamkeit), galt als nothwendig, Lesen der h. Schrift und Cölibat wurde empfohlen. Es gab sogenannte Asketen, die aber in der Gesellschaft blieben. Zur Empfehlung der Askese diente die Unterscheidung einer niederen und höheren Sittlich- keit, jene bestehend im Gehorsam gegen die Gebote, diese im Befolgen der Rathschläge. Von dem Klerus wurde schon gegen Ende dieser Periode Askese und Cölibat verlangt. II. Periode. Von Constantin bis auf Karl d. Gr. §. 5. Sieg des Christenthums im römischen Reich. Terhältniss der Kirche zun Staat. Constantin d. Gr. bekannte sich nach dem Sieg über Licinius offen zum Christenthum, doch liess er sich erst 337 taufen und befleckte seinen Namen durch manche Gewaltthat(Hinrichtung seines Sohnes Crispus). Durch Begünstigungen zog er Schaaren von Heiden in die Kirche, gab dem Klerus viele Rechte und erbaute Kirchen. Die Heiden, die noch zahlreicher waren als die Christen, verfolgte Constantin nicht, verbot nur einige unsittliche Culte. Seine Söhne verfolgten schon das Heidenthum; Constantius, seit 350 Alleinherrscher, verbot allen Götzendienst bei Todesstrafe.— Julian den Abtrünnigen bewog seine angeborene Neigung zum Heidenthum, das Studium der Klassiker und der Philosophie, der Einfluss seiner heidnischen Lehrer(in Athen), die Verbindung mit der heidnischen Partei, das Scheinchristenthum am Hofe heimlich zum Heidenthum zurückzukehren. Nach seiner Thronbesteigung begann er bald eine»sanfte Gewaltthätigkeit⸗ gegen die Christen zu üben; er entzog der Kirche alle Rechte, verdrängte die Christen aus den Staatsämtern, verbot ihnen als Lehrer — 12— der Literatur aufzutreten, begünstigte die Zerrissenheit der Kirche, verspottete in seinen Schriften die Christen und Christum; auch beförderte er das Judenthum und wollte den Tempel in Jerusalem wieder aufbauen lassen. Vor allem suchte er das Heidenthum zu heben, stellte die Götterfeste und Auspicien wieder her und war selbst als Pontifex maximus thätig. Zur Veredelung des Heidenthums wollte er christliche Einrichtungen in dasselbe einführen, Wohlthätigkeits-Anstalten, Austheilen von Almosen, Predigt, Hierarchie der Priester, sogar Kirchenzucht und Bann; so erkannte er indirect das Christenthum an. Sein vergebliches Streben erbitterte ihn; er fiel 361 im Kriege mit den Persern(-Du hast gesiegt, Galiläer!«). Unter den folgenden Kaisern herrschte Religionsfreiheit bis 381; gerade hierdurch wurde das Christenthum gefördert, damals begann man das Heidenthum»Bauernreligion« zu nennen. Seit 381 beschränkten die Kaiser, namentlich Theodosius, das Heidenthum und verboten es endlich ganz. Aber während dasselbe äusserlich überwunden war, lebte es in den Herzen der scheinbar Bekehrten fort und suchte sich unter christlichem Gewand bald wieder Eingang zu verschaffen. Constantin d. Gr. gewährte der Kirche viele Begünstigungen, das Recht der Fürsprache, Asylrecht, Befreiung von Frohndiensten. Dagegen nahmen die Kaiser nach und nach grosse Rechte in Anspruch: manche Bischöfe, besonders in den grossen Städten, wurden vom Kaiser eingesetzt oder unter seinem Einfluss gewählt, der Kaiser berief die Concilien, führte den Vorsitz, bestätigte die Beschlüsse, führte sie durch, verhängte weltliche Strafen über die Gegner der Reichskirche(385 die erste Ketzerhinrichtung). So gerieth die Kirche in grosse Abhängigkeit vom kaiserlichen Hof; der eigentliche Byzantinismus kam erst seit Justinian I. auf. §. 6. Kirchenväter und Lehrentwicklung in der griechischen Kirche. 1. Athanasius und der arianische Streit(318— 381). Athanasius»der Grosse“, der»Vater der Rechtgläubigkeit«, um 300 geboren, wurde vom alexandrinischen Bischof Alexander für den geistlichen Stand erzogen, erhielt eine gute philosophische und theologische Bildung und lebte in strenger Askese. Schon 319 war er Diacon und schrieb eine Apologie des Christenthums gegen die Heiden und eine Schrift über die Menschwerdung des Logos. Damals lehrte der Presbyter Arius in Alexandria:»Da es sich für Gott nicht ziemte mit dem Endlichen in Verbindung zu treten, schuf er den Sohn; dieser ist nicht ewig wie der Vater, nicht aus dem Wesen des Vaters, sondern ein Geschöpf, nur mit dem Vorzug, dass er der Erstgeborene ist und die anderen Geschöpfe durch ihn geschaffen sind; zum Lohn seiner Tugend erhielt er seine Herrlichkeit; darum kann man ihn Gott nennen, aber er ist es nicht in dem Sinn wie der Vater-. Gegen diese Lehre trat der Bischof Alexander auf, eine Provinzialsynode in Alexandria excommunicierte den Arius. Dieser verbreitete seine Lehre, die Kirche theilte sich, so dass die Heiden das Christenthum auf dem Theater verspotteten. Constantin berief das erste allgemeine Coneil nach Nicäa 325; 318 Bi schöfe erschienen, meist der Mittelpartei angehörend wie Eusebius, B. von Cäsarea,»der Vater der Kircheng eschichte-. Athanasius wies nach, dass die Lehre»der Sohn ist ewig und wesenseins mit dem Vater- der alte christliche Glaube sei, und der Kaiser und die meisten Bischöfe nahmen das nicenische Bekenntniss an:-Wir glauben an den einen Herrn Jesum, wahren Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, gleichen Wesens mit dem Vater«. Arius wurde excommuniciert, abgesetzt und verbannt.— Nach einigen Jahren rief Constantin, durch Geistliche der Mittelpartei bewogen, Arius zurück und befahl Athanasius, damals Bischof von Alexandria, ihn wieder in die Kirche aufzunehmen; er weigerte sich aber. Eine — 13— vom Kaiser berufene Synode in Tyrus setzte ihn ab, Constantin verbannte ihn. Arius sollte in Constantinopel gegen den Willen des Bischofs aufgenommen werden, starb aber plötzlich über 80 Jahre alt; bald darauf auch Constantin. Seine Söhne riefen Athanasius zurück; doch Constantius, seit 350 Alleinherrscher, trat ganz auf Seiten der gemässigten Arianer, verbannte alle bedeutenden nicenischen Bischöfe, auch Athanasius, und zwang der Kirche einen milderen Arianismus auf. Julian duldete alle Parteien, Valens(im Osten) verfolgte als strenger Arianer die Katholiken und gemässigten Arianer heftig(80 Geistliche auf einem Schiff verbrannt), beförderte aber dadurch den Beitritt der letzteren zum Nicenum. Athanasius, der noch einmal hatte fliehen müssen, durfte zurückkehren, † 373 in Alexandria; er war der grösste Kirchenlehrer seiner Zeit, ausgezeichnet durch seinen festen Charakter und unerschütterlichen Glauben, fern von Hofdienerei und Eigennutz wie von Menschenfurcht. Nach ihm waren die 3 grossen Kappadocier(Basilius, Gregor von Nazianz, Gregor von Nyssa) und Ambrosius von Mailand die Hauptvertheidiger des Katholicismus. Theodosius berief 381 ein allgemeines Concil nach Constantinopel; dieses erneuerte das Nicenum und lehrte, der heilige Geist gehe vom Vater aus und sei dem Vater und dem Sohne wesensgleich. Der Arianismus ging im römischen Reich bald unter, gewann aber unter den Deutschen grosse Ausbreitung. 2. Basilius»der Grossew, geboren um 330 in Neucäsarea aus vornehmem Geschlecht, wurde von seinen frommen Eltern und seiner Grossmutter sorgfältig erzogen, besuchte die Schule in seiner Vaterstadt, wo er mit Gregor von Nazianz Freundschaft schloss, dann die höheren Schulen in Constantinopel und Athen; überall zeichnete er sich durch strengsittlichen Wandel, eisernen Fleiss, glänzende Fortschritte aus. Nachdem er in Syrien und Aegypten das Mönchsthum kennen gelernt, lebte er lange in der Einsamkeit als Vorsteher eines Mönchsvereins, dem er eine Regel gab. Dann wurde er Presbyter und Bischof in Neucäsarea und übte einen reichgesegneten Einfluss durch Wohlthätigkeit(besonders in einer grossen Hungersnoth), durch Seelsorge, Predigt, strenge Aufsicht über die Klöster und Geistlichen und weise Regierung seines grossen Sprengels; seine Einkünfte verwandte er für die Armen(Basiliusstiftung); dem Studium der heiligen Schrift und der Klassiker widmete er sich stets eifrig und verfasste mehrere bedeutende Schriften(Rede an die Jünglinge, die Klassiker zu studieren). Während des arianischen Streites war er bei aller Friedensliebe eine Schutzmauer der Kirche in der Verfolgung des Valens; dem kaiserlichen Statthalter erwiderte er auf seine Drohungen: »Güter besitze ich nicht, Verbannung kenne ich nicht, denn die Erde ist des Herrn, Marter fürchte ich nicht, da ich mich schon vom Leib losgemacht habe, der Tod bringt mich schneller zu Gott.« † 379. 3. Gregor von Nazianz wurde um 330 bei Nazianz geboren, wo sein Vater Bischof war; seine Mutter Nonna, die ihren Mann bekehrt hatte, weihte den Sohn in frühster Jugend dem göttlichen Dienst und übte den grössten Einfluss auf ihn. In Neucäsarea und Alexandria studierte er eifrig und schloss mit Basilius Freundschaft. Nach der Rückkehr in die Heimath weilte er eine Zeit lang im Mönchsverein des Basilius. In Nazianz wurde er von seinem Vater unvermuthet zum Presbyter geweiht und stand ihm als Gehülfe im Kampfe gegen Julian und Valens zur Seite; der Tod zweier Geschwister, seiner Eltern, seines Freundes Basilius beugte ihn tief. Dann wurde er an die kleine rechtgläubige Gemeinde in Constantinopel berufen. Durch seine Predigten(daher»der Theologe- genannt) befestigte er Viele im Glauben und ermahnte zur rechten Herzensfrömmigkeit; alle Gewaltthaten der Gegner erschreckten ihn nicht. Auf den Wunsch des zweiten allgemeinen Concils ernannte ihn Theodosius zum Patriarchen von Constantinopel, aber er kehrte bald nach Nazianz zurück, † 390. — 14— 4. Gregor von Nyssa, geboren um 333, Bruder von Basilius, wurde wie jener tüchtig ausgebildet, war Rhetor, dann Einsiedler. Auf Zureden seines Bruders wurde er Bischof der kleinen kappadocischen Stadt Nyssa, musste als ein Hauptvertreter des Katholicismus in der Verfolgung des Valens fliehen, kehrte aber nach dessen Tod zurück. † 395. Nach Athanasius war er der bedeutendste Lehrer der griechischen Kirche und übte durch seine Schriften grossen Einfluss. 5. Johannes Chrysostomus(Goldmund), geb. 347 zu Antiochia. Seine Mutter Anthusa— von welcher der heidnische Redner Libanius sagte:»Welche Frauen haben doch die Christen!«— führte ihn schon früh zu Christo, seine wissenschaftliche Ausbildung erhielt er durch Libanius. Die Laufbahn als Sachwalter gab er trotz seiner Erfolge bald auf, widmete sich dem Dienst der Kirche, wurde Vorleser der Schrift, dann Diacon und Presbyter in Antiochia und erwarb sich durch treue Seelsorge und gewaltige Predigten(-von den Bildsäulen«) die Liebe und Verehrung der Gemeinde. 397 wurde er ohne sein Zuthun Bischof von Constantinopel. Als er bei der Kaiserin wegen seiner Freimüthigkeit in Ungnade gefallen war, wurde er von einer Synode widerrechtlich abgesetzt, beruhigte selbst das Volk und liess sich ins Exil führen. Ein Erdbeben und das ungestüme Verlangen des Volkes bewog die Kaiserin ihn zurückzurufen. Als bald darauf eine Bildsäule derselben in der Nähe der Sophienkirche während des Gottesdienstes unter lärmenden Lustbarkeiten eingeweiht wurde, rügte er dies in einer Predigt. Von neuem abgesetzt, wurde er in eine rauhe Gegend an die Grenze von Armenien verbannt. Später liess ihn der Kaiser an die äusserste Grenze führen, aber er unterlag unterwegs (407) den Reisebeschwerden mit seinem Losungswort:-Gott sei gelobt für Alles!« Er war ein treuer Hirte, voll Aufopferung für seine Gemeinde, ein eifriger Forscher in der Schrift, seine Predigten zeichnen sich durch musterhafte Schriftauslegung aus. 6. Theodoret war erst Mönch, dann Presbyter in Antiochia, später Bischof in Cyrus am Euphrat; um seinen armen Sprengel machte er sich sehr verdient, auch in weltlicher Beziehung (durch Erbauung von Säulengängen, Brücken, einer Wasserleitung in Cyrus). In den damaligen Streitigkeiten war er der hervorragendste Kirchenlehrer und hatte vom Hofe manche Bedrängniss zu erleiden. Er war ein ausgezeichneter Erklärer der heiligen Schrift, schrieb über die meisten Bücher des Alten und Neuen Testaments Commentare, in denen er sich stets an den Wortsinn hielt, ferner verfasste er eine Kirchengeschichte und wichtige dogmatische Schriften. 