5 8 ——— Buͤrgerliches Geſetzbuch der Franzoſen. der Franzoſen. —, Ueberſetzt — ““ Bon neqjerunas oumi ffane bei⸗ dem Civilge⸗ richte des Crevelder Bezirks. —— . 4 eeeeeGSeseeeess— Crefelb, N in der Schuͤllerſchen Buchhandlung, Jahr XII.(1804.) Vorrede des Ueberſetzers. Joh wage es, dem Publikum eine deutſche Ueberſetzung des neuen buͤrgerlichen Ge⸗ ſetzbuches der Franzoſen zu liefern. Sie iſt beſtimmt fuͤr das deutſche Ausland, und fuͤr meine Mitbuͤrger auf dem linken Rheinufer, die der franzoͤſiſchen Sprache entweder gar nicht, oder doch nicht in hinlaͤnglichem Grade maͤchtig ſind. In Hinſicht auf beide, und uͤber den Zweck, den ich bei meiner Arbeit habe, Peuns ich einige Worte vorausſchicken zu muͤſ⸗ . Ich weiß ſehr wohl, daß die gebildetere Menſchenclaſſe, und der Stand der Gelehrten, in Deutſchland ſo gut, wie hier, die franzoͤſi⸗ VI. ſche Sprache, als die Sprache der geſitteten Welt, inne hat, und daher in den meiſten Faͤl⸗ len eine Ueberſetzung nicht allein entbehren kann, ſondern auch mit Recht das Leſen in der Urſprache weit vorzieht. Aber eines Theils hat es doch mit der juriſtiſchen Sprache, die in einem Geſetzbuche nothwendig herrſcht, eine ganz eigene Beſchaffenheit, und andern Theils moͤchten ſich wohl in den am Rhein gelegenen deutſchen Provinzen ſelbſt viele Rechtsgelehr⸗ ten finden, denen eine Ueberſetzung nicht un⸗ willkommen ſeyn muß, weil ſie natuͤrlicher Weiſe ſehr oft in den Fall kommen duͤrften, ihre Zu⸗ flucht dazu nehmen zu muͤſſen. Aus der naͤm⸗ lichen Urſache wird ſchon mancher jenſeitige Hausvater ſich gern darin Raths erholen; denn die Abtretung des linken Rheinufers hat ſicher nicht auch, wie der Strom die Laͤuder, die ge⸗ genſeitigen tauſendfachen Verhaͤltniſſe und Ver⸗ bindungen der beiderſeitigen Einwohner geteilt. Fur die Bewohner des linken Rheinufers iſt aber eine gute Ueberſetzung ihres Geſetzbu⸗ ches dringendes hoͤchſtes Beduͤrfnis. Es giebt“ gewis keinen Buͤrger, keinen Hausvater, der nicht manchmal in ſeinem Leben eine Hand⸗ lung vornehmen wolle, oder eine Pflicht uͤber⸗ nehmen muͤſſe, wobei er der Zurechtweiſung des Geſetzes bedarf. Bei der Geburt eines Kindes, beim Abſterben eines Verwandten, ei⸗ nes Freundes, ſelbſt eines Fremden, ſchreibt ihm das Geſetz die Beobachtung gewiſſer Feier⸗ lichkeiten oder Formalitaͤten vor. Will er zu einer Ehe ſchreiten, oder hat er ein Kind, ſo ſich verehelichen will: ſo giebt ihm das Geſetz gewiſſe Rechte, und legt ihm gewiſſe Pflichten auf. In gewiſſen Faͤllen kann und muß er Vormund werden, das Geſetzbuch belehrt ihn uͤber ſeine Pflichten und uͤber ſeine Rechte. Er will eine Schenkung oder eine letztwillige Derorönäng machen; er will wiſſen, wie es nach ſeinem Tode mit ſeinem Eigentum gehal⸗ ten wird, oder ſelbſt entſcheiden, welche An⸗ ſpruͤche er machen koͤnne auf die Verlaſſenſchaft eines Menſchen, mit dem er entfernt oder na⸗ he verwandt iſt; er will Kauf⸗ Pacht⸗ Mieth⸗ und ſonſtige Vertraͤge eingehn; den noͤthigen Unterricht, die Richtſchnur ſeines Berhaltens, kann er nirgendwo ſicherer ſchoͤpfen, als in ſei⸗ nem Geſetzbuche. Wenn er glaubt, eine Kla⸗ ge gegen ſeinen Nachbar anſtellen zu muͤſſen, oder wenn er ſelbſt mit einer Klage bedroht wird: ſo bietet ihm ſein Geſetzbuch das Mit⸗ tel dar, ſich zu belehren uͤber ſein Recht oder Unrecht, mithin uͤber die Nothwendigkeit einen Prozeß anzufangen, oder nachzugeben und einen VHI Vergleich einzugehn, und uͤber die Ausſicht und Wahrſcheinlichkeit, die er hat, einen Rechts⸗ handel, den er ſelbſt anhebt, oder der gegen ihn erhoben wird, zu gewinnen oder zu verlie⸗ ren. Kurz, es giebt faſt keine Angelegenheit, faſt kein Verhaͤltnis im menſchlichen Leben, worin eine, ſelbſt oberflaͤchliche Kenntnis der Geſetze ſeines Landes nicht die ſicherſte, zuver⸗ laͤſſigſte, und zugleich wohlfeilſte Leiterinn waͤre. Und wer wollte dieſe erkaufen, wenn er ſie ſich ſelbſt auf eine unſchwere Art erwerben kann? Wem vertraut man lieber ſeine theuer⸗ ſten Angelegenheiten an, als ſeiner eigenen Ueberzeugung? Hier ſpricht nicht Patriotismus allein, hier ſpricht Klugheit und eigener Vor⸗ teil. Letztere moͤgen es immer erfordern, daß man auch andere ſachkundige Menſchen um Rath frage; die Faͤlle moͤgen ſelbſt manchmal ſo ſon⸗ derbar und ſo verwirrt ſeyn, daß die Einho⸗ lung eines fremden Rathes durchaus nothwen⸗ dig wird; immer bleibt es wahr, daß der ver⸗ nuͤnftige Mann vermoͤge einiger Geſetzkenntniſſe ſich gewoͤhnlich ſelbſt rathen koͤnne. Und dies iſt um ſo gewiſſer, da die in unſerm Geſetzbu⸗ che enthaltenen Hauptverfuͤgungen wenigſtens deutlich genug ſind, um jede Erklaͤrung entbeh⸗ ren zu koͤnnen, in ſo weit jemand die Uirſchrift 1 lieſt, oder eine Ueberſetzung, die eben ſo deut⸗ lich iſt. Ueber die Ueberſetzung ſelbſt habe ich fol⸗ gendes zu bemerken. Ich wollte eine eigent⸗ lich deutſche und dabei richtige Ueberſe⸗ tzung liefern. Ob es mir gelungen, mag der ſachverſtaͤndige Leſer beurteilen. Nach meinem Zwecke(und ich wuͤſte nicht, welchen Zweck man ſonſt bei einer ſolchen Arbeit haben koͤnnte) muſte Deutlichkeit mein Hauptbeſtreben ſeyn: ich hoffe, daß ich ihn einiger Maßen erreicht habe. Indem ich aber auf dieſen Zweck hinar⸗ beitete, muſte ich mich huͤten, in den Fehler zu fallen, alles uͤberſetzen zu wollen, einen Fehler, deſſen Folge Unverſtaͤndlichkeit iſt. Es giebt allerdings fremde, blos aufgenommene, Ausdruͤcke, die jedermann leichter verſteht, als die weniger bekannten Ausdruͤcke der Mutter⸗ ſprache; der Deutlichkeit wegen habe ich mir's zur Pflicht gemacht, ſie beizubehalten. Eine Ueberſetzung aber, die den ganzen Bau der fremden Sprache aͤngſtlich und ſchulgerecht bei⸗ behaͤlt, und die fremden Woͤrter und Sinne nur in deutſchen Buchſtaben hinſchreibt, iſt, meines Erachtens, keine Ueberſetzung. Ich habe kein Nachſchlagen, keine Muͤhe geſpart, und werde keine ſparen, um meine Arbeit der Vollkommenheit nahe zu bringen. * Maͤngel wird ſie demungeachtet haben. Aber ohne der Beſcheidenheit zu nahe zu treten, darf ich behaupten, daß ſie nicht leicht jemanden irre fuͤhren, d. h. daß ſie dem Leſer uͤber Ver⸗ fuͤgungen und Ausdruͤcke des Geſetzes nicht leicht unrichtige Begriffe beibringen wird. Der Abſicht gemaͤs, die ich angekuͤndigt habe, konnte ich nicht umhin, einige Anmer⸗ kungen beizufuͤgen. Die Quellen, woraus ich ſie ſchoͤpfe, buͤrgen fuͤr ihre Richtigkeit. Der Gelehrte kann ſie uͤbergehn, ſie vertheuern ihm das Werk nicht merklich; dem Nichtgelehrten werden ſie hoffentlich willkommen ſeyn. Schlieslich muß ich diejenigen Leſer, die meine Arbeit beurteilen wollen, erſuchen, ihr Urteil nicht auf einige Artikel zu gruͤnden, ſon⸗ dern ihren Vergleich mit etwa einem ganzen Titel anzuſtellen, indem, ſo verſchieden auch deutſche und franzoͤſiſche Sprache ſeyn moͤgen, es doch nicht fehlen kann, daß einige Sinne in beiden Sprachen voͤllig mit einander uͤber⸗ einſtimmen. Auch iſt dabei zu bemerken, daß ich mich nicht gar zu ſehr von dem ernſthaften laconiſchen Tone des Geſetzes entfernen durfte. Erefeld,. im Monat Germinal 12. J. Cremer. 4 f 1 —-eeeoege⸗Soeeee— Einleitung. Von der Bekanntmachung, den Wirkungen und der Anwendung der Geſetze uͤberhaupt.(1) Art. 1. D Geſetze werden vom erſten Con⸗ ful feierlich ausgerufen, und dieſe feierliche Ausru⸗ fung(2) gibt ihnen die Faͤhigkeit, auf dem gan⸗ zen franzoͤſiſchen Gebiete vollzogen zu werden. Ddie Verbindlichkeit, die Geſetze zu vollziehen und zu befolgen, tritt in jedem Theile der Repu⸗ blik ein in dem Augenblicke, wo die feierliche Aus⸗ rufung daſelbſt bekannt ſeyn kann. In dem Departement, wo die Regierung ihren Sitz hat, wird die durch den erſten Conſul geſche. hene feierliche Ausrufung fuͤr bekannt gehalten ei⸗ nen Tag nach dem Tage der feierlichen Ausrufung. In allen andern Departementen wird ſie eben⸗ falls nach Verlauf dieſer Zeitfriſt fuͤr bekannt gehal⸗ ten, jedoch vermehrt man die letztere um ſo viel Tage, (1) Geſet vom 14, Ventoſe 11. Promulgirt den 24. 0 Promulgation. — 2— als Tagereiſen von zehn Myriametern(1) die Stadt, wo die feierliche Ausrufung geſchehen iſt, von dem Hauptorte jedes Departements entfernt liegt(2). 2. Die Geſetze reguliren nur die Zukunft; ihre Wirkung erſtreckt ſich nicht auf die Vergangenheit. 3. Polizei⸗ und Sicherheitsgeſetze ſind ver⸗ bindlich fuͤr alle, die ſich auf dem Gebiet aufhalten. Unbewegliche Guͤter ſind den Verfuͤgungen der franzoͤſiſchen Geſetze unterworfen, ſelbſt dann, wenn ein Auslaͤnder ſie beſitzt. Geſetze, welche den Stand und die Faͤhigkeit der Perſonen betreffen, reguliren den Stand und die Faͤhigkeit des Franzoſen ſelbſt im Auslande. 4. Kein Richter darf ſich weigern zu richten, unter dem Vorwand, daß die Geſetze ſchwiegen, dunkel oder unzulaͤnglich waͤren. Thaͤte er es den⸗ noch, ſo ſoll er als ſchuldig des Verbrechens der Rechtsweigerung verfolgt werden koͤnnen. 5. Die Richter haben uͤber die ihnen zuge⸗ wieſenen Rechtsſachen zu ſprechen, aber nicht in allgemeinen geſetzaͤhnlichen Verfuͤgungen. 6. Durch Privatvertraͤge kann man die Ge⸗ ſetze nicht unkraͤftig machen, welche die oͤffentliche Ordnung und die guten Sitten betreffen. (1) Zehn Myriameter ſind ungefehr ſo viel, als a0 Stunden. (2) Die feierliche Ausrufung geſchieht der Conſtitu⸗ tion gemaͤß den zehnten Tag nach dem Tage des Geſetzes: ſie iſt nach unſrer neuen Geſetzgebung etwas ganz anders als die Verkuͤndigung oder Publication, womit man ſie wohl verwechſelt. Erſtes Buch. b — Von den Perſonen. Erſter Titel. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der buͤrgerlichen Rechte(1). Erſtes Capitel. Von dem Genuſſe der buͤrgerlichen Rechte. Art. 7. Da Ausuͤbung der buͤrgerlichen Rech⸗ te iſt unabhaͤngig von der Eigenſchaft eines Staats⸗ buͤrgers. Letztere erwirbt und erhaͤlt man nur ge⸗ maͤs dem Conſtiturionsgeſeße. 2 3. Jeder Funſat genieſt die ineuicen Rechte.. 9. Jeder Menſch, der in Frankreich von ei⸗ nem Auslaͤnder geboren iſt, kann auf die Eigen⸗ ſchaft eines Franzoſen Anſpruch machen. Dies muß jedoch in einem Jahr nach erlangter Gros⸗ (1) Geſetz vom 17. Ventoſe 1r. Promulgirt den 27. jaͤbrigkeit geſchehen; und wenn er ſich in Frankreich aufhaͤlt, ſo muß er noch dazu ſeinen Willen erklaͤ⸗ ren, ſich daſelbſt haͤuslich niederzuſetzen; wenn er ſich aber im Auslande aufhaͤlt, ſo muß er ſich ebenfalls durch eine Erklaͤrung verbinden, ſich in Frankreich haͤuslich niederzulaſſen, und in einem Jahre nach dieſer Erklaͤrung wirklich dahin verziehen. 10. Jedes von einem Franzoſen im Auslan⸗ de geborne Kind iſt ein Franzos. Ein Kind, ſo im Auslande von einem Fran⸗ zoſen geboren iſt, der die Eigenſchaft eines Fran⸗ zoſen verloren hat, kann dieſe Eigenſchaft allezeit wieder erlangen, wenn er die im 9. Artikel vorge⸗ ſchriebenen Bedingungen erfuͤllt. 11. Der Auslaͤnder genieſt in Frankreich die naͤmlichen buͤrgerlichen Rechte, welche den Franzo⸗ ſen zugeſtanden ſind oder werden durch die Vertraͤ⸗ ge der Nation, zu welcher dieſer Auslaͤnder gehoͤrt. 12. Die Auslaͤnderinn, die einen Franzoſen heirathet, tritt ganz in den Stand und die Eigen⸗ ſchaft ihres Mannes. 13. Wenn die Regierung einem Auslaͤnder erlaubt hat, ſich in Frankreich haͤuslich niederzu⸗ laſſen; ſo genieſt er daſelbſt die buͤrgerlichen Rech⸗ te, ſo lange als er darin wohnhaft bleibt. dun 14. Ein Auslaͤnder, wenn er ſich auch nicht in Frankreich aufhaͤlt, kann vor die franzoͤſiſchen Gerichtshoͤfe geladen werden, ſo oft es auf die Erfuͤllung von Verbindlichkeiten ankoͤmmt, die er in Frankreich mit einem Franzoſen eingegangen hat. Eben ſo kann er vor die franzoͤſiſchen Ge⸗ richtshoͤfe gezogen werden, in Hinſicht auf jene Verbindlichkeiten, die er im Auslande gegen Fran⸗ zoſen uͤbernommen hat. 15. Ein Franzos kann vor franzoſiſche Ge⸗ richtshoͤfe gezogen werden, wenn es auf Verbind⸗ lichkeiten ankoͤmmt, die er im Auslande ſelbſt mit einem Auslaͤnder eingegangen hat. 16. Wenn ein Auslaͤnder als Klaͤger auf⸗ tritt; ſo iſt er gehalten, fuͤr die Zahlung der Ko⸗ ſten und Schadloshaltung, die allenfalls der Rechtshandel verurſachen koͤnnte, Buͤrgſchaft zu leiſten. Dieſe Regel leidet nur zwei Ausnahmen, wenn naͤmlich die Frage uͤber ein Handelsgeſchaͤft iſt, und wenn der Auslaͤnder in Frankreich unbe⸗ wegliche Guͤter genug beſitzt, um dieſe Jahlung zu ſichern. Zweites Capirel. Von dem Verluſte der buͤrgerlichen Rechte. Erſter Abſchnitt. Von dem Verluſte der buͤrgerlichen Rechte, als Folge von dem Verluſte der Eigenſchaft eines Franzoſen. Art. 17. Man verliert die Eigenſchaft eines 3 G 2 — — 3— Franzoſen iſtens durch die Naturaliſation im Aus⸗ lande, 2tens durch die Annahme von oͤffentlichen Aemtern, welche eine auslaͤndiſche Regierung er⸗ teilt, wenn die franzoͤſiſche Regierung dieſe Annah⸗ me nicht erlaubt hat; 3tens durch die Aufnahme in jede auslaͤndiſche Corporation, welche Unter⸗ ſchiede der Geburt vorausſetzt, 4tens endlich da⸗ durch, daß ſich jemand im Auslande niederlaͤſt ohne Abſicht ber Ruͤckkehr. Ausgenommen iſt der Fall, wenn ſich jemand des Handels wegen im Auslande niederläſt: es kann naͤmlich nie vermuthet werden, daß eine ſol⸗ che Niederlaſſung ohne Abſicht der Ruͤckkehr geſchehe. 18. Der Franzos, der ſeine Eigenſchaft eines Frranzoſen verloren hat, kann ſie allezeit wieder er⸗ langen, wenn er mit Bewilligung der Regierung nach Frankreich zuruͤckkehrt, und dabei erklaͤrt, daß er ſich daſelbſt fuͤr immer niederlaſſen wolle, und daß er Verzicht leiſte auf jede Unterſcheidung, wel⸗ che mit dem franzoͤſiſchen Geſetze unvertraͤglich iſt. 19. Heirathet eine Franzoͤſinn einen Auslaͤn⸗ der; ſo tritt ſie in den Stand und die Eigenſchaft ihres Mannes. Wird ſie Witwe; ſo erlangt ſie ihre vorige Eigenſchaft einer Franzoͤſinn wieder, wenn ſie in Frankreich ſich aufhaͤlt, oder mit Be⸗ willigung der Regierung dahin zuruͤckkehrt, und dabei erklaͤrt, daß ſie ſich daſelbſt fuͤr immer nie⸗ derlaſſen wolle. — 20. Wer die Eigenſchaft eines Franzoſen wieder erlangt in Gefolg der Artikel 10, 18 und 19, kann dieſe Eigenſchaft nur dann geltend ma⸗ chen, wenn er die Bedingniſſe erfuͤllt hat, welche ihm eben dieſe Artikel auflegen; auch kann ſie ihm nur zu Statten kommen in Hinſicht auf die Aus⸗ uͤbung derjenigen Rechte, die fuͤr ihn ſeit dieſer Epoche faͤllig geworden ſind. 21. Wenn ein Franzos, ohne Genehmigung der Regierung, im Auslande in Militairdienſte tritt, oder ſich in eine auslaͤndiſche militairiſche Corporation aufnehmen laͤſt; ſo verliert er ſeine Eigenſchaft eines Franzoſen. Er kann nicht nach Frankreich zuruͤckkehren ohne Erlaubnis der Regierung, noch die Eigen⸗ ſchaft eines Franzoſen wieder erlangen, als in ſo weit er die Bedingniſſe erfuͤllt, welche jeder Aus⸗ laͤnder zu erfuͤllen hat, der Buͤrger werden will. Jedoch iſt hiedurch nichts in Ruͤckſicht auf die Strafen geaͤndert, welche das peinliche Geſetz ge⸗ gen Franzoſen verhaͤngt, die die Waffen gegen ihr Vaterland getragen haben oder noch tragen werden. Zweiter Abſchnitt. Von dem Verluſte der buͤrgerlichen Rechte durch gerichtliche Verurteilung. Art. 22. Es giebt Strafen, deren Wirkung es iſt, den Verurteilten aller Theilnahme an den 2 2 — 10— hierunten aufgezaͤlten buͤrgerlichen Rechten zu be⸗ rauben: jede Verurteilung zu einer dieſer Strafen hat zur Folge den buͤrgerlichen Tod. 23. Die Verurteilung zum natuͤrlichen Tode zieht nach ſich den buͤrgerlichen Tod. 24. Die uͤbrigen lebenslaͤnglichen Leibesſtra⸗ fen haben nur dann den buͤrgerlichen Tod zur Folge, wenn das Geſetz dieſe Wirkung mit ihnen verknuͤpft hat. 25. Vermoͤge des buͤrgerlichen Todes verliert der Verurteilte das Eigentum aller Guͤter, die er beſas. Seine ganze Hinterlaſſenſchaft iſt eroͤfnet fuͤr ſeine Erben, denen das Geſetz ſeine Guͤter zu⸗ weiſt, eben ſo, als wenn er eines natuͤrlichen To⸗ des und ohne Deſtament geſtorben waͤre. Er iſt unfaͤhig, irgend eine Erbſchaft mehr anzutreten, oder durch Erbſchaft an jemand die Guͤter zu uͤberbringen, welche er in der Folge et⸗ wa erworben haͤtte. Er kann weder ganz, noch theilweiſe, uͤber ſei⸗ ne Guͤter verfuͤgen, weder durch Schenkung unter Lebendigen, noch durch Teſtament; eben ſo wenig kann er auf jene Art etwas empfangen, mit Aus⸗ nahme deſſen, was ihm als Nahrung gegeben wird. Er kann nicht Vormund werden, noch auf ir⸗ be. afen ode ira⸗ zur nen iert er fnet zu⸗ To⸗ nehr die e et⸗ T ſei⸗ unter venig Aus⸗ wird. if ir⸗ — 11— gend eine Art Theil an den Verrichtungen nehmen, welche auf die Vormundſchaft Bezug haben. Er kann nicht als Zeuge auftreten, weder bei einem feierlichen oder authentiſchen Acte, noch vor Gericht. Er kann nicht als Klaͤger und nicht als Be⸗ klagter vor Gericht erſcheinen, ſondern nur unter dem Namen eines beſondern Curators, der ihn vertritt, und den ihm der Gerichtshof, wovor die Klage gehoͤrt, ernennt. Er iſt unfaͤhig eine ehliche Verbindung einzu⸗ gehen, und die, welche er eingienge, waͤre ohne alle buͤrgerliche Wirkung. Die Ehe, die er vorher eingegangen hat, iſt aufgeloͤſt in Ruͤckſicht auf alle ihre buͤrgerlichen Wirkungen. Sein Ehegenoſſe und ſeine Erben koͤnnen, je⸗ der ſo viel ihn betrift, jene Rechte ausuͤben, und jene Klagen anſtellen, die ſein natuͤrlicher Tod ſonſt zur Folge haͤtte. 26. Auf contradictoriſche(1) Verurteilungen (1) Contradietoriſch heiſt hier eine Verurteilung, wobei der Angeklagte ſelbſt erſchienen und ge⸗ hoͤrt worden iſt. — 12— tritt der buͤrgerliche Tod ein am Tage, wo ſie, wirklich oder in Abbildung, vollzogen werden. 27. Auf Verurteilungen wegen Contumaz oder Nichterſcheinung tritt der buͤrgerliche Tod erſt nach den fuͤnf Jahren ein, welche auf die Vollzie⸗ hung des Urteils in Abbildung folgen, und waͤh⸗ rend welcher der Verurteilte ſich noch einſtellen kann. 28. Waͤhrend gedachter fuͤnf Jahre, oder bis er ſich in dieſem Zeitraum einſtellt oder eingezogen wird, iſt der wegen Contumaz Verurteilte, der Ausuͤbung aller buͤrgerlichen Rechte beraubt. Sei⸗ ne Guͤter werden verwaltet und ſeine Rechte aus⸗ geuͤbt, wie jene der Abweſenden. 29. Wenn derjenige, der wegen Contumaz oder Nichterſcheinung verurteilt worden, ſich in den fuͤnf Jahren, von dem Tage der Vollziehung des Urteils an gerechnet, freiwillig einſtellt, o der wenn er waͤhrend dieſes Zeitraums ergriffen und verhaftet wird; ſo iſt das Urteil ohne weiteres von Rechtswegen vernichtet und der Angeklagte wird wieder in den Beſitz ſeiner Guͤter geſetzt. Er wird von neuem gerichtet, und ſpricht das neue Urteil gegen ihn die naͤmliche Strafe aus, oder auch eine verſchiedene Strafe, die aber ebenfalls den buͤrgerlichen Tod nach ſich zieht; ſo tritt als⸗ dann dieſer buͤrgerliche Tod nicht eher ein, als am Tage der Vollziehung des zweiten urteils. tent fu. 7 til n derutt rict nit! thne giffe ghenr u N. ljde d ſcede mu en Ten — 0) ſe — 13— 30. Der wegen Nichterſcheinung Verurteilte, kann auch, wenn er ſich erſt nach Verlauf der fuͤnf Jahre eingeſtellt, oder wenn er erſt nach die⸗ ſer Zeitfriſt verhaftet worden, durch das neue Ur⸗ teil entweder freigeſprochen oder zu einer Strafe verurteilt werden, welche den buͤrgerlichen Tod nicht nach ſich zieht. In dieſen beiden Faͤllen tritt derſelbe ohne Einſchraͤnkung, in ſeine buͤrger⸗ lichen Rechte ein, jedoch nur fuͤr die Zukunft, und von dem Tage an gerechnet, wo er wieder in den Haͤnden der Gerechtigkeit war. Aber in Hinſicht auf die Vergangenheit behaͤlt das erſte Urteil alle Wirkungen, welche der buͤrgerliche Tod gehabt hatte in dem Zeitraum zwiſchen dem Augenblick, wo die fuͤnf Jahre verſtrichen waren, bis auf den Tag, wo er ſich wieder in richterlicher Gewalt befand. 31. Wenn der wegen Nichterſcheinung Ver⸗ urteilte in der Gnadenfriſt von fuͤnf Jahren ſtirbt, ohne daß er ſich eingeſtellt, oder ohne daß er er⸗ griffen oder verhaftet worden waͤre; ſo wird er gehalten wie derjenige, der im voͤlligen Beſitz ſei⸗ ner Rechte geſtorben iſt. Das Contumazurteil iſt ohne weiters von Rechtswegen vernichtet, unbe⸗ ſchadet der Klage um Entſchaͤdigung, welche jedoch nur auf dem Civilwege(1) gegen die Erben des Verurteilten angeſtellt werden kann. (1) D. h. vor den buͤrgerlichen, und nicht vor den peinlichen Gerichten. — 14— 32. In keinem Falle hat die Verjaͤhrung der Strafe die Wirkung, den Verurteilten fuͤr die Zukunft in ſeine buͤrgerlichen Rechte wieder einzu⸗ ſetzen. 33. Dasjenige, ſo der Verurteilte ſeit dem Augenblicke ſeines buͤrgerlichen Todes erworben, und am Tage ſeines natuͤrlichen Todes in Beſitz hat, gehoͤrt der Nation kraft ihres Rechtes auf erbloſen Nachlas. Jedoch iſt es der Regierung unbenommen, zum Vorteil der Witwe, Kinder oder ſonſtigen Verwandten des Verurteilten, uͤber dieſe Guͤter ſolche Verfuͤgungen zu treffen, die ihr die Menſch⸗ lichkeit eingiebt. — A 7 / Zweiter Titel. Von den Acten des Civilſtandes(1). Erſtes Capitel. Allgemeine Verfuͤgungen. 34. Da Acten des Civilſtandes(a) ſollen ausdruͤcken das Jahr, den Tag und die Stunde, wo man ſie aufſetzt, die Namen, Vornamen, das Alter, Gewerb und den Wohnort aller derer, die darin benennt werben. 35. Die Beamten des Civilſtandes haben in die Acten, die ſie aufſetzen, nur dasjenige einzu⸗ ruͤcken, was die vor ihnen erſcheinenden Perſonen (1) Geſetz vom 20, Ventoſe 11. J. Promulg. d. z30. (2) Man nennt Aeten des Civilſtandes diejenigen ſchriftlichen Aufſaͤtze, die dazu beſtimmt ſind, die Geburten, Heirathen, Eheſcheidung en und Sterb⸗ faͤlle zu beweiſen. — 186— erklaͤren muͤſſen: jedes andere Einſchiebſel iſt ih⸗ nen unterſagt, es werde nun durch eine Anmer⸗ kung oder auf jede andere Art ausgedruͤckt. 36. In den Faͤllen, wo die intereſſirten Thei⸗ le nicht gehalten ſind perſoͤnlich zu erſcheinen, ſteht es ihnen frei, ſich eines Bevollmaͤchtigten zu be⸗ dienen, der dann eine beſondere authentiſche Voll⸗ macht haben muß. 37. Alle bei den Aeten des Civilſtandes auf⸗ gefuͤhrte Zeugen muͤſſen maͤnnlichen Geſchlechts, wenigſtens ein und zwanzig Jahre alt, Verwandte oder auch nicht Verwandte ſeyn; ſie werden von den beteiligten Perſonen gewaͤhlt. 38. Der Beamte des Civilſtandes lieſt den erſcheinenden Theilen oder ihren Bevollmaͤchtigten und den Zeugen, die Acten vor. Es geſchieht darin von der Erfuͤlung dieſer Feierlichkeit Mel⸗ dung. 39. Dieſe Aeten werden unterzeichnet von dem Beamten des Cioilſtandes, von den gegen⸗ waͤrtigen Theilen und den Zeugen; und geſchieht dies nicht, ſo ſoll die Urſache bemerkt werden, warum die beiden letztern nicht unterzeichnet haben. 40. In jeder Gemeinde werden die Acten des Civilſtandes in ein oder mehrere Regiſter oder benſ dopy 4 lem deich ſinte Nlat fäͤri dn 1 — — 17— Verzeichniſſe eingeſchrieben. Die Regiſter werden doppelt gehalten. 41. Die Regiſter werden auf dem erſten und letzten Blatte numerirt von dem Preſidenten des Gerichtes erſter Inſtanz, oder von dem Richter, der ſeine Stelle vertritt. Ebenderſelbe ſetzt auf jedes Blatt ſeinen Handzug. 42. Die Acten werden in die Regiſter einge⸗ ſchrieben nach einander und ohne Zwiſchenraum. Wird etwas ausgeſtrichen und zur Seite geſetzt; ſo muß dies auf die naͤmliche Art genehmigt und unterzeichnet werden, wie die ganze Acte. Abkuͤr⸗ zungsweiſe ſoll darin nichts geſchrieben, und jedes Datum in Buchſtaben, und nicht in n Tahlen aus⸗ gedruͤckt werden. 43. Am Ende eines jeden Jahres werden die Regiſter von dem Beamten des Civilſtandes ge⸗ ſchloſſen, und in dem erſten Monat darauf legt er ein Exemplar davon in die Archive der Gemeinde nieder, das andere in die Kanzlei des Gerichts er⸗ ſter Inſtanz. 44. Vollmachten und andere Papiere werden, nachdem ſowohl die Perſon, die ſie auflegt, als der Beamte des Civilſtandes ihren Handzug dar⸗ auf geſetzt haben, den Acten angehaͤngt, und mit dem zweiten Exemplar der Regiſter, deren Hinter⸗ legung in die Kanzlei des Gerichtes erſter Inſtanz — 18— legt. 45. Es ſteht jedem frei, ſich Auszuͤge aus den Regiſtern des Civilſtandes geben zu laſſen, und zwar von denjenigen, bei denen die Regiſter hinterlegt ſind. Dieſe Acten und Auszuͤge werden gleichlautend mit den Regiſtern ausgefertigt, und von dem Preſidenten des Gerichts erſter Inſtanz, oder ſeinem Stellvertreter legaliſtrt. Sie haben voͤllige Beweiskraft bis auf die Erklaͤrung, die je⸗ mand von ſich giebt, daß er ihre Falſchheit be⸗ weiſen will. 6 46. Sind irgendwo entweder gar keine Re⸗ giſter gehalten worden, oder ſind ſie nicht mehr vorfindlich; ſo hat der Beweis durch Urkunden und Zeugen Statt; und in dieſen Faͤllen koͤnnen die Heirathen, Geburten und Sterbfaͤlle auf dop⸗ pelte Art bewieſen werden, durch Verzeichniſſe und Papiere naͤmlich, die von verſtorbenen Eltern her⸗ ruͤhren, und durch Zeugen. 47. Jede Acte uͤber den Civilſtand eines Franzoſen und eines Auslaͤnders, die im Auslan⸗ de angefertigt worden, hat Glauben, wenn ſie auf⸗ geſetzt iſt mit den Formen, die in dem beſagten Lande uͤblich ſind. ——. Jusgu' d inscription de fau. befohlen iſt, in die bemeldete Kanzlei niederge⸗ = 19= 48. Jede Aete uͤber ben Civilſtand von Fran⸗ zoſen im Auslande iſt guͤltig, wenn ſie, den fran⸗ zoͤſiſchen Geſetzen gemaͤs, die diplomatiſchen Agen⸗ ten oder Commiſſaire der Handlungsverhaͤltniſſe der Republik aufgenommen haben. 49. In allen Faͤllen, wo es noͤthig iſt, auf dem Rande einer andern ſchon eingeſchriebenen Acte Erwaͤhnung zu thun von einer Acte, die den Civil⸗ ſtand betrift, geſchieht dieſe Erwaͤhnung auf An⸗ ſtehn der Partien, auf folgende Weiſe: ſie geſchieht von dem Beamten des Civilſtandes auf den lau⸗ fenden Regiſtern, oder auf jenen Regiſtern, welche in den Archiven der Gemeinde hinterlegt ſind, und von dem Gerichtsſchreiber des Gerichts erſter In⸗ ſtanz auf den in der Kanzlei hinterlegten Regiſtern. Zu dieſem Ende giebt der Beamte des Civilſtan⸗ des, in drei Tagen, dem Regierungscommiſſaire bei gedachtem Tribunal Nachricht hievon, und dieſer hat ſodann darauf zu wachen, daß die Er⸗ waͤhnung in beiden Regiſtern auf einerlei Art ge⸗ ſchehe. 50. Fuͤr jede Uebertretung des in den vor⸗ hergehenden Artikeln Vorgeſchriebenen, welche ſich die darinn benannten Beamten zu Schulden kom⸗ men lieſſen, ſollen dieſelben vor das Gericht erſter Inſtanz gezogen und zu einer Geldbuſſe verurteilt werden, die hundert Franken nicht uͤberſteigen darf. 51. Jeder, der die Regiſter in Verwahr hat, — 80—. iſt buͤrgerlich verantwortlich fuͤr die Aenberungen, die ſie erleiden koͤnnten: jedoch bleibt ihm, nach Befinden, ſein Regreß offen gegen den, von dem eine ſolche Aenderung herruͤhrt. Unbeſchadet der im peinlichen Geſetzbuche gerhcierhen Strafen, koͤnnen die Beteiligten Schad⸗ loshaltung fodern fuͤr jede Aenderung, fuͤr jedes Falſum in den AOcten des Civilſtandes, fuͤr jede Einſchreibung dieſer Acten, die auf ein fliegendes Blatt und anders als in die hiezu beſtimmten Re⸗ giſter geſchehen iſt. . 53. Bei der Hinterlegung der Regiſter in der Gerichtskanzlei ſoll der Regierungscommiſſaire bei dem Gericht erſter Inſtanz ihren Zuſtand unterſu⸗ chen, uͤber dieſe Unterſuchung einen kurzen Aufſatz anfertigen, die Zuwiderhandlungen und Verbre⸗ chen der Beamten des Civilſtandes in dieſer Hin⸗ ſicht angeben, und darauf antragen, daß ſie zu den geſetzlichen Geldbuſſen verurteilt werden. 54. In allen Faͤllen, wo ein Gericht erſter Inſtanz uͤber Acten erkennt, die den Civilſtand be⸗ treffen, koͤnnen die Beteiligten gegen das Urteil die geeigneten Rechtsmittel ergreifen. „ 1 dR dn uüm ſtict amd ngen, nach s dem buche ſchad⸗ jedes jede ndes nRe⸗ n der e bei erſu⸗ fſatz bre⸗ Hin⸗ e zu erſter d be⸗ ürteil — 2— Zweites Capitel. Von den Geburtsacten. Art. 55. Die Geburt eines Kindes muß in den drei erſten Tagen nach der Niederkunft ange⸗ geben oder erklaͤrt werden. Die Erkläaͤrung ge⸗ ſchieht vor dem Beamten des Civilſtandes im Or⸗ te, und das Kind wird ihm vorgeſtellt. 56. Die Erklaͤrung der Geburt eines Kindes liegt dem Vater ob. In Ermanglung des Vaters verrichtet ſie der Geſundheitsbeamte oder jede an⸗ dere Perſon, die der Entbindung beigewohnt hat. Wenn aber die Mutter auſſer ihrem Wohnorte niederkoͤmmt; ſo muß die Erklaͤrung oder Angabe von der Perſon geſchehen, wobei ſie niedergekom⸗ men iſt. Die Geburtsacte wird auf der Stelle angefer⸗ fertigt, in Gegenwart zweier Zeugen. 57. Dieſe Acte oder Urkunde enthaͤlt ausdruͤcklich den Tag, die Stunde und den Ort der Geburt, das Geſchlecht des Kindes und die Vornamen, die man ihm geben will, die Vornamen, Namen, das Ge⸗ werb und den Wohnort der Eltern, ſo wie der Zeugen. 58. Wenn jemand ein neugebornes Kind ge⸗ funden hat; ſo ſoll er es dem Beamten des Civil⸗ ſtandes uͤberliefern, ſammt den Kleidern und ſonſti⸗ gen Effecten, die er bei dem Kinde gefunden hat. Zugleich ſoll er alle Umſtaͤnde der Zeit und des Ortes angeben, worunter es iſt gefunden worden. Ueber dieſe Ausſagen wird ein Aufſatz oder Proto⸗ koll angefertigt, worin ebenfalls noch das ſcheinbare Alter des Kindes bemeldet wird, ſo wie ſein Geſchlecht, die Namen, die man ihm giebt, und die buͤrgerli⸗ che Obrigkeit, der man es uͤberliefert. Der Auf⸗ ſatz wird in die Regiſter eingeſchrieben. 59. Wird ein Kind waͤhrend einer Seereiſe geboren, ſo verfaͤhrt man dabei alſo. Die Ge⸗ burtsacte wird innerhalb vier und zwanzig Stun⸗ den angefertigt, und zwar in Gegenwart des Va⸗ ters, wenn er zugegen iſt, und zweier Zeugen, wozu man Offiziere des Schiffes, oder in deren Ermangelung, andere Seeleute nimmt. Auf Schif⸗ fen, die dem Staat gehoͤren, ſetzt dieſe Aete der Beamte der Verwaltung des Seeweſens auf; und auf den Schiffen, die einem Freibeuter oder Han⸗ delsmann gehoͤren, thut es der Capitaͤn, Herr oder Patron des Schiffes. Die Geburtsacte wird hin⸗ ten auf die Rolle des Schiffvolks eingeſchrieben. 60. In dem erſten Hafen, wo das Schiff landet, entweder um blos auszuruhen, oder je⸗ der andern Urſache wegen, die der Abtackelung ausgenommen, haben die Beamten der Seeweſen⸗ verwaltung, der Capitaͤn, Herr oder Patron, die büüt dut Nhu Man tn pun fuad ſans d u b brenſt ſmn, mr) e Ce nn hen nheinn i u 6 iih, 9 — 23— Pflicht, zwei authentiſche Ausfertigungen der Ge⸗ burtsacten, die ſie aufgeſetzt haben, niederzulegen. Iſt naͤmlich der Hafen franzoͤſiſch; ſo geſch ht die Niederlage in der Schreiberei des dort a geſtell⸗ ten Prepoſe der Seeeinſchreibungen: iſt er aber fremd, ſo geſchieht ſie in die Haͤnde des Commiſ⸗ ſairs der Handelsverhäͤlrniſſe. Eine dieſer Ausfertigungen bleibt hinterlegt in dem Buͤreau der Seeeinſchreibungen oder in der Commiſſariatskanzlei: die andere wird dem Mini⸗ ſter des Seeweſens zugeſchickt. Dieſer laͤſt von jeder der beſagten Acten eine Abſchrift verfertigen, beſcheiniget ſie, und ſendet ſie dem Beamten des Civilſtandes des Ortes, wo der Vater des Kindes wohnhaft iſt, oder auch dahin, wo die Mutter wohnt, wenn der Vater nicht bekannt iſt. Dieſe Abſchrift wird ſogleich in die Regiſter eingetragen. 61. Langt das Schiff im Abtackelungshafen an; ſo wird die Schiffsrolle bei dem Prepoſe der Seeeinſchreibungen niedergelegt, und dieſer ſchickt ſodann eine Ausfertigung der Geburtsacte, nach⸗ dem er dieſelbe unterzeichnet hat, an den Beamten des Civilſtandes in dem Wohnorte des Vaters von dem Kinde, oder der Mutter, wenn der Vater unbekannt iſt. Dieſe Ausfertigung wird unverzuͤg⸗ lich in die Regiſter verzeichnet. 6a. Die Acte, wodurch ein Kind anerkannt wird, wird ebenfalls, und zwar nach ihrem Da⸗ 5 — 24— tum, in die Regiſter eingeſchrieben, und wenn eine Geburtsacte das naͤmliche Kind betreffend vorhan⸗ den iſt; ſo geſchieht von der Anerkennung auf dem Rande derſelben Erwaͤhnung.. Drittes Capitel. Von den Heirathsacten. Art. 63. Ehe die Heirath gefeiert und voll⸗ zogen werden kann, wird ſie vom Beamten des Civilſtandes zweimal abgerufen oder verkuͤndigt. Dieſe Abruſungen oder Aufgebote geſchehen acht Tage von einander, an einem Sonntage, und vor der Thuͤr des Gemeindehauſes. Sie ſowohl als die Acte, die daruͤber abgefaſt wird, enthaͤlt aus⸗ druͤcklich die Namen, Vornamen, Gewerb und Wohnort der kuͤnftigen Eheleute, ihre Minderjaͤh⸗ rigkeit oder Grosjaͤhrigkeit, und die Namen, Vor⸗ namen, Gewerb und Wohnort ihrer beiden Eltern. Jene Acte erwaͤhnt uͤberdies der Tage, Oerter und Stunden, wo die Aufgebote geſchehen ſind. Sie wird in ein einziges Regiſter eingetragen. In Anſehung der Numerirung und des Handzu⸗ ges wird es mit dem Regiſter nach Vorſchrift des 41. Art. gehalten. Es wird am Ende eines jeden Jahres in die Kanzlei des Bezirksgerichts nieder⸗ gelegt. 64. Waͤhrend der acht Tage zwiſchen dem erſten und zweiten Aufgebote, wird und bleibt ein 11 ſizu i i, ſa h in 80 katn 7 tn dij — 6 eins han⸗ dem voll⸗ des digt. acht vor lals aus⸗ und rjaͤh⸗ Vor⸗ ltern. HDerter ſind. ragen. andzu⸗ ſt des jeden nieder⸗ n dem iht ein — 25— Auszug aus der Aufgebotsacte an der Thuͤr des Gemeindehauſes angeheftet. Die Heirath darf nicht vollzogen werden vor dem dritten Tage nach jenem des zweiten Aufgebots. Der Tag des zwei⸗ ten Aufgebots wird nicht zu dieſen drei Tagen ge⸗ zaͤlt. 65. Iſt nach dem Ablaufe der fuͤr die Auf⸗ gebote beſtimmten Friſt ein Jahr verſtrichen, ohne daß die Heirath vollzogen worden waͤre; ſo kann ſie nicht vollzogen werden, als nachdem neue Auf⸗ gebote in der hier oben vorgeſchriebenen Form vorgegangen ſind. 66. Die Aecten, wodurch man ſich einer Hei⸗ rath widerſetzt, oder dagegen einſpricht(1) werden von demjenigen, der einſpricht, unterzeichnet, und zwar auf dem Original ſowohl, als auf der Ab⸗ ſchrift. Unterzeichnet der einſprechende Theil ſelb ſt nicht; ſo thut es ſein Bevollmaͤchtigter, der aber hiezu einer beſondern authentiſchen Vollmacht be⸗ darf. Sie werden, mit der Vollmacht in Abſchrift, den Partien in Perſon oder im Wohnort, und dem Beamten des Civilſtandes inſinuirt. Der letztere ſets ſein Viſa auf das Original. 67. Der Beamtt des Civilſtandes iſt gehal⸗ ten, auf dem Regiſter der Aufgebote unverzuͤglich 3* (1) Aatas d'opposition, Einſpruchsaeten. — 26— eine kurze Erwaͤhnung von den geſchehenen Ein⸗ ſpruͤchen zu thun. Eben ſo ſoll er auf dem Ran⸗ de des Blattes, wo die Einſpruͤche eingeſchrieben ſind, die Urteile oder Aeten bemerken, wodurch der Einſpruch abgewieſen wird, und wovon ihm eine Ausfertigung zugeſtellt worden iſt. 68. Thut jemand Einſpruch gegen die Hei⸗ rath; ſo kann ſie der Beamte des Civilſtandes nicht vollziehen, es ſey denn, daß man ihm vor⸗ her die Abweiſungsacte zugeſtellt habe, unter Stra⸗ fe von drei hundert Franken Geldbuſſe und Schad⸗ loshaltung. 69. Wird gagen die Heirath nicht eingeſpro⸗ chen; ſo geſchieht davon in der Heirathsacte Er⸗ waͤhnung: und wenn die Aufgebote in mehrern Gemeinden geſchehen ſind; ſo muß von dem Be⸗ amten des Civilſtandes jeder Gemeinde eine Be⸗ ſcheinigung beigebracht werden, daß kein Einſpruch geſchehen iſt. 70. Der Beamte des Cioilſtandes laͤſt ſich von jedem der kuͤnftigen Eheleute ihren Geburts⸗ ſchein geben. Iſt es aber einem von beiden un⸗ moͤglich ihn beizuſchaffen; ſo kann er den Mangel erſetzen, indem er eine Beſcheinigung beibringt, daß ſeine Geburt, wie er ſie angiebt, landkundig ſey. Die eben bemerkte Beſcheinigung wird von dem Friedensrichter ſeines Geburtsortes oder Wohnor⸗ tes erteilt. k hr hi tricc umd 1 den, b atten ſu nin R n da riu ean w bei nn far Aiin de Er nice m 1 3 rich d iu ti n dwa uhl d n ban Ein⸗ Ran⸗ eben der eine Hei⸗ ndes vor⸗ Stra⸗ had⸗ ſpro⸗ Er⸗ ern Be⸗ Be⸗ pruch t ſich burts⸗ n un⸗ Jangel t, daß g ſey. n dem ohnot' 71. Die Beſcheinigung, wovon im vorherge⸗ henden Artikel die Rede war, enthaͤlt im Weſentli, chen folgendes. Sieben Zeugen, maͤnnlichen oder weiblichen Geſchlechtes, verwandt oder nicht ver⸗ wandt, erklaͤren naͤmlich darin die Namen, Vorna⸗ men, Gewerb und Wohnort des kuͤnftigen Ehe⸗ gatten, ſo wie jene ſeiner Eltern, wenn ſie bekannt ſind; ſie geben ferner darin den Ort an, und ſo⸗ viel moͤglich die Zeit ſeiner Geburt, und die Gruͤn⸗ de, warum die Acte daruͤber nicht beigebracht wer⸗ den koͤnne. Die Zeugen unterſchreiben die Beſchei⸗ nigung mit dem Friedensrichter, und wenn etwa einer nicht unterſchreiben kann, oder es nicht ge⸗ lernt hat, ſo wird deſſen erwaͤhnt. 72. Die naͤmliche Beſcheinigung wird dem Gerichte erſter Inſtanz des Ortes vorgelegt, wo man die Heirath vollziehen will. Das Gericht hoͤrt den Regierungscommiſſaire, und erteilt ſeine Beſtaͤtigung, oder ſchlaͤgt ſie ab, je nachdem es die Erklaͤrungen der Zeugen und die Urſachen, welche die Herbeiſchaffung der Geburtsacte verhin⸗ dern, zulaͤnglich oder unzulaͤnglich findet. 73. Ueber die Einwilligung der Eltern oder Groseltern, oder, wenn dieſe nicht vorhanden ſind, der Familie, wird eine authentiſche Acte angefer⸗ tigt, und dieſe enthaͤlt die Namen, Vornamen, Gewerb und Wohnort des kuͤnftigen Ehegatten ſo⸗ wohl als aller derer, die dabei zugegen waren, und den Grad ihrer Verwandeſchaft. — 28— 74. Die Heirath wird in der Gemeinde voll⸗ zogen, worin einer der beiden Eheleute wohnhaft iſt. In Hinſicht auf die Heirath iſt man dann in einer Gemeinde wohnhaft, wenn man ſich ſechs Monate darin aufgehalten hat.. 75. An dem Tage, der hiezu von den Betei⸗ ligten beſtimmt wird, nach Verlauf der Abrufungs⸗ friſten, verfuͤgt ſich der Beamte des Civilſtandes in das Gemeindehaus, und lieſt ihnen dort in Ge⸗ genwart von vier Zeugen, die verwandt oder nicht verwandt ſind, die hier oben bemerkten Stuͤcke vor, die ſich auf ihren Stand und die Feierlich⸗ keiten der Heirath beziehen. Er lieſt ihnen eben⸗ falls das ſechſte Capitel des Titels von der Ehe vor, welches naͤmlich die gegenſeitigen Rechte und Pflichten der Eheleute enthaͤlt. Er nimmt jedem Theile, einem nach dem andern, die Erklaͤrung ab, daß ſie ſich zum Manne und zum Weibe nehmen wollen, ſpricht dann im Namen des Geſetzes aus, daß ſie ehlich verbunden ſind, und ſetzt unverzuͤg⸗ lich eine Acte daruͤber auf. 76. In der Heirathsacte kommen ausdruͤck⸗ lich vor: 4) Namen, Vornamen, Gewerb, Alter, Ge⸗ burts⸗ und Wohnort der Eheleute; 2) Der Umſtand, ob ſie gros⸗ oder minderjaͤh⸗ rig ſind; — 29— dl, 5) Mamen, Vornamen, Gewerb und Wohnork haff der Eltern;. nin echs 40) Die Einwilligung der Eltern, Groseltern und der Familie im Falle wo ſie noͤthig iſt; 5) Die Ehrerbietigkeitsacten(1) im Fall ſolche etei⸗ 1 ngs, vorhanden ſind; des de 6) Die an den verſchiedenen Wohnorten ge⸗ icht ſchehenen Abrufungen oder Aufgebote; icke nc. 7) Die Einſpruͤche, wenn welche geſchehen ſind, ben⸗ die Verwerfung oder Abweiſung derſelben, Ehe oder Erwaͤhnung, daß kein Einſpruch geſchee und hen iſt; 6 8) Die Erklaͤrung der kontrahirenben Theile, 84 daß ſie ſich gegenſeitig zu Ehegatten nehmen, aus und der Ausſpruch, den der oͤffentliche Be⸗ 38 aammte thut, daß ſie ehlich verbunden ſind; 9) Namen, Vornamen, Alter, Gewerb und dric Wohnort der Zeugen, und ihre Erklaͤrung, lug ob ſie mit den Partien verwandt oder ver⸗ ſchwaͤgert ſind, auf welcher Seite und in 60 welchem Grade. -—— 4 denäh⸗ b() Was ſe ſind, lehrt der 1ör. Artikel. — 3a— Viertes Capitel. Von den Sterbacten. Art. 77. Niemand kann beerdigt werden, es ſey denn, daß der Beamte des Civilſtandes es er⸗ laubt habe. Dieſer giebt die Erlaubnis auf freies Papier und ohne Koſten; er darf ſie aber nicht geben, eh' er ſich zu dem Verſtorbenen hinverfuͤgt hat, um ſich von dem Tode zu uͤberzeugen. Auch ſoll er ſie nicht erteilen vor Ablauf von vier und zwanzig Stunden nach erfolgtem Tode, ausgenom⸗ men in jenen Faͤllen, die in den Polizeiverordnun⸗ gen beſtimmt ſind. 78. Der Beamte des Civilſtandes verfertigt die Sterbacte auf die Erklaͤrung zweier Zeugen. Die beiden Zeugen ſind, wo moͤglich, die zwei naͤchſten Verwandten oder Nachbarn. Wenn aber jemand auſſerhalb ſeines Wohnorts verſchieden iſt; ſo ſind es die Perſonen, wobei er verſchieden iſt, und ein Verwandter oder ſonſt jemand.. 79. Die Sterbacte enthaͤlt die Namen, Vor⸗ namen, Alter, Gewerb und Wohnort des Geſtor⸗ benen; die Namen und Vornamen ſeines Ehege⸗ noſſen, wenn der Geſtorbene verheirathet oder ver⸗ witwet war; die Namen, Vornamen, Alter, Ge⸗ werb und Wohnort der Erklaͤrenden, und die Be⸗ merkung, ob ſie Verwandte, und in welchem Gra⸗ de ſie es ſind. iege ke ſäbn fäcne e derit mnm keriar tig 2 dades n, es s er⸗ freies nicht rfuͤgt Auch und nom⸗ nun⸗ ertigt gen. zwei aber iſt; Jiſt, Vor⸗ eſtor⸗ hege vek⸗ Ge⸗ b He⸗ Gra⸗ — 31— Ferner enthaͤlt dieſe Acte, in ſo weit man Kenntnis davon hat, die Namen, Vornamen, Ge⸗ werb und Wohnort der Eltern des Geſtorbenen, und ſeinen Geburtsort. 30. Stirbt jemand in Militair⸗ oder buͤrger⸗ lichen Spitaͤlern, oder in andern oͤffentlichen Haͤu⸗ ſern; ſo muͤſſen die Obern, Direktoren, Verwalter und Herren dieſer Haͤuſer, in vier und zwanzig Stunden, dem Beamten des Civilſtandes Nachricht davon geben, der ſich an Ort und Stelle verfuͤgt, um ſich von dem Tode zu uͤberzeugen. Er ſetzt daruͤber eine Acte auf nach Vorſchrift des vorher⸗ gehenden Artikels, und nach Maßgabe der Erklaͤ⸗ rungen, die man ihm thut, und der Erkundigun⸗ gen, die er eingezogen hat. In beſagten Spitaͤlern und Haͤuſern werden uͤber dies beſondere Regiſter gehalten, und in die⸗ ſelben dieſe Erklaͤrungen und Erkundigungen ver⸗ zeichnet. Sobald der Beamte des Cioilſtandes die Sterbacte angefertigt hat, ſchickt er ſie an den Be⸗ amten des Civilſtandes in dem Orte, wo der Ge⸗ ſtorbene zuletzt wohnhaft war, und der letztere traͤgt ſie in die Regiſter ein. 81. Finden ſich Zeichen eines gewaltſamen Todes vor, oder laͤſt ſich derſelbe aus ſonſtigen Anzeigen und Umſtaͤnden vermuthen; ſo kann die — 32— Beerdigung nicht geſchehen, es ſey denn, daß fol⸗ gendes beobachtet worden. Ein Polizeibeamter muß naͤmlich uͤber den Befund des todten Koͤr⸗ pers und die ſich darauf beziehenden Umſtaͤnde, einen Aufſatz angefertigt, und darin alles bemerkt haben, was er uͤber die Namen, Vornamen, Alter, Gewerb, Geburts⸗ und Wohnort des Verblichenen in Erfahr hat bringen koͤnnen. 82. Der Polizeibeamte iſt gehalten, dem Be⸗ amten des Civilſtandes an dem Orte, wo die Per⸗ ſon geſtorben iſt, unverzüͤglich alle Aufklaͤrungen zu uͤbermachen, die ſein ſchriftlicher Aufſatz ent⸗ haͤlt. Nach Angabe dieſer Aufklaͤrungen wird die Sterbacte angefertigt. Der eben gedachte Beamte des Civilſtandes ſchickt eine Ausfertigung der Sterbacte an den naͤmlichen Beamten des Orts, wo die verſtorbene Perſon wohnhaft war, wenn dieſer Ort bekannt iſt. Dieſe Ausfertigung wird in die Regiſter ein⸗ getragen. 83. In den erſten vier und zwanzig Stun⸗ den nach Vollziehung der Todesurteile, verfertigen die Gerichtſchreiber der peinlichen Gerichte eine Notiz uͤber alle im Art. 79 angefuͤhrten Aufklaͤ⸗ rungen, und ſchicken ſie dem Beamten des Civil⸗ ſtandes in dem Orte, wo das Urteil an dem Ver⸗ urteilten iſt vollzogen worden, damit dieſer danach die Sterbacte anfertigen koͤnne. iigii 9 ü fol⸗ ramter Koͤr⸗ ͤnde, emerkt Alter, henen 1 Be⸗ Per⸗ ungen ent⸗ d die andes den rbene kannt „ein⸗ Stun⸗ ertigen e eine kufkl⸗ Lioil⸗ Ver⸗ anach 33— 34. Stirbt jemand in einem Gefaͤngniſſe oder Zwangs⸗ und Verwahrungshauſe; ſo giebt der Ver⸗ walter oder Aufſeher auf der Stelle dem Beamten des Civilſtandes Nachricht davon. Nach Vorſchrift des Art. 80 verfuͤgt ſich ſodann der benannte Be⸗ amte dahin, und ſetzt die Sterbacte auf. ½ 85. In allen Faͤllen, wo jemand eines ge⸗ waltſamen Todes, oder in einem Gefaͤngniſſe oder ſonſtigen Verwahrungshauſe geſtorben, oder ſelbſt auf richterlichen Spruch hingerichtet worden iſt, wird dieſer Umſtaͤnde in den Regiſtern gar nicht erwaͤhnt, und hat man ſich in Anfertigung der Sterbakte einzig nach der Vorſchrile des 79. Art. zu richten. 86. Ueber Sterbfäle, die ſich auf Seefahr⸗ ten ereignen, wird in den erſten vier und zwanzig Stunden, in Gegenwart zweier Zeugen, eine Acte aangefertigt. Die Zeugen nimmt man aus den Offizieren des Schiffes, oder in Ermangelung der⸗ ſelben, aus dem Schiffsvolke. Iſt nun das Schiff ein Staatsſchiff, ſo ſetzt der Beamte der Seewe⸗ ſensverwaltung dieſe Acte auf; gehoͤrt es aber ei⸗ nem Kaufmann oder Freibeuter, ſo thut es der Capitaͤn, Herr oder Patron des Schiffes. Die Sterbacte wird hinten auf die Schiſfevvltsrolle eingeſchrieben. 87. Sobald das Schiff in einen Hafen ein⸗ laͤuft, es ſey nun um auszuruhn oder jeder an⸗ dern Urſache wegen, jene der Abtackelung ausge⸗. nommen; werden zwei Ausfertigungen der Sterb⸗ acten nach Vorſchrift des 60. Art. hinterlegt Die Hinterlegung haben zu beſorgen die Beamten der Verwaltung des Seeweſens, der Capitaͤn, Herr oder Patron des Schiffes, welche die Acte ange⸗ fertigt haben. Wenn das Schiff in den Abtackelungshafen einlaͤuft; ſo geſchieht die Hinterlegung der Schiff⸗ volksrolle in dem Buͤreau des Prepoſe der See⸗ einſchreibung, welcher eine Ausfertigung der Sterb⸗ akte veranſtaltet, ſie unterzeichnet, und dem Beam⸗ ten des Civilſtandes an dem Orte zuſchickt, wo der Geſtorbene wohnhaft war. Dieſe Ausferti⸗ gung wird ſogleich in die Regiſter eingetragen. Fuͤnftes Capitel. Von den Acten des Civilſtandes, Millitairperſonen betreffend, die ſich auſſer dem Gebiete der Republik befinden. Art. 88. Was bisher uͤberhaupt uͤber die Form der Acten des Civilſtandes verfuͤgt worden, iſt auch verbindlich in Ruͤckſicht auf diejenigen, welche auſſerhalb des Gebietes der Republik ange⸗ fertigt werden, und Militair⸗ oder ſonſtige Perſo⸗ nen zum Gegenſtande haben, die im Gefolge der Armeen angeſtellt ſind. Dabei aber ſind folgende beſondere Verfuͤgungen zu beobachten. 1 D! w mn! uli n d il anlch lung kM R. lan ſit Aan fibngr n 44 mä in dans kihe 94 wmein u6. Sterd, Die der Herr ange⸗ zhafen chiff⸗ See⸗ terb⸗ eam⸗ wo fertis . en die ꝛden, igen, unge⸗ erſo⸗ der ende — 35— 39. Der Quartiermeiſter in jedem Corps ei⸗ nes oder mehrerer Bataillone oder Schwadronen, und der kommandirende Hauptmann in jedem an⸗ dern Corps, verſehen die Stelle des Beamten des Civilſtandes. Was die Offiziere ohne Truppen und die Perſonen betrift, welche bei der Armee an⸗ geſtellt ſind: ſo verſieht in Ruͤckſicht auf ſie den naͤmlichen Dienſt der bei der Armee oder Abtei⸗ lung befindliche Revuͤeinſpector. 90. Bei jedem Truppencorps wird ein Regi⸗ ſter gefuͤhrt, und darin die Acten des Civilſtandes verzeichnet, welche die in dieſem Corps befindli⸗ chen Individuen veranlaſſen. Ein anderes Regiſter wird gefuͤhrt bei dem Stab der Armee oder Ar⸗ meeabteilung, und enthaͤlt jene Civilacten, welche die Offiziere ohne Truppen und ſonſtige bei der Armee angeſtellte Perſonen veranlaſſen. Dieſe Re⸗ giſter werden verwahrt, wie die andern Regiſter der Truppenabteilungen oder Staͤbe, und in die Kriegsarchive hinterlegt, ſo bald die Truppenab⸗ teilungen oder Armeen auf das Gebiet der Repu⸗ blik zuruͤckgekommen ſind. 91. Die Pflicht, die Regiſter zu numeriren und einen Handzug darauf zu ſetzen, hat in jedem Corps der Offizier, der es befehligt, und bei den Staͤben, der Chef des Generalſtabs. 92. Die Angabe der Geburten geſchieht bei der Armee in den erſten zehn Tagen nach der Niederkunft. 93. In den erſten zehn Tagen nach der Ein⸗ ſchreibung einer Geburtsacte in beſagtes Regiſter macht der Offizier, dem die Fuͤhrung des Civil⸗ regiſters obliegt, einen Auszug davon, und ſendet ihn an den Beamten des Civilſtandes in dem Or⸗- te, wo der Vater des Kindes, oder wenn dieſer nicht bekannt iſt, die Mutter zuletzt gewohnt hat. 94. Die Eheverkuͤndigungen oder Aufgebote der Militair⸗ oder ſonſtigen im Gefolge der Armeen angeſtellten Perſonen geſchehen in ihrem letzten Wohnorte. Ueberdies iſt in ihrer Ruͤckſicht noch folgendes zu beobachten. Fuͤnf und zwanzig Tage naͤmlich vor der Trauung wird das Aufgebot in die Tagsordre geſetzt, und zwar in die Tagsordre des Corps, wenn die abzurufende Perſon zu einem ſolchen gehoͤrt, und in die Tagsordre der Armee oder Armeeabteilung, wenn jene Perſon ein Offi⸗ zier ohne Truppen oder ſonſt ein Angeſtellter iſt, der dazu gehoͤrt. 95. Unmittelbar nach der Einſchreibung einer uͤber die Trauung aufgeſetzten Acte in das Regi⸗ ſter, veranſtaltet der Offizier, dem die Fuͤhrung deſſelben obliegt, eine Ausfertigung davon, und ſendet ſie dem Beamten des Civilſtandes an dem Orte, wo die nunmehrigen Eheleute zuletzt wohn⸗ haft waren.. 96. Die Sterbacte ſetzt bei jedem Corps der Quartiermeiſter auf, und in Ruͤckſicht auf die Of⸗ din. iſtet vil⸗ ndet Or. jeſer hat. bote geen ten och age in rdre nem mee ffi⸗ iſt iner tegi⸗ ung und dem hu⸗ der of⸗ — 37— fiziere ohne Truppen und ſonſtige Angeſtellten, thut es der Revuͤeinſpeckor der Armee, auf das Zeug⸗ nis dreier Zeugen. Ein Auszug aus dieſen Regi⸗ ſtern wird in zehn Tagen Zeit dem Beamten des Civilſtandes an dem Orte geſandt, wo der Ver⸗ ſtorbene zuletzt wohnhaft war. 97. Stirbt jemand in den wandelbaren oder feſten Militairſpitaͤlern; ſo iſt der darin angeſtellte Director gehalten, eine Aete daruͤber anzufertigen, und dem Quartiermeiſter des Corps, oder dem Revuͤeinſpector der Armee oder Armeeabteilung zu uͤberſenden, wozu der Verſtorbene gehoͤrte. Die letztern ſchicken ſodann eine Ausfertigung davon an den Beamten des Civilſtandes in dem Orte, wo der Verſtorbene zuletzt mohnhaft war. 98. In allen Faͤllen, wo dem Beamten des Civilſtandes im Wohnorte der Beteiligten Ausfer⸗ tigung einer Civilacte von der Armee uͤberſchickt wird, traͤgt er dieſelbe unserzüͤglich in die Regi⸗ ſier ein. Secſtes Capi tel. Von Berichtigung der Civilſtandsacten. Art. 99. Wenn die Berichtigung einer Acte uͤber den Civilſtand gefodert wird; ſo hat das ge⸗ eignete Gericht, auf Antrag des Regierungscom⸗ miſſaires, uͤber eine ſolche Foderung zu ſprechen, — 38— jedoch mit Vorbehalt der Appel oder Abberufung. Die Beteiligten werden vorbeſchieden nach Befin⸗ den. 100. Zu keiner Zeit kann ein ſolches Berich⸗ tigungsurteil irgend einem Beteiligten entgegenge⸗ ſetzt werden, wenn dieſer es nicht geſodert hat, oder wenn er nicht dazu iſt beſchieden worden. 101. Sobald die Berichtigungsurteile dem Beamten des Civilſtandes zugeſtellt ſind; traͤgt er ſie in die Regiſter ein, und thut am Rande der berichtigten Acte Erwaͤhnung davon. Dritter Titel. Von dem Wohnorte(1). 102. Man uͤbt ſeine buͤrgerlichen Rechte in ſeinem Wohnorte aus. Der Wohnort eines jeden Fraanzoſen aber iſt in dieſer Hinſicht derjenige Ort, wo er ſeine Hauptniederlaſſung hat(2). 103. Die Aenderung des Wohnorts geſchieht durch zwei vereinte Umſtaͤnde, naͤmlich dadurch, 4 (1) Geſetz vom 23. Ventoſe rr. Jahrs, promulgirt den 3. Germinal 11. (2]) Domicile, Wohnort, der Ort, wo jemand wohn⸗ haft iſt, der Ort, wo der Menſch, der im Genuſ⸗ ſe ſeiner Rechte iſt, ſich haͤuslich niedergelaſſen, und den er zum Sitze ſeiner Gluͤcksguͤter auser⸗ ſehen hat, aus dem er, wie aus einem Mittel⸗ telpunkte, ſeine Geſchaͤfte rund umher betreibt, und den er nicht verlaͤſt, als mit dem Verlangen und der Hofnung zuruͤckzukehren, ſobald die ur. ſache ſeiner Entfernung aufhoͤrt. — 40— daß jemand wirklich an einem andern Orte ſich aufhaͤlt, und dabei die Abſicht hat, daſelbſt ſeine Hauptniederlaſſung zu errichten. 104. Die Abſicht wird bewieſen durch eine ausdruͤckliche Erklaͤrung, die jemand von ſich giebt ſowohl vor der Munizipalitaͤt des Ortes, den er verlaͤſt, als vor der Munizipalitaͤt des Ortes, wo er ſich wohnhaft niedergelaſſen hat. 105. Iſt aber eine ſolche ausdruͤckliche Er⸗ klaͤrung nicht vorhanden; ſo haͤngt der Beweis der Abſicht von den Umſtaͤnden ab(1). 106. Wird jemand zu einem Amte berufen, das nur eine gewiſſe Zeit waͤhrt, oder das ihm zu jeder Zeit kann genommen werden; ſo behaͤlt er ſeinen vorigen Wohnort, es ſey denn, daß er eine entgegengeſetzte Abſicht an Tag gelegt habe. 107. Nimmt aber jemand ein Amt an, das ihm auf Zeit ſeines Lebens erteilt wird; ſo zieht dies von ſelbſt und unmittelbar die Verlegung des Wohnorts nach ſich, und der Beamte wird in die⸗ ſem Falle an jenem Orte wohnhaft, wo er ſein Amt verſehen muß. 108. Die verheirathete Frau hat keinen an⸗ dern Wohnort als den ihres Mannes. Der Min⸗ (1) Woruͤber das Richteramt zu urteilen hat. — 4— derjaͤhrige, der nicht emancipirt,(oder vaͤterlicher, oder ſonſtiger geſetzlicher Aufſicht entlaſſen iſt,) hat ſeinen Wohnort bei ſeinen Eltern oder bei ſei⸗ nem Vormund. Der Grosjaͤhrige, dem die Ver⸗ waltung ſeines Vermoͤgens genommen iſt(1), hat ſeinen Wohnort bei ſeinem Curator oder Verwal⸗ ter ſeiner Guͤter. 109. Der Grosjaͤhrige, der gewoͤhnlicher Weiſe bei andern dient oder arbeitet, hat den naͤm⸗ lichen Wohnort, wie die Perſon, bei der er dient oder arbeitet, vorausgeſetzt, daß er mit ihr in dem naͤmlichen Hauſe wohnt. 110. An dem Wohnorke des Verſtorbenen eroͤfnet ſich die Succeſſion oder die Erbfolge. 4 111. Bei Anfertigung einer Acte koͤnnen bei⸗ de Theile, oder auch einer von beiden, um die Vollzie⸗ hung der dadurch beurkundeten Willenserklaͤrung zu erhalten, zu ihrem Wohnort einen andern Ort erwaͤhlen, als derjenige Ort iſt, wo ſie wirklich wohnen: iſt dies der Fall; ſo koͤnnen alle Inſinuationen, Foderun⸗ gen und gerichtliche Verfolgungen in dieſem be⸗ dungenen Wohnorte und vor dem Richter deſſel⸗ ben geſchehn; nur muͤſſen jene Inſinuationen, Foderungen und gerichtlichen Verſolgungen blos jene Acte betreffen. — K X X ☛—** (1) Le majeur anterdit. ZBierter LTLitel. Von Abweſenden(1). Erſtes Capitel. Von vermutheter Abweſenheit. 112. Wenn jemand, den man fuͤr abweſend haͤlt, keinen bevollmaͤchtigten Geſchaͤftstraͤger er⸗ nennt hat, und es dennoch noͤthig wird, fuͤr die Verwaltung ſeiner zuruͤckgelaſſenen Guͤter, ganz oder theilweiſe, zu ſorgen; ſo wenden ſich die in⸗ (1) Geſetz vom 24. Ventoſe 11. Jahrs, promulgirt den 4. Germinal 11. J. Unter Abweſenden verſteht man hier blos die⸗ jenigen, welche ſich aus ihrem gewoͤhnlichen Auf⸗ enthaltsorte entfernt haben, ohne daß man weiß⸗ wohin, und ohne daß man Nachricht von ihnen hat. ſend er⸗ r ie ganz ſe in⸗ zulgirt dit⸗ Auf⸗ weiß/ ihnen tereſſirten Theile an das Gericht erſter Inſtanz, welches auf ihren Antrag das Noͤthige verfuͤgt. 113. Auf das Geſuch der fleißigſten Partie beſtellt das Gericht einen Notaire fuͤr die muth⸗ maßlich Abweſenden, um ſie bei Inventarien, Rech⸗ nungen, Theilungen und Liquidationen, worin es auf ihren Vor⸗ oder Nachtheil ankoͤmmt, zu ver⸗ treten. 114. Den Commiſſairen der Regierung liegt es beſonders ob, fuͤr den Nutzen muthmaßlich ab⸗ weſender Perſonen zu wachen: ſie ſollen uͤber alle Klagen vernommen werden, die ſie betreffen. Zweites Capikel. Von Erklaͤrung der Abweſenheit. Art. 115. Die foͤrmliche Erklaͤrung, daß je⸗ mand abweſend iſt, kann nachgeſucht werden, wenn er aufgehoͤrt hat, ſich an ſeinem Wohnorte oder an dem Orte, wo er ſich aufhielt, ſehen zu laſſen, und wenn man ſeit vier Jahren keine Nachricht mehr von ihm gehabt hat. Sie wird von den nauailaten bei dem Gericht erſter Inſtanz nachge⸗ ucht. 116. Um ſich von der Abweſenheit zu uͤber⸗ zeugen, befiehlt das Gericht, auf Anſicht der Acten und Beweisſtuͤcke, die man ihm vorlegt, daß con⸗ — 44— trabietoriſch mit dem Regierungscommiſſaire(1) zu einer Unterſuchung zu ſchreiten ſey. Die Unterſu⸗ chung hat ſodann Statt ſowohl in dem Bezirke des Wohnorts, als in dem Bezirke des bloßen Aufenthaltsortes, im Falle dieſelben nicht bi⸗ naͤm⸗ lichen ſind. 117. Indem das Gericht uͤber jenes Geſuch entſcheidet, hat es uͤbrigens gehoͤrige Ruͤckſicht zu nehmen auf die Gruͤnde der Abweſenheit, und auf die Urſachen, die etwa verhindern konnten, von dem muthmaßlich Abweſenden Nachricht zu er⸗ halten. 118. Sobald die Vorbeſcheide ſowohl als Endurteile erlaſſen ſind, ſendet ſie der Regierungs⸗ commiſſaire an den Grosrichter, Miniſter der Ge⸗ rechtigkeitspflege, und diele hat die Pflicht, ſte kund zu machen. 119. Das Urteil, welches die foͤrmliche Er⸗ klaͤrung, daß jemand abweſend iſt, enthaͤlt, kann nicht erlaſſen werden, als ein Jahr nach jenem Urteil, welches die Unterſuchung verordnete, C) d. h. in Gegenwart deſſelben, und ſo, daß er dabei gehoͤrt werde, und ſo zu ſagen im Ramen des Abweſenden zuftrete. bn taadi dai e — Drittes Capitel. Von den Wirkungen der Abweſenheit. Erſter Abſchnitt. Von den Wirkungen der Abweſenheit in Hinſicht auf dit Guͤter, welche der Abweſende am Tage ſeines Verſchwindens beſas. Art. 120. Kraft des Endurteils, welches die Abweſenheit erklaͤrt, koͤnnen ſich die Erben des Abweſenden in den einſtweiligen Beſitz ſeiner Guͤ⸗ ter ſetzen laſſen, jedoch nur unter folgenden Ein⸗ ſchraͤnkungen. Der Abweſende muß keinen Bevoll⸗ maͤchtigten fuͤr die Verwaltung ſeiner Guͤter zuruͤck⸗ gelaſſen haben; das Geſuch muß von denjenigen geſchehen, die am Tage ſeines Verſchwindens oder wo man die letzte Nachricht von ihm erhalten hat, ſeine muthmaßlichen Erben waren; ſie können nur den Beſitz jener Guͤter fodern, die dem Abweſen⸗ den an dem Tage zugehoͤrten, wo er verreiſte, oder wo die letzten Nachrichten von ihm eingelaufen ſind; endlich muͤſſen ſie fuͤr die Sicherheit ihrer Verwaltung gehoͤrige Buͤrgſchaft leiſten. 121. Wenn der Abweſende einen Bevollmaͤch⸗ tigten zuruͤckgelaſſen hat; ſo koͤnnen ſeine muth⸗ maßlichen Erben dann erſt dahin antragen, daß die Abweſenheit foͤrmlich erklaͤrt, und ihnen der vorlaͤufige Beſitz eingeraͤumt werde, wenn zehn vol⸗ 76 le Jahre nach ſeinem Verſchwinden, oder nach den letzten Nachrichten von ihm, verfloſſen ſind. 122. Das naͤmliche gilt, wenn die vom Ab⸗ weſenden zuruͤckgelaſſene Vollmacht aufhoͤrt(1); und in dieſem Falle wird fuͤr die Verwaltung ſei⸗ ner Guͤter geſorgt, wie im eiſtun Eapitel vorge⸗ ſchrieben iſt. 125. Wenn die muthmaßlichen Erben den vorlaͤufigen oder einſtweiligen Beſitz erlangt haben; ſo wird das Teſtament, wenn eins vorhanden iſt, eroͤfnet. Die Eroͤfnung geſchieht auf das Geſuch der Beteiligten oder auf den Antrag des Regie⸗ rungscommiſſatres beim Gerichte, und nun koͤnnen die Legatare(2), Geſchenknehmer; ſo wie alle die⸗ jenigen, die auf das Eigentum des Abweſenden ſolche Rechte hatten, welche von ſeinem Tode wie von einer Bedingung abhiengen, dieſe Rechte aus⸗ uͤben, jedoch nur vor der Hand, und unter Lei⸗ ſtung gehoͤriger Vücgſchaft (1) 3. B. turs Tod oder ſonſtige Hinderung des Bevollmaͤchtigten. (2) Legatar im engern Sinne iſt derjenige, dem in einem Teſtamente oder in einer ſonſt guͤltigen letzten Willensverordnung einzelne. Sachen oder Summen vermacht ſind. Allgemein und nach unſerm Rechte heiſt Legatar ein jeder, der in ei⸗ nem Teſtamente oder einer letzten Willensverord⸗ nung auf irgend eine Weiſe bedacht worden. den Ab⸗ ¹); ſei⸗ ge⸗ en en; iſt, ich gie⸗ nen die⸗ den wie us⸗ Lei⸗ d t it tiget oder lach nei⸗ kord⸗ — 47— 124. Wenn unter den Ehegenoſſen eine Ge⸗ meinſchaft der Guͤter beſtand, und der Zuruͤckge⸗ laſſene verlangt, daß dieſelbe ferner beſtehe; ſo kann er verhindern, daß jemand einſtweilen in Be⸗ ſitz geſetzt werde, und diejenigen Rechte ausuͤbe, welche von dem Tode des Abweſenden wie von einer Bedingung abhiengen. Er kann ferner vor⸗ zugsweiſe die Verwaltung der Guͤter des Abwe⸗ ſenden uͤbernehmen oder fortſetzen. Verlangt aber der Ehegenoſſe die einſtweilige Aufloͤſung der Guͤ⸗ tergemeinſchaft; ſo kann er das Recht der Zuruͤck⸗ nahme und alle ſeine geſetzlichen und vertragmaͤßi⸗ gen Rechte ausuͤben, mit dem Bedinge, daß er Buͤrgſchaft leiſte fuͤr jene Gegenſtaͤnde, welche der Wiedererſtattung faͤhig ſind. Iſt es die Gattinn, welche die Fortdauer der Guͤtergemeinſchaft vorzieht; ſo behaͤlt ſie das Recht, in der Folge Verzicht darauf zu leiſten. 125. Der einſtweilige Beſitz iſt nur als ein in Verwahrung gegebenes Gut zu betrachten; er giebt denen, die ihn erhalten, die Verwaltung der Guͤter des Abweſenden, und macht ſie pflichtig, ihm Rechenſchaft abzulegen, wenn er entweder wie⸗ der erſcheint, oder wenn Nachricht von ihm ein⸗ geht. 3 126. Nach der Einſetzung in den einſtweili⸗ gen Beſitz muß zur Verfertigung eines Inventari⸗ ums oder Verzeichniſſes der beweglichen Habe und — 43— der Urkunden des Abweſenden geſchritten werden. Hiefuͤr zu ſorgen, liegt ſowohl denjenigen ob, wel⸗ che den einſtweiligen Beſitz erlangt haben, als dem Ehegenoſſen, der etwa die Fortdauer der Guͤterge⸗ meinſchaft gewaͤhlt hat. Es geſchieht in Gegen⸗ wart des Regierungscommiſſaires beim Gericht er⸗ ſter Inſtanz, oder eines Friedensrichters, den der Commiſſaire dazu aufgefodert hat. Das Gericht veroronet nach Befinden, daß die ganze bewegliche Habe oder ein Theil davon ver⸗ kauft werde, und in dieſem Falle werden ſowohl die Kaufſchillinge als die verfallenen Fruͤchte wie⸗ der verwendet. Zu ihrer Sicherheit koͤnnen auch diejenigen, welche den einſtweiligen Beſitz erlangt haben, be⸗ gehren, daß die unbeweglichen Guͤter von einem Werkverſtändigen, den das Gericht ernennt, be⸗ ſichtigt werden, um ihren Zuſtand aufzunehmen und zu beſcheinigen. Der Bericht uͤber den Be⸗ fund wird in Gegenwart des Regierungscommiſ⸗ ſaires beſtaͤtigt, und das, was er an Koſten ver⸗ anlaſt, von der Habe des Abweſenden genommen. 127. Koͤmmt der Abweſende vor dem Ver⸗ laufe von fuͤnfzehn Jahren, von dem Tage ſeines Verſchwindens an gerechnet, wieder zum Vorſchein; ſo ſind diejenigen, welche den einſtweiligen Beſitz oder die geſetzliche Verwaltung, und mithin den Geuunß ſeiner Guͤter gehabt haben, nur gehalten, ihm den fuͤnften Theil der Einkuͤnfte zu erſtatten; erſcheint er aber erſt wieder nach dem Verlaufe von fuͤnfzehn Jahren, ſo geben ſie ihm nur den zehnten Theil zuruͤck. Nach einer Abweſenheit von dreißig Jahren gehoͤren ihnen die Einkuͤnfte ganz. 128. Wer nur vermoͤge der einſtweiligen Be⸗ ſitzergreifung im Genuſſe iſt, darf die unbewegli⸗ chen Guͤter des Abweſenden nicht veraͤußern, noch mit Hypothek beſtricken(1). 129. Wenn die Abweſenheit dreißig ganzer Jahre lang gedauert hat von dem Augenblicke an gerechnet, wo die Einſetzung in den einſtweiligen Beſitz Statt gehabt, oder wo der Ehegenoſſe, der in einer Guͤtergemeinſchaft lebte, die Verwaltung der Guͤter des Abweſenden uͤbernommen hat, oder wenn von der Geburt des Abweſenden an gerech⸗ net, hundert Jahre verfloſſen ſind; ſo hoͤrt die Wirkung der Buͤrgſchaften auf, alle, die dazu ein Recht haben, koͤnnen fodern, daß die Guͤter des Abweſenden geteilt, und ſie in den endlichen Be⸗ ſitz geſetzt werden. Die Einſetzung geſchieht vom Gericht erſter Inſtanz. *) d. h. ſeinem Glaͤubiger durch Eintragung in die Hypothekenbuͤcher kein dingliches Recht zu deſſen Sicherheit darauf geben. — 50— 130. Der Erbanfall iſt vorhanden an dem Tage, wo der Abweſende erweislich geſtorben iſt, und ſeine Erbſchaft faͤllt mithin an jene Erben, welche zu dieſer Zeit die naͤchſten waren. Diejeni⸗ gen, welche die Guͤter des Abweſenden im Ge⸗ nuſſe gehabt, ſind demnach gehalten, ſie obruͤck zu erſtatten, mit Ausnahme der Fruͤchte, die ih⸗ nen vermoͤge des Art. 127. eigentuͤmlich verfallen ſind. 131. Wenn, waͤhrend des einſtweiligen Be⸗ ſitzes, der Abweſende wieder zum Vorſchein koͤmmt, oder bewieſen wird, daß er noch lebt; ſo hoͤren alle Wirkungen des Urteils auf, welches die Ab⸗ weſenheit erklaͤrt hat. Jedoch koͤnnen nach Befin⸗ den, zur Verwaltung ſeiner Guͤter, diejenigen Maß⸗ regeln Statt haben, deren im Iſten Capitel er⸗ waͤhnt iſt. 132. Wenn der Abweſende wieder erſcheint, oder ſein Daſeyn bewieſen wird, nachdem die Ein⸗ ſetzung in den endlichen Beſitz ſchon geſchehen iſt; ſo erhaͤlt er ſeine Guͤter wieder in dem Zuſtande, worin er ſie findet. Sind ſie veraͤußert, ſo erbaͤlt er die Kaufſchillinge wieder: ſind dieſe auch nicht mehr vorhanden, ſo gehuͤhrt ihm das, was mit den Kaufſchillingen iſt erworben worden. 135. Die naͤmliche Befugnis, die im vorher⸗ gehenden Artikel dem Abweſenden ſelbſt geſtattet worden, naͤmlich die Ruͤckerſtattung ſeines Vermoͤ⸗ gens zu fordern, haben auch ſeine Kinder und uͤbri⸗ — 51— gen Abkoͤmmlinge in gerader Linie, wenn ſie ſich in den dreißig Jahren, von der endlichen Beſitz⸗ ergreifung an gerechnet, melden. 154. Iſt einmal die Abweſenheit durch ein Urteil erklaͤrt; ſo kann jemand, der gegen den Ab⸗ weſenden Anſpruͤche hat, dieſe Anſpruͤche nicht an⸗ derſt geltend machen, als gegen jene Perſonen, die in den Beſitz der Guͤter ſind geſetzt worden, oder denen die geſetzliche Verwaltung derſelben uͤbertra⸗ gen iſt. Zweiter Abſchnitt. Von den Wirkungen der Abweſenheit in Ruͤckſicht auf jene Rechte des Abweſenden, die von irgend einem Ereigniſſe abhaͤngen. Art. 135. Wer ein Recht in Anſpruch nimmt, das einem Menſchen anverfallen iſt, von dem man nicht weiß, ob er noch lebt, muß beweiſen, daß dieſer Menſch zu der Zeit noch lebte, wo das Recht faͤlig ward. Solange er dieſen Beweis nicht lie⸗ fert, wird er mit ſeiner Foderung abgewieſen. 136. Ereignet ſich ein Erbanfall, oder wird eine Erbſchaft eroͤfnet, wozu ein Menſch berufen iſt, von dem man nicht weiß, ob er noch lebt; ſo wird dieſer Menſch davon ausgeſchloſſen, und die Erbſchaft faͤllt an denjenigen, womit er dem Rech⸗ te nach zugleich geerbt haͤtte, oder an diejenigen, de⸗ — 532— nen in ſeiner Ermangelung die Erbſchaft zugefallen waͤre. 137. Die Verfuͤgungen der beiden vorgehen⸗ den Artikel beſtehen ohne Nachtheil der Erbſchafts⸗ klage und andern Rechte, welche dem Abweſenden, oder denjenigen, welche ihn vertreten oder ſeine Anſpruͤche uͤbernommen haben, zukommen, und jene Klage und Rechte erloͤſchen nur durch den Verlauf der Zeit, den auch die Verjaͤhrung erfodert. 138. So lange ſich der Abweſende nicht ſelbſt einſtellt, oder ſo lange die Klagen nicht durch ihn und in ſeinem Namen angehoben werden, gewin⸗ nen und behalten die, welche die Erbſchaft ange⸗ treten haben, die redlich(1) eingenommenen Fruͤchte. Dritter Abſchnitt. Von den Wirkungen der Abveſenheit in Ruͤckſicht auf die Ehe. Art. 139. Hat ſich der zuruͤckgelaſſene Ehe⸗ genoſſe in eine neue ehliche Verbindung eingelaſſen; ſo kann blos der abweſende Gatte ſelbſt dieſe Ehe angreifen, oder es durch einen Bevollmaͤchtigten (1) Pergus de bonne foi, bona ſide. — 58— thun laſſen. Der letztere muß aber den Beweis beibringen, daß der Abweſende noch lebt. 140. Hat der abweſende Ehegenoſſe keine Verwandten hinterlaſſen, die faͤhig ſind, ihn zu erben; ſo iſt der zuruͤckgelaſſene Ehegenoſſe berech⸗ tigt, die Einſetzung in den einſtweiligen Beſitz zu fodern. Viertes Capitel. Von der Aufſicht uͤber die minderjaͤhrigen Kinder eines vermißten Vaters. Art. 141. Wenn der Vater zur Zeit, wo er verſchwand, minderjaͤhrige Kinder zuruͤckgelaſſen hat, welche aus einer gemeinſchaftlichen Ehe mit der zuruͤckgebliebenen Mutter herkommen; ſo hat dieſe die Aufſicht uͤber ſie, und ſie uͤbt alle Rechte des Mannes aus, in ſo weit ſie ihre Erziehung und die Verwaltung ihrer Guͤter zum Gegenſtande haben. 142. Sechs Monate nach der Zeit, wo der Vater vermißt ward, wenn die Mutter um dieſe Zeit verſtorben war, oder wenn ſie ſtirbt, ehe die Abweſenheit deſſelben gerichtlich erklaͤrt worden, tritt der Familienrath zuſammen, und uͤbertraͤgt die Aufſicht uͤber die Kinder den naͤchſten Bluts⸗ freunden in aufſteigender Linie, und, wenn deren keine vorhanden ſind, einem einſtweiligen Vor⸗ 143. Eben ſo wird es gehalten, wenn der vermißte Ehegenoſſe minderjaͤhrige Kinder zuruͤck⸗ laͤßt, die aus einer vorherigen Ehe herkommen. Fuͤnfter Tit el. Von der Ehe(1). Erſtes Capitel. Von den zur Schließung einer Ehe erforderlichen Eigen⸗ ſchaften und Bedingungen. 144. Da ⸗ Mann kann keine Ehe ſchließſen, eh' er volle achtzehn Jahre alt iſt; das Weib kann keine Ehe ſchließen, eh' ſie fuͤnfzehn volle Jahre zaͤhlt. 145. Jedoch iſt die Regierung befugt, aus wichtigen Gruͤnden in Ruͤckſicht auf das Alter zu diſpenſiren. —— (1) Geſetz vom 26. Ventoſe 11. Jahrs, promulgirt den 6. Germinal 11. — 56— 146. Ohne Einwilligung giebt es keine Ehe. 147. Vor Aufloͤſung der erſten Ehe kann man keine zweſte ſchließen. 148. Soͤhne, wenn ſie nicht volle fuͤnf und zwanzig Jahre, und Toͤchter, wenn ſie nicht volle ein und zwanzig Jahre alt ſind, koͤnnen ohne die Einwilligung ihrer beiden Eltern keine Ehe ſchlie⸗ ßen. Sind die Eltern in dieſer Hinſicht nicht ei⸗ nig; ſo iſt die Einwilligung des Vaters allein hin⸗ reichend. 149. Eben ſo iſt die Einwilligung eines von beiden Ehegenoſſen hinlaͤnglich, wenn der andere todt oder in der Unmoͤglichkeit iſt, ſeinen Willen zu offenbaren. 150. Sind beibe Eltern todt oder in die Un⸗ moͤglichkeit verſetzt, ihren Willen zu offenbaren; ſo treten die Grosvaͤter und Grosmuͤtter an ihre Stelle. Sind die Groseltern der naͤmlichen Linie unter ſich uneinig; ſo iſt die Einwilligung des Grosvaters allein hinreicheno. Sind beide Linien unter ſich uneinig; ſo gilt dieſe Theilung der Stimmen fuͤr Einwilligung. 151. Wenn Kinder ſchon die im Art. 148 feſtgeſetzte Grosjaͤhrigkeit erlangt haben; ſo ſind ſie dennoch gehalten, ehe ſie eine eheliche Verbin⸗ — hin⸗ von indere Wille die Uu en; ſ ihtt in line 1 ds ſo gil ng. t. 8 ſ ſnd Verbil dung eingehen, ihre Eltern durch einen foͤrmlichen ehrerbietigen Act um Rath zu fragen. Die naͤm⸗ liche Pflicht haben ſie gegen ihre beiderſeitigen Groseltern, wenn ihre Eltern todt oder in der Unmoglichkeit ſind, ihren Willen zu offenbaren. 152. Wenn Söoͤhne und Töoͤchter zwar die hieroben im Art. 148 beſtimmte Grosjaͤhrigkeit er⸗ reicht, aber die Soͤhne noch keine dreißig, und die Toͤchter noch keine fuͤnf und zwanzig volle Jahre alt ſind; ſo wird es mit der im vorhergehenden Artikel vorgeſchriebenen ehrerbietigen Anfrage auf folgende Art gehalten. Folgt auf die erſte Anfra⸗ ge keine Einwilligung in die Heirath; ſo muß ſie zweimal, und zwar von Monat zu Monat, wieder⸗ holt werden; und erſt einen Monat nach der dritten Anfrage kann die Trauung geſchehn(1). 153. Bei Soͤhnen und Toͤchtern aber, wel⸗ che jenes Alter erreicht haben, kann die Trauung geſchehen einen Monat nach der erſten ehrerbieti⸗ gen Anfrage, worauf keine Einwilligung gefolgt iſt, 154. Die ehrerbietige Anfrage wird dem oder den aufſteigenden Verwandten, deren der Art, 151 5* (1) Dieſer Artikel bildet mit den fuͤnf folgenden ein eigenes Geſetz, welches den 15. Ventoſe 12, Jahrs angenommen, und den 2, promulgirt worden iſt. erwaͤhnt, durch zwei Notaire inſinuirt, oder auch durch einen Notaire und zwei Zeugen; und in dem Protocoll, ſo daruͤber angefertigt werden muß, wird die Antwort bemerkt. 155. Im Falle der aufſteigende Verwandte, dem die ehrerbietige Anfrage haͤtte geſchehen muͤſ⸗ ſen, abweſend iſt, wird ebenfalls zur Trauung ge⸗ ſchritten; nur muͤſſen die Theile das Urteil aufle⸗ gen, ſo die Abweſenheit erklaͤrt hat; oder, falls ein ſolches nicht vorhanden waͤre, jenes Urteil, welches etwa das Zeugenverhoͤr verordnet hat; oder, wenn noch kein Urteil vorhanden, eine Be⸗ ſcheinigung, daß die Abweſenheit allgemein kundig ſey. Dieſe Beſcheinigung giebt der Friedensrichter des Orts, wo der aufſteigende Verwandte ſeinen letzten bekannten Wohnort hatte; ſie enthaͤlt die Erklaͤrung von vier Zeugen, welche der Friedens⸗ richter von Amtswegen vor ſich kommen laͤſt. 156. Die Beamten des Civilſtandes, welche ſich beigehen lieſſen die Trauung zu verrichten bei Söhnen, die noch nicht volle fuͤnf und zwanzig⸗ oder bei Toͤchtern, die noch keine volle ein und zwanzig Jahre alt ſind, ohne daß in der Trauungs⸗ urkunde die Einwilligung der Vaͤter und Muͤtter, der Groseltern, oder die Einwilligung der Familie, in den Faͤllen, wo ſie noͤthig iſt, gehoͤrig bemerkt worden, ſollen zu der im Artikel 192 hierunten feſtgeſetzten Geldbuſſe, und uͤberdies zu einer Gefaͤngnisſtrafe verurteilt werden, die nicht weni⸗ 1 de dn u biig rul 5 ihn äa in l d lhn ud g M ii in Dan 0 auch nd in muß, andte, muͤſ⸗ g ge⸗ aufle⸗ falls rrteil, hat; Be⸗ undig richter ſeinen lt die dens⸗ welcht ken bii vanzig, in und uunge⸗ Muͤtter Familit bemerit erunten einer t weu⸗ ger als ſechs Monate dauern ſoll. Die Verurtei⸗ lung geſchieht auf das Betreiben der Theile, und des Regierungscommiſſaires bei dem Gerichte er⸗ ſter Inſtanz des Ortes, wo die Trauung geſche⸗ hen iſt. 157. Wenn in den Faͤllen, wo ſie noͤthig iſt, die ehrerbietige Anfrage nicht geſchehen iſt, und der Beamte des Civilſtandes dennoch die Trauung verrichtet hat; ſo wird er zur naͤmlichen Geldbuſ⸗ ſe verurteilt, und zu einer Gefaͤngnisſtrafe, die nicht unter einem Monate ſeyn kann. 158. Die Verfuͤgungen der Art. 147, 148 und 149 ſind auch auf die natuͤrlichen Kinder an⸗ wendbar, wenn ſie geſetzlich anerkannt ſind. Nicht weniger iſt alsdann auf ſie anwendbar die Verfuͤ⸗ gung des Art. 151 ruͤckſichtlich der ehrerbietigen Anfrage, welche den Kindern in dem durch dieſen Artikel beſiinmten Falle gegen ihre Eltern obliegt. 159. Wenn natuͤrliche Kinder nicht anerkannt ſind; wenn ſie, nachdem ſie anerkannt waren, ihre beiden Eltern verloren haben; oder wenn ihre El⸗ tern beide außer Stand ſind ihren Willen an Tag zu legen; ſo koͤnnen ſie ſich, bevor ſie volle ein und zwanzig Jahre alt ſind, nicht verheirathen als mit Bewilligung des ihnen eigenſt hiezu ernann⸗ ten Vormundes. 160. Sind keine Eltern oder Groseltern vor⸗ 8 — 80— handen, oder, befinden ſich dieſe in der Unmoͤglich⸗ keit, ihren Willen zu offenbaren; ſo koͤnnen Soͤhne und Toͤchter, ſo lange ſie weniger als ein und zwanzig Jahre alt ſind, keine Ehe ſchließen ohne Einwilligung des Familienrathes. 161. In gerader Linie iſt die Ehe verboten unter allen aufſteigenden und abſteigenden Ver⸗ wandten(1), ſie moͤgen nun ehlich oder unehlich ſeyn, und unter Verſchwaͤgerten in der naͤmlichen Linie. 162. In der Seitenlinie iſt die Ehe verboten unter Schweſter und Bruder, ſie ſeyen nun ehlich oder,blos natuͤrlich, und unter Verſchwaͤgerten im naͤmlichen Grade. 163. Die Ehe iſt ferner verboten unter Oheim und Nichte(2), unter Muhme und Neffen. 164. Aus wichtigen Gruͤnden kann jedoch (1) Ascendans et descendans.— Dem Sinne und den Buchſtaben nach die naͤmlichen Ausdruͤ⸗ cke, und einer ſo deutlich als der andere. Auf⸗ ſteigende Verwandte in gerader Linie ſind Eltern, Groseltern ꝛc.— Abſteigende Verwandte in ge⸗ kader Linie ſind Kinder, Enkel, Urenkel u. ſ. w. Oer Ausdruck: in gerader Linie, wird weiter un⸗ ten erklaͤrt. (2) Seines Bruders oder ſeiner Schweſter Tochter. di ang M nirr p u Aau 1 hriin n mj — 9 aglich Sööne n und mohme rboten Ver. rehlich ‚lichen rboten ehlich ten in Ohein jedech Sinne Ansdri- . aur Ehtetn. in 1. ſ. b. eiter un⸗ tocter. — 1— die Regierung von den im vorſtehenden Artikel angefuͤhrten Verboten diſpenſiren. Zweites Capitel. Von den LFeierlichkeiten bei Schließun der Ehe. Art. 165. Die Trauung geſchieht öͤffentlich, und zwar vor dem Civilbeamten des Ortes, wo einer von beiden Theilen wohnhaft iſt. 166. Die beiden Aufgebote, welche der Art. 65(Cap. 3, von den Acten des Civilſtandes) vor⸗ ſchreibt, geſchehen bei der Munticipalitaͤt des Or⸗ tes, wo jeder der beiden Theile, welche die Ver⸗ bindung eingehn wollen, wohnhaft iſt. 167. Wenn jedoch der gegenwaͤrtige Wohn⸗ ort blos dadurch entſtanden iſt, daß jemand ſich waͤhrend ſechs Monate daſelbſt aufgehalten hat(1); ſo muͤſſen die Aufgebote uͤberdies noch bei der Municipalitaͤt des letzten Wohnorts geſchehen. 168. Wenn beide Theile, welche ſich ehlich verbinden wollen, oder auch einer von beiden, ſo weit unter der Gewalt oder Aufſicht eines an⸗ dern ſtehen, daß ſie zur Heirath die Einwilligung — (1) Sieh den 74. Artikel. — 62— deſſelben noͤthig haben; ſo geſchehen die Aufgebo⸗ te ebenfalls bei der Municipalitaͤt des Ortes, wo derjenige wohnhaft iſt, unter deſſen Gewalt ſie ſtehen.. 169. Die Regierung kann aus wichtigen Gruͤnden das zweite Aufgebot erlaſſen(1). Sie kann dieſe Gewalt auch einem andern uͤbertragen(2). 170. Franzoſen koͤnnen im Auslande unter ſich eine Ehe ſchließen, ſie koͤnnen auch im Aus⸗ lande mit einem Auslaͤnder eine Ehe ſchließen: in beiden Faͤllen iſt die Ehe guͤltig, wenn bei ihrer Schließung die Feierlichkeiten oder Formen beobach⸗ tet worden, die in jenem Lande uͤblich ſind; vor⸗ ausgeſetzt jedoch, daß die im Art. 63(Cap. 3 des Titels von den Acten des Civilſtandes,) verordne⸗ ten Aufgebote vorhergegangen ſind, und der Fran⸗ zos jene Verfuͤgungen befolgt hat, die das vorſte⸗ hende Capitel enthaͤlt. 171. In den erſten drei Monaten nach der Ruͤckkehr des Franzoſen in ſein Vaterland muß er die Acte, welche uͤber die Trauung iſt abgefaſt worden, in das oͤffentliche Regiſter der Heirathen des Ortes eintragen laſſen, wo er wohnhaft iſt. (1) Davon diſpenſiren. (2) Dieſe Gewalt hat die Regierung gegenwaͤrtig ih⸗ ren Commiſſairen bei den Bezirksgerichten uͤber⸗ tragen. 1 — 885— Drittes Capitel. Vom Einſpruch gegen die Heirath. Art. 172. Das Recht, gegen die Trauung Einſpruch zu thun, ſteht jedem zu, der mit einem von den beiden Theilen, welche den Ehevertrag ſchließen wollen, ſchon verheirathet iſt. 175. Einſpruch koͤnnen ferner thun der Va⸗ ter, und in Ermangelung des Vaters die Mutter, und falls beide nicht koͤnnen, der Grosvater und die Grosmutter, wenn ihre Kinder und Abkoͤmm⸗ linge heirathen wollen. Sie koͤnnen ſelbſt dann Einſpruch thun, wenn ihre Kinder und Abkoͤmm⸗ linge volle fuͤnf und zwanzig Jahre alt ſind. 174. Iſt kein aufſteigender Verwandter vor⸗ handen; ſo koͤnnen auch Einſpruch thun der Bru⸗ der oder die Schweſter, der Oheim oder die Muh⸗ me, der rechte Vetter oder die rechte Nichte, in ſo weit ſie grosjaͤhrig ſind, jedoch nur in den zwei folgenden Faͤllen: rſtens. Wenn die im Art. 160 erforderte Ein⸗ willigung nicht iſt erlangt worden; stens. Wenn der Einſpruch aus dem Grundege⸗ ſchieht, weil der kuͤnftige Ehegatte ſich im Zuſtande des Wahnſinns befindet. Die ſen Einſpruch kann das Gericht unbedingt ab⸗ 1 1 — — 64— weiſen(1); und es kann ihn nur unter dem Beding annehmen, daß der Einſprechende zu⸗ gleich die Unterſagung(2) fodere, und uͤber dies Geſuch binnen der Friſteentſcheiden laſſe, die das Urteil beſtimmen wird. 175. In beiden, durch den vorhergehenden Artikel vorgeſehenen, Faͤllen iſt es dem Vormund oder Pfleger(3) nicht erlaubt, ſo lange die Vor⸗ mundſchaft oder Pflege dauert, Einſpruch zu thun, es ſey denn, daß er dazu von einem Familienra⸗ the, den er zuſammenberufen kann, ermaͤchtiget waͤre. 176. Wer gegen die Trauung Einſpruch thut, muß in ſeiner Einſpruchsacte jener Eigenſchaft ausdruͤcklich erwaͤhnen, welche ihn berechtigt Ein⸗ ſpruch zu thun; er muß darin den Ort, wo die Trauung geſchehen ſoll, zu ſeinem Wohnort er⸗ waͤhlen; endlich muß er, wenn der Einſprechende nicht etwa ein Verwandter in aufſteigender Linie iſt oder der Einſpruch in ſeinem Namen geſchieht, (i) Prononcer main-levce pure et simple. (2) Interdiotion. S. die Anmerkung zum Arti⸗ kel 489.— 4 (3) Curator. Was Vormund und Pfleger ſeyen, und worin ihr Amt beſtehe, koͤmmt weiter nnten bei Gelegenheit eines eigenen Titels vor. — 85— die Gruͤnde ſeines Einſpruchs darin anfuͤhren. Wird eine von dieſen Feierlichkeiten unterlaſſen; ſo iſt die Einſpruchsacte unguͤltig, und dem Be⸗ amten, der ſie unterzeichnet, ſoll uͤberdies die Fort⸗ ſetzung ſeiner Amtsverrichtungen unterſagt werden. 177. Das Gericht erſter Inſtanz hat in den erſten zehn Tagen uͤber das Geſuch um Abwei⸗ ſung(¹) zu ſprechen. 178. Ueber die Appel, falls eine eingelegt wird, wird in den erſten zehn Tagen der Vorla⸗ dung erkannt. 179. Wird der Einſpruch ungegruͤndet befun⸗ den; ſo kann der Einſprechende, wenn es kein aufſteigender Verwandter iſt, zur Schadloshaltung verurteilt werden. Viertes Capitel. Von Klagen auf Unguͤltigkeit der Ehe. Art. 180. Wenn eine Ehe iſt geſchloſſen wor⸗ den, ohne die freie Einwilligung beider Eheleute, oder eines von beiden; ſo hat niemand das Recht, dieſe Ehe anzufechten als die Eheleute ſelbſt oder (r) Der Einſpruchsacte naͤmlich. derjenige von ihnen, deſſen freie Einwilligung nicht vorhanden war. Iſt ein Irrtum in der Perſon vorgegangen; ſo hat ebenfalls niemand das Recht die Ehe an⸗ zufechten, als der im Irrtum geweſene Theil. . 181. In dem Falle des vorhergehenden Ar⸗ tikels iſt die Klage auf Unguͤltigkeit nicht mehr zu⸗ laͤſſig, wenn ſeit dem Augenblicke, wo der Ehege⸗ noſſe ſeine voͤllige Freiheit wieder erlangt, oder wo er den Irrtum entdeckt hat, die Beiwohnung dennoch ſechs Monate hindurch fortgeſetzt wor⸗ den iſt. 182. Wenn zur Trauung die Einwilligung der Eltern, der aufſteigenden Verwandten, oder des Familienrathes noͤthig war, und dieſe Einwil⸗ ligung dennoch dabei iſt uͤbergangen worden; ſo hat niemand das Recht, eine ſolche Ehe anzufech⸗ ten, als diejenigen, deren Einwilligung erforder⸗ lich war, oder jener Ehegenoſſe, der dieſer Einwil⸗ ligung bedurfte. 183. Die Eheleute ſelbſt ſowohl als die Verwandten, deren Einwilligung erforderlich war, koͤnnen die Klage auf Unguͤltigkeit nicht anheben, wenn diejenigen, deren Einwilligung noͤthig war, die Ehe entweder ausdruͤcklich oder ſtillſchweigend genehmigt haben. Sie koͤnnen ſie ebenfalls nicht mehr anheben, wenn ſie ſeit dem Augenblick, wo n 1 uffe — 67— ihnen die Ehe bekannt ward, ein Jahr haben ver⸗ ſtreichen laſſen, ohne dagegen aufzutreten. Auch der Ehegenoſſe kann ſie nicht mehr anheben, wenn er das Alter, ſo erfordert wird, um ſelbſt in eine Heirath zu willigen, erreicht hat, und wenn nach dieſem Zeitpunkt ein Jahr verfloſſen iſt, ohne daß er ſich gemeldet habe. 184. Das Recht, die Ehen anzufechten, die wider den Inhalt der Art. 144, 147, 161, 162 und 163 ſind geſchloſſen worden, gehoͤrt den Ehe⸗ leuten ſelbſt, jedem, deſſen etwaiger Vorteil dabei obwaltet, und den Commiſſairen der Regierung. 185. In dem Falle jedoch, wo beide oder einer von beiden Eheleuten das geſetzliche Alter noch nicht erreicht hatten, kann die von ihnen ge⸗ ſchloſſene Ehe nicht mehr aus dieſem Grunde an⸗ Heſochken werden, zſtens. Wenn von dem Zeitpunkt an, wo die⸗ ſer Ehegenoſſe, oder die Ehegenoſſen das ge⸗ ſetzliche Alter erreicht haben, ehs Monate verfloſſen ſind; atens. Wenn die Gattin, die das geſetzliche Alter nicht hatte, vor Ablauf der ſechs Mo⸗ nate empfangen hat. 186. Eben ſo wenig koͤnnen gegen die Ehe auftreten der Vater, die Mutter, die aufſteigenden — 68— Verwandten und die uͤbrige Familie, aus dem Grunde, daß die Verehlichten, oder einer von ih⸗ nen das geſetzliche Alter nicht haͤtten, wenn ſie in Vollziehung derſelben eingewilligt haben. 187. Zufolge des Art. 178 koͤnnen zwar, in allen dort bemerkten Faͤllen, die Klage auf Unguͤl⸗ tigkeit anheben alle diejenigen, deren etwaiger Vor⸗ teil dabei obwaltet; in eben dieſen Faͤllen haben jedoch, ſo lange die beiden Eheleute noch leben, die Seitenverwandten oder Kinder einer andern Ehe, jenes Recht nicht unbeſchraͤnkt, ſondern nur dann, wenn ihr wirklicher anerfallener Vorteil da⸗ bei obwaltet. 188. Der Ehegenoſſe, zu deſſen Nachteil eine zweite Ehe iſt geſchloſſen worden, kann fobern, daß dieſelbe fuͤr unguͤltig erklaͤrt werde; er kann dies ſelbſt bei Lebzeiten des Ehegenoſſen fodern, der mit ihm ehlich verbunden war. „A 4. 189. Wenden die neuen Eheleute ein, die erſte Ehe ſey unguͤltig; ſo wird vor allem ent⸗ ſchieden, ob ſie wirklich guͤltig oder nichtig ſey. 190. In allen Faͤllen, worauf ſich der Art. 184 anwenden laͤßt, kann und muß der Regierungs⸗ commiſſaire bei Lebzeiten der Eheleute, darauf an⸗ tragen, daß die Ehe unguͤltig erklaͤrt, und die Eheleute verurteilt werden ſich zu ſcheiden; jedoch hat er dieſe Pflicht und Befugnis nicht mehr, A 8 5 in, d 8— 9= wenn die im Art. 185 angefuͤhrten Umſtaͤnde ein⸗ treten. 