Unis.-Bibl. Giessen ——& NGe ... D Kurfürstliches GCymnasium zu Hanau. 6— —=o 8 8 bDAAU womit A4— 4 U /, —— zu den am 30. und 31. Merz 1857 im Hörsaal des Gymnasiums Statt findenden 6ffentlichen Prüfungen ergebenst einlade.t der Gymnasialdirector Dr. k. W. Piderit. Inhalt: 1) Sophokleische Studien II, vom Gymnasialdirector Dr. Piderit. 2) Schulnachrichten. ¶˖ã=”g”zʒg—— Hanau, K Druck der Waisenhausbuchdruckerei. 5 1857 1 HALII Sli Aollaes lGr L Iann tlle 1 a 18 * Sophokleische Studien II VvOn Dr. K. W. Piderit. —A Nach dem Vorwort zum ersten Theil der im vorigen Programm enthaltenen So- phokleischen Studien sollte sich an die Abhandlung über die starke Erkenntnis unseres Dichters von der Schwere des Fluchs, die auf der Sündenthat als solcher lastet, in angemeszener Folge eine Betrachtung der Versöhnungs- oder Sühnideen bei Sophokles anschlieszen in der Weise, dasz wie dort der Oedipus Tyrannos, so dann hier dessen Gegenstück, der Oedipus in Rolonos, den Mittelpunkt bildete, um den sich die gesamte Darstellung zu bewegen hätte. Dasz aber diese anfangs beabsichtigte Ordnung in den nachfolgenden Blättern nicht eingehalten worden ist und als der zweite Theil meiner Sophokleischen Studien vielmehr dieser exegetische Versuch in Behandlung einiger schwie- rigeren Stellen erscheint, hat zunächst nur einen äuszeren Grund. Als wiszenschaftliche Abhandlung für das dieszjährige Osterprogramm war nämlich anfangs ein ganz anderer Gegenstand bestimmt, dessen Behandlung einer meiner Collegen übernommen hatte. Un- vorhergesehene Verhinderungen aber traten der zeitigen Ausführung dieser Arbeit entgegen; und da mir die unerwartete Runde davon erst in dem Augenblick zukam, als der Druck beginnen sollte und ein weiterer Aufschub desselben bei den hiesigen Verhältnissen nicht mehr möglich war, so muszte ich mich dazu verstehen, an die Stelle jener früher beab- sichtigten Fortsetzung vorläufig ein paar bereitliegende kritisch-exegetische Erörterungen treten zu laszen. Ein abgeschloszenes Ganze wie das vorige Mal, enthält also dieser zweite Theil der Sophokleischen Studien nicht, sondern vielmehr nur die Bebandlung 4 einzelner von einander unabhängiger Stellen aus verschiedenen Sophokleischen Dramen. Indeszen ist vielleicht manchem gerade diese Abwechselung am Ende so unwillkommen nicht; und dann mag der dieszmalige Versuch immerhin als ein wennauch noch so schwaches Zeugnis davon gelten, dasz jene umfaszenderen, über ein gröszeres Ganze sich erstreckenden Betrachtungen wieder bis ins Einzelnste eingehende sprachliche, kritisch- exegetische Studien zu ihrer Voraussetzung und notwendigen Grundlage haben müszen. 1. Aj. 556 ff.(547 ff. W.) AlI. 1„εένοο vcας οον τενπυας 2εον νς ε&eπαιαας έiσQnPldray, 0 10½, GE 101 ⁴ι6 ꝙο ε⁴οσαα μοόιιιιιννεεπιαιινειαοσινσι d³2α αε σeσν⁴αεεμον. Diese vielbesprochenen Worte bilden bekanntlich die erste Antistrophe in der be- rühmten Ekkyklemascene im Ajas.*) Tekmessa hat die Zeltvorhänge mit den Worten zurückgeschlagen: 700 d⁶νυιοιμοοοσέισππειι εεεeoτ dο 10 1 0e rOG⁴ ες ας εένων νυοει⁷. Die salaminischen Mannen des Ajas überzeugen sich nun selbst durch eigene Anschauung von der wahnsinnigen That ihres Herrn und von dessen trostlosem Zustand. Sie stehen stumm vor Entsetzen im Anblick des gefallenen Helden da; doch kaum hat dieser die Seinen erblickt,(die ihn bisher in ganz anderer Umgebung zu sehen gewohnt waren), als er sogleich, bei ihrem Anblick von der Tiefe seines Leides von neuem auf das er- schütterndste ergriffen, zuerst diese seine Getreuen anredet: à00 qidoα ναάά̈ννεασα, ⁴έ̈ωνωιο εέν³εέυν Hραων 110„ε Ʒτν Ʒνμαόιοιιεςι ⁶ m⁹⁵ι⁹ν 108096 10n oloy dοτι νιαάα –αο‿ς eπ Ʒ⁴eν G,+νοκφσ³]σμν τπυ‿εετα. Es sind die treuen Salaminier, die ihn umstehen, durch die heimatlichen Bande des einen Vaterlandes Salamis, durch die gemeinsame Seefahrt von der fernen Insel nach Trojas Gestade und durch die lange Kriegsgenossenschaft fest an ihn gefesselt. Es sind die einzigen, die um dieser treuen Genossenschaft willen mit in sein Leid hineinge- zogen werden; die wirklich das Weh ihres Herren mitempfinden müszen, während alle andern ihn verhöhnen und das Argiverheer ihn steinigen will. Ihnen braucht Ajas die erschreckliche Wahrheit seiner Frevelthat und seines Wahnsinns Folgen nicht zu ver- heimlichen; er weist sie selbst darauf hin mit den Worten:„ach, meine getreuen Schiffs- 1) Vgl. meine Scenische Analyse des Sophokleischen Dramas Ajas Mastigophoros. Hersfeld 1850. 8. 24 flf. 1 6 mannen, meine einzigen Getreuen, die ihr allein noch in der rechten Ordnung und Herzensstellung zu mir unveränderlich beharrt, da seht ihr nun, welche Woge vom blutigen Mordsturm eben mich rings im Rreise umströmt“— und die Salaminier können bei solchem Anblick allerdings nicht anders, als die entsetzliche Wirklichkeit nunmehr anerkennen, Tekmessas Schilderung ist nur zu wahr gewesen.— Doch wie ein Blitz- stral die dunkele Nacht, durchzuckt noch einmal ein Hoffnuagsschimmer die Seele des gefallenen Helden: bei den getreuen Mannen, die einst von der lieben Heimat mit ihm hierher gezogen, ist vielleicht noch eine Zufluchtsstätte zu finden, während ihn sonst alles verläszt. Aber es war nur ein Zucken des Blitzes, ein heller Moment— und die frühere Nacht lagert sich um so dunkeler auf seine Seele, bis diese keinen Ausweg mehr weisz, als durch des Todes Pforte in den finstern Hades hinabzusteigen. Diesz musz der Sinn der vielbesprochenen ersten Antistrophe sein, die jedoch an einer Stelle offenbar verderbt ist. Die Handschriften haben alle die oben angeführte Lesart: Trοϊνι εmπ⁵αιονι, wozu der Scholiast bemerkt: 1TO1⁴εένF²ſN06 ndous „.„, 10„ S0„900„ de ddl d netuetn 20 qoorricety und ϊιοιν J⁴αννυ νm⁸ 1rO½ιαἀ‿ν⁶νντιννQασ αισα ντα. G. Hermann billigt diese Erklärung und läszt also O⁴ℳέιννσm"on 6 νο ab- hängig sein. Aber dagegen hat schon Lobeck“) mit Recht bemerkt, dasz doch Ajas seine Salaminischen Mannen unmöglich oi¹ereg nennen könne; eher gienge es umgekehrt, dasz die Salaminier Ajas als ihren row⁴οαν bezeichneten. Daher hat man denn auch wirk- lich ομινιων von Ajas selbst verstehen wollen, sei es dasz&mrμαονκαιον, wie Bernhardy in der Syntax S. 181 annimmt, die Bedeutung von dευη᷑⁴&⁵εᷣνον habe und nach der Ana. logie dieser Verba der Genitiv zu erklären wäre:„dich sehe ich allein als einen solchen, der von den Hirten d. h. von mir abwehren d. h. mich schützen wird;“ oder dasz errαeν- réœw, wie Lobeck andeutet, nach Analogie substantivierter Participia, wie υαορνυνν, xerdν 1τωυοσοσον den Genitiv bei sich habe: ²)„als zukünftigen Helfer der Hirten.“ Gegen diese Substantivierung unseres Particips hat sich schon G. Hermann und hernach Wunder über Ch. Aug. Lobecks neue Ausgabe des Sophocleischen Aios Leipzig 1857 S. 125 erklärt und mit Recht geltend gemacht, dasz das Participium erπμαρνειςοα, an un- serer Stelle als s. g. ergänzendes Participium von dε⁴οσνμα abhängig, hier nicht substanti- visch gebraucht werden könne. Was aber Bernhardys Erklärung betrifft, so steht dieser 1) ad Ajac. p. 258 ed. II.„Jam si chorus Ajacem 10G1ει να suum appellaret, nemo sane haereret; dicitur enim illud pro v7,de⁴αέ⁴eν sicut verbum 7101¼1α⁵άvεονν pro fovere; sed cives regis 1τ0 ιαισςσ svo- cari, quantumvis ei faveant et opitulentur laboranti, parum conveniens videtur.“ 2) Ueber die wenigen derartigen Participia bei Homer,„welche ihre verbale Natur völlig aufgege- ben haben und zu Substantiven geworden sind“ vgl. jetzt auch Classen Beobachtungen über den homerischen Sprachgebrauch. Zweiter Theil. Frankfurt 1833. S. 7 fl. 7 ein zwiefaches entgegen, einmal, dasz érαœοvet“ in der vermeintlichen Bedeutung von ab- wehren d. h. durch Abwehr helfen nicht mit dem Genitiv, sondern mit dem Dativ der Person construiert wird; sodann(was auch die Lobecksche Erklärung trifft), dasz Ajas sich besonders in dieser seiner damaligen Situation schwerlich als rrouνν, noch viel weniger im Pluralis als roeeνes bezeichnen konnte. Das Unzulängliche seines Erklä- rungsversuchs scheint übrigens Lobeck selbst a. a. O. damit einzugestehen, dasz er im Vorbeigehen die Vermutung äuszert, es sei vielleicht für mεπαοσσόαιςονσν zu lesen: Eνν dοeσο⁹ς br, eine Conjectur, die sogar Schneidewin in die erste Auflage seiner Ausgabe des Ajas mit Verweisung auf Alcaeus fr. 15. 4 ½να⁴ιιες ⁴σ ηςςι 1ν⁴ο εεέενς, also in der Beo- deutung von Schutzwehr in den Text aufgenommen, darnach aber in der zweiten und dritten verbeszerten Auflage— der letzten seiner Hand— wieder aufgegeben, und sich vielmehr für Reiskes Conjectur wnuorch entschieden hat; wie schon vor ihm Wunder a. a. 0. S. 126„Wie Reiske viele treflliche Ronjecturen gemacht, so hat er auch hier — meint Wunder— allein geschen, wie der Dichter geschrieben hat, nämlich: 9ε 1, 9 10ν⁶υο ϑες⁶οορρσαα πmανμονυιν εέκmπιααοραρςσοQσ eAAd 1ν συ⁴αἀσεον. Nur durch diese Aenderung erhalten wir den erforderlichen Gedanken, den Sprachge- setzen gemäsz ausgesprochen:„du, du allein, ich weisz es gewis, wirst die Schande von mir abwenden, darum tödte mich. Ihr, treue Freunde, sagt der von dem Gefühle seiner Schande gebrochene Ajas, werdet nicht dulden, dasz man euern Anführer in dieser Erniedrigung sche, sondern ihn selbst durch den Tod dem Aublicke der Sterblichen entziehen.”