7. Streitigkeiten über die göttliche und menschliche Natur Christi. Nestorius, Patriarch von Constantinopel, trat gegen die Marienanbetung auf, verwarf besonders den Namen „Mutter Gottes«, die Wurzel dieser übertriebenen Verehrung, als heidnisch und schlug den Ausdruck »Mutter Christi« vor, er wollte streng geschieden wissen zwischen der göttlichen Natur Christi und der menschlichen, die nur der Tempel, das Kleid des Logos(des Sohnes Gottes) sei. Da Nestorius die Einheit der Person Christi aufzuheben schien, trat gegen ihn der Bischof von Alexandria auf. Das allgemeine Concil von Ephesus 431 nahm ein Bekenntniss an, worin Maria Mutter Gottes genannt und die Einheit der Person Christi wie der Unterschied der Naturen ausgesprochen wurde. Nestorius † 440 im Exil. Seine Anhänger bildeten in Syrien und Persien eine eigne Kirche. Bald darauf lehrte der Abt Eutyches in Constantinopel, Christus habe nach seiner Mensch- werdung nur eine Natur(daher seine Anhänger Monophysiten). Auf einer Synode in Constantinopel excommuniciert, wandte er sich an den römischen Bischof Leo I., dieser entwickelte in einem Brief die Lehre von den zwei Naturen in Christo. Die Monophysiten gewannen aber den Kaiser, ihre Lehre wurde mit Gewalt zur Kirchenlehre erhoben, die Gegner wurden verfolgt, besonders Theodoret. — 15— Endlich berief ein neuer Kaiser das vierte allgemeine Concil von Chalcedon 451; dieses lehrte im Anschluss an Leos Brief, dass in der einen Person Christi göttliche und menschliche Natur vereinigt seien, die unvermischt und unwandelbar, unzertrennt und unzertheilt bestehen. Nach mehreren vergeblichen Unionsversuchen der späteren Kaiser(Justinians I.) bildeten die Monophysiten in Syrien, Mesopotamien, Armenien, Aegypten, Abessynien eine besondere Kirche. §. 7. Kirchenväter und Lehrentwicklung der lateinischen Kirche. Ambrosius, um 340 geboren, wahrscheinlich in Trier, wurde nach dem Tode seines Vaters in Rom für den höheren Staatsdienst ausgebildet. Früh that er sich als Redner und Sachwalter hervor und der Oberstatthalter in Italien machte ihn 370 zum Statthalter von Mailand(-Gehe als Bischof, nicht als Richter«). Als nach dem Tod des arianischen Bischofs(Auxentius) die Katholiken und Arianer in der Hauptkirche über die Bischofswahl stritten, ermahnte Ambrosius zur Eintracht; da erscholl eine Kinderstimme:»Ambrosius ist Bischof«. Sogleich stimmte das ganze Volk bei. Trotz heftiger Weigerung musste er nachgeben, liess sich, da er noch Katechumene war, taufen, empfing die Priesterweihe und bestieg den Bischofsstuhl 374. Sofort gab er allen Besitz den Armen, erwarb sich durch eisernen Fleiss die mangelnden Kenntnisse und lebte als Asket. Seinem Amte widmete er sich völlig, bekämpfte die Reste des Heidenthums und die Arianer und wirkte eifrig für ein lebendiges Christenthum; um die von den Gothen weggeführten Gefangenen loszukaufen, liess er einst die goldenen und silbernen Kirchengefässe einschmelzen. Mit Festigkeit trat er den Gewalt- thaten der Herrscher entgegen. Als die Kaiserin Justina den Arianern eine Kirche überweisen wollte, widersetzte er sich entschieden und liess sich mit der Gemeinde mehrere Tage und Nächte gefangen halten, Justina musste nachgeben, und als Theodosius in Thessalonich ein grosses Blutbad hatte anrichten lassen, hielt ihm Ambrosius brieflich seine Schuld vor und der Kaiser that Busse. Ambrosius † 397; er war gross als Kirchenfürst. In den Kirchengesang führte er die griechischen Tonarten und Wechselgesänge ein und gab demselben eine grössere Modulation, die Wirkung war ausserordentlich, z. B. auf Augustin. Auch als Hymnendichter ragte er hervor, von ihm ist das Weihnachtslied Veni redemptor gentium, aus dem Griechischen übersetzte er den»ambrosianischen- Lobgesang Te Deum Laudamus, Herr Gott, Dich loben wir. Hieronymus, geboren um 340 in Dalmatien, trieb in Rom mit Begeisterung klassische Studien, besuchte später den Orient, besonders die heiligen Stätten Palästinas; hier ergab er sich einer übertriebenen Askese und zog sich in die Wüste zurück, wo er auch Hebräisch eifrig studierte. In Rom begann er im Auftrag des dortigen Bischofs die Verbesserung der alten lateinischen Bibel- übersetzung und die Anfertigung einer neuen, der Vulgata. Dabei wirkte er eifrig fürs Mönchthum, dann lebte er bis zu seinem Tod 420 als Asket bei Bethlehem. Er war der gelehrteste Kirchenvater des Abendlandes, dabei ein eifriger Vertheidiger der Marien-, Heiligen-, Reliquienverehrung und Werkheiligkeit und bekämpfte die Gegner derselben mit fanatischer Heftigkeit. Aurelius Augustinus, geboren 354 in der numidischen Stadt Tagaste; seine Mutter Monika, die durch Geduld und Sanftmuth den Gatten bekehrte, gab ihrem Sohn eine christliche Erziehung. Mathematik, Grammatik, Griechisch war ihm zuwider, Virgil sein Lieblingsdichter. Früh regte sich in ihm die Sünde; sein Vater sorgte wenig für die sittliche Bildung Augustins, die Ermahnungen seiner Mutter verachtete er als Weibergeschwätz. Im üppigen Karthago gerieth er im Umgang mit — 16— schlechten Genossen in ein sinnliches, weltliches Treiben. Cicero's Schrift Hortensius änderte seinen Sinn und weckte in ihm das Streben nach der göttlichen Weisheit, nur vermisste er darin den Namen Christi, der ihm von Jugend auf tief eingeprägt war; an der heiligen Schrift fand er wenig Gefallen. Monika beweinte die Verirrungen ihres Sohnes heiss; das Wort eines frommen Bischofs:»Es ist unmöglich, dass ein Sohn solcher Thränen verloren gehe-, richtete sie etwas auf. Der Tod eines Jugendfreundes in Tagaste erschütterte ihn tief, die Sehnsucht nach einem besseren Leben erwachte, aber die Kraft zur Besserung fand er nicht. In Rom, wohin er seiner Mutter entflohen war, ver- zweifelte er an aller Wahrheit. Als er nach Mailand als Lehrer der Beredsamkeit berufen war, fühlte er sich von Ambrosius' Predigten angezogen und erkannte die Nothwendigkeit des Glaubens, aber immer neue Zweifel quälten ihn. Die neuplatonische Philosophie erweckte in ihm das Vertrauen, dass es eine objective Wahrheit gebe. Er las die heilige Schrift, besonders den Römerbrief, und erkannte, dass Busse und Demuth der Weg zum Heil sei, aber die sinnliche Lust hielt ihn gefangen. Nach einem Gespräch mit einem Freund über das Mönchsleben eilte er mit dem Briefe Pauli in den Garten; nach einem gewaltigen Seelenkampf bat er weinend Gott um Sündenvergebung. Plötzlich hörte er mehrmals eine Kinderstimme:»Nimm und lies!« Er fand Römer 13, 13 und 14; der Erhörung seines Gebetes gewiss, beschloss er sein Leben Gott zu weihen; Monika pries den Herrn, der überschwenglich segnet. Augustin zog sich eine Zeit lang in die Einsamkeit zurück, liess sich 387 taufen und kehrte nach Afrika zurück, in Ostia † Monika. Sein ganzes Vermögen schenkte er den Armen und bildete einen klösterlichen Verein; 389 wurde er in Hippo Regius(Bona) Presbyter, später Mitbischof und Nachfolger des dortigen Bichofs, † 430 während der Belagerung Hippos durch die Vandalen.— Augustin ist der bedeutendste lateinische Kirchenvater, für die Entwicklung der Kirchenlehre ebenso wichtig wie Athanasius. Auch auf die Kirche des Mittelalters und der Reformation hat er grossen Einfluss geübt. Von seinen Schriften sind wichtig seine»Bekenntnisse«, die»Bücher vom Gottesstaat«(gegen die Heiden, welche die Stürme der Völkerwanderung den Christen aufbürdeten), ferner Schriften gegen die Pelagianer und Donatisten(eine Secte in Nordafrika, welche keine Sünder wissentlich dulden wollte und die Sacramente unwürdiger Kleriker für ungültig erklärte).— Du hast uns geschaffen zu Dir und unser Herz ist unruhig, bis es in Dir ruht.— In der Kirche gilt nicht:»Das spreche ich, das sprichst du, das spricht jener«, sondern:»Das spricht unser Herr Jesus Christus.«— Im Nothwendigen Einigkeit, im Zweifelhaften Freiheit, in Allem Liebe. Der pelagianische Streit. Pelagius, ein britischer Mönch, kam um 400 nach Rom und gewann durch seine Sittenstrenge und Askese allgemeine Achtung. Sein Freund Cölestius kam nach Karthago und lehrte dort:»Adam war vor dem Sündenfall indifferent und hätte auch ohne den Fall sterben müssen, die Kinder werden ohne Erbsünde geboren, der Mensch hat jetzt den vollkommen freien Willen zum Guten wie zum Bösen und die Kraft sündlos zu leben. Die Gunade erleichtert nur die Vollbringung des Guten, jeder Mensch erhält sie, der sich ihrer würdig macht«. Bei Bewerbung um eine Presbyterstelle wurde Cölestius der Irrlehre angeklagt und auf einer Synode in Karthago 412 excommuniciert, fand aber in Nordafrika und Italien Anhänger; gegen sie trat Augustin auf. Mehrere nordafrikanische Synoden und das Concil von Ephesus 431 verwarfen den Pelagianismus. Augustins Lehre. Adam war sündlos und mit freiem Gehorsam gegen Gott geschaffen, so war er in Wahrheit frei, denn Gott zu dienen ist Freiheit. Durch die Sünde wendete er sich von Gott ab und verfiel dem Tod. Die Sünde Adams pflanzt sich auf alle Menschen fort, daher hat der Mensch die Freiheit zum Guten verloren und steht unter der Gewalt der sinnlichen Lust, doch auch als Sünder behielt er die Erlösungsfähigkeit. An diese knüpft die göttliche Gnade — 17— an. Sie weckt als zuvorkommende Gnade die Sündenerkenntniss und das Heilsverlangen, dann bringt sie als wirkende Gnade ihn zur Bekehrung, wirkt den Glauben, stellt die wahre Freiheit wieder her und giesst die heilige Liebe in das Herz; endlich unterstützt sie als mitwirkende Gnade ihn im Kampf gegen die Sünde und wirkt die Heiligung.— Der Grund, dass die Gnade nur an Einigen sich bezeigt, liegt in dem ewigen Rathschluss Gottes(Prädestination); einige Menschen hat Gott erwählt, die der Gnade nicht widerstehen können, die andern überlässt er sich selbst, so dass sie durch ihre Schuld verloren gehen. Nach Verwerfung des Pelagianismus traten angesehene Bischöfe und Aebte gegen Augustins Prädestinationslehre auf, besonders Cassian, Abt in Marseille, der Vertreter des Seinipelagianismus; er hielt den Willen zum Guten nur für geschwächt, der Mensch habe noch das Vermögen das Gute zu wollen und das Heil zu suchen, aber zur Vollendung des Heils sei die Gnade nothwendig.— Endlich wurde auf dem Concil zu Orange 529 die Prädestination verworfen, ausserdem die Lehre Augustins bestätigt. Seitdem herrschte dieser mildere Augustinismus in der abendländischen Kirche bis ins Mittelalter hinein. §. 8. Das Mönchthum. Das Mönchswesen, das schon in den orientalischen Religionen bestand(reclusi in den ägyptischen Serapistempeln), kam um 300 auch in der Kirche auf und gewann auf die Entwicklung derselben bald einen grossen Einfluss. Die Drangsal der letzten Verfolgungen, das sittliche Verderben in Folge des massenhaften Uebertrittes von Namenchristen und das Verlangen das frühere Märtyrium durch ein anderes zu ersetzen trieb viele ernste Christen in die Einsamkeit, da sie als Einsiedler(Anachoreten, Mönche) zu einer höheren Heiligkeit zu gelangen meinten. Der Stifter einer gemeinsamen Lebensweise für dieselben wurde Antonius. Er wurde 250 in Aegypten von wohlhabenden und frommen Eltern geboren. Im 18. Jahr verwaist, wurde er durch Matth. 19, 21 so erschüttert, dass er sein Vermögen verschenkte und als Asket in seinem Heimathsdorfe lebte. Brod und Salz, seine einzige Nahrung, erwarb er durch Arbeit. Versuchungen durch Dämonen überwand er durch strenge Askese und zog sich in eine Felsengrotte, dann in ein altes Bergschloss zurück. Viele suchten bei ihm Rath und Trost; um nicht stolz zu werden, flüchtete er weiter in die Wüste, wurde aber immer wieder aufgesucht. In der Verfolgung 311 und bei der Bedrückung der Katholiken durch Constantius 351 erschien er in Alexandria, bekehrte in wenigen Tagen viele Heiden. 105 Jahre alt starb er mit dem Befehl sein Grab geheim zu halten.„Das ist das grosse Werk des Menschen, dass er seine Schuld vor Gott auf sich nehme und bis zum letzten Augenblick seines Lebens auf Versuchungen gefasst sei.