Ciossen Neue Inschriften des Mainzer Museums. Vierter Nachtrag zum Becker'schen Katalog. Zusammengestellt von Prof. Dr. Körber., ℳar Mit über 100 Abbildungen, grossenteils nach Facsimile-Zeichnungen von Heinrich Wallau. Beilage zum Jahresbericht des Ostergymnasiums in Mainz. MAINZ Druck von H. Prickants 1905. 1905. Progr. Nr. 767. I. Grabsteine. a. Zeit des julischen Hauses. 14— 41 n. Chr. 1. Grabstein des C. Pompejus, gef. im Januar 1904 zu Zahlbach beim Ausheben einer Baugrube hinter dem Hause Hauptstr. 42(„Zur Römerburg“). Gelblicher Sandstein. H. 2,50 m, wovon jedoch 80 em, weil sie in den Boden kommen sollten, rauh gelassen sind; Br. 70, D. 20 cm. Im Giebeldreieck gehen von einem Knopf in der Mitte nach den Ecken rechts und links lanzettförmige, nach oben und unten kürzere Blätter aus. Das breite Band zwischen den Giebelschenkeln und dem damit parallelen oberen Abschluss des Steines zeigt an der Spitze auf beiden Seiten eines lanzettförmigen Blattes je zwei Akroterien-Windungen, sowie ebensolche unten rechts und links; zwischen beiden Gruppen ist je eine Schale angebracht. Unter der Inschrift: Hammer, Feuerzange und Amboss. Caius) Pompeiſ(us), Cai) Fcälius) Ofe(ntina tribu) Me- d(iolano) mailes) leg(ionis) XVI ann(orum) AXXII st(i)pelndi- 1 orum) AIEV hſic) S(itus)(st). Her(es) ex t estamento). 8 „Gajus Pompejus, des Ga- PEMIN J jus Sohn, von der Tribus Oben. Ly⸗ E tina aus Mailand, Soldat der 16. H˙§ E HR E Legion, 34 Jahre alt und 14 „. im Dienst, liegt hier begraben. Sein Erbe(hat) ihm auf Grund seines Testamentes(diesen Stein setzen lassen)“. ☛ Der Stein war bei der Auf- findung unversehrt, leider haben ihn aber die Arbeiter, sei es aus Ubermut oder aus Habsucht— sie hofften wohl einen Schatz darunter zu finden— sogleich zerschlagen. Da sich in unmit- telbarer Nähe auch Aschenurnen und Beigefässe fanden, wovon jedoch bis auf ein erd- — farben Krüglein nichts er- . halten blieb, so darf man mit Sicherheit annehmen, 1 — 41— dass der Grabstein an Ort und Stelle, wo man ihn einst gesetzt hat, auf- gefunden wurde.— Die 16. Legion stand vom Jahr 14 n. Chr. bis unge- fähr 43 in Mainz; mit dieser Frühzeit stimmt sehr gut der Umstand, dass Pompejus desa. Cognomens noch entbehrt, sowie die Art der Giebel-Ver- zierung(vergl. Weynand, B. J. 108/9 S. 229). Dieselist übrigens derjenigen auf dem Grabstein des Pusa(ebenfalls im Mainzer Museum, abgeb. bei Weynand, Taf. IV. 11) so lähnlich, dass man mit Bestimmtheit behaupten kann, beide sind aus derselben Werkstätte hervorgegangen.— Die auf unserem Stein abgebildeten Schmiedewerkzeuge können so gedeutet werden, dass Pompejus einer der fabri gewesen ist, wie die oft dargestellten Maurer- werkzeuge sich auf architecti beziehen. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 11. 2. Bruchstück des Grabsteines eines ehemaligen Soldaten der sechzehnten Legion, gef. am 20. Oktober 1900 im Weseler Steinbruch, Gemarkung Laubenheim in Rheinhessen. Kalkstein. H. 35, Br. 23, D. 5 cm. . vetſeranus leg(ionis)] XVI ſann(orum)....] S(t)ipeſ(ndiorum...) Vicſtor? heres? plosuit)?] „.. ehemaliger Soldat der sechzehnten Legion,... Jahre alt u.... Jahre im Dienste. Victor(?), sein Erbe, liess ihm den Stein setzen.“ Palaeographisch bemerkenswert ist die Form des 8 am Anfang der dritten Zeile. Zangemeister(CIL. XIII, 6948a u. Rhein. Mus. n. F. LVII(1902), 170) hielt es für eine Ligatur von ST und nannte es ein Stigma. Aber diese von den Neueren Stigma genannte Ligatur von SIT, die übrigens unserm Zeichen nicht sehr ähnlich sieht, kommt, wie mir Gundermann mitteilt, sonst erst im 7. Jahrh. n. Chr. in griechischen Minuskel-Handschriften vor. Zangemeister verweist auf 3 weitere Mainzer Inschriften(CIL. XIII, 6902. 6958 u. 7506= Becker 164 u. 202, Körber, Nachtr. III, Nr. 44), wo SIP st. STIP steht, und meint, dass der Steinmetz hier überall statt des„Stigmas“ der Vorschrift aus Missverständnis ein S eingehauen habe. Das ist für römische Inschriften des ersten Jahrhunderts doch sehr unwahrscheinlich, und es liegt viel näheranzunehmen, dass auch auf unserer Inschrift ein einfaches S gemeint ist, wie es auf den drei anderen steht, und dass der Steinmetz es nur, durch die Vorlage verführt, der cursiven Form ange- nähert hat(vergl. die S bei Körber, Nachtr. III, Nr. 44, Z. 1, 5 u. 6). Ob nun in der Auslassung des T bloss ein Irrtum des Steinmetzen vorliegt, der ein S†P der Vorlage missverstand, oder ein Lautwandel, bedürfte weiterer Untersuchung. Da aber eine Verwandlung von st im Anfang eines Wortes zu s(s) im Lateinischen sonst unerhört ist, neige ich der ersten Annahme zu. Immerhin ist sie bei der verhältnismässig grossen Zahl von 4 gleichartigen Fällen gewiss auffallend, zumal es sich, nach der Form der Buchstaben zu urteilen, um mehrere Steinmetzen handelt. Vergl. CIL. XIII, 6948 a; Korrbl. d. W. Z. XX, S. 3. 3. Grabstein des OQ. Marcius Balbus und seines Sohnes Celer, in zwei Stücken am 10. und 20. Juni 1900 beim Bau des Hauses Forsterstrasse 20 aufgefunden. Geschenk des Herrn Wenzky. Kalkstein. H. 150, Br. 55, D. 27 cm. Das Giebel- — 5— —e᷑ Dreieck und„die Zwickel zwischen diesem 5 S uund dem bogenförmigen Abschluss des — D Inschriftfeldes sind mit Rosetten geziert. 8 S O(uintus) Marcius Balbus missicius leg(ionis) XXI et Celer f(ilius) eius hic siti sunt. 1 OMWMN„Quintus Marcius Balbus, Missicins der (VSBA einundzwanzigsten Legion, und sein Sohn Celer [MWWMIN liegen hier begraben.“. 55ʃ VH Die 21. Legion stand vom Jahre 82/83 bis 90 in Mainz(was v. Domaszewski allerdings be- 5 LKNNXNN streitet). Da aber die Giebel-Verzierung aus (EIERUW ſeiner einfachen Rosette besteht, so wird man den Stein unbedenklich der julischen Zeit zuschreiben HGSNIM dürfen, in der die Legion in Vindonissa(j. Win- isch in der Schweiz) stand(so v. Domaszewski, Korrbl. d. W. Z. XVII, S. 80; nach Ritterling, a. a. O. XXII, S. 80, hätte sie freilich in Vetera gestanden). Vindonissa unterstand bis in die 1 ersten Jahre des Tiberius dem grossen rheinischen Kommando, später dem obergermanischen. So ist — es nicht ausgeschlossen, dass ein Soldat der 1:20 dortigen Legion in Mainz starb.— missicius ist ein Soldat, der nach 20 jähriger Dienstzeit unter Befreiung vom gewöhnlichen Dienst bloss zur Verwendung gegen den Feind weiter diente, bis ihm nach 25 Dienstjahren die missio honesta zu teil wurde. Solche missicii sind Tac. ann. I. 17 gemeint; sie stehen zwischen den eig. Soldaten und Veteranen und sind nicht in die Centurien eingereiht.(S. Mommsen, CII. III, S. 2316,50).— Auf julische Zeit weist es auch hin, dass die Formel hic siti sunt ausgeschrieben ist.— Der Sohn hat ein anderes[Cognomen als der Vater. Vergl. CIL. XIII, 6951 a; Korrbl. d. W. Z. XXI, S. 105. 4. Bruchstück vom Grabsfein eines Valerius, gef. wie Nr. 5. Kalkstein. H. 48, Br. 30, D. 11 cm. Das Giebeldreieck war mit Akanthusblättern ausgefüllt, die in der Mitte wohl von einer Rosette ausgingen; die rechtwinkligen Seitendreiecke mit 1 Akroterien in je zwei Windungen und mit je einer Rosette. On.? Vaſlerius[On. 2) Flilius) Pom ptina tribu)..... mal(es).... „Gnaeus(2) Valerius, Sohn des Gnaeus(2), von der pomptinischen Tribus, Soldat....“ Z. 2 a. A. ist für den Vornamen des Vaters etwas reichlich Platz; vielleicht war er aus- geschrieben.— Z. 3 a. A. ist wohl nur die An- gabe des Geburtsorts ausgefallen. Denn die Rosette über dem Giebel-Dreieck in Verbindung mit den Akroterien deutet auf vorclaudische Zeit(vergl. Nr. 1), in der die Legionssoldaten vielfach noch des Cognomens entbehrten. 1:10 Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXII, S. 166. 1* Ot dem Garten des 5. Grabstein des Trophimus, gef. am 10. Oktober 1903 in 8 LtolA AlLTMC EO ASNN/ eoc v IEINEDO 0OCVIIUI 1 ¹ 1*7,5 Herrn Glasermeisters Broo neben der Lunette Stahlberg bei Zahl- bach. Hier wurde schon zu Anfang des vorigen Jahrhunderts beim Bau und Umbau der Festungswerke ein römischer Fried- hof angeschnitten, der eine ganze Reihe von Grabsteinen der frühsten Kaiserzeit lieferte. Wahrschein- lich wurde damals auch der unsrige auf- gefunden, aber zer- schlagen und mit an- derem Schutt auf den benachbarten Acker gebracht. Scherben von römischen Ge- fässen, Ziegelbrocken u. s. w. finden sich massenhaft auf dem- selben zerstreut. Er- halten sind sechs zusammenpassende Stücke. Kalkstein. H. 128, Br. 50, D. 14 cm. Die Giebel- verzierung ist un- kenntlich geworden. Trophimus, Marci) Mari Rustici servus) anſnorum) AX hſic) s(itus) e(st). Amissum, mſater, Tro- phimum siſnſe fine dolelo Fatalſe hjoc pareſere] te puero. „Trophimus, Sklave des Marcus Marius Ru- sticus, 20 Jahre alt, liegt hier begraben. Den ver- lorenen Trophimus sollst vitium — 7— Du, Mutter, ohn' Ende betrauern; es ist ein vom Schicksal verhängtes Unglück dich aufzusparen für deinen Sohn“; d. h. während es die natür- liche Ordnung ist, dass die Kinder die Eltern begraben, hat das grausame Schicksal es hier gewollt, dass die Mutter den Sohn bestatten musste. Infolge der Zertrümmerung des Steines ist manches verloren gegangen, doch lässt sich alles mit ziemlicher Sicherheit ergänzen.— Die Buchstaben ähneln vielfach noch denjenigen der Cursivschrift, im besonderen sind die Querstriche von U, N und 7 schräg nach oben gerichtet, der des letzteren geht nach links kaum über die Senkrechte hinaus. Das weist auf sehr frühe Zeit hin. In dem Distichon ist der Punkt nur da gesetzt, wo der Vers einen Ruhepunkt verlangt.— Z. 1. Die schräge Linie zwischen H und I ist vielleicht aus Versehen eingehauen und nicht durch Verletzung entstanden.— Z. 2 fehlt der Punkt hinter Mari.— Z. 5 kann auf amissum nur 4 oder M gefolgt sein.— Z. 6 ist rechts im Bruch noch die zweite Senkrechte von N erhalten.— Z. 8 entbehrt das T in ke fast gänzlich des Querstriches, der aber auch sonst manchmal, z. B. in Z. 7, sehr klein ist.— Parcere aliquem im Sinn von servare aliquem gehört dem Vulgär- latein an.— Verse auf Grabsteinen scheinen in Mainz, wie in Carnuntum, vorzugsweise in der julischen Zeit üblich gewesen zu sein. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXII, S. 166. 6. Grabstein der Rhodine, gef. am 17. Oktober 1903 in Weisenau, beim Bau des Hauses Friedhofstrasse Nr. 20(Ecke der Römerstrasse), also an der dort unmittelbar hinter dem Friedhof hinziehenden römischen Strasse. In nächster Nähe fand sich eine grössere Urne nebst zwei Beigefässen usw.; es ist kein Zweife]l, dass der Grabstein zu dieser Bestattung gehörte. Sehr muschelreicher Kalkstein, der in der Nähe bricht. H. 140, Br. 47, D. 20 cm. Das Giebeldreieck schmückt eine Rose, über seinen Schenkeln sind Akroterien angebracht, 2 Windungen auf jeder Seite. Rodine Polentina anoſrum) XX gqum natis II hſic) sſita) e(st). O. Rulius C.(lius) Poliſa tribu) Polentia Rodine ancilae suae et natis II pos(uit). Sit grata requies quem pia qura tegit, ospes qui casus legisti nostros et precor, ut dicas, sit tibi, Rœodine, tera levis. „Rhodine(„Rosa“) aus Pollentia(j. Polenza in Ligurien), zwanzig Jahre alt, liegt hier mit zwei Kindern begraben. Gajus Rulſl 2)ius, des Gajus Sohn, von der Tribus Pollia, aus Pollentia, hat seiner Sklavin Rhodine und ihren zwei Kindern(diesen Grabstein) gesetzt. Möge sanft ruhen, wen liebende Sorge deckt. Fremdling, der du unser Unglück ge- lesen, ich bitte dich, sage: Rhodine, die Erde möge dir leicht sein.“ Z. 9 erwartet man quam statt quem; letzteres ist ganz allgemein zu verstehen und der Satz vielleicht ein Zitat. Im übrigen habe ich bei der Ubersetzung angenommen, dass infolge eines Versehens der Steinmetz Z. 12 et statt te eingehauen hat, eine Annahme, die gerade auf unserem Stein(s. n. S.) nicht allzu kühn erscheint. Doch gibt es noch eine andere Möglichkeit, auf die mich Gundermann aufmerksam macht. Darnach lässt Rhodine, die in Z. 12 ja wohl Subjekt ist, den Wandrer nicht nur sagen:„Sit tibi, Rhodine, ter(r)a levis“, sondern auch„Sit grata reguies, quem pia(c)ura tegitee, beide Wünsche sind dann durch et verbunden. Dem Verfasser der Grabschrift schwebten vielleicht drei Pentameter(s. u.) vor, die er irgendwo gelesen: Hospes, qui casus legisti nostros:„ Sit requies grala, quem pia cura tegit] Ete, precor, ut dicas,„sit tibi kerra levis“. Der erste dieser Verse kam dann durch ein Versehen— vielleicht war er nach- träglich an den Rand geschrieben— an die ſ falsche Stelle(Einzelne OPE- F beatemater agt 3d Teice i eie e 6 NWC wePeere en ahe v Q schreibung die aus der Pol S Vehemiee denna ERoDINEMCILAE aet nonidredeaa e FIK, Peenerranut daal14 auch wohl 4); ferner steht REQVIE 5M NA 88 4 überall(2. 3 und statt C, was ver- XAATECIIéOS p 8 ständlicher wird, wenn ¹ QNI&̊VSEGISTI 3 man bedenkt, dass latei- 1RO5 FEOr. nisch qu keineswegs wie 05 IEF 5. deutsch kewausgesprochen 1 wurde, da der zweite — TDM SlIFTI Laut dem englischen entsprach und lateinisch qu also einem cu sehr nahe stand.— Z. 10 steht ospes mit Weglassung der Aspiration für hospes. — Z. 14 könnte Rcodine infolge eines Versehens für c. Rodine= carissima 1:75 Rodine verschrieben sein; dieses steht dann hier wie in Z. 1 für Rhodine= Podwwn.— Enadlich ist noch zu erwähnen, dass Z. 4 a. E. ein F(= ffllius) aus Versehen oder ab- sichtlich(s. Nr. 16) ausgelassen ist. Der Umstand, dass C. Rulius des Cognomens entbehrt, lässt auf die Zeit vor Claudius schliessen, und dazu passt auch die Art der Giebel- verzierung aufs beste(vergl. Weynand a. a. O., S. 228 f.). Andererseits kann die Bestattung doch nicht viel älter sein als Claudius, wie die beigege- benen Gefässe beweisen.— Bemerkenswert ist, wie häufig Sklaven und Freigelassene bei den Römern durch schöne Grabdenkmäler geehrt werden, und wie oft diese mit einem Gedichte geschmückt sind oder wenigstens am Schluss der Inschrift mit einzelnen Versen(vergl. Becker 243, 244, 246, 247, 249, 250; hierher gehört wohl auch 242; ferner Keller, Nachtr. 1, 246a und Nr. 5 dieses Katalogs). Auch hier stehen am Schlusse, wenn man von der Anrede absieht, drei Pentameter, nur dass das schliessende a in grata unrichtiger Weise als Länge gebraucht ist. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXII, S. 167 ff. — 8 AFr AAZ 85 — . 2 —=.„„—* b. Zeit des claudischen Hauses. 41— 69 n. Chr. 7. Grabstein des Cn. Coelius Marullinus. Nach Schneider (Dom zu Mainz, kl. Ausg. S. 67) im Jahr 1876 bei Herstellung der Krypta des Domes unter einer der Sockelplatten der Säulen gefunden, jetzt im Treppenhaus der Krypta eingemauert. Kalk- stein. H. 179, Br. 94 em. Im Giebel-Dreieck gehen von einer in der Mitte befindlichen Rose nach den Ecken zu Akanthusblätter aus; über den Seiten des Dreiecks sind oder waren Ranken angebracht, aus welchen je ein Akanthusblatt hervorwächst. 3( NP. A* P On(aeus) Coelius On(aei) f(ilius) M 2 RML LI NVWS Pap(iria tribu) Nar neen 1e) Narbolne), milles i(onis b DO N A K P O Aadenheen de), nun S F, Mll LEANIMA stip(em diorum) NXIIII Alie) slitus) e(), h(eres) ex t(estamenlto) f(acien- N N XXXVOANDAN dum) e(uravit). k' O. E HEXTPEE C„Gnaeus Coelius Marullinus, des Gnaeus Sohn, von der papirischen — Tribus, aus Narbo(j. Narbonne), Soldat der vierten Legion, der 1:20 macedonischen, 35 Jahre alt und 14 Jahre im Dienst, liegt hier be- graben. Sein Erbe hat(diesen Grabstein) auf Grund des Testamentes machen lassen.“ Z. 1 a. A. ist das C z. T. noch mit Kalksinter bedeckt, doch wohl ganz erhalten.— Z. 3 liest Zangemeister im Corpus MARVLLIANVS; es steht aber in der vorletzten Silbe weder für sich ein A, noch ist eines mit dem folgenden N verbunden, was auch gegen den sonstigen Charakter der Schrift wäre. Die linke Hasta dieses N steht allerdings etwas schräg nach aussen, doch ist dies auch in der nächsten Zeile der Fall, wie ja überhaupt die Buchstaben nicht sehr regelmässig gehauen sind: man vergleiche die beiden S Z. 6 und 7.— Z. 4 ist NARBO als Abkürzung für den Ablativ zu betrachten, da bei domo nicht der Nominativ stehen kann.— Z. 5 ist die Abkürzung LEGI, welche mit dem Ende statt mit dem Anfang der Silbe abbricht, für das erste Jahrhundert bezeichnend, freilich wird gerade das Wort legio auch in dieser Zeit sonst LEG' abgekürzt; darum ist vielleicht ein Schreibfehler anzunehmen: IIIII statt IIII.— Die vierte Legion stand von 43— 70 in Mainz; aus diesen Jahren stammt also der Stein. Vergl. CIL. XIII 6863. Schneider a. a. O S. XLIV. — 10— c. Zeit des flavischen Hauses. 69— 96 n. Chr. 8. Hälfte des Grabsteines eines Soldaten der vier- zehnten Legion, aufbewahrt im Kreuzgang des Domes, gefunden wahrscheinlich im Jahre 1830 in der Fensterbrüstung der süd- lichen Sakristei am Ostchor. Der Stein ist rechtwinklig zu- gehauen; links fehlt, wie aus der letzten Zeile zu ersehen, etwas über die Hälfte, während rechts die ursprüngliche Seitenwand erhalten zu sein scheint. Kalkstein. H. 44, Br. 18,5, D. 11 cm. . us C(al) flilius)[QGlaujd(ia tribu) Verſe- cund Jus Ara[mil(es) lelgdionis) XIIII[g(eminae) M(artiae) v(ictricis) an(norum)] XXX ſstip(endiorum) X? h(ic)? s(itus)] e(st). T(estamento) flieri) iussit), LTh)eres) f(aciendum)] c(uravit). 35..... us Verecundus(2) von der claudischen Tribus aus Ara(j. Köln) Soldat der 14. Legion, der doppelten, Martischen, siegreichen, 30 Jahre alt und 10(2) Jahre im Dienst, liegt hier begraben. Durch ein Testament hat er die Errichtung(dieses Grab- steines) angeordnet; sein Erbe hat(ihn) setzen lassen.“ 1:10 Die 14. Legion stand 14— 43 und 70— 90 in Mainz; da Ara(Ubiorum) erst im Jahre 50 unter dem auf unserm Stein abgekürzten Namen Co- lonia Claudia Ara Agrippinensis zur Kolonie erhoben wurde, so kann der Stein nur aus der zweiten Periode stammen, wo die Legion bereits ihre drei Beinamen führte; der Raum auf der fünften Zeile reicht für ihre Er- gänzung auch vollständig aus.— Z. 6 a. A. sind noch ganz unbedeutende Reste des S am äussersten Rand durch ihre Färbung erkennbar; was aber wie der obere Apex aussieht und auf dem Bilde sichtbar ist, beruht in. Wirklichkeit nur auf einer Verletzung des Steines. Vergl. CIL. XIII 6917; Schneider, d. Dom zu Mainz, kl. Ausg. S. XLV. 9. Zwei Bruchstücke von dem Grabstein eines Soldaten der 21. Legion, aufbewahrt im Kreuzgang des Domes, in dessen Be- reich sie wohl gefunden sind. Sie passen aneinander; rechts, links und unten ist die Inschrift verstümmelt. Gelblicher Sand- stein, der im Verfall begriffen ist. In wenig Jahren wird die Inschrift zerstört sein, wenn nichts dafür geschieht. Höhe (beider Stücke zusammen) 47, Br. 33, D. 10 cm. [Gublius)?... cus Publi) flilius)[Gal(eria? 471524)..... Inus Lyg(uduno?[mil(es) le]lg(ionis) AAI r(apacis)[an(norum.... sJtip(endiorum TT.... h(ic) s(itas) e(st)]. „Publius?.... ius... nus, Sohn des Pu- blius, von der galerischen(?) Tribus, aus Lugu- dunum( j. Lyon), Soldat der 21. rapax zube- nannten Legion, alt..., 10(oder mehr) Jahre im Dienst, liegt hier begraben. Dass mit LG Lugudunum gemeint sei, ist eine Vermutung Mommsens. Im älteren und volkstümlichen Latein wird griechisches v durch u ersetzt, wodurch auch in die Schreibung nicht- griechischer fremder Wörter ein Schwanken ge- 1:10 kommen sein mag.