r 3 Königl. Wilhelms-Gymnasium zu(assel. — JASBKlul- über das Schuljahr Ostern 1887 bis Ostern 1888, durch welchen zugleich zu der am 23. und 24. März d. J. stattfindenden öffentlichen Prüfung der Osterklassen ergebenst einladet der Direktor Dr. Friedrich Heufsner. Inhalt: 1. Über die Jagd bei den Griechen. Abteilung I. Vom Gymn. asiallehrer tto Tan anns. 2. Schulnachrichten. Vom Direktor. — — p — ee s GYM N̈ Cassel 1888. ——ʒ———yy; Druck von Baier& Lewalter. 1888. Progr. Nr. 363. 4. Treitag den 9. März morgens 11 Uhr lief bei uns die erschütternde Nachricht ein von dem früh um 8 ½ Uhr erfolgten Hinscheiden Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm. Die Lehrer teilten den Schülern in den Klassen die Trauerbotschaft mit und entlieſsen sie für diesen Tag aus dem Unterricht. Sonnabends um 11 Uhr kamen sämtliche Lehrer und Schüler der Anstalt in der Aula zu einer Trauerandacht zusammen. Die Büste des Kaisers, welche über dem Katheder stand, war, wie auch das Katheder, schwarz umflort, die Fenster zu beiden Seiten desselben verhängt, und wehmütig feierlich erklang in getragenen Tönen die Orgel. Die Versammelten sangen die drei ersten Verse des Liedes:„Was Gott thut, das ist wohlgethan“; darauf las der Direktor die ersten 7 Verse aus dem 21. Kapitel der Offenbarung Johannis und sprach dann folgendermaſsen: So hat es sich denn, meine Lieben, erfüllt, was wir mit banger Furcht seit Tagen schon geahnt,— das Leben unseres geliebten Kaisers, sein thaten- reiches, sein segensreiches, sein frommes Leben ist geendet. Schon rüsteten wir uns in den deutschen Landen zur Feier seines 92. Geburtstages,— aber der allmächtige Gott hatte es anders beschlossen und hat ihn heimgeführt zu seiner Seligkeit und ewigen Ruhe. Voll Ehrfurcht blickten wir zu ihm empor, der noch bis vor kurzem in Kraft des Körpers und des Geistes seine Regierungsgeschäfte täglich be- wältigte und seine höchste Pflicht und heiligste Aufgabe stets darin sahl, so lange er es vermochte, die Last des Regimentes zu tragen,— bis Gott ihm Feierabend gebot. Ein Vater seines Volkes ist in ihm dahingeschieden, und mit Recht flieſsen um ihn in diesen Tagen vieltausend Thränen; auch euch, meine lieben Schüler, ist in ihm ein treuer Vater gestorben, und mit Recht trauert um ihn insonderheit auch unsere Anstalt, welcher seinen Namen zu führen vergönnt ist. Von Schmerz und Wehmut erfüllt,— aber auch voll Dankbarkeit gegen Gott sehen wir in diesen Tagen auf das Leben und die Regierung unseres Kaisers Wilhelm zurück. Das Gebet, welches sonntäglich Tausende seiner treuen Unterthanen zum Himmel emporsandten:„Erhalte ihn uns bei langem Leben zu beständigem Segen und christlichem Vorbilde,“ das ist durch Gottes Gnade buchstäblich in Erfüllung gegangen. Ein langes Leben an und für sich ist noch keine Quelle der Verehrung und Liebe für einen Fürsten, aber für unsern Kaiser ist es von Tag zu Tag mehr geworden eine reiche Quelle der Verehrung und Liebe des deutschen Volkes. Denn von Tag zu Tag würdigten wir es mehr, was Gott der Herr durch ihn Groſses an uns gethan, und danken es ihm auch jetzt noch und für alle Zeit mit vollem, warmem Herzen. Seine Regierung ist für sein Preufsenland und für das deutsche Vaterland ein beständiger Segen gewesen. Deutsche Lande hat er, der sieg- reiche Feldherr, zurückgewonnen, Deutschland als ein Friedensfürst in sich geeinigt und verbunden und das deutsche Kaisertum wieder hergestellt als eine erbliche Macht: in ihm ist erfüllt, was die edelsten Deutschen mit Seufzen vermiſst, mit männlichem Ernste gefordert und erstrebt, mit prophetischem Blick vorausgesagt hatten. Darum denkt und fühlt man auch mit ihm das neue Reich so unzertrennlich verknüpft. Vor allem aber ist es sein edler, frommer, gerechter und treuer Sinn, der ihm alle Herzen gewann. Wie ein Patriarch stand er inmitten seines Volkes, überallhin segnend, versöhnend, Frieden stiftend und Frieden erhaltend. Und wie ist er uns besonders ein Vorbild christlichen, gottergebenen Sinnes geworden! Alles, was er erreicht hat, hat der greise Held nie sich, sondern ganz allein der Gnade Gottes zugeschrieben und hat ihm die Ehre gegeben. Bekannt ist das Wort des Siegers von Sedan:„Welch eine Wen- dung durch Gottes Führung!“ und dem entsprechend war eine der ersten Anordnungen nach seiner Rückkehr in die Heimat der am 19. März 1871 im Dom zu Berlin veranstaltete Dankgottesdienst. Der Psalmist sagt:„Unser Leben währet 70 Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind es 80 Jahre, und wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen;“ das heiſst: nur dann ist dein Leben köstlich gewesen, wenn es Arbeit war, und es hat keinen Wert, wenn es nicht reich an Arbeit war. Nun wohl! Treue Arbeit ist auch unsres lieben Kaisers Freude gewesen bis an das Ende seiner Tage, die Gott ihm in seiner Gnade über das sonst den Sterblichen gesteckte Mafs hinaus beschieden, und darum hat er auch seine Mühe und Arbeit gekrönt gesehen durch den herrlichsten Lohn: für sich seines Volkes Liebe und Verehrung, und Segen und Ruhm für unser Vaterland.— Wenn wir nach einem heiſsen Tage eine Anhöhe ersteigen und sehen, wie allmählich die Schatten sich immer dichter über die Ebene lagern, und unser Auge nun mit Wohlgefallen auf den von der Abendsonne vergoldeten Gipfeln der Heimatberge ruht und auf der Sonne, die am goldroten Himmel zur Rüste geht,— dann pflegen wir, Ruhe und stillen Frieden im Herzen, unserer Heimat zuzuwandern. Solch ein Lebensabend, ruhig und ungetrübt, war, so wähnten wir, unserem Kaiser beschieden. Da sollte nach Gottes unerforschlichem Ratschlusse noch ein tiefer herber Schmerz die letzten Tage seines Lebens trüben, der Schmerz um den von schwerem Siechtum heim- gesuchten Sohn. Er hat auch diesen Schmerz mit gottergebenem Sinn ge- tragen, er hat bestanden im Glauben bis ans Ende, und so hat Gott ihm nach seiner Verheiſsung die Krone des ewigen Lebens beschieden. Für uns aber sind seine Augen nun für immer geschlossen, und er wacht nicht mehr über uns mit seinem treuen Vaterblick. Doch die Früchte seines Wirkens werden noch späten Geschlechtern zu gute kommen, und sein Andenken, sein Vorbild bleibt unauslöschlich in unseren Herzen. So laſst uns denn, meine lieben Schüler, an diesem edelsten Bilde echt deutscher Tugenden emporwachsen, laſst uns in dieser ernsten, heiligen Stunde in unseren Herzen das Gelübde ablegen, in allem so prunklos, stetig, treu und fromm zu sein, wie er es war, gleich diesem erhabenen Vorbild zu kämpfen, zu glauben, zu leben, dals auch wir an unserem Lebensabend zurückblicken können auf unser Tagewerk mit Befriedigung und Freude. Du aber, allmächtiger himmlischer Vater, dem wir danken für all das Gute, das du uns durch unsern lieben Kaiser geschenkt, bittend erheben wir nun auch die Herzen zu dir, tröste du die Seinen, tröste insonderheit die hochbetagte Kaiserin und seinen kranken Sohn, tröste unser Volk durch deine Kraft und deinen Trost, schenke Genesung unserem neuen Könige, dals er, des Vaters würdiger Sohn, mit kräftiger Hand die Leitung und Fübrung seines Volkes übernehme und das Werk des Vaters fortführe, allen deutschen Landen zum Segen und Heil. Du hast uns, treuer Gott, so wunderbar bisher geführt und mit reichstem Segen uns gesegnet, so vertrauen wir in Zuversicht und Glauben deiner ferneren Hülfe, indem wir beten: Schütze unser Königs- haus, schütze unsern neuen Kaiser Friedrich. Amen. Mit dem Gesang der beiden letzten Verse des oben genannten Liedes schloſs die einfache, erhebende Feier, deren Eindruck auf die Herzen unserer Schüler hoffentlich ein nachhaltiger bleiben wird. Über die Jagd bei den Griechen. D1104, 10 1⁸Oονυ(ςοων'νqõᷣ☚. Xen. mem. 3, 11, 7. Die nachfolgende Abhandlung wird sich mit der Jagd bei den Griechen in der Weise beschäftigen, dass ihr erster Teil im allgemeinen die Stellung, welche dieselbe im Leben des Volkes einnahm, der zweite das Wild, der dritte die Ausübung der Jagd, den gesamten Jagdapparat und seine Verwendung bespricht. Erster Teil. Von der Stellung, welche die lJagd im Leben der Griechen einnahm. —— 4 Die Jagd in der Götter- und Heroensage, im Kultus und in der bildenden Kunst der Griechen. Altgriechische Naturdichtungen, welche auffallende Erscheinungen der Natur gern im Bilde riesenhafter Tiere des Waldes und kraft- und mutbegabter, über das gewöhnliche Mals menschlicher Natur hinausragender Jäger vorstellten, zeigen, daſs die Jagd im Vor- stellungskreis des griechischen Altertums eine hervorragende Stellung einnahm, wie es dem Leben in den vielen Gebirgen und Wäldern des Landes entsprach. Der ungezügelte Berg- strom Erymanthus, der im Winter und Frühjahr wie die meisten griechischen Gebirgswässer Bäume entwurzelnd und Felder verwüstend vom gleichnamigen Waldgebirge an der Nord- grenze Arkadiens ins Thal brauste, erschien dem mit den Freuden des Weidwerks erfüllten Volksgeist Arkadiens als riesiger Wildeber, der, aus dem Waldesdunkel des Gebirges her- vorbrechend, die Arbeit des Landmanns zu nichte machte, und dementsprechend erschien die Glut der Sommersonne, unter deren verzehrenden Strahlen die Gewalt des Stroms all- mählig erlahmte, so daſs er, zahm und matt geworden, bald versiegte, als der Jäger Herakles der die wilde Bestie durch das erymanthische Revier bis zum Bergesgipfel hetzte, auf dem der Erymanthusfluſs entsprang, und hier in der Schlinge fing.:) ¹) Preller, Griechische Mythologie. 2. Aufl. II, 194. Der eifrige Jäger Kephalos, der vor Tagesgrauen hinauszieht und in der erfrischen- den Kühle des Morgens das Revier durchstreift,²) wird zum Symbol des Morgensterns, der über dem Bergwald strahlend aufsteigt,²) und da die Morgenfrische den Weidmann besonders begünstigt und die männliche Lust und Thätigkeit des Jagens fördert, so erscheint im Mythus Eos, die Göttin des Frühlichts und der Morgenröte, zu rüstigen Jägern in Liebe entbrannt, und Kephalos wird von ihr entführt.¹) In der Weiterentwickelung der Kephalossage, die wie alle Heroensagen ein weites Feld für Neudichtung bot, und das Gemüt der Dichter und bildenden Künstler ⁵) zu allen Zeiten beschäftigte, erfährt auch die frische, leicht wehende Luft, das Element, in dem sich der Jäger bewegt, Berücksichtigung. Ovid, der nach griechi- scher Quelle den durch ihre Eifersucht herbeigeführten Tod der Prokris, Kephalos' Gemahlin, nachdichtet, ⁰) läſst diesen nach anstrengender Jagd sich nach Kühlung sehnen und den frischen Luftzug(aura), der ihm die erhitzte Brust kühle, herbeirufen. Aura ist aber lateinisch wie griechisch die Bezeichnung der leicht wehenden Luft und zugleich weiblicher Eigenname, und Prokris, die von argwöhnischer Eifersucht gequält Kephalos zum Walde gefolgt ist, stürzt, eine Nebenbuhlerin vermutend, herbei und wird, ein Opfer des Irrtums und ihrer Leidenschaft, von dem nichtsahnenden Gatten, der seinen Jagdspeer in der Richtung des von ihr verursachten Geräusches entsendet, tötlich verwundet. Bei Pherekydes?) wird die- selbe unheilvolle Verwechslung durch das Herbeirufen der die Sonnenstrahlen abwehrenden Wolke(eoHεαmν) herbeigeführt. Um aber seinen römischen Lesern verständlich zu bleiben, muſste Ovid einen andern Namen wählen, der zugleich griechisch und lateinisch war und ebenso wie Nephele eine doppelte Deutung zulieſs. Auch sonst finden wir Aura, die Personifikation der erquickenden Luft, in Beziehung zur Jagd. Sie erscheint ebenso wie Nephele unter den Gefährtinnen der Jagdgöttin Artemis und mit ihrem Mythus und dem Jag dleben eng verknüpft,s) denn die leichtwehende Luft ist für den Jäger von nicht geringer Wichtigkeit, da sie ihn nicht nur beim heiſsen Verfolgen des Wildes erquickt, sondern, was wichtiger ist, auch das Lager des Wildes finden läſst, da sie seinen Hunden die Witterung zuträgt. Bei Nonnos, der ihr Bild ins einzelne ausmalt, ist sie die Lenkerin des mit Rehen bespannten Wagens der Artemis und zugleich schnellfüſsige Jägerin, denn mit Windeseile setzt das gehetzte Wild durch Wald und Flur.?) Darum erscheint auch Aura geflügelt. ²) Ovid. met. 7, 804: sole fere radiis feriente cacumina primis venatum in silvas iuvenaliter ire solebam. ³) Preller II, 145. ¹) I, 344. ⁵) Die Entführung durch Eos Eurip. Hippol. 454. Häufig haben sich die bildenden Künstler, namentlich des 4. Jahrhunderts, mit dem Jäger Kephalos beschäftigt, Pausan. ed. Schubart, 1. 3. 1, 3. 18. 12, besonders oft aber haben die Verfertiger der Vasengemälde dieser Periode seine Entführung durch Eos dargestellt, indem sie durch entsprechende Zuthaten ihn als auf der Jagd begriffen kennzeichneten. Stephany, comte-rendu de la commission impériale archéologique (St. Pétersbourg) pour l'année 1867, p. 87 f. O. Jahn, Archäol. Beiträge, 93 ff. Ed. Gerhard, Aus- erlesene griechische Vasenbilder hauptsächl. etrusk. Fundorts. Berlin 1844. III, 39. 33. Roulez, choix d. v. peints. t. 6. ⁶) Met. 7. 804 ff.*) Schol. z. Odyss. 11. 320: ³ Negsi* ανοασαꝙννοο. 85) Ovid. Met. 3. 171, Nonnos, Dionys. XLVIII. 238— 978. ⁹) Nicand. Ther. 453: v„εεεαεντια 2αeσν vergl. mit dνεένσνεσςσσ auο Va Trach.(Nauck) 953; sogar εο αωυάων Hesych. Der Hund der Atalante heilst Aoοα Poll. V. — 9— Auf einem schönen Vasengemälde,¹⁰) auf dem sie im Flug einen Hasen verfolgt, haben dem Künstler vielleicht beide Beziehungen vorgeschwebt, und sicher nicht mit Unrecht sieht Stephany ¹¹) in einer Flügeljungfrau, die sich einem Reh traulich nähert, dieselbe Personi- fikation. Das Vorkommen auf Vasengemälden und die Fassung der Kephalossage bei Ovid bürgen dafür, daſs die Verknüpfung der Aura mit dem Jagdleben nicht erst von Nonnos erfunden ist. Wie Kephalos die Personifikation des Morgensterns, so ist der riesenhafte, gewaltige Orion, der wilde Jäger des griechischen Himmels, die des Sternbildes, dessen volles Erscheinen am winterlichen Himmel rasende Stürme und wildes Wetter¹²) begleiteten, so ist Artemis, die über Bergeshöhen und durch Thalgründe stürmende Jägerin, die ihre goldenen Pfeile durch das Laub des Waldes dem fliehenden Wild nachsendet, der Mond, der über Höhen und Gründe sein Licht gieſst, dessen Strahlen durch das Laubdach dringen und auf den feuchten Wiesen und über den Quellen des Waldes erzittern. Sie wurde zur Göttin der Wälder und Berge und der Jagd und gern verweilte das Weidmannsherz bei der Schilde- rung ihrer Schönheit und hohen Gestalt, durch die sie über die Nymphen der Berge, ihr ständiges Jagdgefolge, emporragt. So tritt uns ihr Bild bei Homer ¹³) entgegen. Als Göttin der Jagd wurde sie entsprechend der Beliebtheit und allgemeinen Ver- breitung dieser Beschäftigung von Griechen aller Stämme und in allen Städten, auf Bergeshöhen und in Thälern, in schattigen Wäldern und heiligen Hainen verehrt.¹¹) Dem entsprechen ihre ungemein zahlreichen, der Jagd und den Jagdrevieren entlehnten, teils all- gemein gebräuchlichen, teils örtlich eigentümlichen Beinamen. ¹⁵) Ueberall standen ihre ¹1⁰) Stephany, 1867 p. 88. 1¹¹) Stephany, 1862. Taf. I. No. 8. ¹²) Preller I, 351. ¹³) Od. 6. 102 ff. ¹⁴) Menander, d. encom. 1. 3 sagt von dem Dichter Alkman, daſs er von unzähligen Bergen und Städten die Artemis angerufen habe. 15) Als Göttin des Wildes und der Jagd ist sie ganz allgemein d„ οοταενοσα„die Jägerin“(Paus. 1. 19. 6; 41. 3; 7. 26. 3; Arrian, de venat. 32,), die nicht nur selbst im schattigen Gebirge und auf luftigen Höhen am Jagen sich ergötzt, daſs rings die Bergesgipfel und der dichte Wald laut widerhallen(Hym. Hom. ed Baumeister 27. 4 ff.), sondern auch Sterbliche in der Kunst unterrichtet, alles Wild zu treffen, das der Bergwald nährt(Il. 5. 51), sie ist naturgemäls 710 9„00„die Herrin der Tierwelt“(II. 21. 470), die Wild- und Hirschtöterin 9 006 ½(Eur. Herc. fur. 378), 9„00xν 16„(Iph. A. 157, Arist. Lys. 1262) und Aορᷣ⁶ος(Hym. 27. 2. Soph. Trach. 214. Kallim. Dian 262), wie auch der sterbliche Jäger II. 18. 319 à4.α.eαόη*ςο⁶σςο oαμη heiſst; dieselbe Bedeutung hat ε1νσ(Kall, Dian. 190), denn E440g ist der junge Hirsch(Od. 19. 228);&lα†ραæ hieſs sie in Elis(&rε* τνν ε2ααι, ⁸εαι ϑννεεν, 1* ,& Paus. 6. 22. 10 f.) diæruvvα in Sparta(Paus. 3. 12. 8; 24. 9), wobei vielleicht an die Verwendung der Netze zur Jagd gedacht wurde; andere Epitheta sind 9 000½0 1„dem Wild auflauernd, nach Wild ausspähend“(Hym. 27. 11),&iGxO0&(Plut. quaest. graec. 47), αό ναο„die ferntreffende“(Hym. 9. 6), 10x½61—œ„die Pfeilschützin“(Od. 6. 102, Hym. 27. 2), v„αeνς„die Jägerin“(S. El. 563. Aesch. Ag. 678) und xε2ααeειννσπ(II. 16. 183, Hym. 21. 1) „die Lärmende“, denn 10¼ιέε(d)„⁴νοννοᷣι ευυν*‿νν έιν, Laxer" εꝓιι dϑαἀασσ d1 deuεεν υeυ 21Gꝓνν ϑ0(21. 6 ff.). Vgl. Poll. V. 9:* ⁴οπειιις eνιεεοαα νσα ννννέυαςι τα †ρ●⁴oνσφο za 69i ⁶νστ τ⁶ιν 6ονν νααάχ dæic dνπ zi Iy ead diuruvoh dντ νυ dιινυν να ννςο⁵οο me⁷⁶ 1 Lrν oia Sdldetr zudl 1oddd dα dνναœα ϑαε. Bei Nonnos finden wir sogar, wohl erst eine Frfindung des Dichters, foxéανοσσ 1..ꝓαάιοο„die Hasenjägerin“. Vgl. den Index zu Paus. ed. Schubart unter Diana. 2 10 Heiligtümer ¹⁶) und Bildsäulen ¹⁷) und überall waren ihr die Tiere der Jagd heilig und lieb, vor allen aber die Hirschkuh, die auch als ein sehr gewöhnliches Attribut der Göttin erscheint. Ihr galt in Athen das Fest der Elaphebolien im ersten Frühlingsmonat, das Fest der Hirch- jagd, an dem ihr Hirsche geopfert wurden,) und ohne Zweifel gingen in der ältesten Zeit, als noch Hochwildreviere in Attika bestanden, Hirschjagden der Feier voraus. Das Programm eines solchen Artemisfestes im kleinen liegt uns in einer Schilderung Xenophons vor, ¹⁹) der zur Zeit, als er, aus Athen verbannt, in Skillus nahe bei Olympia wohnte, von Beutegeld, getreu einem auf dem Rückzug aus Hochasien gethanen Gelübde, der Göttin Artemis ein Stück Land kaufte, einen Altar und Tempel errichtete und alljährlich mit den Bürgern und Ortsnachbarn, Männern und Weibern, der Göttin ein Fest feierte, an dem ihr unter andern Opfern auch Hirsche, Rehe und Wildschweine dargebracht wurden. Hierzu wurden vorher von den Söhnen des Stifters, von Bürgern aus Skillus und jedem, den die Lust trieb, im heiligen Bezirk selbst und der benachbarten Pholoe, einem Zweig des Erymanthosgebirges auf der Grenze zwischen Elis und Arkadien, Jagden veranstaltet, deren Strecke recht be- deutend gewesen sein muss, da auch die zahlreichen Festteilnehmer, die zu Fuſs und zu Wagen zusammenkamen, Anteil an dem Wild erhielten. Dieser Wildbretschmauſs und die vorher- gehende Jagd werden wohl nicht geringe Anziehungskraft ausgeübt haben. Uebrigens gab jeder Jagdtag dem griechischen Weidmann Gelegenheit und Anlaſs, Artemis anzurufen und ihr einen Teil der Jagdbeute ²⁰) oder, der Grösse des Wagnisses und ersehnten Jagdglückes entsprechend, wohl auch gröſsere Ehren zu geloben. Es erübrigt noch, einer Heldensage zu gedenken, die mehr als alle, die in Griechen- land im Schwange waren, Verbreitung und Beliebtheit genoſs, der Sage von der kaly- donischen Jagd. Wenn ihr auch vielleicht eine ähnliche Naturdichtung zu Grunde liegt, wie den oben erwähnten, da der wütende Eber im blühenden Saatfeld das natürliche Bild der Landplage ist, so ist diese doch durch das höhere Interesse an den Personen, ihren Jagdthaten und Leidenschaften verdrängt und lag dem Bewulstsein der Zeit, aus der die älteste bekannte Fassung ²¹) stammt, jedenfalls schon fern. Vor dieser Fassung, die sie bereits mit dem Heldengedicht von Meleager verknüpft, war sie sicher in Griechenland durch Lieder gefeiert. Um das von der erzürnten Artemis in die gesegneten Fluren und Wein- berge des ätolischen Kalydon gesandte borstenumstarrte, mit gewaltigen Hauern bewehrte Wildschwein zu jagen, kommen aus vielen Gegenden und Städten von Hellas die mutigsten Jäger mit ihren Hunden. ²²) Ihre Zahl, die Homer nur im allgemeinen als eine grosse an- ¹16) Paus. 1. 19. 6 in Athen, 7. 26. 10 f. in der wild- und waldreichen Gegend von Phelloe in Achaja: vε‿ οσαα ⁵μαεεοαςν Qι*π ᷑οασσι ϑοωννς ε eiαα ακᷣ ϑοα, ᷣ2œρ νάα νςσ e⁰νοιοο. Die Zuhl ihrer Heiligtümer übertraf selbst jene Apollos. ¹⁷) Darstellungen der Artemis bei Wieseler, Denkmäler II, p. 70— 91 und Taf. XV— XVII. ¹⁸) Becker, Anekd. 249. ¹⁹) Anab. 5. 3. 7— 13. 2²⁰) d. ven. 6. 13: val uεαeνμμενο τmν Moενιε τꝶνmἀooνοσσ εμεᷣͥdodat ijg 9iæeν. ¹. 4. 7O ist hier die Jagdbeute wie Od. 9. 158 ali†νασ ,ε⁶αμφμςε 5ε%ς μένοεααιέςα ϑeονν. 2²¹) II. 9. 529 fl. ²¹²) II. 9. 544: Ms44ανο 710116c En 10110]Oτοοασς ⁴έeν οας dysloes] νναe&. 11 giebt, während später auch die Namen der einzelnen Teilnehmer genannt werden, wächst im Laufe der Zeit immer mehr, da jede Landschaft bei der gefeiertsten Jagd vertreten sein wollte. ²*) Um den kalydonischen Helden Meleager, dessen Name(von 1εε und eνν„dem die Jagd am Herzen liegt“ geradezu den Jäger bedeutet, ²¹) scharen sich die Thessaler Peirithoos aus Larisa, Admet aus Pherae, Jason aus Jolkos, der Phthiote Peleus, die Testiaden Toxeus und Plexippos aus Pleuron in Aetolien, Jphikles und Jolaos aus Theben, Theseus aus Athen, Telamon aus Salamis, Phyleus aus Elis, Lynkeus und Jdas aus Messene, Kastor und Polydeukes aus Lakedämon, Ankäos und in strahlender Schönheit die schnell- füſsige Jägerin Atalante aus Arkadien und viele andere. Und als das Tier erlegt ist, da entbrennt der hitzige Streit um den Ehrenpreis, die Haut und den Kopf, und steigert sich bei Homer zum Krieg zwischen den Kureten von Pleuron und den Aetolern von Kalydonss), in späterer Fassung zum Verwandtenmord. Diese Siegesbeute des Ebers wurde für. würdig erachtet als Reliquie zu Tegea in Arkadien im Tempel der Athena Alea, an dessen vorderem Giebelfeld eine Darstellung der Jagd selbst prangte,²6) aufbewahrt zu werden, und Augustus entführte von da nach der Schlacht bei Aktium die Hauer nach Rom,²) während ihm die infolge des hohen Alters borstenlose Haut ²⁸) des Mitnehmens wohl nicht mehr wert schien. Die Haut und der Kopf mit dem Gewehr ist auf dem Gemälde einer archaischen Amphora in München ²⁹) abgebildet, und die ganze Darstellung deutet hin auf einen Ringkampf der Atalante mit den Jägern nach ebenbeendeter Jagd um eben diesen Preis, der in der Mitte des Bildes aufgehängt scheint. Atalante und Mopsos sind sich mit ineinander verschränkten Händen gegenseitig zugewandt, Peleus und andere stehen als Zuschauer zu beiden Seiten der Ringenden. Die Jagdspeere in den Händen einiger der Umstehenden sprechen für diese Auffassung. ¹⁰) Die Eberjagd galt jedenfalls wegen ihrer Gefahren als eine der ehrenvollsten Arten der Jagd, und darum nimmt die kalydonische Sage im Vorstellungskreis des Altertums von der frühesten bis in die späteste Zeit eine so hervorragende Stelle ein und Dichter und bildende Künstler jeder Art widmeten ihr ihre Kunst Stesichorus dichtete ein Stück„die Eberjäger“(d α εmηοα³¹) das diesen Stoff behandelt zu haben scheint, eine bildliche Dar- stellung fand sich am Thor von Amyklae,²) eine andere des Pariers Skopas im vorderen Giebelfeld des Athenatempels zu Tegea,³) ein älterer unbekannter Bildner des 4. Jahr- hunderts lieferte ein schönes Reliefbild derselben in Terrakotta, das auf Melos gefunden 2³) Paus. 8. 45. 6 f. Apollod. 1. 8. 2. Philostr. iun. 15. Ov. Met. 8. 300 f. Hygin. f. 174 und die Beischriften der unten genannten Vasengemälde. ²⁴) Anders Eurip. in Et. M. 576. 30(fr. 521): Meléxyos, 1eεleν„αἀο ν dοsdες dyοœeς, der in ihm also den Jäger der unheilvollen(uε1ειος) Jagd sieht. ²⁵) II. 9. 547:)*ꝗ%(AOrενμιιςε) ³εα mαμάος εε ονν ναμ‿ιdον να dντν G2.νφ⁷ο⁹ςσ veαsh εκαχ*ν ⁶εσιιιασιε‿ατõwν,] Kouwo*ενν τε ⁴εοαν mτα diτυ⁴μνν ενανν⁶τνααν⁄ 2²⁶) Paus. 8. 45. 6 f. ²7) 46. 1. ²⁸) 47. 2. ²⁰⁹) Gerhard, A. V. 237. Muséum étrusque no. 530. ³⁰) Gerhard III, p. 159. Anm. 23 will darin eher einen Kampf bei den Leichenspielen des Pelias sehen, wie auf dem ähnlichen Vasengemälde auf Taf. 177. ¹³¹) Ath. 3. 95. d. ³²) Paus. 3. 18. 15. ³⁵³) 8. 45. 6. 