“ Der Stifter des Mönchlebens war Pachomius; unabhängig von Antonius stiftete er um 340 auf einer Nilinsel in Oberägypten das erste Kloster(Monasterium, Einsiedelei, Claustrum, Kloster, verschlossener Raum) und gab ihm eine Regel, die das ganze Leben der Mönche ordnete, vor allem Gehorsam gegen den Abt(Abbas, Vater) befahl. Durch Ackerbau und Handarbeit sollte der Unterhalt beschafft werden; der Aufnahme ging ein Noviziat voraus, der Austritt war gestattet. Pachomius gründete auch das erste Frauenkloster, die Vorsteherin hiess Mammas, Mutter, die Mitglieder Nonnen, die Reinen. Das Mönchsleben fand im Morgenland grosse Ausbreitung; die berühmtesten Kirchenlehrer (Athanasius, Basilius) förderten es eifrig. Die Mönche erwarben sich grosse Verdienste durch Wohlthätigkeit, Jugenderziehung, Auftreten gegen Gewaltthat und durch ihr Beispiel der Weltverleugnung, aber auch grosse Schattenseiten traten früh hervor, Fanatismus, Hochmuth, Werkheiligkeit. Das Abendland war dem Mönchswesen anfangs ganz abgeneigt, aber Ambrosius, Hieronymus, Augustin verschafften ihm Eingang. In Nordgallien gründete Martin, B. v. Tours, bei Marseille Cassian mehrere Klöster. Aber es gab fast so viel Regeln als Klöster; erst Benedict aus Nursia in Umbrien gab dem Mönchthum Einheit und Ordnung; er gründete in Campanien das Kloster Monte Casino, wo er 529 3 — 18— seine Regel einführte. Diese verpflichtet zum Bleiben am Ort, Aenderung der Sitten(Keuschheit und Armuth), Gehorsam gegen den Abt und dringt eifrig auf Arbeit. Wegen ihrer Vortreffiichkeit verbreitete sie sich rasch über das Abendland und wurde das Vorbild aller späteren Mönchsregeln. Durch Mission und Jugenderziehnng, Pflege von Literatur und Wissenschaft, Urbarmachung wüster Gegenden, Verbreitung von Handwerken und Künsten haben die Benedictinerklöster grossen Segen gestiftet. §. 9. Ferfassung. Papstthum. Cultus. Leben. I. Die Idee des Priesterthums als einer Vermittlung zwischen Gott und den Menschen befestigte sich immer mehr, der Klerus wurde hoch über die Laien gestellt. Ueber die Metropoliten erhoben sich im 4. Jahrhundert die Patriarchen; den Bischöfen von Antiochia, Alexandria, Rom bestätigte das Concil von Nicäa, denen von Constantinopel und Jerusalem das Concil von Chalcedon diese Würde. Die römischen Bischöfe genossen schon früh ein hohes Ansehen, wozu mehrere Umstände beitrugen. Rom war die alte Welthauptstadt, die einzige apostolische Gemeinde des Abendlandes, später der einzige Patriarchensitz. In Rom waren Petrus und Paulus und unzählige hervorragende Märtyrer gestorben, ja Petrus hatte nach der allgemein geglaubten Sage die römische Gemeinde gestiftet und 25 Jahre als Bischof geleitet, daher verlangten die dortigen Bischöfe als Nachfolger des »„Apostelfürsten« anerkannt zu werden. Von Alters hatten sie den Ruhm steter Rechtgläubigkeit, daher legte man schon früh Fragen über apostolische Lehren und Einrichtungen dem römischen Bischof vor. Ferner waren die römischen Bischöfe meist tüchtige Kirchenfürsten, welche die günstigen Zeitverhältnisse trefflich ausnutzten und ihre Macht auf Kosten anderer Bischöfe auszudehnen suchten. Freilich trat das Morgenland und manche Theile des Abendlandes gegen Rom auf, besonders Mailand, Aquileja, Ravenna, Nordafrika; als ein von einer nordafrikanischen Synode abgesetzter Presbyter Apiarius nach Rom appellierte und der römische Bischof die Wiedereinsetzung desselben befahl, verbaten sich die afrikanischen Bischöfe solche Einmischung und untersagten bei Strafe der Excom- munication alle Appellationen an fremde Bischöfe 418. Aber bald darauf wurde die afrikanische Kirche von den Vandalen verheert und liess nun Leo I. von Rom zu ihrer Wiederherstellung willig walten. Auch sonst waren die Stürme der Völkerwanderung für Rom günstig; der Untergang des west- römischen Reiches und der Einfall der Longobarden machten es von weltlicher Macht fast unabhängig. Endlich gab die Bekehrung vieler Völker des Abendlandes durch römische Missionare Rom ein bedeutendes Uebergewicht über das Morgenland, wo die Kirche durch den Islam grosse Verluste erlitt. Unter den Bischöfen, die besonders das Ansehen Roms hoben, sind Leo I. und Gregor I. zu nennen. Leo I.(440— 461) übte durch Predigt, Beaufsichtigung der Bischöfe und Briefe einen segens- reichen Einfluss, griff entscheidend in den Streit über die zwei Naturen Christi ein und vertrat muthig Rom bei Attila und Geiserich. Er hat zuerst die Idee des Papstthums klar ausgesprochen und auf Matth. 16, 18 ff. begründet; von dem schwachen Kaiser Valentinian III. erwirkte er ein Gesetz, Niemand sollte etwas gegen den Primat des römischen Bischofs unternehmen, denn erst dann werde der Friede der Kirche überall erhalten werden, wenn die ganze Kirche ihren Beherrscher anerkenne. Auf dem Concil von Chalcedon traten Leos Gesandte als Vertreter des Oberhauptes der Kirche auf, drangen aber mit ihren Ansprüchen nicht durch. Gregor I., geboren zu Rom um 540 aus patricischer Familie, war Prätor, gründete sechs Klöster und wurde in einem derselben Mönch, später Abt. Wider seinen Willen zum Bischof gewählt, — 10— widmete er sich trotz steter Kränklichkeit eifrig seinem Beruf; er übte grossartige Wohlthätigkeit, beförderte das Mönchthum, sorgte für Reform der Kirchen- und Klosterzucht, predigte eifrig und gab mehrere Predigtsammlungen und andere Schriften heraus. Seine eigenthümlichen Lehren(von der Messe und Fegfeuer) fanden schnell Verbreitung. Auf die Ausbildung des Gottesdienstes übte er grossen Einfluss; er führte den cantus firmus ein, der ernst und feierlich, aber ohne Rhythmus und Tact in lauter gleich langen Noten fortschritt, und übertrug ihn einem geschulten Chor(Choralgesang), weshalb er Sängerschulen stiftete; bei Gregors Ansehen fand dieser Gesang bald im Abendland Eingang; ferner dichtete er Hymnen(das Passionslied»Rex Christe factor omnium«) und stattete den Gottes- dienst mit neuen Ceremonien aus. Auch für die Mission wirkte er eifrig, beförderte die Bekehrung der Longobarden zum Katholicismus und sandte 596 den Abt Augustin zu den Angelsachsen. Die Patriarchen von Antiochia und Alexandria erkannte Gregor noch als gleichberechtigt an; als aber der Patriarch von Constantinopel den Titel»allgemeiner Bischof« annahm, tadelte Gregor dies scharf, da er allein das Recht dazu habe, nannte sich aber»Knecht der Knechte Gottes«. Als Nachfolger Petri hielt er sich berechtigt über die ganze Kirche die Aufsicht zu führen, suchte daher die Rechte Roms zu behaupten und erweitern, doch wollte er für sich keine Ehre und bewies sich immer demüthig und bescheiden. † 604. Zur Hebung und Befestigung des Papstthums trugen Pipin und Karl d. Gr. viel bei; sie legten durch ihre Schenkung den Grund zum Kirchenstaat und unterwarfen die Kirche ihres Reiches dem Papste. II. Seit Constantin d. Gr. kam im Gottesdienst immer mehr äusserlicher Pomp auf, wie Weihrauch, Lichter, prächtige Kleidung der Geistlichen. Predigt und Kirchengesang wurden kunstvoller; im Abendland wurden Ambrosius und Gregor die Schöpfer neuer Gesangesweisen; Wechselgesänge, Doxologien, Hymnen kamen neben den Psalmen schnell in Aufnahme, besonders erhielt die abendländische Kirche herrliche Kirchenlieder durch Hilarius, B. von Poitiers, Ambrosius, den Spanier Prudentius, den Iren Cölius Sedulius, Gregor I. Dieser bildete auch den Messkultus aus; denn nachdem sich die Vorstellung vom Opfer im Abendmahl befestigt hatte, lehrte Gregor, im Abendmahl werde Christus abermals für uns durch den Priester geopfert, ebenso entwickelte er die Lehre vom Fegfeuer und veranlasste so das Entstehen der Seelenmessen. Die Theilung des Gottesdienstes in missa catechumenorum und missa fidelium hörte mit der Ueberwindung des Heidenthums und der allgemeinen Einführung der Kindertaufe von selbst auf. Feierliche Processionen kamen zuerst in Gallien auf, verbreiteten sich aber rasch.— Prachtvolle Kirchen wurden aufgebaut(durch Constantin die Grabeskirche in Jerusalem), sie waren nach dem Vorbild der Basiliken(Gerichtsgebäude) längliche Vierecke; später kam im Morgenland der byzantinische Stil mit den runden Kuppeln auf(die Sophienkirche in Constantinopel, von Justinian I. erbaut). Die Wände der Kirchen schmückte man mit Bildern; zur Zeit Gregors I. wurde auch die Bilderanbetung gebräuchlich. Der jährliche Festkreis wurde weiter ausgebildet, die grossen Feste wurden mit einer Vor- und Nachfeier begangen, besonders Ostern(Fastenzeit, die grosse Woche, Chardonnerstag, Charfreitag); als neue Feste kamen Weihnachten und Himmelfahrt auf. Die Verehrung der Märtyrer und Heiligen stieg immer höher, besonders seitdem man ihnen eine Art Allwissenheit und Allgegenwart beilegte; man wählte sie zu Patronen, erbaute ihnen Kirchen, ihren Reliquien schrieb man Heilkraft zu, brachte sie in Kirchen, verehrte sie abergläubig. Von Marienanbetung findet sich in der 1. Periode keine Spur, aber seit den Concilien von Ephesus und Chalcedon, wo der Name Mutter Gottes bestätigt — 20— wurde, nahm der Mariencultus einen grossen Aufschwung, Maria wurde an die Spitze des Chors der Heiligen gestellt, auch mehrere Feste ihr zu Ehren gefeiert. Wallfahrten nach Palästina wurden nach dem Vorgang von Constantins Mutter Helena rasch üblich; Sage von der Kreuzauffindung. Fest der Kreuzerhöhung(als Kaiser Heraclius das von den Persern geraubte heilige Kreuz zurückbrachte). Die Unterscheidung zwischen Gebot und Rathschlag wurde bestimmt durchgeführt, die Werk- heiligkeit griff immer mehr um sich, selbst bedeutende Kirchenlehrer sahen Weinen, Fasten, Almosen als Mittel der Sündenvergebung an. Die grosse Menge der Namenchristen überliess das Streben nach höherer Tugend, sogar das Bibellesen, den Mönchen und Geistlichen. Im Abendland traten um 400 mehrere Reformatoren auf, verwarfen die Märtyrer- und Reliquienverehrung, den Unterschied zwischen Gebot und Rathschlag, das Mönchthum und alle Werkheiligkeit, aber sie wurden excommuniciert und verfolgt. §. 10. Mission. Islam. In Aethiopien gelangten zwei Jünglinge, Aedesius und Frumentius, die an einer Entdeckungs- reise theilgenommen und bei Niedermetzelung ihrer Genossen allein verschont waren, am Hof zu hohen Aemtern, wurden Erzieher des Kronprinzen und predigten das Evangelium. Frumentius liess sich von Athanasius zum Bischof weihen und bekehrte den König und das Volk. Die Kirche breitete sich über die Grenzen des Landes aus und hat sich bis heute erhalten.— In Armenien existierten schon um 200 christliche Gemeinden, wurden aber oft von den Königen verfolgt. Um 300 wirkte hier Gregor der Erleuchter, ein parthischer Fürstensochn, der durch seine Amme als zweijähriges Kind dem Blutbad seines Hauses entrissen und in Kappadocien christlich erzogen war. Er gewann den König, bekehrte das ganze Land und gründete viele Kirchen und Schulen; die Kirche stand lange in hoher Blüthe. Zu den Iberern am Kaukasus kam das Christenthum durch die Sclavin Nunia, auf deren Gebet die Königin von einer schweren Krankheit genesen war. Grosse Verluste erlitt die Kirche im Osten durch den Muhammedanismus; schon 639 waren Palästina und Syrien in den Händen der Araber. Die Christen wurden zwar geduldet, aber mannichfach bedrückt, daher traten Viele zum Islam über. Die asiatische und nordafrikanische Kirche konnte nur kümmerlich bestehen, die Patriarchen von Antiochien, Jerusalem, Alexandrien mussten sich den Launen der Chalifen fügen. Mission war unmöglich, jeder Uebertritt zum Christenthum wurde mit dem Tod bestraft. Schon zu Anfang dieser Periode hatte das Christenthum unter den Deutschen Verbreitung gefunden. Zu den Gothen kam es durch Kriegsgefangene aus Kleinasien; der Apostel der Westgothen war der arianische Bischof Ulfilas. Als der heidnische Gothenfürst(Athanarich) 350 eine Christen- verfolgung begann, führte Ulfilas als ein zweiter Moses die christlichen Westgothen mit Bewilligung des Kaisers Constantius in die Landschaft zwischen Donau und Balkan und lebte noch 33 Jahre unter ihnen als Bischof; auch unter den Gothen nördlich von der Donau wirkte er erfolgreich. Er gab den Gothen ein Alphabet und übersetzte die heilige Schrift meisterhaft ins Gothische(Codex argenteus in Upsala); diese Uebersetzung erleichterte sehr die Verbreitung des Christenthums. 