“ Und so wollte auch Schneidewin die Stelle verstanden wiszen:„der Chor ist für Ajas der einzige Retter in der Not in dem Sinne, wie die folgende Auf- forderung angiebt.“ Dem widerspricht aber die ganze Situation und Seelenstimmung des Ajas, wie sie der Dichter uns darstellt, offenbar. Der Anblick der Getreuen, der ein- zigen, die ihm, der von allen verlaszen ist, noch zur Seite stehen, verbreitet wirklich einen Lichtschimmer in die Nacht seines Lebens, aber nur einen rasch vorüber- gehenden. Dieser blitzschnelle Umschwung, dieses plötzliche Zurücksinken von einer Hoffnung,— die ihm aus der Gegenwart seiner treuen Genossen in früheren Helden- tagen auf einen Augenblick entgegenleuchtet—, in die dunkele Nacht des gegenwärtigen Unheils, das nicht mehr zu ändern ist, gchört recht eigentlich mit zu dem Charak- ter dieser Scene, in der es klar wird, dasz Ajas nirgends mehr eine Zufluchtsstätte hat, sondern dasz ihm nur der Selbstmord übrig bleibt. Dieser Auffaszung unserer Stelle entspricht auch das d44, durch welches eben der plötzliche Gegensatz mit dem Voraus- sehenden bezeichnet wird, unstreitig am besten; gerade wie weiter unten, als der blutige Leichnam des Ajas gefunden ist, und Tekmessa nun ihrer traurigen Zukunft im Sklaven- 8 dienst bei ihren Feinden bitter klagend gedenkt, der Chor mit eben diesem d.22⁴ so plötzlich abbricht: 946 fl.(920 ff. W.) ⁴νοι ⁶ματν 61G XN—ꝰ990 G‿vGνα 0 ArOεόά̈ντααν ez⁵. Aι ðỹpεiοeο*ειsε. 3. Dazu kommt noch ein weiteres Bedenken: eneοeνe musz dann hier dieselbe Bedeutung haben, wie bei Homer, bei dem diesz compositum zweimal vorkommt, einmal am Ende des Schiffskatalogs B 875, wo die Führer der KRarer genannt werden: Naorν ‿αοας τε NoOνtονοσο dνα ε̈να b z επμν εeνπωυντꝙ2τσιεμανν tεν ντε εοmνσ, v,r⁴οςο οςςέντμι οε‿— ⁶αmOάιιεισε ⁴υσ εκοον, 2.12 20ν0/0ũʒMjé Ʒεο ττοddτεν iαidα sodann in der Odyssee e 568, wo Odysseus dem Eumaeos, der ihn zur Penelope ruft, ablehnend antwortet, er müsze fürchten, dort dem Uebermut und den Mishandlungen der Freier ausgesetzt zu sein, und um zu beweisen, dasz seine Besorgnis nicht unbe- gründet sei, sich auf das, was er bereits erfahren hat beruft: 2œ ας„y öre 4i ονο dyο ατ⁴ dευινμα ενννια 00 i αν Osεeεμᷣασνντια ϑαἀα⁴σσdνν εέςανι oðrs i Tudεαμααo τ ᷣπαϊ νε 118 d1408. An beiden Stellen hat amαeοκ die Bedeutung: durch Abwehr und Hülfe Schutz vor etwas oder Rettung von etwas gewähren, beidesmal mit dem Accusativ des Objects, hier des Demonstrativpronomens im Neutrum, dort des Substantivs(mit sei- nem Attribut 1u„ο) 64499or; gerade wie das simplex, welches sich so mehrfach bei Homer findet, z. B. Z 16 dl⁵α oi oO'ιςα τν νε ττν ᷑ᷣ⁸⁹ ⁸αεσες̈ 1υον ⁶νεαοον 7 289 z609Oſ O⁴ᷣνοο 16 Oi Oνεσςσ 1νeτςp;ε⁷ε˙εοοı verglichen mit 0 534. N 440. 6 292 od„do rdo d ννεκσεϊ 1mν 1ειοονν fast synonym mit ααιιμνέν und dαeνειναν in Stellen wie: H 144 10„ 10z600„O S‿εανν υνιν oντιι ντ⁴ε„νε Grεαιυιπ⁶σ GQoQ ⁶, 9 d⅜% 0d voονν° ονεέεοQ 1 120 g dοα τ⁷τ 0Odεεᷣ d⁴ναάο ½αςιεαμν⁶άαά hιέςονund X 129(ou*α⁵⁶‿νεεσσι) 1*.⁴μοωι⁴μιιοις ⁵ετ⁴ωισινι ‿ι⁴ννεέιμιμειν qαἀα⁶ν ⁶νέι⁵ισοmν Nach Analogie dieser Stellen würde also bei Sophokles: Gε ⁴⁴ό dεοορρσα τπηHν³’ αρκ⁴ι govra zu erklären sein:„dich sehe ich allein mein Leid abwehren, oder du allein kannst mich vor Leid schützen.“ Aber das konnte Ajas unmöglich sagen; der Gedanke, dasz 9 seine Salaminier seinem schweren Leiden wehren würden, konnte in der Seele des Ajas auch nicht auf einen Augenblick aufsteigen, da er nur zu gut wuszte, dasz sie dazu auch bei dem besten Willen nicht im Stande waren: sie vermochten ihm wol in seinem Leid wenigstens noch eine Zufluchtsstätte zu gewähren und ihn allenfalls vor dem Hohn der Atriden und der drohenden Rache der Argiver zu schützen;— dieser Hoffnung konnte sich Ajas einmal in einem rasch vorübergehenden Momente hingeben; aber in seinen Mannen die zukünftigen Retter von seiner uνναμοωπν/, in ihrem ganzen Umfange sehen, das war für den unglücklichen Mann schlechthin unmöglich; dann hätten sie ja die Macht haben müszen, Geschehenes ungeschehen zu machen, aber 10 qœανοεντες e deνeν dyεέυννεον ττοιετνι) und 100„ d παιστοασεμένυν y ding ze ul παοσα diνανν αmCντον ος‿ ꝭν 100 dπ⁴ᷣ μέιωσννςπτσασηνν υmνυαα Hέιαανς ενυρόυνν τοε ³), geschweige denn die Schiffsmannen von Salamis. Von dem Stachel der einmal voll- brachten That konnten den gefallenen Helden auch seine getreuen Waffengenossen nicht befreien, daran war kein Gedanke; höchtens vor äuszeren Folgen, vor Beschimpfung und Mishandlung durch die Atriden und das Argiverheer wären sie wol im Stande ge- wesen, ihren Herren zu vertheidigen. Aber eben weil diese allerdings mögliche Hülfe vor der absolut unmöglichen Rettung von dem Fluch der bösen That als ganz unbe- deutend und geringfägig völlig zurücktritt, giebt Ajas diesen mit dem Anblick der Sala- minier in ihm aufsteigenden Gedanken sogleich wieder auf, da sie ihm ja doch in der That und Wahrheit wirkliche Befreiung von seinem Leiden nicht verschaffen können. Daher vermute ich, die ursprüngliche Lesart war: 0 10ο, 0ε 10*⁴eοω dédoοzα ο(π ο).ε̈ꝓν εmOeααρααςαοσνσ, A⁴ μ dυω⁴‿αιεον „die ihr durch die hohe See das Ruder schwingend mein Schiff mit euerer Seefahrerkunst sicher hierher geleitet habt(— sie sind ja„αsς eοννπννον τ e v. 201(199 W.)—) ja fürwahr du getreues Schiffervolk, bei dir allein sehe ich noch eine Zufluchtsstätte für mich, du allein wirst mir für die Zukunft noch eine Stätte gewähren, wo ich wenigstens hleiben kann;— doch nein morde mich lieber auch zu diesen Thieren hier, den Zeugen meiner Schande; meines Bleibens ist nirgends, denn im Ha- des.“ Denn das ists doch eben, was allmählich in Ajas Seele zur unerschütterlichen Ge- wisheit wird, dasz er schlechthin keinen Ausweg mehr hat, wie er denn nachher, man 1) Trach. 745(754 W.). 2) Pind. Olymp. II. 29(15). 2 10 möchte sagen, mit der Ruhe der Verzweiflung, alle etwa vorhandenen Möglichkeiten abwägt, aber für sich nichts, als den Selbstmord findet.„Wenn Götter und Menschen mich verstoszen— wohin soll ich fliehen!(os ςα ν ρ; v. 404.(594 W.), wo soll ich bleiben,(ον ⁴μον με⁵).“ Wäre noch eine Zufluchtsstätte auf dieser Erde für ihn vorhanden, dann läge darin doch wenigstens die Möglichkeit einer ferneren Existenz. Einmal leuchtet der Gedanke in ihm auf: deine Salaminier können dir wol für die Zu- kunft noch eine Stätte bieten, wo du wenigstens bleiben kannst;— aber sofort musz auch diese teuschende Hoffnung aufgegeben werden: es ist ja ihr alter Herr und Führer nicht mehr; der in der Feldschlacht niemals gezittert, hat an wehrlosem Beutevieh seine Heldenkraft erprobt, und im Wahnsinn eine Schande auf sich geladen, die nur mit dem eignen Tod zu sühnen ist.“ Enaozety hat dann an unserer Stelle die allgemeinere Be- deutung: darbieten, darreichen, gewähren, wie z. B. bei Aeschyl. Agamem. 1129 ed. Hermann.(1154 f.), wo Rassandra über die Leiden der unglücklichen gefallenen Vater- stadt und die vergeblichen Opfer ihres Vaters klagt: 100 0„ο τπ⁶υο ττ⁶εεςσςι ιιιιμ̈ας 10 ⁴e&eκν ττιςσμνννιꝙνι Ʒϑeυια³ασι ππαάνα ος, rolrœνεές ⁵Ʒτ⁸mσττοιον⁶ιιινιν ἀσ|ς 00G, 8 OreGαν, 10 1m 11011»„ 1εν ⁴μρσρσινο οdν εναόι παάα̈εεν, oder bei Pindar. Nem. VI. 62(104) 6 erdονsen lecrd versd, quam celebrandam suppeditavit, wie Dissen erklärt, oder bei unserem Dichter Oed. Col. 777(774 W.), wo Oedipus dem Creon das Ungereimte seiner auf einmal so zudringlichen Freundschafts- erweisung vorhält, die in schroffem Gegensatz gegen die frühere Unbarmherzigkeit, jetzt ganz zur Unzeit Wolthaten anbiete, die man nicht nötig hat: ατοα τς α νπτιον⁶ςι οντηασας ρσιεεν Goεο ιςι εέα ⁶³ιι ιmOιαοσνννντι mνάέ̈ν τυνεαι 11 ν Ʒ ν J⁶⁴⁸ιν 2νυz⁶⁷νOιυάϊιαα ⁶ϑέμοι, Xr,O* d' orrte*de eν α,οσ, 0 18 6οʃq ν 0 1) I⁴ος τ ον 2εοοι νππ. Es ist in den angeführten Stellen snaoxeiy nicht viel verschieden von dem anderen com- positum 10G%,y, wie z. B. im Oed. Tyr. v. 11 der Rönig die Bittenden auffordert, nur all ihr Anliegen vorzubringen: 3 9640yrog d 6⁴ι0jM008OXET y, und im Oed. Col. v. 72, wo Oedipus auf die Frage, zu welchem Ende der Rönig The- seus zu ihm entboten werden solle, zur Antwort giebt: 60 d OOAOX G..ℳαιν*τεοα⁴eωρ ενα. 11 Dasz dann weiter als Ohjekt zu diesem smĩοzeédowra in der angeführten Bedeutung der abhängige Satz o(oi) eενι treten kann, ist nicht zu bezweifeln; ich brauche ja nur an das bekannte dςα α⁴οστι ν α zu erinnern. Ebensowenig hat das Futurum(uεν) ir- gend etwas auffälliges; nach demselben Gesetz, nach dem es weiter unten in dem direk- ten Fragesatz steht ot ⁴μυαυιν μεε, steht es hier im indirekten(ο§ϑ‿ςε, o0t oder oë (0ενα); wie z. B. im Philokt. 855 f.(816 f. W.) ö επ O⁴oοισ, dε αασε. Endlieh bedarf es noch der Rechtfertigung von, falls man nicht dem eben so leichten und allerdings einfacheren den Vorzug einräumen will. Bei der Prägnanz, die nach dich- terischem Sprachgebrauch öfters gerade in diese lokalen Fürwörter gelegt wird, könnte r0 sich vielleicht auch hier behaupten, indem 0*εμ ddie hernachmals v. 404(395 W.) gebrauchte Frage: ττ εμαωι³νν αέηνι in sich vereinigte, wie z. B. die Stelle im Oed. Col. v. 23 Sx+eis dεαeςα dν ³εέ mQη αμεατανεν, beides in sich faszt: 6„ Sνονέκν sund drπον ασέ τανα„wohin angelangt wir Rast gemacht.“ Ebenso erklärte Schneidewin Oed. Col- 385 f.(3579 f. W.) die Worte, mit denen Ismene ihre Antwort auf des Vaters Fragen schlieszt: 7008 de Gοςσ οmOu‿ ϑ‧ε 10 f ².