12 wurde, ²⁴) und auſser Darstellungen auf Reliefs und Spiegelzeichnungen,³⁵) erscheint sie, durch Maler wie Aristophon und Apelles vorgebildet, ³⁰) oft auf Vasen, so auf einigen archaischen ersten Ranges, wie der von François aus den Gräbern von Clusium hervor- gezogenen Vase des Ergotimos und Klitias,³?) und auf einer figuren- und inschriftenreichen archaischen Kylix des Glaukytes und Archikles in München, ³⁸) auch nicht selten auf unter- italischen Vasenbildern ³⁵). Diesen Darstellungen der kalydonischen schlieſsen sich die anderer Jagden an, auf denen entweder auch Heroen und Helden der Sage jagend dargestellt werden, oder dem wirklichen Leben angehörige Männer und Jünglinge sich diesem Vergnügen hingeben, und solche Dar- stellungen, auf denen andere zur Jägerei gehörige Dinge abgebildet sind. ¹4⁰) Solche Kunst- darstellungen waren im Altertum nicht weniger beliebt und geschätzt als in der Gegenwart. Zur ersten Klasse gehört ein Bild, das den Odysseus und einen Gefährten, vielleicht einen Sohn des Autolykos, auf der Saujagd zeigt,¹¹) und das berühmte Vasengemälde, auf dem Tydeus, der einen erlegten Hasen am Krummstab trägt, Aktäon, Theseus und Kastor nach der Jagd ruhen,¹²) desgleichen das Bild der Eberjagd des Thersandros, Agamemnon u. a. auf der sogenannten Dodvellschen bei Korinth gefundenen Vase in der Königlichen Sammlung in München,¹³) zur zweiten Klasse, welche Männer und Jünglinge des wirklichen Lebens auf der Jagd vorführen, gehört das Bild einer Eberjagd auf einer aus Capua stammenden Vase der Hamiltonschen Sammlung im britischen Museum ,¹⁴) ferner das zierliche Bild einer Hirschjagd am Halse einer Hydria,4⁰³) auf dem zwei Jäger zu Pferde und zwei zu Fuſs das Wild angreifen, und ein gleichfalls eine Hirschjagd darstellendes Gemälde am Hals eines groſsen Krater im Louvre,¹⁰) auf dem sich sechs Jäger zum Angriff vereinen. Das Jagen der Hasen zu Pferde zeigen zahlreiche Kunstwerke,4? weit seltener sind Reiter auf der Saujagd dargestellt.“s) Auf einem auf der Akropolis aufbewahrten Marmorrelief ¹⁴⁴) verfolgt ein Jüngling, der einen Hund an der Leine hält, einen hastig laufenden Hasen. Zur dritten Klasse von Bildern, die nicht Jäger auf der Jagd vorstellen, auf denen aber Dinge zur Darstellung kommen, die in irgend einer Beziehung zur Jagd stehen, gehört 34) O. Jahn, Sitzungsbericht d. Kön. sächs. G. d. W. 1848 p. 123. ³⁵) Müller, Handbuch 413. 3. 36) Plin. XXXV. 36. 40. ³⁷) Archâol. Zeitg. 1850. Taf. 23 u. 24. Monum. dell' Inst. IV. 54— 57. Annali XX. 299— 382. Vgl. Gerhard, Berlins Bildwerke no. 524. Etr. u. Kamp. Vas. Taf. X. 1 u. 2, desgl. Gerhard, Neuerw. III. no. 1712. E. u. K. Vas. X. 3 u. 4. ³⁸) Gerh., A. V. III. Taf. 235 u. 236. 39) Berl. Bildw., no 1002 u. 1003. Apul. Vas. Taf. IX. A. 5. ⁴⁰) Vgl. Stephany, 1862. p. 72. 1867. p. 59; 92. Anm. 2 a. ¹¹) Odyss. 19. 428— 466. Panofka, Bilder antiken Lebens, Taf. 5. 1. Millin, Gal. myth. 172. 628. Weisser, Lebensbilder aus dem klassischen Altertum nach antiken Kunst- werken, 29. 3. ¹²) Panofka, 5. 6. Weisser, 29. 1. Wieseler, Denkm. I, 202. Millingen, uned. Mon. Ser. 1. Pl. 18. Müller, Denkmäler, a. K. I. Taf. 47. 215a. ¹⁴³) Wieseler, I 18. vgl. Stephany, 1864, p. 81. ⁴⁴¹) Wieseler, I. no. 93. ⁴⁵) Panofka, V. 4. Gerhard, A. V. II. Taf. 93. Rapp. volcente not. 490. mon. publ. dell' Inst. arch. III. Tav. 44. Jahn, Vasensammlung König Ludwigs no. 121. ⁴¹⁶) Pa- nofka, Bilder, V. 3; vasi di Premio, Tav. II. Millingen, Ser. 1. Pl. 23. Weisser, 29. 2. ¹⁷) Stephany, 1867, p. 52. 72. 75. 77. 78. 94. 124. 137. ¹⁸) 1867, p. 75. ⁴⁹) no. 1039. 13 das Gemälde, auf dem zwei Jünglinge an einer über ihre Schultern gelegten Stange ein erlegtes Wildschwein, an den Läufen aufgehängt, nach Hause tragen.⁵⁰) Einen Fuchs, ein in der ältesten Kunst überaus selten dargestelltes Tier, sehen wir im Fuſseisen gefangen auf einem Vasengemälde aus dem vierten Jahrhundert.5*) Sehr zahlreich sind die Darstellungen von Jagdtieren und Hunden, die auf den Gefäſsen meist auſser Beziehung zum Hauptbild nur des reicheren Schmuckes wegen, namentlich auf den Binden angebracht sind. Von diesen sind die Darstellungen von Hunden am wichtigsten, da wir durch sie in den Stand gesetzt werden, zugleich gestützt auf die schriftlich überlieferten Merkmale, eine Vorstellung von dem Auſsern der gangbarsten Hunderassen zu gewinnen. Der Beliebtheit der Jagd und dem Werte, den man auf die Geschicklichkeit in dieser ritterlichen Kunst legte, entspricht es, daſs sich vornehme Griechen zuweilen auch auf der Jagd begriffen darstellen lielsen. Lysippos und Leochares fertigten eine Gruppe von mehreren Bronzestatuen, die Alexander den Groſsen auf der Löwenjagd darstellten,?²) unter den Werken des Euthykrates, eines Sohnes des Lysippos, wird die Statue eines Jägers und mehrerer Jagdhunde erwähnt ⁵³), und von einer langen Reihe von Künstlern aus der Zeit zwischen Phidias und dem Beginn der neuen Zeitrechnung wird berichtet, daſs sie Jäger in Erz gebildet, 5¹) und von dem berühmten Toreuten Akragas, daſs seine Jagddarstellungen auf Bechern groſsen Ruf genossen hätten. 5⁵) Die Stellung der Jagd im Leben des homerischen Griechen. Die homerischen Gedichte, die uns ein getreues Bild der Lebensverhältnisse geben, in denen wir uns die hellenischen Stämme vor der groſsen Wanderung zu denken haben, sind überaus reich an anschaulichen Vergleichen, die, dem Wild- und Weidmannsleben ent- lehnt, namentlich zur Belebung der Kampfesschilderung dienen und demgemäſs am häufigsten in der Ilias und hier wieder in den Teilen angetroffen werden, die sich mit den tapfern Thaten der hervorragenden Helden beschäftigen. So wird Hektor im Kampfgewühl dem Wildeber im Getümmel der andringenden Meute,¹) und wenn er die Troer zum Angriff auf die Achäer anfeuert, dem Jäger verglichen, der seine Hunde auf das Wild hetzt.*) Der von Kampfeslust glühende Diomedes gleicht dem angeschossenen Löwen ³) und die Troer, die sich dem langsam zurückweichenden Ajax nachdrängen, den Hunden, die wütend den 50) Panofka, Bilder, V. 2. Millin, Peint. d. Vas. Pl. 18. Wieseler, I. 212. Weisser, 29. 4. 51) Panofka, Musée Pourtalès-gorgier Pl. 29. Stephany, 1870, IV. p. 178 ff. 5⁵²) plut. vit. Al. 40. Plin. h. n. 34. 63: nobilitatur Lysippus canibus et venatione. ⁵³) Plin. 34. 66. 5⁵⁴) 34. 91. 55) 33. 155: Acragantis et venatio in scyphis magnam famam habuit. ¹) Ilias 12. 41.*) 11. 11. 292.*) II. 5. 136. 14 verwundeten Keiler anspringen, aber so oft er schlagend herumfährt, zur Seite weichen. ¹) Geradezu überraschend ist in allen diesen Bildern die Treue und Schärfe der Beobachtung, denn da findet sich kein Zug, der nicht wohlerwogen ist und wesentlich zur Anschaulichkeit beiträgt, keiner, der nicht mit der Natur übereinstimmte, ja mancher, der an sich unbedeutend erscheinen könnte, veranlaſst den mit den Lebensgewohnheiten des Wildes vertrauten Leser zur Annahme, daſs der oder die Dichter, welches auch immer der Ursprung der Gedichte gewesen sein mag, selbst eifrig dem Weidwerk obgelegen haben. Wenn 2. B. Camman ausspricht, daſs Homer vom geängsteten Hasen sage, er laufe meckernd 1ρκια⁴ει vor den ihn verfolgenden Hunden her, und deshalb an einer Bekanntschaft des Dichters mit den Dingen der Jagd zweifelt,³) so unterscheidet er sich eben dadurch von dem Dichter, daſs dieser die Eigenschaften der Hasen recht wohl kannte, jener aber sicher nie in der Lage war, das quäkende Klagen des geängsteten Tieres zu hören, das es wirklich. auch ohne ver- wundet zu sein und ohne schon die Zähne des Hundes zu fühlen, in der Not und Todes- gefahr ausstöſst, wenn ihm kein Rettungsmittel mehr zur Verfügung stehté). Mæεε ist darum trefflich gewählt, ist aber natürlich nicht durch„meckernd“ sondern durch„quäkend“ oder durch„klagend“ wiederzugeben. Homer behält umsomehr recht, als er in unserer Stelle ausdrücklich von zwei Hunden spricht, und zwar von solchen, die sich auf die Jagd verstünden. Denn auch zwei Hunden gelingt es nur selten, einen Hasen in solche Ver- legenheit um einen Ausweg zu bringen, dals er in der Verzweiflung sein Angstgeschrei hören läſst, es sei denn, daſs sie, auf die Hasenhetze gleich unsern Jagdwindhunden dressiert, gelernt haben, das Wild trotz seiner geschickten Manöver dadurch in die Enge zu treiben, daſs der eine verfolgt, der andere, etwas zurückbleibend, ihm, falls es einen Haken schlägt, den Bogen abschneidet. Schnelligkeit, die zu dieser Jagdart Haupterfordernis ist, wird ja als Kardinaltugend der Jagdhunde erwähnt. Spricht schon der grosse Reichtum an Bildern, die dem Jägerleben entlehnt sind,?) für das Interesse, das der homerische Grieche an der Jägerei nahm, so tritt doch sein weid- männischer Geist in das schönste Licht durch das Verhältnis zwischen Jäger und Jagdhund. Ist das Verhältnis zu den Haustieren überhaupt ein fast vertrauliches und inniges,s) so ist es dies ganz besonders zwischen dem Weidmann und seinem treuesten Gehilfen. Dieser gegenseitigen Anhänglichkeit ist ein Denkmal von unvergänglichem Werte durch die innig empfundene Erzählung vom Tode des Hundes Argus ⁹) gesetzt, den Odysseus, ehe er nach Troia zog, selbst zur Jagd aufgezogen hatte. Seitdem er, von Alter stumpf, nicht mehr 4) Ilias 17. 725. ⁵) E. L. Camman, Vorschule zur Iliade und Odyssee, Leipzig 1829, p. 373 zu Il. X. 360 ff. Vgl. dagegen die Bemerkung von E. Buchholz, die homerischen Realien, II. 1. p. 160; 6G d' öre„αονιαιdοννε dic e, 8166 6 ον,*1*έιααν ⁴ρι‿έ 1ανον ενεleνεον εειπμεee ale!’ 76500» de d1ννέννν, 6 d 1ε 10096% ιάαQ66, z. x. 1. 0 t bezieht sich natürlich nur auf das maskul. 7..e6ν. ⁶) von Wildungen, Gesammelte Schriften für Jäger und Naturfreunde. Cassel 1879. II. p. 129; Brehm, Säugetiere II. p. 464.*) Über andere nicht minder zutreffende Züge siehe den zweiten Teil dieser Abhandlung. ⁸⁴) Buchholz II. p. 133. ³⁹) Odyssee 17. 290 ff. — ¹⁵ zur Verfolgung der wilden Ziegen, der flüchtigen Hasen und Rehe zu gebrauchen war, lag er, von Ungeziefer gepeinigt, von den Mägden vernachlässigt, auf dem Mist am Hofthor. Und als Odysseus, von Eumäus begleitet, aber auch von ihm, dem getreuesten Diener seines Herrn, nicht erkannt, seinen Hof betrat, da hob er den Kopf und spitzte die Ohren und wedelte, als er den näherherankommenden erkannte, mit dem Schwanz zum Ausdruck seiner Freude, denn er war zu schwach, seinen alten Herrn durch freudiges Gebell und fröhliche Sprünge zu begrüſsen. Und was that der Herr dieser treuen Anhänglichkeit gegenüber? Er trocknete heimlich, um sich nicht durch seine Rührung zu verraten, die Thräne, die sich ihm ins Auge stahl, konnte es aber als echter und gerechter Jäger nicht unterlassen, danach zu fragen, wie der Hund, den er selbst aufgezogen, aber nicht mehr zur Jagd hatte anführen können, sich vor dem Wilde bewährt habe, indem er sich zugleich über die Luxus- hunde geringschätzend äuſsert. Und erst als er hierüber Auskuunft erhalten, als er gehört hatte, daſs Argus an Spürkraft, Schnelligkeit und Stärke alle andern Hunde weit hinter sich gelassen habe, wandte er sich zum Hause. Das treue Tier aber, in dessen Leben durch die Rückkehr des Herrn noch einmal ein Strahl der Freude gefallen war, that in demselben Augenblick seinen letzten Atemzug. In den Versen: AOyOν νασ εατ ⁴⁷ mε‿ααφμεάν αέαμνοο ϑαυ⁴ατιωοο æòτtνν Iννν dοοσα εειιισατ ετυιασν⁄ι klingt die ergreifende Erzählung aus.„Die Worte,“ sagt Gladstone, ¹⁰)„tönen so ruhig und still, sie scheinen schwächer und schwächer zu werden, jeder Versfuſs fällt, als ob die letzten Atemzüge gezählt werden sollten.“ Es ist nicht zufällig, daſs zweimal ausdrücklich gesagt wird, dals Argus Jagdhund war, noch weniger aber, dals dem Jagdhund mit einer gewissen Verächtlichkeit die Hunde, die der Reichen Tische umlagern, gegenübergestellt werden, da solche Herren sie nur zum Vergnügen erzögen. So spricht nur einer, der mit Leib und Seele Jäger und sich dessen mit Selbstgefühl bewulst ist. Ja, man könnte daraus, ohne gerade zu kühn zu erscheinen, auch ohne weiteren Anhalt den Schluſs ziehen, daſs von den edeln Griechen die Jagd vornehmlich um ihrer selbst willen geübt wurde. Doch eine andere Stelle ¹¹) spricht geradezu dafür, daſs sie als„noble Passion“ ¹²) betrieben wurde, denn wir erfahren darin, daſs sie zu den Vergnügungen gehörte, die man dem Gast zu Ehren veranstaltete. Als nämlich Odysseus, so wird erzählt, seinen Grolsvater Autolykus in seinem Palast am Parnassus besuchte, da wurde nach herzlichem Empfang ein glänzendes Mahl bereitet und damit der erste Tag der Anwesenkeit des willkommenen Tochtersohnes beschlossen. Für die Unterhaltung des folgenden Tages sorgte der waldbewachsene Par- nassus. Denn als Helios aus dem Ozean emporstieg und mit jungen Strahlen die Wipfel der Bäume vergoldete, da hatten des Autolykus Söhne mit ihrem Gast und groſsem Jagd- gefolge schon die Höhen des Berges erstiegen und durchsuchten die Dickung. Und der Kette der Jäger voran eilte der edle Odysseus, sicherlich nicht deshalb nur, weil jugend- 10 ) W. E. Gladstone, Homerische Studien, frei bearbeitet von Dr. A. Schuster, Leipzig, Peubner. 1 Pzig 1863. 1¹¹) Od. 19. 428 ff. ¹²) Buchholz II. 1. p. 153. 16 liches Feuer seine Schritte beschleunigte, sondern weil man dem Gast zuvorkommend den ersten und besten Platz beim Angriff auf das Wildschwein, das man suchte, einräumte. Und er war es auch allein, der das Tier zum Tode verwundete, während die Genossen wohl abwartend zum Stoſse bereit standen. Daſs man auf alle Wechselfälle der Jagd wohl vor- bereitet war, beweist der Umstand, daſs die Söhne des Autolykus sogleich die Wunde, die der Eber dem Jüngling mit seinem Hauer geschlagen, wohl zu verbinden verstanden, ehe sie zu ihres Vaters Palast zurückkehrten. Das Moment der Anstrengung, das, wie wir sehen werden, in der späteren Zeit, der Zeit der Blüte der griechischen Freistaaten, bei der Wertschätzung der Jagd ein wesentliches war, wird zwar in diesem Sinne in den homerischen Gedichten nicht erwähnt, es erscheint aber mit dem Jägerleben als ein selbstverständliches verbunden. Denn von der Ziegeninsel, an die Odysseus verschlagen wurde, heiſst es, daſs sie nie zuvor vom Fuſse des Jägers, der mühsam sich durch den Forst arbeitet und wilde Felsen umklettert, ¹³) betreten wurde. Der Relativsatz vertritt hier ganz die Stelle eines stehenden Beiworts. Das was später und jetzt in erster Linie den echten Jäger reizt, die Ueberwindung der Anstrengungen und Fährlichkeiten, wird wohl auch den homerischen Mann vor allem in den Forst gelockt haben. Sehr bezeichnend ist es, daſs einigemal an Stelle der sonst für Jäger gebrauchten Wörter aiyoi steht, das eigentlich rüstige, kräftige junge Männer bedeutet. ¹⁴) Daſs das schmackhafte Wildbret selbst den Jäger gleichfalls lockte, ist ja selbst- verständlich. Als Odysseus auf der Insel Käa des Glück hat, einen gewaltigen Hirsch zu erlegen, da, heiſst es, weiden die Gefährten die Augen an dem Anblick und machen sich dann eiligst daran, das herrliche Mahl zu bereiten(dOυναιεέαα ⁶ἀαα⁵.¹³) Eben so selbst- verständlich ist es, daſs Odysseus und seine Gefährten, an ein von Menschen unbewohntes, aber von wilden Ziegen wimmelndes Eiland verschlagen, zu Jagdspieſs und Bogen greifen und so ihrem Nahrungsmangel abhelfen. ¹16) Dalſs sich gegen schädliches Wild, das zur Land- plage wurde, die Jäger der heimgesuchten Landschaft vereinten, beweist die für derartige Vorfälle typisch gewordene Erzählung von der Bekämpfung des kalydonischen Ebers ¹⁷) und die Schilderung einer Löwenjagd, zu der die Männer sich sammeln, ein ganzes Volk. ¹⁸) Es bleibt noch übrig, einige die Jagd betreffende Kunstausdrücke zu erwähnen. Die Jagd sowohl als die Jagdbeute heiſst„y, ¹) eine gute Jagd in dem letzteren Sinne de„οεεννς ϑη,0) auf die Jagd gehen 14 ναι εές ⁴ϑeν,²⁷) der Jäger*νοννοτη) und 6 ϑeνυπντι, ²³) auch 6 πο Ʒοννντυνο ⁸⁴)(der Jägersmann), ò eωο ϑ εuτis,²⁵) und νκνοοσο ϑινοτν, ²⁶) einmal ¹3) Od. 9. 120: 02& Hεeνα ε⁵⁵ςσοσεπνινεκν⁄σι νννννꝓνεμεσ, οεε*αάςοο ι έε πάἀνσνωοωυõOᴵjΤO⁹sq ds 60ενν ꝓρεeαπαωνν–εσ. ¹⁴) II. 3. 26: zν.—.ενες εᷣ„iε αεο τ αsνoi. 11. 414; 17. 282. ¹⁸⁵) Od. 10. 181. ¹⁶) Od. 9. 156 ff. Diese Stelle hat erneutes Interesse durch den vor kurzer Zeit auf Joura (der Polyägos der Alten) gelungenen Fang einer Wildziege gewonnen, worüber unten. ¹) II. 9. 529 fl. ¹s) II. 20. 164: IIHjlεidνε dO ετέοισεέν ενανsοeν αερε°ο, 1eν ο lvns, öpre zal àvoες dmποανταeνεννα deεαιαανι μeον⁴⁶mεενο, πές dνμαο. ¹⁸) II. 5. 49: aA⁵⁴αα ⁹ϑμον⁄α von einem guten Jäger. ²⁰) Od. 9. 158. 21) Od. 19. 429. ²²) II. 11. 292. ²³) II. 9. 543. ²¹) II. 12. 170. ²³⁵) II. 12. 41. ²⁶⁸) II. 17. 726. 17 vowryytrye(der Hundeführer)²*), mit dem*τασασιεε⁸)(6 zνας εeπι⁴ἀνμ) begrifflich zusammenfällt. Der Jagdhund heiſst ιαωιν ϑeφοενιε, ²⁵) Hunde auf ein Schwein hetzen uννας σeεενν επ eοοτιςσ Guf, 30) Hunde anführen ztννα πꝓνεeνν³ι²) und dν̈κναιτν³) z. B. auf Hasen erl Aayoοds, und von einem gut auf der Fährte zu gebrauchenden Hund wird gesagt, dals er sich sehr gut auf dieselbe verstand(xνεοσι Tε⁶ν) ²). Für das Lager des Wildes finden sich die Be- zeichnungen„) 46 ν(des Wildschweins) ¹) und*) edν⁷)(des Löwen) s), für das Getümmel der um das Schwein sich drängenden Hunde und Jäger ⁶ το0G½G,6) und von dem die Hunde annehmenden d. h. sich ihnen stellenden Schwein wird déεovέν˙οσϑσσα gebraucht.**) Ein klagender Hase erhält die Bezeichnung ει.ικυ*ς,3s) sonst findet sich dafür lααα⁶ν³⁰) — Die Stellung der Jagd im Leben des nachhomerischen Griechen. Die Bethätigung des weidmännischen Geistes, der aus den angeführten Stellen der homerischen Gedichte deutlich hervorleuchtet, hatte im Laufe der Jahrhunderte zunächst nicht nur keine Einbuſse erlitten, sondern dadurch einen wesentlichen Antrieb erhalten, daſs ihm im Rahmen der Jugenderziehung ein Platz eingeräumt war,!) der je nach dem Stammes- charakter und den landschaftlichen Verhältnissen hier weiter, dort enger umzogen erscheint. Die Dorier, die aus den mit unermeſslichem Wald- und Wildreichtum gesegneten Bergen im Norden Griechenlands, in denen sie bis zu ihrem Aufbruch als Jäger und Vieh- züchter gelebt hatten, bis in die Südspitze der Halbinsel und zum Teil über das Meer nach Kreta gedrungen waren, bewahrten auch in ihrer neuen waldreichen Heimat die Jagdleiden- schaft, die sich in ihren verlassenen Sitzen an den Abhängen des Olymp in ganz besonderem Grade hatte ausbilden können, und galten auch dann noch als Muster eifriger Jäger, als in andern Staaten bei dem grölsten Teil der freien Bevölkerung an Stelle des begeisterten Strebens nach Abhärtung und Stärkung des Körpers das Gegenteil getreten war. Es lag ganz im Geiste der spartanischen Staatsverfassung, die die Heranbildung starker, körperlich gewandter und ausdauernder Jünglinge als das Hauptziel der nationalen Erziehung ansah, schon die Knaben bei knapper Nahrung und dürftiger Kleidung zur Jagd in den Schluchten und an den Abhängen des Taygetus und in den Niederungen des Eurotas anzuhalten. Mit ²⁷) II. 9. 120. ²⁸) Od. 19. 435: 05 ◻ ε& 6σασκdααηο εemραασmπιιες; vgl. 445: 6&rαeνονν⁸ες (sc. 2⁶νυαςσ) Ensfcav und Xenoph. Cyn. 10. 19: 0˙ ds 1de vuννασς εμσ⁴ꝓονοσν und Apoll.: ol τ0 ⁴ναeς eneν οτες raς ενυν Ʒπηοαυν εοεας, zvenyoi. ²³) II. 11. 325. 3³¹) II. 11. 292. 3¹) Od. 19. 445. 32) Od. 17. 294. ³³) Od. 17. 317. ³¹) Od. 19. 439. ³⁵) II. 11.115. ³³) II. 12. 147 und 13. 472. 3*) II. 12. 147. ³³) II. 10. 360 ³3) 04d. 10. 163. ¹) Dr. Lorenz Grasberger, Erziehung und Unterricht im klassischen Altertum, III. p. 98 ff. 3 18 Recht sieht Grasberger in den Worten des Isokrates,²) daſs die Spartaner ihre Knaben täglich sogleich vom Nachtlager weg angeblich auf die Jagd, in der That aber auf Be- stehlung der Landbewohner ausschicken, eine„gehässige Uebertreibung“ nachbarlicher Eifer- sucht, und macht aus der in Xenophons Cyropädie vorliegenden Schilderung der Dienst- leistungen persischer Jünglinge, in der er ein spartanisch-attisches Vorbild erkennt, den Rückschluſs auf hellenische Verhältnisse. Dort heiſst es,) daſs die Knaben sich bis zum sechzehnten oder siebenzehnten Jahr unter der Leitung ihrer Lehrer bilden, von da an als Epheben in leichter Bewaffnung zehn Jahre, sowohl um Wache zu halten, als um der Zucht willen dienen.„Wenn der König auf die Jagd zieht, so begleitet ihn die Hälfte dieser Wache und jagt bei schmaler Kost unter seiner Aufsicht; denn die Jagd halten die Perser für die beste Vorbildung zum Kriege.“ Was die Beschäftigung der den Jünglingsjahren entwachsenen hellenischen Männer betrifft, so hebt Xenophon ⁴) den Unterschied der auf sie bezüglichen Institutionen bei den Spartanern und andern Hellenen hervor, indem diese sie, abgesehen von der Heranziehung zum Felddienst, der Sorge für die Erhaltung der Körper- kraft enthöben, Lykurg aber ausdrücklich verlange, daſs sie die Jagd als die ehrenvollste Beschäftigung für Männer ihres Alters ansähen und ausübten, wenn nicht öffentliche Ange- legenheiten davon abhielten. Alle andern Hindernisse, die der fleiſsigen Ausübung der Jagd hätten entgegenstehen können, waren so weit als möglich beseitigt. Während sonst die Bestimmung, dals jeder Spartiate der gemeinsamen Mahlzeit beiwohne, überaus streng gehandhabt wurde, war die Jagd eine genügende Entschuldigung des Ausbleibens und stand als solche mit einem den Göttern dargebrachten Opfer auf einer Stufe; ⁵) und damit auch der Mangel an Hunden einen Jagdausflug nicht hindere, war es Brauch, daſs der Jagdlustige einen Hundebesitzer zur Teilnahme aufforderte und dieser sich entweder anschloſs, oder, wenn er keine Zeit hatte, wenigstens seine Hunde mitgab. ⁵) Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, daſs die Jagd zur Zeit der Blüte der nationalen Gymnastik nur neben dem Besuch der Gymnasien und nicht ausschlieſslich und als einzige Leibesübung betrieben wurde. Bei dem athenischen Epheben verkürzte sich die für Jagd- ausflüge zur Verfügung stehende Zeit noch wesentlich durch die rege Beschäftigung mit anderen Künsten und Geistesübungen, die in dem Erziehungsplan seines spartanischen Alters- genossen nur eine sehr bescheidene Rolle spielten. Trotzdem war man sich auch in Athen der Wichtigkeit der Jagd als einer Veranlassung, jede in der Ringbahn gewonnene Fertig- keit zu festigen, vollauf bewuſst. Isokrates,*) zu dessen Zeit der Verfall der alten, streng durchgeführten Gymnastik längst besiegelt war, rühmt von den Vorfahren, daſs sie auf eine richtige Anleitung des Jünglingsalters bedacht, die Armeren zur Ergreifung eines erwerbs- ²) Panath. c. 84,§ 211 ff. Grasberger p. 100, ³) Cyr. 1. 2. 9. Grasberger III. p. 88. ⁴) de rep. Lac. 4. 7. ⁵) Plutarch, Lykurg. 12. 5: EEiſ„doorlxον ⸗deεμeeν, de Hασασς αςι˙ vvν dυιεε⁸, 10 ⁸ dε λαοιααο ⁸⁴dει απάαιεεναι ⁶) Xen. de rep. Lac. 6. 3: æl*ευννανιυ ςσ ϑφeοευντιιιν quithe(sc. Auunνοο) 20ενόαeνν υοεςσ ο μάϊνspddsονμμνεννοι πμμαιαρααονσm εαν hö*συ ϑεέ οe⁴ aαισς G. ½ν⁴ντꝙ—ές εένιεμραε. ⁷) Areop. ed. Hermann§ 45. 19 mälsigen Berufes, die Wohlhabenden aber zur Beschäftigung mit der Philosophie, Reitkunst und Jagd angehalten hätten. Auf dem Boden dieser altattischen Anschauung steht Plato,) wenn er an den Gesetzgeber die Forderung stellt, sein Augenmerk auch auf die Jagd als ein wichtiges, erziehliches Moment zu richten, aber nur diejenigen Jagdmethoden als em- pfehlenswert zu bezeichnen, die eine Anspannung aller Kräfte erforderten. Jäger, die diesen huldigten, solle man ungehindert überall ihrer Lust fröhnen lassen, andern aber, die dem Wilde nachts mit Netzen und Schlingen nachstellten, allenthalben das Handwerk legen. Einen andern nicht zu unterschätzenden Vorteil der Jagd neben der körperlichen Ausbildung sieht er in dem Umstand, daſs die jungen Männer bei der Ausübung derselben überall im Lande herumkämen, dadurch ihre Heimat genau kennen lernten und deshalb im Falle eines feindlichen Einfalls schätzenswerte Dienste leisten könnten.