DIE SPRACHE DES PETRONIUS UND DIE GLOSSEN. VON Da. WILHELM HERAEUS, GYMNASIALLEHRER IN OFFENBACIH A. M. WISSENSCHAFTLICHE BEILAGE ZUM PROGRAMM DES GYMNASIUMS UND DER REALSCHULE ZU OFFENBACII A. M. der Oberrealodliſdhe Giessen 6— DRUCK VON B. G. TEUBNER IN LEIPZIG. 1899. 1899. Progr.-Nr. 678. Die plebejische Sprache in dem Sittenroman des Petronius, einer Hauptquelle für die Kenntnis des Vulgärlateins und damit des Romanischen, ist in den letzten Decennien zweimal zum Gegenstand systematischer Untersuchung gemacht worden, 1869 von E. Ludwig ¹) mehr im allgemeinen, 1875 von HI. v. Guericke ²) in speziellem Hinblick auf die auch zeitlich und örtlich nahestehenden Pompejanischen Wandinschriften. Dagegen fehlt es noch an einer Behandlung der Sprache des Petronius mit Bezug auf die lateinischen Glossen. Zwar ist die Wichtigkeit der Glossen den älteren Kritikern des Petron nicht entgangen in einer Zeit, wo das Interesse an diesen Ausläufern antiker Lexikographie noch lebendig war und sozusagen zum guten Ton gehörte, um dann freilich einer langen Periode der Ver- gessenheit, ja Miſsachtung Platz zu machen, der sie erst in unseren Tagen, zufolge Ritschls genialem Gedanken, Gustav Löwe, und nach dessen allzufrühem Tode Georg Götz wieder entrissen haben durch die musterhafte Sammlung jener merkwürdigen Reste. Zwar, sage ich, ist die Bedeutung der Glossen für Petr. wohl bemerkt, und sie sind auch ausgenutzt worden zur Erklärung und oft zu glück- lichen Emendationen ³) des Textes; sah man sich doch für manche Worte einer entschwundenen Alltäg- lichkeit allein auf die Glossen angewiesen. Zwar hat auch der neueste Herausgeber des wichtigsten Teiles des P., der cena Trimalchionis, Friedlünder(1891) bei überwiegender Beachtung der Realien doch den Glossen gelegentlich seine Aufmerksamkeit geschenkt. Allein jenen älteren Gelehrten waren fast nur die, allerdings auch wichtigsten, lat.-griechischen, bez. griech.-lat. Glossen bekannt und dazu in kritisch mangelhaften, z. T. nur in interpolierten4) Texten, und auch Friedl. lagen nur erst die Texte der bilinguen Glossen des II. Bandes des Corpus Glossariorum Latinorum(1888) und die reinlateinischen des IV. Bandes(1889), die er aber nur spärlich benutat hat, in diplomatischer Treue vor, die rein lat. des V. und die besonders wichtigen bilinguen des III. Bandes?) erschienen erst 1894, bez. 1893. Aus letzterem Bande hat A. Funck im Phil. LIII, 127 ff. und an verschiedenen Stellen des Archivs für 1) E. Ludwig, de Petronii sermone plebeio. Diss. Marb. 1869. 2) v. Guericke, de linguae vulgaris reliquiis apud Petronium et in inscriptionibus parietariis Pompe- ianis. Diss. Königsb. 1875.— Die ziemlich flüchtige Schrift von J. A. Cesareo, de Petronii sermone, Romae 1887, wurde mir erst während des Druckes zugänglich. 3) Z. B. c. 43 pullarius, 57 lacticulosus, 73 barbatoria(alles nur in Glossen). 4) Wir meinen das sog. Onomasticon vocum latino-graecarum', das erst Loewe als modernes Mach- werk erwiesen hat(1875 in den Acta soc. phil. Lips. IV, 365, dann im Prodromus corp. gloss. 194 ff.). Leider ist es noch in der neuesten Auflage des gröſseren lat.-deutschen Wörterbuchs von Georges(1879) als alt ver- wertet, auch von Ribbeck in seiner im vorigen Jahre erschienenen 3. Auflage der Fragmente der röm. Komiker an verschiedenen Stellen, wie Turpil. 23 inora, Titin. 78 biber, 136 dapalis, Afran. 4¹ spatarro, Mumm. 1 ri- vindus, Naev. Apella'(Titel). 5) Besonders interessant auch für den Schulmann sind die vorher nur zum Teile bekannt gewesenen griechisch-lateinischen Schulgespräche, die beim griechischen Unterricht zu Grunde gelegt wurden, bekannten modernen Konversationsbüchern vergleichbar. Ich kann es mir nicht versagen, einige Zeilen aus einer Tisch- unterhaltung S. 219(= 653) in der lat. Fassung hierher zu setzen, die in zwiefacher Beziehung bemerkenswert sind: da meram. misce caldum. In maiore? In minore libenter, spero enim et aliam bibere. Si permittis, pro- pino tibi. Die letzten Worte erinnern uns unwillkürlich an den modernen Trinkcomment und bestätigen wieder einmal den Satz, dals alles schon dagewesen ist. Die vorhergehenden Worte beweisen die Stündigkeit solcher Phrasen wie in minore bei Tisch und sind kürzlich von Buecheler(Rhein. Mus. LII, 395) gut benutzt worden zur Erklärung der vielbesprochenen Verse des Juvenal XI, 147 non Phryx aut Lycius, non a mangone petitus guisquam erit? in magno cum posces, posce latine, die erst jetzt ihr volles Licht erhalten und auch gegen Anderungen geschützt werden: du brauchst an meinem Tisch nicht ν εεεονεν(sc. On †f.ꝓꝙœ%᷑²) zu fordern, sagt der Dichter, indem er seinen Freund auf ein einfaches Mahl einladet. 1 — 2— Lexikogr. einiges nachgetragen, ohne selbst diesen auch nur entfernt auszuschöpfen, desgleichen Götz gelegentlich in Jenaer Universitätsprogrammen. So schien es mir denn lohnenswert, jetzt, wo die Überlieferung der Glossen vollständig vorliegt¹), einmal den Totalgewinn vorzuführen, der sich aus den Glossen für die gesamten Reste des Petronius mit Ausschluſs der poetischen Partieen und der Fragmente ergiebt, zugleich um auch weiteren Kreisen eine Ahnung zu geben, wie wertvolles Gut sich in jenen Glossen verbirgt und wie sie nutzbar gemacht werden können, in ühnlicher Weise, wie ich es bereits für den Maximaltarif des Diocletian in einer Nachlese zu Blümners trefflichem Kom- mentar(N. Jahrb. f. Ph. 1897, 353— 366) und für die dem Romanisten so schätzbare Appendix Probi(Arch. f. Lex. XI 61— 70) gethan habe. Das Thema auf die vulgüre Sprache im Petr. zu beschränken, schien aber unthunlich. Denn obwohl diese Beschrünkung für den 2. Teil, der die Formenlehre behandelt, sich völlig durchführen liefs und durchgeführt ist, machte dies beim I. Teil, dem lexikalischen, Schwierigkeiten, da bekanntlich im Punkte des Wortschatzes auch die urbane Rede bei Petr. nicht ganz unbeeinflulst ist von der niederen Sphäre, in der der Roman spielt. Die in urbaner Rede stehenden Wörter sind jedoch auch äufserlich durch vorgesetzte Sternchen gekennzeichnet, womit freilich keineswegs der Besitzstand vulgärer und urbaner Rede überhaupt abgegrenat sein soll. Eine andere Erweiterung hat das Thema im Laufe der Untersuchung erfahren, dafs nämlich aufser den Glossen auch die Tironischen Noten, die Inschriften, Scholien zu lat. Schriftstellern und andere vulgäre Texte, endlich die vielfach vernachlässigten Grammatikerzeugnisse herangezogen wurden: die Ausführung wird diese Erweiterung des ursprünglichen Planes rechtfertigen. Schlieſslich darf ich es nicht unterlassen, Herrn Prof. Dr. Georg Götz in Jena, der mich bei der Arbeit und beim Druck mit Rat und Beitrügen in der zuvorkommendsten Weise unterstützt hat, meinen herzlichsten Dank darzubringen, ebensenso Herrn stud. phil. Hans Möller aus Offenbach, meinem früheren Schüler, für mannichfache Bemühungen im Interesse dieser Abhandlung. I. Lexikalischer Teil. a. Seltene, meist vulgäre Wörter und Wortbedeutungen. Kap. VII.*conspatior. Dieses Compositum von spatior, das von der Mehrzahl der Hdschr. geboten wird, während im Bernensis das Simplex steht, das auch Buecheler in den neueren Auflagen vorgezogen hat, findet sich als solches ohne Beleg in Osberns Panormia(= Mai, Cl. Auct. VIII, im fgd. mit ˙Osb. bezeichnet) p. 535. X. vinterpretamentum(Gell., Tiro bei Gell.).²) In Glossen: II 504, 3 interpretamenlum: Lounvela, daraus Gl. n. p. 582, 36 interpr.: interpretatio.— III 136, 34 u. 5. interpretamenta, 8 ιαꝙ veugcra. Not. Tir. 73, 58 Schm. zwischen interpres und interpretatio. Auſserdem Jul. Val. Alex. I 5. III 26. XIV.*cocio, desgl. c. 15 und 27, stets in der Schreibung concio(Laber. bei Gell. XVI 7, 12. Paul. Fest. p. 20, 12). Das Wort ist vulgäre, auch ins Roman. übergegangene Bezeichnung für einen „Makler“, s. Gell. l. c. Laberius cotionem pervulgate diæit, quem veteres arillatorem diæerunt, womit man auſser Fest. I. c.(arillator etiam coctio appellatur) folgende Glossen vergleiche: C. Gl. IV 310, 46 arillator: cocio, εaᷣos(eog V 590, 54), 319, 38 cocio- arillator, Plac. V 7, 38= 48, 18 arilla- 1) Soeben ist auch von dem Generalindex zu den Glossen Thesaurus glossarum emendatarum' der 1. Halbband, die Buchstaben A D incl. umfassend(Lipsiae, B. G. Teubner 1899) erschienen, zu dem auch der Verf. dieser Abhandlung sein Scherflein beisteuern konnte. 2) Gleich hier sei bemerkt, daſs die hinter den Lemmata in Klammern stehenden Schriftsteller-Citate der neuesten(7.) Auflage von Georges gröſserem lat.-deutschen Lex., freilich nicht ohne Prüfung, entnommen sind, da dieses Lex. für die seltenen Wörter die Belege noch immer am vollständigsten giebt. Was sonst noch beigebracht ist, beruht, falls nicht ausdrücklich die Quelle angegeben ist, auf eigenen Sammlungen bei Gelegenheit der Lektüre. Danach modifizieren sich auch die statistischen Aufstellungen von E. Lommatzsch im Lexicon Petronianum(Lips. 1898) p. IV und die Angaben von Cesareo a. a. O. p. 15 fl. — 3— coacłione(coccinione l. Gl.) panniculario¹), II 24, 37 arillator iνεενςα, νυμοςοοσν), oα‿ꝙ, εQα☚νασεν6. Aulser0 dem: Cocio eraßloe II 102, 26. 116, 23. III 201, 63 u. ö., c. eræxçdvng II 369, 32, aus einer dieser Glossen übersetzt Gl. n. p. 574, 9 comparans) et vendens. Davon die Ableitungen cocionalor sra 61 II 368, 44, cocionatura aerdeνπααια I 369, 34(contion. εr σαααας II 443, 71 u. 5., was schon Vulcanius verbessert hat) und vielleicht cociatriçna) ueraßa-rixsh II 116, 30(so Scaliger, doch s. Götz im Generalindex ⁴)). Aufserhalb der Glossen finde ich cocio noch Paul. Fest. p. 51, 3 in der Form coctio, wofür die Alten cuctio gesagt hätten, Porf. Hor. sat. II, 3, 25, Schol. Ter. ed. Schlee p. 99(cotiones, nur eine Hdschr. hat cotionarii) und in der stadtröm. Inschr. Henzen 7216(Pacatianus cocio).?) Was die Schreibung anlangt, so findet sich in den ülteren Glossen des 2. Bandes durchweg cocio geschrieben, wie in der Inschrift und bei Porf. in Kellers Hdschr., in den jüngeren des 3. und 5. auch coctio, z. B. III 201, 63(coccio 530, 2) wie bei Paul. Fest. II. cc., worauf auch altfranz. cosson und ital. cozzone nach Gröber Arch. f. Lex. I 549 zurückgehen, s. auch Bugge, Altital. Stud. p. 35; cotio bei Gell. und Schol. Ter., contio z. B. Gloss. II 574, 9, wie concio bei Petron. Vgl. noch Du Cange, der cogciones aus den Capitul. Karls des Gr. und coccio aus dem Mon. Sangall. citiert. . XV.*tuberosus: frons tuberosissima(Varr. r. r. campus t.). Not. Tir. 112, 12(unter Krank- heiten) tuborosus nach tubor. Acr. Hor. sat. I 3, 73 gleich gibberosus von Personen; Schol. Ter. ed. Schlee p. 152 tuber: inflatum, pro tuberosum als Erklärung von Ter. Ad. II, 2, 37. Osb. p. 573 kuberosus- inflatus et superbus, vgl. p. 589 s. v. ftuberosus, was er überhaupt mit Vorliebe zur Erklürung verwendet. Vielleicht ist auch C. Gl. II 202, 46 kuber osyus: ru⁶νονς u lesen. XXII.*tricliniarches, nur noch inschriftl. nachgewiesen wie C. I. L. III 536, 13. VI 1884 u. ö., abgekürzt triclinarc. XI 3612 von der vulgären Nbf. triclinum= griech. rolnlwvov, die Prob. App. p. 198, 27 verwirft(in Glossen: II 459, 14, in Inschr. Eph. ep. IV n. 737). Dafür tricliniarchus mit lat. Endung, wie stets trierarchas, Not. Bern. 20, 1. *chmbalistria, nur noch inschr. Orelli 2450, abgekürzt cymbalis. I. R. N. 6784. XXVII.*prasinatus. Vielleicht dasselbe Part. liegt vor in prasiata C. I. VII 72°, s. Hübner. XXX.*bilychnis: nur noch inschr. Or. 3678= C. I. X 114, an beiden Stellen in Ver- bindung mit lucerna= 6luuvsog; vgl. mittelalterl. bimyxae lucernae bei Du Cange und Marquardt, Privatalt. p. 644. XXXI.*nivata aqua. C. Gl. IV 124, 48. V 226, 12 u. ö. nivala aqua ex nivibus facta. Dafür niveg açua Mart. XII 17, 6. promulsidare(Ulp. im Plur.-ia). Vielleicht C. Gl. IV 378, 55(daraus die Scaliger-Glosse V 607, 8) pransorium:- promulsidyarium: so ünderte Grüvius(wegen-arium st. are s. unten zu gru- ralium S. 6); vgl. Osb. p. 472 promualsorium: pransorium, caenaculum. Sicher ergünzt ist das Wort C. I. X 1598[pr]lomull]Jsidaria argentata II. xbisaccium„Doppelsack, Quersack“, gebildet wie bisellium, bipalium u. a., vermutlich vulgär, fortlebend im Romanischen, das auch bisaccus, bez.-um anzusetzen nötigt, s. Diez s. v. bisaccia und Du Cange s. v. bisaccus u.-ia(neugriech. εσααau). In den Glossen erscheint nur die feminine Form bisaccia= ital. bisaccia, viell. mit Anlehnung an die sinnverwandten Wörter pera, mantica, sarcina, 1) Georges führt pannicularia als Neutr. Plur. und Fem. Sing.(sc. res) aus den Digesten an. Aufserdem s. Not. Tir. 95, 67 Schmitz pannoclarea= pannuclaria(wegen des u s. unten S. 45), Not. Bern. 55, 24 Schm. pannicularius. Die Abkürzung NEG. PANN. in einer Mainzer Inschrift im 1883er Nachtrag zu J. Beckers Katalog n. 50a kann also ebensogut negotiatores pannicularii als n. pannaxrii, wie dort geschehen, aufgelöst werden, zumal pannarius nur einmal bei Statius in der Form pannaria„Geschenk an Tuch“ vorkommbt und die Vorliebe der späteren Zeit für Diminutiva grols ist. 2) Scνκη½☛ ος ist eine etymologisierende Übertragung, als wenn arillator von einem Diminutiv von arula stammte, so thöricht wie p. 21, 20 antruare: ouεεσœ und 17, 38 andruare ddoiseodah, wo alle Ande- rungsversuche abzuweisen sind, und noch vieles andere in jenem Glossar. Dagegen weist&́perijs deutlich auf eine auch in andern Glossen jenes Lexikons nachweisbare lateinische Vorlage: arillator: cocio, bez. coctio; vgl. p. 321, 41 QꝓOᷣάꝙνjs coactuarius. Die 3. Erklärung xoœσνꝙμαεενκmzs entspricht lat. negotiator genau. 3) conperans cod. Cantabr.; vgl. ital. comperare und comprare, den Ersatz für emere(vgl. jetzt Arch. f. Lex. XI 275) Cic. fam. XII, 25, 4 comprare im Med. 4) Dagegen ist es bei coactio Plaut. Asin. 203, was Georges ohne Bedenken anführt, sehr zweifelhaft, ob es hierher gehört, s. z. B. Vahlen im Hermes XVII, 599. 5) C. I. IV 2416 ist ciocio indiciert(s. Add.) und zweifelhaft, ob gleich cocio. 1* — 2— averta, bargila(Gl. V 220, 44 mantica: b.) oder adjektivisch sc. pera, wie Götz ind. lect. Jen. 1889/90 p. IV annimmt. ¹) C. Gl. IV 402, 12 visaccia- sarcina, mantica?²), welche Glosse vermutlich nicht original ist, sondern durch Umstellung, wie oft in jenem Glossar, entstanden ist, s. p. 338, 50 sarcina- vis., mant., die ihrerseits wohl auf Vulg. I Reg. 17, 22 geht, wie sicher die Reichenauer Glosse bei Diez, altrom. Gloss. n. 45 sarcina. bisatia. Aulserdem V 220, 44 mantica: visaccia(original?) und Acr. Hor. sat. I 6, 106 pera quam dicunt bistaciam(sic), s. Götz a. a. O. *parongchium griech. ααρααννν⁵ς—= Neidnagel, lat. reduvia(Plin. n. h. öfter). C. Gl. III 311, 15 rαοονννH parongchium, dagegen 206, 58 paronichia: panarictum d. i. panaricium, eine durch Meta- thesis der Konsonanten und Vokalassimilation entstandene Vulgärform, die von Georges aus Apul. herb. 42 belegt ist und aufserdem im Schol. Gron. Cic. Rosc.§ 128 reduvia est venenum ex ungue, quod graece panaricium dicitur vorkommt, auch ins Romanische übergegangen ist, ital. panereccio, prov. panaricis, frz. panaris u. s. w.(zur Endung-icium vgl. paronicia im cod. L bei Petr.). Eine feminine Form paronyYchia, dem griech. Gebrauch entsprechend, findet sich bei Plin., wie man aus Georges und anderen Lex. schlieſsen könnte, nicht, da dort das Neutr. Pl. steht, wohl aber bei Marc. Emp. stets und wohl sonst noch, s. Helmreichs Index p. 401. *subauratus, für das klassische auratus oder inauratus ³)(Schol. Iuv. 7, 23 kabellae s.; Inschr. Or. 1126= C. I. L. IX 333 ca. 370 n. Chr. statua equestris s.). In Glossen: III 366, 8 fg. camera:? oHοꝙ, subaurata ororouνα. Aus statua subaurata hat sich die in Inschr. des 4. Jhdts. häufige Phrase statuam suh auro locare entwickelt(C. I. VI 1764. 1736 u. 5.). XXXIII. sorbilis(Cels., Cael. Aur. owum s., Col. cibi). C. Gl. III 315, 10 nach ov ovum- 6oprrév sorbile(II 428, 50). V 623, 36 sorbile ovum est ad sorbendum aptum. *repositorium in der Bedeutung„Tafelaufsatz“(Sen. ep., Plin. n. h.). C. Gl. III 321, 26 roum‿εοvæs repostorium(dieselbe Form II 394, 41 uα.ααασςνανόνα repost. und Capit. Ant. Phil. 17, 4 codd.). XXXIV.*gustatorium, Tablett für das Vorgericht, die gustatio(Plin. ep.). C. Gl. II 36, 48 gustalorium: pysuοε⁵υον, 262, 64 g. vο τραον, III 368, 15 g.„voοr*οαιον(vgl. II 36, 47 gustarium Bouxn, von bucca), aber möglicherweise in andrer Bedeutung: Gefäls zum Kosten, vgl. II 119, 16 cupillum(= vurellov?) peuoroldν. S. auch Funck Arch. f. Lex. VIII 385 über die Glossen sapo- ratorium:- ysvorole(doch auch ital. sapore= Vorgericht). Das Vorgericht selbst heifst gustatio bei Petr. 21. 31 und Hist. Apoll. p. 27, 5² Riese, vgl. Gl. V 523, 38 lentaculum= ientaculum- gustatio; bei Mart. gustas, bei späteren gustum nach der 2. Dekl.(s. unten S. 42), vgl. Gl. II 36, 39 guskus: yedεα„„αρμꝶ, was wohl=„⁴α⁶σαα(davon garismatium bei Cassiodorius)=„Goov ist, vgl. oben Bouxnον. Gustatorium aufserdem, wie bei Petr. und Plin., noch Mart. XIV 87 im Lemma. XXXV. scriblita(ebenso c. 66, Plaut. Poen. prol. 43, Cato r. r., Mart.), ein opus pistorium von unbekannter Etymologie, insofern die gewöhnliche Ableitung von Groε ρςo schwerlich haltbar ist und nur soviel wahrscheinlich ist, dals die Endung(und wohl auch das ganze Wort wie placenta, copta, pthois = odolg in den neu entdeckten Säkularinschriften) griechisch ist wie in den zahlreichen Backwerken auf rye(auch mit dgrog verb.), z. B. ovòotrmg, ryycvtrmg, gualrme und die nur in Glossen erschei- nenden evrvolrng(= Subitillum, s. u. p. 28 A. 4), orxovrtrns, d. i. wohl mονοtνm= libum III 315, 72, 00 psuxira= mustei 256, 7. Die Glossen erklären II 180, 29 scriblita- ²yxgurourlᷣdg, d. i. εꝓ xνντo- mlanodg Wie oονυτοπαQνοος, adovor9onlanodg bei Athen. oder éyguroög, dlanodg wie III 15, 36 ygvurodg libus, 31 6, 2§. sibitillus(s. u.). Ferner III 315, 73 ruolryg scrippita(vgl. Cato r. r. 78= ind. c. 78 scriplita). Das stimmt zu dem Rezept zur scr. bei Cato r. r. und der Angabe des Kochkunstschrift- stellers Chrysipp von Teana bei Athen. 647 D:&ε 1uοοο lverat πauobvrnoæ dde Ʒꝓννog, Grι 1) Dagegen ist saccid in der Gl. II, 429, 35 σααο haec saccig, saccus viell. erst aus bisaccia gemacht. 2) Es folgt die Glosse viscera: venae, medullae, aus der sich erklärt, was Schmitz dunkel blieb, wie im Casseler Codex der Notae Tiron. 89, 95 zu viscera die Glosse sarcina, mandica hat beigeschrieben werden können(die Glossen des Cassel. stammen meist aus dem Gl. Abavus). 4 3) Petr. 67 phaecasiae inauratae, vergoldete griech. Schuhe, wozu vgl. Ed. Diocl. IX, 22 inauratae, sc. soleue(im griech. Text&rιινεᷣεοωοαοαωαμεμνυοισ), X 12 taurinae inauratae, Sen. ben. 1 12, 1 socculus auratus, Tert. de idol. 8 soccus et baxwa quotidie deaurantur. — 5— Baërm, doußérulaog. Endlich Not. Tir. 109, 25(unter Backwerken) scerbilikla mit vulgürer Epenthese, wie Plaut. I. c. scribilita im cod. Camer., Afran. bei Non. p. 131, 27 scribilitario, beides vom Metrum nicht gerade empfohlen, während an den beiden Petronstellen die Uberlieferung sogar doppelte Epen- these aufweist in sciribilita, welche Form aber von Buecheler mit Recht nicht im Text zugelassen ist, zumal es an der ersteren Stelle in urbaner Rede steht; vgl. Götz, Plaut. Poen. p. XXVI. XXXVI.*methodium, in der Litteratur nur hier, in Glossen vielleicht herzustellen II 366, 26, wo ε⁵⁴ιο³⁶ο hoc methodum überliefert ist, daraus übersetzt Gl. n. p. 587, 19 methodum: calculatio vel argumentum.¹) Richtig erklärt Friedländer gegen Georges das Wort als„Täuschung“(bei Petr. handelt es sich um ein gelungenes Kochkunststück), welche Bedeutung àεοο⁶οο und àεedela im Griechischen haben, indem er auf Suidas dενοαν:ù ½εεο⁴οοσ, réxvn verweist. Dagegen sagt Hesychius 11⁹⁶⁶ιον˙d Jueis&g0oy, womit die Anwendung des Wortes im Marm. Oxon. übereinstimmt. Vgl. noch Not. Tir. 107, 54 fg. metodus, metodia, metodiarius mitten zwischen Bezeichnungen für Taschen- spieler und Gaukler, und C. Gl. V 524, 8 methodias: adinventiones vel versutias. *scissor(Trancheur= carplor bei Juvenal). Not. Tir. 82, 77 Schm. als Ableitung von scindo. Aufserdem eine Art Gladiatoren(I. R. N. 737= C. I. IX 466); Fulgent. p. 148, 20 von Moses: maris scissorem et dominaum. XXXVII. saplutus= dmlourog(Herod., Eur.), praedives. Vgl. die Eigennamen Saplutius I.... as auf einem Mainzer Votivaltar(Jac. Becker, Katalog S. 117) und C. I. VIII 7219 Zaplutius, auſserdem Not. Tir. 96, 91 Schm. Zapluton, Sapluton. S statt Z nach der Sprache des gemeinen Lebens, bez. ülterer Wiedergabe des griech. Lauts, wie Setus= Zethus C. I. I 1047, was Prisc. C. Gr. L. I 534, 1 bestätigt(veteres Setum pro Zethum dicentes). XXXVIII. impropero(non impr. tibi). Oft in der Vulgata und älteren Bibelversionen und bei christlichen Autoren, s. Roensch, Itala S. 368 und coll. phil. 168, Thielmann im Arch. f. Lex. VIII 244 u. 513. In Glossen: II 85, 57 inproperat dvε⁴tεε, III 64, 6 fg. 69‚+νGοε⁵ς oodv f Hoœ dvεld⁴εν iratus ergo Tunonem(!) improperavit, IV 69, 12 u. 5. exprobrat: improperat. Aufserdem G. Gr. L. IV 567, 8(auct. inc. de idiom. cas.) impropero tibi- αταοανσαοοοε ⁶ ² Charis. p. 293, 20(ohne Ubers.). Not. Tir. 57, 73° Schm. P. L. M. III 242 n. 35(Baehrens). Italienisch improverare, franz. impropérer u. s. w. XXXIX. expudoratus(= unverschämt) in der Verbindung frontem expudoratam habere. Dazu bemerkt Friedländer'nur hier, ital. spudorato'. Doch s. C. Gl. IV 339, 42 erpuderatus²): in- pudicus(= Gl. Scal. V 597, 67, wo expudoratus). III 112, 23 fg.(colloqu. Harl.= p. 641) xördg ræuræ xole, dwauidéοrars ipse ista fac, expuderale. Osb. p. 199 epudoratus: extra pudorem, inpudens, inverecundus, 198 expudorius(?): impudicus, inverecundus, infrontuosus, irreverens, impudoratus. Letzteres bei Georges fehlende Wort in derselben Bedeutung bei Lucifer Caral. p. 142, 31 Hartel impuderatus ²) pater vester diabolus, in andrer(= der sich nicht zu schämen braucht) bei Rönsch, Itala S. 142, wo nicht getrennt ist, und bei Bonnet, le latin de Grégoire de Tours p. 131 A. 4; vgl. auch Du Cange und C. Gl. V 504, 31 inpudoratum: non erubescentem. UÜbrigens lälst sich noch eine dem expudoratus gleichartige vulgäre Bildung exfaciatus aus ital. sfacciato erschlielsen, worin facies= frons, pudor, wie Plin. n. h. praef. 4 perfricare faciem= pudorem deponere statt des gewöhnlichen p. frontem sagt. ³) 1) Nach Götz ist methodum gleich-us, wie so oft ühnliches. 2) Dieselbe Schreibung in puderatus Gl. II 590, 40, stuperatus V 169, 27= attonitus, 393, 50 und IV 571, 11= Stupefactus(vgl. IV 176, 19 cod. c), Honeratus C. I. L. VIII 9462(daher in Hdschr. oft mit oneratus verwechselt, z. B. Petr. 50), coleratas Schol. Juv. X 27, oderatus Greg. Tur. patr. 17, 1 p. 729, 12 und Aeth. Ist. c. 59(auch Cat. r. r. 107, 2 cod. Marc. nach Politian), alles nach Analogie von rechtmälsigen Nebenformen wie sterceratus neben stercöratus(Mart. Cap. 3, 305 sterceratos agros peteres, non stercoratos dicebant, vgl. C. Gr. L. VII 310, 4), augeratus neben augüratus(Prisc.), fulgerator(s. Schuchardt, Vocalism. des Vulgärlat. II 209 und C. Gl. II 248, 48. III 82, 61 fulgero; V 316, 17 ominans: augerans). Ahnlich humerosus C. Gl. V 111, 23(auch Fulg. serm. 9, s. Paucker, Suppl. lex. lat.) nach facinerosus u. a. 3) Körting im latein.-roman. Wörterbuch s. v. exfacio(-ital. nur das Part. Praet. sfacciato mit der Bedeutung„unverschämt, frech“, welche Bedeutung aus der ursprünglichen nur schwer sich erklärt') hat sich diese Erkenntnis verschlossen, da er bei der Erklärung von dem Verbum finitum eæfaciare= prov. esſassar, franz. effacer ausgeht, während er doch sonst im Punkte der Bedeutungsentwicklung nicht ängstlich ist und oft unglaubliches zumutet. Ob übrigens unser in derber Sprache übliches„ausverschämt“, auf demselben — 6— calcitrosus(Col., Ulp., Pelag.). Gl. II 358, 17 lauwricri calc., daraus nach Löwe Gl. n. p. 571, 36 calcatiosus: spurul(angelsächs.). Bei Du Cange sind Belege für die Bedeutung callosus. arietillus, Ableitung von aries, bez. arietulus(Osb. p. 20 arietulus: parvus aries), wie der Zusammenhang zeigt, nach der gew. Ansicht Stichname für Undankbare, vgl. über G F. Bechtel, die einstämmigen männl. Personennamen des Griechischen S. 65. Dieselbe Bildung viell. in der häufigen Glosse aretillum¹) dοσπάlνπασαον II 24, 33. III 88, 54 u. ö. Bei Col. II 10, 20 steht nach Heinsius in einem Parisinus, nach frdl. Mitteilung von J. C. Schmitt auch im Sangerm. cicer arielillum für das gewöhnliche c. arietinum(Plin. n. h., Petr. 35). Das Wort fehlt bei Georges. corrotundo, desgl. c. 76(Sen. phil., Quint., Veget.). Gl. II 112, 2 conrutudat(sic) orooy- „ulo?ε; 439, 3 drOoyyvate conrotundo, rolundo. Not. Tir. 45, 48. obsonator(Plaut., Sen. phil.). Osb. p. 396 s. v. obsonium. C. I. VI 5353. 6619 u. ö.(im kaiserl. Haushalt, 1. Jhdt.). Dazu Spart. Hadr. 17, 4. Mart. XIV 218 im Lemma. venenarius= Giftmischer(Suet., Tert.). Gl. II 205, 53&αοσρμœeασκεᷣ̃ς venerarius(= III 162, 8, wo auch derselbe Fehler), daraus 596, 46 venenareus: veneficus, IV 295, 18 veneficus: venenarius, herbarius. Not. Tir. 82, 50. Dazu Schol. Juv. III 44. C. I. VI 20905(fem. venenaria). XL. valicula, ein Kleidungsstück(Mart., Ulp.). Gl. IV 15, 6 allicula: genus vestis= 205, 26 u. ö.; II 521, 28 alli(cuhya(so Götz s. v. allix): Gra⁵ν⁴οσν.) Not. Tir. p. 97, 55° halicola zwischen semicinctium und gausapum. Vel. Long. C. Gr. L. VII 68, 8 aliculam existimant dictam, quod alas nobis iniecta conlineat, wo aufserdem die Zusammenstellung des Wortes mit älica ühnlich wie in dem Wort- spiel des Martial XII 81, 2, auch für die Schreibung mit einem! als die bessere spricht. *subsessor Auflaurer, hier von Jägern, sonst auch von Banditen(beide Sen.). Gl. II 594, 25 subsessor: in insidiis sedens, III 309, 54 droucdiαr* subsessor. Vgl. Serv. Aen. V 498 s. vocantur qui occisuri aliquem delitescunt(= C. Gl. V 623, 49), XI 268 qui in insidiis tauros interimunt, Schol. Luc. V 226 s. dicuntur gui ad insidias collocanlur. cruralis, in der Verbindung fasciae crurales(wie Ulp. Dig. 34, 2, 25§ 4). Dasselbe ist Not. Tir. 79, 24 mit dem auch im MA.(s. Du C.) begegnenden Subst. cruralia bezeichnet, wovon der Sing. Gl. II 432, 56 Wx16dεαμα crurarium, indem dort nach bekanntem Gesetz wohl cruralium zu lesen ist. Zum Sing. vgl. kibiale Paul. Dig. 49, 16, 14, laterale C. Gr. L. I 118, 34 neben lateralium C. Gl. II 466, 56(dxοεμέςςσραα2ο), wie denn gerade das Cyrillglossar viele junge Bildungen auf-alium st.-ale aufweist, s. Rönsch coll. phil. 210, wo cruralium übersehen ist, ebenso auf-arium wie colla- rium II 352, 18= collare 405, 22 u. ö. xtoralia(Varr., Hor., Lampr.). C. Gl. II 198, 50 ftolare xeOenletvov, wie auch bei Petr. tolaria überl. ist, 199, 5 ktorale εο., 595, 40 torale: pectorale= IV 293, 16, wo der Glossator offenbar an thoraw gedacht hat. II 439, 15 Gr9‿υκνν koral, III 323, 24 εαμαν horale, 379, 4 εοmπε⁵ον torale; V 624, 29 toral sunt sedes clocarum(?) vel longa mappa, vgl. Isid. XIX 26, 6 koralia sunt longae perpetuaeque mappaeé. V 612, 32 terrale: genus vestis(637, 4 ternale). Not. Tir. 97, 29. Von Grammatikern wird oft torale wegen der Endung citiert, z. B. Charis. p. 60, 1. Serv. Aen. I 702; toralem segmentatum mit bekanntem Fehler steht Act. fr. Arv. p. CCXXV Henzen. XLI. matus, nach dem Zusammenhang vermutlich nicht= madidus„betrunken“, auch aus sprachlichen Gründen schwerlich aus diesem entstanden(s. Gröber bei Friedländer), sondern„dumm, dämlich“ wie im Romanischen, ital. matto, s. Sittl, Arch. f. Lex. II 612, und als Participialbildung zu fassen(für madefactus) wie egretus= egressus Paul. Fest. p. 78, 4(so Buecheler), falls es nicht überhaupt dem Stamme mad- fremd ist. Die Scaliger-Glosse unbekannter Provenienz C. Gl. V 604, 41 lehrt matund est humectum est emollitum, infectum, und so faſst Salmasius Scr. h. Aug. p. 461 bei Bildungsgesetze beruht, wie ewpudoratus(ex privativ, wie in effrenatus neben infrenat us) kann zweifelhaft sein. Grimms citieren aus Fleming„der ausverschämte Pan“, und Weilslinger spricht in seiner Streitschrift„Frifs Vogel oder stirb“(Const. 1742) einmal von„ausgeschämtesten Eraspitzbuben“. 1) Die Verflüchtigung des i nach vorangegangener Jotacierung ist romanisch, vgl. ital. parete, frz. paroi. C I. L. VI 3714 paretes. UÜber aretillum selbst s. auch Stadler, Arch. X 91. 2) D. i. rν⁴οον mit der im Spätgriech. üblichen Ausstolsung des stammhaften o nach ¹, mit tunica erklärt C. Gl. II 438, 4, Dim. von oriyn, das im Ed. Diocl. öfters vorkommt und auch latinisiert II 593, 62 stica: tunica(Nettleship im Journal of Phil. XX 60 serica, verkehrt); V 391, 43 strica, 631, 40 stiga. Die Wörter sind in den lat. und griech. Lexicis nachzutragen. — 7— Cic. Att. XVI 13, 2 die Überl. via mala(bez. inata, matta), ohne Anklang gefunden zu haben(via mala wird allgemein nach Popma geschr.). Andrerseits heilst es dem ital. matto„thöricht“ ent- sprechend V 568, 58 fatuus: stultus, sine sensu, vacuus, follis), mattus(vgl. Du C. s. v. mattus). Zweifelhaft ist es, ob die oft überlieferte Glosse matus(oder mattus): kristis, z. B. cod. Vat. IV 114, 1 hierher gehört; Warren nimmt Corruptel aus maestus an, nicht ohne Schein, da in den alten Teilen des cod. Vat. IV 116, 21 mestus: tristis überliefert ist. XLIII. recorrigo(Sen. phil., Tert., Grom., Ter. Scaur.), ein verstärktes corrigo. Gl. II 305, 55 Ʒαα ωοοꝙ recorrigo, corrigo, emendo. Bei Späteren noch öfter, z. B. Cassiodor. de anim. 12, s. Forcell. oricularius= auricularius ²) in der Bedeutung„Ohrenbläser“, von Reinesius nach Glossen her- gestellt aus dem überl. oracularius, das Buecheler im Text beluälst(weil möxglicherweise eine volkstümliche Entstellung jener Form?). Die bilinguen Glossen hat Funck Phil. LIII 129 zusammengestellt: II 482, 50 dranovorijs auricularius(= III 165, 60 u. ö., auch auriculosus drax. 179, 51,= dCra‿α&ᷣ qJ 482, 51), daraus ungenau, wie es scheint, übersetzt ist IV 312, 55 auricularius: auscultator. Im guten Sinne steht das Wort Vulg. 2. Sam. 23, 23 fecit eum sibi David auricularium a secreto(ο rag duo ⁵od LXX), s. Rönsch It. 131 und anderes bei Du Cange. linguosus„geschwätzig“, ebenso c. 63(Vulg., Eccl., s. Rönsch It. 125. Arch. VIII 513. Hier. ep. CVIII 20). Osb. p. 325 linguosus: loquax. Not. Tir. 58, 34. fruniscor(frunitus est quamdiu viæit, c. 44 ila meos fruniscar, 75 sic peculium tuum fru- niscaris), archaisch und vulgär für fruor, dessen ungebräuchliches Part. es ersetzt(Plaut., Nov., Lucil., Q. Metell. Num., Commod.). Nur in reinlateinischen Glossen: IV 345, 14 fruniscitur: fruitur, inter- cipit(vel percipit Hildebr.), Z. 15 fruniscor: fruor, nanciscor, V 634, 44 frunitus: fructus non est latinum(vgl. Gell. XVII 2, 5); 312, 50 namcibiscitur potius fruniscitur, was wohl= nanciscitur: pobilur, fr. Gl. Salom. fruniscor: vescor bei Loewe prodr. 326. Aufserdem in Inschriften: C. I. IV 2953 fruniscarus(= ris), V 7453 frunitus seædecim annis castitate et amore tui, sowie zweimal auf metrischen Grabinschriften Afrikas: VIII 9519 nondum frunitus XVIT annos deperit und suppl. 19606 breviter frunitus anima(fruniti sunt in einer stadtröm. Inschr. Anth. lat. epigr. n. 190 von zweifelhafter Echt- heit, anderes s. bei Forc.-De Vit. und Du Cange). Endlich Tob. 3, 9 unum ex illis non es frunita im cod. Regin. Suec. bei Rönsch It. 326. pullarius, von Burmann aus puellarius hergestellt nach der Glosse pullarius: ααοεςοασστσ II 392, 6, über welche Nüheres bei Friedländer(gegen Havet, Arch. I 194) zu ersehen ist. Vgl. noch wegen puallus Plac. C. Gl. V 37, 23. 