9 S SR Kurfürstliches GCymnasium zu Hanau. —=oo= »AOAAUI womit zu den am f7. und 18. Merz 1856 im Hörsaal des Gymnasiums Statt findenden öffentlichen Prüfungen ergebensteinladet— der Gymnasialdirector — Dr. K. W. Pideri(Peir 9 — Inhalt: 1) Sophokleische Studien, vom Gymnasialdirector Dr. Piderit. 2) Schulnachrichten. —B—— HANAU, Druck der Waisenhausbuchdruckerei. 185 6. 63 b f9 vann 114 6 — 15 rn3 v —* 1 29† nnerreween. 4 4 4 .* 13 b 1 N 3 8 IM67 aſb ue 31,,is an s 8 nte ateaaah 8 3“ U4 H4 8 4 nAaun dauckenedaae aat, 49re 5281 Sophokleische Studien 1 V On Dr. K. W. Piderit. DDer erste Theil Sophokleischer Studien, welcher in den nachstehenden Blättern enthalten ist, war ursprünglich nur dazu bestimt, als ein besonderer Excurs zu einer kritisch-exegetischen Behandlung einiger schwierigeren Sophokleischen Stellen zu dienen und zwar so, dasz sich daran noch eine genaue Darlegung der Versöhnungs- oder Sühnidee des Oedipus in Rolonos anschlieszen sollte. Der Umfang aber, den dieser Excurs für sich allein in Anspruch nahm, machte es notwendig, ihn von der einzelnen Stelle, an die er sich anlehnte, abzulöszen und zugleich die erwähnte Exposition über den Oedipus Coloneus auf eine andere Gelegenheit zu verschieben. So bildet nun die nachfolgende Abhandlung ein kleineres selbständiges Ganze, das hauptsächlich die Bestimmung hat, dem groszen Tragoediendichter in der Auffaszung und dramatischen Darstellung der einen Thatsache, in der zuletzt fast alle tragischen Motive wurzeln, ruhig nachzugehen und dabei insbesondere nach Höhe und Tiefe, Umfang und Inhalt auf die Grenzen und Schranken hinzuweisen, über welche auch der antike Dramatiker nicht hinaus konnte. Diese Grenzen und Schranken sind aber im allgemeinen keine anderen, als die, welche das Gebiet der Offenbarung Gottes von dem auszerhalb der göttlichen Offenbarung stehenden Gebiet des antiken Heidentums über- haupt scheiden. Darum muszten denn auch sowol die einzelnen Lichtstrahlen wie die noch gar nicht erleuchteten Stellen bei Sophokles an das Licht der vollen Warheit gestellt werden, um an diesem Gegensatz die wirklichen Grenzlinien der Sophokleischen Anschauung deutlich bestimmen zu können. Denn weit entfernt, damit die Darstellung des Dichters irgendwie zu beeinträchtigen, glauben wir ihr vielmehr gerade durch dieses Verfahren ihr volles Recht eingeräumt zu haben. Ueberhaupt, die oft geäuszerte Besorgnis, durch„christliche Gedanken““ werde die objective Auffaszung des antiken Griechen- und Römertums getrübt oder gar zerstört, könnte doch nur da einigermaszen gerechtfertigt erscheinen, wo man die beiden Gebiete der Offenbarung und des Heidentums, statt sie gehörig auseinander zu halten, willkürlich 4 mit einander vermischte und aus dem einen in das andere hinübertrüge, was vielmehr von einander geschieden pleiben musz. Wo aber gerade die festen Marksteine aufge- richtet werden, durch welche die genannten Gebicete von einander getrennt sind, wie da die objektive Auffaszung des Altertums durch den Gegensatz der Offenbarung gefährdet werden könne, ist in der That nicht einzuschen. Mannigfach gefehlt kann allerdings im einzelnen werden— wer möchte das zu leugnen wagen— aber dennoch halten wir es für unumstösz- lich gewis, eine gerechte und warhaftige Würdigung auch des klassischen Altertums im groszen und ganzen, wie in seinen einzelnen Erscheinungen ist im Grunde doch nur da mög- lich, wo die Erkenntnis der göttlichen Warheit selbst, also der höchste Maszstab vor- handen ist, an dem auch das Leben auszerhalb des Offenbarungskreiszes gemeszen werden soll. Mit aller Treue zu forschen und zu prüfen, sorgfältig zu untersuchen, wie dieses auszergöttliche Leben in allen seinen Gestaltungen beschaffen war, dazu wird das Auge, das dem Gnadenlicht des göttlichen Wortes geöffnet ist, die Rraft nicht nur nicht verlieren, sondern im Gegenteil es wird nur um so eifriger und schärfer bis in die entferntesten und kleinsten Gestaltungen der antiken Welt hincinzuschauen trachten, je lebendiger es hier die Zeugnisse davon zu sehen begehrt, wie weit eben dieses vorchristliche Heidentum überall auf seinen eigenen vielverschlungenen Wegen und durch seine eigene Rraft gekommen ist. Und wenn dann dasselbe Auge sieht, was der Welt des klassischen Altertums bei all ihrer im vollsten Masze anerkannten Grösze dennoch fehlte, was ihr verborgen war oder was sie nur peschränkter Weise in unvollkommneren Anfängen und Trümmern, oder in entstellter und verkehrter Bildung an sich trug, so wird eben diese W9arnehmung an ihrem Theil nur dazu beitragen müszen, das antike hellenische wie römische Leben nach allen seinen mannigfalti- gen Beziehungen in seiner wirklichen Gestalt zu verstehen und so auch hier der Warheit die Ehre zu geben. In keinem seiner Dramen hat bekanntlich Sophokles die Schwere des Fluchs, die auf der Sündenthat lastet, in so ergreifender Warheit dargestellt, als im Oedipus Tyrannos. Alles hallt von diesem Fluche und den Rlagen des unglücklichen Rönigs wieder. Mit dem Moment, wo die entsetzlichen Greuel seines Lebens ans Licht gekommen, wie er selbst sagt): aorιει πιςσέαανναι quνς νν α⅜⁹ς, ν od zi, S0„ ls ν 00 zor» 4d' Gεαι³αι ονςα 1²εᷣ 4 oux Sdst*‿ακναν brechen die Schrecken dieser Thatsache unaufhaltsam über ihn herein. Schon ist unter den Schauern der Verzweiflung Jokaste im Selbstmord erlegen;— ihres Gatten Mörder ihr Sohn, der Vatermörder ihr Rind und ihr Gatte, ihre Rinder mit ihrem Rinde erzeugt, diese drei- fache Last des Elends erdrückt ihre Seele so, dasz sie das Leben nicht mehr ertragen kann und dem tötenden Bewustsein durch den Tod ein Ende zu machen gedenkt. Tiefer aber bohren sich diese glühenden Stacheln dem Rönige selbst, dem Sohn und Gatten der Mutter, dem Vater und Bruder der eigenen Rinder ins Herz; unter der unerträglichen Wucht des Unheils bricht er laut stönend an Jokastes Leichnam zusammen, und liegt in dumpfem Schmerz am Boden, bis er die spitzen Spangen aus dem Rleid der todten zieht und mit erbarmungslosen Stöszen die Augen trifft, die seiner Schandthat Zeugen waren; es flieszen die getroſfenen Augensterne und das schwarze Blut aus den zerstörten Augenhölen auf den bleichen Wangen herab, aber weit entfernt, dasz sich die Qualen an seinem Leibe damit erschöpft und die verklagenden Gedanken— eεrroν oioeec⸗ vcl ευνι,ſm(αἀκνν)— gestillt haben, der nicht ruhende Fluch seiner Thaten soll seine verderblichen Wirkungen noch weiter erstrecken; Oedipus will hinausgestoszen werden aus dem Lande, dessen Verderben 1) Oed. Tyr. 1184 f. oder wie es Tiresias in den kurzen schweren Worten voraussagt Oed. Tyr. 451 ff. qœiνναρεrα τε άαυαασ* τσςσ πον ονυ d& ⁶εκαασο ατsς να πινα deε 1 S—ν „uαια bες ταα πιασιςι ταά τοι N.ιG d.αχα⁴ mάοοος e*α νσQέσ⁹ς und Oedipus nochmals zuletzt seinen unglücklichen Rindern vorhält Oed. Tyr. 1496 ff. 2) Oed. Tyr. 1318. 1 6 er ist, verstoszen als der verfluchteste und den Göttern verhaszteste Mann) in das bittere Elend der Heimatlosigkeit und Lebensnot. Ferner(und darin liegt abermals die gröszte psychologische Warheit) nicht auf den Augenblick des gegenwärtigen Wehs allein und auf die freudlose Zukunft der Verbannung breitet dieser Fluch der Sündenthat seine dunkelen Schwingen aus, nein auch die Vergangenheit, jeder Augenblick seines Lebens von der Geburt an bis zu dem Tage, der seine Schande ans Licht gebracht hat, ist auf einmal in die Schatten des Verderbens gestellt. Wehe dem, der ihn von den Feszeln seiner durchborten Füsze losgemacht, und so zum Leben gerettet hat, er hat ihm einen schlechten Dienst geleistet. Warum hat ihn den gottlosen, heillosen Sohn des Laios, 1 ε 10„&ν ε⁴νρ †ᷣαάερτ dναννο εα*νε̈ωνοs o ⁴iοw,*) das einsame Gebirge, in das er ausgesetzt, nicht lieber getödtet! Welch verborgenes Geschwür hat Rorinth, das vermeintliche alte Vaterland, in ihm erzogen! Wie mahnt der Dreiweg, die Mordstätte des Vaters, wie die Hochzeit mit der Mutter und der Rinder Geburt, die in blutschänderischer Ehe erzeugt sind, unaufhörlich an seine Schande, die so grosz ist, dasz auszer ihm kein Sterblicher sie zu tragen vermag. ³) Von allen Seiten dringt die Erinnerung dieses Fluches in ihn ein; durch die Augen zwar hat ihr der blutige Stosz den Weg verschloszen; ach! könnt ihr auch des Gehöres Zugang gewehrt werden! Doch, was hülfe es, alle Adern des Leibes, alle Fasern des Herzens, seine Seele, er selbst ist vom Fluche durchdrungen, er ist zum Fluche geworden, den die Sonne zu bescheinen, die Erde zu tragen zurückbebt,*) so dasz ihm in der Schwere dieses Leides nichts bleibt, 1¹) Oed. Tyr. 1540 f. dndyer dx⁴νον α αeνναων⁴ ε drεeν△νο σαιαοα,10» 61²ε‿οοꝙ εέηφα 10„*⁴απι⁴αρꝓεαασατο,&ri d ϑοα⁸ς 8 ½ 900 ñdU˙ SQ* und 1560 f. „„ 0ꝗ έο 1έ̈ν νιν ανHωσν ε πασ‿ 6&⁴αοm ενς ϑ ς ν ατς ε—νν τνας 2) Oed. Tyr. 1582. 3) Oed. Tyr. 1414 f. 12.ναιμέα αmο εαά⁴ 0ddelg olög e 111)» ε⁴αοαν—†φαςεειιι Sε5οοσʒ 4) Oed. Tyr. 1425 fl. 1i oıν nᷣerc Sdοοναeν ον a²⁶εεςσσν αμοο Hôiον*τνιιυν ος drαμνQνανιοων ⁷τ dεεππυν⁶ννυασι, 10 4α½ J⁷ 1 19ꝙ½28 Oo0g 140⁸G ετ Glα τπ ec. 7 als das verzweifelte Verlangen, dasz sie ihn tödten, damit er nur hinwegkomme oder in des Meeres Tiefe werfen, um nie mehr gesehen zu werden.) Eine so gewaltige Offenbarung des Fluches, der von der eigenen Sündenthat den Thäter trifft, sowol nach seiner vollen Ausdehnung über das ganze zeitliche Leben in der Vergan- genheit, Gegenwart und Zukunft, bis in die Tiefen der Unterwelt hinein, als nach seiner tief eindringenden, den ganzen Menschen nach Leib und Seele ergreifenden und beherschen- den Gewalt, findet sich in keinem der übrigen Sophokleischen Dramen wieder— und konnte sich auch so nicht wieder finden. Es zeigt sich nämlich auch hier, wie in so vielen anderen Dingen die schöpferische Mannigfaltigkeit und künstlerische Vollkommenheit unseres Dichters, der seine Stoffe nicht etwa nach einer bestimmten abstracten Idee alle gleichförmig gestaltet, noch die durch die lebendige Tradition im wesentlichen gegebenen Charaktere und deren einmal feststehende Schicksale und Erlebnisse gänzlich hinwegräumt, um selbsterdachten Thatsachen der Idee zu Liebe Bahn zu machen, sondern vielmehr jeden tragischen Stoff in seiner wesentlichen, ihm eben ganz besonders eigentümlichen Lebendigkeit erhält und in dieser concreten Gestalt die Idee walten läszt.“) Einzelne Fortbildungen der Tradition, die sich dabei die doch wieder freischaffende Dichterthätigkeit zur Darstellung der Idee erlaubt, sind darum begreiflicher Weise nicht ausgeschloszen;) aber wie alle wahre Freiheit, so offenbart sich auch diese dichterische darin, dasz sie sich in der Hauptsache doch innerhalb der gegebenen Schranken und überlieferten Gestaltungen hält. Dadurch erwächst indessen dem schöpferischen Geiste des Tragoediendichters so wenig irgend welcher Nachteil, dasz viel- mehr— gerade wie in anderer Beziehung z. B. das unüberschreitbare Gesetz der Schauspieler- Dreizal weit entfernt, die freie Entfaltung der dramatischen Handlung in ihrem Fortschritt zu hemmen, im Gegenteil dieser selbst nicht selten den kräftigsten Vorschub leistete,*) so auch die strenge Beobachtung des individuellen Gepräges der jedesmaligen, traditionell gegebenen Grundlage die beste Gelegenheit darbot, den Reichtum der einen Idee nach 1) Oed. Tyr. 1410 ff. öεαασ τdeντνάmστα ετοοσ ϑεαιν εεμα εμι τπτοων ν⁵⁶υάσwmñũ‿˖ꝓ⁵vsdασας Ʒωα‿⁵ασον Sxενιιαάησν,&ν˙νυ ουm,οοm άeWKlgd⁴ννεμω ν εέτνε. Vgl. Oed. Col. 454 f. An dem Tage war ihm das liebste Steinigung und Tod(⁴έστον ε ε 10*αιτνιϑασσαεεν νν ταχε τ κιασενηάάάꝙαι ππμιετσις). 2) Vgl. Lübker die Sophokleische Theologie u. Ethik. Kiel 1831 u. 1855. 1. H. p. 6. 3) Vgl. vorläufig die reichhaltigen Einleitungen Schneidewins zu den einzelnen Sophokleischen Tragödien. 4) Vgl. C. F. Hermanni disputatio de distributione personarum inter histriones in tragoediis Grae- cis. Marburgi 1840. p. 52. 