375 bot ihm die Aufnahme aller Westgothen in das römische Reich ein neues Wirkungsfeld, hierbei und bei den Kämpfen seines Volkes mit den oströmischen Kaisern trat er als Vermittler auf. Als das zweite allgemeine Concil den Arianismus verwarf, suchte Ulfilas vergeblich Theodosius zur Berufung eines neuen Concils zu bewegen, tief bekümmert † er 383 in Constantinopel. Tüchtige Schüler — 21— setzten sein Werk fort; die Westgothen traten erst unter König Reccared auf der Synode von Toledo 589 zum Katholicismus über. Auch die Vandalen, Ostgothen, Burgunder, Longobarden nahmen zuerst den Arianismus an. Die Vandalen und die Ostgothen blieben bis zur Zerstörung ihrer Reiche Arianer. Die Burgunder traten 517 zum Katholicismus über, kurz vor dem Untergang ihres Reiches. Die Bekehrung der Longobarden zum Katholicismus wurde begonnen von der Königin Theodelinde, vollendet um 660. Die Franken waren bei der Eroberung Nordgalliens noch Heiden; Chlodwigs Gemahlin Chlotilde suchte ihren Gatten zu bekehren, aber erst nach der Alamannenschlacht bei Zülpich(496) liess er sich mit dem grössten Theil seines Volkes in Rheims vom Erzbischof Remigius taufen. Diese Bekehrung der Franken zum Katholicismus machte dieselben zur Schutzmacht der katholischen Kirche gegen die heidnischen und arianischen Deutschen wie gegen die Araber(732 Schlacht bei Tours und Poitiers); um den Papst kümmerten sich die Franken wenig. Irland wurde 432 durch Patricius bekehrt; dieser, der Sohn eines Diaconen in Südschottland, wurde als Jüngling von Seeräubern nach Irland verkauft, wo er sich zu Gott bekehrte. Nach seiner Befreiung liess er sich zum Presbyter weihen und ging trotz der Abmahnung seiner Eltern und Freunde nach Irland, wo er bis in sein hohes Alter erfolgreich wirkte. Die Kirche blühte bald auf, zahlreiche Klöster entstanden(daher»Insel der Heiligen-). Der irische Abt Columban bekehrte Schottland. In Britannien war seit der Einwanderung der Angeln und Sachsen das Christenthum fast ausgerottet. Gregor I. sandte 596 den Abt Augustinus hin, dieser bekehrte Kent zur römischen Kirche, versuchte aber vergebens die ältere Kirche Grossbritanniens Rom zu unterwerfen; die andern angelsächsischen Reiche wurden um 640 durch schottische Mönche(den Abt Aidan, den Freund des northumbrischen Königs Oswald) bekehrt. Nach einem Religionsgespräch zwischen schottischen und römischen Mönchen, in dem letztere durch Berufung auf Matth. 16, 18 siegten, unterwarfen sich alle Reiche der Angel- sachsen Rom, bald auch Schottland und Irland. Im eigentlichen Deutschland waren die Rhein- und Donaugegenden schon in der Römerzeit christlich(Bisthümer in Basel, Strassburg, Worms, Mainz, Trier, Köln, Lüttich); aber in der Völker- wanderung ging das Christenthum meist unter, nur in den grossen Städten erhielt es sich kümmerlich fort und die Bischöfe thaten wenig für die Mission. Zahlreiche irische und schottische Mönche predigten zuerst den Deutschen das Evangelium, neben ihnen wirkten einige Franken; später waren römische Angelsachsen die Hauptmissionäre. Der Ire Columban wanderte um 590 mit 12 Mönchen nach den Vogesen, stiftete dort mehrere Klöster und predigte eifrig mit grossem Erfolg, ward aber vertrieben, weil er gegen den sittenlosen fränkischen Hof in Burgund(Brunhilde, Theoderich II.) auftrat und an den Gebräuchen der irischen Kirche(Osterfeier) streng festhielt. Er wanderte nach dem südlichen Alamannien, der Schweiz, wo er noch überall Spuren vom früheren Christenthum fand, wirkte dort eine Zeit lang und † in seinem Kloster(Bobio) bei Mailand. Sein Schüler Gallus, der in der Schweiz zurückblieb, gründete eine Zelle und predigte unermüdlich. Obwohl mehrmals zum Bischof gewählt, blieb er in seiner Zelle, aus der das berühmte Kloster St. Gallen entstand, im Mittelalter ein Hauptsitz der Gelehrsamkeit und Kunst. Später wirkte ein Franke(Pirmin) eifrig für die Bekehrung Alamanniens, die zu Winfrieds Zeit vollendet war. Das Kloster Reichenau im Bodensee wetteiferte mit St. Gallen in Wissenschaft und Kunst. Unter den Thüringern wirkte um 600 der Ire Kilian in Würzburg, bekehrte den Herzog, wurde aber auf Anstiften einer Frau des Herzogs ermordet; nach ihm wirkten noch andere Briten in Thüringen, Winfried vollendete die Bekehrung — 22— des Landes.— In Baiern wirkte der fränkische Bischof Ruppert von Worms; taufte den Herzog und einen Theil des Volkes und gründete das Bisthum Salzburg, viele Klöster und Kirchen; † in Worms; ein fränkischer Reisebischof(Corbinian) rottete um 720 das Heidenthum aus. Im südlichen Friesland, das unter fränkischer Herrschaft stand, wirkten mehrere fränkische Bischöfe(Amandus, Eligius, Wulfram; Sage von der Taufe des Friesenherzogs Ratbod), später angelsächsische Mönche. Der Apostel der Friesen war der Angelsachse Willibrord; er lies sich in Rom zum Bischof weihen und wirkte seit 690 unter dem Schutz Pipins von Heristal und Karl Martells. Die unterworfenen Friesen bekehrte er fast alle; auch in dem benachbarten Frankenland predigte er und gründete dort das Kloster Echternach. Bis in das freie Friesland, das unter der Herrschaft Ratbods stand, und Jütland machte er Missionsreisen, freilich erfolglos; auf der Rückreise von Jütland fand er in Helgoland wegen Verletzung heidnischer Heiligthümer beinahe den Tod. † 739. Seine Schüler vollendeten sein Werk, nachdem Friesland von Pipin und Karl d. Gr. völlig unterworfen war. Der Apostel des mittleren Deutschlands war Winfried, geboren um 680 zu Kirton in Wessex. Als ältester Sohn eines vornehmen Angelsachsen war er zum Erben bestimmt, wollte aber schon als Knabe Mönch werden. Als es ihm sein Vater endlich erlaubte, widmete er sich im Kloster mit eisernem Fleiss den Studien; bald wurde er Lehrer der Klosterschule und erlangte solchen Ruhm, dass aus ganz England Schüler zu ihm strömten; ebenso tüchtig war er in Geschäften. Trotz seiner Jugend zum Abt gewählt, schlug er die Würde aus, um sich der Mission zu widmen. In Rom liess er sich zum Missionar weihen, zog nach Hessen(Amöneburg bei Marburg) und bekehrte Viele. Der Papst berief ihn nach Rom, verpflichtete ihn eidlich zum Gehorsam und weihte ihn zum Bischof mit dem Namen Bonifacius; auf Empfehlung des Papstes nahm ihn der Frankenfürst Karl Martell in Schutz. Zunächst wirkte er in Hessen weiter und stürzte die Donarseiche bei Geismar; dann begab er sich nach Thüringen, wo er die Briten vertrieb; in beiden Ländern gründete er Kirchen und Schulen und setzte überall Priester ein, um die Bekehrten(über 100,000) zu unterweisen. Später(auf der Rückreise von Rom, wo er zum Erzbischof geweiht war) ging er nach Baiern, vertrieb mit Hülfe des Herzogs die Briten, ordnete die Sprengel der vier Bisthümer und unterwarf die bairische Kirche dem Papst; dann gründete er in Hessen und Thüringen vier Bisthümer. Nach Karl Martells Tod übertrug Karlmann Winfried die Reform der tiefgesunkenen fränkischen Kirche in Austrasien. Während der Bürger- kriege in den letzten 60 Jahren hatten die Hausmeier, besonders Karl Martell, Bischöfe und Aebte willkührlich abgesetzt und vornehme Franken eingesetzt. Diese kümmerten sich nicht um ihr Amt, zogen auf die Jagd und in den Krieg, verschleuderten die Kirchengüter, bestellten ihresgleichen als Priester; von Cölibat und geistlichem Leben war kaum eine Spur. Winfried verpflichtete auf mehreren Synoden in Austrasien Klerus und Mönche zu einem geistlichen Leben und Gehorsam gegen Rom. Später erreichte er in Neustrien mit Pipins Hülfe eine ähnliche Reform und die Unterwerfung unter Rom. Durch jährliche Synoden befestigte er sein Werk und setzte mehrere der schlimmsten Erzbischöfe und Bischöfe ab; als Sitz erhielt er gegen seinen Wunsch Mainz(statt Köln). Daneben liess Bonifacius die Mission nicht aus dem Auge; jährlich bereiste er Hessen und Thüringen, am liebsten verweilte er in dem von seinem Schüler Sturm gegründeten Kloster Fulda, dessen Schule bald berühmt wurde. 754 ernannte er seinen Lieblingsschüler Lul(den Gründer des Klosters Hersfeld) zu seinem Nachfolger in Mainz, übertrug ihm und Pipin die Sorge für die Mission und widmete sich der Bekehrung der Friesen; am 5. Juni wurde er mit 52 Begleitern bei Doccum von einer Schaar Heiden erschlagen; sein Leib ruht in Fulda. Die Sachsen tödteten aus Hass gegen die Franken alle Missionare. Daher beschloss Karl d. Gr. trotz Alcuins' Abrathen sie mit Gewalt zum Christenthum zu bekehren, zwang sie nach blutigen Kämpfen zur Taufe und gründete in Sachsen 8 Bisthümer; die Bischöfe derselben und andere Missionare predigten eifrig das Evangelium, Sturm, Abt von Fulda, Willehad, B. von Bremen, Liudger, B. von Münster. Bald eigneten sich die Sachsen das Evangelium aufs innigste an, wie das Epos,»der Heiland«, beweist. §. 11. Die fränkische Kirche unter Karl d. Gr. Karl d. Gr. widmete sich mit grossem Eifer der Hebung der fränkischen Kirche; den Erzbischöfen befahl er jährlich Synoden zu halten, den Bischöfen, in ihrem Sprengel jährlich umher zu reisen und liess den Klerus durch die Sendgrafen beaufsichtigen; schlechte Geistliche, hohe wie niedere, wurden abgesetzt, Krieg und Jagd verboten. Zur Beförderung der Wissenschaft berief Karl berühmte Gelehrte an seinen Hof, Petrus von Pisa, den Longobarden Paul Diaconus Warnefried, den Angel- sachsen Alcuin, sorgte eifrig für Errichtung von Schulen(die Hofschule, Kloster- und Domschulen). Ferner gründete Karl neue Bisthümer und Pfarreien, baute viele Kirchen, beschenkte arme Kirchen mit Kirchengeräthen und Messgewändern, suchte den Kirchengesang zu heben; beim Gottesdienst sah er auf Ernst und Würde. Damit das Volk mit dem Christenthum besser bekannt werde, befahl er Predigt in der Landessprache, liess durch Paul Diaconus ein lateinisches Predigtbuch aus den Kirchenvätern zusammen stellen und befahl, jeder sollte das apostolische Bekenntniss und das Unser Vater auswendig lernen. Als Schirmherr der fränkischen Kirche hielt er häufig Synoden zur Unterdrückung von Ketzereien oder zur Entscheidung über Glaubenslehren. Zwischen der morgen- ländischen und abendländischen Kirche bestand eine Verschiedenheit in der Lehre vom heiligen Geist. Im nicenischen Bekenntniss war gelehrt worden, der heilige Geist gehe aus vom Vater. Um die Wesensgleichheit des Sohnes mit dem Vater schärfer auszusprechen, war in der abendländischen Kirche(nach Augustins Vorgang) gelehrt worden, der heilige Geist gehe aus vom Vater-und vom Sohne«; dieser Zusatz(filioque) war auf der Synode von Toledo 589 in das nicenische Bekenntniss auf- genommen, die griechische Kirche aber verwarf ihn. Karl liess über diesen Zusatz auf mehreren Synoden verhandeln, die ihn bestätigten. Seitdem war diese Lehre im Abendland gültig, während die griechische Kirche bei der alten Lehre blieb. Eine Synode zu Frankfurt beschloss, den Bildern sei keine Verehrung zu erweisen, sie seien aber zur Erregung der Andacht, Belehrung des Volkes und Ausschmückung der Kirchen nützlich. Die fränkische Kirche blieb bei ihrem Widerstand gegen die Bilderverehruug bis zum 10. Jahrhundert. Die Macht des Papstes hob Karl bedeutend, doch behielt er sich in dem Gebiete des Papstes alle Hoheitsrechte vor; der Papst war fränkischer Vasall. Von grösster Wichtigkeit für die folgende Zeit war die Kaiserkrönung Karl des Gr.(800); seitdem betrachtete er sich als den höchsten Herrn der abendländischen Christenheit, der auch über dem Papst stehe. Der Bildersturm in der griechischen Kirche 726— 842. Um die abgöttische Bilderverehrung zu beschränken, liessen die Kaiser Leo III. und Constantin V. die Bilder zerstören, aber das Volk und die Mönche hielten an der Bilder- verehrung fest und die Kaiserin Irene liess auf dem 2. Concil zu Nicäa die Bilderverehrung bestätigen. Im folgenden Jahrhundert begannen mehrere Kaiser von neuem die Entfernung der Bilder, aber unter der Kaiserin Theodora wurden sie in feierlicher Procession wieder in die Kirche eingeführt und zum Andenken hieran das Fest der Rechtgläubigkeit gefeiert. —— Jahresbexrdeh, das Schuljahr von Michaelis 1878 bis Michaelis 1879 betreffend. I. Lehrverfassung. A. Klassen und Lehrplan. Die Realschule I. Ordnung zählte während des verflossenen Schuljahres im Sommer- und Wintersemester 17 Klassen; von diesen bildeten 3 die Klassen der Vorschule, die übrigen 14 die der Realschule I. O. und hatten die Bezeichnungen Sexta a und b, Quinta a und b, Quarta a und b, Untertertia a und b, Obertertia a und b, Untersecunda, Obersecunda, Unterprima, Oberprima. B. Erledigte Lehrpensa. V. bezeichnet das Winter-, S. das Sommerhalbjahr. Vorschulklasse III. Ordinarius: Jürgens. Wöchentlich 20 Stunden. Cursus einjährig. I. Religion. 4 St. Jürgens. 