37= 95, 26= 139, 5 fg. mit Fest. p. 244, 6. 245, 23. XLIV. esuritio nach einer wahrscheinlichen Konjektur Buechelers esurio(Cat., Mart., Gell.). C. Gl. V 164, 28 desuritio: fames, id est edeendi cupiditas. Früher vermutete derselbe esurigo, das einmal bei Varro sat. Men. 521(bei Non. p. 136) vorkommt und Analoga hat in scaturigo von sca- kario, scalpurigo, abligurigine: voracitate Gl. V 161, 6. stolata„Frau mit der Stola“(Vitr., Caligula bei Suet.). C. Gl. II 315, 34 S0rodα⁶αmρνεαν stolata; Prisc. C. Gr. L. II 442, 1 a stola stolatg. In Inschriften, bes. 3. u. 4. Jhdt., femina stolata als beigelegter Ehrentitel, z. B. C. I. L. III 5225, worüber s. Hübner comm. phil. in honorem Th. Mommseni p. 104 ff. und im Hermes XIII 425 ff. XLV. loripes„schlappfüfsig“(Plin. n. h., Juv.). C. Gl. II 332, 9 luœvrôroug loripes, V 572, 3 I.: korltis Pedibus, 656, 7 loripedem: loreis pedibus hominem guem et antipodem(i. e. himant.) decimas, was sicher auf Juv. II 23 geht, wo man die Scholien sehe. Not. Tir. 99, 25. Zuerst bei Plaut. Poen. 510. 1) Ebenfalls romanisch: frz. fou mit leicht begreiflicher Bedeutungsentwicklung. Vgl. V 621, 24 morio est follis, 599, 51(Gl. Scal., aus L. Gl. V 202, 2 geschöpft) folonitia- vanitas, wo Vulcanius philo- nicia vermutet; Osb. p. 212 folinitid: v., wohl vom Adj. follinus. 1 2) Nach bekanntem Vulgarismus: oricula, daher frz. oreille, auſser den von Georges Wortf. citierten Stellen(Trog. bei Plin. XI 276, Fest. p. 182 rustici dicunt oriculam) noch Cic. Qu. fr. II 13, 4 im Med., Auct. ad Herenn. IV 10, 14 nach der besten Überlieferung bei Marx im Text, C. Gl. II 139, 48 unter dem Buchst. O, 523, 43, oft in botan. Glossen, z. B. III 593, 28. 32. 615, 18, auch in der Form oricla, welche Prob. App. 198, 11 getadelt wird(auris non oricla) und als Cognomen C. I. XII 5686 steht(III 74 Oricula). Ebenso oricilla bei Catull und oricularius bei Cels., s. Georges. — 8— rcentonarius(Fabrikant von centones, speziell von Lappendecken, die beim Feuerlöschen benutzt wurden): C. Gl. III 308, 24(= 525, 49) uevrυνοοέ‿σοσ: centronarius(griech. aeroo, lat. cenlo). Die von Georges citierte Inschrift eines vestiarius centonarius Orelli 4296 ist gefälscht, s. C. I. L. V 50. Dagegen käme noch der Titel eines Mimus des Laberius ecentonarius'(bei Non. p. 107) in Betracht, wo Ribbeck an die in Inschriften der Kaiserzeit begegnenden collegia fabrum et centonariorum er- innert(Feuerwehren, s. Friedländer Sittengesch. IIIy 207). Beachtenswert ist jedoch Wölfflins Auf- fassung(Rh. M. 43, 308) cent. sc. mimus, wie mimus laserpiciarius Petr. 35 u. a., also ein Mimus, in dem ein cento eine Hauptrolle spielt. ¹) libertus, ein Fechter, der schon rude donatus wieder freiwillig auftritt: so erklürte zuerst richtig P. Meier, de gladiatura(Diss. Bonn 1881) p. 48 n.; wührend die ülteren Erklärer es von der manumissio statt der missio verstanden hatten. Derselbe zieht Gladiatoreninschriften mit den Ab- kürzungen LIB oder LIBR, auf griechischen elev(= 24evH*ε.ραεε⁴ς) treffend heran. Orelli 2585. 6174. kertiarius, zuerst richtig erklärt von Meier a. a. O. S. 51 als derjenige Fechter, der dem Sieger als Ersatzmann statt des besiegten oder gefallenen gegenübergestellt wird(suppositicius ge- nannt²) C. I. IV 1179 gladiatorum paria XXX et eolrum] supplositicios]; Mart. V 24, 8). Dies wird bestätigt durch die von ihm übersehene, aber schon von Lipsius in seiner Schrift de gladiatura heran- gezogene Glosse II 320, 59 †edoog tertiarius. Vgl. noch tertiarius= tertius Rönsch coll. phil. p. 170. amasiunculus, Dim. von amasio Buhle', als solches noch von Osb. p. 6 aufgeführt. Das Femin. (Pétr. 75) weist Cesareo S. 16 aus einem mittelalterlichen Text nach. In Glossen nur amasius: II 566, 16. V615, 25 u. 5ö., desgl. in den Interlinear-Glossen des Pith. Juv. VIIG9 u. IX28(ital. fem. amasia); vgl. Georges. sestertiarius(homo und gladiator= keinen Sesterz wert). Nur noch C. Gl. V, 393, 61 fg. u. 5. sextertius: dauo asses et dimidium, sestertiarius: qui illud erogat, anders erklürt. Ferner Not. Tir. 40, 86 hinter sestertium, vielleicht aus Glossen geflossen. XLVI. tonstrinum= Barbierhandwerk, ebenso c. 64(s. Friedländer; bei Georges steht noch die falsche Erklärung„Gesangkunst“ von 1éνοο). Funck Phil. LIII 128 verweist auf C. Gl. III 306, 58 (Rubrik'de civitate“) aouαo“ konstrinum, II 354, 24 aουειον tonstrina, tonstrinum, tonsorium, wo das Wort also in der Bedeutung„Barbierstube“ steht, und vergleicht sutrinum, das Sen. ep. 90, 23 das Handwerk, C. Gl. III 306, 63 owurloν vsutrinum die Stube des Schusters bezeichnet, ühnlich unserem „Tischlerei“. Was zunächst die Analogie von sutrinum betrifft, so steht es aulserdem 1.=„Schuster- stube“ in der häufigen Glosse sutrinum: locus ubi suuntur oder consuuntur aliquae species(allgem. = Sachen, oft in Gl., vgl. meine Bemerkung Arch. f. Lex. X 512), z. B. V 246, 24; 2.„Schusterhand- 1) Wenn aber Gell. XVI 7, 4 Laberius in Staminariis mit einem Fragment citiert, so war der Titel höchst wahrscheinlich Staminaride(gegen das Mask. spricht der Inhalt des Fragments), wie auch Ritschl opp. II 510 annimmt,=„Weberinnen“. Denn wenn Wölfflin a. a. O. einen Beleg für das Wort vermiſst, so ver- weise ich auf C. Gl. II 187, 57 staminarius vijorng, o rov Griſgcvd(es fehlt ein Particip), eine Glosse, die Rib- beck merkwürdigerweise auch in der neuesten Aufl. der lat. Komikerfragmente entgangen ist, wie auch noch immer bei dem Titel einer Atellana des Novius Dapatici ein Fragezeichen steht ohne Erwähnung der Glosse Paul. Fest. p. 68 dapatice—dapaticum, welche die UÜberlieferung bei Non. p. 507 depaticis als gewöhnliche Inter- polation(de pathicis meinte der Schreiber) erweist gegen dapaticis p. 509. So fleiſsig überhaupt Ribbeck die Glossen für seine Zwecke durchforscht hat, so ist doch noch manches nachzuholen. So wird jetzt, denk ich, die Uberlieferung bei Non. p. 544(Afran. 187¹) labella lenis(lineas: vasi genus. Afranius Fratribus: labella lenis) gegen R.“s Konjektur labella balineis geschützt durch C. Gl. II 268, 14 deaννμένν cisterna, lacus, linis(das letzte Wort fehlt im cod. Laud. und in der ed. princ. des H. Stephanus), wonach im Lemma wie im Citat lines zu lesen sein wird, das zu labella vortrefflich pafst, das seinerseits R. coroll. LXXI richtig deutet(auch Gl. III 325, 16 6aulo labellum in dem Abschnitt ede aeneis' und C. I. XIV 4190). Ubrigens verteidigte schon Junius lenis unter Hinweis auf 1νs, ebenso L. Müller. Zu praemiator Naev. 17 vgl. Gl. IV praef. XVIII proeminator: proemii atgue praedae appetens, wo Loewe praemiator vermutet; zu v. 116 astratio vgl. Gl. II, 3, 7 ab astratura dmò rijs dwνμs (Heraldus ab str., unnötig); zu dem überl. absedet Nov. 34 vgl. Gl. II 4, 54 absidet dænαs˙ ε̈erαν, eν οrν u. a. 2) Dagegen scheint mir das von Meier hierher gezogene coarmio(Dativ nach Mommsen) auf der Grab- schrift eines secutor namens Flamma, Delicatus coarmio merenti fecit' C. I. X 7297 nicht hierher zu gehören. Ich vergleiche es mit dem ννονπανε ILILoενdeuns in der metrischen Gladiatoren-Grabschrift Kaibel epigr. 529 und erkläre einfach teiusdem armaturae', also als ein kameradschaftliches Verhältnis bezeichnend, ähnlich wie die Soldatenworte commanipularis, conturmalis, condecurio, conalaris in einer stadtrömischen Inschrift ann. inst. 1885 p. 273(statt coalaris wie modernes„Conabiturient“; vgl. cuneres= coheres C. I. VI 3282, conelectae im Amiat. Vulg. I Petr. 5, 13; comactor: argentarius V 279, 37, argentarius: aoα⁴ετοσ II 19, 22, wo Scaliger zoduroo ündern wollte; anderes habe ich zusammengestellt Arch. f. Lex. VI 276). — 9— werk“ II 594, 56 suterinum(sic!): ars coriarii, übersetzt aus II 434, 26 xure*uον(?) sutrinum nach oxvreiov haec sutrina, Acr. Hor. s. I 3, 130 sutrinum exercere(Porfyrio sutrinam), endlich last not least in der interessanten lex metalli Vipascensis als UÜberschrift eines Paragraphen sufrini sc. fruendi. Diese Urkunde, die gesetzliche Vorschriften für die Verwaltung eines römischen Bergwerks im südl. Portugal enthält(1876 gefunden), bietet in den Bestimmungen auch Belege für tonstrinum in der bei Petron. geforderten Bedeutung. Ich kann es mir nicht versagen, den Hauptteil hierherzusetzen nach den Lesungen und Ergänzungen der Gelehrten, bes. von Hübner, Ephem. ep. III 165 ff. und Mommsen bei Bruns, fontes iur. Rom. p. 2475: Tonstrini. Conductor frui debeto ita, ne alius in oſico metalli inve territoris; eius tonstrinum guaestus causa faciat. Qudi ita tonstrinum fecerit, in sinſgulos ferra- mentorum usus*.. conductori socio actorive eius d(are) d(ebeto) et ea ferramenta commissa conductori sunto. Excipiuntur servi]-gui dominos aut conservos suos curaverint.¹) Circitoribus, guos conductor ſnon miserit, tondendi ius ne esſto.— Nicht ersichtlich ist die Bedeutung von tonstrinum²) Not. Tir. 95, 28 hinter konsor, wie sutrinum 83, 61 hinter sutor und das ganz singuläre unctrinum 80, 2 zwischen unctor und unguentum(vgl. unctorium). Endlich bietet eine weitere Analogie die gleichartige Bildung textrinum= Weberei, z. B. Suet. gr. 23,= Webstube C. Gl. II 333, 27 Iorech textrinum u. 5.) XLVII. minutalia(Trimalchio sagt zu seinen Gästen: si quid plus venit[h. e. ventris exonerandi necessitas] omnia foris parata sunt. aqua, lasani et cetera minutalia). Sehr merkwürdig ist der Schluls der Notiz in den glossae Aynardi C. Gl. V 621, 26 minultal(mimital die Hdschr.) est speties pulmenti vel fragmen panis vel ligo vel speties indumenti vel illud quod ponitur in latrinis qd purgandum anum. Die Anwendung von minutal für ein Ragodùt, bez. Füllsel, und nur diese, ist be- kannt, erklärlich ist die Anwendung für einen Brocken Brod(so erklären die Cornutus-Scholien Juv. XIV 129 min. mit fragmen panis nach frdl. Mitt. von W. Hoehler; vgl. Osb. p. 364 minatal- frustum panis, quod et quadra dicitur), allenfalls auch für eine kleine Hacke oder ein kleines Kleidungsstück, alles nach der Etymologie des Worts, wie z. B. auch frz. menuaille kleines Geld, kleine Fische u. ä. bezeichnet, ital. minutaglia(s. S. 32 zu populus minutus). Khnlich Tert. de an. 32 culices formicas tineas el hoc genus minutalia, dem Sinn nach= kleine Tiere, Marc. Emp. VIII 127(Helmreich) clavos veteres minutos vel alia minutalia ferri vetusta, C. Gl. III 217, 42= 652 minutalia Ierrö- 6reOαᷣα, ein Gemüse; anderes s. bei Burmann und Du Cange(m.= interanca im Test. porcelli und Eginh. ep. 23 m. atgue interanea). Aber was soll man von der Erklärung illud Quod ponilur etc. halten?- Sollte minutal wirklich technischer Ausdruck für die bezeichneten Requisiten gewesen sein, so daſs cetera bei minutalig nach bekanntem griechischen Sprachgebrauch wie äxllog stünde? Oder ist die Bedeutung nur aus unsrer Petronstelle erschlossen?⁴) Ich fürchte sehr, dafs das letztere der Fall ist(vgl. unten nenide u. a.), so dals wir also einen neuen interessanten Beleg für das Fortleben 1) Vgl. Hor. ep. I1, 94 curatus inaequali tonsore„pehandelt“. ferramenta sind die Werkzeuge des Barbiers wie Mart. XIV, 36 im Lemma(cf. tonsoric) und Petr. 94, circitores Barbiergehülfen, die„auf Kundschaft gehen“. 2) Vgl. noch C. Gl. V 249, 36 tostrina: officina tonsoris, sic enim dicimus teatrinum a texendo et pistrinum à pistore et cetera talia, wo die beigezogenen Analogien vermuten lassen, dals das Lemma ursprüng- lich tonstrinum lautete und die Endung durch die des folgenden Wortes verdrängt wurde. Bei den femininen Bildungen schwebt stets ein Begriff wie ars, taberna, officina vor, dagegen bei den Neutris opus oder artificium (falls nicht Übertragung von den Femin. stattfindet), wie sich ja auch Beispiele für die volleren Ausdrucks- weisen ars sutrina, taberna s. u. s. w. finden. 3) Merkwürdig ist an der Petronstelle die Verbindung eines Abstr. mit einem Personalbegriff bei dem Verbum docere: destinavi illum, sagt Trimalchio von seinem Sohn, artificii(sic) docere, aut tonstreinum(über ei s. S. 10 A. 3) aut praeconem aut certe causidicum. Friedl. verweist mit Recht auf die entsprechende Konstr. von disco bei Mart. V 56, 9 discat citharoedus aut choraules. Ebenso heilſst es Xen. mem. IV 4, 5 à010 œrο ακνυντον ouvréc und Dio Chrysost. 55 p. 283 R. Xoνe] œας ν ενμιἀ⁴ννασνι 1ιοέοσ τννς το παστο˙ο rεᷣνννν, wie auch bei uns der gemeine Mann sagt:„er lernt Tischler, er studiert Lehrer“. Der Grund des Wechsels der Kon- struktion bei Petr. liegt wohl darin, dals für causidicus ein entsprechendes Substantiv noch nicht üblich war (erst spät finden sich Abstracta wie causidicatio,—dicina,—dicatus Gl. II 277, 38= Sαοαꝓα, adoocatio, während für praeconem allerdings praeconium möglich war nach Analogie von praeconium facere= das Gewerbe eines praeco ausüben bei Cic. und C. I. L. I 206, 1. 94(lex Iulia munic.). 4) Scheffer bemerkt: Per minutalia intellegit cum alia tum lignum cum adhaerente spongia, de qua- Seneca ep. 70, 20 ibi lignum guod ad emundanda obscena adhaerente spongia positum est, totum in gulam farsit et praeclusis faucibus spiritum elisit'(von einem zur Zeit Senecas zum Kampf mit wilden Tieren verurteilten Germanen, der sich auf einen Augenblick auf den bewuſsten Ort absentiert hatte). 2 — 10— Petrons im Mittelalter gewännen. Ahnlich steht es mit der Tironischen Note 30, 83 minutalia in einer etymologischen Reihe(minuit etc.). Rein adjektivisch ist Gl. IV 416, 17 minutalia: modica erklurt. anathgmiasis(Blähung). Diesen offenbar medizinischen Ausdruck belegen die Lexika noch aus der Schrift des Arztes Th. Priscianus part. II 1, 1. Aufserdem kommt in Betracht Not. Tir. 111, 77 anathema sit, das auffällt zwischen lauter Krankheitsnamen; vorhergeht z. B. paralisis, menacholitus(sic!), es folgt phisis(= phthisis). Schon der alte Kopp vermutete daher unter Hinweis auf Petron, daſs es aus ursprünglichem anathgmiasis¹) interpoliert sei.2) Vgl. unten S. 30. *potiuncula(Suet.). Nur noch Not. Tir. 104, 65. malicorium)(Cels., Plin.), noch Not. Tir. 99, 54(malocorium). *petauristarius(Firm. math. VIII 15), noch Not. Tir. 107, 63(petauristanus), latinisiertes xeεrυνεαντε wie propolarius Gl. V 576, 56= x0⁵μςα ropola u. ä. neniae(Trimalchio prahlt: gallum gallinacium, penthiacum et eiusmodi nenias rustici faciunt: mei coci etiam vitulos aeno coctos solent facere). Höchst wahrscheinlich steht nenide hier in dem Sinne von mugae dummes Zeug, Scherze, Possen(Friedländer übersetzt ähnlich:„Bagatellen“), wie es ge- legentlich verwendet wird, s. Haupt opp. III 479 und Fulgent. p. 3, 11 Helm, wo in einer Hdschr. nugas übergeschrieben ist. C. Gl. V 313, 35 neniae: venares d. i. vanae res, 467, 48 nenias: super- flua loquacitates, fabulas inanes scu vilissimas res, 416, 21 nenias: mendacium, V 541, 8 nenias: res supervacuas, V 119, 43 neniae: deleramenta, sed proprie carmen funebre, 510, 9 per nenias: per fabu- lationes vacuas; II 132, 19 naenia: droxla, wie ich für die unverständliche Uberlieferung drovla ver- mute. So gebraucht das Wort Trimalchio schon c. 46, nachdem er erzäühlt hat, wie er sein Söhnchen von seiner Manie für die Vögel geheilt habe: invenit tamen alias nenias el libentissime pingit. Und es ist wohl nicht Zufall, daſs in den exc. Charis. C. Gr. I 549, 19 hinter hae nugae, hae neniae ιττ⁶ςρσσο das die alphabetische Ordnung unterbrechende hae leriae&luagPlaw steht. Dagegen scheint das Wort von demjenigen, der es den Tironischen Noten einverleibt hat, anders verstanden worden zu sein, nach der ihm angewiesenen Stellung zu urteilen. Es findet sich nämlich tab. 103, 78 Schm. unter fast⁴) lauter Schweinernem in folgender Reihe: ⁵) vadlva, offa, offola, offella, mesisula, suericulum, suis, porcus, 1) anathgmiasis schrieb man vulgär anathoemiasis oder anathem., wie sich in den Noten clepsedra, ELuretice, Stremon u. a. finden, Petr. 40 careota wie Varr. r. r. II 1, 27 Keil; vgl. coloephium S. 19. Schuchardt II 278 fl. Schmitz, Beitr.§. 107. Dieselbe Erscheinung zeigen die Glossen in Schreibungen wie caleptra, pole- mitum, senodus(etymologisierend mit congregatio senum erklärt; vgl. Wölfflin zur Regula Bened. p. Xl), wovon mhd. senet, noch heute im westfälischen Münsterland„Send“= Kirchweih. So erkläre ich mir das mlat. ledum oder lidauna aus(x)νναων, vgl. C. Gl. V 602, 47 ledo: maris destuatio(= Osb. 326), 446, 31 clidon: maior tem- pestas. Denn nur so erklärt sich zugleich die Nbf. liduna(aus Acc. albcva nach bekanntem Brauch). Die abenteuerlichen Etymologien früherer Gelehrten lese man bei Du Cange. 2) Nach Schmitz, Beitr. S. 295 hat das qnathemd sit einter morborum nomina' seine Stelle gefunden weil der mit dem Anathem belegte als mit einem Ubel der Seele behaftet angesehen sei. Das ist doch etwas gezwungen. Aufserdem findet sich eine gleichartige Interpolation biblischer Herkunft Not. Tir. 58, 86 ff. vor Tantalus, Acheron in den Reihen e Sion, ex Sion etc., die, wie Schmitz S. 303 selbst zugesteht, nach ursprüng- lichem Iæion, verdorbenem Eæion bez. Eaæsion eingeschwärzt sind. Auf ähnliche Weise, glaube ich, lassen sich noch andere scheinbar dem Zusammenhang widerstrebende Noten deuten. 3) maleicorium cod. wie tonstreinum c. 46, ridiclei c. 57, alles in vulgärer Rede. Irrig nimmt Cesareo p. 38 eine Form ridicleus an, ebenso Lommatzsch-Segebade im lex. Petr. s. v. und praef. V. 4) Nur bubula und attagina, das die Interpol. Attalicus u. s. w. veranlaſst hat, gehören unter den all- gemeineren Begriff der Speise. Mesisula(Kopp mensalia) erklärt sich aus C. Gl. III 456, 45 misisulde Giατνα, also ein ausgehöhltes, statt des Löffels gebrauchtes Stück Brod; es lehnt sich an offa= Stück Brod oder Fleisch an. 5) Zur Erläuterung diene folgendes. Suericulum ist wohl Dimin. von dem folgenden suis, Gen. sueris nach volks- und altertümlicher Plexion wie cinis, cineris. Porcilia ist Weiterbildung von porcus, sonst nur aus den Arvalakten bekannt(s. Henzens Kommentar S. 22), ähnlich wie haedilia Hor. carm. I 17, 9 nach der unter andern von Buecheler im Ind. lect. Bonn. 1878 p. 23 vertretenen Auffassung, wofür er sich jetzt auch noch auf C. Gl. III 432, 37 fg. 20☛% haedus, géoloiov haedilia berufen kann(eine andre abnorme Bildung ist haedua- C. I. VIII 8247 aeduam Veneri, edum Mercurio). Zu truncus vgl. Verg. Mor. 57 durati sale terga suis truncique, Cels. II 22 trunculi suum neben ungellae, C. Gl. II 202, 42 trunculus: uο2οßo Syεανεο⁸(s. zu colaepium S. 19), Osb. P., 588. Zu lardaria vgl. Ahd. Glossen von Steinmeyer und Sievers III 303 lardare: fleishus und Du Cange. Ahnliche, z. T. vollere Reihen finden Interessenten in den Abschnitten ede escis' C. Gl. III 14. 183. 313, Varr. I. l. V 110, Isid. or. XX 2, 24 ff., Ed. Diocl. IV 1 ff. Beiläufig bemerkt, scheinen die in der letzten Stelle Z. 9 erwäühnten pernae Marsicae Anlals gegeben haben zu der verbreiteten Meinung, daſs westfälische Schinken — 11— porcilia, truncus, laredum, lardaria, bubula, perna,[Atlalus, Attalia, Atlalicus], attagina, nenia, tuma- tulum(= komac., s. 8. 49), lumatularius, ungula, ungella. Schmitz hat nicht verfehlt, auf die Petron- stelle aufmerksam zu machen. Noch wichtiger, dünkt mich, ist die Note für eine Stelle des Arnob. adv. nat. VII, 24 quid, inquam, sibi haec volunt: apewaones hirciae silicernia longavi? guae sunt nomina et farciminum genera, hirquino alia sanguine, comminulis alia inculcata pulmonibus. Quid taedae(ganz unbekannt), quid neniae, gquid offae non vulgi sed quibus est nomen appellatiogue penitae?(vgl. Fest. p. 230 etiam nunc offa porcina cum cauda in cenis puris offa penita vocatur), wiederholt c. 25 a. E. nenias offasque penitas, wo zwar von groſsen Autoritäten an neniae gerüttelt worden ist— Scaliger wollte kaenige—, aber wohl mit Unrecht, auch im Hinblick auf die von den Verteidigern der Über- lieferung angezogene Stelle des Festus p. 159 quidam aiunt nenige ductum nomen ab extremi inteslini vocabulo. UÜbrigens haben die sog. Notae Bernenses nenia p. 46, 6 Schm. zwischen monodiarius und praeco, also in einem Zusammenhang, der der gewöhnlichen Anwendung des Wortes entspricht. commundo, nach einer wahrscheinlichen Vermutung von Heinsius für das überl. cum mun- datis(Col., Ulp., Jul. Obs.). C. Gl. II 110, 32 commundat au‿νασααοε, aαναραρσιαασνi mπο u. ö., III 158, 51 commundo Gσ, 52 communda ddooαοο=. Not. Tir. 101, 15 commundat hinter immundum. Dazu Past. Herm. III 9, 10(übertr.) und cod. Verc. Luc. 15, 8 commundat(æσ der Urtext) domum sowie Dig. XXXIV 2, 25, 10 bei Rönsch It. 184. empticius(Varr. r. r. von Sachen; gew. wie bei Petron ¹) von Sklaven: Sen. rhet., Or. 2812 = C. I. VI 8919). Gl. III 305, 3 dyooacrég emplicius hinter zαο⁵οαο servus, II 482, 16 d*rég empti- cius u. a.; III 254, 49 e. dyooacrôg vom Brod(Ggs. 45 domesticus, vgl. Petr. 66 panem de suo sibi); V 498, 39 e.: liberatus a servitio, 357, 32(ags.); Not. Tir. 27, 11; Osb. p. 184 empticius: ad emen dum facilis. Dazu Vulg. Gen. 17, 12 u. ö. empt. im Ggs. zu vernaculus, woraus wohl die von Wölfflin Arch. V 430 citierten Stellen Augustins; Fulgent. p. 143, 13 Helm(e. fructus). L. nesapius(Nichtswisser, wie ne-queo, ne-scio, ne-fas, ne-frens, ne-volt u. a.). Friedlünder citiert Terent. Scaurus de orthogr. C. Gr. L. VII 12, 4 nesapus, qui non sapit. Dies ist die kor- rektere Form, vgl. florisapus C. I. L. VIII 211, l. 90= Anth. Lat. epigr. II 1552 Buech., bustirapus (Leichenfledderer), piscicapus, oviparus, tardigradus, praesagus, profugus u. a., selten— ius: satagius, frugiperdius, ocliferius, domicurius neben wiocurus. Auch die romanischen Wörter ital. saggio und savio, frz. sage setzen sapius, bez. sabius voraus und beweisen den vulgären Charakter der Bildungen. statunculum, s. unten S. 43. 7 miscellaneus, zuerst hier vorkommend(die Stelle fehlt bei Georg.) und zwar als Adj. wie Apul. met. III 2(Subst.— aned bei Iuv. und Fest.). Vgl. C. Gl. V 223, 1 miscellaneum: commiætum, 538, 17 u. ö. commisticium: miscellaneum. Gew. miscellus, cf. supervacaneus neben supervacuus. LIII. circitor, von Buecheler für das überlieferte circumitor mit Recht eingesetzt nach der konstanten Schreibung der Handschr. und Inschriften.²) Auch die Glossen kennen nur diese. Die Bedeutung ist vermutlich„Flurhüter“(Friedländer übersetzt„Nachtwächter“) wie Priap. 17, 1, denn vorhergehen vilici(Gutsverwalter) und saltuarii(Oberförster). Man vergleiche die Reihe C. Gl. III 27, 33 ff. unter der Rubrik de agricultura': dοννσο vilicus, dyνꝙdæs saltuarius, aurdsurie cir- citor, 200, 49 fg. olxoο⁵αοος villicus, dyoopulas circitor; II 403, 36 ειαοοετi circitor, lustrator. baro von einem Athleten, c. 63 von einem Mann, den der Sprecher als Cappadocem, longum, valde audaculum et Qui valebat- poterat bovem iratum tollere schildert. Die Entwicklungsgeschichte schon in der Kaiserzeit berühmt gewesen seien(s. z. B. Holtzmann, germ. Altert. S. 126, Kirchhoff, Schulgeographie § 34, der ausdrücklich von„marsischen“ Sch. spricht). Blümner bemerkt nichts zu der Stelle. Aber bei allen landsmännischen Gefühlen mufs ich doch gegen diese Auffassung aus historischen Gründen protestieren. Die Schinken der italischen Marsi bezeugt zum Überfluſs noch Pers. III 75. ¹) Der Gegensatz ist daselbst domi natus, wozu vgl. C. Gl. II 55, 2 domi natus oluopsν, 380, 21 olnoysvie verna, vernus, vernaculus, domo natus, V 489, 1 vernaculus: mancipium domi natum, Porf. Hor. ep. II 2, 6 verna: domi natus. Oluoysvsſs, über das vgl. Dio Chrys. XV 457 rods zαod dꝓœ⁴α εννενντας, 0de olnoysvstg ανοοσοι und Lob. Phryn. 202 fg., wurde später in domigena übersetzt, s. Anecd. Helv. p. CXXXX hen piaen es,denaihens, Interlinearglosse des cod. Pith. zu Juv. IX 10 vernam: domigenam, Althochd. Gl. III 408 und Du Cange. 2) C. I. L. V 4100. 6784 u. ö. X 711 als militärische Charge wie Gl. III 209, 6; Aufseher bei Wasser- leitungen: V 8749. XIV 3649; noch anders in der lex. met. Vipasc., s. o. S. 9 A. 1. 2* — 12— dieses 1 mal(in der Form varo)¹) bei Lucilius, 4 mal bei Cicero, 1 mal bei Pers. vorkommenden Wortes endigt bekanntlich mit den mittelalterlichen Baronen. Aber Ursprung, Grundbedeutung und die einzelnen Stadien der Entwicklung bis ins Romanische hinein sind dunkel. Neuerdings hat Wälfflin, Arch. IX 13 und Münch. Sitz.-Ber. 1894, 105 f. auf Grund eines reichen Materials als Grund- bedeutung(corporis robore ferox' aufgestellt, was dann D. Riccoboni in den atti del R. Istituto Veneto di scienze 1894/95 weiter ausgeführt hat. Die uns, vorzüglich in Glossen, erhaltenen Er- klärungen scheiden sich leicht in 3 Gruppen: I) barbo- Sdanloe Gl. II 28, 20, wonach Loewe Prodr. 57 die oft, z. B. IV 210, 20, über- lieferte Glosse bacerus: baro factus(b., fatuus vermutete Barth) erklärt und auf Suet. Aug. 87 hin- weist, wonach jener Kaiser baceolus für stultus²) gebraucht habe. Ubereinstimmend III 440, 17 Bd- anlog barosus, welches rein glossematisches5) Wort auch mit Sdwνοαοο(p. 334, 11) und Gασς (178, 52 u. 5.) erklärt wird: beide griech. Wörter lassen sich vereinigen auf die Bedeutung„dumm- stolz“(II 255, 48 Bdνravcog adrogans, anderswo= ventosus), wozu andrerseits die Erklärung von Sdrnlog bei Suidas Geyag dy, dvonrog dt(auch= eunuchus, mollis, wie in der Litteratur, s. Lob. Phryn. 272) stimmen würde. II) baro:- mercennarius II 569, 29 b.„ιοο QP(uεσοο cod., von Götz verbessert) III 478, 46. Isid. IX 4, 31 mercennarii... iidem et barones graeco nomine, quod sunt fortes in laboribus, Baoðg enim dicitur gravis, quod est fortis. Gl. V 592, 13 barones(bargines cod., corr. Loewe): fortes in bello. Osb. p. 269 hic hero, i. e. baro, unde heroicus, 275 heros: baro, cleonta, vgl. p. 69, wo baro von barrus = elephans abgel. wird quod alios homines praecellit. Khnlich Schol. Pers. V 138 ⁴) barones vel va- rones dicuntur servi militum, qui utique stultissimi sunt, servi scilicet stultorum. III) baro:- dvn(dwio cod.) II 27, 54, wozu man eine Stelle der lex Ripuaria vergleicht tam daronem quam feminam, zusammengehalten mit der Thatsache, daſs in den pyrenäischen Sprachen das Wort vorwiegend in der Bedeutung„Mann“ schlechthin oder„tüchtiger Mann“ gebraucht wird und nur im Span. varone auch gleichzeitig als Adelsprädikat dient. Die Gruppen I) und II) zusammengenommen scheinen in der That für Wölfflins Erklärung zu sprechen, nur daſs ich lieber corporis robore stolide ferox' ansetzen würde, und lassen den Über- gang in die Bedeutung proceres, Vasallen, wie sie schon in den Kapitularien Karls des Kahlen er- scheint, verstehen. Gruppe III) zeigt eine ganz verallgemeinerte Bedeutung. Die juristische Litteratur s. Ind. zur lex Sal. ed. Behrend, 2. Aufl. 1897. LVI. acetabulum. Bei der Lotterie gewinnt das Loos mit der Aufschrift argentum scele- ratum eine perna, super quam acetabula erant posita. Den schwachen Witz erklärte Buecheler in seiner gröfseren Ausgabe zuerst richtig'latinum vocabulum oxuelloog graecae simile elegit Trimalchio', wozu die Glosse III 14, 46 oxelle perna und II 433, 2 cnllog Jolosov perna stimmen. Dafs die acetabula⁵) 1) Vgl. Gl. IV 399, 43 varunculus: varro mit der Var. varuo, wie 313, 17 baruo: barunculas, II, 28, 20 barbo: Bdanlog. Daher wird die Bemerkung des Anonymus C. Gr. L. V 572, 17 barones dicendum, sicut Cicero ad Pansam entweder auf die Schreibung des Anlauts mit v oder auf die der Endung mit— uo gehen. 2) Tribacelus ist nach einer plausiblen Konjektur Ribbecks(überl. ist tribasel()us) der Titel einer Komödie des Naevius. 3) Nachträglich sehe ich, daſs Morcelli de stilo inscr. lat. p. 251 aus(tori die Inschrift eines Ringes BAROSE RECTE anführt, wo aber das Wort vielleicht appellativisch ist, vgl. C. I. VI 631(Gladiatorenname) und De Vit. Onom. 4) Daſs die Worte lingua Gallorum vor barones, welche die Romanisten verführt haben, baro dem gallischen Latein zuzuweisen, von dem Herausgeber Pithoeus stammen, weist Wölfflin, Münch. Sitz. a. a. O. nach. 5) Eine ähnliche Bildung scheint in der Scaliger-Glosse V 591, 4 adfrutabulum: vasculum zu stecken, die, wie man jetzt sieht, aus den eGlossae ab absens' geflossen ist, wo afrutabulum IV 405, 17 überliefert ist. In jener Glosse wollten frühere Gelehrte affutabulum unter Hinweis auf futis oder noch kühner acetabulum schreiben. Ich erkläre mir afrutabulum als ein Kochgeschirr für afrutum, eine Bildung von ας(Isid. XX 2, 29 ede escis': afratum guod Latine spumeum vocatur, vermutlich aus Anthim. c. 34, wo es dreimal vorkommt), über welches späte Wort Haupt opp. III 587 gehandelt hat. Wenn dieser sich für die Form afratum ent- scheidet, unter anderem durch den Hinweis auf spätgriech.&†oov, so ist doch zu beachten, daſs wenigstens bei Isidor auch afrutum und afructum überliefert ist. Man kann also wohl beides gelten lassen: afratum mit lat. Participendung, afrutum aus griech. d†αστν(vgl. ceratum und cerotum unœoνν, crocatum Cass. Fel. 35 neben crocotum), viell. mit Anlehnung an defrutum. — 13— von Silber waren wie die Salzfässer, bestätigen ebenfalls die Glossen, da sie im III. Bande stets unter der Rubrik ede argenteis' erscheinen p. 22, 49(6½ d„¹cv) u. a., nach der Beobachtung von Funck, Phil. LIII, 127 fg. collaris. Das mit cervical beschriebene Loos gewinnt eine offla collaris. Das singuläre Adj. collaris wird glünzend bestätigt durch die Schulgespräche von Montpellier Gl. III 287, 51 fg.= 658, 17. dörs olvund nal i cxlo ete. date sinape et collarem(„Halsstück“), s. Funck a. a. O. Ubrigens ist auch Apic. 287 das überl. ĩn collari porcino, das Schuch wie oft gewaltthätig ündert, wohl so zu erklären(die vorhergehenden Worte et hoc sind vielleicht umzustellen und mit ihnen ein neuer Satz zu beginnen). canale et pedale: dem Gewinner werden lepas et soleg gebracht. So hat Buecheler die Uberlieferung canalem et pedalem richtig verbessert und erklärt'res cani pedibusque aptas'. Canale: in konkreter Bedeutung, die doch die Analogieen anderer Losüberschriften anzunehmen gebieten, findet sich C. Gl. III 467, 56 fg. canalis zοοοσα canale¹) Seiboov und in den sog. sententiae Varronis n. 91 der Rieseschen Zählung, beidemal für canalis im gewöhnl. Sinne, bei Petron. nach Burmann für ca- nalis in der chirurgischen Bedeutung„Röhre für das geschiente Bein“(Cels. VIII 10), wozu dann pedale gut passen würde in einer Bedeutung, die C. Gl. II 144, 19 gegeben ist, pedale dον z ro- deiov„Socken um die Fülfse“. Anders wird p. freilich erklärt II 144, 18= 6eε&⁵ααά εον„Tuch zum Fufswaschen“, ebenso Herm. Monac. III 193, 33, wo der Ggs. xelοεᷣαννααeκμν mappa vorhergeht. Was aber auch immer Trimalchio unter pedale verstand, jedenfalls scheint mir der Witz zu fehlen, wenn man, wie die Erklärer bei Burm. und dieser selbst, soleg als„Sandale“ falst. Sollte nicht der Fisch gleichen Namens gemeint sein, der schon von Plaut. Cas. 495 zu einem Wortspiel benutzt ist? Auf diese Weise wären lepus et solea beide Eſsbares. ²) muscarium„Pliegenwedel“(Mart.). C. Gl. II 373, 52 Gυιοοειο muscarium, daraus 587, 48 m.: flabellum. V 295, 44 flabellum: masc. Vgl. noch Du Cange. LVII. dignitossus. C. Gl. II 49, 38 dignitosus deειωs⁷ʒnog, ital. dignitoso, s. Friedl. Dazu C. Gl. V 409, 8 dignitosa: meodomlice(angelsächs.), was freilich vermutlich auf Aldhelm. laud. virg. c. 54 dignitosam innocentiae palmam geht, so dafs dignilosam mit Verdoppelung des folgenden m zu lesen wäre: denn daſs Aldhelm. in jenem Glossar benutzt ist, hat Schlutter nachgewiesen. Aufserdem citiert Roensch Itala p. 126 3 Stellen aus Past. Herm. lat., wo es Ubersetzung von àνο05og ist, anderes Du Cange und Osb. p. 166(Citat aus Jo. Chrysost.). Was die Bildung selbst betrifft, so finden sich nur wenige Analogieen: das auch klassische calamitosus, das nachklass. amaritosus, infeli- citosus(C. I. IX 1867), egestosus, bez.