— Die 21. Legion kam im Jahre 82/83 nach Mainz, wo sie bis zum Jahre 90 blieb. Der Grabstein gehört also der zweiten Hälfte des ersten Jahr- hunderts an. v. Domaszewski setzt ihn in die Zeit zwischen Tiberius und Vespasian(vergl. d. Bem. zu Nr. 3). Vergl. CIL. XIII, 6951 a. 10. Oberteil des Grabsteins des C. Junius, gef. im Oktober 1899 neben dem Rathaus zu Bretzenheim bei Mainz. Kalkstein. H. 60, Br. 60, D. 23 cm. Das Giebeldreieck ist mit Akanthusblättern geziert, die in der Mitte von einem Knopfe ausgehen; auch die seitliche Umrahmung des Giebels zeigt den Schmuck von Blättern und Akroterien-Windungen. Caius) Junius Cai) F(ilius) Cla(udlia tribu) Conc(ordia).... „Gaius Junius...... Sohn des Gaius, von der claudischen Tribus, aus Concordia(j. Porto- gruaro zwischen Udine u. Treviso).“ Dass in C0NO statt der Heimatsangabe das Cognomen enthalten gewesen sei, ist nicht wahrscheinlich, da einerseits so anlautende Namen in älterer Zeit kaum vorkommen, an- dererseits Concordia in der Tat zur claudischen Tribus gehörte.— Der Stein stammt aus dem ersten Jahrhundert, wahrscheinlich aus der flavi- schen Zeit. Das Cognomen muss dann in der dritten Zeile gestanden haben: es folgt auch sonst manchmal der Heimatsangabe, z. B. Becker 141. Vergl. CIL. XIII, 7234 a; Korrbl. d. W. Z. XVIII, S. 179. — 12— 11. Grabstein des Firmus, diente in Zahlbach, Graben- strasse Nr. 75/⁄1 0 zur Einfassung des Gartenwegs, bis er beim Bau des Schulhauses von Herrn Bauinspektor Gelius entdeckt und am 20. Dezember 1899 ins Museum gebracht wurde. Grau- gelber Sandstein. H. 45, Br. 38, D. 17 cm. [Plub(lilia tribu) Firſmus] Verona [mil(es)] leg(ionis) I aſdiut(ricis)] an(no- rum) XX.. stip(endiorum)]....] „.... Firmus, von der publischen Tribus, aus Verona, Soldat der ersten Legion, der helfenden,(etwas über) zwanzig Jahre alt und(wenige Jahre) im Dienst...“ Die legio I adiutriæ, im Jahre 69 von Galba aus Mannschaften der praetorischen Flotten gebildet(dah. adiutriæ„die hel- fende“ genannt; vergl. die Benennung auxilia für socii), stand in Mainz vom Jahre 70 bis ungefähr Mitte der 80 und dann noch einmal kurze Zeit unter Trajan. Jener früheren Zeit gehören sicher die übrigen zehn hier gefundenen Grabsteine an, worauf als Heimat der Verstorbenen Städte Dalmatiens, Pannoniens und Thrakiens genannt werden, wo die Flotten sich rekrutierten. Da aber Firmus aus Italien stammt, so ist unser Stein vielleicht erst in der trajanischen Zeit gesetzt worden. Vergl. CIE. XIII, 6834 a; Korrbl. d. W. Z. XVIII, S. 230. d. Zweites Jahrhundert n. Chr. 12. Grabstein des Epigonus, gef. am 10. Mai 1904 bei dem Neubau des Beamten-Bauvereins, Mombacherstrasse 11; durch Vermittlung des Herrn Gewerberats Baentsch dem Museum geschenkt. Der Stein diente als Deckel zu einem Steinsarg, der nach den darin gefundenen Beigaben, einem Sigillatabecher, einer grösseren und fünf kleineren Kugelbauchflaschen und zwei Glas- bechern, dem vierten Jahrhundert angehörte. Am oberen Ende ist der Teil des Steines abgeschlagen, der über den Sarg hervor- stand; sonst ist er überall trefflich erhalten. Gelblicher Sandstein. H. 2,18 m, Br. 72, D. 24 cm. Im Giebeldreieck sind Akanthusblätter körbchenartig zusammengestellt, über seinen Schenkeln sind grosse Rosen angebracht. Einen Hauptschmuck des Steines bildet ein in einer Breite von 8,5 cm auf drei Seiten die Inschriftplatte umgebender Saum mit hübschen Weinranken, die aus kleinen Gefässen emporstreben. D(is) Manibus). Epigonus an(norum) XXP, servos Aeli Maæximi c(enturionis) leg(ionis) XAXII Pr(imigeniae). „Den Manen! Epigonus, 25 Jahre alt, Sklave des Aelius Maximus, Centurionen in der 22. Primigenia zubenannten Legion.“ Z. 5 a. E. steht das Cen- turio-Zeichen auf dem Rand. — Die 22. Legion stand zwei- mal in Mainz. Während ihres ersten Aufenthaltes unter Clau- dius und Nero führte sie nur den Beinamen Primigenia; als sie um das Jahr 90 zurück- kehrte, um vielleicht zwei Jahr- hunderte oder länger hier zu bleiben— erwähnt wird sie zuletzt auf dem Annianusstein SeN NVS 6 ρ O8 S I ikeRüg 5 . 8(Körber, Nachtr. III, Nr. 1) vom 4 Jahre 242— hatte sie sich ’e inwischen auch die Beinamen 4.'—, rree 97 3 pia fidelis verdient. Trotzdem . nun diese Ehrennamen fehlen, gehört unser Stein nicht jener Se ersten Zeit ihres Aufenthaltes dee— in Mainz an! Das beweist die Verwendung und besonders die Abkürzung der Formel dis 1:15 Manibus, sowie die Verzierungs- weise, die durchaus verschieden von der im ersten Jahrhundert üblichen ist, wo namentlich die Ranken- umrahmung gar nicht vorkommt. Das Gentile des Centurionen weist auf die Zeit nach Hadrian, die Weinranken aber erinnern sogar an die beiden bei Körber III, Nr. 13 u. 15 abgebildeten Weihe-Inschriften aus der Zeit des Caracalla und Alexander Severus. Brandgräber, die sich in unmittelbarer Nähe des Steinsarges fanden, gehörten etwa der Zeit des Hadrian an.— Der besondere Wert des Steines beruht darauf, dass verzierte Grabsteine aus einem anderen als dem ersten Jahrhundert bekanntlich recht selten sind.— Bemerkenswert ist, dass auch dieser Sklavengrabstein so reich geschmückt ist(s. d. Bem. zu Nr. 6). Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 104 ff. e. Drittes bis viertes Jahrhundert n. Chr. 13. Steinsarg der Bononia(2), gef. am 14. Februar 1901 beim Neubau der Kirche des Kapuzinerklosters unter der Tor- einfahrt des früheren Hauses Himmelgasse 20. Durch Ver- mittlung des Herrn Cl. Rühl dem Museum geschenkt. Der Sarg war bei der Auffindung leer und ohne Deckel, also — 14— wahrscheinlich verschleppt, vielleicht vom römischen Friedhof in der Anlage. Roter Sandstein. Höhe 44 cm, Länge 1,43 m, Breite 68 cm, innere Weite 114: 42 cm. NONINEEVDIENNNISIN NITDIESXVENOVEILIVSEERTW DEC-CMAT.E. 1:15 [B? lononiae que viæit annis II m(enses) II dies XVI Novellius Festus dec(urio) e(ivitatis) Mat(tiacorum) f(aciendum) e(uravit). „Der Bononia, die zwei Jahre, zwei Monate und sechzehn Tage lebte, hat Novellius Festus, Decurio(= Senator) der Mattiakergemeinde (diesen Sarg) machen lassen.“ Auf dem fehlenden Deckel hat vielleicht D(Gis) Manibus) gestanden. — Z. 1 steht que für quae.— Hauptort der Mattiakergemeinde war Aquae Mattiacorum, das heutige Wiesbaden.— Die Inschrift gehört dem dritten Jahrhundert an, als die wohlhabenden Bürger der benachbarten Gemeinden vor den andrängenden Germanen nach dem grössere Sicherheit bietenden Mainz zogen. Als Zeichen(des Verfalles ist in unserer Inschrift der Kon- struktionswechsel annis— dies bemerkenswert. Vergl. CIL. XIII, 7062; Korrbl. d. W. Z. XX, S. 67. f. Bruchstücke von Grabsteinen unsicherer Zeitstellung. 14. Bruchstück von dem Grabstein des— ius Felix, gef. im Juli 1900 zu Zahlbach, wo er auf dem Gebiete des Herrn Barbara, 1 Grabenstrasse 9, in der Gartenmauer ver- baut war. Geschenk des Herrn Barbara 1 daselbst. Kalkstein. H. 48, Br. 24, D. 9 cm. Der in der Mitte gespaltene Stein zeigte unter der Inschrift einen Doppel- bogen. ... 26c..... Feliæ....[mi]!(es) leg(ionis) ann(orum)...[stipendiorum)] VIIII „.. us Felix, Legionssoldat von— Jahren und neun(oder 19??) Dienstjahren.“ Der Stein gehört wohl noch dem ersten Jahr- hundert an. Vergl. CIL. XIII, 7009 a; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 161. 15. Bruchstück von einem Grabstein, wahrscheinlich eines Soldaten, gef. am 3. Januar 1904 beim Abreissen des sogen. Bickenbaues am Flachsmarkt. Kalkstein. H. 17, Br. 25, D. 12 cm. . us Marei)[flilius) Lelm(onia tribu) Bon(onia) „.... us, des Markus Sohn, von der le- monischen Tribus aus Bononia(j. Bologna). Z. 2 a. A. stand ein M; da Bononia zur Tribus Lemonia gehörte, so ist die Ergänzung ziemlich sicher.— Die Punkte a. F. beider Zeilen stehen bereits auf dem Rand.— Der Stein gehört dem ersten Jahrhundert an. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 12. 16. Bruchstück eines Grabsteines, auf- bewahrt im Kreuzgang des Domes; nach Mitteilung des Herrn Sakristans Krost vor wenig Jahren am Kranzgesims der Gothard-Kapelle gefunden. Kalkstein. H. 35, Br. 20, D. 10 cm. L(ucius) M... J L(ueii)(filius) Poll(lia tribu) Rulfus?] „Lucius M...„ Rufus, Sohn des Lucius, von der Tribus Pollia. 1:10 Z. 2 fehlt, wie es bisweilen vorkommt, F. (ilius) nach dem Vorname des Vaters(vergl. Nr. 6). 17. Bruchstück eines Grabsteines, gef. am 18. Oktober 1901 in der zur Aufschüttung am Kaiser-Wilhelm-Ring abgeladenen Erde; diese stammte aber wahrscheinlich von dem Bauplatz Schulstrasse 64. Kalkstein. H. 29, Br. 20, D. 9 ½ cm. Auf den Vornamen Gaius) folgte ein mit C, G oder O anfangender Name; er gehörte wohl einem Soldaten oder Veteranen der 22. Legion an. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXI, S. 33. — 16— 18. Bruchstück von dem Grabstein des[Sat? jurnius.... aro, gef. zusammen mit Nr. 12. Gelblicher Sandstein. H. 40, Br. 44, D. 20,5 cm. [Q(uintus)? Sat Jurnius..... arο u. 2 Q(uinto)[Saturn]jio Adbugio[patri? s]uo —— ex tes tamenlo). „Quintus? Saturnius(?)... aro (hat) dem Quintus Saturnius Adbugius, seinem Vater(2) auf Grund seines Tes- tamentes(diesen Stein setzen lassen).“ Die Ergänzung der dritten und vierten Zeile nach einer Vermutung Haugs.— Adbugius ist ein keltischer Name: ein anderer aus Mainz stammen- der Grabstein, der jetzt in Mannheim sich 1:10 befindet(Haug, röm. Denkst. d. Gross- herzogl. Antiq. in Mannheim Nr. 42; CIL. XIII, 7031), ist einem Adbogius gesetzt, der aus Aquitanien stammte. — In einer fünften Zeile stand vielleicht noch posuit oder dergl. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 106 f. ——— 19. Bruchstück eines Grabsteines, gef. am 16. August 1902 in der Forsterstrasse beim Bau des Hauses Nr. 20; Geschenk des Herrn Wenzky. Kalkstein. H. 15, Br. 13, D. 20 cm. Erhalten ist nur der grössere Teil eines Q und darunter zwei Hasten. Dass das Stück zu einem Grabstein gehörte, ist daraus zu schliessen, dass es auf einem römischen Friedhof gefunden wurde. 1:5 Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXI, S. 33. 20. Bruchstück eines Grabsteines, gef. am 7. Juli 1900 bei Errichtung des Neubaues Kästrichstrasse 59; Näheres nicht bekannt. Wenn es(s. u.) zu einem Grabstein gehörte, so wird es wohl nicht in der alten Stadtmauer verbaut gewesen sein. Kalkstein. H. 17, Br. 24, D. 14 cm. Z. 2 ist wohl zu ergänzen Lh(ic)] s(itus) e(st)„liegt hier be- graben“; darauf wird der Name dessen, der den Stein gesetat, vielleicht Flaccus, gefolgt sein. Vergl. CIL. XIII, 7157 a; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 161. II. Kaiserinschriften und Bauurkunden. 21. Bruchstück einer Kaiserinschrift Trajans, gef. am 10. April 1900 beim Abbruch der alten Stadtmauer hinter dem Gebiet Kästrichstrasse 59. Kalkstein. H. 27, Br. 30, D. 10 cm. Imp(eralor) Caesajr Nelrva Traianus Au- g(ustus) Gjler(manicus) Poſnt(ifee) maa(imus) trib(unicia) pot(estate) VI] imp(erator) I1 c[o(n)s(ul) IIII p(ater) p(atriae)]..... „Der Imperator Caesar Nerva Trajanus Augustus Germanicus, Pontifex maximus, im sechsten Jahre seiner tribunicischen Gewalt, als er zum zweiten Mal den Imperator-Titel ange- 1:10 nommen und zum vierten Mal Consul war, der Vater des Vaterlandes....“ Z. 1 a. A. stand sicher ein R.— Z. 3 a. A. ging dem Worte IMP eine Senkrechte voraus, die im Bruche zum grossen Teil noch erhalten ist.— Die auf Z. 4 erhaltenen Reste lassen keine Deutung mehr zu.— Den Titel IMP II finden wir auf Inschriften(Dessau inscr. lat. sel. 285) verbunden mit dem sechsten Tribunat, das Trajan vom 10. Dezember 101 bis zum 10. Dez. 102 bekleidete. Er wird den Titel also im Jahre 101 im Dakerkrieg gewonnen haben. Da jedoch vor IMP kein V gestanden haben kann, so wird unsere Inschrift aus dem Jahre 102 stammen(oder auch aus den letzten Tagen des Jahres 101; dann wäre zu ergänzen C08 III).— Der ganze Name könnte statt im Nominativ auch in einem anderen Kasus, 2z B. im Dativ, stehen. Vergl. CIL. XIII, 6797a; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 103. 22. Spuren einer Inschrift mit Bronzebuchstaben auf einem Stein. Beim Abbrechen der alten Stadtmauer hinter dem Ge- biete Kästrichstrasse 59 wurde im April 1900 ein Kalkstein- quader aufgefunden, in welchen 22 Löcher eingehauen sind, die zweifellos ursprünglich zur Befestigung grosser Bronze-Buch- staben dienten. Zum Teil sind sie noch mit der Verbleiung gefüllt, in welcher mehrmals noch Reste der Eisenklammern stecken. Die Zeichnung sucht dies anzudeuten. 16 von diesen Löchern liegen in zwei annähernd geraden Linien, die allerdings der Lagerfläche des Steins sonderbarer Weise nicht parallel sind. Berücksichtigt man sie allein, sowie das Loch Nr. 1, so kann man sich darin die Buchstaben ONMAX befestigt denken (8. die Zeichnung, auf welcher die verbindenden Striche der Deutlichkeit halber nicht ganz bis zu den betreffenden Löchern ausgezogen sind). Das würde dann zu lesen sein:[p]on(kifex) max(imus), und wir hätten einen Teil einer grossen Kaiser- inschrift vor uns, die am Epistyl eines mächtigen Baues ange- bracht war, vermutlich eines derjenigen, welche die erste Legion (s. Nr. 24— 29) unter Kaiser Vespasian errichtete. Die fünf nicht in der Reihe stehenden Löcher(Nr. 5 u. 7; 14, 16 u. 17) müssten dann so erklärt werden, dass die Inschrift ursprünglich anders gelautet und später, wie das oft vorkam, verändert wurde. Aber auch davon abgesehen ergeben sich einige Schwierig- keiten: die übliche Abkürzung für ponlifex maximus ist PONT-MAX(oder PM“), und das durch Verbindung der Löcher entstehende M ist nicht ganz regelmässig; doch ist ja die Gestalt des Bronzebuchstabens von der Anordnung der zu seiner Befestigung dienenden Löcher ziemlich unabhängig. Um aber die Verlegenheit noch grösser zu machen, zeigt eine Untersuchung des Steines, wie mir Herr Architekt R. Opfer- mann freundlichst mitteilte, dass es ein Leibungsstein war, da der Gesimsrest, der links oben sichtbar ist, sich auf der linken Seitenfläche fortsetzt, die unter demselben hier so glatt ist wie vorn. Dann hätte die Inschrift unmittelbar am Rande eines Tores oder Fensters begonnen, nach obiger Ergänzung sogar mit einem halben Buchstaben! Da dies unmöglich ist, so pliebe nur die Annahme einer zweiten Verwendung des Steines übrig, und man könnte dafür noch den Umstand anführen, dass die Lagerfläche der Inschrift nicht parallel ist. Aber das ist ja auch mit dem Gesims nicht der Fall, das doch von vorn- herein vorhanden gewesen sein muss. Eine Lösung dieser Schwierigkeiten wird wohl nur durch weitere Funde ermöglicht werden. Vergl. CIL. XIII, 6805 a; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 102. — 19— 23. Bruchstück einer öffentlichen Inschrift der Vicani Aresaces(?), gef. im Weisenauer Steinbruch der Portland-Cementwerke Mann- heim-Heidelberg, wo es angeblich in den Grundmauern eines römischen Hauses verbaut war. Als Geschenk der Direktion wurde es am 3. Januar 1903 ins Museum gebracht. Kalkstein. H. 25, Br. 40, D. 35 cm. Der Stein ist links und oben ver- stümmelt, unten ist eine glatte Fläche, die darauf schliessen lässt, dass er auf einem anderen auflag, auf dem der Rest der Inschrift stand. lcivibus?2 Romanis[vicanis — —— A LIresacibus[.... u Intur en Z. 2 a. A. könnte statt eines R an sich auch ein P gestanden haben, doch liegt es nahe, dass hier dieselben vicani Aresaces genannt waren, welche auf der schönen Klein-Winternheimer Brunneninschrift(vergl. Körber, Nachtr. III, Nr. 29) vorkommen. Vielleicht waren es die Be- wohner des römischen Weisenau. — Z. 3 a. A. scheint ein V ge- 1:7,5 standen zu haben. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXII, S. 3 f. Altert. d. heidn. Vorz. V, S. 111 Anm. 24— 29. Sechs Bauurkunden der ersten Legion. Sie sind alle von derselben Art wie die unter Nr. 36, 122 und 123 im dritten Nachtrag zum Becker'schen Kataloge von mir veröffent- lichten, d. h. sie sind flüchtig in ganz roher Ausführung derart auf eine Hinter- oder Seitenfläche grosser Bausteine eingemeisselt, dass sie zur Zeit, wo die betreffenden Bauten aufrecht standen, den Blicken des Beschauers völlig entzogen waren. Gefunden wurden sie alle in den Grundmauern der alten, in ihren unteren Schichten noch von den Römern herrührenden Stadtmauer hinter dem Kästrich. Die vielen Bauurkunden der ersten und der vier- zehnten Legion(vergl. auch Nr. 22), welche in den Jahren 70 bis 90 vor Chr. zusammen in Mainz standen, weisen auf eine starke Bautätigkeit im römischen Lager während der flavischen Zeit hin, wahrscheinlich eine Nachwirkung des batavischen Auf- standes im Jahre 69, der die Festung sehr gefährdet hatte. Als dann spät in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts sich das Bedürfnis zeigte, die zu Füssen des alten Lagers ent- standene Stadt gegen Uberfälle der Barbaren durch Ummauerung zu sichern, wurden jene Legionsbauten des ersten Jahrhunderts eingerissen und ihre Quader als bequeme Bausteine verwendet (vergl. Korrbl. XVIII, S. 148 ff.). Gefunden wurden von den unten aufgeführten Stücken Nr. 24, 25 und 26 in dem 2 — 20— Mauerteil, der 1899 hinter dem Hause Kästrichstr. 63 abgebrochen wurde, Nr. 27, 28 und 29 kamen im April 1900 hinter dem Hause Nr. 59 ans Licht. Das Material ist überall Kalkstein, und die Inschrift bei grosser paläographischer Verschiedenheit immer gleichlautend: T(egio) IZad(iutriæ).„Die erste Legion, die Helferin“ (s. die Bemerkung zu Nr. 11). Von dem Zinnendeckel (Nr. f) abgesehen scheinen alle einem und demselben Bau anzugehören, von welchem an der nämlichen Stelle noch eine grosse Anzahl von anderen Baugliedern zu Tage gekommen sind. Es war vielleicht der gewöhnlich Praetorium genannte Mittelbau des Lagers. 1:15 24. Gehörte, wie das Profil der ehe- maligen Vorderseite zeigt, zum Epistyl eines grossen Baues. Dasselbe verlief an der Stelle, wo dieser Stein sass, nicht gerade, sondern war rechts und links im stumpfen Winkel zurückgebogen; am mittleren Stück war, wie man an einem anderen gleichartigen Steine sieht, unten ein kleines korinthisches Kapitäl angebracht, das an dem unsrigen, um ihn leichter verbauen zu können, völlig abgehauen ist. Die Seitenwände verlaufen nach der ursprünglichen Rückseite hin, an welcher die Inschrift sich befindet, spitz zu; ausserdem ist die Lagerfläche nach hinten zu viereckig unterhöhlt, offenbar um einen unter ihr liegenden Bauquader zu umschliessen. H. u. Br. an der Inschriftseite 28 und 46 cm, an der ursprünglichen Vor- derseite 55 und 86 cm, grösste Dicke 100 cm. Das L ist arg verletzt, das A hat statt des Mittelstriches einen Punkt. Vergl. CIL. XIII, 6848 a; Korrbl. d. W. Z. XVIII, S. 149. — 25. Rechtwinklig behauener grosser Baustein. Die Inschrift L] steht auf einer der Schmal- 7 seiten. H. 55, Br. 71, D. 118 cm. Das dem A angehängte D ist nicht vollständig aus- gehauen; das A scheint statt des Mittelstriches einen Punkt zu haben. —— Vergl. CIE. XIII, 6848 b; 1:15 Korrbl. d. W. Z. XVIII, S. 149. 