Königl. Wilhelms-Gymnasium JASBAlun über das Schuljahr Ostern 1889 bis Ostern 1890, zu der am 28. und 29. März d. J. durch welchen zugleich stattfindenden zu C(assel. .·„·–˙‧—“ 2 Rontliehen Prüfung der Osterklassen Inhalt: 1890. Proor. Nr. 375. ergebenst einladet der Direktor Dr. Friedrich Heufsner. 1. 2. Uiber die Jagd bei den Griechen. Abteilung III. Gymnasial-Oberlehrer Otto Manns. Schulnachrichten. Vom Direktor. — 8 5 Cassel 1890. Druck von Baier& Lewalter. Vom 3 4 4 Über die Jagd bei den Griechen. —n Dritter Teil. Die Ausübung der lagd. (Fortsetzung und Schluls.) —,—— Das Jagdgesinde. Unter den Gehülfen des Jägers lag es dem Hundeführer(ννα̈ꝙνωςσ) ¹) ob, die Hunde ins Revier zu leiten, und wenn sie vor Beginn der Jagd abseits angelegt wurden, bei ihnen zu bleiben und sie zu beruhigen, damit sie nicht vorzeitig das Wild aufstörten; wenn der Herr das Zeichen gab, hatte er sie einzeln oder alle zu lösen und nach beendeter Jagd wieder zu koppeln. Zu Hause kam ihm sicherlich die Wartung und Pflege der Hunde zu. Die Diener, denen das Herbeischaffen, Aufstellen und Bewachen der Netze oblag, nannte man dtντνανοωνοi, doεκιοο ud lvnrat(Netzsteller und Netzwächter) ²), doch fielen die genannten Beschäfti- gungen nicht verschiedenen Personen zu, sondern derselbe Sklave, der die Netze an Ort und Stelle geschafft hatte, konnte sie auch stellen und verstand es, bei ihnen Wache zu halten. Xenophon gebraucht für den Zeugmeister nur doοeνυααο. Ja, diese Ausdrücke scheinen auch ganz allgemein für„Jägerbursch“ gebraucht zu sein, da von einem dοοοο(Netzwart) auch da die Rede ist, wo Netze gar nicht gebraucht wurden*). Es erging mit diesen Ausdrücken ähnlich wie mit zurnpérye, das den Jäger auch da bezeichnet, wo Hunde nicht zur Anwen- dung kommen. Xenophon verlangt von dem Zeugknecht), daſs er flink, stark und wackern Herzens sei, damit er auf das Handwerk erpicht, seine Beschäftigung mit Freuden treibes). Da die Sklaven meist Ausländer waren, so setzt er ausdrücklich hinzu, daſs er des Griechischen mächtig sein müsse. Erst auf den Bildern der römischen Zeit sehen wir einen, zwei oder auch drei doοe⁴ααο⁵ die meistens auch Stellstangen in den Händen halten, die Netze auf den Schultern herzu ¹) Xen. 9, 2. Poll. V, 17. ²) Xen. 2, 3; 6, 5, 11, 12, 24; 9, 6; Poll. V, 17: deπντα d unlnrorra aτνοοσπσιιουιαμιενο ³) Xen. 9, 6. ¹) 2, 3. ⁵) εινινένμανπνια roε εέςωꝓ.. 1. Taiss Loy„. A -14 oder nach beendigter Jagd hinwegtragené), oder auf Bildwerken, welche ausgespannte Netze zur Darstellung bringen, den 1νmνπ½ pflichtgemäfs hinter den Netzen kauern oder stehn, um auf das Wild zu achten, das sich ihnen nähert. Das lagdgeräte. Die Ausrüstung der Jäger und Hunde. In bequemer, leichter Kleidung zog der Jäger hinaus?). Ein Vasenbild am Hals eines groſsen Krater im Louvres) zeigt sechs Jünglinge auf der Hirschjagd. Von ihnen trägt der eine den um die Hüften gegürteten Chiton und über diesem die am Hals durch eine Spange zusammengehaltene als Mantel dienende Decke(x4νι⁴α), die übrigen tragen nur diese, teils in derselben Weise, teils um den Arm gewickelt(Fig. 5 der Tafel). Pollux verlangt als Jagdkleid einen leichten bis zur Kniekehle reichenden Chiton, der nicht weils oder hell- farbig sein dürfe, und eine Chlamys, die man um die linke Hand schlingen solle, wenn es gelte, dem Tiere nachzusetzen oder ihm zu Leibe zu gehn. Auch Xenophon ⁹) rät dem Jäger, sobald er dem Hasen nachsetze, das Gewand um die Hand zu wickeln. Als Kopfbedeckung kam zu der aus Chiton und Chlamys bezw. Chlaina bestehenden Gewandung der breitkrämpige Reisehut( π2τααασοο),„eine ursprünglich in Thessalien und Macedonien einheimische Tracht, die gleichzeitig mit der Chlamys in Griechenland als Ephebentracht Eingang gefunden haben soll. Khnlich unsern flachen Filzhüten, meistenteils aber mit einem auffallend kleinen Hutkopfe, wurde derselbe durch einen Sturmriemen auf dem Kopfe festgehalten, welcher gleichzeitig dazu diente, den zurückgeschobenen Hut auf dem Rücken zu befestigen¹⁰).(In dieser Lage ist der Petasus Fig. 5 angedeutet.) Auf dem schon mehrfach erwähnten Vasenbilde der Hasenjagd des Tydeus, Aktäon, Theseus und Kastor ¹¹) trägt der letztgenannte diesen Hut auf dem Kopfe(Fig. 6), der überdies auf sehr vielen andern Gemälden erscheint. Die Beschuhung(7 d*παεασισ) ½½) des Jägers muſste natürlich der Art sein, daſs Fuls und Unterbein gegen Verletzungen geschützt wurden. Darum erscheint bei den Jägern der Vasenbilder, wenn die Fuſsbekleidung überhaupt angedeutet ist, meist der Stiefel. So trägt Odysseus auf einem bekannten Bilde ¹³) dieses eng dem Fuſs sich anschmiegende und bis zur Wade hinaufreichende Bekleidungsstück, das vom obern Rande bis etwa zur Frist offen, beim Anziehen durch einen Schnürriemen geschlossen wurde, also bis zum Schienbein ver- läingerte Schnürschuhe ¹⁴). Der Artemis namentlich ist auf Bildwerken dieser leichte, jeden- falls aus Filz oder Leder gearbeitete, dem indianischen Mokassin gleichende J agdstiefel eigentümlich. Auch der Jagdgehülfe zog in leichter Kleidung hinaus:⁵). Zur Ausrüstung der Hunde gehörte, da sie an der Leine geführt wurden und oftmals angelegt werden muſsten, das Halsband(1 460αιοσ*), das weich und breit war, um die Haare ⁴) Stephany, c. r. 1867 p. 55, Anm. 5.*) Xen. 6, 11. Poll. 5, 17. ⁵) Millingen anc. uned. m. Ser. I. Pl. 23. Panofka, Vas. di Pr. Tav. II. Bilder antiken Lebens V, 3. ⁹) 6, 17: meO*εd Eorra, d dunsxerat, neol Te Teioa. ¹⁰) Guhl und Koner, L. d. Gr. u. R. S. 200. ¹¹) Müller, Denk. a. K. I. Taf. 47, 215 a. ¹²) Xen. 6, 11. ¹³) Panofka, B. a. L. V, 1. ¹⁴) Poll. V, 18: ðenod*jura xoida— hohl heilsen sie im Gegensatz zu den Sandalen— s u⁴onr rijr erijune drijxovra, Jsυν meQε εειρεοτεdνενα. ¹5) 1Jjy dr³*ν εeτQ.. uij&Toudeẽ Sdο⁷. Xen. 6, 5. — 3 nicht zu scheuern ¹⁶), die Leitriemen(ot εα⁴έἀ ντιε) mit Schlingen für die Hand des Jägers und für die Dressur der jungen Hunde die langen Leinen*). Jagdwaffen. Die Waffen, deren sich der homerische Jäger bediente¹s), waren Spieſse, Bogen und Keulen. So erlegt Odysseus auf Aiaie einen Hirsch mit dem Wurfspieſs(ddou) und den Keiler auf der Jagd im Parnassus mit der Stoſslanze(yxο) ¹⁵). Ihre Bestandteile waren dieselben wie bei denen im Kriege geführten. Auf der Ziegeninsel jagen Odysseus und seine Genossen wilde Ziegen mit Bogen und Jagdspeeren, die alyævéat genannt werden und das Beiwort langröhrig(doliνανσα⁴οε) führen, welches andeutet, daſs an die Spitze, die eigentliche Klinge(j alεν) des Speers sich eine lange Dille oder Röhre( α‿*ς) anschloſs, in welcher der Schaft(1 dον) befestigt war. Das Wort wird gewöhnlich auf als zurückgeführt und als„Ziegenspeer“ gedeutet. Dieser Ableitung entspricht an unserer Stelle ²⁰) die Anwendung. Andere Stellen zeigen, daſs das Wort seine Bedeutung erweitert hat und überhaupt einen Wurfspeer bedeutete²¹). Eustathius, der die Ableitung von ais erwähnt ²²), fügt hinzu, daſs dieser Speer in einem leichten und langen Schafte bestehe, was auch durch das Beiwort rayxòg angedeutet wird ²³). In den Werken der Kunst sind die Verschiedenheiten der speerartigen Waffen nur mit groſser Unsicherheit zu unterscheiden. Man unterschied in der historischen Zeit haupt- sächlich zwei Arten derselben, die deντνπνια, welche gegen Hirsche und andere Tiere, denen man sich nicht leicht nähern konnte, aus der Ferne geworfen wurden, und die rια, mit denen man Wildschweinen und anderem kräftigen Wild geradewegs zu Leibe ging²⁴). Die dævria, die Wurfspeere, wie sie zum Beispiel neben den Fr0056 11œ auf der Saujagd gebraucht wurden, waren nicht alle gleichlang, was Xenophon durch œαπeπτοdæmoσπσ„von mannigfaltiger Art“ aus- drückt. Auf den meisten Bildwerken sind die einen der Jäger mit langen, die anderen mit weit kürzeren Wurfspieſsen ausgerüstet, fast jeder aber trägt mindestens zwei. Um ihren Zweck gut zu erfüllen, waren die Klingen breit und scharf wie Scheermesser(16„xas edmdœες ᷣ νοινάκαιςε), die Schäfte fest und nach Pollux aus Eschen oder Buchenholz her- gestellt und mit Schleuderriemen versehen²⁵). Weil allbekannt und selbstverständlich erwähnt Xenophon diesen Umstand nicht. Dargestellt ist dieser Riemen nur auf wenigen Monumentene). ¹6) Programm v. 1889 p. 30 u. 27. ¹⁷) aæxοo 1uderes 7, 6. ³⁸) Buchholz, Die homerischen Realien II, 1 p. 155 ff. ¹⁸) Beide Worte dienen bekanntlich promiscue für Wurf- und Stofswaffe. ²⁰) Od. 9, 156. ²¹) Anth. Pal. VI, 578, 5 ff.: alyaveén d rdlaiva, odyuyd re ndo Idovt zeiraα] al, al, αραιωάuꝛ⁷evr d⁵ναωe⁷ ηheiſst es da von den Waffen des im Grabe ruhenden Jäger Panopeus, die den Rehen keine Furcht mehr einflöfsen. ²²) Zu II. 16, 589. Daneben auch die nicht haltbare von dyæy teανσσαν. Andere Ableitungen Buchholz p. 156. ²³) II. 16, 589. ²⁴) Poll. V, 20: 168 ς dε vœν dæovrlos Tr, dy int rds dldρous zal& τοσππσνειν οτι adeir, 5oςαᷣ& roue odc zab rd X2lα dyxeuaxa neta. ²⁸) Poll. V, 23: 1„„ννν*οο˙ει de did rijr dεαοασ Der Schleuderriemen:* dꝓνκααι. ²⁸) Revue archéol. 1860 Th. II, p. 211, vgl. Guhl u. Koner Fig. 275. Millingen, peint. ant. et ined. de vas. gr. Rom 1813. Abbildung eines Diskos des kgl. Mus. in Berlin, Bronzen Nr. 1273 bei Pinder, Uber den Fünfkampf der Hellenen 1867. Vasenbild von einer Vase des britischen Museums bei Jahn, über bemalte Vasen mit Goldschmuck Taf. II. Das pompej. Mosaikbild der sog. Alexanderschlacht. Stuart and Revett, Antiquities of Athens, III, p. 47 zeigt drei Riemenspeere zugleich mit dem Peltastenschild, wie er denn die verbreitetste und sicherste Schufswaffe des griechi- schen Peltasten wurde. Vgl. Guhl u. Koner, Leben der Griechen und Römer p. 295 und ebenda Fig. 275, die einzige —— Der Lederriemen wurde so an den Schwerpunkt des Speeres angeknotet, daſs zwei gleich- lange Riemenenden herabhingen; diese wurden mehrere Male nach hinten um den Schaft aufgewickelt, die Enden miteinander verschleift und straff nach vorn angezogen, und durch die Schleife der Zeige- und Mittelfinger gesteckt, während die drei anderen Finger den Schaft fafsten. Der Oberarm war, im Begriff das Geschofſs zu schleudern, horizontal nach vorn gestreckt, der Unterarm nach hinten gebogen, so daſs die mit der Innenfläche nach oben gerichtete Hand über die Schulter zu stehen kam.(Fig. 7.) Indem nun im Augenblick des Wurfs sich der Riemen blitzschnell abwickelte, wurde der Speer in eine rotierende Bewegung gesetzt. „Das Geschofs“ wurde„mithin in eine doppelte Bewegung gebracht, nämlich nicht nur ziel- wärts, sondern zugleich rund um seine Längenachse und zwar letzteres in schnellster Drehung.“ Die Fangeisen oder Schweinsfedern(7r0050 4²⁷) hatten ungefähr 39 cm lange stählerne Klingen, an der Mitte der Dille angeschweiſste derbe Knebel(xvdovres mουοαεναανεννμιεει³) und kurze Schäfte aus Hartriegel in der Dicke der im Kriege verwendeten Speere(rds 5 duςᷣ τσσνι⁴εας οοσσαοαασee). Die breite, zweischneidige Klinge( 16„ xν) saſs vermittelst der Dille auf dem Holze. Da wo sie sich an diese ansetzte, war sie breit und stark im Eisen — die auf diese Weise vorspringenden Teile nennt Pollux„die Flügel“(al π ουν)— um sich nach der Spitze(yj 1οοασα die Zunge) allmählich zu verjüngen²s). Der auf einem in den Monum. dell' Inst. archeol. vol. VI. Ta. 68 abgebildeten Basrelief sichtbare Speer ent- spricht dieser Darstellung.(Fig. 8.) Die σπsα ßwurden wohl auch ganz aus Eisen ²⁹) mit Widerhaken ³⁰²) hergestellt und führten alsdann den Namen eννν(auch deουννο, diyνog, Giyuvoν, ofyuteyoy oder in mund- artlicher Abweichung οιmσσιιννν, ιmρνᷣ, i,Or). Daſs diese Waffe auf der Jagd gebraucht wurde, erfahren wir an mehreren Stelleni). Aufser diesen Angriffswaffen kommt in einigen wenigen Kunstwerken der Dreizack vor, so erscheint er auf der Kylix des Glaukytes und Archikles in der Hand des Meleager und Mopsus³²). Daſs man auf wirklichen Saujagden diese unpraktische Waffe geführt habe, ist kaum anzunehmen, wenngleich Oppian unter den nötigen Jagdgerätschaften auch eine ai.xαẽq✝♎méeyldxe erwähnt ³³), womit sonst Fische harpuniert wurden?4⁴). Was vollends der hasentötende Dreizack, der sich gleichfalls in Oppians Aufzählung findet ³⁵), für ein Gerät war, ist schwerlich zu entscheiden. Auch das Beil als Jagdwaffe ³⁶) gehörte sicherlich nur den mythischen Jagden an; jedenfalls war es der Zeit Xenophons ebenso fremd wie die eigentliche Keuleè ³⁷). Etwas anderes war es mit dem 6 π6⁴ον des Xenophon, das nichts anderes ist, als der schon früher erwähnte oben etwas gekrümmte Knotenstock, der auf unzähligen Bildern der erwähnten Darstellungen, welche die Handhabung zeigt. Köchlys Verdienst ist es, den Gebrauch des Riemen- speeres durch praktische Versuche erläutert zu haben: Verhandl. der 26. Vers. d. Phil. u. Schulm. S. 226— 238. ¹¹) Xen. 10, 3. ²⁵³) Poll. V, 21. ²³⁹) Schol. ad. Plat. p. 87: εeꝓονοο dε εε ανοτιν υοσωι ⁴oο⁶ν ϑε 2 140Gσ ο drdvrν. Schol. ad. Ap. Rhod.: Arg. II, 99. Schol. ad Lycophr. 556. Hesych. s. v. Eustath. ad Hom. p. 381, 18, p. 344, 11. Etym. M. p. 712, 17. ³⁰²) Anth. Pal. VI, 176, 1: roν τντα, rir ajeae ε uν dyxνddorra ocyoeror/ Tart re*aν Võ aaie dertdeuα ddoudo. ³1¹) Anth. Pal. VII, 578, 5, vgl. Anm. 21. ³²) Vgl. Stephany 1867 p. 65. ³⁸) Kyn. I, 152. ³³) Opp. Halieut. I, 88 u. V. 364. ³⁵⁸) I, 154.. 1a †ιοο⁴ oe- Te relawrær. ³⁸) Steph. 1867, p. 75 ff. ³*) St. ebenda p. 68, Anm. 3 u. 1861 p. 37. Hom. Od. XI, 572,. 7 in den Händen von Jägern, aber auch von Hirten und Landleuten erscheint. Er diente dem Jäger dazu, einen Hasen gelegentlich im Laufe zu treffen, meist aber wohl den erlegten nach Hause zu tragenss). Daſs die Griechen bei der Jagd namentlich solcher Tiere, die man aus der Ferne anzugreifen genötigt war, zuweilen auch Bogen und Pfeile gebrauchten, wird uns zwar bezeugt ³⁹), doch läſst schon die Kürze und Seltenheit dieser Erwähnungen erkennen, daſs man von dieser Waffe einen ungleich seltneren Gebrauch machte, als von jeder andern. Es kann daher nicht auffallen, daſs in den Werken der Kunst, abgesehen von den Darstellungen der Artemis und der Atalante und von denjenigen Bildern, welche nicht Griechen, sondern Barbaren auf der Jagd vorführen, Bogen und Pfeile so überaus selten als Waffen der Jäger vorkommen¹¹²). Xenophon erwühnt sie gar nicht. Das Jagdzeug. Daſs die Anwendung der Netze auf ein sehr hohes Alter zurückreicht, geht teils daraus hervor, daſs man dem Hippolytus, des Theseus Sohn, die Erfindung derselben zu- schrieb ¹), teils dürfen wir es aus der Verehrung der Artemis deαtννek schlieſsen, da dieser Beiname gewiſs mit der Jagd in Zusammenhang gedacht wurde ²). Ihr Gebrauch war jedenfalls ein sehr vielseitiger, obgleich wir sie bei Xenophon nur auf Hasen und Schwarzwild angewendet finden ³). Aus späterer Zeit nennt Oppian ⁴) die Netze für jede Art der Jagd mit Ausnahme der Fuchsjagd notwendig. Die alte Kunst hat infolge der strengen Enthaltsamkeit bis zum Beginn der römischen Epoche, soviel wir sehen können, in den Jagdbildern fast nie eine Andeutung der Netze aufgenommen. Erst in der römischen Zeit, als sie überhaupt bei der Auswahl des Darzu- stellenden weit realistischer zu Werke zu gehen angefangen hatte, hat sie auch Netze mehr oder weniger angedeutet ⁵). Bei Xenophon ⁶) werden vier Arten erwähnt; von diesen fallen allein drei, doxus, 2„6dα und diæcrue der Hasenjagd zu, eine vierte, stärkere Art wurde zum Einstellen der Sauen gebraucht. Auch diese nennt Xenophon doxus, denn dies Wort war gleichwie diwrva auch ganz allgemein für Netze jeder Gattung im Gebrauch. Alles Jagdzeug war dazu bestimmt von den Stellstangen auf das Wild herabzufallen, sobald es dagegen ansprang; darum ist es nicht richtig nur doxve durch„Fallnetze“ zu übersetzen?), da allen diese Bezeichnung gebührt. Will man deutsche Benennungen wählen, die dem Wesen der Sache entsprechen und zugleich die verschiedenen Arten von einander scheiden, so empfiehlt es sich, die äoxw"s, weil sie aus dünnem Bindfaden geflochten waren, durch Garn, 2„66iα durch Wegnetze, diwrva durch langes Jagdzeug und die zur W Aschwein: jagd gebrauchten durch Saunetze wiederzugeben. ³s) Wieseler, Denkmäler I, 212. Panofka, Bild. a. L. V, 6. ³⁸⁵) Opp. Kyn. I, 153; IV, 54. Anth. Pal. VI, 296. Poll. V, 19, V, 20, X, 141. ⁴⁰) St. 1867 p. 61. ¹) Opp. 2. 24. ²) Preller I p. 24. ³) Eur. Bacch. 870. ⁴) 4. 43. ⁵) Stephany, c. r. 1867, p. 55. ⁶) 2, 4—8; 10, 2. ⁷) Dörner 2. 4: Fall-, Weg- und Stellnetze. 