αν⁶ισχι5σσφσ, 00 ¾ 2 2εμ⁴ιακινένι „bis auf welchen Punkt(ö ντ Q τπ0490„ 1&) die Götter deine Leiden gedeihen laszen wollen, bevor sie sich deiner erbarmen.“ Auch Oed. Col. 1253(1248. W.) gehört hierher: ö*τ‿εο ναάαα π⁴mναια τεέ⁴ αονν „-ddν, π οειι e( 5ο Toluveizns öde, desgleichen Antig. v. 42 ⁷⁹⁷„αι ατπνd„wo bist du nur mit deinen Gedanken hin, nach Analogie von π τις †οοσσπσιος ³νοι im Oed. Col. 170(167 W.) so prägnant gesagt. Ganz ähnlich wäre ferner die Stelle im Oed. Col. 1734 ff.(1716 fl. W.) wo Ismene klagt: alar duordνααννα πι ο ν ϑρ 6⁶˙ 2εμο, dπηος Gl⁶νυκάαα α ⁵ d. h. nach Schneidewins richtiger Erklärung τ ⁴μ⁴α³‿νσασα, wie eben diesz Participium in der ganz verwandten Stelle bei Euripid. Hercul. fur. 1144 r1 0 ⁴.meOρ εαι⁴ιαά 8,οι τπτνέοαιτς m Qμ̈αμ⁴α τ5σοννς ε⁴αοωα⁵ν ausdrücklich gesetzt ist. Aeuszerlich noch gleichlautender ist das Beispiel in Soph. 1) Die gewöhnliche Lesart ist freilich rτνο m—eάπꝓάνG⁴αμρmττοQm0_lL J; da jedoch ok handschriftlich beszer beglaubigt zu sein scheint, so verdient dieses(7r 5) vor jenem(700) den Vorzug. Vgl. auch Philoct. 1211(1185 W.) αrεοαα εαιάιάναωνν πμωοα eς Dio Chrys. 3, 65 egeore 1„ε dοστ τμν Sdααν, ⁵αι⁶ε νπ νπα εασ, 10 100 16„v. 12 Electra 958(941. W.), wo Electra ihre Schwester Chrysothemis, indem sie alles auf- bietet, um diese zur Theilnahme an der Ermordung des Aegisthos zu bewegen, unter andern fragt: M0„dAο αμέαι νν ςό 6ϑ¶sLis 20 s211d0» 34ε αν έπ Fο—e|•ιινν 1 Hier ist jedoch entweder nach G. Hermanns Erklärung das durch das folgende Slευνναμ veranlaszt(wie v. 995 ονι ν⁴ς ν 6⁹ν⁶ένQ᷑✕●όοmσα⁴.) und uereig mit oddυμαα zu verbinden: „denn wohin blickend, im Hinblick auf welche IHloffnung, die noch aufrecht stünde und nicht schon gefallen wäre, willst du in so leichtsinniger Sorglosigkeit verharren,“ oder rot ist mit dem Scholiasten dem Sinne nach gleichbedeutend mit es ziνu zoονo zu erklären: „bis wohin d. h. wie lange willst(wirst) du noch so sorglos bleiben, was hoffst du noch, wo nichts zu hoffen ist?« Jedenfalls ist ⸗ro in seiner Selbständigkeit zu belaszen, und nicht mit ⁵³ειααα zu construieren, sondern auch wieder prägnant zu nehmen:„wohin (mit deinen Gedanken) gerichtet, willst du so sorglos bleiben.“— Ebenso hat Schneide- win in dem RKlageruf der Antigone Oed. Col. 1747 fl.(1729 ff. W.) clα ν⁹ο ⁵⁶ι ν˖ Zed; &Arridνάeάσʒ ε ziνeν τι νμ daiναααινντπα νν ανε TO? Hηνυιμαέν statt der Vulgatlesart r7 ⁶ ⁴εν geschrieben;— theils nach den handschrift- lichen Spuren, indem der Laur. A. 21 ν⁴ hat, theils weil das prägnante ν μάένωυιναε dem Gedanken angemeszner erscheine,— und mit Beziehung auf die eben angeführte Stelle aus Sophokles Electra v. 938 die Erklärung hinzugefügt:„worauf sollen wir hoffen 2— Doch wie gesagt, da wir an unserer Stelle ja doch einmal auf Conjectur gewiesen sind, so kann eben so leicht οο έιι*σμ Eraονεo gelesen werden. 2. Oed. Col. 861 f.(858 f. W.) XO. deνννν εέ ε. KP. ⁴ρ 100 10 vO- Tertodeert, 1 ⁴ꝙ à⁶ mᷣ⁹οόε m1sde Vis αιιο⁴αmν So wird jetzt gelesen, sowol von Dindorf, als in Schneidewins Ausgabe. Da indessen das ds in der Antwort des Rreon lediglich auf der Auctorität des Triclinius beruht, und die Handschriften meist 1e% bieten, so hat schon G. Hermann mit vollem Rechte 1νι ʒeſ, wobei natürlich ³e wegfallen müszte, zu lesen vorgeschlagen. Auf die trotzige Drohung des KRreon, 160„0˙ν dπαεοινααι b ω⁊ᷣ⁹d ist diesz ein ganz angemeszener Ausdruck in der Antwort des Chors:„das wäre ja eine 13 gewaltige Drohung, die du da ausstöszt, worauf Kreon erwidert:„ja, und das soll nicht blosz leere Drohung bleiben, sondern wird sogleich zur Ausführung kommen.“ Aehnlich steht dieser Optativ mit&ꝙ Oed. Col. v. 647(646 W.), wo Theseus auf die Verheiszung des Oedipus von dem Siege, der an seinem Bleiben an diesem Orte, H —„ey bOMrn,Hα τόιν ευι 8*e,S12,„6τπ— hängt, zur Antwort giebt: 1εν τ̈ον dαοσuυα rijs Gœeυ⁵ουσ‿αᷣς „das wäre ja ein groszes Geschenk, das an deine Gegenwart geknüpft ist.“ Auszerdem empfiehlt sich diese Lesart auch noch insofern, als bei deren Annahme die kurzen raschen Stichomythien ungleich kräftiger werden. Ja die gewöhnliche Form dieser raschen, Schlag auf Schlag folgenden Halbverse verlangt fast mit Notwendigkeit, dasz der Einschnitt, wodurch die erste Vershälfte von der andern getrennt wird, nach der Thesis des dritten Jambus erfolge; wornach also hier geschrieben werden müszte: XO. deuνον έω οωια e und in der Antwort: KP. 100ro vöy erodEerat. Ebenso ist die Versconstruction gleich vorher: XO. ν ς i ινσẍ und darauf KP. 6 ν-˙νdeφά⁴eεοα 1αρι⁴e und so an vielen anderen Stellen z. B. Oed. Col. 327 ff.(323 ff. W.) OI. d εονανο vxe I. d ⁴ee dυιοςdLo Of. 1εα᷑ακνκν ã ñOÖPOñeegrαeς I. oOdux dνεν ⁴μἀ‿νον νε ααοα. s. w. Oed. Col. 632 ff.(651 ff. W.) OI. σ οeυάνντνπουες OH. 1 0 ⁴(τμσσq ιeφχάοο σ exe⸗ OI. iᷣoνασl Gν⁶οες OH. d roς˙ oœτα αεον u. s. w. Aj. 591 ff.(584 fl. W.) TE. uνρσάαικἀα mꝓρσσ⁴νε AI. zoĩs dxououot léye TE. ⁴ ‧˙ouxt elgee. AI. 0 d*xeν vdy 900679 u. s. w. Electr. 1220 ff.(1201 ff W.) HA. T0 lnag d ul 14 doiu Hlos anb b 0P. ⁰ε⁷ ο 0089—0 A6„er e gaudor( itleure LDILdA H4. M&f vAe dν aus Hoiolgoe Lriin mn 107 groal zeold „ OP. elneo εεικννυμς Sy⁴. s. W.) 1419 Damit fällt auch Schneidewins Vermutung 1 100 ατ»ον εκαναεοαἀεεεdν, Jie ohnehin das gegen sich hat, dasz der Nachdruck, wie schon der Gegensatz zeigt; nicht auf 100r0(α⁴ι sondern auf erεerat ruht:„du- sprichst von einem deεν⁶ον 167⁸εν ich sage dir, es ist schon zu einem deι⁶νν rOd εμ geworden.“* gifm anbe Pben diese Sicherheit aber, mit der Rreon in diesen Worten das unfehlbare unbe: dingte Eintreten der That bezeichnet— wie dafür gerade das Faturum III Fe‿εε⁴μςεννα die ganz entsprechende Form ist—, macht es wahrscheinlich, dasz wir hier noch eine AXenderung im Texte vorzunehmen haben, nbor Nach den Handschriften fügt Rreon selbst der festen und gewissen Xeuszerung noch die beschränkende Bedingung hinzu: „ 1) 10 0 20*νν rijsde Yijs d*παεέιεεον⁴σmφ. b. ui ban Schneidewin meinte mit Reisig,*)„um auch hier den Schein des Rechtes zu erhalten, erklärt Rreon ausdrücklich, dem Verbote des Landesfürsten, ais der allein berechtigten Behörde folgen zu wollen.“ AHein erstens liegt in den Worten:„ich führ ihn gewislich weg von hier, wenn mich nicht der Herscher dieses Landes davon zurückhüält d. h. mir es verwehrt“ doch wahrhaftig keine ausdrückliche, so zu sagen legale oder wenigstens einen legalen Schein affectierende Erklärung:„dem gesetzlichen Verbote des Landes- fürsten, als der allein berechtigten Behörde folgen zu wollen;“ sondern vielmehr gerade die unumwundene Versicherung,„soviel an ihm(dem Rreon) liege, so werde Oedipus in diesem Augenblicke ebenso entführt werden, wie seine beiden Töchter, wenn nicht eine andere fremde Gewalt, nämlich Theseus ihm wehrend in den Weg trete.“ 1) Zuweilen wird auch wol der erste Jambus der zweiten Versbälfte, wenn er durch ein besonderes Wort gebildet ist, um eines eigentümlichen Effectes willen, noch zu der ersten Vershälfte gezogen, wie z. B. Oed. Col. v. 846(843 W.) O1I. ö0ε⁸o* 601 wS0⁴ας IN. dι odεν ⁶ϑεέια‿ u. v. 836(835 W.) XO. SMuHloνεs αιο Seiν½ KP. 1⁰ Sæαεεν τέꝙν. 2) Enarratio Oed. Col. CXVI.„Jam discedere simulante Creonte, choroque eum ohsidis loco reten- turo, ille audacius etiam consilium declarat, quod jam sit ratum facturus, ut Oedipum quoque secum abstrahat, idque astute se ita facturum profitetur, si non prohibeator„ Theseo, seilicet, ut ne praeter jus quiequam egisse videatur. 5. 7 15 Zweitens aber hätte Rreon, wenn er selbst wirklich das etwaige Dazwischentreten des Theseus als seinem Vorhaben hinderlich im Sinne gehabt, dieses vielmehr schon nach der festen Versicherung: 26ν, αmμ⁴ςσναι 2αρα hinzufügen müszen, während es hier in seinem Maunde nicht mehr paszt. Um einen solchen Schein des Rechts ist es ihm jetzt, wo er die beiden Töchter bereits entführt hat, sicherlich nicht mehr zu thun; eine der- artige Scheu vor der Obrigkeit des Landes an den Tag zu legen kommt ihm schwerlich in den Sinn, wie denn auch die uaecbfolgende Rechtfertigung vor Theseus nirgends eine besondere Rücksicht auf diesen verrät. Rreon will vor allen Dingen seinen Zweck er- reichen, und da ihm diesz, wie er sicht, in Güte nicht gelingt, trägt er kein Bedenken, das andere noch übrige Mittel, nämlich Gewalt, anzuwenden. Sehr angemeszen aber erscheint es, dasz der Chor noch ein Wort auf das trotzige zuversichtliche renodgerat erwidere. Mit dem machflosen dεειι⁶νντέωꝛτιςαοe⁷ kann er hier dem Rreon gegenüber um so weniger schlieszen, je fester und unerschütterlicher sein Vertrauen auf den Herrn und Rönig seines Landes steht, der nicht dulden wird, dasz fremde Gewalt ungestraft sich an des Landes Gastfreund vergreife. Ich glaube daher, dasz die Worte dem Chor zuzuweisen und demgemäsz so zu schreiben sind: XO. v-* 10 0ν 20εενν T*ε⁴ yis GA/ειιο⁴α. „Wenn nicht der lerscher dieses Landes dir wehren wird“ fälit der Chor dem Rreon auf dessen 10ν0„O etodeeret ins Wort;„du sprichst so sicher von der sofortigen Aus- fübrung deines frevelhaften Vorhabens, als ob Niemand meéhr Wäre, der dir wehren könnte; noch ist einer da, der die Macht hat, deine That zu vereiteln, der Herscher dieses unseres Landes, der hier die Gewalt besitzt und sie auch üben wird.