8 ihren verschiedenen Stufen zu entfalten; und zwar so, dasz doch wieder jedes Drama ein für sich dastehendes, in sich abgeschloszenes Ganze bildete, das an sich der anderen Dramen zu seiner etwaigen Ergänzung in keiner Weise bedurfte. So begegnen wir nun auch der Darstellung des Fluchs, der auf der Sündenthat ruht, im Allgemeinen in allen Stücken; aber sowol die Grenzen, bis zu welchen, als die besondere Art und Weise, in welcher sich derselbe offenbart, ist durch die Eigentümlichkeit des dramatischen Stoffes und der jedes- maligen dramatischen Charaktere bestimmt. Eben daher kommt es denn, dasz gerade im Oedipus Tyrannos jene Offenbarung des Fluches der Sündenthat bei weitem stärker als in den andern Dramen ist; der dramatische Stoff selbst bot hierzu die Grundlage dar, insofern in ihm allein erstens die grösten menschlichen Missethaten des Vatermords und der Blut- schande enthalten waren, zweitens die Greuel der plutschänderischen Verbindung durch die lebendigen Früchte derselben, die vorhandenen Rinder, gleichsam verkörpert und aufs höchste gesteigert erscheinen, und drittens jene Sündenthaten sich als Thaten darstellten, die nun von der Person des Helden nicht mehr ablöszbar, sondern mit dessen Leib und Leben unvertilgbar fest verbunden sind. Jene beiden Verbrechen des Vatermords und Incestes galten auch dem heidnischen Altertum ¹) darum als die äuszersten menschlichen Schandthaten, weil dagegen in dem Innern des natürliehen Menschen selbst und zwar unmittelbar durch die Geburt die stärksten Schranken gezogen sind.²) Es ist die innerhalb eines Hauses mächtige Blutsgemeinschaft“)— und in dem Blute ist das Leben*)— die in den Adern des Rindes sich regt und ihm vorerst noch den angebornen Abscheu in die Seele drückt, sei es die Mörderhand gegen des Vaters Haupt, der es gezeugt, zu erheben, oder in grauenhafter Unnatur an der Mutter Schosz, der ihn geboren, sich zu versündigen. Wir begegnen hier einigen von den gewaltigen ange- borenen Gesetzen, die auch in der Heiden Herzen von Gottes Finger mit starken Zügen 1) Auf dieser natürlich auch im griechischen und römischen Criminalrecht überall hervortretenden Erkenntnis beruht es, dasz das Verbot beider, des Mordes und der Blutschande, mit zu den ge- setzlichen Hauptbestimmungen gehörte, auf deren Beobachtung die heidnischen Proselyten(des Thores) verpflichtet waren. 2) Sie können darum auch nur von einem G0 4⁶ ανμαυφ kommen. Oed. Tyr. 828. Oed. Col. 5310 ff. Daher die unerträglichen Rlänge in Oedipus Ohr, selbst da, wo er meint entschuldigt zu sein (wie wir nachher sehen werden). Oed. Col. 527 ff.„ 4 ν α 96 duεαe ννιμαα ⁶έαν επμm⁶, — Tod für Oedipus zu hören—, und das 29 G⁶ν mCↄQmw᷑Ἀͥwf4eö069, der zweite Schlag zur alten Wunde;— eine einschneidende Erinnerung, die auch Antigones Herz durchbebt, als sie der Chor daran mahnt, dasz sie des Vaters Schuld zu büszen habe(Antig. 857 ff.) 5) Aesch. Sept. 1022. delν⁶νντ⁴ zουνν⁶ν οαemQ‿‿eνμον oν κι—συσαeνεενν. 4) Soph. Electr. 775. uν dνναστον luοα 9 geschrieben waren, auf dasz wie die Werke der Schöpfung den lebendigen Schöpfer Himmels und der Erden, so auch diese àνιααmν⁴eνοε‧) wie sie die Griechen selbst nennen, geschrieben in ihren Herzen(οσmσανοε εν αꝭς αςσsαmς αάτινν) ihnen den einigen Gesetzgeber, Gott den Herrn, bezeugen sollen,— wie wir diesz alles von dem Apostel, vor dessen Augen auch das tiefste Wesen des antiken Heidentums offenbar war, im 1. u. 2. Capitel seines Römerbriefs dargelegt ſinden. Das ewige Wort des lebendigen Gottes:„du sollst Vater und Mutter ehren“ hatte seinen mächtigen Ruf auch in die Heidenwelt ergehen laszen, und war mit seiner unsicht- baren Rraft als ungeschriebenes Gesetz in ihre Herzen gedrungen.) Und wenn auch die Heiden den Herrn Zebaoth, des Name ist„ich bin, der ich sein werde“ darin nicht erkannten, der überirdische, himmlische Ursprung der ungeschriebenen Gesctze ist ihrem Bewusztsein nicht verborgen geblieben. So hat bekanntlich Sophokles— als wenn die rollenden Donner vom Sinai noch sein Ohr getroffen und die leuchtenden Blitze aus der Höhe ihren hellen Schein bis in sein fernes Auge hätte glänzen laszen— gerade mitten in unserem Drama, in dem die äuszerste menschliche Sündenthat zur Offenbarung kommt, diese hochwandelnden Gesetze geprieszen, die hoch über der Erdenwelt im Aether geboren sind;— kein sterblich Wesen hat sie erzeugt, vom Göttersitz stammen sie her; Vergeszenheit trifft sie nicht, sie altern nicht und mächtig erweist sich in ihnen die Gottheit. Wo nun aber dennoch dieser Gesetze laute, unüberhörbare Donnerstimme durch des übermütigen Sünders Missethat übertäubt und diese höchsten, ewigen Satzungen mit Füszen getreten werden, da müszen offenbar auch die höchsten menschlichen Missethaten zum Vorschein kommen, die wiederum 1) Vgl. K. F. Hermann Lehrb. d. gr. Staatsalterthümer.§. 5, 12 u.§. 35, 4. Es sind die uralten Ge- setze des höchsten Gottes(Zyvòg doοναο νιο Oed. Col. 1382), die daανμννν⁶esoο(Aj. 1130), die unantasthar sind, die dyœmQάσ*dαςσα eεέαεν ⁴dμιαα(Antig. 454), die kein Sterblicher un- gültig machen kann; sie sind nicht von beute oder gestern, sondern leben immer, und niemand weisz, seit wann sie erschienen sind(Antig. 456 f.);—„non seripta, sed nata lex, quam non didicimus, accepimus, legimus, verum ex natura ipsa arripuimus, hausimus, expressimus, ad quam non docti, sed facti, non instituti, sed imbuti sumus,“ wie sich bekanntlich Cicero pro Milone 0. 4, 10 freilich zunächst nur in der sehr beschränkten Beziehung auf das Gesetz der Notwehr ausdrückt. 2) 0. T. v. 863 ff.„⁴⁵αο⁹σ d*ειαοe odly de a*εοα τεαπιιεέ̈ντeς μν‿mευνειος rraτνο εμ⁴ἀνοο, Oddé vdν Syœrd qudee dέοω Erxre“ Od⁴de ³‿ν πωᷣ doνα ναατιυατοινἀςσεέ udyag ν roτος εds, oude„ndoxee Vgl. auch das Chorl. in d. Electr. 1058 ff. u. Lübker Soph. Theol. u. Ethik. 1. H. p. 48 ff. 2 10 den höchsten Fluach auf sich ziehen. Dabei nimmt ihnen der Umstand, dasz der Thäter sie unbewuszt gethan, wie Oedipus, an ihrem Wesen und ihrer entsetzlichen Grösze an sich nichis; Vatermord bleibt Vatermord, Incest bleibt Incest; für den unfreiwilligen Sünder liegt wol eine Entschuldigung darin,— denn 994 A*ε‿ιυηꝙε όωιοαμαοι⁴e ντες eννιυυισισο τιιαάηε⁷— kr an dem objectiven Thatbestand aber wird dadurch nichts geändert. Denn auf die That allein kommis an, und die ist in ihrer Unvertilgbarkeit gleich grosz, mag sie nun mit oder ohne bewuszte Absicht verübt sein. Es gilt eben hier das bekannte 1ai ενεέι§έε ⁴αέιμιωωοι εϑιια⁹ς I.. ½ 7 10 0.ανσνασα m ϑιεσναιοων ν⁴ἀε wie es Aeschylus, bei dem diesz Bewusztsein freilich noch viel stärker, ich möchte sagen ursprünglicher ist, im Agamemnon*) ausdrückt. Diesz Bewusztsein spricht daher auch der Chor im Oedipus Tyrannos 464 ff. aus, ehe es noch offenbar geworden, dasz sein Herr und König der Thäter ist:„Wer ists, den der Delphische Orakelspruch als den genannt, der die entsetzlichen Thaten mit blutbefleckten Händen vollbracht hat(àοσνσν μενοινι 16 14a oυυέαισι ᷣένο⁶ιm), für den ists Zeit, dasz er rascher als die Sturmrosse seinen Fusz zur Flucht lenke; denn in voller Waffenrüstung dringt auf ihn ein mit Feuer und Blitzen der rächende Gott und schrecklich folgen ihm die unentrinnbaren Göttinnen des Verderbens auf dem Pusze nach,“ und daunn weiter die Schilderung, wie der Thäter, vom drohenden Fluche verfolgt, nirgends Ruhe findet:„er irrt im wilden Forst, in Höhlen und Felsklüften umher, wie ein Stier in der Wildnis, elend mit elendem Fusze, einsam und allein, die Sehersprüche aus der Erde Mitte meidend; die aber sind immer da und umflattern lebendig und ohne Ermüden sein Haupt.“ Der dramatische Stoff der Labdakidensage war aber nicht allein darum vorzugsweise geeignet, den Fluch der Sündenthat in seiner vollen Stärke zur Erscheinung zu bringen, weil die grösten menschlichen Missethaten darin vorkamen, sondern auch darum, weil der wider- natürliche Frevel in den im Incest erzeugten Rindern, die diesz sind und bleiben, so lange sie leben, gewiszermaszen fixiert erscheint. Ja in diesen lebendigen, fortwährenden Zeugen tritt die Missethat erst in ihrer vollen Ausprägung ans Licht, und zwar um so schrecklicher, je unvertilgbarer die Oedipodeischen Rinder diesen Charakter ihres Daseins an sich tragen, wie diesz Oedipus selbst im Hinblick auf die Zukunft dieser unglücklichen in der ergreifenden Schluszscene ausspricht.*) Das ist der Fluch der auf ihnen lastet, die seine Schwestern und — 1) Soph. Fragm. 562 Ahrens. Vgl. Aesch. Fragm. 365 dασσννσι ⁷σἀε rο να πασά̈εεν d†εileraa. Soph. Fragm. 741. Electr. 1009 lads„αo εέᷣναιιαιοον ννυσάόα α Ododενυν εᷣαηνη⁵ας. 2) 1530 f. ed. Herm. 5) Oed. Tyr. 1480 fl. T 44os„„ 11 Rinder zugleich sind, und den Fluch kann Niemand von ihnen nehmen, dasz ihr Vater sie mit der erzeugt, von der er selbst entsproszen ist; das ist ihres Lebens bitterer Stachel, den Niemand aus ihnen herauszureiszen vermag. Dadurch sind sie das εeν ⁶ άνο, das Oedipus erzeugt hat, wie ihm einst der Delphische Gott vorausgesagt.*) Dasz der NVater ohne es zu wiszen in solche Tiefe des Unglücks geraten, ändert auch hier an der unvertilg- baren Schmach ihres Daseins nichtsz es ist nun einmal so,— 10„6 qαlοεν επε dν duνu dνεννννπνπmeOηουμτς)— und sie werdens immer und immer wieder hören müszen; 16„ αεοαα Qαο dud Bsqε, v Ti‿ονιαeν ⁷π οοοσʒσ 6 eν εο αταις oαμ εαν τιmυ ⁶σωπ 6*r⁶ακι υεμας dεο αντς eségu Dieses Brandmal, ihnen angeerbt mit der Geburt und mit ihrer Existenz aufs unzertrennlichste verwachsen, scheucht alle aus ihrer ſluchbeladenen Gemeinschaft fort und schneidet für die Zukunft jegliche Verbindung ab; wer wird es wagen, in und mit ihnen der Eltern Misse- that in sein Haus aufzunchmen, und des Unheils Rette in sein Geschlecht hinüberzuleiten? Denn es kann das Gift auch in das Blut eines anderen Geschlechtes übertragen werden, und auch hier seine verderblichen Wirkungen offenbaren, wie eine ansteckende Rrankheit den Tod aus einem Hause in das andere bringt. Aber nicht blosz mit der Rinder Dasein ist die fluchbeladene Missethat unzertrennlich ver- hunden und in ihr ganzes Fleisch und Blut übergegangen, auch der Vater hat und zwar in bei weitem höheren Masze, die Sündenthat persönlich, mit seinem Leben unvertilgbar vereinigt in und an sich. Und eben darin dasz die fluchwürdige That mit dem Thäter so völlig zusammen- wächst und ihm so zu sagen diesen character indelebilis aufdrückt, liegt der dritte Grund, warum sich die Labdakidensage zur Darstellung dieses Fluchs der Sündenthat vor allen eignete. Im eigenen Blute, am eigenen Leibe trägt Oedipus mit sich herum, dasz er der Sohn des Laios ist, der von seinen Eltern nicht hätte geboren w erden sollen(doris mεᷣραsεoœ σ⁸ 7 G†ꝙ ⅜ od O*); seine Hand, die den Vater, der seiner Mutter und seines Weibes Gatte ist, erschlagen, ist und bleibt die vatermörderische Hand an seinem Leibe; seiner eigenen unglück- seligen Person ist das unaustilgbare Wesen aufgedrückt— das orοτoννέ†ος d⁴τοοσπσονν, dοανα‿ν 18 2* dερο⁴σισσον ⁶eά*)— mit der, die ihn geboren, Rinder gezeugt zu haben.*) Darum ist ja Oedipus selbst das 1έασσναα d*ηετον) des Landes, auf dem um seinetwillen die Pest liegt 1) Oed. Tyr. 791 f. 2) Trachin. 745. Vgl. Pind. Ol. II. 29. 3) Oed. Tyr. 1314 ff. 4) Oed. Tyr. 1531 ff. 5) Oed. Tyr. 97. 12 wie ihn der Scher Teiresias ausdrücklich als zH⁷εde νει deνςσααοσν νιι⁴αεταοοαι)„ bezeichnet, weil er den Bruder und Vater seiner Rinder, den Sohn und Gattenseines Weibes, den Nach- folger in der Ehe und Herschaft und den Mörder des Vaters*) in einer und der- selben Person in sich vereinigt. Darum sind nicht nur seine oνα die aοeνιινεαα ενἀν‿ο n0⁴⁶) sondern er ist selbst 1εοσι εμμέe ⁴ςσ d œaòος νω εs εοατοο 5εοτνν.) Und dieser unvertilgbare in und mit den Frevelthaten der Person des Thäters aufge- drückte Charakter wird auch nirgends durch rationalistische Erwägung über die lImputabi- lität der Vergehen verwischt. Ja selbst im Oedipus Coloneus macht sich, trotz der wieder- holten Versuche, den Thaten wie der Person des Thäters durch Verstandesreflexion ihren entsetzlichen Charakter zu nehmen oder ihn zu mildern, mit unwiderstehlicher Gewalt dieser character indelebilis immer wieder geltend. An Versuchen dazu fehlt es, wie gesagt, im Oedipus Coloneus allerdings nicht; auch Sophokles scheint sich am Ende dem reflectierenden Charakter der Euripideischen Zeit nicht ganz haben entziehen zu können. Mit dem Aussterben der Generation, deren Väter in den Schlachten bei Marathon und Salamis gekämpft und gesiegt, schwand auch die Heldengesinnung dieser alten Marathonkämpfer dahin; es fehlte an groszen, alle Kräfte des Leibes und der Seele erfaszenden Erlebnissen, und damit nahm auch allmählich die Fähigkeit ab, Thatsachen und Personen in ihrer unmittelbaren wirklichen Gestalt aufzunehmen, ohhe deren Wesen durch zersetzende Reflexion zu zerstören. Daher begegnen wir denn im Oedipus Coloneus jenen Selbstrechtfertigungsversuchen, die dazu dienen sollen, die Gewaltthat und den, der sie vollbracht in ein milderes Licht zu stellen. So erklärt Oedipus zuerst den Roloniaten gegenüber, seine Thaten seien mehr passiver, als aktiver Natur*)— wie auch Antigone absichtlich den Vatermord und Incest als πατπέα ταάέι unrec mijuxrc bezeichnet,“) während im Oedipus Tyrannos Teiresias von der A.