19:. Jede Ehe kann angefochten werden, wenn ihre Vollziehung nicht oͤffentlich und vor dem gehoͤrigen oͤffentlichen Beamten geſchehen iſt, und das Recht ſie anzufechten ſteht zu den Ehe⸗ leuten ſelbſt, den Eltern, den aufſteigenden Ver⸗ wandten, allen denjenigen, die einen anerfallenen wirklichen Vorteil dabei haben, und den Commiſ⸗ ſairen der Regierung. ¹ 192. Wenn die Trauung geſchehen iſt, ohne daß die beiden erforderlichen Aufgebote vorherge⸗ gangen ſeyen; oder wenn die desfalls nöthigen vom Geſetz erlaubten Diſpenſationen nicht einge⸗ hohlt; oder auch, wenn die vorgeſchriebenen Fri⸗ ſten zwiſchen den Aufgeboten und der Trauung nicht beobachtet worden; ſo wird entweder gegen den öoͤffentlichen Beamten eine Gelobuſſe, welche drei hundert Franken nicht uͤberſteigen darf, oder gegen die contrahirenden Theile und diejenigen, unter deren Gewalt ſie gehandelt haben, eine ih⸗ rem Vermoͤgen angemeſſene Geldbuſſe verhaͤngt. Der Regierungscommiſſaire hat es dahin einzulet⸗ ten, daß die eben bemerkten Geldbuſſen erkennt werden. 193. In die naͤmlichen Strafen, welche der vorhergehende Artikel verhaͤngt, verfallen auch die dort benannten Perſonen; ſo oft ſie den Vorſchrif⸗ — 7— ten des Art. 165 zuwider handeln; und die Stra⸗ fen haben ſelbſt dann Statt, wenn ſchon erkannt wuͤrde, daß jene Uebertretung nicht hinreichend waͤre, die Ehe fuͤr unguͤltig und nichtig zu er⸗ klaͤren. 194. Niemand kann den Titel eines Ehegat⸗ ten und die buͤrgerlichen Wirkungen der Ehe in Anſpruch nehmen, wenn er nicht eine Acte auflegt, die die Trauung beſcheinigt, und die in das Re⸗ giſter des Civilſtandes eingetragen iſt. Eine Aus⸗ nahme leidet jedoch dieſe Regel, wenn einer von den im Art. 46 unter dem Titel von den Acten des Civilſtandes beſtimmten Faͤllen eintritt. 195. Berufen ſich die angeblichen Eheleute gegenſeitig auf den Standesbeſitz; ſo kann dieſer Umſtand, wenn er auch wahr iſt, dieſelben nicht von der Verbindlichkeit befreien, die von dem Be⸗ amten des Cioilſtandes abgefaſte Trauungsacte aufzulegen. 196. Iſt der Standesbeſitz wirklich vorhan⸗ den, und die von dem Beamten des Civilſtandes abgefaſte Trauungsacte aufgelegt; ſo muͤſſen die Eheleute durchaus abgewieſen werden, wenn ſie etwa gegenſeitig darauf klagten, daß jene Aete fuͤr unguͤltig erklaͤrt werden moͤchte. 197. Wenn aber in dem Falle der Art. 194 und 195 Kinder von zwei Andioiduen vorhanden ſad hade da un du K p Sne üit n ſüle ing (al T häln, ite ſan t d geſt w. t de iih 1 ſavant — 71— Sita⸗ ſind, die zffentlich wie Mann und Weib gelebt, kannt haben, und beide bereits verſtorben ſind; ſo kann ichend den Kindern die Eigenſchaft ehlicher Kinder nicht zu en unter dem einzigen Vorwande ſtreitig gemacht wer⸗ den, das ſie die Trauungsacte nicht aufgelegt ha⸗ ben, ſo oft naͤmlich dieſe Eigenſchaft durch einen hegat⸗ Standesbeſitz bewieſen iſt, dem die Geburtsacte he in nicht widerſpricht. uflegt,.. 6 Ne⸗ Art. 198. Ergiebt ſich der Beweis einer ge⸗ Aus⸗ ſetzlichen Vollziehung der Ehe aus einem peinlichen von Prozeſſe; ſo wird das Urteil in die Regiſter des Civilſtandes eingetragen, und dieſe Eintragung Uide hat ſodann zur Folge, der Ehe, vom Tage ihrer Schlieſſung an gerechnet, alle buͤrgerlichen Wirkun⸗ heleut gen zuzuſichern, ſowohl in Ruͤckſicht auf die Ehe⸗ dieſe leute ſelbſt, als in Nuͤckſicht auf die waͤhrend der m rict Ehe gezeugten Kinder. em Ve⸗, ngsact 199. Wenn die Eheleute, oder nur einer von beiden, geſtorben ſind, ohne den Betrug entdeckt zu haben; ſo hat ſo wohl der Regierungscommiſ⸗ urhm ſaire das Recht, bie peinliche Kkage anzuheben, de als alle, die ein Intereſſe dabei haben, daß die 8 Ehe fuͤr guͤltig erklärt werde. enn ſe 200. Weun der ffentliche Beamte zur Zeit, lt ſt wo der Betrug entdeckt ward, nicht mehr lebt; ſo richtet der Regierungscommiſſaire die buͤrgerliche. Klage gegen ſeine Erben an, jedoch nur in Ge⸗ 4 4 genwart der Beteiligten und auf ihre Angabe. 7 6 “ Art. 201. Eine Ehe, welche redlich oder auf guten Glauben 1) geſchloſſen worden, hat alle buͤr⸗ gerlichen Wirkungen, ſo wohl in Ruͤckſicht auf die Eheleute, als in Ruͤckſicht auf die Kinder, obſchon ſie fuͤr unguͤltig iſt erklaͤrt worden. 20a. Iſt die Redlichkeit oder der gute Glaube nur auf Seiten eines Ehegenoſſen; ſo hat die Ehe die buͤrgerlichen Wirkungen nur zu Gunſten des naͤmlichen Ehegenoſſen, und der Kinder, die aus der Ehe entſtanden ſind. Fuͤnftes Capitel. Bon den Verbindlichkeiten, welche aus der Ehe entſpringen. 205. Die Eheleute ſind verbunden, ihre Kinder zu ernaͤhren, zu unterhalten und zu er⸗ ziehen ²); ſie uͤbernehmen dieſe Verbindlichkeit blos dadurch ſchon, daß ſie eine Ehe ſchlieſſen. 204. Das Kind hat keine Klagen gegen ſeine Eltern, um eine eigene Einrichtung zu erhalten, 1) de bonne foi. 2) Nahrung und Unterhalt haben zum Gegenſtand die Erhaltung und das Wohlſeyn des Menſchen, die Erziehung ſeinen moraliſchen Vorteil. luug fätnt u hm bun 3 nüen 1 m, un ch er auf le buͤr⸗ uf die dſchon laube le Ehe — des e aus us ihtt zu er dlichteit iſeen. en ſeite halten, zentand enſchen, — 73— ſie moͤge nun durch Heirath oder auf ſde andere Art geſchehen ſollen. 205. Die Kinder ſind ihren Eltern ſowohl als andern aufſteigenden Verwandten Nahrung ſchuldig, wenn ſie beduͤrftig ſind. 206. Eben ſo und in dem naͤmlichen Falle ſind die Schwiegerſoͤhne und Schwiegertoͤchter ſchuldig, ihre Schwiegereltern zu ernaͤhren. Dieſe Verbindlichkeit aber hoͤrt auf, iſtens, wenn die Schwiegermutter zu einer zweiten Ehe geſchritten iſt, 2tens, wenn ſowohl der Eh genoſſe, welcher die Verſchwaͤgerung veranlaſte, als die Kinder, welche aus ſeiner Verbindung mit dem andern Ehegenoſſen entſproſſen ſind, verſtorben ſind. 207. Alle aus obigen Verfuͤgungen entſprin⸗ gende Verbindlichkeiten ſind wech ſelſeitig. 208. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß die Nahrung nur verabreicht werden muͤſſe nach Ver⸗ haͤltnis der Nothdurft desjenigen, der ſte begehrt, und dem Vermoͤgen desjenigen gemaͤs, der ſie ſchuldig iſt. 209. Wenn der Verabreicher, oder der Au⸗ nehmer, ſich in einen ſolchen Zuſtand verſetzt fin⸗ det, daß der erſte die Nahrung nicht mehr geben kann, der andere aber ihrer, entweder ganz oder zum Theil, nicht mehr bedarf; ſo kann hre voͤlli⸗ 5„† — 74— ge Erlaſſung oder ihre Verringerung gefo dert werden. 210. Wenn unter dem Namen der Nahrung ein Gehalt an Geld gereicht wird, und derjenige, deſſen Pflicht es iſt, die Nahrung zu reichen, be⸗ weiſt, daß er auſſer Stand iſt, ihn zu reichen; ſo kann das Gericht, mit Erkenntnis der Sache, oder nach vorlaͤufiger Unterſuchuug, verordnen, daß er die Perſon, welcher er Nahrung ſchuldig iſt, zu ſich ins Haus nehmen, und ſie ernaͤhren und un⸗ terhalten ſolle. 211. Das Gericht hat ebenfalls zu entſchei⸗ den, ob der Vater oder die Mutter von Zahlung eines Jahrgehalts an Nahrungsſtatt loszuſagen ſey, wenn er oder ſie ſich anheiſchig macht, das Kind, dem ſie Nahrung ſchuldig ſind, zu ſich ins Haus zu nehmen, es zu ernaͤhren und zu unter⸗ halten. Sechſtes Capitel. Von den gegenſeitigen Rechten und Pflichten der Eheleute. 212. Die Eheleute ſind ſich einander ſchul⸗ dig Treue, Hilfe und Beiſtand. 213. Der Mann iſt ſeiner Gattinn Schutz, die Gattinn ihrem Manne Gehorſam ſchuldig. ſefodert ahrung rjenige den, be chen; ſ he, oder daß e 1 iſt n und mn⸗ entſche' Zahlung tzuſagn ct, da ſicch in u unte ficin te ſch Echut ldig 414. Die Gattinn iſt verbunden, bei ihrem Manne zu wohnen, und ihm zu folgen an jeden Ort, wo er fuͤr gut findet ſich aufzuhalten. Der Mann iſt verbunden, ſie aufzunehmen, und mit allem zu verſehen, was zu den Beduͤrfniſſen des Lebens noͤthig iſt, nach Vermoͤgen und Stand. 215. Die Frau kann nicht vor Gericht ſte⸗ hen, ohne Ermaͤchtigung ihres Mannes, ſelbſt dann nicht, wenn ſie einen oͤffentlichen Handel treibt, oder wenn ſie keine Guͤtergemeinſchaft mit ihrem Manne hat, oder dieſelbe getrennt iſt. 216. Die Ermaͤchtigung des Mannes iſt nicht noͤthig, wenn die Frau Beklagte in einem peinli⸗ chen Prozeſſe oder in einem Polizeiprozeſſe iſt. 217. Ohne den Beitritt des Mannes zu der desfalls abzufaſſenden Acte, oder ſeine ſchriftliche Einwilligung, kann die Frau nicht ſchenken, ver⸗ aͤuſſern, mit Hypotheke beſtricken, auf laͤſtige oder wohlthaͤtige Art erwerben ¹), auch dann nicht, wenn ſie nicht in Guͤtergemeinſchaft ſteht, oder dieſelbe getrennt iſt. 1) Die Erwerbart heißt laͤſtig Conereuæ), wenn beide Theile gegenſeitige Verbindlichkeiten uͤberneh⸗ men wohlthaͤtig:(gratuit) iſt ſie hingegen, wenn nur ein Theil etwas zu Gunſten des andern zu geben, zu leiſten ꝛc. verpflichtet wird. — 6— ars. Weigert der Mann ſeiner Frau die Er⸗ mächtigung zu rechten; ſo kann ſie der Richter ge⸗ ben. 219. Wenn der Mann ſich weigert, einzu⸗ willigen, daß ſeine Frau irgend eine Acte anferti⸗ ge oder anfertigen laſſe; ſo kann ſie denfelben gerade zu vor das Gericht erſter Inſtanz des Be⸗ zirks vorladen laſſen, worin ſie ihren gemeinſchaft⸗ lichen Wohnort haben, und das Gericht kann ſo⸗ denn ſeine Ermaͤchtigung geben oder verweigern, nachdem es den Mann vernommen, oder nachdem er in das Rathszimmer gehoͤrig abgelaben wor⸗ den. 220. Die Frau kann, wenn ſie einen oͤffent⸗ lichen Handel treibt, Verbindlichkeiten uͤbernehmen in Hinſicht auf alles, was ihren Handel betrift, ſelbſt ohne die Genehmigung ihres Mannes; und in dieſem Falle wird ihr Mann mit verbindlich, wenn unter ihnen eine Guͤtergemeinſchaft beſteht. Sie wird aber nicht als eine Frau betrachtet, die einen oͤffentlichen Handel treibt, wenn ſie die Waaren aus dem Handel ihres Mannes blos im kleinen verkauft; ſondern dann nur, wenn ſie ein abgeſondertes Geſchaͤft hat. x221. Die Frau, ſelbſt wenn ſie grosjaͤhrig iſt, kann nicht vor Gericht ſtehen oder einen Ver⸗ trag ſchlieſſen, wenn der Mann zu einer ſchaͤnden⸗ 1 ade 1 kia de de erhen 22 n me ſe Et, ter gh einzo⸗ nferti⸗ ſelben 8 Be⸗ ſchaft, n ſo⸗ gern, hdem wor⸗ offent⸗ ehmen etrift, und ahlich, eſteht. fachttt ſie die los im ſie ein gjähtig i Ver⸗ ändeg, — 77— den Strafe oder zu einer Leibesſtrafe, auch nur wegen Nichterſcheinung, verurteilt iſt, und ſo lang die Strafe dauert; ſondern ſie muß die Ermaͤchti⸗ gung des Richters einholen, welcher dieſelbe in dieſem Falle geben kann, ohne daß der Mann vor⸗ her waͤre gehoͤrt oder vorgerufen worden. 222. Wenn der Mann abweſend, oder der eigenen Verwaltung ſeiner Guͤter beraubt iſt; ſo kann der Richter, mit Erkenntnis der Sache, die Frau ermaͤchtigen, entweder vor Gericht zu ſtehen, oder Vertraͤge zu ſchlieſſen. 223. Jede allgemeine Erntdchtigung, ſelbſt wenn ſie im Ehekontracte ausbedungen waͤre, iſt nur in ſo weit guͤltig, als ſie die Verwaltung der Guͤter der Frau zum Gegeuſtande hat. 224. Wenn der Mann minberjäßrig iſt; fo iſt die Genehmigung des Richters noͤthig, die Frau mag nun rechten, oder einen Vertrag einge⸗ hen wollen. 225. Nur der Mann, die Frau, oder ihre Erben koͤnnen ſich auf eine Unguͤltigkeit berufen, die daraus entſpringt, daß keine Genehmigung vorhanden war. 226. Die Frau kann letztwillige Verordnun⸗ gen machen ohne die Ermaͤchtigung ihres Mannes. — 7— Siebentes Capitel. Von Aufloͤſung der Ehe. 227. Die Ehe wird aufgeloͤſt, rſtens. Durch den Tod eines Ehegenoſſen; atens. Durch eine geſetzmaͤßig ausgeſprochene Eheſcheidung. 3tens. Durch ein rechtskraͤftig gewordenes Ur⸗ teil, ſo uͤber einen der Ehegenoſſen ergangen iſt, und den buͤrgerlichen Tod nach ſich zieht. Achtes Capitel. Von zweiten xehernr. Art. 2a8. Die Frau kann nicht zu einer zwei⸗ ten Ehe ſchreiten, bevor zehn volle Monate nach Aufloͤſung der vorigen Ehe verfloſſen ſind. en; rochene nes U gangu h zieht r zw6 e nach Sechſter Tite l. Von der Eheſcheidung(1). Erſtes Capitel. Von den urſachen zur Eheſcheidung. Art. 2a9. Der Mann kann auf Eheſcheidung klagen, wenn ſeine Frau ſich des Ehebruchs ſchul⸗ dig gemacht. 230. Die Frau kann aus dem Grunde, daß ihr Mann Ehebruch begangen, nur dann auf Ehe⸗ ſcheidung klagen, wenn er ſeine Beiſchlaͤferinn ins gemeinſchaftliche Haus gebracht hat. 231. Vergehungen, Mishandlungen und ſchwere (1) Geſetz vom 30. Ventoſe 11. promul. den 10. Ger⸗ minal 11.„ — 830— Beſchimpfungen(1) geben den Eheleuten wechſel⸗ ſeitig das Recht, auf Eheſcheidung zu klagen. 232. Wenn einer von den Eheleuten zu einer entehrenden Strafe verurteilt wird; ſo giebt dies dem andern einen Grund, auf Eheſcheidung zu klagen. 233, Auch bie beiderſeitige Einwilligung der Eheleute kann zur Genuͤge beweiſen, daß ihnen ein gemeinſchaftliches Leben unertraͤglich, und mithin fuͤr ſie eine entſcheidende Urſache der Eheſcheidung vorhanden iſt; nur muß jene Einwilligung ſtand⸗ haft, und auf die im Geſetze vorgeſchriebe ne Art ausgedruͤckt ſeyn; nicht minder muͤſſen dabei die Bedingniſſe erfuͤllt, und die Proben uͤberſtanden ſeyn, welche das Geſetz beſtimmt. (1) Der Redner der Regierung erklaͤrt ſich uͤber die ſen Artikel alſo:„Im haͤuslichen Leben geſchieht „es wohl, daß man ſich einmal erhitzt, und eine „ſolche Aufwallung den andern fuͤhlen laͤſt, in „Augenblicken der uͤbeln Laune und der Unzu⸗ „friedenheit entfallen einem wohl harte Worte, „ſelbſt Meigerungen, die ganz am unrechten Orte „ſind. Es waͤre aberfluͤſſig zu bemerken, daß von „dergleichen hier die Rede nicht ſeyn koͤnne. „Hier koͤmmt es auf eigentliche wahrhafte Ver⸗ „gehungen(Exzeſſe) an, auf perſoͤnliche Mis⸗ „handlungen, auf Thaͤtlichkeiten in der ſtrengen „Bedeutung des Worts sævitia(Grauſamkeit) und „auf Beſchimpfungen und Unbilden, die den Cha⸗ „rakter der aͤuſſerſten Wichtigkeit an ſich tragen.“ 1! vechſal n. weiner bt dies klagen. ing der nen ein mithin heidung ſtand ne Art bei de ſtanden ber die eſchut ind eine lͤſt, in er Unzu⸗ Wort, ten Orte daß bon r könm. fte Ver he Ni⸗ ſtrengen eit) und — 8— Zweites Capitel. Don Eheſcheidungen aus beſtimmter Urſache. Erſter Abſchnitt. Von der Form der Eheſcheidung aus be⸗ ſtimmter Urſache. Art. 254. Die Thatſachen oder Verbrechen, die eine Klage auf Eheſcheidung aus beſtimmter Urſache veranlaſſen, moͤgen beſchaffen ſeyn, wie ſie wollen, dieſe Klage muß nothwendiger Weiſe an⸗ gehoben werden bei dem Gerichte des Mezitt worin die Eheleute wohnhaft ſind. 235. Finden ſich unter den Thatſachen, wel⸗ che der klagende Ehegenoſſe anfuͤhrt, ſolche, die den oͤffentlichen Beamten veranlaſſen, eine peinliche Verfolgung anzuheben; ſo bleibt die Klage auf Eheſcheidung unentſchieden, bis das Gericht ge⸗ urteilt hat. Nach erfolgtem peinlichen Urteil kann — ſie wieder aufgenommen werden; jedoch ſteht es dem beklagten Ehegenoſſen nicht frei, gegen den Klaͤger, aus jenem Urteil irgend eine Schutz⸗ oder Einrede herzuleiten, deren Zweck es waͤre, den Klaͤger entweder ganz und ohne weiters gleich beim Eingang mit ſeiner Klage abzuweiſen(1), oder einen vorlaͤufigen Punkt, der auf die Entſcheidung 11] in de non- recevoir. Hrceptio litis finitæ &t ingresune litis impediens 4. —yy————————————— der Hauptſache Einfluß hat, erſt entſcheiden zu laſſen(1). 256. Jede Klage auf Eheſcheidung muß die Thatſachen umſtaͤndlich ausfuͤhren. Sie wird mit den Beweisſtuͤcken, wenn welche vorhanden ſind, dem Preſidenten des Gerichts, oder dem Richter, der ſeine Stelle verſieht, uͤbergeben. Der klagende Ehegatte uͤbergiebt ſie perſoͤnlich, es ſey denn, daß Krankheit ihn daran hindere; und in dieſem Falle verfuͤgt ſich, auf ſein Erſuchen und die Beſcheini⸗ gung zweier Aerzte, der Beamte in das Wohnhaus des Klaͤgers, um daſelbſt ſeine Klage aufzunehmen. 237. Vor allen hoͤrt der Richter den Klaͤger, und macht ihm diejenigen Bemerkungen, die ihm zweckmaͤſſig ſcheinen. Demnach ſetzt er auf die Klage ſowohl als auf die Anlagen, ſeinen Handzug und fertigt uͤber die Uebergabe des Ganzen einen ſchriftlichen Aufſatz(oder ein Protokoll) an, das vom Richter und Klaͤger unterzeichnet wird. Kann aber der letztere nicht unterzeichnen, ſo geſchieht hievon Erwaͤhnung. 258. Unten auf dem vorbemeldeten Aufſatze befiehlt der Richter, daß die Partien perſoͤnlich vor ihm erſcheinen ſollen, am Tage und zur Stunde, die er beſtimmt; und er zu dem Ende eine Ab⸗ ſchrift ſeines Befehls an den Theil gelangen laſſe, gegen den auf Eheſcheidung geklagt worden iſt. (1) Eæxception préjudicielle(Exeæptio præ udicialic). 1 de d ſeln, ch Pihn It dagu ü k fr tiir d Ac tta dan fu ach 4 ſäka, An lhn din a bin niaſit 7 Näg nu tmſen den nuß di ird mit n ſind Richtn lagende un, daß m Fall ſſchein⸗ hnhaus nehmen. Klaͤger die ihm uf die inoͤzug einen u das Kann eſchiehl lufſate Lſonlich Stunde ne Ab n laſſe iß. ciabi) 239. An dem dazu beſtimmten Tage macht der Richter den beiden Eheleuten, wenn ſie ſich ſtellen, oder dem Klaͤger, wenn er allein erſcheint, alle Vorſtellungen, die, ſeinem Ermeſſen nach, eine Verſoͤhnung bewirken koͤnnen. Gelingt ihm dies nicht; ſo ſetzt er einen ſchriftlichen Aufſatz uͤber den Vorgang auf, und befiehlt weiter, daß die Klage mit den Anlagen dem Regierungscommiſſaire zuge⸗ ſtellt, und uͤber das Ganze dem Tribunal Bericht abgeſtattet werde. 240. In den drei folgenden Tagen hoͤrt das Tribunal den Bericht des Praͤſidenten oder des Richters, der ſein Amt verſehen hat, und den An⸗ trag des Regierungscommiſſaires, und geſtattet demnach die Erlaubnis, vorzuladen, oder ſchiebt ſie noch auf. Der Aufſchub kann aber nicht uͤber zwanzig Tage dauern. 241. Hat der Klaͤger die Erlaubnis dazu er⸗ halten; ſo laͤſt er, Kraft derſelben, den Beklagten in der gewoͤhnlichen Form vorladen, in der geſetz⸗ lichen Friſt, perſoͤnlich, im Verhoͤr bei geſchloſſenen Thuͤren zu erſcheinen. Im Eingang der Vorladung laͤſt er eine Abſchrift geben, ſowohl von dem Ge⸗ ſuch um Eheſcheidung, als von den anfgeltgten e⸗ weisſtuͤcken. 242. Nach Verlauf der Friſt, der Beklagte mag nun erſcheinen oder nicht, ſetzt der Klaͤger in Perſon die Gruͤnde ſeines Geſuchs auseinander, — 84— oder laͤſt ſie auseinander ſetzen; er legt die Beweis⸗ ſtuͤcke auf, und nennt die Zeugen, die er abhoͤren zu laſſen geſonnen iſt. Er kann einen Beiſtand mitbringen, wenn er es fuͤr gut findet⸗ 243. Wenn der Beklagte in Perſon oder durch einen Bevollmaͤchtigten erſcheint; ſo kann er ſeine Bemerkungen vorbringen oder vorbringen laſ⸗ ſen, ſowohl uͤber die Gruͤnde der Klage, als uͤber die vom Klaͤger aufgelegten Beweisſtuͤcke, und uͤber die Zeugen, die er vorgeſchlagen hat. Der Be⸗ klagte ſchlaͤgt ſeiner Seits die Zeugen vor, die er will abhoͤren laſſen, und uͤber dieſe macht der Klaͤ⸗ ger hinwieder ſeine Bemerkungen. 244. Ueber den ganzen Vorgang, uͤber die Erſcheinungen, Ausſagen und Bemerkungen der Theile, ſo wie uͤber die Geſtaͤndniſſe, die einer oder der andere thun koͤnnte, wird ein ſchriftlicher Auf⸗ ſatz oder ein Protocoll, abgefaſt, welches den Par⸗ tien vorgeleſen wird. Dieſe werden aufgefodert, es zu unterſchreiben; und wenn ſtie unterſchreiben, koͤnnen oder wollen; oder auch erklaͤren daß ſie nicht unterſchreiben; ſo geſchieht in beiden Faͤllen hievon ausdruͤckliche Erwaͤhnung. 245. Das Gericht verweiſt die Partien auf die oͤffentliche Sitzung, wozu es Tag und Stunde anberaumt. Es verordnet, daß die Procedur dem Regierungscommiſſaire zugeſtellt werde, und er⸗ nennt einen Berichtſteller. Iſt der Beklagte nicht erſchienen, ſo muß der Klaͤger ihm den Befehl des zerict diß 4 Eri, K jm untc R vi n hr bnda n ſtü dc nin engn Man- nnxia im! tiht, te gain iu da tgutn? lann 1 nen hie und beg Womwe dn der eweis, bhören eiſtan) n oder kann e gen laß ls übe nd ühe Der. die e eer K iber dit en da er ode er Auf en Par efo der hreiben daß ſi Faͤlen ien auf Stunde dur den und er te uich fehl des — 3835— Gerichts inſtnuiren laſſen, und zwar binnen der Friſt, welche jener Befehl feſtgeſetzt hat. 246. An dem dazu beſtimmten Tag und Stunde, hoͤrt das Gericht vor allem den Bericht des hiemit beauftragten Richters, und den Regie⸗ rungscommiſſaire, und verfuͤge uͤber die Einreden, die dahin zielen, den Klaͤger gleich beim Eingang des Prozeſſes abzuweiſen, in ſo fern dergleichen Einreden vorgebracht ſind. Findet es jene Einre⸗ den ſchlieſſend, oder gegruͤndet; ſo wird die Klage auf Eheſcheibung abgewieſen: wo nicht, oder wenn dergleichen Einreden nicht vorgebracht ſind; ſo nimmt es die Klage auf Eheſcheidung an. 247. Sobald die Klage auf Eheſcheidung angenommen iſt, und auf den Bericht des dazu verordneten Richters, und nach angehoͤrtem Regie⸗ rungscommiſſaire, verfuͤgt das Tribunal uͤber den Grund der Sache. Es erklaͤrt die Klage fuͤr ge⸗ gruͤndet, in ſo fern es findet, daß ſi ſie zum Spru⸗ che geeignet iſt: wo nicht, ſo laͤſt es beide Theile zum Beweiſe zu, den Klaͤger zum Beweiſe der ge⸗ eigneten Thatſachen, die er anfuͤhrt, und den Be⸗ klagten zum Gegenbeweiſe. 248. Bei jeder Handlung des Proz eſſes koͤn⸗ nen die Theile, nach dem Berichte des Richters und bevor der Regierungscommiſſaire das Wort genommen, ihre gegenſeitigen Gruͤnde vortragen oder vortragen laſſen, erſtens uͤber die gleich ab⸗ ———ÿ — ☛— weiſenden Einreden, und dann uͤber die Haupt⸗ ſache. Aber in keinem Falle kann der Beiſtand des Klägers angenommen werden, wenn der Klaͤ⸗ ger nicht in Perſon erſcheint. 249. Gleich nach Verleſung des Urteils, das die Zeugenverhoͤre verordnet, lieſt der Gerichtſchrei⸗ ber den Theil des Protocolls vor, worinn die Zeugen benennt ſind, welche die Partien bereits vorgeſchlagen, und deren Abhoͤrung ſie begehrt haben. Der Preſident erinnert ſie, daß es ihnen noch frei ſtehe, andere Zeugen vorzuſchlagen, daß aber von nun an ein ſolches Geſuch von ihrer Seite nicht mehr koͤnne angenommen werden. 250. Wenn die Partien einen Zeugen ent⸗ fernen wollen; ſo muͤſſen ſie die desfallſigen Verwer⸗ fungsgruͤnde gegenſeitig auf der Stelle vorbringen. Das Gericht verfuͤgt daruͤber, nachdem es vorher den Regierungscommiſſaire gehoͤrt hat. 251. Die Verwandten der Theile, ihre Kin⸗ der und ſonſtige Abkoͤmmlinge ausgenommen, koͤn⸗ nen nicht verworfen werden aus dem Grunde, weil ſie verwandt ſind. Auch koͤnnen die Dienſt⸗ boten nicht aus dem Grunde verworfen werden, weil ſie Dienſtboten ſind. Jedoch bleibt es dem Ermeſſen des Gerichts uͤberlaſſen, welche Ruͤckſicht Kuf litun 5 vün: näenſt dan alheud dj un in. En launn uodrich daupt. eiſtand er Kl 6, das kſchrei nn die bereits degehrt en noch iß aber r Seite en ent Verwer dringen. vorhit pre Ki ten, fön Grunde Dieni werden es del Rüͤcſich = es auf die Ausſagen der Verwandten und Dienſt⸗ boten nehmen wolle. 253. Jedes Urteil, das einen Beweis durch Zeugen annimmt, benennt zugleich die abzuhoͤren⸗ den Zeugen, und beſtimmt den Tag und die Stun⸗ de, wo die Partien ſie auffuͤhren muͤſſen. 253. Das Gericht nimmt die Zeugenausſa⸗ gen auf in einer Sitzung bei verſchloſſenen Thuͤ⸗ ren, in Gegenwart des Regierungscommiſſaires, der Beteiligten und ihrer Beiſtaͤnde oder Freunde. Die Anzahl der letztern kann auf beiden Seiten hoͤchſtens drei ſeyn. 254. Es ſteht den Theilen frei, wie ſie es fuͤr gut befinden, den Zeugen Bemerkungen zu ma⸗ chen, und ſie aufzufodern, ſich uͤber dieſes oder jenes zu erklaͤren. Sie koͤnnen dies entweder ſelbſt thun, oder durch ihren Beiſtand thun laſſen; aber ſte duͤrfen die Zeugen im Laufe ihrer Ausſagen nicht unterbrechen. 255. Jebe Zeugenausſage, ſamt allem, ſo daruͤber iſt geſagt und angemerkt worden, wird niedergeſchrieben. Das Verhoͤr wird ſowohl den Zeugen als den Theilen vorgeleſen, beide werden aufgefodert, es zu unterzeichnen, und es wird da⸗ bei ausdruͤcklich bemerkt, daß ſie unterzeichnet ha⸗ ben. Erklaͤren ſie aber, daß ſie nicht unterzeichnen koͤnnen oder wollen; ſo geſchieht hievon ebenſalls aus bruͤckliche Erwaͤhnung. „ — — 38— 256. Wenn die beiden Zeugenverhoͤre ge⸗ ſchloſſen ſind, oder, wenn das Zeugenverhoͤr des Klaͤgers allein, im Fall der Beklagte keine Zeugen aufgefuͤhrt hat, geſchloſſen iſt;, ſo verweiſt das Ge⸗ richt die Theile auf die oͤffentliche Sitzung, wozu es Tag und Stunde anberaumt. Es befiehlt eben⸗ falls, daß die Procedur dem Regierungscommiſ⸗ ſaire zugeſtellt werde, und ernennt einen Bericht⸗ ſteller. Dieſer Befehl wird auf Erſuchen des Klaͤ⸗ gers, dem Beklagten inſinuirt, und zwar in der im Befehle ſelbſt beſtimmten Friſt. 257. An dem fuͤr das Endurteil beſtimmten Tage ſtattet der dazu verordnete Richter ſeinen Be⸗ richt ab. Hierauf können bie Theile alles bemer⸗ ken, was ſie ihrer Sache nuͤtzlich zu ſeyn ermeſſen; ſie koͤnnen dies auch durch ihren Beiſtand thun laſſen. Dann macht der Regierungscommiſſaire ſeine Antraͤge. 258. Das Endurteil wird öffentlich ausge⸗ ſprochen. Erlaubt es die Eheſcheidung; ſo iſt der Klaͤger befugt, vor den Beamten des Civilſtandes zu gehn, um ſie ausſprechen zu laſſen. 359. Gruͤndet ſich die Eheſcheidungsklage auf Vergehungen, Mishandlungen und ſchwere Be⸗ ſchimpfungen, ſo ſind die Richter befugt, die Ehe⸗ ſcheidung auf der Stelle nicht zu erlauben, obſchon die Klage ganz gegruͤndet und bewieſen iſt; und in dieſem Falle erteilen ſie, ehe ſie in der Haupt⸗ ew än: ſn Su l gi urur un de gr 811 4 111 ſu vi ſes d te ze daes beugen as Ge⸗ wozu eben⸗ mmiſ⸗ ericht⸗ Klaͤ⸗ n der nmten en Be⸗ bemer⸗ neſſen; dthun ſiſſaire ausge iſt der ſtandes age auf ere Be ie Ehe obſchon 6 und Haupt * 89— ſache ſprechen, der Gattinn die Befugnis, ihren Mann zu verlaſſen, ohne daß ſie gehalten waͤre, ihn aufzunehmen, wenn ſie es nicht fuͤr gut fin⸗ det. Sie verurteilen uͤberdies den Mann, ihr an⸗ ſtatt der Nahrung einen Gehalt zu bezalen, der ſeinem Vermoͤgen angemeſſen iſt, in ſo fern naͤm⸗ lich die Frau ſelbſt nicht zu ihrer Nothdurft hin⸗ reichende Einkuͤnfte hat. 260. Wenn ſich in einem Probjahre die Theile nicht vereinigt haben; ſo kann der klagende Ehege⸗ noſſe den andern, in der geſetzlichen Friſt, vor das Gericht laden laſſen, um das Endurteil ausſpre⸗ chen zu hoͤren, welches ſodenn die Eheſcheidung erlaubt. 261. Wenn auf die Eheſcheidung aus dem Grunde geklagt wird, weil einer der Eheleute zu einer entehrenden Strafe verurteilt worden iſt; ſo hat man nur folgende Feierlichkeit zu beobachten. Man legt naͤmlich dem buͤrgerlichen Gerichte eine in gehoͤriger Form verfertigte Abſchrift des Ver⸗ dammungsurteils vor, und fuͤgt eine Beſcheinigung vom peinlichen Gerichte bei, daß dieſes Urteil von der Art derjenigen ſey, die auf keinem geſetzlichen Wege mehr koͤnnen abgeaͤndert werden. 262. Im Falle von einem Urteil des Ge⸗ richts erſter Inſtanz in Eheſcheidungsſachen appel⸗ lirt wird, das Urteil mag nun endlich ſeyn, oder blos die Klage auf Eheſcheibung zulaſſen; ſo gehoͤrt 7 — 90— die Sache vor das Appellations⸗ oder Berufungs⸗ gericht, und hier wird ſie eingeleitet und abgeur⸗ teilt wie eine dringende Sache. 263. Die Berufung kann nicht angenommen werden, wenn ſie nicht in drei Monaten, von der Inſtnuation des Urteils angerechnet, eingelegt iſt, das Urteil mag nun auf Anhoͤrung beider Theile oder im Ausbleibungsfalle ergangen ſeyn. Die naͤmliche Friſt von drei Monaten, vom Tage der Inſinuation an gerechnet, iſt geſtattet fuͤr den, der gegen ein Urteil in letzter Inſtanz ſeine Sache beim Caſſationsgericht anhaͤngig machen will. Die Ergreifung dieſes Rechtsmittels hat aufſchiebende Wirkung. 564. Der Ehegenoſſe, der ein Urteil erhalten hat, ſo die Eheſcheidung erlaubt, und entweder in letzter Inſtanz ergangen oder rechtskraͤftig ge⸗ worden iſt, muß ſich innerhalb zwei Monaten vor den Beamten des Civilſtandes verfuͤgen, um ver⸗ möge jenes Urteils die Eheſcheidung ausſprechen zu laſſen. Der Gegentheil muß hiezu gehoͤrig vor⸗ geladen ſeyn. 265. In Ruͤckſicht auf die in erſter Inſtanz ergangenen Urteile fangen jene zwei Monate erſt zu laufen an nach Abfluß der Berufungsfriſt. In Ruͤckſicht auf jene Urteile, die in der Berufungs⸗ inſtanz wegen nicht Erſcheinung ergangen ſind, lau⸗ ſen ſie nach Abfluß der Berufungsfriſt. Soviel ün und luuin tef zun n uſt wwin 311 wia: thal in he 2 unj mt 46 2 belge ger u do 6. lafk be dr ede daniſe funge abgeun nommen von der legt ih Theile n. De age der den, da e Sache ill. Di ziebende khalten tweder tig ge⸗ ten vor im ver⸗ prechen eig vor Inſſten nate aſt riſ.. I ufungs ndau⸗ Sovie —— aber die Urteile betrift, welche in letzter Inſtanz und auf Vernehmen beider Theile ergangen ſind, laufen die obigen zwei Monate erſt nach Abfluß der Friſt, welche fuͤr das Geſuch um Caſſation ge⸗ ſtattet iſt. 266. Hat der als Klaͤger auftretende Ehege⸗ noſſe die hier oben beſtimmte zweimonatliche Friſt verſtreichen laſſen, ohne den andern Ehegenoſſen vor den Beamten des Civilſtandes beſcheiden zu laſſen; ſo iſt er der Wohlthat des Urteils, ſo er erhalten hatte, verluſtig, und kann die Klage auf Eheſcheidung nicht von neuem anheben. Jedoch kann er ſie wieder anheben, wenn er neue Gruͤnde hat, und in dieſem Falle ſteht es ihm frei, die Gruͤnde wieder geltend zu machen, die er in ſeinen vorigen Klage angefuͤhrt hatte. Zweiter Abſchnitt. Von einſtweiligen Vorſichtsmasregeln, welche bei der Klage auf Eheſcheidung aus beſtimmter urſache eintreten koͤnnen. Art. 267. Dem Manne verbleibt die einſt⸗ weilige Verwaltung der Kinder, er ſey nun Kläͤ⸗ ger auf Eheſcheidung oder Beklagter. Jedoch kann das Gericht zum groͤſſern Vorteil der Kinder an⸗ derſt verfuͤgen, und zwar auf den Antrag der Mut⸗ ter, oder der Familie, oder auch des Regierungs⸗ commiſſaires. — — 92— 268. So lange der Prozeß dauert, kann die Fraun aus dem Hauſe ihres Mannes gehen, und einen Nahrungsgehalt fodern, der dem Vermoͤgen deſſelben angemeſſen iſt. Sie hat dieſe Befugnis, ſte mag nun Klaͤgerin auf Eheſcheidung oder Be⸗ klagte feyn. Das Gericht weiſt das Haus an, worin die Frau zu wohnen gehalten iſt; es be⸗ ſtimmt ebenfalls, nach Befinden, den Nahrungs⸗ gehalt, den ihr der Mann entrichten muß. 8 369. Die Frau muß darthun, daß ſie in dem ihr angewieſenen Hauſe wohnt, ſo oft ſie dazu aufgefodert wird. Beweiſet ſie es nicht; ſo kann der Mann ihr den Nahrungsgehalt verweigern. Er kann ſogar in dieſem Falle, wenn die Frau Klaͤgerin auf Eheſcheidung iſt, eine Erklaͤrnng be⸗ wirken, daß ſie mit ihrer Klage ferner nicht anzu⸗ hoͤren ſey. 270. Um ihre Rechte zu ſichern, kann die Frau, wenn ſie in der Guͤtergemeinſchaft lebt, die Anlegung der Siegel auf die beweglichen Effecten der Gemeinſchaft fodern. Sie kann dies nach Er⸗ laſſung des Befehls, deſſen der Art. 238 erwaͤhnt, der Prozeß mag uͤbrigens gediehen ſeyn, wohin er wolle, und ohne Unterſchied, ob die Frau Klaͤge⸗ rin auf Eheſcheidung oder Beklagte iſt. Bei Ab⸗ nehmung der Siegel muß zugleich ein Verzeichniß der Guͤter(1) mit ihrer Schaͤtzung verfertiget wer⸗ ( SQveutgire.— ant die en, und ermaͤge efugni der Ie aus an, es be hrungs in den e daz ſo kann veigern ie Fra ung be t anzu erjichij tigetwen den, und kann die Abnehmung nur unter dieſem Beding geſchehen. Ferner muß ſich der Mann da⸗ bei verbindlich machen, die verzeichneten Gegen⸗ ſtaͤnde vorzuzeigen, oder als gerichtlicher Verwah⸗ rer fuͤr ihren Werth zu haften. 271. Wenn der Mann, nach Erlaſſung des Befehls, deſſen der Art. 238 erwaͤhnt, eine Ver⸗ bindlichkeit uͤbernommen hat, welche der Guͤterge⸗ meinſchaft laͤſtig iſt, oder wenn er nach jenem Zeit⸗ punkt unbewegliche Guͤter veraͤuſſert hat, welche zur Gemeinſchaft gehoͤren; ſo wird eins wie das andere fuͤr nichtig erklaͤrt, vorausgeſetzt jedoch, daß bewieſen werde, daß eins und das andere zum Nachteil der Rechte der Gattinn geſchehen iſt. Vierter Abſchnitt. Von den Einreden, die dahin zielen, den Eingang der Klage auf Eheſcheidung aus beſtimmter Urſache, zu hindern. Art. 272. Die Klage auf Eheſcheidung iſt erloſchen durch die Verſoͤhnung der Eheleute; und es koͤmmt hiebei nicht darauf an, ob die Verſoͤh⸗ nung Statt gehabt nach den Vorfaͤllen, welche dieſe Klage ſonſt begruͤndet haͤtten, oder erſt nach angehobener Klage auf Eheſcheidung. 273. In beiden Faͤllen wird erklaͤrt, daß der Klaͤger mit ſeiner Klage nicht koͤnne angenommen — 94— 9„ werden. Er kann demungeachtet eine neue Klage anheben, wenn ſeit der Verſoͤhnung eine neue Ur⸗ ſache eingetreten iſt, und in dieſem Falle kann er ſich der vorigen Urſachen als Mittel bedienen, um ſeine neue Klage deſto mehr zu begruͤnden. 274. Laͤugnet der Klaͤger auf Eheſcheidung, daß eine Verſoͤhnung Statt gehabt habez ſo be⸗ weiſt der Beklagte ſein Angeben entweder durch Schriften, oder durch Zeugen, und zwar in der Form, welche im erſten Abſchnitt des gegenwaͤrti⸗ gen Lapitels vorgeſchrieben iſt. Drittes Capitel. Von der Eheſcheidung durch beiderfeitige Einwilligung. Art. 575. Die beiberſeitige Einwilligung der Ehekeute wird nicht angenommen, wenn der Mann weniger als fuͤnf und zwanzig Jahre, oder die Frau weniger als ein und zwanzig Jahre alt iſt. 275. Die beiderſeitige Einwilligung wird nicht angenommen, wenn die Ehe nicht zwei volle Jahre beſtanden hat. 277. Sie kann nicht mehr angenommen wer⸗ den, wenn die Ehe zwanzig Jahre lang beſtanden hat, oder, wenn die Frau fuͤnf und vierzig Jahr⸗ alt iſt, Klagt eue Ur. fann er en, um idung, ſo be. durch in der waͤrti⸗ tigt gg der Mann er die alt it. wird jvoll n wer⸗ tanden Jaht⸗ — 35— 278. In keinem Falle iſt die beiderſeitige Einwilligung der Eheleute allein hinreichend; ſon⸗ dern ſie muß gutgeheiſſen ſeyn von ihren beiden Eltern, oder andern noch lebenden aufſteigen den Verwandten, nach Anleitung und Vorſchrift des 150 Art. unter dem Titel von der Ehe. 279. Sobald die Eheleute emſſchloſſen ſind, die Eheſcheidung durch beiderſeitige Einwilligung zu bewirken; ſo muͤſſen ſie vor allem ihre bewegli⸗ che und unbewegliche Habe ſchaͤtzen, und daruͤber ein Verzeichnis anfertigen laſſen, und ihre gegen⸗ ſeitigen Rechte reguliren oder ins Gleiche bringen. Ueber die letztern bleibt es ihnen aber unbenom. men, ſich zu vergleichen. 280. Ferner muͤſſen ſie ſchriftlich beurkunden, daß und wie ſie uͤber die drei folgenden Punkte uͤbereingekommen ſind, naͤmlich: iſtens. Wem die Kinder aus ihrer bisherigen Verbindung anvertraut werden ſollen, ſowohl von nun an bis zur ausgemachten Sache, oder waͤhrend der Probezeit, als nach ausge⸗ ſprochener Eheſcheidung; 2tens. In welchem Hauſe die Frau waͤhrend der Probezeit, oder bis zur ausgemachten Sa⸗ che, ſ ſich aufhalten muͤſſe; zteus. Welche Summen der Mann, waͤhrend der naͤmlichen Zeit, der Frau zalen muͤſſe, im Falle ſie nicht ihren Dedaefniſſen angemeſſene Einkuͤnfte hat. 281. Die Eheleute verfuͤgen ſich zufammen und perſoͤnlich vor den Preſidenten des Civilge⸗ richts ihres Bezirks, oder vor den Richter, der ſeine Stelle vertritt, und erklaͤren ihm ihren Wil⸗ len in Gegenwart von zwei Notairen, die ſie eben⸗ falls mitgebracht haben. 2282. Der Richter nimmt die beiden Eheleute zuſammen, und dann auch jeden insbeſondere, aber immer in Gegenwart der zwei Notaire, vor, und gtebt ihnen die geeigenten Ermahnungen; er ſtellt ihnen alles vor, was er in einem ſolchen Falle fuͤr zweckdienlich erachtet, verlieſt ihnen das 4te Capitel des gegenwaͤrtigen Titels, welches die Wir⸗ kungen der Eheſcheidung regulirt, und entwickelt und legt ihnen alle Folgen vor Augen, die ihr Schritt nach ſich zieht. 283. Beſtehen die Eheleute auf ihrem Ent⸗ ſchluß; ſo erteilt der Richter ihnen eine Urkunde des Inhalts, daß ſie beiderſeitig in die Eheſchei⸗ dung willigen, und ſie fodern; und nun muͤſſen ſie auf der Stelle, auſſer den in den Art. 279 und 280 bemerkten Stuͤcken, noch folgende vorzeigen und in die Haͤnde der Notaire uͤberliefern, naͤm⸗ lich: — nuſt in gemeſe ufamme Civilge bter, da ren Wi ſie ebn Eheleut ere, aber or, und er ſtell en Fall das 42 die Wid twickel die iſ em En Urkunde Eheſch⸗ müſen 279 und votzeigen 1 näm iſtens. Ihre Geburts⸗ und Trauungsſcheine; stens. Die Geburts⸗ und Sterbſcheine aller aus ihrer Verbindung entſproſſenen Kinder; 8 3tens. Die authentiſche Erklaͤrung ihrer Eltern oder ſonſtigen aufſteigenden noch lebenden Verwandten, des Inhalts: daß ſie, aus ih⸗ nen bekannten Urſachen, einem ſolchen, oder einer ſolchen, ihrem Sohne oder ihrer Toch⸗ ter, ihrem Enkel oder ihrer Enkelinn, verhei⸗ rathet mit einem ſolchen oder einer ſolchen, erlauben, die Eheſcheidung zu fodern und darin zu willigen. Die Eltern und Gros⸗ eltern, werden fuͤr lebend gehalten ſo lang, bis die Scheine beigebracht werden, die ih⸗ ren Tod beurkunden. 284. Ueber den ganzen Hergang, uͤber alles was zufolge der vorhergehenden Artikel iſt geſagt und gethan worden, ſetzen die Notaire einen um⸗ ſtaͤndlichen Aufſatz auſ. Die Urſchrift oder das Original davon bleibt dem aͤlteſten der beiden Notaire, nicht minder die aufgelegten Stuͤcke, wel⸗ che dem erzaͤhlenden Aufſatz augehaͤngt bleiben. In dem letztern wird noch uͤberdies des Umſtands erwaͤhnt, daß der Frau iſt bedeutet worden, ſich innerhalb vier und zwanzig Stunden in das Haus zu begeben, woruͤber ſie mit ihrem Manne uͤber⸗ eingekommen iſt, und darin wohnen zu bleiben bis zum Ausſpruch der Eheſcheidung. 285. Iſt nun die Erklaͤrung auf obige Art geſchehen; ſo wird ſie in den erſten fnnfzehn Ta⸗ gen des folgenden vierten, ſiebenten und zehnten Monats allemal erneut, und dabei werden die naͤmlichen Feierlichkeiten beobachtet. Beide Theile ſind gehalten, jedesmal durch eine öͤffenzliche Acte zu beweiſen, das ihre Eltern oder andere noch le⸗ bende aufſteigende Verwandten auf ihrem erſten Entſchluſſe Heſtehen; aber ſie ſind nicht verbunden, die Auflegung irgend einer andern Acte zu wieder⸗ holen. 286. Ein volles Jahr nach der erſten Erklaͤ⸗ rung, und zwar in den erſten fuͤnfzehn Tagen nach dem Tage, wo jenes Jahr verftoſſen iſt, verfuͤgen ſich die Eheleute zuſammen und perſoͤnlich vor den Preſidenten des Gerichts, oder den Richter, der ſein Amt verſteht. Jeder von ihnen laͤſt ſich von zwei Freunden begleiten, die wenigſtens fuͤnfzig Jahre alt, und Notable in ihrem Bezirk ſeyn muͤſe ſen. Sie uͤberreichen dem Richter die Ausfertigung in gehoͤriger Form ſowohl von den vier Aufſaͤtzen uͤber ihre beiderſeitige Einwilligung, als von allen Aceten, die denſelben angehaͤngt ſind, und fodern von ihm die Zulaſſung der Eheſcheidung, jeder insbeſondere, und dennoch einer in des andern Gegenwart, und in Beiſein der Notaire. 287. Die Richter und die Begleiter der Ehe⸗ leute machen nun dieſen die geeigneten Vorſtellun⸗ gen; und beharren ſie demnach auf ihrer Forde⸗ nlat ku tin fäber Nant und ln ug ige nt hu do gehntn een die Theile ſe Act och erſen unden, vieder⸗ Erklaͤ⸗ en nach erfuͤgen dor den r, der h von änfzig n muͤß tigung fſaͤtzen nallen fodern jeder andern Ehe, ſellun⸗ Forde⸗ “ rung, ſo wird ihnen hievon eine Acte ober Be⸗ ſcheinigung zugeſtellt. Das naͤmliche geſchieht ruͤck⸗ ſichtlich der Beweisſtuͤcke, die ſie uͤbergeben haben. Der Gerichtſchreiber des Tribunals verfertigt uͤber den ganzen Hergang einen erzaͤhlenden Aufſatz, und dieſen unterzeichnen ſowohl die beiden Eheleute, als die vier Freunde, der Richter und der Gerich⸗ ſchreiber. Koͤnnen aber die Eheleute nicht unter⸗ zeichnen, oder ſind ſie darin unerfahren; ſo wird dies bemerkt. 288. Unten auf den obigen erzaͤhlenden Auf⸗ ſatz, oder das Protocoh, ſchreibt der Richter ſo⸗ gleich ſeinen Befehl, des Inhalts, daß uͤber das Ganze von ihm an das Gericht in dem Raths⸗ zimmer berichtet werden ſolle, und zwar auf den ſchriftlichen Antrag des Regierungscommiſſaires, dem zu dieſem Ende der Gerichtsſchreiber die Schrif⸗ ten zuſtellt. 28 gã. Wenn der Regierungscommiſſaire dahin antraͤgt, daß die Eheſcheidung angenommen wer⸗ de; ſo faſt er ſeinen Antrag alſo ab: das Geſetz erlaubt(die Eheſcheidung); widrigenfalls faſt er ihn alſo ab: das Geſetz iſt dawider. Den erſten geſtattenden Antrag giebt er nur dann, wenn folgende vereinte Umſtaͤnde zuſammentreten. Der Mann muſte fuͤnf und zwanzig, und die Frau ein und zwanzig, Jahre alt ſeyn, als ſie ihre erſte Erklaͤrung thaten; ſie muſten zur Zeit jener Erklaͤ⸗ rung zwei Jahre verheirathet ſeyn; die Ehe muſte — 100— nicht laͤnger als zwanzig Jahre beſtanden haben; die Frau muſte weniger als fuͤnf und vierzig Jah⸗ re alt ſeyn; die beiderſeitige Einwilligung muß im Laufe des Jahrs viermal ausgedruͤckt worden ſeyn, und zwar nach Vorhergehung alles deſſen, was hieroben vorgeſchrieben iſt, und mit Beobachtnng aller Feierlichkeiten, welche der gegenwaͤrtige Titel erfodert, und insbeſondere mit Ermaͤchtigung der Eltern der Eheleute, oder mit Ermaͤchtigung ihrer ſonſtigen aufſteigenden Verwandten, im Fall die Eltern vorgeſtorben waren; endlich muß der Be⸗ weis aller jetzt angefuͤhrten Umſtaͤnde ſich in den Schriften finden, die dem Regierungscommiſſaire zugeſtellt worden ſind. ⸗9o. Nach erſtattetem Bericht iſt das Tribu⸗ nal nicht befugt, das Daſeyn und die Richtigkeit anderer Gegenſtaͤnde zu unterſuchen, als diejenigen ſind, die der vorhergehende Artikel anfuͤhrt. Geht daraus, nach der Meinung des Gerichts, hervor daß die Beteiligten die Bedingungen erfuͤllt, und die Feierlichkeiten beobachtet haben, welche das Geſetz beſtimmt; ſo laͤſt es die Eheſcheidung zu, und verweiſt die Beteiligten vor den Beamten des Civilſtandes, um ſie ausſprechen zu laſſen. Iſt das Gericht aber dieſer Meinung nicht; ſo erklaͤrt es, daß es die Eheſcheidung nicht zulaſſen koͤnne, und entwickelt die Gruͤnde ſeiner Entſcheidung. 291. Gegen ein Urteil, das erklaͤrt, die Ehe⸗ ſcheidung koͤnne nicht zugelaſſen werden, hat die n hal, rjig A g mußin ꝛden ſen ſen, vi bachtmg lige dul gung de ung ihte Fallde der d h in da nmiſſie 3 Tribe ſchtigkal ejenige t. Gehl hervor t, und che das dung zu⸗ aten d ſen. J erklatt n könat jdung. die Ehe⸗ hat di Berufung ¹) Statt. Aber die Berufung kann nicht angenommen werden, als in ſo weit ſie von bei⸗ den Theilen, und dennoch durch ganz verſchiedene Acten, geſchieht. Sie wird ebenfalls nicht ange⸗ nommen, als in ſo weit ſie in den zehn Tagen fruͤheſtens, und in den zwanzig Tagen vom Tage des Urteils erſter Inſtanz laͤngſtens eingelegt wird. 292. Die Acte, wodurch die Berufung ge⸗ ſchieht, wird wechſelſeitig von einem Ehegenoſſen dem andern inſinuirt; ſie wird ebenfalls dem Re⸗ gierungscommiſſaire beim Gericht erſter Inſtanz inſinnuirt. 293. Sobald dem Regierungscommiſſaire beim Gericht erſter Inſtanz die zweite Berufungs⸗ acte inſinuirt iſt, und zwar in den zehn erſten Ta⸗ gen, von dieſer Inſinuation an gerechnet, uͤber⸗ ſchickt er dem Regierungscommiſſaire beim Beru⸗ fungsgericht, die Ausfertigung des Urteils, und die Schriften, worauf das Urteil ergangen iſt. In den erſten zehn Tagen nach Empfang der Schrif⸗ ten, macht der Regierungscommiſſaire beim Beru⸗ fungsgericht ſeine ſchriftlichen Antraͤge; der Preſi⸗ dent, oder ſein Stellvertreter, ſtattetdem Beru⸗ fungsgerichte, in dem Rathszimmer, ſeinen Bericht ab, und die endliche Entſcheidung erfolgt in den ———— 1) Appellation. —— erſten zehn Tagen nach Uebergahe der Antraͤge bes Commiſſaires. 294. Laͤſt das Urteil die Eheſcheidung zu; ſo verfuͤgen ſich, kraft deſſelben, und in den erſten zwanzig Tagen ſeines Datums, die Partien zuſam⸗ men und perſoͤnlich vor den Beamten des Civil⸗ ſtandes, der ſodann die Eheſcheidung auszuſpre⸗ chen hat. Nach Ablauf jener Friſt iſt das Urteil ohne Kraft, und als nicht ergangen anzuſehn. Viertes Capitel. Von den Wirkungen der Eheſcheidung. Art. 295. Die Urſache der Eheſcheidung mag geweſen ſeyn, welche ſie immer wolle, die Eheleu⸗ te, die ſie erwirkt haben, koͤnnen ſich nie wieder derbinden. 296. Iſt die Eheſcheidung aus beſtimmter Urſache erfolgt; ſo kann die geſchiedene Frau ſich nicht wieder verehlichen, als zehn Monate nach ausgeſprochener Eheſcheidung. 297. Iſt aber die Eheſcheidung eine Folge beiderſeitiger Einwilligung; ſo kann ein Ehegenoſſe ſo wenig wie der andere eine neue Ehe eingehen, wenn nicht drei Jahre nach Ansſpruch der Ehe⸗ ſcheidung verfloſſen ſind. 1 wätt Oh nte ſt Uen Aa mn ſernn 811 pan 2 mitt fena näthar liit räge es 9 1u, en erſen zuſen es Lyi aszuſor as Uetil ſehn. un. ung n Ehelen it wiede eſimwte Hrau ſt ate ic e Folh hegenoſ ngeben de Ehe⸗ — 103— 298. Iſt die Eheſcheidung wegen Ehebruches gerichtlich zugelaſſen worden; ſo kann der ſchuldige Ehegenoſſe ſich nie mit demjenigen verehlichen, wo⸗ mit er jenes Laſter getrieben hat. Die Frau, die ſich des Ehebruches ſchuldig gemacht, wird noch uͤberbies im naͤmlichen Urteil(1), und auf den Antrag des Regierungscommiſſaires zur Einſper⸗ rung in ein Zuͤchtigungshaus verurteilt. Die Ein⸗ ſperrung geſchieht auf beſtimmte Zeit, und kann nicht unter drei Monaten ſeyn, und nicht uͤber zwei Jahre gehen. 299. Die Eheſcheibung mag erfolgt ſeyn, aus welcher Urſache ſie wolle; der Gatte, wogegen ſtie iſt zugelaſſen worden, verliert alle Vortheile, wel⸗ che ihm der andere Gatte, entweder im Heiraths⸗ vertrage, oder auch nach vollzogener Ehe zugeſtan⸗ den hatte. Ausgenommen iſt hievon der Fall, wo die Eheſcheidung eine Polge Leidaſeitiger Einwil⸗ ligung war. 300. Der Ehegenoſſe, der die Eheſcheidung erwirkt hat, behaͤlt alle ihm vom Gegentheil zuge⸗ ſtandenen Vortheile, wenn ſie ſchon wechſelſeitig ausbedungen waren, und obſchon die Wechſelſeirig⸗ keit nicht Statt hat. 301 In folgenden zwei Faͤllen kann das Ge⸗ richt dem Ehegenoſſen, der die Eheſcheidung er⸗ 9 3 (1) Das die Eheſcheidung zulaͤſt. — — 104— wirkt hat, einen Verpflegungsgehalt geſtatten, der aus dem Vermoͤgen des andern Ehegenoſſen ge⸗ nommen wird; wenn naͤmlich die Eheleute ſich kei⸗ ne Vorteile ausbedungen haben, oder, wenn die Vorteile, die ſie ausbedungen haben, zum Unter⸗ halt des klagenden Ehegenoſſen nicht hinlaͤnglich zu ſeyn ſcheinen. Der Verpflegungsgehalt darf aber in keinem Falle ein Drittheil der Einkuͤnfte des andern Ehegenoſſen uͤberſteigen, und er kann zuruͤckgenommen werden, ſo bald er nicht mehr nothwendig iſt.. 3⁰2. Die Kinder werden dem Ehegenoſſen anvertraut, der die Scheidung erwirkt hat. Wenn jedoch die Familie, oder der Regierungscommiſſai⸗ re es begehrt; ſo kann das Gericht befehlen, daß zu ihrem groͤſſern Nutzen die Kinder entweder alle, oder einige von ihnen, der Sorge und Aufſicht des andern Ehegenoſſen, oder auch einer dritten Perſon anvertraut werden ſollen. 3⁰5. Die Eltern behalten beiderſeitig das Recht, uͤber den Unterhalt und die Erziehung ih⸗ rer Kinder zu wachen, ohne Unterſchied der Perſon, der dieſelben anvertraut ſind. Nicht minder ſind ſie verbunden, zur Unterhaltung und Erziehung ihrer Kinder beizutragen nach Verhaͤltnis ihres Vermoͤgens.. . 304. Die Aufloͤſung der Ehe durch eine ge⸗ richtlich zugelaſſene Scheidung hat nie zur Folge, n 1 1 Ef i un Fü 91 eand fin d 11 n, der ſſen 99 ſich ki nn die Unter, ſͤnglic lt darf inkuͤnfte er fann ht meſ genoſen Wenn mmiſſi en, daß der all Aufſich dritten tig das ung jſ⸗ Perſot der ſind rziehung s ihtes eine ges Folge daß die aus der aufgeloͤſten Ehe gebornen K Kinder jene Vortheile verlieren, die ihnen zukommen ver⸗ moͤge der Geſetze, oder vermoͤge der Ehevertraͤge ihrer Eltern. Aber die Rechte der Kinder werden deswegen nicht durch die Eheſcheidung faͤllig, ſon⸗ dern ſie werden auf die naͤmliche Art und in den naͤmlichen Umſtaͤnden faͤllig, wie ſie auch faͤllig geworden waͤren, wenn keine Eheſcheidung Statt gehabt haͤtte. 305. Wenn aber die Ehe durch beiderſeitige Einwilligung aufgeloͤſt worden iſt; ſo gehoͤrt die Haͤlfte der Guͤter beider Eheleute mit vollem Rech⸗ te eigentuͤmlich den Kindern zu, welche aus ihrer Ehe entſtanden ſind; und zwar gehoͤrt ſie ihnen zu von jenem Tage an, wo die Eltern ihre erſte Erklaͤrung thaten. Demungeachtet behalten die Eltern den Genuß jener Haͤlfte bis zur Grosjaͤh⸗ rigkeit ihrer Kinder; wogegen ſie verbunden ſind fuͤr die Nahrung, den Unterhalt und die Erzie⸗ hung derſelben zu ſorgen, nach Vermögen und Stand. Alles dies gilt unbeſchadet ſonſtiger Vor⸗ teile, welche beſagten Kindern etwa durch Ehever⸗ traͤge ihrer Eltern zugeſichert ſeyn koͤnnten. Fuͤnftes Capitel. Von der Scheidung von Bett und Liſche. 306. In allen Faͤllen, wo eine Klage auf Eheſcheidung aus beſtimmter Urſache Statt hat, 8* — 106— ſteht es den Eheleuten frei, die bloſe Scheidung von Bett und Tiſche zu fodern. 307. Die Klage um Scheidung von Bett und Tiſche wird angehoben, eingeleitet und abge⸗ urteilt, wie jede andere buͤrgerliche Klage: ſie kann aber nie eine Folge der beiderſeitigen Einwilligung ſeyn. 308. Wenn die Scheidung von Bett und Tiſche darum gegen die Frau ausgeſprochen wird, weil ſie Ehebruch begangen hat; ſo wird ſie im naͤmlichen Urteil und auf Antrag des Regierungs⸗ commiſſaires zur Einſperrung in ein Zuͤchtigungs⸗ haus verurteilt. Die Einſperrung geſchieht auf beſtimmte Zeit, und kann nicht unter drei Mona⸗ ten ſeyn, und nicht uͤber zwei Jahre gehn. 309. Im Falle ein ſolches Urteil ergangen iſt, ſteht es dem Manne noch frei, es unwirkſam zu machen, wenn er ſich dazu verſteht, ſeine Frau wieder anzunehmen.— 510. Wenn die Scheidung von Bett und Tiſche nicht weil die Frau Ehebruch begangen, ſondern wegen jeder andern Urſache ausgeſprochen war, und drei Jahre lang gewaͤhrt hat; ſo kann der Ehegenoſſe, der urſpruͤnglich Beklagter war, vor Gericht gehn, und die Eheſcheidung fodern; und das Gericht laͤſt dieſelbe zu, es ſey denn, daß der urſpruͤngliche Klaͤger, er ſey nun gegenwaͤrtig, (ding Vett abge⸗ ekang ligung k Und wird ſie in rungs gungs⸗ ht auf Mona⸗ angen irkſam Frau t und angen, rochen ˖kang wat, dern; daß vartig, — 107— oder gehoͤrig vorbeſchieden, ſich auf der Stelle da⸗ zu verſtehe, die Scheidung von Bett und Tiſch aufhoͤren zu laſſen.. 311. Die Scheibung von Bett und Tiſche hat immer zur Folge die Trennung der Guͤter. . Siebenter Titel(1). Von der Vaterſchaft und Kindſchaft(2.) Erſtes Capitel. Von der Kindſchaft rechtmaͤſſiger ober in der Ehe geborner Kinder. 312. Das Kind, ſo waͤhrend der Ehe iſt empfangen worden, hat zum Vater den Ehemann. (1) Geſetz v. 2. Germinal 11. J. Promulg. d. 1a. (2) Paternites, et filiztion. Beide Ausdruͤcke kom⸗ men gewoͤhnlich nicht vory als in Rechtshaͤndeln, wo es auf die Frage ankoͤmmt, ob dieſer oder jener ein Kind von dieſem oder jenem ſey, mit⸗ hin auf die Kindſchaft(fliation), oder ob die⸗ ſer oder jener von dieſem oder jenem der Vater ſey, mithin auf die Vaterſchaft(αrernite.). et in cke ken⸗ händelr. ſer ode dn, vir db die⸗ er Vater M — 1e9— Jedoch kann der Ehemann das Kind ableug⸗ nen, wenn er beweiſet, daß er waͤhrend der Zeit, die vom dreihundertſten Tage an bis auf den hundertachtzigſten Tag vor der Geburt des Kindes verlaufen iſt, in der phyſiſchen Unmoͤglichkeit war, ſeiner Frau beizuwohnen; dieſe Unmoͤglichkeit mag ſich nun gruͤnden auf Entfernung, oder auf irgend ein anderes Ereignis. 315. Der Mann kann das Kind nicht ab⸗ leugnen unter dem Vorwande ſeines natuͤrlichen Unvermoͤgens; er kann es ſelbſt wegen Ehebruches nicht ableugnen, es ſey denn, daß man ihm die Geburt verhelt habe, und in dieſem Falle iſt es ihm erlaubt, alle Thatſachen vorzubringen, die be⸗ weiſen koͤnnen, daß er der Vater des Kindes nicht iſt. 314. Iſt ein Kind vor dem hundert achtzig⸗ ſten Tage der Trauung geboren; ſo kann der Ehe⸗ mann es ableugnen. Er kann es aber aus dieſer Arſache nicht mehr ableugnen in folgenden Faͤllen: iſtens. Wenn ihm die Schwangerſchaft vor der Trauung bekannt war; ztens. Wenn er bei der Geburtsacte zugegen war, und wenn dieſe Acte von ihm unter⸗ zeichnet iſt, oder die Erklaͤrung enthaͤlt, daß er nicht unterzeichnen kann; — 110— 3tens. Wenn das Kind nicht fuͤr lebensſaͤ⸗ 1 hig erklaͤrt wird(1). un 1 zen 315. Wird ein Kind dreihundert Tage nach rn Aufloͤſung der Ehe geboren; ſo kann ſeine Recht⸗ üni maͤſſigkeit angefochten werden. 6 u ſe 316. In den verſchiedenen Faͤllen, wo es dem un Ehemann erlaubt iſt, gegen die Rechtmaͤfſigkeit ei⸗ rnn nes Kindes einzukommen, muß er dies in einem nüt Monate thun, in ſo weit er ſich an dem Orte be⸗ mwy findet, wo das Kind geboren worden, In zwei Monaten muß er einkommen, wenn 3 er zur Zeit der Geburt abweſend war; * In den zwei Monaten nach Entdeckung des Betrugs endlich, wenn man ihm die Geburt des Kindes verborgen hatte. (1) Das Kind lebte in Mutterleibe. Dieſe Art von Leben kann eine unbeſtimmte Tagezahl hindurch waͤhren, ohne daß es darum moͤglich ſey, daß es auch fortlebe; and dieſe Moͤglichkeit, die ge⸗ woͤhnliche Lebenszeit zu leben, iſt es, was man unter dem Ausdruck lebeusfaͤhig(viabla) ſeyn verſteht. Die Frage, ob ein Kind lebensfaͤhig ſey, ha⸗ ben natuͤrlicher Weiſe Kunſtverſtaͤndige zu ent⸗ 4 ſcheiden, bendſt e vach Nechh⸗ es dew keit ei einen te be⸗ 317. Wenn der Ehemann geſtorben iſt, be⸗ vor er klagbar eingekommen; ſo haben die Erben zwei Monate, um die Rechtmaͤſſigkeit des Kindes anzufechten; vorausgeſetzt jedoch, daß der Mann in der ihm geſtatteten Zeit, um einzukommen, ge⸗ ſtorben iſt. Die zwei den Erben geſtatteten Mo⸗ nate fangen an zu laufen von dem Zeitpunkte, wo das Kind ſich in den Beſitz der Guͤter des Ehe⸗ mannes geſetzt hat, oder auch von dem Zeitpunkt, wo die Erben, die in dieſem Beſitze wirklich ſind, von dem Kinde darin geſtoͤrt werden. 318. Jede auſſergerichtliche Schrift oder Aat⸗ worin entweder der Ehemann, oder auch ſeine Er⸗ ben, erklaͤrten, daß ein Kind nicht ehlich ſey, wird als nicht geſchehen betrachtet, wenn nicht in mo⸗ natlicher Friſt darauf eine gerichtliche Klage ange⸗ hoben wird, und zwar gegen den Vormund, der hiezu eigenſt fuͤr das Kind ernannt wird, und in Gegenwart ſeiner Mutter. Zweites Capitel. Vom Beweiſe rechtmaͤſſiger oder ehelicher Kindſchaft. Art. 319. Die Kindſchaft rechtmaͤſſiger oder ehelicher Kinder wird bewieſen durch die Geburts⸗ urkunden, die in das Regiſter des Cioilſtandes eingetragen ſind. — 112— 330. Wenn dieſer Titel oder dies Beweis. mittel fehlt; ſo iſt genug, wenn das Kind bewei⸗ ſet, daß es beſtaͤndig im Beſitz des Standes eines ehelichen Kindes geweſen iſt. 321. Dieſer Standesbeſitz entſteht dadurch, daß ſich genugſame Thatſachen vereinigen, welche nachweiſen, daß das Verhaͤltnis der Vaterſchaft und der Kindſchaft vorhanden iſt zwiſchen einem Menſchen und der Familie, wozu er zu gehoͤren vorgiedt. Die vorzuͤglichſten jener Thatſachen ſind, daß der Menſch den Namen des Vaters gefuͤhrt hat, dem er anzugehoͤren vorgiebt; Daß der Vater ihn wie ſein Kind behandelt, und in dieſer Eigenſchaft fuͤr ſeine Erziehung, ſei⸗ nen Unterhalt, und ſeine Verſorgung geſorgt hat; Daß er beſtaͤndig in der Geſellſchaft dafuͤr anerkannt worden iſt; Daß er dafuͤr von der Familie anerkannt wor⸗ den iſt.— 322. Die Geburtsurkunde, und der mit ei⸗ ner ſolchen Urkunde uͤbereinſtimmende Beſitz, mit⸗ teln den Stand aus; einen andern Stand in An⸗ ſpruch zu nehmen iſt niemanden erlaubt.— Hinwieder kann niemand den Stand eines Menſchen anfechten, der einen mit ſeiner Geburts⸗ urkunde uͤbereinſtimmenden Beſitz hat. 1 Keuhn ii lü M n uri win du lſan a li ſhh d hen 2 ui 2 1 un nit donyi difſn fa d de g. ha Bewe ) bewei es ein dadurch welche terſchaß einen gehoͤr nd, dij het ha handel ng, ſ gt ha ft daſt unt tol mit O it, vi in do id eines Geburte⸗ — 113— 3a5. Der Beweis der Kinbſchaft kann durch Zeugen geſchehen, wenn eine ſolche Urkunde und ein ſolcher beſtaͤndiger Beſitz nicht vorhanden iſt, oder wenn das Kind eingeſchrieben iſt entweder unter falſchen Namen, oder als abſtammend von unbekannten Eltern. Damit aber jener Beweis durch Zeugen zuge⸗ laſſen werden könne, wird durchaus erfodert, daß ein Anfang eines ſchriftlichen Beweiſes vorhanden ſey, oder daß aus Thatſachen, die wirklich am Tage liegen, ſo wichtige Vermuthungen oder An⸗ zeigen hervorgehen, um ſich fuͤr die Zulaſſung die⸗ ſes Beweiſes zu beſtimmen. 324. Den Anfang eines ſchriftlichen Bewei⸗ ſes liefern Familienurkunden, Hausverzeichniſſe und Hausſchriften des Vaters oder der Mutter, öͤffent⸗ liche Urkunden und ſelbſt Privaturkunden, wenn ſie von einer Partie herruͤhren, die in den Streit verflochten iſt, oder die dabei intereſſirtz waͤre, wenn ſie noch lebte. 325, Der Gegenbeweis kann geſchehen durch alle Mittel, die darthun koͤnnen, daß der Klaͤger nicht das Kind der Mutter iſt, die er zu haben vorgiebt. Und wenn die Mutterſchaft ſchon be⸗ wieſen iſt; ſo kann der Gegenbeweis noch geſche⸗ hen durch alle Mittel, die darthun koͤnnen, daß der Klaͤger den Mann der Mutter nicht zum Va⸗ ter hat. — 114— 325. Die buͤrgerlichen Gerichte allein ſind geeignet, uͤber Anſpruͤche zu entſcheiden, welche den Stand betreffen. 327. Hat wegen Unterſchlagung des Standes eine peinliche Klage(1) Statt; ſo kann dieſe Kla⸗ ge nicht anfangen, als nachdem uͤber den Streit wegen des Standes ein Endurteil ergangen iſt. 3as8. In Hinſicht auf das Kind iſt die Kla⸗ ge, die einen Standesanſpruch zum Gegenſtande hat, unverjaͤhrbar. 329. Iſt das Kind ſelbſt nicht eingekommen; ſo koͤnnen die Erben die Klage nicht anheben, als in ſo weit das Kind waͤhrend ſeiner Minderjaͤh⸗ rigkeit geſtorben iſt, oder in ſo weit ſie dieſelbe in den erſten fuͤnf Jahren nach ſeiner Grosjaͤhrigkeit anheben. 1 2 330. Hat das Kind bieſe Klage wirklich an⸗ gehoben; ſo koͤnnen die Erben ſie fortſetzen, es ſey denn, daß es foͤrmlich davon abgeſtanden, oder er⸗ klaͤrt habe, ſie nicht fortſetzen zu wollen, oder daß es, von der letzten Handlung des Prozeſſes ange⸗ ———— (1) Das heiſt eine Klage oder ein Prozeß, der vor die peinlichen Gerichte, oder vor die Criminal⸗ gerichte, gehoͤrt, und deſſen Zweck die Verurtei⸗ lung des Schuldigen zu einer entehrenden Stra⸗ ſfe iſt. earc Sate — ltl vu b gehn du hrr wn atr renr Mhud leein ſh welchehg 8 Stande dieſe den Etai gen iſ die K egenſtau ſekomman eben d einder jeſelbenn jaͤhriit rklich d en; es oderd dder dai es an der zer Lrinina- Verurtei en Strt — 115— rechnet, drei Jahre verſtreichen laſſen, ohne die Sache zu verfolgen. 6 Drittes Capitel. Von unehelichen Kindern. Erſter Abſchnitt. Von der Legitimation(1) unehelicher Kinder. Art. 331. Die aus unehelichem Beiſchlafe er⸗ zeugten Kinder koͤnnen die Rechte ehelicher Kinder erlangen(a) durch die nachfolgende Verheirathung ihrer Eltern, wenn dieſe Eltern ſie beiderſeitig vor der Trauung anerkannt haben, oder wenn ſie ſie in der Trauungsacte ſelbſt noch anerkennen. Aus⸗ genommen von dieſer Verfuͤgung ſind die aus Blutſchande oder Ehebruch gezeugten Kinder. 332. Die degi timation kann ſelbſt zu Gun⸗ ſten von Kindern geſchehen, die verlebt find und Abkoͤmmlinge nachgelaſſen haben, und in dieſem Falle gereicht ſie dieſen Abkoͤmmlingen zum Nutzen. (1) Legitimation iſt in Hinſicht auf uneheliche Kin⸗ der diejenige Handlung, wodurch ſie die Nechte der ehelichen Geburt erlangen. () Legitimirt werden. — 226— 333. Kinder, welche durch nachfolgende Ver⸗ heirathung die Rechte ehelicher Geburt erlangt ha⸗ ben, genieſſen die naͤmlichen Rechte, welche ſie wuͤrden genoſſen haben, wenn ſie in dieſer Ehe erzeugt waͤren. Zweiter Abſchnitt. 2 Von Anerkennung unehelicher Kinder. Art. 334. Wenn die Anerkennung eines un⸗ ehelichen Kindes nicht in ſeiner Geburtsacte ge⸗ ſchehen iſt; ſo muß ſie durch eine authentiſche Acte geſchehen. 335. Eine ſolche Anerkennung kann aber nicht Statt haben zu Gunſten eines aus Blutſchande oder Ehebruch gezeugten Kindes. 336. Eine Anerkennung, die der Vater thut, ohne daß er die Mutter anzeigt, und ohne das Geſtaͤndnis derſelben, hat keine Wirkung als in Ruͤckſicht auf den Vater. 337. Wenn ein Ehegenoſſe waͤhrend der Ehe ein uneheliches Kind anerkennt, das er vor ſeiner gegenwaͤrtigen Ehe mit einem andern, als ſeinem jetzigen Ehegenoſſen, gezeugt hat; ſo kann dieſe Anerkennung weder ſeinem jetzigen Ehegenoſſen, noch den Kindern der jetzt beſtehenden Ehe nach⸗ teilig werden. 4 di nie d wüu 7 rimi utti nhüön h mi 8 s aa N ſ heu —= —·———— zende de erlangthe welche ſ dieſet d inden. eines w tsacte ttiſche e aber iih Blutſchan Vater t ohne da ung alei ad der be vor ſei als ſäi kann di hegenoſ Ehe nac — 17= Sie erhaͤlt aber ihre Wirkung nach Aufloͤſung dieſer Ehe, wenn aus derſelben keine Kinder mehr vorhanden ſind. 338. Ein uneheliches Kind, wenn es ſchon anerkannt iſt, kann die Rechte eines ehelichen Kin⸗ des nicht in Anſpruch nehmen. Die Rechte der unehelichen Kinder werden im Titel von der Erb⸗ folge regulirt. 339. Allen, deren Vorteil dabei obwaltet, ſteht es frei, jede Anerkennung, die vom Vater oder von der Mutter herruͤhrt, ſo wie jeden An⸗ ſpruch, den das Kind macht, anzufechten. 340. Die Nachſorſchung der Vaterſchaft iſt verboten(1). Im Fall einer Entfuͤhrung kann der Entfuͤh⸗ rer, wenn es die intereſſirten Theile verlangen, als Vater des Kindes erklaͤrt werden, in ſo fern der () Daß jemand Vater(eines auſſerehlichen Kindes) 3 ſey, kann und darf blos durch die eigene Aner⸗ kennung des Vaters bewieſen werden, und dieſe Anerkennung muß noch dazu in der Geburtsaete oder in einer authentiſchen Schrift geſchehen ſeyn. Zur Beruhigung der Familien erlaubt das Geſetz keine andern Beweiſe, keine Nachforſchungen der Vaterſchaft. Die einzige Ausnahme von dieſer allgemeinen Regel enthaͤlt dieſer Artikel. — 118— Zeitpunkt der Entfuͤhrung mit dem Zeitpunkte bek Empfaͤngnis zuſammentrift. 341. Die Nachforſchung der Mutterſchaft iſt erlaubt. Das Kind, ſo eine Perſon als Mutter in An⸗ ſpruch nimmt, muß beweiſen, daß es und das Kind, womit ſie niedergekommen iſt, eine und die naͤmliche Perſon ſind. Es kann nur dann zugelaſſen werden, dieſen Beweis durch Zeugen zu liefern, wenn es bereits den Anfang eines ſchriftlichen Beweiſes hat. 342. In den Faͤllen, wo gemaͤs dem Art. 335 die Anerkennung nicht zulaͤſſig iſt, kann auch ein Kind zu der Nachforſchung nicht zugelaſſen werden, ſie mag nun die Vaterſchaft oder die Mut⸗ terſchaft beweiſen ſollen. kn ahn 4 ſm ein i nlle de. ſchaft ſ er in N⸗ und das und e dieſe bereit at. dem Ar un auh gelaſſ die Mh Achter Titel(1). Von der Annahme an Kindesſtatt, und der freiwilligen Vormundſchaft. —— SErſtes Capitel. Von der Annahme an Kindesſtatt(2). Erſter Abſchnitt. Von der Annahme an Kindesſtatt und ih⸗ ren Wirkungen. 343. De Annahme an Kindesſtatt iſt Per⸗ ſonen beiderlei Geſchlechts nur dann erlaubt, wenn ſie mehr als fuͤnfzig Jahre alt ſind; wenn ſie zur Zeit der Annahme keine Kinder noch rechtmaͤſ⸗ (1) Geſetz vom 2. Germinal 11. J Promulg. b. 12. 7 2) Adoption. X — 120— ſige Abkoͤmmlinge haben, und wenn ſie wenigſtens fuͤnfzehn Jahre aͤlter ſind als die Perſonen, die ſie an Kindesſtatt annehmen wollen. 344. Niemand kann von meVhrern Perſonen zugleich an Kindesſtatt angenommen werden, die Anuehmenden ſeyen denn zwei Eheleute. Den Fall des Art. 366 ausgenommen, kann kein Ehegenoſſe an Kindesſtatt annehmen, als mit Bewilligung des andern Ehenoſſen.„ 545. An Kindesſtatt kann nur angenommen werden derjenige, den der Annehmende waͤhrend ſeiner(des Anzunehmenden) Minderjaͤhrigkeit, und wenigſtens ſechs Jahre hindurch, unterſtuͤtzt, und in ſeine ununterbrochene Obſorge genommen, oder derjenige, der dem Annehmenden das Leben entwe⸗ der in einem Gefecht gerektet hat, oder auch da⸗ durch, daß er ihn den Flammen oder den Wellen entriß. In dieſem zweiten Falle iſt es genug, daß der Annehmende grosjaͤhrig, aͤlter als der Anzuneh⸗ mende, ohne Kinder oder rechtmaͤſſige Abkoͤmmlin⸗ ge ſey; und, wenn er verheirathet iſt, daß der andere Ehegenoſſe in die Annahme einwillige. 346. In keinem Falle kann die Annahme an Kindesſtatt vor der Grosjaͤhrigkeit des Anzuneh⸗ menden geſchehen. Wenn der Anzunehmende ſeine nigſtns , die ſe 1 derſohen den, di n, kenn als mi enomwa waͤhrend keit, und zt, un en, ode en enta uch d Vela daß de Anzund kömmli daß ii lige ahmt i Arzuneh nde ſeit — 121— Eltern, oder einen von beiden, noch hat, und noch nicht volle fuͤnf und zwanzig Jahre alt iſt; ſo muß er den Beweis liefern, daß ſeine Eltern, oder der Ueberlebende, in die Annahme eingewilligt ha⸗ ben. Iſt er aber mehr als fuͤnf und zwanzig alt; ſo muß er ſie um Rath fragen. 347. Durch die Annahme bekoͤmmt der An⸗ genommene den Namen des Annehmenden, ſo je⸗ doch, daß derſelbe zu dem eigenen Ramen des An⸗ genommenen geſetzt werde. 348. Der Angenommene bleibt in ſeiner er⸗ ſten natuͤrlichen Familie, und behaͤlt darin alle ſei⸗ ne Rechte. Jedoch iſt die Ehe verboten zwiſchen dem Annehmenden, dem Angenommenen und ſei⸗ nen Abkoͤmmlingen; Zwiſchen den angenommenen Kindern des naͤm⸗ lichen Menſchen; Zwiſchen dem Angenommenen und den Kin. dern, die der Annehmende nachher noch bekommen koͤnnte; Zwiſchen dem Angenommenen und dem Ehe⸗ genoſſen des Annehmenden, und umgekehrt zwi⸗ ſchen dem Annehmenden und dem Ehegenoſſen des Angenommenen. 349. Auch nach der Annahme beſteht die na⸗ 9* — 128— tuͤrliche Verbindlichkeit zwiſchen dem Angenomme⸗ nen und ſeinen Eltern, ſich wechſelſeitig, und in den durch das Geſetz beſtimmten Faͤllen, den Un⸗ terhalt zu reichen, und dieſe wechſelſeitige Verbind⸗ lichkeit wird durch die Annahme auͤf den Anneh⸗ menden und den Angenommenen ausgedehnt. 350. Der Angenommene erlangt kein Erbfol⸗ gerecht auf die Guͤter der Verwandten des Anneh⸗ menden; aber auf die Verlaſſenſchaft des Anneh⸗ menden ſelbſt hat er die naͤmlichen Rechte, wie ſonſt jedes in der Ehe geborne Kind; und er hat dieſe Rechte ſelbſt dann, wenn dergleichen, in der Ehe, aber nach der Annahme, geborne Kinder vor⸗ handen waͤren. 351. Wenn der Angenommene ohne rechtmaͤſ⸗ ſige Abkoͤmmlinge ſtirbt; fo fallen die Gegenſtaͤn⸗ de, die er vom Annehmenden entweder zum Ge⸗ ſchenk, oder auch aus deſſen Verlaſſenſchaft erhal⸗ ten hat, an den Annehmenden oder ſeine Abkoͤmm⸗ linge zuruͤck. Nur muͤſſen jene Gegenſtaͤnde zur Zeit, wo der Angenommene ſtirbt, noch wirklich (in naturæ) vorhanden ſeyn, und die, welche ſie erhalten auch zur Tilgung ſeiner Schulden beitra⸗ gen. Alles dies ohne Nachtheil der Rechte, die ein Dritter darauf haben koͤnnte. Was hienach von den Guͤtern des Angenom⸗ menen uͤbrig bleibt, gehoͤrt ſeinen eignen Verwand⸗ ten; und dieſe ſchlieſſen jederzeit alle Erben des htmaͦ nſtaͤn⸗ Ge⸗ erhab koͤmm⸗ de zur irklich he ſie beitra⸗ 2 die genom⸗ wonde in des 428— Annehmenden, die nicht ſeine Abkoͤmmlinge ſind, aus, ſelbſt wenn es auf Gegenſtaͤnde ankoͤmmt, die in gegenwaͤrtigem Artikel aufgefuͤhrt ſind. 352. Wenn bei Lebzeiten des Annehmenden, und nach dem Tode des Angenommenen, des Letz⸗ tern hinterlaſſene Kinder oder Abkoͤmmlinge ſelbſt ſterben, ohne Nachkommen zu hinterlaſſen; ſo erbt der Annehmende die von ihm geſchenkten Sachen, wie im vorhergehenden Artikel geſagt worden; aber dieſes Erbrecht iſt blos der Perſon des An⸗ nehmenden anklebig, und kann nicht auf ſeine Er⸗ ben uͤbergehn, ſelbſt nicht auf ſeine Erben in ab⸗ ſteigender Linie. Zweiter Abſchnitt. Von den Formen der Annahme an Kindesſtatt. Art. 353. Wenn eine Annahme an Kindes⸗ ſtatt geſchehen ſoll; ſo verfuͤgen ſich beide Theile, ſowohl der Annehmende, als der Anzunehmende, vor den Friedensrichter im Wohnorte des Anneh⸗ menden, damit daſelbſt uͤber ihre beiderſeitigen Be⸗ willigungen eine Urkunde aufgeſetzt werde. 354. In den zehn folgenden Tagen ſtellt der fleiſſigſte Theil dem Regierungscommiſſaire bei dem Gericht erſter Inſtanz, unter deſſen Gerichtsbarkeit — 124— ſich der Wohuort des Annehmenden befindet, eine Ausfertigung der obigen Urkunde zu, damit ſie dieſem Gerichte zur Beſtaͤtigung uͤbergeben werde. 355. Das Gericht verſammelt ſich im Raths⸗ zimmer, und, nachdem es die gehoͤrigen Erkundi⸗ gungen eingezogen hat un erſache es iſtens, ob alle Bedingniſſe des Geſetzes er⸗ fuͤllt ſind; atens, ob die Perſon, die man an Kindes⸗ ſtatt annehmen will, in einem guten Ru⸗ fe ſteht. 356. Nachdem das Gericht den Regierungs⸗ commiſſaire angehoͤrt hat, erlaͤſt es den Spruch, ohne irgend eine andere Form des Verfahrens, in dieſen Ausdruͤcken: Die Annahme hat Statt, oder, die Annahme hat nicht Statt. Es fuͤhrt die Beweggruͤnde ſeines Spruches nicht an. 357. In dem Monat, der auf das Urteil des Gerichts erſter Inſtanz folgt, wird dies Urteil, auf Betreiben der fleiſſigſten Partie, an das Be⸗ rufungsgericht befoͤrdert, welches in den naͤmlichen Formen verfaͤhrt, wie das Gericht erſter Inſtanz, und, ebenfalls ohne die Beweggruͤnde anzufuͤhren, ſeinen Spruch in dieſen Ausdruͤcken erlaͤſt: Das Urteil iſt beſtaͤtigt, oder das Urteil iſt ab⸗ tta une alt a ita ſeiat 4 det, eine amit ſe 1 wexde n Naihs Erkund ſetzes n Kinde uten do ierung) Sprai rens, Statt et. 6 nicht en 8 Urti es Urtel das de imliche Inſtan öführen : Das iſt a4 — — 129— geaͤndert, und die Annahme an Kindesſtatt hat mithin Statt, oder nicht Statt. 258. Jedes Urteil des Berufungsgerichts, ſo eine Annahme an Kindesſtatt zulaͤſt, wird in der öffentlichen Sitzung ausgeſprochen, und an den Orten und ſo vielmal angeheftet, als das Gericht fuͤr dienlich erachtet. 359. In den drei Monaten nach dieſem Ur⸗ teil wird die Annahme an Kindesſtatt in das Re⸗ giſter des Civilſtandes des Orts eingeſchrieben, wo der Annehmende wohnhaft iſt. Die Einſchreibung geſchieht auf das Geſuch eines der beiden Theile. Sie kann aber nicht ge⸗ ſchehen, als auf Anſicht einer in gehoͤriger Form abgefaſten Ausfertigung des vom Verufungsgericht eilaſſenen Urteils, und die Annahme bleibt ohne Wirkung, wenn ſie in dieſer Friſt nicht eingeſchrie⸗ ben wird. 60. Wenn der Annehmende zu ſterben kaͤme, nachdem die Acte, welche den Willen des Anneh⸗ menden, den Annahmevertrag einzugehn; beurkun⸗ det, ſchon vom Friedensrichter aufgenommen, und vor die Gerichte gebracht worden, und bevor dieſe endlich daruͤber geſprochen haben; ſo wird das Verfahren fortgeſetzt, und die Annahme an Kin⸗ desſtatt zugelaſſen, in ſo weit es uͤbrigens an⸗ geht. — 12s— Es ſteht den Erben des Annehmenden frei, bem Regierungscommiſſaire jede dienliche Denk⸗ ſchrift und Bemerkung zu uͤberreichen, wenn ſie glauben, daß die Annahme nicht zulaͤſſig ſey. Zweites Capitel. Von der freiwilligen Vormundſchaft(1). Art. 361. Wer einen noch minderjaͤhrigen Menſchen auf eine geſetzmaͤſſige Art an ſich feſſeln will, kann ſein freiwilliger Vormund werden, in ſo weit er uͤber fuͤnfzig Jahre alt, und ohne Kin⸗ der noch eheliche Abkommen iſt. Er muß hiezu die Einwilligung der Eltern des Kindes, oder des ketztlebenden von ihnen, oder, in Ermangelung () Tutelle officieuse. Das Weſen dieſer neuen Vormundſchaft beſteht hauptſaͤchlich darin, daß ſie freiwillig iſt, und nicht nothwendig, wie ſon⸗ ſtige Vormundſchaften, wovon man ſich nur aus geſetzlichen Gruͤnden losſagen kann; daß aber auch eben deswegen der freiwillige Vormund, ſchon durch Schlieſſung des Vertrags, groͤſſere Ver⸗ bindlichkeiten auf ſich nimmt, z. B. die im Art. 36 4 angefuͤhrten, und mithin das Kind, ſo der gegenwaͤrtigen Sorge eines andern anvertraut iſt, auch fuͤr die Zukunft, beſonders waͤhrend ſei⸗ ner Minderjaͤhrigkeit, geſichert wird; daß ſie end⸗ lich das Verlangen und die Abſicht anzeigt, eine Annahme an Kindesſtatt vorzunehmen, und die⸗ ſelbe in mancher Hinſicht, wo nicht nothwendi⸗ ger Weiſe vorbereitet, doch erleichtert. the Khs rien ägin denm. k 11 , p beſ enden ſt, iche Due wenn ſt ſey. aft(g) derjäͤhrign ſich ſeſin erden, in ohne Ki muß ſih „oder des nangelung eſer nenn darin, g, wie in ch nu ut ß aber uu und, ſcer ſſert Ve die im an nd, ſo di anvertrat jhrend ü daß ſie n geigt⸗in „und die sthnenh 4 —— — 127——— derſelben, eines Familienrathes einholen. Wenn aber das Kind keine bekannten Verwandten hat; ſo muß er die Einwilligung der Verwalter des öffentlichen Hauſes, worin es aufgenommen wor⸗ den, oder der Municipalitaͤt des Ortg. wo es ſich aufhaͤlt, einholen. 362. Ein Ehegenoſſe kann nicht freiwilliger Vormund werden, als mit Einwilligung des an⸗ dern Ehegenoſſen. 363. Der Friedensrichter des Ortes, wo das Kind wohnt, faſt uͤber das, was in Hinſicht auf die freiwillige Vormundſchaft gegenſeitig gefodert und hewilligt wird, ein Protocoll ab. 364. Dieſe Vormundſchaft kann nicht Statt haben als zu Gunſten von Kindern, die weniger als fuͤnfzehn Jahre alt ſind. Sie hat zur nothwendigen Folge die Verbind⸗ lichkeit, das Muͤndel zu ernaͤhren, zu erziehen, und es in den Stand zu ſetzen, ſeinen Unterhalt zu verdienen; anderer beſondern Verbindlichkeiten nicht zu gedenken, die dabei koͤnnen ausbedungen werden, und ihre ooͤllige Kraft haben. 365. Wenn das Muͤndel Vermoͤgen beſitzt, und wenn es vorher ſchon unter Vormundſchaft war; ſo geht die Verwaltung ſeines Vermoͤgens, ſo wie ſeiner Perſon, auf den freiwilligen Vormund — 128— uͤber. Jedoch kann dieſer die Erziehungskoſten nicht aus den Einkuͤnften des Muͤndels nehmen. 366. Wenn fuͤnf volle Jahre nach Uebernah⸗ me der Vormundſchaft der freiwillige Vormund vorſieht, daß er ſterben werde, ehe ſein Muͤndel grosjaͤhrig iſt; ſo kann er es durch eine letztwillige Verordnung an Kindesſtatt annehmen; und eine ſolche Verfuͤgung iſt guͤltig, nur muß der freiwil⸗ lige Vormund keine rechtmaͤſſigen Kinder hinter⸗ laſſen. 367. Wenn der freiwillige Vormund, entwe⸗ der vor den fuͤnf Jahren, oder nach dieſer Zeit, ſtirbt, ohne ſein Muͤndel an Kindesſtatt angenom⸗ men zu haben; ſo wird dieſem, ſo lange es min⸗ derjaͤhrig iſt, ſo viel verabreicht, als zu ſeinem Unterhalt noͤthig iſt. Iſt uͤber die Art und Groͤſſe der Unterhaltsmittel vorher nichts foͤrmlich und ausdruͤcklich verabredet worden; ſo wird dies guͤt⸗ lich unter denen, die Vormund und Muͤndel gegen⸗ ſeitig vertreten, regulirt. Entſteht aber Streit dar⸗ uͤber, ſo wird es gerichtlich regulirt. 368. Wenn bei der Grosjaͤhrigkeit des Muͤn⸗ dels ſein freiwilliger Vormund es an Kindesſtatt annehmen will, und das Muͤndel einwilligt; ſo geſchieht die Annahme mit den im vorhergehenden Capitel vorgeſchriebenen Feierlichkeiten, und ihre Wirkungen ſind in jedem Betracht die naͤmli⸗ chen. koſtrih nen. Nleberu Yormu in Mändi letztwihg ; Und ei der friw der ſinn nd jeatde dieſer z0 angmud ge es w zu ſein und Gii wllch w diesgi ndel gexn Streit d des Ri ſindesſit ligt; rgehendn und üüt e nime — 1329— 369. Wenn in den drei Monateu, welche auf die Grosjaͤhrigkeit des Muͤndels folgen, der frei⸗ willige Vormund daſſelbe noch nicht an Kindesſtatt angenommen hat, ungeachtet er dazu vom Muͤndel aufgefodert worden, und das letztere ſich auſſer Standes befindet, ſeinen Unterhalt zu verdienen; ſo kann der freiwillige Vormund verurteilt werden, das Muͤndel fuͤr eine ſolche Unfaͤhigteit ſchadlus zu halten. Die Cntſchaͤdigung beſteht in dieſem Falle da⸗ rin, daß man dem Muͤndel die noͤthigen Hilfsmit⸗ mittel zu Erlernung eines Handwerks verſchaffe. Hiedurch iſt jedoch nichts daran geaͤndert, was etwa auf einen ſolchen Fall iſt ausbedungen wor⸗ den. 370. In allen Faͤllen muß der freiwillige Vormund ſich uͤber die Guͤter des Muͤndels be⸗ rechnen, deren Verwaltung er etwa gehabt hat. Neunter LTitel. Von der vaͤterlichen Gewalt(1). —¼— 7 371. J. jedem Alter iſt das Kind ſeinen Eltern ſchuldig Achtung und Ehre. 37a. Es bleibt unter ihrer Gewalt, bis es davon befreit wird(a), oder bis es ſeine Gros⸗ jaͤhrigkeit erlangt.. 373. So lange die Ehe beſteht, uͤbt der Va⸗ ter allein dieſe Gewalt aus. 374. Ohne die Erlaubnis des Vaters kann das Kind das vaͤterliche Haus nicht verlaſſen; es (1) Geſetz vom 3. Germinal 11. Jahrs. Promulgirt den 13. ſa) Jusqu'à son dmancipatien. wm uuitast mn 4 8! ntlün knüime iphin nk nurn orn i kin! düge agti Rn ttſüi dig ze alt(' inen Che t, bi eine ow öt derh tets lan laſſen; ¹ Prouulin — 181— ſey denn, daß es freiwillig Kriegsdienſte nehme, in welchem Falle es aber achtzehn volle Jahre alt ſeyn muß. 375. Hat der Vater ſehr wichtig Gruͤnde, mit der Auffuͤhrung eines Kindes unzufrieden zu ſeyn; ſo kann er ſich folgender Mittel bedienen, es zurecht zu weiſen. 376. Wenn das Kind ſein ſchzehntes Jahr noch nicht angefangen hat; ſo kann der Vater es einſperren laſſen. Die Einſperrung darf aber nicht uͤber einen Monat dauern, und der Preſident des Bezirksgerichtes muß dazu, auf ſein Selach, den Weihaſtsteſeh geben. 397. Vom Anfange des ſechzehnten Jahres bis zur Grosjaͤhrigkeit oder Losſagung von vaͤterli⸗ cher Gewalt, iſt der Vater blos befugt, zu begeh⸗ ren, daß ſein Kind auf ſechs Monate laͤngſtens eingeſperrt werde. Er hat ſich zu dem Ende an den Praͤſidenten des vorbemerkten Gerichts zu wen⸗ den. Dieſer beſpricht ſich daruͤber mit dem Re⸗ gierungscommiſſaire, und erteilt demnach den Ver⸗ haftungsbefehl, oder ſchlaͤgt ihn ab. Wenn er ihn erteilt; ſo kann er die Einſperrungszeit abkuͤr⸗ zen, worauf der Vater angetragen hat. 378. Weder in dem einen noch andern Falle wird hiebei etwas geſchrieben, oder ſonſt eine ge⸗ richtliche Feierlichkeit erfodert, der Verhaftungsbe⸗ fehl ſelbſt ausgenvuamen, worin e zboch die Beuis. gruͤnde nicht angefuͤhrt werden. Der Vater iſt blos gehalten, eine Etrieung zu unterſchreiben, wodurch er ſich anheiſchig macht, alle Koſten zu bezalen, und anſtaͤndige NRahrung zu verſchaffen. 379. Es bleibt dem Vater allezeit unbenom⸗ men, die Zeit der Einſperrung abzukuͤrzen, die er befohlen oder begehrt hat. Vergeht ſich das Kind, nach ſeiner Entlaſſung aus dem Verhaft, aufs neue; ſo kann ſeine Einſperrung aufs neue ver⸗ ordnet werden, und zwar auf die Art, wie ſie in den vorhergehenden Artikeln vorgeſchrieben iſt. 380. Iſt der Vater in der zweiten Ehe; ſo kann er ein Kind aus der erſten Ehe, wenn es auch noch keine ſechzehn Jahre alt iſt, nicht ein⸗ ſperren laſſen, als in ſo weit er ſich nach der Vor⸗ ſchrift des Art. 377 richtet. 381. Die uͤberlebende Mutter, die nicht wie⸗ der verheirathet iſt, kann ein Kind nicht anderſt einſperren laſſen, als mit Zuziehung und Beiſtim⸗ mung der zwei naͤchſten vaͤterlichen Verwandten; auch kann ſie die Einſperrung nicht befehlen, ſon⸗ dern blos begehren nach Vorſchrift des Art. 377. 382. Auf dem naͤmlichen Wege und gemaͤs dem naͤmlichen Art. 377 kann auch die Einſperrung zak rimd fnoni darn ſon ha k 71 Nyhe lhu er 4 ⁸ maun mdi dm ¹ deki anun i üſtn die dut Etlang ſchig maß e Nahtug :unbenes zen, die h das bi thaft, ai 8 heue hh wie ſei eben iſ. n Ehe, 7 wennc nicht i ch derd ritjt i icht une d Beißi rwandtel ehlen, ſh At. N und gad anſpem . — 153— eines Kindes nur Statt haben, wenn es perfönli⸗ ches Vermoögen, oder wenn es ein eignes Gewerb hat. Sie kann in dieſen beiden Faͤllen nur auf die eben beſchriebene Art Statt haben, ſelbſt dann, wenn das Kind noch keine ſechzehn Jahr alt iſt. Es ſteht dem eingeſperrten Kinde frei, eine Denkſchrift an den Regierungscommiſſaire bei dem Berufungsgerichte gelangen zu laſſen Dieſer laͤſt ſich von dem Commiſſaire bei dem Tribunal erſter Inſtanz die noͤthige Aufklaͤrung geben, und berich⸗ tet ſeiner Seits an den Preſidenten des Beru⸗ fungsgerichts. Der letztere kann, nachdem er den Vater daruͤber benachrichtigt, und alle Erkundi⸗ gungen eingezogen hat, den Befehl, den der Pre⸗ ſident des Gerichts erſter Inſtanz erteilt hat, zu⸗ ruͤcknehmen oder einſchraͤnken.. 383. Die Art. 376, 377, 378 und 379 ſind auf die Eltern von unehelichen Kindern, wenn ſie geſetzlich anerkannt ſind, anwendbar. 384. Was den Genuß der Guüter betrift, welche den Kindern gehoͤren; ſo ſteht derſelbe waͤh⸗ rend der Ehe dem Vater, und, nach aufgeloͤſter Ehe, dem Ueberlebenden von beiden Eltern zu. Der Genuß dauert, bis die Kinder volle achtzehn Jahre alt ſind, oder bis zu ihrer Losſagung von der vaͤterlichen Gewalt, wenn ſie etwa vor dem achtzehnten Jahre geſchaͤhe. 385. Die Laſten und Bedingniſſe dieſes Ge⸗ nuſſes ſud⸗. — iſtens. Diejenigen, die auch der Nutznieſſer auf ſich nimmt; atens. Nahrung, Unterhalt und Erziehung der Kinder nach ihrem Vermoͤgen; 3tens. Zalung der Ruͤckſtaͤnde oder r Zinſen von Capitalien. Alens. Die Zalung der Leichenkoſten nnd der Koſten der letzten Krankheit. 386. Dieſer Genuß hat aber nicht Statt zu Gunſten des Vaters oder der Mutter, gegen den oder gegen die die Eheſcheidung waͤre ausgeſpro⸗ chen worden; er hoͤrt ebenfalls auf in Ruͤckſicht auf die Mutter, wenn ſie zu einer zweiten Ehe ſchreitet. 387. Er erſtreckt ſich nicht auf das Vermoͤ⸗ gen, ſo die Kinder durch eine beſondere Arbeit oder durch ein beſonderes Gewerbe erlangen koͤnn⸗ ten. Auch erſtreckt er ſich nicht auf das Vermoͤ⸗ gen, das den Kindern unter dem ausdruͤcklichen Beding geſchenkt oder vermacht wird, daß die El⸗ tern den Genuß deſſelben nicht haben ſollen. A ſeſet do Lutniſſ Erziehin 3 er Jyiſ n nod ie 3 Den re Atti gen kim 3 Verni rücklihe j die h lL. Zehnter Titel. Von der Minderjaͤhrigkeit, der Vormundſchaft und der Emancipation(1). KHMKAK Erſtes Capitel. Von der Ninderjährigkeit. 388. Minderjaͤhrig heiſt ohne Unterſchied des Geſchlechts der Menſch, der noch keine volle ein und zwanzig Jahre alt iſt. Zwe ites Sapitel. Von der Vormundſchaft(2). Erſter Abſchnitt. Von der Vormundſchaft der eltern. Art. 339. Waͤhrend der Ehe iſt der Vater (1) Geſetz vom z. Germinal tr. J. Prom. den 15. (2) Tucelle. Der Minderjaͤhrige ſindet, ſo lange 10 .“ — 136— Verwalter der perſönlichen Guͤter ſeiner minderjaͤh⸗ rigen Kinder. In Ruͤckſicht auf das Vermoͤgen, deſſen Ge⸗ nuß er nicht hat, muß er Rechenſchaft ablegen uͤber Eigentum und Einkuͤnfte: in Ruͤckſicht auf das Vermoͤgen aber, deſſen Niesbrauch ihm das Ge⸗ ſetz geſtattet, iſt er blos verantwortlich fuͤr bas Eigentum. ⸗ ſeine Eltern leben, in ihnen ſeine natuͤrlichen Beſchuͤtzer. Stirbt aber einer von ihnen, oder beide; ſo nimmt ſich der Staat oder das Geſetz ſeiner an, und uͤbertraͤgt die Sorge fuͤr ihn ge⸗ wiſſen Perſonen, die Vormuͤnder genannt wer⸗ den, in ſo weit dieſe vom Staat oder Geſetz uͤber⸗ tragene Sorge alle Angelegenheiten des Minder⸗ jaͤhrigen zum Gegenſtande hat. Das Amt einer ſolchen Perſon heiſt Vormundſchaft. Curatoren heiſſen diejenigen vom Geſetz oder Staate beſtellten Perſonen, denen nicht alle Angelegenheiten ihrer Pflegebefohlnen, ſondern nur ein Zweig derſelben, z. B. ihre Erziehung allein, ein gewiſſes Geſchaͤft, ein Kauf, Verkauf, eine Theilung u. ſ. w. zur Beſorgung uͤbertra⸗ gen iſt. Beiſpiele, wo einem ein Curator geſtellt wird, liefern die unten folgenden Art. 480 und 482. Die eigentliche Vormuͤnder, und die Curato⸗ ren kommen auch wohl oft unter der Benennung; Vormuͤnder, im allgemeinen Verſtande vor. *α 2 mn dutt dnsu ſuhn 13” u übr 9 untbate wimn ma drla uuſd nindeiii⸗ deſſen Ge blegen ihe t auf das n das 6e h füt de e mtlüte ihnen, in er das di e fit ihn genannt de t Geſez ir des Niub⸗ as Amt in aft. von bi en dicht al en, ſunn de Erzih uf, Niu ung üüan⸗ gefelt in und 683 ˖die Crrai⸗ Penerwunt fande de — 157— 390. Sobald die Ehe aufgeloͤſt iſt, es ſey nun durch den natuͤrlichen oder buͤrgerlichen Tod eines von beiden Eheleuten; gehoͤrt die Vormund⸗ ſchaft uͤber die Kinder, die noch minderjaͤhrig und nicht aus der vaͤterlichen Gewalt entlaſſen ſind, von Rechtswegen dem letztlebenden Ehegenoſſen. — 4 391. Es ſteht jedoch dem Vater frei, der uͤberlebenden Mutter, die durch ſeinen Tod Vor⸗ muͤnderinn wird, einen beſondern Beiſtand zu er⸗ nennen, ohne deſſen Gutduͤnken ſie ſodann keine Handlung vornehmen kaͤnn, welche auf die Vor⸗ mundſchaft Bezug hat. Wenn der Vater die Handlungen namentlich anfuͤhrt, wofuͤr der Beiſtand zu ernennen iſt; ſo kann die Vormuͤnderinn alle andere Handlungen vornehmen ohne die Dazwiſchenkunft deſſelben. 