“ Der Grund, warum in den Handschriften der dem Chor gehörige Vers dem Kreon zugeschrieben und darnach*ν νQν ℳ⁶˙ν e*έαονυννππ geändert ist, liegt darin, dasz keine weitere Antwort Kreons auf dieses Wort des Chors erfolgt, sondern sogleich Oedipus in seiner Entrüstung da- zwischen fährt. Aber darin erblicke ich gerade eine grosze Feinheit des Dichters, dasz er dem Rreon durch das Dazwischenreden des Oedipus die Möglichkeit nimmt, auf das letzte Wort des Chors besonders zu antworten; das würde zu lBeßpeninegen geführt haben, die beszer zu vermeiden waren; oder vielmehr es war eben darauf nichts zu er- widern; darüber konnten nicht Worte, sondern nur der thatsächliche Erfolg entscheiden. Die gewisse Zuversicht des Chors, dasz sein Herr in dem entscheidenden Momente erscheinen und die fremde Gewalt abwehren werde, prieht, sich auch in der gleich fol- genden Antistrophe 876 fl.(873 fl W.) aus: Chor: Welch freche Rühnheit, wenn du das zu vollführen gedenkst. Kreoy; Ich gedenk. es., he 4 Chor: Dann müszt es mit dieses Staates und seines Herschers Macht: am Eade sein. 16 Rreon: In gerechter Sache trägt auch der Schwache über den Mächtigen den Sieg davon.— Und als Oedipus den Chor auf die Bedeutung dieses hochmütig vermeszenen Wortes aus- drücklich aufmerksam macht, beruhigt ihn dieser mit den Worten: Chor: Ja sprechen mag er von Sieg, ausführen wird er es nicht, das weisz ich gewis. Diese Worte scheinen mir an die leere Stelle zu gehören: G1 070˙" S„ wie dieses old' εyνα auch sonst in unserer Tragödie häufig vorkommt(v. 562, 662, 852, 1197). Die Antwort des Rreon: Zedg uνντν υeν&ddeimν, d0n d 0 scheint mir darauf beszer zu paszen, als auf das von Dindorf aus v. 625(622 W.) zur Ergänzung vorgeschlagene ? Zedg re Zeug.. „Zeus kann es wiszen, du nicht“ antwortet Rreon höhnisch auf das letzte Wort des Chors:„ich weisz es gewis,“ indem er nunmehr zur That schreitet, seines Sieges sicher; und in diesem Hohn lag allerdings Ö8νςα, wie Rreon selbst zugesteht, 5,01, da⁴ dyewréc. „es hilft euch euer Sträuben nichts, und damit legt er wirklich Hand an Oedipus, ihn gewaltsam wegzuführen. Schon schleppt er ihn fort,— da im rechten Augenblick er- scheint Theseus als der Retter des Unglücklichen und zwingt den Kreon, seine Beute, die er schon so sicher zu haben meinte, wieder loszulaszen, wie er hernach auch die erst geraubten Mädchen wieder herauszugeben gezwungen wird. Sonderbarer Weise nahm Schneidewin mit Ellendt¹) am Schlusze dieser Antistrophe: v. 884 fl.(881. W.) 70 πας 1εαας‚ 10„ς 1190 0, 110 1e GOν αeε, 4er“,&nel α rrε.ισοςoε⁴eε dν die letzten Worte so:„weiter dringen vor diese hier, die Begleiter Rreons, welche die Mädchen entführt haben. Der Chor weist nach der Richtung hin, welche jene eingeschlagen haben.“ Darin lag aber die gegenwärtige höchste Not nicht; die Gefahr des Augenblicks war, dasz auch Oedipus entführt werde. Darum hatten sie ja schon ihre Landsleute angerufen, zu helfen, als Rreons Begleiter die Schwestern mit sich schleppen; jetzt noch einmal darauf zurückzukommen, vwäre nicht am Ort. In die 1) Lex. Soph. s. v. ITEO⁴ T. II. p. 552„rreO⁴ dicitur— de positos fines excedentibus. Sie intelligendum errel 1ιοασν τππτεοςσο ⁶⁷⁶ dν Oed. Col. 890, nam fnes Atticae properabant ex- cedere cum puellis.“ 17 gewaltsame Wegführung jener beiden hatte sich der Chor vorerst fügen müszen; die Hülfe, und zwar die persönliche Hülfe des Rönigs erscheint erst, als es sich um den Oedipus selbst handelt; denn Oedipus beschlieszt ja in seiner Person den Segen für das Land, den die Thebaner an sich reiszen wollen. Ist erst diese Hauptperson, auf die Alles ankommt, aus den Händen des Rreon gerettet, dann wird die Rettung der Töchter bald nachfolgen. Deshalb ruft der Chor jetzt das ganze Volk samt dem Haaupte auf, um schleunigst der grösten Gefahr vorzubeugen, arrel r4αleω ττ⁸έασςσο ⁷ εᷣ d „komint schleunigst herbei, denn schon gehen sie weiter,“ und damit weist der Chor nicht„nach der Richtung,“ sondern auf die Personen hin, denen er mit seinen Blicken folgt, auf den Rreon nämlich und den Oedipus, der von Rreon weggezogen wird. Da tritt diesen, dε τππαιεοωσιυ τπτεοαασ„, Theseus mit seinem Gefolge entgegen. 1 3. Aj. 208 f.(206 f. W.) XO. T0 dν εννπαά̈ᷣα ⸗²ε dνμεi „s ⁷1εᷣ S⁴ως; ruft der Chor der Salaminier in klagender Frage aus, nachdem er von Tekmessa die Bestätigung des schrecklichen Gerüchtes vernommen hat, dasz sein Herr die wahnsinnige That verübt hat und nun in schwerer Rrankheit darnieder liegt. Die Scholien erklären die Frage entweder so: zıαντmττ‿α‿ ν μεουτν dXObν yéyove S⁴οςσ Oo ey zler peoνεer ddi Sdost, dore dr³‿οos ere‿νρι 100G96») τ⁴ τν 11- 0ν νε αν⁵ Sβαοοο sνναd αmς us;— oder so: εdgerca dnεμᷣiς derl vis dν⁴ονς †- 0dς ε εσQυάαι—eOοι—ςσε τοιά⁴ιιον ε‿ςοο αρε αν* ς ἀ π ιεοας G.ν6᷑:GGSH. Im ersteren Falle wird also duαeοas als adjectivisches Femininum von εμέεασ angeschen und dazu aus dem folgenden concreten Ausdruck Sdοςα ein verwandter oder ein allgemeinerer Begriff feminini generis öꝛνννα oder œrdoεαoς heraufgenommen, wie auch Triclinius erklärt: rl Sαοεεν vναραννν*dε 1 vus udxrci ⸗ αeνμέοεαςι ν ¹) vis muεεονς εαυααάααςεαιε— im anderen Falle soll dοlα soviel sein als eνκρακνεοα, ein femininisches Abstractum in der Bedeutung von dναα oder Sαeπν Ein drittes Scholion endlich nimmt d.αεᷣ εα, wie α, 1 109„, ¹ dεα, 1)mƷπσο als substantiviertes Adjectivum für„οα, unter Verweisung auf Od. 6 447 r.οααν* mυοηννε⁴αένιοαμιμεέν τerlμτι ⁵ϑνα. Was die erste Erklärung betrifft, so wird sich das femininische fast unmittelbar bei dem neutrum ⁴οσ stehende Adjectivum durch Ergänzung eines femini- 1) So ist natürlich statt 2 zu schreiben. 18 nischen Substantivs schwerlich entschuldigen laszen; der Dichter hätte dann ohne allen Zweifel entweder zu 6⁴οσσ ein neutrales Adjectivum oder aber zu dνias nicht Sdοοs, sondern ein femininisches Substantivum gesetzt. Noch weniger wol kann die Annahme eines ganz unbekannten Wortes dnuεniæ in vermeintlich zusammengezogener Form deνμα gerechtfertigt werden.— Die dritte Erklärungsweise billigt zwar Lobeck ad Ajac. p. 138 insoweit, als er die Möglichkeit, νανμεοεα sc. Goα für iuto(ebenso wie uxreoen für»ös) zu sagen nicht bestreitet; weisz aber doch kein bestimmtes Beispiel dafür anzu- geben. Zudem, wo der Ausdruck vis(und nicht„urrεʃνν) so dicht dabei steht, könnte auch der Gegensatz nicht wol durch εαυᷣ να sc. ²oα, sondern müszte vielmehr in ent- sprechender Weise mit uεοα gegeben werden. Mit einer kleinen Aenderung hat daher Fr. Thiersch ocuias geschrieben, und Schneidewin statt der„unerklärlichen Lesart der Quellen“ diese Conjectur, welche zu dem Aias 9Gναρmεεεαι εεέκιιννν oονσασα(wie eben Tekmessa angegeben) einen trefflichen Gegensatz bildet, in den Text aufgenommen mit der Erklärung:„welch lastendes Leid hat die vergangene Nacht gegen die frühere Stille sich eingetauscht.“„Denn nach dem Waffengericht— fügt Schneidewin zur Rechtfertigung„der Stille“ hinzu— hatte Ajas sich still und ruhig in sein Zelt verschloszen.“ 6 Allein so sinnreich diese Vermutung auf den ersten Blick erscheint, so erregt sie doch bei genauerer Erwägung mehrfaches Bedenken. Denn erstens konnte der Chor den Zustand des Ajas vor der verhängnisvollen Nacht doch unmöglich als„eulc, als Stille, Ruhe, Gelaszenheit bezeichnen, da ihm der erschütternde Eindruck, den das Waffen- gericht auf seinen Herrn gemacht hatte, wahrhaftig nicht verborgen bleiben konnte. Der Chor weisz vielmehr, dasz sein Herr von dem unglücklichen Ausgang des ungerechten Gerichts und dem Verlust der Achilleischen Waſfen so schwer betroffen ist, dasz er seiner alten Heldenkraft ganz vergeszen hat und in ruhmloser Unthätigkeit von dem un- glücklichen Ereignisse schon lange wie gelähmt erscheint.*) Sodann bildet doch eigent- lich zu oeui« das folgende 5⁴οσα, so allein gesetzt, den erwarteten Gegensatz nicht; statt Hocuia müszte ein entsprechenderer Ausdruck zn Sdος gewält sein, oder statt„αoos ein entsprechenderer zu ¹οέιναμς Demnach wird auch diese Conjectur von Fr. Thiersch schwer- lich befriedigen können. Die Spuren des Scholions iνιεοεας oder ννμᷣ iaso und die darauf gestützte Erklärung scheinen auf ein Wort zu führen, das gerade im Gegenteil Unglück, Unheil bedeutet, und so hat Sophokles vielleicht geschrieben: 1) Vgl. V. 195 ff.(192 fl. W.) wo der Chor seinen Herrn mit den Worten zu energischem Ein- schreiten auffordert d³νν C⅜α ε 56 ½, 6τ0ν ε⁴αάενμαοωeνQ οdεεει τποπ—Qłινο mwτανπνες ννσ, „.„ &τσαυν ορσσαν σάέꝓν. 19 1i dν ενπ‿αν σ ιο αs vds ide Sβ⁴αςοsς „was für eine Last des Unglücks hat uns zur Abwechselung wieder diese(verhängnis- volle) Nacht gebracht,“ wie auch Lobeck a. a. O. erklärt:„quodnam(hoc) novum calamitatis onus invexit nox practerita.“ In ähnlicher Weise ist in den Trachin. v. 325(322) der Genitiv συνιαααοοα mit 5αο— verbunden: d.22ꝑαεν ⁵α⁴⁶⁵εμμοωυσασα ασνιισοσσς ⁶αἀο dαυηςοανοοεε düοσσννοs, in der Electra v. 939(922 W.) der Genitiv νιαιμωοσπε: 2dν εέ αμοι ⸗ο rijs»öy αοοσνν πημιοωπςι τασεεςι ⁵5αοοσsε Darum ist auch hier diese Verbindung von νοα mit αοσ wol der andern Erklärung vorzuziehen:„was für eine neue Last hat diese Nacht wieder gegen das schon vorhandene Unglück eingetauscht.“— Dasz sich das Homerische Substantiv αμ̈ν(Od.* 76) bei Sophokles nicht weiter findet, kann einen entscheidenden Gegengrund nicht abgeben GGosuia stände auch nur an dieser Stelle allein), zumal das Adjectivum νιοσ(ει‿ιμοοο⁸ε) bei unserem Dichter im Gebrauch ist, Oed. Tyr. v. 248(243 W.) xα‿ειινιιμαα ε των de- 7 1—/— Oανπεα— zll zαrς νιν‿⁶ςον εανατυι ĩoν. 4. Oed. Coel. 735. f.