-uοsus, desgl. tempestuosus, volupltuosus. ³) lacticulosus, von Scheffer aus laelic. hergestellt nach Glossen, die das Wort mit Jεπαυꝓνααας erklären, jetzt im C. Gl. II 120, 33(daraus übersetzt p. 585, 28 I.- lac desinens habere, vgl. Osb. p. 329 l.- lac desiderans) und 361, 33, wo auſserdem eine sonst nicht nachweisbare Form lacticularius steht. Deutlicher als diese Glossen reden die jetzt erst bekannt gewordenen des III. Bds. unter der Rubrik 1) Unklar ist canale in der Glosse caupilus: scapha, canale, locellum V 176, 25(viell.= theca can- narum als Erkl. zu Joc.; vgl. zu locellus S. 27). Ahd. Gl. III 444 bez. canal ein Hundehaus. 2) Darf man für die folgende Losaufschrift porri et persica, denen flagellum et culter als Geschenk entsprechen, auf C. Gl. II 562, 48 ILaοννGνσ εαωαα⁵οαιον cultellum verweisen? Plin. n. h. XXXIV, 145 stellt das Parthische Eisen gleich nach dem Serischen. Vgl. die cultri Norico ferro Petr. 70 und cultelli e Bithynia ad- vecti Varr. sat. 197. Wenn übrigens E. Lommatzsch, quaest. Juv. in den Suppl. der Neuen Jahrb. XXI 409 mit Friedl. obige Glosse auf Juv. II 169 bezieht, so steht dem entgegen, daſs sich im II. Bande der Glossen keinerlei Anzeichen von Glossierung Juvenals, abgesehen von Philox.-Glossen, finden. 3) Noch wenig beachtet sind die Bildungen auf-osus von griech. Wörtern, wie C. Gl. III 331, 64 charitosus: Eoxαoνοεοs, was sich C. I. IX 3482 von einem jung gestorbenen Knaben findet, X 2177 charitiosus(andres bei Du C.). Ebenso chrematiosus: pecuniosus im Liber Gloss. bei Loewe gl. nom. p. 164, proscariose: affabiliter vel iucunde, cari enim graece gratia dicitur C. Gl. V 324, 61. So im älteren Latein cnephosus, bez. gn. bei Paul. Fest. p. 51 und 95 von uvꝓæs, zu geschweigen von stigmosus u. a., da stigma völlig latinisiert war(Petr. 45 Acc. stigmam): das Wort findet sich aufser Petr. 109 und M. Regulus bei Plin. ep. I 5, 2. noch in den Veroneser Vergilscholien zu Aen. IV 146(= tättowiert) und in einem noch späteren Texte Arch. IV 444, dafür stigmatosus Osb. p. 564(vulneribus plenus erkl.). Freilich findet sich z. B. acharis und eucharis Vulg. eccles. 20, 21. 6, 5. ersteres erscheint völlig latinisiert in dem Adverb. achariter, s. Archiv IV 600 und vgl. Körting s. v. acharis über Toblers Etymologie von acaridtre, die mir nicht so unmöglich dünkt. — 14— ede moribus humanis': àαeρμρερνσοο lacticulosus p. 179, 40 u. 251, 65, s. Funck, Phil. LIII, 128, auch über Hαωά.= Muttersöhnchen. Zur Bildung vgl. somniculosus, meticulosus, siticulosus u. a. sevir, sonst nur aus Inschr. bekannt. Not. Tir. 36, 80 sexviri in einer Aufzäühlung von Amtern und Würden. C. Gl. V 513, 48 sevir guasi sevus vir(!?!). Desgl. sebiratus(c. 71) sonst nur inschriftlich, z. B. C. I. II 1934. LVIII. besalis, s. unten S. 43. LIX. Homeristae, in der Litteratur nur hier erwähnt, wo es parodistische Darsteller von Scenen aus dem trojanischen Sagenkreise sind. Friedländer waren noch die Glossen des III. Bandes nicht bekannt, welche Homeristae in dem Abschnitt quae in theatro aufzühlen, z. B. p. 240, 7: d αιοσ⁴α Homeristae vor υναρ òςσ comoedus, roeννρο᷑ς tragoedus, weniger passend wie scheint p. 172, 46 zwischen Seiltänzern, Ballspielern einerseits und Spielleuten andererseits. Aulserdem in der leider gegen den Schluſs hin verdorbenen Glosse II 22, 40 Atellani oxnvᷣuot, dονάαννοο, Siod6„ο, d d OS040109 ¹) 0αꝓπσmννv:1Oo"vοα. In der älteren Bedeutung=( ννꝓροε steht H. bei Diomedes C. Gr. L. I 484, 15 und Athenaeus XIV p. 620 B, der hinzufügt: ο-νς m§σι S O⁴ο τ⁴ες¶soυοιμαρομέμνοα σπςσog elg rd dαrga uocye Anu⁵τοο Sadnsug. LX. Lucrio: aiebat autem unum(sc. larum bullatorum) Cerdonem, alterum Felicionem, tertium Lucrionem vocari. UÜberliefert ist lucronem, von Reinesius verbessert. Vgl. Paul. Fest. p. 56, 14 cer- copa Graeci appellant lucrari undique cupientem, quasi zéοω⸗σα, quem nos quogue lucrionem vocamus. C. Gl. V 309, 14 lucar: venerator abvarus, was viell. lacrio(oder lucrator?) fenerator a. zu emendieren ist. Als Cognomen auf einem der Schrift nach alten Grabstein C. I. II 3501 M. Maestri Lucrionis verna annorum XXI, desgl. in Pompeji C. I. IV 2267(3202 Auxolcv) und anderswo, auch als Sklavennamen, s. De Vit Onom. Ob bei Plautus Mil. III, 2 in der Scenenüberschrift Lurcio oder Lucrio, letzteres überliefert, ersteres von Fleckeisen vorgeschlagen, desgl. v. 29, wo uoio in den Hdsch., ist zweifelhaft; vgl. Haupt opp. II 138. Felicio(auch noch c. 67), wofür Heinsius unrichtig Fil. schreiben wollte, findet sich als Eigenname unter anderem zweimal in Pompeji: C. I. IV 3163 fg. und Bull. d. Inst. 1878 p. 234 F. lapinqrius, andres s. bei De Vit. LXI. agino, in der Litteratur nur hier vorkommend in asyndetischer Zusammenstellung mit dem Verbum ago desselben Stammes ²)(egi aginavi Quem ad modum ad illam pervenirem) haben frühere Gelehrte verkannt und daher zu den verschiedensten Anderungen gegriffen, s. jetzt Friedländer und Buecheler daselbst. Agina, Wage oder Teil derselben, dann aginare für die Thätigkeit des Krämers (aginatorem: negotiatorem ſ[actus] Plac. C. Gl. V 7, 4= 45, 27; aginatores: qui parvo lucro moventur Paul. Fest. 10, 3). C. Gl. II 11, 34 aginat: aαmνεααοσσεται, ⁶ρεσερ, μνπαντdα, Z. 41 aginare orocreusoda und 42 aginat orocreuet, wo Scal. roaure uεεσ⁴αόαια), bez. sues vermutet. IV 13, 19 u. 5. aginantes: er- plicantes,; 480, 38 u. ö. aginari(so Vossius für das überl. acinari; Casaubonus apinari): tricari, in parvo morari, V 560, 31 aginatus: gui agit aliquid, id est negotiator, wo Götz aginator vermutet, voll- ständiger 438, 9, wo nach negotiatur(sic) noch aut tricator, moralor, vacuus steht. Mittellateinisch ist aginare in der erweiterten Bedeutung festinare, s. Scheler, Anh. zu Diez Et. W. p. 1. Vgl. noch Loewe prodr. 427. Buecheler, Rh. M. XXXVII 518. Rönsch coll. phil. 235 ⁴)(„die am Stamme durch ein- erweiterten lat. Verben“). 1) Kltere Kritiker wollten d Ao korrigieren unter Hinweis auf Liv. VII 2, 12, andere den Namen Ovids darin erkennen, wozu man die Schreibung Oboedius C. Gr. L. VI 481, 21 und 482, 1, die wohl aus Obydius hervorgegangen ist(vgl. oben S. 10 A. 1) vergleichen und die Glosse unter die Fragmente Ovids bei Baehrens frgt. poet. lat. p. 350 setzen könnte(ebenda vermisse ich Anecd. Helv. p. CLXXVI Ovidius Naso: agnoscit Pali- nurum et ibi solatur elisam= Elissam). Aber es kann auch der Name eines Grammatikers wie Orbilius, Opilius darin stecken. Onroz ist viell. ônlot, als wenn, wie auch sonst(vgl. S. 3 A. 2) erwiesen, die Glosse aus dem Lat. übersetzt wäre, eut vero O., Homeristam significat'.»rοον ist möglicherweise verdorbenes Interpretament zu der folgenden Glosse atroces Oeνο, dwisνᷣorot, etwa ανρμ oder 1wyootð Oder dves Toοοο 2) Vgl. Wölfflins Schrift über allitter. Verbind. im Lat. und Lobeck zu Soph. Ai. 145 ed. II(rοοεεν ucl orosoeiv edrehen und wenden' u. ä.). 3) Spätgriech. Verbum vom lat. tracto. Hesych. roœuwrebet: nxcvdrat. S. Steph. thes. 3) Ebd. führt R. alipino an, das er durch Konjektur aus der Glosse II 425, 35 xτeο alipinno ge winnt und auf alip-es zurückführt; vielmehr dürfte alo, pinno zu lesen sein, vgl. III 486, 56 pino τεαοι, roman. impennare, bei Dracont. pennari. Desgl. ist in der vorhergehenden Glosse, die R. nicht zu erklären weils, xrsouoosrat frontinet zu schreiben: xr. fritinnit o. ä., vgl. Non. p. 7 fritinnire est sussilire cum sono. — 15— muttio„mucksen“, meist mit Negation und von Menschen gebraucht(Enn. Plaut. Ter.; von Hunden Vulg.), im Romanischen erhalten: sard. mutire= rufen u. a. C. Gl. II 265, 20 pouso mul- tio; V 524, 5 muttire: loqui(= Paul. Fest. p. 144, 9), 467, 22 m.- leniter loqui, 225, 3 muttit: gannit (umgekehrt 204, 31); 663, 19 nec muttire potest; IV 405, 43 amusus: lacitus, non mutiens ¹)(αοαασαο*ο), vgl. V 520, 14 amussim lacile logui, quod mulire inlerdum dicilur= Paul. Fest. p. 6, 10(amussis von maussare abgeleitet!). Dazu Lucil. 534 EL. Pers. I 119. Vulg. Jos. 10, 21. LXII. scruta= Gerümpel, Trödelwaaren(Lucil., Hor.). C. Gl. II 180, 35 scruta voury (daraus 592, 52 scruta: vilia mercimonia), umgekehrt 265, 25. Schol. Acr. Hor. ep. 1, 7, 65 quas alii grutas vocant(alii'scruta est fraclum miliumꝰ), wonach Roensch in Rom. Forsch. III 372 gruta als Grundwort für ital. grueeo,„Haufen zusammengetragener Dinge“ aufstellt gegen Diez' Ableitung von ahd. gruzei„Grütze“. Vgl. Götz comment. Wölfflin p. 129 ff. über scruta nebst Ableitungen, wie scru- karius u. a. Auſserdem ist bei Georges nachzutragen: scruta vendentes Vulg. 2 Esdr. 3, 40 und 3 Regg. 10, 15. versipellis in der seltenen Bedeutung„Werwolf“(Plin. mai., Apul.). Vgl. C. Gl. II 207, 7 versipellio Taαμααον νu υν‿νσv—, daraus II 596, 56 vM.: qui interdum homo. LXIII. ipsimus bez. ipsuma, von Buecheler zuerst erkannt in den Corruptelen pim mostri= ipsimi nostri(wie c. 75, wo das erklärende Glossem domini eingedrungen ist, und 76) und c. 69 ipsum ammeam= psumam meam(wie c. 75, wo dominae Glossem). Friedländer„die nach Art der Super- lative(abréörarog²) gebildete vulgäre Form ist entstanden aus der Gewohnheit der Sklaven, den Herrn und die Herrin ipse, ipsa zu nennen(z. B. c. 29 barbam ipsius); vgl. Riese zu Catull. 3, 7.[C. Gl. V 535, 20 ipsa: domina, 571, 22 ipse nomen honoris est(vgl. C. Gr. L. VII 119, 5 ipse pronomen dignitatis est, iste abiectionis, Serv. Verg. A. VII 92), daher denn auch ipse æourög, ipsa xbri III 375, 32 in einem Abschnitt über Verwandtschaftsnamen u. ä. figuriert]J. Die Form ipsimus als eine vulgär- lateinische setzen die roman. Wörter altfrz. medesme, ital. medesimo— aus met ipsimus ⁴) voraus; Gröber, Archiv III 269 f.“ So viel ich sehe, ist ipsimus in Glossen und auch sonst noch nicht nachgewiesen. Denn wenn der kuriose, der Merowinger Zeit angehörige sog. Aethicus Ister p. 63, 23(ed. Wuttke) aus einem fingierten Philosophen die Worte citiert: a latice clima secreta allegatus infantia prius a doria (lieſs adoria), quin per ipsima Argivi exsullant se fore tantia(⁷) adulescentia, so möchte ich nicht mit dem Herausgeber einen Beleg für ipsimus darin erkennen oder einen durch Abkürzung entstandenen Abschreiberfehler für psissima, sondern eher glauben, daſs peripsima, nicht per i., gemeint ist und dieses Wort wie anderes¹) von ihm aus den Glossen geschöpft ist, wo es eben in der Schreibung peripsima(= xeolémd, vgl. unten S. 20) häufig erscheint, z. B. V 630, 34 p.: purgamenta tola(=½ om- nia. frz. fout) vel media planta pedis, noch öfter in der Form perissima, s. Landgraf, Arch. IX 412. Dagegen verdient, was die alte Superlativbildung ipsimus anlangt, die öfters, aber unverdorben nur C. Gl. V 179, 17 clarimum: clarissimum überlieferte Glosse herangezogen zu werden(man vergleicht, purime telinero bei Paul. Fest. p. 252 und bruma aus brevima) und wohl auch Gl. II 86, 9 inpurimum dud αστoν(purimi salis Konj. von Schuch für plurimi s. bei Apic. 271; zweifelhaft ist auch pulcrimus Not. Tir. 70, 75 und crassimus Osb. 101). 1) Die Schreibung mit t wie bei Petr. und sonst gelegentlich, wie Plaut. Pers. 827, doch vgl. muttum (frz. mot) C. Gl. II 132, 2 muttum vyoë, Schol. Pers. I 119 dicimus emuttum nullum' id est nullum emiseris verbum, wo die Ellipse doch nicht anstöſsig ist(mut tu L. Müller zu Lucil. p. 201); anderes aus dem späten u. Mittel- latein s. bei Forc. und Du C. Khnlich hittus ꝓœœν νανυνςσ II 69, 2 von hittio: Ixvsio III 483, 23. 2) ipsissimus bei Plaut. und Afran. 3) Vermutlich hat sich das met vom Pron. zuerst losgelöst in Verbindungen wie memet ipsum= me metipsum, moi-méme. Dann sagte man auch per suum corpus metipsum u. à., s. Du C. und Forc. 4) Nachweise bei Götz, Ber. der Sächs. Ges. d. Wiss. 1896 S. 71. So lälst sich noch manches aus Glossen erklären, woran Wuttke geändert hat, z. B. p. 66, 23 torus et stefadium(W. p. CXV A. stefanium= ore—ꝓd „ ¹0p) nach C. Gl. V 249, 33 toris: stefadiis, was vulgär für stibadiis ist. Ebenso wollte Haase stefanium iändern bei Greg. Tur. de cursu stell. 21 haec stellae symma(= GPνμα⁴α), id est stefadium vocantur a quibusdam. Uberhaupt ist die Ausgabe W.'s heute ganz unzureichend wie mir eine flüchtige Lektüre gezeigt hat. collium hirmo c. 59 ist richtig(W. hirculo?): es ist griech. sfolς=„Reihe, Kette“(hirmus als grammatischer terminus Serv. Verg. Aen. VI 703. C. Gr. L. IV 398, 30 zu vgl. mit Isid. I 35, 18). Die Worte quia nisi Dominus adiuvassit me... anima mea sind biblisch: Vulg. Psalm. 118, 87.. — 16— LXIV. canturire, hier wie Paul. Fest. p. 68, 16(s. v. dagnades) nicht wesentlich vom Stammverbum verschieden, wie Friedländer richtig urteilt. ¹) Sonst: C. Gl. II 97, 17 canturit οαενν oltec, Not. Tir. 107, 41 canlurit nach canit, cantus. camella„Napf, Schüssel“, wohl schwerlich Dimin. von camera, wie die Lexika und mittelalt. Grammatiker(s. u.) behaupten. In der Litteratur nur Laber. bei Gell. XVI 7, 9 und Ovid. Dazu: C. I. IV 2030 vasa in camella, Ed. Diocl. XV 51 αννα(Pollux X 110 zaudodda unter Kochgefäſsen), Anecd. Helv. p. 96, 3 gamella unter weibl. Dimin. der 1. Decl., wonach ich vermute, daſs Ter. Scaurus C. Gr. VII 14, 9 geschrieben hat: c. cognationem habet cum g, et ideo alii dicunt gaunacen ²), alii caunacen, item camellam gamellam, wo Keil mit der besten Überlieferung camellum gamellum setzt. Bei letzterer Lesart wäre von Erweichung des c in dem Tiernamen camelus, der vulgür mit Il geschrieben wurde ³), die Rede, wovon sonst aber nichts bekannt ist. Dagegen weist das romanische auf gamella, frz. gamelle, sp. und portg. gamella. Ob camellenses, eine Gegend in Rom nach einer Inschr. Bull. comm. 1892, 348 damit zusammenhängt, ist zweifelhaft. LXV.*mattea= gaœrröc(s. Georg.), von Friedl. richtig als Delikatesse erklärt, die erst gereicht wurde, wenn nach Beendigung der cena eine längere Pause eingetreten war und die Eſslust von neuem erwacht sein konnte. Bei Trimalchio scheinen auch Austern, Muscheln und Schnecken dazu zu ge- hören. Der Begriff m. ist ein allgemeiner. C. Gl. III 14, 54 finden wir es nach Aufzühlung von Wurstarten(lucanica, botellus): zxεειασοἀ⁴) mattia, es folgt syxeεᷣαs cerebellus⁵), ebenso 314, 52 und 87, 43, nur daſs an letzterer Stelle das Dimin. matiola steht, wie auch IV 120, 1 und V 466, 9 in der von Landgraf dem Sinne nach) richtig hergestellten Glosse matteolis- haec non manditur sed absorbetur, quod vulgo glutto Csorberey dicitur, womit man Friedländers Bem. vergleiche. In der Placidus-Glosse V 83, 17 matia(var. mathia): intestinae!) quae sordes emittunt, unde matiarii dicuntur qui eadem tractant ac vendunt= 115, 46(verdorbener p. 32, 7) lälst die Erklärung an eine in späterer Zeit stattgefundene Beschränkung des Begriffs denken. Denn daſs maltea einen Tierdarm bezeichne, ist sonst nicht nachweisbar(doch s. Nachtrüge). UÜbrigens vergleiche man damit auch die Stellung des Wortes in den bilinguen Glossen. lapidarius Subst.„Steinmetz“(Ulp., Vulg., Inschr.). C. Gl. II 121, 10= 1 r6, 360, 51 = 1¹aMο‿rg, 1. 62 1orolorne, 585, 35= cimentarius(= caem.). III 271, 14 4⁸ι 5 609. Auch Firm. math. III 5, 23. C. I. L. III 1777. VI 9502. XII 732 u. ö. 1) Zu den von Wölfflin, Arch. I 414 als nicht desiderativen Verben auf urio, bez. urrio behandelten kommen aus den Glossen noch flagurrit: gẽosu II 72, 34, wo Vulcanius richtig léyez korrigiert, aber unnötig flagrat, und vagurrit: per otium vagatur, éεra oder vagurrit: otio deperit, vagatur, beides öfter überliefert, s. Loewe prodr. 96, A. 1. 2) In der Litteratur nur bei Varro I. 1. V 167 in der durch die Uberlieferung angezeigten Form gau- nacum aus gr. acvvdung oder sp. yα.(s. Steph. thes.). Dazu Gl. IV 346, 11 gaunaca: gausapa, was entw. Fem. Sing. oder Neutr. Pl. ist, Not. Tir. 97, 5 gaunapum nach gausapum, wo Brambach, Neugestaltung der lat. Orth. S. 213 und Schmitz gaunacum', Not. Bern. 55, 91 galnapum, Isid. XIX 26, 2 in dem Abschnitt ede stratu et reliquis quae in usu habentur' galnapis(oder— es), wie auch Isid. regula monach. 13, 1 galnahis steht, desgl. galnape in mittelalt. Urkunden s. Du C.(mit umgekehrter Erscheinung von cauculus= calculus, fr. chaud = caldus). Constant ist also g im Anlaut, die Formen auf—apum bez.—ape aber scheinen auf einer Ver- quickung der Synonyma gaunacum,— ce und gausapum,— pe zu beruhen. Die Donische Inschrift mit gauna- carius C. I. VI 9431 scheint nicht verdächtig. 3) S. Georges Lex. lat. Wtf. s. v., wo nicht beachtet ist, daſs die Schreibung mit 11 von Gram- matikern wie Mar. Vict. C. Gr. L. VI 17, 10, desgl. Beda p. 268, 23 verworfen wird. Auch in Glossen ist sie häufig, z. B. IV 407, 16 s. v. bulla. 4) Von xεοαισροεννν Speisen herumreichen, circumferre(Petr. oft, Mart. III 17, 1). Vgl. Photius p. 249, 11 uœrru τπην οτσοοσmmαάυασαα Die Glosse des Hesychius œrrong ¹ bv oνν Manedνιν, 6Ov uœl rd& 105.ꝓνeοο ο 5 Tdlywvα απκειιισνσαρεσνα weist, wenn 1dyuv« richtig ist, woran die Editoren wohl mit Unrecht zweifeln, auf eine andere Art Delikatessen, die aus den Eingeweiden von Vögeln bereitet wurden. 5) Vgl. die Wurst cervellata und Titin. com. 90 Ri., Cels. II 22, wo die cerebella aller Tiere als gut bekömmliche Speise genannt sind, Apic. IV 121 u. ö. 6) Uberl. ist molleolus und malleolus. Ich vermute Kontamination der Glosse in der Weise, dals die Urglosse mateola: malleolus lautete, beides Bezeichnungen für einen Hammer, und daſs die folgende Erkl. hoc non manditur auf Verwechslung von mateola und matteola beruht. 7) Uber diese auch, im Vulgärlatein des Petron. vorkommende Form s. unten S. 41. — 12— LXVI. gizeria„Magen und Eingeweide von Hühnern“: Paul. Fest. p. 95, 7 giseria(Vv. l. gigeria): ex multis obsoniis decerpta. Non. p. 119, 16 gigeria: intestina gallinarum conhis et ita(cum isiciis verm. Douza) cocta mit einem Luciliusfragment gizeria insunt etc., bei Apicius 3 mal, wo die Überl. auf giz. weist. In Glossen II 33, 62 gileriis gallinarum: riνν νεασν νν ον⁵ων, wo die Er- klärung auffällt(ãuoa= dxονπμναμα); danach zu restituiren ist wohl III 488, 11 duoarov geserig, wo zwei Glossen wie oft zusammengeflossen scheinen: duοœrov merum und dnda 1dν dutν: geserig. Sowohl die letztere Schreibung als auch die obige gileriis bestätigen gizeria als bessere Form, obwohl die romanischen Sprachen beide entwickelt haben: frz. gésier, dagegen picard. giger, nach Gröber, Arch. II 438. Gileriis scheint mir verschrieben aus güeriis, was man an sich auch auf gigeriis zurückführen könnte, aber unwahrscheinlich im Hinblick auf p. 32, 2 desselben Glossars, wo gala statt gaza steht. Vgl. die inschr. und hdschr. Schreibungen gaia(Liv. XLIV, 10, 3 Vind.), gaiophglacium, Josimus bei Schuchardt, Voc. I 69, ebda. 70 über g= 2z im Roman.(ital. geloso= zelosus, frz. ja- loux, dazu gingiber= zingiber?). calvae. Friedländer bemerkt:„Schuch zu Apic. VI 232 cenux pontica, tenui putamine, barba molli majorem partem protegente, summo capite ut nudo prominente Bartnuls.“ Nach Hehn, Kulturpfl. p. 3215 hat man bei Cato r. r. 8, 2 nuces calvas¹) avellanas praenestinas et graecas bei den ersteren die Wahl zwischen Wallnüssen und Kastanien, die beide aus dem Pontos stammen.“ In Glossen finde ich es nur II 96, 37 calvae- ovrind sꝓꝙuytyæ(vgl. Plaut. Poen. 326 frictas nuces). Da nun rovraxéy auch in den Glossen stets als Erklärung für Haselnüsse steht, z. B. II 135, 36 nua avellana xοντιανĩ) u. ö, so wird man geneigt sein, Schuch Recht zu geben. ursind, sc. caro, ein nur hier erwähnter Genufs, den Friedl. auf die massenhafte Verwen- dung der Bären bei Tierhetzen und ihr Vorkommen in Lucanien zurückführt. Funck Phil. LIII 128 macht darauf aufmerksam, daſs sich C. Gl. III 316, 59 unter allerhand Fleischarten auch aozια) ursina findet. Ebenso noch p. 364, 31(exc. Steph.), 543, 19 arcea: ursine carne. concaco(Phaedr., Sen. phil. ¹)). C. Gl. III 402, 62 fg. concacasti aœréxνεαεσς 1), concacavit aœriνειοεν, concacius enchesten(concacatum ouyxsodeν verm. Götz). Noch spät in der lex Sal. tit. 30, 2 si quis alterum concagatum clamaverit, CXX dinarios oulpabilis iudicetur, beachtenswert, weil auch bei Petr. concagatum überliefert ist, wie im Roman. prov., sp., ptg. cagar, rätorom. chigar, Compos. ital. sconchigarsi= concacare se. Bei Petr. ⁵) bezeichnet catillus concacatus ein Gericht, nach Friedl. etwa ein Ragout, dessen feste Bestandteile von einer Sauce übergossen waren. Doch ist die Sache unsicher. Ich verweise auf Athenaeus 647c, der aus dem Kochschriftsteller Chrysippos von Teana unter Back- werken anführt deτα³οo νέeoo Asyεαμεᷣνοο πσ ⸗̈ναμασ; zum Gebrauch von catillus vgl. auch die Gerichte bei Apicius patina cotidiana, p. versalilis u. à.§ 121 ff. 1) Bei Plin. n. h. XV 90, der sich auf die Catostelle bezieht, haben die Hdschr. galbae. 2) Die folgende Glosse nuæ graeca: dιννοαov(ebenso III 316, 13) bestätigt Hehns auf den feststehenden Sprachgebrauch gegründete Ansicht, dafs n. graeca nicht, wie Ernst Meyer in seiner Gesch. der Botanik be- hauptet, die Kastanie sei, sondern die Mandel. Übrigens erklärt Macr. sat. III 18, 5 die nux avellana und n. praenestina für identisch. 3) Klassisch würe nur dourelc. doxog ist die spätgriech. Form für doxros, die in Glossen ungemein häufig ist, ebenso inschr. Ed. Diocl. VIII 33 douεlος(= ursinus) und dxægulas auf einer Windrose(Hermes XX 623; nach Eustath. zu Hom. 1156, 17 des Wohlklangs wegen), wie Gl. V 440, 46 aparcias: septemtrionalis; noch jetzt neugriech. volksmälfsig dοαοdας Bär für das gebildete dourog. Auch Jul. Capit. Gord. 33, 1 haben wohl diejenigen Recht, die arcoleontes als dourol. erklären: gegenüber den Anderungsversuchen älterer und neuerer Gelehrten(zuletzt Friedländer, Sittengesch. II p. 399, A. 2 archileontes) verweise ich auf Polem. Silv.. laterc. ed. Mommsen p. 267, wo arcoleon neben arcomus unter Vierfüfslern aufgezählt ist, was schwerlich aus jener Stelle geschöpft ist. 4) In der apocoloc. c. 6, wo er Claudius sagen läfst vae me, puto, concacavi me, wonach man Ernestis Urteil, puto sei frigidum' in Vespasians Ausspruch vae, puto, deus fio bei Suet. Vesp. 23 beurteile. 5) Auch das kurz vorhergehende caseus mollis ist wohl ein technischer Ausdruck. Nach Varr. r. r. II 11, 3 et etiam est discrimen utrum casei molles ac recentes sint an duri etc. scheint er sich nicht wesentlich von dem häufiger erwähnten c. recens unterschieden zu haben, auch Cels. II 20 führt ihn unter leicht ver- daulichen Speisen auf. Erwähnt wird er schon von Plaut. Capt. 851(als Schmeichelwort Poen. 367 molliculus c.); Paul. Fest. p. 90, 2 fiscellus(—io verm. O. Mäller): mollis casei appetitor= C. Gl. V 599, 41; Pompon. bei Charis. 79, 19 caseum molle neutral, Apic.§ 137 caseum mollem excaldatum, C. Gl. III 315, 12(de escis') rooοs derods caseus(— os?) mollis; Stat. silv. I 6, 20 m. caseoli. 3 — 18— corda:- cordae frusla, wo Scheffer cordis, Heinsius gelehrt fordae lesen wollte. Richtig bemerkt Hadrianides chorda proprie intestinum ut Ioοdοα* vεᷣο ilig hoedorum apud Athen. l. VIII, deinde fides ex intestino illo contorto et arefacto.“ In den systematischen Glossen des III. Bandes findet es sich unter lauter Schweinernem: p. 14, 48 7 ν%5corda, 184, 1 Mear=, corda, desgl. in den coll. Monac. p. 218, 30 ff.(= 653) 4εαιασοσ τ νiœ divide ungellas, urdaοꝶνοωοo τοdαν concide aqualem(aqualiculum Götz nach konstantem Sprachgebrauch), zdeurij“ es G0rog¹) cordam ex agçua. Endlich steht chordae„Kaldaunen“ im sog. Iudicium coci et pistoris(P. L. M. IV 326 Bährens) v. 80 im Wortspiel mit der gewöhnlichen Bedeutung„Saiten“.. owgcominum„eingemachter Kümmel“. Friedlünder citiert eine von Ellis herangezogene Glosse eines cod. Balliolensis owiminum(!): acetum cumino mictum. Im Corp. Gl. findet sich nur Ver- wandtes, wie III 185, 16 d νuαeνμαα fabas acetatas(s. Nachträge). LXVII.*crotalia, ein klapperndes Ohrgehänge(Plin. mai.). Nur noch Not. Tir. p. 99, 77. xcapsella„Küstchen, Büchschen“(Ulp., Vulg.). C. Gl. V 565, 30 cistella: capsella, was wohl aus Fulgent. p. 124, 10 Helm: cistellam dicunt capsellam stammt, IV 144, 6 pyæides vasa modica argentea vel lWignea quae vulgo proæxides(d. i. puxides oder vielmehr bux. nach 272, 34 u. a.) appellant in similitudinem capsellae(V 321, 16), während V 354, 26 capsellum(!): vas rotundum et longum vermutlich auf Vulg. 1 Regg. 6, 8 geht. Aulserdem in den Fragmenten der Werdener Glossen bei Gallée(altsächs. Sprachdenkm., Leiden 1894 p. 343) pulpita: capsella, Osb. p. 146 capsella et capsula- cista repositoria, Interlinearglosse des cod. Pith. Juv. III 206 zu cista: theca librorum vel capsella, Greg. Tur. v. Mart. III 43, s. auch Du C. Endlich ist capsella der Name einer Pflanze bei Marc. Emp. 20, 115 und in Glossen bei Stadler Arch. X 93(s. jetzt Ind. Corp. Gl.). cingillum(Varr. sat. frgt. bei Non. 47, 25; Paul. Fest. p. 63, 6 zweifelhaft: cingilio codd. opt., cingulo vg.). In Glossen: cingillum odσσον III 441, 73 u. 5., cingillus roονρν ενον II 100, 51; cincilla duri redimicula V 276, 45, umgekehrt und viell. Originalglosse IV 561, 16 redimicula auri cincella(vgl. C. I. XI 358 signum cum redimiculo auri). Not. Tir. 97, 54. Auſserdem Varr. 1. 1. V 114 cingillum im cod. Flor. u. a.(vg. cingulum). obrussa„Feuerprobe des Goldes, die Kapelle“(Cic., Sen. phil., Plin. mai., Suet.), nach Mommsen Herm. XXV 26 a. 3 urspr. lateinisch. C. Gl. II 137, 12 obrussa(so Meursius, die Hdschr. obsus) zο doαmρ⁴εοð τοεν*οωσν Srœαντποταιααασαοε⁵ετιασ. LXVIII. recutitus= circumcisus(Mart. und Pers., wo man die Scholien sehe, von Juden). C. Gl. II 170, 16 recutiti dmποοσεσισνυνσνμέωνννια, εοετονμοο, Plac. V 39, 16= 96, 13 u. 5. recutiti: Judaei. Osb. p. 509 retutitus: reconsus, wohl verschrieben oder verdruckt für recut.- retonsus, vgl. Mart. IX 57, 4 recutita colla mulae(glatt geschoren). Gl. III 330, 25 1Rπό666 00g recutitus. LXIX. debattuere(vom volkstümlichen battuere= schlagen, frz. Dattre, vgl. débattre, ital. dibattere), nur noch Not. Tir. 71, 82; bei Petr. obscön, wozu man Ciceros Bemerkung über battuo fam. IX 22, 4 vergleiche. Lex Sal. tit. 24, 3 debatterit Var. zu occiderit u. ä. adcognoscere im Sinne von agnoscere, von Georges nur noch mit Quint. decl. 339 in. belegt, wo Ritter mit Gronov adgnoscere ündert. Eher könnte man zweifeln, ob Seneca ep. 118, 12, wie O. Hense nach den zwei besten Hdschr. schreibt, unde adcognoscitur bonum? und schon vorher Varro r. r. II 2, 15 triduum retinent, dum adcognoscant matrem agni(so Keil nach der zuverlässigsten Uberl., vg. agnoscant) und Val. Max. VI 2, 7 cavit, ne hilari fronte libenter adcognoscere potentiam...2) profiteri videretur zuzumuten ist. Auch in Glossen findet sich das Doppelcompositum: II 8, 9 adcognoscit rυοέ̈νονᷣ V 436, 33 accognita: bene nota(cod. nata) seu cognita. Dazu die von Rönsch Itala S. 206 aus dem Claromontanus Vulg. Phil. I 22 angeführte Stelle et quid eligam non adcognosco (à=„*οεαα des Urtextes) nebst drei Tertullianstellen. ¹) 1) Vgl. III 314, 34 à8 50os eliæum, dꝓς Sdaros ex agua, II 59, 41 elixa ⁵½ 50ros, guεεοτ⁶ν. Apic. 194 Porcos eæ aqua coques, 139 elicas ex aquç u. ä. 2) Die Lücke in den besten Hdschr. ist vielleicht auszufüllen durch aut tristi impotentiam, vgl. das ähnliche Wortspiel mit potentia und imp. bei dem gleichfalls rhetorisch angehauchten Velleius II 29, 3. Daſs zuf kiderei Her, wie jüngere Hdschr. bieten, nicht möglich ist, hat Kempf gezeigt, aber sein iam st. iram ist sehr matt. 3) Die Stellen des Varro, Val. und Sen. sind nicht beriücksichtigt Arch. X 131. — 19— vilicatio(Col., Hieron.). C. Gl. V 336, 27 vilicacionis: dispensationis und 414, 57 vilica- lionis: praepositurae gehen viell. auf Vulg. Luc. 16, 2, welche Stelle bei Georges nachzutragen ist. Späteres bei Du Cange und Cesareo p. 44. LXX. coldepium. Schon bei Plautus Pers. 92 colwphia, als Athletenspeise Mart. VII 67, 12 (coloephia) und Juv. II 53, wo die ältern Scholien: athletarum cibum dicit und pulmentum. Daſs es ein Stück vom Schwein bezeichnet, geht aus der Petronstelle hervor, wo es neben vulva, lardum und verna steht.¹) Genaueres lehren die systematisch angeordneten Glossen des III. Bandes(unter Schwei- nernem): p. 314, 45 οꝭQꝶiχmχe, ¶ ⁸coloefion= 87, 34(colofium), p. 14, 44 οες: colusium(verlesen aus colufium) und die Schulgespräche von Montpellier p. 287, 53 dôére rihy rooxhlox zal 1ov zo³eνν date collarem(s. oben S. 13) et coloefium. Die hier erscheinenden griechischen Wörter aco³⁷ und εος (dieses sehr selten), woneben es noch eine dritte Form zoνα gab, bezeichnen den Hüftknochen mit dem dransitzenden Fleisch. Dazu stimmt es, wenn Phrynichos p. 77 Lob. die Diminutivform ααναυσον, gebildet wie rex½νoeν, εοςνυςσον, νννρααον u. a., verwirft und αα vorschreibt. Die latein. Trans- scriptionen aber in ihrer Mannigfaltigkeit colyphium, coloephium, colofium, colufium entsprechen genau der sonstigen Wiedergabe von v(s. oben S. 10 A. 1 zu anathymiasis), vgl. besonders 1yvoo= lagyna, lagoena, lagona, laguna bei Georges Lex. der lat. Wtf., uudòcεννα— dydonia, cotonia(ital. cotogna), eutonia u. a. Eine Ausnahme macht nur colaepium bei Petron, was man vielleicht als plebejische Form gelten lassen kann, ohne genötigt zu sein, mit Lobeck eine besondere Form 1απmeν(bez. XOνσᷣάꝶ˙ο, wie Susov, von acoον, bez. ⁵ι) anzusetzen, die bei Suidas II 374, 3 Bernh. nur auf Konjektur beruht.— Die reinlat. Glossare bieten nichts Besonderes in den Glossen: Gl. Plac. V, 55, 39 colipium: genus carnium, quod athletlae vescuntur de corporis firmitate, ut fortes sint; so der liber Gloss. des Plac., dagegen die römischen Hdschr. des Plac. coliphium und ad c. sanitatem); 495, 6 colefius: iunctura corae; Gl. Scal. 608, 54 pulpedinem: colophium, die vielleicht ursprünglich umge- kehrt lautete, vgl. oben Schol. Juv.; 180, 32 colifium, quod Graeci oxœoœυνννν dicunt, wo etwas wie d³⸗oνννμν ‧= dwocv. gemeint scheint, wenn auch die Erklärung dann ungenau ist oder auf Contami- nation beruht, vgl. III 14, 47 dvlxxν ungella= Schweinsklaue. *gastra oder gastrum(notavimus ostrea pectinesque e gastris labentia und c. 79 per omnes scrupos gastrarumque eminentium fragmenta), wie es scheint ein thönerner Topf, von„doroa Bauch eines Gefälses und spätgr.= bauchiges Gefäls, nach Diez davon ital. grasta= Blumentopf, vygl. Gargil. de re hortensi IV 5 bei Forc.-De Vit. Die Form gastrum ist sicher nur Marc. Emp. VIII 23 supra gastrum lotii virilis und Gl. Arab.— lat. gastrum: vas aeneum cum fundo angusto. LXXIII. barbatoria(¶Trimalchio: amici, inguit, hodie servus meus barbatoriam fecit... itagque kangomenas faciamaus et usgue in lucem cenemus), aus babatoria hergestellt von Scheffer unter Hinweis auf die Glosse υνοοοσεα Harbaloria II 426, 55 und nach dem Zusammenhang der Stelle richtig erklärt de solemni barbae rasura, cum primum ponitur et consecratur deo, quod vero simile est factum cum pompa et convivio; imo docet aperte Juv. III 186.“ Dals es ein Festtag ist, also wohl urspr., wie bei natalis, dies, nicht ars zu ergänzen ist*), wird bestätigt durch die Einreihung der obigen Glosse in 1) Anders colefium und acrocolefium bei Veget. mulom. V 17, 5. VI 1, 2 Schn. und Apic.§ 179 u. 208 acro colevius(sic). 2) Die substantivierten Bildungen auf—oria sind, wie die entsprechenden Adj. verhältnismäſsig jung und ihre Ergänzung verschieden. Martial hat adventoria sc. cena(vgl. profectoria, Hist. Apoll. 