“) Das Zurücklegen weiter Ent- fernungen war freilich besonders für den athenischen Jäger schon früh Bedingung, wenn er ausgiebige Jagdreviere erreichen wollte, da die nächste Umgebung der Stadt schon nach dem peloponnesischen Krieg überaus arm an Wild gewesen sein muſs, denn selbst einen Hasen zu finden war nicht leicht. ¹0) Daſs das Lichten der Wälder, das teils durch die weitgehende Benutzung des Bodens zu landwirtschaftlichen Zwecken, teils durch den groſsen Bedarf an Schiffsbauholz veranlafst war, die grölseren jagdbaren Tiere, wie Hirsche, Sauen und Rehe, schon sehr früh aus der Umgebung der attischen Städte vertrieb, bedarf kaum eines Hin- weises. Unter diesen Umständen war für die Pflege und die Erhaltung des Jägergeistes die Verbindung der Jagd mit den übrigen Zweigen der Ephebenausbildung von groſser Wichtigkeit. Auch die Benutzung der Epheben zur Grenzwacht ist in dieser Beziehung nicht ohne Bedeutung, da mit den militärischen Streifzügen auf Attikas Grenzgebirgen gelegentlich wohl auch Jagden abwechselten. Das Vorkommen von Hunden auf Vasen- bildern, die die„Ausrüstung attischer Epheben zur ersten Kriegsprobe der Grenzbewachung“ anschaulich machen sollen, kann darum nicht befremden. ¹¹) Bei dem Hineinziehen der Jagd in den Rahmen der gymnastischen Ausbildung war hauptsächlich der Hinblick auf die Erlangung kriegerischer Tüchtigkeit maſsgebend. Sie galt als vortreffliche Vorschule zum Krieg ¹²) und ward als solche geprieſsen, denn sie ver- leiht, wie Xenophon ausspricht, ¹) dem Körper die Kraft, auf beschwerlichem Weg unter der Last der Waffen nicht zu ermatten, härtet ihn ab gegen alle Unbilden des Wetters und hartes Lager, weckt und schärft die Sinne und befähigt sie, sich in waldigen Gegenden oft zum Heile des Heeres unter schwierigen Verhältnissen zurechtzufinden.¹³) Der Seele giebt sie Mut und Entschlossenheit, dem Geiste Verschlagenheit und Erfindungsgabe. Den ⁵) Leg. 822 ff. Fischfang und Vogelstellerei nennt er eine träge und nicht sehr edle Jagd(eine doyde rod und einen à0½ σσρςα dενιει⁵³. ⁹) Leg. 763 B. ¹⁰) Nausicrates b. Meinecke 3: (&y Auτνν*—) dαπσπν εέᷣνοεενν 6oτνν d xα d601»„. 11¹) Grasberger 3. p. 91. vgl. Gerhard, A. V. 4. Taf. 267. ¹²) Xen. de rep. Lac. 4. 7: sie befähigt Gορασαιισατιις ττυνοναι πηοςεςσεε. Cyn. 1. 18: 2νo rοιτσνν(sc. æννεινν) pdoο*πινονται τ eis 20 01⁴ον dναoi. Athen. I. c. 19. p. 24 C.: d ευν νηυννννεοεςα ε eεÆiαιν oi*εμοι σQOεσ μεdεντμmν Ʒυνντ τεινιιόανmυπι⁵⁶ινιινν ¹³) Cyn. 12. 1—5. 20 Jäger nennt Plato schlecht, der es nicht versteht, an ein Wild heranzuschleichen, sondern es aufscheucht und verjagt, bevor er es erlegen kann.¹⁴) Um einen festen Sitz auf dem Pferde zu gewinnen, um zu lernen von ihm herab die Waffen zu gebrauchen und das Tier selbst an schnellste Gangart auf mannigfachem Boden zu gewöhnen, wird von Xenophon ¹⁵) das Reiten auf der Jagd, da wo Jagdreviere Gelegenheit böten, empfohlen. Die durch häufige Jagdzüge beförderte Kenntnis des eigenen Landes wurde oben schon erwähnt. Die innige Beziehung zwischen Jagd und Krieg fand auch bei der Namengebung der Jagdhunde Berücksichtigung, denn Iooeς(Schild), Xνσας(Lanzenschaft), Aöyxν, Aixur (Speer) u. a. werden genannt.¹6) War doch auch Artemis ανοεοσα mnicht nur Göttin der Jagd und des Wildes, sondern auch des wilden Jagens der Schlacht. ¹⁷) Plato ¹s) stellt die Jagd auf Menschen im Krieg(lνν νν εν⁶ϑυυισππ/ Ʒνποαων, v 2α μεέηα)„ neben die auf Wild, und Sophokles ¹⁸) gebraucht von dem den Fuſsspuren des Ajax sorgfältig nachfolgenden Odysseus die Ausdrücke dνᷣeeog und zvryyerd und läſst Athene sagen, sicher führe ihn sein Spähen zum Ziel, wie den lakonischen Jagdhund seine feine Nase. Daſs diese ritterliche Beschäftigung nicht nur beiläufige Erwähnung in den Schriften der Griechen fand, sondern der Gegenstand einer besonderen ausführlichen Schrift des Xenophon aus Athen ²⁰²) geworden ist, auf die dann wieder spätere Autoren fuſsten, ist all- bekannt. Der Verfasser bespricht darin erschöpfend die Jagd auf Hasen und die Natur dieses Wildes, die Jagd auf Rot- und Schwarzwild, den dazu gehörigen Apparat und seine zweckmälsigste Verwendung, die geeignetsten Hunderassen, ihre Aufzucht, Pflege und Füh- rung, und ergeht sich zum Schluss in einer begeisterten Anpreisung des Nutzens der Jagd. Die ganze Schrift atmet den Geist eines echten Jägers, der in der Begeisterung für seine Kunst auch einmal über das Ziel schieſsen kann, wenn er die eifrige Uebung derselben als Grundlage aller Tugenden hinstellt. ²*) Wenn er aber seine Schrift mit der Mahnung an seine jungen Landsleute beginnt, die Jagd nicht zu verachten, ²²) so muſs es zur Zeit der Abfassung um den Jagdeifer derselben gerade nicht zum besten gestanden haben. Der lange pelopon- nesische Krieg hatte zuerst mit seinen feindlichen Einfällen, dann durch die Besetzung von Dekelea und schlieſslich gar durch die Belagerung der Stadt Jagdausflüge aus Athen oft auf längere Zeit unmöglich gemacht und dadurch bei vielen jägerische Neigungen gar nicht aufkommen lassen. Das aber, was sonst die Ausübung der Jagd auch unter nicht sehr günstigen Verhältnissen aufrecht erhalten hatte, die Jugenderziehung und mit ihr die Pflege der Gymnastik, die auch jetzt wieder belebend hätte einwirken können, war selbst in Verfall geraten. Abneigung gegen Körperübung(dνιυικηαασαια, über die Aristophanes ²³) öfters spottet, ¹4) Lysis 206 A: IIoεG 1G 00„ àν 9οαϑνε ϑοευνιιτmα εtα, st dνααααmσσσ ϑeενιαωιν εα Sασαιιαεεοιασν τiνν dοασπιπαοοο; iν τιραασαιοο. ¹⁵) IIeOl 1nl. 8. 10. ¹⁶) Cyn. 7. 5. 1¹7) Preller, I. p. 236. ¹⁵) Leg. 823 B. ¹⁸⁹) Aj. 1— 8. ²⁰) Xenophontis opera ed. G. Sauppe, vol. V.(edit. ster.) p. 254 ff. Kap. 1. 1— 17 und Kap. 13 gelten als Zusâtze, doch aus früher Zeit. ²¹) Cyn. 1. 18: dE d d ᷣemάꝶ εαάαανς»Oεᷣεν να eyeuν val dτεν. ²²) Cyn. 1. 18(s. Anm. 20). ²³⁸) Frösche 1101, Wolken 989. 21 war an der Tagesordnung, die Palästra wurde fast gar nicht mehr besucht. Daſs auch von andern als von Xenophon eine Heilung dieser Verhältnisse in Athen von der Wiederbelebung der Jagdlust erhofft wurde, beweist eine Stelle aus den Rittern des groſsen Komödiendichters, in der der Demos klagt, die„ästhetisch-schwatzhaften Jüngelchen“, ²¹) die überall in den Salbenläden, den beliebtesten Versammlungsplätzen der jungen Stutzer Athens, umher- lungerten, mülsten wieder zur Zucht und Sitte der alten, guten Zeit zurückgeführt werden; auf die Frage, wie dies zu bewerkstelligen sei, erklärt er, er werde sie wieder„zwingen“ zu jagen. Wenn der Dichter gerade dem Demos(der Volksgemeinde) diese Worte in den Mund legt, so betont er damit das staatliche Interesse an einer Wiederbelebung der Jagd. Wir haben es hierbei mit speziell athenischen Dingen zu thun, die in den miſslichen Zeit- verhältnissen und zum Teil in den veränderten Lebensgewohnheiten der allmählig zur Grolsstadt herangewachsenen attischen Metropole ihre Erklärung finden. Daſs es trotzdem auch unter den Athenern noch eifrige Jäger gab, beweist weniger das Beispiel Xenophons selbst, der ja mit seinen Jünglingsjahren in die Blütezeit hineinragt, als das seiner Söhne, die wir schon früher als fleiſsige Jäger kennen gelernt haben. Aber nur noch günstige Gelegenheit und eingeborene besondere Neigung waren jetzt die Triebfedern der Jagdaus- übung, und Aristophanes Wunsch, daſs die Staatsdisziplin hierin Wandel schaffen sollte, blieb unerfüllt, wie aus den oben herangezogenen Worten des Isokrates hervorgeht, der von der Hineinziehung der Jagd in die obligatorischen Jugendbeschäftigungen als von einer längst in Vergessenheit geratenen Einrichtung der guten alten Zeit spricht. Die Zahl der städtischen Jäger wurde nunmehr in demselben Maſse kleiner, als sie vorher durch das Kontingent derer gestiegen war, die als Epheben, kraft der Staatszucht zur Jagd angehalten, dieselbe kennen und lieben gelernt hatten. Wie in Athen, so war es mit einigem Zeitunterschied in ganz Griechenland, jeden- falls war in der Zeit nach Alexander dem Groſsen der Wandel fast überall vollzogen. Will man also die Bedeutung der Jagd für das Leben der Griechen nach ihrer Verschiedenheit in der Blüte der Gemeinwesen und zur Zeit des Verfalls feststellen, so ergiebt sich der Unterschied, daſs sie in jener Zeit vor allem Mittel zum Zweck einer vollendeten Ausbildung des Körpers war, in dieser ihrer selbst wegen unter gleichzeitiger Verschmähung der übrigen Leibesübung in Mode kam. Wenn nunmehr der edle Grieche der Jagd huldigte, so war sie ihm nur noch noble Passion, die von dem Charakter einer die Körperkräfte aufs höchste und gleichmäſsig anspannenden Beschäftigung wohl manches eingebüſst hatte. Aber in Ehren blieb sie, wie ja schon die teils auf uns gekommenen, teils von Plinius und andern erwähnten Kunstwerke beweisen und es aus Aeuſserungen, wie der des Philosophen Karneades, hervorgeht, daſs die Söhne der Reichen nur noch Jagd und Reitkunst wirklich gründlich ²4) Ritter ed. Kock 1375: AIHIIMOXN 1 Aειεο⁴ἀνρ³ zæνιε ⁶έeοω, kd τ mGμο οστννde?εα 10⁴de αοπνμεένα 1381 AIOPAKPIITOXN OBxOvV lαισαάἀαφμάσυ α³μμμο οσ τον σσφηυιαον, 1iOX Al' dâ dνανdσ u—perety. 22 betrieben. ²⁵) Erst in dieser Zeit, also erst durch hellenistische Anregung erhielten auch die Römer diese Passion, der sie bis dahin fast ganz ablehnend gegenübergestanden hatten. ²⁰) Daſs die Jagd, wie zu allen Zeiten, auch früher oft nur des Vergnügens und gleich- falls zu allen Zeiten nur des Nutzens wegen betrieben wurde, ist ja natürlich. Das letztere geschah vor allen von den Landleuten, die das erbeutete Wild des Erlöses wegen in die Städte zu Markte brachten. ²7) Daſs diese damals wie heute die bei geringer Kunst und Anstrengung am meisten Erfolg versprechende Art des Fanges, z. B. mit Schlingen und Netzen, die sie zur Nachtzeit auf die Wechsel stellten, ²³) allen andern vorzogen, liegt in der Natur des erwerbsmäſsigen Zwecks. Insbesondere war für den Hirten der keulenähnliche, oben gekrümmte Stab, dessen er sich bediente, um zurückbleibende oder abirrende Tiere seiner Herde durch geschickten Wurf zur Pflicht zurückzurufen, ²*) eine überaus geeignete Waffe, um gelegentlich mit gleicher Geschicklichkeit einen aus dem Lager aufgescheuchten Hasen zu erlegen. Dieser Krummstab, von Homer αᷣοoν genannt, erhielt später, als der Jäger wohl dem Hirten seinen Gebrauch abgesehen hatte, den Namen 1 60, der ein Werkzeug bezeichnet, mit dem man den Hasen trifft, behielt aber bezeichnend genug diesen Namen auch da, wo nur der Hirtenstab darunter zu verstehen ist. ³⁰) Dem modernen Jäger wird die Frage nahe liegen, wie sich sein griechischer Kunst- genosse den landschaftlichen Reizen gegenüber gestellt habe. Es ist klar, daſs die Jagd- liebhaberei einerseits gröſsere Freude an der Natur erweckt haben, andererseits selbst durch diese hervorgerufen sein kann. Aber in der ganzen Zeit vor Alexander dem Groſsen sind bei den Griechen überhaupt sichere Spuren einer bewuſsten Annäherung an die landschaft- liche Schönheit und darum auch die Freude an ihr nicht als Antrieb zur Jagd nachzuweisen. In der hellenistischen Zeit erscheint dagegen eine ganz veränderte persönliche Stellung des Menschen zur Natur,³¹) schwärmt ja doch sogar bei Theokrit der Cyklop für landschaftliche Reize,*²) und es wird daher angenommen werden dürfen, daſs jetzt die Jagdliebhaberei auch oft durch die Freude an der Natur wesentlich beeinfluſst worden sein kann. Zum Schluſs bedarf die Frage der Jagdfreiheit noch einer kurzen Erörterung. Zum Fangen und Töten des Wildes war jedermann berechtigt. Damit aber die, welche nachts dem Wilde nachstellten und durch ihre Schlingen den Wildstand stark verringerten, den jungen Jägern die Jagdgelegenheit nicht schmälerten, bestand in Athen wegen der erzieh- lichen Wichtigkeit, die man der Jagd beilegte, die gesetzliche Bestimmung, daſs auf eine Anzahl von Stadien im Umkreis die Nachtjagd untersagt sei. ³³) Heilige Inseln, wie Delos, ²⁵) Grasberger, 3. p. 225; vgl. auch(die dem gleichnamigen Stücke des Atheners Menander nachgedichtete) Andria des Terenz ed. R. Klotz v. 26, wo es von den adolescentuli heiſst, daſs sie ihren Eifer darauf wenden, aut equos alere aut canes ad venandum. ²⁶) de Puchesse, de venatione apud Romanos. Paris 1869. p. 26 ff. ²⁷) Aristoph. Ach. 520 u. 878. ²⁸) Vgl. Plato Leg. 824 A. ²³⁵) II. 21. 844. 3⁰) Theokr. 4. 49; 7. 128. vgl. Poll. onom. 4. 120: 705 dε μ̈ ό G1eG⁹mτοσεοσσι ταχα̈ ασσαεꝙννςα α Lxαννιοε, 6 10 dyοοlxοιςσ εαέsοv. ³¹) Karl Wörmann, über den landschaftlichen Natursinn der Griechen und Römer. München 1871 p. 76 ff. ³²) Theokr. 6. ³³) Xen. cyn. 12. 7. 23 durften von Jägern, mit Hunden wenigstens, nicht betreten werden. ¹³¹) Auch die Umgebung der Quellen und die Uferhänge der Bäche und Flüſse gewährten bisweilen infolge religiöser Bedenken dem verfolgten Wild eine Freistatt. ³⁵) Sonst durfte ein jeder dem Wilde nach- stellen, wie und wo er wollte. Bestelltes Feld, das zu betreten sonst nur dem Besitzer gestattet war, war dem Jäger zu betreten erlaubt, wobei er freilich billige Rücksichten walten lieſs.3⁰) Eine Schonzeit des Wildes kannte man nur insofern, als man die allzu jungen Häschen der Göttin Artemis überlieſs,*⁷) d. h. verschonte, aber doch wohl nur des- halb, weil sie doch gar zu wenig Wildbret boten. Wildkälber wurden dagegen besonders gern gejagt.*³²) So war auch zeitlich der Jäger nur an die Schranken gebunden, die er sich selbst oder die ihm religiöse Rücksichten auferlegten, da an den Festen der Götter sein Handwerk geruht zu haben scheint. ²⁹) ue Zzweiter Teil. — 2 Das Wüld. Raubtfere. Als jagdbare Tiere erscheinen in den homerischen Gedichten Raubtiere, wilde Ziegen, Hirsche, Wildschweine und Hasen. Dals der homerische Grieche, in dessen Leben die Vieh- zucht eine so hervorragende Rolle spielte, namentlich bestrebt war, sich der den Herden schädlichen Raubtiere auf alle nur mögliche Weise zu erwehren und zu entledigen, ver- steht sich von selbst. Als Herdenräuber erscheint an erster Stelle der Löwe(6 16ν%, 6 4l9), der in seiner äufseren Erscheinung, in seiner Lebensweise und seinem Gebahren den an- greifenden Menschen gegenüber so vortrefflich und vollständig geschildert wird, wie es nur die Gelegenheit, ihm oft zu begegnen, ermöglichen konnte, so daſs auf ein noch recht häufiges Vorkommen dieses Tieres in damals von Griechen bewohnten Ländern geschlossen werden darf und muſs. Die Annahme, daſs er zu Homers Zeiten nicht nur den Hellenen der klein- 34) Xen. eyn. 5. 25. ³⁵) Xen. 5. 34. ³⁶*) Xen. 5. 34 und dazu die Erläuterung von T. W. Lenz, Xenophon über die Jagd verdeutscht und erläutert. Leipzig 1828. Vgl. auch cyn. 12. 6. 4) Cyn. 5. 14. ³³⁸) Xen. cap. 9. 39) Xen. 5. 34: αl Orax dræyOia(eine Zeit, wo man nicht jagt) uανμναπη, drεν ε τ πνε τννννέσαρον dyrg. 24 asiatischen Kolonien bekannt war, sondern auch im eigentlichen Griechenland vorkam, wird sowohl durch die Rolle bestätigt, die er in der griechischen Volkssage als nemeischer, helikonischer, thespischer spielt, als durch die sehr bestimmt auftretende Nachricht des Herodot, daſs er zu seiner Zeit in Griechenland noch zwischen dem Nestus, der durch das Gebiet von Abdera flieſse, und dem Achelous in Akarnanien vorkomme.¹) Wie überall, so muſste auch in Griechenland das groſse Raubtier der Kultur weichen. Ueberall trat der Mensch nach besten Kräften gegen ihn in die Schranken und drängte ihn in dem Maſse zuriück, als er sich selbst ausdehnte. Seine Nachbarschaft durfte vor allem der Viehzüchter nicht dulden. Von seiner Seite war es in erster Linie ein Akt der Notwehr, wenn er gegen ihn zu Felde zog. Die Annahme, daſs der Dichter gar einem Tier ferner Zonen einen Platz in seinem Werke eingeräumt habe, würde um so haltloser sein, als das, was von dem Löwen an sehr zahlreichen Stellen gesagt wird, ein Gesamtbild ergibt, das an Naturtreue kaum etwas zu wünschen übrig läſst.. Beim Einbruch der Nacht ²) verläſst der Löwe sein Lager im dichten Gebüsch ³) und geht auf Nahrung aus. Nicht nur das Vieh auf offenem Weideplatz ⁴) und auf der Wald- trift⁵) wird von ihm angefallen, sondern er überspringt auch die feste Einfriedigung des Viehhofsé) und dringt in die Ställe,*) wo er sich nicht nur an Schafen und Ziegen,s) die er in den Zähnen hoch über dem Boden haltend davonzutragen im Stande ist,*) sondern auch an Rindern vergreift, denn seine Kinnladen sind so stark, daſs er mit einem Biſs den Nacken eines Rindes oder einer Kuh zu zerbrechen vermag. ¹⁰) Auch der Stier fällt als sein Opfer. ¹¹) Wenn ein Löwe sich in der Nähe der Viehhöfe und Weideplätze zeigt, müssen die Hirten deshalb die Nacht durchwachen. Mit Hunden und Lanzen ¹²) und lautem Geschrei ¹³) suchen sie ihn von der Umfriedigung zurückzuschrecken, doch meist ist ihr Bemühen erfolglos. Bisweilen reiſst er sogar am hellen Tage ein Rind mitten aus der weidenden Herde, ¹¹) die von panischem Schrecken ergriffen auseinanderstiebt, ¹5) und verzehrt unbekümmert um das Geschrei der Hirten, das sie in respektvoller Entfernung ¹6) erheben, und um das Gebell der Hunde, die sich ihm zu Leibe zu gehen scheuen, die blutigen Eingeweide des gefällten Tieres. Wirksamer als mit Lanzen und Hunden tritt man ihm mit brennenden Fackeln entgegen, da er das Feuer fürchtet. ¹⁷) ¹) Herodot 7. 126. Mögen auch die übereinstimmenden Nachrichten des Aristoteles und Plinius über Löwen zwischen dem Nestus und Achelous und in Europa überhaupt sich lediglich auf diese Stelle des Herodot stützen(vgl. Welcker, Kleine Schriften, 2. p. 199, Anm. 22), so ist damit die Beweiskraft der letzteren für Herodots Zeit keineswegs erschüttert. Was Xenophon cyn. 11 vom Löwen in Gemein- schaft mit anderen Raubtieren sagt, spricht doch nicht gegen dieselbe, wenn die Stelle auch in ihrer allgemeinen Fassung keinen bestimmten Schlufs ermöglicht. ²) II. 15 324. ³) II. 13. 199; 5. 554 f. 18. 320. ¹⁴) II. 17. 61 ff.; 15. 630.) II. 5. 162. ⁴) II. 12 301.*) II. 5. 136— 142. ³) II. 12. 301; 10. 486; 5. 556. 9) II. 13. 198 f. 1¹0) II. 11. 175; 5. 161 f.; 17. 64. 11) II. 17. 542. 44) II. 12. 303. 1¹⁴) II. 10. 185 f.; 17. 110 f. ¹4) IHI. 17. 61 f.; 18. 579 f. ¹5⁵) II. 11. 172 f. 16) dνπιαπ⁶ εν. ¹⁷) II. 11. 548 f.; 17. 657 f.:*αmρμεναἀ ε dezal, zd ε 1087 S0☛σ τπμαο. 25 Je erfolgloser das Bestreben der Hirten diesem Räuber gegenüber war, desto mehr muſste von den andern Bewohnern der heimgesuchten Landschaft, den Besitzern der Herden und ihren kampfgeübten Söhnen, helfend eingegriffen werden. So lange rauben die Löwen ringsumher Rinder und gemästete Schafe, bis sie selber von der Hand der Männer fallen, von spitzigem Erze getötet.¹²) Die Kunde von räuberischen Herdenüberfällen verbreitete sich natürlich schnell. Dann aber sammelten sich die Jäger voll Begierde den Feind zu töten, eine ganze Volksgemeinde. Dicht gedrängt rücken sie gegen ihn an. Anfangs wandelt er stolz und verächtlich einher, ohne sich um sie zu kümmern. Sobald ihn aber einer der mutigen Jünglinge mit dem Speer getroffen hat, um ihn zu reizen, dann duckt er sich gähnend zum Sprunge, peitscht mit schäumendem Rachen die Flanken, als wolle er sich selbst anfeuern, und stürzt funkelnden Auges auf die Jäger, die ihn mit vorgestreckten Spieſsen erwarten. Ihrem gemeinsamen Angriff erliegt er, nicht ohne zuvor einen der Männer im Vordergetümmel niedergestreckt zu haben. ¹*) Nicht minder gefahrvoll war es, sich der Jungen in Abwesenheit der Alten zu bemächtigen. Denn der kühne Jäger mulste darauf gefaſst sein, von der seinen Spuren folgenden Löwin ereilt zu werden, wenn sie den Raub zu früh gewahrte. Dann galt es erst recht einen Kampf auf Leben und Tod. ²⁰) Denn die Mutter verteidigt ihre Jungen aufs tapferste. ²¹) Die hervorragendsten Eigenschaften des Tieres sind Mut, Kraft und stolzes Bewulst- sein derselben, Eigenschaften, die zumeist seine Erwähnung in Vergleichen bei Gelegenheit des Auftretens namhafter Helden veranlassen. Drum heiſst er οασπτιααρασσσσν(starken, mutigen Sinnes ²²) und d πιαιαωε(der Stärke vertrauend ²⁴). Auf seinen Mut bezieht sich wohl auch ⁵σσ ω(eigentlich glänzend, in übertragener Bedeutung„feurig, hitzig“ ²⁴). Die Bei- wörter d406 GOœ„auf Verderben sinnend“²⁵) und Giννε ²⁸)„räuberisch“ und Gαοασααmꝓνs„rohes Fleisch fressend“ ²⁷) reihen ihn in die Ordnung der Raubtiere, xαοααmσς heiſst er wegen des funkelnden Katzenauges, ²s)„vyéνεεος„starkbärtig“ ²⁹) wegen der langen Spürhaare am Rachen Sein Fell wird dαανσόν„rotgelb“ und als Umwurf des Agamemnon 0dyvexég p„bis auf die Füſse reichend“ genannt.¹) 690,1009oe„auf dem Gebirge ernährt“ ³¹) weist auf seinen Hauptaufenthaltsort. Ein sehr bezeichnender Unterschied zwischen Homer, der die Natur des Löwen aufs genaueste, wohl nicht zum wenigsten aus eigner Erfahrung, kannte, und Herodot, der von dem Tier nur durch Hörensagen wuſste, ist der, daſs jener von den Jungen entweder in der Zwei- oder Mehrzahl spricht,*²) dieser die Behauptung aufstellt, die Löwin gebäre in ihrem ganzen Leben nur einmal, und dann nur ein Junges. ³³) 18) II. 5. 554. f. ¹5) II. 20. 164 f. ²0) II. 18. 318. f. ²¹) II. 17. 133. ²²) II. 10. 184. ²¹) II 5. 299; 17. 61; Od. 6. 130; ö d 1ε Gϑιινι ⁴ϑ⁴αεέιαμεανειι II. 16 135;(50»Ls) ε‿᷑pα οονεονs .½(ε&σ9 II. 16. 758. ²⁴) II. 10. 24, doch ist die Bedeutung glänzend in Bezug auf das Fell nicht ausgeschlossen. ²⁶) II. 15. 630 ²⁶⁸) II. 11. 480. ²⁷) II. 5. 782. ²³) Od. 11. 611. ²³⁵) Od. 4. 456; Il. 15. 275. ³⁰³) II. 10. 22 f. 3³¹) II. 12. 299. ³²) II. 5. 554: 07 ⁴me Eοννe duνα 5⁹εοσ τοοινσνόσυ 6rOαmHςτηνινν νmά⁶ εμυππνο˙ II. 17. 133: 6 ʃ½ ε 140ν*⁸*¹!G 1⁶αασρ¶m⅔³⁴³) Her. 3. 108. 4 26 Neben dem Löwen, dessen Jagd, wie wir sahen, ausdrücklich geschildert wird, erscheint als Herdendieb der Wolf( 1⁶ν9), der grimme Feind der Lämmer und Zicklein,³4) dem man natürlich zu Homers Zeiten, wenn- gleich seine Jagd nicht erwähnt wird, nicht minder eifrig nachstellen muſste, als in späterer Zeit. Er heiſst grau 11469,35) starkkrallig αιανο νν⁵⁸,³6) rohes Fleisch fressend Gνκοααeονι⁷) und räuberisch Glντκε,³s) ein schreckliches Ungeheuer. ³²*) Ungemein naturgetreu wird ge- schildert, wie er seinen Durst löscht, denn er schlappt(gleich seinem Vetter, dem Hund) mit dünner Zunge das Wasser obenhin. ¹⁰) Jedenfalls kann mit gleich wenigen Worten das Gebahren des Hundegeschlechts beim Trinken nicht besser charakterisiert werden. In Rudeln geht er auf Raub aus, den er mit heiſser Gier verschlingt, bis sein Bauch zum Platzen gefüllt ist.41¹) Mörderische Blutgier ist seine hervorstechendste Eigenschaft. Die Beiwörter, die er in späteren Zeiten führte, verraten gerade keine Zunahme an Beliebtheit. Grausam 6- 0πνπ,ε) Lämmermordend νR ηo„νο,43) scharfzahnig αροραάασ⁶⁶) und hohlbäuchig ½ο³οάασσ̈σ) beweisen, daſs er sich auch da noch als gefräſsiger Dieb unangenehm bemerkbar machte. Als Feind der Schafe erscheint er ungemein oft in den Fabeln Xsops. Zahlreiche Stellen beweisen, daſs er in klassischer Zeit noch über ganz Griechenland verbreitet war. ¹⁰) Selbst in dem volkreichen Attika war er noch zu Solons Zeiten nicht völlig vertrieben, denn dieser sah sich zu derselben Maſsregel genötigt, zu der heute noch die Regierungen schädlichen Raubtieren gegenüber greifen, er setzte auf die Tötung eines Wolfes einen Preis, der sich nach dem Alter des Tieres richtete.¹*) Daſs auch heute Griechen- land nicht von Wäölfen befreit ist, beweisen die Meldungen glaubhafter Reisender. ¹⁵) Die Herden schützte man im Altertum, wie heute, durch besonders starke und mutige Hunde ¹⁴⁹)— als solche galten namentlich die Hunde des epirotischen Molosserlandes ⁵⁰)—, die den Kampf mit ihm aufnahmen. Mit solchen Hunden wird man wohl auch Jagd auf sie gemacht haben. Xenophon erwähnt da, wo er in seinem Jagdbuch der Raubtiere über- haupt gedenkt, ¹l) den Wolf nicht. Doch eignete sich die von ihm erwähnte Fangart mit vergiftetem Köder und in Fallgruben seiner unvorsichtigen Gier wegen für ihn ganz be- sonders. Denn in die Fallgruben band man eine Ziege, die den Räuber durch ihr klägliches Meckern herbeirufen sollte. Dafür, daſs diese Methode angewandt wurde, spricht eine 34) II. 16. 352. ³²) II. 10. 334.; hymn. in Ven. 4. 70. ³³⁸) Od. 10. 218. ³⁷) II. 16. 