20 ausgewählte biblische Geschichten aus dem Alten und Neuen Testamente. Eine kleine Anzahl leichter Gebete und Bibelsprüche. 2. Deutsch. 11 St. Jürgens. Elementarisch richtiges, auch schon möglichst sinngemässes Lesen beider Abtheilungen der Handfibel.„Des Kindes erstes Schulbuch“. Besprechung des Lesestoffs. Memorieren kleiner Gedichte. Abschreibeübungen. 3. Rechnen. 5 St. Jürgens. Die 4 Species im Zahlenraume von 1—20. Addition und Subtraction der Grundzahlen im Zahlenraume von 1—100. Hauptsächlich Kopfrechnen. 4. Gesang. Jürgens. Gelegentlich des Unterrichts in der Religion und im Deutschen einige leichte Lieder. 4 Vorschulklasse ll. Ordinarius: Erdmann. Wöchentlich 22 Stunden. Cursus einjährig. I. Religion. 4 St. Erdmann. 20 ausgewählte biblische Geschichten aus dem Alten und Neuen Testamente. Biblische Geschichten von mehreren Lehrern Cassels. Einige leichte Bibelsprüche und Liederverse. Die 10 Gebote und das„Unser Vater“ ohne Luthers Erklärung. &☛ — 25— . Deutsch. 9 St. Erdmann. Fortgesetzte Uebung im richtigen und geläufigen Lesen deutscher und lateinischer Schrift mit sinngemässer Betonung. Inhaltliche Besprechung des Lesestoffs. Uebung im Erzählen. Memorieren und Vortragen kleiner Gedichte. Ab- und Aufschreibeübungen. Dictate. Allgemeine Kenntniss des Haupt-, Zeit- und Eigenschaftswortes. Lebensbilder II. von Berthelt etc. . Rechnen. 5 St. Erdmann. Die 4 Species im Zahlenraume von 1—100. Das kleine Einmaleins. Numerieren bis 1000. Die 4 Species in unbenannten Zahlen im Raume von 100— 1000; die schriftliche Multiplication jedoch nur mit ein- und zweistelligem Multiplicator und die Division mit einstelligem Divisor. . Schreiben. 4 St. Erdmann. Die kleinen und grossen Buchstaben der deutschen und die kleinen Buchstaben der lateinischen Schift. Tactschreiben. . CGesang. Erdmann. Gelegentlich des Unterrichts in der Religion und im Deutschen eine Anzahl leichter Lieder und Choräle. Vorschulklasse I. Ordinarius: Spangenberg. Wöchentlich 24 Stunden. Cursus einjährig. . Religion. 4 St. Spangenberg. 20 ausgewählte Geschichten aus dem Neuen und Alten Testament. Einige Kirchenlieder memoriert. Die 10 Gebote, die drei Glaubensartikel und das»Unser Vater« ohne Luthers Erklärung. Biblische Geschichten von mehreren Lehrern Cassels. .Deutsch. 8 St. Spangenberg. Uebung im fliessenden Lesen mit Betonung. Besprechung des Inhalts, Erzählen. Kenntniss des Artikels, des Substantivs und des Eigenschaftswortes (Declination) und des Zeitwortes(Conjugation). Orthographische Uebungen(Dictate). Memorieren und Vortragen geeigneter Gedichte. Lesebuch: Lebensbilder II. von Berthelt etc. Rechnen. 5 St. Spangenberg. Die 4 Species in unbenannten und einfach benannten ganzen Zahlen. . Sehönschreiben. 4 St. Spangenberg. Deutsche und lateinische Schrift. Tactschreiben. Geographie. 1 St. Spangenberg. Cassel und Umgegend. . Gesang. 2 St. Spangenberg. Leichte Choräle und Volkslieder. Sexta. Ordinarius: In a Gottschalk, in b Lange. Wöchentlich 32 Stunden. Cursus einjährig. . Religion. 3 St. In a Gottschalk in b Spangenberg. Ausgewählte Geschichten des Alten Testaments bis zur Theilung des Reichs. Wortlaut des 1. u. 2. Hauptstücks ohne die Erklärung auswendig gelernt. Bibelsprüche und Kirchenlieder. Lehrbücher: Biblische Geschichte von mehreren Lehrern Cassels, Hessischer Landeskatechismus. Deutsch. 4 St. In a Gottschalk, in b Lange. Stücke aus dem Lesebuche von Hopf und Paulsiek wurden gelesen, besprochen und mündlich wiedergegeben, Gedichte auswendig gelernt und declamiert. Die Präpositionen, das Wichtigste aus der Satz- und Interpunktionslehre. Wöchent- lich ein Dictat, statt dessen zuweilen ein kleiner Aufsatz. 4 — 26— . Latein. 8 St. In a Krauth, in b Zwirnmann. Formenlehre nach Scheele, Vorschule zu den lateinischen Classikern, Theil I, Abschnitt— VI. Wöchentlich abwechselnd ein Exercitium oder ein Extemporale. . Geographie u. Geschichte. 3 St. In a Völler, in b Ide. Geographische Vorbegriffe. Allgemeine Uebersicht über die Erdoberfläche. Provinz Hessen-Nassau. Die schönsten Sagen der hellenischen und germanischen Vorzeit in einfacher Erzählung vorgetragen und nacherzählt. . Rechnen. 5 St. In a Völler, in b Lange. Resolution, Reduction, die vier Species in ungleich benannten ganzen Zahlen. Multiplications- und Divisions-Regel de tri. Einführung in die Bruch- rechnung. Hauptsächlich Kopfrechnen. Böhme, Uebungsbuch 8. Naturgeschichte. 2 St. In a Völler, in b Schwarz. Im Winter: Beschreibung von Repräsentanten aus den Klassen der Wirbelthiere. Im Sommer: Beschreibung von solchen Pflanzen, welche die einzelnen Organe besonders deutlich erkennen lassen. Schönschreiben. 3 St. In beiden Cötus Gottschalk. Die Buchstaben des kleinen und grossen Alphabets deutscher und lateinischer Schrift. Anwendung derselben in Wörtern und Sätzen. Tactschreiben. . Zeichnen. 2 St. In beiden Cötus Karbiner. Vorübungen in Freihandzeichnen auf Schiefertafeln nach Vorzeichnungen an der Schultafel. . Gesang. 2 St. In beiden Cötus Erdmann. Stimmübungen. Einübung von Chorälen und ein- und zweistimmigen Volksliedern nach dem Gehör. Quinta. Ordinarius: In a Dr. Schantz, in b Dr. Ortmann. Wöchentlich 33 Stunden. Cursus einjährig. . Religion. 3 St. In beiden Cötus Gottschalk. Biblische Geschichte des Neuen Testaments. Wortlaut des 1. u. 2. Haupstücks mit der Erklärung auswendig gelernt. Bibelsprüche und Lehrbücher: Biblische Geschichten von mehreren Lehrern Cassels, Hessischer Landeskatechismus. . Deutsch. 4 St. In a Lange, in b Jürgens. Stücke aus dem Lesebuch von Hopf und Paulsiek wurden gelesen, erklärt und wiedererzählt. Orthographische und grammatische Uebungen. Wöchentlich ein Dictat oder ein kleiner Aufsatz. Uebung im Vortrag. Weiteres aus der Satz- und Interpunktionslehre. . Latein. 6 St. In a Dr. Schantz, in b Dr. Ortmann. Fortsetzung der Formenlehre nach Scheele I, VII— XI, Repetition von— VI. Ausgewählte Stücke aus Scheele und Weller. Wöchentlich abwechselnd ein Exercitium oder ein Extemporale. . Französisch. 5 St. In a Ide, in b Dr. Ortmann. Plötz, Elementargrammatik, Lection 1—75. Exercitien und Extemporalien wöchentlich abwechselnd. In a Sprechübungen mit Benutzung von Wilke's Bildertafeln. . Geographie u. Geschichte 3 St. In a Dr. Schantz, in b Dr. Ortmann. Wiederholung der Grund- begriffe der Geographie; die Erdtheile und Oceane, die Länder Europas mit Hervorhebung Deutschlands, Preussens, Hessen-Nassaus. Seydlitz, Grundzüge. Griechische Geschichte bis auf Alexander in einfacher epischer Darstellung. Pütz, Grund. riss der Geographie und Geschichte. — 27— 6. Rechnen. 4 St. In a Dr. Kramm, später Merkelbach, in b Stange. Die gemeinen Brüche und Decimalbrüche. Anwendung derselben bei der Schlussmethode. Böhme, Uebungsbuch Nr. 9. 7. Naturgeschichte. 2 St. In beiden Cötus Völler. Im Winter: Beschreibung und Vergleichung von Thieren höherer Klassen. Im Sommer: Beschreibung und Vergleichung phanerogamischer Pflanzen. Morphologisches. §. Sehönschreiben. 2 St. In beiden Cötus Gottschalk. Uebung der deutschen und lateinischen Buchstaben in genetischer Folge und Anwendung in Wörtern und Sätzen. Tactschreiben. 9. Zeichnen. 2 St. In beiden Cötus Karbiner. Vorübungen im Freihandzeichnen nach Vor- zeichnungen an der Schultafel unter Berücksichtigung der planimetrischen Formenlehre. 10. Gesang. 2 St. In beiden Cötus Jürgens. Stimmübungen. Einübung von Chorälen und zwei- und dreistimmigen Volksliedern nach dem Gehör. Quarta. Ordinarius: In a Dr. Wittich, in b Dr. Hölting. Wöchentlich 34 Stunden. Cursus einjährig. I. Religion. 2 St. In beiden Cötus Gottschalk. Erklärung des ersten Hauptstücks und des ersten Glaubensartikels. Wortlaut des 3. 4. 5. Hauptstücks mit Erklärung gelernt. Sprüche und Kirchenlieder. Lehrbuch: Hessischer Landeskatechismus. 2. Deutsch. 3 St. In a Dr. Wittich, in b Erdmann. Erklärung prosaischer und poetischer Lesestücke aus Hopf und Paulsieks Lesebuch. Declamationsübungen. Satzlehre. Alle 14 Tage ein Aufsatz, zuweilen ein Dictat. 3. Latein. 6 St. In a Dr. Wittich, in b Dr. Hölting. Wiederholung der Formenlehre, Casus- lehre nach Scheele, Th. II.§. 1— 44. Wöchentlich ein Exercitium oder Extemporale. Lectüre aus Weller. 4. Französisch. 5 St. In a Dr. Ortmann, in b Dr. Hölting. Plötz, Elementargrammatik, Lect. 76 bis zu Ende. Bei Einübung der unregelmässigen Zeitwörter wurden die entsprechenden Lectionen der Schulgrammatik von Plötz benutzt. Exercitien und Extemporalien wechselten wochenweise ab. 1 5. Geographie. 2 St. In a Schwarz, in b Völler. Grundzüge der mathematischen Geographie. Die topographischen Verhältnisse der aussereuropäischen Länder. Anleitung zum Kartenzeichnen. Seydlitz, Grundzüge der Geographie. 6. Geschichte. 2 St. In a Zwirnmann, in b Völler. Römische Gesch. nach Pütz, Grundriss Th. I. 7. Mathematik. 6 St. Geometrie. 3 St. Ina Völler, in bSchwarz. Geometrische Propädeutik, Herstellung und Betrachtung geometrischer Körper, Lehre von den Parallelen, Congruenzen, Lösen von Aufgaben. Koppe, Lehrbuch, Abschnitt—IV incl. Rechnen 3 St. In a Völler, in b Schwarz. Practische Anwendung des Rechnens mit gemeinen und Decimalbrüchen auf alle bürgerlichen Rechnungsarten mit besonderer Berück- sichtigung der Zins-, Rabatt-, Termin-, Gesellschafts- und Mischungsrechnung. Böhme Nr. 12. §. Naturgeschichte. 2 St. In a Dr. Hornstein, später Merkelbach, in b Schwarz. Im Winter: Systematische Betrachtung der Säugethiere und Vögel. Im Sommer: Linnés Pflanzensystem erläutert an lebenden Pflanzen. Schilling I u. II B. — 28— 9. Schönschreiben. 2 St. In a Gottschalk, in b Jürgens. Ein- und mehrzeilige Vorschriften in deutscher und lateinischer Schrift. Geschäftsaufsätze. 10. Zeichnen. 2 St. In beiden Cötus Karbiner. Uebungen im Freihandzeichnen nach Vorzeichnungen an der Schultafel und nach Wandtafeln. II. Gesang. 2 St. In beiden Cötus Lange. Choräle und vierstimmige Lieder. Erk und Greef, Heft II. Unter-Tertia. Ordinarius: in a Krauth, in b Dr. Grebel. Wöchentlich 34 Stunden. Cursus einjährig. I. Religion. 2 St. In a Lange, in b Erdmann. Erklärung des zweiten und dritten Artikels, Wiederholung des ersten Hauptstücks und des ersten Artikels. Sprüche und Lieder wieder- holt und andere neu gelernt. Evangelische Perikopen mit Auswahl gelesen und besprochen. Das Wichtigste aus der Apostelgeschichte. 2. Deutsch. 3 St. In a und b Krauth. Erklärung ausgewählter Lesestücke aus Hopf und Paulsiek. Alle drei Wochen ein Aufsatz. Dictate. Declamationsübungen. Satzlehre. Das Nothwendigste aus der Metrik. 9. Latein. 5. St. In a Krauth, in b Zwirnmann. Lehre von den Modi nach Scheele Th. II. §. 45— 71. Lectüre aus Ellendts Materialien. Wiederholung der Casuslehre und der Formen- lehre. Wöchentlich abwechselnd ein Exercitium oder ein Extemporale. 4. Französisch. 4 St. In a Dr. Ortmann, in b Dr. Grebel. Plötz, Schulgrammatik. Lect. 1—28. Lectüre nach Plötz, Lectures choisies. Schriftliche häusliche Arbeiten und Extemporalien wechselten wochenweise ab. 5. Englisch. 4 St. In a Heuser, in b Dr. Grebel. Zimmermann, Lehrbuch. Die methodische Elementarstufe und— XVIII aus dem systematischen Cursus, Lectüre und Memorieren leichterer Gedichte und prosaischer Stücke. Exercitien und Extemporalien wochenweise abwechselnd. 6. Geographie. 2 St. In a Grebe, in b Stange. Das deutsche Reich mit besonderer Berück- sichtigung von Preussen; Oesterreich, Schweiz, Belgien, Niederlande und Luxemburg. Seydlitz, Schulgeographie. 7. Geschichte. 2 St. In a Krauth, in b Ide. Geschichte des Mittelalters nach Pütz, Theil II. §. Mathematik. 6 St. Geometrie 3 St. In a Dr. Kramm, in b Stange. Die Lehre vom Dreieck, Viereck, Kreis und von der Inhaltsgleichheit der Figuren. Constructions-Aufgabe. Koppe, Planimetrie Abschnitt IV— VII incl. Arithmetik und Algebra 3 St. In a Dr. Kramm, in b Stange. Die vier Species mit algebraischen Grössen. Quadrat- und Cubikwurzelausziehen. Gleichungen vom 1. Grad mit einer Unbekannten. Wiederholung bürgerlicher Rechnungsarten. Heis, Auf- gabensammlung. 9. Naturgeschichte. 2 St. In a Dr. Hornstein, in b Stange. Im Winter: Reptilien, Am- phibien und Fische. Uebersicht über die Gliederfüssler. Schilling, Band I. Im Sommer: Uebungen im Pflanzenbestimmen nach Wigand's Flora von Hessen. Wichtigere Pflanzenfamilien. Natürliches System. Schilling, Band II B. 10. Zeichnen. 