26. Gehörte, wie sich aus Profil und Verzierung der ehemaligen Vorderseite er- gibt, zum vorkragenden — Sims eines grossen Baues. H. 55, Br. 82, D. 60 cm. Vergl. CIEL. XIII, 6848 c; Korrbl. d. W. Z. XVIII, S. 231. 27. Rechtwinklig behauener grosser Baustein. H. 52, Br. 59, D. 64 cm. Die Inschrift be- findet sich auf einer Schmal- seite; sie ist von rechts nach links zu lesen. Paläographisch bemerkenswert ist die Form des L; das A ist ohne Mittelstrich. Vergl. CIL. XIII, 6848 d; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 101. 28. Rechtwinklig behauener grosser Baustein. H. 51, Br. 53, D. 74 cm. Die Inschrift befindet sich auf einer Schmalseite. Das A ist ohne Mittel- strich, das D sehr undeutlich(die Zeichnung täuscht hier etwas), und es ist nicht einmal sicher, ob es dem A angehängt ist oder nicht. Vergl. CIL. XIII, 6848 e; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 101. 29. Der Stein ist der recht- winklige Zinnendeckel einer Eckzinne. H. 19, Br. am einen Ende 45, am anderen 49 cm, L. an den Aussenkanten 90 u. 82 cm, an den Innenkanten 1:10 40 u. 32 cm. Die Inschrift ist auf einer der Schmalseiten sehr flach eingehauen; bei richtiger Lage des Zinnendeckels steht sie auf dem Kopf und ist bis auf das nach rechts gerichtete L rückläufig. Das L hat auch am oberen Ende einen schräg aufwärts gerichteten Querstrich, das A ist ohne Mittelstrich, und das angehängte D oben offen. Vergl. CIL. XIII, 6848 f.; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 102. 2* — 22— 30. Bauurkunde der vierzehnten Legion, gef. am 4. April 1901 bei der Erweiterung des Marienstiftes, grosse Weissgasse 15. Dem Museum übergeben von Herrn Prälaten Dr. Schneider. Kalkstein. H. 18, Br. 40, D. 15 cm. Der Stein ist hinten an der Schmalseite etwas abgeschrägt und scheint früher als Teil eines Tür- oder ehe ertnlee gedient zu haben. —— ,— EE 5 I, Legio) XIIII g emina) . CO H varee v(ickri) Coh(ors) I A. PE.MVE ℳ8 3.*— P(ubli) Murrasi. n S 3. 7,, 2— 1:7,5 „Die Centurie des Publius Murrasius von der ersten Cohorte der vierzehnten Legion, der doppelten, Martischen, siegreichen(errichtete diesen Bau).“ Das Vorhandensein der beiden letzten Legionsbeinamen zeigt, dass der Stein den Jahren 70— 90 angehört(s. Körber III Nr. 37). Vergl. CIL. XIII, 6930 a; Korrbl. d. W. Z. XX, S. 67. 31. Bälfte einer Bauurkunde der vierzehnten Legion. Der genauere Fundort des Steines ist unbekannt, doch stammt er aus Mainz; er kam aus Habel'schem Besitze in den des Herrn Kreisrichters Conrady, dessen Neffe, Herr Univ.-Prof. Conrady, ihn vor kurzem dem Museum zum Geschenke machte. Kalk- stein. H. 13. Br. 24, D. 11 cm. In der schwalbenschwanz ähnlichen Verzierung ein Rad, wie ein solches auch auf mehreren anderen Mainzer Legionsbausteinen vorkommt(vergl. d. Abb. Körber, Nachtr. III, Nr. 33 Schädel, über den Namen und das Rad der Stadt Mainz. S. 30). Es ist wohl ursprünglich nichts als ein verzierter Nagelkopf, der als Rosette gebildet ist; also eine Erinnerung an die eherne, mit Nägeln an die Wand ge- heftete tabula ansata. Leg(io) X IIIII2I= Cai) Apl... J. „Die vierzehnte(2) Legion, die Centurie des Gajus Ap...“ Dass die vierzehnte Legion auf dem Steine genannt war, ist daraus zu schliessen, dass sich auf Mainzer Boden fast nur Bau- steine dieser Truppe sowie der leg. ⁷adiutriæ finden(s. z. Nr. 24— 29). Sie führte auf dem Stein wohl die Beinamen G M. V= gemina Marltia victrir. Vergl. CIL. XIII, 6926. 32. Bruchstück von der Bauurkunde einer Kohorte. Nach Habel(Nass. Annal. II, 264) stammt der Stein aus der„alten Stadtmauer zu Mainz“; Näheres ist unbekannt. Seine weitere Geschichte ist die von Nr. 31. Kalkstein. H. 8,5, Br. 20,5, D. 13 cm. Oben, hinten und links ist die alte Begrenzung er- halten, unten und rechts ist unregelmässige Bruchfläche. [N Coh ors) X „Zehnte Kohorte“ 1:10 Rechts wird wohl noch die Legion genannt gewesen sein(wahr- scheinlich die erste oder vierzehnte, s. z. Nr. 31) und in der zweiten Zeile die Centurie. Vergl. CIL. XIII, 7022. Bramb. 1279 a. III. Altäre und Weiheinschriften. 33.„Viergötterstein“(Sockel einer sog. Gigantensäule), gef. im Jahre 1810 in den Grundmauern der ehemaligen Dom- dechanei(auf der Seite des Gutenbergsplatzes, wo jetzt das Denkmal steht). Sandstein. H. 104, Br. 61, D. 58 cm. Auf der einen Seite des Steines befindet sich die Hauptinschrift, auf den drei anderen sind Götter dargestellt: 1.(links) Victoria, bekleidet mit einem um die Hüften geschürzten Gewande, das den ganzen Oberkörper sowie das linke, auf einer Kugel stehende Bein freilässt; mit der Linken hält sie einen ovalen Schild, worauf die fast erloschene Inschrift v"ict(oria) Aulg(usti)]„Sieg des Kaisers“ steht; in der Rechten wird sie den Griffel gehabt haben. Leider wird sich nicht ausmachen lassen, welcher Sieg und welcher Kaiser gemeint ist. 2.(hinten) Apollo in lang herabfallenden Locken, bekleidet wie Nr. 1; zu seiner Linken steht auf einem Untersatze die Leier, mit der Rechten hält er das Schlagstäbchen. 3.(rechts) Ceres(?), bekleidet mit einem kurzärmeligen Chiton und einem den Unterkörper be- deckenden, über den linken Arm gelegten Himation; vom Kopfe scheint ein Schleier herabzufallen; in der Rechten hält sie wohl eine lange Fackel, in der Linken eine kürzere. ( ꝗTE IVNONIRECN VICANN-SAILVTARE LVUALBERFRONTC) EtlVIVSAINDO 5 LHHVIVS ORCGIO SEXAITDIIUIVS LIVENT-OCELLIO vRERI N FHELVIVSFVSCVS LOOM CIVI-CRISCINS II V CAESIVSCILER 10 NMVCIVWSEPTIMS L LAVIVSFIDVS C ACItIrviClok.CG NCILODIVSOCITAIVS O OfADKIGTH GOEFIVS CSTAB) 15 QG/PMNIVS KSWNS LISCENMNVSIO VALEBIVS NlVEIAMV VN OHONIN* AVI.VIAINI 1 AMAI TX P IVIIASIBLN IVN 111 VII IW S 20 MovI 1 ASV 1N 31 1V5 lVI L D' 1:7,5 Jovi) o(ptimo) m(aximo) elt] Junoni reginlae] vicani salutarels]. a) linke Reihe: 15. Q(uintus) Lupinius Justus(²) L(ucius) Valer(ius) Fronto Luoius)? Valerius(Becker: O*) 5. L(ucius) Helvius Orgio(Ongio?)— Donius— Llucius)? Jup)entius) Ocellio.— Januarius(2)— T(itus) Heloius Fuscus— Junius— C(aius) Jul(äus) Orescens nach Becker: — Caesius Celer 20.— M la rullinius Quintus 10. Mareus) Mucius Septimus 23.— Jul(ius) Saturninus Marcus) Flavius Fidus(*) 26.—[Alnnius Severus A(ulus)? Magilli(us) Victor b) rechte Reihe: Marecus) Qodius Optatus Llucius)(H)elvius— O(uintus) Fabriclius) Threptus 5. Sex(tus) Aemilius— 7. L(ucius) Domitius— „Jupiter, dem Besten und Höchsten, und der Königin Juno(haben) die Bewohuer des wicus salutaris(dies setzen lassen)“:(Namen wie oben.) . — 26— Oben fehlt ein Stück des Steines, und auch sonst ist er vielfach beschädigt. Ja die Zerstörung scheint seit der Auffindung noch Fortschritte gemacht zu haben, da Brambach und Becker Z. 21— 27 noch eine Menge Buchstaben sahen, von denen jede Spur verschwunden ist. Von den Namen lässt sich jetzt nur noch die obere Hälfte der linken Reihe, und auch diese nur mit grosser Mühe, entziffern.— Z. 1 a. E. war T mit dem voraus- gehenden E verbunden.— Z. 3 vicani salutares sind nicht die Bewohner eines vicus salutaris eines„gesunden Viertels“, das man früher dieses Namens wegen in die Gegend der„Goldenen Luft“ verlegte, vicani salutares steht nach v. Domaszewski für vicani vici Salutis. Mit diesem vicus Salutis sind die in Metz vorkommenden vicus Honoris(CIL. XIII, 4301) und vicus Pacis(CI. XIII, 4303) zu vergleichen. Daneben werden in Mainz noch folgende andere erwähnt: der vicus nopus(Becker 93= CIL. XIII, 6773), der vicus Vobergensis(Becker 68=(IL. XIII, 6689) und der vicus Apollinensis(Bramb. 1138= CIL. XIII, 6688). Die Lage dieser vier Siede- lungen oder Dörfer auf dem territorium legionis ist noch nicht mit Sicherheit festzustellen, doch werden die vier römischen Friedhöfe an der Anlage, bei Zahlbach, am Hauptstein und im unteren Gartenfeld damit zusammenhängen. — Die Lesung der Namen ist bei der schlechten Erhaltung des Steines nicht überall sicher, der Grad der Zuverlässigkeit ist aus der Abbildung meist ersichtlich. Bemerkenswerte Abweichungen von Zangemeisters Lesung im Corpus sind folgende: Z. 5 liest Z. ONGIO, Z. 11 PILEVS= Philetus (2), Z. 15 FESTVS, Z. 6 u. 7 rechts SEX(tus) AIMI(L)IVS VERVS.— Zangemeister schliesst aus den Namen, dass der Stein aus dem ersten Jahrhundert stamme. Mit Unrecht, glaube ich, denn ähnliche Namen kommen auch noch um 200 vor(z. B. Körber Nachtr. III, 25), und von den datierten Viergöttersteinen geht bis jetzt keiner auf die Zeit vor 170 zurück. Auch die Buchstabenform scheint auf das Ende des zweiten Jahrhunderts zu weisen. Vergl. CIL. XIII, 6723= Bramb. 994 u. Add.= Becker 21. 34.„Viergötterstein“, gef. gegen Ende Oktober 1900 in den südöstlichen Grundmauern des ehemaligen Gautores. Gelblicher Sandstein. H. 86, Br. 37, D. 33 cm. Auf den vier Seiten des Sockels sind dargestellt: 1. Juno, in der Linken ein Weihrauch- kästchen haltend, mit der Rechten aus einer Schale das Trank- opfer auf ein kandelaberartiges Altärchen ausgiessend; 2. Minerva mit Schild und Speer; 3. Merkur mit Heroldstab und 4. Her- kules mit der Keule. Es ist das die namentlich in Mainz weitaus häufigste Zusammenstellung: die beiden capitolinischen Gottheiten Juno und Minerva(die dritte, Juppiter, wird in der Inschrift genannt gewesen sein), sowie Merkur und Herkules, worunter man Wuotan und Donar, die Vertreter der germanischen Götterdreiheit zu verstehen geneigt wäre, wenn nicht sonst fast alle Spuren germanischen Wesens aus römischer Zeit in unserer Gegend fehlten. UÜber diesem vierseitigen Sockel befindet sich ein achtseitiger Aufsatz, der an sieben Seiten mit Brustbildern, vielleicht der Wochengötter, geschmückt war. Eines davon ist jetzt ganz abgeschlagen, die sechs übrigen sind zum Teil verletzt, aber auch die unbeschädigten zeigen keine Attribute, aus denen man auf die Bedeutung der Bilder schliessen könnte. Die achte Seite enthält den Rest der Inschrift, deren letzte Zeile noch auf dem Sims des viereckigen Sockels steht. Der Anfang stand auf — 27— einem Stein, der oben auflag(die Dübellöcher, die zur Befesti- gung dienten, sind noch vorhanden). Er wird zunächst noch achteckig und über den Brustbildern mit Palmetten oder dergl. verziert gewesen sein; dann ging er wohl in eine Säule über, die die bekannte Gigantengruppe üds. iV Wa. (SOEINSVOSGR . et Severia Lupula con(iuæ) in suo poſs(uerunt)]. „(Dieses Denkmal) haben.... und seine Gemahlin Severia Lupula auf eigenem Boden errichtet.“ Z. 1 a. E. ist von dem E nur noch wenig erhalten.— Z. 3 a. E. ist der Punkt nicht sicher.— Z. 4 ist hinter IN, wie in der Regel hinter Präpositionen kein Punkt(doch vergl. Nr. 1 a. E.).— Die sog. Giganten- säulen mit ihren Viergöttersockeln gehören dem Ausgang des zweiten und Anfang des dritten Jahrhunderts an. Vergl. Körber, CIL. XIII, 6728 a; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 230. 35. Bruchstück eines Viergöttersteines, gef. im Weisenauer Steinbruch der Portland-Cementwerke Mannheim-Heidelberg; als Geschenk der Direktion am 3. Januar 1903 ins Museum gebracht. Kalkstein. H. 35, Br. 40, D. 20 cm. Der vier- eckige Sockel war mit vier Götterbildern geschmückt, von deren zweien noch geringe Reste erhalten sind: vorn war Minerva Ch L (oder Mars?), links Juno(oder Mars?) dargestellt; erhalten ist auf beiden Seiten eine Hand am Speer- oder Scepterende, vorn ausserdem ein sehr verstossener behelmter Kopf(s. d. Abb.). Dieser Sockel trug auch einen Teil der Inschrift(auf allen vier oder nur auf drei Seiten?), ihr Anfang stand auf dem achteckigen Aufsatz, über dem die Säule mit der Gigantengruppe sich erhob (s. Nr. 33). Hinten ist über die Hälfte abgeschlagen, ebenso fehlt unten der grössere Teil, und auch das Erhaltene ist stark beschädigt. [owi) o(ptimo) m(aximo) et Jujnoni reglinae...... Ja ex voto in suo[posuit]. „Juppiter, dem Besten und Mächtigsten, und der Königin Juno hat .. a infolge eines Gelübdes auf eigenem Boden(dies Denkmal gesetzt).“ Z. 1 steht NONI auf der linken Seitenfläche, ebenso Z. 2 A EX; das übrige, was von der Inschrift erhalten ist, steht auf der jetzigen Vorderseite; rechts ist alles zerstört. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXII, S. 3. 36. Altar, dem Mars, der Victoria und der Fortuna geweiht, gef. wie Nr. 34. Gelblicher Sandstein, oben durch das Feuer teilweise gerötet und geschwärzt. H. 78, Br. 37, D. 23 em. In der Mitte des Opfertellers befindet sich eine rundliche Erhebung, die sonst nicht vorzukommen pflegt. An der Vor- derseite zeigt der Altar eine Verzierung, die auf zahlreichen Altären des Mainzer Museums vorkommt, neben anderen auf den bei Körber Nachtr. III unter Nr. 2, 7 und 131, sowie auf dem unter Nr. 38 dieses Katalogs abgebildeten. Unter — den sechs datierten(v. J. 194, 198, 204, 208, 210 und 211; vergl. auch e Nr. 38) ist der unsrige der älteste. BA 9⸗ Der Sims selbst ist, wie auch der Sockel h N 4— 4 vorn abgehauen, offenbar um den Stein AAEie SᷣrO beim Verbauen in die römische Stadt- 1 mauer des dritten oder vierten Jahr- RIAEFORTVNIE npunderts wagrecht legen zu können. ERIINIV S- Bei seiner letzten Verwendung in den SENECIO-MIII Grundmauern des Gautores lag er schief. 4 ECXXII.PBP-FE Marti Vaeioia⸗ Fortun(ae) Tertinius FCSS. Mp- Senecio mil(es) leg(ionis) AXII pr(imigeniae) — MAP p(iae) flidelis)[b(ene) fliciarius) n)s(ularis) SEVERO-IIET imp(eratore) Severo iterum Albino Caesare ALBINO-CAE iterum Goο)s(ulibus). 17. Mars, der Victoria und der For- 110S„Denn AMärs, SARE tuna(errichtete) Tertinius Senecio, Soldat der 22. Legion, der Primigenia genannten, N K 6 treuen und zuverlässigen, Beneficiarius(Bureau- Beamter) des Statthalters,(diesen Altar) im X NH=NN Jahr, wo Kaiser(Septimius) Severus und sein *— 1 Thronfolger Albinus Consuln waren(d. h. : 10 i. J. 194 n. Chr.).“ — 29— Der Altar nimmt wahrscheinlich Bezug auf die Besiegung des Pescennius Niger, mit dem Septimius Severus damals— wie wenige Jahre später mit Clodius Albinus— um den Thron kämpfen musste. Vergl. CIL. XIII, 6740 b; Körber, Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 230. 37. Altarbruchstück, gef. wie Nr. 34, Sandstein. H. 46, Br. 58, D. 26 cm. Oben ist noch ein Teil des Opfertellers und Spuren eines der seitlichen Wülste erhalten. Daneben und auf beiden Seiten Verzierungen, welche am besten aus der Abb. zu ersehen sind, welche die obere und eine Seiten-Fläche(abgerollt) darstellt. Auf der Vorderseite steht in einem Giebel-Dreieck in ziemlich stark hervortretendem Relief ein Adler mit aus- gebreiteten Flügeln, unter die sich eine Art Girlanden-Ver- zierung erstreckt. Neben dem Dreieck ist noch eine Rosette sichtbar, die Vorderseite eines der oben genannten Wülste. Die Inschrift ist bis auf 1 ½ Buchstaben verloren. lin honorem)] ddomus) d(ivinae) „zu Ehren des kaiserlichen Hauses.“ Die Widmung in honorem domus divinae kommt zum ersten Mal auf einem unter Antoninus Pius(† 161) geweihten, im Jahre 1903 auf der Saalburg gefundenen Altar vor(s. Korrbl. d. W. Z. XXII, S. 143). Dadurch ist auch unser Altar-Bruchstück einiger- massen zeitlich bestimmt, was darum von einiger“ Wichtigkeit ist, weil es, wie die gleichartige Rosette und die ganzblähnliche Girlanden-Verzierung beweisen, aus derselben Werkstätte stammt, wie der Altar-Grabstein des Hipponicus(Becker, Nr. 247), und weil somit dessen Zeit ebenfalls wenigstens nach einer Richtung hin gesichert erscheint. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 231 und XX, S. 68. — 30— 38. Altar, der Fortuna geweiht. Alter Bestand; Fundort jedenfalls Mainz. Sandstein. H. 110, Br. 54, D. 40 cm. UÜber dem Sims ist ein blättergeschmückter kleiner Giebel mit zwei ähnlich verzierten Polstern auf beiden Seiten angebracht. Oben auf dem Altar ist ein ovaler Opferteller zwischen den üblichen volutenförmigen Einrollungen flach eingehauen. Auch die Seiten- — SA — 13J AS e e — N ₰—+ ———. 58— ShleSe 7. 41 3 G. — 5 1. 2.— 4 5 ane AS S-Sg 3 81 2 7 75 2 .—— O. K 1 — 31— flächen des Steines sind verziert. Die linke ist mit Blätter- werk ausgefüllt, die rechte scheint unseren Altar in der Vorder- ansicht mit einem auf dem Opferteller liegenden Fische dar- zustellen. Forlunae reg(inae) duci(a)eternae(?) coh(ortis) II pr(aetoriae) p(iae) v(indicis) HMaximinianae curaſm] agent(ibus) ſcenturionibus] coh(ortis) s(upra) s(eriptae) mil(itum) Blrit(onum)][e]lt[Osrhobn]jolr(um)].......... aralm dica]vit[de su]jo pro ſsjalute eorum. „Der Königin Fortuna, der ewigen Führerin der zweiten Prätorianer- Kohorte, der pflichttreuen, rächenden, Maximinianischen hat..... aus seinem Vermõgen für ihr(der Soldaten) Wohl diesen Altar geweiht, indem die Centurionen der oben genannten Kohorte, Befehlshaber der Britonen und Osrhoëner dafür Sorge trugen.“ Der Altar ist ausserordentlich schlecht erhalten; wahrscheinlich ist die ganze Inschrift, nicht nur der Kaisername Z. 3 und der Name des Truppenteiles Z. 6, absichtlich zerstört, vielleicht weil man sie wegen des scheinbar christlichen Symbols auf der rechten Seitenfläche in einer Kirche aufstellen wollte. Erst Zangemeister und v. Domaszewski haben sie ihrem Hauptinhalte nach entziffert, doch ist die Lesung noch an manchen Stellen sehr unsicher, da es vielfach gar nicht festzustellen ist, ob ein Strich der ursprünglichen Inschrift angehört oder erst zu ihrer Zerstörung eingehauen wurde. Darnach ist auch die Abbildung zu beurteilen.— Z. 2 vermutete Zange- meister MARINAE und in der Tat scheint an zweiter Stelle ein sehr deut- liches A zu stehen(s. d. Abb.); dennoch könnte der Schein hier trügen, wenigstens glaube ich auf der unteren Zeile genau in der Mitte des frag- lichen A einen Apex zu sehen, der zu einem E gehört haben kann, und da aeternus ein häufiges Beiwort orientalischer Gottheiten ist, auf eine solche aber der auf der rechten Seitenfläche dargestellte Fisch als mystisches Symbol hinzudeuten scheint, so habe ich oben v. Domaszewskis Lesung (a)eternae vorgezogen.— Z. 2 ff. ist eine Kohorte der Leibwache des Kaisers Maximinus(Thrax) genannt.— Z. 5 a. A. lesen Zangemeister und v. Domaszewski zwei Centurionenzeichen, also==. Davon kann ich nur das zweite finden, an dessen Stelle man jedoch auch ein S erkennen kann (. d. Abb.), dem ein V vorausgegangen sein könnte; doch wird der Schein dieser Buchstaben dem Leser wohl erst durch die Behandlung des Steines vorgetäuscht worden sein. Auch am Ende der Zeile findet sich hinter BI. der Fuss einer Senkrechten, die mit dem verlangten RRIT nicht recht stimmen will. Die Britones(Britten) waren in numeri gegliedert, d. h. in Truppenkörper, die unter dem Befehl eines römischen Offiziers standen und ein Ganzes bildeten, ohne doch Legionen oder Alen oder Kohorten zu sein.