— 1 — — Code Rapolton mit Zuſaͤzen und Handelsgeſtzen 41s Land⸗Recht fr da s Großherzogthum Baden. Mit Großherzoglich Badiſchem gnädigſtem Privilegio⸗ Karlsr u he, im Verlag der C. F. Muͤller'ſchen Hoföuchdeuckereh⸗ 1 8 9. —— — —— 8 —=“ —— — — Wir Carl Friderich von Gottes Gnaden, Großherzog von Baden, Herzog zu Zaͤhringen ꝛc. Haben duech Unſer Edikt vom 5ten July des vorigen Jahrs die Annahme des Code Napoleon als buͤr⸗ gerliches Geſezbuch oder Landrecht Unſeres Großher⸗ zogthums beſchloſſen, und verkuͤndet, in der Maaſe jedoch, daß in Zuſaͤzen dasjenige naͤher beſtimmt werde was noͤthig iſt, um eine ſichere, dem Geiſt dieſes Ge⸗ ſezes ſtets gemaͤße und zugleich der hierlaͤndiſchen Landes⸗ Art und Sitte nicht nachtheilige Anwendung zu begruͤnden. Wir haͤtten dabey gewuͤnſcht, daß mit dem An⸗ fang dieſes Jahres die allgemeine Einfuͤhrung moglich werde; dieſes hat jedoch die vbwohl mit allem Eifer de⸗ triebene Zubereitung der Ueberſetzung und ihrer Zuſaͤe nicht geſtattet. Jetzt erſt iſt Uns ſolche vollendet vor gelegt worden, und noch mehrere Wochen ſind noͤthig; bis ſie auch gaͤnzlich die Preſſe verlaſſen kanm, durch wel⸗ ches oͤffentliche Erſcheinen nachmals erſt Unſere Dienes und Unterthanen in den Stand kommen, ſich mit dieſer neuen Regel ihres Verfahrens bekannt zu machen 8* 2 6 A 1 IV Mehreres davon erfordert zugleich noch die vorderſamſte Herſtellung gewiſſer Staats⸗Einrichtungen, die bis jezo noch nicht vorhanden, und doch zum Vollzug der Verfuͤgungen des Code Napoleon noͤthig ſind; uͤber Anderes muß Belehrung der Beamten und hinzu⸗ tretende Erfahrung der Unterthanen die Aufſchluͤſſe geben, ehe eine allgemeine Befolgung ohne ihren Schaden moͤglich iſt. In dieſen Hinſichten ordnen und verfuͤgen Wir, wie folgt: I. Die mit dieſem erſcheinende doppelte Ausga⸗ ben des Code Napoleon mit Zuſaͤzen als Land⸗ Recht des Großherzogthums Baden ſind die einzige Ueberſezung, welche vor den Gerichten Unſeres Landes und in den Rechts⸗Geſchaͤften deſſelben Kraft und Anwendbarkeit hat. II. Die verbindliche Kraft deſſelben ſoll mit dem erſten July des laufenden Jahres ihren Anfang in allen denjenigen Sruͤcken nehmen, wo nicht in Bezug auf einen einzelnen Rechtsbetreff hierunten ein Anderes ausdruͤcklich angegeben iſt. un eter die faͤr die Anwendbarkeit dieſes Ge⸗ 414 v ſezbuchs noͤthige beſondere Anſt alten der Staatsſchrei⸗ berei, Beamtung des buͤrgerlichen Standes, Pfand⸗ ſchreiberei, und des Familienraths, auch der Kron⸗ Anwaldſchaft werden Wir beſondere Verfuͤgung ergehen laſſen. Wegen der Untergerichte und Friedensgerichte „„ N achten Wir ſolche fuͤr unnoͤthig; Unſere landes⸗ ſtandes⸗ und grundherrliche Untergerichte, obwohl ſie in Amts⸗ wei ſe zu ſprechen haben, koͤnnen dennoch alles dasjenige, was im Land⸗Recht mit Bezug auf Gerichte, die in Rathsweiſe beſchließen, ausgeſprochen iſt, mit Be⸗ ſeitigung der auf die Mehrheit rathſchlagender Glieder gerichteten aͤußeren Beſtimmungen und Beobachtun ig des Weſentlichen leicht auf ſich anwenden; auch wird dem⸗ naͤchſt eine nachfolgende allgemeine Prozeß⸗Ordnung ihnen dazu die weiter dienliche Maaßregeln vorzeichnen; wohingegen der Friedensrichter in dieſer Ueberſezung nicht gedacht wird, weil dieſe Anſtalt in die hierlaͤndiſche Rechts⸗Erwartungen der Unterthanen nicht einpaßt, ſondern dieſer Ausdruck bald mit dem Ausdruck: Unter⸗ richter, bald mit jenem: Orts⸗Vorſteher, verwechſelt worden iſt, je nachdem Einer oder Anderer hierlands die im Code Napoleon vorkommende wenige Ver⸗ richtungen deſſelben haben ſoll. IV. Die Anwendung dieſes Geſezbuchs auf das Vergangene kann, nach dem zweiten Saz und Zuſaz deſſelben, in vorkommenden Faͤllen nicht mit Ruͤck⸗ 3 ð wirkung, wohl aber mit Wirkſamkeit auf kuͤnftig erſt entſtehende Folgen fruͤherer Handlungen ſtatt finden. 8. Zur ſicheren Leitung des Richters in der Anwendung dieſes Grundſazes auf vorkommende Faͤlle, geben Wir hier nebſt der Anzeige der einzelnen Theile, die einen VI ſpaͤteren Berbindlichkeits⸗Termin, als den obgedachten haben ſollen, zugleich Vorſchriften uͤber die wichtigſten Faͤlle, bey denen jene doppelte Ruͤckſicht zu beobachten iſt, die nicht nur als Regeln fuͤr ſolchen Fall, ſondern auch als Beyſpiele fuͤr Eroͤrterung anderer nicht nament⸗ lich eroͤrterter Faͤlle dienen ſollen. V. Fuͤr Buch I. Tit. II. von den Akten des Lürgerlichen Civil⸗Standes ſoll 1.) der Anfangs⸗Termin der Verbindlichkeit der erſte Jaͤnner 1810. ſeyn, bis wohin die nach bis⸗ heriger Sitte geſchehene und beurkundete kirchliche Verrichtungen noch ferner wie bisher zugleich als Rechts⸗Titel des buͤrgerlichen Standes dienen, vorbehaltlich Uns bey etwa entſtehenden Kolliſionen auch inzwiſchen ſchon die weltliche Beurkundung durch außerordentlich ernannte Staatsbeauftragte vollziehen zu laſſen. b 8.) In aller Zukunft dienen auch fuͤr Faͤlle, die ſich vor dem erſten Jaͤnner 1810. zugetragen haben, die in bisheriger Art gefertigte und beglaubigte Auszuͤge der Kirchenbuͤcher als vollk ommen guͤltige Urkunden des buͤrgerlichen Standes, wohingegen wegen aller nachher erſt erſcheinenden Faͤlle kuͤnftig dieſe Kirchenbuͤcher nur bey etwa unter⸗ gegangenen Buͤchern des buͤrgerlichen Standes und daher entſtehendem Mangel an geſezmaͤßiger Beur⸗ 1 bis⸗ liche nen onen dung ragte e ſich aben, bigte altige gegen Fäͤll nter⸗ und ellr⸗ vu kundung, als Einleitung zum ſchriftlichen Beweis dienen koͤnnen. VI. Bey dem I. Buch V. Tit. von der Ehe, gilt zwar der allgemeine Anfangs⸗Termin des erſten July d. J., jedoch bleiben diejenigen Saͤze, die auf den Beamten des buͤrgerlichen Stands bezuͤglich ſind, na⸗ mentlich die fuͤnf erſten des zweiten Kapitels oder Saz 165— 169., in Gefolg des vorigen bis zu Her⸗ ſtellung dieſer neuen Einrichtung, mithin bis zum erſten Jaͤnner 1810. noch außer verbindender Kraft, und geht es desfalls indeſſen noch nach dem alten Fuß. VII. Bey dem VII. Tit. des I. Buchs von der Vaterſchaft und Kindſchaft iſt 1.) das dritte Kapitel von den natuͤrlichen Kindern auf alle jene Unehlichgebohrne anzu⸗ wenden, welche nach eingetretener allgemeiner Verbindlichkeit dieſes Land⸗Rechts, das heißt⸗ nach dem erſten July d. J. zur Welt kommen⸗ ohne Unterſchied, ob ſie vor oder nach der Erſchei⸗ nung dieſes Edikts im Regierungsblatt und der dadurch Tag und Jahr empfangenden Wirkſam⸗ keit dieſes Geſezes, in nebe ſchen Degſölaf em⸗ pfangen worden ſind. 2.) Der Rechtsſtand aller vor dem erſten 85 ge⸗ bohrnen unehelichen Kinder wird lediglich nach den bisherigen Geſezen und Rechten beurtheilt, und gelten daher diejenigen derſelben, welche durch rich⸗ terliche Vaterſchafts⸗Erklaͤrung oder freywillige Angabe zuvor einen Vater erlangt haben, noch in keine Wege im Sinn dieſes Land⸗Rechts fuͤr anerkannt, ſondern blos in Bezug auf Alimenten fuͤr bekannt. VIII. Bey dem IX. Tit. des I. Buchs von der elterlichen Gewalt, fuͤhret vorderſamſt 1.) das neue Recht ein, daß die Berechtigung der elterlichen Nuznießung, welche jedoch von der ehelichen im Geſez vorbedachtſam geſchieden iſt, mit dem achtzehnden Jahr der Kinder aufhoͤre, wo nachmals bis zum ein und zwanzigſten das Vermoͤ⸗ gen von den Eltern nur vormundſchaftlich zu verwal⸗ ten und zu verrechnen iſt; dieſes kann jedoch nur auf jenes angewendet werden, das den Kindern erſt nach dem Termin des erſten July 1809. an⸗ ſtirbt, indem bey allem fruͤher angefallenen Ver⸗ moͤgen, das nicht von aller Nuznießungs⸗Laſt ge⸗ freyt war, die elterliche Nuznießung ſchon auf lebenslang oder bis zu verruͤckendem Wittwenſtuhl begruͤndet iſt, und ihnen alſo auch anders und eher nicht entgehen koͤnnte, ohne dem Geſez ruͤckwirkende Kraft zu geben. Hierbey 2.) verſteht ſich dann aber auch von ſelbſt, daß bey ſolchen Eltern, melcho die Nuznießung aus dem NX h alten Recht fortgenießen, auch die alte Schul⸗ 1 digkeit zur vaͤterlichen Anhuͤlfe fuͤr die Soͤhne n oder Ausſtattung der Toͤchter, welche bey andern ir Ehen mit eintretender Herrſchaft dieſes Land⸗ en Rechts, nach Saz 204. wegfaͤllt, noch unverruͤckt in voriger Maaſe fortbeſtehe. Annebſt 3.) da der Gebrauch des Rechts, wornach der Kinder ett Vermoͤgen mit vollendetem achtzehntem Jahre bis zur Zuruͤcklegung des ein und zwanzigſten noch in der vpormundſchaftliche Verrechnungen uͤbergehen kann, der in den wenigſten Faͤllen fuͤr ſie von weſentlichem iſß Nuzen und in den meiſten vielmehr eine ohne ihren wo Nauzen eintretende Beſchwerlichkeit fuͤr die Eltern rmo⸗ ſſt; ſo erklaͤren Wir weiter, daß auch kuͤnftig und wal⸗ naach eingetretener Verbindlichkeit dieſes Land⸗ nur Rechts, Eltern die Nuznießung abzugeben nicht an⸗ dern ders ſchuldig ſeyn ſollen, als wenn es der Gegen⸗ qm Vormund mit beſonderer Ermaͤchtigung des Fa⸗ Ver⸗ milienraths aus Ruͤckſichten begehrt, welche die ge⸗ Sicherſtellung des Vermoͤgens, die beſſere Erzie⸗ auf hung, oder die anſtaͤndige Niederlaſſung der Kinder rohl betreffen, und wobey nicht blos ein etwaig kleiner cher Gewinn an Renten⸗Erſparniß ihn leiten ſoll, oder, kende wenn etwa die Eltern in den Fall kaͤmen, gegen eine ihnen nicht anſtaͤndige von dem Staat aber, bey ddeer Jugend unangeſehen, zulaͤſſig erachtete Ehe den ihre Einwilligung zu verſagen und Einſprache zu machen, als in welchem Fall ſie um die Uneigen⸗ nuͤzigkeit ihrer Einſpruͤche zu ſichern, zuvor der Nuznießung ſich entſchlagen, und das Vermoͤgen unter Vormundſchaft legen ſollen. Wohingegen 4.) die Abgabe der Nuznießung nach erreichter Volljaͤhrigkeit an die Kinder unveraͤndert nach der Verfuͤgung des Land⸗Rechts bey allem nach obig erſtem Saz dieſes Abſchnitts dazu vereigenſchafteten Vermoͤgen ſich zu richten hat, nicht nur, wo Kinder ſich in der Lage befinden, es zu verlangen, ſondern auch ohne ein ſolches Verlangen abzuwarten, ſo⸗ bald die Kinder einheimiſch oder auswaͤrts einen feſten Wohnſiz, der ſie zur Verwaltung empfaͤnglich macht, ſich erwaͤhlt haben, und nicht ſelbſt um deſſen Beybehaltung in Nuznießung oder Verwal⸗ tung der Eltern bitten. IX. Bey dem NX. Tit. des I. Buchs von der Minderjaͤhrigkeit haben Wir den Zuſaz 454 a. wegen der Befugniß des Familienraths ſich vertreten zu die Beamten das Mittel haben moͤgen, durch Auswirkung eines ſolchen Auftrags des Familienraths an Rechnungs⸗ welche in Bezug auf das Rechnungsweſen allerdings in vielen Landgegenden den Schultern der Ortsbuͤrger noch jezt und bis zu weiteren Fortſchritten in ihrer Rechts⸗ — laſſen, hauptſaͤchlich in der Hinſicht beygefuͤgt, damit verſtaͤndige Perſonen, die Aufſichts⸗Verantwortlichkeit, XI Kultur allzuſchwer iſt, ſolchen zu erleichtern, wozu alſo, da wo noͤthig, ſie ſeiner Zeit zu benuzen, die Beamten anmit aufgefordert werden. Uebrigens 2.) bezieht ſich dieſer Geſez⸗Titel auf alle zur Zeit des erſten July 1809. unbeſezte Pfleg⸗ ſchaften: die zu jener Zeit ſchon beſezte gehen bis dahin, daß ihre Endigungszeit oder ſonſt eine Aenderung aus rechtlichen Veranlaſſungen vorfaͤllt, eben ſo, wie bey ihnen die obervormundſchaftliche Einwirkung der Aemter und Regierungen fort, nur daß dieſe Einwirkung ſich nachmals in Abſicht des Stoffs ihrer Verfuͤgungen nach dem Inhalt dieſes Landrechts benehmen muß. X. Bey dem IJ. Tit. des III. Buchs von den Erbſchaften verſteht es 1.) ſich von ſelbſe, daß die hier beſchriebene Rechte und Ordnungen der Inteſtat⸗Vererbung nur bey jenen Erbſchaften in Frage kommen koͤnnen, welche nach dem erſten July d. Jahres anfallen, und daß alle fruͤher verfallene, wenn gleich noch ruhende oder unerledigte Verlaſſenſchaften nach den alten Rechten zu erledigen ſind. 2.) Was hingegen insbeſondere die Erbrechte und Unterhaltsrechte der natuͤrlichen oder unehlich anerkannten Kinder betrifft, ſo beziehen wir uns auf das, was oben ad VIlI. geſagt worden, wornach allen, vor dem erſten July d. J. gebohrnen uneh⸗ XII lichen Kindern das Erbrecht an ihren muͤtterlichen Verwandten, wie zuvor noch bleibt, dagegen an dem Vater ihnen keines zukommt, als wo ſie nach dem gemeinen Recht und der in Unſerer vorigen Verordnung vom 27ten December 1795. befind⸗ lichen Erlaͤuterung deſſelben in dem ſeltenen Fall waren, das Sechstel⸗Erbe anſprechen zu koͤnnen, in welchem Fall nachmals jezo ſolche, ſo wie die⸗ jenigen, die nach dem erſten July von einem Vater neu und geſezmaͤſig anerkannt werden, obwohl ſie vor dem erſten July geboren ſind, an ihm das nemliche Erbrecht haben, welches andern unter er Herrſchaft dieſes Geſezes gebocenen und aner⸗ kannt werdenden unehlichen Kindern zuſteht; wohingegen 3.) wegen ihrer Ernaͤhrung es nicht nur bey denen, die nach dem alten Fuß duarch richterliche Vater⸗ ſchafts⸗Erklaͤrung in den Beſiz einer Unterhalts⸗ Beziehung gekommen ſind, ſondern auch wegen jener, welche nach eingetretener Verbindlichkeit des Land⸗Rechts, durch eine demſelben gemäs erhobene Verſchuldung einer Mannsperſon, welche Beziehung hat auf das Daſeyn ſolcher Kinder, deren Vaterſchaft buͤrgerlich ungewiß geblieben iſt⸗ in den Fall kommen, Unterhalt, auch ohne aner⸗ kannt zu ſeyn, fordern zu koͤnnen, es in Abſicht der Beſtimmung dieſes Unterhalts nach demienigen —C———QO——ęB—— ÿÿ„ ——· — XIII AG zu halten iſt, was desfalls in Unſerer gedachten In 1 Berordnung vom 5ten Auguſt 1791. beſtimmt iſt, ih und hiermit auf alle Unſere Lande, ſo viel dieſen gen Punkt betrifft, erſtreckt wird, nur daß nicht mehr nd⸗ ddie Regierungen, ſondern lediglich die Gerichte, all uͤber das Ermeſſen des Betrags zu urtheilen haben, en, wogegen die 4) die Anſezung eines Baſtarbfals und einer Ent⸗ ater ſchaͤdigung fuͤr Kindbettkoſten von gedachtem Eaſen lſe July an eben ſo, als dos 5.) Unſer fiskaliſches Erbrecht an un hälnhen Kin⸗ inter dern, mit ihm aber auch die Schuldigkeit Unſerer zner⸗ Gerichtbarkeitsgefaͤlle einen Beytrag zum Unterhalt feht; derſelben zu thun, bey allen ſaͤter gebornen uneh⸗ lichen Kindern wegfaͤllt, und ſolche Koſten, ſo enen,. weit ſie nicht von Stiftungen, oder dann von Ge⸗ zate-⸗- meinden nach dem Geſez zu tragen ſind, als allge⸗ altz⸗ meine Staatslaſt, gleich den andern Armen⸗Unter⸗ egen haltungen, beſorgt werden muß. chkeit 4 ſemäs XI. Bey dem II. Tit. des III. Buchs wegen der velche lezten Willens⸗Verfuͤgungen folgt aus der nder, mit der Verkuͤndung dieſes eintretenden Wirkſam⸗ n ißß keit dieſes Land⸗Rechts aner⸗ 1.) daß, obwohl niemand vor dem erſten July d. J. ſicht ſchuldig iſt, ſeine Teſtamente und Kodicille nach igen den jezigen Formen einzurichten, dennoch jeder, — —— —— XIV wenn er will, ſie gleichbalden nach ſolchen ein⸗ richten kann, und ſolche vor dem 1. July ſchon nach dem gegenwaͤrtig ausgekuͤndeten Landrecht ge⸗ gefertigte lezte Willens⸗Verfuͤgungen gleiche Guͤl⸗ tigkeit haben, als die, welche erſt nach dem erſten July in ſolcher Form errichtet werden, und als diejenige, die in jener fruͤheren Zeit noch nach den altgeſezlichen Formen errichtet ſind; deshalb .) ſind indeſſen bey jenen Formen, welche Staats⸗ ſchreiber erfordern, außer den ſchon vorhandenen Staatsſchreibern oder Notarien auch alle angeſtellte Theilungs⸗Reviſoren, Stadt⸗ und Amtſchreiber, auch Theilungs⸗Kommiſſarien derſelben, als des⸗ falls Staatsſchreiberey Recht habend, anzuſehen, hiernaͤchſt 8 3.) ſollen auch jene Teſtamente, die vorhin, es ſey erſt kurz, oder ſchon laͤnger her errichtet worden ſind, und nach dem gedachten erſten July durch den Tod des Erblaſſers zur Wirkſamkeit kommen, fuͤr kraͤftig erachtet werden, nicht nur, wenn ſie den altgeſezlichen Formen gemaͤs ſind, ſondern auch alsdann, wann ſie nach ſolchen zwar einen Mangel haͤtten, der aber nach dieſem Landrecht auf⸗ hoͤrt ein Mangel zu ſeyn; da der Geſezgeber wie der Richter mit Recht vorausſezt, daß der Erblaſſer ge⸗ wollt habe, daß ſein Wille in jeder Form, in deren es geſezlich moͤglich iſt, erhalten werde, wohingegen n) 1 vorden durch nmen, nn ſie dern einen auf⸗ ſe der er ge⸗ deren gen XV 4.) was den innern Gehalt ſolcher lezten Willen betrifft, derſelbe nach obiger Zeitfriſt des erſten July 1809. nur ſo zum Vollzug kommen kann, wie er mit den jezigen Geſezen beſteht, als unter deren Herrſchaft er durch den Tod erſt zu Kraͤften gelangt, und daß mithin dasjenige darin fuͤr nicht geſchrie⸗ ben zu achten iſt, was mit dieſem gar nicht beſteht, dasjenige aber was, wiewohl mit einigen Veraͤn⸗ derungen, beſtehen kann, nur in dieſer geaͤnderten Maaſe zum Vollzug kommen kann, und demnach derjenige, wer es darauf nicht ankommen laſſen will, in Zeiten ſeine fruͤhere lezte Willens⸗Verfuͤ⸗ gungen durchſehen und ſo aͤndern mag, wie nun in der neuen Ordnung der Dinge er ſeine Abſichten am liebſten erreicht zu ſehen wuͤnſcht. XII. Bey Tit. V. des III. Buchs von den Hey⸗ raths⸗ Vertraͤgen ſoll 1)) die neue Art der Guͤtergemeinſchaft, welche auſſer der Errungenſchaft auch die beygebrachte Fahrniß beeder Ehegatten an ſich zieht, dagegen der Ehe⸗ frau ihre Liegenſchaften gegen Schulden⸗Beytraͤge ſichert, ihr die Haͤlfte an der Errungenſchaft und die Erlaubniß gibt, ſich der Gemeinſchaft nach auf⸗ geloͤster Ehe mit Zuruͤcklaſſung deſſen, was in die Gemeinſchaft gehoͤrt, zu entſchlagen, wenn ſie ihr laͤſtig wuͤrde, erſt vom 1. Jenner 1810 an, ihre 1 4 4 5 6 2 8 1 4 f 9 . 5 A[ * 5 G 4 4 Verbindlichkeit fuͤr diejenige Ehen, die nachher geſchloſſen werden, erhalten, ſoweit nicht etwa neuangehende Eheleute ausdruͤcklich jene fuͤr kuͤnftig allgemein angenommene Gemeinſchaftsart durch Vertrag annehmen. Annebſt jedoch, 2.) da es die groͤßten Verwirrungen in der Folge⸗ zeit veranlaſſen muͤßte, wenn die Ehegemeinſchaf⸗ ten der bisher geſchloſſenen Ehe immerfort nach den im jetzigen Großherzogthum ſo aͤußerſt ver⸗ ſchiedenen alten Rechten und Gebraͤuchen beur⸗ theilt werden muͤßten, von welchen ſich nach und nach die Kenntniß bey den Beamten verliert; ſo laſſen Wir zwar noch, jedoch nur bis zum iten Jenner 1812 die Beurtheilung der jetzt beſtehen⸗ den und der vor dem erſten Jenner 1810. ge⸗ ſchloſſen werdenden Ehen nach jenen alten Geſe⸗ zen offen, fuͤr alle Faͤlle, wo durch eine Eheauf⸗ loͤßung oder Guͤterabſonderung inzwiſchen der Fall einer ſolchen Beurtheilung eintritt, damit die altver⸗ heyratheten Unterthanen indeſſen die neue Gemein⸗ ſchaftsart an dem Beyſpiel der neuangehenden Ehe⸗ leute aus Erfahrung kennen lernen, und wenn ſie ihnen nicht gefaͤllt, durch Ehevertrag, der alsdann weiter nichts zu enthalten braucht, als die Angabe, nach welcher der verſchiedenen in dieſem Titel enthal⸗ tenen andern Arten der Ehegemeinſchaft ihre Ehe 1— 1 gerich⸗ nädg da Folge⸗ nſchaf⸗ et nach iſt ver⸗ beut⸗ ach und iert; ſt im ien heſtehen⸗ 310. 9e in Geſt Ehen der Fal Faltber⸗ Geweit⸗ den Ehe⸗ venn ſe alsdant Angabe fenthal⸗ de Ehe rich⸗ XVII gerichtet werden ſoll— diejenige Gemeinſchaftsart die ihnen gefaͤllt, waͤhlen und feſtſetzen koͤnnen, wohingegen 3.) nachmals und nach dem 1. Jenner 1812 alle, wenn gleich vor dem 1. Jenner 1810 geſchloſſene Ehen, die nicht durch Ehevertraͤge ihre Eheverhaͤlt⸗ niſſe entweder ſchon vorhin feſtgeſezt hatten, oder inzwiſchen ſie noch feſtſezen, lediglich bey Aufloͤſung ſolcher Ehen nach den neu eingefuͤhrten Regeln des Landrechts, mithin ſo werden beurtheilt und aus⸗ einander geſezt werden, wie es bey jenen geſche⸗ hen muß, welche nach dem 1. Jenner 1810 ohne BVertrag in die Ehe treten. Zum Behuf dieſer Anordnung 4.) Erklaͤren Wir anmit die Verfuͤgung des Sazes 1395 dieſes Landrechts, daß waͤhrend der Ehe keine Ehevertraͤge neu gemacht oder geaͤndert werden duͤr⸗ fen, inſoweit in Abſicht der Ehen, die in dem obgedachten Fall ſind, fuͤr nachgeſehen, als es zum Vollzug der im vorigen zweyten Abſaz gemeldeten Angabe der Regel oder Gemeinſchaftsart, wornach die Ehe behandelt werden ſoll, noͤthig iſt, ohne jedoch in andern Beziehungen dadurch Aenderung der vorhin eingegangenen Ehevertraͤge damit zu erlauben. 8* XXVIII Inhakts⸗Anzeige. S echster Abſchnitt. Stückvermächtniſſe 1014— 1024. Siebenter Abſchnitt. Treuhänder 1025— 1054. Achter Abſchnitt. Verfall und„Widerruf der lezten Willensverordnung3en.... 1035— 1047. Sechstes Kapitel. Erlaubte Berordaungen zum Vortheil der Enkel des Geſchenkgebers oder ſeiner Geſchwiſterkin⸗ der.. 108— 1074. Siebentes Kayrtet Theilungen der Eltern und Ahnen unter ihren Nachkommen.. 1075— 1080. Achtes Kapitel. Schenkungen in einem Heyrathsvertrag zum Vortheil der Ehegatten oder ihrer Kinder 1081— 1090. Neuntes Kapitel. Verordnungen unter Ehegatten vor oder während der Ehe.. 1091— 1100 a. * Zehntes Kapitel. Vermögens⸗Uebergaben 1200aa— cg. » Er ſt er Abſchnitt. Altgenreine Verfügungen 1100 a a— ad. 2*.3 w epe ter A ſch nit t. eigenchuns⸗ Uebergaben 1100 ba— bf. Dritter Abſch nitt. Nuzmiesliche Ueberg aben 2100 ca— eg. eilftes Kapitel. Aueslegung der Schenkungen und Vermächtniſſe.. 1100 da— de. Dritter Titel. Von Verträgen und Vertrags⸗ Ver⸗ bindlichkeiten uͤberhaupt... 1101. Erſtes Kapitel. Vorläufige Verfügungen 1101— 1107. Zweytes Kapitel. Erforderniſſe zur Gültigkeit der Ver⸗ träge 3. 1108— 11335. Erſter Abſchnitt. Ein willigung— 1108— 1122. Zweyter Abſchnitt. Vertragsfähigkeit 1123— 1125. Dritter Abſchnitt. Steoff der Verträge 1126— 1129. Vierter Abſchnitt. Vertrags⸗Urſache 1151— 2133. Drittes Kapitel. Wirkungen der Verbindlichkeiten 11344— 1167 a. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfügungen 1134— 1155. Zweyter Abſchnitt. Verbindlichkeit zu geben 1136— 1141. Dritte r Abſchnitt. Verbindlichkeit zu leiſten 1142— 1145. Vierter Abſch nitt. Entſchädigung wegen Nichter füllung einer Verbindlichkeit. 11446— 1155 a. —— or oder und ſo bzarbit 8 von LTermin g und ehmen wegen wird dorech⸗ auch z uͤber iis auf Gant⸗ h nach verden 983* Ps XIX ſollen, damit inzwiſchen erſt uͤber dieſe ganz neue Art ihrer Verhandlung die Richter ſelbſt ſich ſattſam zurecht finden, und die Glaͤubiger, welche etwa bey der neuen Vorzugs⸗ Ordnung die vorige Sicherheit nicht mehr haͤtten, in Zeiten noch um eine dem jetzigen Landrecht gemaͤße Sicherheit ſich bewerben koͤnnen. DReſin. XVII. Von dem Tag an, da dieſes Geſezbuch im Ganzen oder in ausgenommenen einzelnen Mate⸗ rien in Verbindlichkeit uͤbergeht, iſt damit im Ganzen, auch nachmals in ſolchen einzelnen Materien, die geſez⸗ liche Kraft des Roͤmiſchen und Kandmiſchen Geſezbuchs, die Kraft aller Land⸗ und Stadtrechte und aller Rechts⸗ Gewohnheiten, fuͤr buͤrgerliche Rechtsſachen aufgehoben, ſo, daß ſolche darinn durchaus nicht weiter zur Richt⸗ ſchnur noch zur Grundlage von gerichtlichen Berhand⸗ lungen dienen, und nur jener Gebrauch von einigen derſelben noch ſtatt finden mag/ den die Zuſaͤtze dieſes Landrechts 4 b. und 6 d. et e. bezeichnen. Was je⸗ doch die Wirkung der aͤltern Geſeze uͤber kirchliche 1 peinliche und polizeyliche Verhaͤltniſſe betrift, ſo bleibt dieſe hierdurch unberuͤhrt, und deren Kraft ohne wei⸗ ters unvermindert. Sodann XVII. Unſere Conmſtitutions⸗ Ebiete bleiben, auch ſoweit ſie auf Gegenſtaͤnde des buͤrgerli⸗ cchen Rechts Bezug haben, in ihrer vollen unvermin⸗ * 2 derten Kraft, nur daß die Art ihrer Anwendung in jenen buͤrgerlichen Beziehungen ſo geſchehen muß, wie es dieſe landrechtliche Geſezgebung geſtattet, und nicht zum Nachtheil einer beſtimmt und durch ſich al⸗ lein entſcheidenden Verfuͤgung derſelben in Anwen⸗ dung kommen kann, ſo wie auch jene in dieſem Land⸗ recht namentlich angezogenen aͤltern Landesgeſeze, als die Eheordnung und Eidesordnung, oder jene Parti⸗ kular⸗Geſeze, deren Verfuͤgung im Weſentlichen in das Landrecht uͤbertragen iſt, wie z. B. die Beyſtand⸗ ſchafts⸗Loſungs⸗ und Vortheilrechts⸗Ordnung, fer⸗ nerhin, wo ſie nicht buchſtaͤblich geaͤndert ſind, in buͤr⸗ gerlicher Hinſicht, und noch mehr in Abſicht ihrer wei⸗ tern rechtspolizeylichen Fuͤrſorge bey Kraͤften bleiben, und als Erlaͤuterung des Gebrauchs der dißfallſig kuͤr⸗ zern, im Landrecht ausgedruͤckten, Saͤtze dienen. Hieran geſchieht Unſer Wille. Gegehen Karlsruhe den 3. Februar 1809. Carl Krid erich. vdt. Gemmingen. Auf Seiner koniglichen Hoheit beſondern hoͤchſten Befehl. Bougins. g in wie wücht h al wen⸗ kand⸗ a8 Parti⸗ hen in hſtand⸗ 1 fer⸗ in buͤ⸗ ꝛer wei⸗ bleiben lſig kä⸗ en. arloruhe Hoheit efehl⸗ Inhalts⸗Anzeige des Code Napoleon als Badiſchen Landrechts. Ei nleitung. Von der Verkuͤndigung, Wirkung, und Ainwendang der Geſeze: Laj„ 1— 6, o. Erſtes Buch. Von den Perſomein. Erſter Titel. Von dem Genuß und Verluſt der buͤr⸗ gerlichen Rechte.... 7— 33. Erſtes Kapitel. Genuß der bürgerlichen Rechte„— 36. Zweytes Kapitel. Verluſt der bürgerlichen Rechte 1„ Erſter Abſchnitt. Verluſt der bürgerlichen Rechte, der aus dem Verluſt der Lechrüihen Eigenſchaf eines Inländers entſtehh. 17— 22. Zweyter Abſchnitt. Berluſt der bürgerlichtn Rechte als Folge gerichtlicher Verurtheilung.. 22.— 33. Zweyter Titel. Von den Beurkundungen des buͤr⸗ gerlichen Stands.. 34— 101. Erſtes Kapitel. Allgemeine Verfügungen 34— 54 Zweytes Kapitel. Geburts⸗Bücher. 55— 62. Drittes Kapitel. Ehebücher... 63— 76. Viertes Kapitel. Todtenbücher. 77— 87. Fünftes Kapitel. Urkunden des bürgerlichen Stands auße dem Staatsgebiet, welche Militärperſonen betreffen 88— 98 XXll Inhalts⸗Anzelge. Sechstes Kapitel. Von der Berichtigung der bürgerlichen Srands Scheine.... 99— 101. Dritter Titel. Von dem Wohnſiz 102— 111 a. Vierter Titel. Von den Abweſenden 112— 145. Erſtes Kapitel. Vermißte... 1222— 114. Zweytes Kapitel. Verſchollenheits⸗ Erklärung„15— 119. Drittes Kapitel. Wirkungen der Verſchollenheit 120— 140. Erfter Abchnitt. eirkungen der Verſchollenheir auf die Güter, waͤche der Abweſende am Tag ſeiner Ent⸗ fernung beſaß 1A. 1220— 1234. Z weitor Abſch nitt. Wirkungen der Verſchollenheit in Bezug auf⸗ einſangüide Rechte, die dem Abweſenden zuſte⸗ hen können. 111 1455— 133. Dricter. Abſchnict. Wirkungen der Verſchollenheit in Hiinſicht auf die Ehee.. 139— 140. Viertes Kapit 4 Aufſicht üüber minderjährige Kinder, deren Vater verſchollen ſt... 141— 143. Fuͤnfter Titel. Von der Ehe. 1444— 228. Erſtes Kap itel. Eigenſchaften und Bedingungen der Che 31.... 144— 164 b. Z weytes Sapitek Foͤrmlichkeiten in Schließung der Ehe. 4 165— 171. Dritrtes Kaprtel. Einſprachen wider die Ehe 172— 179. Biertes Kapiteh Klagen auf Ungültigkeit der Ehe nonnet rchun Hl⸗ un 31 180— 202. 3u nfte 8 K dpt eten vatnnligtete die aus der Ehe ent⸗ ſpringen 205— 211. nGeche kes Kapitel. Wachſelſeitige Rechte und Pflichten der Ehegatten.. 212— 226. Siebendes Kapitel. Auflbſung der Ehe 227) Achtes Kapitel. Zweite Heyrath.. 223. Sechster Titel. Von der Eheſcheidung 229— 311a. Erßtes Kapitel. Urſachen der Eheſcheidung 220— 235. 3 weytes Kapitel. Eheſcheidung aus heſtimuten ur⸗ 4 ſachen. 234. Er. ſter Abſchnitt⸗ Forxt des Verfahrens dabey 254— 266. 8 1 2* huzn!l! 4„, — — Inhalts⸗Anzeige. XXIII rlica Zweyter Abſch nitt. Fürſorgliche Maasregeln bey dieſer h Eheſcheidungsklage.... 267— 271. 11ua. 2 iter Abſchnitt. Einreden der Unzuläſſigkeit 272— 274, .145. Drittes Krpitel Eheſcheidung auf wechſelſeitige Einwil⸗ uz. ligung. 275— 294. ug. Viertes Keoitel. Wirkungen der Eheſcheidung 295— 305. 1 Fünftes Kapitel. Trennung von Tiſch und Bett 1e.. 306— 311 a. it auf Siebenter Titel. Von der Vaterſchaft und der e Ent⸗ Kindſchaft* 3 4 319. — 3. Erſtes Kap itel. Vrcerſhaft eie oder in der Ehe nheit in ggebohrner Kinder... 3212— 316. en zuſter Zweytes Kapitel. Beweiſe der ehelichen Kindſchaft — 136. 319— 330. nheit in 1 Dr ittes Kapitel. Natürliche Kinder 331— 342. — 1%. Erſter Abſchnitt. Ehelichmachung natürlicher Kinder Kinder, k 331— 333. — 3z. Zweyter Abſchnitt. Anerkennung natürlicher Kinder — 28. 334— 342 u. d Achter Titel. Von der Anwuͤnſchung eines Kinds — 16 4b und der Pflegvaterſchaft.„. 3 5— 570 a. ung da Erſtes Kapitel. Anwünſchung eines Kinds 3445. 5— 1m. Erſter Abſchnitt. Wirkung der Anwünſchung 345— 352. 72— F Zweyter Ab ſchnitt. Form der Anwünſchung 355— 360. Ehe Zweytes Kapitel. Pflegbaterſchaft. 361— 370 a. 0b= 204. Neunter Titel. Von der elterlichen Gewalt 371— 337. Ehe ent Zehnter Titel. Von der Minderjaͤhrigkeit, Vormund⸗ 2n ſchaft und Gewalts⸗Entlaſſung... 383. Pllichte Erſtes Kapitel. Minderjährigkeit... 3383. 2— 26 Zweytes Kapitel. Vormundſchaft. 389— 487. 22]. Erſter Abſchnitt. Vormundſchaft der Eltern 389—— 596. 296. Zweyter Abſchnitt. Elterlich verordnete Vormundſchaft — 113. 597— 401. 9— M5. Dritter Abſchnitt. Vormundſchaft der Ahnherrn uten Ür; 402— 404. . 25½. Vierter Abſchnitt. Vormundſchaften aus Auftrag des 9 Familienraths..... 405 419. — Fünfter Abſchnitt. Gegen⸗Vormund 420— 426. „ * XXIV Inhalts⸗Anzeige. Sechster Abſchnitt. ⸗A ſagen, welche von der Vor⸗ mundſchaft befreyen.... 427 441. Siebenter Abſchnitt. Unfähigkeit zur Vormundſchaft, auch Ausſchließung und Abſezung von derſelben 442— 449. Achter Abſchnitt. Verwaltung des Vormunds 450— 406. Neunter Abſchnitt. Vormundſchafts⸗Rechnungen 469— 475. Drittes Kapitel. Gewalts⸗Entlaſſung. 476— 487. Eilfter Titel. Von der Volljaͤhrigkeit, Entmuͤndigung und Mundtodtmachug.. 4388— 515. Erſtes Kapitel. Volljährigkeit.. 483. Zweytes Kapitel. Entmündigung. 489— 512. Drittes Kapitel. Mundtodtmachung. 513— 515. * Zwoͤlfter Titel. Von der Geſchlechts⸗Beyſtand⸗ ſchaft 2**„** 3 515 a— k. Zweytes Buch. Von den Sachen, dem Eigenthum und Genuß der ſelben. Erſter Titel. Von der Eintheilung der Sachen 516— 543 b. Erſtes Kapitel. Unbewegliche Sachen 516— 526 a. ZBweytes Kapitel. Bewegliche Sachen 527— 536 Drittes Kapitel. Verſchiedenheit der Sachen nach ihren Inhabern... 537— 545 b. Zweyter Titel. Von dem Eigenthum und Beſiz 544— 577 d h. Vorverfügungen.. 544— 6536. Erſtes Kapitel. Zuwachsrecht auf das, was die Sache her⸗ vorbringt.. 5 47— 550. Zweytes Kapitel. Zuwachs auf das, was mit der Sache vereinigt und ihr einverleibt wird r. 651. Erſter Abſchnitt. Zuwachs Anhevezlicßer Sachen 3 551— 564 a. Zweyter Abſchnitt. Zuwachs beweglicher Sachen 665— 577. »Drittes Kapitel. Grund⸗und Nuz⸗Eigenthum 377 aa—ar. Inhalts⸗Anzeige. 3 Xv Lor„Viertes Kapitel. Mit⸗Eigenthum 5 ba— bg. 4n* Fünftes Kapitel. Familien⸗Eigenthum oder Stammgut Nök., 577 a— cv. — 4h9. Sechstes Kapitel. Schrift⸗Eigenthum 377 da— dh. 14 Dritter Titel. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung „5 oder perſoͤnlichen Dienſtbarkeiten.. 556. Erſtes Kapitel. Nuznießung.. 578— 624. 3 Erſter Abſchnitt. Nechte des Nuznieſſers 582— 599. gung Zweyter Abſchnitt. Obliegenheiten deſſelben 600— 616. 55. Drir ter Abſchnitt. Endigung der Nuznießung 6177— 624. 483. Zweytes K apitel. Nuzung und Wohnung 625— 656. hr Vierter Titel. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten 657— 710. —5. Vorverfügungen.. 637— 639. ſtand⸗ Erſtes Kapitel. Dienſtbarkeit aus der Lage der Orte a— k. 640— 648 Zweytes Kapitel. Dienſtbarkeiten aus dem Geſez 649. Vorverf ügungen... 649— 652. Erſter Abſchnitt. Scheidmauern und Scheidgräben henuß 633— 673. Zweyter Abſ chnitt. Entfernung und Zwiſchenmauern 1 bey Bauanlagen....... 674. S55. Dritter Abſchnitt. Ausſicht auf Nachbars Gut 6 ee 6,5.— 680 a. Tu Vierter Abſchnitt. Dachtraufe. 681. 9., Fünfter Abſchnitt. Durchfahrts⸗Gerechtigkeit 682— 685. ah ihrn Drittes Kapitel. Dienſtbarkeiten, welche durch Handlun⸗ 3 4 gen der Menſchen erworben werden. 686. eſſß Erſter Abſchnitt. Berſchiedene Gattungen der liegen⸗ 57 ah ſchaftlichen Dienſtbarkeiten. 686— 689. 1— 5 6. gZweyter Abſ Hritt Wie Dienſtbarteiten erworhen wer⸗ ache her den.. 690— 696. 7— 55. Dritter Ab ünitt. Rechte des Eigenthümers einer er Gatt Dienſt⸗Gerechtigkeit... 697 702. 2 Bier ter Abſchnitt. Wie Dienſtbarkeiten erlöſchen hen 703— 710. — Af2.* Fuͤn ft er Tite l. Von Erbdienſtbarkeiten 710 a— ka. en* Erſtes Kapitel. Zehenden 71o aa— ef.— 5— 5)7* Vorverfügungen.„ 710 aa— ad. u- if. 3* Erſter Abſchnitt. Zehendherrſchaft 710 ba— bz. XXVI Indalts⸗ Anzeige. *Zweyter Abſchnitt. Zehendbezug 719 G ca— evr. * Dritter Abſchnitt. Zehendlaſten 710 da— dd. *Vierter Abſchnitt. Erlöſchung des Zehendrechts 716 Ca Sf. * Zweytes Kapitel. Er bgülten und Zinſen 710 fa— fm. * Sechster Titel. Von Grundpflichtigkeiten 710 ga— ka. * Vorberfügung... 710 ga— gg. * Erſtes Kapitel. Bannpflichten io ha— hh. * Zweytes Kapitel. Frohndplichtigkeit. 710 ia. »»Drittes Kapitel. Erbpflichrigkeit 1o ka. Dritte 3 B u ch. Von den verſchiedenen Arten, Eigenthum 3u erwerben. Allgem eine Verfuͤgungen 711— 717 a. Erſter Titel. Erbſchaften—. 718. Erſres Kap itel. Eröffnung der Erbſchaften, auch Beſiz und Gewähr der Erben.... 718— 724. Zweytes Kapitel. Erbfähigkeit. 725— 730. Dr ittes Kapitel. Verſchiedene Ordnungen des Erbgangs 731— 756. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfügungen 751— 758 Zweyter Abſchnitt. Erbvertretungsrechk 759— 744. Dritter Abſchnitt. Erbrecht der Abkömmlinge 745. Vierter Abſchnitt. Erbrecht der Ahnen 746— 749. Fünfter Abſchnitt. Erbrecht der Seitenperwandten 750— 755. Viertes Kapitel. Auſſerordentliche Erbfolge 756— 793. Erſter Abſchnitt. Rechte natürlicher Kinder auf das Vermögen ihrer Eltern, und Erbrecht auf den Nachlaß na⸗ türlicher Kinder.. 756— 766. Zweyter Abſchnitt. Reche des überlebenden Ehegatten und des Staats 1. 767— 793. Fünftes Kgpitel. Ancextußg und Ausſchlagung der Erb⸗ ſchaften... 77½— 814. Erſter Abſchnitt. Anetekung:.„74— 783. Zweyter Abſchnitt. Ausſchlagung 8— 792 111, Hdisf onabom gzonnepunldns *⅓⅛ en. 1d. echts ea— ka— kn. 0ga-k 8 4—%=. Aa— k 710 i 7¹⁰ k hum z1 717 a. 71¹6. Beſiz und 8— 4. 25— 730. Erbgangs 31— 756. 31— 73 39— 76 75 6— 78 vandten 50— 755. 56—. r auf du dachlaß ne 36— 6. Ehegatten 6)= g der Erbt 1 9 A= M Er 79. 54 8 f 1 9½ HIN Inhalts⸗Anzeige. XXVII Dpitter Abſchnitt. Vorſicht der Erbyerzeichniß . 795— 8 10. Vierter Abſchnitt. Lediges Erbe. 811— 814. Secstes Kapitel. Erbtheilung und Einwerfung 845— 892. erſter Poſchnitt. Erbtheilungsklage und ihre Form 4 ½ 815— 842. zweytey Abſchnitt. Einwerfung. 845— 869. Dritter Abſchnitt. Schuldenzahlung 870— 882. Vierter Abſchnitt. Wirkungen der Theilung und der Gewähr der Looſe.. 883— 8386. fun Fünfter Abſchnitt. Umſtoßung der Theilungen 34- DIun.— 887— 892. Zweyter Titel. Von Schenkungen unter Lebenden und lezten Wille sverordnungen. 893— 1roode. Erſtes Kapirel. Allgemeine Verfügungen 895— 900 2. Zweytes Kapitel. Fähigkeit durch Schenkungen unter Le⸗ benden oder. durch leten Willen zu geben oder zu empfangen 901,— 912. Drittes Kapitel. Vermögenstheil, worüber man verord⸗ nen darf, und Minderung der Vermächtniſſe 9¹3— 950 Erſter Abſchnitt. Verundgentheil⸗ worüber man ver⸗ ordnen darf 4.. 9¹5— 929. Zweyter Abſchnitt.„Minderung der Schenkungen und Vermächtniſſe.. 920— 930. Viertes Kapitel. Schenkungen unter Lebenden 931— 966. Erſter Abſchni te⸗ Fnnm der Schenkungen unter Le⸗ benden.— 931— 952 b. Zweyter Abſchnitt. Fälle, wo Schenkungen unter Le⸗ benden widerruflich ſi ſind i.„ 955— 966. Fünftes Kapitel. Lezte Willensverordnungen 967— 1047. Erſter Abſch nitt. Allgemeine Regeln über die Form der lezten Willen.. 3. 967— 930 b. Zweyter Abſchnitt. Beſondere Regeln über die Form gewiſſer lezten Willens⸗Arten. 4 981— 1001. Dritter Abſchnitt. Erbeinſezungen und Vermächtniſſe im Allgemeinen. r00s. VBierter Abſchnitt. Erbverm zceniſe 34 1005— 009. Fünfter Abſchn lit W ltzeiſoeiſe 16:0e 5. 3 XXVIII Inhakts⸗Anzeige. Sechster Abſchnitt. Stückvermächtniſſe 1014— 1024. Siebenter Abſchnitt. Treuhänder 1025— 105 4⁄. Achter Abſchnitt. Verfall und Widerruf der lezten Willensverordnungen.... 1035— 1047. Sechstes Kapitel. Erlaubte Berordnungen zum Vortheil der Enkel des Geſchenkgebers oder ſeiner Geſchwiſterkin⸗ der.. 1048— 1074. Siebentes Kapftef. Theilungen der Eltern und Ahnen unnter ihren Nachkommen.. 1075— 1080. Achtes Kapitel. Schenkungen in einem Heyrathsvertrag zum Vortheil der Ehegatten oder ihrer Kinder 1081— 1090. Neunres Kapitel. Verordnungen unter Ehegatten vor oder während der Ehe.. 109 1— 1100 a. *Zehntes Kapitel. Vermögens⸗Uebergaben 1100a a— cg * Erſter Abſchnitt. Angemneine Verfügungen 1100 a a— ad. 2 Zweyter Abſch nitt. eigenehums⸗ Uebergaben 1100 ba— bf. „Dritter Abſchnitt⸗ Nuzniesliche Uebergaben 2100 ca— eg. „Eilftes Kapitel. Auslegung der Schenkungen und Vermächtniſſe... 1100 da— de. Dritter Titel. Von Verträgen und Vertrags⸗Ver⸗ bindlichkeiten uͤberhaupt.. 3 3 1101. Erſtes Kapitel. Vorläufige Verfügungen 1101— 1107. Zweytes Kapitel. Erforderniſſe zur Gültigkeit der Ver⸗ träge.. 1108— 11335. Erſter Abſchnitt. Einwilligung 8 1108— 1122. Zweyter Abſchnitt. Vertragsfähigkeit 1125— 12125. Dritter Abſchnitt. Stoff der Verträge 1126— 2129. Vierter Abſchnitt. Vertrags⸗Urſache 1151— 2133. Drittes Kapitel. Wirkungen der Verbindlichkeiten 2134— 1167 a. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfügungen 1134— 1135. Zweyter Abſchnitt. Verbindlichkeit zu geben 1136— 1141. Dritter Abſchnitt. Verbindlichkeit zu leiſten 1142— 1145. Vierter Abſchnitt. Entſchädigung wegen Nichterfüllung einer Verbindlichkeit.. 1146— 1155 a. —— —— 2‧* 9quVöͤ— — — — , — 1034. — 105. e lezten — 10⁄). Vortheil iſterkin⸗ 10%. Ahnen — 108o. ertrag — 1000. tten vor -1100 1. aa— cgh. n 344— 1. en pba— b. den de4—eh. ngen und 5 da- le g8⸗Wer 1101. 01— 1 t der Vo 58— 1157 98— 1m122. 25— 1125 26— 19 51— n eiten 4— 1671 35— 1135 en 35— 141. 9— 1146 terfüllung — 1165 4 Inhalts⸗Anzeige. XXIX Fünfter Abſchnitt. Auslegung der Verträge 1156— 1164. Sechster Aaſchnirt Wirans der Verträge auf dritte Perſonen.. 1 1165— 1167 a. Viertes Kapitel. dertien Gattanden der Verbind⸗ lichkeiten... 1168. Erſter Abſchnitt. Bedingte Verbindlichkriten 1168— 1184. §. J. Bedingungen überhaupt. 168— 118o0: §. II. Aufſchiebende Bedingung. 1181— 1182. §. 1II. Auflöſende Bedingung. 1183— 1184. Zweyter Abſchnitt. Betagte Verbindlichkeiten 1185— 1188 b. Drikter A bſchnitt. Wahlverbindlichkeiten 1189— 1196. Vierter A bſcch nitt. Sammtrechte und Verbindlichkeiten 1197— 1216. §. I. Sammtrechte der Gläubiger. 1197— 1199. §. II. Sammtverbindlichkeiten der Schuldner 1200— 1ar6. Sechster Abſchnitt. Verbindlichkeit unter Strafge⸗ dingen... 1226— 1233, Fünfter Abſchnitt. Theilbare und untheilbare Verbind⸗ lichkeiten.. 1217— 1225. §. I. Wirkung theilbaxer Verbindlichkeiten 1217— 1220. §. II. Wirkung untheilbarer Verbindlichkeiten. 12214— 1225. Fünftes Kapitel. Erlöſchung der Verbindlichkeiten 123— 2314. Erſter Abſchnitt. Zahlung.. 1234. §. I. Zahlung überhaupt„. 1235— 1248 a. §. II. Zahlung mit Eintritt in die Rechte des Gläubigers 3 2249— 1252. 9. III. Aufrechnung der Zahlungen 1253— 2256 a. §. W. Darlegung und Hinterlegung der Zahlung 1257— 2264. §. V. Vermögams⸗Abtretung 2265— 1270. Zweyter Abſchnitt. Rechtswandlung 1271— 1281. Dritter Abſchnite. Erlaſſung der Schuld 1282— 12868. Vierter Abſchnitt. Wettſchlagung. 1289— 1299. Fünfter Abſchnitt. Rrchtsvermiſchug 2300. 18 XxXX Inhalts⸗Anzeige. Sechster Abſchnitt. Untergang der verſprochenen Sache 1302. 1303. Siebenter Abſchnitt. SSeds chang oder Umſtoßung der Verträge. 1. 1394— 1314. Sechstes Kapitel. Beweis der Verbindlichkriten und Zah⸗ lungen 8... 1315. Borderfigungen.„. 1315. 1316. Erſter Abſchnitt. Urkundenbeweis. 1327. F. I. Oeffentliche Urkunden.. 1517— 1521. §. II. Privat⸗Urkunden. 25522— 1332. §. III. Kerbzetcel und Kerbhölzer 1335. §. V. Abſchriften der Urkunden. 133 4— 1556. §. V. Urkunden über Anerkenntniſſe und Peſtnergungen . 2337— 1340. *§. VI. Vertrags⸗Entwürfe. 15 0 a— c, Zweyter Abſchnitt. Zeugenbeweis 1341— 1548. Dritrer Abſchnitt. Vermuthungen. 23 49— 12553. §. I. Geſezgliche Vermuthungen. 2549— 1352 a. §. 1I. Richterliche Vermuthungen.. 2553. Vierter Abſchnitt. Geſtändniß des Gegners 13544. 1355. Fünfter Abſchnitt. Eid 1357. §. 1- Haupt⸗Eid.. 1357— 1565. §. 11. Noth⸗Eid. n 2 1366. Vierter Titel. Von den Verbindlichkeiten, die ohne Verirag entſtehen.“ 1570. Vorverfuͤgungen..... 1370. Erſtes Kapitel. Halbverträge.. 15/1. Erſter Abſchnitt. Geſchäftsführung. 1372— 1375 a. Zweyter Abſchnitt. Zahlungen zur Ungebühr 1376— 1381. Dritter Abſchn tt. Rettungsaufwand 1381 a— h. * Vie r ter Ab ſchn itt. Empfehlungen und Rathſchläge 1381 a a— ac. Zweite 5 Kapitel. Vergehen und Verſehen 1584— 1386 a. F uͤnfte r Titel. Von Heyraths⸗Vertraͤgen und gegen⸗ ſeitigen Rechten der Ehegatten... 1387. Erſtes Kapitel. Allgemeine Verfügungen. 1387. 3 Zweptes Kapitel. Eheliche Güter⸗ Gemeinſchaft 159g. 8 2—— —=u — — 2 = —x — — Sache 1303, ceßung 14.. nh dad 1516. 1516. 1519. 1521. 552. 1553. — 1556. ungen — 15½0 9 4— e, — 1579. — 1553. 1359 34 1563. 544. 1355, 155) — 1565. 1566, die ohne 1570. 1570. 15)1. -1575 4 — 166t. 1 a— h, athſchlage 4— ae. — 1596 4, gegen⸗ — 1397. 139, 4 1599., Inhalts⸗Anzeige. XXAI Erſte Abtheilung. Geſezliche Güter⸗Gemeinſchaft 2400. Erſter Abſchnitk. Vermögen und Schulden der Ge⸗ meinſchaft ⸗** 4’ 1401— 1 490. Zweyter Abſchnitt. Verwaltung derſelben 1421— 1440. Dritter Abſchnitt. Auflöſung derſelben und ihre Folgen 1441— 14. 52. Vierter Abſchnitt. Theilnehmer an der Gemeinſthaft und Entſchlagung derſellen. 1453— 1466. Fünfter Abſchnitt. Theilung des Gemeinſchafts⸗Vermö⸗ gens nach erfolgter Theilnahme.. 1467. §. I. Theilung des Vermögens 1468— 1481. §. 11. Laſten und Schulden deſſelben. 1482— 1491. Sechſter Abſchnitt. Entſchlagung der Güter⸗Gemein⸗ ſchaft und ihre Wirkungen.. 1 1492— 1405. Siebenter Abſchnitt. Beſtimmung der Gemeinſchaft für den Fall, da Kinder aus vorhergehenden Ehen da ſind 1496. Zweyte Ab theilung. Bedungene Güter⸗ Gemeinſchalt 1497. Erſter Abſchnitt. Btete Gautenzſthatt di Errungen⸗ ſchaftsweiſe.— 1498. 1499. Zweyter Abſchnitt. Auarsus der Fahrniß aus der Ge⸗ meinſchaft... 1500— 1504. Dritter Abſchnitt. Entliegenſchaſtung der Grundſücke . 8 1505— 1 309. Vierter Abſchnitt. Ausſchluß der Schulden aus der Gemeinſchaft..„.. 1510— 1513. Fünfter Abſchnitt. Schuldenfreye Zurücknahme des wweeiblichen Beybringens.*. 1514. Sechster Abſchnitt. Bedungener Vor⸗Empfang 1515— 1519. Siebenter Abf nite. Geding ungleicher Theile 1520— 1525. Achter Abſchnitt. Allgemeine Güter⸗Gemeinſchaft 1526. Anhang. Verfügungen, welche obigen acht Abſchnitten gemein ſind„ 8. 3 1827. 1528. Neunter Abſchnitt. Vorträge, welche die Güter⸗Ge⸗ meinſchaft ausſchließen. 1529. XXXII Inhalts⸗Anzeige. Abſaz I. Geding, welches bloß Güter⸗Gemeinſchaft aus⸗ ſchließt.... 1530— 1533 b. Abſaz 11. Geding, welches eine völlige Vermögens⸗ Abſonderung feſtſet.. 1536— 1539 a. Drittes Kapitel. Bewidmete Ehe. 1540. 1541. Erſter Abſchnitt. Sezung der Eheſteuer 1542— 1543. Zweyter Abſchnitt. Rechte des Manns an der Eheſteuer 1549 1581. Sechster Titel. Von dem Verkauf 1582— 1701 be. Erſtes Kapitel. Natur und Form des Verkaufs 1582— 1595. Zweytes Kapitel. Wer kaufen oder verkaufen könne. 1594— 1597. Drittes Kapitel. Verkäuſtiche Sachen. 1598— 160t. Viertes Kapitel. Obligenheiten des Verkäufers 1602. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfügungen 1602. 1603. Zweyter Abſchnitt. Uebergabe r604— 1624. Dritter Abſchnitt. Gewähr. 1625. §. 1. Gewähr im Fall einer Entwährung 1626— 16 0 a. §. 11. Gewährleiſtung für Fehler der verkauften Sache 1641— 1649. Fünftes Kapitel. Obliegenheiten des Käufers 1650— 1657. Sechstes Kapitel. Ungültigkeit und Auflöſung des Ver⸗ kaufs 8.„.. 3 1658. Erſter Abſchnitt. Wiederkaufsrecht 1659— 1675. Zweyter Abſchnitt. Aufhebung des Verkaufs wegen Verkürzung. 16744— 1686. Siebentes Kapitel. Verſteigerungen. 1686— 1688. Achtes K apitel. Uebertragung der Forderungen und ande⸗ rer unkörperlichen Rechte.. 1689— 1702. Neuntes Kapitel. Looſungs⸗Recht rhor aa— an. * Zehntes Kap itel. Einſtandsrecht rJot ba— be. Siebenter Titel. Vom Tauſch 1702— 1707 a. Achter Titel. Von Beſtandvertraͤgen 1708. Erſtes Kapitel. Allgemeine Verfügungen 1708— 1712. Zweytes Kapitel. Mieth⸗ und Pacht⸗ Vertrag 1713. Erſter Abſchnitt. Regeln die beeden Verträgen gelten 7.. 3 1714— 175 1. Zweyter Abſchnitt. Mieth⸗Vertrag über Häuſer und Fahrniß... 3. 1752— 1762. Ddritter — haft aut -1555). ermoͤgen, — 1h. 5ho. d. e— u r Eheſzemn 15eh 1ih 1701 be. 92— 155 konne. 94— 16 96— 160 8 10 1008. 1 50— 1n 10 6— 16f 1 ifꝛen Gate 61— 69 650— 1 gg des Tn 1 659— 165 auft wiyn 673— 16 396— 16 n und and 89— ren 1 44— 3 tba— b — 17071 170 509— 1713 nj gelten 114— 11 äuſer unj 2— 1. eitter Inhalts⸗Anzeige. XXXIII Dritter Abſchnitt. Pacht⸗Vertrag über Güter 1765— 1778. Drittes Kapitel. Dienſtverdig 1779— 17099⸗ Erſter Abſchnitt. Verdingung der Dienſtboten und Arbeiter... 1779— 781 a. Zweyter A bſchnitt. Fuhr und Schiffleute 1782—1786. Dritter Abſchnitt. Werkverdinge auf Preis und Ue⸗ berſchlag oder auf Bauſch und Bogen 1787— 1799. Viertes Kapitel. Vieh⸗Verſtellung 1800— 1820. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfügungen 1800—1805. Zweyter Abſchnitt. Einfache Viehverſtellung 1804— 1817. Dritter Abſchnitr. Halbtheilige Viehverſtellung . 1818— 1820. Vierter Abſchnitt. Viehverſtellung an den Pächter 3 1821— 1830. §. I. Verſtellung an den Zins⸗Pächter 1821—1826. §. 11. Verſtellung an den Theilbauer 182„7— 1830. Fünfter Abſchnitt. Gemeine Viehverſtellung . 1831— 1831 d. * Fünftes Kapitel. Schupflehen⸗ oder Todbeſtände 4. 1851 aa— ah. Sechstes Kapitel. Erblehen oder Erbbeſtänden 1831 ba— bl⸗ Neunter Titel. Von dem Geſellſchafts⸗Vertrag 1832— 1875. Erſtes Kapitel. Allgemeine Verfügungen 1832— 1834. Zweytes Kapitel. Verſchiedene Gattungen der Geſellſchaft —- 1835. Erſter Abſchnirt. Allgemeine Geſellſchaften 80 1836— 1840. Zweyter Abſchnitt. Beſondere Geſellſchaften 1 184— 842. Drittes Kapitel. Verbindlichkeit der Geſellſchafter ne 1845— 864. Erſter Abſchnitrt. Verbindlichkeiten unter ſich 8 8 1843— 1861. Zweyter Abſchnite. Verbindlichkeiten gegen Dritte 1862— 1864: Viertes Kapitel. Verſchiedene Arten der Geſellſchafts⸗ Auflöſung.... 1865— 1675. XXXIV Inhalts⸗Anzeige. Zehnter Titel. Von dem Leih⸗ und Darleih⸗Vertrag 1874— 1914. Erſtes Kapitel. Leihvertrag. 1874— 1801. Erſter Abſchnitt. Natur der Leihe 1874— 1879. Zweyter Abſchnitt. Verbindlichkeiten des Entleihers 1880— 87. Dritter Abſchnitt. Verbindlichkeiten des Ausleihers 3 888— 1891 a. Zweytes Kapitel. Darleihe. 1892— 1914. Erſter Abſchnirt. Natur der Darleihe 1892— 1897 a. Zweyter Abſchnitt. Verbindlichkeiten des Darleihers 0281— 1898— 1901. 