*νμκασσαι urode re ²α rον mπμααος deweirous&ο⁴ spricht;)— er habe, heiszt es dort weiter, nur gerechte Vergeltung geübt, so dasz er selbst, wenn er mit Bewusztsein gehandelt hätte, kein Misse- thäter wäre; nun aber sei er noch dazu ohne Wiszen in die unglückliche Lage gekommen.) 1) Oed. Tyr. 555. 2) Oed. Tyr. 457 fl. 3) Oed. Tyr. 1408. 4) Oed. Tyr. 1541 flf. 5) Oed. Col. 266 ff. An³α 1, 7. ceya 00 9G ½˙ 1 1 dον* dεdοσσσα. 6) Oed. Col. 1196. 7) Oed. Tyr. 417 ff. 8) Oed. Col. 270 fl. mςα ⁸&!ꝓ)R xcας quoεν dτιει πμαιιαe εέν τ˙εd οπν, 6 Gor' ei qoor 2rασ dd, dy 6, Syun, ναοιmς☚ „Oy d' 0dde&» edeg 16,2u ⁷ν ακαmε⁵ρν. 13 In der Antwort auf Ismenes Botschaft ferner meint Oedipus, er habe sich in seiner Leiden- schaft im Verbältnis zu den Vergehungen viel zu hart bestraft,) während er als Rönig in Theben aufs tiefste von der vollen Congruenz der Strafe mit dem Vergehen durchdrungen ist: darum, weil seine mit Blindheit geschlagenen Augen damals nicht gesehen, was für Schande er erfahren und verübt, sollten sie in Zukunft nun auf immer des Lichtes beraubt in finstere Nacht versenkt sein und die nicht mehr sehen, die sie nie gesollt;*) die Hand, die den Vater erschlagen, schlägt sich in gerechter Vergeltung mit ewiger Blindheit, so dasz er auch im Hades augenlos erscheinen musz, denn wie könnt er dort zum Vater, den er ermordet und zur unglücklichen Mutter, an der er sich versündigt, die Augen jemals auf- schlagen 2) Auch in der kommatischen Partie sodann v. 510 ff., auf die wir gleich wieder zurückkommen werden, laszen sich solch beschönigende Stimmen hin und wieder aus Oedipus Munde vernehmen, dasz er das schlimmste„erfahren““*) nicht gethan(εmπιαιν, Od* 08⁴) und noch dazu dzw und 006» 269,G. Am auffallendsten aber tritt diesz Bestreben, sich schuldlos darzustellen, in der Erwiderung auf Kreons Rechtfertigung hervor, der sich vor Theseus auf seine Ueberzeugung beruft, dasz Athen, die dεοαmεςεoτατ μ⁴⁴νις⁵), einen Vater- mörder und Verfluchten, der mit der eigenen Mutter in heilloser Verbindung Rinder erzeugt, auf keinen Fall Aufnahme gewähren würde; das werde schon ihr Areopag nicht dulden;“) auch da) schiebt Oedipus fast wie in einer sorgfältig praemeditierten Vertheidigungsrede vor Gericht alles von sich: an sich treffe ihn keine Schande; wenn sein Vater durch Orakel- spruch erfahren, dasz er von seinem Sohne sterben werde,“) wie könne ihn ein Vorwurf treffen, der dazumal noch nicht geboren, und wenn er später dann seinen Vater im Hand- gemenge getödtet, wie könne man billiger Weise die unfreiwillig verübte That verurtei- 1) Oed. Col. 438 ff.„⁴.νκέααϊ ε⁴‿ασον τι ϑυ⁴μνν εάραρσρνυνιαα ⁴⁶οσι 116lG OAAoτν τανν τεενρνςsQj◻⁴³μαρμπμmναμεμυουνν. 2) Oed. Tyr. 1271 fl. 6⁴υeεαν νmηκ Ʒν◻αμντ⁶ ννν 00“ ol'&rαeςmy, 009 dνπαονι ερσ ναεκ‧, d⸗** Ʒν ανντε 1OιmQι⁶ιν ονς ⁴μέν ο 5de0 6+⁴ιαάς o0g d' εꝓνεοννέν od*σνυυισσιαεπαο. 5) Oed. Tyr. 1571 ff. 4) Oed. Col. 521. εᷣ ꝙνο αση⁴εασσι ⁶ ενοο, dτκάνν‿ ⁴μ̈ν dνεναν εds ioτ(nach der Verbeszerung von F. G. Schmidt in Klotz archiv XVII, p. 292) 10τvᷣy7B ⁴.ααοετον ο⁴eν(oder wie R. F. Hermann im Philol. IX, 3, p. 586 vorschlägt d' dαyοεroν 0⁴ ⁴εέ. 3) Oed. Col. 260(u. Reisig z. d. St.) 1125. 6) Oed. Col. 944 ff. 7) Oed. Col. 964 ff. J²νQκ dxcov, wie oben. 8) Vgl. Oed. Tyr. 711 ff. 14 len;) wer auf Leben und Tod angegriſſen werde, der wehre sich und frage nicht lange, ob der Angreifende etwa sein Vater sei; und was die unselige Heirat anbelange, so sei das mehr der Mutter, als seine Schmach.“ Dagegen sticht freilich der verzweiflungsvolle Sünden- schmerz im Rönig Oedipus gewaltig ab. Indeszen zweierlei ist dabei doch nicht zu über- schen, einmal, dasz es hier im Oedipus Coloneus eben darauf ankam, die endliche Erlö- sung des greisen Dulders zu motivieren,— weshalb wir ein andermal, wo wir von der Un- zulänglichkeit der Erlösungsgedanken bei unserem Dichter im Vergleich mit der Fluchem- pfindung zu sprechen gedenken, noch einmal auf diesen Punct zurückkommen werden,— sodann brechen doch selbst auch hier trotz dieser rechtfertigenden Tendenz der Tragoedie, an verschiedenen Stellen gewaltiger als alle Reflexion die alten Schrecken über die Untha- ten, die er verübt, mit erneuter Stärke hervor—„Gυνιάαοεννοοοσνςα αάτον ε σeυννεμι⁶νισεςσ να τ⁴αει³ ꝛ*μωυν τιιν‿ 2σνννμαχ᷑:᷑—οτιιν ⁷ 2α νοννοιυνμιννυνν. 6 So gleich dem Chor gegenüber, wo er den Verwegenen sucht, der sich unterstanden hat, in den unbetretenen Hain der Erinyen zu dringen; denn als jener nach des Fremdlings Geburt und Vaterland fragt,*) da treten doch die Greuel der Vergangenheit wieder lebendig vor Oedipus Seele.„Nein, nein, frage nicht, wer ich sei,“ wehrt er mit innerem Ent- setzen; und als die Roloniaten sich nicht abweisen laszen, sondern nur noch mehr in ihn eindringen, da schen wir den Seelenkampf und die Ueberwindung vor Augen, die es ihn kostet, des Laios und des Labdakidenhauses und des unglücklichen Oedipus zu gedenken.*) In gleicher Weise ertönt das doppelte weh! weh! aus seinem Munde, als etwas später(an der bereits erwähnten Stelle) der Chor das alte schlummernde Leid von neuem aufweckt!*) Trotz seiner Selbstrechtfertigung oder so zu sagen seines guten Gewiszens bangt dem Oedi- pus doch davor, den Schleier vor der schrecklichen Vergangenheit zurückzuzichen:„bei 1) Worauf sich aber fast die Worte der Electra erwidern lieszen, die diese der Rlytemnestra auf deren Zugeständnis Agamemnons Mörderin zu sein, entgegnet Eleetr. 558 απσιέαορα G τe ατιε dν r0⁴τοι ⁴⁶eο νέινοιτένταἀχo Elcον ι, str 00» duαᷣς, slre 4; 2) Oed. Col. 204 fl. 3) Oed. Col. 215 ff. ³ 14 2„⁴, T1, οmQν ενα⁴ν antwortet Oedipus auf die Frage des Chors: xiyos el ⁶ααιοιιααάαοο α ε⁴tmνε, qοet,.H.νπσεν 4) Oed. Col. 310 ff. Es ist übrigens eine sehr tiefsinnige Anlage dieser Stelle, in dem Drama, in welchem es sich um die endliche Erlösung des vielgeprüften Dulders handelte, gleichzeitig mit der(objectiven) Verrichtung der vorgeschriebenen Sühngebräuche dem zu sühnenden Greis ausdrücklich das(subjective) Gesländnis seiner doppelten Sündenthat abzunötigen, und zwar so, dasz das Bekenntnis des scbrecklicheren der beiden Vergehen vorangieng;— eine Art Beichte, deren Erust freilich durch die gleich darauf folgende selbsteigene Rechifertigung des Thäters wieder gebrochen wird. 15 deiner Gastfreundschaft beschwör ich dich, wolle nicht die unaussprechlichen ¹) Thaten auf- gedeckt haben,“ und als sich auch dieszmal der Chor nicht beschwichtigen läszt, und das nimmer aufhörende Leid näher zu vernehmen begehrt, erhebt sich der innere Rampf aufs neue; die innersten Saiten seines schuldbeladenen Herzens erbeben, und so oft ihn auch das Bewusztsein beruhigen will,„es sind ja mehr Leiden, als Thaten, die dir begegnet, du hast nur getragen, was dich getroffen, unfreiwillig und ohne Wiszen bist du hineingeraten“— die dεενινα᷑ kærœ der Mutter ist Tod für ihn zu hören,*) und die Thatsache der Geburt jener fluchbeladenen Rinder und Schwestern zugleich, aus der Mutter, die auch die Gattin ist, hat von ihren Schrecken an sich eben so wenig verloren, als der Vatermord. An die alte Wande, die er fort und fort an Leib und Seele mit sich herumträgt,) hat sich der Rranke am Ende so ziemlich gewöhat; wo aber der Chor mit seinen einschneidenden Fragen die wehe Stelle trifft, da wachen die alten Schmerzen wieder auf, freilich um bald wieder durch den Trostgedanken, dasz der dlαντοs G*0⁴) in all das Unglück unfreiwillig gekom- men, auf eine Zeit lang wenigstens zum Schweigen gebracht zu werden. Denn in diese Selbstrechtfertigung gehen allerdings auch diese unmittelbaren Ausbrüche des alten Wehes allemal über; es sollen die brauszenden Fluten, die eben mit unwiderstehlicher Gewalt den künstlichen Damm durchbrochen haben, wieder ruhig in die alten Schranken zurückgedrängt werden, und dieses Bestreben und damit der erwähnte Charakter der Reflexion wächst im Verlaufe des Stückes noch mehr. Das ist im Rönig Oedipus, wie wir gesehen haben, ganz anders. Nicht nur, dasz wiederholt die volle Congruenz der Strafe mit den Vergehen auf das bestimm- teste ausgesprochen wird; nirgends findet sich auch, wie gesagt, eine Spur davon, durch Reflexion über den Grad der Selbstverschuldung den fluchwürdigen Character der Missethaten abzuschwächen. Ja die Grösze des Sophokleischen Oedipus Tyrannos besteht eben zu nicht geringem Theile darin, dasz der unversöhnliche Gegensatz der heiligen Gesetze der sittlichen Weltordnung und des menschlichen Frevels in seiner ganzen Stärke zur Darstellung kommt. Dort oben in des Aethers Höhen, weit über die Erde er- haben, die reinen heiligen Gesetze, die nicht der Menschen sterblich Wesen erzeugt hat, hier unten auf der Erde Tiefen des Menschen Missethat; dort oben der Lichtglanz der unvergänglichen, allgültigen Satzungen, hier unten die finsteren Todesschatten der mensch- 1) So ist wol an dieser Stelle(Oed. Col. 316) zu lesen: o GAνααοι statt αε⁶νν. 2) Oed. Col. 327 fl. 10η 66 9ev, dis dxod, 0uνιια 2εέαιςον ε,ταμα fragt der Chor, und Oedipus antwortet: 10 eόηιαιοσ 1εν½ τ⁴, αἀοdειν. 3) Oed. Col. 1243 ff. Jeιπα εννανμαονe drτ 2ονεοιυασυ(⁰ ν-) dε μ5ᷣ ονσαα. 4) Oed. Col. 1482. 16 lichen Sündenthat und des Unheils in ihrem Gefolge. Bei diesem unversöhnlichen Gegen- satz aber, der zwischen dem Guten und Bösen besteht— wie ihn bekanntlich das altpersische Religionssystem zur trügerischen Annahme eines guten und bösen Princips gesteigert hat— ist es wie gesagt die böse That an sich, die den Thäter als doeννν und νυυηeνο*) unter den Fluch beschlieszt, den die Aüxi, Suνεdοα 2νε,²) als die Trägerin jener unwandelbaren Gesetze auf sein Haupt zurückfallen läszt; aεe|εαα ν τουτοι 9;*) das Wort des lebendigen Gottes:„verflucht sei wer nicht alle Worte des Gesetzes erfüllet, dasz er darnach thue“ erstreckt einen Theil seiner überall hin dringenden Wirkungen auch in ferne Heidenwelt hinein; dπωαάαππe»⁴αο dον Ʒο εᷣ*τπωαάαοαασν αἀςε‿εαν 2εαά dουdeν αναρα αν Wer in dem Bereich dieser doοeνεα und ddιrl steht, der steht eben damit unter dem göttlichen Zorn, der 56αωέκ dεαν ναυmQ⁸σ¼) Dasz indeszen diesz Bewusztsein noch himmelweit verschieden ist von der Erkenntnis des heiligen Zornes des lebendigen Gottes versteht sich auf dem Lebensgebiet der Heiden, welche die Herrlichkeit des ewigen unvergänglichen Gottes in die Aehnlichkeit der vergänglichen Creatur verwandelt haben, ganz von selbst. In ihren eigenen, viel verschlungenen Wegen, in dem Ringen ihrer menschlichen Gedanken haben sie vom lebendigen Worte Gottes losgeriszen die ursprüngliche Offenbarung nicht festhalten können; höchstens dasz hin und wieder Klänge, die in dem Innersten der Seele verborgen schlummern, aus der Tiefe sich losringen und wie unverstandene Erinnerungen in die ganz veränderte Lebensanschauung hineinklingen. Und wenn auch die menschlichen Gedanken zuweilen von diesen Lichtstralen einer uralten, nur noch in verborgenen Trüm- mern vorhandenen Weisheit, momentan und stellenweise mit vorübergehendem Lichte erhellt werden, so gehen doch diese lichten Punkte in den heidnischen Gedankenkreiszen gar bald wieder unter, um zwar an einer andern Stelle wol wieder aufzutauchen, aber eben so schnell auch wieder von den Schatten der falschen Erkenntnis verdunkelt zu werden. 1) Oed. Tyr. 1382 f. 2) Oed. Col. 1382. Oed. Tyr. 274. Antig. 431 ννοισοοσ τι⁴̈ννꝛτι Ʒεν inn. Vgl. K. F. Hero- mann Lehrb. d. gr. Staatsalterthümer§. 35, 4. 5) Oed. Tyr. 871. 4) Aj. 656. 757 fl. d„⁴αο ππμιςοωσισσα τἀ⁴e νουννταα σρμαάαα Ti=ετειιν εαάο̈εlας τπG6G ϑεαν υςπρπςαασςσα⁸ 2ααe¶ẽrOœÿ, twdτις, Gνιςι έ νϑραιιρο ρσο 91⁴αοση⁶ν εέι◻ιεαια τέι τᷣάνα ⁴ẽοοσωιπιον ρσοve?, wie eben darum Ajas dοσπεέιε dεmς Exr-,Gœασlσον, 0d œr ν ϑσιπ𗆶ςονν(Aj. 777). 17 So stark und gewaltig wie im Rönig Oedipus aber kann sich der Fluch in den ü brigen Tragödien des Sophokles der Natur der Sache nach nicht offenbaren, da die oben ange- führten Momente, die eben in Oedipus That die höchste Sündenthat erkennen laszen, vereint wenigstens nirgends mehr vorhanden sind. Verhältnismäszig am stärksten nächst dem Oedipus Tyrannos erscheint der Ausdruck der Pluchempſindung, die Schwere der Selbstanklage bei Kreon in der A ntigone. Die Unglücksthaten sind zwar nicht in dem Sinn, wie beim Rönig Oedipus eigenste Selbst- thaten des Königs; aber er hat sich doch wie Oedipus an den ungeschriebenen unverbrüch- lichen Gesetzen der Götter versündigt,“*) er ist und bleibt der Urheber des dreifachen Selbstmordes. Antigone hat sich freilich selbst die seidene Schlinge um den Hals geschlungen,“*) aber Rreon war es doch, der sie in das unterirdische Felsengemach verbannt und langsamem Tode preiszgegeben hat.