8 Die Maschen(oi Sονπ), in die das Wild sich mit Kopf und Läufen um so mehr verwickelte, je mehr es sich durch Zappeln und Schlagen zu befreien suchte, waren viereckig, da sie in ihrer Form durch vier Knoten bestimmt wurden ⁵), die Spitzen dieser Maschen- rhomben an den Wechseln, d. h. da, wo das Netz rechts und links endete(ra τσσα 1νν doxνναινν)), nannte man d⁴eνιαα,„die Ellenbogenspitzen“; dieser Name erklärt sich und giebt zugleich über die Anlage der Netze Aufschlufs, wenn man sich die Bindfaden bei dem gestellten Netz nicht senkrecht zum Boden, sondern schräg von oben nach unten laufend denkt; dadurch bilden je zwei aufeinanderstoſsende Seiten eines Maschenvierecks an den Wechseln die Figur eines Ellenbogens(+; s. Fig. 1!). Pollux nannte diese Netzteile odo-εα(Enden) und reoευνμα(Flügelchen)). An diesen Spitzen saſsen bei den Wegnetzen Schleifen(α⁵ο⸗) und bei dem langen Jagdzeug und den Saunetzen Ringe(durd⁴ιυω⁶ι) ¹⁰), vermittelst deren zwei Netze miteinander verbunden wurden(gvydyetνᷣ τ eCσ⁴εένεεααα¹¹). Durch die obersten und untersten Maschen, die nur durch je drei Knoten begrenzt wurden(s. Fig. 1!) und die man mit besonderem Namen ⁶σνεε, etwa Saummaschen genannt zu haben scheint ¹²), zog man knotenfreie Zugleinen(dριέςινασαι οοσςσ σeηια⁴σ⁴νυςα⁴³⁸), an denen man das Netz zusammenziehen und auseinander spannen konnte ¹¹⁴), die Oberleine nannte man wohl auch mit besonderem Namen π⁴⁴οσμος ¹³⁵). Diese Zugleinen waren länger als das Netz selbst und ragten darum rechts und links über dasselbe hinaus. Indem man sie nun durch die übereinander gelegten Endschleifen oder Ringe oder bei dem Garn nur durch die übereinander gelegten Endmaschen zog und am unteren Rand wahrscheinlich verschleifte, verband man zwei Netze miteinander(Fig. 1). Dies Verfahren wird für die Saunetze aus- drücklich von Xenophon angegeben, wenn er sagt:„Die Zugleinen sollen durch die Maschen geführt werden, und ihr Ende aufsen durch die Ringe hindurchgehen ¹⁶). Der wesentliche Unterschied der Netze lag in der Länge, in der Stärke der Bind- faden und Seile und in der Gröſse der Maschen. Zur Herstellung wählte man guten und deshalb dauerhaften Hanf ¹⁷). Das aus dünnem Bindfaden ¹⁸) geknüttete Hasengarn hatte gleich den Wegnetzen und dem langen Zeug 15 cm weite Maschen ¹³). Xenophons Gröſsenangabe läſst an Deutlich- keit zu wünschen übrig, da er nur sagt, die Netze sollten fünf Spannen„groſs“ sein ²⁰), denn es ist zweifelhaft, ob dabei an die senkrechte oder wagerechte Ausdehnung zu denken 8) Poll. V. 28: 2011 d½ 6 SO ½os 16 vrexke dy rots durruos rerodyνor didoryuc, owyedr hæxde er rerrdοeν duudrνν, d reuroutyne rije agνοs plyperai οsosidec. ¹) Poll. V, 29: Iorν ε ει ρ̈νοs usεο⸗s va dxουενμα, öneg ort rd. næcæra r doæuey, â ot uer domνεda(die Enden), ol dε reguya(Flügelchen) dr⁶αααν. ¹⁰) Xen. 2. 6; 10. 2. Poll. 5. 29. ¹u¹) Xen. 6. 9. ¹²) 6. 9. u. unten. ¹²) Xen. 2. 4. ¹⁴) Poll. V, 28. ¹⁸) Ebenda u. Xen. 6. 9. ¹⁸) 10. 2: Qεεοανισωαασεσν υ rous 5 ½οε, 10 d' droov adrd deneodro Eo dad νν daxrultoy. ¹¹) Xenophon nennt Hanf aus Phasis und Karthago, seine Nachbeter empfehlen auch noch andere Bezugsquellen. ¹⁸) Er war aus 9 Fäden zu- sammengedreht. ¹⁰⁹) dmπ⁴ααατο ε τονς 5evc. Die Umrechnung der griechischen Mafse in das heutige folgt Hultsch, griechische und römische Metrologie p. 298. ¹²⁰) r Jeε νειꝓεεος nεντααόιπνιιιασιοτ. —— ist; folgende Gründe können für die letztere Auffassung sprechen: Unmittelbar nachher ist der gleiche Ausdruck(rò ⁴ανος) unzweifelhaft von der wagerechten Ausdehnung sowohl der Wegnetze als des langen Jagdzeugs gebraucht. Die Kürze dieser Netze braucht aber deshalb nicht aufzufallen, weil man diese Art meist an Orten stellte, die wenig Ausdehnung gestatteten, in Schluchten, Wasserrissen und ähnlichen ²¹). Es wäre endlich nicht recht zu begreifen, warum Netze, die alle demselben Zwecke dienten, durch Herabfallen einen Hasen zu fangen, in verschiedener Höhe angefertigt werden sollten, die Garne nämlich fünf Spannen oder 1,15 m hoch, die Wegnetze aber und die langen Netze höher; beide scheinen 1,5 m senkrechte Ausdehnung gehabt zu haben, worüber unten, und diese Höhe hatten darum wohl auch die Garne, deren Maschenweite überdies dieselbe war, wie an jenen beiden. Die Wegnetze waren ein wenig stärker ²²) und wurden in einer Länge von 2, 3 und 5 Klafter oder von 3,70, 7,40 und 9,25 m hergestellt. Zur Angabe der Höhe dient bei Xenophon die Angabe der Knotenzahl in einer Maschenreihe, denn diese meint er jedenfalls, wenn er verlangt, die Netze sollten dreiſsigknotig sein; eine von dreiſsig Knoten gebildete Reihe enthält aber 10 Maschen(Fig. 1) und da auch hier die Maschen 15 cm maſsen, so ergiebt dies eine Netzbreite von 1,5 m. Diese Berechnung hat deshalb groſse Wahrschein- lichkeit für sich, weil die ermittelte Höhe vollauf dem Zwecke entspricht. Denn hier handelt es sich einerseits ausschliefslich um Netze für den Hasenfang, die nicht höher als 1 m hoch — ein Drittel der Höhe ging für den Busen ab— zu stehen brauchen, um so weniger, als der Hase blindlings hineinrennt und gar nicht an ein Uberspringen denkt, eine Erfahrung, die auch die Alten gemacht hatten, denn bei der Naturgeschichte des Hasen betont Xenophon ausdrücklich, daſs der Hase infolge seiner schwachen Sehkraft ins Netz falle, ehe er noch gemerkt habe, was es eigentlich sei. Andererseits durfte man die Breite der Netze nicht über das ausreichende Maſs ausdehnen, da dadurch zugleich der Transport für die Träger ganz unnötiger Weise erschwert wurde. Aus denselben Gründen entbehrt Dörners Berech- nung ²²), der eine Höhe von 7 ½ Fuſs rh. d. h. von 2 ¼ m. herausgerechnet hat, der Wahr- scheinlichkeit ²⁴). Das lange Jagdzeug(d dixzrc), in etwa doppelt so starkem Bindfaden als die Garne hergestellt ²⁵), hatte dieselbe Höhe und Maschenweite wie die Wegnetze und wurde gleich- falls in verschiedenen Längen zu 10, 20 und 30 Klafter, d. h. ca. 18, 37 und 55 m angefertigt. Die Saunetze ²⁶) waren aus Stricken geknüpft, die fünfmal so stark waren als das Garn der leichten Hasennetze, und noch um die Hälfte stärker waren die Zugleinen. Von ²1) 6, 5. ²²) Aus 12 Fäden. ²⁸) Anm. 9 zu 2. 6. ²⁴) Die groſse Verschiedenheit in der Berechnung erklärt sich dadurch, dafs Dörner, wie es scheint, sich die Maschen so gestrickt denkt, dafs zwei Seiten beim gestellten Netz senkrecht zu den Zugleinen stehen; so findet er aus 30 Knoten die Zahl von 15 Maschen, was nicht ganz genau ist, da 30 Knoten nur 14 Maschen bilden, und seine 15 Maschen ergeben jene Höhe. Ich nehme, gestützt auf die Grundbedeutung von dνυυ³αναν, schrägen Lauf der Bindfaden an und erreiche dadurch zugleich ein passenderes Resultat für die Höhe der Netze. ²⁸) 2. 5. ²⁸) 10. 2. dem oberen Saum an gerechnet zählte man in einer Maschenreihe zehn Knoten, also vier Maschen, und da diese fast 38 cm weit waren, so ergiebt dies ca. 1,5 m, eine Höhe, die völlig genügt, da das Schwarzwild nie überzufallen versucht. Fünfzehn solcher Netze sollten zum Einstellen genügen, da uns ihre Länge aber nicht angegeben wird, so bleiben wir über die ganze Ausdehnung eines solchen eingestellten Jagens im Ungewissen. Würde man die gröfste Länge eines Netzes zu Grunde legen, die uns überhaupt angegeben wird, so würde das eine Gesamtlänge von ca. 800 m ausmachen, also die Netze einen Flächenraum von ungefähr 4 ha umspannen. Die zum Stellen der Netze nötigen Stangen oder Forkeln(oxα⁵εeς ²⁷) waren aus festem Holz und in einer der Länge entsprechenden Dicke hergestellt. Die Zahl der zur Verwendung kommenden richtete sich nach dem Bedürfnis und dem Maſse der Anspannung der Netze; je lockerer man diese hing, desto mehr hatte man nötig. Für die Garne werden Stangen von ca. ⁰³¼ m Länge verlangt, was zu wenig erscheint, wenn man bedenkt, dals noch mindestens 10 cm davon in die Erde kamen, doch vielleicht stellte man diese Netze ganz besonders busenreich. Stand das Netz in einem schmalen Weg mit schräg abfallenden Wänden, konnten für diese die Stangen freilich noch kürzer sein. Warum man vollends die Forkeln für die Wegnetze doppelt so lang als die für das Garn, also 1,5 m lang schneiden sollte, während für die langen Netze ca. 1,15 m lange Hölzer verlangt werden, ist nicht zu erklären, da die gleiche Höhe der Netze doch auch gleiche Höhe der Stellstangen bedingte. Eine Länge von 1,15 m ist angemessen, denn ca. 15 cm kommen in die Erde, und das bleibende Stück entspricht der Höhe des busenreich, also mit Einbuſse von einem Drittel seiner Höhe gestellten Netzes. Die Einschnitte(xd svrνιιατ) und die Gabeln(xd dανð)) an den oberen Enden dieser Stellstangen waren glatt und nur so tief, dafs die hineingelegte Zugleine leicht ab- glitt, sobald sie von einem Wild berührt wurde ²⁸). Daher war die Jagd mit Netzen bei starkem Wind nicht möglich ²⁸). Auſser den Stellstangen gebrauchte man auch noch Sprieſsen(œl deν*οε⁶εε ³⁶), um den Busen des Netzes( 61αοο oder 6 νεασαασα⁵ος ³¹⁷) nach aufsen zu stellen(dvτeεidev 6. 7). Es war die Aufgabe der Netzwächter, alle diese Geräte an Ort und Stelle zu schaffen; darum muſste man bestrebt sein, alle Netze möglichst leicht und darum nicht breiter herzustellen, als nötig war. Das Tragen des Jagdzeugs zu erleichtern, dienten Ranzen aus Kalbfell(6 νυυνονινσ εμ⁴⁶ςσειιος ³²). Um schliefslich ihre Ausrüstung zu vervollständigen, führten diese Leute auch Hippen(x dοέιμσακα) und Axte(y deéivn)) mit sich, jene um Reisig abhauen zu können, wenn Lücken zu verstopfen waren, wo die Netze nicht ausreichten, diese um Stämmchen z. B. zum Heimtragen der Jagdbeute(Fig. 4) zu fällen ³⁵). ²¹) 2. 7 und 8. Poll. V. 19. ²⁸) adra ϑν(sc. ad αe᷑αεdec) ednrotanadro rd droa zad aꝰrat leiaα. ²³) 6. 2. 30) 10. 7. ³⁸) 10. 7 und 6. 7. Poll. 31. ²) 2. 9. ¹³³) Xen. 2, 9; Poll. 5, 19. Die Fallen. Die Erfindung der Fuſsfallen(y τοeοσ, ⁶οοστισν, Tν) schrieb man dem Aristäus zu ¹). Von ihnen machte man nicht nur bei der Jagd überhaupt, sondern namentlich auch nach Xenophons. Zeugnis bei der Hirsch- und Eberjagd einen ausgedehnten Gebrauch ²). Dessen Beschreibung lehrt folgendes: Die Fuſsfalle für Hirsche und Schweine(i 7τ⁶τG%) bestand aus zwei nicht mit einander verbundenen Bestandteilen(Fig. 2), zunächst aus einem runden aus geschälten Eibenzweigen geflochtenen Kranz(oreo*eνκν, aoναeτο, Poll.*⁶*νκιαοο), in den abwechselnd eiserne und hölzerne Nägel eingeflochten waren, die beim Legen der Falle nach unten standen. Zu diesem Zwek hob man eine ca. 40 cm tiefe Grube aus, an deren oberem kreisrunden Rande der Eibenkranz ein Widerlager fand, während die Nägel in die Grube hineinragten. Über diesen Apparat kam der zweite Bestandteil der Falle zu liegen, der sich aus einer Schlinge(6 5 G) von dem Umfange des Kranzes und einem ungefähr 8 cm dicken, 70 cm langen Block(10 gui⁴oν) aus Eichenholz zusammensetzte. Vermittelst des Strickes( eεοσε, Poll.: αιοσ und αοιmσεονν), aus dem zugleich die Schlinge gemacht war, hing Schlinge und Block zusammen. Jene kam genau auf den Kranz zu liegen. Trat der Hirsch durch beide, Schlinge und Kranz hindurch, so blieb zunächst vermöge der Nägel, die dem hineintretenden Fufs nachgaben, in den zurückweichenden aber eingriffen, die eigentliche aus Kranz und Nägeln bestehende Falle fest am Laufe hängen, verhinderte dadurch aber auch das Abgleiten der Schlinge, die sich beim ersten Schritt zuzog, so daſs das Tier ge- zwungen war, den Block mit sich zu schleppen.(Siehe unten unter Hirschjagd!) Die nicht recht verständlichen Worte(§ 12 am Ende), welche fordern, dafs die eisernen Nägel länger seien als die hölzernen, damit sie den Lauf festhielten, während diese ihm nachgäben, scheinen späterer Zusatz eines Unkundigen zu sein, da Pollux, der in seiner Beschreibung der Falle ganz auf Xenophon fuſst, von dieser verschiedenen Funktion der Nägel nichts sagt. Neben diesen hölzernen Fallen gab es auch solche aus Metall. Das beweist das Vasenbild bei Panofka, musée Pourtalès-Gorgier Taf. 29(s. Figur 3), das einen Fuchs in der Falle zeigt. Nur die zusammengeschlagenen Bügel und eine Art von Lager unter den Bügel- gelenken sind angedeutet, nicht aber die treibende Feder. Sicher aber haben wir es mit einer sehr rasch zuschlagenden Falle nach Art unserer Schwanenhälse zu thun, da der Fuchs sich am Kopf gefangen hat. Der Gegenstand in der Mitte der Falle scheint der Abzugs- bissen zu sein ³). Die äsopische Fabel von dem Fuchs, der die abgebissene Lunte in der Falle zurückläſst, beweist, daſs auch der griechische Jäger oft das Nachsehen hatte, ebenso wie der heutige, dem sehr häufig als Lohn seiner Geduld nichts als ein abgebissener Vorder- lauf zufällt. Nach Oppian scheint man sie in späterer Zeit auch mit zahlreicher Meute gehetzt zu haben, was gleich hier bemerkt sei ⁴). 1) 6 71000 o 9οεκασασισ EnyLe n00 dygag, Plut. Amat. 14. ²) 9, 11—16; 10, 3. Opp. 1, 156; 4, 43. Poll. V. 19, 32— 34. X. 141. Anth. Pal. VI. 296, 1. Plat. Legg. VII. 824 A. ³) Man vergleiche das Vasenbild mit den Abbild. in Winckells Handbuch f. J. 4. Aufl. 1865. S. 332 u. 549, wo auch die Beschreibung der bei uns für den Fuchsfang gebräuchlichen Schwanenhälse und Teller- oder Tritteisen. ⁴) Opp. IV, 448 ff. B 12 Verschiedene Jagdarten. Die Hasenjagd). Meist zog der Jäger in aller Frühe mit seinem Ingesinde zur Hasenjagd hinaus, denn schon mit Tagesanbruch sollten die Netze gestellt werden. War das Revier, das man ab- suchen wollte, bewaldet und das Gelände vielgestaltig, von Hohlwegen, Schluchten und Wasserläufen durchzogeu, dann kamen die kurzen und leichten Hasengarne in Anwendung, die man in allen Bodensenkungen und Falten, die der flüchtige Hase gern annimmt, und auf den Pässen zum Fange stellte. Auf weiten und offenen Ebenen spannte man das lange Zeug, auf gebahnten Wegen und von den durch das Getreide führenden Hasenpfädchen auf das rechts und links an dieselben anstoſsende Land das Jagdzeug mittlerer Gröſse: die Wegnetze. ²). Daraus ergibt sich die allgemeine Regel, der man folgte: Je sicherer die Richtung vorauszubestimmen war, die der Hase einschlagen würde, desto kürzer konnten die Netze sein. Zunächst stieſs man die Stellstangen etwas schräg in die Erde und zwar derjenigen Seite zugeneigt, von welcher man den Hasen erwartete?), denn die auf der entgegengesetzten Seite angehängten Netze, wenigstens die schwereren, konnten die Stangen immerhin ein wenig nach dieser Seite ziehen; standen sie nun von vornherein senkrecht, so lag die Gefahr eines verfrühten Abgleitens der Zugleinen nahe. Zunächst schob man die Maschen nach der Mitte hin etwas zusammen, so daſs zwischen je zwei Stangen, wenn mehrere nötig waren, also namentlich bei dem langen Zeug, möglichst gleichviele Maschen ⁴) zu hängen kamen. Dann legte man die Oberleine auf die flachen Kerben oder Gabeln, befestigte, damit der eingefallene Hase den unteren Teil des Netzes nicht nach vorn mit sich ziehen und entkommen konnte, ¹) 6, 5 ff. ²) 6, 9: val εe τνν rοιμιν αds τα ασυναρρν. Alle mir bekannten Erklärungsversuche dieser Worte sind gesucht und thuen zum Teil dem Text Gewalt an: Dörner übersetzt, wie er selbst gesteht, aufs Gerate- wohl„vor den Steigen an die Stellen, wo die Spuren zusammenlaufen“ Lenz:„da wo die Stellwege(d. h. Schneisen) sich vereinigen“, Weiske:„an Orte, welche aus schmäleren Pfaden(in einen breiteren Weg) zusammenlaufen“. Die Bedeutung von reοειιε hat Dörner zu 3, 7 mit grofser Wahrscheinlichkeit dargethan: es kann nichts anderes darunter verstanden sein als Pfädchen, wie sie die Hasen durch Getreidefelder anlegen. Diese Bedeutung ist an allen Stellen, an denen das Wort bei Xenophon vorkommt, zutreffend, überdieſs beweist 4, 9, dafs rouwot in der That nur auf angebautem Felde gedacht werden. Aber àxν 1. ze. heifst niemals„vor den Steigen“, sondern„von den Steigen aus“, giebt also hier den Ausgangs- und Anfangspunkt des Netzestellens an, das dabeistehende ie rà u⁵εevν dem ent- sprechend die Richtung. An der Bedeutung von râ ααραςνra„das anstoſsende Gelände“ dürfte wohl kaum jemand Anstoſs nehmen. Vgl. 1(7α„ ouverjrexra(nε⁴τ) Herm. Hes. 444 s. dbyevetwco. Verbesserungsversuche dieser Stelle sind danach wohl überflüssig. ³) dno d xyνμera ᷣααι οσντονον 6, 7. ¹) 6, 7: Inl*ε dρe οαε rous Bodrous inεero at dμuν drεεειeετ, dalor s auoo röy zexoννσαα. Der Kürze des Ausdrucks wegen, um das Objekt nicht wechseln zu müssen, ist statt„man lege die Zugleine oben auf und verteile die Maschen gleich- mälſsig“ nicht ganz zutreffend gesagt„man lege die gleichen Maschen oben auf“, weil mit der Leine zugleich diese gehoben wurden. Da wo Xenophon vom Stellen der tervsa und 2ꝛ αα spricht, sagt er: uerakv 1ονν αμααςemταν(zwischen den Saummaschen) tnt dxεαας εmπιναοω⁷ o 2eνπαοα‿ον, was den Vorgang genauer wiedergiebt. Sauppes Interpunktion 6, 9: nnrur ras altdas usraku rdν dασαςdeνν, eemnt Arxgæs ιαdaνeν rοuς mαερσοs ist nicht haltbar, da ein Durch- stecken der Stellstangen zwischen den Saummaschen das Herabfallen des Netzes unmöglich gemacht hätte. Die Be- merkung bei Xenophon 6, 8, man solle die Garne lang und hoch stellen, dafs der Hase sie nicht überspringen könne, erscheint als unglücklicher Zusatz; denn die Garne wurden sehr oft kurz gestellt, und die Höhe war ein für alle mal durch die Höhe der Stellstangen bedingt. UÜberdies heifst es an einer anderen Stelle: 5, 26 ff. dafs der Hase infolge seiner schwachen Sehkraft in das Netz falle, ehe er noch bemerkt habe, was es eigentlich sei. die Unterleine am Boden, und zwar die des Garns durch einen hineingeknüpften dicken Stein ⁵), verankerte also das Netz gewissermaſsen, die der andern Netze wohl auf dieselbe Weise ⁶), hob das infolge der geringeren Höhe der Stellstangen am Boden liegende untere Drittel des Netzes nnd sprieſste die Maschen so, daſs ein Busen entstand 4). Waren mehrere Netze nebeneinander nötig, so legte man bei den Garnen die Endmaschen(dxο⁴εια]), bei den Wegnetzen die an denselben angebrachten Schleifen(ασισ und bei den langen und den Saunetzen die Ringe übereinander und zog das überstehende Ende der Oberleine des einen Netzes hindurch, indem man jedenfalls zugleich die Oberleine des andern Netzes damit verknotete, oder, was noch einfacher war, am Ende mit einer Schlinge versah, durch die die Oberleine des ersten Netzes zuerst gezogen wurde.