(732 f. W.) KP. d⁵ν ⅜νρσσα τνε νπ ³ν⁴‿ ἀe(Cõετασdν Irelιν εQιεσ σαόαι ττνς τ Kædναμεαυνανπμιει³⁴ον Es sind diese Verse aus der Anrede des Rreon an die Roloniaten entnommen, die er zu deren Beruhigung und um sie über die eigentliche Bedeutung seines Vorhabens zu teuschen, der Aufforderung an Oedipus, ihm nun nach Theben zu folgen, in klug be- rechnender Absicht vorrausschickt. Er redet sie erst mit ehrenvollen Worten als euyeveis ride zi*e 29709 Olw*rogæs an, versichert ihnen dann, dasz sie von ihm gar nichts zu fürchten hätten: er sei nicht in irgend einer feindlichen Absicht gekommen; feindliche Plane zu faszen und auf deren Ausführung zu sinnen, hindere ihn nicht nur sein schon vorgerücktes Alter, sondern vor allem das Bewustsein, dasz er es dann mit dem mäch- tigsten Staat in Hellas zu thun haben würde; der einzige Zweck seiner Sendung sei vielmehr nur der, diesen alten Mann nach Haus zu holen, und zwar in Folge eines Auftrags vom gesamten Volk, der gerade ihm um der Verwandtschaft mit Oedipus willen erteilt worden sei. Hier haben nun schon die älteren Herausgeber Brunck, Elmsley, G. Hermann 20 und neuerdings wieder auch Dindorf und Schneidewin das handschriftliche T/1ευννε in nduνdde ändern zu müszen geglaubt, wie mir scheint, ohne ausreichenden Grund. „Mit zνιᷣde— meinte Schneidewin— hebt Kreon nochmals hervor, dasz von ihm, dem„6ν, in dessen Hände der Staat den Auftrag vertrauensvoll gelegt, nichts arges zu befürchten sei.“ Dieser nochmaligen Hervorhebung seines vorgerückten Alters(gleich- sam der Hinweisung auf das Sabject der Sendung) bedurſte es jedoch nach dem bereits Vorgebrachten nicht mehr, wol aber einer Hinweisung auf den Gegenstand, auf das Object, um das es sich handle. Rreon sucht sein allerdings an dieser Stätte uner- wartetes und auffallendes Auftreten mit seinem königlichen Gefolge*) zu rechtfertigen und (wie bereits bemerkt) den Roloniaten jeden Grund ängstlicher Besorgnis, die sie durch ihre Blicke verraten, von vorn herein zu benehmen. Darum wehrt er erst jedem etwaigen Argwohn, als sei es auf irgend ein feindliches Unternehmen und auf einen gröszeren Siegesgewinn in Folge dessen abgesehen;— dazu sei er doch nicht stark, nicht jugend- lich kräftig genug, zumal wider einen solchen Gegner, wie Athen; dagegen sprächen also, so zu sagen, subjective und objective Gründe. Dieser negativen Angabe folgt nun die positive: nicht auf solches Ziel sei sein Sinn gerichtet, sondern er verfolge viel- mehr nur einen sehr unbedeutenden Privatzweck, allerdings auf Befehl des Staates, also nicht in eigenem, selbstsüchtigem Interesse; der Zweck seiner Sendung sei ein völlig friedlicher und äuszerst geringfügiger, denn es gelte ihm nur um diesen alten armen Bettler Oedipus, den dessen Vaterstadt durch ihn, den Verwandten, zu einem beszeren Loos zu sich zurückentbiete. Diesem Zusammenhange gemäsz verlangt demnach Fortschritt und Concinnität der Gedanken den Accusativ: 22*ꝑd⅜eνdοα 1eνε τν να⁴³³˙ν μmπ᷑νατανν εlGαυνσ⁶μιQιέιισάσι—ετιος τ Kædμεαντηε⁶ον. 5. Oed. Col. 813 f.(810 f. W.) KP. 4⁴‿ειυςομαι το⁵ςσ⁶ν⁶ σςι, τςι ννέ roς †ιοus 0' dyrααεειν εννεμμανα,— σ 4 πmw. So schreiben im Anschlusz an die codd. Par. B. T. Vat. Farn. unter den früheren Herausgebern Brunck, Schäfer, Reisig,*) unter den neueren Wunderz die Vaulgat- 1) V. 725(720 W.) 4N. dοσον εςsνεεαι KOBGy 6 1᷑ν odνα νέν πmOιν ndrεο 2) Jedoch nur vorläufig, wie er selbst sagt in d. comm. crit. p. 504„patienter tuli seripta partim in omnibus, partim nonnullis in libris, quamvis ea vitio laborare persentiscerem.“ 21 lesart ist ⁸ ⁸ r gilous, die nach G. Hermanns Vorgang wieder Schneidewin in Schutz genommen. Die früheren Versuche, diese Vulgatlesart zu vertheidigen, so- wol die von Reisig in den commentationes criticae zu seiner Ausgabe p. 5306, wenn er vorschlägt zu lesen: αςσρισισνμιμασαq τJuνςd, od ⁴, dε, 1008 ꝙllous 00 drrυαέεειι Oνννμμασν,** σ αμ mτ⁊ mit der Erklärung„hosce antestor, cujus rei gratia tu, atque insuper amicos quali- bus redarguis dictis,“ als die von Elmsley und Schneider die r⁸ ⁶ gleichfalls additiv faszen:„hos testes invoco, non te, atque insuper Thebanos vel comites“ können wir wol als auf immer beseitigt übergehen. Ebensowenig brauchen wir bei Dindorfs Conjectur länger zu verweilen, die zwar an sich einen ganz guten Sinn giebt, aber doch von den Spuren der Handschriften zu willkürlich abweicht, als dasz sie angenommen werden könnte: αννοοινκάαι qτοςσ⁶ν, eO'&1 G, ds pvdᷣdei †οus 00 dyrαρέαεκι εννμμασαάσ, ν σꝭ 1σ¶mπ⁊t, wenn sich auch das apostrophierte t an unserer Stelle trotz des starken Gegensatzes rechtfertigen liesze. Viel scheinbarer ist auf jeden Fall G. Hermanns Erklärung, dem Schneidewin gefolgt ist. Jener erklärt:„qualia vero dicta amicis respondes, si te unquam cepero— sc. poenam dabis;“ dieser etwas ausführlicher:„Ich rufe diese Männer hier, nicht dich, der du behauptest, ⸗uν*τπ0 rouτν zu sprechen, zu Zeugen an, wie schnöde ich von dir behandelt und fortgewiesen werde: für die Worte aber, die du deinen Freunden gegenüber(mir, der ich es gut mit dir meine) erwiderst, für die— sobald ich dich werde in meinen Händen haben.... sollst du büszen.“ „Kreons Drohung(fügt Schneidewin hinzu) sich künftig an Oedipus rächen zu wollen, wird unterbrochen, indem Oedipus bei äo ihm in die Rede fällt.“ Beide statuieren also nach dem Vorgange anderer eine Aposiopese“) und interpungieren demgemäsz: 1αα̈οονμμσι τοςσ⁶ον σς. 1τοσς dε το⁸ς qldou 0' drraιμαεεει Kννμιμασν,*ν σ§⁷ 0re— Um dem Einwande zu begegnen, dasz bei dieser Erklärung aber gerade die wesentliche 1) Reisig comm. crit. p. 505 macht gegen die Annahme einer Aposiopese geltend:„Moderatum So- phoeles voluit Creontem fingere, non efferatum, prudentem ac juri confidentem, non odii intem- perantem atque tumultuantem, testes jam citantem, non aestus ebullientem;“ ferner gegen die frühere Interpunction 1. r. 00 G½, 1r09 ve r. c. ol' dvrαeκαεει§νμαι.*ν σαιτππw:mU¶ͦ—„quod sine particula ulla nimium praefracte ista adjiciuntur, quam ne barbarum quidem vidimus vertendo omittere potuisse,“ weshalb Musgrave wenigstens» ν ⁸εαι ττποιτιι— geschrieben haben wollte. 5 22 Angabe dessen, was die Koloniaten bezeugen sollen, fehle, berufen sich beide auf die Stelle in Hom. II. A 358 ff. Achilles grüszt die Herolde und heiszt sie näher treten: ourt ⁴νι υυμφιααεει ετααᷣειοι, d**ν Ayνιέινυνιν 0 ⁶⁵.έο τμοοεει B,7“*⁴s gtvexa 10⁰ und dann wendet er sich an Patroclus mit der Weisung, ihnen die Briseis auszuliefern: d* dyε, dioyενειν H—eτοοννεε, esνε 0⁰! 2i ⁶m0ιυνσσς eειυντ⁴ αυπασό⁴ οινιοι ⁵ rr Tε εν½ηꝙ⁵ααάσόαοιν 71009 18 r,rν Gνν 2 ττν⁸ς 9/· 08 drενννιο,& ore d' ατε JOενέ‿ εαμμε᷑ο ενν detæsa 10N Aεαναι νQπσ⁴. Diese homerische Stelle, an der übrigens auch das, was die Herolde dereinst bezeugen sollen, durch die ganze Situation— sowol durch die That des Agàämemnon, in dessen Auftrag sie kommen, als durch das, was sie nun selbst auszuführen haben— viel deut- licher und bestimmter bezeichnet ist, als es bei der Hermann-Schneidewinschen Auffaszung an unserer Stelle der. Fall sein würde, kann doch niechts weiter beweisen, als dasz es unter Umständen gestattet ist, die ausdrückliche Ausführung des zu bezeugenden Gegen- standes, wenn sich derselbe aus dem ganzen Zusammenhange klar genug ergiebt, zu unterlaszen. Nur dann also könnte jenes 100 d' α τ⁶ μέςεμτιιιειοι εςσνι um Belege für die Hermann- Schneidewinsche Interpunction unserer Stelle dienen(wornach der erste Satz mit os abschlieszen soll), wenn der sonstige Gedankenzusammenhang nicht dagegen wäre. Der ist aber an unserer Stelle entschieden dawider.„Geh ab— hatte zuletzt Oedipus seinem verhaszten Gegner erwidert— denn auch im Namen dieser will ich dirs geboten haben, und lauere mir nicht auf, mich von dieser Stätte zu entführen, wo ich bleiben will und soll.“ Darauf entgegnet Rreon unsere Verse. Hier nahm nun Schneidewin mit Hermann einen Gegensatz oder eine Steigerung an von dem, was die Roloniaten ihm bezeugen sollen und dem, wofuúr Oedipus dereinst büszen solle; jenes„die schnöde Be- g“ des Rreon von Seiten des Oedipus sei nicht ausdrücklich angeführt, ergebe sich aber, wie bei Homer, aus dem Zusammenhange von selbst, dieses„die bittere handlun Rede“ des Oedipus sei in dem Satz lc dεανε̈e: d-ααꝑ ausgesprochen. Dieser Gegen- zatz aber ist an unserer Stelle offenbar gar nicht vorhanden; die„schnöde Behandlung“ liegt in nichts anderem, als in Oedipus schnöde abfertigenden Worten; dafür sollen ihm Jereinst die Roloniaten Zeugen sein. Es pleibt also nach dem Zusammenhange nichts übrig, als den Satz Ola dyrzνuνεεει νιμα als Object zu 1àαιοοσινααα z faszen und den Conditionalsatz, gerade wie in der Homerischen Stelle, unmittelbar anzuschlieszen. Wie dort Achilles sagt:„dieselben beiden Herolde, die jetzt den Auftrag des Agamemnon vollziehen, die sollen selbst dereinst meine Zeugen sein, wenn es eben wieder so weit 23 ist, dasz Agamemnon einsieht, wie er ohne mich nichts auszurichten vermag,“ so hier Rreon:„dieselben Koloniaten, in deren Namen du mich unverrichteter Sache abzuziehen heiszest, die sollen dereinst, wenn ich dich einmal in meiner Gewalt habe, meine Zeugen sein, wie du deinen Freunden begegnest.