25), Hadrian in einer Adlocutio(C. I. VIII 2532) viatoria sc. pecunia wie itorig bei Augustin u. a., s. Arch. VIII 139. IX 52 (Gl. II 92, 33 istonae xoosurat lese ich itorige. Vulcanius wollte instat woosbera!). Am häufigsten sind ars, navis und epistula zu supplieren. So ars bei aedificatoria, elocutoria, fictoria, fossoria, oratoria, pictoria(auch C. Gl. III 471, 64), piscatoria, s. Rolfe, Arch. X 229 ff., dazu gladiatoria Corn.-Schol. Juv. II 143. Navis bei cur- soria, lusoria, speculatoria, sulcatoria, s. Wölfflin, Arch. IX 284 ff., dazu piscatoria Gl. III 205, 13. Epistula bei: notoria, tractatoria, relatoria und vielem anderen bei Späteren. Wieder anders sind curatoria= modernem „Kuratel“ in den Digesten, ebd. rescissorig sc. actio; strictoria sc. tunica, suasoria sc. oratio, speculatoria sc. caliga, pariatoria bei Augustin u. C. Gl. V 509, 34 p. persolutio vel adimpletio debiti vel supplimentum(also doch wohl sc. pecunia?), dimissoria Gl. II 238, 56, daraus Gl. nom. 577, 2 dim.: famuli voluntaria dimissio, welche Erklärung fraglich erscheinen kann im Hinblick auf Cass. Fel. c. 57 prima anetica die(sc. febris), i. e. dimis- soria und dimissoriae litterae in den Digesten. Im Romanischen bezeichnen diese Bildungen meist Werkzeuge (s. Diez, Gramm. II“ 355) statt der in der Litteratur üblichen Neutra, vgl. grosa: rasoria(codd. rosaria) argentarii 3* — 20— den Abschnitt'de diebus festis' Gl. III 171, 66(hinter pevéνααο: natalis) und 239, 48. Neuerdings hat Rolfe Archiv X 237(„Die Ellipse von ars“), ohne die Glossen zu kennen, wieder die falsche Erklärung älterer Gelehrter aufgewärmt, wonach b. facere darauf gehe, dafs der Sklave zum ersten Mal seine Kunst im Rasieren„an sich selbst“ gezeigt, und wenig verschieden sei von dem im frz. faire la barbe, ital. far la barba fortlebenden Ausdruck barbam facere Lampr. Heliog. 31.¹) Dals es auch keine„scherzhafte Neubildung nach Analogie“ ist, wie derselbe meint, beweisen die Glossen auch. Dagegen scheint barbatorige(Plur.) bei Greg. Tur. h. Fr. X 16„Maskeraden“ zu bedeuten, s. Du Cange s. v. barbator und-oria. UÜbrigens scheint barbitondium facere dasselbe wie barbatoriam f. zu bedeuten in der Interlinearglosse einer Leidener Juvenal-Hdschr. zu III 186 metit barbam: balbiton- dium(sic!) facit, verglichen mit dem Scholion zu libris(Juv. schrieb libis) venalibus: lihros venales vocat panes illos, quos pueri in barbitondio patronis suis dant etc., denn in dem Scholion zu Pers. I 15 steht barbitondium in etwas anderem Sinne, vgl. Rönsch, coll. phil. p. 143. LXXIV. purgamentum=„Unflath, Auswurf“: Fortunata male dicere Trimalchioni coepit et purgamentum dedecusque praedicare, qui non contineret libidinem suam. ultimo etiam adiecit Scanis'. Für diese Anwendung des Wortes führt Friedl. zwei Stellen aus Curtius VI 11, 2 purgamenta ser- vorum und X 7, 7 p. quondam urbis suae und Vulg. I. Cor. 4, 13 tamguam purgamenta(reοααναςο- aœra der Urtext) hujus mundi facli sumus, omnium peripsima(xeolννννμυα aus dem Urtext beibehalten). Auch die Glossen kennen diesen vulgären Gebrauch; so wird purg. als Schimpfwort bezeichnet II 334, 40 ad⁴νιαρμα επ εοεσς purgamenlum, angewendet in dem Schulgespräch von Montpellier III 286, 50 ff. (ſ= 657), wo ein Herr zu seinem Diener, der ihn ins Bad begleiten soll, sagt: duοx⁵οοννεα πμέαν. Go*² ILycο, εᷣααναέενεμμαμραα seguere nos. tibi dico, purgamentum. In diesem Sinne ist viell. auch der Titel Purgamentum einer Komõödie des Afranius bei Nonius p. 515, 10 zu verstehen, wo es doch nicht nôtig scheint, gewaltsam Prioigno: amanti(letzteres zu dem Citat aus Afr. gezogen) mit Lipsius zu ündern, obwohl auch der neueste Herausgeber Luc. Müller Bd. II S. 358 es billigt und als den Verdacht (welchen?) steigernd den Umstand bezeichnet, daſs das Wort sich vor Livius nicht finde. Ich meine, selbst wenn das Wort erst durch unsre Petronstelle als volkstümlich bezeugt wäre, könnte man es einer Komödie aus der Zeit 100 v. Chr. mit gutem Grunde vindicieren. Wie übrigens ιμραριραα und ähnliche Worte auf religiöser Grundlage sich zu der in Rede stehenden Anwendung entwickelt haben, darüber hat kürzlich Usener in seiner geistreichen Abhandlung über„den Stoff des griech. Epos“ (Sitzungsber. der Wiener Akad. CXXXVII, S. 62 des Sep.-Abdr.) gehandelt.²) bucinus„Trompeter“, vom Hahn gesagt(Varr. sat.). Sonst nur noch in Glossen vorkom- mend, in zweierlei Bedeutung: als Tritonsmuschel: II 349, 17 bucinzus usfous a⁵οαασαος, III 396, 36 u. ö. bacini iuasg, als Instrument: Plac. V 50, 18 bucina erit tuba Quaſsi] signum dat bucinator, bucinus ipse canor= Caper C. Gl. VII 99, 16, wo das am Schlufs angefügte editus ex hac die ursprüng- liche metrische Fassung noch deutlicher durchblicken läſst, wie auch bucinus durch das Metrum garan- tiert ist, während freilich Isid. XVIII 4, 1 bucinum überliefert ist, wie denn für beide Bedeutungen in der Litteratur an den zwei Stellen, wo das Geschlecht zu erkennen ist, bucinum erscheint: Plin. n. h. IX 130(Tritonsm.) und Hyg. castr. 21(Signalhorn). Was C. I. IV 2371 bucinas bedeuten soll, ist unklar. Gl. V 206, 9 mit Euorijo rasorium(ital. rasojo) II 378, 41 u. ö., dolabrum est dolatoria V 287, 53 mit dolatorium bei Veget. u. a., palmatorium= ferula Schol. Juv. II 143 bei Cramer p. 588 neben palmatoria Osb. p. 240(feria: palmatoria, volaria), wie noch jetzt im Span. messoria= dodravov bei Rönsch coll. phil. 197 fg., wo auch noch einiges andere aufgeführt ist, desgl. bei Paucker, Material. zur lat. Wortbild. I 31 ff. 1) Damit vergleiche die Vorschrift des Auctor de dub. nom. C. Gr. L. V 572, 18 barbam tondere dicendum, non facere, sicut Varro. Ebenso sagte man ungues facio nach C. Gl. II 384, 36 6πνέρααα u. f., ebda. Z. 35 duxteoᷣœ ungues demo(vgl. Plaut. Aul. II 4, 33), II 211, 3 ungues resecat ovvxlgen, welches letztere in der Litteratur das gewöhnliche ist: Val. Max. III 2, 15. Petr. 45. Mart. III 74, 4. Plin. n. h. XXVIII 28; vgl. irre- sectis unguibus bei Horaz und C. Gl. III 326, 19(de ferreis') 6vνᷣνπωοωωτwQν resectorium, wo die Hdschr. refect. hat. 2) Nicht berücksichtigt ist dort purgamentum und pharmacus(Petr.). UÜber zεοενννα sind jetzt auch die von Landgraf, Archiv IX 412 fl. zusammengestellten Glossen zu peripsema zu vergleichen. Ubrigens scheint purgamentum abstrakt in sakraler Bedeutung selten, die Lexica citieren nur Petr. 134. Vgl. noch Fest. p. 213, 27, Eph. ep. VIII p. 228(lud. saec. 17 v. Chr.) und C. Gl. III 239, 16(de sacrificiis) ràõ νανι⁴εμρασαα urgamenta. — 21— LXXV. fabularis in den Worten guod semel destinavi, clavo tabulari firum est(Plin. mai. aes t.). Nur noch in dem urspr. inschriftlichen Testament eines Galliers statua aenea ex aere tabulari quam oplumo, z. B. bei Bruns, fontes jur. 2975. Scheffer vermutete bei Petr. trabali, was freilich der gewöhnliche Ausdruck war(s. Georg.), aber viell. läſst Petr. den Trimalchio absichtlich falsch reden. arcisellium mit höchster Wahrscheinlichkeit von Reinesius und Heinsius aus dem über- lieferten artisselliuem(das erste s ist vom Schreiber getilgt) hergestellt unter Hinweis auf die Tironi- schen Noten. In diesen findet sich p. 101, 18 Schm. in einer Aufzählung von Hausgeräten die Reihe arca, archarius, archisellium¹), es folgen scrinium, scamnum, cathedra u. s. w. In einer anderen Ideen- verbindung, wie öfters, steht es Not. Bern. 36, 20 archa, archarius, archisellium hinter ara, arula, vickima, libamentum, wo also die UÜberleitung gegeben ist durch arca= arca turaria. Dazu kommt jetzt noch C. Gl. III 197, 19 fg. in dem Abschn.'de supellectile' μς: arcla oder arcula, Adονα arcisellum(sic), ôtpoog sella, Sνν scamnum u. s. w. Leider führt auch dieser Beleg nicht weiter, und wir stehen immer noch vor der alten Frage: ist archisellium die richtige Form oder arcisellium?), und wenn letzteres, stammt es von arca oder arcus? Für arcisellium als ein sedile, das als arca und sella zugleich dienen kann, sprach sich Hadrianides aus und wies darauf hin, daſs solche Sessel auch noch in der Mode würen: einen derartigen Sessel, der unten von allen Seiten abgeschlossen und mit einem aufklappbaren Sitz eingerichtet ist, könnte man z. B. auf einem der Neumagener Funde im Trierer Museum erkennen wollen, sonst scheint aber nichts aus Denkmälern darüber bekannt zu sein. Natür- lich darf man sich für diese Etymologie nicht auf die Zusammenstellung des Wortes mit arca in den Not. Tir. und Bern.(vgl. auch die Glosse) berufen. Andrerseits spricht nicht, was man einwenden könnte, der Umstand dagegen, daſs alle uns sonst bekannten Bildungen mit arci- von arcus, nicht arca stammen, z. B. arcitenens, arcifer, arcisölium¹), vielleicht auch arcifinius(nach Roby, s. Archiv I 313, nicht von arceo), neben arcubalista- findet sich doch auch nur auriscalpium und das bloſs glossematische auriflaccus(= Groxlæòta Gl. III 330, 46) als Ableitung von auris gegen die zahl- reichen von aurum, wie aurifex, aurilegulus u. s. w. Trotzdem spricht vieles für die andere Erklärung von areis. als Bildung von arcus, die Reinesius und Heinsius aufstellen. Sie erklären es— sehr scheinbar— für identisch mit sella arcuata Gl. Labb.(jetzt C. Gl. III 366, 6 sella arcuata dοσνο) und arquata sellula bei Arnob. II 23 und verweisen noch darauf, daſs bei Tac. A. XV 57 sich eine Frau an dem'arcus sellae', die dort eine s. gestatoria ist, erhängt. Es fragt sich nun aber, wie sella arcuata zu verstehen ist. Marquardt, Privataltert. p. 738², versteht unter dem arcus ein bogenförmiges Ver- deck 4) und erkennt eine solche sella a. in einem zu Pompeji gefundenen Kinderspielzeug. Gewöhnlich erklärt man dagegen arcus als die mehr oder weniger geschweifte Lehne, wie sie die cathedra mit der älteren Agrippina im Capitolin. Museum zeigt. So auch Blümner(nach freundl. Mitteilungo)), und Friedländer übersetzt arcisellium„Stuhl mit einer Bogenlehne“. Daſs die Glosse sella a. mit 9 6"og erklürt, bei dem die Rücklehne gerade ist, spricht nicht dagegen, wird doch z. B. II 329, 29 sella curulis dονοο 1εσαμαοννςo erklärt, wührend III 366, 7 einfach dlpoog steht, II 334, 51 ακνιέιςοα = Sella, cathedra, subsellium, III 217, 47 cathedra,= 906„, 269, 37 06„⁴l sedes und anderes, was 1) So die maſsgebende Casseler Hdschr., in andern artiscelium, arcissellium, arcisellium. 2) Die Endung in beiden Fällen nach Analogie von subsellium, bisellium(Varr., Inschr. und Glossen wie II 30, 21 u. ö. bisellium dνειςοιον und das zweifelhafte supersellium Gl. V 188, 2 decoramenta templi supersellia id est scamnalia, wo andere Hdschr. prosellia bieten. Vgl. III 418, 46 scamnum sympselion d. i. eυμρlv, als würe es ein Compos. von Pεᷣοαιαν Armband'(subsellium II 467, 27. V 196, 7, in Hdschr. Val. Max. II 2, 7. Cic. Phil. II 19 cod. Vat.), wozu sich eine auffallende Parallele in der Lydischen Inschr. Bull. de corresp. hell. XI p. 454 n. 16 bietet: x⁰ν Sυμα̈ ceᷣ mνolσ τ ος συσνσ‿έειςα ετοαοσεν begünstigt wurde die volksetymologische Um- gestaltung des Wortes wohl durch den UÜbergang von 5 in m, worüber s. Schuchardt, Vok. T 182. Subsellium wurde auch gräcisiert zu ισεμιον nach Gl. II 310, 46 dπαόόμιον: subsellium. 3) Das Wort findet sich in einer christl. Inschr. der Kallistus-Katakomben aus dem Anfang des 4. Jahrh. cubiculum dupleg cum arcisgliis et luminare, die man jetzt auch bei Buecheler, Anth. lat. epigr. n. 656 findet. Vgl. Sittl, Archäol. S. 322. UÜbrigens wollte Scheffer das Wort, dessen thatsächliche Existenz er nicht kannte, als Ableitung von arcere und solem auch bei Petron herstellen. 4) So arcus nach allgemeiner Ansicht in dem Ausdruck currus arcuatus bei Liv. I 21, 4. Wenn aber Marquardt, Privatalt. p. 735² dazu bemerkt: edie arca pilenti erwühnt auch Macrob. sat. I 6, 15, so habe ich ihn in dem Verdacht, dals er arca und arcus verwechselt. 3 5) B. läſst jedoch die Möglichkeit offen, daſs die ganze Form einschlieſslich der Beine gemeint sei. — 22— nicht zu urgieren ist. Dagegen liegt in der Glosse dσνασᷣ arcisellium wohl ein Irrtum zu Grunde, denn AGouak ist korrekt= arca II 358, 49 oder arcula II 25, 18.1) Aber wie man auch die sella arcuata erklären will, ihre Identifikation mit arcisellium wird immer die höchste Wahrscheinlichkeit haben. Was endlich archisellium betrifft, so würde man es sich, wenn es überliefert wäre, im Munde des plebejischen, dazu halbgriechischen Sprechers als Vulgarismus für arcis. gefallen lassen können.) Allein die Tradition artisellium weist zunächst auf arcisell., zumal die Verwechslung von c und! infolge Buchstabenühnlichkeit in der Hdschr. sehr häufig ist, vgl. c. 31 posli st. poposci, 68 emit retentis = emi trecentis, umgekehrt c. 46 constreinum= konstr., 60 scrophas= str. u. a. Nichtsdestoweniger erklärt Du Cange, durch die gar nichts beweisende Schreibung archis. der Not. Tir. verführt, princeps sedes', ebenso Saalfeld im Tens. Italogr.„der oberste Sitz, der Ehrenplatz“, von doꝝ und Ssella. Auch die Erklärung an sich ist bedenklich, da die zahlreichen griech.-lat. Zusammensetzungen mit archi- sümtlich auf irgendwie Beamtete, bez. ihre Amter gehen, denn auch bei architriclinium Not. Tir. 100, 51(nach triclinium, tricliniastes), was Georges als arcitr. Triklinium mit einer Lehne“ faſst, ist der Verdacht nicht abzuweisen, dafs Korruptel aus dem bekannten architriclinus, spätlat. für tricli- niarcha vorliegt. milva, von Trimalchio als Schimpfwort gegen seine Frau gebraucht. Nur noch C. Gl. II 587, 28 milba: glida(angelsächsisch= Weihe) und Schol. Juv. IX 55 milve(vulg. milvi). Die Gram- matiker lassen nur milvus als Femininum zu. Serg. expl. in Donat. C. Gr. L. IV 494, 22 spricht über milvus als commune gelegentlich des analogen, von Persius gebrauchten turda³), wenngleich an der von ihm angezogenen Stelle Ov. met. II 716 rapidissima milvus vielmehr das Adj. zu dem vorher- gehenden volucris gehört, wie Neue Formenl. 12 615 bemerkt. Doch citiert Georges, Lex. d. Wtf. Anth. L. 729, 4 Riese rustica milvus. Vgl. noch Anecd. Helv. p. 162, 14. LXXVI. acia, volkstüml. Wort für„Faden“(Titin. fr., Cels.), im rumän. ata fortlebend, mit 6,αα Oerklärt C. Gl. II 13, 43. III 21, 49. 93, 5 u. 5ö. Aufserdem in einem Bobienser Palimpsest 4/5. saec. bei Rönsch coll. phil. 166. Marc. Emp. 2, 20. LXXVIII. parentalia„Allerseelentag“(Cic. Phil. I13 und oft in Inschr., z. B. C. I. L. V 4489 Parentaliorum et Rosaliorum ſnur inschr. erwähnt und C. Gl. II 428, 34 60010,G haec rosalia, hoc rosalium]). C. Gl. II 142, 22 parentalia- venuα, ebenso III 10, 28 u. ö. in dem Abschnitt'de diebus festis', p. 239, 39 mit dem Zusatz vexoυοιναα V 231, 11 u. 5. parentalia: dies festa(IV 267, 18 festi, 137, 30 festus) paganorum. Charis. p. 34, 4(im Katalog der plur. tantum) haec parentalia ve- aνοα, ubi eos qui peregre moriuntur columt, æaty parentarium(parentaliumb, vgl. oben p. 6 zu cru- ralium) dicitur; vgl. p. 42, 27 über Gen. Pl. parentaliorum(s. o.), Diom. p. 328, 9. Prob. app. 196, 5. 199, 4 parentalia non parantalia. Ausonius Parentalia' nebst praef. LXXIX.*scrupus(cum per omnes scrupos gastrarumgue eminentium fragmenta traæissemus cruentos pedes), Grundwort zu scrupulus und als solches oft von den Grammatikern erwähnt, z. B. Fest. p. 333 scrupi dicuntur aspera saxa et difficilia atlrectalu cet., Serv. Aen. VI 238 scrupus proprie est lapillus brevis, ähnlich Isidor X 252 scrupus est arena durior und XVI 3, 5 scrupus, lapillus mi- nutus et asper und Don. Ter. Andr. V 4, 37, die vermutlich beide Serv. benutzt haben. In der Litteratur noch belegt aus Cic. rep. III 26. Apul. met. IX 10. Avien. descr. orb. 503. In Glossen: II 263, 10 pf oαα αἀa⁹⁷ι Serupus, V 580, 23 scrupo: harena, IV 288, 38 scrutus: lucis(calcis?) duritig, Gl. bei Loewe prodr. 147 scrupus: terra minuta dura, V 631, 33 scrupus(scuprus cod.) pro- 1) Viell. ist Kontamination aus 2 Glossen anzunehmen: 1dovas Carca;**) arcisellium. 2) Vollends unverständlich ist mir daher, wie Friedländer, obwohl er arcisellium„Sessel mit Bogen- lehne“ erklärt, doch im Text archis. schreibt. 3) Auch corva war nach Varr. 1. 1. IX 55 ungebräuchlich, pava gebraucht Auson. einmal notgedrungen, mergula: æld'iœ steht C. Gl. III 361, 22. Häufiger war wohl nur gracula neben graculus und ist auch ins Roman. übergegangen(frz. la graille): auſser der von Georg. citierten Stelle des Salvian, wo es als Schmeichel- wort gebraucht ist, findet es sich im eigentl. Sinne noch Querol. p. 46, 14 Peiper, Gl. III 450, 1 und, wenn meine Vermutung nicht fehlgeht, Lamprid. Al. Sev. 41, 5, wo gacplas überl. ist, das man verschiedentlich kor- rigiert hat, zuletzt Madvig mit Peters Billigung sehr nichtssagend und von den Zügen der Hdschr. weit ent- fernt in abiculas, wogegen man bei unserer Anderung graclas(Gl. III 435, 51 graclus) nur einen in der Uncial- schrift verlesenen Buchstaben umzustellen braucht. prie minutorum lapidum cumulus, vgl. 540, 10 caementum: minutorum lapidum congregatio und II 474, 53 Idαs siler, hoc cementum. Aufserdem ist scrupus ein Cognomen der gens Maecilia. LXXXI. Fantescolanus des Rhetors Agamemno wird ein gewisser sonst nur noch c. 27 in Begleitung des A. vorkommender Menelaus genannt nach den besten und meisten Hdschr., während andre aut scolanius oder aut scolarius bieten. Niebuhr(kl. phil. Schr. p. 343= Abh. der Berl. Acad. 1822/23) und nach ihm Orelli schlug antescholarius vor, auf Grund der bekannten Inschrift n. 1175 der Orellischen Sammlung= C. I. VI 14672, wo ein stadtröm. Plebejer namens M. Antonius Encolpius in seiner Grabschrift eine hohe pontificibus aut antescolaris Virginum zu zahlende Geld- bufse demjenigen androht, der es versuchen sollte, seinen undankbaren Freigelassenen M. Antonius Athenio in seinem monumentum beizusetzen. Buecheler ist Or. gefolgt, ob mit Recht? Die Be- deutung der antescholarii der Vestalinnen in jener zeitlich¹) unbestimmten Inschrift ist ganz unklar, vgl. Orellis Vermutung. Dagegen ist neuerdings eine Glosse bekannt geworden, die ebenfalls auf antescolanus führt: III 198, 24(Herm. Mon. in dem Abschn.(de ludo litterarum') prostocholos ante scolanum ²), d. i. doch wohl xσνà2οο santescolanus trotz p. 279, 32 π πα049, wo leider das Interpr. fehlt. Dafür spricht auch die Analogie von antepilanus, antesignanus, antemuranus, anteurbanus, ante- porlanus(Beiw. des Hercules C. I. V 5534), wo ante lokal, und antelucanus u. antemeridianus, wo ante temporal ist, während solche Bildungen auf-arius mit ante sonst nicht bekannt sind. Danach könnte antescolanus jemand sein, der in einem Raum ante scholam zu thun hat, womit die Erwühnung eines 000%6110» ³) in dem interessanten Schulgespräch des Stephanus III 380, 60 ff. stimmt: ut veni ad scalam, ascendi per gradus otio*), ut oportebat, et in proscolio deposui birrum?) et demunæi capillos. et sic elevato centrone introivi et primum salutavi praeceplores, condiscipulos cet. Aufserdem finde ich es nur noch in der Reihe Not. Tir. 101, 4 fg. scola, scolarius, scolasticus, proscholis(-us Schmitz mit Kopp), proscholium. Der in diesem Raum Amtierende ist offenbar der οσνπο der Not. Tir. und der obigen Glosse, wo er antescholanus gleich gesetzt wird, wührend er bei Auson. prof. XXII mit sub- doctor identificiert ist(Victorio subdoctori vel proscholo im Lemma) und wohl auch von Augustin, wenn man de serm. apost. 178 no. 8 tam pauper, ut proscholos esset grammatici mit conf. VIII 6(13) subdocuit grammatico= subdoctor grammatici erat zusammenhält. Nach Scaliger, lect. Aus. I 15 war die Aufgabe des proscholos eine andere in dem ludus litterarum' als in der schola grammaticorum et rhetorum'. Der prosch. im ersteren, sagt er, non docendis tam pueris quam eorum moribus prae- fectus erat, ut scilicet concinne ad magistrum accederent, ut togam componerent, ut omni gestu, in- 1) Buecheler, Rh. Mus. LI 472 glaubt entgegen den späteren Ansetzungen früherer Gelehrter bis in die Zeit der Antonine herabgehen zu können. Derselbe weist das in derselben Inschr. begegnende opter= 05 wie subter= Sub aus Grammatikern(Charis. p. 230, 18 u. a.) und Glossen(V 90, 8. 469, 59 u. a.) als eines der zahlreichen im Volksmund lebendig gebliebenen altertümlichen Worte nach. Bemerkenswert scheint mir auſserdem, dafs daselbst opter quod im Sinne von propterea quod gebraucht ist, wohl nach dem griech. lοi. So findet sich das synonyme propter quod Vulg. Act. 18, 10, Schol. Bern. Luc. V 32, Greg. Tur. h. VI, 40(s. Bonnet p. 326) oft in Isidors or. z. B. VII 6, 47. 5, 5. XX 12, 2, wo Arevalo in propterea, ändert, iuæxta quod als bers. von aα⁵ι Vulg. Act. 2, 24, ebenso secundum quod im Constantinsroman p. 20. Auch amnegavit der- selben Inschr. ist vulgär; Loewe, Prodr. 421 vergleicht és mit der in Glossen häufigen Form amnuere: IV 16, 36. V 345, 24 u. ö. im Lemma.. 2) Die Trennung in zwei Worte lehrt den Ursprung der Endung-um. Ahnlicher Abschreibervorwitz zeigt sich Liv. XXXII 11, 9 im Bamb. per noctem st. pernow; Tac. A. XI 14 Med. ab originibus st. Aborigines; Sen. ep. 89, 20 Bamb. a rationibus vestris st. arationes vestras, in Glossen IV 337, 52 ecanguine: pallidus, semipivus st. eganguis, V 346, 30 bona pro scriptoribus st. b. proscriptorum, wie p. 169, 21 richtig steht; 596, 51 deso- lanus: Subsolano(IV 437, 55 subsolanus), III 518, 55&lυναστεε subtectorio. Daher bezweifle ich auch die Richtig- keit der Glosse tetrarcha: subregulo bei Loewe gl. nom. p. 253. 3) Unser„Vorschule“ ist daher nur sachlich vergleichbar. 4) Wie silentio u. a. Gl. II 325, 40 hoενμα lente, pedeetemptim, otio, Z. 59 οαυισόα otio. Damit vergleiche man die vielfach angefochtenen Worte Trimalchios c. 51 phialam otio belle correxit egemächlich, mit Seelen- ruhe', denn die von Heinsius angezogene Stelle Phaedr. I 25, 6 quamlibet lambe otio ist zum mindesten kritisch unsicher. Klassisch mülste es freilich per otium heilsen, wie Liv. XXI 55, 1. Gl. II 344, 26 aœrd Gxο per otium, vgl. Val. Max. V 3, 4 per summum ac securum otium. 5) Bez. ein Oberkleid, meist mit Kapuze(cucullus). Im folgenden ist mir demunxi verdächtig; das aτενc der griech. Fassung weist auf demulæi-demulsi, vgl. Not. Tir. 96, 42 fg. mulcit, mulxit, mulgit, mulsit. Oder sollte demungere capillos nach Art von emungere nares gesagt sein? Über centro= cento s. oben S. 8 zu centronarius. — 24— cessu, vestitu compositi essent'. Dagegen scheine der prosch. in der letzteren non omnino docendi munere caruisse, proptera enim vocatur subdockor'. Mir scheint, dals Sc. den Aufgaben des prosch. der Elementarschule, wie er in der obigen Glosse prosch.= antescol. erscheint, doch zu enge Grenzen zieht. Wenigstens ist der subdoctor einer Elementarschule in den Münchener Schulgesprächen(= p. 646 und coll. Eins. p. 226, 1 ff.), die in ihrer jetzigen Fassung etwa der Zeit des Ausonius angehören mögen, ein wirklicher Lehrer, ein Unterlehrer für die pusilli', die ganz kleinen Schüler, die auf Befehl des Hauptlehrers'iussu magistri' zu ihm gehen und ihm hersagen, reddunt(vgl. frz. rendre par coeur). ¹) Und auch der prosch. des grammaticus bei Augustin und Auson., der antescolanus des rhetor bei Petron. werden wohl im wesentlichen Lehrer gewesen sein. So ergäbe sich als Resultat unserer Untersuchung, dafs die Titel antescholanus, subdoctor und proscholos in den verschiedenen Schulen identisch sind und etwa unserem„Hülfslehrer“ oder„Unterlehrer“ entsprechen. Die beiden ersteren, zugleich lateinischen, sind wenigstens für uns nach dem litterarischen Vorkommen ²) die ülteren. secutuleia Ctamguam mulier secutuleia?). Das Masc. scheint herzustellen zu sein in den sog. Glossae nominum, die aus bilinguen Glossen übersetzt sind, II 593, 10 secatalas: gui maiores sequitur. Die ursprüngliche bilingue Glosse ist leider nicht erhalten. Eine analoge Bildung ist locutaleius, deren Non. p. 50, 8 sich als Erklärung des Plautinischen lingulaca bedient und Gellius I 15, 19 als eines beliebten Ausdrucks der veteres nostri' Erwähnung thut und die von Vulcanius auch Gl. II 318, 10 2uAdog effabilis, eloguens, loquaæ, loculentus vermutet wird, wo doch aber wohl loculentas gemeint ist (vgl. IV 110, 37 lucul.: lingua clarus vel dissertus, V 113, 28 loculentus: ling. cl.). Secutuleius verhält sich zu sequaæ(Prop. IV 5, 41 von Medea) wie locutuleius zu loquax. Formell sind auch die Gentil- namen Naevoleius, Septumuleius, Justuleius, Plaguleius, Barbulejus u. a. zu vergleichen, auch legu- leius„Gesetzkrämer“ bei Cic., mendiculeia C. Gl. III 323, 34(ide vestibus') ouνα‿⁵³ον endiculeia, wohl eine Art cento für Sklaven, endlich aus Petron selbst c. 75 sterteia,„Schnarcherin“, was, wie viele Petronwörter, bei Georges fehlt und viell. mit impeteius: Slauog Gl. II 85, 8(von impetere, vgl. petax), altipetaæ) verglichen werden darf, wo schwerlich impetosus nach III 451, 6 7. 9000¹⁰9 zu ändern ist. LXXXV.*basiolum, Dim. von basium, litterarisch nur noch aus Apul. met. X 21 belegt. Aulserdem Not. Tir. 88, 64 und auf einem Karneol(bei Le Blant, 750 inscr. de pierres gravées, n. 158) mit der zierlichen Inschrift sand me basiolis. XCIV.*semicinctium,„Schmaler Gurt“(Mart. XIV 153 im Lemma u. Vulg. Act. 19, 12). Oft in Glossen, z. B. III 21, 38((de vestibus') gυνzn simicinthium); V 578, 55 semicintium: 2zona minus lata= Isid. XIX 33, 1; IV 169, 19 semicintium: guod dimidium cingit u. a.— Not. Tir. 97, 55 semicinctum. Späteres s. bei Du C. XCV. scordalus„Zankteufel“(Sen. phil. und rhet.), nach der gew. Annahme von xοςον, der späteren Form für Gνα⁶σο⁶σον(vgl. GXοοοεειαν bei Aristoph. vom Futter der Kampfhähne und wegen der Ableitung aoοιςσαo von 6σιυοο, Xoοοσααος u. à. 2). In Glossen z. B. II 592, 38 scordalus: ferorum, d. i. feroc, wie V 243, 20 u. ö. richtig steht(vgl. Osb. p. 563); IV 398, 45 sc.: insopor, incordatus5), 1) Gl. II 232, 36 drcyy εãl drl adμwe‚ reddo, memoro und die von Haupt opp. II 511 ci- tierten Stellen. 2) Schon Cicero engagierte in einem launigen Brief seinen Freund Paetus ad fam. IX 18, 4 als esub- doctor' in der von ihm geplanten Rhetorenschule. C. Gl. III 198, 22 d τοοο⁶ σέμσαο subdoctor im Gegensatz zu acναιmνs praeceptor, zmordzns magister. In den oben citierten Schulgespr. ist subductor mit oroòdοεεαάmQυν wiedergegeben. 3) Von Georges nur aus Fulgentius citiert, steht noch Don. Ter. Hec. I 2, 84; Ps. Acr. Hor. sat. II 6, 66 zur Erklärung von procaces, daher wohl die Glosse V 556, 32 procaces: petaces. Dazu Adv. Comp. petacius bei Avien. 4) Vgl. G.⁴.μάαάμαιννιμμον im Original der Bibelstelle und anderes bei Immisch, de glossis lexici Hesych. Italicis in Leipz. Stud. VIII 367. Zur falschen Aspiration vgl. Tαικινανιο und die in Hdschr. häufige Schreibung Berecynthius, die schon Serv. Aen. IX 82 tadelt. . 5) Nur hier vorkommend= male cordatus. Die Erklärung incordatus rührt, wie Landgraf a. a. O. richtig bemerkt, daher, dals man scordalus von cor ableitete. Man sah in dem anlautenden s ein ex privativum (vgl. egcors), das bekanntlich im Spätlatein und Romanischen durch Aphäresis zu s sich verflächtigt, wie Gl. V 389, 3 sceptor: notarius, 515, 16 scussores: k iacula mittunt, 499, 50 eæperire: spermentare, cognoscere(noch jetzt ital. sperimentare). Isidor hat viele ähnliche Etymologien, z. B. XX 9, 10 sporta... quod eæportat aliquid, vgl. Gl. V 515, 28 speltum: telum, ab eo quod eæwpellitur, vom german. speut zu erklären(Körting s. v.).— Insopor findet — 25— wo Hildebrand insipiens, Landgraf, Arch. IX 430 inpostor vermutet, wohl richtig, nur daſs viell. auſserdem Kontamination mit scurrula anzunehmen ist, vgl. V 243, 31 scurrula: publicus impostor u. à. Nach Stowaſser, Arch. I 442 schrieb auch Non. p. 316 garrulus est rursum scordalus(die Hdschr. cor- datus), doch s. L. Müller. Von scordalus endlich das femin. Abstr. scordalia Trimalchio bei Petr. 59, wozu man vgl. lerig oben S. 10. *coctor, vermutlich= servus culinarius. Ebenso zweifelhaft ist die Bedeutung C. I. IV 1658 Vetti Vere amator coctor. Not. Tir. 103, 56 steht c. als Ableitung von coquo. Aufserdem auri coctor Tovosꝶyνς Gl. II 27, 9, calcis coctores Ed. Diocl. und cod. Theod., wührend Sen. ben. IV 26, 4 das hdschr. coctori jetzt allgemein in decoctori geundert ist. rinsularius, bei Petr. mit coctor verbunden, litterarisch sicher sonst nur in jurist. Quellen, nach Konjektur bei Iust. XXXII 2, 2 und Priap. 32, 13(s. Buecheler, Rh. M. XVIII 392). Die Be- deutung ist teils„Mietwohner“, tpeils, wie vermutlich bei Petron,„Hausmann“ oder„Hausknecht“. In Glossen: II 299, 50 ε& υR⁰Gωοο insularius, IV 401, 42 vilicus: ackor vel exactor pensiomum, insularius (= Gl. Scal. V 612, 55). Aufserdem Not. Tir. 42, 51(hinter insula) und C. I. VI 6296 u. 5. XCVI xlecticarius(Cic., Sulp. bei Cic. fam., Suet.). In Glossen: II 472, 55 I.: ꝙogrl*†f ο⁹, daraus 586, 14 I.: ferculum(sicl) portans. Ferner Not. Tir. 97, 68; Inschr., z. B. VI 5198 u. 5.(s. Marquardt, Privatalt. p. 149 ²), Corn.-Schol. Juv. III 245, Schol. Gronov. Cic. Rosc. 134 Jecticarii di- cuntur, qui maiores(?) nobiles portant. Dagegen ist Petr. 34 vermutlich mit Dousa supellecticarius zu schreiben, das aufser bei Ulp. Dig. noch C. I. X 1960 vorkommt, s. Friedländer(die bekannte Schreibung superlectic. ist möglicherweise die Ursache der Auslassung gewesen). Die korrekte Form supellectilarius steht C. I. VI 9914. ostiolum(Col., Plin. n. h., Paul. Fest.). C. Gl. II 330, 3 ο ε⁶ιοων ostiolum, vgl. Osb. p. 272. 396 und ital. asciuola. XCVII.*oppessulatus„verriegelt“(Apul., Amm.). C. Gl. IV 133, 1(cod. Vat. 3321) oppes- sulatis: clausis, a pessulis dichum u. 5.(s. Landgraf, Arch. IX 402), welche Glosse ich auf Apul. met. 1 22 (foribus oppessulatis) beziehe¹); V 508, 36 oppessulatum: clave obseratum, a pessulis dichum, Osb. p. 400. institae als Gurte am Bettgestell auch durch Glossen bezeugt: IV 447, 50 u. 5. institae: grabali resticulae. Wenig verschieden davon scheint fascia bei Cic., Mart. und Gl. III 321, 6 elο⁵a fascia lecti(es folgt oxluxove grabattus), wenigstens giebt Ambrosius das zsiola der LXX Prov. 7, 16 mit instita wieder(institis texui lectum meum), gegen fascia der Vulgata; vgl. Suid. s. v. aelο⁵ε und Porf. Hor. ep. 12, 11 tenta cubilia dicit lectum restibus sive fasciolis subtentum, was Heinsius bei Burm. anführt, wogegen wohl das von demselben citierte Schol. Juv. instita qua lectus intenditur' auf einem Irrtum beruht. XOVIII.*seiniphes(Plur.)= œxi†oeꝓ, bez. oxvimeg(s. Lob. Phryn. 399), eine Ameisenart oder ein kleines Insekt. Erscheint zuerst bei Petron, was Georges übersehen hat, dann wieder in der Vulgata und daher bei vielen Kirchen- und anderen späten Schriftstellern, meist in der obigen Form mit epenthetischem 4, s. das reiche Verzeichnis bei Georges, Lex. lat. Wortf. s. v. Die Glossen, die auch wohl sämmtlich auf die Vulg. gehen(sicher Not. Tir. 102, 20 und auf den folgenden Tafeln) erklüren: V 526, 1 sciniphes: genus culicum est fiwis aculeis permolestum, quas vulgus consuevit vocare æinealas(ital. zenzara); 399, 27 scnifes: myugg(angels.), 213, 28 ischinifes: vermiculi. XCIX.*scabitudo, von scabere wie aritudo u. à. Nur noch Osb. p. 560 scabia²), scabies, scabitudo und Dynamid. II 36 bei Mai Cl. Auct. VII 436, s. Forc. Die korrektere Form scheint scabritudo, von scaber, von Georges aus Marc. Emp. und Plin. Val. belegt, auch bei Osb. p. 535. sich allerdings einmal Ov. her. XII 101 von dem schlaflosen Drachen in Kolchis, obwohl es in den Lexicis fehlt(s. Arch. VI 565), pafst aber nicht in die Glosse hinein. 