2 St. In beiden Cötus Karbiner. Freihandzeichnen nach Wandtafeln und nach Vorlagen. Anfang des Schattierens. II. Gesang. 2 St. In beiden Cötus Lange. Choräle und vierstimmige Lieder. Erk& Greef, Heft II. Ober-Tertia. Ordinarius: In a Ide, in bSchwarz. Wöchentlich 34 Stunden. Cursus einjährig. I. Religion. 2 St. In a Lange, in b Dr. Schantz. Erklärung des dritten Hauptstücks nach dem hessischen Landeskatechismus. Sprüche und Lieder gelernt, bezw. wiederholt. Gleich- nisse und Reden Jesu nach Matthäus, bezw. Lucas. 2. Deutsch. 3 St. Ina Lange, in bZwirnmann. Lectüre poetischer und prosaischer Muster- stücke aus Hopf und Paulsieks Lesebuch, verbunden mit sachlichen und sprachlichen Er- klärungen. Uebungen im Vortrag wie in der Wiedergabe des Gelesenen. Auffinden der Disposition und Uebung im Entwerfen derselben. Die Lehre von dem zusammengesetzten Satz. Alle vier Wochen ein Aufsatz. 3. Latein. 5 St. In a Dr. Siebert, in bZwirnmann. Repetition der Syntax nach Scheele II. Exercitien und Extemporalien. Lectüre in a: Caes. bell. gall. IV. V., in b: Caes. bell. gall. VII. VIII, I. 30— 54. II. 1— 15, 29—35. 4. Französisch. 4 St. In a Ide, in b Dr. Hölting. Plötz, Schulgrammatik, Abschn. IV. V. VI. Exercitien und Extemporalien wöchentlich abwechselnd, Sprach- und Declamierübungen. Lectüre aus Plötz, Lectures choisies. 5. Englische 4 St. In a Ide, in b Dr. Grebel. Zimmermann, Lehrbuch der engl. Sprache, systematischer Cursus, Lect. 19— 54. Lectüre aus Lüdeking, Theil I. Exercitien und Extem- poralien wöchentlich abwechselnd. Memorier- und Sprechübungen. 6. Geographie. 2 St. In a Grebe, in b Schwarz. Politische Geographie der europäischen Staaten mit Ausnahme des deutschen Reichs und der österreichisch-ungarischen Monarchie. Die andern Erdtheile mit besonderer Berücksichtigung der Colonien. Seydlitz, Schulgeographie. 7. Geschichte. 2 St. In a Dr. Siebert, in b Dr. Hölting. Neuere Geschichte nach Pütz, Grundriss für mittlere Klassen. §. Mathematik. 6 St. In a Grebe, in b Schwarz. Geometrie 3 St. Von der Proportionalität der Linien und Figuren. Inhaltsberechnung der ebenen Figuren. Die Theilungen nach stetiger und harmonischer Proportion. Constructionsaufgaben. Koppe, Planimetrie Abschnitt VIII— XII. Arithmetik und Algebra. Lehre von den Potenzen und Wurzeln. Gleichungen vom ersten Grade mit einer und mehreren Unbekannten. Heis, Aufgabensammlung. Wiederholung bürgerlicher Rechnungsarten. 9. Naturgeschichte. 2 St. In a Dr. Hornstein, in b Schwarz. Im Winter: Die Gliederfüssler. Schilling, Bd. I. Im Sommer: Pflanzenbestimmungen nach Wigands Flora. Systematik (besonders Einübung des natürlichen Systems). Wigand, Flora von Hessen; Schilling Bd. II B. 10. Zeichnen. 2 St. In beiden Cötus Karbiner. Freihandzeichnen. Schattieren nach Vorlagen. II. Gesang. 2 St. In beiden Cötus Lange. Choräle und vierstimmige Lieder. Erk und Greef, Heft II. — 30— Unter-Secunda. Ordinarius: Stange. Wöchentlich 34 Stunden. Cursus einjährig. I. Religion. 2 St. Heuser. Geschichte des Reiches Gottes im alten Bund mit ausgewählter Lectüre des Alten Testaments. Repetition des Katechismus. Bibelsprüche. Kirchenlieder. 2. Deutsch. 3 St. Dr. Schantz. Lectüre ausgewählter Stücke aus Hopf und Paulsieks Lesebuch, sowie Göthescher und Schillerscher Gedichte. Declamationsübungen. Alle 4 Wochen ein Aufsatz. 3. Latein. 4 St. Dr. Siebert. Caes. bell. gall. IV. V. Ovid. Metam. I. 750— II, 365. Süpffe, Aufgaben Th. I. Repetition der Casuslehre im Anschluss an die Grammatik von Moiszisstzig §. 342.—579. Exercitien und Extemporalien. 4. Französisch. 4 St. Director. Plötz, Schulgrammatik, Abschnitt VI bis IX und Wiederholung der früheren; Lectüre aus Kreyssigs Trois Siècles de la Littérature Française. Exercitien und Extemporalien wochenweise abwechselnd. Auswendiglernen von französischen Stücken. 5. Englisch. 3 St. Ide. Zimmermann, Grammatik; Formenlehre, Abschnitt I—IV. Lehre vom einfachen Satz. Lectüre aus Lüdeking II. Exercitien und Extemporalien. 6. Geographie. 1 St. Stange. Das deutsche Reich. Repetitionen über die übrigen europäischen Staaten. Seydlitz, Schul-Geographie. 7. Geschichte. 2 St. Heuser. Geschichte des Alterthums.— Kurzgefasste Wiederholung der Brandenburgisch-Preussischen Geschichte. §. Mathematik. 5 St. Stange. a) Trigonometrie und Geometrie: Die Elemente der Goniometrie und ebenen Trigonometrie. Leichtere Uebungsaufgaben. Repetition und Beendigung der Plani- metrie: Von den Aehnlichkeitspunkten, der harmonischen Theilung und von den Transversalen. b) Algebra und Rechnen: Die Lehre von den Potenzen, Wurzeln und Logarithmen. Quadratische Gleichungen mit einer Unbekannten. Exponentialgleichungen. Arithmetische und geometrische Reihen. Zinseszinsenrechnung. Repetition der bürgerlichen Rechnungsarten. Koppe's Lehrbücher der Planimetrie und Trigonometrie. 9. Naturgeschichte. Dr. Hornstein. Im Winter: Die Thierkreise der Weichthiere, der Stachelhäuter, der Darmlosen und der Urthiere. Das Wichtigste aus der Anatomie des menschlichen Körpers. Schilling, Bd. I. Im Sommer: Krystallographie. Hornstein, Kl. Lehrbuch der Mineralogie. 10. Physik. 2 St. Stange. Die allgemeinen Eigenschaften der Körper. Die Elemente der Mechanik der festen, tropfbaren und elastisch-flüssigen Körper. Uebungsaufgaben. Trappe, Schulphysik. II. Chemie. 2 St. Dr. Hornstein. Methodische experimentelle Begründung der chemischen Grund- lehren, alsbald mit bezüglichen Berechnungen verknüpft. Befestigung der chemischen Begriffe in Betrachtung wichtigerer Elemente und deren Verbindungen. 12. Zeichnen. 2. St. Karbiner. Freihandzeichnen. Schattieren nach Vorlagen. Zeichnen nach einfachen Gypsornamenten. 13. Gesang. 2 St. Lange. Choräle und vierstimmige Lieder. Erk& Greef, Heft II. Ober-Secunda. Ordinarius: Dr. Kramm. Wöchentlich 33 Stunden. Cursus einjährig. I. Eeligion. 2 St. Dr. Schantz. Kirchengeschichte nach Hollenberg§. 92— 108. Repetition der Apostelzeit. Der 1. Corintherbrief gelesen und erklärt. Repetition aus dem Katechismus mit Sprüchen und Liedern.— Hollenberg, Hilfsbuch für den evangelischen Religionsunterricht. 2. Deutsch. 3 St. Dr. Schantz. Lectüre aus Hopf und Paulsieks Lesebuch aus der Zeit von Luther bis Klopstock, von Lessings Minna von Barnhelm und Schillers Jungfrau von Orleans. Uebungen im Disponieren und freien Vortrage. Declamationsübungen. Alle 4 Wochen ein Aufsatz. 3. Latein. 4 St. Dr. Wittich. Caesar, bellum civile, l. I und II. Ovid. Metam. J. I, 748— II, 400. Grammatik von Moiszisstzig§. 342— 579 repetiert,§. 580— 745 neu. Uebersetzungen aus Süpfle, Aufg., Thl. I. Wöchentlich ein Exercitium oder Extemporale. 4. Französisch. 4 St. Dr. Grebel. Wiederholung der wichtigsten Abschnitte aus Plöt⸗ Schulgram- matik, Extemporalien und Exercitien wöchentlich abwechselnd; theils aus Plötz, Uebungen zur Syntax, theils freiere Arbeiten. Lectüre aus Kreyssigs Trois Siècles de la Littérature Française. La Camaraderie von Scribe. Les Précieuses Ridicules von Molière. Sprechübungen. 5. Englisch. 3 St. Dr. Grebel. Grammatik nach Zimmermann V—X der Formenlehre. Zusammen- gesetzter Satz, Tempus und Modus, Infinitivsatz, Participial- Construction, Verbalsubstantiv. Exercitien und Extemporalien wöchentlich abwechselnd. Lectüre aus Lüdeking II. und Critical and Hlistorical Essays by Macaulay, Vol. 4. Tauchnitz oder Sprechübungen. 6. Geographie. 1 St. Dr. Kramm. Physische und politische Geographie von Asien, Afrika und Amerika. Seydlitz, Schulgeographie. 7. Geschichte. 2 St. Dr. Wittich. Geschichte des Mittelalters mit besonderer Berücksichtigung der Culturgeschichte, nach Pütz, Grundriss der Geschichte, II. §. Mathematik. 5 St. Dr. Kramm. Stereometrie, sphärische Trigonometrie nebst einfachen An- wendungen. Zinseszins- und Rentenrechnung, Gleichungen vom 2. Grade mit mehreren Unbekannten, diophantische Gleichungen, Kettenbrüche, Combinationslehre. Uebungsaufgaben aus der Planimetrie und ebenen Trigonometrie. Lehrbücher von Koppe. 9. Naturgeschichte. 2 St. Dr. Hornstein. Im Winter: Mineralogie. Betrachtung wichtigerer Mineralien. Im Sommer: Fortsetzung der Mineralbeschreibung und Repetitionen aus dem Gebiet aller drei Reiche. Uebungen im Pflanzenbestimmen. Hornstein, Kl. Lehrbuch der Mineralogie. Schilling Bd. I. und II. B. Wigand, Flora von Hessen. 10. Physik. 2 St. Dr. Kramm. Lehre vom Magnetismus und von der Flectricität. Trappe, Schul-Physik. II. Chemie. 2 St. Dr. Hornstein. Die Nichtmetalle. Stöchiometrische Aufgaben. Rüdorff, Grundriss der Chemie. 12. Zeichnen. 2 St. Karbiner. Zeichnen nach ornamentalen Modellen. 13. Gesang. 1 St. Lange. Choräle und vierstimmige Lieder. Erk& Greef, Heft II. Unter-Pima. Ordinarius: Prorector Heuser. Wöchentlich 33 Stunden. Cursus einjährig. I. Religion 2 St. Dr. Schantz. Evangelium Johannes gelesen und erklärt; Bibelkunde zu den Evangelien. Glaubens- und Sittenlehre im Anschluss an die Confessio Augustana und den Katechismus.— Hollenberg, Hülfsbuch für den evangelischen Religionsunterricht. 2. Deutsch. 3 St. Dr. Siebert. Lectüre und Besprechung der in Hopf und Paulsieks Lesebuch enthaltenen Abschnitte aus dem Nibelungenlied und Kudrun, von Göthe's Götz und Egmont und von Schillers Maria Stuart. Declamationen. Alle 4 Wochen ein Aufsatz. — 32— Latein. 3 St. Dr. Siebert. Repetition der Syntax nach Beispielen im Anschluss an die Gram- 3. matik von Moiszisstzig. Süpfle, Aufgaben 280— 334. Cicero de senectute. Verg. Aen. lib. I. Wöchentlich ein Exercitium oder ein Extemporale. 4. Französisch. 4 St. Heuser. Gruppenweise Wiederholung der Plötzschen Schulgrammatik mit Erweiterung des grammatischen Stoffs nach Plötz, Nouvelle Grammaire. Thèmes, Extemporalien und Aufsätze abwechselnd. Lectüre aus Kreyssigs Trois Siècles de la Littérature Française sowie Molière: L'Avare.— Conversationsübungen. . Englisch. 3 St. Heuser. Grammatik nach Zimmermann. Zusammenfassende Rückblicke auf schwierigere Gebiete der Formenlehre und Syntax. Schriftliche Arbeiten und mündliche Uebungen wie im Französischen. Lectüre aus Washington Irvings Sketch Book sowie Shakespeares Merchant of Venice. . Geographie. 1 St. Grebe. Ausgewählte Abschnitte der mathematischen Geographie, Repetitionen aus der topisch-politischen Geographie der aussereuropäischen Erdtheile. Schulgeographie von Seydlitz. Geschichte. 2 St. Dr. Siebert. Neuere Geschichte von der Reformation bis zur französischen Revolution nach Pütz. Wiederholung früherer Abschnitte. §. Mathematik. 5 St. Grebe. Aunalytische Geometrie der Ebene. Maxima und Minima. Arith- metische Reihen höherer Ordnung. Von den Gleichungen höheren Grades. Repetitionen aus Stereometrie, Trigonometrie und Planimetrie, Lehrbücher von Koppe. 9. Naturgeschichte. 2 St. Dr. Hornstein. Geologie: Petrographie, historische Geologie, dynamische Geologie. 10. Physik. 2 St. Stange, seit Ostern Merkelbach. Die Lehre von der Wärme und vom Schall. Uebungsaufgaben. Trappe, Schul-Physik. II. Chemie. 2 St. Dr. Hornstein. Die Metalle der Alkalien und der alkalischen Erden, Aluminium, Eisen; stöchiometrische Aufgaben. Rüdorff, Grundriss der Chemie. 12. Zeichnen. 2 St. Karbiner. Zeichnen nach ornamentalen Modellen. Darstellende Geometrie 1 St. Dr. Kramm: Hauptsätze der darstellenden Geometrie, Durchschneidung von Ebenen und Körpern. Gegenseitige Durchdringung ebenflächiger und krummflächiger Körper. 13. Gesang. 1 St. Lange. Choräle und vierstimmige Lieder. Erk& Greef, Heft II. ☛ ₰ 1 Ober-Prima. Ordinarius: Grebe. Wöchentlich 33 Stunden. Cursus einjährig. I. Religion. 2 St. Dr. Schantz. Römerbrief gelesen und erklärt. Kurze Wiederholung der alten Kirchengeschichte. Reformationsgeschichte, Wiederholung der wichtigsten Unterscheidungs- lehren im Anschluss an die Confessio Augustana. Hollenberg, Hülfsbuch für den evangelischen Religionsunterricht. 2. Deutsch. 2 St. Dr. Wittich. Lectüre und Besprechung von Schillers Wallenstein, Göthes und Euripides' Iphigenie, Aristophanes' Fröschen, Lessings Minna v. Barnhelm, des Spaziergangs von Schiller. Vorträge über das Nibelungenlied, das Kudrunlied, Parcival, Lessings Nathan und Emilia Galotti, Göthes Egmont und Torquato Tasso, Schillers Jungfrau von Orleans, — 33— Wilhelm Tell, Braut von Messina, Kleists Prinz von Hessen-Homburg. Uebersetzung einer Auswahl von Gedichten Walthers v. d. Vogelweide. Declamationen nach dem Lesebuch von Hopf und Paulsiek. Alle 4 Wochen ein Aufsatz. 