— Z. 6 ist der Name eines Truppenkörpers kräftiger ausgemeisselt als die übrigen Teile der Inschrift, auch der Kaisername, der hier nicht besonders getilgt zu sein scheint(s. Nr. 40). Nach v. Domaszewski kann es kein anderer sein, als die sagittarii Osrhoëni, die Schützen aus der Gegend von Edessa im nordwestlichen Mesopotamien, die von Alexander Severus zur Bekämpfung der Germanen an den Rhein geführt, nach dessen Ermordung im Jahre 235 sich gegen seinen Nachfolger Maximinus empört und sogar einen gewissen Quartinus zum Gegenkaiser erhoben hatten. Diese wird in jener Zeit die damnatio memoriae betroffen haben. Sie waren kein stehender Truppenkörper, sondern eine für den Kriegsfall aufgebotene Miliz, die unter römischen Offizieren diente. Diese hiessen, weil es sich um ein ausserordentliches Kommando handelte, praepositi, ebenso wie aus demselben Grunde die Befehlshaber der numeri, die gewöhnlich aus den Centurionen des Provinzialheeres, hier ausnahmsweise aus denen der kaiserlichen Leibwache, entnommen waren.— Z. 7—10 sollen die Namen der Centurionen, Z. 11 der des Legaten oder Tribunen gestanden haben, der den Altar weihte.— Da die Prätorianer-Kohorte auf dem Stein den Beinamen Maæiminiana führt, so ist er zur Regierungs- zeit des Kaisers Maximinus Thrax(235— 238) gesetzt worden, und zwar nach dem was oben über die Osrhoëner gesagt wurde, im ersten Jahre derselben. Uber die Gesims-Verzierung vergleiche das bei Nr. 36 Gesagte. Dass unser Altar 21 Jahre später ist als der jüngste unter den sechs datierten mit gleichartiger Verzierung, die alle aus den Jahren 194— 211 stammen, dürfte die Beweiskraft der äusseren Erscheinung römischer Denkmäler für die Datierung wenigstens bei solchen der späteren Zeit etwas abschwächen. Vergl. CIL. XIII, 6677 a; v. Domaszewski im Rhein. Mus. LVIII, S. 543. geweiht, gef. im Weinberg des Herrn P. Ursinus bei 1⁸— Weisenau, von dem jetzigen ——— Besitzer des Gutes, Herrn — Paul Messerschmitt in Mainz am 5. November 1904 dem I. 1 L E 5 Museum geschenkt. Sand- 4 stein. H. 60, Br. 26, D. EATBIIP 117 em. In hlonorem)[domus) d(ivi- ¹ 7 B N N X 7 nae) Libero patri P(ublius) J(O*) ex monitu dei aram 39. Altar, dem Liber Urvinuſs 1L OMNl a aeneas vens) letus) m(erito). 1„Zu Ehren des Kaiserhauses V·DEI-MN hat Publius Urvinus(?) dem N M. 1 N„ SVO Vater Liber auf Ermahnung des Gottes hin auf eigenem Boden P O 1 I gern und freudig nach Gebühr den Altar errichtet.“ L.. N Die Widmung an den Wein- 1. 1 gott deutet darauf hin, dass schon im dritten Jahrhundert n. Chr.— aus der Zeit stammt — der Altar wohl— in unserer Gegend Weinbau getrieben 2 wurde.— Z. 4 sind sämtliche V mehr oder minder unsicher. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIV, Januarheft. — 33— 40. Weihetafel zu Ehren der Virtus-Bellona, gef. im Juli 1809 in Kastel vor dem Wiesbadener Tor unter einer Menge von Särgen, die aus durchgesägten römischen Denkmälern zu- sammengesetzt waren. Sandstein. H. 60, Br. 77, D. 12 cm. 4— INHDDDEXAEVIRTVTLIBELLO NEMONTEMVXATICX NNM VEIVYSIAIEGCONLABSVM RESTITVERNNN-HAS TIFERLCI VIIATISMATTIACORNA L.: GEPrIMP.ESäAMLNONMN EEAFRICAIOOSAIHNORWNS X.SN GMEPPIGN Iahse 10 IEEV NNS INIVH8OSvS CFINIVSPPRPRTVS- TVITALIAVSH.DEEBECGRINV MHEGANSMV. COSTANTIVS AAS PERRVS-IVSFTINIVS Fkbob — CRIXSHIVSA DNAMATV ATTOMNINVSASCLEPIV 18[SAK hen. AAV N 8 FAEWI2 S. SATVTIVSSEN DINVS 9 1 C,0 △ SEEVAMNDIVSSENVWS ICTO ————— — 1:7,5 In h(onorem) domus) d(ivinge) deae Virtuti Bellon(a)e montem Va- licanum vetustate conlabsum restituerun(t) hasliferi divitatis Mattiacor(um) (ante diem) X Kal(endas) Sep(tembres) imp(eratore) ddomino) n(ostro) Maxi- mino Aug(usto) et Africano co(n)s(ulibus) hi quorum nomina i(nfra) s(crip)ta sunt: G(aius) Meddignatius Severus cur(ator) bis 9 10. L(ucius) Levinius Qu(i)etus Tertinius Ab(d)rosus Marerinius Perpetu(u)s Tlitus) Vitalinius Peregrinus Atregtius Cupitianus Oo(n)stantius Marcianus Perrius Justinus pr(a)eopt(?) Oriæsius Adnamatus Attonius Asclepius 15. Giamillius Crescens Ursius Maturus Titius Belatullus. Statutius Secundinus Julius Severus Servandius Senurus Nnu?jcnius Co(n)sta(n)s S(D)u. 7(Q)atius Victor „Zu Ehren des Kaiserhauses haben am 23. August des Jahres(236 n. Chr.), in welchem unser Herr, der Kaiser Maximinus, und Africanus Konsuln waren, der Göttin Virtus Bellona den vor Alter verfallenen Vati- kanischen Berg wiederhergestellt die Speerträger der Gemeinde der Mattiaker(um Wiesbaden und Kastel), deren Namen hier unten auf- geführt sind: Gajus Meddignatius Severus, zum zweiten Mal Kurator(„Pfleger“ des Vereines der Hastiferi s. u.)“ usw.(Namen wie oben.) Z. 2 a. A. steht Bellona statt Bellonae.— Unter der Bellona, die hier mit der Virtus verschmolzen ist, darf man nicht die altrömische Gottheit dieses Namens verstehen, vielmehr ist die ursprünglich in der kappadokischen Stadt Komana verehrte Göttin Mà gemeint, deren Priester während des ersten vorchristlichen Jahrhunderts im Gefolge der aus dem Orient heimkehrenden Heere in Rom ihren Einzug hielten; zu Anfang des dritten Jahrhunderts n. Chr. mag dann dieser Gottesdienst im römischen Reiche staatliche Anerkennung gefunden haben. Er war wesensverwandt mit dem aus der galatischen Stadt Pessinus stammenden, aber auf Grund sibyllinischer Orakel schon im Jahre 205 v. Chr. in Rom eingeführten Kult der Mater deum magna Idaea: von einer sinn- verwirrenden Musik in heilige Raserei versetzt führte die Schar der Feiernden wirbelnde, wütende Rundtänze auf, während deren sie sich selber mit dem Doppelbeil an Leib und Armen verwundeten, um schliesslich im Zustand völliger Ekstase den Blick in die Zukunft frei zu haben. Also eine Art von Gottesdienst, wie wir ihn heute noch im Orient bei den „heulenden“ und den„tanzenden Derwischen“ finden. Nun war wenigstens seit dem Ausgang des 2. Jahrhunderts n. Chr. mit dem Kulte der Magna Mater ein Stier- und Widderopfer besonderer Art, das Taurobolium, ver- bunden, das eine Reinigung und„Wiedergeburt“ des betreffenden Menschen auf 20 Jahre oder auch auf alle Ewigkeit gewährleistete. Der Mittelpunkt dieses ganzen Tauroboliendienstes befand sich in einem Heiligtum am Abhang des mons Faticanus am rechten Tiberufer, wo beim Bau der Peterskirche eine Menge von Taurobolienaltären aufgefunden wurden. Auf dieses Heiligtum der grossen Göttermutter im vatikanischen Gebiete Roms weist nun offenbar der in unserer Bellona-Inschrift vorkommende Ausdruck mons Vaticanus hin, wir werden uns also darunter eine Art von Tempel zu denken haben.— Z. 3 conlabsum statt des gewöhnlicheren conlapsum. — Z. 4 ist a. E. des ersten Wortes T nicht etwa mit dem vorausgehenden N verbunden, sondern es fehlt gänzlich.— Die Aastiferi, die auch in Köln und in Vienne vorkommen, bildeten einen sacralen Verein, dem auch der örtliche Sicherheitsdienst in der Grenzstadt übertragen war. Auf einer bei Amöneburg a. Rh. gefundenen Inschrift(CIE. XIII, 7317), heisst es: hastiferii(So!) sive pastores consistentes Kastello Mattiacorum, wo pastores ein sacrales Wort ist(Ubersetzung von S0vz64⁴) und eine Gruppe von Ver- ehrern der Magna mater bezeichnet.— Z. 4 f. Die ciwitas Mattiacorum hatte ihren Mittelpunkt in A uαe Mattiacorum, dem heutigen Wiesbaden, während Castellum Mattiacorum, das heutige Kastel, eine des Stadtrechts entbehrende Ortschaft desselben Gaues war.— Z. 6 ist der Name des Kaisers Maximinus(Thrax, 235— 238) absichtlich ausgemeisselt, da er vom Senat, um den er sich nicht gekümmert hatte,(schon zu seinen Lebzeiten) ge- ächtet worden war.— Z. 9 ist der Vorname Gaius auch in der Abkürzung mit G statt mit C geschrieben. In dem darauf folgenden Gentile sind die durchstrichenen D bemerkenswert, welche einen den Römern fremden, gallischen Laut bezeichnen, der dem englischen weichen th gleich war.— Z. 10 ist durch ein Versehen des Steinmetzen in Quietus das I ausgelassen. Ob a. E. Abrosus oder Aprosus gestanden, ist nicht festzustellen.— Z. 11 ist links wegen einer Beschädigung des Steines der Raum einer Zeile unbeschrieben geblieben; rechts steht durch ein(auf schlechter Aussprache beruhendes?) Versehen Marcrinius statt Macrinius, ferner Perpetus, wie sehr häufig für Perpetuus(s. Körber, Nachtrag III, Nr. 114, wo statt Perl(a)etus Perpetulu)s zu lesen ist).— Z. 12 steht Atregtius statt Atrectius. — Z. 13 ist in dem Worte Constantius der Nasal vor S infolge seiner schwachen Aussprache unausgedrückt geblieben, wie auch Z. 18 zweimal in dem Worte Constans.— a. E. ist der Stein sehr abgerieben, so dass manchen Herausgebern der Inschrift die letzten Buchstaben vollständig entgingen; Zangemeister liest im Corpus— an der richtigen Lesung der drei ersten Buchstaben zweifelnd— RIGTOR, gewiss unrichtig. Mir scheint die in der Abb. gegebene Lesung fast sicher zu sein, höchstens ist mir der Punkt mit dem darauffolgenden kleinen o zweifelhaft: es könnte wohl auch ein grösseres O ohne Punkt dagestanden haben. Aber eine Erklärung weiss ich nicht zu geben. Es läge ja nahe an Pr(a)eopt(atus) zu denken, aber der offenbar nicht vornehme Mann kann keine zwei Cognomina gehabt haben. v. Domaszewski schreibt mir:„Gefordert wird ein prineipalis collegii, etwa wie quaestor; gerade bei diesen Ver- ehrern der Bellona scheint er pariator zu heissen(vgl. C III, 7437), was bei Annahme eines kleinen A hinter dem P auch hier gestanden haben könnte.“— Z. 14 steht Oriæsius für Criwus.— Z. 18 f. sind durch eine nachträgliche Verletzung des Steines die Gentilicia unkenntlich geworden. — Auffallend ist, dass nur die drei an erster Stelle Genannten mit ihren Vornamen aufgeführt sind. Ferner ist bemerkenswert die grosse Zahl der gallischen Namen, die hier vorkommen, wie z. B. Meddignatus, Oriæsius, Adnamatus, Giamillius u. s. w. Vergl. CIL. XIII, 7281= Bramb. 1336= Becker 82. 41. Weihe-Inschrift zu einem Bilde des Herkules, gef. Ende Juli 1900 beim Neubau des Hauses Willigisstrasse 2. Grauer Sand- stein. H. 17, Br. 32, D. 20 cm. UÜber der Inschrift war ein etwa 75 cm hohes Bild des Gottes in Hochrelief angebracht, wovon jedoch nur noch spärliche Reste sichtbar sind; der rechte Fuss, dessen Zehen erhalten sind, stand frei. Auf den Seiten befindet sich je ein Dollenloch, das auf spätere Verwendung hinzudeuten scheint. Deo Herculi Vie- — loria Martia v(otum) 1— s(olvit) I(ibens) aeta) Pr O SERSVII m(erito) p(r) Fet(tia?) Ingena. VICTOLIAMANTIA-) Vrben Gen He cules hat Victoria V. 8 DMP-EEEINGENN Martia ein Gelübde gern, freudig und nach Gebühr erfüllt anstatt der Vettia(?) Ingena.“ Ingena dürfte wohl für Ingenua stehen mit Unterdrückung des u vor folgendem Vokal(s. Körber, Nachtr. III Nr. 129). Vergl. CIL. XIII, 6693 a; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 208. ———.':—A—— 1.5 42. Oberteil eines den Göttinnen des Kreuzwegs geweihten Altares, gef. am 25. Juni 1904 auf dem Gebiete des ehemaligen Reichen Claraklosters, Ecke der Flachsmarktstrasse und Reichen Clarastrasse, in alten Grundmauern verbaut. Sandstein. H. 32, 3 — 36— Br. 34, D. 25 cm. Oben ist zwischen den seitlichen Wülsten statt des Opfertellers ein kleines etwas erhöhtes Quadrat von 5 cm Seitenlänge sichtbar. Deabus Quadrubis Ammonius.... nalt(2).... „Den Göttinnen des Kreuzwegs hat — Ammonius....(des 2).... natus(Sohn? 8 3„ diesen Altar setzen lassen).“ D EA△‿ B V In der Nähe der Fundstelle wurde wahrscheinlich die das Kastell und die Rheinbrücke verbindende römische Strasse, QVWD RWI 8 die unter der jetzigen Emmeransstrasse fest- gestellt ist, von einer anderen geschnitten, AMM VS die dem Rhein parallel lief.— Quadru- biae oder Quadriviae ist eine für die Provinzialen verständlichere Benennung der 1:7,5 Gottheiten, die in Rom als Lares compi- tales verehrt wurden(v. Domaszewski, W. Z. XXI, S. 196).— Z. 4 a. E. folgte auf NA ein nicht recht verständ- licher Buchstabe. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 166. 43. Bruchstück einer Weihe-Inschrift, gef. in Kastel an der Witzstrasse Nr. 21/23. Roter Sandstein. H. 16, Br. 20, D. (oben) 5,5 und(unten) 7,5 cm. Der Stein war im wagrechten Durchschnitt ursprünglich rund und in der Mitte ausgehöhlt, von der Form eines grossen Mörsers, dessen lichte Weite oben ungefähr 50 cm betrug. Gegen die Vermutung, dass es ein Puteal gewesen(die zylinderförmige Einfassung einer Zisternen- öffnung, wie sie neben dem Impluvium des römischen Hauses öfter vorkommt), spricht der Umstand, dass die lichte Weite nach unten zu bedeutend abnahm, da die Dicke des Steines von 5,5 auf 7,5 cm wächst. Und zu diesen 7,5 cm sind ausser- dem noch 2,5 cm hinzuzurechnen, die durch.(ursprüngliche) Abschrägung der Aussenwand verloren gingen. . alius A....[in] honorem) domus) [d(ivinae.... An]jtiocuſs.... Pom]peiano ſet Paeligniano codn)s(ulibus)] Z. 1 steht auf dem oberen Rand des Steines, die übrigen Zeilen auf der runden Aussenfläche; a. E. stand A oder M.— Z. 2 a. A. ist im Bruch noch eine Senkrechte sichtbar; a. E. folgte noch ein Göttername.— Z. 3 Antiocus für Antiochus; a. E. wird noch die Bemerkung sacerdos huius loci oder Ahnliches gestanden haben.— CGlaudius Pompeianus und T. Flavius Paelignianus waren im Jahre 231 n. Chr. Consuln. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXI, S. 98. — 37— 44. Bruchstück eines einem Genius geweihten Altares. gef. 7. April 1900 beim Abbruch des hinter dem Gebiete des Herrn Furnierhändlers Schmitt, Kästrichstr. 59, gelegenen Teiles der alten Stadtmauer. Sandstein. H. 18, Br. 28, D. 23 em. Oben und unten verstümmelt; von den Seitenflächen zeigte die rechte eine Opferkanne, die linke eine Pfanne im Relief; beide Darstellungen sind unten beschädigt. Cendo) Genturia(e) „Dem Genius der Centurie....“. 1:10 Z. 1 steht C statt G.— Z. 2 umgekehrt G statt C— Z. 3 a. E. ist das zu erwartende E nicht gesichert.— Z. 4 a. E. sieht man noch die Köpfe von zwei Hasten, von denen nicht feststeht, ob sie senkrecht waren oder nicht. Vergl. CIL. XIII, 6686 a; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 103. 45. Hälfte der Basis einer Geniusstatue, gef. am 25. Juni 1904 in alten Mauern auf dem Gebiete des ehemaligen Reichen Claraklosters, Ecke der Flachs- marktstrasse und Reichen Clara- strasse. Rötlich-grauer Sandstein. H. 20, Br. 20, D. bis 28 cm. Hinten ist der Stein, wahrschein- lich bei einer späteren Verwen- dung, rund zugehauen(s. d. ⁸‿ Abb., auf der die Oberseite des Steines gewissermassen aufge- klappt ist; auf ihr sieht man auch 1 Kein gewiss in später Zeit roh — eingehauenes Zeichen, dessen Be- ———y“ deutung unklar ist(Christl. — Monogramm? vergl. Kraus, Gesch. d. chr. K. I., 130 f. ders., chr. Inschr. I, 194, 9 u. 224 mit Tfl. XI, 3 und Körber, Nachtr. III, Nr. 236). Genio horrlei aram euml] signo et calntharis] arglenteis] n(umero) VI Vicſtor Aug(usti)] n(ostri) disp(ensator) hlorrei v(otum) s(olwit)]. SIGNOFEEC ARGNVIVI. 6 NDISP. H — 38— „Dem Genius der Vorratskammer(weiht) einen Altar nebst Bildnis und silbernen Bechern— an Zahl sechs— Victor, der Verwalter der Vorratskammer unseres Kaisers(und) erfüllt(damit) sein Gelübde.“ Die Ergänzung ist nicht überall sicher.— Die silbernen Becher sollen zur Opferhandlung dienen.— Die Dispensatores pflegten Sklaven zu sein. — Die Bezeichnung des Kaisers mit Augustus noster weist ebenso wie die Buchstabenform auf das dritte Jahrhundert. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 165. 46. Unterteil einer Weihe-Inschrift, gef. am 12. Juni 1901 in Kastel vor dem Hause Gr. Kirchenstrasse 21. Gelblich-weisser Marmor. H. 31, Br. 34, D. 13 cm. Unterhalb der Inschritft ist die Fläche rauh gelassen. ..... Adiutoriſs? fill(ius) aedituus temlp(li) eiu]jsdem votum sollvit Uibens) Uaejtus mlerito)(Vic)torino ſet] Proclo(consulibus). 3 59..... des Adjutor Sohn, Tempelhüter an dem nämlichen Tempel, hat sein Gelübde gern, freudig und nach Gebühr erfüllt unter dem Con- sulate des Victorinus und Proclus(im Jahre 200 n. Chr.).“ Oben fehlt ein unbestimmt grosses Stück; links sind von jeder Zeile 2—3 Buchstaben weggefallen, während rechts wenigstens an der letzten Zeile die Seitenfläche erhalten ist. In der Mitte der Platte ist ein 11 cm langes und 4 em breites Loch, eingehauen, wodurch ebenfalls mehrere Buchstaben verloren gingen.— Z. 1 folgt auf verbundenes AV ein Bogen. der wohl als Rest von G oder C anzusprechen ist; vor und hinter dieser Buchstabengruppe sind die Füsse von je einer Senkrechten zu erkennen.— Z. 3 a. A. ist der untere Apex eines L oder E erhalten.— Am Schluss fehlt das sonst übliche C0S.— Die Consuln sind C. Aufidius Victorinus und Ti. Claudius Severus Proculus. Zur Bezeichnung des Jahres steht sonst der letztere an erster Stelle unter Bevorzugung des Cognomens Severus (also Severo et Victorino cos.), nur CIL. III, Suppl. 8237 heisst es ebenfalls Victorino et Proclo. Vergl. CIL. XIII, 7282 a; Korrbl. d. W. Z. XX, S. 100. 10 — 39 47. Weihestein für den Mars, den Genius und die Victoria, gef. Ende Oktober 1900 in den südöstlichen Grundmauern des ehemaligen Gautores. Graubrauner Sandstein. H. 66, Br. 75, D. 17 cm. Der Stein stammt zweifellos aus den untersten Lagen der beim Bau des Gautores hier zerstörten römischen Stadtmauer und war schon bei seiner letzten Verwendung zer- brochen. Da er noch dazu auf der Inschriftseite lag, wurde er ohne besondere Sorgfalt gehoben und infolge davon noch weiter beschädigt. Er besteht daher, soweit die Inschrift selbst in Betracht kommt, aus drei grösseren und vier kleineren Bruch- stücken, zwischen denen mehrfach Buchstaben und Buchstaben- teile weggefallen sind; auch ist in den drei letzten Zeilen die Schrift zum Teil etwas verwaschen. Trotzdem ist die Lesung fast überall gesichert. Der Stein bildete wohl den Sockel für die Statuetten des Mars, des Genius der signiferi und der Victoria. Irgendwelche Verzierung oder auch nur Umrahmung ist nicht vorhanden. NrOD.NTLCE AOVICNN AESICNEOBMMVNTXEMO MEISCO SMXICAXNI VEERBVSCONS V ASELMTTIACNOA CEIVSINMRIVSPERPRITVW MAII B30OSEIn SMr ONNVSSENCINVSFL NVSEFORTOCOSSVSN NVWSGKRNVWS RIVSEVEN SCLN lA NONNADIVNN W —Q—Q——QQ—·Cᷓ;— 17,5 In h(onorem) ddomus) d(ivinae) Marti, Genio, Victoriae signifleri) 0b immunitatem omnem eis concessam a vicanis veteribus consistentibus castelli) Mauttiac(orum). Novianius Mogetius Januarius Perpetuſus] Dſalmmalius Bodico Seglatius Statlutu]s Alt]jessaſt? Ji(us) Montanus Senecianius Plorſejntinus Martionius Fortio Cosstus Nerſti]lnus Nertinius Quintus Germanus Tbliae Isidorius Severus Qlaudius Eirm ſ[us] Giamonius Adiutor Justus Censorin ſi] „Zu Ehren des Kaiserhauses haben(folgende 14) Fahnenträger wegen aller Steuerfreiheit, die ihnen von den Bewohnern der alten Siedelung von Kastel bewilligt worden ist, dem Mars, dem Genius und der Victoria (die auf dem Steine stehenden Bilder) gewidmet.