157. ³s) II. 16. 352. ³⁹) Od. 10. 219. ⁴⁰) II. 16. 161 f.: Adνιονντοει„Ʒαμοσοσνσσισ dmνμσνσσνᷣið εμεεαν ˙αο dzν. ¹¹) II. 16. 156, f.; 163: 1⁴0σισα⁶έφννερεααι m⁴ς εᷣ„ααπσαm. ¹²) Aesch. Cho. 415. ¹³) Oppian, Cyn. 3. 263. 4¹⁴¹) Theokr. id 24. 85. 4⁴⁵) Aesch. Spt. 1027. ¹⁶) 0. Keller, Tiere des klassischen Altertums in kulturgeschichtlicher Beziehung, p. 399, Anm. 7 14 ¹⁷) Schol. Aristoph. Vögel 369. Plut. sol. 23: 40νν ε ¶ςmσνιι τπωιωνιε dοωσνα˙ς ⁵⁴αυνμε, 1vi6εια dε ααν ⁴⁸) W. Vischer, Erinne- rungen und Reiseeindrücke aus Griechenland p. 71 spricht von Wölfen am Parnes und Chandler, travels in Greece II. 183 von solchen am Pentelikon. ¹⁹) Theokr. ed. 5 106. 5⁵⁰) Aristot. h a. 9. 1. p. 608. a. 28; Alciphr. 3. 47. 5¹) Cyn. 11. Doch erwähnt er ihn seiner Klugheit wegen im 1rετιαονι*ςσ 4. 19. 27 Stelle in dem nach griechischem Original, wahrscheinlich nach einem Stück des Atheners Menander verfaſsten Pönulus des Plautus,5²) wo es im Wortspiel heiſst: Wir wollen den Kuppler Lykus(das griechische Ausco„Wolf“) in einer Grube fangen. Auſser den beiden Herdenräubern erscheint von Raubtieren in der Ilias zweimal der Panther(6 π⁴ασ⁴α⁸), der aber im europäischen Griechenland sicherlich nicht vorkam, da die Volkssage, die des Löwen, Bären und Wolfes so häufig gedenkt, von ihm nichts weiſs. Er lebte nur in Klein- asien, wo er neben anderem Raubgetier z. B. am Ida hauste.5*) Seine Jagd wird einmal erwähnt: Wenn er das Gebell der ihn umringenden Jagdhunde hört, springt er kühn aus tiefverwachsenem Dickicht hervor und greift den Jäger an, unbekümmert um die Lanze, mit der dieser stechend oder werfend ihn verwundet; selbst durchbohrt sucht er noch in seiner Wut den Jäger zu schlagen.“¹) Gleich dem Löwen und dem Wolf stellt er auch den Hirschen und andern Tieren des Waldes nach ⁵⁵) und liefert gleich jenen sein Fell zum Schmuck der Schultern.ö⁰) Der Bär(6 dοννιος) wird nur einmal in der Odyssee erwähnt. Auf dem Wehrgehenk des Herakles ist er neben Ebern und Löwen abgebildet.ö) An zwei anderen Stellen ist unter doæros das Sternbild zu verstehen, das auch den Namen„der Wagen“ führt.5s) Diese Namengebung deutet auf die uralten Beschäftigungen des Volkes als Ackerbauer und Jäger. Jene sahen in dem Nord- stern die Khnlichkeit mit ihren Fahrzeugen, diese die Xhnlichkeit mit dem gewaltigen Raubtier des Waldes. Wenngleich Homer ihn nur einmal nennt, war der Bär doch in Griechenland keineswegs selten. Nach Pausanias war er auf dem Taygetus ⁵⁹) und im arka- dischen Hochgebirge, dem eigentlichen Bärenlande, zu finden. Schon der Name Arkadien deutet darauf hin. Atalante wird hier, von ihrem Vater ausgesetzt, von einer säugenden Bärin an Kindesstatt angenommen. ¹⁰) Im ersten messenischen Krieg fochten an der Seite der Messenier auch Arkadier in Wolfs- und Bärenfellen. 6¹) Nach Pausanias kam er im Altertum auch auf attischen Bergen,²) nach Plutarch auf den Waldgebirgen Thessaliens 63) vor. Heute findet er sich noch am Olymp und Pindus. ³*) Es ist natürlich der braune Landbär(ursus arctos). Er heilst zottig,?) höhlenbewohnend ⁶⁰⁶) und allesverzehrend.“) Aristoteles bezeugt, daſs er sich auch an den Tieren des Waldes und am Vieh vergriff und mit ganz besonderer 52) 1. 1. 59. 53) H. in Ven. 71. 5⁴) Il. 21. 572 f. 55) II. 13. 102. ⁵6) II. 3. 17 erscheint Paris, Il. 10. 29 Menelaos mit seinem buntfleckigen Fell geschmückt. 5) Od. 11 611. 5s) II. 18 487: dοννπι σν, S œ dένααν sixν τααεονασισν. ⁵6) 3. 20. 4; 8. 23. 9. 30) Ael. var. hist. 13. 1. 3¹) Paus. 4. 11. 3. 3²) 1. 32. 1. 63) Plut Pelop. 29 64) Von der Mühle, Beiträge zur Ornithologie Griechenlands, 1844. p. 2. Heuzey, le mont Olympe et l'Acarnanie p. 131 stellt das erstere freilich als zweifelhaft hin: il parait que les ours sont inconnus dans l'Olympe. 6⁵) 1.*.αιαχαχ᷑ṽ,‚õʒ h. h. 46. 66) οα⁶ᷣαἀες dιαοο Theokr. id. 1. 115. ³ꝛ⁷).ʃσm⁹ο. Arist. h. a. 8. 5. 28 Vorliebe die Bienenstöcke leerte.⁸) Und da die Bienenzucht den Reichtum mancher Gegend ausmachte,”²) sahen sich die Züchter gleich dem Landwirte zum Kampf gegen ihn gezwungen Man stellte ihm aber auch nach, um ihn lebendig in seine Gewalt zu bekommen. Denn schon damals mulste sich der drolligtölpelhafte Geselle zur Rolle eines Tänzers bequemen, da Isokrates?⁰) von jährlichen Schaustellungen zu Athen spricht, in denen sich Bären im Kreise drehten und andere Kunststücke vorführten. Zum Zwecke der Abrichtung muſste man ihn natürlich jung einfangen, was mit nicht unbedeutenden Gefahren verknüpft war, da die Bärenmutter, die ihr Junges verteidigt, als fürchterlich galt. Zum Schlulſs hat ein Raubtier hier Platz zu finden, das, so häufig es war, in den homerischen Gedichten zufällig gar nicht erwähnt wird, der Fuchs. Nächst dem Hasen war er jedenfalls das am häufigsten vorkommende Wild auf dem griechischen Festland, während er nach Xenophons Zeugnis*¹) auf den meisten Inseln fehlte. In Böotien scheint er besonders häufig gewesen zu sein, da hier die sagenhafte Hetzjagd auf den teumessischen Fuchs spielt und Böotier mit Fuchsbälgen auf dem Markt zu Athen er- scheinen.*²*) Man jagte ihn demnach des Balges wegen, aber in erster Linie doch wohl wegen seiner Schädlichkeit. Denn er stellte allem nach, dessen er Herr zu werden hoffen konnte. Er brandschatzte die Hühnerhöfe,7³) überfiel arglose Hasen⁴) und vergriff sich sogar bei besonders günstiger Gelegenheit an Lämmern*) und Hirschkälbern.7) Auch Weinbergen stattete er bisweilen seinen Besuch ab.*) War er besonders hungrig, so begnügte er sich auch mit Mäusen ⁷⁸) und Cikaden,**) doch fiel seiner offenbaren Schädlichkeit gegenüber dieser geringe Nutzen nur wenig in die Wagschale. Sein hervorstechender Charakterzug in der alten Fabel ist Bosheit, Hinterlist und Schlaubeit, die auch in mannigfachen Redensarten und Sprichwörtern betont wird Ganz allgemein ist adois als Bezeichnung eines verschlagenen Menschen.„Verschlagen und bös- artig wie ein Fuchs,“³“,„den Fuchsschwanz nachziehen,“³¹)„in die Fuſsstapfen des Fuchses treten,“³²) d⁵αππεᷣνieν„fuchsschwänzeln,“s³)„wo das Löwenfell nicht ausreicht, muſs man den Fuchsbalg ansetzen“³¹) u. v. a. waren im allgemeinen Gebrauch. Die Beispiele, wie er andere Tiere durch Verstellung überlistet, sind überaus zahlreich. Im Gegensatz zu diesen häufigen Erwähnungen steht die Seltenheit seines Abbilds in den Denkmälern der Kunst. Eine Thonschale, die in sehr naturwahrer Körperhaltung einen im Eisen gefangenen Fuchs vorführt, ist schon früher erwähnt.85) ⁶⁸) Arist. h. a. 8, 7. 3. 69) K. F. Hermann, Lehrb. d gr Antiq. IV. Privataltert. ed. Stark. p. 120. ⁰) r*oi αmOη³dég. 213. ¹¹) Cyn. 5. 24. 7ꝛ²) Arist. Acharn. 886. 7³) Aesop. fab 225. 7⁴) Xen. cyn. 5. 4 24. ³⁵) Aesop. fab. 38. ⁷⁶) X. f. 247. ²⁷) Theokr. id. 1 48. 5. Arist. Ritter (Kock) 1077. ²⁸) Arist. h. a. 6. 188. 7⁹) Asop. 400. ³⁰) Ar. h. a I 18: Fανονꝓναα mα αάρταοονα, 0lov dlαπάπ. ³¹) rn Alexx dlxενν ε⁴μεd⸗νμαεv. ³²) Plut sol. 30:.⁵αραμνέιααα ννιαι αety. 88) Ar. Wesp. 1241. ³⁴) ö70ν1ιν FcDqtxreα* 1⁸ονπαν, 11000,reO dAmμexijy. 85) Panof ka, Cabinet Pourtalès-Gorgier Taf. 29. 29 Wilde Ziegen, Hirsche, Wildschwein und Hase. Homer erwähnt einigemal die Wildziegen. Vom Hunde Argus heilst es, daſs er auf der Jagd auf Hasen und Damhirsche(ον⁸εε s. unten) und Wildziegen, zu der ihn jugendliche Jäger in den Wäldern Ithakas anführten, vortrefflich zu gebrauchen gewesen sei(alyas en' dyοοτειςας)..) Eine andere Insel, das der Bucht des Cyklopenlandes gegenüber sich erstreckende waldige Eiland, wurde von unzähligen wilden Ziegen durchstreift.“²) Denn kein menschlicher Fuſs durchdrang die ver- wachsene Wildnis und kein Jäger störte ihren Frieden, bis Odysseus aus Nahrungsmangel mit seinen Gefährten Jagd auf sie machte, wobei sie sich reichlicher Beute erfreuten. In einem Vergleich erscheint ein wilder Geisbock(als dνοι⁷σ) von Hunden und Jägern ver- folgt, bis ihn ein steiler Fels und Waldesdickicht rettend aufnimmt,³) an einer andern Stelle fällt ein vom Jäger erlegter dem Löwen zum Opfer.¹) Der treffliche Sauhirt Eumäus bettet den Odysseus in seiner Hütte auf dem Fell des langbärtigen wilden Geisbocks(enl dενομα 10» ͥ dyοεον αdy⁶ν)e) und der Lykier Pandaros bedient sich im Kampf eines Bogens, der aus dem Gehörn des schnellspringenden Wildes gefertigt ist(1 ν νεμοον iSαον ανος αυeεοο⁶). Pandaros, heilst es dort, habe das Tier selbst auf dem Anstand erlegt(deεννιέeνοο ενττνο⁶ονπκ⁵m²◻ν), als es vom Felsen hervortrat. Sechzehn Hand breit(εοα ένπQται⁴dεκααια) ragten am Kopf die Hörner empor. Eben dieser gewaltigen Hörner wegen hat man das Tier für den Alpen- steinbock(capra ibex)?) gehalten, doch sicher mit Unrecht. Der Name des Lykiers Pandaros weist auf ein kleinasiatisches Tier hin. Der Alpensteinbock ist dort aber ebensowenig wie in Griechenland nachzuweisen. Wohl aber lebt dort im Gebirg in zahlreichen Rudeln ein steinbockartiges Tier, das sich gleichfalls eines stattlichen Gehörns zu erfreuen hat, der Paseng oder die Bezoarziege(capra aegagrus), die ganz unverkennbar und, durch das Profil des Gehörns mit dem Alpensteinbock nicht zu verwechseln, auf Kunstdarstellungen aller Art erscheint.8) Das Gehörn erreicht bei alten Böcken eine Länge von mehr als 80 Centi- metern.²) Was bei dieser Angabe an den 16 Handbreiten der Ilias fehlt, dürfen wir getrost auf Rechnung des„Jägerlateins“ setzen, das im Altertum wohl auch seine Rolle gespielt haben dürfte. Der Paseng lebt auch auf Kreta, und bis vor kurzem glaubte man, dals Wildziegen, die auf der kleinen, nördlich von Euböa in den Sporaden gelegenen Insel Joura leben, die ebenso wie Antimelos von den Alten ⁴ναιοο„die ziegenreiche“ genannt wurde, mit dem Paseng identisch seien. Im Jahre 1844 berichtet von der Mühle ¹⁰) folgendes:„Auf der Insel Joura bei Skopelus, nördlich von Euböa, die, einen alten Einsiedler ausgenommen, ganz unbewohnt ist, wimmelt es von einer Ziegenart— von welcher, konnte ich nicht erfahren, selbst trotz aller Anstrengungen und Versprechungen nicht einmal ein Gehörn ¹) Od. 17. 295. ²) Od. 9. 116 f.: lyes dmενει⁴εομεέιααισ‿ αeιιασ(v. 118), alyeg 60εαο⁵(v. 155). ³) II. 15. 271. ¹) II. 3. 24. ⁵) Od. 14. 50. über die Bedeutung von 10„9& vergl. Ameis Anhang. ⁶) II. 4. 105 f. ⁷) Ameis zu II. 4. 105 und Buchholz, Homer. Real. 1 p. 163. ⁵) Otto Keller, p. 37. f. 9) Brehm, Säugetiere 3. p. 314. ¹⁰) Siehe bei Brehm, Säugetiere 3. 315. 30 erhalten.— Im Jahre 1839 wurde eine Abteilung griechischer Soldaten durch widrige Winde auf diese Insel verschlagen, welche in kurzer Zeit 20 Stück teilweise mit den Bajonetten erlegten.“ Wem fällt hierbei nicht das Abenteuer des Odysseus und seiner Gefährten auf der von Ziegen wimmelnden, menschenleeren Insel ein? Es ist nicht unmöglich, daſs dem Dichter bei der Schilderung dieser ein Eiland wie Polyägus vorgeschwebt habe, an der wohl mancher Schiffahrer das Abenteuer des Odysseus nacherlebt haben mag, wenn man auch in der Reihe der einzelnen von den odysseeischen Schiffen angelaufenen Länder die Ziegen- insel folgerecht der Südküste Sikaniens gegenüber zu denken kat. Die Annahme nun, daſs wir es bei den Ziegen von Joura mit dem Paseng zu thun hätten, ist vor kurzem durch die Bemühungen des Forschungsreisenden E. v. Oertzen endgültig widerlegt worden, dem es gelang, eine Wildziege auf dieser Insel einzufangen. Das Tier befindet sich seit kurzer Zeit im Berliner zoologischen Garten¹¹).„Es zeigt einen ausserordentlich kräftigen Körperbau, ist kleiner als unsere Hausziege, durch dunkelbraune, von schwarzen Binden durchzogene Bedeckung ausgezeichnet. Die sehnigen Beine erinnern an die der Gemse und sind ohne Zweifel von gleicher Leistungsfähigkeit.“ Die leichtgeschweiften Hörner haben etwa die Länge des Kopfes und bleiben hinter denen des Paseng weit zurück. Schon v. d. Mühle berichtete, dals nach seinen Erkundigungen diese Ziege so wild sei, daſs sie den Jäger anfalle, und wenn er nicht vorsichtig sei, über den Felsen hinabstürze. Dies erscheint nach den an dem Tier im Berliner zoologischen Garten gemachten Erfahrungen glaubwürdig, da der etwa zweijährige Bock beim Anblick von Menschen in groſse Wut gerät, in mächtigen Sätzen dem Besucher entgegenstürzt und zornsprühend gegen das Drahtgitter stöſst.„Trotz der täglich unternommenen nutzlosen Versuche, groſs und klein zu überrennen, läſst die Kampf- lust nicht nach.“ Durch diese Eigenschaft des Tieres wird es auch erklärlich, wie es jenen vom Sturm verschlagenen griechischen Soldaten gelingen konnte, 20 der flinken Ziegen mit dem Bajonett zu töten, da sie höchstwahrscheinlich von ihnen angenommen wurden. Dadurch wird auch des Odysseus Erzählung, daſs er und seine Gefährten, in drei Gruppen geteilt, einhundert und acht Ziegen, auf jedes der 12 Schiffe neun, erlegt hätten, in das Bereich der Möglichkeit gerückt. Zwei Tiere also, nämlich diese neuentdeckte Ziege und der Paseng auf Kreta und in Kleinasien(vielleicht auch die Gemse,¹²) wenn nicht auch dieses angeblich auf den Höhen des Olymp und anderer griechischen Berge hausende Tier sich demnächst als mit der auf Joura entdeckten identisch erweist) ¹³) wurden von den Griechen unter einem Namen als„Wild- ¹¹) Abbildung und kurze Beschreibung s. IIlustrierte Zeitung Nr. 2324 vom 14. Januar 1888. ¹1²) Heuzey, le mont Olympe p. 131: les forèêts du haut Olympe sont pleines de betes de toute espèce; les cerfs, les chevreuils s'y trouvent en abondance. Dans les régions supérieures, habitent les chamois Gι⁶mφ³⁵. Th. de Heldreich, la faune de Grèce(am Parnassus und anderen nordgriechischen Bergen). ¹3) Dies liegt nicht aufser dem Gebiet der Wahrscheinlichkeit Berichtete doch schon 1844 v. d. Mühle (s. Anm. 10), dals die auf Joura vorkommende Ziege auch am Öta und auf dem Veluchigebirge(dem Tymphrestus) vorkomme. Die dunkelbraune Färbung der Gemse hat auch die Jouraziege. Wenn das Gehörn beider der Form nach auch keine Khnlichkeit hat, so wäre doch eine Verwechslung weit weniger ziegen“ zusammengefaſst, vielleicht mit der Unterscheidung, daſs das Femininum cls eνοτιςα und ls dyla die stehende Bezeichnung der auf Ithaka, der Ziegeninsel des Cyklopenlandes, auf Polyägus und auf dem hellenischen Festland(siehe Anm. 14) vorkommenden kleingehörnten Art war, das Maskulinum alé d„οιοο die hochgehörnte Wildziege Kleinasiens und Kretas bezeichnete. Auf dem lacedämonischen Taygetos nnd besonders auf dem Euoras waren die Wild- ziegen heimisch und sehr zahlreich und wurden in der ganzen Ausdehnung des Gebirges gleich Bären, Schweinen und Hirschen gejagt. ¹⁴) Die Hirsche. (Der Edelhirsch εναο und d dxæiteys, der Damhirsch τs, das Reh dννές.) Der Hirsch ò εla᷑οα spielt in der homerischen Zeit unter den Jagdtieren eine so hervorragende Rolle, daſs der elaoρe⁵⁶dοο d¹)„der Hirschschütze“ geradezu auch da für Jäger steht, wo es sich um den Raub der jungen Löwen handelt, ähnlich wie später zvrn- pérns„der Hundeführer“ ein für allemal für Jäger gebraucht wird, wo auch ohne Hunde gejagt wird. Der Hirsch wird zας„schnell“²), quανινο„flüchtig*³),*ας„gehörnt“¹), und ist er sehr stark auch νιιτεοσςα ◻„hochgehörnt“⁵) genannt und führt gleich dem andern Wild als solches das Beiwort de ̈έ⁶εοοο⁶. Das Klagen des verendenden Hirsches wird durch αe bezeichnet*). In Vergleichen erscheint er als das Symbol der Feigheits). Das Hirsch- kalb»ε⁵εος, das Junge des flüchtigen Hirsches(ε᷑νοοσ ε&1⁴σο τανκιν*⁹⁷) heilst re-„neu- geboren“ und„lααονκνς„milchsaugend“¹⁰). Der Adler vermag es in den Krallen fortzu- tragen¹¹). Einmal heilſst das Kalb auch 4469¹²). Auf der goldenen Spange am Mantel des Odysseus würgt ein Hund ein geflecktes Hirschkalb(rToνldον ν⁶), das, mit den Läufen schlagend, zu entrinnen sucht.¹²) Danach bezeichnet also„eος zunächst den Hirsch in den ersten drei oder vier Lebensmonaten, dann das Hirschkalb überhaupt. Ksudg scheint nach Eustathius ein Spieſshirsch zu sein, denn er sagt, die Jungen würden*εοο⁷, die aber auf dem Übergang vom Kalb zum Hirsch ständen,*e.αͥde genannt ¹³). Das Femininum 2Adνρ hat sich nur in Zusammensetzungen&Aρm⁴νοε, Aa᷑ᷣάνα und im Monatsnamen Aa 9041» erhalten. Zu den Feinden des Hirsches gehört der Löwe ¹¹) und der Wolf ¹⁵) und seinem Berufe gemäſs der Jagdhund ¹⁶). Es ist das VIe O. Kellers, das Verbreitungsbereich der beiden Hirscharten, des Edelhirsches und des Damwilds, im Altertum festgestellt zu haben ¹⁷). Der Damhirsch ist seit den ältesten Zeiten in Vorderasien heimisch, während er sich auftallend, als die des hochgehörnten Paseng und der mit verhältnismäſsig kleinen Hörnern bewehrten Ziege von Joura. ¹¹⁴) Paus. 3. 20. 4, wo auch das Femininum 8 ist. 1) II. 18. 319.*²) Il. 8. 248. z) II. 13.102. ⁴) II. 3. 24. ⁵),04. 10. 158. ³⁵) 04. 6. 133. 7) Od. 10. 163. ⁵) II. 4. 242; 22. 1; 1. 225. ¹) II. 6. 213 ¹1⁰) Od. 10. 157. 1¹) II. 6, 247. ¹²) Od. 19. 228. ¹³) Buchholz 4. p. 165. ¹4) II. 11. 113; 16. 756. Od, 4. 335. ¹⁸) II. 16, 156. — Il. 10. 360; 15. 579. ¹⁷) Tiere des klass. Alt. p. 73 k. 32 in Europa in der historischen Zeit bis zum Untergang des röimschen Kaiserreiches nicht nachweisen läſst; auch in den Überresten vorhistorischer Zeiten werden keinerlei Damhirsch- geweihe in Europa gefunden. Keller vermutet, dals das Wild zuerst über Byzanz als Ge- schenk in die Parks abendländischer Fürsten gekommen und von der Zeit an als Jagdtier eingebürgert sei. Wenn daher ein griechischer Schriftsteller von Hirschen spricht, so ist in der Regel der Rot- oder Edelhirsch darunter zu verstehen. Dieser war in Griechenland zahlreich vertreten. Auf den Bergen Achaias an der Grenze Arkadiens ¹⁸), in Arkadien selbst ¹⁹), auf der Pholoe bei Skillus in Elis“²o), auf dem ganzen Taygetus in Lacedämon ²²) ist sein Vorkommen bezeugt. Daſs nur der Edelhirsch im eigentlichen Hellenenlande in der alten Zeit lebte, dafür stimmen nicht nur die ältesten europäischen Vasenbilder, die im Gegensatz zu den Produkten asiatischer Fabriken den Edelhirsch zeigen, ²²) sondern auch plastische Denkmäler von zweifellos europäischer Erfindung²³). Dagegen war der Damhirsch dem kleinasiatischen Griechen wohlbekannt. Demgemäſs finden wir ihn einmal in der Odyssee unter dem Namen ο erwähnt ²⁴). Die gewöhnliche Annahme, 0 bedeute das Reh, wird durch Keller, wie es mir scheinen will, endgültig widerlegt. Er macht darauf aufmerksam, daſs eine Insel bei Kyzikos, deren Münzen in unverkennbarer Weise den Dam- hirsch zeigen,²*) den Namen IIooxννοσοσοα, d. h. also Damhirschinsel(wie AIoπεεεανννσοο die Fuchsinsel) führte, und daſs die Verwendung des Wortes 8 für den Damhirsch durchaus passend ist, da es eigentlich„gesprenkelt“ bedeutet ²⁶). Andererseits führte jene kleinaſiatisch- griechische Insel auch den Namen fAα σωσοε d. i. Hirschinsel. Elaoos wurde also zum wenigsten bei den kleinasiatischen Griechen auch für den Damhirsch gebraucht, dient aber zumeist zur Bezeichnung des Edelhirsches, so daſs es geradezu dem§= Damhirsch ent- gegengestellt wird. Vgl. Anm. 46. Bei Aristoteles ²⁷) wird auch eines dναeπωεα gedacht. Dals hiermit nicht der Hirsch in einer bestimmten Altersstufe gemeint ist(etwa Spieſser von dr, die Spitze), sondern der Edelhirsch überhaupt, erhellt aus der Bemerkung, er habe seine Galle am Schwanze, der andere Hirsch aber nicht, da der Damhirsch im Gegensatz zum Rothirsch nicht mit Schwanzdrüsen versehen ist. In dem dxaiiun« sieht Keller mit Sundevall„den aus der Landschaft Achaia in Griechenland stammenden Hirsch“ und dem- nach den dem europäischen Griechenland angehörigen gegenüber dem asiatisch-griechischen Damhirsch²s). Der Kuchen aus Mehl, Honig und Sesam, der in späterer Zeit in Attika statt der früheren wirklichen Hirsche an den Elaphebolien geopfert wurde und wohl noch durch seine Form an den aufgegebenen Gebrauch erinnerte, hiels εαροσς ²⁵). Desgleichen hieſs dxaiiwn, eine Art groſsen Gebäcks, das zu den Thesmophorien gebacken wurde ³⁰) und viel- leicht auch die Hirschform zeigte. 18) Paus. 7. 18. 12. ¹3) Hyg. fab. 99. ²⁰) Xen. Anab. 5. 3. 10; Paus.5. 6. 6. 21¹) Od. 6. 104; Paus. 3. 20. 5. 2²²) Keller, p. 351. Anm. 43. ²³)a) Kellers Worte p. 80. ²⁴)-0» d(AOyO) Ir⁴οο⁵νεων dytvενοσντ νέοι έέν⁴οεε lyæꝭ ν dyοοτεοασς ε*αμιοτας ⁵ε 1ανς. ²⁵) Abbildung p. 77. no. 20. ²⁶) Fick, vergleichendes Wörterbuch 119. ²⁷) h. a. 2. 11. 5. ²s) Keller, p. 78 u. 91. Sundevall, Die Tierarten des Aristoteles, p. 68. ²⁹) Athen. 14. p. 646. ³⁰) Athen. 3. 109. .33 Aristoteles nennt den à4ααος als den einzigen Gehörnträger, dessen Hörner durch und durch fest und ästig(εοαa dονν Ʒνο OXe»Hlee να ποα³νιυισ‿ναα) seien, im Gegensatz zu den hohlen Hörnern(xeοαια m ³ταᷣ), und alljährlich abgeworfen würden, wofern er nicht ver- schnitten sei ³¹). Letztere Procedur wurde vielleicht da vorgenommen, wo man den Hirsch in heiligen Parks der Jagdgöttin hielt. Die Geweihe des Hirsches heiſsen zéoœta, die Aug- sprossen dυπνπνν˙οι„Wehrzinken“ von dνμαιαασ sich verteidigen,„olo dνιμινετα*εᷣ³ꝛ). Die Hirschkuh heiſst à4s oder wo nötig lα ϑ ειαασ³³), der Spieſshirsch Tœrraliag, ein Ausdruck, der sich mit dem unsern annähernd deckt. Die Spieſse heiſsen 16 νέοασσάα ε˙ϑέα,„die gerade gestreckten Hörner“(¶αϑμέeƷοεεο πασνα ⁴eνοωιςσ Pflöcke“ ι αχα τχαάααονοι rτε πασσιιαας ατοιςσ*•⁸ε), das Geweih des Gablers, das Spieſse und Augsprossen aufweist, heiſst dενον εοας zweispitzig, gabelförmig ³⁴). Die Brunftzeit beginnt nach Aristoteles nach dem Aufgang des Arkturos, also gegen Mitte des Septembers ³⁵); brunften heiſst 0.ν³⁶), die Brunft) dοιυ qO wmJo¶w6αν Im Monat Thargelion(Ende Mai bis Anfang Juni) wirft der Hirsch sein Geweih(dππαεν ν ⁴.αάσαιό⁴m·) an schwer zugänglichen, undurchdringlichen Plätzen ab, woher das Sprichwort kommt„wo die Hirsche ihr Geweih abwerfen“ ³⁸). Das Fegen des wiedergewachsenen, mit Bast überzogenen Geweihs wird durch die Worte 108 26 dεν⁶60 ö-⁴οασαισ ἀ εεσαασα³⁸)„das Gehörn an den Bäumen reiben“ ausgedrückt. Die Jagd wurde natürlich wie noch heute in erster Linie des hohen Vergnügens wegen ausgeübt, welches die Erlegung des stolzen Tieres dem Weidmann verursachte, in zweiter Linie wegen des Wildbrets. Die Hirschfelle dienten zu Decken, in homerischer Zeit als Umwurf Armerer. So erscheint Odysseus, von Athene in einen schmutzigen, zerlumpten Bettler verwandelt, mit einem groſsen Hirschfell, das zum Überfluſs von Haaren entblöſst ist ¹4⁰). Auch die Hirschknochen fanden nach späterem Zeugnis zu Mundstücken musikalischer Instrumente ihre Verwendung ⁴¹). Daſs gefangene Hirsche auch gezähmt und abgerichtet wurden, geht aus Pausanias' Nachricht hervor, daſs zu Patrae in Achaia an einem Feste der Artemis die letzte und, wie es scheint, Hauptnummer im prächtigen Festzug der von Hirschen gezogene Wagen der jüngfräulichen Priesterin gebildet habe ⁴²) Derselbe Reiseschriftsteller erzählt von einer der Artemis heiligen Hirschkuh zu Lykosura in Arkadien, die ein Hals- band mit der Inschrift getragen habe:„Als Hirschkalb wurde ich gefangen zur Zeit, als 31) h. a. 3. 64: Xα τν ⁴εν νων τινν εꝓετονιυτ ναοαασςι dd eπιο⁴ανεέι ε xeοασσα ασσσ 9 ub O*αο επκασσον εεο,&d» 1ε⁶ rννιν. 9. 248. 3³²) h. a. 9. 36. 33) h. a. 4. 128. 3¹) h. a. 9. 35. ³⁵) h. a, 6. 170:* Oxeic(der Akt des Beschlagens) piyverar usr' ALxε*ον˙σνο. ³⁶) h. a. 6. 18. ³⁷) h. a. 9. 34. und 37. ³s) 05* 81.colr md ee Snov0ν. 33) h. a. 9. 38. ¹⁴⁰) Od. 13. 436. ¹¹) Callim h. in Dian. 244 f. ¹²) 7. 18. 12: 710001„ dn οννυνν ueydondensorärνν* AOτενμια αππηuot, zcd 140νιν πμααοονιέιeνοο dxeirat ειενala vis Torα n ε&αςρ, drd τ ςορα εεeuννιμμένον. — Agapenor nach Troia zog.