392. Ein ſolcher Beiſtand kann nur ernannt werden auf eine von folgenden Arten: iſtens. Durch eine letztwillige Verordnung; atens. Durch eine Erklaͤrung, die vor dem Friedensrichter in Beiſtand ſeines Gericht⸗ ſchreibers, oder vor Notairen geſchieht. 393. Wenn beim Ableben des Mannes die Frau ſchwanger iſt; ſo ernennt der Familienrath der Leibesfrucht einen Vorſtand oder Curator. 10* — 158— Sobald aber das Kind zur Welt koͤmmt, wird die Mutter ſeine Vormuͤnderinn, und der Curator oder Vorſtand wird von Rechtswegen ſein beige⸗ ordneter Vormund. 3 39 7. Die Nutter iſt nicht gezwungen, die Vormundſchaft zu uͤbernehmen. In dem Falle je⸗ doch, wo ſie ſie ausſchlaͤgt, iſt ſte verbunden, die Pflichten derſelben zu erfuͤllen, bis ſie die Ernen⸗ nung eines Vormundes zuwege gebracht hat. 395. Wenn die Mutter, welche eine Vor⸗ mundſchaft uͤbernommen hat, zur zweiten Ehe uͤber⸗ gehen will; ſo muß ſie vor der Trauung den Fa⸗ milienrath zuſammen rufen; und dieſer hat zu ent⸗ ſcheiden, ob ihr die Vormundſchaft verbleiben koͤnne. Unterlaͤſt ſte jene Zuſammenrufung; ſo verliert ſie die Vormundſchaft ohne weiters von Rechts⸗ wegen; und ihr neuer Ehemann wird ohne Thei⸗ lung verantwortlich fuͤr alle Folgen, die eine ſolche ungeſetzlich beibehaltene Vormundſchaft nach ſich ziehen kann. 396. Wenn der gehoͤrig zuſammenberufene Familienrath die Mutter bei der Vormundſchaft laͤſt; ſo muß er ihr ihren zweiten Ehemann noth⸗ wendiger Weiſe zum Mitvormunde beſtellen. Der letztere wird in dieſem Falle mit ſeiner Frau ohne E nd in ü mmi d m a gha eina! Täil Wäüt 4 imt bitd e Curator ein beige ngen, R a Fall 1 inden, de die Ene hat. eine Vh 1 Ehe ün g den zo hat um berbleüt ſo beit on Nc ohne de eine ſe nacj i enberuin mundſüut nann nüh len. Dd Frau the — 159— Theilung oder ſolidariſch verantwortlich fuͤr die Verwaltung von der Trauung an angerechnet. Zweiter Abſchnitt. Von der vom Vater oder von der Mutter uͤbertragenen Vormundſchaft. Art. 397. Das Recht eines einzelnen Men⸗ ſchen, einen Vormund zu waͤhlen, der verwandt oder auch ſogar nicht verwandt iſt, ſteht nur dem Letztſterbenden der beiden Eltern zu. 398. Dieſes Recht kann nicht ausgeuͤbt wer⸗ den, als nach den im Art. 392 vorgeſchriebenen Formen, und unter den Ausnahmen und Einſchraͤn⸗ kungen, welche hienach folgen. 399. Wenn die Mutter ſich wieder verheira⸗ thet, und bei dieſer Gelegenheit die Vormundſchaft uͤber die Kinder der erſten Ehe verloren hat; ſo kann ſie ihnen keinen Vormund waͤhlen. 400. Wenn die Mutter, welche zwar zu ei⸗ ner zweiten Ehe geſchritten, aber Vormuͤnderinn geblieben iſt, den Kindern aus ihrer erſten Ehe einen Vormund gewaͤhlt hat; ſo gilt eine ſolche Wahl nur in ſo weit, als der Familienrath ſie beſtaͤtigt. 401. Der vom Vater oder von der Mutter gewaͤhlte Vormund braucht die Vormundſchaft nicht zu uͤbernehmen, es ſey denn, daß er unter die Perſonen gehoͤre, welche der Familienrath oh⸗ nehin damit haͤtte belaſten koͤnnen, wenn ihm nicht dieſe beſondere Wahl zuvorgekommen waͤre. Dritter Abſchnitt. Von der Vormundſchaft der aufſteigenden Verwandten. Art. 402. Wenn der ketztſterbende von Vater und Mutter dem Minderjaͤhrigen keinen Vormund gewaͤhlt hat; ſo gehoͤrt die Vormundſchaft von Rechtswegen dem Grosvater auf der vaͤterlichen Seite. In Ermanglung deſſelben gehoͤrt ſie dem Grosvater auf muͤtterlicher Seite, und ſo weiter hinauf; wobei immer der aufſteigende Verwandte auf vaͤterlicher Seite den aufſteigenden Verwand⸗ ten auf muͤtterlicher Seite, wenn beide im naͤmli⸗ chen Grade ſind, ausſchlieſt. 4⁰3. Wenn weder auf vaͤterlicher noch auf muͤtterlicher Seite des Minderjaͤhrigen ein Gros⸗ vater vorhanden iſt; ſo kann geſchehen, daß in dem unmittelbar hoͤhern Grade ſich zwei aufſtei⸗ gende Verwandten finden, die beide gleiche Rechte haben, und beide zur vaͤterlichen Linie des Min⸗ derjaͤhrigen gehoͤren. In dieſem Falle geht die Vormundſchaft von Rechtswegen auf denjenigen 7 du nurdſcaſ er unte enrath t nihn ich ate. teigetden von dai 1 Vornuh dſchaſt w väͤterich ort ſe h hſo vi Vervan Verwun in aind r voch ui ein bit⸗ en, deßi ei auff iche Necl des Nn 4 geht R denjnige — 14— von beiden uͤber, welcher der vaͤterliche Grosvater des Vaters des Minderjaͤhrigen iſt. 404. Trift aber der naͤmliche Fall ein zwi⸗ ſchen zwei Urgrosvaͤtern der muͤtterlichen Linie; ſo geſchieht die Ernennung vom Familienrath, wel⸗ cher jedoch einen von dieſen beiden aufſteigenden Verwandten nothwendig waͤhlen muß. Vierter Abſchnitt. Von der durch den Familienrath uͤbertra⸗ genen Vormundſchaft. Art. 405. Die Ernennung eines Vormundes liegt einem Familienrath ob in folgenden Faͤllen: iſtens. Wenn ein Kind, ſo minderjaͤhrig und nicht aus vaͤterlicher Gewalt entlaſſen iſt, weder Vater oder Mutter, noch einen von Vater oder Mutter erwaͤhlten Vormund, noch auch maͤnnliche aufſteigende Verwand⸗ ten hat; „tens. Wenn zwar eine Perſon, die eine der eben jetzt angefuͤhrten Eigenſchaften hat, vorhanden iſt, dieſelbe aber nicht Vormund werden will oder kann, entweder weil ſie ſich im Falle der Ausſchlieſſungen befindet, welche hierunten vorkommen, oder weil ſie eine rechtsguͤltige Entſchuldigung hat. —— — 142— . 406. Dieſer Familienrath wird zuſammen be⸗ rufen, entweder auf das Geſuch und Betreiben der Verwandten des Minderjaͤhrigen, ſeiner Glaͤubiger oder anderer intereſſirten Theile, oder auch ſelbſet von Amtswegen, und auf Betreiben des Friedens⸗ richters des Orts, wo der Minderjaͤhrige wohn⸗ haft iſt. Jedermann iſt berechtigt, dieſem Frie⸗ densrichter das Ereignis anzuzeigen, das die Er⸗ nennung eines Vormundes nöͤthig macht. 4⁰.. Der Familienrath beſteht, den Friedens⸗ richter nicht mit inbegriffen, aus ſechs Biutsfreun⸗ 1 den oder Verſchwaͤgerten(1). Sie werden genom⸗ men ſowohl in der Gemeinde, wo die Vormund⸗ ſchaft eroͤfnet wird, als in einer Entfernung von zwei 2 Myriametern, halb auf vaͤterlicher und halb auf muͤtterlicher Seite, und der Ordnung nach kommen in jeder Linie die Naͤchſten zerſt Der Blutsverwandte hat im uamlichen Grade vor dem Verſchwaͤgerten den Vorzug, und unter den Verwandten des naͤmlichen Grabes hat der aͤltere vor dem juͤngern den Vorzug. (1) Bei dieſer Gelegenheit 6 es vielleicht nicht un⸗ noͤthig zu bemerken, daß diejenigen Perſonen Blutsverwandten oder Blutsfreunde heiſſen, welche gemeinſchaftliche Stammeltern haben; Schwaͤgerſchaft aber diejenige Verbindung heif⸗ ſe, welche durch Heirath zwiſchen dem einen Ehegenoſſen, und den Biutsverwandten des an⸗ dern Kntſeht. mwun e⸗ eeiben de Zlaͤubige ich ſalt Friedas L Lob ſem zin die 6 Friedet lutsſerm en genon Vormun nung ben und hab ung naf t een Gra nd un hat de nicht ue Perſetn e heiſen haben; ung ſei em eanal des al- = 143— 408. Von der im vorſtehenden Artrikel be⸗ ſtimmten Einſchraͤnkung in Ruͤckſicht auf die Zahl, ſind allein ausgenommen die rechten Bruͤder des Minderjaͤhrigen und die Ehemaͤnner leiner rechten Schweſtern.. Sind derſelben ſechs oder mehrere; ſo ſind ſie alle Glieder des Familienrathes, der in dieſem Falle beſteht aus ihnen allein, den Wittwen der aufſteigenden Verwandten, und denjenigen auf⸗ ſteigenden Verwandten, die eine rechtsguͤltige Entſchuldigung haben, wenn deren vorhanden ſind. 4 Sind derſelben aber weniger als ſechs; ſo nimmt man der andern Verwandten nur ſo viele dazu, als erforderlich ſind, den nuth zägtä zu machen. 409. Wenn ſich in einer oder der andern Li⸗ nie, nicht Verwandte oder Verſchwaͤgerte genug an Ort und Stelle, oder in der durch den Art. 407 beſtimmten Entfernung befinden; ſo beruft der Friedensrichter entweder Verwandte oder Verſchwaͤ⸗ gerte, die in einer groͤſſern Entfernung wohnen, oder er beruft andere Buͤrger, die in der Gemein⸗ de ſelbſt wohnen, und dafuͤr bekannt ſind, daß ſie mit dem Vater oder der Mutter des Minderjaͤhri⸗ gen anhaltend in freundſchaftlichem Verkehr geſtan⸗ den haben. 410. Selbſt n dem Falle, wo ſich an Ort und Stelle eine hinreichende Anzahl von Verwand⸗ — 144— ten oder Verſchwaͤgerten befindet, kann der Frie⸗ densrichter erlauben, die naͤhern Verwandten oder Verſchwaͤgerten, oder auch diejenigen, die mit den gegenwaͤrtigen Verwandten oder Verſchwaͤgerten im naͤmlichen Grade ſind, vorzubeſcheiden, wenn auch die Entfernung, worin ſie wohnen, noch ſo gros waͤre. Dies muß jedoch ſo geſchehen, daß von den letztern(den Verwandten und Verſchwaͤ⸗ gerten an Ort und Stelle) einige wegfallen, und die in den vorhergehenden Artikeln feſtgeſetzte An⸗ zahl nicht uͤberſchritten werde. 411. Der Friedensrichter regulirt die Erſchei⸗ nungsfriſt, und erteilt die Ladung auf beſtimmten Tag. Befinden ſich alle vorbeſchiedenen Theile entweder in der Gemeinde, oder in einer Entfer⸗ nung von zwei Myriametern(1); ſo muͤſſen alle⸗ zeit drei Tage wenigſtens ſeyn zwiſchen der inſi⸗ nuirten Ladung und dem Tage, der fuͤr die Ver⸗ ſammlung des Familienrathes beſtimmt iſt. So oft unter den vorzurufenden Theilen ſich einige befinden, die uͤber jene Entfernung hinaus wohnen; ſo wird die Friſt fuͤr jede drei Myria⸗ meter um einen Tag vergroͤſſert. 412. Alle ſo vorbeſchiedene Verwandten, Ver⸗ ſchwaͤgerte oder Freunde ſind verbunden, in Per⸗ (1) Ungefaͤhr vier Stunden. 4 dnud criſ daͤtui d u . un er ſer n h ui Un 4 31 Rchn hatſt nigins vir 4 nahen der ie dten oder mit n waͤgern n;, wen noch ſ ehen, di Verſchwt llen, unt ſetzte de je Erſch eſtimmn en Chit e Entf ſſen u der in die do ſ. eilen ſi g hinau i Nyii dten,Ve wrin he⸗ —- 145— ſon oder durch einen beſondern Bevollmaͤchtigten zu erſcheinen. Der Bevollmaͤchtigte kann nicht mehr als eine Perſon vertreten. 413. Der Verwandte, Verſchwaͤgerte oder Freund, der auf die Ladung nicht erſcheint, ohne rechtmaͤſſig entſchuldigt zu ſeyn, verwirkt eine Geldbuſſe, die fuͤnfzig Franken nicht uͤberſteigen darf. Sie wird ausgeſprochen vom Friedensrich⸗ ter, und zwar ohne Berufung oder Appel. 414. Wenn aber eine hinlaͤngliche Entſchul⸗ digung vorhanden iſt, und es mithin noͤthig wird, entweder auf das abweſende Mitglied zu warten, oder einen andern an ſeine Stelle zu ernennen; ſo kann der Friedensrichter die Verſammlung verlaͤn⸗ gern, oder auch auf beſtimmte Zeit ausſetzen. Die naͤmliche Befugnis hat er in allen Faͤllen, wo es der Vorteil des Minderjaͤhrigen zu erfodern ſcheint. 415. Die Verſammlung iſt dem Geſetz und Rechte nach beim Friedensrichter, es ſey denn, daß er einen andern Verſammlungsort auserſehe. Um berathſchlagen zu koͤnnen, wird erfodert, daß we⸗ nigſtens drei Viertel der berufenen Glieder gegen⸗ waͤrtig ſeyen. 416. Der Friedensrichter ſitzt im Familien⸗ rathe vorz er hat dabei berathſchlagende Stimme, — 146— und im Falle der gleichen Theilung iſt die ſeinige entſcheidend. 417. Beſitzt ein Minderjaͤhriger der in Frank⸗ reich wohnhaft iſt, Guͤter in den Colonien, oder umgekehrt; ſo wird die beſondere Verwaltung die⸗ ſer Guͤter einem Rebenvormund uͤbergeben. In dieſem Falle ſind der Vormund und der Nebenvormund, ſo viel die Verwaltung eines je⸗ den betrift, von einander unabhaͤngig, und ſich ein⸗ ander keine Rechenſchaft ſchuldig. 418. Der Vormund handelt und verwaltet in dieſer ſeiner Eigenſchaft von dem Tage ſeiner Ernennung, wenn ſie in ſeiner Gegenwart vorge⸗ nommen wird; wo nicht, ſo handelt und verwal⸗ tet er von dem Tage an, wo ſie ibm bekannt ge⸗ macht worden. 14 419. Die Vormundſchaft iſt eine perſöͤnliche Laſt, und geht daher nicht auf die Erben des Vor⸗ mundes uͤber. Letztere ſind blos verantwortlich fuͤr die Verwaltung deſſen, den ſie erben; und wenn ſie grosjaͤhrig ſind, ſo muͤſſen ſie dieſelbe fortſetzen bis zur Ernennung eines neuen Vor⸗ mundes.. kuüu i u d dan Unnu. b dan mn! hti Pr tice asn gene ju ük ahn ſtda vnd erſte Dr fanne — 9 e ſenig in Fra ien oda ltong de h. und ie dints ſ dſche berwaltt age ſeint t botg d verve kannt erſönlch des Uh twortlch een; und edieſebe een Lu — 147— Fuͤnfter Abſchnitt. Vom beigeordneten Vormund(1). Art. 420. Wo ein Vormund iſt, da muß auch ein beigeordneter Vormund ſeyn, den der Familienrath ernennt. Seine Verrichtungen beſtehen darin, daß er zum Vorteil des Minderjaͤhrigen handle in allen Faͤllen, wo dieſer Vorteil mit dem Vorteil des Vormundes in Widerſpruch koͤmmt.— 421. Wenn das Amt eines Vormundes an eine von jenen Perſonen faͤllt, die in den Abſchnit⸗ ten 1, 2 und 5 hier oben aufgefuͤhrt ſind; ſo kann ſie ihre Verrichtungen nicht beginnen, bevor ſie die Verſammlung eines Familienrathes veranſtaltet hat, welcher auf die im 4ten Abſchnitt beſchriebene Art zuſammengeſetzt iſt, und zur Ernennung eines bei⸗ geordneten Vormundes ſchreitet. Hat ſie ſc vor Erfuͤllung dieſer Feierlichkeit mit der Verwaltung befaſt; ſo kann der Familien⸗ rath, in ſo weit auf Seiten des Vormundes Arg⸗ liſt(oder Abſicht zu ſchaden) war, ihr die Vor⸗ mundſchaft nehmen, und zwar unbeſchadet der Entſchaͤdigung, die dem Minderjaͤhrigen gebuͤhrt. Der Familienrath wird in einem ſolchen Falle zu⸗ ſammengerufen, entweder auf das Geſuch der Ver⸗ (1) Subroge tuteur. — 248— wandten, Glaͤubiger oder anderer Beteiligten, oder von Amtswegen vom Friedensrichter. 4²2. Bei jeder andern Vormundſchaft wied der beigeordnete Vormund ernannt unmittelbar nach Ernennung des Vormundes. 423. In keinem Falle hat der Vormund eine Stimme zu geben, wenn es auf die Ernennung eines beigeordneten Vormundes ankoͤmmt. Letzte⸗ rer muß uͤberdies, auſſer wenn volle Bruͤder vor⸗ handen ſind, in derjenigen von beiden Linien ge⸗ waͤhlt werden, wozu der Vormund nicht gehöoͤrt. 424. Der beigeordnete Vormund tritt nicht ohne weiters und von Rechtswegen an die Stelle des Vormundes, wenn die Vormundſchaft erledigt wird, oder durch Abweſenheit unbeſorgt iſt; ſon⸗ dern er muß in dieſem Falle die Ernennung eines neuen Vormundes befoͤrdern, und in ſo weit er hierin ſaͤumig waͤre, dem Minderjaͤhrigen allen Schaden erſetzen, der ihm daraus erwachſen koͤnnte. 425. Das Amt des beigeordneten Vormun⸗ des hoͤrt zur naͤmlichen Zeit auf, wie die Vor⸗ mundſchaft. 426. Was in den folgenden Abſchnitten 6 und 7 verfuͤgt wird, iſt auch auf die beigeordne⸗ ten Vormuͤnder anwendbar. zad bageoh daa rxiun 1 An dtd, unm 49 d” 4 tn le A ten, dh ſaft dic mittelba dund ein rnennun k. letn uͤder boh Linien„ gehon. tritt ni gen ali en könne Vormun die De nitten igeorhl — 149— Jedoch kann der Vormund die Abſetzung des beigeordneten Vormundes nicht befoͤrdern, noch in einem Familienrathe ſtimmen, der zu birſem Ende verſammelt wird. Sechſter Abſchnitt. Von den urſachen, welche von Ueberneh⸗ mung der Vormundſchaft entſchuldigen. Art. 427. Befreit ſind von der Pflicht, Vor⸗ mundſchaften zu uͤbernehmen, Die Glieder der durch die Titel 2, 3 und 4 der Conſtitutionsacte niedergeſetzten Staatsgewal⸗ ten, Die Commiſſaire des Rationaltechnungswe⸗ ſens, Die Prefekte, Jeder andere Buͤrger, der ein öffentliches Amt bekleidet, in ſo weit die Vormundſchaft in einem andern Departemente faͤllig wird, als in demjeni⸗ gen, worin er ein Amt hat. 428. Nicht weniger ſind von Vormundſchaf⸗ ten losgeſagt Militairperſonen, wenn ſie wirkliche Dienſte — 150— thun, und alle andere Buͤrger, die ſich auſſerhalb des Gebiets der Republik befinden in Gefolg einer Sendung der Regierung. 439. Iſt die Sendung nicht authentiſch, und wird ſie daher in Zweifel gezogen; ſo wird derje⸗ nige, der ſie als Entſchuldigung vorſchuͤtzt, nicht eher von der Vormundſchaft losgeſagt, als bis ſich die Regierung daruͤber erklaͤrt hat, und zwar vermittelſt des Miniſters, der den Zweig der oͤf⸗ fentlichen Verwaltung hat, worunter die Sendung gehoͤrt. 4 430. Wenn aber jene Buͤrger, welche eine von den in vorſtehenden Artikeln beſchriebenen Ei⸗ genſchaften beſitzen, einmal eine Vormundſchaft angenommen haben, nachdem ſie bereits ein Amt einen Dienſt oder eine Sendung hatten, die davon befreien; ſo koͤnnen ſie nicht mehr angehoͤrt wer⸗ den, wenn ſie nachher aus bieſer Urſache um Ent⸗ ladung einkommen. 431. Wenn ſie hingegen dergleichen Aemter, Dienſte oder Sendungen erſt erhalten, nachdem ſie eine Vormundſchaft uͤbernommen und angetre⸗ ten hatten; ſo koͤnnen ſie, falls ſie ſie nicht behal⸗ ten wollen, in Monatsfriſt eine Verſammlung des Familienrathes veranſtalten, der ſodann ihre Stelle zu erſetzen hat. Hoͤren jene Aemter, Dienſte oder Sendungen * 1i v ſong Voru- ricrn zuſſcßlb ſefolg an ntiſch u witd a üßt, u 740 und ſae eig de e Sendun velche en iebenb mundſch ts ein h die don ehört ve de un el en Aente „ tacht d angece ſicht boh nlung de ihte Eu Jendungt — 151— auf, und der neue Vormund begehrt ſeine Entlaſ⸗ ſung, oder der vorige ſeine Wiedereinſetzung in die Vormundſchaft; ſo kann der Famil kenrath ſie ihm wiedergeben. 452. Kein Buͤrger, der nicht Blutsfreund oder Verſchwaͤgert iſt, kann gezwungen werden, eine Vormundſchaft zu uͤbernehmen, es ſey denn, daß ſich in einer Entfernung von vier Myriame⸗ tern kein Blutsfreund oder Verſchwaͤgerter befaͤnde, der die Vormundſchaft zu fuͤhren faͤhig waͤre. 433. Wer fuͤnf und ſechzig Jahre alt iſt, kann ſich weigern, Vormund zu werden. Wer es vor dieſem Alter geworden iſt, kann ſich die Vor⸗ mundſchaft abnehmen laſſen, wenn er ſiebenzig Jahre erreicht hat. 434. Wer eine ſchwere und gehoͤrig beſchei⸗ nigte Krankheit hat, iſt von Vormundſchaften frei. Und wenn ihm eine ſolche Krankheit nach ſei⸗ ner Ernennung zugeſtoſſen iſt; ſo kann er ſie ſich— abnehmen laſſen. 435. Zwei Vormundſchaften ſind fuͤr jeden Menſchen ein gerechter Grund, die Annahme einer dritten zu verweigern. Wer Chegenoſſe oder Vater, und zugleich ſchon mit einer Vormundſchaft belaſtet iſt, kann nicht . 44 = 152— gezwungen werden eine zweite zu uͤbernehmen aus⸗ genommen die Vormundſchaft ſeiner Kinder.“ 436. Wer fuͤnf eheliche Kinder hat, iſt, auſ⸗ ſer der Vormundſchaft dieſer Kinder, von jeder andern frei. Kinder, die im wirklichen Dienſte bei den Kriegsheeren der Republik geſtorben ſind, werden mitgezaͤlt, ſo oft es auf eine ſolche Befreiung an⸗ koͤmmt. Andere verſtorbene Kinder werden nur in ſo weit mitgezaͤlt, als ſie ſelbſt wirklich lebende Kin⸗ der hinterlaſſen haben. 437. Das Ueberkommen von Kindern waͤh⸗ rend der Vormundſchaft giebt keinen Grund ſie abzudanken. 4838. Iſt der ernannte Vormund ſelbſt gegen⸗ waͤrtig bei der Berathſchlagung, die ihm die Vor⸗ mundſchaft uͤbertraͤgt; ſo muß er auf der Stelle ſeine Entſchuldigungsgruͤnde vorbringen, woruͤber ſodenn der Familienrath zu berathſchlagen hat. Unterlaͤſt er es; ſo wird er in der Folge nicht an⸗ gehoͤrt, wenn er mit einem ſolchen Geſuche ein⸗ koͤmmt. 439. War aber der ernannte Vormund nicht gegenwaͤrtig bei der Berathſchlagung, die ihm die Sormu ennanh ſahg 4 knhe M lich, müt! W t da Um tnn birc hei to dn dun. 4 d Dm men au der. 1 ſt ug bon ſär e bei da d, venda freiung w nur in ebende de dern uch Grund ſ elbſt ge m dieo der Ell 7 pti ſagen hi enicht w eſuch i nund rit ſe ihn d — 153— Vormundſchaft uͤbertrug; ſo kann er den Famili⸗ enrath zuſammen rufen laſſen, um uͤber ſeine Ent⸗ ſchuldigungsgruͤnde zu berathſchlagen. Zu dieſem Zwecke muß er die gehoͤrigen Vor⸗ kehrungen treffen in einer Friſt von drei Tagen. Dieſe Friſt faͤngt an zu laufen von dem Augen⸗ blicke, wo ihm ſeine Ernennung iſt bekannt ge⸗ macht worden; ſie wird aber vermehrt um einen Tag fuͤr eine Entfernung von drei Myriametern von ſeinem Wohnorte bis zu dem Orte, wo die Vormundſchaft eroͤfnet worden. Nach dieſer Friſt kann er weiter nicht angehoͤrt werden. 440. Werden ſeine Entſchuldigungsgruͤnde verworfen; ſo kann er ſich, um ihre Zulaſſung zu bewirken, an die Gerichte wenden. Aber er muß vor der Hand verwalten, ſo lang der Rechtsſtreit dauert. 441. Befreit ihn der endliche Spruch von der Vormundſchaft; ſo koͤnnen diejenigen, die ſeine Entſchuldigung ſverworfen haben, verurteilt werden, die Koſten der Inſtanz zu bezalen. Verliert er aber den Prozeß; ſo wird er ſelbſt dazu verurteilt. 11* — 154— Siebenter Abſchnitt. Von der Unfaͤhigkeit zur Vormundſchaft, von Ausſchlieſſung und Abſetzung von derſelben. Art. 442. Folgende Perſonen koͤnnen weder Vormuͤnder, noch Glieder eines Familienrathes ſeyn. iſtens. Minderjaͤhrige, ausgenommen der Va⸗ ter oder die Mutter; atens. Diejenigen, denen die eigene Verwal⸗ tung gerichtlich benommen iſt*); ztens. Alle Frauensperſonen, die Mutter und weibliche aufſteigende Verwandten ausgenom⸗ men; 4tens. Alle diejenigen, die entweder ſelbſt mit dem Minderjaͤhrigen einen Rechtshandel ha⸗ ben, wo es auf den perſoͤnlichen Stand des Minderjaͤhrigen, ſein Vermoͤgen, oder auf ei⸗ nen merklichen Theil ſeiner Guͤter ankoͤmmt, oder deren Vater oder Mutter mit dem Min⸗ derjaͤhrigen einen ſolchen Rechtshandel haben. 443. Jede Verurteilung zu einer entehrenden 6 (1) Les interdits. ekkui Rats Polo Pt luauj 4 ghl vi jig tt ſcaft, 3 don nen vele ſilientaht n der d ne Vane Mutte u ausgenen er ſalbſ ni Shande Stand d dder ai r artän den N ndel hute entehenn — 155— Strafe oder zu einer Leibesſtrafe(1) zieht von Rechtswegen nach ſich die Ausſchlieſſung von der Vormundſchaft. Eben ſo hat ſie zur Folge die Abſetzung, wenn es auf eine Vormundſchaft an⸗ koͤmmt, die vor der Verurteilung uͤbertragen iſt. 444. Sind auch von der Vormundſchaft aus⸗ geſchloſſen, und muͤſſen abgeſetzt werden, wenn ſie dieſelbe ſchon angetreten haben, iſtens. Leute von einer allgemein bekannten boͤ⸗ ſen Auffuͤhrung; atens. Die, welche durch ihre Verwaltung ihre Unfaͤhigkeit oder Untreue bewieſen. 445. Wer von einer Vormundſchaft iſt aus⸗ geſchloſſen oder entſetzt worden, kann nicht Glied eines Familienrathes ſeyn. 446. So oft die Entſetzung eines Vormun⸗ des Statt hat, wird ſie vom Familienrath ausge⸗ ſprochen. Dieſer wird zuſammen berufen auf Be⸗ (1) Strafen, welche die Gerichte erſter Inſtanz ver⸗ haͤngen, ſind nicht entehrend, und werden auch nicht Leibesſtrafen genannt. Solche Strafen ſpricht nur der peinliche Gerichtshof aus, und zwar, wenn das Geſetz keine beſondere Ausnahme gemacht hat, auf eine von den Anklagegeſchwor⸗ nen angenommene Anklage. 4½ — 156— teeiben des beigeordneten Vormundes, oder auch vom Friedensrichter von Amtswegen. Der Friedensrichter tann ſich nicht weigern, dieſe Verſammlung zu veranſtalten, wenn er dar⸗ um foͤrmlich angegangen wird von einem oder meh⸗ rern Verwandten oder Verſchwaͤgerten des Min⸗ derjaͤhrigen im Grade der rechten Vetter oder in noch naͤhern Graden. 447. Spricht eine Berathſchlagung des Fa⸗ milienrathes die Ausſchlieſſung oder Abſetzung des Vormundes aus; ſo muͤſſen die Beweggruͤnde an⸗ gefuͤhrt werden. Er kann ebenfalls den Spruch nicht thun, als nachdem er den Vormund gehoͤrt oder beſchieden hat. 448. erklart der Vormund, daß er mit der Berathſchlagung zufrieden ſey; ſo wird deſſen er⸗ waͤhnt, und der neue Vormund tritt ſogleich ſeine Verrichtungen an. Im Fall der Beſchwerfuͤhrung, ſucht der bei⸗ geordnete Vormund die Beſtaͤtignng der Berath⸗ ſchlagung bei dem Gericht erſter Inſtanz nach. Von dem Spruche deſſelben hat die Berufung Statt. Deer ausgeſchloſſene ober abgeſetzte Vormund kann, in dieſem Falle, ſelbſt den beigeordneten Vormund vorladen, zu dem Ende, daß er in ſei⸗ ner Vormundſchaft beſtaͤtigt erklaͤrt werde. odet ud 4. t viin un er do Nodern des Na ter odi er nit d deſne Jlih ht dr h er Bau ach. N g Stt Vomu geotdnetn er in ſ 2 — 157— 449. Es ſteht den Verwandten oder Ver⸗ ſchwaͤgerten, welche die Verſammlung befoͤrdert haben, frei, in dem Rechtshandel neben bei auf⸗ zutreten. Uebrigens wird der Handel eingeleitet und abgeurteilt wie eine dringende Sache. Achter Abſchnitt. Von der Verwaltung des Vormundes. Art. 450. Der Vormund hat fuͤr die Perſon des Minderjaͤhrigen zu ſorgen, und ihn zu vertre⸗ ten in allen buͤrgerlichen Handlungen. Er verwaltes ſein Vermoͤgen wie ein guter Hausvater, und iſt verantwortlich fuͤr allen Scha⸗ den und Verluſt, der aus einer ſchlechten Verwal⸗ tung entſtehen koͤnnte. 1 Er kann die Guͤter des Minderjaͤhrigen weder kaufen, noch in Pacht nehmen, es ſey denn, daß der Familienrath den beigeordneten Vormund er⸗ maͤchtigt habe, mit ihm den Pachtvertrag daruͤber einzugehen, noch auch ſich irgend ein Recht oder eine Foderung gegen ſein Muͤndel abtreten laſſen. 451. In den zehn Tagen nach dem Tage ſeiner Ernennung, wenn ſie ihm gehoͤrig bekannt iſt, traͤgt der Vormund auf Abnehmung der Sie⸗ gel an, in ſo fern ſie angelegt worden ſind, und unmittelbar darauf laͤſt er zur Verfertigung eines 1 1 — 158— Verzeichniſſes der Guͤter des Minderjaͤhrigen ſchrei⸗ ten, wobei der beigeordnete Vormund zugegen ſeyn muß. Hat er eine Foderung an den Minderjaͤhrigen; ſo muß er dies in dem Verzeichniſſe erklaͤren, und zwar unter Strafe der Verluſtigung. Die Erklaͤ⸗ rung geſchieht in Gefolg einer Auffoderung, die der oͤffentliche Beamte an ihn ergehen laſſen muß, und deren im Protocoll erwaͤhnt wird. 452. In dem Monate, der auf die Schlieſ⸗ ſung des Verzeichniſſes folgt, laͤſt der Vormund alle bewegliche Habe verkaufen, die Gegenſtaͤnde ausgenommen, die er zufolge Ermaͤchtigung des Familienrathes wirklich behalten darf. Der Ver⸗ kauf geſchieht in Gegenwart des beigeordneten Vor⸗ mundes, von einem oͤffentlichen Beamten oͤffentlich an den Meiſtbietenden, nachdem er vorher gehoͤrig angeheftet und verkuͤndigt worden iſt. Von Beob⸗ achtung der letztern Feierlichkeit muß das Ver⸗ kaufsprotocoll Meldung thun. 455. Vater und Mutter, ſo lange ſie den ei⸗ genen und geſetzlichen Genuß der Guͤter des Min⸗ derjaͤhrigen haben, brauchen die bewegliche Habe nicht zu verkaufen, wenn ſie ſie laͤnger behalten wollen, um ſie in Wirklichkeit obruͤck zu erſtatten. In dieſem Fall aber muͤſſen ſie dieſelbe auf ihre eignen Koſten nach dem geraden Werthe ſcha⸗ 2 tn li woane ud niit vite fina. 4 aum ghähe am h ſat A ete ali fu riji her nſeke iit linſ im. Gan fir ſl tha den ſcen Függe jaͤßriga tren, un de Erlt ung, a ſen miͦ Schiit Vormun genſtänd gung de Der de eten do offentii gehzn on Ben das Ne ie den des N che Ha behalte erſtatte ſelbe ii tie ſhi — n59— tzen laſſen. Den Sachverſtaͤndigen, der hiezu ge⸗ nommen wird, ernennt der beigeordnete Vormund, und er legt ſeinen Eid in die Haͤnde des Frie⸗ densrichters ab. Von den beweglichen Guͤtern, welche ſie nachher nicht in Wirklichkeit beiſchaffen koͤnnen, erſtatten ſie ſodann den Schaͤtzungswerth. 454. Bei Antretung der Vormundſchaft re⸗ gulirt der Familienrath jedesmal, nach einem un⸗ gefaͤhren Ueberſchlag, und nach der Wichtigkeit der zu verwaltenden Guͤter, die Summe, welche jaͤhr⸗ lich noͤthig ſeyn duͤrfte, ſowohl um die Auslagen fuͤr den Minderjaͤhrigen, als um die Koſten der Verwaltung ſeines Vermoͤgens, zu beſtreiten. Die elterliche Vormundſchaft iſt von dieſer Verfuͤgung allein ausgenommen. In der naͤmlichen Acte muß deutlich und um⸗ ſtaͤndlich angegeben werden, ob der Vormund er⸗ maͤchtigt ſey, ſich in ſeiner Verwaltung einen oder mehrere beſondere Verwalter zuzugeſellen, welche beſoldet werden, und unter ſeiner Verantwortlich⸗ keit verwalten. 455. Findet ſich bei Vergleichung der Ein⸗ kuͤnfte und der Auslagen ein Ueberſchuß der er⸗ ſtern; ſo ſetzt der naͤmliche Familienrath auf eine ganz beſtimmte Art die Summe feſt, von welcher fuͤr den Vormund die Verbindlichkeit anfangen ſoll, dieſen Ueberſchuß nuͤtzlich fuͤr den Minderjaͤh⸗ rigen zu verwenden. Die Verwendung muß in — ͤ60— einer Friſt von ſechs Monaten geſchehen ſeyn, und wenn ſie nach Verlauf dieſer Friſt nicht geſchehen iſt; ſo iſt der Vormund zu den Zinſen gehalten. 456. Hat der Vormund vernachlaͤfſigt, die Summe, von welcher die nuͤtzliche Verwendung anfangen ſoll, durch den Familienrath beſtimmen zu laſſen; ſo iſt er, nach Verlauf der im vorſte⸗ henden Artikel feſtgeſetzten Friſt, zu den Zinſen der nicht verwendeten Summe gehalten, wenn ſie auch noch ſo gering waͤre. 457. Der Vormund, ſelbſt wenn es der Va⸗ rer oder die Mutter waͤre, kann fuͤr den Minder⸗ jaͤhrigen nicht borgen, oder ein Darlehn empfan⸗ gen, noch ſeine unbeweglichen Guͤter veraͤuſſern oder verpfaͤnden, ohne dazu von einem Familien⸗ rathe ermaͤchtigt zu ſeyn. Dieſe Ermaͤchtigung ſoll nicht gegeben werden, als wenn es eine unumgaͤngliche Nothwendigkeit, oder ein augenſcheinlicher Vorteil erheiſcht. Im erſten dieſer Faͤlle kann der Familienrath ſeine Einwilligung nicht geben, als nachdem es bewieſen iſt, daß die Baarſchaft, die beweglichen Effecten und die Einkuͤnfte des Minderjaͤhrigen unzulaͤnglich ſind; zu welchem Ende der Vormund eine Ueberſchlagsrechnung aufzulegen hat. In allen Faͤllen beſtimmt der Familienrath die anbec verder th n 4 müm dülg üägunt ſehn u deſth gehalt äffiot, erwendun beſtin im den Zinſen nn ſi ui es der h en Min on euxſo veräuſen Famile ben verd wendiie je. mwilierns achdem eweglch erjährin Vornud l. jenrah — 18— unbeweglichen Guͤter, die Vorzugsweiſe verkauft werden muͤſſen, und alle Bedingniſſe, die er nuͤtz⸗ lich zu ſeyn erachtet. 458. Die Berathſchlagungen, welche der Fa⸗ milienrath in dieſer Hinſicht nimmt, koͤnnen nicht vollzogen werden, bevor der Vormund ihre Beſtaͤ⸗ tigung bei dem Civilgerichte erſter Inſtanz nachge⸗ ſucht und erlangt hat. Das Gericht verfuͤgt uͤber ſolche Geſuche im Rathszimmer, nachdem es vor⸗ her den Regierungscommiſſaire vernommen hat. 459. Der Verkauf geſchieht oͤffentlich, in Ge⸗ genwart des beigeordneten Vormundes, dem Meiſt⸗ bietenden, vor einem Mitgliede des Civoilgerichtes, oder einem dazu beauftragten Notaire; und er kann nicht anderſt geſchehen, als nachdem davon vorher dreimal, naͤmlich drei Sonntage hinterein⸗ ander, an den gewoͤhnlichen Stellen im Canton eine Ankuͤndigung iſt augeheftet worden. Jede dieſer angehefteten Ankuͤndigungen wird von dem Maire der Gemeinden, wo ſie geſchehen ſind, viſirt und vergewiſſert. 460. Die Feierlichkeiten, die in den Art 457 und 458, bei der Veraͤuſſerung der Guͤter eines Minderjaͤhrigen vorgeſchrieben ſind, finden ihre Anwendung nicht, ſo oft ein Miteigentuͤmer, der ein ſolches Gut mit einem Minderjaͤhrigen unge⸗ theilt beſitzt, den Verkauf an den Meiſtbieten⸗ 8 — 162— den betrieben, und ein Urteil denſelben verord⸗ net hat. In dieſem Falle iſt es genug, daß der Ver⸗ kauf an den Meiſtbietenden in der Form geſchehe, wie ſie der unmittelbar vorhergehende Artikel vor⸗ ſchreibt. Fremde werden nothwendiger Weiſe zu⸗ gelaſſen. 461. Um eine Erbſchaft, die den Minderjaͤh⸗ rigen anerfallen iſt, annehmen oder ihr entſagen zu koͤnnen, muß der Vormund vorlaͤufig die Er⸗ maͤchtigung des Familienrathes einholen. Die An⸗ nahme kann nicht anderſt geſchehen, als mit Vor⸗ behalt der Rechtswohlthat des Inventariums(1). 46a. Wenn kein anderer die Erbſchaft ange⸗ nommen hat, der im Namen des Minderjaͤhrigen iſt entſagt worden; ſo kann entweder der Minder⸗ jaͤhrige ſelbſt ſie wieder antreten, wenn er ſeine Grosjaͤhrigkeit erlangt hat, oder auch der Vor⸗ (1) Das heiſt unter der Bedingung, daß uͤber die ganze Verlaſſenſchaft ein Inventarium oder Ver⸗ zeichnis angefertigt werde. Wer eine Erbſchaft mit dieſem Vorbehalt antritt, verhindert dadurch die Vermiſchung ſeines eigenen Vermoͤgens mit dem Vermoͤgen des Erblaſſers; oder mit andern Worten: der Erbe erreicht dadurch, daß er alle auf die Verlaſſenſchaft des Verſtorbenen zu ma⸗ chenden Foderungen nur in ſo weit vertreten muͤſſe, als das Vermoͤgen des Nachlaſſes hinreicht. unde ſclaguns 4u beh da i ng i In he da Fe vihnd tn du. 5 dha m 4 ſßturt n Au waeder zade ta füun. ef d 4 dena § hr den dench der d n geſte⸗ ürtikel u Weſtn Mindeit hr entenr ffig de 1. Dal s mit d ariums ſchaft i nderjihenn der Mmo enn er ſ h dar d daß ibe m od TWN ine Eiſti dert di rnigan rii uin „ua ener un ke eit verktle ſa dinih — 165— ⸗. mund, in ſo fern er dazu durch eine neue Berath⸗ ſchlagung des Familienrathes ermaͤchtigt wird. In beiden Faͤllen wird ſie aber uͤbernommen in dem Zuſtande, worin ſie ſich bei der Wirderantre⸗ tung befindet, und ohne daß darum die Verkaͤufe und andere Handlungen koͤnnten angefochten wer⸗ den, welche auf geſetzliche Weiſe geſchehen ſind waͤhrend der Zeit, wo die Erbſchaft nicht angetre⸗ ten war. 463. Eine dem Minderjaͤhrigen gemachte Schenkung kann der Vormund nicht annehmen ohne Ermaͤchtigung des Familienrathes. Sie hat uͤbrigens in Hinſicht des Minderjaͤh⸗ rigen die naͤmliche Wirkung, wie in Hinſicht des Grosjaͤhrigen. 8 4644. Die Ermaͤchtigung des Familienrathes iſt durchaus nothwendig, damit der Vormund ei⸗ ne Klage vor Gericht bringen koͤnne, welche auf unbewegliches Eigentum des Minderjaͤhrigen ſpre⸗ chende Rechte zum Gegenſtande hat. Der naͤmli⸗ chen Ermaͤchtigung bedarf er, wenn es darauf an⸗ koͤmmt, in eine Foderung zu willigen, welche ſich auf dergleichen Rechte bezieht. 1 465. Auch iſt jene Ermaͤchtigung noͤthig, wenn der Vormund auf Theilung antragen will. Er hat ſie aber nicht noͤthig, um auf eine Thei⸗ — 164— 6 lungsklage zu antworten, die gegen den Minder⸗ jaͤhrigen angehoben wird. 466. Damit aber die Theilung in Ruͤckſicht auf den Minderjaͤhrigen jene vollſtaͤndige Wirkung hervorbringe, die ſie in Ruͤckſicht auf den Gros⸗ jaͤhrigen hat, wird erfodert, daß ſie gerichtlich ge⸗ ſchehe, und nach vorlaͤufiger Abſchaͤtzung von Sach⸗ verſtaͤndigen, die das buͤrgerliche Gericht des Orts ernennt, wo die Erbſchaft eroͤfnet iſt. Die Sachverſtaͤndigen ſchwören vor allem vor dem Preſidenten des naͤmlichen Gerichts oder dem Richter, den er dazu verordnet hat, daß ſie ihren Auftrag wohl und treulich verrichten wollen. Hiernach ſchreiten ſie zur Theilung der Verlaſſen⸗ ſchaft, und machen die Loſe. Letztere werden ver⸗ loſet in Gegenwart eines Gliedes des Gerichts, oder eines Notaires, den es dazu beauftragt hat. Der Richter oder Notaire verrheilt auch die ange⸗ fallenen Loſe. Jede andere Theilung wird nur als einſtwei⸗ lig betrachtet. 467. Um im Namen des Minderjaͤhrigen ei⸗ nen Vergleich eingehn zu koͤnnen, muß der Vor⸗ mund vom Familienrath ermaͤchtigt ſeyn, und das Gutduͤnken von drei Rechtsgelehrten haben, welche der Regierungscommiſſaire bei dem buͤrgerlichen Gericht ernennt. da tt von vuag de 4 N 1 zohnan un m ir dii ſermng Nrürit md 4 8 ſli de uk: baa ic Dnrtt hatn leiajc dn Nne in Näti ge Vii den(ng Rnt g von Ei ht des dr r allende 8 oder la iß ſie ii en wela Verliſt derden i Geric ftragt ſe die uf zeinin griga ſ der De und r väcch gerlichn 4 165— Der Vergleich iſt nicht guͤltig, als in ſo fern er von dem buͤrgerlichen Gericht, nach Verneh⸗ mung des Regierungscommiſſaires, beſtaͤtigt wird. 468. Wenn ein Vormund wichtige Gruͤnde hatz, mit der Auffuͤhrung des Minderjaͤhrigen un⸗ zufrieden zu ſeyn; ſo kann er desfalls ſeine Kla⸗ gen vor einen Familienrath bringen: und, wenn ihn dieſer dazu ermaͤchtigt; ſo kann er die Ein⸗ ſperrung des Minderjaͤhrigen beföoͤrdern gemaͤs den Vorſchriften, die in dieſer Hinſicht der Titel von der vaͤterlichen Gewalt enthaͤlt. — Neunter Abſchnitt. Von den Vormundſchaftsrechnungen. 469. Jeder Vormund muß ſich uͤber ſeine Verwaltung berechnen, ſobald ſie aufhoͤrt. 470. Er kann aber auch angehalten werden, ſelbſt waͤhrend der Vormundſchaft, und jedesmal um die Zeit, welche der Familienrath feſtzuſetzen beliebt hat, dem beigeordneten Vormund eine Ue⸗ berſicht der Lage zu uͤbergeben, worin ſich ſeine Verwaltung befindet. Er kann jedoch nicht ange⸗ halten werden, jedes Jahr mahr als eine ſolche Ueberſicht zu liefern. Beſagte Ueberſicht wird verfertigt und uͤbergeben ohne Koſten, auf nicht geſtempel⸗ — — 166— tem Papier, und ohne eine gerichtliche Feier⸗ lichkeit. Vater und Mutter ſind der Verfuͤgung dieſes Artikels nicht unterworfen. 471. Die Endrechnungsablage uͤber die Vor⸗ mundſchaft geſchieht anf Koſten des Minderjaͤhri⸗ gen, wenn er ſeine Grosjaͤhrigkeit erlangt hat, oder emancipirt worden iſt. Der Vormund ſchieſt die Koſten dazu vor. Dem Vormund werden darin alle Auslagen gutgeheiſſen, wofern er ſie gehoͤrig beweiſet, und in ſo weit ſie etwas Nuͤtzliches bezweckten. 472. Der Minderjaͤhrige kann zwar nach er⸗ langter Grosjaͤhrigkeit mit dem Vormund Vertraͤ⸗ ge ſchlieſſen; aber jeder ſolcher Vertraͤge iſt unguͤl⸗ tig, wenn nicht vorher eine ausfuͤhrliche Rechnung iſt abgelegt, und die Belege dazu uͤberliefert wor⸗ den, und dies alles nicht durch einen Empfäng⸗ ſchein bewieſen iſt, den wenigſtens zehn Tage vor Schlieſſung des Vertrags der Rechnungsabnehmer ausgeſtellt hat. 473. Entſtehen uͤber der Rechnungsablage Streitigkeiten; ſo werden ſie vor Gericht gebracht und abgeurteilt, wie jeder andere buͤtgerliche Rechtshandel. 9 1s l oden edi ln njän diezei M Ac ſien An ſih ön liche zin joung n ber dic Nindeii erlangt rmund ſi lle Auelar eweiſet, 9 icken. war deh ꝛund Vr. äge iſm che Nadhan erliefett ah en Enſſt dn Taht ngeahlähe aungerith icht ehn bütnic 4743. Von der Summe, die der Vormund als Ueberſchuß ſchuldig bleibt, muß er Zinſen be⸗ zalen, von Schlieſſung der Rechnung an, und oh⸗ ne daß es desfalls einer Ermahnung beduͤrfte. Von der Summe hingegen, welche der Min⸗ derjaͤhrige dem Vormund ſchuldig bleibt, laufen die Zinſen nur vom Tage an, wo er nach Abſchluß der Rechnung die Bezalung verlangt hat. 475. Jede Klage des Minderjährigen gegen ſeinen Vormund, in ſo weit ſie vormundſchaftliche Angelegenheiten betrift, wird in zehn Jahren ver⸗ jaͤhrt, und dieſe Verjaͤhrungsfriſt faͤngt an von der Grosjaͤhrigkeit. Drittes Capitel. Von der Emancipation(1) Art. 476. Der Minderjaͤhrige iſt von ſelbſt emancipirt durch ſeine Heirath. (1) Der Minderjaͤhrige, der ſeinen Vater der ſeine Mutter noch hat, heiſt emaneipirt, wenn ſie ihn aus der Gewalt und Aufſicht entlaſſen, die ihnen Natur und Geſetz uͤber denſelben erteilt haben. Der Minderjaͤhrige, der ſeine Eltern nicht mehr hat, heiſt emancipirt, wenn er auf geſetzliche Art von der Vormundſchaft, worunter er ſteht, befreit wird. Emancipation iſt demnach nach unſerm . 18 1 — 168— 8 477. Auch vor ſeiner Verheirathung kann der Minderjaͤhrige von ſeinem Vater, oder in Ermang⸗ lung deſſelben von der Mutter emancipirt werden, wenn er volle fuͤnfzehn Jahre alt geworden iſt. un dieſe Emancipation zu bewirken, iſt allein die Erklaͤrung des Vaters oder der Mutter hinrei⸗ chend, welche vom Friedensrichter in Beiſtand ſei⸗ nes Gerichtsſchreibers aufgenommen wird. 48. Wenn der Minderjaͤhrige weder Vater noch Mutter mehr hat; ſo kann er auch emanei⸗ pirt werden, ſo fern ihn der Familienrath faͤhig dafuͤr haͤlt; jedoch muß er ſo denn volle achtzehn Jahre alt ſeyn. Die Emancipation wird in dieſem Falle durch zwei Umſtaͤnde bewirkt, durch die Berathſchlagung, die ſie zulaͤſt, und durch die Erklaͤrung, welche der Friedensrichter, als Preſident des Familien⸗ rathes, in der naͤmlichen Acte thut, daß der Minderjaͤhrige emaneipirt iſt. Rechte nichts anders, als die Losſagung eines Minderjaͤhrigen von elterlicher Gewalt oder vor⸗ mundſchaftlicher Aufſicht. Die Wirkung derſelben iſt, daß der emaneipirte Minderjaͤhrige ſeine An⸗ gelegenheiten ſelbſt beſorgen kann, und als ein Grosjäͤhriger betrachtet wird, in ſo weit das Ge⸗ ſetz in ſeiner Ruͤckſicht keine Ausnahme feſtgeſetzt hat. Minderjaͤhrige allein, und nicht Grosjaͤhri⸗ ge, werden emaneipirt. * 4 Ww de dn 1. u d Peeud wenihe ihm duan fader haa 1 den en dühhks ea 44 Adei ün di daür a ham handa ſizun hen d Mfäd. 44 kannda Ermang werda, en iſt iſt alin er hi rh ſtand ſe . der Var h em rath ſih e acht Falledet ſſchlagn 9, vüch Famie daß de gung ein lt odet ul no deiſehe e ſeite W und a6 it eit u 9 n feigit Srotjäſ 479. Wenn der Vormund nichts gethan hat, um den Minderjaͤhrigen, wovon im vochergehen⸗ den Artikel die Rede iſt, emancipiren zu laſſen, und wenn gleichwohl einer oder mehrere Bluts⸗ freunde oder Verſchwaͤgerte des naͤmlichen Min⸗ derjaͤhrigen, im Grade rechter Vetter oder in noch naͤhern Graden, ihn fuͤr faͤhig halten, emancipirt zu werden; ſo koͤnnen ſie den Friedensrichter auf⸗ fodern, den Familienrath zu verſammeln, damit er hieruͤber berathſchlage. Der Friedensrichter muß einer ſolchen Aufſo⸗ derung wilfahren. 480. Die Vormundſchaftsrechnung wird dem emancipirten Minderjaͤhrigen in Beiſtand eines Cu⸗ rators abgelegt. Letztern beſtellt ihm der Famili⸗ enrath. E. 481. Nach erlangter Emancipation kann der Minderjaͤhrige Pacht⸗ und Miethvertraͤge ſchlieſſen, aber auf neun Jahre laͤngſtens; er nimmt ſeine Einkuͤnfte ſelbſt ein, ſtellt daruͤber Empfangsſcheine aus, und verrichtet uͤberhaupt jede Handlung der bloſen Verwaltung. Auch kann er gegen dieſe Handlungen die Rechtswohlthat der Wiederein⸗ ſetzung in den vorigen Stand anderſt nicht anſpre⸗ chen, als in den Faͤllen, wo fi dem Grosjäͤhrigen zuſtaͤnde. 48a. Er kann ohne den Beiſtand ſeines Cu⸗ 12*† — 170— rators, eine Klage, welche unbewegliches Eigentum zum Gegenſtande hat, weder anheben, noch darauf antworten, und ſelbſt kein als beweglich angeſehe⸗ nes Capital empfangen und daruͤber quittiren. Im letzten Falle hat der Curator noch dazu uͤber die Verwendung des enpfangenen Capitals zu wachen. 483. Unter keinem Vorwande kann der eman⸗ eipirte Minderjaͤhrige ein Darlehn annehmen, oh⸗ ne eine Berathſchlagung des Familienrathes, wel⸗ che vom Civilgerichte nach Vernehmung des Re⸗ gierungscommiſſaires beſtaͤtiget ſeyn muß. 484. Eben ſo wenig kann er ſeine unbeweg⸗ lichen Guͤter verkaufen oder veraͤuſſern, noch ſonſt eine andere Handlung, als die der bloſen Verwal⸗ tuns verrichten, ohne die Formen zu beobachten, welche dem nicht emancipirten Minderjaͤhrigen vor⸗ geſchrieben ſind. Was die Verbindlichkeiten betrift, die er et⸗ wa durch Kauf oder auf ſonſt eine Art uͤbernom⸗ men hat; ſo findet eine Einſchraͤnkung derſelben Statt, falls ſie uͤbermaͤſſig ſind. Die Gerichte ha⸗ ben dabei Ruͤckſicht zu nehmen auf das Vermoͤgen des Minderjaͤhrigen, die Redlichkeit oder Unred⸗ lichkeit der Perſonen, die mit ihm gehandelt ha⸗ ben, die Nuͤtzlichkeit oder Unnuͤtzlichkeit der Aus⸗ lagen. 1ds em dere um! tauhn. ndn petta 4 htn ſüne dun L och dauu hangeſche quittien dazu Un apitis n der me ehmen, athes d ng dh uß. ge unbteh loch ſi ſen Den beobach ſaäͤhrigen h t, die n t ibemn ng deits Geichu 3 Verigt oder und handikäis it d Ai — 171— 485. Wenn einmal die Verbindlichkeiten ei⸗ nes emancipirten Minderjaͤhrigen vermöge des vor⸗ hergehenden Artikels ſind herabgeſetzt worden; ſo kann man ihn der Wohlthat der Emancipation be⸗ rauben. Letztere wird ihm dann in den naͤmlichen Formen abgenommen, worin ſie ihm iſt gegeben worden. 486. Von dem Tage an, wo die Emancipa⸗ tion zuruͤck genommen worden, tritt der Minder⸗ jaͤhrige wieder unter Vormundſchaft, und bleibt darin bis zu ſeiner völligen Grosjaͤhrigkeit. 487. Der emancipirte Minderjaͤhrige, der ei⸗ nen Handel treibt, wird als grosjaͤhrig angeſehn in Ruͤckſicht auf alles, was dieſen Handel betrift. Eilfter Litel. Von der Grosjaͤhrigkeit, der gerichtlichen Un⸗ terſagung, und dem gerichtlichen Beiſtande.(1) —— Erſtes Capitel. Von der Grosjaͤhrigkeit. Art. 488. Grosjaͤhrig iſt, wer ein und zwan⸗ zig volle Jahre erreicht hat. In dieſem Alter iſt man faͤhig, alle Handlungen des buͤrgerlichen Le⸗ bens zu verrichten. Die im Titel von der Ehe vorkommende Einſchränkung macht hieyon die ein⸗ zige Ausnahme. ( Seſetz vom 3. Germinal 11. J. promul. den 18. ſchen le ſtandeh ind zu Alter i lichen der Efe die ein . dun Zweites Capitel. Von der gerichtlichen Unterſagung.(1) Art. 489. Die Unterſagung muß verhaͤngt werden gegen den Grosjaͤhrigen, der ſich gewoͤhn⸗ lich im Zuſtande der Blodünnigkeit, des Wahn. ſinns oder der Raſerei befindet, wenn auch dieſer Zuſtand ſo anhaltend nicht waͤre, daß nicht lichte Zwiſchenraͤume mit unter liefen(2). (1) Inderdiction. Einigen Menſchen, wenn ſie gleich grosjaͤhrig ſind, wird die Verwaltung ihrer Per⸗ ſon ſowohl als ihres Vermoͤgens vom Staate ge⸗ nommen, weil ſie wegen irgend eines Mangels eins und das andere ſelbſt nicht beſorgen koͤnnen. Solche Menſchen heiſſen gerichtlich Unter⸗ ſagte, oder kurz Unterſagte, interdits. Der Zuſtand, worin ſie ſich beſinden, heiſt Unterſa⸗ gung, interdiction: und eben ſo wird die ge⸗ richtliche Handlung' genannt, wodurch ſie fuͤr Unterſagte erklaͤrt werden. (²) Der gewoͤhnliche Zuſtand des Menſchen iſt der Zuſtand der Vernunft, und die Veruunnftloſigkeit der ungewoͤhnliche. Wenn die gewoͤhnliche Hand⸗ — lungen eines Menſchen beweiſen, daß ihm das Vermoͤgen, die Folgen derſelben zu uͤberlegen. mangelt, oder daß er des Gebrauchs der Vernunft gaͤnzlich beraubt iſt; ſo iſt der ungewoͤhnliche Zuſtand, ſo iſt Wahnſinn ꝛc. vorhanden, obſchon ſich die Vernunft noch bisweilen von ferne bli⸗ * & cken laͤſt, oder einen Augenblick durchſchimmert, obſchon es lichte Zwiſchenraͤume(des interral- ſar luoi ds darin giebt. — 174— 490. Jeder Verwandte iſt befugt, die Unter⸗ ſagung ſeines Verwandten nachzuſuchen. Das naͤmliche Recht hat ein Ehegatte in Ruͤckſicht des andern.— 491. Im Falle der Raſerei liegt die Pflicht, dis Unterſagung zu fodern, dem Regierungscom⸗ miſſaire ob, wenn der eine Ehegenoſſe oder die Verwandten ſie nicht nachſuchen. Auch im Falle der Blödſinnigkeit und des Wahnſinns kann der Regierungscommiſſaire die Unterſagung fodern, wenn der damit behaftete Menſch weder Ehegenoſ⸗ ſen noch bekannte Verwandten hat. 1 492. Alle Geſuche um Unterſagung gehoͤren vor das Gericht erſter Inſtanz. 493. Die Thatſachen, welche die Bloͤdſinnig⸗ keit, den Wahnſinn oder die Raſerei beweiſen ſol⸗ len, muͤſfen Stuͤck vor Stuͤck ſchriftlich auseinan⸗ der geſetzt werden. Wer die Unterſagung nachſucht, führt die Zeugen auf, und liefert die Belege. 494 Das Gericht befiehlt, daß der Familien⸗ rath ſeine Meinung geben ſoll uͤber den Zuſtand des Menſchen, deſſen Unterſagung man verlangt. Der Familienrath wird zuſammengeſetzt nach Vor⸗ ſchrift des vierten Abſchnitts, Cap. 2 unter dem Titel von der Minderjaͤhrigkeit, der Vormundſchaft und der Emancipation. ¹ zeng dilere den ſmar v ld 4 um l Eiiod un de die detn en. Daß füicht de üe Phi rungseao eoder h ˖in zu kann e g foden Ehegan ig hehin Nodſini veiſen ſ auseigeb nachut lege. Familen Zufi) berlante ach Te⸗ 2 unter eit, der pion. =— 175— 495. Wer die Unterſagung gefodert hat, kann nicht Mitglied des Familienrathes ſeyn. Der Ehe⸗ mann, die Ehefrau, und die Kinder des Menſchen, deſſen Unterſagung nachgeſucht wird, koͤnnen dazu gelaſſen werden, haben aber keine berathſchlagen⸗ de Stimme babei. 496. Nach eingegangenem Gutachten des Fa⸗ milienrathes, verhoͤrt das Gericht den Beklagten (die Perſon, die unterſagt werden ſoll) im Raths⸗ zimmer, wenn er ſich ſtellen kann; wo nicht, ſo wird er in ſeinem Wohnhauſe verhoͤrt, und das Verhoͤr nimmt vor ein dazu verordneter Richter in Beiſtand des Gerichtsſchreibers. In allen Faͤl⸗ len iſt der Regierungscommiſſaire bei dem Verhoͤr gegenwaͤrtig... 497. Nach dem erſten Verhör beſtellt das Ge⸗ richt, nach Befinden, einen ein tweiligen Verwalter, der ſowohl fuͤr die Perſon, als fuͤr das Vermoͤgen des Beklagten Sorge zu tragen hat. 498. Jedes Urteil auf eine Klage um Unter⸗ ſagung wird nothwendig in der oͤffentlichen Si⸗ tzung erlaffen, nachdem die Theile gehoͤrt oder vor⸗ geladen worden ſind. 499. Wenn auch das Gericht das Geſuch um Unterſagung verwirft; ſo kann es doch nach Erfodernis der Umſtaͤnde verordnen, daß von nun an der Beklagte anderſt nicht mehr Prozeß fuͤhren, * Bergleiche eingehen, Geld aufnehmen, bewegliche Capitalien empfangen, uͤber den Empfang derſel, ben quittiren, veraͤuſſern, oder ſeine Guͤter mit Pfandrecht beſtricken ſolle und koͤnne, als mit Da⸗ zwiſchenkunft eines Beiſtandes, den ihm das naͤm⸗ liche Urteil(1) beſtellt. 500. Wird von dem Urteil erſter Inſtanz ap⸗ pellirt; ſo kann das Berufungsgericht, wenn es ſolches fuͤr noͤthig erachtet, die Perſon, wogegen die Unterſagung nachgeſucht wird, aufs neue ver⸗ hoͤren. Es kann auch das Verhoͤr einem Commiſ⸗ ſaire auftragen. 501. Jedes Urkeil, ſo die Unterſagung oder Beſtellung eines Beiſtandes enthaͤlt, wirb gehoben, dem Gegentheil inſinuirt, und, in den erſten zehn Tagen, in die Tabellen eingetragen, welche ſowohl in dem Sitzungsſale als in den Schreibſtuben der Notaire des Bezirks angeheftet ſeyn muͤſſen; alles dies auf Betreiben der Klaͤger. 502. Die Unterſagung oder Ernennung eines Beiſtandes hat ihre voͤllige Wirkung vom Tage des Urteils an. Jeder Act(a), den der Unterſag⸗ (1) So das Geſuch um Unterſagung verwirft. (2) Accte, Handlung in einem gewiſſen Sinn, Wil⸗ jenserklaͤrung, der allgemeinſte Ausdruck fuͤr jede Handlung, wodurch ſich der Menſch zu etwas verbinden kann; Aeuſſerung deſſen, was gefche⸗ hen oder nicht geſchehen ſoll⸗ 4 hnad nihme 4 u ſe ketr i N hude 8 in d dͤt feäm ſene den Tat gagi lir en lritig uh dn h! derN un ſhs dan den ebzlcht ng derſc ute i Bwit de das ni nſtan g wenn wozgegn neue w Lonu zung eh ihohen rften fit he ſov ſtuben R ſen; als ung eint on d Unterſch jrſt Sint, w ih ſtrjde nu ttaat ai gett 4⁴ 8 — n= ke nach dieſer Zeit, oder ohne ſeinen Beiſtaub vor⸗ naͤhme, waͤre von Rechtswegen nichtig. 503. Auch der Act, welcher ein fruͤheres Da⸗ tum hat als die Unterſagnng, kann als nichtig er⸗ klaͤrt werden, wenn es allgemein bekannt iſt, daß die Urſache der Unterſagung ſchon zur Zeit vor⸗ handen war, wo jener Act geſchehen iſt. 524. Nach dem Tode eines Menſchen, koͤn⸗ nen die von ihm geſchenen Acte aus dem Grunde, weil er wahnſinnig geweſen, nur in ſo weit ange⸗ fochten werden, als ſeine Unterſagung ſchon vor ſeinem Tode verhaͤngt oder gefodert war; es ſey denn, daß der Beweis des Wahnſinns aus dem Acte ſelbſt hervorgehe. 505. Wenn von dem Urteil, ſo die Unterſa⸗ gung in erſter Inſtanz ausſpricht, nicht iſt appel⸗ lirt worden, oder wenn das Appellationsgericht es beſtaͤtigt iſt, ſo wird dem Unterſagten ein Vormund und ein beigeordneter Vormund ernannt, und zwar nach Vorſchrift und Anleitung des Titels von der Minderjaͤhrigkeit, der Vormundſchaft und der Emancipation. Der einſtweilen be⸗ ſtellte Vormund endigt ſeine Verrichtungen, und legt dem Wormund Rechnung ab, wenn er es ſelbſt nicht iſt. 4— 5065. Der Mann iſt von Rechtswegen der Vormund ſeiner unterſagten Frau. — 178— 504. Die Frau kann zur Vormuͤnderinn ih⸗ res Mannes ernannt werden. In dieſem Falle beſtimmt der Familienrath die Form und die Be⸗ dingniſſe der Verwaltung. Jedoch kann die Frau ihre Zuflucht zu den Gerichten nehmen, wenn ſie ſich durch den Schluß der Familie beeintraͤchtigt glaubt. 308. Niemand iſt verbunden, die Vormund⸗ ſchaft eines Unterſagten laͤnger als zehn Jahre zu behalten, ausgenommen Eheleute, aufſteigende Ver⸗ wandten und Abkömmlinge. Nach Verlauf jenes Zeitraums kann der Vormund ſodern, daß man einen andern an ſeine Stelle ernenne, und ſeinem Begehren muß durchaus gewillfahrt werden. 509. Der Unterſagte iſt in allem, was ſeine Perſon und ſein Vermoͤgen betrift, dem Minder⸗ jaͤhrigen gleichgehalten: die Geſetze uͤber die Vor⸗ mundſchaft der Minderjaͤhrigen ſind auch auf dit Vormundſchaft der Unterſagten anzuwenden. 10. Erleichterung ſeines Schickſals und Be⸗ ſchleunigung ſeiner Geneſung ſind die Zwecke, wo⸗ zu die Einkuͤnfte eines Unterſagten weſentlich an⸗ gewendet werden muͤſſen. Der Familienrath be⸗ ſtimmt, ob er in ſeinem Wohnhauſe bleiben und daſelbſt verpflegt werden, oder ob er in ein Kran⸗ kenhaus, oder ſelbſt in ein Hoſpital gebracht wer⸗ den ſoll, und richtet ſich bei dieſer Beſtimmung 5 tach dn 5 tn Drrd le in ka ſt 11 tinn em dul die d die drn wenn ſ utrichn Vormu Iuhte gendeJn lauf ſen daß wa nd ſeinm den. was ſen n Minda t die do ch uuf den. s und5 wecke, d entlch a enrath k eiben u tin Aum racht de ttimnußh — = 179 ₰ nach der Beſchaffenheit ſeiner Krankheit und nach dem Zuſtande ſeines Vermoͤgens. 511. Will das Kind eines Unterſagten ſich verehelichen; ſo wird der Brautſchatz, oder der Vorſchuß auf die Erbſchaft, und ſonſtige bei Ge⸗ legenheit einer Ehe zu ſchlieſſende Vertraͤge, durch ein Gutduͤnken des Familienrathes regulirt, und ein ſolches Gutduͤnken vom Gerichte, auf den An⸗ trag des Regierungscommiſſaires, beſtaͤtigt. 512. Die Unterſagung hoͤrt auf, wenn die Urſachen aufhoͤren, die ſie veranlaſt haben. Je⸗ doch kann die Aufhebung derſelben nicht anderſt verordnet werden, als mit Beobachtung der naͤm⸗ lichen Feierlichkeiten, welche vorgeſchrieben ſind, um die Unterſagung zu bewirken, und der Unter⸗ ſagte kann die Ausuͤbung ſeiner Rechte nicht wie⸗ der beginnen, als nach dem Urteil, das ihn von der Unterſagung befreit. Drittes Capitel. Von dem gerichtlichen Beiſtande. Art. 513. Es kann den Verſchwendern ver⸗ boten werden, zu rechten, ſich zu vergleichen, ein Darlehn zu nehmen, ein bewegliches Capital zu empfangen und daruͤber zu quittiren, zu veraͤuſ⸗ ſern, oder ihre Guͤter mit Hypotheke zu beſtricken, — 13a 2 ohne Mitwirkung eines Beiſtandes, den ihnen bas Gericht ernennt. 514. Alle, die ein Recht haben, die Unter⸗ ſagung nachzuſuchen, koͤnnen auch das Verbot, ohne Nitwirkung eines Beiſtandes die eben aufgezaͤl⸗ ten Handlungen vorzunehmen, nachſuchen. Ihr Geſuch wird auf die naͤmliche Art eingeleitet und abgeurteilt. Dies Verbot kann nur mit Beobachtung der naͤmlichen Feierlichkeiten aufgehoben werden. 515. In allen Faͤllen, wo es auf eine Un⸗ terſagung ankoͤmmt, oder auf Ernennung eines Beiſtandes, kann kein Urteil, weder in erſter In⸗ ſtanz, noch in der Berufungsinſtanz, gefaͤllt wer⸗ den, als auf die Antraͤge des Regierungscommiß⸗ ſaires. Ende des erſten Buchs. 4 — ie Untn Verte⸗ aufgega hr Geſuh geurtet tung de den. eine e ung ant erſer e ffäͤllt oo gscomui Zweites Buch. b Wrrrr 4 Zweites Buch. Von Sachen oder Guͤtern, und den verſchiedenen Modificationen des Eigentums. Erſter Titel. Eintheilung der Sachen oder Guͤter(1). 516, A⸗ Sachen oder Guͤker ſind entweder be⸗ weglich oder unbeweglich. Erſtes Capitel. Von unbeweglichen Guͤtern. 517. Unbeweglich ſind Sachen oder Guͤ⸗ (1) Geſetz vom 4. Pluvioſe 14. J. Prom. den 14. 13*† — 186— ter, entweder ihrer Natur nach, oder wegen ihrer Beſtimmung, oder wegen ihrer Beziehung auf einen unbeweglichen Gegenſtand. 518. Grundſtuͤcke und Gebaͤude ſind unbe⸗ weglich ihrer Natur nach. 519. Wind⸗ und Waſſermuͤhlen, wenn ſie auf Pfeilern befeſtigt ſind, und mit zum Gebaͤude ge⸗ hören, ſind auch unbeweglich ihrer Natur nach. 520. Feldfruͤchte, ſo lange ſie noch am Bo⸗ den feſt ſind, und Baumfruͤchte, ſo lange ſie nicht gepfluͤckt ſind, gehoͤren ebenfalls zu den unbeweg⸗ lichen Sachen. Sobald aber die Feldfruͤchte abgeſchnitten, und die Baumfruͤchte abgepfluͤckt ſind, gehoͤren ſie zu den beweglichen Sachen, obſchon ſie noch nicht weggeholt ſind. Iſt ein Theil der Erndte allein abgeſchnitten; ſo iſt auch dieſer Theil allein beweglich. 521. Regelmaͤſſige Haͤue von Schlagholz oder von hochſtaͤmmigem Holze, ſo in regelmaͤſſige Faͤl⸗ lungen getheilt iſt, werden nur beweglich, ſo wie die Baͤume nach und nach gefaͤllt werden. 523. Alles Vieh, welches der Eigentuͤmer ei⸗ nes Grundſtuͤckes dem Pachter oder Maier zum „ en ihrer ung auf d unbe, in ſie auf ande ge⸗ nach. am Bo ſie nicht unbeweg⸗ ſchnitten hoͤren ſe och nict chnittn, hol odit ſge d ſo vi tüͤmtr d' dier jun Behuf der Lanbwirthſchaft giebt, es ſey nun ge⸗ ſchaͤtzt oder nicht, iſt ebenfalls fuͤr unbeweglich an⸗ zuſehn, ſo lange es vermoͤge des Vertrages auf dem Grundſtuͤcke bleibt. Hingegen iſt beweglich jenes Vieh, ſo er jedem andern, nur nicht dem Pachter oder Maier, auf halben Gewinn(1) giebt. 525. Roöoͤhren zur Leitung des Waſſers in ei⸗ uem Hauſe oder auf einem andern Erbe, ſind un⸗ beweglich, und gehoͤren zu dem Grundſtuͤcke, wo⸗ ran ſie befeſtigt ſind. 524. Alle jene Gegenſtaͤnde, welche der Ei⸗ gentuͤmer eines Grundſtuͤckes in der Abſicht darauf gebracht hat, damit ſie zum Dienſt und zur Be⸗ nutzung dieſes Grundſtuͤckes dienen ſollen, ſind un⸗ beweglich ihrer Beſtimmung nach. So ſind unbeweglich der Beſtimmung nach, wenn ſie der Eigentuͤmer eines Grundſtuͤckes zu deſ⸗ ſen Dienſt und Benutzung dahin gebracht hat, (1) A Chkeptel. Die Erklaͤrung dieſes Vertrags, wodurch ein Theil dem andern ugter gewiſſen Bedingungen(gewoͤhnlich auf halben Gewinn) einen Viehſtand giebt, um ihn zu verwahren, zu naͤhren und zu verpflegen, koͤmmt im dritten Buche vor. —-— 188— Der zur Landwirthſchaft gehoͤrige Viehſtand, Die Ackergeraͤthſchaften, Die dem Halbwinner(1) oder Pachter zu ei⸗ nem gewiſſen Theil gegeben⸗ Saat, Die Tauben der Taubenſchlaͤge, Die Kaninchen der Gehaͤge, Die Bienenkoͤrbe, 49 Die Fiſche in Len Teichen, Die Kelter, Keſſel, Helme, Kufen und Faͤſſer, Die zur Benutzung der Schmieden, Papier⸗ muͤhlen und anderer Hammer noͤthigen Geraͤth⸗ ſchaften, Stroh und Duͤnger(a). (1) Man giebt zwar gemeiniglich dieſen Namen je⸗ dem Pachter; eigentlich heiſt aber doch nur der⸗ jenige ſo, der als Pfacht einen gewiſſen Theil der Fruͤchte abtraͤgt, fermier partiaire. (2) Es iſt wohl zu bemerken, daß die Gegenſtaͤnde, die dieſer Artikel enthaͤlt, nicht die einzigen ſind, pelche wegen ihrer Beſtimmung zu den un⸗ — 189— hſtand, Unbeweglich wegen ihrer Beſtimmung find fer naer alle beweglichen Effecten, welche ein Eigentuuͤͤ mer mit ſeinem Grundſtuͤcke verbunden hat zu ewigem Verbleib. et zu 6 5b. Man nimmt an, daß der Eigentuͤmer eines Grundſtuͤckes bewegliche Effecten zu ewigem Verbleib damit verbunden habe, in folgenden Faͤllen: wenn ſie naͤmlich mit Gips, oder mit Kalch und Kuͤtte daran befeſtigt ſind; oder wenn fle nicht davon geloͤſt werden koͤnnen, ohne zu brechen oder zu verſchlimmern, oder ohne den Theil des Grundſtuͤckes, woran ſie befeſtigt ſind, zu ver⸗ ſchlimmern und zu beſchaͤdigen. Die Spiegel eines Zimmers ſind dann, der rechtlichen Vermutung nach, zu ewigem Ver⸗ bleib darin angebracht, wenn ihre Einfaſſung mit 49 dem Tafelwerk ein Ganzes ausmacht. d Fſe Eben ſo verhaͤlt es ſich mit Gemaͤlden und ſonſtigen Verzierungen. Was aber die Statuͤen beweglichen gehoͤren. Sie ſind nur Beiſpielsweiſe angefuͤhrt, und ſollen dem Richter als Leitungs⸗ Namen g und Vergleichungspunkte dienen in allen Faͤllen ch nut d die das Geſetz nicht vorgeſehn hat, und die der en Theili Hauptregel des Art. untergeordnet bleiben, wel⸗ Ichhe will, daß alle Gegenſtaͤnde als unbeweglich angeſehn werden, die der Eigentuͤmer eines Grund⸗ Genuntän ſtuͤckes darauf gebracht hat zum Dienſt und zur einzigen i Benutzung deſſelben. 3 uu dnl — 19o0— betrift, ſo ſind ſie unbeweglich, wenn ſie in einer Niſche ſtehen, die fuͤr ſie eigenſt gemacht iſt, ob⸗ gleich man ſie uͤbrigens ohne zu brechen oder ohne Beſchaͤdigung wegnehmen kann. 526. Unbeweglich wegen ihrer Beziehung auf einen unbeweglichen Gegenſtand ſind Der Niesbrauch unbeweglicher Dinge, Die Dienſtbarkeiten oder Grundgerechtigken(1¹), Die Klagen, deren Gegenſtand die Ruͤckfode⸗ rung einer unbeweglichen Sache iſt. Zweites Capitel. Von beweglichen Guͤtern. — 527. Beweglich ſind Sachen entweder ihrer Natur nach, oder Kraft geſetzlicher Beſtimmung. 528. Ihrer Natur nach ſind beweglich die Koͤrper, die ſich von einer Stelle zur andern brin⸗ gen laſſen, ſie moͤgen ſich nun durch ſich ſelbſt be— wegen, wie die Thiere; oder, um von der Stelle zu kommen, einer aͤuſſern Kraft beduͤrfen, wie die lebloſen Dinge. (1) Seroitudes on services fonoiers. 34 wegich ſälie pried Iran⸗ ſin gfſlſh henn e ie los i lan ii 8 I n un ſt Prtn vinit 6 ſin un a ü in ine t ſt diy odereh eziehung d ern. veder ihne immung. weglich d ndern bi 1 ſelbſt h der Stll vk — 191— 329. Kraft geſetzlicher Beſtimmung ſind be⸗ weglich die Klagen und Verbindlichkeiten, welche faͤlige Summen oder bewegliche Effecten zum Ge⸗ genſtande haben, die Actien oder Intereſſen in den Finanz⸗ Handels⸗ oder Induſtriegeſellſchaften, ob⸗ ſchon ſich unter den Guͤtern, welche einer ſolchen Geſellſchaft, und mit zu ihrer Unternehmung ge⸗ hoͤren, auch unbewegliche befinden. Dieſe Actien oder Intereſſen werden als beweglich betrachtet blos in Ruͤckſicht auf jedes Geſellſchaftsglied, ſo lang die Geſellſchaft beſteht. Auch ſind beweglich, kraft geſetzlicher Beſtim⸗ mung, die ewigen Renten oder Leibrenten, es mag ſie nun der Staat zu entrichten haben, oder ein Privatmann. 530. Jede ewige Rente, wenn ſie der Preis eines verkauften unbeweglichen Gutes iſt, oder wenn ſie bei der laͤſtigen oder wohlthaͤtigen Abtretung eines Grundſtuͤckes ushehungen iſt, iſt weſentlich wiederkaͤuflich.. Es ſteht aber dem Glaͤubiger frei, die Clau⸗ ſeln und Dediagungen des Wiederkaufs zu regu⸗ liren. Auch kann er ausbedingen, daß ihm die Ren⸗ te nicht eher zuruͤckgegeben werden koͤnne, als nach Verlauf einer gewiſſen Zeit. Dieſe Zeit darf — 1932— aber breiſſig Jahre nicht uͤberſteigen. Jede Be⸗ dingung, die hiegegen anliefe, waͤre nichtig(1). 531. Beweglich ſind ferner die Schiffe, Kaͤh⸗ ne, Fahrzeuge, Muͤhlen und Baͤder auf Schiffen und uͤberhaupt alle Hammerwerker, die nicht auf Pfeilern ruhen und keinen Theil des Hauſes aus⸗ machen. Wegen ihrer Wichtigkeit jedoch kann die gerichtliche Wegnahme ſolcher Gegenſtaͤnde beſon⸗ dern Formen unterworfen werden, wie in der Ge⸗ richtsordnung naͤher erklaͤrt wird. 532. Nicht weniger ſind beweglich die Mate⸗ rialien, die von Niederreiſſung eines Gebaͤudes herkommen, ſo wie diejenigen, welche zur Aufrich⸗ tung eines neuen Gebaͤudes bereit liegen. Sie gehoͤren zu den beweglichen Sachen, bis ſie der Arbeiter bei einem Baue wirklich verwendet. 633. Wenn das Geſetz oder der Menſch den 1 Ausdruck: Moͤbeln, Maenbles, braucht, ohne wei⸗ tern Zuſatz oder nähere Beſtimmung; ſo ſind un⸗ ter dieſem Ausdruck nicht begriffen das baare Geld, die Edelſteine, Actiofoderungen, Buͤcher, Medaillen, Inſtrumente zum Behuf der Wiſſenſchaften, Kuͤnſte und Gewerbe, Leinewand fuͤr den perſoͤnlichen Ge⸗ (1) Dieſer Artikel iſt ein Theil des Geſetzes vom 30. Ventoſe 12. Jahrs, promulgirt den 10. Germi⸗ nal 12. Jahrs, welches ihm dieſen Platz anweiſet. S. dies Geſetz am Ende des dritten Buches. tac N Wene Hen griſt ſur anm h .! vabha' nen ſerRäbi W zunt m Etlhle m un danr dits ji pusdeuc. hmi, J um ff In I ia, eurs u nanhle nal 1. des zu, 1 ie, dher Wdain i weeiihrtn dan Jede A htig() inde beſe in der 6 h die do 3 Gebaad zur Auft legen. 8 bis ſen vendet. Maſc t, ohte 1 ſo ſin9 s baut er Näuis uimn 1) ſönlchab Geſttsimi den o 1m Auwt en duce brauch, Pferde, Ezuipagen, Waffen, Getraibe, Weine, Heu und ſonſtige Lebensmittel. Auch be⸗ greift jener Ausdruck alles das nicht, was irgend zu einem Handel gehoͤrt. 534. Unter dem Ausdruck: Hausrath, wienlles meublans, iſt weiter nichts begriffen, als jene Moͤbeln, die zum Gebrauch und Verzierung der Zimmer beſtimmt ſind, als Teppiche, Bettun⸗ gen, Stuͤhle, Spiegel, Wanduhren, Tiſche, Porcel⸗ lan, und andere Gegenſtaͤnde dieſer Art. Gemaͤlde und Statuͤen, die zu den Moͤbeln eines Zimmers gehoͤren, ſind auch unter jenem Ausdrucke begriffen; nicht aber die Gemaͤldeſamm⸗ lungen, die ſich etwa in Priwatgalerien ober Zim⸗ mern vorfinden. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit den Porcellanen: nur jene, die einen Theil der Verzierungen eines Zimmers ausmachen, ſind unter der Benennung meubles meublans, begriffen. 535. Die Ausdruͤcke: Gereide, bewegli⸗ ches Gut, biens meubles, Mobilarvermoͤgen, mno⸗ bilier, oder bewegliche Effecten, hFets mobilicets, begreifen uͤberhaupt alles, was nach den hieroben angefuͤhrten Regeln fuͤr beweglich angeſehn wird. Der Verkauf oder die Schenkung eines moͤ⸗ — 194— „ blirten Hauſes begreift blos den Seusrae Ies menbles meublang. 536. Wenn jemand ein Haus mit allem, was darin iſt, verkauft oder verſchenkt; ſo iſt in dem Verkauf ober der Schenkung das baare Geld nicht begriffen, auch nicht die Activfoderungen und an⸗ dern Rechte, wovon ſich die Urkunden etwa in dem Hauſe befinden. Alle andere bewegliche Ef⸗ fecten gehoͤren mit darunter. Drittes Capitel. Von den Sachen oder Guͤtern in Bezie⸗ hung auf ihre Beſitzer. Art. 537. Privatleute koͤnnen uͤber ihr Ver⸗ moͤgen verfuͤgen, wie ſie wollen, unter den Ein⸗ ſchraͤnkungen jedoch, welche die kandesgeſe ent⸗ halten. Sachen, die keinem Privaten gehoͤren, werden verwaltet, und koͤnnen nicht anderſt veraͤuſſert werden, als jenen Formen gemaͤs, und mit Beobachtung jener Regeln, welche eigenſt fuͤr ſie feſtgeſetzt ſind. 538. Alle oͤffentlichen Wege und Straſſen, wenn ſie den Staat angehn, alle ſchiffbaren oder flosbaren Stroͤme und Fluſſe, die Ufern, die Ebbe⸗ und Flutgruͤnde 8 Meeres, Hafen, Rheden, und Wurtzunt r luc fil lt duit in züin 3 1 tir vnii Imana ku. Nh. bi K. ſalz ma 1. dir Fetun ne futgh nan e ii i Shenn Iiiſſt dan 46, 8 m dhate or uhmn ſaün, 6 1¹ nu gehle d bons Dlazegtan en heuin nit ale ſo itn are Gehe ungen t unden i beweglih tel. n in h zer. üͤber i unter da undesgeit gehören eraͤuſſetn it dalut feſtgeſte und eie ſchfhunn. lfern dub Shedm! — 195— uüͤberhaupt alle Theile des Gebietes, die ihrer Na⸗ tur nach kein Privateigentum ſeyn koͤnnen, werden als Gegenſtaͤnde betrachtet, die zum Staatseigen⸗ tum gehoͤren. 559. Alle herrnloſe Guͤter, ſo wie alle Guͤ⸗ ter, deren Inhaber entweder ohne Erben ſtirbt, oder wenigſtens ohne Erben, die annehmen, gehö⸗ ren der Nation. 540. Die Thore, Mauern, Graͤben und Waͤl⸗ le der Kriegsplaͤtze und Feſtungen, gehoͤren eben⸗ falls zum Staatseigentum. 3 541. Auch gehoͤrt der Nation aller Grund der Feſtungswerke und Waͤlle jener Plaͤtze, die kei ne Kriegsplaͤtze mehr ſind. Er gehoͤrt der Nation, wenn er nicht auf eine guͤltige Art veraͤuſſert, oder das Eigentum deſſelben gegen die Nation nicht verjaͤhrt worden iſt. 542. Gemeindeguͤter ſind jene Guͤter, an de⸗ ren Eigentum oder Ertrag die Einwohner einer oder mehrerer Gemeinden ein erworbenes Recht haben. 543. Man kann auf Sachen oder Guͤter drei⸗ erlei Rechte haben, naͤmlich ein Eigentumsrecht, oder ein bloſes Recht zum Genuß, oder blos Grund⸗ gerechtigkeiten. ——— eſeden u i daun ). 16. tdr nd b m. Zweiter Titel. un nj nd ir Vom Eigentum(1). kuüüd — d zwwi 544. Das Eigentum iſt das Recht, die Sachen zu benutzen, und daruͤber zu verfuͤgen auf die un⸗ eingeſchraͤnkteſte Art, jedoch ſo, daß der Gebrauch, den man davon macht, durch beſondere Geſetze WMin oder Verordnungen(1) nicht verboten ſey. 545. Niemand kann gezwungen werden, ſern Eigentum abzutreten oder hinzugeben, es ſey denn, tiiß daß der oͤffentliche oder allgemeine Nutzen ſolches d ... (1) Geſetz vom 6. Pluvioſe 12. Jahrs. Prom. d. 16. (a) Reglemens. Geſetze, lois, giebt nur die dae⸗ 1 zu feſtgeſetzte Staatsgewalt: Verordnungen oder ᷣᷣlemens giebt die Regierung allein, und— ſelbſt jeder untergeordnete Bediente derſelben zur Bollziehung der Geſetze, zur Beſtimmung der Art, 0) wie die Geſetze ſollen vollzogen werden, u. ſ. w. t, die e en auf Ri der Ciu ondere d en ſeye n werdan, n, es ſo Nutzen ſi 8. Ptun.- jöbt nu un erordrann- ung alin, 7 rilbent Kununund, zade, 1! — 187— erfodere; und auch in dieſem Falle nicht anderſt als gegen eine gerechte und vorlaͤufige Entſchaͤ⸗ digung. 1 546. Wem das Eigentum einer beweglichen ober unbeweglichen Sache gehoͤrt, der hat auch ein Necht auf alles, was dieſe Sache hervorbringt, und auf alles, was ſich mit derſelben verbindet und ihr zuwaͤchſt, es ſey nun auf natuͤrliche oder kuͤnſtliche Art.„ Dieſes Recht heiſt das Recht der An⸗ und Zuwuͤchſe(1).— Erſtes Capitel. Von dem Rechte der An⸗ und Zuwuͤchſe auf das, was die Sache hervorbringt. R547. Vermoͤge des Rechts der An⸗ und Zu⸗ wuͤchſe gehoͤren dem Eigentuͤmer Die natuͤrlichen oder induſtriellen Fruͤchte der Erde, Die buͤrgerlichen Fruͤchte(1), 0 Droit d'accession. (2) Buͤrgerliche Fruͤchte ſind, wie der hierunten folgende Art. 584 es erklaͤrt, Zinſen von faͤlligen — 198— Der junge Anzug des Viehes. 548. Die Fruͤchte einer Sache gehören dem Eigentuͤmer nur unter dem Beding, daß er die Koſten der Beackerung, der Arbeiten und der Aus⸗ ſaat erſetze, die etwa ein dritter daran verwendet hat. 549. Dem bloſen Beſitzer gehoren die Fruͤch⸗ te nur dann, wenn er redlich beſitzt. Beſitzt er hingegen nicht redlich; ſo muß er dem Eigentuͤ⸗ mer, der ſie wiederfodert, das, was die Sache her⸗ vorgebracht hat, mit der Sache ſelbſt erſtatten. 550. Man nennt den Beſitzer redlich, wenn er als Eigentuͤmer beſitzt, und zwar kraft eines Titels, der faͤhig iſt, das Eigentum zu uͤbertragen, und deſſen Fehler oder Maͤngel er nicht kennt(1). Summen, ruͤckſtaͤndige Renten, Hausmiethe und Pachtgelder. Sie ſtehen gegen die Fruͤchte im gemeinen Sinne in dem naͤmlichen Verhaͤltniſſe, wie ein Capital zu einem Grundſtuͤcke. Man koͤnnte ſie auch moraliſche Fruͤchte nennen. Natuͤrliche Fruͤchte der Erde nennt man jene Fruͤchte, welche ſie ohne Beihilfe der Kunſt hervorbringt. In duſtriel nennt man jene Fruͤchte, welche die Crde ohne des Menſchen Ar⸗ beit nicht hervorbringen wuͤrde. (1) Ein Umſtand, den das Geſetz vermutet, ſo lange das Gegenteil nicht bewieſen wird. Denn das Geſetz vermutet das Boͤſe nicht, ſondern das Gute. 4 dun dun! mwi a. am. ei a N dur der licſe k. 8 uj 5 nh taun 6n ſn da i mg ſnann ſ teteiten ·—. hortn ha aß er d der derwant die Fiit Beſtt m Eihan Sacheſe rſtatten. lich, de kraft ün uͤbertran t kennt) asmiec u e Frichi Verhätni füce. Nu hte unm e nennt na ffe di Aui it mn j Neuſchu ve Kttt,ſ lnt Dan d ſenhun d = 199— Er hoͤrt auf, ein redlicher Beſitzer zu ſeyn, ſo⸗ bald ihm dieſe Fehler oder Maͤngel bekannt werden. Zweites Eapitel. Von dem Rechte der An⸗ und Zuwuͤchſe auf das was ſich mit einer Sache verbindet oder ſich ihr einverleibt. 551. Alles, was ſich mit einer Sache ver⸗ bindet, oder ſich ihr einverleibet, gehoͤrt dem Ei⸗ gentuͤmer der Sache, gemaͤs den hiernach folgen⸗ den Regeln. „. Erſter Abſchnitt. M 1 Von dem Rechte der An⸗ und Zulwuͤchſe in Ruͤckſicht auf unbewegliche Sachen. 552. Wer Eigentuͤmer des Bodens iſt, der iſt auch Eigentuͤmer alles deſſen, was daruͤber und darunter iſt. Es ſteht dem Eigentuͤmer frei, auf oder uͤber ſeinem Boden zu pflanzen und zu bauen nach Be⸗ lieben, ausgenommen in jenen Faͤllen, welche der hierunten folgende Titel von den Grundgerech⸗ tigkeiten oder Dienſtbarkeiten enthaͤlt. 14 — 200— Eben ſo kann er unter ſeinem Boden bauen und graben, wie er will, und aus ſolchen Unter⸗ minirungen allen Vorteil ziehn, den ſie gewaͤhren moͤgen: jedoch muß er ſich dabei den Einſchraͤn⸗ kungen fuͤgen, welche die Geſetze und Verordnun⸗ gen, die Minen betreffend, und die Polizei⸗Geſetze und Polizei⸗Verordnungen enthalten. 553. Alles, was uͤber einem Grundſtuͤcke oder im Innern eines Grundſtuͤckes gebaut, ge⸗ pflanzt und angelegt oder errichtet iſt, iſt auf Koſten des Eigentuͤmers gebaut, gepflanzt und an⸗ gelegt, und gehoͤrt ihm; wenigſtens wird dies ⸗ mutet, ſo lange das Gegenteil nicht bewieſen iſ; ohne daß jedoch deswegen das Eigentum gekraͤnkt werden koͤnne, ſo irgend ein dritter etwa durch Verjaͤhrung erworben hat oder noch erwerben koͤnn⸗ te an einem Platze unter einem Gebaͤude eines an⸗ dern, oder an jedem andern Theil des Gebaͤudes. 554. Der Eigentuͤmer, der zum Behuf ſeiner Anlagen, Pflanzungen und ſonſtigen Werker, Mate⸗ rialien gebraucht hat, die ihm nicht gehoͤrten, muß den Werth dieſer Materialien, und, nach Befin⸗ den, Schadenerſatz bezalen. Aber der Eigentuͤmer der Materialien, hat das Recht nicht, ſie wegzu⸗ nehmen(1). * n) Sind die Umſtaͤnde ſo geartet, daß man annehmen kann, der Grundeigentuͤmer habe ſolche Materialien weggenommen, um ſie zu ſtehlen; ſo verſteht ſich von felbſt, daß 87 als ein Dieb verfolgt und beſtraft wer⸗ den koͤnnne. S. den Art. 577. hiernach. 85 Phenzun zan N. n du i ſet ſtrfa Da ſtefin d nſt ſt in zu r danden thyenu 10 Phgn un En thatn, ¹ üh d m ſuud im doj mme ſr wi in S i ni dauteit A tim l Bühl da Abei nden den ſchen Uate ie gewaͤhun Einſchei Verotdan dlizeiſg Orundfüth gebaut, g ſt ſſ 1 unzt unde ird dies hewieſen. um gektin etwa dut verben fin de eines w Gebande Behuf ſin erket, N thötten mi nach bc Eigentin , ſſe wih nan intjen e Mutriu riet ih n bäſnſt un —-— 29091— 555, Hat ein Dritter ſolche Anlagen und Pflanzungen veranſtaltet, und zwar mit ſeinen ei⸗ genen Materialien; ſo hat der Eigentuͤmer des Bo⸗ dens das Recht, ſie zu behalten, oder denjenigen, der ſie veranſtaltet hat, zu zwingen, ſie wegzu⸗ ſchaffen. Wenn nun der Grundeigentuͤmer die Weg⸗ ſchaffung der Pflanzungen und Anlagen fodert; ſo geſchieht dieſe Wegſchaffung auf Koſten deſſen, der ſie gemacht hat, ohne daß dieſer dafuͤr irgend eine Entſchaͤdigung verlangen koͤnne. Er kann ſo⸗ gar, nach Beſinden, zum Schadenerſatz verurteilt werden fuͤr den Nachtheil, den etwa der Grund⸗ eigentuͤmer erlitten hat. Will aber der Grundeigentümer lieber jene Anlagen und Pflanzungen behalten; ſo muß er den Werth der Materialien und den Arbeitslohn erſtatten, und hiebei koͤmmt in gar keinem Anſchlag, ob der Grund an Werth mehr oder weniger da⸗ durch gewonnen habe. In dem folgenden Falle jedoch kann der Grundeigentuͤmer nicht fodern, daß dergleichen Anlagen weggeſchaft werden: wenn ſie nemlich von einem dritten gemacht ſind, der den Grund durch Evicion verloren hat, Und dabei nicht zur Wiedererſtattung der Fruͤchte iſt verurteilt worden, weil er ein redlicher Beſitzer war. In dieſem Falle hat aber der Grundeigentuͤmer die Wahl, ob er den Werth der Materialien und den Arbeitslohn erſetzen, oder ob er den Betrag bezalen wolle, um den der Werth des Grundes geſtiegen iſt. 556. Wenn ſich fremde Erdtheile allmaͤlig und unmerklich an die Ufergruͤnde eines Fluſſes oder Stromes anſetzen, und auf ſolche Art dieſel⸗ ben vergröͤſſern; ſo nennt man dieſen Zuwachs An⸗ ſpuͤlung oder Alluvion. Eine ſolche Anſpuͤlung oder Alluvion kömmt dem zu gute, welchem der Ufergrund gehoͤrt, und zwar in allen Fällen, die Rede mag ſeyn von ei⸗ nem Strome oder Fluſſe, der ſchifbar oder flosbar iſt, oder nicht. Nur muß der Eigentuͤmer des Ufer⸗ grrundes im erſten Falle(1) den Leinpfad frei laſ⸗ ſen, den daruͤber beſtehenden Verordnungen gemaͤs. 557. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit den trocke⸗ nen Gruͤnden, welche das Stromwaſſer bildet, wenn es ſich allmaͤlig von einem ſeiner Uſer auf das andere zieht. Dem Eigentuͤmer des entblöſten Ufers koͤmmt die Alluvion zu gute, und der Eigen⸗ tuͤmer des gegenuͤberliegenden Ufergrundes hat kein Recht, den Grund in Anſpruch zu nehmen, den er verloren hat. Dieſes Recht hat keine Statt in Anſehung je⸗ ner Stellen, welche das zuruͤcktretende Meer ent⸗ bloͤſt laͤſt. — ( Wenn naͤmlich der Fluß oder Strom ſchiflar oder t ſoshat iſt. s diät A ſs Act ſion Kätt d ſit, ud den das D di ſi daas 1 de d hel! tifr he lſr eiartu im ünn i in en tir ſine. Aatu he an ſ ds dmnd bunda ſ R ſ bbo, aßihung barnoden ſad ene des Grunss eile alnii eines güſs che At diſ Zuwachs uvion kin⸗ d gehoͤrt, u ſeyn von t oder ſhen mer des l npfad ſtih nungen gni nit den teh waſſer le nner Uinu des enbt und der oh rundes ſutt nehmen, R a Anſchun ende Nan Stmn ſäüt — 203— 558. Auch bei Seen und Teichen findet die⸗ ſes Recht keine Anwendung. Der Eigentuͤmer der⸗ ſelben behaͤlt immer den Grund, den das Waſſer bedeckt, wenn es auf die Hoͤhe koͤmmt, wo es ab⸗ flieſt; und er behaͤlt jenen Grund auch dann, wenn das Waſſer unter dieſe Hoͤhe fallt. Dagegen erlangt aber auch der Eigentuͤmer des Deiches kein Recht auf die Ufergruͤnde dadurch, daß ſein Waſſer dieſelhen bei ungewoͤhnlichem An⸗ wuchs bedeckt. 559. Es geſchieht zuweilen, daß ein Fluß oder Bach einen betraͤchtlichen und kennbaren Theil von einem Ufergrunde abreißt, und an einen tiefer liegenden Grund oder an's gegenuͤberliegen⸗ de Ufer wirft. In einem ſolchen Falle kann der Eigentuͤmer des abgeriſſenen Grundes ſein Eigen⸗ tum verfolgen und wieder fodern, ohne Unterſchied, ob der Strom ſchifbar oder nicht iſt. Er muß aber ſeine Klage in Jahresfriſt anheben. Nach Verlauf dieſer Friſt wird er mit ſeiner Klage nicht mehr zugelaſſen, es ſey denn, daß der Eigentuͤmer des Grundes, womit ſich der abgeriſſene Thetil ver⸗ bunden hat, ſich noch nict in den Beſitz deſſelben geſetzt habe. 560. Groͤſſere und kleinere Inſeln und Erd⸗ erhohungen, welche ſich in dem Bette eines ſchif⸗ barenoder flosbaren Fluſſes oder Stromes bilden, ſind ein Eigentum der Nation; es ſey denn, daß je⸗ — 204— mand einen Titel oder Verjaͤhrung dagegen auf⸗ weiſen koͤnne. 561. Inſeln und Erderhoͤhungen hingegen, welche in nicht ſchifbaren oder nicht flosbaren Ströͤmen entſtehn, ſind ein Eigentum der Uferbe⸗ ſitzer auf jener Seite, wo ſie entſtanden ſind. Und wenn ſie ſich nicht auf einer Seite allein ge⸗ bildet haben; ſo Behdren ſie den Uferbeſitzern bei⸗ der Seiten. Wie viel in dieſem Falle den beibderſeitigen Uferbeſitzern gehoͤre, wird nach der Linie beurteilt, die im Sinne durch das 4 Slußber der Laͤnge nach gezogen wird. 56a. Wenn ein Strom oder Fluß ſich einen neuen Arm bildet, und dadurch den Grund eines Uferbeſitzers abſchneidet und umſtroͤmt, folglich ei⸗ ne Inlel daraus macht; ſo behaͤlt der Uferbeſitzer das Eigentum ſeines Grundes, ungeachtet der Strom, worin auf folche Art eine Inſel entſteht, ſchifbar oder flosbar iſt. 563. Wenn ein Strom ſein altes Bett ver⸗ laͤſt und ſich ein neues bildet; ſo nehmen die Ei⸗ tuͤmer der Gruͤnde, welche der Strom ſodann ein⸗ genommen hat, als Entſchaͤdigung das alte nun⸗ mehr verlaſſene Bett, und zwar jeder nach Ver⸗ haltnis des Grundes, den er verloren hat. Und A Bi decc’ 5 uf lijn d nun pile in ſhna Rnan R. henn wer tn derden begeher s hau 3 A b ageger 9 en hingehe ht fosbtn n der hiei ſanden ſ ite allin Nöeſitenn beiderſeiit jnie beunt r Laͤnge n uß ſich in Grund uu t, folzit er Uſati ngeachtt Inſel utt ltes Sett ehmen de n ſodann i das alke1 der uuch 2’ en ha” — 205— in dieſem Falle koͤmmt es nicht darauf an, ob der Strom ſchifbar oder flosbar ſey, oder nicht. 564. Tauben, Kaninchen, Fiſche, die in ei⸗ nen andern Taubenſchlag oder Teich, oder in ein andres Gehaͤge uͤbergehn, gehoͤren dem Eigentuͤmer ſolcher Gegenſtaͤnde, vorausgeſetzt daß nicht Betrug oder kiſt ſie hingelockt habe. Zweiter Abſchnitt. Von dem Rechte der An⸗ und Zunuͤchſe in Ruͤck⸗ ſicht auf bewegliche Dinge. 565. Wenn das Recht der An⸗ und Zuwuͤch⸗ ſe zwei bewegliche Sachen zum Gegenſtande hat, welche beide zwei verſchiedenen Herren gehoͤren; ſo muß daſſelbe ganz nach den Regeln der natuͤr⸗ lichen Billigkeit beurteilt werden. Folgende Regeln ſollen dem Richter als Bei⸗ ſpiele dienen, um ſich darnach in den nicht vorge⸗ ſehenen Faͤllen, nach den beſondern Umſtaͤnden, zu beſtimmen. 566. Wenn zwei Sachen, die verſchiedenen Herren gehoͤren, ſo vereinigt worden ſind, daß ſie zwar ein Ganzes ausmachen, aber dennoch getrennt werden koͤnnen, ſo daß die eine ohne die andere beſtehen kann; ſo gehoͤrt das Ganze dem Herrn des Haupttheils daran, mit dem Beding, dem an⸗ — 206— dern den Werth der mit der ſeinigen vereinigten Sache zu bezalen. 567. Als Haupttheil wird betrachtet jener Theil, womit der andere blos in der Abſicht iſt verbunden worden, um den erſten Haupttheil zu benutzen, zu verſchoͤnern oder vollſtaͤndig zu ma⸗ chen. 568. Wenn indeſſen die vereinigte Sache weit koſtbarer iſt, als die Hauptſache, und wenn ſie(die vereinigte Sache) ohne Vorwiſſen des Eigentuͤmers (der vereinigten Sache) damit iſt verbunden wor⸗ den; ſo kann dieſer fodern, daß die vereinigte Sa⸗ che getrennt, und ihm wiedergegeben werde, ob⸗ ſchon die Sache, womit die koſtbarere Sache iſt verbunden worden, durch die Trennung etwa eine kleine Beſchaͤdigung leiden koͤnnte. 569. Wenn von zwei Sachen, die zu einem Ganzen verbunden worden, die eine nicht als Ne⸗ benſache der andern betrachtet werden kann; ſo wird als Hauptſache betrachtet die Sache, welche betraͤchtlicher iſt an Werth, oder auch an Groͤſſe, in ſo fern der Werth beider Sachen ungefehr der nemliche iſt. 570. Wenn ein Kuͤnſtler oder ſonſt jemand aus einer Materie, die ihm nicht gehörte, eine Sache andrer Art gebildet hat; ſo iſt der Eigen⸗ tuͤmer der Materie berechtigt, die Sache, welche bntus i Ardetslo uag dun ful nid 1 viütt d ihem tnſaſhe tie buh d bge m ti Jhuli us di Reber h iih ſi üilic n Nr leier fin da ſen de a. ug düne. h dur g na dig di huu fahende d bereinge rachtt ſen er Abſihtſ dauptthel indig au w ke Sache ni wenn ſiet Eigentüͤne runden de vereinigte werde 0 ere Satei ng etwa ie zu einn nicht obh en kaan, 4 Jache, nüh h an Oi ungefehrr ſonſt ſnu gehint, i ſ der Ehn ache, nech — 207— daraus iſt gebildet worden, gegen Erſtattung des Arbeitslohnes in Anſpruch zu nehmen, die Materie mag nun ſo geeignet ſeyn, daß ſie ihre erſte Ge⸗ ſtalt wieder annehmen koͤnne oder nicht. 571. Im Falle jedoch der Arbeitslohn ſo wichtig waͤre, daß er den Werth der Materie weit uͤberſtiege; waͤre der Kunſifleis als der Haupttheil anzuſehn, und der Kuͤnſtler berechtigt, die gearbei⸗ tete Sache zu behalten, unter dem Beding, daß er dem Eigentuͤmer den Werth der Materie erſtattete. 572. Wenn jemand zum Theil eine Ma⸗ terie gebraucht hat, die ihm gehoͤrte, und zum Theil eine Materie, die ihm nicht gehoͤrte, um dar⸗ aus eine Sache neuer Art zu bilden, ohne daß weder die eine noch die andere dieſe Materien gaͤnz⸗ lich zerſtoͤrt worden, jedoch ſo, daß ſie ſich nicht fuͤglich mehr trennen laſſen; ſo gehoͤrt die Sache den beihen Eigentuͤmern gemeinſchaftlich, und zwar jedem nach Verhaͤltnis der Materie, die ihm ge⸗ hoͤrte; demjenigen aber, der die neue Sache gebildet hat, noch dazu nach Verhaͤltnis ſeines Arbeits⸗ lohnes. 575. Hat jemand eine neue Sache gebildet durch Miſchung mehrerer Materien, die verſchiede⸗ nen Eigentuͤmern gehoͤren, wovon aber keine als die Hauptmaterie betrachtet werden kann; ſo ſind folgende Regeln zu beobachten. — 3208— Laſſen ſich nämlich die Materien trennen; ſo kann derjenige, ohne deſſen Vorwiſſen ſie gemiſcht worden ſind, die Scheidung fodern. Laſſen ſich aber die Materien nicht fuͤglich mehr trennen; ſo erlangen ſie das gemeinſchaftli⸗ che Eigentum der Sache, jeder nach Verhaͤltnis der Groͤſſe, der Beſchaffenheit und des Werthes der Materie, die ihm gehoͤrt. 574. Wenn die Materie eines von den Ei⸗ gentuͤmern in Anſehung der Groͤſſe und des Prei⸗ ſes weit betraͤchtlicher iſt, als die Materie des an⸗ dern; ſo kann der Eigentuͤmer der an Werth be⸗ traͤchtlichern Materie fodern, daß ihm die Sache, die aus der Miſchung entſtanden iſt, uͤberlaſſen werde, gegen Erſtattung des Werthes der Materie an den andern.„ 4 575. Wenn die Sache gemeinſchaftlich bleibt unter den Eigentuͤmern der Materien, woraus ſie zuſammengeſetzt iſt; ſo muß ſie zu gemeinſchaftli⸗ chem Nutzen verſteigert werden. 576. In allen Faͤllen, wo der Eigentuͤmer, deſſen Materie ohne ſein Vorwiſſen iſt gebraucht worden, um eine Sache anderer Art daraus zu bilden, das Recht hat, das Eigentum einer ſol⸗ chen Sache zu fodern, hat er die Wahl, ob er die Wiedererſtattung ſeiner Materie fodern wolle Rder ni ud büt . ut oint nt dm de:! ſahnn de p en tenmn ſen ſe gui * zricht ſig gemeinſchi ich Dejät d des Anhe 3 von da und des ſ Naterie dt an Wa hm die d iſt, übndh es der Ha ſcaflthu en, woruii gemeinſh er Eißertin n iſt häna Att derus tum tig ſ Wall, 59 faden u — 2eg= in der naͤmlichen Natur, Groͤſſe, Gewicht, Maas und Guͤte, oder aber ihren Werth. 