Jahresberießk des Königlichen katholiſchen Gymnaſiums zu Breslau für das Schuljahr 18 ¾½, womit zu der den 17. und 18. August zu haltenden öffentlichen Prüfung aller Klaſſen und dem aut den 19. August ſestgeletzten Redeactus, und der Feierlichkeit der Prämienvertheilung und der Verſetzung der Schüler aller Klaſſen alle Vorgeſetzten, Goͤnner und Freunde der Anſtalt ergebenſt einladet Dr. August Wissowa, Director des Gymnaſiums und Profeſſor, Ritter des rothen Adlerordens. Voran gehen: Beiträge zur Geſchichte des Gymnaſtums, erſte Abtheilung, vom Director. X 8 = S, Se— Breslau, 1843. 1 Druck von Robert Lucas, vormals Guſtap Kupfer. Beitraäaͤge 5 zur Geſchichte des Koͤniglichen katholiſchen Gymnaſiums zu Greslau, von ſeiner Stiftung bis zur Gegenwart, von Dr. Auguſt Wiſſowa. Erſte Abtheilung. E. iſt eine allgemein anerkannte Wahrheit, daß die Sorge, den Geiſt durch Unterricht zu entwickeln und mit nützlichen Kenntniſſen zu bereichern, in den, nach dem Untergange des abend⸗ ländiſch⸗römiſchen Reiches ſich geſtaltenden chriſtlichen Staaten von der Kirche zuerſt übernommen, und lange Zeit allein und ausſchließlich von ihr getragen worden. Wenn ſie dies freilich zu⸗ nächſt in ihrem eigenen Intereſſe that, um ſich einen neuen Zuwachs von Gliedern des Klerus zu bilden, ſo dehnte ſich ihre Sorgſamkeit und Thätigkeit doch über einen größern Theil der Jugend aus, als den ſie unmittelbar in ihren eigenen Dienſt zu ziehen beabſichtigte, und ſo ward der Same geiſtiger Bildung von ihr allenthalben ausgeſtreut, und jedes Kloſter und jedes Domſtift bot in der Schule, die mit ihm verbunden war, den Anblick einer, in wildem aber fruchtbarem Boden erblühenden Pflanzung dar, von welcher aus in immer weiterer Ausdehnung die gedeihenden Keime chriſtlich⸗religiöſer Geſinnung und einer gewiſſen Art von Bildung ſich verbreiten ſollten.— Als daher das Chriſtenthum im 10. Jahrhunderte endlich auch nach Schleſien ſeinen Weg gefunden hatte, als in Breslau am Ende des erſten chriſtlichen Jahrtauſends ein Biſchof⸗ ſitz war gegründet worden, ward, wie es der Gebrauch jener Zeit nothwendig mit ſich brachte, auch eine Schule geſtiftet, aus welcher durch den Scholaſticus, ſpäter durch den Rector oder Magister scholae, ſeinen Vicarius, die geeigneten Schüler zu Chorclerikern aufgenommen wurden. Auf dieſer Domſchule ward wohl, nach der Sitte jener Zeit, das ſogenannte Quadrivium ¹) ge⸗ lehrt und es nahm daher die Stelle eines Gymnaſiums ein, während die andern Schulen der Stadt zu Corporis Christi, Magdalenä und Eliſabeth, wegen des dort nur gelehrten Triviums Trivialſchulen hießen 2). Kaum anders dürfte die, mit der Collegiatkirche(1288) ³) zugleich 1) Kloſe's Briefe über Breslau II. 1. 39. 2) Sehr belehrend iſt hierüber die Urkunde des Biſchofs Heinrich von Würben vom 31. Decmb. 1309, worin derſelbe die Schule zu St. Paul in Liegnitz für ein Gymnaſium erklärt, wo libri artium grammaticales, logieales, naturales et alii quieunque, ad quos audientium facultas se extendil geleſen werden dürften, mit Aufhebung der Beſtimmung, daß darin nur Donatus, doetrinale solum- 1nodo(Doectrinale, eine metriſche Grammatik des Alerander de Villa Dei, geb. 1240. Doctrinale puerorum in lateiniſchen Verſen, ſ. Wachler Lit. Geſch. II. 147.) geleſen werden dürften; ſiehe The⸗ beſius Liegnitz. Jahrbücher II. S. 142. 3) Sommersberg I. 803. 4— 2 — geſtiftete Schule zum heil. Kreuz geſtellt geweſen ſein. Die urkundlich im Jahre 1293 mit Genehmigung des Biſchofs Johann III. geſtiftete Schule zu Eliſabeth, und die wahrſcheinlich ziemlich gleich alte zu Maria Magdalena ¹) ſollen, nach den Worten des Stiftungsbriefes, einer⸗ ſeits den Kindern der Bürger den weiten und gefährlichen Weg über die Brücken nach dem Dome erſparen, andrerſeits als Vorbereitungsſchule dienen, worin außer dem Leſen, den Ele⸗ menten der Religion und des Geſanges, auch die Anfänge der latein. Sprache gelehrt würden, wofür Donatus, Cato und Theodulus vorgeſchrieben werden. Wer ſich weiter bilden wolle, (si majores libros audire voluerint) müſſe die Domſchule oder irgend eine andere gleicher Art beſuchen. Mit jenen Trivialſchulen war wohl auf gleiche Stufe die mit dem Sandſtifte verbundene Schule ²). In dieſem Zuſtande ſcheint das Schulweſen in Breslau das 14. und 15. Jahrhundert hindurch ohne größere weſentliche Veränderungen geblieben zu ſein; doch treten noch zu den frühern 5 Schulen drei neue hinzu. Nur vorübergehend war die Umwandlung der Schule bei Corpus Chriſti in eine zweite, der Domſchule ähnliche gelehrte Schule 1520 durch Antonius Pauß ³).. Die Bemühungen des Breslauer Magiſtrats und beſonders des Stadthauptmanns Hanns Haunold endlich, hier eine Univerſität zu gründen, führten, ungeachtet ungeheurer auf⸗ gewandter Geldſummen doch nur bis zum Erlaß eines Stiftungsbriefes durch König Wladis⸗ lav von Ungarn und Böhmen vom 20. Juli 1505, indeß die Ausführung an geheimen Gegen⸗ wirkungen bei dem päpſtlichen Stuhle und der Unthätigkeit des theilnahmloſen Königs ſcheiterte. Auch die Kämpfe der Breslauer mit Pohlen und mit dem Herzog Bartholomäus zu Münſterberg hatte wohl hemmend eingewirkt. Keinen beſſern Erfolg hatte ein, zwei Jahre darauf beim Papſte gemachter Verſuch ¹). 1) Pols Jahrbücher:„In dieſem Jahre(1293) hat in Breslau die Schule zu Maria Magdalena ihren Anfang genommen, darinnen man die latein. Sprache gelehrt und den Pſalter geleſen. Denn Vir⸗ gilius und Cicero gehörten damals nur auf die hohe Schule in Welſchland und Frankreich. So durfte ſich auch niemand unterwinden(welches auch wenigen bekannt) die griechiſche, geſchweige die hebräiſche Sprache oder etwas von den ſieben freien Künſten zu profitiren oder zu leſen.“ Band I. S. 87. 88.— Die Aechtheit der Stiftungsurkunde der Magdalenenſchule vom 12. Februar 1267 vom Kardinal Guido iſt neuerdings anerkannt worden vom Rector Herrn Reiche, Programm des Cliſ. Gymn. für 1843. Seite 7. 2) Seriptt. rerum Sil. II. ed. Stenzel p. 236. ad annum 1412. 3) Pols Jahrbücher zu 1520; rergl. über ihn Reiches Programm, S. 33.. 4) Vergl. Wuttke Stiftung einer Univerſität zu Breslau in Schleſ. Pr. Blättern 1840. Nov. u. Dec. auch beſonders abgedruckt. 3 unter ſolchen Verhältniſſen nahte ſich die Zeit der Reformation, die bei den ſonſt ſo eifrig katholiſchen Einwohnern in Breslau ſeit 1520 Eingang fand, hauptſächlich aber be⸗ günſtigt und gefördert wurde durch die langjährigen Zwiſtigkeiten zwiſchen der biſchöflichen Kathedrale und dem Magiſtrate der Stadt. In Folge derſelben ward zunächſt die Kirche zu St. Maria Magdalena, bald auch die Kirche zu St. Eliſabeth mit lutheriſchen Predigern be⸗ ſetzt. In Folge deſſen gingen auch die damit verbundenen Schulen an die Proteſtanten über und es ward zunächſt die Schule bei St. Eliſabeth 1525 in ein Gymnaſium verwandelt, an welchem auch die beiden erſten proteſtantiſchen Pfarrer theologiſche Vorleſungen hielten. Für die katholiſchen Bewohner Breslau's ward nicht nur keine neue Schule eröffnet, ſondern die Domſchule ſelbſt ſcheint nicht weiter fortgebildet und den Forderungen der Zeitumſtände ent⸗ ſprechend geſtaltet worden zu ſein. Zur Bekämpfung der weitern Fortſchritte des Proteſtantismus und zur möglichſten Wiedergewinnung des an denſelben Verlorenen erſchien der 1540 geſtiftete Orden der Jeſuiten als das kräftigſte Mittel. So wie der Orden ſich mit Schnelligkeit über viele Länder zu ver⸗ breiten anfing, wurden auch zeitig Verſuche gemacht, ihn in Schleſien und namentlich in Bres⸗ lau einzuführen. Schon 1562 machte man dem Biſchof Caspar von Logau den Vorſchlag, eine Jeſuitenſchule auf dem Dome zu gründen, für die er auch eine jährliche Unterſtützung von 1500 Rthlr. verſprach; aber er vermochte nicht, den Widerſtand des Magiſtrats zu beſiegen. Der Beſchluß des Domkapitels vom 13. März 1572, zwei Jeſuiten zum Unterricht kommen zu laſſen, ging nicht in Erfüllung. Später, im Jahre 1580, ſuchte der Biſchof Martin Gerſtmann ¹) die Jeſuiten einzuführen und der Provinzial derſelben berief dazu Mathäus Krabler und Stephan Corvinus, die in der Reſidenz des verſtorbenen Archidiaconus untergebracht wurden; doch endete dieſe Miſſion mit dem Tode des Biſchofs ſchon 1582.— Im Jahre 1586 kehrten indeß vier Jeſuiten nach Breslau zurück, als Andreas Jerin Biſchof geworden, und es ward, insbeſondere auf Betrieb des päpſtlichen Nuncius Philipp Sega, wegen Gründung eines Collegiums unter⸗ handelt. Man war jedoch damals mehr für Neiſſe als für Breslau geneigt. Die Jeſuiten predigten auf dem Dome und in der Stiftskirche zu St. Vincenz, unter heftiger Aufregung ihrer Gegner; doch alle mußten im Jahre 1595 die Stadt wieder verlaſſen, indem der Biſchof Jerin und der Prälat Joh. Queswitz bei St. Vincenz, ihre Patrone, geſtorben waren und die Stände eine Beſchwerdeſchrift an den Kaiſer Rudolph gerichtet hatten. Buckiſch Relg. Verhandl. I. 18. Ja im Jahre 1619 den 24. Juni machte der Oberlandeshauptmann von Schleſien, Herzog Johann Chriſtian von Brieg durch ein Patent bekannt, daß alle Jeſuiten Schleſien zu verlaſſen hätten und ihnen der Aufenthalt im Lande bei Leib⸗ und Lebensſtrafe verboten wäre. Bald aber änderten ſich die, der proteſtantiſchen Sache im öſtlichen Deutſch⸗ —,— 1) J Sebmidl Ilistoriae S. J. provinciae Bohemiae I. 4. 211 sedq 1* ₰ d 4 land günſtigen Verhaͤltniſſe, aus denen ſich die Möglichkeit jener den Jeſuiten ſo feindſeligen Maaßregeln erklären, und ſchon 1622 ward das Collegium in Neiſſe geſtiftet. Das Gläzer Collegium, 1597 gegründet, aber 1618 wieder zerſtört, war 1623 hergeſtellt worden.(Siehe Bachs Kirchengeſchichte der Grafſchaft Glaz S. 269 ff.) Die andern Collegien in Schleſien ſind ſpäter entſtanden, das in Schweidnitz erſt 1612, obſchon die Jeſuiten ſchon früher dort erſchienen waren, das in Oppeln 1673, in Liegnitz erſt 1698; in Sagan führte ſie Wallenſtein 1635 ein. Es iſt bekannt, daß nach Breslau die erſten Jeſuiten wieder 1638 am 20. Februar gebracht wurden. Fibiger in ſeiner Chronik des St. Mathiasſtiftes ſchreibt dies dem Magiſter des Hospitals, Prälaten Heinrich IV. Hartmann zu, der die beiden Ordensmänner der Ge⸗ ſellſchaft Jeſu Johann Wazin und Heinrich Pfeilſchmidt(sancto astu et ausu) in ſeinem Wagen nach der Stadt gebracht und im Stiftsgebäude aufgenommen habe. Daſſelbe ſagt die Vorrede zu der Matrikel des Gymnaſiums vom Jahre 1659 ¹). Gelegenheit zur Einführung habe der Magiſter der Kreuzherrn mit dem rothen Stern, Heinrich Hartmann, gegeben, der die Geſellſchaft in ſeinem Wagen, velut aliud agens, in die Stadt gebracht und im Stiftshauſe lange Zeit unterhalten habe. Der Orden überhäufte daher auch den Magiſter Heinrich Hart⸗ mann mit Auszeichnungen und als er ſtarb, trugen die Jeſuiten ihn auf ihren Schultern zur Gruft. Sein Grabſtein befindet ſich in dem, zur jetzigen Gymnaſialkirche führenden Gange, links neben der Sakriſteie). Von den beiden eingewanderten Jeſuiten ſammelte Heinrich Pfeil⸗ ſchmidt bald nach ſeiner Ankunft Schüler um ſich, indeß Wazin als Prediger thätig war. Das Lokal dieſer erſten Schule war, wie es ſcheint, auf dem Jurisdictionsgebiet des Mathiasſtiftes und wahrſcheinlich daſſelbe Haus, welches wenige Jahre ſpäter der genannte Pater Wazin in usum studiosorum pauperum von einem Kapitale erkaufte, welches ein Geiſtlicher, Peter Ge⸗ bauer aus Groß⸗Glogau, Canonicus am Hohen Domſtifte, dazu ſchenkte. Die Beſtätigungsur⸗ kunde des obengenannten Magiſter Heinrich Hartmann iſt vom 20. Januar 1641.(Vergl. Hausdorf über das Convict, im Gymnaſialprogramm von 1828).— In dem neuerkauften Hauſe ward nun auch ein Convictorium errichtet, vermuthlich von 12 Freiſtellen, denn ſo nur glaube ich die Nachricht bei Kundmann deuten zu können, daß die Jeſuiten zuerſt eine Schule für zwölf Schüler gegründet hätten. Wenn er dieß aber auf das Jahr 1657 bezieht, ſo iſt dies nicht nur in Hinſicht auf die Eröffnung der Schule, ſondern wie obige Kaufurkunde zeigt, auch in Hinſicht auf die Gründung des Convicts falſch. Dem neu geſtifteten Convict wendete übrigens der oben angeführte Gründer noch neue Wohlthaten ¹) Vergleiche auch Kundmann die hohen und niederen Schul n Deutſchlands. S. 142. 2) Auf demſelben lautet der Schluß der Inſchrift: Hujus ope societas Jesu Vratislaviam introducta est anno 1638.— 5 zu, indem er demſelben nicht nur bei ſeinen Lebzeiten das Rittergut Jürtſch im Neumarkter Kreiſe ſchenkte, ſondern auch ſein ganzes Vermögen teſtamentariſch vermachte. Der erſte Vorſteher der neuen Stiftung war Julius Cäſar Coturius.— Wenn übri⸗ gens Fibiger in ſeinen Annalen des Mathiasſtiftes zum Jahre 1658 des Convicts erwähnend ¹), es als neben der Agneskirche befindlich nennt, ſo ergiebt ſich daraus die Lage des Hauſes, da die Agneskirche, jetzt ein Magazin, der jetzigen Gymnaſialkirche gegenüber lag. Indeſſen waren die Jeſuiten nicht unthätig ein größeres und paſſendes Local aus offent⸗ lichen Mitteln zu erhalten. Schon am 10. Januar 1641 ward ein Kaiſerliches Decret erlaſſen, (Linzer Rezeß) wegen Errichtung eines Collegiums der Jeſuiten mit Kirche, Schule und Convict, und der Magiſtrat offerirte dazu das, auf der Sandinſel gelegene Stadtgut; da dieß aber nicht ausreichte, ſo wurden dazu noch andere dem Sandſtift gehörige Localitäten vom ſogenann⸗ ten Schwartz⸗Hanß(sic) an mit Einſchluß des dort liegenden Jungfrauenkloſters, dem Kirchhofe, der Kirche zu St. Anna und dem Bade() vorgeſchlagen, wogegen der Prälat des Sandſtiftes beim Kaiſerlichen Hofe mit Erfolg proteſtirte. Die verlangte Abtretung der Magdalenenkirche ward durch eine Geſandſchaft des Magiſtrats nach Wien hintertrieben. Der Verſuch, am 27. Februar 1648 die Jeſuiten in das Minoritenkloſter anzunehmen, ſcheiterte an dem ent⸗ ſchloſſenen Widerſtande des Guardians, der das Kloſter verſchließen und die Sturmglocke ziehen ließ. Es ward daher 1655 das frühere Project, das Collegium auf der Sandinſel zu er⸗ bauen, wieder aufgenommen. Die genannte Vorrede erwähnt auch einer jährlichen, aus der Kaiſerlichen Kammer⸗Kaſſe gewährten Unterſtützung von 3000 Gulden, die aber wegen des Krieges oft ausgeblieben wäre. Wenn aber endlich jene Vorrede erwähnt, daß nus dem Mathiasſtift die Ordensglieder in das Münzhaus gewandert wären und dieß der erſte Aufenthalt geweſen, aus deſſen Enge ſie in die Burg eingezogen, ſo iſt es nicht klar, wie ſich dieß Kaiſerliche Münzhaus zu dem Gräflich Schönaichſchen ²) Hauſe, in welches ſie nach andern Angaben ihre Schulen verlegt hatten, ver⸗ halten habe. Unter dem Münzhauſe iſt jedenfalls das Kaiſerliche, nicht das ſtädtiſche zu ver⸗ ſtehen, gewiß aber nicht dasjenige Kaiſerliche und ſpäter Königliche,(das heutige Lindererſche Bad), welches hinter den Mathiasmühlen erſt den 3. Juli 1704 mittelſt eines Vertrages des 1) Domum officialium(das Aumbthaus) penes convietum ad St. Agnetem; bei Stenzel seriptt. rer. Sil.. 2) Es iſt wohl das vor kurzem noch Gräftich Schafgotſch'ſche, Ritterplatz Nro. 1, das neulich umgebaut worden; in daſſelbe wurde nach dem Abzug der Jeſuiten die Kammer verlegt. 