(Fig. 1.) Sprang nun der Hase in ein derartig hergerichtetes Netz, so fiel dasselbe augen- plicklich von oben auf ihn, während die befestigte Unterleine das Maschenwerk samt dem Gefangenen festhielt, der im Bemühen sich zu befreien sich nur immer mehr verwickelte. Die Vorkehrungen, ihn diesem Schicksal zuzutreiben, waren folgende: Sobald die Netze gestellt waren, der Netzwächter hinter denselben seinen Posten bezogen und man der Schutzgottheit des Weidwerks Anteil an der Beute gelobt hatte), dann lieſs man von der Meute, die vorher, jeder Hund, um ihn rasch freimachen zu können, besonders, angebunden war, den besten Spürer, und sobald dieser eine frische Fährte an- genommen hatte, einen zweiten und so in kurzen Zwischenräumen alle los. War der Hase aus dem Lager gefahren und hatten die Hunde mit lautem Hals seine Verfolgung auf- genommen, dann begann für den Jäger die schwierigste Aufgabe, und man begreift, daſs nur junge Männer ihr gewachsen waren: Das Gewand um die linke Hand gewickelt, den Hasenknüttel in der rechten hochhaltend, schloſs er sich der Jagd an, nach Kräften bemüht die Thätigkeit der Hunde zu meistern ³). War der Hase gleich beim ersten Trieb in ein Netz geraten, so gab der Netzwächter ein entsprechendes Zeichen, die Hunde wurden wieder angenommen, und die Suche begann von neuem. Hatte aber der Zeugmeister gemeldet, daſs der Hase am Netz vorbeigelaufen sei, dann wäre es unweidmännisch gewesen, ihn seinem Schicksal zu überlassen; darum ward die Verfolgung fortgesetzt, indem man nichts liegen lieſs, was dem Hasen Deckung bieten konnte, und selbst alles absuchte, wenn die Hunde abgehetzt waren. War der Jäger vom Glück begünstigt, so tötete er den abgejagten Hasen, wenn er ihm nahekam, durch einen Wurf oder Schlag mit dem 66 /τ ⁴ον, oder dieser geriet, zu seinem ersten Lager zurückkehrend, schlieſslich doch noch in eins der Netze, die er anfangs glücklich vermieden hatte ⁹). Dieser Jagdverlauf nahm natürlich viel Zeit in Anspruch und stellte schwere An- forderungen an die Kraft und Ausdauer von Hunden und Jägern. Darum hatte es in solchen Fällen mit der Erlegung eines Hasen, ganz besonders zur Sommerzeit, sein Bewenden¹⁰⁹). Eine andere Art der Hasenjagd wurde im Winter bei Schnee zwar auch mit Netzen, aber ohne Hunde ¹¹) ausgeübt, da man glaubte der Schnee sei der Nase und den Läufen der Hunde schädlich und die Kälte beeinträchtige die Spürkraft derselben. Sobald weit und ³) 6, 8. ⁶) zaddnrwr roνςᷣ νεέεααεᷣανοw nd zir pir. 6, 9. ⁷) Xen. 6, 13 fl. ⁵) Uber die Führung des Hundes vgl. Programm von 1889 p. 28 ff. ⁹) 6, 18 und 25. ¹⁰) 6, 26. ¹¹) 8, 2 ff. breit den Boden eine Schneehülle bedeckte und weder allzuheftiger Wind die Spuren durch Schneewehen überschüttete, noch fortdauernder Schneefall sie immer aufs neue verbarg, noch Tauwetter sie verwischte, wenn es also dem Jäger nicht schwer war, selbst den Fährten eines Hasen nachzugehen, dann liefs man die Netze hinausbefördern und ging selbzweit ans Werk, indem man vom bebauten Land(in der Nähe der Ortschaften) aus, dem die Hasen der Asung wegen während der Dunkelheit ihren Besuch abzustatten pflegen, nach den Bergen zu suchte. Auf der leicht gefundenen Spur bewegte sich der Jäger vorwärts, suchte an solchen Stellen, wo sie durch Widersprünge verworren wurde, das weiterführende Ende und machte Halt, sobald die Fährte nach einer gedeckten oder abhängigen Stelle mit Uber- wind führte. Durch vorsichtiges Umkreisen überzeugte man sich, ob die Spur wirklich ihr Ende erreicht hatte oder nicht, merkte sich im ersteren Fall den Platz und machte dann auf dieselbe Weise das Lager noch einiger Hasen aus, indem man sich dabei nach der im ganzen zur Verfügung stehenden Zeit richtete. Dies Verfahren war dann wohl am meisten von Erfolg gekrönt, wenn der Schnee erst in der letzten Nacht gefallen war, da erfahrungs- gemäſs die Hasen nach einer gefallenen Neue sehr gut halten; wir dürfen annehmen, daſs auch der griechische Jäger diese Erfahrung besaſs und danach handelte. Jeder einzelne Hase wurde hierauf durch Netze völlig umstellt und aufgejagt. Dabei kam es wohl vor, dafs das ins Netz gefallene Opfer sich herauswand, dann muſste der weidgerechte Jäger ver- suchen, das neue Lager des Hasen, der nach Xenophons Angabe sich bald wieder drückte, auszumachen und ihn von neuem zu umstellen oder er mufste ihm, wenn er nicht halten wollte, folgen und hatte dabei, wenn wir unserm Gewährsmann glauben wollen, auch Erfolg, da nach dessen Angabe die Hasen im Schnee bald ermatteten. Hirschjagd. Die Jagd auf Kälber, mit der Xenophon dieses Kapitel ¹) beginnt, wird einem Weid- mann unserer Zeit wenig zusagen. Da der Jäger im Verlauf der Jagd suchen mulste, ein Kalb mit der Hand zu fangen, so konnte hier nur von Tierchen in den ersten Lebenstagen die Rede sein. Denn wenn das Kalb nur eine Woche überlebt hatte, würde die Mühe ver- geblich gewesen sein, seiner ohne Netze habhaft werden zn wollen. Damit stimmen die eigenen Worte des Schriftstellers, der von neugesetzten unter den Kälbern spricht, die man im Frühjahr jagen müsse, wo sie zur Welt kämen ²). Der Jäger, den um diese Zeit nach solchem zartem Wildbret gelüstete, pirschte fleiſsig den Rand eines Waldes ab, in dem Wild stand, um die Stelle zu erkunden, wo ein Rudel Muttertiere und Kälber ins Freie herauszutreten pflegte; da das Rotwild in der Regel abends, wenn es auf die Asung, und morgens, wenn es zu Holze zieht, und einen Tag wie den andern genau Wechsel hält, so bot das keine Schwierigkeiten. Hatte er sich so von dem Vorhandensein von Milchkälbern überzeugt und sich mit dem Wechsel bekannt gemacht, begab er sich morgens vor Tagesanbruch ohne Geräusch dorthin, lieſs die Hunde natürlich in solcher Entfernung am Waldrande anbinden, daſs sie beim Einwechseln des Wildes nicht auf- ¹) Cap. 9. ²) 9, 1: roue ube veoyrods Tdν ve od‿ν roν S»ο ãr raurhr päg ijr dar pypoyrar.§ 8: O!*⁵οε T05ν„„. 5 merksam und laut wurden, und legte sich selbst nahe dem Wechsel auf die Lauer. War dann das Wild nahe bei ihm wieder zu Holze gezogen, dann verfolgte er es von seinem Beobachtungs- posten aus mit den Augen. Da Mutterwild mit Kälbern nicht tief ins Holz zieht, wenn es nicht beunruhigt wird, so war es dem Jäger wohl meist möglich, sich ungefähr die Stelle zu merken, wo ein Kalb sich niederthat. Xenophon rät, dabei die Örtlichkeit genau im Auge zu behalten, da ein Gelände sich oft beim Nähergehen anders darstelle, als man von weitem meine. Nun galt es, sich an das Kalb heranzupirschen und es zu fangen, was nicht immer gelang, denn nicht immer drückte es sich und verhielt sich ruhig, namentlich nicht, wie Xenophon behauptet, wenn es beregnet war. Liels es sich aber greifen, übergab man es der Obhut eines Sklaven und machte sich bereit, die auf sein Klagegeschrei herbeieilende Mutter zu empfangen, indem man die Hunde an sie hetzte und sie mit den Wurfspeeren zu erlegen suchte. Die Hunde wurden wohl bis zu diesem Augenblicke vom Hundejungen an der Leine geführt, denn sonst wäre es doch wohl kaum bis zum Aufgreifen des Kalbs ge- kommen ³). Wurde ein Kalb bei dem Herannahen des Jägers flüchtig, lieſs man es von der Meute verfolgen. Gröſsere Kälber verursachten mehr Mühe ¹). Eine andere Jagdart begann mit dem Legen von Fuſsfallen ⁵). Es sind dies die oben beschriebenen 7106 19. An den Wechseln hob man für jede Falle den Boden etwa 40 cm tief so aus, daſs der obere Rand der Grube den Kranz der Falle aufnehmen konnte, sie sich aber nach unten allmählich verengte. Ebenso stellte man ein Lager für den Strick und den Block her. Nachdem dann jeder Teil der Falle richtig angebracht war, bedeckte man sie mit einer Distelart und Laub und schlieſslich sorgfältig mit Erde, um dem Tier die Stelle unmerklich zu machen. Fand man beim Nachsehen, daſs die Falle aus dem Boden gerissen und von dem Hirsch entführt war, löste man die Hunde und folgte auf der Spur des ge- schleiften Blockes, die deutlich genug sein mochte. Der Hirsch wurde auf der Flucht von den Hunden leicht eingeholt, da der Block ihm gegen den Körper, namentlich gegen die Läufe schlug. Bisweilen war es ihm überhaupt von der Stelle zu kommen unmöglich, wenn das Stück Holz sich zwischen gabelförmige Stämmchen klemmte und es ihm in diesem Falle nicht gelang, den Strick zu zerreilsen. Kam man dem Hirsch auf Schuſsweite nahe, so tötete man ihn durch einen Speerwurf, denn ihn in nächster Nähe anzugreifen, war wegen der Angriffe mit dem Geweih zu gefährlich. Zu diesen Jagdarten kam aufserdem die zwar nicht weniger grausame, aber, weil sie auch an den Mut und die Ausdauer des berittenen Jägers Ansprüche stellte, weidgerechtere Hatze. ³) Xenophon sagt freilich, sobald das Kalb sich niedergethan habe, solle man die Hunde lösen(rs ναςα 1Ddα]), aber das wird so zu verstehen sein, dals man die Hunde auf ein Zeichen des Jagdherrn zwar von den Bäumen losband, doch noch an der Leine hielt. ³) Die§§ 8—10 sind in der überlieferten Fassung nicht recht klar. Die Worte al αnoονονdmωörar dd‿νοντœι, ν uεαασνς, deει n0099y, 5* ϑ 16 3αοσεά d³νdæ. scheinen zu bedeuten, dafs diese Kälber auf der Flucht mit dem Rudel sich meist in der Mitte der Alttiere oder ganz vorn, selten hinten halten, da gesagt wird, die Tiere wehrten sich für sie, indem sie nach den Hunden mit den Läufen schlügen. Dann sollte ein Jäger, und hier kann nur von einem vorzüglich berittenen die Rede sein, das Rudel sprengen, worauf die Kälber schliefslich trotz ihrer Flucht von den Hunden gefangen würden. ⁵) Xen. 9, 11. 16 Die Jagd auf Schwarzwild'¹). Die hinausziehende Jagdgesellschaft war, wenn es galt Sauen zu jagen, eine zahl- reichere als bei andern Jagden ²), und auch das Jagdgesinde war grölſser, da vor allem der Transport der schweren und langen Netze und das Stellen eine gröſsere Mannschaft forderte. Von einem Fortschaffen des Jagdzeuges auf Wagen ist nirgends die Rede, und dies war bei den Wegeverhältnissen wohl auch ausgeschlossen. Die Hatze war eine gemischte; indische, kretische, lokrische und lakonische Hunde werden genannt; ein lakonischer Leithund und Finder diente dazu, das Schwein zu bestätigen, indische waren wahrscheinlich als Saupacker bevorzugt, kretische nahm man wohl dann hinzu, wenn man sich auf die Schnelligkeit der andern nicht verlassen konnte, für den Fall, daſs das Schwein ausbrach; Hunde anderer Art vervollständigten die Meute und halfen das Wild stellen ³). Uber die Zahl ist keine Angabe gemacht. Die Jagd ward eröffnet mit der Bestätigung der Sau. Nachdem die ganze übrige Meute angebunden war, suchte einer der Jagdgenossen mit einem der lakonischen Hunde. Sobald dieser zeichnete, folgten die anderen Jäger, indem sie zugleich auf die Spuren: Fährten und Gebräche, in Dickungen auf geknickte Astchen und auf die Merkmale der schlagenden Gewehre an den Rinden der Bäume(?) achteten, die meist sicher zum Ziele führten, da das Schwein und jede starke einzelne Sau fast täglich dasselbe Lager wieder aufsucht. Gab der Hund in einer Dickung durch Lautwerden zu verstehen, daſs er dem Schwein im Lager nahe sei, zogen sich die Jäger, da ein solchergestalt bestätigtes Schwein sich sehr selten erhob ⁴), mit dem Spürer rasch zu der Stelle zurück, wo die übrigen Hunde angebunden waren. Dort legte man auch jenen an, und die Umstellung des Dickichts mit Netzen begann. Diese stellte man da, wo es am bequemsten ging ⁵), indem man die Maschen vermöge der Fangleinen auf gegabelte stellstangenähnliche Stämmchen des Waldes legte ⁶). Solche natürliche Stellstangen waren im Walde leicht zu haben und herzustellen, indem man einen vorstehenden Ast nahe dem Stamm abschnitt und dadurch einen Zapfen aus ihm machte. Die Maschen zog man soweit zusammen, daſs ein starker Busen entstand, den man innen durch Reiser sprieſste, damit das Übereinanderliegen der Maschen verhindert würde, durch welches die scharfäugende Sau leicht auf die ihr drohende Gefahr aufmerksam gemacht werden konnte. Die Unterleine(des ersten und letzten zur Verwendung kommenden Netzes) befestigte man aus naheliegenden Gründen an einem starken Baumstamm. Über solche Stellen, wo die langen Netze mit den untern Maschen den Boden nicht erreichten, wo sie gewissermaſsen keinen Ankergrund fanden, also über breite Gräben, Wasserrisse und ähn- liche Zerklüftungen des Bodens liels man sie weiterlaufen und verstopfte die unter dem ¹) Xen. C. 10. ²) uæνpera' oοτοοœσνν ydo οtεον μ‿ν zœ deno or dtοuera 10, 3. ³) Vgl. Progr. v. 1889 p. 23 ff. ⁴) 10, 7. ⁵) S. unten! ³⁶) αeνιοmταμάσαα* dTe diod. Obige Übersetzung scheint mir dem Wortlaut am meisten zu entsprechen; jedenfalls ist sie sachgemäſs. Andere anders. 17 unteren Rand gebliebenen Öffnungen mit Reisig und Laub, das jedesmal die Stelle des den Weg versperrenden Netzes vertrat(mso?rdoοεᷣ sc. 6ννοο).(Fig. 1 d.) Es ist hier nötig, die Bedeutung zweier Ausdrücke zu erläutern: Im§ 7 heilst es: el 100G 60⁴ R½ο½ ενμ⁵αἀαεςα τde'ε doοοs und weiter unten.... drrεο ε εꝓν⁴ἀσηνει εέιμφας⁴ετeνυ ⁹ ön al d d⁶σοοσια Qᷣχ 1. 4. Die beiden Worte öαοαοεα und dνσοσπνπάα haben nun vielseitige und oft wunderbare Erklärungen gefunden. Dörner übersetzt öνα. mit„die Wechsel“, nimmt also an, daſs nur hier und nicht rings um das Lager Netze gestellt wurden; die andere Stelle giebt er so wieder:„Für jedes(Netz) aber muſs man auch die schwierigen Gänge mit Holz versperren“ und bemerkt dazu?):„Die d⁶8¹ sind mir einfach(!) Stellen, an welchen der Durchgang erschwert wird(Leunclav: loca aditu difficilia, Gail, oeuvres com- plètes de Xénophon. Tom. VII. zur Stelle: les entrées difficiles), also immerhin Stellen, die das Wild nie zum Wechseln wählen wird(wie auch Sauppe mit Christian erklärt), durch die aber dennoch das gehetzte Tier im Notfalle auszureiſsen sucht.“ Was das nun für Stellen sind, die für eine Sau schwierig zu passieren sind, ist mir nicht klar geworden; doch seien sie, wie sie wollen, jedenfalls wäre es einfacher gewesen, auch hier dem Schwein den Weg durch Netze zu verlegen, als durch das Aufschichten von Holz, und es war ge- räuschloser zu bewerkstelligen. Die Erklärer haben übersehen, dafs hier dem ganzen Jagd- verlauf nach nur von einem völlig eingestellten Jagen die Rede sein kann, also die Netze nicht nur auf„den Wechseln“ und aufserdem noch an solchen Stellen, wohin das Schwein eigentlich seinen Weg nie einschlägt(!)— was geschah an den andern Stellen, die im Sinne dieser Erklärer nicht 009% waren?— sondern ringsum hingen und an jenem starken Baumstamm, an dem die Unterleinen festgebunden wurden, zusammentrafen.— Es bietet sich zum Vergleich eine Stelle aus Xen. Anab. 6. 2. 1, wo derselbe Schriftsteller von Schläuchen spricht, die statt einer Brücke dienen sollen und mit angebundenen Steinen fest- gelegt werden— angebundene Steine kamen ja, wie wir sahen, auch bei Netzen vor, ver- mittels deren die Unterleinen festgelegt wurden. Die Stelle lautet: 6⁴αςος ⁵άόααο ς τν Jidοus dorh zul dooeis doπν dpxνοαsς cis 1⁶ 50%. Es läſst sich wohl denken, dafs man auch oOsαtoν τdεο dοens im Hinblick auf das Festlegen der Unterleine gesagt habe. Es sind daher nach meiner Ansicht öα. und d⁶α. Kunstausdrücke des Weidwerks, und dουνσοονιαα bezeichnet Stellen, an denen es unmöxlich ist, die Unterleine dicht am Boden festzulegen, EFig. 1 d) ö,0 dagegen solche, wo keine Schwierigkeiten entgegen stehen; diese suchte man möglichst beim Netzestellen aus, jene suchte man zu vermeiden oder verstopfte die unter dem untern Netzrand verbleibende Lücke, wenn dies nicht möglich war. Die Fallnetze konnten bei dieser Jagd nur den Zweck haben, schneller und sicherer zu einem Erfolge zu kommen, als es nur mit Hunden möglich war, der Jagdverlauf blieb im groſsen und ganzen derselbe. War die Sau eingestellt, so nahm man die Wurfspeere und Saufedern zur Hand, ¹) S. 76, Anm. 15. Max Miller, das Jagdwesen der alten Griechen und Römer, weicht in Bezug auf den Sinn des Textes weder hier noch an andern von mir näher besprochenen Stellen von der Dörnerschen Übersetzung ab. 18 löste die Hunde, deren Warteplatz wohl gleich mit in den eingestellten Raum gezogen war, und setzte sich in Linie gegen das Lager in Bewegung. Ein erfahrener Jäger übernahm die Führung der Hunde, die andern folgten still und in groſsen Zwischenräumen, um in dem Falle, dass das flüchtige Schwein durchbreche, leicht zur Seite ausweichen zu können. Gerieten die Hunde an das Schwein, so gabs zunächst einen heiſsen Kampf zwischen den erbitterten Gegnern. Mit dem Gewehr suchte es sich loszuschlagen, und wehe dem Hunde, der unvorsichtig ihm auf den Kopf losrannte: geschlagen wurde er in die Luft geschleudert. Ging das Schwein vor den Hunden durch und geriet in das Fallnetz, ohne dals es ihm gelang, sich durch dasselbe zu schlagen, dann war der Gang nach Xenophon wörtlich folgender: „Ist der Boden,“ sagt er,(auf dem das Netz das Schwein aufhält)„eben, so wird es sofort mit sich selbst beschäftigt stehen bleiben. In diesem günstigen Augenblick werden es die Hunde anfallen. Dann müssen die Jäger selbst es von hinten und in achtungsvoller Entfernung umstellen und mit Speeren und Steinen nach ihm werfen, bis es, sich nach vorn drängend, die Unterleine des Netzes anspannt. Dann muſs der erfahrenste und handfesteste der Anwesenden von vornher an es herantreten und ihm mit der Saufeder den Fangstols geben.