“) Hämon ferner stöszt sich mit eigener Hand das Schwert in die Brust, um mit und bei der Braut zu sterben;*) aber der die Braut dem Tod geweiht, hat damit auch ihm den Todesstosz gegeben;*) Eurydike endlich ist am Hausaltar gleichfalls durch selbstmörderischen Schlag gefallen,) aber Kreon, der dem Sohn den Tod gebracht, ist darum auch an ihrem Tode schuld.“) So fällt demnach die ganze Schwere dieses drei- fachen Selbstmordes mit ihren zerstörerischen Folgen auf Rreons Haupt zurück, wenn er auch in keinem der drei Fälle selbst eigens Hand angelegt. Insofern wird also auch hier mit Recht von dem Fluch der Sündenthat und Sündens chuld die Rede sein können. Darum kann der Chor von Rreon sagen, als dieser seines Sohnes Leiche in den Armen hält, dasz er Od⁴ν d2⁴οπνοεασ ν ꝙ§ο T6νο⁶ς ε—φνέχ, α αάτς d,⁴έαμ³e³) ja Rreon selbst bezeichnet sich geradezu als den Mörder,“) und den Tod des Hämon als sein er GεναιιυνςƷυςιςέννsαμαονν uœrx, als durch seine dοεᷣouiar erfolgt,*⁰) wie er sich andererseits auch des Mords der Eurydike schuldig bekennt.“¹) Aus diesem Schuldbewusztsein angesichts der schrecklichen 1) Antig. 434 fl. 1068 fl. Darum die Warnung am Ende: I0* 0“ ε8 1*ϑενν 1 ,dν ⅜ενατεεν. 2) Antig. 1220 ff. 3) Antig. 773 ff. 4) Antig. 12535 ff. 5) Antig. 1177. ο G 08 ⁴το(se. Ilulν 610ε) AOI AviG.ς eνπ. 6) Antig. 1282 f. 1301 f. 1315 f. 7) Antig. 1312 f. giebt der Exangelos diesz ausdrücklich als Eurydikes Vorwurf gegen KRreon an 9G Alτ‿⁴ασφ—ε 700de 2deνπκνκμενυυν‿εε‿νν 00 ☚ᷣ αeο⁸σm mε 6rεοeσινο)l₃:?¹oον. 8) Antig. 1259 f. 9) Antig. 1264. ₰ arœeπςρνεαας. 10) Antig. 1262 u. gleich darauf ¶ ᷑— 2œαes, dnedνονε euαœs odds Gaο dνεεοιtaς. 11) Antig. 1319„α—mα σσ ĩεα Eremυον)1⁴έεος e„⁴. 4 18 Eriebnisse dringt denn auch der entsprechende verzweiflungsvolle Wehruf wiederholt hervor: er ist doppelt verloren,“) und schreckt vor Angst empor; wenn ihm nur einer in diesem Elend die Brust durchbohrte, denn er ist vernichtet„*) und hat keine Existenz mehr; dasz doch sein letzter Tag erschiene, das Ziel seines Lebens, das nicht mehr zu ertragen ist. Und wenn Kreon auch zuletzt wie Oedipus beteuert, dasz er nicht mit Vorsatz beide getödtet,“) der Fluch der That wird darum nicht von ihm genommen; alles bricht ihm unter den Händen zusammen und stürzt in die Tiefen des Abgrunds, vom Schlag, der nach des Sehers Teiresias Verheiszung“) auf sein Haupt gefallen, kann ihn Niemand retten. Aehnlich ists in des Dichters Trachinierinnen. Auch hier hat Deianira, wie dort Rreon, in ganz anderer Absicht gehandelt; das verhängnisvolle Gewand sollte etwas ganz anderes bewirken; aber nachdem nun einmal das giftgetränkte Rleid am Leibe des Gatten die gräszliche Zerstörung vollbracht hat, fällt der Fluch der That unabänderlich auf die Thäterin zurück. Als daher Hyllos am Schlusz der schrecklichen Schilderung von den Wir- kungen des Giftes an Herakles Leib, die Mutter als die schuldvolle Urheberin bezeichnet,*) und die strafende Gerechtigkeit, die rächende Erinys gegen sie aufruft, erkennt Deianira stillschwei- gend diesen Vorwurf an, so dasz sie endlich unter dieser Last zusammenbricht und dem Qual- gedanken an des Gatten Tod, den sie verschuldet, durch den Mord des eigenen Lebens ein Ende macht. Des Sohnes Klage, dasz er sie fälschlich als schuldig angeklagt, kommt nun zu spät. Auch Ajas weiter hat ja im Wahnsinn das Beutevieh der Achäer geschlachtet, und könnte darum, als die Wahnsinns-Schatten gewichen und die Besinnung wiedergekehrt ist, sich wol entschuldigen mit Unzurechnungsfähigkeit im Augenblick der That. Aber gerade im Gegenteil, da erst, wo er wieder zur Besinnung gekommen, fällt die ganze Wucht der That auf ihn nieder, dasz er stönend und ächzend auf den geschlachteten Thieren zusammen- sinkt, und um der That willen das Leben nicht mehr ertragen kann. Auf diese Wahn- sinnsthat weist daher in der ergreifenden Ekkyklema-Scene,*) die uns den gefallenen Helden unter den geschlachteten Thieren vor Augen stellt, Ajas zunächst als auf das entsetzliche unerträgliche Ereignis seine Salaminier hin: 70G9 1'n olov dort νιά qoui Sdνπ 2 2— 7 Gραι⁶οον νηιινεένιααι.⁷) 1) Antig. 1288. 2) Antig. 1523 10„ 00 ½ dr.α ⁴μόόιον%υνO ₃ꝑtudéνα. 5) Anlig. 1540 f. 4) Antig. 1064 fl. 5) Trachin. 807 ff. 6) Vgl. meine Scenische Analyse des Sophocleischen Dramas Ajas Mastigophoros. Hersfeld 1830. S. 21 fl. 7) Aj. 351 f. 19 Zu diesen stummen Zeugen seines Wahnsinns sollen ihn lieber seine Genoszen statt ihm die einzige Zufluchtsstätte, die ihm noch übrig bleibt, zu gewähren, gleich hinzuschlachten, dasz er auch da liege, wie die blutigen Thierleiber. Dann efst tritt natürlich als weiteres Moment des Fluchs die Ehrlosigkeit der That und der Hohn ein, der ihn ob der gewaltigen Heldenthat, am wehrlosen Beutevieh der Hellenen verübt, von den Atriden, von Odysseus und dem gesamten Heere treſfen wird. Also auch hier: die That ist geschehen; dasz Ajas wieder zur Besinnung kommt und das wahnsinnige Werk bereut, nimmt der That selbst an ihrer Schrecklichkeit nichts;) das Licht des Tages ist für ihn Nacht, die Nacht der Unterwelt sein Licht;²) der Stachel dieser unglücklichen That in ihrer ganzen Bedeutung mit allen ihren Folgen, die zu ihr gehören, drückt sich so tief in seine Seele, dasz ihm kein anderer Ausweg als der Selbstmord bleibt; mit Ehren leben ist nicht mehr möglich, so bleibt nur noch übrig mit Ehren sterben.“) Daran vermag weder der Tekmessa Klagen, noch die Sorge um des geliebten Rindes vaterlose Zukunft etwas zu ändern; und ob sich schon der Chor durch die wunderbar rätselhafte Rede des Ajas teuschen läszt, als könne nun durch die Sinnesänderung seines Herren in Zukunft wieder Alles gut gemacht werden„ für Ajas selbst ist der Fluch der That in seiner fortwirkenden, unabänderlichen Gewalt so stark, dasz sein Auge keinen anderen Rettungshafen mehr erblickt, als sich ohne Zucken und mit raschem Sprung in das unheilvolle Schwert zu stürzen. 9) Blicken wir nun noch einmal zurück, so ist es also sowol bei Oedipus, als hei Rreon, Ajas und, Deianira trotz der Verschiedenheit im Einzelnen die That an sich, deren Fluch sich an dem Thäter geltend macht; und die Stärke der Fluchempfindung wird dabei durch die Stärke der Sündenthat bedingt. Die Sündenthaten des Königs Oedi pus sind an und für sich die grösten Greuel, die auf dem Gebiete menschlicher Missethat gedacht werden können; daher ist hier die Fluchempfindung und deren Ausdruck am stärksten. Rreon in der Antigone ist in den Kreisz der schrecklichsten Verbrechen hineingezogen, und wenn er auch nicht selbst unmittelbar Hand angelegt, wie Oedipus, so liegt doch der Verwandten- mord, der Selbstmord seines Rindes, wie seiner Gattin auf seiner Seele; daher ist hier 1) Aj. 578 od„do„ενιτν όυν ταηέ νν ευμι eι ⁶μ˙ς ⁊ευενν. 2) Aj. 594„τοσ ενιόν σἀ⁴os. 5) Aj. 479 f. 22* ½α‿‿ς ην αeς εευννεναι ννede Tor. la Beziehung auf den Selbst- mord zeigt sich bekanntlich bei den Griechen, wie bei den Römern eine völlige Abschwächung des sittlichen Bewusztseins; ihnen gilt der Selbstmord unter Umständen nicht nur als erlaubt, sondern geradezu als geboten: vetus est, ubi non sis qui fueris, non esse cur velis vivere(Cie. ad Fam. VIII. 5), während wir darin die bittere Frucht des Abfalls von Gott und der ebenso widergöttlichen als feigen Desperation zu erkennen haben. 4) Aj. 853 G‿eσςμςμφαςστς ναά αeꝛπ⁊χᷣα ονπυ⁶eενέασε. 20 zwar die Fluchempfindung etwas schwächer, aber doch noch stark genug, um an Oedipus verzweiflungsvolle Ausbrüche anzustreifen. Gattenmord fällt auch der Deianira in den Trachinierinnen zur Last, wenn auch wieder nicht mit eigner Hand verübt, doch so, dasz ihre Hand dabei im Spiele ist; das genügt, sie die Schwere ihrer fluchbeladenen That in dem Grade empfinden zu laszen, dasz sie sich das Leben nimmt. Ajas endlich hat zwar Meuchelmord beabsichtigt, aber im Wahnsinn anstatt an seinen verhaszten Gegnern, sich am Beutevieh des Heers vergriffen, doch auch hier ist die Fluchempfindung über die That, die Männermord sein soll und es nicht ist, im KAjas so stark, dasz sie zur Selbstvernichtung seines Lebens führt. Sehr verschieden ist die Situation im Philoktet. Der Fluch erweist sich zwar auch am Helden dieses Dramas; nur ist es hier nicht der Fluch der eigenen Sündenthat, sondern einer von auszen an ihn herangekommenen und in ihn eingedrungenen That, so zu sagen der Fluch des Natternbiszes, der seine zerstörenden Kräfte fort und fort dem unglücklichen Manne durch die Adern jagt. Daher tritt uns in dem genannten Drama eben hauptsächlich die furchtbare Energie dieses alle Fasern des Leibes durchwülenden Giftes vor Augen, das seine Wirkung in den herzzerreiszenden Wehhklagen des leidenden offenbart. Insofern hat Pbiloktet Aehn- lichkeit mit Herakles in den Trachinierinnen, den auch das vom Tod bereitete und den Tod bringende Gift*) aufreibt. Auch ist es bei beiden der Zorn der Göttin, der den dunkelen Hintergrund zu dem persönlichen Leiden bildet; aber sowie dieser nirgends sichthar her- vortritt, ebenso sind die Fäden, die diesen göttlichen Zorn mit der Schuld des gestraften verbinden, im Philoktet unseren Blicken entzogen, und das unterscheidet eben in der frag- lichen Beziehung den Philoktet von allen übrigen der uns noch erhaltenen Dramen des Dichters. Die Elektra endlich hat das eigentümliche, dasz die beiden, welche des Gattenmor- des Fluch, durch den Sohn der Mörderin und des gemordeten vollzogen,) trifft, von den Stricken des Verderbens so rasch und unvorbereitet überfallen werden, dasz in dem Augen- plicke, wo sie der Grösze ihrer Missethat und des Fluches, der auf ihr ruht, hätten inne werden können, bereits der Todesstreich erfolgt, der ihnen das Bewusztsein raubt. Beide sind die verblendeten und als solche werden sie hier, ohne Zeit zum Erwachen zu finden von dem plötzlichen gewaltsamen Tode dahingerafft. Darin liegt gerade für dieses Drama ein groszer Theil seiner bedeutenden tragischen Wirkung.— Wie das letzte Gericht durch den, 1) Trachin. 833 f. 2) Wie Orest ins Haus tritt, geht die rächende Erinys mit: 9Gσ ⁴ἀοι⁴ι—Hυἀοι⁴ετιιων υρd]teyo uτα⁶σοσ τμας ν vOP odr &ρασαανινι xe(Electr. 1586 ff.). 21 dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, auch kommen wird wie der zuckende Blitzstral, der durch die Wolken fährt, so tragen von diesem Endgericht alle Strafgerichte überhaupt dieses ihr eigentümliches Wesen an sich, dasz sie über die sicheren Sünder, wenn die Frist zur Umkehr abgelaufen ist, mit unabwendhbarer Schnelligkeit hereinbrechen. Auch diese Erfahrung von der Thatsache des plötzlichen Hereinbrechens der Strafe hat Sophokles festgchalten, auf dieselbe Weise und innerhalb derselben Schranken, wie er vom mächtigen Rückschlag des verletzten Gesetzes auf den verletzenden Thäter weisz und von dem Fluche, der diesen darum trifft. Und eben diese Erkenntnis von dem zwar innerlich immer geängstigten, aber dennoch in falscher Sicherheit verblendeten Missethäter, der das Schwert nicht sieht, das schon zum rächenden Todesstreiche gegen ihn gezückt ist, hat Sophokles mit groszer Warheit und dichterischer Lebendigkeit in der Elektra an den Tag gelegt; ja hierauf beruht die ganze künstlerische Anlage der Tragödie in ihrem Anfang, Fortgang und Ende wesentlich. Mit dem Beginn des Drama erhebt sich die drohende Wetterwolke und weicht nicht cher, als bis sie sich entladen und den tötenden Blit=*) auf Klytemnestras und Aegisthos Haupt gesendet; dann erst ist die Luft wieder rein, wie diesz auch der Chor in den bekannten Schluszversen ausspricht: 10 Gπεςιοι Gtοεμαιςι eς ααάον —0ν ε&ενυνιεέμεο⁵αςιεμ⁴ςις εεπηανεις 11 vν ⁶⁴ιαό ττιεαισέν.*) Mitten inne, von den Stricken des Verderbens schon umschlungen, steht Rlytemnestra, allerdings trotz des glücklichen Gelingens ihrer Plane unruhig und wie von dunkelen Ahnungen gequält. Es ist das Blut des ermordeten Gatten, das um Rache schreit;*) es sind die Seelen der ermordeten, die als Rachegeister im Wachen und Schlafe sie umgeben,*) und die Furcht vor Erfüllung der alten Verheiszung,*) die ihr doch keine Ruhe läszt. Daneben nun die Tochter im Hause, deren ganze Seele von Abscheu und Rlage um des Vaters Mord und die 1) Denwm wie der Chor sagt 824 fl. πτ ννιόαιόυνννυιι 12demς nν ϑφ2‿ēεεωινν ος, d 1ννν 89σνρννεα 2εενμιοιυσσνεέάηο⁹. 