4 9 ritter Abſchnitt. Verbindlichkeiten des Anleihers 4 1902— 1904. Vierter Abſchnitt. Verzinsliche Darleihe 1905— 1914. Eilfter Titel. Von der Hinterlegung zur ſichern Hand..... 1915— 1965. Erſtes Kapitel. huneikegunöeverng überhaupt 1915— 1916. Zweytes Kapitel. dinretgung zur zweyten Hand 1917— 1954. Erſter Abſchnitt. Natur und Weſen derſelben 1 1917— 1920. Zweyter Ab ichn n i tt. Freywillige Hinterlegung 1921— 1926. Dritter Abſchnitt. Pſtichtem des Aufbewahrers 1927— 1946. Vierter Abſchnitt. Pflichten des Hinterlegers 1947— 1948. Fünfter Abſchnitt. Nothgedrungene Hinterlegung 1949— 1954. Drittes Kapitel. Hinterlegung zur dritten Hand 1955. Erſter Abſchnitt. Deren verſchiedene Gattungen 1955. Zweyter Abſchnitt. Willtührliche Hinterlegung 1956— 1960. Dritter Abſchnitt. Gerichtliche Hinterlegung 1961— 1963. woͤlfter Titel. Von Gluͤcks⸗Vertraͤgen 1964— 1983 n. Erſtes Kapitel. Spiel und Wette 1965— 1967. ⸗Vert 1 4— ¹90. * 13. 874— 669 Kuhe 880— d tlehe 8— 169, 1 8— mg 2 b9, Darleijan 1878— 1 Anleihers 1902— 9, 1905— wij ur ſichen 5— w upt 1915— mt0 Hand 1917- 19 ſelben 1917-m gung 921— 1m hrers 927— legers 997= 9 rlegung Inhalts⸗Anzeige. XXXV Zweytes Kapitel. Leibrenten⸗Vertrag 12 1963, Erſter Abſchnitt. Bedingungen ſeiner Gültigkeit 71968 Z 1976. Zweyter Abſchnitt. Deſſen Wirkungen 1977— 1983. » Drittes Kapitel. Verpfründungs⸗Vertrag 1985 a— n. Dreyzehnter Titel. Von dem Auftrags⸗Vertrag 198 4— 20101. Erſtes Kapitel. Deſſen Natur und Form 984— 900. Zweytes Kapitel. Pflichten des Gewalthabers 1991— 1997. Drittes Kapitel. Pflichten des Gewaltgebers 1993— 2002. Viertes Kapitel. Verſchiedene Arten der Erlöſchung 2003— 2010. * Fünftes Kapitel. Anweiſungen. 2010 a— 1. Vierzehnter Titel. Von der Buͤrgſchaft 2011— 2045. Erſtes Kapitel. Natur und Umfang der Bürgſchaft 2011— 2020. Zweytes Kapitel. Wirkungen derſelben— 2021. Erſter Abſchnitt. Wirkungen zwiſchen Gläubiger und Bürgen.. 2021— 2027 a. Zweyter Abſchnitt. Wirlangen zwiſchen Schuldner und Bürgen.. 2028— 2032. Dritter Abſchnitt. Wirkungen zwiſchen den Bürgen unter ſich 2. 2033. Drittes Ka pitel. erlöſchung der Bürgſchaft 203½— 2039. Viertes Kapitel. Geſch⸗ und gerichtliche Bürgſchaften 20½0— 2043. Fuͤnfzehenter Titel. Von dem Vergleich 20444— 2054. Sechszehenter Titel. Von dem perſoͤnlichen Ver⸗ haft wegen buͤrgerlichen Verbindlichkeiten 2055— 2070. Siebenzehenter Titel. Von dem Einſazpfand⸗ Vertrag...— 2071— 2091. Erſtes Kapitel. Fauſtpfand 8 2975— 2084. Zweytes Kapitel. Nuzpfand. 2085— 2091, a 4. Achtzehenter Tirel. Von Vorzugs⸗ und Unter⸗ pfandsrechten.... 2092— 2203. Erſtes Kapitel. Allgemeine Verfügungen 2092— 2094. 4** 2 XXXVI Inhalts⸗Anzeige. Zweytes Kapitel. Vorzugsrechte.. 2095. z1 Vorverfügungen.. 2⁰095— 2099. tm 4 6 Erſter Abſchnitt. Vorzugsrechte auf der Fahrniß 2100.) zbani 4§. l. Allgemeine Vorzugsrechte auf der Fahrniß 2101. 8 §. I. Vorzugsrechte auf beſtimmte Stücke. 2102. 4 Zweyter Abſchnitt. Vorzugsrechte auf Liegenſchaften 1 3 2203. 4 Dritter Abſchnitt. Vorzugsrechte auf liegender und fahrender Haabe 2 2104. 2105. 14- Vierter Abſchnitt. Wie d Berzusrogne bewahrt 6 3 werden. 2. 2106— 2115. u 1 Drittes Kap itel. Unterpfandsrecht. 2114— 2245. 1 [B Vorverfügungen. 2114— 2120. Erſter Abſchnitt. Geſezliches Unterpfand 2121. 2122. 1 Zweyter Abſchnitt. Gerichtliches. 2123. Inn Dritter Abſchnitt. Bedungenes 2124— 2133. Vierter Abſchnitt. Ordnung der Unterpfänder unter⸗ dns 2 einander. 4 2134— 2145. d 4¾ G Viertes Kapitel. Art wie Vorzugsrechte und Unterpfän⸗ der eingetragen werden.. 2146— 2156. AI Fünftes Kapitel. Nueſreihuns und Minderung der Ein⸗ tragungen 8.. 2157— 2165. . Sechstes Kapitel. Wirkung der Vorzugsvechte und Unter⸗ 1 pfänder wider Dritte.. 2166— 2179. . Siebentes Kapitel. Stsfauns der Pomhugs⸗ und Unter⸗ küleit 1 pfands⸗Rechte—.. 2180. tiiet! 3 Achtes Kapitel. Art ſein Eigenthum von Vorzugs⸗ und kit 3 Unterpfands⸗ Rechten zu entledigen. 2181— 2192. n —. Neuntes Kapitel. Art die Güter der Ehegatten und Vor⸗: zyti münder, auf welche nichts eingetragen iſt, zu entladen ſditte - 2193— 2195. Zehntes Kapitel. Oeffnung der Bücher und Verantwort⸗ lichkeit der Pfandſchreiber...„. 2196— 2203. 1 Neunzehnter Titel. Von dem Gerichtszugriff und der Rangordnung der Glaͤubiger. 2204— 2217. lien ſtts Kapitel. Gerichtszugriff auf Liegenſchaften zun 2204— 2217. ift „ Auf Fahrniß... 2217 4— g. Lan Inhalts⸗ Anzeige. 4 XXXVII c. Zweytes Kapitel. Von Vertheilung des Erlöſes unter meh⸗ Wh) rere Gläubiger—. 2218 a— b. niß 3. Zwanzigſter Titel. Von der Verjäͤhrung 2219— 2 281. nihi Erſtes Kapitel. Allgemeine Verfügungen 2219— 2227. 2lc. Zweytes Kapitel. Eigenſchaften des Beſizes 2228— 2235 a. rſchaften Drittes Kapitel. Urſachen, welche die Verjährung hin⸗ 2¹03. dern.. 2256— 2241 a. der und Viertes Kap itel. urſachen, welche ihren Lauf unterbrechen 4. 2106. oder einſtellen.. 2242. bewahrt Erſter Abſchnit. Unterbrechung derſelben 2262— 2250. — ul5. Zweyter Abſchnit. Stillſtand derſelben 2251— 2259. — 2. Fünftes Kapitel. Zur Verjährung erforderliche Zeit 4-— 2²0. 2260— 2282. 121. 2123. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfügungen 2260. 2261. 212 Zweyter Abſchnitt. Dreyßigjährige Verjährung 4— 2¹ 1 2262— 2264. der untne Dritter Abſchnitt. Zehn⸗und zwanzigjährige 2265— 2270. 54— 215 Vierter Abſchnitt. Einigs bejande Arten der Verzjäh⸗ Unterpfin rung... 2271— 2281. 46— 2156. g der Ei 57— 24 2 A n h an g. a la Von den Handelsgeſezen. 166— 217 und Unte Einleitung. Allgemeine Verfuͤgungen 1— 1 b. 216 Erſter Titel. Von dem Handelsſtand 2—7 e. rzugs⸗ un Erſtes Kapitel. Handelsherrn.. 2— 7. 881— 23*Zweytes Kapitel. Handelsver walter und Diener 7a— e. en und Ta Zweyter Titel. Von den Handelsbuͤchern 8— 17. aden Dritter Titel. Von Geſellſchaften 18— 64. 95— 299 Erſtes Kapitel. Verſchiedene Gattungen der Geſellſchaften Veranttvor 18— 50. 95- 2unf Zweytes Kapitel. Strittigkeiten zwiſchen Geſellſchaften wgriff umd. 61— 64 =ar Vierter Titel. Von der ehelichen Guͤter⸗ Aſonde, rung.... 65— 7 en 94 Fuͤnfter Titel. Von Handlungs⸗ Boͤrſen Wechſel⸗ 1 42 Waaren⸗Maͤklern.... 71— 90. 2¹⁷1 4—5, N XXXVII Inhalts⸗Anzeige. Erſtes Kapitel. Handlungs⸗Börſen. 71— 75. Zweytes Kapitel. Wechſel⸗ und Waaren⸗Mäkler 74— 90. Sechster Titel. Von Zwiſchenhaͤndlern 91— 108. Erſtes Kapitel. Kaufbeſorger. 92 aa— 95. Zweytes Kapitel. Waarenverſender. 96— 102. Drittes Kapitel. Fuhrleute—. 103— 108. Siebenter Titel. Von Handelsverbindlichkeiten 109. Achter Titel. Von Wechſeln. 10— 169. Erſtes Kapitel. Gezogene Wechſel. 210— 166. Erſter Abſchnitt. Deren Form. rro— r4c. Zweyter Abſchnitt. Deren Bedeckungen und Bericht⸗Briefe 115— 117 f. Dritter Abſchnitt. Deren Annahme 118— 125 b. Vierter Abſchnitt. Freundes Annahme 126— 128. Fünfter Abſchnitt. Verfallzeit 1229 155. Sechster Abſchnitt. Wechſel⸗Zuſchreibung 156— 139. Siebenter Abſchnitt. Sammt⸗Verbindlichkeit 140. Achter Abſchnitt. Wechſelbürgſchaft. 141. 142. Neunter Abſchnitt. Zahlung. 145— 157 b. Zehnter Abſchnitt. Freundes⸗Zahlung 158— 159. Eilfter Abſchnitt. Rechte und Verbindlichkeiten des Inhabers.. 160— 172. Zwölfter Abſchnitt. Abſagſtheine. 175— 176. Dreyzehender Abſchnitt. Rückwechſel 177— 186. * Vierzehenter Abſchnitt. Wechſelverlängerung . 186 a— c. * Fünfzehender Abſchnitt. Wirkung der Wechſel hee 186 aa— ac. Zweytes Kapitel. Eigene Wechſel.. 187. 188. Drittes Kapitel. Verjährung der Wechſel. 189. *Neunter Titel. Von Handelszetteln 190— 205. *Erſtes Kapitel. Allgemeine Verfügungen 190— 193. * Zweytes Kapitel. Zettel auf benannte Perſonen 194½— 1938. * Drittes Kapitel. Zettel auf Inhaber. 199— 205. Zehnter Titel. Vom Zahlungsunvermoͤgen der Han⸗ delsleute.. 1. 206— 249. Erſtes Kapitel. Ausbruch des Zahlungsunvermögens 206— 217. 1SA 4—G 91— 10, 244— 4 96— 101 145— ℳ eiten 109, 0— 110— 1 110— 2 46 ericht⸗Viſ 115— unj 18— 135 126— 12)* 15 156— 5 chkeit 19 1 t. 18 14— hb 159— lichkeiten d 160— n 173— M 177- A gerung 186 4—, Wechſel 6 a1— 187, 18 h 9s— 205 90— 19 onen — ℳ 199— 2⁰ der Har⸗ 62 29 nögens 96— 211. Inhalts⸗Anzeige. XXXIX Zweytes Kapitel. Stundungs; und Nachlaß Vergleiche 1 be 218— 227. Drittes Kapitel. Recht der Ehefrauen zahlungsunvermö⸗ gender Handelsleute.... 228— 259. Viertes Kapitel. Zurücknahme der Waaren 240— 249. Eilfter Titel. Von Zahlungsfluͤchtigkeit der Handels⸗ leute. 2... 250— 263. Erftes Kapitel. Leichtſt innige Zahlungsflüchtigkeit 25⁰— 256. 4 Zweytes Kapitel. Boshafte Zahlungsflüchtigkeit 257— 263. Zwoͤlfter Titel. Von der Wiederbefaͤhigung der Zahlungsunvermoͤgenden.. 264— 270. ———⅓ 4 ————— Druckfehler. Seite Zeile Saz G.* 24 v. Oben 7 756 Nro. 5 leſe: Raths ſtatt Rechts. 112 v. Unt. 12 429 leſe Befreiung ſtatt Befreuung⸗ 1 161 b. u. 4 5 72„ d e leſe Beſchraͤnkunge ſtatt Be⸗ 1 32 ſchräkungen. 197 v. u. 6 io cs leſe der gleichen Gattung, ſtatt 89 A. dergleichen Gattung 207 v. u. 11 719 Nach dem Wort Kapitel ſeze zu: — 5 im Titel. 220 b. o. 5 76z a leſe nichtanerkannte ſtatt e. nicht anerkannte 230 v. 9. 11 8063 leſe Erbſtücknehmer ſtatt Erb⸗ nehmer 251 v. u. II 9% leſe Ertpenzekchn s. die ſtatt Erbverzeichniß. Die 245 v. o. 6 875 leſe Rechten jenesee. ſtatt Rich⸗ .—— tern jenes 284 v. u. 5 1045 ieſe mehreren ſtatt mehrere 351 v. o. 4 1304 a leſe fangt ſtatt fangen 356 b. o. 14 1329 leſe eingetragenen ſtatt einge⸗. träagene— 375 v. u. 6 1382 d leſe Thätern ſtatt Thaten 405 v. u. 5 2494 leſe: bey, allen Gemeinſchafts ſtatt bey allen der Gemein⸗ ſchafts 424 b. u. 9 1541 a leſe ausgeſezt ſtatt eingeſezt 424 v. u. 7 leſe von der Frau oder ſtatt von der oder 52 b. u. 11 1983 e leſe behälto der bekommt ſtatt behalten oder bekommen 566 v. u. 2 2085 leſe daſſelbe ſtatt denſelben 581 v. o. 15 2148 N. 4 leſe Werth ſtatt Werths 591 v. u. 4 28181 leſe Buch ſtatt Kauf 3 601 v. o. 11 2199c leſe der in Zeiten ſtatt in Zei⸗ ten der Im Anhang: 626 v. o. 10 1 leſe allen ſtatt aller 658 v. u. 4 125 a leſe Wechſel Friſt ſtatt Wechſel⸗ friſt 661 v. o. 6 236 leſe Indoſſat ſtatt Indoſſant. te. efreang enſtat Be ungen. ttung, ſat ung. itel ſezen. itel. unte ſtit erkannte er ſtatt Er nehmer i6, di ſ iß. Die dc. ſtatt Jih n j enes mehun gen ſtatt einge tragene rhaten neinſchiit— er Gemi chafts eingeſeit u oder ſit er oder kommt ſit ommen enſelben rths 8 ſatt in Zi ten der att Wechſti friſt ndoſſant ———— — 2. Hhe Te, n ed. dſK=dde h., Le u. in Suedtltakee? d htz fehe u. ⸗ — ggee rerpe nna meeu, 6 ehu4 eutii aittin d VMta ia Nie w B pan ſtdum au 8½ 1 an 13 Puſtiu Arün in Jlla ſinug i i ſGeätut Einleitung. Von der Verkuͤndigung, Wirkung, und Anwendung der Geſeze. Saz 1. Da Geſeze werden fuͤr den ganzen Umfang des Staatsgebiets durch die Verkuͤndung des Staarzherrſchers wirkſam. Sie werden in jedem Theil deſſelben von dem Augen⸗ blick an verbindlich, da ihre Verkuͤndung bekannt ſeyn kann. Dieſe ſoll als bekannt angenommen werden: in dem Untergerichts-Bezirk, in welchem die Staats⸗ Regierung beſteht; einen Tag nach der Verkuͤndung; in einem jeden der uͤbrigen Bezirke nach Verlauf jenes einen Tags, und ſo vieler weiteren, als vielmahl zehn Stun⸗ den der Hauptort des Bezirks von dem Ort entfernt iſt, von welchem die Verkuͤndung ausgeht. Zuſaz 2 a. Bey Verordnungen, deren Inhalt nicht ſchon als Vorſchlag, mittelſt einer öffentlichen Verhandlung darüber, vor der Verkündung allgemein hat bek kannt ſeyn können, wird jene Friſt erſt von Ablauf des dreyſigſten Tags, nach Erſcheinung derſelben im Regierungsblatt gezählt, wenn ſie nicht namentlich eine kürzere oder längere Friſt beſtimmen. Geſezbuch. A 8 Verkündigung, Wirkung, Anwendung d. Geſetze. 1 b. Für bekannt angenommene Geſeze ſoll jedermann wiſſen: deren Nichtwiſſen oder Falſchwiſſen ſchadet ſonohſ im Verluſt als im Gewinn. 2. Das Geſez verfuͤgt nur fuͤr die Zukunft; es hat keine ruͤckwirkende Kraft. 2 a. Seine Verfügung hat ſtets die ſtillſchweigende Bedingung, daß der Wille des Geſezgebers zur Zeit, wo die Anwendung in Frage kommt, noch unabgeändert beſtehe. 2 b. Künftige Folgen einer vergangenen Begebenheit, wozu ein früheres Geſez das Recht gegeben hatte, kann ein ſpäteres än⸗ dern, ohne rückwirkend zu ſeyn, ſo lang es nur noch zwiſchen ein⸗ tritt, ehe der Fall entſteht, der die Folgen erzeugt. 2 c. Auslegungen des Geſezgebers haben nicht mehr Rückwir⸗ kung als Geſeze ſelbſt; ſie können aber da, wo einem Richter das ältere Geſez dunkel oder zweydentig iſt, von ihm als Richtſchnur ſei⸗ ner Beſtimmung berückſichtet werden, auch für Fälle, die vor der Verkündung der Auslegung ſich zutrugen. 3. Die Polizey⸗ und Sicherheits⸗Geſeze verbinden Jeden, der auf dem Staats⸗Gebiet ſich aufhaͤlt. Die Liegenſchaften, auch jene nicht ausgenommen, welche Auslaͤnder inne haben, werden in allen Faͤllen nach den inlaͤndiſchen Geſezen gerichtet. Die Geſeze, welche den Zuſtand und die Rechtsfäͤhig⸗ keit der Perſonen beſtimmen, erſtrecken ſich auf die In⸗ laͤnder ſelbſt alsdann, wann ſie im Ausland ſich auf⸗ halten⸗ 3 a. Die Geſeze über das Gerichts⸗Verfahren, und jene über Form und Gültigkeit der im Land verrichteten Rechtsgeſchäfte, ſind anwendbar auf den Inländer und Ausländer. 4 R. wann diſen, dalnſezn ſ aRA MM9, ureee, de Voͤingu, dung in dung a- enheit, en n ſpäͤterts i zwiſchen nehr Rüte n Nichter Richtſchnure , die bor e verliddar jhalt. Sgenommen Fäͤllen uah Rechtsfähi⸗ zuf die Je d ſich dun und jene ihr geſhäfte ſ — 2a. Siad. Lzn, n ue, . haden, dadu a 4. 4 ßi uu as in i riet dus uſſa, 1 Aeheöur soᷓ T, Guto Verkündigung, Wirkung, Anwendung d. Geſeze. 3 4. Ein Richter, der ſich weigert einen Beſcheid zu geben, unter dem Vorwand, daß das Geſez den Fall un⸗ beruͤhrt laſſe, daß es dunkel oder unzulaͤnglich ſey, kann auf Juſtizverſagung belangt werden. 4 a. Der Richter, wo ihm ein beſtimmter Ausſpruch des Ge⸗ ſezes mangelt, muß auf Grund und Zweck des Geſezes, ſo weit ſie aus ihm ſelbſt erkennbar ſind; ſodann auf den Geiſt des Geſezbuchs, wie er aus der Zuſammenſtimmung ſeiner einzelnen Verfügungen her⸗ vorgeht; nachmals auf die Rechtsähnlichkeit, die aus einzelnen Verfügungen über verwandte Gegenſtände zu entnehmen iſt; lezt⸗ lich auf die Angaben des natürlichen Rechts über einen ſolchen Fall, ſeine Entſcheidung gründen.. 4 b. Der Nichter darf das römiſche Recht in vergleichende Rück⸗ ſicht nehmen, um für Fälle, wo es darauf ankommen kann, zu er⸗ meſſen, was nach dem Beyſpiel andrer Geſezgebungen für natürliche Rechtsfolge gewiſſer Verhältniſſe angeſehen werde; aber nicht um ge⸗ ſezliche Entſcheidungs⸗Gründe daraus zu ſchöpfen, oder Berufungen der Parthieen auf ſolches zuzulaſſen. 5. Dem Richter iſt nicht erlaubt in der Form allge⸗ meinwirkſamer Vorſchriften oder gemeiner Beſcheide die ihm vorkommenden Rechtsſtrittigkeiten zu entſcheiden⸗ 6. Von ſolchen Geſezen, welche die Handhabung der öͤffentlichen Ordnung und der guten Sitten zum Zweck ha⸗ ben koͤnnen Vertraͤge der Unterthanen keine Ausnahme be⸗ gruͤnden. 6 a. Jeder Saz dieſes Geſezbuchs ſagt alles, was in Bezug auf bürgerliche Rechtsverhältniſſe in dem Umfang ſeiner Worte unmittelbar oder durch folgerichtige Ableitung gefunden werden kann, ſo weit nicht andre Säze deſſelben im Wege ſtehen⸗ 3 6 b. Was kein Saz dieſes Geſezes geradezu oder folgweiſe ſagt, iſt in Beziehung auf das bürgerliche Recht nicht Geſez A 2 . 4 Verkündigung, Wirkung, Anwendung d. Geſeze⸗ mehr, möge es nun vorhin aus gemeinen oder Landesgeſetzen, aus Gewohnheiten oder Rechtsmeinungen als geſezlich gegolten haben. 6 c. Spätere allgemeine Geſeze heben jene nicht auf, die für einzelne Gattungen der Staats⸗Angehörigen oder ihrer Handlungen früher von der nemlichen Staatsgewalt gegeben wur⸗ den, ſoweit nicht die Abſicht des Geſezes auch ſie aufzuheben gerade zu oder durch nothwendige Folge aus dem Verordneten darinn aus⸗ geſprochen iſt. 6 d. Das Herkommen kann niemals einen muthmaslichen Willen des Geſezgebers über Aufhebung der Freyheit der Handlungen, welche das geſchriebene Recht dem Staatsbürger läßt, oder über die Aufhebung der Wirkſamkeit der Geſeze ausdrucken, mithin weder Rechte ſchaffen noch abſchaffen: es druckt aber für alle Fälle, wo die Art und Weiſe in dem Umfang und Gebrauch eines Rechts in Frage ſteht, über welche Geſeze oder Verträge nicht Maas geben, den muthmaslichen Willen des Geſezgebers oder der Vertrags⸗ Perſonen aus, wenn es gehörig vereigenſchaftet und bewieſen iſt. 6 e. Aeltere Provinz⸗ und Ortsgeſeze, welche ihre geſezliche Kraft durch dieſes Geſezbuch verlieren, dienen als Urkunden des vorigen Herkommens, da wo es auf dieſes ankommen kann. 6. f. Uebrigens gilt für Herkommen nur diejenige Handlungs⸗ weiſe, welche zu verſchiedenen Zeiten von verſchiedenen Perſonen, in Meinung Recht zu thun, offenkundig, gleichartig, und durch we⸗ nigſtens zehn Jahre ununterbrochen geübt ward. 6 g. Natürliche Verbindlichkeiten, welche nicht mittelbar oder unmittelbar in das bürgerliche Geſez aufgenommen ſind, wirken zwar weder Anſprache noch Forderung an Andere; ſie wirken jedoch daß derjenige, der ihnen gemäs etwas gethan oder gegeben hat, es nicht 4 76ℳ, k. ſezen, Als haben. taf, N ſ, G,9„G Vden, e. oder ihrer heben wur⸗ een gerade arinn aus⸗ thmaslichen dandlungen der über i-. nithin wan ralle Filt, eines Reit Maas gebnn. er Vertrag vieſen iſ. re geſtgit Urkunden d kann. e Handlunge Perſonen, i nd durch w nittelbar cr „wirken zi in jidoch di hat, es ni 8 — d nar 1 ii ſir wiß 6 jmda r Acu b teun u inrſa gutt u Tueddung ru dj ſe on i ſa emn ſhrn ſar zſ Verkündigung, Wirkung, Anwendung d. Geſeze. 5 wieder anfechten oder zurückrufen könne, wenn nicht die Befugniß dazu für ſolchen Fall durch das bürgerliche Geſez beſonders begrün⸗ det iſt. 6 h. Wo das Geſez ſagt, ein gewiſſer Vorgang ſolle dieſe und jene Veränderung im Rechtsverhältniß der Staatsbürger nach ſich ziehen; da entſcheidet es damit nur die Pflicht des Richters auf dieſe Verän⸗ derung zu erkennen, wirkt jedoch noch keineswegs die Rechtsfolgen einer ſolchen Veränderung für ſich, und ehe das Erkenntniß des Richters geſucht und ertheilt worden iſt, wenn nicht dazu geſezt iſt, daß eine Anordnung kraft Geſezes eintreten ſolle: dieſes hat allein zur Folge, daß zu ihrer durchgängigen Wirkſamkeit, es nichts weiter bedürfe. 6. i. Aenderungen in den veranlaſſenden Umſtänden und Be⸗ weg⸗Gründen eines Geſezes heben niemals deſſen Verbindlichkeit auf, ſo lang ein neues Geſez dieſe Aufhebung nicht ausſpricht; wo es aber für einen einzelnen Fall zweifelhaft wird, ob er unter ein ſolches Ge⸗ ſez gehörig ſey, da mögen ſie den Richter zur Nichtanwendung deſ⸗ ſelben beſtimmen. 6. k. Wird für gewiſſe Willens⸗Erklärungen, Verbindlichkeits⸗ Uebernahmen, oder Beurkundungen ein beſtimmtes Verfahren von dem Geſez vorgeſchrieben, und es wird ſolches bey einem Rechts⸗Geſchäft mangelhaft befunden, ſo wird die Wirkſamkeit oder Unwirkſamkeit deſſelben im Ganzen und in einzelnen Theilen von dem Ermeſſen des Richters abhängig, das ſich darnach beſtimmt, ob und wie weit damit dennoch die Abſicht des Geſezes erreichbar ſey: durchgehends nich⸗ tig iſt es nur alsdann, wann auf die Nichtbeobachtung ausdrücklich die Nichtigkeit geſetzt, oder das Verfahren für eine nothwendige Fey⸗ erlichkeit oder Förmlichkeit erklärt iſt. 6. 1. Verbietet das Geſez gewiſſe Willens⸗Erklärungen oder Verbindlichkeits⸗Uebernahmen, es ſey nun durchaus oder unter Um⸗ 6 Verkündigung, Wirkung, Anwendung d. Geſeze ſtänden; ſo iſt die dawider erfolgte Handlung nichtig, wenn ſie das Geſez nicht für dennoch beſtehend, oder für blos ſtrafbar erklärt. 6. m. Die Nichtigkeit aus der Uebertretung eines ſolchen Geſezes, welches eine Verbindlichkeits⸗Uebernahme auf gewiſſe Summen beſchränkt, trifft nur das Ueberſchieſſende. 6. n. Die Nichtigkeit aus der Uebertretung eines Geſezes, wel⸗ iche nur einen Theil eines vorliegenden Geſchäfts trifft, ſchadet den übrigen Theilen nichts, wenn das Geſchäft theilbar iſt, und theilweiſe beſtehen kann. 6. o. Nichtigkeiten, welche das Geſez lediglich zum Vortheil ein⸗ zelner Staatsbürger einführt, können nur allein von dieſen, auch von ihren Erben und Rechtsfolgern, ſofern ſolche nicht namentlich ausge⸗ ſchloſſen ſind, geltend gemacht werden, keineswegs von Gegenbe⸗ theiligten. Erſtes Buch. Von den Perſonen. Erſter Tirel. Von dem Genuß und Verluſt der buͤrgerlichen Rechte. 25 Erſtes Kapitel. Von dem Genuß der buͤrgerlichen Rechte. 7. Da Ausuͤbung der buͤrgerlichen Rechte iſt von der Eigenſchaft eines Staatsbuͤrgers unabhaͤngig. Leztere er⸗ wirbt und behaͤlt man nur nach den Vorſchriften der Staats⸗ Grundgeſeze. — enn ſiedaz erklart. hen Geas Sumnnn czes, wel⸗ chadet den theilweiſ Vortheil in n, auch bit ntlich anig en Gegrnte eh. hen Rech Rechte iſt bon der Lezterr e⸗ der Etnae — anc ger T ¹ Krrrrnr Nadermhd and r ſi 10, ½ in iiſ I. B. I. T. Genuß u. Verluſt d. bürgerl. Rechte. 5 3. Jeder Inlaͤnder ſoll der buͤrgerlichen Rechte genießen. 9. Wer im Land von einem Fremden gebohren iſt, iſt berechtigt, innerhalb eines Jahrs nach ſeiner Volljaͤh⸗ rigkeit die rechtliche Eigenſchaft eines Inlaͤnders in An⸗ ſpruch zu nehmen; nur muß er zugleich, wenn er im Land ſich aufhaͤlt, erklaͤren, daß er darinn ſeinen Wohnſitz auf⸗ zuſchlagen gedenke, und, wenn er in einem fremden Land ſich befindet, das Verſprechen von ſich geben, daß er ſeinen Wohnſitz im Land aufſchlagen wolle, und in Jahresfriſt nach gethanem Verſprechen ſich wirklich dort niederlaſſen. 9. a. Dieſer Anſpruch unterliegt jedoch dem Ermeſſen der Staats⸗ Regierung, über deſſen Zulaſſung oder Verweigerung, ſo oft dieſer Fremde in einem andern Staat ein angebornes Staatsbürgerrecht oder ſichere Heimath hat. 1 10. Jedes Kind, das in einem fremden Land von ei⸗ nem hieſigen Inlaͤnder geboren wird, iſt Inlaͤnder. Hatte der Vater die rechtliche Eigenſchaft eines In⸗ laͤnders verloren, ſo kann das Kind allezeit durch Erfuͤl⸗ lung der im 9ten Saz vorgeſchriebenen Bedingungen dieſe Eigenſchaft wieder erlangen. 11. Der Fremde gsnießt im Land die gleichen buͤrger⸗ lichen Rechte, welche das Ausland, zu welchem er gehöͤrt, dem hieſigen durch Vertraͤge eingeraͤumt hat, oder einraͤu⸗ men wird. 19. Eine Fremde, die ſich mit einem Inlaͤnder ver⸗ heyrathet, folgt dem Zuſtand ihres Mannes. I. B. I. T. Genuß u. Verluſt d. bürgerl. Rechte. 15. Der Fremde, dem der Staatsherrſcher erlaubt, ſeinen Wohnſiz im Land aufzuſchlagen, ſoll, ſo lang er daſelbſt wohnt, aller buͤrgerlichen Rechte genieſſen. 14. Der Fremde, auch wenn er auswaͤrts ſich wieder aufhaͤlt, kann vor die inlaͤndiſchen Gerichte geladen wer⸗ den, um Verbindlichkeiten zu erfuͤllen, die er im Land ge⸗ gen einen Inlaͤnder uͤbernommen hat. Er kann ebenfalls vor inlaͤndiſche Gerichte wegen ſolcher Verbindlichkeiten gezogen werden, die er in einem fremden Lande gegen ei⸗ nen Inlaͤnder eingegangen hat. 15. Ein Inlaͤnder kann im Land vor Gericht gezo⸗ gen werden, wegen Verbindlichkeiten, welche er in einem fremden Land, ſelbſt mit einem Fremden eingegangen hat. 16. Jeder fremde Klaͤger muß ohne Unterſchied der Gegenſtaͤnde,[nur Handlungsſachen ausgenommen] fuͤr den Erſaz der Prozeßkoſten, auch fuͤr etwaige Entſchaͤdi⸗ gung Sicherheit ſtellen, es ſey dann, daß er Liegenſchaften im Land beſize, deren Werth dieſe Zahlungen ſicher ſtellt. Zweytes Kapitel. * Von dem Verluſt der buͤrgerlichen Rechte. Erſter Abſchnitt. Von dem Verluſt der buͤrgerlichen Rechte, in ſoweit er aus dem Verluſt der rechtlichen Eigenſchaft eines Inlaͤnders entſteht. ¹7. Man hoͤrt auf, Inlaͤnder zu ſeyn: 7+———— 2 te. erlaubt, dlang eècpx ſen. ſich wiede i. S. ie. uue N h 2h, Aan; 2 n, een,e 7e, ,, 225 ae? een, 2 efet. dbenſals A2f e, adl lichleitn degegen A zericht geg⸗ eer in einm gangen ſu. neerſchied w nommen ſt ge Entſche Liegenſchin en ſicher ſi hen Ree e, in ſöwtit ſigenſchi — 4—————————8————— b.——— ——==——=— 2 S”S—Y;— ₰½==—— ————————— ¶————— —.——————————— ——. — „ D. 3 J. B. J. T. Genuß u. Verluſt d. bürgerl. Rechte. 9— ¹.) durch das Staats⸗ Buͤrgerrecht, das man in ei⸗ nem fremden Land erlangt; 2.) durch eine von dem Staatsherrſcher nicht geneh⸗ migte Annahme oͤffentlicher, von einer fremden Regierung uͤbertragener Amtsverrichtungen; 3.) endlich durch jede Niederlaſſung in einem fremden Land, ohne Abſicht, zuruͤckzukehren⸗ Eine Handels⸗Niederlaſſung gilt niemals ii Abſicht, nicht zuruͤckzukehren⸗ 16. Ein Inlaͤnder, der dieſe rechtliche Eigenſchaft verloren hat, kann ſie jederzeit wieder erlangen, wenn er mit Erlaubniß des Staatsherrſchers ins Land zuruͤckkehrt, und erklaͤrt, daß er ſich daſelbſt ſezen wolle, und daß er auf jede mit den inlaͤndiſchen Geſezen im Widerſpruch ſtehende Auszeichnung Verzicht thue. 19. Eine Inlaͤnderin, die einen Fremden heyrathet, folgt dem Zuſtand ihres Mannes. Verliert ſie ihren Mann, ſo erhaͤlt ſie die rechtliche Eigenſchaft einer Inlaͤnderin wieder, vorausgeſezt, daß ſie entweder noch im Land ſich aufhaͤlt, oder mit obrigkeit⸗ licher Erlaubniß dahin zuruͤckkehrt, und erklaͤrt, daß ſie ſich dort ſezen wolle. 20. Wer in den Faͤllen des z0ten, ꝛ8ten und 19ten Sazes die rechtliche Eigenſchaft eines Inlaͤnders wieder erhaͤlt, kann ſie nicht eher geltend machen, als bis er die Bedingungen dieſer Saͤze erfuͤllt, und nur um ſolche Rechte auszuuͤben, die ihm nach dieſem Zeitpunkt an⸗ fallen.— v 20 I. B. I. T. Genuß u. Verluſt d. bürgerl. Rechte. 21. Ein Inlaͤnder, der ohne Erlaubniß des Staats⸗ herrſchers Kriegsdienſte im Ausland nimmt, oder einer fremden Kriegskoͤrperſchaft ſich einverleiben laͤßt, verliert das Recht eines Inlaͤnders. Err kann nur mit Erlaubniß des Staatsherrſchers ins Land zuruͤckkehren, und das Eingeborenheits⸗Recht nur dann wieder erhalten, wann er die Bedingungen er⸗ fuͤllt, die desfalls dem Fremden auferlegt ſind; alles mit Vorbehalt der geſezlichen Strafen, wider jene Eingebor⸗ nen, die wider ihr Vaterland die Waffen getragen haben, oder ſie in der Folge tragen werden. Zweyter Abſchnitt. Von dem Verluſt der buͤrgerlichen Rechte, als Folge gerichtlicher Verurtheilung. 22. Die Verurtheilung zu ſolchen Strafen, deren Wirkung den Verurtheilten aller Theilnahme an den nach⸗ benannten buͤrgerlichen Rechten ausſchließt, ziehet den buͤrgerlichen Tod nach ſich. 23. Die Verurtheilung zum natuͤrlichen Tod zieht den buͤrgerlichen nach ſich. 24. Die uͤbrigen lebenslaͤnglichen Leibesſtrafen ziehen den buͤrgerlichen Tod nur in ſo fern nach ſich, als ein Ge⸗ ſez dieſe Wirkung damit verbindet. — 25. Durch den buͤrgerlichen Tod verliert der Verur⸗ theilte das Eigenthum an allen ſeinen Guͤtern. Die Nach⸗ folge in ſeinem Vermoͤgen wird den Erben eroͤffnet, und ——·— 7.—. 2 3 dingungn e ſind; älez 1 jene Einge getragen hh Rechte, eilung. ttrafen, d ne an denn. ßt, zieh Sa NMd, 2, o, /ufo. ro 3 besſtrafen zit ich, als int liert der Ver tern. Diht e erüffut, u =———— ——————— ——————.————— ———————— S ½—— —————————— —=———=———— — din dene ſend ſe I. B. I. T. Genuß u. Verluſt d. bürgerl. Rechke. 11 ſeine Guͤter verfallen auf ſie eben ſo, als waͤre er natuͤrlich und ohne letzten Willen geſtorben. Er kann nachher weder ſelbſt erben, noch das Vermoͤ⸗ gen, das er in der Folge erwirbt, auf andere vererben. Er kann uͤber ſeine Guͤter im Ganzen und im Einzel⸗ nen nichts verfuͤgen, weder durch Schenkungen unter Le⸗ benden, noch durch lezten Willen; auch kann er auf dieſe Weiſe nichts empfangen, es ſey dann zum Lebens⸗Unter⸗ halt. Er kann weder zum Vormund ernannt werden, noch zu Verrichtungen mitwirken, die ſich auf die Vormund⸗ ſchaft beziehen. Er kann nicht Zeuge fuͤr eine feyerliche oder beglaubte Beurkundung ſeyn, noch bey Gericht als Zeuge angenom⸗ men werden. Er kann bey Gericht als Klaͤger oder Beklagter nicht ſelbſt auftreten: in ſeinem Namen muß ein beſonderer Pfleger handeln, den ihm das Gericht ernennt, vor wel⸗ ches die Klage gehoͤrt. Er iſt unfaͤhig, eine Heyrath zu ſchließen, die irgend ei⸗ ne buͤrgerliche Wirkung hervorbringe. 4 Eine Heyrath, die er vorher geſchloſſen hatte„iſt in Beziehung auf alle buͤrgerlichen Wirkungen aufgeloͤßt. Sein Ehegatte und ſeine Erben koͤnnen, jedes fuͤr ſei— nen Theil, die Rechte ausuͤben, und die Klagen anſtellen, denen ſein natuͤrlicher Tod wuͤrde Platz gemacht haben. 26. Die Verurtheilungen auf vorgaͤngiges Verhoͤr zie⸗ hen den buͤrgerlichen Tod nur von dem Tag an nach ſich, da ſie an der Perſon oder im Bildniß vollzogen worden ſind⸗ 12 I. B. I. T. Genuß u. Verluſt d. bürgerl. Rechte. 26. a. Für eine im Bildniß vollzogene Strafe gilt die Schlagung des Namens an den Galgen, oder die Verkündung des Urthels ſtatt Vollzugs in den geeigneten Landesblättern. 27. Die Verurtheilungen der ungehorſam Ausbleiben⸗ den wirken den buͤrgerlichen Tod erſt nach Ablauf der naͤchſten fuͤnf Jahre nach Vollzug des Urtheils im Bildniß. In der Zwiſchenzeit darf der Verurtheilte ſich noch ſtellen. 23. Diejenigen, die als Ungehorſam Ausgebliebene ver⸗ urtheilt ſind, bleiben waͤhrend jener fuͤnf Jahre, oder bis ſie inzwiſchen ſich ſtellen, oder in Verhaft genommen wer⸗ den, von der Ausuͤbung der buͤrgerlichen Rechte ausge⸗ ſchloſſen. Die Verwaltung ihrer Guͤter und die Ausuͤbung ihrer Rechte richtet ſich nach dem Geſez uͤber Abweſende. 29. Wenn derjenige, der als ungehorſam Ausgebliebe⸗ ner verurtheilt wird, ſich in fuͤnf Jahren, von dem Tag des Urtheils⸗Vollzugs zu rechnen, freywillig ſtellt, oder in die⸗ ſer Zwiſchenzeit ergriffen und verhaftet wird, ſo iſt das Urtheil hierdurch kraft Geſezes unkraͤftig geworden; der Angeklagte ſoll in den Beſiz ſeiner Guͤter wieder eingeſezt, und aufs neue gerichtet werden: wuͤrde er durch dieſen neuen Rechtsſpruch zu der vorigen, oder auch zu einer an⸗ dern Strafe, die gleichfalls den buͤrgerlichen Tod nach ſich zieht, verurtheilt, ſo ſoll dieſe nur von dem Tag an ſtatt ha⸗ ben, an welchem das zweyte Urtheil vollzogen wurde. 30. Wenn derjenige, der als ungehorſam ausgeblie⸗ ben, verurtheilt war, ſich erſt nach fuͤnf Jahren ſtellt, oder zur Haft gebracht, und nun durch das neue Urtheil ——— te. d Scllagung urthels gu luöbleiber blauf de Sidniß h ſtellen ebene ber⸗ oder bis mnen wer⸗ eausge⸗ ung ihrer de. sgebliebe⸗ n Tag des der in die ſo iſt des rden; dar eingeſezt urch dieſe einer an⸗ d nach ſic an ſtatt ha⸗ wurde. ausgelli⸗ hren ſilt, eue lithel 1 1 1 Seee. 2.& teo, zu. e,eer eeru eeiizun 2422 E SFc Td., an e 31 ſt w gneeg iner thande erier in d jarah ichen J. B. I. T. Genuß u. Verluſt d. bürgerl. Rechte. 15 4 losgeſprochen, oder nur zu einer Strafe verurthe eilt wird, die den buͤrgerlichen Tod nicht nach ſich zieht; ſo tritt er fuͤr die Zukunft und von dem Tag an, da er wieder bey Gericht erſchienen iſt, in den vollen Genuß ſeiner buͤrger⸗ lichen Rechte wieder ein; aber das erſte Urtheil behaͤlt fuͤr das Vergangene alle Wirkungen, welche in der Zwiſchenzeit vom Ablauf der fuͤnf Jahre an bis zum Tag ſeiner Er⸗ ſcheinung vor Gericht als Folgen des buͤrgerlichen Todes eingetreten ſind. 31. Stirbt der abweſend Verurtheilte in der Gnaden⸗ Friſt von fuͤnf Jahren, ohne ſich geſtellt zu haben, auch ohne ergriffen und verhaftet worden zu ſeyn; ſo wird er als Einer, der im unverlezten Rechtszuſtand geſtorben iſt, behandelt. Das Urtheil uͤber das ungehorſame Ausbleiben verliert alle Rechtswirkung. Der Anſprache des beſchaͤdig⸗ ten Theils geſchieht gleichwohl dadurch kein Abbruch; ſie kann aber wider die Erben des Verurtheilten nur im buͤrger⸗ lichen Rechtsweg erhoben werden. 32. In keinem Fall ſezt die bloße Verjaͤhrung der Strafe den Verurtheilten in ſeine bͤrgerlichen Rechte fuͤr die Zukunft wieder ein. 35. Die Guͤter, welche ein buͤrgerlich Todter erwirbt, und in deren Beſiz er am Tag ſeines natuͤrlichen Todes iſt, fallen dem Staat kraft des Rechts auf Erblos⸗Gut anheim. Dem Staats⸗Oberhaupt ſteht frey, zum Vortheil der Wittwe, der Kinder, oder der Verwandten des Verur⸗ theilten hieruͤber jene Verfuͤgungen zu treffen, die ihm die Menſchlichkeit einfloͤßen wird. 24 I. B. H. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. Zweyter Titel. Von den Beurkundungen des buͤrgerlichen Stands. Erſtes Kapitel. Allgemeine Verfuͤgungen. 34. Die Beurkundungen des buͤrgerlichen Stands muͤſſen Ort, Jahr, Tag und Stunde, wo ſie aufgenommen werden, auch die Vornamen, die Geſchlechtsnamen, das Alter, das Gewerb, und den Wohnort aller derjenigen aus⸗ druͤcken, die darinn genannt werden. 35. Die Beamten des buͤrgerlichen Stands duͤrfen den Beurkundungen, die ſie aufnehmen„ weder durch Anmer⸗ kungen noch durch irgend eine andere Art des Ausdrucks etwas einruͤcken, was die Erſcheinenden etwa, ohne dazu vom Geſez aufgefordert zu ſeyn, angeben wuͤrden. 36. In Faͤllen, worinn die B Betheiligten nicht verbun⸗ den ſind, in Perſon zu erſcheinen, duͤrfen ſie ſich durch ei⸗ nen andern vertreten laſſen, der beſondere und offentliche Vollmacht dazu hat. 3). Nux Manns⸗ ⸗Perſpnen, die wenigſtens ein und zwanzig Jahr alt ſind, ſeyen ſie Verwandte oder nicht, duͤrfen bey den Beurkundungen des buͤrgerlichen Stands als Zeugen auftreten: 8 ſe werden von den Betheiligten ſelbſt gewaͤhlt. 38. Der Beamte des buͤrgerlichen Stands muß den erſchienenen Parthien oder ihren Bevollmaͤchtigten und den . 22 1 4,eMA Ked ARerr r Keſe Are Stande. ts 65 1 Etan Ss,,⸗ 2re neiu ae eeurn 4 genommen„ i, e, nen, dae 2no. h igen aus⸗ arfen den M. U3. 2,. Deb? Frdn. c Anmer⸗ Ausdrucks ohne danu lden. icht verhu⸗ ich durch⸗ d oͤffentliht dder nitt 62, iit z, 229 Standö a5 iligten ſelß ds maß dn ten und de ———--— — ſa, u. ugkad on der bürge ten ule u aga 9. g idt tne d 44. rn en ri zfn tift nj 4 tuun. z drd ſedi de giinet 5 dn at denei ridea aheche Achken J. B. II. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. 25 Zeugen die Urkunde vorleſen. Es ſoll in derſelben Meldung von der Erfuͤllung dieſer Foͤrmlichkeit geſchehen. 39. Dieſe Urkunden muͤſſen von den Beamten des buͤrgerlichen Stands, von den erſcheinenden Theilen, und von den Zeugen unterzeichnet werden, oder es muß die Ur⸗ ſache angefuͤhrt ſeyn, welche die Erſchienenen und die Zeugen zu unterzeichnen verhinderte. 40. Die Beurkundungen des buͤrgerlichen Stands ſind in jeder Gemeinde in eine oder mehrere doppelt zu fuͤh⸗ rende Buͤcher einzutragen. 41. Die Buͤcher ſollen vom Bezirks⸗Richter oder ſei⸗ nem Stellvertreter in ununterbrochener Reihe Blattweis mit Ziffern verſehen, mit Handzug beglaubigt, und das erſte und letzte Blatt noch beſonders angegeben werden. 42. Die Beurkundungen ſollen in die Buͤcher hinter⸗ einander ohne leeren Zwiſchenraum eingetragen werden. Durchſtriche und Rand⸗Zuſaͤtze muͤſſen beſonders, eben ſo wie der Hauptinhalt der Urkunde genehmigt und unter⸗ zeichnet werden. Man darf dabey ſich keiner Abkuͤrzungen bedienen, noch Jahr und Tag mit Ziffern ausdruͤcken. 45. Am Ende eines jeden Jahrs ſollen die Buͤcher von dem Beamten des buͤrgerlichen Stands foͤrmlich abgeſchloſ⸗ ſen, und den Monat darauf, eins der Exemplare in der Gemeinds⸗Lade, das andere in der Kanzley des Bezirks niedergelegt werden. 44. Mit der Doppelſchrift der Buͤcher, die bey der gedachten Kanzley zu hinterlegen iſt, ſollen auch die Voll⸗ machten und andere Urkunden, die der Beurkundung des 4 16 IJ. B. II. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. buͤrgerlichen Stands beygefuͤgt werden muͤſſen, allda auf⸗ bewahrt werden, nachdem ſie vorher mit dem Handzug deſſen, der ſie vorlegte, und des Beamten des buͤrgerlichen Stands beglaubigt ſind. 45. Jedermann iſt berechtigt, von denjenigen, welche die Buͤcher des buͤrgerlichen Stands bewahren, Auszuͤge aus ſolchen ſich ausfolgen zu laſſen. Auszuͤge, die als gleichlautend mit den Buͤchern aus⸗ geliefert, und von dem erſten Bezirks-Beamten, oder ſei⸗ nem Stellvertreter, beglaubigt ſind, haben volle Beweis⸗ kraft, ſo lang ſie nicht foͤrmlich als falſch angeklagt werden⸗ 46. Sind ſolche Buͤcher nicht vorhanden, oder abhanden gekommen, ſo iſt der Beweis durch Urkunden ſowohl, als durch Zeugen zuzulaſſen, und es koͤnnen alsdann die Hei⸗ rathen, Geburten und Sterbfaͤlle durch Buͤcher und Pa⸗ piere der verſtorbenen Eltern, wie auch durch Zeugen be⸗ wieſen werden. 47. Jede Urkunde des buͤrgerlichen Stands, ſie mag Inlaͤnder oder Auslaͤnder betreffen, die im Ausland ge⸗ fertigt worden iſt, ſoll volle Beweiskraft haben„wenn ſie in der dort landuͤblichen Form abgefaßt iſt. 48. Alle im Ausland gefertigten Beurkundungen des Buaͤrgerlichen Stands der Inlaͤnder ſind guͤltig, wenn ſie von Staatsgeſchaͤftstraͤgern ihres Heimaths⸗Staats, dieſem Geſez gemaͤß aufgenommen worden ſind. 49. So oft am Rande einer ſchon eingetragenen Be⸗ urkundung einer Andern, die darauf Bezug hat, zu erwaͤh⸗ nen d alda außt Anndzug N xerüchen , welche Auszuͤge ern aus⸗ oder ſei⸗ Beweis⸗ werden. abhanden vohl, als die hei⸗ und Pa⸗ Zeugen be⸗ ds, ſie mag Ausland ge n, wenn ſe ndungen dei g, venn ſe raats, deſen tragtnen Ae t, zuerrit 1 au da duch d dirte unkäi J. B. II. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. 27 nen iſt, ſoll dieſes auf Anſuchen der Betheiligten durch den Beamten des buͤrgerlichen Stands auf den laufenden oder auf den in der Gemeinds⸗Lade aufbewahrten Buͤchern, und durch den Amtsſchreiber auf den bey der Gerichts⸗Kanzley hinterlegten Buͤchern geſchehen. Zu dem Ende ſoll der Be⸗ amte des buͤrgerlichen Stands in den drey naͤchſten Tagen den Kron⸗Anwald des Amtsbezirks hievon benachrichtigen, und dieſer hat dafuͤr Sorge zu tragen, daß die Erwaͤhnung in beyden Buͤchern gleichlautend geſchehe. 50. Jede Uebertretung der vorherigen Artikel, welche von den hierinn benannten verſchiedenen Beamten geſchieht, wird bey demjenigen Gericht eingeklagt, unter welchem ſie gerichtspflichtig ſind, und mit einer Geldbuße beſtraft, die nicht uͤber fuͤnfzig Gulden betragen darf. 51. Jeder Bewahrer der Buͤcher iſt wegen jeder Ver⸗ aͤnderung fuͤr den Schaden Erſaz verantwortlich, jedoch mit Vorbehalt des etwa zuſtehenden Ruͤckgrifs auf die Urheber derſelben. 52. Jede Veraͤnderung, jede Verfaͤlſchung in der Beurkundung des buͤrgerlichen Stands, jede Niederſchrei⸗ bung dieſer Urkunde auf ein fliegendes Blatt, oder ſonſt anderswo, als in den dazu beſtimmten Buͤchern, gibt den dazu Betheiligten ein Recht auf SchadensErſaz, ohne Abbruch der im Strafgeſez⸗Buch beſtimmten Strafen. Deer Kron⸗Anwald des Bezirks⸗Gerichts iſt verbunden, den Zuſtand der Buͤcher zur Zeit, da ſie bei der Gerichts⸗ Kanzley niedergelegt werden, zu pruͤfen. Ueber dieſe Pruͤ⸗ fung muß er ein kurzes Protokoll aufſezen, jede Uebertre⸗ Geſezbuch. B 4 48 1. B. HI. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. tung des Geſezes und jedes Verbrechen, das von den Beamten des buͤrgerlichen Stands begangen ſeyn mag, behoͤrigen Orts anzeigen, und auf Verurtheilung in die Geldbußen wider ſie antragen. 544. In allen Faͤllen, wo ein Gericht in erſter Inſtanz uͤber Beurkundungen des buͤrgerlichen Stands urtheilt, koͤnnen die Betheiligten wider den Ausſpruch Rechtsmittel ergreifen, Zweytes Kapitel. 7 Von den Geburts⸗Buͤchern. 55. Jede Geburt ſoll in den erſten drey Tagen nach der Niederkunft dem Beamten des buͤrgerlichen Stands des Orts angezeigt, und das Kind ihm vorgezeigt werden. 56. Die Geburt des Kinds muß von dem Vater, oder in Ermanglung des Vaters von den Aerzten, Wund⸗ oder Heb⸗Aerzten, Hebammen, Krankenwaͤrtern, oder andern Perſonen, die bey der Niederkunft zugegen geweſen ſind, und wenn die Mutter außer ihrem Wohnort nieder⸗ gekommen waͤre, von der Perſon, bey welcher ſie nieder⸗ gekommen iſt, angezeigt werden. Die Geburts⸗Beurkundung ſoll hierauf in Gegenwark zweyer Zeugen gefertigt werden. 57. Die Geburts⸗Beurkundung muß Ort, Tag und Stunde der Geburr, das Geſchlecht des Kinds, die Vornamen, die man geben will, die Vornamen, Ge⸗ ands. ſehn m eilung in = ſter Inſten d ltheilt, Rechtswräde d. rey Tagenn erlichen en rgezeitt ni „ - don dem i. Nerzten, in euwaͤtten, zugegen ga Wohnontin zelcher ſen zuf in Gegn Vornaner, d. — —— 1 taatz⸗ dken, v. kommen, Eit in abait ö 1 4 5 O D 3 — — I. B. I. T. Beurkundungen des bürgerl Stands. 19 ſchlechts-Namen, das Gewerbe und den Wohnort der Eltern, ſo wie jene der Zeugen enthalten. 57. a. Der Name des Vaters kann nur alsdann darinn vor⸗ kommen, wenn das Kind ehelich oder eine Vaterſchaft auſſer der Ehe vom miterſchienenen Vater oder einem beſonders ffentlich Be⸗ vollmächtigten deſſelben zugeſtanden iſt. 58. Jeder, der ein neugebyüracs Kind findet, iſt verbunden, es dem Beamten des buͤrgerlichen Stands mit den Kleidungen und anderm bey dem Kinde vorgefun⸗ denen Geraͤth zu uͤberliefern, und alle Umſtaͤnde der Zeit und des Orts, wo er es gefunden hat, anzugeben. Hieruͤber ſoll ein umſtaͤndliches Protokoll gefertigt werden, das uͤberdieß noch das anſcheinende Alter des Kinds, ſein Geſchlecht, die Namen, die man ihm geben, und die Staatsbehoͤrde, welcher man es aͤberliefern wird, enthalten muß. Das Protokoll ſoll in die Buͤcher eingetragen werden. (59, 60 und 61 betreffen die Geburt auf der See und bleiben als hier Lands unanwendbar weg.) 62. Die Beurkundung der ſpaͤtern Anerkennung eines Kinds ſoll den Buͤchern auf den Tag, da ſie ge⸗ ſchieht, eingetragen, und hievon am Rand der Geburts⸗ Urkunde, wenn eine vorhanden iſt, Meldung gethan werden. 20 1. B. II. T. Beurkandungen des bürgerl. Standd. Drittes Kapitel. Von den Ehe⸗Buͤchern. 63. Vor Schließung der Ehe ſoll der Beamte des huͤrgerlichen Stands zwey Aufgebote mit einem Zwiſchen⸗ raum von acht Tagen, jedes auf einen Sonntag, vor verſammelter Gemeinde, machen. In dieſen Aufgeboten, ſo wie in dem Schein, der hieruͤber gefertigt wird, muͤſſen ausgedruͤckt ſeyn die Vor⸗ namen, die Geſchlechtsnamen, das Gewerbe und die Wohnorte der kuͤnftigen Ehegatten, ihre Volljaͤhrigkeit oder Minderjäͤhrigkeit, endlich die Vornamen, Geſchlechts⸗ Namen, das Gewerbe und die Wohnorte ihrer Eltern. Dieſer Schein muß nebſt dem Ort, Tag und Stunde ausdrücken, wo die Aufgebote geſchehen ſind. Er ſoll in ein eigenes Buch eingeſchrieben werden, welches von Blatt zu Blatt, wie im 41. Saz beſtimmt iſt, mit Zahlen und Handzug verſehen, und am Ende jedes Jahrs in der Gerichtskanzley niedergelegt werden muß. 6 4. Von einem Aufgebot zum andern und waͤhrend der ganzen Zwiſchenzeit von acht Tagen ſoll ein Auszug des Verkuͤndigungs⸗Scheins an der Thuͤre des Gemeinde⸗ Hauſes angeheftet bleiben. Vor dem dritten Tag nach dem zweyten Aufgebot, den Tag dieſes Aufgebots nicht mit einbegr iffen, darf die Ehe nicht geſchloſſen werden. 65. Iſt die Ehe nicht in Jahresfriſt nach der Aufge⸗ bots⸗Zeit geſchloſſen worden, ſo kann ſie nicht mehr ohne neues foͤrmliches Aufgebot eingegangen werden. 66. Die Einſprachen wider eine Heyrath ſollen auf der Urſchrift und der Abſchrift von den Einſprechenden A— dandz. * n. r dmn ene. Zcun, ed, men 2 keeprt. Serhede Sonxngg, mn AMr. Ai earie Ehen, u tſen de de werbe ud d Welſigriße. u, Giſcltz. ter Elten. ag und éw nd. Er il lches bend mit zäl 1 3 Janns in nn und V, S, e e2orua. ak, ſoll ein li des bma ritten t Aufgebetsch loſſen vei nach dri nicht t wehe ſt. e 4 1.. unt M 2o, G 27 5G. B. S. Fr ds. 2, /u De rg16 2 2 Einſorr 4† : — cheg, 59. 3n. Goft. 2 Dſ, Seh 18 tirihrn nſen naſtdn gedt nnd de I. B. II. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. 2¹ oder ihren mit einer beſondern und oͤffentlichen Vollmacht verſehenen Gewalthabern unterzeichnet werden; ſie muͤſſen nebſt einer Abſchrift der Vollmacht den Betheiligten ent— weder zu eigener Hand oder zu ihrem Wohnſitz behaͤndigt, und dem Beamten des buͤrgerlichen Stands, der ſeine Ein⸗ ſicht der Urſchrift darauf zu bemerken hat, vorgezeigt werden.. 67. Der Beaimnte des buͤrgerlichen Stands muß ohne Zeitverluſt die Einſprache in dem Aufgebotsbuch mittelſt einer kurzen Anzeige bemerken. Am Rand des Eintrags dieſer Einſprachen muß er nachmals der Urtheile oder des Aufhebungs⸗Scheins, ſos bald ihm eine Ausfertigung davon zugeſtellt wird, er⸗ waͤhnen. 63. Im Fall einer Einſprache darf der Beamte des buͤrgerlichen Stands, ehe ihm die Aufhebungs⸗Urkunde zu⸗ geſtellt worden iſt, nicht zur Trauung ſchreiten, bey Strafe von Einhundert Fuͤnfzig Gulden, und Leiſtung aller Entſchaͤdigung. 3 69. Sind keine Einſprachen eingelegt worden, ſo ſoll auch hievon in dem Trauungs⸗Schein Erwaͤhnung ge⸗ ſchehen, und wenn Aufgebote der Ehe in mehrern Gemein⸗ den noͤthig waren, ſo ſollen die Verlobten von dem Beam⸗ ten des buͤrgerlichen Stands einer jeden Gemeinde das Zeugniß beybringen, daß keine Einſprache eingelegt wor⸗ den ſey n) b 8 70. Der Beamte des buͤrgerlichen Stands ſoll ſich den Geburtsſchein von jedem der kuͤnftigen Ehegatten vor⸗ 22 I. B. H. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. zeigen laſſen. Derjenige aus ihnen, dem es etwa unmög⸗ lich ſeyn moͤchte, ſich ihn zu verſchaffen, kann ſtatt deſſen einen Kundbarkeits⸗ Schein von der ordentlichen Obrigkeis ſeines Geburts⸗ oder Wöohndre⸗ beybringen. 1. Der Kundbarkeits⸗Schein muß enthalten eine Erklaͤrung von ſieben Zeugen, maͤnnlichen oder weiblichen Geſchlechts, verwandt oder nicht verwandt, uͤber die Vor⸗ namen, den Geſchlechts⸗Namen, das Gewerbe und den Wohnort des kuͤnftigen Ehegatten(auch ſeiner Eltern, wenn ſie bekannt ſind), ſodann uͤber den Ort und ſo viel möglich, die Zeit ſeiner Geburt, und uͤber die Urſachen, die es verhindern, den Geburtsſchein ſelbſt beyzubringen. Die Zeugen muͤſſen den Schein uͤber die Kundbarkeit mit der Orts⸗Obrigkeit unterzeichnen, und waͤren einige unter ihnen des Schreibens unerfahren, oder zu unterzeichnen auſſer Stand, ſo muß auch dieſes angemerkt werden. 72. Der Kundbarkeits⸗Schein muß dem Bezirks⸗Be⸗ amten des Orts, wo die Heirath vor ſich gehen ſoll, vor⸗ gelegt werden. Nach Vernehmung des Kron⸗Anwalds gibt oder verſagt er hierauf ſeine Beſtaͤtigung, je nachdem er die Ausſagen der Zeugen und die Gruͤnde, wegen welcher man den Geburts⸗Schein nicht beibringen kann, zureichend fin⸗ det oder nicht. 75. Der oͤffentliche Schein, welcher die Einwilligung der, der Trauung nicht anwohnenden Eltern oder Gros⸗El⸗ tern oder bey Abgang derſelben, die Einwilligung der Fa⸗ milie enthaͤlt, muß Vornamen, Geſchlechtsnamen, Gewer⸗ be und Wohnort des kuͤnftigen Ehegatten, und aller derjeni⸗ ade. Pwa unnig ſ tatt deſte en Obrig halten ein weiblichen er die Vor⸗ be und da inet Elten, t und ſo t fe Urſachn beyzubiinge undbarkeit n en einige un unterzeihr t werden. m Vezirtän hehen ſol,, a⸗Aawads enachdem e gen welcen „zureicendf v de Eirvilir noder Creit iligun dr zaamen, Ge. Ind alerv. 1 * — 2 4 2₰. 2 — ——- —— I. B. II. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. 