“ Hierbei ist die Rolle der Hunde eine etwas zweifelhafte. Wir müssen annehmen, wenn anders die Stelle nicht durch spätere Hand unpassende Zusätze erhalten hat, daſs sie das Schwein im Netz nur stellten und nicht packten, denn sonst hätten die Jäger es trotz aller Vorsicht bleiben lassen sollen, mit Wurfspeeren in den Knäuel zu schielsen. Wollte das Schwein trotz aller Speer- und Steinwürfe das Netz nicht straff ziehen, sondern liels es(das Netz) los, d. h. doch wohl: wenn es ihm gelang, sich herauszuschlagen, dann galt es das- selbe auflaufen zu lassen. Dies Verfahren war dasselbe, wie das noch bis in die neue Zeit hinein in Deutschland und andern Jagdländern gebräuchliche. Der griechische wie der deutsche Weidmann, der den Mut und die Kaltblütigkeit besaſs, sich dem zornigen Keiler entgegen zu stellen, faſste die Schweinsfeder mit der linken Hand vorn, mit der andern hinten; mit dieser drückte er das Ende des hölzernen Stiels fest an den Leib, mit der Vorderhand gab er dem Eisen die Richtung, indem er unverwandt das Auge des Tieres und dessen Kopfbewegungen beobachtete; dabei streckte man das rechte Bein nach hinten aus und setzte es fest ein, das linke vorwärts und im Knie gekrümmt. Sobald das Schwein blindwütig heranschoſs, richtete er das Fangeisen so, dafs die Spitze innerhalb der Schulter- blätter unter der Kehle, also auf den Unterhals oberhalb des Brustbeins zu stehen kam, und der Stoſs des anrennenden Schweins war denn auch regelmäſsig so heftig, daſs bei richtigem Gebrauch der Waffe die ganze Spitze bis zu dem Knebel dem Wildschwein in die Brust fuhr, ihm das Herz durchbohrend. Wurde hierbei einem Ungeschickten die Waffe aus der Hand geschlagen, dann war er natürlich im höchsten Grade gefährdet. Xenophon sagt:„Man lege die Schweinsfeder mit aller Vorsicht aus, damit das Tier sie nicht durch einen Seitenhieb mit dem Kopf aus der Hand schlage, denn der Wucht des 19 Schlages folgt es selbst nach.“ Die auf diese Worte folgenden drei§§ 13— 15 und von§ 16 die Worte-r00G% ν§ϑε τπ⁴ἀQι ⁷τ⁶ν α τον ταρσmπον passen nicht recht an diese Stelle, denn sie unterbrechen, einen besonderen Fall einführend, in schleppender und hemmender Weise die Belehrung an ihrem Höhepunkt und entsprechen dem wirklichen Sachverhalt nicht. Denn das in ihnen für Notfälle angegebene Mittel, sich durch schnelles Niederwerfen auf die Erde vor dem Hieb eines anrennenden Keilers zu retten, ist zwar an sich richtig und auch heute noch zu empfehlen, wenn man sich nicht rechtzeitig anders der Gefahr entziehen kann, denn der Keiler kann nur von der Seite und nach oben, nie nach unten schlagen; aber dieses Mittel kann nur retten, wenn der Jagdheld sich rechtzeitig zu Boden geworfen hat. Davon kann aber in unserm Fall keine Rede sein. Wenn ein den Menschen annehmendes Schwein, das unglaublich schnell gefahren kommt, erst so nahe ist, daſs es ihm das Eisen aus der Hand schlägt, dann ist auch der blitzschnelle Hauer schon längst ins Fleisch gefahren, ehe der Getroffene selbst an ein Niederwerfen denkt ³); wohl aber kann der ungeschickte zugleich sehr unsanft von dem Schwein zu Boden gerannt werden. Das Schwein hält sich übrigens selten auf, noch weniger kehrt es wieder um. Xenophon wulste das alles aus Erfahrung, darum ist es nicht wohl anzunehmen, dafs er an dieser Stelle diesen Rat gegeben haben sollte. Weit besser würden die betreffenden Paragraphen ihre Stelle im unmittelbaren An- schluſs an§ 8 haben. Dort heiſst es, nachdem den Jägern der Rat gegeben ist, sich dem Lager des Schweins in groſsen Zwischenräumen zu nähern, damit man im Notfalle auf die Seite springen könne, weiter:„Denn wen es annimmt, an dem läſst es seinen Zorn aus.“ Und daran schlieſst sich unsere Stelle ungezwungen und sachgemäſs an:„Wem dies aber zustöſst,“ d. h. auf wen der Keiler geradenwegs losrennt,„der werfe sich aufs Gesicht und halte sich am Gestrüpp fest,“ denn eben nicht ein jeder war„erfahren und handfest genug,“ das Schwein mit der Feder zu erwarten. Nun heilst es weiter:„Das Tier kann, wenn es ihn in solcher Lage annimmt, wegen der Krümmung der Hauer den Körper nicht von unten fassen; nimmt es ihn aber in aufrechter Stellung an, so wird er rettungslos geschlagen. Es versucht daher den Daliegenden zu heben, und wenn ihm dies miſslingt, so tritt es auf ihm herum. Die Befreiung aus dieser gezwungenen Lage ist die Sache eines der Jagdgenossen; (Xenophon sagt nicht, wie man wohl erwarten könnte, des nächsten, denn nur einer, der sich getraute einen Waffengang mit dem Schwein zu machen, konnte wirksame Hilfe leisten) der geht mit dem Fangeisen auf das Schwein los und thut, als wolle er es werfen, aber werfen darf er nicht, um den Daliegenden nicht zu treffen. Alsdann wird das Schwein den, welchen es unter sich hat, verlassen und voll Zorn und Wut gegen den sich wenden, der es reizt. Jener aber muſs schnell aufspringen, ohne das Fangeisen zu vergessen, denn nicht schön ist die Rettung anders als für den Sieger.“ Vergegenwärtigen wir uns nun einmal selbst, wie sich ein solcher Vorgang weiter abspielen konnte: Das wütende Schwein hat den Retter angenommen; diesem bleibt nichts anderes übrig, als es auflaufen zu lassen; denn erst zur Hilfe herbeizueilen und dann dem Beispiel des ersten Jagdhelden zu folgen und sich zu Boden zu werfen, um an dessen Stelle die keineswegs zarten Rippenstölſse des Keilers zu erdulden, würde lächerlich gewesen sein. s) Vgl. Odyss. 19, 447 fl. 20 Die Worte„denn nicht schön ist die Rettung anders, als wenn man den Sieg davonträgt,“ scheinen zu sagen, daſs es Ehrenpflicht war, nunmehr den tapfern Helfer thatkräftig zu unterstützen. Die im Text dann folgenden Worte(§ 16 am Anfang), welche fordern, dals der Aufgesprungene sich nun auslegen und das Schwein auflaufen lassen soll, sind in diesem Zusammenhang der Lage der Dinge nicht entsprechend, denn das wütige Schwein kann nur von demjenigen in der beschriebenen Weise abgefangen werden, den es selbst annimmt, und das ist der zur Rettung herbeigesprungene Genosse. Der sachliche Zusammenhang der Worte mit den vorhergehenden mangelt also an dieser Stelle auf jeden Fall. Wollen wir nicht annehmen, dafs den Xenophon seine weidmännische Erfahrung hier im Stiche gelassen habe, so bleibt nichts anderes übrig, als entweder anzunehmen, dals der ursprüng- liche Text durch Zusätze unberufener oder daſs er durch Umstellung der Reihenfolge der Sätze entstellt sei. Hält man das letztere für möglich, so würde folgende Neuordnung des Textes am leichtesten über die angedeuteten Schwierigkeiten hinwegführen:(§ 8 am Ende:) ν vdo e mππmπ⁵ιã ʒ, ig 10010„ 1n 69yn zxMrςνιέι.(Dann§ 13— 15 einschl.): .ϑοτιια ϑε τοωντο imνμreiν de ενπα στᷣ— odm vdo ν σQãẽ§Sπο˖ãĩέd'ς οασσνmασασκι Die ersten Worte des§ 16 ρσ σιιφτ ς παἀα⁴ιμν τν ατν τοοπαμοων halte ich für einen Zusatz, gemacht, um organisch nicht zusammenhängende Stücke, die fälschlich nebeneinander geraten sind, zu leimen. Andererseits würde dann an den§ 12 sich§ 16 folgendermaſsen anschlieſsen: (§ 12 am Ende:) 710000Gεμόφότpε τ 10090 110„ PMαœιη᷑⁹mRν⁴εένον ⁴ εκμνκέιοοσeν εέαια τνν επεέμαοιέι v eqα εᷣκνeuαas:*„dο Gν ꝛĩꝛ᷑mά srrοες mπν.(§ 16:) x πQπαQυαι Ʒευυα—⁸σ τνςι ⁴eρωοες, 7 ꝓ†σάασwi*. z. 1. Zur Ergänzung seiner Verhaltungsmaſsregeln mahnt Xenophon für den Fall, daſs eine Bache abzufangen ist, zur Vorsicht, daſs man nicht umgestoſsen werde, weil diese trete und beiſse)). Deshalb dürfe man sich auch nicht freiwillig niederwerfen. Sei man aber umgestoſsen und von der Bache gefährdet, dann müsse wieder ein Weidgeselle in derselben Weise, wie in gleichem Falle dem Keiler gegenüber helfen ¹⁰). Eine andere Fangart bestand darin, die Netze nur auf die Wechsel zu stellen, an denen man einen Jäger mit dem Fangeisen zurücklieſs. Die andern suchten und hetzten mit den Hunden. Verwickelte sich nun ein Schwein im Netz, so wurde es von dem Posten, der natürlich die nötigen Eigenschaften besitzen muſste, im Netz abgefangen. Vermied es die Netze, so muſste man ihm nachsetzen¹¹), ein Fall, der auch bei dem eingestellten Jagen ein- trat, wenn sich das Schwein durch die Netze geschlagen hatte ¹²). Aber nicht immer wandte man Netze an, sondern suchte auch nur mit der Hatze der Schweine habhaft zu werden. Diese Jagd konnte natürlich für Jäger und Hunde leichter gefährlich werden, und viele der letzteren fanden ihren Tod auf dem Felde der Ehre. Die Jäger aber muſsten dem Schweine da, wo es sich stellte, im Wasser oder einer Dickung oder wo es sonst war, herzhaft zu Leibe gehen, um es abzufangen. Von der heutigen Fangart, 9) Zwar kann die Bache mit ihren an derselben Stelle wie bei dem Keiler hervorstehenden, aber kürzern und stumpfern Eckzähnen, den sog. Haken durch Schlagen keine Verwundungen beibringen, sie wird aber dadurch viel gefährlicher als das Schwein, weil sie bei dem ereilten Gegenstand ihrer Wut stehen bleibt, mit den Läufen auf ihm herumtritt und beiſsend ganze Stücke Fleisch losreifst. ¹⁰) 10, 18. 1¹) 10, 19 und 20. ¹²) 10, 9. 21 eine von den Hunden gedeckte Sau von hinten her hinter dem Blatte abzufangen, ist nirgends die Rede. Daſs man auch für Sauen Fuſsfallen anwandte, wird nebenbei erwähnt ¹³). Zu Pferde scheint man diese Wildart seltener gejagt zu haben, während die Hetz- jagd bei Hirsch und Reh die häufigere Art gewesen zu sein scheint. Auf zwei Vasen wird dieser Gegensatz besonders betont, indem sie Fufsgänger, welche Eber angreifen, Reitern gegenüberstellen, welche Rehe verfolgen.(Mon. publ. dall' Inst. arch. T. III tav. 44; Jahn, Vasens. König Ludwigs no. 121.) Doch finden sich auch auf Darstellungen von Saujagden Reiter. Das lägerlatein. Als Einschiebsel höchst verdächtig ist die Behauptung, der Knebel, der verhindern soll, daſs das Fangeisen tiefer eindringe als es nötig und erwünscht ist, habe den Zweck, es dem abgefangenen Schweine unmöglich zu machen, sich in seiner Wut bis an den Mann vorzudrängen. Unwillkürlich wird man an Münchhausens Bären auf der honigbeschmierten Wagendeichsel erinnert¹¹). Und nun gar die Glühhitze der Hauer eines zornigen Schweines, die den Hunden die Haare versengt und auch bei dem verendeten Keiler noch so nachhaltig ist, daſs daraufgelegte Haare sich kräuseln¹³). Solche Wunderdinge sind von phantasiereichen Jägern staunenden sachunkundigen Zuhörern vorgetragen worden, aber in ein Buch mit so ernsthaften Zielen, wie es der Cynegeticus ist, gehören sie nicht hinein, und sind darum auch gewils nicht mit Xenophons Willen hineingeraten. Ganz an die gewohnheitsmälſsigen Rede- wendungen geübter Jagdlateiner erinnert bei der Erwähnung der fabelhaften Eigenschaften des Schweins der Zusatz:„man sollte es nicht glauben“* ¹⁶). Wer ist mit der Erzählungs- weise zeitgenössischer Weidmänner bekannt und wülste nicht, daſs dieselbe oder ähnliche Wendungen, denen dann mit einem„aber“ eine möxglichst nachdrückliche Beteuerung der unantastbaren Wahrheit folgt, fast regelmälſsig eine Jagdgeschichte einleitet? Das Jäger- latein ist eben eine uralte, gewiſs aber keine tote Sprache. Auch dieser kleine Zug mulste in das Gesamtbild des griechischen Jägers eingefügt werden, um dieses so vollständig zu zeichnen, als es die Uberlieferung gestattet. ¹3) 10, 22. ¹¹) Dörner, p. 19. ¹³⁵) 10, 16 und I7. ²⁶) 10, 17: æ* εοdx àν ³εοατι⁶νris nοασεονι αντμ. amA Inhaltsübersicht. Erster Teil: Von der Stellung, welche die Jagd im Leben der Griechen einnahm. Programm 1888. Cap. 1. Die Jagd in der Götter- und Heroensage, im Kultus und in der bilden- den Kunst der Griechen. Cap. 2. Die Stellung der Jagd im Leben des homerischen Griechen. Cap. 3. Die Stellung der Jagd im Leben der nachhomerischen Griechen. Zweiter Teil: Das Wild. Cap. 1. Raubtiere. Der Löwe. Der Wolf. Der Panther. Der Bär. Der Fuchs. Cap. 2. Wilde Ziegen, Hirsche(Edelhirsch, Damhirsch, Reh), Wildschwein und Hase. Dritter Teil: Die Ausübung der Jagd.„ 1889. Cap. 1. Der Hund. Die Wertschätzung des Hundes. Die Jagdhunderassen. Die Zucht und Führung des Hundes. Cap. 2. Das Jagdgesinde. Cap. 3. Das Jagdgeräte. Die Ausrüstung der Jäger und Hunde. Die Jagdwaffen. Das Jagdzeng. Die Fallen. Cap. 4. Verschiedene Jagdarten. Die Hasenjagd. Die Hirschjagd. Die Jagd auf Schwarzwild. . Das Jägerlatein. „ 1890. 0u Cap. Erstes Netz X— X X △ Zweites Netz bAARAX 4 a, ᷓe ᷓᷓ 8 e e ☛ 4* , —. Nen 4 N 8 IW Fig.&nah Panofka, Bilder anliken Lebenslz. c. Te ⁶ 0/αο des asten Velzes. E.* c.&AAevtA d. dðοοο εμ̈r e. 5aG ε 5 .* Serydy Fig. f. zweilen-„ Fig. 2 5. 5 3dos dys 5α c. 7 6466 d. v5*or. e. 20 5νꝑμ. kig. 6 Fiq. ö nach Tanw B. a. V3. I3K 23413X IS A3AAEA X äö 5 40=. e. 2a A 8e N 8 3* wiN 8 8„* 5 DSKGSA.S3 5d0 b — 2LS ◻ν b 17 KoNe Baer 1a Naun ler 8637d een à 8AN JBNnD üA Wn) WnRnLNN 1 3—— NANA WA NWR S NiX Jahresbericht Uber das Oster-Schuljahe—889/90. I. Die allgemeine Lehr-Verfassung des Gymnasiums. 1. Übersicht über die einzelnen Lehrgegenstände und die für jeden derselben bestimmte Stundenzahl. ——— VI v IV unnr Ober⸗ Wuten. Qher⸗ Uuter- Qbor Sa. Religionslehre, ev..... 3 V 2 V 2 2 2 V 2 2 2 2 19 Religionslehre, kath...... 2 2 2 6 Deutsch........ 3 2 2 2 2 2 2 3 3 21 Latein..... 9 9 9 9 9 8 8 8 8 77 Griechisch.........——— 7 7 7 7 6 6 40 Hebräisch.....—————(2)(2)(4) Französisch.....— 4 5 2 2 212 2 2 21 Englisch.........—————(2)(2) Geschichte und Geographie..3 3 4 V 3 3 3 3 3 3 28 Rechnen und Mathematik.. 4 4 4 3 3 4 4 4 4 34 Naturbeschreibung...... 2 2 2 2 2—,——— 10 Physik....————[— 2 2 2 2 8 Schreiben.......... 2 2——————— 4 Zeichnen.......... 2 2 2(2) 6(+ 2) Turnen.. 2 2 2 2 2 2 2 2 2 18 Gesanung„. 2 2 2 2(2)(8+ 2) 32 34 34 34 34 32 32 32 32 300 V(38) 68)(38) 638)(310) Das Gymnasium zählte während des verflossenen Schuljahres sechzehn Klassen, nämlich neun Herbstklassen(Oberprima bezw. Gesamtprima bis Sexta) und sieben Oster- klassen(Obersekunda bis Sexta). Dazu wird von Ostern d. J. eine neue Oster-Unterprima kommen. 2. UÜbersicht der Verteilung der Stunden Kandidat Spohr gab bis zu seinem Abgan MII2(3 St.), Vergil in Mr.]Namen. Ordin. Stunafn-] Korr.] MI1. MI12. HII1. 0O111. MII 2. 0I12. MIII 1. Deutsch 3 1. Dir. Dr. Heufsner— 11 1 fHoraz 2 Horaz 2 Soph. Hom. 3 Mathem. 4 Mathem. 4 2. Obrl. Prof. Dr. Auth 1 15— Ipyysike 2 Physik 2 V Latein 6. 1— „ 5 Griech. 7 8„ Dr. rätnins 11. 20 5 Lraneus, 3 Französ. 2 — Religion 2 Latein 8 1. 4.„ Dr. Krämer[MIII 21 4(Griech. Deutsch 2 Religion 2 1(Pros.) 3 Religion 2 Mathem 4 Mathem. 4 Mathem. 3 5. Dr. Auth R(23[— Physik 2 Physike 2 Naturk. 2 6.]„ büttgen MI2z. 21 4 Latein 6 Griech. 3 „ 20+ Gesch. 3 Latein 8 —-Walner 12 9 4 Gri ⸗ch. Prs. 3 Deutsch 2 1 Deutsch 3 Latein 8 4 48.„ Manns 0III 21 4 Gesch? 3 Deutsch 2 Gesch. 3 Französ.² ee 4 Hebräisch 2. 5 1 2 2l0 Oll 24 4 Religion 2/Französ. 2 Ord. L. Dr. Rost 4 1¹0.(Sonne)— 23— —— Mathem. 4 Mathem. 4 11„ Franz 23 Physilke 2 Physik 2 Patein 8 Gesch. u. 12.„ Dr. Eigenbrodtſ O II 2. 23 3 Deutsch 2 Geogr 242,= Französ. 2 Französ. 2 Französ. 2 4 13. Bochröder M VI.23 7[Englisch....... 14.„ Bleckmann MIII 2 24 3 V... llenicn 2.... —— 7 15.„ Sunkel OlV. 23 3 Gesch. 3 griech 16.„ Dr. Schmitt MlIII. 24 3 ſoriecb. 7 Gesch. 3 Palein g 17. Hülfsl. Dr. Heil Mlv. 23 3 V Griech. 7 18.„ Thies 0 V. 23 3 19.„ Zimmermann OIII 2. 22 3 20.„ Watermeyer O VI. 22 4 21. Techn. L. Stern— 26— Turnen 2 0 Gesang. 22.„ Stolzenbergsg— 25— Chor I—V 3 Turnen 2 Turnen 2 23.„ Wenzel— 18— Zeichnen 24. Pfr. Fürer— 16— Religion 2 Religion 2 Religion ² 25. Kaplan Martin—[——[kKathbolische Religionsleheoeoor.... 2 Katho- ſ ſ 212ö, ſ Homer und Vergil in MII1(5 St.), Ovid in O III 1(2 St.), Kand. IIl und OIII(4 St.), Kand. Thieme(eine Zeit lang Kand. prob. EZ den uunter die einzelnen Lehrer.(Sommerhalbjahr 1889.) ——————⏑̈⏑̈‧:‧·‧:‧·ʒ:ʒ:—ʒ—:ʒ2 2 2 2 2 2 2————— M III I. 1ILL. M III 2. 0 III 2. MIV. OIV. MV. TOV MVI. 0OVI. Namen. Gesch. 1 Heufsner V Mathem. 3 Auth 1 Prätorius ——y Religion 2 Krämer Hahems6— Narnen 3 aturk. 2 Rechnen4 Auth II Französ. 5 Püttgen — Pranzos. 4 Wagner —4——— Latein 9— Französ. 2 Manns Iuem 9. Zülch —2 Deutsch 2 Griech. 7 Mathem. 3 Rechnen 4 Rechnen 4 Rechnen 4 t(Sonne Naturk. 2 Naturk. 2 Naturk. 2 Naturk. 2 Rost(Sonne) Mathem. 3 Rechnen 4 Franz —— Naturk. 2. Naturk. 2. Gesch. u. Griech. 7 Eigenbrodt Geogr. 3 Gesch. 3 U Franzos. 2 Französ. 2 Französ. 2 Latein 9 Bochröder Griech. 7 Patein 9 Religion 2 Religion 2 Bleckmann Griech. 7 Latein 9 kel Turnen 2 Deutsch 2 Sunke Latein 9— Gesch. u. 1 Deutsch 2 Geogr. 3 Schmitt Gesch. 3 Lalein 9 Geogr. 2 Heil Französ. 5 Latein 9 Gesch. u. Gesch. u. Deutsch 2 Geogr. 3 Thies ———— Geogr. 4 4 fraem 5— Deutsch 2 Gesch. 2 Deutsch 2 Religion 2 Zimmermann Gesch. und Geogr. 2 —— Geogr. 3 5 4 5½— eutsc; Französ. 4 Leeee n Paicen 9 Watermeyer öͤ“ 5 Gesang 2— Religion 2 5 Gesang 2 Turnen 2 Turnen 2 Turnen 2 Rechnendſurnen 2 Faturk. 2Schreib. 2 Stern Gesan 2 GosaEx WWas. t V Turnen 2Turnen 2Lurnen 2 Turnen 2/ Stolzenberg Zeichnen——/ 7— eic...2 Zeichneng Zeichnené Zeichnenz Lalehned alodnene Zeichnen2 Wenzel Religion 2 Religion 2 Religion 2 Religion 3 Religion 3] Fürer Katho- Üische Religionslehre... 2 Katholische Eeligonslehe 20 Martin 32 B... 1.Sß u „ Kand. Wehmeyer Religion in OII2 und M V(4 St.) und Deutsch in M V(2 St.), Kand. v. Seidel Geschichte in d. prob. Dr. Voip) Latein in M V(9 St.), Schmitt Rechnen und Naturkunde in O IV(6 St.). 2. Ubersicht der Verteilung der Stunden Nr. Namen. Ordin. Siunden-] Korr.] Hll1. MI2. 0II1. M II1. 0 I12. M II 2. 0 III 1. Horaz 2 1. Dir. Dr. Heufsner— 9 1 DDeutsch 3 Soph. Hom 3. 5 Mathem. 4 Mathem. 4 1, 2. Obrl. Prof. Dr. Auth!— 15— Physik 2 Physik 2 1 1 Mathem. 3 Latein 6. A 1 . 4 Griech. 7 3.„Prof. Dr. Prätorius I2. 20 5 Lrauns. 2 Französ. 2 7* 5 4— Latein 8 4.„ Dr. Krämer MII2. 21 3 Religion 2 Religion 2 Deutsch 2 ’ Griech. Prs. 3 Religion 2 Mathem. 4 Mathem. 4 5.„ Dr. Auth II— 23— Physik 2 Pkysik 2 Naturk. 2 6.„ büttgen 11. 22 4 LLatein 6 Hloraz 2 Ericch. 11 Gesch. 3 Latein 8 1 7.„ Wagner MIII. 21 5 Geteoh pro 3 Deutsch 2 . Deutsch 3 Latein 8 49 1 8.„ Manns 0 H1. 