2) Electr. 1508 ff. 3) Electr. 1418 fl. 2400ονꝙ dοat Ʒ⁴σσρ o ν⁴ές πασ τďιαενοο. Aαε⁵ον do αda drsεονσ νννπτα⁴ναι 0Ol Aα Hαανeν es. 4) Electr. 644 ff. 780 ff. Qν οε uενκνς I.νον ο⁹τ 2„ μι‿νοασς 6 εμέι σπσει⁴εμεμιυό ι⁶ιe ανſ Q τμωοστσσιτιν 0dros duν‿e νꝙ αdν ⁴ᷣς αυονινμεννν. Vgl. Xen. Cyr. VIII. 7. 18. zcl de zdν ενα αμαά⁴ᷣeνμνιν Poxds dτπ εετενοασαστe loug 10 ⁶⁴ νουςι τοοςσ lμιιιι⁶ινυοιιι ειμ⁴ε⁴αα‿⁵οωιιασ, Oν d Taααναουν τνσ νοσdοςα εμσπμοοοι. 53) Electr. 293. ff. Vgl. Hom. Od. a 40,„ 506 ff. 22 Mörder erfüllt ist, die so zu sagen als lebendiges strafendes Gewiszen den Thätern täglich vor Augen tritt(und darum auch die eigentliche treibende Seele des ganzen Stücks ist, das von ihr den Namen führt); Elektra, die nicht müde wird, den anklagenden Jammer immer von neuem in des Vaters Palast vor den Ohren der jetzigen Besitzer zu erheben, ¹) und die unterirdischen Götter, den Fluch selbst und die hehren Erinyen zur Rache des Mordes auf- ruft.*) Aber trotz alle dem bleibt Rlytemnestra mit ihrem verbrecherischen Buhlen völlig sicher, Aegisthos auf Agamemnons Thron, mit dem Rönigsgewand des ermordeten beklei- det,*) und mit der Gattin des erschlagenen verbunden, opfernd am Altar, an dem der heimkehrende Agamemnon getödtet ward; Rlytemnestra ohne Furcht vor der rächenden Erinys, den Tag feiernd, an dem sie den Gatten ermordet, mit Reigentänzen und Dank- opfern für die erwünschte Rettung. Die Regungen des Gewiszens, wo sie einmal aufsteigen in dem betäubten Herzen„werden durch die rechtfertigenden Gedanken beschwichtigt,) dasz sie recht gethan, und um das geschehene sich nicht zu betrüben brauche. Und als sie nun gar die trügerische Runde von Orestes Tod erhalten, steht dem zukünftigen, ungetrübten Glück nichts mehr im Wege. Da aber gerade zieht sich das dunkele Wetter über ihrem IIaupte zum Todesschlag zusammen. In dem Moment, wo Rlytemnestra das Haus von Mördern erfüllt sieht,-) wird sie auch erbarmungslos zu Boden geschlagen;) und ebenso bittet Aegisthos bei der schrecklichen Ueberraschung vergebens um die Vergünstigung, zu Orestes nur ein Wort noch zu reden;) ohne Zögern musz er in Todesangst und zitternden Schrittes zu der Mordstätte des Agamemnon folgen, die nun in gerechter Vergeltung zu seiner eigenen Richtstätte wird. Bei der Sophokleischen Darstellung des Fluchs, der auf der Sündenthat lastet, ist jedoch noch eins zu beachten. Das starke Bewusztsein von der Schwere dieses Fluchs ist bei Sophokles(wie in noch höherem Masze bei dem groszen Meister, der ihm vorangieng, Aeschylos) getragen von der Erkenntnis des Fluches, der ein ganzes Geschlecht erfaszt und nicht eher abläszt, bis er seine dämonische Macht auch an dem letzten Gliede des Hauses ausgeübt hat. In dieser Beziehung ist es bekanntlich des Dichters Antigone, die uns ein solches unaufhaltsames Fortwirken des Fluches bis an das äuszerste Ende vor die Seele führt. —OO;———ę—C—COQOQ—OQOCOC——C—C———C—C—C—⸗—ℳ— 1) Electr. 109. 2) Electr. 112. Vgl. 209. 779. 5) Electr. 267 4) Electr. 315 ff. 3) Eleetr. 1405. 6) Electr. 1411. 7) Electr. 1482. 23 Wie beim Meeressturm der brauszende Orkan die Woge erfaszt und mit Sturmesheulen Welle auf Welle gejagt, durch die schäumenden Wogen hinunter in die Tiefe dringt und aus dem dunkeln Meeresgrund den aufgewülten Sand ans Ufer wirft, dasz rings von der gewaltigen Brandung die Gestade erdröhnen: so wütet der Fluch, wenn er einmal das Haus eines sterblichen ergriffen, von Geschlecht zu Geschlecht, Weh häufend auf Weh, unaufhaltsam weiter stürmend fort, bis auf dem untersten Grund das letzte Glied des Hauses getroffen ist, und unter den erschütternden Schlägen auch das nahverwandte Hlaus erbebt.) So hat bekanntlich Sophokles in dem vielgeprieszenen Chorlied der Antigone diese fortwir- kende Gewalt des Fluches geschildert; und so mächtig hat ihn in diesem Moment die Gewalt dieser Thatsache ergriffen, dass er sogar das ganze Leben der sterblichen aller Orten (Heτα☚ιανν Ʒοοο τάαοις) im Gegensatz gegen den hellen Glanz des Göttersitzes und des Zeus, der in ewiger Jugend auf den heiteren Höhen des Olympos thront, unter der Gewalt dieses Fluches erblickt. Ein ähnlicher Ton ist in dem Chorlied im Oedipus Coloneus 1211 ff. angeschlagen: nie geboren zu sein ist das allerbeste; ist man aber geboren, schnell wieder dahin zu gehen, woher man gekommen, das zweitbeste; denn das Leben ist voll Leid, von-allen Seiten, wie das stürmische Gestade unaufhörlich von der Brandung gepeitscht wird, stürmt der nimmer weichende, ewig begleitende Fluch von allen Himmels- gegenden auf den unglücklichen ein; und von derselben Anschauung aus äuszert der Chor zur Antigone, als sie ihrer Strafe entgegengeht*) T.τσσςσ⁶ι εμle⁷ν˙ειςι τυ ⁴|ςων wie andererseits Antigone selbst sowol in dem gleichnamigen Drama gleich von vorn herein das Bewusztsein ausspricht, dasz Zeus des Vaters Unheil bis auf den letzten Rest an ihnen schon vollzogen habe und noch vollziehen werde,) als auch im Oedipus Coloneus 1671 ausdrücklich als des Unglücks Ursache das παιπανG Ʒνμάντονιανα angiebt, und Polynices) seine Vertreibung der Erinys des Vaters zuschreibt. Es ist der eherne Tritt der Erinyen,*) der Fluch, der durch das Unglückshaus von Vater auf Sohn, von Generation zu Generation furchtbaren Schrittes unaufhaltsam weiter schreitet,) bis die Strafe vollzogen ist; des Vaters und der Mutter Fluch, der nach des Sehers erfüllter Verheiszung den unheilsvollen Sohn doppeltgeiszelnd aus dem Lande trieb„bis er nach langem Irrsal in dem Hain der Eumeniden 1) Antig. 582 ff. 2) Antig. 856. 5) Antig. 2 ff. 4) Oed. Col. 1299. 3) Electr. 491„αᷣναουςσ Fouwvdg. 6) Oed. Tyr. 418. dεινσιαιαοωυασ dο.. 24 Ruhe fand;) es sind die doναo τᷣ 1d‿ν⁴⁶αν⁶ν οαα Tnα‿‿ φιυη⁶ ν Qννννάαά‿ rirtrorra, die auf Antigones Haupt treffen, 06 i dααςσε νέκνειαν‿ ⁶νοσο, d* SOetrrer 9ενν½ τς ⁶ 27& 1604„, ²) die rdα έϋνοοι σς⁴οα, die anfangs die Söhne des Oedipus trieb, die Herschaft dem Rreon zu überlaszen,*) des Tartaros Gruνον TArO 692908, von Oedipus selbst in seinem Fluche, den er gegen Polynices ausspricht, also genannt:*) wie in der Elektra die ⁴σατeα IIé²onοs innelc und des Myrtilos Ermordung dem gesamten Hause, das in schwerer Rrankheit dar- niederliegt,“) keine Ruhe läszt, bis alles vollendet ist;⁰) denn— so musz es Aegisthos in seiner Frage am Ende selbst gestehen—— 8 8 21 1 7 2— 7 T6⁴ τ νντόαν2Qόαα εαόέονιιτα Ie1O0αρ ²αeνα; —. 2 1 4 8 1— 21„— 11.‿ αἀηρέꝓση ννε ν σεένν ĩ6ev Es ist als wenn nicht nur von dem einen Wort, das den Gesetzesübertreter trifft: ver- flucht sei, wer nicht alle diese Worte erfüllet, dasz er sie thue, sondern auch von dem andern Wort des lebendigen Gottes, der da heimsucht der Väter Missethat an den Rindern bis ins dritte und vierte Glied“) ein heller Schein in die Seelen einzelner aus dem hellenischen Volke hineinleuchte, dergestalt, dasz die Erfahrung der Thatsache wenigstens da ist, wenn gleich die Beziehung auf Goft den Hlerrn, den heiligen und gerechten ebensowol, wie die auf Gottes Gnade und Barmherzigkeit begreiflicher Weise fehlen müszen. Weit entfernt aber, dasz dieses Bewusztsein eines höheren über die Freiheit des Thäters hinausgchenden Zusammenhangs das Gefül des Fluches schwächte, wurde es vielmehr erst dadurch auf das äuszerste gesteigert, dasz um so tiefer und erschütternder die Wehhklage aus dem Herzen dringt, je lebhafter dieser Gesamtfluch des Geschlechtes vor die Seele tritt. Gerade mit der Erinnerung des Chors, dasz Antigone des Vaters Schuld auszu- büszen habe;,“) erregt er ihr das tiefste Weh, dasz sie mitverschlungen sei in des Vaters viel- 1) Oed. Tyr. 412. ,ℛ ασαασε 4/τ06 8 1⁸ 2.πσ G dο⁴. 2) Antig. 594 f. 3) Oed. Col. 369. Vgl. 396 wo Theseus auf die Versicherung des Oedipus rνααπσ Oyεν detνα 7009 deυds 2uαᷣd mit der Frage antwortet: 7) wi 1αα 8ℳ⁴σh0˙O εέν 0eis; 4) Oed. Col. 1590. 5) Electr. 1070. 6) Electr. 315 ff. 0*τν mmππω ε⁄σωꝛĩKd⸗ 1000“ oOxoο το³αιαονοοο dæi. 7) Wie es in ihrer Weise lsmene der Schwester warnend vorhält(Antig. 49 ff.). Vgl. auch unter andern Her. I. 91 K0O?*οςσν ϑε πμαιιιπνμιοο YOννέοο ⁴ειμσει⁴dα e&εεινπμνσε. Theogn. v. 178, der gleich- falls geradezu von einem dε αα⁵ d τινιτνεμν TGArOG„ spricht. 8) Antig. 856. 25 berufenes Jammerlosz und das gesamte Unheil des Labdakidenhauses. Daher ihre verzweifelte Rlage: d6 αασεσάσͥ νμνινd ναά . 4. 04 7) 1‿ ε1 Aνπονν̈ ννν 2.2νσ.Hτ ι σιι⁴ς ο 14εειο⁴eς, 0lν εꝓeν ποωσινιι‿ τασααα̃οννπ εmρσ νν oς 00sᷣ οαος, dyναναεν d 2„ον mμαέετιοισνο εeρ⁶μα. ¹) In gleicher Weise fährt es dem Oedipus im KRolonos jedesmal, wo er nicht gerade in ver- standesmäsziger Selbstrechtfertigung begriffen ist, wie mit Schwertes Schärfe durch die Seele, wenn er des Fluches, der auf dem Labdakidenhause ruht und seines eigenen unauflösz- lichen Zusammenhanges mit demselben gedenkt. Ehen diesz Gefül des Gefangenseins in gewaltigen Banden ist es, das die Fluchempfindung nicht mildert, sondern vielmehr steigert, wenn auch hin und wieder einmal die nüchterne Verstandesreflexion die Schrecken derselben wegzudeuten versucht. Eben so wenig liegt in der nah verwandten Erkenntnis des Fluchs der That als einer söttlichen Schickung und eines darum unvermeidlichen Schlages irgend eine Erleichterung der Fluchempfindung. Rreons Leid wird warlich nicht durch den Gedan- ken gehoben, dasz ein Gott ihm mit schwerer Last aufs Haupt geschlagen und ihn in die wilden Bahnen der Selbstverblendung gestoszen,*) und dasz Ajas von der Göttin Athene in den Wahnsinn gestürzt ist,*) dasz dieser sein Wahnsinn sich also als eine'ele„6008*) eine mXnpi, 2ν*εο ³) und drr 000.mi⁹ααη) kerausstellt, das vermag ihm so wenig Trost zu geben, dasz vielmehr das Gefül seines Elends noch dadurch bis zur Verzweiflung gesteigert wird.:) So ist demnach die gewaltige Thatsache sowol von dem Forterben des Fluches der Sündenthat von den Eltern auf die Rinder, sodasz diese mitzubüszen haben, was jene verbrochen, als auch von der Ansteckung dessen, der in die fluchbeladene Gemeinschaft tritt, wie Rassandra in des Atreus gottverhasztes Haus, dem Griechen nicht verborgen geblieben; und insofern ist diese heidnische Erkenntnis über die Oberflächlichkeit eines modernen Atomismus weit erhaben. 3 Dennoch aber dürfen auch hier die Schranken nicht verkannt werden, die dieser Er- kenntnis sowol nach ihrem Umfang als nach ihrem Inhalt gezogen sind. So wenig sich der 1) Autig. 862 fl. 2) Antig. 1273. 3) Aj. 59 f. 450 ff. 636 401ννςι ϑ1μαα dεκααςν 757 diag A9 ⁴eιαχς 1m νινς. 952 f. 4) Aj. 186. 611 Aiα— Hel dαeε S⁶νναά̈dοs. 5) Aj. 157. 279 Q0,¶ν0hůõo. 6) Aj. 196. 7) Aj. 1011 α⁴⁴ μ ᷑ d*αμαα ⁶ες 0469910& dialget. z. J. Vgl. 457 69 νις½ 2σαά⁴σ Ʒεοσ³ς 6½9αοονιεα 6 26 Grieche auf dem physischen Gebiete in seinen Rosmogenieen zu dem Himmel und Erde um- faszenden Universalismus zu erheben vermag, der in der Schöpfungslehre der heiligen Schrift in ihren ersten Worten geoffenbart ist, ebensowenig ist er im Stande, jene ethische Thatsache in ihrer über das Gesamtgeschlecht der ganzen Menschheit sich erstreckenden Allgemeinheit und Bedeutung zu erfaszen. Wol wiszen alle von des sterblichen Menschen Elend und seinem armen hinfälligen Wesen. Von Homers Rlage an über die drτσναο und de³ο* 9001⁰( 197, N569), denen von den Göttern das Losz geworden Sdeuνυν αeν νμμέ̈οις (Q 526) denn 06»„ dεκόννεοον αάς τρμεσε e[ν‿μμοο (6 130) und 00 1⁴ε νἀις τ Qππ⁶ εςοσμιω 01⁸◻ νοοεω ⁵⁵–ς (P 446) ⁴eυ υν ⁷σσαα ε„αεαeν ει τveter ze 201 Eoet, geht dieses Weh über den traurigen Zustand des irdischen Menschenlebens durch fast alle Dichter des griechischen Volkes hindurch und findet auch einen besonders lebendigen Aus- druck bei unserem Dichter. So klagt(um nur einiges anzuführen)“) der Chor durch Oedipus erschütterndes Beispiel belehrt: im 0. T. 1186 ff. 0„eνεα 6 0070„ 608 d1ς ⁷σασ εα‿ 2 1 6 8 8⁴σας„αο⁵ιιιμμ, und vom Schicksal des unglücklichen Philoktet bewegt im Phil. 177 d⁴οσσα να ν„ 901060*. Odysseus musz beim Anblick des in Wahnsinnsnacht versunkenen Ajas bekennen: Aj. 125 60„Aoor μ³·‧ 0ddeν a ο In- 610dν ο⁶ οο τ,ειν 0νρ⁵σ vοσυηι⁴e, wie es auch in den Fragmenten(765 u. 150 Ahrens) ganz allgemein heiszt: ³ ϑά νιυν ι τ³ 2 1&ααάχᷣμμι πQ ,ĩ? vos 60 00„&0,ℳ⁴έι TI Gx⁴Mς ε⁴ισ⁶εεις 6 ᷑ πε 9000„„ Gναντοισ⁶νέεέν und ν˙0τ&01 τ⁹εον ι⁴αm2Qα σmάι 10„0ν nach dem bekannten noch stärkeren Pindarischen: Sr⁴emεέοσε τα ‿ τιςιεαν⁴α•ς 0α ϑ os(Pyth. VIII. 135 f. 95 f. Dissen) pulvis et umbra sumus(Hor. od. IV. 7. 