577. Wer Materialien, die andern gehoͤren, und ohne ihr Wiſſen, gebraucht hat, kann auch nach Befinden zu Schadloshaltung verurteilt wer⸗ den: es kann ſelbſt auſſerordentlich gegen ihn ver⸗ fahren werden(¹), wenn der Fall dazu geeignet m. (1) D. h. wie oben ſchon geſagt worden, er kann in einem ſolchen Falle ſelbſt als Verbrecher peinlich belangt und beſtraft werden. Dritter Titel. Von dem Niesbrauch, dem Gebrauch und der Wohnung(1). 4 Erſtes Capitel. Von dem Niesbrauch(a). 573. De Niesbrauch iſt das Recht, die Sa⸗„ chen, wovon ein anderer das Eigentum hat, zu benutzen, wie der Eigentuͤmer ſelbſt, jedoch ſo/ daß ihre Subſtanz erhalten werde. (1) Geſetz vom 9. Pluvioſe 12., promulgirt den ro. (2à) Waufruit, ususfructus, Nutznieſſung. in ech beni 1 ui ile Augriſi niyn zu ſc. t. auch undd 6 cht/ di 5 ntum han ſedoch ſ pulgitt dan eſung X 211— 579. Den Niesbrauch beſtellt entweder das Geſetz(¹) oder der Wille des Menſchen(2). 580. Der Niesbrauch kann beſtellt werden, entweder rein und unbedingt, oder auf gewiſſe be⸗ ſtimmte Zeit, oder unter irgend einer Bedingung. 581. Man kann ihn beſtellen uͤber jede Art von Sachen oder Guͤtern, uͤber bewegliche und un⸗ bewegliche. 1 Erſter Abſchnitt. Von den Rechten des Nutznieſſers. 582. Der Nutznieſſer hat das Recht zum Ge⸗ nuß aller Fruͤchte, welche die Sache, wovon er die Nutznieſſung hat, nur immer gewaͤhren kann, ſie moͤgen nun natuͤrlich ſeyn, induſtriel oder buͤrger⸗ lich. 583. Natuͤrliche Fruͤchte nennt man jene Fruͤchte, welche die Erde von ſelbſt hervorbringt. (1) Das Geſetz, z. B. im Art. 378 unter dem Titel von der vaͤterlichen Gewalt, wo es dem Vater u. ſ. w. den Genuß des Vermoͤgens ſeiner Kinder giebt. (*) Der Wille des Menſchen, z. B. in einem Teſta⸗ mente, durch Schenkung und jeden Vertrag. Die Erzeugniſſe der Thiere, ſo wie der junge Anzug davon, gehoͤren auch zu den natuͤrlichen Fruͤchten. Induſtrielle Fruͤchte eines Grundſtuͤckes ſind die, welche die Cultur gewaͤhrt. 584. Buͤrgerliche Fruͤchte ſind die Hausmie⸗ the, Zinſen von faͤlligen Summen, die Ruͤckſtaͤnde der Renten. 1 Auch die Pachtgelder(1) gehoͤren zu den buͤr⸗ gerlichen Fruͤchten. 585. Natuͤrliche Fruͤchte ſowohl als induſtri⸗ elle Fruͤchte, welche zur Zeit, wo der Niesbrauch anfaͤngt, noch am Baume oder am Boden feſt ſind, gehoͤren dem Nutznieſſer. Die naͤmlichen Fruͤchte, welche im naͤmlichen Stande ſind zur Zeit, wo der Niesbrauch aufhoͤrt, gehoͤren dem Eigentuͤmer. In einem, wie dem an⸗ dern Fall, wird fuͤr Arbeit und Ausſaat nichts verguͤtet. Wenn aber beim Anfang oder Ende des Niesbrauches ein Halbwinner vorhanden iſt; ſo (1) So nennt man im engern Verſtande die Pacht, die von Landguͤtern bezalt wird, le pria des baux d ſerme. Miethiins wird von Haͤu⸗ ſern bezalt. — läöt dm Fitn ſa ungtt zeliin don dahſ Rn Nuhi Gantſis di padth dn bün N. zrtende ſeu tanke; harce, geng de. finlche Urtſe wi ſtätt in K deſ a de Aitte Räjlsn in dada 8 e ſch t dc da di de en R aatiüz dſtücks die Heuen ſe Rückiih zu den i als indun Niesdu oden feſßſ m naͤnlih auch aufft wie dem usſaat kitt der Endeht nden iſ; nde die ka d, miuiz itd unn hit — 243— bleibt demſelben ſein Recht auf den Theil der Fruͤchte, den er etwa erworben hat, in beiden Faͤl⸗ len ungekraͤnkt. 586 Nicht ſo verhaͤlt es ſich mit den buͤr⸗ gerlichen Fruͤchten: ſie werden, dem Rechte nach, von Tag zu Tage erworben, und gehoͤren mithin dem Nutznieſſer nach Verhaͤltnis der Dauer ſeines Genuſſes. Dieſe Regel findet ihre Anwendung auf die Pachtgelder, ſo wie auf den Hauszins und an⸗ dere buͤrgerliche Fruͤchte. 1 587. Wenn der Niesbrauch Sachen zum Ge⸗ genſtande hat, die man nicht brauchen kann, ohne ſie zu verbrauchen, wie baares Geld, Getraide, Ge⸗ traͤnke; ſo hat der Nutznieſſer das Recht, ſie zu brauchen, unter dem Beding, daß er, bei Beendi⸗ gung des Niesbrauches, eben ſo viel und von der naͤmlichen Eigenſchaft und von dem naͤmlichen Werthe erſtatte, oder den Betrag, worauf ſie ge⸗ ſchaͤtzt ſind. 4 588. Wer den Niesbrauch einer Leibrente hat, der iſt auch berechtigt, ſo lange ſein Genuß dauert, die Ruͤckſtaͤnde davon einzunehmen, ohne daß er desfalls zu irgend einer Wiedererſtattung angehal⸗ ten werden koͤnne. 589. Wer die Nutznieſſung von Sachen hat, die ſich zwar nicht gleich verbrauchen, aber doch durch den Gebrauch allmaͤlich verſchlimmern, wie 8 — 214— Leinwand, Hausrath, der iſt berechtigt, den Ge⸗ brauch davon zu machen, zu welchem dergleichen Gegenſtaͤnde beſtimmt ſind; und er iſt bei Been⸗ digung des Niesbrauches zu weiter nichts verbun⸗ den, als ſie wieder zu geben in dem Zuſtande, wo⸗ rin ſie ſich alsdenn befinden. Nur muͤſſen ſie nicht durch ſeine Schuld oder Argliſt verſchlimmert ſeyn. 590. Wenn unter der Nutznieſſung Schlag⸗ holz begriffen iſt; ſo hat ſich bei der Benutzung der Niesbraucher nach der Ordnung zu richten, dige Gebrauch der Eigentuͤmer eingefuͤhrt hat. um zu wiſſen, wie oft er hauen darf. Hat indef⸗ ſen der Nutznieſſer etwa einen gewoͤhnlichen Hau von Schlagholz, oder Lasholze oder hochſtaͤmmi⸗ gem Holze waͤhrend ſeines Genuſſes unterlaſſen; ſo kann weder er, noch ſeine Erben, aus dieſer Urſache eine Entſchaͤdigung fodern. Baͤume, die man aus einer Baumſchule weg⸗ nehmen kann, ohne ihr merklichen Nachtheil zuzu⸗ fuͤgen, gehoͤren zwar auch mit zur Nutznieſſung, jedoch nur unter dem Beding, daß der Nutznieſſer die leeren Plaͤtze wieder anpflanze nach Orts⸗ gebrauch. 591. Eben ſo benutzt der Niesbraucher das hochſtaͤmmige Holz, das in regelmaͤſſige Schlaͤge welche die Waldſchonung erfodert, und der beſtaͤn⸗ Eben hierauf hat er auch Ruͤckſicht zu nehmen, abgeteilt iſt, ohne Unterſchied, ob zu gewiſſen be⸗ fantn unr Sch ce de fd un un 0 tnauc d i tie berht d kann ſ in wi Etun! drohe üͤta rüchi w. 1 diliipj 3 düüe ſt in ha d dänn di uh kinrin 3 9 ln b ri g dn iſte d dgt de 8 daxlahn iſt bei d ſnchts deiw Zuſtande nſſen ſeri hlimmetſg. ſeng Et er Benuzu ng zu itt nd der be ngeführt ht zu tehrn f. Hat m. öhnlichen ſu er hocſſite s untaniſt den, aus ſä zumſchale n Nachthil e :Nußzuueſte det Razuit e nach M esbrauce 3 äſig et u gſ — àa15— ſtimmten Zeiten blos eine gewiſſe Strecke Waldung unter Schlag geſetzt, oder auf der ganzen Oberflaͤ⸗ che des Guts eine beſtimmte Anzahl Baͤume ge⸗ faͤllt werde. Aber auch hiebei muß er ſich, wie vorher geſagt, nach hergebrachter Zeit und Ge⸗ brauch der vorigen Eigentuͤmer richten. 592. Auſſer dieſen Faͤllen iſt der Nutznieſſer nie berechtigt, hochſtaͤmmiges Holz zu faͤllen; und er kann zum Behuf der Reparationen, die er ma⸗ chen muß, blos jene Baͤume verwenden, die ein Sturm oder ſonſt ein Zufall ausgeriſſen oder zer⸗ brochen hat. Zu dieſem Behufe— naͤmlich der noͤthigen Reparationen— kann er ſelbſt, wenn es noͤthig iſt, hochſtaͤmmiges Holz faͤllen laſſen, nach⸗ dem er jedoch vorher mit dem Eigentuͤmer hat be⸗ urkunden laſſen, daß eine ſolche Nothwendigkeit wirklich vorhanden ſey. 593. Er iſt berechtigt, in den Holzungen Staͤbe fuͤr die Weinſtoͤcke zu holen. Auch darf er von den Baͤumen die jaͤhrlichen oder zu gewiſſen Zeiten wieder kommenden Nutzungen nehmen, al⸗ les nach kandesatbrauch und der Getohnheit der Eigentuͤmer. 3 694. Obſtaͤume, weſche ſterben oder abge⸗ hen, ſo wie jene, die ein Zufall bricht oder aus⸗ reißt, gehoͤren dem Nutznieſſer, wogegen er andere an ihre Stelle pflanzen muß. 5 15 — 216— 595. Der Nutznieſſer kann den Gegenſtand ſeines Niesbrauches ſelbſt benutzen, er kann ihn an einen andern verpachten, er kann ſein Recht ſo⸗ gar verkaufen oder auf wohlthaͤtige Art abtreten. Wenn er ihn verpachtet; ſo muß er ſich, was die Zeitpunkte, wo die Verpachtung erneuert werden muß, und ihre Dauer betrift, nach den Regeln richten, welche fuͤr den Ehemann in Anſehung der Guͤter ſeiner Frau im Titel von dem Ehecon⸗ tracte und den gegenſeitigen Rechten der Eheleute feſtgeſetzt ſind.. 49 421.— 596. Bekoͤmmt der Gegenſtand des Nies⸗ brauchs einen Zuwachs durch Anſpuͤlung; ſo hat auch hievon der Nutznieſſer den Genuß. 597. Der Nutznieſſer benutzt die Gerechtig⸗ keit, uͤber eines andern Grnndſtuͤck zu gehn, ſonſti⸗ ge Grundgerechtigkeiten und uͤberhaupt alle Rechte, welche der Eigentuͤmer benutzen kann; und er ge⸗ nieſt und benutzt ſie wie der Eigentuͤmer ſelbſt. 598. Er benutzt und genieſt ebenfalls und auf die naͤmliche Art, wie der Eigentuͤmer, die Bergwerke und Steinbruͤche, welche beim Anfang des Niesbrauchs bereits gangbar ſind oder benutzt werden. Iſt indeſſen die Rede von einer Benu⸗ tzung, die ohne Verleihung nicht geſchehen kann; ſo hat der Nutznieſſer den Genuß davon erſt nach dem er Erlaubnis von der Regierung erhalten hat. 1 wilc! dud di nict vihrad p fi h G imn Aüdeut 6o a den irn dnmn n begnſa er kann i ſin Attz Att aötetn ſich, vet weuert vek ch den Aa Anſchung dem Ehtah Rechten 1h. 7 nd des llung; ſe auß. die Gth ʒu geh i upt alege n; und n). kuͤmer ſht tbenfult: igentüne, e beim kin ind oderlc en eint do eſhün i dabon efn ng enhalkn 3 Auf Bergwerke und Steinbruͤche hingegen, welche noch nicht gangbar ſind, hat er kein Recht, auch nicht auf Torfgruben, deren Benutzung noch nicht angefangen iſt, noch auf den Schatz, der waͤhrend der Nutznieſſung etwa entdeckt wird. 599. Der Eigentuͤmer iſt nicht befugt, durch ſeine Handlungen, oder auf welche Art und Weiſe es immer ſeyn mag, den Rechten des Nutznieſſers Abbruch zu thun. Hingegen iſt auch der Nutznieſſer nicht berech⸗ tigt, bei Endigung des Niesbrauchs irgend eine Entſchaͤdigung zu fodern fuͤr die Verbeſſerungen, die er etwa gemacht zu haben vorgeben moͤchte, ſelbſt dann nicht, wenn ſich dadurch der Werth der Sache erhoͤhet findet. Jedoch kann er die Spie⸗ gel, Gemaͤlde und andere Zierrathe wegnehmen, die er etwa angebracht hat, wofern er die Stellen, wo er ſie wegholt, in ihren vorigen Stand ſetzt. Das naͤmliche Recht haben ſeine Erben. Zweiter Abſchnitt. Von den Verbindlichkeiten des Nutznieſſers. 600. Der Nutznieſſer uͤbernimmt die Sachen in dem Zuſtande, worin ſie ſind. Er kann aber ihren Genuß nicht antreteu, als nachdem er ein Inventarium der beweglichen und einen Status 15 † — 218— der unbeweglichen Sachen, die in den Niesbranch fallen, hat machen laſſen. Der Eigentuͤmer muß bei dieſer Aufnahme gegenwaͤrtig, oder. doch zu derſelben gehoͤrig berufen ſeyn. 601. Er leiſtet Buͤrgſchaft, daß er als ein guter Hausvater genieſſen wolle, ausgenommen, wenn der Act, wodurch der Niesbrauch beſtellt wird, ihn dieſer Verbindlichkeit uͤberhebt. Zu dieſer Buͤrgſchaft ſind indeſſen nicht ver⸗ bunden Vater und Mutter, wenn ſie den geſetzli⸗ chen Genuß des Vermoͤgens ihrer Kinder haben, und der Verkaͤufer oder Schenker, wenn ſie ſich den Niesbrauch vorbehalten haben. 602. Wenn der Nutznieſſer keine Buͤrgſchaft findet; ſo werden die unbeweglichen Guͤter ver⸗ pachtet oder ſequeſtrirt; Die Summen, welche im Niesbrauch begrif⸗ fen ſind, werden angelegt oder ausgethan; Die Lebensmittel werden verkauft, und die daraus geloͤſte Baarſchaft ebenfalls ausgethan; Die Zinſen jener Summen, ſo wie die Pacht⸗ gelder, gehoͤren in dieſem Falle dem Nutznieſſer. 605. Kann der Nutznieſſer keine Buͤrgſchaft finden; ſo kann der Eigentuͤmer ſodern, daß die bbegi dyäran gchn! ungett Jm ijn in behnut ſa ul ſe vid dade gh d horm riſſ 2 luktfen urzn ſa. hur li dethen de N heh Rnn ltit 65 den Aashi eigentiner uß oder, dot daß a abn ausgenonne esbrauch bt erhebt. neſſen nictw ſie den gith er Kinder ſi venn ſei n. keine dühti lichen binn ſditeöruug le usgethen; erkeuft uh Is ausgehun o vit u en Jhiſt kinekünt ſodem d — 219— Beweglichen Dinge, die ſich durch den Gebrauch verbrauchen, verkauft, und die Kaufſchillinge aus⸗ gethan werden, wie bei den Lebensmitteln. Dem ungeachtet kann der Nutznieſſer verlangen, und die Richter koͤnnen den Umſtaͤnden nach befehlen, daß ihm ein Theil der beweglichen Sachen zu ſeinem Gebrauch gelaſſen werde, und zwar unter der blo⸗ ſen eidlichen Verbuͤrgung und der Verpflichtung, ſie wieder zu erſtatten, ſobald der Niasbrauch ein Ende nimmt. 604Q. Dadurch, daß der Nutznieſſer nicht gleich Buͤrgſchaft leiſtet, verliert er nicht die Fruͤch⸗ te, wozu er uͤbrigens berechtigt iſt; ſondern ſie ge⸗ hoͤren ihm von dem Augenblick an, wo die Nutz⸗ nieſſung beginnt. 605. Die Ausbeſſerungen oder Reparationen betreffend, braucht der Nutznieſſer nur ſolche vor⸗ zunehmen, welche zum Unterhalt der Sache noͤthig ſind. Hauptreparationen bleiben dem Eigentuͤmer zur Laſt, wofern ſie nicht dadurch nothwendig ge⸗ worden ſind, daß der Nutznieſſer ſeit Eroͤfnnng des Niesbrauchs jene Reparationen vernachlaͤſſigt hat, welche erfoderlich waren, die Sache im Stan⸗ de zu halten: in letzterm Falle iſt der Nutznieſſer ſelbſt dazu verbunden. 66. Hauptreparationen ſind die Reparatio⸗ ,— 220— nen der dicken Mauern und der Gewoͤlbe, die Wie. V derherſtellung der Balken und ganzer Daͤcher. 4 Auch gehoͤrt dazu die Wiederherſtellung der Daͤmme und der Halt⸗ und Ringmauern ebenfalls im Ganzen. Alle andere Reparationen ſind Unterhaltungs. reparationen. 60f. Was durch Alter eingefallen, oder durch Zufall zerſtoͤrt worden iſt, braucht weder der Ei⸗ gentuͤmer noch der Nutznieſſer wieder aufzubauen. 608. So lange ſein Genuß daueet, muß der Nutznieſſer alle jaͤhrlichen Laſten des Erbs tragen, wie Steuern und andere Abgaben, die man ge⸗ woͤhnlich fuͤr Laſten anſieht, welche auf den Fruͤch⸗ Ien haften. 609. Was die Laſten betrift, welche etwa waͤhrend des Niesbrauchs auf das Eigentum ge⸗ legt werden, ſo traͤgt dazu der Nutznieſſer und der Eigentuͤmer bei, jeder auf ſolgende Art: Der Eigentuͤmer iſt gehalten, ſolche Laſten zu entrichten, nnd der Nutznieſſer, ihm die Zinſen da⸗ von zu gut kommen zu laſſen. 3 Wenn der Nutznieſſer ſie vorſtreckt; ſo kann er bei Endigung des Niesbrauchs das Capital zuruͤckfodern⸗ dle. he ttwe mmin Niesinun Aeetteu itt ſ ner do zad jn an, un dn dn d n ſin ſ de 4r be ſig Atriſe un Jun ag n ui de hg Itu, Kula 1 diched — 6) dlb de 9 Dich. derſelung nern thegſa Untejaltnx len, oder at weder d er außoban mert, wi Erbs ban , die uny auf danlü ¹ velce sEigentun znieſſer un Art: ſoſche kain die zinin t; ſo hmne al uritkin — 221— 610. Die Leibrente ober der Nahrungsgehalt, die etwa jemanden vermacht worden, hat der all⸗ gemeine Legatar oder Vermaͤchtnisnehmer(1) des Niesbrauches ganz zu entrichten: der Legatar des Niesbrauches unter allgemeinem Namen aber ent⸗ ichtet ſelbe verhaͤltnismaͤſſig ſeines Genuſſes; kei⸗ ner von beiden hat in dieſer Ruͤckſicht gegen ir⸗ gend jemanden einen Ruͤckanſpruch. 611. Der Nutznieſſer unter beſonderm Na⸗ men braucht die Hypothekſchulden nicht zu beza⸗ len, welche etwa auf dem Grundſtuͤcke haften. Wird er indeſſen gezwungen, ſie zu bezalen; ſo hat er ſeinen Ruͤckanſpruch gegen den Eigentuͤmer, es ſey denn, daß der Teſtator anderſt verordnet ha⸗ be, wie im Art. 1020. 612. Der Nußnieſſer, er ſey nun allgemeiner Nutznieſſer, oder blos Nutznieſſer unter allgemei⸗ nem Namen, traͤgt mit dem Eigentuͤmer zur Abza⸗ lung der Schulden bei auf folgende Art: Zuerſt ſchäͤtzt man das Grundſtuͤck, worauf die Nutznieſſung haftet; ſodann beſtimmt man den Betrag, der nach Masgabe dieſes Werthes zur Bezalung der Schulden muß beigetragen werden. 4 Will der Nutznieſſer die Summe vorſchieſſen, welche das Grundſtuͤck beitragen muß; ſo wird —— (1) S. die Anmerkung zum Art. 871. ℳ ihm das Capital bei Erloöͤſchung des Niessrauchs zurüͤckgegeben, aber ohne Zinſen. Verſteht ſich aber der Nutznieſſer zu jenem Vorſchuſſe nicht; ſo hat der Eigentuͤmer die Wahl, und er kann entweder die Summe ſelbſt hergeben, oder einen Theil der Guͤter, worauf der Niesbrauch haftet, bis zum erfoderlichen Betrag verkaufen laſ⸗ ſen. Schieſt er die Summe ſelbſt her; ſo vergüͤ⸗ tet ihm der Nutznieſſer die Zinſen fuͤr die ganze Zeit ſeines Genuſſes. 613. Was Prozeßkoſten betrift; ſo gehen den Nutznieſſer nur jene an, welche ſeinen Genuß be⸗ treffen, ſo wie jene Verurteilungen, die etwa ſolchs Prozeſſe veranlaſſen. 614. Wenn waͤhrend des Niesbrauches ein Dritter ſich etwas von dem Grundſtuͤcke anmaſſet, oder auf irgend eine Art Eingriffe in die Rechte des Eigentuͤmers thut; ſo muß der Nutznieſſer ſol⸗ ches Letzterm anzeigen. Unterlaͤſt er es; ſo iſt er fuͤr allen Schaden verantwortlich, der fuͤr den Ei⸗ gentuͤmer daraus entſtehen konnte, ſo wie er es auch fuͤr jede Verſchlimmerung waͤre, die er ſich ſelbſt zu Schulden kommen lieſſe. 615. Wenn der Gegenſtand des Niesbrauchs ein Thier iſt, und dieſes ohne Verſchulden des Nutznieſ⸗ ſers umkoͤmmt; ſo iſt er nicht verbunden, ein an⸗ deres an deſſen Stelle zu geben, oder ſeinen Werth zu bezalen. — ti. tne har gmü cha d 1 bn. Ir balnaſ dau ſur da 7 en Er n lig d dende D Mügei nänle d ehs Nhetin 816. Wenn der Gegenſtand des Niesbrauchs eine Heerde iſt, und dieſe ganz umkoͤmmt, durch irgend einen Zufall, oder durch Krankheit, jedoch d de ohne Verſchulden des Nutznieſſers; ſo braucht der 1 t68 hdi letztere dem Eigentuͤmer weiter nichts zu verguͤten, ſen als die Haͤute oder deren Werth. 4 der Resin untuha Wenn aber die Heerde nicht ganz, ſondern dr; m theilweiſe umkoͤmmt; ſo muß der Nutznieſſer aus fir hi dem jungen Anzuge, und ſo weit er reicht, jene Stuͤcke erſetzen, welche umgekommen ſind. ; ſo gihn 1 nen Gnth. die anh Dritter Abſchnitt. Von Erloͤſchung des Niesbrauchs. iesbreude ücke anwi. ſi 617. Der Niesbrauch erloͤſcht, oder nimmt Ruzaif ein Ende, durch den natuͤrlichen Tod und durch 6 6,5 den buͤrgerlichen Tod des Nutznieſſers; 1 VI 4 ir dn d han Durch Ablauf der Zeit, fuͤr welche er beſtellt 1u, worden; re, den Dadurch, daß die beiden Eigenſchaften eines s Nisbun Nutznieſſers und eines Eigentuͤmers ſich in der en desguw naͤmlichen Perſon vereinigen; unden, dh5. aſagt Dadurch„ daß der Nutznieſſer ſich ſeines Rechts waͤhrend dreiſſig Jahre nicht bedient; — 224— Durch den voͤlligen Verluſt der Sache, worauf der Niesbrauch haftet. 618. Auch dadurch kann der Niesbrauch auf⸗ hoͤren, daß der Nutznieſſer ſeinen Genuß misbraucht, indem er entweder den Grund wirklich verſchlim⸗ mert, oder ihn verfallen laͤſt durch Mangel an gehoͤrigem Unterhalt. In beiden Faͤllen koͤnnen die Glaͤubiger des Nutznieſſers, zu Erhaltung ihrer Rechte, bei dem Gtreite mit auftreten und ſich erbieten, das, ſo wirklich in Verſall gerathen, wieder auszubeſſern, und Sicherheit zu ſtellen fuͤr die Zukunft. Je nachdem die Unſtaͤnde in ſolchen Faͤllen wichtig ſind, kann der Richter ſeine Entſcheidung entweder dahin geben, daß der Niesbrauch ganz aufhoͤren ſoll, oder verordnen, daß zwar der Ei⸗ gentuͤmer in den Genuß des mit der Nutznieſſung beſchwerten Gegenſtandes wieder eintreten, aber doch dem Nutznieſſer, oder denen, die ſein Recht haben, jaͤhrlich eine beſtimmte Summe bezalen ſoll, und zwar bis auf die Zeit, wo ſonſt der Nies· brauch aufgehoͤrt haͤtte. 2 619. Wenn der Niesbrauch nicht fuͤr Privat⸗ perſonen(1) beſtellt iſt; ſo dauert er nur 50 Jahre. 6) Sondern etwa fuͤr meraliſche perſenen⸗ Koͤrper⸗ ſchaften. 2 ee dauenl te Ttt vemn her ſchin T b, duit e l 1 Fomuſe t hu. in riſſe ir un u cd ie Nia Apriſe 44 Gaia de dan desi nieſer nuch be bu einem un g Sache ie ſdiesdrunt uß wietna klich detz ch Nunt. Gläͤubign echte, dä eten, das t ausguht kunft. ſolchen ſin e Entſcee iesbraug w zwer heä r Ruzriſ intrein d die ſin d ne bezrlait znſt der ht für ſi nur de ſonen, Iigg — 225— Sao. Der Niesbrauch, der ſo beſtellt iſt, daß er dauern ſolle, bis eine dritte Perſon ein beſtimm⸗ tes Alter erreicht hat, dauert bis zu dieſer Zeit, wenn ſchon die dritte Perſon vor dem alſo feſtge⸗ ſetzten Alter ſtirbt. 621. Wird die Sache, worauf der Niesbrauch haftet, verkauft; ſo aͤndert dies nichts an dem Rech⸗ te des Nutznieſſers: ſondern er bleibt in ſeinem Genuſſe, wofern er nicht foͤrmlich darauf veriich. tet hat. 6a2. Es ſteht aber den Glaͤubigern des Nutz⸗ nieſſers frei, die Verzichtleiſtung, die er allenfalls zu ihrem Nachteil gethan haͤtte, fuͤr nichtig erklaͤ⸗ ren zu laſſen. 625. Geht blos ein rheit der Sache, worauf der Niesbrauch haftet, zu Grunde; ſo behaͤlt der Nutznieſſer den Genuß deſſen, was uͤbrig bleibt. 624. Wenn der Niesbrauch blos auf einem Gebaͤude haftet, und ein ſolches Gebaͤude entwe⸗ der durch Brand oder ſonſt einen Unfall zu Grun⸗ de geht, oder von Alter einſtuͤrzt; ſo hat der Nutz⸗ nieſſer kein Recht auf den Genuß des Bodens noch der Materialien. Haftete aber der Niesbrauch nicht blos auf einem Gebaͤude, ſondern auf einem Gute, wovon das Gebaͤude einen Theil ausmachte; ſo hat in einem ſolchen Fale der Nutznieſſer den Genuß des Bodens und der Materialien. Zweites Capitrel. Von dem Gebrauch und der Wohnung. 625. Das Recht des Gebrauches und das Recht der Wohnung, entſtehen und erloͤſchen auf die naͤmliche Art, wie der Niesbrauch. 1 626. Von beiden Rechten kann man, ſo wie vom Niesbrauch, den Genuß nicht antreten, wenn man nicht vorher Buͤrgſchaft geleiſtet, und gehoͤri⸗ ge Aufnahme und Inventarium errichtet hat. 627. So wie der Nutznieſſer, muß auch der⸗ jenige, der ein Recht zur Wohnung oder zum Ge⸗ brauche hat, genieſſen und benutzen, wie ein guter Hausvater. 628. Der Gehalt beider Rechte— der Woh⸗ nung und des Gebrauchs— beſtimmt ſich nach dem Titel, der ſie beſtellt hat: nach Masgabe des naͤmlichen Titels, und der Verfuͤgungen, die er ent⸗ halt, haben ſie mehr oder weniger Ausdehnung. 63a9. Wenn ſich der Titel aber nicht uͤber die Ausdehnung obiger Rechte erklaͤrt; ſo werden ſie beſtimmt, wie folgt. K ha 550. brudſü b n Saäſi lae wüig i un at 63n, dnen D 5 hauſe , a Ach nine 6 ii uf zmnihe 84 fils i hñ de brn da de wichen de Cai itel t Voßen uches un trlücha. uch. in man,ſ anttete n et, und ſ ichtet ha muß un oda mn „ bie ta Mazzit ngen, dire Ausdeßtan her it ut; hn 287— 650. Wer den Gebrauch der Fruͤchte eines Grundſtuͤckes hat, kann davon nur ſo viel fodern, als er fuͤr Beſtreitung ſeiner Beduͤrfniſſe und der Beduͤrfniſſe ſeiner Familie noͤthig hat. Ueberdies kann er noch ſo viel fodern, als noͤtig iſt fuͤr den Behuf der Kinder, die er bekom⸗ men hat ſeit der Beſtellung des Gebrauchs. 651. Der Gebrauchnehmer kann ſein Recht einem Dritten weder abtreten noch vermiethen. 32. Wer das Recht zur Bewohnung eines Hauſes hat, kann darin wohnen mit ſeiner Fami⸗ lie, auch dann, wenn er zur Zeit, wo ihm jenes Recht gegeben ward, nicht verheirathet geweſen waͤre. 633. Das Recht zur Wohnung ſchraͤnkt ſich ein auf die Nothdurft des Berechtigten und ſeiner Familie. 634. Das Recht der Wohnung kann eben⸗ falls nicht abgetreten und nicht vermiethet werden. 635. Wenn der Gebrauchnehmer die Fruͤchte des Grundſtuͤckes ganz wegnimmt, oder wenn er das Haus ganz einnimmt; ſo muß er die Koſten der Bebauung tragen, ſo wie die Reparationen, welche noͤthig ſind, das Gut im Stande zu erhal. ten, und die oͤffentlichen Abgaben entichten s gera⸗ 1 de wie der Nutznieſſer. Braucht er aber nur einen Theil der Fruͤchte, oder nimmt er nur einen Theil des Hauſes ein; ſo traͤgt er zu allem bei, nach Verhaͤltnis deſſen, was er genieſt. 636. Wie es mit dem Gebrauch der Holzun⸗ gen und Waͤlder gehalten werden muͤſſe, beſtimmen eigene Geſetze. uttihte h ill di zuh 8s hauſsi chälnis ſh uch der h nüͤſſe biim VBierter Tite. Won Dienſtbarkeiten oder Grundgerechtig⸗ keiten(1). oee 637. Eine Dienſtbarkeit ober Grundgerechtigkeit iſt eine Laſt, die auf ein Erb gelegt iſt zum Ge⸗ brauch und Nutzen eines Erbs, das einem andern Eigentümer gehoͤrt. 633. Keine Grundgerechtigkeit giebt einem Erbe vor dem andern ein Vorrecht, oder einen Vorzug. 1 639. Jebe Grundgerechtigkeit hat zum Ent⸗ ſtehungsgrunde entweder die natuͤrliche Lage der Plaäͤtze, oder eine Verbindlichkeit, welche das Geſetz (1) Geſeß vom 10. Pluvioſe 12. J. Prom. den 2o, 93 —, 230— aufſegt, oder irgend einen Vortrag der Eigentuͤmer untereinander. Erſtes Capitel. Von Grundgerechtigkeiten, welche die Lage veranlaſt. 640. Grundſtuͤcke, welche tiefer liegen, muͤſ⸗ ſen von Grundſtuͤcken, welche hoͤher liegen, das Waſſer aufnehmen, ſo natuͤrlicher Weiſe, und ohne Zuthun des Menſchen, von dem höͤhern Grund⸗ ſtuͤcke abflieſt. um dieſes Abflieſſen zu hindern, darf der Ei⸗ gentümer des tiefer liegenden Grundſtuͤckes keinen Damm errichten. Higgegen darf der Eigentuͤmer des hoͤher lie⸗ genden Grundſtuͤckes nichts unternehmen, was die Dienſtbarkeit des untern Grundſtückes erſchweren koͤnnte. 4 641. Wer auf ſeinem Grunde eine Quelle hat, kann ſie benutzen, wie er will; jedoch darf er das Recht nicht ſchmalern, welches der Eigentuͤmer des untern Grundſtuͤckes etwa erworben hat, es ſey durch einen Titel oder durch Verjaͤhrung. 642. In dieſem Falle aber kann die Verjaͤh⸗ rung nicht erworben werden, als durch einen dreiſ⸗ zahr ian Nhagabl dn bun ntmeg fiant ſes uf 3 mn kuu ut Em cfs der d auöhan dem, ſes h ſeln M ſiſed wnefi fzagn. m Aiſ danrtit d ſt iin krutza, nuß t welds tt Ci el. welche r liegen,8 tr liege, deiſe, und oͤhern Gr dar dri dſtuͤcks in des hähen hmeu, vi ces ercim d eint A ſedoch dhe der Eigals zrben ga rjährug in di rij rrc eie 1 .— 231— ſig Jahre langen ununterbrochenen Genuß. Und fangen die dreiſſig Jahre an zu laufen von dem Augenblicke, wo der Eigentuͤmer des tiefer liegen⸗ den Grundſtuͤckes in die Augen fallende Anſtalten unternommen und geendigt hat, welche dazu be⸗ ſtimmt waren, den Fall und den Lauf des Waſ⸗ ſers auf ſein Eigentum zu erleichtern. 643. Wem eine Quelle gehoͤrt, der kann ih⸗ ren Lauf nicht aͤndern, wenn er den Bewohnern ei⸗ ner Gemeinde, eines Dorfes oder Weilers ihr noͤ⸗ thiges Waſſer liefert. In einem ſolchen Fall kann aber der Eigentuͤmer eine durch Sachverſtaͤndige auszumittelnde Entſchaͤdigung verlangen; es ſey denn, daß die Einwohner den Gebrauch des Waſ⸗ ſers durch Gebrauch verjaͤhrt oder ſonſt erworben haben. 644. Wer ein Eigentum hat, das an ein flieſſend Waſſer anſtoͤſt, kann daſſelbe da, wo es vorbeiflieſt, benutzen zur Bewaͤſſerung ſeiner Be⸗ ſitzungen. Ausgenommen ſind hievon jene flieſſen⸗ den Waſſer, welche zufolge des Art. 538 zum Staatseigentum gehoͤren. Der Eigentuͤmer kann ſogar, wenn das Waſ⸗ ſer uͤber ſein Erb flieſt, daſſelbe nach Belieben brauchen, ſo weit es ſein Erb durchſtroͤmt: nur muß er ſorgen, daß es da, wo es ſeinen Grund verlaͤſt, ſeinen gewoͤhnlichen Lauf wieder erhalte. 16 — 232— 645. Wenn unter den Eigentuͤmern, denen ein ſolches Waſſer nutzen kann, Streit entſteht; ſo haben die Gerichte bei Entſcheidung deſſelben dahin zu ſehen, daß beides vereinigt werde, das Intereſſe des Ackerbaues und die Achtung, die dem Eigentum gebuͤhrt. In allen Faͤllen aber ſind die beſondern und oͤrtlichen Verordnungen uͤber den Lauf und Gebrauch des Wäſſers dabei zu beob⸗ achten.. 646. Jeder Eigentuͤmer kann ſeinen Nachbar anhalten, ihre aneinander ſtoſſenden Beſitzungen abzugraͤnzen. Die Abgraͤnzung oder Bezeichnung der Graͤnze geſchieht auf gemeinſchaftliche Koſten. 647. Jeder Eigentuͤmer kann ſein Erb ein⸗ ſchlieſſen, vorbehaltlich jedoch der Ausnahme, die im Art. 682 vorkoͤmmt. 648. Wenn indeſſen ein Eigentuͤmer ſein Erb einſchlieſt; ſo verliert er ſein Recht auf die Ge⸗ meinhuͤtung nach Verhaͤltnis des Bodens, den er derſelben entzieht. Zweites Capitel. Von geſetzlichen Grundgerechtigkeiten. 649. Geſetzliche oder vom Geſetze ſelbſt ein⸗ gefuͤhrte Grundgerechtigkeiten haben zum Gegen⸗ kinde d antt aten. 7 un Gewei den li nen die fanüche Smen — da unte airr au gntim ahdr a in dh du wic Nahhbar duj tümen an Strät at idung dſt gt werde chtung denr a aber ſad ungen über dabei u h ſeinen Aeh den. Jeſten der Ieeche aftliche Fa ſein dh Ausnahe entämerſti echt auf hei Bodens itel echtigkein en fun 1 — 233— ſtande den allgemeinen Nutzen, oder den Nutzen einer Gemeinde, oder auch den Nutzen von Pri⸗ vaten. 650. Dergleichen Dienſtbarkeiten, wenn ſie zum allgemeinen Nutzen, oder zum Nutzen einer Gemeinde eingefuͤhrt ſind, haben zum Gegenſtande den Leinpfad an ſchifbaren oder flosbaren Stroͤ⸗ men, die Erbauung oder Wiederherſtellung der oͤf⸗ fentlichen Straſſen oder audern oͤffentlichen oder Gemeindeanlagen. Alles, was dieſelben betrift, wird durch beſon⸗ dere Geſetze oder Verordnungen regulirt. 651. Privatvertraͤge koͤnnen die Eigentuͤmer unter ſich mancherlei Verbindlichkeiten unterwerfen: aber auſſer denſelben legt auch das Geſetz den Ei⸗ gentuͤmern verſchiedene Verbinblichkeiten gegenein⸗ ander auf. 652. Ein Theil jener Verbindlichkeiten wird durch die Geſetze uͤber die Feldpolizei beſtimmt; Die uͤbrigen betreffen die Scheidemauer und den Scheidegraben, die Faͤlle, wo eine Gegenmauer zu errichten iſt, das Recht der Ausſicht auf des Nachbars Eigentum, die Dachtraufe oder den Aus⸗ guß der Daͤcher, und das Durchgangsrecht. 48* — 234— Erſter Abſchnitt. Von der Scheidemauer und dem Scheidegraben. 653. Jede Mauer, die zwei Gebäude von einander trennt, in ihrer ganzen Hoͤhe, jede Maner zwiſchen Hoͤfen und Gaͤrten, und ſelbſt jede Zaͤu⸗ nung zwiſchen zwei Feldern, iſt der rechtlichen Ver⸗ mutung nach eine Mittel⸗ oder Scheidemauer⸗ oder Zaͤunung(1) wenn nicht Urkunden vorhanden ſind⸗ welche das Gegenteil beweiſen, oder ſonſtige aͤuſſe⸗ re Merkmale, woraus ſich das Gegenteil ſchlieſſen laͤſt. Dieſe Regel gilt auf dem Lande, wie in Staͤdten. 654. Ein ſolches Merkmal, woraus ſich ſchlieſſen laͤſt, daß die Mittelmauer nicht gemein⸗ ſchaftlich iſt, iſt vorhanden, wenn die hoͤchſte Spitze der Mauer auf der einen Seite gerade und ſenk⸗ recht mit der aͤuſſern Verputzung derſelben ſteht, und auf der andern Seite eine anlaufende Flaͤche macht; Desgleichen, wenn ſich nur auf einer Seite eine Mauerkappe, oder Leiſten und Kragſteine(Zahn⸗ tirungen) befinden, welche bei Erbauung der Mauer daran gemacht worden. 8 (1) D. b. ſie iſt zwiſchen beiden anſchieſſenden Ci⸗ gentuͤmern gemeinſchaftlich. 8 di ki 1 bendit büſeeun Omhän 5 rme de rng zote vn jin ſj gue de ſabe ie Deee uin h de auf de galeen lcgen d 65 czede lüſ heidennin, Gebaude n he ſede Re liſt ſede h rechtlichenh eidemaun vorhande ſ t ſonſäge w genteil ſthi ande, di 4 a wortni- er nich ge ie hoſic rade ud derſeltn ſ laufade de f einere ragſeino uung deg anſciſſat — 235— In dieſem Falle wird vermutet, daß die Mauer ausſchlieslich dem Eigentuͤmer gehoͤre, auf deſſen Seite das Waſſer abflieſt, oder auf deſſen Seite die Leiſten und Kragſteine ſind. 655. Wer an einer Scheide⸗ oder Mittelmauer berechtigt iſt, der traͤgt auch die Koſten ihrer Aus⸗ beſſerung und Wiederaufbauung, und zwar nach Verhaͤltnis ſeines Nechtes. 656. Will aber ein ſolcher Miteigentuͤmer ſei⸗ nem Rechte entſagen; ſo kann er ſich dadurch von der Verbindlichkeit los machen, mit zur Ausbeſſe⸗ rung und Wiederaufbauung der Mittelmauer bei⸗ zutragen. Jedoch ſteht ihm auch dies nicht frei wenn die Mittelmauer ein Gebaͤude unterſtuͤtzt, ſo ihm gehoͤrt. 1 657. Jeder Miteigentuͤmer hat das Recht, gegen die Scheidemauer bauen, und Balken in die⸗ ſelbe ſtecken zu laſſen, und zwar durch die ganze Dicke der Mauer bis auf vier und fuͤnfzig Milli⸗ meter(zwei Zoll) von der andern Seite. Dagegen hat aber der Nachbar das Recht, die Balken bis auf die Mitte der Mauer abhauen zu laſſen, im Falle er ſelbſt an der naͤmlichen Stelle Balken ein⸗ legen oder einen Rauchfang auffuͤhren will. 658. Auch hat jeder Miteigentuͤmer einer Scheidemauer das Recht, dieſelbe hoͤher fuͤhren zu laſſen. Die Koſten der Erhoͤhung fallen ihm als⸗ — 256— denn allein zur Laſt, ſo wie die Koſten der Unter⸗ haltung des neu aufgeſetzten Stuͤckes. Ueberdies muß er dem Nachbar eine Entſchaͤdigung fuͤr die Belaſtung der gemeinſchaftlichen Mauer entrichten, nach Verhaͤltnis der Erhoͤhung und nach Masga⸗ be des Werthes. 659. Wenn die Mittelmauer nicht ſtark ge⸗ nug iſt, um eine Erhoͤhung zu tragen; ſo muß derjenige, der ſie erhoͤhen will, ſie auf ſeine eige⸗ nen Koſten ganz neu aufbauen laſſen; und was ſie in einem ſolchen Falle an Dicke gewinnt, wird von ſeiner Seite genommen. 660. Der Nachbar, der zur Hoͤherauffuͤhrung der Mauer nicht mitbezalt hat, kann nachher noch immer ein Mittelrecht auf dieſelbe fodern, wenn er die Haͤlfte deſſen, was ſie gekoſtet hat, bezalt. Iſt die Mauer dicker gemacht, unb daher ein Stuͤck von des andern Grunde genommen worden; ſo muß er auch hiefuͤr den halben Werth bezalen. 661. Jeder Eigentuͤmer, deſſen Eigentum an eine Mauer ſtoͤſt— worauf er ſonſt kein Recht hat— kann fodern, daß die Mauer zwiſchen ihm und ſeinem Nachbar gemeinſchaftlich werde, wenn er dem Eigentuͤmer der Mauer Werthes, oder den halben Werth von, ſo er gemeinſchaftlich machen will, und zu⸗ gleich den halben Werth des Bo kauf die Mauer aufgefuͤhrt iſt. die Haͤlfte ihres des Stuͤckes da⸗ dens erſetzt, wo⸗ dö. dewilig tin D Dat de nd unß a, Wetdei thſ jid 1n 1 ſan! diſer ſa Dnnie NMaur önun Sind t uih Iir Ec de dah nſi len un Dain gif de fens ſ dacj ſ 60 un 6 iima ſin de u 8. liai digung ſt auer entig nach Aeh nicht ſal gen; ſon auf ſeine ſen; und e gewiant n öͤhercuftim n vachfe foden in at, btzate aher en ei n wott, ith bez Eigennn onf keir dt r wiſca ˖werde, d e halit he s Sticue” wil, dnd ſ s erect, 5 — 237— 662. Ein Nachbar kann ohne des andern Bewihigung in die gemeinſchaftliche Scheidemauer keine Vertiefung machen, noch ſonſt irgend ein Werk dawider anlehnen oder nur anſetzen. Wenn der andere Nachbar ſeine Einwilligung verſagt; ſo muß er, eh' er ſeine neue Anſtalt beginnt, durch Werkverſtändige die Mittel reguliren laſſen, die noͤ⸗ thig ſind, damit ſie den Rechten des andern kei⸗ nen Abbruch thue. 663. In Staͤdten und Vorſtaͤdten kann jeder ſeinen Nachbar zwingen, zu Erbauung und Aus⸗ beſſerung der Mauer beizutragen, welche ihre Haͤu⸗ ſer, Hoͤfe und Gaͤrten in beſagten Staͤdten und Vorſtaͤdten von einander ſcheidet. Wie hoch die Mauer ſeyn muͤſſe, beſtimmen die beſondern Ver⸗ ordnungen und der ſtandhafte anerkannte Gebrauch. Sind aber dergleichen Verordnungen und Gebraͤu⸗ che nicht vorhanden; ſo tritt folgende Regel ein. Jede Scheidemauer zwiſchen Nachbarn, welche in der Folge erbauet oder wieder hergeſtellt wird, muß in Städten von fuͤnfzig tauſend See⸗ len und drüber, wenigſtens zwei und dreiſſig Decimeter— zehn Fuß— hoch ſeyn, mit Inbe⸗ grif der Kappe; in den uͤbrigen muß ſie wenig⸗ ſtens ſechs und zwanzig Decimeter— acht Fuß— hoch ſeyn. 664. Wenn in dem Falle, wo die verſchiede⸗ nen Stockwerke eines Hauſes verſchiedene Eigen⸗ tuͤmer haben, die Eigentumsurkunden nicht nach⸗ — 238— weiſen, wie es mit Reparationen und Wiederauf⸗ bauungen gehalten werden ſolle; ſo geſchehen ſie auf folgende Art:— Zu den Hauptmauern und dem Dache tragen ſaͤmmtliche Eigentuͤmer bei, und zwar jeder ver⸗ haͤltnismaͤſſig des Werths ſeines Stockes; Der Eigentuͤmer jedes Stockes macht ſeinen Fusboden; Der Eigentuͤmer des erſten Stockes macht die Treppe, die dahin fuͤhrt; der Eigentuͤmer des zwei⸗ ten Stockes macht die Treppe, die auf dieſen Stock fuͤhrt, von dem erſten Stocke an; und ſo weiter. 665. Wird eine Mittelmauer oder ein Haus aufs neue aufgebaut; ſo gehen die aetiven ſowohl als paſſiven Dienſtbarkeiten(1) auf die neue Mauer oder das neue Haus uͤber: nur duͤrfen ſie dabei nicht erſchwert werden; auch muß vor der Wiederaufbauung die Verjaͤhrung nicht erworben ſeyn. (1) Aetive Grundgerechtigkeiten ſind 3. B. ſolche, welche der Cigentuͤmer der neuen Mauer u. ſ. w. auf den nebenliegenden Grund hat: paſſive oder leidende Grundgerechtigkeiten, welche der anſchieſſende Grund auf die neue Mauer, das neue Haus hat. 655 lihe M dn ſd fin iu ſliſe i ſa li li i da d zd demſe i g beßen dniich nd Vü aiſtehe Datt tug var jedee ockes; macht ſin ces mat imer dew ie auf an; und der ein jes netiben oon zuf die m nur dufn muß ber ſcht erneit pua5 i n, welc w : Muu, h 666. Alle Graͤben zwiſchen zwei Grundſtuͤcken ſind, der geſetzlichen Vermutung nach, gemeinſchaft⸗ liche Mittelgraͤben, wenn nicht Urkunden vorhan⸗ den ſind, welche das Gegenteil beweiſen, oder ſon⸗ ſtige aͤuſſere Merkmale, woraus ſich das Gegenteil⸗ ſchlieſſen laͤſt.. 667. Ein ſolches Merkmal, woraus ſich ſchlieſ⸗ ſen laͤſt, daß der Mittelgraben nicht gemeinſchaft⸗ lich iſt, iſt vorhanden, wenn der Auf⸗ oder Abwurf der Erde ſich blos auf einer Seite des Grabens befindet. 668. Der Graben wird ausſchlieslich als demjenigen zugehoͤrig betrachtet, auf deſſen Seite die Erde ausgeworfen iſt. 669. Der Mittelgraben muß unterhalten wer⸗ den auf gemeinſchaftliche Koſten. 670. Zaͤune, welche aneinander ſchieſſende Grundſtuͤcke trennen, werden als gemeinſchaftlich angeſehn, ausgenommen, wenn nur eins von den Grundſtuͤcken im Stande der Umzaͤunung iſt, oder wenn fuͤr das Gegenteil eine Urkunde oder ein hin⸗ laͤnglicher Beſitz vorhanden iſt. 671. Was die Entfernung betrift, worin hochſtaͤmmige Baͤume vom anſchieſſenden Grunde gepflanzt werden muͤſſen; ſo beſtimmen dieſelbe die wirklich beſtehenden beſondern Verordnungen, oder der beſtaͤndige wohlbekannte Gebrauch. Sind aber dergleichen Verordnungen oder Herkommen nicht vorhanden; ſo muͤſſen, wenn von hochſtaͤmmigen Baͤumen die Rede iſt, ſelbe in einer Entfernung von zwei Metern von der Scheidungslinie der beiden Grundſtuͤcke, und, wenn von andern Baͤumen und lebendigen Zaͤunen die Rede iſt, ſelbe in einer Ent⸗ fernung von einem halben Meter davon ſtehen. 672 Der Nachbar kann fodern, daß die Baͤume und Zaͤune, die naͤher— als in jener Entfernung— ſtehen, ausgeriſſen werden. 4 Wenn die Aeſte und Zweige der Baͤume mei⸗ nes Nachbarn auf mein Eigentum uͤberwachſen; ſo kann ich ihn zwingen, ſie abzuſchneiden. Sind es die Wurzeln, die in mein Grundſtuͤck gehen; ſo bin ich berecheigt, ſie ſelbſt abzuſchneiden. 673. Baͤume, die in dem gemeinſchaftlichen Mittelzaun ſtehen, ſind gemeinſchaftlich, wie der Zaun ſelbſt; und jeder der beiden Eigentuͤmer hat das Recht zu fodern, baß ſie weggehauen werden. Zweiter Abſchnitt. Von der Entfernung und den Zwiſchenwerken, die für gee wiſſe Anlagen erfoderlich ſind. 674. Wer an einer gemeinſchaftlichen oder uch i nan gu einwi dder (ine) auch ſan . Eind dt komun z hochſinug utfernungn ie der beh Dauna n ein einnd von ſihan rn, daß Jals infe erden. Baͤumen üͤberwa neiden. ein Grunit abzuſchnn einſchaitt ich bi 1 igentümai auen ten f. en, dietb ticha i — 241— auch nicht gemeinſchaftlichen Mauer einen Brun⸗ nen graben laͤſt, oder ein heimliches Gemach, Wer daran einen Rauchfang oder Feuerheerd, eine Schmiede, einen Back⸗ oder Kußſigen Ofen bauen will, Wer einen Stall daran bauen, Oder gegen dieſelbe ein Salzmagazin oder ſonſt einen Behaͤlter fuͤr beizende Materien errich⸗ ten will, Der muß entweder den Zwiſchenraum laſſen, den in dieſer Hinſicht die beſondern Verordnungen oder Ortsgebraͤuche beſtimmen, oder er muß vor⸗ her jene Anlagen machen, welche die beſagten Ver⸗ ordnungen und Gebraͤuche vorſchreiben, damit er ſeinem Nachbarn nicht ſchade. Dritter Abſchnitt. Von der Ausſicht auf des Nachbars Eigentum. 675. Ein Nachbar kann, ohne des andern Einwilligung, in die Scheidemauer kein Fenſter oder ſonſtige Oefnung machen, es möge dies auft! eine Art geſchehen ſollen, wie ſie Namen habe; auch dann nicht, wenn die Oefnung oder das Fen⸗ ſter verſchloſſen waͤre und bliebe. — 47— 676. Der Eigentuͤmer einer nicht gemeinſchaft⸗ lichen Mauer, weun ſie auch unmittelbar an das Erb eines andern ſtoͤſt, kann in dieſe ſeine Mauer zugeſchloſſene und auch begitterte Oefnungen oder Fenſter machen. Solche Fenſter muͤſſen dann eingefaſt ſeyn mit einem eiſernen Gitter, deſſen Scheiben oder Oef⸗ nungen hoͤchſtens einen D cimeter— ungefehr drei Zoll und acht Linien— gros ſind; der Rahmen muß daran verſchloſſen ſeyn oder nicht aufgehn koͤnnen. 677. Iſt nun das Zimmer, dem man Licht geben will, unten an der Erde; ſo muͤſſen derglei⸗ chen Fenſter oder Oefnungen wenigſtens ſechs und zwanzig Decimeter— acht Fuß— uͤber dem Bo⸗ den angebracht werden: ſind es Zimmer der hoͤ⸗ hern Stockwerke; ſo muͤſſen dergleiche Fenſter wenigſtens neunzehn Decimetern— ſechs Fuß— 3 4 uͤber dem Boden ſtehen. 4 678. Es iſt zwar nicht verboten, gerade Aus⸗ ſichten, oder Fenſter zur Ausſicht, Erker und andex. re aͤhnliche vorſtehende Werke zu haben, die auf das Erb des Nachbarn gehn, dies Erb mag nun geſchloſſen oder offen ſeyn: aber es muß ein Zwi⸗ ſchenraum von neunzehn Decimetern— ſechs Fuß— ſeyn zwiſchen jenem Erb, und der Mauer, wooran oder worin man ſolche Ausſichten u. f. anbringt.. 4 at tm Sätenc nur ma — ſi 1” bo fen dr uf nung 9 ſasger tun ih nd 4 tärigt ef ſi 6 aif un be Ka ki ͤt gemeinte telbet u ſe ſeine gu efnuugn gefaſ ſanr den odi ungeften der Ran nicht u dem mank muͤſſen dei tens ſechs uͤber da immer iei eicht ſuü ſech di 7, getabect ker und wh bben, dn 8 Erb magn muß en c d der Nahn Fſchtn un— ſa 6 7 9. Auch iſt es nicht verboten, ſchraͤge oder Seitenausſichten auf des Nachbarn Erb zu haben: nur muß ein Zwiſchenraum von ſechs Decimetern — zwei Fuß— zwiſchen beiden ſeyn. 680. Der Zwiſchenraum, wovon die beiden vorhergehenden Artikel ſprechen, wird gerechnet von der aͤuſſern Verputzung der Mauer, worin die Oef. nung gemacht wird, und, wenn von Erkern oder ſonſtigen vorſpringenden Anlagen die Rede iſt, von ihrer aͤuſſern Linie bis anf die Scheidungsli⸗ nie der beiden an einander ſtoſſenden Beſitzungen. Vierter Abſchnitt. Von der Dachrinne. 681. Jeder Eigentuͤmer muß ſeine Daͤcher ſo einrichten, daß das Regenwaſſer davon entweder auf ſeinen eigenen Grund, oder auf die oͤffentliche Straſſe falle: er darf ſie nicht ſo einrichten, daß es auf ſeines Nachbars Grund falle. Fuͤnfter Abſchnitt. Vom Ueber⸗ und Durchgangsrechte. 24 82. Der KEigentuͤmer, deſſen Grund rund um von andern Gruͤnden eingeſchloſſen iſt, und der keinen Ausgang auf die oͤffentliche Straſſe hat, — 244— iſt berechtigt zu ſodern, daß ihm uͤber die Gruͤnde ſeiner Nachbarn der Ueber⸗ oder Durchgang geſtat tet werde, damit er ſein Erb benutzen koͤnne: wo⸗ gegen er eine Entſchaͤdigung geben muß, die dem Schaden, den er verurſachen kann, angemeſſen iſt. 683. Der Regel nach muß der Durchgang genommen werden auf jener Seite, wo der Weg von dem eingeſchloſſenen Grundſtuͤcke bis auf die oͤffentliche Straſſe am kuͤrzeſten iſt. 684. Jedoch muß er an dem Orte genom⸗ men werden, wo demjenigen, uͤber deſſen Grund er gehen ſoll, am wenigſten Schaden zugefuͤgt wird. 685. Die Entſchaͤdigungsklage, wovon der Art. 682 ſpricht, iſt verjährbar, und der Durch⸗ gang muß nach wie vor geſtattet werden, wenn ſchon die Klage auf Entſchaͤdigung nicht mehr zu⸗ laͤſſig iſt(1). 4 (1) Man muß die Benennung geſetzliche oder vom Geſetze ſelbſt beſtellte Grundgerech⸗ tigkeiten nicht misverſtehen. Es wird naͤmlich lich mit den im 2. Capitel angefuͤhrten Grund⸗ gerechtigkeiten ſo, wie daſelbſt beſchrieben iſt, ge⸗ halten, wofern die Eigentuͤmer unter ſich keine andere Vereinbarungen getroffen haben: uͤbrigens koͤnnen ſie durch den Willen des Menſchen abge⸗ aͤndert und modifieirt werden auf jede beliebige Art. Wonn daher z. B. das Geſetz mich berech⸗ Dund Lile 3 Gan ak b ſcin lit mn Ihir an rr zr Li nn da ſn ha er die e uechgengſ en fönner n nuß, hh angmſti der Duin wo da d ce bis a Orte gu eſſen Giu ugefugt i 7, wowa nd der de verden, n nicht anh ſetzlicet Grundtan Es vind lin tfüheten dr ſchritben ül unter ſihie haben i Meuſtn Än f ſde li ſes nit un — 245— Drittes Capitel. Von den Grundgerechtigkeiten, die im Willen des Menſchen ihren Grund haben. Erſter Abſchnitt. Von den verſchiedenen Arten der Grundgerechtigkeiten, die auf Grundſtuͤcke gelegt werden koͤnnen. 686. Es ſteht jedem Eigentuͤmer frei, ſein Eigentum mit jeder beliebigen Grundgerechtigkeit zu beſchweren, oder dergleichen zum Nutzen deſſel⸗ ben zu beſtellen; jedoch nur unter folgenden Ein⸗ ſchraͤnkungen. Die Dienſtbarkeit oder Gerechtig⸗ keit muß blos und allein ein Grundſtuͤck betreffen oder auf und fuͤr ein Grundſtuͤck, und nicht auf oder zu Gunſten einer Perſon, beſtellt werden, Auch muß mit Beſtellung derſelben nichts verbun. den ſeyn, was gegen die oͤffentliche Ordnung an⸗ gienge. tigt, zu fodern, daß mein Nachbar in ſeine Mau⸗ er ein Fenſter acht Fuß hoch vom Boden ſetze; ſo hindert uns dies nicht, uns dahin mit einan⸗ der zu verſtehen, daß er es nur vier Fuß hoch ſetze, u. ſ. w. Nur duͤrfen ſie nicht den Verfuͤ humen des hienach folgen den Art. 686 zuwide eyn. — 246— Wie man ſich einer ſo beſtellten Grundgerech⸗ tigkeit bedienen muͤſſe, und wie weit ſie ſich erſtre⸗ cke, wird durch die Urkunde oder durch den Titel beſtimmt, der ſie beſtellt hat. Wenn aber kein Ti⸗ tel vorhanden iſt; ſo treten folgende Regeln ein. 687. Alle Grundgerechtigkeiten ſind beſtellt entweder den Gebaͤuden oder den Gruͤnden im en⸗ gern Verſtande zum Nutzen. Die Grundgerechtigkeiten der erſten Art nennt man ſtaͤdtiſche, das berechtigte Gebaͤude mag nun in einer Stadt oder auf dem Lande liegen; Die der zweiten Art nennt man läͤndliche Grundgerechtigkeiten. 688. Die Grundgerechtigkeiten ſind entweder ununterbrochene oder unterbrochene. Ununterbrochene Grundgerechtigkeiten ſind jene, deren Gebrauch anhaltend iſt oder anhaltend ſeyn kann, ohne daß es des jedesmaligen Zuthuns des Menſchen bedarf. So ſind z. B. ununterbroche⸗ ne Grundgerechtigkeiten die Waſſerableikungen, die Rinnen, Ausſichten und andere dergleichen. Unterbrochene Grundgerechtigkeiten find hingegen ſolche, zu deren Gebrauch das jedesmali⸗ ge wirkliche Zuthun des Menſchen erfodert wird, wie z. B. die Rechte des Ueber⸗ und Durchgangs, 3s Peſer un der 6 ean ſ zn uſt ötei denn dit un whu vü ha de gädiht - M Sund, iiſen Nie em. 69. mmtici ſgühim t. dan ſie d, ud R nüha nu ſit Grnnäg t ſe ſt durch da n aber fh 1 de Regen en ſind i Gränden ge erſten Aum Gebänden kande lign an laͤrdii ſind dihe ſchene, ichtigkeini oder anhtt aligen ur ununterde⸗ bleitungn gleiche tigkitn i das fder⸗ rriooat n d Dutgun man nicht erwerben, als durch Ditel. — 247— des Waſſerſchöpfens, die vriftgerechtig eir und an⸗ dere der Art. 689. Die Grundgerechtigkeiten ſind endlich entweder ſcheinbar— in die Augen fallend„ oder unſcheinbar— nicht in die Augen fallend—. Scheinbare Grundgerechtigkeiten ſind ſolche, die man gleich an irgend einem aͤuſſern Werke ge⸗ wahr wird, wie an einer Thuͤr, Fenſter, Waſſerlei⸗ tung, u. ſ. f. Unſcheinbare Grundgerechtigkeiten ſind ſol⸗ che, deren Daſeyn man durch kein aͤuſſeres Zeichen gewahr wird. Dergleichen iſt z. B. das Verbot — oder vielmehr die Hinderung— auf einen Grund zu bauen, oder nur bis auf eine gewiſſe Hoͤhe zu bauen. 3 Zweiter Abſchnitt. Wie Grundgerechtigkeiten beſtelt werden. 690. Ununterbrochene und ſcheinbare Grund⸗ gerechtigkeiten erwirbt man durch Titel oder veeiſ ſigjaͤhrigen Beſitz. 691. Ununterbrochenr Grundgerechtigkeiten, wenn ſie nicht ſcheinbar oder in die Augen fallend ſind; und die unterbrochenen Grundgerechtigkeiten, ſie moͤgen ſcheinbar oder unſcheinbar ſeyn, kann 827 — 248— Selbſt der Beſitz von undenklichen Zeiten her iſt nicht hinreichend, ſie zu beſtellen. Jedoch kann man darum heut zu Tage dergleichen Grundgerech⸗ tigkeiten nicht anfechten, die etwa ſchon durch Be⸗ ſitz erworben worden ſind in kaͤndern, wo man ſie auf dieſe Art erwerben konnte. 692. In Hinſicht auf ununterbrochene und ſcheinbare Grundgerechtigkeiten iſt die hausvaͤterle che Beſtimmung ſo gut wie ein TDitel. 693. Die hausvaͤterliche Beſtimmung iſt aber nur dann vorhanden, wenn erwieſen iſt, daß die beiden Gruͤnde, die gegenwaͤrtig geteilt ſind, dem naͤmlichen Eigentuͤmer gehoͤrt haben, und daß die⸗ ſer die Sachen in den Stand geſetzt habe, woraus die Grundgerechtigkeit entſteht. 694. Wenn der Eigentuͤmer zweier Grund⸗ ſtuͤcke, zwiſchen welchen ein in die Augen fallendes Zeichen von Dienſtbarkeit vorhanden iſt, uͤber eins von ſolchen Grundſtuͤcken verfuͤgt, ohne daß der Ver⸗ trag oder Contract irgend eine Verabredung in Betref der Dienſtbarkeit enthaͤlt; ſo faͤhrt die Dienſtbarkeit fort zu beſtehen, auf active und paſſive Art, zu Gun- ſien des veraͤuſſerten Grundes, oder ihm zur kaſt. 695. In Hinſicht auf die Grundgerechtigkei⸗ ten, die ſich durch Verjaͤhrung nicht erwerben laſ⸗ ſen, kann der Titel der die Grundgerechtigkeit be⸗ ſtellt, nicht anderſt erſetzt werden, als durch einen i An ſer hi uih mſen 8 natt au Eigatin ihen zi r. Jädi en Geunhe. 8ſaͤon dutz ern te m terötagin die haub tel. kiimmung ſ eſen iſt di geteilt ſid n, und d zt habe i zweit ke Augen ſit en iſh ine hne daßhel bredungud Dienförti e At,gi er ihn ui undguit ht erntin! dgercchit d als dud i Titel, worin dieſelbe anerkannt wird; und einen ſolchen Anerkennungstitel kann nur der Eigentü⸗ mer des dienenden Grundſtuͤckes geben. 696 Wer eine Grundgerechtigkeit beſtellt, der wird dafuͤr angeſehn, daß er alles zugeſteht, was zu ihrem Gebrauche noͤthig iſt. So zieht die Gerechtigkeit, im Brunnen eines andern Waſſer zu ſchoͤpfen, nothwendig das Durch⸗ gangsrecht nach ſich. Dritter Abſchnitt. PVon den Rechten des Eigentuͤmers des berechtigten Grundſtuͤckes. 697. Wem eine Grundgerechtigkeit gebuͤhrt der hat auch das Recht, alle Anlagen zu machen, die noͤthig ſind, um ſich ihrer zn bedienen, und um ſie zu erhalten. 698. Dergleichen Anlagen werden aber ge⸗ macht auf ſeine Koſten, und nicht auf Koſten des Eigentuͤmers des dienenden oder belaſteten Grund⸗ ſtuͤckes; es waͤre denn, daß der Titel, welcher die Grundgerechtigkeit beſtellt, etwas anders feſtſetzte. 699. Aber ſelbſt in dem Falle, wo dem Ei⸗ gentuͤmer des dienenden Grundſtuͤckes der Titel — 25e— die Laſt auflegt, die zur Benutzung oder Erhaltung der Grundgerechtigkeit noͤthigen Anlagen auf ſeine eigenen Koſten zu machen, kann er ſich davon be⸗ freien, dadurch, daß er dem Eigentuͤmer des be⸗ rechtigten Grundſtuͤckes ſeinen Grund uͤberlaͤſt. 8 700. Wenn bas berechtigte Grundſtuͤck geteilt wird; ſo beſteht die Grundgerechtigkeit fuͤr jednn Theil deſſelben, ohne daß gleichwohl der Zuſtand des dienenden Grundſtüͤckes dadurch tſchwart wer⸗ den darf. So muͤſſen, wenn zum Beiſpiel die Rede von einem Durch⸗ oder Uebergang iſt, ſaͤmmtliche Mit⸗ eigentuͤmer denſelben uͤber den namſithen Ort neh⸗ men. 701. Der Eigentuͤmer des dienenben Grund⸗ ſſtuͤckes darf nichts unternehmen, was dahin jielt, den Gebrauch der Grundgerechtigkeit zu ſchmaͤlern oder unbequemer zu machen. So kann er nichts an dem Zuſtand der Oer⸗ ter veraͤndern, noch die Ausuͤbung der Grundge⸗ rechtigkeit an einen andern Ort übertragen, als derjenige iſt, auf den ſ urſpruͤnglich angewieſen ward. 7 Wenn indeſffen dieſe urſpruͤngliche Anweiſung dem Eigentuͤmer des dienenden Grundſtuͤckes laͤſti⸗ ger geworden waͤre, sder, wenn ſie ihn hindertt, iizlch uter fitn iin Luätrg Räden 9 itin 1’ uh w 6ſ de m Daude ofen farn an Aende ſiem 1 tn ni ih in dul,a beitſe beun 1 ad deei b agen ui 1 ſch denn ntämer de düani rundſüthe ktit t hl der zut Heiſeen ldie Ko ſammlüch lichen din enendi de ds dajt it zu ſti iſtend den g der En übertuna! ic an ie Ut ndfütét d ihn fun =— 25— nuͤtzliche Reparationen daran vorzunehmen; ſo könnte er dem Eigentuͤmer des berechtigten Grund⸗ ſtuͤckes einen andern eben ſo gemaͤchlichen Ort zur Ausuͤbung ſeiner Rechte anbieten, und dieſer dürf. te alsdenn nichts dagegen einwenden. 70½. Hinwieder darf der Eigentuͤmer des be⸗ rechtigten Grundſtuͤckes ſein Recht nicht brauchen, als nach Anweiſung und Inhalt ſeines Titels; und es ſteht ihm nicht frei, weder an dem dienen⸗ den, noch an dem berechtigten Grundſtuͤcke, eine Veraͤnderung vorzunehmen, welche den Zuſtand des erſtern erſchweren koͤnnte. Vierter Abſchnitt. Von Erloͤſchung der Grundgerechtigkeiten. 703. Die Grundgerechtigkeiten erloͤſchen oder hoͤren auf, wenn die Sachen ſich in einem ſolchen Zuſtande befinden, daß man ſich ihrer nicht mehr bedienen kann. 704. Sie leben wieder auf, wenn die Sa⸗ chen wieder in ſolchen Stand kommen, daß man ſich ihrer bedienen kann. Ausgenommen iſt der Fall, wo nach Inhalt des Art. 707 ein Zeitraum verfloſſen iſt, der hinreicht um die Erloͤſchung der Grundgerechtigkeit vermuten zu laſſen. 705. Alle Grundgechtigkeiten erloͤſchen fer⸗ ner dadurch, daß das berechtigte und has dienen⸗ —- 256— Grundſtuͤck in eine und die naͤmliche Hand kom⸗ men. 706. Auch erloͤſchen ſie durch dreiſſigjaͤhrigen Nichtgebrauch. 707. Die dreiſſig Jahre fangen, nach der verſchiedenen Beſchaffenheit der Grundgerechtigkei⸗ ten, an zu laufen, entweder von dem Tage an, wo man aufgehoͤrt hat, ſie zu brauchen, wenn die Rede von unterbrochenen Grundgerechtigkeiten iſt; oder von dem Tage an, wo man eine der Grund⸗ gerechtigkeit zuwiderlaufende Handlung vorgenom⸗ men hat, wenn von ununterbrochenen Grundgerech⸗ tigkeiten die Rede iſt. 708. Die Art der Grundgerechtigkeit verjaͤhrt ſich ſo gut, wie die Grundgerechtigkeit ſelbſt, und auf die naͤmliche Art. 799. Wenn das berechtigte Grundſtuͤck meh⸗ rern Eigentuͤmern ungeteilt zugehoͤrt; ſo wird da⸗ durch, daß einer die Gerechtigkeit braucht, die Ver⸗ jaͤhrung in Ruͤckſicht auf alle gehindert. 710. Wenn unter den Miteigentuͤmern einer iſt, gegen den die Verjaͤhrung nicht laufen konnte, wie ein Minderjaͤhriger; ſo erhaͤlt dieſer die Rech⸗ te aller andern. Ende des zweiten Buchs. —yjB — 2 he dan t driſtii gen, nah rundgertt dem dan. ichen, vn rechtigketn ine der ba aung dthn en Geunohe htigkäti keit ſaiin rundſät! t; ſo mn raucht dl dert. 1 gentinn laufa ke dieſer dih che. Drittes Buch. AKA 18 ¹ kn bün b img Von Erwerbung des Eigentums, und den verſchiedenen Arten dieſer Erwerbung. 4LeSeeoe Allgemeine Verfuͤgungen(1). — G— Art. 711. Man erwirbt das Eigentum durch Erbfolge, durch Schenkung unter Lebenden oder des Todes wegen, und kraft der Verbindlichkeiten. Eben ſo geht es auf andere uͤber. 18 —— (1) Geſetz vom 29. Germinal a1. Jahrs, promulgirt den 9. Floreal 11. — 25⁵58— 712. Anch erwirbt man das Eigentum durch An⸗ und Zuwuͤchſe oder Einverleibung, und durch Verjaͤhrung. 715. Herrnloſe Sachen gehoͤren der Nation. 714. Es giebt Sachen, die Niemanden aus⸗ ſchlieslich zehonn, und deren Gebrauch allen ge⸗ mein iſt. 1 nutzung. 715. Das Recht, durch Jagd und Fiſcherei zu erwerben, wird gleichfalls durch beſondere Ge⸗ ſetze regulirt. 716. Das Eigentum eines Schatzes ſteht dem Finder zu, wenn er ihn auf ſeinem eigenen Boden gefunden hat. Er gehoͤrt aber dem Finder nur halb, wenn er ihn auf fremdem Boden gefun⸗ den hat. Die zweite Haͤlfte gehoͤrt in dieſem Fal⸗ le dem Eigentuͤmer des Bodens. Unter Schatz verſteht man jede verborgene oder vergrabene Sache, woran niemand ein Eigen⸗ tumsrecht darthun kann, und die blos zufaͤlliger Weiſe entdeckt wird. 717. Wie es mit Sachen, die das Meer aus⸗ wirft, von welcher Art ſie ſeyn moͤgen, mit Pflan⸗ Polizeigeſetze beſtimmen bie Art ihrer Be⸗ ——— gnn e ag undiej a der Naia emanden w. rauch aln Aet ihra und Fſß beſonden Schazei ſeinen te der den ih n Bodn ſt in diſen de berbet⸗ and eih blos ſtjün das Neth — 259— zen und Kraͤutern, die auf dem Geſtade des Mee⸗ res wachſen, gehalten werde, beſtimmen ebenfalls beſondere Geſetze. Das naͤmliche gilt von verlornen Sachen, wo⸗ von ſich der Eigentuͤmer nicht meldet. — ſede hi ditzende öüſce u ſoa u Iaah Erſter Titel(I1). en u n Von der Erbfolge. fune d 8 a eeeeee, aw vau , w ü Erſtes Capitel. ijſi Von Eroͤfnung der Erbfolge und dem An⸗ 4 fall der Verlaſſenſchaft an die ſan Erben. iij tam ba Art. 728. Da Erbfolge wird eroͤſnet durch m den natuͤrlichen Tod und durch den buͤrgerlichen 4 . t Tod. 719. In dem naͤmlichen Augenblicke, wo, ge⸗ 7 maͤs den Verfuͤgungen des 2. Abſchnittes, Cap. uin 2. des Tikels von dem Genuſſe und Verlu⸗. — ut (1) Geſetz vom 29. Germinal I1. Jahrs, promulgirt„ bmn den 9. Floreal Ir. it ſt . A. — 201— ſte der buͤrgerlichen Rechte der buͤrgerliche Tod vorhanden iſt, wird auch durch dieſen Tod die Erbfolge eroͤfnet. 720. Es kann geſchehen, daß mehrere Men⸗ ſchen, wovon einer den andern zu erben berechtigt iſt, in der naͤmlichen Begebenheit umkommen, ohne (0* daß es moͤglich ſey, zu wiſſen, wer zuerſt geſtor⸗ ben. In einem ſolchen Falle nimmt man die Um⸗ ſtaͤnde der Begebenheit zuſammen, und leitet dar⸗ aus die Vermutung her, wer den andern uͤber⸗ lebt habe; und wenn dies nicht moͤglich iſt, ſo wird vermutet, daß der am laͤngſten gelebt habe, der die Staͤrke des Alters oder des Geſchlechtes el. auf ſeiner Seite hatte. und dar 5.„ 1 721. Waren diejenigen, die zuſammen umge⸗ an di kommen ſind, weniger als fuͤnfzehn Jahre alt; ſo wird vermutet, daß der aͤltere am laͤngſten gelebt habe. d ein Waren ſie alle uͤber ſechzig Jahre alt; ſo wird en binnne vermutet, daß der juͤngſte die andern uͤberlebt habe. Wenn der eine unter fuͤnfzehn Jahren, und nölikt u der andere uͤber ſechzig war; ſo wird vermuthet ſchritte g daß der erſtere laͤnger gelebt habe. tund 30 722. Wenn Menſchen, die zuſammen umge⸗ kommen ſind, zwar volle fuͤnfzehn Jahre, aber noch ai, b nicht ſechzig Jahre alt waren; ſo iſt folgender Un⸗ — 26à2— terſchied zu machen. Entweder waren ſie verſchie⸗ denen Geſchlechts, und in dieſem Falle wird im⸗ mer vermutet, daß die Mannsperſon laͤnger ge⸗ lebt habe, ſo fern ſie jedoch von gleichem Alter waren, oder der Unterſchied, der etwa obwaltet, nicht uͤber ein Jahr betraͤgt. Oder ſie waren einerlei Geſchlechts, und dann tritt die Vermutung ein, daß ſie ſo nacheinander geſtorben, und die Erbfolge ſo eroͤfnet worden, wie beides nach dem ordentlichen Laufe der Natur zu geſchehen pflegt; daß mithin der juͤngere den aͤltern uͤberlebt habe. 725. Das Geſetz beſtimmt die Ordnung, wor⸗ in die rechtmaͤſſigen Erben zur Verlaſſenſchaft ge⸗ langen. In Ermanglung ſolcher Erben fallen die Guͤter an die natuͤrlichen Kinder, dann an den überlebenden Ehegatten, und, wenn auch deren keiner vorhanden iſt, an den Staat. 724. Die Guͤter, Rechte und Foderungen des Verſtorbenen, gehen ohne weiteres von Rechtswe⸗ gen auf die rechtmaͤſſigen Erben uͤber;(1) wogegen ſie alle Laſten der Verlaſſenſchaft uͤbernehmen muͤſ⸗ ſen. Auf die natuͤrlichen Kinder, den letztlebenden 4 ——-— (1) Mit andern Worten: der rechtmaͤſſige Erbe er⸗ langt das Eigentum der Erbſchaft, nebſt allen da⸗ mit verbundenen Rechten und Pllichten, ohne daß es weiter einer Beſitzergreifung bedarf. DWoemn wu ilti a di⸗ uch M nan. n an d ei na ſh Fale d Ton lan a glichm d etwa ait lechte und ſo nachenn eräfntt der deuft der der jinge eDtönung erlaſſnſc Erben falt , dann ul enn aut t. 9 Foderunn von Ntt er;,(1)u bernehna den leztie tmaſiun iie nctunt 6 fichrn e hedarf — 263— Ehegatten, und den Staat geht die Erbſchaft nicht von ſelbſt uͤber; ſondern ſie muͤſſen ſich gerichtlich in den Beſitz derſelben einweiſen laſſen, und zwar nach den Formen, welche weiter unten beſtimmt werden. Zweites Eapitel. Von der Erbfaͤhigkeit. 725. Um erben zu koͤnnen, wird erfodert, daß man das Daſeyn habe in dem Augenblicke, wo die Erbſchaft eroöfnet wird(1). unfaͤhig zu erben ſind demnach iſtens. Derjenige, der noch nicht empfangen iſt; atens. Das Kind, ſo nicht lebensfaͤhig geboren worden(2). Stens. Alle, die buͤrgerlich todt ſind. 2* (1) Dieſer Augenblick iſt, wie vorher ſchon geſagt worden, der Augenblick, worin der Erblaſſer ei⸗ nes natuͤrlichen oder buͤrgerlichen Todes ſtirbt. (2) S. die Anmerkung zum 314. Artikel im rſten Puche. 3 — 264— 726. Gemaͤs den Verfuͤgungen des Art. 11 unter dem Titel vom Genuſſe und dem Ver⸗ luſte der buͤrgerlichen Rechte, erbt der Aus⸗ laͤnder nicht immer das Vermögen, welches ſeiie Verwandten, ſie ſeyen nun Auslaͤnder oder Fran⸗ zoſen, auf dem Gebiete der Republik beſitzen: ſon⸗ dern er erbt es nur in jenen Faͤllen und auf jene Art, worin und wie auch ein Franzos ſeinen Ver⸗ wandten erbt, der in dem Lande eines ſolchen Aus⸗ laͤnders Vermoͤgen beſitzt. 727. Folgende Perſonen ſind unwuͤrdig zu erben, und als ſolche von der Erbfolge ausge⸗ ſchloſſen; iſtens. Wer aus dem Grunde verurteilt wor⸗ den, weil er den Verſtorbenen um's Leben gebracht, oder um's Leben zu bringen ver⸗ ſucht hat; zkens. Wer den Verſtorbenen eines Capital⸗ verbrechens angeklagt, wenn ſeine Anklage fuͤr verlaͤumderiſch erklaͤrt worden; 3tens. Der grosjaͤhrige Erbe, der, obgleich er die Ermordung des Verſtorbenen wuſte, ſie dennoch nicht bei Gericht angezeigt hat. 728. Wenn aber der Erbe ein aufſteigender oder abſteigender Verwandter des Moͤrders, wenn er ſein Verſchwaͤgerter im naͤmlichen Grade, oder eäſebe in bh dhin the fin ditt unnagi uin u t d d huit nh dr biſdan 5 dur, tn 1 Tain ſt ar: ſän ei fh r Wmin zen des MA und der d e, etht dn en, velhest inder ie blik beßger len und a anos ſiin! eines ſltet dunvüt Erbſolge e verurtit enen unl zu brune eind 9 n ſeine K. orden; der, dili enen vui ggzeiſt ſt in auftir Matos n g Gu“ — 265— ſein Ehegenoſſe, oder ſein Geſchwiſter, ober ſein Oheim oder ſeine Muhme, oder ſein Neffe oder ſeine Nichte iſt; ſo kann ihm die Einrede nicht entgegengeſetzt werden, daß er den Mord nicht an⸗ gezeigt. 1 729. Wird der Erbe wegen Unwuͤrdigkeit von der Erbfolge ausgeſchloſſen; ſo muß er alle Fruͤchte und Einkuͤnfte zuruͤckgeben, die er ſeit ih⸗ rer Eroͤfnung genoſſen hat. 750. Wenn Kinder eines Unwuͤrdigen zur Erbfolge gelangen kraft eigenen Rechtes, und nicht dadurch, daß ſie an die Stelle eines andern tre⸗ ten(1¹); ſo werden ſie wegen des Verſchuldens ih⸗ res Vaters nicht davon ausgeſchloſſen. Der Va⸗ ter aber kann in keinem Falle von den zu einer ſolchen Erbſchaft gehoͤrigen Guͤtern den Niesbrauch fodern, den ſonſt das Geſetz den Eltern von dem Vermoͤgen ihrer Kinder geſtattet. (1) Nicht vermoͤge der Repraͤſentation oder Vertretung. — 2866— Dritees Capitel. Von den verſchiedenen Ordnungen der Erbfolge. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfuͤgungen. 751. Die Kinder und ſonſtige abſteigende Verwandten des Erblaſſers, ſeine aufſteigende Ver⸗ wandten und ſeine Seitenverwandten gelangen zur Erbfolge in der Ordnung und nach den Regeln, die hienach beſtimmt ſind. 732. Indem das Geſetz die Erbfolge be⸗ ſtimmt, ſieht es weder auf die Natur des Nach⸗ laſſes, noch auf ſeinen Urſprung. 733. Faͤllt eine Erbſchaft an auffeigende Verwandten, oder an Seitenverwandten; ſo theilt ſte ſich jederzeit in zwei gleiche Theile, wovon der eine den Verwandten der vaͤterlichen Linie, der an⸗ dere den Verwandten der muͤtterlichen Linie gehoͤrt. Halbbuͤrtige Verwandten von muͤtterlicher oder vaͤterlicher Seite allein(1) werden durch die voll⸗ buͤrtigen Verwandten nicht ausgeſchloſſen; aber ſie theilen nur in ihrer Linie, des jedoch unbeſchadet, — () Parens terins on consanguins. ti linnn NHullünha Pnig A dücfal ſtu) dun ẽ aumne d r fuhn d Ach uſünäe Dlttint ineſe Wͤna din haie matfl äda din Mttugud a N iKa Sauten nant X dk DNhatn i zaahe in itw dn ine ton DlNaemn DNwa anda a hülähe dn — ) La bitel ednungt nitt. igurzen onſiige din ne auſteign indten galen nach da! die Eſ :Natur dii t an ni wandte, Theile de ichen kin lichen M a nittaſtr den dunhi ſſchleſan doch unih nguinn was hierunten im Art. 752 vorgeſchrieben wird. Die vohbuͤrtigen Verwandten(1) theilen in beiden Linien. Der Ruͤckfall von einer Linie auf die andere hat nur dann Statt, wenn ſich in einer Linie kein aufſteigender Verwandter und kein Seitenverwand⸗ ter findet. 754. Nach dieſer erſten Theilung der Ver⸗ wandſchaft in die vaͤterliche und muͤtterliche Linie geſchieht keine fernere Theilung mehr unter die ver⸗ ſchiedenen Staͤmme; ſondern die Haͤlfte, die jeder Linie anerfallen iſt, gehoͤrt dem Erben oder den Erben, die im Grade die naͤchſten ſind, jedoch der Vertretung unbeſchadet, wie weiter unten geſagtwird. 735. Die Naͤhe der Verwandtſchaft wird durch die Zahl der Generationen beſtimmt. Jede Generation nennt man einen Grad. 736. Die Linie(Verwandtſchaftslinie) ent⸗ ſteht durch eine Reihe von Graden. Man theilt ſie in die gerade Linie, und die Seitenlinie. Erſtere iſt die Folge von Graden unter Perſonen, deren eine von der andern abſtammt; letzere iſt die Folge von Graden unter Perſonen, die nicht von einander abſtammen, ſondern einen gemein⸗ ſchaftlichen Stammvater haben. (1) Les germains. . 4 Die gerade Linie theilt ſich wieder in die ge⸗ rade aufſteigende Linie, und in die gerabe abſteigende Linie. Erſtere iſt diejenige, welche den Stammvater mit ſeinen Abkoͤmmlingen verbindet: die andere diejenige, welche eine Perſon mit denen verbindet, wovon ſie abſtammt. 737. In gerader Linie zaͤlt man ſo viele Gra⸗ de als Generationen zwiſchen den Cbezogenen) Per⸗ ſonen ſind Demnach iſt der Sohn, in Ruͤckſicht auf den Vater, im erſten, der Enkel im zweiten Grade; und ſo iſt umgekehrt der Vater in Ruͤck⸗ ſicht auf den Sohn im erſten, und der Grosvater in Ruͤckſicht auf den Enkel im zweiten Grade. 738. Um den Grad der Verwandtſchaft in der Seitenlinie zu beſtimmen, zaͤlt man die Gene⸗ rationen von dem einen Verwandten bis zum ge⸗ meinſchaftlichen Stammvater, und von dieſem bis zu dem andern Verwandten. Der gemeinſchaftli⸗ che Stammvater wird dabei nicht mitgezaͤlt. Demnach ſind zwei Bruͤder im zweiten, Oheim und Nehe n im dritten, Geſchwiſterkinder im vierten ſe gele da 31 4 5 d- tie dictn anatnda de 14„ſ n detetng lenſcied d. WKindeelnden lche Satt Si bit ) Tere inſhn ſu Vch dyili fan de je lain ſeat d di ſtun u a hui d tatitn deͤend dnitt Dhal denn — 269— die Zweiter Abſchnitt. d in ten Von der Vertretung(1). t den Fin 759. Die Vertretung oder Repraͤſentation iſt indet: R eine Erdichtung des Geſetzes, vermoͤge welcher die it denau vertretenden Perſonen in die Stelle, den Grad und die Rechte der vertretenen Perſon treten. t nan ati 740. In der geraden abſteigenden Linie hat n Cegha die Vertretung oder Repraͤſentation bis in's Un⸗ Boha un endich⸗ Statt. r Enkla. e.,„.. 9 der Van Sie tritt ein in allen Faͤllen, und ohne Un⸗ uhd d terſchied, ob die Kinder des Erblaſſers mit deſſen mei 8 Kindeskindern(mit Abkoͤmmlingen eines fruͤher ver⸗ 4 4 3. Vervente( Representation. Wenn ein Menſch den andern t man i in ſo fern vorſtellt, oder ihn vertritt, daß er deſ⸗ adten li ſen Rechte und Pflichten entweder ganz oder zum d bo Theil uͤbernimmt; ſo heiſt, uͤberhaupt geſprochen, jener die vertretende oder repraͤſentiren⸗ Der ganh de Perſon, dieſer aber, welcher vorgeſtellt wird, ht mitgii die vertretene oder repraͤſentirte Perſon. Die Befugnis, eine andere Perſon vorzuſtellen, in zwiin! ſie zu vertreten, oder an ihre Stelle zu treten, und an ihren Gerechtſamen Theil zu nehmen, rtindet u heiſt das Vertretungsrecht oder Repraͤſen⸗ tationsrecht. Auf die vorliegende Materie an⸗ gewandt, iſt Vertretung oder Repraͤſentation eine Erdichtung des Geſetzes, welche den Kindern den CTheil giebt, den ihr Vater bekommen haͤtte, wenn er noch lebte. — 27°— ſtorbenen Kindes) zuſammentreffen; oder ob alle Kinder des Erblaſſers vor ihm geſtorben, und mit⸗ hin die Abkoͤmmlinge dieſer Kinder unter ſich in gleichen oder ungleichen Graden vorhanden ſind. 741. Zu Gunſten der aufſteigenden Verwand⸗ ten hat die Vertretung nicht Statt: der naͤhere in jeder von beiden Linien ſchlieſt immer den entfern⸗ tern aus. 742. In der Seitenlinie gilt die Vertretung zu Gunſten der Kinder und Abkömmlinge der Ge⸗ ſchwiſter des Verſtorbenen, und hiebei wird nicht darauf geſehen, ob dieſe Kinder und Abkoͤmmlin⸗ ge zugleich mit den Oheimen oder Muhmen zur Erbfolge gelangen, oder ob alle Geſchwiſter des Erblaſſers vorab geſtorben ſind, und mithin die Erbſchaft ihren Abkoͤmmlingen in gleichen oder un⸗ gleichen Graden anfaͤllt. 743. In allen Faͤllen, wo die Vertretung zu⸗ gelaſſen iſt, wird nach Staͤmmen getheilt. Zerfaͤllt ein Stamm in mehrere Nebenlinien; ſo geſchieht in jeder ſolchen Nebenlinie die Unterverteilung ebenfalls nach Staͤmmen, und die Glieder der naͤmlichen Nebenlinie theilen unter ſich nach Koͤ⸗ pfen. 744. Nur Perſonen, die natuͤrlich oder buͤr⸗ gerlich todt ſind, kann man vertreten, nicht aber ſolche, die noch leben. 1 8 Eue Ne Nwatat d. NAan nr ki 16. N. N in btn d Varaendt dda in d dan üm bit ſin in laſt ins e er ahn an Duxe in ſ (äſttegan N der d 16,1% In, uc in bani eh; dda. geforde an nder unni vorhanda eigenden ga att: dir u mmer dan ilt die Ae oͤmmlinged hiebei un und Aüie oder Muin lee Geſchrit d, und ut n gleiche die Vate⸗ getheik. nien; dh je Untee die Gii nter ſch atüͤrlih treten/ un Eine Perſon hingegen, deren Erbſchaſt man entſagt hat kann man vertreten. Dritter Abſchnitt. Von der Erbfolge der abſteigenden Ver⸗ wandten. 745. Die Kinder oder ihre Abkoͤmmlinge er⸗ ben ihre Eltern, Groseltern oder andere aufſteigen⸗ de Verwandten, ohne Unterſchied des Geſchlechts oder der Erſtgeburt, und obſchon ſie aus verſchie⸗ denen Ehen erzeugt ſind. Sie erben zu gleichen Theilen und nach Koͤ⸗ pfen, in ſo fern ſie alle im erſten Grade ſind und kraft ihres eigenen Rechtes zur Erbfolge gelangen. Sie erben nach Staͤmmen, in ſo fern ſie alle oder einige von ihnen durch Hilfe de Vertretung zur Erbſoige gelangen. Vierter Abſchnitt. Von der Erbfolge der aufſteigen den Verwandten. 746. Wenn der Verſtorbene weder Nachkom⸗ men, noch Geſchwiſter, noch auch Abkoͤmmlinge von denſelben nachgelaſſen hat; ſo zerfaͤllt die 13 8A 3 . Verlaſſenſchaft in zwei gleiche Theile, wovon der eine auf die aufſteigenden Verwandten der vaͤter⸗ lichen Linie, und der andere auf die aufſteigenden Verwandten der muͤtterlichen Linie geht. Der aufſteigende Verwandte, der im Grade der naͤchſte iſt, nimmt die ſeiner Linie zugewieſene Haͤlfte, und ſchlieſt alle andern aus. Aufſteigende Verwandten im naͤmlichen Grade erben nach Koͤpfen. 747. Die aufſteigenden Verwandten erben, mit Ausſchlieſſung aller andern, alle Sachen, die ſie ihren ohne Nachkommenſchaft verſtorbenen Kin⸗ dern ober Abkoͤmmlingen geſchenkt haben, in ſo fern jene Sachen ſich in der Verlalſenſchaſt noch in Wirklichkeit vorfinden. Sind aber jene Sachen veraͤuſſert; ſo erhal⸗ ten die aufſteigenden Verwandten den etwa noch ruͤckſtaͤndigen Preis. Auch erben ſie die Wiederer⸗ ſtattungsklage(1), welche etwa dem Geſchenkneh⸗ mer noch zuſtand. 748. Wenn jemand ohne Nachkommen ſtirbt, und bei ſeinem Tode ſeine beiden Eltern, und zu⸗ gleich Geſchwiſter oder Abkoͤmmlinge davon hinter⸗ ———;—— () L'action en reprise. äce de 3 fidt und dk; n ded di d tie üm! b t di Sehe 13! ine Tatt puüe hrtenän: degsche dadn d helche de Stle n des gegan Dun de 3 hintaaſer w iin ſtoiſen ſang de vnndin. ſtil, din indten d die uffn e geht. f der in a linie ſagat us. namüiche eerwandte t alle Erhn deſiordenn kkt haben, erlaſſeſcß. auſſert; ſ n den ethe ſie die N dem Geüt chkemmn Eltern,m ige devon 9 — 2— laͤſt; ſo theilt ſich ſeine Verlaſſenſchaft in zwei gleiche Theile. Eine Haͤlfte geht auf den Vater und die Mutter, die ſie unter ſich gleich theilen. Die andere Haͤlfte gehört den Geſchwiſtern oder ihren Abkoͤmmlingen, wie im fuͤnften Abſchnit⸗ te des gegenwaͤrtigen Eapitels erklaͤrt werden ſoll. 249. Wenn aber jemand oßne Rachkommen ſtirbt, und bei ſeinem Tode nur einen Vater oder eine Mutter(indem einer von beiden vorgeſtorben), und zugleich Geſchwiſter oder deren Abkoͤmmlinge hinterlaͤſt; ſo waͤchſt der Theil, der gemaͤs dem vorſtehenden Artikel ſonſt dem vorgeſtorbenen der beiden Eltern zugefallen waͤre, jener Haͤlfte zu, welche den Geſchwiſtern oder denen, die an ihre Stelle treten, anfaͤllt, wie im fuͤnften Abſchnitte des gegenwaͤrtigen Capitels erklaͤrt wird. Fuͤnfter Abſchnitt. Von der Erbfolge der Seitenverwandten. 750. Wenn jemand ohne Nachkommen zu hinterlaſſen ſtirbt, und ſeine beiden Eltern bereits vor ihm geſtorben waren; ſo erben ihn ſeine Ge⸗ ſchwiſter, oder deren Abkoͤmmlinge, mit Ausſchlieſ⸗ ſung der aufſteigenden und ſenftiüͤtn Seitenver⸗ wandten. 19* — Sie erben, entweder aus eigenem Rechte oder vermoͤge der Vertretung, wie im zweiten Ab⸗ ſchnitte des gegenwaͤrkigen Capitels verord⸗ net iſt. 751. Wenn aber beide Eltern den Erblaſſer, der ohne Nachkommen ſtirbt, uͤberleben; ſo gelan⸗ gen ſeine Schweſtern und Bruͤder, oder die, welche an ihre Stelle treten, nur zur Haͤlfte der Erbſchaft. Sie erben drei Viertheile, wenn nur einer von beiden Eltern den Erblaſſer uͤberlebt. 752. Soviel nun die Theilung der Haͤlfte oder der drei Vierteile betrift, welche zufolge des vorſtehenden Artikels den Bruͤdern oder Schwe⸗ ſtern anfaͤllt; ſo bekoͤmmt jeder von ihnen einen gleichen Theil, wenn ſie alle aus einer Ehe ſind. Wenn ſie aber aus verſchiedenen Ehen ſind; ſo wird das Anerfallene in zwei gleiche Theile ge⸗ theilt, einen fuͤr die vaͤterliche, den andern fuͤr die muͤtterliche Linie des Erblaſſers: die vollbuͤrtigen Geſchwiſter empfangen ihren Theil in beiden Li⸗ nien, die halbbuͤrtigen nur in einer Linie, in der des Vaters oder der Mutter, wohin ſie naͤmlich gehoͤren. Sind nur auf einer einzigen Seite Ge⸗ ſchwiſter vorhanden; ſo erben ſie den ganzen Theil, mit Ausſchlieſſung aller uͤbrigen Verwandten i in der andern Linie. 755. Sind keine Geſchwiſter oder Abkoͤmm⸗ linge von ihnen, und keine aufſteigende Verwand⸗ — 9* 6 di Eit wrin die iitded lndn uif a de ic dif en bu A. Wu ae rauch den a di d 5. Eind vo erhſi in der ah nn At ſweitag apitelt e em den Eig deben; ſ joder di dn ffte der Eht nur einerg ebt. lung da h elche zui en oder en bon ihnat einer Chei Ehmu ſe iiche den anden ſt⸗ die bollin il in hai er Line i hin ſe i jigen Eei en genede wandtant odet ende Drne ten in einer oder der andern Linie vorhanben; ſo faͤllt die Verlaſſenſchaft zur Haͤlfte an die uͤberle⸗ benden aufſteigenden Verwandten, und zur Haͤlfte an die naͤchſten Verwandten der andern Linie. Treffen mehrere Seitenverwandten im naͤmli⸗ chen Grade zuſammen; ſo theilen ſie nach Koͤpfen. 754. Im Falle des vorhergehenden Artikels hat der uͤberlebende von beiden Eltern den Nies⸗ brauch von einem Drittheil des Vermoͤgens, das er dem Eigentume nach nicht erbt. 755. Wer weiter als im zwoͤlften Grade mit dem Erblaſſer verwandt iſt, kann nicht erben. Sind in einer Linie keine Verwandten in ei⸗ nem erbfaͤhigen Grade; ſo erben die Verwandten in der andern Linie das Ganze. 1 — 276— Viertes Capirel. Von unregelmaͤſſigen Erbfolgen. Erſter Abſchnitt. Von den Rechten natuͤrlicher Kinder auf das Vermoͤgen ihrer Eltern, und der Art, wie natuͤrliche Kinder geerbt werden, wenn ſie ohne Nachkommen ſterben. 756. Natuͤrliche Kinder ſind keine Erben; das Geſetz geſtattet ihnen nur dann gewiſſe Rechte auf das Vermoͤgen ihrer verſtorbenen Eltern, wenn ſie geſetzlich anerkannt ſind. Es geſtattet ihnen kein Recht auf das Vermoͤgen der Verwandten ihrer Eltern. 3 757. Folgende ſind die Rechte des natuͤrli⸗ chen Kindes auf das Vermoͤgen ſeines verſtorbe⸗ nen Vaters oder ſeiner verſtorbenen Mutter. Es kann naͤmlich ein Dritteil des Erbanteils verlangen, den es bekommen haͤtte, wenn es ein rechtmaͤſſiges Kind geweſen waͤre, im Falle der Va⸗ ter oder die Mutter rechtmaͤſſige Abkömmlinge hin⸗ terlaſſen haben: es kann die Haͤlfte jenes Erban⸗ teils verlangen, wenn Vater oder Mutter keine Abkoͤmmlinge, wohl aber aufſteigende Verwandten oder Geſchwiſter hinterlaͤſt; drei Vierteile endlich, wenn Vater oder Mutter keine aufſteigenden und 13, an kin Gande, 5. d gfamm 58 d uͤum Aat n! Weandn ͤunda ,2 Felömnli tty auf de DMchalten her Jd(hait bor mwi, inge ſäces u Pih uhn n. d u uta, nherihtet un jeön bwollig Nute d do nat daſi uf de deng ürlice ginn kachkannan eine Ein, wiſſe Aace Elten, da gattet ihrn erwandtn tte des ſeines dei n Muttn. des Etim t, venn at m Felede bommlug e jenes( r Nutk k de Verve ietile alt ſtiganda 7 — 277— abſteigenden Verwandten noch Geſchwiſter hinter⸗ laſſen. 758. Hinterlaͤſt aber ſein Vater oder ſeine Mutter keine Verwandten in einem erbfaͤhigen Grade; ſo hat das natuͤrliche Kind ein Recht auf das geſammte Vermoͤgen. 759. Wenn das natuͤrliche Kind verſtirbt; ſo koͤnnen ſeine Kinder oder Abkommlinge jene Rechte in Anſpruch nehmen, welche in den vorher⸗ gehenden Artikeln dem natuͤrlichen Kinde ſelbſt zu⸗ geſtanden ſind. 760. Wenn das natuͤrliche Kind oder ſeine Abkommlinge von dem Vater oder von der Mut⸗ ter, auf deren Verlaſſenſchaft es ankoͤmmt, etwas erhalten haben, ſo den im ſechſten Capitel, im Ab⸗ ſchnitt von der Einwerfung feſtgeſetzten Regeln gemaͤs, eingeworfen werden muß; ſo wird ihnen ſolches auf den Theil, den ſie zu fodern berechtigt ſind, aufgerechnet. 761. Sie haben gar keinen Anſpruch mehr zu machen, wenn ſie bei Lebzeiten ihres Vaters oder ihrer Mutter die Haͤlfte deſſen bereits bekom⸗ men haben, was ihnen die vorhergehenden Artikel bewilligen, in ſo fern jedoch der Vater oder die Mutter dabei erklaͤrt hat, daß ihre Meinung iſt, das natuͤrliche Kind auf den Theil einzuſchraͤnken, den ſie ihm angewieſen haben. — 278— Und falls jener Theil geringer waͤre, als die Haͤlfte deſſen, was dem natuͤrlichen Kinde zukaͤme; ſo kann es auf weiter nichts Anſpruch machen, als auf Ergaͤnzung jener Haͤlfte. 76a. Die Verfuͤgungen der Art. 757 und 758 finden auf Kinder, die aus Ehebruch oder Blut⸗ ſchande erzeugt ſind, keine Anwendung. Ihnen bewilhigt das Geſetz blos den Unterhalt. 763. Bei Beſtimmung ſolches Unterhalts wird Ruͤckſicht genommen auf das Vermoͤgen des Va⸗ ters oder der Mutter, auf die Zahl und auf den Stand der rechtmaͤſſigen Erben. 764. Das aus Ehebruch oder Blutſchande gezeugte Kind verliert alle Anſpruͤche auf die Ver⸗ laſſenſchaft ſeines Vaters oder ſeiner Mutter, wenn ſie es ein Handwerk haben erlernen laſſen, oder, wenn einer von beiden bei ſeinen Lebzeiten ihm den Unterhalt zugeſichert hat. 765. Der Nachlas eines natuͤrlichen Kindes, wenn es ohne Abkoͤmmlinge ſtirbt, faͤllt an denje⸗ nigen von Vater und Mutter, der es anerkannt hat, ober zur Häͤlfte an beide, wenn beide es an⸗ erkannt haben. 266. Sind die Eltern des natuͤrlichen Kin⸗ des ihm vorgeſtorben; ſo faͤllt das Vermoͤgen, ſe ſun ihne Nather oör ſriüciit! NAan uf⸗ i t, i Nm irüffen ſtrür wie üntii 3 dan da nf. tu in eine GWder hſat ſaiten JFuſſhihe 83 ¼ Pn ſiktde d R Dmeie DJRuglet a: h n g ii dada iem. diſhet iis an zet din, een Kinhe k pruc uta, Att i, i thruch on ndung los d lut es Unterſälth ernigen de Jahl und g oder Tuitt iche aufu ner Mutn nen laſen nen lehhint türühen li , fäll u w der ts antie enu beidett zetiriche b Venuin es von ihnen bekommen hatte, an die ehelichen Bruͤder oder Schweſtern, wenn es ſich noch in Wirklichkeit bei dem Nachlaſſe findet. Auch die Klagen auf Wiedererſtattung, falls welche vorhan⸗ den ſind, und der etwa noch ruͤckſtaͤndige Preis der veraͤuſſerten Guͤter fallen an jene ehelichen Ge⸗ ſchwiſter zuruͤck. Alles andere Vermoͤgen faͤllt an die natuͤrlichen Geſchwiſter oder ihre Abkoͤmmlinge. Zweiter Abſchnitt. Von den Rechten des letztlebenden Thegatten. und des Staates. 767. Wenn der Verſtorbene weder Verwand⸗ ten in einem erbfaͤhigen Grade, noch natuͤrliche Kinder hinterlaͤſt; ſo gehoͤrt ſein Nachlas ſeinem uͤberlebenden Ehegatten, ſo fern derſelbe nicht von ihm geſchieden war. 768. In Ermanglung eines ſolchen Ehegat⸗ ten faͤllt die Verlaſſenſchaft dem Staate zu. 769. Der letztlebende Ehegenoſſe ſowohl, als die Domainenverwaltung muͤſſen, wenn ſie einen Nachlas in Anſpruch nehmen, die Siegel anlegen, und ein Inventarium verfertigen laſſen, und zwar mit Beobachtung der naͤmlichen Formen, welche fuͤr den Fall vorgeſchrieben ſind, wo jemand eine Erbſchaft unter der Rechtswohlthat des Inventa⸗ riums antritt. — 280— 778. Sie muͤſſen bei dem Gericht erſter In⸗ ſtanz, in deſſen Gerichtsbezirk die Erbfolge eroͤfnet worden, die Einweiſung in den Beſitz nachſuchen. Das Gericht kann uͤber ein ſolches Geſuch erſt dann entſcheiden, wenn drei Verkuͤndigungen und An⸗ ſchlaͤge in den gewoͤhnlichen Formen vorhergegan⸗ gen ſind. Auch muß es den Regierungscommiſ⸗ ſaire vorher gehoͤrt haben. 771. Der letztlebende Ehegatte muß zudem noch das bewegliche Vermoͤgen rentbar anlegen, oder eine Buͤrgſchaft leiſten, die hinlaͤnglich iſt, die Obruͤckerſtattung deſſelben zu ſichern auf den Fall, wo ſich innerhalb dreier Jahre ein Erbe des Ver⸗ ſtorbenen einſtellte. Nach Verlauf der drei Jahre iſt die Buͤrgſchaft entlaſtet. 772. Im Fall der letztlebende Ehegatte oder die Domainenverwaltung die Feierlichkeiten nicht beobachtet haben, die ihnen beiderſeitig vorgeſchrie⸗ ben ſind, koͤnnen ſie verurteilt werden, die Erben ſchadlos zu halten, wenn ſich welche einſtellen. 773. Die Verfuͤgungen der Art. 769, 770, 771 und 772, ſind den natuͤrlichen Kindern gemein, wenn ſie in Ermanglung von Verwandten zur Er. folge gelangen. 1 gir u Vunch Et 74 Ne aaͤer ounz uatzwehlhe 7. J nueſon, 7. Gn dgins antr ſicher Vai MWa na ijet Ninir e Um ſed Archrge änn diſ dygang d zGeiict ſe Eiä 1 deſt fatn hes Geſuh 1! digungn u armen bolſeg Negieruzen eegätte mi n rantöet u hinläͤngichi chern auf te ein Erben auf der dit nde Ehehe eierlichkin erſeitig d verden, Ri elche tuſt r Arr. 79. n Kinden wandta ei. = 281— Fuͤnftes Capitel. Von Annahme und Entſagung der Erb⸗ ſchaften. Erſter Abſchnitt. Von der Annahme. 774. Man kann eine Erbſchaft annehmen entweder ganz unbedingt, oder mit Vorbehalt der Rechtswohlthat des Inventariums(1). 775. Niemand iſt gezwungen, eine Erbſchaft anzunehmen, die ihm angefallen iſt. 776. Gemaäs den Verfuͤgungen des ſechſten Capitels unter dem Titel von der Ehe koͤnnen ver⸗ heirathete Weiber guͤltiger Weiſe keine Erbſchaft annehmen ohne die Ermaͤchtigung ihres Mannes oder der Gerichte. Eben ſo wenig kann eine Erbſchaft, welche Minderjaͤhrigen oder Unterſagten anerfallen iſt, guͤltiger Weiſe anderſt angenommen werden, als mit Befolgung der Verfuͤgungen des Titels von der (1) Sieh die Anmerkung zum Art. 461 im erſten Bu⸗ che, und den zten Abſchnitt des gegenwaͤrtigen Capitels, 3— 252— Minderjährigkeit, der Vormundſchaft und der Emancipation. 777. Die Annahme einer Erbſchaft hat ihre Wirkung vom Tage an, wo der Anfall derſelben vorhanden war. 5. Sie iſ entweder ausdruͤcklich oder ſtill⸗ ſchweigend: ausdruͤcklich, wenn jemand den Ti⸗ tel oder die Eigenſchaft eines Erben in einem au⸗ thentiſchen Acte oder in einem Privatacte annimmt: ſtillſchweigend, wenn der Erbe eine Handlung vornimmt, die nothwendiger Weiſe vorausſetzt, daß er annehmen will, und die er anderſt nicht vorzunehmen berechtigt waͤre, als in ſeiner Eigen⸗ ſchaft eines Erben. 779. Handlungen, die nichts als die Erhal⸗ kung, noͤthige Aufſicht und einſtweilige Verwaltung bezwecken, ſind keine Handlungen, welche beweiſen, daß man die Erbſchaft angetreten habe, und be⸗ weiſen dies nur dann, wenn jemand dabei den Ti⸗ tel oder die Eigenſchaft eines Erben angenommen hat. 780. Wenn einer von mehrern Erben ſeine Erbrechte verſchenkt, verkauft, oder uͤbertraͤgt, es geſchehe dies nun an einen Fremden, oder an ei⸗ nige ſeiner Miterben, oder an ſaͤmmtliche Miter⸗ hen; ſo wird dies auf ſeiner Seite fuͤr eine An⸗ nahme der Erbſchatt angeſehn. ſe nicht wer lſan⸗ 6 0. Sunſer den, wer an De Sowſin ſhid güthih A. J ͤͤlli vu, ilſchwaignn Heben, ſ! Uran ode h. Eir Piwelſheſ ſn ſr m a it nt Wateiuns. d. N i de in tänt ag n.dan fü n Aannges la kene anaun .