“¹⁴³) Diese Worte dienen ihm als ein Beweis der groſsen Lebens- dauer des Hirsches, die man überhaupt während des ganzen Altertums auſserordentlich über- schätzte. Solche dem frommen Betrug der Priester ihr Dasein verdankenden Inschriften, wie die erwähnte, mögen nicht wenig zu diesem überaus lebenszähen Irrtum des Altertums beigetragen haben.. Eine andere sehr häufig erwähnte Eigenschaft des Hirsches ist hier deshalb anzu- führen, weil auf sie eine bestimmte Jagdart begründet gewesen sein soll. Es ist dies seine Liebhaberei für Musik. Durch Flötenspiel und Gesang, berichtet Aristoteles,4⁴) werde der Hirsch derart angelockt und bezaubert, daſs der eine Jäger ihn von hinten erlegen könne, während ein anderer vor seinen Augen die Syrinx blase oder singe. Daſs das Rot- und Damwild sich durch die Klänge des Waldhorns, der Schalmei und Flöte herbeilocken läſst, ist richtig, daſs es aber bei diesem Genuſs seine sonstige Vorsicht so weit aufgeben sollte, daſs es aus nächster Nähe erlegt werden kann, ist doch etwas zweifelhaft. Xenophon weils von dieser Jagdart nichts, während er seine Jagd im übrigen eingehend bespricht. Das Reh lebt gegenwärtig selten in Griechenland.4*) Auch im Altertum kann es nicht häufig gewesen sein, da es ungemein wenig erwähnt wird. Diese Seltenheit erklärt es auch, daſs es von Aristoteles an drei Stellen, wo es seiner Natur gemäſs Erwähnung hätte finden müssen, nicht erwähnt wird. Denn er nennt es weder da, wo er von den Tieren ohne Gallenblase4é) und denen mit Gehörn aus knochenartig fester Substanz ⁴⁷) spricht, noch unter denen, die ihr Gehörn abwerfen ¹⁴⁵). An allen drei Stellen nennt er nur die Hirsche (o¹ 4α.ρ). Auch Xenophon erwähnt im„Weidmann“ das Reh nicht. Gegenwärtig ist es nicht selten in Akarnanien und am Parnaſs¹?) und Olymp ⁵⁰). Im Altertum wird es bezeugt für Achaia5¹) und Elisꝰ²). Daſs unter dem im eigentlichen Hellenenlande bezeugten und dοσπαας genannten Tier nur das Reh zu verstehen sei, ergiebt sich zum Teil aus der oben im wesentlichen mitge- teilten Ausführung Kellers, nach der der Name à für den Damhirsch in Anspruch zu nehmen ist. Sodann nennt der Neugrieche sein heimisches Reh Gνσ⁴ις³), was mit dem schon im Altertum im Volksmunde aus dοονπα gewordenen 500-⁴⅜ς identisch ist, und schlieſs- lich teilt das griechische Tier seinen Namen dοοιααeꝛ ⁵⁴) mit der zierlichsten und schönsten aller Antilopen, der Gazelle, der wiederum von allen europäisch-griechischen Wiederkäuern keiner an Gefälligkeit der Gestalt näher kommt als das Reh, die Gazelle des Nordens. Ein Schönheitsmerkmal ist bei beiden gleich ausgebildet, die herrlichen Augen, denen zunächst 43) Paus. 8. 10. 10: 1)* εεα⁴⁴σ τ εαρουιμέμνυν Seorο AMœoꝗᷣό πεινπιονπνακυνισσν vνι νσ. Die Inschrift lautet: Neο εl ½d.νυπν, ör g Iaior Arναο(der Führer der Arkader vor Troia). ⁴⁴) h. a, 9. 40. Horapoll: Hierogl. II. 91. ¹⁵) Brehm, Saugetiere, 3. p. 167. ¹⁶) h. a. 2. 65: TO1-» dà Td SG 1 1μέινν εεναι, τ dν Ser l 1 inrœrt. 105 1ευμ ο ꝙεαυο⁶ειιν qQσάχα τικτιιασmσά⁸⁶³⁶ω 211.†οο 00X SXer O0ds rbs und 67: IO11) 00» Odx STOu» 0 21afοο. ⁴*) 2. 19. ¹⁸) 3. 64. 49) Heldreich, faune de la Grêce, 1. 18. 5⁵⁰) Heuzey p. 131. ⁵¹) Paus. 7. 18. 12. 5⁵²) Xen. anab. 5. 3. 10. 5⁵³) Keller p. 104. 5⁵⁴) Aristot. ed. Aubert und Wimmer I. p. 67 und h. a. II. 13. 35 das hellenische Reh seinen Namen zu verdanken scheint(doozde von dεοναν blicken)). Dieser übertrug sich leicht auf das ähnliche Tier des Auslands, indem man dabei ebenso- wenig auf die Verschiedenheit der Wiederkäuerfamilien, denen die beiden angehörten, Rück- sicht nahm, als die Römer, die das Reh entweder mit demselben oder ähnlichem Namen nannten, wie die Ziege 56). Xenophon erzählt von dοοισαιαeε, die seine Söhne in den Wäldern der Pholoe bei Skillus zugleich mit Hirschen und Wildschweinen ⁵*) erlegt, und von dονα⁴εε, die er selbst auf dem Marsche durch Arabien in einer Einöde voll Wermut und anderer wohlriechender Pflanzen zugleich mit wilden Eseln, Strauſsen und Trappen angetroffen hattess). Das Schwarzwild. (ıνς dοσοο und dyοreοοε, dic*dνπαοοο, νς„⁴νττιιοο, d αmνποοο bei Homer.) Daſs das Wildschwein zu den Jagdtieren der allerältesten Zeit gehört, beweisen die über die homerische Zeit weit hinausragenden Sagen, und daſs seine Jagd einen hervorragen- den Platz in der Wertschätzung des hellenischen Jägers einnahm, zeigte alles das, was im ersten Teil über die Jagd des kalydonischen Ebers gesagt wurde. In dieser Sage erscheint als Hauptgrund, warum man dem Ungeheuer mit Eifer und mit Aufwand vieler Kräfte zu Leibe ging, seine Zerstörungswut auf Feld und Flur. Die Sage steigert diese ins Ungeheuer- liche, da sie berichtet, hochragende Bäume seien von ihm entwurzelt¹). Wie der Viehzüchter gegen den Löwen, so mulſste der Ackerbauer gegen das Wildschwein die Hülfe des Jägers in Anspruch nehmen, die um so williger geleistet wurde, als Ruhm und Ehre bei dieser Jagd zu gewinnen waren. In den homerischen Gedichten wird das Wildschwein oft erwähnt. Im dichten Ge- sträuch des waldigen Bergthals, wohin nimmer die Sonne mit ihren wärmenden Strahlen, nicht einmal der gieſsende Regen dringt, hat es, gegen die Wut stürmender Winde gedeckt, im hohen Haufen abgefallener Blätter sein Lager?²). Wenn dann die Jäger mit der Meute dicht herangekommen sind, erhebt es sich zornig. Ein Bild des Mutes³) und grimmigen Trotzes¹), seiner unverwüstlichen?) Stärkesé) vertrauend), geht es, mit den Hauern knirschends), mit gesträubten Borsten und wild funkelnden Auges), verderbensinnend'¹o) auf Hunde und 55⁵) Keller führt eine Stelle aus Theophyl. epi. 15 an, wo die Augen eines Epheben, eines „Ideals von Schönheit“ dοσκ⁴α⁴ οςσ d*ααο genannt werden. 1ox⁴ᷣs, 16910, Aoozig sind Mäde hen- namen. 5) Capra Ziege und Reh, dies auch caprea und capreolus. 5⁷) Anab. 5. 3. 10. 58) Anab. 1. 5. 2. ¹) Der althochdeutsche Dichter, der in dem Bruchstück in der Sangaller Rhetorik(Denkmale des Mittelalters. Von Hattemer. Bd. 3. 578) von baumlangen Borsten und 12 Fllen langen Hauern spricht, übertrifft die griechische Sage in der Übertreibung um ein beträchtliches. ²) Od. 19. 443. f. 3) II. 17. 21: Gνυςσ ε⁴ἀmeο 5νο⁶eφονοο,°0 ε 2Hεeι⁴αις‿mειυι⁴ς sv 0*ν ⁹ϑƷeκοσοι τπτμε̈ιι ᷣσιέμνέιι εεέομε «irεε. II. 11 324: 2⁴νποοσσνφαέυαρα †εοõεοντeε. II. 12. 42: Gϑεέννεε ε‿μραρν☛αμ⁴αi νμνυνινο d οσmπο⁸ ν⁶ἀειιμω vio 1αορε odds—oßeirah. ¹⁴) II. 17. 20. ⁵) drνeας„unermüdlich“ II. 16. 823; II. 5. 783: 20QGταέςρ³σ|μ τέ⁴ι⁶σση, 16, 1ε 0ϑινοο οd αeleα ν⁶„deren Kraft nicht leicht zu bezwingen ist“. ⁶) II. 17. 281; 4. 253. ⁷) dAx ιαπαο ιας II. 13. 471. ³) II 11. 416. ⁹)„otsas u logevr, n˙§d˙ρσσσσισι e(³οeρκ. ¹⁰) 6400 G II. 17. 20. — 36. Jäger ein, bereit mit schrägem Hieb zu treffen¹¹), und leicht gelingt es ihm, dem Unvor- sichtigen mit seinen weiſsen Hauern¹²) eine tiefe Wunde zu schlagen. Das Wildschwein, das auch heute noch in Griechenland vorkommt ¹³), ist für das Altertum in Atolien¹⁴), am Parnaſs¹⁵), auf dem Isthmus“¹⁶), bei Phelloe in Achaial), an der Pholoe, dem arkadisch-elischen Grenzgebirge¹s), am arkadischen Erymanthus und lakonischen Taygetus¹⁹⁵) bezeugt. Seine Jagd mit ihren mannigfachen Wechselfällen wird von Xenophon eingehend geschildert ²⁰). Der Hase. Der gebräuchlichste Name für den Hasen ist 6 αeκας(daya s bei Homer); das ur- sprünglich als Beiwort gebrauchte ⁵„scheu“ von ⁶υσοσειισν„sich furchtsam ducken, sich drücken“¹),(πα᷑.ασό)²) wird dann auch allein für Hase gebraucht¹). Eine andere Be- zeichnung ist dαumπu„der Rauchfuſs“⁴). Sehr anmutend ist Xenophons Schilderung seiner Natur und seines Wesens, in der sich der eifrige Jäger auch als feiner Beobachter der tierischen Eigentümlichkeiten bewährté): Man teilt die Hasen nach ihrem Aufenthaltsort in Berg-, Feld- und Sumpfhasen und solche, die überall zu finden sind, andererseits in eine groſse und eine kleine Art, die sich aulser- dem durch eine gröſsere oder kleinere Blässe vor der Stirn, durch dunklere oder hellere Färbung, durch mehr oder weniger Schwarz an der Spitze der Löffel, durch die Färbung der Augen und die Zeichnung der Blume unterscheiden. Der Bau des Hasen ist derart, daſs er stark und schnellfüſsig sein muſs. Kein Tier von gleicher Gröſse kommt ihm an Schnellig- keit gleich. Er läuft, indem er die längeren Hinterläufe auswärts vor die Vorderläufe setzt. Da die Blume zum Steuern zu kurz ist, giebt er seinem Lauf mit einem der beiden Löffel- die nötige Richtung. Ist der Hund dicht auf ihm, so senkt er den Löffel auf der bedrohten Seite, wendet sich schnell und läſst in kurzer Zeit alles was ihm nachjagt, wieder weit hinter sich. Er lauft am besten bergauf, weniger gut bergab. Hat er einen Vorsprung vor den Hunden, so hält er an und setzt sich aufrecht auf die Hinterläufe, um beim ersten ver- dächtigen Geräusch, das sein Gehör trifft, weiter zu laufen. Auf freiem Feld läuft er am weitesten, im Walde drückt er sich bald, immer aber kehrt er gern zu dem Platz zurück, wo er gesetzt und aufgewachsen ist. Im Winter lagert er sich gern an sonnigen oder wenigstens an solchen Orten, welche UÜberwind haben, da der Wind den Schnee darüber hin- weg trägt, im Sommer an schattigen Flecken, am liebsten auf angebautem Land. Im Lager ¹¹) II. 12 146: doxειααα τν αςοe vgl Hor. carm 3. 22. 1: verris obliquum meditantis ictum. Odyss. 19 450: 70440»„ dν dονπρναν σαον⁶ς ⁴dον— urονισς disas„seitwärts andringend“. 12) doyε6doue II. 9. 539. 1¹³) Brehm 3 p. 545 ¹¹) II. 9. 538 f. ¹⁵) Od. 19 439. ¹⁶) Paus. 1. 27. 9. ¹⁷) Paus. 7. 26. 10 ¹s, Xen Anab 5. 3. 10. ¹⁸⁹) Od. 6 103 f. ²⁰) Cyn 10 ¹) Curtius, Grundzüge der griech. Etym, 3 Aufl. p. 62 ²) II. 22 310. ³) II. 17. 676: 60 G 1. ½ 11E. ⁴) Ofter bei Aristot. z. B. h. a. 1. 18: 1 ⁸έ&◻οννιιά ναηχ dedd οναασσονε. ⁵) Cyn. 5. Ich gebe seine Darstellung in etwas veränderter Reihenfolge der Einzelheiten. 37 ruht er mit unter dem Leib zusammengedrückten Hinterläufen. Die Vorderläufe streckt er aus und legt den Kopf mit angeschlossenen Löffeln darauf. Bei Tage schläft er meist und mit offenen Augen, indem er die Nasenlöcher häufig bewegt. Sein Gesicht ist schlecht, da seine Augenlider zu kurz sind, um die Augen vor den Lichtstrahlen zu schützen. Bevor er sich ins Lager drückt, schweift er viel umher und verwirrt absichtlich die Fährte. Diese ist für den Hund im Herbst am reinsten, da die wilden Kräuter abgestorben, die andern vom Landmann eingeheimst sind, im Frühling wird sie etwas durch den Geruch der auf- blühenden Feldblumen, im Sommer durch die Wärme des Bodens beeinträchtigt. Im Winter und im Schnee wird sie erst bei vorgerückter Tageszeit merkbar. Der feuchte Südwind, Tau und Regen vermindern leicht ihre Schärfe, bei Nordwind ist sie am deutlichsten. Bei Vollmond liegen die Fährten am weitesten auseinander, weil die Tiere aus Freude über die Helligkeit groſse Sprünge machen. Am verschlungensten und vielfältigsten sind sie zur Zeit der Begattung. Im Altertum, wie heute, war der Hase die geplagteste und gehetzteste Kreatur. Sein Leben war auch damals eine ununterbrochene Kette von Drangsal und Leiden. Ein ganzes Heer von Feinden, Raubvögel, die ihn mit ihren scharfen Augen auch unter dichtem Buschwerk erspähené), Füchse, die alte und junge beschleichen?), Landleute und Hirten mit dem Hasenknittel und Jäger mit Netzen und Hunden, alle stellten ihm eifrig nach. Wenn man daher von einem Menschen sagen wollte, daſs er immer auf der Flucht sei und ein elendes Dasein unter beständiger Angst genieſse, so naunte man sein Leben sprichwörtlich ein Hasenleben. So ruft Demosthenes dem Aschiness) zu:„Zur Zeit, als es gut mit deiner Vaterstadt stand, da führtest du ein Hasenleben voll Furcht und Zittern und immer in Er- wartung der Schläge.“ Um sich trotz dieser vielseitigen Verfolgung ihre groſse Zahl zu erklären, glaubte der griechische Jäger, daſs die Häsin zu gleicher Zeit Junge habe, setze und trage?). Freund- licher als auf dem Festlande gestaltete sich für den Armen das Leben auf den Inseln, da- hier seine schlimmsten Feinde in der Tierwelt, Adler und Fuchs, nach Xenophons Zeugnis¹o) fast gar nicht vorkamen und er der Verfolgung durch die Menschen nur in sehr geringem Maſse ausgesetzt war, da die unbewohnten Inseln nur selten vom Fuls eines Jägers betreten wurden und die an sich schon wenig zahlreiche Bevölkerung der bewohnten Inseln, meist wohl der Fischerei und Schiffahrt ergeben, keine Jäger aufwies¹¹). Auf die heiligen Inseln aber, wie Delos, Jagdhunde zu bringen war verboten. Hier fand er sich denn auch in groſser Anzahl und im Vergleich zu seinen Brüdern auf dem Festland in beneidenswertem Frieden. Die Gründe, aus denen er so sehr der allgemeinen Verfolgung ausgesetzt war, waren dieselben als heute. Das Tierchen ist so artig¹²), sagt Xenophon, d. h sein ganzes Wesen *) Il. 17.676; 22. 308 f Xen cyn 5 24 ⁷) Xen 5. 24 ³) l„ S10» Chv. Dem. 18. 263: Aν ονεεανε dε⁴ις ταάς τοέναν œ del πλναωέ σάα mOοσ⁶οσν; Dion Chrys 66. 24; Lucian Tr. 9. *) Xen. 5. 13. ¹⁰) Cyn. 5. 24. 1¹¹) Cyn. 5 25 1²) gnigaoi dorι τ ϑ σο⁶ον. eyn 5. 33 38 ist so interessant, daſs wohl jeder das, was sonst sein Herz erfreut, vergiſst, wenn er sieht, wie es aufgespürt, gefunden, verfolgt und gefangen wird. Und war es gefangen und erlegt, erfreute es durch sein vorzügliches Wildbret, das beispielsweise in Athen in solchem Ansehn stand, daſs Aristophanes¹³) statt des sprichwörtlichen„in lauter Wohlsein“ scherzhaft von einem Leben in lauter Hasenbraten spricht. Auch in dem Wettstreit, der in den Rittern desselben Dichters zwischen dem Wursthändler und Kleon um die Gunst des Demos geführt wird ¹⁴) und zu dem die beiden Nebenbuhler mit wohlgefüllten Speisekörben erscheinen, spielt der Hasenbraten eine gewichtige Rolle. Denn obgleich Kleon anfangs durch die Menge und Feinheit seiner Leckerbissen im Vorteil ist, läuft ihm jener doch dadurch den Rang ab, daſs er ihm den allerschmackhaftesten, den Hasenbraten stiehlt, auf den er besonders gepocht, hatte. Freilich hatten sich die Athener dieses Lieblingsgenusses zu Aristophanes Zeit nicht allzuhäufig zu erfreuen, da in Attika selbst, wie wir oben sahen, damals keine Hasen gejagt werden konnten und die aus den Nachbarlandschaften, besonders aus dem hasenreichen böotischen Tiefland eingeführten wegen des Kriegszustandes als Konterbande galten. .. ¹3) ed. Kock, Wespen 709: Cij e*πασι ⁴άα̈υνκ⁴οαα für Gi εν τμασ ἀe˙ασς. ¹⁴) ed. Kock, Vers 1151—1262. 39 Tahresbericht Über das Oster-Schuljahhe 4887/88. I. Die allgemeine Lehr-Verfassung des Gymnasiums. 1. UÜbersicht über die einzelnen Lehrgegenstände und die für jeden derselben bestimmte Stundenzahl. 3 Unter- Ober- Unter- Ober- VI V ve IV Uherr Dln 1 I. 1 V 1 8a. Religionslehre, ev....... 3 2 V 2 2 V 2 2 2 Y 2 V 2 19 Religionslehre, kath...... 2 2 2 6 Deutsch.......... 3 2 2 2 2 2 2 3 3 21 Latein......... 5.. 9 9 9 9 9 8 8 8[8 77 Griechisch....——— 7 7 7 V 7 6 V 6 40 Hebräisch..........—————(2)(2)(4) Französisch.. S...— 4 5 2 2 2 1 2 2 2 21 Englisch.... 25.5...—————(2) 2) Geschichte und Geographie..3 3 4 3 3 3 3 3 3 28 Rechnen und Mathematik 4 4 4 3 3 4 4 4 4 34 Naturbeschreibung...... 2 2 2 2 2———— 10 P hysik..........————— 2 2 2 2 8 Schreiben........ 2 2——————— 4 Zeichnen......... 2 2 2(2) 8 murnen.......... 2 2 2 2 2 22 2 2 18 30 32 32 32 32 32 32 32 32 00 (38)(38)(38)(38) Das Gymnasium zählte während des verflossenen Schuljahres vierzehn Klassen, nämlich neun Herbstklassen(Oberprima bezw. Gesamtprima bis Sexta) und fünf Oster- Dazu wird von Ostern d. J. eine neue Oster-Untersekunda klassen(Obertertia bis Sexta). kommen. enm eppuvH qus AIN uI Au ezl ueesisozuu od epue e A M uI oe esee(I ₰ 3.. 5... u* l 22osllocux...... 6........ uoSlod euoslloqguM. 7......... uo,1d edostlome 9 1.— un en Adx 8—— uoEllol 3 uodm l2 uold. 3 uorle d uoeW. NM 114 II. Suou dudo 2uouupo2 5 emo g Sreura2 3uuol2 guauoo2 Suauεονε—|⁴UTmk-ã-.................. Z uounoeerhe..................... 81— ezue A“ 43009 3 3 uoum. 2 ueu L, 2 usuanIſ 1e 3 Zursop(lou eaum SI ‧sesoOo 1 ues pun V T lode. pun ssug 1) 8 4090 25—-— Ha 2quszſogs* 3 e hee eee usene...... 3 uouan 2 hogoe Zunsogs ddmdſ) e o V 3 uuse ⁶ Suuse anzeN ueumL dd 3 uoum eſg 3 uoum. 83— uzS r*G*ον uouqo 9‧s03u N 3 osoq V n uauuoe.. 4 4 ene F Ie augeN Fo TA O] apdeüueßeccd“ . 3 S8110* 3 sozuwadgſs— 2 oi9 v AN voeH 4“ 6 ulo1. 118 3 uauinT. 3 osnd. Gsozuer s 300— 16 A0 loAuns l1saluH 8 osn. 3 uosllog 6 er 2 o019(½ AI uueog“ 3 3009 3 Nosane.... 8115—.—.. T oso 6 n 3 SOzuu 3 SOzuu g ZsOzuv g 5 nae. 3 6 AI1O 1pgrg“ Oo s . 3 Hosmo. 3 3009 3 Nhase. 5 oreln TS[IIIMHIpoAque 4G“ 8 osm. 3 fosoq Me.„½ fosoq 2 AISFH. 3 lane ame 8 aN 8 monzu meN T uogelT— Tues* 3 uo lod 1 5009 3 uollod 3 Uosane 3 S02 I 3 UOSIBIdOH 3 UOSIBIqeH TS IIIIO-olnz“ 6 uL- 2 uoSe— 1 oso 3 Loso 2. o1 2. ues oso9 5 Wendg TS IIIIMN suue“ dua 8009 2n os,9 8. oso ee e O Clig) Led0 u-0800 1 An0 8 Hosanodſ 9 410psfur-*401T'paO 2 Voᷣ. uOe ,123No: 3 IA N. 2 6 m?*rerenns s se 6„IR 12ußA 9 ul FSOzuuA J 2 HOo ς(so01d) 03 UIM ueand“ -do019) 1 15000 8 dN„ ueouoοσ⁵ 8 Wee se 10s80 1 8* dd—.. 4 angeN 6 ne † u eN 15 u unv 20 1 Nosog 3 Uosmned. 8 Csold 3 3000 3 uom lod 8 ulu] oe]cſbee e eee g“ 8 3 uolg 3 uoSld. . 3 SOzuuag Z Soeuedd 8 H- udosſ OC IIMN['snldoed 2d“ 2 doο 8 9 uLSe ueNT† ueN—f.1-. — kaeeie waeendſner 1unnv 20 J014 1440 8 uiH- udos 1 ose w 3 zvroHſe zog eidlie esne 40. 8 osan. AOAM AOo lAhA Ao wlh edh ieii i 1 899 Lhrns eſ ee 1881 12 2ueſre 10A0/I Moulozule eun p ep Se e sen 126gM oad puuxd Qqes A O ur Hosane( eueul od pus zelnz ods avprpued qrs IA M u osreee( 16n a Uosano- pun III M ul doslsozuvaJ eqeuxl 1 Jepipued Qe AO ul elddeadoop pun eruοosen(z»»eqeuh—1 vpipusd qe a IIIO ur 0p 1 doud puud IA M uI Hdeasoon pun eοοse(1 3 0olsuoεεοα loqne 3 onHelsuorεd locize°aolsuolled Jouse. 9 1— un en ldx. 8 uo leM& uolslled% uolllel 3 uo led. 2 uoSllod. 3 uolleH. ſs uomlod g 11n4 II 1o ονσ Zuoινσ ur erffe..—. 3 Seere 3uuolo2 3uudolo2 e laniog Su0uoloZ Sueuuoe2 3 vlouf III— I uou⁵ον 81 102ue A“ 3 I0108 3 ueumLg ea 3 Suuso 3 ueu. uounI. 3 doua 8 A-—I Zuusosrodo e— equezogg“ 8 AIneN 2 uouan 3 5 uuso.. 7 3 Zauson E Zunsd ueum L3 eN uouan. 3 ueum. 93 uJe ANauzu 9 uoudn* 9 3 3un 0 qlor oS hAio 8 Ls 3009 8. 3 18 uoο zopunsumuN. 0 280.. 11 weran momeN EAa, d F6 IA O] ap eHuse0 —“— V— V 5 Tuege- soOzuux 2 uoso Loh— AM IleH 2d* 2 uoua 3 uos,0. 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UÜbersicht über den während des Michaelis-Schuljahres 1886/87 erledigten Lehrstoff. Oberprima. Ordinarius: Oberlehrer Dr. Praetorius. 1. Evangelische Religionslehre(2 St. w.). Grundzüge der christlichen Glaubens- und Sittenlehre nach Hollenberg(§ 158— 192) im Anschlusse an den Katechismus und auf Grund der Augsburger Konfession. Die Unterscheidungslehren nach Hollenberg§ 133. Wiederholung der Kirchengeschichte und Bibelkunde, sowie früher gelernter Sprüche und Lieder. Dr. Krämer. Katholische Religionslehre(2 St. w. mit der übrigen Prima und der Sekunda verbunden). Die natürliche Gotteslehre nnd die vorchristliche Offenbarung nach Dreher§ 1—24. Wieder- holung der Kirchengeschichte. Lesen mehrerer Kapitel der Apostelgeschichte in der Ursprache. Martin. 2. Deutsch(3 St w.). Geschichte der deutschen Litteratur, verbunden mit der Lektüre einzelner Dramen und ausgewählter prosaischer und poetischer Stücke nach Hopf und Paulsiek. Dr. Langsdorf. Themata der Aufsätze: 1. Was lälst sich für, was gegen den Spruch sagen: Ubi bene, ibi patria. 2. Vergleich zwischen Herzog Ludolf von Schwaben und Herzog Ernst von Schwaben. 3. Wie ist das römische Kaisertum der Deutschen entstanden, und welche Folgen hat es für Deutsch- land gehabt? 4. Die Wissenschaften haben bittere Wurzeln, aber süſse Früchte.(Klassenarbeit.) 5. Nicht der laute, nur der gerechte Tadel kann verletzen. 6. Pausanias und Wallenstein. Eine Parallele. 7. Begeisterung ist die Quelle groſser Thaten.(Probearbeit.) 3. Latein(8 St. w.). Hor. Sat. I, 1. 3. 4. 5. 6. 7. 9. II, 6. Od. I u. II mit Auswahl. Epist. I, 1. 2. 6. 7(2 St.). Der Direktor. Tac. ann. I, II, mit Auswahl, und Germania zur Hälfte. UÜbungen im Lateinsprechen. Aufsätze und schriftliche Übungen im ÜUbersetzen aus dem Deutschen nach Diktaten, mündliche UÜbungen nach Seyffert. Grammatische Wiederholungen nach Ellendt-Seyffert, Stilistik nach Schmidt(6 St.) Dr. Praetorius. Themata der Aufsätze: 1. KAiacem illum quanta ignominia opprimi faciat Sophocles. 2 De legionum Pannonicarum seditione 3. Haud mediocriter differre natura moribusque Menelaum Homericum a Sophocleo. 4. Arminius liberator haud dubie Germaniae(Tac. ann. II, 88). 5. Comparantur inter se certamina inter Paridem et Menelaum, Aeneam et Diomedem, Hectorem et KAiacem facta. 6. Cicero quibus rationibus permotus C. Verrem accusaverit. 7. Quid sibi velint Ciceronis verba, cum dicat per triennium Mamertinos ab omni munere vacuos, expertes, solutos ac liberos fuisse. (Cic. in Verr. IV.) 8. De Cimbris et Teutonis. 4. Griechisch(6 St. w.). Sophokles Ajas. Hom. II. IVY— XIV.(3 St.) Dr. Praetorius. — Demosth. orat. Phil. III. Olynth. I. Platon. apol.— Mündliche und schriſtliche UÜbungen nach Seyfferts Ubungsbuch und nach Diktaten. Grammatische Wiederholungen.(3 St.) Dr Krämer. 5. Französisch(2 St. w.). Ségur, Histoire de Napoléon et de la grande armée. Mignet, Histoire de la révolution française. Wiederholungen aus allen Teilen der Grammatik. Mündliche Ubungen im Ubersetzen aus dem Deutschen nach Plötz, schriftliche Ubungen nach Plötz und nach Diktaten. Dr. Praetorius. 43 6. Hebräisch(2 St. w. mit der andern Prima verbunden). Grammatik nach Seffer.(Wieder- holung der Formenlehre§ 1— 99 m. A.; das Wichtigste aus der Syntax§ 100— 134 m. A.) Lektüre 1. Sam. 13— 20. Zülch. 7. Geschichte und Geographie(3 St. w.). Neuere Geschichte nach Pütz. Geschichtliche und geographische Wiederholungen. Dr. Langsdorf. 8. Mathematik(4 St. w.). Kombinationslehre. Binomischer Lehrsatz. Kettenbrüche. Diophantische Gleichungen. Gleichungen vom zweiten Grade mit mehreren unbekannten Gröſen. Heis§ 73. Planimetrische, trigonometrische und stereometrische Aufgaben. Prof. Dr. Auth. 9. Physik(2 St. w.). Beendigung der Optik. Mathematische Geographie. Akustik. Professor Dr. Auth. 10. Gesang(2 St. w. mit der andern Prima und der Sekunda verbunden). Stolzenberg. Unterprima. Ordinarius: Oberlehrer Püttgen. I. Evangelische Religionslehre(2 St. w.). Geschichte des Reiches Gottes im Alten und Neuen Bunde nach Hollenberg§ 1— 91(im Winters.). Kirchengeschichte der alten, mittleren und neuen Zeit nach Hollenberg§ 92— 131(im Sommers.).— Wiederholung des Katechismus, wie auch einiger früher gelernter Lieder und Sprüche. Pfr. Fürer. Katholische Religionslehre(2 St. w.) S. Oberprima.— 2. Deutsch(3 St. w.). Geschichte der deutschen Litteratur bis zu Gottsched im Anschlufs an die Lektüre hervorragender Dichtungen. Lektüre von Schillers Braut von Messina, Wallen- stein und der Abhandlung über naive und sentimentalische Dichtung. Memorieren einiger Ge- dichte von Walther von der Vogelweide und einiger Abschnitte aus Schillers Braut von Messina und Wallenstein. Freie Vorträge. Der Direktor. Themata der Aufsätze: 1. Die Bedeutung der Thersitesscene im 2. Buche der Ilias. 2. Asthetische Würdigung der homerischen Teichoskopie. 3. Die Gründe der ersten Blütezeit unsrer Poesie. 4. Charakteristik Wates nach dem Gudrunliede. 5. Parzivals Charakter in seiner Ent- wickelung.(Klassenaufsatz.) 6. Hektor und Andromache, nach Homer und Schiller. 7. Kreon in Sophokles Antigone. 8. Wodurch wird in Schillers Wallenstein der Entschluſs des Helden, vom Kaiser abzufallen, begründet?(Klassenaufsatz.) 9. Die Bedeutung der Lutherschen Bibelübersetzung. 3. Latein(8 St. w.). Hor. Od. I u. II mit Auswahl; Ep. ad Pisones.(2 St.) Der Direktor. Cic. Cat. maior, Laelius, orat. pro Murena. Aufsätze, schriftliche(häusliche und Klassen- arbeiten) und mündliche UÜbungen im Ubersetzen ins Lateinische nach Seyffert und nach Diktaten. Stillehre nach Schmidt. Grammatische Wiederholungen nach Ellendt-Seyffert.(6 St.) Püttgen. Themata der Aufsätze: 1. De Niso et Euryalo. 2. De bello civili inter Marium et Sullam gesto. 3. Quas res Pompeius bene gesserit. 4. Magnas saepe res non ita magnis copiis gestas esse exemplis e Graecorum memoria repetitis comprobetur.(Klassenarbeit.) 5. Rectene Cicero dixerit Themistoclem Atheniensem fecisse idem, quod viginti annis ante fecisset Coriolanus Romanus. 6. De Pisistrati eiusque filiorum dominatione. 