6 Stifts mit der Kaiſerlichen Kammer errichtet worden. Es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß die damalige Kaiſerliche Münze ſich in dem ehemaligen Schönaichiſchen Hauſe befunden hatte, ehe die Jeſuiten in daſſelbe eingezogen.. Zur Erhaltung der Jeſuiten diente eine Stiftung des Grafen Thun von 100000 Gulden, welche bei der Kaiſerlichen Kammer deponirt waren und wovon 180 Gulden Zinſen monatlich gezahlt wurden. In dieſen beiden Räumen befand ſich die neue Schule während der erſten 21 Jahre ihres Beſtehens. Leider hat es meinen Bemühungen bisher nicht gelingen wollen, das Album der Schüler aus dieſer Zeit aufzufinden. Daß ein ſolches vorhanden geweſen, beweiſet die oft erwähnte Vorrede zu dem vorhandenen Album ſeit 1659, welche auf jenes frühere ausdrücklich Bezug nimmt. Es iſt daher auch weder über die Lehrer, noch über die Frequenz aus jener Zeit etwas zu ermitteln geweſen. Nach Roppans handſchriftlichen Collectaneen wären die erſten Rectoren der oben genannte Regens Julius Cäſar Coturius ſeit 1646, der gleichfalls oft er⸗ wähnte Pater Wazin ¹) und Faber geweſen. Wenn nun die gedachte Vorrede angiebt, daß Ludovicus Craſius, welchen wir am Anfange der nächſten Periode finden werden, ſeit Wazin der ſechſte Rector geweſen ſei, ſo wären nur die Namen von drei Rectoren unbekannt, welche zwiſchen Faber und Craß fielen. Dieſe große Zahl der Rectoren in der Zeit weniger Jahre wird in Folgendem ihre Erklärung finden. Die Form und Einrichtung der Jeſuitenſchulen aber, welche jedenfalls auch die Grundlage der hier neu errichteten gebildet hat, iſt aus den Consti- tutiones und der Ratio Studiorum den Grundſätzen nach zu entnehmen, theils aus der Einrich⸗ tung gleichzeitiger Jeſuitenſchulen zu erkennen, und werden wir ein Genaueres darüber im Fol⸗ genden beizubringen uns bemühen. „ . . Aen 7 Zweite Periode bis zur Gründung der Breslauer Univerſität 1702. Schon der erſte Rector, Johann Wazin, hatte, wie die erwähnte Vorrede, ſagt bei Kaiſer Ferdinand III. um Ueberlaſſung der Kaiſerlichen Burg unterhandelt und das Verſprechen 1) Kundmann aber erwähnt dreier Bilder, die auf der Burg vor des Rectors Wohnung geſtanden und dieſe beiden erſten jeſuitiſchen Profeſſoren ſowie den Wohlthäter und Einführer derſelben, den Ma⸗ giſter Hartmann vorſtellten. Unter dem Bilde Wacins habe geſtanden: R. P. Johannes Wacin. primus Wratislaviensis missionarius, primus Superior ac deinde Kector, pleunus spiritu aposto- lico, obiit 1653; unter dem Bilde Pfeilſchmidts: R. P. Ilenrieus Pfeilschmidt, primus eum pa- ere Joaunne Waein Wratislaviam excoluit, omnibus omnia lactas, ut omues faceret salvos, vir religiosissimus, obiit 1642. 7 dazu erhalten, aber beide waren darüber geſtorben. Der oben erwähnte ſechſte Rector Ludwig Craſius bewirkte endlich die Vollziehung der gemachten Zuſage bei Kaiſer Leopold I.(superatis mille clam palamque injectis remoris.) Es erging den 26. Sept. 1659 von Preßburg aus ein doppeltes Kaiſerliches Reſcript, eines an das Kaiſerliche Oberamt, eines an die Kammer, des Inhalts, daß die letztere die bisherige Kaiſerliche Burg räume und in das, bisher von den Jeſuiten inne gehabte Schönaichiſche Haus überſiedele, die Acten jedoch noch in der Burg bleiben ſollten, daß aber das Oberamt, nachdem es ſelbſt die inne gehabten Räume verlaſſen und ſich auf dem Salzringe(jetzige Börſe) niedergelaſſen, die Jeſuiten ohne einige Solennitäten, un⸗ vermerkt in die Kaiſerliche Burg einführen, dieſe aber darin nichts vorläufig ändern ſollten, da ihnen ein anderes Local beſtimmt ſei. Die Einführung geſchah am 12. Oktober 1659, Abends zwiſchen 9— 10 Uhr, und, nachdem die Societät, wie es in der oft angezogenen Vorrede heißt, sensim et sine appara- tus ullius motu, eingezogen war, wurden die Schulen darin den 4. November jenes Jahres mit einer beſcheidenen Feierlichkeit eröffnet. Zum Sacellum bei dem Schulgottesdienſt ward vorläufig der bisherige Huldigungsſaal, zu Schullokalien die Zimmer nach dem Rebhühner⸗ oder wohl richtiger Rabbinergäßchen eingerichtet. Die oft erwähnte Vorrede beſchreibt die abgehaltene Eröffnungsfeierlichkeit. Nachdem in erwähntem Saale der General⸗Vicar des Biſchofs, Sebaſtian von Roſtock, die Heilige⸗Geiſt⸗ Meſſe unter Figural⸗Muſik celebrirt hatte, hielt der Profeſſer der Logik Chriſtoph Todtfeller eine Lobrede auf ſeine Wiſſenſchaft. Zur Theilnahme an der Feier hatte der oberſte Studien⸗ präfect durch einen Anſchlag an die Thorflügel der Burg auch die Akatholiken eingeladen. Wenige Tage darauf, am 15. November, dem Leopoldstage, übergab der Kammer⸗Präſident Melchior Graf Eaſchin ein Bund bisher noch zurückgehaltener Schlüſſel. Am 18. ward unter dem oberſten Studienpräfecten vom Rector des Gymnaſiums die Immatriculation vorgenom⸗ men, auch der 15. November für immer als Stiftungstag zu feiern beſtimmt. Für die Fort⸗ dauer dieſer Einrichtung ſprechen die, mir von vielen Jahren vorliegenden Einladungsprogramme. Ein und zwanzig Jahre waren ſeit dem geringen Anfang, der oben beſchrieben wurde, verfloſſen und bereits war nicht nur ein, nach dem Sinne jener Zeit vollſtändiges Gymnaſium eingerichtet, ſondern das Ganze war von Anfang an, oder doch ſobald es anging, ſchon zu einer Univerſität eingeleitet. In der That ändern ſich, nachdem im Jahre 1702 die Univerſität mit kaiſerlicher Genehmigung gegründet worden, die innern Verhältniſſe des Inſtitutes gar nicht; da die durch die Stiftungsbulle ertheilten Privilegien ſich faſt ausſchließlich theils auf die Im⸗ munitäten und die Jurisdiction der Univerſität, theils auf das Promotions⸗Recht bezogen, welches das Inſtitut unter den Seinigen, freilich ohne Anſpruch auf auswärtige und allgemeine Anerkennung, auch vorher ſchon geübt zu haben ſcheint. Dieſe ſchon frühzeitig ſtatt⸗ 8 findende Promotion gründete ſich wohl auf das Apoſtoliſche Schreiben Papſt Julius III. vom Jahre 1552, wonach Schüler der Jeſuiten⸗Collegien, die außer den Univerſitäten beſtünden, ihre Scholaren, nach beendigtem Studien⸗Curſus und vorausgegangenem rigoroſem Examen, pro⸗ moviren konnten. Daß übrigens auch auf dem Gymnaſium ſchon Theologie gelehrt ward, darf um ſo weniger befremden, als dieß ja auch in den Kloſterſchulen geſchehen war, wie uns z. B. ein Profeſſor der Theologie Wichmann im Kloſter der Dominikaner in Breslau ſchon früher ur⸗ kundlich genannt wird, endlich auch in den proteſtantiſchen neuen Gymnaſien theologiſche Vor⸗ träge gehalten wurden. Es werden beim Beginn des Studienjahres 1659 folgende Lehrer aufgeführt. Rector der ganzen Anſtalt iſt, wie ſchon angegeben, Ludwig Craß(Crasius), wiewohl nur noch bis zum 14. April 1660, wo Johannes Heints an ſeine Stelle trat; Präfect der höhern Studien und Schulen Theodor Moretus, zugleich Profeſſor der Moraltheologie und der Mathematik; Profeſſor der Controverſe Georg Krebs; Profeſſor der Metaphyſik und Ethik Chriſtoph Hryn⸗ kiewicz; Profeſſor der Phyſik Zacharias Firmin; Profeſſor der Logik Chriſtonh Todtfeller.— Präfect der niedern Schulen oder des Gymnaſiums,(denn einen Rector beſaß daſſelbe nicht bis zum Jahre 1802,) war Georg Kümp, dem jedoch ſchon am 1. Januar 1660, alſo nach zwei Mo⸗ naten, Michael Plank folgte; Profeſſor der Rhetorik(der Prima) Mathäus Smucker; Profeſſor der Poeſie(Secunda) Johann Therez; Prof. der Syntax(Tertia) Paul Pausbert; Prof. der Grammatik(Quarta) Georg Maier; Prof. der Principien(Quinta) Franz Stiller; endlich Prof. der Rudimente(Sexta) Andreas Spaner.— Außer den genannten Ordensgliedern wird als Regens des Seminars und Convicts(ſo angeführt, ſo daß wohl alſo Seminar auf die Fun⸗ datiſten, Convict auf die Penſionaire ſich bezieht) Aloys Richard genannt, dem der Prof. der Rudimente als Proregens zur Seite ſtand. Und es beſtanden dieſe Profeſſuren nicht etwa nur dem Namen nach, ſondern die Zahl ihrer Zuhörer war anſehnlich. Das Album des Studienjahres 1659— 60 zählt nament⸗ lich auf an Zuhörern der Moraltheologie 28; bei 5 derſelben iſt bemerkt, daß ſie Magistri philosophiae, bei 6, daß ſie Baccalaurei phil. waren, einer iſt Magister phil. und Juris utriusque candidatus; die meiſten werden als Reverendissimi Domini bezeichnet und hat⸗ ten alſo wohl geiſtliche Weihen. Wo hatten ſie den philoſophiſchen Gradus erhalten? Doch wohl ſchon in Breslau.— Als Zuhörer der Metaphyſik werden 29 aufgezählt, als Zuhörer der Phyſik 24; als Hörer der Logik 35.— So gehörten alſo den höheren Studien 117 an und es bildete die höchſte Stufe derſelben ſchon offenbar den Uebergang zu den akademiſchen Studien der Theologie, wiewohl bemerkt werden muß, daß auch ſpäter, nach Errichtung der Univerſität, die Hörer der Moraltheologie noch nicht zu den Theologen gerechnet wurden. Aber die philoſophiſche Fakultät in 4jährigem Curſus war bereits vorhanden, und mußte es wenig⸗ ſtens ſeit 4 Jahren ſeyn, da bereits für jeden Curſus Zuhörer da waren. Es fanden in der⸗ ſelben Promotionen und Disputationen ſtatt, wie denn ausdrücklich bemerkt iſt, daß 5 Hörer 9 —— der Metaphyſik am Schluſſe des Jahres über Theſen aus der geſammten Philoſophie unter ihrem Präſes Hrynkiewicz, und am 6. September zwei Hörer der Phyſik über mathematiſche Sätze, betreffend das Rarum et Densum, ein Hörer der Logik über logiſche Theſen dispu⸗ tirt hatten.— E Was die Schüler der niederen Studien betrifft, ſo waren im Jahre 1659 Rheto⸗ ren 33, Poeten 34, Syntariſten 41, Grammatiſten 42, Principiſten 45, Rudimentiſten 90, zuſammen 285, und mit obigen Studirenden der höheren Schulen zuſammen 402.— Den größeren Theil dazu hatte Oberſchleſien geliefert, den kleinern Niederſchleſien; dagegen ſind Polen zahlreich, auch andre Ausländer fehlen nicht, Böhmen, Mähren, Ungarn, Preußen aus Danzig und Heilsberg, Sachſen, Oeſtreicher, Ungarn, Italiener, ſelbſt Wallachen und Tartaren; bei zwei Braunſchweigern iſt ausdrücklich bemerkt, daß ſie Lutheraner geweſen. Der Adel ſchickte ſeine Kinder zahlreich; darunter auch ein Burg⸗ und Reichsgraf Ernſt Annibal von Dohna. Unter den Sertanern iſt aber auch Thomas Lidelius, Silesius Olensis, Carniſicis filius, haereticus.— Noch wird als zur Anſtalt gehörig ein Inſpector angeführt, welcher die häuslichen Studien beaufſichtiget und der Notarius des Gymnaſiums Johann Jange.— Auf dem eingeſchlagenem Wege entwickelte ſich das Inſtitut conſequent fort. Die Einrichtung der niederen Schulen(scholae inferiores oder humaniores) blieb ſich im Gan⸗ zen gleich, wenn auch die Namen wechſelten. Die oberſte Klaſſe hieß fortwährend Rhetorik, die nächſte ſtatt Poeſie auch Humanitätsklaſſe, die nächſten drei auch obere, mittlere und untere Grammatikal⸗Klaſſe. Dagegen nehmen die zunächſt über dieſen niedern Schulen gelegenen Klaſſen der Logik, Phyſik und Metaphyſik immer mehr den Charakter einer philoſophiſchen Facultät an, wie denn auch ſeit 1667 ein Decanus philosophiae oder ſpäter Decanus fa- cultatis philosophicae erſcheint, indeß der Vorſteher der niedern Klaſſen, gewöhnlich Praefe- ctus genannt, auch unter dem Namen Decanus linguarum vorkam, da lateiniſches und griechiſches Sprachſtudium den Hauptunterrichtsgegenſtand der niedern Schulen ausmachte. Endlich ent⸗ wickelte ſich der eine Curſus der Moraltheologie 1667 zu einem dreijährigen Curſus der Theo⸗ logie, dem bald ein vierter Curſus zugeſetzt ward. Mit dieſer innern Entwickelung hielt die Zunahme der Frequenz gleichen Schritt. Sie ſtieg im nächſten Jahre: In den obern Schulen: In den niedern Schulen: Moralph. Metaph. Phyſ. Logik. Summ. Rhet. Poet. Synt. Gramm. Princ. Rud. Samm. 1688 33 21 26 36 115 33 32 39 338 465 101 233. 1671 35 21 39 41 136 36 31 38 4; 45 122 319. 2 10 In den obern Schulen: In den niedern Schulen: Moralph. Metaph. Phyſ. Logik. Summ. Rhet. Poet. Synt. Gramm. Princ. Rud. Summ. 1663 32 33 31 72 168 44 37 44 39 56 123 343. 164½ 39 29 62 63 193 42 19 34 40 56 50 241. 16½ 38 42 63 73 206 26 32 43 51 51 77 283. 16 86 38 42 67 50 197 40 39, 52 47 50 61 289. Im Jahre 16 ½½, wo der dreijährige theologiſche Curſus eingeführt ward, ſind freilich nur 2 Theologen im 3jährigen, 4 im 2jährigen und 45 im 1jährigen Curſus; dieß ändert ſich aber ſchnell, denn ſchon im nächſten Schuljahre 166 ½ ſind 3 Theologen des 4. Jahres, 5 des 3., 26 des 2. und 18 des erſten Jahres. Die Geſammtanzahl aller Klaſſen beträgt im Jahre 16 ⁄3 bereits 617, 16 ¾¾ 631, 16 ¾% 663, 16 ¾8 702, 16†7 709 und am Schluſſe dieſer 2. Periode ſtellen ſich gar folgende Zahlen heraus: Es ſind im Jahre 178 ¾, Theologen im 4. Jahre 18 3. 19 2. 5 22 5 1. 27 — 91 Metaphyſiker⸗⸗ ⸗ 50 Phyſiker⸗⸗⸗ ⸗ 111 Logiker⸗⸗ ⸗ ⸗ 121 Rhetoren⸗⸗ ⸗ 71 Poeten⸗⸗ ⸗ ⸗ 70 Syntaxiſten⸗⸗ ⸗ 86 Grammatiſten ⸗⸗ 82 Principiſten 2 ⸗ ⸗ 33 Parniſten ⸗⸗ ⸗ 131 Summa 896 worunter auf die höhern Schulen 373, auf die niedern 523 kommen. Für dieſe große Zahl von Lernenden und die erforderlichen Lehrer und Lehrzimmer war der Raum in der Kaiſerlichen Burg bald zu klein. Die deſinitive Schenkung derſelben durch den Kaiſer Leopold war erſt durch Reſcript vom 14. Juni 1670 und die Uebergabe durch den Kaiſerlichen Kammerpräſidenten, Grafen Chriſtoph Leopold von Schaffgotſch, am 29. April 1671 mit ſollennem Gepränge erfolgt. Auf dem Grunde eines Theils der Burg hatten die Väter der Geſellſchaft Jeſu eine neue Kirche zu bauen beſchloſſen und war dazu den 16. Juni 1619 der Grundſtein von dem Fürſt⸗Biſchof Franz Ludwig gelegt, der Bau aber in 9 Jahren vollendet worden, ſo daß ſie am 30. Juli 1698 hatte eingeweiht werden können. Das bis⸗ 11 herige Sacellum, der frühere Huldigungsſaal der Burg ward nun zum auditorium logicum und zugleich zur Aula eingerichtet. Um den benöthigten Raum, der durch den Kirchenbau noch ſehr beſchränkt war, wieder zu gewinnen, bat das Collegium den Kaiſer um die Schenkung der, auf dem Sperlingsberge(ietzt Univerſitätsplatz) gelegenen, weitläufigen kaiſerlichen Stallungen, welche ſie auch durch kaiſerliches Reſcript vom 28. April 1696 erhielten, doch mit der Beſchränkung, daß der Kammerpräſident Graf Schaffgotſch auf Lebenszeit die Benutzung behalten ſollte. Die Uebergabe erfolgte daher erſt nach des Grafen Tode am 29. Auguſt 1703, und es wurden in das umgebaute und ge⸗ ſäuberte Lokal die oberen drei Klaſſen des Gymnaſiums verlegt. Das Lehrerperſonal und die Verwaltung des ausgedehnten Inſtituts anlangend, ſo ſtand das Ganze unter der Leitung des, vom General des Ordens ernannten Rectors, welcher jedoch häufig, gewöhnlich nach drei Jahren wechſelte. Nach Ludwig Craſius, unter deſſen Recto⸗ rat der Einzug in die Burg ſtattgefunden hatte, übernahm das Rectorat 1660 Joannes Heints, bis zum 24. Mai 1663, wo daſſelbe an Barthol. Chriſtel überging. Nach Ablauf von genau 3 Jahren übergab er daſſelbe den 29. Mai 1666 an Mathäus Sarcander. Dieſem folgte 1668 Auguſtin Gaynitz, 1671 Georg Hohenegger, der zum Provinzial in Prag erhoben ſchon am 10. April 1573 ſein Amt an Auguſt Reimann abtrat. Aber dieſer behielt es nur bis zum Ende des Studienjahres. Beim Anfange des nächſten, 16 †¾½, übernahm das Rectorat Andreas Wilde, welchem in November 1677 Joh. Syminsky, am 14. November 1680 Wilhelm Frö⸗ lich, dieſem während des Studienjahres 16 834 Johann Habel folgte. Im Nov. 1687 folgte ihm der bekannte Friedrich Wolf, Doctor und emeritirter Profeſſor der Theologie ¹)(d. h. der in 12 Jahren einen ſogenannten ganzen Curſus der Theologie gelehrt hatte), und blieb es bis in das Studienjahr 168¼, doch machte ſeine Abweſenheit in den letzten Jahren ſeines Rectorats die Ernennung eines Vicerectors nothwendig, welchem Amte 1633 der Regens des Convicts Matthäus Zeidler, vorſtand. Während des Jahres 163 9 trat er vom Rectorat ab und über⸗ gab es an Thomas Schmidt. Als dieſer im Spätſemmer des Jahres 1694 nach Wartenberg als Adminiſtrator der dortigen Ordensgüter abging, ward Wolf, obwohl in Wien abweſend, in negotiis et obsequiis August. detentus, wieder zum Rector beſtimmt. Es war die ¹) Vergleiche üͤber ihn Märzheft der ſchleſiſchen Provinzialblätter 1802. Er hieß eigentlich Friedrich Wolf von Ludwigshauſen und war zu Dünaburg in Liefland 1648 geboren, trat 1659 in den Orden, lehrte erſt Humaniora 8 Jahre, dann Ethik, Philoſophie, Theologie, Scripturiſtik. Er war am Hofe des Königs von Polen erzogen, und hatte dann viel am Hofe gelebt, auch als Geſandſchafts⸗Caplan in Berlin; vergleiche Petzel böhmiſche, mähriſche und ſchleſiſche Gelehrte aus dem Orden der Jeſui⸗ ten. Prag 1786. 2* 12² Zeit des Wirkens am kaiſerlichen Hofe für Erhebung des Breslauer Inſtitut's zur Univerſität, wie ſie Wuttke in der angeführten Schrift geſchildert hat. Wolf blieb nun Rector bis 1697, worauf ihm Wenzel Hartmann und dieſem endlich im Herbſte 1701 Jacob Mibes folgte, derſelbe, welcher im nächſten Jahre auch der erſte Rector der neu geſtifteten Univerſität wurde, oder beſſer geſagt, blieb, was er der Sache nach auch vorher ſchon geweſen war. Die Rectoren, als erſte und oberſte Vorſteher des Collegiums in jeglicher Hinſicht, denen auch die Externa oblagen, nahmen am Unterrichte nicht Theil, und waren, wie ſchon ge⸗ ſagt, meiſt ehemalige Profeſſoren der Theologie, welche den ganzen Lehrcurſus durchgemacht hatten. Von ihnen heißt es, ſie ſollten das Collegium gleichſam auf ihren Schultern tragen. Const. pars IV. c.— 10.§. 5. Sie wurden meiſt aus den Coadjutores spirituales ge⸗ nommen. Die ſpecielle Sorge für die Studien hatten die beiden Praefecti, nehmlich der Praefectus studiorum et scholarum superiorum und der Praefectus scholarum inferi- orum. Der erſtere, auch Kanzler ſonſt genannt, ſollte nach dem Inſtitute das allgemeine Werk⸗ zeug des Rectors ſein, und ihm ſind alle Lehrer und Schüler unterworfen, von ihm wird als Gehilfe der Praefectus scholarum inferiorum, ja allenfalls für die unterſten Klaſſen noch ein zweiter ernannt. Er hat die Lehrer wenigſtens einmal im Monate zu beſuchen, auch die Arbeiten manchmal einzuſehen. Unter ſeinem Vorſitz ſind die Ascenſionsprüfungen der Schola⸗ ren zu halten. 