3. Latein. 3 St. Director. Lectüre Cicero de amicitia; Virg. Aen. lib. I. Grammatik. Wiederholung einzelner Capitel aus der Grammatik von Moiszisstzig. Aus Süpfle, Aufgaben zu lat. Stil- übungen, übersetzt die Stücke von 335-370(Leben Ciceros.) Alle 14 Tage ein Extemporale. 4. Französisch. 4 St. Dr. Hölting. Grammatik nach Plötz, Nouvelle Grammaire. Thèmes, Extempo- ralien und Aufsätze abwechselnd. Lectüre aus Guizot, Washington und Kreyssig's Anthologie. 5. Englisch. 3 St. Heuser. Zusammenfassende Rückblicke auf schwierigere Gebiete der Formen- lehre und Syntax nach Zimmermanns Grammatik. Exercitien, Extemporalien und Aufsätze abwechselnd. Lectüre aus Macaulay's History of England sowie Shakespeare's Julius Caesar. Conversations- und Declamationsübungen. 6. Geographie. 1 St. Grebe. Im Winter: Schülervorträge und daran sich anschliessende Besprechungen über Themata aus allen Theilen der speciellen Erdkunde. Im Sommer: Repetitionen über geographische Abschnitte aus Mitteleuropa und insbesondere Preussen. Seydlitz, Schulgeographie. 7. Geschichte. 2 St. Director. Neue Geschichte von der französischen Revolution an bis auf die Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der Kulturgeschichte. Wiederholung der römischen Geschichte und der Zeit vom Interregnum an. Preussisch-brandenburgische Geschichte. Pütz, Grundriss der Geographie und Geschichte für die oberen Klassen. III. Band. §. Mathematik. 5 St. Grebe. Repetition aus allen Theilen der Elementar-Mathematik. Lehr- bücher von Koppe, Lösung von zusammengesetzten Aufgaben. Theorie der Determinanten. 9. Physik. 2 St. Dr. Kramm. Mathematische Behandlung einzelner Abschnitte der Mechanik. Akustik, Optik, Uebungsaufgaben. Trappe: Schulphysik. 10. Chemie. 3 St. Dr. Hornstein. Chrom, Uran, Zink, Blei, Kupfer, Zinn, Wismuth, Antimon, Arsen, Quecksilber, Silber, Gold, Platin; wichtigere Abschnitte aus der organischen Chemie; Repetitionen, verbunden mit Vorträgen der Schüler. Stöchiometrische Rechnungen. II. Zeichnen. 2 St. Karbiner. Zeichnen nach ornamentalen Modellen und antiken Köpfen. Darstellende Geometrie: 1 St. Dr. Kramm. Schattenconstructionen. Anfangsgründe der Linearperspective. 12. Gesang. 1 St. Lange. Choräle und vierstimmige Lieder. Erk& Greef, Heft II. Der katholische Religionsunterricht wurde gemeinschaftlich den Schülern der Realschule I. O. und der Höheren Bürgerschule in drei Abtheilungen ertheilt. Erste Abth. 2 St. Kaplan Hoffmann: Die Lehre von der Kirche, von der Heiligung und Vollendung. Die Lehre von den Sacramenten. Dubelmann, Leitfaden. Zweite Abth. 2 St. Nau: Zweites Hauptstück: Von den Geboten und den heiligen Sacramenten. Katechismus für das Bisthum Fulda. Die bibl. Geschichten des N. Testamentes nach Dr. J. Schuster. Dritte Abth. 2 St. Nau: Erstes Hauptstück: Das apostolische Glaubensbekenntniss nach dem kleinen Katechismus für das Bisthum Fulda. Die bibl. Geschichten des N. Test. mit passender Auswahl. Israelitischer Religionsunterricht. 2 St. Dr. Stein. Biblische Geschichte: Von der Theilung des Reiches bis zum Untergang des Reiches Israel. Systematische Religionslehre: Die Pflichtenlehre. Psalmen und Gebete: Fortgesetzte Uebertragung einzelner Psalmen und Gebete aus dem Hebräischen ins Deutsche. 5 — 34— Den Turnunterricht ertheilten Dr. Hornstein, Jürgens, Erdmann und der Dirigent des Städtischen Schulturnens Boppenhausen. Am Baden und Schwimmen in der Badeanstalt von Collet betheiligten sich 240 Schüler. C. Bearbeitete Aufgaben. Themata für die schriftlichen Uebungsarbeiten der Abiturienten. Michaelis 1878. Deutscher Aufsatz. Das Salz. Lateinisch. Eine Uebersetzung aus dem Deutschen in das Lateinische. De Cicerone praetore, (nach Süpfle I. 348 und zum Theil 349). Französisch. Eine Uebersetzung aus dem Deutschen ins Französische. Englisch. Charlemagne. Mathematik. 1) Einen Punkt in der Ebene zweier gegebenen Kreise zu finden, von welchem aus jeder der Kreise unter gleichem und ausserdem ihre Centralentfernung unter gegebenem Winkel gesehen wird. 2) Die Halbmesser der Parallelkreise einer Kugelzone sind a= 12 m und b= 8m und die Höhe der Zone ist h= 4 m. Wie gross ist ihr Mantel? 3) Es sind die drei Winkel eines Dreiecks α—= 75⁰„= 25⁰,„= 80 und der Radius des eingeschriebenen Kreises= 7,3 cm bekannt; man soll den Flächeninhalt des Dreiecks berechnen. 4) Aus den Gleichungen 4 5.. L”= 3 r 3— V 2 3 x+„ und 3+= 34— 6 3 x++† 6 die Unbekannten æ und y aufzufinden. Physik. 1) Theorie des Fernrohrs. 2) Auf einer schiefen Ebene vom Neigungswinkel „= 30⁰ 40° liegt ein Metallblock, der m= 600 kg. schwer ist. Denselben greifteine Kraft P an, deren Richtung unter dem Winkel 6= 20° gegen die schiefe Ebene geneigt ist. Wie gross muss diese Kraft P sein, wenn ihre geringste Vermehrung eine Bewegung hervorbringen soll und der Reibungs- coefficient p= 0,14 ist? Chemie. 1) Aethylalkohol. 2) 15 kg. Traubenzucker liefern bei der Gährung wieviel kg. Alkohol und wieviel chm. Kohlendioxyd? Mit einer gleichen Menge Kohlendioxyd können wieviel kg. Bleiweiss von der normalen Zusammensetzung oder nach dem Ammoniakverfahren wieviel Kg. krystal- lisierte Soda dargestellt werden? Was wiegt eine gleiche räumliche Menge Aethylen? In Prima bearbeitete Themata. d. Deutsche Aufsätze: D in Oberprima. 1. Im engen kKreis verengert sich der Sinn; es wächst der Mensch mit seinen grössern Zwecken. 2. Wallensteins tragische Schuld, nach seinem Monolog in der 4. Scene des 1. Aufzugs von Schillers gleichnamigem Stück. 3. Disposition zu Schillers Spaziergang. 4. Octavio Piccolomini(Probearbeit). 5. Inhaltsangabe von Göthes Iphigenie auf Tauris. 6. Disposition zu Ciceros Lälius. 7. Fliehen und seine Sinnverwandten. 8. Ein anderes Antlitz, eh' sie geschehen, ein anderes zeigt die vollbrachte That(Probearbeit). 9. Das Zeitwort»treiben- in seinen ver- schiedenen Bedeutungen. 10. Die Folgen der Kreuzzüge. — 35— II) in Unterprima. 1. Ueber Schillers Spaziergang. 2. Das Leben ist der Güter höchstes nicht, der Uebel grösstes aber ist die Schuld. 3. Vor jedem steht ein Bild des, was er werden soll, so lang er das nicht ist, ist nicht sein Friede voll(Probearbeit). 4. Was gab den Griechen das Gefühl der nationalen Zusammengehörigkeit? 5. Arbeit ist des Blutes Balsam, Arbeit ist der Tugend Quell. 6. Kämpf und erkämpf dir eignen Werth, hausbacken Brot am Besten nährt. 7. Götz und Weislingen. 8. Wie spricht sich Cicero in seiner Schrift»de senectute⸗ über die Un- sterblichkeit aus? 9. Der Mensch bedarf des Menschen(Probearbeit). 10. Gang der Handlung in Göthe's Egmont. b. Französische Aufsätze. D in Oberprima. 1. Influence des Croisades sur l'Allemagne. 2. Le Siége de Rhodes. 3. Waldstein (Probearbeit). 4. Autre en Pensée apparait l'Action, autre après l'Exécution(Chrie). 5. Des Etoiles Filantes. 6. Washington(Probearbeit). 7. Le Siége(Fragment de Goetz de Berlichingen, Acte III.) Il) in Unterprima. 1. Causes de la réforme religieuse du seizième siècle. 2. Précis du premier acte de l'Avare par Molière. 3. Les découvertes et les conquéètes des Espagnols après Chr. Colomb (Probearbeit). 4. Etat de l'Eglise au commencement de la réforme religieuse. 5. Mort de Sigfried. 6. Polycrate. G. Englische Aufsätze. l) in Oberprima: 1. Mahomet. 2. State of Rome in the last years before Caesar's death. 3. Exposition of the first act of Shakespeare’s Julius Caesar(Probearbeit). 4. Exposition of the second act of the same drama. 5. Oliver Cromwell(Probearbeit). 6. The sea. 7. The youth of Frederic the Great. 8. The Empress Maria Theresia(Maturitätsarbeit). Il) in Unterprima: 1. Charlemagne. 2. Exposition of the first act of Shakespeare's Merchant of Venice. 3. Lycurgus, the legislator of Sparta(Probearbeit). 4. The winds. 5. The English Revolution in 1688(Probearbeit). 6. Maurice of Saxony. D. Verfügungen und Mittheilungen der Behörden. Das Königliche Provinzial-Schulcollegium dahier und das Curatorium der Anstalt haben folgende Verfügungen erlassen beziehungsweise mitgetheilt. 25. Juni 1978. Königliches Provinzial-Schulcollegium überschickt eine Verfügung des Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten vom 18. Juni 1878, derzufolge den revaccinierten Schulkindern Dispensationen vom Turnunterricht auf die Dauer von 14 Tagen, von der Vollziehung der Wiederimpfung an gerechnet, zu ertheilen sind. J. August 1876. Königliches Provinzial-Schulcollegium weist auf die Wichtigkeit des Vokabellernens beim Betreiben einer fremden Sprache hin und macht fortwährendes Wiederholen und ge- eignetes Verwerthen derselben den Lehrern zur Pfiicht. 24. Oetober 1878. Königliches Provinzial-Schulcollegium überschickt eine Verfügung des Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten vom 29. August 1878, betreffend den Confirmandenunterricht.(Das Ausführliche über diese Angelegenheit siehe p. 38. 31. Januar 1879. Königliches Provinzial-Schulcollegium weist darauf hin, dass ausser den von der Aufsichtsbehörde genehmigten Lehrbüchern und sonstigen Unterrichtsmitteln anderweitige —-— 36— wissenschaftliche Hilfsmittel bei dem Unterricht weder officiell gebraucht noch privatim nebenher zugelassen werden dürfen. 31. Januar 1879. Das Curatorium der Realschule I. O. verfügt, dass die Zahlung des Schulgeldes für den Monat erfolgt, in welchem die Aufnahme überhaupt stattgefunden hat. I. März 1879. Das Curatorium theilt mit, dass von Ostern 1879 ab die Erhebung des Schulgeldes nicht mehr wie bisher in den Schulen gegen Einzelquittungen, sondern nach einer Heberolle im Dienstlocale des Steuer- und Schulgeld-Einnehmers stattfinden soll. 21. Mai 1679. Königl. Provinzial-Schulcollegium verlangt Bericht, in welcher Weise die von dem Herrn Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten für wünschenswerth bezeich- nete Verlegung des Anfangs des Schuljahrs von Michaelis auf Ostern ausgeführt werden könne. 18. August 1879. Das Curatorium theilt eine Verfügung des Stadtrathes der Residenz mit, derzufolge derselbe mit der Verlegung des Schuljahres auf Ostern einverstanden ist. 22. August 1879. Königliches Provinzial-Schulcollegium theilt eine Verfügung Königlichen Mini- steriums des Innern mit, derzufolge die Zahl der Oberlehrer an der Realschule I. O. auf 8 festgesetzt wird und die ordentlichen Reallehrer Dr. Hölting, Dr. Kramm und Stange zu Oberlehrern ernannt werden. 22. August 1879. Das Curatorium theilt mit, dass mit Genehmigung der städtischen und staatlichen Behörden die Schulgeldsätze vom 1. October an für Sexta und Quinta auf 72, für Quarta. und Tertia auf 84, für Secunda und Prima auf 96 Mark erhöht worden sind. II. Chronik. Das Curatorium der Anstalt bestand im vorigen Schuljahre aus den Herren: Oberbürger- meister Weise, Vorsitzendem des Curatoriums, Stadtschulreferenten Metropolitan Dr. theol. Hochhut, Regierungsrath Scheffer, Justizrath Hupfeld, Stadtrath Kaufmann Ritz, Stadtrath Partikulier Hentze, Stadtrath Schreinermeister Tegethof und dem Director der Realschule I. O. Dr. Preime. Die neu eintretenden Schüler wurden am 30. Sept. 1878 geprüft, an demselben Tag begann das Schuljahr, es schloss mit dem 20. September 1879. Während desselben bestand das Collegium aus folgenden Lehrern:. I. Director: Dr. Preime. II. Oberlehrer: 1. Prorector Heuser, 2. Grebe, 3. Dr. Wittich, 4. Dr. Hornstein, 5. Dr. Siebert, 6. Dr. Hölting, 7. Dr. Kramm, 8. Stange. III. Ordentliche Lehrer: 1. Zwirnmann, 2. Dr. Schantz, 3. Krauth, 4. Ide, 5. Dr. Grebel, 6. Schwarz, 7. Dr. Ortmann, 8. Lange. IV. Wissenschaftliche Hilfslehrer: Völler. V. Candidatus probandus: Merkelbach. VI. Elementarlehrer: 1. Spangenberg, 2. Gott- schalk, 3. Jürgens, 4. Erdmann. VII. Religionslehrer: A) katholiche: 1. Caplan Hoff- mann, 2. Nau. B) israelitische: Dr. Stein. VIII. Technische Lehrer: 1. Zeichnen: Karbiner (ordentlicher Zeichenlehrer). 