7. Mithridates quid potuerit et quid effecerit et qui vir fuerit, maxime in bello Mithridatico tertio quod vocatur cernitur. 8. De L. Licinio Murena. (Klassenarbeit.) 4. Griechisch(6 St. w.). Soph. Antig.; Hom. II. I- XII.(3 St.) Der Direktor. 44 Thucydides II mit Auswahl. Grammatische Wiederholungen nach Bamberg; mündliche und schriftliche Ubungen nach Seyfferts Ubungsbuch und nach Diktaten.(3 St.) Püttgen. 5. Französisch(2 St. w). Michaud, Histoire de la première croisade. Ponsard, L'honneur et l'argent. Scholastika, Diktate und Extemporalien. Grammatische Repetitionen nach Plötz. Bochröder. 6. Hebräisch(2 St. w.). S. Oberprima. 7. Geschichte und Geographie(3 St. w.). Geschichte des Mittelalters nach Pütz. Ge- schichtliche und geographische Wiederholungen. Wagner. 8. Mathematik(4 St. w.). Progressionen. Trigonometrie. Stereometrie. Mathematische Aufgaben. Prof. Dr. Auth. 9. Physik(2 St w.). Mechanik. Mathematische Geographie. Prof. Dr. Auth. 10. Gesang(2 St. w.). S. Oberprima. Obersekunda. Ordinarius: Oberlehrer Wagner. 1. Evangelische Religionslehre(2 St. w.). Wintersem.: Bibelkunde mit Auswahl nach Hollenberg§ 1— 91. Lektüre des Evangeliums Johannis. Repetition der fünf Hauptstücke des Katechismus, früher gelernter Lieder und Sprüche.— Sommersem.: Kirchengeschichte vom Tod der Apostel bis zu Bonifatius nach Hollenberg§ 92— 108. Repetition wie im Wintersem. Kurso- rische Lektüre aus Matthäus. Pfr. Fürer. Katholische Religionslehre(2 St. w.). S. Oberprima. 2. Deutsch(2 St. w.) Göthes Hermann und Dorothea und Schillers Maria Stuart(W.); Göthes Götz und Nibelungenlied(nach einer Ubersetzung)(S.); ausgewählte Gedichte von Klop- stock, Schiller, Göthe und Geibel. Deklamationsübungen. Dispositionen und Aufsätze. Freie Vorträge. Wagner. Themata der Aufsätze: 1. Entwickelung des Gedankenganges in Klopstocks Gedicht„Der Zürcher See“. 2. Charakter der Hedwig in Schillers Wilhelm Tell. 3,„Ein andres Antlitz, eh' sie geschehen, ein andres zeigt die vollbrachte That.“ 4. Welche Umstände haben im zweiten punischen Kriege die Lage des anfangs so siegreichen Hannibal zu einer schwierigen gemacht? (Klassenarbeit.) 5. Wie stellt Göthe den Charakter Hermanns in seinem Gedichte Hermann und Dorothea dar? 6. Der Bischof von Bamberg und sein Hof(nach Göthes Götz). 7. Der Rhein, ein Bild des menschlichen Lebens. 8. a) Was erreichte Cäsar durch die Eroberung Galliens für sich und für das römische Volk? b) Welche Entwickelung nimmt die Handlung in Göthes Götz? (Klassenarbeit.). 3. Latein(8 St. w.). Vergil, Aen. IV u V zum Teil. Prosodie nach Ellendt-Seyffert. (2 St.)— Cicer. pro Milone; Livius XXI mit Auswahl. Grammatik nach Ellendt-Seyffert(§ 234 bis 350. Wiederholung von§ 1—233.) Schriftliche und mündliche Ubungen im Ubersetzen ins Lateinische nach Seyffert und nach Diktaten. Aufsätze. Wagner. Themata der Aufsätze: 1. De expeditione, quam Crassus in Aquitaniam fecit.(nach Caes. b. G. III, 20— 27). 2. Galba Octodunum frustra occupat(nach Caes. b. G. III, 1— 6). 3. Quomodo Hannibal Saguntum ceperit(nach Liv XXI, 6— 15). 4 De Tarquinii Superbi superba dominatione. 4. Griechisch(7 St. w.). Hom. Od. XIII—XV; Hom. II.— III(3 St.). Herod. I mit Auswahl(2 St.). Grammatik nach Bamberg(Wiederholung von§ 1— 61 u.§ 62— 160). Wieder- 45 holung der Formenlehre nach Franke. Schriftliche(häusliche und Klassenarbeiten) und münd- liche Ubungen im Übersetzen ins Griechische nach Seyffert und nach Diktaten(2 St.). Püttgen. 5. Französisch(2 St. w.). Grammatik nach Plötz Schulgrammatik, Lektion 69— 79; Wiederholung von Lekt. 1—28, 46— 68. Schriftliche und mündliche Ubungen im Übersetzen aus dem Deutschen ins Französische. Lektüre aus der Chrestomathie von Plötz und Michaud, histoire des croisades IJ. Manns. 6. Hebräisch(2 St. w. mit der Untersekunda verbunden). Grammatik nach Seffer(§ 1 bis 60 m. A). Übersetzungen aus dem Hebräischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Hebräische nach Seffer. Zülch. 7. Geschichte und Geographie(3 St. w.). Römische Geschichte nach Pütz. Wieder- holung der preuſsischen, der hessischen und der griechischen Geschichte. Geographische Wieder- holungen. Wagner.. 8. Mathematik(4 St. w.). Logarithmen, Schwierigere Gleichungen des ersten Grades mit einer und mehreren Unbekannten.(feis§ 56— 59, 61— 63, 65— 67.) Gleichungen des zweiten Grades mit einer Unbekannten.(Heis§ 69 und 71.) Experimentalgleichungen. Anfangs- gründe der ebenen Trigonometrie, Berechnung von Dreiecken. Kreismessung. Aufgaben aus allen Teilen der Planimetrie. Dr. Auth II. 9. Physik(2 St. w.). Wärmelehre. Magnetismus und Elektrizität nach Trappe. Dr. Auth II. 10. Gesang(2 St. w.). S. Oberprima. Untersekunda. Ordinarius: Oberlehrer Dr. Krämer. 1. Evangelische Religionslehre(2 St. w.). Lesung des Evangeliums Matthäi— Bibel- kunde des alten Testamentes. Wiederholung der fünf Hauptstücke des Katechismus sowie ge- lernter Psalmen, Bibelsprüche und Lieder. Dr. Krämer. Katholische Religionslehre(2 St. w.). S. Oberprima. 2. Deutsch(2 St. w.). Lessings Minna von Barnhelm und Herders Cid(nach Hopf und Paulsiek); Schillers Wilhelm Tell und Jungfrau von Orleans. Ausgewählte Gedichte von Göthe, Schiller, Uhland, Chamisso, Geibel. Aufsätze und Dispositionen. Ubungen im Vortrag auswendig gelernter Gedichte. Dr. Krämer. Themata der Aufsätze: 1. Mut zeigt auch der Mameluck, Gehorsam ist des Christen Schmuck. 2. Wie beweist Cicero in der Rede pro lege Manilia die Notwendigkeit des Krieges gegen Mithridates? 3. Der Schiffbruch des Aeneas.(Nach Verg. Aen. I, 81— 207.) 4. a) Die Vorfabel von Lessings Minna von Barnhelm; b) Inwieweit lernen wir aus dem 1. Aufzug von Lessings Minna von Barnhelm den Charakter Tellheims kennen?(Klassenarbeit.) 5. Das Todesurteil des Konsuls T. Manlius Torquatus über seinen Sohn(Nach Liv. VIII, 5— 8.) 6. Wie wird der Untergang des Laokoon dargestellt von Vergil und wie vom bildenden Künstler?(Im Anschlufs an Verg. Aen II, 199— 224.) 7. Kassandra und die Jungfrau von Orleans. Eine Vergleichung. 8. a) Inwieweit giebt der 1. Auftritt des 1. Aufzugs in Schillers Wilhelm Tell ein Bild der ganzen dramatischen Handlung? b) Charakteristik der Gertrud in Schillers Wilhelm Tell. 3. Latein(8 St. w.). Verg. Aen. I und II vollständig. Prosodie nach Ellendt-Seyffert. (2 St.) Cic. pro lege Manilia und or. in Cat. I. Liv. VIII und IX mit Auswahl(4 St.). Gram- 46 matik nach Ellendt-Seyffert(§ 129— 233. Wiederholung von§ 234— 342). Mündliche Ubungen und schriftliche Ubersetzungen nach Süpfle und Diktaten.(2 St.) Dr. Krämer. 4. Griechisch(7 St. w.). Hom. Odyss.—III.(2 St.) Xen. an. I—VI. Grammatik nach Bamberg(Artikel, Pronomina, Kasus). Wiederholung der Formenlehre. Mündliche UÜbungen nach Bamberg und Seyffert. Schriftliche Ubungen nach denselben und nach Diktaten. Dr. Praetorius. 5. Französisch(2 St. w.). Lektüre nach Plötz Chrestomathie(Le diplomate, lyrische Poesie, einige Prosastücke). Grammatik nach Plötz, Lekt. 50— 69. Wiederholung der vorher- gehenden Teile der Grammatik. Mündliche UÜbungen im Übersetzen aus dem Deutschen nach Plötz, schriftliche Ubungen nach demselben und nach Diktaten. Dr. Praetorius. 6. Hebräisch(2 St. w.). S. Obersekunda. 7. Geschichte und Geographie(3 St. w.). Hessische Geschichte. Griechische Geschichte nach Pütz. Wiederholung der preufsischen Geschichte. Geographische Wiederholungen. W.: Wagner. S.: Manns. 8. Mathematik(4 St. w). Potenzen und Wurzeln. Gleichungen des ersten Grades mit einer und mehreren Unbekannten(nach Heis§ 34— 46, 50, 65, 67). Lehre von den Propor- tionen und der Khnlichkeit nach Uth. Wiederholung. Franz. 9. Naturkunde(2 St w.). Einzelne leichtere Abschnitte aus der Hydro- und Aëéromechanik und aus der Wärmelehre. Anfangsgründe der Chemie. Franz. 10. Gesang(2 St. w.) S. Oberprima. Obertertia. Ordinarius: Gymnasiallehrer Manns. 1. Evangelische Religionslehre(2 St. w.). Geschichte des Volkes Israel unter Samuel und unter den Königen bis zur Teilung des Reiches Auswendiglernen der Psalmen 51 und 130, Wiederholung der früher gelernten. Die Apostelgeschichte. Wiederholung des Katechismus und der früher gelernten Lieder. Zülch. Katholische Religionslehre(2 St. w. mit der Untertertia verbunden). Repetition der Kirchengeschichte. Vorchristliche Offenbarung. Katechismus: 3. Hauptstück. Martin. 2. Deutsch(2 St. w.). Lektüre nach Hopf und Paulsiek. Aufsätze und Anleitung zum Disponieren. UÜbungen im Vortragen auswendig gelernter Gedichte. Satzlehre. Eigenbrodt. 3. Latein(9 St. w.). Ovid Metam. nach Siebelis I, 1. 2. 3 und II, 27. 31. 35. 39. 42. 47.(2 St.) Sunkel.— Caesar, bell. Gall. IVY—VII.(4 St)— Syntax nach Ellendt-Seyffert (§ 234— 342 und Wiederholung von§ 129— 233) Schriftliche Übersetzungen aus dem Deutschen ins Lateinische(häusliche und Klassenarbeiten) und mündliche Ubungen nach Süpfle und nach Diktaten.(3 St.) Manns. 4. Griechisch(7 St. w.). Grammatik nach Franke-Bamberger(§ 77— 97 und Wieder- holung von§ 1— 75). Mündliche Ubungen und schriftliche UÜbersetzungen aus dem Deutschen ins Griechische, teils nach Ostermann, teils im Anschlusse an die Lektfüre. Lektüre von Xen. anab. 1. c. 1— 9. Eigenbrodt. 5. Französisch(2 St. w.). Lektüre aus der Chrestomathie von Plötz. Grammatik nach Plötz(Lekt. 46— 57). Wiederholung des Pensums der Quarta und der Untertertia; Diktate; 47 schriftliche Übersetzungen aus dem Deutschen ins Französische(häusliche und Klassenarbeiten) nach Plötz und Diktaten. Zülch. 6. Geschichte(2 St. w.). Deutsche Geschichte von 1517 bis 1871 nebst preulsischer Vorgeschichte nach Eckertz. Sunkel. 7. Geographie(1 St. w.). Westeuropa: Frankreich, Grofsbritannien und Irland; Nord- europa: die skandinavische Halbinsel und Dänemark; das deutsche Land nach Daniel(§ 81—83, 85— 103). 8. Mathematik(3 St. w.). Wiederholung. Null und negative Zahlen. Divisionen der al ebraischen Summen Anufsuchung des gemeinschaftlichen Teilers und Vielfachen. Teilbarkeit der Zahlen. Heis§ 17— 28. Gleichungen des ersten Grades mit einer Unbekannten(nach Heis § 61, 63). Kreislehre. Konstruktionsaufgaben nach Uth. Dr. Auth II 9. Naturbeschreibung(2 St. w.). Lehre vom menschlichen Körper. Krystallographie und Mineralogie. Dr. Auth II. 10. Gesang(2 St. w. mit Untertertia verbunden). Stolzenberg. Untertertia. Ordinarius: Gymnasiallehrer Dr. Eigenbrodt. 1. Evangelische Religionslehre(2 St. w.). Biblische Geschichte des alten Testamentes bis zu Moses. Das Leben Jesu nach den Synoptikern, besonders nach Markus. Wiederholung der fünf Hauptstücke des Katechismus, sowie der gelernten Bibelsprüche und Lieder. Dr. Krämer. Katholische Religionslehre(2 St. w.). S. Obertertia- 2. Deutsch(2 St. w.). Lektion nach Hopf und Paulsiek. Auswendiglernen von Gedichten und UÜbungen im Vortragen. Aufsätze und UÜbungen im Disponieren. Satzlehre. Eigenbrodt. 3. Latein(9 St. w.). Ovid met. mit Auswahl nach Siebelis I. Caes. bell. gall. II, III, IV, c. 1— 20. Syntax nach Ellendt-Seyffert(§ 129— 233). Mündliche UÜbungen, schriftliche Übersetzungen aus dem Deutschen ins Lateinische, teils nach Süpfle, teils im Anschlusse an die Lektüre. Eigenbrodt. 4. Griechisch(7 St. w.) Formenlehre nach Bamberg(l,§ 1— 75 mit Auswahl). Münd- liche Ubungen; Vokabellernen, Diktate, schriftliche Ubersetzungen(häusliche und Klassenarbeiten) nach Ostermanns Übungsbuch(— XIl). Manus. 5. Französisch(2 St. w.). Lektüre aus Plötz Chrestomathie. Grammatik nach Plötz Schulgrammatik(Lektion 15— 28). Scholastika, Diktate und Extemporalien. Bochröder. 6. Geschichte(2 St. w). Deutsche Geschichte bis zum Westfälischen Frieden nach Eckertz. Eigenbrodt 7. Geographie(1 St. W.). Asien, Afrika, Amerika, die auſserdeutschen Länder Europas mit Ausnahme von Ruſsland, Schweden und Norwegen, Niederlande nach Daniel. Dr. Auth II. 8. Mathematik(3 St w.). Arithmetik nach Heis§ 7— 16. Lehre vom Parallelogramm Trapez und der Flächengleichheit nach Uth. Konstruktionsaufgaben. Franz. 1 9. Naturbeschreibung(2 St. w.). Wirbellose Tiere, besonders Insekten, nach Leunis. Beschreiben und Bestimmen von Pflanzen. Dr. Auth II. 10. Gesang(2 St. w.). S. Obertertia. 48 Quarta. Ordinarius: Gymnasiallehrer Bleckmann. 1. Evangelische Religionslehre(2 St. w.). Die fünf Hauptstücke des hessischen Landes- katechismus, bezw.(für die Lutheraner) des lutherischen Katechismus erklärt und memoriert nebst zugehörigen Sprüchen und Liedern. Pfr. Fürer. Katholische Religionslehre(2 St. w. mit Quinta und Sexta verbunden). Biblische Ge- schichte: Altes Testament§ 63 bis bnde. Neues Testament§ 1— 25. Katechismus 1. Haupt- stück bis zum 4. Glaubensartikel. Martin. 2. Deutsch(2 St. w.). Auswendiglernen und UÜbungen im Vortragen von Gedichten, Lesen und Erzählen im Anschlufs an Hopf und Paulsiek. Aufsätze und Diktate. Grammatisches an den einschlagenden Stellen. Bleckmann. 3. Latein(9 St. w.). Lhomond,—XLVII mit Auswahl. Wiederholung der Formenlehre. Syntax nach Ellendt-Seyffert§ 129— 341 mit Auswahl. Mündliche Ubungen, Vokabellernen und schriftliche Ubungen(Klassen- und häusliche Arbeiten) nach Lhomond und Ostermann. Bleckmann. 4. Französisch(5 St w.). Grammatik nach Plötz Elementargrammatik L. 61— 112 und Schulgrammatik L. 1— 14. Mündliche und schriftliche UÜbersetzungen, häusliche und Klassen- arbeiten, Diktate. W.: Bleckmann. S.: Dr. Müller. 5. Geschichte(2 St. w.). W.: Griechische Geschichte. S.: Römische Geschichte nach O. Jägers Hilfsbuch zum ersten Unterricht in der alten Geschichte. Manns. 6. Geographie(2 St. w.). Physikalische und politische Geographie von Deutschland nach Daniel. Sunkel. 7. Mathematik(4 St. w.). Aufgaben aus der Prozentrechnung, Mischungsrechnung, schwierige Regeldetriaufgaben, Bewegungsaufgaben.(Fölsing II, Kap. 5— 8.) Wiederholung. Anfangsgründe der Planimetrie bis zur Kongruenz und leichte Konstruktionsaufgaben. Franz. 8. Naturbeschreibung(2 St. w.). Beschreibung und Systematik der niederen Wirbeltiere. Beschreibung und Bestimmung von Pflanzen. Franz. 9. Gesang(2 St. w.). Stolzenberg. 10. Zeichnen(2 St. w.). Wenzel. * Quinta. Ordinarius: W.: Gymnasiallehrer Manns; S.: Hilfslehrer Dr. Heil. 1. Evangelische Religionslehre(2 St. w.). Biblische Geschichte des neuen Testaments mit Auswahl nach Kurtz§ 102— 171. Neu memoriert 5 Kircheplieder. Pfr. Fürer. Katholische Religionslehre(2 St. w.) S. Quarta. 2. Deutsch(2 St. w.) Lesen und Erklären von Lesestücken und Gedichten aus Hopf und Paulsiek I, 2. Lehre vom einfachen und znsammengesetzten Satz und von der Interpunktion. Vortrag ausgewählter Gedichte; Wiederholung der in Sexta gelernten. Monatlich drei Diktate und ein Aufsatz. W.: Manns; S.: Dr. Heil. 3. Latein(9 St. w.). Wiederholung des Pensums der Sexta. Einübung der unregel- mäſsigen Formenlehre und der wichtigsten Regeln der Syntax nach Ostermanns Ubungsbuch II. Vokabellernen nach Ostermann. Wöchentlich eine häusliche oder eine Klassenarbeit. W.: Manns (Wassermeier); S.: Dr. Heil. 4. Französisch(4 St. w). Grammatik nach Plötz Elementargrammatik(Lekt. 1— 60). Mündliche und schriftliche Ubungen(häusliche und Klassenarbeiten). Übersetzungen und Diktate. Im W.: Püttgen; S.: Krüger. 5. Geschichte(1 St. w.). W.: Römische Sagen; S.: Nibelungensage. Der Direktor. 6. Geographie(2 St. w.). Die vier auſsereuropäischen Erdteile. Europa mit Ausschluſs von Mitteleuropa, nach Daniel(§ 36—54, 70, 55— 69, 71, 74, 76— 84). W.: Püttgen; S: Stolzenberg. 7. Rechnen(4 St. w.). Gemeine Brüche; Wiederholung der Dezimalbrüche; Verteilungs- aufgaben, Regeldetri- und Zinsrechnung, nach Fölsing(II, Kap. II—IV). Stolzenberg. 8. Naturbeschreibung(2 St. w.). Beschreiben von Tieren und Pflanzen. Anfangsgründe der Systematik. Franz. 9. Gesang(2 St. w.). Stern. 10. Zeichnen(2 St. w.). Wenzel. 11. Schreiben(2 St. w). Stolzenberg. Sexta. Ordinarius: Oberlehrer Wagner. 1. Evangelische Religionslehre(3 St. w.). Biblische Geschichten des alten Testaments mit Auswahl nach Kurtz,§ 1—74; sowie des neuen Testaments, sofern sich dieselben auf die drei groſsen Feste beziehen. Memoriert 5 Kirchenlieder, das erste Hauptstück des Katechismus, das Unser Vater und Bibelsprüche. Pfr. Fürer. Katholische Religionslehre(2 St. w.). S. Quarta. 2. Deutsch(3 St. w.). Lesen, Erklären, Nacherzählen von Lesestücken und Auswendig- lernen von Gedichten aus Hopf und Paulsiek. Ubungen in der Rechtschreibnug; Diktate. Franz. 3. Latein(9 St. w.). Formenlehre nach der Grammatik von Ellendt-Seyffert(§ 32— 96 mit Auswahl). Mündliche und schriftliche(häusliche und Klassenarbeiten) Ubersetzungen aus dem Lateinischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Lateinische und Vokabellernen nach Oster- mann. Spohr. 4. Geschichte(1 St. w.) Griechische Sagen. Dr. Krämer. 5. Geographie(2 St. w.). Heimatkunde. Der Regierungsbezirk Cassel. Übersicht der fünf Erdteile nach Daniel(§ 1— 39). Dr. Krämer. 6. Rechnen(4 St w.). Zahlensystem. Die vier Grundrechnungsarten in benannten und unbenannten Zahlen. Einüben der Maſse, Münzen und Gewichte. Zeitrechnung. Dezimalbrüche Dr. Auth II. 7. Naturbeschreibung(2 St w.). Beschreiben von Tieren und Pflanzen. Franz. 8. Gesang(2 St. w). Stern. 9. Zeichnen(2 St. w.). Wenzel. 10. Schreiben(2 St. w.). Wenzel. Aufgaben bei der Reifeprüfung Michaelis 1887. 1. Deutscher Aufsatz: In welcher Beziehung kann das 19. Jahrhundert als das eiserne Zeitalter bezeichnet werden? 2. Lateinischer Aufsatz: De Cimbris et Teutonis. 3. Mathematik: a. Ein Dreieck zu zeichnen aus der Grundlinie, der ihr zugehörigen Schwerpunktstransversale und dem Verhältnis der beiden anderen Seiten. b. Aus der Grundlinie a eines Dreiecks, der zugehörigen Höhe ha und der Differenz der Winkel an der Grundlinie H-y die Winkel 6βl und y trigonometrisch zu bestimmen und für a— 156, ha= 105 und 6½. 7 15° 31“ 49“ 2u berechnen. c. Wie gross ist der Abstand des Gegenstandes von dem Hohlspiegel, wenn die Entfernung des Gegenstandes von dem Bilde a—a= d= 16 em und die Brennweite= 15 cm ist? d. Der Durchmesser einer Kugel ist so in zwei Teile geteilt, daſs der gröſsere Abschnitt die mittlere Proportionale zwischen dem ganzen Durchmesser und dem kleineren Abschnitt desselben ist. Durch den Teilpunkt ist eine Ebene senkrecht auf'den Durchmesser gestellt und über dem Durchschnitt dieser Ebene und der Kugel nach beiden Seiten ein senkrechter Kegel konstruiert, dessen Spitze in der Kugelfäche liegt. Wie groſs ist der Inhalt und die Oberfläche dieses Doppelkegels? Der Radius R der Kugel ist gegeben. Ostern 1888. 1. Deutscher Aufsatz: Warum führt Karl den Beinamen„der Groſse“? 2. Lateinischer Aufsatz: De Pyrrhi, regis Epirotarum, rebus gestis et varia fortuna. 3. Mathematik: a. Ein Parallelogramm zu konstruieren aus einer Seite, der zu dieser Seite gehörigen Höhe und dem Verhältnis der beiden Diagonalen. b. Aus der Seite c, dem Radius R des umbeschriebenen und dem Radius des ein- beschriebenen Kreises eines Dreiecks die Winkel trigonometrisch zu bestimmen und für c= 130, R=Z= 66 ⅞6 und= 28 dieselben zu berechnen. c. Eine Gemeinde hat von ihrer Herrschaft K Mark geborgt und ihr dafür einen Wald verpfändet, welcher jährlich einen reinen Ertrag von a Mark gewährt Die Herrschaft zahlt bei der Rückgabe des Waldes der Gemeinde noch u Mark aus. Wie lange hat die Herrschaft den Wald benutzt? Zinseszinsen zu p% Die Zeit soll für K= 20 000 Mark, a= 1500 Mark, u= 13 219,50 Mark und p= 5 berechnet werden. d. Aus einer Kugel mit dem Radius R ist ein cylinderförmiger Kern herausgebohrt, dessen Axe durch den Mittelpuukt der Kugel geht. Wie groſs ist der Inhalt des Ringes, üef aus der Kugel übrig geblieben ist, wenn er die Höhe 2 h hat? Von dem christlichen Rengionsunterricht w war Tkeiner der christlichen Schüler dispensiert. Den fakulativen jüdischen Religionsunterricht erteilten den vereinigten Schülern der beiden Gymnasien in drei Abteilungen je 2 St. w der Landrabbiner Dr. Prager, der Dirigent des jüdischen Lehrerseminars Dr. Stein und der Lehrer Gutkind. An dem Unterricht der 1. Abteilung nahmen 2 Schüler, an dem der 2. Abteilung 4 Schüler, an dem der 3. Abteilung 5 Schüler des Wilhelms-Gymnasiums teil. An dem fakultativen hebräischen Unterricht nahmen teil im S.: 6 Schüler der Prima und 11 der Sekunda; im W.: 7 Schüler der Prima und 14 der Sekunda. An dem fakultativen englischen Unterricht beteiligten sich 4 Schüler der Klassen I und II. 51 Turnen:(Sommer 24, Winter 24 St. w.) Stern S: M. I 1 und 2, M III 2, O0. III 1 und 2, M. V. W.: M I 1 und 2, 0. III 1 und 2, M. IV. Stolzenberg S: M. II 1 und 3, M. und O IV, M. V, M. und O. VI. Sunkel S: M. III 1; W.: O. V. Während des Sommers hatten 414 Schüler in 12 Abteilungen, im Wintersemester 409. Schüler in 12 Abteilungen je 2 St. w. Unterricht. Im Sommer Varen 23(davon 3 teilweise), im Winter 21 Schüler vom Turnen dispensiert- An dem Baden und Schwimmen in der Militärschwimmanstalt, welche den Schülern der beiden Gymnasien für bestimmte Stunden des Tages zur Benutzung reserviert war, beteiligten sich 266 Schüler des Wilhelms-Gymnasiums. Schwimmunterricht erteilten die Schwimmlehrer des 3. hessischen Infanterieregiments Nr. 83 an 105 Schüler. Gesang in 6 Abteilungen(13 St. w.) Stolzenberg und Stern. Die erste Abteilung (renor und Baſs) zühlte im S.: 52, im W.: 52 Schüler, die zveite Abteilung(Sopran und Alt) im S.: 87, im W.: 85, darunter auch Quintaner, die dritte Abteilung(Tertianer) im S.: 50, im W.: 51, die vierte Abteilung(Quartaner) im S.: 37, im W.: 37. Jede dieser Abteilungen hatte wöchentlich 2 Gesangstunden. Daneben erhielten die Klassen Quinta und Sexta w. je 2 St. Klassen-Gesangunterricht. Es erteilte denselben in den Klassen Quinta und Sexta(je 2 St.) Stern, in den anderen Klassen Stolzenberg. zeichnen für Schüler der drei oberen Klassen(2 St. w.) Wenzel. An diesem fakul- tativen Unterrichte, der den vereinigten Schülern des Friedrichs- und Wilhelms-Gymnasiums in unserem Zeichensaale erteilt wurde, beteiligten sich im S. S, im W. 10 Schüler der Klasse III des Wilhelms-Gymnasiums. 4. Verzeichnis der eingeführten Lehrbücher. Religion: 1. evang. Katechismus und 150 Kernlieder(VI—D), Kurtz, Biblische Ge- schichten(VI- III), Bibel(III—D), Holzweissig, Repetitionsbuch für den evang. Religions- unterricht(III— D). 2. kathol. Diözesan-Katechismus(VI—III), Biblische Geschichte von Schuster(VI—IV); Dubelmann, Religionshandbuch(III); Dreher, Lehrbuch der kath. Religion(II und J. Deutsche Sprache: Deutsches Lesebuch von Hopf und Paulsiek(in jeder Klasse der für dieselbe bestimmte Teil); Regeln und Wörterverzeichnis für die deutsche Rechtschreibung Lateinische Sprache: Ellendt-Seyffert, Lateinische Grammatik(VI-; Oster- mann, Lateinisches Ubungsbuch mit Vokabularium(VI—IV); Gereimte Geschlechtsregeln(VI und V); Süpfle, Aufgaben I(III); Süpfle, Ubungsschule(II); Seyffert, Übungsbuch(II 1 und D); Lhomond, Urbis Romae viri illustres(IV); Ovid von Siebelis(III).— Griechische Sprache: Bamberg, Griechische Grammatik(IIII); Ostermann Ubungsbuch(IID); Seyffert, Griechisches UÜbungsbuch(II—I).