25 gen, die zu dem Schein mitwirken, ſo wie den Grad ih⸗ rer Verwandtſchaft ausdruͤcken. 74. Die Ehe ſoll in einer Gemeinde geſchloſſen wer⸗ den, wo einer von beyden Ehegatten ſeinen Wohnſiz hat. In Beziehung auf die Heirath hat man ſeinen Wohnſiz in einer Gemeinde, wenn man ſechs Monate nach einan⸗ der daſelbſt gewohnt hat. 74. a. Sie kann auch an dem Ort, den beede zum Wohnſiz für ihre Ehe erwählt haben, geſchehen.. 75. An dem Tag, den nach Verlauf der Aufgebots⸗ Friſten die Parteyen hiezu beſtimmen, ſoll der Beamte des buͤrgerlichen Stands ihnen, in Beyſeyn von vier Zeu⸗ gen, wozu Verwandte und Nicht⸗Verwandte gewaͤhlt wer⸗ den koͤnnen, die oben angefuͤhrten Scheine, die ſich auf ihren Stand und auf die Foͤrmlichkeiten der Heyrath bezie⸗ hen, ſodann das ſechſte Kapitel des Titels von der Ehe uͤber die wechſelſeitigen Rechte und Pflich⸗ ten der Eheleute vorleſen. Er ſoll ſich von jedem Theil einzeln und nacheinander die Erklaͤrung geben laſ⸗ ſen, daß ſie ſich zur Ehe nehmen wollen. Darnach er⸗ klaͤrt er im Namen des Geſezes, daß ſie durch das Band der Ehe verbunden ſind, und ſezt auf der Stelle hieruͤber den Schein auf. 76. In dem Ehe⸗Schein muͤſſen ausgedruͤckt werden: 1.) Vornamen, Geſchlechts⸗Namen, Gewerbe, Alter, Geburts⸗Orte und Wohnorte der Ehe⸗ gatten; 2.) Deren Volljaͤhrigkeit oder Minderjaͤhrigkeit; de 2 ½. B. II. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. 5.) Vornamen, Geſchlechts⸗Ramen, Gewerbe und Wohnorte der Eltern;; 44.) Einwilligung der Eltern, Gros⸗Eltern, oder der Familie, in dem. Fall, wo z dieſe erfordert wird; weiter 5.) Die Scheine uͤber das ehrerbietige Nachſuchen des elterlichen Rachts, wenn deren gemacht worden; 6.) Die in den verſchiedenen Wohnorten geſchehene Aufgebote. 7.) Die Einſprachen, wenn deren gemacht wurden, und ihre Aufhebung, oder die Bemerkung, daß keine Einſprache geſchehen; 3.) Die Erklaͤrung der Verlobten, daß ſie ſich einander zu Ehegatten nehmen, und der von dem Staats⸗Beamten geſchehene Ausſpruch ihrer ehelichen Verbindung. 9.) Die Vornamen, Geſchlechts⸗Namen, das Al⸗ ter, das Gewerbe und die Wohnorte der Zeu⸗ gen und ihre Erklaͤrung, ob ſie mit den Par⸗ teyen verwandt oder verſchwaͤgert ſeyen, von welcher Seite her, und in welchem Grad. Viertes Kapitel. Von den Todten⸗Buͤchern. 97. Keine Beerdigung darf ohne Erlaubniß des Be⸗ amten des buͤrgerlichen Stands geſchehen. Er ertheilt ſie auf ungeſtempeltem Papier, und unentgeltlich; aber nicht eher, als nachdem er ſich zu dem Verſtorbenen ver fuͤgt ande. Gewerbe m eſe erforde. Nachſuche eren gemach en geſchet macht wun meriung, 3 1 daß ſei hene Audſe Namen, dae . chern Elubniti en. Er u gelich öt ſurban M oöhnarte de ſe ni de gert ſegen, (lchem ön 1 1 1 eer. Leuzoh, d2u. mede, t. üu zs, I nin, 1. B. II. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. 25 hat, um ſich ſeines wirklichen Hinſcheidens zu verſichern, und zweymahl vier und zwanzig Stunden nach dem Hin⸗ ſcheiden verſtrichen ſind. Ausgenommen bleiben jedoch die in den Polizei⸗ Verordnungen beſonders beſtimmten Faͤlle fruͤherer oder ſpaͤterer Beerdigung. 78. Der Todten⸗Schein wird von dem Beamten des buͤrgerlichen Stands auf die Erklaͤrung zweyer Zeugen ge⸗ fertigt; dieſe Zeugen ſollen, wo moͤglich, die zwey naͤch⸗ ſten Verwandten oder Nachbarn ſeyn, oder, wenn jemand auſſer ſeinem Wohnort geſtorben iſt, die Perſon, bey welcher er verſtorben, und ein Verwandter oder ein Anderer. 9. Der Todten⸗Schein muß Vornamen, Geſchlechts⸗ Namen, Alter, Gewerbe und Wohnort des Verſtorbenen enthalten, ferner Vornamen und Geſchlechts Namen des andern Ehegatten, wenn die verſtorbene Perſon verheira⸗ thet, oder im Wittwenſtande war, endlich Vornamen⸗ Geſchlechts⸗Namen, Alter, Gewerbe und Wohnorte der— jenigen, welche dieſe Erklaͤrungen als Zeugen gegeben haben, und wenn ſie Verwandte des Verſtorbenen ſind, zugleich den Grad ihrer Verwandſchaft. Eben dieſer Schein muß ferner, inſoweit man davon Nachricht haben kann, die Vornamen, Geſchlechts⸗Na⸗ men, Gewerbe und Wohnorte der Eltern des Verſtorbenen, nebſt deſſen Geburtsort enthalten. 80. Die Sterbfalle in den Kriegs⸗ und Buͤrger⸗Spi⸗ taͤlern oder andern oͤffentlichen Haͤuſern ſollen die Obern, Aufſeher, Verwalter oder Hausherrn in den naͤchſten vier und zwanzig Stunden dem Beamten des buͤrgerlichen 26 I. B. IHI. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. Stands anzeigen. Dieſer muß, um ſich des Hinſchei⸗ dens zu verſichern, ſich dahin verfuͤgen, und nach Vorſchrift des vorhergehenden Sazes einen Schein uͤber die ihm gemachten Anzeigen, und uͤber die von ihm einge⸗ zogenen Erkundigungen fertigen. Ueberdieß ſollen in den beſagten Spitaͤlern und Haͤu⸗ ſern eigene Buͤcher gefuͤhrt werden, um dieſe Erklaͤrungen und eingezogenen Nachrichten zugleich darinn einzutragen. Der Beamte des buͤrgerlichen Stands ſoll den Todten⸗ Sihein dem gleichen Beamten des lezten Wohnorts des Verſtorbenen einſenden, und dieſer ihn gleichfalls in ſeine Buͤcher eintragen. 81. Aeuſſern ſich Zeichen oder Spuren eines gewalt⸗ ſamen Todes, oder andere Umſtande, welche deßhalb einen Zweiſel erwecken; ſo darf die B Beerdigung nicht eher geſche⸗ hen, als nachdem ein Polizey⸗Beamter unter dem Bey⸗ ſtand eines Staats⸗Arzts oder Wund⸗Arzts uͤber den Zuſtand des Leichnams, und uͤber die Umſtaͤnde, welche hierauf Bezug haben, nach der Leichenſchau-Ordnung, ſo wie uͤber die Erkundigungen, die er uͤber Vornamen, Geſchlechts-Namen, Alter, Gewerbe„ Geburts- und Wohnort des Verſtorbenen einziehen konnte, ein Protokoll gefertigt haben wird. 32. Der Polizey⸗Beamte iſt gehalten, dem Beam⸗ ten des buͤrgerlichen Stands des Orts, wo die Perſon verſtorben iſt, ſogleich alle Nachrichten mitzutheilen, die in ſeinem Protokoll enthalten ſind„ und nach denſelben iſt der Todtenſchein zu verfaſſen. Eine Ausfertigung davon ſoll der Beamte des buͤr⸗ gerlichen Stands demjenigen zuſenden, der am Wohnort ——————— J. B. II. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. des Verſtorbenen die gleiche Stelle verſieht, ſo fern der Wohnort bekannt iſt; dieſe Ausfertigung wird in die Buͤ⸗ cher eingetragen. 33. Die Hals⸗Gerichtsſchreiber ſind gehalten, in den erſten vier und zwanzig Stunden nach der Vollſtre⸗ ckung der Todesurtheile dem Beamten des buͤrgerlichen Stands des Orts, wo der Verurtheilte hingerichtet wor⸗ den iſt, alle im 79. Saz ausgedruͤckten Nachrichten zuzu⸗ ſenden, nach welchen alsdann der Todtenſchein zu ver⸗ faſſen iſt. 34. Stirbt jemand in einem Gefaͤngniß, Zucht⸗ oder Beſſerungs⸗Haus, ſo haben die Aufſeher oder Gefan⸗ genwaͤrter den Beamten des buͤrgerlichen Stands auf der Stelle hievon zu benachrichtigen; dieſer muß, wie im 80. Saz beſtimmt iſt, ſich dahin verfuͤgen, und den Todten⸗ ſchein fertigen. 85. In allen Faͤllen, wo jemand eines gewaltſamen Tods in einem Gefaͤngniß oder Zuchthaus verſtorben, oder hingerichtet worden iſt, ſoll von dieſen Umſtaͤnden in den Buͤchern gar nichts erwaͤhnt, und jedesmal der Tod⸗ tenſchein einzig nach der in dem 79. Saz vorgeſchriebenen Form gefertiget werden. 85 a. Wird die Leiche eines Kindes, das todt war, ehe ſeine Geburt eingetragen werden konnte, dem Beamten des bürgerlichen Stands vorgetragen; ſo darf er in ſeiner Todesurkunde nicht ſagen, daß es geſtorben, ſondern nur daß es ihm leblos vorgewieſen wor⸗ den, wornächſt derſelbe die Namen, Vornamen, Eigenſchaft, und Wohnort des Vaters und der Mutter des Kinds, von den Zeugen, und Jahr, Tag, und Stunde, wenn es zur Welt geboren worden, 838 1 B. II. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. erkundigen und eintragen muß, welches alles nach der Zeitordnung in das Todtenbuch einzutragen iſt, und woraus nie ein Beweis für oder wider das Leben des Kinds entnommen werden darf. (86. und 87. betreffen den Tod auf der See und bleiben als hier unanwendbar weg.) Fuͤnftes Kapitel. Von den Urkunden des buͤrgerlichen Stands auſſer dem Staats⸗Gebiet, welche Mili⸗ taͤrperſonen betreffen. 33. Die auſſer dem Staatsgebiet gefertigten Scheine des buͤrgerlichen Stands, ſie betreffen Militaͤr- oder andere bey den Kriegsheeren angeſtellte Perſonen, ſollen nach den vorhin vorgeſchriebenen Formen abgefaßt werden, mit Vorbehalt der in den folgenden Saͤzen enthaltenen Ausnahmen. 89. Der Quartiermeiſter bey einer jeden Heerſchaar, die aus einem oder mehrern Bataillonen oder Schwadronen beſteht, und der kommandirende Hauptmann bey den an⸗ dern Heerſchaaren, ſollen die Geſchaͤfte des Beamten des buͤrgerlichen Stands verrichten. In Betreff der Offiziere ohne Kriegsmannſchaft, und der Angeſtellten bey den Kriegsheeren, hat der Muſterungs⸗Auffeher, der bey dem Kriegsheer, oder der Heerſchaar(Corps d'Armée) angeſtellt iſt,(inspecteur aux revues) dieſelbe Geſchaͤfte zu verſehen. 90. Fuͤr die Scheine des buͤrgerlichen Stands ſoll ein eigenes Buch bey jeder Heerſchaar gefuͤhrt werden, das G. 4 — ˙˙‧˙‧⸗ 46 1— Vereißſ 1 zätendnun See w Star s Nilt ſeben ude gig N 9uu d aien zehn (hens in IRanten d d wd dggt it, 9 der bey den Drt ditß ſohj geſören, 4 J. B. II. T. Beurkundungen des bürgerl. Skands. 29 ſich auf die Angehbrige dieſer Heeres⸗Abtheilung bezieht, und ein anderes bey dem General⸗Staab des Kriegs⸗ heers, oder einer Heerſchaar fuͤr die buͤrgerlichen Stands⸗ Scheine, welche die Offiziere ohne Kriegsmannſchaft und die Angeſtellte betreffen. Dieſe Buͤcher ſollen auf eben die Weiſe, wie die andern Dienſtpapiere der Heerſchaar und eines jeden Staabs aufbewahrt, und bey der Ruͤckkunft derſelben oder der Kriegsheere auf das Staats⸗Gebiet in die Kriegs⸗Archive hinterlegt werden. 91. Die Buͤcher ſollen bei jeder Heerſchaar von dem Offizier, der das Kommando fuͤhrt, und bey dem Gene⸗ ral⸗Staab von dem Vorſteher des General⸗Staabs fort⸗ laufend mit Seitenzahl und Handzug verſehen werden. 492. Die Geburts⸗Anzeigen ſollen bey den Kriegs⸗ Heeren in den erſten zehn Tagen nach der Niederkunft geſchehen. 95. Der Offizier, welchem die Fuͤhrung des Buchs. uͤber den buͤrgerlichen Stand aufgetragen iſt, ſoll in den erſten zehn Tagen, nach der Eintragung des Geburts⸗ Scheins in das beſagte Buch, einen Auszug davon dem Beamten des buͤrgerlichen Stands desjenigen Orts zuſen⸗ den, wo der Vater des Kinds, oder wenn der Vater unbe⸗ kannt iſt, wo die Mutter des Kinds zulezt wohnte. 94. Die Aufgebote bey der Heyrath der Militaͤr-und. der bey den Kriegsheeren angeſtellten Perſonen ſollen an dem Ort ihres lezten Wohnſizes geſchehen; ſie ſollen uͤber⸗ dieß ſoviel die Einzelnen betrift, die zu einer Heerſchaar gehoͤren, bey dem Tags⸗Befehl derſelben und in Hinſicht der Offiziere ohne Kriegsmannſchaft und der Angeſtellten 6 50 I. B. II. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. bey dem Tags⸗ Befehl des Kriegsheers oder der Heer⸗ ſchaar, wevon ſie einen Theil ausmachen, fuͤnf und zwanzig Tage vor Schließung der Ehe kund zemachi werden. 95. Gleich nachden der Heyrathsſchein in das Buch eingetragen iſt, ſoll der Offizier, der das Buch zu fuͤhren hat, eine Ausfertigung davon dem Beamten des buͤrgerli⸗ ſ chen Stands an den lezten Wohnort der Ehegatten zu ſenden. 96. Die Tadtene hege ſollen bey jeder Heerſchaar von dem Quartier Meiſter, und was die Offiziere ohne Kriegsmannſchaft und die Angeſtellte betrifft, von dem MuſterungsAufſeher des Kriegsheers auf die Anzeige dreyer Zeugen gefertiget, und der Auszug aus dieſen Buͤchern in den naͤchſten zehn Tagen dem Beamten des buͤrgerlichen Stands an dem lezten Wohnort des Verſtor⸗ benen zugeſandt werden. — 97. Iſt jemand in einem Feldſpital, oder in einem ſtehenden(fuͤr einen Ort bleibend beſtimmten) Kriegs⸗ Spital geſtorben, ſo ſoll der Todtenſchein von dem Vor⸗ ſteher der gedachten Spitaͤler gefertiget, und dem Quar⸗ tier-Meiſter der Heerſchaar, oder dem Muſterungs⸗Aufſe⸗ her bey dem Kriegsheer oder der Heerſchaar, wozu der Verſtorbene gehoͤrte, eingeſandt werden. Dieſen Offizie⸗ ren liegt es ob, eine Ausfertigung des Todten⸗Scheins an den Beamten des buͤrgerlichen Stands am lezten Wohnort des Verſtorbenen gelangen zu laſſen. 98. Der am Wohnort der Par teyen angeſtellte Beam⸗ te des buͤrgerlichen Stands, wenn ihm von dem Kriegs⸗ „ H, 5. 2 hi ve dh de ſüin .u „ Kuf Rerſine 1 , 1 4 2 ſ. Mn da;, Vslt. vi, eeree, A . „, 73 e, Se 22 8. h 2. I. B. IHI. T. Beurkundungen des bürgerl. Stands. 32¹ heer die Ausfertigung eines Scheins zugeſandt wird, der den buͤrgerlichen Stand betrifft, iſt gehalten, ihn ſogleich in ſeine Buͤcher einzutragen. Sechſtes Kapitel. Von der Berichtigung der buͤrgerlichen Stands⸗Scheine. 99. Wird auf Berichtigung eines buͤrgerlichen Stands⸗Scheins angetragen, ſo hat die behoͤrige Ge⸗ richts⸗Stelle, auf Pernehmung des Kron⸗Anwalds mit Vorbehalt der Berufung hieruͤber zu erkennen. Wo no thig, ſollen die Betheiligten hiezu vorgefordert werden. 100. Solchen Betheiligten, die weder auf dieſe Be⸗ richtigung angetragen hatten, noch dazu vorgeſordert worden waren, kann zu keiner Zeit das Berichtigungs⸗ Erkenntniß entgegengeſezt werden. 101. Die Erkenntniſſe, wodurch auf Berichtigung eines ſolchen Scheins geſprochen worden iſt, ſind von dem Beamten des buͤrgerlichen Stands, ſobald ſie ihm zugeſtellt werden, den Buͤchern einzutragen. Auf ſie ſoll am Rand des hiedurch verbeſſerten Scheins Ruͤckweiſung geſchehen. Dritter Titel. Von dem Wohnſiz, 102. Der Wohnſiz eines jeden Inlaͤnders in Bezie⸗ hung auf die Ausuͤbung ſeiner buͤrgerlichen Rechte iſt da, wo er ſeine Haupt⸗Niederlaſſung hat. —8ð———— - 52² I. B. IHI. T. Von dem Wohnſiz. 102. a. Wer Orts⸗ Herr, oder Orts⸗ ingleichem Schutz⸗ Bürger iſt, bey dem gilt der Ort, wo der ortsherrliche Siz iſt, oder wo das Ortsſaſſen Recht beſteht, immer für die Haupt⸗Niederlaſſung. 102. b. Wo die Niederlaſſung nicht entſcheidend wäre, da iſt auf den Geburtsort, und bey deſſen Unbekanntſchaft auf den jüng⸗ ſten Aufenthalt zu ſehen. 103. Eine Veraͤnderung des Wohnſizes erfolgt, wenn jemand anderswo ſeine Wohnung wirklich nimmt, und zugleich die Abſicht hat, ſeine Haupt⸗Niederlaſſung dahin zu verlegen. 2* 104. Der Beweis dieſer Abſicht ergibt ſich aus einer ausdruͤcklichen Erklaͤrung, die bey dem Gericht des Orts, den man verlaͤßt, ſowohl als bey jenem des Orts, wohin man ſeine Wohnung verlegt, gemacht wird. 105. Iſt keine ausdruͤckliche Erklaͤrung vorhanden, ſo haͤngt der Beweis der Abſicht von den Umſtaͤnden ab. 106. Der Staatsbuͤrger, der zu einem oͤffentlichen Amt berufen wird, das auf Zeit beſchraͤnkt oder auf Wi— derruf verliehen iſt, behaͤlt den Wohnſiz, den er vorher hatte, wenn er nicht eine andere Geſinnung an Tag legt. 107. Die Annahme eines Amts, das unbeſtimmt oder auf Lebenszeit verliehen iſt, zieht bey dem Diener die Verlegung ſeines Wohnſizes an den Ort, wo er ſein Amt ausuͤben muß, unmittelbar nach ſich. 107. a. Ausgenommen ſind jene, welche ein beſonderes Orts⸗ oder Schuzburger Recht im Land haben, und dieſes neben dem Dienſt beybehalten, ſo wie Ortsherrn des Landes. 4 . 1⁰8, Ein 8 8 den — 4 8 8 H ‿ — * I. B. III. T. Von dem Wohnſiz. 5 105. Eine Ehefrau hat keinen andern Wohnſiz als jenen ihres Mannes. Der Minderjaͤhrige, der nicht Ge⸗ waltsentlaſſen iſt, hat ſeinen Wohnſiz bey ſeinen Eltern oder dem Vormund; und der Volljaͤhrige, der mundlos, (d. i. entmuͤndigt oder mundtodt) iſt, den ſeinigen auch bey ſeinem Vormund. 109. Volljaͤhrige, welche bey Andern dienen, oder ſtaͤndig arbeiten, haben mit der Perſon, welcher ſie die⸗ nen oder arbeiten, einerley Wohnſiz, wenn ſie an dem nemlichen Ort und in einem Haus derſelben ſich aufhalten. 110. Der Ort, wo ein Erbe anfaͤllt, wird durch den Wohnſiz beſtimmt. 110. a. Wer übrigens Richter des Wohnſtzes ſey, iſt verſchie; den, je nachdem ein Beklagter amts⸗oder kanzley fäſſig iſt, indem im erſtern Fall der ordentliche Unterrichter des Orts, im andern der ProvinzOberrichter darunter zu verſtehen iſt. 111. Wird von den Betheiligten oder auch von Ei⸗ nem aus ihnen fuͤr einen Vertrag, zur Vollziehung deſ⸗ ſelben, ein Wohnſiz an einem Ort erwaͤhlt, wo ihr wirk⸗ licher Wohnſiz nicht iſt, ſo finden die Behaͤndigungen, die Klagen und das weitere Verfahren, das ſich auf dieſen Vertrag bezieht, an dem verglichenen Wohnſiz und vor dem Richter deſſelben ſtatt. 112. a. In dieſem Fall iſt auch ſtets, ohne Unterſchied der Kanzley⸗oder Amts⸗ Säſſi igkeit, der Unterrichter des Orts zu ver ſie hen, wenn nicht namientlich ein anderes ausgemacht iſt.. Geſezbuch. C „ 26 1. B. IV. T. Von den Abweſenden. Vierter Titel. Von den Abweſenden. 111. b. Der Abweſende bleibt in Bezug auf ſeine Rechtsver⸗ tretung, Geſchäftsführung und Vermögensverwaltung ſeiner Sorg⸗ falt eben ſo wie ein Anweſender überlaſſen, ſo lang er nicht vermißt wird, oder verſchollen iſt. Erſtes Kapitel. Von den Vermißten. 112. Wenn die Nothwendigkeit eintritt, fuͤr die Ver⸗ waltung aller oder einiger Guͤter zu ſorgen, die ein Ab⸗ weſender zuruͤckgelaſſen hat, weil er vermißt wird(in⸗ dem man nicht weiß wo er hingekommen,) und er keinen bevollmaͤchtigten Geſchaͤftsfuͤhrer hat, ſo ſoll deſſen or⸗ dentlicher Richter auf Begehren der Betheiligten hieruͤber das Noͤthige nach Erforderuiß der Umſtaͤnde verfuͤgen. 113, Auf das Geſuch derjenigen Partey, die ſich zu⸗ erſt deßwegen anmeldet, ertheilt der Richter einem Rechts⸗ Beyſtand den Auftrag, diejenigen, die vermißt werden, bey den Vermoͤgens⸗Verzeichnungen, Rechnungs⸗Ab⸗ nahmen, Theilungen und Richtigſtellungen, der Forde⸗ rungen und Schulden, welche ſie betreffen, zu vertreten. 1144. Der Kron⸗Anwald hat den beſondern Auftrag, fuͤr den Vortheil der vermißten Perſonen zu wachen, und er ſoll von jedem Begehren, das ſie betrift, in Kennt⸗ niß geſezt werden. 49 4 2 „ eeeaees 7. A e. 8 8 5 u u;„„ 11 d eernun 1 lluit er ien, du im e, ai. u Sis. ro, Zadt ee d T, vdde Sep aenee 3— 8 hruu ,e, ltn. ͤ h iyti u Wr cund u m fan Phwite hri win 2. ul üi ah Kaa 119 keil 19, nn, Aae . 2 8 J. B. W. T. Von den Abweſenden. Zweytes Kapitel. Von der Verſchollenheits⸗Erklaͤrung. 115. Wenn eine Perſon an dem Ort ihres Wohnſizes und ihres gewoͤhnlichen Aufenthalts nicht mehr erſcheint, und vier Jahre abgelaufen ſind, ſeitdem keine Nachricht von ihr eingegangen iſt, ſo koͤnnen die Betheiligten ſich an deren Gerichtsbehoͤrde wenden, damit ihre Abweſen⸗ heit an unbekannten Orten, anerkannt, mithin ſie fuͤr ver⸗ ſchollen erklaͤrt werde. 116. Um dieſe Abweſenheit auſſer Zweifel zu ſezen, ſoll jene Behoͤrde nach vorgelegten ſchriftlichen Beweiſen, verordnen, daß nach Vernehmung des Kron⸗Anwalds uͤber das Geſuch, in dem Bezirk des Wohnſizes, und in jenem des gewoͤhnlichen Aufenthalts, wenn beyde von einander verſchieden ſind, eine Kundſchafts⸗Erhebung an⸗ geſtellt werde. 117. Uebrigens ſoll das Gericht zum Behuf der Entſcheidung uͤber das Geſuch, auf die Beweggruͤnde der Abweſenheit und auf die Urſachen Ruͤckſicht nehmen, die verhindert haben moͤgen, daß man von der vermiß⸗ ten Perſon keine Nachricht erhielt. 1186. Der Kron⸗Anwald ſoll die Vorbeſcheide ſo⸗ wohl, als die Endbeſcheide, ſobald ſie erlaſſen ſind, dem Juſtiz⸗Miniſter einſenden, der fuͤr ihre allgemeine Kundwerdung ſorgen muß. 119. Der Beſcheid, wodurch jemand faͤr verſchol⸗ len erklaͤrt wird, ſoll nicht eher, als ein Jahr nach dem Beſcheid, wodurch auf Kundſchafts⸗Erhebung erkannt wurde, ausgeſprochen werden. C 2 56 1. B. W. T. Von den Abweſenden. Drittes Kapitel. Von den Wirkungen der Verſchollenheit. Er fter r Abſchnitt. Von den Wirkungen der Verſchollenheit auf die Guͤter, welche der Abweſende am Tag ſeiner Entfernung beſaß. 120. Wo der Abweſende keine Vollmacht zur Verwal⸗ tung ſeines Vermoͤgens zuruͤckgelaſſen hat, da koͤnnen diejenigen, die am Tag wo er vermißt wurde, oder von ihm die lezte Nachricht einlief, ſeine muthmasliche Erben waren, kraft des End⸗Urtheils, das ihn fuͤr verſchollen erklaͤrt, ſich in den fuͤrſorglichen Beſiz alles Vermoͤgens einſezen laſſen, welches dem Abweſenden am Tag ſeiner Abreiſe oder der lezten Nachricht von ihm, gehoͤrte. Sie ſind aber verbunden, fuͤr die gute Fuͤhrung ihrer Ver⸗ waltung Sicherheit zu leiſten. 120. a. Hätten jnzwiſchen vor dieſer urthelsmäßigen Beſiznahme näher berechtigte geſezliche Erben zu ihren Gunſten Einſprache ge⸗ than und obgeſiegt, ſo gehört dieſen der fürſorgliche Beſiz. 127. Hat der Abweſende eine Vollmacht zuruͤckge⸗ laſſen, ſo koͤnnen ſeine muthmasliche Erben auf die Erklaͤ⸗ rung, daß er verſchollen ſey, und auf die Einweiſung in den fuͤrſorglichen Beſiz nicht eher antragen, als zehn Jahre nach ſeiner Entfernung, oder nach der lezten von ihm eingegangenen Nachricht. 122. Das Nemliche ſoll ſtatt finden, wenn die Voll⸗ macht erloſchen iſt, und in dieſem Fall ſoll fuͤr die Ver⸗ I. B. W. T. Von den Abweſenden. 37 waltung der Guͤter des Abweſenden indeſſen ſo geſorgt werden, wie im erſten Kapitel beſtimmt iſt. 123. Sobald die muthmaslichen Erben die Einwei⸗ ſung in den fuͤrſorglichen Beſiz erlangt haben, ſoll auf Begehren der Betheiligten oder des Kron⸗Anwalds bey Gericht der lezte Wille; wenn Einer vorhanden iſt, eroff⸗ net werden, und die Erb⸗ und Vermaͤchtnißnehmer, die Be⸗ ſchenkten, ſo wie alle, die auf die Guͤter des Verſchollenen irgend einen auf ſeinen Todt bedingten Anſpruch hatten, ſollen zur fuͤrſorglichen Ausuͤbung ihrer Rechte zugelaſſen werden, jedoch unter dem Beding, daß fie Sicherheit ſtellen. 124. Der Ehegatte, der mit dem Verſchollenen in einer Guͤter-Gemeinſchaft lebte, und dieſe Gemeinſchaft fortſezen wlll, iſt befugt, die fuͤrſorgliche Einweiſung und die fuͤrſorgliche Ausuͤbung aller auf dem Todt des Ver⸗ ſchollenen beruhenden Rechte zu verhindern, und vorzugs⸗ weiſe die Verwaltung der Guͤter des Abweſenden zu uͤber⸗ nehmen oder fortzuſezen. Verlangt hingegen der Ehegatte die fuͤrſorgliche Aufhebung der Guͤter⸗Gemeinſchaft, ſo mag er ſeine Befugniſſe wegen Zuruͤcknahme ſeines Bey⸗ bringens, und alle ſeine geſezlichen und vertragsmaͤßigen Rechte ausuͤben, unter der Bedingung, Sicherheit fuͤr diejenigen Sachen zu ſtellen, die zur Wiedererſtattung geeignet ſind. Eine Ehefrau, welche ſich fuͤr die Fortſezung der Guͤ⸗ tergemeinſchaft erklaͤrte, behaͤlt jedoch das Recht, in der Folge wieder auf ſolche zu verzichten. 33 1. B. IV. T. Von den Abweſenden. 195. Der fuͤrſorgliche Beſiz iſt nur Anvertrauung fremden Guts, welche dem Beſizer die Verwaltung der Guͤter des Abweſenden einraͤumt, und ihn zur Rechnungs⸗ Ablegung fuͤr den Fall verbindet, da der Abweſende wieder erſcheint, oder man Nachrichten von ihm erhaͤlt. 126. Diejenigen, welche die fuͤrſorgliche einweiſung erlangt haben, oder der Ehegatte, der ſich fuͤr die Fortſe⸗ zung der Guͤter⸗Gemeinſchaft erklaͤrt, muͤſſen unter Mit⸗ wirkung des Kron⸗Anwalds oder eines von ihm dazu aufgeforderten Orts⸗Vorgeſezten zur Aufzeichnung der Fahrniß und der Rechts⸗Urkunden des Abweſenden ſchrer ten laſſen. 1— Das Gericht laßt nach Befinden die Fahrniß ganz oder zum Theil veraͤuſſern. Wird ſie verkauft, ſo ſoll der Betrag, ſo wie jener der zu ſolcher Zeit faͤlligen Fruͤchte, wieder angelegt werden. à Diejenigen, welche die fuͤrſorgliche Einweiſung erlangt haben, koͤnnen zu ihrer Sicherheit darauf antragen, daß die liegenden Guͤter durch einen von dem Gericht hiezu er⸗ nannten Sachverſtaͤndigen in Augenſchein genommen wer⸗ den, um ihren Zuſtand zu beweiſen. Sein Bericht ſoll unter Mitwirkung des Kron-Anwalds von dem Gericht beſtaͤtigt, der Koſtenbetrag aber aus dem Vermoͤgen des Abweſenden beſtritten werden. 127. Diejenigen, die zufolge der fuͤrſorglichen Ein⸗ weiſung oder der geſezlichen Verwaltung den Genuß der Guͤter des Verſchollenen erlangen, ſind ihm, wenn er wieder erſcheint, ehe von dem Tag ſeiner Entfernung an⸗ zurechnen fuͤnfzehn Jahre verſtrichen ſind, nur ein Fuͤnf⸗ rnußd vem den Mecos, e, don ————————————,——— 5—— iiS e e== 3=— 8————— — 4————=— · k B = E 2¹ E — VLV—e“ 1. B. WV. T. Von den Abweſenden. 59 tel; erſcheint er aber erſt nach fuͤnfzehn Jahren, nur ein Zehntel der Einkuͤnfte zu erſezen verbunden. Nach einer Abweſenheit von dreißig Jahren ſollen die Einkͤnfte ihnen ganz verbleiben. 127 a. Die Einzuweiſende können gleich bey der Einweiſung verlangen, daß durch obrigkeitlich verordnete Schäzung nach einem gelinden Mittelertrag die Summe der Einkünfte vom Jahri feſt beſtimmt werde, wo alsdann darnach ihre Erſazſchuldigkeit ſich richtet. 127 b. Der Mittelertrag des zinnsbar anzulegenden Vermö⸗ genstheils ſoll überall auf vier vom Hundert angeſchlagen werden. 128. Alle diejenigen, die nur kraft einer fuͤrſorgli⸗ chen Einweiſung den Genuß haben, koͤnnen die Liegen⸗ ſchaften des Verſchollenen weder veraͤuſſern noch ver⸗ pfaͤnden. 129. Die Sicherſtellung ſoll aufgehoben werden, und jeder Mitberechtigte darauf antragen duͤrfen, daß das Vermoͤgen getheilt und die fuͤrſorgliche Einweiſung in den Beſiz durch die Obrigkeit fuͤr endguͤltig erklaͤrt werde, ſo⸗ bald ſeit ihrer Anordnung, oder von dem Zeitpunkt an, da die Verwaltung der Guͤter des Verſchollenen von dem Ehegatten uͤbernommen wurde, der in ehelicher Guͤter⸗ Gemeinſchaft mit ihm gelebt hatte, die Verſchollenheit noch dreyßig Jahre gedauert hat, oder wenn hundert Jahre, von der Geburt des Abweſenden an, verfloſſen ſind. 129 a. Wenn jemand aus Anlaß einer ſolchen Begebenheit ver⸗ mißt wurde, woraus für den Richter die Ueberzeugung ſeines Todes hervorgeht, ohne doch ihn ordnungsmäſig erheben zu können, ſe xeichen zehen Jahre der Abweſenheit, von obigem Zeitpunkt an ge⸗ rechnet, dazu hin. 8. 40 1. B. IV. T. Von den Abweſenden. 130. Wird erwieſen, an welchem Tag der Abweſende geſtorben ſey, ſo faͤllt ſeine Verlaſſenſchaft jenen Erben an, welche zu der Todtes⸗Zeit die naͤchſten ſind, und waͤren dieſes andere Perſonen, als diejenigen, welche den Genuß des Vermoͤgens des Verſchollenen gehabt ha⸗ ben, ſo ſind leztere gehalten, es an jene wieder auszulie⸗ fern, jedoch mit Ausnahme der Einkuͤnfte, die ſie kraft des 127. Sazes erworben haben. 131. Erſcheint der Abweſende wieder, oder es wird waͤhrend der fuͤrſorglichen Einweiſung dargethan, daß er noch lebt; ſo hoͤren die Wirkungen des Urthels auf, das ihn als verſchollen erklaͤrt hatte, und nur die im erſten Kapitel fuͤr die Verwaltung dieſer Guͤter vorgeſchriebenen, auf deren Erhaltung zielenden Maasregeln moͤgen noch eintreten. 151 a. Jedoch wird auf den bloßen Beweis ſeines Lebens nur für den Fall die fürſorgliche Einweiſung wirklich aufgehoben, wenn ein an den Nichter eingereichtes Begehren deſſelben jene Wir⸗ kungsloſigkeit für eingetreten zu erklären, oder ſonſt eine Anordnung über ſein Vermögen, mit⸗ oder nachfolgt. 152. Wenn ſelbſt nach der endguͤltigen Einweiſung der Abweſende wieder erſcheint, oder auf gedachte Art als lebend erwieſen wird; ſo ſoll er ſeine Guͤter in dem Stand, worin ſie ſich alsdann noch befinden werden, auch den Erloͤs aus denjenigen, die veraͤuſſert ſeyn moͤgen, oder die Guͤter, die aus ſolchem Erloͤs wieder angeſchafft worden ſind, zuruͤckerhalten. 135. Eheliche Leibes⸗Erben des Abweſenden ſind ebenfalls berechtigt, in dreyßig Jahren von der endguͤlti⸗ eads c fnui Ku‿e 1zpf9. I 36 e, “ 1. B. IV. T. Von den Abweſenden. 41 gen Einweiſung an, die Zuruͤckgabe ſeiner Guͤter zu ver⸗ langen, wie in dem vorhergehenden Saz beſtimnant iſt, ſo weit ſie erbfaͤhig ſind. 15 4. Nach erlaſſenem Beſcheid, daß jemand ver⸗ ſchollen ſey, kann jeder, der einige Rechte auf den Ab⸗ weſenden hat, ſie nur wider diejenigen geltend machen, die in den Beſiz ſeiner Guͤter eingewieſen ſind, oder die geſezliche Verwaltung derſelben Baben. * Zweyter Abſchnitt.* Von den Wirkungen der Verſchollenheit in Beziehung auf einſtmalige Rechte, die dem Abweſenden zuſtehen koͤnnen. 135. Wer ein eignes Recht aus dem Anfall an eine ſolche Perſon ableitet, deren Daſeyn nicht anerkannt iſt, muß den Beweis fuͤhren, daß dieſe Perſon in dem Zeit⸗ punkt noch lebte, da das Recht ihr eroͤffnet wurde; ſo lang er dieſen Beweis nicht liefert, iſt ſeine Klage ver⸗ werflich. 156. Wird eine Erbſchaft, erledigt, wozu jemand be⸗— rufen iſt, deſſen Daſeyn nicht anerkannt iſt, ſo faͤllt der Nachlaß indeſſen ausſchließlich auf diejenigen, mit wel⸗ chen er die Erbſchaft zu theilen gehabt haben wuͤrde, oder die dazu gelangt ſeyn wuͤrden, wenn er nicht waͤre. 137. Die Verfuͤgungen der beyden vorhergehenden Saͤze heben die Klagen, auf Erbſchafts⸗Herausgabe und auf andere Rechte, nicht auf, die dem Abweſenden oder ſeinen Erben und Erbvertretern oder Rechtsfolgern 42 1. B. IV. T. Von den Abweſenden. zuſtehen moͤgen, als welche nur mit Umlauf der Ver⸗ jaͤhrungs⸗Zeit erlöͤſchen. 158. So lange der Verſchollene nicht wiederkommt, oder jene Klagen von ſeinetwegen nicht angeſtellt wer⸗ den, machen diejenigen, welche die Erbſchaft in Em⸗ pfang genommen haben, die redlicherweiſe erhobenen Fruͤchte ſich eigen. Dritter Abſchnitt. Von den Wirkungen der Verſchollenheit in Hinſicht auf die Ehe. 139. Hat der zuruͤckgebliebene Ehegatte eines Ver⸗ ſchollenen, ohne geſchieden zu ſeyn, eine neue Ehever⸗ bindung geſchloſſen, ſo iſt es jenem Verſchollenen allein geſtattet, dieſe Ehe, ſey es in Perſon oder durch einen Bevollmaͤchtigten, der mit deſſen Lebensſchein verſehen 3 3 iſt, anzufechten. 140. Hat der verſchollene Ehegatte uͤberall keine erb⸗ faͤhigen Verwandten zuruͤckgelaſſen, ſo kann der andere Ehegatte auf Einweiſung in den fuͤrſorglichen Beſiz ſeines Vermoͤgens antragen. Viertes Kapitel. Von der Aufſicht uͤber minderjaͤhrige Kinder, deren Vater verſchollen iſt. 141. Die Mutter hat, wenn der Vater abweſend iſt, und minderjaͤhrige Kinder aus ihrer gemeinſchaftlichen 3 2———..224 4 r, —* —2*. 35353z 2 5—— 5,3, — b 1 1 2 — 4 See 4— — 34 D 1 i Eh ſ — ,— , — Aze, T ——— n, ſ3i... 1. B. V. T. Von der Ehe.. 45 Ehe da ſind, uͤber ſie die Obſorge und alle Rechte des Vaters auf deren Erziehung auch Vermoͤgens⸗Verwaltung. 53 w 142. Sechs Monate nach dem Vorwiſſen des Vaters,„—=. / wenn die Mutter damals ſchon todt war, oder ſobald ſie —. in der Folge ſtuͤrbe, ehe der Vater fuͤr verſchollen erklaͤrt e iſt, wird die Obſorge uͤber die Kinder von dem Familien⸗ 14 Rath den naͤchſten Voreltern, oder in deren Ermanglung 5 einem fuͤrſorglich angeordneten Vormund aufgetragen⸗ 2 145. Eben ſo ſoll es gehalten werden bey den min⸗ 4 derjaͤhrigen Kindern eines verſchollenen Ehegatten aus ei⸗ 6 ner vorherigen Ehe. 7 Fünfter Titel. Von der Ehe. Fa. Erſtes Kapitel. Von den Eigenſchaften und Bedingungen, 44 welche erforderlich ſind, um eine Ehe „ℳ, ſchlieſſen zu koͤnnen. ij 144. Mannsperſonen koͤnnen guͤltig nicht heyrathen ehe ſie das achtzehente Jahr; Frauensperſonen nicht, ehe ſie das fuͤnfzehente Jahr zuruͤckgelegt haben, womit ſie erſt ehemuͤndig werden. 144. a. Sie dürfen aber auch nachher nicht ohne beſondere Po⸗ lizey⸗Erlaubniß heyrathen, ſo lang erſtere nicht das fünf und zwan⸗ zigſte, leztere nicht das achtzehente Jahr zurückgelegt haben. 145. Der Regent kann gleichwohl aus wichtigen Be⸗ weggruͤnden von der Eheunmuͤndigkeit losſprechen. 44 I. B. V. T. Von der Ehe. 146. Ohne Einwilligung beeder Ehegatten beſteht keine Heyrath. 147. Man kann keine zweyte Ehe ſchließen, ehe die Erſte aufgeloͤßt iſt. 146. Ein Sohn, ehe er das fuͤnf und zwanzigſte Jahr, und eine Tochter, ehe ſie das ein und zwanzigſte Jahr ih⸗ res Alters zuruͤckgelegt haben, iſt nicht befugt, ohne Be⸗ willigung ihrer Eltern zu heyrathen. Sind dieſe verſchie⸗ dener Meynung, ſo iſt die Einwilligung des Vaters hin⸗ reichend. 149. Iſt eines der beyden Eltern todt, oder iſt es ihm unmoͤglich, ſeinen Willen zu erklaͤren, ſo genuͤgt die Einwilligung des Andern. 150. Wenn Vater und Mutter todt ſind, oder wenn es beeden unmoͤglich iſt, ihren Willen zu erklaͤren, ſo tre— ten die Großvaͤter und die Großmuͤtter an ihre Stelle. Sind der Großvater und die Großmutter der nemli⸗ chen Linie nicht gleicher Meynung, ſo iſt die Ernawiligung des Großvaters hinreichend. Iſt eine Linie mit der andern nicht einerley Meynung, 5 gilt dieſe Verſchiedenheit fuͤr Einwilligung. 150 a. Wo Jemand ſich heyrathen will, ohne durch die Ur⸗ kunden des bürgerlichen Stands den Todt der Voreltern, deren Ein⸗ willigung, ſo lang ſie leben, ihm nöthig wäre, beſcheinigen zu können, mag dieſen Mangel die Ausſage von vier Zeugen erſezen, welche mit dem Ehetheil, deſſen Selbſtſtändigkeit in Frage iſt, wohl⸗ bekannte Leute ſind, und welche verſi ichern, daß unerachtet dieſer Be⸗ kanntſchaft ſie weder von dem Leben noch von dem Ort des Todtes ſolcher Voreltern etwas wiſſen. Feinige E eißn n,a a diſſer d des Th IJ. B. V. T. Von der Ehe. 45 151. Eheliche Kinder, wenn ſie das im 148. Saz beſtimmte Alter der Ehevolljaͤhrigkeit erreicht haben, ſind dennoch verbunden, ehe ſie heyrathen, den Rath ihrer Eltern, oder wenn dieſe beede todt, oder nicht im Stande ſind, ihren Willen zu erklaͤren, den Rath ihrer Groß⸗El⸗ tern durch ein ehrerbietiges Anſuchen ſich auszubitten. 151. Wird auf das im vorhergehenden Saz vorge⸗ ſchriebene ehrerbietige Anſuchen die Einwilligung in die Ehe nicht ertheilt, ſo haben die Soͤhne von der im 148ten Saz beſtimmten Ehevolljaͤhrigkeit an, ſo lang ſie ihr drey⸗ ſigſtes Jahr nicht vollendet haben, und die Toͤchter in eben dieſem Fall, ſo lang ſie ihr fuͤnf und zwanzigſtes Jahr nicht zuruͤckgelegt haben, dieſes Anſuchen noch zweymal von Monat zu Monat zu erneuern, und erſt einen Monat nach dem dritten Anſuchen duͤrfen ſie zur Ehe ſchreiten. 153. Nach Vollendung leztgedachter Jahre hingegen kann auf ein einziges ehrerbietiges Anſuchen, nach Ver⸗ fluß eines Monats, wenn auch die Einwilligung nicht e er⸗ folgt, die Ehe geſchloſſen werden. 154. Das ehrerbietige Anſuchen ſoll den Eltern oder Groß⸗Eltern, gemaͤß dem 151. Saz, durch zwey Staats⸗ Schreiber oder durch einen Staatsſchreiber und zwey Zeu⸗ gen vorgetragen, und in dem Protokoll, das hieruͤber ge⸗ fertigt werden muß, ihre Antwort bemerkt werden. 154 a. Bey Amtsſäßigen Perſonen ſoll es durch den Ortsvor⸗ ſteher und zwey Gerichtsleute geſchehen. 155. Iſt der Ahnherr abweſend, an den das ehrer⸗ bietige Anſuchen haͤtte gerichtet werden muͤſſen, ſo kann 46 I. B. V. T. Von der Ehe. zur Schließung der Ehe geſchritten werden, ſobald ent⸗ weder ein Verſchollenheits⸗Beſcheid, oder, wenn noch kein ſolcher ergangen waͤre, ein Beſcheid auf Kundſchafts⸗ Erhebung uͤber die Abweſenheit, oder, falls noch gar kein Beſcheid ergangen waͤre, ein desfallſiger Kundbarkeits⸗ Schein beygebracht wird, der von der Obrigkeit des Orts, wo der Ahnherr ſeinen lezten bekannten Wohnſiz hatte, ausgefertigt iſt, und die Erklaͤrung von vier Zeugen ent⸗ haͤlt, welche von ihr Amtshalber vernommen wurden. 156. Die Beamten des buͤrgerlichen Stands, welche uͤber eine Ehe der Soͤhne, ehe ſie das fuͤnf und zwanzig⸗ ſte, oder der Toͤchter, ehe ſie das ein und zwanzigſte Jahr ihres Alters zuruͤckgelegt haben, den Schein aufgenommen haben, ohne daß in dem Heyrathsſchein der Einwilligung der Eltern, Groß⸗Eltern oder der Familie, in den Faͤllen, worinn die Eine oder die Andere erforderlich iſt, ausdruͤck⸗ liche Erwaͤhnung geſchehen waͤre, ſollen auf Betreiben der Betheiligten oder des Kron⸗Anwalds bey der Gerichts⸗ Behoͤrde des Orts, wo die Ehe geſchloſſen ward, in die Geldſtrafe, welche der 192. Saz dieſes buͤrgerlichen Geſez⸗ Buchs beſtimmt, und uͤberdieß zu einer Gefaͤngnißſtrafe verurtheilt werden, die nicht unter ſechs Monaten ſeyn darf. 157. Waͤre das ehrerbietige Anſuchen in Faͤllen, fuͤr die es vorgeſchrieben iſt, nicht gethan worden, ſo ſoll der Beamte des buͤrgerlichen Stands, der den Eheſchein auf⸗ genommen hat, in eine gleiche Geldbuße und zu einer Ge⸗ faͤngnißſtrafe, die nicht unter einem Monat ſtpi darf, verurtheilt werden. — — — — * w ſoll veet. Mhic. 2nr. 2 a, I. B. V. T. Von der Ehe. 47 158. Die im 147., 148. und 149. Saz enthaltenen Vorſchriften, ſo wie die Verfuͤgungen des 151. bis 155. Sazes,(welche ſich auf das ehrerbietige Anſuchen an die Eltern beziehen) ſind auf natuͤrliche geſezmaͤßig aner⸗ kannte Kinder ebenfalls anwendbar. 159. Ein natuͤrliches Kind, das nicht anerkannt worden, ſo wie dasjenige, das zwar anerkannt war, aber nachher ſeine beyden Eltern verloren hat, oder deſſen Vater und Mutter ihren Willen nicht aͤußern koͤnnen, kann, bevor es das ein und zwanzigſte Jahr zuruͤckgelegt hat, nicht heyrathen, ohne die Einwilligung ſeines Vor⸗ munds erhalten zu haben. 160. Wenn keines von den Eltern oder Groß⸗Eltern am Leben iſt, oder wenn ſie ſich alle in einem Zuſtand befinden, der es ihnen unmoͤglich macht, ihren Willen zu aͤuſſern; ſo koͤnnen Soͤhne oder Töoͤchter, ſo lang ſie nicht ein und zwanzig Jahre alt ſind, ohne die Einwilligung des Familienraths nicht heyrathen. 161. In gerader Linie iſt die Ehe unter allen Vor⸗ Eltern und ihren Abkoͤmmlingen, ſie ſeyen ehelich oder unehelich, leiblich oder angeheyrathet, verboten. 162. In der Seitenlinie iſt die Ehe unter Schweſter und Bruder, ohne Unterſchied der ehelichen oder uneheli⸗ chen Abſtammung, ſo wie unter Verſchwaͤgerten deſſelben Grads, verboten. 163. Die Ehe iſt ferner verboten zwiſchen Oheim und Nichte, auch zwiſchen Muhme und Neffen. 2 4838 1. B. V. T. Von der Ehe. 16 4. Der Staatsherrſcher kann nichts deſtoweniger die in dem vorhergehenden Saz enthaltenen Eheverbote aus wichtigen Urſachen erlaſſen.— 164 a. Auch jene Verbote zwiſchen Verſchwägerten, die im vorlezten Saz ſtehen, können unter gleichen Umſtänden erlaſſen wer⸗ den, wo die vorige Ehe durch Tod, und nicht durch Eheſcheidung getrennt wurde. 164 b. In keinem Fall kann Nachſicht erlangt werden, wenn vor der Nachſichtsbitte eine unziemliche Geſchlechts⸗Vertraulichkeit zwiſchen beeden beweislich eingetreten iſt. Zweytes Kapitel. Von den Foͤrmlichkeiten, die ſich auf die Schlieſſung der Ehe beziehen⸗ 165. Die Ehe ſoll oͤffentlich vor dem Beamten des 4 buͤrgerlichen Stands des Orts, wo einer von beyden Theilen ſeinen Wohnſiz hat, eingegangen werden. 165 a. Auch kann ſie vor dem Beamten des Wohnorts, der beede Eheleute zu ihrem Siz erwählt haben, geſchehen. 166. Die beyden Aufgebote, welche im 63ten Saz vorgeſchrieben ſind, muͤſſen bey der Behoͤrde eines jeden Orts geſchehen, wo Einer und der Andere der beyden Theile ſeinen Wohnſiz hat. 167. Ueberdieß muͤſſen die Aufgebote bey der Be⸗ hoͤrde des vorigen Wohnſizes geſchehen, wenn einer von beyden ſeinen jezigen Wohnſiz nur erſt durch einen Auf⸗ enthalt von ſechs Monaten hat. 168. Sind en, d Balüſng. rehi 5 82 fdde Mg./ ien r ee 1 M. lln di eugen 7 / 4 A 2,„ 1 I. Buch V. Tit. Von der Ehe. 49 168. Sind die Verlobten oder einer von ihnen, ruͤck⸗ ſichtlich des Heyrathens noch unter fremder Gewalt, ſo ſollen die Aufgebote nebſtdem auch an dem Wohnort des⸗ jenigen geſchehen, unter deſſen Gewalt ſie ſich befinden. 169. Der: Staatsherrſcher oder deſſen Verordnete haben das Recht, aus wichtigen Gruͤnden das zweyte Aufgebot zu erlaſſen. 170. Ehen, welche im Ausland zwiſchen Inlaͤndern unter ſich oder mit Auslaͤndern geſchloſſen werden, ſind guͤltig, wenn ſie nach der, in jenem Lande herge⸗ brachten Form, eingegangen worden, vorausgeſezt, daß die im 63ten Saz vorgeſchriebenen Aufgebote vorherge⸗ gangen ſind, und daß der Inlaͤnder den im vorherge⸗ henden Kapitel enthaltenen Verfuͤgungen nicht zuwider gehandelt hat. 171. In den erſten drey Monaten nach der Ruͤckkehr des Inlaͤnders auf das Staatsgebiet muß der Schein uͤber die im Ausland geſchloſſene Ehe dem Ehebuch des Orts, wo er ſeinen Wohnſiz hat, eingetragen werden. - Drittes Kapiteſ. Von den Einſprachen wider die Ehe. 272. Das Recht, wider die Schließung der Ehe eine Einſprache einzulegen, hat die Perſon, welche mit einem der beyden Ehetheile ſchon verheyrathet iſt. 175. Der Vater, ſodann bey Abgang des Vaters die Mutter, und bey Abgang beyder Eltern die Groß⸗ Eltern koͤnnen wider die Heyrath ihrer Kinder und Ab⸗ Geſezbuch. D 5o 1. B. V. T. Von der Ehe. kömmlinge Einſprache einlegen, wenn auch dieſe ſchon das Alter von fuͤnf und zwanzig vollen Jahren uͤber⸗ ſchritten haben.. 174. In Ermanglung aller Ahnen kann der Bru⸗ der oder die Schweſter, der Oheim oder die Muh⸗ me, oder ein Geſchwiſterkind, wenn ſie großjaͤhrig ſind, jedoch nur in folgenden zwey Faͤllen Einſprache ein⸗ legen: 1. Wo die Einwilligung des Familienraths, welche der 160. Saz erfordert, nicht erwirkt wor⸗ den iſt.. 2. Wo die Einſprache ſich auf den Wahnſinn eines der kuͤnftigen Ehegatten gruͤndet, und dieſe Einſprache,(deren unbedingte Verwer⸗ fung das Gericht verfuͤgen kann) darf nur unter der Bedingung angenommen werden, daß der Einſprechende auf die Entmuͤndigung antrage, und daruͤber binnen einer Friſt, die in dem Beſcheid beſtimmt werden muß, Ent⸗ ſcheidung erwirke. 175. In den beyden durch den vorhergehenden Saz beſtimmten Faͤllen kann der Vormund oder Pfleger waͤh⸗ rend der Vormundſchaft oder Pflegſchaft keine Einſpra⸗ che einlegen, ohne daß er von einem Familienrath, den er zu dieſem Ende verſammeln laſſen darf, hiezu ermaͤch⸗ tigt worden waͤre. 4 175. a. Der Kron⸗Anwald kann in jedem Fall Einſprache thun, wo dieſes Geſez eine Heyrath nicht blos aus Gründen des Fa⸗ milienvortheils verbietet. 2 deſe Ahren 1 dn di n ährg 3 dafr un n k e ein I. B. V. T. Von der Ehe. 5²¹ 176. Jeder Einſprachs⸗Schein ſoll ausdruͤcken die Eigenſchaft, welche dem Einſprechenden das Recht gibt, ſie einzulegen; ſodann die Wahl eines Wohnſizes an dem DOrt, wo die Heyrath geſchloſſen werden ſoll, endlich die Beweggruͤnde der Einſprache, ſo oft ſie nicht von einem Ahnen eingelegt wird; alles bey Strafe der Nichtigkeit und der Dienſt-Sperre wider denjenigen Beamten, der einen ſolchen ungeeigneten Einſprachs⸗ Schein unterzeichnet haͤtte.. 177. Das Gericht erſter Inſtanz ſoll in den naͤchſten zehn Tagen uͤber das Geſuch um Aufhebung der Ein⸗ ſprache erkennen. ¹78. Wird gegen dieſes Urtheil Berufung ergriffen, ſo ſoll hieruͤber in den naͤchſten zehn Tagen nach der Vorladung erkannt werden. 179. Wird die Einſprache verworfen, ſo koͤnnen je⸗ ne Einſprechende, die nicht Ahnen ſind, zur Entſchaͤ⸗ digung verurtheilt werden. Viertes Kapitel. Von Klagen auf Unguͤltigkeit der Ehe⸗ 180. Eine Ehe, welcher die freye Einwilligung des Ei⸗ nen oder Andern Ehegatten oder Beyder fehlt, kann nur von demjenigen unter ihnen angefochten werden, deſſen Einwilligung nicht frey war. D 2 5² I. B. V. T. Von der Ehe. Iſt ein Irrthum in der Perſon untergelaufen, ſo kann nur derjenige Ehegatte die Ehe anfechten, der im Irrthum war. 181. In dem Fall des vorhergehenden Sazes iſt die Nichtigkeitsklage nicht mehr zulaͤßig, ſobald nach erlang⸗ ter Willens⸗Freyheit oder entdecktem Irrthum beede Ehe⸗ leute ſechs Monate hindurch zuſammen wohnten. 182. Die Heyrath, die ohne Einwilligung der El⸗ tern, Groß⸗Eltern, oder des Familienraths(wo dieſe erforderlich war) geſchloſſen wird, kann nur von denje⸗ nigen, deren Einwilligung erfordert wurde, oder von dem Ehegatten, der ſie bedurfte, angefochten werden. 163. Weder die Ehegatten, noch die Verwandten, deren Einwilligung noͤthig war, koͤnnen die Nichtigkeits⸗ klage anſtellen, ſo weit von leztern, die Heyrath aus⸗ druͤcklich oder ſtillſchweigend genehmigt worden iſt, oder, ſo weit nach erlangter Kenntniß von der Ehe ein Jahr ohne Einſprache von ihrer Seite, verſtrichen iſt; eben ſo wenig kann der Ehegatte dieſe Klage anſtellen, ſobald er das gehoͤrige Alter erreicht hat, um fuͤr ſich allein in die Ehe willigen zu koͤnnen, und ein Jahr ohne Ein⸗ ſprache verſtreichen laͤßt. 184. Jede den Verfuͤgungen des 144, 147. 161. 162. und 165. Sazes zuwiderlaufende Ehe kann ſowohl von den Ehegatten ſelbſt, als von jedem, der dabey be⸗ theiligt iſt, und ſo auch von dem Kron⸗Anwald ange⸗ fochten werden, jene ausgenommen, wovon der Saz 159 2 * 4 1. B. V. T. Von der Ehe. 55 handelt, dagegen jene eingeſchloſſen, deren im Saz 548 gedacht wird. 185. Wenn nur Mangel der Ehemuͤndigkeit beyder Ehegatten, oder des Einen von ihnen die Einſprache be⸗ gruͤnden moͤchte, ſo kann die Ehe nicht mehr angefochten werden. 1.) Nach ſechs: Monaten von der Zeit an, da dieſer Ehegatte, oder von beyden derjenige, der von dem geſezlichen Alter am weiteſten entfernt war, ſolches erreicht hat; 2.) Wenn eine Ehegattin, welche dieſe Muͤndigkeit nicht erreicht hatte, vor Ablauf der ſechs Mo⸗ nate ſchwanger geworden iſt. 186. Der Vater, die Mutter, die Groß⸗Eltern und die Familie, welche im vorerwaͤhnten Fall in die zu fruͤhe Ehe eingewilliget haben, koͤnnen mit der Klage auf Nichtigkeit der ſelben nicht gehoͤrt werden. 187. In allen Faͤllen, wo gemaͤß dem 134. Saz die Nichtigkeitsklage von jedem, der dabey betheiligt iſt, an⸗ geſtellt werden kann, bleiben jedoch Seitenverwandte, in⸗ gleichem jene Kinder, die aus einer andern Ehe gezeugt ſind, bey Lebzeiten der beyden Ehegatren davon ausge⸗ ſchloſſen. Sie koͤnnen ſolche Klage alsdann erſt einfuͤhren, wenn ein wirkliches ihnen ſchon angefallenes Recht da⸗ von abhaͤngt, und nur in Bezug auf dieſes. 188. Der Ehegatte, zu deſſen Nachtheil eine zweyte Heyrath geſchloſſen ward, kann hingegen auf ihre Nich⸗ tigkeit klagen, wenn ſchon der Ehegatte in juͤngerer Ehe noch lebt, der mit ihm verehlicht war. 54 1 B. V. T. Von der Ehe. 159. Schuͤzen die juͤngeren Ehegatten die Nichtigkeit der fruͤhern Heyrath vor, ſo muß vorlaͤufig uͤber deren Guͤltigkeit oder Nichtigkeit geurtheilt werden. 189 a. Auch eine Eheverfänglichkeit, wirkt eine Nichtigkeit, die jeder Betheiligte, der dabey nicht ſelbſt im Verbrechen beſanden war, anklagen kann. 190. In allen Faͤllen, worauf ſich der 184. Saz anwenden laͤßt, kann und ſoll der Kron⸗Anwald, jedoch unter den im 185. Saz enthaltenen Einſchraͤnkungen auf Nichtigkeits⸗Erklaͤrung der Ehe, waͤhrend dem Leben bey⸗ der Ehegatten antragen, um ſie verurtheilen zu laſſen, ſich zu ſcheiden. 190 a. Das nemliche gilt von den Fällen, die im* Zuſan zum Saz 289. berührt ſind. 191. Jede Heyrath, die nicht oͤffentlich, und vor dem gehoͤrigen Staats⸗Beamten geſchloſſen worden, kann von den Ehegatten ſelbſt, von ihren Eltern, ihren Vor⸗ Eltern und von allen, deren anerfallenes wirkliches Recht davon abhaͤngt, ſo wie auch von dem Kron⸗Anwald angefochten werden. 