21 5 Gesch. 3 Deutsch 2 Gesch. 3 Französ. 2 p Hebräisch 2 Latein 9 — d.„ zülch Ollt. 22. 3 Religion 2 Deutsch 2 Ord. L. Dr. Rost— — 19.(Sonne) 23— l n Mathem. 4 Mathem. 4 11.. an⸗ E23 PPhysik 2 hysik 2 12.„ PrrEigenbrodt O0II2. 24 3 Lateun 13. Bochröder MV 23 7 TFranzös 2 Englisch...... ZFranzös 2 . 3 Tanzös. ranzös. 2 Französ. 2 TanZos 14„ Bleckmann MIII1 24 3 Hebrischt. ſene 2griech. 7 15„ Sunkel 0 IV. 23 3 Gesch. 3 16.„ Dr. Schmitt] M III 2 24 3 Griech. 7 Gesch. 3 17.„ Dr. lber MIV. 23 4 Griech. 7 Gesch. 3 MVI. 9+ 3+ † 18.„ Zimmermann und 0 III 2 22 1 19. Hälfsl. Thies 0 V. 23 3 20.„ Watermeyer O VI. 23 4 21. Techn. L. Stern— 26— Turnen 2 Turnen 2 Turnen 2 22.„ Stolzenber— V 25— Chor V 3 Turnen 2 V V Gesang., 23.„ wenzel- 13 V Zeichnen 24. Pfr. Fürer 16— Religion 2 Keligion 2 Religion 2 25. I Kaplan Martin— 6— KRatbol. Reſigionslchre........„ ·.. 2 Kathol... — ſ ſ ee, eee 32 Kand. Schmitt gab 1 (5 St.) und Vergil in O II 6 St. Mathematik und Naturbeschreibung in O IV(Kand. Sonne dafür 5 St. Mathematik und (2 St.), Kand. Dr. Heermann Latein in M VI(9 St.), in welcher Klasse er zugleich die Ordinariats- (2 St.), Chemie 1. /1 † ò —.,—,——,—— den unter die einzelnen Lehrer.(Minterhalbjahr 1889/90.) —————Vꝗ———⸗—— 0m. AIII 1.]O 1II2.] H 1II2. OIV MlVv Ov. HV. 0OVI. M VI. Namen V Gesch. 1 Heufsner dathem. 3 Auth! Prätorius Religion 2 Krämer Laturk. 2— Rechnen 4 Auth I Französ. 4 Püttgen Franz. 5 Wagner Manns atein 9 jech..— Zülch Deutsch 2 Matbem 3 Gügen 1 — athem. 3 Rechnen 4 Rechnen 4 echnen Naturk. 2 Naturk. 2 Naturk. 2 Naturk. 2 Rost(Sonne) Mathem. 3 Rechnen 4 Naturk. 2 Naturk. 2% franz Griech. 7 Gesch. u. Gesch. u. Eigenbrodt Geogr. 3 Geogr. 4 Sranzös 2 Französ. 2 Französ. 2 Latein 9 Bochröder griech. 7 Pien 2 Religion 2 Religion 2 V Bleckmann —— Griech. 7 Latein 9 V Turnen 2 Deutsch 2 Lune— 5 Laiein 3 Hedidean Schmitt —— Geogr. 3 Latein 9 Bdesch. 3 Franz. 2 Haeh 2 V lter ——— Latein 9 Hecdeh 43 Heweon Religion 2 Geogr un Zimmermann —iCGeogr. 3 Latein 9 Französ. 5 Latein 9 Gesch. u.. Gesch. u. Deutsch 2 Geogr. 3 Thies — Geogr. 4 Deutsch 2; Französ. 4 Latein 9 .4 Gesch. u. Watermeyer Geogr 26 eogr. 3 Deutsch 2 Turnen 2 Naturk. 2 Gesang 2 . g 2 urnen 2 Religion 2 Aa urbe 3 Turnen 2 Schreib. 2 Gesang 2 Stern esang...“ 2 Gesang 2— Turnen 2 2 Turnen 2 Turnen 2 Turnen 2 Turnen 2 Gesang 2 Turnen 2 Schreib. 2 Stolzenberg „ ſ. ichnen? Zei.— eichnen 4f4d d0f„ftqtͤrͤou..... 2 Zeichnen? Zeichnen? Leirhne— Zeichnen? Zeichnen? 1 eligion 2 Religion 2 Religion 2— Religion 3 Religion 3 Fürer athol... Religionslehre........ 2 Kathol. Religionslehre.................. 2Martin 32 32 5 35 37 313— 3 l ⸗ 2— k und Naturbeschreibung in O III 1), ferner 2 St. Physik M II 2, Kand. V. Seidel Geschichte und Vergil in Müre ariats- geschäfte besorgte(zuletzt Kand. v. Seidel!), Kand. Detlefs Mathematik M III 2(3 St.), Geographie in hemie in O II 2(2 St.). 28 3. Ubersicht über den während des abgelaufenen Schuljahres erledigten Lehrstoff. (Die Mitteilungen über das Schuljahr 1888/89 der Herbstklassen beschränken sich auf die Lektüre und die Aufsatzthemata der beiden oberen Klassen.) a. Lektüre und Aufsatzthemata der MI und MII im Schuljahre 1888/89. Deutsch. Oberprima. Lektüre: Aus Klopstocks Messias und Oden, Lessings Laokoon und Ilamb. Dramaturgie; Philotas, Emilia Galotti; Goethes Iphigenie und Tasso; Lyrik von Schiller und Goethe. 4 Aufsätze: 1. Wer sich alle Büsche besieht, kommt nicht zum Holze. 2. Der Abend von Claude le Lorrain. 3. Wie malt Homer? 4. Tekmessa und Andromache.(Klassenarbeit.) 5. Die Exposition des Tasso. 6. Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt. 7. Was veranlalst uns im Kampfe Roms und Karthagos für jenes Partei zu nehmen?(Klassenarbeit.) 8. Welche innern Gründe des Verfalls von Staaten lehrt uns die Geschichte kennen? Unterprima. Lektüre: Nibelungenlied, Gudrun, Parzival, Lieder Walthers von der Vogel- weide, Schillers Braut von Messina und Wallenstein, sowie Goethes Egmont. Aufsätze: 1. Der Gehalt der Erzählung von der Begegnung des Alexander und Diogenes zu Korinth. 2. Hagens Trotz und Treue. 3. Griechenland und die Perserkriege, Rom und die Gallierkriege. Eine Parallele. 4. Charakteristik Gudruns. 5. Asthetische Würdigung des „Abschiedes Hektors von Andromache“ bei Homer.(Klassenarbeit.) 6. Der Charakter Parzivals in seiner Entwickelung.(Disposition) 7. Der Charakter Ingrabans bei Freytag. 8. Der Chor, Schicksal und Schuld in Schillers Braut von Messina im Hinblick auf das griechische Drama.(Klassenarbeit.) 9. Egmont bei Goethe. Obersekunda. Lektüre: Schillers Maria Stuart und Goethes Hermann und Dorothea(W.); Nibelungenlied(nach einer Ubersetzung) und Goethes Götz von Berlichingen(S.); ausgewählte Gedichte von Klopstock, Schiller, Goethe und Geibel. Aufsätze: 1. Von der Stirne heiſs rinnen muls der Schweiſs, soll das Werk der Meister loben; doch der Segen kommt von oben. 2. Gedankengang in Schillers Lied von der Glocke. 3 Wodurch weils Schiller in dem Drama„Maria Stuart“ unsere Teilnahme für seine Heldin zu erwecken? 4. a) Inwiefern erscheint die französische Staatsumwälzung als Hintergrund in Goethes„Hermann und Dorothea“? b. Inwiefern können wir Goethes„Hermann und Dorothea“ ein durchaus deutsches Epos nennen?(Klassenarbeit.) 5. Wie sucht Cicero in der Verteidigungs- rede für Milo nachzuweisen, dafs der Angeklagte den Tod des Clodius nicht verschuldet habe? (Nach Cic. or. pro Mil.) 6 Die Darstellung der Belagerung Sagunts ein Meisterstück der Geschichtschreibung des Livius. 7. Charakteristik Hagens nach dem Nibelungenliede. 8. a) In- wiefern werden in Goethes„Götz von Berlichingen“ zwei Zeitalter dargestellt? b. Wie ist in Goethes„Gôtz von Berlichingen“ das Wechselspiel von Verrat und Treue durchgeführt? (Klassenarbeit.) 29 Untersekunda. Lektüre: Lessings Minna von Barnhelm und Herders Cid(nach Hopf und Paulsiek); Schillers Wilhelm Tell und Jungfrau von Orleans; ausgewählte Gedichte von Goethe, Schiller, Uhland, Chamisso, Geibel; Lessing: Über die Fabel und Fabeln. Aufsätze: 1. Morgenstunde hat Gold im Munde.(Chrie.). 2. Welche Entwicklung nimmt der Gedankengang in Uhlands Gedicht„Des Sängers Fluch“? 3. Friedrich der Groſse in Geibels Gedicht„Sansfouci“? 4. Auf welche Weise sucht Cicero zu begründen, dals Cn. Pompejus zum Feldherrn im Mithridatischen Kriege gewählt werden müsse?(Schulaufsatz.) 5. Der deutsche Soldat in Lessings„Minna von Barnhelm.“ 6. Weshalb spricht man bei einer Unterhaltung so oft vom Wetter? 7. Charakteristik der Gertrud in Schillers„Wilhelm Tell.“ 8. In welcher Weise bewirkte Pontius die Einschlielsung der Römer in den Kaudinischen Engpässen und wie lauteten die Ratschläge des Herennius nach derselben?(Schulaufsatz.) Lateinisch. Oberprima. Lektüre: Tac. ann. Iund II mit Auswahl und Germania. Dialogus de orat. teilw. Cic. in Verrem Actio sec. IV. V.— Horaz Oden III und IV mit Auswahl. Carm. saeculare. Epoden 2. 7. 16. Sat. I 1. 3. Epist. 1. 2. 6. 7. Ars poetica. Aufsätze: 1. Comparantur inter se Caesar Augustus et Napoleo III, Francogallorum imperator. 2. Aiax, Telamonis fllius, quibus causis adductus mortem sibi consciverit. 3. Erant, qui formam, aetatem, genus mortis etc. Germanici magni Alexandri fatis adaequarent. 4. Ulixes, Ithacensium rex, qualis in Aiace Sophocleo videatur esse.(Klassenaufsatz.) 5. De C. Heio Mamertino. 6. Patroclum, Achillis amicum, quamobrem ab Hectore interfici faciat Homerus. 7. De Cu. Pompeio quam recte in oratione illa Cicero iudicaverit, eventu belli Mithridatici esse comprobatum.(Probe-Arbeit.) 8. Non saluti fuisse populo Romano occisum Caesarem.(Abitu- rienten-Arbeit.) Unterprima. Lektüre: Cicero Cato maior, Laelius, Tuscul. V.— Horaz Od. I und II mit Auswahl. Satiren I 1. 3. 5. 7. II 6. Aufsätze: 1. Bellum, quod Romani cum Cimbris et Teutonis gesserunt, breviter enarretur. 2. Cimo Atheniensis quae consilia in re publica secutus sit et quae bella cum Persis gesserit. 3. Multos et clarissimos cives Romanos vitam profudisse pro patria. 4. Athenienses cum in alios cives de republica optime meritos ingratos fuisse tum in Themistoclem.(Klassenarbeit.) 5. Qualis Athenis fuit Aristides, talis Romae C. Fabricius. 6. Rectene dixerit Cicero Dionysium tyrannnm miserrimum fuisse. 7. In rebus adversis maxime enitere virtutem nulla memoria praeclarius docet quam Romana. 8. De bello Mithridatico primo.(Klassenarbeit.) Obersekunda. Lektüre: Verg. Aen. IV und VI. Cic. pro Milone(W.), Livius XXI mit Auswahl(S.). Aufsätze: 1. De Caesaris bello cum Helvetiis gesto. 2. Quibus causis Caesar permotus bellum cum Ariovisto gesserit. 3. Quomodo secundum bellum Punicum exortum sit. 4. Quae difficultates Hannibali superandae fuerint, ut Italiae bellum inferret. Untersekunda. Lektüre: Vergil Aen. II. Cicero pro lege Manilia; Livius VII, VIII und IX mit Auswahl. Griechisch. Oberprima. Demosth. or. Phil. III, Olynth. I(W.); Platon. apolog.(8); Sophokles Aias Hom. Ilias XII— XVIII. Unterprima. Thukydides I und II mit Auswahl.— Homer Jlias V-—XV incl. Soph. Antigone. 30 Obersekunda. Herod. V- VII mit Auswahl; Lys. 2ακι υσατσέωιο; Homer Od. X-= XV. und Jlias— IV. Untersekunda. Homer: Odyss. I. IX. X; Xenophon: Anab. II. III. IV. Französisch. Oberprima. Mignet, Histoire de la révolution française. Unterprima. Molière, l'Avare. Ségur, Histoire de Napoléon et de la grande armée. Obersekunda. Racine, Athalie. Michaud, Histoire des croisades I. Untersekunda. Voltaire, Charles douze. Hebräisch. Prima. I. Sam. 27.— II. Sam 5. Englisch. Sekunda. Obere Abteilung: Gesenius, 4. Abschnitt A. St. II(W.). W. Scott, Tales of a grandfather(S.). Untere Abteilung: Gesenius, 3. Abschnitt, Memorierstücke der 1. und 2. Reihe. b. Der von den Osterklassen erledigte Lehrstoff. Oster-Obersekunda. Ordinarius: Oberlehrer Manns. 1. Evangelische Religionslehre(2 St. w.). Sommermonate: Geschichte des Reiches Gottes im neuen Testament nach Holzweissig§ 52— 90 und Lesung wichtiger Abschnitte aus den Evangelien im Grundtext. Wintermonate: Alte Kirchengeschichte nach§ 1— 21 in Holzweissig. Lesung von Matthäus im Grundtext. Fürer. Katholische Religionslehre(2 St. w. mit Untersekunda verbunden). Kirchengeschichte bis auf die Neuzeit nach Dreher. Katechismus II. Hauptstück wiederholt. Martin. 2. Deutsch(2 St. w.). Lektüre: Ausgewählte Gedichte von Schiller, Göthe und Geibel; Göthes Hermann und Dorothea und Götz von Berlichingen; Schillers Maria Stuart. Manns. Themata der Aufsätze: 1. Athene, die Beschützerin des Odysseus. 2. Athene, die Be- schützerin der Familie des Odysseus. 3. Die Lage Frankreichs vor dem ersten Siege der Jungfrau von Orleans. 4. Ciceros Befürwortung des Manilischen Gesetzvorschlags(Klassenarbeit). 5. Wie hat Schiller in seinem Gedicht„das Eleusische Fest“ seinen Stoff dichterisch gestaltet? 6. Wodurch hat Göthe das Interesse für den seinem Gedichte„Hermann und Dorothea“ zu Grunde liegenden Stoff gehoben? 7. Das Gerichtswesen in Göthes Götz. 8. Die Peripetie in Schillers Maria Stuart.(Klassenarbeit.) 3. Latein(8 St w.). Vergils Aeneis IV, V, VI, 628— Ende(2 St.) v. Seidel. Cicero, pro lege Manilia, pro S. Roscio Amerino(4 St.). Grammatik nach Ellendt-Seyffert(§ 234— 342). Wiederholung von§ 129— 233. Mündliche Übungen nach Seyffert und Süpfle. Schriftliche Übungen nach Diktaten(2 St.). Manns. Themata der Aufsâtze: 1. De morte Indutiomari. 2. De P. Decii in patriam meritis. 3. De Appio Claudio pacis cum Pyrrho faciendae dissuasore. 4. De rebus gestis Henrici I. 4. Griechisch(7 St. w.). Homer Odyss., Auswahl aus IX— XXIII. Herodot, Auswahl aus VI und VII. Lysias XII(æœrο οοατοοσσέωνοσσι) Grammatik nach Bamberg(Tempora, Modi in Haupt- und Nebensätzen, Infinitiv, Participium, Partikeln). Wiederholung der Formen- und 31 Kasuslehre. Mündliche Ubungen nach Seyffert-Bamberg. Schriftliche Ubungen nach demselben und Diktaten. Dr. Schmitt. 5. Französisch(2 St. w.). Racine, Athalie. Michaud, Histoire des croisades I. Grammatik nach Plötz(Lektion 70— 79). Wiederholungen. Scholastika, Diktate und Extemporalien. Bochröder. 6. Hebräisch(2 St. v.). Grammatik nach Seffer§ 34— 64 mit entsprechenden Über- setzungen und Wiederholungen. Bleckmann. 7. Geschichte und Geographie(3 St. w.) Römische Geschichte nach Herbst. Geschichtliche und gcographische Wiederholungen. Sunkel. 8. Mathematik(4 St. w.). Logarithmen. Schwierigere Gleichungen des ersten Grades mit einer und mehreren Unbekannten(Heis§ 56— 59, 61—63, 65— 67). Gleichungen des zweiten Grades mit einer Unbekannten(Heis§ 69 und 71). Exponentialgleichungen. Anfangsgründe der ebenen Trigonometrie, Berechnung von Dreiecken. Kreismessung. Aufgaben aus allen Teilen der Planimetrie. Franz. 9. Naturkunde(2 St w.) Magnetismus, Elektrizität, Wärme nach Trappe. Franz. 10. Gesang(2 St. w. mit den Primen und den Sekunden der Herbstklassen verbunden.) Stolzenberg. Oster-Untersekunda. Ordinarius: Gymnasiallehrer Dr. Eigenbrodt. 1. Evangelische Religionslehre(2 St. w.). 1. Bibelkunde des alten Testaments, Geschichte des Reiches Gottes im alten Testament. Lesung wichtiger Abschnitte aus Psalmen und Propheten nach Holzweissig§ 1— 51. 2. Wiederholung des ganzen Katechismus, der früher gelernten Sprüche und Lieder, besonders messianischer Weissagungen und Lieder. Fürer. Katholische Religionslehre(2 St. w.). Siehe Obersekunda. 2. Deutsch(2 St. w.). Lessings AMinna von Barnhelm; Herders Cid nach Hopf und Paulsiek; Schillers Wilhelm Tell und Jungfrau von Orleans; ausgewählte Gedichte von Göthe, Schiller, Uhland, Chamisso, Geibel; Aufsätze und Dispositionen. Memorieren einiger Gedichte. Dr. Eigenbrodt. Themata der Aufsätze: 1. Welche Gründe bestimmten die Römer im Jahre der Stadt 411 mit den Samniten Krieg anzufangen? 2. Die beiden ersten Aufzüge von Lessings„Minna von Barnhelm“. 3. Der sechste Auftritt im vierten Aufzuge von Lessings„Minna von Barnhelm“.(Klassenarbeit). 4. Der Militäraufstand in Kampanien im Jahre 412 d. St. 5. Der Cid, ein Charakterbild. 6. Wie wird in der Erzählung a. der Gang nach dem Eisenhammer, b. die Kraniche des Ibykus, die Lösung herbei- geführt? 7. Die Familie Attinghausen im zweiten Aufzuge von Schillers„Wilhelm Tell“. 8. Die Tellhandlung in Schillers Drama.(Klassenarbeit.) 3. Latein(8 St. w.). Vergils Kneis I u. II(2 St.); Livius, Buch VII, VIII, XXI, XXII mit Auswahl(4 St.). Grammatik nach Ellendt-Seyffert(§ 129— 233). Wiederholung von§ 234 bis 342. Mündliche Ibungen und schriftliche Ubersetzungen nach Süpfle und nach Diktaten(2 St.). Dr. Eigenbrodt. 32 4. Griechisch(7 St. w.). Homer Odyss. I, V, VI, VII zum Teil. Xenoph. anab. II, cap. 5 und 6, III., IV. Grammatik nach Bamberg(Artikel, Pronomina, Kasus, Präpositionen, Genera der Verba), Wiederholung der Formenlehre. Mündliche Übungen nach Seyffert-Bamberg. Schrift- liche Ubungen nach demselben und Diktaten. S: Dr. Heil. W.: Dr. Iber. 5. Französisch(2 St. w.). Scribe, Le Diplomate Voltaire, Charles XII. Grammatik nach Plötz(Lektion 58— 69). Wiederholungen. Scholastika, Diktate und Extemporalien. Bochröder. 6. Hebräisch(2 St. w.).(Mit Obersek, verbunden.) Grammatik nach Seffer§ 1— 33 mit entsprechenden Ubersetzungsübungen. Bleckmann. 7. Geschichte und Geographie(3 St. w.). Hessische Geschichte. Griechische Geschichte nach Herbst. Geographische Wiederholungen. Dr. Schmitt. 8. Mathematik(4 St. w.). Potenz- und Wurzelgesetze. Gleichungen des ersten Grades mit einer und mehreren Unbekannten(nach Heis§ 61, 63, 65, 67). Lehre von der Proportio- nalität und der Ahnlichkeit nebst dazu gehörigen Konstruktionsaufgaben nach Uth Dr. Auth II. 9. Naturkunde(2 St. w.). Einzelne leichtere Abschnitte aus der Mechanik und aus der Wärmelehre. Anfangsgründe der Chemie. S.: Dr. Auth II. W.: Detlefs. 10. Gesang(2 St. w.) Siehe Obersekunda. Oster-Obertertia. Ordinarius: Oberlehrer Zülch. 1. Evangelische Religionslehre(2 St. w.). 1. Apostelgeschichte. Bilder aus der Kirchen- geschichte. 2. Wiederholung des Katechismus, der in Quarta gelernten Sprüche und der früher gelernten Lieder. Fürer. Katholische Religionslehre(2 St. w. mit der Untertertia verbunden). Von den Gnaden- mitteln und den Geboten nach Dubelmann. Katechismus I. Hauptstück wiederholt. Martin. 2. Deutsch(2 St. w.). Lesen und Erklären ausgewählter Stücke aus Hopf und Paulsiek. Aufsätze und Anleitung zum Disponieren. Übungen im Vortragen auswendig gelernter Gedichte. Zülch. 3. Latein(9 St. w.). Ovid, Metam. nach Siebelis I(2 St.). Caesar, bell. Gall. IV—VI zum Teil(4 St.) Syntax nach Ellendt-Seyffert§ 234— 343; Wiederholung der§ 129— 233 und der Formenlehre. Mündliche Übungen und schriftliche UÜbersetzungen aus dem Deutschen ins Lateinische nach Süpfle und nach Diktaten(3 St). Zülch. 4. Griechisch(7 St. w.). Formenlehre nach der Grammatik von Franke-Bamberg(§ 77 bis 97), ergänzende Wiederholung von§ 1 bis 75. Schriftliche und mündliche Übersetzungen (häusliche und Klassenarbeiten) nach Ostermanns UÜbungsbuch und im Anschluſs an Xenophons Anabasis. Lektüre von Xenophons Anabasis I. Bleckmann. 5. Französisch(2 St. w.). Lektüre aus der Chrestomathie von Plötz. Grammatik nach Plötz(Lektüre 46— 57). Wiederholungen. Scholastika, Diktate und Extemporalien. Bochröder. 6. Geschichte(2 St. w.). Deutsche Geschichte von 1648— 1871 nebst preuſsischer Vor- geschichte nach Eckertz. S: Dr. Heil. W.: Dr. Iber. 33 7. Geographie(1 St. w.). Westeuropa: Frankreich, Groſsbritannien und Irland. Das deutsche Land nach Daniel. S,: Dr. Heil. W.: Dr. Iber 8. Mathematik(3 St w.). Wiederholung. Null und negative Zahlen. Divisionen alge- braischer Summen. Aufsuchung des gemeiuschaftlichen Teilers und Vielfachen. Teilbarkeit der Zahlen. Heis§ 25— 28. Gleichungen des ersten Grades mit einer Unbekannten. Heis§ 61, 63. Kreislehre. Konstruktionsaufgaben nach Uth. Sonne. 