3 So weit unſere, manchmal mangelhaften Quellen reichen, waren während der zweiten Periode folgende Männer Praefecti studiorum superiorum, auch Praefecti studii generalis genannt. Wir ſahen am Anfange als ſolchen den Profeſſor der Moraltheologie und der Mathe⸗ matik Theodor Moretus, der es bis Ende des Studienjahres 16 ½ 3 blieb. Im Novbr. 1663 folgte ihm darin der Profeſſor der Controverſe Barthol. Krichler und ſchon im nächſten Jahre 16 ½ ½ Johann Weyer, gleichfalls Profeſſor der Controverſe an Krichlers Stelle, an deſſen Statt im Novbr. 1666 Michael Salicetus, Doctor der Theologie und Prof. der Caſuiſtik trat. Aber ſchon im nächſten Jahre überließ dieſer ſeine Stelle an Mathäus Werner, gleichfalls Prof. der Caſuiſtik, wie ſein abgerufener Vorgänger. Werner blieb durch 10 Jahre in ſeinem Amte, und erſt 1677 folgte ihm der Decan der theologiſchen Facultät und Profeſſor der Scripturiſtik Longinus John bis in den Herbſt 1680. Jetzt folgt eine Zeit raſcheren Wechſels, denn 168% übernahm der eben abgetretene Rector Siminsky das Amt, im folgenden Jahre 16 ¾ ½ der Profeſſor der Caſuiſtik Joh. Rob. Wallis. In den nächſten beiden Jahren findet ſich keine Angabe, aber im Herbſt 1684 bekleidete jenes Amt der Profeſſor der Scripturiſtik und Controverſe Johann Kaipel und im folgenden, wie es ſcheint, der Decan der theologiſchen Facultät, Profeſſor Mathäus Hohmann, der es behielt bis Ende 168 3. Sodann übernimmt es der frühere Rector Johann 13 Nabel, der es 16 83 an den abgegangenen Rector Friedrich Wolf übergiebt, in deſſen Händen es 3 Jahre bleibt, bis er 1693 wieder das Rectorat übernimmt. In ſeiner Abweſenheit hatte ſein Amt als Präfect vertreten der Profeſſor Chriſt. Fligner.— Während des neuen Rectorats von Wolf ſcheint Joh. Kugler wohl nur als Vice⸗Rector das Amt verwaltet zu haben, und im letzten Jahre in gleicher Weiſe Ullrich Pokagio.— Als Wolf das Rectorat zum zweitenmale niederlegte, übernahm er wieder die Stelle als Praefectus studiorum und behielt ſie bis zu Ende der Periode, doch ward er, ſtets abweſend, vertreten, die erſten beiden Jahre von Pokagio, das 3. Jahr von Gabriel Stief, im letzten Jahre von Johann Capeta. Endlich ſtand den niedern Schulen oder dem Gymnaſium ein Präfectus vor, deſſen Beſtimmung es war, mit dem Rector die Sitte, mit dem Studienpräfect die Studien zu leiten, für die Stetigkeit der Unterrichtsmethode zu ſorgen, was bei dem häufigen Lehrerwechſel um ſo nöthiger war, deßhalb mindeſtens zweimal monatlich jeden Lehrer zu beſuchen, über die Abſol⸗ virung des Penſums zu wachen, über die Stufenfolge der übergeordneten, die Gleichförmigkeit der, wegen großer Schülerzahl etwa nebengeordneten Parallelklaſſen zu ſorgen, die Prüfung und Aufnahme neuer Schüler zu vollziehen, die Verſetzung am Schluße des Jahres zu leiten, wobei bemerkt wird, daß beſonders begabte auch früher promovirt werden können. Dieſes Amt war, ſo⸗ weit es zu ermitteln, von nachſtehenden Männern bekleidet worden. An des oben erwähnten Georg Kamp Stelle war am 1. Januar 1660 Michael Plank getreten, dem jedoch im Herbſte ſchon der Profeſſor der Controverſe Georg Krebs und im nächſten Jahre 16½ ½ Aug. Reimann folgte.(Vergl. oben die Rectoren). An deſſen Stelle trat 1664(immer vom Anfang des neuen Studienjahres, dem 15. November zu verſtehen) Dominicus Pasqual, 1665 Wilh. Broſche und 1666 Mathäus Nigrenus, Profeſſor der Theologie. Dieſem folgte 1669, im Verzeichniß De- canus linguarum benannt, der Profeſſor der Theologie Lucas Zimmermann; 1671 Daniel Schwartz. Für das nächſte Jahr fehlt die Angabe. 1677 ward Präfect der Profeſſor der Phyſik Johann Keipel, der es auch im nächſten Jahre geblieben zu ſein ſcheint. 16 ¾ war es Andreas Scholz, 16 ½9 Ferdinand Koblitz, 16 ⁄ erſcheint als Decanus linguarum Jacob Heckelshoff, 16 ¾6 Andreas Scholz, 16 ½3 Gabriel Patz, zugleich Prof. der Mathematik, 1639, wieder unter dem Titel Praefectus scholarum inferiorum Math. Hohmann Ppoofeſſor der Phyſik, 16 ⅜ ½ Fried. Pable, Profeſſor der Phyſik, 16 8 3 Joachim Rotter, der beim Beginn des nächſten Studienjahres am 25. Novbr. ſtarb, worauf ihm Heinrich Schmidt folgte, der vielleicht auch im nächſten Jahre 16 4 3 das Amt behielt. 16%% war es Wenzel Nerlich, im folgenden Jahre Joh. Nonner, im nächſten Mich. Kretſchmer, Doctor und Profeſſor der Theologie, 1633 Jacob Steßl, der es bis zu Anfang des Studieniahrs 1633½ blieb. Hier folgte ihm der Profeſſor der Metaphyſik und Ethik Paul Prarl und im Jahre 1653½ Fr. Bruno, der auch in die Lehrämter des Vorigen eingetreten war. In den nächſten beiden Jahren fehlen die Angaben. Im Jahre 168 ⅝ übernahm das Amt der Prof. der Schrift und der Controverſe Ga⸗ 14 briel Stief, den wir ſchon als Vicepräfecten der höhern Studien kennen gelernt haben. Im Jahre 1689 führte dieß Amt nochmals der ſchon genannte Jacob Steßl, in den beiden folgenden Jahren ſein Amtsnachfolger in den Fächern der Schriftauslegung und Controverſe, Johann Tobel, welchem im Herbſte 1699 der Profeſſor der Metaphyſik und Ethik Norbert Streer, und dieſem, nach zweijähriger Amtsführung im letzten Jahre 176 ½ Franz Kus folgte, gleichfalls Profeſſor der Metaphyſik und Ethik. Dieſer raſche Wechſel in den Leitern und Vorſtehern des Collegiums und der Studien war eine natürliche Folge des Grundſatzes der Geſellſchaft, jeden Lehrer die ſämmtlichen Stufen des Unterrichts von der unterſten Gymnaſialklaſſe bis zum letzten Theile der Theologie durchge⸗ hen zu laſſen, zum Theil aber auch des Zuſammenhanges der verſchiedenen Collegien unterein⸗ ander, unter welchen die Docenten nach den Beſtimmungen des Provincials der Provinz, aus mannigfachen, gewiß oft dem Erziehungs⸗ und Unterrichtszwecke fernliegenden Gründen ver⸗ tauſcht wurden. Um ſo einige Beiſpiele ſtatt vieler anzuführen, ſo war Franz Fragſtein, nachdem er ſeine untern Klaſſen vielleicht in einem andern Collegium durchgemacht, 163³½ Profeſſor der Logik und machte damit den Uebergang zu den höhern Studien; 16 53 Profeſſor der Phyſik, 16%9 der Metaphyſik und Ethik; die nächſt folgenden 3 Jahre war er Profeſſor der Caſuiſtik, alſo in die theologiſche Falcultät übergegangen, 1700 wurde er auch Profeſſor der Exegeſe (scripturae). So war Gabriel Stieff, der im Jahre 16 ½ noch als Student der Theologie im 4. Jahre im Album ſtand, im Jahre 16 8%, nach 9 Jahren, binnen welchen er wohl die un⸗ tern Klaſſen und die Philoſophie gleichfalls anderwärts durchgemacht, Doctor der Philoſophie, Profeſſor der Exegeſe und Controverſe und Präfect der niedern Studien. Die nächſtfolgenden 4 Jahre war er Profeſſor der Theologie und Mathematik, und 1700 wurde er bereits Vice⸗ präfect der höhern Studien.— Dieſe Einrichtung hatte den Vortheil, daß jeder Vor⸗ ſteher aus eigener Erfahrung mit allen Zweigen des Ünterrichts vertraut war; zugleich beglei⸗ tete in der Regel ein Profeſſor ſeine Zuhörer durch das dreijährige Studium der Philoſophie oder der Theologie hindurch, was mit mancherlei Vortheilen verbunden ſein konnte, obſchon die Nachtheile auch am Tage liegen, welche aus Untüchtigkeit des Lehrers oder aus einer Bevorzu⸗ gung einzelner Theile ſeines Lehrgegenſtandes und einer Hintanſetzung anderer entſtehen konnten. Der Wechſel bewahrte endlich auch vor einem Verſinken in Erſchlaffung und Geiſtloſigkeit, zu welchem die ſtete Wiederholung des gleichen Penſums führen kann, obſchon andrerſeits freilich auch jene Sicherheit unerreicht blieb, die aus einer längern Uebung und mehrjährigem Nachdenken über die Methode entſpringt. Im Allgemeinen war indeß die Methode ziemlich genau für alle Fächer vorgeſchrieben, von der eigenmächtig abzuweichen keinem Lehrer erlaubt war. Vorſchläge, dahin bezüglich, konnte er ſeinen Vorgeſetzten machen, von deren Ermeſſen alles abhing, wie denn . der unverbrüchlichſte Gehorſam gegen dieſelben heiligſte Pflicht war, ein Gehorſam, der, wie es 15 ſehr bezeichnend heißt, einen angefangenen Buchſtaben auszuſchreiben verbietet, wenn der Vorge⸗ ſetzee ruft¹), ſo daß der Gehorchende wie des Greiſes Stab iſt, der dieſem dient, und ſich überall hintragen und auf jede Art ſich behandeln läßt ²).’ Gegenſtand und Methode des Unterrichts läßt ſich ungefähr in ſolgende Grundzüge zu⸗ ſammenfaſſen. In den niedern Studienklaſſen oder dem eigentlichen Gymnaſium bildeten außer dem Unterrichte in der Religionslehre Sprachſtudien, beſonders lateiniſche, den Hauptunterrichts⸗ gegenſtand. Jeder Klaſſe ſtand nur ein Lehrer vor. Der unterricht im Latein ward nach Emanuel Alvarez Elementa linguae latinae in den drei Grammatikal⸗Klaſſen ertheilt, ſo daß dieſe Sprachlehre in 3 Theilen abgehandelt wurde; eben ſo war die griechiſche Sprache eingetheilt. In der unterſten Klaſſe wurde die Formenlehre und die Anfänge der Syntax er⸗ klärt; eben da lernte man griechiſch leſen und ſchreiben, decliniren und die Conjugation der Barytona; geleſen wurden leichte Briefe von Cicero; in der nächſten wurde die lateiniſche Gram⸗ matik in ihren Hauptzügen vollendet im Griechiſchen die Contracta und die Verba in u1 er⸗ klärt; geleſen Cic. epp. und einiges aus Ovid, im Griechiſchen auch ſchon Cebetis Pinax. Das Geleſene ward immer memorirt.— Während der mündlichen Correctur überſetzten die Schüler ſchriftlich den Cicero ins Deutſche oder umſchrieben ihn lateiniſch.— Die Ueberſetzungs⸗ methode aus dem Latein war die, daß der Lehrer erſt den Satz las, den Sinn kurz in der Mutterſprache angab, dann ihn genau überſetzte, ferner ihn analyſirte, einzelne Bemerkungen über Latinität beifügte, das Bildliche davon erläuterte, einzelne Phraſen heraushob und ein⸗ Auf der obern Grammatikal⸗Klaſſe ward die Grammatik vervollſtändigt; im Griechi⸗ ſchen die Formenlehre ganz vollendet; geleſen wurden Ciceroniſche Briefe, de Amicitia, de Se- nectute, Paradoxa; purgirte Elegien von Ovid, eben ſolches aus Catull, Tibull, Properz, Virgils Eclogen, einzelne Bücher aus den Georgicis und der Aeneis; im Griechiſchen Chrysostomus, Aesopus und ähnliches.— Das Thema zum ſchriftlichen Ueberſetzen ins Latein, höher oben auch ins Griechiſche, ward täglich dictirt und ging in den höhern Grammati⸗ kalklaſſen bereits auf Nachahmung einzelner Perioden.— In der vorletzten Klaſſe nach oben (Poesis oder Humanitatis classis) ward im Latein gleichſam der Boden zur Beredſamkeit vorbereitet; es wurde die Rhetorik nach Cyprianus Soarins erklärt; geleſen wurden die Cicero⸗ niſchen Philosophica, abwechſelnd mit Reden von Cicero; Cäſar, Salluſt, Livius, Curtius, erleſene Gedichte aus Horaz, Virgil, manches aus Ovid.— Im Griechiſchen ward die Syntar erklärt.— Auf der oberſten Stufe(Rhetorica) ſollte Beredſamkeit erreicht werden, dahin ging die Leſung prägte. —ꝛ— . J. et Ratio hnmanorum studiorum, Summarium constitutionum 34. Promptissimi 1) Regulae S atquc adeo litera a nobis inchoata necdum perfecta relieta. simus, re quavis, 2) Const. pars VI. c. 1. 16 — theils theoretiſcher Schriften, wie der Rhetorica des Cicero und des Ariſtoteles, theils praktiſcher wie der Reden des Cicero. Gelehrte Sacherklärungen wurden bei der Lectüre nach Maßgabe jeder Klaſſe zwar überall, aber nur ſparſam, gegeben. Nicht alles Geleſene ward hier mehr me⸗ morirt, ſondern nur ausgewählte Stellen.— Die Correctur der ſchriftlichen Arbeiten in Proſa und in Verſen ging nun auch auf etwanige Verletzungen der rhetoriſchen Regeln und Geſetze.— Während der mündlichen Correctur wurde aus dem Lateiniſchen ins Griechiſche und umgekehrt überſetzt, Verſe gemacht und dergleichen.— Die griechiſchen Klaſſiker wie Demoſthenes, Pla⸗ to, Thucydides, Homer, Pindar wurden hier geleſen.— Einmal wöchentlich wurden auch Vor⸗ träge über Alterthümer, und die Theorie der Dichtungsarten gehalten. Andere Unterrichtsgegenſtände blieben ausgeſchloſſen und den obern Studien vorbehalten. Erſt in der 7ten Klaſſe, Phyſik, wurden Euclids Elemente erklärt. Was in den ſogenannten philoſophiſchen Klaſſen gelehrt ward, ſchloß ſich an die Interpretation des Ariſtoteles. Der Unterricht ward in lateiniſcher Sprache ertheilt, ſobald dieß nach den Kenntniſſen des Schülers anging.— Unterricht war in den untern Klaſſen Vor⸗ und Nachmittag 2 ½ Stunde; in der oberſten 2 Stunden; am Re⸗ creationstage doch zwei. Viel mußte auswendig gelernt und den Decurionen vor der Stunde auf⸗ geſagt werden, die ſelbſt wieder controllitt wurden. Am Sonnabend war allgemeine Wieder⸗ holung. Schriftliche lateiniſche Uebungen waren täglich zu bringen, in den obern Klaſſen wöchentlich zwei metriſche und eine griechiſche. Sie wurden vom Lehrer verbeſſert, aber nicht laut vor allen, ſondern im leiſen Geſpräche mit den einzelnen, während die übrigen Schüler eine Arbeit machten. Man vertheilte auch die Arbeiten zum Corrigiren an die Schüler, jedem die eines andern.— Ein Mittel, den Ehrgeiz anzuſpornen, beſtand in Concertationen von Schü⸗ lern untereinander, auch von Klaſſen mit Klaſſen. Nach den ſchriftlichen Concertationen wur⸗ den Ehrentitel, von römiſchen Magiſtratswürden entlehnt, ertheilt; ja man theilte die Klaſſen in zwei wetteifernde Hälften und jeder Schüler der einen Hälfte hatte in der andern einen Ne⸗ benbuhler.— An Sonn⸗ und Ferientagen wurden von den einzelnen Abtheilungen der höhern und der niedern Schulen Verſammlungen gehalten, Academieen genannt, in denen vorgeleſen, disputirt, erzählt und dergleichen, dem jedesmaligen Standpunkte der Theilnehmer Angemeſ⸗ ſenes getrieben wurde. Bei feſtlichen Gelegenheiten, wie am Jahresſchluſſe, wurden auf dem Theater lateiniſche, von den Lehrern verfertigte, meiſt allegoriſch⸗moraliſche Schauſpiele aufge⸗ führt, ſelbſt ſchon von Schülern der Klaſſe, die der heutigen Quarta entſpricht. Die Gymnaſial⸗ bibliothek bewahrt zwei Foliobände ſolcher in Verſen abgefaßter Stücke, handſchriftlich aus den Jahren 1703— 1721. Dritte Periode, bis zur Aufhebung des Jeſuiten⸗Ordens in Schleſien 1776. Wir beginnen die dritte Periode des Gymnaſiums mit den Nachrichten über den Bau des neuen Gebäudes für Univerſität und Gymnaſium, wozu die erſten diesfälligen Verhandlun⸗ 17 gen und die Entwerfung des Plans noch in das Ende der von uns angenommenen zweiten Pe⸗ riode, ins Jahr 1695 fallen, in welchem um die Schenkung der Stallgebäude gehandelt wor⸗ den war. Zwiſchen und neben dieſen Stallungen lagen mehrere Bürgerhäuſer, die, wie der Stall ſelbſt, an die Stadtmauer angebaut waren. Die Jeſuiten baten daher beim Kaiſer um die Schenkung aller zur Burg gehörigen Oerter, worunter ſie jene Bürgerhäuſer ſowohl, als ſelbſt die Häuſer des ſogenannten Sperlingsberges, angeblich des Burgplatzes, verſtanden, der widerrechtlich bebaut und dem Burgrecht entzogen worden wäre. Darüber kam es zu Strei⸗ tigkeiten mit dem widerſprechenden Magiſtrate, bis endlich eine Sühne zu Stande kam. Die Jeſuiten bezahlten die an den Ställen gelegenen Bürgerhäuſer baar, und zwar das des Bäckers Gottfried Teußner mit 5000 Rthlr. Schleſiſch, das des Thorſteher⸗Gefreiten Samuel Rachers⸗ dorf mit 1000 Rthlr., das des Meſſerſchmidts Johann Winkler mit 1000 Rthlr., das der Wittwe Roſina Thomas mit 1000 Rthlr., das des Brandweinbrenners Martin Roſe mit 900 Rthlr. Wo jetzt der Durchgang unter dem Univerſitätsgebäude, das Kaiſerthor genannt, ſich befindet, war ein wirkliches Thor in der Stadtmauer mit zwei Wohnungen, der eines Almoſendieners und eines Gerichtsdieners; die Jeſuiten zahlten für die erſte 350, für die andere 450 Rthlr. und zur Abgeltung aller auf den Häuſern ruhenden Laſten deponirten ſie bei der General⸗Steuer⸗Kaſſe ein Kapital von 2000 Rthlr. Ueberdieß verpflichteten ſich die Väter der Geſellſchaft Jeſu, das zu überbauende Thor als ſolches zu belaſſen, die Thorflügel machen zu laſſen, auch zum Fallgatter eine Kammer über dem Thore anzubringen, ferner keine Thüre nach dem Walle hinaus, die Fenſter aber nicht unter drei Ellen über dem Boden anzulegen oder ſie dann halb zu vermauern, auch die Fenſter des obern Stockes mit halben Gittern zu verſehen, wenn ſie niedriger wären als die Stadtmauer. Andere Beſtimmungen betrafen die beiden Brunnen auf dem Sperlingsberg, die Verlegung des Spritzen⸗ hauſes in die Rabbinergaſſe und dergleichen. Dieſes Abkommen ward vom Kaiſer den 27. April 1728 beſtätigt und am 19. Mai 1728 mit großer Feierlichkeit durch den Oberamts⸗Director Grafen von Schaffgotfch und den Pater Rector Franz Wentzel die erſten Schaufeln Erde ausgegraben, am 6. December 1728 aber der Grundſtein gelegt*), und ſo das Gebäude bis 1736 in ſeiner jetzigen Geſtalt, aber keinesweges in der ganzen Vollſtändigkeit des urſprünglichen Planes aufgeführt, da weder der große projectirte Thurm über dem Kaiſerthore zum Dache hinaus geführt, noch der letzte Flügel am öſtlichen Ende gebaut worden, der in 3 Stockwerken und einem achteckigen Stern⸗ wartenthurme, entſprechend dem jetzigen ſogenannten mathematiſchen Thurme, mit dem weſt⸗ lichen, gleichfalls dreiſtöckigen Flügel correſpondiren ſollte, in welchem die Aula ſich befindet. Auch 1) Siehe Steinbergers Tagebuch, in der ſchleſiſchen Zeitung 18140. Nro. 162— 167. 