“(Namen wie oben). Diese Inschrift gehört zu den merkwürdigsten des Mainzer Museums und bedarf in verschiedenen Punkten noch der Aufhellung durch weitere Funde. Die vicani veteres, die wahrscheinlich auch noch auf einem anderen in Ober-Olm gefundenen Altare(Körber, Nachtr. III, 109) vorkommen, sind als vicani vici veteris zu verstehen, wie die wicani salutares(Nr. 33) die Be- wohner des vicus Salutis sind, und wie z. B. bei Plinius die Bewohner von Fabrateria velus Fabraterni veteres heissen. Daraus ergibt sich zunächst, dass zur Zeit unserer Inschrift vor den Mauern des Castrums zu Kastell zwei vici bestanden, denn der vicus vetus setzt einen vicus nowus voraus. Reste dieser Ansiedelung haben sich in der Richtung nach Wiesbaden und an der römischen Strasse nach Hofheim(j. Elisabethenstrasse) vorgefunden. Von den wecani veteres wird gesagt cousistentes Castelli Maltiacorum. Consistere bezeichnet nun die tatsächliche Dauer des Aufenthaltes von Personen an einem Ort im Gegensatz zur Gemeindeangehörigkeit. Bei einem vicus kann aber eigentlich überhaupt nur eine tatsächliche, keine rechtliche, Ortsangehörigkeit in Betracht kommen, sodass der Ausdruck vicani con- sistentes ungenau zu sein scheint. Er erklärt sich wohl daraus, dass unser Waffenplatz mit seinen bürgerlichen Ansiedelungen in rechtlicher Beziehung nicht zur civitas Mattiacorum gehörte, sondern dem Statthalter in Mainz unterstellt war. Da damals noch— später war es anders— die Mainzer Legion die Besatzung stellte, so errichteten natürlich die signiferi den zu Ehren der Kasteler gestifteten Altar im Mainzer Lager, aus dem er zweifellos stammt. So erklärt sich auch einigermassen die Anzahl der 14 Fahnenträger, denn das römische castrum von Kastel war viel zu klein, als dass es auch nur entfernt einen Truppenkörper gefasst hätte, der 14 Fahnenträger zühlte. In welcher näheren Beziehung die signiferi zu dem vichs standen und von welchen Abgaben an seine Kasse sie befreit waren, wird sich wohl nicht sagen lassen. Immerhin ersieht man aus der Inschrift, dass auch die politisch unselbständigen vici örtliche Steuern erheben konnten. Z. 1 a. A. war die Praeposition IN mit dem folgenden H verbunden; die Praepositionen lehnen sich so eng an das folgende Wort, dass sie mit ihm fast ein einziges bilden(siehe auch Z. 3; ausnahmsweise anders ist es bei Nr. 1 dieses Katal.). Mars und Victoria gehören zu den dii militares, an Stelle des dritten, Juppiters, ist der Genius(signiferorum) genannt, dessen Statuette auf dem Sockel ebenso in der Mitte stand, wie sein Name in der Inschrift. Diese stammt aus der schola,(dem Dienstraum, später dem Heiligtum) der signiferi, wie sich daraus ergibt, dass diese nicht näher bezeichnet sind; sie werden der 22. Legion angehört haben. In ihrer schola wurde ihr genius als Hauptgott verehrt.— Z. 3 eis auf das Subjekt be- zogen statt sibi erklärt sich vielleicht dadurch, dass es aus dem Dekret, worauf man sich stützt, herübergenommen ist. Sehr merkwürdig sind die Namen, die vielfach keltischen Stammes sind, wie gleich das erste Cognomen(Z. 4 a. E.) Mogetius. Eine MWogetia — 41— Quintina kommt auf einem Mainzer Steinsarg vor(Körber, Nachtr. III, 75); hier aber ist diese Wortform auf— ius als Cognomen gebraucht, was freilich nicht unerhört ist(s. Holder, kelt. Sprachsch. u. d. W.)— Das dritte Gentile(Z. 6 a. E.) ist a. A. verstümmelt: nach den Resten eines D erkennt man einen spitzen Winkel, der wohl nur zu einem M gehören kann; mit diesem wird dann wohl ein A verbunden gewesen sein.— Das zugehörige Cognomen Bodico ist wieder offenbar keltisch(s. Holder a. a. O.). Auch auf Töpferstempeln fällt bei keltischen Namen auf-os sehr häufig das schliessende s weg.— Z. 7 ist das Cognomen Statutus zwar stark beschädigt, aber doch sicher, während dies bei dem darauf folgenden Gentile nicht der Fall ist. Mir scheint die Hasta hinter S etwas schief zu stehen, also zu einem A zu gehören; dann ist dahinter ein T ausgefallen, mit dem ebenso wie unmittelbar darunter in der folgenden Zeile ein I verbunden war. Zangemeister schien die Hasta senkrecht zu sein; er nimmt daher an, dass hier ein N gestanden, mit dem A und I verbunden gewesen seien und liest Aſtlessſajni(us) statt Altlessaſt]ji(us).— Der Zehnte der ganzen Reihe(Z. 10 m.) besass nicht Gentile und Cognomen, sondern begnügte sich mit dem Einzelnamen Germanus, wozu ebenso wie zu dem in der letzten Zeile vorkommenden Einzelnamen ustus der Vatername im Genetiv hinzutrat. Des ersteren Vater scheint Tblia geheissen zu haben. Iblia ist zwar bisher nur als Femininum vorgekommen(s. Hettner, Steindenkm., Nr. 293 und Holder a. a. O.), doch schliesst das seine Verwendung als Maskulinum nicht aus. Datiert ist die Inschrift leider nicht, doch gehört sie wohl dem Ende des 3. Jahrhunderts an. Die Formel in honorem domus divinae ist bisher vor Antoninus Pius(† 161) nicht nachgewiesen; auf viel spätere Zeit führen die Namensformen und die vielen Buchstaben-Verbindungen. Vergl. CIL. XIII, 6740 a; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 225. IV. Bruchstücke, deren ehemalige Bestimmung nicht festgestellt ist. 48. Bruchstück, wahrscheinlich von einem Grabstein, gef. im Jahre 1891 im Rheine. Kalkstein. H. 12, Br. 16, D. 9 cm. Z. 1 scheint auf die Zahl LX ein Interpunktions- zeichen gefolgt zu sein.— Die Annahme liegt nahe, dass wir die Altersangabe eines Verstorbenen in Jahren (Monaten) und Tagen vor uns haben. 1.40 Vergl. CIL. XIII, 7059. 49. Zwei unbestimmbare Bruchstücke an den Seiten des Prälatensitzes in der Memorie des Domes. Kalkstein. Buch- stabenhöhe 8 cm. Die ursprünglichen Flächen sind so sehr abgeschliffen, dass nur die tiefsten Stellen weniger Buchstaben, auf dem einen Stück nur drei Senkrechte, erhalten sind. Eine Deutung ist bei der Geringfügigkeit der Reste unmöglich. Vergl. CIL. XIII, 6951 b. 50. Unbestimmbares Bruchstück, verbaut an der nördlichen Kapellenreihe des Domes hoch oben auf der Nordseite des sechsten Strebepfeilers gegenüber dem Durchgang zwischen den Häusern Markt 16 und 18. Teilweise erhalten sind noch zwei Zeilen; in der oberen die Buchstaben: DIEFR, in der unteren: HEDEV. Die Lesung ist sicher, nur dass Z. 1 a. A. auch ein O gestanden haben könnte, da die Senkrechte, soweit man von unten sehen kann, nicht mehr erhalten ist. Zweifellos waren diese beiden Zeilen die letzten der Inschrift. Eine Deutung ist nicht mehr möglich. Vergl. CIE. XIII, 7141. Schneider, d. Dom zu Mainz. kl. Ausg. S. XILV. — 43— 51. Zwei Bruchstücke, vielleicht von einem Grabstein, ver- baut in den westlichen Eckpfeiler des Kreuzganges der Stephans- kirche. Gelblicher Sandstein. Br. 75 und 60 cm. arABIVII⸗ENS ANXNYVSTRMAR KNX 1.1.—1— 1:10 Mareus) Vibius Pudens Sabinianus(?) praef(ectus)... Z. 1 ist das erste I in Vibius überhöht, ebenso Z. 2 das erste I in Sabinianus, während das zweite mit N verbunden ist.— Z. 2 a. A. ist der Stein so abgerieben, dass nur von den kräftigsten Strichen etwas erhalten ist, daher ist neben der Lesung Sabininans auch eine andere, z. B. Saliniamus, nicht ausgeschlossen.— Bei beiden Stücken steht die Inschrift nicht an der unteren Kante des Steines; dieser ist aber an der Oberfläche abgearbeitet zur Herstellung der Kannelierung des Pfeilers. Das zweite Stück ist vielleicht umzudrehen; ob es über oder unter dem ersten gesessen hat, lässt sich nicht sagen. Vergl. CIL. XIII, 6815. —— 52. Bruchstück, wahrscheinlich zu einer öffentlichen Inschrift gehörig. gef. 10. April 1900, — wie Nr. 21. Kalkstein. H. 23, Br. 13, D. 10 cm. Schöne, grosse Buchstaben. Es liegt nahe, die erste Zeile zu lelg(io)]) zu ergänzen. Vergl. CIL. XIII, 7172; Korrbl. d. W. Z. XIX, — S. 103. 1:7.5 53. Bruchstück, wahrscheinlich zu einer öffentlichen Inschrift gehörig, gef. am 10. April 1900, wie Nr. 21. Roter Sandstein. H. 15, Br. 10, D. 27 em. 57 Dem P scheint ein R vorausgegangen zu sein; man wird also an ſtr(ibunicia)] p[ot(estate)] denken. Vergl. CII. XIII, 7197 a; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 103. — 44— 54. Unbestimmbares Bruchstück, gef. wie Nr. 21; in zwei Stücke zerbrochen. Kalkstein. H. 13, Br. 14, D. 14 cm(das linke Stück ist nur 6 cm dick). Rechts ist jetzt glatte Seitenfläche, die aber von einer späteren Verwendung herrühren könnte. Die erhaltenen Buchstaben LCONIS, die noch rote Farbspuren zeigen, lassen keine Deutung zu. Sie standen in der letzten Zeile der Inschrift. Vergl. CIL. XIII, 7183 a; Korrbl. d. W. Z. 1:5 XIX, S. 104. 55. Unbestimmbares Bruchstück, gef. am 5. April 1901 in dem z. Z. an Herrn Schlotthauer verpachteten Garten der Familie Lehmann am Linsenberg. Kalkstein. H. 14, Br. 12, D. 7 cm. In den Vertiefungen N der Buchstaben ist noch viel rote Farbe erhalten. Die erhaltenen Inschriftreste:... isu.... nici su 10....... lassen keine Ergänzung zu. 8 Vergl. CIL. XIII. 7192; Korrb. d. W. Z. XX, S. 68. , 56. Unbestimmbares Bruchstlck, gef. im Juli 1900 bei Erweiterung des Ganz'schen Lagerhauses in der hinteren PFülachsmarktstrasse. Geschenk des Herrn Kauf- D manns Julius Ganz. Kalkstein. H. 28, Br. 30, — D. 24 cm. 1 1*§ Zu lesen ist noch:.. adi... Fili suli]„Seines Sohnes“ oder„seine Söhne“. 104e Sl CIL. XIII. 7171; Korrbl. d. W. Z. XIX, 04. 1:ĩ7,5 3 57. Bruchstück, vielleicht von einem Grabstein, gef. in einem Garten nahe dem Fort Stahlberg bei Zahlbach, von Herrn Gymnasiasten Eberle entdeckt und am 28. Oktobter 1904 ins Museum gebracht. Es sind zwei an einander passende Stücke. Kalkstein von einer Art, die meines Wissens in unserer Gegend nicht ansteht. H. 36, Br.(beide Stücke zusammen) 50, D. 27 cm. Für die Zugehörigkeit zu einem Grabstein spricht der Fundort auf einem römischen Friedhof, der schon viele römische Grabsteine geliefert hat(z. B. Nr. 5 dieses Verzeichnisses), auch liesse sich die Inschrift erklären: Auctus, O(uinti) Laeli s(ervus). Dagegen lässt sich geltend machen die monumentale Schrift, die fremde Steinart und namentlich die ver- hältnismässig sehr grosse Dicke des Steins, die wahrscheinlich bedeutend mehr als die jetzige betrug. Man müsste also an einen Grabaltar denken. Aber vielleicht handelte es sich auch um ein öffentliches Denkmal: in unmittelbarer Nähe endigte einst die grosse Wasserleitung, deren Reste bei Zahlbach noch erhalten sind; auch war die porta decumana des Mainzer Legionslagers nicht weit von hier. Vergl. Korrbl. d. W. 5. XXIV, Januarheft. V. Inschriften auf Gebrauchsgegenständen aus Metall, Glas, Ton, Stein und Holz. a. Inschriften auf silbernen und bronzenen Geräten. 58. Zwei reichverzierte Schöpfkellen aus Bronze(trullae). a) Die grössere(Katal.-Nr. 5626) trägt den Fabrikantennamen On(aei) Trebelli Romani, der auch in Rom auf einer gleichartigen Bronze zu Tage kam(CIL. XV, 7083). Unser Stück ist auf dem Griff durch einen gravierten Thyrsusstab mit flatternden Bändern verziert, während das Griffende mit Schwanenhälsen geschmückt ist. Auch von den drei hübschen, wie Ama- zonenschilde gebildeten Füsschen(s. d. Abb. unten r.) sind noch zwei er- halten. Das Gefäss wurde am 23. Dezember 1900 bei Weisenau aus dem Rhein(am„Laubenheimer Grund“) gebaggert. Vergl. CIL. XIII, 10027, 47, Korrbl. d. W. Z. XX, S. 68; W. Z. XX, S. 357 m. Abb. Tfl. 19, 17 u. 17 a. CNREBEINEIROAANI 777—— ca 7.3 b) Die kleinere der abgebildeten Schöpfkellen(Katal. Nr. 6104) stammt ebenfalls aus dem Rhein und ist am 3. Februar 1904 in der Nähe der Cementfabrik gefunden. Sie ist ganz ähnlich verziert, der Stempel aber nicht so gut erhalten; er lautete PAPIRG) LIB(ani 2). Ein Stempel der- selben Firma(TI PAPIRI LIB) ist in Mecklenburg gefunden worden. (Vergl. CIL. XIII, 10027, 33, Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 107). Noch zwei andere einfacher verzierte, sonst aber ähnliche Gefässe wurden während der letzten Jahre dem Rheinbette enthoben, leider sind ihre Stempel nicht mehr vollständig erhalten. Das eine(Katal.-Nr. 5946) wurde im Oktober 1898 bei Mainz an der sog.„Arche“ gefunden und hat den Stempel:[P. CIPI*) PHILEROTIISI. Vergl. CIL. XIII, 10027, 35, Korrbl. d. W. Z. XXI, 34; auf dem anderen(Katal.-Nr. 5625), das am 28. Mai 1901 bei Kastel aus- gebaggert wurde, könnte gestanden haben P. CIPI PAMPHII. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXI, S. 34. Dieser Stempel kommt auch in Siscia(j. Sissek in Kroatien) auf einem solchen Gefässe vor; der des Phileros scheint noch — 47— unbekannt zu sein.— Wozu diese Tiegel gedient haben, ist umstritten, doch ist es am wahrscheinlichsten, dass wenigstens die kleineren zum Wein- Servis gehörten, wenn auch andere Verwendung nicht ausgeschlossen ist. Wiederholt wurde ein Sieb mit einem solchen Tiegel zusammen gefunden, in dessen Höhlung es derart passte, dass beide, wenn man sie ineinander- steckte, wie ein einziges Gefäss mit einem Stiel aussahen. Damit schöpfte man dann den mit Schnee gekühlten Wein aus dem. Mischkessel, hob mit dem Sieb allen Bodensatz und alle Unreinigkeit weg und goss den so geklärten Wein in die eigentlichen Trinkgefässe. Um den Erfolg zu sichern, wird man in das Sieb vielleicht ein feines Tuch gelegt haben. Der Geizhals aber sparte wohl die Gläser und trank unmittelbar aus der campana trulla (s. Hor. sat. II, 3. 144). Die in Deutschand in grosser Zahl aufgefundenen Bronzetiegel, deren Fabrikantennamen im Genetiv stehen, stammen aus Italien, wahr- scheinlich aus den im ganzen Altertum berühmten Exportfabriken Capuas. Dort ist sicher das Geschlecht der Cipii, von dem nicht weniger als neun Familien auf den Firmenstempel unserer Tiegel vorkommen Fen s. o.), ansässig gewesen; das beweisen nicht weniger als fünf Grabsteine, auf deren einem auch ein Publius) Cipius, Publi)(ibertus), Phileros(s. o.) genannt ist. In diesen Fabriken wurde die Campana supellez hergestellt, die Hor. sat. I, 6. 118 als gemeines Tischgerät erwähnt, und die deshalb auch von den neusten Erklärern für irdene Ware gehalten wird. In Wirklichkeit waren es Bronzegefässe, die der Handel, besonders auch der Seehandel, von Capua aus nicht nur innerhalb des römischen Reiches, sondern auch weit, über seine Grenzen verbreitete: sind doch allein in Dänemark mehr als 30 solcher Bronzetiegel aufgefunden worden. Dass ihre Einführung in die nordischen Länder nur den Wein-Import begleitete, den man sich nicht bedeutend genug vorstellen kann(vergl. Nr. 77), versteht sich von selbst. An die Stelle der campanischen Fabriken traten übrigens, wie es scheint gegen Ende des zweiten Jahrhunderts gallische, bei deren Stempeln der Fabrikantenname im Nominativ steht, oft mit folgendem F(= Fecit). Vergl. Willers, die römischen Bronzeeimer von Hemmoor, S. 200 ff. 59. Schöpfgefäss aus Bronze(simpulum). (Katal.-Nr. 6071), gef. am 5. Mai 1904 im Rhein bei Weisenau, gegenüber der Cementfabrik. Um das Geräte besser halten zu können, war der scheibenförmige Teil oben am Griff zum Kugel- abschnitt ausgeschmiedet und obendrein waren noch acht Vertiefungen eingepunzt, die jetzt — infolge langer Benutzung?— sich z. T. als unregelmässige Löcher darstellen. Der Ver- fertiger des schönen Stückes hiess, wie der Stempel zeigt, M(arcus) Sedi.... Er scheint sonst nicht bekannt zu sein. Es diente dazu, den Wein aus dem Mischkrug in die Gläser zu füllen. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, 8. 107. 60. zZwei Charnierfibeln aus Bronze. Sie dienten demselben Zweck, wie unsere Sicherheits- nadeln. a)(Katal.-Nr. 5451), gef. am 2. März 1901 beim Bau der Militärbäckerei, Rheinallee 111. Der auf dem vorderen Schild stehende Name des Fabrikanten ist leider schlecht erhalten, er scheint Atci- nios oder Atgivios gelautet zu haben. Das s am Schluss ist ganz unsicher. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XX, S. 69; W. Z. XX, S. 345 m. Abb. fl. 18, 1. b)(Katal.-Nr. 6074), gef. am 4. November 1904 beim Bau eines Hauses in der Al- binistrasse. Der Fabrikanten- namen ist auch auf dieser Ge- wandnadel ziemlich schlecht erhalten, aber der Vergleich mit einem gleichartigen in St. Germain aufbewahrten und von Mowat, marques de bronziers Nr. 21 veröffentlichten Stücke, dessen Kenntnis ich einer gütigen Mitteilung Bohns verdanke, sichert die Lesung PCubli) Falerli). Bemerkenswert ist der auf solchen Fibeln gegen- über den vielen keltischen ausserordentlich seltene lateinische Name; vergl. Körber, Nachtr. III, Nr. 156.— Diese Charnierfibeln gehören der frühen Kaiserzeit an. 61. Zwei bronzene Strigiles, d. h. Schabeisen, womit man sich im Dampfbad von Schweiss und Schmutz zu reinigen pflegte. An beiden ist leider ein mehr oder minder grosses Stück der Schaufel abgebrochen. a)(Katal.-Nr. 6100), gef. am 5. November 1898 im Rhein(Floss- hafen). Der schlecht erhaltene Stempel ist querlaufend am oberen Ende des Stieles auf der inneren Seite angebracht; er scheint Petro zu lauten. Auf einer in Verona aufbewahrten Striegel(CIL. V, 8123, 2) steht PETRONI. Ob dieser Petronius auch die unsrige gemacht hat? Vergl. W. Z. XVIII, S. 406. b)(Katal.-Nr. 5026) angekauft am 19. Juni 1900, Fundort wahr- scheinlich Mainz. Der Fabrikstempel steht an derselben Stelle wie oben, jedoch längslaufend; er lautet Januari. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 107; W. Z. XIX, S. 400 m. Abb. Tfl. 18, 19. 3 — 49— 62. Flache, stumpfe Bronzenadel mit Loch und Ose(Katal- Nr. 6073), gef. am 11. September 1900 in grosser Tiefe beim Bau des Hauses Hintere Bleiche Nr. 1 (0—&C I A7 25, Zangemeister las die Inschrift:... G(audia) Ara.„A. (Name des Verfertigers) aus Köln.“ be jedoch die Ortsangabe auf solchen Stücken ganz ungewöhnlich ist, so ist Bohns Lesung: A(uldi) Claudi) Ara(geni oder ähnlich) vorzuziehen. Der Name bezeichnet nicht den Fabri- kanten, sondern den Vesitzer, J44 er eingegraben, nicht gestempelt ist. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XX, S. 68. 63. Drei Fingerringe. a) Silberner Ring(Katal.-Nr. 4977), gef. am 11. Oktober 1899 im Rhein bei Mainz. Die Inschrift MER steht für Mer Hurle). Vergl. CIL. XIII, 10024, 18 a. Korrbl. d. W. Z. XVIII,§. 232; W. Z. XIX, S. 399 m. Abb. Tfl. 18, 12. b) Bronze-Ring(Katal.-Nr. 4976), gef. am 11. Ok- tober 1899 im Rhein bei Mainz. Die aus rotem Email sich abhebende Inschrift lautet Mar(ti). Einen silbernen Ring mit gleicher Inschrift(Becker, S. 115, E. 1) be- sitzt das Museum schon seit langer Zeit; er ist am „Dimeser Ort“ gefunden. Lergl CIL. XIII, 10024, 13c, Korrbl. d. W. Z. XVIII. 332; W. Z. XIX. S. 399 m. Abb. Tfl. 18, 13. c) Bronze-Ring(Katal.-Nr. 6101), gef. angeblich in Mainz am 24. August 1904. Die Inschrift MER ist ebenfalls von Email umgeben; über ihre Bedeutung s. o. Vergl. CIL. XIII, 10024, 18 c, Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 169. 64. Siegelring aus Bronze(kKatal.-Nr. 6102). Alter Bestand. Die Inschrift RSA ist rückläufig, so dass sie auf dem Siegel richtig stand; Gundermann schlägt die Auflösung Saturno vor. Der Ring gehört der spätrömischen Zeit an, oder gar schon der byzan- tinisch-merowingischen. b. Inschriften auf eisernen Geräten. ehde Lochbeutel(Kkatal. Nr. 6086); alter Bestand. —— —-e—.ö .— 2 —— Die schlechte Erhaltung des Stempels gestattet keine sichere Lesung, doch dürfte der Name auf.. ætus an Eehen. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XX, S. 68(wo die Fundangaben zu be- richtigen Fna; das Stück ist wohl Rheintun 66. Axt(Katal.-Nr. 6087); alter Bestand. eAB 2 VIALUSEE Die auf der Unterseite nahe dem stumpfen Ende angebrachte In- schrift scheint Vitalis f(ecit) zu lauten. Darunter befinden sich einige nicht zu deutende Striche. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XX, S. 68(wo die Fundangaben zu be- richtigen sind). 67. Kleine Axt(Katal-- Nr. 5005), gef. am 2. Dezember 1892 zu Wendelsheim, Kr. Alzey. 15 cm lang. Auf der oberen Fläche ist ein T in Kupfer ein- gelegt. Auch um den Axthelm laufen zwei Kupferstreifen. Vergl. W. Z. XII, S. 393 m. Abb. Tfl. 7, 8 u. Sa. 68. Loch- oder Queraxt-(Katal. Nr. 6072), gef. am 16. Oktober 1901 im Rhein unterhalb der Strassenbrücke. 50 cm lang. Der runde auf der Unterseite fast in der Mitte befindliche Stempel lautet L. V-·A CAESI.(Von dem L ist die Wagrechte abgesprungen.) Der Stempel ist aufzulösen:(ex officina) L(uci) FT... L.... Caesi,„aus der Fabrik des Lucius V... L...(Arbeit) des Caesius“. Auch in der von der Axt abgesprengten Oxydations-Kruste ist der Stempel sehr schön erhalten, natürlich verkehrt. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XX., S. 68. — 51— c. Inschriften auf Gläsern. Von den hier abgebildeten Gläsern ist Nr. 3 das im Nachtr. III, 184 besprochene Glas, Nr. 1 veranschaulicht die Gattung, wozu das dort unter 183 besprochene gehörte. 69. Gerippte, einhenkelige Flasche in Tönnchenform, aus fast farblosem, dünnem Glase gegossen(s. oben, Nr. 4), im Sommer 1903 an- Peblich auf dem römischen Friedhof an der Gonsenheimerstrasse gefunden. H. em. Die auf dem Boden stehende Inschrift FRON ist erhaben gepresst; hier ist die Lesung NERO, die auf den beiden anderen gleichartigen. nur zweihenkeligen Flaschen des Mainzer Museums möglich war(s. Körber, Nachtr. III, Nr. 185) gänzlich ausge- schlossen und damit Bohns Vermutung bestätigt, dass wir überall eine Abkürzung des wahrscheinlich in der Gegend des heutigen französischen Departements Seine-Inferieur ansässig gewesenen Fabri- kanten Frontinus vor uns haben.(Der Name ist völlig ausgeschrieben allerdings — nooch nicht vorgekommen; das Adj. lautet Frontinianus). Solche tönnchenförmige Flaschen mit der Inschrift FRON sind schon gegen 3 Dutzend in Frankreich und Deutschland zu Tage ge- kommen(s. Bohn, W. Z. XXIII, S. 3 ff). 3 Vergl. CII. XIII, 10025, 46 p, Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 169. 70. Grünliche Flasche mit vierkantigem Bauch und langem Hals(s. oben, Nr. 2; Katal.-Nr. 5395), gef. am 4. August 1900 beim Bau der Militär-Bäckerei, Rheinallee 111, in einem gemauerten römischen Brunnen. H. 26 cm. Die auf dem Boden stehende Inschrift ist mit dem sehr dickwandigen Glase zusammen aufgepresst. Sie 4 — 52— 8 nennt den Namen des Fabrikanten, der vielleicht Firmius Hylas hiess, wenigstens steht auf einem aus Weyden stammenden, jetzt in Berlin be- findlichen ähnlichen Glas der Stempel Firmiorum) Hilari er(H)ylae.— In der Mitte des Bodens das Bild eines Schafes. Vergl. CIL. XIII, 10025. 20 b, Korrbl. d. W. Z, XX, S. 69; W. Z. XIX, S. 393 m. Abb. Tfl. 20, 10. 71. Gorgonenkopf mit Fabrikstempel(Katal.-Nr. 6102), gef. am 10. Mai 1904 beim Bau des Kanales vor dem Hause Schillerplatz 20. Die Inschrift ist leider beim Guss nicht deutlich herausgekommen, doch erkennt man beim Vergleich mit besser ausgefallenen „ Stücken, die in Frankreich gefunden wurden, h dass sie Amarantus lauten sollte: das zweite A ist wie dort mit dem vorausgehenden M verbunden, das T mit dem N, und darauf folgte ein kleines V. Diese Glasmedaillons sassen am unteren Ende des Flaschenhenkels, und der Gorgonenkopf sollte als dmπαοναοιπον dienen, d. h. als Schutzmittel gegen Unglück und böse Geister, die ja über die Menschen — in Augenblicken des Genusses am meisten Macht haben. Solche Flaschen ahmten die kostbaren Metallgefässe mit Edelstein-Einlagen nach, die die Römer potoria gemmata nannten. Vergl. CIL. XIII, 10025, 20 c. Kisa, d. ant. Gläser der Frau Maria vom Rath, S. 66. 72. Bläuliche Kugelbauchflasche (S. Abb. Nr. 1, Katal.-Nr. 6075), gef. am 15. Juni 1900 auf dem röm. Friedhof im Gartenfeld beim Bau des Hauses Forsterstrasse 20. Geschenk des Herrn Wenzky. H. 11 cm.— Das Glas war leider zerbrochen, und es sind nicht alle Scherben aufgefunden worden; daher fehlt auch ein Stück der Inschrift, für die eine Ergünzung bisher noch nicht gefunden wurde. PVERMISCETVEE* Puer misce tu ed ſe et bibl e„Knabe(Sklave) mische, du(Gast) iss und trink“. Vor der Lücke stand ein D, kein P; hinter ihr scheinen noch schwache Reste eines E vorhanden zu sein; die Ergänzung verdanke ich Gundermann.— Das Glas gehört dem 3.— 4. Jahrhundert an; die Inschrift ist eingeätzt, nicht eingeschliffen. Vergl. CII. XIII, 10025. 205; Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 106; W. Z. XIX, S. 401 m. Tfl. 20, 14. — 53— 73. Becher aus rosafarbigem dünnem Glas,.(s. d. vor. Abb. Nr. 2, Katal.-Nr. 6076), gefunden am 15. Dezember 1898 bei der ehemaligen Heiligkreuzkirche zwischen Hechtsheim und Mainz, in einem mächtigen Steinsarg. Geschenk der Herren Groh und Drexler in Kastel. H. 10 cm. SIM DLISILZESESI. Simplici zeses.„Simplicius, du sollst leben!(heil dir!) zeses ist als der griech. Optativ sisσάσα aufzufassen= vivas. Auch in griechischen Handschriften beginnt die Vermischung von mit e und„ schon viel früher als die von" und ¹, in der passiven Verbalendung schon in hellenistischer Zeit, im Inlaut vor Vokalen und bald auch allgemein im 1.— 2. Jahrhundert n. Chr. Da unser Glas in einem Steinsarg gefunden wurde, wird es kaum vor die Mitte des dritten Jahrhunderts n. Chr. zu setzen sein.— In dem- selben Sarg befanden sich neben zwei zerfallenen Skeletten: eine grosse und zwei kleine Kugelbauchflaschen, zwei zylindrische, ein röhrenförmiges und ein in der Mitte anschwellendes Fläschchen, sowie ein solches mit weitem Bauch, kurzem Hals und leicht eingezogenem Boden.— Die Inschrift ist, eingeschliffen. Vergl. CIL. XIII, 10025 194; Korrbl. d. W. Z. XVIII, S. 20; W. z. XVIII, S. 401 m. Abb. W. Z. XX, Ifl. 19, 15. d. In Tonsachen eingedrückte Inschriften. 74. Unterteil eines Tonfigürchens, das, wie die Reste eines Flügelschuhes am rechten Fusse zeigen, einen Merkur darstellte. Gef. am 14. Oktober 1897 auf dem Ampt'’schen Gebiete vor dem Gautor.(Katal.-Nr. 5384) Die auf der Rückseite am linken Bein herunterlaufende Inschrift[Sjlervan(dus) nennt den bekannten Kölner Töpfer, der in unserem Museum schon vertreten ist (S. Körber, Nachtr. III, Nr. 201). Im Bonner Museum befindet sich ein Figür- chen, das vom 25. Februar 164 n. Chr. datiert ist. Da es in der Buchstaben- form, dem weissen Tone und den Massen der Basis völlig mit solchen überein- stimmt, die Servandus mit seinem Namen gezeichnet hat, so schliesst Lehner, B. J. 110, S. 188 ff., dass es ebenfalls aus dieser Fabrik stammt, deren Erzeugnisse damit ihrerseits datiert wären. Zu einem etwas früheren Ansatz war vor- her Riese, Festschr. zur Feier des 25 jähr. Bestehens usw. S. 81 gekommen. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXI, S. 35. 75. Lämpchen in Gestaſt einer Sandale mit Riemenwerk, gef. am 11. April 1901 in einem röm. Grab beim Bau des Hauses Gonsen- heimerstrasse 3 910; Geschenk des Herrn Schlossermeisters Th. Wagner. 4* 7 u EaA-reue N, 7 In der Mitte der Sohle des Schuhes befindet sich die Angabe Stroſ bilus] fec(it)„Strobilus hat es gemacht.“ Aus derselben Fabrik sind zahllose Lämpchen gewöhnlicher Form hervorgegangen.— Die Sandale, die unserem Töpfer als Vorbild gedient, entsprach im Riemenwerk und Benage- lung genau den Stücken, die in dem sumpfigen Untergrund der Stadt Mainz in der Gegend der mittleren und oberen Emmeransstrasse zahlreich zu Tage gekommen sind(viele Abb. s. Altert. uns. heidn. Vorz. IV. Tfl. 37). Vergl. W. Z. XX, S. 348 m. Abb. Tfl. 19, 14 und 14 a. 76. Form für die Oberseite eines Tonlämpchens(Katal. Nr. 4966), gef. am 5. Januar 1900 beim Bau der Henkell'schen Sektkellereien zwischen Münster- und Walpodenstrasse. Der im Halbkreis um die mittlere Öffnung des Lämpchens zu stehen kommende Name der Fabrikanten lautet Publius) Satrius; er scheint als Töpfername sonst nicht vorzukommen.— Da alles, was an dem künftigen Lämpchen erhaben und vertieft sein sollte, es auch hier ist, so haben wir. eine Art Modell vor uns, über welchem erst die eigentliche Form her- gestellt wurde. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 38; W. Z. XIX, S. 391 m. Abb. Tfl. 20, 6 u. 6 a. — 55— 77. Drei Amphorenhenkel mit Fabrikantenstempel, a) gef. im Jahre 1904 im Weisenauer Steinbruch der Portland-Cementwerke Mannheim- Heidelberg; Geschenk der Direktion. (TIOPI Unter den zahlreichen gestempelten Amphorenhenkeln, die das Mainzer Museum besitzt, ist also dieser dadurch ausgezeichnet, dass er als Ort der Herstellung eine bekannte Stadt, nämlich Italäica, das nicht weit vom heutigen Badajoz in Hispania Baetica lag. Aber noch zwei andere Amphorenhenkel unserer Sammlung weisen auf dieselbe Gegend des süd- lichen Spaniens hin. b) Der eine, am 12. Januar 1905 auf dem Gebiete des Reichen-Claraklosters an der Flachsmarktstrasse gefunden, lautet: F SCIMNIANI= fundi Scimniani= de fundo Scimniano„vom Grundstück des Scimnius“(ein ähnliches, aber vorn verstümmeltes Exemplar kam schon früher in unseren Besitz, s. Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 39). Wo diese Töpferei lag, erfahren wir aus einer Inschrift, die als Adresse einer Amphora aufgemalt ist(s. Nr. 85). Diese wurde zu Rom in dem Mte. Testaccio, dem haushohen„Scherbenberge“, gefunden und ist durch Nennung der Konsulnamen auf das Jahr 161 datiert. Da hier die Jig(inae) Scimnia(nae) neben der Stadt Astigi(j. Ecija, sw. v. Cordoba) genannt werden, so ergibt sich, dass sie im heutigen Andalusien lagen. c) Der andere oben gemeinte Stempel wurde am 20. September 1899 beim Bau der Henkell'schen Sekt- kellereien, zwischen Münstertor und Walpodenstrasse, gefunden. Er lautet; II IVN MELISSI]ET MELISSE= duorum Jun(iorum) Melissi et Melisse. Wo diese Firma der„Geschw. Junius“ blühte, erfahren wir aus den Stempeln einer in Grand gefundenen Amphore, die auf dem einen Henkel die Inschrift L IVN M ELISSI, auf dem andern die Inschrift: F SCIMNIANO=(de) fumndo) Scimniano trägt. Von den drei hier besprochenen Mainzer Stempeln ist der erste aus Deutschland sonst noch nicht gemeldet, der zweite ist noch in Bingen, der dritte öfter vorgekommen; im Mte. Testaccio sind sie alle drei gefunden worden. Die Henkel, woran sie sich befinden, sind kurz und dick und gehören zu der dickbäuchigen, unten in eine Spitze ausgehenden Art von Amphoren(s. Abb. Nr. 83). Die Blütezeit der darauf genannten Firmen fällt nach der oben angeführten Datumsangabe erst in die zweite Hälfte des zweiten Jahrhunderts; die zahlreichen, z. T. wohler- haltenen Amphoren, die beim Bau der neuen Militärbäckerei und ander- wärts in Mainz zu Tage kamen, und deren Zeit durch andere dabeiliegende Sachen sicher auf die erste Hälfte des ersten Jahrhunderts bestimmt ist, haben dagegen die schlanke Form mit flachen Henkeln(s. W. Z. XX. Tfl. 17, 2— 7) und zeigen leider weder Stempel noch Aufschrift, trotzdem lässt sich auch für sie die Herkunft aus Spanien wahrscheinlich machen und es ist gewiss von kulturgeschichtlichem Interesse, dass schon in der Römerzeit solch grosse Amphoren, natürlich mit Wein(oder Ol) gefüllt, von den Ufern des Guadiana und Guadalquivir auf dem Seeweg nach Mainz gelangten. Vergl. CIL. XIII, 10 002, 21, 53 und 296; XV 2631, 3169 und 2966. Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 39 und XXIII, S. 167. Die Inschrift ist aufzulösen L(ucius) ..) D(...) F(ecit) Italicae. — 56— e. In Tonsachen eingeritzte oder eingeschnittene Inschriften. 78. Ziegel mit eingeriteter Datumsangabe. Alter Bestand. H. 40, Br. 29, D. 4 cm. (Ante diem) III 1d(us) Mai(as).„Am vierten Tag vor den Iden des Mai“= „Am 12. Mai“. Ausserdem ist dreimal ein Stempel der 22. Legion aufgedrückt: leg io) IAII pr(imigenia) „io) flidelis), der auf das zweite Jahrhundert hinweist. In der Mitte steht IIII= 47. Die Zahl bezeichnet die Stückzahl, die der Ziegler in einem bestimmten Zeit- raum fertig gebracht hat. So steht auf einem Ziegel, den Zangemeister i. J. 1879 veröffentlichte(B. J. LXVII, S. 74): XVI K IVNIAS HRISTO N. LXI=(ante diem) XVI K(alendas) Junias Hristo n(umero) LXI. Die Inschrift wurde mit einem Hölzchen in den noch weichen Ton eingeritzt(s. Jakobi, Saalburg, S. 188). Der Ziegel hat keine Randleisten. Vergl. Becker, S. 97. 79. Datumsangabe auf einem Backstein, der mit vielen an- deren gleicher Form(s. d. Abb.) die Wand eines Brunnens bildete. Dieser wurde 1851 oder 1852 bei Anlage der jetzigen Terrassenstrasse an ihrer Westseite(s. Mainzer Altertümer Nr. VI, Tfl. oberen Backstein-Lagen wurden abgebrochen H. 20, mittl. Br. 55, D. 8,5 cm. III) entdeckt; die beiden und ins Museum gebracht. — 57— (Ante diem) XIII Kalendas) Maias. „Am 13. Tag vor den Kalenden des Mai“= Am 19. April. Der Backstein ist in der Mitte gebrochen. UÜber die Bedeutung der Inschrift s. d. vorherg. Nr.— Bemerkenswert ist übrigens, dass in unserer Gegend in solchen Ziegel-Inschriften nur die Monate Mai— Oktober vor- kommen, da nur in dieser Zeit geziegelt wurde. Vergl. Becker, S. 100. Bramb. 1046, 1. 80. Heizkachel mit Inschrift, gef. am 14. November 1902 beim Bau des Hauses Karmelitenplatz Nr. 6. Geschenk des Herrn Buchdruckerei- Besitzers Theyer. Die Kachel ist von ungewöhnlicher Grösse und Form, ihr Durchschnitt ist ein Quadrat von nicht weniger als 17 cm. Die vor dem Brand eingeritzte Inschrift bedeckt eine Seite. Ammius Salurninus rusticus delsuo —— peculio histud seribsit. N M„Der Bauer Ammius Saturninus hat (diesen Bau) aus seinem Vermögen (errichtet und) dieses geschrieben.“ . 8 2. Zist vielleicht Rustieus zu lesen, dh. das Wort könnte auch zweites Cognomen Ne CL 5 sein.— Z. 5 steht histud für istud; in kehrt gesetzt, wo sie dort fehlt; dass aber dieses histud im Sinne von hoc steht, möchte als eine der späteren — s. d. Bem. zu Nr. 40.— Gegenüber — der oben von mir übernommenen 1˙5 Deutung Mommsens schlägt Gunder- — ¶CV volkstümlicher Sprache beginnt schon /‿ 0 sehr früh ein Schwanken im Gebrauch Zeit angehörige Entwicklung aufzu- fassen sein, wie sie in romanischen mann, um die sprachliche Schwierigkeit zu vermeiden, folgende Erklärung vor:„Annius Saturninus Rusticus hat dies(en Bau) da(durch eine Stiftung) der Aspiration: sie wird weggelassen, wo p Llo bN ₰⁸ 3 Sprachen vorliegt(ital. stasera= aus seinem Sondergute herstellen lassen(= verschrieben, vermacht).“ sie im Hochlatein steht, und umge- N „ hnce seram).— Z. 6 scribsit für scripsit Vergl. 1Korrbl. d. W. Z. XXII, S. 2. 81. Sechs kleine Tonkegel mit Zahlzeichen. Funf davon(Ka- tal.-Nr. 5333— 37) sind am 5. Januar 1901, angeblich zusammen mit anderen römischen Sachen, zu Weisenau in der Nähe des neuen Schulhauses, eines (Katal.-Nr. 6070) am 7. Dezember 1901 beim Bau des Hauses Kapuziner- strasse 21 in unzweifelhaft römischer Schicht gefunden worden. Länge 8— 9 ½ cm. Das Stück aus Mainz trägt die Ziffer VIII und darunter) die Ziffer 611 XXXX; die aus Weisenau haben teils ̊ 1 nur eine Ziffer: XXXIIII, XXXVI und XX, teils deren zwei: XXXX und X/ XXXXII, XXXX und VIII.— Die 4 7 Zeichen sind vor dem Brand in den noch weichen Ton eingeschnitten; wo zwei Ziffern auf einem Stück stehen, sind sie nicht auf gerade entgegen- gesetzten Seiten angebracht, sondern der Umfang ist gewissermassen in drei Teile geteilt, von denen zwei beschrieben sind.— Die Kegel werden zu einem Spiel gehört haben. Vergl. CIL. XIII, 10,020. 19. Korrbl. d. W. Z. XX, S. 70 und XXI, S. 35. — 58— 82. Drei grosse Tonkrüge mit Angabe ihres Gewichtes. J. 7 Auf allen drei Gefässen ist ihr eigenes Gewicht angegeben, um, wenn sie gefüllt waren, dasjenige des Inhalts leicht feststellen zu können, indem man vom Rohgewicht das Gewicht des Gefässes abzog. Der Form nach gehören sie etwa in die Zeit Hadrians. h2— a) Alter Bestand. H. 34 cm. Die Inschrift lautet: Pondo) XIIS= 17 ½(römische) Pfund= 5730 Gr. In Wirklichkeit wiegt der Krug nur etwa 4531 Gr.(vielleicht war ein Deckel mit eingerechnet?) und fasst un- gefähr 10,5 Ltr.(vergl. CIE. XIII, 10008. 70; Becker, S. 110 e, 2). b) Alter Bestand. H. 29 cm. Die Inschrift lautet: IAS= 9 ½ (römische) Pfund= 3115 Gr. Jetzt wiegt er etwa 3435 Gr. und fasst gegen 10,5 Ltr.(vergl. CIL. XIII, 10008. 67; Becker, S8. 110 e, 4). c) Gef. am 10. Mai 1904 bei , dem Neubau des Beamtenbau- — vereins Mombacherstrasse 11; N durch Vermittelung des Herrn Gewerberats Baentsch dem Museum geschenkt. H. 35 cm. Das Gefäss trägt auf beiden Seiten eine Inschrift. Die eine lautet CTCLXXIIII. Die drei ersten Buchstaben C. T. C.(oder . P ²) enthalten den Namen der Weinfirma; die Zahl bedeutet 29 die Nummer des Kruges bei der Verfrachtung. Die, andere lautet Pcondo XII= 12(römische) Pfund= 4075 Gr. Das stimmt zum wirklichen Gewicht von 3939 Gr. besser als bei Nr. a und b. Bei der Auffindung diente das Gefäss als Aschenurne und enthielt vielleicht die letzten Reste des Epigonus(s. Nr. 12); es stand in einer gespaltenen Amphora von der bei Nr. 83 abgebildeten Gestalt.(Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 106.) Vergl. Bohn, CIL. XIII pars III 1, S. 86. 83. Zwei bauchige Amphoren mit eingeritzter Inschrift. H. 75 und 70 cm. a) Auf der einen scheint vita„Leben“ eingeritzt zu sein; einer ihrer Henkel trägt den Stempel QIAFS, der sich bis jetzt nicht auflösen lässt. Gefun- den ist die Amphora im Jahre 1900 beim Bau der Henkell'’schen Sektkellereien zwischen Mün- ster- und Wal- podenstrasse. b) Die zweite, die nach einer alten Etikette aus Haina bei Kassel stammt(womit nicht gesagt ist, dass sie dort ge- funden sein muss!), trägt die vielsagende Inschrift patri„für den Vater“. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XIX, S. 39. 84. Oberteil eines grossen Kruges mit eingeritzter Inschrift(Katal.- Nr. 6085), gef. im Jahre 1904 in den Weisenauer Steinbrüchen der Port- land-Cementwerke Mannheim-Heidelberg; Geschenk der Direktion. Auf der Schulter des Gefässes ist nach dem Brand eingeritzt: V.·M.MIII 8. XIIII. Durch die beiden ersten Buch- staben V. M: sind Haupt- und Beinamen des Adressaten bezeichnet, der übrige Teil der Inschrift gibt den Inhalt des Gefässes an: m(odii) III s(extarii) XIIII = 33,92 Liter. Der Krug wird wohl mit Ol oder Wein gefüllt gewesen sein. UÜber seine ursprüngliche Gestalt lässt sich leider nichts Sicheres sagen; wahrschein- lich war er bauchig und mit Standboden versehen. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 168. — 60— f. Auf Tongefässen aufgemalte Inschriften. 85 Oberteil einer Amphora mit schwarz aufgemalter Inschrift, gef. am 30. Januar 1904 auf dem Gebiete der früheren Stadionerhof- Kaserne an der Flachsmarktstrasse, in einem Fass zusammen mit anderen römischen Gegenständen. Es sind vier Inschriften zu unterscheiden, auf jeder Seite zwei, und, wie ein Blick auf die untere Abb. zeigt, sind zwei verschiedene Hände tätig gewesen. Die erste Inschrift lautet: AM IIICCCTITN. Sie bezieht sich auf den Inhalt. Z. 1 ist wohl nach CIEL. XV, 4532 ff. zu Am(ineum Cam- panum) zu ergänzen. Unter vinum Amineum verstand man eine der ältesten und edelsten Weinsorten Italiens, die von den lateinischen Schriftstellern, von Cato an bis Ausonius, oft erwähnt wird(vergl. auch CIL. , 5 Vd XIII, 10018. 