9 Naturbeschreibung(2 St. w.). Krystallographie und Mineralogie Lehre vom mensch- lichen Körper. S.: Dr. Auth II. W.: Sonne. 10. Gesang(2 St. w. mit Untertertia verbunden). Stolzenberg. Oster-Untertertia. Ordinarius: Zimmermann. 1. Evangelische Religionslehre(2 St. w.). 1. Leben Jesu nach den Synoptikern, besonders Marcus. 2. Bibelkunde(Einleitung und Inhalt der biblischen Bücher). 3. Wiederholung des Katechismus, der früher gelernten Sprüche und Lieder. Neu memoriert Ps 23; 51, 2— 6. 12— 14. 18. 19; 103; 139, 1—12. u. 23. 24. Fürer. Katholische Religionslehre(2 St. w.). Siehe Obertertia- 2. Deutsch(2 St. w.). Lesen und Erklären ausgewählter Stücke aus Hopf und Paulsiek. Aufsätze und Anleitung zum Disponieren UÜbungen im Vortragen auswendig gelernter Gedichte. Satzlehre. Zimmermann. 3. Latein(9 St. w.). Ovid. metam. mit Auswahl nach Siebelis I.(2 St.) Caesar bell. gall. I.(4 St.) Syntax nach Ellendt-Seyffert§ 129— 201. Mündliche und schriftliche UÜbungen im Übersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische, teils nach Süpfle, teils im Anschlusse an die Caesar-Lektüre.(3 St.) Zimmermann. 4. Griechisch(7 St. w.). Formenlehre nach Bamberg I§ 1— 75(mit Auswahl). Münd- liche und schriftliche Ubungen im Übersetzen nach Ostermanns UÜbungsbuch([—XI). Häusliche und Klassenarbeiten. Vokabellernen. Zülch. 5. Französisch(2 St. w.). Lektüre aus der Chrestomathie von Plötz. Grammatik nach Plötz. Schulgrammatik(Lektion 15— 28). Scholastika, Diktate und Extemporalien. Bochröder. 6. Geschichte(2 St. w.). Deutsche Geschichte bis 1555 nach Eckertz. Zimmermann. 7. Geographie(1 St. w.). Die aufsereuropäischen Erdteile nach Daniel, Leitfaden. Zimmermann. 8. Mathematik(3 St. w.). Arithmetik nach Heis§ 7— 24. Lehre vom Parallelogramm, Trapez und der Flächengleichheit nach Uth. Konstruktionsaufgaben. Wiederholung. S.: Sonne. W.: Franz. 9. Naturbeschreibung(2 St. w.). Bestimmung von Pflanzen. Beschreibung von Glieder- tieren, hauptsächlich von Insekten. S.: Sonne. W.: Franz. 10. Gesang(2 St. w.). Siehe Obertertia. 34 Oster-Quarta. Ordinarius: Gymnasiallehrer Sunkel. 1. Evangelische Religionslehre(2 St. w.). 4. und 5. Hauptstück, 21 Sprücne, 6 Lieder, Wiederholung von früher gelernten Hauptstücken, Liedern und Sprüchen, alles im Anschluſs an Kurtz, biblische Geschichte§ 1— 86. Bleckmann. Katholische Religionslehre(2 St. w. mit Quinta und Sexta verbunden). Katechismus III. Hlauptstück. Biblische Geschichte. Neues Testament 35— 96 Schluſs. Martin. 2. Deutsch(2 St w.). Lesen und Erklären von Lesestücken und Gedichten aus Hopf und Paulsiek. Formenlehre. Vortrag ausgewählter Gedichte; Wiederholung der in Sexta und Quinta gelernten. Diktate, häusliche und Klassenaufsätze. Sunkel. 3. Latein(9 St. w.). Lhomond— XI mit Auswahl. Wiederholung der Formenlehre nach Ellendt-Seyffert. Syntax nach Ostermann, UÜbungsbuch für Quarta. Schriftliche Ubungen nach Lhomond und Ostermann. Sunkel. 4. Französisch(5 St. w.). Grammatik nach Plötz, Elementargrammatik Lekt. 61— 112 und Schulgrammatik Lekt. 1— 14. Mündliche und schriftliche Übersetzungen, häusliche und Klassenarbeiten, Diktate. Thies. 5. Geschichte(2 St. w.). Griechische und römische Geschichte nach O. Jägers Hilfsbuch zum ersten Unterricht in der alten Geschichte. Thies. 6 Geographie(2 St. w.). Physikalische und politische Geographie von Deutschland nach Daniel. Thies. 7. Mathematik(4 St. w.). Aufgaben aus der Prozentrechnung, Mischungsrechnung, Be- wegungsaufgaben.(Fölsing I, Cap. 5— 8). Wiederholung. Anfangsgründe der Planimetrie bis zu den Kongruenzsätzen und leichte Konstruktionsaufkgaben. Schmitt II. 8. Naturbeschreibung(2 St. w.). Beschreibung und Systematik der niederen Wirbeltiere. Beschreibung und Bestimmung von Pflanzen. Schmitt II. 9. Gesang(2 St. w.). Stolzenberg. 10. Zeichnen(2 St. w.). Zeichnen nach einfachen Körpern und gewerblichen Gegen- ständen in linearer Weise. Zeichnen nach plastischen Vorbildern mit Berücksichtigung der Licht- und Schattenflächen. Wenzel. Oster-Quinta. Ordinarius: Hülfslehrer Thies. 1. Evangelische Religionslehre(2 St. w.) Biblische Geschichte des Neuen Testaments mit Auswahl nach Kurtz§ 102— 171. Das 2. und 3. Hauptstück. Dreiſsig Sprüche. Sieben Lieder neu auswendig gelernt Zimmermann. Katholische Religionslehre(2 St. w.). Siehe Quarta. 2. Deutsch(2 St. w.). Lesen und Erklären von Lesestücken und Gedichten aus Hopf und Paulsiek. Lehre vom einfachen und zusammengesetzten Satz und von der Interpunktion. Vortrag ausgewählter Gedichte; Wiederholung der in Sexta gelernten. Diktate und häusliche Aufsätze. Thies. 35 3. Latein(9 St. w.). Die Formenlehre nebst den wichtigsten Regeln der Syntax nach Ellendt-Seyffert. Übersetzungen aus dem Lateinischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Lateinische, Vokabellernen, Exerzitien und Extemporalien nach Ostermann. Thies. 4. Französisch(4 St. W.). Plötz, Elementargrammatik, Lektion 1— 60. Mündliche und schriftliche Übungen. Watermeyer. 5. Geschichte(1 St. w.). Ausgewählte Geschichtsbilder aus der mittelalterlichen und neueren deutschen Geschichte. Der Direktor. 6. Geographie(2 St. w.). Die vier aufsereuro äischen Erdteile. Europa mit Ausschlußs Mitteleuropas nach Seidlitz. S.: Dr. Heil. W.: Watermeyer. 7. Rechnen(4 St. w.). Gemeine Brüche; Wiederholung der Dezimalbrüche; Verteilungs- aufgaben, Regeldetri- und Zinsrechnung, nach Fölsing(II, Kap. I— IV). S.: Sonne. W.: Stern- 8. Naturbeschreibung(2 St. W.). Beschreiben von Pflanzen, Säugetieren und Vögeln. 8.: Sonne. W.: Stern. 9. Gesang(2 St. w.). Stolzenberg. 10. Zeichnen(2 St. w.). Stilisierte und Naturblätter; ornamentale Gebilde, denen die Li- und Korblinie, die Ellipse, die Spiral- und Schneckenlinie zu Grunde liegen, Gefäſsformen, UÜbungen im Tuschen. Wenzel. 11. Schreiben(2 St. w.). Wenzel. Oster-Sexta. Ordinarius: Hülfslehrer Watermeyer. 1. Evangelische Religionslehre(3 St. W.). Biblische Geschichte des alten Testaments mit Auswahl nach Kurtz§ 1—3; 4, 1, 2, 4; 5; 8; 10— 12; 13, 1, 2; 14— 26; 28— 34; 48, 3; 49; 50, 1; 52, 3; 56; 57; 58, 1— 4; 59, 1— 3; 60— 62; 63 z. I.; 65, 1; 67; 70: 73, 1; 75; aus der neutestamentlichen Geschichte§ 105— 108; 146; 152; 154— 163; 169; 171. Katechismus I. Hauptstück, Unser Vater, 31 Sprüche, 6 Lieder, 3 Gebete. Fürer. Katholische Religionslehre(2 St. V.). Siehe Quarta. 2. Deutsch(3 St. w.) Lesen, Erklären, Nacherzählen von Lesestücken und Auswendig- lernen von Gedichten aus Hopf und Paulsiek. Ubungen in der Rechtschreibung, Diktate. Watermeyer. 3. Latein(9 St. w.). Formenlehre nach der Grammatik von Ellendt-Seyffert(§ 32— 96 mit Auswahl). Mündliche Übungen und schriftliche Arbeiten. Übersetzungen aus dem Lateinischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Lateinische und Vokabellernen nach Ostermann. Watermeyer. 4. Geschichte(1 St. w.). Die homerischen Sagen. Die Nibelungensage. Thies. 5. Geographie(2 St. w.). Heimatskunde. Der Regierungsbezirk Cassel. Ubersicht der fünf Erdteile nach v. Seydlitz, Grundzüge der Geographie. Thies. 6. Rechnen(4 St. w.). Die vier Grundrechnungsarten in benannten und unbenannten Zahlen. Einüben der Maſse, Münzen und Gewichte. Dezimalbrüche. Sonne. 7. 36 Naturbeschreibung(2 St. wW). Beschreiben von Pflanzen und warmblütigen Wirbel- tieren. Sonne. 8. 9. Gesang(2 St. w.) Stern. Zeichnen(2 St. w). Das Quadrat, das gleichseitige Drei-, Sechs- und Achteck, der Kreis; der Mäander und andere bandartige Verzierungen. Wenzel. 10. Schreiben(2 St. w.). Stern. 1. c. Aufgaben bei der Reifeprüfung. Michaelis 1889. Deutscher Aufsatz: Welche inneren Ursachen des Verfalles von Staaten lehrt, uns die Geschichte kennen? .Lateinischer Aufsatz: Non saluti fuisse populo Romano occisum Caesarem. .Mathematik: a. Ein Dreieck zu zeichnen aus der Grundlinie, der Höhe und der Differenz der beiden anderen Seiten.— b. Aus dem Inhalte J, der Grundlinie a und der Summe der Quadrate der beiden anderen Seiten be+˖ c= p den Winkel a und die Seiten b und c trigonometrisch zu bestimmen und für J= 84, a= 14 und bz+ c*= pa= 394 den Winkel zu berechnen.— c. Auf der schiefen Ebene, deren Höhe h und deren Länge a ist, fällt ein Körper mit der Anfangsgeschwindig- keit c herab. Welche Zeit gebraucht derselbe, um am Fuſse der schiefen Ebene an- zukommen?— d. Die Grundfläche einer geraden Pyramide ist ein reguläres Zehneck mit der Seite a. Die Höhe derselben ist ebenso groſs wie der Radius des dem Zehneck umbeschriebenen Kreises. Wie groſs ist der Inhalt der Pyramide? Wie groſs ist der Radius der Kugel, welche der Pyramide einbeschrieben ist, und wie grols der Radius des Kreises, in welchem die Berührungspunkte der Kugel und der Seitenflächen der Pyramide liegen? Ostern 1890. .Deutscher Aufsatz: Athen, Rom und Jerusalem in ihrer weltgeschichtlichen Bedeutung. .Lateinischer Aufsatz: Bellum Samniticum primum qua de causa ortum, qua fortuna gestum, quibus pacis condicionibus compositum sit. . Mathematik: a. In einer Geraden sind zwei Punkte gegeben. Es sollen zwei Kreise konstruiert werden, welche einander und die Gerade in den gegebenen Punkten be- rübhren und deren Radien sich wie m:n verhalten.— b. Aus a+†b— c= d eines Dreiecks, dem Radius des demselben umbeschriebenen Kreises R und dem Winkel„, die Winkel« und„h trigonometrisch zu bestimmen und für a+ b— c= 126, R= 60 G und„= 47⁰ 55 29,9“ zu berechnen.— c. Eine Dampfmaschine kostet a Mark, die jährlichen Unterhaltungskosten betragen b Mark und alle v Jahre ist eine neue Maschine nötig. Welches Kapital ist erforderlich, eine solche Maschine anzuschaffen und für immer zu erhalten, die Zinseszinsen zu p Prozent gerechnet? 1eee Es soll das Kapital für a= 26700 ℳ, b= 2400 ℳ, v= 10 und p= 4 berechnet werden.— d. Ein leuchtender Punkt steht an von dem Mittelpunkt der Kugel von (2. b)“ Durchmesser ab. Wie groſs ist die Oberfläche und der Inhalt des Kugel- abschnittes, welcher beleuchtet wird? Von dem christlichen Religionsunterricht war keiner der christlichen Schüler dispensiert. Den fakultativen jüdischen Religionsunterricht erteilten den vereinigten Schülern der beiden Gymnasien in drei Abteilungen je 2 St. w. der Landrabbiner Dr. Prager, der Seminar- lehrer Katz, und der Lehrer Gutkind. An dem Unterricht der 1. Abteilung nahm 1 Schüler, an dem der 2. Abteilung S.: 8, W.: 9 Schüler, an dem der 3. Abteilung S.: 2, W.: 3 Schüler des Wilhelms-Gymnasiums teil. An dem fakmultativen hebräischen Unterricht nahmen teil im S.: 4 Schüler der Prima und 7 der Sekunda; im W.: 4 Schüler der Prima und 13 der Sekunda. An dem faknltativen englischen Unterricht beteiligten sich im S.: 15, im W. 11 Schüler der Sekunda. Turnen:(Sommer 26, Winter 26 St. W). Stern S.: MII und 2, O III 1, O III 2, MIII 2, O V, MVI. W.: MII und 2, O II2 und M II 2, OIII 1, MV, OV. Stolzenberg S.: MIIl und OII1, M II2 und OII2, OIV, M IV, M V, O VI. W.: M II1 und O II 1, MIII 1, O III 2, MIV, O IV, M VI, O VI. Sunkel s: MIII1. W.: MIII2. Während des Sommers hatten 453 Schüler in 13 Abteilungen, im Wintersemester 445 Schüler in 13 Abteilungen je 2 St. w. Unterricht. Im Sommer waren 18, im Winter 18 Schüler vom Turnen dispensiert, davon 2 nur teilweise. An dem Baden und Schwimmen in der Militärschwimmanstalt, welche den Schülern der beiden Gymnasien für bestimmte Stunden des Tages zur Benutzung reserviert war, beteiligten sich 302 Schüler des Wilhelms-Gymnasiums. Schwimmunterricht erteilten die Schwimmlehrer des Infanterieregiments von Wittich an 119 Schüler. Gesang in 6 Abteilungen(13 St. w.). Die erste Abteilung(Tenor und Baſs) zählte im S.: 41, im W.: 35 Schüler, die zweite Abteilung(Sopran und Alt) im S.: 68, im W.: 87, darunter auch Quintaner, die dritte Abteilung(Tertianer) im S.: 34, im W.: 32, die vierte Abteilung(Quartaner) im 8.: 42, im W.: 44. Jede dieser Abteilungen hatte wöchentlich 2 Gesangstunden. Daneben erhielten die Klassen Quinta und Sexta w. je 2 St. Klassen Gesang- unterricht. Es erteilte den Unterricht in der Klasse Sexta(je 2 St.) Stern, den der anderen Klassen Stolzenberg. Zeichnen für Schüler der drei oberen Klassen(2 St. w.) Wenzel. An diesem fakul- tativen Unterrichte, der den vereinigten Schülern des Friedrichs- und Wilhelms-Gymnasiums in unserem Zeichensaale erteilt wurde, beteiligten sich im S.: 8, im W.: 7 Schüler der Klasse III des Wilhelms-Gymnasiums. 38 4. Verzeichnis der eingeführten Lehrbücher. Religion: 1. evang. Katechismus und Evang. Kirchengesangbuch, Kurtz, Biblische Ge- schichten(VI—III), Bibel(III— I), Holzweissig, Repetitionsbuch für den evang. Religions- Unterricht(III— J). 2. kathol. Diözesan-Katechismus(VI— III), Biblische Geschichte von Schuster(VI—IV); Dubelmann, Religionshandbuch(III); Dreher, Lehrbuch der kathol. Religion(II— I). Deutsche Sprache: Herbst, Hälfsbuch für die deutsche Litteraturgeschichte(I); Deutsches Lesebuch von Hopf und Paulsiek(in jeder Klasse der für dieselbe bestimmte Teih); Regeln und Wörterverzeichnis für die deutsche Rechtschreibung. Lateinische Sprache: Ellendt-Seyffert, Lateinische Grammatik(VI—I); Oster- mann, Lateinisches Übungsbuch mit Vokabularium(VI-IV); Gereimte Geschlechtsregeln(VI und V); Süpfle, Aufgaben I(III); Süpfle, Übungsschule(II); Seyffert, Übungsbuch (II1 und ID); Lhomond, Urbis Romae viri illustres(IV); Ovid von Siebelis(III. Griechische Sprache: Bamberg, Griechische Grammatik(III— D; Ostermann, Ubungsbuch(IID); Seyffert, Griechische Grammatik(II—I). Hebräische Sprache: Seffer, Hebräisches Elementarbuch(II—I); Hebräische Bibel(I). Französische Sprache: Plötz, Elementargrammatik(V und IV); Plötz, Schul- grammatik(III— I); Chrestomathie(III und II). Englische Sprache: Gesenius, Elementarbuch(II und D. Geschichte: Jäger, Hülfsbuch(IV); Eckertz, Hülfsbuch(III); Herbst, historisches Hülfsbuch(II und D. Geographie: Diefenbach, Der Regierungsbezirk Cassel(VI); v. Seydlitz-Oehl- mann, Grundzüge der Geographie(VI und V), Kleine Schulgeographie(IV— I); Schulatlas von Debes(IYV—. Rechnen und Mathematik: Fölsing, Rechenbuch 2. Teil(V—IV); Heis, Arithmetik (III—); Uth, Leitfaden der Planimetrie(IV—I); Schlömilch, Logarithmen(II1 und D); Nagel, Stereometrie(I). Naturbeschreibung: Leunis, Leitfaden der Naturgeschichte(V— III. Physik: Trappe, Physik(II und J. Gesang: Brandt, Chorgesangschule(VI—III); Sering, Chorbuch(Chor). Die lateinischen, griechischen und französischen Klassiker sind(aufser Ovid) nur in Textausgaben in Gebrauch. — ³⁹ lI. Verfügungen der vorgesetzten Behörden. Cassel, 7. Mai 1889. Bemerkungen zu den Geschichtslehrplänen. Cassel, 24. Mai 1889. Einforderung eines Berichtes über die Veränderungen in den Schulbüchern vom 1. Mai 1879 bis 1. Juli 1889. Cassel, 27. Mai 1889. Verfügung betr. Anträge auf Bewilligung von Unterstützungen an Lehrer und Beamte aus Centralfonds. Cassel, 31. Mai 1889. Mitteilung eines Auszugs der Dienstanweisung für die König- lichen Bauinspektoren der Hochbauverwaltung. Cassel, 4. Juni 1889. Empfehlung der Förderung der Interessen des roten Kreuzes. Cassel, 27. Juni 1889. Bei Ausstellung von Zeugnissen für den einjährig-freiwilligen Militärdienst ist das neue Schema zur Anwendung zu bringen. Cassel, 29. Juni 1889. IIber Ausfall des Unterrichts und Lüftung der Klassenräume zur Zeit sommerlicher Hitze. Cassel, 1. Juli 1889. Verfügung über das Maſs von Karzerstrafen. Cassel, 1 Juli 1889. Verfügung, die Bestimmungen über Einrichtung und Regelung des Probejahrs genau zu beachten. Cassel, 18. Juli 1889. Uberlassung der Turnhalle für eine Stunde wöchentlich gegen eine Vergütung an den evang Jünglingsverein zu Turnübungen. Cassel, 8. August 1889. Die Anschaffung des Buches von Raydt„Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ wird empfohlen. Cassel, 21. August 1889. Ergänzung zur Bibliotheksordnung betr. Defektenverzeichnis. Cassel, 26. August 1889. Verfügung betr. die Erteilung von Privatunterricht durch Lehrer. Cassel, 14. September 1889. Es wird genaue Beachtung des Dienstwohnungs- Regulativs empfohlen. Cassel, 17. September 1889. Die Revision des evang. Religionsunterrichts der Anstalt wird dem reformierten Generalsuperintendenten übertragen. Cassel, 7. November 1889. Mitteilung der 20 Kirchenlieder, welche von der Regie- rung für die gedächtnismälsige Aneignung bestimmt sind. Cassel, 14. November 1889. Bei Versetzung von Beamten und Militärs ist das Schulgeld für deren Söhne nur nach Verhältnis der Zeit des Schulbesuchs, nicht für das ganze Quartal zu erheben. Cassel, 13. Dezember 1889. Verfügung betr. die Justifikation der Ausgaben an gesetzlichen Witwen- und Waisengeldern. Cassel, 9. Januar 1890. Weidner, Zeitschrift für lateinlose Schulen, wird empfohlen. Cassel, 20. Januar 1890. Es wird die Anlage von Schulgärten zur Förderung des wissenschaftlichen Unterrichts empfohlen. Cassel, 18. Januar 1890. Mitteilung eines Ministerialerlasses betr. sorgfältige und liebevolle Uberwachung der Jugend zur Förderung und Bewahrung ihres geistigen und leiblichen Wohles. 