3 18 —————— das projectirte prachtvolle, reichverzierte Portal zwiſchen der Kirche und der Apotheke iſt unausgeführt geblieben. Theils Schwierigkeiten, die aus der unmittelbaren Nähe der Feſtungswerke entſtanden, die das gerade Fortbauen nach dem Plane nicht verſtatteten, theils mangelnde Geldmittel hin⸗ derten den regelmäßigen Weiterbau und ließen das Gebäude ſo unharmoniſch werden, wie es jetzt erſcheint. In dem neuen Gebäude erhielt das Gymnaſium, welches uns beſchäftigt, den oberſten oder 3. Stock zu ſeinen Klaſſen angewieſen; erſt ſpäter, als dieſer obere Stock während der ſchleſiſchen Kriege ganz verwüſtet war, wurde es in die zweite Etage verlegt. Ein Verzeichniß der Rectoren und der obern Studienpräfecten, oder, wie ſie jetzt auch häufig genannt werden, der Kanzler übergehe ich, theils, weil ſie dem Gymnaſium allein nicht angehören, ſondern auch der jetzt anerkannten Univerſität, theils und hauptſächlich, weil ſie in den, zur erſten Jubelfeier der Univerſität 1802 erſchienenen Nachrichten von dem Perſonale der Leopolds⸗Univerſität zu Breslau in ihrem erſten Jahrhunderte von dem Profeſſor Eligius Aloys Jung bereits aufgezählt und der Oeffentlichkeit übergeben worden ſind. Dagegen will ich der Vollſtändigkeit wegen, ſo weit meine Quellen es verſtatten, die Prae- fecti studiorum inferiorum oder die eigentlichen Vorſteher des Gymnaſiums aufzählen, auch einige Nachrichten über die Frequenz⸗Verhältniſſe in dieſem Abſchnitte mittheilen und endlich von den Bedrängniſſen handeln, in welche die ſchleſiſchen Kriege Gymnaſium und Univerſität gebracht haben. Zur neuern Geſchichte der Methode wird ſich wenig anführen laſſen, da dieſe dem urſprünglichen Plane im Ganzen treu geblieben. Da die Angaben in der Gymnaſialmatrikel unvollſtändig ſind, ſo habe ich aus der mir gefälligſt mitgetheilten Univerſitätsmatrikel das Verzeichniß der Praefecti studiorum huma- feſſor der Moraltheologie zugleich Präfect des Gymnaſiums war, ſo mangelt doch ein beſtimmtes Zeugniß. Von 1707— 10 war Präfect des Gymnaſiums Anton Hanel, bis 1712 Franz Hertzig, bis 1714 Franz Neuwert, 17 ½6 Johann Rudlof, von 1715— 17 Auguſt Ortmann, bis 1720 Franz Bös, bis 1722 Peter Hordes, bis 1728 Mathias Hayko, bis 1730 Leopold Hoffmann, bis 1733 Franz Weiner, bis 1736 Bernard Praſſold, bis 1738 Franz Neuſſer, 173½ Johann Kindler, 1738 Carl Gottſchlich, bis 1742 Wenceslaus Kraus, bis 1744 Franz Kreidt; wahrſcheinlich beide folgende Jahre bis 1746 Ferdinand Heinrich; 17½½ Johann Tilge; 174 ⅞ Franz Haan, 173 Peter Habendorf, bis 1752 Johann Wiesner, bis 1754 Theodor Oelſchläger, bis 1756 Auguſt Langer und im Jahre 1756 Carl Tintz. Die übrigen 6 Jahre des damaligen ſchweren Krieges waren für das Gymnaſium verderblich, wie unten noch er⸗ wähnt werden ſoll. Statt der ſonſtigen Angaben enthält, die Matrikel die Bemerkung: 0b bellica disturbia dilapsis musis integro sexennio quievit matricula. Im Jahre 17 ½ 19 wird als Präfect Johann Thamm genannt; welchem bis 1766 Norbert Roßmann, bis 1768 Johann Duttar folgte. Dann verwaltete Franz Pache dieß Amt durch 5 Jahre bis 1773; über ſeine Perſon findet ſich die Bemerkung: Rector emeritus collegii Nissensis, natus 1714, obiit Vratislaviae 1785. Nach ihm übernahm Johann Duttar noch einmal die Stelle als Präfect ndch auf ein Jahr, doch iſt von ihm angemerkt: Valetudinarius, obiit Glaciü 1796. Die letzten beiden Jahre 1774— 76 wo in Schleſien ungeachtet der Aufhebungsbulle Clemens XIV., der Orden nach dem Willen Friedrich des Großen noch fortbeſtand, war Franz Beinhauer Präfect des Gymnaſiums. Die Frequenz hob ſich in den erſten Jahren nach Errichtung der Uniperſität unge⸗ mein, und beſuchten z. B. im Studienjahre 171¼ 448, im folgenden 441 Schüler die ſechs Klaſſen des Gymnaſiums. Dieſe Frequenz ſtieg bis zu den ſchleſiſchen Kriegen fortwährend und erreichte im Jahre 1740 eine ſolche Höhe, daß Univerſität und Gymnaſium zuſammen an 1300 Scholaren zählten. Dagegen ſank dieſelbe beim Ausbruche des Krieges ſofort, wie denn auch im Album bemerkt iſt: Matriculae anno 1741 vergente in 1742 ob circumstantias afflictorum temporum nullus insertus est. In der That betrug die Zahl der Gymnaſial⸗ ſchüler nur 264, und die Zahl der Studenten hatte noch mehr abgenommen. 1. In dieſe Zeit fällt auch die erſte Jubelfeier der Stiftung des Gymnaſiums, welche im Jahre 1738 begangen wurde. Es ward auf dem Theater(dem jetzigen naturhiſtoriſchen Mu⸗ ſeum), ein Stück aufgeführt: Erſtes Jahrhundert des Breslauer Collegii in Iſaak, jener reichlichen Frucht des hunderten Jahres des, in das Land Chanaan wandernden großen Seelen⸗ eiferers Abraham, vorgebildet, mit feierlicher Begängniß des von Ihrer päpſtlichen Heiligkeit Clemente XII. jüngſt in die Zahl der Heiligen überſetzten Johannis Franciſci Regis gekrönt. Die Sendung Abrahams in das gelobte Land wird als ein Vorbild der Sendung des Jeſuiten⸗ ordens nach Schleſien und Breslau dargeſtellt, und dieſes erſte Jubeljahr ihres Wirkens wird gekrönt durch die Heiligſprechung eines Mitglieds und Sohnes des Ordens.. Nach dem Ende des öſterreichiſchen Erbfolgekrieges 1748 nahm die Frequenz wieder zu und betrug im Jahre 17 ¾3 im Ganzen 655, wovon 312 im Gymnaſium, im nächſten ſchon 728, wovon 322 im Gymnaſium. Dieß dauerte ſort bis zum 7jährigen Kriege, denn 175 waren im Ganzen 887 Scholaren, wovon 355 im Gymnaſium. Aber ſchon im erſten Jahre des Tjährigen Krieges ſank die Geſammtzahl auf 587, die der Gymnaſiaſten darunter auf 275.— Nach einem 54 ährigen Durchſchnitte betrug die Zahl der jedes Jahr ins Gymnaſium Aufgenom⸗ menen nahe an 100. Bald nöthigte der ſiebenjährige Krieg die Jeſuiten und ihre Schüler höherer und niederer Stufe zur Auswanderung aus Breslau, da das Gebäude mit Gefangenen und Kran⸗ ken, die Kirche mit Getreide angefüllt ward. Anfangs unterrichteten einige zurückgebliebene . 3* 20 Patres in einem Häuschen hinter der alten Burg, doch mußte 1759 den öſterreichiſchen Kran⸗ ken auch dieß Haus eingeräumt werden; endlich erhielten ſie zum Unterrichte für eine kleine Anzahl Schüler der niedern Klaſſen ein, dem Mathiasſtifte gehöriges kleines Haus eingeräumt. Die höhern Studien wurden von einzelnen Lehrern zu Sagan, Liegnitz, Oppeln, die Theologie hauptſächlich in dem Dorfe Langendorf bei Neiſſe gelehrt. Erſt nach dem Hubertsburger Frie⸗ den kehrten Schüler und Lehrer in die öden, durch den Aufenthalt von Tauſenden Verwun⸗ deter und Kranker, oder Gefangener verwüſteten Gebäude zurück. Seitdem verfloſſen 10 Jahre bis zur Aufhebung des Ordens, eine Zeit, in welcher ſich die Frequenz ſchnell wieder hob. Die Trennung Schleſiens von Böhmen, mit welchem es bisher eine Kirchenprovinz ge⸗ bildet hatte, hinderte fortan die Verſetzung der Lehrer, aber der Orden ward dadurch in Schle⸗ ſien auf ſich ſelbſt beſchränkt und hatte eine geringere Auswahl zur Beſetzung der Lehrerämter, ein Umſtand, auf welchen eines der letzten und eifrigſten Mitglieder des Ordens, der verſtorbene „Rector Köhler, ein großes Gewicht zu legen pflegte, um daraus den Verfall des Jeſuitenun⸗ terrichts in Schleſien und in Breslau, den er zum Theil einräumte, zu erklären.— Aus ähn⸗ lichem Grunde waren, auf Anlaß Friedrichs des Großen, eine Anzahl franzöſiſcher Jeſuiten 1749 nach Schleſien gerufen worden, um den wiſſenſchaftlichen Geiſt durch ſie anzuregen und zu erheben. Eine Zeit bedeutender Veränderungen für das Gymnaſium brach mit der Aufhebung des Ordens an, wovon der nächſte Zeitabſchnitt handeln ſoll. Doch begannen dieſe nicht ſofort mit dem Jahre der Aufhebung, da der große König dieſe mit ihren Wirkungen nicht eintreten laſſen wollte, weil er die Jeſuiten für den Unterricht der katholiſchen Jugend unentbehrlich hielt. Es bedurfte der nachdrücklichſten und dringendſten Bitten und Vorſtellungen, um endlich ſeine Einwilligung zu der, vom Papſte ausgeſprochenen Aufhebung eines katholiſchen kirchlichen In⸗ ſtituts zu erlangen. Die Aufhebungsbulle wurde am 5. Februar 1776 bekannt gemacht. Die Umgeſtaltung des Ordensvereins in eine Corporation der Mitglieder des katholiſchen Schulenin⸗ ſtituts wird die Geſchichte des folgenden Abſchnittes ausmachen. Schulnachrichten kür den Zeitraum vom 2. October 1842 bis 19. August 1843. 7 . A. I. Lehrverfaſſung. 1. Prima. Ordinarius war der Director mit je 6 Stunden in jeder der beiden Abtheilungen und vor Weihnachten 3, nach Weihnachten 4 Stunden in der combinirten Prima. A. in der combinirten Prima. a) Sprachen. Hebräiſch welchen Unterricht der Religionslehrer Stenzel allein betreibt, in zwei Stunden wöchentlich, die unregelmäßigen Verba und ein Theil der Syntax nach Geſenius Sprachlehre; geleſen wurde I. Moſes Kap. 37. 42. 43. 44. I. Könige Kap. 10. Pſalm 51. 128. 137. 139.* b) Wiſſenſchaften. 1. Religion in 2 Stunden wöchentlich, allgemeine Einleitung in die Religionslehre; Quellen der chriſtlichen Glaubenslehre; die Lehre von den Sacramenten nach Gottfried Auguſt Fiſchers Lehrbuche und eigenen Heften; vor Oſtern wurde in einer der beiden Stunden die Apoſtelgeſchichte von Kap. 20 bis zu Ende und Evangelium Lucä Kap. 1. im Original geleſen und erklärt. Dieſer Unterricht war, wie der geſammte Religionsunterricht gleichfalls in den Hän⸗ den des Religions⸗ und Oberlehrers Stenzel. 8 22 2. Geſchichte in drei Stunden wöchentlich bei dem Director, die neuere Geſchichte bis zur franzöſiſchen Revolution, nach eignen Heften. 3. Philoſophiſche Propädeutik, in einer Stunde, bis Weihnachten Profeſſor Dr. Brettner, ſeitdem der. Director, die Pſychologie nach Haßlers Paragraphen, dann die Lo⸗ gik nach Trendelenburg, Elementa logices Aristotelicae. B. In Ober⸗Prima allein. a) Sprachen. 1. Deutſch in 2 Stunden wöchentlich bei dem Oberlehrer Dr. Zaſtra: In einer Stunde wurde die Lehre von der dramatiſchen und didaktiſchen Poeſie, ſodann die Geſchichte der deutſchen Literatur von Göthe bis auf die neuſte Zeit nach eignen Heften vorgetragen, auch ex⸗ temporirte Vorträge von den Schülern über Themata gehalten, welche der Lehrer aufgab; in einer Stunde die monatlich abgelieferten und vom Lehrer corrigirten Aufſätze mündlich cenſirt. 2. Latein in 8 Stunden wöchentlich, wovon 3 dem lateiniſchen Stil, 3 der Leſung des Proſaikers, 2 der des Dichters beſtimmt warenz erſteres beides war in den Händen des Direc⸗ tors, letztere in denen des Oberlehrers Rotter. Im lateiniſchen Stil wurden in einer Stunde die freien Aufſätze, deren im Ganzen 9 gemacht worden ſind, nachdem ſie vom Lehrer corrigirt waren, mündlich cenſirt; in einer Stunde wurden abwechſelnd Vorträge über den lateiniſchen Stil nach Heinichen gehalten und Ertemporalien geſchrieben, auch monatlich, im Ganzen 10mal, in ſolchen certirt; in der dritten wurden abwechſelnd Exercitien, aus Gryſar's Handbuch, Ab⸗ ſchnitt XI. XIII. XV. XVII. XIX. XXI. überſetzt, durchgenommen, und lateiniſche Dispu⸗ tirübungen gehalten, zu welchem Behufe die Klaſſe in 18 Abtheilungen von je 3 Schülern gebracht war. Im Proſaiker las der Director ſtatariſch, Cic. de finibus I. und II., curſoriſch Sall. bell. Catil. Von Dichtern las Oberlehrer Rotter Terent. Andria, dann Hor. Satt. I. 1. 6. II. 1. 2. 8. 3. Griechiſch in 6 Stunden wöchentlich, wovon 1 Stunde der Einübung der Gramma⸗ tik, 2 der Leſung des Proſaikers, 3 der des Dichters beſtimmt waren, erſteres beides bei Ober⸗ lehrer Rotter, letztere bei Oberlehrer Dr. Zaſtra. Es wurde von erſterem Lehrer die Syntar nach Buttmann erklärt und an Ertemporalien eingeübt, worin auch monatlich, im Ganzen 10mal, certirt wurde; derſelbe las ferner Lucians Charon, Fiſcher und mehrere Todtengeſpräche. Oberlehrer Dr. Zaſtra las erſt Hom. Jl. XVII. XXII. XXIII. v. 1— 513, dann Soph. Oed. T. v. 1— 615. 4. Franzöſiſch in 2 Stunden wöchentlich, in dieſer Klaſſe wie in allen folgenden bei dem Sprachlehrer Scholz; es wurde die Syntax nach Hirzel erklärt, ſchriftliche Exercitien ge⸗ 23 macht, auch monatlich, im Ganzen 10mal, in Ertemporalien certirt; geleſen wurde aus Iveler und Nolte's Handbuch Theil 3. Abſchnitte von Bignon, Foy, La Mochefoucuuid-uan-. court, Lamennais, Las Cases und Staél-Holstein. 5. Hebräiſch, ſiehe oben die combinirte Prima. b) Wiſſenſchaften. 1. Religion ſiehe oben bei der combinirten Prima.. 2. Mathematik in 4 Stunden wöchentlich, bis Weihnachten bei Profeſſor Dr. Brett⸗ ner, nach deſſen Abgange die Stunden in Ermangelung eines mathematiſchen Lehrers auf phi⸗ lologiſche Lehrgegenſtände verwendet wurden; ſeit Oſtern übernahm dieſelben der neuangeſtellte Gymnaſiallehrer Dr. Sondhauß. Es wurden in 2 Stunden einzelne Abſchnitte der Stereometrie und Trigonometrie wiederholt und Aufgaben gelöſet, in zwei Stunden eben ſo die Lehre von den Wurzeln, den arithmetiſchen und geometriſchen Progreſſionen nebſt deren Anwendung auf die Rentenrechnung wiederholt, woran ſich die wichtigſten Sätze aus der Combinationslehre ſchloſſen; die Lehrbücher für Mathematik ſowohl als für Phyſik ſind in allen Klaſſen die von Brettner. Die häuslichen Aufgaben gab der Lehrer corrigirt zurück. 3. und 4. Geſchichte und philoſophiſche Propa dentit ſiehe oben die combi⸗ nirte Prima. 5. Phyſik in 2 Stunden wöchentlih, bis Weihnachten bei Profeſſor Dr. Brettner, worauf dieſelben bis Oſtern andern Fächern zugetheilt wurden; ſeitdem bei Gymnaſiallehrer Dr. Sondhauß: die Lehre von dem Gleichgewicht und der Bewegung feſter und tropfbar⸗flüſſi⸗ ger Körper. c) Techniſche Fertigkeiten und Künſte. (Siehe die Geſammtüberſicht am Schluſſe dieſes Abſchnittes.) C. In Unter⸗Prima allein. . a) Sprachen.. 1. Deutſch in 2 Stunden wöchentlich bei Oberlehrer Dr. Zaftra; in einer Etunde wurde auch hier die Geſchichte der deutſchen Literatur von Göthe bis auf die neueſte Zeit vor⸗ getragen und daran der Anfang der Lehre von der Metrik nach Feldbauſch gereiht; auch wurden von den Schülern theils ausgearbeitete, theils extemporirte Vorträge gehalten; in der andern Stunde wurden die monatlich gelieferten, vom Lehrer corrigirten Aufſätze beurtheilt. 2. Latein in 8 Stunden wöchentlich, wovon, unter der Leitung des Directors 3 dem lat. Stile, 3 der Proſaikerlectüre, 2 unter Leitung des Oberlehrers Rotter der Leſung 24 des Dichters gewidmet wurden. Von den 3 Stunden für den lateiniſchen Stil wurde eine zur mündlichen Cenſur der freien Aufſätze, deren im Ganzen 9 gebracht worden waren, eine abwechſelnd zur Erklärung der Syntaxis ornata nach Zumpt und zum Schreiben von Extem⸗ poralien verwendet, mit welchen auch 10mal im Ganzen certirt worden; in einer endlich wurden Exercitien, aus Gryſars Handbuche, Abſchnitt XII. XIV. XVI. XVIII. XX. XXII. XXIV. XXVI. überſetzt, durchgenommen. Im Proſaiker las der Director Cic. de finibus lib. III. IV. im Dichter der Oberlehrer Rotter Terent. Andria und dann Hor. Epist. II. 1. 2. 3. Griechiſch in wöchentlich 6 Stunden, wovon eine auf Erklärung der Syntax nach Buttmann und deren Einübung durch Extemporalien verwendet wurde, in welchem auch romal im Jahre ein Certiren ſtattfand, in zweien Lucians Charon und Fiſcher geleſen wurde, beides unter Oberlehrer Rotter. In drei Stunden las Oberlehrer Zaſtra erſt Hom. II. XVII. XXII. XXIII. v. 1— 513, dann III. V. v. 1— 492. 4. Franzöſiſch in 2 Stunden wöchentlich, in deren einer die Syntax vom Gebrauch des Conjunctivs bis zum Regime der Zeitwörter erklärt, auch Exercitien durchgenommen und monatlich, im Ganzen 10mal, in Extemporalien certirt ward; in dem andern Abſchnitte von Barante, La Rochefoucauld-Liancourt, Stacl-Holstein und Bernardin de St. Pierre aus Idelers Handbuche geleſen wurden.. 