1) Apul. met. scheinen auch sonst in diesem Glossar benutzt, z. B. p. 167, 45 scaturribat([V 6), 112, 34 naccam(IX 22); 40, 15 continantur: congrediuntur(V 31). Denn dals an letzterer Stelle der cod. Cassin. allein die richtige Lesart erhalten hat(continentur die übrigen), scheint mir sicher; vgl. über continari, das z. B. Plac. Gl. V 58, 28 mit congredi erklärt, Kielsling, Ind. lect. Greifsw. 1883 p. 3 und Weyman, Arch. VIII 129. Nach den Hdschr. herzustellen ist das Verbum auch Iul. Val. Alex. p. 94, 11 und 101, 2 ed. Kübler, wo dieser mit C. Mäüller ein triviales conspicari in der vermeintlichen Corruptel vermutet. 2) Wie Gl. II 179, 24. 481, 44. III 472, 68. Ps. Cypr. adv. aleatores c. 5, 6(Gen. scabiae). Dynamid. II, 91 (Acc. Pl. scabias). Ital. scabbia.. 4 — 26— CI. pectura in der Bedeutung„Fährgeld“(Plaut., Sen. phil.). Gl. II 205, 21 deckura⸗ ꝓ69ErOoον,»Mο*⁵νu, 472, 51 ꝙοε˙εσωσQ ꝶσ μοοοςσ τ †⁵νν Ʒν.; 375, 12 væõ*ov navis vectura, naulum(ital. n0lo), 596, 34 vectura: nablum, teloneum(= vectigal?). Dazu Not. Tir. 42, 14 v.(vor vectigal), Ed. Diocl. 17, 1 Beurouong; C. I. II 1180, 11 p. exsolwere, IX 5435 v. exigere. CII. ferrumen„Bindemittel, Kitt“(Plin., Gell.). In Glossen anders: II 71, 36 ferrumen: Gr6,ράααό̈¶(438, 25 ferramen), daraus p. 580, 9 ferumen¹): acer, wie oft mit einem Schimmer des Richtigen, denn Grôμυιαα ist= acies oder aciarium(Stahl, frz. acier), vgl. III 325, 39(de ferreis') acciarium: r. Nicht beachtet ist dieser Zusammenhang von Stowasser, Arch. II 320, wenn er ferumen. ater(colory vorschlägt. Noch erhalten im span. ferrumbre(vgl. legumbre= legumen) Rost'= fer- rugo. Davon*ferrumino Petr. 31 u. 32(Plaut., Plin., IOt.): Gl. II 71, 37 ferruminat rouοε, 475, 1 Talαπμυνοο ferruminatus, daraus p. 579, 58 ferruminatus: gisuetit(angels.). CIX. stigmosus. S. oben S. 13 A. 3. CXI.*hgpogaeum„Grabkammer“. Bei Vitr. VI 8, 1„Kellergeschofs“. In ersterer Bedeutung I. R. N. 7133 upogaeo. Vgl. C. Gl. V 561, 28 apogeum ²)(= upog.): aedificium constructum sub terra, id est antrum vel spelunca, ziemlich wörtlich mit Isid. XV 3, 12 stimmend; V 620, 27 pogeg est ton- strina. Osb. p. 277 QEpogeus: locus obscurus. Ambrosius: in Eſpogeis et ceteris obscuris locis. Anderes s. bei Du C. und Caesareo p. 28. CXIII.*propinatio„Zutrinken“(Sen. phil.). C. I. V 5272(= Or. 7336). 4449 und cod. Corb. Esth. 7, 2 bei Rönsch, Itala 321=„Trinkgelage“. CXVII.*detrectator„Verweigerer“(ministerii d., wie Auson. ed. 2, 51 d. honorum): C. Gl. II 47, 18 d. daον⁸α, œταρρςννννςα(vgl. 233, 51 dasdla oũ εετouꝙsiν f crlde detrectatio). Gew.= Verläumder, Verkleinerer(Liv., Tert., anderes Rönsch, It. 56). CXVIII. sententiola, verüchtlich für sententia(Cic., Quint.). Bei Gell. XVII 12, 3 in gutem Sinne, vgl. C. Gl. III 327, 56 de ludo litterario' sentiola(vgl. über sentia u. à. jetzt Stangl, Bl. f. bayr. Gymn. 34, 260)&rlꝓοανμυ⁵α. Osb. p. 555 sententiola: parva sententia. CXXIV.*heredipeta„Erbschleicher“, aufser Schol. Juven. III 129, was Georges citiert, noch ebd. X 202: XII 113, Schol. Pers. VI 51, Porf. Hor. ep. II 3, 191, Acr. Hor. s. II 5, 56 als Erklärung von captator, Not. Tir. 51, 98 und sehr oft in den reinlateinischen Glossen, z. B. V 300, 19 heredipeta: Qui alienam heredilatem desiderat, 207, 18 h— e: quti hereditatem pelunt, wohl abgesprengt aus Plac. V 74, 17 honoripetae sunt, qui honores petunt, ut dicimus heredipetae qui hereditatem petunt, desgl. in mittelalt. Texten, s. Du C. Analoge Bildungen sind aufser dem genannten honoripeta(auch einmal bei Apul.): cornipeta oder cornupeta, erstere Schreibung in den Glossen überwiegend, lucripeta, agripeta, oclopeta bei Petr. 31 ³), veneripeta, letzteres nur in Glossen: V 625, 5 v.: luxoriosus= Osb. p. 419 dicitur v. quasi Venerem petens i. e. luxuriosus.¹) Dagegen liegt wohl in altipeta levitas bei Paulin. 1) Vgl. O. Goeppert, die Bedeutung und Schreibung von ferrumino etc. in den Pandekten, Breslau 1869. 2) Die Schreibungen mit e und ae sind gleichberechtigt, wie denn schon im Griech. sich Schwankungen zeigen, s. Lob. Phryn. 297 ff. In Papyris findet sich éxzlyetc neben yyci u. a. 3) Friedländer bemerkt gegen die Knderungsversuche früherer Gelehrter:„das Wort ist allem An- scheine nach richtig von oculus und Veber gebildet(wie ocliferium von oculus und ferire). Doch was der für den Schäützen so passende„Augenzieler“ für ein Tier war, ist unbekannt“. Das o in der Fuge der Komposition steht wie in merobibus neben multibibus bei Plaut. in demselben Verse, primopilaris(auch inschr. C. I. X 3757) neben primip., primogenia C. I. IV 1553 und alte Inschr. Hermes 1884 p. 453(primocenid) neben dem gew. primig., planopedum(Erdgeschofs: C. Gl. III 269 u. ö.) neben planipedum(Cass. Fel. 30; das Wort fehlt in den Lex.). Oclopeta entsprechend findet sich C. Gl. III 335, 4 42ααινν: ocliſuga unter der Rubrik ede moribus humanis', also einer, der einem nicht gerade in die Augen sehen kann, ein versteckter Mensch(aãldrov ist sonst nicht, bekannt,-fuga wie aqui-, eri-, lari-(Petr. 57), lucrifuga, lucifuga, alle nur einmal belegt aufser dem letzten). Sollte nicht oclopeta, das nach dem Zusammenhang jedenfalls etwas Eſsbares, wahrscheinlich ein Tier ist, eine scherzhafte Bezeichnung des Raben sein, dessen Augenaushacken ja sprichwörtlich ist? Ahnlich sagt Isidor XIII 7, 43 vom corvus: hic prior in cadaveribus oculum petit. Daſs man Tiere aus dem Rabengeschlecht auch im Altertum aſs, wie noch jetzt junge Raben, kann nicht zweifelhaft sein; Mart. III 60, 8 erscheint eine pica als Braten, vgl. Friedländer, Sittengesch. III6 17 und Hehn, Kulturpfl. p. 3045. 4) Dazu käme auripeta, wenn Hilbergs Vermutung zutrifft, dals Plin. n. h. X 136 gryphas auripetas zu lesen sei(Wiener Studien IV 173). — 27— Nol. entgegen der Ansetzung der Lexika ein Adj. auf-petus vor, vielleicht auch in musca lacipeta est Isid. XII 8, 7. ¹) CXXXI. fastosus(Mart., Auct. pan. ad Pis. bei Georges). C. Gl. II 579, 21 fastuosus: faslidliosus, superbus, Not. Tir. 56, 48. Acr. Hor. a. p. 97. Mart. Cap. VI 578. Osb. p. 233, überall mit uο, vielleicht auch C. Gl. IV 74, 40, wo fastus: superbus, elatus überl. ist; das Adverb fastose Ps. Acr. Hor. ep. I 5, 19. CXXXII.*guasillaria„Spinnerin“. C. I. VI 6339— 6642. Sonst nur noch in Glossen quasillarius, aber als Fabrikant von quasilli: III 461, 74 qu.: οꝙρνονοαο aus Gl. Lois. p. 484, 10. apodiwis(Gell., Ps. Ambros. bei Georges), oft in Glossen, z. B. IV 310, 3 apodixis: ostensio, V 267, 1 apodiæxis graece est probatio vel exemplum, öfter in der Form apodiwen: ostensio wie IV 19, 4, was den Verdacht nahe legt, dafs die Glosse auf Ambros. serm. 90 geht: ad flium meum voluisti apodiwin kuae artis magicae demonstrare. Aulserdem noch Hist. Apollon. p. 27 veni, magister, en discipuli tui apodiæin und in mittelalt. Quellen bei Du Cange, stets in der Verbindung. arlis oder peritiae exercere. *defunctorius„oberflächlich“. Das Adv. bei Sen. contr. und Ulp. In Glossen: Plac. V 17, 11= 60, 29 defanclorium et quicquid ita dicitur vel fit, ut ad finem alicuius rei aut terminum spectet. defungi enim finire significat, ut de morientibus dicimus, IV 227, 17 defunctorium: transitorium, p. 53, 26 defunctorie: opere levi, transitorie, Not. Tir. 67, 22 defunctorie. Häufiger ist das synonyme per functorius, welches zuerst bei Petron c. 11 im Adv. vorkommt, dann erst wieder bei den Kirchen- schriftstellern, aus denen zahlreiche Nachweise bei Rönsch coll. phil. p. 64 über das Adj., p. 66 über das Adv. zu finden sind. Auch in Glossen sehr häufig: V 92, 3 perfunclorium verbum: leve et transi- korium, 320, 55 perfunctoria: simulatoriae 320, 28 perfunctorie mit imaginarie glossiert, ebd. Z. 41 mit transitorie, 232, 30 mit inaniter, Z. 31 mit imaginarie, leviter aut transitorie. Not. Tir. 67, 23. CXXXVI. vcucumula in der besten Überlieferung, nicht cucuma, obwohl derselbe Kochtopf c. 135 cucuma ingens genannt wird, ein eklatanter Beweis für die geschwundene Kraft der Diminutiva. Das Diminutivum noch Not. Tir. 101, 66 f. in einer Reihe von Geschirren hinter cucwma sowie in einer Vita Caesarii Arelat. bei Du Cange. Doch ist vielleicht die häufig, z. B. V 595, 45. 633, 21, überlieferte Glosse cuma(od. cuma): cocumola als Louycuma: cucumula zu fassen, vgl. II 521, 58 oοααοωονυμιν cucuma und viele gleichgeformte Glossen: Henschel bei Du C. vermutet cuma: comula nach Isid. XVII 10, 4 cyma dicitur quasi coma, dagegen vermutet Götz(s. v. cyma) cyma: culiculi= col. Sehr häufig ist das Primitivum, das auch bei Martial, wo es ein Kessel für Badezwecke ist, und in den Digesten vorkommt, und im Romanischen frz. coquemar, ital. cocoma, fortlebt, in den Glossen: II 492, 64 οακπαηαυμοο sug, woraus vermutlich Gl. nom. p. 575, 50 cucumda: caccabus, caldarius; p. 354, 19 oοαμαμαιιμοο haec cuccuma, 521, 58 cucuma: οαναοωινπμμιον, III 23, 7 in der Rubrik ede aereis' oοαμανοωυμοο cucumma(93, 72 cuccuma); 379, 63 cucuma deεοααμαοꝓν; V 187, 9 culinae: cuccumae(Goetz verm. cuccinae= coquinde). Aufserdem bei dem Gallier Marc. Emp. 20, 113. 26, 112. 113, in der Schreibung und Messung côcuma bei Ven. Fort. VI 8, 14 wie bei Martial cäcäma. Die in den Glossen öfters begegnende Schreibung cuccuma, die viell. durch caccabus(auch inschr. C. I. IV 1896) beeinflulst ist, findet sich auch in der Digestenstelle in den besten Hdschr. und daher bei Mommsen im Text. rcoaequalis, ein überflüssiges Kompositum von aequalis(Col., Just., Vulg.). C. Gl. II 383, 2 coequalis oͤasluies, 102, 22 coaecuales oprslinsg. Not. Tir. 46, 33 hinter aequalis. Das Wort erscheint zuerst in einer Inschrift etwa aus der Zeit des Augustus C. I. XIV 2485(= Or. 4407) sowie in einer bei Vetera gefundenen jetzt verlornen Inschr. Bramb. inscr. Rhen. 218= Anthol. lat. epigr. n. 374 Buech., dann C. I. VI 13213(2. Jhdt.). Noch lex. Sal. tit. 40, 6 u. a. 3 CXL.*locellus„Kästchen“(Caes. fr., Val. Max., Mart.). Gl. II 263, 47 fg.„¹οαυοσοα᷑σQ lucullum(d. i. loculum),„lαοσοQσmρμμον lucellum, IV 361, 42 loculus: locellus, 75, 20 lectum funereum id est locellum(span. Iucillo= steinernes Grab, altfrz. Iuisel Sarg); Plac. V 31, 11= 81, 15... dici- mus et locellos ad vestes vel pecuniam oustodiendam(vgl. Isid. XX 9, 3). V 176, 25 caupilus: scapha, canale, locellum, wo loc. wohl auf capulus geht. Eugipp. v. Sever. c. 43 loc.= Sarg. 1) Kritisch ganz unsicher ist calopeta im Geogr. Gothofr. 32 bei Riese, geograph. lat. min. p. 111) und wohl= aloxirne oder aοßdm(Gl. II 337, 39; cuαο. 432, 31). Woher cupedipeta bei Forcell.-De Vit im Anhang zu Bd. VI stammt, ist nicht ersichtlich. 4* — 28— *sacellus= Saccellus(Cels., August.). Gl. II 176, 36 saccellus αddvνrαον, Not. Tir. 98, 2 fg. sacculus, saccellus(so der cod. Cassel., die übrigen sacellus). Dazu Veget. mulomed. I 52. Ps. Ascon. Cic. Verr. act. I§ 22. Auch saccellum(Plin. Val. II 18): Gl. II 255, 39 Sadlœvrldoν saccellum, III 369, 69 sacc. 6αοσαν, IV 257, 22 u. ö. marsuppium: sacellum(V 523, 44 u. 5. saccellum). Anderswo ist das Geschlecht nicht zu erkennen wie Vulg. Mich. 6, 11 und den Var. bei Rönsch, Itala 94, Schol. Pers. V 112, Cass. Fel. c. 53 sacello(Var. zu sacculo), sowie zweimal bei Corippus, wo säcell. gemessen ist, s. Haupt opp. III 402 und aufser dem schon angeführten noch Hesych. G.αα³αι drou o TOνο⁵ον rεετα, dανονν oolc, und Gl. V 513, 3 sacelliones: sacculos, was falsche Erklärung sein kann, vgl. Osb. p. 192 aedituus: custos aedis, flamen, sacellio. Zur Vereinfachung der Doppel- konsonanz vgl. ofella neben offa, mamilla neben mamma, obwohl sich auch säcalus in einer Weih- inschrift C. I. L. V 6876 gemessen findet, was jedoch durch säcellus beeinfluſst sein kann. Doch schwankt auch auf att. Inschr. odaog und xog: ersteres soll nach Thom. Mag. allein attisch sein, s. Lob. Phryn. 257 und Meisterhans, Gramm. der att. Inschr. p. 38 A. 350. *clostellum. Nur noch in Glossen: IV 272, 20 pessulam.: clustellum(cf. V 510, 21); V 352, 32 clustella: clusterlocae(angels.), welche Glosse wahrsch.(s. zu dignitosus S. 13) auf die von Paucker suppl. lex. 1. 80 citierte Stelle Aldhelm. laud. virgin. 41 arcarum clustella reserantur geht; V 564, 38 claustella: claustra, clausa, viell. auch p. 617, 43, wenn daselbst, wie ich vermute, clatra: clostella für calta crustella zu lesen ist; V 653, 54 clustra: dlausura ostii cum verriculis suis, unde clustellum, wo nach p. 180, 12 u. a. vermiculis ¹) zu emendieren ist. Auſserdem vgl. Du Cange s. v. claustellum, wo auch Stellen für clust.= corollarium, sequela. Anhangsweise seien einige seltene Wörter behandelt, die zwar selbst in Glossen u. s. w. nicht vorkommen, aber wenigstens in Analogien: XXXV. sterilicula, Diminutivum vom substantivierten sterilis sc. vulva suis, wie au‿αliculus, vom subst. açualis, breviculus bei Isid. I 23 von brevis sc. libellus(C. Gl. II 408, 23 wArrdxαν pitta- cium, brevis u. a., wovon unser„Brief“, farticula Titin. com. 90 Ri.). Schon die alten Erklärer citieren die Stelle des Iudicium coci et pist.(s. oben S. 18) v. 90, wo die kinderreiche Niobe um die sterilis bittet: me sterilem Niobe, linguam Philomela rogat me, und die Erwähnung der vuloa sterilis bei Cels. II 24 nebst dem Recept für dieselbe bei Apic. VII 258. Aus den Glossen lernen wir jetzt noch den griechischen Ausdruck und die neutrale Form sterile kennen: III 183, 65 steht unter Schweinernem Greννινυν) sterile vor αᷣνραςα(= roα) vuloa, ebenso in dem alphabetischen Glossar II 437, 31 Gr4νQον sterile, was wir schwerlich verstehen würden ohne die sachliche Einordnung der ersteren Glosse. In mittelalterl. medicinischen Glossen wird steriles mit intestina erklärt, s. Du Cange und vgl. burbalia S. 41 A. 1. XL.*coptoplacenta nur noch Iud. coci et pist. v. 47, xοπνπιοπαναᷣαςσ von Athen. XIV 647 F. aus dem Pemmatologen Chrysippus angeführt, vermutlich dasselbe oder etwas ähnliches wie copta aus gr. omri, eine Art harten Backwerks, bei Mart. XIV 68 und in dem Abschnitt'de secunda³) mensa' C. Gl. III 15, 40= 372, 27 orn copta.¹) LXI. benemorius. Die UÜberlieferung sed ego non mehereules corporaliter illam... curavi, sed magis quod bene moriar fuit hat zuerst Hadrianides in bene morata geündert und damit allge- 1) Im Arch. f. Lex. IX 595 hatte ich verticulis vorgeschlagen. Doch C. Gl. III 313, 19 steht Bdασν* vermiculus unter der Rubrik ede babitatione' zwischen Ausdrücken, die sich auf die Thüren und ihren Ver- schluls beziehen, und II 223, 6, von Funck, Archiv VIII 395 übersehen, heifst es deutlicher vermiculi Hdππανοα εένι ron eld ον ν§Glo&ο, was man jetzt wohl nicht mehr mit Salmasius Scr. h. Aug. p. 393 in veruculi ändern wollen wird. 2)= Gr4Ovov, s. oben S. 6 A. 2. Vgl. Steph. thes. s. v. 3) Die Voranstellung des Adj. ist konstant in den Uberschriften der Glossarien des III. Bandes ent- sprechend dem griech. xεο devrdode rourεςα. Sie scheint überhaupt in Verbindung mit mensa die regel- mäſsige zu sein und ist viell. eben aus dem Griechischen zu erklären, indem die Sitte des Nachtisches aus Griechenland kam. Ich setze meine gelegentlich gemachte Sammlung her: Cic. Att. XIV 6, 2. 21, 4. Nep. Ag. 8, 4. Varr. r. r. III 16, 5. Val. Max. II 6, 1. Petr. 68(zweimal). Plin. n. h. XVI 15. XIX 168. Gell. VII 13, 12. XIII 11, 6. 7. Lamprid. Heliog. 25, 9. Al. Sev. 37, 10. 39, 1. Porf. Hor. od. IV 5, 31. sat. I 3, 6. Macr. sat. II 8, 2. III 18, 1, auch inschr. in den Acta fratrum Arvalium vom J. 218. Viel seltener finde ich die Stellung mensa secundae abgesehen von Dichtern Cic. fll. bei Cic. fam. XVI 21, 7. Plin. n. h. IX 120. Macr. II 8,1 u. Varr. ebd.§. 3. 4) Vorhergeht ein anderes merkwürdiges Backwerk, das auch bei Athen. I. c. aus Chrysippus citiert wird, zvrvoltys simitillus, was in verschiedener Schreibung und Interpretation wiederkehrt III 87, 82 Gι τια2ο * — 29— meinen Beifall auch bei den neueren Editoren gefunden. Die Anderung ist durchaus sinngemäls und läſst sich paläographisch auch durch die Annahme rechtfertigen, daſs einem Abschreiber die Worte ila bene moriar cet. in c. 58 zur Unzeit in den Sinn und in die Feder gekommen seien. Nichtsdesto- weniger kann man der Tradition noch näher bleiben und zugleich eine dem plebejischen, halbgriechi- schen Sprecher nicht übel anstehende Bildung gewinnen(vgl. auch fulcipedia c. 75, caldicerebrius c. 45), wenn man mit Tilgung nur eines Buchstabens benemoria schreibt. Die Vermutung ist schon von Orelli beiläufig ausgesprochen, und ich selbst bin auf sie durch folgende Glossen des III. Bandes geführt: III 333, 41 unter'de moribus humanis' dvνέςωντοοσπωοαο) malemorius, 432, 4 unter der Rubrik ede iumentis'(d. h. Pferde, Esel, Maultiere) œιοσονalemorium hinter suiviov mite. Khnlich ist bene- memorius, bez.-a(neben bonememorius u. ä.) auf gallischen Grabschriften(die früheste vom J. 492, s. Le Blant. inscr. chrét. de la Gaule n. 32) als ehrender Zusatz zum Namen des Toten, das sich entwickelt, hat aus dem urspr. Gen. bonae memoride, s. C. I. XII p. 964. Schuchardt Vok. I 176. III 90. Ferner aus Glossen II 319, 15 5*τ66m w₰ bonifacies(vgl. 30, 26 bifaæ: lxoναοο, dνππινοωmQς, 0¹*rég), 318, 35*⁵μαοοσο bonifatus, was vermutlich ²) nicht verschieden ist von bonifatius, das als Eigenname aus christl. Inschriften, entspr. griech. Eöruxijg, wie auch Malifatius(auf ein malefatus= unglücklich, Böse- wicht führt auch das Rom., s. Gröber Archiv III 522) bekannt ist und erst in späterer Zeit, wo t vor c mit folgendem Vokal sibiliert wurde, Bonifacius geschrieben und fälschlich als„Wohlthäter“ gedeutet wurde, wie Pott zuerst gesehen hat und jetzt allgemein angenommen wird. Zweifelhaft ist honisperius Gl. III 331, 46 fg.&rν⁶εέέοο bono peritus(t von 2. Hd., wie es scheint, übergeschr.), mο eεεαο bonis perius, 519, 34 2α⁴ιεέέιοο bonosperius, rridsioe bonisperius. Denn obwohl bonisperius sich deuten lielse nach der archaischen Flexion spes, speris st. spei, so liegt es doch näher bono perilus und boni peritus(vgl. iure peritus und iuris p.) als Nachbildungen etwa des Gegenstücks drεεο̈νν‿αννοσ zu verstehen; vgl. Osb. p. 292 infrunitus: in malo peritus. Von Kompos. mit male- mögen noch hier erwähnt werden malibarbius: dοσασοοανꝓ I 329, 63, häufiger in der Form male- oder malibarbis(s. Funck Archiv VIII 379), die neben inbarbis steht wie maleformis dνσeρμοσσ I 126, 29, wœuαναόιμοο—σ 336, 49 neben informis. Alle diese Bildungen stehen wohl unter dem Einfluſs des Griechischen und kopieren die entsprechenden griechischen mit ed- durch bene-, bez. boni, mit zœxνο- durch male-, bez. mali(Adv.— Adj.). Die Ableitungen von Verben, wie bene-loquäus neben boniloquius, die Arch. II 267, bez. I 262 belegt sind, u. a. will ich hier übergehen. LXIX. agaga. Die Glossen, zum Teil schon den alten Erklürern bekannt, bezeugen nur das Dim. agagula. Sehr oft ist es mit lenocinator erklärt, z. B. IV 13, 22. V 589, 19(wo pantomimus hinzutritt), 589, 19 conciliator, id est leno, 164, 43 vanus, fornicator, einmal auch in einer Form, die auf eine bestimmte Stelle eines Schriftstellers deutet, p. 652, 12 agagulis: lenonibus;, endlich 297, 47 ganeones: propinarii³), ubi et agaguli, wo qui et⁴¹) agaguli(Masc., entsprechend si adulteram, si male- sivitillus, 316, 2 gygvrovg sibit., 372, 23 in den Excerpta Stephani subitillus vνdvros, letztere Schreibung auch bei Athen. ν ετυν2νlν„ das dort nach kyxvros und cνοιρεεέκν*ε(criblitc) unter der Rubrik&u ruοοο„ένεrx πx uornoæ 1dos steht, und in den Tiron. Noten 109, 35 subitillum zwischen fabum= fawus und mustacium, wo nur wenige Hdschr. sib. haben, keinesfalls aber mit Schmitz ein fingiertes sorbitillum zu setzen ist. Das ist das gesamte Material, soweit es mir bekannt ist. Unklar bleibt dabei die Etymologie. Rönsch in Ztschr. f. österr. Gymn. XXXVI 824, der nur von der Stephanus-Glosse spricht, erklärt zvd'uros, das, wie man jetzt sieht, aus syxvros verdorben ist, höchst sonderbar=„mit stürmischer Eile hergestelltes Gebäck“ und leitet subitillus dementsprechend von subitus ab. Mit mehr Wahrscheinlichkeit vergleicht Buecheler, Umbrica p. 55 das Gοο- Bérolloy bei Ath. mit subucula, das nach Aelius Stilo bei Fest. 309 eine Art Opferkuchen bedeutet. 1) Das Wort(von dvrοεαeισααα*) fehlt in vielen Lex. S. noch III 373, 18 dvévroowos inreverens. 2) Denkbar wäre ja boni fatus(vgl. ebenda p. 320, 40 cε τοοπς bont coloris, 337, 49 αα οπσοε boni moris, Z. 2 œανντοοπσοο mali moris, vgl. Tac. a. I 35), wenn man fatus nach 4. Dekl. flektiert nimmt, wofür freilich nur ein Beispiel aus Ammian citiert wird, wo der Abl. fatu, der leicht durch fato zu ersetzen ist. Sonst ist Nom. Sing. fatus häufig(s. unten S. 42), der die Dekl. nicht erkennen lälst, nach allen Analogien aber der 2. Dekl. zuzuweisen ist; vgl. noch Fata= frz. fée in Inschr., genius u. a. 3) Volksetymologisch für popinarii. Isidor war der entgegengesetzten Ansicht, denn er schrieb gewils, wie überliefert ist, XV 2, 42 propina graecus sermo est, qui apud nos corrupte popina dicitur u. s. w., nicht, wie Arevalo liest popina... Propina, was zwar sachlich richtig ist, aber durch die folgenden Worte Isidors, bes. seine Ableitung von xeıνα(vgl. Gl. V 233, 24) widerlegt wird. Inschriftlich belegt die Schreibung Schuchardt I 55, aus Glossen Landgraf, Arch. IX 368. 379. Vgl. noch Gl. III 306, 61 oorlvæ popina. 4) Vgl. IV 187,47 tus: incensum, qui() et libanum u. a. Mit derselben Formel qui et, auch mit vocatur u. a., — 30— hicam, vel eliam quam vulgus appellat aggagulam in iudicio potuerit adprobare im Ed. Theoder. 54= Kupp- lerin; s. Du C.) zu lesen scheint, mit welcher Glosse man IV 240, 43 ganeo- gulosus, tabernio, propi- nator vergleiche, um zu erkennen, daſs das Wort auch allgemein von einem Bruder Liederlich gebraucht wurde, eine Bedeutung, die an der Petronstelle allein am Platz ist, s. Sittl Arch. II 611 und Fried- länder. Dals aber die urspr. Bedeutung leno war, zeigt schon die Herkunft des Wortes von dy„zu- führen“, lat. de- und perducere(perductor= leno bei Cic.). Irre ich nicht, so ist es den Bildungen auf ãg(oder dꝓς) wie aœracναᷣ=„Gyog Fresser(bei griech. Komikern und sehr oft in den bilinguen Glossen II 36, 44= gulator 32, 15= ganco, Petr. 39 cataphagae, wo Scheffer unrichtig phagi), dawväg u. a., über die Lobeck zum Phrynichos p. 433 handelt, zuzurechnen, also dycyég=, wofür das regelrechtere dycyd würe, vgl. ⁴αeꝓνπ= leno, dycysiov bei Pollux= domus lenonia. Hier dürfte der Ort sein, der schwierigen Frage, die schon oben wiederholt gestreift wurde, näher zu treten, ob und inwieweit Petronius in den Glossen und in den Tironischen Noten benutzt worden ist. Was die Glossen anlangt, so bieten sie, so weit ich zu sehen vermag, keinerlei Hand- habe zur Feststellung einer solchen Benutzung. In keinem der zahlreichen Glossarien finden sich Lemmata, die durch ihre Ausprägung in bestimmten Formen des Nomens oder Verbums den Verdacht erregten, dafs sie auf eine Stelle des Petronius sich bezögen, dagegen konnte bei gar manchen der oben behandelten Wörter die Beziehung auf andere Schriftstéller mit ziemlicher Sicherheit festgestellt werden. Nur der Schlufs der Glosse minutal im Gl. Aynardi könnte, wie S. 9 fg. dargethan, eine Beziehung vermuten lassen, die freilich auch in jenem Glossar so vereinzelt würe, dals man billig zweifeln kann. Auch sonst ist von antiken Petron-Scholien nichts bekannt. Denn das zuerst anonym Leyden 1645 herausgegebene Glossarium Petronianum, das die älteren Kritiker wie Scheffer, Bosch, Burmann, ja auch noch Forcellini-De Vit im Anhang des Lexikons wie einen alten Scholiasten behan- delten, ist jetzt als plumpe Fälschung des Hermannides, aus den Kommentaren von Wouwer und Goldast kompiliert, erwiesen; vgl. Wehle, obs. in Petr. p. 9, Bonn 1861, und Buecheler Petr. ed. mai. p. XL. Und ebenso sicher ist, daſs die in Excerpten-Hdschr. des Petronius überlieferte Glossen- masse mit dem Titel Petronius Arbiter de antiquis dictionibus'(oder ähnlich) nur dem Zusammen- stehen mit den Exc. ihren Namen verdankt, im übrigen aber aus Gellius, Isidor und Kirchenschrift- stellern zusammengestellt ist, wenn auch durch Zufall einige von Petr. gebrauchte Wörter darin erklärt sind, s. die erste Ausgabe jener Glossen von C. Beck(Cambridge 1860), Reifferscheid Rh. M. XVI 1 und Buecheler p. XII. Scheinbarer ist die Benutzung Petrons in den Notae Tironianae. Dals in dieser im Grundstock vermutlich auf den bekannten Freigelassenen Ciceros zurückgehenden, im Laufe der Jahrhunderte bis zur Karolingerzeit beständig vermehrten Sammlung antike Schriftsteller ausgebeutet sind, ist an sich schon zu vermuten und wenigstens hinsichtlich von Eigennamen nament- lich für Cicero, Sallust und Plinius von Kopp und Schmitz— nach gelegentlichen Andeutungen zu schlieſsen— mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen.¹) Auch für die Benutzung des Petronius glaubte Kopp sichere Anzeichen zu haben(s. oben S. 10 über anathymiasis, um unwahrscheinlichere Beziehungen Kopps zu übergehen), auch Schmitz(s. zu nenige S. 10). Man könnte ferner geltend werden bekanntlich in Inschriften gern Individualnamen als zweite Cognomina angefügt. Bei Schriftstellern guter Zeit dürfte sich derartiges schwerlich finden, und ich möchte daher auch dieses Argument noch geltend machen für Crolls Meinung, daſs Tac. h. V 12 der Relativsatz quem et Bargioram vocant, der zudem an falscher Stelle steht, eine in den Text gedrungene Randerklärung ist, wie sie sich in Tac. hist. mehrfach nachweisen lassen, zum Teil mit Hülfe des Corp. Gloss.(vgl. meinen Aufsatz im Hermes XXI 424 fl.). 1) Aus Ciceros Verrinen, bes. III und IV, können stammen: die Eigennamen Themistagoras, Theom- nastus, Timarchides, Verrucius, Zosippus, Halaesinus, Haliquensis(= Halicyensis; vgl. Haliq— in der viel- besprochenen Mainzer Votivinschrift, die jetzt auch bei Dessau inscr. sel. 1188 steht), Herbitanus, Thermitanus, Tyndaritanus; aus Cic. p. Clu.: Ancharius, Cluventius, Cominius, Cosconius, Nicostratus, Plaetorius, Oppianicus, Rupilius, aus Sall. Cat.: Autronius, Camers, Catilina, Damasippus, Laeca, Nucerinus, Orestilla, Sanga, Sergius, Siseana, Statilius, auf Sall. Jug.: Adherbal, Bochus, Bomilcar, Gulussa, Hiempsal, Hippo, Jugurtha, Leptis, Mancinus, Masinissa, Massiva, Mastanabal, Micipsa, Nabdalsa, aus Sall. hist.: Fufidius, Sicinius, Conſi)sturgis u. a. ſnsicher ist Kopps Beziehung von instituta maiorum p. 59, 91 auf Sall. Cat. 5, 9, das ebendaselbst stehende omi militiaeque findet sich auch auf p. 39, 65); aus Plin. n. h.: Aracia, Consoranni, Lacturates, Oscidates campestres, O. montani und viele andere geographische Namen, desgl. die sonst nicht nachgewiesenen Wörter mangonizo, meabilis, nigrico, sororiclatum, thoracatus, villaris. Die ganze Frage nach den Quellen der Tir. Noten verdiente eine gründliche Untersuchung. machen, dals aus demselben Kapitel des Petr., wo anathym. sich findet, eine verhältnismälsig grofse Anzahl seltner Wörter auch in den Not. Tir. begegnen, wie malicorium, empticius, minutalia, potiun- cula, petauristarius, aus anderen Partien die nur oder fast nur bei Petr. vorkommenden debattuo, cucumaula, basiolum, scissor, canlurio, saplutus, tonstrinum, crotalia(kann aus Plin. stammen), Sester- kiarius, arcisellium:- die beiden letzteren auch in den Glossen, wobei es zweifelhaft ist, ob sie aus diesen in die Notae oder umgekehrt gelangt sind. Den Verdacht zu bestärken scheint vielleicht man- chem das satirigon 106, 26 geeignet, das zwar Kopp als satyrion, Schmitz als satiricon sc. genus¹) falst, aber auch als Gen. Plur. auf den Titel vieler Petron-Hdschr. Petronii Arbitri satiricon und bei Mar. Vict. C. Gr. VI 153, 33 Arbiter Satiricon(sonst nicht als Buchtitel bekannt) gehen könnte, wofür es freilich belanglos ist, dafs auch Petronius(und arbiter) in der Sammlung der Noten vorkommt, wührend freilich spezifisch Petronische Eigennamen daselbst ganz fehlen. Aber fafst man auch alle diese Momente zusammen, so genügen sie m. E. doch noch nicht, die Benutzung des Petr. in den Notae zu behaupten. b) Redensarten, Formelhaftes, Sprichwörtliches. Das in diesem Abschnitt behandelte Material gehört mit verschwindenden Ausnahmen Abschnitten im Petronius an, in denen Personen niederen Standes reden. Ich beginne mit der Ausnutzung der Glossen. XXVII. raguam poscere ad manus. C. Gl. III 288, 20(Montp. Schulgespr.= p. 658) = 514, 71 d S0c% elg zeioag da aguam ad manus, 439, 56= Gl. Lois. 474, 2 aduam manibus 66% ο Teioae, 219, 20(Münch. Schulg.) dére 60ο ele geioag date aquam manibus(= p. 653), dagegen 234, 16(Eins. Schulg.) d. a. ad manus und II 20, 26 adqua manus vlipaodar(Vollständig etwa da a. m. dòg v.), wo ältere Kritiker aquam manibus, Buecheler aquam in manus korrigiert. Letztere Redeweise finde ich nicht in Glossen, wohl aber*) im sog. Caper C. Gr. L. VII 92, 8 in manus aquam poscimus. veteres autem daquam manibus pedibusque' dixerunt, wozu Keil nichts bemerkt hat, obwohl hier, wie anderwürts vielfach von ihm bemerkt ist, die UÜbereinstimmung mit Non. p. 544 (s. v. polybrum) Fabius Pictor lib. XVTI: aquam manibus pedibusque dalo etc. auf der Hand liegt. Der Zweckdativ schon bei Plaut. Truc. 481 date aquam manibus(ebenso Pers. 769), Most. 308 cedo aquam manibus, puere(Pers. 792 ferte aquam pedibus), desgl. Sidon. ep. I 11, 14 kamguam manibus aquam peteret, dagegen V 17, 8 aquam ad faciem petere wie C. Gl. III 284, 46&ls 6ο% ele ö νκν adfer aquam ad faciem, 210, 61 rnGoœα‿§. elg riv Suεν, poposci aquam ad faciem¹), wie auch im Griechi- schen Dativ und Präposition wechseln: Hom. Il. IX 171 gtüore 7ᷣ 56, Ar. Vesp. 1216 06% nœr Jεαοος, was der klassische Ausdruck zu sein scheint, vgl. Klearch und andere Komiker bei Athen. 642 ½, seltner ist αrd Jε⁴οεν s. Cobet novae lect. p. 4. XXXVIII. sibi non male velleb)„sich das Beste gönnen“. Vgl. C. Gl. IV 529, 36 im- probus: inconsideratus vel qui soli sibi vult bene. Gewöhnlich von dem Wohl- oder Übelwollen gegen andere, wie oft bei den Komikern, z. B. Plaut. Pers. 820. XLIV. domi gaudere„sich im Stillen freuen, sich ins Fäustchen lachen“(domi wie in domi nasci), sonst in sinu g. Vgl. C. Gl. IV 86, 49 hilarens(hilaris 444, 34): apud se gaudens.) 1) Genitive finden sich auch sonst in den Not. Tir., z. B. elogii 76, 34, und so erkläre ich precum 67, 4 vor preconium, wo Kopp praeconium und praeconinum vermutet, Schmitz biols precum für verdächtig hält; vgl. die häufige Uberschrift Exemplum precum, z. B. Bruns, fontes juris p. 4215.. 4 2) Vermutlich auch Petr. 34 duo Aethiopes... vinum dedere in manus, aquam enim nemo porrexit. Anders c. 31 pueris aquam in manus infundentibus, wo der cod. Memm. a. manibus hat. 3) Dagegen ist manibus bei lust. XLIII 3, 11 agucm manibus porrigere ein Glossem, das den maſs- gebenden Hdschr. fremd ist. 3 4) Vgl. noch p. 287, 27 0669 G⁴ 6ι 6ννν τπποο⁸ε rijv d da mihi linteum ad faciem, 289, 4 d68 Tε.αοο dꝓιον da mappam ad manus.. 5) Die Stelle lautet in der Überlieferung est tamen sub alapa nec vult sibi male. Dals hier sub alapa esse keine befriedigende Erklärung zulälst, führt Friedländer aus und verlangt nach dem Zusammenhang eine Bezeichnung der Aufgeblasenheit, wie in Hirschfelders paläographisch allerdings unwahrscheinlichen Konjektur est tamen subflatus. Sollte nicht subalapo oder subalapator zu lesen sein nach einem von Rönsch, Rh. M. 1879, 632= coll. phil. 25 besprochenen und unter anderem aus Glossen belegten vulgären Verbum alapari= gloriari, se iactare(spanisch alabar)? Vgl. das Subst. alapator, C. Gl. III 372, 56 mit uuvxnris erklärt, und Bildungen wie subsannator u. ä.. 6) Dagegen ist Catull 22, 17 tam gaudet in se tamque se ipse miratur, das z. B. auch Riese so er- populus minutus„der kleine Mann“. Vgl. C. Gl. II 269, 40 dH⁷σαμαeσ μmαχα⁶⁶ haec plebs, 359, 45 lerrod οινν*υυραάαόσα plebiscitum. Phaedr. IV 6, 13 minuta plebes. Ital. minutaglia Pöbel'. XLVI. sibi placens„selbstgefällig, eingebildet,“ sehr oft beim Philosophen Seneca, s. Friedl. In Glossen: II 183, 28 sibi pl. d*νμαπ, ddsorog, III 179, 41 u. ö.