— Hebräische Sprache: Seffer, Hebräisches Elementarbuch(II I); Hebräische Bibel(I). Französische Sprache: Plötz, Elementargrammatik(V und IV); Plötz, Schulgrammatik (III—D; Chrestomathie(III und II. 52 Englische Sprache: Gesenius, Elementarbuch(II und I). Geschichte: Jäger, Hülfsbuch(IV); Eckertz, Hülfsbuch(III); Pütz, Grunqdriſs für obere Klassen(II und IJ). Geographie: Diefenbach, Der Regierungsbezirk Cassel(IVY—I); Daniel, Leitfaden (V-III); Atlas von Richter. Rechnen und Mathematik: Fölsing, Rechenbuch 2. Teil(V—IV); Heis, Arithmetik (IIID; Uth, Leitfaden der Planimetrie(IV—I); Schlömilch, Logarithmen(II 1 und J); Nagel, Stereometrie(I). Naturbeschreibung: Leunis, Leitfaden der Naturgeschichte(V— III). Physik: Trappe, Physik(II und I). Gesang: Brandt, Chorgesangschule(VI-—III); Sering, Chorbuch(Chor). Die lateinischen, griechischen und französischen Klassiker sind(auſser Ovid) nur in Textausgaben in Gebrauch. II. Verfügungen der vorgesetzten Behörden. Cassel, 21. März 1887. Es wird der Anstalt ein aufserordentlicher Zuschuſs bis zu 2300 Mark bewilligt. Cassel, 4. April 1887. Das Wilhelms-Gymnasium wird als vollberechtigt anerkannt und unter die militärberechtigten Anstalten aufgenommen. Cassel, 9. Juni 1887. Verfügung, die Konservierung der vorgeschichtlichen Altertümer betreffend. Cassel, 11. Juni 1887. Bewilligung eines aufserordentlichen Zuschusses von 4400 Mark zur Vervollständigung der Sammlungen. Cassel, 22. Juni 1887. Verfügung über Anlage und Inhalt der Verwaltungsberichte. Cassel, 25. Juli und 17. August 1887. Zusendung zweier Schriften über die Sonnenfinsternis. Cassel, 9. August 1887. Fortzahlung des Gehaltes an die wissenschaftlichen Hilfslehrer während ihrer Einberufung betreffend. Cassel, 30. September 1887. Die internationale Ausstellung in Melbourne betreffend. Cassel, 16. November 1887. Berichte über Kunstsammlungen der Anstalt betreffend. Cassel, 2. Dezember 1887. Verfügung, dafs Schülern nach 11⁄½jährigem Besuche der Untersekunda das Zeugnis der wissenschaftlichen Befähigung für den einjährig-freiwilligen Militär- dienst nur dann erteilt werden darf, wenn die betr. Schüler sich die Lehraufgabe des ganzen ersten Jahres der Sekunda vollständig angeeignet haben, was nötigenfalls durch eine besondere Prüfung festzustellen ist. Cassel, 27. Dezember 1887. Bewilligung eines einmaligen Zuschusses von 1596 Mark zur Deckung des erhöhten Wohnungsgeldzuschusses der ordentlichen Lehrer. Cassel, 23. Januar 1888. Der Direktor wird beauftragt, bei der Entlassungsprüfung zum Ostertermin d. J. die Geschäfte des Königl. Kommissars zu versehen. Cassel, 30. Januar 1888. Oberlehrer Dr. Langsdorf wird auf seinen Antrag von den Geschäften eines Bibliothekars der Anstalt entbunden und dieselben dem Hilfslehrer Sunkel übertragen. 53 Cassel, 7. Februar 1888. Mitteilung eines Ministerialerlasses, betreffend die periodische Reinigung der Zuführungskanäle bei Luftheizungen. Cassel, 7. Februar 1888. Ministerialverfügung, betreffend die Befreiung vom Zahlen des Schulgeldes.. Cassel, 9. Februar 1888. Überweisung einer s. Z. von dem Herrn Oberpräsidenten der höheren Gewerbeschule übergebenen Büchersammlung an das Wilhelms-Gymnasium. III. Chronik des Gymnasiums. Das neue Osterschuljahr wurde Montag den 18. April nachmittags 3 Uhr mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet Als wissenschaftliche Hilfslehrer traten mit der Eröffnung des Schuljahres beim Gymnasium ein Dr. Heil und Degenhardt. Bernhard Heil, geboren am 12. April 1861 zu Hersfeld, besuchte das Gymnasium daselbst bis Ostern 1879, und studierte darauf in Marburg und Leipzig klassische Philologie und Geschichte. Im Juli 1883 bestand er in Marburg das examen pro facultate docendi und genügte vom Herbst 1883 bis 1884 seiner militärischen Dienstpflicht. Nachdem er gleichzeitig(im August 1884) die philosophische Doktorwürde erlangt hatte, begann er im Herbst 1884 am Gymnasium zu Hersfeld das Probejahr abzu- legen. Am 1. Mai 1885 zur Vertretung eines erkrankten Lehrers an das Gelehrten-Gymnasium in Wies- baden berufen, verblieb er dortselbst als wissenschaftlicher Hilfslehrer bis Ostern 1887. Georg Degenhardt, geboren den 31. Januar 1858 zu Schleida im Groſsherzogtum Sachsen- Weimar, besuchte das Gymnasium zu Hersfeld bis Michaelis 1878 und studierte dann auf den Universitäten zu Leipzig und Marburg Mathematik und Naturwissenschaften. Nachdem er im Sommer 1882 zu Marburg die Prüfung pro facultate docendi gemacht hatte, wurde er von Michaelis 1882 an dem Gymnasium zu Fulda zur Ableistung des pädagogischen Probejahres überwiesen, genügte alsdann der Militärpflicht und besuchte die Turnlehrerbildungsanstalt in Berlin. Zu Ostern 1886 wurde er dem Wilhelms-Gymnasium zu Cassel und Michaelis desselben Jahres dem Gymnasium zu Marburg zur Aushilfe beim Unterricht überwiesen, bis er Ostern 1887 hierher zurückkehrte. Als Probandi traten ein die Kandidaten des höheren Schulamtes Dr. v. Hagen und Dr. Krüger. Von den Probanden des vorhergehenden Jahres hatte Wassermeier am Schluſs seines Probejahres die Anstalt verlassen, um in Marburg seine einjährige Dienstzeit abzuleisten, die Kandidaten Dr. Müller und Spohr bleiben zu weiterer Hilfeleistung im Unterricht am Gymnasium. Mit dem Beginn des Schuljahres wurde die Rendantur der beiden Gymnasien getrennt und die des Wilhelms-Gymnasiums dem Lehrer Stern übertragen. Am 26. April fand zum Gedächtnis des hundertjährigen Geburtstages Ludwig Uhlands eine Feier in der Aula des Gymnasiums statt, bestehend in Gesängen und Deklamationen Uhland- scher Lieder und einer Festrede des Oberlehrers Dr. Langsdorf. Am 15. Mai starb ein braver Schüler der MIIIe Wilhelm Gundelach. In der Morgen- andacht des folgenden Tages gedachte der Direktor des Dahingeschiedenen, am 17. Mai geleiteten ihn der Direktor, sowie die Lehrer und Schüler der Tertien zu Grabe. Am 18. Mai beteiligten sich an der Versammlung von Lehrern der höheren Lehranstalten der Provinz zu Eschwege 10 Lehrer der Anstalt, weshalb nur Unterricht von 7—9 Uhr erteilt wurde. Vom 2. Juni an trat der Kandidat des höheren Lehramtes Dr. Knabe, bisher am 54 hiesigen Realgymnasium, zum Wilhelms-Gymnasium über, um als Hilfslehrer ohne Remuneration zunächst den gröſsten Teil des Unterrichts des erkrankten Gymnasiallehrers Franz zu übernehmen. Dienstag den 21. Juni machten sämtliche Klassen des Gymnasiums unter Führung ihrer Lehrer Ausflüge nach verschiedenen näheren oder ferneren Orten der Umgegend. Ferner machte der Primaner-Gesangverein, aus Primanern der beiden Königl. Gymnasien bestehend, in den ersten Tagen der Sommerferien unter Leitung des Direktors des Friedrichs-Gymnasiums eine Tour durch die Rhön. Die Sommerferien begannen am 2. Juli und dauerten bis zum 1. August. Am 4. und 5. August besuchte Herr Geh. Oberregierungsrat Dr. Stauder in Be- gleitung des Herrn Provinzialschulrat Dr. Lahmeyer mehrere Unterrichtsstunden der oberen Klassen und liefs sich am letztgenannten Tage sämtliche Lehrer der Anstalt vorstellen. Die schriftliche Maturitätsprüfung für den Michaelistermin fand in der Zeit vom 8. bis 15. August statt, die mündliche unter dem Vorsitze des Herrn Provinzialschulrat Dr. Lah- meyer am 20. und 21. September. Das Sedanfest am 2. September wurde vormittags durch einen öffentlichen Schulakt in der Aula gefeiert, bestehend aus patriotischen Gesängen, Deklamationen und einer Rede des Gym- nasialhilfslehrers Sunkel, worin derselbe einige Bilder aus der Geschichte Straſsburgs gab und die Wiedergewinnung desselben im Jahre 1870 schilderte. Nach der Feier wurde die Dichtung „Der Krieg gegen Frankreich“ von C. Brandenburg(vergl. vor. Programm S. 26) dem primus omnium Volz von dem Direktor als Prämie überreicht. Nachmittags unternahm die Anstalt in derselben Weise wie im vorhergehenden Jahre einen Ausflug in den Habichtswald. Am 14. September verlieſs Dr. v. Hagen seine hiesige Stellung als Probandus, um in gleicher Eigenschaft an das Gymnasium zu Erfurt überzugehen, dagegen trat nach den Michaelis- ferien als Probandus ein der Kandidat des höheren Schulamtes Schmitt. Dr. Müller schied mit dem Beginn des Winterbalbjahres von der Anstalt, um in Biebrich a. Rh. den erkrankten Rektor des dortigen Realprogymnasiums in seinen Lehrstunden zu vertreten. Sonnabend den 24. September morgens 10 Uhr war die Schluſsfeier des Herbstschul- jahres und feierliche Entlassung der Abiturienten. 1. Choralgesang:„Lobe den Herren“ v. 1, 2, 5.— 2. Lateinische Rede des Abiturienten v. Stamford: Arminius haud dubie liberator Germaniae.— 3. Chorgesang: Komitat(„Nun zu guter letzt“ etc.)— 4. Deutsche Rede des Abiturienten Gervinus: Die Entstehuug des römischen Kaisertums deutscher Nation und seine Folgen für Deutschland.— 5. Chorgesang: Bundeslied(„Trennt uns Glauben“ etc).— 6. Ent- lassung der Abiturienten durch den Direktor.— 6. Chorgesang: Gaudeamus igitur etc.— Herr Provinzialschulrat Dr. Lahmeyer und Herr Geh. Regierungsrat Kretschel beehrten die Feier durch ihre Gegenwart. Die Herbstferien dauerten vom 24. September bis zum 10. Oktober. Das Winter- semester und mit ihm das neue Herbstschuljahr wurde Montag den 11. Oktober nachmittags 3 Uhr mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet. Am 21. Oktober überbrachte der Direktor in Begleitung des ersten Oberlehrers und des ersten ordentlichen Lehrers der Anstalt dem Direktor des Friedrichs-Gymnasiums Herrn Dr. Vogt die Glückwünsche des Lehrerkollegiums zu seinem fünfundzwanzigjährigen Direktorjubiläum. Vom 24. Oktober an übernahm der Cand. prob. Wehmeyer, von Ostern vorigen Jahres 55 in gleicher Eigenschaft an dem Gymnasium in Dillenburg, gegen Remuneration den Unterricht des erkrankten Religionslehrers Pfarrer Fürer. Am 4. November und 1. Februar wohnte Herr Provinzialschulrat Dr. Lahmeyer dem Unterrichte mehrerer besonders jüngerer Lehrer und Kandidaten bei. Sonntag den 27. November, am 1. Advent, wurde die gemeinschaftliche Feier des heiligen Abendmahls von evangelischen Lehrern und Schülern der Anstalt in der Oberneustädter Kirche begangen. Am 6. Dezember wurde in der Aula unter Leitung des Gesanglehrers Stolzenberg eine musikalische Abendunterhaltung veranstaltet, die sich eines sehr zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. Der Ertrag wurde zum gröſsten Teil zur Vermehrung der Bibliotheca pauperum bestimmt. Zum Schluſs der Schule vor den Weihnachtsferien fand am 23. Dezember eine gemein- same Weihnachtsandacht statt. Die Ferien dauerten bis zum 9. Januar. Mit dem 12. Januar schied Kandidat Spohr aus seiner bisherigen Stellung am Gymnasium, um sich zunächst zu einer weiteren Prüfung vorzubereiten. Den von ihm erteilten lateinischen Unterricht in M VI übernahm der Kandidat des höheren Lehramtes Thieme, der für Ostern d. J. dem Wilhelms-Gymnasium als Probandus zugewiesen ist, Die schriftliche Maturitätsprüfung für den Ostertermin fand in der Woche vom 20. bis 25. Februar statt, die mündliche unter dem Vorsitze des Direktors am 17. März. Zu Ostern d. J. wird der Titular-Oberlehrer Dr. Langsdorf von dem hiesigen Gym- nasium scheiden, um als etatsmäſsiger Oberlehrer an das neue Gymnasium zu Frankfurt a. M. überzugehen. Abgesehen von kleineren Untetbsechungen des Unterrichts durch Unwohlsein oder Beur- laubung von Lehrern erlitt derselbe leider manche länger dauernde empfindliche Störungen. Von Ostern bis Pfingsten war Gymnasiallehrer Bleckmann, vom 15 Juni bis zu den Juliferien Hilfslehrer Degenhardt zu militärischer Dieustleistuns eingezogen, Gymnasiallehrer Franz konnte vom 18. bis 30. August und ebenso vom 23. Februar bis 5. Mär⸗ wegen Beteiligung an der Prüfung für Einjährig-Freiwillige nur einen Teil seiner Unterrichtsstunden geben. Derselbe war zu Anfang Mai dauernd erkrankt und vom 9. Juni an bis zu den Juliferien zu völliger Wiederberstellung seiner Gesundheit beurlaubt. Oberlehrer Püttgen mulste wegen Krankheit vom 6. bis zum 21: Juni vertreten werden, Pfarrer Fürer erkrankte am 9. September und wurde vom 24. Oktober an für das ganze Winterhalbjahr von seinem Amte als Religionslehrer entbunden, am 24. Oktober erkrankte auch Professor Dr. Auth I und konnte erst vom 28. No- vember an einen Teil seiner Unterrichtsstunden wieder geben. In dem mathematischen Unter- richt der O IIIi mufste er bis zum Schluſs des Semesters vertreten werden. Vom 23. Januar war Gymnasiallehrer Bleckmann krank; vom 18. Februar an übernahm er wieder einen Teil seiner Unterrichtsstunden, in OV und MVI. wurde er vertreten bis zum Schlufs des Semesters. Am 22. Februar erkrankte Hilfslehrer Degenhardt, konnte jedoch am 7. März seinen Unter- richt wieder aufnehmen. Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen während des Schuljahres ein zufriedenstellender, nur waren im Februar und März viele an Erkältungen, Masern oder Scharlach krank, so daſs z. B. am Sonnabend den 25. Februar 62 Schüler fehlten. 56 W. Statistische Mitteilungen. A. Religions- und Heimatsverhältnisse der Schüler. Evang. Kath. Dissid. Juden. Einheim. Ausw. Ausl. b.. 1. Am Anfang des Sommersemesters 372 V 39 V. 24 330 93 12 435 2. Am Anfang des Wintersemesters 364 37 V 27 322 96 10 428 3. Am 1. Februar 1887. 363 37 V 27 321 96 10 427 B. Frequenztabelle für das Schuljahr 1887/88. Osterklassen Herbstklassen 5 ½ ——=——=——————— 9 8 oIIſo II2 OIVOVoVI] sa. 11 MI2MIIMIIZ MIIIIIuI2 MIV·MVIMVI Sa.& Frequenz am Anfang des Schuljahres 28 28 34 49 46 185] 18 19 22 31 24 34 37 32 33 250 435 1887/88 Zugang im Sommer- 5 semester.... 1 1 2 2 .— Abgang im Sommer- semester.... 1 3 1 2 1 8 1 1 6 8 16 Zugang durch Ver-. gn 3 5 setzung zu Michaelis 3 16 16 26 16 21 28 25 26 174 174 Zugang durch Über- gang in Cötus 0 7 77 8 4 4 30 3 2 2 6 13] 43 bezw. II.. Zugang durch Auf. nahme zu Michaelis 3 1 1 5 1 1. 4 2 2 2 1 2 27 41 46 Frequenz am Anfang.. des Kintersemesters] 36 23 38 49 40 191 18 20 3⁰ 2³3 23 30 27 31 35 237 428 Zugang im Winter- semester.... 1 1 1 1 2 Abgang im Winter-. semester.. 1 1 1 3 3 Frequenz am 1. Fe-, 5 brar 1888... 36 27 38 48 40 189 18 21 30 23 23 30 27 31 35 238 427 Danre hatrtanlass 15⁄12 14 ⁄124 13 7⁄11 111 ⁄2 10 ⁄⁰— 19 ⁄1⁰ ß18 17 9½ 16 14 ⁄2 13 ⁄2 12 181 11 ⁄11 10 1—— Das Zeugnis für den einjährigen Militärdienst erhielt zu Ostern 1887 1 Schüler, zu Michaelis 1887 26 Schüler; davon sind zu einem praktischen Beruf abgegangen 4. 57 C. UÜUbersicht über die Abiturienten. 5——— 8 Dauer des Vor- Geburts-.5 5b Des Vaters Aufenthalts Zuname. name. 2 in Jhn ſaa Aer Gewählter Beruf. Tg. Monat. Ih. Ort. A Stand. Wohnort. ſGymnas. Prima. 1VOI. Oskar 31 Aug. 69 Neuhof.... ref. Oberlandesgerichtsr.]) Cassel...] 9. 2 Rechtswissenschaft. 2[v. Stamford.. Gustav 7(April 69 Cassel ref. Major a. D. Cassel... 9 2 Heeresdienst. 3[Schmid..... August 22 Juli 69 Cassel ref. † Regierungsrat.. Cassel... 9 2 Rechtswissenschaft. 4 Happich.... Ludwig 22 Nov. 67, Hersfeld.... ref. † Buchdruckereibes. Hersfeld.. 10 ½ 2 Theol. und Philol. 5[Gervinus.... Hermann 9 Jan. 68 Grebenstein.. ref.[Rechtsanwalt... Cassel... 10 ½ 2 Theologie. 6 Wagner. Richard 6 Juni 67 Besse..... ref. Lehrer...... Cassel J11 2 Heilkunde. 7Delius... Wilhelm 15 Sept. 66 Swinemünde.. ref. Regierungsrat... Cassel.. 8 3 Heilkunde. 8IFerling..... Julius 10 März 68 Cassel ref. Lazaretinspektor.. Cassel... 9 2 Theologie. dKoch... Ernst 26 Juli 67 Cassel luth.† Kaufmann.... Cassel... 8 2 Heilkunde. 10 Bornmann... Ernst 25 Febr. 66 Nieste luth. Lehrer...... Schiffenbach] 10 ½ 3 Theologie. 11[Scherer.. Baptist 15 März 69 Altona. kath.Steuerrat..... Cassel 3 2 Forstwissenschaft. 12 Wittich.... Ernst 8(Juli 65 Gensungen ref. Kaufmann..... Gensungen†11 ½ 3 Theologie. 13 ·Seitz. Adolf 29 Nov. 67 Dannstedt...[luth. † Eisenbahnsekret. Cassel... 4 ½ 2 Theologie. 14 Schaumlöffel. Theodor 14 Sept. 63 Merxhausen.. ev. Mühlenbesitzer.. Merxhausen] 4 4 Theologie. 15ILucke.. Thankmar 8 Jan. 66 Oedinghausen. jev.[† Gutspächter... Oedinghsn.. 5 ½⁰ 2 Rechtswissenschaft. 16 vilmar..... Paul 20 Sept. 68 Lippstadt... ref. Oberlehrer a. D.. Cassel... 9 ½ 2.(Heilkunde. 17[ator. Adolf 25 Sept. 66 Cassel ref. † Lehrer.... Cassel... 1 1 Theologie. 18] wolfff.... Karl 26 April 65 Marburg ref. Pfarrer..... Cassel. 1 1 Theologie. 1— 4, 6 und 7 wurden von der mündlichen Prüfung dispensiert. Herodot ed. Abicht.— Homer, Ilias ed. Ameis, ed. La Roche. V. Sammlungen und Lehrmittel. I. Lehrer-Bibliothek. A. Angeschafft wurden: Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik.— Zeitschrift für das Gymnasialwesen.— Bibliotheca philologica. 39. Jahrgang.— Gymnasium V.— Meyer, Conservations-Lexikon, Band 7, 8.— Scherr, Bildersaal der Weltlitteratur.— Volkmann, Die Rhetorik der Griechen und Römer.— Roscher, Lexikon der griech. und röm. Mythologie.— Richter, Die Spiele der Griechen und Römer.— Schanz, Beiträge zur historischen Syntax der griech. Sprache,— V.— Menge, Repetitorium der griechischen Syntax.— Hermann, Lehrbuch der griechischen Antiquitäten, II— IV.— Bursian, Geographie von Griechen- land.— Bötticher, Die Akropolis von Athen.— Demosthenes, Reden ed. Rehdantz.— Fox, Kranzrede.— Odyssee ed. Ameis.— Helbig, Das homerische Epos.— Gemoll, Einleitung in die homerischen Gedichte.— Seiler, Wörterbuch zu Homer.— Plato ed. Sehmelzer, 1—9. ed. Cron u. a., 1—7.— Deuschle, Dispositionen zur Apologie u. s. w.— Sophocles, ed. Wecklein, II, IV.— Sophocles ed. Schneidewin, 1—7. ed. Wolff, 1—5.— Brambach, 58 Sophocles Gesänge metrisch erklärt.— Thucydides, ed. Classen, 4— 8. ed. Böhme. 1— 4.— Xenophon, anabasis ed. Rehdantz. ed. Vollbrecht. ed. Kühner.— Ribbeck, Geschichte der römischen Dichtung, I.— Menge, Repetitorium der lateinischen Syntax und Stilistik.— Draeger, Historische Syntax der lateinischen Sprache.— Caesar, de bell. Gall. ed. Kraner.— bell. Gall. ed. Doberenz.— bell. civ. ed. Doberenz.— v. Goeler, Caesars gallischer Krieg.— Cicero, Reden ed. Halm, 1— 7. de orat. ed. Sorof. orator ed. Jahn. Brutus ed. Jahn. de officiis ed. Heine. Cato maior ed. Sommerbrodt. Tuscul. ed. Tischer. Laelius ed. Lahmeyer.— Cicero, de finibus ed. Holstein. de legibus ed. Mesnil. de officiis ed. Müllcr. Cato maior ed. Meiſsner. Tuscul. ed. Heine. de orat. ed. Piderit. Reden ed. Richter und Koch.— pro Plancio ed. Köpke.— Horaz, ed. Kieſsling, 1— 2.— Horaz, ed. Schütz, 1— 3. ed. Nauck und Krüger.— Schiller, Die lyrischen Versmaſse des Horaz.— Livius ed. Weilsenborn, 1— 10. ed. Lutter- becker etc., 2— 28.— Ovid, ed. Haupt, 1— 2. Metam. ed. Siebelis.— Sallust. ed. Euſsner.— Tacitus, ed. Nipperdey, 1— 2. hist ed. Heraeus. annal. ed. Draeger.— Draeger, UÜber Syntax und Stil des Tacitus.— Gerber und Greef, Lexicon Taciteum.— Sirker, Taciteische Formenlehre.— vVergil, ed. Ladewig, 1— 3. Aeneis ed. Kappes.— Weidner, Kommentar zu Vergils Aeneis I und II.— Grimm, Deutsches Wörterbuch VII. 9.— Menge, Geschichte der deutschen Litteratur.— Hempel, Ausgabe deutscher Klassiker, vollständig.— Deutsches Heldenbuch, 1— 5.— Rückert, Gedichte.— Herbst, Matthias Claudius.— Herbst, Johann Heinrich Vols.— Freytag, Erinnerungen aus meinem Leben.— Geibel, Werke, 8 Bde.— Jordan, Nibelungen.— Langguth, Goethe als Pädagog.— Vilmar, Zum Verständnisse Goethes.— Proelſs, Scheffels Leben und Dichten.— Frick und Polack, Aus deutschen Lesebüchern.— Klaucke, Erläuterungen I, II.— Klaucke, Zur Erläuterung deutscher Dramen.— Eberhard, Poesie in der Volksschule, 1—III.— Mahrenholtz, Deutche Dichter.— Unbescheid, Dramatische Lektüre.— Martin, Mittelhochdeutsche Grammatik.— Willmanns, Orthographie.— Keller, Deutscher Antibarbarus.— Beyer, Deutsche Poetik.— Naumann, Abfassung deutscher Aufsätze.— Naumann, 25 Themata.— Cholevius. Dispositionen.— Apelt, Der deutsche Aufsatz.— Laas, Der deutsche Aufsatz.— Meyer, Aufsatzregeln.— Lücking, Französische Grammatik. Gesenius, Hebräisches Wörterbuch.— Lange, Deutsche Götter- und Heldensagen.— Rückert, Lehrbuch der Weltgeschichte.— Jaeger, Welt- geschichte, 1— 8.— Dietsch, Lehrbuch der Geschichte.— Oncken, Weltgeschichte I, 5. Hertzberg, Hellas und Rom.— II, 1. Hertzberg, röm. Kaiserreich.— II,2. Dahn, Urgeschichte der germ. Völker.— II,4. Mäüller, Islam, 1, 2.— II,5. Kugler, Kreuzzüge.— II,. Prutz, Staatengeschichte des Abendlands, 1, 2.— II,z. Hertzberg, Byzantiner und Osmanen.— II,s. Geiger, Renaissance und Humanismus.— II,10. Schiemann, Ruſsland, 1.— III,z. Philippson, Philipp II.— III,4. Stern, Englische Revolution.— III,5. Philippson, Ludwig XIV.— III,s. Oncken, Friedrich der Groſse, 1, 2.— III,. Wolf, Maria Theresia.— III, 10. Brückner, Katharina II.— IV,1. Oncken, Revolution, Kaiserreich, Befreiungskriege, 1.— IV,2. Flathe, 1815— 51.— IV,a. Hopp, Bundesstaat in Nordamerika.— Geschichtstabellen des Katharineum in Lübeck.— Herbst-Baumeister, Quellenbuch zur alten Geschichte.— Kraemer, Historisches Lesebuch.— Schäfer, Demosthenes und seine Zeit, III.— Droysen, Vorlesungen über das Zeitalter der Freiheits- kriege.— Adami, Buch von Kaiser Wilhelm I.— Klein, Fröschweiler Chronik.— Schweiger-Lerchen- feld, Das eiserne Jahrhundert.— v. Sybel, Weltgeschichte der Kunst.— Hagenbach, Kirchengeschichte.— Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes.— Röhringer, Die Kirche Christi und ihre Zengen.— Keim, Geschichte Jesu v. Nazareth.— Münscher, Geschichten aus dem Hessenland.— Guthe-Wagner, Lehrbuch der Geographie.— Kirchhoff, Allgemeine Erdkunde, Band 1 nnd 2.— Schloemilch, UÜbungsbuch zum Studium der höhern Analysis.— Kraft, Probleme der analytischen Mechanik.— Schell, Theoretische Mechanik.— Leunis, Synopsis der Pflanzenkunde.— Leunis, Synopsis der Mineralogie und Geognosie.— Eckardt, Bau des menschlichen Körpers.— Biese, Die Entwicklung des Naturgefühls.— Muff, Das Schöne.— Ballauf, Die Elemente der Psychologie.— Wolff, Die Lehre Herbarts von der menschlichen Seele.— Müller, Einleitung in die vergleichende Religionswissenschaft.— Fürer, christliche Fest- stunden.— Dieffenbach, Evangelische Hausagende.— Kietz, Zum Sonntag.— Kietz, 24 Psalmen.— Schütze, Entwürfe und Katechesen.— Leimbach und Hesse, Evangelische Schulandachten.— Palmié, Evangelische Schulagende.— Grau, Bibelwerk.— de Wette, Einleitung in das neue Testament.— Schorn, Handbuch zur Behandlung der biblischen Geschichte.— Winer, Grammatik des neutestament- 59 lichen Sprachidioms.— Kohle, Geschichte des Reiches Gottes.— Winer, biblisches Realwörterbuch.— Schultz-Triebel, Lieder der evangelischen Kirche.— Metzger, Hilfsbuch zum Verständnis der Bibel.— Zeller, Biblisches Wörterbuch.— de Wette, Das neue Testament I.— Preuls, Bemerkungen und Winke zur Behandlung der biblischen Geschichte.— Jahrbuch des Vereins für wissenschaftliche Pädagogik.— Centralblatt für die gesammte Unterrichtsverwaltung in Preuſsen.— Lehrproben und Lehrgänge, 10— 13.— Instruktionen für den Unterricht an den Gymnasien in Oestreich.— Weisungen für die Führung des Schulamts an den Gymnasien in Oestreich.— Rethwisch, Jahresbericht über das höhere Schulwesen.— Schiller, Lehrbuch der Geschichte der Pädagogik.— Mushacke, Statistisches Jahrbuch VIII, 1.— Lange, Über Apperception.— Rein, Herbarts Regierung, Unterricht und Zucht.— Rein, Pickel und Scheller, Theorie und Praxis des Volksschulunterrichts, I, III— VI.— Ackermann, Pädagogische Fragen.— Ufer, Vorschule der Pädagogik Herbarts.— Ziller, Allgemeine Pädagogik.— Ziller, Grund- legung zur Lehre vom erziehenden Unterricht.— Stoy, Encyklopädie, Methodologie und Litteratur der Pädagogik.— Kern, Grundrifs der Pädagogik.— Frick und Friedel, In wie weit sind die Herbart- Ziller- Stoy'schen Grundsätze u. s. W.— Wendt, Herbart-Anthologie.— Alexi, Reform der höhern Schulen.— Eckstein, Lateinischer und griechischer Unterricht.— Lyon, Zeitschrift für den deutschen Unterricht.— Vogt, Das Deutsche als Ausgangspunkt im fremdschaftlichen Unterricht.— Laas, Der deutsche Unterricht.— Hornemann, Reform des neusprachlichen Unterrichts.— Loewe, Uber den Anfangsunterricht im Französischen.— Körting, Gedanken und Bemerkungen über das Studium der neuern Sprachen.— Schütze, Evangelische Schulkunde.— Kehr, Der christliche Religionsunterricht.— Junge, Der Dorfteich.— Stauber, Studium der Geographie. Bilder. v d. Launitz, Akropolis von Athen.— Kunsthistorische Bilderbogen.— Graul, Bilderatlas zur Einführung in die Kunstgeschichte. Bufsler, Musikalische Elementarlehre. Geschenkt wurden: Von dem Königl. Ministerium des Unterrichts: von der Linde, Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst, II und III. Von dem Königl. Provinzial-Schulkollegium: Marburger Universitäts-Programm zu Kaisers Ge- burtstag 1887: Niese, Josephi epitome I.— Zenker, Sichtbarkeit und Verlauf der totalen Sonnen- finsternis vom 19. August 1887.— Die totale Sonnenfinsternis vom 19. August 1887.— Schwendener, Richtung und Ziele der mikroskopisch-botanischen Forschung. Von Herrn Prozinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer: Keck, Nibelungensage.— Schlichting, Europa.— Wossidlo, Zoologie.