88 5. Hebräiſch, ſiehe die combinirte Prima. b) Wiſſenſchaften. 1. Religion, ſiehe oben die combinirte Prima. 2. Mathematik in 4 Stunden wöchentlich, bis Weihnachten bei Profeſſor Dr. Brett⸗ ner, worauf dieſelben, wegen Mangel eines mathematiſchen Lehrers, durch Combination mit der Ober⸗Prima zu andern Lehrgegenſtänden verwendet wurden; nach Oſtern bei Gymnaſial⸗ lehrer Dr. Sondhauß, in zwei Stunden ebene Trigonometrie nebſt Auflöſung dahin ein⸗ ſchlagender Aufgaben, in zwei Stunden Repetition der Lehre von den Logarithmen und Gleichun⸗ gen. Aufgaben wurden auch hier zu häuslicher Ausarbeitung gegeben. 3. und 4. Geſchichte und philoſophiſche Propädeutik ſiehe oben bei der combinirten Prima. . 5. Phyſik 2 Stunden wöchentlich, bis Weihnachten bei Profeſſor Dr. Brettner, worauf ſie bis Oſtern andern Fächern zugetheilt wurde, ſeitdem unter Gymnaſiallehrer Dr. Sondhauß die Lehre von dem Gleichgewicht und der Bewegung feſter Körper. 25 c) Techniſche Fertigkeiten und Künſte. (Siehe die Geſammtüberſicht am Ende des Abſchnittes). Anmerkung. Von Weihnachten bis Oſtern mußten beide Abtheilungen der Prima im lat. Dichter und Proſaiker und im Deutſchen wieder combinirt werden. 1 2. Ober⸗Secunda. Ordinarius war der Oberlehrer Rotter mit 8 Stunden in derſelben. a) Sprachen. 1. Deutſch in 2 Stunden wöchentlich, der Ordinarius. Es wurden zuweilen einige der monatlichen zu Hauſe durchgeſehenen Aufſätze durchgenommen, auch Extemporalien etwa alle zwei Monate geſchrieben, theils klaſſiſche Muſterſtücke, theils ſelbſtgearbeitete Aufſätze von den Schülern vorgetragen, endlich die Geſchichte der deutſchen Literatur bis auf Opitz nach Piſchon gelehrt. 2. Latein in 9 Stunden wöchentlich, nehmlich in 3 Stunden lat. Stil, in dreien Lec⸗ türe des Proſaikers, beides bei dem Ordinarius, in dreien Dichterlectüre bei dem Gymnaſiall. Winkler. Im lat. Stil wurde die Grammatik nach Zumpt bis zur Syntaxis ornata erklärt, ein Theil der monatlichen freien Aufſätze mündlich cenſirt, Exercitien nach Forbiger geſchrieben, auch monatlich, im Ganzen 10mal, in lateiniſchen Extemporalien certirt. Geleſen wurde im Proſaiker Liv. lib. XXI. im Dichter Hor. carmm. Iib. I. II. und III. c. 1—3. mit Ausſchluß von 12 Oden; ein Theil des geleſenen ward memorirt. 3. Griechiſch in wöchentlich 6 Stunden, wovon eine der Grammatik und zwei der Proſaikerlectüre, bis Oſtern unter Leitung des Candidaten Dr. Winkl er, nach Oſtern unter der des Directors gewidmet waren, in dreien Dichterlectüre getrieben ward, unter Leitung des Gymnaſiallehrers Winkler. In der grammatiſchen Stunde wurde vor Oſtern die Syntar nach Buttmann erklärt, nach Oſtern dieſelbe durch Ueberſetzungen aus Mehlhorns Aufgaben ge⸗ übt, auch monatlich, im Ganzen jedoch nur 9mal, certirt. Geleſen wurde Xen. Hist. I. und II. 1— 3; im Dichter vor Oſtern Hom. Od. IX. X. XI. nach Oſtern II. XXI. XXII. 4. Franzöſiſch in 2 Stunden wöchentlich, in einer Syntax nach Hirzel bis zum Gebrauch der Zeiten, nebſt ſchriftlichen Uebungen; auch wurde monatlich, im Ganzen 10mal, certirt; in der andern wurde Numa Pompilius Buch 8— t0 geleſen. 5. Hebräiſch in einer Stunde wöchentlich die Lehre vom Nomen, die Partikeln, die verba gutturalia; geleſen wurde 1. Moſes Cap. 2. 4 26 b) Wiſſenſchaften. 1. Religion in 2 Stunden woöchentlich, Beendigung der Religionsgeſchichte nach Barthel; die Lehre von der chriſtlichen Kirche und ihrem Stifter, von den Eigenſchaften Gottes nach G. A. Fiſchers Lehrbuche. Memorirt wurden aus dem N. T. die zwei Briefe Petri, der erſte Brief Johannis und der Brief Judä. 1 2. Mathematik in 4 Stunden wöchentlich, bis Weihnachten bei Profeſſor Dr. Brettner; nach Weihnachten mußten dieſe Stunden, wie die Phyſik⸗Stunde, theils aus⸗ fallen, theils andern Lehrgegenſtänden zugetheilt werden; ſeit Oſtern bei Gymnaſiallehrer Dr. Sondhauß Stereometrie, von den graden Linien, Ebenen und Winkeln im Raume bis zur Betrachtung der Ecke. 3. Geſchichte in 3 Stunden wöchentlich bei Oberlehrer Dr. Zaſtra, römiſche Ge⸗ ſchichte nach Apels Geſchichte Roms, von Gründung der Stadt bis zum Sturze des weſtrömiſchen Reiches; vorausgeſchickt ward die Geographie Italiens und derjenigen Länder, die mit Rom in Berührung kamen. 4. Phyſik eine Stunde wöchentlich, bis Weihnachten bei Profeſſor Dr. Brettner, worauf die Stunde bis Oſtern anderweitig verwendet wurde; ſeit Oſtern bei Gymnaſiallehrer Dr. Sondhauß, die Lehre von der Wärme, dann über Wärmemeteore und über Magnetismus. c) Techniſche Fertigkeiten und Künſte. (Siehe die Geſammtüberſicht am Ende des Abſchnittes). 3. Unter⸗Seeunda. Ordinarius war der Oberlehrer Dr. Zaſtra mit 8 Stunden wöchentlich in derſelben. a) Sprachen. 1. Deutſch in zwei Stunden wöchentlich bei dem Ordinarius, genaue Wiederholung der Lehre vom Satze und der Periode nach Becker, darauf die Lehre vom deutſchen Stile nach Heinſius; die monatlichen Aufſätze wurden mündlich cenſirt, endlich Vortragsübungen von den Schülern angeſtellt. 2. Latein in 8 Stunden wöchentlich, wovon 3 dem lat. Stile, 3 der Proſaikerlec⸗ türe unter Leitung des Ordinarius, 2 der Dichterleſung unter Leitung des Oberlehrers Rotter beſtimmt waren. In den Stilſtunden wurde die Syntax nach Zumpt erklärt, wöchent⸗ lich Exercitia aus Schirlitz geliefert, monatlich in Extemporalien, im Ganzen 10mal, certirt, endlich Memorirübungen nach Rudhardts Loci memoriales angeſtellt. Geleſen wurde Liv. I. II. c. 1— 45 und im Dichter Virg. Aen. II.. 27 3. Griechiſ ch in 6 Stunden wöchentlich, in deren einer der Gymnaſiallehrer Winkler die unregelmäßigen Zeitwörter wiederholte und aus der Syntax den Gebrauch der Caſus ab⸗ handelte, ihn auch durch Beiſpiele aus Roſt und Wüſtemanns Uebungsbuche einübte und da⸗ neben monatlich, im Ganzen 10mal, in Extemporalien certiren ließ; in zweien Xen. Anab. IV. cap. 7— V. cap. 8S. las; wogegen Oberlehrer Kabath in drei andern Stunden nach vorausgeſchickter Einleitung über Sprache und Versmaaß Hom. Odyss. I. II. III. und einen Theil des vierten Geſangs erklärte. 3 4. Franzöſiſch in 2 Stunden wöchentlich, in deren einer die Formenlehre nach Hirzel vollendet, die Syntax angefangen, in der andern Guillaume Tell von Florian geleſen wurde. Monatlich wurde, im Ganzen 10mal, in Extemporalien certirt. 5. Hebräiſch in einer Stunde wöchentlich, die Elementarlehre, das Pronomen und regelmäßige Verbum nach Geſenius. 3 b) Viſſenſchaften. 1. Religion in zwei Stunden wöchentlich, Religionsgeſchichte nach Barthel, von der Stiftung der Kirche bis zu Karl d. G. und von dem Concil zu Trident bis zu unſerer Zeit. Aus dem N. T. wurden erklärt und memorirt Joh. Kap. 13— 17. Apoſtelgeſchichte Kap. 9. 10 und 15 und der Brief Jacobi.— 2. Mathematik in 4 Stunden wöchentlich, bis Weihnachten bei Prof. Dr. Brettn er, bis Oſtern bei dem Gymnaſiallehrer Dr. Pohl, ſeitdem bei dem Gymnaſiallehrer Dr. Sond⸗ hauß, in der Geometrie die Lehre vom Kreiſe, in der Arithmetik die einfachen Gleichungen mit einer und mit mehreren unbekannten Größen, die Lehre von den Wurzelgrößen. 3. Geſchichte in 3 Stunden wöchentlich, bis Oſtern bei dem Candidaten Dr. Winkler, die Geſchichte der älteſten Völker Aſiens und Afrikas, mit ſpecieller Berückſichtigung der geo⸗ graphiſchen Verhältniſſe der von ihnen bewohnten Länder; die Geſchichte der Griechen bis zu den Perſerkriegen; in der dritten Stunde die orographiſch⸗hydrographiſchen Verhältniſſe von Eu⸗ ropa und Aſien, nach Oſtern bei dem Candidaten Idzikowski nach Vorausſendung der Geo⸗ graphie die griechiſche Geſchichte bis zur Unterjochung durch die Römer nach Pütz. 4. Phyſ ik in einer Stunde wöchentlich, bis Weihnachten bei Profeſſor Dr. Brettner; nach Weihnachten fiel dieſelbe aus, ſeit Oſtern bei dem Gymnaſiallehrer Dr. Sondhauß, all⸗ gemeine. Eigenſchaften der Körper, Betrachtung der in der Phyſik vorkommenden chemiſch⸗wich⸗ tigen Körper. 5. Naturgeſchichte in 1 Stunde vöchentlich, bis Weihnachten bei dem Collaborator Dr. Gloger, der jedoch dieſe Zeit meiſt krank war, über ungeflügelte Inſecten; nach Weih⸗ — 4* 28 nachten fiel dieſe Stunde aus, ſeit Oſtern bei Collaborator Dr. Becker Mineralogie und zwar Orpktognoſie nach Glocker. c) Techniſche Fertigkeiten und Künſte. (Siehe die Geſammtüberſicht am Schluße dieſes Abſchnittes.) 4. Tertia. Ordinarius war der Gymnaſiallehrer Janske mit 12 Stunden wöchentlich. a) Sprachen. 3 1. Deutſch in 3 Stunden wöchentlich bei dem Ordinarius; Erklärung von §. 205— 226 der Beckerſchen Grammatik, Uebungen im mündlichen Vortrage, mündliche Cenſur eines Theils der Arbeiten, die nach je 2 bis 3 Wochen abgeliefert, vom Lehrer nach einer ge⸗ wiſſen Auswahl corrigirt wurden. 2. Latein in 9 Stunden wöchentlich. In 3 derſelben wurde die Syntax nach Zumpt erklärt und an Uebungsbeiſpielen aus Hottenrott, Kurſus für Tertia, eingeübt; es wurde mo⸗ natlich, im Ganzen 10mal, in Extemporalien certirt; in den andern drei Stunden wurde Jul. Caesar de bello Gall. lib. V. c. 13— VI. c. 9. überſetzt; beides bei dem Ordinarius; endlich las Oberlehrer Kabath in 2 Stunden Ovid. Met. III. 525— 733. VI. v. 1— 312. VIII. 611—724. und erklärte in einer dritten Proſodik und Metrik, wobei praktiſche Uebungen in dactyliſchen, jambiſchen und trochäiſchen Versmaaßen angeſtellt wurden. 3. Griechiſch in 5 Stunden wöchentlich, bis Weihnachten bei dem Candidaten Dr. Müller, bis Oſtern bei Oberlehrer Dr. Zaſtra, nach Oſtern bei dem Candidaten Dr. Winkler, aus der Grammatik wurde die Formenlehre nach Buttmann vollendet, vorzüglich die Lehre von den zuſammengezogenen Verben, von denen in 11i und den unregelmäßigen; monatlich wurde, im Ganzen 10mal, in Extemporalien certirt; ſeit Oſtern wurde geleſen Nenoph. Anab. lib. I. c. 1—4. und in der letzten Zeit als Vorbereitung für die Dichterlectüre in Secunda Hom. Odyss. I. v. 1— 150 mit beſonderer Berückſichtigung des Verſes und des homeriſchen Dialekts. 4. Franzöſiſch in 3 Stunden wöchentlich, Wiederholung der regelmäßigen Conju⸗ gation, Hinzufügung der unregelmäßigen; die Lehre von den Bei⸗, Zahl⸗ und Fürwörtern, vom Paſſiv und den reflexiven Zeitwörtern; monatliche Certamina in Extemporalien, im Ganzen 10 während des Jahres; geleſen ward Théaàtre par Florian. 29 b) Wiſſenſchaften.. 1. Religion in zwei Stunden wöchentlich, über die Pflichten in den beſondern Stäͤnden und von den heiligen Sacramenten, nach dem Münchner Unterrichtsbuche; aus dem N. T. wurde erklärt und memorirt Matth. Kap. 5—7 und die auf die heiligen Sacramente Bezug habenden Stellen. 2. Mathematik in 3 Stunden wöchentlich bei dem Ordinarius, in der Geo⸗ metrie die§§. 42— 173 in Brettners Lehrbuche, in der Arithmetik die Rechnung mit Polygonen das Potenziren und Extrahiren. 3. Geſchichte und Geographie, in erſterer 2, in letzterer eine Stunde wöchent⸗ lich, bis Weihnachten bei dem Candidaten Dr. Müller, ſeit Weihnachten bei dem Gymnaſial⸗ lehrer Dr. Pohl; in der Geſchichte vorher die römiſche, ſodann das Mittelalter nach Becks Lehrbuch; in der Geographie Spanien, Frankreich, Deutſchland und der preußiſche Staat. 4. Naturgeſchichte in 2 Stunden wöchentlich, bis Weihnachten bei dem Collaborator Dr. Gloger, Ornithologie; von Weihnachten bis Oſtern bei dem Collaborator Dr. Matzek über den Bau des menſchlichen Körpers; ſeit Oſtern bei Collaborator Dr. Becker, Beſchrei⸗ bung des Knochengerüſtes und des beſondern Baues der Wirbelthiere; die fünf erſten Familien der Fiſche nach Cuvier. c) Techniſche Fertigkeiten und Künſte. (Siehe die Geſammtüberſicht am Ende des Abſchnittes.) 5. Q u a r t a. Ordinarius war der Oberlehrer Kabath mit 13 Stunden. a) Sprachen. 1. Deutſch in 2 Stunden wöchentlich bei dem Ordinar ius, Erklärung der prädica⸗ tiven Satzverhältniſſe nach Becker; praktiſche Anweiſung zur Anfertigung von Aufſätzen, die ins bürgerliche Leben gehören ³ Uebungen in freien Ausarbeitungen, die nach 2 bis 3 Wochen abge⸗ liefert, vom Lehrer corrigirt wurden; Vortrag memorirter Stücke aus N. Bach' Leſebuche. 2. Latein in 8 Stunden wöchentlich. In 5 Stunden wurden vom Ordinarius die Syntar der Caſus nach Zumpt, Kap. 69— 74 erklärt und nach Dronkes Leſebuche eingeübt; auch monatliche Certamina, im Ganzen 10, in Extemporalien angeſtellt; endlich Memorirübungen 30 nach Rudhardts Methode vorgenommen. Außerdem las aus Corn. Nep. bis Oſtern Candidat Dr. Winkler die Biographien von Datames, Epaminondas, Pelopidas und ein Stück von Agesilaus, nach Oſtern Candidat Idzikowski den Schluß des Agesilaus und von Eumenes Kapitel 1— 8. 3. Griechiſch in 5 Stunden wöchentlich, bei dem Ordinarius, Erklärung der Gram⸗ matik nach Buttmann von Anfang bis einſchließlich zu den zuſammengezogenen Zeitwörtern; Uebungen im Ueberſetzen nach Litzinger; mit griechiſchen Extemporalien zu certiren ward im Ja⸗ nuar begonnen und davon 7 im Ganzen geliefert. 4. Fran zöſ iſ ch in 3 Stunden wöchentlich, über Ausſprache, Artikel, Zahlwörter, Hilfs⸗ zeitwörter, und regelmäßige Verba; Ueberſetzung aus Schifflin; die monatlichen Certamina be⸗ gannen im März und wurden davon im Ganzen 5 gemacht. b) Wiſſenſchaften. 1. Religion 2 Stunden wöchentlich, in einer von den zehn Geboten und den allge⸗ meinen Pflichten nach dem Münchner Unterrichtsbuche, in einer bibliſche Geſchichte von den Rich⸗ tern bis auf Chriſtus nach Kabath.. 2. Mathematik in 3 Stunden wöchentlich, in der Geometrie die Lehre von der Con⸗ gruenz der Dreiecke, in der Arithmetik die Rechnung mit Polygonen, bei dem Gymnaſiallehrer Janske. 3. Geſchichte und Geographie in drei Stunden wöſchentlich, bis Weihnachten bei dem Candidaten Dr. Müller, in der Geſchichte die Einleitung und die älteſten Völker bis zu den Griechen nach Beck, in der Geographie eine Ueberſicht aller Erdtheile; nach Weihnachten ſetzte dieſen Unterricht der Gymnaſiallehrer Winkler fort und übergab ihn zu Oſtern an den Candidaten Dr. Winkler, der die Geſchichte bis zu den puniſchen Kriegen fortführte, in der Geographie Europa und Aſien ſpecieller durchnahm. 4. Naturgeſchichte in 2 Stunden wöchentlich, bis zu Weihnachten bei Collabora⸗ tor Dr. Gloger, der die Säugethiere nach Jäger's Naturgeſchichte vornahm, dann bis Oſtern bei Collaborator Dr. Matzek, welcher Mineralogie lehrte und ſeitdem bei Collaborator Dr. Becker, welcher zur Zoologie zurückkehrte. Eben derſelbe beſchäftigte auch die, vom Zeichenun⸗ terrichte dispenſirten Schüler mit Naturgeſchichte und zwar mit ſpecieller Botanik. c) Techniſche Fertigkeiten und ſchöne Künſte. (Siehe die Geſammtuberſicht am Schluſſe des Abſchnittes.) 31 Anhang zu den voranſtehenden Klaſſen betreffend den Realunterricht für die vom Griechiſchen Dispenſirten. 1. Deutſch 2 Stunden für die dispenſirten Quartaner, bis zum 24. November bei dem interimiſtiſchen Lehrer Huber, dann bei dem Gymnaſiallehrer Dr. Pohl, Uebungen in allerlei ins praktiſche Leben ſchlagenden Aufſätzen. 2. Franzöſiſch 2 Stunden den dispenſirten Tertianern und Unter⸗Secundanern ge⸗ meinſchaftlich, praktiſche Uebungen im Schreiben und Sprechen nach Ahn. 3. Rechnen 2 Stunden mit den dispenſirten Quartanern und Tertianern, bei dem Gymnaſiallehrer Janske, Uebungen in allen bürgerlichen Rechnungsarten. 4. Naturgeſchichte 1 Stunde mit eben denſelben Schülern, bis Weihnachten bei Collaborator Dr. Glogerz von Weihnachten bis Oſtern fiel dieſelbe aus; ſeitdem übernahm ſie Collaborator Dr. Becker, welcher zu praktiſcher Anwendung naturgeſchichtlicher Kenntniſſe an⸗ leitete. 6. Quinta. Ordinarius war der Gymnaſiallehrer Winkler mit 11 Stunden wöchentlich in derſelben. a) Sprachen. 1. Deutſch in 3 Stunden wöchentlich bei dem Ordinarius, tyeils ſchriftliche, theils mündliche Uebungen im Conſtruiren und Analyſiren des, zur Periode erweiterten Satzes; orthographiſche und Declamationsübungen; einige leichtere Themata wurden aufgegeben und vor⸗ her beſprochen.. 2. Latein in wöchentlich 8 Stunden bei ebendemſelbenz; nach vorangegangener Wiederholung der regelmäßigen Formenlehre und der dahin bezüglichen Ueberſetzungen nach Keim wurden die unregelmäßigen Verba erklärt und eingeübt; im Sommerſemeſter wurde die Syntar angefangen; monatlich wurde, im Ganzen 10mal, certirt.— b) Viſſenſchaften. 1. Religion in 2 Stunden wöchentlich, in einer Beendigung der Glaubenslehre, nach dem Münchner Handbuche, in der andern Beendigung der bibliſchen Geſchichte des N. T. und Fortſetzung der Geſchichte des A. T. von der Stiftshütte bis zu den Richtern nach Kabath. 