— 2883— tmundſi Nicht weniger wird fuͤr eine Annahme ange⸗ ſehn, eüſßti iſtens. Die Verzichtleiſtung eines Erben zu der tuiu. Gunſten eines oder mehrerer ſeiner Miter⸗ 4 ben, wenn ſie ſchon unentgeldlich geſchieht; sdritih ztens. Die Verzichtleiſtung ſelbſt, die er zu enn ſun Gunſten aller ſeiner Miterben ohne Unter⸗ ſchied thut, in ſo fern ſie gegen Entgeld geſchieht. 781. Iſt derjenige, dem eine Erbſchaft aner⸗ Erben in Pribatzetem Erbe ein he Wiſ fallen war, geſtorben, ohne ihr entſagt, oder ſie d 3 l ſtillſchweigend oder ausdruͤcklich angenommen zu dis i ſi haben; ſo koͤnnen ſeine Erben ſtatt ſeiner ſie an⸗ nehmen oder ihr entſagen... ts a 782. Sind aber dieſe Erben nicht einig, ob weſlheien ſie die Erbſchaft annehmen oder ihr entſagen wol⸗ en, velhet len; ſo kann ſie nicht anderſt angenommen wer⸗ ten habiſ den, als mit Vorbehalt der Rechtswohlthat des mand u Inventariums. Erben aagn 783. Nur in einem Falle kann der Grosjaͤh⸗ rige, der eine Erbſchaft ſtillſchweigend oder aus⸗ hrenn E druͤcklich angenommen hat, dieſe Annahme anfech⸗ dder üünti ten: wenn ſie naͤmlich die Folge eines ihm geſpiel⸗ mden, ohr” ten Betruges war. Er kann ebenfalls nie unter ſimnü! dem Vorwande der Verletzung gegen ſeine Annah⸗ Seite in me einkommen, den einzigen Fall ausgenommen, — 284— wo ein Teſtament entdeckt wird, das im Augen⸗ blicke der Annahme unbekannt war, und es ſich ergiebt, daß dadurch die Erbſchaft entweder voͤllig erſchoͤpft oder uͤber die Haͤlfte vermindert iſt. Zweiter Abſchnitt. Von Entſagung der Erbſchaften. 784. Die Entſagung einer Erbſchaft wird nicht vermutet: ſie kann hinfuͤhro nicht anderſt geſchehen, als in der Gerichtſchreiberei des Gerichts erſter Inſtanz, in deſſen Bezirke die Erbſchaft er⸗ oͤfnet worden, auf einem t Kioenſ dazu gehaltenen Regiſter. 785. Der Erbe, der eutſagt, iſt anzuſehn wie einer, der nie Erbe geweſen iſt. 788. Der Theil des Entſagenden waͤchſt ſei⸗ nen Miterben zu. Iſt der Entſagende aber allein; ſo faͤllt deſſen Theil an den folgenden Grad. 787. Man gelangt nie zu einer Erbſchaft aus dem Grunde, weil man an die Stelle eines Erben tritt, der entſagt hat. Wenn der Entſagen⸗ de einziger Erbe in ſeinem Grade iſt, oder, wenn alle ſeine Miterben entſagen; ſo gelangen die Kin⸗ der aus eigenem Rechte zur Erbſchaft und theilen nach Koͤpfen. 1 ian Va 183. Na enſ ſeſh tun eiſzat in ur u hei r eixn taay un i ur bi dü: ſe v ſals e 13 C Wchat auc iſcſt a Ih. k Nueüſhen PUüube, Nua ui f ſn uda fer aäce a letmm. rufüe h mm da Müiii hud ti oh n. nac dit, — td, du a t war, m ſchaft ſ(athen — veruinza ſcritt Erbſcheſin einer Eüſt nfüͤheo dic hreibert de irke die d genſt dauſ agt, iſ en . tſagendin i ntſagende olgenden e zu eine 3 an dit e Wenn uet ade iſ o gium dſſtei mp 1— 285— 788. Sehn die Glaͤubiger, daß jemand durch ſeine Entſagung ihre Rechte ſchmaͤlert; ſo koͤnnen ſie ſich von Gerichtswegen ermaͤchtigen laſſen, die Erbſchaft im Namen und an Statt ihres Schuld⸗ ners zu uͤbernehmen. In einem ſolchen Falle wird auch die Entſa⸗ gung nur zu Gunſten der Glaͤubiger vernichtet, und nur bis auf die Summe, die ſie zu fodern haben: ſie wird hingegen nicht vernichtet zum Vor⸗ teil des Erben, der entſagt hat. 789. So viel Zeit erfodert wird zur laͤng⸗ ſten Verjaͤhrung unbeweglicher Rechte, ſo viel Zeit gehoͤrt auch zur Verzaͤhrung der Befugnis, eine Erbſchaft anzunehmen oder ihr zu entſagen. 790. So lange die Verjaͤhrung des Rechts, die Erbſchaft anzunehmen, gegen Erben, die ent⸗ ſagt haben, nicht erworben iſt; ſo lange ſteht es ihnen noch frei, die Erbſchaft anzunehmen, in ſo fern andere Erben ſie nicht angenommen haben. Eine ſolche Annahme kann aber in keinem Falle den Rechten nachtheilig werden, die etwa ein Drit⸗ ter auf die Guͤter der Erbſchaft erworben hat, es ſey nun durch Verjaͤhrung, oder durch ſonſtige guͤltige Handlungen, die er mit dem fuͤr den erb⸗ loſen Nachlas beſtellten Eurator vorgenommen. 791. Auf den Nachlas eines Menſchen, der nooch lebt, kann man nicht verzichten, ſelbſt nicht — 286— durch einen Heirathsvertrag. Eben ſo wenig laſ⸗ ſen ſich die etwa noch entſtehenden Rechte veraͤuſ⸗ ſern, die man auf einen ſolchen Nachlas haben kann. 792. Ein Erbe, der etwas aus einem Nach⸗ laſſe entwendete oder verhehlte, iſt der Befugnis, ihm zu entſagen, verluſtig: er bleibt, der Entſa⸗ gung ungeachtet, unbedingter Erbe, und kann kei⸗ nen Anteil fodern an den Sachen, die er entwen⸗ det oder verhehlt hat. Dritter Abſchnitt. Von der Rechtswohlthat des Inventariums, ihren Wir⸗ kungen, und den Verbindlichkeiten des Erben mit Vorbehalt. 793. Wer die Eigenſchaft eines Erben nicht anderſt annehmen will, als mit Vorbehalt der Rechtswohlthat des Inventariums, muß dies er⸗ klaͤren, und zwar in der Gerichtſchreiberei des Ge⸗ richts erſter Inſtanz, in deſſen Bezirke der Erban⸗ fall ſich ereignet hat. Seine Erklaͤrung wird in das naͤmliche Regiſter eingetragen, ſo fuͤr die Ent⸗ ſagungsacten beſtimmt iſt. 794. Ein ſolcher Erbe muß aber, vor. oder nach dieſer Erklaͤrung, ein getreues und vollſtaͤn⸗ diges Inventarium oder Verzeichnis uͤber den gan⸗ —p 4 n Necl tn dir iißtordu um ti n kene n! de Et d w ii ei derre u n ide wale id ſia md ng des ſoſen ſat tenterum luf her d R in giet,) m üiiſi oit emi Dln dis Wich hläſen, dal ſſaan iſ Vnaee wonh Pden i an, den Rtane en Jateh Raus ina iſ da A bleibt, R tbe, und im den, d n hnitt Itariums, inl eiten db ines dit wit Daci ms, wif ſſchreiben Bezitt dis Erklänn n dünr, 3 nes n hnis Krt zen Nachlas aufnehmen, und zwar mit Beobach⸗ tung der Formen, die das Geſetzbuch uͤber die Ge⸗ richtsordnung regulirt, und in einer Friſt, die hier⸗ unten beſtimmt wird. Ohne dies hat ſeine Erklaͤ⸗ rung keine Wirkung. 795. Um das Inventarium zu machen, hat der Erbe drei Monate, von dem Tage angerechnet, wo die Erbfolge eroͤfnet worden. Ferner hat er eine Friſt von vierzig Tagen, um zu uͤberlegen, ob er annehmen oder entſagen wolle; und dieſe vierzig Tage fangen an zu lau⸗ fen von dem Tage an, wo die drei fuͤr Verferti⸗ gung des Inventariums geſtatteten Monate ver⸗ floſſen ſind, oder von dem Tage an, wo das In⸗ ventarium geſchloſſen worden, wenn dies vor Ab⸗ lauf der drei Monate geſchehen iſt. 796. Wenn es indeſſen in der Erbſchaft Sa⸗ chen giebt, die leicht verderben, ober deren Erhal⸗ tung koſtſpielig waͤre; ſo kann der Erbe ſich vom Gericht ermaäͤchtigen laſſen, ſie zu verkaufen. Er kann dies blos aus dem Grunde, weil er erbfaͤ⸗ hig iſt, thun, und man kann darum nicht gleich ſchlieſſen, daß er die Erbſchaft angenommeu habe. Der Verkauf geſchieht in einem ſolchen Falle von einem öffentlichen Beamten, mit Beobachtung der in den Geſetzen uͤber die buͤrgerliche Gerichtsordnung vorgeſchriebenen Verkuͤndigungen und Anſchlaͤge. 20 — 2838— 797. So lange die Friſten, ein Inventarium zu machen und zu uͤberlegen, noch laufen, kann der Erbe nicht gezwungen werden, dieſe Eigenſchaft anzunehmen; auch kann gegen ihn keine Verurtei⸗ lung erwirkt werden. Wenn er vor oder nach Ver⸗ lauf der vorbenannten Friſten entſagt; ſo fallen die Koſten, die er bis zu dieſer Zeit guͤltiger Wei⸗ ſe gemacht hat, dem Nachlas zur Laſt. I 798. Rach Verlauf der vorbenannten Friſten, kann der Erbe, im Fall eine Klage gegen ihn an— geſtellt wird, eine neue Friſt begehren; und das Gericht, ſo mit der Streitſache befaſt iſt, geſtattet ſie, oder ſchlaͤgt ſie ab, nach Verhaͤltnis der Um⸗ ſtaͤn de. 799. Im Falle des vorhergehenden Artikels muß der Nachlas die Prozeskoſten tragen, wenn der Erbe beweiſet, daß er den Todesfall nicht ge⸗ wuſt habe, oder daß die Friſten unzulaͤnglich wa⸗ ren, entweder wegen der Lage der Guͤter, oder we⸗ gen eingetretener Streitigkeiten. Beweiſt er dies nicht; ſo traͤgt er die Koſten ſelbſt. 1 800. Der Erbe hat noch immer die Befug⸗ nis, ein Inventarium zu machen, und Erbe mit Vorbehalt(1) zu werden, wenn ſchon die im Art. (1) Jedermann wird leicht verſtehen, daß ich Erben mit Vorbehalt den Erben nenne, der die Erb⸗ gtin gült er Fiite At.*9! ttane he haſſtit In ilr ü in i m erutte ol, ui Wfſe i gend ei Wder Dun hhat des 8o, ſtt fohga (ien. wein Jnte och lauſn „ dieſee bgte hn ſm de Aann zit 35 1 ur kaß. benennkfi lage gege i. gehren; befeſt ii zi Zerhäͤltnis n rgehenda! ken tragn to desful it unzalänit er Gäte Beweſ bſt. immer 4 ſchon tn fn, uü nenae, N3” — 289— 795 geſtatteten Friſten verlaufen find. Auch be⸗ haͤlt er jene Befugnis noch ſelbſt nach Ablauf der Friſten, die ihm etwa das Richteramt kraft des Art. 798 bewilligt hat. Er verliert ſie aber, wenn er eine Handlung vorgenommen hat, welche die Eigenſchaft eines Erben vovausſetzt, oder wenn ge⸗ gen ihn ein rechtskraͤftiges Urteil vorhanden iſt, das ihn in der Eigenſchaft eines unbedingten Er⸗ ben verurteilt. 801. Der Erbe, der etwas verheimlicht, oder mit Wiſſen und unredlicher Weiſe unterlaſſen hat, irgend ein Erbſchaftsſtuͤck in das Inventarium oder Verzeichnis aufzunehmen, iſt der Rechtswohl⸗ that des Inventariums verluſtig. 80a. Der Vorbehalt jener Rechtswohlthat hat folgende vortheilhafte Wirkungen fuͤr den Erben. iſtens. Braucht er die Schulden der Verlaſ⸗ ſenſchaft nur in ſo fern zu bezalen, als das Vermoͤgen hinreicht, ſo er daraus bekom⸗ men hat. Er kann ſogar die Bezalung der Schulden von ſich ablehnen dadurch, daß er den Glaͤubigern und Legataren die Guͤ⸗ ter der Erbſchaft uͤberlaͤſt. ſchaft unter dem Vorbehalt der Rechtswohlthat des Inventariums annimmt. 2* — 290— atens. Verhindert er dadurch die Vermi⸗ ſchung ſeines eigenen Vermoͤgens mit dem, was in der Erbſchaft iſt, und er behaͤlt ge⸗ gen die Erbſchaft das Recht zu verlangen, daß ihm daraus ſeins Foberungen bezalt werden. 803. Der Erbe mit Vorbehalt iſt verbunden, die Guͤter der Verlaſſenſchaft zu verwalten, und den Glaͤubigern und Legataren Rechenſchaft 4 u. legen uͤber ſeine Verwaltung. Nur dann erſt haftet er mit ſeinem eigenen Vermoͤgen, wenn er in Verzug geſetzt worden, ſei⸗ ne Rechnung abzulegen, und wenn er dieſer Ver⸗ bindlichkeit kein Genuͤge geleiſtet hat. Nach Abſchluß der Rechnung haftet er mit ſeinem eigenen Vermoͤgen nur fuͤr die Summe, die er etwa noch ſchuldig bleibt. 804. In der Verwaltung, die ihm obliegt, haftet er nur fuͤr ein grobes Verſehen. 805. Er kann den beweglichen Nachlas nicht anderſt verkaufen, als in Beiſeyn eines oͤffentlichen Beamten, an den Meiſtbietenden, und nach den gewoͤhnlichen Verkuͤndigungen und Anſchlaͤgen. Liefert er aber die Gegenſtaͤnde ſelbſt zuruͤck; ſo haftet er nur fuͤr die Verſchlimmerung, die ſiß nkerſals 8 Lar d it daran di. rkauſen, — Giſtze il ſiraten. weddenden aniſn. 8o). lebezüi ſachnt bevegli nen Gl ſlban dder ande baſſet maite hruxent Aſaiti u vüt laexich dod de En dähalt d A. dn. uch d d nͤgen nih und atejü ct ſu deinn fodenuga ne alt it deiun berwalte Kechenſchſt nit ſinm in iſettt donda in er diſ hat. g haſtte fuͤr di de die iſn uü kſehen. hen Jatſti einesifut 1, und u d Auſcli ne äbt aarund — 291— allenfalls erlitten, und fuͤr das, was ſie etwa an Werth verloren haben, in ſo fern ſeine Nachlaͤſſig⸗ keit daran Schuld iſt. 306. Er kann die unbeweglichen Guͤter nicht verkaufen, als mit Beobachtung der Formen, die die Geſetze uͤber die buͤrgerliche Gerichtsordnung vor⸗ ſchreiben. Die Kaufſchillinge davon muß er den ſich meldenden Glaͤubigern, die eine Hypotheke haben, zuweiſen. 807. Fuͤr beides, ſowohl fuͤr den Werth des beweglichen Nachlaſſes, der im Inventarium ver⸗ zeichnet iſt, als fuͤr den Theil des Preiſes der un⸗ beweglichen Guͤter, der den mit Hypothek verſehe⸗ nen Glaͤubigern nicht zugewieſen iſt, muß er gute zalbare Buͤrgſchaft leiſten, wenn die Glaͤubiger oder andere beteiligte Perſonen es fodern. ceeiſtet er die Buͤrgſchaft nicht; ſo wird das bewegliche Vermoͤgen verkauft, der Preis davon hinterlegt und dazu verwendet, die Laſten der Ver⸗ laſſenſchaft zu tilgen. Das naͤmliche geſchieht mit dem nicht zugewieſenen Theile des Preiſes der un⸗ beweglichen Guͤter. 808. Giebt es unter den Glaͤubigern ſolche, die Einſpruͤche machen; ſo kann der Erbe mit Vor⸗ behalt nicht zalen, als nach der Ordnung und auf die Art, wie ſie von Gerichtswegen regulirt wer⸗ den. 8 — 292— Giebt es aber ſolche Glaͤubiger nicht; ſo be⸗ zalt er die Glaͤubiger und begatare nach der Hid⸗ nung, wie ſie ſich melden. 8o9. Glaͤubiger, welche keinen Einſpruch ge⸗ macht, und ſich erſt melden nach Abſchluß der Rechnung und Bezalung des Ueberſchuſſes, haben ihren Regreß blos gegen die Legatare. In beiden Faͤllen wird der Regreß verjaͤhrt in drei Jahren, welche anfangen zu laufen vom Tage der abgeſchloſſenen Rechnung und des btzal⸗ ten* Aeberſchuſſes. 810. Die Koſten der Verſteglung, wenn ſe geſchehen iſt, des Inventariums und der Nech⸗ nungsablage traͤgt die Erbſchaft. Vierter Abſchnitt. Vom erbloſen Nachlaſſe. 811. Jn folgenden Faͤllen wird eine Verlaſ⸗ ſenſchaft fuͤr erblos angeſehn: wenn naͤmlich nach Ablauf der fuͤr Ueberlegen und Inventur bewillig⸗ ten Friſten ſich niemand meldet, der dieſelbe in Anſpruch nimmt; wenn kein bekannter Erbe vor⸗ handen iſt, oder, wenn die bekannten Erben ihr entſagt haben. 312. Auf bas Geſuch der beteiligten Perſo⸗ m ede nſſites, a daͤiit ableſen d ſfen. 805 . SAind de uh) dß e iht de e gicad. m ſt mng ſdd Aanhſt du Jat Güter, in rabegit a wWaten an. wm Nr 346 de gager anterer lin de ha nt aA ii u im u ae ritt d nach h en Enſnh, ach Pöſala, erſcuſe 1 atare. e Regu diſ en zu lauſa g und de eglung, vai und de¹ nitt. ird eine M un nänlt nventur bal der diſt: antet Eli nuta eini trilgua gi — 293— nen, oder auch auf Antrag des Regierungscom⸗ miſſaires, ernennt das Gericht erſter Inſtanz in dem Bezirke, wo die Erbfolge eroͤfnet worden, der erbloſen Verlaſſenſchaft einen Curator oder Vor⸗ ſtand. 8213. Ein ſolcher Curator muß vor allem den Beſtand des Nachlaſſes ausmitteln, und zwar da⸗ durch, daß er ein Verzeichnis daruͤber verfertigt. Er uͤbt die Rechte der Erbſchaft aus, und macht ſie geltend. Er antwortet auf die Anſpruͤche, die gegen ſie erhoben werden, und hat die Verwal⸗ tung, jedoch ſo, daß er die Baarſchaft, die ſich im Nachlaſſe befindet, ſo wie die Kaufſchillinge aus dem Verkauf der beweglichen oder unbeweglichen Guͤter, in die Caſſe des Empfaͤngers der Natio⸗ nalregie abfuͤhre, damit die Rechte eines jeden er⸗ halten und Rechenſchaft abgelegt werden koͤnne dem, der dazu berechtigt iſt. 814. Was uͤbrigens in dem dritten Abſchnitt des gegenwaͤrtigen Capitels uͤber die Form des Inventariums, uͤber die Art der Verwaltung, und uͤber die Rechnungsablage in Ruͤckſicht auf den Erben mit Vorbehalt iſt verfuͤgt worden, iſt auch auf die einer erbloſen Verlaſſenſchaft beſtellten Cu⸗ ratoren anwendbar. —-— — 294— Sechſtes Capirel. Von der Theilung und dem Einwerfen. Erſter Abſchnitt. Von der Klage auf Theilung und ihrer Form. 815. Niemand iſt gezwungen, in der Gemein⸗ ſchaft— eines Nachlaſſes— zu bleiben, und die Theilung kann allezeit gefodert werden, ſelbſt wenn Verbote oder Vertraͤge dagegen vorhanden waͤren. Jedoch iſt ein Vertrag, wodurch die Theilung waͤhrend einer beſtimmten Zeit aufgeſchoben wird, guͤltig: er verbindet nicht laͤnger als fuͤnf Jahre, kann aber erneuert werden. 816. Man kann noch auf Theilung klagen ſelbſt in dem Falle, wo ein Miterbe fuͤr ſich be⸗ ſonders einen Theil des Nachlaſſes im Genuſſe ge⸗ habt hat. Hiebei wird aber vorausgeſetzt, daß keine Theilungsaecte vorhanden ſey, oder der Mit⸗ erbe keinen Beſitz habe, der zur Verjaͤhrung hin⸗ laͤnglich iſt. 817. Was die minderjaͤhrigen oder gericht:; lich unterſagten Miterben betrift, ſo koͤnnen ihre Vormuͤnder die Klage auf Theilung anſtellen: ſie muͤſſen ſich aber dazu beſonders von dem Famtili⸗ enrathe ermaͤchtigen laſſen. 2 3r Llape do en ſa 88, k Ken ſo in etrnweiſh hr zwieh he ſin d renſcheit, ln üict kr an i dang ſoder iaachäit Dan Fjilng dr Frau; 49 b ä, ſ fetn da häüung i irden u gls d End et e ſih Uag in din ht pitel en(inyeng nitt. unh in a gen, in da blber n werden ſ borhanda durch de aufgeſchhen ger als fin if Theile Miterbe ith iſſes in bai dorausgit ſen, edern ur Vejähu — iigen oir e , ſ ma, ſkung eniln don duk — 295 In Anſehung abweſender Miterben, ſteht die⸗ ſe Klage den Verwandten zu, die in den Beſitz ge⸗ wieſen ſind. 818. Bewegliches oder unbewegliches Vermoͤ⸗ gen, ſo der Frau anfaͤllt, gehoͤrt entweder zur Guͤ⸗ tergemeinſchaft; und dann kann der Mann, ohne ihre Zuziehung, auf Theilung deſſelben antragen: oder jene Gegenſtaͤnde gehören nicht zur Guͤterge⸗ meinſchaft, und dann kann der Mann ihre Thei⸗ lung nicht fodern, als mit Zuziehung ſeiner Frau. Er kann in dieſem Falle nur eine einſtweilige Thei⸗ lung fodern, wofern er zum Genuß ſolcher Guͤter berechtigt iſt. Wenn Miterben der Frau auf die endliche Theilung klagen; ſo muͤſſen ſie den Mann und die Frau zugleich belangen. 819. Sind alle Erben anweſend und gros⸗ jaͤhrig; ſo iſt die Anlegung der Siegel auf die Effecten der Verlaſſenſchaft nicht nothwendig, die Theilung kann geſchehen, wie die Beteiligten fuͤr gut finden, und iſt dazu keine Form oder beſonde⸗ re Acte vorgeſchrieben. Sind aber nicht alle Erben anweſend, oder giebt es unter ihnen Minderjaͤhrige oder gericht⸗ lich Unterſagte; ſo muͤſſen, ſo bald als moͤglich, bie Siegel angelegt werden. Die Verſiegelung ge⸗ ſchieht auf das Geſuch der Erben, oder auf Be⸗ — 296— kreiben des Regierungscommiſſaires bei dem Ge⸗ richt erſter Inſtanz, oder von Amtswegen von dem Friedensrichter, in deſſen Bezirke die Erbfolge eroͤf⸗ net worden. 830. Auch die Glaͤubiger koͤnnen die Anle⸗ gung der Siegel fodern; ſie muͤſſen aber dazu ei⸗ nen executoriſchen Titel haben, oder eine Erlaub⸗ nis des Richters.— 821. Sind einmal die Siegel angelegt; ſo kann jeder Glaͤubiger dabei Oppoſition einlegen, oder einſprechen, wenn er auch keinen executori⸗ ſchen Titel oder keine kichterliche Erlaubnis aufzu⸗ weiſen hat.. Die bei Abnahme der Siegel und bei der Verfertigung des Inventariums zu beobachtenden Feierlichkeiten finden ſich in der Gerichtsordnung. 822. Die Klage auf Theilung ſowohl, als die Streitigkeiten, welche im Laufe der ſich dahin beziehenden Geſchaͤfte entſtehen koͤnnen, gehoͤren vor das Gericht. des Ortes, wo die Erbfolge eroͤfnet worden. Vor dem naͤmlichen Gerichte geſchehen die Verſteigerungen, und dahin muͤſſen auch gebracht werden jene Klagen, welche die Gewaͤhrleiſtung der kooſe unter den Theilenden, und die Wiederaufhe⸗ ünn der ſan() 3. T n viltgen die At dahe eüune u beict Rhlugsgſt in deiht 844. waiinäih den ötthe n polln dun e. trictnger Utn, diſr eua dtt ilt ſeh h neiicts, ii ſͤa d m g bur da h vegen ua e eEthſala inen die m maber daa eine Era 8 langele, ſition einte inen ean dlaubnis in und bi beobachtet richtsorde ſowoflt der ſch di i, gehöran bfolge ein geſhhn h auch gäni hekeifumgt Wisderuujß — 297— bung der geſchehenen Theilung zum Gegenſtande haben(1). 1 823. Wenn ein Miterbe nicht in die Thei⸗ lung willigen will, oder, wenn Streit entſteht uͤber die Art dabei zu verfahren oder ſie zu beendigen; ſo iſt die Verfahrungsart bei Gericht ſummariſch. Das Gericht kann auch, nach Befinden, fuͤr die Theilungsgeſchaͤfte einen Richter verordnen, auf deſſen Bericht es dann die Süreinigreiten entſchei⸗ det. 824. Die liegenden Guͤter werden von Sach⸗ verſtaͤndigen abgeſchaͤtzt, und letztere gewaͤhlt von den Betheiligten ſelbſt, oder, falls ſie nicht waͤh⸗ len wollen, von Amtswegen. Den Sachverſtaͤndigen liegt es ob, über ihre Verrichtungen einen ausfuͤhrlichen Aufſatz anzufer⸗ tigen; dieſer muß enthalten die Grundlage der Schaͤtzung, und die Angabe, ob das abgeſchaͤtzte Stuͤck fuͤglich koͤnne getheilt werden, und auf wel⸗ che Art. und falls die Theilung des abgeſchaͤtz⸗ ten Stuͤckes geſchehen kann; ſo ſoll jener Aufſatz noch jeden Theil beſtimmen, der ſich davon machen laͤſt, und den Werth eines jeden Theils. (1) Les demandes relatives à la garantie des lots es oelles en rescisimν du partage. — 298— 825. Was die Abſchaͤtzung der beweglichen Guͤter betrift, ſo geſchieht dieſelbe, wenn ſie nicht bereits in einem regelmaͤſſigen Inventarium geſche⸗ hen iſt, von ſachverſtaͤndigen Leuten, nach ihrem wahren Werthe und ohne Erhoͤhung(1). 826. Jeder Miterbe kann fodern, daß ihm ſein Theil an den beweglichen ſowohl als unbe, weglichen Guͤtern der Verlaſſenſchaft in Natur ver⸗ abfolgt werde. Wenn indeſſen Glaͤubiger vorhan⸗ den ſind, welche Arreſt darauf gelegt, oder Ein⸗ ſpruͤche gemacht haben, oder wenn die Mehrheit der Erben glaubt, daß der Verkauf noͤthig ſey zur Tilgung der Schulden und Laſten der Verlaſſen⸗ ſchaft; ſo werden die beweglichen Guͤter oͤffentlich und in der gewoͤhnlichen Form verkauft. 837. Laſſen ſich die unbeweglichen Guͤter nicht fuͤglich theilen; ſo muͤſſen ſte vor Gericht an den Meiſtbietenden verkauft werden. Jedoch koͤnnen die Erben, wenn ſie alle gros⸗ (1) D. h. ohne daß nachher zu dem Schaͤtzungsyrei⸗ ſe noch etwas hinzugeſetzt werden duͤrfte, wie dies ſonſt in verſchiedenen Gexenden Frankreichs ge⸗ ſchah, wo der in der Schaͤtzung angegebene Preis nicht als der eigentliche Preis betrachtet, ſondern zu demſelben noch ein Viertel, ein Achtel u. ſ. w. hinzugeſetzt, und dieſer vereinigte Betrag als den wahren Werth angenommen ward. — äs ſn n tyr Lſe ub, e lm dinr mmiui nh Frnn un lle eini Wwtt nnt. Lad lmdu du ſuii Fnrich d uſſe ſy Klich feßg ttwrrden, he 9. ſui enan, Bwi di do, ſ n0 nntigt Jil aas As — zung der geelte den⸗ 1Invennn keuta, u thöhung() un foden, en ſowohl 3 enſchaft ul en Gläudir rauf gale wenn ſe erkauf ith kaſten da! glichnn bine zan darkauſ unbeweglt⸗ iſen ſettt weeden. en, veut zn den bie tt werder uhn Ggegenden ii qttung uute Iriis hand dierrl, in 4 ſer tereinied nonnien xal — 299— jaͤhrig ſind, ſich dahin vereinigen, daß die Verſtei⸗ gerung vor einem Notaire geſchehe, uͤber deſſen Wahl ſie uͤbereinkommen. 828. Sobald die beweglichen und unbeweg⸗ lichen Guͤter abgeſchaͤtzt, und, den Umſtaͤnden nach, verkauft ſind; verweiſet der verordnete Richter die Partien vor einen Notaire. Ueber die Wahl deſ⸗ ſelben vereinigen ſie ſich unter ſich; und wenn ſie dies nicht koͤnnen, ſo wird er von Amtswegen er⸗ nannt. Vor dieſem Beamten berechnen ſich die Thei⸗ lenden vor allem uͤber das, was ſie etwa einander ſchuldig ſind; dann wird ausgemittelt, was ei⸗ gentlich der Nachlas oder die geſammte Erbſchafts⸗ maſſe ſey; hierauf werden die Looſe gemacht, und endlich feſtgeſetzt, was jedem Theilenden ausgelie⸗ fert werden muß. 829. Jeder Miterbe wirft zur Erbſchaftsmaſ⸗ ſe ein die ihm gemachten Schenkungen, und die Summen, die er ſchuldig iſt, und zwar nach den Regeln, die weiter unten feſtgeſetzt werden. 830. Geſchieht die Einwerfung nicht in Na⸗ tur; ſo nehmen die Miterben, die ſie zu fodern berechtigt ſind, einen dem Einzuwerfenden gleichen Theil aus der Erbſchaftsmaſſe vorab. Was die Miterben auf ſolche Art vorab neh⸗ N men, das nehmen ſie, ſo viel moͤglich, aus jenen Gegenſtaͤnden, die mit den naut in Natur einge⸗ worfenen Gegenſtaͤnden einerlei Natur, Eigenſchaft und Guͤte haben. — 831. Was hiernach von der Maſſe üͤbrig bleibt, wird in ſo viele gleiche Looſe getheilt, als theilende Erben oder theilende Staͤmme vorhanden ſind. 832. Bei Bildung und Zuſammenſetzung der Looſe iſt hauptſaͤchlich zweierlei zu beobachten. Er⸗ ſtens iſt, ſo viel moͤglich, darauf zu ſehen, daß die Erbe nicht zu ſehr verſtuͤckelt, und die Benutzung nicht zu ſehr getheilt werde. Zweitens verſteht es ſich, daß, wo es immer angeht, jedes Loos ſo ge⸗ macht werde, daß es die naͤmliche Quantitaͤt in beweglichen und unbeweglichen Guͤtern, Rechten und Schuldfoderungen von einerlei Werth und Natur enthalte 833. Was einem dooſe an Gegenſtaͤnden in Natur abgeht, das erhaͤlt es an Renten oder an Baarſchaft. 334. Die Looſe macht einer von den Miter⸗ ben, wenn ſie uͤber die Wahl deſſelben unter ſich einig werden koͤnnen, und wenn derjenige, den ſie gewaͤhlt haben, den Auftrag annimmt. Sonſt macht die Looſe ein Sachverſtaͤndiger, den der verordnerc Richter ernennt. i 4 — hienut E. Whogen T her die de Art En. N eir imn in lavend talnde 6 1. T Rotaite ſag ſe iriit e as du he Iiichwerden ter den zu MNiritens u vie ſe ai . N. n um 6 i Andan ürge z PWrhen ud a rte jhancedan Sind dhälung Nhun inm Mnäglc d in In di Nauu ie in de Ah e kooſe ghe e Stäamah zuſamanſt di zu beobice auf zu ſc z und deh Iweiters ue ht jedes l nimliche D hſe Giten, dinetti Wn an Gennid 3 au Nanm iger bon dn l deſſäbe u m drrfein annim. — 50801— Hiernach wird darum gezogen. 335. Jeder Theilende kann, eh⸗ um die Loo⸗ ſe gezogen wird, ſeine Einwendungen vorbringen uͤber die Art, wie ſie ſind gemacht worden. 836. Die Regeln, welche fuͤr die Theilung einer ganzen Maſſe vorgeſchrieben ſind, finden auch ihre Anwendung bei der Untervertheilungn unter die theilenden Staͤmme. 837. Wenn uͤber den Operationen, die einem Notaire zugewieſen ſind, Streitigkeiten entſtehen; ſo fertigt er daruͤber ein Protocoll an, worin das, was die Partien gegenſeitig bemerken, ſammt ihren Beſchwerden, verzeichnet wird, und verweiſet ſie vor den zur Theilung verordneten Commiſſaire. Uebrigens wird verfahren nach der Art und Wei⸗ ſe, wie ſie die Gerichtsordnung vorſchreibt. 838. Wenn nicht alle Erben anweſend ſind, oder wenn es unter ihnen gerichtlich Unterſagte oder Minderjaͤhrige, und ſelbſt emancipirte Min⸗ derjahrige giebt; ſo muß die Theilung gerichtlich geſchehen und mit Beobachtung der Regeln, die in den Artikeln 819 und folgenden bis zum vor⸗ hergehenden Artikel einſchlieslich, vorkommen. Sind mehrere Minderjaͤhrige da, die bei der Cheilung ein entgegengeſetztes Intereſſe haben; ſo muß einem jeden von ihnen ein eigner und fuͤr — 32— den Fal beſonbers beltelter Vormund gegeben werden. 839. Koͤmmt es, im Fall des vorhergehenden Artikels, zur Verſteigerung; ſo kann ſie nicht ge⸗ ſchehen, als gerichtlich und mit Beobachtung der Feierlichkeiten, die zur Veraͤuſſerung des Vermoͤ⸗ gens der Minderjaͤhrigen erfoderlich ſind. Fremde werden immer zugelaſſen. 840. Theilungen, welche, den hier oben vor⸗ geſchriebenen Regeln gemaͤs, entweder von Vor⸗ muͤndern mit Ermaͤchtigung eines Familienrathes, oder von emancipirten Minderjaͤhrigen in Beiſtand ihrer Curatoren, oder im Namen abweſender oder nicht gegenwaͤrtiger Perſonen geſchehen ſind, ſind endlich abgeſchloſſen oder definitif: ſie ſind hinge⸗ gen blos einſtweilig oder fuͤrſorglich, wenn die vorgeſchriebenen Regeln nicht dabei ſind beobach⸗ tet worden. 3 71. Wenn ein Miterbe ſein Recht auf die Verlaſſenſchaft an jemanden abgetreten hat, der nicht faͤhig iſt, den Erblaſſer zu erben; ſo kann der, zu deſſen Gunſten die Abtretung geſchehen iſt⸗ von der Theilung ausgeſchloſſen werden, obſchon er mit dem Erblaſſer verwandt iſt: und dieſe Be⸗ fugnis, ihn auszuſchlieſſen, hat ein Erbe ſo gut, wie ſaͤmmtliche Miterben; nur muß ihm das er⸗ ſtattet werden, was er fuͤr die Altretung gege⸗- ben hat. n hälenden b ddn, b0 nttha 1 d 4 tu ut n üälha ſd ur üt, n luzsgentſen ut kR m wird. den i zene —maegejändi 7 darſaber daing, daf uas ſp re Bi Änia, 1 Wi Wuhcha 6) D. cn 2 Dornund 4 des terjatt d kenn ſen nit Deubeönn iſſrung da derlich ſad, den hi t entwede w ines Funiſe rjährign u uen addiſ geſcheheni nitif: ſeß rſorglic dabei ſi ſein Attt abgettun gu eben, tretung zit in wadm, t iſt: 9nd hat ein e ur muf ie die Pnaa — 203— 844. Nach vollendeter Theilung muͤſſen jedem Theilenden die beſondern Ürkunden ausgehaͤndigt werden, welche auf die ihm angefallenen Stuͤcke ſprechen. Was aber die Urkunden betrift, welche auf ein unter mehrere getheiltes Eigentum ſprechen, ſo bleiben ſie demjenigen, der den groͤſten Theil da⸗ von hat, mit dem Beding jedoch, ſeinen Thei⸗ lungsgenoſſen, d ie ein Intereſſe daran haben, da⸗ mit behuͤlllich zu ſeyn, ſo oft es von ihm ets⸗ dert wird. Die gemeinſchaftlichen Urkünden, welche auf die ganze Erbſchaft ſprechen, werden demjenigen ausgehaͤndigt, den ſaͤmmtliche Erben zum Verwah⸗ rer derſelben auserſehn haben, wieder mit dem Beding, daß er ſeinen Theilungsgenoſſen damit behuͤlflich ſey bei jeder Auffoderung. Koͤnnen ſie uͤber die Wahl eines ſolchen Verwahrers nicht ei⸗ nig werden, ſo waͤhlt der Richter fuͤr ſie. Zweiter Abſchnitt. Vom eihe ren Lhe Berhne wenn er 5 einer en end, gelangt, iſt (1) Das rapports, von der Collation. Rapporter conferiren, einwerfen, wieder einbringen, ſind 21 4* — 204— zur Einwerfung verbunden. Die Einwerfung ge⸗ ſchieht zum Vorteil ſeiner Miterben, und befaſt alles, was er von dem Erblaſſer durch Schen⸗ kung unter den Lebenden, mittelbar oder unmittel⸗ bar, bekommen hat. Der Erbe kann nur dann die ihm vom Erblaſſer gemachten Schenkungen be⸗ halten, und die ihm von ſelbigem zugedachten Ver⸗ maͤchtniſſe in Anſpruch nehmen, wenn der Erblaſ⸗ ſer ausbruͤcklich erklaͤrt hat, daß jede Schenkungen und Vermaͤchtniſſe als ein Voraus neben ſeinem Erbtheile anzuſehen ſeyen, oder, wenn er ihn von der Verbindlichkeit, dieſelben einzuwerfen, aus⸗ druͤcklich befreit hat. 844. Obſchon aber die Vermaͤchtniſſe und Schenkungen mit einer von beiden Erklaͤrungen be⸗ gleitet ſind, daß ſie als ein Voraus anzuſehn, oder daß ſie vom Einwerfen frei ſeyn ſollen; ſo kann der Erbe, wenn er zur Theilung koͤmmt, ſie —— gleichbedeutende Woͤrter. Die Frage iſt hier dieſe: wenn mehrere Erben vorhanden ſind, und einer oder einige unter ihnen von dem Erblaſſer bei deſſen Leben etwas bekommen haben, oder, wenn der Erblaſſer einem oder einigen unter den Erben ein Vermaͤchtnis zugedacht hat; muß er, oder, muͤſſen ſie ſolches bei der Theilung wieder ein⸗ bringen? muß er, oder muͤſſen ſie ſich das bereits bekommene an ihrem Theile anrechnen laſſen? kann er, oder, koͤnnen ſie jenes Vermaͤchtnis fo⸗ dern oder nicht? kurz, muß er conferiren oder nicht? Snntung h rich! aitt ibeſt kn. Ne nuj einger 15. 1 am di u 1 nack vord hu ſbe ai den de ma eante 16. imnnun Eiſphe der atſen han 9. 2 a icnit, Hu una ie, ins tal ſa — die bee Mite ta, K blaſer wet ttelbat n Erde kan u. chten Szae bigem agädt ten, wenn ki deß jädes Voraus län der, venn i den einzaua die Vernit⸗ beiden bi ein Vateu⸗ a frei tt Thelbugt r. Dit ſeni vothander i en von u immen fin r einign m act ſit u der Dhelunt nlſer nii dheil— ſe jenes de⸗ , nuj e it „ Ddoch nicht behalten, als in ſo weit ſie den Theil nicht uͤberſteigen, woruͤber der Erblaſſer verfuͤgen konnte. Was uͤber den verfuͤglichen Theil geht, muß eingeworfen werden(1) 845. Der Erbe, der einer Erbſchaft entſagt, kann dem ungeachtet eine Schenkung, die ihm ge⸗ macht worden, behalten, oder ein Vermaͤchtnis, ſo ihm zugedacht iſt, fodern; beides aber nur bis auf den Theil, uͤber welchen der Erblaſſer verfuͤ⸗ gen konnte. 846. Der Geſchenknehmer, der zur Zeit der Schenkung nicht vermuthlicher Erbe war, iſt zur Einwerfung verbunden, wenn er am Tage, wo die Erbfolge eroͤfnet wird, erbfaͤhig iſt; es ſey denn daß der Geſchenkgeber ihm jene Verbindlichkeit erlaſſen habe. 847. Was die Vermaͤchtniſſe und Schenkun⸗ gen betrift, die dem Sohne eines Menſchen ge⸗ macht werden, der zur Zeit, wo die Erbfolge ſich eroͤfnet, ein Erbrecht hat; ſo werden dieſelben alle⸗ rit als frei von der Einwerfung angeſehn. 3 00 Nicht uͤber ſein ganzes Eigentum kann der Menſch zum Nachtheil der geſetzlichen Erben verfuͤgen. Welches dieſer Theil ſey, woruͤber man frei ver⸗ fuͤgen koͤnne, lehrt der Art. 913. u. f. unter dem folgenden Titel von Schenkungen unter Le⸗ denden und von Teſtamenten. 21* — 206— Der Vater, wenn er den Geſchenknehmer erbt, iſt nicht verbunden, ſie zur Maſſe einzuwerfen. 848. Eben ſo iſt der Sohn, im Fall er den Geſchenkgeber erbt aus eigenem Rechte(und nicht vermoͤge dee Vertretung), nicht verbunden, eine Schenkung einzuwerfen, die ſeinem Vater gemacht worden. Gelangt aber der Sohn zur Erbfolge durch Vertretung oder Repraͤſentation; ſo muß er das, was ſeinem Vater gegeben worden, einwer⸗ fen, obſchon er deſſen Verlaſſenſchaft entſagt hat. 849. Schenkungen und Vermaͤchtniſſe zu Gun⸗ ſten eines Ehegenoſſen, deſſen Ehegenoſſe ein Erb⸗ recht hat, werden angeſehn als befreit von der Einwerfung. Sind. die Schenkungen und Vermaͤchtniſſe zu gemeinſchaftlichen Gunſten zweier Eheleute gemacht, wovon nur einer ein Erbrecht hat; ſo wirft dieſer Erbberechtigke eine Haͤlfte ein. Schenkungen zu Gunſten eines erbberechtigten Ehegenoſſen wirft dieſer ganz ein. 850. Die Einwerfung geſchießt: nur zur S, laſſenſchaftsmaſſe des Geſchenkgebers. 851. Eingeworfen muß werden alles, was verwendet iſt worden zur beſondern Einrichtung (1¹) eines von den Miterben, oder zur Tilgung ſeiner Schulden.. (1 Etablissement. 2 ſbr. L hedn dit In kiiiha in w lus eim nich * iſta n w ſai i 65, 6 m elllaſer itta Bern ium nitti b4. hüt ehenſal riſn ſe ugungen! da ſe k k ſillnd tzee ſanu ihu R. 5 nenein Dhheudig ad Geſchabe. Raſſe intn kohn, in i em Rethu n nicht battit ſeinen ding Soht ſm äſentatien t geben worha, ilarchal at Vermichtaß n Ehegeeiſe als bein und Unrt eier Ejlu t hatz ir in. Sha a Ehagu zchien, aigebers wad 1 eſonten d oder 9 — 307— Eingeworfen brauchen dagegen nicht zu de ae 851 Koſten der Nahrung, des Unterhalts, der Erziehung, der Lehrzeit, die gewohnlichen Ko⸗ ſten der Ausſtaffirung(u), die Koſten der Hochzeit und ſonſt übliche Geſchenke. 853, Eben ſo verhaͤlt es ſich mit den Vor⸗ theilen, welche dem Erben irgend ein Vertrag mit dem Erblaſſer etwa verſchaft hat, in ſo fern ein ſolcher Vertrag zur Zeit, wo er geſchloſſen ward, keinen mittelbaren oder indirecten Nutzen darbot. 854. In Betracht der Geſellſchaftsvertraͤge zwiſchen dem Erblaſſer und einem ſeiner Erben hat ebenfalls die Einwerfung nicht Statt: nur muͤſſen ſie ohne Betrug geſchloſſen, und ihre Be⸗ dingungen durch eine authentiſche Urkunde regulirt worden ſeyn. 855. Unbewegliche Guͤter, wenn ſie durch Zu⸗ fall und ohne Verſchulden des Geſchenknehmers zu Grunde gegangen ſind, werden nicht eingeworfen. 856. Fruͤchte und Zinſen von Sachen, die eingeworfen werden muͤſſen, iſt der Beſitzer nicht ſchuldig, als vom Tage der eroͤfneten Erbfolge. 857. Ein Erbe wirft ein zu Gunſten ſeines (¹) Equipement. — 308— Miterben, nie aber zu Gunſten der kegatare oder Erbſchaftsglaͤubiger. 858. Die Einwerfung geſchieht entweder in Wirklichkeit, oder ſo, daß der Einwerfende weniger empfaͤngt(daß ihm mithin das Empfangene an⸗ gerechnet wird). 859. Was nun die unbeweglichen Guͤter be⸗ trift, ſo kann die Einwerfung in Wirklichkeit(in Natur) verlangt werden, wenn der Geſchenkneh⸗ mer das geſchenkte unbewegliche Gut nicht veraͤuſ⸗ ſert hat, und wenn in dem Nachlaſſe ſich keine unbeweglichen Guͤter von der naͤmlichen Art, Guͤte und Werth finden, wovon man fuͤr die uͤbrigen Miterben ungefehr gleiche Looſe machen koͤnnte. 860. Hingegen geſchieht die Einwerfung blos dadurch, daß der Geſchenknehmer weniger nimmt, wenn er das unbewegliche Gut vor Eroͤſnung der Erbfolge veraͤuſſert hat; und hiebei wird zum Grunde genommen der Werth, in welchem das un⸗ bewegliche Gut zur Zeit der Eroͤfnung ſtand. 864. In edenn Fall werden hiebei dem Ge⸗ ſchenknehmer die Auslagen gut geſchrieben, wodurch er die Sache verbeſſert hat, und zwar nach dem erhoͤhten Werthe, um welchen ſie ſich verbeſſert fin⸗ det zur Zeit der Theilung. 862. Auch muͤſſen dem Geſchenkuehmer gut⸗ biſhntat ug in uielih aa ſalte int tud und Mlulaa an d ſGida 6 à Ethe ſtun ſeſ M5. 864 das uder Verteſern Erwarer att na Kie l. Dhmaign ſ fi wn ae ur tne Nn Glud uu d Mwanugen in Daiir d. der tn ſciat te kinvein as Enfu weglichn de in Vrüt n der bit he Gut ut Nadhlſei nämlchat nan fit di ſe maca die Eidi ner venie it vor kin d hiebin „in watn eofnun ie den hitn geſchibn und ſoru ie ſth ni Seſhahe — 309— geſchtieben werden die nothwendigen Koſten, die er zu Erhaltung der Sache angewendet hat, ob⸗ ſchon ſie ſelbſt dadurch nicht verbeſſert worden. 863. Auf ſeiner Seite muß ſich dagegen der Geſchenknehmer den Verfall und die Verſchlimme⸗ rungen anrechnen laſſen, wodurch der Werth des unbeweglichen Gutes verringert worden; nur muß ein ſolcher Verfall oder eine ſolche Verſchlimme⸗ rung eine Folge ſeiner Handlung, vder ſeiner Schuld und Nachlaͤſſigkeit ſeyn. 864. In dem Falle, wo der Geſchenknehmer das unbewegliche Gut veraͤuſſert hat, werden die Verbeſſerungen oder Verſchlimmerungen, die der Erwerber daran gemacht hat, in Anrechnung ge⸗ bracht nach Anleitung der drei vorhergehenden Artikel. 865. Geſchieht die Einwerfung in Natur; ſo vereinigen ſich die Guͤter mit der Erbſchaftsmaſſe, frei von allen Laſten, womit ſie der Geſchenkneh⸗ mer etwa beſchwert haben mag. Jedoch ſteht es den Glaͤubigern, welche eine Hypothek haben, frei, bei der Theilung mit aufzutreten, und Einſpruch einzulegen zu dem Ende, daß die Einwerfung nicht zur Verkuͤrzung ihrer Rechte geſchehe. 866. Wenn einer erbberechtigten Perſon ein unbewegliches Gut geſchenkt worden, und zwar mit der Erklaͤrung, daß es vom Einwerfen beſreit — 310— ſeyn ſolle, dies Gut aber den Theil uͤberſteigt, uͤber welchen der Erblaſſer verfuͤgen konnte; ſo geſchieht die Einwerfung des Ueberſchuſſes in Na⸗ tur, in ſo fern dieſer Ueberſchuß fuͤglich getrennt werden kann. Kann dies nicht fuͤglich geſchehn; ſo ſind zwei Faͤlle zu unterſcheiden. Entweder uͤberſteigt der Theil, uͤber den nicht verfuͤgt werden konnte, den halben Werth des unbeweglichen Gutes; und dann muß der Geſchenknehmer daſſelbe ganz ein⸗ werfen, wobei es ſich aber von ſelbſt verſteht, daß er ſodenn von der Maſſe den Werth des verfuͤgli⸗ chen Theiles vorabnimmt. Oder der verfuͤgliche Theil iſt ſtaͤrker als der halbe Werth des unbe⸗ weglichen Gutes; und dann kann der Geſchenk⸗ nehmer daſſelbe ganz behalten, mit dem Beding jedoch, daß er uͤbrigens deſto weniger empfange und ſeine Miterben entweder in Geld oder anderſt entſchaͤdige. 867. Der Miterbe, der ein unbewegliches Gut, woran er Koſten verwendet, oder das er ver⸗ beſſert hat, in Natur einwirft, kann ſich im Beſitz deſſelben halten bis zur wirklichen Erlegung der Summen, die er fuͤr dergleichen Koſten und Ver⸗ beſſerungen zu fodern hat. 868. Bewegliches Gut wird dadurch blos eingeworfen, daß man weniger empfaͤngt. Bei Beſtimmung des Preiſes nimmt man zum Grunde tlit nn Wach Sötatun ſ dan 8 etnu fte tzendin; zong don Bn n 68, niin dij ſs win Inder nac kei fur, ven beweglier aa ſi eit DAlaug haſ ſe ſagſängt h. 1 di cfügn in eherſe ſtrſtin ſ iunn ſcehi an eder iüein perden konn ichen Gut e daſtlbeſe ſelbſ wi Werth dan der der un : Werth w. fann da mit dah weniee L ein unie et, oder kann ſchu ichen Elien u Soſtna ind bürt er myſtut a ſnc 1 — 311— den Werth, den das bewegliche Gut zur zeit der Schenkung hatte, und wie er in der Schaͤtzung, die dem Schenkungsvertrage beigefuͤgt iſt, ſich ver⸗ zeichnet findet. Iſt eine ſolche Schaͤtzung nicht vorhanden; ſo beſtimmt ſich der Preis durch Schäa⸗ tzung von Sachverſtaͤndigen, nach dem wahren Werthe und ohne weitere Erhöhung. 869. Geſchenktes Geld wird dadurch einge⸗ worfen, daß man von der Baarſchaft des Nach⸗ laſſes deſto weniger empfaͤngt. Findet ſich aber nicht Baarſchaft genug im Nachlaſſe; ſo braucht der Geſchenknehmer darum noch kein Geld einzuwerfen; ſondern er kann da⸗ fuͤr, wenn er will, bis zum gebuͤhrenden Betrag bewegliches Gut einwerfen, und, wenn es ihm bieran fehlt, elbſt unbem⸗gliche Guͤter der Erb⸗ ſch aft: Dritter Abſchnitt. Von Bezalung der Schulden. 870. Mehrere Erben tragen unter ſich bei zu Lilgung der Schulden und Laſten der Verlaſſen⸗ ſchaft, jeder im Verhaͤltnis deſſen, was er daraus empfaͤngt. 871. Auch der Legatar unter allgemei⸗ 1— 31à— nem Namen(i) traͤgt dazu bei, und zwar nach Mu Verhaͤltnis der Vorteile, deren er genieſt. Der be⸗ auth beh ſondere Legatar hingegen haftet nicht fuͤr die ſu; ſe Schulden und kaſten, wohl aber das ihm ver⸗ Nart ge machte unbewegliche Gut den Glaͤubigern, denen ite fn es verpfaͤndet iſt. 1 eiun) Küiſe ot, — u hm (1) Legatar uͤberhaupt iſt derjenige, dem in einem äbiien un Teſtamente etwas vermacht iſt. Allgemein a d (universel) heiſt der Legatar, wie weiter unten dh i geſagt wird, dem der Teſtator ſein ganzes Ver⸗ 1 aa moͤgen vermacht hat.— Legatar unter alle⸗ fält hi 5 meinem Namen(legataire à titre universel) mm Ni heiſt derjenige, dem der Teſtator eine Quote ſei⸗ nes Vermoͤgens, zum Beiſpiel die Haͤlfte, den F. dritten Theil, oder ſein ganzes unbewegliches und gif Vermoͤgen, oder ſeine ganze bewegliche Habe, oder 7 eine beſtimmte Quote ſeines ganzen unbewegli⸗ lcj iuf chen Vermoͤgens oder ſeiner ganzen beweglichen heeeatiſt Habe, vermacht hat.— Quote aber iſt der Theil le abe eines Ganzen, der ſich nur beſtimmen laͤſt, wenn e i man das Ganze kennt. So laͤſt es ſich z. B. tzun, nicht beſtimmen, was der vierte Theil eines Ver⸗ moͤgens ſey, wenn nicht vorher beſtimmt iſt, wo⸗ ni hä rin das ganze Vermoͤgen beſtehe.— Beſonde⸗ 1.. rer Legatar(dlegataire particulier) iſt end⸗ 0 lich derjenige, dem der Teſtator einen oder meh⸗ ſ rere gewiſſe und beſtimmte Gegenſtaͤnde vermacht hat, z. B. ein beſtimmtes Haus, ein beſtimmtes Gut oder mehrere beſtimmte Guͤter, eine beſtimm⸗ te Summe Geldes, Koſtbarkeiten u. ſ. w. In dieſem letzten Sinne koͤmmt das Wort Legatar gewuͤhnlich vor. i, und t genieh. ſtet nict i der das ie Släͤubigen, enige, da t it. Aln ae, die diir. tot ſtin zuu gatar uutan aire d tiramn eſator ein d ſpiel de hä ganzes uie heweglcti s gangn t ganhe er ote orrin beftinmn k 3e lät Bu ierte Thilit. her beünn ſete.- varieulei atot ater R gegnninn e aus, tit Gläter, tiule theiten 1 1 t daß Ti 4 — 313— 33. Wenn unbewegliche Erbſchaftsſtuͤcke durch beſondere Hypothek mit Renten beſchwert ſind; ſo kann jeder Miterbe fodern, daß ſolche Renten getilgt und die unbeweglichen Erbſchafts⸗ ſtuͤcke frei gemacht werden, ehe man an die Ver⸗ fertigung der Looſe gehe. Theilen die Miterben die Erbſchaft in dem Zuſtande, wo in ſie ſich be⸗ findet; ſo muß das beſchwerte unbewegliche Stuͤck nach dem naͤmlichen Fuſſe geſchaͤtzt werden, wie die uͤbrigen unbeweglichen Guͤter: man zieht von dem ganzen Werthe das Capital der Rente ab; der Erbe, in deſſen Loos jenes unbewegliche Stuͤck faͤllt, hat allein die Rente zu leiſten, und muß ſei⸗ nen Miterben dafuͤr Sicherheit gewaͤhren. 873. Die Erben haften fuͤr die Schulden und Laſten der Verlaſſenſchaft, und zwar perſoͤn⸗ lich nur fuͤr ihren perſoͤnlichen Erbantheil, hypo⸗ thecariſch aber fuͤr das Ganze(1). In letzterm Falle aber bleibt ihnen ihr Recht offen entweder gegen ihre Mi terben, oder gegen die allgemeinen Legatare, im Verhaͤltnis jenes Theils, wofuͤr ſte mit beizutragen verpflichtet ſind. ———ÿÿ———— r) Wenn naͤmlich der rheil, der einem Erben ange⸗ fallen, mit einer Hypotheke beſchwert iſt; ſo kann der hypothecariſche Glaͤubiger auf jenen Theil ſeinen ganzen Anſpruch geltend machen, weil die Hypothek untheilbar iſt, und nicht kann zer⸗ Koͤrt oder zerriſſen werden dadurch, daß das Ei⸗ geutum auf andere uͤbergegangen oder getheilt worden iß. 374. Der beſondere Legatar, der eine Schuld bezalt hat, womit das ihm vermachte unbewegli⸗ che Gut beſchwert war, tritt dadurch an die Stel⸗ le des Glaͤubigers, und erlangt mithin alle Rechte, die dieſer gegen die Erben und gegen jene Perſo⸗ nen hatte, die unter allgemeinem Namen zur Erhe folge gelangen, 875. Der Miterbe, und jeder, der unter all⸗ gemeinem Namen zur Erbfolge gelangt, behaͤlt auch ſeinen Regreß, oder ſein Erholungsrecht, ge⸗ gen die uͤbrigen Miterben oder ſonſtige Nachfolger unter allgemeinem Namen, ſo oft er vermoͤge der Hypothek mehr bezalt hat, als ſeinen Theil an der gemeinſamen Schuld: aber er hat gegen dieſelben jenen Regreß nur fuͤr den Theil, den jeder von ih⸗ nen perſoͤnlich daran tragen muß; und dies ſelbſt in dem Falle, wo der Miterbe, der die Schuld be⸗ zalt hat, ſich die Rechte der Glaͤubiger haͤtte uͤber⸗ tragen laſſen. Hierdurch wird jedoch dem Miter⸗ ben nichts von ſeinen Rechten benommen, der ei⸗ ne Erbſchaft mit Vorbehalt angktreten, und da⸗ durch die Befugnis erhalten hat, die Zalung ſei⸗ ner perſoͤnlichen Foderung zu verlangen wie jeder andere Glaͤubiger. 85 876. Iſt ein Miterbe oder ein Nachfolger unter allgemeinem Namen unvermoͤgend zu zalen; ſo wird ſein Theil in der hypothecariſchen Schuld auf alle uͤbrige vertheilt nach Verhaͤltnis deſſen, was jeder aus dem Nachlaſſe bekoͤmmt. hung Oige n mͤnich! ſu ih a il ac die Haon jym dliu laſers! de d. ätt we zmonne ung u ertinn bo K. e vic. in dni ge d der ins machte u durc A 3 3 nithi an Kegen en Nang 1 der, d. e geleng Erholunzant ſonſige let oft e un ſeinen dhit zat gegn dan ſeder ß, und de der die Ec Kobiger ſit⸗ jedoch un denomme, nctten 9. t, die zi erſangn n. r ein Tu mägend g hermichad Varhäli ämat. — 515— 8, Ditel, welche die Faͤhigkeit der Vonzie⸗ hung gegen den Erblaſſer hatten, haben ſie auch perſoͤnlich gegen den Erben. Der Glaͤubiger kann jedoch ihre wirkliche Vollziehung nicht eher betrei⸗ ben, als acht Tage nach Inſinuation derſelben an die Perſon oder an das Wohnhaus des Erben. 878. Sie koͤnnen in allen Faͤllen und wider jeden Glaͤubiger verlangen, daß das Vermoͤgen des Erblaſſers von dem Vermogen des Erben getrennt werde. 879. Dies Recht kann aber nicht mehr aus⸗ geuͤbt werden, wenn der Erbe als Schuldner an⸗ genommen worden, und dadurch mit der Fode⸗ rung an dem Erblaſſer eine Umſchaffung oder Na. vation vorgegangen iſt 99). 880. In Ruͤckſicht des beweglichen Vermoͤ⸗ gens wird dies Recht verjaͤhrt durch den Verlauf von drei Jahren⸗ 1 0) Nobation oder Umſchaffung iſt denn vorhanden⸗ wenn durch Cinwilligung der Beteiligten eine neue Verbindlichkeit an die Stelle der vorigen geſetzt wird. Sie kann durch eine Veraͤnderung in der Art der Verbindlichkeit, ſie kann auch durch eine Veraͤnderung in den Perſonen geſche⸗ hen. Sie kann ferner ausdruͤcklich sder gerade nicht ausdruͤcklich ſeyn, u. ſ. w. S. den Art. 1271 und folgende, — 316— In Ruͤckſicht der unbeweglichen Guͤter aber dauert die Klage ſo lange, als der Erbe jene Gu⸗ ter beſitzt. 881. Die Glaͤubiger des Erben haben kein Recht, eine ſolche Trennung des Vermoͤgens gegen die Glaͤubiger der Verlaſſenſchaft zu fodern. 882. Um zu verhindern, daß die Theilung nicht zum Nachtheil ihrer Rechte geſchehe, ſteht es den Glaͤubigern eines Theilungsgenoſſen frei, da⸗ gegen einzukommen, daß die Theilung auſſer ihrer Gegenwart geſchehe. Sie haben das Recht, dabei mit aufzutreten, aber auf ihre eigenen Koſten. Ei⸗ ne vollendete Theilung aber koͤnnen ſie nicht an⸗ fechten, den Fall ausgenommen, wo die Theilung ohne ſie und zum Nachtheil eines von ihnen ein⸗ gelegten Einſpruches geſchehen waͤre. Vierter Abſchnitt. Von den Wirkungen der Theilung und der Verbuͤrgung der Looſe. 883. Alles, was irgend einem Miterben, entweder durch die Verlooſung oder in der Ver⸗ ſteigerung als ſein Erbteil anerfallen iſt, wird ſo betrachtet, als wenn es auf ihn allein und unmit⸗ telbar vererbt worden waͤre, und der Mite be ſo angeſehn, als haͤtte ihm das Eigentum der uͤbri⸗ gen Verlaſſenſchaftsſtuͤcke nie gehoͤrt. Dahältr a . nadern 1 i dieſ e dhei kint gde d u n k ndas u lrton nn 8c R. Miterden he brie Digend; iche dh. Rr E Eeüe ſu Vanniga ſt u ſamn. daß de de te zeſtthe sgenoſen ſi heilung uſt n das Ath eigena din danen fen 1 wo ded nes von h waͤre. hnitt eheilun m Loeſt einn d ohr alen ii,n allin u9 nd in Eiana hän. — 317— 884. Die Miterben haften ſich, einer dem andern, fuͤr Stoͤrungen und Evictionen(1), in ſo weit dieſe einen Grund haben, der fruͤher iſt als die Theilung. Eine ſolche Gewaͤhrsleiſtung kann aber nicht gefodert werden, wenn in der Theilungsacte die Art der Eviction, welche ein Miterbe erlitten, be⸗ ſonders und ausdruͤcklich ausgenommen iſt; ſie faͤllt von ſelbſt weg, wenn der Miterbe durch ſeine eigene Schuld die Eviction leidet. 885. Jeder Miterbe iſt perſoͤnlich und im Verhaͤltniſſe ſeines Erbanteils verbunden, ſeinen Miterben zu entſchaͤdigen fuͤr den Verluſt, den ihm die Eviction verurſacht hat. Iſt einer von den Miterben zu zalen unver⸗ moͤgend; ſo wird der Theil, den er bezalen muſte, (1) Eviction iſt eigentlich dann vorhanden, wenn jemanden eine Sache abgeſtritten, und vermoͤge richterlichen Urteils nicht nur aberkennt, ſondern auch wirklich entzogen wird. Allgemeiu nennt man aber auch Eoiction jedes Ereignis, wodurch der Inhaber einer Sache, die er von einem an⸗ dern hat, auſſer Stand geſetzt wird, ſich ihrer vertragmaͤßig zu bedienen. Saͤmmtliche Erben haften dafuͤr, daß jeder Erbe ſeinen Theil haben und behalten koͤnne, ſie halten fuͤr die Evie⸗ tion, und ſind mithin dem Erben, dem etwa ſein Theil genommen oder evineirt worden, Schad⸗ loshaltung ſchuldig ¶evictiouem prasdtans]. N — 318— gleich vertheilt auf die ſaͤmmtlichen Miterben, die bezalen koͤnnen, und auf den, der die Gewaͤhrslei⸗ ſtung fodert, ſelbſt. 886. Die Verbuͤrgung oder Gewaͤhrsleiſtung dafuͤr, daß der Schuldner einer Rente ſie auch be. zalen koͤnne, kann nicht gefodert werden, als in den fuͤnf Jahren, welche auf die Theilung folgen. Wenn der Schuldner erſt nach vollendeter Theilung zu zalen unvermoͤgend geworden iſt; ſo kann aus dieſem Grunde keine Gewäͤhreieiſtun mehr gefo⸗ dert werden. Fuͤnfter Abſchnitt. Von Wiederaufhebung der Thellung(n. 837. Theilungen koͤnnen wieder aufgehoben werden, wenn ein Miterbe beweiſt, daß er um mehr als ein Vierteil dabei iſt verkuͤrzt worden. Der Umſtand allein aber, daß irgend ein Gegen⸗ ſtand der Erbſchaft iſt ausgelaſſen worden, begruͤn⸗ det noch keine Klage auf Wiederaufhebung, ſon⸗ dern nur eine Klage auf Ergaͤnzung des Theilungs⸗ actes. 88s. Die Klage auf Wieberauſhebung iſt zu⸗ laͤſſig gegen jede Handlung, die zum Zwecke hat, (1) Rescision en matière de partage. di ihrigen Hltih und DWiuft, ii uxxeſe de Gewti en Nanen 1 Nrgleche, guuchen, Ih the vecze in üer di vi en At 0d faute eit em inen jrnuſhebune ltegen des ande u 8g. ie h HVAang DAaaiuüe d dr zü mn dd daer dene ſa g d. hen Pn er die daß er Genäht Nenae ſem dt veda ie Thaluag bollendende Niſ; e ſtiſtung un hriti Thellun wieder ut weißt di ſt verlintr irgend int en vordi eraufhehu ang dsdh eraufjeun 1 un 26 darng 319— der Gemeinſchaft unter mehrern Miterben ein Ende zu machen, obſchon man einer ſolchen Handlung den Namen eines Verkaufs, eines Tauſches oder Vergleichs, oder ſonſt einen Namen gegeben hat. Iſt aber die Theilung, oder die Handlung, welche ihre Stelle vertritt, einmal vollzogen, und uͤber die wirklichen Schwierigkeiten, welche dieſer erſte Act oder dieſe erſte Handlung veranlaſſen konnte, ein Vergleich zu Stande gekommen; ſo iſt gegen einen ſolchen Vergleich die Klage um Wie. deraufhebung nicht mehr zulaͤſſig, wenn auch ſchon wegen des erſten Actes kein Prozeß angefangen worden war. 889. Hat einer von den Erben, oder haben die uͤbrigen Erben an einen Miterben auf deſſen Gefahr und ohne Argliſt ſein oder ihr Erbrecht verkauft; ſo wird gegen dieſen Verkauf die Klage nicht zugelaſſen. 890. Um zu urteilen, ob eine Verletzung oder Verkuͤrzung vorhanden geweſen, nimmt man zum Masſtabe den Werth, den die Gegenſtäͤnde hatten zur Zeit der Theilung. 891. Wer bei der Klage auf Wiederauf“ bung Beklagter iſt, kann ihren Lauf hemmen und einer neuen Theilung zuvorkommen, dadurch, daß er dem Klaͤger dasjenige anbietet und leiſtet, was 22 — 520— ihm an ſeinem Erbtheile fehlt, entweder in baa⸗ rem Gelde, oder in Natur. 892. Der Miterbe, der ſein Loos ganz ober zum Theil veraͤuſſert hat, kann mit ſeiner Klage, wenn ſie ſich auf Gewalt oder Argliſt gruͤndet, nicht mehr angehoͤrt werden, den Fall ausgenom⸗ men, wo die Veraͤuſſerung geſchehen iſt, eh' er die Argliſt entdeckte, oder ehe die Gewalt aufhoͤrte. — Den S 4l 6 b kern r. Ummlan d nirlch Dandug oaerun) t, adte ſein kan ann ni ſint oder Auſi den Ful m eſchthe ih ie Gewat af 7 Zweiter Titel. Von Schenkungen unter Lebenden und Teſtamenten(1). -8ee 1 Erſtes Capitel. Allgemeine Verfuͤgungen. 893. Aaf wohlthaͤtige Art oder ohne Ent⸗ geld kann man nur auf zwei Wegen uͤber ſein Vermoͤgen verfuͤgen, durch Schenkung unter Leben⸗ den naͤmlich oder durch Teſtament oder letztwillige Verordnung, beides in den hier unten beſtimmten Formen(2). (1) Geſetz vom 13. Floreal 11. Jahrs, promulgirt den 23. des naͤmlichen Monats. (2) Sonſt theilte man die letztwilligen Verordnun⸗ gen ein in Teſtamente, Cobicille oder Schenkun⸗ 22* —. 322— 394. Die Schenkung unter Lebenden iſt eine Handlung, wodurch ſich der Geſchenkgeber in dem Augenblicke, wo er verfuͤgt, und unwiederruflich der geſchenkten Sache begiebt, zu Gunſten des Geſchenknehmers, der ſie annimmt. 8395. Das Teſtament(letzter Wille, letztwilli⸗ ge Verordnung) iſt eine Handlung, wodurch der Teſtator fuͤr die Zeit, wo er nicht mehr ſeyn wird, uͤber ſein ganzes Vermoͤgen oder einen Theil deſ⸗ ſelben verfuͤgt, und die er wiederrufen kann. 896. Die Gubſeiturionen ſind verboten 0) Eine Verfuͤgung, wodurch der Geſchenknehmer, der eingeſetzte Erbe, oder der Legatar, angewieſen wird, fuͤr einen dritten aufzubewahren und ihm auszu⸗ haͤndigen, iſt nichtig, ſelbſt in Ruͤckſicht auf den Geſchenknehmer, den dingeletten Erben, oder den Legatar. 7 „ gen des Todes wegen. Dieſer Unterſchied faͤllt jetzt weg, und wir haben nur Eine Art letztwilliger Verordnungen, welche man Teſtamente ennr. (1) Unter Subſtitutionen wird hier anderſt nichts ver⸗ ſtanden als das, was im vorigen Rechte, unter dem Namen Fideicommiß bekannt war.— Ich ſchenke oder vermache mein Haus dem Titius, mit dem Beding, daß er es dem Cajus abgebe. Dieſe Verfuͤgung iſt nichtig⸗ und ſo nichtig, daß ſie ſelbſt dem Titius nichts nuͤtzt. i Stat ii uuveſſ i iingtſe odorch i. Wntel ſn Kaitel! im ud 88 tang, E ſielte wir und i zi 8gg. Loſe Ei nige nun rilige Ve 9n. böeda a anea a n et Wüaiai. zeſceigte und uni t 1u dun umt zter Vile la dlung, n ct mijt im der einn di derrufen im ſind uit Geſchebit kar, ongenit ren und in in Kücſct: ten Crha du Vrtanti eine u n Teſtaen hier wntin uriger N iß deknna⸗ de neit ju in8, du 83 Derftun it un d 7 = 323— 897. Ausgenommen von dem vorhergehenden Artikel ſind die Verfuͤgungen, welche das ſechsſte Capitel des gegenwaͤrtigen Titels den El⸗ tern und Geſchwiſtern zu treffen geſtattet. 898. Eine Verfuͤgung, welche einem Dritten die Schenkung, die Erbſchaft oder das Vermaͤcht⸗ nis zuweiſt fuͤr den Fall, wo der Geſchenknehmer der eingeſetzte Erbe oder der Legatar die Schen⸗ kung, Erbſchaft oder das Vermaͤchtnis nicht er⸗ hielte, wird nicht als eine Subſtitution angeſehnz und iſt guͤltig. 1— 899. Nicht weniger guͤltig iſt eine Verfuͤgung, wodurch einem der Niesbrauch, dem andern das bloſſe Eigentum gegeben wird, jene Verfuͤgung möge nun ein Act unter Lebenden oder eine letzt⸗ willige Verordnung ſeyn. 900. In jeder letztwilligen oder auch unter Lebenden gemachten Verfuͤgung werden als nicht geſchrieben angeſehn jene Bedingniſſe, welche un⸗ 4unah⸗ den Geſetzen oder den Sitten zuwider ſind. — 324— Zweites Capitel. Von der Faͤhigkeit, durch Teſtament oder Schenkung unter Lebenden zu verfuͤ⸗ gen oder beguͤnſtigt zu werden. 901. Um eine Schenkung unter Lebenden oder ein Teſtament machen zu koͤnnen, muß man bei ge⸗ ſundem Verſtande ſeyn. 902. Jedermann iſt faͤhig, entweder durch Schenkung unter Lebenden oder durch letztwillige Verordnung zu verfuͤgen und zu empfangen; die⸗ jenigen ausgenommen, welche das Geſetz dazu un⸗ faͤhig erklaͤrt. 905. Unfaͤhig auf irgend eine Art zu verfuͤ⸗ gen iſt der Minderjaͤhrige unter ſechzehn Jahren. Jedoch ſind unter dieſem Artikel nicht begriffen die Verfuͤgungen, die ihm das neunte Capitel des ge⸗ genwaͤrtigen Titels erlaubt. 904. Der Minderjaͤhrige, der ſechszehn Jahre 1 alt geworden iſt, kann verfuͤgen, aber nur durch Teſtament, und nur uͤber die Haͤlfte deſſen, wor— uͤber ein Grosjaͤhriger geſetzmaͤſſig verfuͤgen darf. 905. Verheirathete Weiber koͤnnen unter ke⸗ benden nicht anderſt ſchenken, als in Beiſtand oder mit beſonderer Einwilligung ihres Mannes, 9 Dſätaun ſoaſen ſen dunt dien tar mi Rr dm di Maeſclide um ebe eͤder 1 oilicu e p. l Uninüi n Nau in du un d wendin zu Fnge id luut Di her nur in ſig zur T g. D Aah KRͤͤer dar (tzwiigt fägen, der dß donh Des und aitel ˖ deſtnn, nden ſ zu verha unterläa en, muß u ſig, atdir. der durt zu ewpfunn das beſh dein Ai. ater ſihhe ſitel rict lri eunte Cwit „der ſchät gen de u Hhitfr din näͤſſg rün. her fötten E n, als n k gung hra 3 — 325— oder mit gerichtlicher Ermaͤchtigung, wie dies un⸗ ter dem Titel von der Ehe, Art. 217. und 219. vorgeſchrieben iſt. Um aber letztwinlig zu verordnen, beduͤrfen ſie weder der Einwilligung ihres Mannes, noch ge⸗ richtlicher Ermaͤchtigung. 906. um durch Schenkung unter Lebenden beguͤnſtigt werden zu koͤnnen, iſt es genug, wenn man im Augenblick der Schenkung empfangen iſt. um durch letztwillige Verordnung beguͤnſtigt werden zu koͤnnen, iſt es genug, wenn man em⸗ pfangen iſt in dem Augenblicke, wo der Teſtator ſtirbt. Die Schenkung oder das Teſtament iſt aber nur in ſo weit kraͤftig, als das Kind lebens⸗ faͤhig zur Welt koͤmmt. 907. Der Minderjaͤhrige, wenn er auch das ſechzehnte Jahr zuruͤckgelegt hat, kann nicht zu Gunſten ſeines Vormundes verfuͤgen, ſelbſt nicht durch Teſtament. Auch nach erlangter Grosjaͤhrigkeit kann er weder durch Schenkung unter Lebenden, noch durch letztwillige Verordnung, zu Gunſten desjenigen ver⸗ fuͤgen, der ſein Vormund geweſen iſt, es ſey denn, daß vorher die Endvormundſchaftsrechnung abge⸗ legt und abgeſchloſſen waͤre. — 32a6— Aaspenomme ſind, in beiden obigen Faͤllen, des Minderjaͤhrigen aufſteigende Verwandten, die ſeine Vormünder ſind oder geweſen ſind. 908. Natuͤrliche Kinder koͤnnen zwar durch Schenkung unter Lebenden oder letztwillige Verord⸗ nung beguͤnſtigt werden; aber auf beide Arten nur bis zum Betrag jenes Theils, den ihnen der Titel von der Erbfolge zuſpricht. 909. Unguͤltig ſind alle Verfuͤgungen unter gLebenden und letztwillige Verordnungen, welche je⸗ mand zu Gunſten eines Geſundheitsbeamten oder eines Apothekers macht, der ihn waͤhrend der Krankheit, woran er geſtorben iſt, behandelt hat; wenn uͤbrigens eine ſolche Verfuͤgung waͤhrend je⸗ ner Krankheit getroffen worden. Von der oben verhaͤngten ungüitigkei ſind ausgenommeng 1.) Verfuͤgungen, welche blos eine Belohnung bezwecken, und unter beſonderm Ditel oder Namen und im Verhaͤltnis des Vermögens des Verfuͤgenden und der ge⸗ leiſteten Dienſte geſchehen ſind; 2.) Selbſt allgemeine Verfuͤgungen, wenn der Verfuͤgende mit obigen Perſonen bis zum vierten Grade einſchlieslich verwandt it. Aber auch in dem Falle ſind ſie wien ijjr guwe Kälgon. 4 det 9lo. Tiſanene äner e falten, ungobe All, Nn ſm dn Sche iw bam ſga 1 fän d Rrdg 2 de g wn — beiden h ſeweſen 1 t fänna a de legnil, ber auf hh heils, ua ſ ſpricht e Verühng ordnunga n undheikbhem der ihn dir n iſt,behn Lerügung h den. gten Uagitt je bls imät er beſonhn im Wait ſignda a. ehen ſat⸗ Terſthune bbigen deir rſchlealc 3 n fär — 327— der unguͤltig, wenn der Verſtorbene Erben in gerader Linie zuruͤck laͤſt; es ſey denn, daß derjenige, zu deſſen Gunſten die Ver⸗ fuͤgung geſchehen iſt, ſelbſt unter die Zahl dieſer Erben gehoͤre. Die hier angefuͤhrten Regeln finden ebenfalls ihre Anwendung in Ruͤckſicht auf die Diener der Religion. b 910. Verfuͤgungen unter Lebenden ober durch Teſtament, zu Gunſten von Spitaͤlern, von Armen einer Gemeinde oder ſonſtigen gemeinnuͤtzigen An⸗ ſtalten, ſind nur in ſoweit kraͤftig, als ein Negie⸗ zungsheſchinß ſ ſie genehmigt. 911. Verfuͤgungen zu Gunſten eines Unfaͤhi⸗ gen ſind nichtig, ſie moͤgen nun die Form und den Schein laͤſtiger Vertraͤge haben, oder unter dem Namen untergeſchobener Perſonen gemacht ſeyn. 3 Als untergeſchobene Perſonen werden ange⸗ ſehn beide Eltern, Kinder und Abkoͤmmlinge, und der Ehegenoſſe der unfaͤhigen Perſon.— 912. Verfuͤgungen zu Gunſten eines Auslaͤn⸗ ders gelten nur dann, wenn auch dieſer Auslaͤn⸗ der zu Gunſten eines Franzoſen verfuͤgen kann. Drittes Capitel. Vom verfuͤglichen Theil der Guͤter, und von der Herabſetzung. 1 Erſter Abſchnirt. Von dem verfuͤglichen Theil der Guͤter. Nam dſt Plitt ibenſe MWantele ſin ntt liite zu din n Darant ngn ſei 918. Das, woruͤber jemand auf wohlthaͤtige Art verfuͤgt, darf die Haͤlfte ſeines Vermoͤgens nicht uͤberſteigen, wenn er bei ſeinem Tode nur ein Kind hinterlaͤſt. Es darf ein Drittel nicht uͤberſteigen, wenn er zwei Kinder, und ein Viertel nicht, wenn er drei oder mehrere Kinder hinterlaͤſt. Und dies gilt ohne Unterſchied, ob die wohlthaͤti⸗ ge Verfuͤgung unter Lebenden oder durch Teſta⸗ ment geſchieht. 914. Unter Kindern verſteht man im vorher⸗ gehenden Artikel alle abſteigenden Verwandten oder Abkoͤmmlinge, in welchem Grade ſie auch ſeyn mo⸗ gen. Jedoch werden ſie nur fuͤr das Kind gezaͤlt, welches ſie bei der Erbfolge des Verfuͤgen den vor⸗ ſtellen. 915. Wenn der Verſtorbene keine Kinder, aber einen oder mehrere aufſteigende Verwandten in der vaͤterlichen ſowohl als muͤtterlichen Linie zuruͤcklaͤſt; ſo duͤrfen ſeine wohltbaͤtigen Verfuͤgun⸗ gen, ſie ſeyen nun unter Lebenden oder durch Te⸗ aͤm da d ſu(iſotg latbehalt( nt Sätenbe DWKFälung wi Thal des T 4ub. d Ierwant — cj i nalt kitil der Gitn, ehung pitt, il der oin ad, auf wit ſeines Iu ſeinem ah f ein Diu er, und en re Kinderſin ob die di oder dun zt man it n Verwen e ſie auc r das Au Venfägube mne kein k gende vma nittnicet daign dei tder dut — 329— ſtament geſchehen, die Haͤlfte ſeines Vermoͤgens nicht uͤberſteigen. Sie duͤrfen nicht uͤber drei Vierteile ſeines Vermoͤgens gehn, wenn er nur in einer Linie aufſteigende Verwandten zuruͤcklaͤſt. Zu dem Vermoͤgen nun, das den aufſteigen⸗ den Verwandten auf ſolche Art vorbehalten iſt, gelangen ſie in der Ordnung, worin das Geſetz ſie zur Erbfolge beruft: ſie allein ſind zu dieſem Vorbehalt(1) berechtigt in allen Faͤllen, wo ſie mit Seitenverwandten zuſammentreffen, und eine Theilung mit dieſen Seitenverwandten ihnen jenen Theil des Vermoͤgens nicht laſſen wuͤrde, auf wel⸗ chen der Vorbehalt feſtgeſetzt iſt. 916. Sind weder aufſteigende noch abſteigen⸗ de Verwandten vorhanden; ſo kann man auf (1) Es iſt ſchon geſagt worden, daß der Menſch nicht in allen Faͤllen uͤber ſein ganzes Vermoͤgen ver⸗ fuͤgen koͤnne. Das Geſetz beſtimmt einen gewiſ⸗ ſen Theil deſſelben, woruͤber man auf wohlthaͤti⸗ ge Art zum Nachtheil ſeiner Erben nicht verfuͤ⸗ gen kann, und dieſer unverfuͤgliche Theil iſt bald ggrroͤſſer, bald kleiner, je nachdem die Erben ſind. Dieſer unverfuͤgliche Theil nun, den das Geſetz gewiſſen Erben aufbewahrt oder vorbehaͤlt, iſt, was wir Vorbehalt, geſetzlichen Vorbe⸗ halt(eserve, reserve legale) nennen. Er ver⸗ tritt die Stelle deſſen, was man ſonſt Pflicht⸗ theil(legitima) nennt.— 1 — 330— wohlthaͤtige Art uͤber ſein ganzes Vermögen ver⸗ fuͤgen, ſowohl unter kebenden, als durch legtwili⸗ ge Verordnung. 917. Wenn durch eine Verfuͤgung unter ke⸗ benden oder letztwillige Verordnung eine Nutznieſ⸗ ſung oder eine Leibrente gegeben wird, dieſe aber mehr werth ſind, als der verfuͤgliche Theil; ſo ha⸗ ben die Erben, zu deren Gunſten das Geſetz einen Vorbehalt feſtſetzt, die Wahl, ob ſie jene Verfuͤ⸗ gung vollziehen, oder ob ſie ſich des Eigentums uͤber den verfuͤglichen Theil begeben wollen. 918. Wenn an einen Erbberechtigten in ge⸗ rader Linie Guͤter veraͤuſſert worden ſind, und zwar unter Ausbedingung einer Leibrente, oder auf verloren Capital, oder auch unter Vorbehalt der Nutznieſſung; ſo wird der Werth, den das volle Eigentum ſolcher Guͤter hat, auf den verfuͤglichen Theil gerechnet, und der Ueberſchuß, wenn einer vorhanden iſt, zur Maſſe geworfen. Hat jemand von den uͤbrigen Erbberechtigten in gerader Linie zu jenen Veraͤuſſerungen ſeine Einwilligung gege⸗ ben; ſo kann er dieſe Aufrechnung und Einwerfung nicht fodern. Sie koͤnnen in keinem Falle gefodert werden von Erbberechtigten in der Seitenlinie. 919. Es ſteht dem Schenker frei den verfuͤg⸗ lichen Theil zu geben entweder ganz oder Theil⸗ weiſe, durch Acte unter Lebenden oder durch letzt⸗ willige Verordnungen, ſeinen Kindern oder auch 4 — ſnnnd ſ brauch dder de kegatae anmein ie Prjigu küiheite haſi de l mittns Mliben in tbi vich DMadher n Fau da Tor he 9t, E — nes An wals nuits Jafiſng dnang aue den vid, ſe jägliche de ſten das 86 70b ſeſa eſich desen egeben ula Eröbereign. vordi t ner kelbten! uttr D Werth, da l auf din wei derſcoß, d orfen. hi ten in giit e Einwilir ung un bn fanam züt der Simna nir fi al n a. en odn dut! fuhm i * ſonſt jemanden, der ein Erbrecht auf ihn hat. Auch braucht im letztern Falle der Geſchenknehmer oder Legatar, wenn er zur Erbfolge gelangt, nicht einzuwerfen oder zu conferiren; nur muß ſodann die Verfuͤgung ausdruͤcklich enthalten, daß das Geſchenkte oder Vermachte als ein Voraus oder Erbzuſchuß anzuſehn ſey. Die Erklaͤrung, daß eine Schenkung oder ein Vermachtnis als ein Voraus oder Erbzuſchuß an⸗ zuſehen ſey, kann geſchehen entweder in der Acte ſelbſt, welche die Verfuͤgung enthaͤlt, oder auch nachher in Form letztwilliger Verfuͤgungen oder in Form der Verfuͤgungen unter Lebenden. Zweiter Abſchnitt. Von Herabſetzung(1) der Schenkungen und Vermaͤchtniſſe. 920. Schenkungen unter Lebenden oder letzt⸗ „ ——— (1.) Reduction des donations et legs. Wenn je⸗ mand mehr ſchenkt oder vermacht, als das Geſetz ihm zu ſchenken oder zu vermachen erlaubt, oder, wenn er uͤber mehr verfuͤgt, als uͤber den verfuͤg⸗ lichen Theil ſeines Vermoͤgens; ſo iſt darum ſei⸗ ne ganze Verfuͤgung noch nicht unguͤltig, ſon⸗ dern ſie wird herabgeſetzt oder redueirt auf den Theil, uͤber den der Schenker oder Teſtator ver⸗ fuͤgen konnte. Von dieſer Operation handelt der gegenwaͤrtige Abſchnitt. — 332— willige Verordnungen, wenn ſie den verfuͤglichen Theil uͤberſteigen, koͤnnen auf dieſen Theil herab⸗ geſetzt werden bei Eroͤfnung der Erbfolge. 921. Nur der, zu deſſen Gunſten das Geſetz einen Vorbehalt beſtimmt, iſt befugt, die Herab⸗ ſetzung der Verfuͤgungen unter Lebenden zu fodern; auch ſind dazu befugt ſeine Erben und jeder an⸗ dere, der in ſein Recht getreten iſt. Hingegen koͤn. nen Geſchenknehmer, Legatare und Glaͤubiger des Erblaſſers jene Herabſetzung weder fodern, noch Nutzen daraus ziehen. 922. Die Frage, ob eine Herabſetzung Statt habe, entſcheidet ſich dadurch, daß eine Maſſe ge⸗ macht wird von dem ganzen Vermoͤgen, welches beim Ableben des Schenkers oder Teſtators vor⸗ handen iſt. Zu dieſer Maſſe wird im Sinne alles hinzugeſetzt, woruͤber durch Schenkung unter ke⸗ benden verfuͤgt worden iſt, und zwar nach dem Zuſtande, worin es ſich zur Zeit der Schenkungen befand, und nach dem Werthe, den es zur Zeit hatte, wo der Geſchenkgeber ſtarb. Nach dieſer ganzen Maſſe des Vermoͤgens, wovon aber vorher die Schulden abgezogen ſeyn muͤſſen, beſtimmt ſich, welches der Theil ſey, uͤber den er hat verfuͤgen koͤnnen; wobei natuͤrlich auf die Eigenſchaft der Erben die er zuruͤck laͤſt, Ruͤckſicht genommen wird. 925. In keinem Fall aber koͤnnen Schenkun⸗ gen unter Lebenden herabgeſetzt oder reducirt wer⸗ 6 di in he tbact 'mden ih Wahe ih i ſo m Rn, went Meipſt i Wͤiff ſid he Schen n tun) ijaniſt 3 t von der ehzatn ben in den Vnſſo fen 95. 9b. lite Venr Dien d han Khel Panhs d bleit; riſe des merrch düſonder m) — ſe ba m f dieſen 3 det Ehi 1 Genin e bejuge ei rkebahar 3 Erden un en iſ. hun und Olig weder ſimn ie Heruüſce daß en N. Vermign oder dim vird in En Schriung und ſerr deit ber eten the, du fard. N voun tir miſſe bärr den ir ſt t die Ennti ſcht gaonunn r lrnan be t oder ndul — 333— den, wenn nicht vorher der⸗ Werth aller Guͤter er⸗ ſchoͤpft iſt, welche in letztwilligen Verfuͤgungen be⸗ griffen ſind. Und, wenn es zur Herabſetzung ſol⸗ cher Schenkungen koͤmmt; ſo geſchieht ſie ſo, daß man von der letzten Schenkung anfaͤngt, und ſo ſtufenweiſe hinaufruͤckt bis zur aͤlteſten Schenkung. 924. Wenn die Schenkung unter Lebenden, die einer Herabſetzung faͤhig iſt, zu Gunſten eines Erbberechtigten Statt gehabt hat; ſo kann derſel⸗ be von dem geſchenkten Vermoͤgen ſo viel zuruͤck behalten, als der Theil werth iſt, der ihm als Er⸗ ben in dem nicht verfuͤglichen Vermoͤgen zukaͤme, in ſo fern beides einerlei Art iſt. 925. Iſt ſchon durch Schenkungen unter Le⸗ benden uͤber mehr als den verfuͤglichen Theil, oder gerade uͤber ſo weit, als er betraͤgt, verfuͤgt wor⸗ den; ſo zerfallen alle letztwillige Verordnungen. 925. Wenn die letztwilligen oder teſtamenta⸗ riſchen Verordnungen den verfuͤglichen Theil uͤber⸗ ſteigen, oder, wenn ſie den Theil dieſes verfuͤgli⸗ chen Theils uͤberſteigen, der nach Herabſetzung des Werths der Schenkungen unter Lebenden uͤbrig bleibt; ſo geſchieht die Herabſetzung im Verhaͤlt⸗ niſſe des Antheils, der jedem zugedacht iſt, ohne Unterſchied, ob jemand ein allgemeines oder ein beſonderes Vermaͤchtnis zu empfangen habe. 927. So oft indeſſen der Teſtator ſeinen — 334— Willen ausdruͤcklich dahin erklaͤrt hat, daß dies oder jenes Vermaͤchtnis vorzugsweiſe vor andern Aun entrichtet werden ſolle; wird eine ſolche Verfuͤgung bſul vollzogen, und ein ſo geeignetes Vermaͤchtnis wird uit ſihe nicht herabgeſetzt, als in ſo weit aus dem Werth rt der uͤbrigen Vermaͤchtniſſe der geſetzliche Vor⸗ behalt nicht herausgebracht wuͤrde. 3 4 928. Von dem, was uͤber den verfuͤglichen 4 du 6 Theil geht, erſetzt der Geſchenknehmer die Fruͤchte, G und zwar von dem Tage an, wo der Geſchenkge⸗ ber geſtorben iſt, wenn die Herabſetzung im Jahre 3 zu in iſt gefodert worden; wo nicht, ſo erſetzt er ſie vom Tage der Foderung an. a. däaxa m 9²9. Unbewegliche Guͤter, welche vermittelſt mm in. der Herabſetzung wieder genommen werden, fallen bilsun zur Verlaſſenſchaft frei von Schulden oder Pfandrdta. iätt rechten, womit ſie der Geſchenknehmer beſchweri 4 hat. NM ah un k 930. In dem Falle, wo ein Dritter die un, auna beweglichen Guͤter beſitzt, welche einen Theil der un Schenkung ausmachen, und vom Geſchenknehmer R ing veraͤuſſert worden ſind, ſteht es den Erben frei, 1. die Klage auf Herabſetzung oder Wiederherausga⸗ And be(Revendication) gegen einen ſolchen dritten Be⸗ ti bän ſitzer anzuſtellen, auf die naͤmliche Art und in der ahn naͤmlichen Ordnung, wie gegen die Geſchenknehmer ſit d ſelbſt. Vorher muͤſſen jedoch die Erben ſich an Stat den Guͤtern der Geſchenknehmer ſelbſt erholt haben. m pr d n ſu lätt ſa,. ſeweiſe ne 6 ineſelcene Venitu eit aus ha geſetzlite! ürde. er dan ui nehmer deßß vo der bit abſetzug an ſo uſettrt weiche de amen bad uldm oaß. entnejme dſ tin Ditte che enn N von Giihit es den do er Widen ſelchen! ln ce Ar wh die eſtet⸗ die Erhen 1 fätkahub Bei Anhebung dieſer Klage wird die Zeitord⸗ nung befolgt, worin die Veraͤuſſerungen auf ein⸗ ander folgen, und von der jungſten der Anfang gemacht. Viertes Capitel. Von Schenkungen unter Lebenden. Erſter Abſchnitt. Von der Form der Schenkungen unter Lebenden. 931. Alle Acte, welche eine Schenkung unter Lebenden enthalten, geſchehen in der gewoͤhnlichen Form der Vertraͤge oder Contracte, vor Notairen. Bei letztern bleibt die Urſchrift, unter Strafe der Nichtigkeit. 952. Nur von dem Tage an, wo eine Schen⸗ kung unter Lebenden mit ausdruͤcklichen Worten iſt angenommen worden, verbindet ſie den Geſchenk. geber, und nur von dieſem Tage an bekömmt ſie ihre Wirkung. Eine Schenkung kann angenommen werden bei Lebzeiten des Schenkers, durch einen ſpaͤtern und authentiſchen Act, wovon die Urſchrift zuruͤck⸗ bleibt. Dann aber iſt ſie in Ruͤckſicht auf den Schenker nicht eher wirkſam, als von dem Tage an, wo die Acte, welche die Annahme beurkundet, ihm iſt inſinuirt worden. 23 — 338— 935. Wenn der Geſchenknehmer grosjaͤhrig iſt; ſo muß die Annahme von ihm ſelbſt geſche⸗ hen, oder in ſeinem Namen von ſeinem Bevoll⸗ maͤchtigten. Im letztern Falle muß die Vollmacht dahin ausgeſtellt ſeyn, daß der Bevollmaͤchtigte die bereits gemachte Schenkung annehmen koͤnne; oder in allgemeinen Ausdruͤcken, daß er die Schen⸗ kungen annehmen koͤnne, welche zu ſeinen Gunſten gemacht worden oder noch gemacht werden koͤnn⸗ ten. Eine ſolche Vollmacht muß vor einem Notai⸗ re ausgeſtellt werden, und eine Ausfertigung da⸗ von angehaͤngt bleiben der Schenkungsacte in Ur⸗ ſchrift, oder auch der Annahme in Urſchrift, wenn ſie in einer beſondern Acte geſchehen iſt. 934. Gemaͤs der Vorſchrift der Art. 217 und 219 unter dem Titel von der Ehe, koͤnnen ver⸗ heirathete Weiber keine Schenkung annehmen oh⸗ ne Bewilligung ihres Mannes, oder, falls der Mann ſie verweigert, ohne gerichtliche Ermaͤchtigung. 935. Schenkungen zu Gunſten eines nicht emancipirten Minderjaͤhrigen oder eines gerichtlich Unterſagten, muͤſſen von ſeinem Vormunde ange⸗ nommen werden, nach Vorſchrift des Art. 463 un⸗ ter dem Titel von der Minderjaͤhrigkeit, der Vormundſchaft und der Emancipation. Der emancipirte Minderfaͤhrige kann die An⸗ nahme verrichten in Beiſtand ſeines Curators. di lnah MWhjezp enan Itdoch räͤwen, d nuntiiiten im aſeg m nh DWoh Lnut 3l. d 4 faten, ſbe aitugta. Vemn unter dem der Votm wefnden. F. 6 in, unn d. ſwemnihge Dli Awüld DANe dhe fbizaitſe A Diulhn Ale m ſinde ge w an nknehnn e n in ſih bon ſtinaz e muß di k der devbe ng annehwat een, diß ae he zu ſiun emacht dahn⸗ uß vor ſin ane Aueſug Schenkangeen we in lrſcit zeſchehen i hritt der ln. zet Ehe, ke eniung emnit nes) ode htlche erin Gurſer ih oder eins un Drran tiſt de n detjihri Enancihäi ihrie inl ſauds(un Jedoch koͤnnen fuͤr ihn und anſtatt ſeiner an⸗ nehmen, die Eltern des emaneipirten oder nicht emancipirten Minderjaͤhrigen; oder auch ſeine uͤbri⸗ gen aufſteigenden Verwandten, wenn ſchon die El⸗ tern noch leben, und obſchon ſie weder Vormuͤnder noch Curatoren des Minderjaͤhrigen ſind. 936. Taubſtumme koͤnnen, wenn ſie ſchreiben 4 koͤnnen, ſelbſt annehmen, d oder durch einen Bevoll⸗ maͤchtigten. Wenn ſie aber nicht ſchreiben koͤnnen; ſo muß die Annahme geſchehen durch einen Curator, der hiezu ernannt wird, den Regeln gemaͤs welche ſich unter dem Titel von der Minderjaͤhrigkeit, der Vormundſchaft und der Emancipation befinden. 937. Schenkungen zu Gunſten von Spitaͤ⸗ lern, von Armen einer Gemeinde, oder ſonſtigen gemeinnuͤtzigen Anſtalten, werden angenommen von den Verwaltern ſolcher Gemeinden oder Anſtalten. Vorher aber muͤſſen ſie zur Annahme gehoͤrig er⸗ maͤchtigt ſeyn. 738. Eine gehoͤrig angenommene Schenkung iſt vollkommen durch die bloſe Einwilligung der Theile; und das Eigentum der geſchenkten Gegen⸗ ſtaͤnde geht uͤber auf den Geſchenknehmer, ohne daß es noch einer andern Uebergabe beduͤrfte⸗ „ 23* 939. Wenn die Schenkung Guͤter begreift, welche einer Hypotheke faͤhig ſind(1); ſo muͤffen die Acten uͤber Schenkung und Annahme in die Hypothekenbuͤcher des Bezirks eingeſchrieben wer⸗ den, worin die Guͤter liegen. Ebendaſelbſt muß auch eingetragen werden die Inſinuation der An⸗ nahme, wenn ſie etwa in einer beſondern Acte ge⸗ ſchehen iſt. 940. Dieſe Einſchreibung in die Hypotheken⸗ buͤcher hat der Mann zu beſorgen, wenn ſeine Frau mit ſolchen Guͤtern iſt beſchenkt worden: und im Falle der Mann dieſe Formalitaͤt vernachlaͤſſigt, kann die Frau ſie beſorgen laſſen ohne Ermaͤchtigung. Iſt die Schenkung zu Gunſten von Minder⸗ jaͤhrigen, Unterſagten, oder oͤffentlichen Anſtalten gemacht; ſo haben die Eintragung zu beſorgen die Vormuͤnder, Curatoren oder Verwalter. 941. Jedermann iſt berechtigt, die Einrede . zu machen, daß die Eintragung nicht geſchehen ſey, ausgenommen diejenigen, denen das Geſetz die Be⸗ ſorgung der Eintragung auflegt, oder die, ſo in ihre Rechte treten, und der Geſchenkgeber ſelbſt. 9424. Minderjaͤhrige, gerichtlich Unterſagte und verheirathete Weiber, koͤnnen nicht aus dem Grunde wieder in den vorigen Stand geſetzt wer⸗ (1) Wie z. B, alle unbeweglichen Guͤter. . Abenden, een eri MWenggehar . fad). 1 en. ell d NMhcdehenn ba ſe Virr ohel M(heninna. mnd ſt no tkint Mmaninn 66.( in das 8 dexteien. ünn 44 6 5 dan i Shateh il a da dj d u de der iht 0 — ung Gi ſnd() e nd Annaja Zeingeſtat Ebendai Inſtnurten t beſordng g in diejnt tgen, vinſth ait worda it vernablſt bhne Emittn Bunſen bon! ifentlchak rgung u hig Dervaltr. erchtigt ut ung aict gitt en das G flegt, ohe 6' zechenber eihlit be znen üit 1 a Stund ſice din. .— 341— den, weil die Annahme oder Eintragung der ihnen geſchehenen Schenkungen vernachlaͤſſigt worden. Aber ſie behalten, wenn es der Fall mit ſich bringk, ihr Erholungsrecht gegen ihre Vormuͤnder oder Ehemaͤnner. Wiedereinſetzung in den vorigen Stand hat aber nicht Statt ſelbſt in dem Falle, wo beſagte Vormuͤnder oder Ehemaͤnner zu zalen unvermoͤgend ſind. 1 2 6 943. Eine Schenkung unter Lebenden kann nur das gegenwaͤrtige Vermoͤgen des Schenkers begreifen. Begreift ſie zukuͤnftiges Vermoͤgen; ſo iſt ſie in ſolcher Hinſicht nichtig. 944. Nichtig iſt auch jede Schenkung unter Lebenden, der ſolche Bedingungen beigefuͤgt ſind, deren Erfuͤllung von dem bloſen Willen des Ge⸗ ſchenkgebers abhaͤngt.— 945. Eine ſolche Schenkung iſt ebenfalls nich⸗ iig, wenn ihr die Bedingung beigefuͤgt iſt, daß der Geſchenknehmer Schulden oder Laſten entrichten ſoll, die zur Zeit der Schenkung nicht exiſtirten, oder, daß er Schulden und Laſten entrichten ſoll, die in der Schenkungsacte oder in dem Status, der ihr angehaͤngt werden muß, nicht ausgedruͤckt ſind(1). (1) Mit andern Worten: In keinem Falle kann der Geſchenknehmer verpflichtet werden, andere Schul⸗ den oder Laſten abzutragen, als jene, welche zus 946. Wenn der Geſchenkgeber ſich die Befug. nis vorbehalten hat, uͤber einen gewiſſen Gegen⸗ ſtand, der in der Schenkung begriffen iſt, oder uͤber eine beſtimmte Summe aus dem geſchenkten Vermoͤgen, zu verfuͤgen, und wenn er nachher ſtirbt, ohne wirklich daruͤber verfuͤgt zu haben; ſo gehoͤrt jener Gegenſtand oder jene Summe den Er⸗ ben des Geſchenkgebers, ungeachtet aller Clauſeln und Bedingungen, die dagegen gemacht ſehn toun⸗ ten. 947. Die vier vorhergehenden Artikel ſind nicht anwendbar auf jene Schenkungen, wovon in den Cap. 8 und g unter gegenwaͤrtigem Titel 9e, handelt wird. 948. Alle Schenkungsacte uͤber gemtgaiche Habe ſind blos guͤltig in Hinſicht auf jene Gegen⸗ ſtaͤnde, welche in dem geſchaͤtzten Verzeichniſſe ent⸗ halten ſind, das der Schenkung in Urſchrift ange⸗ haͤngt, und vom Geſchenkgeber und Geſchenkneh⸗ mer, oder, anſtatt des letztern von denen, die fuͤr ihn annehmen, unterzeichnet ſeyn muß. 949. Es ſteht dem Geſchenkgeber frei, den Genuß ober die Nutznieſſung der beweanichen oder — die Schenkungsacte, oder ein beigefuͤgter Sta⸗ tus, die andern Schulden und Laſten anfuͤhrte, die etwa erſt nach der Schenkung, entſtehen koͤnn⸗ ten. Eine Schenkung, welche enderſt verfuͤget, waͤre nichtis. Zeit der Schenkung exiſtirten; es ſey denn, daß t lan raerſent! dajloen h Wim nn nſuag de umnn die N MWrfände u dan zu bas uit ui MWan dla Eden bit dm Sce 2 te ſti, ſ 8 banſinde a ens meia wſine 1 inn üe Nrthal: cn d Rü außſeur ie ſ 4 ine geſt dezrfa in aus da 4 d wen an derfägt ua ſene Euna eachtet un en zaatt dehendn du chenkungn d genwittga! ntte übgr be inſiht uf im tzem dautii kung i liii eber und di rn bon daa ſeyn ni zſchmhent der bedtltn irnn; Khk er eit bägite es und Lin henkun, atr dihe — 345— unbeweglichen Guͤter, welche er ſchenkt, entweder ſich ſelbſt vorzubehalten, oder uͤber jenen Genuß oder jene Nutznieſſung zu Gunſten eines andern zu verfuͤgen. 950. Beſtand die Schenkung in beweglichen Guͤtern, und war ſie dabei mit Vorbehalt der Nutz⸗ nieſſung geſchehen; ſo muß der Geſchenknehmer, wenn die Nutznieſſung erloͤſcht, die geſchenkten Ge⸗ genſtaͤnde, welche noch in Natur vorhanden ſind, in dem Zuſtande nehmen, worin ſie ſich befinden. Und was die Gegenſtaͤnde betrift, welche nicht mehr vorhanden ſind; ſo hat er in ihrer Hinſicht eine Klage gegen den Geſchenkgeber oder deſſen Erben bis zum Betrag des Werthes, wozu ſie in dem Schaͤtzungsverzeichniſſe angeſchlagen ſind. 951. Nicht weniger ſteht es dem Geſchenkge⸗ ber frei, ſich auszubedingen, daß die geſchenkten Gegenſtaͤnde an ihn zuruͤckkehren ſollen in beiden Faͤllen, entweder wenn der Geſchenknehmer allein verſterben ſollte, oder, wenn der Geſchenknehmer und ſeine Abkoͤmmlinge verſterben ſollten. Dies Recht der Ruͤckkehr oder des Ruͤckfalls kann aber nicht ausbedungen werden, als zum Vortheil des Geſchenkgebers allein. 952. Die Ausbedingung der Ruͤckkehr oder des Ruͤckfalls hat folgende Wirkung. Jede Ver⸗ auſſerung der geſchenkten Guͤter wird dadurch auf⸗ — 344— geloͤſt, und ſte kommen an den Geſchenkgeber zu⸗ rück, frei und ledig von allen Laſten und Hypo⸗ theken; ausgenommen jedoch die Hypotheke der Brautgabe(Dot) und der Ehepacten, falls die uͤbrigen Guͤter des Ehegenoſſen, der Geſchenkneh⸗ mer iſt, nicht hinreichen, und fuͤr den Fall allein, wo die Schenkung demſelben iſt gemacht worden in dem naͤmlichen Ehevertrage, welcher jene Rechte und Hypotheken begruͤndet. Zweiter Abſchnitr. Ausnahmen von der Regel, daß die Schenkungen unter Lebeuden unwiderruflich ſind. 53. Schenkungen unter Lebenden koͤnnen nur aus folgenden Urſachen widerrufen werden: erſtens, wegen Nichterfuͤllung der Bedingniſſe, un⸗ ter welchen ſie gemacht find; zweitens, wegen Un⸗ dankes; und drittens, weil dem Geſchenkgeber Kin⸗ der uͤberkommen. 954. Wird eine Schenkung darum widerru⸗ fen, weil die ihr beigefuͤgten Bedingungen nicht ſind erfuͤllt worden; ſo gehen die Guͤter zu den Handen des Geſchenkgebers zuruͤck, frei und ledig von allen Laſten und Hypotheken, ſoviel den Ge⸗ ſchenknehmer betrift; und der Geſchenkgeber hat gegen jeden dritten Beſitzer der geſchenkten unbe⸗ weglichen Guͤter alle Rechte, die er gegen den Ge⸗ ſchenknehmer ſelbſt haͤtte. 95. MWur dih Dſa vade 8 3 3 gäündet. ſſens h ms. 8 bil Inns ni. zen und auf Und 5 c Wrnji m um in wade in uiſ Nedue ei nicht a den di dan di ſteatn — den Säſza 2n kaiin n, ˖die n Ehepeun ſen, der din ſi da iſt genut vültea ſchritt daß die dia errufich in ter kebendn videruin! g der dehi z weitens e dew Giſcher fong dem en Redingnn hen di in rick, ſiin, tken, ſctu tr Eiſßerdtt der giſcai die e gta 955. Wegen Undankes koͤnnen Schenkungen unter Lebenden nur in folgenden Faͤllen widerru⸗ fen werden:.— iſtens. Wenn der Geſchenknehmer dem Ge⸗ ſchenkgeber nach dem Leben getrachtet hat; atens. Wenn er ſich gegen den Geſchenkgeber Thaͤtlichkeiten, Verbrechen oder grobe Un⸗ bilden erlaubt hat; Ztenus. Wenn er ihm die Nahrung verweigert. 