— Goldschmidt, Geschichte der Grafschaft Lingen.— Stüve, Landgemeinden in Niedersachsen.— Stolle, 1813, historischer Roman.— Meyr, Am Anfang schuf Gott.— Jansen, Uve Jens Lornsen.— Pfundheller, Words from the poets.— D. Müller, Alte Geschichte.— Chalybaeus, Entwicklung der speculativen Philosophie.— Haupt, Die Vizelinskirchen.— Leunis, Schulnaturgeschichte II.— Ahrens, de dialecto Dorica.— Goebel, Werke der englischen Litt., 1— 6, 8— 9, 11.— Dietrich Braga.— Stolle, Weltbürger, hist. Roman.— 107 Programme.— Schneider, Platonische Metaphysik.— Petersen, Hausgottesdienst der alten Griechen.— Cavallari, Entwicklung der Künste.— Müller, Trachten der Römer.— v. Lasoulx, Untergang des Helleuismus.— Cicero de officiis ed. Beier.— Runge Mineralogie in der Volksschule.— Baumgarten, Polytechnische Litt. Frankreichs, I—III.— Herrmain, Griechische Schulgrammatik.— Kaegi, Griechische Schulgrammatik.— Wossidlo, Zoologie.— Wers. Französisches Lesebuch.— Schneider, Französisches Lesebuch.— Deutschbein, Lehrgang der hoven, englischen Sprache.— Foelsing-Koch, Lehrbuch der englischen Sprache. Vvon Herrn Geh. Oberregierungsrat Mittler: Walther v. d. Vogelweide ed. Pfeiffer.— Valerii Maximi dictor. factorumque memorabilia— Cypriani de vanitate idolorum liber.— Publ. Terentii Afri comoediae sex ed soc. Bipontina.— Macaulay, Geschichte von England, Band 2— 4.— Taciti opera ed. Weise, I und II.— Die Gründung der hessen-casselschen Gemäldegallerie.— Hagedorn, Die Rettung des kurfürstlichen Schatzes.— Büft, Kurhessisches Kirchenrecht.— Oeuvres de Voltaire, Band 40— 41, 64— 65, 66— 67.— Auli Gelli noct. Attic. libri XX.— Haas, Casseler Lutherbuch.— Lach- 60 mann, Der Nibelunge Not mit der Klage.— Kellner, Kurzer Abriſs der Geschichte der Regierungsbezirke Gassel und Wiesbaden.— 46 Programme und kleinere Schriften.— v. Helwig, Die Sage vom Wolfs- brunnen.— Martin, Die christliche Kirche und der preufsische Staat.— Finck, Auswahl englischer Gedichte.— Stedmann, Nachrichten von Sarinam.— Jacobs, Elementarbuch der griechischen Sprache.— Ciceronis Cato maior et paradoxa ed. Billerbeck.— Plutarch, Timoleon, Philopömen u s. w. ed. Bredow.— Ciceronis orationes VII ed. Matthiae.— Pöhlke, Darstellende Geometrie.— Arnold, Uber das Verhältnis der Reichs- zur Stammesgeschichte.— Zeitschritt des Vereins für hessische Geschichte N. F. I, 2—4. IX, 1— 4. X, 1— 4. XII.— Mitteilungen an die Mitglieder des Vereins für hessische Geschichte, 1884— 1886.— Chronologische Übersicht der Geschichte des brandenburgisch-preuſsischen Staates.— Nibelungenlied von v. Hagen.— Hoffmann, Baader als Begründer der Philosophie der Zukunft.— Reineke Fuchs.— Demosthenis orat. Philippiccae, Textausgabe.— A. Dumas, crimes célèbres VII.— Reidt, Rechnungsaufgaben aus Trigonometrie und Stereometrie.— Koppe, Mathematische Geographie.— 15 Programme und kleinere Schriften. Von Herrn Landgerichtspräsident Schönstedt: Revue des deux mondes, Jahrg. 1879—1885. Von Direktor Dr. Heufsner: Wille, Hanau im dreiſsigjährigen Krieg.— 5 Programme und kleinere Schriften. Von Herrn Oberlehrer Dr. Krämer: Michaelis, UÜber die Anordnung des Alphabets.— Abel, Über Sprache als Ausdruck nationaler Denkweise.— Mahn, Über Ursprung und Bedeutung des Namens Germanen.— Anton, Etymologische Erklärung homerischer Wörter. Von Herrn Oberlehrer Püttgen: Kirchhoff, Homerische Odyssee.— Wolf, Prolegomena ad Homerum. Von Herrn Oberlehrer Stoll: Stoll, Handbuch der Religion und Mythologie. Von Herrn Gymnasiallehrer Dr. Eigen brodt: Eckertz, Hilfsbuch für den ersten Unterricht in deutscher Geschichte. Von Herrn Buchhändler Wigand: Löher, General Spork.— H. Brandt, Einst und jetzt— In Lehnspflicht— Allzeit getreu— Heinrich von Brabant.— Geschichte der Regenten von Hessen-Cassel. Von Herrn Buchhändler Freyschmidt: Rohlfs, Neue Beiträge zur Entdeckung und Erforschung Afrikas.— Pierson, Preufsische Geschichte I.— Maurenbrecher, Studien und Skizzen zur Geschichte der Reformationszeit.— Lange, Litteraturgeschichtliche Lebensbilber.— Verzeichnis der neu erschienenen Bücher und Landkarten 1887. Von Herrn Buchhändler Hühn: Orig. Mitteilungen aus der ethnologischen Abteilung des königl. Museums zu Berlin.. Von Herrn Buchhändler Klaunig: Winckelmann, Hessische Chronik.— Lexicon trilingue (Amsterdam 1609).— Anakreon von Fischer.— Apollodor von Heine, 3 Bde.— Schleuſsner, novum Lexicon, 2 Bde.— Rudimann, Institutiones von Stallbaum.— Plato, von Cron und Deuschle.— Homer, Odyssee, von Crusius.— Homer, Ilias, von Koch.— Stoll, Handbuch der Religion.— Donze, Poemata (1609).— Heinsii, Poemata(1649).— Manutii Epistolarum etc.(1669).— Petarii, Rationarium (1700).— Caesaris Scaligeri etc.(1609).— Prudentii Opera(1701).— Apollonius, Grallae(1646).— cellarius, Curae etc.(1687).— Brevis replicatio(1653).— Epigrammata Oweni(1705).— Gold- schmidt, Geschichte der Römer, 2 Bde.— Frohschammer, Einleitung in die Philosophie.— Mittler, Deutsche Volkslieder.— Eisel, Sagenbuch.— Urkundliche Geschichte d. v. Hanstein, 2 Bde.— Heppe, Geschichte der hessischen Generalsynoden, 2 Bde.— Engelhard, Erdbeschreibung von Hessen.— Mallot, histoire de Hesse, 3 Bde— Kaltenbach, Pflanzenfeinde aus der Klasse der Insekten.— Koch, Die Schmetterlinge Südwestdeutschlands. Von Herrn Buchhändler Kunze Nachfolger, Wiesbaden: Herbst, Historisches Hilfsbuch. 3 Teile. 2 Exemplare. Von der Herderschen Verlagsbuchhandlung, Freiburg: v. Hengel, Lehrbuch der Algebra. Von Herrn Buchhändler Hölz el, Wien: Hölzel, Geographische Charakterbilder für Schule und Haus. 8 Hefte. 4 Von Herrn Buchhändler Springer, Berlin: Hofmann, Lehrbuch der Geschichte. 6 Hefte. 61 II. Schüler-Bibliothek. Sexta. Schnorr v. Carolsfeld, Die Bibel in Bildern.— Becker, Erzählungen aus der alten Welt, 2 Ex.— Niebuhr, Griechische Heroengeschichten.— Richter, Götter und Helden, 3 Bändchen.— Schmidt, Homers Odyssee.— Schmidt, Homers Iliade.— Witt, Giechische Götter- und Heldengeschichten.— Witt, Der trojanische Krieg.— Bilder aus dem Tierleben, 35 Bilderbogen.— Kolb, Unsere Tierwelt.— Lausch, Heitere Ferientage.— Leutemann und Specht, Tierbilderbuch und Tiergeschichten, 10 Tafeln.— Pilz, Die kleinen Tierfreunde.— Schneiders Typenatlas.— Schreibers Bilder, III. Die Jahreszeiten.— Schreibers Bilder, IV. Giftgewächse und einheimische Kulturpflanzen.— Schreibers Bilder, VI. Wilde Tiere.— Tobler, Die Haustiere und ihr Nutzen.— Wagner, Im Grünen.— Wagner, Naturgemälde der Welt.— Leutemann, Welt in Bildern, 46 Bogen.— 108 Aesopsche Fabeln.— Bilder und Märchen, 24 Bilderbogen.— Es war einmal, Märchen und Kinderlieder.— Gabriel und Supprian, Goldener Hausschatz.— Gräbner, Robinson Crusoe, 2 Ex.— Grimm, Märchen, 2 Ex.— Hey, 50 Fabeln.— Hey, Noch 50 Fabeln.— Hoffmann, Fabelbuch für die Jugend.— Horn, Columbus.— Horn, Savoyarden- büblein.— Keck und Johannsen, Vaterländisches Lesebuch.— Reinick, A-B-C-Buch.— Reinick, Märchen-, Lieder- und Geschichtenbuch.— Scherer, Rätselbüchlein.— Schmidt, Reineke Fuchs, 2 Ex.— Die schwarze Tante.— Speckter, Das Märchen vom gestiefelten Kater.— Topelius, Märchen und Erzählungen.— Campe, Robinson der Jüngere.— Lausch, Märchen, Sagen und Schwänke.— Taylor, Erzählungen für wackere Knaben. Quinta. Abicht, Lesebuch aus Sage und Geschichte.— Becker, Erzählungen aus der alten Welt, 2 Ex.— Osterwald, Gudrun, 2 Ex.— Schmidt, Homers Iliade.— Schmidt, Homers Odyssee.— Schwab, Sagen des klassischen Altertums.— Witt, Griechische Götter- und Heldengeschichten.— Witt, Der trojanische Krieg.— Hahn, Ziethen, 2 Ex.— Horn, Seydlitz.— Horn, Blücher.— Petsch, Moltke.— Schmidt, Aus der Jugendzeit des grolsen Kurfürsten, 2 Ex.— Schmidt, Oranienburg und Fehrbellin, 2 Ex.— Schmidt, Friedrich der Groſse bis zu seiner Thronbesteigung. 2 Ex.— Leutemann, Bilder aus dem Altertum. 20 Münchener Bilderbogen.— Osterwald, Siegfried und Kriemhilde.— Richter, Götter und Helden.— Campe, Entdeckung Amerikas.— Groſse, Tierleben der Heimat.— Leutemann, Die Welt in Bildern. 46 Mäünchener Bilderbogen.— Schneider, Typenatlas.— Schreiber, Bilderwerke, Band VI: Wilde Tiere aller Zonen.— Eiche, Märchen.— Gräbner, Robinson Crusoe.— Grimm, Br., Märchen.— Hebel, Schatzkästlein.— Horn, Leibhusar.— Horn, Blüchers Schützling.— Horn, Hirtenbübchen.— Kletke, Rübezahl.— Schmidt, Der Köhler und die Prinzen.— Kühn, Der Burggraf von Nürnberg.— Kühn, Deutsche Treue.— Sigismund Rüstig, Der Bremer Steuermann.— Schmidt, Wilhelm Tell.— Würdig, König Friedrich Wilhelm I. und Kronprinz Friedrich.— Lohmeyer und Bormann, Reineke Fuchs. Quarta. Andraâ, Griechische Heldensagen.— Bälsler, Hellenischer Heldensaal.— Goldschmidt, Geschichten aus Livius.— Hertzberg, Messenische Kriege, 2 Ex.— Lange, Geschichten aus dem Herodot.— Leutemann, Bilder aus dem Altertum.— Loos, Lesebuch aus Livius, 2 Ex.— Richter, Götter und Helden. Griechische und deutsche Sagen.— Schmidt. Homers Iliade.— Schmidt, Homers Odyssee.— Schwab, Die schönsten Sagen des klassischen Altertums.— Willmann, Lesebuch aus Homer.— Will- mann, Lesebuch aus Herodot.— Kohlrausch, Die deutschen Freiheitskriege, 2 Ex.— Köppen, Kämpfe und Helden. Schilderungen aus der deutschen Geschichte.— Osterwald, Erzählungen aus der alten deutschen Welt.— Schmidt, Deutsche Kriege: 1864, 1866, 1870/71.— Frommel, Bilder aus Dr. Martin Luthers Leben.— Hahn, Friedrich der Groſse, 2 Ex.— Hahn, Zieten.— Pank, Bismarck- büchlein.— Pflug, Kaiser Wilhelm.— Schmidt, Königin Luise.— Birnatzki, Meer und Festland.— Horn, James Cook.— Schneider, Typenatlas.— Wagner, Entdeckungsreisen, 6 Bde.— de Bary,. Botanik.— Brendel, Erzählungen aus dem Leben der Tiere.— Grube, Tier- und Jagdgeschichten.— Klasing, Das Buch der Sammlungen.— Leutemann, Charakterbilder aus der Tierwelt.— Hoffmann, Columbus, Cortez und Pizarro.— Grube, Bilder und Scenen aus Natur- und Menschenleben, 3 Bde.— Alberti, Marcus Charinus, der junge Christ in Pompeji.— Baron, König und Kronprinz.— Grimm, Märchen.— Horn, Prinz Eugenius.— Horn, Das Erdbeben von Lissabon.— Kühn, Derfflinger.— Kühn, Seydlitz.— Kühn, Scharnhorst.— Kühn, Nettelbeck.— Schmidt, Hermann und Thusnelda.— 62 Schmidt, Die Türken vor Wien.— Spyri, Geschichten für Kinder, 9 Bde.— Wackernagel, Deutsches Lesebuch, Teil III, 2 Ex— Wildenradt, Geschichte und Dichtung.— Stowe, Onkel Toms Hütte.— Musäus, Volksmärchen. 3 Tertia. Osterwald, Griechische Sagen, den griechischen Tragikern nacherzählt, 2 Ex.— Schwab, Die schönsten Sagen des klassischen Altertums.— Hertzberg, Der Feldzug der zehntausend Griechen, 2 Ex.— Hertzberg, Die asiatischen Feldzüge Alexanders des Grolsen.— Osterwald, Er- zäühlungen aus der alten deutschen Welt.— Osterwald, Alte deutsche Volksbücher.— M. Berndt, Leben Karls des Groſsen, 3 Ex.— Mücke, Kaiser Otto II. und Otto III., 2 Ex.— Cohn, Kaiser Heinrich II., 2 Ex.— Mücke, Kaiser Konrad II. und Heinrich III., 2 Ex.— v. Heinemann, Lothar der Sachse und Konrad III., 2 Ex.— Mücke, Kaiser Heinrich IV. und Heinrich V., 2 Ex.— Kallsen, Friedrich Barbarossa, 2 Ex.— Adami, Luise, Königin von Preuſsen.— Köstlin, Martin Luther, der deutsche Reformator, 2 Ex.— Stein, Prinz Eugenius.— Sach, Die deutsche Heimat, 2 Ex.— Schiller, Wilhelm Tell.— Lamb, Erzählungen nach Shakespeare. Sekunda. Becker, Weltgeschichte, Band 1— 22.— Supplementband 1— 2.— Keck, Kallsen und Sach, Bilder aus der Weltgeschichte 4 Bde.— Lanz, Historisches Lesebuch, 2 Bde.— Arnold, Am heiligen Nil.— Buttmann, Agesilaus.— Droysen, Alexander der Grolse.— Fischer, Lebens- und Charakterbilder griechischer Staatsmänner und Philosophen, 2 Bde.— Guhl, Leben der Griechen und Römer.— Hertzberg, Perserkriege.— Hertzberg, Feldzug der Zehntausend.— Hertzberg, Die asiatischen Feldzüge Alexanders des Groſsen, 2 Bde.— Hertzberg, Athen.— Hertzberg, Griechische Geschichte.— Jacobs. Hellas.— Jaeger, Geschichte der Griechen.— Jaeger, Geschichte der Römer.— Jaeger, Darstellungen aus der römischen Geschichte, 4 Bde.— Lübker, Reallexikon des klassischen Altertums.— Menge, Einführung in die antike Kunst.— Oppel, Das alte Wunderland der Pyramiden.— Osterwald, Griechische Sagen, den griechischen Tragikern nacherzählt, 3 Bde.— Pahle, Geschichte des orienta- lischen Altertums bis zu den Perserkriegen.— Peter, Zeittafeln der griechischen Geschichte.— Peter, Zeittafeln der römischen Geschichte.— Peter, Römische Geschichte in kurzer Fassung.— Herbst-Bau- meister, Quellenbuch zur griechischen Geschichte.— Weidner, Quellenbuch zur römischen Geschichte.— Rheinhard, Album des klassischen Altertums.— Rheinhard, Griechische und römische Kriegsaltertümer.— Rich, Illustrirtes Wörterbuch der römischen Altertümer.— Roth, Griechische Geschichte.— Roth, Römische Geschichte, 2 Bde.— Seemann, Mythologie der Griechen und Römer.— Stoll, Die Sagen des klassischen Altertums, 2 Bde.— Stoll, Handbuch der Religion und Mythologie der Griechen und Römer.— Stoll, Bilder aus dem altgriechischen Leben.— Stoll, Bilder aus dem altrömischen Leben.— Ziegler, Das alte Rom.— Archenholz, Der siebenjährige Krieg.— Fechner, Der deutsch-französische Krieg von 1870/71.— Fontane, Der schleswig-holsteinische Krieg 1864.— Fontane, Der deutsche Krieg von 1866.— Freytag, Bilder der deutschen Vergangenheit.— Hahn, Geschichte des preuſsischen Vater- landes bis 1871.— Heinel, Geschichte Preufsens.— Horn, Der Rhein, Geschichten und Sagen.— Klein, Fröschweiler Chronik, Bilder aus 1870.— Kohlrausch, Deutsche Geschichte.— Kohlrausch, Bildnisse deutscher Könige und Kaiser.— Kröger, Norddeutsche Freiheits- und Heldenkämpfe, 3 Bde.— Mayer, Kaiser Heinrich IV.— Müller, Geschichte des deutschen Volkes.— Pierson, Preulfsische Ge- schichte, 2 Bde.— Richter, Deutsche Heldensagen des Mittelalters.— Richter, Deutsche Sagen.— Richter, Iwein und Parzival.— Sach, Charakterspiegel in Sage und Geschichte.— Stillfried-Alcantara und Kugler, Die Hohenzollern und das deutsche Vaterland.— Tellkampf, Die Franzosen in Deutschland.— Wagler, Die Geschichte der Freiheitskriege von 1813— 1815.— Weitz, Deutsche Kaiser von Karl bis Maximilian I.— Baur, Ernst Moritz Arndt.— Bechstein, 200 Bildnisse berühmter deutscher Männer.— Berndt, Gneisenau.— Kugler, Geschichte Friedrichs des Grolsen.— Weisser, Bilderatlas zur Welt- geschichte.— Justi, Ein Tag aus dem Leben des Königs Darius.— Simrock, Das kleine Heldenbuch, 2 Bde.— Dammer, Naturfreund. Prima. Beowolf.— Edda, von Hahn.— Edda, von Simrock.— Edda, von Schoöene.— Freidanks Bescheidenheit.— Hartmann v. Aue, Der arme Heinrich.— Heliand.— Das höfische Epos.— Kudrun, von Bartsch.— Walter von Aquitanien.— Walter von der Vogelweide, von Simrock.— Walters von der Vogelweide und seiner Schüler ausgewählte Gedichte.— Wolfram v. Eschenbach, 63 parzival und Titurel.— Simrock, Altdeutsches Lesebuch in neudeutscher Sprache.— Wackernagel Edelsteine deutscher Dichtung und Weisheit im XIII. Jahrhundert.— Luther, Auswahl aus seinen Schriften, von Groſse.— Luther als deutscher Klassiker in einer Auswahl seiner kleinen Schriften.— Luther, Drei groſse Reformationsschriften vom Jahre 1520.— Luther, Sinnreiche Tischreden.— Rollenhagen, Froschmeuseler.— Hans Sachs, Dichtungen.— Alexis, Ausgewählte vaterländische Romane, 8 Bde.— Arndt, Gedichte.— Arnim, Des Knaben Wunderhorn.— Biernatzki, Die Hallig.— Brentano, Chronika.— Buechmann, Geflügelte Worte.— Chamisso, Werke.— Claudius, Werke.— Claudius, Der Wandsbecker Bote.— Eichendorff, Gedichte.— Eichendorff, Aus dem Leben eines Taugenichts.— Engel, Herr Lorenz Stark.— Fichte, Reden an die deutsche Nation.— Forster, Ansichten vom Niederrhein.— Freytag, Die Fabier.— Freytag, Soll und Haben.— Freytag, Die Ahnen.— Geibel, Heroldsrufe.— Geibel, Sophonisbe.— Geibel, Brunhild.— Geibel, Klassisches Liederbuch.— Gellert, Fabeln und Er- zählungen. Geistliche Oden und Lieder.— Goethe, Werke, 1—9.— Gotthelf, Uli, der Knecht.— Gotthelf, Uli, der Pächter— Gregorovius, Dichtungen aus Pompeji.— Grimm, Kinder- und Haus- märchen.— Grimm, Auswahl aus den kleinen Schriften.— Grimm, Deutsche Sagen.— Hebel, Allema- nische Gedichte.— Herder, Ausgewählte Werke, 1— 3.— Hoffmann, Meister Martin, der Küfer, und sein Geselle.— Jean Paul, Ausgewählte Werke, 1— 2.— Immermann, Der Oberhof.— Inschriften, Deutsche, an Haus und Gerät.— Urväter-Hausrat in Spruch und Lehre.— Kleist, Ausgewählte Werke.— Klopstock, Ausgewählte Werke, 1—3.— Leander— Träumereien an französischen Kaminen.— Lenau, Savanarola.— Lenau, Die Albigenser.— Lenau, Die Albigenser.— Lessing, Werke, 9 Bde.— Mendel- Pressel, Priscilla an Sabina.— Quandt, Joh. Knades Selbsterkenntnis.— sohn, Phädon. Jerusalem.— 3 bir. Rednitz, Das Lied vom neuen deutschen Reich.— Reinicke, Lieder.— Reuter, Hanne Nüte.— Reuter, Ut mine Stromtid.— Reuter, Die Reis' nah Belligen u. s. w.— Reuter, Hanne Nüte und Ut mine Festungstid.— Rückert, Gedichte, Auswahl.— Scheftel, Der Trompeter von Säkkingen.— Scheffel, Ekkehard.— Scheffel, Juniperus.— Scheffel, Hugideo.— Schenkendorf, Gedichte.— Schiller,(Ausg. Hempel) 1— 8.— Schleiermacher, Rätsel und Charaden.— Seume, Spaziergang nach Syrakus.— Stifter, Studien.— Uhland, Gedichte und Dramen.— Vols, Luise.— Weber, Dreizehnlinden.— Wichert, Heinrich von Plauen.— Wieland, Oberon.— Wildenbruch, Vionville, ein Heldenlied.— Wildenbruch, Sedan, ein Heldenlied.— Schwab, Fünf Bücher deutscher Lieder und Gedichte von Haller bis auf die neueste Zeit.— Schwab, Die deutsche Prosa von Mosheim bis auf unsere Tage.— Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe, 2 Bde.— Briefwechsel zwischen Schiller und W. v. Humboldt.— Briefwechsel zwischen Schiller und Körner.— Grabow, Die Lieder aller Völker und Zeiten.— Homers Ilias, übers. von Fr. Leop. Graf zu Stolberg.— Jordans Nibelunge.— Fontane, Vor dem Sturm.— Erdmann, Ernste Spiele.— Bulwer, Der letzte der Barone.— Cervantes, Don Quijote.— Dickens, 5 Weihnachts- geschichten.— Dickens, Dombey und Sohn.— Dickens, David Copperfield.— Dickens, Geschichte von zwei Städten.— Goldsmith, Der Landprediger von Wakefield.— Hughes, Tom Browns Schuljahre.— Kalidasa, Sakuntala.— Barthel, Vorlesungen über die deutsche Nationallitteratur der Neuzeit.— Hettner, Litteraturgeschichte des 18. Jahrhunderts, 1— 4.— Hillebrand, Die deutsche Nationallitteratur des 18. und 19. Jahrhunderts— Schaefer, Geschichte der deutschen Litteratur des 18. Jahrhunderts.— Scherer, Geschichte der deutschen Litteratur.— Vilmar, Geschichte der deutschen Nationallitteratur.— Vilmar, Lebensbilder deutscher Dichter.— Baumgart, Goethes Märchen.— Fischer, Lessing als Refor- mator der deutschen Litteratur.— Freytag, Die Technik des Dramas.— Henkel, Das Goethesche Gleichnis.— Heufsner, Unsere Muttersprache und ihre Pflege.— Keck, UÜber das Tragische und Komische.— Linnig, Vorschule der Poetik und Litteraturgeschichte.— Linnig, Bilder zur Geschichte der deutschen Sprache.— Rudolph, Schillerlexikon.— Straulfs, Lessings Nathan der Weise.— Trosien, Lessings Nathan der Weise.— Viehoff, Goethes Gedichte erläutert.— Viehoff, Schillers Gedichte erläutert.— Jaeger, Weltgeschichte I. Geschenkt wurden: Von Herrn Provinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer: Keck, Nibelungensage.— Abicht, Tesebuch aus Sage und Geschichte. 64 Von Herrn Buchhändler Freyschmidt: Deutsches Land und Volk.— Göll, Die Weisen des Altertums.— Höcker, Aus Moltkes Leben.— Stötzner, Zeitbilder. Von Herrn Buchhändler Hottinger, Straſsburg: Hottinger, Orbis pictus,— Kunstgeschichte,— Nimm mich mit, Taschenbuch für 1888,— Kaiser Wilhelm,— Friedrich Wilhelm, Kronprinz,— Der deutsch-französische Krieg.— Knackfuſs, Im neuen Reich, Bild. Von dem Primaner v. Gilsa: Otto, Altere deutsche Geschichten für die Kinderstube. III. Geographische Lehrmittel. Angeschafft wurden: Kiepert, Planigloben.— Handtke, Wandkarte von Afrika.— Ahrendts, Karte von Schweden, Türkei, England, Frankreich.— Mayr, Spanien.— Kiepert, Karte von Ruſsland, von Skandinavien.— Schäffer, Thüringen.— Kiepert, Neue Karte von Palästina.— Kiepert, Alt-Griechenland.— v. Kampen, Gallia, 2 Ex., Italia.— Porschke, Karte zur brandenburgisch-preufsischen Gsschichte. Geschenkt wurden: Von Herrn Buchhändler Hühn: Rheinhard, Gallia, Athenae, Roma.— Von Herrn Zeichenlehrer Wenzel verfertigt: Karte zur Schlacht bei Waterloo. IV. Naturwissenschaftliche Lehrmittel. 1. Naturgeschichtliche Sammlung. Anschaffungen: 10 anatomisch-plastische Modelle vom menschlichen Körper.— 4 anatomische Wandtafeln, Teile des menschlichen Körpers darstellend, von Fiedler.— 17 ausgestopfte Säugetiere; 34 desgl. Vögel; 2 Reptilien; 1 Taschenkrebs; verschiedene, zum Teil ausländische, Insekten.— 8 vollständige Skelette und 9 Schädel von Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen.— 27 Abbildungen von Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Fischen, Insekten, Würmern und Pflanzentieren, von Rupprecht und Voigtländer.— 10 Wandtafeln von Insekten und niederen Tieren, von Leukart und Nitsche.— 1 Wand- tafel mit Vögeln, vom deutschen Vereine für den Schutz der Vögel.— Eine Anzahl Gläser zur Auf- nahme von Tieren in Spiritus. Geschenke: Von Herrn Lehrer Werner in Wilhelmshöhe: Eine völlig unbeschädigte Haut der Ringelnatter.— Von Herrn Dr. Höbel: Ein Hummer.— Von Herrn Fabrikanten Klappert: Eine Kokosnufs, ein Krammetsvogel und zwei Eichelhäher.— Von Herrn Studiosus Werner in Wilhelmshöhe: Ein Siebenschläfer.— Von Herrn Schlossermeister Hesse: Ein Buntspecht.— Von Herrn Kaufmann Seyd: Ein Nagelroche, ein Stück von einer Walfischrippe, eine Säge vom Sägefisch— Von Herrn Mechanikus Hahn: Ein Seehund, eine Fluſsseeschwalbe, ein kleiner Rotschenkel.— Vom Tertianer Zwenger: Ein Kernbeiſser.— Vom Tertianer Euler: Ein Zebrafink und eine groſse Anzahl Insekten.— Vom Tertianer Otten: Eine Anzahl Vogeleier.— Von dem früheren Schüler der Tertia Joh. Vofs: Eine Anzahl Schädel von Säugetieren und Vögeln, sowie Vogeleier.— Vom Quartaner Eubell: Ein Mäusebussard und ein grünfüfsiges Wasserhuhn.— Vom Quartaner Szukayski: Eine Mauerschwalbe und ein Feldsperling.— Vom Quartaner Wolff: Zwei Fruchtköpfe der Baumwollen- staude.— Vom Quintaner Wangemann: Ein Kreuzschnabel.— Vom Quartaner Dannenberg: Eine Möve.— Vom Quartaner Mühlhausen: Eine Rabenkrähe.— Vom Quartaner Dietrich: Ein Sperber.— Vom Sextaner Uhse: Ein Mäusebussard.— Von verschiedenen Schülern: Insekten.— Von Frau Postsekretär Schotten: Eine grofse Anzahl von Mineralien und Conchylien. 2. Physikalische Sammlung. 4 Ein zerlegbares Metallmanometer.— Die nötigsten Apparate zur Reibungselektrizität.— Eine dynamo- elektrische Maschine mit Nebenapparaten, von Weber in Leipzig.— Elektromagnetisches Inklinatorium 65 Geschenk des Herrn Optikers Scheyhing).— Eine Berzeliuslampe und kleinere Apparate zum (Keurene Unterricht.— Anschauungsmittel zur mathematischen Geographie. V. Das Inventar des Zeichenunterrichts wurde vermehrt: durch den Ankauf der farbigen Ornamente von Häuselmann, V. Heft, Blatt 1— 20. Allen freundlichen Gebern, welche unsere Sammlungen zum Teil mit so sehr reichen Gaben bedacht haben, sage ich auch an dieser Stelle im Namen des Gymnasiums herzlichen Dank. 7 VI. Mitteilungen an die Schüler und deren Eltern. Ordnung der öffentlichen Prüfung der Osterklassen in der Aula des Gymnasiums. Freitag den 23. März 1888. igi..— in. Degenharädt. —— ter-Sexta. Religion Wehmeyer Latein 4 4 deier drainte Deutsch. Dr. Krüger.— Latein. Sunkel. Sonnabend den 24. März 1888. 8— Lhomond. Bochröder. — Quarta. Geographie. Stern. Lhc 0 10 10 Th Harer tertart Geschichte. Dr. Knabe.— Ovid. Zülch. Um 11 ½ Uhr wird das Schuljahr mit einer gemeinsamen Andacht sämtlicher Lehrer und Schüler der Anstalt beschlossen. D eue Oster-Schuljahr wird Montag den 9. April nachmittags 3 Uhr mit einer gemein- Andacht eröffnet werden. Am Vormittage desselben Tages von 8 Uhr an findet die Auchahnneprutung der neu zugehenden Schüler statt, soweit diese nicht schon am 23 und 24. ufn ä üft worden sind. Mar? kerre el am 16. Nitz 1888. Der Königliche Gymnasial-Direktor Dr. Heufsner.