16), oder nach dem ähnlichen Aeschyleischen Fragment bei Stob. XCIII. 49 über der sterblichen Menschen vergängliche Tagesgedanken 10 7⁴ο ϑεέοννσmσχριιιιινε ρνν ᷣ 0ε vl πυ⁶στ⁹⁶σντ⁹ο⁶⁶⁵ενναμάονmιν‿2αάmeα σνι³ sie sind 0„ε‿έἀιιν εᷣιοι—⁴μυοσσρ(Aesch. Prom. 449 f.) 1) Vgl. Lübker Soph. Th. u. Eth. 2. H. p. 4 ff. vr . 2 27 Daher ist Unglück und Leiden das allgemeine Losz des menschlichen Geschlechts: 1.νν αο e1πν τe 24 rrol*κι⁴οιιιεε τ ⁴εαεν π αάς εeεᷣrᷣddαοdν ⁶υοασα‿s. ¹ ASiyers roi⁶ dzous ermahnen die Roloniaten das nach des Vaters Tode nun ganz verfaszene Schwesterpaar Ismene und Antigone, 2c*ααμννρꝙ⁴m⁷ι ³‿ςαςα‿ιμιμοο ⁶ε⁴εεμ⁴) ähnlich wie die Trachinierinnen die gramvolle Deianira trösten: drdνννπα mmπναďει 0 ³ π⁴ετα ταειυν εαοεο 6rερααeᷣ deα̈οιmς KOOl„. ³) Ohne Leid ist Niemand, wer am wenigsten zu leiden hat, der ist der glücklichste;“) denn nur den Göttern ists vergönnt, ohne Leiden zu leben und nur in Zeus Gärten ist Glück- seligkeit zu finden.*) Scheint aber einmal ein Mensch glücklich zu sein, warte erst das Ende ab: 2 1erime, ud E, π0ν reᷣεuτναακν ⁶eν ³⁹) oder wie dis Ietzten Worte im Oedipus Tyrannos lauten: dGε Sννντνν νeνιν⁷— 11706 11elr οννε⁴έν 1ιμα oν iον νπηένέο⁴νον 1α⁷²ευνσ εινεν ιαιαμισ.) * HRei diesem traurigen Charakter des menschlichen Daseins ist langes Leben nichts als verlän- 27 * 2* A e gerles Leiden,“) und thöricht ist darum, wer sich überlanges Leben wünscht; die langen Tage 1) Fragm. 321 Ahrens. 2) Oed. Col. 1722. 5) Trach. 126 ff. 4) Fragm. 597. Ahrens νιμοναο αεο ddeis ³ν ꝓ&χέσ εeα 1αν⁴ οιαο. Fragm. 566 10 d ε⁴τυν⁸εννα ⁴derν d⁴ο⁸ννμσαάαι ⁶ονπον εατιν ⁶νιαυσα ντ 20νααις ⁵να. 5) Fragm. 105(766) ol„⁴o ϑεέναας ν πν¶ mᷣĩς drνεν νταἀα. Fragm. 550„ fldòs rro dοο‿ςσσσα μνον ειdανοωνας ⁶νον⁸. 6) Fragm. 317. T 7) Vgl. Fragm. 241 0l TO, or Ʒ⁴ τππνααςσοντοε οα τιναά‿ε 6„⁶οοσ*ςσ, 1/GÖO1 αeωQν)QRς‿mꝛς¹⁶ι ios dενειεεοαορ τι‿εντσm πέoν r„αο εοωιμν 2αανεde 2⁴ νεe 2οανν IT6ναιπαιουιιοων ⁶οωπ ⁶‿eαάανοο εμαάη ddoνς orceα uεrao*h ²α ϑoες dosn z⁴⁶e. 8) Fragm. 19 09dey„d⁴ο οο ooν ννm1τro¹*) Sor. 28 häufen Schmerz auf Schmerz, der Freuden aber bringen sie wenige;) ja man musz es am Ende bekennen: 1% Oαν αι³αωτα ο⁹ς 1⁴„ονν ⁴⁶ dν mσQe qœxvn Hiα ενϑεέν ũρε αεο*νκν, τοðν⁹ deuτεοον,e dν½οινιονα²) So stark aber immerhin diesz Bewusztsein von dem Elend des menschlichen Lebens ist, so spricht sich doch hierbei wenigstens die Erkenntnis, dasz all der Jammer des gesamten Menschengeschlechts eine Folge der Sünde sei, nirgends aus. Es ist vielmehr nur der unverholen wiedergegebene Eindruck, den der sterblichen irdisches Leben auf jeden unbefangenen Beobachter machen musz, ihr vergängliches dem zeitlichen Wechsel unter- worfenes blühen und verblühen, dem fallenden Laub des Baumes gleich— r„ 1*&ι Yever, roli de zal G2„⁴ο⁶ρε οςονς 2⁴σιστινν ⁵οιοσι(Hom. II. Z 145. 146 ff.)— ihre sorgen- volle kümmerliche Existenz voll Krankheit und Not, insbesondere das hülflose Greisenalter in seiner Rraftlosigkeit,*) gegenüber den ewig sorglos dahinlebenden„nimmer alternden, Göt- tern.“) Und um so schmerzlicher muszte diese traurige Warnehmung das Herz des Hellenen durchdringen, je sicherer sie wuszten, dasz sie von den heiteren Wohuungen ihrer Götter auf ewig geschieden seien. Ihre Zukunft ist nur ein Schattenreich, in das kein Stral von des Olympos Höhen hinabreicht. Darum sind sie doch eigentlich ein Volk ohne Zukunft und die glänzenden Sterne der seligen Verheiszung, die mit ihrem wunderbaren Licht die Erden- tage des Volkes Gottes- erleuchten, glänzen an ihrem Himmel nicht. Das eine wiszen sie wol und haben Warheitsgefül genug, es auch offen zu bekennen:„Ein Mensch ist in seinem Leben wie Grasz, er blühet wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr;“ den Inhalt dieser beiden Verse des 103 Psalms haben sie tagtäglich erlebt;— aber das andere, was in demselben Psalm unmittelbar darauf folgt, und ein Licht aus der Höhe die Todesnacht erleuchtet:„die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerech- 1) Oed. Col. 1211 ff 51G 100 71460 ν0G 100νςG IONει rod uεοεονπμαμ̈sς 66νν,eάαέσ⁶έσανς σαιBνα⁴eʃ‿σνν εν 2*εαε εαιι‿⁴αννοοσ dνσναι ετ‿. 2) Oed. Col. 1225 ff. wie schon der Dichter der Eyα„149. 174 ff. sich wünscht; nach Athen. III. 97 ein allgemeiner Spruch der riechischen Weisen(Vgl. Theo n. 345). 8- 8 8 8 3) Vgl. besonders das Gedicht des Mimnernos in Stob. Floril. 98, 13 rs&ꝙ z T⁴α quer Tu*υμμη ςνο ςο.αοοσ νι⁴2. Alles vermag der Mensch zu bewältligen, nur niecht den Tod (Autig. 352 fl.). 4) Oed. Col. 607 ff. 40„ v ꝓlyverct 4 7„ εαοσ pς OUre aœνοσάσνειε 7101⁸ 2 dυννκ πααϑνννσ 5„ rU ιαƷ Tel rν παάꝓρνοασν 2τινο „.... 2 4 1 6.—— Vgl. Antig. 603 fl. Es sind die ααμαατιοσα 9ε* Oeε Sdvreg. 29 tigkeit auf Rindeskind, bei denen die seinen Bund halten, und gedenken an seine Gebote dasz sie darnach thun’— dieser gewaltige, warhaftige Trost des ewigen Lebens, der das Herz mitten in den Schauern des Todes dennoch felsenfest und freudig macht, ist ihnen fern geblieben, bis auch ihnen der Morgenstern aufgegangen und die frohe Botschaft von der erschienenen Gnade in das Dunkel dieses zeitlichen Lebens Licht gebracht hat;— ganz ähnlich wie auch das Heidentum wol die erste Hälfte des zweiten Verses der Genesis in ihrem Chaos, der rudis indigestaque moles, behalten hat; aber von der zweiten Hälfte desselben Verses:„und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser“ wiszen sie nichts. Als Fluch der Sündenthat erscheint das vorhandene Unheil nur in dem beschränk- ten Bereich einzelner so zu sagen tragischer Familien oder Häuser. Von der ganzen vollen Warheit die aus Gott kommt, dasz nämlich dν§ν⁶ςσσeσρσαεον dαriα 218 T0 26 α.α ν ei[,1,9e„l* ϑα 1⁷ε dνμεαςν ⁴ ι£ςεαμοο α οdεαυς ic dννιασςι:ϑσιmCον—ςα 6 Sνœτs du⁵ev, sg, dyreg Juαoro“(Rom. 5. 12. 18. 19) ist es ein einzelner Funke, der seinen hellen Schimmer über einen kleinen Rreisz verbreitet. Der Fluch der Sündenthat wird von dem ν0, über den er sich in Warheit erstreckt, auf den Mikrokosmos eines Geschlechts, wie das rνmπονν ϑςμαμ IIe10100D,*) das Pelopiden- oder Labdakidenhaus beschränkt. Die einzelnen Glieder dieses Mikrokosmos bilden von dem fluchbeladenen Ahnherrn bis herab auf die letzten Nachkommen desselben ein zusammenhängendes Ganze, sodasz in der Sündenthat jenes ersten gewiszermaszen schon der Fluch aller andern Glieder desselben Hauses, die durch eine Blutsgemeinschaft-) verbunden sind, beschloszen liegt und Ring an Ring sich reiht. Innerhalb dieses ſluchdurchzogenen Mikrokosmos ferner ist es zunächst wieder nicht die todbringende Macht der duααεμ⁴α, der Verletzung des ganzen Gesetzes als solcher, die ihre zerstörerischen Wirkungen durch eines Hauses Glieder treibt, sondern nur das fortwirkende Unheil einer Hau Dtsünde gegen ein Gebot der zweiten Tafel, der Fluch der Mordthat und Blutschuld, der fort und fort um Rache schreit; die d⁶ενι Srijozovres sind es, deren sich die Geνυα Sεν Tν‿⁶e EoOuvues bis zur endlichen Vollziehung der letzten Strafe annehmen.“) Diese Sündenthat der Väter und was mit ihr zusam- menhängt wird heimgesucht an den Rindern bis ins dritte und vierte Glied; sie übt ihre dämonische α‿eiα über das ganze Unglücksh aus. Und mit dieser Beschränkung des Umfangs jener Erkenntnis ist auch eine nicht zu über- sehende Beschränkung des Inhalts derselben in dem antiken Heidentum verbunden. Dasz die Fluchempfindung wesentlich nur der verzweiflungsvolle Schmerz über die Folgen der 1) Soph. Electr. v. 10. Vgl. Hor. carm. I. G. 8 saeva Pelopis domus. 2) Aesch. Prom. 59 10 Geν‿αꝓενες τοι ϑetνςν. 5) Soph. Electr. v. 112 f. 30 Sündenthat sei, wie man wol behauptet hat, über die Schande und Schmach, in die der Thäter geraten, über die zerstörte Existenz und das unabsehbare Elend, in das er verfallen, ist nach dem, was wir bisher in den Sophokleischen Tragödien beobachtet haben, entschieden unrichtig. Das nächste und mächtigste Weh, das die Seele erfaszt, ist freilich der Schmerz über das durch die Sündenthat verursachte Unglück,¹) über die auf immer vernichtete Freude und Ehre des Lebens, über die gänzliche, unheilbare Zerstörung, die nun vor Augen liegt. Aber in diesem wenn auch noch so tiefen Leid über die äuszeren Folgen der Sündenthat geht doch aller Seelenschmerz nicht auf, so dasz diesz der einzige Inhalt desselben wüäre. Es dringen auch noch andere Schmerzens- stacheln in das Herz. Um es hier noch einmal zusammenzufaszen: die„6νμοο ιυννέοdes treten auch mit vor die Seele und die uner trägliche Schwere des Fluches wird als Folge der Uebertretung dieser höheren Ordnungen empfunden; die T.Aααο diνν, uνεο⁸ Zus,*) die dπαιπαοαiινοσ und Gεέευ ʒSizn,,*) und odοαe⁵ 9ι*v' zeigt ihr unveränderliches strenges Angesicht, und des Unglücks Last erscheint als Strafe für die d30⁸, die in frevelhafter Eigenmacht die Schranken überschreitet und das Gesetz mit Füszen tritt; d⁴⁴ε ρι⁴˙εσασον G.νεναι Aizi, νεα wie Solon in der bekannten Elegie(bei Dem. de fals. leg. p. 421 Rsk.) v. 13 über seine Zeitgenoszen klagt.) Oder der Gedanke an die irgendwie beleidigte Gottheit selbst*) steigt in der Seele auf, und das segenwärtige Unglück in seinem ganzen Verlauf wird zugleich von der Gottheit, die ihre ⁵α‿οςαα εsπ νιε also offenbart, als Schlag“)— gleichsam als vergeltender und zurückdrängender Gegenschlag gegen die menschliche 6rrενσαοα— uncd als deic„6008*) 1) Wie diesz unter andern der Exangelos im Oed. Tyr. 1282 ausspricht: 0 ι¶ᷣłραμα⁴ααες ν ονmςs„ ⁴σοσε ε⁴ε̈ν 671808 deεααοςν ν ε vIde r⁴αορσ Grεeεαικνμςσ, τ, dαοs, lοmνιν, 2αυ³α dν ευι πἀντον§ν⁴⁶ετν d⁶eν 2ονꝙ εια. 2) Oed. Col. 1381. Vgl. Eur. Med. 764 G Zed Aiun e Zurò Hiou ze mς. 5) Dem. adv. Aristog. 11 L„ d*τιαρατννQ Q⁊ä Geεουνν Siæ Oogeds.αοἀ τωιν ꝙταωι αdς ϑ⁶νυοω⁷ T*ση mεαρνμέννννπανια τ 2νν dϑορννς ⁵ε†⁵ρ Sie kommt, wie der Chor die Elektra tröstet 9εαι σεοσ̈να Qηιοσσνιἀ⁶ε,)(El. 473 f.) und mit ihr die IMlνναοιει Hοιννιςε, die Vollzieherin ihrer Befehle(El. 491). 4) Electr. 1064 Vgl. Eur. Med. 208 9eοslurer*ꝗ%‿⁶ιαα νσοωοισάόσστι⁴ν 2'⁷ς dοzνieꝝ νέν 5) Antig. 855 ff. Vgl. Aesch. Ag. 585. Eum. 339. 6) Aj. 172 fl. 7) Aj. 137. 279. 738 fl. 0„⁴ Eσσ ανννννπα σσρααια HπQαπτειιν 6αο˙έαας 1μ⁵ dεέν ϑ⁶οσ O.εςεαας— 6011 deνορρσ᷑ερμον Tνασι εαειἀοτν Ʒέρρεετα—υ ꝛα dνϑισπ, qovel. 8) Aj. 172 fl. 183. Electr. 1382 f., wo Electra zu Apollo betet: 2l deεον*‿μασισοσ rdππιτειιμι 11¹ duςοεέαςα ς ⁶οαυοονιταα sol. 31 erkannt, und dabei fehlt auch das Moment der Fluchempfindung nicht und schärft nicht wenig ihren Stachel, dasz es eine starke Hand ist, die den übermenschlichen Schlag mit dämonischer Macht auf das Haupt des Thäters führt.*) Nur in den Selbstrechtfertigungs versuchen des Oedipus im Rolonos kommt es vor, dasz die Erinnerung an den alten Groll der Götter gegen das Labdakidenhaus so zu sagen das Gewiszen des Oedipus erleichtert, statt zu beschweren. Da*) antwortet nämlich Oedipus auf die Vorwürfe, die ihm Rreon in Gegenwart des Theseus gemacht:„mit verbrecherischer Absicht habe er nichts gethan; was seine Person, sein eigenes Selbst, seinen eigenen Willen anlange, so könne ihn kein Vorwurf irgend einer Sünde treffen; wenn er dennoch in eine solche Tiefe des Unglücks Seraten; so werde der Grund davon wol bei den Göttern gesucht werden müszen, die von Alters her vielleicht wer weisz welchen Groll gegen das Geschlecht des Laios gehegt.“ Indessen wenn auch anderwäris viel tiefer und warhaftiger die eigne ö½ des Menschen als der Beweggrund erkannt wird„ der den Zorn der Gottheit veranlaszt und Zeus rächenden Blitzstral, re 2ioòs doονοαασννʒm herabruft, so ist doch darum, wie wir bereits mehrmals angedeutet haben, der Inhalt dieses Bewusztseins mit der Erkenntnis der vollen Warheit auf dem Lichtge- biet der Offenbarung keineswegs etwa völlig gleich zu achten; und es ist unseres Erachtens ein ganz verkehrtes, wenn auch noch so gut gemeintes Bemühen(wie es meist in dem Rinkschen Buch: die Religion der Hellenen und zum Theil wenigstens auch in den Lasaulxschen Abhand- lungen zum Vorschein kommt) dieheidnische Auschauung hier mit der christlichen zu identificieren. Wol sind die angeführten Stellen in ihrem Zusammenhange klare Zeugnisse, womit auch die Hei- den beweisen 1 ενυκν ν⁴αμο FOαmeστένν ουν ꝙτάἀχ‿ς ταοεας εκτιιν εμναόχτμοοοσν ⁴τιυνν τυν⁸ Gονέμ⁴⁶ναεμ 7⁴ ε⁴μεειασε ‿ι⁶ν τιιν¶q2τ⁊⁰νν 2.