956. Eine Widerrufung iſt nie von Rechts⸗ gen und ohne weiters vorhanden, wenn ſie ſich auf Undank oder Nichterfuͤllung der Bedingniſſe gruͤndet. 957. Wer eine Schenkung wegen Undankes widerrufen will, muß ſeine Klage desfalls in ei⸗ nem Jahr anſtellen; und dies Jahr wird gerech⸗ net von dem Tage an, wo das Verbrechen began⸗ gen worden, welches der Schenker dem Beſchenk⸗ ten aufbuͤrdet, oder von dem Tage an, wo das Verbrechen dem Geſchenkgeber bekannt ſeyn konnte. Eine ſolche Klage auf Widerrufung kann aber nicht angeſtellt werden von dem Geſchenkgeber ge⸗ gen die Erben des Geſchenknehmers, noch auch von den Erben des Geſchenkgebers gegen den Ge⸗ ſchenknehmer; es ſey denn, daß; im letztern Falle⸗ ber Geſchenkgeber die Klage wirklich ſchon ange, ſtellt gehabt, oder derſelbe im Jahr nach dem Ver⸗ brechen geſtorben waͤre. 958. Veraͤuſſerungen, welche der Beſchenkte vorgenommen, Hypotheken und andere dingliche Laſten, womit er etwa den Gegenſtand der Schen⸗ kung beſchwert hat, verlieren dadurch nichts von ihrer Kraft, daß die Schenkung wegen Undankes widerrufen wird. Damit indeſſen dieſe Veraͤuſſe⸗ rungen, Laſten und Hypotheken ihre Kraft und Guͤltigkeit behalten, wird erfodert, daß ſie ein fruͤ⸗ heres Datum haben, als die etwaige Einſchrei⸗ bung von dem Auszuge der Klage auf Widerru⸗ fung auf den Rand jener Eintragung, welche der Art. 939 verordnet. Wird die Schenkung wirklich widerrufen; ſo wird der Geſchenknehmer verurteilt, den Werth der veraͤuſſerten Gegenſtaͤnde obruͤck zu erſtatten, den ſſe zur Zeit der Klage hatten, und die Fruͤchte vom Tage dieſer Klage an. 1 959. Schenkungen zu Gunſten einer Ehever⸗ bindung ſind nicht widerruflich wegen Undantkes. 960. Jede Schenkung unter Lebenden, von einem Menſchen gemacht, der zur Zeit der Schen⸗ kung keine wirklich lebenden Kinder oder Abkoͤmm⸗ linge hatte, iſt und bleibt ohne weiters von Rechts⸗ wegen widerrufen dadurch, daß dem Geſchenkge⸗ aa ihi MWA güöonn Nn durh ne id vem i Nter un Br bat ſon ni ſi d vierrnin wes un ſoger, ven dup gemacht! inͤn Vr tdu don artteil S1. D deun, vnnn Siſterir . - ayſerge vn ſe, Nich dmfe, denn dis da geſhe u im di Mls gacſe ſteinͤna! e n en ſha nägn, thriceaze de Geut durh miſ lnn a — virkich e 1 Jahr uhn welche ad und anden 4 egenſtnd laz a dadunh ti Ang wegen w deſſen dinn tien ün u dert, daß 1. ie etwage d tKlagt uk itragung, n tich vom urteilt den R d uu a „und diedie. unfer in j vegn lit ater Kbenta zar zit 1 banh tür M peiters tol. ß dn b 8 ber ein eheliches Kind, und ſelbſt nach ſeinem To⸗ de, geboren wird, oder auch, daß ein uneheliches Kind durch nachfolgende Verehelichung legitimirt wird, wenn es nur nach der Schenkung geboren iſt. Die Schenkung bleibt widerrufen, ſie mag ei⸗ nen Werth haben, und unter einem Titel gemacht ſeyn, wie ſie wolle. Auch ſelbſt dann bleibt ſie widerrufen, wenn ſie gegenſeitig oder belohnend, und ſogar, wenn ſie zu Gunſten einer Eheverbin⸗ bung gemacht iſt von andern, als von den auf⸗ ſteigenden Verwandten zum Vorteil der Eheleu⸗ te, oder von den Eheleuten zu wechſelſeitigem Vorteil. 961. Dieſe Widerrufung findet Statt, ſelbſt dann, wenn das Kind des Geſchenkgebers oder der Geſchenkgeberin zur Zeit der Schenkung ſchon ompfangen war. 962. Nicht weniger bleibt die Schenkung wi⸗ derrufen, wenn ſchon der Geſchenknehmer in den Beſitz der geſchenkten Guͤter getreten, und er darin von dem Geſchenkgeber nach Ueberkommen des Kindes gelaſſen worden waͤre. Jedoch iſt der Ge⸗ ſchenknehmer darum nicht verbunden, die Fruͤchte, die er eingezogen hat, von welcher Art ſie auch ſeyn moͤgen, obruͤck zu erſtatten. Er muß ſie aber obruͤckerſtatten von dem Tage an, wo man ihm die Geburt des Kindes, oder deſſen Legitimation durch nachfolgende Verehelichung, durch Inſinua⸗ tion oder einen ſonſtigen Act in gehoͤriger Form — 548— bekannt gemacht, obſchon vielleicht die Klage um Wiedererlangung des Beſitzes der geſchenkten Guͤter erſt nach dieſer Bekanntmachung angeſtellt worden. 963. Guͤter, welche in einer Schenkung be⸗ griffen ſind, die von Rechtswegen und ohne wei⸗ ters widerrufen iſt, kehren zum Vermoͤgen des Geſchenkgebers zuruͤck, frei und ledig von allen Laſten und Hypotheken, die von dem Geſchenkneh⸗ mer herruͤhren. Sie haften der Frau des Ge⸗ ſchenknehmers nicht fuͤr die Ruͤckerſtattung des Brautſchatzes, noch dafuͤr, daß ſie ihre Wieder⸗ nahmsrechte oder ſonſtige bei Gelegenheit der Ehe geſchloſſene Vertraͤge ausuͤben koͤnne, ſelbſt nicht einmal aushilfsweiſe; und dies gilt, wenn ſchon die Schenkung zu Gunſten der Ehe des Geſchenk⸗ nehmers geſchehen, und in den Contract einge⸗ ruͤckt worden, und wenn ſchon der Geſchenkgeber ſich durch die Schenkung als Buͤrge verpflichtet haͤtte, den Heirathoveitrag zu vollziehen. 964. Schenkungen, welche auf ſolche Art widerrufen ſind, leben nicht wieder auf, und wer⸗ den nicht wieder kraͤftig, weder dadurch, daß das Kind des Geſchenkgebers ſtirbt, noch durch ſonſt einen beſtaͤtigenden Act. Will aber der Schenker die naͤmlichen Guͤter dem naͤmlichen Geſchenkneh⸗ mer geben, entweder vor oder nach dem Tode des Kindes, deſſen Geburt den Widerruf der Schen⸗ kung verurſacht hatte; ſo kann er dies nicht an⸗ derſt, als durch eine neue Verfuͤgung. 485 3 Nart de b Wun vthe ii ttſgt hätte/ ne d Vrt cbt. Un Wie ſtuuh! MNrnin iadet iin Ehn, ſee udan ⸗ ſi auj di 8 e ader iiht! ghugm it enſu la e Knd acind, gt W dir lun ſann. ſin Van let d Ahhewei Te 2 nu deffüge diner Krhes diellict k es der grüek jung n in enn si zwegen ud ſe a zun dang 1 und leüi m bon den dſtt. ten der Fuu ie Rickin daß ſe ien ei Gelcgenzit en könne, lü dies gite, un der Ehe des n da(unta ſchon der itt als dirge in zu dollich. viſche auf ſt wieder auf,e der dadurc rbt, vch i il aber d inliche bite t nath d d Dideuf i n er lsi erfdgang. 955. Jebde Clauſel oder Uebereinkunft, wo⸗ durch der Geſchenkgeber der Befugnis, die Schen⸗ kung wegen uͤberkommender Kinder zu widerrufen, entſagt haͤtte, wird als nichtig betrachtet, und iſt ohne alle Wirkung. 966. Um eine Schenkung geltend zu machen, die ſich durch das Ueberkommen von Kindern wi⸗ derrufen findet, koͤnnen zwar der Geſchenknehmer, ſeine Erben, oder die ſo in ſein Recht treten, jeder andere Inhaber der geſchenkten Gegenſtaͤnde, ſich auf die Verjaͤhrung berufen: ſie koͤnnen dieſel⸗ be aber nicht entgegen ſetzen, als nach einem dreiſ⸗ ſigjaͤhrigen Beſitze. Die dreiſſig Jahre fangen nicht an zu laufen, als von dem Tage an, wo das letzte Kind des Geſchenkgebers, waͤre es auch ein Nachkind, geboren wird; und dies noch unbeſcha⸗ det der Unterbrechungen, welche das Geſetz be⸗ ſtimmt. Fuͤnftes Capitel. Von letztwilligen Verfuͤgungen. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Regeln uͤber die Form der Teſtamente oder 1 letztwilligen Verfuͤgungen. 967. Jedermann iſt befugt, durch Teſtament zu verfuͤgen, es geſchehe dies nun unter dem Titel einer Erbeseinſetzung, eines Vermaͤchtniſſes, oder — 358—. unter jeder andern Benennung, wenn man nur ſeinen Willen dadurch offenbaren kann. 968. Zwei oder mehrere Perſonen koͤnnen in einem und dem naͤmlichen Acte kein Teſtament ma⸗ chen, weder zu Gunſten eines Dritten, noch unter dem Namen einer wechſelſeitigen Verfuͤgung. 969. Es giebt dreierlei Arten der Teſtamen⸗ te: ſelbſtgeſchriebene(1), öͤffentliche oder feierliche(2), und heimliche oder myſtiſche(3). 970. Ein ſelbſtgeſchriebenes oder holographi⸗ ſches Deſtament iſt nur in ſo weit guͤltig, als es ganz von der eigenen Hand des Teſtators geſchrie⸗ ben, datirt und unterzeichnet iſt. Es bedarf zu ſeiner Guͤltigkeit keiner andern Form. .. 1 971. Ein oͤffentliches Teſtament iſt ein ſol⸗ ches, das von zwei Notairen in Gegenwart von zwei Zeugen, oder von einem Notaire in Gegen⸗ wart von vier Zeugen aufgenommen wird. 972. Wird das Teſtament von zwei Notai⸗ ren aufgenommen; ſo dictirt es ihnen der Teſta⸗ 45—— d (1) Tastament olograpnhe, von der eigenen Hand des Teſtators ganz geſchriebenes, oder hologra⸗ phiſches Teſtament.— 8 (a) Tastament fait par aote public. (3 TZascament ſaic daus la forme mstiqus. 8 8 und inn Ji nun 4 das Tiſewent a diſn Re 9 lan nia in ahn. u n K“” utrzaitun. antenzechnen vind deſe . unr eicnn ſaahut 94 Luc nrſächumn. ij iine don le Ri Täem hi ur Mauigenonnen Wn dir za . Siiemente antere, — 1g, bant a ren kann, Herſoun en te kin din Dritn ui den Dafiͤug Arten da dn iffentti koder uhiiſt nes odte abt weit gülig, des diſtatts 8M n Form. tſawent it u nin Gegane n Rotaiten zumen di nt ton ſei ds ihran arl uun di im thencs, An „ pubhit fom⸗ mjun — 351— tor, und einer von beiden Notairen ſchreibt es nie⸗ der, ſo, wie der Teſtator es dictirt. Iſt nur ein Notaire gegenwaͤrtig; ſo wird das Teſtament ebenfalls vom Teſtator dictirt, und von dieſem Notaire geſchrieben. In beiden Faͤllen muß dem Teſtator das Ge⸗ ſchriebene vorgeleſen werden, in Gegenwart der Zeugen. Von allem geſchieht ausdruͤckliche Erwaͤhnung. 975. Der Teſtator muß ein ſolches Teſtament unterzeichnen. Und wenn er erklaͤrt, daß er nicht unterzeichnen koͤnne oder es nicht gelernt habe; ſo wird deſſen, ſo wie des Umſtandes, der ihn zu unterzeichnen hindert, in dem Acte ausdruͤcklich Wähnt. 974. Auch die Zeugen mäͤſſen das Teſtament unterzeichnen. Jedoch iſt es auf dem kLande genug, daß einer von beiden Zeugen unterzeichne, im Fal⸗ le das Teſtament von zwei Notairen aufgenommen wird, und, wenn es daſelbſt von einem Notaire aufgenommen wird, ſo iſt genug, daß zwei von den vier Zeugen unterzeichnen. 975. Bei einem offentlichen oder feierlichen Teſtamente koͤnnen nicht als Zeugen auftreten die Legatare, unter welchem Namen ſie auch Legatare 4 „ 0 V tr di m kann; ſo hut bewerkt ſeyn moͤgen, und ihre Blutsfreunde oder Verſchwaͤ⸗ gerte bis zum vierten Grabe einſchlieslich; auch nicht die Schreiber des Notaires, der daſſelbe auf⸗ nimmt ig uige 976. Wer ein myſtiſches oder heimliches Te⸗ Ba ſtament machen will, muß ſeine Verfuͤgungen un⸗ N it, ode, t terzeichnen, er mag ſie nun ſelbſt geſchrieben, oder durch einen andern haben ſchreiben laſſen. Das Papier, ſo dieſe Verfuͤgungen enthaͤlt, oder das Papier, welches zum Umſchlag dient, wenn es mit ulte da don einem ſolchen verſehn iſt, muß verſchloſſen und auaachntt di verſiegelt ſeyn. Alſo verſchloſſen und verſtegelt alnn uͤberreicht es der Teſtator dem Notaire nnd ſechs h euſen nr Zeugen wenigſtens, oder er laͤſt es alſo verſchlieſ⸗ ſen und verſiegeln in ihrer Gegenwart; und er⸗ 1 8. 0. klaͤrt dabei, daß, was in dieſem Papier enthalten, ant ſat, am ſein letzter Wille, und von ihm geſchrieben und riſſh dſe unterzeichnet, oder von einem andern geſchrieben und von ihm ſelbſt unterzeichnet ſey. Der No⸗ ſii Trfigung m onte, ſ u ii Zeuge taire verfertigt ſodenn die Ueberſchreibungsakte, 3 85 1 welche auf jenes Papier, oder auf das Blatt, das t6 Tfeuag zum Umſchlage dient, geſchrieben wird; und dieſe 4 tian m Ueberſchreibungsacte wird unterzeichnet von allen n uniit Anweſenden, von dem Notaire und dem Deſator, Nni in zun und von den Zeugen. ioamnt aie un Alles, was hieroben vorgeſchrieben iſt, muß uhdts gu geſchehen nacheinander, und ohne daß andere WMn lttt Handlungen zwiſchen laufen koͤnnen. Wenn aber DJItin di n den Teſtator, nachdem er das Teſtament bereits dus der d unterzeichnet hat, eine Hinderung überfallt, wo⸗ de Jagn — 5 55— dundenet durch er die Ueberſchreibungsacte nicht unterzeich⸗ enſchlente nen kann; ſo wird die Erklaͤrung, die er desfalls 18, da 1ſhe thut, bemerkt, und es iſt in einem ſolchen Falle nicht noͤthig, die Zeugenzahl zu vermehren. maſch 977. Wenn der Teſtator Schreibens unerfah⸗ dh nau ren iſt, oder, wenn er in dem Augenblicke, wo er iüa lfe ſeine Verfuͤgungen ſchreiben lies, nicht unterzeich⸗ dnehent nen konnte; ſo wird zu dem Ueberſchreibungsacte anthit 1 noch ein Zeuge mehr berufen, als die Zahl iſt, diat, uns welche der vorhergehende Artikel feſtſetzt. Dieſer 1ß raſtun nnterzeichnet die Acte mit den andern Zeugen, und ſſen und i in derſelben wird die Urſache bemerkt, warum er zAotiinmi iſt berufen worden. ſt&e dſt ni Sgadnhu 978. Wer nicht leſen kann, oder es nicht ge. im papit at lernt hat, kann in der Form eines heimlichen oder ihn geſcimn myſtiſchen Teſtaments nicht verfuͤgen. andern giit 4 4 hnct Gh. DMh 979. Wenn der Teſtator zwar nicht reden, deberſchrürt sber doch ſchreiben kann; ſo kann er ein heimli⸗ auf dah ches Teſtament machen. Dann aber muß das en witd; u. Teſtament von ſeiner Hand ganz geſchrieben, datirt eneichut al und unterzeichnet ſeyn; er muß es dem Notaire und da und den Zeugen uͤberreichen, und in ihrer Gegen⸗ wart oben auf die Ueberſchreibungsacte ſchreiben, daß das Papier, ſo er uͤbergiebt, ſein Teſtament ſtnin i oder letzter Wille ſey. Hierauf ſchreibt der No⸗ oöhn dh taire die Ueberſchreibungsackte, und bemerkt darin, nnen. Im das der Teſtator die obigen Worte in ſeiner und dim der Zeugen Gegenwart geſchrieben habe. Uebrigens ang iöeſu 3. 24 — 354— wird noch alles beobachtet, was im Art. 976. vor⸗ geſchrieben iſt. 980. Alle zu Teſtamenten berufene Zeugen muͤſſen maͤnnlichen Geſchlechts, grosjaͤhrig, in der Republik wohnhaft, und im Genuſſe der buͤrgerli⸗ chen Rechte ſeyn.. Zweiter Abſchnitt. Beſondere Regeln uͤber die Form gewiſſer Teſtamente. 981. Militair⸗ und ſonſtige bei den Heeren angeſtellte Perſonen, im welchem Lande ſie immer ſeyn moͤgen, koͤnnen ihre Teſtamente aufnehmen laſſen von dem Chef eines Bataillons oder einer Schwadron, oder von jedem andern Ofſicier eines höhern Grades, in Gegenwart zweier Zeugen; oder auch von zwei Kriegscommiſſairen, oder von einem ſolcher Commiſſaire in Gegenwart zweier Zeugen. 982. Auch koͤnnen jene Teſtamente, wenn der Teſtator krank oder verwundet iſt, aufgenommen werden von dem erſten Geſundheitsbeamten in Bei⸗ ſein des Militair⸗Commandanten, der die Polizei des Spitals hat.. 983. Obige Verfuͤgungen gelten aber nur fuͤr diejenigen, die in einer militairiſchen Unternehmung,⸗ in Quartier, oder in Beſatzung auſſerhalb des Ge⸗ bietes der Republik, oder Kriegsgefangen beim . ſ iarde fad: Jldtung in a ſa⸗ ſc fn Plate he bej Nndern Drten, WPrhirdungen! 884 deft näbt, fod di VWFiuct in en ſeFrähet he ſtacten. 8d. J. tethrochen iſ, anſacinde 8 mte gemach der bor einen NaNni Geaue 35. NMe mroan die d ſ ind, ſnd dwit nych rilithag G). Ar DPhtinn ghat Narrte, u oin ſchd ſ oder ſt weeonm, ten beuin. à, Jretſähh Genuſe de ſchnitt. n geviſer din ſiige bu det hem kandeft eſtamente ui Batailons h andern Offoe vart zwein mmiſeiren, in Gegendn Teſtamete et iſ, uie heitsbeunn! ten, M! galtn i ſchen rren⸗ guſſtit nigegin — 35— Feinde ſind: wer hingegen in Quartier oder Be⸗ ſatzung im Innern iſt, kann daraus keinen Vorteil ziehen, es ſey denn, daß er ſich in einem belager⸗ ten Platze befaͤnde, oder in einer Citadelle oder andern Orten, deren Thore geſchloſſen, und deren Verbindungen wegen Krieges unterbrochen ſind. 984. Teſtamente, nach der obigen Form ge⸗ macht, ſind nichtig ſechs Monate, nachdem der Teſtator an einen Ort zuruͤckgekommen iſt, wo er die Freiheit hat, die gewoͤhnlichen Formen zu be⸗ obachten. 985. In Orten, womit alle Verbindung un⸗ terbrochen iſt, weil darin die Peſt oder ſonſt eine anſteckende Krankheit herrſcht, koͤnnen die Deſta⸗ mente gemacht werden vor dem Friedensrichter, oder vor einem der Municipalbeamten der Gemein⸗ de, in Gegenwart zweier Zeugen. 986. Dieſe Verfuͤgung gilt nicht allein fuͤr Perſonen, die wirklich von jenen Krankheiten ange⸗ ſteckt ſind; ſondern auch fuͤr alle, die ſich in den damit angeſteckten Orten befinden, wenn ſie auch wirklich die Krankheit noch nicht haben. 987. Auch die in den zwei vorſtehenden Ar⸗ tikeln gedachten Teſtamente werden nichtig ſechs Monnte, nachdem die Verbindung mit dem Orte, worin ſich der Teſtator befindet, wieher hergeſtellt iſt, oder ſechs Monate, nachdem er an einen Ort gekommen, wo ſie nicht unterbrochen iſt. 24* — 356— 938. Teſtamente koͤnnen zur See, und im daufe einer Seereiſe, aufgenommen werden, wie folgt: 4 Auf Kriegs⸗ und andern Schiffen des Staats, durch den Offizier, der das Schiff befehligt, oder, in deſſen Ermanglung, durch den, der ihn in der Dienſtordnung vertritt, duͤrch einen oder den an⸗ dern aber nur in Beiſein des Verwaltungsbeam⸗ ten, oder desjenigen, der ſein Amt verſieht; Uund auf den Handelsſchiffen, durch den Schiffsſchreiber oder den, der ſein Amt verſieht, durch einen oder den andern aber wieder nur in Vereinigung mit dem Capitaͤn, Herrn oder Patron des Schiffes, oder, in deren Ermangelung, durch die, ſo ſie vertreten. In allen Faͤllen muͤſſen dergleichen Teſtamente aufgenommen werden in Gegenwart zweier Zeugen. 989. Will auf einem Staatsſchiffe der Capi⸗ taͤn oder Verwaltungsbeamte ſelbſt, oder auf Han⸗ delsſchiffen der Capitaͤn, Herr oder Patron, oder der Schreiber letztwillig verſuͤgen: ſo kann das Te⸗ ſtament aufnehmen derjenige, der in der Dienſtord⸗ nung auf ſie folgt; wobei er ſich aber uͤbrigens nach den Vorſchriften des vorhergehenden Artikels zu richten hat. 992. In allen Faͤllen wird von den Teſta⸗ 4 nanten, der ſoihnen, di 9. T ſu hifen Comgiſtie in dijeni DWhrhen, ghale iin und deiſ gitgm. kagt Re Steweſen daß es hinte des Friedens ur dohnhei 9h. uickomar, ſn, odr in ſn duwiſe lictriinn des d deffegt ung it fals Auatas de NHoiͤagätg ſehn öt ſe Hhͤeſe bh QWlitung des. 85. dird bener laßend, — ſut E4, nnnn un Schifn dus Schif beizin ˖ den, de k h eiinen ode es Vervatent n Ant vait ſchifen, dui er ſein Am aber viat, n, Hernn ühe Ermangun dergleichn 9 enwat wit taatsſcftn ſabst dr n oder din en: ſo imn. der in dud⸗ er ſic did heruäh vird un k — 357— menten, deren die beiden vorherdehenden Artikel erwaͤhnen, eine doppelte Urſchrift gefertigt. 991. Wenn das Schiff in einen auslaͤndi⸗ ſchen Hafen einlaͤuft, worin ſich ein franzoͤſiſcher Commiſſaire der Handelsverhaͤltniſſe befindet; ſo ſind diejenigen, die das Teſtament aufgenommen haben, gehalten, eins von den Originalen verſchloſ⸗ ſen und verſiegelt bei dieſem Commiſſaire nieder⸗ zulegen. Letzterer laͤſt es ſodenn an den Miniſter des Seeweſens gelangen, und dieſer ſorgt dafuͤr, daß es hinterlegt werde in der Gerichtſchreiberei des Friedensgerichts an dem Orte, wo der Teſta⸗ tor wohnhaft iſt. 992. Sobald das Schiff nach Frankreich zu⸗ ruͤckkoͤmmt, es laufe nun in den Ausruͤſtungsha⸗ fen, oder in einen andern Hafen ein; ſo erhaͤlt der Vorgeſetzte der Seeeinſchreibungen die beiden Urſchriften des Teſtaments, ebenfalls verſchloſſen und verſtegelt, oder die eine Urſchrift, die noch uͤbrig iſt, falls nach Vorſchrift des vorhergehenden Artikels, die andere im Laufe der Reiſe irgend niedergelegt worden waͤre. Der gedachte Vorge⸗ ſetzte laͤſt ſie an den Seeminiſter gelangen, und dieſer befiehlt die Hinterlegung derſelben nach An⸗ leitung d des naͤmlichen Artikels. 993. Auf dem Rande des Schiffsregiſters wird bemerkt der Name des Teſtators, und der Umſtand, daß die Urſchriften des Teſtaments ent⸗ — 358— weder bei einem Commiſſaire der Handelsverhaͤlt⸗ niſſe, oder im Bureau eines Vorgeſetzten der See⸗ einſchreibungen hinterlegt worden ſind. 994. ungeachtet ein Teſtament wirklich waͤh⸗ rend einer Seereiſe gemacht worden, wird es doch nicht als ein zur See gemachtes Teſtament betrach⸗ tet, wenn zur Zeit, wo es gemacht ward, das Schiff gelandet hatte, es ſey nun an fremdes Land oder an Land, ſo franzoͤſiſcher Herrſchaft unterwor⸗ fen iſt, und wo ſich ein franzoͤſtſcher oͤffentlicher Beamter befindet: in einem ſolchen Falle iſt es nur in ſo weit guͤltig, als es verfertigt worden nach den in Frankreich vorgeſchriebenen Formen, oder nach jenen Formen, die in dem Lande uͤblich ſind, worin es aufgeſetzt worden. 995. Obige Verfuͤgungen ſind auch anwend⸗ bar auf die Teſtamente der bloſen Reiſenden, die nicht zur Schiffsmannſchaft gehoͤren. 995. Teſtamente, die zur See und der im Art 988 vorgeſchriebenen Form gemaͤs aufgeſetzt worden, ſind nur in ſoweit guͤltig, als der Teſta⸗ tor auf der See ſtirbt, oder in den erſten drei Monaten, nachdem er gelandet und an einen Ort gekommen iſt, wo er ſein Teſtament nach der ge⸗ woͤhnlichen Form von neuem machen konnte. 997. Solche Teſtamente duͤrfen keine Verfuͤ⸗ gung zu Gunſten der Schiffsofficiere enthalten, es ſey denn, daß ſie mit dem Teſtator verwandt waͤren 2 4 7 ritigen d mtezeichet don dinſenig eilit knne bdir g diwehl bm Ditnan hid Go dſt vwid de rigſtens u patum det 48.¹ firzet, kamn ſwaffache Ar tt nach Ah dht in einer, haüacteng ülch ſad n 1odd. 5 den in dit nicht dalhe durean des votden, ſo ſätſ gehe dnbhich Und, un — 2 e de hanh Vorgiſten, orden ſi ſtenat a worden di ütes Limma gemagt da nnn an fte henceſt ranzißſce t ſolchen zu verfertigt ven tiebemn om dem kande ti gen ſind aut. bloſen Raſet gehäte. zur Ee u Horn gunitt gültig der in ben det und un tſtament ii mechun int dätieg käs yffiein ne ator brwu — 998. Die in den obigen Artikeln des gegen⸗ waͤrtigen Abſchnitts begriffenen Teſtamente muͤſſen unterzeichnet werden von dem Teſtator ſelbſt, und von denjenigen, die ſie aufgenommen haben. Erklaͤrt der Teſtator, daß er nicht ſchreiben koͤnne oder gelernt habe; ſo wird dieſe Erklaͤrung ſowohl bemerkt, als die Urſache, die ihn zu unter⸗ zeichnen hindert. So oft die Gegenwart zweier Zeugen erfoderr iſt, wird das Teſtament von einem derſelben we⸗ nigſtens unterzeichnet, und die Urſache bemerkt, warum der andere nicht unterzeichnet habe. 999. Ein Franzos, der ſich im Auslande be⸗ findet, kann ſeine letztwilligen Verfuͤgungen auf zweifache Art machen: entweder in einer Privat⸗ acte, nach Anleitung und Vorſchrift des Art. 970, oder in einer authentiſchen, oͤffentlichen, Aete, mit Beobachtung der Feierlichkeiten, die in dem Lande uͤblich ſind, wo ſie angefertigt wird. 1000. Teſtamente, im Auslande gemacht, koͤn⸗ nen in Guͤtern, welche ſich in Frankreich befinden, nicht vollzogen werden, als nachdem ſie vorher im Bureau des Wohnorts des Teſtators einregiſtrirt worden, ſofern er fortwaͤhrend ſeinen Wohnort da⸗ ſelbſt gehabt, wo nicht, im Bureau des Ortes in Frankreich, wo er bekanntlich zuletzt wohnhaft war. Und, wenn das Teſtament Verfuͤgungen enthaͤlt — 360— uͤber unbewegliche Guͤter, die in Frankreich liegen; ſo muß es noch uͤberd ies im Bureau des Orts, wo die unbeweglichen Guͤter liegen, einregiſtrirt werden, ohne daß aber darum eine doppelte Ge⸗ buͤhr gefodert werden duͤrfte. 1981. Alle Feierlichkeiten, welche der gegen⸗ waͤrtige und der unmittelbar vor ihm hergehende Abſchnitt bei den verſchiedenen Arten der Teſta⸗ mente vorſchreibt, muͤſſen beobachtet werden unter Strafe der Nichtigkeit. Dritter Abſchnitt. Von der Erbeseinſetzung und den Vermaͤchtniſſen uͤberhaupt. 1003a. Alle letztwilligen Verfuͤgungen ſind ent⸗ weber allgemeine Verfuͤgungen(univerſal), oder Verfuͤgungen unter einem allgemeinen Namen, oder Verfuͤgungen unter einem beſondern Namen. Jede ſolcher Verfuͤgungen, ſte fuͤhre nun den Ramen einer Erbeseinſetzung, oder eines Vermaͤcht⸗ niſſes, iſt kraͤftig und wirkſam nach den Regeln, die hier unten feſs eſetzt werden fuͤr die allgemei⸗ nen Vermaͤchtniſſe, fuͤr die Vermaͤchtniſſe unter all⸗ gemeinem Namen, und fuͤr die beſondern Ver⸗ maͤchtniſſe(1). (1) Wenn ſich nur der Teſtator nach den vorgeſchrie⸗ benen Formen richtet; ſo hat er, was den Namen Tor d 7 1000, mäie: — fann g! ker N — — — 36— in Funi.. 7 4 un Vierrer Abſchnitt. tllin in Von dem allgemeinen Vermaͤchtniſſe. m iin unt 1003. Das allgemeine Vernaͤchtnis iſt eine letztwillige Verfuͤgung, wodurch der Teſtator einer n, belhe ſe, ſe 2 1,„ einer Verfuͤgungen angeht, vollkommene Freiheit. dor ija in Er kann den Namen Erbeseinſetzung oder nen Ann k Vermaͤchtnis brauchen, er mag auch keinen bachtt un von beiden brauchen: genug iſt, es wenn er deut⸗ lich zu erkennen gegeben hat, was der Menſch be⸗ kommen ſoll, zu deſſen Gunſten er verſuͤgte. Ob er ihn dabei Erbe oder Legatar nenne, ob er. ſchnitt ſich des Ausdruckes bediene: ich ſetze ihn zum 1 Erben eines Drittels u. ſ. w. ein, oder ich dn Aung vermache ihm ein Drittel u. ſ. w. ich ſetze ihn 1 zum Crben dieſes oder jenes Gegenſtandes ein, „. oder, ich vermache ihm dieſen oder jenen Gegen⸗ Verftgenun ſtand, dies alles iſt dem Geſetze, das blos den gen(wnidet Willen des Teſtators in Betracht zieht, ebenfalls gemeinte voͤllig gleichguͤltig. beſordint Das Geſetz kann ind eſſen alle die verſchiede⸗ 1 nen Namen, die eine letztwillige Verfuͤgung, oder derjenige, den ſie zum Gegenſtand hat, haben 1 ſe fühan kann, nicht immer wiederholen; und es bedient oder indhe ſich daher in der Folge gewoͤhnlich des Ausdruckes: duh eh allgemeines Vermaͤchtnis, wenn die Ver⸗ in ui m fuͤgungen allgemein ſind; es bedient ſich des Aus⸗ den firi druckes: Vermaͤchtnis unter allgemeinem rmachtniſer Namen, wenn von der Verfuͤgung uͤber eine die beiann gewiſſe Quote oder uͤber eine gewiſſe Art des Vermoͤgens die Rede iſt; des Ausdruckes: be⸗ ſonderes Vermaͤchtnis endlich, wenn die Verfuͤgung einen beſondern beſtimmten Gegen⸗ 5 un ſtand betrift. Und eben ſo mit den Benennun⸗ 1 Num gen der Perſonen, zu deren Gunſten verfuͤgt wird. — 36a— oder mehrern Perſonen die Geſammtheit des Ver⸗ moͤgens giebt, das er bei ſeinem Tobe hinterlaſſen wird. 1004. Sind beim Abſterben des Teſtators Erben vorhanden, fuͤr welche das Geſetz einen ge⸗ wiſſen Thell ſeiner Guͤter vorbehaͤlt; ſo geht der Nachlas auf ſolche Erben von Rechtswegen ohne weiteres uͤber, und der allgemeine Legatar iſt ver⸗ bunden, die Auslieferung der im letzten Willen enthaltenen Guͤter von ihnen zu fodern. 1005. Jedoch hat, in den naͤmlichen Faͤllen, der allgemeine Legatar den Genuß der im Teſta⸗ ment begriffenen Guͤter, und zwar ſchon vom Ta⸗ ge des Todes angerechnet, wenn er die Ausliefe⸗ rung in dem Jahr nach jenem Tode gefodert hat. Fodert er ſie hingegrn in dieſer Zeit nicht; ſo faͤngt jener Genuß erſt von dem Tage an, wo er ſie ge⸗ richtlich fodert, oder von dem Tage, wo man ihm die Auslieferung freiwillig zugeſtanden hat. 1006. Sind hingegen beim Tode des Teſta⸗ kors keine Erben vorhanden, fuͤr die das Geſetz einen gewiſſen Theil ſeines Vermoͤgens vorbehaͤlt; ſo geht es durch den Tod von ſelbſt und ohne weiteres auf den allgemeinen Legatar uͤber, der ſo⸗ denn die Auslieferung nicht zu fodern braucht. 1007. Ein ſelbſtgeſchriebenes oder hologra⸗ phiſches Teſtament muß, eh' es in Vollzug geſetzt ſcts, ſo vnden ker DWa ſan in Eühſölge a teſſegelk i feitt ein die Lrifrn Allemat tallgt vard mnaäut. ſd deſchedu At. Re in Beiſei tebeſſhne ſe ſch i ghörig 60 1698, dſeme e ſ diit viſa de d überntte die Hinte 1009 ſheſt g hen ſir datbehal — eſannthi nem Tode ſi erdehält; e i Aechod meine kgttr tr in lztn! zu foden, den nänlchn Genuß den war ſchor venn er di n Tode gef er Jäitnich ge an, vo Tage, w n geſtande ſe in dode ſ fir did rngens in von ſübi n egatar in foden bui enes odr 8 Sin Dalgt 8 — 363— werden kann, dem Preſidenten des Gerichts erſter Inſtanz in dem Bezirk uͤberreicht werden, wo die Erbfolge eröfnet iſt. Wenn ein ſolches Teſtament verſiegelt iſt; ſo wird es eroͤfnet. Der Preſident fertigt ein Protocoll an uͤber die Ueberreichung, die Eroͤfnung und den Zuſtand, worin ſich das Teſtament befindet, und beſiehlt weiter, daß es hin⸗ terlegt werden ſolle bei dem Notaire, den er dazu verordnet. Iſt das Teſtament ein heimliches oder myſti⸗ ſches; ſo geſchieht die Ueberreichung, Eröfnung, Beſchreibung und Hinterlegung auf die naͤmliche Art: die Eroͤfnung darf jedoch nicht geſchehen, als in Beiſein jener Notaire und Zeugen, welche die Ueberſchreibungsacte unterzeichnet haben, in ſo fern ſie ſich an Ort und Stelle befinden, oder vorher gehoͤrig beſchieden worden ſind. 1008. Wenn in dem Falle des Art. 1006 das Teſtament ein ſelbſtgeſchriebenes oder heimli⸗ ches iſt; ſo muß ſich der allgemeine Legatar in den Beſitz weiſen laſſen, und zwar durch einen Beſehl des Preſidenten, den er unten auf die desfalls uͤberreichte Bittſchrift ſetzt. Dieſer Bittſchrift wird die Hinterlegungsacte beigefuͤgt. 1009. Der allgemelne Legatar, der zur Erb⸗ ſchaft gelangt, nicht allein, ſondern mit einem Er⸗ ben, fuͤr den das Geſetz einen gewiſſen Guͤtertheil vorbehaͤlt, haftet fuͤr die Schulden und Lnſten, womit der Nachlas des Teſtators beſchwert iſt, perſoͤnlich fuͤr ſeinen Antheil, und hypothecariſch fuͤr das Ganze. Auch muß er alle Vermaͤchtniſſe entrichten oder abtragen, den Fall der Herabſetzung ausgenommen, wie in den Art. 926 und 927 er⸗ klaͤrt worden. Fuͤnfter Abſchnitt. Von Vermaͤchtniſſen unter allgemeinem Namen. 1010. Vermaͤchtnis unter allgemeinem Namen nennt man eine Verfuͤgung, wodurch der Teſtator eine Quote des Vermoͤgens vermacht, woruͤber ihm das Geſetz zu verfuͤgen erlaubt, wie zum Beiſpiel eine Haͤlfte, ein Drittel, oder alle ſeine unbewegli⸗ chen Guͤter, oder ſeine ganze bewegliche Habe, oder einen gewiſſen Theil ſeines ganzen unbeweglichen oder ſeines ganzen beweglichen Vermoͤgens. Jedes andere Vermaͤchtnis iſt nur eine Ver⸗ fuͤgung unter beſonderm Namen. 1011. Legatare unter allgemeinem Namen muͤſ⸗ ſen die Auslieferung fodern von folgenden Perſo⸗ nen: von den Erben, fuͤr die bas Geſetz einen be⸗ ſtimmten Guͤtertheil vorbehaͤlt: wenn keine ſolche vorhanden ſind, von den allgemeinen Legataren: und wenn auch keine ſolche vorhanden ſind, von jenen Erben, welche nach der unter dem Titel von der Erbfolge feltgeſetzten Ordnung zur Erbfolge gelangen. huöte dem lou, ſeitt vie dn und bo bechwet iſ rateariſ 1015, riſen dalau ter algeme ia ſaicer le da natbelch nuc Nahi 6 lo7. ui die tem ddirur ſin dhen de! Jaech ſn di d düchte d ds dond ſerung, g ddnung an gerech dagegtnd ſirorz in 7 und hyet. dr alt Dms Fal de n lrt. 325 1he ſöritt. UMgemeinen ir allgemeina! vodurch de! rmacht, ven t, wie zun ale ſcine un weglice he anzen under, Dernägnt iſ nur a 1. meinen Nar n folhena Giſc n vent kin eweinen er henda f :ter deu d- ung zut 6 365— 4 101a, Der Legatar unter allgemeinem Namen haftet, wie der allgemeine Legatar, fuͤr die Schul⸗ den und Laſten, womit der Nachlas des Teſtators beſchwert iſt, perſoͤnlich fuͤr ſeinen Theil, und hy⸗ pothecariſch fuͤr's Ganze. 1013. Wenn der Teſtator nur uͤber einen ge⸗ wiſſen Belauf des verfuͤglichen Theils, und zwar unter allgemeinem Namen, verfuͤgt hat; ſo muß ein ſolcher Legatar die beſondern Vermaͤchtniſſe mit den natuͤrlichen Erben zugleich abtragen, naͤmlich nach Verhaͤltnis ſeines Theils. Sechſter Abſchnitt. Von beſondern Vermaͤchtniſſen. 1014. Jedes rein und ohne Bedingung zuge⸗ dachte Vermaͤchtnis giebt dem Legatar ein Recht auf die vermachte Sache, vom Tage an, wo der Teſtator ſtirbt: und dieſes Recht geht auf ſeine Erben, oder die, ſo in ſein Recht treten, uͤber. 3 Jedoch kann ſich der beſondere Legatar nicht in Beſitz der vermachten Sache ſetzen, noch die Fruͤchte oder Zinſen davon in Anſpruch nehmen, als von dem Tage angerechnet, wo er die Auslie⸗ ferung, gemaͤs der im Art. 1011 vorgeſchriebenen Ordnung, verlangt hat, oder auch von dem Tage an gerechnet, wo ihm jene Auslieferung freiwillig zugeſtanden worden. 4 — 243— 1015. Die Zinſen oder Fruͤchte der vermach⸗ ten Sache laufen hingegen zum Vortheil des Le. gatars, ſchon vom Tage des Todes an, und un⸗ geachtet er ſein Geſuch nicht vor Gericht gebracht, in folgenden Faͤllen: 1) Wenn der Teſtator desfalls ſeinen Willen ausdruͤcklich im Teſtament erklaͤrt hat: ²) Wenn eine keibrente oder Penſion unter dem Namen eines Nahrungsgehalts(bder Alimente) vermacht worden. 1016. Die Koſten des Geſuchs um Ausliefe⸗ rung(der Vermaͤchtniſſe) fallen der Erbſchaft zur Laſt: jedoch darf dadurch der geſetzliche Vorbehalt nicht geſchmaͤlert werden. Die Einregiſtrirungsgebuͤhren muß der begatar entrichten. Alles dies aber nur in der Vorausſetzung, daß der Teſtator nicht anderſt verorduet habe. Jedes Vermaͤchtnis kann beſonders einregi⸗ ſtrirt werden. Eine ſolche Einregiſtrirung kann aber nur dem Legatar nuͤtzen, ſo wie denen, die in ſein Recht treten, und nie einem andern. 1017. Die Erben des Teſtators oder ſonſt jeder, der ein Vermaͤchtnis ſchuldig iſt, ſind per⸗ — 4 uogit NNald 36: MlAabälkne eie be ſun detrag nilhe ſchj ſein dißt lolh, gt da t wm zuttmd far fit 1olg. mit geuem ine neut iſer Erwen . bBUNrachtwie krderte Pm dha n taa auf de Dde wit dn faag deſ 1oo, Aüſanent dn Eſt nns deite uim Nies rücht de a Vortzel Todes w,n. or Gaitt fals ſamnn tent atlät ſe oder Pann ahrungegzzu Nden. eſuchs um in der Ertſti geſetzliche d n niß der Vortui berordlit 9 beſonder jinrtgikarmt wie dnan. andenn funrt e ddix ſ — 3567— ſoͤnlich gehalten, daſſelbe zu entrichten, jeder nach Verhaͤltnis deſſen, was er aus dem Rachlaſſe zieht. Sie haften hypothecariſch fuͤr's Ganze, bis zum Betrag des Werthes der unbeweglichen Guͤter, welche ſich in der Erbſchaft befinden, und wovon ſie im Beſitze ſind. 1018. Die vermachte Sache wird ausgeliefert mit dem, was nothwendig dazu gehoͤrt, und in dem Zuſtande, worin ſie ſich am Tage, wo der Te⸗ ſtator ſtirbt, befindet. 1019. Wenn jemand das Eigentum eines unbeweglichen Gutes vermacht, und es nachher mit neuem Erwerb, vermehrt hat; ſo wird ohne eine neue Verfuͤgung, nicht dafuͤr gehalten, daß dieſer Erwerb, wenn er auch dicht anläge, mit zum Vermaͤchtnis gehoͤre. Anderſt aber verhaͤlt es ſich mit Verſchoͤnerun⸗ gen oder neuen Erbauungen, welche der Teſtator etwa auf dem vermachten Grunde oeranſtaltet, oder mit einer Einſchlieſſung, womit er den Um⸗ fang deſſelben vergroͤſſert hat. 1020, Wenn, vor oder nach aufgerichtetem Taſtament, die vermachte Sache fuͤr eine Schuld der Erbſchaft, oder auch ſelbſt fuͤr die Schuld ei⸗ nes dritten, mit Hypotheke beſtricket, oder mit ei⸗ nem Niesbrauch iſt belaſtet worden; ſo iſt derje⸗ — 368— nicht verbunden, es davon frei zu machen, es ſey 3 denn, daß der Teſtator ihn dazu durch eine aus⸗ druͤckliche Verfuͤgung angehalten habe. 8 ten vernwacht⸗ ſo iſt daß. Vermachtni nichtig, de Teſtator mag nun gewuſt haben, daß ſie ihm nicht zugehoͤrte, oder nicht. 1022. Beſteht das Vermaͤchtnis it ner unä. beſtimmten Sache; ſo braucht der Er e ſie nich von der beſten Art zu leiſten, und er kann ſie nicht anbieten in der ſchlechteſten Art. 1023. Wenn der Tiſtator ſeinem Glaͤubiger etwas zugedacht hat: ſo wird nicht vermutet daß die Meinung geweſen ſey, die Schuld ſolle gegen das Vermaͤchtnis aufgehen. Eben ſo wenig wird vermutet, wenn einem Hausbedienten etwas ver⸗ macht worden, daß ihm das Vermaͤchtnis auf ſei⸗ nen Lohn anzurechnen ſey. 1024. Der Legatar fuͤr eine beſondere Sache hat nichts von den Schulden des Nachlaſſes zu entrichten. Jedoch kann das Vermaͤchtnis herab⸗ geſetzt oder reducirt werden, nach den oben ange⸗ fuͤhrten Regeln; auch bleibt den Glaͤubigern ihr Pfandrecht gegen daſſelbe offen. 6 Dan! 1 1. dhanan heweglihe dit nonm inn en Ju rchatt. hat hn auch ii 1⁰⁄7, 1 unntbexreut ſch erbietet, hefi di Kritt ehn Wli imaſt. 13, P lkana ſtuh. 1049 dag, ein de Dhohnen ad nieag i zu mace, azu dunß n. en haht ie erzin nächtris ith en, daß ſeiſ achtnis in ſt der Er. n, und at ten Att. er ſeinem e nicht deme Schuld ſi Eben ſo dn edienten m emächkit ne beſondne des Nati Vernichui ih dun o en Gläu — 369— Siebenter Abſchnitt. Von den Teſtamentsexecutoren(1). ℳ 1025. Der Teſtator kann einen oder mehrere Deſtamantserecutoren ernennen. 1026. Er kann zerorbnen daß ſie ſeine gan⸗ ze bewegliche Habe, oder einen Theil davon in Beſitz nehmen ſollen. Dieſer Beſitz kann aber nicht uͤber ein Jahr waͤhren, von ſeinem Tode an ge⸗ rechnet. Hat er ihn ihnen nicht gegeben; ſo koͤnnen ſie ihn auch nicht fodern. 1 1027. Der Erbe kann dem Beſitze des Teſta⸗ mentsepecutors ein Ende machen, dadurch, daß er ſich erbietet, ihm eine Summe zu uͤberzaͤlen, wel⸗ che fuͤr die Zalung der beweglichen Vermaͤchtniſſe hinreicht, oder dadurch, daß er dieſe Zalung wirk⸗ lich beweiſet. 1028. Wer keine Verbindlichkeit uͤbernehmen kann, iſt auch unfaͤhig, Teſtamentsexecutor zu werden. 1029. Verheirathete Weiber koͤnnen den Auf⸗ trag, ein Teſtament zu vollziehen, nicht anderſt an⸗ nehmen, als mit Bewilligung ihrer Gatten. (1) So heiſſen dejenigen Perſonen, denen der Te⸗ ſtator aufgetragen hat, nach ſeinem Tode ſeinen letzten Willen in Vollzug zu ſetzen. 3 2 — 370— Iſt die Guͤtergemeinſchaft mit ihrem Manne getrennt, entweder durch einen Ehecontract, oder durch ein Urteil; ſo kann eine verheirathete Frau die Vollziehung eines Teſtaments uͤbernehmen mit Bewilligung ihres Mannes, oder, wenn er ſie ver⸗ 1 weigert, mit gerichtlicher Ermaͤchtigung, nach Vor⸗ ſchrift der Art. 217 und 219 unter dem Titel von der Ehe. 1050. Minderjaͤhrige koͤnnen nicht Teſtaments⸗ executoren werden, ſelbſt nicht mit Ermaͤchtigung ihres Vormundes oder Curators. 1031. Den Teſtamentsexecutoren liegt es ob, die Siegel anlegen zu laſſen, wenn unter den Er⸗ ben Minderfaͤhrige, Unterſagte oder Abweſende ſind. Sie haben dafuͤr zu ſorgen, daß der Nachlas inventariſirt werde, und der vermutliche Erbe bei der Inventur gegenwaͤrtig, oder dazu gehoͤrig be⸗ ſchieden ſey. In dem Falle, wo nicht Baarſchaft genug vor⸗ handen iſt, um die Vermaͤchtniſſe zu entrichten, muͤſſen ſie den Verkauf des beweglichen Nachlaſſes nachſuchen. Sie haben barauf zu ſehen, daß das Teſta⸗ ment vollzogen werde; und ſie koͤnnen, falls uͤber deſſen Vollzug Streit entſteht, mit auftreten, um ſeine Guͤltigkeit zu behaupten. ä“ — Sie tung able des Siſcte eator beienn wak, Nhl 105. tethanden heben; ſt manglung Rthellt der beweglche laſſer jede lviifſen, un Wrvisſeuen 1. faauntexun awatm die dlt ſanſüae natten dat Dmar la. Un We 165. dhel, n — dit nit je nen Efeenn de dahite nents ihenſr oder, dnn t nahtigung n unter den a. anen richdit ct nit Erb tors. recutoten li wenn untn. te oder Aoyit gen, daß de bermutlicet der dau g Searſcäit chtniſe ht ewegücho n ze dit e öunn, jnit ufte Sie muͤſſen Rechenſchaft uͤber ihre Verwal⸗ tung ablegen, ſobald das Jahr nach dem Tode des Teſtators verfloſſen iſt. 1032. Der Auftrag, den ein Teſtamentsexe⸗ cutor bekommen hat, und die daraus folgende Ge⸗ walt, gehn nicht auf ſeine Erben uͤber. 1033. Wenn mehrere Teſtamentsexecutoren vorhanden ſind, welche ihren Auftrag angenommen haben; ſo kann ein einziger von ihnen in Er⸗ manglung der uͤbrigen handeln; und ſie ſind un⸗ getheilt verantwortlich fuͤr das ihnen anvertraute bewegliche Vermoͤgen, es ſey denn, daß der Erb⸗ laſſer jedem ſeine beſondern Verrichtungen ange⸗ wieſen, und jeder von ihnen ſich auf den ihm an⸗ gewieſenen Geſchaͤftskreis eingeſchraͤnkt habe. 105 44. Was die Koſten betrift, welche der Te⸗ Kamens executon fuͤr Anlegung der Siegel, fuͤr die Inventur, die Rechnungsablage verwendet, ſo wie alle ſonſtige in Hinſicht ſeinr Verrichtungen ge⸗ machten Auslagen; ſo fallen ſie der Verlaſſeuſchaſ zur Laſt. Achter Abſchnitt. Von Widerrufung der Teſtamente und den Urſachen, wodurch ſie zerfallen. 1035. Teſtamente koͤnnen, ganz oder zum Theil, widerrufen werden, aber nur auf zweierlei 25* — 3„2— Art, naͤmlich durch ein nachheriges Teſtament, oder durch eine von einem Notaire aufgenommene Er⸗ klaͤrung, welche die Willensaͤnderung enthaͤlt. 1036. Spaͤtere Teſtamente, welche ein fruͤhe⸗ res Teſtament nicht ganz ausdruͤcklich widerrufen, ſtoſſen dieſes fruͤhere Teſtament nicht ganz um; ſondern ſie ſtoſſen darin nur ſolche Verfuͤgungen um, welche mit den ſpaͤtern Verfuͤgungen unver⸗ einbar ſind, oder ihnen widerſprechen. 1037. Eine in einem nachherigen Teſtamente geſchehene Widerrufung hat ihre voͤllige Wirkung, obſchon eine ſolche neue Verfuͤgung uͤbrigens da⸗ durch unvollzogen bleibt, daß der eingeſetzte Erbe oder der Legatar unfaͤhig iſt, oder die Erbſchaft anzunehmen verweigert. 1058. Wenn der Teſtator die vermachte Sa⸗ che ganz oder zum Theil auf irgend eine Art ver⸗ aͤuſſert, und wenn auch die Veraͤuſſerung darin be⸗ ſtaͤnde, daß er ſie unter dem Beding bes Ruͤckkaufs verkaufte, oder daß er ſie vertauſchte; ſo folgt daraus Widerrufung des Vermaͤchtniſſes, in ſo weit ſie veraͤuſſert worden iſt: und dieſe Wider⸗ rufung bleibt beſtehen, ungeachtet die nachherige Veraͤuſſerung nichtig, und der Gegenſtand ſich wie⸗ der in den Haͤnden des Teſtators befindet. 1039. Alle letztwilligen Verfuͤgungen zerfal⸗ len, wenn der, zu deſſen Gunſten ſie errichtet ſind, den Teſtator nicht uͤberlebt hat. i ſe Aahzugd ab Jedingun ſn Ereg Meinung weit ſole begeden 1 tiniſt WSohingung 1afl. hat ungt Tatttr iüengeht 10 bermachte Srunde ge duch, Ah a dende dae d di dane dach, d denn ſe f deting denn e rigts dfme t aufgtnanax derung aßt te, veica ddrüclit de ent nich ſ tſolche diig Vetfügmn, ſprechen. icherigen di bre vuͤllge d fügung ünn jder eirgitt i oder den er die dime irgend tin geraͤuſſeunge Seding dec verteuſche ernächiſte und di! rchtet n ötgenimi iots dehe Verjizunt deg I ten ſi nt 4040o. Wenn der letztwilligen Verfuͤgung eine Bedingung beigefuͤgt iſt, die von einem ungewiſ⸗ ſen Ereigniſſe abhaͤngt, und zwar ſo, daß, nach der Meinung des Teſtators, ſeine Verfuͤgung nur in ſo weit ſolle vollzogen werden, als ſich das Ereignis begeben wird; ſo zerfaͤllt dieſelbe dadurch, daß der eingeſetzte Erbe oder Legatar vor Sefülang der Bedingung verſtirbt. 1041. Iſt aber die Bedingung ſo geartet, daß ſie, der Meinung des Teſtators nach, den Vollzug der Verfuͤgung blos aufſchieben ſoll; ſo hat, ungeachtet derſelben, der eingeſetzte Erbe oder Legatar ein erworbenes Recht, ſo auf ſeine Erben uͤbergeht. 1042. Das Vermaͤchtnis zerfaͤllt, wenn die vermachte Sache bei Lebzeiten bes Leſtatots zu Grunde gegangen iſt. Auch zerfaͤllt es, wenn ſie nach des Teſtators Tode, ohne Zuthun und Verſchulden des Erben, zu Grunde gegangen iſt. Es zerfaͤllt in dieſem Falle, obſchon der Erbe vielleicht in Verzug war, die vermachte Sache auszuliefern, vorausgeſetzt je⸗ doch, daß ſie auch zu Grunde gegangen waͤre, wenn ſie auch der Legatar im Beſitz gehabt haͤtte. 1043. Die letztwillige Verfuͤgung zerfaͤllt, wenn der eingeſetzte Erbe oder der Legatar ſie ablehnt, oder, wenn er unfaͤhig iſt, ſie ſich zu Nutz zu machen. — 574— 1044. In dem Falle, wo etwas mehrern Per. ſonen gemeinſchaftlich vermacht iſt, waͤchſt der Theil des ermangelnden Legatars den uͤbrigen ke⸗ gataren zu. Eine Sache iſt dann mehrern gemeinſchaftlich vermacht, wenn ſie in einer und der naͤmlichen Verfuͤgung vermacht iſt, und der Teſtator nicht ze⸗ dem Mitlegatar ſeinen Theil an der vermachten Sache angewieſen hat.— 1045. Auch dann wird ein Vermaͤchtnis fuͤr gemeinſchaftlich angeſehn, wenn eine Sache, welche ohne Verſchlimmerung nicht getheilt werden kann, in dem naͤmlichen Acte mehrern Perſonen, ſelbſt trennungsweiſe, gegeben worden. 1046. Die naͤmlichen Urſachen, welche, gemäs dem Art. 954 und den zwei erſten Verfuͤgungen des Art. 955 unter gegenwaͤrtigem Titel, die Kla⸗ ge um Widerruf der Schenkungen unter bebenden begruͤnden, ſind auch zulaͤſſig bei der Klage um Widerrufung letztwilliger Verfuͤgungen. 1047. Gruͤndet ſich dieſe Klage auf eine dem Andenken des Teſtators zugefuͤgte grobe Unbilde; ſo muß ſie angehoben werden in dem Jahre, von dem Tage des Verbrechens an gerechnet. ——— — — E Pun jentn Teftator 10. nigen. gan, odn Nr untn! dn witlich den übenl unn gic 6 tann du in u 1p ſthmbe Wi, wohe ſanr beſ mmiſen E GLSAil ſohm Wrüüch da Ddan u ke widn gü umdm ſcwite 1oh üiln an zlig ferung — acht 3 5 1 Ktars da in hrem zmait r und he ui der diun l an n im ein Demiin au eine uth gttheitt vee een. ſachen valtz. erſten Ari tigen dii agen uuttet g bei du h jügangen Klagt ufs igte ge in dm d gerechue ern Perſomn, — 375— Sechſtes Capitel. Von jenen Verfuͤgungen, welche dem Geſchenkgeber oder ceſtator zu Gunſten ſeiner Enkel oder der Kinder ſei⸗ ner Geſchwiſter erlaubt ſind. 1048. Es iſt den Eltern erlaubt, das Ver⸗ moͤgen, woruͤber ſie frei verfuͤgen koͤnnen, entweder ganz oder theilweiſe einem oder mehrern ihrer Kin⸗ der unter der Bedingung zu ſchenken, daß ſie es den wirklich gebornen oder noch zu hoffenden Kin⸗ dern uͤberliefern ſollen. Eine ſolche Verfuͤgung kann geſchehen unter Lebenden oder letztwillig. Sie kann aber nur geſchehen zu Gunſten der Ain⸗ der im erſten Grade des Geſchenknehmera. 1049. Auch iſt in dem Fall, wenn der Ver⸗ fuͤgende ohne Kinder verſtirbt, die Verfuͤgung guͤl⸗ tig, wodurch er verordnet, daß ein oder mehrere ſeiner Geſchwiſter ſein Vermoͤgen, ſo das Geſetz gewiſſen Erben nicht vorbehaͤlt, ganz oder zum Theil haben ſollen, unter der Bedingung, es ihren wirklich vorhandenen oder noch zu hoffenden Kin⸗ dern zu uͤberliefern. Eine ſolche Verfuͤgung kann wieder geſchehen unter Lebenden oder letztwillig, und nur zu Gunſten der Kinder der bedachten Ge⸗ ſchwiſter im erſten Grade. 1050. Die in den beiden vorhergehenden Ar⸗ tikeln erlaubten Verfuͤgungen ſind nur in ſo weit guͤltig, als die Bedingung oder Laſt der Ueberlie⸗ ferung beigefuͤgt iſt zu Gunſten aller vorhande⸗ — 376— nen oder zu hoffenden Kinder des Belaͤſtigten, oh⸗ ne Ausnahme oder irgend einen Vorzug des Al⸗ ters oder Geſchlechts. 1051. Wenn nun in obigen Faͤllen derjenige, der mit einer ſolchen Ueberlieferung belaſtet iſt, ſtirbt, und bei ſeinem Tode Kinder im erſten Gra⸗ de und zugleich Abkoͤmmlinge eines fruͤher geſtor⸗ benen Kindes hinterlaͤſt; ſo vertreten dieſe Abkoͤmm⸗ linge das vorgeſtorbene Kind, und erben mithin den Theil, den daſſelbe geerbt haben wuͤrde. 1052. Wenn ein Kind, ein Bruder oder eine Schweſter bereits unter Lebenden eine Schenkung erhalten haben, und zwar ohne Vorbehalt der AUeberlieferung, und dieſe Perſonen nachher eine neue Freigebigkeit unter Lebenden oder des Todes wegen annehmen, welcher die Bedingung beigefuͤgt iſt, daß die vorher geſchenkten Guͤter mit der Laſt der Wiederuͤberlieferung beſchwert ſeyn ſollen; ſo ſteht es ihnen nicht mehr frei, die beiden zu ih⸗ rem Vorteil gemachten Verfuͤgungen zu theilen, und auf die zweite zu verzichten, um ſich an der erſten zu halten; ſelbſt dann nicht, wenn ſie ſich auch erboͤten, die in der zweiten Verfuͤgung begrif⸗ fenen Guͤter zuruͤckzugeben. 1053. Sobald das Kind ober Geſchwiſter, dem die Zuruͤckgabe obliegt, aufhört, im Genuſſe zu ſeyn, es geſchehe dies, aus welcher Urſache es wolle; ſobald eroͤfnet ſich auch das Recht derjeni⸗ en, ſt. Dan indeſeen unn N abträte rung i lcdſ ſcövertn rigen ni ſn Anſor dalaſte gade;) fägendt lod Ari kann zug Lolhug di in he uh in ai ud aa nx uh ann ſee ſyite der R. und de dos hond dn d 1 — der ds öign un erlifirng i Kinde d i age eins fiß vetnnn dit 7d, und h ddt haben di ein Sruün benden eine ohre Dau Perſonen nn enden oder je dedingun ten Gütet Si ſchwett ſeyn frei, die bi ffügunga u hten, unſt Rvicht, dn iten Verüwe nd oder bi auſhot, 11 as welc l” i dos a 2 37) gen, zu deren Vortheil die Ueberlieferung befolen iſt. Den Glaͤubigern des Beſchwerten koͤnnte es indeſſen nicht zum Nachtheil gereichen, wenn er zum Nutzen der Beguͤnſtigten den Genuß fruͤher abtraͤte, vorausgeſetzt uͤbrigens, daß ihre Fode⸗ rung aͤlter als die Abtretung waͤre. 1054. Die Frau eines mit Ueberlieferung Be⸗ ſchwerten hat fuͤr den Fall, daß ſein freies Ver⸗ moͤgen nicht hinreicht, anderſt keinen aushilfswei⸗ ſen Anſpruch auf die Guͤter, welche mit derſelben belaſtet ſind, als fuͤr das Capital der Brautſchatz⸗ gelder; und auch dies nur dann, wenn der Ver⸗ fuͤgende es ausdruͤcklich verordnet hat. 1055. Wer auf die in den vorhergehenden Artikeln beſchriebene und erlaubte Art verfuͤgt, kann zugleich einen Vormund ernennen, dem er den Vollzug ſeiner Verfuͤgungen uͤbertraͤgt. Er kann dies in der naͤmlichen Acte, worin er verfuͤgt, oder auch in einer nachherigen authentiſchen Acte thun; und ein ſolcher Vormund kann von ſeinem Auf⸗ trage nicht losgeſagt werden, er habe denn eine von jenen Entſchuldigungen, welche im ſechſten Ab⸗ ſchnitte drs zweiten Capitels unter dem Titel von der Minderjaͤhrigkeit der Vormundſchaft und der Emancipation vorkommen. 10⁰56. Hat der Verfuͤgende ſelbſt keinen Vor⸗ mund ernannt; ſo hat die Ernennung zu beſorgen der Beſchwerte, oder deſſen Vormund, in ſoweit er — 578— minderjaͤhrig iſt; und zwar muß er ſie beſorgen in Monatsfriſt, vom Tage angerechnet, wo der Schen⸗ ker oder Deſtator geſtorben, oder von dem Tage an, wo nach deſſen Tode die Urkunde bekannt ge⸗ worden iſt, welche die Verfuͤgung enthaͤlt. 1057. Wenn der Beſchwerte dem vorherge henden Artikel kein Genuͤge leiſtet; ſo verliert er den Vortheil der Verfuͤgung, und in dieſem Falle kann erklaͤrt werden, daß das Recht eroͤfnet ſey fuͤr diejenigen, zu deren Gunſten die Ueberlieferung verordnet iſt. Die Erklaͤrung koönnen nachſuchen die letztern ſelbſt, wenn ſte groszaͤhrig ſind, ihr Vormund oder Curator, wenn fie minderjaͤhrig oder unterſagt ſind, jeder Verwandte der Beguͤn⸗ ſtigten, ſie ſeyen nun grosjaͤhrig, minderjaͤhrig oder unterſagt, oder auch ſogar von Amtswegen der Regierungscommiſſaire bei dem Gericht erſter Inſtanz des Ortes, wo das Erbrecht eroͤfnet worden. 1058. Nach dem Tode desjenigen, der mit Vorbehalt der Ueberlieferung verfuͤgt hat, wird ſein ganzer Nachlas in den gewoͤhnlichen Formen ver⸗ zeichnet oder inventariſirt, den Fall ausgenommen, wo es blos auf ein beſonderes Vermaͤchtnis ankaͤ⸗ me. Das Inventarium oder Verzeichnis enthaͤlt die Abſchaͤtzung der beweglichen Guͤter und Effec⸗ ten nach ihrem wahren Werthe. 1059. Es wird errichtet auf Anſuchen des mit Ueberlieferung Beſchwerten, und zwar in der üter dm ziſ in tnn Vorm aus den 1050, Beſchweten ſcehe; 6 nund dwfü gaden Re R' Heſchu ¹oht. an Gen des dorg naͤmlichen fnd; und feiner Vo tn Vorma 10. h uſ al jenda! un Ah dadeuſen lchen Git Rendtn 2 1055 te Sac ſad, un duß ſe — nuß a nh rechnet, de oder tnn e Urimde igung ahll. chwerte da leiſtt, g m und in din das Natt mn ſten die li ng kaann un grocſihti denn fi an Berwandte we jähtig, di ogar don dr di dem Giit rbrecht niſttt desſenign verfügt hi d nlicen dor n Fal duige es Vermih Sratit: en Gi n ze tauf Lüt 1 und ſer — 373— uhker dem Titel von der Erbfolge beſtimmten Friſt, in Gegenwart des fuͤr den Vollzug ernann⸗ ten Vormundes. Die Koſten werden genommen aus dem Vermoͤgen, ſo in der Verfuͤgung begriffen iſt. 1060. Iſt die Verzeichnung auf Anſuchen des Beſchwerten nicht in der vorerwaͤhnten Friſt ge⸗ ſchehen; ſo hat der fuͤr den Vollzug ernannte Vor⸗ mund dafür zu ſorgen, daß ſie in dem darauf fol⸗ genden Monate vorgenommen werde in Gegenwart des Beſchwerten oder ſeines Vormundes. 1061. Iſt den beiden vorhergebenden Artikeln kein Genuͤge geſchehen; ſo haben die Aufnahme des vorgedachten Inventariums zu beſorgen die naͤmlichen Perſonen, die im Art. 1057 benaunt ſind; und ſie muͤſſen den Beſchwerten ſelbſt oder ſeinen Vormund und den fuͤr den Vollzug ernann⸗ ten Vormund dazu berufen laſſen. 1062. Wer mit Wiederuͤberlieferung beſchwert iſt, muß alle beweglichen Guͤter und Effecten, wel⸗ che in der Verfuͤgung begriffen ſind, nach vorheri⸗ gem Anſchlage oͤffentlich an den Meiſtbietenden verkaufen laſſen. Ausgenommen ſind jene beweg⸗ lichen Guͤter und Effecten, wovon in den zwei ſol⸗ genden Artikeln Erwaͤhnung geſchieht. 1063. Der Hausrath und andere bewegli⸗ che Sachen, welche in der Verfuͤgung enthalten ſind, und zwar mit der ausdruͤcklichen Bedingung, daß ſie in Natur aufbewahrt werden ſollen, wer⸗ — 380— den in dem Zuſtande zuruͤckgegeben, worin ſie ſich zur Zeit der Ueberlieferung befinden. 1064. Wem ein Stuͤck Landes unter Leben⸗ den oder letztwillig geſchenkt worden, dem iſt auch Vieh und alle Geraͤthſchaft, die zu deſſen Benu⸗ tzung noͤthig iſt, geſchenkt; wenigſtens wird dafuͤr gehalten, daß dieſe Gegenſtaͤnde in der Verfuͤgung begriffen ſind: und der Beſchwerte hat weiter nichs zu thun, als ſie abſchaͤtzen zu laſſen, damit er zur Zeit der Ueberlieferung den naͤmlichen Werth dafuͤr zuruͤckgebe. 1065. Was an Baarſchaft vorraͤthig iſt, was aus den verkauften Moͤbeln und Efefecten geloͤſt wird, und was von den Acetivfoderungen einge⸗ gangen iſt, dies alles muß der Beſchwerte anlegen, und zwar in einer Friſt von ſechs Monaten, von dem Tage angerechnet, wo das Inventarium ge⸗ ſchloſſen worden. Nach Befinden kann dieſe Friſt verlaͤngert werden. 1066. Nicht weniger iſt der Beſchwerte ge⸗ halten, die Gelder anzulegen, die nachher auf Fo⸗ derungen, oder durch Einlä ſung von Renten einge⸗ hen. Dieſe muß er anlegen in drei Monaten ſpaͤ⸗ teſtens nach ihrem Empfang. 1067. Die Anlegung geſchieht ganz ſo, wie ſie der Verfuͤgende vorgeſchrieben hat, falls er die Art der Effecten beſtimmt hat, worin ſie geſchehen ſoll: im entgegengeſetzten Falle kann ſie nur in un⸗ ſeulich ſu ſolche 10bd. Wkn vorge Dolzug e in fin E 41 96g, l enun m, di des dudes heicferwn erden. iche bit Ngiſtr ve die 6. le, die Wiſoſn veteuf die 1ohd, de ue ſekahl d Aboeng iigen oder ſddoch ih gegen de üfen. ge oder Ennſche 2— tegän, u definden. ic lnnn kt worden ha ſt, die A w wernigſinn dände i n ſchwerteſet u zu laſſn, namlihn ke ſchaft berni eln und ge Actibfodern der deſchun n ſechs Ant o das Jköm duße zin i de k n, die ußße ung tun r win dn hö eſchit ſe Kien ſt ä at wont. le ton ſ? — 381— beweglichen Guͤtern geſchohen, oder in bypoebeken Lüf ſolche Guͤter. 1068. Fuͤr die in den vorhergehenden Arti⸗ keln vorgeſchriebene Anlegung hat der fuͤr den Vollzug ernannte Vormund zu ſorgen: ſie geſchieht in ſeiner Gegenwart. . 1069. Der Beſchwerte, oder der far den Voll⸗ zug ernannte Vormund haben weiter dafuͤr zu ſor⸗ gen, daß die Verfuͤgungen unter Lebenden oder des Todes wegen, denen die Bedingung der Ue⸗ berlieferung beigefuͤgt iſt, gehoͤrig bekannt gemacht werden, Letzteres geſchieht, wenn es auf unbeweg⸗ liche Guͤter ankoͤmmt, durch ihre Eintragung in die Regiſter des Hypotheken⸗Buͤreau von dem Orte, wo die Guͤter liegen; und, in Ruͤckſicht auf Capi⸗ talien, die gegen Hypothek auf unbewegliche Guͤter geſchoſſen ſind, durch Einſchreibung auf die Guͤter, worauf die Hypothek beruht. 1070. Iſt die vorgemeldet⸗ Einſchreibung ſol. cher Verfuͤgungen unterlaſſen worden; ſo koͤnnen ſowohl Glaͤubiger, als ein dritter Erwerber, dieſen Abgang als gegruͤndete Einrede, ſelbſt Minderjaͤh⸗ rigen oder Unterſagten entgegenſetzen. Letztern bleibt jedoch ihr Ruͤckanſpruch gegen den Beſchwerten und gegen den fuͤr den Vollzug ernannten Vormund offen. Aber in keinem Falle koͤnnen Minderjaͤhri⸗ ge oder Unterſagte gegen den Abgang einer ſolchen Einſchreibung in den vorigen Stand geſetzt wer⸗ — 389a— den, ſelbſt dann nicht, wenn der Beſchwerte und der Vormund zu zalen unvermoͤgend waͤren. 1071. Wenn auch bewieſen wuͤrde, daß die Glaͤubiger oder dritte Erwerber von der Verfuͤgung auf irgend einem andern Wege, als durch die Ein⸗ ſchreibung, Wiſſenſchaft gehabt haben; ſo wird dadurch der Abgang oder Mangel derſelben noch nicht erſetzt oder gedeckt. 107a. In keinem Falle koͤnnen die Geſchenk⸗ nehmer, Legatare oder rechtmaͤſſige Erben deſſen, der die Verordnung gemacht hat, noch auch ihre Geſchenknehmer, Legatare oder Erben, den Beguͤn⸗ ſtigten den Mangel der Uebertragung oder Ein⸗ ſchreibung entgegenſetzen. 1073. Der fuͤr den Vollzug ernannte Vor⸗ mund muß ſich genau und in allen Punkten nach den Regeln richten, welche hieroben zur Ausmitte⸗ lung des Vermoͤgens, zum Verkauf der bewegli⸗ chen Habe, fuͤr Anlegung der Baarſchaft, fuͤr Ein⸗ ſchreibung und Uebertrag in die Buͤcher, vorgeſchrie ben ſind. Unterlaͤſt er in dieſer Hinſicht etwas, und uͤberhaupt, hat er ſich nicht alle moͤgliche und erfoderliche Muͤhe gegeben, um die Bedingung der Wiederuͤberlieferung wohl und getreulich zu erfuͤl⸗ len; ſo iſt er fuͤr jeden Schaden und Nachtheil perſoͤnlich verantwortlich. 1074. Iſt der Beſchwerte minderjaͤhrig; ſo nn er, ſalen und rreinſetu hen, wel velch in dolſcheh 15 wandte fung der Winge thei voyl, ntdeder d Kelwüige: lchen, dſu d den done dhe Rſchehen um Geg 101 zende T 2 enn der de ernognd an ditſen nite, rber don a Jege 36 un thabt ſuin, Nangi e e koͤnnen de tmäſſige ehn t hat, 1oh t der Erben, ne bertragung Vollzag eun in alln gut hieroben uk Verktuf e r Saarſheh die Bchn dieſer hunte icht eleoi m die dehnn d getruic Hadn uhk ttt wobent — 383— kann er, auch in dem Falle, wo ſein Vormund zu zalen unvermöͤgend waͤre, die Wohlthat der Wie⸗ dereinſetzung in den vorigen Stand nicht anſpre⸗ chen, wenn derſelbe die Regeln nicht befolgt hat, welche ihm die Artitel: des gegenwaͤrtigen Capitels vorſthreiben. Siebentes Capitel. Von Theilungen, die von Vater, Mutter, oder andern aufſteigenden Verwand⸗ ten unter ihren Abkoͤmmlingen vor⸗ 1 genommen werden. 1075. Eltern und ſonſtige aufſteigende Ver⸗ wandte koͤnnen ihr Vermoͤgen, ſelbſt mit Anwei⸗ ſung der Looſe, unter ihre Kinder und Abkoͤmm⸗ linge theilen. 1076. Sie koͤnnen dieſe Theilung vornehmen entweder durch Acte unter Lebenden, oder durch letztwillige Verfuͤgung; und muͤſſen dabei die Fei⸗ erlichkeiten, Bedingungen und Regeln beobachten, die fuͤr Teſtamente und Schenkungen unter Leben⸗ den vorgeſchrieben ſend. Theilungen, weiche dudch Acte unter Lebenden geſchehen, koͤnnen nur das gegenwaͤrtige Vermoͤgen zum Gegenſtande haben. 1017. Wenn das Vermögen, ſo der aufſtei⸗ gende Verwandte bei ſeinem Tode hinterlaͤſt, uicht — 384— ganz in der vorgenommenen Theilung begriffen iſt; ſo wird der nicht darin begriffene Ueberreſt dem Geſetze gemaͤs getheilt. 1078. Die Theilung iſt nichtig fuͤr's Ganze, wenn ſie nicht geſchehen iſt unter alle Kinder, die zur Zeit, wo der Verfuͤgende ſtirbt, vorhanden ſind, und unter die Abkoͤmmlinge der vorgeſtorbe⸗ nen Kinder. Eine neue Theilung in der geſetzli⸗ chen Form kann ſodenn nachgeſucht werden, und das Recht, ſie nachzuſuchen ſteht zu ſowohl den Kindern oder Abkoͤmmlingen, die in der Theilung gar nicht bedacht ſind, als auch ſelbſt denjenigen, unter welche die Theilung gemacht iſt. 1079. Die Theilung, welche ein aufſteigender Verwandter vorgenommen hat, kann angefochten werden aus dem Grunde, weil ein Erbberechtigter um mehr, als um einen vierten Theil, darin iſt verletzt oder verkuͤrzt worden. Auch dann kann ſie angefochten werden, wenn es ſich aus der Thei⸗ lung und den Verfuͤgungen, welche ein Voraus zu Gunſten eines Erben enthalten, ergeben wuͤrde, daß irgend einer der Mittheilenden einen groͤſſern Vortheil haben wuͤrde, als das Geſetz erlaubt. 1080. Wenn ein Kind, aus einer von den im vorhergehenden Artikel erwaͤhnten Urſachen, eine Theilung, die von ſeinem aufſteigenden Verwand⸗ ten vorgenommen worden, anſicht; ſo muß es die Koſten der Abſchaͤtzung vorſchieſſen. Es muß die⸗ * ſ Koſtn adlich t befunden Yon ke Gunſ ehe 10. gegenwirt Kunde hr ſten der⸗ den Eht geln unt Tt feta A* K ſefmnde dehanehe uch. ſrſige a der Ehet ſo ſſe be dder thei Tutthel vo der Ehegatt dhe — dheleng ha bi egrife 6 iſt nicht fttn unter ale i ende ſit rlinge de un heilung u a cgeſuch ende ſätht ſu ſn i die in de auch ſähtm ſemacht iſ. velche ein uſi hat, knn an veil ein Ehhe jetten Theil en. Juch u n esſch uil , vweich d alten, tlal ilenden äng das Geſih e „aus iin aähta lſtt ſteigna N nfich; 1 firſen 84 e 3 83 5— ſe Koſten, ſo wie die Koſten des Rechtshandels endlich tragen, wenn ſein Anſpruch ungegruͤndet beſunden wird. Achtes Capitel. Von Schenkungen durch Ehevertraͤge zu Gunſten der Eheleute und der aus der Ehe zu hoffenden Kinder. 1081. Jede Schenkung unter kebenden, die gegenwaͤrtiges wirkliches Vermoͤgen zum Gegen⸗ ſtande hat, obſchon ſie durch Ehecontracte zu Gun⸗ ſten der Eheleute, oder zu Gunſten eines von bei⸗ den Eheleuten, geſchieht, iſt den allgemeinen Re⸗ geln unterworfen, welche fuͤr Schenkungen dieſer Art feſtgeſetzt ſind. Sie koͤnnen nicht geſchehen zu Gunſten der zu hoffenden Kinder, auſſer in den Faͤllen, die das vorhergehende ſechute Eapitel enthalt. 1082. In einem Ehetontracte koͤnnen Eltern, ſonſtige aufſteigende Verwandte, Seitenverwandte der Eheleute, und ſelbſt Fremde, das Vermoͤgen, ſo ſie bei ihrem Tode hinterlaſſen werben, ganz oder theilweiſe verſchenken, und zwar ſowohl zum Vortheil beſagter Eheleute, als auch, fuͤr den Fall, wo der Geſchenkgeber laͤnger als der beſchenkte Ehegatte leben ſollte, zu Gunſten der aus ihrer Ehe zu hoffenden Kinder. 26 4. 386— Obſchon indeſſen eine ſolche Schenkung blos zu Gunſten der Eheleute, oder eines Ehegenoſſen, geſchehen iſt; ſo wird doch immer vermutet, daß ſie auch zu Gunſten der aus der Ehe zu hoffenden Kinder und Abköͤmmlinge geſchehen ſey, im Falle der Geſchenkgeber den oder die beſchenkten Ehege⸗ noſſen uͤberlebt. 10833. Schenkungen in der Form des vorher⸗ gehenden Artikels ſind unwiderruflich, jedoch nur in dem Sinne, daß der Geſchenkgeber auf wohl⸗ thaͤtige Art nicht mehr uͤber die Gegenſtaͤnde ver⸗ fuͤgen kann, die in der Schenkung enthalten ſind, geringe Summen ausgenommen, woruͤber er beloh⸗ nungsweiſe oder ſonſt verfuͤgt. 1084. Schenkungen durch Ehecontraete koͤn⸗ nen das gegenwaͤrtige und zugleich das zuluͤnftige Vermoͤgen, ganz oder zum Theil umfaſſen. In dieſem Falle aber muß ihnen ein Verzeichnis der Laſten und Schulden, ſo wie ſie am Tage der Schenkung vorhanden waren, beigefuͤgt ſeyn. Und wenn dies geſchehen iſt: ſo ſteht es dem Geſchenk⸗ nehmer frei, ſich beim Tode des Geſchenkgebers, an dem gegenwaͤrtigen Vermögen zu halten, und auf das uͤbrige Vermoͤgen deſſelben Verzicht zu leiſten. 1085. Wenn aber der Schenkung des gegen⸗ waͤrtigen und zukuͤnftigen Vermoͤgens das eben er⸗ waͤhnte Verzeichnis nicht beigefuͤgt worden iſt; ſo muß der Geſchenknehmer ſie entweder ganz anneh⸗ men ode ſ kann nen, we vorhande ſan de 1096 Gonfe! dung u nen ſei usbedia d M dealm gen bei ahhängt gungen her eutſ durch C. ſet ilher aug ſeiner ii ie nhmende Fſend duibe ſein de demnach 10 den un ſir nic men ſey ſice kin oder iin inner danr dar kieſ geſcheha ſg die dicatn n der Fan h diderufich, n Geſchentgebr u er die bagnit chenkung ate mem vyaii igt. urch Efteune zuglich d Thel uwin nen ein Deſt vie ſin! en, beigeitt ſteht 6 e de des büt nägen a t ſalen Vnſhf uiitus ra eumoe men oder ganz ausſchlagen. Nimmt er ſie an; ſo kann er blos das Vermoͤgen in Anſpruch neh⸗ men, welches am Tage, wo der Geſchenkgeber ſtirbt, vorhanden iſt, wogegen er alle Schulden und La⸗ ſten des Nachlaſſes zu entrichten hat. 1086. Eine Schenkung durch Ehecontract zu Gunſten der Eheleute oder der aus ihrer Verbin⸗ dung zu hoffenden Kinder mag herruͤhren, von wem ſie immer wolle, der Verfuͤgende kann dabei ausbedingen, daß die Beguͤnſtigten die Schulden und Laſten ſeiner Verlaſſenſchaft ohne Unterſchied bezalen ſollen; er kann ihr auch andere Bedingun⸗ gen beifuͤgen, deren Erfuͤllung von ſeinem Willen abhaͤngt. Der Geſchenknehmer muß dieſe Bedin⸗ gungen erfuͤllen, wenn er der Schenkung nicht lie⸗ ber entſagen will. Und, wenn der Geſchenkgeber durch Ehecontract ſich die Befugnis vorbehalten hat, uͤber einen Gegenſtand, der mit in der Schen⸗ kung ſeines gegenwaͤrtigen Vermoͤgens begriffen iſt, oder rr eine aus dem naͤmlichen Vermoͤgen zu nehmende Summe zu verfuͤgen; ſo werden der Ge⸗ genſtand oder die Summe, wenn er ſtirbt, ohne daruͤber verfuͤgt zu haben, ſo betrachtet, als wären ſie in der Schenkung mitbegriffen, und ſie gehoͤren demnach dem Geſchenknehmer oder deſſen Erben. 1087. Schenkungen durch Ehecontract koͤn⸗ nen unter dem Vorwande nicht angefochten oder fuͤr nichtig erklaͤrt werden, daß ſie nicht angenom⸗ men ſeyen. 25* — 388— 1088. Schenkungen zu Gunſten der Ehe zer⸗ fallen, wenn die Ehe nicht wirklich erfolgt. 1089. Schenkungen zu Gunſten eines von den Eheleuten, wenn ſie nach dem Inhalt der Ar⸗ tikel 1082, 1084 und 1086 hieroben errichtet ſind, zerfallen, wenn der Geſchenkgeber den beſchenkten Ehegenoſſen und deſſen Nachkommenſchaft uͤberlebt. 1090. Schenkungen, zu Gunſten der Eheleu⸗ te in ihrem Ehecontracte errichtet, werden, bei Er⸗ oͤfnung der Erbfolge des Geſchenkgebers, auf den Theil herabgeſetzt, uͤber welchen das Geſetz ihm zu verfuͤgen erlaubte. Neuntes Capieel. „Von den Verfuͤgungen unter Eheleuten durch Ehevertraͤge oder waͤhrend der Ehe. 1091. Unter den hierunten folgenden Ein⸗ ſchraͤnkungen koͤnnen ſich Eheleute gegenſeitig, oder einer den andern, durch ihren Ehevertrag beſchen⸗ ken, wie ſie wollen. 1092. Wenn Eheleute ſich unter Lebenden durch Ehevertrag gegenwaͤrtiges Vermoͤgen geſchenkt haben; ſo wird nicht vermutet, daß die Schen⸗ kung unter dem Beding: falls der Geſchenkgeber laͤnger lebt, geſchehen ſey, wenn nicht dieſe Bedin⸗ zung ſt alen A ſu din 0g nägen Drrnie derktag ie das lche ch Diitten ſe für ſ ſainfach! gcgenſi der beſ Ehegene ſroſene df Kiämni bunſen dm bhe Rdad noh üe Jhlt der Et Ounſa k irlich ai Gmnſtn in dem Piute ieroben mitt geber dn li ommenſcaſti Gunſen ded chtet, vrde ſchenkgebert,a dn das biſß apitel unter khel oder wißt 1 nten fohete leutt geguſtt n Eßerets ſich un 3 Vanönnt tt, da) 1 s der bitt un rirnie — 389— gung foͤrmlich babei ausgedruͤckt iſt; und ſie iſt allen Regeln und Formen unterworfen, welche oben fuͤr dieſe Art Schenkungen feſtgeſetzt ünd. 1093. Bei Schenkungen von zukuͤnftigem Ver⸗ moͤgen, oder von gegenwaͤrtigem und zukuͤnftigem Vermoͤgen zugleich, welche Eheleute ſich durch Ehe⸗ vertrag machen, gelten die naͤmlichen Regeln, wel⸗ che das vorhergehende Capitel in Hinſicht auf aͤhn⸗ liche Schenkungen, die den Eheleuten von einem Dritten gemacht werden, feſtſetzt; und zwar gelten ſie fuͤr ſolche Schenkungen, ohne Unterſchied, vb ſie einfach oder von Seiten eines der Eheleute, oder gegenſeitig ſind. Nur gehen ſie in dem Falle, wo der beſchenkte Ehegenoſſe vor dem beſchenkenden Ehegenoſſen ſtirbt, nicht auf die aus der Ehe ent⸗ ſproſſenen Kinder uͤber. 1094. Fuͤr den Fall, wo er keine Kinder noch Abkoͤmmlinge hinterlieſſe, kann ein Ehegenoſſe zu Gunſten des andern Ehegenoſſen uͤber alles das dem Eigentume nach verfuͤgen, woruͤber er auch zu Gunſten eines Fremden verfuͤgen koͤnnte, und noch uͤberdies, uͤber den Niesbrauch des ganzen Theils, woruͤber ihm das Geſetz zum Nachtheil der Erben zu verfuͤgen verbietet. Eine ſolche Ver⸗ fuͤgung kann geſchehen durch Ehevertrag oder väh⸗ rend der r Ehe. Und fuͤr den Fall, wo der ſchenkende Ehege⸗ noſſe Kinder oder Abkoͤmmlinge hinterlieſſe, kann — 39g0— er dem andern Ehegenoſſen entweder ein Vier⸗ tel eigentuͤmlich und ein anderes Viertel leibzuͤch⸗ tig geben, oder die Haͤlfte ſeines ganzen Vermoͤ⸗ gens blos leibzuͤchtig. 1095. Iſt der Verfuͤgende minderjaͤhrig; ſo kann er zwar durch Ehevertrag entweder einſeitig oder gegenſeitig zu Gunſten des andern Ehegenoſ⸗ ſen verfuͤgen, aber nur mit Bewilligung und in Beiſtand derjenigen, deren Einwilligung zur Guͤl⸗ tigkeit ſeiner Ehe erfodert wird. Willigen dieſe ein; ſo kann er alles das geben, was das Geſetz auch einem grosjaͤhrigen Ehegatten erlaubt dem. andern Ehegatten zu geben. 1095. Alle unter Eheleuten waͤhrenb der Ehe gemachten Schenkungen ſind allezeit widerruflich, wenn ſie ſchon den Namen von Schenkungen un⸗ ter kebenben fuͤhren. Die Widerrufung kann von der Frau geſche⸗ hen ohne Bewilligung ihres Mannes, und ohne gerichtliche Ermaͤchtigung. Dieſe Schenkungen ſind aber dadurch nicht widerrufen, daß Kinder uͤberkommen. 1097. Waͤhrend der Ehe köoͤnnen ſich die Ehe⸗ leute in einem und demſelben Acte keine ge⸗ genſeitige Schenkung machen, ſie geſchehe nun un⸗ ter Lebenden oder durch Teſtament. 3 ogl ddet i hat zu b fang nict gt das veni Talt in bdis uf t 10g. wlur Um m Deit Side Paſoren 1100 und her. gſchen, 9 t ba. te ans en ven a ſe den ge cha di wermulüch rich ihn —— a ettdehh a trs Dieri h ſeints punan de ninejie rog ertna des anden ih „Sewilgan kinviligun ird. Blih ben, vis t egatten elul tten väßred allteit wi don Echenten on der Fu Mannes, u aber dahmt unen. bnnn ſtu eben Nek ſe geichen ent. — 39— 1 1098. Wenn ein Mann oder eine Frau, der oder die aus einer fruͤhern Ehe bereits Kinder hat, zu einer zweiten oder folgenden Ehe ſchreitet; ſo kann er oder ſie dem neuen Ehegenoſſen mehr nicht geben, als ein rechtmaͤſſiges Kind, und zwar das wenigſtbedachte, bekoͤmmt; auch kann in keinem Falle eine ſolche Schenkung ſich höher belaufen als bis auf den vierten Theil des Vermoͤgens. 1099. Es iſt den Eheleuten nicht erlaubt, ſich durch Umwege mehr zu geben, als ihnen die obi⸗ gen Verfuͤgungen geſtatten. Jede verſteckte oder zu Gunſten unterſchobener Perſonen gemachte Schenkung iſt nichtig. 1100. Solche Schenkungen ſind vorhanden, und der Beſchenkte wird fuͤr blos unterſchoben an⸗ geſehen, wenn ein Ehegenoſſe die Kinder oder eins von den Kindern des andern Ehegenoſſen, wel⸗ iche aus einer fruͤhern Ehe ſind, beſchenkt; ferner, wenn er jene Verwandten beſchenkt, wovon der an⸗ dere Ehegenoſſe zur Zeit der Schenkung vermutli⸗ cher Erbe iſt, obſchon in dieſem letzten Falle der vermutliche Erbe ſeinen ſchenkenden Verwandten nicht uͤberlebt hat. — * F det He dhardiui Dritter Titel. Von den Contracten oder Berbindlichkeiten welche aus Vertraͤgen uͤberhaupt entſpringen(1). 12 . 1 — 14 K Erſtes Capite. Vorlaͤufige Verfuͤgungen. 8 Art. rI01. Ein Contract iſt eine Verabre⸗ dung, wodurch eine oder mehrere Perſonen ſich ge⸗ gen eine oder mehrere andere Perſonen verbinden, etwas zu geben, etwas zu thun, oder etwas nicht zu thun. 7 1102. Contracte ſind zwei ſeitig, wenn die vertragſchlieſſenden Theile ſich gegenſeitig, einer ge⸗ gen den andern, verbinden. 1105. Einſeitig ſind ſie, wenn eine oder mehrere Perſonen ſich gegen eine oder mehrere an⸗ — (*) Geſetz vom 17. Pluvioſe 12. J., prom. den 27. des naͤmlichen Monats. „ da git 110¹ Contracte dinderch ſo nan den glet m QVathe e gewinn zwiſen 110. holtha dihfnigen Theiler vricjeſt Idt eii und, te vede tchus g nc. bene Je algemei den Re zen di —— dittn er Vaüni den üüaſen (y — pite! fügunga aet iſ ein! zrere Uerſtei Perſoden de un, oder e veiſeitit,d gegenſit ſe, v ne oder nir 1. J, E — 393— dere Perſonen verbinden, dieſe letztern aber keine Verbiudlichkeit dagegen uͤbernehmen. 1104. Die Contracte heiſſen tauſchartige Contracte, wenn jeder von beiden Theilen ſich ver⸗ bindet etwas zu geben oder zu thun, was mit dem, ſo man ihm giebt oder fuͤr ihn thut, als Sache von gleichem Gehalt und Werthe angeſehn wird. Wenn die Sache von gleichem Gehalt und Werthe auf beiden Seiten in einem ungefehren Gewinn oder Verluſte beſteht, die von einem un⸗ gewiſſen Ereigniſſe abhaͤngen; ſo heiſt der Sontract ein gewagter Contract. 1105. Ferner ſind die Contraete entweder wohlthaͤtig oder laͤſtig. Wohlthaͤtig heiſſen diejenigen Contracte, worin einer von beiden Theilen dem andern einen Vortheil ohne Entgeld verſchaft, oder einen felchen Vortheil, wogegen er nichts erhaͤlt. 1106, aͤſtig hingegen heiſſen die Contrac⸗ te, wodurch beide Theile verpflichtet werden, etwas zu geben oder zu thun. 1107. Alle Contracte, ſie mögen nun eine ei⸗ gene Benennung haben, oder nicht, ſind gewiſſen allgemeinen Regeln unterworfen. Dieſe allgemei⸗ nen Regeln ſind der Gegenſtand des gegenwaͤrti⸗ gen Titels. — 394— Gewiſſe Contracte haben uͤberdies noch beſon⸗ dere Regeln. Sie kommen unter den Diteln vor, die ihnen eigenſt angewieſen ſind. Die beſondern Regeln fuͤr Handelsgeſchaͤfte kommen vor in den Geſetzen uͤber den Handel. Zweites Capitel. Von den weſentlichen Bebingungen zur Guͤltigkeit aller Verabre⸗ dungen. z1d. Vier Bedingungen ſind weſentlich er⸗ foderlich zur Guͤltigkeit einer jeden Verabredung: Die Einwilligung des Theiles, der ſich ver⸗ bindet; 8 Seine Faͤhigkeit, Vertraͤge zu ſchlieſſen; Eine beſtimmte Sache, welche der Gegenſtand der Verabredung iſt;* Eine erlaubte Urſache bei berſelben. Erſter Abſchnitt. Von der Einvilligung. 1109. Es iſt keine guͤltige Einwilligung vor⸗ handen, wenn ſie blos aus Irrtum gegeben, oder . 8 Mhun ſe ducch dſ 1110, hrtdung; das Weſe DMaunſenb hat 1 nt vonit DWce Ir E' nact en dieſ eang kam, der Derut 1III, vilcj tin — üedis nnte da he ſind. fir hnh über di he apitil n Bediun ler Veun . n ſind dia ſeden Dan heilt e e zu ſchie elcht der 9p derſebi hritt llizun e einwü tu gh — 335— wenn ſie durch Gewaltthaͤtigkeit erzwungen, oder durch Liſt erſchlichen worden. 3 1110. Der Irrtum macht nur dann die Ver⸗ abredung unguͤltig, wenn er auf die Subſtanz oder das Weſen ſelbſt der Sache faͤllt, welche der Ge⸗ genſtand der Verabredung iſt(1). Hat man ſich dabei blos uͤber die Perſon ge⸗ irrt, womit man handeln wollte; ſo macht ein ſolcher Irrtum die Verabrebung nicht unguͤltig. Er macht ſie aber auch in dieſem Falle unguͤltig, wenn dieſe Perſon dabei hauptſaͤchlich in Betrach⸗ tung kam, und dieſe Betrachtung die Haupturſache der Verabrebung oder des Vertrages war. 1111. Gewaltthaͤtigkeit gegen die Perſon, welche eine Verbindlichkeit uͤbernommen hat, iſt ei⸗ (1) Eine Verabredung alſo, oder ein Vertrag, wobei ſich ein Theil zwar geirrt, aber nur uͤber einen zufaͤlligen umſtand, uͤber eine unweſentliche Ei⸗ genſchaft, waͤre ungeachtet des Irrtums guͤltig. Auch iſt der Vertrag guͤltig, wenn ein Irrtum untergelaufen iſt in Hinſicht auf die Beweg⸗ gruͤnde, warum man ihn geſchloſſen hat. Wenn es indeſſen ausgemacht und erwieſen waͤre, daß die Theile ſich nur unter der Bedingung verbin⸗ den wollten, daß dieſe Beweggründe aͤcht und wahr waͤren, und ſich nachher das Gegentheil aus⸗ wieſe; ſo machte auch ein ſolcher Irrtum den Vertrag fehlerhaft und unguͤltig. ne Urſache der Nichtigkeit, obſchon ſie ein Dritter veruͤbt hat, und nicht derjenige, zu deſſen Vorteil der Vertrag geſchloſſen worden. 1112. Eine ſolche Gewaltthäͤtigkeit iſt vor⸗ handen, wenn ſie ſo geartet iſt, daß ſie auf einen vernuͤnftigen Menſchen Eindruck machen kann, und daß ſie ihm die Furcht einfloͤſt, ſeine Perſon oder ſein Vermoͤgen einem betraͤchtlichen und gegenwaͤrtigen Uebel auszuſetzen(1). In dieſer Hinſicht hat man in Betrachtung zu ziehen das Alter, das Geſchlecht und bie Beſchaf⸗ fenheit der Perſonen. 1115. Die Gewaltthaͤtigkeit iſt eine Urſache der Nichtigkeit des Contractes, nicht allein dann, wenn ſie gegen den contrahirenden Theil ſelbſt ver⸗ uͤbt worden; ſondern auch dann, wenn ſie gegen ſeinen Ehegenoſſen, gegen einen ſeiner aufſteigenden oder abſteigenden Verwandten veruͤbt worden. 1114. Wenn uͤbrigens keine Gewaltthaͤtigkeit vorgefallen 1ſt; ſo kann unter dem Vorwande, 01) Gegenweäreng muß das Uebel ſeyn, d. h. die Perſon muß bedroht worden ſeyn, daß es ſie auf der Stelle treffen ſollte, wenn ſie nicht thaͤte, was man ihr vortrug. Nur hierdurch kann ſie beweiſen, daß ſie gezwungen worden, daß ſie kei⸗ nen Willen gehabt, und daß ſie dem Willen ei⸗ nes Andern nachgegeben hat. “ Nhreil eu iß ſeman Janen and der, daß DMRHhnnat a 1n nict net dr di Et zit, w mdrüd d wem walcht ih zakommar Du lſen, IIIß. WAtthet und Nänee arttt ſur udure dhe condaßſe Ne ſcütten uun Folgt e keit ſnd oöhnt w . ööſhn ſi enige, g t Nden. zewalthlit it iſt doß kndruk ut t eiſii, n a deträdhlt duezuſez.) 8 man in bete hlecht undi teigkeit ii u tes, nict d trenden dyilt dann, vani nen ſiner ui ten beritt d kune Gentt unter da!. das Vödl ſ. der ſan d te, nant ſet Nur finm ngen nen dd ims hu. daß jemand ſeinen Vater oder ſeine Mutter, oder einen andern aufſteigenden Verwandten gefuͤrchtet, oder, daß er aus Ehrfurcht gegen ſolche Perſonen gehandelt habe, der Contraet nicht vernichtet wer⸗ den. 1115 Ein Contract kann aus dem Grund, weil er durch Gewaltthaͤtigkeit erzwungen worden, nicht mehr angefochten werden, wenn derjenige, der die Gewaltthaͤtigkeit erlitten, den Contraet zur Zeit, wo die Gewaltthaͤtigkeit aufhoͤrte, entweder ausdruͤcklich oder ſtillſchweigend gutgeheiſſen hat; oder wenn er die Zeit hat vorbeiſtreichen laſſen, welche ihm das Geſetz geſtattet, um dagegen ein⸗ zukommen und ſich in den vorigen Stand ſetzen zu laſſen. 1116. Die eiſt iſt dann eine Urſache der Nichtigkeit der Verabredung, wenn die Anſchlaͤge und Raͤnke, deren ſich ein Theil bedient hat, ſo geartet ſind, daß es augenſcheinlich iſt, daß der andere Theil ohne jene Anſchlaͤge und Raͤnke nicht contrahirt haͤtte. Die Liſt wird nicht vermutet: wer ſie vor⸗ ſchuͤtzt, muß ſie beweiſen. 1117. Vertraͤge ſind darum, weil ſie eine Folge eines Irrtums, einer Liſt oder Gewaltthaͤtig⸗ keit ſind, noch nicht von Rechtswegen und ohne weiteres nichtig; ſondern dieſe Umſtaͤnde — 398— geben blos eine Klage auf Nichtigkeit oder Wie⸗ deraufhebung in den Faͤllen und auf die Ark, wie im ſiebenten Abſchnitt des fuͤnften Capitels unter gegenwaͤrtigem Titel erklaͤrt wird. 1118. Die Verletzung macht die Vertraͤge nur in gewiſſen Faͤllen und in Hinſicht auf gewiſ⸗ ſe Perſonen fehlerhaft, wie im nmlichen Abſchnitt erklaͤrt wird. 1119. In der Regel kann niemand in ſeinem— eigenen Namen ſich anderſt verbinden oder etwas ausbedingene als fuͤr ſich ſelbſt(1). 1120. Man kann jedoch fuͤr einen Dritten ſtehen, und verſprechen, daß derſelbe handeln wer⸗ de. Will aber in einem ſolchen Falle der Dritte die Verabredung nicht halten; ſo hat eine Ent⸗ ſchaͤdigungsklage Statt gegen denjenigen, der fuͤr ihn geſtanden, oder der verſprochen hatte, die Ge⸗ nehmigung des Dritten beizubringen.— 1121. Auch kann man zum Vortheil eines Dritten etwas ausbedingen, wenn dies einer Ab⸗ (1) Dies flieſt aus dem Grundſatze, daß derjenige, — der eine Verbindlichkeit uͤbernehmen ſoll, einwil⸗ ligen muß. Ein Dritter kann durch meine Hand⸗ lungen nicht verbindlich gemacht werden, als in ſo weit er mich dazu bevollmaͤchtigt hat. So lange ich in meinem eigenen Namen dandle, verbinde ſch den Dritten nicht. — nüe, d Snheaka gung bt dung 9 nan, ſ ſch in 1124 ten in de ggh ſeit die in ſä Segenthe det! Do 1123 Dabredu deit ale 1u Rnſch A if Aitttn, und ufg. ſünftn da twidd. ing datt din hiittt in ainiin, kann riemuni verbinden ſelbſt() doch füt ein F derſelteſe ſelchen zuen kten; ſo ht en denjeign pprocen ſin jubingn in zun Dn n, went dit grnidſeze, t ibernehun unſl er kann du nin eenadt u deueluit nen eittlet Diit mnih rede, die man fuͤr ſich ſelbſt macht, ober einer Schenkung zu Gunſten eines Dritten, als Bedin⸗ gung beigefuͤgt wird. Wer eine ſolche Verabre⸗ dung getroffen hat, kann ſie nicht mehr zuruͤckneh⸗ men, ſobald der Dritte erklaͤrt hat, daß er ſie fuͤr ſich annehmen und ſich zu Nutz machen wolle. 1122. Alle Verabredungen oder Vertraͤge gel⸗ ten in der Regel nicht blos fuͤr den, der ſie ein⸗ geht, ſondern auch fuͤr ſeine Erben, und fuͤr alle, die in ſein Recht treten; es ſey denn, daß das Gegentheil deutlich ausgedruͤckt, oder aus der Na⸗ tur der Verabredung ſich von ſelbſt verſtehe. Zweiter Abſchnitt. Von der Faͤhigkeit der eontrahirenden Theile. 1123. Jeder Menſch kann Vertraͤge oder Verabredungen eingehn, ſo lange nicht irgend ein Geſetz erklaͤrt hat, daß er dazu unfähig iſ⸗ 11247. Unfähig zu vontrahiren(oder Vertra ge zu ſchlieſſen) ſind Die Minderjaͤhrigen, Die Unterſagten, Die verheiratheten Weiber in den Faͤllen, wel⸗ che das Geſetz beſtimmt, — 400— uUnd uͤberhaupt alle diejenigen, denen das Ge⸗ ſetz gewiſſe Vertraͤge unterſagt hat. 1125. Minderjaͤhrige, Unterſagte und verhei⸗ rathete Weiber koͤnnen die Vertraͤge, die ſie ge⸗ ſchloſſen, unter dem Vorwande ihrer Unfaͤhigkeit nicht immer anfechten, ſondern nur in den vom Geſetze vorgeſehenen Faͤllen. In keinem Falle koͤnnen Perſonen, die faͤhig waren, ſich zu verbinden, die Einrede entgegen ſe⸗ tzen, daß der Minderjaͤhrige, der Unterſagte, oder das verheirathete Weib, womit ſie einen Vertrag geſchloſſen, unfaͤhig waren. Dritter Abſchnirt. Von dem Gegenſtande und der Naterie der Vertraͤge. 1126. Jeder Vertrag hat zum Gegenſtande eine Sache, die ein Theil ſich zu geben anheiſchig macht, oder die ein Theil ſich zu thun oder nicht zu thun verbindet. 1127. Der bloſe Gebrauch, oder der bloſe Beſitz einer Sache kann der Gegenſtand eines Ver⸗ trages ſeyn, ſo gut wie die Sache ſelbſt. Ddis i 113 Dune Dncch beß Ihut nnj 9” 1159, fäͤnde de 1128. Sachen, welche dem Privatverkehr enta. zogen ſind, koͤnnen kein Gegenſtand der Verträge ſeyn. gi — tifneten ole E 4 nicht mi ſchaſt es edien, en tt hat Anterigt uh Vernin, 9 ande ihmn l dern u n Pnſora e Einnde nt eder Unrei wit ſie emn ſoritt und der? eige het zun de h zu gän h za than 9 uch, ohe d Gegaſind e Sge ſii em Prvtt ei and de Sr 2 — 4⁰1— 1129. Jeder Vertrag muß kerner zum Gegen⸗ ſtande haben eine Sache, die wenigſtens ihrer Art nach beſtimmt und gewis iſt. Ihre Groͤſſe kann ungewiß ſeyn: aber wenn dies iſt; ſo muß es moͤglich ſeyn, ſie zu beſtim⸗ men(1). 1130. Auch zukuͤnftige Sachen koͤnnen Gegen⸗ ſtaͤnde der Verabredungen ſeyn. Es iſt indeſſen nicht erlaubt, einer noch nicht eroͤfneten Erbſchaft zu entſagen, noch uͤber eine ſolche Erbſchaft irgend eine Abrede zu treffen, ſelbſt nicht mit Bewilligung desjenigen, auf deſſen Erb⸗ ſchaft es ankoͤmmt. 27 (1) Ein Moͤbel uͤberhaupt, z. B. koͤnnte der Ge⸗ genſtand eines Vertrages nicht ſeyn, wenn es un⸗ moͤglich waͤre zu beſtimmen, welche Art von Moͤ⸗ bel man gemeint habe. Eben ſo wuͤrde der Ver⸗ trag nichtig ſeyn, wenn ſein Gegenſtand waͤre Wein, Getraide, u. ſ. w. ohne naͤhere Be⸗ ſtimmung, und ohne daß es moͤglich waͤre zu er⸗ kennen, was eigentlich die Theile gewollt haben. Wenn man aber z. B. ein Pferd verkauft; ſo iſt der Gegenſtand des Vertrags zwar nicht voͤllig, aber doch ſeiner Art nach, beſtimmt; aber der Glaͤubiger kann doch die Sache, wie wohl nur auf unbeſtimmte Art, fodern, und der Schuld⸗ uer kann von allen den Sachen ſolchee Art eine geben, welche er will, nur muß ſie eine rechtliche und handelbare Waare ſeyn. — 402— Vierter Abſchnitt. Von der Urſache. 1151. Alle Verbindlichkeiten, die entweder gar keine Urſache, oder eine falſche Urſache, oder eine unerlaubte Urſache, haben, ſind ohne Wirkung. 113a. Eine Verabredung oder ein Vertrag iſt aber darum nicht unguͤltig, weil die Urſache darin nicht ausgedruͤckt iſt. 1133. Die Urſache iſt unerlaubt, wenn ſie vom Geſetze verboten, wenn ſie den guten Sitten⸗ oder der öͤffentlichen Ordnung zuwider iſt. Zweites Capitel. Von der Wirkung der Verbindlichkeiten. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfuͤgungen. 1154. Verabredungen, wenn ſie geſetzmaͤſſig getroffen, ſind an Geſetzes Statt fuͤr diejenigen, die ſie getroffen haben. Sie können nicht widerrufen werden, als mit ihrer beiderſeitigen Bewilligung, oder aus den Ur⸗ ſachen, welche das Geſetz erlaubt. Sie muͤſſen redlich vollzogen werden. und. wechwindi Gi zu he nn dis Schulden gläubige u, und E'hal läengſa un uner de Dactn denadn benn. diſ dahte ſcht ui ſiſe N ſir ſe i — bſchritt drſace chhkittn, h efälcce bit ben ſohchet dung ohe h ittig, vel n ¹ unerluutt n ſie de zar ung zuwidei Capitu Derbinhli bſchritt etfi zuss um fi zSnt ſe erufen vnn gung thr d rlaubt. doge nk 1155. Sie verbinden nicht allein zu allen dem, was darin ausgedruͤckt iſt, ſondern auch zu allen dem, was nach der Billigkeit, nach dem Ge⸗ brauch oder dem Geſetze, aus der Verbindlichkeit und ihrer Natur folgt. 3 gZweiter Abſchnitt. Von der Verbindlichkeit zu geben. 1156. Mit der Verbindlichkeit zu geben iſt nothwendig verknuͤpft die Verbindlichkeit, die Sa⸗ che zu liefern, und ſie zu erhalten und zu bewah⸗ ren bis zur Lieferung. Wer ſich hierin etwas zu Schulden kommen laͤſt, iſt dem Berechtigten oder Glaͤubiger zur Schadloshaltung verpflichtet. 