192. Sind vor der Heyrath nicht die zwey er forder⸗ lichen Aufgebote geſchehen, oder ſind deßhalb die im Ge⸗ ſez erlaubten Nachſichten nicht erwirkt, oder die vorge⸗ ſchriebenen Friſten zwiſchen den Aufgeboten und der Ehe nicht beobachtet worden, ſo laͤßt der Kron⸗Anwald nur wider den Staats⸗Beamten auf eine Geldbuße, wel⸗ che die Summe von einhundert Reichsthaler nicht uͤber⸗ ſchreiten darf, oder wider die Eheleute und diejenigen, —— I. B. V. T. Von der Ehe. 8⁵ unter deren Gewalt ſie gehandelt haben, auf eine ihrem Vermoͤgen angemeſſene Geldſtrafe erkennen. 193. In die Strafen des vorhergehenden Sazes ſollen die daſelbſt erwaͤhnten Perſonen auch fuͤr jede Ueber⸗ tretung der im 165. Artickel vorgeſchriebenen Regeln ver⸗ fallen, ſelbſt wenn ſolche Maͤngel nicht zureichten, um die Ehe fuͤr unguͤltig zu erklaͤren. 194. Niemand kann den Namen eines Ehegatten, und die buͤrgerlichen Wirkungen der Ehe in Anſpruch neh⸗ men, er lege denn einen Heyraths⸗Schein vor, der den Buͤchern des buͤrgerlichen Stands eingetragen iſt; ausge⸗ nommen ſind jedoch die im 46. Saz erwaͤhnte Faͤlle. 195. Der Beſiz des ehelichen Stands kann die an⸗ geblichen Eheleute, die ſich hierauf gegenſeitig beziehen, von der Verbindlichkeit nicht befreyen, den Schein uͤber die vor dem Beamten des buͤrgerlichen Stands geſchloſ⸗ ſene Heyrath vorzulegen. 196. Iſt ein Beſiz des Eheſtands vorhanden, und der Schein uͤber die vor dem Beamten des buͤrgerlichen Stands geſchloſſene Ehe vorgelegt worden, ſo koͤnnen die Ehegatten gegen einander mit einer Klage auf Nichtig⸗ Feit dieſes Scheins nicht gehoͤrt werden. 197. Wenn inzwiſchen in den Faͤllen des 194. und 195. Sazes die beyden Perſonen, die oͤffentlich als Mann und Frau gelebt haben, verſtorben ſind, und leibliche Kinder zuruͤckgelaſſen haben; ſo kann die eheliche Geburt derſelben unter dem Vorwand allein nicht beſtritten wer⸗ den, daß ſie einen Heyraths⸗Schein ihrer Eltern nicht 56 I. B. V. T. Von der Ehe. aufweiſen koͤnnen, wenn nur uͤbrigens ſie einen ſolchen Beſiz ehelicher Geburt fuͤr ſich adenhn dem ihr Geburts⸗ Se che in nicht widerſpricht. 4198. Hat man den Beweis einer geſezmaͤſigen Ehe durch ein Unterſuchungs⸗Verfahren erlangt, ſo ſichert die Eintragung des Urthels in die Buͤcher des buͤrgerli⸗ chen Stands der Ehe alle ihre buͤrgerlichen Wirkungen von dem Tag an, da ſie geſchloſſen wurde, ſowohl fuͤr die Ehe⸗ gatten ſelbſt, als fuͤr die aus ihrer Ehe gezeugten Kinder. 199. Sind beyde Ehegatten, oder iſt Eines aus ihnen verſto rben, ohne den Betrug entdeckt zu haben, ſo kann die Anklage von allen, die etwa dabey betheiligt ſind, daß die Ehe fuͤr unguͤltig erklaͤrt werde, und von dem Kron⸗Anwald eingeleitet werden. 200, Iſt der Staats⸗Beamte des buͤrgerlichen Stands vor Entdeckung des Betrugs verſtorben, ſo hat wider deſſen Erben der Kron-Anwald auf Verlangen der Betheiligten und nach ihrer Augahe die buͤrgerliche Klage zu betreiben. 201, Eine fuͤr unguͤltig erklaͤrte Ehe behaͤlt nichts deſto weniger die buͤrgerlichen Rechts⸗ Wirkungen fuͤr Ehe⸗ gatten und Kinder, ſobald ſie redlicher Weiſe geſchloſſen war, und nur das Recht zu ihrer Fortſezung wird dadurch aufgehoben. 202. War einer der beyden Ehegatten dabey allein in redlichem Glauben, ſo hat die Ehe ihre Rechts⸗Wir⸗ kungen nur zu Gunſten dieſes Ehegatten, und der aus der Ehe abſtammenden Kinder. un 1 Krde 5 1 Ay d-A=s, Rhus, e, 1 V. S n, I. B. V. T. Von der Ehe. 57 Fuͤnftes Kapitel. Von den Verbindlichkeiten, die aus der Ehe entſpringen. 205. Die Ehegatten uͤbernehmen miteinander ſchon dadurch allein, daß ſie heyrathen, die Verbindlichkeit ihre Kinder zu ernaͤhren, zu pflegen und zu erziehen. 205 a. Die kirchliche Erziehung muß ſich nach dem Grundgeſez über die Kirchenverfaſſung richten, welches auch allein entſcheidet, was Verträge darüber zu beſtimmen vermögen, und wie dieſelben beſchaffen ſeyn müſſen. 20 4. Das Kind hat keine Klage wider ſeine Eltern auf Verſchaffung einer haͤuslichen Niederlaſſung, j ſey es durch Heyrath, oder auf andere Weiſe. 205. Die Kinder ſind ihren Eltern und Vor⸗Eltern, die in Duͤrftigkeit ſind, den Unterhalt ſchuldig. 206. Eben ſo und im gleichen Fall ſind Schwieger⸗ Soͤhne und Schwieger⸗Toͤchter ihren Schwieger⸗Eltern den Unterhalt ſchuldig; dieſe Verbindlichkeit hoͤrt aber auf: 1.) Wenn die Schwiegermutter zur zweyten Ehe ſchreitet; 2.) wenn jener von beyden Ehegatten, durch den die Schwaͤgerſchaft entſtund ohne aus die ſer ehelichen Verbindung hinterbliebene Kinder ver⸗ ſtorben, oder geſchieden worden ift. 207. Dieſe Unterhalts⸗ V Verbiudlichkeiten find wech⸗ ſelſeitig. 58 I. B. V. T. Von der Ehe. 2⁰38. Der Unterhalt wird ermeſſen nach dem Maas der Beduͤrfniſſe deſſen, der darauf Anſpruch macht, und der Gluͤcksumſtaͤnde deſſen, der ſie leiſten muß. 2⁰09. Kommt derjenige, der einen Unterhalt reicht, oder der, welcher ihn empfaͤngt, in einen ſolchen Zuſtand daß jener ihn nicht mehr leiſten kann, oder dieſer ganz oder zum Theil deſſen nicht mehr bedarf, ſo kann Loszaͤh⸗ lung von demſelben oder Verminderung verlangt werden. 210. Beweiſt derjenige, der den Unterhalt zu reichen hat, daß er ein Leibgeding(Unterhaltsgeld) zu zahlen nicht im Stand iſt, ſo kann die Gerichtsbehoͤrde nach vor⸗ ausgegangener Unterſuchung der Sache verordnen, daß er denjenigen, dem er den Unterhalt ſchuldig iſt, in ſeine Wohnung aufnehme, ihn dort ernaͤhre und verpflege. 211. Die Gerichtsbehoͤrde ſoll ebenfalls entſcheiden, ob dem Vater oder der Mutter, welche ein Kind, dem ſie den Unterhalt ſchuldig ſind, in ihre Wohnung aufnehmen, ernaͤhren und verpflegen wollen, desfalls Nachſicht des Unterhaltsgelds bewilligt werden koͤnne. Sechstes Kapitel. Von den wechſelſeitigen Rechten und Pflich⸗ ten der Ehegatten. 212. Die Ehegatten ſind ſich einander Treue, Huͤlfe und Beyſtand ſchuldig.. 215. Der Mann iſt ſeiner Frau zu Schuz, und die Frau ihrem Mann zu Gehorſam verbunden. 214. Die Frau hat die Pflicht, bey dem Mann zu wohnen, und ihm allenthalben hin zu folgen, wo er ſich “ B ————— ſſ eihji tfuute 5 hi— Gedn ewein deronr 1 16, 3 k4,4. dn 3i I. B. V. T. Von der Ehe. 59 aufzuhalten fuͤr gut findet; der Mann iſt ſchuldig, ſie auf⸗ zunehmen, und ihr alles, was zum Lebensunterhalt erfor⸗ derlich iſt, nach ſeinem Stand und Vermoͤgen zu reichen. 215. Die Frau kann ohne Ermaͤchtigung ihres Man⸗ nes nicht vor Gericht ſtehen, ſelbſt dann nicht, wenn ſie Handelsfrau iſt, oder in einer Ehe ohne Gemeigſchaft lebt, oder dem Vermoͤgen nach von ihm abgeſondert iſt, aus⸗ genommen um eine Eheklage anzubringen. 216. Die Ermaͤchtigung des Manns iſt nicht erfor⸗ derlich, wenn die Frau wegen Verbrechen oder Polizey⸗ Sachen vor Gericht zu ſtehen hat. 2¹9. Die Frau, ſelbſt wenn ſie mit ihrem Mann in keiner Guͤter⸗Gemeinſchaft oder in einer voͤlligen Guͤ⸗ ter⸗Abſonderung lebt, kann, ohne daß ihr Ehemann zu dem Rechtsgeſchaͤft ſelbſt mitwirkt, oder ſchriftlich darein willigt, nicht ſchenken, veraͤuſſern, verpfaͤnden, noch durch einen Freygebigkeits⸗Vertrag oder durch einen belaſteten etwas erwerben. 218. Verweigert der Mann ſeiner Frau die Ermaͤch⸗ tigung, vor Gericht zu ſtehen, ſo kann nach Umſtaͤnden der Richter ſie ermaͤchtigen. 219. Weigert ſich der Mann, ſeine Frau zu einer Rechtshandlung zu ermaäͤchtigen, ſo kann die Frau ihren Mann geradezu vor das Bezirks⸗Gericht ihres ehelichen Wohnſizes vorfordern laſſen, welches alsdann, nachdem der Mann vernommen, oder gehoͤrig vorgefordert worden, die Ermaͤchtigung geben oder verſagen kann. 220. Eine Handelsfrau kann ohne Ermaͤchtigung ihres Manns ſich in ihren Handlungs⸗Angelegenheiten ver⸗ d 6 1. B. v. T. Von der Ehe. bindlich machen; ihre Verbindlichkeit erſtreckt ſich in die⸗ ſem Fall auch auf den Mann, wenn unter ihnen eine Guͤter⸗Gemeinſchaft beſteht. Sie wird fuͤr keine Handelsfrau geachtet, wenn ſie nur im Kleinen die zur Handlung ihres Mannes gehori⸗ gen Wagren verkauft, ſondern dann allein, wenn ſie einen abgeſonderten Handel treibt. 221. Iſt der Mann zu einer Strafe an Leib oder Ehre verurtheilt, waͤre ſie auch nur wegen ungehorſamen Ausbleibens wider ihn verhaͤngt, ſo kann auch alsdann die Ehegattin, obgleich ſie großjaͤhrig iſt, ſo lange die Strafe dauert, weder vor Gericht ſtehen, noch Vertraͤge ſchlieſſen, ſie habe ſich dann vorher von der Gerichts⸗ Behoͤrde dazu ermaͤchtigen laſſen, welche in dieſem Fall die Ermaͤ ichtigung geben kann, ohne daß der Mann ver⸗ nommen oder vorgeladen worden. 222. Iſt, der Mann mundtodt gemacht, oder iſt er abweſend, ſo kann die Gerichts⸗Behoͤrde nach vorherge⸗ gangener Unterſuchung der Sache, die Frau ermaͤchtigen, vor Gericht zu ſtehen, oder Vertraͤge zu ſchlieſſen. 223. Jede im Allgemeinen gegebene Ermaͤchti igung waͤre ſie auch in dem Heyraths⸗Vertrag ausbedungen worden, gilt nur fuͤr die Verwaltung der Guͤter der Frau, nicht fuͤr deren Veraͤnderung oder Veraͤuſſerung. noch fuͤr die Guͤter des Manns und der Kinder. 2a4. Iſt der Mann noch minderjaͤhrig, ſo bedarf die Frau der Ermaͤchtigung der Obrigkeit, um vor Ge⸗ richt zu ſtehen, oder Vertraͤge zu ſchlieſſen. 4 id id 4 ihnend wemn. wem kene —— — — — — — —— . 4 4 2 Fo. X S . Iadof. eka D. I. B. V. T. Von der Ehe. 6¹ 224 a. Jede Gerichtsermächtigung muß der Ehefrau einen Ge⸗ ſchlechts⸗Beyſtand für die betreffenden Fälle zugeben. 225. Die Unguͤltigkeit aus Abgang der Ermaͤchti⸗ gung kann niemand fuͤr ſich anfuͤhren, als die Frau, der · Mann und deren Erben. 1 226. Die Frau kann ohne Ermaͤchtigung ihres Man⸗ ne lezte Willens⸗Verfuͤgungen treffen. Siebentes Kapitel. Anflößung der Ehe. 227. Die Ehe wird aufgeloͤßt: 1.) durch den Tod eines der beyden Ehegatten; 2.) durch eine geſezlich ausgeſprochene Ehe⸗ ſcheidung; 3.) durch eine endguͤltig gemnordene Verurtheilung eines der Ehegatten zu einer Strafe, welche den buͤrgerlichen Tod nach ſich zieht. — ſſſ“ Achtes Kapitel. Von der zweyten Heyrath. 228. Die Frau kann erſt zehn Monate nach Auf⸗ lößung der vorherigen Ehe eine neue ſchlieſſen. 3 228 a. Im Uebertretungsfall verfällt ſie in eine Strafe von 45 bis 50 fl., und wenn in dieſer Zeit ein Kind, wenn gleich nach geſchloſſener zweyter Ehe zur Welt kommt, kann dieſes ſeine Rechte auf die Vaterſchaft aus der vorigen Ehe noch geltend machen, und der zweyte Mann, der von der voreiligen Schlieſſung nichts wußte, auf Vernichtung der zweyten Ehe antragen, der Kbn⸗ Auwald ber nur auf die Strafe. 65 IJ. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. . Sechſter Titel. Von der Eheſcheidung. Erſtes Kapitel. Von den Urſachen der Eheſcheidung. 229. Der Mann kann die Eheſcheidung wegen eines von ſeiner Frau begangenen Ehebruchs verlangen. 230, Die Frau iſt befugt auf Eheſcheidung anzu⸗ tragen, wegen eines von dem Mann begangenen Ehe⸗ bruchs, wenn er eine Beyſchlaͤferin in der gemeinſchaft⸗ lichen, Wohnung gehalten hat. 250. a. Lezterer Fall wird für vorhanden geachtet, ſobald ſie, es ſey im Land, oder im Ausland, ſo in der Nähe des Aufent⸗ halts des Mannes iſt; daß ſie einander von da aus zuwandeln können. 231. Beyderſeits koͤnnen die Ehegatten die Eheſchei⸗ dung nachſuchen wegen Lebensgefaͤhrlichkeit, harter Miß⸗ handlungen, oder grober Verunglimpfungen des Einen gegen den Andern. 232. Die Verurtheilung eines Ehegatten zu einer entehrenden oder geſezlich gleichen Strafe ſoll fuͤr den an⸗ dern die Eheſcheidungs⸗Klage begruͤnden. 23a. a. Auch Verſchollenheit, dreyjährige Landflüchtigkeit oder Wahnſinnigkeit von gleicher Dauer, werden unter den ſchon ehemals geſezlich näher beſtimmten Umſtänden ebenfalls als Scheidungs⸗Ur⸗ ſachen beybehalten⸗ 33. Die beyderſeitige und beharrliche Einwilligung der Ehegatten, ausgeſprochen in den Formen, unter den in ka.— E 29 R I,, ſchn, Ar3. Arn 2 en asa 1. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. 653 Bedingungen und nach erſtandenen Pruͤfungen, wie ſie das Geſez vorſchreibt, ſoll fuͤr einen hinlaͤnglichen Be⸗ weis angenommen werden, daß das Beyſammen⸗Leben ihnen unertraͤglich ſey, und daß deshalb eine zureichende Urſache zur Eheſcheidung da ſey. Zweytes Kapitel. Von der Eheſcheidung aus einer beſtimmten Urſache. Erſter Abſchnitt. Von der Form des Verfahrens bey der Ehe⸗ ſcheidung aus einer beſtimmten Urſache. 254. Die Klage auf Eheſcheidung aus einer be⸗ ſtimmten Urſache ſoll nur bey der Gerichts-Behoͤrde des Wohnſizes der Ehegatten angebracht werden; die That⸗ ſachen oder Verbrechen, aus welchen ſie ausgeht, moͤgen ſeyn, welche ſie wollen. 235. Veranlaſſen einige von den klagenden Ehegat⸗ ten angefuͤhrte Thatſachen ein Unterſuchungs⸗Verfahren der Staats⸗Beamten, ſo ſoll die Eheſcheidungs⸗Klage bis nach der Entſcheidung des Straf⸗Punkts auf ſich beruhen; dann aber kann ſie wieder vorgenommen wer⸗ den, ohne daß es erlaubt ſey, aus dem Inhalt des Straf⸗Urtheils wider den klagenden Theil irgend eine Unſtatthaftigkeit der Klage, oder andere nachtheilige Einrede abzuleiten. 8 236. Jede Klage auf Eheſcheidung ſoll die Thatſa⸗ chen umſtaͤndlich entwickeln; ſie muß mit den etwa vor⸗ 64 I. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. handenen Beweisſtuͤcken dem Vorſteher der Gerichtsbe⸗ hoͤrde oder ſeinem Stellvertreter von dem klagenden Ehe⸗ gatten in Perſon uͤberreicht werden, ſo fern dieſer nicht durch Krankheit daran verhindert iſt, in welchem Fall eine Gerichts-Perſon auf ſein Erſuchen und auf das Zeugniß zweyer Geſundheits-Beamten, Aerzte oder Wundaͤrzte, ſich nach der Wohnung des klagenden Theils ver fuͤgt, um dort die Klage in Empfang zu nehmen. 257. Jene Gerichtsperſon vernimmt dabey den Klaͤger, macht ihm die ſchicklich ſcheinende Bemerkungen, bezeich⸗ net die uͤbergebene Klage und die Beweisſtuͤcke mit Hand⸗ zug, und fertiget uͤber die ihr geſchehene Einhaͤndigung des Ganzen ein Protokoll. Dieſes ſoll von der gedach⸗ ten Gerichtsperſon und dem Klaͤger unterzeichnet werden, es ſey dann, daß der Leztere Schreibens unerfahren ſey, oder ſonſt nicht unterzeichnen koͤnne, in welchem Fall hievon Meldung gethan werden muß. 238. Erwaͤhnte Gerichtsperſon verordnet am Schluß des Protokolls, daß die Parteyen auf beſtimmten Tag und Stunde, vor ihr in Perſon erſcheinen ſollen, und daß zu dem Ende eine Abſchrift ihrer Verfuͤgung an die Partey geſendet werde, wider welche die Eheſcheidung nachgeſucht wird. 239. An dem beſtimmten Tag macht dieſelbe den beyden Ehegatten, wenn ſie ſich einfinden, oder dem Klaͤ⸗ ger, wenn er allein erſcheint, die fuͤr eine Wieder⸗Ver⸗ einigung geeignete Vorſtellungen. Blei bt dieſer Verſuch fruchtlos, ſo laͤßt ſie hieruͤber ein Protokoll fuͤhren, und ver⸗ rictät dan d eſer ni hem ꝛden g in, bege wi ha b nhäͤndg de nd wenda mm W Bo, iie R.. en Toht 9 eund di. die he nachgen V Hiſſ er den leder⸗ . J ſer V gäͤhkene! ſel⸗ — 1. B. VI. Th. Von der Eheſcheidung. 65 4 verfuͤgt, daß die Klage ſammt den Beweisſtuͤcken dem Ge⸗ richt, mit Vortrag uͤber das Ganze, vorgelegt werden ſoll. 240. In den naͤchſtfolgenden drey Tagen wird von dem Gericht auf den Vortrag des Vorſtehers, oder ſei⸗ nes Stellvertreters die Erlaubniß zur Vorladung ent⸗ weder ertheilt oder noch ausgeſezt. Die Aufſchiebung darf nicht uͤber zwanzig Tage dauern, 241. Kraft der vom Gericht ertheilten Erlaubniß laͤßt der Klaͤger den Beklagten auf die gewoͤhnliche Weiſe vorladen, binnen der geſezlichen Friſt perſoͤnlich in dem Verhoͤr⸗Zimmer bey geſchloſſenen Thuͤren zu erſcheinen. Eine Abſchrift der Eheſcheidungs-Klage und der dazu vorgelegten Beweisſtuͤcke, auf welche die Ladung geſchrie⸗ ben wird, laͤßt er dem Beklagten zuſtellen. 242. An dem Tag, da die Friſt zu Ende geht, ſoll der Klaͤger, der Beklagte mag erſcheinen oder nicht, in eigener Perſon, und wenn er will, von einem Rechts⸗Bei⸗ ſtand begleitet, auf die Gruͤnde ſeiner Klage ſi ſich berufend, die Beweis⸗Urkunden vorlegen, und die Zeugen benen⸗ nen, die er abhoͤren laſſen will, 245. Erſcheint der Beklagte in Perſon oder durch einen Bevollmaͤchtigten, ſo kann er ſeine Erinnerungen wider die Gruͤnde des Klaͤgers ſowohl, als wider deſſen Beweis⸗Urkunden, und wider die von ihm vorgeſchlagenen Zeugen ſelbſt vortragen oder vortragen laſſen. Der Be⸗ klagte nennt ſeiner ſeirs die Zeugen, die er abhoͤren laſſen will, uͤber welche der Klaͤger gleich falls ſeine Erinnerungen vortraͤgt. Geſezbuch.(E — 66 1I. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. 244. Ueber das Erſcheinen, die Ausſagen und Erin⸗ nerungen der Parteyen, ſo wie uͤber die etwaigen Geſtaͤnd⸗ niſſe des einen oder andern Theils wird ein Protokoll ver⸗ faßt. Dieſes Protokoll wird den beſagten Parteyen vor⸗ geleſen; ſie werden aufgefordert, es zu unterzeichnen, und ihrer Unterſchrift, oder ihrer Erklaͤrung, daß ſie nicht unterzeichnen koͤnnen oder nicht unterzeichnen wollen, muß ausdruͤcklich Meldung geſchehen. 4 245. Das Gericht vertagt hierauf die Parteyen zum Urtheil, auf einen von ihm zu beſtimmenden Tag und Stunde; es verordnet die Mittheilung an den Kron⸗An⸗ wald und gibt ſie einem Mitglied zum Vortrag. Sollte der Beklagte nicht erſchienen ſeyn, ſo iſt der Klaͤger verbnnden, ihm die Verfuͤgung des Gerichts in dem Zeitraum behaͤndigen zu laſſen, der darinn beſtimmt ſeyn muß. 246. An dem beſtimmten Tag und Stunde wird auf den Berücht des verordnet geweſenen Verhoͤr⸗Richters und angehderten Vortrag des Kron⸗Anwalds, zuerſt uͤber die Eiureden der Unzulaͤſſigkeit der Klage, wenn deren vorge⸗ brarcht ſind, entſchieden. Werden dieſe gegruͤndet gefun⸗ dern, ſo wird die Klage auf Eheſcheidung verworfen; im entgegengeſezten Fall, wie auch, wenn keine ſolche Ein⸗ reden vorgebracht worden, wird die Eheſcheidungs⸗Klage fuͤr zulaͤſſig angenommen. 247. Gleich darauf wird auf den Bericht des Verhoͤr⸗ Richters und Vernehmung des Kron⸗Anwalds von dem Gericht auch in der Hauptſache erkannt. Es kann uͤber die Klage endguͤltig, wenn ſie urtheilsreif erſcheint, oder auf Beweis der vom Klaͤger angefuͤhrten erheblichen That⸗ ud bi eni ckolt eyen hnen,. ſen len, teye d Keon⸗ J. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. 8. 67 ſachen und auf Gegenbeweis des Beklagten erkannt werden. 248. Bey jedem Schluß einer richterlichen Verhand⸗ lung koͤnnen die Parteyen, nachdem der Verhoͤr⸗Richter ſeinen Bericht erſtattet, und ehe der Kron-Anwald den Vortrag macht, ihre gegenſeitige Gruͤnde ſelbſt in einem kurzen Aufſaz vortragen oder vortragen laſ⸗ ſen, zuerſt uͤber die Einreden der Unzulaͤſſigkeit der Ver⸗ handlung, und hernach uͤber die Hauptſache; aber in kei⸗ nem Fall ſoll der Anwald des Klaͤgers zugelaſſen werden, wenn nicht der Klaͤger ſelbſt in Perſon zugleich erſcheint. 249. Gleich nach ausgeſprochenem Urtheil, welches ein Zeugen⸗Verhoͤr verordnet, liest der Gerichtsſchreiber denjenigen Theil des Protokolls vor, der die wirklich ge⸗ ſchehene Benennung der Zeugen enthaͤlt, welche die Par⸗ theyen abhoͤren zu laſſen vorhaben. Der Vorſteher des Gerichts benachrichtiget ſie, daß es ihnen noch frey ſtehe, andere Zeugen zu benennen; aber daß ſie nach dieſem Au⸗ genblick hiemit nicht mehr gehoͤrt werden. 8 250. Die Parteyen bringen unmittelbar darauf ihre gegenſeitige Einwendungen wider die Zeugen vor. Das Gericht erkennt uͤber dieſe Einwendungen, nachdem es den Kron⸗Anwald gehoͤrt hat. 251. Die Verwandten der Parteyen, auſſer den Kin⸗ dern und Nachkommen, koͤnnen aus dem Grund ihrer Ver⸗ wandtſchaft als Zeugen nicht verworfen werden, und eben ſo wenig das Hausgeſinde der Ehegatten wegen des Dienſt⸗ Bernudszn aber das Gericht ſoll ermeſſen, wie weit auf 3 E 2 — 68 I. B. A T. Von der Eheſcheidung. die Ausſagen der Verwandten und des Hausgeſinds Ruͤck⸗ ſicht zu nehmen ſey. 25 2. Jedes Urtheil, das einen Zeugenbeweiß zulaͤßt, muß die Zeugen benennen, welche vernommen werden ſol⸗ len, und den Tag und die Stunde beſtimmen, wo die Parteyen ſie aufzufuͤhren haben.“ 255. Die Zeugen werden bey geſchloſſenei Thuren,. in Gegenwart des Kron⸗„Anwalds, auch der Parteyen, und ihrer B Beyſtaͤnde oder Freunde, hoͤchſtens drey an der Zahl, auf jeder Seite 6, von einem verordneten Verhoͤr⸗ Richter verhoͤrt. 25 4. Die Parteyen moͤgen ſelbſt oder durch ihre Bey⸗ ſtaͤnde den Zengen anſtaͤndige Erinnerungen oder Erlaͤute⸗ rungs⸗Fragen vorlegen, wenn ſie es fuͤr dienlich finden; ſie Hiefen ſie jedoch in ihren Ausſagen nicht unterbrechen. 955. Jede Ausſage wird ſchriftlich aufgezeichnet. in gieiches gilt von den Fragſtuͤcken und Erinnerungen, zu welchen ſie etwa A Inlaß ward. Das Protokoll uͤber das Zeugen⸗Verhoͤr wird den Zeugen ſowohl, als den Par⸗ teyen vorgeleſen,„dieſe wie jene werden aufgefordert es zu unterzeichnen, und dieſer Unterſchrift oder ihrer Erklaͤ⸗ rung, daß ſie nicht unterzeichnen können oder wollen, wird darinn gedacht. 1 256. Nachdem die beyderſeitigen Zeugen⸗Verhoͤre, oder ſofern der Beklagte keine Zeugen in Vorſchlag ge⸗ bracht hat, das Zeugen⸗Verhoͤr fuͤr den Klaͤger geſchloſ⸗ ſen iſt, verweist der Verhoͤr⸗ Richter die Parteyen zu ei⸗ nem oͤffentlichen Gerichratas, wobey er den Tag und die d 5 S s,— die. vcch d, 2. uu,, 6 man uge S Sac r T, 2fxee, A 2 nerun ktokol 1. B. VI. Von der Eheſcheidung.. 69 Stunde deſſelben angibt. Das Gericht ſelbſt verfuͤg „daß das Verfahren dem Kron⸗Anwald vorgelegt, unt ein Vortrag aus den Acten erſtattet werde. Dieſe Verfuͤgung wird dem Beklagten auf Betreiben des Klaͤgers in dem Zeitraume, der darinn beſtimmt iſt, mitgetheilt. 257. Vor dem Tag, der zur Erlaſſung des Endur⸗ * theils feſt geſezt worden, erſtattet der Verhoͤr⸗Richter ſeinen Vortrag. Die Parteyen koͤnnen bis dahin entweder ſelbſt, oder durch ihre Anwaͤlde noch jede Erinnerungen vorbringen, die ſie zu ihrer Sache dienlich erachten; worauf der Vor⸗ trag aus den Akten geſchieht. 258. Das Endurtheil wird oͤffentlich ausgeſpro⸗ chen. Wenn es die Eheſcheidung zulaͤßt, ſo iſt der Klaͤ— ger ermaͤchtigt, ſich zu dem Beamten des buͤrgerlichen Stands zu verfuͤgen, um ſie dort eintragen zu laſſen. 259. Ward wegen Lebensgefäͤhrlichkeit, harter Miß⸗ handlungen oder grober Verunglimpfung die Eheſcheidung nachgeſucht, ſo bleibt es den Richtern, obgleich die Kla⸗ ge gehoͤrig erwieſen iſt, unbenommen, die Eheſcheidung nicht ſogleich zuzulaſſen. Sie ermaͤchtigen alsdann, ehe ſie entſcheiden, den klagenden Theil, ſich von der Geſell⸗ ſchaft des andern Ehegatten zu trennen, ohne daß er verbunden ſey, ihn bey ſich aufzunehmen, wenn er es nicht fuͤr gut findet, und verurtheilen den Mann, der Frau eine ſeinem Vermoͤgen angemeſſene Unterhalts⸗Ren⸗ te zu zahlen, wenn die Frau ſelbſt keine hinreichende Einkuͤnfte fuͤr ihre Lebensbeduͤrfniſſe hat. 70. I. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. 260. Nach Umlauf eines Pruͤfungs⸗Jahres kann der klagende Ehegatte, wenn inzwiſchen keine Ausſoͤh⸗ nung erfolgte, den andern Ehegatten vorladen laſſen, um in den geſezlichen Friſten vor Gericht zu erſcheinen, und zu hoͤren„daß dort das endguͤltige Urtheil ausgeſprochen werde, welches alsdann die Eheſcheidung zulaͤßt. 261. Wird die Eheſcheidung aus der Urſache nach⸗ geſucht, weil einer der Ehegatten zu einer entehrenden Strafe verurtheilt worden, ſo beſtehen die Foͤrmlichkei⸗ ten, die alsdann zu beobachten ſind, einzig darinn, daß man bey dem ordentlichen Gericht eine in gehoͤriger Form geſchehene Ausfertigung des Straf-Urtheils mit einem Zeugniſſe des Straf⸗Gerichts uͤbergibt, worinn erklaͤrt wird, daß dieſes Urtheil keinem geſezlichen Rechtszug mehr unterliege. 262. Wird von einem in erſter Inſtanz in einer Ehe⸗ ſcheidungs⸗Sache ergangenen Urtheil, das die Klage zu⸗ ließ, oder endguͤltig entſchied, die Berufung ergriffen, ſo wird der Prozeß von dem Ober⸗Gericht als eine eilende Sache behandelt und entſchieden. 263. Die Berufung muß in der geſezlichen Zeit an⸗ gezeigt und ausgefuͤhrt werden; ſo wie auch die weitere an den oberſten Gerichtshof, wenn Nichtigkeiten oder Gewalts⸗Ueberſchreitungen vorhanden ſind. Sie hat auf⸗ ſchiebende Wirkung. 264. Vermoͤge eines jeden urtheils, das in dem lez⸗ ken Rechtszug ergangen oder rechtskraͤftig geworden iſt/ und die Eheſcheidung erlaubt, ſoll der Ehegatte, der es 1 T, A4 uu,is kibs-. „I. B. V. T. Von der Cheſcheidnng. 9¹ erwirkt hat, verbunden ſeyn, ſich in Zeit zweyer Monate vor dem Beamten des buͤrgerlichen Stands, nach vorher⸗ gegangener gehoͤrigen Vorrufung des andern Theils, zu ſtellen, um die Eheſcheidung eintragen zu laſſen. 265. Dieſe zwey Monate laufen vom Tag der ein⸗ getretenen Rechtskraft an. 266. Der Ehegatte, der als Klaͤger aufgetreten war, und die vorgedachte Friſt von zwey Monaten ver⸗ ſaͤumt hat, ſoll der Vortheile des erhaltenen Urtheils ver⸗ luſtigt ſeyn, und ſeine Klage auf Eheſcheidung nicht wie⸗ der anſtellen koͤnnen, es ſey dann aus einem neuen Grund, neben welchem er gleichwohl die vorigen Urſachen zugleich alsdann wieder geltend machen kann. Zweyter Abſchnitt. Von den fuͤrſorglichen Maßregeln, welche die Eheſcheidungs⸗Klage, wenn ſie auf eine beſtimmte Urſache ſich gruͤn⸗ det, veranlaſſen kann. 267. Die einſtweilige Obſorge uͤber die Kinder bleibt dem Mann, er ſey in der Eheſcheidungs⸗Sache Klaͤger oder Beklagter, wenn nicht ein anders von dem Gericht, auf Anſuchen der Mutter, der Familie oder des Kron⸗ Anwalds, zum Beſten der Kinder verordnet wird. 268. Die Frau, ſie ſey in der Eheſcheidungs⸗Sa⸗ che Klaͤgerin oder Beklagte, darf waͤhrend des Prozeſſes die Wohnung ihres Manns verlaſſen, und eine dem Ver⸗ moͤgen ihres Manns angemeſſene Unterhalts⸗Rente nach⸗ 7 v 1. B. VI. 2. Von der Eheſcheidung. ſuchen. Das Gericht beſtimmt das Haus, worinn ſich die Frau aufhalten ſoll, und ſezt erforderlichen Falls die Unterhalts⸗ Rente feſt, belche der Mann zu zahlen hat. 269. Die Frau iſt verbunden, ſo oft ſie hiezu auf⸗ gefordert wird, den Beweis zu fuͤhren, daß ſie in dem ihr angewieſenen Hauſe ſich aufhalte. In Ermanglung dieſes Beweiſes kann ihr der Mann die unterhalts⸗Ren⸗ te verſagen, und wenn es die Frau iſt, welche die Ehe⸗ ſcheidung ſucht, die Fortſezung des Prozeſſes fuͤr unzu⸗ laͤſſig erklaͤren laſſen. 270. In Ehen, wo Guͤter⸗Gemeinſchaft beſteht, kann die Frau, ſie ſey in dem Eheſcheidungs⸗Prozeß Klaͤgerin oder Beklagte, zu jeder Zeit, ſobald die im 236. Saz erwaͤhnte Vorforderungs⸗Verfuͤgung ergangen iſt, zur Aufrechthaltung ihrer Rechte darauf antragen, daß die ge⸗ meinſchaftliche Fahrniß unter Siegel gelegt werde. Nur gegen Errichtung eines mit einer Schaͤzung verſehenen Vermögens⸗Verzeichniſſes, und gegen Verpflichtung des Manns, die verzeichneten Sachen einſt wieder abzulie⸗ fern, oder als gerichtlicher Bewahrer fuͤr ihren Werth zu haften, ſollen die Siegel wieder abgenommen werden. 271. Jede nach dem Tag der Vorforderungs⸗V fuͤgung des 258. Sazes, von dem Mann fuͤr beee der Guͤter⸗ Gemeinſchaft uͤbernommene Verbindlichkeit, ſo wie jede nach dieſer Zeit von ihm geſchehene Veraͤuſ⸗ ſerung, einiger dazu gehoͤrigen Liegenſchaften, ſoll fuͤr un⸗ guͤltig erklaͤrt werden, ſobald erwieſen wird, daß Eines — tim ſſ ſen ſi zu zin . iea tie ina. f⸗ di Jie ini “ 1. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. 73 oder das Andere, zur Gefaͤhrde der Rechte der Frau, ge⸗ ſchehen ſey. Dritter Abſchnitt. Von den Einreden der Unzulaͤſſigkeit wider Eheſcheidungs⸗Klagen. 272. Die Eheſcheidungs⸗Klage iſt erloſchen, wenn unter den Ehegatten eine Ausſoͤhnung erfolgt iſt, geſchehe dieſelbe vor oder nach Einklagung der Scheidungs⸗Anlaͤſſe. 272 a. Für eine Verſohnung gilt ein ehelicher Beyſchlaf, welcher der Beleidigung zur Zeit, wo ſie dem unſchuldigen Theil ſchon bekannt war, nachgefolgt iſt 273. In einem wie im andern Fall ſoll die Klage fuͤr unzulaͤſſig erklaͤrt werden, ſo lang nicht nach der Wider⸗ Verſoͤhnung eine neue Urſache hinzukommt, wo alsdann von den vorigen Urſachen Gebrauch gemacht werden darf, um das neue Geſuch zu unterſtuͤzen. 274. Laͤugnet der Klaͤger, daß eine Verſoͤhnung er⸗ folgt ſey, ſo hat der Beklagte den Beweis ſchriftlich oder durch Zeugen, in der Form, die im erſten Abſchnitt des gegenwaͤrtigen Kapitels beſtimmt iſt, zu fuͤhren. Drittes Kapitel. Von der Eheſcheidung auf wechſelſeitige Einwillig ung⸗ . 2,5. Auf die wechſelſeitige Einwilligung der Ehe⸗ gatten wird keine Ruͤckſicht genommen, wenn der Mann noch unter fuͤnf und zwanzig, oder die Frau noch unter ein und zwanzig Jahr iſt. 74 1. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. 276. Die wechſelſeitige Einwilligung wird eher nicht in Betracht gezogen, als wenn die Ehe ſchon wenigſtens zwey Jahre beſtanden hat. 277. Sie wird nicht mehr zugelaſſen, wenn die Ehe ſchon zwanzig Jahre beſtanden hat, und eben ſo we⸗ nig, wenn die Frau fuͤnf und vierzig Jahre alt iſt. 278. In keinem Fall ſoll die wechſelſeitige Einwilli⸗ gung der Ehegatten hinreichen, ſo lang ſie nicht von ihren Eltern oder andern noch lebenden Voreltern nach der Vor⸗ ſchrift des 150. Sazes genehmigt iſt. 279. Die Ehegatten, welche entſchloſſen ſind, die Ehe⸗ ſcheidung durch wechſelſeitige Einwilligung zu erwirken, ſind gehalten, vor allem ihr ganzes liegenſchaftliches⸗ und fahrendes Vermöͤgen verzeichnen und abſchaͤzen zu laſſen, und ihre desfallſigen wechſelſeitigen Rechte auseinander zu ſezen, woruͤber ſich zu vergleichen ihnen jedoch frey ſteht. 260. Sie ſind gleichfalls verbunden eine Ueberein⸗ kunft uͤber folgende drey Punkte ſchriftlich zu verfaſſen. 1. Wem die aus ihrer Ehe erzeugten Kinder an⸗ vertraut werden ſollen, ſowohl waͤhrend der Pruͤfungs-Zeit, als nach ausgeſprochener Eheſcheidung. 2. In welches Haus ſich die Ehefrau begeben, und wo ſie ſich aufhalten ſoll, ſo lange die Pruͤfungs⸗Zeit waͤhrt.— 3. Welche Rente der Mann indeſſen ſeiner Frau zahlen ſoll, wenn ſie nicht Einkuͤnfte genug hat, um ſich ihre Beduͤrfniſſe zu verſchaffen⸗ her ii eniſ wem dbenſin 1 iſ. i. Em 3 t wun K inai d ftey 1 läe Berfaſe S ind, 3 1. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. 75 281. Die Ehegatten ſollen zu ſammen in eigener Per⸗ ſon vor dem Vorſteher ihrer Gerichts-Behoͤrde oder ſei⸗ nem Stellvertreter erſcheinen, und ihm in Gegenwart zweyer Staatsſchreiber, die ſie mit ſich bringen, ihren Villen erklaͤren. 282. Dieſer ſoll in Gegenwart der zwey Staats⸗ Schreiber an beyde Ehegatten zuſammen und an Jeden allein die dienlichen Vorſtellungen und Ermahnungen rich⸗ ten; er ſoll ihnen das vierte Kapitel des gegenwaͤrtigen Titels vorleſen, welches die Wirkungen der Ehe⸗ ſcheidung beſtimmt, und ihnen alle Folgen ihres Vor⸗ habens entwickeln. 283. Beſtehen die Ehegatten auf ihrer Entſchlieſ⸗ ſung, ſo ſoll ihnen von dem Gerichts-Vorſteher ein 4 Schein daruͤber ertheilt werden, daß ſie die Eheſcheidung nachſuchen, und darein wechſelsweiſe willigen; und ſie ſind — ſchuldig, auſſer den Urkunden, derer im 279. und 280. 4 Artikel gedacht iſt, auf der Stelle noch vorzulegen, 4 und in die Gerichtskanzley zu hinterlegen: . 1. Ihren Geburts⸗Schein und den Ehe⸗Schein. 2.) Die Geburts⸗ und Sterb⸗Scheine aller aus ih⸗ 3 rer Ehe erzeugten Kinder. 3.) Die urkundliche Erklaͤrung ihrer Eltern oder andern lebenden Vor⸗Eltern, worinn ſie ſagen, daß ſie aus wohl bekannten Urſachen dieſen oder jene, Sohn oder Tochter, Enkel oder Enkelin, welcher oder welche mit dieſer oder jener Perſon verheyrathet iſt, ermaͤchtigen, die Eheſcheidung nachzuſuchen, und in ſelbige zu willigen. Die Eltern und Groß⸗Eltern 76— 1. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. werden fuͤr lebend geachtet, bis deren Todten⸗ Schein vorgelegt iſt. 283 a. Wenn eines der lebenden Eltern oder Groß⸗Eltern verſichert, daß die übrigen todt ſeyen, ſo gilt dieſes ſtatt Todten, Scheins; auſſerdem kann nur ein Kundbarkeits⸗Schein ihn erſezen. 284. Die Staatsſchreiber fertigen uͤber alles, was zur Vollziehung des vorhergehenden Sazes geſagt oder gethan worden, ein umſtaͤndliches Protokoll; die Urſchrift bleibt bey dem aͤlteſten von den beyden Staatsſchreibern, ſo wie die vorgebrachten Beweis⸗Urkunden. Dieſe bleiben dem Protokoll angelegt, worinn auch der Erinnerung ge⸗ dacht werden muß, die der Frau zu machen iſt, daß ſie in Zeit von vier und zwanzig Stunden ſich in das Haus, woruͤber ſie mit ihrem Mann uͤbereingekommen, begeben, und bis nach ausgeſprochener Eheſcheidung daſelbſt ſich aufhalten ſoll. 265. Die gleiche Erklaͤrung ſoll in den erſten vierzehn Tagen des naͤchſt folgenden vierten, ſiebenten und zehen⸗ ten Monats unter Beobachtung der vorigen Formlichkeiten erneuert werden. Jedesmal ſollen die Parteyen durch offentliche Urkunden beweiſen, daß ihre Eltern oder andere lebende Vor⸗Eltern auf ihrem erſten Entſchluß beharren; ſie brauchen dagegen die Vorlegung irgend eines andern Scheins nicht zu wiederholen. 4 286. Nach Ablauf eines Jahrs, von dem Tag der erſten Erklaͤrung an gerechnet, ſollen beyde Ehegatten in den naͤchſten vierzehn Tagen, jeder in Begleitung zweyer ehrbaren Freunde aus dem Bezirk, die wenigſtens fuͤnfzig Jahre alt ſeyn muͤſſen, zuſammen in Perſon vor dem Vor⸗ — 4 * 8— . 8 * 1 * „* ————— — S 1. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. 7 ſteher des Gerichts oder ſeinem Stellvertreter erſcheinen; ſie ſollen ihm in beglaubter Form die Ausfertigungen der vier Protokolle, welche ihre wechſelſeitige Einwilligung ent⸗ halten, ſo wie alle Scheine uͤberreichen, die den Proto⸗ kollen beygefuͤgt worden; ſie ſollen endlich, jeder fuͤr ſich beſonders, gleichwohl in Gegenwart des andern und der vier Freunde, die Obrigkeit erſuchen, die Eheſcheidung zuzulaſſen. 1 287. Wenn die Gerichts⸗Perſonen den Chegatten ihre Bemerkungen gemacht haben, und ſie auf ihrem Vorhaben beharren, ſo wird uͤber ihr Geſuch, und die von ihnen geſchehene Uberlieferung der dazu gehoͤrigen Beweisſtuͤcke ein Schein ausgefertigt. 5 4 Der Gerichtsſchreiber verfaßt hieruͤber ein Protokoll, das die Partheyen(wenn ſie nicht erklaͤren, daß ſie Schreibens unerfahren ſeyen, oder nicht unterzeichnen koͤnnten, in welchem Fall hievon Erwaͤhnung geſchieht) die vier Beyſtaͤnde, der Gerichtsvorſteher oder deſſen Stell⸗ vertreter und der Gerichtsſchreiber unterzeichnen. 288. Gleich unter das Protokoll ſezt der Gerichts⸗ Vorſteher ſeine Verfuͤgung, daß in drey Tagen auf den ſchriftlichen Antrag des Kron-Anwalds, welchem zu die⸗ ſem Ende die Aktenſtuͤcke durch den Gerichtsſchreiber mit⸗ getheilt werden ſollen, dem Gericht uͤber das Ganze Vor— trag erſtattet werden ſoll. 269. Findet der Kron⸗Anwald in den Aktenſtuͤcken 8 den Beweis, daß zu der Zeit, da beede Ehegatten ihre Er⸗ klaͤrung abgegeben, der Mann fuͤnf und zwanzig, und die 78 1. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. Frau ein und zwanzig Jahre alt war; daß ſie damals ſchon zwey Jahre lang verehelicht geweſen; daß ihre Ehe nicht uͤber zwanzig Jahre beſtanden; daß die Frau noch keine fuͤnf und vierzig Jahre alt war; daß nach vorlaͤufi⸗ ger Erfuͤllung desjenigen, was hier oben beſtimmt iſt, und mit allen in dem gegenwaͤrtigen Kapitel vorgeſchriebe⸗ nen Foͤrmlichkeiten, beſonders unter der Ermaͤchtigung der Eltern oder der uͤbrigen lebenden Voreltern der Ehe⸗ gatten, wenn die Eltern fruͤher geſtorben ſind, die wechſel— ſeitige Einwilligung viermal im Laufe des Jahrs erklaͤrt worden; ſo macht er ſeinen Antrag mit den Worten: das Geſez erlaubt; im entgegengeſezten Fall ſoll ſein Antrag in den Worten beſtehen: das Geſez iſt entgegen. 290. Das Gericht kann nach erfolgtem Vortrag ſeine Unterſuchung auf keine andere Gegenſtaͤnde erſtrecken, die im vorhergehenden Saz bezeichnet ſind. Ergibt 10 hieraus, daß die Partheyen nach der Meynung des Ge⸗ richts den Bedingungen Genuͤge geleiſtet, und die Foͤrm⸗ lichkeiten beobachtet haben, die in dem Geſez beſtimmt ſind; ſo laͤßt es die Eheſcheidung zu, und verweist die Partheyen vor den Beamten des buͤrgerlichen Stands, um dieſelbe eintragen zu laſſen. Im entgegengeſezten Fall erklaͤrt das Gericht, daß die Eheſcheidung nicht ſtatt habe, und fuͤhrt die Gruͤnde der Entſcheidung aus⸗ 2 291. Eine Berufung von dem Urtheil, worin dieſe Eheſcheidung fuͤr unſtatthaft erklaͤrt wird, kann nur ſtatt finden, wenn ſie von beyden Theilen, von jedem gleich⸗ wohl in einer beſondern Urkunde, fruͤheſtens nach zehen AA K 3, dan 1 ihre beu 2 dorle Ainm Slai E riuung — de d, ru, ie, ur da,, nuu.⸗— 7 , d eph, ,h, nu e eherir 4 Pn I. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. 79 und ſpaͤteſtens vor zwanzig Tagen, von dem Tag der Ur⸗ theils⸗Eroͤffnung an, eingelegt wird. S 292. Die Berufungs⸗Urkunden ſollen wechſelſeitig dem andern Ehegatten ſowohl als dem Gericht des erſten Rechtszugs behaͤndigt werden.. 295. Dieſes Gericht ſoll in den erſten zehen Tagen von der ihm geſchehenen Behaͤndigung der Zweyten jener Berufungs⸗Urkunden an zurechnen, dem Obergericht den Aufſaz des Urtheils und die Aktenſtuͤcke, worauf es er⸗ folgt iſt, zuſchicken. In den naͤchſten zehen Tagen, nachdem der dortige Kron⸗Anwald die Aktenſtuͤcke vom Gericht erhalten hat, macht er ſeine Antraͤge ſchriftlich. Der Vorſteher oder deſſen Stellvertreter ſtellt die Sache bey dem Obergericht in Berathſchlagung, und in zehen Tagen, nachdem der Kron⸗Anwald ſeinen Antrag uͤberreicht hat, ſoll das End⸗ Urtheil erlaſſen werden. 294. Laͤßt ein Urtheil die Eheſcheidung zu, ſo ſind kraft deſſen die Partheyen verbunden, ſich in den naͤchſten zwanzig Tagen, von der Eroͤffnung des Urtheils an zurech⸗ nen, zuſammen und in Perſon vor dem Beamten des buͤr⸗ gerlichen Stands zu ſtellen, um die Eheſcheidung eintra⸗ gen zu laſſen. Nach fruchtloſem Verlauf dieſer Zeitfriſt wird das Urtheil fuͤr nicht ergangen angeſehen. Viertes Kapitel. Von den Wirkungen der Eheſcheidung. 295. Geſchiedene Ehegatten koͤnnen ſich nicht mehr mit einander verehelichen, aus welcher Urſache auch die Eheſcheidung erfolgt ſey. 36 1. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. 296. Im Fall einer aus beſiunmter Vſiche erkann⸗ ten Eheſcheidung darf die geſchiedene Frau ſich erſt zehen Mon ate, nach erkannter E heſcheidung, wieder verheyrathen. 297. Iſt die Eheſcheidung auf wechſelſeitige Ein⸗ willigung erfolgt, ſo darf keiner von beyden Ehegatten eine neue Ehe ſchlieſſen, ehe drey Jahre nach der geſpro⸗ chenen Eheſcheidung abgelaufen ſind. 298. Iſt die Eheſcheidung wegen eines begangenen Ehebruchs zu Recht erkannt worden, ſo kann der ſchuldige. F * Se⸗ 16 Ehegatte ſich niemals mit ſeinem Mitſchuldigen vereheli⸗ 32 Tchen. Die ehebrecheriſche Frau ſoll in demſelben Urtheil von miswegen fuͤr eine beſtimmte Zeit, die jedoch nicht kuͤrzer als drey Monate und nicht laͤnger als zwey Jahre ſeyn darf, zur Einſperrung in ein Arbeits⸗ Haus verurtheilt werden. 298 a. Jede dieſem und dem vorherigen Saz zuwider laufende Ehe iſt nichtig, der andere Theil der ehemaligen Eheleute und der Iryn⸗ Anwald können allein dieſe Nichtigkeit anklagen. 299. In jedem Eheſcheidungs⸗ Fall, den einer wech⸗ ſelſeitigen Einwilligung allein ausgenommen, verliert der Ehegatte, wider welchen die Scheidung erkannt wird, alle von dem andern Ehegatten durch den Heyraths⸗ Vertrag/ oder ſeit eingegangener Ehe erlangten Vortheile⸗ 299 a. Auch vn ſiert die Eheſran in ſolchem Fall den Mamen des Manns. 300. Der Ehegatte, welcher die Eheſcheidung erlumgt hat. behaͤlt die von dem andern Ehegatten ihm zuge⸗ wandten Vortheile, obgleich eine Wechſelſeitigkeit bedun- gen war, die nun nicht mehr ſtatt hat, 501. Sol-⸗ n zbn 2. Sad n, R9. , e, ma n 3 De 3 Bfan, de 25 gau eun ei 2 a2u 2r „ Shs. 2. o Vidh esus h, ,v, 3 1 2 tarann Ndun nir iaa⸗ I. B. VI. T. Von der Eheſhedung⸗. 81 301. Sollten die Ehegatten ſich keine Vortheile be⸗ dungen haben, oder die bedungenen nicht hinreichend ſchei⸗ nen, um dem Ehegatten, welcher die Eheſcheidung erwirkt hat, ſeinen Unterhalt zu ſichern, ſo kann das Gericht aus den Guͤtern des andern Ehegatten eine Unterhalts⸗ Rente ihm zuerkennen, die jedoch das Drittel der Ein⸗ kuͤnfte dieſes leztern nicht uͤberſchreiten darf. Die oben beſagte Rente kann wieder eingezogen werden, ſobald ſie nicht mehr nothwendig iſt.— 302. Die Kinder ſollen dem Ehegatten, der die Ehe⸗ ſcheidung erlangt hat, anvertraut werden, wenn nicht das Gericht auf Auſuchen der Familie oder des Kron⸗Anwalds zum Beſten der Kinder verordnet, daß alle oder einige von ihnen der Obſorge des andern Ehegatten oder einer dritten Perſon, uͤbergeben werden ſollen. 303, Wer es auch ſey, dem man die Kinder anver⸗ traut, immer behalten Vater und Mutter gegenſeitig das Recht, uͤber die Unterhaltung und Erziehung ihrer Kinder die Aufſicht zu fuͤhren, und ſind nach Verhaͤltniß ihres Vermoͤgens dazu beyzutragen verbunden. 4 7 50%. Die Aufloͤſung der Ehe durch eine zu Recht er⸗ kannte Scheidung ſoll den Kindern aus dieſer Ehe keinen der Vortheile entziehen, die ihnen durch die Geſeze oder den Ehe⸗Vextrag ihrer Eltern zugeſichert waren. Der wirkliche Anfall dieſer Rechte an die Kinder tritt jedoch nur auf gleiche Weiſe und unter gleichen Umſtaͤnden ein, worunter ſie angefallen ſeyn wuͤrden, wenn die Eheſchei⸗ dung nicht erfolgt waͤre. Geſezbuch. Orꝛ 32 I. B. VI. T. Von der Eheſcheidung. 305. Im Fall einer auf wechſelſeitige Einwilligung erfolgten Eheſcheidung ſoll das Eigenthum der Haͤlfte des Vermoͤgens eines jeden Ehegatten, an dem Tag ihrer erſten Erklaͤrung, kraft Geſezes, ſeinen Kindern ange⸗ fallen ſeyn. Der Vater und die Mutter behalten gleichwohl den Genuß dieſer Haͤlfte bis zur Volljaͤhrigkeit ihrer Kinder, mit dem Beding fuͤr deren Nahrung, Pflege und Erziehung, nach ihrem Stand und Vermoͤgen zu ſorgen, alles ohne Abbruch der uͤbrigen Vortheile, welche den beſagten Kin⸗ dern durch den Ehe⸗Vertrag ihrer Eltern zugeſichert ſeyn moͤgen. Fuͤnftes Kapitel. Von der Trennung von Tiſch und Bett. 3⁰06. In Faͤllen, wo die Klage auf Eheſcheidung wegen einer beſtimmten Urſache ſtatt findet, ſteht es den Ehegatten frey, ſtatt ſolcher die Trennung von Tiſch und Bett nachzuſuchen. 307. Dieſes Geſuch wird eben ſo, wie jede andere buͤrgerliche Klage angebracht, behandelt und entſchieden; blos auf wechſelſeitige Einwilligung der Ehegatten kann dieſe Trennung nicht ſtatt haben. 3038. Die Frau, wider welche auf Scheidung von Tiſch und Bett wegen eines begangenen Ehebruchs erkannt wird, ſoll in demſelben Urtheil auf Antrag des Kron⸗ Anwalds zur Einſperrung in ein Arbeits⸗Haus, auf be⸗ ſtimmte Zeit, die nicht kuͤrzer als drey Monate, und nicht laͤnger, als zwey Jahre ſeyn darf, verurtheilt werden⸗ 2 hral Erjie cri ane 4. 2 4.„ 3. ſH1, euee aaau ee nuus h au, ui 3 nande 1 — fing p ban I. B. VlI. T. Von der Eheſcheidung. 83 309. Dem Mann bleibt es unbenommen, die ſe Verurtheilung unwirkſam zu machen, wenn er ſich ent⸗ ſchließt, ſeine Frau wieder zu ſich zu nehmen. 510. In Faͤllen, wo die perſönliche Trennung aus — einer andern Urſache, als wegen eines begangenen Ehe⸗ bruchs erkannt worden iſt, und drey Jahre gedauert hat, kann der Ehegatte, der urſpruͤnglich der Beklagte war, bey Gexicht auf Eheſcheidung antragen, welches ſie dann auch wirklich geſtattet, ſo fern der urſpruͤngliche Klaͤger, nachdem er erſchienen, oder doch gehoͤrig vorgeladen wor⸗ den, nicht auf der Stelle einwilliget, daß die perſoͤnliche Trennung aufhoͤre. 511. Die perſoͤnliche Trennung zieht allemal Ver⸗ moͤgens⸗Abſonderung nach ſich. 311 a. Die Lheordnung vom Jahr 1807. gilt in jenen Rechts⸗ beziehungen noch fort, welche neben dem oben verordneten beſtehen können, ſo wie ſie in ihren polizeylichen Beziehungen ohnehik hier⸗ durch nicht aufgehoben iſt.. * Siebenter Titel. Von der Vaterſchaft und der Kindſchaft. — Erſtes Kapitel. Von der Vaterſchaft ehelicher oder in der 4 Ehe geborner Kinder. 312. Ein Kind, das waͤhrend der Ehe empfangen worden, hat den Ehemann zum Vater. Dieſem bleibt jedvch unbenommen, das Kind fuͤr das ſeinige nicht anzuerkennen, wenn er beweist, daß er in der ganzen Zwiſchen⸗Zeit von dem dreyhunderſten bis — 2 84 I. B. VII. T. Von der Vaterſch aft und der Kindſchaft. zum hundert achzigſten Tage vor der Geburt des Kindes, wegen Entfernung oder wegen den Folgen eines Zufalls, ſich in einer natuͤrlichen Unmoͤglichkeit befunden hat, ſei⸗ ner Gattin ehelich beyzuwohnen. 315. Der Ehemann iſt nicht berechtigt, unter An⸗ gabe eines Zeugungs⸗Unvermoͤgens, das Kind zu ver⸗ laͤugnen; ſelbſt aus dem Grund, eines von ſeiner Ehegat⸗ tin begangenen Ehebruchs, darf er es nicht verlaͤugnen, es ſey dann ihm die Geburt verheimlicht worden, in wel⸗ chem Fall er zum Vortrag aller Thatſachen zugelaſſen wer⸗ den ſoll, die beweiſen, daß er der Vater des Kinds nicht ſey. 314. Ein Kind, das vor dem hundert achtzigſten Tag nach gefchloſſener Ehe geboren wird, darf in folgenden Faͤllen von dem Ehemann nicht verlaͤngnet werden. 1. Wenn ihm die Schwangerſchaft vor der Ehe . bekannt war; und dieſer zugleich von ihm unterzeich net iſt, oder ſeine Erklaͤrung enthaͤlt, das er im Schrei⸗ ben uner fahren ſen;. 3. Wenn das Kind fuͤr nicht lebensfaͤhig erklaͤt worden iſt. 315. Die Ehelichkeit eines Kinds, das dreyhundert Tage nach aufgeloster Ehe geboren wird, darf beſtritten werden. 316. In jedem Fall, wo es dem Mann erlaubt iſt, das Kind fuͤr das Seinige nicht anzuerkennen, muß dieß in Zeit eines Monats geſchehen, wenn er ſich in der Ge⸗ gend des Orts befindet, wo das Kind geboren ward. huh 2. Wenn er den Geburts⸗Schein ausgewirkt hat, 1 T 3 ſga, Ze. Cae, Se 1 1 X 8 T I. B. VII. T. Von der Vaterſchaft und der Kindſchaft. 85 In zwey Monaten nach ſeiner Wiederkunft„ wenn er in dem Zeitpunkt der Geburt abweſend war; In zwey Monaten nach entdecktem Betrug, wenn ihm die Geburt des Kinds verheimlicht wurde.— 317. Stirbt der Ehemann, ehe er auf irgend eine Art das Kind anerkannt, oder wider die Vaterſchaft Wi⸗ derſpruch eingelegt hat, die Zeit⸗Friſt dazu iſt aber als⸗ dann noch nicht verſtrichen, ſo haben die Erben eine eig⸗ ne Friſt von zwey Monaten, um die eheliche Geburt des Kinds zu beſtreiten. Dieſe Friſt lauft von dem Zeitpunkt an, da das Kind die Guͤter des Vaters in Beſiz nimmt, oder da es gegen die Erben den Beſiz anſpricht. 318. Jeder auſſergerichtliche Vorgang, der eine Ver⸗ laͤugnung des Kinds von Seiten des Ehemannes oder ſeiner Erben enthaͤlt, gilt fuͤr nicht geſchehen, wenn nicht innerhalb eines Monats die Klage wider einen dem Kind hiezu eigends zu ernennenden Vormund, unter Beiladung der Mutter, bey Gericht angebracht worden iſt. Zweytes Kapitel. Von den Beweiſen der ehelichen Kindſchaft. 319. Die eheliche Kindſchaft erweiſet der Geburts⸗ Schein in dem Urkundenbuch des buͤrgerlichen Stands. 320. In deſſen Ermanglung genuͤgt der beſtaͤndige Beſiz einer ehelichen Kindſchaft. 