8 natur 40 Cassel, 23. Januar 1890. Der Direktor wird mit der Leitung der Maturitätsprüfung für den Ostertermin d. J. beauftragt. Cassel, 23. Januar 1890. Die Normalstimmung(sog. Pariser Stimmung) ist bis zum 1. Juni d. J. bei den musikalischen Instrumenten einzuführen. Cassel, 23. Januar 1890. Bemerkungen zum französischen Lehrplan. Cassel, 15 Februar 1890. Mitteilung über Einrichtung von archäologischen Ferien- kursen zu Bonn und Trier. Cassel, 21. Februar 1890. Verfügung, ein Hauptregister der Gesetzsammlung für die Jahre 1806— 1883 für die Bibliothek zu beschaffen. III. Chronik des Gymnasiums. Am 12. April nahmen 87 Schüler an der von Sr. Majestät dem Kaiser der hiesigen Schuljugend allergnädigst bewilligten unentgeltlichen Aufführung der„Quitzows“ im König- lichen Hoftheater teil. Das neue Osterschuljahr wurde Montag den 29. April, nachmittags 3 Uhr, mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet, die neueingetretenen Lehrer vorgestellt und 47 neu- aufgenommene Schüler auf die Schulgesetze verpflichtet. Als unbesoldete wissenschaftliche Hülfslehrer blieben an der Anstalt die Kandidaten Spohr, Wehmeyer, v. Seidel, Schmitt und Thieme, doch wurde Spohr vom 26. Juni ab zur Vertretung eines Lehrers nach Oberlahnstein berufen und danach zur Vertretung eines Lehrers an die Realschule zu Marburg, Thieme war vom 29. Mai bis Ende Juli zur Vertretung eines Lehrers in Elberfeld, Wehmeyer ging mit den Beginn der Juliferien als Lehrer an das Hofmannsche Institut in St. Goarshausen, v. Seidel war 8 Wochen zu einer militärischen UÜbung einberufen, Schmitt vertrat längere Zeit einen erkrankten Lehrer am hiesigen Friedrichs-Gymnasium. Kandidat Stengel schied zu Ostern von der Anstalt, um eine Lehrerstelle an dem Realprogymnasium zu Schmalkalden zu übernehmen. Die Ver- tretung des ordentlichen Lehrers Dr. Rost durch den Kandidaten Sonne dauert fort. Als wissenschaftliche Hülfslehrer wurden zu Ostern an die Anstalt berufen Zimmer- mann und Watermeyer. Heinrich Zimmermann, geb. den 5. Januar 1858 zu Louisendorf(Reg.-Bez. Cassel), Sohn des Pfarrers Zimmermann zu Hanau, besuchte von Ostern 1870 bis dahin 1876 das Gymnasium zu Hanau, studierte bis Ostern 1880 in Marburg und Berlin zuerst Mathematik und Naturwissenschaften, dann klassische Philologie, Geschichte und Geographie, absolvierte Juni 1882 in Marburg das Examen pro facultate docendi, leistete am Gymnasium zu Hanau von Johannis 1882 bis Johannis 1883 das Probejahr ab und war von da ab bis Ostern 1888 an der Realschule, darauf bis Ostern 1889 am Gymnasium zu Hanau als wissenschaftlicher Hülfslehrer beschäftigt. Wilhelm Watermeyer, geb. den 4. Oktober 1857 zu Schöneberg bei Stargard in Pommern, besuchte das Königliche Wilhelms-Gymnasium zu Berlin und dann bis Ostern 1877 das Gymnasium zu Stargard. Er studirte mit zweijähriger Unterbrechung auf den Universitäten Jena, Berlin, 41 Würzburg und Marburg bis Ostern 1883 Geschichte, Geographie, Deutsch und alte Sprachen und bestand nach zweijähriger Privatthätigkeit am 22. Januar 1886 zu Marburg die Präfung pro facultate docendi. Von Ostern 1886 bis 1887 war er zwecks Ableistung seines Probejahrs am Realgymuasium zu Cassel und danach an derselben Anstalt bis Herbst 1888 als wissenschaftlicher Hülfslehrer beschäftigt. Durch Verfügung des Königlichen Provinzialschulkollegiums wurde er im September 1888 dem Gymnasium zu Wiesbaden als Hülfslehrer überwiesen. Durch Verfügung vom 20. April wurde Gymnasiallehrer Zülch zum Oberlehrer ernannt und rückte in die neu errichtete Oberlehrerstelle ein, die ordentlichen Lehrer Dr. Rost, Franz, Dr. Eigenbrodt, Bochröder, Bleckmann, Sunkel, Dr. Schmitt rückten um je 2 Gehaltsstufen auf. Als Probandus trat ein Dr. Volp. Am 8. Juni wurden der Direktor und Oberlehrer Professor Dr. Auth I als frühere Lehrer Sr. Majestät des Kaisers von seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Heinrich von Preuſsen im Residenzpalais zur Audienz huldvollst empfangen. Am 15. Juni fand die Feier zur Erinnerung an den Todestag Kaiser Friedrichs in der üblichen Weise statt. Die Gedächtnisrede hielt Oberlehrer Wagner. Am 18. Oktober sprach zur Erinnerung an den Geburtstag weiland Kaiser Friedrichs Oberlehrer Manns. Am 8. März wurde in einer Vorfeier, welche mit der Schluſsandacht der Woche verbunden wurde, vom Direktor des Todestages Kaiser Wilhelms I. gedacht, am 22. März feierte Gymnasiallehrer Franz die Erinnerung des Geburtstages desselben durch einen Vortrag. Am 18 Juni machten sämtliche Klassen der Anstalt unter Führung ihrer Ordinarien bei sehr günstigem Wetter Klassenausflüge. Die Sommerferien dauerten vom 7. Juli bis 4. August. In den ersten Tagen der- selben machte der Direktor des Friedrichs-Gymnasiums mit dem Gesangverein der vereinigten Primaner beider Gymnasien eine Tour in den Harz. Nachdem der Direktor des Friedrichs- Gymnasiums, Herr Dr. Vogt, den genannten Verein 3 ½ Jahre lang in sehr dankenswerter Weise mit groſser Hingabe geleitet hatte, hat sich von Michaelis vorigen Jahres ab, da die Zahl der Schüler zu grofs wurde, unter Leitung des unterzeichneten Direktors ein besonderer Gesangverein der Primaner des Wilhelms-Gymnasiums gebildet, der am 16. Oktober eröffnet wurde. Am 28. Juli und am 28. Dezember, beidemal in den Ferien, verlor die Anstalt durch den Tod einen hoffnungsvollen und braven Schüler, den Obersekundaner Ernst Vogell (MII1) und den Untertertianer Konrad Schieb eler(MIII 2). Der Direktor und hier anwesende Lehrer und Schüler der betreffenden Klassen gaben ihnen das letzte Geleite, und in der ersten Morgenandacht nach den Ferien wurde der Dahingeschiedenen gedacht. Am 2. September wurde das Sedanfest in derselben Weise gefeiert wie im vorher- gehenden Jahre. Lehrer und Schüler, sowie Angehörige derselben zogen um ½ 11 Uhr mit Musik und Fahnen zur Dönche, wo Erfrischungen geboten wurden, Spiele und patriotische Gesänge abwechselten und Oberlehrer Manns eine Ansprache an die Schüler hielt. Die schriftliche Maturitätsprüfung für den Michaelistermin fand statt in der Zeit vom 19. bis 24. August, die mündliche unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Regierungsrat Dr. Lahmeyer am 24. und 25. September. 42— Am 27. August besuchte Herr Geh. Regierungsrat Dr. Lahmeyer den Unterricht der Kandidaten und jüngerer Lehrer, ebenso am 11. Dezember und 19. Februar. Am 27. September von 3— 5 Uhr und am 28. September von 8—10 wurden öffent- liche Prüfungen der Michaelisklassen VI bis UIII abgehalten, an denselben Tagen war auch die Aufnahmeprüfung der neu zugehenden Schüler. An dem letztgenannten Tage folgte morgens 10 ⁴¼ Uhr die feierliche Entlassung der Abiturienten durch den Direktor. Der Abiturient Rabbethge hielt eine Abschiedsrede über Walter von der Vogelweide. Herr Geh. Regierungsrat Dr. Lahmeyer beehrte die Feier durch seine Gegenwart. Die Herbstferien dauerten vom 29. September bis zum 13. Oktober. Das neue Herbstschuljahr wurde Montag den 14. Oktober, nachmittags 3 Uhr mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet und 42 neu aufgenommene Schüler auf die Schulgesetze verpflichtet. Mit dem genannten Tage traten als Probanden ein die Kandidaten Lehnert und Schlitt. Thieme verlieſs die Anstalt, um seine einjährige Dienstzeit bei dem hiesigen Infanterieregiment abzuleisten. Kandidat Detlefs blieb als unbesoldeter Hülfslehrer an der Anstalt, Dr. Bätjer ging nach Beendigung seines Probejahrs als Lehrer an eine Militär- Vorbildungsanstalt in Potsdam. Dr. Heermann, früher in Wiesbaden, übernahm als unbe- soldeter Hülfslehrer eine Anzahl Unterrichtsstunden. Der wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Heil kehrte in gleicher Eigenschaft an das Gymnasium zu Wiesbaden zurück, die beiden letzten ordentlichen Lehrerstellen wurden durch den ordentlichen Lehrer vom Real- progymnasium zu Schmalkalden Dr. Iber und den wissenschaftlichen Hülfslehrer des Wilhelms-Gymnasiums Zimmermann besetzt. Heinrich Iber, geb. am 17. März 1857 zu Wasenberg, Kr. Ziegenhain, besuchte das Gymnasium zu Hersfeld von Ostern 1871— 1876, studierte darauf in Marburg klassische Philologie und Geschichte und bestand am 30. Januar 1880 die Prüfung pro facultate docendi. Ostern 1881 trat er sein Probejahr am Königl. Gymnasium zu Fulda an und wurde nach Ablauf desselben mit der Versehung einer wissenschaftlichen Hülfslehrerstelle an genannter Anstalt und vom Herbst 1882 mit Versehung einer ordentlichen Lehrerstelle am Realprogymnasium zu Schmalkalden beauftragt. Herbst 1883 wurde er als ordentlicher Lehrer daselbst angestellt. 1887 erlangte er auf Grund seiner Dissertation„de dativi usu Tibulliano“ die philosophische Doktorwürde. Zufolge der Mitteilung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 9. Oktober wurde dem Oberlehrer Dr. Prätorius der Professortitel verliehen. Am 21. Oktober beteiligte sich das gesamte Lehrerkollegium an dem Leichenbe- gängnisse des Professor Dr. Weber vom Friedrichs-Gymnasium. Am 1. Advent-Sonntage, den 1. Dezember, fand die gemeinsame Abendmahlsfeier evangelischer Lehrer und Schüler in der Oberneustädter Kirche statt. Am 5. Dezember abends wurde in der Aula unter Leitung des Gesanglehrers Stolzenberg eine musikalische Abendunterhaltung veranstaltet, die sehr zahlreich besucht wurde Der Ertrag wurde zu Anstaltszwecken verwandt. Montag den 23. Dezember 11 Uhr wurde zum Schlufs der Schule bei brennenden Weihnachtsbäumen eine liturgische Weihnachtsandacht abgehalten. Die Ferien dauerten bis zum 7. Januar. Am 11. Januar fand eine Trauerandacht zum Gedächtnisse der hochseligen Kaiserin Augusta statt. Am 27. Januar wurde der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers durch Deklamationen, Gesänge patriotischer Lieder und eine Festrede des Oberlehrers Ziülch über Max von Schenkendorf gefeiert. Zu Ostern wird Oberlehrer Püttgen die Anstalt verlassen, um als zweiter Ober- lehrer an das hiesige Friedrichs-Gymnasium überzugehen. Die schriftliche Maturitätsprüfung für den Ostertermin fand statt vom 24. bis 26. Febr., die mündliche unter dem Vorsitz des Direktors am 19. März. Leider erlitt der Unterricht auch in diesem Jahre, abgesehen von ein- bis zwei- tägigen Verhinderungen von Lehrern, mehrfach Störung, hauptsächlich durch Unwohlsein von Lehrern. Vom 3. bis 11. September und ebenso vom 3. bis 8. März konnte Gymnasial- lehrer Franz wegen Teilnahme an der Prüfung für Einjährig-Freiwillige nur einen Teil seiner Unterrichtsstunden geben. Dr. Schmitt war 3 Tage beurlaubt. Auſserdem waren wegen Unwohlseins verhindert Oberlehrer Dr. Krämer 7 Tage, Oberlehrer Dr. Auth II 24 Tage, Oberlehrer Zülch 3 und 4 Tage, Gymnasiallehrer Franz 5 Tage, Gymnasiallehrer Dr. Eigenbrodt 3 Tage, Gymnasiallehrer Bleckmann 8 und 3 Tage, Hülfslehrer Watermeyer 4 Tage, Lehrer Stolzenberg 4 Tage, Pfarrer Fürer 6 und 3 Tage, Kandidat Sonne 11 Tage, Lehrer Stern 4 Tage, Kandidat Dr. Heermann vom 20. Ja- nuar bis jetzt. Gymnasiallehrer Dr. Iber konnte 12 Tage sein Amt wegen ansteckender Krankheit in seiner Familie nicht versehen. Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen günstig, doch fehlten kur⸗z vor Weihnachten wegen Influenza viele Schüler, so Freitag den 20. Dezember 85 Schüler. 41 IV. Statistische Mitteilungen. A. Religions- und Heimatsverhältnisse der Schüler. Gesamtzahl Evang. Kath. Dissid. Juden. winheim. Ausw. Ausl. der Schüler. 1. Am Anfang des Sommersemesters 402 42 27 350 110 11 471 2. Am Anfang des Wintersemesters] 389 41 33 342 110 11 463 3. Am 1. Februar 1889. 386 41 32 340 108 11 459 B. Frequenztabelle für das Schuljahr 1889/90. Osterklassen Herbstklassen 4 ½ —————————— 3 S oHiſon2 0IO I2orV OVIOVI] Sa.(ü MIZ2 MIII MII2 MIIII MIII2 MIV MV MVI] Sa. ſc 5 Frequenz am Senageden 24 28 30 43 38 50 37 250] 15 24 20 20 25 27 31 31 28 221] 471 1889/90.. 2 Zugang im Sommer- semester..— L— Abgang im Sommer- 1 1 2 4 1 1 2 6 semester..———— ℳêé—————— q MVO—————,—— Zugang durch 1 Versetzung 19 17 15 22 13 23 22 25 156 156 zu Michaelis——— Zugang durch Ddergans, 2 535 3 7 6 S6 3 34 4 1³ 7 8 6 Ö 5 4 35 69 in Cötus O bezw. H..——— Zugang durch— Aufnahme 1 1 2 1 1 6 12 1 1 2 2 1 23 30 42 zu Michaelis——— Frequenz am Anfams der 2l 30 e h e ehe ee ie iee e n ⁵e h ee e ei 463 inter- semesters..—,— Zugang im—— 3 Winter- semester..—— Abgang im— Winter- 1 1 1 1 1 3 4 semester..— fehuee 9 21 30 26 37 39 49 41 243 20 18 15 23 21 37 30 27 25 216 459 Durchschnitts- alter am 17 /12 16 ⁄16 15 312 142⁄124 13 111⁄110 y9⁄126 ꝑ—[19 ⁄1½ 17 /1½ 17 912 15 ¹1⁄12 14¹0⁄912 13 ⁄2 V 12 /1 ½ y117⁄12½ 10 114 6—— 1. Febr. 90. Das Zeugnis für den einjährigen Militärdienst erhielten zu Michaelis 1889 15 Schüler; davon sind zu einem praktischen Beruf abgegangen 2. 45 C. Übersicht über die Abiturienten. —᷑—ꝛ—ꝛx:ͦ:-O:OB—’BꝛB—B—ꝛ—ꝛB,OLBFBęę—QQ2:—BQ,ñ⸗ñ-———— D d Vor- Geburts- 5 Des Vaters Aufenthalts Zuname. name S in dem ſimd Gewählter Beruf. 4 Tg. Monat. Jh. Ort. 2 Stand. Wohnort. ſGymnns. Prima. Am 24. u. 25. Sept. 1889. 1Rabbethge... Erich 22 Mai 70 Einbeck... uth. Fabrikbesitzer... Einbeck 5 ½ 2 Naturwissenschaft. 2[Ruetz.... Alexand. 12 Nov. 69 Schmalkalden luth. Oberlehrer.(Schmalkaldn.] 5 ½ 2 Theol. u. Philol. 3 Stöcke.. Wilhelm 8 Jan. 70 Witzenhausen ref. Kaufmann. Witzenhausn. 7 2 Rechtswissenschaft. 4 Bachmann... Karl 30 Juni 71 Cassel. ref. Lehrer..... Cassel.. 9 2 Theologie. 5(Hofmann.... Rudolf 2 April 71 Cassel- kath.] Regierungssekretar † Cassel... 9 2 Philologie. 6 Wangemann.. Rudolf 25 Dezbr. 69 Berlin- ref. Senatspräsident †. Berlin... 6 ½ 2 Rechtswissenschaft. 7 Schlunk. Rudolf 7 Juni 71 Cassel..... ref. Kaufmann †.... Cassel... 9 2 Heilkunde. 8 Zeddies. Wilhelm 16 Febr. 69 Dom. Franknhsn. luth.] Domänenpächter.. Frankenhsn. 5 ½ 3 Heeresdienst. 9 Seefeldt.. Alfred 25 Oktbr. 69 Cassel..... ev. Zeughaus-Büchsenm. Cassel... 11 2 Tneologie. 10[v. Kietzell... Ernst 1 April 69 Wiesbaden...ev. Oberst a. D..... Cassel... 1 ¾ 1 ¾ Heeresdienst. 11 Schneider... Heinrich] 2 Jan. 71 Melsungen... ref. Amtsanwalt †... Melsungen 4 2 Rechtswissenschaft. 12⁰ GOpper..... Otto 16 Mai 71 Allendorf a. W.. luth. Pfarrer...... Cassel.. 9 2 Theologie. Am 19. März 90. 1(Rubensohn... Fritz 17 Juni 71 Cassel..... isr. Manimann„ Cassel... 9 ½ 2 ½ Maschinenfach. 2 Müller..... Ferdind. 6 Sept. 71 Cassel. ref. Kanfmann f.... Cassel... 9 2 ½ Heilkunde. 3 Hornung.... Julius 22 April 68 Frankenhausen-. luth.] Fabrikbesitzer... Frankenhsn. 7 ½ 3 ½ Heilkunde. Rabbethge und Ruetz wurden von der mündlichen Ubung betreit. 2 V. Sammlungen und Lehrmittel. I. Lehrer-Bibliothek. A. Angeschafft wurden: Meyer, Conversationslex. 13— 16.— Gymnasium 1889.— Zeitschrift für das Gymnasialwesen 1889.— Jahrb. für klass. Philol. 17. Suppl.-Band.— Neue Jahrb. für Phil. und Päd. 1889.— Beiträge zur hist. Syntax der griec Platon, Phädon, Protagoras, Laches, Thukydides Bnch 2, von Classe Gramm.— Menge, Materialien zur lat. Synonymik.— Ribbek, Gesch. bell. Gall. 4— 6.— Heynacher, Wa n.— Neue, Repet. der h. Sprache 8.— Pape, Wörterbuch der griech. Eigennamen.— deutsch von Prantl und Eyth.— Sophokles, KAias, von Pähler.— lat. Formenlehre 1. 2, 1—8.— Schweizer-Sidler, latein. lat. Gramm.— Nägelsbach, lat. Stilistik.— Schultz, der röm. Dichtung 2. — Schmidt, Vokabeln und Phrasen zu Caesar, s ergiebt sich aus dem Sprachgebrauch Caesars.— Livius, Buch 7, 46 von Lutenbacher.— Zeitschrift für den deutschen Unterricht 1888. 1889.— Frick und Pollak, Aus deutschen Lesebüchern V, 7—- 9. V, 2. Abt., 1. 2 Exempl.— Grimm, Deutsches Wörterbuch VII, 1—7. VIII, 1. XII, 3.— Wauer, Burggraf von Nürnberg.— Jaeger, Weltgesch. 13— 16.— Jahresberichte der Geschichtsw. 9— 10.— Geschichtschreiber der deutschen Vorzeit 19— 23.— Verein für Refor- mationsgeschichte, Schriften 25— 27; Schriften für das deutsche Volk 3— 4.— Culturbilder aus dem klass. Altertum 5.— Müller, Handbuch der klass. Altertumswiss. II, 1.— Droysen, Alexander.— Jhne, röm. Geschichte, 7 Bände.— Schilling, UÜbersetzungen zum Quellenbuch.— Baumgarten, Karl V., 2 Bde.— Müller, polit. Geschichte der Gegenwart 22.— Kugler, Kaiser Wilhelm.— Ziemssen, Kaiser Friedrich.— Wimpffen, Sedan.— Freytag, Der Kronprinz und die deutsche Kaiserkrone.— Lotz, Kunstdenkmäler im Reg.-Bezirk Cassel.— Roscher, Lexikon der Mythologie 14— 15.— Herzog und Plitt, Realencyklopädie der protest. Theologie, 18 Bde— Riehm, Handwörterbuch des bibl. Altertums, 2 Bde.— Schürer, Gesch. des jüdischen Volkes I, 1.— Tromnau, Deutschlands Colonieen.— Hoffmann, Zeitschrift für den math. und naturwiss. Unterricht 1889.— Matthiessen, Schlüssel zu Heis.— Arendt, Technik der Experimentalchemie, 2 Bde.— Müller, Tiere der Heimat, 1— 6.— Brehm, Tierleben 10 Bde.— Centralblatt für die gesamte Unterrichtsverw. 1889.— Just, Praxis der Erziehungsschule 1889.— Lehrproben 18— 21 und 1— 21.— Frick-Meier, Sammlung pädag. Abhandl. 1.— Rethwisch, Jahresberichte III mit Ergänzungsheft.— Schumann, Lehrbuch der Pädag. 2 Bde.— Willmann, Didaktik, 2 Bde.— Mushacke, statist. Jahrbuch 10, 1 und 2.— Verzeichnis der Programmabhandlungen 1876 bis 1885.— Dreyer, Die Jugendlitteratur.— Raydt, Gesunder Geist in gesundem Körper.— Dettweiler, Die Erschlieſsung der Gegenwart aus dem Altertum.— Widmann, meth. Lehrplan für den Geschichts- unterricht.— Perthes, Zur Reform des lat. Unterrichts.— Jaeger, Das humanist. Gymnasium und die Petition um Schulreform.— Monatsschrift für das Turnwesen 1889.— Musiol, Conversationslex. der Tonkunst.— Deutsche Wehrordnung.— Catalog der Gemäldegallerie, des Museum Fridericianum, der Sammlungen im Unterstock der Bildergallerie.— Die Schulprogramme des Jahres 1889.— Types principaux des diff. races humaines. B. Von der frühern Königl. Handels- und Gewerbeschule zugewiesen wurden: (Nachtrag aus dem Jahre 1889) Kiepert, Atlas antiquus. 