“ Dasz aber Rreon noch im Gegensatz zu rougdòe den negativen Ausdruck 00—⁵⁴ hinzufügt(an dem Reisig solchen Anstosz nahm), das ist nur der Gegenschlag auf das 20„dο να ε⁶ ταμ ν des Oedipus:„Du berufst dich jetzt auf diese KRoloniaten und behauptest in ihrem Namen den Spruch zu thun— gut, ich will mich an diese halten, nicht an dich; sie, nicht dich nehm ich mir zu Zeugen, wie du deinen Freunden erwiderst, wenn ich dich einmal in meine Gewalt bekomme.“ Demnach scheint mir die Lesart, wie sie oben an der Spitze steht, die richtige zu sein. Dasz aber end- lich ola rjuœαea draueiger ⁴‿ς‿ ε oς ρσous„deinen Feinden ins Angesicht“ gesagt werden kann, wenn es auch nicht gerade die gewöhnliche Verbindung ist, wird nieht zu bestreiten sein. 6. Oed. Col. 101 ff. A1⁴ τ⁴ο,ꝑ9Heα iou ² duds ᷣ ειρ⁶ιαιννοσο ddze Ir*όαόααε ν⁴⁶³φ rœκ:— œτιασοονꝙ⁊τ⁷ĩď, 81 ⁴ꝓ yοωοο 1 ⁴⁴ι νμς ⁵αι, ε 0 901G Laατεεέ⁴οσν τοςι υelO³οτ᷑ ειις 900 1 ν. Endlich nach langer leidensvoller Irrfahrt hat der blinde Oedipus im Hain der Eume- niden zu Rolonos die Stätte gefunden, an der sein Leben sich entscheiden und seine Erlösung nahen soll. Zu den hehren Göttinnen fleht er jetzt, dasz sie ihm nunmehr die Erfüllung der Verheiszung gewähren, die ihm Appollos Wort“) gegeben hat:„es sei denn — setzt er in schmerzvollem Ernst hinzu— dasz das Masz meiner Leiden noch nicht voll wäre, dasz nach euerem Urteile noch etwas fehle an dem Lei- densdienste, in dem ich vor allen Sterblichen gestanden habe.“ Diese alte Erklärung der Scholiasten: l ⁴υνnGάτ eνςεν 24νι⁴νς εeεέκιαν τα τάαάαᷣ εαα ⁴eεε- 694 π08 91 16 μ☚α, der auch dem Sinne nach Reisig) folgt, ist nämlich meines 1) Ueber die verschiedenen Orakel, die Oedipus erhalten, soll vielleicht später einmal ausführlicher gehandelt werden. 2) Enarratio Oed. Col. p. XL Age mihi deae praebete jam secundum effata Apollinis exitum vitae et commutationem quandam, nisi videor parum habere, semper qui fui aerumnis subjectus maxumis mortalium. 24 Erachtens richtiger, als die andere:„wofern ich nicht etwa in eueren Augen einer solchen Wolthat unwürdig bin, ich der ich stets die grösten Leiden zu tragen habe;“—„womit 1 Oedipus, meinte Schneidewin, dem Gedanken, dasz wol Niemand endlicher Befreiung von seinen Leiden würdiger sei, eine pikantere Wendung schmeralicher Ironie giebt.“ Wenn gegen jene erstere Erklärung von G. Hermann und nach ihm von Ellendt*) und Schnei- dewin geltend gemacht ward, dasz es dann deio oder 1ε⁴εον εꝓτεmνν oder Helovewret heiszen müszte, so trifft das eigentlich nur die Reisigsche Uebersetzung, an sich ist 1⁴μέανυα εꝓπεεντ z sich in irgend einer Beziehung in einem noch minderen Zustand befinden, d. h. in einer Lage, in der man in etwas noch zu wenig hat. Worin dieser defectus bestebe, ergiebt sich jedesmal aus dem Zusammenhang, hier aus dem gleich hinzugefügten: de* 96 ½₰ 901 1x‿ποειυωυνꝙτσνςνυëεεοατ⁴τοει 5ονπιν, sodasz nicht der geringste Grund vorhanden ist, 26 νασσ νο⁵σεσεν, wie Schneidewin angedeutet, zu schreiben. Oedipus ist sich allerdings bewuszt, die menschlich schwersten Leiden getragen zu haben, und hofft daher, dasz er alles erfüllt habe, und also der endlichen Befreiung„würdig“ sei; aber die end- gültige Endscheidung darüber stellt er doch eben den Erinnyen anheim. Von ihnen hängt es ab, ob er die verheiszene Erlösung jetzt schon finden werde, oder nicht. Nach den Strafgesetzen der ewigen Gerechtigkeit, deren Vertreter hier die Erinnyen sind, musz von ihnen entschieden werden, ob das Masz des Leidens voll ist, oder ob es zur vollen Sühne noch weiterer Leiden bedarf. Die festeste Stütze aber hat die eben gegebene Erklärung an der ganzen Versöh- nungs- oder Sühnidee des Oedipus in Kolonos; doch müszen wir es uns dieszmal versagen, darauf weiter einzugehen und uns vielmehr dieses ebenso inhaltsreiche als für das Ver- ständnis unseres Dichters, wie des hellenischen Altertums überhaupt, so höchst bedeu- tungsvolle Thema für eine andere Gelegenheit aufbewahren. 1) Lex. Soph. II. p. 68. —:G-d—— Schulnachrichten. I. Lehrverfassung während des Schuljahrs von Ostern 1856 bis dahin 1857. Prima. (Ordinarius: der Director.) Griechische Sprache. Homers Ilias, Buch XIII— XIX, 1 Stunde wöchentlich.(Gymnasiallehrer Cassselmann). Sophocles Oedipus Rex im Sommer; Layriker nach der Anthologie von Stoll im Winter 2 St. w.(Director Dr. Piderit). Demosthenes philippische Reden, 2 St. w. Seripta n. Dictaten, 1 St. w. Daneben cursorisch Herodot B. V, c. 94— zu Ende, VI, c. 1— 54, 65— 67, 75 — 75, 94— 156, 159 u. 140, VII, 1— 32(GLehrer Casselmann). Lateinische Sprache. Horatius Oden B. I— III, m. A. 2 St. w.(Dr. Heraeus). Cicero de ora- tore B. I— II, c. 29, 2 bzw. 5 St. w.(Dir. Dr. Piderit). Tacitus Historien B. I u. II, 5 St. w. Scripta n. Seyffert, 1 St. w.(Dr. Heraeus). Daneben von Zeit zu Zeit mit Cicero abwechselnd freie Aufsätze(Dir. Dr. Piderit). Deutsche Sprache. Geschichte der deutschen Literatur, Declamationsübungen und Aufsätze(Chrieen u. Redeversuche) 3 St. w.(Dr. Vilmar). Französische Sprache. Scribe les contes de la reine de Navarre im S., Corneille Cid im W., Grammalik u. Uebungen n. Rnebel, 2 St. w.(Dr. Suchier). Hebräische Sprache. Grammatik n. Thiersch. Erklärung von Stücken aus Brückners Lesebuch. 2 St. w.(Pfarrer Fuchs). Religionslehre. Geschichte der christlichen Kirche, 2 St. w.(Dir. Dr. Piderit). Weltgeschichte. Geschichte der neueren Zeit bis zum siebenjährigen Krieg, 2 St. w.(Dr. Vilmar). Physik. Lehre vom Schall, vom Licht u. von der Wärme(n. KRoppe Abschn. VIII— X), 2 St. w. (im S. Dr. Lotz, im W. Dr. Fliedner). Mathematik. Arithmetike Wiederholung der Arithmetik und die Gleichungen des 1. u. 2. Grades. Combinationslehre und Progressionen. Uebungsaufgaben von Heis§. 61— 71, 81— 96, 2 St. w. Geo- metrie: Stereometrie. Geometrische Constructions- u. Berechnungsaufgaben, 2 St. w.(im S. Dr. Lotz, im W. Dr. Fliedner). 6 26 Secunda. (Ordinarius: Gymnasiallehrer Casselmann.) Griechische Sprache. Homers Odyssee B. X— XV, 2 St. w.(Dir. Dr. Piderit, in den letzten Wochen GPracticeant Münscher). Xenophons Hellenica B. V— VI, c. 4, 2 St. w. Grammatik n. Curtius§. 561— 506 u. Scripta n. Franke, 2 St. w.(GLehrer Casselmann). Lateinische Sprache. Virgils Aeneide B. 1— IIlI, 2 St. w.(Dr. Suchier). Livius B. VII, c. 1— 12, 29 ff. VIII, c. 1— 15, 19— 56, IX, 1— 19, 4 St. w. Daneben cursorisch Cicero Catil. I u. II. Gram- matik n. F. Schultz§. 219— 254, 319— 404, u. Scripta n. Dictaten, 5 St. w.(GLehrer Casselmann). Deutsche Sprache. Lesen u. Erklärung deutscher Gedichte n. Ph. Waeckernagels Auswahl deutscher Gedichte, Declamationsübungen u. Aufsätze(daneben einiges aus der deutschen Etymologie und Wort- bildungslehre), 2 St. w.(Dr. Vilmar). Französische Sprache. Bouillg l'abbé de PEpée im S., Racine lphigenie im W. Grammatik u. Exercitien n. Rnebel Syntax C. I— IV, 2 St. w.(Dr. Suchier). Religionslehre. Erklärung der synoptischen Evangelien(besonders des Evangeliums des Matthäus) im S., der Apostelgeschichte u. der Leidensgeschichte des Herrn im W., 2 St. w.(Dir. Dr. Piderit). Weltgeschichte. Geschichte des Mittelalters 1. Hälfte bis zu den Rreuzzügen, 2 St. w.(Dr. Vilmar). Geographie. Grundzüge einer allgemeinen Ethnographie u. einer Ethnographie Europas. Die deut- schen Bundesstaaten, besonders Rurhessen im S., Holland, Belgien, Schweiz, Oestreich u. Preussen im W., n. Roon 3. Lehrst. S. 1— 42 u. 56— 59, 2 St. w.(Dr. Dommerich). Naturgeschichte mit dem geographischen Unterricht verbunden, im S. mathematische Geographie, im W. Mineralogie, 1 St. w.(Dr. Dommerich). Mathematik. Arithmetik⸗ Wiederholung u. Weiterführung der arithmelischen Lehren bis einschliess- lich der Potenzen und zum Theil der Wurzeln. Uebungsaufgaben aus Heis§. 7— 27 u. S. 34— 59, 2 St. w. Geometrie: Ebene Geometrie nach Ohm Cap. 1— 5, 2 St. w.(im S. Dr. Lotz, im W. Dr. Fliedner). Tertia. 3(Ordinarius: Dr. Vilmar.) Griechische Sprache. Homers Odyssee B. IVY, 2 St. w.(Dr. Vilm ar). Xenophons Anabasis B. II. c. 4A— IV, c. 4, 2 St. w. Grammalik n. Curtius§. 225— 560, Seripta n. Franke u. Extemporalien zu fortwährender Uebung in der Formenlehre, 2 St. w.(Dr. Heraeus). Lateinische Sprache. Orids Metamorphosen n. d. Auswahl v. Siebelis I— VIII, 2 St. w.(im S. Gymnasialpracticant Müller, im W. 1. Quartal GPractieant Junghenn, 2 Quartal GPracticant Münscher). Caesar de bello G. B. I— VI, 4 St. w.(Dr. Vilm ar). Grammatik n. F. Schultz C. 1 — 18 u. C. 57—66, Scripta n. Spiess u. Extemporalien, Z. Th. n. Dictaten, 5 St. w.(im S. GPracticant Müller, im W. 1. Quartal z. Th. Dr. Vilmar, 2. Quartal GPracticant Münscher). Deutsche Sprache. Lesen u. Auswendiglernen n. Ph. Wackernagels Lesebuch 5. Th. u. Aufsätze, 2 St. w.(GPracticaat Junghenn). Französische Sprache. Grammatik n. Rnebel: Formenlehre Akns Lesebuch 1. Th.(bistorische Stücke) 2 St. w.(Dr. Suchier). 1 Religionslehre. Erklärung des A. Testaments(die istorischen Bücher), 2 St. w.(Dr. Vilmar). 27 Weltgeschichte. Geschichte des Altertums 1. Hälfte, 2 St. w.(GPracticant Junghenn). Geographie(im S. mit der Naturgeschichte verbunden) Allgemeine physische u. politische Erd- kunde. Geographie der Oceane, im W. 2.(l. Europa, besonders Deutschland und Rurhessen n. Roon 1., 2. u. 3. Lehrstufe, 4 St. w.