1157. Wer verbunden iſt, fuͤr die Bewahrung und Erhaltung einer Sache zu wachen, der muß die Sorgfalt dabei anwenden, die ein guter Haus⸗ vater anwendet; und zwar ohne Unterſchied, ob die Verabredung blos den Nutzen eines Theiles bezwecke, oder ob ſie ihren gemeinſchaftlichen Nutzen bezwecke. Dieſe Verbindlichkeit zu erhalten und zu be⸗ wahren iſt mehr oder weniger ausgedehnt in Ruͤck⸗ ſicht auf gewiſſe Contrarte, deren Wirkungen in dieſer Abſicht unter jenen Titeln erklaͤrt werden, die fuͤr ſte eigenſt angewieſen ſind. 27- —— 404— 1158. Die Verbindlichkeit, die Sache zu lie⸗ ern iſt vollkommen durch die bloſe Einwilligung der Lontrahirenden Theile. 1 52 Durch ſie wird der Gläubiger zum Eigentuͤ⸗ mer, und die Sache iſt auf ſeine Gefahr von dem Augenblicke an, wo ſie geliefert werden muſte, wenn auch ſchon die Lieferung nicht geſchehen iſt. Ausgenommen iſt der Fall, wo der Schuldner ſaͤu⸗ mig oder in Verzug iſt, die Sache zu liefern. Die Sache iſt in dieſem Falle auf Gefahr eines olchen Schuldners(1). 1139. Der Schuldner wird ſäumig, oder in Verzug geſetzt, auf zweierlei Art: entweder durch eine Auffoderung, oder ſonſt eine gleichbedeutende Handlung; oder auch vermoͤge der Verabredung ſelbſt. Letzteres iſt der Fall, wenn die Verabre⸗ dung enthaͤlt, daß der Schuldner in Verzug geſetzt ſeyn ſoll, ſobald der Termin— oder der Zeitpunkt der Erfuͤllung— voruͤber iſt, ohne daß 43 zöiigend einer an dern Handlung beduͤrfe. 1145. Was die Verbindlichkeit, ein unheneß AA (1) Schuldner heiſt hier ſo wie im ganzen Titel, derjenige, der etwas geben oder leiſten muß, kuri, der ſich zu etwas verbunden hat: Glaͤubiger bingegen derjenige, der zufolge Vertrags etwas fodern kann, gegen den ſich der andere verbind⸗ lich gemacht hat. E lches 1 ge habtt kauf, un und 91 ul ni hed zu gäm bougich zutinli deſtz gi tets Dan dn neͤlic LIn! 1. nict he didäcket Ehadene — tit, ii ie blaß k läudign m ſein Gitr eliefert dee ung rich gät wo der etwn Sache glän ſe auf di witd ſtung Art: utebe tein glct noge der d al vent tei dner in Den — dder de 1 chrx da irfe. ndlichet in niei un zen deline under ſor nüile in ſc ir dn — 405— liches Gut zu geben oder zu liefern, fuͤr Wirkun⸗ gen habe, wird im Titel vom Kauf und Ver⸗ kauf, und im Titel von den Vorzugsrechten und Hypotheken regulirt.“ 1141. Wenn jemand ſich nacheinander gegen zwei Perſonen anheiſchig gemacht hat, eine Sache zu geben oder zu liefern, und dieſe Sache blos beweglich iſt; ſo gehoͤrt ſie vorzugsweiſe und ei⸗ gentuͤmlich demjenigen, der ſie zuerſt in wirklichem Beſitz gehabt, wenn auch ſchon ſein Titel ein ſpaͤ⸗ teres Datum hat, vorausgeſetzt uͤbrigens, daß er ein redlicher Beſitzer war. Dritter Abſchnitt. Von der Verbindlichkeit zu thun oder nicht zu thun. änns 2142. Wenn derjenige, der ſich anheiſchig ge⸗ macht hat, zu thun ober nicht zu thun, ſeine Ver⸗ bindlichkeit nicht erfuͤllt; ſo loͤſt ſie ſich allemal in Schadenerſatz auf(1) 811 . * (1) D. h. der Berechrigte hat dann eine Klage auf 1 Schadloshaltung. Die Urſache iſt, weil niemand an ſeiner Perſon kann gezwungen werden, etwas zu thun oder nicht zu thun, und, wenn dies ge⸗ ſchehen koͤnnte, es eine Gewaltthaͤtigkeit waͤre, die nicht unter die Mittel gehoͤren kann, Contracte zu vollziehen.— 1143. Jedoch bat der Glaͤubiger has Recht zu fodern, daß dasjenige, ſo etwa der Verabre⸗ dung zuwider gemacht oder gethan worden, zer⸗ ſtoͤrt werde. Er kann ſich ebenfalls ermaͤchtigen laſſen, es zu zerſtoͤren auf Koſten des Schuldners. Zudem hat er nach Befinden ein Recht zur Schad⸗ loshaltung. 1244. Der Glaͤubiger kann auch, im Falle der Nichterfuͤllung, ermaͤchtigt werden, der Verbind⸗ lichkeit ſelbſt Genuͤge zu leiſten auf Koſten des Schuldners. 1145. Wenn die Verbinblichkeit darin be⸗ ſteht, daß einer etwas nicht thun ſoll; ſo wird derjenige, der dawider handelt, der Schadloshal⸗ tung pflichtig blos dadurch, daß er dawider handelt. Vierter Abſchnitt. Von der Schadloshaltung als Folge der nicht erfuͤllten Verbindlichkeit. 1146. Zur Schadloshaltung iſt der Schuld. ner nur dann erſt gehalten, wenn er in Verzug oder ſaͤumig iſt, ſeine Verbindlichkeit zu erfuͤllen. Jedoch iſt er auch eher dazu gehalten, wenn das, was er zu geden oder zu thun ſich anheiſchig ge⸗ macht hatte, ſich nur in einer gewiſſen Zeit thun lies, und er dieſe Zeit hat vorbeiſtreichen laſſen. uc. um Sät Räterül Varugs das erſt tint äüſen nur li gan li Siin des 68. tung giſ oddt in! daß de veſu n ge githen ſaut vor 19 hon gedh ui dau madt vod n ſolhm u, ete vorgeſche dorausgt richt dar ud 2— er Glluhge tr ſt cden der ghn ic eleſll a Koſen d en ein tn e kenn at igt verde et keiſten u tbindlichlet dt thun ſal, delt, der ei uch, deß e bſchritt urg als i erbirklith aftung ij ri „ weal n hmdlickötgt gthel 1 zun ſt eſ ner geyt; orheikach — 407— 1147. Nach Befinden wird der Schuldner zum Schadenerſatz verurteilt, es ſey nun wegen Nichterfuͤllung der Verbindlichkeit, oder wegen des Verzugs dieſer Erfuͤllung, ſo oft er nicht darthut, daß er ſie darum unerfuͤllt gelaſſen habe, weil ihn eine aͤuſſere Urſache daran hinderte, die ihm nicht zur Laſt gelegt werden kann. Und dies gilt, un⸗ geachtet keine Unredlichkeit, keine boͤſe Abſicht, auf Seiten des Schuldners iſt. 1148. Es kann aber gar keine Schadloshal⸗ tung gefodert werden, wenn eine groͤſſere Gewalt oder ein unvorgeſehener Zufall daran Schuld war, daß der Verpflichtete nicht gethan oder gegeben, wozu er ſich verbunden, oder im Gegenteil dasje⸗ ge gethau hat, was ihm durch den Vertrag unter⸗ ſagt war. 1149. Unter Schadloshaltung, die dem Glaͤu⸗ biger gebuͤhrt, iſt in der Regel begriffen der Ver⸗ luſt, den er gehabt, und der Gewinn, deſſen er be⸗ raubt worden. Die Ausnahmen und Modificatio⸗ nen folgen hierunten. 1150. Der Verpflichtete iſt nur zum Erſatz des Schadens gehalten, der bei der Verabredung vorgeſehen worden, oder vorgeſehn werden konnte, vorausgeſetzt uͤbrigens, daß die Verbindlichkeit nicht durch ſeine Argliſt unerfuͤllt geblieben. 1151. Aber auch dann, wenn die Verabre⸗ — 4⁰— dung durch die Argliſt des Schuldners unerfuͤllt geblieben, darf in Ruͤckſicht des Verluſtes, den der Glaͤubiger erlitten, ſo wie in Ruͤckſicht auf den Gewinn deſſen er beraubt worden, die Schadlos⸗ haltung doch nur das begreifen, was unmittelbar und direct aus der Nichterfuͤllung des Vertrages folgt.— 1152. Wenn die Verabredung enthaͤlt, daß derjenige, der ſie nicht erfuͤllte, eine gewiſſe beſtimm⸗ te Summe als Schadloshaltung bezalen ſoll; ſo kann dem andern Theile keine groͤſſere noch gerin⸗ gere Summe zuerkannt werden„als die ausbe⸗ dungene. 1153. Bei Verbindlichkeiten, deren Gegen⸗ ſtand ſich auf Bezalung einer gewiſſen Summe be⸗ ſchraͤnkt, kann die Schadloshaltung dafuͤr, daß ſie nicht zur gehoͤrigen Zeit erfuͤllt worden„in nichts anderm beſtehen, als in der Verurteilung zu den vom Geſetze beſtimmten Zinſen. Ausgenommen hievon ſind die fuͤr Handelsgeſchaͤfte und die Buͤrgſchaft eigenſt feſtgeſetzten Regeln. Dieſe eben bemerkte Schadloshaltung gebuͤhrt 4 aber dem Glaͤubiger, ohne daß derſelbe irgend ei⸗ nen Verluſt zu beweiſen braucht. Sie koͤmmt ihm nur zu vom Tage der Fode⸗ rung an, ausgeommen in den Faͤllen, wo das Geſet dete und ohne zigſe b entbeder auch ui beiden Fü aſs der d ziſin, we ſend von u ttſugen Meethgel tey Juſe abrehung. Oas tiittungan in deide tang da — cht des g 43 Geſetz verordnet, daß ſie(die Zinſen) von it nie i gitt und ohne Foderung laufen ſollen(1). ienzit 1154. Auch die von Capitalien verfallenen rrſilugng Zinſen koͤnnen wieder Zinſen erzeugen, und zwar entweder durch eine gerichtliche Foderung, oder auch zufolge einer beſondern Verabredung. In beiden Faͤllen, der gerichtlichen Foderung ſowohl, dimna als der desfallſigen Verabredung, muͤſſen aber die ene zaſß Zinſen, wovon man wieder Zinſen fodert, wenig⸗ Ktung i ſtens von einem Jahre ſeyn. ine griſen n 2 erden, 1 1155. Ungeachtet der vorhergehenden Regel erzeugen die verfallenen Einkuͤnfte, als Pacht⸗ und Miethgelder, Ruͤckſtaͤnde von ewigen oder Leibren⸗ hkeie, im ten, Zinſen vom Tage der Foderung oder der Ver⸗ nr gwiſn abredung. Shaltang di 3 füllt venha, Das naͤmliche gilt in Ruͤckſicht auf Wieder⸗ er Verurti erſtattungen der Fruͤchte, und auf die Zinſen, die inſen. Auf ein Dritter dem Glaͤubiger bezalt hat fuͤr Rech⸗ delegſtätt nung des Schuldners(2). n Ri.— Faͤſreeu C Wie z. 3. im Fall des Art. 4744 daß drib(692) Dergleichdn Einkuͤnfte, Fruͤchte und Zinſen duͤr⸗ uct. 1 fen mit den gewoͤhnlichen Zinfen von Capitalien . nicht in eine Claſſe geſetzt werden, und ſie thun Zinſen vom Tage der Foderung an, wenn ſie auch don dar 3 nicht von einem ganzen Jahre ſind. Genug iſ da ün es, daß ſie verfallen ſind. 4 — 410e— Fuͤnfrer Abſchnict. Von Auslegung der Vertraͤge und Ver⸗ abredungen. 1156. Bei Auslegung der Vertraͤge hat man mehr zu unterſuchen, was eigentlich der gemeinſa⸗ me Willen der verabrehenden Theile war, als ſich an dem buchſtäblichen Sinne der Ausdruͤcke n halten. 1157. Wenn eine Clauſel auf zweierlei Art kann ven anden werden, oder einen doppelten Sinn hat; ſo muß man ſie in dem Sinne nehmen, wo⸗ rin ſie irgend eine Wirkung hat, und nicht in dem Sinne, worin ſie ohne alle Wirkung bliebe. 1158. Ausdruͤcke, die man in einem doppel⸗ ten Sinne verſtehen kann, muͤſſen verſtanden wer⸗ den in dem Sinne, welcher dem Gegenſtande der Verabredung am beſten aupaſt. 1159. Was zweideutig und zweifelhaft iſt, wird ausgelegt nach dem, was herkoͤmmlich iſt in dem Lande, wo der Vertrag geſchloſſen worden. 1160. In jedem Contraete muͤſſen die Clau. ſeln erſetzt werden, welche gewoͤhnlich darin vor⸗ kommen, obſchon ſie nicht darin ausgedruͤckt ſind. 1161. Alle Clauſeln eines Contractes wer⸗ den eine durch die andere erklaͤrt, und jeder Clau⸗ * ſl vindd andlung ulbn, tatt auch dungen u lichet W 1165, duug döge velen; ſo ter die d tiſen be u4 te iinen biit, vore 3reiten ſabe nnn völen ve- uf di ric 6 An Kt u ſch lus ſchaden dur ſun ub K ausi — loſcrit Dertrigt u ngen. de Deti eigentlih nn en Thele da inne der de lauſel auf zn er einen doyt em Einge ti hat, und ni Wirkung di umn in enn miſſn drin er den begait paß. g und ſti was ſerna geſchoſnn. racte viſt gewijeih arin uuini ines bat flan uht — 441— ſel wird der Sinn beigelegt, der aus der ganzen Handlung natuͤrlich hervorgeht. 1162. In zweifelhaften Faͤllen wird der Con⸗ tract ausgelegt gegen den, der ſich etwas ausbe⸗ dungen, und zu Gunſten deſſen, der eine Verbind⸗ lichkeit uͤbernommen hat. 1163. Die Ausdruͤcke, worin eine Verabre⸗ dung abgefaſt iſt, mögen ſo allgemein ſeyn, als ſie wollen; ſo begreift ſie doch nur dasjenige, woruͤ⸗ ber die Theile, dem Aüiſchein. nach, die Abrede treffen wollten. 1164. Zuweilen fuͤhrt man in einem Contrac⸗ te einen Fall an, um die Natur der Verbindlich⸗ keit, worauf es ankoͤmmt, deſto beſſer zu erklaͤren. In einem ſolchen Falle wird nicht vermutet, als habe man dadurch die Ausdehnnug einſchraͤnken wollen, welche die Verabredung von Rechtswegen auf die nicht ausgedruͤckten Faͤlle bekoͤmmt. Sechſter Abſchnitt. Von der Wirkung der Abreben in Ruͤckſicht auf jedeu Dritten. 1165. Die Wirkung der Contracte erſtreckt ſich blos auf die Theile, welche ſie ſchlieſſen: ſie ſchaden einem Dritten nie, und gereichen ihm nur zum Vorteil in dem Falle des Art. 1191. 1156. Jedoch köoͤnnen die Glaͤubiger alle Rech⸗ ke ausuͤben, und alle Klagen anſtellen, welche ih⸗ — 412— tdet ſord — rem Schuldner zuſtehn, mit Ausnahme detjenigem eiins: die der Perſon ausſchlieslich ankleben. 4.„»„. 1 1 nbg. 1167. Auch konnen die Glaͤubiger in ihrem ſe un eigenen perſoͤnlichen Namen die Handlungen oder Gemttd Acte anfechten, welche ihr Schuldner zum Nachteil und Schmaͤlerung ihrer Rechte vorgenommen hat. um 8 /** 1 Was indeſſen jene ihrer Rechte betrift, die ſih. unter dem Titel von der Erbfolge, und unter nuüm— dem Titel von dem Ehecontracte und den ur t gegenſeitigen Rechten der Eheleute aufge⸗ 3 ht fuͤhrt finden; ſo muͤſſen ſie ſich nach den Regeln 6 richten, die ihnen eben daſelbſt vorgeſchrieben ſind. 9 fem di Viertes Capitel.* Von den verſchiebenen Arten der b d Verbimouichkeiten.— ee 1 uIn . 4 Pl hut ane Erſter Abſchnitt.. Dimn zu Lon bedingten Berbindlichkeiten. 8 du 5. I.*. Von der Bedingung uͤberhaupt, und ihren verſchedene bufi Arten. ſoüſſe 1168. Eine Verbindlichkeit iſt bedingt, wenn ſie der Abrede gemaͤs von einem zukuͤnftigen und un ungewiſſen Ereigniſſe abhaͤngen ſoll, und zwar ſo, du ſch daß ſie verſchoben werde, bis das Ereignis eintrift, 1— t Ausnia ich niloa. die Gſu en die fale Schulden dechte tegn ter Rachtlt Erbfolgen econtractenh der Ehelan ſie ſich nat elbſt vorzitte Capitul dener N ichkeiten bſchritt erbinhlith J. t, un in J. chkei ſtier einem 5 rga ſi is das ep — 4 ⁵— oder ſo, daß ſie wieder aufhoͤre, je nachdem das Ereignis eintrift nicht eintrift. 1169. Die Bedingung in zufaͤllig, wenn ſte vom Zufall abhaͤngt, und keinesweges in der Gewalt des Berechtigten oder Verpflichteten ſteht. 1170. Willkuͤhrliche Bedingungen ſind ſolche, verwoͤge deren die Erfuͤllung eines Vertra⸗ ges von einem Ereigniſſe abhaͤngt, welches herbei⸗ zufuͤhren oder zu verhindern in der Gewalt eines oder des andern der Sontuahiren den Theile ſteht. 1171. Gemiſcht iſt die Bedingung, wenn ſie zugleich von dem Willen eines der contrahiren⸗ den Theile, und von dem Willen eines Dritten abhaͤngt. 1172. Jede Bedingung, die zum Gegenſtan⸗ de hat eine Sache, die unmöglich, oder den guten Sitten zuwider, oder vom Geſetze verboten iſt, iſt nichtig, und macht die Verabredung nichtig, n wel⸗ che von ihr abhaͤngt. 1175. Iſt der Verbindlichkeit eine Bedingung beigefuͤgt, eine unmoͤgliche Sache nicht zu thun; ſo iſt ſie darum nicht unguͤltig. 1174. Haͤngt die Bedingung ganz ab von dem, der ſich verpflichtet, oder iſt ſie auf Seiten des — 414— Verpflichteten willkuͤhrlich; ſo iſt die Verabrehung, der ſe beigefuͤgt, nichtig. 1175. Jede Bedingung muß auf jene Art erfuͤlt werden, wie die Theile wahrſcheinlich ge⸗ wollt und gemeint haben, daß ſie erfuͤllt werden ſollte. 1176. Wenn eine Verbindlichkeit eingegangen worden unter der Bedingung, ſofern ein gewiſſes Ereignis in einer beſtimmten Zeit eintreffen wird, und dieſe Zeit verfloſſen iſt, ohne daß das Ereig⸗ nis eingetroffen; ſo wird dieſe Bedingung fuͤr aus. bleibend angeſehn. Wenn aber keine gewiſſe Zeit beſtimmt iſt; ſo ſteht es immer frei, die Bedin⸗ gung zu erfuͤllen, und ſie wird nur dann erſt fuͤr ausbleibend angeſehn, wenn es ſicher geworden iſt, daß das Ereignis nicht eintreffen wird. 1177. Wenn eine Verbindlichkeit eingegangen worden unter der Bedingung, in ſo fern ein ge⸗ wiſſes Ereignis in einer beſtimmten Zeit nicht ein⸗ treffen wird, und die beſtimmte Zeit verfloſſen iſt, ohne daß das Ereignis eingetroffen; ſo iſt die Bedingung erfuͤllt. Auch iſt ſie erfuͤllt, wenn es vor Ablauf der beſtimmten Zeit ausgemacht iſt, daß das Ereignis nicht eintreffen werde. Iſt aber in dem vorliegenden Falle keine Zeit beſtimmt; ſo iſt die Bedingung erſt dann erfuͤllt, wenn es ſicher iſt, daß das Ereignis nicht eintreffen wird. — ——— n (hn, wi dingang gehinder ung ende K virtſon gtoangen! lung ber uf ſeine uo dingung die ſu dunt ul, ſcünde ainm hingee hing, Thelen In nfült: 4— ſo if uh ung m aif Theike de aß rdaſ ſe ca adindlilit n ung, ſofen i uen ziit eini N ohne dii dieſ dedinu waber kai n immer feri, h wird dur dm n es ſchere rtrefen vit ebindlictät ng in ſ ſſimnin zi amte zut i tingetrfin,! ij ſecün en Jit uim trefen en feine zi erfllt n eimfu 1178. Die Bebingung wird fuͤr erfuͤllt ange⸗ ſehn, wenn derjenige, der unter einer ſolchen Be⸗ dingung verpflichtet iſt, die Erfuͤllung derſelben gehindert hat. 1179. Die erfuͤllte Bedingung hat zuruͤckwir⸗ kende Kraft, und macht daher die Verabredung wirkſam von dem Tage an gerechnet, wo ſie ein⸗ gegangen worden. Iſt der Berechtigte vor Erfuͤl⸗ lung der Bedingung verſtorben; ſo geht ſein Recht auf ſeine Erben uͤber. 1180. Der Berechtigte kann, bevor die Be⸗ dingung erfuͤllt iſt, jede Handlung vornehmen, die zu Erhaltung und Bewahrung ſeiner Rechte dient. §. II. Von der aufſchiebenden Bedingung. 1181. Die Verbindlichkeit iſt unter einer auf⸗ ſchiebenden Bedingung eingegangen, wenn ſie von einem zukuͤnftigen und ungewiſſen Ereigniſſe ab⸗ haͤngt, oder wenn ſie von einem Ereigniſſe ab⸗ haͤngt, das zwar wirklich eingetroffen, aber den Thellen noch unbekannt iſt. Im erſten Falle kann die Verbindlichkeit nicht erfuͤllt werden, als nach dem Ereignis. — 4 ⁶6— Im zweiten Falle hat ſie alle rechtlichen Wir⸗ kungen vom Tage der Abſchlieſſung. 118a4. Wenn der Verbindlichkeit eine auf⸗ ſchiebende Bedingung beigefuͤgt iſt; ſo bleibt die Sache, worauf es in der Verabredung ankoͤmmt, auf Gefahr des Verpflichteten, der ſich ver⸗ bunden hat, ſie dann erſt zu liefern, wenn die Be⸗ dingung eintreffen wuͤrde. Iſt die Sache ganz zu Grunde gegangen ohne Verſchulden des Verpſſichteten; ſo iſt die Verbind⸗ lichkeit erloſchen. Hat ſich die Sache verſchlimmert ohne Ver⸗ ſchulden des Verpflichteten; ſo hat der Glaͤubiger die Wahl, und er kann entweder die Verbindlich⸗ keit aufloͤſen oder gaͤnzlich aufhoͤren laſſen, oder die Sache fodern in dem Zuſtande, worin ſie ſich findet; aber er kann ſodenn keine Verringerung des Preiſes fodern. Hat ſich die Sache verſchlimmert durch die Schuld des Verpflichteten; ſo hat der Gläubiger das Recht, entweder von der Verbindlichkeit abzu⸗ gehn, oder die Sache zu fodern in dem Zuſtande, worin ſie ſich findet, mit Schadenerſatz. §. II1. Von der aufeͤſenden Bedingung. 1183. Aufloͤfende Bedingungen ſind ſolche, wodurch die Verbindlichkeit zuruͤckgenommen oder tdertoſen nithin dit nen dls groeſen n Saſch der Vri dan uu hat u mi ztſäjme L uId. met die zen daſt Thellnde 3t richt bon dn Ar nden ſan W Sülung ms rogſt ſähen ui Nas geſacht u ſchefenhe Ausſend — ſt tle n ſchleſſan Perdidliht, tfägt ii, 3 t Verataäan qteten, h zu lüfen un u Grunde ge teten; ſo ſß berſchlimnen 1 ſo hat ii ntweder die b h aufßänn di Zufiande, dn denn kein Ne derſchlmant ; ſo hat dr der Verinälct foden i de Schadeneriß II. en Behingan Inunn t zaricha widerrufen wird, wenn ſie eintreffen, und wodurch mithin die Sachen in den naͤmlichen Stand kom⸗ men, als wenn die Verabred dung nie vorhanden geweſen wäͤre Solche Be dingungen ſchieben die Erfuͤllung der Verbindlichkeit nicht auf; ſondern ſie verbin⸗ den nur den Glaͤubiger, das, was er bekommen hat, zu erſtatten, falls das in der Bedingung vor⸗ geſehene Ereignis eintrift. 1184. Bei zweiſeitigen Contracten wird im⸗ mer die aufſchiebende Bedingung als ausbedun⸗ gen verſtanden fuͤr den Fall, wo einer von beiden Theilen der Verabredung kein Genuͤge leiſten wuͤrde. „* 6 4 4 In dieſem Falle zerfaͤllt der Contract aber nicht von Rechtswegen und ohne weiteres; ſon⸗ dern der Theil, gegen welchen er nicht iſt erfuͤllt worden, hat die Wahl, entweder den andern Theil zu Erfuͤllung deſſelben zu zwingen, wenn ſie uͤbri⸗ gens möglich iſt, oder die Aufloͤſung deſſelben zu fodern nebſt Schadloshaltung. Die Aufloͤſung muß bei den Gerichten nach⸗ geſucht werden, und der Richter kann nach Be⸗ ſchaffenheit der Umſtaͤnde dem Beklagten einen Ausſtand geben. — 418— Zweiter Abſchnitt. Von terminlichen Verbindlichkeiten(1). 1185. Der Termin unterſcheidet ſich von der Bedingung dadurch, daß er die Verbindlichkeit nicht aufſchiebt, ſondern nur ihre Vollziehung aus⸗ ſetzt(a). 1186. Was man nur auf einen gewiſſen Ter⸗ min, oder zu einer beſtimmten Zeit, ſchuldig iſt, kann nicht gefodert werden vor dem wirklichen Verfall des Termins. Was aber vor der Verfall⸗ zeit bezalt worden iſt, kann nicht zuruͤckgefodert werden. 1187. In allen Faͤllen, wo ein Termin aus⸗ bedungen iſt, wird vermutet, daß er es zu Gun⸗ ſten des Verpflichteten ſey. Ein anderes waͤrve es, (1) D. h. von Verbindlichkeiten, die dem Vertrage gemaͤs erſt zu einer gewiſſen beſtimmten Zeit, auf einen sewiſſen Termin, erfuͤllt werden ſollen. (2) Wer unter einer aufſchiebenden Bedingung ver⸗ bunden iſt, iſt gar nicht verbunden, wenn das verabredete Ereignis nicht eintrift, oder bis da⸗ hin iſt gar keine Verbindlichkeit vorhanden: wrer aber z. B. ſich verpſtichtet hat nach 3 Wochen eine gewiſſe Summe zu bezalen, iſt dieſe Summe gleich ſchuldig, nur kann ſie erſt nach 3 Wochen gefodert— oder mit andern Worten: die Ver⸗ dindlichkeit, die wirklich vorhanden iſt, kann erß nach 3 Wochen vohlzogen werden. penn a heutlic fals u diges, 1 niht a htdungn ſeuerden Sich raate ſe Lon 1n ebede keiſen l tine bon ſchlät m nc hinſe ſedmd — 0) 8— Abſchnitt derdindlichen anterſcht s er de Un nur ihu lahis ur euf einn ah immten zet, 3 :den bor det das aber dn n kann nicht ee len, ve c d autet, des a h. En unan lichkitn, Veln gewiſen bäftm iin, ritli ene. fſieban in richt intun, znidt iini nbindliti un züttn en zu k heztlen, 1 kaun ſt till andern Ln klich rnee 1gen 1 Aade. — 4¹⁹—, wenn aus der Verabredung oder den Umſtaͤnden deutlich hervorgienge, daß man den Termin eben⸗ falls zu Gunſten des Berechtigten oder des Glaͤu⸗ bigers ausbedungen habe. 1188. Der Schuldner kann keinen Anſpruch mehr auf den Vorteil machen, den ihm der aus⸗ bedungene Termin gewaͤhrt, ſobald er bankerott geworden, oder wenn er durch ſeine Handlungen die Sicherheit vermindert hat, welche er im Con⸗ tracte ſeinem Glaͤubiger gegeben hatte. Dritter Abſchnict. Von alternativen Verbindlichkeiten(n. 1189. Wer ſich ſo verpflichtet hat, daß er enkweder eine oder die andere Sache thun oder leiſten wolle, iſt nichts mehr ſchuldig, ſobald er eine von den beiden Sachen, welche die Verbind⸗ lichkeit enthielt, geleiſtet hat. 1190. Der Schuldner oder der Verpflichtete hat in ſolchem Falle die Wahl; es ſey denn, daß ſie dem Berechtigten enadrücklith. zugeſtanden worden. 28* 3 X (1) Eine Verbindlichkeit iſt alternativ, wenn ſich jemand verdindet, eine Sache oder die andere u geben oder zu thun, ſo daß die Verbindlich⸗ keit aufhoͤrt und der Schuldner befreit wird, wenn er eine van beiden Sachen thut oder leiſtet. — 4²0— 1191. Der Verpflichtete kann ſich frei machen, dadurch, daß er eine von den beiden verſprochenen Sachen liefert. Aber er kann den Berechtigten nicht zwingen, einen Theil von dieſer, und einen andern Theil von jener Sache zu nehmen. 1192. Konnte eine von den beiden verſpro⸗ chenen Sachen kein Gegenſtand der Verbindlichkeit ſeyn; ſo faͤllt dieſe letztere in die Claſſe der ge⸗ woͤhnlichen ſimpeln Verbindlichkeiten zuruͤck, ob⸗ ſchon ſie ſo verabredet war, daß eine, oder die andere Sache geliefert werden ſollte. 1193. Auch wird ſie zur gewoͤhnlichen ſim⸗ peln Verbindlichkeit, wenn eine von den verſpro⸗ chenen Sachen zu Grunde geht, und nicht mehr geliefert werden kann, ſelbſt dann, wenn dies durch Verſchulden des Verpflichteten geſchieht. Er kann den Werth der einen Sache nicht ſtatt ihrer ſälbſ aubjeten. 3 Wenn beide Sachen zu Grunde gegangen ſind, und der Verpflichtete in Ruͤckſicht auf eine derſel⸗ ben ſich etwas hat zu Schulden kommen laſſen; ſo muß er den Werth der Sache bezalen, welche zuletzt zu Grunde gegangen iſt. 1194. Wenn ſich, in den Faͤllen des vor⸗ hergehenden Artikels, bei der Verabredung der Glaͤubiger die Wahl ausbedungen hatte; 0 iſt folgender Unterſchied zu machen:— Rr bäu oder den m ſf: ſaie En Sin und ſwe dedde 0 vnrſehen den Ve ug g opne Deag b. ſewis den uß. ain güe dindüche de ha — te kang ſc in en beiden rein kann da dn von diſt g te zu uiſen n den hän end der Dauut in die(iß dlichkeitm ſui ar, daß in a en ſellt. zur gewaßelt eise bon ſat geht, und it dann, vern d te geſchchte richt ſut i Grunde gau ickicht uf m hulde han Sach bin f dn dn der Deuhnt dungen ſt ja: — 422— Entweder iſt blos eine von den beiden Sa⸗ chen zu Grunde gegangen, oder beide. Iſt blos eine Sache zu Grunde gegangen; ſo iſt dies entweder mit, oder ohne Verſehen des Schuldners geſchehen. Im erſten Falle kann der Glaͤubiger die uͤbrig gebliebene Sache fodern, oder den Werth der Sache, die zu Grunde gegan⸗ gen iſt: im zweiten Falle muß der Glaͤubiger die⸗ jenige Sache haben, die uͤbrig bleibt. Sind beide Sachen zu Grunde gegangen, und zwar ſo, daß der Schuldner in Ruͤckſicht auf beide, oder ſelbſt nur in Ruͤckſicht auf eine, etwas verſehen; ſo hat der Glaͤubiger die Wahl, ob er den Werth der einen oder der andern fodern wolls. 1195. Sind beibe Sachen zu Grunde gegan⸗ gen ohne Verſehen des Schulbners, und eh' er in Verzug war; ſo iſt die Verbindlichkeit erloſchen, gemaͤs dem Art. 1302. . 1198. Die naͤmlichen bisher angefuͤhrten Ne⸗ geln gelten fuͤr die Faͤlle, wo die alternative Ver⸗ bindlichkeit mehr als zwei Sachen zum Gegenſtan⸗ de hat. — 4²2— Vierter Abſchnitt. ſ 8 Von Verbindlichkeiten ohne Theilung(1). ſün 1„ ſſgke §. I. Von der Ungetheilthelt zwiſchen mehrern Glaͤubigern. 4 8 j mal u! 1197. Eine Verbindlichkeit iſt ungetheilt zwi⸗ Nmuantabrih ſchen mehrern Glaͤubigern, wenn der Titel ei⸗ nnem jeden von ihnen ausdruͤcklich das Recht giebt, die Zalung der ganzen Schuld zu fodern, ſo daß der Schuldner befreit wird durch die Zalung, die anm er an einen derſelben macht, obſchon uͤbrigens der Vorteil, den die Verbindlichkeit gewaͤhrt, ſich un⸗. ter die verſchiedenen Glaͤubiger gar wohl theilen raloderſt lieſſe. odir Sc 3 che kac⸗ 1198. So lange der Schuldner nicht von ei⸗ angialte nem der Glaͤubiger iſt verſolgt und beklagt won⸗ und duß, 9 den, ſteht es ihm frei zu zalen an welchen der de üürien correalen Glaͤubiger er will. ni baſn Hat indeſſen blos einer der Mitberechtigten 1 mw. ſeinem Rechte entſagt, oder die Foderung nachgelaß⸗[ G hidr 35 Studua (1) Man nennt dieſe Verdindlichkeiten im Rechte u unſte auch ungetheite Verbindlichkeiten, Correal⸗ zun d Verbindlichkeiten, und ſolidariſche Verbind⸗ lm unter lichkeiten. Die Erklaͤrung davon geben ganz die Verdie deutlich die At. 1197 und 1200. Man verbech⸗ ſ daet ſele uͤbrigens die ungetheilten Verbindlich⸗ 4 keiten nicht mit den untheilbaren Verbindlichkei⸗ ſa dem ten, wovon weiter unten die Rede ſeyn wird. dnun. 1 — — ſöritt thn din 2 en uhn hleit it mit 7 wena he äckich udt huld zu im durch de zih obſchor üin 5 hkeit gewiſt buger gar di Schuldoer n ſelzt und ht zalm un d er der Rer de Fodeunn wicbiihktan t indliökein,9 ſalidenitt trung deun g und 10. N ethtiltu ke thtilben bir die aſal — 425— ſen; ſo wird dadurch der Schuldner nicht voͤllig befreit, ſondern nur fuͤr den Theil des Mitberech⸗ tigten, der ſie ihm erlaſſen hat. 1199. Jede Handlung, welche die Verjaͤh⸗ rung in Ruͤckſicht auf einen der Mitberechtigten unterbricht, nuͤtzt auch den uͤbrigen Glaͤubigern. §. II. Von der Unetbeittheit zwiſchen mehtern Verpfichteten 1900. Eine Verbindlichkeit iſt ungetheilt oder cor⸗ rreal oder ſolidariſch in Ruͤckſicht auf die Verpflichteten oder Schuldner, wenn ſie verbunden ſind, die naͤmli⸗ che Sache zu leiſten, und zwar dergeſtalt, daß jeder angehalten werden koͤnne, das Ganze zu leiſten, und daß, wenn einer die Verbindlichkeit erfuͤllt, er die uͤbrigen Schuldner in Ruͤckſicht des Glaͤubi⸗ gers befreie. 1 1401. Eine Verbindlichkeit kann ungetheilk (oder ſolidariſch) ſeyn, obſchon einer von den Schuldnernzur Zalung der naͤmlichen Sache auf ei⸗ ne verſchiedene Art verbunden iſt. So kann ſie zum Beiſpiel ungetheilt ſeyn, wenn ein Schuldner nur unter einer Bedingung verbunden iſt, waͤhrend die Verbindlichkeit des andern rein und unbedingt iſt, oder, wenn ſich der eine nur auf einen gewiſ⸗ ſen Termin verpflichtet hat, der audere aber ohne Termin. — 424— 1202. Daß mehrere Schuloͤner einer für all und alle fuͤr einen haften, wird nicht vermutet: ſondern die Theile muͤſſen ſich daruͤber ausdruͤck⸗ lich erklaͤrt haben. Dieſe Regel tritt in allen Faͤllen ein, und lei⸗ det nur dann eine Ausnahme, wenn die Ungetheilt, heit von Rechtswegen und ohne weiteres Platz greift vermoͤge einer geſetzlichen Verfuͤgung. 1205. Wenn ſich mehrere Schuldner einer fuͤr alle und alle fuͤr einen verbunden haben; ſo kann ihr Glaͤubiger unter den Schuldnern denje⸗ nigen angehen, den er will; und derjenige, den er angeht, kann ihm die Wohlthat der Theilung nicht entgegen ſetzen(1). 1204. Daburch, daß der Glaͤubiger einen von ſeinen Schuldnern um Zalung verfolgt und belangt hat, verliert er das Recht nicht, auch die andern anzugehn. (*) D. h. er kann ſeinem Glaͤubiger ſeinen Theil der Schuld nicht anbieten, und von ihm fodern, daß er ſeine Klage auch gegen jeden der andern Schuldner, und fuͤr den Theil eines jeden, rich⸗ ten ſolle. Die Clauſel, welche gewoͤhnlich in den Notarialacten vorkoͤmmt, und wodurch ein Schuld⸗ ner auf die Wohlthat der Theilung Verzicht lei⸗ ftet, iſt muͤſſig: ſie ſetzt ein Recht voraus⸗ welches nicht exiſtirt. 1405. fablihti hen dines odet vih waten; ſ tete nih Prii’ Me loer ſn De ſine Gte Schuüdner drunde 9 190 gerchtich vit) dch di iürige 110 Jien dun kegen die i uu. den dh herſolt dus der ihn dhen in haſ dijſenige ſch ſan 4, Scodi n n, vith nin n ſch Arü. alen Fina zme, demt nd ohee dee licen vainn tehtere ett derbunda den Ghele 1; und da Hlchat de d ſ der Glut n Zalung i s Nect ut em Slht e jeten, wut ch gegn uh. en dhel iri reitt rrii ut, und vehatse der Deit t an Nelus — 425— 1205. Iſt der Gegenſtand der Correalver⸗ bindlichkeit ſu Grunde gegangen durch das Verſe⸗ hen eines oder mehrerer ſolidariſchen Schuldner, oder waͤhrend derſelbe oder dieſelben in Verzug waren; ſo ſind dadurch die uͤbrigen Mitverpflich⸗ teten nicht von der Verbindlichkeit befreit, den Preis des Gegenſtandes zu entrichten: aber die letztern ſind nicht zur Schadloshaltung verbunden. Der Glaͤubiger kann in einem ſolchen Falle ſeine Schadloshaltung blos nachſuchen bei jenen Schuldnern, durch deren Verſehen die Sache zu Grunde gegangen iſt, oder die in Verzug waren. 1206. Sind gegen einen der Correalſchuldner gerichtliche Verfolgungen angehoben worden; ſo wird dadurch die Verjaͤhrung unterbrochen gegen die uͤbrigen Schuldner. 1207½ Eben ſo bewirkt die Foderung der Zinſen von einem der Correalſchuldner, daß ſie gegen die uͤbrigen alle laufen. 1208. Der ſolidariſche Mitverpflichtete kann dem Glaͤubiger, wenn er von ihm angegangen oder verfolgt wird, alle Einreden entgegen ſetzen, die aus der Natur des Geſchaͤftes flieſſen: er kann ihm ebenfalls entgegen ſetzen jene Einreden, die ihm perſoͤnlich oder ſeiner Perſon ankleben, ſo wie diejenigen, die allen Mitverpflichteten gemeinſchaft⸗ lich ſind⸗ Er kann ihm aber jene Einreden nicht entge⸗ gen ſetzen, welche einigen von den uͤbrigen Mit⸗ verpflichteten blos perſoͤnlich ſind. 1209. Wenn einer von den Mitſchuldnern einziger Erbe des Glaͤubigers wird, oder wenn der Glaͤubiger einziger Erbe eines ſeiner Schuldner wird; ſo hebt eine ſolche Vereinigung(1) die Foderung nicht ganz auf, ſondern nur den Theil des Schuldners oder Glaͤubigers daran. 1aro. Wenn ſchon der Glaͤubiger in Ruͤck. ſicht auf einen der Mitſchuldner eingewilligt hat, daß die Schuld getheilt ward; ſo verliert er ſein Recht der Solidaritaͤt dadurch nicht; und er kann immerhin von den uͤbrigen das Ganze fodern, nur nicht den Antheil des Mitſchuldners, den er von der Correalverbindlichkeit befreit hat. 1211. Der Glaͤubiger, der theilweiſe den Theil eines der Mitſchuldner annimmt, ohne ſich in der Quittung die Solidaritaͤt oder ſeine Rechte uͤberhaupt vorzubehalten, entſagt der Solidaritaͤt nur in ſo weit, als ſie dieſen Schuldner betrift. Aber auch in Raͤckſicht auf dieſen Schuldner wird der Glaͤubiger nicht angeſehn, dem Rechte der ungetheilten Haftung entſagt zu haben, da⸗ ——;—— () Conſuaion. S. den Art. 1300. u Vrddh tunch daß den Aothel JMSutttung ii fir ſtinen bön ſ Jhee Riſt DTWlang tan ſchr derden, 1 nicht läit MNoann üict Waidatm e 1412, den Aüdh derliert das DWder(elter Wwrrfalan! Mutit a ah uict u dan daß die aande ſäg u. ter an u gegen änan ſch dieſae dieſelbmnu ſs haftet nen einzlr — 60* 4— de Eineeda ℳ en von da leh lcc ſe bon de ni gers vih tn tints ſn e Vereirigan ſonden un zubigers dar. der Glaudge: chuldner tingml ward; ſo mnir durch nicht, n n das Genei tſchuldrers, befteit het zer, di h ner enaikt, darittt ode i entſagt er ieſen Stah ht euf dſa t angett nntſegt g9 3 1n —— burch, daß er von ihm eine Summe annimmt, die dem Antheil deſſelben gleich koͤmmt, wenn in der Quittung nicht ausdruͤcklich geſagt iſt, daß er ſie fuͤr ſeinen Antheil annehme. Eben ſo wenig kann er dadurch, daß er einen der Mitſchuldner blos fuͤr ſeinen Antheil be⸗ langt hat, ſeinem Rechte entſagt zu haben ange⸗ ſehn werden, wenn bieſer belangte Mitſchuldner nicht erklaͤrt hat, daß er damit zufrieden ſey, oder wenn nicht ein Urteil ergangen iſt, das ihn zu der gefoderten Summe verurteilt. 1a13a. Der Glaͤubiger, der theilweiſe und oh⸗ ne Vorbehalt den Antheil eines Mitſchuldners an den Ruͤckſtaͤnden oder Zinſen der Schuld annimmt, verliert das Recht der ungetheilten Haftung(oder der Solidaritaͤt) nur in Ruͤckſicht auf die wirklich verfallenen Ruͤckſtaͤnde oder Zinſen, und nicht in Ruͤckſicht auf diejenigen, die noch faͤllig werden, auch nicht in Ruͤckſicht auf das Capital, es ſey denn, daß die theilweiſe Zalung waͤhrend zehn auf einander folgender Jahre fortgebauert habe. 1215. In allen Faͤllen, wo mehrere Schuld⸗ ner eine ungetheilte oder correale Verbindlichkeit gegen einen Glaͤubiger uͤbernommen haben, theilt ſich dieſelbe von Rechtswegen unter ſie, und was dieſelben untereinander und gegeneinander betrift, ſo haftet ein Schuldner dem andern nur fuͤr ſei⸗ nen einzelnen Antheil(1). — .— (5) S. h. mehrere Correalſchulduer haften dem Glaͤu⸗ — 428— 1214. Hat einer von den Mitſchuldnern die ganze ſolibariſche Schuld bezahlt; ſo kann er ſie von jedem ſeiner Mitſchuldner turückfodern, aber nur den Antheil eines jeden. Iſt einer von denfelken zalungsunfaͤhig; ſſo wird der Verluſt, der daher entſteht, verhaͤltnis⸗ Jeen theit maſſig getheilt unter alle Zalungsfaͤhige und den 4 Schuldner, der die Zalung geleiſtet hat. 1215. In dem Falle, wo der Glaͤubiger der ungethellten Haftung zu Gunſten eines von den Schuldnern entſagt hat, wird, wenn einer oder mehrere Mitſchuldner zalungsunfaͤhig werden, der Antheil der Zalungsunfaͤhigen verhaͤltnismaͤſſig ver⸗ legt auf alle Schuldner, ſelbſt auf jene Schuldner, die der Glaͤubiger vorher von der ungetheilten Haftung befreit hatte. 1416. Wenn der Handel, wodurch die ſoli 3 dariſche Schuld entſtand, nur einen der ſolidar ſchen Schuldner betraͤfe; ſo muͤſte dieſer eine Schuldner, in ſo weit es zwiſchen ihm und ſeinen biger zwar einer fuͤr alle und alle fuͤr einen: aber, wenn einer von den Mitſchuldnern das Gan⸗ je bezalt hat; ſo kann er von jedem ſeiner Mit⸗ ſchuldner nur ſeinen Antheil, nicht das Ganze, ſodern, oder, mie ſich das Geſetz ansdruͤckt, die Verbindlichkeit, die Schuld, wird von ſelsſ 36040 theilt unter die Mitſchuhd der Fe ü. zen di Htchuldner DWeirn und Naf ihn kur um b Mhanzühu, a Ende, Wunblung d odee iatele 19l, — 0y da! ten( tzend theilt da ſeht nehe den 43— don den d chuldner ſeicn jeden. nſelben ginie dahe nih de zalngeißt ung gaaß ale, o de g ¹ Ganſi imn t, vird dm. nlungsanfthign dhigen bezäte ſelbſ uufmn ther don R Hundel, ne d, uur ein *; ſo aift s wiſta e dle n mn din Täbhe nn eein Us) en Anndi, K 1d ha k S tad n 1 tſchahag — 428— b Mitſchuldnern zu thun wäre, fuͤr die ganze Schuld haften, und die Mitſchuldner⸗ wuͤrden in Ruͤckſlcht auf ihn nur als Buͤrgen betrachtet. Fuͤufter Abſchnitt. Bon theilbaren und untheilbaren Verbind⸗ lichkeiten(1). 1217. Eine Verbindlichkeit iſt theilbar oder untheilbar, je nachdem ſie zum Gegenſtande hat eine Sache, die bei der Ablieferung, oder eine Handlung, die bei der Erfuͤllung einer materiellen oder intellectuellen Theilung faͤhig oder nicht faͤ⸗ hig iſt.. „218. Die Verbindlichkeit iſt untheilbar, ob⸗ ſchon die Sache oder die Handlung, die ſie zum (1) Der vorige Abſchnitt handelte von ungetheil⸗ ten(oder ſolidariſchen) Verbindlichkeiten, der gegenwaͤrtige handelt von theilbaren und un⸗ theilbaren Verbindlichkeiten. Ungetheilt oder ſolidariſch iſt eine Verbindlichkeit in Be⸗ ziehung auf die Perſonen, naͤmlich auf mehrere Glaͤubiger, deren jeder das Recht hat, den Gegenſtand der Verbindlichkeit gans zu fo⸗ dern, oder auf mehrere Schuldner, deren jeder verbunden iſt, den Gegenſtand der Verbindlich⸗ keit ganz und ohne Theilung zu liefern. Theil⸗ bar oder untheilbar iſt eine Verbindlichkeit in Beziehung auf den Gegenſtand, in ſo weit derſelbe dei der Erfuͤllung kann getheilt oder nicht getheilt werden. — 30— Gegenſtande hat, ihrer Natur nach theilbar iſ, wenn der Geſichtspunkt, woraus ſie in der Ver⸗ bindlichkeit ſelbſt betrachtet wird, ſie einer theil⸗ weiſen Erfuͤllung unfaͤhig macht.. 1219. Eine Verbinblichkeit wird dadurch nicht untheilbar, daß bei ihr die Solidaritaͤt oder Haftung eines fuͤr alle und aller fuͤr einen iſt aus⸗ bedungen worden. §. I. Von den Wirkungen der theilbaren Verdindlichkeit. 1220. Zwiſchen Glaͤubiger und Schuldner muß jede Verbindlichkeit, wenn ſie auch einer Thei⸗ lung faͤhig iſt, ſo erfuͤllt werden, als wenn ſie un⸗ theilbar waͤre. Die Frage uͤber die Theilbarkeit kann nur entſtehen bei ihren Erben: dieſe naͤmlich koͤnnen die Schuld nur fodern oder muͤſſen ſie nur entrichten nach Verhaͤltnis der Theile, die ſie wirk⸗ lich in Beſitz haben, oder wofuͤr ſte in ihrer Ei⸗ genſchaft als Stellvertreter der Glaͤubiger oder Schuldner haften muͤſſen. 12321. Der im vorhergehenden Artikel feſtge⸗ ſetzte Grundfatz leidet in Ruͤckſicht auf die Erben des Schuldners eine Ausnahme, und muß die Sa⸗ che, wenn ſie ſchon theilbar iſt, von einem ſolchen Erben ganz entrichtet werden, iſtens. In dem Falle, wo die Schuld eine Pfandſchuld iſt; i de ſcubi Geud Gunne n Miteba fenn der Scun! der E dodei ih Mtarben .... 2 w atens. Wenn ſie in einem beſtimmten zuſam⸗ nenen menhaͤngenden Gegenſtande beſteht; i 3 Ztens. Wenn die Sche⸗d alternativ iſt, und Kinlhi zwei Sachen zum Gegenſtande hat, worun⸗ 1 4 d ter der Berechtigte waͤhlen kann, und ein tadan von beiden untheilbar iſt; und aleta Ateus. Wenn durch den Titel ſelöſ einer von den Erben allein den Auftrag bekommen . l. hdeat, die Verbindlichkeit zu erfuͤllen; e theilbarn daue— stens. Wenn es entweder aus der Natur der Pläͤuiyn 1 Verbindlichkeit, oder der Sache, die ihren t venn ſe z Gegenſtand ausmacht, oder aus dem Zwe⸗ t werden, ar cke, den man bei Abſchlieſſung des Ver⸗ rage ler n) trags beaͤugte, deutlich erhellt, daß der ihren Erin, Meinung der contrahirenden Theile nach fodern ohn die Schuld nicht theiweit ſollte abgefuͤhrt nn der Gä werden. der woſtt hi tettr du b In den drei erſten Faͤllen kann der Erbe, der die ſchuldige Sache oder den pfandverſtrickten . Grund beſitzt, angehalten werden, auf beide das rhergehenha Ganze zu entrichten, wogegen er ſich gegen ſeine in Aickit Miterben erholen kann. In dem vierten Falle enahm mt kann der Erbe, der allein mit Abtragung der dar hm Schuld belaſtet iſt, und in dem fuͤnften Falle je⸗ eden der Erbe ebenfalls fuͤr's Ganze belangt werden, 4 wobei ihnen wieder ihr Erholungsrecht gegen die 1, 3 Miteeben offen bleibt. — s— 6§. I 1. Von den Wirkungen der untheilbaren Verbindlichkeit. 1222. Wenn n.»hrere Perſonen zuſammen ei⸗ ne untheilbare Schuld uͤbernommen haben;; ſo iſt jeder verbunden, das Ganze zu leiſten, obſchon ſie uͤbrigens nicht ſo uͤbernommen worden, daß einer fuͤr alle und alle fuͤr einen haften ſollten. 1223. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit den Er⸗ ben deſſen, der eine ſolche Verbindlichkeit uͤbernom⸗ men hatte: auch dieſe koͤnnen dieſelbe nicht theil⸗ weiſe erfälen. 1224. Jeder Erbe des Glaͤubigers kann die Erfuͤllung einer untheilbaren Verbindlichkeit ganz fodern. Er kann fuͤr ſich allein die Schuld im Gan⸗ zen nicht erlaſſen, eben ſo wenig, als er fuͤr ſich allein berechtigt iſt, den Werth anzunehmen anſtatt der Sache. Hat aber einer von den Erben fuͤr ſich allein die Schuld erlaſſen, oder den Preis der A Sache angenommen; ſo kann ſein Miterbe die un⸗ getheilten Sachen zwar noch immer fodern, aber er muß den Theil des Miterben verguͤten, der die Schuld erlaſſen oder den Preis der Sache ange⸗ nommen hat. 1225. Wenn der Erbe des Schuldners um Erfuͤllung der Verbindlichkeit im Ganzen belangt widd an ſeint ihm ſede Art itd ben) ent alein va dehalt ſi Nitni. Jn Dent und ſil ſene derſelbn viſes ju u. ſt iſ dm Dudrr ieiätt un. Schudaa Hauptden dekungen ung ſiz des ttülung 34- Il. untheiiern ben et Perſnn a bernomaa anze zu liſa mmen dte, en haſte iün rhäͤlt u hn e Verbindlihin anen diſſtbe des Glauiien, dren Vertkalte ein die Echl. ſ denig, c5 Werth anuaie iiner tor w oſen, ode h ang ſtu Ni och inat ſin iterben verin! Pus the de eih ktit in buſt — 433— wird; ſo kann er einen Au tsſtand begehren, um ſeine Miterben beiladen zu laſſen. Dies ſteht ihm jedoch nicht frei, ſo oft die Schuld von der Art iſt, daß ſie nur von ihm(dem belangten Er⸗ ben) entrichtet werden kann; in welchem Fah er allein verurteilt werden kann, immer aber mit Vor⸗ behalt ſeiner Entſchaͤdigungsfoderung gegen ſeins Miterben. Sechster Abſchnitr. Von Verbindlichkeiten mit einer Strafelauſel, 1226. Bei Verabredungen iſt eine Strafelau⸗ ſel jene, wodurch ſich jemand, um die Erfuͤllung derſelben zu ſichern, verbindlich macht, etwas ge⸗ wiſſes zu leiſten im Falle der Nichterfuͤllung. 1227. Iſt die Hauptverbindlichkeit nichrig; ſo iſt eben dadurch auch die Strafclauſel nichtig. Dadurch aber, daß die Strafelauſel unkraftig iſt zerfaͤllt die Hauptverbinblichteir nicht. 4923. Es ſteht dem Gläubiger frei, den Schuldner, der im Verzug iſt, fuͤr Erfuͤllung der Hauptverbindlichkeit zu belangen, anſtatt die aus⸗ bedungene Strafe zu fodern. 1229. Die ausbedungene Strafe iſt der Er⸗ ſatz des Schadens, den der Glaͤubiger durch Niche⸗ erfuͤllung der Hauptverbindlichkeit leidet. 64— Er kann nicht beides zugleich, die Erfuͤllung der Hauptverbindlichkeit und die Strafe, fodern, als in dem Falle, wo letztere blos fuͤr den Verzug ausbedungen worden iſt. . 1230. Wer ſich verbunden hat, etwas zu lie, fern, oder zu nehmen, oder zu thun, iſt erſt dann in die Strafe verfallen, wenn er ſaͤumig oder in Verzug iſt; die urſpruͤngliche Verbtndlichkeit mag nun eine Zeit enthalten, worin ſie erfuͤllt werden muß, oder nicht. 1931. Der Richter kann die ausbedungene Strafe maͤſſigen, wenn die Hauptverbindlichkeit zum Theil ſchon erfuͤllt iſt. 1232. Hat die urſpruͤngliche Verbindlichkeit, der eine Strafclauſel angehaͤngt iſt, eine unthell⸗ bare Sache zum Gegenſtande; ſo iſt die Strafe verwirkt dadurch, daß ein einziger von den Erben des Schuldners dagegen handelt, und ſie kann ge⸗ fodert werden, entweder ganz von demjenigen, der dagegen gehandelt hat, oder von jedem Miter⸗ ben im Verhaͤltnis ſeines Theils, und hypotheca⸗ riſch fuͤr's Ganze, vorbehaltlich ihrer Erholung ge⸗ gen denjenigen, der Schuld daran iſt, baß die Strafe verfallen. 1355. Hat aber die urſpruͤngliche Verbind⸗ lichkeit, der eine Strafclauſel angehaͤngt iſt, eine theilbare Sache zum Gegenſtande; ſo verwirkt un der de Ene und zwe Hauptoe ibeigen Re Sut duſ 1 to d. ſh daß ſollen ur ſars Ge gegen it In N. gifodet 34— — dugli, a und di enn dtere dlt ie bunden ſu dt zu tzn it venn er ſuc liche Vaͤme woni ſe ſi kann die un die Huuytn 1 präͤnglice di gehaͤngt ie a ſtende; ſt einjiger en handel u gan; uk f, oder uſ Theil, m altlich! iuih zuld dau 1 — rtginit auſel anl ngiut genſuun nur derſenige von den Erben des Glaͤubigers die Strafe, der gegen die Verbindlichkeit handelt, und zwar nur fuͤr den Antheil, den er in der Hauptverbindlichkeit zu entrichten hatte: gegen die äbrigen Erben, die ſie erfuͤllt haben, hat keine Kla. ge Statt. Dieſe Regel leidet eine Ausnahme in dem Faz⸗ le, wo die Strafclauſel beigefuͤgt war in der Ab⸗ ſicht, daß die Erfuͤllung nicht theilweiſe geſchehen ſollte, und ein Miterbe verhindert hat, daß ſie fuͤr's Ganze geſchah. In einem ſolchen Falle kann gegen ihn die ganze Strafe, und gegen die uͤbri⸗ gen Miterben ihr verhaͤltnismaͤſſiger Theil allein gefodert werden, vorbehaltlich ihres Ruͤckangrifs. Fuͤnftes Capitel. Von Erlöſchung der Verbindlichkeiten. 1234. Die Verbindlichkeiten erloͤſchen Durch die Zalung, Durch die Umſchaffung(Novation), Durch freiwilligen Erlas, Durch Gegeneinanderaufrechnung, Durch die Vereinigung, Durch den Verluſt der Sache, Durch die Nichtigkeit oder Aufhebung, 29* — 43⁶6— Durch eine eingetroffene aufloͤſen de Bedingung, wovon im vorhergehenden Enpiet gehandelt mor * den, 12 und burch die Verjaͤhrung, wovon in einem beſondern Titel gehandelt wird. Erſter Abſchnitt. Von der Zalung. §. N Von der Zalung uͤberhaupt. 1235. Jede Zalung ſetzt eine Schuld voraus: was jemwand bezalt hat, ohne es ſchuldig zu ſeym kann er wieder fodern. Dieſes Rocht der Wiederfoderung höͤrt aber Gefolg einer blos natuͤrlichen Verbindlichkeit(1)⸗ 2 Es giebt blos natuͤrliche Verbindlichkeiten, wd⸗ raus keine buͤrgerliche Klage entſteht. Z. B. du biſt mir eine Summe von 100 Thalern ſchuldig, ich klage dich ein, du leugn ſt die Schuld ab⸗ ich kann nicht beweiſen, ich werde abgewieſen, das Urteil geht in Rechtskraft uͤber. Dein Ge⸗ wiſſen draͤngt dich indeſſen, du bezalſt mich frei⸗ willig, ungeachtet dich das Urteil freiſprach. Dieſe alſo gezalte Summe kannſt du nicht zuruͤck⸗ fodern, u. ſ. w. mit andern Verbindlichkeiten der Art. auf, wenn jemand freiwillig etwas bezalt hat in 13 nunn än Aue dei hat⸗ aber dor und ſ daß en nich dod digens ne un ſenende Wlm! wenn de der Vn 1335 Vied efod he ſey, die ſ n dun duim dee d den Oi Gläabige redlich t digentia un Nuß der ine utſaäh a Luyit gſen dhrung, dani wird. bſoritt Zalanz J ag döerhuunt ſezt im ein ohne ts ſun giedeidem willg toui h ichen Dabelie * liche Trtüllt e Klaue mitt e vol 100 dr du lami ki iſen, ih nn echtslni A deſn dl tn dich d das D umme win anden Truah 18 = 43) 1236. Jeder, der ein Intereſſe dabei hat, kann einer Verbindlichkeit Genuͤge leiſten. 1 Auch ſelbſt ein Dritter, der kein Intereſſe da⸗ bei hat, kann ihr Genuͤge leiſten. Hiezu wird aber doch erfodert, daß dieſer Dritte im Namen und zu Befreiung des Schuldners handle, oder, daß er, wenn er in ſeinem eigenen Namen handelt, nicht dadurch in die Stelle unt Rechte des Glaͤu⸗ bigers trete. 1257. Beſteht die Verbindlichkeit darin, daß jemand etwas thun muß; ſo kann ſie gegen den Willen des Berechtigten ein Dritter nicht erfuͤllen, wenn der Berechtigte ein Intereſſe dabei hat, daß der Verpflichtete ſelbſt ſie erfuͤlle. 1238. Um gaͤltiger Weiſe zalen zu koͤnnen, wird erfodert, daß der Zaler Eigentuͤmer der Sa⸗ che ſey, die er als Zalung giebt, und daß er faͤhig ſey zu veraͤuſſern. Beſtand indeſſen die Zalung in einer Summe Geldes, oder in einer andern Sache, die ſich durch den Gebrauch verbraucht; ſo kann ſie von dem Glaͤubiger nicht zuruͤckgefodert werden, wenn er ſie redlich verbraucht hat, obſchon der Bezaler nicht Eigentuͤmer oder nicht jagig zu veraͤuſſern war. 12539. Derjenige, an den die Zalung geſchieht, muß der Glänbiger felb ſt lenn⸗ oder jemand der, * — 458— von ihm bevollmaͤchtigt iſt, oder auch jemand, den das Geſetz oder die Gerichte ermaͤchtigt haben, ſie fuͤr ihn anzunehmen. Obſchon indeſfen derfenige, an den zie alung verfuͤgt worden, keine Vollmacht vom Glaͤubiger hat, fuͤr ihn anzunehmen; ſo iſt ſie dennoch guͤl⸗ tig, wenn der Gläubiger ſie gut heiſt, eder wenn er ſie benutzt hat. 1240. Auch iſt guͤltig eine Zalung, die an jemanden verfuͤgt wird, der im Beſitz der Fode⸗ rung iſt, obſchon der Beſitzer ſte nachher dunc Eviction verliert. 1241. Eine Zalung, die verfuͤgt wird an ei⸗ nen Glaͤubiger, der nicht faͤhig iſt ſie zu empfan⸗ gen, iſt unguͤltig, wenn nicht der Schuldner be⸗ weiſt, daß die bezalte Sache dem Glaͤubiger ge⸗ nützt hat. 12 4a. Jakt der Schulbner ſeinem Gläubiger in dem Falle, wo die Schuld in ſeinen Haͤnden mit Arreſt beſtrickt iſt, oder wo ein Dritter Ein⸗ ſpruch gemacht hat; ſo iſt eine ſolche Zalung un⸗ guͤltig in Ruͤckſicht auf die Glaͤubiger, die den Arreſt angelegt oder den Einſpruch gemacht haben. Letztere koͤnnen alsdenn je nach Masgabe ihres Rechtes ihn zwingen, aufs neue zu zalen, und er hat in dieſem Falle kein Erholungetechs t als gege ſeinen Glaͤubiger. am oder end gis 1966. nedin, nen ühn wenn die oder gak! 3 1947 bigtr iitt zalm g l Adduch des Schul der Val ſn ſe ſt dediena, ales in ſi I. ſe in befi Arr ir i Wülrieung ſtet. N nuß das n ſein Vrh ſchen un duch nuß rich ſtun uaſs. ſſe blos K8 ſe edtr un ſte ewitin jenige a a Volmacht dn ; ſo it em ſe zur ltig eine zaen „der in dii Seſther ſe un , die deiigr tfihiß ſt in uict dr eit Seche da d zubre fien Schulh in ſir odet v td ſ eile ſä jdie Guig 2 oan nh. u ſe ua h 3 s rug Eönet — 4359— 1243. Der Glaͤubiger kann nicht gezwungen werden, eine andere Sache anzunehmen, als die man ihm ſchuldig iſt, ſelbſt dann nicht, wenn die angebotene Sache eben ſo viel werth oder gar mehr werth iſt. 1244. Auch kann der Schuldner ſeinen Glaͤu⸗ biger nicht zwingen, ſich die Schuld theilweiſe be⸗ talen zu laſſen, wenn ſie auch theilbar waͤre. Jedoch koͤnnen die Richter, wenn es die Lage des Schuldners zu erfodern ſcheint, fuͤr die Zalung einen oder den andern nicht gar zu langen Aus⸗ ſtand geſtatten, und verordnen, daß indeſſen mit der Vollziehung inne gehalten werde. Nur muͤſ⸗ ſen ſie ſich dieſer Gewalt mit groſſer Maͤſſigung bedienen, und, ſo lange der Ausſtand dauert, muß alles in ſeinem Stande bleiben. 1245. Der Schuldner liefert die Sache, wenn ſie ein beſtimmter und gewiſſer Gegenſtand oder Koͤrper iſt, in dem Zuſtande, worin ſie ſich bei der Ablieferung findet, und wird dadurch ooͤllig be⸗ freit. Iſt aber die Sache ſchlechter geworden; ſo muß dies nicht durch den Schuldner oder durch ſein Verſehen gekommen ſeyn, oder durch das Ver⸗ ſehen von Perſonen, fuͤr die er verantwortlich iſt; auch muß er, bevor die Sache ſchlechter geworden, nicht ſaͤumig geweſen ſeyn. 1946. Beſteht die Schulb in einer Sache, die blos ihrer Art nach beſtimmt iſt; ſo braucht — 440— der Schuldner, um ſeine Befreiung zu wirken, ſie nicht von der beſten Art zu liefern; er darf ſie aber auch nicht von der ſchlechteſten Art liefern. 1247. Die Zalung muß geſchehen an dem Orte, den die Verabredung anzeigt. Iſt der Ort darin nicht angezeigt; ſo muß die Zalung, wenn es auf einen gewiſſen und beſtimmten Gegenſtand ankoͤmmt, an dem Orte geſchehen, wo die Sache, die ihren Gegenſtand ausmacht, zur Zeit der Ver⸗ abredung ſich befand. Auſſer dieſen beiden Faͤnen, muß die Zalung geſchehen da, wo der Schuldner wohnt. 1248. Die Koſten der Zalung traͤgt der Schuldner.„ §. II. Von der Zalung mit Subrogation(1). 1 1249. Die Subrogation, oder die Handlung, wodurch eine drrrre Perſon, die bezalt, an die (I) Subrogation iſt die Handlung, wodurch einer an ddie Stelle des andern und in ſeine Rechte geſetzt 4 wird. 3. B. du biſt dem Titius ſchuldig, ich be⸗ 4 zale an den Titius ſtatt deiner, und trete auf ſolche Art in ſeine Stelle und Rechte, werde mit⸗. hin dein Glaͤnbiger. Dies iſt Subrogation, wo⸗ von hier die Rede iſt. Sie tilgt die Schuld in Ruͤckſicht des erſten Glaͤubigers, laäͤſt ſie aber 1. gehen in Rückücht des“ Stele u utweden degen 4t — 4a4— e Defreiu 8 At zu wi Stelle und in die Rechte des Glaͤnbigers tritt, iſt älenzan entweder vertragsmaͤſſig oder geſetzlich. m zfa 1250. Sie iſt vertragsmaͤſſig, ung anzei „ 2 Wh zſtens. Wenn der Glaͤubiger einen Dritten, d nuß li h indem er von ihm ſeine Zalung erhalt, in nd deſinan die Rechte, Klagen, Vorrangsrechte oder geicehe n Hypotheken treten laͤſt, die er gegen ſeinen nsmach, a e Schuldner hat. Eine ſolche Subrogation muß ausdruͤcklich ſeyn, und zur naͤmlichen . eit geſchehen, wie die Zalung ſelbſt; e n Zeit geſchehen, wie die Zalung ſelbſt; chuldaer dißt. akens. Wenn der Schuldner eine Summe lehnt, um damit ſeine Schuld zu tilgen, und den Darleiher an die Stelle und in die Rechte des erſten Glaͤubigers zu ſetzen. Zur Guͤltigkeit dieſer Subrogation wird n der zuth. Il. erfodert, daß das Darlehn und die Quit⸗ nit euüntin. tung vor einem oͤffentlichen Notaire aufge⸗ nommen werde; ferner, daß in dem gation v Darlehn erklaͤrt werde, die Summe ſey ge⸗ anſenz de tu liehen worden, um damit die Schuld zu tilgen; und daß endlich in der Quittung erklaͤrt werde, die Zalung ſey geſchehen mit b hmßten. dem Gelde 1 welches zu dieſem Behuf der ii un diu neue Glaͤubiger hergeſchoſſen hat. Dieſe us fut dimt Subrogation geſchieht, ohne daß dazn die Stule ndt Beiſtimmung des Glaͤubigers noͤthig waͤre. r. dis iat 8 91 etei 1281. Die Subrogation geſchieht von Rechts⸗. Glhas wegen ohne weiters, tes etahn... — 440— iſtens. Zum Vorteil deſſen, der ſelbſt Glaͤu⸗ biger iſt, und einen andern Glaͤubiger bde. zalt, der vor ihm wegen eines Vorrangs⸗ rechtes(Privilegiums) oder wegen einer fruͤhern Hypothek den Vorzug hatte; atens. Zum Vorteil deſſen, der ein unbeweg⸗ liches Gut an ſich gebracht hat, und den Preis dazu verwendet, die Glaͤubiger zu befriedigen, denen es verpfaͤndet war; Ztens. Zum Vorteil deſſen, der mit andern gemeinſchaftkich oder fuͤr andere zur Zalung einer Schuld verbunden war, und mithin ein Intereſſe hatte, ſie zu tilgen; 4tens. Zum Vorteil des Erben mit Vorbe⸗ halt, der von dem Seinigen die Schulden einer Verlaſſenſchaft bezalt hat. 2252. Wer auf die in den vorhergehenden Artikeln beſchriebene Art an die Stelle eines Glaͤu⸗ 8 bigers tritt, der erlangt dadurch nicht allein ein Recht gegen die Schuldner, ſondern auch gegen die Buͤrgen. Eine ſolche Subrogation ſchadet aber dem Glaͤubiger nicht, wenn er blos zum Theil be, zalt worden iſt. In letzterm Falle bleibt ihm fein Recht offen in Ruͤckſicht auf den noch ſchuldigen Reſt, und er hat hierin ein Vorrecht vor demjeni⸗ gen, wovon er nur eine theilweiſe Zalung erhal⸗ ten hat.. 195 den het⸗ 1 rrlir nnf Söud, güüſiud die Ei icht du Faſe Layttil bedden! lung ſ 125 den zat, iin der 6 har foden tdm ei 4— ldeſe d nen anden du din ini iuns) ahn den Dung deſm n in h hedratt ſe dendet, di 50 es berxftgen l deſen, Ren der für anden dunden var uh e, ſſe zu tihn, ldes Eön n Seirign R iſt bezalt ſat in den betie an die Sttle h daducch vitt tr, ſnden i zubtogator ſt et blos ſn em Falt thi. auf da ut Vorrcht theibviſ u — 443— §. I1I. Zon der Aufrechnung der Salungen(1). 1253. Ein Schuldner, der mehrere Schnt. den hat, und etwas abtraͤgt, hat das Recht dabei zu erklaͤren, welche Schuld er tilgen wolle. 12544. Bezalt der Schuldner etwas auf eine Schuld, wovon entweder Zinſen laufen, oder Ruͤckſtaͤnde faͤllig werden; ſo kann er ohne die Einwilligung des Glaͤubigers die Zalung nicht auf das Capital vorzugsweiſe vor den Zinſen oder Ruͤckſtaͤnden rechnen. Wird auf Capital und Zinſen bezalt, aber nicht von beiden der ganze Betrag; ſo wird eine ſolche Za⸗ lung zuerſt auf die Zinſen gerechnet. 1255. Hat derjenige, der verſchiedene Schul⸗ den hat, einmal eine Quittung angenommen, wo⸗ rin der Glaͤubiger das Empfangene auf eine ſol⸗ cher Foderungen beſonders gut geſchrieben; ſo ſteht es dem Schuldner nicht mehr frei, zu fodern, daß . 875 Tayntatiom, Sie iſ nichts anders als die Ab⸗ cechnnng oder Abtiehung deſſen ſo jemand bezalt, von dem, was er ſchuldig iſt. Die Frage, wor⸗ auf es in dieſem§. ankoͤmmt, iſt dieſe: Der Glaͤn⸗ biger hat an ſeine Schuldner mehrere Foderungen, Foderungen von unterſchiedener Art: der Schuldner zahlt ihm eine Summe: von welcher Foderung wird das Gezalte abgezogen, oder⸗ auf welche Foderung wird es gutgeſchriehen? — 44— es auf eine andere Schuld gut geſchrieben werde. Ein anderes ware, wenn er bewieſe, daß der Glaͤubiger ihn uͤberraſcht oder uͤberliſtet habe. 1256. Meldet aber die Quittung nicht auf welche Schuld die Zalung gut geſchrieben worden; ſo wird unterſucht, welche Schulden zur Zeit der Zalung wirklich faͤllig waren, und unter dieſen wird ſie auf diejenige gut geſchrieben, welche der Schuldner damals am meiſten intereſſirt war zu entrichten. Iſt ein folches Intereſſe nicht vorhan⸗ den; ſo wird ſie gut geſchrieben auf die fällige Schuld, wenn ſie auch uͤbrigens nicht ſo laͤßig waͤre, als diejenigen, die noch nicht faͤllig waren. Sind die Foderungen von der naͤmlichen Na⸗ tur; ſo wird die Zalung auf die alteſte gutgeſchrie⸗ ben. Iſt alles, Art und Altertum der Foderungen, gleich; ſo wird die Zalung verhaͤltnismaͤßig auf alle gut geſchrieben. S§. 1 V. Vom Andieten der Zalung und der Hinterlegung). 2 1257. Wenn der Glaͤubiger ſich weigert, die Hinterlegung, wie ſie hier gevommen wird oder Conſignation, iſt der Aet, wodurch man eine Summe oder Schuld bei einer oͤffentlichen Perſon niederlegt, bis uͤber irgend eine entſtandene Schwie⸗ rigkeit die Entſcheidung erfelge, ader itgeud eine Dedingung eintrete. alung dieſelbe Glaubize oder di Dur dieten un der St bütte du in Anſche lang, und faht des 105 zülligſe Jfen 1 44 uld ur gſn denn er deun t dder iheiß t die dun g gut geſtnin. che Stunag warm, u m zut geſchrehm meiſten uken es Jtruſe n3 geſcheiete uſ ibrigent iit e voch ſic h en von der nat auf die dleneg Altertun dat lang deczälnia IV. asd her hänth laubi e dier euntt eer Aet, nme. hei in ur ged tinagius us erdel — 445— Zalung anzunehmen; ſo kann der Schuldner ihm dieſelbe in Wirklichkeit anbieten, und falls der Glaͤubiger ſie nicht annehmen will, die Summe oder die Sache hinterlegen, die er angeboten hat. Durch beides zuſammen, durch wirkliches An⸗ bieten und die darauf gefolgte Hinterlegung, wird der Schuldner befreit. Iſt das ſo beſchaffene An⸗ bieten auf guͤltige Weiſe geſchehen; ſo vertritt es in Anſehung des Schuldners die Stelle der Za⸗ lung, und eine alſo hinterlegte Sache iſt auf Ge⸗ fahr des Glaͤubigers. 1 1258. Damit aber das wirkliche Anbieten guͤltig ſey, wird folgendes erſodert: ſtens. Es muß dem Glaͤnbiger geſchehen ſeyn, der faͤhig iſt zu einpfangen, oder je⸗ manden, der gehoͤrig geeignet iſt, fuͤr ihn zu empfangen; gtens. Es muß geſchehen ſeyn von einer Perſon, die faͤhig iſt zu zalen; 3tens. Es muß beſtehen in dem Ganzen der faͤlligen Summe, der ſchuldigen Ruͤckſtaͤn⸗ de oder Zinſen, der liquidirten oder klaren Koſten, und in einer Summe fuͤr die nicht hanidirten oder nicht klaren Koſten, mit Vorbehalt ſie vollſtaͤndig zu machen; f 4tens. Der Termin muß verfallen ſeyn, wenn er zu Gunſten des Glaͤubigerg ausbedun⸗ gen war; „ ötens. Die Bedingung, worunker die Schulb uͤbernommen war, muß eingetreten ſeyn; stens. Das Anbieten muß geſchehen ſeyn an dem Orte, der fuͤr die Zalung ausbe⸗ dungen war. Iſt aber uͤber den Ort, wo die Zalung geſchehen ſoll, nichts verabre⸗ det worden; ſo muß das Anbieten dem Glaͤubiger entweder in Perſon geſchehen ſeyn, oder an ſeinem Wohnhauſe, oder an dem Wohnorte, der fuür die Erkuͤllung der Verabredung erwaͤhlt oder ansbedun, gen worden iſt. tens. Endlich muß es geſchehen ſeyn von einer oͤffentlichen Perſon, die fuͤr derglei⸗ chen Handlungen einen geeigneten Charak. ter hat. 1259. Es iſt zur Guͤltigkeit der Hinterlegung nicht nöthig, daß der Richter ſeine Ermaͤchtigung dazu gegeben habe; ſondern es iſt genng zſtens. Wenn eine Auffoderung vorherge⸗ gangen iſt, die dem Glaͤunbiger iſt kund ge⸗ macht oder inſtnuirt worden, und die den Tag, die Stunde and den Ort enthaͤlt, ne. und derde ſt auf g zor kaſ. 190., Rnheit m 4 1. nß ing. wo die angebotene Sache hinkerlegt wer⸗ des Sluuih den ſoll; atens. Wenn ſich der Schuldner der angebo⸗ zung, venn tenen Sache wirklich entledigt, und ſie an 7 nuß nntn den Ort hinterlegt hat, den das Geſetz fuͤr die Aufnahme ſolcher hinterlegten Sachen tten uiß ſ beſtimmt, und zwar mit den Zinſen bis er fit de zn zum Tage der Hinterlegung; ſt aber ün hl.. zehen ſel i 3tens. Wenn die oͤffentliche Perſon ein Pro⸗ tokoll angefertigt hat uͤber die Natur der alſo angebotenen Gorten, uͤber die Weige⸗ rung des Glaͤubigers ſie anzunehmen, oder uͤber den Umſtand, daß derſelbe nicht er⸗ ſchienen, und endlich uͤber die wirkliche ) muß das W eder in Pein, ſeinem Weait Nte, der ſir ſi g ervähl aiat Hinterlegung; 4tens. Wenn in dem Falle, wo der Glaͤubi⸗ 6 6 Eüſe ggeer nicht erſchienen iſt, man ihm das Pro⸗ 1 Pen nt kokoll inſinuirt, und ihn dabei aufgefo⸗ einen ganan dert hat, die hinterlegte Sache abinneh⸗ men. aältigfeſta 1260. Alle Koſten eines wirklichen Anbietens achter ſine e und der darauf gefolgten Hinterlegung fallen, wenn ern es ii gun ſie auf guͤltige Art elchehen ſind, dem Clautiher zur kaſt. Auſodennt 4 en Gläuthr 1261. So lange der Glaͤubiger ſeine Zufrie⸗ irr wardn, denheit mit der Hinterlegung nicht erklaͤrt hat, kann : and a — 448— der Schuldner die binterlegte Sache zuruͤcknehmen. Nimmt er ſie zuruͤck; ſo ſind ſeine Mhieſchaldute oder ſeine Buͤrgen nicht befreit. 126a. Hat der Schuldner feibſt ein urtei erwirkt, welches ſern Anbieten und ſeine Hinter⸗ legung fuͤr guͤltig erklaͤrt, und iſt dieſes Urteil rechtskraͤftig geworden; ſo kann er zum Nachtheil ſeiner Mitſchuldner oder Buͤrgen das Hinterlegte nicht mehr zuruͤcknehmen, ſelbſt nicht mit Dexiſß. gung ſeines Gläubigers. 1263. Wenn der Glaͤubiger eingewigigt hat, daß ſein Schuldner die Hinterlegung zuruͤckneh⸗ me, nachdem bereits ein rechtskraͤftig gewordenes Urteil dieſelde fuͤr guͤltig erklaͤrt hatte; ſo kann er um ſeine Zalung zu erlangen, die Vorrangsrechte oder Privilegien und Hypotheken nicht mehr in Anſpruch nehmen, die mit ſeiner Foderung ver⸗ bunden waren. Er hat in einem ſolchen Falle kei⸗ ne Hypothek, als von dem Tage an, wo die Akte worin er in die Zuruͤcknahme der hinterlegten Sa⸗ che eingewilligt hat, mit allen jenen Formen iſt verſehn worden, welche zu Erwerbung eines Pfand⸗ rechtes erfoderlich ſind. 1264. Beſteht die Schuld nicht in einer Sum⸗ me Geldes, ſondern in einer beſtimmten einzelnen Sache, welche an dem Orte, wo ſie ſich befindel, abgeliefert werden muß; ſo muß der Schuldner ſeinen Glaͤubiger auffodern, ſie abzunehmen. Die uffotder G'äabige ſin Wat ſe für di worden. Gläͤubiger Schuldner det; ſth und buſe anden 1965 vodurch de befiroer Gläuhigan 10) gtt ſie d düſen ge den ſid, und den 1966 46— treegt Er d ſnd ſing tbeftä. Staldnn ſih, Andien uiſ aet, und ſ 1 ſo fan am er Birgn u n, ſälbß nihru 2 1 Gläubiger ann it Hinngu, in rechsttäitz g erflatt ſete langen, di Un Hypothein it mnt ſeine Fer tin inm ſal dem dage n, rahme der ditt it alen ſou zu Erwetöung Schuh iilue tintt beſien Orte, h it ; ſo mxi 4 1 t ji Aufforderung geſchieht ſchriftlich, und wird dem Glaͤubiger inſinuirt entweder in Perſon oder an ſein Wohnhaus, oder auch an das Wohnhaus, ſo fuͤr die Erfuͤllung des Vertrages iſt verabredet worden. Wenn, nach der geſchehenen Auffoderung, der Glaͤubiger die Sache nicht abnimmt, und der Schuldner den Ort braucht, worauf ſte ſich befin⸗ det; ſo kann letzterer ſich an das Gericht wenden, und dieſes ihn ermaͤchtigen, ſie an irgend einen an dern Ort in Verwahr zu hringen. 6. V. Von der Guͤterabtretung. 1265. Die Guͤterabtretung iſt eine Handlung wodurch der Schuldner, wenn er ſich auſſer Stan⸗ de befindet, alle ſeine Schulden zu bezalen, ſeinen Glaͤubigern alle ſeine Guͤter hingiebt und uber⸗ laͤſt. 1266. Sie iſt entweber freiwilig oder ge⸗ richtlich. 1267. Sie iſt freiwillig, wenn die Glaͤubi⸗ ger ſie von freien Stuͤcken annehmen, und hat in dieſem Falle keine andern Wirkungen, als diejeni⸗ gen ſind, die natuͤrlich aus dem zwiſchen ihnen und dem Schuldner getroſfenen Vertrag⸗ folgen. 1268. Die gerichtliche Güteraberetung iſt eine 350 — — 450— Wohlthat, die das Geſetz einem Schuloͤner geſtak⸗ tet, der redlich iſt und Ungluͤcksfaͤlle erlitten hat, und dem es in dieſem Falle erlaubt, aller Verab⸗ redungen fuͤr's Gegentheil ungehindert, ſeinen Glaͤu⸗ bigern ſein ganzes Vermoͤgen gerichtlich zu uͤber⸗ laſſen, damit er der perſoͤnlichen Haft entgehe. 1269. Die gerichtliche Guͤterabtretung giebt den Glaͤubigern kein Eigentumsrecht; ſondern ſie berechtigt ſie nur, die hingegebenen Guͤter zu ihrem Nutzen verkaufen zu laſſen, und bis zum Jarrauf die Einkuͤnfte davon zu ziehen. 1270. In allen Faͤllen, welche das Geſetz nicht ausdruͤcklich ausnimmt, koͤnnen die Glaͤubi⸗ ger ſich nicht weigern, die gerichtliche Abtretung anzunehmen. Eine Folge von ihr iſt, daß der Schuldner nicht mehr perſoͤnlich verhaftet werden kann. Uebrigens befreit ſie den Schuldner nur ſo weit, als der Werth der abgetretenen Guͤter reicht; und in dem Falle, wo ſie unzulaͤnglich waren, und der Schuldner neue an ſich gebracht, muß er ſie hingeben bis zur vollſtaͤndigen Zalung. —— 19 Arten: un frd da giſccha 19 6 465— ez einn ein lnglächi, Fale eu, (il ungejinm; mͤgen gritt nünliha ſit bliche Ghnin igentunant, ingegebenn et ſen, und üg zichen Fälln, die innt, üma. die gac ht it, dii thaitt nain ſe da dt Jabgerttnr ſit unzali hü Kſch gärc ndiga un vooo⸗ Arten: Zweiter Abſchnitt. Von der umſchaffung(1). 1271. Die Umſchaffung geſchieht auf dreierlei zſtens. Wenn der Schuldner gegen ſeinen Glaͤubiger eine neue Schuld contrahirt, und dieſe neue Schuld an die Stelle der vorigen Schuld, welche Hadurch aufhoͤrt, geſetzt wird; atens. Wenn an die Stelle des alten Schuld⸗ ners ein neuer tritt, und zwar ſo, daß der Glaͤubiger den alten Schuldner befreit; Ztens. Wenn eine veraͤnderte Verabredung getroffen wird, wodurch ein neuer Glaͤubi⸗ ger an die Stelle des alten tritt, welchem demnach der Schuldner nicht mehr ſchuk⸗ dig bleibt. 1272. Nur unter Perſonen, welche faͤhig ſind, Vertraͤge zu lchlieſſen, kann eine. Umſchaffung geſchehen. 1275. Daß eine Schuld durch Umſchaffung 30 (1) Noation, die ꝛweite Art, wie Verbindlichkei⸗ ten erloͤſchen. — 4⁵— aufgehoben ſey, wird nicht vermutet; ſondern der Wille muß in dieſer Hinſicht aus der Urkunde klar hervorgehen. 1274. Die Umſchaffung, welche dadurch ge⸗ ſchieht, daß ein neuer Schuldner an die Stelle des alten tritt, kann geſchehen ohne den Beitritt des alten urſpruͤnglichen Schuldners. 1275. Wenn ein Schuldner ſeinem Glaͤubi⸗ ger einen andern Schuldner anweiſt, der ſich ge⸗ gen den Glaͤubiger verbindlich macht; Iſo bewirkt eine ſolche Anweiſung noch keine Umſchaffung der Schuld, es ſey denn, daß der Glaͤubiger ſeinen Willen erklaͤrt habe, ſeinen Schuldner, der die An⸗ weiſung gegeben, von der Verbindlichkeit los zu ſagen. 1276. Iſt nun auf dieſe Art der Schuldner, von dem die Anweiſung herruͤhrt, befreit; ſo hat ſein Glaͤubiger kein Erholungsrecht mehr gegen ihn, wenn der angewieſene Schuldner zalungsun⸗ faͤhig wird. Doch bliebe ihm ſein Erholungsrecht offen, wenn er es ſich in der Umſchaffungsurkunde ausdruͤcklich vorbehalten haͤtte, oder wenn der An⸗ gewieſene offenbar ſchon bankerott war, oder ſich im gaͤnzlichen Zalungsunvermögen befand in dem Augenblicke der Anweiſung. 127. Dadurch, daß der Schuldner blos weg eine Perſon anzeigt, welche fuͤr ihn bezalen ſoll, wird keine Umſchaffung bewirkt. Auch Glaͤubige empfang In. thrkanrc derunden auf die Eüale ſe ſch a 177% diß iin knmt, kacjte über uc blubige gfichkten denange daagbethe t dh biger u ale Mi 6 nets, 2— t dernutt ſ iht aus delt ung, dicei Schuldae a ſchehen eiene Schuldan. ſchulder ſin ner andiſſe nolich wach ch keine lati aß der bub u Shulddae, zerbindlihtäh dieſe tiet herrihtt, bin holungzet 1 ene Schdat eihn ſin e der Uuſtil haͤtte d n bankeut de verniga l g. j deetun he firt ewitt Auch dadurch wird ſie nicht bewirkt, daß der Glaͤubiger blosweg jemanden anzeigt, der fuͤr ihn empfangen ſoll. 1278. So viel die Vorrangs⸗ und Hypo⸗ thekenrechte betrift, welche mit der alten Schuld verbunden waren; ſo gehn ſie nur in dem Falle auf die neue Schuld, die durch Umſchaffung an ih⸗ re Stelle gekommen iſt, uͤber, wenn der Glaͤubiger ſie ſich ausdruͤcklich vorbehalten hat. 1279. Geſchieht die Umſchaffung dadurch, daß ein neuer Schuldner an die Stelle des alten koͤmmt; ſo gehen die Vorrangs⸗ und Hypotheken⸗ rechte nicht auf die Guͤter des neuen Schuldners uͤber. 1280. Wenn die Umſchaffung zwiſchen dem Glaͤubiger und einem von mehrern ſolidariſch ver⸗ pflichteten Schuldnern vorgeht; ſo koͤnnen die Vorrangsrechte und Hypotheken der alten Fode⸗ rung vorbehalten werden nur zum Nachtheil der Guͤ⸗ ter desjenigen, der die neue Schuld uͤbernimmt. 1381. Eine Umſchaffung zwiſchen dem Glaͤu⸗ biger und einem der ſolidariſchen Schuldner macht alle Mitſchuldner von ihrer Verbindlichkeit los. Geſchieht ſie in Anſehung des Hauptſchuld⸗ ners; ſo entlaſtet ſie die Buͤrgen. Hat indeſſen der Glaͤubiger im erſten Falle hen Beitritt der Mitſchuldner, und im zweiten den Beitritt der Buͤrgen verlangt; ſo bleibt die alte Foderung beſtehen, wenn die Mitſchuldner oder Buͤrgen der neuen Vereinbarung nicht beitreten wollen. Dritter Abſchnitt. Von Erlaſſung der Schuld. 1282. Wenn der Glaͤubiger dem Schuldner die Originalurkunde unter Privatunterſchrift frei⸗ willig zuruͤckgiebt; ſo beweiſt dies, daß er den Schuldner habe befreien wollen. 1283. Die freiwillige Zuruͤckgabe der Ausfer⸗ rigung(1) des Titels laͤſt vermuten, daß die Schuld entweder erlaſſen oder bezalt iſt: das Ge⸗ genteil kann aber bewieſen werden. 1284 Die Zuruͤckgabe des Originaltitels un⸗ ker Privatunterſchrift, oder der Ausfertigung des Titels, wenn ſte an einen von mehrern ungetheilt verpflichteten Schuldnern geſchieht, hat die naͤmli⸗ che Wirkang zu Gunſten ſeiner Mitſchuldner. (1) Ghaue So heiſt eigentlich die mit allen gor⸗ malitaͤten oder Feierlichkeiten verſehene Ausferti⸗ gung eines Urteils, eines Contractes u. ſ. w. wo⸗ don die Urſchrift bei dem Notaire oder Gericht⸗ ſchreibet hinteelegt bleibt, der ſie angefertigt hat⸗ ₰ u5 dheilung der Gläͤu dder ent werden 6 ſ0” ſeine u 9 Din ſan im aalta deſenige fun z 11 gſende, richt ſh uh Mrhneu nülſet ga ls, diſ ſ dic 6 3m; ſo 1 u zin da 4 läubige dua, unng angt, ſo h t die Mlten inbanung ua Ibfot 3 det eu läͤubiget das ter Pribatunri eweiſt dis wolle. ſe zuüchui läßt demun, oder bizatä n waden. be des diunt der der Luit von wem. ſeine Rite⸗ eigeniit i 3 ſichkttn nin eines budißt dem Autin cii, Mih — 45⁵⁵5— 1385. Sind mehrere ſolidariſch oder ohne Theilung verpflichtete Schuldner⸗ vorhanden, und der Glaͤubiger erlaͤſt einem von ihnen die Schuld, oder entladet ihn zufolge einer Verabredung; ſo⸗ werden dadurch alle andere Mitſchuldner befreit, es ſey denn, daß ſich der Glaͤubiger gegen letztere ſeine Rechte ausdruͤcklich vorbehalten habe. In dieſem letzten Falle kann zwar der Glaͤu⸗ biger ſeine Foderung gegen die uͤbrigen Mitſchuld⸗ ner geltend machen; aber er muß davon den Theil desjenigen abrechnen, zu deſſen Gunſten die Erlaſ⸗ ſung geſchehen. 1286. Daraus, daß jemand die zum Unter⸗ pfande gegebene Sache zuruͤckgiebt, laͤſt ſich noch nicht ſchlieſſen, daß er die Schuld erlaſſen habe. 1287. Wenn dem Hauptſchuldner burch eine Verabredung die Schuld erlaſſen, oder er davon entlaſtet wird; ſo werben dadurch auch die Buͤr⸗ gen los; Geſchieht dies aber zu Gunſten des Buͤrgen; ſo wird dadurch der Hauptſchuldner nicht befreit; Geſchieht es zu Gunſten eines von den Buͤr⸗ gen; ſo werden dadurch die uͤbrigen nicht befreit. 1288. Was der Glaͤubiger von einem Buͤr⸗ gen dafuͤr bekommen hat, daß er ihn von der Buͤrgſchaſſt losſagte, wird auf die Schuld gutge⸗ ſchrieben, und befreit mithin, ſo weit es reicht, 4 den Hauptſchuldner und die uͤbrigen Buͤrgen. Vierter Abſchnitt. Von der Gegeneinanderaufrechnung(u). 1289. Wenn zwei Perſonen einander etwas ſchuldig werden; ſo wird eine Schuld gegen die andere aufgerechnet, und beide Verbindlichkeiten werden aufgehoben, in den Faͤllen und auf die Art, wie weiter unten beſtimmt wird. 1290. Die Gegeneinanderaufrechnung geſchieht von Rechtswegen, ſelbſt ohne Vorwiſſen der gegen⸗ ſeitigen Schuldner, und beide Verbindlichkeiten he⸗ ben ſich gegen einander auf in dem naͤmlichen Au⸗ genblicke, wo ſie anfangen zugleich zu exiſtiren, und zwar heben ſie ſich auf bis auf den Betrag, der in beiden der naͤmliche iſt. 1291. Damit auf ſolche Art zwei Schulden gegen einander aufgerechnet werden koͤnnen, wird erfodert, daß beide zum Gegenſtande haben eine Summe Geldes, oder eine gewiiſſe Quantitaͤt ver⸗ brauchbarer Sachen von der naͤmlichen Art, und, daß beide ebenmaͤſſig klar oder liquid(2) und faͤl⸗ lig ſeyen. 3 10 Comypensation. (2) Klar oder ligui d heiſſen Schulden oder Foderun⸗ gen, wenn uͤber ihre Ri⸗ ctigkeit unter Glaͤubiger und Schuldner kein Streit, kein Zweifel mehr iſ. 3' 65— id eif h within, d die ünmx Abſori an derauftm Perſoden ine ird ei khh, nd beide dar den Filln me mt widd. nanderruitöm ohne Varoſſe beide Datit auf in dw ꝛu en juglich ucß bis auf a iſ ſolche Ui n haet vedn t n Gegnſtn eine gwſſede der ruuitn ir adtr kan 1 eiſen Ei th 1 e Nit prigeitn 3 eintr 8 Leiſtungen an Getraide oder Lebensmitteln, wenn ſie nicht beſtritten werden, und wenn ihr Werth durch die Marktpreiſe regulirt iſt, koͤnnen gegen klare und faͤllige Geldſummen anſgerechnet werden. 1292. Iſt dem Schuldner ein Ausſtand be⸗ willigt(¹); ſo hindert dies die Gegeneinander⸗ aufrechnung nicht. 1293. Eine ober die andere Schuld mag ei⸗ nen Grund haben, welchen ſie wolle; ſie werden gegen einander aufgerechnet. Ausgenommen ſind folgende Faͤlle, wo die Gegeneinanderaufrechnung nicht Statt findet: iſtens. Wenn auf Ruͤckerſtattung einer Sa⸗ che geklagt wird, aus deren Beſitz der Ei⸗ gentuͤmer unrechtmalſtoe Weiſe iſt geſetzt worden, atens. Wenn geklagt wird auf Ruͤckerſtattung einer in Verwahrung gegebenen Sache und einer Sache, die zum bloſen Gebrauche ohne Entgeld iſt geliehen worden; ztens. Wenn es auf eine Schuld ankömmt, die zum Gegenſtand hat Nahrungsmittel, △₰ — Vom Glaͤubiger oder vom Richter. — 458— welche der gerichtlichen Wegnahme nicht unterworfen ſind. 1294. Iſt der Glaͤubiger dem Hauptſchuld⸗ ner etwas ſchuldig; ſo kann der Buͤrge dem erſten die Gegeneinanderaufrechnung fuͤr den Betrag der Schuld entgegen ſetzen. Hingegen kann der Hauptſchuldner nicht in Aufrechnung bringen das, was der Glaͤubiger dem Buͤrgen ſchuldig iſt. / Auch kann der Mitverpflichtete ohne Theilung gegen den Glaͤubiger nicht in Aufrechnung bringen, was dieſer ſeinem Mitverpflichteten ſchuldig iſt. 1295. In dem Falle, wo der⸗Schuldner rein und unbedingt den Uebertrag angenommen hat, wodurch der Glaͤubiger ſeine Anſpruͤche einem Drit⸗ ten abgetreten, kann er dieſem Dritten, zu deſſen Gunſten der Uebertrag geſchehen iſt, die Gegenein⸗ anderaufrechnung nicht mehr entgegen ſetzen, die er vor der Annahme dem Uebertragenden entgegen ſetzen konnte. Was aber den Uebertrag betrift, den der Schuldner nicht angenommen, den man ihm aber inſinuirt hat; ſo hindert er die Gegeneinanderauf⸗ rechnung der fruͤhern Foderungen nicht, ſondern blos jener Foderungen, die ſpaͤter ſind als die In⸗ ſinnation. —— u geentt bi niſ Gegenein Koſtn de 109, ſen uih Gegeräte fir iſt de At⸗ fad. un tict e ttn eines Schulhr vird u in fne. d gnge hal deſe 9 don Rai zelgt wacht, den der fheil i hothe ſanet ije 6— lichn e öige in zu un der dune ung ſit za Hauptſcuhen. das da bia pfichet in⸗ in ufrazem ſichketn ſe vo deeiu rtrag angnenn he Anſprice wn eſem Diitn, hehen ih hr entze ſte ebertragadn trag bir,” mn, d uni die begnan trunon icn pän ſhu 2298. Sinb die beiden Verbindlichkeiten ſo geartet, daß ſie an verſchiedenen Orten erfuͤllt wer⸗ den muͤſſen; ſo hat in ihrer Ruͤckſicht zwar die Gegeneinanderaufrechnung Statt; doch muͤſſen die Koſten der Ablieferung dabei in Anſchlag kommen. 1297. In dem Falle, wo die naͤmliche Per⸗ ſon mehrere Schulden hat, in deren Ruͤckſicht die Gegeneinanderaufrechnung Statt haben kann, ſind fuͤr dieſelbe die Regeln zu beobachten, welche in dem Art. 1256 fuͤr die Aufrechnung vorgeſchrieben find. 1a98. Die Gegeneinanderaufrechnung hat nicht Statt, wenn dadurch den erworbenen Rech⸗ ten eines Dritten Abbruch geſchaͤhe. So kann ein Schuldner, der ſelbſt Glaͤubiger ſeines Glaͤubigers wird zu einer Zeit, wo ein Dritter auf die Schuld in ſeinen Haͤnden Arreſt gelegt hatte, nicht fodern, daß gegen einander aufgerechnet werde zum Nach⸗ theil deſſen, der den Arreſt angelegt hat. 1299. Wer eine Schuld bezalt hat, welche von Rechtswegen durch Gegeneinanderaufrechnung getilgt war, und nachher die Foderung geltend macht, die er gegen die bezalte Schuld aufzurech⸗ nen vernachlaͤſſigt hat, der kann dabei zum Nach⸗ theil eines jeden Dritten die Privilegien und Hy⸗ potheken nicht in Anſpruch nehmen, welche mit ſeiner Foderung verbunden waren, es ſey denn, daß er eine gerechte Urſache gehabt habe, nichts — 460— von der Foderung zu wiſſen, welche ſeine Schulb durch Gegeneinanderaufrechnung tilgen muſte. Fuͤnfter Abſchnitt. Von der Vereinigung(1). 1500. So oft ſich die Eigenſchaften eines Glaͤubigers und Schuldners in einer und der naͤmlichen Perſon vereinigen, bewirkt dies eine Vermiſchung der Rechte⸗ wodurch beide Todenin gen erloͤſchen. 13er. Geſchieht die Vereinigung in der Per⸗ ſon des Hauptſchuldners; ſo nuͤtzt ſie ſeinen Buͤrgen; Geſchieht ſie in der Perſon des Buͤrgen; ſo erliſcht darum die Hauptverbindlichkeit nicht; Geſchieht ſie in der Perſon des Glaͤubigers; ſo koͤmmt ſie ſeinen ohne Theilung verbundenen Mitſchuldnern zwar zu Gute, aber nur fuͤr deu Theil, den er ſchuldig war. Sechſter Abſchnitt. Vom Verluſt der ſchuldigen Sache. 1302. In allen Faͤllen, wo der Gegenſtand einer Verbindlichkeit ein gewiſſer beſtimmter Korper iſt, und dieſer zu Grunde geht, dem Verkehr ent⸗ 3 zogen wird, oder ſonſt auf eine Art ſo verloren —.——2,L.,.y.y 2— (1) Confusien. füt, de fitt, ſß Sache Teſſehe hug der Pe ner in! der zl gchoe falt ſi zmge A' ſehtn R Geunar Vt ſe i deh em tit heſe Rr un ſa ohnt J in Ru Oder g higer 459— viſſe, hlchen fuchaung i Iöſört ereinizunnch h die Ema dners in ar inigen, bit. 1 wodunc t ie Veriiniani zſo rißefeſin e perſtt dn kterbinlift! e Perſ d hne Thälug MGute, an dat. A’ſot 1 ſäͤrdun illn uu i gzewiſt tia e geht den 7 uf din — 461— geht, daß man nicht mehr weiß, ob er noch exi⸗ ſtirt, iſt die Verbindlichkeit erloſchen, wenn die Sache zu Grunde oder verloren gegangen iſt ohne Verſehen des Schuldners, und bevor er im Ver⸗ zug oder ſaͤumig war.— Aber auch ſelbſt in dem Falle, wo der Schuld⸗ ner im Verzug iſt, aber nicht verſprochen hat, je⸗ den Zufall zu vertreten, iſt die Verbindlichkeit auf⸗ gehoben, wenn die Sache auch beim Glaͤubiger, falls ſie ihm abgeliefert worden, zu Grunde ge⸗ gangen waͤre. Alsdenn muß aber der Schuldner den unge⸗ fehren Zufall, den er vorſchuͤtzt, beweiſen. Iſt die Sache geſtohlen worden; ſo mag ſie zu Grunde oder verloren gegangen ſeyn auf welche Art ſie immer wolle, derjenige, der ſie entwendet hat, kann ſich dadurch nicht von der Verbindlich⸗ keit befreien, den Preis zu erſetzen, 1305. Iſt die Sache zu Grunde oder verlo⸗ ren gegangen, oder dem Verkehr entzogen worden, ohne Verſehen des Schuldners; ſo muß er, wenn in Ruͤckſicht auf die naͤmliche Sache etwa Rechte oder Klagen vorhanden ſind, ſolche ſeinem Glaͤun⸗ biger uͤbertragen. — 4— Siebenter Abſchnitt. Von der Klage auf Nichtigkeit oder um⸗ ſtoſſung der Verabredungen oder Vertraͤge. 1304. In allen Faͤllen, wo nicht ein beſon⸗ deres Geſetz die Klage auf Nichtigkeit oder Um⸗ ſtoſſung einer Verabredung auf eine geringere Zeit eingeſchraͤnkt hat, dauert dieſe Klage zehn Jahre. In dem Falle einer Gewaltthaͤtigkeit fangen die zehn Jahre an zu laufen von dem Tage, wo ſie aufhoͤrt: in dem Falle eines Irrtums oder Be⸗ trugs von dem Tage, wo ſie entdeckt werden: und in Ruͤckſicht auf die Handlungen verheiratheter Weiber, wenn ſie nicht gehoͤrig ermaͤchtigt waren, fangen die zehn Jahre an zu laufen von dem Ta⸗ ge, wo die Ehe aufgeloͤſt wird. In Ruͤckſicht auf die Handlungen der Unter⸗ ſagten laͤuft jene Zeit erſt von dem Tage, wo die Unterſagung gehoben iſt; und in Ruͤckſicht auf die Minderjaͤhrigen, von dem Tage der erlangten Grosjaͤhrigkeit. 1505. Minderjaͤhrige nicht emancipiete Per⸗ ſonen koͤnnen auf Umſtoſſung jeder Verabredung klagen, wenn ſie nur irgend eine Verletzung oder Verkuͤrzung beweiſen. Emancipirte Minderjaͤhrige hingegen koͤnnen aus dieſem Grunde nur dann auf Umſtoſſung klagen, wenn die Rede iſt von — Drahn Ninde der Er 1 ſigrie nntxxge ſaben lae in dem handet wügen 3 del üÄ vert, ſezt ber ſaer 6 14g ttt un Geenna botde der he ſir 1 Derir Darbre ähnlih 44 er Jüſtu if Nicunnn, Jerrörehunza, ertrage dulln, n t auf Aitit dung uf ing iet diſ gih, ner Gedelkütit laufen ven we. alee eines Jnu wo ſee entdeätn Hendlungn u t gehong uit an zu luſan di vitd die Hundlngn rſt vo dn dh it; uh uk en den dn ie nit an foſſunz fhr 4 gend i g Emanciin J. dieſem dan⸗ van N Verabredungen, die ſie, gemaͤs dem Titel von der Minderjaͤhrigkeit, der Vormundſchaft und der Emancipation, zu treffen unfaͤhig ſind. 1306. Hat die Verletzung, die ein Minder⸗ jaͤhriger erlitten, ihren Grund in einer zufaͤlligen unvorgeſehenen Begebenheit; ſo kann er wegen der⸗ ſelben nicht in den vorigen Stand geſetzt werden. 1307. Der Umſtand, daß der Minderſjaͤhrige in dem Acte blos erklaͤrt hat, er ſey grosjaͤhrig, hindert ihn nicht, ſeine Wiedereinſetzung in den vorigen Stand zu fodern und zu bewirken. 1308. Treibt ein Minderjaͤhriger einen Han⸗ del, Wechſelgeſchaͤfte oder eine Kunſt oder ein Hand⸗ werk; ſo kann er nicht in den vorigen Stand ge⸗ ſetzt werden gegen Verbindlichkeiten, die er wegen jener Geſchaͤfte uͤbernommen hat⸗ 1309. Eben ſo wenig kann er dieſe Wohl⸗ that anrufen gegen Verabredungen, welche ſein Ehecontract enthaͤlt, wenn ſie uͤbrigens getroffen worden mit der Bewilligung und in Beiſtand je⸗ ner Perſonen, deren Einwilligung auch erfoderlich iſt zur Guͤltigkeit ſeiner Ehe. 1310. Auch kann er ſie nicht anrufen gegen Verbindlichkeiten, die ihren Grund haben in einem Verbrechen, ſo er begangen, oder in einer verbrech⸗ ahnlichen Handlung, 4 — 464— 1311. Ferner kann er in dieſer Ruͤckſicht nicht mehr angehoͤrt werden gegen Verbindlichkeiten, die er zwar in ſeiner Minderjaͤhrigkeit uͤbernommen, aber nach erlangter Grosjaͤhrigkeit gutgeheiſſen hat, ohne Uuterſchied, ob die Verbindlichkeit nich⸗ tig war in ihrer Form, oder ob dagegen blos die Wiedereinſetzung in den vorigen Stand Statt hatte. 1312. Wenn WMinderjaͤhrige, Unterſagte oder verheirathete Weiber in dieſen ihren Eigenſchaften zur Wiedereinſetzung in den vorigen Stand gegen ihre eingegangenen Verbindlichkeiten gelangt ſind; ſo kann von ihnen das, was waͤhrend der Min⸗ derzaͤhrigkeit, der Unterſagung oder der Ehe zufol⸗ ge ſolcher Verbindlichkeiten an ſie iſt bezalt wor⸗ den, nicht zuruͤckgefodert werden, den Fall ausge⸗ nommen, wo bewieſen wird, daß das Bezalte zu ihrem Nutzen gediehen iſt. 1313. Grosjaͤhrige koͤnnen aus dem Grunde der Verletzung nicht anderſt in den vorigen Stand geſetzt werden, als in den Faͤllen und unter den Bedingungen, welche ſich in dem gegenwaͤrtigen Geſetzbuche beſonders ausgedruͤckt finden. Iſt die Rede von Veraͤuſſerung unbeweglicher Guͤter oder von Theilung einer Erbſchaft, und ſind dabei alle Feierlichkeiten beobachtet worden, welche das Geſetz erfodert in Faͤllen, wo Minder⸗ jaͤhrige oder Unterſagte dabei intereſſirt ſind; ſo 8 veden l ungiſ ſäten ie kerſagung dan? 3315. ſit ſodee Ans ſchahd ſen, oder kat ab 15l6, Nvaii de Sſtändrie algalm! da 15 dine d 4½— ree in dige gegen Vinit nderſährgtit e Erogjähngit tüt g ed die Vnſt oder oh dohan. dn dorige en derjäheige, dieſen irn d⸗ den botign dn bindlichkeitn 6, was vi. agung ode dei iten an ſi ſi t werde, da vitd, dtß di iſ. kauden ui t derſt in da unn den Fäla m ch in iu ſe rsgedrück geräͤuſe mnr ing enn 3 keitn balut t i nu. dabei uünit — 465— werden letztere in Ruͤckſich auf ſolche Handlungen ſo angeſehn, als wenn ſie dieſelben vorgenommen haͤtten in ihrer Grosjährigteit oder vor der Un⸗ terſagung. Sechſtes Capitel. Vom Beweiſe der Verbindlichkeiten unz der geſchehenen Zalung. 