32 2. Rechnen in 3 Stunden wöchentlich, bis zum 24. November bei dem interimiſſti⸗ ſchen Lehrer Huber, nach deſſen Abgange bei dem Gymnaſiallehrer Dr. Pohl, Fortſetzung und Schluß der bürgerlichen Rechnungsarten nach Brettners Leitfaden. 3. Geſchichte und Geographie, in jedem Fache 2 Stunden, anfänglich bei dem interimiſtiſchen Lehrer Huber bis zu ſeinem mehr erwähnten Abgange, dann bei dem Gymna⸗ ſiallehrer Pohl, der jedoch, um anderweitig Aushilfe leiſten zu können, die beiden geographi⸗ ſchen Stunden von Weihnachten bis Oſtern an. den Candidaten Dr. Winkler abgab und ſie erſt dann wieder übernahm. In der Geſchichte wurden biographiſche Darſtellungen aus der mittlern und neuern Geſchichte nach Seemann's Leitfaden, in der Geographie eine Ueberſicht der Erde in phyſiſcher, ethnographiſcher und topographiſcher Hinſicht nach A. v. Roon mitgetheilt. 4. Naturgeſchichte in 2 Stunden wöchentlich, bis Weihnachten bei dem Collabora⸗ tor Df. Gloger, der über die Säugethiere handelte, bis Oſtern bei Collaborator Dr. Mat⸗ zek, der die Klaſſen der Amphibien, Fiſche und Inſecten anſchloß; ſeitdem bei dem Collabora⸗ tor Dr. Becker, welcher das Allgemeine der Botanik vornahm. c) Techniſche Fertigkeiten und Künſte. (Siehe die Geſammtüberſicht am Ende des Abſchnittes.) 7. Serta. Ordinarius war bis zu ſeinem Abgange am 24. November der interimiſtiſche Lehrer Huber, ſeitdem der Gymnaſiallehrer Dr. Pohl mit 13 Stunden. a) Sprachen. 1. Deutſ ch in 3 Stunden wöchentlich bei dem Ordinarius, vom einfachen Satze mit ſeinen Erweiterungen, ſo wie das Hauptſächlichſte aus der Wortlehre nach Beckers Leitfaden, das Vorgetragene eingeübt durch kleine ſchriftliche Aufgaben, und durch Analyſiren ausgewählter Stellen aus Bach's Leſebuche. 3 2. Latein in 6 Stunden wöchentlich bei demſelben, die regelmäßige Formlehre und die gewöhnlichſten unregelmäßigen Zeitwörter nach O. Schulzs Schulgrammatkk, eingeübt durch Beiſpiele aus Högg's Uebungsſtücken; ſeit dem December wurde monatlich in kleinen Ueber⸗ ſetzungsübungen certirt, im Ganzen 8 mal. 46 33 b) Wiſſenſchaften. 1. Religion in 2 Stunden wöchentlich, in einer Stunde der Anfang der Glaubens⸗ lehre nach dem Münchner Unterrichtsbuche, in einer der Anfang der bibliſchen Geſchiche des A. und N. T. nach Kabath. 2. Rechnen in 4 Stunden bei dem Gymnaſiallehrer Janske, die vier Species mit unbenannten und benannten Zahlen, die gewöhnlichen und die Decimalbrüche nach Brettner. 3. Geſchichte und Geographie, jede in 2 Stunden wöchentlich, bis zu ſeinem Abgange bei dem interimiſtiſchen Lehrer Huber, ſodann bei dem Gymnaſiallehrer Dr. Pohl, welcher jedoch, Behufs anderweitig zu übernehmender Vertretung, von Weihnachten bis Oſtern die Geographieſtunden an den Gymnaſiallehrer Winkler abgab, und ſie dann erſt wieder übernahm. In der Geſchichte wurden biographiſche Darſtellungen aus der alten Geſchichte nach Seemanns Leitfaden, in der Geographie eine allgemeine Ueberſicht der Erdoberfläche, beſonders Europas nach Raumer gegeben. 4. Naturgeſchichte in 2 Stunden wöͤchentlich, bis zu Weihnachten bei dem Collaborator Dr. Gloger, welchem bis Oſtern der Collaborator Dr. Matzek folgte, worauf der Colla⸗ borator Dr. Becker die Stunden übernahm. Den Hauptgegenſtand des Unterrichts machte eine Einleitung in die Naturbeſchreibung aus, mit Hinweiſung auf die Unterſchiede organiſcher und unorganiſcher Körper. c) Techniſche Fertigkeiten und Künſte. (Siehe das Nachſtehende). Der Unterricht im Zeichnen, Singen und Schreiben. Den Zeichnenunterricht ertheilte Profeſſor Schall in 5 Abtheilungen und 14 Stunden wöchentlich ſo, daß Sexta und Quinta, ihrer Stärke wegen, jede in Apei varollele Cötus mit je zwei Stunden wöchentlich getheilt, in Quarta und Tertia, nachdem die für den Zeichnenunterricht der Anlagen ermangelnden Schüler ausgeſchloſſen waren, in je 2 Stunden die Uebungen im Körper⸗, Blumen⸗, Landſchaft⸗ und Ornamentenzeichnen mit Bleiſtift, ſchwarzer Kreide und dem Pinſel methodiſch weiter fortgeführt wurden, während auch den Schülern der Secunda und Prima, die ſich weiter fortbilden wollten, dazu in zwei beſondern Stunden Gelegenheit geboten ward. Den Geſangunterricht ſetzte der Singlehrer Hahn, Kapellmeiſter an der Domkirche, i in ſeiner bisherigen Weiſe fort, indem er die Elemente des Geſangs in Serta in zwei woͤchent⸗ lichen Stunden lehrte, und dieſe in einer Stunde in Quinta vollendete, wobei zugleich in zwei⸗ 5 34 ſtimmigen Liedern Uebungen vorgenommen wurden; in Quarta ward eine Stunde hauptſächlich dem vierſtimmigen Kirchengeſang gewidmet, indeß eine allgemeine Geſangſtunde die Geübteſten aller Klaſſen zur Ausführung größerer Geſangſtücke vereinte. Ein Theil der Diskantiſten und Altiſten nahm auch dieſes Jahr wieder an den Uebungen des Königl. Inſtituts für Kirchen⸗ muſik Theil, ſo wie die Fundatiſten des Convicts in einer beſondern Stunde vom Kapell⸗ meiſter Hahn Anleitung für die, beim Gymnaſial⸗Gottesdienſte aufzuführende Vocal und In⸗ ſtrumental⸗Muſik erhielten. Den Schreibunterricht ertheilte der Schreiblehrer, Schulrector Haucke in Serta und Quinta bei je drei Stunden nach ſeiner bisherigen Methode fort. Der Religionslehrer, Oberlehrer Stenzel, hat auch in dieſem abgelaufenen Jahre wieder 128 Schülern in beſondern Stunden Unterricht zum Empfang der heil. Sacramente gegeben, und am 28. Mai d. J. davon 57 mit angemeſſener Feierlichkeit das erſtemal zum Tiſche des Herrn geführt. Die übrigen Schüler gingen viermal zur Beichte und heil. Com⸗ munion, wozu ſie jedesmal, gleich denen, welche das heil. Sacrament der Firmung empfangen wollten, in beſondern Stunden vorbereitet wurden. Der Religionslehrer hielt auch den Gottes⸗ dienſt an Sonn⸗ und Feſttagen und die tägliche Frühmeſſe. Die Zahl der Lehrſtunden hatte ſich, durch die Theilung der Prima für die meiſten Lehrgegenſtände in zwei Cötus, bis auf 252 vermehrt, wie dieß die unten befindliche ſtatiſtiſche Ueberſicht genauer nachweiſet. Die dadurch erforderlichen Mehrſtunden waren in der Art un⸗ tergebracht, daß theils die amtsmäßigen Stunden auf ihr Maximum erhöht, theils die Mit⸗ glieder des pädagogiſchen Seminars und einige ordentliche Lehrer mit Mehrſtunden gegen ein beſonderes Honorar betheilt wurden. Leider iſt der Schulunterricht, wie auch die vorſtehende Ueberſicht zeigt, durch einen außerordentlichen Lehrerwechſel ſehr geſtört und dadurch veranlaßt worden, daß nicht nur derſelbe Lehrgegenſtand einer Klaſſe häufig in einem Jahre an drei ver⸗ ſchiedene Lehrer gekommen iſt, ſondern auch der mathematiſch⸗phyſikaliſche Unterricht in den obern Klaſſen ein ganzes Vierteljahr hat ganz ausfallen, daß endlich auch, während derſelben Zeit, um dieſe Stunden unterzubringen, die, bei einer Frequenz von anfaͤnglich 107 Schülern ſo noth⸗ wendige Theilung der Prima durch Combinationen der Cötus hat aufgehoben werden müſſen. Ueber die vorgekommenen Aenderungen im Lehrerperſonale giebt die Chronik weiter unten die nöthige Auskunft 35 —— II. Verordunngen und Zuſchriften der Behörden von allgemeinerem Intereſſe. 1. Vom 19. Auguſt 1842. Das Königl. Provincial⸗Schul⸗Collegium genehmigt, auf den Antrag des Directors, daß für das Schuljahr 18 ¾ die Prima, mit Ausnahme des Unterrichts in der Religion, der Geſchichte, der philoſophiſchen Propädeutik und des Hebraiſchen, in zwei Cötus getheilt werde; doch ſolle keine Promotion aus einem in den andern ſtattfinden, um die Zahl der Stufen des Gymnaſiums nicht zu erhöhen; die dadurch entſtehenden Mehr⸗ ſtunden ſollen vertheilt, die Candidaten des pädagogiſchen Seminars zu Hilfe genommen werden; für Mehrſtunden über die amtsmäßige Zahl wird den betreffenden Lehrern eine Remuneration zugeſichert und dabei die Zahl der Amtsſtunden des Directors auf 12—14 beſtimmt. 2. Vom 4. September. Dieſelbe hohe Behörde verfügt, es ſolle, Behufs ein⸗ zuführender Leibesübungen, die des Königs Majeſtät als einen nothwendigen und unentbehrlichen Beſtandtheil der männlichen Erziehung förmlich anerkannt habe, berichtet werden, ob an der Schule auch eine gymnaſtiſche Anſtalt vorhanden ſei, und unter welchen Verhältniſſen ſie beſtehe. Es hatte darauf berichtet werden müſſen, daß eine ſolche Anſtalt am Gymnaſium nicht vorhanden ſei. 3. Vom 27. September. Dieſelbe verlangt Bericht darüber, was an hieſiger Anſtalt zur Förderung des mündlichen Ausdrucks in der Mutterſprache geſchehe. 4. Vom 12. November. Dieſelbe zeigt an, daß, nach einer Mittheilung des Hohen Miniſteriums die Verfügung vom 23. December 1840, welche in mehrern Programmen bekannt gemacht iſt,(auch in dem unſrigen), nichts in der Beſtimmung ändere, daß diejenigen, welche dem Poſt⸗, Bau⸗ und Forſtfache und dem Subalterndienſte ſich zu widmen beabſichtigen, bei ihren Zulaſſungs⸗Geſuchen ſich ausweiſen müſſen, daß ſie die, durch die beſtehenden Verordnungen vorgeſchriebene Schulbildung erlangt haben, und daß insbeſondere ſolche, die als Civil⸗Super⸗ numerarien zugelaſſen werden wollen, ein Gymnaſium frequentirt und aus der erſten Klaſſe eines ſolchen mit dem Zeugniß der Reife und guter ſittlicher Führung entlaſſen ſein müſſen. 6. Vom 22. November. Anzeige, daß der interimiſtiſche Lehrer Huber zum 1. December abgehen und Dr. Pohl von der Realſchule in Neiſſe an ſeine Stelle treten werde. Die Beſtallung für den letztern ging am 29. November ein. 6. Von demſelben Tage. Das Königl. Provincial⸗Schul⸗Collegium ſendet für den bisherigen Collaborator Dr. Gloger die gewünſchte Entlaſſung, und beauftragt den Direc⸗ tor, mit dem bisherigen Collaborator Dr. Matzek an der hieſigen Realſchule wegen Ueber⸗ nahme der erledigten Collaboratur zu unterhandeln. Unter dem 28. Februar wurde demſelben die Collaboratur übertragen. 5* 36 7. Vom 5. Januar 1843. Daſſelbe zeigt dem Director den ſofortigen Abgang des Profeſſor Dr. Brettner als Regierungs⸗Schulrath nach Poſen an. 8. Vom 1. Februar. Daſſelbe giebt Nachricht von den, im Verwaltungs⸗Bezirk des Königl. Provincial⸗Schul⸗Collegiums zu Coblenz eingerichteten Zuſammenkünften der Lehrer eines jeden Gymnaſiums zu literäriſch⸗pädagogiſchen Zwecken und frägt an, ob dergleichen löbliche Vereine auch hier beſtänden. Der Director hat hierauf berichtet, daß er ſchon vor Eingang dieſer Zuſchrift ſeine Collegen zu zeitweiligen Zuſammenkünften, Behufs der Beſprechung wiſſenſchaftlich⸗pädagogiſcher Gegenſtände veranlaßt habe und dieſe ſich zu ſchriftlichen Berichterſtattungen, die den Berathun⸗ gen zur Grundlage dienen ſollen, in gewiſſer Reihenfolge verſtanden haben. 9. Vom 5. Februar. Auf Veranlaſſung des Hohen Miniſteriums frägt das Königl. Provincial⸗Schul⸗Collegium an, ob ſich das Bedürfniß herausgeſtellt habe, öffentliche Vorbereitungsanſtalten für die untern Klaſſen des Gymnaſiums einzurichten.. Der Director hat ſich für Errichtung einer ſolchen Anſtalt günſtig ausgeſprochen. 10. Vom 18. März. Das Königl. Provincial⸗Schul⸗Collegium fordert den Direc⸗ tor auf, zu berichten, wie es mit der Dispenſation der Schüler vom Griechiſchen in Quarta und Tertia bisher gehalten worden ſei und ordnet an, für die Dispenſirten dieſer Klaſſen, wie bisher geſchehen, einen anderweitigen angemeſſenen Unterricht als Parallelſtunden einzurichten, auch zu berichten, wie viel an Lehrkräften und Koſten erforderlich ſei, wenn fortan eine doppelte Prima, Ober⸗ und Unter⸗Secunda eingerichtet, und die Tertia und Quarta in je zwei voll⸗ ſtändig getrennte Parallel⸗Cötus getheilt werden. . Miit Freuden hat der Director dieſen Bericht erſtattet und die geringen Schwierigkeiten dieſer, für das Gedeihen des Gymnaſiums bei ſeiner großen Frequenz, unerläßlichen Maßregel ſo wie die Möglichkeit nachgewieſen, ſowohl die nöthigen Räume zu beſchaffen, als aus den Schulgeldern die Koſten aufzubringen. 11. Vom 18. März. Das Königl. Provincial⸗Schul⸗Collegium theilt eine Cir⸗ cularverfügung des Hohen Miniſteriums mit, betreffend die, nunmehr an allen Gymnaſien einzu⸗ führende, und von Quinta aufwärts in ſtetiger Folge anzuwendende Methede einer Vervollſtän⸗ digung des grammatikaliſchen Unterrichts beim Unterrichte im Latein, wie ſie von Dr. Rudhardt vorgeſchlagen worden, wobei jedoch den Gymnaſien freie Bewegung geſtattet wird, wenn nur der Hauptgedanke feſtgehalten, der ganze zu verarbeitende Stoff am Anfange des Schuljahres nach gemeinſamer Berathung ausgewählt und ein conſequentes, bewußtes Verfahren zum Grunde gelegt wird. 12. Vom 18. April. Daſſelbe überträgt den naturhiſtoriſchen Unterritht einſtwei⸗ len dem Candidaten Dr. Becker an die Stelle des verſtorbenen Dr. Matzek. 37 13. Vom 29. April. Daſſelbe überſendet dem Director die Beſtallung für den neu angeſtellten Lehrer der Mathematik und Phyſik, Dr. Sondhauß, mit dem Auftrage, ihn zu vereiden.. 14. Vom 27. Mai. Daſſelbe überſendet eine Circularverfügung des Hohen Mi⸗ niſteriums, betreffend eine verbeſſerte, auf richtigen Principien ruhende, von einer planmäßig getriebenen Lectüre deutſcher Muſterſtücke ausgehende Methode des deutſchen Sprachunterrichts, mit Verwerfung der bisherigen, ſogenannten Sprachdenklehre, und unter Hinweiſung auf die Schriften über dieſen Gegenſtand von Hiecke und von Wackernagel, und auf die Abhandlung des Gymnaſiallehrers Hülsmann zu Duisburg.— Das Königliche Provincial⸗Schul⸗Col⸗ legium begleitet dieſes Circular mit erläuternden Bemerkungen und weiſet, hinſichtlich der Auf⸗ ſuchung der Analogien zwiſchen deutſcher, lateiniſcher und griechiſcher Sprache auf Etzlers dieß⸗ fällige Schriften. 15. Vom 29. Mai. Daſſelbe zeigt an, daß des Herrn Miniſters Eichhorn Excel⸗ lenz den Herrn Geheimen Regierungsrath Dr. Brüggemann beauftragt habe, die katho⸗ liſchen Gymnaſien und Schullehrer-Seminarien der Provinz Schleſien an Ort und Stelle zu beſuchen, und ſich durch eigne Anſchauung vom dem Zuſtande derſelben genaue Kenntniß zu verſchaffen. 16. Vom 4. Juni. Daſſelbe eröffnet dem Director, daß das Hohe Miniſterium dem Gymnaſiallehrer Dr. Zaſtra die Aſcenſionsprüfung erlaſſen und demſelben in die 3. Ober⸗ lehrerſtelle einzurücken geſtattet habe. Zugleich wird ihm bekannt gemacht, daß der Religions⸗ und Oberlehrer Stenzel in die, durch den Abgang des Profeſſor Brettner erledigte erſte, der Oberlehrer Rotter aus der dritten in die zweite Oberlehrerſtelle, der Gymnaſiallehrer Dr. Pohl in die, durch das Aufrücken des Dr. Zaſtra erledigte 8. Lehrerſtelle eingerückt ſei und Dr. Sond⸗ hauß die 9. Stelle erhalten habe. 17. Vom 14. Juni. Der Director erhält Mittheilung von der Errichtung einer Handelsſchule in Berlin, ihrer Form und Einrichtung zu weiterer Bekanntmachung. 18. Vom 23. Juni. Das Königl. Provincial⸗Collegium weiſet das Gymnaſium auf höhere Veranlaſſung durch Circularverfügung an, für jede Einführung neuer Lehrbücher, gemäß§. 7. sub 4 und 5. der Dienſtinſtruction für die Königl. Conſiſtorien und Provincial⸗ Schul⸗Collegien vom 23. Oktober 1817 erſt die Genehmigung dieſer Behörde nachzuſuchen. 19. Vom 21. Juli. Daſſelbe eröffnet dem Gymnaſium, daß des Königs Maje⸗ ſtät zum Andenken der, durch den Tractat von Verdun vor 1000 Jahren erlangten Selbſtſtän⸗ digkeit des deutſchen Reichs für den 6. Auguſt eine kirchliche Feier anzuordnen geruht habe, und daß es dem Gymnaſium überlaſſen bleibe, am Tage zuvor eine angemeſſene Schulfeier zu ver⸗ anſtalten. 