135). Z. 2 ist wahrscheinlich aufzulösen(annorum) trium und bezeichnet den Wein als dreijährig. In Rom fanden sich mehrere Amphoren, welche an entsprechender Stelle vor der Zahl ein A= anno- rum haben(z. B. eine am Praetorianerlager gefundene ClL. XV, 4551), auf einer andern von demselben Fundorte(OCIL. XV, 4542) heisst es: sun vet(us) F„ich bin 5 Jahre alt.“ Z. 3 enthält die Lagernummer:(amphora) 00C„Nr. 300. Z. 4 gibt in Abkürzung die drei Namen des Weinpro- duzenten.— Die danebenstehende Inschrift ist schlecht erhalten(das Bild gibt, was ich zu sehen glaube) und noch nicht gedeutet.— Auf der anderen Seite lautet die Hauptinschrift(auf der oberen Abb. steht sie am richtigen Platz) Hgcani; sie nennt wohl den Händler und ist mit — 61— breitem Pinsel aufgemalt ebenso wie die sehr schlecht erhaltene und darum ebenfalls noch nicht gedeutete Inschrift am Henkel.— Auf einem anderen Amphoren-Oberteil, der in den Weisenauer Steinbrüchen gefunden wurde, ist von der aufgemalten Inschrift nichts mehr erhalten als die drei Buch- staben L0C, vermutlich die drei Anfangsbuchstaben des Namens des Adressaten. Vergl, Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 167 f.(wo die Fundangabe zu berichtigen ist). 86. zZwei Barbotin- gefässe, d. h. Sigillatage- fässe, bei denen die Blätter- und Rankenverzierung da- durch hergestellt wurde, dass auf das bereits fertig ge- formte Gefäss eine andere, dickflüssige Tonmasse auf- gegossen wurde, die gleich- zeitig mit dem Gefässkörper gebrannt und so mit ihm innig verbunden wurde. Sie . gehören dem dritten oder 1 3 3 vierten Jahrh. n. Chr. an. 1 T 2. 8 a) Krug, s. Abb. Nr. 2(Katal.- 52 ℳ. ‿ ‿ Nr. 6092), gef. am 2. Juli 1900 in einem Skelett-Grab beim Bau des 91 0 T[2.=x, Hauses Mombacherstr. 15. Dabei lag eine Münze des Kaisers Valens (364— 378). Geschenk des Herrn Möbelfabrikanten Anderhub. H. 22 cm. Auf der Schulter stand eme me da„nimm mich,(trink und) gib(mich dem Nachbar)“; emo also in der ursprünglichen Bedeutung= sumo(s. Bohn, CIL. XIII, 10018, 72). Die Inschrift war weiss aufgemalt, ist aber voll- ständig abgeblättert und nur noch am matten Glanz der betreffenden Stelle zu erkennen. Vergl. CIL. XIII, 10018, 75, Korrbl. d. W. Z. XX, S. 70, W. Z. XIX, S. 390 m. Abb Tfl. 20, 5. b) Becher, s. Abb. Nr. 1(Katal.-Nr. 6099), alter Bestand. H. 13 cm. Die Inschrift lautet TOTI=(⁄(dem)?„ich komme dir mit ebensovielen Bechern nach, als du mir vorgekommen“. Für ihre Erhaltung gilt das bei der vor. Nr. Gesagte. 87. Sechs schwarzgefirnisste Gefässe. Sie gehören ebenso wie die Barbotin-Gefässe dem dritten und vierten Jahrhundert n. Chr. an. a) Becher(Katal.-Nr. 6096), mit der Inschrift vita„Leben“(s. Abb. 86, r.) und V IT A„ b) Becher,[(Katal.-Nr. 6095) mit I 7 der Inschrift lude„spiele“(über den Sinn dieser Aufforderung vergl. TL. V D fE Bohn zu CII. XIII, 10018, 113). Beide Becher sind 10 ½ cm hoch, haben E 7 ganz gleiche Form und sind zu- sammen am 18. März 1901 in einem Skelett-Grab beim Bau des M 41 S C E Hauses Gonsenheimerstrasse 3 910 b C E gefunden worden; Geschenk des 1 Herrn Schlossermeisters Th. Wagner. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XX, S. 70; (CE MI héN„ W. 7. XX, S. 48 m. Abb. Tf. 16, 13 — 62— c) Becher(Katal.-Nr. 6088) mit der Inschrift misce„mische“ näm- lich den Wein mit Wasser, wie es üblich war; gef. am 8. Januar 1900 in einem Skelett-Grab beim Bau des Hauses Mombacherstrasse 3. Geschenk des Herrn Laubner. Der Hals ist abgebrochen. Vergl. W. Z. XIX, S. 388. d) Becher(Katal.-Nr. 6091) mit derselben Inschrift, gef. am 15. Juni 1900 in einem Skelett-Grab beim Bau des Hauses Mombacherstrasse 15. Geschenk des Herrn Anderhub. e) Krüglein(Katal.-Nr. 5019) mit derselben Inschrift; Geschenk des Herrn Hof-Antiquar Reiling vom 30. Mai 1900; Fundort angeblich unteres Moseltal. Der obere Teil des Gefässes fehlt. f) Gehenkeltes Krüglein(Katal.-Nr. 5018) mit der Inschrift misce mi„mische mir(mi= mihi) den Wein“. Geschenk und Fundort wie oben. Henkel und Hals sind abgebrochen. Alle diese Inschriften kommen auf Gefässen des dritten und vierten Jahrhunderts massenhaft vor, bes. in der Gegend von Köln(s. CIL. XIII, 10018). g. Augenarzt-Inschriften. Die römischen Augenärzte— meist griechische Frei- gelassene, wie die Namen zeigen— pflegten ihre Salben mit Gummi zu versetzen und dann in Form kleiner, viereckiger Stäbchen, dergleichen man in Reims noch vorgefunden hat, im Schatten zu trocknen und zu verpacken(dagegen sagt Celsus, med. VI, 6, 5, von einem Augen-Heilmittel in der jetzt üblichen halb flüssigen Form: quod gummi hoc non habet, liquidum in pyæidicula servatur). Um sie vor Fälschung und Verwechslung zu schützen, drückten sie ihnen vor völligem Hartwerden eine Inschrift auf, worin der Name des Arztes, des Heilmittels und meist auch der Krankheit, gegen die es nützen sollte, und die Art der Anwendung angegeben war. Die hierzu notwendigen Stempel waren viereckige Täfelchen aus feinkörnigem Stein, in deren Schmalseiten zwei oder vier jener Inschriften verkehrt eingegraben waren. Solche Stempel sind in den westlichen Provinzen des römischen Reiches— im jetzigen Frankreich, England und Deutschland— in grosser Zahl, sonst nur ganz vereinzelt gefunden worden. Das Mainzer Museum besitzt deren drei und von einem vierten den Abdruck auf einem Sigillatateller. Vergl. Grotefend, die Stempel der römischen Augenärzte, Hannover 1867; Héron de Villefosse et Thédenat, cachets d'oculistes romains, Tours 1882; Esperandieu, CIEL. XIII, 3, p. 560— 610. 88. Augenarztstempel(Katal. Nr. 2412), gef. am 4. Juni 1880 links am Anfang des oberen Zahlbacher Weges auf dem Turnplatze der Mainzer Turngesellschaft. Grüner Speckstein. H. 7, Br. 34, T. 29 mm. Auf der einen Flachseite sind die Buchstaben Q und D als Gravierprobe verkehrt eingegraben. — 63— „,z, a) Q(uinti) Pompei) Diodoti diasmyYrnes. b) QO(uinti) Pom(pei) Diodoti ad epiforaſs]. —2 c) Q(uinti) P(ompei) Diodoti diasmyrnes. 3 d) O(uinti) Peompei) Diodoti isoc(h)rysum. IEIS a)„Des Quintus Pompejus Myrrhensalbe“. 3 b)„Des Quintus Pompejus Salbe gegen FOGOITO) andauernden Tränenfluss“. SAUAIMZ c)„Des Quintus Pompejus Myrrhensalbe“. d)„Des Quintus Pompejus Goldsalbe“. Das Cognomen ist nicht ganz sicher, es könnte z. B. auch Pomponius heissen.— Diasmyrnes ist aus dem griechischen Guανονν„aus Myrrhe“ ins Lateinische herübergenommen. Dieses aus der südlichsten 1 Ecke Arabiens stammende aromatische Harz 2 9 5 zweier Commiphora-Arten wurde bei den Alten weit häufiger zu Heilmitteln verwendet als heute, besonders auch bei Augenentzün- dungen. Der griechische Arzt Galenos gibt die Zusammensetzung einer ganzen Reihe derartiger Salben an. So bestand z. B. das dιαααμνοσνοωõ 8vd'εs, die„wohlriechende Myrrhensalbe“ des Syneros gegen Triefäugigkeit und Augenfistel aus Galmei, gebrannten und gewaschenem Blutstein, kyprischer Metallasche, Myrrhe, Safran, spanischem Mohnsaft, weissem Pfeffer und Gummi(Gal. ed. Kühn Bd. XII, S. 774).— In dem Worte epiforas(griech. 8mιιααα[ς) sind die Buchstaben I und F verbunden, von R ist nur noch das untere Ende des schrägen Striches und ein Teil des Bogens erhalten, das A hat statt des Mittelstriches einen Punkt und ist verkehrt eingegraben; ob die dahinter sichtbaren Reste zu dem sonst fehlenden S gehören, ist zweifelhaft. Dass wir das griech, ꝙ hier durch ein F ersetzt finden, entspricht der Aussprache späterer Zeit, wo keine Aspirata mehr war, sondern eine einfache Spirans.— In isochrysum ist das h ausgelassen und das darauffolgende r verstümmelt(andere nehmen eine sonst durchaus ungewöhnliche Ligatur von CH an, hinter dem dann das R ausgefallen wäre). Das hier genannte Heilmittel kommt sonst selten vor; es ver- dankt seinen Namen dem ihm beigelegten Wert, nicht einem Bestandteil, es ist also eigentlich das„mit Gold Aufgewogene“. Galenus, Bd. XII, S. 785 f. gibt die Bestandteile einer Salbe dieses Namens, die gegen allerlei Augenleiden gut war, folgendermassen an: Galmei, Blutstein, Myrrhe, Mohnsaft, Safran, langer Pfeffer, weisser Pfeffer, Gummi.— Aquffallend ist, dass auf einer Seite unseres Stempels nur die Krankheit, nicht das Heilmittel, auf den drei anderen umgekehrt nur das Heilmittel, nicht auch die Krankheit, gegen die es hilft, angegeben ist. Man könnte daher denken, dass Seite b bestimmt gewesen sei, zusammen mit einer der drei anderen auf dasselbe Salbenstäbchen aufgedrückt zu werden. Dagegen spricht jedoch u. a. die Wiederholung des Arztnamens auf allen Seiten. Vergl. CII. XIII 10,021. 150; Keller. Nachtr. I, S. 24. 89. Augenarztstempel(Katal.-Nr. 2411), wahrscheinlich in Main⸗z gefunden. Geschenk des Herrn Dr. Gergens(Sommer 1844). Grüner Speckstein. H. 13, Br. 57— 59, D. 41 mm. Nur die längeren Schmal- seiten, die aber nicht ganz gleich lang sind, tragen Inschriften. — 64— - a) Q(uinti) Carmini Quin- V 88 1. MIIVDIIIMNASSO tilianli]h penicilllum) le(ne) 6 KJ.ILIIO ad omne(m) lipp(itudinem) 1 er 09(0). eherectene b) Oluinti) Carmini Quin- 4 AODO D G.IAIC uülianſi] dialep(idos) erocodes 77 7 ad asprit(udinem). a)„Des Quintus Carminius Quintilianus linderndes Schwämmchen gegen jede Art von Augenentzündung, in Eiweiss aufzulösen.“ b) Des Qauintus Carminius Quintilianus aus Hammerschlag und Safran hergestellte Salbe gegen entzündliche Rauhigkeit der Augenlider (Trachom).“ Z. 1 a. E. war wohl beide Mal das fehlende- I mit dem voraus- gehenden N verbunden, wie es bei a) am Ende des Gentiliciums der Fall ist. Aus Plinius, nat. hist. XXXI, 11(47)(mollissimum genus earum i. e. spongiarum— penicilli: oculorum tumores levant es mulso impositi; item abstergendae lippitudini, ulilissime ex agua, tenuissimos esse mollissimosque oportet; imponuntur et spongiae ipsae epiphoris ex posca et ex aceto calido ad capitis dolores und Trogus auctor est circa Lqciam penicillos mollissimos nasci in alto, unde ablatae sint spongiae) ersehen wir, dass penicillus, neben dem auch penicillum vorkommt, abgesehen von der gewöhnlichsten Be- deutung„Pinsel“ auch die weichste Schwammsorte bezeichnete. An unserer Stelle muss aber natürlich eine daraus bereitete Salbe gemeint sein. Nun heisst es ausdrücklich in demselben Pliniuskapitel oculorum causa combur- untur ſspongeae] in cruda olla figulini operis, plurimum proficiente eo cinere zontra scabritias genarum, und Ahnliches finden wir bei Dioskorides, so dass man nicht daran zweifeln kann, dass man die Schwämmchen verbrannte und aus ihrer Asche ein Heilmittel bereitete.— Der Zusatz eæ ovo erklärt sich aus einer Stelle des Celsus, der VI. 6, 8 von einer Augensalbe sagt: gquo gravior vero quazgue inflammatio est eo magis leniri medicamentum debel, adiecto vel albo ovi vel muliebri lacte und auf einem Augenarztstempel (Grotefend, Nr. 11) heisst es: L. Gaemi Paterni authemer(um) len(e) ex 0(*), acr(e) ex agua). Das Eiweiss diente also dazu, die Schärfe des Mittels abzuschwächen.— Dialepidos ist ein aus dem griechischen Aeε*os herübergenommenes Wort und bezeichnet den bei der Bearbeitung des Eisens oder der Bronze entstehenden Hammerschlag. Wenn Plinius nat. hist. XXXIV, 15(46) sagt: squama quoque ferri— contra epiphoras oculorum adsumitur, so meint er dasselbe, was hier mit dem Fremdworte diale pidos ausgedrückt ist, und Celsus, med. VI, 6, 5 nennt als Bestandteil einer sehr berühmten Augensalbe des Kleon: squama aeris quod Gταμυωιw appellant(II, 12, 1 heisst es: squamam aeris, quam Aenidæ Taßò Graeci vocant und V, 1: sanguinem supprimunt..... squama ed ferri et aeris atgue huius quoque duaue species sunt, alia tantum aeris, alia rubri aeris. Und noch an vielen anderen Stellen des Celsus u. a. wird dieses offenbar viel gebrauchten Mittels Erwähnung getan.— Crocodes deutet auf einen anderen in Augensalben oft vorkommenden Bestandteil, den Safran(·έ⁸σ); auch in dem„sehr berühmten“ Mittel des Kleon(s. o.) war Safran ent- halten, ebenso in den zu Nr. 88 aus Galenus mitgeteilten Salben.— In einigen wenigen Fällen werden auf einem Stempel zwei Namen genannt, vielleicht die Namen zweier gemeinsam arbeitender Arzte. So wird auf einem angeblich in Gotha gefundenen neben einem Mittel des T. Claudius Apollinaris auch ein solches des Q. Carminius Quintſi)lianus genannt und dieser Stempel ist nach Zangemeister, Archaeol. Anz. 1867, S. 67, durch die eingeritzten Consulnamen des Jahres 204 n. Chr. datiert. Damit wäre auch die Zeit unseres Stempels ungefähr bestimmt, vorausgesetzt, dass unser Q. Carminius Quintilianus wirklich auf dem Gothaer Stein ebenfalls gemeint ist. CIL. XIII, 10,021. 32. Grotefend, S. 30. Becker, VII B, S. 111. 90. Sigillatateller mit aufgedrücktem Augenarztstempel (Katal.-Nr. 6106), gef. am 17. Juli 1904 auf dem Gebiete des Reichen- Claraklosters an der Flachsmarktstrasse. L(uci) Juldi) Senils] ero- Ee 97 cod(es) ad asprit(udinem). „Des Lucius Julius Senex Safransalbe gegen entzünd- liche Rauhigkeit der Augen- lider(Trachom)“. 7:3 Die Ergänzung des Cog- nomens ist gesichert durch einen in London gefundenen Sigillatateller mit dem Stempel: O. 4ali) Senis erocod(es) ad asp(ritudinem). Vergl. CIL, XIII, 10,021. 231= VII, 1314. Wenn der Londoner Stempel richtig, gelesen ist, so wird man die beiden bis auf die Vornamen gleichnamigen Arzte wohl als nahe Verwandte, vielleicht Vater und Sohn, betrachten können; aber von dem angeblichen 0 ist nicht viel mehr als der Schwanz erhalten, und in der Tat wurde der Stempel früher(vergl. Grotefend S. 73) mit dem Vornamen Lucius ver- öffentlicht. Senis kommt neben Senicis als Gen. des Eigennamens Senea vor.— Über das Heilmittel vergl. Nr. 89.— Die Frage, wie der Augenarzt dazu kommt, seinen Stempel in den noch weichen Ton eines Teller zu drücken, weiss ich nicht zu beantworten; dass damit die auf diesem befindliche flüssige Salbe bezeichnet worden sein soll, wie Grotefend S. 9 anzunehmen scheint, glaube ich nicht. Sollten Ziegler die beiden ver- schiedenen Stempel gefunden und auf die Teller gedrückt haben? Das ist mir auch nicht recht wahrscheinlich! Sonst ist nur noch ein Fall bekannt, dass auf ein Tongefäss ein solcher Stempel, u. zw. mehrmals, aufgeprägt wurde: CIL. XII, 5691. 4= XIII, 10021, 230= Grotefend Nr. 27.— Unser Teller gehört dem zweiten Jahrhundert an. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 167. 91. Stempel eines Augenarztes(Katal.-Nr. 6084), gef. am 3. April 1903 bei den Grabungen des Vereines auf dem Festungs-Glacis zwischen Gautor und Bingertor. Grüner Speckstein. H. 5, Br. 32, T. 22 mm. Derselbe Name steht auf allen vier Schmal- 71 ₰ 0 Seiten, auf den kürzeren sind nur die drei Anfangs- X△S buchstaben angegeben, auf den längeren ist M△ ANIIIO 09 das Cognomen durch drei Buchstaben bezeichnet, das Gentile aber ausgeschrieben. Es ist also zu X△ú O) lesen: Oduinti) Oli Mar...„des Quintus Olius Mar...(Heilmittel)“. Dass es der Stempel eine ugenarztes ist, schliesse ich aus Gestalt un G△8‿₰△ 11 0 Material. Solche Stempel, die nur den Namen ohne Angabe eines Heilmittels enthalten, sind auch sonst schon, wenngleich selten, gefunden worden(s. Esperandieu, Signacula medic. ocular Nr. 123, 125 und 164). Grotefend meint a. a. 0. S. 8, dass auf ihnen der Händler, nicht der Erfinder der Salbe bezeichnet sei; wie mir scheint, ohne zureichenden Grund. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXII, S. 169. — 66— h. Inschriften auf Holz. ——— 92. Hälfte eines Schreibtäfelchens mit Resten der Schrift. (Katal.-Nr. 6105), gef. am 5. Mai 1904 beim Kanalbau vor dem Hause Schillerstrasse 20 in einer Tiefe von ungefähr 5 ½ m. Zusammen mit Scherben der augusteischen Zeit. Die Einrichtung und Ver- wendung dieser Schreib- täfelchen habe ich in meinem dritten Nach- trag S. 121 ff. ausführ- lich besprochen. Das neugefundene ist noch zum grossen Teil mit Wachs überzogen, in welchem noch viele Buch- staben und Buchstaben- Gruppenzuerkennensind, Z. 1 z. B. die Silbe LIB, Z. 2 ROC usw. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XXIII, S. 107. VI. Inschriften aus dem NMittelalter. 93. Vier fränkische Fingerringe aus Bronze und Silber. a)(Katal.-Nr. 5601) gef. am 26. Jan. 1902 zu Bingen in der Nähe des Technikums. Die Inschrift nennt den Namen Maurinus. Vergl. W. Z. XXI, S. 434 m. Abb. Tfl. 11, 14 und 14 a. b)(Katal.-Nr. 5602) gef. wie Nr. a). Dabei lag angeblich eine mit Tierfiguren verzierte Be- schlagplatte einer Schnalle. Vergl. W. Z. XXI, S. 434 m. Abb. Tfl. 11, 15 u. 15a. c)(Katal.-Nr. 5600) am 12. November 1901 bei Mainz aus dem Rhein gebaggert. Geschenk des Herrn Dr. K. Gassner. Die Inschrift ist ein nicht aufzulösendes Monogramm. Vergl. W. Z. XXI, S. 434 m. Abb. Tfl. 11, 20. — AN VII OUTANNAV MN d)(Katal.-Nr. 5603) gef. am 24. Mai 1900 in einem Weinberg bei „Bingen. Vorn sind 5 kleine Silberperlen zu einer Rosette gefügt. Die In- schrift scheint zweimal das Wort numen= nomen enthalten zu sollen. Vergl. W. Z. XIX, S. 402 m. Abb. Ifl. 21, 2. 94. Bronzeblech-Beschlag(Katal.Nr. 5470), gef. bei den Ausgrabungen, die der Verein 1895— 97 auf dem fränkischen Gräberfeld zu Eichloch veranstaltete. Es scheint ein Stückchen eines grösseren mit einer In- schrift versehenen Bandes zu sein. 95. Althochdeutsche Inschrift, gef. im Januar 1900 zu Bingen beim Abbruch der Grundmauern der dortigen Dom- kellerei. Zwei der drei erhaltenen Stücke waren schon zum Auffüllen an eine seichte Stelle des Rheins gefahren worden, als Herr Dekan Engelhardt das letzte zu Gesicht bekam und 5 — 68— ————yy — ſ V V V 3 V — für das Zurückholen der übrigen sorgte. Weitere Nachforschungen an der Abladestelle blieben leider ohne Erfolg. Erhalten sind also drei Bruchstücke aus grauem Sandstein, die zu einer Platte gehörten. Diese war 64 cm hoch und 11 cm dick; die Breite lässt sich auf mindestens 93 cm berechnen. Der obere Teil — 69— war in fünf nebeneinander liegende mit flach eingehauenen Bogen überspannte Felder eingeteilt, von denen nur das mittlere noch ganz erhalten ist. Hier ist ein bärtiger Mann dargestellt, der peide Hände betend empor hebt. Gekleidet ist er in einen langen, um die Lenden gegürteten Rock aus schwerem Stoff, auf dem versetzte Spitzovale sichtbar sind. Ob hier bloss eine Musterung vorliegt oder aufgenähte Stückchen Pelz gemeint sind,— eine Verzierungsweise, die schon die alten Germanen liebten, wie wir aus Tacitus(Germ. XVII) wissen,— mag unentschieden bleiben. Die Unterschenkel des Mannes sind mit langen Schuh- bändern umwunden. Über seinem Kopf steht im Bogen die Inschrift: † DIE DE: RIH, bei der die Trennung der Silben durch Punkte zu beachten ist. Dass hier das Bildnis der Haupt- person erhalten ist, ergibt sich schon aus der Stellung in der Mitte des Ganzen.