321. Dieſer Beſiz beſteht in einer Vereinigung hin⸗ reichender Thatſachen, welche Verhaͤltniſſe der Kindſchaft 86 I. B. VII. T. Von der Vaterſchaft und der Kindſchaft. und Verwandtſchaft zwiſchen einem Menſchen und der ann⸗ welcher er anzugehören behauptet, vorausſezen. Die vorzuͤglichſten der dazu dienlichen That ſachen ſind: daß r ein Kind immer den Namen des Vaters gefuͤhrt hat, dem es anzugehoͤren angibt; Daß der Vater es als ſein Kind behandelt, und in dieſer Eigenſchaft fuͤr ſeine Erziehung, ſeinen Unterhalt, und ſeine Niederlaſſung geſorgt hat; Daß es beſtaͤndig in der Geſellſchaft dafuͤr aner⸗ kannt worden iſt; Daß die Familie es dafuͤr erkannt hat. 322. Niemand kann einen Familien⸗Stand in An⸗ ſpruch nehmen, welcher demjenigen zuwider iſt, den ſeine Geburts-Urkunde und ein mit ihr uͤbereinſtimmender Be⸗ ſiz ihm geben. Umgekehrt kann Niemand den Familien⸗Stand desje⸗ nigen beſtreiten, der einen mit ſeinem Geburts⸗ Schein uͤbereinſtimmenden Beſiz fuͤr ſich hat. 323. Gebricht es an einer Rechts⸗Urkunde und ei⸗ nem damit uͤbereinſtimmenden Beſiz, oder iſt das Kind unter einem erdichteten Namen, oder als ein von unbe⸗ kannten Eltern gebornes Kind in den Buͤchern eingetragen worden; ſo kann der Beweis der Kindſchaft durch Zengen gefuͤhrt werden. Dieſer Beweis darf gleichwohl nur dann zugelaſſen werden, wann eine Einleitung dazu aus ſchriftlichen Be⸗ weiſen vorhanden iſt, oder wann Vermuthungen oder Anzeigen, aus bis dahin ausgemachten Thatſachen her⸗ t, m afür e ndhl da B dun geen— 4 3 ugii Sten8 den 1 en pei de unt das von 1 1 15. Anie, ſig kul . it ſi mw aif 3 — 4 3 8 1 I. B. VII. T. Von der Vaterſchaft und der Kindſchaft. 87 vorgehen, die wichtig genug ſind, um auch ohne eine ſolche Einleitung jene Zulaͤſſigkeit zu begruͤnden. 324. Die Einleitung aus ſchriftlichen Beweiſen er⸗ gibt ſich aus Familien⸗Urkunden, aus Haus⸗Buͤchern und Briefſchaften der Eltern, aus oͤffentlichen und ſelbſt aus Privat⸗Urkunden, die von einer am Streit bethei⸗ ligten lebenden oder verſtorbenen Perſon herruͤhren. 3925. Der Gegenbeweis kann durch jedes Mittel ge⸗ fuͤhrt werden, welches darthut, daß der Beweisfuͤhrer kein Kind der Mutter ſey, die er zu haben vorgibt; oder, wenn ſeine Abſtammung von ſolcher Mutter er⸗ wieſen iſt, daß er kein Kind von dem Ehemann dieſer Mutter ſey. 526. Die buͤrgerlichen Gerichte ſind allein die Rechts⸗ Behoͤrde fuͤr Klagen, wodurch ein Familien⸗Stand in Anſpruch genommen wird. 327. Das Strafver fahren uͤber ein Verbrechen der Verfaͤlſchung eines Familien⸗Stands faͤngt erſt an, wenn der Stand der Perſon durch ein End⸗ Urtheil ent⸗ ſchieden iſt. 328. Die Anſprache des Familien⸗Stands iſt fuͤr das Kind ſelbſt unverjaͤhrbar. 329. Erben eines Kinds, das eine Anſprache nicht gemacht hat, koͤnnen ſie nur nrin wenn ſolches in der Minderjaͤhrigkeit, oder in den erſten fuͤnf Jahren nach erreichter Volljaͤhrigkeit geſtorben iſt. 330. Haͤtte das Kind die Klage erhoben, ohne wie⸗ der foͤrmlich davon abgeſtanden zu ſeyn, auch ohne ſie, 1 638 I. B. VII. T. Von der Vaterſchaft und der Kindſchaft. drey Jahre von der lezten gerichtlichen Handlung an zu rechnen, unbetrieben zu laſſen; ſo koͤnnen die Erben ſie fortſezen. Drittes Kapitel. Von den natuͤrlichen Kindern. Erſter Abſchnitt⸗ Von der Ehelichmachung natuͤrlicher Kinder. 531. Uneheliche Kinder, die nicht aus einer Blut⸗ ſchande oder einem Ehebruch gezeugt ſind, werden durch eine nachgefolgte Ehe ihrer Eltern ehelich gemacht, wenn beide zuſammen vor der Heyrath ſie anerkannt haben, oder ſie in der Heyraths⸗Urkunde ſelbſt anerkennen. 552. Auch verſtorbene Kinder, welche Nachkommen zuruͤckgelaſſen haben, werden zu deren Vortheil dadurchh noch ehelich gemacht. 4 333. Kinder, welche durch nachgefolgte Ehe ehelich werden, genießen gleiche Rechte, als waͤren ſie aus die⸗ ſer Ehe geboren⸗ 4 Zweyter Abſchritt. Von der Anerkennung der nacuͤrlichen Kinder. 534. Die Anerkennung eines natuͤrlichen Kinds, ſoll durch eine oͤffentliche Urkunde vollzogen werden, ſobald ſie nicht in deſſen Geburts⸗Urkunde geſchehen iſt. 33 4. a. Sie muß mit ausgedruckten Worten darinn liegen: bloße Zuſage gewiſſer Vortheile für ein Kind, als z. E. ſeiner Er nährung, begründen die Anerkennung noch nicht. U. Sei Sie auze Fu, en,, SEe, che. 14 I. B. VII. T. Von der Vaterſchaft und der Kindſchaft. 8) 335. Dieſelbige findet nicht ſtatt zum Vortheil ſol⸗ cher Kinder, die aus Blutſchande oder Ehebruch gezeugt ſind. 336. Die Anerkennung des Vaters, ohne Angabe und Geſtaͤndniß der Mutter, wirkt nur gegen den Vater. 337. Die Anerkennung, welche waͤhrend der Ehe von einem Ehegatten zum Vortheil ſeines mit einer drit⸗ ten Perſon erzeugten natuͤrlichen Kinds geſchieht, kann weder dem andern Ehegatten, noch denen aus der Ehe gezeugten Kindern ſchaden. Sie hat nur ihre Wirkung, wenn einſt die Ehe auf⸗ geloͤßt wird, und keine Kinder daraus vorhanden ſind. 333. Ein natuͤrliches, obgleich anerkanntes Kind kann die Rechte eines ehelich gebornen Kinds nicht an⸗ ſprechen. Die Rechte der natuͤrlichen Kinder beſtimmt der Titel von den Erbſchaften. 339, Jede Anerkennung des Vaters oder der Mutter, ſo wie jede Anſprache des Kinds kann von allen denjeni⸗ gen beſtritten werden, denen ein Nachtheil dadurch zu⸗ gehen kann. 340. Alle Nachfrage, wer Vater eines Kinds ſey, iſt verboten. Ein Entfuͤhrer kann auf Anſuchen der Betheiligten fuͤr den Vater des Kinds der Entfuͤhrten erklaͤrt werden, wenn der Zeitpunkt der Entfuͤhrung mit jenem der Empfaͤngniß uͤbereinſtimnmt. 340 a. Dafür kann auch derjenige erklärt werden, der eine Mutter des Kinds kundbarlich bey ſich als Beyſchläferin unterhalten — „o 1. B. VII. T. Von der Vaterſchaft und der Kindſchaft. hat, oder der des Beyſchlafs mit ihr, um die Zeit der geſezlich un⸗ terſtellbaren Empfängniß, freywillig geſtändig oder zufällig überwieſen fiſt; ingleichen derjenige der die Mutter erweislich um die gedachte Zeit auſſer Stand des freyen Sinnen⸗Gebrauchs zum Behuf eines Beyſchlafs verſezt hat. 541. Eine Nachfrage, wer Mutter eines Kinds ſey, iſt erlaubt. Das Kind, welches gegen eine Frauensperſon Kind⸗ ſchafts⸗Recht anſpricht, muß den Beweis fuͤhren, daß es eben dasjenige ſey, womit dieſe niedergekommen iſt. Zur Fuͤhrung dieſes Beweiſes durch Zeugen darf es nur alsdann zugelaſſen werden, wenn ſchon eine Einlei⸗ ung aus ſchriftlichen Beweiſen vorhanden iſt. 342. Kein Kind darf in Faͤllen, wo zu Folge des 335. Sazes die Anerkennung nicht geſtattet iſt, zu einer Kindſchafts⸗Anſprache gegen Vater oder Mutter zugelaſſen werden. Achter Titel. Von der Anwuͤnſchung eines Kinds und der freywilligen Pflege eines Minderjaͤh⸗ rigen aus wohlthaͤtigen Abſichten. Erſtes Kapitel. Von der Anwuͤnſchung eines Kinds.⸗ Erſter Abſchnitt. Von der Anwuͤnſchung und ihren Wirkungen. 24. Perſonen beederley Geſchlechts, welche das fuͤnfzigſte Jahr zuruͤckgelegt, zur Zeit der Anwuͤnſchung ä 4 “ 1. B. VIII. T. Von der Anwünſchung eines Kinds ꝛc. 91 keine eheliche Nachkommenſchaft haben, und wenigſtens fuͤnfzehn Jahre aͤlter find, als diejenigen, die ſie an Kindesſtatt annehmen wollen, duͤrfen der Anwuͤnſchung ſich bedienen. 3 5 a. Die Anwünſchung muß unbedingt und auf immer geſchehen. 1 344. Niemand kann von mehr als Einer Perſon an Kinds⸗Statt angenommen werden, es ſey dann von zweyen wechſelſeitigen Ehegatten. Auſſer dem Fall, der unten im 566. Saz beſtimmt iſt, kann kein Ehegatte ohne Bewilligung des andern Kinder anwuͤnſchen. 345. Die Annahme an Kinds⸗Statt kann nur demje⸗ nigen zu Theil werden, den man in ſeiner Minderjaͤhrig⸗ keit wenigſtens ſechs Jahre lang unterſtuͤzt und ununter⸗ brochen gepflegt hat, oder demjenigen, d der d dem Anwuͤn⸗ ſchenden das Leben gerettet hat, ſey es in einem Streit oder in Feuers⸗ und Waſſersnoth. In dem Fall der Lebens⸗Rettung genuͤgt es, wenn der Anwuͤnſchende volljaͤhrig, ſodann aͤlter als der Ange⸗ wuͤnſchte iſt, keine eheliche Nachkommen hat, und ſofern er verheyrathet iſt, ſein Ehegatte einwilligt. 345 a. Es bedarf ferner zur Anwünſchung jener früheren Pfle⸗ ge nicht, wenn eine volljährige Mannsperſon ein uneheliches, vom Vater noch nicht anerkanntes unmündiges Kind einer Frauensperſon, die ſie heyrathet, mit deren Einwilligung, mittelſt des Heyraths⸗ Vertrags anwünſcht, wo alsdann auch dieſer Vorgang keinen tigennm Förmlichkeiten unterliegt. 92 1. B. VIII. T. Von der Anwünſchung eines Kinds ꝛc⸗ 346. Die Anwuͤnſchung hat ſonſt in keinem Fall vor der Volljaͤhrigkeit des Angewuͤnſchten ſtatt. Sind deſſen beyde Eltern, oder nur Eins von beyden, noch im Leben, und der Angewuͤnſchte hat das fuͤnf und zwanzigſte Jahr nooch nicht zuruͤckgelegt; ſo muß er die Einwilligung ſeiner Eltern oder des lebenden Theils beybringen. Iſt er uͤber fuͤnf und zwanzig Jahr alt, ſo muß er um ihren Rath bitten. 347. Die Annahme an Kinds⸗Statt gibt dem Ange⸗ wuͤnſchten den Namen des Anwuͤnſchenden„ dem er ſeinen eigenen Namen hinzuſezt 348. Der Angewünſchte bleibt in der Familie, wel⸗ cher er der Geburt nach angehoͤrt, und behaͤlt hierinn alle ſeine Rechte. 1 Die Ehe iſt gleichwohl Herboten unter dem Anwuͤn⸗ ſchenden, dem Angewuͤnſchten und ſeinen Nachkommen; Unter den angewuͤnſchten Kindern ein und derſelben Perſon; Unter den angewuͤnſchten und den leiblichen Kindern, welche der Anwuͤnſchende ſpaͤterhin bekommen moͤchte; Unter dem Angewuͤnſchten und dem Ehegatten des Anwuͤnſchenden, und umgekehrt unter dem Anwuͤnſchenden und dem Ehegatten des Angewuͤnſchten. 349. Ohne die natuͤrliche Verbindlichkeit in den ge⸗ ſezlich beſtimmten Faͤllen ſich wechſelſeitig den Unterhalt zu verſchaffen, zwiſchen dem Angewuͤnſchten und ſeinen leiblichen Eltern aufzuheben, tritt zwiſchen Anwuͤnſchen⸗ den und Angewuͤnſchten die gleiche Verbindlichkeit ein. 350. Der Angewuͤnſchte erwirbt keine Erbrechte auf das Vermoͤgen der Blutsfreunde des Anwuͤnſchers; aber 3. in Jal ind 1 im ti 1. B. VIII. T. Von der Anwünſchung eines Kinds ꝛc. 95 auf deſſen eigenen Nachlaß hat er mit einem ehelich ge⸗ zeugten Kind durchaus gleiche Rechte, wenn derſelbe ehe⸗ liche, nach der Anwuͤnſchung gebohrne Kinder, zuruͤck lieſſe. 351. Stirbt der Angewuͤnſchte ohne eheliche Abkomm⸗ linge, ſo faͤllt alles, was ihm von dem Anwuͤnſcher ge⸗ ſchenkt oder vermacht ward, in ſofern es bey dem Abſter⸗ ben des Erſtern noch wirklich vorhanden iſt, auf den Lez⸗ tern oder ſeine Nachkommen zuruͤck, jedoch mit der Ver⸗ pflichtung des Beitrags zur Tilgung der Schulden, und unbeſchadet der Rechte eines Dritten. Das uͤbrige Vermoͤgen des Angewuͤnſchten faͤllt auf ſeine leibliche Verwandten, und dieſe ſchließen allemal ſelbſt in den oben angefuͤhrten Gegenſtaͤnden alle Erben des Anwuͤnſchers aus, die nicht deſſen Abkoͤmmlinge ſind. 352. Stirbt noch bey Lebzeiten des Anwuͤnſchers aber nach dem Tod des Angewuͤnſchten auch die Nachkommen⸗ ſchaft des Leztern aus; ſo erbt auch alsdann der Anwuͤn⸗ ſcher, was er geſchenkt hatte; dieſes Recht ſoll gleichwohl ſeiner Perſon allein anhangen, und auf ſeine Erben, ſelbſt in abſteigender Linie, nicht uͤbergehen⸗ Zweyter Abſchnitt. Von der Form der Anwuͤnſchung. 353. Der Anwuͤnſcher und der Anzuwuͤnſchende muͤſſen ſich vor dem ordentlichen Richter des Anwuͤnſchers ſtellen, um uͤber ihre wechſelſeitige Einwilligung eine Urkunde zu errichten. 94 1. B. VIII. T. Von der Antwünſchung eines Kinds ꝛc. 354. In den naͤchſten zehn Tagen wird dem Kron⸗ Anwald der Gerichtsbehoͤrde eine Ausfertigung dieſer Ur⸗ kunde zur Erwirkung der obrigkeitlichen Beſtaͤtigung von demjenigen Theil uͤberreicht, der ſich zuerſt darum bewirbt. 355. Das Gericht, in ordentlicher Sizung, pruͤft nach eingezogener zweckmaͤßiger Erkundigung: 1.) ob alle geſezlichen Bedingungen erfuͤllt ſind; 2.) ob die Perſon, welche anwuͤnſchen will, einen guten Ruf hat. 356. Es erkennt hierauf, ohne irgend eine Form von gerichtlichem Verfahren, und ohne Entſcheidungs⸗ Gruͤnde auszudruͤcken nach Vernehmung des Kron⸗Anwalds: „Die Anwuͤnſchung hat ſtatt, oder: ſie hat nicht „ſtatt.* 357. In einem Monat nach der Gerichts⸗-Entſchei⸗ dung wird dieſes Urtheil der naͤchſten Obergerichts⸗Be⸗ hoͤrde, auf Betreiben derjenigen Parthey, vorgelegt, welche es zuerſt verlangt. Dieſe hat bey ihrem Verfahren die gleiche Form zu beobachten, und erkennt, ohne Entſcheidungs⸗Gruͤnde auszudruͤcken: 1 „Das Erkenntniß iſt beſtaͤtigt, oder: das Erkennt⸗ niß iſt geaͤndert, und folglich: die Anwuͤnſchung nhat ſtatt, oder ſie hat nicht ſtatt.“ 358. Jedes Erkeuntniß des Obergerichts wodurch eine Anwuͤnſchung angenommen wird, ſoll oͤffentlich verkuͤndigt und angeſchlagen werden. Die Beſtimmung der Orte und die Anzahl der Anſchlaͤge bleibt dem Ermeſ⸗ ſen dieſer Gerichts⸗Behoͤrde uͤberlaſſen. ,— .· I. B. VIII. T. Von der Anwünſchung eines Kinds zic. 95 359. In den naͤchſten drey Monaten nach Verkuͤndi⸗ gung des Erkenntniſſes ſoll auf Anſuchen des einen oder des andern Theils die Anwuͤnſchung an dem Ort, wo der Anwuͤnſcher ſeinen Wohnſiz hat, den Buͤchern des buͤrger⸗ lichen Stands eingetragen werden⸗ Dieſe Einſchreibung geſchieht nur auf Vorzeigung ei⸗ ner foͤrmlichen Ausfertigung des von der Oberbehoͤrde er⸗ laſſenen Erkenntniſſes, und die Anwuͤnſchung bleibt wir⸗ kungslos, wenn ſie nicht in dieſer Friſt den Buͤchern ein⸗ getragen worden iſt. 360. Stirbt der Anwuͤnſcher, nachdem die Urkunde, woraus ſich ſein Wille ergibt, den Anwuͤnſchungs⸗Vertrag zu ſchlieſſen, von dem Richter aufgenommen, und vor die Gerichts-Behoͤrden gebracht worden, aber ehe dieſe hier⸗ uͤber entſcheidend erkannt haben, ſo ſoll das Verfahren den⸗ noch fortgeſezt, und auf geeignete Faͤlle die Anwuͤnſchung zugelaſſen werden. Hielten deſſen Erben die Anwuͤnſchung jedoch fuͤr un⸗ zulaͤſſig, ſo bleibt ihnen unbenommen, dem Kron-Anwald eine Denkſchrift mit ihren Anmerkungen daruͤber einzu⸗ haͤndigen. Zweytes Kapitel. Von der Pfleg⸗Vaterſchaft. 361. Wer das fäͤnfzigſte Jahr zuruͤckgelegt hat, ohne 6 eheliche Nachkommen iſt, und einen geſezlichen Rechtstitel wuͤnſcht, wodurch er einen Minderjaͤhrigen ſich ergeben — machen will, kann ihm Pflegyater(Pflegmutter) werden, wenn er hiezu die Einwilligung der Eltern des Kinds, oder 96 J. B. Vill. T. Von der Anwünſchung eines Kinds ꝛc. des Ueberlebenden von ihnen, oder in deren Ermangelung die Beyſtimmung eines Familienraths, oder endlich, wenn das Kind keine bekannten Blutsfreunde haͤtte, jene der Verwalter des Waiſenhauſes, worinn es aufgenommen worden, oder des Gemeind⸗Raths ſeines Wohnorts erhal⸗ ten hat. 1 362. Ehegatten koͤnnen ohne gemeinſchaftliche Bewil⸗ ligung nicht Pfleg⸗Eltern eines Kinds werden. 363. Der Bezirks⸗Richter, unter welchem das Kind ſeinen Wohnſiz hat, fuͤhrt ein Protokoll uͤber das auf die Pfleg⸗Vaterſchaft ſich beziehende Geſuch und uͤber die gegebene Einwilligung. ⸗ 3564. Nur zum Vortheil ſolcher Kinder, die noch keine fuͤnfzehn Jahr alt ſind, kann dieſer Pfleg⸗-Verband ſtatt haben. Er fuͤhrt, unbeſchadet jeder beſondern Uebereinkunft, die Verbindlichkeit mit ſich, das Pflegkind zu ernaͤhren, zu erziehen, und in Stand zu ſezen, daß es einſt ſeinen Le⸗ bens⸗Unterhalt erwerben koͤnne. 365. Hat das Pflegkind einiges Vermögen, das zu⸗ vor unter Vormundſchaft war, ſo geht die Verwaltung ſeines Vermoͤgens eben ſo, wie die Obſorge uͤber ſeine Perſon, auf den Pfleg⸗Vater uͤber, der jedoch die Er zie⸗ hungs⸗Koſten den Einkuͤnften des Pflegkinds nicht aufrech⸗ nen darf. 366. Wenn der Pfleg⸗Vater nach umgelaufenen fuͤnf Jahren, von uͤbernommener Pflege an, in der Beſorgniß ſein Tod moͤchte ihn uͤbereilen, ehe das Pflegkind voll⸗ jaͤhrig crint Ru 1e ſein “ I. B. VIII. T. Von dex. Anwünſchung eines Kinds ꝛc. 97 jaͤhrig wird, durch eine lezte Willens-Verordnung es an Kinds⸗Statt annimmt, ſo ſoll dieſe Verfuͤgung guͤltig ſeyn, vorausgeſezt, daß der Pfleg⸗Vatex keine eheliche Kinder zuruͤcklaͤßt. 367. Stirbt der Pfleg⸗Vater vor dieſen fuͤnf Jahren, oder nach denſelben, ohne ſein Pflegkind an Kinds⸗Statt angenommen zu haben, ſo ſoll dieſem, ſo lang es minder⸗ jaͤhrig iſt, der Lebensunterhalt verſchafft werden; der Be⸗ trag und die Art deſſelben wird da, wo nicht ſchon eine foͤrmliche Uebereinkunft unter den gegenſeitigen Stellver⸗ tretern des Pflegvaters und Pflegkinds daruͤber beſteht, guͤtlich oder rechtlich beſtimmt. 568. Will der Pflegvater ſein Pflegkind, nachdem es volljaͤhrig geworden, an Kinds-Statt annehmen, und lezteres gibt hiezu ſeine Einwilligung; ſo wird nach den zuvor beſtimmten Formen zur Anwuͤnſchung geſchritten, welche alsdann ihre volle Wirkung hat. 369. Bleiben in den erſten drey Monaten nach der Volljaͤhrigkeit des Pflegkinds die Vorſtellungen, die es ſei— nem Pflegvater gemacht hat, um von ihm an Kinds⸗Statt angenommen zu werden, ohne Erfolg; und iſt das Pfleg⸗ Kind nicht im Stand, ſich ſeinen Lebensnnterhalt zu erwer⸗ ben; ſo kann der Pfleg⸗Vater verurtheilt werden, das Pflegkind wegen etwaiger Unfaͤhigkeit zur Erwerbung ſeines Unterhalts zu eutſchaͤdigen. Dieſe Entſchaͤdigung beſteht in einer Unter ſtůzung zum Anfang eines Gewerbs, wenn eine Uebereinkunft nicht dieſen Fall zum Voraus beſtimmt hat. Geſezbuch. G I. B. 1IX. T. Von der elterlichen Gewalt, 98 370. In jedem Fall iſt der Pflegvater, der das Ver⸗ moͤgen ſeines Muͤndels verwaltet hat, darübet Rechnuns abzulegen verbunden. 370 a. Auch iſt er wegen der Gegen⸗ Vermandfhsſe und ſon den gleichen Verbindlichkeiten wie andere Pfleger unterworfen. Neunter Titel. Von der Elterlichen Gewalt. 371. Ein Kind, welches Alters es ſey, iſt ſeinen El⸗ tern Ehrfurcht und Gehorſam ſchuldig. 372. Es bleibt unter ihrer Gewalt bis zu ſeiner Voll⸗ jaͤhrigkeit oder Gewalts⸗Entlaſſung. 373. Wäßrend der Ehe uͤbt der Vater alle dieſe ⸗ walt aus⸗ 374. Das Kind darf das vaͤterliche Haus ohne Er⸗ laubniß des Vaters nicht verlaſſen„außer nach zuruͤckge⸗ legtem achtzehnten Jahr, und allein um Kriegs⸗ Dienſt zu nehmen. 1 — 375. Der Vater, der Richiſge urſachen hat, äͤber das Betragen ſeines Kinds mißvergnuͤgt zu ſeyn, kann ſich auſſer der Hanszucht kolgenden härgerlichen Zuchtmittel bedienen. 576. Iſt das Kind in das ſechszehnte Jahr ſeines Alters noch nicht eingetreten, ſo kann der Vater es böch⸗ — 1. B. NX. T. Von der elterlichen Gewalt. 99 ſtens auf einen Monat einſperren laſſen. Zu dieſem En⸗ de muß auf ſein Verlangen die Gerichts⸗Behoͤrde den Verhaft⸗Befehl erlaſſen. 577. Nach dem Eintritt in's ſechszehnte Jahr des Alters bis zur Volljaͤhrigkeit oder Freylaſſung kann der Vater nur auf Einſperrung antragen, und das hoͤchſtens auf ſechs Monate; er wendet ſich deshalb an die Gerichts⸗ Behoͤrde, die nach Beſprechung mit dem Kron⸗Anwald den Befehl zum Verhaft ertheilen oder verweigern, und im erſten Fall die vom Vater verlangte Zeit der Einſper⸗ rung verkuͤrzen kann. 578. In einem wie im andern Fall hat weder ſchrift⸗ liches Verfahren noch eine gerichtliche Foͤrmlichkeit ſtatt, den Verhaft-Befehl ausgenommen, in welchem die Be⸗ weggruͤnde nicht ausgedruͤckt werden. Der Vater muß das Verſprechen unterzeichnen, alle Koſten zu zahlen, und gebuͤhrenden Unterhalt zu ver⸗ ſchaffen. 4 379. Von dem Vater haͤngt es allemal ab, die Dauer der von ihm verordneten oder verlangten Einſperrung zu verkuͤrzen. Verfaͤllt das Kind nach ſeiner Loslaſſung auf neue Ausſchweifungen, ſo kann, auf die in den vorherge⸗ henden Saͤzen beſtimmte Weiſe, die Einſperrung aber⸗ mal verfuͤgt werden. 380. Iſt der Vater wieder verheyrathet, ſo hat er, um ein Kind aus erſter Ehe, ſelbſt wenn es noch un⸗ ter ſechszehn Jahren iſt, einſperren zu laſſen, ſich nach der Vorſchrift des 377. Sazes zu benehmen. G 2 100 1. B. IX. T. Von der elterlichen Gewalt. 361. Die uͤberlebende und nicht wieder verheyrathete Mutter kann auch, jedoch nur unter der Mitwirkung der zwey naͤchſten Verwandten vaͤterlicher Seite, und in der Form eines Anſuchens nach der Vorſchrift des 377. Sa⸗ zes, ein Kind einſperren laſſen. 382. Hat das Kind freyeigen Gut, oder treibt es ein Gewerbe, oder Handthierung, ſo kann ſeine Einſper⸗ rung, ſelbſt wenn es noch unter ſechszehn Jahren iſt, nur im Weg des Anſuchens, nach der im 577. Saz beſtimm⸗ ten Form, ſtatt haben. Dem eingeſperrten Kind bleibt es unbenommen, an den Kron⸗Anwald des Obergerichts eine Denkſchrift ein⸗ zureichen. Dieſer laͤßt ſich von dem Kron⸗Anwald des Untergerichts Rechenſchaft geben, und erſtattet ſeinen Vortrag an den Vorſteher des Obergerichts, welcher den Vater hievon benachrichtiget, alle Erkundigungen einzieht, und alsdann den von dem vorigen Richter ausgefertig⸗ ten Befehl aufheben oder maͤßigen kann. 383. Die 576. 377. 378. und 5379. Saz ſind auf die Eltern natuͤrlicher und von ihnen geſezlich anerkann⸗ ter Kinder ebenfalls anwendbar. 334. Waͤhrend der Ehe hat der Vater, und nach aufgeloͤster Ehe der Ueberlebende von beyden Eltern die Nuznießung an dem Vermoͤgen ihrer Kinder, bis ſie das achtzehnte Jahr ihres Alters zuruͤckgelegt haben, oder bis zur Gewalts⸗Entlaſſung, wenn dieſe fruͤher erfolgt. 384. a. Dieſes Endziel der Nuznieſſung verſtehet ſich jedoch ohn⸗ beſchadet desjenigen Theils, der dem Ueberlebenden, kraft der Ehe⸗ r, J. d, L2o. Tg. f Aed,u een c vrde Sich M2 Sid Ses a. V 1. B. IX. T. Von der elterlichen Gewalt. geſeze oder der lezten Willensverfügungen des erſt Verſtorbenen ge⸗ ſczmäſſig zukommen mag. 335. Die mit dieſer Ruznieſſung gerhundene Laſten 4 ſind: 5s. g t 3 1. Diejenigen, wozu jeder Nuznießer verbunden iſt;, 2,616 b 2. Ernaͤhrung, Pflege und Erziehung der Rir⸗ 2— 9.„„ V der nach ihrem Vermoͤgen; 109. 3 3. Zahlung der Ruͤckſtaͤnde und der Zinſen der. ½0 Mx" Kapitalien; 4. V 4. Bezahlung der Krankheits⸗ und Begraͤbniß⸗ V Koſten. 386. Derjenige von beyden Eltern, zu deſſen Nach⸗ theil eine Eheſcheidung erkannt worden, bleibt von dieſer Nuznieſſung ausgeſchloſſen; ſie hoͤrt ebenfalls bey einer Mutter auf, die zu einer neuen Ehe ſchreitet. 537. Sie ſoll ſich auf dasjenige Vermoͤgen nicht er⸗ ſtrecken, welches die Kinder durch abgeſondert treibende 1 Arbeit und Kunſtfleis erwerben moͤgen, auch nicht auf das, was unter der ausdruͤcklichen Bedingung, daß die Eltern keine Nuznieſſung daran haben ſollen, den Kin⸗ dern geſchenkt oder vermacht worden iſt. 1 Zehenter Titel. 3 Von der Minderjaͤhrigkeit, der Vormund⸗ ſchaft und der Gewalts⸗Entlaſſung. . Erſtes Kapitel. Von der Minderjaͤhrigkeit. 363. Minderjaͤhrig iſt Jeder ohne Unterſchied des Ge⸗ ſchlechts, der das Alter von ein und zwanzig Jabr ren noch nicht zuruͤckgelegt hat. 4— 8. 1* 202 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc.* 1 17 Zweytes Kapitel. Von der Vormundſchaft. Er ſter Abſchnitt. Von der Vormundſchaft der Eltern. 389. Der Vater iſt, waͤhrend der Ehe, Verwalter alles Vermoͤgens, welches ſeinen minderjaͤhrigen Kindern zugehoͤrt, ſelbſt des Freyeigenen. Von dem Vermoͤgen, wovon er den Genuß nicht hat, iſt er uͤber Hauptſtock und Einkuͤnfte zugleich, und von dem Vermoͤgen, woran das Geſez ihm eine Nuznieſſung gibt, uͤber den Hauptſtock allein Rechenſchaft zu geben verbunden. 390. Wird die Ehe durch den natuͤrlichen oder buͤr⸗ gerlichen Tod eines der Ehegatten aufgelost, ſo faͤllt die Vormundſchaft uͤber die minderjaͤhrigen, nicht Gewalts entlaſſenen Kinder dem uͤberlebenden Ehegatten, kraft Geſezes, zu. K 391. Der Vater kann gleichwohl der uͤberlebenden Mutter und Vormuͤnderin einen beſondern Vormund⸗ ſchafts⸗Beyſtand zuordnen, ohne deſſen Gutachten ſie keine auf die Vormundſchaft ſich beziehende Rechtshand⸗ lung vornehmen darf. Beſtimmt der Vater die Handlungen, fuͤr welche der Beyſtand ernannt ſeyn ſoll, ſo iſt die Vormuͤnderin befugt, die uͤbrigen ohne deſſen Mitwirkung vorzunehmen. 392. Dieſe Ernennung eines Vormundſchafts⸗Bey⸗ ſtands kann nur auf eine der folgen den Arten geſchehen: n .. 5. 7„,.„ Fr.„ 1 Adt 4 7. L. 3 S.. L: 3 9. 6. 3 A.L? B. zi e zei e„ Wà 4. Sdr Le 2u D⸗„9 evahene I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 405 1.) durch eine lezte Willensverordnung; 2.) durch eine vor dem Ortsvorſteher und ſei⸗ nem Gerichtsſchreiber, oder vor Staatsſchrei⸗ bern geſchehene Erklaͤrung. 393. Iſt die Frau bey dem Tod ihres Manns ſchwanger, ſo ſoll der Leibesfrucht von den Familienrath ein Pfleger ernannt werden. V Mit der Geburt des Kinds wird die Mutter deſſen Vormuͤnderin, und jener Pfleger i alsdann kraft Geſe⸗ V zes ſein Gegen⸗Vormund. 593 a. Bey unehelichen Kindern, die eine bekannte Mutter ha⸗ ben, iſt dieſe die Vormünderin; hat jedoch der Vater das Kind gül⸗ tig anerkannt, ſo kann er das im Saz 391 beſtimmte Recht üben; wo keine bekannte Mutter vorhanden, oder dieſe verſtorben iſt, liegt dem Kron⸗Anwalds des Bezirks⸗Gerichts die Betreibung der Bevormun⸗ dung ob. 394. Die Mutter iſt nicht ſchuldig, die Vormund⸗ ſchaft anzunehmen; jedoch muß ſie, wenn ſie die Vor⸗ mundſchaft ablehnt, die ihr anhaͤngige Pflichten ſo lang 1. erfuͤllen, bis ſie die Ernennung eines Vormunds erwirkt hat. 8.A 395. Will die Mutter, welche die Vormundſchaft o fuͤhrt, ſich wieder verehelichen, ſo muß ſie, ehe noch die 8* 1 Ehe geſchloſſen wird, einen Familienrath zuſammen beru⸗ X. fen laſſen, und dieſer entſcheidet, ob ihr ferner die Vor⸗.. mundſchaft anvertraut bleiben ſoll...... Unterlaͤßt ſie dieſes, ſo verliert ſie, kraft Geſezes, die Vormundſchaft, und ihr neuer Ehemann iſt fuͤr alle Fol⸗ gen ihrer widerrechtlichen Fortfuͤhrung als Samnnt⸗ Schuld⸗ ner verantwortlich. Ueberlaͤßt ein ordentlich zuſammen berufener Familſon⸗ rath die Vormundſchaft der Mutter„ſo muß er ihr noth⸗ 104 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft c. wendig den zweyten Ehegatten als Mit⸗Vormund beyord⸗ nen. Dieſer wird mit ſeiner Ehegattin fuͤr die Verwal⸗ tung, in ſo weit ſie nach der Heyrath gefuͤhrt wird, als Sammt⸗Schuldner verantworlich. Zweyter Abſchnitt. Von der elterlich verordneten Vormundſchaft. 597. Das Recht, einen Vormund zu waͤhlen, und zwar aus Fremden oder aus Verwandten, gehoͤrt nur dem Laͤngſtlebenden von beyden Eltern. 398. Dieſes Recht kann nur nach den im 392. Saz vorgeſchriebenen Formen, und unter den folgenden Aus⸗ nahmen und Einſchraͤnkungen ausgeuͤbt werden: 398. a. Niemals kann weder von den Elter n, noch von dem Fa⸗ milienrath, der Vormund eines Minderjährigen unter aufſchieben⸗ den Bedingungen ernannt werden. 399. Eine Mutter in zweyter Ehe, welcher die Vor⸗ mundſchaft uͤber ihre Kinder aus der erſten Ehe nicht gelaſ⸗ ſen worden iſt, kann ihnen keinen Vormund ernennen. 400. Hat die Mutter, welcher in zweyter Ehe die Vor⸗ mundſchaft gelaſſen wurde, ihren Kindern aus erſter Ehe einen Vormund ernannt, ſo gilt dieſe Auswahl nur mit Beſtaͤtigung des Familienraths. 401. Der Vormund, welchen Eltern ernennen, iſt nicht ſchuldig, die Vormundſchaft anzunehmen, wenn er nicht ſonſt ſchon in die Klaſſe derjenigen Perſonen gehoͤrt, denen, in Ermangelung einer ſolchen Ernennung, der Fa⸗ milienrath ſie haͤtte auftragen koͤnnen, oder beſondere Verpflichtungs⸗Gruͤnde bey ihm eintreten. 1 — 1 1. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 105 Dritter Abſchnitt. Von der Vormu ndſchaft der Ahnherru. 402. Hat der laͤngſtlebende Elterntheil dem Minder⸗ jaͤhrigen keinen Vormund ernannt, ſo gebuͤhrt die Vor⸗ mundſchaft kraft Geſezes dem vaͤterlichen Großvater, bey deſſen Abgang dem muͤtterlichen Großvater, und ſo weiter aufwaͤrts, dergeſtalt, daß der vaͤterliche dem muͤtterlichen Ahnherrn deſſelben Grads immer vorgezogen wird. 405. Treffen in Ermangelung des vaͤterlichen und muͤtterlichen Großvaters des Minderjaͤhrigen zwey Ahn⸗ herrn eines hoͤhern Grads zuſammen, die beyde zur vaͤ⸗ terlichen Linie des Minderjaͤhrigen gehoͤren, ſo ſoll die Vormundſchaft kraft Geſezes auf den vaͤterlichen Groß⸗ Vater des Vaters des Minderjaͤhrigen fallen. 40⁄. Treffen in gleicher Weiſe zwey Urgroßvaͤter der muͤtterlichen Linie zuſammen, ſo geſchieht die Auswahl von dem Familienrath, jedoch nur aus einem dieſer bey⸗ den Ahnherrn. Vierter Abſchnitt. Von Vormundſchaften aus Auftrag des Familien⸗Raths. 405 Die Ernennung eines Vormunds geſchieht durch einen Familienrath, ſo oft ein minderjaͤhriges, nicht ge⸗ waltsentlaſſenes Kind weder Vater noch Mutter, noch einen vom Vater oder Mutter ernannten Vormund noch Ahnherrn im Leben hat; desgleichen, wenn der Vormund⸗ der zu einer dieſer Klaſſen gehoͤrt, ſich in einem Fall der 8 206 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. unten verordneten Ausſchließungen befindet, oder recht⸗ maͤſſig entſchuldigt iſt. 406. Dieſer Familienrath wird zuſammen berufen, auf Anſuchen und Betrieb der Verwandten des Minder⸗ jaͤhrigen, oder ſeiner Glaͤubiger, oder anderer Betheiligten, oder auch von Amtswegen auf den Betrieb des Orts⸗ Vorſtehers, wo der Minderjaͤhrige ſeinen Wohnſiz hat. Ein jeder iſt berechtigt, dieſem Vorſkeher den Vorfall an⸗ zuzeigen, aus welchem die Nothwendigkeit eintritt, einen Vormund zu ernennen. 40⁰6 a. Hier und ſo oft in dieſem Geſezbuch vom Orts⸗ vorſteher die Rede iſt, bezieht ſich ſolches auf Amtsſä fſige Perſonen, bey Kanzleyſäſſigen iſt der Bezirks⸗Vorſteher derjenige, welcher auf ſie Orts⸗Vorſtehers⸗Recht und Pflicht hat. 4⁰7. Der Familienrath ſoll, ohne jenen Vorſteher mit einzurechnen, aus ſechs Verwandten oder Verſchwaͤ⸗ gerten beſtehen. Dieſe werden ſowohl aus der Gemeinde, wo der Fall einen Vormund zu eernennen ſich zugetragen hat, als in dem Umkreis von vier Stunden genommen, die eine Haͤlfte aus vaͤterlicher, und die andere aus muͤt⸗ terlicher Linie; in jeder Linie richtet man ſich nach der Naͤhe der Grade. Unter Verwandten und Verſchwaͤgerten in gleichem Grad wird der Verwandte, und unter Verwandten deſſel⸗ ben Grads, der Aeltere dem Juͤngern vorgezogen. 407 a. Durchaus ſind darunter nur geſezliche, d. i⸗ durch Ehe oder Anwünſchung entſtandene, nicht bloß natürliche, d. i. aus auſſerehlicher Zeugung entſproſſene, Verwandte zu verſtehen, als welche überall nur da in verwandtſchaftliche Betrachtung kommen, wo ſie das Geſez namentlich mit einbegreift. 1 z.B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 107 408. Die vollbuͤrtigen Bruͤder des Minderjaͤhrigen, und die Ehegatten ſeiner vollbuͤrtigen Schweſtern, machen allein eine Ausnahme von der im Saz 407. enthaltenen Beſchraͤnkung, auf eine beſtimmte Anzahl. Sind ihrer ſechs oder mehrere, ſo ſind ſie alle Mit⸗ glieder des Familienraths, den ſie alsdann allein mit den Wittwen der Ahnherrn, und mit den etwa vorhande⸗ nen geſezlich entſchuldigten Ahnherrn zu bilden haben. ESind ihrer weniger als ſechs, ſo werden nur ſo viel der uͤbrigen Verwandten berufen, als noͤthig ſind, um den Rath vollzaͤhlig zu machen. 409. Finden ſich an dem Ort ſelbſt und in der im 407. Saz beſtimmten Entfernung, Verwandte oder Ver⸗ ſchwaͤgerte, von der einen oder der andern Linie, nicht in hinlaͤnglicher Zahl, ſo beruft der Orts⸗Vorſteher entwe⸗ der Verwandte oder Verſchwaͤgerte, die in einer groͤßern Entfernung wohnen, oder auch Staatsbuͤrger aus derſel⸗ ben Gemeinde, die dafuͤr bekannt ſind, mit dem Vater oder der Mutter des Minderjaͤhrigen fortwaͤhrend in 4 Freundſchafts-Verbindungen geſtanden zu haben. 410. Auch da, wo an dem Ort ſelbſt eine hinlaͤng⸗ liche Anzahl von Verwandten oder Verſchwaͤgerten vor⸗ handen iſt, kann der Orts⸗Vorſteher die Erlaubniß erthei⸗ len, daß man andere, obgleich entfernter wohnende Ver⸗ wandten oder Verſchwaͤgerte vorlade, die in einem naͤhern oder doch gleichem Grad ſind, als die im Ort vorhandene, jedoch ſo, daß alsdann einige von dieſen leztern uͤbergan⸗ gen werden, um die in dem vorigen Saz beſtimwte Zahl nicht zu üͤberſchreiten. 308 1. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 411. Zur Erſcheinungs⸗Friſt ſoll vom Orts⸗ Vorſte⸗ her ein beſtimmter Tag feſtgeſezt werden, und zwar ſo, daß wo die Vorgeladenen in der Gemeinde oder in dem Umfang von vier Stunden ſich aufhalten, zwiſchen der Ankuͤndignng der Vorladung, und dem Tag der Zuſam⸗ menrunft des Familienraths, ein Zwiſchenraum von wenigſtens drey Tagen uͤbrig bleibe. So oft hingegen unter den Vorgeladenen einige auſſer dieſem Umkreis ihren Wohnſiz haben, ſoll der Erſchei⸗ nungs⸗Friſt je fuͤr ſechs Stunden ein Tag zugegehen werden. 412. Die alſo berufenen Verwandten, Verſchwaͤgerte oder Freunde ſind ſchuldig, in Perſon zu erſcheinen, oder durch einen beſonders Vr ollinehtigtem ſich vertreten zu laſſen. Mehr als eine Perſon kann ein Bevollmaͤchtigter nicht vertreten. 415. Jeder berufene Verwandte, Verſchwaͤgerte oder Freund, der ohne geſezliche Entſchuldigung ausbleibt, verfaͤllt in eine Geldſtrafe, die nicht uͤber 25. Gulden betragen darf, und von dem Or tsvorſteher angeſezt wird, ohne daß ein Rechtszug dawider ſtatt habe⸗ 414. Wo eine hinreichende Entſchuldigungs⸗Urſache eintritt, und es rathſam iſt das abweſende Mitglied noch abzuwarten, oder durch einen andern erſezen zu laſſen, oder wo es ſonſt der Vortheil des Minderjaͤhrigen zu er⸗ fordern ſcheint, da kann der Ortsvorſteher die Zuſam⸗ menkunft ausſezen, oder die Tagfahrt verlegen⸗ ———— 2 5 Sessstbszpeehnenn L—⸗-“ ——— — , kaa- 46. Lphe eds ve t I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 109 415. Die Verſammlung wird geſezmaͤſſig bey dem Ortsvorſteher gehalten, ſofern er nicht ſelbſt einen an— dern Ort beſtimmt. Drey Viertel der berufenen Mit⸗ glieder muͤſſen erſcheinen, um berathſchlagen zu koͤnnen. 4¹6. Bey dem Familienrath hat der Ortsvor⸗ ſteher den Vorſiz. Seine Stimme wird mitgezaͤhlt, und gibt den Ausſchlag, wenn die Meinungen gleich getheilt ſind. 417. Beſizt der Minderjaͤhrige, der im Land wohnt, Guͤter im Ausland, oder umgekehrt, ſo wird die beſon⸗ dere Verwaltung uͤber dieſe Guͤter einem Neben⸗Vormund anvertraut. In dieſem Fall ſind der Vormund und Neben⸗Vor⸗ mund von einander unabhaͤngig. Sie haben einander fuͤr ihre gegenſeitige Verwaltung nicht zu haften. 418. Der Vormund handelt und verwaltet in ſeiner Eigenſchaft, von dem Tag an, da er ernannt wurde, wenn die Ernennung in ſeiner Gegenwart geſchieht; auſ⸗ ſerdem von dem Tag an, da ihm ſeine Ernennung bekannt gemacht worden iſt. 419. Die Vormundſchaft iſt ein perſoͤnliches Amt und geht auf Erben des Vormunds nicht uͤber. Dieſe ſind nur fuͤr die Verwaltung ihres Erblaſſers verantwort⸗ lich, und muͤſſen, wenn ſie großjaͤhrig ſind, die Ver⸗ waltung als Geſchaͤftsfuͤhrer fortſezen, bis ein neuer Vormund ernannt iſt. Fuͤnfter Abſchnitt. Von dem Gegen⸗Vormund.. 420. Bey jeder Vormundſchaff ſoll ein von dem Fa⸗ milienrath ernannter Gegen⸗Vormund ſeyn. 116 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. Seine Amts⸗Pflicht iſt fuͤr den Vortheil des Minder⸗ jaͤhrigen zu ſorgen, wenn dieſer gegen jenen des Vor⸗ munds anſtoͤßt. 420. a. Iſt der Haupt⸗Vormund Glied einer andern Kirche, als zu welcher das Kind erzogen werden ſoll, ſo muß der Gegen⸗ Vormund nothwendig aus Gliedern jener Kirche genommen wer⸗ den, zu welcher das Kind erzogen werden ſoll, und hat dieſer als⸗ dann die Obſorge über deſſen kirchliche Erziehung beſonders auf ſich. 420. b. Wo mehrere Mündlinge unter einem Vormund ſiehen, und Fälle ſich begeben, in welchen eine getrennte Betheiligung ſtatt findet, z. E. bey Erbverzeichniſſen, da tritt nicht der Gegen⸗ Vormund, ſondern ein für jeden Mündling zu beſtellender Unter⸗ pfleger in das Mittel. 421. Wo das vormundſchaftliche Amt einer Perſon kraft des I. II. und III. Abſchnitts des gegenwaͤrtigen Ka⸗ pitels zufaͤllt, da ſoll dieſer Vormund, ehe er noch ſeine Verrichtungen antritt, zur Ernennung eines Gegen⸗Vor⸗ munds einen nach Vorſchrift des IV. Abſchnitts gebilde⸗ ten Familienrath zuſammenberufen laſſen. Hat er, vor Erfuͤllung dieſer Foͤrmlichkeit, in die Verwaltung ſich eingemiſcht; ſo kann ihm der Familien⸗ Rath, der auf Anſuchen der Verwandten, der Glaͤubiger oder anderer Betheiligten, oder Amtshalber von dem Orts⸗Vorſteher zuſammenberufen worden, ſobald ſeiner⸗ ſeits eine Gefaͤhrde untergelaufen iſt, die Vormund⸗ ſchaft entziehen, mit Vorbehalt der dem Minderjaͤhrigen gebuͤhrenden Schadloshaltung. 8 422. Bey den uͤbrigen Vormundſchaften ſoll die Er⸗ nennung des Gegen⸗Mormunds unmittelbar nach der Er⸗ nennungz des Haupt⸗ Vormunds Deſchehen. Seg darühe r pe drnd, ar Pnuttn,? — I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 111 423. In keinem Fall ſoll der Vormund bey der Er⸗ nennung des Gegen⸗Vormunds mitſtimmen; wo nicht vollbuͤrtige Bruͤder vorhanden ſind, ſoll er aus derjeni⸗ gen von beyden Linien genommen werden, wozu der Haupt⸗Vormund nicht gehoͤrt. 424. Der Gegen⸗Vormund tritt nicht kraft Geſe⸗ zes, in die ledig gewordene oder durch Abweſenheit ver⸗ laſſene Stelle des Vormunds, ſondern er muß in dieſem Fall auf Ernennung eines neuen Vormunds antragen, wi⸗ drigenfalls er dem Minderjaͤhrigen fuͤr allen etwaigen Scha⸗ den zu haften hat. 425. Die Amtsverrichtungen des Gegen⸗Vormunds endigen ſich zu gleicher Zeit mit der Vormundſchaft. 425 a. Stirbt der Gegen⸗Vormund oder tritt ab, ſo muß nach dem Saz 421 und 42 wieder für deſſen Erſezung geſorgt werden. G 426. Die in dem VI. und VII. folgenden Abſchnitt enthaltenen Verfuͤgungen ſind auf die Gegen⸗Vormuͤnder ebenfalls anwendbar. Der Vormund darf jedoch auf Abſezung des Gegen⸗ Vormunds nicht antragen, noch in den daruͤber vorgehen⸗ den Familien⸗Verſammlungen ſtimmen. Sechster Abſchnitt. Von den Urſachen, welche von der Vormund⸗ ſchaft befreyen. 43²7. Beſreyt von der Vormundſchafts⸗ Uebernahm⸗ ſind: a2a I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 1.) die Mitglieder der oberſten Staats⸗ Behoͤrden; 9.) die Vorſteher und Raͤthe bey dem Oberhoſgericht; 5.) Die Staats⸗ und Provinz⸗Einnehmer; 4.) die Vorſteher der mittlern Staats⸗ Behorden und die Oberbeamten; 5.) alle Staatsbuͤrger, welche auſſer der Provinz, in welcher die Vormundſchaft angeordnet wird, ein oͤffentliches Amt verſehen. 428. Eben ſo ſind von der Vormundſchaft frey: die dienſtleiſtenden Militaͤr-Perſonen und alle andern Staatsbuͤrger, welche auſſer dem Staats⸗ Gebiet einen Staats⸗Auftrag vollziehen. 429. Iſt die Sendung uneingeſtanden und unbeur⸗ kundet, ſo ſoll die Befreyung nicht eher zuerkannt wer⸗ den, bis ein Zeugniß des Miniſters, in deſſen Geſchaͤfts⸗ Kreis der zur Befreung angefuͤhrte Auftrag gehoͤrt, vor⸗ gelegt iſt. 430. Staatsbuͤrger, welche hiernach frey waͤren, und dennoch eine Vormundſchaft uͤbernommen haben, koͤn⸗ nen ſich ſolcher aus jener Urſache nicht wieder entledigen laſſen. 451. Diejenigen hingegen, welche jene Verrichtun⸗ gen, Dienſte oder Auftraͤge erſt nach Uebernahme und Fuͤhrung der Vormundſchaft erhielten, koͤnnen, wenn ſie dieſe nicht behalten wollen, binnen Monatsfriſt einen Familienrath zuſammenrufen laſſen, um einen andern Vormund an ihre Stelle zu ernennen. Wenn „ 4 ſchaſt d Staata ey der nehnn. Staate n; Probin, 1 net wid, t fety. fun ale. etaata⸗ hen. d wnber⸗ kangt ver Geſchift⸗ ehatt, we rey varn, V haben, kr rentkägt V V Terrihm rnahme n , wennſ tzfitk iin ten ade Weng 14¹* n. der en arr de 1 ſgthn rizeua ; 1) 4, ⸗ pe Wa man indin zu ni . thgin R vennn knne„ be eit 1. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 115 Wenn nach Endigung jener Verrichtungen, Dienſte oder Sendungen, der neue Vormund ſeine Entlaſſung, oder der vorige die Wieder⸗Erlangung der Vormundſchaft begehrt, ſo kann ſie dieſem von dem Familienrath wieder Jaufgetragen werden. 452. Kein Staatsbuͤrger, der nicht verwandt oder verſchwaͤgert iſt, kann gezwungen werden, eine Vormund⸗ ſchaft anzunehmen, ſo lang noch in dem Umfang von acht Stunden ſich Verwandte oder Verſchwaͤgerte finden, wel⸗ che im Stand ſind, ſie zu fuͤhren— 433. Wer fuͤnf und ſechzig volle Jahre hat, kann ſich weigern, Vormund zu werden. Wer vor die ſem Alter ernannt wurde, kann, wenn er ſiebenzig Jahre alt geworden iſt, ſich von der Vormundſchaft losſprechen laſſen.. 434. Jeder, der erweislich mit einer ſchweren Ge⸗ brechlichkeit behaftet iſt, bleibt von der Uebernahüne einer Vormundſchaft frey.. Er kann ſich auch davon losſprechen laſſen, wenn ihm eine ſolche Gebrechlichkeit erſt nach ſeiner Ernen⸗ nung zuſtoͤßt, 435. Zwey Vormundſchaften geben jedem das Recht eine dritte auszuſchlagen. Ein Ehegatte oder Vater, der ſchon mit einer Vormundſchaft beladen iſt, hat nicht noͤ⸗ thig eine zweyte zu uͤbernehmen, auſſer uͤber ſeine Kinder. 456. Wer fuͤnf eheliche Kinder hat, iſt von jeder Vormundſchaft, auſſer jener uͤber ſeine Kinder frey. Kinder, welche im wirklichen Dienſt in den Kriegsheeren Geſezbuch. H 2 114 1. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. des Staats geſtorben ſind, werden fuͤr dieſe Befreyung mitgezaͤhlt. Andere verſtorbene Kinder werden nur alsdann mit⸗ eingerechnet, wenn ſie Kinder zuruͤckgelaſſen haben, und dieſe noch leben. 437. Kinder, die dem Vormund erſt waͤhrend der Vormundſchaft geboren werden, berechtigen ihn nicht, ſolche niederzulegen. 436. Iſt ein ernannter Vormund bey der Berath⸗ ſchlagung zugegen, die ihm die Vormundſchaft auftraͤgt, ſo muß er auf der Stelle, bey Verluſt jeder weitern Gegenvorſtellung ſeine Entſchuldigungs-Gruͤnde vor⸗ bringen, uͤber welche alsdann der Familienrath einen Schluß faßt. 459. War der ernannte Vormund bey der Berath⸗ ſchlagung, die ihm die Vormundſchaft aufgetragen hat, nicht zugegen, ſo kann er einen Familienrath zuſammen berufen laſſen, um uͤber ſeine Entſchuldigungs⸗Gruͤnde einen Schluß zu faſſen. Die hierzu noͤthigen Schritte muͤſſen in drey Tagen, nach der ihm geſchehenen Bekanntmachung ſeiner Ernen⸗ nung, geſchehen. Fuͤr jede ſechs Stunden, welche ſein Wohnſiz von dem Ort der zugedachten Vormundſchaft entfernt iſt, wird dieſe Friſt um einen Tag verlaͤngert. Nach Umlauf derſelben wird er ferner nicht gehoͤrt. 4 40. Werden ſeine Entſchuldigungs⸗Gruͤnde ver⸗ worfen, ſo ſteht es ihm frey, deren Anerkenntniß gericht⸗ lich zu ſuchen; er iſt aber gehalten, waͤhrend des Streits die Verwaltung fuͤrſorglich zu fuͤhren. undſcnn Sein llodann ie haben, ¹) der Jen⸗ haſt aui jder weien Geünde ze⸗ lanuat dien ey der di. geetragen t ziſes ungs⸗ 64 drey Vr ſeintt en n, welch 1 Vormunit dig belin ͤt geſdn ⸗Gründe enntni gni end des 4 nii ſn e ü 1. B. X. T. Von der Minderzährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 115 441. Wird er alsdann von der Vormundſchaft frey⸗ geſprochen; ſo konnen diejenigen, welche ſeine Entſchul⸗ digungs⸗Gruͤnde verworfen haben, in die Gerichts⸗Ko⸗ ſten verurtheilt werden; — Verliert er, ſo wird er ſelbſt in dieſe Koſten ver⸗ urtheilt. Siebenter Abſchnitt. Von der Unfaͤhigkeit zur Vormundſchaft, auch der Ausſchließung und Abſe⸗ zung von derſelben. 442. Vormuͤnder koͤnnen nicht ſeyn, und eben ſo wenig Mitglieder eines Familienraths: 1, Minderjaͤhrige, Vater und Mutter jedoch aus⸗ genommen. 2. Jene, welche mundtodt ſind. 3, Weibsperſonen, mit Ausnahme der Mutter und der Groß⸗Muͤtter. 4. Alle diejenigen, die oder deren Eltern mit dem Minderjaͤhrigen einen Rechtsſtreit haben, wo⸗ durch der Familien⸗Stand dieſes Minderjaͤhri⸗ gen, ſein Vermoͤgen, oder ein anſehnlicher Theil deſſelben betroffen wird. 443. Die Verurtheilung zu einer peinlichen oder ent⸗ ehrenden Strafe wirkt kraft Geſezes die Ausſchlieſſung von Vormundſchaften. Sie wirkt auf gleiche Weiſe die Ab⸗ ſchaffung von fruͤher aufgetragenen. 6 444. Ausgeſchloſſen von der Vormundſchaft ſind ebenfalls, und koͤnnen auch, wenn ſie ſchon angeſtellt ſind, abgeſchafft werden: H 2 116 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 1.) Leute von kundbar ſchlechter Auffuͤhrung; 2.) Diejenigen, deren Unfaͤhigkeit oder Untreue aus ihrer Verwaltung hervorgeht. 445. Wer von einer Vormundſchaft ausgeſchloſſen oder abgeſchafft worden iſt, kann kein Mitglied eines Familienraths ſeyn⸗ 446. So oft die Abſchaffung eines Vormunds ſtatt hat, ſoll ſie von dem Familienrath erkannt werden, der auf Anſuchen des Gegen⸗Vormunds, oder von Amtswe⸗ gen von dem Ortsvorſteher zuſammen berufen wird. . Dieſer kann ſolche Zuſammenberufung nicht verwei⸗ gern, ſobald ſie von einem oder mehrern Verwandten oder Verſchwäͤgerten des Minderjaͤhrigen, die zu ihm Ge⸗ ſchwiſter-Kinder oder naͤher verwandt ſind, foͤrmlich nach⸗ geſucht wird. 447. Jeder Beſchluß des Familienraths, in welchem die Ausſchlieſſung oder Abſchaffung des Vormunds er⸗ kannt wird, ſoll die Beweggruͤnde enthalten. Er darf nicht gefaßt werden, ohne vorher den Vormund gehört oder vorgefordert zu haben. 448. Iſt der Vormund mit dem Schluß einverſtan⸗ den, ſo ſoll hiervon Erwaͤhnung geſchehen, und der neue Vormund ſogleich ſein Amt antreten. Widerſpricht er hingegen, ſo hat der Gegen⸗Vor⸗ mund auf Beſtaͤtigung des gefaßten Beſchluſſes bey dem ordentlichen Gericht anzurufen, und dieſes erkennt hier⸗ uͤber mit Vorbehalt der Berufung. Auch der Vormund, der ausgeſchloſſen oder abge⸗ ſchafft worden„ kann, um ſich durch Urtheil und Jhech 1 dunſcan V eng; der Un 1 zuägeſte Niplic an vemunds ſe b manden, tan Untznt en nid nißt vernet Vervandten dim ⸗ ſenice te,i nih Vormundet ſten. Gwih enun ſ 4 dluß eiet e, ud n d btgert hluſts bn ſs aaun ſin den d. — 8 bel ud g Saar du 2u rf. 4 I. B. X. T. Don der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft c. 119 bey der Vormundſchaft zu erhalten, den Gegen⸗Vormund vor Gericht ziehen. 1 449. Die Verwandten oder Verſchwaͤgerten, auf deren Anſuchen der Familienrath zuſammen berufen wor⸗ den war, koͤnnen in dem Rechtsſtreit, der als eine eilende Sache behandelt nnd entſchieden werden ſel, als Bey⸗ klaͤger auftreten. Achter Abſchnitt. Von der Verwaltung des Vormunds. 450. Der Vormund muß fuͤr die Perſon des Min⸗ derjaͤhrigen Sorge tragen, und in allen buͤrgerlichen Rechtsgeſchaͤften ihn vertreten. Er muß deſſen Vermoͤgen als guter Hausvater ver⸗ walten, und fuͤr Schaden und Mangel haften, der aus einer uͤbeln Verwaltung entſteht. Er kann keine Guͤter des Minderjaͤhrigen kaufen; auch kann er keine pachten, wozu der Familienrath den Ge⸗ genvormund nicht ermaͤchtigt hat, mit ihm den Pacht⸗ Vertrag zu ſchlieſſen; und uͤberhaupt kein Recht oder keine Forderung wider ſeinen Muͤndel ſich uͤbertragen laſſen. 450 a. Die Sorge für die Perſon umfaßt die Geſundheit, gei⸗ ſtige und körperliche anſtändige Erziehung, auch Befähigung für ei⸗ nen beſtimmten Lebensberuf. 1 451. Der Vormund ſoll in den naͤchſten zehn Tagen nach erhaltener Verkuͤndung ſeiner Ernennung auf Ab⸗ nahme der Siegel antragen, und unmittelbar darauf un⸗ ter Beywirkung des Gegen⸗Vormunds zur Vermoͤgens⸗ Verzeichnung des Minberzöhrigen ſchreiten. 