38 Empfohlen wurden überdieß von der Hohen Behörde unter dem 24. Juli 1842 das von Winiewski angefertigte Verzeichniß aller Programm⸗Abhandlungen; unter dem 22. Septem⸗ ber das Leſebuch von Pütz und Remacly;z unter dem 12. November das Muſeum des rheiniſch⸗ weſtphäliſchen Schulmänner⸗Vereins; unter dem 10. December die Wand⸗ und Schulkarte von Paläſtina von Dr. Beilling in München.. B. Chronik des Gymnaſiums. Nachdem die Aufnahme der neuen Schüler am 3. und 4. Oktober vollzogen und dieſelben, auf Grund ihrer beigebrachten Zeugniſſe in ihre reſp. Klaſſen eingewieſen worden waren, mit Vorbehalt derer, welche, durch Privatunterricht vorbereitet, erſt den 5. zu prüfen waren, wurde an dieſem letzteren Tage das Schuljahr mit dem Veni sancte spiritus eröffnet und nach der kirchlichen Feier im großen Saale vom Director den Schülern nach dem Motto: Ora et labora, eine An⸗ weiſung zu zweckgemäßer und fruchtbringender Einrichtung ihrer Studien und ihrer Lebensweiſe unter Hinweiſung auf die Schulgeſetze gegeben. In dieſen Tagen hatten ſich auch alle Schüler ihren reſp. Lehrern vorgeſtellt und hatten Mittheilung ſowohl über den Stundenplan als über die anzuſchaffenden Bücher erhalten. Donnerſtag den 6. Oktober begannen die Lehrſtunden mit ei⸗ nem Perſonale von 8 ordentlichen Lehrern, einſchließlich des Directors, einem interimiſtiſchen, einem Collaborator für Naturgeſchichte, einem Hülfslehrer für franzöſiſche Sprache, den drei techniſchen Hilfslehrern für Zeichnen, Geſang und Schreiben und mit zwei Candidaten und Mitgliedern des pädagogiſchen Seminars, zuſammen mit 16 Lehrern, denſelben, welche am Ende des vorigen Schuljahres an der Schule gearbeitet hatten. Die Schülerzahl ſiehe hinten bei der Statiſtik Das erſte Ereigniß, das in den geordneten Lauf des Unterrichts eintrat, war die Feier des Geburtstages Sr. Majeſtät des Königs. Der Director ſprach vor der Ver⸗ ſammlung der Lehrer und Schüler über die Frage: Von welch' hohem Werthe iſt das Leben und Wirken eines guten Fürſten für ſein Volk? Durch zweckmäßige, vom Sängerchor ausge⸗ führte Geſänge wurde die Feier erhöht. Waren beim Beginne des Schuljahres keine Verände⸗ rungen unter dem lehrenden Perſonale, wie ſonſt wohl vorzukommen pflegen, eingetreten, ſo brachte die nächſte Zeit deren eine große Menge, zum Theil ſehr unerwartete. Bereits von dem 1. December an,(ſiehe Verordnungen Nro. 5), ſollte der bisberige interimiſtiſche Lehrer Huber ſeine hieſige Stellung mit einer andern in Gleiwitz vertauſchen, und da ſein Amtsnachfolger, Dr. Pohl, bereits einige Tage früher hier eintraf, wurde der abgehende Lehrer ſchon am 24. 39 November vom Director feierlich entlaſſen, und ſein Amtsnachfolger in ſein Amt eingeführt. Den Einführungsworten des Directors antwortete der neue Amtsgenoß in einer Anſprache an die Lehrer und Schüler, wie der abgehende Lehrer auf die Scheideworte des Directors. Der— neue Lehrer Dr. Johann Carl Pohl iſt zu Oppeln 1809 geboren und auf dem Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt gebildet; 1827 bezog er mit dem Zeugniß Nro. II. mit Auszeichnung die Uni⸗ verſität Greifswalde, um dort Philologie zu ſtudiren und am 1. October 1830 erwarb er ſich durch Disputation über Theſen die philoſophiſche Doctorwürde. Nachdem er von Oſtern bis Michaelis 1830 einen Lehrer am Greifswalder Gymnaſium vertreten, und von Oſtern 1831 bis Michaelis 1832 in Neiſſe ſeine Probezeit gehalten, wurde er hierauf Lehrer an der Realſchule in Neiſſe, wo er 10 Jahre bis zu ſeiner Herkunft, ſeit dem September 1838 als erſter Oberlehrer aus ſeinem 11 Jahre inne gehabten Amte am hieſigen Gymnaſium erhalten; er überreichte ihm daſſelbe bei dieſer feierlichen Gelegenheit, dankte ihm im Namen der Anſtalt für das Gute, was dieſelbe aus ſeinem Wirken geſchöpft und wünſchte ihm Glück dazu, daß es ihm die Muniſicenz Sr. Excellenz des Herrn Miniſters möglich gemacht habe, in glücklicher Muße eine wiſſenſchaft⸗ liche Idee verfolgen zu können, in deren Realiſirung er den Zweck ſeines Lebens ſetzte. Ge⸗ ſänge hatten dieſen Actus eröffnet und geſchloſſen. Vor Beginn der Weihnachtsferien wurde die erſte Cenſur aller Klaſſen gehalten und in die Cenſurbücher die Urtheile über Fleiß, Aufmerkſamkeit und Führung eingetragen. Mit dem Scheiden des Dr. Gloger beim Beginn des neuen Jahres 1843 verband ſich auch der Austritt des bisher am Gymnaſium beſchäftigt geweſenen Candidaten Dr. Müller, welcher als Collaborator an das Progymnaſium in Sagan abging. Für dieſen letztern erhielt das Gymnaſium für den Augenblick keinen Erſatz, da ſich für dieſe Stelle im pädagogiſchen Seminar kein Bewerber meldete. Die Stunden mußten daher unter die übrigen Lehrer vertheilt werden. Für den ab⸗ gehenden Dr. Gloger übernahm als Collaborator Dr. Matzek die Stunden, doch nicht alle, da er aus ſeinen Verhältniſſen zur Realſchule erſt zu Oſtern ausſcheiden konnte, eine volle Wirkſamkeit an beiden Anſtalten ihm aber ſeine ſchwächliche Geſundheit nicht möglich machte. Nach dieſen Umſtänden hatte der Director einen neuen Lectionsplan für das Quartal von Neujahr bis Oſtern eben angefertigt, als er am 1. Januar ſelbſt unerwartet mündlich die ſichere Mittheilung er⸗ hielt, daß Profeſſor Dr. Brettner vom hieſigen Gymnaſium abgerufen ſei und ſich ſofort als Regierungs⸗ und Schulrath nach Poſen zu begeben habe. So hatte denn der Schlag, der die Anſtalt ſchon ſo lange bedroht hatte, ſie endlich doch getroffen, und ſo ſehr ſich dieſelbe der ehrenvollen Befoͤrderung eines ihrer Lehrer erfreute, ſo ſchmerzlich empfand ſie die Größe des Verluſtes, den ſie erlitten. Am 7. Januar veranſtaltete der Director die feierliche Entlaſſung des ſcheidenden Amtsgenoſſen und Freundes. Tief bewegt drückten die Schüler ihre Gefühle in einem Gedichte aus, das einen aus ihrer Mitte zum Verfaſſer hatte; hierauf ſprach der Di⸗ — 40 rector aus, was er, was das Lehrercollegium bei dem Scheiden des hochverdienten Mannes em⸗ pfanden und es antwortete ihnen der Scheidende in Worten, die aus einem innig gerührten Herzen kommend, den Weg zum Herzen der Hörer nicht verfehlten. Auf Verlangen wurde die Anſprache des Directors durch den Druck den Schülern zugänglich gemacht. Gleichzeitig hatte der Director auch den neu eintretenden Collaborator Dr. Matzek in ſein Amt mit einigen Worten eingeführt, ihm, ach! vergebens, Wiedergeneſung wünſchend. Auch dieſe Feierlichkeit war mit Geſängen eröffnet und geſchloſſen worden. Leider konnten die Stunden des abgegangenen Lehrers der Mathematik und Phyſik, deſſen Stelle für den Augenblick zu beſetzen nicht möglich war, auch nicht einmal vollſtändig vertreten werden, da ohnehin alle Lehrer mit Stunden bis zu 25 wöchentlich überhäuft waren, auch Erkrankungen mehrerer Lehrer Vertretungen nothwendig machten. Nur in Unter⸗Secunda wurde der mathematiſche Unterricht durch Dr. Pohl fortge⸗ ſetzt; in Ober⸗Secunda mußte er, wie der geſammte phyſikaliſche Unterricht, ausfallen, und in Prima wurde der jedesmalige Cötus, der mathematiſche Stunden haben ſollte, mit dem andern in philologiſchen Stunden combinirt. Daß hieraus in dieſen Lehrfächern für dieſes Jahr die Schüler einen großen Schaden erlitten haben, muß anerkannt werden. Gegen Ende des Se⸗ meſters wurde die zweite allgemeine Cenſur gehalten, deren Ergebniſſe das Oſter⸗Zeugniß nach⸗ weiſet. So nahte das Sommerſemeſter heran, wo Dr. Matzek uns ganz angehören, die er⸗ ledigte mathematiſche Stelle beſetzt werden ſollte. Aber in den letzten Tagen des März er⸗ krankte Dr. Matzek heftiger als zuvor und ſtarb am 28. März. Der 31. März, welcher ſeine Thätigkeit für die hieſige Realſchule beſchließen ſollte, war es, an welchem beide Anſtalten den früh Entſchlafenen zur Grabesſtätte begleiteten, der katholiſche Religionslehrer der Realſchule, einſt ein Schüler unſers Gymnaſiums, die Grabrede hielt und die Sängerchöre beider Anſtalten abwechſelnd Trauergeſänge an dem Grabe des gemeinſchaftlichen, geliebten Lehrers anſtimmten. Auch der neuerwartete mathematiſche Lehrer, Dr. Sondhauß, konnte von der Ritterakademie zu Liegnitz, wo er die Stelle eines Inſpectors verwaltete, erſt nach den Oſterferien entlaſſen werden. Deßhalb wurde auch die Abiturientenprüfung, zu welcher ſich 15 Schüler und 13 Fremde gemeldet hatten, erſt nach den, vom 9. bis 23. April dauernden Oſterferien gehalten. Am 23. Aprik ſelbſt fand die feierliche Conſecration und Inthroniſation des neugewählten und beſtätigten Herrn Fürſtbiſchofs Statt. Der Director hatte Denſelben, im Verein mit einer großen Anzahl angeſehener Katholiken der Stadt bereits bei Seiner Anherkunft nach Breslau beim Eintritte in das Weichbild der Stadt, im Namen des Gymnaſiums freudig begrüßt, und am Tage der feierlichen Inthroniſation begab ſich derſelbe mit dem geſammten Lehrerperſonale in die Fürſtbiſchöfliche Reſidenz, und trug dem greiſen Kirchenfürſten, unter Ueberreichung eines von ihm verfaßten lateiniſchen Gedichts, die Glückwünſche des katholiſchen Gymnaſiums, das einſt den Fürſtbiſchof ſelbſt unter ſeine Schüler gezählt hat, ſeine Bitten um wohlwollende Zuneigung und ehrendes Vertrauen ehrfurchtsvoll vor. 41 Theils vor, theils nach dieſem feſtlichen Tage, den 21. 22. und 25. April fand die Abiturientenprüfung unter dem Vorſitze des Königl. Regierungs⸗ und Schulraths, Herrn Dr. Vogel, als dazu ernannten Königl. Commiſſarius Statt. In derſelben wurden von 15 Schü⸗ lern des Gymnaſiums 12 für reif, 3 für unreif, von 13 Extraneern 9 für reif, 4 für unreif erklärt. Die als reif entlaſſenen Schüler waren folgende: Robert Elpel aus Arnoldsdorf, 8 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Franz Enſelein aus Wanſen, 9 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Julius Heyder aus Klein-Peterwitz 9 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Joſeph Kerſeck aus Streh⸗ len, 9 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Emil Kienel aus Grottkau, 8 ½ Jahre auf dem Gymna⸗ ſium; Carl Kriſten aus Glaz, 9 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Julius Pantke aus Henners⸗ dorf, 8 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Carl Scholz aus Breslau, 9 ½ Jahre auf dem Gymna⸗ ſium; Julius Schubert aus Breslau, 6 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Moritz Baron von Strachwitz aus Bruſchewitz, 7 ½ Jahre auf dem Leobſchützer und hieſigen Gymnaſium; Bruno Teichmann aus Breslau, 9 Jahre auf dem Gymnaſium; Wilhelm Weſſoli aus Diſtelwitz, Jahre auf dem Gymnaſium. Alle waren 2 ½ Jahre in der oberſten Klaſſe. Von ihnen ſtudiren alle Theologie hier in Breslau, außer v. Strachwitz, welcher Jurisprudenz und Came⸗ ralia gewählt hat. Am 26. April begannen erſt die Lehrſtunden. Am Morgen dieſes Tages Leſemmaken ſich die Lehrer und Schüler im großen Saale zur Emfübrung des neuen Lehrers der Mathe⸗ matik und Phyſik, Dr. Carl Friedrich Julius Sondhauß. In ſeiner Einführungs⸗Rede ſprach der Director den Wunſch und die Hoffnung aus, daß der neu ernannte Lehrer den Schülern, wie den Collegen das zu ſein ſich bemühen werde, was ihnen beiden ſein Vorgänger geweſen ſei. Der neue Lehrer entgegnete in ſeiner Rede mit den Verſicherungen des beſten Willens und dem Wunſche, ſich die Liebe ſeiner Collegen, das Vertrauen ſeiner Schüler' ſich zu erwerben. . Der neue Lehrer iſt geboren zu Breslau 1815, wo ſeine Eltern noch leben. Im Jahre 1827 bezog er das Gymnaſium, deſſen Lehrer er iſt, und verließ es im Jahre 1835 mit dem Zeugniſſe der Reife. Auf der Univerſität hierſelbſt weilte er 4½ Jahre, beſonders ma⸗ thematiſchen und naturwiſſenſchaftlichen Studien hingegeben. Am 4. Februar 1841 erwarb er ſich die Würde eines Doctors der Philoſophie durch Vertheidigung einer Abhandlung de vi, quam calor habet in fluidorum capillaritatem. Nachdem er auch bald darauf die pädago⸗ giſche Prüfung beſtanden hatte, trat er in das pädagogiſche Seminar ein und lehrte als deſſen Mitglied ein halbes Jahr am hieſigen Gymnaſium. Doch im Auguſt 1841 wurde er an die Ritteraka⸗ demie nach Liegnitz geſendet, an der er 1 ½ Jahre als Inſpector wirkte und von wo er zu uns zurückkehrte. Das dießjährige Oſterprogramm der dortigen Anſtalt erwähnt, ſeinen Abgang 9. dauernd, ehrenvoll ſeines dortigen Wirkens. Zu Oſtern übernahm der Candidat Idzikowski als Mitglied des pädagogiſchen Se⸗ minars Stunden am Gymnaſium, und vom 1. Mai an wurden die naturhiſtoriſchen Stunden dem Candidaten Dr. Becker übertragen. 6 42 Am 16. Mai machte das Gymnaſium ſeinen jährlichen Frühlingsſpaziergang in gewohn⸗ ter Weiſe nach Oswitz und zu allgemeiner, durch nichts geſtörter Freude. Die dritte Cenſur wurde in der Woche vor Pfingſten abgehalten. Am 31. Mai erſchien der Königl. Geheimerath, Herr Dr. Brüggemann,(ſiehe oben die Verordnungen unter Nro. 15) um eine Reviſion des Gymnaſiums zu halten. Nachdem derſelbe an dieſem Tage ſich mit der Localität der Schule und des Convicts bekannt gemacht hatte, beſuchte er in Begleitung des Königl. Regierungs⸗ und Schulraths Herrn Dr. Vogel die beiden folgenden Tage während des ganzen Vor⸗ und Nachmittags alle Lehrer und alle Klaſ⸗ ſen, ließ ſich auch Arbeitshefte aus allen Klaſſen zur Durchſicht nach Hauſe bringen. Die tiefe Einſicht in die Sache, der ſcharfe Blick und die Humanität des hohen Vorgeſetzten haben hier, wie gewiß überall, das innigſte Vertrauen und die größte Verehrung erweckt und die frohe Hoffnung faſſen laſſen, daß die höchſte Behörde, durch die gewonnene Ueberzeugung von den Bedürfniſſen der Anſtalt bewogen, für deren Abhilfe bereitwillig die Mittel gewähren werde. Im Auguſt trat auch die Zeit des 1000jährigen Jubiläums der Gründung eines ſelbſtſtändigen deutſchen Reiches durch den Tractat von Verdun ein, ein Moment von ſo hoher Bedeutung, daß die Anordnung Sr. Majeſtät des Königs zu einer Feier deſſelben in dem Ge⸗ fühle eines Jeden ihren Wiederhall finden mußte. Obſchon daher eine Schulfeier durch die Zuſchrift des Königl. Provincial⸗Schul⸗Collegiums nicht gradezu anbefohlen war, ſo beeiferte ſich der Director doch, eine einfache aber wo möglich anſprechende einzurichten. Er verſammelte daher Sonnabend den 5. Auguſt Nachmittags um 3 Uhr alle Schüler des Gymnaſiums und hielt vor ihnen und dem Lehrer⸗Collegium, auch in Gegenwart einiger geſchätzter Gäſte, nachdem vorher ein Choral aus Paulus von Mendelsſohn⸗Bartholdy vom Sängerchor vorgetragen war, eine Rede über die hiſtoriſche Bedeutund des, durch jenen Vertrag ins Leben getretenen deutſchen Reichs, deſſen Glanzperioden und die Zeiten ſeiner durch Uneinigkeit herbeigeführten Schwäche, wobei er der, dem deutſchen Volke eigenthümlichen Tugenden gedachte, und die Jugend ermahnte, ſich dieſelben eigen zu machen; der Redner endete mit einem dreifachen Hoch, gebracht Sr. Majeſtät dem Könige, dem Preußiſchen Staate und Volke, dem geſammten Deutſchland; den Schluß des Ganzen machte ein Jubelgeſang mit angepaßtem Texte von Rink; zur kirchlichen Feier wurde den folgenden Sonntag der ambroſianiſche Lobgeſang angeſtimmt. C. Statiſtik des Gyunaſinms. I. Frequenz der Anstalt bis zum 10. Juni 1843. Laut vorjährigen Programmes S. 40 betrug die Schülerzahl am 10. Juni 1842. Sexta Quinta Quarta Tertia Unt. Sec. Ob. Sec. Prima Summa 68 81 99 66 54 61 87 3516 43 Sexta Quinta Quarta Tertia unt. Sec. Ob. Sec. Prima Summa 68 81 99 66 54 61 87 616 Davon gingen ab bis zum Schluße des Schuljahres 18 ⅜. 2 10 23 9 8 6„32 90 mithin blieben am Ende des Schuljahrs 66 71 76 57 46 55 55 426 Davon ſtiegen in höhere Klaſſen auf 58 49 61 35 40 51— 294 und es blieben zurück... 8 22 15 22 6 4 55 132 Rechnet man nun die Schüler in die 1 Klaſſen, wohin ſie geſtiegen.— 58 49 61 35 40 51 294 ſo giebt dies Schüler wie oben 8 80 64 83 41 44 106 426 Dazu kamen Neue am Anfange des Schuljahres...... 75 14 14 4 5 2§ 117 Folglich waren zu Anfangdes Schuljahrs 88 94 78 87 46 46 109 543 Davon gingen ab bis zum 10. Juni— 6 10 7 4 3 23 53 Es blieben alſo..... 33 38 68 30 42 43 36 490 Dazu kamen Neue bis zum 10. Juni 13 3 3 3 3 2—- 27, Eswaren alſo an dieſem Tage vorhanden 99 91 71 83 45 45 86 517 Es ſind demnach an neuen Schülern in dem Jahre vom 10. Juni 1842 bis eben dahin 1848 zugetreten 144, aber abgegangen 143, und es hat ſich die Frequenz alſo nur um einen gegen voriges Jahr vermehrt. Von den abgegangenen 143 Schülern gingen als reif zur Univerſität Michaelis 25 und Oſtern 12.(Vergl. das vorjährige Programm Seite 41 und das vorliegende oben unter der Chronik. S. 41.) Von den nicht beſtandenen gingen ab theils auf die Uni⸗ verſität mit interimiſtiſcher Matrikel, theils auf andere Anſtalten Heinrich Enge, Hugo Knoll⸗ meyer, Franz Niering, Salomon Poper, Nathan Pringsheim; um ſich privatim für die Uni⸗ verſität vorzubereiten gingen ab Anton Ernſt, Theodor Lipkau, Hermann Meyer, Adalbert Wölfl aus Prima. Auf andre Anſtalten gingen Paul Brettner, Heinrich Grabowski, Auguſt Knoblauch und Johann Neumann aus Prima; Hugo Ullrich aus Ober⸗Secunda; Bernhard Ephraim und Wilhelm Himpe aus Unter⸗Secunda; Rudolph Fritſch, Ernſt Hänsler, Andreas Graf Skorzewski aus Tertia; Ferdinand Berger, Hugo Fritſch, Hugo Himpe, Julius Graf Ingenheim, Valer. von Rychlowski, Julius Schwarzer aus Quarta; Eugen Fuchs und Auguſt Tripke aus Quinta; Joſeph Doms, Theodor Franke aus Serta.