5 A.— Kutscheit, hist.-geogr. Atlas.— Spruner-Menke, Atlas antiquus.— Spruner, Handatlas zur Gesch. der aufsereurop. Erdteile.— Handatlas für mittlere und neuere Gesch.— Putzger, hist. Schulatlas.— Schwarzenberg-Reusse, Geognostische Karte von Hessen. Weisser-Merz, Bilderatlas zur Weltgesch. 2 A. 4 Abt.— Schreiber, Kulturhist. Bilderatlas I. Altertum.— Ziegler, Das alte Rom.— Antike Plastik, 5 Kartons.— Agypt. Landschaften, 2 Blätter. Griech. Landschaften, 3 Blätter.— Schinkel, Die Blüte Griechenlands. 1 Blatt.— Kaulbach, Fresken aus dem Treppenhaus des Berliner Museums. 6 Blätter.— Koch, Rafaelgallerie. 12 Blätter.— Kaul- bach, Shakespearegallerie, 8 Blätter.— Genick, Kunstgewerbl. Vorbilder, 20 Blätter. C. Geschenkt wurden: Von dem Königl. Ministerium des Unterrichts: Deutsche Litteraturzeitung 1889.— Zahn, Melodien der Kirchenlieder 6— 15.— Stölzel, Fünfzehn Vorträge aus der preuſs. Staats- und Rechts- geschichte.— Weck, Unsre Toten. Von dem Königl. Provinzial-Schulkollegium: Universitätsprogramme: Marburg 20. Okt. 1889. Verzeichn. der Vorles. Winter 1889/90.— Berlin 3 Aug. 1889. Preisurteile— Breslau 15. Okt. 1889. Verzeichn. der Vorles. Winter 1889/90.— Brinkmann, Organisation des preuſs. Landesvereins zur Pflege verwundeter Krieger.— Mitteilungen des Vereins für Knabenhandarbeit.— Engelhorn, Schulgesundheitspflege.— Das Römercastell Saalburg.— Verhandl. der Direktorenvers. Band 29. 34. Von Herrn Geh. Oberregierungsrat Mittler: Juncker, vita Lutheri 1699.— Holzhausen, Protestantismus. 2 Bde. 44 Von Herrn Geh. Regierungsrat Dr. Lahmeyer: Pokorny und Rosicky, Botanik.— Graber, Zoologie.— Holdermann, Weltgesch. 2 Bde— Holdermann, Bilder aus der badischen Gesch.— Bode, Orpheus.— Aus dem Verlag von Freytag in Leipzig: Caesar, de bell. Gall mit Schulwörterb. de bell. civ. Cicero, Cato, Laelius, Tuscul Cornelius Nepos mit Schulwörterb. Curtius Rufus Horatius Carm. Livius pars. I. III. V. Ovid Metam, Heroides, Fasti, Ausgew. Gedichte mit Schulwörterb. Quintilian Instit. X. Sallustius. Tacitus, Schulwörterb. zur Germania. Vergil, Bucol. und Georg. Demosthenes, Ausgew. Reden und Schulcommentar. Herodot VY-IX. Homer, Jlias 2 Bde., Hymni. Platon, Protagoras, Laches, 2 Exempl. Apologie und Kriton. Sophokles, Aias, Oedip. Col., Philokt., Trachin., Elektra, Antigone, König Oedipus... Von Herrn Gymnasialdirektor Heldmann in Bückeburg: Zeitschrift des Vereins für hessische Gesch. u. Landesk. Bd. 10— 14. Suppl.-Bd. 8. 9. Kl Schriften. 16 Programmabhandl. hess. Gymnasien. Von Herrn Pfarrer Has: Deutsches Litteraturblatt Jahrgang 3— 11. Von Herrn Verlagsbuchhändler Freytag, Leipzig: Löhlein und Holdermann, allgem. Welt- geschichte— Hensell, griech. Verbalverzeichnis, griech. UÜbungsbuch I— Herodot lib. 5. 8. 9.— Homer, Jlias, 13— 24.— Plato, Laches, Apologie, Kriton, Phädon. Xenophon, Memorabilien.— Scheindler, lat Schulgramm— Steiner und Scheindler, lat. Lese- und UÜbungsbuch für VI.— Caesar de bell. Gall., de bell. civ.— Cicero, orat. IV.— Livius 1—5, 31— 35.— Ovid, Metam. Von Herrn Verlagsbuchhändler Schöningh, Paderborn: Thukydides II.— Cornel. Nepos.— Sallust.— Vergil, Aeneis. 1; Von Herrn Verlagsbuchhändlern Velhagen und Klasing, Bielefeld: Lutsch, lat. Lesebuch für VI, lat. Formenlehre, lat. Vocabul. für VI. Von Herrn Verlagsbuchhändler Kranzfelder, Augsburg: Sepp, lat. Synonyma, Frustula. Von Herrn Verlagsbuchhändler winter, Heidelberg: Hilfsbücher für den geschichtl. Unterr. 4. 5. Von Herrn Verlagsbuchhändler Reimer, Berlin: Eiselen, Abbildungen von Turnübungen. Von Herrn Verlagsbuchhändler Freys chmidt: Verzeichnis der neu erschienenen Bücher 1888, 2. 1889, 1. 2. Von Herrn Verlagsbuchhändler Hühn: Von Herrn Verlagsbuchhändler Kefsler: Schlagwortkatalog 1888. 2 Bde. Von Herrn Verlagsbuchhändler Klaunig: Lysiae, orat.— Theokritos, Bion, Moschos.— Xenophon, Anab, Hellen.— Schultz, lat. Sprachlehre.— Mittler, Deutsche Volkslieder.— Boxberger, 54 dramat. Entwürfe Lessings.— Stahr, Lessing.— Burkhard Waldis, Esopus, 2 Bde.— Herrig und Burguy, la France litt.— Hodiesne, Gesch. der französ. Litt.— Noel et Delaplace, Leçons de litt. et de morale. 2 Bde.— Dictionnaire de l'acad. franc. 2 Bde.— Florian, Oeuvres, 8 Bde.— NMoliere, Komöd., deutsch von Laun.— J. J. Rousseau, Oeuvres, 12 B.— Geibel und Schack, Romanzero.— Norwegische u. s. w. Volkslieder, deutsch von Warrens— Busch„ Urgeschichte des Orients, 3 Bde.— Busch, Wunderliche Heilige.— Maurenbrecher, Karl V. und die deutschen Protestanten.— Dobel, Memmingen im Reformationszeitalter.— Duller, Gesch. des deutschen Volkes.— Capefigue, Gesch. der hundert Tage.— Tiedemann, Festungskrieg 1870—71.— Fr. Oetker, Lebenserinnerungen.— Kant, Kritik der reinen Vernunft, der Urteilskraft, der praktischen Vernunft.— Kaltenbach, Pflanzenfeinde.— Gerling, Grundriſs der analyt. Geometrie.— Heine, Expedition nach China, 2 Bde.— Heine, Japan.— Zimmermann, Der Erdball und seine Naturwunder, 3 Bde. Von Gymnasialdirektor Dr. Heufsner: Die Heidelberger Erklärung.— Theognidis reliqu.— Goldbacher, lat. Gramm.— Cremer, kleines Verdeutschungswörterbuch. Von Herrn Gymnasiallehrer Dr. Schmitt: Schmitt und Heil, lat. Gramm. II. Schüler-Bibliothek. A. Angeschafft wurden: Dahn, Ein Kampf um Rom.— O. Jäger, Weltgeschichte III.— A. v. Humboldt, Wagner, Geschichte des Hessenlandes. Prima. Kosmos II. 48 Secunda. Hertzberg, Geschichte der Perserkriege.— Nettelbeck, Eine Lebensbeschreibung.— Geschichte der Regenten von Hessen-Cassel.— Der Krieg von 1870/71, dargestellt von Mitkämpfern. Bd. I. und II.— Stanley, Reise durch den dunklen Weltteil.— Brehm, IIlust. Tierleben in 3 Bdn.— Buch der Erfindung, Gewerbe und Industrie. 8. Aufl. Bd.— IV.— Dammer, Der Naturfreund.— Rossmässler, die vier Jahreszeiten; Das Wasser.— Schütte, Das Reich der Luft; Der Sternhimmel.— Andersen, Sämtliche Märchen.— Brand, Allzeit getreu; Gute Zeit im Lande; Heinrich von Brabant; In Lehnspflicht; je 3 Exemplare.— Carlssen, Ein Stadtjunker von Braunschweig.— Cooper, Der letzte Mohikaner; Der Pfadfinder; Die Ansiedler; Die Prärie; Lionel Lincoln; Die Beweinte von Wish-Ton-Wish; Der rote Freibeuter.— Ebers, Eine ägypt. Königstocher.— Hauff, Lichtenstein.— Stein, Luther und Graf Erbach; Francke; Der Salzgraf von Halle; Johannes Falk; Stella; Der groſse Kurfürst.— Walter Scott, Romaue, herausgegeben von Tschischwitz, Bd. 1— 12, je 2 Exemplare.— Uhland, Geschichte und Dramen. Tertia. Osterwald, Griechische Sagen d. griech. Tragik. 3 Bde.— Schwab, Die schönsten Sagen des klassischen Alters. 3 Bde.— Rheinhard, Grich. und röm. Kriegsaltertümer. 2 Exempl.— Bässler, Die schönsten Heldengeschichten des Mittelalters. 5 Teile; Heldengeschichten des Mittelalters N. F. 5 Teile.— Falch, Deutsche Göttergeschichte.— Keck, Iduna. 4 Teile.— Klee, Die deutschen Heldensagen; Sieben Bücher deutscher Volkssagen. 2 Teile.— Osterwald, Erzählungen aus der alten deutschen Welt, Gesamtausgabe in 3 Bdn.; Ausgabe in 8 Teilen; Alte deutsche Volksbücher. 6 Bde.— Schwab, Die deutschen Volksbücher.— Berndt, Das Leben Karls des Groſsen. 2 Exempl.; Hamburg- Bremen.— Mäcke, Kaiser Otto II. u. Otto III. 2 Exempl.— Cohn, Kaiser Heinrich II. 2 Exempl.— Mücke, Kaiser Konrad II. und Heinrich III. 2 Exempl.— Mücke, Kaiser Heinrich IV. und Heinrich V. 2 Exemplare— Heinemann, Lothar der Sachse und Konrad III. 2 Exemplare— Kallsen, Friedrich Barbarossa. 2 Exempl.— Kohlrausch, Deutsche Geschichte.— D. Müller, Geschichte des deutschen Volkes.— Ortleb, Kleiner histor. Bilderatlas.— Sach, Charakterspiegel in Sage und Geschichte.— Todt, Die Eroberung von Konstantinopel im Jahre 1204.— Archenholz, Geschichte des siebenjährigen Krieges. 3 Exempl.— Pierson, Leitfaden der preuſs. Geschichte. 3 Exempl.— Wagler, Geschichte der Freiheitskriege.— Adami, Luise, Königin von Preuſsen.— Hahn, Friedrich II. d Gr. 2 Exempl.— Junge, Martin, Luther.— Köstlin, Martin Luther. 3 Exempl.— Pfleiderer, Albrecht Dürer.— Richter, Martin Luther.— Schmidt, Fürst Bismarck.— Hirt's geogr. Bildertafeln. Teil I. II.— Kutzner, Geogr. Bilder. 2 Bde.— Thomas, Buch der denkwürd. Entdeckungen auf dem Gebiet der Länder- und Völker- kunde. 2 Bde. 2 Exempl.— Daniel-Volz, Geogr. Charakterbilder aus Deutschland.— Kühne, Orts- sagen.— Sach, Die deutsche Heimat.— Gaebler, Heroen der Afrikaforschung.— Plieninger, David Livingstone.— Volz, Geogr. Charakterbilder aus Afrika.— Zöllner, Der schwarze Erdteil. 2 Exempl.— Diaz del Castillo, Die Entdeckung und Eroberung von Mexiko. 2 Bde.— Andree, der Kampf um den Nordpol. 2 Exempl.— Cook, Der Weltumsegler.— Kutzner, Ein Weltfahrer.— Masius, Die Tierwelt. 3 Exempl.— Ruſs, Meine Freunde; In der freien Natur.— Schubert, Naturgesch. der Säugetiere in Bild; Naturgeschichte der Vögel in Bild.— Das neue Universum.— Eberhard, Hannchen und die Küchlein.— Caspari, Der Schulmeister und sein Sohn. 2 Exempl.— Glaubrecht, Die Heimatlosen. 2 Exempl.— Hauff, Märchen.— Helms, Heinz Treuaug.— Hiltl, Der alte Derfflinger und sein Dragoner. 2 Exempl.— Johansen, Halligenbuch.— Kühn, Chlodwig.— Liebau, Erzählungen aus der Shakespeare-Welt.— Müller, Die jungen Canoëros. 2 Exempl.— Otto, Der grosse König und sein Rekrut. 2 Exemplare.— Pflug, Historische Erzählungen.— Prowe, Die Wacht an der Weichsel. 3 Bde.— Raynal, Die Schiffbrüchigen. 2 Exempl.— Roth, Der Burggraf und sein Schildknappe. 2 Exempl.— Schmidt, Der dreisigjähr. Krieg.— Stanley, Kalulu. 2 Exempl.— Wohlthat, Eine Reichsacht. 2 Exem- plare.— Würdig, Dragoner und Kurfürst; Germania.— Lohmeyer, Deutsche Jugend. N. F. Band IV., V;, VII. Quarta. Hertzberg, Die Geschichte der messenischen Kriege.— Loos, Lesebuch aus Livius.— Kohlrausch, Die deutschen Freiheitskriege.— Schmidt, Deutsche Kriege.— Pflug, Kaiser Wilhelm.— Schmidt, Königin Luise.— Würdig, Des alten Dessauers Leben und Thaten.— Biernatzki, Meer und Festland.— Grube, Bilder und Scenen aus dem Natur- und Menschenleben.— Hirt's geogr. Bildertaf. 49 Teil I und II.— Horn, James Cook.— Schneider's Typen-Atlas.— Brendel, Erzühlungen aus dem Leben der Tiere. 2 Bde.— Grube, Tier- und Jagdgeschichten.— Leutemann, Zonenbilder, 2 Exempl.— Schubert, Naturgeschichte der Säuget. in Bild.; Naturgesch. der Vögel in Bild.— Wagner, Entdeckungs- reisen in der Heimat I. und II.— Alberti, Marcus Charinus.— Baron, König und Kronprinz.— Grimm, Kinder- und Hausmärchen.— Horn, Prinz Eugenius; Das Erdbeben von Lissabon.— Kühn, Derfflinger; Seydlitz; Scharnhorst; Nettelbeck.— Schmidt, Hermann und Thusnelda; Die Türken vor Wien.— Spyri, Kurze Geschichten II.— Wildenradt, Geschichte und Dichtung.— Lohmeyer, Deutsche Jugend. N. F. Band 2— 5, je 2 Exempl. Quinta. Schnorr v. Carolsfeld, Die Bibel.— Abicht, Lesebuch aus Sage und Geschichte.— Osterwald, Erzählungen aus der alten deutschen Welt. I. und II. 2 Exempl.— Richter, Götter und Helden.— Schmidt, Homers Iliade; Homers Odyssee.— Schwab, Die schönsten Sagen des klassischen Altertums. 4 Exempl.— Witt, Griech. Götter- und Heldengeschichten.— Hahn, Zieten.— Horn, Seydlitz; Das Büchlein vom Feldmarschall Blücher.— Petzsch, Helmuth Graf Moltke.— Schmidt, Aus der Jugendzeit des grolsen Kurfürsten; Oranienburg und Fehrbellin; Friedrich der Groſse.— Bilder aus der Vorzeit und dem Menschenleben, Münchener Bilderbogen; Stuttgarter Bilderbogen.— Campe, Die Entdeckung von Amerika.— Groſse, Tierleben der Heimat.— Hirt's geogr. Bildertafeln Teil I. und II.— Hoffmann, Der Pflanzen- und Tierfreund.— Leutemann, Die Welt in Bildern.— Schneiders Typen-Atlas.— Schreibers Bilderatlas VI.— Eiche, Märchen für die Jugend.— Gräbner, Robinson.— Grimm, Kinder- und Hausmärchen.— Hebel, Schatzkästlein— Horn, Der Leibhusar; Blüchers Schützling; Hirtenbüblein.— Kühn, Der Burggraf von Nürnberg; Deutsche Treue.— Sigismund Rästig, der Bremer Steuermann.— Schmidt, Reineke Fuchs; Wilhelm Tell.— Schmidt, Der Köhler und die Prinzen.— Würdig, König Friedrich Wilhelm I und Kronprinz Friedrich.— Lohmeyer, Deutsche Jugend N. F. Band 2—5. Sexta. Becker, Erzählungen aus der alten Welt. B. Geschenkt wurden: Von Herrn Buchhändler Klaunig: Vogel, Germania. 2 Aufl.— F. Schmidt, Völkerbilder aus der alten Welt. III. Unterstützungsbibliothek. A. Angeschafft wurden: Ovidii metamorphoses ed. Siebelis Heft I— II, 2 Exempl.— Caesaris bellum Gallicum.— Eckertz, Hülfsbuch.— Heis, Aufgabensammlung.— Seydlitz-Ohlmann, Grundzüge der Geographie.— Michaud, Histoire des croisades Teil I.— Kurtz, Biblische Geschichte.— Leunis, Botanik.— Fölsing, Rechenbuch Teil II.— Holzweilzig, Repetitionsbuch für den evangelischen Religionsunterricht.— Nagel, Stereometrie.— B. Geschenkt wurden: Von Herrn Verlagsbuchhändler Klaunig in Cassel: Leunis, Zoologie. Von Herrn Verlagsbuchhändler F. Hirt in Breslau: Seydlitz-Ohlmann, Kleine Schul- geographie, 3 Exempl.— Seydlitz-Ohlmann, Grundzüge der Geographie, 3 Exempl. Von Herrn Verlagsbuchhändler Fr. A. Perthes in Gotha: Herbst, Hülfsbuch für die deutsche Litteraturgeschichte, 3 Exempl. Von Herrn Verlagsbuchhändler F. Schöningh in Paderborn: Vergilii Aeneis, ed. Gebhardi, 3 Exempl. Von Herrn Verlagsbuchhändler R. Papst in Delitzsch: Holzweilzig, Repetitionsbuch für den evangelischen Religionsunterricht, 3 Exempl 50 Von den Herren Verlagsbuchhändlern Velhagen und Klasing in Bielefeld und Leipzig: Michaud, Histoire des croisades Teil I, 2 Exempl.— Mignet, Histoire de la révolution française Teil I, 2 Exempl.— Molière, L'Avare, 2 Exempl.— Montesquieu, Considérations, 2 Exempl.— Ségur, Histoire de Napoléon et de la grande armée en 1812, 2 Exempl.— Voltaire, Histoire de Charles XII, Teil I und II, 2 Exempl. Von Herrn Verlagsbuchhändler Hühn in Cassel: K. Wagner, Abriſz einer Geschichte des Hessenlandes, 5 Exempl. Von den Abiturienten Rabbethge, Zeddies und Schneider, dem Quartaner Thon und dem Quintaner von Lukomski eine Anzahl Schulbücher. IV./ Lehrmittel für den Anschauungsunterricht. I. Ad. Lehmanns kulturgeschichtliche Bilder. 1. Germanisches Gehöft. 2. Ritterburg, 13. Jahrh. 3. Im Rittersaale, 13. Jahrh. 4. Turnier, 13. Jahrh. 5. Sendgrafengericht, 9. Jahrh. 6. Belagerung, 14. Jahrh. 7. Inneres einer Stadt, 15. Jahrh. 8. Bürgerliches Wohnzimmer, 16. Jahrh. Dazu zwei Rahmen zum Einlegen und Aufhängen der Bilder, sowie Heft 1 u. 2 des dazu gehörigen Kommentars. II. Zur Ergänzung der Hölzelschen Sammlung geographischer Charakterbilder: Nr. 31. Lavasee des Kilauea-Kraters auf Hawaii. Nr. 32. Ansicht des Kintschindschinga mit den Vorketten des Himalaya. V. Geographische Lehrmittel. Geschenke: Von dem Sextaner Wilke: Schade, die Staaten Süddeutschlands. Anschaffungen: Broom, Karte von Palästina; Kiepert, imperia Persarum et Macedonum. VI. Naturwissenschaftliche Lehrmittel. 1I. Naturgeschichtliche Sammlung. Anschaffungen: 9 Säugetiere, ein Maulwurfskelett, 5 Fuſzskelette von Säugetieren.— 35 Vögel, ein Albatrofzschädel, ein Eisvogelrelief.— Eine Schlange, ein Nilkrokodil, ein Froschskelett.— 3 Fische.— Ein Hummer.— Eine Abbildung der Blutlaus. Geschenke: Von Herrn Postkassierer Wittich: Entwickelungsstufen des Kiefernspinners und eine Anzahl Insekten.— Von Herrn Dr. Weber: eine groſze Anzahl Käfer.— Vom Primaner Spangenberg: Eine Klapper der Klapperschlange.— Vom Sekundaner Ernst: Amerikanische Käfer. 2. Physikalische Sammlung. Ein Vertikalgalvanoskop nach Sumpf.— Ein paar Induktionsrollen nach Weinhold.— 6 grolze Tauchelemente. VII. Neuangeschaffte Turngeräte. 1 Springkasten.— 2 Springbretter.— 4 Ersatzschieber zu einem Bock.— Eine Recksäule“ mit 2 fournierten Stahl-Reckstangen. Hierdurch ist das vierteilige Reck in ein sechsteiliges umge- wandelt worden. Die vier vorhandenen eisernen Reckstangen der Turnhalle wurden durch fournirte Stahlstangen ersetzt.— 4 Pfähle für Fuſzballspiel. —1 Die Lehrerbibliothek verwaltet Gymnasiallehrer Sunkel, die Schillerbibliothek Gymnasiallehrer Zimmermann, die Unterstützungsbibliothek Gymnasiallehrer Bochröder, die Bildwerke und das Material für den Anschauungsunterricht Oberlehrer Manns, die geographischen Lehrmittel Gymnasiallehrer Dr. Schmitt, die naturgeschichtliche Samm- lung Oberlehrer Dr. Auth II, die physikalische Sammlung und den chemischen Apparat Gymnasiallehrer Franz, das Inventar des Gesangunterrichts Gesanglehrer Stolzenberg, den Zeichenapparat Zeichenlehrer Wenzel, den Turnapparat und das Hauptinventar Turnlehrer Stern. Allen freundlichen Gebern, welche unsere Sammlungen mit Geschenken bedacht haben, sage ich auch an dieser Stelle im Namen des Gymnasiums herzlichen Dank. VI. Mitteilungen an die Schüler und deren Eltern. Ordnung der öffentlichen Prüfung einiger Osterklassen in der Aula des Gymnasiums. Freitag, den 28. März 1890. 3— 4 Uhr. Oster-Sexta. Naturbeschreibung: Sonne.— Latein: Watermeyer. 4—5„(ster-Quinta. Naturbeschreibung: Stern— Latein: Thies. Sonnabend, den 29. März 1890. 9— 10 Uhr. Oster-Quarta. Naturbeschreibung: Schmitt.— Latein: Sunkel. 10— 11„(ster-Untertertia. Französisch: Bochröder.— Latein: Zimmermann. Um 11 ¼ Uhr wird das Schuljahr mit einer gemeinsamen Andacht sämtlicher Lehrer und Schüler der Anstalt beschlossen. Das neue Oster-Schuljahr wird Montag, den 14. April nachmittags 3 Uhr mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet werden. Am Vormittage desselben Tages von 8 Uhr an findet die Aufnahmeprüfung der neu zugehenden Schüler statt, soweit diese nicht am 28. und 29. März geprüft worden sind. Cassel, am 20. März 1890. Der Königliche Gymnasial-Direktor Dr. Heufsner.