ινποοοdντιιυν τἀα tοο̈—νοιυνιέ̈νυν(Rom. 2. 13); wol hat jene Erkenntnis des göttlichen Zorns über die verletzten Gesetze für das hellenische Heidentum in gewisser Bezichung eine ähnliche pädagogische Bedeutung, wie das Gesetz des Alten Bundes im Allgemeinen, ein-rιαιαέeμ⁴σςοεςι μυοσοσν⁶ν zu sein; aber darum waltet doch noch ein groszer Unterschied zwischen beiden Seiten ob und es darf die Rluft nicht willkürlich 2— 4,..* 2 7„—„ 8 2 5 35 1. 1) So klagt Ajas, der eben 0G 2ετ dνοσάισιωοm—mw'ecs doreoy* 9eds exναωσ ινοσν(Aj. 773 f.) . 1 5„ 6 3 2„ 2727 1474——— 2 6 X— wiederholt 401.221⁴α mO ˖ 1I0 d12 αϊ mϑες 04ε⁹⁴οω αæςεε, 450 v ας ⁷οονσναυυινις *„„„ y„. 8 4 2 3„ 44*— G ασ⁶σοο ϑε— 201y.(Vgl. 952 10ναε Vnsᷣ 1 dεέινι ϑς HLældds goredet izac..) 2) Oed. Col 964 ff., wo die charakteristischen Worte lauten: 7εννονν(⁷νπ os„⁴ας ννροντν ρsoον, rdν eν νι τμυνεloναν eis„eνος α Srrε ετα αάτ⁴e ν ν d eν εςενεσοιςα εέιι⁴ο G„„ 1„44 2 1. Gεόςμ⁵αμς ⁶τνέμι⁴³oς ο⁴eν, νν Ʒτο 7„„ 1* 6 2 6 7 7&* 8 εαάν⁶σντ τς ϑ σμαάςοιτιαμαμυον 8) Electr. 1063. 32 verdeckt werden, die auch hier Offenbarung von heidnischer Anschauung scheidet. Mögen auch einzelne Aeuszerungen aus dem hellenischen Lebenskreisz in überraschender Weise mit dem Wort der Offenbarung übereinstimmen; es kommt doch vor allem auf den geistigen Zusammenhang, auf die gesamte Weltanschauung an, in der jene stehen. Da aber diese in ihrem ganzen Umfang und Inhalt wesentlich durch die Gotteserkenntnis bedingt ist, so leuchtet bei der Grundverschiedenheit dieser auf beiden Gebieten von selbst ein, dasz auch die einzelne und besondere Erscheinung, von der wir reden, hier in einem anderen Lichte steht, als dort. Denn, um gleich den Hauptpunkt hervor zu heben, auf der Seite der Offenbarung ist das ganze Gesetz das Wort des heiligen Gottes selbst, die Rede seines Mundes, des Heiligen in Israel, auf der Seite des Heidentums ist das(innerhalb einer Gemeinschaft geltende) Gesetz Meυπωυν αε ϑρσαάαν tε 2α d.ακααιν) die„0 1ʃN dνοαο schweben als im Aether geborene Ideen neben oder über den Göttern, und ihre Trägerin die himmlische Themis oder Dike w Gνοσ᷑ ⁶ιeνο⁶ε εα Viyνυ&νμανα mλμο⁴ ε&dνναι εσ IO0νmταμαας„40 2rrοτσοιοέκ,²) thront neben Zeus. Es ist hier im Grunde dieselbe Ver- kehrung, die den Schöpfer unter das Geschöpf stellt, und in den Theogonieen die Götter aus der Welt entstehen läszt. Eben so erscheinen auch jene höheren Rechtsordnungen nicht als Ausflusz göttlichen Willens, von diesem nach göttlicher Machtvollkommenheit gesetzt, sondern vielmehr als selbständige Wesen neben und über den Göttern, diese selbst unter ihre Macht beugend. Ein Zusammenhang zwischen den Göttern und diesen Gesetzen besteht allerdings insofern, als die Götter ihre Unverletzbarkeit anerkennen und deshalb die Strafe anordnen und vollzichen, die den Uebertreter trifft; aber damit ist doch das Geset⸗ noch lange nicht als Ausdruck des heiligen Gotteswillens selbst erkannt. Als solcher hätte das Gesetz nur aufgefaszt und verstanden werden können, wenn eben in die Gottesferne, in der die Griechen wie alle Heiden standen, das Offenbarungslicht des heiligen Gottes selbst gedrungen wäre. S0 lange aber die undurchdringliche Scheidewand gezogen war, die aller Heiden Seelen von der verborgenen Herrlichkeit des lebendigen Gottes scheidet, so lange konnte es begreiflicher Weise auch zu jener vollen Gesetzeserkenntnis nicht kommen, die eben durch die rechte Gotteserkenntnis bedingt ist. Daher kann auch in dem fluchbeladenen Gemüte des Gesetzesübertreters von einem Tuπέςσασααι εααάαα ϑειν, trotz der unleugbaren Bezie- hung auf die Götter, natürlich nicht die Rede sein.„An Dir allein habe ich gesündigt 1) So in dem bekannten Pindarischen Fragment, dessen Plato im Gorgias p. 484 B und Herodot III 58 gedenken, freilich eigentlich nur nach der despotischen Gewalt, durch welche der 10Gαι% das was bei dem einen Volke Recht sei, bei dem andern zum Unrecht mache und umgekehrt(Böckh Pind. Opp. II, 2 p. 642). 2) Wie Solon in der oben angeführten Elegie v. 14 u. 15 die Alzy schildert. 33 und übel vor Dir gethan, auf dasz Dua Recht behaltest in Deinen Worten“, der tiefe Schrei konnte ebensowenig aus eines Heiden Herzen empordringen, als der die Wolken durchbrechende Hülferuf:„errette mich von den Blutschulden Gott, der du mein Gott und HIeiland bist, dasz meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.“ Denn in das Angesicht des heiligen Goftes und seines verzehrenden Feuers wird die Sündenthat ni cht gestellt; nur die Lichtgestalten der personificierten Gerechtigkeit und ihrer Wächter stralen in der Höhe, und die mächtigen Wirkungen der verletzten Gottheit machen sich in dämonischer Stärke fühl- bar. Es ist am Ende doch nur eine 10 1οο ꝛ⁴oανο, die ihre Todesschatten in die Seele des Thäters wirft, wenn auch der Bereich dieses ⸗⁴ονμ bis zum Aether, zu des Olympos Höhen sich erweitert. Erst als sich auch die Hellenen durch das freimachende Wort des Evangeliums hinwandten 100 10„ 90 ½ 1emπ 2υν*⁴⁴αμιυ dουσ⁵εedetν 9ε 80 νμι τᷣααά m⁷⁹η, wie der Apostel Paulus der aus der Nacht des Heidentums in das gnadenreiche Licht des Sohnes Gottes erhobenen Gemeinde zu Thessalonice bezeugt, kam auch des Gesetzes und des Fluches volle Offenbarung zu ihnen, und so lehrtesie wie uns noch heut zu Tag das ewige Wort der Warheit die Zeugnisse aus des eigenen Volkes Vergangenheit in ihrer wahreu Gestalt erkennen. Schulnachrichten. J. Lehrverfassung Während des Schuljahrs von Ostern 1855 bis dahin 1856. Prima. (Ordinarius: der Directo r.) Griechische Sprache. Homers Ilias, Buch VII— XII, 1 Stunde wöchentlich(im Sommer und An- fang Winters Director Dr. Piderit, hernach Gymnasiallehrer Casselmann). Sophocles Ajas im S., Elektra im W 2 St. w.(Dir. Dr. Piderit). Thucydides, B. I. 1— 45., 68— 78 im S. 2 St. w.(Dr. Deuschle). Plalos Apologie u. Crito im W. 2 St. w.(anfangs Dir. Dr. Piderit, hernach GL. Casselmann). Scripla n. Pranke u. nach Dictaten, 1 St. w.(im S. Dr. Deuschle, im W. anfangs Dir. Dr. Piderit, hernach GL.. Casselmann). Daneben cursorisch Herodot B. V, 24— 45. 49— 52, 335— 57, 62— 95(GL. Casselman n). Lateinische Sprache. Horalius Episteln I. 1— 12, II, 1 im S., Satiren B. I, 1, 5, 4, 9, 10 II, 1, 2 im W. 3 St. w.(Dr. Gies, während der Rrankheit dieses Lebrers GPracticant Schel 1). Cicero de oratore II, 76— HI 2zu Ende; später cursorisch die Rede pro Milone(Dir. Dr. Piderit). Tacitus Annalen B. 1— 11, 41, 5 St. w.(Dr. Gies). Daneben von Zeit zu Zeit mit Cicero abwechselnd freie Aufsätze(Dir. Dr. Piderit). Scripla n. Seyffert(Dr. Gies, zuletzt Dir. Dr. Piderit). Deutsche Sprache. Grammatik n. Vilmar im S., Nibelungenlied im W., Declawationsübungen und Aufsaätze, 3 St w.(Dr. Vilma r). Französische Sprache. Scribe le verre d'eau u. Lamartine Gedichte m. A. Wiederholung der Grammatik u. Uebersetznng deutscher Uebungsstücke, 2 St. w.(Dr. Su chier). Hebräische Sprache. Grammatik nach Thiersch. Erklärung von Stücken aus Brückners Lesebuch, 2 St. w.(Pfarrer Fuch s). Religionslehre. Symbolik im S.ö Geschichte des Reiches Gottes im A. B. im W., 2 St. w.(Dir. Dr. Piderit). Weltgeschichte. Geschichte des Altertums, 2 St. w.(im S. u. z. Anfang Winters GPracticant Spangen berg, hbernach Dir. Dr. Piderit). Physik. Lehre von den mechanischen Eigenschaften der Rörper(n. Roppe Absechn. 1— IV) im S., vom Magnetismus u. der Eleectricität(n. Roppe Absch. VI u. VII) 2 St. w.(Dr. Lotz). 35 Mathematik. Arithmetik: Wiederholung der Arithmetik u. die Gleichungen des 2. Grades im S., Rettenbrüche, Gleichungen u. Aufgaben d. unbestimmten Analysis u. Auflösung algebraischer Aufgaben Ohm§. 50— 54. 84 a. Heis§. 77 u. 79.§. 85. 86 u. 100. 2 St. w.(Dr. Lotz). Geomelrie, Wie- derholung und Anwendung der Trigonometrie u. Uebungen im Auflösen geometrischer Constructions- aufgaben. 2 St. w.(Dr. Lotz). Secunda. (Ordinarius: im S. Dr. Deuschle, im W. anfangs Dr. Gies, hernach GL. Casselmann.) Griechische Sprache. Homers Odyssee B. XXII— XXIV im S., B. V— VIII im W., 2 St. w. (Dir. Dr. Piderit). Xenophons Hellenica B. III u. IV, 2 St. w. Grammatik n. Rühner§. 305— 347 u. Scripla n. Franke(im S. Dr. Deuschle, im W. anfangs GPracticant Schell, hernach GL. Cas- selmann). Lateinische Sprache. Virgils Aeneide B. VI u. VII zum Theil. 2 St. w.(im S. u. anfangs W. Dr. Gie s). Livius B. I— II 30, 4 St. w.(im S. Dr. Deuschle, im W. anfangs Dr. Gies, hernach GL. Casselmann). Daneben cursorisch Cicero de imperio Cn. Pompeii(GL. Casselmann). Gram- matik n. F. Schultz§. 405— 468 u. Seripta n. Dictaten, 3 St. w.(im S. Dr. Deuschle, im W. anfangs Dr. Gies, hernach GL. Casselman n). Deutsche Sprache. Lesen u. Erklärung deutscher Gedichte n. Ph. Wackernagels Auswahl deutscher Gedichle, Declamationsübungen u. Aufsätze, 2 St. w.(Dr. Vilm ar). Französische Sprache. Waftard et Fulgence le voyage à Dieppe im S., Racine Esther im W. Grammatik u. Exercitien n. Rnebel Syntax C. V— VIII, 2 St. w.(Dr. Suchier). Religionslehre. Erklärung des Evangeliums Johannes im S., des Römerbriefs im W., 2 St. w. (Dir. Dr. Pideri t). Weltgeschichte. Geschichte des Mittelalters 2. Hälfte, n. Pütz, 2 St. w.(im S. und anfangs W. GPraclicant Spangenberg, hernach Dr. Vilmar). Geographie. Die normannischen u. britischen Reiche. Wiederholung der germanischen Staaten. Deutsche Völkerkunde. Russland u. das Slawentum im S. Die romanischen u. griechischen Staaten im W. n. Roon 5. Lehrstufe§. 39— 74. 2 St. w.(Dr. Dommerich). Naturgeschichte. Botanik: die Organe der Pflanzen u. ihre Verrichtungen, Pflanzenmetamorphose, das natürliche u. künstliche Pflanzensystem, im S. 2 St. w.(Dr. Dommerich). Mathematik. Arithmetik: die Potenzen, Wurzeln und Logarithmen n. Ohm§. 27— 35, 65— 78, Heis§. 34— 59, inshesondere§ 36— 59 im S. Die Gleichungen des 1. Grads, Ohm§. 78— 84, 101— 112. Heis§. 60. 61. 63. 63 u. 67, 2 St. w.(Dr. Lotz). Geometrie: Uebungen im Beweisen von Lehrsätzen u. im Auflösen geometrischer Constructionsaufgaben, und die analylische Trigonometrie, Ohm§. 172— 189 im S., die ebene Trigonometrie u. Berechnung ebener Dreiecke im W. Ohm§. 190 — 196. 2 St. w.(Dr. Lotz). 36 Tertia. (Ordinarius: Dr. Vilm ar.) Griechische Sprache. Homers Odyssee B. II, 260— IV, 129, 2 St. w.(Dr. Vilm ar). Jenophons Anabasis B. I, 1. 2. II, I— 4. Grammatik n. Rühner§. 118— 143. u. Scripta n. Franke. 2 St, w.(GPrae- ticant Sch ell). Lateinische Sprache. Ovids Metamorphosen, verschiedene Stücke n. d. Auswahl von Siebelis. 2 St. w.(Dr. Gies, eine Zeit lang Dr. Vilmar u. Dr. Suchier). Caesar de bello Civ. B. I— III, 3 St. w. Grammuatik n. Schultz C. 44—34, Scripta n. Spiess, u. Extemporalien n. Dictaten.(Dr. Vilmar). Deutsche Sprache. Lesen u. Auswendiglernen n. Ph. Wackernagels Lesebuch 3. Th. u. Aufsätze, 2 St. w.(Dr. Suchier). Französische Sprache. Grammatik n. Rnebel: Wiederholung der Formenlehre§. 1— 61, mit Thémes aus Höchsten. Ahn Lesebnch II. Th. 4 u. 5, im S. 2 St. w.(GPracticant Schell). Syntax n. Rnebel, das wichtigste aus Cap. I, Il u. III. Ahn Lesebuch: poetische Stücke 1— 24, 2 St. w. (Dr. Suchigr). Religionslehre. Erklärung des A. Testaments: die Psalmen u. das Buch Hiob im S., die prophe- tischen Bücher im W. 2 St. w.(Dr. Vilmar). Weltgeschichte. Geschichte des Altertums 2. Hälfte n. Pütz. 2 St. w.(im S. u. Anfang W. GPracticant S bangenberg, hernach Gpracticant Sch ell). 3 Geographie. Afrika, Asien, Australien, Amerika u. Vergleichung aller Erdtheile, im S. 2. 0. Europa im W. 2. Q. n. Roon 1. 2. u. 5. Lehrstufe, 4 St. w.(Dr. Dom merich). Naturgeschichte. Mineralogie u. Botanik(Beschreibung u. Vergleichung einzelner Mineralien u. Pflanzen, und Zusammenstellung derselben nach Klassen, Ordnungen u. Familien. Natürliches Pflanzen- system) n. Burmeister, im S. 1. O., Beschreibung u. Vergleichung einzelner Thiere u. Zusammenstellung derselben n. Rlassen, Oordnungen u. Familien, n. Gabriel 1. Curs. 5 Lehrst., im W. 1. 0. 4 St. w. (Dr. Dommerich). Mathematik. Arithmefik- die vier ersten Rechenoperationen mit allgemeinen Zahlzeichen u. das wichtigste vom Potenzieren(Ohm§. 1— 26,§. 27 u. 50). Heis§. 1— 26 im S., Uebung im Rechnen mit algebraischen Summen, die Proportionen u. ibre Anwendungen, Ohm,§. 26 a§. 101— 110 u. Dies- terweg 2. Th. 2 St. w.(Dr. Lotz). Geometrie, die Linien u. die Winkel, die Beziehungen zwischen Seiten u. Winkel bei Dreiecken u. Vierecken, Ohm Cap. I u. II§ 113— 150 im S., die Hülfslinien im Dreieck, namentlich die parallelen, Vergleichung der Flächenräume geradliniger Figuren, Ohm Cap. III u. IV§. 