(Dr. Dommerich). Naturgeschichte(im S. mit der Geographie verbunden) im W. I. G. Beschreibung u. Vergleichung einzelner Thiere u. Zusammenstellung derselben nach Rlassen, Ordnungen u. Familien n. Gabriel 1. Curs. 5. Lehrstufe, 4 St. w.(Dr. Dommerich). Mathematik. Arithmefilk« Die vier ersten Operationen der allgemeinen Arithmetik. Uebungsaufga- ben aus Heis§. 1— 20, 2 St. w. Geometrie? Ebene Geometrie nach Ohm Cap. 1 u. 2, mit Construe- tionsaufgaben, 2 St. w.(im S. Dr. Lotz, im W. Dr. Fliedner). OQuarta. (Ordinarius: Dr. Heraeus.) Griechische Sprache. Grammatik n. Curtius§. 1— 312, u. von Zeit zu Zeit Exercitien u. Extem- poralien zur Einübung der Formenlehre, 2 St. w. Elementarbuch v. Schmidt u. Wensch 1. u.-2. Ahbth. (die entsprechenden Uebungsstücke) 2 St. w.(im S. GPracticant Müller, im W. Dr. Heraeus). Lateinische Sprache. Cornelius Nepos: Miltiades, Themistocles, Aristides, Pausanias, Cimon, Ly- sander, Agesilaus, Alcibiades, Eumenes, Hannibal, Iphicrates, Chabrias, Cato, 4 St. w.(Dr. Heraeus). Franke Chrestomathie lateinischer Dichter m. A., 2 St. w.(im S. u. W. 1. 0. Dr. Heraeus, im W. 2. Q. GPracticant Münscher). Grammatikk n. F. Schultz kl. lat. Sprachlehre§. 189— 265, Scripta n. Spiess, 5 St. w.(Dr. Heraeus) Deutsche Sprache. Lesen u. Auswendiglernen aus Ph. Wackernagels Lesebuch 2. Th, orthogra- phische Uebungen u. Aufsätze, 2 St. w.(im S. GPracticant Müller, im W. Dr. Suchier). Französische Sprache. Grammalik n. Rnebel: das Wichtigste aus der Formenlehre. Ahns Lesehuch 1. Th.(Uebungssätze u. Fabeln), 2 St. w.(Dr. Suchier). Religionslehre. Erklärung der 5 Hauptstücke des Ratechismus u. Memorieren einer Anzahl evan- gelischer Rirchenlieder, 2 St. w.(Pfarrer Fuchs). Weltgeschichte. Chronologische Uebersicht der allgemeinen Weltgeschichte nach Schäfers Tabellen bis auf Rudolf von Habsburg, 2 St. w.(im S. GPracticant Müller, im W. 2. Q. GPractieant Mün- scher). Geographie. Europa, besonders Deutschland u. Rurhessen im S. 2. Q., Afrika, Asien, Australien u. Awerika im W. 2. Q. nach des Lehrers eigenem Lehrbuch S. 86— 160, 4 St. w.(Dr. Dommerich). Naturgeschichte. Beschreibung einzelner Mineralien u. Pflanzen und Zusammenstellung derselben nach Rlassen und Ordnungen(Linnéisches Pflanzensystem) n. Burmeister im S. I. Q., Beschreibung u. Vergleichung einzelner Thiere und Zusammenstellung derselben nach Rlassen u. Ordnungen n. Gabriel 1. Curs. 1. Lehrst. im W. 1. Q. 4 St. w.(Dr. Dommerich). Mathematik. Arithmetike Wiederholung des Bruchrechnens u. Regel de tri. Decimalbräche. Ue- bungen aus Diesterweg§. 57— 47, im S. 4 St. w.(Dr. Lotz), im W. 2 St. w.(Dr. Fliedner). Geomeltrie: Geometrische Vorbegriffe. Zeichnung von Figuren aus gegebenen Stücken, Ausmessung und Berechnung ebener Figuren, im W. 2 St. w.(Dr. Fliedner). Schönschreiben 2 St. w.(Lehrer Zimmermann). 28 OQuinta. (Ordinarius: Gymnasialpracticant Junghenn.) Griechische Sprache. Grammatik nach Curtius, C. 1, 2 u. 6,§. 100— 150. 144— 214, Elemen- tarbuch von Schmidt u. Wensch§. 1— 5, 2 St. w.(Gymnasiallehrer Casselmann). Lateinische Sprache. Grammatik nach F. Schultz kl. lat. Sprachlebre C 19— 50, Wiederholung der ge- samten Formenlehre und Einübung d. wichtigsten syntaktischen Regeln. Elementarbuch v. Schmidt 1. u. 2. Th.(daneben Uebungen nach Spiess Uebungsbuch für Quinta), 10 St. w.(GPracticant Junghenn). Deutsche Sprache. Lesen u. Auswendiglernen n. Ph. Wackernagels Lesebuch 1. u. 2. Th., ortho- graphische Uebungen u. Aufsätze, 4 St. w.(GPracticant Sunghenn). Religionslehre. Biblische Geschiehte des N. Testaments u. Memorieren einer Anzahl evangelischer Rirchenlieder, 2 St. w.(Dr. Vilmar). Weltgeschichte. Erzählungen aus der mittleren u. neueren Geschiehte 2 St. w.(Dr. Suchier). Geographie im S.(mit der Naturgeschichte verbunden) Allgemeine Erdkunde u. Geographie der Oceane, im W. 2. O. Europa, besonders Deutschland u. Rurhessen, nach d. Lehrers eigenem Lehr- buche S. 1— 120, 4 St. w.(Dr. Dommerich). Naturgeschichte im S. mit der Geographie verbunden, im W. 1. 0. Beschreibung u. Vergleichung einzelner Thiere u. Zusammenstellung derselben nach Klassen n. Gabriel 1. Curs. 1. Lehrst., 4 St. w. (Dr. Dommerich). Mathematik. Arithmetik: Wiederholung der Rechnungen mit benannten Zahlen. Einige Eigenschaf- ten der Zahlen. Die Brüche. Uebungsbeispiele aus Diesferweg§. 22— 51, 4 St. w.(im S. Dr. Lotz. im W. Dr. Fliedner). Schönschreiben mit Sexta zusammen 4 St. w.(Lehrer Zimmermann). Sexta. (Ordinarius: Pfarrer Fuchs.) Lateinische Sprache. Grammalik: Formenlehre n. F. Schultz kl. lat. Sprachlehre§. 1— 51, 79— 90, Elementarbuch von Schmidt§. 1— 13(daneben Uebungen nach Spiess Uebungsbuch für Sexta), 10 St. w.(Pfarrer Fuchs). Deutsche Sprache. Lesen u. Auswendiglernen nach Ph. Wackernagels Lesebuch, orthographische Uebungen u. Aufsätze, 4 St. w.(Dr. Suchier). Religionslehre. Wiblische Geschichte des A. Testaments u. Memorieren einer Anzahl evangelischer Rirchenlieder, 2 St. w.(Pfarrer Fuchs). Weltgeschichte. Erzählungen a. d. alten Geschichte n. Seemanns Leitfaden, 2 St. w.(Dr. Suchier). Geographie. Allgemeine geographische Vorbegriffe; Uebersicht der Erdtheile u. Oceane im S. 2. Q.; Europa, besonders Deutschland u. Kurhessen im W. 2. Q., nach des Lehrers eigenem Lehrbuche S. 1 — 120, 4 St. w.(Dr. Dommerich). Naturgeschichte. Beschreibung einzelner Mineralien u. Pflanzen im S. 1. Q.; Beschreibung u. Ver- gleichung einzelner Thiere im W. 1. O. n. Gabriel 1. Curs. 1. Lehrst. 4 St. w.(Dr. Dommerich). Mathematik. Resolutions- u. Reduetionsübungen u. die vier Rechenoperationen mit benannten gan- zen Zahlen, nach Diesterweg 1. Th. Abschn. VII— XII, 3 St. w.(Lehrer Zimmermann). 29 Schönschreiben mit Quinta zusammen 4 St. w.(Lehrer Zimmermann). Gesang, der evangelische Choralgesang nach dem deutschen evangelischen Rirchen-Gesanghuche, 4 St. w(anfangs Gesanglehrer Lucan, hernach Gesanglehrer Eichenberg). Leibesübungen(vorzugsweise der drei unteren Rlassen) im Sommer an 2 Wochentagen je 2 St. (Turnlehrer Pelissier). II. Chronik des Gymnasiums. Durch hohes Decret des k. k. österreichischen Ministeriums des Cultus und Unterrichts vom 5. Merz 1836 wurde der beauftragte Lehrer Dr. N. Schell zum wirklichen Lehrer am Gymnasium zu Triest bestellt, und in Folge dessen nach allerhöchster Entschlieszung vom 27. Merz 1836(mitgetheilt durch Beschlusz kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 15. April 1836) aus seinen hiesigen Functionen entlaszen. Von der philosophischen Facultät der Universität Freiburg nach Einreichung seiner Inaugu- raldissertation„de agro Troezenis“ zuvor zum Doctor der Philosophie promoviert schied derselbe noch vor Beginn des neuen Schuljahrs vom biesigen Gymnasium, an dem er seit Ostern 1834*) in treuester Pflichterfüllung mit dem besten Erfolge thälig gewesen war. Durch Beschlusz kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 17. Merz 1836 wurden die Gymnasial- practicanten Dr. Karl Heraeus— zuletzt von Ostern 18353 bis zum Spätsommer 1854 an der Er- ziehungsanstalt zu Schnepfenthal, dann bis Herbst 1855 an dem Bender'schen Institut zu Weinheim, endlich bis Ostern 1856 als Lehrer am Vitzthumschen Geschlechts-Gymnasium zu Dresden thätig**) — und Theodor Junghenn— seit Ostern 1834 zu Schmalkalden Lehrer an einem Privatinstitut, das unter seiner Leitung stand*rx)— mit Aushülfeleistung am biesigen Gymnasium beauftragt. Beide traten zu Anfang des Sommersemesters 1836, Dr. Heraeus am 8. April, Junghenn am 12. April ihre hiesigen Functionen an. Am 24. Merz, dem zweiten Ostertage, nach 4 Uhr Morgens starb der ordentliche Lehrer am hie- sigen Gymnasium Dr. Theodor Gies im Beginn seines 46. Lebensjahres. Von einer Brustfellentzündung, an der er drei Jahre zuvor erkrankt war, hatte er sich zwar im Sommer 1835 wieder sichtlich erholt; späterhin aber traten die Folgen dieser Krankheit in immer bedenklicherer Weise hervor, bis zuletzt eine Lungenlähmung seinem Leben nach längerem Leiden ein Ende machte. Das Gymnasium verlor an ihm einen Mann, der seinem Berufe von ganzer Seele ergeben, während der siebenzehnjährigen Füh- rung des ihm anvertrauten Gymnasiallehramts an den verschiedenen Landesgymnasien zu Fulda, Rassel und Hanau sich durch Ernst der Gesinnung und strenge Gerechtigkeit ohne Ansehn der Person, wie durch die gröste Gewissenhaftigkeit und Diensttreue auszeichnete. *) Vgl. Programm des hiesigen Gymn. v. 1855, S. 41. **) Ueber seine frühere Thätigkeit als Gymnasialpracticant bzw. Deauſtragter Lehrer am hiesigen und Kasseler Gym- nasium vgl. die Programme des hiesigen Gymn. v. 1847, S. 55 u. 1849, S. 47, und des Gymn. zu Rassel v. 1850 u. 1851, S. 139. ***) Ueber seine frühere Thätigkeit als Gymnasialpracticant bzw. beauftragter Lehrer an den Gymnasien zu Marburg und Rinteiln vgl. das Programm des Gymn. zu Marburg v. 1853, S. 43 und des Gymn. zu Rinteln v. 1854, S. 12. 