= adbrdoετοο, V 475, 30 prae- sumptor. audaæ sibique placens, vgl. Vulg. 2 Petr. 2, 10 audaces, sibi placentes, Porf. in Hor. p. 211, 19 Holder sibi placens et gloriosus, mit ungewöhnlicher Stellung Claud. Quadrig. bei Gell. X 13, 4 placentem sibi. Davon in der UÜbersetzung von Iren. III 2, 2 sibiplacentia= ντιαρςοσπεια(Rönsch It. 222). Im Verbum finitum sibi placere bei Cic., Ov., Juv., Flor., Vulg., Petr. (itterae thesaurum est et) artificium nunguam moritur, was Friedl. übersetzt„Bildung ist ein Schatz und was man gelernt hat, das bleibt ewig“. Merkwürdig ühnlich, wenn auch der Sinn ein anderer ist, C. Gl. III 39, 15(Herm. Leid.) ars transfertur ab homine in hominem et propterea ars non moritur. XLVII. domi natus- s. empticius p. 11. XLIX. despoliare(ebenda und c. 30 in urbaner Rede) in der Bedeutung p„entkleiden“, während es gewöhnlich„berauben“ heilst. C. Gl. II 236, 44 despolio dmπχ⁵νυαα, 289, 48 d. enduνo (beide griech. Verba nie= berauben). Ps. Plin. II 23 in balneo cum te dispuliaris(!?), anderes bei Rönsch It. 385 und Sem. Beitr. III 30. Häufiger findet sich so in späterer Zeit exspoliare: C. Gl. III 216, 41= 651(Gespräch im Bade, Herm. Mon.) àdòνσν sε expolia me, dagegen p. 232, 10 (Herm. Eins.) exue me, App. Prob. p. 197, 6 expolio birro, anderes bei Rönsch It. 365 und Sem. Beitr. III 38. Vgl. noch spoliarium, der An- und Auskleideraum im Amphitheater¹) oder in Bädern. LII. plus minus asyndetisch, vor Zahlwörtern. C. Gl. IV 75, 16 ferme: plus minus, 34, 7 eirciter: plus minus(IV 218, 40 c.: plus minusve) u. à. Litterarisch bei Hirt. b. g. VIII 20, 1. Stat. silv. IV 9, 22, Mart. IX 100, 3 ²), Charis. p. 51, 26, Serv. Aen. VI 43; inschriftlich C. I. L. III 3980 (annos plus minus centum), X 3438 u. ö., doch meist in der Abkürzung P. M.; auf einer siebenbür- gischen Wachstafel C. I. III p. 936 findet sich sogar annorum circiter p. m. sew verbunden. LVII. ingenuum nasci tam facile est quam) Saccede istoc'. Nach Otto, Sprichw. p. 2 ist der Vergleich von dem Herrn genommen, der den Sklaven zu einer Handreichung zu sich ruft. Vgl. C. Gl. III 377, 15(= 637)= 70, 43 euei ⸗eoxοFre illuc accedite(Gespräch in der Schule). Plaut. Curc. 623 u. 5. accede huc, Trin. 517 huc concede aliquantum und Ter. Eun. 706 concede isluc paulu- lum, meist zu Sklaven gesagt. Verg. Aen. II, 523 huc tandem concede Hecuba zu Priamus. hac illac. C. Gl. II 452, 7 raurn zdueios hac illac, was möglicherweise auf Ter. Heaut. 512 geht. Ebenso Apul. met. VIII, 4, das einzige Beispiel bei Dräger II2 197. S. Preuſs J. c. 28. LVIII. curabo tibi Toois iratus sit et isti(i. e. magistro tuo), qui tibi non imperal. Vgl. C. Gl. III 386, 35 unter den praecepta in Delphis ab Apolline in columna scripta' filiis impera re᷑ννοσ επεεαε. Ter. Ad. 76 hoc gui neguit, fatealur nescire imperare liberis. LX. unus pateram vini circumferens di propitii' clamabat. Zu dieser Sitte vergleicht Fried- länder Serv. Aen. I 730. Vgl. auch die Schluſsworte der Einleitung des colloquium von Montpellier C. Gl. III 283, 23(= 654) dychf röxgh. dsoI IAeo bona fortuna. dii propitii, desgl. beginnt die Rubrik deorum nomina' p. 8, 21 u. 5. mit dii prop. klären möchte, wohl richtiger von Anderen„er hat seine Freude an sich“. Man erwartete im anderen Falle doch intra oder apad se. 1) So an den von Georges citierten Stellen Sen. ep. 93, 12 u. Lampr. Commod. 18, 3. 19, 3. Aulserdem vgl. C. Gl. II 236, 42 deπ ουτκιαυμον spoliorium(289, 47 4 νουνικνμοω apodyterium, spoliatorium); V 610, 40 Gl. Scal. = IV 175, 6 u. ö. spoliarig: ecteriores balnearum cellulae(anders IV 464, 40 spoliarium: locus ubi spolia ponuntur). C. I. XIV 3014 und Or. 2554(Amphith.). Curiosum urbis reg. II bei Jordan, Topogr. der Stadt Rom II 544. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, dals auch die litterarisch nur bei Macrob. erwähnten vomitoria in den Glossen vorkommen: III 240, 41(quae in amphitheatro') at 2ε½εο⁶οι vomitoria. 2) Noch einiges andere giebt S. Preuſs, de bimembris dissoluti apud script. Rom. usu p. 47(1881). 3) Zur Auslassung des verbum dicendi vgl. c. 33 in urbaner Rede ut audivi veterem convivam thie nescio guid boni debet esse', wozu Buecheler ed. I bemerkt potest dicentem ante hic intercidisse'; doch s. Sen. contr. II 5(13), 3 quam multas matres audivi illo tempore: quidnam volui quae peperi?' und Cic. Att. XV 11, 2 exclamat tua familiaris hoc vero neminem umguam audivi. — 33— LXI. quomodo di volunt. C. Gl. III 111, 25(= 641) im coll. Harl. guomodo di volunt als Antwort auf die Frage quo modo res tuae? omnia bene? LXIV. cubare vom Hunde gesagt((admonitus ostiarii calce, ut cubaret'). C. Gl. II 118, 21 cubat sosGst—rοov. Man sagte also zum Hunde cuba¹) wie frz. couche. Vgl. noch die Anwendung von cubare in den Hunde-Grabschriften C. I. L. VI 29896, 8 und X 659, 4(= Buechelers Anthol. lat. epigr. n. 1175 fg.), deren erste als Name Margarita beigeschrieben enthält, wozu Buech. unsere Petronstelle vergleicht, wo derselbe Name für ein Hündchen des Lieblingssklaven Trimalchios vorkommt. tibi dico, Redensart, um jemand anzurufen, dafs er aufmerke, häufig in unwilligem Ton. C. Gl. III 286, 50= 657(Gespräch im Bade) dnoloudeα ναμι sequere nos(sc. in balineum); do⁴ Ayο*εορνσ⁶‿εαμεα tibi dico, purgamentum. Oft in der Komödie, auch Phaedr. IV 18. 19. Anth. lat. epigr. 442, 2 Buech. Ebenso libi dicimus bei Ovid. met. IX 122 und her. XX(XIX) 153. LXV. misellus von Toten. Friedl. citiert Tert. test. an. 4 cum alicujus defuncti recordaris, misellum vocas eum;, Intpp.²) ad Catull. 3, 16 i0 miselle passer; Apul. met. VIII 1 fuit³) Charite. nobisque(2) misella— mames adivit. In der Glosse V 223, 2 wird misellus geradezu mit mortuus erklärt. Häufig auch in poet. Grabschriften als Anrede an die Toten, bes. in Afrika: C. I. VIII suppl. 11594 non digne, Feliæ, citto(1) vitam caruisti, miselle, ähnlich 11511. Vgl. auch, was Serv. Aen. IV 20 über miser= mortuus bemerkt(ausgeschr. von Isid. X 173) und Isid. diff. 353 miserum vivenlem adhuc dicimus, misellum mortuum, was wohl zu weit geht. LXVI. bene me admonet domina mea. C. Gl. III 216, 36 ff.(= 651)—r Ʒ‿‿es 4ei „G rb ν d†ραεμοενα Kadeς s ontuvnoæ numquid vis venire ad secessum? Bene me admonuisti. Vgl. Ter. Andr. 953 cur non illam huc transferri iubes? Recte admones, ebenso bene mones v. 373 und Enn. fab. praet. 2 Ribb. Theophrast. char. 7 führt als charakteristische Redensart des Schwätzers an: 805 ps, 6r εᷣ drtνnao. Bei Petron sind die Worte eine gelungene Nachahmung der Stegreifrede, so dals die zusoufflierten Worte aus dem Zusammenhang zu ergänzen sind, ühnlich wie Cic. Verr. IV 5 sed eorum artificem quemb quemnam? recte admones: Polyclitum esse dicebant, eine vielbewunderte Rede- figur, s. Plin. ep. I 20, 10. Quint. IX 6, 21. IV 5, 4 illa non iniucunda schemata paene excidit mihi et fugerat me*⁴) et'recte admones'. Petr. 25 ad aurem eius Psyche ridens accessit, et cum diwisset nescio quid, eita, ita', inquit Quartilla, bene admonuisti'. LXVII. est te videre? Begrülſsungsformel(est= licet), wie unser„Sieht man dich auch einmal“, zu der schon Friedländer eine Stelle aus einem Schulgespräch bei Haupt opp. II 512(jetzt C. Gl. III 211, 23 ff.= 647) dvrmνᷣσσο 1ꝓνν ααάα‿‿ς εmνσα Aouuts EoOri- s ddeiν; l drrsig IHdvra Hᷣꝭνe.„νςς‿ éei u. s. w. resalutavit dicens: Bene valeas?), Lucie; est te videre? quid agis? Omnia recte. 6) quomodo habes? Aulserdem vgl. die Begrüſsung des Tiberius in Germanien durch seine 1) Don. Ter. Eun. II 3, 66 pervulgatae consuetudinis dictum est: cferi canem foras.: h. e. feriendo canem oras eiice. 8 2) Die neueren Erklärer, wie Ellis und Riese, schweigen allerdings. 3) Wie fuimus Troes und C. I. L. X 4993= Anth. Lat. epigr. 1230, 4 nec nisi cum fuerit(sc. mater filiolum plangens), desinet esse dolor. 4) Dahin gehört auch die Redensart et bene venit in mentem Trebell. Poll. trig. tyr. 20, 1 u. Claud. 10, 1 bene mihi venit in m. Hist. Apoll. 40(p. 81, 1 Riese ed. II. 5) Vgl. bene valeas auf einem Ringe bei Le Blant a. a. O. n. 22, wie sehr oft&rjcoug. Ebenso bene vale bei Fronto p. 94 N., häufiger als Abschiedsgrufs wie p. 163. Plaut. Asin. 606 u. 5. Flor. IV 10, 7. Curius bei Cic. fam. VII 29, 2. Matius ebda. XI 28, 8. 6) Quid agis? wie oft bei den Komikern, Hor. sat. I 9, 4, Plin. ep. III 20, 11 quousque illa vulgaria equid agis? ecquid commode vales? mehr bei Brisson. de form. p. 755 sd. Zu omnia recte, was auch fragend gefalst werden kann, vgl. Ciceros Witz bei Quint. VI 3, 84 Cicero audita falsa Vatini morte, cum obvium libertum eius interrogasset erectene omnia?' dicenti recte, emortuus est?' inguit und Donat zu Ter. Phorm. II 1, 26 satin omnia ex sententia quod vulgo: omnia recte. Mehr bei Brisson. I. c. Dafür C. Gl. III 641 omnia bene? So wohl auch das in der Komödie und sonst häufige satin salve?(Georges s. v. salvus a. E.), mag man nun per- sönliches agis oder habes oder unpers. est oder omnia sumt o. à. ergänzen; entsprechend satin recte? bei Ter. Andr. 804(Apul. met. I 26 quam salve agit Demeas noster? quid uxor? quid liberi, ähnlich apol. 44. Fronto p. 29 quam commode agas sciscitor, vgl. Plin. ep. oben und Vulg. 2 Regg. 11, 7 quam recte ageret guaesivit). Wenn Georges, N. J. f. Ph. 117, 830 im Anschluls an vereinzelte Hdschr.-Schreibungen sich wieder für s. salvae? sc. res tuae sumt ausspricht, so verhehlt er sich zwar nicht, daſs Donat zu Ter. Eun. 978 salpe in jener Formel als Adv. erklärt= eintegre, recte, commode', übersieht aber, daſs auch Charis. p. 254, 25 sagt: habet et adverbium 5 — 34— alten Soldaten Vell. II 104, 4 videmus te, imperator? Enn. bei Varr. 1. 1. VII 12 lueri duo significat unum ab aspectu, ut est Enni illud? etueor te sener? pro Juppiter! Don. zu Ter. Hec. I 2, 6 set videon ego Philotium] sic solent dubitare advenientibus ipsis, quos post multum temporis intervallum vident. LXIX. tanto melior, Beifallsformel der Umgangssprache. C. Gl. II 195, 30 fanto melior rodοοτ τρειοο. Oft bei den Komikern, bei Sen. phil., Phaedr, Quint., s. Friedl. und Haupt opp. II 323. LXXIII.*in solio descendere„in die Badewanne steigen.“ C. Gl. III 217, 16 f.(= p. 652 Gesprüch im Bade) zœrd.μνέν ε riv ddriv descendamus ad solium. Gewöhnlich in solium d.: Cels. I 3, 4. II 17 u. 5. Vitr. IX 3 p. 215, 21 Rose. Fest. p. 298, 22(alvei quoque lavandi gratia instituli, 2uo singuli descendunt, solia dicuntur). Caper p. 94, 19 wird gelehrt descendi in solium maius, non maiorem.¹) Schol. Juv. VIII 86, dagegen II 142 in solio, was auch bei Petr. überliefert ist und jetzt auch von Buecheler bei Friedl. festgehalten wird: es sei logisch sogar zutreffender als in solium, übrigens wohl früh in der Sprache des gemeinen Lebens fest geworden.²) Bei Cass. Fel. p. 8, 12 Rose schwanken die Hdschr., Cornif. rhet. IV 14 ist in alveum desc. überliefert. Daſs jedenfalls an dem Verbum descendimus bei Petr. nicht zu rütteln ist, wie Orelli thut(lege desedimus- in Encolpi enim ore illud nimis plebeium) und ein älterer Kritiker an der ersten Stelle der Juv. Schol.(s. Jahn), ist klar; vgl. noch descensio balinearum Plin. n. h. XX 178. solium temperare. Überliefert ist solium quod Trimalchioni pervapatur mit der Rand- bemerkung eal. parabatur', Buech. liest vaporabatur, Friedländer nach Heinsius temperabatur, was das natürlichste ist und auch paläographisch nicht weit abliegt, wenn man temperabatur als Lesart des Archetypon ansetzt. Vgl. C. Gl. III 287, 30(= 657) ας Ʒyεᷣπασα ßƷε&eμe bene temperatum est solium;, Lamprid. Heliog. 20, 1 und die von Friedländer angeführten Stellen des Plin. n. h. XXVI 8. XXVIII 183. LXXV. librum ab oculo legere„ein Buch vom Blatt(ital. prima vista) lesen können“. Vgl. C. Gl. III 381, 63 ff.(ich übergehe die griech. Fassung) legi lectionem meam- Qquam mihi exposuit (magister) diligenter, donec intelligerem et personas et sensum verborum autoris- deinde ab oculo citatim ignotum et quod rare legitur(i. e. glossas). Etwas anders scheint II 251, 53 οονειςαον prae oculis dictio und die von Burmann citierte Stelle des Gregorius homilige quae sub oculis dickae'. Ubrigens vermutete Heinsius bei Petr. libram abaculo I., s. Burm. LXXVII. res im Plural euphemistisch= res Venereae. C. Gl. V 462, 1 irquitallus: puer cum primum ad res accedit. Auson. technop. 14, 7 imperium, litem, ²) venerem cur una notat— res? Khnlich an den von Rohde N. J. f. Ph. 119, 845 angezogenen Stellen Arnob. III 10 und Plaut. Most. 897, wo beidemale res illae, wie bei Petr. Götz verweist noch auf Plaut. Merc. 533. dicere= canere auf einem Instrument spielen(dicite aliguid belli sagt Trim. zu den corni- hoc verbum(sc. salvere), cum dicimus salve: esatisne salve est domi?', vgl. Diom. p. 348, 33. Anders Petr. 58 sunt(satin verm. Buech.) vestra salva? 1) Keil vermutet ascendi für descendi, wohl infolge des Vorurteils, solium bedeute daselbst„Thron“, was es allerdings in klass. Zeit gewöhnlich heifst. Aber solium wird auch für Wannen, bes. Badewannen ver- wendet, zuerst bei Lucr. VI 800(denn Cato r. r. 10, 4 muls aus bekannten Gründen aus dem Spiel bleiben), nachklassisch so gewöhnlich, dals die reinlat. Glossarien solium nur als sella regia u. ä.(vgl. Capitol. Pius 9, 7 sellam regiam Parihorum) zu glossieren für nötig finden, z. B. V 393, 37. Das von Caper gerügte solius findet sich Exc. Charis. p. 552, 18 s0ʃ1³ις ενμ⁴μρμαασ, dagegen p. 554, 4 solium d Sασαισeιχο0h Gã,do6vos, wührend C. Gl. II 548, 36 soleum ́ονεασσε, solium aœ νάα⁵⁴dο differenziert wird nach bekannter Liebhaberei späterer Grammatiker (vgl. Cassiod. C. Gr. L. VII 150, 18 über die Unterscheidung von vinid und vinea). Aufser„Thron“ und „(steinerne) Badewanne“ bedeutet solium auch nachklass.„Steinsarg“(vgl. xielog und ital. avello„Sarg“ aus labellum, worüber oben S. 8 A. 1), und nach Lindners ansprechender Vermutung in den Preuſs. Jahrb. 1873, 431 ff. hat die falsche Deutung eines lateinischen Berichts(in solio sedens) zu der Sage Anlaſs gegeben, Otto III. habe bei Nachgrabungen nach Karls des Grolsen Leiche ihn auf dem Thron sitzend gefunden, also mit dem gleichen Irrtum, der Keil an der Caper-Stelle untergelaufen ist. 2) Freilich findet sich auch Petr. 19 in hoc deversorio admitti, ebenfalls in urbaner Rede. Vgl. Nep. Lys. 1, 5 in horum numero nemo admissus est. Val. Max. IX 15, 1 populum in hortis suis admisit, Sall. invect. p. 157, 22 quem Tupiter in consilio deorum admisit, Liv. ep. p. 46, 23 Jahn legationes in senatu admissae, welche Stellen allerdings nicht alle gleichartig sind. 3) Vgl. Varr. I. 1. VII 93 in actionibus videmus dici eguam rem sive litem dicere oportet', worauf Cic. Mur. 27 anspielt. Porf. Hor. sat. I 9, 41 rem pro lite diait.. — 35— cines). Vgl. C. Gl. IV 166, 19 sambucistria quae in cithara rustica canit, 43 sambucinarius ipse gqui dicit. Apul. met. VI 24 ad fistulam dicere, zur Abwechslung gesagt wie Lam prid. Heliog. 32, 8 ipse cantavit, saltavit, ad tibias diæit(= tibiis cecinit), tuba cecinit. Hygin. castr. 21 classica dicentur. August. reg. C. Gr. L. V 498, 9 hat die Haupthdschr. liticen gquin litatis dicet d. i. l. qui in I. dicit, wo Keil canit mit der ed. pr. schreibt und den Relativsatz als Glossem in Klammern setzt. LXXIX. alium locum, quem polluas, gudere, solenne Formel der Abweisung, die Burm. durch viele Stellen illustriert(Ov. met. V 181 quaere alium, tua quem moveant miracula, Ter. Eun. 4, 7, 20 quaere qui respondeat u. a.). C. Gl. III 114, 19 ff.(= 643) sagt der Schuldner zu dem Gläubiger, von dem er auf der Straſse getroffen und gemahnt wird: Graye, gijres, rlut εOνεμιοσασς εy„dο odudeu Goν έν daoc te, qugere cui fenerastie ego enim nihil tuuum habeo.¹) Mart. IX 102, 3 quaere alium, cui te tam vano munere iactes, 91, 5. XII 48, 15. Plaut. Merc. 868. CXXV.*magno tempore, in einem kleinen Bruchstück, dessen Erhaltung wir wohl nur jener ungewöhnlichen Umschreibung von diu zu verdanken haben. C. Gl. III 114, 10= 643(Schulgespr.) roοοοε Jονρ tanto tempore, wie Ps. Asc. Cic. Verr. Act. I 1, 38. Magno t. auch Iust. XLII 5, 5 und Sort. Sang. XI 6 ed. Winnefeld(adhuc m. t. vives); quanto tempore Vulg. Gal. 6, 1, post magnum tempus Porf. Hor. p. 1, 14 Meyer. Vgl. auch Wölfflin Arch. VIII 596 und Münch. Sitz. 1894 S. 111. Eine besondere Behandlung darf das Verbum facere in seiner vielseitigen Anwendung in der Umgangssprache beanspruchen. XLVII. facere von der Zubereitung der Speisen, von Georges nicht behandelt. Daselbst fragt Trim. quem ex his(porcis) vultis in cenam statim fieris wie Val. Max. VIII 1, damn. 8 ut omasum in cenam fieri iuberet, ebenso im fgd. und c. 66 gieeria optime facta in der Rede eines Libertinen, wie C. Gl. III 288, 10 ff.(= 658) in einem Gespräch bei Tisch adfer sumen et allecem. perfunde. man- ducemus. Optime factum est(ooalce syεwero), ebenso kurz vorher: Piscis assatus est. Praecide cervum . coliculos fac(rodg aaulode wolmcov). Scheffer vergleicht unter anderem Mart. XIII 54 Cerretana (perna) mihi fiat vel missa licebit de Menapis. Khnlich mit dem Participium Petr. 47 mei coci etiam vitulos aeno coctos solent facere u. à. 74 ut aeno coctus ²) fiůeret(gallus), wie öfter bei Apic. 260 vulvam tostam ut facias, 291(vgl. 431 sardam farsilem sic facere oportet) und Anthimus: c. 3 de carnibus vaccinis vaporatis factis, 48 peclinis elixi facti(vgl. Varr. sat. 531 elixos facere calces). IX. fortiter facere„sich tapfer benehmen“, bes. im Kampf. C. Gl. II 244, 44 dozιοreνειν fortiler facere, so oft bei den Deklamatoren wie Sen. contr. I 8 Qui ter f. fecerit, militia vacet, Quint. decl.(s. Ritters Index), daher auch Ov. met. XIII 236 Odysseus in seiner Rede beim Waffengericht; Quint. V 11, 10. Mart. XI 56, 16. Trebell. trig. tyr. 12, 17 und Claud. 9, 7. Amm. XVII 6, 3. XXVII 1, 4. Serv. Ge. IV 561 fulminat] fortiter facit. C. Gr. L. V 141, 6. Hist. misc. p. 13, 24 Eyls. u. a. XLV. exitum facere„ein Ende nehmen“, gewöhnlich von Personen: bonum e. f., ebenso c. 2 in urbaner Rede non alium e. fecit, wo Heinsius cepit verlangte, trotzdem die Phrase auch bei Sen. ep. 115, 15, Suet. Ner. 46, ebenso bei Späteren wie Oros. IV 1, 7. 23, 4 ³) sich flndet. LXII. facere= facessere, wie unser vulgüres„machen, sich fortmachen“(homo meus ⁴) coepit ad stelas facere). Die Erklärer führen an: Tertull. pall. 3 ad illum er Libga Hammon facit und Apul. met. V 2 intra limen sese facit. Mit se auch in dem Bibelcitat bei August. civ. d. X 25 qui 1) Die folgenden Worte Iura mihi, Turo ubi velis. eamus. Tura in templo. Per deum hunc, nihil mihi dedisti sind eine treffende Illustration der Juvenal-Stelle XIII 107, wo es von dem frechen Gebahren des ab- leugnenden Schuldners heilst: tunc te sacra ad delubra vocantem praecedit u. s. w. Vgl. auch Porf. Hor. ep. I 17, 60 Osiris Aeyyptiorum deus, ad guam illo tempore iuratum homines ducebantur. 2) An der ersteren Stelle ist eno coclo überl., was Tilebomen verbessert hat. Orioli vermutet oeno- coctus, bez.-os; doch s. Apic. 381 u. 389 porcellum deno coctum im Lemma, vgl. 386; Theod. Prisc. I19 diplangio- coctus= duνννodyyε ꝓꝙd'es(Scrib. comp. 73 per duplex vas coquitur), Act. fr. Arv. a. 87 und Paul. Fest. p. 23, 13 exta aulicocta(so Hertz, aulicocia codd.). 3) Klassisch ist nur exitum habere(Cic. div. I 24. Nep. Phoc. 4, 3. Vell. II 112, 7), Sallust sagt e. invenire Cat. 55, 6, Spätlateiner auch e. dare Vop. Numer. 13, 2(Kellerbauer verm. habuit st. dedit) und Oros. V 10, 6, e. ferre Liv. ep. p. 29, 7 Jahn, Sulp. chron. I 51, 2. Heges. IV 20, 18, e. pati: Capit. Gord. tr. 7, 1, nancisci Eutr. X 11, invenire Heges. I 29, 47. 4) Ist auch wohl dem Erzühlungston angehörig, wie bei uns. Ebenso unten miles meus; vgl. Phaedr. V 7, 32 homo meus, Theocr. XIV 30 rdν εμꝓρμινᷣ¶ unον, Juv. XIII 244 noster perfidus. 5* — 36— longe se faciunt a te, peribunt(Qui elongant se a te, p. Vulg. Ps. 72, 27); vgl. Ter. Phorm. IV 3, 30 hine facessat/ pro hinc se faciat' id est abeal, ut huc se faciat' huc accedat significat. ¹) LXI. facere aliquid= sich etw. verdienen(assem feci). Vgl. Ev. Matth. 25, 16 rolncev dlla rturs 1daxra(V. 17 nfod-νοσαε, Vulg. lucratus est an beiden St.). Klass. nur mit allg. Obj., wie pecuniam Cic. div. I 111 u. a. LXXI. suaviter sibi facere„sich gütlich thun“. In Grabschriften öfters sibi bene f., z. B. C. I. L. IX 1764 valete et bene facite vocbis dum licet)(so ergänzt Buecheler Anth. lat. ep. 76, 5); VI 10081 sibi, dum viæit, fecit ubique bene. Plaut. Asin. 945(Grex). Georges s. v. bene citiert Cicero ohne Quellenangabe, aber wahrscheinlich irrtümlich nach einer freundl. Mitteilung von Merguet. Auch ohne sibi C. I. L. VI 142= Anth. Lat. ep. 1317(s. unten S. 37); vgl. C. I XIV 1874= Anth. 1. ep. 189 si duit bis facere, te bibo fac dulciter, Vulg. Eccli. 14, 11 fli si habes, bene fac tecum. Suaviter bei Petr. statt des gewöhnlichen bene wie c. 75 suaviter wobis sit, C. I. VI 12735(= Anth. I. ep. 132) Trebellige sit suaviter. ²) Die Inschriften, soweit sie nicht schon im Vorhergehenden ihre Stelle gefunden haben, geben noch Zeugnis für die Volkstümlichkeit folgender Wendungen: XXV. Junonem meam iratam habeam, si ungquam meminerim etc.(ähnlich c. 62) wie C. I. L. IV 538 abiat Venere Bompeiiana iratam qui hoc laesaerit. Das Gegenstück Petr. 74 ita genium meum propitium habeam wie in der gleichfalls Pompejanischen Wandinschrift Anth. lat. epigr. 233 iu (tu Mau) pupa, sic valeas, sic habeas Venere Pompeianam propiftiam. Uber das Vorkommen von iratum u. propitium habere aliquem in der Litteratur s. Thielmann, Arch. f. Lex. II 384. XXIX. cave canem' als Inschrift, wie auf dem Mosaik des Flurs im sog. Hause des tra- gischen Dichters in Pompeji. Schon von Varr. sat. 173 erwühnt und als Titel für eine Satira(73) benutzt. Die Verdoppelung des cave bei Petr., wo sie sich als handschr. Variante findet, verteidigt Wölfflin Münch. Sitzgsber. 1882 p. 435. XLIII. quot putas illum annos secum tulisse? septuaginta et supra, von einem Verstorbenen. Oft in Grabschriften, z. B. Anth. lat. epigr. 420, 1 ff.(= C. I. L. X 2311) scire laboras, annos quod tulerim mecum?, 1069, 3 viginti tecum nam fers non amplius annos, 387, 5. 1188, 3( perferre), anderes s. bei Burmann. amicus amico(ebenso c. 44), bei den Komikern häufige Verbindung: Plaut. mil. 658 u. s. w., s. Otto, Sprichw. der Römer s. v. amicus 11. Aufserdem vgl. das Grabdistichon Anth. lat. ep. 999, 1 (C. I VI 6275) hic est ille situs, qui qualis amicus amico quaque fide fuerit, mors fuit indicio, ähnlich 1000, 1. 689, 2.(S. auch Leo, plautin. Forschungen[Berl. 1895] p. 235, der für ühnliche Verbin- dungen auf Kielsling, Rh. M. XXIII 411 ff. und Kellerhoff in Studemunds Studien II 58 verweist.) hoc secum tulit von einem Verstorbenen, der das Leben genossen hat:„das kann ihm nie- mand rauben, das nimmt er mit sich ins Grab.“ Friedl. vergleicht passend Or. 6042(= C. I. L. 1) Ebenso se ducere in der Komõödie und sonst in vulgären Texten(s. Lorenz zu Plaut. Pseud. 535 Rönsch, It. 361 und sem. Beitr. III 32), auch in Glossen II 56, 11 duc te brye; III 516, 18 ego duco me 8yG rεμνομαι, 111,66= 641 Bxaye odby: I! Bornaœ;; duc te ergo. quid stas? Plac. V 6, 30= 48, 6 apaæ te: duc te, G roõ dræcye dictum(nach Loewes Emendation). Lucil. bei Non. p. 313, 12 surge mulier, duc te nach der mafsgebenden UÜberlieferung. Desgl. se agere u. ä. bei den Komikern, s. Lorenz a. a. O., Serv. zu Aen. IX 693. 2) Andere eigentümliche Verwendungen von facere, diesem Mädchen für alles, zeigen die Glossen und vulgären Texte, aus denen ich einiges weniger bekannte hersetze: C. Gl. III 121, 2= 645 feci circa collum Pallam; 115, 64= 644 puer, cito fac et tolle sabana, Gl. V 15, 29= 52, 2(Plac.) colorem facies: rubori erit; 600, 28 foris facio: offendo, noceo, wie frz. forfaire; 58, 31 contra significat adverbium, ut econtra faciens', wohl wie bei Macr. VI 3, 1 und frz. contrefaire=„nachmachen“. Uber barbam, ungues facere s. o. S. 20 A. 1. Serv. Aen. VI 1 puer, fac focum(frz. feu). Schol. Gron. Cic. Rosc.§ 132 manupretia: guemadmodum dicimus efac ad manum illum codicem'. Dahin gehört auch die dem Scholienstil gelüufige, aber öfter verkannte Umschreibung wie sie z. B. Schol. Juv. VII 200 fortuna faciente huc pervenerunt zeigt, ebenso I 64. V 147. Schol. Pers. I 100. Serv. A. I 651. II 626. XI 351. 866. Prisc. C. Gr. L. II 2, 8 und noch im Ed. Rothari& 225 casu faciente. Im klass. Latein finde ich nur eine ähnliche Stelle bei Ovid met. II 540 lingua faciente loquaci u. s. w. — 37— VI 142= Anth. lat. ep. 1317) cum vivis benefac¹), hoc tecum feres und verweist auf seine Sittengesch. III 741 A. 5. KAhnliches bei Buecheler zur Anthol. lat. ep. 187 quod comedi et ebibi, tantum meu est. XLIV. serva me, serbabo te. Wegen der Redeform vgl. die auf Ringen häufige Inschrift ama me, amabo te, s. Le Blant, 750 inscr. de pierres gravées n. 144. LVII. assem nemini debeo. Vgl. C. I. VI 21975= Anuth. lat. ep. 67, 4 nemine unguam debui, Cic. Verr. Act. II 2§ 24 debebat nullum nummum nemini. LXIII. omnium numerum p„in allen Stücken perfekt“(numerum= numerorum), ebenso c. 68, durch Konjektur aus o. nummorum hergestellt. Numerum omnium findet sich auf einer im Rheinland gefundenen Verdienstschnalle, mitgeteilt in den Bonner Jahrb. X0 29 A. 3.²) Omnibus numeris absolulas u. à. bei Cic. CXI. lacrimas commodare„mit jmd. weinen“. Schon ältere Erklärer haben gegenüber Anderungsversuchen auf Don. Ter. Andr. I 1, 82 collacrimabat)... alienis lacrimis suas commodabat verwiesen. Vgl. aufserdem die Grabschrift C. I. X 1275, 7= Anth. lat. ep. 213 ut meretur anima, lacrimam accomoda(Mart. VII 96, 6 da lacrimas tumulo, gqui legis ista, meo, Querol. p. 45, 8 Peiper lacrimas demus funeri). Anhangsweise seien zum Schluls noch einige weniger beachtete Redensarten der Umgangs- sprache durch Parallelen aus meist späten Schriften erläutert: VI.*gibi notare aliquid, ebenso c. 103 und 111 statt des gew. notare, über welches man Friedl. vergleiche, im Sinne des einfachen animadvertere. Ebenso Hist. Apoll. 13 p. 25, 2 Riese ed. II cum rex sibi nolasset iuvenis velocitatem, und Paris. Der Epitomator des Val. Max. hat V 7 ext. 1 für das animadvertere seiner Vorlage sibi notare eingesetzt. C. I. L. IV 1595 serpentis lusos siquis sibi forte notavit. Dagegen steht an den von Burmann citierten Stellen notare ohne Dativ= animadv. oder es bedeutet sibi notare daselbst„sich etw. aufzeichnen“ oder„sich etw. einprägen“, wie auch in den Stellen bei Rönsch It. 373. XXXIX. qui me hominem inter homines esse voluit, ebenso c. 57 homo inter h. sum, 74 ego te hominem inter h. feci, nach Friedl. eine wohl unter Sklaven und Freigelassenen besonders ge- bräuchliche Redensart. Vgl. Tac. hist. IV 64 liberi inter liberos eritis, Herond. mim. V 15 œœν dSeio 2ν ⅜̈υνιουμναοας. XLIV. opertis oculis findet sich nicht nur bei Sen. tranqu. an. I 16, was Friedl. anführt, sondern auch ben. IV 37, 2. Quint. XI 3, 76. Juv. VI 432 und wohl zuerst bei Pompon. com. 100 Ribb. Ottos Bemerkung(Sprichw. s. v. oculi 7), clausis oculis sei das gewöhnliche, ist also mindestens, wie anch seine Beispiele zeigen, auf die spätere Zeit zu beschränken. XLIII. malam parram pilavit„er hat Unglück gehabt“(die parra war dem Volk von böser Vorbedeutung). Vgl. Isid. XII 7, 71 proverbium apud antiguos erat emalum sibi avem cacare.“ XLV. oro te, melius loquere. Don. Ter. Andr. I 2, 33 bona verba, quaeso est sονρσρσσάηόό⁶ ο quasi dicat omeliora loguere, rogo te', Sonst bene dice Plaut. Cas. 346 u. 5., melius ominare Plaut. Rud. 337. Cic. Brut. 329. Apul. met. I 22(meliora), gr. sd†αρνέαι ενꝓρσρα mπρρνε(Trag.). quod hodie non est, eras erit- sic vita truditur, nach Buech.(membra poetae'. Vgl. die umgekehrte Wendung in dem Zauberspruch bei Ps. Plin. I 4 hodie quod est, cras non est. habet unde„er hat die nötigen Mittel“. Porf. Hor. od. I 3, 15 dum res et aetas etc.] hoc est, dum est unde, et dum per aetatem haec decet facere ete., wo die Hdschr. allerdings noch et vor 1) Friedländers Ergünzung Ctibi, namque) ist unnötig, s. oben zu c. 71 suaviter sibi facere. Im Stein ist auch keine Lücke. 2) Diesen Nachweis verdanke ich Segebade-Lommatzsch, lex. Petron.(1898) s. v. numerus. Sprich- wörtlich war gewils auch oinum oita est Petr. 34, doch hat sich das Wort in dieser Form bisher noch nicht auf Bechern oder Schalen gefunden. Täuschend ist auf den ersten Blick, was auf einer mit grölstenteils rätsel- haften Figuren gezierten Schale in Worms(Weckerling, röm. Abt. des Paulus-Museums II p. 110) am Rande eingegraben steht: VINUM, dann fehlen 3 Buchst., dann ITA, hierauf fehlt wahrscheinlich wieder ein Buch- stabe. Nimmt man, was bei der häufigen dekorativen Verwendung von Inschriften nicht durchaus notwendig ist, Beziehung der Inschr. auf die Darstellung an, so möchte man wohl eher als an vinum sanitas an vinum veritas denken und in der nackten Dame die nuda Veritas(Hor. carm. I 24, 6) erkennen wollen; vgl. Alcaeus fr. 57 B. oOlvog, tle xœ, uul dadνεα, Plin. n. h. XIV 141 vulgo veritas iam attributa vino est u. a. — 38— unde haben, daher der neueste Herausgeber Holder nach Beck dam est abunde schreibt, weniger wahr- scheinlich, selbst wenn man das Fehlen von abunde bei Porf. nicht in die Wagschale legt. Scheffer vergleicht Ter. Ad. I 2, 42 est unde haec fiant und Plaut. Capt. 850 scis bene esse, si sit unde. ¹) Auch alt- und neufranz. sagt man'il a de quoi', s. Diez, rom. Gramm. III4 231. XLVII. nec medici se inveniunt„die Arzte finden sich nicht zurecht“. Vgl. Plin. med. I 25 Rose: malti medlici se medicos adversum hoc malum non inveniunt. Anderes bei Friedl. und bei Ruhnken zu Ov. her. XV 113. nemo solide natus est. Obsequens in seinem Prodigienbuch c. 26 und 40: puer Ssolidus posteriore naturae parte natus(vgl. Cic. div. II 70, 145 obsignata natura). Zum Adv. solide bietet eine treffende Parallele Suet. Vesp. 23 de quodam procerae staturae improbiusque²) nato= improba natura praedito, wo man für nato viele unnttze Anderungen vorgebracht hat. Wie es scheint, ersetzt natus ein nach anderen Analogien zu erwartendes naturatus. XLIX. fieri solet, Redensart der Fürsprache. Sen. contr. II 12, 10 nihil peccaverat. amat meretricem: solet fieri u. s. w. Don. Ter. Phorm. II 1, 16 quod a precatoribus dici solebat, hoc dicit- communia esse, et hieri posse. LVII. lorus in aqua, lentior, non melior: die Form der Rede sieht familiär aus, vgl. Tac. h. II 38 post quos Cn. Pompeius, occultior non melior. Reiske hat in die 2. Burmannsche Ausgabe sein lentior canihelio eingeschwärzt.. LIX. semper in hac re qui vincitur vincit„der Klügere giebt nach“. Ahnlicher der Form nach als die von Otto Sprüchw. s. v. vincere 2. citierten Stellen ist Publil. 398 Ribb. non vincilur, sed vincit qui cedit suis. LXVI. de melle me usque tetigi„mit dem Honig feuchtete ich mich gehörig an“(Priedl.). Von den älteren Kritikern wurden die Worte für verdorben gehalten. Vgl. Ps. Plin. II 12 lingulae praecantatio?: duabus manibus tangis de melle et dicis haec ete., Anth. 29 cum assantur(columbi), de salimuria lene tangantur, Apic. 401(leporem) oenogaro tanges. Tangere kommt hier tingere nahe, eine Vertauschung, die offenbar begünstigt wurde durch contingere(Apic. 295 petasonem melle continges) und zu der sich Ansätze schon früh zeigen; vgl. Heins. zu Ov. fast. IV 740. II. Formen- und Lautlehre.