218 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft c. Iſt ihm der Minderjaͤhrige etwas ſchuldig; ſo muß er dieſes bey Verluſt ſeiner Forderung in dem Vermoͤgens⸗ Verzeichniß angeben. Der betreffende Beamte iſt verbun⸗ den, zu dieſer Angabe ihn aufzufordern, und dieſer Auf⸗ forderung in dem Protokoll zu erwaͤhnen. 452. In Monatsfriſt nach geendigtem Vermoͤgens⸗ Verzeichniß ſoll der Vormund mit Beywirkung des Gegen— Vormunds nach vorhergegangener ordnungsmaͤßigen Ver⸗ kuͤndigung, von welcher in dem Verkaufs⸗Protokoll Erwaͤh⸗ nung geſchehen muß, alle Fahrniß, welche aufzubewahren ihn der Familienrath nicht ermaͤchtigt haben wird, in wffent⸗ licher Verſteigerung verkaufen laſſen. 455. Die Eltern, ſo lang ſie eine geſezliche Nuznieſ⸗ ſung an dem Vermoͤgen des Minderjaͤhrigen haben, ſind nicht gehalten, die Fahrniß zu verkaufen, ſoweit ſie ſolche lieber behalten wollen, um ſie im Stuͤck zuruͤck zu geben. Sie ſollen in dieſem Fall ſolche von einem Sachver⸗ ſtaäͤndigen, der von dem Gegen⸗Vormund ernannt wird, und vor dem Ortsvorſteher das Geluͤbde abzulegen hat, nach ihrem wahren Werth auf ihre Koſten, abſchaͤzen laſſen, und in der Folge fuͤr jene Fahrniß, welche ſie nicht im Stuͤck zuruͤckliefern können⸗ dieſen Anſchlag erſezen. 454. Bey dem Antritt einer jeden Vormundſchaft, jene der Eltern ausgenommen, ſoll der Familienrath nach einem ungefaͤhren Ueberſchlag, und mit Ruͤckſicht auf den Ertrag des Vermoͤgens die Summe der jaͤhrlichen Ausgabe fuͤr den Minderjaͤhrigen ſowohl, als fuͤr d die Verwaltung ſeiner Guͤter beſtimmen. k germoͤge⸗ des Gegrr higen der ell Erwie wahren in in oͤfent e Nuyrit zhaben, ii it ſie ot k zu gin em Sacher nantt ni zulegn e chzen biſt— ſe nicti erſezen. un L ⁵ zss. 2 lemats„, 3.3. v1„ 9 5 2⸗ L eſtran deeeer au, 7 r ats F, eeee d i Auze, et A Bpe Pae een du. pe S.SBch ed ly ese 7e ſe, b en.— 7 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 119 Dieſe Urkunde ſoll es auch angeben, wenn der Vor⸗ mund ermaͤchtigt wird, zu ſeiner Geſchaͤftsfuͤhrung ſich eines oder mehrerer beſonderen beſoldeten Verwalter unter ſeiner Verantwortlichkeit zu bedienen. 454. a. Der Familienrath kann einen Gewalthaber ernennen, der während der Vormundſchaft in allen dem Vormund für ſeine Vermögens⸗Verwaltung nöthigen Ermächtigungen das Nöthige ſtatt des Familienraths dem Vormund zugehen laſſe. 455. Dieſer Familienrath ſoll auch beſtimmen, bey welcher Summe der Vormund die Uebererſparniß auf Zinns zu legen habe. Dieſe Anlegung muß alsdann in ſechs Monaten wirklich geſchehen. Nach Umlauf dieſer Friſt zahlt der Vormund die Zinnſen der verſaͤumten Anlage. 456. Hat der Vormund nicht geſorgt, daß von dem Familienrath die Summe zur verzinnslichen Anlage be⸗ nannt werde, ſo zahlt er nach der im vorhergehenden Saz beſtimmten Friſt von jeder nicht angelegten, noch ſo geringen Summe die Zinnſen. 457. Der Vormund(Vater und Mutter nicht aus⸗ genommen) kann ohne Ermaͤchtigung eines Familienraths fuͤr den Minderjaͤhrigen weder Geld aufnehmen, noch liegende Guͤter veraͤuſſern oder verpfaͤnden. Die Ermaͤchtigung kann nur wegen unvermeidlicher Nothwendigkeit, oder augenſcheinlichem Nuzen ertheilt werden.. Im erſten Fall ſol der Familienrath die Ermaͤchti⸗ gung nicht eher ertheilen, als bis er aus einem Rech⸗ nungs ⸗Ueberſchlag des Vormunds erſehen hat, daß — ————— 120 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft zc. Baarſchaft, Fahrniß, und die Einkuͤnfte des Minder⸗ jaͤhrigen unzulaͤnglich ſind. In jedem Fall ſoll der Familienrath die Guͤter, wel⸗ che vor andern verkauft werden ſollen, ſo wie alle uͤbri⸗ gen erforderlichen Bedingungen angeben. 458. Die Schluͤße des Familienraths uͤber dieſen Gegenſtand ſollen nicht eher in Vollzug geſezt werden, bis der Vormund bey dem ordentlichen Richter ihre Be⸗ ſtaͤtigung nachgeſucht und erhalten hat. Das Gericht erkennt hieruͤber, nachdem es den Kron⸗Anwald ver⸗ nommen hat. 459. Der Verkauf ſoll oͤffentlich unter Beywirkung des Gegen⸗Vormunds mittelſt obrigkeitlicher Verſteige⸗ rung geſchehen, nachdem er zuvor durch dreymalige Ver⸗ kuͤndung an den gewoͤhnlichen Orten und an den beſtimm⸗ ten Tagen, drey Wochen nach einander, bekannt gemacht worden. 4 Jede Verkuͤndung durch Anſchlag ſoll von dem Vor⸗ ſteher der Gemeinden, in welcher ſie geſchah, unterzeich⸗ net und Leglanbigt werden. 460. Die zur Veraͤuſſerung der Guͤter eines Min⸗ derjaͤhrigen in dem Saz 457. und 458. vorgeſchriebenen Foͤrmlichkeiten fallen da weg, wo auf Begehren eines unabgetheilten Mit⸗Eigenthuͤmers die Verſteigerung durch richterliches Erkenntniß befohlen wird. Auch in dieſem Fall muß jedoch die Verſteigerung nach der in dem vorhergehenden Saz beſtimmten Farm ge⸗ ſchehen, und fremde Steigerer muͤſſen nothwendig dabey zugelaffen werden. niſteit V 6 Nade V Häter n V e alt ii „ uͤber din zt nen, ter ihre de as Geritt nwald ber deywirkung Wrſtäge nalige Nr en beſtin. innt geta on dem ke* , unttadte t eines I rgeſchiämn zegehten in tieeungd rundi dah o* 22, hh Ae D d and ded I. B. X. T. Von der Minderjägrigki, der Vermundſchaft e 121 461. Eine dem Minderjaͤhrigen angefallene Erb⸗ ſchaft kann der Vormund, ohne vorhergehende Ermäͤchti⸗ gung des Familienraths, weder annehmen noch ausſchlagen. Die Annahme kann nur mit dem Vorbehalt des Rechts⸗ Vortheils des Erbverzeichniſſes d geſchehen. 462. Eine im Namen des Minderjaͤhrigen ausge⸗ ſchlagene Erbſchaft kann, ſo lang nicht ein Anderer ſie angenommen hat, ſowohl von dem Vormund mit Ermaͤch⸗ tigung des Familienraths als von dem Minderjaͤhrigen nach erlangter Volljäͤhrigkeit wieder angetreten werden, jedoch nur in dem Zuſtand, worinn ſie zur Zeit der Wie⸗ der⸗Annahme ſich befindet, und ohne die Veraͤnſſerungen und andere in der ledigen Erbſchaft geſezlich vorgegangene Veraͤnderungen aufechten zu koͤnnen. 463. Schenkungen an Minderjaͤhrige kann der Vor⸗ mund nur mit Ermaͤchtigung des Familienraths annehmen. Sie haben fuͤr den Minderjaͤhrigen gleiche Wirkung, wie fuͤr einen V olljaͤhrigen. — 46 4. Kein Vormund darf ohne Ermaͤchtigung des Familienraths eine Klage auf liegenſchaftliche Rechte des Minderjaͤhrigen erheben, und eben ſo wenig einem frem⸗ den Anſpruch auf dergleichen Guͤter nachgeben. 465. Eben dieſe Ermaͤchtigung bedarf der Vormund, um auf eine Theilung anzutragen; ohne ſie aber darf er auf eine Theilungs⸗Klage, d ie wider den 2 Minderjaͤhrigen angeſtellt iſt, antworten. 466. Eine Theilung, die gegen einen Minderjaͤhri⸗ gen volle Wirkungen wie unter Volljaͤhrigen haben ſoll, 122 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. muß gerichtlich vorgenommen werden. Ihr muß eine Ab⸗ ſchaͤzung vorhergehen, wozu das Gericht, unter welchem die Erbſchaft eroͤffnet ward, die erforderlichen Sachver⸗ ſtaͤndigen ernennt. Die Sachverſtaͤndigen legen vor dem Richter das Ge⸗ luͤbbe ab, daß ſie ihren Auftrag mit Redlichkeit und Treue ausrichten wollen, ſie ſchreiten hierauf zur Thei⸗ lung der Guͤter, und zur Verfertigung der Looſe, in Gegenwart eines Mitglieds des Gerichts oder eines von ihm beauftragten Theilungs⸗Schreibers, der auch die Looſe auszuliefern hat, gezogen werden. Jede andere Theilung iſt nur als fuͤrſorglich zu be⸗ trachten⸗ 467. Der Vormund kann im Namen des Minderjaͤh⸗ rigen keinen Vergleich ſchließen, als mit Ermuͤchtigung des Familienraths, und auf ein Gutachten dreyer Rechts⸗ Gelehrten, welche der Kron⸗Anwald des ordentlichen Ge⸗ richts ernennt. Der Vergleich wird nur guͤltig durch die Beſtaͤtti⸗ gung des ordentlichen Richters nach Vernehmung des Kron⸗Anwalds. 468. Hat der Vormund wichtige Urſachen mit der Auffuͤhrung des Minderjaͤhrigen unzufrieden zu ſeyn, ſo kann er ſie einem Familienrath vortragen; und mit deſ⸗ ſen Ermaͤchtigung nachmals auf die Einſperrung des Minderjaͤhrigen in der Art, wie es in dem Titel von der vaͤterlichen Gewalt beſtimmt iſt, antragen. 3 hat. (in. welhen V Sach V das. keit w zur i oſe, R der eint det auh V zu he⸗ dni 9 LK ze. e. 1 uut Syeduy ept rer ee aüu den ded L62. R,e üng Se ee hduhe Sern Shin,eler u; Beſtaͤtte V ung de— nit der W 2g. 9 u G. e, e. ſehn ſ nit di tung de Titel bn —— I. B. X. T. Von der Minderzährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 125 Neunter Abſchnitt. Von den Vormundſchafts⸗Rechnungen. 469. Jeder Vormund muß uͤber ſeine Verwaltungen aam Schluß Rechnung ablegen. 470. Jeder Vormund, mit Ausnahme des Vaters und der Mutter, kann angehalten werden, auch waͤhrend der Vormundſchaft, zu gewiſſen, vom Familienrath be⸗ ſtimmten Zeiten dem Gegen⸗Vormund die Rechnungen uͤber ſeine Verwaltung vorzulegen, jedoch nicht mehr als einmal im Jahr. Dieſe Rechnungen uͤber die Verwaltung ſollen ohne Koſten auf ungeſtempfeltes Papier gefertigt, und ohne Rechts⸗Joͤrmlichkeit vorgelegt werden. 471. Die Schlußrechnung uͤber die Vormundſchaft wird auf Koſten des Minderjaͤhrigen abgelegt, ſobald er volljaͤhrig oder freygelaſſen wird; der Vormund ſchießt die Koſten vor. Alle hinlaͤnglich erwieſene Ausgaben, die einen nuͤz⸗ lichen Zweck dabey hatten, gelten dem Vormund in Rech⸗ nung. 472. Jeder Vertrag, der zwiſchen dem Vormund und dem großjaͤhrig gewordenen Muͤndel zu Stande kom⸗ men mag, ſoll unguͤltig ſeyn, wenn nicht wenigſtens zehn Tage vor dem Vertrag eine umſtaͤndliche Rechnung abgelegt, die Rechnungsbelege ausgeliefert, und dieß al⸗ les durch einen Empfangs⸗Schein des Rechnungs⸗ Ab⸗ nehmers erwieſen iſt. 1 124 I. B. X. T. Von der Minderjahrigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. .* 473. Entſteht uͤber die Rechnung Streit, ſo ſoll ieſer wie jeder buͤrgerliche Prozeß behandelt und ent⸗ ſchieden werden. 474. Die Summe, welche dem Vormund als Reſt. zur Laſt bleibt, muß er von der Zeit an, wo die Rech⸗ nung geſchloſſen worden, unaufgefordert verzinnſen. Der Bevor hingegen, der etwa dem Vormund zu gut kommt, wird nur zinnsbar von dem Tag an„da nach geſchloſſener Rechnung eine Mahnung zur Zahlung erfolgt. 475. Jede Klage eines Minderjaͤhrigen wider ſeinen Vormund uͤber die gefuͤhrte Vormundſchaft wird in zehn Jahren von der Großjaͤhrigkeit an verjaͤhrt. Drittes Kapitel. Von der Gewalts⸗Entlaſſung. 476. Der Minderjaͤhrige wird durch Heyrath kraft Geſezes Gewalts entlaſſca. 476 a. Mannsperſonen werden es ferner durch eine, mit elter⸗ licher Bewilligung angefangene auf eigenes Vermögen oder eigene Gewerbſamkeit gegründete häusliche Niederlaſſung. 477. Der unverheyrathete Minderjaͤhrige, welcher das ſuͤnfzehnte Jahr ſeines Alters zuruͤck gelegt hat, kann von ſeinem Vater, oder in Ermanglung des Vaters, von ſeiner Mutter Gewaltsentlaſſen werden. Dieſe Gewalts⸗ ⸗Entlaſſung geſchieht durch die bloße Erklaͤrung des Vaters oder der Mutter, welche der Orts⸗ vorſteher unter Beywirkung ſtines Gerichts⸗Schreibers aufaimmt. dle. adng . de mm erg 8 erfeig. a der wenh N es Drrn M 2715. 2Mgidn, gfö, ehsn. I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 125 9 3 478. Auch der elternkoſe Minderjaͤhrige kann nach zerreichtem Alter von achtzehn vollen Jahren, wenn ihn der Familienrath dazu faͤhig erkennt, frey gelaſſen werden. Die Gewalts⸗Entlaſſung entſteht in dieſem Fall aus dem Beſchluß des Familienraths, der ſie geſtattet, und aus der Erklaͤrung des Ortsvorſtehers, als Haupt des Fami⸗ lienraths, in derſelben Urkunde, daß der Minderjaͤhrige Gewaltsentlaſſen ſey. 479. Hat der Vormund um die naͤchſtgedachte Ge⸗ walts⸗Entlaſſung des Mindesjaͤhrigen ſich nicht beworben, es wuͤrden jedoch von den Verwandten oder Verſchwaͤger⸗ ten dieſes Minderjaͤhrigen, die zu ihm Geſchwiſter⸗Kinder, oder naͤher verwandt ſind, Einer oͤder Mehrere ihn faͤhig achten, Gewaltsentlaſſen zu werden, ſo koͤnnen ſie den Ortsvorſteher bitten, den Familienrath zuſammen zu be⸗ rufen, damit er hieruͤber einen Schluß faſſe. Der Ortsvorſteher muß dieſem Geſuch willfahren. 480. Die Vormundſchafts⸗Rechnung wird dem Ge⸗ waltsentlaſſenen Minderjaͤhrigen in Beyſeyn eines Pfle⸗ gers abgelegt, den der Familienrath ernennt. 431. Der Gewaltsentlaſſene Minderjaͤhrige ſchließt Pacht⸗Vertraͤge, deren Dauer gleichwohl nicht uͤber neun Jahre gehen darf; er erhebt ſeine Einkuͤnfte, ſtellt daruͤber Empfangsſcheine aus, und unternimmt alle Handlungen, die zur bloßen Verwaltung gehoͤren, ohne aus andern Gruͤn⸗ den ſie umſtoßen zu koͤnnen, als aus welchen auch ein Großjaͤhriger es koͤnnte. 1 482. Er kann keine Liegenſchafs⸗Klage anſtellen, noch ſich auf eine ſolche einlaſſen, noch Kapitalien erheben, und — 126 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. daruͤber Empfangsſcheine geben, ohne ſeinen Pfleger, der in dieſem lezten Fall uͤber die Verwendung des erhobenen Kapitals zu wachen hat. 483. Unter keinem Vorwand kann der Gewaltsent⸗ laſſene Minderjaͤhrige ohne vorhergegangenen, von der Obrigkeit beſtaͤtigten Schluß des Familienraths ein Anle⸗ hen aufnehmen. 48 4. Er kann eben ſo wenig Liegenſchaften veraͤuſ⸗ ſern, noch irgend eine andere Handlung, die nicht zur bloßen Verwaltung gehoͤrt, vornehmen, ohne die einem nicht Gewaltsentlaſſenen Minderjaͤhrigen vorgeſchriebenen Formen zu beobachten. Seine Verbindlichkeiten aus Kauf- oder andern Ver⸗ traͤgen koͤnnen im Fall einer Verkuͤrzung gemindert wer⸗ den; zu dem Ende ſollen die Gerichte auf das Vermoͤgen des Minderjaͤhrigen, auf Redlichkeit oder Unredlichkeit der⸗ jenigen, die mit ihm gehandelt haben, und auf die Nuͤz⸗ lichkeit oder Unnuͤzlichkeit der Ausgaben Ruͤckſicht nehmen. 485. Jeder Gewaltsentlaſſene Minderjaͤhrige, deſſen Verbindlichkeiten dieſem zu Folge gemindert werden, kann der Wohlthat der Gewaltsentlaſſung verluſtig erklaͤrt werden. Dieſe Entziehung geſchieht unter gleichen Foͤrmlich⸗ keiten, wie die Ertheilung. 486. Von dem Tag an, wo die Gewalts⸗Entlaſſung zuruͤck genommen wird, tritt der Minderjaͤhrige wieder unter Vormundſchaft, unter welcher er nachmals bis zur Volljaͤhrigkeit bleibt. undſchit hſeger d d erhahen X Gena en ku,? 2ess, 5; ee Doen, i2z4. en, dah hs ein k b haften deit de ritt ohne diein orgeſchribe er anderd gemindet das Ven aredlichet, Hauf di ückſicht i rjaͤhrige i verden lei erklaͤrt un tihn dis alteEulih iürſe ni irit lx I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 227 487. Der Gewaltsentlaſſene Minderjaͤhrige, der Handlung treibt, wird in Handlungs⸗Geſchaͤften fuͤr volljaͤhrig geachtet. Eilfter Titel. Von der Volljaͤhrigkeit, Entmuͤndigung und Mundtodtmachung. Erſtes Kapitel. Von der Volljaͤhrigkeit. 488. Die Volljaͤhrigkeit iſt auf das Alter von ein und zwanzig vollen Jahren feſtgeſezt. Dieſes Alter gibt die Faͤhigkeit zu allen Handlungen des buͤrgerlichen Lebens, jedoch mit Vorbehalt der unter dem Titel von der Ehe gemeldeten Einſchraͤnkung. Zweytes Kapitel. Von der Entmuͤndigung. lnn 777. Dem Volljährigen, der ſich in einem bleibenden Zu⸗ 4 ſtand von Gemuͤths⸗Schwaͤche, Wahnſinn oder Raſerey befindet, ſoll die eigene Verwaltung ſeines Vermoͤgens entzogen werden, ſelbſt, wenn er lichte Zwiſchenzeiten haͤtte. 490. Jeder Verwandte iſt faͤhig, auf Entmuͤndi⸗ gung ſeines Verwandten anzutragen. Eben ſo kann ein Ehegatte wider den Andern die Entmuͤndigung nach⸗ ſuchen. 128 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 491. Wider Raſende iſt es Pflicht des Kron⸗Anwalds, auf die Entmuͤndigung anzutragen, wenn weder der Ehe⸗ gatte, noch die Verwandten dieſes thun; er kann ſie ebenfalls wider Blodſinnige oder Wahnſinnkge nachſuchen, wenn dieſe weder Ehegatten noch bekannte Blutsfreunde haben. 492. Jeder Auntrag auf Entmuͤndigung wird bey dem ordentlichen Richter angebracht. 493. Die Thatſachen, woraus man auf Gemuͤths⸗ Schwaͤche, Wahnſinn oder Raſerey ſchließt, ſollen ſchrift⸗ lich einzeln verzeichnet werden. Diejenigen, welche die Entmuͤndigung nachſuchen, muͤſſen durch Zeugen, oder Urkunden Beweis fuͤhren. 494. Das Gericht erfordert hierauf von dem Fami⸗ lienrath, der auf die in dem Titel uͤber die Minder⸗ jährigkeit, Vormun dſchaft und Gewalts⸗ Entlaſſung ll. Kap. IV. Abſchnitt beſtimmte Weiſe gebildet wird, uͤber den Zuſtand desjenigen, auf deſſen Entmuͤndigung angetragen wird, ein Gutachten. 495. Diejenigen, welche auf Entmuͤndigung ange⸗ tragen haben, koͤnnen bey dem Fammilienehth a als Mitglie⸗ der nicht auftreten. Die Ehegatten und die Kinder desjenigen, deſſen Entmuͤndigung nachgeſucht wird, duͤrfen zugelaſſen wer⸗ den, jedoch ohne ihre Stimme zu zaͤhlen. 496. Das Gericht ſoll, nach erhaltenem Gutachten des Familienraths, den Beklagten in der Rathsſtube uͤber Fragen Beee seee een nnäſcſt a⸗Auwa der der( er kn e nachſang 1 Blutsftn 3 ng wid uf Genitt ſollen ſtet don dem h die Min d Gewi ſtimm d en, auf i. ichten. üͤndigung at 4 enigen, d uzalſin ren Guuci utsfünit Fragn 1I. B. N. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 129 Fragen vernehmen; oder, wenn er ſich dort nicht einfinden kann, ihn durch ein hiezu beauftragtes Gerichtsglied in Beywirkung des Gerichtsſchreibers in ſeiner Wohnung vernehmen laſſen. In jedem Fall ſoll der Kron⸗Anwald dem Verhoͤr beywohnen. 497. Nach dem erſten Verhoͤr ernennt das Gericht den Umſtaͤnden nach einen fuͤrſorglichen Verwalter, um fuͤr die Perſon und das Vermoͤgen des Beklagten zu ſorgen. 4938. Das Erkenntniß uͤber einen Antrag auf Ent⸗ muͤndigung kann nur, nachdem die Parteyen vernommen, oder doch vorgeladen worden, erlaſſen werden. 498. a. Auch müſſen der Geſundheits⸗Beamte und Seelſorger des zu Entmündigenden mit ihrem urtheil über ſeinen Gemüthszu⸗ ſtand zuvor gehört worden ſeyn. 499. Wird das Geſuch auf Entmuͤndig igung verworfen, ſo kann dennoch nach Umſtaͤnden das Gericht verordnen, daß der Beklagte ohne Beywirkung eines zugleich ernann⸗ ten Beyſtands, fuͤr die Zukunft weder rechten, noch Ver⸗ gleiche ſchließen, Anlehen aufnehmen, angreifliche Kapi⸗ talien erheben, noch hieruͤber Empfangſcheine geben, und Guͤter veraͤuſſern oder verpfaͤnden ſoll. 500. Wird von dem in dem erſten Rechtszug ergan⸗ genen Urtheil die Berufung ergriffen„ ſo kann das Ober⸗ · Gericht, noͤthigenfalls, denjenigen, deſſen Entmuͤndi⸗ , 71. gung nachgeſucht worden, von neuem uͤber Fragen ver⸗ nehmen, oder durch elnen Beauftragten vernehmen lnſſen⸗ 601. Jedes Urtheil, welches die Entmuͤndigung oder die Verbeyſtaͤndung erkennt, ſoll auf Betreiben des Klä⸗ Geſchöuich J 130 I. B. Xi T. Von der Minderzjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. gers ausgeloͤst, der Partey ſelbſt eingehaͤndigt, und in zehn Tagen, den geeigneten Buͤchern eingetragen wer⸗ den, die in der Gerichts⸗Kanzley, und in den Schreib⸗ ſtuben der Staatsſchrelber des Bezirks, aufbewahrt ſeyn ſollen. 5 3. Die Entmuͤndigung oder Verbeyſtaͤndung hat von dem Tag des Urtheils an ihre Wirkung; alle von dem Entmuͤndigten oder Verbeyſtaͤndeten allein ſpaͤter ein⸗ gegangenen Rechts⸗Handlungen ſind kraft Geſezes un— guͤltig. 5⁰03. Handlungen, welche vor der Entmuͤndigung eingegangen wurden, koͤn nen wieder zernichtet werden, wenn die Urſache der Entmuͤndigung zur Zeit, als jene geſchehen, ſchon kundbar vorhanden war. 503. Nach dem Tod einer Perſon koͤnnen Rechts⸗ Handlungen wegen Wahnſinns nur alsdann angefochten werden, wenn vor ihrem Abſterben die Entmuͤndigung ſchon erkannt oder nachgeſucht worden, oder der Beweis des Wahnſinns ſich aus der angefochtenen Handlung ſelbſt ergibt. 3 5⁰5, Iſt wider das Urtheil des ordentlichen Rich⸗ ters, der die Entmuͤndigung erkannte, keine Berufung eingelegt, oder das Urtheil hierauf beſtaͤtigt worden; ſo ſoll nach eben den Regeln, wie ſie unter dem Titel von der Minderjaͤhrigkeit, Vormundſchaft und Gewalts⸗Entlaſſung vorgeſchrieben ſind, dem Ent⸗ muͤndigten ein Vormund und Gegen⸗ Vormund angeord⸗ net werden. Die Verrichtungen des fuͤrſorglichen Verwal⸗ undſci igt w ttragen M den Ett . bewaht,* tuͤndung 9; alet in ſpätet Geſezesn ttmuͤndin htet werd önnen un angit Entmünn der da de tenen gadt eriſtn heine den it vaui du Ws dſcaft ſid,und nun u ſihe 2 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 152 ters hoͤren auf, und er muß dem Vormund, wenn er es nicht ſelbſt geworden iſt, Rechnung ablegen. 506. Der Mann iſt kraft Geſezes der Vormund ſeiner entmuͤndigten Frau. 5⁰7. Die Frau kann zur Vormuͤnderin ihres Man⸗ nes ernannt werden. Der Familienrath ſezt in dieſem Fall Form und Beding der Verwaltung feſt; der Frau bleibt frey an die Gerichte ſich zu wenden, wenn ſie durch den Schluß des Familienraths ſich benachtheiligt achtet. 8 5⁰7. a. Ihr muß in dieſem Fall ſtets ein Geſchlechts⸗Beiſtand beygegeben werden. 5⁰8. Niemand auſſer den Ehegatten, Ahnherrn oder Abkoͤmmlingen iſt ſchuldig, die Vormundſchaft uͤber einen Entmuͤndigten laͤnger als zehn Jahre zu fuͤhren. Nach Verlauf dieſer Zeit muß auf des Vormunds Begehren deſſen Stelle durch einen Andern erſezt werden. 5 ⁰9. Der Entmuͤndigte wird in Bezug auf ſeine Perſon und ſein Vermoͤgen einem Minderjaͤhrigen gleich geachtet, und nach den Geſezen uͤber die Vormundſchaft der Minderjaͤhrigen gerichtet. 510. Die Einkuͤnfte eines Entmuͤndigten ſind we⸗ ſentlich beſtimmt zur Erleichterung ſeines Schickſals, und Beſchleunigung ſeiner Geneſung verwendet zu wer⸗ den. Je nachdem ſeine Krankheit beſchaffen iſt, und der Ertrag ſeines Vermoͤgens es leidet, kann der Familienrath verordnen, daß er entweder in ſeiner Wohnung verpflegt, eg 132 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. in ein Krankenhaus oder in ein Verpflegungs⸗Haus un⸗ tergebracht werde. 511. Bey der Vereheligung eines Kinds eines Ent⸗ muͤndigten ſoll der Brautſchaz, oder die elterliche Anhuͤlfe. nebſt den uͤbrigen Beſtimmungen des Ehe-⸗ Vertrags durch ein nach Vernehmung des Kron⸗Anwalds von dem Gericht beſtaͤtigtes Gutachten des Familienraths beſtimmt werden. 512. Mit Ver ſhwindung der Urſache einer Entmuͤn⸗ digung hoͤrt auch deren Wirkung auf. Jedoch darf nur unter Beobachtung der Foͤrmlichkeiten, die vorgeſchrieben ſind, um die Entmuͤndigung zu erwirken, ihre Aufhe⸗ bung erkannt, und der Entmuͤndigte erſt nach erfolgtem Aufhebungs⸗Urtheil zu Ausuͤbung ſeiner Rechte gelaſſen werden. Drittes Kapitel. Von der Mundtodtmachung. 5¹5. Den Verſchwendern kann verboten werden, ohne Beywirkung eines von dem Gericht verordneten Beyſtands zu rechten, Vergleiche zu ſchließen, Anlehen aufzunehmen, abloͤsliche Kapitalien zu erheben, oder daruͤber Empfangs⸗Scheine zu geben, auch Guͤter zu veraͤuſſern oder zu verpfaͤnden., 513 a. Wer etwas gegen dieſes Verbot unternimmt, mithin ſich durch den erſten Grad der Mundtodtmachung nicht beſſern läßt, kann nachmals völlig mundtodt gemacht werden, wodurch er unter den Saz 509 verfällt, auch unfähig wird, lezte Willens⸗Verordnun⸗ gen zu machen. rnuniſhi dgs⸗Haus nds tints terlche u he: Dm. walde wn nraths bein e einet orn Jedoh din die borgün en, ie ait hung. verboten d erich ben hlein, zu erſehe, „auch ba 2 unttriinet 5 niit lſas en, vedudh 1 Päbednr —ʒ— ——— —— . 8 „. 8 —— I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. 155 5143. Die eine, wie die andere Verfuͤgung kann von jedem nachgeſucht werden, der das Recht hat, auf Entmuͤndigung anzutragen. Das Geſuch wird auf gleiche Weiſe verhandelt und entſchieden. Eine wie die Andere kann nur unter Beobach⸗ tung der gleichen Foͤrmlichkeiten aufgehoben werden. 515. Wo eine Mundloſigkeit durch Entmuͤndigung oder Mundtodt⸗Erklaͤrung in Frage iſt, kann weder in dem erſten noch zweyten Rechtszug ein Urtheil gefaͤllt werden, ohne den Kron⸗Anwald mit ſeinem Antrag zu vernehmen. . 4 Viertes Kapitel. Von der Geſchlechts⸗Beyſtandſchaft. 515 a. Keine Frauensperſon, die großjährig oder Gewaltsent⸗ laſſen, annebſt noch ledig oder geſchieden iſt, auch in einem der un⸗ ten benannten Ausnahms⸗Fälle ſich nicht befindet, kann außer ihrem Haushaltungs⸗Beruf, Rechtsgeſchäfte verbindlich eingehen, oder Ur⸗ kunden darüber ausſtellen, welche auf das Vermögen eine unmittel⸗ bare Wirkung äuſſern und nachtheilig ausfallen können, ohne Zuzug eines ihr gerichtlich verordneten Beyſtands. 515 b. Die gerichtliche Verordnung kann durch die Frauensper⸗ ſon oder denjenigen, der mit ihr zu handeln hat, oder der ſonſt bey ihren Handlungen rechtlich betheiligt iſt, nachgeſucht werden. 515 c. Niemand, der der Frauensperſon unangenehm iſt, oder mit ihr in widrigen Verhältniſſen ſteht, kann dazu beſtellt werden. 515 d. Der ordentliche Beyſtand muß für ſtändig beſtellt, und in allen Fällen, welche nicht über vier Stunden von dem Wohnort zu verhandeln ſind, wo er nicht verhindert iſt, beygezogen werden; 154 I. B. X. T. Von der Minderjährigkeit, der Vormundſchaft ꝛc. für entferntere Vorgänge oder ſonſtige Verhinderunngs⸗Fälle kann das Gericht, unter dem ſie vorfallen, einen Unter⸗Beyſtand beſtellen. 515 e. Jeder, der nicht ſchon zwey Vormundſchaften, Eine ſolche und zwey Beyſtandſchaften, oder bier Beyſtandſchaften hat, iſt ſchuldig, eine auf ihn fallende Ernennung anzunehmen, aber er iſt nicht ſchuldig, ſie über zehn Jahre zu behalten. 515 f. Wo die Frauensperſon den Rath des Beyſtands ſich für un⸗ vortheilhaft anſähe, muß ſie ſich, ſo wie es im Saz 219. von den Ehewei⸗ bern geordnet iſt, von dem Gericht zur Handlung ermächtigen laſſen. 5165 g. Ohne Beyſtand können abgethan werden Geſchäfte, welche zu der ordentlichen Haushaltungsführung gehören, ingleichem ſolche, womit zunächſt nur die Perſon verbindlich gemacht wird, ohne dieſer Verbindlichkeit andere als bloß geſezliche Folgen auf das Vermögen beyzulegen, und alle, die nach Willkühr widerruflich bleiben. 515 h. Ohne Beyſtand koͤnnen auch Handlungen, welche ſonſt einen Beyſtand fordern, verrichtet werden, von den Vogtsfrauen und von den Handelsfrauen, doch von leztern nur, ſoweit ſie in ihre Gewerbstreibung einſchlagen.... S 515 i. Ein ohne Beyſtand abgeſchloſſenes Geſchäft kann nur von der Frauensperſon, ihren Erben und Rechtsfolgern, nicht aber von dem andern Theil, mit welchem die Handlung vorgieng, noch von Dritten, wegen dieſes Fehlers, als nichtig angefochten werden. 515 k. Bey übernommenen Rechtsverbindlichkeiten kann dieſer Fehler nicht nach deren gänzlicher Erfüllung, und bey Aufgehobenen nicht nach einmal darauf gefolgter unwiderſprochener„Zültigen Aner⸗ kennung jener Auflößung weiter gerügt werden. e 2 vnunſzat L.le nags ilh eeea en. Nnſ 3 örſand did 2, e— e. e Wce eh naſtein, 5 dandſtein u— 8 nzunchun, e.2A, tn. A zung⸗ u— 2 z See, Su a2 bendnen St.— u ermachgn i„„ R. Wir eeer eu, ie. e den Gſten h„ß h, 5 n, inglain Aea. zakeℳ 2„2 2 25 M. 454 E.— it wud talh 2 8 n auf do e ufüth li duungn, ut den Toxrin ur, ſorit es Giſhit rhtffigen ndlung tei 1 mgrfütt Knlihkein uu und bo bit rothenr tin Zweytes Buch. Von den Sachen, dem Eigenthum und Genuß derſelben. Erſter Titel. Von der Eintheilung der Sachen. 316. Alle Sachen ſind entweder beiweglich oder un⸗ beweglich. 516 a. Eine und dieſelbe von Natur bewegliche Sache kann im geſezlichen Sinn nach verſchiedenen Beziehungen beweglich oder unbeweglich ſeyn. 516 b. Was in Beziehung auf das Eigenthumsrecht für be⸗ weglich oder unbeweglich Gut(fahrende oder liegende Haabe) er⸗ klärt iſt, gilt auch in anderen Beziehungen dafür, wo die Verfü⸗ gungen der Geſeze oder Verträge ein Anderes nicht zur Folge geben. Erſtes Kapitel. Von den unbeweglichen Sachen. 5¹7. Die Sachen werden unbeweglich durch ihre Natur, durch ihre Beſtimmung, oder durch den Gegen⸗ ſtand, worauf ſie ſich beziehen. 518. Grundſtuͤcke und Gehzude ſind ihrer Natur nach unbeweglich. 136 II. B. I. T. Von der Eintheilung der Sachen. 519. Wind⸗ oder Waſſer⸗Muͤhlen, die auf Pfeilern befeſtigt ſind, und deren Muͤhlwerk einen Theil des Ge⸗ baͤudes ausmacht, ſind ihrer Natur nach unbeweglich. 520. Fruͤchte, die noch auf dem Halm ſtehn, oder. am Baum haͤngen, ſind ebenfalls unbeweglich.. Abgemaͤhte Feldfruͤchte und abgeſonderte Baumfruͤch⸗ te gehoͤren unter die beweglichen Guͤter, obgleich ſie noch auf dem Grundſtuͤck liegen. Iſt nur ein Theil der Erndte abgemaͤht, ſo gehoͤrt auch dieſen allein unter die beweglichen Guͤter. 521. Das Schlagholz in Boͤſchen und Hochwaͤl dern wird nur zu beweglichem Gut, 1 wie die Baͤuime gefaͤllt werden. 522. Geſchaͤztes oder ungeſchaͤztes Vieh, welches der Eigenthuͤmer eines Grundſtuͤcks dem Paͤchter oder Lehnmeyer zu deſſen Bewirthſchaftung uͤbergibt, iſt un⸗ beweglich Gut, ſo lang es kraft des Vertrags bey dem Grundſtuͤck bleibt. Vieh, das derſelbe bey Andern, als Paͤchtern und ge⸗ henmeyern verſtellt, iſt bewegliches Gut. 523. Roͤhren, welche fuͤr ein Haus oder anderes Grundſtuͤck zur Waſſerleitung dienen, ſind unbewegliches Gut, und machen einen Theil des Grundſtdels aus, fuͤr welches ſie angelegt ſind. 524. Sachen, welche der Eigenthuͤmer eines Grund⸗ ſtuͤcks zur Bewirthſchaftung oder Beuuzung deſſelben da⸗ hin gebracht hat, Aind⸗ ihrer Beſtiuumuns mach unbe⸗ weglich., Erta diuin geglic gemalt, i Gütet. ud ſßi tes Ti, dem dich g übergin JVerttaßtt ls Jächene zut. Haus d „ſind uien rundfützm güng irzct dnzung Vfſe muung i 6 (II. B. I. T. Von der Eintheilung der Sachen. 257 Unbeweglich iſt alſo dem zufolge: Das zum Ackerbau beſtimmte Vieh; das Acker Ge⸗ raͤth; das dem Paͤchter oder Lehenmeyer uͤberlieferte Saatkorn; Tauben in Taubenhaͤuſern; Kaninchen, die in Gehaͤgen ſind; Bienenſtoͤcke; Fiſche in Teichen; Kel⸗ tern; Keſſel; Brennkolben; Buͤtten; Zuͤber und Faͤſſer; das zum Gebrauch der Huͤtten und Hammerwerke, Pa⸗ piermuͤhlen und anderer Gewerb⸗Gebaͤude erforderliche Geraͤth; Stroh und Duͤnger. 3 Auch ſind zufolge ihrer Beſtimmung unbeweglich alle Fahrnisſtuͤcke, welche der Eigenthuͤmer zu einem Grund⸗ ſtuͤck fuͤr beſtandig gewidmet hat. 525. Man vermuthet, dieſe Widmung, wenn ſie mit Speiß, Leim oder Kitt an dem Grundſtuͤck ſo befeſtigt ſind, daß ſie nicht weggenommen werden koͤnnen, ohne entweder ſie ſelbſt oder den Theil des Grundſtuͤcks, an dem ſie befeſtigt ſind, zu zerbrechen oder zu beſchaͤdigen. Spiegel werden einem Zimmer fuͤr beſtaͤndig gewid⸗ met angeſehen, wenn auf der Wand, worauf ſie befeſtigt ſind, eigene fuͤr ſie abgemeſſene Einfaſſungen angebracht ſind. Ein Gleiches gilt von Malereyen und andern Verzie⸗ rungen. Bildſaͤulen werden dem unbeweglichen Vermoͤgen zuge⸗ zaͤhlt, wenn ſie in einer eigens fuͤr ſie gemachten Vertiefung oder Bilderblende aufgeſtellt ſind, obgleich ſie uͤbrigens unzerbrochen und unbeſchaͤdigt weggenommen werden koͤnnen. 138 II. B. 1. T. Von der Eintheilung der Sachen. 526. Durch den Gegenſtand, worauf ſie ſich bezie⸗ hen, ſind unbeweglich: Die Nuznieſſung unbeweglicher Sachen; Grund⸗Dienſtbarkeiten oder Grund⸗ Gerechtig⸗ keiten; Klagen auf Wiedererlangung einer unbeweglichen Sache. 526 a. Unbeweglich ſind auf gleiche Art: Alle unkörperliche Sachen, deren Gegenſtand an eine Liegen⸗ ſchaft gebunden iſt; z. B. das Zehendrecht, Gültrecht; Alle Fahrniß, die verliegenſchaftet, d. h. wegen jederzeitiger Wiederdarſtellung des Verbrauchten oder Entkommenen auf Grundſtücke unablöslich verſichert iſt. Zweytes Kapitel. Von den beweglichen Sachen. 527. Die Guͤter ſind beweglich entweder ihrer Natur nach oder durch das Geſez.. 528. Ihrer Natur nach beweglich ſind die Koͤrper, die ſich von einem Ort zum andern bringen laſſen, ſey es durch eigene Kraft, wie die Thiere, oder durch die Wirkung einer fremden Kraft, als lebloſe Dinge. 529. Zufolge der Beſtimmung des Geſezes ſind be⸗ weglich Verſchreibungen und Klagen, deren Gegenſtand in abloͤslichen Schulden, verfallenen Guͤlten und Renten, oder in Fahrnisſtuͤcken beſteht; auch Actien oder Antheile an Unternehmungs⸗, Handlungs⸗ oder Gewerbs⸗Geſell⸗ ſchaften, wenn ſchon unter dem Vermoͤgen der Geſell⸗ ſchaften ſich unbewegliche Guͤter befaͤnden, die von dieſen derLatn rauj ſ ſ Stihn Gund⸗nt ine udeng t: enſtand in in Jehendrett . h. wega ten oder ite ſicet it el. Sachen. utweder in ich ſinül Jbrinuur N hiere„h 3 eöliſt din as bihi en, daun b Eütans Ytin ti 1 nr bati⸗ Prrin i fumin 8 II. B. I. T. Von der Eintheilung der Sachen. 139 Unternehmungen abhangen. Nur in Ruͤckſicht eines jeden Geſellſchafts-Glieds, und ſo lange die Geſellſchaft dau— ert, werden dieſe Aktien oder Antheile unter beweglich Gut gerechnet. Gleichfalls gehoͤren vermoͤge des Geſezes unter beweg⸗ liche Guͤter die abloͤßlichen Erbrenten und die Leibrenten von dem Staat oder von Privatperſonen zahlbar. 530. Jede Erbrente iſt weſentlich abloͤslich, die als Kaufpreis eines liegenden Guts, oder bey dem Uebertrag eines Grund-Stuͤcks, aus belaſteten oder unentgeltlichen Titeln, bedungen wird. Der Glaͤubiger darf die Bedingungen der Abloͤſung feſtſtellen. d Er kann bedingen, daß die Rente nicht eher geloͤst werden ſoll, als nach einer gewiſſen Zeit, die jedoch nie⸗ mals uͤber dreyſig Jahre hinausgehen darf. Jeder dieſem zuwider laufende Vertrag iſt unguͤltig. 530 a. Auf vorhin beſtandene Renten kann dieſes nur ſo weit angewendet werden, als ſie wegen ihrer Beſchaffenheit für ab⸗ löslich beſonders erklärt ſind. 531. Schiffe, Nachen, Kaͤhne, Muͤhlen und Baͤder auf Schiffen, und uͤberhaupt alle Gewerbs⸗Anlagen, die nicht durch Pfeiler an den Boden befeſtiget ſind, auch keinen Theil eines Hauſes ausmachen, ſind bewegliche Guͤter; der richterliche Beſchlag ſolcher Gegenſtaͤnde kann inzwiſchen, weil ſie von großem Belang ſind, an beſon⸗ dere Formen gebunden ſeyn, wie dieß in der Prozeß⸗ Ordnung erklaͤrt werden wird. 140 II. B. I. T. Von der Eintheilung der Sachen. 539. Bau⸗Vorraͤthe von niedergeriſſenen Gebaͤuden oder von neuen noch nicht zum Bau angewendeten An⸗ ſchaffungen ſind bewegliche Guͤter. 533. Das Wort: Geraͤthe, Hausgeraͤthe, Mobilien, wenn es allein, ohne Beyſaz oder naͤhere Beſtimmung, in Verfuͤgungen der Geſeze oder der Buͤr⸗ ger vorkommt, erſtreckt ſich nicht auf Baarſchaften, Kleinodien, einnehmende Schulden, Buͤcher, Schau⸗ und Schazgeld, Wiſſenſchafts⸗Kunſt⸗ oder Handwerks⸗Ge⸗ raͤthe, Leibgeraͤthe, Kutſchen und Pferde, Waffen, Ge⸗ treide, Weine, Futterkraͤuter und andere Nahrungsmittel. Was zu einem Handels⸗Gegenſtand beſtimmt war, iſt gleichfalls unter dieſem Wort nicht begriffen. 5343. Die Worte: Zimmer⸗Geraͤthe, Moͤbel⸗ deuten nur dasjenige an, das zum Gebrauch in den Wohnzimmern oder zu ihrer Verzierung beſtimmt iſt, als Tapeten, Betten, Stuͤhle, Spiegel, Stock⸗Uhren, Tiſche, Porzellan⸗Aufſaͤze und andere Gegenſtaͤnde dieſer Art. Gemaͤhlde und Bildſaͤulen, womit ein Wohnzimmer ausgeſtattet iſt, ſind gleichfalls unter dieſem Ausdruck begriffen, nicht aber Gemaͤhlde⸗Sammlungen, die in Gallerien oder beſondern Zimmern aufgeſtellt ſind. Gleiche Bewandniß hat es mit den Porzellan⸗Auf⸗ ſaͤzen. Nur ſolche ſind unter der Benennung: Zimmer⸗ Geraͤthe begriffen, welche einen Theil der Verzierung eines Wohnzimmers ausmachen. 535. Die Ausdruͤcke: Fahrnis oder fahrende Haabe begreifen uͤberhaupt alles, was nach den hier ) 1 lung de 8it. ergeiſtan au mherenn 1 ſe, haugei ie Neiſaſ ae biſen den ht uuf durt Accher ent der Hande Pferde, di mndere Marue ud beſtimm begriffen. Geraͤthe,! sum Gehrani rung beſtinm „Stocklhrn enſtäͤnde diſn! omit ein Aeh unter diſſen d Saumunge ꝛufgeſtlk i t den Prdl⸗ zenennung: Jin Thell de Wi ris ot fal , ns h h 4 II. B. I. T. Von der Eintheilung der Sachen. 141 oben feſtgeſezten Regeln fuͤr bewegliches Gut angeſehen wird. Der Verkauf oder die Schenkung eines eingerich⸗ teten Hauſes erſtreckt ſich nur auf Zimmer-Geraͤthe, wenn nicht uͤberhaupt alles Hausgeraͤth ausdruͤcklich ein⸗ begriffen worden iſt. 535 a. Wird ein Haus namentlich, als zu einem beſtimmten Handel oder Gewerbe eingerichtet, Rechts⸗Gegenſtand, ſo iſt auch alles Handels⸗ oder Gewerbs⸗Geräthe, das ſich darinn befindet, als Zugehörde anzuſehen. 536. Der Verkauf oder die Schenkung eines Hauſes mit allem, was ſich darinn befindet, erſtreckt ſich nicht auf die Baarſchaften, und nicht auf die ein⸗ nehmende Schulden oder andere Gerechtſame, wovon die Urkunden in dem Hauſe aufbewahrt ſeyn moͤgen, auch nicht auf Leibgeräͤthe des Verkaͤufers oder Schenkers; alle uͤbrige dort aufbewahrte Fahrnißſtuͤcke ſind darunter be⸗ griffen. Drittes Kapitel. Von der, Verſchiedenheit der Sachen nach ihren Inhabern. 4 537. Jede lebende Hand(natuͤrliche Perſon) kann mit ihrem Vermoͤgen nach Gutfinden ſchalten und walten, doch mit Beobachtung der Einſchraͤnkungen, welche durch die Geſeze feſtgeſtellt ſind. Guͤter, welche zu todter Hand (an buͤrgerliche Perſonen, als Gemeinden, Koͤrperſchaf⸗ ten, Staats⸗Anſtalten u. ſ. w.) gehoͤren, werden nur nach den Formen und Regeln, die ihnen eigen ſind, ver⸗ waltet, oder veraͤuſſert. * 242 II. B. J. T. Von der Eintheilung der Sachen. 538. Als Zugehoͤrden des Staats⸗Eigenthums wer⸗ den betrachtet die Wege, Straßen und Gaſſen, welche der Staat unterhaͤlt; die Fluͤſſe und andere Waſſer, die ſchiffbar oder flozbar ſind; das Geſtade und Flutbett des Meers; die Haͤfen, Seehaͤfen und Rheden; und uͤberhaupt alle Theile des Staats⸗Gebiets, die in keinem Privat⸗ Eigenthum ſeyn koͤnnen. 559. Alle ledige und herrenloſe, auch alle erbloſe Guͤter gehoͤren dem Staat. 540. Zu dem Staats⸗Eigenthum gehoͤren ferner die Thore, Mauern, Graͤben und Waͤlle der zu Waffenplaͤzen erklaͤrten Orte und der Feſtungen. 541. Gleiche Bewandniß hat es mit dem Grund und Boden der Feſtungswerke und Waͤlle an denjenigen Orten, die nicht mehr Waffenplaͤze ſind. Sie gehoͤren dem Staat, wenn ſie nicht guͤltig veraͤuſſert worden ſind, oder das Eigenthum wider ihn nicht erſeſſen iſt. 542. Gemeindsguͤter ſind diejenigen, auf deren Ei⸗ genthum oder Ertrag die Einwohner einer oder mehrerer Gemeinden ein erworbenes Recht haben. 543. Die Befugniſſe, welche man auf Guͤter haben kann, ſind entweder ein Eigenthum, oder ein blößer Ge⸗ nuß, oder Gruadgerechtigkeiten. 545 a. Der Genuß kann entweder an die Perſon des erſten Genieſſenden gebunden ſeyn, oder auf deſſen Erben fortgehen, den ganzen Ertrag einer Sache oder nur einen Theil erſchöpfen(perſön⸗ liche Dienſtbarkeit, Nuzeigenthum oder Erbdienſtbarkeit) ſo wie die Grundgerechtigkeiten, theils Grunddienſtbarkeiten, theils Grund⸗ pflichtigkeiten ſeyn können. ui en di Ciea nd bäſtn un kunm i den im. ui, uhu tgun n lede ad es mida lle in dnn die gezan worden ſi iſ. jenigen, i ger einn t haben. e n uff m, or ul — er an d k diſa bil es un dhi ci Eddirir rütin 1 4 II. B. II. T. Von dem Eigenthum und Beſtz. 1245 545 b. Die Art des Habens beſteht theils in der bloßen na⸗ türlichen Möglichkeit die dahin zielende Verfügungen über die Sache oder ihren Genuß und Gebrauch wirkſam zu treffen, und iſt als⸗ dann bloß Inhabungz theils zugleich in dem Vorſaz, dieſe Ver⸗ „fügungen in eigenem Namen und nach eigener Willtühr zu machen, der alsdann den Beſiz ausmacht, theils endlich in einem mitver⸗ bundenen zureichenden Rechtsgrund für dieſen Vorſaz, welcher die Inhabung zur wirklichen Bere chtigung erhebt. Zweyter Titel. Von dem Eigenthum und Beſiz. 544. Eigenthum iſt die Befugniß uͤber Beſtand und Weſen einer Sache, ſo wie uͤber den Genuß derſelben nach Belieben zu ſchalten und zu walten, ſo lang man nur keine durch Geſeze oder Verordnungen des Staats unterſagte Verfuͤgung daruͤber trifft. 544. a. Die Befugniß zu einzelnen Gattungen der in dem Ei⸗ genthum begriffenen Verfügungen kann durch das Geſez oder den Willen des Eigenthümers von dem Umfang des Eigenthums im Gan⸗ zen getrennt werden und auf Andere kommen. Dieſe Trennung wird niemals vermuthet, und iſt ſtets im engſten Sinn zu nehmen. 544. b. So lang dergleichen getrennte Verfügungsarten nur ein⸗ zelne Gattungen des Genuſſes betreffen, oder auch den Genuß im Ganzen jedoch nur für eine beſtimmte Perſon und ohne Mitübertra⸗ gung einer Befugniß über Stand und Weſen der Sache ſelbſt nach Belieben zu ſchalten und zu walten; ſo wird dadurch das Eigenthum nur beſchränkt oder belaſtet, nicht zertheilt. 554 c. Hat jemand und zwar erblich den Genuß einer Liegen⸗ ſchaft nebſt dem Recht zu allen Verfügungen über die Sache, welche ihre beſſere Geniesbarkeit bezielen, und ein Anderer hat daran nur die Rechts⸗Erwartung des einſtigen Heimfalls des Genuſſes auf be⸗ ſtimmte Fälle ſammt dem Recht zu allen Verfügungen über die Sa⸗ 8 14 ½ II. B. ll. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. che, welche ihre Erhaltung im Stand einel unveränderten Genies⸗ barkeit bezwecken; ſo hat keiner ein volles, ſondern jeder nur ein zertheiltes Eigenthum, nemlich der Erſtere das Nuzeigenthum, und der Andere das Grund⸗Eigenthum. 544. d. Ein getheiltes oder Mit⸗Eigenthum hat derje’ nige, der mit einem Andern eine im innern Umfang durchaus glei⸗ che Art der Theilnahme an den einzelnen Gattungen der Eigenthums⸗ Befugniſſe hat, ſey es nun zu gleichen oder ungleichen Antheilen. Man kann am vollen Eigenthum, ingleichen an Grundeigenthum al⸗ lein, oder am Nuz⸗Eigenthum allein das Mit⸗Eigenthum haben. Es findet bey unkörperlichen wie bey körperlichen Sachen ſtatt, ſo wie bey liegender und fahrender Haabe. 54. e. Der Beſiz hat alle Wirkungen des Eigenthms zu Gun⸗ ſten des wirklichen Beſizers gegen Jeden, gegen den man nicht we⸗ gen der befragten Sache in Vertrags⸗Verbindlichkeiten ſteht, oder der nicht einen ſtärkeren Beſiz, oder ein ſtärkeres Recht zur Sache * geltend machen kann. Der ſtärkere Beſiz findet nur bey liegender Haabe ſtatt, und ſteht demjenigen zu, der vor dem Andern die Sachen wenigſtens ein Jahr lang ungeſtört aus einem Rechtsgrund, der die Meinung eines Eigenthums⸗Erwerbs begründen kann, ruhig inne hatte, ſie durch Eigenmacht des Andern, oder derjenigen deren Nechtsfolger dieſer iſt, verlor, und die verlorne Inhabung vor Ablauf eines Jahrs verfolgt. Eigenmacht in der Beſiz⸗Ergreifung wird begangen durch ge⸗ waltſame oder verheimlichte Ergreifung der Inhabung, ſo wie durch geſezwidrige Selbſt⸗Verwandlung einer vergünſtigten Inha⸗ bung in einen Beſiz.(2251 und 2240.) Das ſtärkere Recht hat derjenige, deſſen Erwerbsart nach den Geſezen wirkſamer oder vorzüglicher iſt, als diejenige, woraus der Andere ſeine Berechtigung ableitet. 5 545. Nie⸗ 4 n umd unrite d ſeder iir a d 1 üt,Earzn. a Uwfug daß. Batunge dr ir dder unlteg en un Ceundate Mit Ligerun korpaliten e — n des eigette gegen dam derbindſihkeim; ſtäͤrkets Ac legendir hait die Schan nd, der de e uhig im hut n dere Aüit g vor Alluj i ig vid bornet dr Atttug tint varuſte Iſſe Enr as Nni, II. B. II. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. 145 545. Niemand kann gezwungen werden, ſein Eigen⸗ thum abzutreten, es ſey dann um des oͤffentlichen Nu⸗ zens willen und nach vorausgegangener Entſchaͤdigung. „ 575. a. Das Gleiche hat ſtatt in einer ihn und andere gemein⸗ ſchaftlich betreffenden Gefahr zu deren Abwendung gegen nachfolgende verhältnißmäſſige Vergütung. 546. Das Eigenthum an einer Sache, ſie ſey beweg⸗ lich oder unbeweglich, gibt zugleich ein Recht auf alles, was ſie durch ſich ſelbſt hervorbringt, und was durch Natur oder Kunſt mit ihr vereinigt wird. Dieſes Recht wird das Recht des Zuwachſes genannt. Erſtes Kapitel. Von dem Zuwachsrecht auf das, was die Sache hervorbringt. 547. Alle Fruͤchte, natuͤrliche, erzogene und buͤrger⸗ liche(S. 585. und 584.) gehoͤren dem Eigenthuͤmer kraft des Zuwachsrechts. 56. Die Zueignung derſelben erzeugt die Verbind⸗ lichkeit, die von einem Dritten darauf verwendeten Ko⸗ ſten der Beſtellung, Arbeit und Ausſaat zu erſezen. 549. Der Beſizer wird nur alsdann Eigenthuͤmer der Fruͤchte, wenn er ein redlicher Beſizer iſt, andern falls iſt er verbunden, die Fruͤchte mit der Sache dem ruͤck⸗ fordernden Eigenthuͤmer zuruͤckzugeben. 550. Ein redlicher Beſizer iſt derjenige, der entwe⸗ der Eigenthuͤmer iſt, oder doch aus einem Titel, der Ei⸗ Geſezbuch. K 246 II. B. II. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. genthum uͤbertragen kann, und deſſen Maͤngel ihm unbe⸗ kannt ſind, als Eigenthuͤmer beſizt. Von dem Augenblick an, da er deſſen Maͤngel kennt, hoͤrt er auf, redlicher Beſizer zu ſeyn. Zweytes Kapitel. Von dem Zuwachsrecht auf das, was mit der Sache vereinigt undihr einverleibt wird. 551. Dem Eigenthuͤmer gehoͤrt alles, was mit ſeiner Sache vereinigt oder ihr einverleibt wird, gemaͤß nach⸗ folgender Regeln. Erſter Abſchnitt. Von dem Zuwachsrecht bey unbeweglichen Sachen. 552. Das Eigenthum an Grund und Boden umfaßt alles, was ober und unter der Oberflaͤche iſt. Auf und uͤber der Oberflaͤche kann der Eigenthuͤmer alle nicht verbotene Pflanzungen und Gebaͤude anlegen, die er fuͤr gut findet, ſo weit ſie nicht unter dem Ti⸗ tel: von den Grund⸗Dienſtbarkeiten ausge⸗ nommen ſind. Auch unter der Oberflaͤche kann er nach Belieben Ge⸗ baude und Gruben anlegen, und daraus allen Vortheil ziehen, der nicht gegen die Geſeze uͤber die Bergwerke, und gegen die Polizey-Verordnungen anſtoͤßt. 553. Von allen Gebaͤuden, Pflanzungen und Wer⸗ ken, die ſich auf oder unter dem Boden befinden, iſt zu vermuthen, daß ſie auf Koſten des Grund⸗Eigenthuͤmers —— im und A Nanxig. deſta au hn. pittl das dan inverleibtt t alles,ton t vid, pi ¹ nitt, y unbeyei und und A berfaͤche i kann der bh und Gebid ie nicht un nſtharkeinn mner uuh d d drrauz l7 eze iber wn agen nſt TAnin⸗ Ande bä des buike 8 * II. B. n. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. 247 angelegt worden, und ihm zugehoͤren, ſo lang nicht das Gegentheil erwieſen iſt; ohne Abbruch des Eigenthums, das ein Dritter an einem unterirdiſchen Baͤu, oder an jedem andern Theil eines Gebaͤudes auf fremdem Boden durch Verjaͤhrung oder ſonſt rechtmaͤßig erlangt haben, oder noch erlangen mag. 554. Der Eigenthuͤmer des Bodens, welcher Ge⸗ baͤude, Pflanzungen, und Werke aus Werkſtoffen, die ihm nicht zugehoͤren, angelegt hat, muß deren Werth zahlen; den Umſtaͤnden nach kann er zugleich zur Ent⸗ ſchaͤdigung verurtheilt werden: aber der Eigenthuͤmer der Werkſtoffe, hat kein Recht ſie wegzunehmen. 555. Sind die Pflanzungen, Gebaͤude und Wer⸗ ke von einem Andern und mit deſſen Werkſtoff angelegt worden; ſo hat der Eigenthuͤmer des Bodens das Recht, entweder ſie zu behalten, oder denjenigen, der ſie ge⸗ macht hat, zu noͤthigen, daß er ſie wegnehme. Verlangt der Eigenthuͤmer des Bodens, daß die Pflan⸗ zungen und Gebaͤude weggeſchafft werden, ſo geſchieht das Wegſchaffen auf Koſten und Schaden desjenigen, der ſie anlegte; ja er kann bewandten Umſtaͤnden nach zur Ent⸗ ſchaͤdigung des Eigenthuͤmers des Bodens verurtheilt werden. Will der Eigenthuͤmer Vianzurgen und Uebergebaͤude lieber behalten, ſo hat er den Werth der Werkſtoffe und den Arbeitslohn zu erſezen, der Boden mag dadurch viel oder wenig im Werth erhoͤht worden ſeyn. Wurden je⸗ doch die Pflanzungen, Gebaͤude und Werke von einem ſolchen Inhaber angelegt, dem zwar das Eigenthum K 2 5 848 II. B. II. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. durch Urtheil und Recht abgeſprochen, der aber als red⸗ licher Beſizer, zu keinem Fruͤchten⸗Erſaz verurtheilt ward; ſo kann der Eigenthuͤmer die Wegraͤumung der ge⸗ dachten Werke, Pflanzungen und Gebaͤude nicht fordern; er hat aber die Wahl, ob er den Werth des Werkſtoffs und des Arbeitslohns, oder die Summe erſezen will, um welche der Boden an ſeinem Werth erhoͤht worden iſt. 556. Anlagen und Zuwuͤchſe, die nach und nach und unmerklich an Grundſtuͤcken ſich bilden, welche an einem Fluß oder Strom angraͤnzen, heiſſen Anſchwemmungen. Die Anſchwemmung kommt dem Ufer⸗Eigenthuͤmer zu gut, der Fluß oder Strom mag ſchiffbar und floßbar ſeyn, oder nicht, doch daß erſternfalls der zum Leinpfad gehoͤrige Raum verordnungsmaͤßig freygelaſſen werde. 557. Das Gleiche gilt von Plaͤzen, welche das flieſ⸗ ſende Waſſer verlaͤßt, wenn es ſich unmerklich von einem Ufer zuruͤck zieht, und auf das andere hinwirft: der Eigenthuͤmer des verlaſſenen Ufers hat den Vortheil der Anſchwemmung, ohne daß der Uferbewohner der entge⸗ gengeſezten Seite den Grund in Anſpruch nehmen koͤnne, den er verloren hat. 553. Das Anſchwemmungs⸗Recht hat bey Seen und Teichen nicht ſtatt. Deren Eigenthuͤmer behaͤlt alle⸗ mal den Boden, welcher vom Waſſer in jener Hoͤhe bedeckt wird, auf welcher das Teichwaſſer ablauft, auch als⸗ dann, wenn das Waſſer niedriger ſteht. Umgekehrt erwirbt der Eigenthuͤmer des Teichs kein Recht auf den Theil des Bodens, den das Teichwaſſer bey einer auſſerordentlichen Hoͤhe uͤberſchwemmt. dntt könm n Em . alle⸗ dech . a3 üuit 1I. B. II. T. Von dem Eigenthum und Beſtz. 149 559. Wird von einem Fluß oder Strom, er ſey ſchiffbar oder nicht, durch ploͤzliche Gewalt ein betraͤchtli— cher und kenntlicher Theil eines angraͤnzenden Felds ab⸗ geriſſen, und einem Felde, das unterhalb oder am ander⸗ ſeitigen Ufer gelegen iſt, zugefuͤhrt; ſo kann der Eigen— thuͤmer des abgeriſſenen Stuͤcks ſein Eigenthum zuruͤckfor⸗ dern. Er iſt aber gehalten in Jahres⸗Friſt ſeine Klage anzubringen. Spaͤterhin wird er damit nicht gehoͤrt, auſ⸗ ſer wenn der Eigenthuͤmer des Felds, womit das abgeriſ⸗ ſene Stuͤck vereinigt worden iſt, den Beſiz davon'noch nicht ergriffen haͤtte. 559. a. Das nemliche gilt dem Herrn der auf dem abgeriſſenen Stück haftenden Erb⸗Gerechtigkeiten. 559. b. Wird der alte Ufer⸗Nachbar dadurch vom Fluß abge⸗ ſchnitten, ſo kann er eine ſolche verhältnißmäßige Theilung ſeines Bo⸗ dens und der neuen Anlage verlangen, wobey ihm noch der Vortheil des Stromgenuſſes mit zu Theil wird. 560. Große und kleine Inſeln und Anlagen, die in dem Bett eines Fluſſes, ſchiffbaren oder floßbaren Stro⸗ mes ſich bilden, gehoͤren dem Staat, ſo lange deſſen Recht durch einen andern Titel oder durch Verjaͤhrung nicht erloſchen iſt. 561. Inſeln und Anlagen in unſchiffbar und unfloß⸗ baren Gewaͤſſern gehoͤren dem Ufer⸗Eigenthuͤmer. Hat ſich dieſe Inſel nicht ganz auf einer Seite gebildet, ſo gehoͤrt ſie den beyderſeitig angraͤnzenden Eigenthuͤmern. Die Theilung geſchieht nach der wahren Mitte des Fluſſes⸗ 562. Wenn ein Fluß oder Strom ſich theilt, und ei⸗ nen neuen Arm bildet, ein angraͤnzendes Feld von dem 150 II. B. IHI. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. feſten Land abſchneidet und zur Inſel macht, ſo behaͤlt der vorige Eigenthuͤmer ſein Feld, auch in ſchiffbaren oder floßbaren Waſſern. 563. Veraͤndert ein Fluß, er ſey ſchiffbar, floßbar oder nicht, ſeinen Lauf, und verlaͤßt ſein altes Flußbett, ſo nehmen die Eigenthuͤmer, der unter Waſſer gekomme⸗ nen Grundſtuͤcke, zur Entſchaͤdigung das alte verlaſſene Flußbett, jeder nach Verhaͤltniß des Bodens, der lihm weggenommen ward. — 564. Tauben, Kaninchen, Fiſche, die in andere Taubenhaͤuſer, Kaninchen⸗Gehaͤge oder Fiſchteiche uͤber⸗ gehen, gehoͤren dem Eigenthuͤmer dieſer Behaͤlter, ſo lang ſie ſich dort aufhalten, ſo fern ſie nicht durch Argliſt und Kunſtſtuͤcke herbeygelockt worden ſind. 564. a. Das nemliche gilt von Bienenſchwärmen, die auf frem⸗ dem Eigenthum angebaut haben: das bloſſe Anhängen benimmt dem verfolgenden Eigenthümer das Recht ſie zu faſſen noch nicht, doch daß ohne Schaden des fremden Grund⸗ Eigenthümers die Faſſung ge⸗ ſchehe. Zweyter Abſchnitt. Von dem Zuwachsrecht bey beweglichen Sachen. 565. Das Zuwachsrecht zwiſchen zwey beweglichen Sachen, die zweyen verſchiedenen Herrn zugehoͤren, wird lediglich nach Grundſaͤzen der natuͤrlichen Billigkeit ge⸗ richtet. Folgende Regeln ſollen dem Richter Beyſpiel ſeyn, fuͤr nicht entſchiedene Faͤlle je nach Verſchiedenheit der Umſtaͤnde. ———— ————— ——— S= — * E= —————. — 2——— == b ——————— 8 —=—=—=— E=S— =— 3 3 . S &— . 4 II. B. II. T. Von dem Eigenthum und Beſiz..251 „ 566. Sind zwey Sachen verſchiedener Herrn nur mit einander vereinigt, ſo daß ſie zwar ein Ganzes bil⸗ den, wovon jedoch jede wieder getrennt fortbeſtehen koͤnn⸗ te; ſo gehoͤrt das Ganze dem Herrn der Haupt⸗Sache, unter der Verbindlichkeit, daß er dem Andern den Werth der mit ihr vereinigten Neben⸗ Sache zahle. 567. Als Hauptſache wird diejenige angeſehen, mit welcher die Andere nur zum Gebrauch, zur Verſchoͤnerung oder zur Ergaͤnzung vereinigt wurde. 568. Wo die Neben⸗Sache von viel groͤßerm Werth als die Hauptſache, und ohne Vorwiſſen ihres Eigenthuͤ⸗ mers hinzugefuͤgt worden iſt, kann dieſer verlangen, daß die Neben⸗Sache getrennt und ihm zuruͤckgegeben werde, ſelbſt dann, wann dadurch die Haupt-Sache ver ſchlim⸗ mert werden koͤnnte, falls nur die Trennung ohne deren gaͤnzliche Entwerthung moͤglich iſt. 569. So oft von zwey vereinigten Sachen die Eine nicht als Neben-Sache der Andern angeſehen werden kann: ſo wird diejenige fuͤr die Hauptſache angeſehen. welche an Werth, oder wo dieſer auf beyden Seiten bei⸗ nahe gleich waͤre, an koͤrperlichem Umfang die betraͤcht⸗ lichſte iſt. 570. Hat ein Kuͤnſtler oder ſonſt Jemand einen frem⸗ den Stoff gebraucht, um ein Werk anderer Art daraus zu bilden; ſo hat der Eigenthuͤmer des Stoffs das Recht, das hieraus gebildete Werk ſich zuzueignen mittelſt Zah⸗ lung des Werths der hierauf verwendeten Arbeit, der Stoff mag ſeine vorige Form wieder annehmen koͤnnen oder nicht. 15²Q II. B. II. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. 571. Wuͤrde die Arbeit den Werth des Stoffs weit uͤberſteigen, ſo waͤre die hieran verwendete Muͤhe die Hauptſache, und der Arbeiter haͤtte das Recht, die ver— arbeitete Sache zu behalten gegen Bezahlung des Werths des Stoffs an den Eigenthuͤmer. 572. Hat jemand zu einem Werk theils eigenen, theils fremden Stoff gebraucht, wovon zwar keiner ganz zerſtoͤrt iſt, welche jedoch ſo vereinigt ſind, daß ſie nicht fuͤglich getrennt werden koͤnnen; ſo iſt die Sache un— ter beyden Eigenthuͤmern gemeinſchaftlich. Der Eine iſt nach dem Verhaͤltniß des Stoffs, der ihm zugehoͤrte, der Andere nach dem Betrag des ihm zugehoͤrig geweſenen Stoffs und des Werths ſeiner Arbeit zugleich, daran Theilhaber. 575. Wo durch Miſchung mehrerer Stoffe verſchie⸗ dener Eigenthuͤmer, wovon keine als Hauptſtoff angeſe— hen werden kann, eine Sache hervorgebracht wird, und die Stoffe ſich von einander trennen laſſen, da kann der⸗ jenige, ohne deſſen Vorwiſſen dieſelbe gemiſcht wurden, ihre Trennung verlangen. Koͤnnen die Stoffe nicht mehr fuͤglich getrennt wer⸗ den, ſo ſind Alle an der Sache gemeinſchaftliche Mit⸗Ei⸗ genthuͤmer, jeder nach Verhaͤltniß der Menge, der Guͤte und des Werths des ihm zugehoͤrigen Stoffs. 574. War der Stoff des Einen, der Menge und dem Werth nach, bei weitem von groͤſſerem Belang als jener des Andern, ſo kann der Eigenthuͤmer des Stoffs, der einen hoͤheren Werth hat, die aus der Miſchung entſtandene — — ef„ “ A. 2 II. B. HI. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. 155 Sache ſich zueignen, muß jedoch dem Andern den Werth ſeines Stoffs verguͤten. 575. Bleibt die Sache unter den Eigenthuͤmern der Stoffe, woraus ſie entſtanden iſt, gemeinſchaftlich, ſo muß ſie fuͤr gemeinſchaftliche Rechnung verſteigert werden, wenn ſaͤmmtliche Mit-Eigenthuͤmer nicht uͤber eine andere Verwendungsart ſich vereinigen. 576. Der Eigenthuͤmer, deſſen Stoff ohne ſein Vor⸗ wiſſen gebraucht worden iſt, um ein Werk zu bilden, hat in allen Faͤllen, worinn er das Eigenthum dieſes Werks in Anſpruch nehmen kann, die Wahl ſtatt deſſen die Wieder-⸗ Erſtattung ſeines Stoffs in gleicher Gattung, Menge, Gewicht, Maas und Guͤte, oder die Zahlung des Werths zu verlangen. 577. Wer Stoffe, die einem andern zugehoͤren, oh⸗ ne deſſen Vorwiſſen gebraucht hat, kann nach Umſtaͤnden zur Entſchaͤdigung verurtheilt werden, unabbruͤchig dem Strafverfahren, das hier etwa noch eintreten kann. * Drittes Kapitel. Vom Grund⸗ und Nuz⸗Eigenthum. 1 577 aa. Ein Nuz⸗Eigenthum entſteht durch Verträge, lezten Willen, oder Erſizung; es kann nur auf Liegenſchaften ſtatt finden, und beſteht, mit oder ohne Abgaben an den Grund, Eigenthümer, für den entbehrenden Genuß. 577 ab. Das Daſeyn eines zertheilten Eigenthums iſt nur da anzunehmen, wo in Veränderungsfällen von dem neuen Beſizer eine beſondere Anerkenntniß des Grund⸗Eigenthums nach beſtimmten For⸗ men, z. B. durch Erbleih⸗Erneuerung, Handlohnzahlung, geſchieht; wo dieſe nicht beſteht, da iſt der Beſizer voller Eigenthümer, wenn 157 II. B. IHI. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. er gleich von dem Genuß eine Gült an einen Andern gibt, es mag auch in den alten Urkunden noch ſo viel von einem Eigenthum des Gültbeziehers die Rede ſeyn. 577 ac. Der Nuz⸗Eigenthümer hat die unten beſchriebenen Rechte und Pflichten des Nuznieſſers(Saz 582— 616) die jedoch durch die Erblichkeit und Eigenthümlichkeit ſeines Genuſſes in nach⸗ benannten Stücken ſich erweitern. 577 ad. Er genießt nicht nur die Früchte, welche die Sache, ſo wie ſie iſt, hervorbringt(S. 582), ſondern darf auch alle zur beſſern Benuzung dienliche Veränderungen vornehmen; nur bey ſolchen Stücken, die ihm namentlich unter ihrer Benuzungsform„ z. B. als Wald, als Mühle, übergeben worden ſind, muß er die Bewilligung des Grund⸗Eigenthümers einholen, um ſolche Veränderungen vorzu⸗ nehmen, welche bey dem Heimfall des Nuzeigenthums die Herſtellung der vorigen Benuzungsform in einem Zeitraum von längſtens zehn Jahren unmöglich machen würden; z. B. eine Waldausrottung. 5/7 ae. Die durch den Gebrauch abgenuzt werdende Stücke muß der Nuzeigenthümer wieder ergänzen, ſo daß ſie bey dem Heim⸗ fall in dem Zuſtand zurückgegeben werden können, in welchem ſie urkundlich einſt gegeben wurden.(S. 589.) 577) af. In Benuzung der Wälder und Böſche iſt er nicht an den Gebrauch des Grundeigenthümers, ſondern allein an die Forſt⸗ Ordnungen gebunden, und darf auch das hochſtämmige Holz aller Art benuzen.(S. 590— 592.) 597 ag. In Abſicht der Verpachtung hat er ſich nach den Borſchriften des Sazes 595 nur alsdann zu richten, wenn das Nußz⸗ Eigenthum in ſeiner Perſon auf dem Heimfall ſteht. 577 ah. Er hat auch das Recht zu neuen Gruben und Brü⸗ chen in ſeinem Nuzeigenthum und zu den Schäzen, die darinn ge⸗ funden werden.(S. 598.) 577 a i. Er giebt keine Sicherſtellung für die ſchuldige Sorg⸗ falt im Gebrauch der Sache.(S. 601— 604¼.) ——— eer Ka l di ei.. in w un a m 5 i im aun aun lar A 4 2 an ült i, 5 nur duch * ider *8 II. B. II. T. Von dem Eigenthum und Beſtz. 155 577 ak. Er muß alle bauliche Unterhaltung auf ſich nehmen, und übergebene Gebäude, welche während des Nuzeigenthums verfal⸗ len, wieder aufbauen. Bey dem Heimfall kann er für Baukoſten neuer Anlagen, nur ſo weit Vergütung fordern, als die Sache da⸗ durch für den Grundeigenthümer nicht blos anmuthiger, ſondern wirklich nüzlicher und beſſer geworden iſt, als ſie zuvor und zur Zeit der Entſtehung des Nuzeigenthums urkundlich war.(S. 605— 607.) 577 al. Er trägt die auf das Eigenthum fallende Laſten, ſo lang er nicht ſein Nuzeigenthum dem Grundherrn heimſchlägt. (S. 609.) 577 am. Auf ihn fallen auch die Koſten und Folgen ſolcher Rechtsſirittigkeiten, welche das Eigenthum betreffen, ſo gut wie jene die den Genuß angehen, jedoch diejenigen ausgenommen, welche dem Grundeigenchümer daraus entſtehen, daß er zu Vertheidigung ſeines Vortheils dem Rechtsſtreit beytritt.(S. 615.) 577 an. Heerden, die ganz fallen, muß er ſeiner Zeit wieder erſezen.(S. 616.) 577 a0. Der natürliche oder bürgerliche Tod endigt das Nuz⸗ Eigenthum nur dann, wenn der Geſtorbene der Lezte der Erbberech⸗ tigten iſt(S. 6¹17.), ſonſt wälzt er es nur auf den Nuzeigenthums⸗ Erben. 577 ap. Das Nuzeigenthum, welches an Körperſchaften gege⸗ ben iſt, endigt ſich durch keinen Zeitberlauf, wenn es nicht durch ſeine Entſtehungs⸗Urkunde auf Zeit bedingt iſt.(S. 649.) 577 a q. Das Nuz⸗Eigenthum an einem Gebäude wirkt nach deſſen Umſturz allemal ein Benuzungsrecht auf den Grund und Bo⸗ den, und auf die Bauſtoffe.(S. 624.) 5 77ar. Der Nechtstitel des Nuzeigenthümers kann einzelne der obgedachten Rechte und Pflichten auf andere Art beſtimmen.. * Viertes Kapitel. Vom Mit⸗Eigenthum. 5/ 1h/ b a. Das Miteigenthum haftet auf jedem Theil und auf jeder Zugehörde der Sache, auf welche es ſtatt findet. 250 H. B. 1I. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. 577 bb. Ein Miteigenthümer kann gegen den Willen der Uebrigen keine einzelne aus dem Eigenthum fließende Verfügung gültig treffen, auſſer jenen, welche zur Erhaltung der Sache unver⸗ ſchieblich nothwendig ſind, oder welche das Geſez für einzelne Gattun⸗ gen und Fälle erlaubt. 577 boe. Derſelbe kann ohne ihren Willen handeln, wo ein gemeinſchaftlicher Vortheil in Frage iſt, der vorbeygelaſſen werden müßte, wenn die Sache ihnen zubvor zur Wiſſenſchaft gebracht und ihr Wille vernommen werden müßte. Er tritt dadurch in die Ver⸗ pflichrungen der Geſchäftsführung.(S. 1372.) 577 b d. Einwilligung der Miteigenthümer iſt nur vorhanden, wo alle beyſtimmen. Der Widerſpruch eines Einzigen hindert jede Eigenthumsverfügung, die nicht gegen den Willen der Miteigenthü⸗ mer gültig unternommen werden kann. 577 be. Miteigenthümer können den Genuß abtheilen, und in der Gemeinſchaft des Eigenthums bleiben; wo dieſes geſchehen iſt, da müſſen alle jene Verfügungen, welche bey dem Nuzeigenthum die Mitwirkung des Grundeigenthümers fordern, von den ſämmtli⸗ chen Miteigenthümern gemeinſchaftlich geſchehen, die übrigen unter⸗ nimmt jeder Theilhaber in ſeinem Antheil für ſich. 577 bf. Jeder Miteigenthümer kann ſein Recht nach Belieben an andere Perſonen veräuſſern; bey Liegenſchaften ſind jedoch die Mitgemeiner nicht ſchuldig, den fremden Erwerber in die Gemein⸗ ſchaft kommen zu laſſen, wenn ſie den Erwerb ordnungsmäßig loo⸗ ſen wollen und können. 577 b g. Jeder kann auf Theilung nicht blos des Genuſſes, ſondern auch des Eigenthums in jeder Gemeinſchaft dringen, aber auf eine Theilung im Stück nur da, wo die Natur oder ein Geſez die Sache nicht für untheilbar erklärt hat. Verträge köͤnnen das Theilungsbegehren für beſtimmte Zeiten verſchieben, aber nicht für immer beſeitigen, wo ein Geſez nicht alle Theilung verbietet. 7* — Ahee Heeee Lem 5 tülte 9 ut h 1 eiai an du ſua dai üi 1 5 — ſin/ ab ſl Rfür ne r nd von fi abera Guen dnr al — uI. B. 11. T. Von dem Eigenthum und Beſtz. 157 * Fuͤnftes Kapitel. Vom Familien⸗Eigenthum oder Stammgut. 5 77 ca. Stammgut n dasjenige Vermögen, welches zu Er⸗ haltung eines Namens und Stamms geſezmäßig ausgeſchieden iſt. 577 ch. Nur liegenſchaftliches Vermögen aller Art kann Stamm⸗ gut werden, und nur unter dem Beding, daß ſeine Stammguts⸗ Eigenſchaft in der Landtafel eingetragen werde, nemlich in demjeni⸗ gen Buch, welches von der Staatsbehörde über den Erwerb und die Veräuſſerung oder Verpfändung der kanzleyſäßigen Liegenſchaſten geführt werden ſoll. 577 cc. Nur jenes liegenſchaftliche Vermögen hat dieſe Eigen⸗ ſchaft, welches durch grundgeſezmäßige Familienverträge jezt ſchon als ſolches beſteht, oder künftig mit beſonderer Staatsbewilligung dafür neuerlich erklärt und gewidmet wird. 577 d. Die mindeſie Summe des Stammguts ſoll ein rei⸗ nes Einkommen von viertauſend Gulden für den Ritterſtand, und von fünfzehentauſend Gulden für den Herrenſtand ſeyn, das höchſte aber erſterenfalls achttauſend Gulden, und lezterenfalls dreyßigtauſend Gulden. Neue Stammgüter müſſen genau hiernach ermeſſen wer⸗ den: ältere beſtehen aber in ihrem dermaligen Umfang, auch wenn ſie jene Summen überſchreiten oder nicht erreichen, ſo lang nicht vorhandene rechtmäßige Schulden ein Anlaß zur Minderung eines zu hohen oder Auflößung eines zu niedern Stammguts werden. 577 ce. Der jeweilige Stammherr hat am Stammgut ein un zertheiltes, auch wenn er allein und kein Anderer mit ihm in das Erbe tritt, ein ungetheiltes Eigenthum, das aber in ſei⸗ nem Gebrauch beſchränkt, und in ſeinem Genuß belaſtet iſt. 577 of. Das Stammgut im Ganzen, auch jedes Hauptſtück, das nemlich ein ſelbſtſtändiges Ganzes, nicht blos eine Zugehörde aus⸗ macht, kann nicht ohne Staats⸗Gutheiſen veräuſſert werden. Dieſes wird bey dem Staatsoberhaupt geſucht, von dem es nach Verneh⸗ mung der Stammzutsberechtigten und des Kron⸗Anwalds des ober⸗ 256 II. B. II. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. ſten Gerichts bewilligt, oder abgeſchlagen wird, ohne an die Einwil⸗ ligung der Stammgutsberechtigten gebunden zu ſeyn, wenn nur der Erlöß bis zur geſezlichen Ertrags⸗Erforderniß wieder in Stammgut verwandelt wird. 577 cg. Einzelne Nebenſtücke und Zugehörden des Stammguts können veräuſſert werden, wenn nur die Veränderung zur Landtafel angezeigt, und der Werth, ſoweit er nicht auf rechtmäßige Schul⸗ denzahlung aufgeht, wieder in Liegenſchaften dem Stammgut beyge⸗ ſchlagen oder dazu verliegenſchaftet wird. Ohne dieſes iſt die Veräuſſerung ungültig. 577 ch. Der Stammgutsberechtigte hat alsdann, wenn der Erwerber ein Fremder iſt, das Recht, in den Erwerb unter gleichen Bedingungen in geſezmäßiger Zeit und Art einzuſtehen. 577 ci. Stammgut kann weder zu Unterpfand gegeben, noch durch geſezliche Vorzugsrechte erfaßt werden, auſſer ſo weit es den geſezlichen Betrag überſteigt. Nur auf das Einkommen des Stamm⸗ guts wirken Unterpfands⸗ und Vorzugs⸗Rechte. 577 ck. Stammgut kann nie auf weibliche Nachkommen des erſten Stammhaupts fallen, ſo lang noch männliche leibliche und ehe⸗ liche Nachkommenſchaft vorhanden iſt. Wäre unter Gütern, die bis⸗ her für Stammgut gehalten worden, und in einigen Stücken etwa auch Stammgutsrecht genoſſen, ſolches, bey welchem weiblich und männlich Geſchlecht zugleich in das Erbe getreten iſt; ſo kann es Stammgutsrecht nicht genieſſen. 577 cl. Stammgut kann an mehrere männliche Nachkommen zugleich vererbt werden, wenn die Familienverträge nichts anders verordnen, ſo lang dieſe ſich gefallen laſſen, in Gemeinſchaft zu blei⸗ ben, oder das Stammgut ſo groß iſt, daß es unter ſie vertheilt wer⸗ den kann, ohne daß ein Theil unter den mindeſten Betrag einer Stamm⸗ gutsberechtigung herabſinke. 577 em. Stammgut, wennn es wegen ſeinem geringen Betrag oder wegen der Familienverträge untheilbar iſt, kann nur an Einen der Stammgenoſſen kommen; dieſer beſtimmt ſich bey dem Herren⸗ n thnt feidet 3 uif ſien 1 —½ —— —½ — — I. B. II. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. 259 ſtand nach Erſtgeburtsrecht, und bey dem Ritterſtand, wenn nicht Erſtgeburts⸗oder Alter⸗Erbe in den Familienverträgen ſich feſtgeſezt befindet, ſo wie bey den Lehen, nach Vorzugs⸗Erbrecht. 577 en. Der Stammerbe, als ſolcher, iſt nicht Erbe des lez⸗ ten Beſizers, ſondern des erſten Stammhaupts, und trägt daher keine Laſten als ſolche, welche aus Handlungen dieſes Stammhaupts auf ihn kommen; er kann das gemeine Erbe des lezten Beſizers antreten oder ausſchlagen, ſelbſt wenn er deſſen Sohn wäre, ohne Nachtheil ſeines Sonder⸗Erbrechts am Stammgut. 577 co. Der Stammgutsbeſizer kann keinerley lezte Willens⸗ Verfügung über das Stammgut machen, welche an deſſen Eigenthum oder Erbordnung etwas ändert; nur über den Genuß ſteht ihm in dem Fall frey, leztwillig zu verfügen, wo der Stammerbe zugleich ſein Landerbe wird. 577 c p. Als geſezliche Laſt haftet auf dem Stammgut die Abfertigung der von der Erbfolge ausgeſchloſſenen Söhne und Töch⸗ ter der Familie. So weit darüber die Familienverträge nicht Maas und Ziel geben, richtet ſich die Laſt nach der Aehnlichkeit desjenigen, was desfalls in dem Lehensgrundgeſez Saz 50. und 31. b. und c. berordnet iſt. 577 c J. Als geſezliche Laſt haftet ferner darauf die Heimzah⸗ lung jeder Schuld, welche für die vorgedachte Abfertigung, oder für die Erhaltung des Stammguts verwendet worden iſt, oder mit Re⸗ gentenamtlicher Nachſichtsbewilligung auf das Stammgut verpfändet ward, jedoch ſo, daß nur der Ertrag, nicht der Stock des Stamm⸗ guts darum angegriffen werden kann, ſo lang das Stammgut in⸗ nerhalb der geſezlichen Maas ſteht. Stammgut, das unter dieſem Betrag ſteht, kann auf Andrin⸗ gen der Gläubiger aufgelöst, und Stammgut, das über dieſem Be⸗ trag ſteht, wegen des Ueberſchuſſes aus dem Stammgutsverband ausgezogen, und ſo alsdann deſſen Hauptſtock dadurch angreiflich für die Zahlung der Schulden gemacht werden. 160 II. B. lI. T. Von dem Eigenthum und Beſtz. 577 cr. Auch haftet ferner auf den Fall, wo das Land⸗Erbe eines abgeſtorbenen Stammguts⸗Erben nicht zur Zahlung aller Schulden hinreicht, die Bezahlung der im Saz 2101. benannten Vorzugsforderungen auf dem Stammgut, doch daß der Nachfolger nicht mehr als höchſtens einen Jahrsgenuß, in drey Jahre vertheilt zahlbar, dafür in die gemeine Erbmaſſe einwerfen dürfe, wenn gleich etwa deren Belauf höher ſteigt. 577 s. Das Stammgut verliert dieſe Eigenſchaft, wenn es auſſer der Familie ordnungsmäſig veräuſſert wird; es verliert ſie, wenn alle Stamm,⸗Erbberechtige, die am Leben ſind, oder deren Pfleger, unter landesherrlicher Bewilligung die Aufloſung beſchlieſſen; die Ungebornen ſind hierbey weiter nicht in Betracht zu ziehen, als ſoweit ſie ſchon gezeugt ſind, ihr Vater aber geſtorben iſt, und deswegen nach Saz 593. ein Pfleger der Leibesfrucht ſie zu vertreten hat; es verliert ſie endlich, wenn der erbberechtigte Mannsſtamm ausgeſtorben iſt, ohne daß ein anderer Stamm etwa durch ältere Verträge und Verkommniſſe ein einſtmaliges Erbrecht auf ſolchen Fall hätte. 577 ct. Die Anwünſchung eines Kinds kann dieſem nie ein Erbrecht am Stammgut, noch ein Forderungs⸗Recht auf Abferti⸗ gung aus ſolchem geben. Natürliche Kinder können eben ſo wenig eine Erbfolge oder Forderung an das Stammgut haben. Beede halten daher auch die Erlöſchung ſeiner Eigenſchaft nicht auf. 577 c u. Nach Erlöſchung der StammgutsEigenſchaft erben die vorhandene weibliche Familienglieder, und zwar, wenn die Fami⸗ lienverträge nicht Maas und Ziel geben, ſo, daß alle Abkömmlinge einer Familientochter, deren erſte Ausſchlieſſung vom Erbe durch den Eintritt eines männlichen Stamm⸗Erben in das Erbe, woran ſie mit ihm würde Theil gehabt haben, wenn es gemeines Erbe ge⸗ weſen wäre, nicht über dreyſig Jahr rückwärts, von der Erlöſchung an, fällt, ſo gut als die etwa vorhandene Töchter des leztverſtor⸗ benen Beſizers ins Erbe treten, und ohne Unterſchied der Nähe des . Grads 1 5 * 4 ahi 64 den 1 neii.. 3 an, 8 ekttt, 9 3 1 difre 4 1 dt 8 duſ 5 . 0 Act 1 rfnct 7 grignare II. B. II. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. 161 Grads nach Stämmen und Unter⸗Aeſten und endlich in jedem Unter⸗Aſt nach Köpfen theilen, zugleich aber auch alle noch unbe⸗ zahlte und unverjährte Schulden der vorigen Stamm⸗Erben zahlen müſſen, ſie mögen Stamm⸗Schulden oder gemeine geweſen ſeyn. 5„. c v. Eigenthum und Erbrecht richtet ſich in Allem, worüber die vorigen Säze geradezu oder folgweiſe ein Anderes nicht nothwendig machen, nach den allgemeinen Regeln. 4 * Fuͤnftes Kapitel. Vom Schrift⸗Eigenthum. 577 da. Jede niedergeſchriebene Abhandlung iſt urſprüngliches Eigenthum deſſen, der ſie verfaßt hat, wenn er nicht allein aus frem⸗ dem Auftrag und für fremden Voetheil ſie entwarf, in welchem Fall ſie Eigenthum des Beſtellers wäre.. 5 /1% y àαb. Das Schrifteigenthum erſtreckt ſich nicht nur auf die Handſchrift, ſondern auch auf deren Inhalt; es enthält daher das Recht über die Vervielfältigung durch Abſchrift oder Abdruck nach Gutfinden zu verfügen. 577 dc. Das Schrifteigenthum geht gleich jedem andern, in geeigneten Fällen auf Andere über. 577 d d. Wer eine Handſchrift zum Abdruck für eigenen Verlag hingibt, begibt ſich damit des Eigenthums in keinem Stück. Wer ſie zum Verlag des Uebernehmers unentgeldlich oder gegen einen bedungenen Preis hingibt, der tritt dadurch das Ei⸗ genthum an der Handſchrift ganz ab, und beſchränkt ſein Ei⸗ genthum am Inhalt durch das Verlagsrecht. 577 1d e. Dieſe Beſchrlkungen, ſo weit der Verlagsvertrag nichts anders oder mehreres feſtgeſezt hat, beſtehen darinn, daß der Verleger zwar die Auflage ſo groß machen kann, als er will; ſie hingegen ohne Einwilligung des Eigenthümers nicht wiederholen darf; inglei⸗ Geſezbuch. L 4 262 11. B. 11. T. Von dem Eigenthum und Beſiz. chem, daß er den Abdruck im Aeuſſern nach ſeinem Belieben einrich⸗ ten, aber am Inhalt nichts mindern noch mehren darf. 577 d f. Der Erwerb eines Abdrucks macht den Erwerber nur zum Eigenthümer des einzelnen Stücks, nicht aber ſeines Inhalts, er kann alſo keinen Nachdruck deſſelben veranſtalten ohne Bewilli⸗ gung des Verfaſſers und Verlegers; er kann es aber Auszugs⸗⸗ umarbeitungs⸗ oder Erklärungsweiſe zur Grundlage eigener Abhand⸗ lungen machen, woran ihm alsdann das Schrifteigenthum zukommt. 577 dg. Verfaſſer und Verleger koͤnnen ihr Eigenthumsrecht nur ſo weit geltend machen, als ſie auf dem Abdruck ihren Namen angegeben haben. Iſt nur einer allein genannt, ſo übt dieſer die Rechte beeder allein. 5/ dh. Das Schrifteigenthum gedruckter Schriften erlöſcht mit dem Tod des Eigenthümers, der ſie in Verlag gab; jeder Be⸗ ſizer der Schrift kann alsdann einen Nachdruck veranſtalten, ſo weit nicht beſondere Gnadenbriefe, die der Verleger hat, im Weg ſtehen. Dritter Titel. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung, oder perſöonlichen Dienſtbarkeiten. Erſtes Kapitel. Von der Nuznießung 578. Die Nuhznießung iſt das perſoͤnliche Recht, fremdes Eigenthum, ſo wie es iſt, gleich dem Seinigen zu genießen, mit der Pflicht der Erhaltung der Sache in un⸗ veraͤndertem Stand und Weſen verbunden. 579. Man erlangt die Nuznießung an einer Sache entweder durch Verfuͤgung des Geſezes oder durch Wil⸗ len ihres Eigenthuͤmers. ahyet —— II. B. III. T. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung ꝛc. 163 580. Die Nuznießung kann gegeben werden entweder unbeſtimmt, oder auf beſtimmte Zeit, oder unter beſtimm⸗ ten Bedingungen. 5381. Sie findet an beweglichen und unbeweglichen Guͤtern ſtatt. Erſter Abſchnitt. Von den Rechten des Nuznießers. 582. Der Nuznießer hat das Recht, die Fruͤchte al⸗ ler Art zu ziehen, welche der Nuznießungs-Gegenſtand, ſo wie er iſt, hervorbringen kann, es ſeyen natuͤrliche, erzogene, oder buͤrgerliche. 533. Natuͤrliche Fruͤchte ſind diejenigen, welche die Erde von ſelbſt hervorbringt, ingleichem Ertrag und Zuwachs des Viehs. Erzogene Fruͤchte ſind jene, wozu man durch Bau und Pflege gelangt. 534. Buͤrgerliche Fruͤchte ſind: Guͤterpachtſchilling, Hausmiethe, aufkuͤndliche Kapital-Zinnſen, Guͤlt- und Renten⸗Ertrag. 585. Natuͤrliche und erzogene Fruͤchte, welche am Baum oder Stock haͤngen, oder auf dem Halm ſtehen, ge⸗ hoͤren dem Nuznießer bey dem Anfang der Nuznießung, und dem Eigenthuͤmer bey ihrem Ende. Kein Theil verguͤtet dem Andern die Beſtellungs⸗und Saat⸗Koſten; war aber zu Anfang oder Ende des Nieß⸗ brauchs ein Theilbauer auf dem Gut, ſo bleibt dieſem ſein Antheil der Fruͤchte. 720 0 4 5 4 * 164 11. B. III. T. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung ꝛc. 586. Buͤrgerliche Fruͤchte werden Tag fuͤr Tag er⸗ worben. Der Nuznießer nimmt ſeinen Theil nach Verhaͤltniß der Dauer ſeiner Nuznießung. Dieſes gilt von Guͤter⸗ Pacht-Schilling, wie von Haus⸗Miethe und andern buͤr⸗ gerlichen Fruͤchten. 587. Auch Sachen, die man nicht gebrauchen kann, ohne ſie zu verbrauchen, als Geld, Getreide, Getraͤnke, u. ſ. w. darf der Nuznießer benuzen, nur unter der Ge⸗ gen⸗Verbindung, bey Erloͤſchung der Nuznießung ſie in gleicher Menge, Guͤte und Werth, zu erſtatten, oder den Anſchlag dafuͤr zu erſezem 53838. Die Nuznießung einer Leib⸗Rente gibt dem Nuznießer das Recht, waͤhrend ſeiner Nuznießung das Verfallene einzuziehen, ohne Erſaz⸗Verbindlichkeit. 589. Sachen, die durch den Gebrauch zwar nicht. gleich verbraucht, aber doch allmaͤhlig verringert werden, als Leinwand und Hausgeraͤth, darf der Nuznießer zu dem Zweck, wozu ſie beſtimmt ſind, gebrauchen, und iſt bey Endigung der Nuzuießung zu mehr nicht verbunden, als ſie in dem Stand zuruͤck zu geben, worinn ſie ſich als⸗ dann befinden, und das durch ſeine Gefaͤhrde oder durch ſein Verſehen etwa Verſchlimmerte zu erſezen. 590. Mit dem Schlagholz muß der Nuznießer die Ordnung und Zeit der Holz⸗Schlaͤge einhalten, worauf der Eigenthuͤmer die Eintheilung gemacht, oder ſeine Be⸗ wirthſchaftung eingerichtet hatte. In keinem Fall ge⸗ buͤhrt dem Nuznießer oder ſeinen Erben Entſchaͤdigung 7 1I. B. 111. T. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung ꝛc. 1260 fuͤr etwaige Unterlaſſung des gewoͤhnlichen Abtriebs des Schlagholzes, der Saamen Rechts Baͤume oder des Stamm⸗ holzes. Baͤume, aus einer Baumſchule, die ohne deren Ver⸗ fall erhoben werden koͤnnen, gehoͤren zur Nuznießung, un⸗ ter der Bedingung, daß der Nuznießer wegen des Wie⸗ deranpflanzens nach dem Ortsgebrauch ſich richte. 591. Der Nuznießer benuzt die Hochwaͤlder nach ih⸗ ren beſtimmten Hauzeiten, es mag der Holzhieb nach Schlaͤgen, nemlich Abtheilungen des Bodens, oder nach einzeln ausgezeichneten Baͤumen(krebsweiſe) gefche⸗ hen; er muß ſich nach den Faͤllungsfriſten und der Ge⸗ wohnheit der vorigen Eigenthuͤmer richten, wo die Forſt⸗ Geſeze nicht Maas geben. 592. Auſſer dieſen Kaͤllen kann der Nuznießer das Stammholz ſich nicht anumaßen. Die Windbruͤche darf er zu obliegenden Baulichkeiten verwenden. Im Nothfall darf er auch Baͤume zu dieſem Zweck faͤllen laſſen, wenn er vorher die Nothwendigkeit mit dem Eigenthuͤmer guͤt⸗ lich oder rechtlich austraͤgt. 595. Er darf aus den Holzungen Pfaͤhle fuͤr die Weinberge nehmen; auch von den Baͤumen die jaͤhrliche oder jeweilige Fruͤchte heben; alles nach Landsbrauch und nach Hausbrauch der Eigenthuͤmer. 594. Verdorrte umgefallene oder zerbrochene Obſt⸗ baͤume gehoͤren dem Nuznießer, der ſie jedoch durch ande⸗ re erſezen muß. 595. Der Nuznießer kann die Nuzung entweder ſelbſt beziehen, oder ſein Recht an einen Andern ver⸗ X 166 11. B. 11I. T. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung d. pachten, verkaufen oder verſchenken. Gibt er es in Pacht, ſo hat er wegen der Erneuerungs⸗Zeit und Dauer der Pacht-Vertraͤge ſich nach den Regeln zu richten, welche unter dem Titel von Heyraths⸗Vertraͤgen und gegenſeitigen Rechten der Ehegatten fuͤr den Mann, in Beziehung auf die Guͤter der Frau, beſchrie⸗ ben ſind. 596. Der Nuznießer hat den Genuß der Anſchwem⸗ mungen des nuznießlichen Grundſtuͤcks⸗ 597. Er hat den Genuß aller Grund⸗Gerechtigkei⸗ ten, welche dem Eigenthuͤmer des Guts zukommen, wie dieſer ſelbſt ſie haben koͤnnte. 598. Er genießt auf gleiche Weiſe die Bergwerke und Steinbruͤche, die beym Aefall der Nuznießung in wirklichem Betrieb ſind. Ein e Betriebs⸗Art, die ohne obrigkeitliche Erlaubniß nicht unternommen werden darf, ſoll der Nuznießer ſich nicht anmaßen, ehe er die Staats⸗ Erlaubniß dazu erhalten hat. Auf unerdͤffnete Bergwerke und Steinbruͤche, auf unangelegte Torfgruben, und auf Schaͤze, die waͤhrend der Nuznießung entdeckt werden, hat er keine Anſprache. 599. Der Eigenthuͤmer darf weder durch ſeine Handlungen, noch in andere Weiſe den Rechten des Nuznießers Abhruch thun. Hinwiederum hat der Nuznießer nach Endigung der Nuznießung fuͤr gemachte Verbeſſerungen keinen Erſaz zu fordern, wenn auch der Werth der Sache dadurch erhoͤht waͤre. . 1I. B. 111. T. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung ꝛc. 167 Er oder ſeine Erben koͤnnen jedoch die Spiegel, Ge⸗ maͤlde und andere Verzierungen, die er anbrachte, zu⸗ ruͤcknehmen, jedoch daß ſie den Ort in den alten Stand herſtellen. Zweyter Abſchnitt. Von den Obliegenheiten des Nuznießers. 00. Der Nuznießer uͤbernimmt die Sachen in dem Stand, worinn ſie ſich finden; aber er darf in den wirklichen Genuß nicht eintreten, ehe er in Gegenwart des Eigenthuͤmers oder auf deſſen vorherige Vorladung ein Vermoͤgens⸗Verzeichniß uͤber die fahrende Haabe errichtet, und den Stand der Liegenſchaften, die dem Nießbrauch unterworfen ſind, aufgenommen hat. 601. In ſofern er durch den Titel ſeiner Nuznieſ⸗ ſung hievon nicht befreyt iſt, ſtellt er Sicherheit, die Sache als guter Haus-Vater zu benuzen. Frey davon ſind Eltern, welche an dem Vermöͤgen ihrer Kinder eine geſezliche Nuznießung haben, und alle jene, welche bey einer Veraͤußerung die Nuznießung ſich vorbehielten. 6⁰2. Findet der Nuznießer keine Sicherſtellungs⸗ Mittel, ſo werden die Liegenſchaften verpachtet, oder obrigkeitlich verwaltet; die Baarſchaften werden ver⸗ zinnslich angelegt; die Hausvorraͤthe werden verkauft und der Erloͤs wird ebenfalls angelegt. Die Zinnſen dieſer Anlage und der Guts-⸗Ertrag gehoͤren in dieſen Faͤllen dem Nuznießer. 603. Wo ein Nuznießer eine ſchuldige Sicherheit nicht ſtellt, da kann ferner der Eigenthuͤmer fordern, 168 11. B. 111. T. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung dc. daß die Fahrnißſtuͤcke, welche durch den Gebrauch an I ihrem Werth verlieren, verkauft, und der Kaufſchilling, V ſo wie jener der Haus⸗ Vorraͤthe verzinnslich angelegt werden, und in die Nuznießung nur die Zinnſen fallen. Nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde kann der Nuznießer verlangen, und das Gericht verordnen, daß ihm der Theil der fahrenden Haabe, den er zu ſeinem Gebrauch V noͤthig hat, unter der handgebluͤblichen Verſicherung, ſie V nach geendigter Nuznießung zuruͤck zuliefern, gelaſſen werde. 6⁰4. Der Verzug in Stellung der Buͤrgſchaft macht den Nuznießer nicht der Fruͤchte verluſtig. Sie gebuͤh⸗ ren ihm von dem Augenblick an, da die Nuznießung ihren Anfang nimmt. 4s. Der Nuznießer muß die Sache in baulichem Srand unterhalten. 3 Haupt⸗Ausbeſſerungen bleiben dem Eigenthäͤmer zur 4 Laſt, wenn ſie nicht daher ruͤhren, daß waͤhrend der Nuznießung die zum Unterhalt erforderlichen Ausbeſſe⸗ rungen unterlaſſen wurden, in welchem Fall ſie dem Nuz⸗ nießer oder ſeinen Erben obliegen. „ 606, Haupt⸗Ausbeſſerungen ſind Herſtellung der Hauptmauern und Gewoͤlbe, Einziehung neuer Balken, und nene Belegungen der Daͤcher Waͤnde Zimmerdecken 8 und Fußboͤden, ingleichem neue Herſtellung der Daͤmme Lmad⸗ Mauern und Ringmauern. . Aue uͤbrige Ausbeſſerungen ſind ſolche⸗ Helche zur Unterhaltung zu rechnen ſind. ——— 1 B. 111. T. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung c. 169 6⁰7. Weder der Eigenthuͤmer, noch der Nuznießer koͤnnen genoͤthigt werden wieder aufzubauen, was vor Alter zuſammenfaͤllt, oder durch Zufall zerſtoͤrt wird. 608. Der Nuznießer hat waͤhrend ſeines Genuſſes alle jaͤhrliche Laſten des Grundſtuͤcks zu tragen, nemlich Steuern und alle andern Abgaben, die als Laſten des Ertrags zu betrachten ſind. 609. Laſten, die waͤhrend der Nuznießung dem Eigenthum ſelbſt etwa auferlegt werden, traͤgt der Eigenthuͤmer; jedoch muß der Nuznießer ihm die Zinnſen davon verguͤten. Hat der leztere die Auslage gemacht, ſo darf er nach geendigter Nuznießung das Kapital zuruͤck fordern. 610. Hat ein Erblaſſer jemanden eine Leib⸗Rente oder einen Gehalt zu ſeinem Unterhalt vermacht; ſo muß dieſes Vermaͤchtniß von dem Erbnehmer der Nuznießung nach ſeinem ganzen Umfang, von dem Erbtheilnehmer der Nuznießung aber, nach Verhaͤltniß ſeines Genuſſes abgetragen werden. Keiner von beyden hat deshalb eine Zuruͤckforderung. 611. Wer die Nuznießung als Stuͤck⸗Vermaͤchtniß erhalten hat, haftet ſelbſt nicht fuͤr die Schulden, wofuͤr das Grundſtuͤck verpfaͤndet iſt. Wird er daher genoͤthiget, ſie zu zahlen; ſo hat er ſeinen Ruͤckgriff auf den Eigen⸗ thuͤmer, vorbehaltlich deſſen, was unter dem Titel von Schenkungen und lezten Willens⸗Verord⸗ nungen Saz 1020. beſtimmt wird. 270 11. B. 111. T. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung ꝛc. 6¹2. Wer am ganzen Nachlaß oder auch nur an einem Theil als Erb⸗ oder Erbtheilnehmer die Nuznießung hat, haftet zugleich mit dem Eigenthuͤmer fuͤr Tilgung der Schulden auf folgende Weiſe: Man ſchaͤzt im lezterem Fall den Werth des An⸗ theils, welcher der Nuzuießung unterworfen iſt, und beſtimmt hierauf, nach Verhaͤltniß dieſes Werths, deſſen Beytrag zu den Schulden. Will der Nuznießer die Summe vorſchießen, welche die Verlaſſenſchaft oder deren Antheil treffen, ſo wird ihm nach geendigter Nuznießung das Kapital ohne Zinnſen erſezt. Will er nicht, ſo hat der Eigenthuͤmer die Wahl, entweder ſelbſt dieſe Summe zu zahlen,(wo alsdann ihm der Nuznießer, ſo lange die Nuznießung dauert, die Zinnſen verguͤtet) oder einen verhaͤltnißmaͤßigen Theil der nuznießlichen Guͤter zu verkaufen. 613. Der Nuznießer traͤgt nur die Koſten und Fol⸗ gen ſolcher Prozeſſe mit Dritten⸗ welche den Genuß betreffen, 1 4 614. Greift ein Dritter waͤhrend der Nuznießung in Eigenthum oder Rechte des Eigenthuͤmers ein; ſo iſt der Nuznießer verbunden, dieſem es anzuzeigen, ſonſt wird er fuͤr allen Schaden, der ſolchem daraus entſteht, eben ſo verantwortlich, als ob er ſelbſt den Schaden gethan haͤtte. 615. Iſt nur ein einzelnes Stuͤck Vieh in der Nuz⸗ nießung begriffen, und dieſes faͤllt ohne Verſchulden des Be h eht bet,, 2 1I. B. 111. T. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung ꝛc. 171 Nuznießers, ſo iſt dieſer weder ein anderes an deſſen ſtatt zu geben, noch den Werth zu erſezen, verbunden⸗ 616. Geht eine nuznießliche Heerde durch Zufall oder Krankheit, ohne Verſchulden des Nießers ganz zu Grund, ſo hat dieſer gegen den Eigenthuͤmer keine andere Ver⸗ — bindlichkeit, als ihm uͤber die Haͤute oder deren Werth Rechnung zu thun, ſo weit ſie dem Beſizer zu gut kom⸗ men koͤnnen. Geht die Heerde nicht ganz zu Grund, ſo iſt der Nuznießer verbunden, durch junges Vieh die Zahl der gefallenen Stuͤcke zu ergaͤnzen. Dritter Abſchnitt. Von der Endigung der Nuznießung. 617. Die Nuznießung erloͤſcht: durch den natuͤrlichen oder buͤrgerlichen Tod des Nuznießers; durch Ablauf der Zeit, auf welche ſie verliehen war; 1 durch Wieder⸗Vereinigung, da nemlich die Eigen⸗ ſchaften eines Nuznießers und eines Eigenthuͤ⸗ mers auf eine Perſon zuſammen fallen; durch dreyßigjaͤhrigen Nichtgebrauch des Rechts; durch gaͤnzlichen Untergang der nuznießlichen Sache. än. 617 a. Sie erlöſcht auch durch Rückfall der Rechte des Ver⸗ leihers an einen früheren Eigenthümer, der nicht einwilligte. 618. Die Nuznießung kann durch Mißbrauch des Nuznießers aufhoͤren, er mag ſelbſt die Sache verderben, 172 II. B. III. T. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung ꝛc. oder aus Mangel der ſchuldigen Unserhaltung ſie zu Grund gehen laſſen. In deßfalſigen Prozeſſen koͤnnen die Glaͤubiger des Nuznießers als Beyklaͤger auftreten, und zur Verbeſſerung des Verdorbenen, ſo wie zur Gewaͤhrleiſtung fuͤr die Zu⸗ kunft ſich inbieten⸗ um den Waitheil der Nuznießung zu retten. Der Richter kann je nach Wichtigkeit des Miß⸗ brauchs unbedingt auf Erloͤſchung der Nuznießung erkennen, ober verſuͤgen, daß der Eigenthuͤmer den Genuß der nuz⸗ nießlichen Sache wieder an ſich ziehe, und dagegen dem Nuznießer oder ſeinen Rechtsfolgern jaͤhrlich bis zu Ende der Nuznießung eine beſtimmte Rente entrichte. 619. Die Nuznießung fuͤr Koͤrperſchaften dauert nur dreyſi g Jahre. 638. Ward ſie an jemanden gegeben, bis ein Dritter ein beſtimmtes Alter habe, ſo dauert ſie ſo viel Jah⸗ re, als bis zu dieſem Zeitpunkt erforderlich ſind, obgleich der Dritte fruͤher ſtirbt. 621. Des Eigenthuͤmers Verkauf der nuznießlichen Sache, aͤndert nichts an dem Recht des Nuznießers; die⸗ ſer behaͤlt den Vortheil ſeiner Nießung⸗ ſofern er nicht foͤrmlich darauf verzichtet. 622. Die Glaubiger des Nuznießers koͤnne eine zu ihrem Nachtheil geſchehene Verzichtleiſtung fuͤr nichtig erklaͤren laſſen. 623. Die Nuznießung einer Sache, wovon nur ein Theil untergegangen iſt., dauert auf dem Ueberreſt fort. 11. B. 111. T. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung ꝛc. 123 624. Wenn ein Gebaͤude zur Nuznießung gegeben iſt, und dieſes Gebaͤude wird durch Feuersbrunſt oder durch andere Zufälle zerſtoͤrt, oder ſtuͤrzt Alters⸗ halber ein, ſo hat der Nuznießer kein Nießungs⸗Recht au dem Grund und Boden, auch keines an dem Bauſtoff. Wenn aber die Nuznießung auf einem Gut haftete, wovon das Gebaͤude einen Theil ausmacht, ſo behaͤlt der Nuznießer den Genuß des Bodens und des Bauſtoffs. Zweytes Kapitel. Von der Nuzung und der Wohnung. 625. Die Dienſtgerechtigkeiten der Nuzung und Woh⸗ nung werden auf gleiche Weiſe, wie die Nuznießung er⸗ worben und verloren. 626. Man kann zu ihrem Genuß nicht gelangen, ohne zuvor gleichwie bei der Nuznießung Sicherheit zu leiſten, den Stand der Guͤter aufzunehmen, und die Be⸗ ſchreibung daruͤber zu ver faſſen. 687. Wer die Nuzungs⸗oder Wohnungs⸗Gerechtig⸗ keit auf ein fremdes Eigenthum hat, muß ſie als guter Hau swirth gebrauchen. 628. Die Rechte der Nuzung oder Wohnung erhalten ihre Beſtimmung aus dem Inhalt des Rechtstitels, der ſie gibt, und ſind darnach von groͤßerm oder geringerm Umfang. 629. Laͤßt der Rechtstitel die Beſtimmungen des 8 2 7 Umfangs dieſer Rechte unausgedruͤckt, ſo dienen fol⸗ zende Grundſaͤze zur Richtſchnur. 274 lI. B. II1I. T. Von Nuznießung, Nuzung, Wohnung ꝛc. 630. Der, dem die Nuzung der Fruͤchte eines Grundſtuͤcks zuſteht, kann nur ſeine eigenen und ſeine Familien⸗Beduͤrfniſſe davon erheben. Die Beduͤrfniße ſolcher Kinder, die er nach erhaltenem Nuzungs-Recht erſt bekommt, ſind mit einbegriſfen..* 631. Niemand kann die Nuzungs⸗ Gerechtigkeit ei⸗ ner fremden Sache einem Andern uͤbertragen, es ſey nun pachtweiſe oder in anderer Art. 632. Der, welchem die Wohnung in einem Haus gegeben iſt, kann mit ſeiner Familie darinn wohnen, auch wann er damals, als ihm jenes Recht verliehen wurde, nicht verheyrathet war. 633. Das Wohnungs⸗Recht beſchraͤnkt ſich auf die Wohnungs⸗Beduͤrfniſſe des Rechts⸗Inhabers, und ſeiner Familie. 634. Das Recht der Wohnung kann ebenfalls nicht auf andere uͤbertragen werden. 655. Bedarf derjenige, der die Nuzung einer fremden Sache hat, alle Fruͤchte des Grundſtuͤcks oder die Bewoh⸗ nung des ganzen Hanſes, ſo hat er, gleich dem Nuznieſ⸗ ſer, alle Kultur-Koſten, die bauliche Unterhaltung und die Steuern zu tragen. Benuzt er nur einen Theil der Fruͤchte, oder bewohnt er nur einen Theil des Hauſes; ſo traͤgt er nur nach Ver⸗ haͤltniß ſeines Genuſſes dazu bey. 636. Das Nuzungsrecht an Holz und Wald wird be⸗ ſondern Geſezen zur Beſtimmung uͤberlaſſen. 65 de ein ftende Yerhei 6¹ b Ieſoe 65 auts ber do — 6 nͤſen ſüches 1 dn untern ſtucks e 6 Ciltih genthi Titl- 1I. B. 1V. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten, 175 / Vierter Titel. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. 637. Grund⸗Dienſtbarkeit heißt jede Laſt, die einem Grundſtuͤck zum Gebrauch und Vortheil eines fremden Grundſtuͤcks aufliegt. Deſſen Recht zu dieſem Vortheil heißt die Grundgerechtigkeit. 638. Die Grundgerechtigkeit begruͤndet keine Gewalts⸗ Befugniß des einen Grundſtuͤcks auf das Andere. 639. Sie entſteht theils aus der natuͤrlichen Lage der Orte, theils aus Verfuͤgungen des Geſezes, theils aus verbindlichen Willenserklaͤrungen der Eigenthuͤmer. Erſtes Kapitel. Von den Dienſtbarkeiten aus der Lage der Orte.. 640. Grundſtuͤcke, welche niedriger gelegen ſind, muͤſſen von hoͤher gelegenen das Waſſer aufnehmen, wie ſolches im natuͤrlichen Lauf ohne beſondere Vorrichtungen dahin abfließt. Der Eigenthuͤmer des untern Grundſtuͤcks darf keinen Damm aufwerfen, der dieſen Abfluß verhindert. Der Eigenthuͤmer des obern Grundſtuͤcks darf nichts unternehmen, was die Dienſtbarkeit des untern Grund⸗ ſtuͤcks erſchwert. 641. Jeder kann die Quellen auf ſeinem Boden nach Willkuͤhr benuzen, vorbehaltlich des Rechts, das der Ei⸗ genthuͤmer eines untern Grundſtuͤcks etwa durch Rechts⸗ Titel oder Verjaͤhrung erworben hat. 176 11. B. 1V. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. 642. Die Verjaͤhrung gilt fuͤr rechtmaͤßigen Erwerb nur nach einem durch dreyßig Jahre hindurch ununterbro⸗ chen fortgeſezten Genuß, von dem Zeitpunkt an zu rech⸗ nen, wo der Eigenthuͤmer des untern Grundſtuͤcks ſolche offene Anlagen gemacht und beendigt hat, die den Fall und den Einlauf des Waſſers auf ſein Eigenthum beföͤr⸗. dern ſollen. 6 45. Der Eigenthuͤmer einer Quelle darf ihren Lauf nicht veraͤndern, ſobald ſie den Einwohnern einer Gemein⸗ de, eines Dorfs, Weilers oder Hofs das noͤthige Waſſer verſchafft. Haben indeß die Einwohner deren Gebrauch nicht ſchon erworben oder verjaͤhrt, ſo iſt der Eigenthuͤmer be⸗ rechtigt, die Beſtimmung einer Entſchaͤdigung durch Sach⸗ verſtaͤndige zu fordern. 644. Derjenige, deſſen Eigenthum laͤngſt einem flieſ⸗ ſenden Waſſer hinzieht, jene Waſſer doch ausgenommen, die im 538. Saz unter dem Titel: von der Verſchieden⸗ heit der Guͤter, als Zugehoͤrden des Staatseigenthums erklaͤrt ſind, kann ſich deſſen jeden Orts, wo es vorbey⸗ fließt, zur Bewaͤſſerung ſeines Eigenthums bedienen. Derjenige, deſſen Grund ein ſolches Waſſer durch⸗ . ſtrömt, kann es in dem Raum, den es daſelbſt durchlauft, auf jede Art benuzen, muß jedoch ihm da, wo es ſeinen Grund verlaͤßt, den gewoͤhnlichen Lauf wieder verſchaffen. 645. Erhebt ſich ein Streit unter den Eigenthuͤ⸗ mern, uͤber die Benuzung des Waſſers, ſo iſt es Pflicht der Gerichte, den Vortheil der Landwirthſchaft mit der Achtung, die man dem Eigenthum ſchuldig iſt, zu vereinbaren, und in allen Faͤllen ſind die beſondern und oͤrtlichen g itinu mliſ 3 uuit heinan t 2 ien 1 end li 12 4 Lad d das aln der de 11. B. 1V. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. 277 oͤrtlichen Anordnungen uͤber den Lauf und die Benuzung der Waſſer zu beobachten. 646. Jeder Eigenthuͤmer kann an ſeinen Graͤnz⸗ Nachbar fordern, daß die aneinander ſtoßenden Grund⸗ ſtuͤcke durch Grenzmahle ausgeſchieden werden. Die Graͤnzſcheidung geſchieht auf gemeinſchaftliche Koſten. 647. Jeder Eigenthuͤmer iſt berechtigt ſein Grund⸗ ſtuͤck einzuzaͤunen, vorbehaltlich der im 682. Saz feſtgeſez⸗ ten Einſchraͤnkung. 647. a. Wenn jedoch jemand Dienſtbarkeiten darauf beſizt, die damit nicht würden beſtehen können, darf er, ehe er mit ſolchem abgefunden iſt, dieſer Freyheit ſich nicht bedienen. 646. Der Eigenthuͤmer, der ſein Feld einzaͤunt, ver⸗ liert ſein Recht an der gemeinen Hut und Trift oder Wei⸗ de und Uebertrieb, nach Verhaͤltniß des Bodens, den er dadurch dieſen Gemeinds⸗Genuͤßen entzieht. Zweytes Kapitel. Von den Dienſtbarkeiten aus dem Geſez. 649. Die Dienſtbarkeiten aus dem Geſez betreffen das allgemeine Wohl, oder den Vortheil einer Gemeinde, oder den Nuzen einzelner Perſonen. 650. Zu Dienſtbarkeiten fuͤr das allgemeine Beſte oder den Vortheil einer Gemeinde gehoͤren der Leinpfad laͤngſt den ſchiffbaren oder floßbaren Stroͤmen, der Ban oder die Wiederherſtellung der Straßen und anderer oͤffent⸗ lichen oder Gemeinds-Anlagen. Geſezbuch. M 178 11. B. 1V. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. Alles, was dieſe Gattung von Dienſtbarkeit betrifft, wird durch eigene Geſeze oder Verordnungen beſtimmt. 651. Das Geſez legt ferner den Eigenthuͤmern gegen einander verſchiedene Verbindlichkeiten auf, ohne ſie auf einen beſondern Vertrag zu gruͤnden. 652. Einen Theil dieſer Verbindlichkeiten beſtimmen die Geſeze der Feld⸗Polizey; Ein anderer,(der hier in Betracht kommt,) bezieht ſich auf Scheid-Mauern und Scheid-Graͤben, auf den Fall wo Gegen-Anlagen ſtatt finden, auf die Ausſicht uͤber den Grund des Nach⸗ bars, auf die Dachtraufe, und auf das Recht des Durchgangs oder der Durchfahrt. Er ſter Abſchnitt. Von Scheid⸗Mauern und Scheid⸗Graͤben. 653. Jede Scheid⸗Wand zweyer Gebaͤude bis zum Firſt, jede Scheid-Mauer zwiſchen Hoͤfen, Gaͤrten, oder geſchloſſenen Aeckern, wird fuͤr gemeinſchaftlich an⸗ geſehen, in ſofern weder ein ſchriftlicher Beweis noch ein ſinnliches Merkmahl des Gegentheils vorhanden iſt. 654. Ein ſolches Merkmahl iſt vorhanden a. Wenn die Spize der Mauer auf einer Seite gerade und ſenkrecht mit ihrer Auſſenſeite fortlauft, und auf der andern eine abhaͤngige Flaͤche bildet; b. Wenn nur auf einer Seite eine ſchraͤge Decke (eine Mauerkappe)oder Stein⸗Leiſten und her⸗ vorragende Kragſteine vorhanden ſind, die bey öööö1ö—s 3 * 8 * ööͤͤͤſͤſſſſ“ 1II. B. 1V. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. 279 Erbauung der Mauer dort angebracht worden ſind; In jedem dieſer Faͤlle tritt die Vermuthung ein, daß die Mauer ausſchließlich demjenigen als Eigenthum zugehoͤre, auf deſſen Seite ſich der Abſchuß, die Kragſteine, oder Stein⸗Lei⸗ ſten befinden. 4 655. Die Unterhaltung und Wieder⸗Erbauung einer gemeinſchaftlichen Mauer liegt allen ob, welche ein Recht an ihr haben, und einem jeden von ihnen nach Verhaͤlt⸗ niß ſeines Rechts. 1 656. Indeß kann jeder Mit⸗Eigenthuͤmer einer ge⸗ meinſchaftlichen Mauer, welche kein ihm zugehoͤriges Ge⸗ baͤude ſtuͤzt, ſich von dem Beytrag zum Unterhalt und zur Wieder-Erbauung durch Verzichtung ſeines Rechts an der Gemeinſchaft losmachen. 657. Jeder Mit⸗Eigenthuͤmer darf an eine gemein⸗ ſchaftliche Mauer anbauen, und jede Art Balken auf die ganze Dicke der Mauer legen laſſen, bis auf zwey Zoll vom Rand des Nachbars. Dem Nachbar bleibt jedoch das Recht, die Balken bis zur Haͤlfte der Mauer⸗Dicke abſtoſſen zu laſſen, ſobald er an eben dieſer Stelle auf ſeiner Seite gleichfalls Balken legen, oder einen Rauch⸗ fang anlehnen will. 6538. Jeder Mit⸗ Eigenthuͤmer darf eine gemein⸗ ſchaftliche Mauer erhoͤhen laſſen, er muß jedoch die Ko— ſten der Erhoͤhung allein tragen, die Mauer uͤber der vorigen gemeinſchaftlichen Hoͤhe allein unterhalten, und M. 2 . 180 11. B. IV. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. und uͤberdieß wegen der Belaſtung, nach Verhaͤltniß der Erhoͤhung und des Werths eine Entſchaͤdigung leiſten, wenn dadurch der Unterhalt der untern Mauer koſtbarer wird, und ſo lange der Andere die Erhoͤhung nicht mit benuzt. 659. Iſt die gemeinſchaftliche Mauer nicht ſtark ge⸗ nug, um die Erhoͤhung zu tragen; ſo muß derjenige, der ſie erhoͤhen will, ſie von Grund aus auf ſeine Ko— ſten wieder aufbauen laſſen, und den Raum zur groͤßern Dicke auf ſeine Seite allein nehmen. 3 660. Der Nachbar, der zur Erhoͤhung der Mauer nichts beygetragen hat, kann das Recht der Gemeinſchaft an der Erhoͤhung dadurch erlangen, daß er die Haͤlfte des Aufwands erſezt, den ſie gekoſtet hat, und den hal— ben Werth des Bodens, der etwa fuͤr den Zuſaz laͤngſt der Mauer hergegeben wurde. 661. Jeder Anſtoͤſſer einer fremden Mauer gewinnt am Ganzen oder an einem Theil derſelben Gemeinſchaft, ſo bald er dem Eigenthuͤmer der Mauer den halben Werth des Ganzen oder desjenigen Theils, den er ge⸗ meinſchaftlich machen will, und des Bodens, worauf die Mauer oder deren in Frage ſtehender Theil gebaut iſt, erſezt. I 1 668. Kein Nachbar kann in eine gemeinſchaftliche Mauer einbrechen, noch irgend ein Werk daran anleh⸗ nen, oder darauf ſtuͤzen, ohne Bewilligung des Andern, oder Erkenntniß der Sachverſtaͤndigen, daß das neue 3 ent ehe Il. B. 1V. Th. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. 18² Werk an ſich oder unter den von ihnen vorgeſchriebe⸗ nen Vorſichten den Rechten des Andern nicht ſchade. 663. In Staͤdten und Vorſtaͤdten kann jeder ſeinen Nachbar anhalten, daß er zur Erbauung und Unterhal⸗ tung der Scheidewand ihrer daſigen Haͤuſer und Gaͤrten beytrage. Die Hoͤhe der Scheidewand wird nach Orts⸗Verord⸗ nungen oder Gebraͤuchen beſtimmt; wo es an ſichern Gebraͤuchen und Verordnungen fehlt; ſoll jede Scheide— Wand unter Nachbarn, die in Zukunft erbaut oder wie⸗ der hergeſtellt werden mag mit Inbegriff der Mauer⸗ Kappe acht Fuzs hoch ſeyn. 664. Wenn die verſchiedenen Stockwerke eines Hau⸗ ſes verſchiedenen Eigenthuͤmern zugehoͤren, und die Ur⸗ kunden uͤber das Eigenthum nicht beſtimmen, wie es in Abſicht auf die Ausbeſſerungen und das Wieder⸗Aufbauen gehalten werden ſoll; ſo ſind dabey folgende Grundſaͤze zu beobachten: Die Koſten der Hauptmauern und des Dachs ſammt ſeinen Fußboͤden und dem Theil der Kamine, der durch das Dach lauft, auch der Treppe vom oberſten Stock in das Dach, fallen auf alle Eigenthuͤmer nach Verhaͤltniß des Werths des Stockwerks, das jedem zugehoͤrt. Der Eigenthuͤmer eines jeden Stockwerks macht den Fußboden, worauf er geht, ſammt ſeiner obern Beklei⸗ dung, und die Decke oder untere Verleidang des Fußbo⸗ dens eines hoͤhern Stocks Der Eigenthuͤmer des zweyten Stocks macht die Treppe, welche dahin fuͤhrt; 1— 11' ———— 182 1I. B. IV. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. Der Eigenthuͤmer des dritten Stocks macht, von dem zweyten anzurechnen, die Treppe, die zu ihm fuͤhrt, und ſo weiter. 665. Werden gemeinſchaftliche Mauern oder Haͤuſer wieder aufgebauet, ehe deren Dienſtbarkeits⸗Verhaͤltniſſe verjaͤhrt ſind, ſo leben dieſe wieder auf. Sie duͤrfen aber nicht laͤſtiger gemacht werden. 666. Alle Graͤben zwiſchen zwey Grundſtuͤcken wer— den fuͤr gemeinſchaftlich geachtet, in ſofern weder ſchrift⸗ liche Beweiſe noch Merkmabir des Gegentheils vorhanden ſind. 667. Ein Merkmahl, daß der Graben nicht gemein⸗ ſchaftlich ſey, iſt es, wenn der Rain oder der Aufwurf der Erde ſich nur auf einer Seite des Grabens befindet⸗ 668. Der Graben wird alsdann demjenigen anzuge⸗ hoͤren vermuthet, auf deſſen Seite ſich der Aufwurf be— findet. 669. Ein gemeinſchaftlicher Graben innd auf ge⸗ meinſame Koſten unterhalten werden. 670. Jede Scheid⸗Hecke zwiſchen Grundſtuͤcken wird fuͤr gemeinſchaftlich angeſehen, wenn nicht eine Urkunde oder ein hinlaͤnglicher Beſizſtand fuͤr das Gegentheil ſpricht, oder nur Eines der Grundſtüͤcke allein geſchloſ⸗ ſeu iſt. 671. Hochſtaͤmmige Baͤume mag der Eigenthuͤmer nur in jener Entfernung von der Graͤnze pflanzen, wel⸗ che durch beſondere Verordnungen oder unbeſtrittenen itie ru tane Gebra qzent II. B. V. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. 185 Gebrauch feſtgeſtellt iſt; wo dieſe fehlen, ſollen hoch- ſtaͤmmige Baͤume ſechs Schuh, andere Baͤume und leben⸗ dige Hecken hingegen anderthalb Schuh davon entfernt ſeyn. 672. Der Nachbar hat das Recht, zu fordern, daß Baͤume und Hecken, welche naͤher an ſeiner Scheide ſtehen, weggeſchafft werden. Derjenige, uͤber deſſen Grund und Boden die Aeſte der Baͤume ſeines Nachbars hinuͤberragen, kann Leztern anhalten, daß er dieſe Aeſte abſchneide. Wurzeln, die auf ſeinem Boden fortlaufen, darf er dort ſelbſt abſtoſſen. 675. Baͤume in einer gemeinſchaftlichen Hecke ſind gleich ihr gemeinſchaftlich; aber jeder von beyden Eigen⸗ thuͤmern kann fordern, daß ſie gefaͤllt werden. Zweyter Abſchnitt. Von der Entfernung und den Zwiſchenmau⸗ ern bey gewiſſen Bauanlagen. 674. Wer einen Brunnen oder das Senkloch eines Abtritts neben einer gemeinſchaftlichen oder nicht gemein⸗ ſchaftlichen Mauer graben laͤßt; 1 Wer daran Rauchfaͤnge, Feuerherde, Hammerwerke, Backoͤfen oder Oefen errichtet; Einen Viehſtall daran lehnt; Ingleichem wer einen Salzvorrath oder einen Haufen aͤzender Waaren daran legen will; N 18 II. B. IV. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. Der iſt verbunden, jene Zwiſchenraͤume zu laſſen, welche durch beſondere Verordnungen und Gebraͤuche feſtgeſtellt ſind, oder diejenigen Werke zu machen, welche gemaͤß eben ſolcher Verordnungen und Gebraͤuche oder nach An⸗ gabe der Kunſtverſtaͤndigen ndeig ſind, um dem Nachban nicht zu ſchaden. Dritter Abſchnitt. Von der Ausſicht auf Nachbars Gut. 675. Ein Nachbar darf ohne Bewilligung des Andern in einer gemeinſchaftlichen Mauer weder offene noch ge⸗ ſchloſſene Fenſter, noch ſonſtige Oefnungen anbringen. 676. In ſeiner eigenen Mauer, wenn ſie auch un⸗ mittelbar an das Grundſtuͤck eines Andern graͤnzt, darf Jeder, um ſich Licht zu verſchaffen, geſchloſſene und ver⸗ gitterte Fenſter anlegen. Dieſes Fenſtergitter muß von Eiſen ſeyn, deſſen Staͤbe duͤrfen hoͤchſtens drey Zoll und einen halben von einander entfernt ſeyn; es darf nicht geoͤffnet werden koͤnnen. 677. Eben dieſe Lichtfenſter duͤrfen bey Zimmern auf ebener Erde acht Fuß, bey andern ſechs Fuß uͤber dem Zimmerboden erſt anfangen. I 6/8. Man darf nach dem Grundſtuͤck ſeines Nach⸗ barn hin, es ſey geſchloſſen oder nicht, keiner Ausſicht in gerader Richtung, keines Fenſters, das dazu dient, we⸗ der Altanen noch offene Erker ſich anmaßen, wenn die Mauer, in oder auf welcher man ſie anbringt, von dem beſagten Grundſtuͤck nicht ſechs Fuß entfernt iſt. 6 e e besoet II. B. V. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. 185 679. Auch darf man dahin keine Ausſicht von der Seite oder in ſchraͤger Richtung anlegen, wo die Entfer⸗ nung nicht wenigſtens zwey Fuß betraͤgt. 680. Die vorerwaͤhnten Entfernungen werden von der aͤuſſern Seite der Mauer, worinn die Oefnung ange⸗ bracht wird, und wenn von Altanen oder Erkern die Rede iſt, von ihrem aͤuſſerſten Vorſprung bis zur Graͤnzlinie, wo das beyderſeitige Eigenthum ſich ſcheidet, gerechnet. 630 a. Allmend iſt nicht Nachbargut, hindert alſo die Anlage der Ausſichtsfenſter nicht; vielmehr wo in der Folge durch Veräuſſe⸗ rung in lebende Hand das Allmendgut zu Nachbargut wird, muß Jenem, der darauf Ausſichtsfenſter hatte, dieſes Fenſierrecht unge⸗ ſperrt bleiben, und von dem neuen Nachbar bey ſeinen Anlagen die im Saz 678 beſchriebene Entfernung beobachtet werden. 3 Vierter Abſchnitt. Von der Dach.⸗Traufe. 681. Jeder Eigenthuͤmer ſoll ſeine Daͤcher ſo ein⸗ richten, daß das Regenwaſſer auf ſeinem eigenen Grund und Boden oder auf die oͤffentliche Straße abfließt; er darf es auf den Boden ſeines Nachbarn nicht leiten, ohne daß dafuͤr eine Dienſtbarkeit rechtmaͤßig beſtehe. Fuͤnfter Abſchnitt. Von der Durchfahrts⸗Gerechtigkeit. 682. Der Eigenthuͤmer, deſſen Grundſtuͤck durchaus mittelſt anderer von der gemeinen Straße abgeſchnitten iſt, darf zur Benuzung ſeines Felds einen Weg uͤber die 286 fI. B. V. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. Grundſtuͤcke ſeiner Nachbarn fordern, wofuͤr er ihnen Schadens⸗Erſaz leiſten muß. 685. Die Durchfahrt muß, der Regel nach, auf der Seite genommen werden, welche von dem eingeſchloſſe⸗ nen Grundſtuͤck am kuͤrzeſten zur oͤffentlichen Straße fuͤhrt. 684. Sie wird jedoch uͤber den Theil angewieſen, wo ſie dem uͤberfahrnen Grundſtuͤck am unſchaͤdlichſten iſt. 685. Die Klage auf Entſchaͤdigung, welche fuͤr den im 682. Artikel angeführten Fall eintritt, iſt der Verjaͤh⸗ rung unterworfen; der Weg aber darf deswegen nicht verſperrt werden, weil die Klage auf Entſchaͤdigung er⸗ loſchen iſt. Drittes Kapitel. Von den Dienſtbarkeiten, welche durch Handlungen der Menſchen er⸗ worben werden. Erſter Abſchnitt. Von den verſchiedenen Gattungen der liegen⸗ ſchaftlichen Dienſtbarkeiten. 686. Ein Eigenthuͤmer darf ſein Eigenthum mit je⸗ der Dienſtbarkeit belaſten, oder ihm jede Grundgerechtigkeit erwerben; nur muͤſſen dergleichen Dienſtbarkeiten nicht der Perſon, ſondern der Liegenſchaft auferlegt, nicht der Perſon, ſondern der Liegenſchaft zu gut beſtellt ſeyn, und nichts bewirken, was der öffentlichen Ordnung zu⸗ wider ſey. II. B. IV. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. 187 Gebrauch und Umfang ſolcher Dienſtbarkeiten richtet ſich nach dem Titel, der ſie gibt, und wo es an einem Titel gebricht, nach folgenden Grundſaͤzen: 687. Dienſtbarkeiten gereichen entweder zum Vor⸗ theil eines Gebaͤudes, oder eines Feldguts. Dienſtbarkeiten der erſten Art heiſſen Baudienſt⸗ barkeiten, es moͤgen die hiezu berechtigten Gebaͤude in einer Stadt oder auf dem Land gelegen ſeyn. Jene der zweyten Art heiſſen Felddienſtbar⸗ leiten. 688. Die Dienſtbarkeiten ſind entweder ſelbſtſtaͤndig oder unſtaͤndig. Selbſtſtaͤndig ſind diejenigen, deren Gebrauch ohne Zuthun eines Menſchen fortgehet; dergleichen ſind: Waſſerleitungen, Dachtraufen, Ausſichten und andere Gerechtigkeiten aͤhnlicher Art. Unſtaͤndige Dienſtbarkeiten ſind diejenigen, die zu jeder Ausuͤbung der Beywirkung eines Menſchen beduͤr⸗ fen; als: Weggerechtigkeiten, Waſſerſchoͤpf-Gerechtig— keiten, Huthgerechtigkeiten und andere aͤhnliche. 689. Die Dienſtbarkeiten ſind offen oder verborgen. Offen ſind ſie, wenn ſie ſich durch aͤuſſere Anlagen, zum Beyſpiel durch eine Thuͤr, ein Fenſter, eine Waſſer⸗ leitung ankuͤndigen. Verborgen ſind diejenigen, deren Daſeyn durch kein aͤuſſeres Merkmahl ins Auge faͤllt, wie z. B. die Pflicht, auf einem Grundſtuͤck kein Gebaͤude anzulegen, oder nicht uͤber eine beſtimmte Hoͤhe zu bauen. 288 n. B. IV. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. 1 Zweyter Abſchnitt. Wie Dienſtbarkeiten erworben werden. 690. Offene und zugleich ſelbſtſtaͤndige Dienſtbar⸗ keiten erwirbt man durch Verguͤnſtigung oder durch drey⸗ ßigjaͤhrigen Beſiz. 691. Verborgene, jedoch ſelbſtſtaͤndige Dienſtbarkei⸗ ten, ſo wie unſtaͤndige Dienſtbarkeiten, ſie ſeyen offen, oder verborgen, erwirbt man allein durch Verguͤnſtigung. Sie zu erwerben iſt ſelbſt ein unfuͤrdenklicher Beſiz nicht hinreichend; in Gegenden, wo ſie jedoch vorhin auf ſolche Weiſe erworben wurden, dauern ſie fort, ſo⸗ bald ſie ſchon durch verjaͤhrten Beſiz bey Verkuͤndung dieſes Geſezbuchs erworben ſind. 692. In Hin ſicht der ſelbſtſtaͤndigen offenen Dienſt⸗ barkeiten gilt die Widmung, welche der Eigenthuͤmer ſeiner Sache gibt, fuͤr einen Titel. 695. Nur alsdann darf man annehmen, daß eine Widmung des Eigenthuͤmers eingetreten ſeye, wenn erwieſen iſt, daß zwey abgetheilte Grundſtuͤcke vormals nur einen Eigenthuͤmer hatten, und daß durch dieſen die Sachen in jenen Zuſtand verſezt worden ſind, welcher Merkmahl der Dienſtbarkeit iſt. 694. Wo auf zweyen Grundſtuͤcken ein und deſſel⸗ ben Eigenthuͤmers ſich ein ſichtbares Merkmahl einer Dienſtbarkeit befindet, und nun Eines derſelben veraͤuſſert wird, ohne daß der Vertrag eine Uebereinkunft uͤber dieſe Dienſtbarkeit enthaͤlt; da beſteht ſie auf dem veraͤuſſerten Grundſtuͤck, ſie moͤgen ihm zu Laſt oder zu Nuz ſeyn. ö finti tfin ͤpe ia df feunin tt, ſo⸗ edun duſ⸗ erne ij tun tunn cnul gad rihe — 6 69. NWung zu dr d erkenatn mer di 4 dung alt b a de b i venie — — 8 II. B. IV. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. 289 695. Bey Dienſtbarkeiten, die nicht durch Verjaͤh⸗ rung zu erwerben ſind, iſt der Mangel des urſpruͤnglichen Titels durch nichts anderes zu erſezen, als durch ein An⸗ erkenntniß der Dienſtbarkeit, welches von dem Eigenthuͤ⸗ mer des belaſteten Grundſtuͤcks herruͤhrt. 696. Wer eine Dienſtbarkeit bewilligt, geſtattet da⸗ durch alles, was erforderlich iſt, um ſie auszuuͤben. So hat die Dienſtbarkeit an einem fremden Brunnen Waſſer zu ſchoͤpfen, das Recht uͤber deſſen Boden zu gehen, noth⸗ wendig zur Folge. Dritter Abſchnitt. Von den Rechten des Eigenthuͤmers einer Dienſt⸗Gerechtigkeit. 697. Der Herr einer Dienſt⸗Gerechtigkeit hat zu⸗ gleich das Recht, alle Anlagen, die fuͤr deren Benuzung und Erhaltung noͤthig ſind, zu machen. 698. Sie geſchehen auf deſſen Koſten, nicht auf Koſten des belaſteten Grundſtuͤcks, wo die Rechts⸗Urkunde der Dienſtbarkeit nicht ein Anderes beſtimmt. 699. Selbſt in dem Fall, wo dieſe Urkunde dem Ei⸗ genthuͤmer des belaſteten Grundſtuͤcks die Verbindlichkeit auflegt, die zum Gebrauch oder zur Erhaltung der Dienſt⸗ barkeit erforderlichen Anlagen auf ſeine Koſten zu machen, kann ſolcher noch immer ſich dieſer Verbindlichkeit dadurch entledigen, daß er das belaſtete Grundſtuͤck dem Herrn der Dienſtbarkeit fuͤr eigen heimweiſet. 190 II. B. WV. T. Von Grund„Dienſtbarkeiten. 700. Wird das Grundſtuͤck, dem ein Anderes dient, getheilt; ſo haͤngt die Dienſt⸗Gerechtigkeit zwar noch immer jedem abgeſonderten Theil an, und gebuͤhrt ihm wie zuvor; der Zuſtand des belaſteten Grundſtuͤcks darf indeſſen hiedurch nicht erſchwert werden. Wenn, zum Beyſpiel von der Weggerechtigkeit die Rede iſt; ſo ſind alle Wegberechtigten verbunden, bey der Ausuͤbung einen und den nemlichen Weg einzuhalten. 701. Der Eigenthuͤmer eines belaſteten Grundſtuͤcks darf nichts unternehmen, was den Gebrauch der Dienſt⸗ barkeit ſchmaͤlern oder unbequemer machen wuͤrde. Er darf alſo den Orts⸗Zuſtand nicht weſentlich veraͤndern, noch die Ausuͤbung der Dienſtbarkeit auf eine andere Stelle legen, als worauf ſie urſpruͤnglich ange⸗ wieſen ward. Waͤre inzwiſchen dieſe urſpruͤngliche Anweiſung dem Eigenthuͤmer des belaſteten Grundſtuͤcks wegen neuerer Verhaͤltniſſe beſchwerlicher geworden, oder hinderte ſie ihn etwa, nuͤzliche Verbeſſerungen dort vorzunehmen; ſo darf er dem Eigenthuͤmer des andern Grundſtuͤcks einen zur Ausuͤbung ſeiner Rechte gleich bequemen Plaz an⸗ weiſen, und dieſer ihn nicht ausſchlagen. 7⁰2. umgekehrt kann derjenige, der zu einer Dienſt⸗ barkeit berechtigt iſt, ſie nur nach Inhalt ſeiner Rechts⸗ Urkunde ausuͤben, und darf weder auf dem Grundſtuͤck, das mit der Dienſtbarkeit belaſtet iſt, noch auf demjenigen— dem die Gerechtigkeit zuſteht, eine Veraͤnderung vorneh⸗ men, welche den Zuſtand des Erſtern erſchweren wuͤrde. in ina an h de 4e e — 4..li 4 12 Variuf dr D diclic n ige Rit harkei 11. B. IV. T. Von Grund⸗Dienſtbarkeiten. 192 Vierter Abſchnitt. Wie Dienſtbarkeiten erloͤſchen. 703. Dienſtbarkeiten erloͤſchen, wenn man wegen veraͤndertem Stand der Dinge ſie weiter nicht ausuͤben kann. 7⁰4. Sie leben wieder auf, wenn die Sachen in den Zuſtand zuruͤck kommen, wo man ſie ausuͤben kann, ehe die Zeit ihrer Erloͤſchung abgelaufen iſt. 705. Jede Dienſtbarkeit iſt erloſchen, ſo bald das hiezu berechtigte und das damit belaſtete Grundſtuͤck an den nemlichen Eigenthuͤmer kommen. Die offenen leben jedoch wieder auf, ſobald eine Veraͤuſſerung geſchieht, ohne daß das bleibende Merkmahl der Dienſtbarkeit weggeſchafft, noch das Gegentheil aus⸗ druͤcklich bedungen wird. 7⁰6. Eine Dienſtbarkeit wird durch einen dreyßigjaͤh⸗ rigen Nichtgebrauch verſeſſen. 7⁰7. Nach den verſchiedenen Gattungen der Dienſt⸗ barkeiten haben jene dreyßig Jahre einen verſchiedenen An⸗ fang: von dem Tag, wo man aufgehoͤrt hat, ſie zu benu⸗ zen, werden die unſtaͤndigen Dienſtbarkeiten verſeſſen; von dem Tag, wo eine mit der Dienſtbarkeit im Widerſpruch ſtehende Handlung vorgenommen worden iſt, ſind die ſelbſtſtaͤndigen Dienſtbarkeiten in ſolchem Fall. 7⁰38. Auch die Art, wie eine Dienſtbarkeit ausgeuͤbt wird, kann eben ſo durch Verjaͤhrung verändert werden. 1292 1I. B. V. T. Von Erb⸗Dienſtbarkeiten. 7⁰9. Wo eine Dienſtgerechtigkeit zu einem Grundſtuͤck gehoͤrt, das mehreren in unzertheilter Gemeinſchaft zu— ſteht, da hindert die Ausuͤbung des Einen die Verjaͤhrung auch zum Vortheil aller uͤbrigen Miteigenthuͤmer. 710. Iſt Einer unter den Miteigenthuͤmern, wider den die Verjaͤhrung nicht laufen konnte, zum Beyſpiel ein Minderjaͤhriger, ſo werden durch ihn auch die Rechte der uͤbrigen erhalten. * Fuͤnfter Titel. Von Erb⸗Dienſtbarkeiten. 710 a. Erbdienſtbarkeiten ſind ſolche Laſten einer Liegenſchaft, welche weder zum Vortheil einer beſtimmten Perſon, noch zum Vor⸗ theil einer beſtimmten Liegenſchaft oder ihres Beſizers, ſondern zum Vortheil jedes getreuen Rechts⸗Inhabers beſtehen. Nur das Geſez kann dergleichen Laſten erſchaffen. 710 b. Das Geſez gibt und erkennt keine andere als Zehenden, Gülten und Zinſen. * Erſtes Kapitel. VBom zZehenden. 710 aa. Jedes Grundſtück das urbar iſt, oder urbar wird, bringt auf ſeinen Inhaber die Schuldigkeit einen beſtimmten Theil ſeiner Früchte zurückzulaſſen, wenn es nicht in einer zehendfreyen Gemar⸗ kung liegt, oder eine ihm beſonders erworbene Freyheit geltend machen kann. Der zurückzulaſſende Theil heißt der Zehenden; das Recht, ihn für ſich zu beziehen, die Zehendherrſchaft; und die Summe der rechtlichen Beſtimmungen über den Balu und die Laſien deſſel⸗ ben, das Zehendrecht. 710 a b. Eine 1n, n iſti⸗ an N ait hwr N Kä den in . de E z dyjn u 14 . * 4 2 * / * ——————— n t zib mäht 3 gekend m 8 audg S d” b 71 tur 3 drang kworben voh aldan 7o5 in Darle 6 A 8 Genark emart 710 Ktung dadan frührrr demach uun dn Fenen ün Giſ o II. B. v. T. Von Erb⸗Dienſtbarkeiten. 193 710 a b. Eine Gemarkung, ingleichem jeder eigens ausgegrenz⸗ ee Feldbezirk iſt alsdann zehendfrey, wenn darinn ſeit dreyßig oder t 4 6. mehr Jahren Niemand auf das angebaute Land eine Zehend⸗Anſprache geltend gemacht hat; noch mehr diejenigen, welche ein von der Rechtsbehörde ausgefloſſener oder durch Erſizung beſtärkter Freyſpre⸗ chungsbrief ſchüzt. 710 ac. Wo in einer Gemarkung zwar, jedoch nur in beſon⸗ dern ausgegrenzten Bezirken Zehenden erhoben wird, da ſchadet dieſes der Zehendfreyheit der Gemarkung nicht. 70 ad. Ein einzelnes Grundſtück in einer zehendbaren Lage iſt nur zehendfrey, wenn und ſo lang es einen gültigen oder durch Erſizung rechtskräftig gewordenen Freyheitstitel für ſich hat. * Erſter Abſchnitt. Von der Zehend⸗ Heerſchaft. gno ba. Der Zehenden, zu welchem ein Anderer nicht ein erworbenes Eigenthum nachweiſet, gehört dem Ortsherrn, er falle von altbaubarem oder von neuumgebrochenem Feld. 710 b b. Wer ein Recht zum alten Zebenden hat, kann es ohne Darlegung eines ausdrücklich darauf ſprechenden Rechtstitels auf Neubrüche nicht ausdehnen. Eine ſolche Ausdehnung ſteht kraft Geſezes dem Orkspfarrer der Gemarkung bey dem kleinen Zehenden zu, wenn er dieſen auf der Gemarkung hat. . 70 be. Neubruch iſt alles Land inner⸗ oder auſſerhalb einer Ge⸗ markung, welches aus einem ein Menſchenalter durch angedauerten Unbau zum zehendbaren Anbau gebracht wird, ſo lang nicht ein früherer Anbau deſſelben bewieſen, und ſofern nicht ſeine zezige Ur⸗ barmachung gegen Ueberlaſſung eines altzehendbaren Strich Landes zum Unbau gef ſchieht, wo lezternfalls deſſen Zehend⸗Schuldigkeit auf jenen übergeht. Geſezbuch. N 294 m.. B. V. T. Von Erb⸗Dienſtbarkeiten. 710 b d. Der Beweis des frühern zehendbaren Anbaues kann nicht durch Ackerfurchen, und dergleichen unſichere Spuren geführs werden, ſondern lediglich durch Weisthümer und öffentliche Urkunden welche den früheren Anbau bezeugen, oder durch die Lage in einem mit eigenen Zehend⸗Grenzzeichen umgebenen Bezirk, oder durch die Ausſage beglaubter Zeugen, daß ſie von ihren Eltern und Vor⸗ Eltern vor dreyßig und mehr Jahren gehört haben, wie zu ihrer Zeit das befragte Land als Baufeld benuzt worden ſey, wann ſie einem unbollkommenen Urkunden⸗Beweis zur Unterſtüzung dienen. n10 be. Wer ein Recht zum Markungs⸗Zehenden hat, darf es auf jedes unausgeſonderte Stück der Markung ohne weitern Erwerbtitel ausüben; er kann es aber ohne dieſen in abgeſteinte Zehendbezirke auf kein Stück und auf keine Fruchtgattung ausdehnen. z10 bf. Wer in einer Markung oder in einem beſondern Ze⸗ hendbezirk, welche vermög allgemein ſprechender Rechtstitel frey ſind, irgend eine Gattung des Zehendrechts augiilen will, muß ihre Zuſtändigkeit beſonders darthun. zio b g. Anſchwemmungen fallen unter diejenige Zehendherr⸗ ſchaft und unter dasjenige Zehendrecht, welchem das Haupt⸗Grund⸗ ſtück unterliegt. * Zweyter Abſchnitt. Von dem Zehend⸗Bezug. 710 ca. Der Zehendbezug erhält ſeine Beſtimmung in jeder Ortsgemarkung durch Verträge und Herkommen, wo dieſe aber nicht Maas geben, durch nachfolgende Regeln: „10. cb. Jede Frucht des urbaren Bodens, ſie ſey natürlich oder erzogen, klein oder groß, Baumfrucht oder Bodenfrucht erſte oder zweyte im Jahr, iſt im Zweifel zehendbar. 710. cc. Das Gewächs der Hausgärten, die erzeugniße der KThiere, der Erwachs der Wälder iſt im Zweifels⸗ Fall für nicht zehendbar zu achten. üri KeEnnd dich9 b 6 9 ſey nauu fath, I fruct, N nzeugi ueg ——————— e: — uI. B. V. T. Von Erb⸗Dienſtbarkeitetn. 195 710. cd. An natürliche Früchte unter dem Boden, als Me⸗ talle, Steine, Trüſſel, hat der Zehendherr keine Anſprache. 710. ce. Wo der Zehenden in einer Gemarkung in den Groſ⸗ ſen und Kleinen getheilt wird, und hiernach eine verſchiedene Ze⸗ hend⸗Herrſchaft hat, da kann die Haupttheilungs⸗Norm auf Frucht⸗ Gattungen oder auf Feld⸗Fluren behuhen⸗ je nach dem Ortsge⸗ brauch. 710. cf. Wo die Zehend⸗Herrſchaft nach Fruchtgaktungen ge⸗ theilt iſt, und in einem einzelnen Fall zweifelhaft wird, wohin eine in der Gegend ſchon längſt gebaute Gattung zu vechnen ſey; da iſt ſie demjenigen, der in der Gegend einförmig ſie bezieht, zuzuwei⸗ ſen: wo aber kein einförmiger Bezug vorliegt, da iſt diejeni ige Frucht, welche ihrer Natur nach für den Handel ins Große tauglich iſt, zum großen Zehenden, jene aber, welche blos zum Gebrauch der Mar⸗ kungs⸗Eigenthümer oder zur Verſorgung nahgelegener Städte, mit⸗ hin nur zum Selbſtgebrauch und Wochenmarkt⸗ Handel wegen der Verderblichkeit ihres Stoffs oder der Unbeholfenheit ihrer Maſſe geeignet iſt, zum kleinen Zehenden zu rechnen. 710. eg. Leztere Regel iſt auch auf neue Zehend⸗ Gattungen anzuwenden, wenn ſie nicht beſtimmt ſtatt einer andern Frucht⸗Gat⸗ tung, in Gebrauch kommen, welche verhältnißmäßig durch ſie auſſer Uebung kommt, als in welch lezterem Fall ſie im Zehenden dieſe zu vertreten haben. 710. ch. Iſt nach Feldfluren(Zelgen) die Zehendherrſchaft getheilt, ſo ſoll da, wo nach zwey Fluren gebaut wird, alle Frucht des Winterfelds dem großen Zehendherrn, alle Frucht des Sommer⸗ felds dem kleinen Zehendherrn gehören. Wird nach drey Fluren ge⸗ baut, mithin die Brachflur auch benuzt; ſo gehört der Zehenden von den Früchten der Winterflur ganz dem großen, jener der Brach⸗ flur, ſoweit er nicht zehendfrey iſt, ganz dem kleinen Zehenden, und jener der Sommerflur iſt zwiſchen beiden nach Fruchtgattungen theil⸗ N 2 196 uI. B. V. T. Von Erb⸗Dienſtbarkeiten. bar, wo nicht beede lezte Fluren etwa nach Fruchtgattungen getheilt worden ſind. Früchte, welche durch mehrjährigen Anbau erſt gewonnen wer⸗ den, ſind nach Verhältniß der Fluren, welche ſie einnehmen, zwi⸗ ſchen den verſchiedenen Zehendherrn zu theilen. 710. ci. Wein und Heu fallen in den groſſen; Obſt und Oehmd, ſo wie der Blutzehenden, und der Garten oder Etter⸗Ze⸗ henden in den kleinen Zehenden. 710. ek. Wo nicht nach Zehendgattungen ſondern nach Flu⸗ ren verzehendet, und ein Acker in Weinberg verwandelt, oder aus flurbaren in unflurbaren Bau verſezt wird, oder umgekehrt; da nimmt jeden Jahrs vertretungsweiſe derjenige den Zehenden, dem er bey Fortdauer der vorigen Bauart gehört haben würde. 71o. cl. Sind in einer Gemarkung zehendbare und zehend⸗ freye Gattungen in Uebung, ohne daß jedoch der Boden zehendfrey iſt, ſo werden alle neu aufkommende Gattungen, die nicht lediglich eine in Abgang kommende zehendfreye vertreten, zehendbar, ſoviel Aehnlichkeit ſie übrigens mit andern zehendfreyen haben mögen. Würde eine ſolche neue Fruchtgattung auſſer jener Vertretung einer zehendfreyen Gattung auch noch zu weiteren namhaften Zwecken dienen, wozu vorhin andere zehendbare Gattungen gedient haben; ſo wird ſie jedoch nur in einer verhältnißmäßig geminderten Maaſe zes hendbar. 710. cm. Die gewöhnliche Maaſe des Zehendens beſteht in dem zehenden Theil der Erzeugniße. po. c. n. Die Früchte müßen von dem Eigenthümer des Bo⸗ dens mit den Seinigen geerndtet, aber das Zehendtheil abgeſondert von dem übrigen auf dem Grundſtück zurückgelaſſen, oder ausgezehn⸗ det werden. Es kann jedoch bedungen oder hergebracht ſeyn, daß die Aus⸗ zehndung erſt an der Einfahrt ins Ort, oder in der Scheuer und Kelter, oder gar erſt aus den gedroſchonen oder gekelterten Früchten 9ʃ4 in gthl ennn in mun, g. oſf u) dge — nd u nchn g rt, h n, hu ed turdim R lüſh hul da. Krtetnj drim ga bad büt u öie nir unn ͤͤͤͤdͤſſſſ In. B. V. T. Von Erb⸗Dienſtbarkeiten. ꝛ9r ſchehe. Dergleichen Pforten⸗Scheuer⸗ und Kelter⸗ auch Sack⸗ und Faß⸗Zehenden kann nicht neu eingeführt werden. 710. co. Die ausgezehendeten Früchte muß der Zehendherr auf ſeine Koſten und Gefahr einheimſen. Es kann, wo es jezt ſchon Rechtens iſt, der Zehenden fahrend ſeyn, ſo, daß ihn der Zehendpflichtige dem Zehendherrn heimführen muß. Eine Uebernahme der Gefahr auf den Zehendpflichtigen, wo ſie nicht aus geſezwidrigem Verzug von ſelbſt fließt, ſie mag geſche⸗ hen ſeyn, oder künftig erſt geſchehen, iſt nichtig. 710. cp. Der Zehendherr kann auf die zehendbare Güter zur Zeit der Erndte Aufſeher und Arbeiter ſenden, damit ordentlich aus⸗ gezehndet, und von ſolchen der Zehenden in Empfang genommen werde. 4 710. cqd. Wo im Verzehenden auf dem Feld bey einem Gut unter zehn Garben, Schober u. ſ. w. übrig bleiben, da hat der Zehendherr kein Recht zum Fortzählen, wenn gleich der Beſizer des zehendbaren Guts in dem nemlichen Zehend⸗Bezirk noch andre Gü⸗ ter mit dem nemlichen oder einem ähnlichen Erzeugniß hat: ſondern was unter Zehn übrig bleibt, davon iſt das Halbe zu geben, wenn es fünf oder mehr Garben ſind, andernfalls Nichts. 710. cr. Das Fortzählen von einem Jahr zum andern findet auch nirgends ſtatt, als bey dem Blutzehenden. 710. es. Wo durch rechtsverzährte Zeit gleichförmig eine Ab⸗ gabe in Geld oder Früchten, ſey es nun in derßleichen Fruchtgattun⸗ gen oder wechſelnd nach der Anblümungsart des Jahrs(in Land⸗ achtsweiſe) gegeben worden iſt, da gilt dieſes für eine Zehendgült, wird nach Gültrecht beurtheilt, und läßt einen Rückgriff auf den Zug⸗Zehenden nicht zu, wo ſolcher nicht durch den Entſtehungs⸗Titel jener Verzehndungs⸗Art urkundlich gerechtfertigt werden kann. 710. ct. Der Zehendherr hat kein Recht auf Zehend⸗Vergü⸗ tung, wann der Eigenthümer ſein Feld mit Obrigkeitlicher Nach⸗ 198 II. B. V. T. Von Erb⸗Dienſtbarkeiten. ſicht ungebaut läßt, oder es zu Haus⸗und Hofpaithe benuzt; er ver⸗ liert aber auch dadurch ſein Zehend⸗Recht nicht für den Fall, wo das Feld wieder in zehendbaren Anbau komutt. 710, cu. Jedes Zehendrecht kann zur Beförderung des An⸗ baus eines ſolchen Landes, das in Unbau verfallen iſt, oder ganz neu umgebrochen werden ſoll, auf eine beſtimmte Zeit in Bezug auf jenes Land für ruhend erklärt werden. Die Zeit beſtimmt die Ober⸗ Polizeybehorde nach Verſchiedenheit der Mühe und Wagniß des neuen Anbaues. 710. cv. Wer ſeine Früchte unverzehndet einheimſt, an deſſen ſammtliche in ſokchem Jahr eingeerndete Früchte kann ſich der Ze⸗ hendherr wegen des Erſazes mit gleichem Recht halten, als ob er darauf Pachtſchilling zu fordern hätte; keineswegs aber an das Gut ſelbſt, noch an dritte Beſizer deſſelben. 710. cwW. Wo in einem Streitfall Beſtimmungen des Zehend⸗ bezugs zweydeutig erſcheinen, da iſt die Entſcheidung für die Zehend⸗ Laſt innerhalb obiger allgemeinen Schranken, aber gegen jede Er⸗ ſchwerung derſelben; für den alten Zehenden gegen den Neubruch; und für den groſſen gegen den kleinen zu geben. * Dritter Abſchnitt. Von den Zehend⸗Laſten⸗ 710. da. Kein Zehenden iſt ſchuldig, an den gewöhnlichen Aufla⸗ gen auf das Gut, an den gemeinen Unterhaltungs⸗Koſten deſſelben, und an den Anbau⸗Bewahrungs⸗ und Erndte⸗Koſten der Früchte etwas zu tragen. 710 d b. Jeder muß hingegen an demjenigen auſſerordentlichen Aufwand verhältnißmäßig mitleiden, welcher für Rettung des ze⸗ hendbaren Grund und Bodens vom Untergang z. E. durch Waſſer⸗ bau, oder der Früchten gegen das gänzliche Verderben z. E. durch Abkauf einer Fouragirung, durch Hagelverſicherung u. ſ. w. zu machen iſt. 48 1 he m 1 1 ah d bbe ad git „ Tehnd ir Söbed jd d⸗ luint II. B. V. T. Von Erb⸗Dienſtbarkeiten. 199 910. dc. Der alte Zehenden inneyhalb eines Kirchſpiels hat für die Fälle, wo nicht ein hinreichendes Kirchen⸗Vermögen vorhanden, und nicht eine Baufreyheit beſonders erwieſen iſt, die Laſt des Bey⸗ trags zu Kirchenbau⸗Bedürfnißen auf ſich. Ueber uUmfang und AnwendungsFälle dieſer Laſt entſcheiden beſondere Geſeze. 710. dd. Der Zehenden kann durch Herkommen oder beſondere Rechtstitel die Laſt einer Abgabe zur Pfarrbeſoldung auf ſich haben. Wo dieſes der Fall iſt, da kann jedoch dieſe Laſt nicht erhöhet wer⸗ den, wenn nicht aus den vorigen beſondern Rechtsverhältniſſen eine ihm eigens obgelegene Pflicht, für die Bedürfniſſe der Pfarrbeſol⸗ dung einzutreten, dargelegt werden kann. * Vierter Abſchnitt. Von Erloͤſchung des Zehend⸗Rechts. 710. ea. Das Zehendrecht kann da, wo ein Auswärtiger, deſ⸗ ſen Heimathsſtaat die Zehenden ablöslich erklärt hat, Eigenthümer eines Zehenden iſt, für den Landes oder Ortsherrn oder die Mar⸗ kungs⸗Gemeinde, je nachdem Einer oder der Andere früher von die⸗ ſer Erlaubniß Gebrauch macht, mittelſt Darlegung desjenigen Werths, um welchen in jenem Heimathsſtaat die Abloſung eines gleichen Ze⸗ hendrechts würde ſtatt gefunden haben, eingelöſet werden. 710 eb. Keine perſönliche Eigenſchaft des Gutsbeſizers kann die Zehendpflichtigkeit des Guts aufheben. Sie ruhet zwar, wenn das Guts⸗Eigenthum in Händen des Zehendherrn iſt; aber ſie er⸗ Iiſcht nicht dadurch, ſondern lebt kraft Geſezes wieder auf, ſobald es in andere Hände kommt. 7io ec. Das Zehendrecht geht durch verjährte Nichtübung gleich jeder Gutsdienſtbarkeit verloren, und wird auch durch ſolche in Abſicht auf Gattungen oder Bezirke beſchränkt, auf welche und in welchen es zu üben, Gelegenheit war. 200 II. B. V. T. Von Erb⸗Dienſtbarkeiten. 710 c d. Nichtübung iſt vorhanden, ſo oft der Zehendherr ruhig geſchehen läßt, daß der Zehendmann die Frücſt⸗ unverzehendet heimführt. 710 ee. Verſizung und Erſizung des Zehendens kann nur auf das einzelne beſtimmte Grundſtück und auf die beſtimmte Frucht⸗ gatkung angewandt werden, bey welcher während der Verjährungs⸗ Zeit gleichförmig die Nichtübung ſtatt fand. 710 ef. Auf andere Grundſtücke oder Gattungen kann Erſi⸗ zung nur alsdann ausgedehnt werden, wenn jeweils auf allen ange⸗ blümten Feldern eines Bezirks oder allen Gattungen der Erzeugn i die Verzehndung geſchah oder unterblieb, wo alsdann jedesmal auch die ungebaut gebliebene zehendbare Felder und die nicht angepflanzte Gattungen des nehmlichen Bezirks in den Beſiz mit einbegriffen zu achten ſind. » Zweytes Kapitel. Von Erb⸗Guͤlten und Zinſen. 710 fa. Erbgült oder Erbzins iſt eine Abgabe, Erſtere in Er⸗ zeugniſſen des Bodens, Leztere in Geld oder Thieren, welche ein Ei⸗ genthümer von dem Genuß eines ihm gehörigen Guts an jeden ge⸗ treuen Inhaber des Gültrechts zahlen muſf. 710 fb. Neue Gülten und Zinſen können anders nicht als in der Form von Erbrenthen nach Saz 550 beſtellt werden. Die alten dauern fort, ſo weit ſie durch gültige Rechtstitel oder verjährten Beſiz gedeckt ſind. 710 fc. Die darüber ſprechenden Rechtsurkunden oder Bereine verlieren ihre Beweiskraft durch dreyßigjährigen Zeitverlauf, und müſſen, dem Saz 2263 gemäs, zuvor jedesmal erneuert werden. 710 fd. Dieſe Bereine müſſen die Verfallzeit, den Eußf fangs⸗ Ort und die Lieferungsart beſtimmen. 1. 710 fe. Da, wo der Gültmann ſchuldig iſt, die Eült an einen beſtimmten Ort zu liefern, muß er zwar im Unterlaſſungsfall 2su Me. ſrig.—un, meo, Fau ,Rrd Sor. 9. 2eu 22.. „ ienuu 4 5 S24 A 23 , Se, wr. e peet„e Katene, 2e* Dcee nu eu, 3 e Seuee, e. Sezaer⸗he u ee uu Bu,u u. 1 V 2, — Lue, u eede. , e e, u 2 2 aur, eeu, Sye ende Ferudeues„ b , e., Ae,e 4 224. d e e — Sa q eer,se, 1 d 3 3— eeu 7 274,/ha 6 1a b 44 79 IlI. B. V. T. Von Erb⸗Dienſtbarkeiten. 201 3. X p„ 8 92 ⸗ -La g. die Prozeßkoſten tragen; aber Verzugskoſten trägt er nicht eher, als 8 4 bis der Gültherr durch urkundliche Einforderung ſein Recht ausgeübt hat. eru, 1 8 9 F 710 ff. Die Gült muß gegeben werden in Jahren, wo wenig, e 6 ſo wie in jenen, wo viel erwächst. Nur wenn durch Heer und Ha, gel in einem Jahr eine gänzliche Ertragsloſigkeit entſteht, nemlich Seu, mehr nicht als Saatfrucht, auch Bau⸗ und Beſtellungskoſten gewon⸗ 4 9 nen werden, iſt der Gültherr zum Nachlaß verbunden. Für Gegen⸗ en, den, welche durch ihre Lage häufig dem Wetterſchaden ausgeſezt ſind, d. können die Polizeygeſeze Nachlaß⸗Anordnungen auf einen Theil der lt machen. aut 710 fg. Die Gült haftet auf dem Genußrecht am Gut; nur derjenige, dem dieſes zuſteht, kann darum angegriffen werden: nur e⸗ die laufende und die zwey nächſt zuvor verfallene haben dasjenige b Ae“ Porzugspeiht auf dir jedermalia eingeheimſte Früchte, welches dem Pachrtſchilling geſezlich verliehen iſt. 1I A 710 fh. Das Grundeigenthum des Guts oder ein dritter Be⸗ . ſizer des leztern kann für Gültrückſtände nicht angegriffen werden, KA noch weniger mag dadurch ein Uebergang des Guts⸗Eigenthums an 5 den Gülcherrn begründet werden, ſelbſt dann nicht, wann die frü⸗ heren Urkunden einen ſolchen Verfall ausdrücklich verfügten. nꝛo fi. Der Gültherr kann eine Theilung der Gültgüter nicht hindern, ſondern nur ſolang die Beſtellung eines Vorträgers nicht geſchehen iſt, der die Gült von allen Einzinſern auf deren Gefahr und Koſten einziehe, und in einer Hand abliefere, ſich an alle Theil⸗ nehmer als Sammt Schuldner halten. Bewilligt derſelbe eine Theilung ohne Beſtellung eines Vorträ⸗ geers, ſo gilt die Gült ſelbſt für gecheilt, und jeder Theil für ein 1 ſelbſtſtändiges Ganzes. 4 710. fk. Auch das Gültrecht iſt untheilbar, und der Gültmann nicht ſchuldig ſeine Gült in mehr als eine Hand abzuliefern. 710 fl. Das Gültrecht erloͤſcht durch die nemlichen Urſachen, wie Gutsdienſtbarkeiten. Das Erloſchene kann nicht wieder aufleben. v“ 202 1I. B. Vl. TC. Von Grund⸗Pflichtigkeiten. Nichtgebrauch des Gültrechts iſt vorhanden, ſowohl wenn gar keine Einforderung geſchehen, als auch wenn eine Einforderung in geſezlicher Zeit unvexfolgt geblieben iſt, 710 fm. Jede Erb⸗Gült, von welcher nicht urkundlich erwieſen wer⸗ den kann, daß ſie urſpruͤnglich als unablöslich errichtet worden, gilt für wiederkäuflich: ſie kann nach vorgängig halbjähriger Aufkündung durch Darlegung des fünf und zwanzigfachen Betrags abgekauft wer⸗ den; der Betrag wird bey Frucht oder Vieh nach einem fünf und zwanzigjährigen Durchſchnitt des Preiſes beſtimmt. * Sechster Titel. Von Grundpflichtigkeiten. 710 ga. Wo nicht jeder getreue Rechtsinhaber, ſondern ledig⸗ lich der Beſizer eines gewiſſen Orts, Hofs oder Guts Leiſtungen oder Dienſte, und zwar nicht unmittelbar an ein gewiſſes Grundſtück, ſon⸗ dern nur an jene, die innerhalb eines Orts⸗ oder Gutsmarkung an⸗ ſäſſig ſind, zu fordern hat, mithin das Recht auf die Anſäßigkeit überhaupt, nicht auf einen beſtimmten Gutsbeſiz bedingt iſt, jedoch auch nicht aus einer Staats⸗Berxechtigung, ſondern aus bürgerlichen Rechtsverhältniſſen fließt, da iſt eine Grundpflichtigkeit vor⸗ handen. 710 gb. Nur ein Geſez kann ſie begründen. Das Geſez dul⸗ det jene. die dermalen in rechtmäßiger Uebung ſind; ſo lang ſie nicht abgelöst werden; aber keine Wiederauflebung derjenigen, welche auſſer Uebung ſind; keine neue Einführung derſelben. 710 gc. Die Grundpflichtigkeiten können weder ohne das Gut, dem ſie anhängen, erworben oder beſeſſen, noch auf ein anderes Gut übergetragen werden. 710 g d. Die Grundpflichtigkeit begründet ſo wenig als eine Grunddienſtbarkeit eine Gewalt über die Markung oder über diejeni, gen, welche darinn anſäßig ſind, und muß alſo gegen diejenigen. anr Leng 1 iann M Wr„ 3³ E. ef g C zg To. fe A,, ſobe. Aau a62. 7. ced eire. Mef nu. vas haeyt QDegie, vornor. 2 lig grur 32 ſ 1 n tütt e idch lin an 8 d fü ritt vlh 4 4 deb ad 1 n 3 di einin/ een einen de ſane wit voch pg Il. B, vl. T. Von Grund⸗Pllichtigkeiten, 205 welche ihre Pllicht auſſer Augen ſezen, nur durch Dazwiſchen⸗ kunft des Richters gehandhabt werden. 710 ge. Jede Grundpflichtigkeit dieſer Art iſt weſentlich lös⸗ bar, ſobald die Pflichtigen geſammter Hand eine Vergütung des mitt:⸗ lern Ertrags durch einen Kaufpreis oder durch Verwechslung mit einer Gült, die ſie dafür auf ihre Güter nehmen, anbieten. Geſammter Hand iſt das Anbieten geſchehen, wann entweder die Gemeinde, welcher ſie angehören, verfaſſungs mäßig das Ablöſ⸗ ſungs⸗Erbieten thut, oder der mehrere Theil der Einzelnen für Alle mit der Zahlung, vorbehaltlich ſeiner Abfindung mit Jenen, welche noch nicht beyſtimmen, eintritt. 710 gf. Jede Grundpflichtigkeit erlöſcht auf dem nemlichen Wege, wie die zuinſſändigen Grunddienſtbarkeiten. „o gg. Grundpflichten ſind die Bannpflichten oder Zwangs⸗ Gerechtigkeiten, die Frohndpflichten und die Erbpflichten. ᷣErſtes Kapitel. Von den Bann⸗pflichten. 710 ha. Banngerechtigkeit iſt das Recht eines Gutsbeſizers zu verlangen, daß von dem Eingeſeſſenen eines Bezirks die gebannte Handlungen nicht anders, als in ſeiner dafür errichteten Anſtalt, z. B. Mühle, Kelter, Backofen, Schenke, verrichtet, und ihm da⸗ durch ein beſtimmter Vortheil zugewendet werde. 710. hb. Kein Bannpflichtiger kann genöthiget werden, die gebannte Handlungen zu unternehmen, z. B. ſeinen Wein bey einem Wirth zu trinken, ſein eigen Brod zu backen; nur wenn er ſie ver⸗ richten will, muß er ſich dazu der Bann⸗Anſtalt bedienen. 710. hc. Die Gebühr für den Gebrauch der Anſtalt, wo ſie nicht durch den Rechtstitel der Banngerechtigkeit beſtimmt iſt, richtet ſich nach den allgemeinen Polizey⸗Vorſchriften für dergleichen Anſtalten. 20½ II. B. VI. T. Von Grund⸗Pflichtigkeiten. Wo ſie eine beſondere nicht auf jene rückweiſende Vertrags⸗ Beſtimmung hat, da kann eine Erhöhung oder Verminderung nicht ſtatt finden, wenn gleich in den allgemeinen Polizey⸗Vorſchriften, wegen Veränderung des Preiſes der Dinge, eine ſolche zugelaſſen würde. 710. hd. Der Bann;Eigenthümer iſt ſchuldig die Anſtalt ſelbſt in demjenigen baulichen Stand zu unterhalten, und mit der⸗ jenigen Bedienung zu verſehen, welche für gewöhnliche Zeiten zu Be⸗ ſorgung der Bedürfniſſe der Bannpflichtigen hinreicht. 710 he. Der Bannpflichtige, der wegen auſſergewöhnlichen Ereigniſſen oder Saumſaal des Banneigenthümers nicht in der ſach⸗ gemäſſen Zeit gefördert werden kann, darf ſich anderer Anſtalten bedienen; er darf auch in dem zweyten obiger Fälle den Banneigen⸗ thümer um Entſchädigung belangen. 3 710 h f. Der Bannpflichtige muß in einem Uebertretungsfall wenn nicht der Rechtstitel durch eine beſondere Strafzuſage der Ent⸗ ſchädigung vorſorgt, den entgangenen Gewinn dem Banneigenthümer zehnfach nebſt Erſaz aller Koſten entrichten. 710 h g. Der Banneigenthümer kann ohne Zuſtimmung der Bannpflichtigen ſein Bannreiht aufheben, auch die ganze dafür be⸗ ſtimmte Anſtalt abthun; doch lezteres nur, nachdem er es den Bann⸗ pflichtigen ſo zeitig voraus verkündet hat, daß dieſe zuvor ſich eine andere Gelegenheit zu Verrichtung jener Geſchäfte ausmitteln können, 710 hh. Die Nicht⸗Rüge einer erlaubten oder unerlaubten Verrichtung der gebannten Handlung an unberechtigten dritten Or⸗ ten begründet keinen Nichtgebrauch des Bannrechts, ſondern nur der Verfall der Anſtalt(710 h d.) oder die Nichterneuerung der Bann⸗ Urkunde in der geſezlichen Zeit(710 fc.) —— ———— detttgs rung nict ſcrifen, würde. Arſalt nit der⸗ zu Ne nlichen ſach ſtalten eigen⸗ gfall Ent⸗ ümer II. B. VI.& Von Grund⸗Pflichtigkeiten. 205 * Zweites Kapitel. Von der Frohndpflichtigkeit. 710. ia. Die Frohndpflichtigkeit, wenn von walzenden Frohn⸗ den die Rede iſt, wozu das Forderungsrecht und die Leiſtungsſchuldig⸗ keit beides auf beſtimmten einzelnen Guͤtern haftet, richtet ſich nach den Regeln der Grunddienſtbarkeiten. In Anſehung der perſoͤnlichen Frohn⸗ den, wo dieſe noch beſtehen, beſtimmt ſie ſich durch die Staats⸗ Konſtitution, und, wo dieſe nicht Maas gibt, nach der Aehnlichkeit deſſen, was uͤber die Grundpflichtigkeit uͤberhaupt, und uͤber die Bannpflichten insbeſondere oben geordnet worden iſt. * Drittes Kapitel. Von der Erbpflichtigkeit. 710. K a. Die Erbpflichtigkeit, wo und ſo lang ſie noch beſteht, wird ebenfalls nach den gleichen Geſetzen wie die vorgedachte perſoͤn⸗ liche Frohndpflichtigkeit gerichtet. 3. 4 1, uvda. S e rd. nu. Seo r /99, S 29. 4ℳ9. de 2en 1e/e 5 a⸗ne 2 e — 8 — — ———— — 8 6 8 9 8 Manacg esshassnskasnehangnahrnyarwaawhhung U Oem 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Colſour& Grey Control Chart o Blue CQyan Green Vellow Heod Magenta Grey! SGrey 2 Grey 3 reya SBlach