7 30 Durch Beschlusz kurfürstlichen Ministeriums des lunern vom 29. April 1836 wurde der Gesang- lehrer am hiesigen Gymnasium Heinrich Lucan auf sein Nachsuchen von dieser seiner Gesanglehrer- stelle, die ihm seit Januar 1830 übertragen war, entbunden. Durch Beschlusz kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 8. Mai 1836 wurde der Lehrer an der höheren Mädchenschule dahier Nicolaus Eichenberg(geboren am 18. Ocetober 1827 zu Schlüchtern) zum Gesanglehrer am hiesigen Gymnasium bestellt, und in Folge dessen kurz darauf am 15. Mai in diese seine Functionen eingeführt. Am 27. Mai 1836, Morgens um 8 ½ Uhr, starb in noch nicht vollendetem neunzehnten Lebensjahre ein hoffnungsvoller Schüler der Prima des hiesigen Gymnasiums, der schon frühe den Herren kannte und lieb hatte, Wilhelm Theodor Kunz von hier, in Folge eines längeren Brustleidens, das ihn schon seit dem Ende des Jahres 18355 an dem Fortbesuche des Gymnasiums verhindert hatte. Lehrer und Schüler des Gymnasiums begleiteten drei Tage darnach am 50. Mai, Morgens 9 Uhr, seine Leiche zum Grabe(Jerem. 51. v. 2. 5). Am 20. August fand die Feier des Geburtstages Sr. Röniglichen Hoheit des Rurfärsten in der Aula des Gymnasiums Statt. Die Festrede über Landgraf Hermann den Gelehrlen hielt Dr. Vilmar. Durch Beschlusz kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 9. September 1856 wurde statt des, geit Mai 1850 einstweilen zum Turnlehrer bestellten J. E. Pelissier*), der schon bisher in den Turn- stunden mitwirkende Schreiblehrer K. Zimmermann(da das Bedürfnis zweier Lehrer für diesen Unterrichtszweig nicht mehr vorlag) nunmehr vom kommenden Sommerhalbjahr an mit der alleinigen Leitung des Turnunterrichts beauftragt. Am 22. und 25. September 1856 wurde die gewöhnliche halbjährige nicht öffentliche Prüfung der Schüler gehalten. Zugleich schied mit dem Schlusze des Semesters der Gymnasialpracticant A. Müller**) nach Be- endigung seines Vorbereitungsdienstes aus seiner bisherigen Stellung und wurde am 26. September 1856 aus seinen Functionen entlaszen, um sogleich als Lehrer an das Vitzthumsche Geschlechtsgymnasium zu Dresden, an dem er gegenwärtig thätig ist, überzugehen. Durch allerhöchstes Rescript vom 11. September 1836 wurde der ordentliche Lehrer Dr. J. Fr. Lolz in gleicher Eigenschaft vom hiesigen Gymnasium(an dem er seit Herbst 1857, zuerst als Practicant bzw. beauftragter Lehrer, dann seit December 1841 als Hülfslehrer, zuletzt seit October 1846 als ordentlicher Lehrer thätig war***), an das Gymnasium zu Fulda versetzt. Durch allerhöchstes Rescript von demselben Tage(mitgetheilt durch Beschlusz kurfürstlichen Mi- nisteriums des Innern vom 5. Oetober 1856) wurde der Lehrer an der hiesigen Realschule Dr. Konrad Fledner zum ordentlichen Lehrer am hiesigen Gymnasium allergnädigst ernannt. Derselbe ist geboren am 6. November 1809 zu Bruchköbel bei Hanau, besuchte später das hiesige Gymnasium und dann das zu Wetzlar, und studierte nach Beendigung seiner militärischen Laufbahn, von 1855— 55 zu Marburg Mathematik und Naturwiszenschaften. Seit Ostern 1858 mit Unterrichtsertheilung an der Realschule zu Marburg beauftragt, wurde er am 16. Februar 1859 zum Hauptlehrer der damals neuzugründenden *) Vgl. Progr. d. hies. Gymn. V. 1851, S. 31. **) Vgl. Progr. d. hies. Gymn. v. 1856, S. 38, 39. ***r) Vgl. d. Progr. d. hies. Gymn. v. 1843, S. 49 u. 1817, S. 55- 31 Realschule zu Hersfeld ernannt, im Frühjahr 1841 von der philosophischen Facultät der Landesuniver- silät nach Einreichung seiner Inauguraldissertation„de pendulo, inprimis de pendulo centrifugot zum Doctor der Philosophie promoviert, und im Herbst 1842 als Lehrer an die hiesige Realschule versetzt, mit deren zeitweiligen Inspection er seit Michaelis 1852 beauftragt war. In seine hiesigen Functionen trat er zu Anfang des Wintersemesters am 14. October 18536 ein. Durch allerhöchstes Rescript vom 25. September 1836(mitgetheilt durch Beschlusz kurfürstlichen Ministeriums des lnnern vom 29. October 18356) wurde der beauftragte Lehrer Dr. Olto Filmar*) zum Hülfslehrer am hiesigen Gymnasium allergnädigst bestellt. Durch Rescript kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 17. November 1856 wurde in Folge allerhöchster Entschlieszung der Candidat der Philologie Fridrich TVilhelm Ferdinand Marlin Münscher zum Vorbereitungsdienst am hiesigen Gymnasium zugelaszen. Derselbe ist geboren am 10. November 1832 zu Hanau, besuchte von Michaelis 1841 bis Ostern 1830 das Gymnasium zu Hersfeld und dar- nach noch bis Herbst 1830 das zu Schulpforta, studierte in den darauf folgenden Jahren zu Göttingen, Marburg, Bonn und Berlin Philologie und Theologie, und bestand im Frübjahr 1833 die theoretische Prüfung für Bewerber um ein Gymnasiallehramt. Nach Vollendung auch der theologischen Examina im November und December 1836 in die Zahl der Candidaten des evangelischen Pfarramts aufgenommen, trat er seinen Vorbereitungsdienst am hiesigen Gymnasium am 5. Januar 1857 an. III. Statistische Uebersicht. A. Lehrer. Der Personalbestand der Lehrer des Gymnasiums hat im Laufe des verfloszenen Schuljahres, wie schon aus der vorstehenden Chronik ersichtlich ist, manche Veränderung erfahren. Auszerdem ist von den beiden früher suspendierten**)— durch Erkenntnis des kurfürstlichen Disciplinargerichtshofs zweiter lostanz vom 19. Juli 1836, unter Aufbebung des Urteils des kurfürstlichen Disciplinar- gerichtshofs erster Instanz vom 28. April und 28. September 1854**x*) freigesprochenen— Gymna- siallehrern Eduard Jung und Dr. Heinrich Hasselbach, der erstere kurz nach seiner Versetzung von hier an das Progymnasium zu Schmalkalden auf sein Nachsuchen nunmehr pensioniert, der letztere aber durch allerhöchstes Rescript vom 11. September 1836 an das Progymnasium zu Eschwege versetzt worden. Darnach hat das Lehrerpersonal des Gymnasiums gegenwärtig folgenden Bestand: Director: Dr. K. W. Piderit, Ordinarius von Prima. Ordentliche Hauptlehrer: Dr. Ferdinand Dommerich. Dr. Konrad Fliedner. Ludaig Casselmann, Ordinarius von Secunda. *) Vgl. Progr. d. hies. Gymn. V. 1854, S. 42. **½α) Vgl. Progr. d. hies. Gymn. v. 1853, S. 27. **†) Vgl. Progr. d. hies. Gymn. v. 1855, S 41. 32 Mülfslehrer: Dr. Olto Filmar, Ordinarius von Tertia. Dr. Reinhard Suchier. Beauftragte Lehrer: Pfarrer Karl Friedrich Fuchs, Ordinarius von Sexta. Dr. Karl Heraeus, Ordinarius von Quarta. Theodor Junghenn, Ordinarius von Quinta. Practicant: Friedrich Münscher. Ausserordentliche Lehrer: Kaspar Zimmermann, Schreiblehrer, zugleich mit der Leitung des Turnunterrichts beauftragt. Ncolaus Eichenberg, Gesanglehrer. B. Schülcer. Die Schülerzahl am Schlusze des Schuljahrs 1855— 36 betrug...... Bei dem Beginne des Sommersemesters 1856 schieden aus(auszer dem in der Chronik be- reits erwähnten Primaner) noch 1 aus I, um sich der Pharmacie zu widmen; 4(1 aus III, 3 aus IV) giengen zum KRaufmannsstand, 1 aus III u. 1 aus IV zum Militärstand, und 3(2 aus IV u. 1 aus V) auf andere Lehranstalten über, zusammen. Neu aufgenommen wurden im Sommerhalbjahr........ die Schülerzahl belief sich demnach(in I 14, in II 21, in III 29, in IV 18, in V 14, in VI 10) auf..... 6. Am Schlusze des Sommersemesters wurde mit dem Zeugnis der Reife als gut vorbereitet zur Universilät entlaszen der Primaner: Wilhelm Cualaminus aus Hanau, 18 Jahr alt, 8 Jahr im Gymnasium, 2 ¼½ Jahr in Prima; studiert Theologie und Philologie. Ohne den Cursus vollendet zu haben, traten aus 2(1 aus II u. 1 aus III) um sich dem Rauf- mannsstande, 1 aus II um sich der Pharmacie, 1 aus III um sich einem technischen Fach zu widmen; 3(1 aus IV, 1 aus V und 1 aus VI) giengen auf andere Lehranstalten über, zusammen Neu aufgenommen wurden im Winterhalbjahr die Schülerzahl betrug also(in I 13, in II 19, in III 29, in IV 20, in V 14, in VI 10) von denen jedoch im Laufe des Semesters 5(1 aus II u. 1 aus III, um sich dem Raufmannsstand, 1 aus III, um sich dem Forstfache zu widmen) das Gymnasium verlieszen. 96 83 21 106 98 7 . 103 33 Mit dem Schlusze des Semesters werden mit Maturitätszeugnissen als gut vorbereitet zur Uni- versität entlaszen werden die Primaner: 1) Karl Friedrich Emanuel Luja aus Hanau, 19 ¾ Jahr alt, 8 ½ Jabr im Gymnasium, 2 Jahr in Prima; will Mediein studieren; 2) Karl Georg Friedrich Wilhelm Limbert aus Hanau, 21½¾ Jahr alt, 11 Jahr im Gymnasium, 2 ½ Jahr in Prima; wird Theologie studieren; 5) Johann Heinrich Wilhelm Schrader aus Hanau, 17 ¼ Jahr alt, 8 ½ Jahr im Gymnasium, 2 Jahr in Prima, wird Jurisprudenz studieren; 4) Adelhard Karl von Drach aus Hanau, 17 ¾ Jahr alt, 8 ½ Jahr im Gymnasium, 2 Jahr in Prima; wird Mathematik und Naturwiszenschaften studieren. IV. Ordnung der öffentlichen Prüfung. Montag den 30. Merz. Vormittags. Morgens 8 Uhr: Choralgesang(D. E. Kirchengesangbuch Nr. 103: Jeh ruf zu dir Herr Jesu Christ). Von 8 ½— 10 Uhr Prüfung der PRIMA. Griechische Lyriker. Weltgeschichte. Tacitus. Physik. Von 10— 12 Uhr Prüfung der SECUND4. Xenophon. Mathematik. Livius. Naturgeschichte. Nachmittags. Von 2— 4 Uhr Prüfung der TERTIA. Homer. Mathematik. Ovid. Französisch. Dienstag den 31. Merz. Vormittags. Von 8— 9½ Uhr Prüfung der GUARTA. Griechisches Elementarbuch. Lateinische Chrestomathie. Französisch. Von 9 ½— II Prüfung der CUINTA. Lateinisches Elementarbuch. Naturgeschichte. Deutsche Sprache-. Von II— 12 Uhr Prüfung der SEXTA. Lateinisches Elementarbuch. Rechnen. 34 Nachmittags von 3 Uhr an: Choralgesang(D. E. Rirchengesangbuch Nr. 102: Wie schön leuchtet der Morgenstern V. 1— 5). Valedictionsrede des Abiturienten R. Limbert. Gesang. Rede des Directors und Entlaszung der Abiturienten. Choralgesang(D. E. Rirchengesangbuch Nr. 102, V. 5). Verkündigung der Versetzung. Austeilung der Zeugnisse. Der Gymnasialdirector Dr. Piderit.