“ a) Das Verbum. Charakteristisch für die Sprache des Plebejers bei Petron ist besonders die Verwechslung der Genera verbi. Er setzt Deponens st. Activum: rideor st. rideo, fastidior, delector c. 45 u. 62, letzteres auch C. Gl. II 233, 41. IV 437, 39 und Vulg. eccl. 26, 16 im cod. A(s. Thielmann Arch. VIII 513), somnior c. 74, was Caper C. Gr. VII 95, 1 ausdrücklich verwirft, während C. Gl. III 464, 12 (exc. Steph.) somnior: ⁴εκρμ⁴αέ zu äündern ist in sonior ⁵) nach 417, 16 fg. soniaris àεειανασςσ u. s. w. sowie 1) Vulgär ist gewifs auch der Gebrauch des Inf. nach habeo unde, der von Rönsch It. 430 und coll. phil. 133 aus Bibelversionen(wie Luc. 14, 14 non habent unde reddere tibi) und Anon. Vales.§ 82 nachgewiesen ist, übrigens auch im Deutschen und Franz.(avoir de quoi vivre) sich findet. Schol. Juv. VII 87 schwanken die Hdschr. zwischen habebat unde se sustentare und se sustentaret, dagegen deutlich noch in den leges des Langobardenkönigs Ratchis c. 10 si habuerit unde componere. Analog ist habeo quod dicere bei Gapitol. Max. duo 29, 5 und Kirchenschriftstellern, s. Petschenig Progr. Graz 1885 p. 12, der mit Recht die Überlieferung bei Capit. verteidigt. Vgl. überhaupt Diez, rom. Gramm. III4 230 fg. 2) improbe= übermälsig, vgl. Charis. p. 102, 3 pisces improbius labrati. 3) Etwas anders Varr. r. r. I 6, 2 ager male natus. Hor. od. IV 4, 36 bene nata, Schol. Juv. XI 154 ingenui pudoris) modesti, bene nati, wie denn benenatus im Mittelalter häufig= e5y gv*ſs, s8. Du C. 4) Die in diesem Abschnitt behandelten Formen kommen ausnahmslos in Reden der Plebejer bei Petron vor. 5) sonior liegt dem frz. soigner zu Grunde, wie sonium soin. Letzteres erkannte schon der alte Wet- stein in den Prolegg. in N. T. 1730 aus der Wiedergabe von εοωρνκα durch sonium im Cambridger Evangeliencodex Luc. 21, 34. Andere Zeugnisse hat Buecheler Rh. M. 42, 586, der auch über den fraglichen Zusammenhang mit sentum sich ausläſst, zusammengestellt. Dazu kommen die obigen Glossen und IV 352, 33 incuriosus: sine sonio, wo Hildebrand sine cura ändern wollte. — 39— nach anderen Zeugnissen. Ich füge zu den Sammlungen von Neue, Formenl. II² 269 ff., Georges, Lex. d. Wtf. und Rönsch, Itala S. 302 einiges neue aus den Glossen: cessor IV praef. XLII(cessatus: cun- ckatus), saevior IV 388, 27(ebenso Anth. lat. ep. 971, 8), conicior: Gl. II 109, 36. 46(conicior: Grox⁴ειοιμασ, coniectus est. Eruxev¹)) wie Z. 30 coniector: oroxdoαα— C. Gr. L. VII. 430, 15(unter Deponentien), ovor Gl. II 140, 20, discordor 52, 42 wie concordor Plac. V 57, 11, increpalus erat- malediæit IV 527, 14, aestuor III 150, 41 fg.(= Vulg. eccli. 51, 6. C. I. X 5349), heiulor II 259, 41(cf. Prisc. C. Gr. L. II 392, 14), oror und spolior V 90, 16 orantur dicere pro orant poeticum est, quomodo spoliantur pro spoliant(letzteres aus Enn. von Grammatikern citiert, ebenso de- und exspolior aus der ulteren Latinität), usitor V 233, 23(Cato und Sall. nach Gell., Gell. selbst), doleor IV 254, 5(wie Anth. I. ep. II 162. 1173. 1539), consultor IV 39, 39(vgl. Rönsch), auscultor II 27, 21. 305, 26. Plac. V 7, 9= 49, 8(L. Gl., doch auscultare die röm. Hdschr.) wie bei Colum.(vgl. Charis. p. 293, 24), certor IV 54, 8. 499, 28. III 45, 52. V 276, 19 u. ö.(Hygin. fab. und Bibel- hdschr. bei Rönsch), supplicor IV 423, 54(wie Fulg. p. 181, 28. 186, 4 Helm). Dieselbe Erscheinung findet sich in allen vulgären Texten, so in den Fabeln der Herm. Leid. Gl. III 43, 2 obvior, 45, 52 certor, 44, 19 compellari(= compellerel), in den Schol. Ter. ed. Schlee p. 119 kitubor, 91 dissimulor, 114 repedor, in den Sortes Sangallenses litigor c. 23, 2, in der Peregr. Silviae ed. Gamurrini p. 53 optor(wie Fulgent. p. 150, 9 Helm), in einem Papyrus des 2. Jhdts. n. Chr. Eph. ep. VII 458 hiber- natur, in den metr. Grabschriften der Buechelerschen Sammlung noch invideor 1170, 13. 1590, 5 ſn Commod. apol. 154), maereor 1360(wie Matius bei Varr. I. I. VII 95 codd.), lacrimor 1586, 7 anderes bei Georges, dazu Corn.-Schol. Juv. 3, 100 ed. Hoehler); vieles bei Fulgentius, s. Index der Ausg. von Helm s. v. verbum, und bei Späteren wie Greg. Tur., s. Bonnet p. 411 ff. Umgekehrt Activum für Deponens: arguto Petr. 46. 57(Prop. I 6, 7) wie Gl. II 218, 58. 472, 30. Charis. p. 33, 4 hae argutiae et facit verbum arguto argulas. Osb. p. 17; amplego c. 63 wie II 404, 9. IV 308, 51. V 182, 17(auch im älteren Latein, s. Georges), convivare c. 57 wie vielleicht) II 116, 12 convivo: Guνειυυμαρναο⁸,m—⁸⁶σƷeυνεμειενμμμσαόια, vgl. II 445, 37 convivor: GuvεGrοε,ρμα(bei älteren Schriftst., im Itin. Alex. und Wilmanns inscr. 589). Eigentümliche Flexion zeigen die Formen defraudit c. 69, peluo c. 53 und 47, fefellitus sum c. 61 und vinciturum c. 45. Erstere hält man gewöhnlich für Nebenform von defraudat. Da- gegen sieht Pokwoskij, Rh. Mus. LII 426 darin eine Neubildung) und vergleicht das Plautinische fraudem frausus est und die Glossen V 284, 24 defraudit. fraudem facit und 496, 8 defradit(sie, 449, 29 defrudit): defraudat, rennuit.¹) Zu beachten ist freilich, daſs in der ersteren Glosse defraudat V 405, 76 steht. Häüngen diese Glossen vielleicht mit der Terenzstelle Ad. II 2, 28 etiam insuper defraudat zusammen, wo mehrere Hdschr. defr(a)udet bieten, Donat defraudale fraude decipiat erklärt und die von Schlee edierten Terenz-Scholien defraudat pro defraudabit erklären, teils fraudo, fraudas, inde componitur defrudo, defrudis(Schlee ändert defrudas), inde defrutum vinum dicimus coctum. Ob auch C. Gl. IV 228, 5 defruete minait hierher gehört, wage ich nicht zu entscheiden. vetuo, c. 53 überliefert, c. 47 von Buecheler evident hergestellt aus dem unerklärlichen Perfekt vetui, findet sich zwar selbst nicht in Glossen, aber dafür viele Analogien. Jene Präsensform ist offenbar nach dem Perf. vetui gebildet wie metuo, melui, nicht aber, wie Guericke S. 18 thut, mechanisch durch Vokaleinschub zu erklären.?5) Auffallend häufig sind diese vulgüren Rückbildungen, 1) Falls dies nicht Doublette von consecutus est: Eroxev p. 122, 22 ist. 2) Es kann auch convivere gemeint sein, vgl. II 116, 11 convivit, νν⁵⁵ερᷣmſ, oveoridↄτx. Unsicher ist daher auch 446, 6 onvivo Gνε̈έ u. 441, 545 G α. 3) Auch die Konstruktion nil sibi defraudit ist singulär(„er lälst sich nichts abgehen“) für nil se defr. (Varr. sat. aes coponem defr., Plaut. nisi quid uxorem defraudaveris), nach nil sibi detrahit u. ü. Vgl. Porf. Hor. ep. II 2, 183 utar rebus partis nec me defraudabo, bei den Komikern und Lucilius genium suum defraudare. 4) Die Schreibung rennuo findet sich fast stets in Glossen, z. B. II 172, 17. IV 56, 11. 385, 49. V 188, 25. 577, 47, stets in dem Flor. des Apul. met. III 9. VI 7. VII 20. IX 1, von Vliet in den Text gesetzt, im Itin. Alex. p. 3, 16 u. ö.(s. Volkmann), in den Hdschr. des Dictys Cret.(s. den Index von Meister, der es auch im Text hat), im Med. Tac. ann. I 76 und XV 58(im Text von Ritter 1864 und Andresens neueren Aufl.), im Med. Ov. met. VIII 325 gegen das Metrum, Ennod. carm. II 33, 3 rennuis, wie das Metrum verlangt; anderes bei Bonnet, le latin. de Grég. Tur. p. 158 A. 3. 5) Er führt ossuo, tignuarius, convertuit an(Hadrian C. I. VIII 2532, D b, 1). Letzteres ist zu beurteilen — 40— die meines Wissens noch nirgends beobachtet sind, im sog. Cyrill-Glossar: vacuo II 244, 15, nach dem Perf. vacui¹), ebenso die Hdschr. C. Gr. L. I 295, 1. 315, 33(dreimal). IV 570, 21 und 571, 34 vacuo. Ebenso censuo C. Gl. II 386, 48(censuo). 99, 23.²) V 200, 16(censuitur), auch inschr. C. I. IX 10 vom J. 341 n. Chr. censuentibus, im Ed. Diocl. praef. 2, 5 ex. Straton. censuant, weiter diriguo II 239, 45, conticuo 432, 25, 0b- und commultuo 472, 9, zweifelhaft complacuo 316, 18, da man das Lemma nαςεοστςσ in-r ündern mufs und möglicherweise das Lemma richtig, das Interpretament verdorben ist. ²) In den Gl. Loiselii findet sich obstipuo: Gαααι III 486, 27(daraus Exc. Steph. p. 458, 24) und micuo: 1ꝓ⁴ωιό 475, 39= 456, 49, wo mituo überl. ist. miscuo V 495, 25 confundo:- miscuo, dissipo ist vermutlich nach der 1. Konj. ¹) flektiert zu denken, vgl. 514, 31 miscuato und die spüten Textstellen Arch. III 261. coucuo Althochdeutsche Glossen von Steinmeyer u. Sievers III 297 c.: in acetum vertor, isuren(vgl. p. 270 coacuare: acitare= acetare) ist aus der Form coacuerint Hieron. praef. in Prov. herausgesponnen. evanuére, bez. evanuire ist als volkstümlich aus frz. évanouir zu erschlieſsen. Umgekehrt findet sich consuleo nach der 2. Konj. aus dem Perf. consului bei Ven. Fort. IX 2, 89. 96 und C. Gl. IV 323, 40 consuleat: provideat, wo nichts zu ändern ist. Auf ähn- lichen Analogieschlüssen beruhen die von Ott Neue Jahrb. 1874, 836 besprochenen Bildungen pro- strare, von prostravi aus, bei Isidor, in Glossen und in den romanischen Sprachen(s. auch Thiel- mann Arch. II 62 und Isid. XXIX 26, 5 strarentur= sternerentur), contrire in Bibelhdschr.(s. auch Thielm. Arch. III 542 und Apul. met. VII 17 contribam, was allerdings anfechtbar ist), desgl. irari in der vita Al. Magni I 38 Ldgr. und C. Gl. III 483, 32 iror: ygoεαμσιν, intrire in Glossen bei Landgraf Arch. IX 387. Noch wunderlichere Formen bietet das Cyrill-Glossar in atlrivo II 344, 21, sprevo 304, 20. 23. 464, 39, quievo 325, 55; perculo 461, 5(perculitur u. a. bei Greg. Tur., s. Bonnet p. 424), appulo 422, 33. 41 u. a. ⁵) Letztere Formen führen uns hinüber zu: fefellitus Petr. 61. Dalfs das überlieferte fefellitus sum seine Richtigkeit hat und auch nicht fefellit ussum(= usum) zu verstehen ist, was Scheffer vorschlug, sich aber an der betr. Stelle recht gezwungen ausnimmt, wird wohl niemand mehr bestreiten, seit Ott a. a. O. auf die Form pepercitum bei Lucifer hingewiesen hat. UÜbrigens sind beide, wohl unter griech. Einfluſs stehende Bildungen auch insofern gleichartig, als die betr. Supina falsum und parsum ungebräuchlich sind.⁰) Etwas anders liegt die Sache bei dem von Ott noch angeführten impalitus= impulsus bei Ps.-Cyprian; vgl. oben die Praes. impulo, appulo etc., sowie pepedo neben pedo II 402, 3, pepero= pPario 262, 33, womit man vgl. syrakus. eτοααα Lutyches C. Gr. V 487, 33. vinciturum(c. 45) statt victurum, möglicherweise vom Volk gebildet zum Unterschiede von victurum von vivo, findet sich noch Iul. Val. I 12 Kübl. Auf letztere Stelle geht, wenn mich nicht alles trügt, die Glosse der Gl.(ab absens'*) IV 426, 8 vinciturum: vincturum(sic). Zweifelhaft ist nach conterui= contrivi, linui, sinui, lugui u. a. bei Rönsch coll. phil. p. 227, wozu noch kommen: clangui, Vulg. Num. 10, 4(v. l. clanxeris), avertui Vulg. Hos. 8, 3 Fuld., depromui C. Gl. IV 226, 6, degui Ennod. paneg. Theod. 19 p. 281, 18 H. und Hist. misc. p. 10, 2. 47, 27 Eyſs., ardul Act. fr. Arv. p. 141 Henz., des häufigeren lambui zu geschweigen. 1) Beispiele für diese späte Form s. Georges Wtf., wo aufser Fulgent. p. 9, 10 Helm(vgl. p. 170, 4 fg.) nachzutragen ist, daſs Probus inst. art. C. Gr. L. IV 164, 2 vacui neben crepui sonui u. a. aufgeführt wird und bei Beda de orth. VII 293, 27 vaco militig, perfectum vacui in den besten Hdschr. steht. 2) Uberl. ist censuimus: 0oε*εορνενςν ültere Kritiker lesen οασασνμ, es wird aber 60 ½6oev das richtige sein, wenn es auch zweifelhaft ist, ob der Glossator das censuimus der betr. Textstelle richtig als Präs. inter- pretiert hat; vgl. V 627, 25 concaluit: exardescit, wo derselbe Verdacht nahe liegt, zumal zwei Zeilen vorher comesset fälschlich mit comedisset erklärt wird(vgl. auch V 405, 59 desonuit: desentit= diss.). IV 217, 49 cen- thehendeliherab, lieſse sich halten, doch liegt möglicherweise censuit: deliberavit zu Grunde, wie auch eine schr. hat. 3) Vulcanius vermutet complacito, der freilich stark interpolierte codex Laudunensis hat complacite. 4) Vgl. minuare f. minuere, was auch romanisch ist(frz. minuer, it. menovare); C. Gl. IV 107, 48. 251, 16. 338, 50. V 496, 21. Anderes bei Schmitz Beitr. p. 218 und Bonnet, le latin. de Grég. de Tours p. 433. 5) Vgl. V 416, 12 impolastis, IV 321, 32 concitator: incitator, inpulator. 6) Doch falsus sum: circumbentus sum, deceptus sum lautet eine oft, aber meist verderbt überl.(z. B. V 634, 31) Glosse, s. Loewe prodr. 385. Eine andere Vulgärform des Perf. Pass. von fallo findet sich Bened. reg. 45, 3 fallitus fuerit, wie roman. fallere, frz. faillir etc.(Lex Sal. XVII 1 si fallierit). 7) Daſs in diesem Glossar jul. Val. glossiert ist, glaube ich auch schlieſsen zu dürfen aus p. 416, 43 — 41— Caper C. Gr. VII 93, 13 dico me victurum, dico lum viclurum, non vincilurum. sic guogue ficturum et picturum dicendum, non pinciturum-æ so nämlich schreibt Keil zwar im Text nach dem cod. Montep., vermutet aber nach den Spuren der übrigen Hdschr.... non vincturumd,... non Chincturum ety pin- clarum. Wenn vinciturum richtig ist, so kann es, falls die Notiz auf den echten Caper zurückgeht, auf die Petronstelle sich beziehen; vgl. Paul von Winterfeld im Hermes 33, 506 über ein anderes Petroncitat des Caper. Ist die Notiz späteren Ursprungs, so kann sie auf Jul. Val. gehen, aus dem auch C. Gr. IV 557, 25 eine Stelle citiert wird. b) Das Nomen. Weit reichere Ausbeute ergeben die Glossen für das Nomen. Ich beginne mit der der Volks- sprache eigentümlichen Vertauschung der Geschlechtsendungen des Substantivs. intestinae Petr. 75, wobei wohl ein Begriff wie partes gedacht ist. Georges citiert noch Apic. II 59, wo Schuch über hdschr. Spuren dieser Bildung handelt; vgl. III 364. 371. Die Glossen bieten: Plac. V 83, 17 matia: intestinae etc.(s. oben p. 16), III 86, 11 unter der Rubrik'de mem- bris humanis' intera¹): intestinae, während z. B. p. 13, 1 regelrecht kvreoa intestina steht; p. 602, 15 ilius(iliacus?): tumor vel inplicalio intestinarum(v. l. sentinarum= sk., s. u.), 599, 41 dissenteria: ulce- ralio intestinarum(v. l. in sentinarium), Sing. 601, 39 iliocol: debilitatio sentines et vesicae, viell. auch II 86, 52, wenn dort intestinae kyncra, wie ich vermute, für insetie éyneerat zu lesen ist(vgl. p. 90, 39 intestina kykcrc). Auch C. Gr. L. II 213, 2 findet sich die Var. intestinarum. Inschr. findet sich der Acc. itestinas Lao in einer bleiernen Verwünschungstafel C. I. X 8249. Im Volksmund wurde dann intestinae zu stentinae verdorben: C. Gl. III 176, 51 dvreo« stentinge= 350, 5, vgl. 395, 10 stenta, 605, 38 stentinis: intestinis minoris et maioris und Schol. Juv. II 86 abdomine: pinguediine aut stent in his²), d. i. stentinis, nicht intestinis, wie Schopen nach Schol. Vall.(p. vel intestinis) änderte, nachdem andere Kritiker unglaubliche Konjekturen vorgebracht hatten. Stentinae scheint zu erklüren aus istentinae für intestinge mit Metathesis von a und s der beiden ersten Silben und der bekannten Aphäresis von i vor s impurum. Span. und port. lebt noch intestinos, ital. intestini fort. ³) rapa c. 66= rapum, scheint später die übliche Form gewesen zu sein, vgl. Georges Lex. der Wtf., der u. a. Ed. Diocl. 6, 18 anführt. In den Glossen fast stets: II 168, 54 mit„opyyuln erklärt, ebenso 264, 19. III 16, 30. 185, 42. 612, 40 u. ö. Caper C. Gr. VII 117, 7 verwirft dieselbe. striga c. 63= striæ„Ohreule“, bez.„Nachtunholdin“, verworfen von Charis. p. 109, 14 strigem hanc in significatione avis dicas(bis dahin auch C. Gl. V 579, 41, wo stige im Lemma überl. ist); navo auæilio:? forti auæxilio= Jul. Val. I 36, p. 421, 39 repatriat= I 13, p. 421, 42 recursant: remordent, recur- runt= II 28 recursabant, viell. auch 411, 24 famulitiumn= I 28; 408, 8 cluit= I 7. III 14. 38; 415, 40 melos = 1 52. Möglicherweise gehören hierher auch die im Liber gloss. und anderswo überlieferten Glossen zu zwei Wörtern, die nur bei Jul. Val. vorzukommen scheinen und bei Georges noch fehlen: lusitatio: lusus brevis Gl. V 219, 35= Jul. Val. I 37 und industriari(-e codd.): docere 210, 45= I 7. 1) Vgl. die in Hdschr., z. B. auch Petrons und der Glossen(IV 337, 36; cf. II 89, 18 interatum εν 180⁴⁶ι ⁸εν*) gewöhnliche Schreibung exintero, die Caper C. Gr. VII 109, 13 zu verwerfen scheint, doch steht C. I. IV 1377 exenetratu(sic). Die in Hdschr. des Apicius(s. u.) erscheinende Form extentero findet sich auch Vulg. Tob. 6, 5 extentera hunc piscem, worauf wohl die Glossen V 358, 26 extentera: anseot(angels.) und 619, 12 eætentero: aperio gehen, vgl. Ahd. Gl. I 475 fg. Auſserdem Macr. sat. VI 4, 2 in einem Vers des Lucilius exten- terat, was Eyſsenhardt richtig in exenterat geündert hat(vg. extenderat, ohne Sinn). Auch in extempero, das aus den Lexicis zu streichen, ist das Verb in Hdschr. des Apicius verdorben(vgl. Schuch c. 43. 231. 372. 375). 2) So legte sich ein Abschreiber das ihm unerklärliche Wort zurecht. Ahnliche Korruptelen Flor. p. 22, 25 ed. Jahn im Naz. portarent in his st. pro Tarentinis, p. 23, 18 codd. Jordan. haros in his= Arusinis u. a. 3) Die aufserdem in Glossen vorkommenden Bezeichnungen für„Eingeweide“ sind, von den bekannten abgesehen: interanea(Col., Plin., die späteren Mediziner u. s. w.) II 89, 18. III 176, 53; intralia V 561, 40(vitalia, intralia V 561, 40(vitalia, intra alia cod.), beide romanisch, ital. entragno(Lex Sal. XVII 4 intrania), frz. entrailles, wie auch burbalia, frz. brouailles V 173, 4. 614, 4. II 477, 49(uubalia), was m. E. durch Dissimilation aus vulwalia im Volksmund entstellt ist(vgl. oben S. 28 steriles: intestina und die Schreibung bulba Ed. Diocl. IV 4, ja für vpulba spricht Havet Arch. IX 423). Ferner oitalia Gl. III 248, 48 gecsrgo interanea, vitalia und V 561, 40. 543, 5 u. ö., wie Scr. h. Aug. 17, 16, 5, wo auch sachlich kein Grund zur KAnderung ist, Quint. decl. p. 237, 6. 378, 15 ed. Ritter, Vulg. Ex. 29, 22 u. 5. Isid. XI 1, 116. Uber tintinnabulum= 2½ ½οεανς l. III 311, 34 s. Funck Arch. VIII 394. Ganz unklar endlich ist vistilia Osb. 627(frz. vetille„Kleinigkeit“? Diez leitet dieses von vitilia, Körting von vestilia ab, vgl. Not. Tir. 41, 81 fg. vestilis, vestilium). 6 — 42— striga autem casirense est vocabulum intervallum turmarum significans, in quo egui stringuntur, Caper p. 111, 11 striges, non strigae und Porf. Hor. ep. 5, 20 nockurnae striges: sic dicitur, non ut vulgo strigae, im roman. fortlebend, z. B. ital. strega(Lex Sal. LXIV, 2 stria, Ed. Roth. 197 strigam quod est mascam). In Glossen: II 189, 19 striga: Aασουν Aciuν verm. Vulcanius) aεl„vwif gao- anlg, 262, 42 pvog ö9uεou striga, III 319, 4 vuxriéas striga, V 390, 18 striga- hegtis(angelsächs. = Hexe). Vgl. Isid. XI 4, 2 quidam asserunt strigas ex hominibus fieri. fatus= fatum, aber in die Personifikation herüberspielend¹), c. 42. 71. 77. In Glossen nicht vorkommend, wie es scheint, sehr oft in Inschr., bes. metrischen Grabschriften: Anth. Lat. ep. 1537, B, 2 dolere mater noli, faciundum hoc fuit, properavwit aetas, voluit hoc fatus meus(Petr. 77 hoc mihi dicit fatus meus), 146, 2(148, 2 hoc tempus voluit, hoc fuil fatus meus), 1570, 5 virginem eripuit fatus malus(Petr. 42 illum perdidit malus fatus) u. ö. UÜber Fati und Fatae(frz. fée) vgl. Preller Röm. Myth. II 194, über Abl. fatu bei Ammian. s. oben p. 29 A. 2 zu malifatus. lorus c. 57= lorum: bei Apul. met. zweimal, Schol. Juv. VI 480, dazu C. Gl. II 286, 7 luds lorus, lorum. catillum c. 50(duo catilla) st.-us. Nur noch C. Gl. III 22, 47. 93, 57 catillum νᷣν und Prisc. C. Gr. L. I 30, 22 catinum catillum. Das primitivum lautet catinum Cato r. r. 84, 1, C. Gl. III 203, 23 u. 5.(xlνανκαον), 215, 25 Plur. catina(A⁴òαςσ), Prisc. 1. c. und wird dem Mask. vor- gezogen von Plac. C. Gl. V 10, 4= 53, 8(= Isid. XX 6, 5), verworfen von Charis. p. 79, 23, Caper p. 108, 12 und Auct. de dub. nom. p. 575, 1. Irrtümlich stellt Neue Formenl. II 532 die neutralen Formen als die regelmäſsigen dar. thesaurum c. 46, oft in Bibelhdschr.(Rönsch Itala 271) und bei Späteren, s. Georges, ver- worfen von Caper p. 93, 6. In Glossen: II 328, 36 dόααφυννσ thensaurum= 501, 45 u. ö.; aber IV 291, 11 thesaurum: pecuniae depositum kann th. auch Acc. sein, doch steht p. repositae V 486, 12 wohl richtig. IV 397, 7 thesaurum: aerarium, 306, 15 aerarium: thesaurum(-us v. l.). Dazu Not. Tir. 90, 92 und Bonnet, le latin de Grégoire de Tours p. 346. gustum nach der 2. Dekl. c. 76(non mehercules mi haec iactura gusti²) fuit, tamquam nihil factum), von Georges belegt aus Apic. IV 181 gustum versatile, Fronto p. 202 ed. Naber si tamen hoc guod gusto³) mittimus, non displicebit und Porf. Hor. sat. I 3, 6 quippe cum(ovum) in gusto stalim a balneis offeratur(= gustatorio, s. oben p. 4). Dazu C. Gl. III 25, 18 peöciς gustum(als Sinn). 184, 62 peöðna g.(ede potionibus'), Fulgent. p. 147, 22 Helm und als Bestätigung des Gebrauchs Schol. Juv. XI 14 interea gustus(elementa per omnia quaerunt): hos gustus, masculinum, was Schurtzfleisch und Schopen nicht zu verstehen erklüren: ersterer wollte mascalinum tilgen, letzterer in vow culinae ündern, doch s. auch den Schol. selbst zu V 24 hoc est gustum vini mali, wo Schopen wieder exy gustu ändert. Vgl. noch dulce gustulum Apul. met. II 10(IX 33 ist das Geschlecht nicht zu erkennen), doch ändert sich das Geschlecht bekanntlich öfters in den Diminutivis. vasum st. vas im Nom. c. 51, verworfen von Caper p. 112, 3 u. a., aufser den Schriftstellen bei Georges noch C. Gl. II 433, 19 nedðog vas vasum haec vasa, 596, 17 vasum(vascim cod.): vas- culum, C. I. L. IV 1453 vasu, span. und ital. vaso. Dagegen ist der Nominativ vasus(Petr. 57) in Glossen nicht mit Sicherheit nachzuweisen. Denn in der ersteren Glosse ist vas mit einem Häkchen dahinter überliefert, das der Worttrennung, wie oft in jenem Glossar, dient, von Stephanus aber irr- tümlich als Zeichen für die Endung us aufgefaſst worden ist. Doch vermute ich stark, daſs II 469, 1) Querolus p. 8, 25 ed. Peiper sagt der Lar: ego sum Lar familiaris, fatum quod vos dicitis. Merk- würdig ist umgekehrt neutrales genium bei Charis. p. 32, 10, wo Keil ingenium nach der Uberl. bei Diom. p. 327, 24 in den Text gesetzt hat, exc. Char. p. 548, 14. 554, 15. Gl. II 461, 18 fg. rögn hoc genium, singulariter tantum declinabitur et est neutrum, zixn gudoον d*οeον hic genius singulariter etc., Z. 16 voxεo: hoc genium, geni- talium, letzteres zu erkl. nach exc. Char. p. 550, 4 haec Genialia röxaia= Gl. II 33, 2 genialia rd roriu. Da- gegen wird C. Gl. IV 346, 39 fg. der Unterschied gelehrt: genium: vigor, potentia, genius: numen. 2) Scheffer wollte gustui lesen, Cornelissen decussis, beides unnötig. non gusti fuit scheint nach Ana- logie von non hufjus, non hettae, non flocci, non hili(cf. Petr. 44) facere u. à. gesagt, indem auch gustas„die Probe“, eine Kleinigkeit bezeichnet, s. die folgende Anm. Vgl. die Ausdrücke für„nichts“ im rumän.: nagutta = nec geutta, nemica= ne mica wie frz. ne— mie u. a.(Petr. 42 non micam panis). Etwas anders erklärt Friedl. 3) Naber ändert in gustui. Gustum heiſst hier die„Probe“ wie pei Val. Max. III init., Plin. ep. IV 27, 5 und öfter bei Sen. phil., s. Gertz zu Sen. clem. I 1, 6. — 43— 52 gallög habus aus vasus, bez. basus verdorben ist, vgl. Martyrii de B et V im C. Gr. L. VII 167, 9, wo der Verf. als ein Wort, das er nur'in diversis cottidianis glossematibus' gefunden haben will, auch basus Gallòg, rd Adοον τέννν ειωꝓνον anführt, wofür in einer Pariser Hdschr. babus steht. Daſs dieses basus nichts als vasus ist und nicht vielmehr= bassus, einem volkstümlichen Ausdruck für crassus ¹), der oft in den Glossen erklärt wird(vgl. Loewe Prodr. 66), zeigt nicht nur die Fundstelle, sondern auch der Gebrauch von vasa bei Plaut. und in den Priapeen, vasculum bei Petr. 24, bene vasatus in Scr. h. Aug., wie gr. oxeõꝰog.. librum c. 46(libra st. libros Bücher'), wird aus Lucifer Cal. belegt und steht Gl. II 472, 23 †o cortex, librum, suber in seiner urspr. Bedeutung, III 25, 3. 352, 20. 198, 31 unter der Rubrik de ludo litterarum' librum: S Alov(in derselben kommen nur Nominative vor). Khnlich clustrum = lvorno II 351, 8, cultrum II 449, 10= G†fαpie, III 369, 7= ud⁴ναα, cultra œem α⁵ες II 365, 35 u. a., Anecd. Helv. p. 41, 32 und Ars Aspri p. 549. Umgekehrt Nom. amphitheater Petr. 45 nach Buechelers wahrscheinlicher Konjektur für das überl. amphitheatur, s. Rh. M. 49, 175, wo auf Chronogr. ed. Mommsen p. 646, 7. 647, 21(= Monum. Germ. hist. ant. IX p. 145, 21. 147, 16) und Inschriften verwiesen ist. raster neben rastrum(auch Gl. II 277, 33 dinella rastrum hic raster; 169, 4 u. 5.), candelaber bei Arnob., scalper bei Cels., arater in einer alten Formel bei den Gro- matikern(ua falæ et arater ierit), und in Glossen plauster II 589, 56 und cereber 100, 5, was Caper p. 103, 6 tadelt., nervia st. nervi c. 45, aus Varro(sat. 368 Buech.) von Nonius angeführt, in Glossen II 133, 44 nervia(cod. nerva, corr. Scaliger): vsöoꝭ; III 312, 14 veöoa nervia= 351, 16, dagegen 176, 38 u. ö. nervi. Vgl. III 589, 39. 560, 38. Lebt im Rom. fort: sard. nervia, span. nervio. quisguilia st. quisquiliae, aus Vict. Vit. und anderen Späteren belegt von Appel, de genere neutro intereunte p. 76, in Glossen II 167, 46 quisquilia: oxνᷣada, zweifelhaft V 386, 22 quisquilia: Stercora, da p. 327, 18 in einer vollständigeren Uberl. quisquilias steht(auf Vulg. Am. S, 6 gehend?). statunculum c. 50, Dimin. von statug„Figürchen“ mit Genuswechsel, wie er bei den Dimin. nicht selten ist. Belegt aus Donatus C. Gr. L. IV 376, 9, wo freilich die Worte statua statunculum in den besten Hdschr. fehlen, aus Tertullian, Cyprian und Späteren, s. Friedländer*) und Appel a. a. O. 56. In Glossen: III 170, 47(de aedibus sacris) dvοοσεντᷣεοα statuncula, dagegen 238, 62 dνοοανio statunculae mit dem Geschlecht des nomen primitivum wie in einer afrik. Inschr. C. I. L. VIII 18233 (anderes bei Du Cange). Aber C. Gl. V 266, 21 antes(i. e. antae): statuncula vel subpostura ubi libet ist wohl das Neutrum gemeint und subposturia(= oria) zu ändern, vgl. V 297, 28 fulcimenta: subposituria, III 369, 47 subposturiunm: urodeuoᷣœlα. Daneben findet sich endlich auch noch statunculus. Anecd. Helv. p. 239, 16(unter dem Text) und in einer hdschr. Bemerkung zu Nonius im Archiv IX 599. Khnlich staticulum und staticulus, gleichfalls von statua abgeleitet, s. Rönsch Itala p. 38 und Bonnet, le latin de Greg. de Tours p. 460. Vulgäre Nominativformen. Jovis st. Jupiter c. 47 und 58, alter- und volkstümlich, s. Georges Lex. d. Wtf., wo man hinzufügen kann: Schol. Bern. Luc. I 535. V 71. VI 809. VIII 865. Isid. VIII 11, 34. C. Gl. III 8, 29 ff.= 82, 60 ff. u. ö., II 585, 5 Juppiter: Jowis, Not. Tir. 81, 72. Mommsen zu fast. chron. a. 354 p. 611. Ebenso bovis st. bos c. 62, von Georges aus Varr. I. l. VIII 74 citiert, wo es aber als offenbare Interpolation in nur einer Hdschr. erscheint, und Vergil. gramm. p. 38, 6 ed. Huemer. In Glossen: III 18, 22 Soëög bovis= 320, 19. 511, 37, dagegen z. B. 90, 34 Soðg. bos. volpis st. volpes c. 58, bei Avian. fab. 40, 7 durch das Metrum gesichert, in den Hdschr. des Phaedrus auch oft gegen das Metrum(s. Neue I² 181), dann bei Porf. Hor. sat. II 5, 56. In Glossen: III 431, 18(dJ6). 18, 45 und 361, 28(dlννι⁸). Verworfen wird die Form App. Prob. 198, 14 1) Vgl. z. B. auch Heinrich zu Juv. VIII 209: Der alte religiöse Name war phallus, dann gab es andre „lächerliche“ Benennungen, wie bassus, gemacht aus zœæxus, crassus u. s. w. Derselbe Gelehrte erklärt das frag- Tiche habus als durch die gemeine Aussprache aus dem Adj. habitus verkürzt. S. auch Scal. ep. 334. 2) In der ebenda citierten Stelle Ps. Cypr. de al. 7 in statunculis(das in den Hdschr. folgende simulacris hat Miodonski als Glossem gestrichen) ist das Geschlecht nicht zu erkennen, desgl. C. I. L. VIII 2601 areas cum-is. 3 6* — 44— vulpes non vulpis, vgl. Caper p. 112, 4 vulpes quasi volupes, dagegen wird es Anecd. Helv. p. 61, 17 unter Subst. auf-is angeführt. lacte st. lac c. 38, vorzugsweise archaisch und spätlat.(s. Georges), desgl. romanisch(sp. latte etc., s. Groeber Arch. III 274). in Glossen III 175, 68. 184, 55 u. ö. IV 81, 18(I. ferulae). V 462, 25(dlac: lacke). Der Acc. lactem(c. 71) steht II 120, 35 und ist V 69, 7 fellibrem ¹): adhuc lactum viventem mit Wahrscheinlichkeit von Baehrens(lackem bibentem) hergestellt worden. S. jetzt vor allem Wagener, Neue phil. Rundschau 1899 p. 73 ff. stips= Stipes„Klotz“ c. 43, verworfen von Charis. p. 109, 26(stips non dicilur in signi- ficatione trunci) und Caper p. 111, 13(dagegen Auct. de dub. nom. p. 590, 10 stips de stipite gen. fem. ut stirps) steht auch C. Gl. II 439, 27 oröwog stips und so im mittelalterl. Latein., s. Cramer Arch. VIII 625, der Belege vermiſst. Khnlich saeps, s. Georges und Gl. II 508, 40 seps rd*†ρfαοs, sepis (Gen.), 592, 67 seps- maceria(materia cod.), Varr. r. r. I 14, 2(spes überl.), C. Gr. V 590, 12 wird sepis(sic) für besser als seps erklärt, vgl. Caper p. 111, 10 saepes haec recte. Analoge Bildungen sind noch: ꝛε⁴ανs, s. Georges und Gl. II 508, 2 nubs veε†ꝓο dbis, praef. XXXVII vꝙσ m⁵s, III 169, 1 Not. Tir. 68, 72 neben nubes, verworfen von Serv. Aen. I 587. Prob. app. 198, 14 nueᷣes non nubs (so nicht nubis hat die Hdschr. deutlich nach W. Förster Wiener Stud. XIV 301, ebenso nach Gun- dermanns Zeugnis), anderes bei Bonnet, le latin de Grég. de Tours p. 360. orbs, zweimal aus Ven. Fort. von Georges belegt, steht auch Gl. V 322, 13(polus: orbs), getadelt von Probus app. p. 198, 8 und Cassiod. p. 189, 8, vgl. C. Gr. V 561, 35; scrobs, s. Georges und Gl. II 592, 29(scrobs: fossa). III 261, 21 fg.; corbs nach einigen Gramm., s. C. Gr. V 561, 35; scobs-: Prisc. C. Gr. II 320, 24. V 561, 35; endlich ung, viell. nur in Glossen, aus ungis ²). II 384, 32 bvos ung, unguis(Nom.); 508, 54 ung bvos unguis(Gen.); III 151, 43 bvos ung= 342, 61. 486, 45(unc=)= 466, 55. Zweifel- haft ist Caper p. 112, 4 unguis, non ungis, wie Keil nach cod. B schreibt, denn die beiden anderen Hdschr. haben ungs, bez. un. Nicht begegnet sind mir in den Glossen vulgäre Flexionen wie a diibas, was Petr. 44 von Buecheler evident aus der verdorbenen Überl. aedilibus eruiert ist unter Hinweis auf Inschriften Orelli 2118. 4608 u. 5. diibus, C. I. II 325 u. 5. dibus(s. Georges). Fast nur inschriftlich nachgewiesen sind auch Flexionen wie Apelletem st. Apellem c. 64(s. die reichen Sammlungen bei Buecheler praef. Petr. ed. mai. p. X und Neue, Formenl. I2 342 Diocleti, Themistocleti ete., Apelleti C. I. VI 14672) und Niceronem st.-otem c. 63, Phileronem st.-otem c. 46(Inscr. Neap. 1639 Phileroni, 1503 Eronis u. ö., vgl. Prisc. C. Gr. II 255), erstere auch von Charis. p. 68, 30 Eumenetis, Euprepetis und 132, 10 Pericletis, Stralocletis vorgeschrieben, letztere auch z. B. auf einer Gemme bei Le Blant, 750 in- scriptions de pierres gravées(Paris 1896) n. 356 Anteronis(in pompej. Inschr. nur Hermerolis 2538, Nympheroli 1093, Himeroti 1109). c) Vokalismus. percolopare(c. 44)= percolap(h)are mit progressiver Assimilation(vgl. Panaricium oben S. 4 und parapsis S. 48), von Guericke p. 12 verdächtigt. Vgl. C. Gl. III 351, 23 colophus: xν Oulog; IV 181, 15 thalastrum): colofus in talo. Cassian. IV 27, 2 colophis in einer Hdschr., Sedul. carm. Pasch. V 101 im cod. A des 8. saec. Dazu was Roensch coll. phil. 92 aus Bibelhandschriften (colophizo) und der Lex Alamannica(colopus) anführt. In der Litteratur wie in den Glossen findet 1) Ebenso in der praef. Anthol. cod. Salmas. Gl. V praef. I), dagegen bei Solin. II 33 fellehrem, was der Analogie von funebris, fenebris, alebris(oft in Glossen, z. B. IV 206, 6 alebre: pulchrum, bene educatum), salebrae, latebrae u. a. entspricht. Sollte diese Bildung von fellare„saugen“ identisch sein mit mittellat. fellibris=„Schüler“ und altprovenç. félibres in der Anwendung auf die Jünger Jesu, wonach sich die neu- provençalische Dichterschule benannt hat? Die Etymologien„Büchermacher“ u. ä. sind gewilſs verkehrt. 