2. Turnen: Boppenhausen. Veränderungen sind also in der Weise eingetreten, dass der bisherige candidatus probandus Völler vom 1. October v. J. ab mit Versehung einer Hilfslehrerstelle beauftragt wurde(siehe Verfügung des Curatoriums vom 14. Sept. 1878 und des K. Pr. Schulcollegiums vom 5. October 1878) und dass candidatus Merkelbach der Realschule I. O. zur Ableistung seines Probejahres zuge- wiesen wurde.(Siehe Verfügung des K. Pr. Schulcollegiums vom 8. Januar 1879.) Merkelbach, Wilhelm, geboren den 27. September 1855 zu Grenzhausen, evangelischer Confession, Ostern 1875 vom Realgymnasium zu Wiesbaden mit dem Zeugniss der Reife entlassen, studierte in Marburg und Leipzig Mathematik und Naturwissenschaften, bestand am 15. November 1878 in Marburg die Prüfung pro fac. doc. und ist seit Februar 1879 als Probecandidat an der Realschule I. O. in Cassel thätig. Ausserdem wurde durch Verfügung Königl. Pr. Schulcollegiums vom 7. Januar 1879 der Candidat Holzapfel zur Ableistung des Probejahres der Anstalt zugewiesen. Derselbe erhielt jedoch nach wenigen Tagen die von dem K. Pr. Schulcollegium erbetene Erlaubniss, die Stelle eines beauftragten Lehrers in Görlitz anzunehmen, und verliess daraufhin Cassel. Am 22. September v. J. vereinigte sich die Anstalt mit allen übrigen Schulen Cassels, um Seine Majestät den Kaiser und König bei seiner Anwesenheit dahier festlich zu begrüssen und dem freudigen Dank gegen Gott für die glückliche Wiedergenesung des geliebten Kaisers Ausdruck zu geben. Der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs wurde am 22. März in einer Schulfeier mit vaterländischen Gesängen und Declamationen festlich begangen; die Festrede hielt Oberlehrer Stange, Gegenstand derselben war das Fürstenhaus der Hohenzollern von seinem ersten historischen Auftreten an bis zu seiner Erhebung zur kurfürstlichen Würde. Die Anstalt nahm an der Schulfeier theil, welche aus Anlass der goldenen Hochzeit unseres Allerdurchlauchtigsten Herrscherpaares am 11. Juni in der grossen Kirche dahier stattfand. Eine eingehende Revision der Realschule I. O. wurde durch Herrn Provinzial-Schulrath Dr. Rumpel am 12. 13. 14. 16. 17. und 18. December v. J. vorgenommen. Auch in diesem Schuljahr eröffnete Zeichenlehrer Karbiner mit Schülern der oberen Classen einen Cursus in der Stenographie.(Gabelsbergers System.) Dem Wunsche einer Anzahl von Schülern, die griechische Sprache zu erlernen, wurde durch Errichtung eines griechischen Cursus genügt. Denselben leitete Oberlehrer Dr. Siebert, zugelassen wurden 15 Schüler der oberen Classen und zwar besonders dazu befähigte. Ein zum Vortheil des auf dem Niederwald zu errichtenden Nationaldenkmals veranstaltete Lotterie ergab einen Reinertrag von 80 Mark, welcher an das Comité in Wiesbaden eingeschickt wurde. Bei der Einweihung des Universitäts-Gebäudes in Marburg war der Director zugegen, welcher zu der Festlichkeit eine Einladung erhalten hatte. Bei der ersten Säcularfeier des hiesigen Königlichen Gymnasiums(13.—15. August d. J.) wurden die herzlichen Wünsche für das fernere Gedeihen desselben seitens der Realschule I. O. theils mündlich durch den Director überbracht, theils durch eine besondere Zuschrift des Collegiums ausgedrückt. Dispensation vom Religionsunterricht wurde vom keinem Schüler nachgesucht. Der 2. Sept. wurde in üblicher Weise durch einen Auszug der gesammten Schule gefeiert. Die Abiturientenprüfung zu Michaelis 1878 wurde in ihrem schriftlichen Theil vom 5.— 10. August, in ihrem mündlichen am 31. August, die zu Michaelis 1879 vom 4.— 9. August bez. am 8. und 9. September unter dem Vorsitz des Provinzial-Schulrathes Dr. Rumpel abgehalten. Das Königliche Ministerium der geistlichen, Unterrichts und Medicinal-Angelegenheiten war davon in Kenntniss gesetzt worden, dass sich bei dem hiesigen Confirmandenunterricht mancherlei Uebelstände und sittliche Gefahren herausgestellt hätten. Dasselbe hat daraus Veranlassung ge- nommen, alle betheiligten Behörden, sowie die betreffenden Geistlichen und Lehrer zu energischem gemeinsamen Zusammenwirken behufs Abstellung der gerügten Uebelstände aufzufordern. Die Geistlichen sollen vorbeugend so auf Herz und Gemüth der Confirmanden einwirken, dass dieselben — 38— den Verlockungen nicht zugänglich sind, auch auf die Eltern einen solchen Einfluss üben, dass diese ihre Kinder warnen und mit sittlichem Ernst gegen allenfallsige Ausschreitungen auftreten. Ferner sollen die Geistlichen den Vorständen der höheren Schulen von jedem Vorkommniss in der ange- deuteten Richtung alsbald Anzeige machen und deren Unterstützung ebenso nachsuchen, als die letzteren ihrerseits dasselbe zu thun verpflichtet sind. Bezüglich der gegenseitigen Mittheilung ist eine besondere Uebereinkunft zwischen den hiesigen Geistlichen und Schulen getroffen worden. Ein Zusammenwirken von Haus, Schule und Kirche wird die Missstände hoffentlich bald verschwinden machen. Zu den Dingen, die abgeschafft werden müssen, gehören die sogenannten Confirmandenlisten, zu denen, die eine besondere Beaufsichtigung beziehungsweise Umgestaltung nöthig haben, die Ausflüge der Confirmanden nach der Confirmation. Eine wichtige Veränderung steht der Realschule darin bevor, dass der Anfang des Schul- jahres von Michaelis auf Ostern gelegt werden soll. Um dies auszuführen, soll das nächste Schul- jahr von Michaelis 1879 bis Ostern 1880 dauern, die nächste Versetzung also Ostern 1880 stattfinden. Da die übrigen Schulen unserer Stadt und Provinz mit Ostern das Schuljahr beginnen, entstehen aus einer abweichenden Stellung unserer Schule so viele Unzuträglichkeiten, dass die getroffene Bestimmung ebenso nothwendig als heilsam ist. Mit Rücksicht hierauf wird allen denen, die der Anstalt Söhne anvertraut haben, noch eine besondere Mittheilung zugehen. III. Schüler. Die Zahl der Schüler betrug am Anfang des neuen Schuljahres 678, von denen 514 der Realschule, 164 der Vorschule angehörten. Die Zahl der Klassen war 17, von diesen hatte Ober I 15, Unter I 17, Ober II 25, Unter II 48, Ober III a 38, IIIb 38, Unter III a 43; III b 42, IV a 41, IV b 40, V a 35, V b 39, VI a 47, VI b 46, Vorschule I 56, II 54, III 54 Schüler. Im Sommerhalbjahr 1879 betrug die Zahl der Schüler 630, von denen 466 der Realschule 164 der Vorschule angehörten. Die Zahl der Klassen war 17, von diesen hatte Ober I 15, Unter I. 17, Ober II 21, Unter II 44, Ober III a 35, III b 35, Unter III a 39, III b 40, IV a 36, IV b 36, V a 28, V b 31, VI a 45, VI b 44, Vorschule I 54, II 56, III 54 Schüler. Der Oberprimaner Konrad Löwe aus Bellnhausen im Kreis Marburg starb am 16. August in Bad Soden; die Anstalt verliert in ihm einen fleissigen gewissenhaften Schüler. Folgende Schüler, bezw. Extraneer bestanden die Abiturientenprüfung: —⏑ʒÿ—y Q—-——Q:„2. ·———————————B—V—— Er 5 In der 5 3 23 Stand und Wohnort Real. ³— Namen. 6 Geburtsort. 3 Ues Vaters. Lehnle 54 Gewählter Beruf. 3— 8— 4 Michaelis 1878: 1. Saur, Karl ref. Cassel 19 Lehrer dahier 9 ½ 1 Stud. der Math. u. Natur- wissenschaft. 2. Hungershausen, loh. ref. Allendorf aWerra 19 ⅓ Färbermeister in Allendorf 6 1 Forstfach. 3. Koch, Sigmund ref. Lippoldsberg, Kreis 18 ¾ Lehrer in Helsa 7 ½ Stud. der Math. u. Natur- Hofgeismar wissenschaft. 4. Holzapfel, Johannes ev. Elgeralbansen, Kreis 22 f Schmiedem. in Elgersh. 7 ½ ½ Steuerfach. asse — 39— Ueber die Abiturienten von Michaelis 1879 wird das nächste Programm ausführliche Nach- weisungen und Angaben über die angefertigten Arbeiten bringen. Die Namen derselben sind: 1. Oberprimaner Meyer, Voltz, Heuser, Bächt, Eisenberg, Garthe, Becker, v. Sturmfeder, Tolle, Nolte. 2. Extraneer Fitz, Bauakademiker, Seipp, Studiosus der Mathematik und Naturwissenschaft. Sämmtliche Abiturienten bestanden die Prüfung, die ersten drei erhielten das Prädicat-gut bestanden«, die übrigen»genügend bestanden«. IV. Geschenke. Das ausführliche Verzeichniss wird das nächste Programm bringen. V. Ordnung der öffentlichen Prüfung. Donnerstag den 18. September d. J. Choral. Oberprima: 8— 9 Mathematik Grebe. Französisch Hölting. Unterprima: 9— 10 Englisch Heuser. Geschichte Siebert. Declamation: Deutsch: Monolog aus Göthe's Egmont, vortragen von Friedrich Reichard. Französisch: Molières l'Avare Act. III. Scene 5, vorgetragen von Walter Maul, Otto Damm und Julius Flach. Obersecunda: 10— 11 Chemie Hornstein. Latein Wittich. Declamation: Deutsch: Die beiden Musen, von Klopstock, vorgetragen von K. Krüger. Englisch: Roll on aus Lord Byron's Childe Harold, vorgetragen von C. Lompe. Untersecunda: 11— 12 Mathematik Stange. Deutsch Schantz. Declamation: Deutsch: Das Siegesfest von Schiller, vorgetragen von Th. Hornthal. Französisch: Le vieux sergent par Béranger, vorgetragen von Georg Berg. Obertertia a: 12—1 Englisch Ide. Naturgeschichte Hornstein. Declamation: Deutsch: Scene aus Tell vorgetragen von W. Jahn, F. Preussner und E. Staudinger. Englisch: Lord Byron's Adieu to England, from Childe Harold's Pilgrimage, vorge- tragen von Ernst Ihle. Zu gleicher Zeit findet die Prüfung der Sexta und Quinta in dem Zeichensaale statt. dQuinta a: 8— 9 Geschichte und Geographie Schantz. Französisch Ide. Declamation: Deutsch: Das Horn von Buren von A. Kopisch, vorgetragen von Eugen Hornthal. Französisch: Réponse naive, vorgetragen von Otto Förtsch. Quinta b: 9— 10 Latein Ortmann. Rechnen Stange. Declamation: Deutsch: Von des Kaisers Bart von E. v. Geibel, vorgetragen von Herm. Israel. Französisch: Wilhelm Christ: La poule aux oeufs d'or von La Fontaine. Sexta a: 10— 11 Deutsch: Gottschalk. Rechnen Völler. Declamation: Deutsch: 1. Der Schmied von Solingen von O. F. Gruppe, vorgetragen von Paul Mathias. 2. Ziethen von F. v. Sallet, vorgetragen von Carl Hupfeld. Sexta b: 11— 12 Rechnen Lange. Latein Zwirnmann. Declamation: Deutsch: Der Löwe von Florenz von Bernhardi, vorgetragen von Fritz Claus. Die Sieger von J. N. Vogl, vorgetragen von Walther May. — 40— Nachmittag Turnprüfung. 4— 4 ½ Uhr. Quinta a und b: Jürgens.— 4 ½— 5 Uhr Obertertia a und b: Boppenhausen. Freitag 19. september.. Choral. Obertertia b: 8—9 Mathematik Schwarz. Englisch Grebel. Declamation: Harmosan, von Platen, vorgetragen von Paul Holzapfel. Französisch: Casimir Delavigne, Marino Faliero, Acte V, Scène 2, vorgetragen von Paul Gagel, Georg Reckert, Eduard Elias. Untertertia a: 9— 10 Latein Krauth. Französisch Ortmann. Declamation: Deutsch: Blondels Lied von J. G. Seidl, vorgetragen von Friedrich Fohl. Englisch: The title of Prince of Wales by Stephan Percy, vorgetragen von Nuhn. Untertertia b: 10—11 Französisch Grebel. Naturgeschichte Stange. Declamation: Deutsch: Der Ring des Polykrates von Schiller, vorgetragen von Andreas Dippel. Französisch: Le Hibou, Le Chat, L'Oison et le Rat.(Florian), vorgetragen von Fritz Stück. Quarta b: 11— 12 Pranzösich Hölting. Naturgeschichte Schwarz. Declamation: Deutsch: Das Gewitter von Gustav Schwab, vorgetragen von Ferd. Habich. Französisch: Les Oiseaux par Béranger, vorgetragen von J. Schmidt. Zu gleicher Zeit findet die Prüfung der Vorschulklassen in dem Zeichensaale statt. Vorschulklasse 1 9— 10 Lesen, Rechnen, Singen Spangenberg. „ II 10—11„„„ Erdmann. 2 III 11— 12„„„ Jürgens. Sonnabend 20. September. Choral. Quarta a: 8— 9 Latein Wittich. Mathematik Völler. Declamation: Deutsch: Harras, der kühne Springer, von Körner, vorgetragen von Heinrich Ihle Französisch: Karl Sander: Les hirondelles von Béranger. Schulfeier. Anfang 10 Uhr. Chorgesang:»Das ist der Tag des Herrn⸗, von Kreutzer. Englische Rede des Abiturienten Jean Voltz über Cajus Julius Caesar. Chorgesang:»Harre, meine Seele⸗, von C. Malon. Deutsche Rede des Abiturienten Carl Meyer über die Worte:»Im engen Kreis verengert sich der Sinn, es wächst der Mensch mit seinen grössern Zwecken-«. Chorgesang:-Auf, ihr Turner, lasst uns wallen«, von H. Stumpf. Rede des Directors und Entlassung der Abiturienten. Chorgesang:„»Sehnsucht nach dem Rhein«, von G. Schmitt. Das neue Schuljahr beginnt Montag 6. October d. J. Nachmittags 3 Uhr, die Aufnahmeprüfung wird an demselben Tage von Morgens 8 Uhr ab stattfinden; zu dieser haben sich die neu angemeldeten Schüler mit dem, was zum Schreiben nöthig ist, einzufinden. Für auswärtige Eltern, welche ihre Söhne der Anstalt anvertrauen wollen, wird bemerkt, dass der Director in der Lage ist, ein geeignetes Unterkommen in hiesigen Familien für Schüler anzugeben. cðRE;e