— Zum Militär gingen Auguſt von Ernſt aus Prima, Auguſt von Blacha und Guſtav Mittmann aus Tertia. Zum Poſt⸗ fache Albert Gentner aus Ober⸗Secunda; zum Subalterndienſte Florian Fendler aus Prima; zum Forſtfache Carl Gentner aus Unter⸗Secunda, Johann Scheer aus Quinta; zum Berg⸗ fache Robert Pantke und Johann Rudolph aus Tertiaz zum Schulfache Louis Levyſohn aus Ober⸗Secunda. Zur Oeconomie wendeten ſich Herrmann Vallati, Richard Buhl, Robert 6*. 41 Schübel aus Ober⸗Secunda; Robert von Aulock, Ludwig von Bielicky, Albert Gottwald, Paul Salzbrunn und Caſimir von Siemiontkowski aus Unter⸗Secunda; Ferdinand Fruhner, Eugen Gentner und Paul Merz aus Quarta. Zur Handlung gingen Leo Molinari und Robert Pohl aus Ober⸗Secunda; Peter Menzel aus Unter⸗Secunda; Otto Janeba, Wilhelm Lerch, Herr⸗ mann Rother und Arnold Trautmann aus Quarta; Wilhelm Mohr aus Quinta. Zur Maler⸗ kunſt ging Paul Herrmann aus Prima; zur Muſik Theodor Böhniſch aus Quinta; zum Bau⸗ fache Heinrich Harniſch aus Prima, Ignatz Demme und Guſtav Friedrich aus Tertia, Carl Schote aus Quinta; zum Gewerbe Robert Galetzki aus Quarta, Conſtantin Schneider aus Quinta. Ohne Angabe ihrer Beſtimmung verließen das Gymnaſium, Rudolph Gottwald aus Unter⸗Secunda, Leopold Fiſcher, Julius Mattern, Emanuel und Julius Schönfeld, Guſtav Schwarz, Auguſt Spangenberg aus Tertia; Auguſt Göbel, Norbert Großmann, Heinrich Haucke, Wilhelm Koch, Joſeph Lankiſch, Auguſt Menzel, Julius Muſenberg, Ferdinand Nikkiſch, Sieg⸗ fried Pringsheim, Otto Schöbel, Franz Sommer, Julius von Wilczeck aus Quarta; Heinrich Fuchs, Heinrich Leicher, Heimann Löbinger, Benjamin Wiener aus Quinta; Otto Gliwitzki, Stanislaus Hylinski und Wilhelm Starzewski aus Serta. Ohne alle Abmeldung und ſchul⸗ dige Dankſagung blieben weg Eduard Götz aus Unter⸗Secunda, Julius Neiſſer aus Tertia, Herrmann Teichert aus Quarta, Rudolph Hüllebrand, David Neihoff, Oskar Pilz, Eduard Wiedermann aus Quinta. Auf unſere Veranlaſſung gingen vom Gymnaſium ab Rudolph Janke aus Prima, Friedrich Kaſſner aus Tertia; weggeſchickt wurden Ferdinand Ludwig aus Ober⸗Secunda, Emanuel von Schimonski aus Unter⸗Secunda, Cäſar Schönfeld aus Tertia; Adolph Nirdorf, Emanuel Opitz, Hermann Siegert aus Quarta; Eduard Fruhner und Julius Weiß aus Quinta. Ein wackerer und hoffnungsvoller Schüler, Max von Devivere ſtarb am 23. Januar 1843 und ward von der geſammten Anſtalt zu ſeiner Ruheſtätte begleitet. II. Die Sammlungen des Gymnasiums. Die Lehrerbibliothek enthielt am 1. Auguſt 1842, an welcher das vorjährige Programm geſchloſen wuree————— 4029 Werke in 7172 Bänden. Dazu kamen bis zum 1. Auguſt d. J. a) durch Ankauf 33 ⸗⸗ 88„ b) durch Schenkung 5 ⸗ ⸗ 9 u A Beſtand am 1. Auguſt dieſes Jahres 4067 in 7269 Unter den Geſchenken haben wir dankbar zu erwähnen, als von Einem Hohen Mini⸗ ſterium erhalten die Fortſetzungen des Corpus scriptorum hist. Byz. und Codex Pomeraniae diplomaticus; von Privatperſonen die Unvereinbarkeit der Hegelſchen Wiſſenſchaft mit dem Chriſtenthum von Rohowsky, und Spiller Quaestiones de Xen. hist. Gracca, beide Werke von ihren reſp. Herrn Verfaſſern; vom Herrn Caplan Güttner God. Hermanni observatt. 45 in quosdam locos Aeschyli.— Unter den angekauften nennen wir Schäfers deutſche Litera⸗ tur; Seneca ed. Fickert; Strabo ed. Casaubonus; Cic. de finibus ed. Madvig; Kruſe's Hellas; Schafarik's ſlaviſche Alterthümer; Krüger's lat. Grammatik; Kirchner's akademiſche Propädeutik; Hieke, der deutſche Sprachunterricht; v. Klingers Werke; Rinne, Geſchichte der deutſchen Literatur; Poésies par Fréderic II. Kochs Synopsis florae Germanicae. Die Jugendbibliothek beſtand am 1. Auguſt 1842 aus 1574 Werken in 3326 Bänden; Dazu kamen bis zum 1. Auguſt 1843 a) durch Ankauf 443 ⸗ 115„ b) durch Schenkung 2⸗ ⸗ 2 ⸗ Beſtand am 1. Auguſt 1843 1598 ⸗ in 3443 ⸗ Mithin betrugen an dieſem Tage beide Sammlungen 5660 Werke in 10712 Bänden. Die beiden Geſchenke waren Gloger's Naturgeſchichte, 1. Band und Unverricht Anlei⸗ tung zur Pflanzenkunde, beide von ihren Herrn Verfaſſern. Unter dem Ankaufe heben wir hervor: Schwab's deutſche Proſa; Lenau's Albigenſer; Immermann'’s Merlin, Friedrich II. und Memorabilien; Schuch's römiſche Privatalterthümer; Benſen's griechiſche Alterthumskunde; Alzog's Kirchengeſchichte; Kaupp's Thierreich; Wackerna⸗ gel's deutſches Leſebuch; Eylert's Friedrich Wilhelm III. Der phyſikaliſche Apparat erhielt unter andern eine electriſche Batterie mit ſechs großen Flaſchen; einen electriſchen Entlader mit iſolirtem Tiſchchen nach Henly; eine Kette aus Plati⸗ nablech nach Grove. Der geographiſche Apparat erhielt als Geſchenk des Herrn Vicedechant Baumert einen Homannſchen Atlas; angeſchafft wurden unter andern zwei Wandkarten von Hälſig, die beiden Hemiſphären darſtellend und die Fortſetzung des Sohrſchen Atlaſſes. Der naturhiſtoriſche Apparat erhielt als Geſchenk des abgehenden Lehrers der Natur⸗ geſchichte Herrn Dr. Gloger 37 kryſtallographiſche Modelle. Auch die Sammlungen an Muſikalien und Vorzeichnungen erhielten aus den, ihnen zugewieſenen Fonds zweckmäßige Vermehrungen. III. Unterstützung armer Schüler. 1. Stipendien. Mit großem Danke haben wir es zu erwähnen, daß zahlreiche Schüler des Gymnaſiums von einem Hochwürdigen Domkapitel mit Stipendien bedacht worden ſind, auch eine nicht geringe Anzahl derſelben aus der von Garnierſchen Stiftung und den andern Fonds Unterſtützung durch das Königl. Hochlöbliche Provincial⸗Schul⸗Collegium erhalten hat. Der Director betheilte ſta⸗ tutenmäßig 18 Schüler des Gymnaſiums mit dem Caspar von Obergſchen Stipendium, ſo wie die beiden Jungnitzſchen Stipendien durch die verfaſſungsmäßigen Collatoren vergeben wurden. 46 2. Gymnaſien⸗Kranken⸗Kaſſe. Dieſes wohlthätige Inſtitut nahm im abgelaufenen Schuljahr ein an freiwilligen Beiträgen der Schüler 220 Rthlr. 26 Sgr. 7 Pf. an Zinſen, Geſchenken und drgl. 155 ⸗ 28 ⸗ 3 ⸗ Summa 376 Rthlr. 24 Sg. 10 Pf. Ausgegeben wurde an die Aerzte, für Medicin, Krankenpflege und an Un⸗ terſtützungen zu Badereiſen, welche dieſes Jahr beſonders häufig bean⸗ ſprucht wurden, und auf Vermehrung des Kapitalvermögens.... 322 22 ⸗ 4 ⸗ alſo Beſtand 54 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf. Die Activ⸗Kapitalien in Staatſchuldſcheinen und Poſener Pfandbriefen betragen 157 5·Rtl. Die ſpecielle Rechnung wird durch die Gymnaſial⸗Kaſſen⸗Verwaltung, in deren Depoſitum ſich auch jene Effecten befinden, der vorgeſetzten Behörde gelegt. 3. Convictorium. In dieſem Inſtitute, deſſen Vorſteher, wie bisher als Regens der Religions⸗ und Ober⸗ lehrer Stenzel und als Proregens der Oberlehrer Kabath waren, zählte in der Fundation 30 unentgeldlich verpflegte junge Leute und in der Penſion 34 zahlende Pfleglinge. Auch die Sammlungen dieſes Inſtituts an Büchern und Muſikalien wurde in dieſem Jahre zweck⸗ mäßig vermehrt. Statiſtiſche Ueberſicht des Königl. Gymnaſiums für die Zeit vom 3. October 1842 bis 19. Auguſt 1843. I. Lehrer II. Allgemeiner Lehrplan. III. Anzahl, Abgang und Zutritt der Schüler. des le ten Rß. S— t Semeſters Wöchentliche Stunden in 5 Sumu Abiturienten wurden 3 und Fich 55 2„2Sum entlaſſen. ahl ihrer wöchentlichen ächer.[, 2[In[z2[5 S 10. Juni Stunden 1. 1a. Ib. IIa. IIb fII. IV. v. VI.½ ³ 8 5 1812 M 1872 S. 1815. 3 A 5 5* S reifſunreif ſreifſunreif . a) Sprachen. Director Dr. Wiſſowa 19 St. Dentic den uelr- 2 21 2 2 3 3 3 3 h2 E„ u. für die Parallelkl. J——-—— 212—— ß I.a 56 14— 42[25 3[12 2 rſter Oberlehrer Religionsl. 3 I.b 53 9— 44 Stenzel 18 St. Latein......- 8 3. 9 8 9 SsS 6[64 I Griechiſch..- 6 6 6 6 5 5—— 31 IIa 461 37 2½ s45 Zweiter Oberl. Rotter 20 St. Franzöſiſch....— 31— 1— 1), 1I1. b 46 41 3 435 . Franzoö ſiſch 2. 22 2 3 3 716] II. 87 7 3. 83 1 Dritter Oberlehrer Dr. Zaſtra, u. kur die Paralleltll.———— 2² 2 8 IV. 78 10 3 71 21 St. Hebräiſch.... 2—— 1 1———— 4V. 94 6 3 91 . VI. 83/— 13 96 Oberlehrer Kabath 19 St. b) Wiſſenſchaften 7 2;1 V Gymnaſ. L. Janske 21 St. Religion..... 2—— 2 2 2 2 2 2 14 543/53 6. 2[Mathematik- 4 4 4 4 3 3—— 22 ymnaſ. L. Winkler 20 St. Rechnen.....—— 1-———— 3 4 R„ Gymnaſ. L. Dr. Pohl 25 St.] u. für die Parallelkl.————— 2 2—[— „— Gymnaſ. L. Dr. Sondhauß Geſchichte. 3—— 3 2 2 2 2 17 22 St Geographie————— 1 1 2 2 6 rheſe e.... 2 2 1————— 6 Collaborator Dr. 12St. Naturgeſchichte———— 1 2 ⁵[ 2 2 2 9 „Becker 12St. An tugdie Waralelri.———. 1. 2 u⸗ Sprachlehrer Scholz 16 St. loſ Ddeutie 1—— 1 Candidat De. Winkler 8 St. phüloſ. Propüden 1,1 Candidat Idzikowski 6 St. 0) Sech riſche Fertig⸗ . eiten. Zeichnenl. Prof. Schall 14 St. Zeichnen....— 2 2 22] 2 21 4 4 14 „— Singl. Kapellm. Hahn 5St. Singen....——ſ-— 1 1 2 5 CEiinſchließlich einer gemeinſchaftl. Singſtunde. Schreibl. Rector Haucke 6 St. Schreiben o= 3 3, — Summa der wöchent⸗ 8ſ 26 26 32 34 37 39 30 30 ,252 lichen Stunden V Anmerkung. ſind alle Parallelſtunden, auch die combinirten, mitgerechnet. Die—— bezeichnet combinirte Klaſſen, deren Stunden in der Hauptſumme nur einzeln zählen. In der Summe der einzelnen Klaſſen 2 Zeit. 8— 8 ½ 8 ½— 8 81— 2 9— 9 ½ 10— 10½ 10 ½— 10 ¾ 10 ¾˖— 11 11— 11¼ 111— 11¾ Ordnung der Prüfung. Donnerstag den 17. August. Gegenſtand. Lehrer. Klaſſe. Religion und bibliſche Geſchichte Rel.⸗L. Stenzel V. VI. Latein. Gymn.⸗L. Dr. Pohl VI. Latein Gymn.⸗L. Winkler V. Geſchichte und Geographie Gymn.⸗L. Dr. Pohl V. VI. Hierauf Vorträge der Sextaner: Franz Arnold aus Oltaſchin: Die Kirche, eine Allegorie von Diepenbrock; Theodor Czerwenka aus Breslau: Der Löwe und die Mücke, von Leſſing; Eduard Franke aus Bettlern: Der Bauer und ſein Sohn, von Gellert; Carl Henſel aus Peicherwitz: Das Rieſenſpielzeug, von Chamiſſo; Johann Pech aus Oſſig: Frankfurt am Main, von Kopiſch; Auguſt Schneider aus Breslau: Roland Schildträger, von Uhland; und der Quintaner: Wilhelm Chriſtmann aus Gräditz: Preußiſches Grenadierlied von Wilibald Alexis; 4 Theodor Croll aus Johannenberg in Weſtphalen: Eigennützige Dienſtfertigkeit; Reinhold Kalinke aus Rathau: Katzbacher Kegelſpiel, von Warnke; Herrmann Bautz aus Breslau: Der rechte Barbier, von Chamiſſo; Herrmann Martini aus Liebau: Der Zweikampf, von Geisheim; Adolpf Oppler aus Roſenberg: Die Entſagung, von Grünig; Franz Schittler aus Böhmiſch⸗Leippa: Excerpt aus der Jobſiade; Herrmann Friedrich aus Göppersdorf: An den Oderſtrom; M Carl Hübner aus Hohendorf: Lied eines Landmanns in der Fremde, von Salis. Religion Rel.⸗L. Stenzel III. IV. Latein Cand. Idzikowski IV. Latein Gymn.⸗L. Janske III. Griechiſch Oberl. Kabath IV. Franzöſiſch Sgprachlehrer Scholz III. Iv. 49 Hierauf Vorträge der Quartaner: Emanuel Bartilla aus Reichenſtein: der Sänger im Palaſte, von Ebert; Guſtav Müller aus Breslau: Carlsbad's Entſtehung, von Miltitz. Conrad Manger aus Waldenburg: der ſiebzigſte Geburtstag, von Voß. Guſtav Langer aus Breslau; Harras, der kühne Springer, von Körner. Nachmittags. 2— 2 ½ Religion und hebräiſche Sprache Rel. L. Stenzel 1. a. b. 2 ½— 3 Griechiſch(Hom. Jl. Sophocles) Oberl. Dr. Zaſtra I. a. b. — 3 ¼ LCatein(Cic. de finibus) Director I. a. 3 ½— 3² Latein(Hor. Epist.) Oberl. Rotter I. b. 3 ½— 33 AFranzöſiſch Sprachl. Scholz I. a. b. 3 ⅔— 4 Geſchichte Director I. a. b. — 41. a. — 4 veniean(Gomnaſal⸗r Dr. Sondhauß r 2nn Hierauf Vorträge der Tertianer: Rudolph Pluge aus Breslau: Der Sachſenherzog, von Ebert; Theobald Eiteldinger aus Breslau: Der Aetna, von Seume; Otto Salice aus Breslau: Kaſſandra, von Schiller; Carl Kriſten aus Breslau: Der Taucher, von Schiller. Freitag den 18. August. Zeit. Gegenſtand. Lehrer. Klaſſe. 8— 8¾ Nanturgeſchichte Collabor. Dr. Becker. III. IV. 8 ½— 8 ½ Geſchichte und Geographie Cand. Dr. Winkler IV. ½— 8 3 Geſchichte und Geographie Gymnaſial⸗L. Dr. Pohl III. 8 ¾— 9 ¼ Griechiſch Cand. Dr. Winkler III. 9 ¼— 10 Mathematik— Gymnaſial⸗L. Janske III. IV. 10— 10 Religion und Hebräiſch Rel. L. Stenzel II. a. b. 10 ½— 11 Latein(Liv.) Oberl. Dr. Zaſtra II. b. 11— 11¼ catein(Hor.) Gymnaſial⸗L. Winkler II. a. 11 ½— 11 ¾ Geſchichte Oberl. Dr. Zaſtra II. a. Hierauf Vorträge der Unter⸗Secundaner: Amand Stephan aus Reichenbach: Das Glöcklein des Glücks, von Seidl; Hieronymus Völkel aus Peterswaldau: Wittekind von Vogl. 7 50 Nachmittags. Zeit. Gegenſtand. Lehrer. Klaſſe. 2— 2 ½ Franzöſiſch Sprachl. Scholz II. a. b. 2 ½— 3 Griechiſch(Hom. II.) Gymn.⸗L. Winkler II. a. 3— 3 ½ Griechiſch(Hom. Od.) Oberl. Kabath II. b. 3 ½— 4 ½ Mathematik 4³4— 4 Pphyſik Hierauf Vorträge der Ober⸗Secundaner: Ernſt von Euen aus Frauſtadt: Der greiſe Sänger, von Ortlepp; Rudolph Schedler aus Breslau: Das Gaſtmahl des Theodorich, von Streckfuß. Während der Prüfungstage werden nicht nur Probeſchriften und Probearbeiten vorliegen, ſondern auch im Zeichnenſaale täglich von 3— 5 ½ Uhr die Probezeichnungen ausgeſtellt ſein. 3Gomn.⸗L. Dr. Sondhauß II. a. b. Sonnabend den 19. August von 9 ½ Uhr an findet die Schlußfeierlichkeit in nachſtehender Art ſtatt: 1) Motette von Theodor Hahn, Allgütiger! Dir will ich ſingen. 2) Vorträge ſelbſtausgearbeiteter Reden der Abiturienten: Lorenz Marks aus Breslau über den Spruch des Ovid: Est deus in no- bis, agitante calescimus illo;. Joſeph Neumann aus Liebenau: Ueber die Würde der Wiſſenſchaften; beide lateiniſch; 3) Motette von Drobiſch: Laſſet uns dem Herrn frohlocken. 4) Fernere Vorträge der Abiturienten: Anton Görlitz aus Breslau: Ueber den Einfluß der Phantaſie auf das Glück des Menſchen, franzöſiſch;. Robert Spiske aus Liſſa: Woraus läßt ſich das kräftige tauſendjährige Beſtehen des deutſchen Vaterlands erklären? 5) Geſang von Gersbach, Ruf ins Weite. 6) Der Director wird die Prämienempfänger aufrufen und die Verſetzung bekannt machen. — Um die beiden Tage zu erſetzen, welche an der Schulzeit durch die Verlängerung der Weihnachtsferien vom Weihnachtsabend bis zum Neujahr einſchließlich verloren gegangen ſind, ſollte die Anmeldung und Aufnahme neuer Schüler bereits in den letzten zwei Tagen des Sep⸗ 51 tembers erfolgen. Da indeß bis heut den 11. Auguſt die Ernennung des Königl. Commiſſa⸗ rius für die Abiturientenprüfung noch nicht erfolgt iſt, ſo muß dieſe Prüfung bis nach den Fe⸗ rien verſchoben bleiben und wird der Director es zu veranlaſſen ſuchen, daß dieſelbe am Schluſſe der letzten Ferienwoche gehalten wird. Demnach können ſich die neuen Schüler erſt Montag den 2. und Dinſtag den 3. October melden, die ſämmtlichen Schüler ſich ihren reſp. Lehrern vorſtellen und das Schulgeld zahlen. Mittwoch den 4. October wird das Schuljahr mit einem Hochamte und dem Veni sancte spiritus eröffnet werden, nach welchem die Schüler in dem großen Saale vom Director mit ihren Pflichten werden bekannt gemacht werden. Darauf werden die Prüfungen ſolcher Schüler ſtatt finden, welche entweder als neu aufzunehmende in eine höhere Klaſſe als Sexta vorbereitet zu ſein glauben, oder die, bereits am Gymnaſium anweſend, von uns zur Ableiſtung einer Nachprüfung beſtimmt worden ſind.— Schüler, welche von andern Gymnaſien kommend, bei uns Aufnahme ſuchen, werden, ſoweit ihre Zulaſſung überhaupt durch genügende Gründe gerechtfertigt iſt, nach Maßgabe ihres mitgebrachten Zeugniſſes geſetzt. Eine mehrmonatliche Abweſenheit vom Gymnaſium würde zu einer, vor der Aufnahme bei uns vorzunehmenden Prüfung berechtigen, reſp. verpflichten. Schüler, die in Sexta eintreten wollen, müſſen, außer dem Impfſchein, ein, vom Schulreviſor mit unterzeichnetes Schulatteſt beibringen, welches darthut, daß der Aufzu⸗ nehmende die erforderlichen Vorkenntniſſe beſitzt, und wir bitten die Herren Pfarrer und Schul⸗ inſpectoren recht dringend, talentloſe Knaben, zumal wenn ſie obenein noch mittellos ſind, möglichſt vom Gymnaſialbeſuche abzuhalten, jedenfalls aber im Schulzeugniſſe die Zulänglichkeit oder Unzulänglichkeit der erlangten Vorbildung zur Aufnahme ins Gymnaſium mit aller Strenge und Beſtimmtheit auszuſprechen. Den Maßſtab dafür giebt die Hohe Miniſterialinſtruction vom 24. October 1837.§. 1. Schüler mit ſchlechten Schulzeugniſſen werden zurück gewieſen wer⸗ den; die Zuläſſigkeit ſolcher, deren Zeugniſſe nicht entſchieden günſtig lauten, wird vor Beginn des Unterrichts durch eine Prüfung ermittelt werden. Ddie Lehrſtunden ſelbſt beginnen Donnerſtag den 5. October. Zu den vorſtehend angekündigten Prüfungen und Feierlichkeiten beehrt ſich, alle Hohen Vorgeſetzten, wie alle Gönner und Freunde des Gymnaſiums und des Schulweſens überhaupt gehorſamſt einzuladen der Director des Königl. katholiſchen Gymnaſiums Profeſſor Dr. Wiſſowa.