— Die beiden angrenzenden Felder bestanden nur aus den erwähnten Bogen, von denen jedoch nur der Ansatz erhalten ist, und den von ihnen umspannten Segmenten; darunter war bis zu dem Inschriftteil hinunterreichend auf beiden Seiten eine fensterartige Offnung in den Stein hineingehauen. Ihr Zweck ist rätselhaft; vielleicht gehörte unsere Platte zu einer Art von Ubersarg, hinter dem man den eigentlichen Sarg sehen sollte, vielleicht dienten sie auch zur Aufstellung von Heiligenfigürchen oder dergl.— Die Felder ganz rechts und links(das erste und fünfte, wobei aber nicht ausgeschlossen ist, dass sich die Platte noch weiter fortsetzte) waren zweifellos wieder in der Art des mittleren mit Figuren ausgefüllt; freilich ist nur von der links stehenden ein Rest vorhanden. Dargestellt war hier eine Frau, die nach der Stellung der Füsse zu urteilen sich dem Dieterich zuwendete. Auch an ihren Unterschenkeln erblickt man die langen Schuhbänder. Die Inschrift lässt vermuten, dass es Dietrichs Mutter Drulinda war, während rechts der Vater Goldefrid?] gestanden haben wird. Was von der Hauptinschrift noch erhalten ist, lautet: gehugi Diederihes Goſdefrides?] inde Drulinda sonels].„Gedenke des Dieterich, des Sohnes des Goſdefrid?) und der Drulinda.“ Die figürlichen Darstellungen weisen ebenso wie die vorkommenden Wortformen auf das Ende des 10. Jahrhunderts.— Am Ende der ersten Zeile fehlt noch ein Stück von dem Namen des Vaters, am Ende der zweiten stand sones. Ob darauf noch ein frommer Wunsch folgte, z. B. eine Entsprechung zu dem lat. sit ei terra levis oder zu dem mhd. dem got genad, lässt sich nicht sagen; vielleicht war der Raum, etwa 16 cm, frei gelassen.— gehugi ist entweder der Imperativ von gihuggen„gedenken“ oder Nom. Sing. des Substantivs, mhd. gehüge stf., md. gehuge„Gedächtnis, Andenken“, ahd. kehuge„memoria“ Graff 6,792, wozu lat. Inschriften zu vergleichen wären, wie Memoria El(avi) Pusinnionis ete.(Keller I, 141 a).— inde ist unser „und“— Drulinda(-G?) ist Genetiv von dem gleichlautenden Nominativ. Die Inschrift gehört zu den wichtigsten unserer Sammlung, da es, soweit mir bekannt, die einzige Steininschrift ist, die es aus althochdeut- scher Zeit gibt. Ihrem Lautbestand hat Behaghel im Korrbl. d. W. Z. XX, S. 5 ff. eine ausführliche Besprechung gewidmet, der ich das Folgende 5*¾ — 70— entnehme. Die Inschrift ist einerseits hochdeutsch, wie das verschobene h(die seltenere Schreibung für h oder) in Dicterihes beweist, anderer- seits mitteldeutsch, wie die beiden unverschobenen d in Dieterihes und Drulinda dartun. Dies stimmt sehr gut zu dem rheinfränkischen Fundorte. Dagegen spricht das frühe Auftreten der Form son auf unserem Stein(Z. 2 a. E.) dafür, dass diese Form nicht, wie man behauptet hat, als ein Ergebnis der mitteldeutschen Neigung, vor Nasalen u in o zu verwandeln, betrachtet werden darf, sondern als eine Nebenform von sun. son verhält sich zu suntu) wie vehu zu vihu, fredu zu fridu; in sunaus, sunau musste Brechung eintreten. In unserer Inschrift folgte übrigens auf son sicher kein a, sondern e, der Genetiv hiess also sones.— Für die Zeiltbiestim- mung kommt zunächst die Gestalt des Diphthonges in Hieterihes in Be- tracht: die Schwächung des ursprünglichen i zu te vollzieht sich etwa im Ausgang des 10. Jahrliunderts. Andererseits ist von Bedeutung die Form der Endvokale. Ein ursprünglich langer Vokal liegt vor in Drulinda; die Erhaltung des ungeschwächten« reicht jedenfalls bis in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts hinein; genaueres lässt sich bei dem Mangel sicher zu datierender Quellen nicht sagen. Von kurzen Vokalen kommt die zweite Silbe des Wortes Dieterihes nicht in Betracht, denn hier er- scheint der e-Vokal, wie ein Blick in Förstemann oder- die Urkundenbücher zeigt, schon in einer Zeit, wo von einer Schwächung der Endvokale keine Rede sein kann. Bleiben gehugi und inde; also ein Schwanken der Orthographie, entsprechend einer Zeit, da zwar die Aussprache bereits den abgeschwächten Vokal besass, aber die Schrift noch von älterer Überlieferung beeinflusst wurde. So war es gegen Ende des 10. Jabrhunderts, in welche Zeit auch die Schwächung des Praefixes gi- in ge- fällt. Endlich ist wichtig die Form des Genetivs, die in Drulinda vorliegt. denn im 11. Jahrhundert wird der Genetiv auf-a mehr und mehr durch die Form auf-u() ver- drängt. All dies stimmt vollkommen zu dem Ergebnis, das sich aus dem Charakter der Darstellungen gewinnen lässt, dass nämlich die Inschrift dem ausgehenden ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung angehört. Vergl. Korrbl. d. W. Z. XX, S. 4 und XX, S. 84. Nachweisungen. Unsichere Lesungen und Ergänzungen sind durch einen Stern K kenntlich n Femazut. wenn sich nicht der Grad der Sicherheit aus der Ei die frühmittelalterlichen Denkmäler sind mit einem Kreuz(†) bezeichnet. les Fehlenden ergibt; 1. Fundorte. Mainz und nächste Um- Hintere Bleiche 62. gebung. Mainz ohne genauere An- Kapuzinerstrasse 81. gabe) 38. 61 b. 63 c. Albinistrasse 60 b. Hintere Flachsmarkt- strasse 56. Karmelitenplatz 80. Dom 7. 8. 9. 16. 49. 50. Kästrichstrasse 20— 22. Flachsmarkt 15. Flachsmarktstrasse 85. 90. Forsterstrasse 3. 19. 72. Gautor 34. 36. 37. 47. Vor dem Gautor 74. 88. Glacis zw. Gautor und Bingertor 91. Gonsenheimerstrasse 69. 75. 87 a und b. Gutenbergsplatz 33. Himmelgasse 13. 42. 24— 29. 44. 52—54. Linsenberg 55. Mombacherstrasse 12. 18. 82 c. 86 a. 87 c und d. Münsterstrasse 76. 83 a. Rhein 48. 58 a und b. 59. 61 a. 63a und b. 68. 83 c. Rheinallee 60 a. Schillerplatz 71. 92. Schulstrasse 17. Stephanskirche 51. Terrassenstrasse 79. Willigisstrasse 41. Das Übrige Rheinhessen. Bingen 93 a, b und d. 95. Bretzenheim 10. Eichloch 94. Hechtsheim 73. Kastel 40. 43. 46. Laubenheim 2. Weisenau 6. 23. 35. 38. 77. 81. 84. Wendelsheim 67. Zahlbach 1. 4— 8. 11.14. 57. 81. Preussen. Haina(2) 83 b. 2. Geographie und Topographie. Ara, Claudia tribu 8.*62. *Aresaces vicani 23. Bononia, Lemonia tribu 15. *Britones 38. Castellum Mattiacorum 47. civitas Mattiacorum 13. cives romani 23. Concordia, Claudia tribu 10. Italica 77. Lygludunum)] 9. Mattiacorum castellum Mattiacorum civitas 13. 40 Mediolanum, Ofentina tribu 1. mons Vaticanus 40. Narbo, Papiria tribu 7. *Osrhoéni 38. Pollentia, Pollia tribu 6. rromani cives 23. Vaticanus mons 40. Verona, Publilia tribu 11. *vicani Aresaces 23. vicani salutares 33. *vicus salutis 33. vicani veteres consisten- tes Castelli Mattia- corum 47. 3. Religionswesen. aedituus templi 46. Apollo(Bild) 33. Bellona 40. *Ceres(Bild) 33. curator(hastiferorum) bis 40. Fortuna 36. Fortuna regina dux*aeterna 38. Genius centuriae 44. Genius(signiferorum) 47. Hastiferi civitatis Mattiacorum 40. deus Hercules 41. V Genius horrei 45. V lammerung Juno(Bild) 34.*35.*pariator(collegii hastiferorum) 40. Juno regina 33. 35, deae Quadrubiae 42. Juppiter optimus maximus et Juno*Salus 33. regina 33.*34.*35.*Saturnus 64. Liber pater 39. mons Vaticanus 40. Mà 40. Victoria 36. 47.—(Bild) 33. Mars 36.*63 b—(Bild)*35. 47. dea Virtus 40. Mercurius*63 a und b—(Bild) 34.»Wochengötter 34. Minerva(Bild) 34.*35. 4. üffentliches Leben. A. Kaiser. Traianus(98— 117; Inschr. v. J. Clodius Albinus(193— 197; Inschr. 101/2) 21. v. J. 194) 36. 1 9. Maximinus Thrax(235— 238), Name Seplininteg aris(193 all 1nschr. ausgemeisselt 38. 40.— coh. II pr. p. v. Maximiniana 38. B. Konsulate. 194 n. Chr. Severus II. et Albinus 231 n. Chr. Pompeianus et Paelig- Caesar II 36. nnianus 43. 200 n. Chr. Victorinus et Proclus 236 n. Chr. Imp. d. n Maximinus (ohne os!) 46. Aug. et Africanus 404.) C. Andere höhere öffentliche Amter und Würden. consularis(= Statthalter) 36. praefectus 51. 5. Das Kriegswesen. A. Bürgerheer. leg. I adiut 24— 29(miles?) 11. leg. XXII pr. p. f.(miles, benefici- leg. IIII Mac.(miles) 7. arius) 36. leg. XIIII 8. Unbestimmbare Legion: leg XX. leg. XIIII gein. Mart. vict.(cohors I 17. leg.... 14. leg I oder XIIII?2 centuria P. Murrasi) 30.(centuria C. Ap...») 31.(coh. leg. XVI(miles) 1. ¾(veteranus) 2. I X) 32. leg. XXI(missicius) 3. coh. II praetoria pia vindex Maxi- leg XXI rapax 9. mminiana 38. leg. XXII primig.(centurio) 12. B. Hilfstruppen. *milites Britones et Osrhoëni 38. 73 C. Niedere militärische Rangstufen. beneficiarius consularis(leg. XXII) 36. centuriones(coh. II praet. p. v.) 38. centurio(leg. XXII) 12.— XIIII) 30. 31. (leg. signiferi 47. D. Soldaten-Abschied. missicius(leg. XXI) 3. veteranus(leg. XVI) 2. 6. Bürgerliches Leben. A. Tribus. Claudia(Ara) 8.(Con- cordia) 10. Lemonia(Bononia) 15. Ofentina(Mediolanum) 1. Papiria(Narbo) 7. Pollia 16(Pollentia) 6. Pomptina 4. Publilia(Verona) 11. B. Städtische Amter und Würden. aedituus templi 46. curator(hastiferorum) bis 40. decurio civitatis Mattia- corum 13. * pariator(collegii hasti- ferorum) 40. 1 C. Handel und Gewerbe. dispensator horrei 45. hospes 6. rusticus* 80. vicani veteres con- sistentes Castelli Mattiacorum 47. E. Sklaven und Freigelassene. ancilla 6. puer 72. servus 5. 12. V F. Datumsangaben. D. Bürger. cives romani 23.. * vicani Aresaces 23. vicani salutares 33. 236. a. d. VI Kal. Sept. 40. — a. d. XIII Kal. Mai 79. — a. d. IIII Jd. Mai 78. 7. Personennamen. A. Die römischen Geschlechtsnamen mit Vor- und Aelius Maximus 12. Sex. Aemilius 33. Ammius Saturninus *Rusticus 80. Ammonius 42. * Annius Severus 33. Antioc(h)us 43. C. Ap.31. Altlessatius Montanus47. Atregtius Cupitianus 40 Attonius Asclepius 40. [Blononia 13. Caesius 68. Caesius Celer 38. 0O Carminius Quintilianus Beinamen. 89. P. Cipius Phileros 58. * A. Cl(audius) Ara... 62. Claudius Firmlus] 47. M. Clodius Optatus 33. Cn. Coelius Marullinus 7. Co(n)stantius Marcianus 40. Crixsius Adnamatus 40. »P. Cipius Pamphilus 58. Dſalmmatius Bodico 47. * L. Domitius 33. Donius 33. Q Fabricius Threptus 33. *Firmius Hylas 70. M. Flavius* Fidus 33. * L. Helvius 33. T. Helvius Fuscus 33. L. Helvius* Orgio 33. Giamillius Crescens 40. Giamonius Adiutor 47. L. J. D 77. Januarius* 33. 61 b. Januarius Perpetulus] 47. *Inucnius Co(n)sta(n)s 40 Isidorius Severus 47. C. Tul(ius) Crescens 33. *ulius Saturninus 33. Iulius Severus 40. L Iulius Senex 90. Iunia Melissa 77. Iunius 33. C. Iunius 10. Iunius Melissus 77. * L. Iuvent(ius) Ocellio33. Q. Laelius 57. C. Levinius Qu(i)etus 40. Q. Lupinius* Iustus 33. *A. Magillius Victor 33. Q. Marcius Balbus 3. Q. Marcius Celer 3. Marcrinius Perpetu(u)s 40. 74 M. Marius Rusticus 5. Martionius Fortio 47. * Marullinius Quintus 33. C. Aledignatius Severus M. 4hucius Septimus 33. P. Murrasius 30. Nertinius Quintus 47. Novellius Festus 13, Novianius Mogetine 47. L. O. G... 85. 0. Olius Mar. 91. Papirius Lib. Perrius lustinus 40. *Petronius 61 a. C. Pompeius 1. Q. Pompſeius) Diodotus 88 C. Rullius 6. P. Satrius 76. * Saturnius Adbugius 18. [Satlurnius... aro 18. Scimnius 77. M. Sedi 59. Seglatius Statlutu]s 47. Senecianus Florſejutinus... 47 Servandius Senurus 40. Severia Lupula 33. Simplicius 73. Statutius Secundinus 40. *Suſ.ſtatius Victor 40. C. T... C...(oder P. 2) 82 c. L. IT... N. 85. Tertinius* Abrosus 40. Tertinius Senecio 36. Titius Belatullus 40. Grrlkebellius Romanus 58. L. V.. L... 68. V... M. 84. Valerius 4. P. Valerius 60 b. L. Valer(ius) Fronto 33. L. Valerius* Otho 33. Vettia Ingen(u)a 41. M. Vibius Pudens Sabi- nianus 51. Victoria Martia 41. T. Vitalinius Peregrinus 40. Ursius Maturus 40. alius A..... 40. ius Adbugus 18. . jius... nus 9. .. urnius... aro 18. . us Felix 14. . us Verlecundlus 8. B. Römische Beinamen, unrömische Namen. Die in eckige Klammern eingeschlossenen Zahlen bezeichnen Beinamen, die nebst ihrem Geschlechtsnamen schon unter A aufgeführt sind. ..[43]. *Abrosius[40]. Adbugius[18]. Adiutor 46 147]. Adnamatus[40. Africanus 40. Amarantus 71. »Ara. 62]. Asclepius[40]. Atcivios 60 a. Auctus 57. Balbus[3]. Belatullus[40]. Bodico[47]. G... 85]. Celer[3].[33]. Censorinus[47]. Co(n)sta(n)s[40]. Crescens[33].[40]. Cupitianus[40. P 77. Ingen(u)a lustus*[33].[47] † Diederih 95. Diodotus[881]. Epigonus 12. Felix[14]. Festus[13].*[33]. * Fidus[33]. Firmus* 11.[47]. [Flalccus 20. Florentinus[47]. Fortio[47]. Fron(tinus) 69. Fronto[33]. Fuscus[33]. Germanus 47. Hycanus 85. Hylas[70]. Iblia 47. [41]. Lib... Lupula[34]. Iustinus[40]. (68]. (58j. M. 43.[84]. Mar....[91]. Marcianus[40]. Martia(41]. Marullinus[7]. Maturus 40]. † Maurinus 93. Maximus[12]. Melissa[77]. Melissus[77]. Mogetius[47]. Montanus[47]. N.. 85]. Nertinus[47]. Ocellio[33]. * Ongio[33]. Optatus[33]. *Orgio[33]. *Otho[33]. Pamphilus[58]. Peregrinus[40]. Perpetuus[40].[47]. Phileros[581. *P(h)ile(t)us[33]. Pompeianus 43. Proclus 46. Quintilianus 189]. Quintus*33 R(h)odine 6. Romanus[58]. 1. 147.. Rusticus[5]1.*[80]. Saturninus*[33].[80]. Secundinus[40]. Senecio[36]. Senex[96]. Senurus ſ40]. Septimus[33]. (Sjervanſ(dus) 74. Severus Statlutu]s[47]. Strolbilus) 75. Threptus[33]. C. Namengebung. *331. l40][47].... Trophimus 5. P*Urvinus 39. Verſecundjus[8]. * Verus[33]. Victor 2.[33].[40] 45. [Vicſtorinus 46. Vitalis 66. . 2. 35. .. 2ro(18]. . ccus[20]. .nus 9]. . xtus 65. Praenomen(Quintus) als Cognomen gebraucht, 33. 47. Gentile abgekürzt(Iul.) 33.(Iuvent.) 33.(Pomp.) 88.(Valer.) 33).— Durch den blossen Anfangsbuchstaben be- zeichnet 68. 77. 82 c. 84. 85. 91. Gentile fehlt 39. Cognomen doppelt 51.*80. Cognomen fehlt 1.*4. 6. Cognomen abgekürzt(Servan.) 74.— Durch den blossen Anfangsbuchsta- ben bezeichnet 68. 77. 84. 82c.85.91. Cognomen des Sohnes anders als das des Vaters 3. Genetiv des Vaternamens ersetzt Gentile und Cognomen beim Ein- zelnamen 47. Keltische Namen(besonders:) 40. 47. F(= fillius nach dem Genetiv des Vaternamens ausgelassen 6. 16. 47. Name in einem Monogramm 64. 93 /c. 8. Formelhaftes. A. Auf Altären u. dergl. raram cum signo et cantharis 45. raram dedicavit de suo 38. curam agentibus 38. in honorem domus divinae 37. 39. 40 43. 47 in suo 34. 35. ob immunitatem omnem iis con- cessam 47. ex monitu dei 39. posuerunt 34.— posuit laetus libens merito 39. pro salute eorum 38.— pro Vettia Ingena 41. restituerunt montem Vaticanum vetustate conlabsum 40. votum solvit libens laetus merito 41. 46.— ex voto 35. B. Auf Grabdenkmälern. annorum 1. 5. 6. 7. 11. 12. 14. D M.= Dis Manibus(mit Nom.) 12. hic situs est 1. 5. 6. 7.*8. 20.— hic siti sunt 3. faciendum curavit 7. posuit 6. stipendiorum 1. 2. 7. 9. *8. 13.— que vixit annis II m. II dies XVI 13. V Bezeichnung des Toten: ancillae suae et natis II 6. patri suo*18. Bezeichnung des Stifters: heres 1. 7. Veranlassung: ex testamento 1. 18.— ex testamento faciendum curavit 7.— testamento fieri iussit 8. Wunsch: sit tibi terra levis 6. Gedicht: 5. 6. 9. Abkürzungen. *A Aulus 62. AD adiutrix 24— 29. AGENT agentibus 38. AM Amineum 85. 3 AN, ANN, ANO annus(annorum) 1. 5— 7. 11. 12. 14. ARG argentum 45. AVG Augustus 40. BF beneficiarius 36. BRIT Britones 38. C Gaius 1. 6. 8. 10. 17. 31. = centuria 30; centurio 12. 38. C civitas 13. *CL Claudius 62. CLA, CLAV Claudia 8. 10. CN Gnaeus 7. 33. 58. C0H cohors 30. 32. 38. C08 consul(consulibus) 36. 40. C08 consularis 36. CVR curator 40. D D domus divina 37. 39. 40. 47. DEC decurio 13. DISP dispensator 45. DM dis Manibus 12. D N dominus noster 40. DO domus(domo) 7. F fllius 1. 3. 4. 7—- 9. F-C faciendum curavit 7.*8. 13. G Gaius 40. G. MV gemina Martia victrix 30. HER heres 1. H EXT.F:C heres ex testamento faciendum curavit 7. H:S E hic situs est 1. 5—7.*8. 20. GER Germanicus 21. I infra 40. ID Idus 78. IMP imperator 21. 36. 40. IN:H.DD in honorem domus divinae 37. 39. 40. 43. 47. I.O0 M Juppiter optimus mus 33. KAL Kalendae 40. 79. L legio 24— 29. L Lucius 15. 33. 40. 77. 90. LE lenis 89. LEG legio 1. 3. 8. 9. 11. 30. 31.* 52. *LEGI legio 7. maxi- 12. 14. LEM Lemonia 15. LL. M libens laetus merito 41. 46. LM laetus merito 39. M Macedonica 7. M Marcus 5. 15. 33. 50. M modius 84. MAI maius 78. MAR Mars 63 b. MAT Mattiaci 13. MED Mediolanum 1. MER Mercurius 63 a und c. MIL miles 1. 4. 7. 36. 38. N numero 45. N noster 45. NARBO Narbone 7. OFE Ofentina 1. OV ovum 89. P pondo 82 a und c. P pro 41. P Publius 9. 30. 33. 39. 60 b. 76. POLI Pollia 6. POM Pomptina 4. *˙PON MAX pontifex maximus 22. P0s8 posuit 6; posuerunt 34. PR primigenia 12. PR P V praetoria pia vindex 38. PVB Publilia 11. O Quintus 3. 18. 19. 33. 57. 88. 89. 91. R rapax 9. REG regina 35. 38. S sextarius 84. SEP septembris 40. SER servus 5. SEX Sextus 33. SIPE stipendia 2 8S supra scriptus 38. S TA scripta 40. STIP stipendia 7. 9. STPE stipendia 1. T testamentum 1. 7. 8. T Titus 40. 85. TES testamentum 18. T-F:I testamento fieri iussit 8. *TR POT tribuniciae potestatis 53. VSL-LM votum solvit libens laetus merito 41. 10. Grammatisches und Orthographisches. Constructions-Wechsel: vixit annis histe(= iste) für hic 80. II dies XVI 13. mi= mihi 87. eis für sibi 47. parcere aliquem 5. emo= sumo 86. Durchstrichenes(gallisches) D 40. F(= filius) nach dem Genetiv des Vaternamens weggelassen 6. 16.47. Punkt bei Einschnitt des Sinnes 5. Punkt am Ende der Silben 95. h geschwunden: Rodine 6. ospes 6. Antiocus 43. h zugesetzt: histud 80. i ausgelassen: Quetus 40. m ausgelassen?: Abrosius 47. Punkt(bei Abkürzung) inmitten eines n geschwunden: Costantinus, Cos- Wortes: S. TA= scripta 40. tas 40. Silbentrennung: Ba-Ibus, mi-ssicius 3. o vor v für u: servos 12. Pole-ntina 6. vitiu-m 5. a für c: qum, qura 6. Stigma? 2. r geschwunden?: isochysum 88. r zugesetzt?: Marcrinius 40. s zugesetzt: Crixsius 40. Griechisch: 73. t am Ende weggelassen: restitu- erun 40. u geschwunden: Perpetus 40. In- b für p: conlabsum 40 scribsit 80. c ersetzt griech: isocrysum 88. c für g: cenio 44. *e für a: quem 6 e für ae: que 13. Bellone 40. Me- lisse 77. f ersetzt griech.: epiforae 88. g für e: Atregtius 40. G(= Gaius) 40. genturia 44. gena 41. y für u: Lygludunum] 9. Consonanten- Verdoppelung unter- lassen: ancila, anus, Polentia, Po- lentinus, Polia, Rulius, tera 6. Ausfall von Vokalen und Silben bei Abkürzung: STPE 1. S.TA 40. 11. Palaeographisches. Cursivschrift 78— 80. 82—85. 92. Stigma? 2. Verhauungen(besonders):*6.*7. 12. Jetzige Aufstellung der Steindenkmäler. Die dem Verein gehörigen Steindenkmäler beflnden sich in der„Steinhalle“. A 1= Abteilung 1, bedeutet den Raum vor der mit I bezeichneten neben der Eingangstür beflndlichen Wand, F 1= Fenster 1, den Raum vor dem darauf- folgenden Fenster der Hofseite; entsprechend A und F. 2-—8; M Mittelgang; S= Steinsarg, Gestell auf einem solchen; Schr.= Schrank; W= Wand; 1 und r= links und rechts vom Mittelgang, vom Standpunkt des Eintretenden aus. 1 A 41 14 A 4 r 34 F 11 47 11 2 F 4 r 15 A 51 8 35 F 2 1 48 A4 518 3 A 41 W 16— 36 A 21 49— 4 A 5 r 17 A 4 r 37 A 31 50—— 5 A 41 18 A 41 38 F 2 r 51—— 6 A 41 19 A 518 39 F 11 52 4 51 8 7—— 20 A 4 r 40 A 3 1 W 53 A 518 8— 21 A 518 41 F 11 54 F3r Schr. 9—— 22 F 4 r 42 F 21 55 F3r Schr. 10 A 4 r 23 F 2 1 43 F 3 r Schr. 56 A 61 11 A 5 1 M 24— 29 F 4 r 44 F 1 r 57 A 41 12 A 41 30— 32 A 5 r W 45 F 2 1 13 FG r 33 F 21 46 A 518