130— 142 im W. 2 St. w.(Dr. Lotz). Quarta. (Ordinarius: Pfarrer extr. Fu ch s). Griechische Sprache. Grammatik n. KRühner Elementargr.§. 70— 116, nebst schriftlichen Uebungen. Daneben Elementarbuch v. Schmidt u. Wensch S. 25— 45, 4 St. w.(im S. Dr. Deuschle, im W. GPracticant Mäüller). Lateinische Sprache. Cornelius Nepos: Conon, Thrasybulus, Dion, Timotheus, Datames, Epaminon- das, Pelopidas, Timoleon, Hamilcar, Phocion. Grammatik n. F. Schultz kl. lat. Sprachlehre§. 189— 290. Seripta n. Spies, 9 St. w.(Pfarrer Fuch s). 37 Deutsche Sprache. Lesen und Auswendiglernen nach Ph. Wackernagels Lesebuch u. Aufsätze, 2 St. w.(im S. Dr. Suchier, im W. GPracticant Müller). Französische Sprache. Grammalik n. Rnebel: Formenlehre u. schriftliche Uebungen. Lectüre aus Ahns Lesebuch 1 Th., 2 St. w.(Dr. Suchier). Religionslehre. Erklärung der 5 Hauptstücke des Ratechismus u. Memorieren einer Anzahl evan- gelischer Rirchenlieder, 2 St. w.(Pfarrer Fuch s). Weltgeschichte. Chronologische Uebersicht der allgemeinen Weltgeschichte n. Schäfers Tabellen, 2 St. w.(Dr. Suchier). Geographie. Europa, besonders Deutschland u. Rurhessen im S. 2. Q., Afrika, Asien, Australien u. Amerika im W. 2 OQ., nach des Lehrers eigenem Lehrbuch S. 86— 164, 4 St. w.(Dr. Dommerich). Naturgeschichte. Beschreibung einzelner Mineralien und Pflanzen und Zusammenstellung derselben nach Rlassen und Ordnungen(Linnéisches Pflanzensystem) n. Burmeister im S. 1. Q. Beschreibung und Vergleichung einzelner Thiere u. Zusammenstellung derselben nach Rlassen und Ordnungen n. Gabriel 1. Curs. 2 Lehrst. im W. 1. Q., 4 St. w.(Dr. Dommerich). Mathematik. Arithmelix. Wiederholung des Bruchrechnens, Regel de Tri n. Diesterweg 1. Th. §. 57 u. 58 im S. Decimalbruchrechnen nebst Uebungen im Auflösen arithmetischer Rechenaufgaben n. Diesterweg§. 39— 48 im W., 2 St. w. Geometrie: Geometrische Formenlehre. Uebungen im Schliessen und Bilden des geometrischen Beweises im W., 2 St. w.(Dr. L. ot z). Schönschreiben. 2 St. w.(Lehrer Zimmermann). OQuinta. (Ordinarius: Gymnasialpracticant Schel!. Griechiche Sprache. Grammatik nach Rühner Elementargr.§. 1— 82, 2 St. w. Daneben Elemen- tarbuch v. Schmidt u. Wensch(im S. u. Anfang Winters Dr. Suchier, nachher GLehrer Casselmann). Lateinische Sprache. Grammalik n. Schultz kl. lat. Sprachlehre(Wiederholung der Formenlehre u. Einübung der wichtigsten syntaktischen Regeln). Elementarbuch v. Schmidt, 10 St. w.(GPrae- ticant Sch ell). Deutsche Sprache. Lesen und Auswendiglernen n. Ph. Wackernagels Lesebuch und Aufsätze, 4 St. w.(GbPracticant Sch ell). Religionslehre. Biblische Geschichte des N. Testaments u. Memorieren einer Anzahl evangelischer Rirchenlieder, 2 St. w.(Pfarrer Fuchs). Weltgeschichte. Erzählungen a. d. mittleren u. neueren Geschichte n. Seemanns Leitfaden(Dr. Suchier). Geographie. Allgemeine physische und politische Erdkunde. Geopraphie der Oceane im S., Europa, besonders Deutschland und Rurhessen im W. 2. OQ., nach des Lehrers eigenem Lehrbuche S. 1— 120, 4 St. w.(Dr. Dommerich). Naturgeschichte im S. mit der Geographie verbunden(Geographie der Produete); im W. 1. 0. Beschreibung u. Vergleichung einzelner Thiere und Zusammenstellung derselben n. Rlassen n. Gabriel 1. Curs. 1 Lehrst., 4 St. w.(Dr. Dommerich). Mathematik. Wiederholung der Rechnungen mit benannten ganzen Zahlen. Bruchrechnen bis zu den vier Species, Diesterweg 1. Th.§. 22— 27 im S. Die vier Species mit gebrochenen benannten u. 9 38 unbenannten Zablen. Uebungen im Auflösen arithmet. Aufgaben, Diesterweg§. 28— 52, 3 St. w. (Dr. Lotz). Schönschreiben mit Sexta combiniert 4 St. w.(Lehrer Zimmermann). Sexta. (Ordinarius: im S. und zu Anfang W. Gymnasialpracticant S pangenberg, hernach Gymnasialpractica at Müller). Lateinische Sprache. Grammatift- Formenlehre n. Schultz kl. lat. Sprachlehre. Elementarbuch von Schmidt, 10 St. w.(im S. u. zu Anfang W. Gbracticant Spangenberg, hernach GPracticant Müller). Deutsche Sprache. Lesen u. Auswendiglernen nach Ph. Wackernagels Lesebuch, orthographische Uebungen u. Aufsätze, 4 St. w.(im S. u. zu Anfang W. GPracticant Spangenberg, hernach Dr. Suchier). Religionslehre. Biblische Geschichte des A. T. und Memorieren einer Anzahl evangelischer Rirchen- lieder, 2 St. w.(Dr. Vilmar). Weltgeschichte. Erzählungen aus der alten Geschichte, 2 St. w.(im S. Dr. Suchier, im W. GPracticant Müller).. Geopraphie. Allgemeine geographische Vorbegriffe. Uebersicht der Erdtheile und Oceane im S. 2. Q., Europa, besonders Deutschland u. Kurhessen im W. 2. OQ., nach des Lehrers eigenem Lehrbuche S. 1— 120, 4 St. w.(Dr. Dommerich). Naturgeschichte. Beschreibung einzelner Mineralien u. Pflanzen, im S. 1. O.; Beschreibung u. Ver- gleichung einzelner Thiere im W. 1. O., n. Gabriel I. Curs. I. Lehrst. 4 St. w.(Dr. Dommerich). Mathematik. Resolutions- u. Reductionsübungen u. die vier Rechenoperationen mit benannten gan- zen Zahlen, nach Diesterweg 1. Th. Absch. VII— XII. 5 St. w.(Lehrer Zimmermann). Schönschreiben mit Quinta combiniert, 4 St. w.(Lebrer Zimmermann). Gesang, der evangelische Choralgesang nach dem deutschen evangelischen Rirchen-Gesanghbuche, 4 St. w.(Gesanglehrer Lucan). Leibesübungen(vorzugsweise der drei unteren RKlassen) im Sommer an 2 Wochentagen je 2 St. (Turnlehrer Pelissie r). II. Chronik des Gymnasiums. Der Cursus des Schuljahres 185 ⅞6 begann am 16. April 1835. Am 20. August fand die Feier des Geburtstages Sr. Röniglichen Hoheit des Rurfürsten in der Aula des Gymnasiums Statt. Die Festrede über Landgraf Heinrich II. den Eisernen hielt Dr. O. Vilmar. In Folge allerhöchster Entschliessung vom 5. September wurde durch Rescript Rurfürstlichen Mi- nisteriums des Innern vom 6. September 1833 der Candidat des Gymnasiallehramts Adolph Müller als Practicant bei dem hiesigen Gymnasium zugelaszen. Derselbe ist geboren am 25. April 1833 zu Hers- feld, besuchte von Ostern 1842 bis Michaelis 1830 das Gymnasium zu Hersfeld, sodann von Michaelis 1850 bis Michaelis 1834 die Universiläten zu Göttingen und Marburg, und trat seinen Vorbereitungs- 39 djenst am hiesigen Gymnasium mit dem Beginn des Wintersemesters am 8. October an. Vom 19. November an wurde ihm nach dem Abgange des beauftragten Lehrers F. Spangenberg(siche unten), fär den eia alsbaldiger Ersatz nicht gewäbrt werden konnte, einstweilen das Ordinariat der Sexta übertragen. Am 17. und 18. September 1833 fand die gewöhnliche halbjährige nicht öffentliche Prüfung der Schüler Statt. Die Lectionen des Wintersemesters begannen am 9. October. Wäahrend der zweiten Hälfte desselben war Dr. Gies durch Rrankheit an der Verschung seines Amtes verhindert. Durch Beschlusz Rurfärstlichen Ministeriums des Innern vom 29. September 1833 wurde der be- auftragte Lehrer Dr. Julius Deuschle seinem Ansuchen gemäsz aus dem Vorbereitungsdienste entlasz en und von den ihm seit dem 19. Juni 1832 übertragenen dienstlichen Functionen am Gymnasium entbunden. Dieser so begabte Lehrer, an dem das Gymnasium einen sehr empfindlichen Verlust erlitt, verliesz seine biesige Stellung kurz nach dem Sehlusze des Sommersemesters, um sogleich als ordentlicher Lehrer an das Pädagogium Unserer Lieben Frauen zu Magdebucg, an dem er mit einem Jahresgehalt von 700 Thalern angestellt ist, überzugehen. Durch allerhöchstes Rescript vom 20. October 18353(milgetheilt durch Beschlusz Rurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 29. October 1833) wurde der ordentliche Lehrer am Gymnasium zu Cassel Ludwig Cusselmann in gleicher Eigenschaft an das hiesige Gymnasium versetzt. Derselbe begann seine hiesigen amtiichen Functionen am 5. Novembee 1833. Durch allerhöchstes Rescript vom 2. November 1855 wurde der Gymnasialpracticant Friedrich Spangenberg provisorisch zum Hülfslehrer am Gymnasium zu Cassel ernannt. Derselbe hatte am hie- sigen Gymnasium seinen Vorbereitungsdienst im Juni 1848 begonnen und sodann seit dem Winterhalb- jahr 185% auftragsweise eine Lebrerstelle versehen. Er sebied aus seinen hiesigen Functionen am 12. November 1833. III. Statistische Ubersicht. A. Lehrer. Das Lehrerpersonal des Gymnasiums hat gegenwärlig folgenden Bestand- Director: Dr. Karl Wilhelm Piderit, Ordinarius von Prima. Ordentliche Hauptlehrer: Dr. Ferdinand Dommerich. Edaard Jung(ausser Function*]). Dr. Theodor Gies. Dr. Heinrich Hasselbach(ausser Function*). Dr. Johann Friedrich Lolz. Luduig Casselmann, Ordinarius von Secunda. Hülfslehrer: Dr. Reinhard Saschier. 3 *] Vgl. Progr. des hies. Gymn. v. 1855 S. 27 u. v. 1833 S. 41. 40 Beauftragte Lehrer: Dr. Ollo Vilmar, Ordinarius von Tertia. Pfarrer Karl Friedrich Fuchs, Ordinarius von Quarta. GPraclicant Nicolaus Schell, Ordinarius von Quinta. Practicant: Adolf Müller, Ordinarius von Sexta. Ausserordentliche Lehrer: Kaspar Zimmermann, Schreiblehrer. Heinrich Lucan, Gesanglehrer. Jean Benedict Pelissier, einstweilen beauftragter Turnlehrer. B. Schüler. Am Schlusse des Schuljahrs 1834— 33 betrug die Schülerzahl 80, von denen noch vor dem Be- ginn der Lectionen des Sommersemesters 1 aus Secunda und 1 aus Quarta, beide um sich dem RKauf- mannsstande zu widmen, das Gymnasium verliessen. Neu aufgenommen wurden zu Anfang des Sommer- semesters 18 und in der Mitte desselben noch 1, sodasz also in der Zeit im Ganzen 97 bzw. 96 Schü- ler das Gymnasium besuchten und zwar 12 die Prima, 15 die Secunda, 26 die Tertia, 22 die Quarta, 10 die Quinta(von deuen jedoch im 2. Quartab 1 zu anderweiter Ausbildung abgieng) und 12 die Sexta. Mit dem Schlusse des Sommersemesters wurde mit dem Zeugnis der Reife als gut vorbereitet zur Universität entlassen der Primaner: Eduard Hopfer de l'Orme aus Hanau, 18 Jahr alt, 10 Jahr im Gymnasium, 2 Jahr in Prima; studiert Jurisprudenz. Ohne den Cursus vollendet zu haben, ging 1 aus Secunda ab, um sich dem Raufmannsstande zu widmen. Zu Anfang des Wintersemesters traten in das Gymnasium 3 Schüler ein, sodasz sich demnach beim Beginn dieses Halbjahrs die Schülerzahl auf 99 belief, 12 in Prima, 13 in Secunda, 23 in Tertia, 22 in Quarta, 10 in Quinta, 14 in Sexta. Von diesen verliessen im Laufe des Winters das Gymnasium 1 aus Prima um sich privatim fortzubilden, und 1 aus Quinta um auf die Realschule überzugehen; 1 aus Quarta wurde ausgewiesen. Dagegen traten zu Anfang des 2. Quartals noch 2 Schüler, einer in Secunda, der andere in Tertia ein. Am Schlusse des Schuljahrs beträgt daher die Zahl der Schüler des Gymnasiums 98, von welchen 11 der Prima, 16 der Secunda, 26 der Tertia, 22 der Quarta, 9der Quinta und 14 der Sexta angehören. Mit dem Schlusse des Semesters werden mit Maturitätszeugnissen zur Universität entlassen werden die Primaner: 1) Johann Ernst Franz Heinrich Lothar Folz aus Meerholz, 19 ⅛ Jahr alt, 4 ½ Jahr im Gym- nasium, 2 Jahr in Prima; wird Jurisprudenz studieren; 2) Luduig August Dietrich Soldan aus Mänchhausen, RKreis Marburg, 20 Jahr alt(früher Schü- ler des Gymnasiums zu Marburg und zwar 1 ½ Jahr lang der Prima derselben), 1 Jahr im Gymnasium, 1 Jahr in Prima; wird Mediein studieren. Von diesen beiden Abiturienten erhielt der erstere das Prädicat gut vorbereitet, der andere das Prädicat ziemlich gut vorbereitet. 41 IWV. Ordnung der öffentlichen Prüfung. Montag den 17. Merz. Vormittags 8 Uhr Choralgesang(D. E. Kirchengesanghuch Nr. 30 Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld V. 1— 4.) Von 8 ½¼— 10 Uhr Prüfung der PRIMA. Geschichte des Reiches Gottes. Plato. Mathematik. Cicero. Von 10— 12 Uhr Prüfung der SECUNDA. Weltgeschichte. Xenophon. Mathematik. Livius. Nachmittags von 2— 4 Uhr Prüfung der TERTIA. Weltgeschichte. Homer. Mathematik. Caesar. Dienstag den 18. Merz. Vormittags von 8— 9 ½ Uhr Prüfung der CUARTA. Weltgeschichte. Cornelius Nepos. Geographie. Von 9 ½— II Uhr Prüfung der GUINTA. Weltgeschichte. Lateinisch. Geographie. Von II— 12 Uhr Prüfung der SEXTA. Lateinisch. Weltgeschichte. Nachmittags von 3 Uhr an. Choralgesang(D. E. Rirchengesangbuch Nr. 52 0 Haupt voll Blut und Wunden V. 1— 5). Gesang. Valedictionsrede des Abiturienten L. Volz. Gesang. Rede des Directors und Entlassung der Abiturienten. Choralgesang(D. E. Rirchengesangbuch Nr. 52 V. 7. 8. 9). Verkündigung der Versetzung. Austeilung der Zeugnisse. Der Gymnasialdirector Dr. Piderit. 4 2, 1n b tia- 4 A* aνick. Aerna . 2(6 8A V B M Hend Heaingua 9b Anufiaieu4 4 1ornihsitaauan ee. 122 5b14 261