2) Wie ungo neben unguo, ungentum oft in Hdschr., wie Petr. 77(in Worten des Trimalchio, aber c. 71 in den Worten desselben unguentum, wie auch sonst). Val. Max. VI S, 5. Apul. met. IV 27 cod. Flor., vorge- schrieben von Serv. Aen. IX 769 und Cassiodor. C. Gr. VII 166, 4; von Vel. Long. ebd. p. 59, 18 wird die Schrei- bung mit u als ein consuetudine usurpatum' bezeichnet. C. I. VI 845(57 n. Chr.) ungentarius. 3) D. i. talatrum, eine Npf. von talitrum von tälus, die öfters in Glossen erscheint(s. Loewe gl. nom. p. 172) und, wenn ich nicht irre, auch Petr. c. 57 in der verdorbenen Überlieferung balatum sich versteckt. sich nur das Verbum colaphizare. Khnlich dolobra= dolabra in Glossen II 231, 43. III 204, 31; oroma= d0.αμ☚α☛ mIi 134, 2 oroma: visum somnii, graecum est, 265, 42, in oromate IV 250, 26, orosis V 127, 30, von Roensch Itala p. 254 aus Pass. Perpet. et Fel. c. 10 und Aldhelm de virg. c. 3 belegt, wuhrend es an der dort mitangeführten Stelle des Petron c. 53 schlechte Konj. ist(s. S. 48 acroma). peduclus c. 57(Acc. peduclum= pediculum), welche Form in romanischen Sprachen überall zu Grunde liegt: ital. pidocchio, span. piofo etc. s. Groeber Arch. IV 431. Schon Georges Lex. d. Wtf. hat einiges notiert(Pelagon., Junior). Die Glossen bieten: II 576, 6 ꝙ.belo peduclum, V 382, 32 peducla: luus(angelsächs.), häufiger ꝓd'εlo peduculus II 470, 55. III 18, 15. 90, 22 etc., vgl. 606, 29. 30, ꝙG. pedu- culum II 144, 27, ꝙ. pedunculus ¹) III 431, 60. Ebenso peduculosus II 470, 56, peduculatio 57 u. ö., herba peducularis Serv. Verg. Ge. III 564, wie Marc. Emp. I 27 h. peducl. neben dem daselbst häufigeren h. pedu- claria(s. Helmreichs Index). Auch Serv. Ge. II 372 ist peduculo überliefert, desgl.-is Val. Max. IV 4, 3 (epit. Par. pedic.) u. a. Als gleichartige Bildungen in den roman. Sprachen bezeichnet Gröber a. a. O. noch ranuclus= ital. ranocchio, frz. grenouille, fenuclum= ital. finocchio, frz. fenouil, genuclum= ital. ginocchio, altfrz. genouil, neufrz. genou, conucla= ital. conocchia, nfrz. quenouille, panucla= ital. pan- nocchia, manuclus= neapol. manucolo, rum. mänunchiu, span. manojo= Handvoll, Bündel. Aulser der ersten, zu der man raniculus Charis. p. 155, 15 cod. Neap.= exc. Charis. p. 535, 24 vergleichen kann, lassen sich alle diese Formen aus den Glossen belegen, wenn auch nicht häufig mit der Syn- kope. So àοσ σον 5enuclum III 359, 24, fenucolum 88, 55 und 317, 51, wo die erste Hdschr. fani- culum geändert hat, vgl. 632 n. 1. IV 341, 21 fanculum: fenuculum(fenuculum aus Seren. Samm. 35 B. belegt Arch. III 134, aus einer Hdschr. des Theod. Prisc. p. 181, 16 Rose Arch. IX 327).— genu- culum II 33, 8. 237, 57(Var. l.). V 539, 16. 474, 11(Firm. math. p. 73, 6 auch im Text von Kroll und Skutsch, von Roensch coll. ph. 134 aus Anon. Vales.§ 20 belegt; noch spät Ed. Roth. 384), vgl. genuclat I 33, 14, geniculat: genuclat(genuelat codd.) IV 346, 35.— panucla(aber in anderer Be- deutung als im Roman., wo es gleich klass. paniculus„Rohrbüschel“ ist): III 209, 53 pymon(= wã- vloν⁵): panucla(522, 1 xπννανοσντνυον panuclarium), II 588, 55 panucula? trama, 393, 32 xœανoũnla: trama = 524, 1 xdvouxlty. Vgl. die Hdschr. bei Prisc. C. Gr. II 115, 15. Non. p. 149, 23 u. a.— conucla ²) V 494, 68 coſcuflum: conuculas mulierum, vgl. III 322, 9 Maudrh conucella, aancrn colum, 209, 49. colucla, 366, 44 colucula.— manuclus: III 485, 58 mamaculus doau, wohl= manuculaus dPdα, vgl. Z. 54 manipualas dodyαα, IV 37, 57 commanicularius in einer Hdschr., wie öfter in Inschriften, so cum commaniculis suis C. I. VI 1056, a 16 fg., s. W. Schulze, Arch. VIII 134, der noch aus einem spätgriech. Mediziner οαυνꝙεον εμν υνnoudov anführt; vgl. noch Apul. met. IX 29 paucos holerum maniculos im cod. Flor. Eine Weiterbildung von manuculus liegt offenbar in wanuciolus Petr. 63 vor, die ich am liebsten mit roman. Bildungen wie ital. vermicciuolo aus vermiciolus von vermiculus vergleichen möchte.³) Analog dürfte martiolus bei Petron c. 51 von marlulus gebildet sein, dessen Diminutiv mar- 1) Dieselbe Form mit n ist auch 7 mal bei Marc. Emp. überliefert(s. Helmreichs Index), desgl. Not. Bern. 59, 53(pedäüculus). Zweifelhaft ist Prisc. C. Gr. L. II p. 108, 12 pedo pedunculus neben tiro tirunculus, wo 2 Hdschr. zu pedo die Glosse ꝓd'eio haben, ebenso auch Osb. p. 410 pedones und pedunculi= pediculi. pédo erklüren die Glossen 1) mit lανmποσνας II 144, 28. 33, was auf das bekannte Cognomen z. B. der Albino- vani und Popilii geht, 2) mit qui pedestri ordine vadit(ital. pedone„Fufsgänger“) seu animal oculos habens in pedibus vel animal cornutum habens in pectore oculos, ut Augustinus dicit in silwis habitans et in Octobrio(!) mense igne sui gutturis incendit silvas V 555, 54, welche Beschreibung jedenfalls nicht auf die Laus paſst. Ohne nähere Erklärung wird C. Gr. L. IV 10, 3 pedo, pedonis neben cerdo, cerdonis angeführt. Mit pédunculus für peduculus vgl. noch oben anuncula und rumän. mänunchiu= manunculum; eingewirkt hat zweifellos die Masse der Dim. auf-unculus wie tirunculus, domunculus, ranunculus, porticuncula etc. Ahnliche Schwankung zeigt das latinische Amunclae neben Amuclae(Plin. n. h. III 59. Tac. A. IV 59), vennuncula neben vennucula. 2) Körtings Vermutung, dafs der Wechsel von und 7 auf begrifflicher Anlehnung an conas„Zapfen“ beruhe, leuchtet wenig ein. Der Dissimilationstrieb genügt wohl zur Erklärung, vgl. Prob. App. 197, 24 cul- kellum non cuntellum und die spätere Bildung caniclarius, aueyladeloν„Tintenfäfschen“ aus caliculus(Wattenbach Schriftwesen p. 248 fg.); span. malenconia(= melancholia, zugleich mit Metathesis der Vokale unter Anlehnung an malus?), was Hoehler in den späten Cornutus-Scholien zu Juv. V 146 nicht durch die klassische Form ersetzen durfte, vgl. Gl. V 425, 22, wo conia am Rande der Hdschr. zu melancolia gesetzt ist, und Not. Tir. 111, 76 menancolica(Du C. s. v. malenconia u. malinc.), ital. filomena= philomela, z. B. bei demselben Scho- liasten VI 643, Petr. 140 in mehreren codd., Auson. p. 164 Peiper, anderes Arch. VI 441, obwohl hier Anlehnung an den Frauennamen Philumena= Oilouwuten denkbar ist; frz. niveau aus libella u. a. 3) Kritisch zweifelhaft ist sacrificiolus= sacrificulus bei Varro J. l. VI 31, vgl. jedoch C. Gl. V 481, 3 — 46— kellus ¹) bekanntlich im Roman. weiterlebt als ital. martello, frz. marteau u. s. w., ohne daſs man mit Bue- cheler(in Friedländers Ausg.) Übertragung der Endung von dem sinnverwandten(s. die Glossen A. 1) malleolus bez. malliolus anzunehmen braucht. Dazu kommen von gar nicht oder nicht sicher im Roma- nischen erhaltenen Formen aulfser den von Schulze a. a. O. belegten cubucou)larius, aouνurly(auch Gl. II 354, 18) und cornuclarius, oονοαυ)⁵dοαοe noch: anucla II 534, 11, von Prob. App. p. 199, 1 verworfen (anus, non anucla hat die Hdschr. nach Foerster), anucula III 439, 50, anuncula II 566, 32(s. S. 45 A. 1 zu pedunculus); acucla III 467, 8 acucla: αασ⁴ς, II 351, 31 v*õτοιον acucla, scalprum, III 368, 43 acucula elövn u. ö.(Marc. Emp. XXI 6 pinus viridis acuculae..), möglicherweise im ital. aguglia etc. erhalten, s. Körtings Wörterb., agulige„Nadeln“ von den Obelisken in den Mirabilia, s. Jordan, Topogr. der Stadt Rom II 182; partucula: IV 371, 39, fronducula: quae ex frondibus amputanlur V 634, 47; verruclum: 242, 11(vgl. III 187, 3) sagena id est v., vgl. IV 400, 58 verra- verrucli(verua: v. 5). fidu- culae- IV 76, 11 u. 5. hiduculae: cordae citharae, III 170, 5 lbοœα fidacula, endlich nur inschr., bez. bei Schriftstellern ossucula Petr. 65, C. I. VI 24800, ossucla Apic. 52; versuculi C. I. VIII 9508. II 391; annuculus(Adj.) C. I. III 2319 flius annuculus, öfter-uclus in dem Bande, z. B. 2457. II 1383. 1215. XIV 1901 u. ö.; Tanuclenses Bas. Capit. reg. XIV 9. Corintheus c. 20 mehrmals. Ebenso C. I. VI 8686 imaginem Corintheam. X 6= Orelli 3838 pelwim deream Corintheam.. Synkope.. Auſser dem schon oben behandelten peduclus ist, um von gewöhnlicheren wie calda, lamna abzusehen, zu erwähnen: offla: Petr. 56 u. 58. In Glossen stets mit einfachem f(wie regelmälsiges ofella): II 497, 31 MAörlevoov ofla, was der stupide Kompilator der Gl. nom. p. 588, 25 übersetzt hat: olfa: amator lateris, indem er g†iloxl. in seiner Vorlage las oder doch verstand. Das Wort wurde graäzisiert zu 6ꝙ1dοιονεꝑ‧ II 523, 42 ofla d—l⁴αοωον, III 14, 42(unter Stücken vom Schwein) νάdπενv ofella ogpdουν. oclus in oclopeta, s. oben S. 26 A. 3, wo hinzuzufügen: oclata(Fischart) Gl. II 519, 47. III 89, 7. 186, 36 u. 5. C. I. VI 75 Oclata, Beiname der Bona Dea, von Oclata wohl auch der Name Oclatinius Adventus.— oclus selbst wird App. Prob. p. 198, 18 getadelt, steht z. B. C. I. X 7756 (cui vir oclos clausit sc. mortuae) und liegt auch in den roman. Sprachen, wie ital. occhio, zu Grunde. cardelis, Distelfink, c. 46, für carduaelis, entsprechend dem vulgůren zweisilbigen cardus, wo- für es genügt, auf Wölfflin, Arch. IX 6 und 297 ²) zu verweisen. Die Belege aus den Glossen für Formen ohne u hat Götz comm. Woelffl. p. 127 fg. zusammengestellt. Es finden sich nämlich car- delus II 97, 46. III 89, 74 u. 5., das im ital. cardello fortlebende cardellus V 274, 31. 161, 27(aca- lanthis: cardellus, alibi carduelis), cardella V 353, 51(nach dem Diminutivum turdella?). Vgl. noch den Namen Cardelus bei de Vit Onom. Unterlassung der Synkope. nomenculator c. 47. Aufser den von Georges Wtf. citierten Stellen von Schriftstellern: C. sacrificiolis: sacrificantibus(ähnlich Z. 2 im Nominativ). Auch collectaciolum: cribrum V 618, 1 kann man bestreiten, tmpaniolum bei Arnob. VI 26 ist wohl von timpanium= Dim. σνv regelrecht gebildet, nicht von tympanum wie Georges angiebt, exedriola führt Paucker suppl. lex. lat. s. v. an.. 1) martulus ist nur bei Plin. VII 195 und zwar einstimmig überliefert(vgl. Du C. u. Forc.), wahrsch. gefordert von Caper p. 105, 21 martulus feosus(Var. est sacerdos) a Marte, non marculus, wo schwerlich mit Keil Martialis— non Marcialis zu ündern, sondern Interpolation der Worte leosig a M. anzunehmen ist. Die Glossen kennen nur das auch litterarisch(s. Georg. Lex.) vorkommende marculus und martellus, bez. beide mit neutraler Endung: marculus, malleolus et mallunc(wohl= malleum, was Caper p. 110, 12 tadelt, doch s. II 449, 49 ꝓxͥ⁵lοœ hoc malleum hic malleus u. ö.) π†ασσοσ σ,⁶οοσσ αανα νυηασνον IJ— 127, 31, marculum Gρσνρον σα⁶σοοον Z. 28, onadte marclum III 94, 10, σꝓασοαν marculum p. 325, 42, marcus fortior malleus, marculus diminutivum, martellus mediocris malleus V 572, 41, was auf Isid. XIX 7, 2 zurückgeht, wo die Hdschr. marcellus haben(vgl. unten und Fest. p. 125, 13 marculus, deminutivum a Marco, wofür Müller suppl. 384 marco vorzieht).— martellus oρασσ III 368, 57 u. ö., martellum †σσσον 23, 22, martellus: mediocris malleus dictus per diminutionem V 221, 17 mit dem Zeichen der Entlehnung aus Isidor(s. oben); das auch hier von einer Hdschr. gebotne marcellus ist durch die Buchstabenfolge ausgeschlossen). UÜber die Erklärung der Nbf. martulus neben marculus s. S. 48 s. v. tomatula. 2) Dafür, dals die von Charis. 75, 2 getadelte Flexion nach der 4. Dekl. wirklich bestanden hat, ruft Wölfflin mit Recht cardus maiores Ed. Diocl. 6, 1 an. Ich führe noch an: Althochd. Glossen III 319, 37 carduum, während in derselben Glosse C. Gl. V 574, 52 cardorum steht. — 47— Gl. V 226, 26 nomenculator: nominis citalor, calare enim dicebant antiqui clamare, 524, 18 n. nomen est officii, id est per nomen clamare ad prandium, colatorem(d. h. culat., richtig calat., vgl. V 495, 72 culator: clamator) enim dicebant antiqui clamatorem IV 126, 5. 29 u. 5. Gl. iur.„o⁵αμενιυια⁴⁶ἀεοε ε t 6v6cœse να ρέ̈ᷣν 6 rcdd Gu‿vndeuxν aοduarme. Not. Tir. 21, 80. C. I. L. VI 9689. 9693(weit überwiegend jedoch ohne u in Inschr.), ferner Suet. Cal. 14. Claud. 34; wührend Verrius bei Charis. p. 106, 20 nomenclator vorschreibt, vgl. Consent. C. Gr. V 388, 15 nomeclator pro nomenclator als Beispiel von tadelhafter Synkope angeführt, wo Buttmann mit Wahrscheinlichkeit einen Irrtum an- nimmt, obwohl z. B. C. I. L. VI 1878 numiclator sich findet. retroversus c. 44(-um Macr., Plaut.). C. Gl. II 287, 52 elg 10 d‿lο retro, retrorsum, retroversum. Ebenso introversus c. 63(Lucil., Varr. I. 1., Marc. Cap., C. I. V 2915). C. Gl. IV 252, 7(introrsus: introversus). V 110, 27.¹) Solin. p. 191, 20 Mms.(bei Plin. introrsus). Vokaleinschub. Tarracinienses c. 48. Guericke p. 18 hat in seiner sorgfältigen Zusammenstellung übersehen, daſs die Pompej. Inschr. ein Analogon bieten in dem Schwanken zwischen salinienses(C. I. L. IV 128) und salineses(ebd. 1611, vgl. circiensis C. I XI 1421 u. ö., Varr. r. r. I 2, 11 codd.). Diese Bil- dungen(nach Atheniensis u. a.) scheinen überhaupt volkstümlich. Das von Schuchardt Vok. II 331 aus Inschr. und Hdschr. beigebrachte Material bedarf der Sichtung, z. B. Divitiesium in der Mainzer Inschr. Or. 6730 ist richtig von Divitio(j. Deutz). Anderes haben die Inschr. seitdem zu Tage gefördert, so Ariminienses C. I. VIII 7030 u. 5., Lugdunienses V 1374 u. 5., in den Not. Tir. findet sich Hipponiensis und Messiniensis, in den Hdschr. des Val. Max. VII 3, 1 und Fest. p. 548, 31 Thewr. Aventiniensis(in Inschr. nur-inensis) und selbst Plin. n. h. III 51 und Tac. hist. IV 45 schrieben, wenn den Hdschr. zu trauen ist, colonig Seniensis von der colonia Sena Julia, j. Siena in Etrurien, was auffallender ist, da es auch ein Senia in Dalmatien gab, wůͤhrend Liv. XXVII 38, 4 Senensis von dem gallischen Sena bildet. d) Konsonantismus. besalis c. 58. Schon Georges Wtf. bemerkt, dafs dies, nicht das zu erwartende bessalis überall die Lesart der besten Hdschr. ist. Aus Glossen ist hier zu verzeichnen das spätgr., bei Stephanus fehlende Siαlv II 257, 22 mit later cockus erklärt, Z. 23 Siala latercula,;. laterculi III 190, 33, Hijcalov also Ziegel nach einem üblichen Maſse genannt, Gl. iur. riyvov 4909, Siαο αœασmρσασνπ⁶νς raα. Anderes bei Ihm zu Pelagon.§ 398. Ebenso besem, besibus etc., s. Georges und Cic. Att. IV 15, 7(besibus Med.), Plin. n. h. XVIII 102(Detl. bessem gegen die Hdschr.), Fest. p. 550, 31 Thewr., Porf. Hor. ep. 1, 1, Plin. Sec. praef. ed. Rose, dagegen in den Glossen stets mit doppeltem s, z. B. II 278, 1. 381, 41. Ebenso findet sich in Hdschr. oclusis, decusis, centusis. susum c. 77, s. Georges Material aus Inschr. u. Schriftst. In Glossen sehr häufig, z. B. II 194, 21. 231, 29. 422, 61. 454, 54, auch susu II 149, 20. III 124, 32, wo eine Hdschr. suso hat, wie z. B. II 231, 26(vgl. C. I. I 199, 7 susovorsum). 8. jetzt auch Neue III 749. parret c. 137 im cod. Bern. überl.(iuris consultus parret, non parret' habelo), eine alter- tümliche, im Juristenstil gebliebene Schreibweise, die Festus p. 292, 25 verworfen wird. Zuletzt hat Buecheler, Umbrica p. 118 darüber gehandelt. Das mir bekannte Material ist folgendes: C. Gl. V 541, 35 si parrit(sie): si constat, 659, 25 parere(mit Rasur eines Buchstabens hinter a): constare, IV 418, 22 parret: constat, manifestum est und ähnlich V 472, 23. C. Gr. L. IV 275, 11. 12. 328, 33, Cic. div. in Caec.§ 56 und Verr. III 28, 69 in einigen Hdschr. Dig. VI 1, 5. Bei anderen Vulgarismen ist es zweifelhaft, ob sie von Petron niederen Personen absichtlich in den Mund gelegt sind oder von den Schreibern herrühren. So behält Friedländer, nicht Buecheler, culcitras c. 38 bei, unter Hinweis auf span. colcedra, ital. coltrice und das Vorkommen der Form in Texten von(allerdings auch guten!) Schriftstellern, vgl. C. Gl. III 269, 36 röxln culcitra, Plac. V 38, 3 1) In Wageners reichhaltiger Zusammenstellung in Neues Formenl. III“ 743 ff. vermisse ich controvorsum (Apul. flor. p. 23, 3,-us Cato r. r. 43, 1, s. Keil; vgl. contraversum Solin. X 3), laetrosum Paul. Fest. p. 83, 32 Thewr. a laeva laetrum sinistrum et laetrosum sinistrosum(vgl. C. Gl. II 120, 20 laetrum dοιοεεεν, IV 359, 44 latrus: laevus und Thewrewk de Ponor, Festusstudien p. 10). geben die röm. Hdschr. culcitral(sic), die des lib. Gl. p. 95, 25 culcitra, sonst nur culcita in den Glossen. Petr. 97 und 98 hat blos der Leid. culcitra, in urbaner Rede.— berbeæx c. 57(= vervex), Substrat des frz. Drébis, hält Woelfflin VIII 568 für möglich schon in Petrons Zeit. Sicher nachge- wiesen ist es erst in den Arvalacten vom 8. Febr. 183 neben verbeces, dann C. I. VIII 8246 und 8247. In Glossen: II 29, 22(unter dem Buchst. B) berber: x 66- o= 534, 34, daher 569, 48 berbew: aries castratus. Paul. Fest. p. 32, 26 Thewr. berbig wie Vopisc. Aurel. 50, 4 berbicem über- liefert ist, Gl. V 368, 10, III 440, 28; bei Pelagon. berbecina, s. Ihm p. 21, u. ö. in Hdschr. als Var. — GVber sciribilita c. 35 u. 66 und sciniphes c. 98 ist schon S. 4, bez. 25 gesprochen worden. Schwerlich wird man auch heheu f. ehen(c. 34 zweimal) dem Trimalchio geben wollen, was sich häufig in Hdschr. findet, sogar in christl. Grabschrift C. I. XII 5350, oder hostiarius c. 77 dem- selben trotz frz. huissier, C. Gl. III 522, 23 9 οG host., V 301, 10 ianitor: host.(anderes bei Woelfflin Arch. IX 497 und Rönsch Itala p. 463), zumal c. 37 die Hdschr. in gleichfalls vulgärer Rede in dem Wort keine Aspiration zeigt. Noch viel weniger wird man in urbaner Rede c. 34 zweimal parapsis f. paropsis zulassen, worauf parasis und parasidem der Hdschr. hindeutet, die aber c. 50 paropsis hat. Vulgärform war parapsis allerdings(s. oben zu percolopo), vgl. u. a. Huemer comment. Woelffl. p. 191 ff., wozu die Glossen beisteuern: II 460, 27 rοουρ‿³αμο parapsida, III 22, 48 roouᷣαν parabsis, IV 398, 32 trublium: parabside, V 129, 1 parapsis acelabulum maius, 231, 8 fg. parapsides: suffusoria, 9 parapsis: gabata vel patina(vel catinum IV 136, 30) u. a. Khnlich steht es um cornices und acromata c. 53, in indirekter Rede des Trimalchio. Nach Bloch Philol. LVI 549 soll cornices ein Witz sein, als ob man statt Hornisten Hornvieh sagen wollte. Er übersieht aber, dafs auch c. 78 in urbaner Rede dieselbe Hdschr. cornices, aber kurz vorher cornicines hat. Freilich findet sich auch in Glossen jene Form: z. B. III 299, 24, wo lubicines vorhergeht, IV 475, 33 und V 262, 33 aeneatores: cornices, aber IV 12, 11 a. cornicines, IV 361, 28 liticines: cornices id est cornu canentes, 534, 37 lit.: enatores, cornices aut cornicines, ähnlich 108, 25. V 218, 37; bei Schriftst. z. B. Vop. Aurel. 31, 7(cornicibus codd.). Und der Verdacht, dals man vulgär corneæ, cornicis sagte, wird verstärkt durch Analogien wie V 486, 21 kibites(sic): kihicines, id est tibia canentes, über welche Glosse Schlutter Arch. X 194 A. 1 nicht richtig urteilt, vgl. IV 397, 24 tibices, qui tibig canunt und die Anweisung p. 184, 20 fg. tibicen, gui tibia canit, tibicines plures, 240, 22 remex dictus guod remum gerit, sic autem remex guomodo tubex dicitur nominativo casu(aus Isid. XIX 1, 6, wo eine gute Hdschr. regit st. gerit hat), woran sich der offenbar spätere Zusatz schliefst: non utem bubee sed lubicen dicendum est, ut tibicen, cornicen. Auch die Formen tibico ¹) C. I. XIV 408 und kubicinus C. Gl. III 172, 49(nach Fem. fibicina, vgl. Cic. Att. IV 2, 4 Cornicinus als Cogn. des gens Oppia gegen Cor- nicen Liv. III 35, 11) zeigen, daſs man später nicht recht mit der Deklination dieser Worte Bescheid wuſste; vgl. kibicinator Gl. II 250, 54, lubicinator srνynrie II 429, 43; IV 166, 12 salpicta: I.(bu- cinator von dem Instrument bucina!) ebenso wie man remigator bildete: Gl. IV 386, 6 remix: r.(vgl. II 591, 33, wo remigor überl. ist), während Grammatiker wie Phocas C. Gr. V 428, 13 den Nom. des Wortes als ungebräuchlich bezeichnen(doch s. Georges). Was endlich acroma an derselben Petronstelle anlangt, so war diese Form allerdings später nicht ungebräuchlich, wie nicht nur Prudent. perist. II 234 zeigt, wo dieselbe durch das Metrum gesichert ist(ergon cachinnis venditus acroma festivum fui), sondern auch C. Gl. IV 6, 37 acromata: scenicorum carmina(= V 162, 21). Not. Bern. 45, 100. Acr. Hor. s. II 2, 94 mit der Var. acroam. Nichtsdestoweniger wird man weder dies noch cornices in den Text des Petron einführen wollen, auch nicht tomatula c. 31 u. 49, über welche interessante Vulgürform ein Wort gestattet sei. Der cod. Traguriensis hat beidemale thumatula, die an der ersten Stelle erhaltenen Excerpta tumatula. Die Endung-taula findet sich auch C. Gl. V 622, 3 omentum est tomatula(vgl. Schol. Bern. Lucan. I 625 omentum ipsa sunt tomacula, quae intestina ab- scondunt), 624, 30 lopantula(sic) vel omentum est pance(vgl. ital. pancia= pantex, Schol. Juv. 13, 118 ed. Lommatzsch), Not. Tir. 103, 79 lumatulum, 80(-lularius), Juv. X 355 in geringen Hdschr. bei Hosius app. crit. tomatula thom. und thum., im Pith. u. a. fömacula, wie Mart. I 41, 9 einstimmig tömacla. Die Formen mit e sind offenbar die älteren und tomaculum von ro in 16½à⁶½, r6,½⁴ςο, roε³ 1) Muratori hält es für einen Steinmetzfehler st. ftibicen. Es kann aber aus dem Gen. kibicinis falsch gebildet sein, nach siligo, siliginis u. ä. gebildet wie liaculum bei Vitruv. und Gl. II 122, 32 von Ae-, reinlat. spectaculun, obstaculum u. a. (anders pinnaculum, Weiterbildung von pinna), wo-culum nicht überall Diminutiv ist. Die Formen auf dtulum erklären sich vielleicht so. Im Volksmund sprang t vor! in das verwandte c über, wie auch das Roman. bezeugt, App. Prob. 197, 20 vetulas non veclus= ital. vecchio, ebenda 198, 34 capitalam non capiclum= ital. capecchio(Gl. V 495, 46 cornicularius: capiclarius), C. Gl. V 248, 14 fistula vulgo fiscla dicitur= ital. Verb. fischiare u. a.(s. Arch. XI 67). So konnte denn das Volk für komaclum die vermeintlich korrekte Form tomatulum setzen¹), wenngleich vielleicht die Endung des synonymen bokulas dabei mitgewirkt hat. Möglicherweise gehört hierher auch das oben behandelte martulus neben marculus, marclus.— Noch anderes ist bereits früher zur Sprache gekommen wie con- cagatus S. 17, sacellus S. 28, careota S. 10 A. 1. Nachträge. S. 3. XXVIII.*iatralipta(Plin. ep.). Nach Orelli 6326 und in der Überschr. vieler Hdschr. zu Hor. od. II 4 cad Xanthiam iatraliptamꝰ. Aus griech. Schriftstellern nicht nachgewiesen. S. 16 zu mattea- nordrumän. ist mat= Darm, s. G. Meyer, indog. Forsch. VI 116(Götz). S. 18 zu oæcominum. Die citierte Gl. lautet im L. Gl. owiminum: aceto micto cum cumino(Götz). S. 19. LXXIII. aeneolus: nur noch Paul. Fest. 28, 2 deneolo, quod ex aere fit dicimus, s. die Erkl. S. 25. XCVIII.*sternuto(Macr. de diff. 21, 7= C. Gr. L. V 626, 15; doch von Caper p. 113, 13 ver- worfen gegen sternuo). C. Gl. II 188, 25 sternutat wrdovvrat, III 155, 57 xrsοα sternuto, 572, 65. II 425, 29. Osb. 518. Not. Tir. 83, 34. C. I. IV 1477 Victoria, suaviter sternutes. Auſserdem Front. strat. I 12, 11, dagegen ist Col. VII 5, 18, das Forc. citiert, im Cod. Sang. sternuat mit übergeschr. t überl.(nach Schmitt). S. 27. CXXXVIII.*anus,-i(Cic. fam. IX 22, 2 canum' appellas alieno nomine, Cels., Scrib.). C. Gl. II 266, 7 anus dαντννιοο d vijõg 800-.(vgl. 284, 43). III 176, 66 dœατ⁴αιοσο 248, 54= x„ j. IV 18, 46 anas: culus, III 596, 7 anum: posteriorem; s. auch den Schluſs der Glosse C. Gl. V 621, 26 oben S. 9. Aulserdem Vulg. 1 Regg. 6, 5. 11. 17 und(s. Forc.) Seren. Samm. 1110. Bei Cato r. r. 159 anulus. S. 28. CXLI. epulatio(Cic., Val. Max., Suet.). C. Gl. II 62, 15 u. ö.= 25 x% 6, 328, 54= d0ln, 320, 19= 85ꝙαmοσαα. C. I. L. VIII 924(st. des gew. Slu)⸗ Aulserdem Vulg. Sap. 19, 11. Eccli. 37, 32 und als Übers. von rouoν in Hdschr. N. T. bei Rönsch 312. Paul. Fest. 86, 8(doch Lucil. 376 L. verdorben). Index verborum. absedet... 8 A. 1. alicula, 6. arcisellium 21. berbex 48. camella 16. charitosus 13 A. 3. acariütre 13 A. 3. alipino(7) 14 A. 3. aretillus 6. besalis 47. canale 13. cingillum 18. acia 22. ama me etc. 37. ν 17 A. 3. bilychnis 3. canturire 16. circitor 11. acroma 48. amasiunculus 8. arguto 39. bisaccium 3. capsella 18. clarimus 15. acucla 46. amicus amico 36. astratio 8 A. 1. bonifatius 29. cardelis 46. clostellum 28. adcognosco 18. amnego 29 A. 1. bonisperius(?) 29. careota 10 A. 1. coaequalis 27. Adj. auf-osus 13. amphitheater 43. 8 ½α/1⁶ 12. bovis 43. caseus mollis 17 coarmio(⁷) 8 A. 2. admitto in re 34 amplexo 39. barbatoria u. a. 19. Peveruehe 4. A. 5. cocio u. Deriv. 2. A. 2. anathymiasis 10. baro u.-osus 11. brouailles 41 cataphaga 30. coctor 25. aeneolus 49. antescholanus 23. basiolum 24. A. 1. catillum 42. colaepium u. à. 19. aenococtus 35 A. 2. anus,-i 49. Begrüfsungsfor- bucinus 20 causidicatus u. a. collaris 13. afrutabulum 12A.5. apodixis 27. meln 33. 9 A. 3. com- u. con- vor agag(ul)a 29. appulo 40. bene facere sibi 36. calcitrosus 6. cave canem 36. Vok. 8 A. 2. agino 14. aquam ad manus bene mones u. ä. 33. calopeta 27 A. 1. censuo 40. commundo 11. alapor 31 A. 5. 31. benemorius u. ä. 28. calvae 17. centonarius 8. conalaris 8 A. 2. 1) Derselbe Verdacht könnte auch auf die gelegentlich erscheinende Form lucuntulus fallen, wenn diese nicht an sich regelrecht vom Stamm lucunt- gebildet würe, wie infantulus, adolescentulus u. a., anderer- seits lucunculus von demselben Stamm mit Ausstofsung der Dentalis lucunt)culus wie cor(dculum. Uverliefert ist lucuntulus Stat. silv. I 6, 17 und C. Gl. III 316, 1(luocuntuli= luccunt.?), hergestellt von Buecheler Afran. com. 162 bei Non. p. 131, 27, wo die Hdschr. Juculentulos oder ühnl. haben, ebenso 4ανοινπν2αοσοι Athen. p. 647 D. Dagegen ist-culus überliefert Apul. met. X 13, C. Gl. III 15, 3. 88, 2 und 372, 26(-clus), 185, 1(ryycνετα laguncula), eruiert von Iunius aus der Corruptel livacunculo Tertull. spect. 27 und ist, denke ich, auch Not. Tir. 109, 33 unter nucunculus gemeint, das unter lauter Backwerken steht, aber auch z. B. von L. Schwabe, de demin. graecis et lat. p. 60 als Dim. von nuæx aufgeführt wird. Dagegen könnte wiederum die Form fiücecula, die sich C. Gl. II 441, 8 αααααες Jicecula, ficedula und III 188, 9 als Var. der häufigen Schreibung ficetula sowie Polem. Silv. p. 267 Momms. findet, mit der oben besprochenen Neigung zusammenhäüngen, bez. mit der Vorliebe für die Diminutivendung-cula, vgl. nubecula, trabecula, vallecula u. a. 7 — 50— 1 concaco 17. facere in Phrasen interpretamentum obrussa 18. quaere alium 35. stips 44. conspatior 2. 35 fg. 2. obsonator 6. quasillaria 27. stolata 7. consuleo 40. faciente casu u. a. intestinae 41. oclopeta 26 A. 3. qui et 29 A. 4. striga 41. continor 25 A. 1. 36 A. 2. intrio 40. oclus 46. quisquilia 43. subauratus 4. contrefaire 36 faire la barbe introversus 47. offla 46. subdoctor 23. A. 2. 20. 3 Iovis 43. omniarecte? 33A.6 rapa 41. subitillus 28 A. 4. contrio 40. fallo, Flexion 40. ipsimus 15. omnium numerum recorrigo 7. subsessor 6. controversum 47 fast(u)osus 27. iror 40. 37. recutitus 18. Subst. auf-oria 19 A. 1. fatus 42. Lacte 44 opertis oculis 37. rendre 24 A. 1. A. 2. 1 conucla 45 A. 2. félibres 44 A. 1. lacte 44. oppessulatus 25. rennuo 39 A. 4. Subst. auf peta convivo 39. felicio 14. lacticulosus 13. dpder 23 A. 1. repositorium 4. 26. 1 copta u. ä. 28. feri canem f. 33. laetrosum 47 A. 1. orbs u. ä. 44. res 34. Subst. auf-inum 8. corbs 44. fer(r)umen 26. lecticarius 25. oricula 7 A. 2. retroversus 47. suericulum 10 A. 5. cordae 18. ficecula 49. lecun a0 A. 1. oricularius 7. ridicleus(?) 10. supellecticarius cornices u. a. 48. fieri solet 38. erlae 10. oroma 45. rosalia 22. 25. corrotundo 6. flagurrio 16 A. 1. libertus 8. ossucula 46. susum 47. crotalia 18. follinitia 7 A. 1. librum 43. ostiolum 25. sac(c)ellus 2Z. 0u⁵ εμ 21. cruralia 6. forfaire 36 A. 2. lingndans 1 oxycominum 18. sacrificiolus 43A. 3. 66„0Q0 8 A. 2. cubare 33. fou 6 A. 1. inis ,1. saplutus 5. cucum(ul)a 27. fruniscor 7. locellus 27. panareccio 4. zehbic 25 A. 2. culcitra 47. loculentus(7) 24. pannicularius 3 scabitudo 25. hahulaxis 21 14. 3 cymbalistria 3. galnape 16 A. 2. loripes 7. A. 1. scissor 5..8. gamella 16. lorus 42. parapsis 48. scGi)niphes 25. tangere 8e 38. dapaticus 8 A. 1.„αααν 4. lucrio 14. parentalia 22. scordalus 24. tanto mellor 34. debattuo 18. gastra 19. lucuntulus 49 A. 1. paronychium 4. ccriblita 4. tertiaria 8. defraudit 39. gaunacum 16 A. 2. lusitatio 40 A. 7. parret 47. scrupus 22. thosanrum 425 dolontse ds“. Bhaaen ien A. 1. maßnoteanpgrsas. bedalas à 2. eccalala'enza 2s, 1 di9ons,s Deponentia 38 ff. gracula 22 A. 3. 29 P. peduculus u. ä. 45. secutuleia 24. tomatutumn 8. descendo in solio gustatorium 4. maſonconi4. 48 4.2 percolopo 44. semicinctium 24. toralia 6. 34. gustum 42. Tialicorimn 10. perculo 40. senodus 10 A. 1. tricliniarcha 3 despolio 32. ranuciolus 45. perfunctorius 27. sententiola 26. trunculus 10 A. 5. Astsectator 26. habet quod m. Inf. marculus u. a. 46. Peripsema 15. 20 sestertiarius 8. tuberosus 3 ico= cano 34. 38 A. 1... A. 2. sevir 14. 3 dignitosus 13. habet unde 38. mat dche 16 pernae Marsicae sfacciato 5 A. 3. tubex u. a. 48. Dimin. auf-iolus habus 43. matus 6 2 10 A. 5. sibi placens 32. 45 A. 3. haedilia 10 A. 5. melius loquere 37 planopedum 26 soin 38 A. 5. vasum 42. 3 propitii 32. heredipeta u. à. 26. mesisula 10 A. 4. A. 3.4 solidus 38.„uculus st. iculus isco constr. 9 A. 3. heheu 48. méthodium 5 plus minus 32. solius u. a. 34 A. 1. 45. Dissimilation 45 hirmus 15 A. 4. milva 22 4 porcilia 10 A. 4. solium 34. 56% œrd e³ο zAue hittus 15 A. 1. minuare 40 A54. potiuncula 10. sonium 38. 31. gena u. a. 11 homo inter h. 37. minntalia 9. 30 praemiator 8 A. 1. sorbilis 4. vectura 26. A. 1. Homeristae 14. miscellaneus 11. Prasinatus 3. sperimentare venenarius 6. hypogaeum 26. miscuo 40 Ppromulsidare 3. 24 A. 5. vermiculi 28 A. 1. empticius 11.. misellus 33 propina 29 A. 3. speut 24 A. 5. versipellis 15. epulatio 49. iatralipta 49. muscarium 113 propinatio 26. spoliarium 32 A. 1. vetuo 39. nrriderg, 33. Peleaa 24. ¹8. muttio u. a. 15. LA Pber Andd a3 Neminaulan 8 4 Weaerad évanouir 40. impropero 5. natus c. Adv. 38. proscariosus 13 stefadium 15 A. 4. vistilia 41 A. 3. ex adua 18 A. 1. impudoratus 5. neniae 10. 30. A. 3. stentinae 41. unctrinum 9. exintero 41 A. 1. impurimus 15. nervia 43. proscholus 23. sterilicula 28. ungentum 44 A. 2. exitum dare u. a. industrior 40 A. 7. nesap(i)us 11. prostrare 40. sternuto 49. unx 44. 35. instita 25. nivata 3. pulcrimus(?) 15. sterteia 24. volpis 43. expudoratus 5. insularius 25. nomenculator 46. pullarius 7. Grε⁴ᷣο 6 A. 2. vomitorium 32 A. 1. extempero(?) 41. intrabia 41 A. 3. notare sibi 37. purgamentum 20. stigmosus 13 A. 3. ursina 17. 44 Index locorum. Aethicus Ister 15. 41; 44; 46 A. 2. Inschriften 3 A. 1; Laber. 8 A. 1. 13 A. 2; 30; 31 Sen. phil. 18. Afranius 8 A. 1; 20. Columella 6. 49. 8A. 1; 9; 10 A. 5; Naevius 8 A. 1. A. 5; 45 A. 1 u. ö. Suetonius 17 A. 4. Apicius 13. Consentius 47. 23 A. ¹; 37A.1 u. ö. Not. Tir. 10 A. 1fg.; Schol. Juv. 22; 38 Tacit A.4 Apuleius 25 A. 1. SA Iul. Val. 35 A.140 49 A. 1 u. ö. A. 1; 42.[15A. Taeitus 2h A.4. Arnobius 11. A 7. Nov. 8 A. 1. Schol. Pers. 12 A.; Ter. Scaurus 16. 1. Iuvenal 1 A. 5; 35 Ovidius 14 A. 1. Scr. h. Aug. 17 A. 3; Val. Max. 18 A. 2. A. 1.. Petronius 9 A. 3; 22 A. 3; 31 A. 3. Varro r. r. 18. Augustin. 35. Caper 34 A. 1; 7