1315. Wer die Erfuͤllung einer Verbindlich⸗ keit fodert, muß ſie beweiſen. Umgekehrt, wer vorgiebt, daß er nichts mehr ſchuldig oder befreit ſey, muß die Zalung bewei⸗ ſen, oder die Handlung, wodurch die Verbindlich⸗ keit erloſchen iſt. 1316. Die Regeln, betreffend den ſchriftlichen Beweis, den Zeugenbeweis, die Vermutungen, das Geſtaͤndnis einer Partie und den Eid, werden in folgenden Abſchnitten erklaͤrt.„ Erſter Abſchnitt. Vom ſchriftlichen Beweiſe. §. I. 2 Von oͤffntlichen oder authentiſchen Urkunden, 1517. Oeffentlich oder authentiſch heiſt eine Urkunde oder Acte, wenn ſie aufgenommen iſt 31 — 466— von einer öͤffentlichen Perſon, welche das Recht hat, an dem Orte, wo die Urkunde verfaſt ward, öffentliche Urkunden zu verfertigen, und mit Beob⸗ achtung der vorgeſchriebenen Feierlichkeiten. 1318. Wenn eine Urkunde darum nicht als eine öffentliche oder authentiſche Urkunde gelten kann, weil der Beamte oder die Perſon, die ſie abfaſte, nicht geeignet oder unfaͤhig war, oder weil eine Feierlichkeit dabei vernachlaͤſſigt worden; ſo gilt ſie, wofern ſie von den Theilen unterſchrieben iſt, als Privaturkunde. 1319. Jede authentiſche Urkunde hat volle Beweiskraft fuͤr die Verabredung, die ſie beurkun⸗ det, unter den contrahirenden Theilen und ihren Erben oder allen denen, die in ihr Recht treten. Wird indeſſen eine Hauptfalſumsklage ange⸗ ſtellt; ſo wird die Vollziehung der in der als falſch angegebenen Urkunde enthaltenen Verabre⸗ dung dadurch aufgeſchoben, daß der Beſchuldigte in den Anklagezuſtand koͤmmt. Wird eine Urkun⸗ de nur beilaͤufig waͤhrend eines Prozeſſes als falſch angegeben; ſo kann der Richter, nach Beſchaffen⸗ heit der Umſtaͤnde, ihre Wagziehung aufhalten(¹). (1) Die Klage oder Angabe, daß irgend eine Urkun⸗ de falſch ſey, iſt zweierlei, und kann auf zweier⸗ lei Art geſchehen. Sie iſt eine Hauptfalſumsklage, ¶ auæ vruineee. wenn ſie gerade zu gegen je⸗ 1 pribet das, widd; gedni nr T ftach ſs 488— Danſon, dih d die dinen berfertga m benen Fiaithn e Urkunde ſan, authentſche li 48 te oder di gi oder unſchide, dernachläßttn den djelen ur entiſche Vrne erabtedungedi zrenden Theln: die i jjedt b zuufn olliehang M unde enthaken ben, daß di kömmt. Voe nd eins Tn p N'ichen uit veljäuhdh rzüt, d wereli’ mi Sie ſteneja wvens ſ h — 467— 1320. Die Urkunden moͤgen öffentlich oder privat ſeyn, ſie beweiſen unter den Theilen ſelbſt das, was nur beilaͤufig(1) darin ausgedruͤckt wird; nur wird erfodert, daß das beilaͤufig Aus⸗ gedruͤckte mit der Hauptverfuͤgung in unmittelba⸗ rer Verbindung ſtehe. Iſt es der Hauptverfuͤgung fremd; ſo kann es nur als Anfang eines Bewei⸗ ſes dienen. 31* manden angehoben wird, mit dem man keinen Rechtsſtreit hat, bei dem ſich aber eine Urkunde oder Schrift befindet, deren er ſich gegen uns be⸗ dienen koͤnnte, die aber, wie wir glauben, falſch iſt, und die wir als falſch wollen erklaͤren laſſen. Sie wird angehoben und eingeleitet wie jede an⸗ (1) dere peinliche Klage.— Sie iſt eine beilaͤuſige Falſumsklage(¶auæ incident), wenn waͤhrend eines Prozeſſes eine Partie behauptet, daß eine urkunde falſch ſey, deren ſich die Gegenpartie be⸗ dienen will. Gewoͤhnlich ſtellt bei einer ſolchen Gelegenheit der oͤffentliche Beamte, dem die Ver⸗ folgung der Verbrechen beſonders obliegt, eine Falſumsklage gegen die Perſon an, die alsdenn des Falſums beſchuldigt wird. Ein Beiſpiel wird die Sache deutlicher machen. Peter erklaͤrt in einer Urkunde, daß er dem Paul eine jaͤhrliche Rente von hundert Franken ſchul⸗ dig ſey, wovon die Rüͤckſtaͤnde bis auf den heuti⸗ gen Tag bezalt ſind. Dieſer Ausdruck: wovon die Ruͤckſtaͤnde bezalt ſind, iſt blos beilaͤu⸗ fig, blos angebend(enonciat:!) weil nicht dabei geſagt iſt, daß Paul bekannt, ſie empfangen zu haben; er beweiſet indeſſen die Bezalung, weil er mit der eigentlichen Verfuͤgung in gerader Verbindung ſteht. 13ar. Ausgeſtellte Reverſe haben keine Wir⸗ kung, als unter den contrahirenden Theilen: gegen einen Dritten haben ſie keine Wirkung(1). §. II. Von Privaturkunden. 159a. Privaturkunden, wenn ſie anerkannt ſind von demſenigen, dem ſie entgegengeſetzt wer⸗ den, oder auch, wenn ſie gehoͤrig fuͤr anerkannt gehalten werden, haben unter denjenigen, die ſie unterſchrieben haben, ſo wie unter ihren Erben und denen, die ſie vertreten, den naͤmlichen Glau⸗ ben, wie oͤffentliche Urkunden. 1325. Derjenige, dem eine Privaturkunde ent⸗ gegengeſetzt wird, muß ſeine Schrift oder Unter⸗ ſchrift entweder foͤrmlich anerkennen oder ableug⸗ nen. Seine Erben oder Vertreter koͤnnen ſich aber mit der Erklaͤrung begnuͤgen, daß ſie die Schrift oder Unterſchrift deſſen, den ſie vertreten nicht kennen. —ℳʒ;ʒy⅓;:·— (1) Reverſe(contre-lettres) ſind geheime Verab⸗ redungen der Theile, wodurch ſie einen foͤrmlich eingegangenen Vertrag oder eine Clauſel deſſel⸗ ben wieder aufheben, oder erklaͤren, daß der Vertrag ihnen nicht ernſt geweſen u. ſ. w. 3— Rrvere ſtia rahirenden h kane Vii A Il. tturkunden. den, wenn ſen im ſie uta ſee geherg ſin unter denſen — vie untn in ten, da nigſir nden. im eine pebebie ſeine Säri h anerkenn tn ertrete hni ige, ui den ſi unt ena] ſ N „atduni ag ont ti n, oder ünl rni eag =— 488== 1324. In dem Falle, wo ein Theil ſeine Schrift oder Unterſchrift ableugnet, und wo ſeine Erben oder ſonſtige Vertreter erklaͤren, daß ſie ſie nicht kennen, wird ihre Ausmittlung von Gerichts⸗ wegen verordnet. 1325. Privaturkunden, wenn ſie zweiſeitige Verabredungen enthalten, ſind nur in ſo weit guͤl⸗ tig, als davon ſo viele Originalien ſind gemacht worden, als Partien vorhanden ſind, die ein ver⸗ ſchiedenes Intereſſe haben. Haben alle Theile ein und daſſelbe Intereſſe 4 ſo iſt ein Original hinreichend. Jedes Original muß die Zahl der Origina⸗ lien enthalten, welche davon gemacht worden ſind. Hat indeſſen jemand ſeiner Seits die Verab⸗ redung, welche die Urkunde enthaͤlt, erfuͤllt; ſo kann er die Einrede nicht mehr entgegen ſetzen, daß dieſelbe nicht vermelde, die Urkunde ſey in doppeltem, dreifachem u. ſ. w. Original gemacht. 1326. Einſeitige Urkunden, Billete oder Hand⸗ ſcheine unter Privatunterſchrift, wodurch ein Theil allein ſich verbindet, dem andern eine Summe Geldes oder eine Sache, deren Werth ſich beſtim⸗ men laͤſt, zu entrichten, muͤſſen ganz von der Hand deſſen geſchrieben ſeyn, der ſie unterzeichnet: we⸗ nigſtens muß er nebſt ſeiner Unterſchrift mit ſeiner 3 — 40— eigenen Hand ein Gut fuͤr oder Genehmigt ge⸗ ſchrieben haben, welches in Buchſtaben(nicht in Ziffern) die Summe oder die Quantitaͤt der Sa⸗ che enthaͤlt. Ausgenommen von dieſer Verfuͤgung ſind Scheine, welche von Kaufleuten, Handwerkern, Ackersleuten, Winzern, Tagloͤhnern und Arbeits⸗ leuten ausgeſtellt werden. 1327. Wenn die in der Urkunbe ſelbſt aus⸗ gedruͤckte Summe von der in dem Gut fuͤr aus⸗ gedruͤckten Summe verſchieden iſt; ſo wird ver⸗ mutet, daß der Schuldner ſich zu der kleinern Summe verbunden habe. Und dies wird auch ſelbſt dann vermutet, wenn beides, die Urkunde und das Gut fuͤr, ganz von der Hand des Ver⸗ pflichteten geſchrieben iſt; es ſey denn, daß bewie⸗ ſen werde, auf welcher Seite der Irrtum ſich be⸗ findet. 1328. Gegen jede dritte Perſon haben Pri⸗ vaturkunden nur ein ſicheres Datum von dem Ta⸗ ge an, wo ſie einregiſtrirt worden, von dem Tage an, wo derjenige oder einer von denen, die die Urkunden unterſchrieben haben, geſtorben iſt, oder von dem Tage an, wo ihr weſentlicher Inhalt vor⸗ koͤmmt und ausgemittelt iſt in Urkunden, die von oͤffentlichen Perſonen aufgenommen ſind, wie z. B. in Verſtegelungsurkunden oder Inventarien. 132 ſonn neken ſct 8 wud. 15 Kauſeute kan i asict ſinen! gäe hat. ſe iin darin a jechrun ti oher t enhe Aches: M ten auf giſche Schul dewii kerzich öber Trtan 0— ir on zaſr in ducſuin e die Duuta dieſer Aa euftun, za Taglähnen w n der driunde r in den bui ſeden iſt; b ner ſich ſu ne . Und dar enn beide, R” don der heh Hes ſeh dem Seite der In dritte Pein t res Datn u oorden, tu iner bol dan aben, güta t weſetite ſt in lrind genomwnn i! oder Juain 1329. Kaufmannsbücher beweiſen gegen Per⸗ ſonen, die nicht Kaufleute ſind, die darin verzeich⸗ neten Lieferungen nicht. Jedoch hat in ihrer Ruͤck⸗ ſicht Statt, was weiter unten vom Eide geſagt wird. 1330. Kaufmannsbuͤcher beweiſen gegen die Kaufleute ſelbſt. Wer ſich ihrer aber bedienen will, kann ihren Inhalt nicht trennen, und dasjenige als nicht verzeichnet gehalten wiſſen wollen, was ſie ſeinem Anſpruche widerſprechendes enthalten. 1331. Hausverzeichniſſe und Hauspapiere geben demjenigen keinen Titel, der ſie geſchrieben hat. Sie beweiſen aber gegen ihn, iſtens, ſo oft ſie eine empfangene Zalung enthalten, 2tens, wenn darin ausdruͤcklich vermeldet wird, daß die Auf⸗ zeichnung geſchehen iſt, um den Abgang eines Ti⸗ tels oder einer Urkunde zu erſetzen zu Gunſten ei⸗ nes andern, fuͤr welchen darin die Exiſtenz eines Rechtes angegeben iſt. 1332. Wenn der Glaͤubiger unten oder hin⸗ ten auf oder auch zur Seite einer Urkunde etwas geſchrieben hat, woraus ſich die Befreiung des Schuldners ergeben kann; ſo hat das Geſchriebene Beweiskraft, obſchon der Glaͤubiger es nicht un⸗ terzeichnet noch datirt hat. In dieſem Falle wird aber erfodert, daß letzterer immer im Beſitze der Urkunde geweſen ſey. 9 — 472+— Eben ſo verhaͤlt es ſich, wenn der Glaͤubiger etwas unter oder hinten auf oder zur Seite der doppelten Ausfertigung einer Urkunde oder einer Quittung geſchrieben hat, vorausgeſetzt, daß ſich dieſes Duplum in den Händen des Schuldners befinde. §. III. Von Kerbhoͤlzern. 1333. Die Kerbhoͤlzer, wenn ſie auf ihre Stahlen paſſen, haben Beweiskraft unter Perſonen, die gewoͤhnlich auf ſolche Art die Lieferungen be⸗ ſcheinigen, die ſie im Kleinen entweder geben oder empfangen(1). §. IV. Von Urkunden in Abſchrift. 1334. Abſchriften oder Copien, wenn die Driginalurkunde noch vorhanden iſt, beweiſen wei⸗ ter nichts, als was auch letztere enthaͤlt. Die Auflegung des Originals kann in dieſem Falle al⸗ lezeit verlangt werden. (1) Wenn zwei Perſonen zwei Stuͤcker Holz brauchen, um durch aufeinander paſſende Einſchnitte zu be⸗ zeichnen, was einer dem andern liefert, z. B. die Zahl Brode; ſo heiſt der Theil des Holzes, den der Kraͤmer oder Kaufmann u. f. behaͤlt, Kerbholi, und der Theil, dan der Abnehmer ader Schuldner behaͤlt, Stahlen. — ilt kon 41— 8 ſih u ten df ön g ner Uiud, het, drnu en hinda III Kerbhle hoßer, vn Beweskftut ſche Art die li Kleine mtwe. . W. aden in Wen oder(pa vorhanden i auch lezkere als kann i br auin wi eit ander zuſand inet de unf do deit u nder Kunn! der N,5 ehilt Eune — 45 ₰ 1335. Wenn die Originalurkunde nicht mehr vorhanden iſt; ſo beweiſen die Abſchriften nach folgenden Unterſcheidungen: iſtens. Die erſten Ausfertigungen(grosses) haben den naͤmlichen Glauben, wie das Original. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit Ab⸗ ſchriften, welche gemacht ſind auf obrigkeit⸗ lichen Befehl in Gegenwart der Theile oder nach gehoͤriger Vorbeſcheidung derſelben, oder auch mit Abſchriften, die verfertigt ſind in Gegenwart der Theile und mit ih⸗ rer beiderſeitigen Bewilligung. atens. Abſchriften, welche gemacht ſind ohne obrigkeitlichen Befehl, oder ohne Bewilli⸗ gung der Partien, und nach Ablieferung der erſten Ausfertigungen, und zwar auf die Urſchrift der Urkunde, von dem No⸗ taire, der ſie aufgenommen hat; oder von einem ſeiner Nachfolger im Amte, oder von öͤffentlichen Beamten, welche in dieſer ih⸗ rer Eigenſchaft die Urſchriften in Verwahr haben, koͤnnen, falls das Original verlo⸗ ren gegangen, beweiſen, wenn ſie alt ſind. Sie werden als alt betrachtet, wenn ſie mehr als dreiſſig Jahre haben; Sind ſie weniger als dreiſſig Jahre alt, ſo koͤnnen ſie hoͤchſtens den Anfang eines ſchriftlichen Beweiſes liefern. — 474— Stens. Wenn die nach dem Original gemach⸗ ten Abſchriften nicht gemacht ſind von dem Notaire, der es angefertigt, oder von ei⸗ nem ſeiner Nachfolger im Amte, oder von irgend einer oͤffentlichen Perſon, die in die⸗ ſer ihrer Eigenſchaft die Originalurkunden in Verwahrung haben; ſo koͤnnen ſie nur als Anfang eines ſchriftlichen Beweiſes die⸗ nen, ſie moͤgen ſo alt ſeyn, wie ſie wollen. 4tens. Abſchriften von Abſchriften koͤnnen, je nachdem die Umſtaͤnde ſind, als ſimple Aufklaͤrungsmittel angeſehn werden. 1336. Der Umſtand, daß eine Urkunde in die öffentlichen Regiſter eingetragen iſt, kann blos zum Anfange eines ſchriftlichen Beweiſes dienen. Aber ſelbſt hiezu wird erfodert, ſtens. Daß es kundig ſey, daß alle Origi⸗ nalien des Notaires von dem Jahre, wo⸗ rin die Urkunde gemacht zu ſeyn ſcheint, verloren gegangen ſind, oder, daß man beweiſe, das Original einer ſolchen Urkun⸗ de ſey verloren gegangen durch einen be⸗ ſondern Zufall; atens. Daß ein von dem Noraire gefuͤhrtes regelmaͤſſiges Verzeichnis(Repertorium) vorhanden ſey, woraus es ſich beweiſet, daß die Urkunde unter dem naͤmlichen Datum angefertigt worden. Luffe Nuid da muͤſen 1 vwan ſe gen gebbe Tn 1. anerke dandibke alsgenen Vrlande Da halte ſ unde! Dm tianuns in diß dne dn Pm löseſ chen d 1 iine d. den g. iotet 6- nath d dic gt is engefeng chſolger i m fatiche zen ſcheſt di ain heben; g hn s ſchritliha ſo alt egn d bon lüſtri Unſtinde ſi kel angeſehe dc ad, daß ine li getragen iß kin. en Bewiſtsie tt, undig ſcy,düt ites don du e gemact ſ h en ſund, anee iginal enr it geganga ut dem lütnf tzeichnt G woraut d e unte t worden Treffen dieſe beiden Umſtaͤnde zuſammen, und wird daher der Beweis durch Zeugen zugelaſſen; ſo muͤſſen die Perſonen, die bei der Urkunde Zeu⸗ gen geweſen ſind, nothwendig abgehoͤrt werden, wenn ſie noch im Leben ſind. §. V. Von Anerkennungs⸗ und Beſtaͤtigungsacten. 1337. Urkunden, wodurch eine fruͤhere Urkun⸗ de anerkannt wird, befreien nicht von der Noth⸗ wendigkeit, die urſpruͤngliche Urkunde aufzulegen, ausgenommen, wenn darin der Inhalt der fruͤhern Urkunde beſonders angefuͤhrt iſt. Was ſie mehr als der urſpruͤngliche Titel ent⸗ halten, ſo wie das, was ſich darin von der erſten Urkunde verſchiedenes findet, iſt ohne alle Wirkung. Wenn indeſſen mehrere uͤbereinſtimmende An⸗ erkennungsurkunden vorhanden waͤren, denen noch der Beſitzſtand zu Huͤlfe kaͤme, und wenn dabei eine von den Anerkennungsurkunden von dreiſſig Jahren her datirt waͤre; ſo koͤnnte der Glaͤubiger losgeſagt werden von Auflegung des urſpruͤngli⸗ chen Titels. 1338. Eine Urkunde, die dazu dienen ſoll, eine Verbindlichkeit anzuerkennen oder zu genehmi⸗ gen, gegen welche das Geſetz die Klage auf Nich⸗ tigkeit oder Umſtoſſung zulaͤſt, iſt nur dann guͤltig, * wenn ſich folgende drei Punkte darin finden: der weſentliche Inhalt jener Verbindlichkeit, die Er⸗ waͤhnung des Grundes, den die Klage auf Umſtoſ⸗ ſung haben kann, und die Willenserklaͤrung, den Fehler wieder gut zu machen, worauf jene Klage gegruͤndet war. Iſt keine Beſtaͤtigungs⸗ oder Genehmigungs. urkunde vorhanden; ſo iſt es genug, daß die Ver⸗ bindlichkeit freiwillig erfuͤllt worden iſt nach dem Zeitpunkte, wo die Verbindlichkeit guͤltiger Weiſe beſtaͤtigt oder genehmigt werden konnte. Wer eine Verbindlichkeit beſtaͤtigt, genehmigt oder freiwillig erfuͤllt hat unter den Formen und zu einer Zeit, welche das Geſetz beſtimmt, hat eben dadurch Verzicht geleiſtet auf alle Rechtsmittel und Einreden, die man ihr entgegen ſetzen koͤnnte, jedoch ohne Nachtheil der Rechte eines jeden Dritten. 1339. Der Geſchenkgeber kann durch keinen Beſtaͤtigungsact die Maͤngel einer Schenkung unter Lebenden wieder gut machen. Iſt ſie ihrer Form nach nichtig; ſo muß ſie in der geſetzlichen Form wieder erneuert werden. 1540. Erben oder ſonſtige Vertreter des Ge⸗ ſchenkgebers, wenn ſie nach ſeinem Tobe ſeine Schenkung beſtaͤtigen oder genehmigen, oder ſie freiwillig erfuͤllen, leiſten dadurch Verzicht auf ihr dht. i pn au 3 dung fußin DWlan den Wgeiſ n enn gegen de ahi ſi ut al heweiſe Dar Nan lom W tengt a D dit as andas d duch i ſonden de zuſt Suna - ſH.- dei pud ſener Vint Recht, ihr die Fehler der Form entgegen zu ſetzen, des, da a ſo wie auf jede andere Einrede. und die Aue nachn, n Zweiter Abſchnitt. Vom Zeugenbeweis. — 477— 1541. So oft der Gegenſtand einer Verabre⸗ dung die Summe oder den Werth von hundert efült un fuͤnfzig Franken uͤberſteigt, und ſelbſt beim freiwil⸗ Tebinlätt ligen Verwahrungsvertrage, muß dieſelbe ſchriftlich . apbgefaſt werden in einem notariellen Aufſatze oder ſigt vedn in in einem Scheine unter Privatunterſchrift; und gegen dieſelbe iſt kein Zeugenbeweis zulaͤſſig, der nolchli ſin dahin zielte, etwas wider oder noch uͤber den In⸗ du unnſ halt ſolcher Urkunden zu beweiſen, oder etwas zu das betzitn beweiſen, das angeblich vor, waͤhrend, oder nach t ufüht der Verabredung geſagt worden ſeyn ſoll, ſelbſt dir unt wenn es auf eine Summe oder einen Werth von al de Acn weniger als hundert fuͤnfzig Franken ankoͤmmt. gunge,düe ſo iſt e Dies gilt jedoch in Handelsſachen nur in ſo weit, als die daruͤber ergangenen Geſetze nicht ein zer tin. nbete anderes verordnen. nachen N 1342. Obige Regel findet ihre Anwendung ſen dat auch in dem Falle, wo nicht blos auf ein Capital 1 ſondern zugleich auf Zinſen geklagt wird, und bei⸗ de zuſammengenommen, Capital und Zinſen, die r ſethie Summe von hundert fuͤnfzig Franken uͤberſteigen. je nach ſin.. t nad i 1343. Wer einmal eine Klage angeſtellt hat der aade. 1 3 uun auf einen Gegenſtand von mehr als hundert fuͤnf⸗ —„6— zig Franken, kann nachher nicht mehr zum Zeugen⸗ 3 beweis zugelaſſen werden, wenn er auch ſeine ur. ſpruͤngliches Foderung herabſetzen wollte. 1344. Auch in dem Falle iſt der Beweis durch Zeugen nicht zulaͤſſig, wo zwar der Gegen⸗ ſtand der Klage weniger als hundert fuͤnfzig Fran⸗ ken macht, wo aber erklaͤrt wird, daß die gefoder⸗ te Summe entweder der Ruͤckſtand einer Foderung iſt, die nicht ſchriftlich bewieſen iſt, oder auch nur, daß ſie einen Theil einer ſolchen Foderung aus⸗ macht. 1345. Wenn in der naͤmlichen Inſtanz eine Partie mehrere Foderungen macht, wofuͤr kein ſchriftlicher Beweis vorhanden iſt, und dieſe Fode⸗ rungen zuſammen genommen mehr als hundert fünfzig Franken betragen; ſo iſt dafuͤr ebenfalls kein Zeugenbeweis zulaͤſſig, obſchon etwa der Klaͤ. ger vorgiebt, daß ſeine Foderungen verſchiedene Quellen haben, und zu verſchiedenen Zeiten ent⸗ ſtanden ſind. Ausgenommen iſt der Fall, wo ſol⸗ che verſchiedene Anſpruͤche durch Erbfolge, Schen⸗ kung oder ſonſt, von verſchiedenen Perſonen her⸗ ruͤhren. 1346. Alle Foderungen, wenn ſte nicht durch⸗ aus ſchriftlich bewieſen ſind, welchen Namen ſie uͤbrigens haben moͤgen, möuͤſſen in einer und der naͤmlichen Ladung aufgefuͤhrt werden: nach dieſer erſten Ladung ſind alle andern Foderungen, wofuͤr fän ſch zülſo 1 in dem Dewiſ datit ſcennic n ni, ſo tinen nu ſin di Datide handln hrice Rc den Sciſt gen peri 4 ſad! lich - hl. aäher nit 1 deden, dan r g heroſa den F zuläſſg,n de iger al huudee erllän vn, u der Nückin ih bewiſa tine ſaihe ¹ der rinlia trungen wai, othandm iß u enommes uh agen; ſo ſt l liſſig, oöſch eine Fodemga zu derchiden wounan if ei che dur ein velſcluen! unger, dni 1 ſnd nt 1 niſe nt geführt un anden dha — 479— kein ſchriftlicher Beweis vorhanben iſt, nicht mehr aulaͤſſig. 1547. Obige Regeln leiden eine Ausnahme in dem Falle, wo ein Anfang eines ſchriftlichen Beweiſes vorhanden iſt. Man nennt Anfang eines ſchriftlichen Bewei⸗ ſes jede Schrift, welche von der Perſon herkoͤmmt, gegen die man klagt, oder von jemanden, den ſie vertritt, und welche die angegebene Thatſache wahr⸗ ſcheinlich macht. 1348. Auch leiden jene Regeln eine Ausnah⸗ me, ſo oft es dem Glaͤubiger unmoͤglich war, ſich einen ſchriftlichen Beweis zu verſchaffen von der zu ſeinem Vorteil eingegangener Verbindlichkeit. Dieſe zweite Ausnahme tritt ein, rſtens, bei Verbindlichkeiten, die aus den vertragaͤhnlichen Handlungen und aus den Vergehen oder verbrech⸗ aͤhnlichen Handlungen entſtehn; atens. Bei nothwendigen Hinterlegungen, die in Brand, Einſturz, oͤffentlichen Unruhen oder Schifbruch, ſo wie von Reiſenden in den Herber⸗ gen, geſchehen, alles nach der Beſchaffenheit der Perſonen, und den Umſtaͤnden der Thatſache; 3tens. Bei Verbindlichkeiten, die entſtanden ſind bei unvorgeſehenen Zufaͤllen, wo es unmoͤg⸗ lich war, ſchriftliche Aufſaͤtze zu machen; — 48⁰— 4tens. In dem Falle, wo der Glaͤubiger den Titel, der ihm zum ſchriftlichen Beweiſe diente, verloren hat, und zwar durch einen ungefehren unvorgeſehenen Zufall, der von einer hoͤhern Ge, ein Eigentumsrecht oder die Befreiung er⸗ gebe; ie walt herruͤhrte. 4 Von den Vermutungen. eatel 1349. Vermutungen ſind Folgerungen, welche ſan be das Geſetz oder der Richter aus einer bekannten That⸗ ¹ euhnn ſache auf eine andere ihm unbekannte Thatſache zielt. 8 nnüch 5. I. ſihe ne 2 ſeuli— minnit on geſetzlichen Vermutangen. wut 1350. Hat das Geſetz ſelbſt und beſonbers lchm mit einer gewiſſen Handlung oder mit einer gex,„ wiſſen Thatſache die Vermutung verbunden, daß M ſie ſo und nicht anderſt geſchehen ſey; ſo heiſt ſie Umu geſetzlich. Dergleichen ſind niſt in iſtens Handlungen, die das Geſetz fuͤr nichtig n erklaͤrt, weil es, nach ihrer Beſchaffenheit ſülte allein, vermutet, daß ſie geſchehen ſind, in d um ſeine Verfuͤgungen zu umgehen; rihit gert, atens. Die Faͤlle, wo das Geſetz erklaͤrt, daß ten t aus gewiſſen beſtimmten Umſtaͤnden ſich u ſinde 49— Falle th te. dr dunß m. der on Idſäm Dernrturza gen ſiad Fetern ter aus einerin Kundekanns he . J hen Dernutene Geſet ſht e indlung ohen hermutang ir geſchh ſgi ſind V die de 8i nu in 6 t, daj ſe zungen uM un we dat bnte eſt ſimaten li ct oder r b! Stens. Die Kraft, die das Geſetz der abge⸗ urteilten Sache beilegt; 4tens. Die Kraft, welche es dem Geſtaͤndniſ⸗ ſe einer Bandie oder ihrem Eide beilegt. 1351. Was nun die Kraft der abgeurteilten Sache betrift, ſo hat ſie nur Statt in Abſicht deſ⸗ ſen, was den Gegenſtand des Urteils eigentlich ausgemacht hat. Um ſich darauf berufen zu koͤn⸗ nen, wird erfodert, daß die eingeklagte Sache die nämliche ſey; daß ſich die Foderung auf die naͤm⸗ liche Urſache gruͤnde; daß die Foderung unter den naͤmlichen Partien die naͤmliche ſey, und daß ſie gemacht ſey von ihnen und gegen ſie in der naͤm⸗ lichen Eigenſchaft. 1352. Wer zu ſeinem Vorteil eine geſetzliche Vermutung anfuͤhren kann, iſt jedes andern Be⸗ weiſes uͤberhoben. Kein Gegenbeweis iſt zulaͤſſig gegen eine ge⸗ ſetzliche Vermutung, ſo oft das Geſetz, geſtuͤtzt auf eine ſolche Vermutung, gewiſſe Handlungen fuͤr nichtig erklaͤrt, oder die gerichtliche Klage verwei⸗ gert; es ſey denn, daß es den Gegenbeweis vorbehal⸗ ken habe, und mit Ausnahme deſſen, was weiter unten vom gerichtlichen Eide und vom gerichtlichen Ge⸗ ſtaͤndniſſe geſagt wird. 32 — 482— §. I I. Von nicht geſetzlichen Vermutungen. 1353. Nicht geſetzliche Vermutungen ſind der Einſicht und Klugheit des Richters uͤberlaſſen, der ſie nicht zulaſſen darf, als wenn ſie wichtig, ſchlieſ⸗ ſend und uͤbereinſtimmend ſind, und in den Fäͤl⸗ len allein, wo das Geſetz den Beweis durch Zeu⸗ gen zulaͤſt, ausgenommen, wenn der Aet angefoch⸗ ten wird wegen Betrugs oder Ueberliſtung. Bierter Abſchnitt. Vom Geſtaͤndniſſe der Partie. 1354. Das Geſtaͤndnis, ſo man einer Partie entgegenſetzt, iſt entweder gerichtlich oder guſſerge richtlich. 1355. Auf ein blos muͤndliches auſſergericht⸗ liches Geſtaͤndnis kann man ſich nicht berufen, ſo oft es auf eine Foderung ankoͤmmt, fuͤr deren Be⸗ gruͤndung kein Zeugenbeweis zulaͤſſig waͤre. 1356. Das gerichtliche Geſtaͤndnis iſt eine Erklaͤrung, die eine Partie oder ihr beſonderer Be⸗ vollmaͤchtigter vor Gericht abgiebt. Es hat volle Beweiskraft gegen den, der es gethan hat.. hen E andem und en ſcheida k bon Keſhi M inme ſcader älicen Amm zliche demen des Rictmi als wann ſet hend ſiud, u iſetz den dne nen, venn he 8 oder Uani 1 ſchrit dniſſe den zui indnis, ſe dne der geiihlihh os mandlts mun ſt ut ng enüimm eweis llüſht klche bü rtie odi ie it abgiut iskrat gi — 435— Es kann gegen ihn nicht getheilt werden(1). Es kann nicht widerrufen werden, ausgenom⸗ men, wenn bewieſen wird, daß man es deswegen gethan hat, weil man ſich in einer Thatſache geirrt hat. Es kann aber nicht widerrufen werden un⸗ ter dem Vorwand eines Rechtsirrtums. Fuͤnfter Abſchnitt. Vom Eide. 1357. Es giebt zweierlei Arten des gerichtli⸗ chen Eides: ꝛſtens, den Eid, den ein Theil dem andern zuſchiebt, damit danach die Sache geurteilt und entſchieden werde: man nennt ihn den Ent⸗ ſcheidungseid; 2tens, den Eid welchen der Rich⸗ ter von Amtswegen einem oder dem andern Thei⸗ le zuſchiebt. g. I. Von dem Entſcheidungseide. 1558. Der Streit mag ſeyn, woruͤber er wol⸗ le, immer kann, um ihn zu entſcheiden, der Ent⸗ ſcheidungseid zugeſchoben werden. 3²* (1) D. h. Der Gegentheil kann nicht fodern, daß von dem Geſtaͤndniſſe dasjenige blos als bewie⸗ ſen angenommen werde, was ihm darin vorteil⸗ haft iſt, und nicht auch dasjenige, was es etwa fuͤr ihn nachteiliges enthaͤlt. — 484— net L 4559. Um ihn indeſſen einem Theile zuſchieben zu koͤnnen, muß es auf eine dem Theile, dem man ihn zuſchiebt, perſonliche Thatſache ankommen. 6d 1360. Man kann ihn zuſchieben, der Rechts⸗ ſöm! handel mag gediehen ſeyn, wohin er wolle, und ſ ſelbſt wenn kein Anfang eines ſchriftlichen Bewei⸗ ſes vorhanden iſt von der Foderung oder der Ein⸗) 4 rede, die man durch ihn beendigen will. my 1361. Wenn jemanden der Eid zugeſchoben wird, und dieſer ihn verweigert, oder ihn ſeinem 1 Gegner nicht zuruͤckſchiebt; oder wenn der Gegner, dün dem er zuruͤckgeſchoben worden, ihn verweigert; ſo Unm iſt in beiden Faͤllen eine nothwendige Folge der Weigerung, daß er in ſeiner Klage oder Einrede unterliege. ſtel 1362. Der Eid kann nicht zuruͤckgeſchoben wer⸗ 3 den, wenn die Thatſache, worauf es ankoͤmmt, nicht b die Thatſache der beiden Theile, ſondern demjenigen ſn i blos perſönlich iſt, dem der Eid zugeſchoben war. dühe 1363. Iſt der zugeſchobene oder zuruͤckgeſcho⸗ ia bene Eid einmal geſeiſtet; ſo kann der Gegner mit nt dem Beweiſe, daß er falſch ſey, nicht zugelaſſen h werden.. 1364. Hat der Gegner erklaͤrt, daß er bereit ſey, den Eid zu leiſten; ſo kann der Theil, der ihn ihm zugeſchoben oder zuruͤckgeſchoben hat, ſei⸗ ne Erklaͤrung nicht mehr zuruͤcknehmen.. 4 th 1365. Der geleiſtete Eid hat anderſt keine Beweiskraft, als zu Gunſten deſſen, der ihn zuge⸗ „ 44- deſen inae eine dem dhel hatſache mim ihn zuſchtn ſeon, wohaen g eines ſtrit der Foderm en berndige l anden de b derweigen, ni döt; oder um wordm ihnm eine nethonet ſäiner Aheh m iitt mit e voruf o n dheile dte n der Ed u geſchoben a it; o n faſt inru egner i tlit en; ſ 1 der zuritntt e zuritie en Eſ r, unſten d — 485— ſchoben hat, oder gegen ihn, und zu Gunſten ſei⸗ ner Erben und ſonſtiges Vertreter oder gegen ſie. Iſt indeſſen derjenige, der dem Schuldner den Eid zugeſchoben hat, einer von mehrerern ſolidari⸗ ſchen Glaͤubigern; ſo wird dadurch der Schuldner nur fuͤr den Theil dieſes Glaͤubigers befreit. Der Eid, der dem Hauptſchuldner zugeſchoben wird, befreit auch die Buͤrgen. Der Eid, den man einem von mehrern ohne Theilung verpflichteten Schuldnern zugeſchoben, koͤmmt den uͤbrigen Mitſchuldnern zu Gute. Der Eid endlich, den man dem Buͤrgen zuge⸗ ſchoben, nuͤtzt dem Hauptſchuldner. In dieſen beiden letzten Faͤllen nuͤtzt aber der Eid des ſolidariſchen Mitſchuldners oder des Buͤr⸗ gen den uͤbrigen Mitſchuldnern oder dem Haupt⸗ ſchuldner nur dann, wenn die Zuſchiebung geſche⸗ hen iſt uͤber die Schuld ſelbſt, nicht aber, wenn ſie geſchehen iſt uͤber die Thatſache der Ungetheilt⸗ heit oder Buͤrgſchaft. §. I J. 3 Von dem von Amtswegen zugeſchobenen Eide. 1366. Es ſteht dem Richter frei, einem von beiden Theilen den Eid zuzuſchieben, zu dem Zwe⸗ — 486— cke, damit entweder davon die Entſcheidung des Pro⸗ zeſſes abhange, oder damit ſich danach der Ertrag der zu⸗ oder abzuſprechenden Summe beſtimme. 1367. Der Richter kann aber von Amtswe⸗ gen den Eid, es komme nun dabei auf die Klage ſelbſt, oder auf eine ihr entgegengeſetzte Einrede an, nicht zuſchieben, als unter den zwei folgenden Bedingungen. Es wird naͤmlich dazu erfo dert, iſtens, daß die Klage oder Einrede nicht ſchon voͤllig bewieſen ſey, und atens, daß ſie hinwieder auch nicht ganz von Beweiſen entbloͤſt ſey. Auſſer dieſen beiden Faͤllen iſt der Richter ver⸗ bunden, die Foderung oder Klage entweder gera⸗ deweg zuzuurteilen oder abzuweiſen. 1368. Wenn der Richter von Amtswegen ei⸗ nem von beiden Theilen den Eid zuſchiebt; ſo kann ie er ihn dem andern nicht zuruͤckſchieben. 1369. Es ſteht dem Richter nicht frei, dem Klaͤger den Eid zuzuſchieben, um den Werth der eingeklagten Sache zu beſtimmen, wenn es noch moͤglich iſt, zur Ausmittlung deſſelhen auf eine an⸗ dere Art zu gelangen. Iſt dies aber nicht moͤglich; ſo muß der Rich⸗ ter ſelbſt in dieſem Falle die Summe beſtimmen, bis zu deren Ertrag der Eid des Klaͤgers Beweis⸗ kraft haben ſoll. — Doh N 1 di en rung zu de ſch den eſ ki in Stu uden it Thee 488— en dit enn iu amit ſch din 48 henden dunn dr kann üün n, ne nun dehig ir atzenſt t unter de 1 ird nämih n oder Ena d auns, di tweiſe athtin n Fälin ig ind A oder Klagem abzuweif Nichter ton lan en di Ei g dern nic witf em Nichtr iih jeben, u da! beſtimme, en tung düh 6 näglit;4 le die Eumn Eid desli Vierter Titel. Von den Verbindlichkeiten, die ohne Verab⸗ redung entſtehen(1). —— 1370. E⸗ giebt gewiſſe Verbindlichkeiten, die entſtehen, ohne daß eine foͤrmliche Vereinba⸗ rung zum Grunde liegt, weder von Seiten deſſen, der ſich verbindet, noch von Seiten deſſen, gegen den er ſich verbindet.— Einige von dieſen Verbindlichkeiten haben ih⸗ ren Grund in einer bloſen geſetzlichen Anordnung; andere in einer dem Verpſlichteden perſoͤnlichen Thatſache. Zu denen der erſten Art gehoͤren bie unwill⸗ kuͤhrlich uͤbernommenen Verpflichtungen, wie die wechſelſeitigen Verbindlichkeiten anſchieſſen der Ei⸗ —— (1) Geſetz vom 19. Pluvioſe 12. Jahrs, prom. d. 29. des naͤmlichen Monats. — 458— gentuͤmer, jene der Vormuͤnder und ſonſtigen Ver⸗ walter, bei denen es nicht ſteht, einen ihnen ange⸗ tragenen Dienſt auszuſchlagen. Die Verbindlichkeiten, welche in einer dem Verpflichteten perſoͤnlichen Thatſache ihren Grund haben, entſtehn aus den vertragaͤhnlichen Hand⸗ lungen, ober aus den Vergehen oder verbrechaͤhn⸗ lichen Handlungen: und dieſe ſind der Gegenſtand des gegenwaͤrtigen Titels. Erſtes Capitel. Von vertragaͤhnlichen Handlungen ch. * 1371. Vertragaͤhnliche Handlungen ſind Hand⸗ lungen des Menſchen, die ganz von ſeiner Wil,⸗ kuͤhr abhangen, woraus aber irgend eine Verbind⸗ lichkeit gegen einen Dritten, oft auch eine wech ſel⸗ ſeitige Verbindlichkeit beider Theile, entſteht. 1372. Wer das Geſchaͤft eines andern frei⸗ willig treibt, der Eigentuͤmer mag nun darum wiſ⸗ ſen oder nicht, der uͤbernimmt ſtillſchweigend die Pflicht, das Geſchaͤft, ſo er angefangen, fortzu⸗ ſetzen, und zu endigen, bis der Eigentuͤmer ſich im Stande findet, ſelbſt dafuͤr zu ſorgen. Er muß ebenfalls alles das uͤbernehmen und beſorgen, was von einem ſolchen Geſchaͤfte abhaͤngt und damit nothwendig verbunden iſt. — (1) Quasi- contrats. 44 ormünde ni nich ſiht a uſchlagen. feiten, vei ichen Thuſt; dan denuie Vergeher t und dieſe ſch tels. Cehitl lichen Henla hnliche hudlor 1, die zu u us aber innit dritten eſt utt deider Thake FGeſchif in entümer onn überninn ilr t, ſo e mir dis de dr defit u er hernehanun geſchäft iß. 441. — 4³9— Er unterwirft ſich ſtillſchweigend allen Ver⸗ bindlichkeiten, die ihm obliegen wuͤrden, wenn ihm der Eigentuͤmer einen ausdruͤcklichen Auftrag gege⸗ ben haͤtte. 1375. Er iſt verbunden, ſeine Verwaltung fortzuſetzen, wenn auch der Herr vor beendigtem Geſchaͤfte zu ſterben kaͤme, und zwar ſo ange, bis der Erbe die Leitung deſſelben ſelbſt uͤbernehmen kann. 1574. Bei Fuͤhrung eines ſolchen Geſchaͤftes hat er alle Sorgfalt anzuwenden, die ein guter Hausvater gewoͤhnlich anwendet. Je nachdem inbeffen die Umſtaͤnde ſind, die ihn bewogen haben, ſich mit dem Geſchaͤfte zu be⸗ faſſen, iſt der Richter befugt, die Schadloshaltung zu mildern, wozu der Herr wegen des Verſehens oder der Nachlaͤſſigkeit des Verwalters ein Recht haben koͤnnte. * 1375. Hingegen muß der Herr von ſeiner Seite, wenn ſein Geſchaͤft wohl iſt verſehn wor⸗ den, denjenigen Verbindlichkeiten Genuͤge letſten, welche der Verwalter in ſeinem Namen uͤbernom⸗ men hat; er muß ihn entſchaͤdigen fuͤr alle per⸗ ſöͤnlichen Verbindlichkeiten, die er eingegangen, und ihm alle noͤthigen oder nuͤtzlichen Koſten erſetzen, die er gemacht hat. — 490— 1376. Wer wiſſend oder aus Irrtum etwas annimmt, was ihm nicht zukoͤmmt, verbindet ſich, es demjenigen wieder zu geben, von dem er es un⸗ gebuͤhrender Weiſe bekommen hat. 1577. Hat jemand, der irrtuͤmlich glaubte Schuldner zu ſeyn, eine Schuld abgemacht; ſo hat er das Recht, ſie von dem Glaͤubiger wieder zu fodern. 3 Dieſes Recht hoͤrt aber auf in dem Falle, wo der Glaͤubiger zufolge einer ſolchen Zalung ſeinen Schein oder Titel vernichtet hat. Dem Bezaler bleibt indeſſen in dieſem Falle ſein Recht gegen den eigentlichen Schuldner. 1378. War auf Seiten deſſen, der empfan⸗ gen hat, unredliche Abſicht; ſo muß er nicht nur das Capifal erſtatten, ſon dern auch die Zinſen oder Fruͤchte, und zwar vom Tage der Zalung an. 1579. Beſteht die ungebuͤhrender Weiſe em⸗ pfangene Sache in einem koͤrperlichen, beweglichen oder unbeweglichen Gegenſtande; ſo verpflichtet ſich der Empfaͤnger, ſie in Natur zu erſtatten, wenn ſte noch vorhanden iſt, oder ihren Werth, wenn ſie durch ſeine Schuld zu Grunde gegangen oder ver⸗ ſchlimmert iſt. Er haftet ſogar, wenn er ſie un⸗ redlich empfangen hat, fuͤr ihren Verluſt durch un⸗ gefehren Zufall.. 1odd he berie täſtat 158 wieder ſelbſtb den und helug . dan de 3 de dhe ſegt ker ih de 3S dn ede dec d Ratd 1 da lung der b 9 etbes dir ſc es nn glaubee ht; wieder d, bWo ſeinen tzalee gegen fan⸗ IAT — 491— 4 1380. Hat der redbliche Empfaͤnger die Sa⸗ oche verkauft; ſo braucht er nur die Kaufſchillinge zu erſtatten. 1381. Wer nun auf dieſe Art eine Sache wieder bekoͤmmt, muß dem bisherigen Beſitzer, ſelbſt wenn er unredlich geweſen waͤre, alle noͤthi⸗ gen und nuͤtzlichen Auslagen verguͤten, die fuͤr Er⸗ haltung der Sache gemacht ſind. Zweites Capitel. Von den Vergehen und dden voerbrechaͤhn⸗ lichen Handlungen(1), 1382. Jede von einem Menſchen herruͤhren⸗ de Thatſache, wodurch ein Anderer Schaden leidet, legt demjenigen, durch deſſen Schuld ſie geſchehen iſt, die Verbindlichkeit auf, ihn zu erſetzen. 1383. Jeder Menſch iſt verantwortlich Fi. den Schaden, den er verurſacht hat nicht allein durch ſeine Handlung, ſondern auch durch ſeine Nachlaͤſſigkeit oder Unvorſichtigkeit. 1384. Man iſt verantwortlich nicht nur fuͤr den Schaden, den man durch ſeine eigene Hand⸗ lung verurſacht, ſondern auch fuͤr den Schaden, der verurſacht wird durch Veranlaſſung der Per⸗ (1) Dalits ec quaisi- delits. . ſonen, fuͤr die man haften muß, oder durch Ver⸗ anlaſſung der Sachen, die man unter ſeiner Auf. ſicht hat. Der Vatek, und, nach dem Tode des Mannes die Mutter, ſind verantwortlich fuͤr den Schaden, den ihre minderjaͤhrigen Kinder veranlaſt baben ſo lange ſi ſie bei ihnen wohnen; 1 Die Herren, ſo wie diejenigen, die jemanden irgend ein Geſchäft anvertrauen, haften fuͤr den Schaden, der verurſacht wird durch ihre Bedien⸗ ten, ſo wie durch diejenigen, die ſie anſtellen, in den Verrichtungen, wofuͤr ſie dieſelben Debreuht haben; fuͤr den Schaden, der verurſacht wird von ihren Joͤglingen und Lehrlingen waͤhrend der Zeit, 6 ſie unter ihrer Aufſicht ſind. Obige Verantwortlichkeit hat immer Statt, wenn nicht die Eltern, Lehrer, Erzieher und Hand⸗ werksleute beweiſen, daß ſie die Thatſache nicht hindern konnten, welche dieſe Verantwortlichkeit veranlaſt. 1385. Der Eigentimer eines Thieres, ſo wie 6 4 derjenige, der es im Gebrauche hat, iſt, ſo lange er es im Gebrauche hat, verantwortlich fuͤr allen * a Fihe Lehrer, Erzieher und Handwerksleuke haften Schaden, den das Thier verurſacht, es mag nun tet ſeit Ducebe 133 derantve deſſä. Nange t ch da ne Juj. Narue 5 Schade 8 3 mndn r den. editna en, in drauc 1 11 Statt. dand⸗ G nicht ſchkei b vi lange t aler d dun n nin unter ſeiner Aufſicht und Obhut geweſen, oder durchgegangen ſeyn oder ſich losgeriſſen haben. 1586. Der Eigentuͤmer eines Gebaͤndes iſt verantwortlich fuͤr den Schaden, den der Einſturz deſſelben verurſacht hat, wenn es entweder durch Mangel an gehoͤriger Unterhaltung, oder durch ei⸗ gen Fehler in der Anlage ſelbſt eingeſtuͤrzt iſt. Fuͤnfter Tirel. Vom Ehecontracte und den gegenſeitigen Rechten der Eheleute(1). eeoeeee Erſtes Capitel. Allgemeine Verfuͤgungen. 1387. Das Geſetz ſchreibt der ehelichen Ge⸗ fellſchaft in Ruͤckſicht des Vermoͤgens keine Regeln vor, als in Ermanglung beſonderer Verabrebun⸗ gen, und die Eheleute koͤnnen ſolche Verabredun⸗ gen treffen auf jede beliebige Art und Weiſe, wenn ſie ſich nur nach den hierunten folgenden Ein⸗ ſchraͤnkungen richten, und nichts darin verfuͤgen, was den guten Sitten zuwider iſt. 1388. Dem Ehemanne ſtehen naͤmlich gewiſ⸗ ſe Rechte zu, die ihren Urſprung haben in ſeiner Gewalt uͤber die Perſon der Gattinn und Kinder, (1) Geſetz vom 20. Pluvioſe 12. J., promulgirt den 30. des naͤmlichen Monats. het ihn lezlebm Kechtt ſu hun bt Ninden der eo Rachle 9 vie aud Prfütun 1de Taaabtad w läſen nung m ſcht uf kömmli ſli raktr de denn ſe Kc ga ſieka up ſeze nd Rhae tn ſe und ee auf ein daß chen ſch n gan oder ihm gebuͤhren als Haupt der Familie; dem letztlebenden von beiden Eheleuten ſtehen gewiſſe Rechte zu vermoͤge des Titels von der vaͤterli⸗ chen Gewalt, und vermoͤge des Titels von der Minderjaͤhrigkeit, der Vormundſchaft un d der Emancipation: in Rückſicht aller dieſer Rechte koͤnnen die Eheleute nichts abaͤndern, ſo wie auch nicht in Ruͤckſicht auf die verbietenden Verfuͤgungen des gegenwaͤrtigen Geſetzbuches. 1389. Es ſteht ihnen nicht frei, irgend eine Verabredung zu treffen, oder irgend einen Verzicht zu leiſten, deren Zweck es waͤre, die geſetzliche Ord⸗ nung in der Erbfolge zu aͤndern, entweder in Ruͤck⸗ ſicht auf ſie ſelbſt in der Erbfolge ihrer Kinder oder Ab⸗ köͤmmlinge, oder in Ruͤckſicht ihrer Kinder unter ſich ſelbſt. Uebrigens ſoll hiedurch den Schenkungen unter Lebenden oder durch letztwillige Verordnung, wenn ſie nach den Formen und in den Faͤllen, welche gegenwaͤrtiges Geſetzbuch beſtimmte demacht ſind, kein Abbruch geſchehn. 1390. Alle zetlichen Gewohnheitsrechte, Ge⸗ ſetze und Statute, denen bisher die verſchiedenen Theile des franzoͤſiſchen Gebietes unterworfen wa⸗ ren, ſind durch gegenwaͤrtiges Geſetzbuch abgeſchaft; und es iſt daher den Eheleuten nicht mehr erlaubt, auf eine allgemein ausgedruͤckte Art zu verabreden, daß ihre eheliche Geſellſchaft nach einem von ſol⸗ chen Gewohnheitsrechten, Geſetzen und Statuten ſich reguliren ſolle. — 495— 1391. Jedoch moͤgen ſie in allgemeinen Aus⸗ druͤcken erklaͤren, daß ſie ihre eheliche Verbindung ſetzen wollen unter das Verhaͤltnis, ſo aus der Guͤtergemeinſchaft entſpringt, oder unter das Ver⸗ haͤltnis, ſo aus Feſtſetzung des Vrausſchabes ent⸗ ſpüͤnat Im erſten Falle, wenn ſie ſich unter das Ver haͤltnis der Guͤtergemeinſchaft geſetzt haben, wer⸗ den die Rechte der Eheleute und ihrer Erben re⸗ gulirt nach den Verfuͤgungen des zweiten Capitels unter gegenwaͤrtigem Titel. Im zweiten Falle, wenn ſie ſich unter das Verhaͤltnis des Brautſchatzes geſetzt haben, wer⸗ den ihre Rechte nach den Verfuͤgungen des dritten Capitels regulirt(1). (1) Der Titel von der Ehe im erſten Buche handelt von den perſoͤnlichen Verhaͤltniſſen der Eheleute, der gegenwaͤrtige hat ihr Vermoͤgen zum Gegen⸗ ſtande. Das Verhaͤltnis, worin Eheleute in Ruͤck⸗ ſicht ihres Vermoͤgens ſtanden, war in Frankreich vor unſerm Geſetzbuche hauptſaͤchlich zweifach. In einem ſehr betraͤchtlichen Theile deſſelben (en pays coutumier) war das Vermoͤgen beider *Eheleute, unter gewiſſen Ausnahmen, unter ihnen gemeinſchaftlich, oder fiel in die Guͤtergemein⸗ ſchaft, oder, bei ihnen trat das Verhaͤltnis der Guͤtergemeinſchaft Cregime en communauté) ein, wenn ſie nicht ein anderes ausbedungen hatten: in dem andern Theile(en pays de droit æorit) hin⸗ gegen ward der Braut oder angehenden Gattinn 1598 rau ſi odir di langlic Drauiſhe den khe Ein dar Jeii lätuugd närſcheſt manne l en las ſindung Äs der 6 Da 6 Den wer n te⸗ itels er ba de drithn inhelt eute, gen⸗ dück⸗ ffach. elben heider ihnen wein⸗ is der in, attr: ſin⸗ drinn reich —— — 497— 1392. Die bloſe Ausbedingung, daß die Frau ſich gewiſſe Guͤter zum Brautſchatz beſtellt, oder daß ſie ihr dazu beſtellt werden, iſt nicht hin⸗ laͤnglich, um dieſe Guͤter unter das Verhaͤltnis des Brautſchatzes zu ſetzen, es ſey denn, daß dies in dem Ehecontracte ausdruͤcklich erklaͤrt werde. Eben ſo wenig folgt eine Unterwerfung unter das Verhaͤltnis des Brautſchatzes aus der bloſen Er⸗ klaͤrung der Eheleute, daß ſie ſich ohne Guͤterge⸗ meinſchaft heirathen, oder, daß ihr Vermoͤgen ge⸗ trennt bleiben ſolle. 35 ein Brautſchatz beſtellt, oder die Braut beſtellte ſich ihn ſelbſt; ihr Vermoͤgen ſiel nicht in die⸗Ge⸗ meinſchaft, oder, ihre ehliche Verbindung trat in Abſicht der Guͤter unter das Verhaͤltnis des Brautſchatzes(regime dotad, wenn ſie nicht ein anderes ausbedungen hatten, welches letztere je⸗ Doch in einigen Provinzen unterſagt war.— Un⸗ ſer Geſetzbuch giebt den Eheleuten in dieſer Hin⸗ ſicht die uneingeſchraͤnkteſte Freiheit: ſte brauchen keins von beiden Syſtemen anzunehmen: ſie koͤn⸗ nen eins von beiden feſtſetzen, und es dabei nach Belieben modiſteiren: ſie koͤnnen eins von beiden Syſtemen feſtſetzen, ohne weitern Zuſatz, wo dann das Geſetz die Wirkungen dieſer Feſtſetzung regu⸗ lirt: ſie brauchen endlich gar keine Verabredung zu treffen, in welchem Falle ſie unter das Ver⸗ haͤltnis der Guͤtergemeinſchaft treten, wie ſolches im erſten Theile des zweiten Capitels des gegen⸗ waͤrtigen Titels beſtimmt iſt. — 498— 1393. In dem Falle, wo nicht beſondere Ver⸗ abredungen das Verhaͤltnis der Guͤtergemeinſchaft ausſchlieſſen oder Abaͤnderungen darin feſtſetzen, ſind die Regeln, welche die erſte Abtheilung des zweiten Capitels enthaͤlt, das gemeine Recht von Frankreich. 1594. Alle Eheverabredungen muͤſſen ſchrift⸗ lich vor einem Notaire abgefaſt werden, und zwar vor der Trauung. 1395. Nach der Trauung darf an denſelben nichts mehr geaͤndert werden.. 1 1396. Will man vor der Trauung eine Aen. derung damit vornehmen; ſo muß ſte ſchriftlich geſchehen, und in der nämlichen Form wie der Ehecontract ſelbſt. Ueberdies ſind alle vorgenommenen Veraͤnde⸗ rungen und Reverſe unguͤltig, wenn nicht alle Per⸗ ſonen, die bei Schlieſſung des Ehecontractes Thei⸗ le waren, zu einer und der naͤmlichen Zeit dabei gegenwaͤrtig ſind und darin willigen. 1397. In Raͤckſicht auf jeden Dritten ſind dergleichen Veraͤnderungen und Reverſe oder Ge genſcheine ohne alle Wirkung, wenn ſie nicht un⸗ mittelbar nach der Urſchrift des Ehecontractes fol⸗ gen, obſchon uͤbrigens dabei die Formen des vor⸗ gehenden Artikels beobachtet worben: und der No. taite de gungen dar dar din Ret tungsſu le Ec hiſtne Ä khen un u hae ſ di d de gen ner g Einwihh cj ſ ete der⸗ einſtſtt jiizn, ſchtſh d wa ſſelben ne Aa hiiiſh wie 1 raͤnde Nen Thei dabi 1 1 et Go ct uw tes ſob es böh⸗ da do⸗ ung d ict uub — 429— kaire darf weder feierliche noch ſonſtige Ausferti⸗ gungen des Ehecontraetes geben, ohne unmittel⸗ bar darnach die vorgegangene Abänderung oder den Revers ebenfalls zu ſchreiben. Im Uebertre⸗ tungsfalle haftet der Notaire den Theilen fuͤr al⸗ len Schaden, und koͤnnen, nach Befinden, ſelbſt groͤſſere Strafen gegen ihn verhaͤngt werden. 1598. Der Minderjaͤhrige, der faͤhig iſt, eine Ehe zu ſchlieſſen, iſt auch faͤhig, alle Verabredun⸗ gen zu treffen, die bei Schlieſſung derſelben Statt haben koͤnnen; und alle Verabredungen, die er da⸗ bei getroffen, ſo wie alle Schenkungen, die er da⸗ bei gemacht, ſind guͤltig, wenn ſie nur in Beiſtand jener Perſonen getroffen oder gemacht ſind, deren Einwilligung zur Bültigfeit der Ehe ſelbſt erfoder⸗ lich iſt. Zweites Capitel. Vom Verhaͤlt niſſe der Guͤtergemeinſchaft. 1399. Die Gutergemeinſchaft, ſie mag nun geſetzlich oder verkragmaͤſſig ſeyn, faͤngt an von dem Tage, wo die Trauung vor dem oͤffentlichen Beamten des Civilſtandes geſchehen iſt. Es iſt verboten, auszubedingen, daß ſie zu einer andern Zeit anfangen ſolle. — 5boes— Erſte Abtheilung. DVon der geſetlichen Gutergemeinſchaft. 1400. Die geſetzliche Guͤtergemeinſchaft ent⸗ ſteht durch die bloſe Erklaͤrung, daß man ſeine Ehe unter das Verhaͤltnis der Gütergemeinſchaft ſetze, oder auch dadurch, daß gar kein Contract ge⸗ macht wird: ſie iſt den Regeln unterworfen, wel⸗ che in den ſechs folgenden Abſchnitten erklaͤrt wer⸗ den. 3 Erſter Abſchnitt. Pon dem activen und paſſtven Beſtande der kehelichen Gütergemeinſchaft. §. 1. Von dem aetiven Beſtande der Gütergemeinſchaft(1). 1401. Unter dem activen Beſtande der Guͤ⸗ tergemeinſchaft iſt begriffen. 5 iſtens. Alle bewegliche Habe, welche die Eht⸗ leute am Tage der Trauung beſaſſen, ſo wie alles bewegliche Gut, das ihnen ſte⸗ hender Ehe zufaͤllt, es ſey durch Erbfolge (1) D. h. von dem wirklichen Vermoͤgen, den Fode⸗ rungen u. ſ. w. die in die Gemeinſchaft fallen, oder unter den Eheleuten gemeinſchaftlich wer⸗ den. 4 N dnſ vyhſche den dan ſchn d dhnr deß Köe hät Gtan Natn cem Gedr 6 Fege ait ſit e n ſägt cheß attg bwe i wer II tdoe 6 ehee amſ en ſo tfobe e füͤen c 19 — 591= oder durch Schenkung, wofern der Geſchenk⸗ geber das Gegentheil nicht ausdruͤcklich verordnet hat; atens. Alle Fruͤchte, Einkänfte, Zinſen und Ruͤckſtaͤnde, welcher Art ſie immer ſeyn moͤgen, die die Eheleute ſtehender Ehe ein⸗ nehmen oder die ihnen ſtehender Ehe faͤllig werden, ohne Unterſchied, ob ſie herkom⸗ men von Guͤtern, die ihnen zur Zeit der Trauung gehoͤrten, oder von Guͤtern, die ihnen ſtehender Ehe, unter welchem Titel es ſeyn moͤge, anheim gefahen ſind. Ztens. Alle unbeweglichen Guͤter, die waͤh⸗ rend der Ehe erworben werden. 1402. Als Erwerb der Guͤtergemeinſchaft und zu derſelben gehoͤrig wird betrachtet jedes unbe⸗ wegliche Gut, wenn nicht erwieſen iſt, daß einer von den Eheleuten das Eigentum oder den geſetz⸗ lichen Beſitz deſſelben bereits vor der Ehe hatte, oder daß es ihm nach der Trauung durch Erbfol⸗ ge oder Schenkung zugefallen iſt. 1405. Holzſchlaͤge und alles, was aus Stein⸗ bruͤchen und Bergwerken gezogen wird, gehoͤrt zur Gutergemeinſchaft, in ſo weit es als Gegenſtand der Nutznieſſung betrachtet wird, nach den Regeln, wel⸗ che unter dem Titel von der Nutznieſſung, dem Gebrauche und der Wohnung vorkommen. Sind die Holzhaͤue, die nach Anleitung dieſer Regeln waͤhrend der Guͤtergemeinſchaft geſchehen — 502— konnten, nicht geſchehen; ſo iſt der Ehegenoſſe, der nicht Eigentuͤmer des Bodens war, oder ſeine Er⸗ ben/ desfalls zu einer Verguͤtung berechtigt. Sind die Steinbruͤche oder Bergwerke erſt ſte⸗ hender Ehe gangbar geworden; ſo faͤllt zwar, was daraus gezogen wird, in die Gemeinſchaft, aber mit dem Beding der Verguͤtung oder Entſchaͤdi⸗ bun gegen den Eheßenoſſen der dazu ein Recht at. 1404. Unbewegliche Guͤter, welche die Ehe⸗ leute am Tage der Trauung beſitzen, oder die ih⸗ nen ſtehender Ehe durch Erbfolge zufallen, gehoͤren nicht zur Guͤtergemeinſchaft. Wenn jedoch in dem Ehecontracte die Guͤter⸗ gemeinſchaft ausbedungen iſt, und einer von bei⸗ den zukuͤnftigen Eheleuten nach einem ſolchen Ehe⸗ contracte, aber vor der wirklichen Trauung ein unbewegliches Gut an ſich gebracht hat; ſo faͤllt das in dieſem Zwiſchenraume alſo erworbene Gut in die Guͤtergemeinſchaft; es ſey denn, daß irgend eine beſondere Clauſel im Ehecontracte ſtehe, in deren Gefolg das unbewegliche Gut iſt erworben worden, in welchem Falle es bei der Verabredung ſein Bewenden haben muͤſte. 1405. Unbewegliche Gäter, wenn ſie waͤhrend der Ehe blos einem von beiden Ehegenoſſen ge⸗ ſche skt werden, fallen nicht in die Guͤtergemein⸗ ſtein w lich. A fung ads Giche 146 tet Nu wandte, oder d tine De zucta d dan di Gätenge gütn, 10 lices g hexnglih leuter eu taſöit 6 tiit en wäſen u Nnid Närwer — 0 dganſt it ſeine d, piig. ene eſiſ war, ba aft, aber Ertſchädi iin Necht d ghe zet di ie ar gehden die Gütt er bon bei lchen Eh nuung ein zſo fäll bene Gut aß irgend ſtehe ii erworbe tabtedunt ſe väßen genoſſtn ütergecee 1 — 55— ſchaft, und gehoͤren dem Geſchenknehmer ausſchlies. lich. Ausgenommen iſt der Fall, wo in der Schen⸗ kung ausdruͤcklich verfuͤgt wird, daß die geſchenkte Sache zur Guͤtergemeinſchaft gehoͤren ſoll. 1406. Ein unbewegliches Gut, ſo von Va⸗ ter, Mutter oder ſonſt einem aufſteigenden Ver⸗ wandten, einem von beiden Eheleuten uͤberlaſſen oder abgetreten wird, entweder um ſich gegen ihn einer Verbindlichkeit zu entledigen, oder zu dem Zwecke, daß er damit fremden Perſonen die Schul⸗ den des Geſchenkgebers bezale, faͤllt nicht in die Guͤtergemeinſchaft, und hat in dieſer Hinſicht Ver⸗ guͤtung oder Entſchaͤbigung Statt. 4 1407. Wenn ſtehender Ehe ein unbeweg⸗ liches Gut getauſcht wird gegen ein anderes un⸗ bewegliches Gut, welches einem von beiden Ehe⸗ leuten ausſchlieslich gehoͤrte; ſo faͤllt das einge⸗ tauſchte Gut nicht in die Gemeinſchaft, ſondern tritt an die Stelle des Gutes, welches durch Tauſch veraͤuſſert worden iſt. Es hat aber auch hier ei⸗ ne Verguͤtung Statt, wenn auf einer Seite ein Mehrwerth iſt 61). (1) Mehrwerth, soulte, iſt bei Tauſchvetragen vor⸗ handen, wenn von zwei gegen einander getauſch⸗ ten Stuͤcken das eine mehr werth iſt als das an⸗ 3 dere. Das Geſetz verordnet, wie billig, daß die Guͤtergemeinſchaft entſchaͤdigt werden muͤſſe, wenn das durch Tauſch erworbene Gut mehr werth iſt, und mithin etwas hat herausgegeben werden muͤſſen. — 564— 1408. Wenn ſtehender Ehe ein Ehegenoſſe durch Verſteigerung oder ſonſt einen Theil eines unbeweglichen Guts an ſich bringt, das er mit ei⸗ nem andern ungetheilt beſas; ſo gehoͤrt der ſo er⸗ worbene Theil nicht zur gemeinſamen Errungen⸗ ſchaft, und mithin nicht zur Guͤtergemeinſchaft. Letztere aber muß entſchaͤdigt werden fuͤr die Sum⸗ me, die ſie zu jenem Zwecke hergegeben hat. Iſt es der Mann, der allein und in ſeinem eigenen perſonlichen Namen ein unbewegliches Gut ganz oder zum Theil an ſich bringt oder ſteigert, das ſeine Frau mit einem Dritten ungetheilt be⸗ ſas; ſo hat bei Aufloͤſung der Guͤtergemeinſchaft die Frau die Wahl, ob ſie das Gut der Gemein⸗ ſchaft uͤberlaſſen wolle, in welchem Fale letztere der Frau ſo viel ſchuldig wird, als ihr Theil in dem Preiſe betraͤgt, oder, ob ſie das unbewegliche Gut wieder an ſich ziehen, und der Gemeinſchafts⸗ maſſe den Erwerbungspreis erſtatten wolle. §. 1I. Vom paſſiven Beſtand der Guͤtergemeinſchaft(r), und den Klagen, die daraus gegen dieſelbe entſoringen. 1409. Unter dem paſſiven Beſtand der Guͤ⸗ kerormeinſchaf ſind begriffen, (1) O. h. von den Schulden und ſonſtigen Verbind⸗ lichkeiten, die die Eheleute gemeinſchaftlich und aus dem gemeinſchaftlichen Aerusgen zu leiſten haben. lſen Ehannſe hel is dt ni h der ſ Errunga einſchi. ie Cuw t. ſeinen jes Gut ſeigert gält be einſchwt Gewein e lezin Thalt weglih ſchaft , und gen. er Gi⸗ vntie lich um Kün — dbo5— G iſtens. Alle beweglichen Schulden, womit die Eheleute am Tage ihrer Trauung beſchwort waren, oder womit irgend eine Erbſchaft beſchwert iſt, die ihnen ſtehender Ehe zu⸗ faͤllt; wobei ſich aber von ſelbſt verſteht, daß die Gemeinſchaft entſchaͤdigt werden muͤſſe fuͤr jene beweglichen Schulden, wel⸗ che irgend einem unbeweglichen Gute an⸗ kleben, das einem von beiden Eheleuten eigenſt gehoͤrt; atens. Alle Schulden, ſowohl Capitalien als Ruͤckſtaͤnde oder Zinſen, welche ſtehender Guͤtergemeinſchaft entweder der Mann ge⸗ macht hat, oder die Frau mit Bewilligung des Mannes; mit Vorbehalt der Verguͤ⸗ tung in den Faͤllen, wo ſie Statt hat; ztens. Alle Ruͤckſtaͤnde und Zinſen von Ren⸗ ten oder paſſiven Schulden, welche einen von beiden Eheleuten allein angehn; aber blos die Ruͤckſtaͤnde und Zinſen; 4tens. Alle aus einer Nutznieſſung entſprin⸗ genden Reparationskoſten unbeweglicher Guͤ⸗ ter, die nicht zur Guͤtergemeinſchaft gehoͤren; Itens. Die Alimente der Eheleute, die Ko⸗ ſten der Erziehung und Unterhaltung der Kinder, und jede andere der ehelichen Ver⸗ bindung anklebende Laſt. — 506— 1410. Was die beweglichen Schulden an⸗ geht, welche die Frau vor der Heirath gemacht hat; ſo fallen dieſelben der Guͤtergemeinſchaft nur dann zur Laſt, wenn ſie durch eine authentiſche Urkunde, die fruͤher als die Trauung iſt, beſchei⸗ nigt ſind, oder, durch ſonſt eine Urkunde, die vor dieſem Zeitpunkte ein ſicheres Datum bekommen hat, entweder durch die Einregiſtrirung, oder durch den Tod eines von denjenigen Theilen, wovon die Urkunde unterſchrieben iſt. Hat jemand an die Frau eine Foderung in Gefolg eines Scheines, der vor der Trauung kein ſicheres Datum hatte; ſo kann er ſie zwar auf Zalung belangen, aber ſeine Klage nur geltend ma⸗ chen gegen das bloſe Eigentum ihres eigenen per⸗ ſönlichen unbeweglichen Vermoͤgens. Der Ehemann, der fuͤr ſeine Frau eine ſolche Schuld bezalt zu haben behauptete, kann desfals weder gegen ſeine Frau noch gegen ihre Erben ei⸗ ne Vergüitung fodern. 411. Schulden von blos geweglichem Nach⸗ laſſe, der ſtehender Ehe den Eheleuten zufaͤllt, fal⸗ len ganz der Guͤtergemeinſchaft zur Laſt. 1412. Schulden aber von blos unbewegli⸗ chem Nachlaſſe, der ſtehender Ehe einem von bei⸗ den Eheleuten zufaͤllt, hat die Guͤtergemeinſchaft nicht zu vertreten. Die Glaͤubiger haben aber das cht hr. Nn des beſt 3 k rugefale; ſsizaße all den Ke Gältr dn b aberſut die Pargätang 143. der Nun devlügu könen di gektend n Frau. 9 berweiget, ran blos e un hy glü weüöſcef nits ude ditgn ſ hn. u beidin chen und ſo ſalen Gemen nicht, lden a zenaht ſhaſt un thentſch beſch die ter ekomun er durc von die ung in ag kein dar auf end mo en pe ſolch esfals en ei⸗ 5 Nahh it, fel tbix T bi ſchet èr dus 54 Recht, ihre Foderung gegen die unbeweglichen Guͤ⸗ ter des beſagten Nachlaſſes geltend zu machen. Iſt indeſſen dem Manne ein ſolcher Nachlas zugefallen; ſo koͤnnen die Glaͤubiger des Nachlaſ⸗ ſes ihre Foderungen geltend machen, entweder gegen alle dem Mann eigene Guͤter, oder ſelbſt gegen die Guͤter der Gemeinſchaft. In dieſem zweiten Falle aber hat die Frau, oder ihre Erben, ein Recht zur Verguͤtung. 1413. Wenn die blos unbewegliche Erbſchaft der Frau anheim gefallen iſt, und dieſe ſie mit Bewilligung ihres Mannes angenommen hat; ſo koönnen die Erbſchaftsglaͤubiger ihre Foderungen geltend machen gegen alle perſoͤnlichen Guͤter der Frau. Hat aber der Mann ſeine Einwilligung verweigert, und die Frau die Erbſchaft angenom⸗ men blos auf gerichtliche Ermaͤchtigung; ſo koͤn⸗ nen die Glaͤubiger, falls die unbeweglichen Guͤter der Erbſchaft unzulaͤnglich ſind, ihre Rechte gegen nichts anders, als gegen das bloſe Eigentum der uͤbrigen perſoͤnlichen Guͤter der Frau geltend ma⸗ chen. 1414. Wenn die Erbſchaft, die einem von beiden Eheleuten angefallen iſt, theils in bewegli⸗ chen und theils in unbeweglichen Guͤtern beſteht; ſo fallen die Schulden, womit ſie beſchwert iſt, der Gemeinſchaft nur ſo weit zur Laſt, als der Antheil reicht, den der bewegliche Nachlas daran zu tra⸗ — 503— gen hat, wobei auf den Werth dieſes beweglichen Nachlaſſes in Vergleich mit dem Werth des un⸗ beweglichen Ruͤckſicht genommen wird. Worin nun jener Antheil beſtehe, wird durch das Inventarium ausgemittelt. Fuͤr die Aufnah⸗ me dieſes letztern hat der Mann fuͤr ſich ſelbſt zu ſorgen, wenn die Erbſchaft ihn perſonlich angeht; er hat dafuͤr zu ſorgen als Leiter und Ermaͤchtiger der Handlungen ſeiner Frau, wenn es auf eine Erbſchaft ankoͤmmt, die ihr zugefallen iſt. 1415. In Ermanglung eines Inventariums, und in allen Faͤllen, wo dieſer Abgang die Frau vervortheilt, kann ſie, oder ihre Erben bei Aufloͤ⸗ ſung der Gemeinſchaft ihre rechtlichen Verguͤtun. gen nachſuchen, und zu dem Ende beweiſen, wo⸗ rin das nicht inventariſirte Vermögen beſtand, und welchen Werth es hatte. Sie koͤnnen dieſen Be. weis liefern durch Titel, Hauspapiere, und im Noth⸗ fall ſogar durch den gemeinen Ruf. Der Mann kann zu dieſem Beweiſe nie zuge⸗ laſſen werden. 4 6. Ungeachtet der Verfuͤgungen des Art. 1414, koͤnnen die Glaͤubiger einer Erbſchaft, die theils beweglich theils unbeweglich iſt, ihre Fode⸗ rungen dennoch gegen die Guͤter der Gemeinſchaft geltend machen, die Erbſchaft mag nun dem Man⸗ ne, ober der Frau zugefallen, und in letzterm Fal⸗ nt B vonmen ſe ſen Aahi bn die Eüch liher Cni vujlite be erinübit pronkatin 49 dlos ni he nder ar) däſ kaanen d das ſee⸗ eltſcft, S ſi Eäpeun du. 5. hn de donden tinn i 1 die Fn hat, hen ſ wwehite hdon ied n eAufre ſabſn angeht nächtige suf ein teriuns die zu di kuſh gergitnn en, u nd, und eſen d n NVoth⸗ e ſoh des N aft, y e Fh einſtet n Na⸗ iu d — 509— le mit Bewilligung des Mannes von ihr ange⸗ nommen ſeyn; alles mit Vorbehalt der gegenſeiti⸗ gen Verguͤtungen. Eben ſo verhaͤlt es ſich, wenn zwar die Frau die Erbſchaft angenommen, aber nur mit gericht⸗ licher Ermaͤchtigung, und demungeachtet das be⸗ wegliche Gut der Erbſchaft mit jenem der Guͤter⸗ gemeinſchaft iſt vermiſcht worden ohne vorlaͤufiges Inventarium. 1417. Wenn die Frau eine ſolche Erbſchaft blos mit gerichtlicher Ermaͤchtigung angenommen hat, indem der Mann ſeine Bewilligung verſagte, ur dieſelbe gehoͤrig iſt inventariſirt worden; ſo koͤnnen die Glaͤubiger ihre Anſpruͤche blos gegen das bewegliche und unbewegliche Vermoͤgen der Erbſchaft geitend machen, und, falls beides zu ih⸗ rer Befriedigung nicht hinreicht, gegen das bloſe Eigentum des uͤbrigen perſoͤnlichen Vermoͤgens der Frau. 1418. Was in bem 1411 und folgenden Ar⸗ tikeln uͤber die Schulden einer Erbſchaft verordnet worden, iſt auch anzuwenden auf Schulden, die einer Schenkung anklebig ſind. 1419. In Anſehung der Schulden, welche die Frau mit Bewilligung ihres Mannes gemacht hat, koͤnnen die Glaͤubiger ihre Bezalung nachſu⸗ chen ſowohl gegen die Guͤter der Gemeinſchaft, — 510— als gegen die beſondern Guͤter des Mannes oder n 1 der Frau; mit Vorbehalt der Verguͤtung, die der daſen d Gemeinſchaft, oder der Entſchaͤdigung, die dem d de Manne gebuͤhrt.— 9 4 1420., Schulden, welche die Frau blos zufol⸗ Umnd ge einer allgemeinen oder beſondern Vollmacht ih gcwiüſt res Mannes gemacht hat, fallen der Gemeinſchaft zur Laſt; und der Glaͤubiger kann, um bezalt zu M werden, weder die Frau ſelbſt, noch ihr perſoͤnli⸗ gatuts ches Vermoͤgen angreifen.— ne ihaii . u da de Zweiter Abſchnitt. uns Von Verwaltung der Guͤtergemeinſchaft, und Manns den Wirkungen der Handlungen eines oder e Wnf des andern Ehegenoſſen ruͤckſichtlich der ehelichen Geſellſchaft. 12 der umu b im Ie 1421. Der Mann allein verwaltet die Guͤter itnu der Gemeinſchaft.. Wmiger Er kann ſie verkaufen, veraͤuſſern und verpfaͤn⸗ 4 den ohne Beiſtand und Mitwirkung der Frau. mat G'uinrid 1422. Er kann unter Lebenden auf wohlthaͤtieg deAn Art nicht uͤber die unbeweglichen Guͤter der Ge⸗ 4 natd meinſchaft verfuͤgen, noch uͤber die ganze beweglix. 1 che Habe, oder eine Quote derſelben, es geſchehe vedn denn zur Einrichtung der gemeinſchaftlichen Kinder. 2 1 tenig Jedoch kann er uͤber einzelne bewegliche Eſ⸗ Nannsz z ung, died 9, di h blos uſ9 Umacht ſj meinſchat bejalt z perſänl. haft, 9t 3 ines h ie Guün detpfan, tau. lchätig der Co, beweg’ giſchth Kinder ſche e tlich we — 511— fecten wohlthaͤtig verfuͤgen, ohne Unterſchied der Perſon, die er dabei bevortheilt; nur muß er ſich dabei die Nutznieſſung nicht vorbehalten. 1423. Das, was der Mann durch letztwilli⸗ ge Verordnung ſchenkt, darf ſeinen Antheil an dem gemeinſchaftlichen Vermoͤgen nicht uͤberſteigen. Hat er auf ſolche Art einen Gegenſtand der Gemeinſchaft verſchenkt; ſo kann der Geſchenkneh⸗ mer ihn in Natur nicht verlangen, als in ſo weit er bei der Theilun, unter das Loos der Erben des Mannes faͤllt. Wenn aber der geſchenkte Ge⸗ genſtand nicht unter das Loos der Erben des Mannes faͤllt; ſo muß dem Legatar der gan⸗ ze Werth des geſchenkten Gegenſtandes verguͤtet werden, und die Verguͤtung wird genommen von dem Theile, den die Erben des Mannes an der Guͤtergemeinſchaft haben, und von dem eigenen Vermoͤgen des Mannes. 1424. Fuͤr Geldbuſſen, die gegen de nonn verhaͤngt werden wegen Verbrechen, worauf der buͤrgerliche Tod nicht ſteht, iſt das gemeinſchaftli⸗ che Vermoͤgen der Eheleute angreiflich, mit Vorbe⸗ halt der Verguͤtung, die alsdenn der Frau gebuͤhrt. Fuͤr Geldbuſſen aber, die gegen die Frau verhaͤngt werden, iſt, ſo lange die Guͤtergemeinſchaft dau⸗ ert, nur das bloſe Eigentum ihres perſoͤnlichen Veimdgens angreiflich. — 2— 1425. Verurteilungen, welche gegen einen von beiden Eheleuten ergehen wegen eines Verbrechens, worauf der buͤrgerliche Tod ſteht, treffen nur den Antheil dieſes Ehegenoſſen in der Guͤtergemein⸗ ſchaft, und ſein eigenes perſoͤnliches Vermoͤgen. 1726. Handlungen, welche die Frau ohne Bewilligung ihres Mannes vornimmt, obſchon ſie gerichtlich dazu ermaͤchtigt iſt, beſtricken die Guͤter der Gemeinſchaft mit keiner Verbindlichkeit, es ſey denn, daß ſie als oͤffentliche Handelsfrau, und in Ruͤckſicht auf ihren Handel contrahire. 1427. Die Frau kann weder ſich ſelbſt, noch die Guͤter der Gemeinſchaft verbinden, ſelbſt nicht, um ihren Mann aus dem Gefaͤngniſſe zu ziehen, oder um ihren Kindern in Abweſenheit ihres Man⸗ nes eine Einrichtung zu geben, wenn ſie icht vor, laͤufig dazu gerichtlich ermaͤchtigt iſt. — 14a8. Der Mann hat die Verwaltung von allem Vermoͤgen, ſo der Frau eigen und perſoͤnlich zugehoͤrt. Er kann allein alle der Frau zuſtthenden Kla⸗ gen anheben und verfolgen, die ihre bewegliche Habe oder den bloſen Beſitz betreffen. Er kann das perſoͤnliche unbewegliche Vermoͤ⸗ gen ſeiner Frau nicht veraͤuſſern, als mit ihrer Einwilligung. ng des wenn ne daß ad richt ven 119 ſeine dau auf liger Tentie in ſca in nict läag dan da denn de de zit, foch aud zu ſaufe tur vin. ae bie 3 vpnddh 1 dute dänn ſ ind wad ung m und mar in Iuhnes die Ne bor duf ſolca thettus doraha bur dan tergemai noͤgen. tu oßat chon ſ e Gäͤte 68 9 und i in — 8 ſ 5 ſt nith r iehen es Me ſicht bi g bon onlich en Klg veglicht Vermi⸗ it ihur 51— Er iſt verantwortlich fuͤr jede Verſchlimme⸗ rung des perſöͤnlichen Vermoͤgens ſeiner Frau, wenn die Verſchlimmerung dadurch entſtanden iſt, daß er die noͤthigen Handlungen der Erhaltung nicht vorgenommen hat. 1 1429. Hat der Mann allein Aber die Guͤter ſeiner Frau Pacht⸗ und Miethvertraͤge geſchloſſen auf laͤnger als neun Jahre; ſo ſind dergleichen Vertraͤge im Falle der Aufloͤſung der Guͤtergemein⸗ ſchaft, in Ruͤckſicht auf die Frau oder ihre Erben nicht laͤnger verbindlich, als fuͤr die Zeit, welche von den erſten neun Jahren noch auszuhalten iſt, wenn die erſten neun Jahre noch laufen, oder fuͤr die Zeit, welche von den folgenden neun Jahren noch auszuhalten iſt, wenn ſie angefangen haben zu laufen, und ſo weifer, dergeſtalt, daß der Pach⸗ ter oder Miethsmann zu mehr nicht berechtigt iſt, als die Zeit von neun Jahren, in denen er ſich befindet, im Beſitz zu bleiben. 1430. Pachtvertraͤge von neun Jahren und drunter, welche der Mann allein in Ruͤckſicht der Guͤter ſeiner Frau geſchloſſen oder erneuert hat, ſind unguͤltig, wenn die Abſchlieſſung oder Erneue⸗ rung vor Ablauf der laufen den Pacht geſchehen iſt, und zwar mehr als drei Jahre vor dieſem Ablauf, in ſo fern von Landguͤtern, und mehr als zwei Jahre vor dieſem Ablauf, in ſo fern von Haͤuſern die Rede iſt. Auszenommen waͤre der Fall, wo, vor Aufloͤſung der Guͤtergemeinſchaft, die Erfuͤllung ſolcher Pachtvertraͤge ſchon angefangen haͤtte. . 34 — 514— 1431. Eine Frau, die mit ihrem Manne in Angelegenheiten der Gemeinſchaft oder ihres Man⸗ nes eine ungetheilte oder ſolidariſche Verbindlich⸗ keit uͤbernommen hat, wird in Ruͤckſicht auf ihren Mann als bloſer Buͤrge betrachtet, und muß fuͤr die Verbindlichkeit, die ſie uͤbernommen hat, ent⸗ ſchaͤdigt werden. 3 1432. Auf die naͤmliche Art hat der Mann, kauft, gegen dieſelbe ein Recht, welches er, wenn er beunruhigt wird, geltend machen kann entweder gegen ihren Theil in der Gemeinſchaft, oder gegen ihre perſoͤnlichen Guͤter. 1433. Wenn ein unbewegliches Gut verkauft wird, das einem von beiden Eheleuten eigenſt ge⸗ hoͤrte, oder, wenn Grundgerechtigkeiten mit Gelde das einem von beiden Eheleuten eigenſt gehoͤrt, und der aus einem ſolchen Verkauf oder Abkauf eingegangene Preis in die Gemeinſchaft gefloſſen iſt, ohne daß in beiden Faͤllen eine Wiederanlegung (1) Wiederanlegung, fremplot) iſt, wenn fuͤr die Gel⸗ der, welche aus dem Verraufe eines dem Ehege⸗ noſſen gehoͤrigen unbeweglichen Gute hergekom⸗ men ſind, wieder ein anderes unbewegliches Gu angeſchaft wird. 3 der ſich ſolidariſch oder auch ſonſt verbuͤrgt, wenn ſeine Frau ein ihr eigenes unbewegliches Gut ver⸗ bgekauft werden, welche einem Erbe zuſtanden, (1) Statt gehabt; ſo iſt der Ehegenoſſe, dem das zetkavete Hundgen aus de 1 nutt’ de iſt d bi eltt he ie t ut vexlihen nen Vatth Ferug diß das tines an if ſe Finun ſil inn ſoche ſc normr he Weder wagtgt, dn d välche 1 ſir da den die oe hingege dr G6 Namen ihrts Am Detdindith auf ſn d wuß ſi hat, u er Man gte wenn Gut ver⸗. e wend entwede oder geyn tt berka iggent h. nit Geh uſtandem gehoͤrt, Abkauf ſoſſen ſſ. anlegung dim d ir die ei Ehtes herzeline lices R & — 515— verkaufte unbewegliche Gut, oder die abgekaufte Grundgerechtigkeit gehoͤrte, berechtigt, jenen Preis aus der Getegemeinſthaft vora zu nehmen. 1454. In Anſehung des Mannes wird ver⸗ mutet, daß die Wiederanlegung geſchehen ſey, ſo oft er bei Erwerbung eines unbeweglichen Gutes erklaͤrt hat, daß ſie mit den Geldern geſchehe, wel⸗ che er aus dem Verkauf eines ihm eigenen unbe⸗ weglichen Gutes gezogen hat, und daß ſie zu ſei⸗ nem Vortheil als Wiederanlegung dienen ſolle. 1435. In Anſehung der Frau iſt es nicht genug, wenn der Mann bei der Erwerbung erklaͤrt, daß das Gut angekauft worden aus den Geldern eines andern der Frau zugehoͤrigen Gutes, und daß ſie zu ihrem Vortheil als Wiederanlegung dienen ſolle; ſondern es wird noch erfodert, daß eine ſolche Wiederanlegung foͤrmlich von der Frau ſey angenommen worden. Hat die Frau eine ſol⸗ che Wiederanlegung nicht angenommen; ſo iſt ſie berechtigt, bei Aufloͤſung der Gemeinſchaft zu fo⸗ dern, daß ihr der Werth ihres verkauften unbe, weglichen Gutes verguͤtet werde. 1436. Iſt es nun der Mann, der Verguͤtung fuͤr den Werth eines ihm gehoͤrigen Gutes zu fo⸗ dern hat; ſo kann er ſeine Anſpruͤche blos gegen die Gemeinſchaftsmaſſe geltend machen. Iſt es hingegen die Frau; ſo kann ſie, wenn die Guͤter der Gemeinſchaft nicht zureichen, die perfoͤnlichen — 34* 516— Guͤter des Mannes angreifen. In allen Faͤllen aber wird die Verguͤtung berechnet nach dem Ver⸗ kaufe, man moͤge uͤbrigens uͤber den Werth des veraͤuſſerten Grundſtuͤckes vorbringen, was man 1437. So oft aus der Guͤtergemeinſchaft ei⸗ ne Summe Geldes genommen wird, um damit Schulden oder Laſten abzumachen, welche einen von den Eheleuten allein und perſoͤnlich angehn, wie zum Beiſpiel den Preis oder einen Theil von dem Preiſe eines ihm gehoͤrigen unbeweglichen Gutes, den Abkaufspreis einer Grundgerechtigkeit, u. ſ. w., oder um ſich damit wieder in den Beſitz ſei⸗ ner perſoͤnlichen Guͤter zu ſetzen, dieſelben zu er⸗ halten oder zu verbeſſern, und uͤberhaupt, ſo oft einer von den Ehegenoſſen einen ihm eigenen per⸗ ſoͤnlichen Vortheil aus den Guͤtern der Gemein⸗ ſchaft gezogen hat; ſo oft muß er die Gemein⸗ ſchaft dafuͤr entſchaͤdigen oder ihr die verhaͤltnis⸗ maͤſſige Verguͤtung angedeihen laſſen. 1458. Wenn die Eltern ein gemeinſchaftliches Kind ausgeſtattet haben, ohne dabei auszudruͤcken, wie viel jeder dazu beigetragen habe; ſo wird ver⸗ mutet, daß jeder die Haͤlfte dazu beigetragen habe, und hiebei koͤmmt nicht in Betrachtung, ob die Ausſtattung aus dem Vermoͤgen der Gemeinſchaft, oder ob ſie aus den perſoͤnlichen Guͤtern eines von den Ehegenoſſen denommen oder verſprochen wor⸗ den. In don dem din Gegel den doh genöſſn Häffe a ſu kuſte zemann, ur züt 169. lidts S ſattt, ſ zm Uiß. dan de t da! Meann a fateung häͤlhft, au 19. daſte ne dede? zäung in d dun! ℳ uſgai len Fie h dem Da⸗ Pert dt was nn nſchaft i im damt einen von ha, wſe von dem —n Gutes, eit d. Deſitz ſä⸗ en zuh pt, ſo! 1 genen ph Gemen Gemein⸗ rhaͤltnis aftliches udruͤcken, wird ver⸗ gen habe 9, ob h meinſcheft ines vor ichen doh Im zweiten Falle aber hat der Ehegenoſſe, von dem ein eigenes unbewegliches Gut oder ſonſt ein Gegenſtand zur Ausſtattung iſt gebraucht wor⸗ den, das Recht, gegen die Guͤter des andern Ehe⸗ genoſſen eine Entſchaͤdigung zu ſodern fuͤr die Haͤlfte der Ausſtattung; und bei Beſtimmung die⸗ ſer Entſchaͤdigung wird auf den Werth Ruͤckſicht genommen, den der alſo hergegebene Gegenſtand zur Zeit der Ausſtattung hatte. 1439. Hat der Mann allein ein gemeinſchaft⸗ liches Kind in Effecten der Gemeinſchaft ausge⸗ ſtattet; ſo faͤllt die Ausſtattung der Gemeinſchaft zur Laſt. Und in dem Falle, wo die Gemeinſchaft von der Frau angenommen wird, muß ſie die Haͤlf⸗ te der Ausſtattung tragen, es ſey denn, daß der Mann ausdruͤcklich erklaͤrt habe, daß er die Aus⸗ ſtattung ganz, oder einen ſtarkern Theil als die Haͤlfte, auf ſich nehme. 1440. Wer die Ausſtattung beſtellt hat, muß dafuͤr buͤrgen; und die Zinſen bavon laufen vom Tage der Trauung an, obſchon fuͤr die wirkliche Zalung ein Termin beſtimmt worden, es ſey denn, daß das Gegentheil verabredet worden. Dritter Abſchnitt. Von Aufloͤſung der Guͤtergemeinſchaft und einigen ihrer Folgen. 1441. Die eheliche Guͤtergemeinſchaft wird aufgeloͤſt, zſtens, durch den natuͤrlichen Tod⸗ zkens, durch den buͤrgerlichen Tod, Stens, durch die Eheſcheidung, 4tens, durch die Scheidung von Bett und Tiſche, 5tens, durch die Güͤtertrennaus. 1442. Die Guͤtergemeinſchaft waͤßrt dadurch nicht fort, daß nach dem natuͤrlichen oder buͤrger⸗ lichen Tode des einen Ehegenoſſen der andere ver⸗ nachlaͤſſigt ein Inventarium zu errichten. In die⸗ ſem Falle bleibt aber allen Beteiligten ihr Recht ruͤckſichtlich des Beſtandes der gemeinſchaftlichen Guͤter und Effecten, und, um denſelben zu bewei⸗ ſen, koͤnnen ſie ſowohl Urkunden als den gemeinen Ruf brauchen⸗ Sind minderſaͤhrige Kinder vorhanden; ſo verliett der letztlebende Gatt:, wenn er kein In⸗ ventarium macht, noch uͤberdies den Genuß ihrer Einkuͤnfte; und der beigeordnete Vormund, der verſaͤumt hat, ihn zu Errichtung des Inventariums anzuhalten, haftet mit ihm ſolidariſch fuͤr alles, was den Minderjaͤhrigen gerichtlich zuerkannt wird. 1443. So viel die Guͤtertrennung betrift, ſo kann ſte nur von der Frau und gerichtlich nachge⸗ ſucht werden, und zwar nur in dem Falle, wo ihr Brautſchatz in Gefahr iſt, und wenn die Geſchaͤfte ihres Mannes in ſolcher Unordnung find, daß ſich fuͤrchten laͤſt, ſeine Guͤter werden nicht hinreichen, um ihre AWiedernahms. und ſonſtigen Kachts zu decken. 4 4. 4 1 wi gfodet durch de mau ſaſ tug dhe authetich Gütt des ſe vlh ſelgange: gen in alsgeſtr daiz 1 fenn vit is daden finntn? eirr Jyce Kaiman ni diu daei dich dl grüſt giſoder 1 ne, i heidunan tertrennun, ut dadun der büͤrge undere be Jn die ihr Rech haftlichen du bewei⸗ aemänen anden; er kein! enuß iſr nund, R entariun für alles int wird, ttit, b. h nachge le, wo ihe Geſchäft daß ſch hinteicht Kechke gefodert ward. — ¹— Jede freiwillige Guͤtertrennung iſt nichtig. 1444. Damit die Guͤtertrennung, ſelbſt wenn ſie gerichtlich ausgeſprochen iſt, guͤltig ſey, wird erfodert, daß ſie wirklich vollzogen werde, naͤmlich durch die wirkliche Entrichtung der Wiedernahms⸗ und ſonſtigen Rechte der Frau, daß die Entrich⸗ tung oder Zalung geſchehe durch eine oͤffentliche authentiſche Urkunde, daß ſie bis zum Ertrag der Guͤter des Mannes reiche, oder wenigſtens, daß ſie vollzogen werde durch wirkliche gerichtliche Ver⸗ folgungen, und daß dieſe gerichtlichen Verfolgun⸗ gen anfangen in den erſten fuͤnfzehn Tagen nach ausgeſprochener Guͤtertrennung, und daß ſie nach dieſer Zeit nicht unterbrochen werden. 1445. Jede Guͤtertrennung muß, ehe ſie voll⸗ zogen wird, oͤffentlich kund gemacht werden, wel⸗ ches dadurch geſchieht, daß ſie auf einer dazu be⸗ ſtimmten Tafel in dem Hauptſaale des Gerichts erſter Inſtanz, und uͤberdies, wenn der Mann ein Kaufmann iſt, Wechſei⸗ oder ſonſt Handelsgeſchaͤf⸗ te im Groſſen treibt, in dem Hauptſaale des Han⸗ delsgerichts ſeines Wohnorts, angeheftet wird. Geſchieht dies nicht; ſo iſt die Vollziehung nichtig. Das Urteil, ſo die Guͤtertrennung ausſpricht, greift zuruͤck, und wirkt von dem Tage an, wo ſie 1448. Die perſoͤnlichen Glaͤubiger der Frau. — 5a0— koͤnnen, ohne ihre Einwilligung die Guͤtertrennung nicht fodern. 1 Wuͤrde indeſſen der Mann bankerott; ſo koͤn⸗ nen ſie die Rechte ihrer Schuldnerinn geltend ma⸗ chen bis zum Betrag ihrer Foderungen. 1447. Sehn die Glaͤubiger des Mannes, daß die Guͤtertrennung zum Nachtheil ihrer Rechte aus⸗ geſprochen wird; ſo koͤnnen ſte, obſchon ſie bereits vollzogen waͤre, dagegen einkommen. Sie koͤnnen ſelbſt bei der Inſtanz, worin auf Guͤtertrennung geklagt wird, auftreten, um ſie zu beſtreiten. 1448. Die Frau, wenn ſte die Guͤtertrennung bewirkt hat, muß zu den Koſten der Haushaltung und der Erziehung der gemeinſchaftlichen Kinder beitragen, und zwar nach Verhaͤltnis ihres Ver⸗ moͤgens und des Vermoͤgens ihres Mannes. Sie muß dieſe Koſten ganz tragen, wenn dem Manne nichts uͤbrig bleibt. 1448. Sobald die Frau vom Manne getrennt iſt, die Trennung betreffe nun ihre Perſonen zu⸗ gleich, oder ihre Guͤter allein; bekoͤmmt ſie die freie Verwaltung ihres Vermoͤgens wieder. Sie kann uͤber ihre bewegliche Habe verfuͤgen, und ſie veraͤuſſern. Ihn beräͤuſin fall er lihe Er 160 ichtlche veruſet te aalct ode vhht 6, tatte dde ſcilinge Nuter 1 ſed unne her Vat Wwilir ſih a d 151. wtdu na duc hasggeh 8i weden, — d) atanug t; ſo ke Atend na nes, dit cte aus e bereits konnen nenaung n. trenumy shalte Kinh tes 6. in hem hettennt nen 0” ſe di erjüyen — 52a1— Ihre unbeweglichen Guͤter aber kann ſie nicht veraͤuſſern ohne Bewilligung ihres Mannes, oder, falls er ſeine Bewilligung verweigert, ohne gericht⸗ liche Ermaͤchtigung. 1450. Wenn die alſo getrennte Frau mit ge⸗ richtlicher Ermaͤchtigung ein unbewegliches Gut veraͤuſſert hat; ſo haftet der Mann nicht dafuͤr, daß der daraus geloͤſte Preis nicht gehoͤrig iſt an⸗ gelegt oder wiederangelegt worden. Ein anders waͤre es, wenn er zu dem Contracte mitgewirkt haͤtte, oder wenn bewieſen wuͤrde, daß er die Kauf⸗ ſchillinge empfangen habe, oder baß ſ ſie zu ſeinem Nutzen gediehen ſind. 3 Er haftet dafuͤr, daß die Kaufſchillinge nicht ſind angelegt oder wiederangelegt worden wenn der Verkauf in ſeiner Gegenwart und mit ſeiner Bewilligung geſchehen iſt: er haftet aber nicht da fuͤr, daß die Anlegung auch nuͤtzlich ſey. 1451. Die Gemeinſchaft, die aufgeloͤſt wor⸗ den iſt durch Trennung von Bett und Tiſche(1), oder durch Trennung der Guͤter allein, kann wieder hergeſtellt werden durch beiberſeitige Einwitigung. Sie kann aher nicht anderſ wieder hergeſtellt werden, als durch einen notariellen Act, wovon (1) Welche allezeit die Erennun ber Guͤter nach ſich zieht. Art. z11. 5a2— die Urſchrift bleibt, und eine Ausfertigung davon muß in der durch den Art. 1445 vorgeſchriebenen Form angehefter werden. In dieſem Falle wirkt die wieder hergeſtellt Guͤtergemeinſchaft wieder vom Tage der Trauung an, und die Sachen kommen in den naͤmlichen Stand, als wenn nie eine Trennung geſchehen waͤ⸗ re; ohne Nachtheil jedoch der Vollziehung jener Handlungen, die etwa die Frau in dieſem Zwi⸗ ſchenraume vorgenommen hat, und wozu ſe der Art. 1449 berechtigte. Die Bedingungen, worunter die Guͤtergemein⸗ ſchaft wieder hergeſtellt wird, muͤſſen die naͤmlichen ſeyn, wie diejenigen, die ſie vorher regulirten. Waͤren ſie davon verlchſedem⸗ ſo iſt die Verabre⸗ dung nichtig. 1452. Die Gemeinſchaft mag aufhoͤren durch Eheſcheidung, durch Scheidung von Bett und Ti⸗ ſche, oder durch Guͤtertrennung allein, ſie macht die Rechte nicht faͤllig, welche die Frau in dem Falle hat, wo ſie den Mann uͤberlebt; aber ſie be⸗ haͤlt die Befugnis, dieſelben geltend zu machen — bei dem natürlichen oder duͤrgerllehen Dode lhrs Mannes. 9 Pon dir! der Net dhin 16 du Fru Nact hehtn jict unnuf begaathal be 164. dni de b ſaͤ nd nnül Eijelung 15. inn Tjelhe At engenom waicten, 1 in wig niat den uns ahm nust ten der 6 ſaufen ſh u3i duf die G ung Nahe eſchribna jenei Drauu namlcht hehen w ung jenn ſem 2. uſt der tergemeit nämlicht regulite Yetahr en durd und d emacht in den i ſſe b machet de ihn — 523— Vierter Abſchnitt. Von der Annahme der Guͤtergemeinſchaft, der Verzichtleiſtung darauf, mit den dahin einſchlaͤgigen Bedingungen. 1453. Nach aufgeloͤſter Guͤtergemeinſchaft hat die Frau, oder ihre Erben und die, welche ihr Recht haben, das Recht, ſte anzunehmen oder Ver⸗ zicht darauf zu leiſten: jede Verabredung, die das Gegentheil verfuͤgt, iſt nichtig. 1454. Es ſteht der Frau nicht mehr frei, auf die Gemeinſchaft Verzicht zu leiſten, wenn ſie ſich in die Guͤter derſelben gemiſcht hat. Handlungen, welche die bloſe Verwaltung oder Erhaltung bezwecken, beweiſen keine Einmiſchung. 1455. Hat einmal die Frau die Eigenſchaft einer Theilhaberinn an der Gemeinſchaft in einem Acte angenommen; ſo kann ſie nicht mehr darauf verzichten, noch ſich gegen dieſe ihre Eigenſchaft in den vorigen Stand ſetzen laſſen, ſelbſt dann nicht, wenn ſie ſie vor Errichtung des Inventari⸗ ums angenommen haͤtte. Hiebei wird jedoch vor⸗ ausgeſetzt, daß die Frau grosjaͤhrig, und von Sei⸗ ten der Erben des Mannes kein Vetrug unterge laufen ſey. 1456. Um die Befugnis zu behakten, Verzicht auf die Guͤtergemeinſchaft zu leiſten, muß die Frau — 524— in den erſten drei Monaten nach dem Tode ihres Mannes, ein getreues und genaues Verzeichnis oder Invertarium aller Guͤter der Gemeinſchaft aufertigen laſſen, und zwar in Beiſeyn der Erben ihres Mannes, oder doch, nachdem ſie gehöris da⸗ zu beſchieden ſind. Dieſes Verzeichnis muß ſte bei Schlieſung deſſelhen vor dem oͤffentlichen Beamten, der es aufgenommen hat, als wahrhaft und redlich he kraͤftigen. 1457. In den drei Monaten und vierzig Ta⸗ ge nach dem Tode ihres Mannes muß die Frau, wenn ſie Verzicht leiſten will, ihre desfallſige Er⸗ klaͤrung thun in der Gerichtſchreiberei des Gerichts erſter Inſtanz, in deſſen Bezirke ihr Mann wohn⸗ haft war. Die Erklaͤrung wird in das Regiſter eingeſchrieben, welches fuͤr die Turſagangen auf Erbſchaften beſtimmt iſt. 1458. Die Wittwe kann, je nachdem die Um⸗ ſtaͤnde ſind, bei dem buͤrgerlichen Gerichte eine Verlaͤngerung der Friſt nachſuchen, die ihr der vor⸗ hergehende Artikel vorſchreibt um Verzicht zu lei⸗ ſten, und ſie wird nach Befinden geſtattet, contra⸗ bictoriſch mit den Erben des Mannes, oder tach 1 dem ſie hehörig beſchieden ſind. 1459. Die Wittwe, die in der hieroben vor⸗ geſchriebenen Friſt nicht Verzicht geleiſtet hat, iſt feun dn delaſiig de und ſch ün nur, bis) an der beme und iht ſtle dis dehi ſt lui ſu un dhhiſü vrden, ven gchloſen n ubo. Gemanſche Theihaberin m Alüchſcht uuf liſe haltn 161, E Nana uünt lada a h ntn dher drei Janat det und de nach Ech Stitt num her dohe in Deicit öemenſoe der ee gehüti Schlieſen , der d dolich be dierſg à die Fin alſige 6 6 Gerit un woſr 5 Nexir ngen u die Um hte ein der vor t zu li conte der kat ben ten hol⸗ 1 — 525— barum der Befugnis, ihn zu leiſten, noch nicht verluſtig, wenn ſie nur ein Inventarium gemacht, und ſich uͤbrigens nicht eingemiſcht hat. Sie kann nur, bis zur Verzichtleiſtung, als Theilhaberinn an der Gemeinſchaft verfolgt und belangt werden, und ihr fallen die Koſten zur Laſt, die gegen ſie bis dahin ſind gemacht worden. Auch fann ſie nach Ablauf der vierzig Tage, vvpn Schlieſſung des Inventariums an, verfolgt werden, wenn letzteres vor den drei Monaten iſt geſchloſſen worden. 1460. Hat die Witwe einige Effecten der Gemeinſchaft verbracht oder verhehlt; ſo bleibt ſie. Theilhaberinn an der Gemeinſchaft, welche in ih⸗ rer Ruͤckſicht fortdauert, ungeachtet ſie Verzicht da⸗ rauf leiſtet. Eben ſo wird es mit ihren Erben ge⸗ halten. 1461. Stirbt die Witwe vor Ablauf der drei Monate, ohne das Inventarium gemacht oder vol⸗ lendet zu haben; ſo haben ihre Erben, um es 33 machen oder zu vollenden, eine neue Friſt von drei Monaten, von dem Tode der Witwe angerech⸗ net, und von vierzig Tagen, um zu berathſchlagen, nach Schlieſſung des Inventariums. Stirbt die Witwe, nachdem ſte das Invenka⸗ rium bereits vollendet hat; ſo haben ihre Erben, — 525— um zu berathſchlagen, eine neue Friſt⸗von vierzig Tagen, welche von ihrem Tode anfaͤngt. Ueberdies koͤnnen ſie auf die Guͤtergemeinſchaft Verzicht leiſten, nach den hieroben vorgeſchriebenen Formen; und die Art. 1458 und 1459 ſind aff ſie anwendbar. 1462. Die Verfuͤgungen der Art. 1456 u. f. ſind anwendbar auf Frauen von Menſchen, die buͤrgerlich todt ſind, von dem Augenblick an ge⸗ rechnet, wo der buͤrgerliche Tod angefangen hat. 1463. Im Falle der Eheſcheidung oder der ſeeſt oder Scheidung von Bett und Tiſche, muß die Frau in den drei Monaten und vierzig Tage nach dem endlichen Spruche, der eine oder die andere zullͤſt, die Guͤtergemeinſchaft annehmen: und hat ſie die⸗ ſelbe in jener Zeit nicht angenommen; ſo wird ſie angeſehn, als habe ſie Verzicht darauf geleiſtet, es ſey denn, daß ſie laufender Friſt eine Verlaͤnge⸗ rung bei Gericht erlangt habe, und zwar wieder in Beiſein ihres Mannes, oder nachdem er dalu gehoͤrig vorbeſchieden worden. 464. Glaͤubiger der Frau, wenn ſie finden, daß ſie oder ihre Erben zum Nachtheil ihrer Rech⸗ te Verzicht leiſten, koͤnnen die Verzichtleiſtung an⸗ fechten, und die Gemeinſchaft fuͤr ſich ſelbſt an⸗ nehmen. 35 g Tage! Inranttiun das Rect und ihn und ſale uung dirh hufe u ber die Gunen ud diſs d d Eewen Sie i ttn vühre hauſe ged den hauſ, ſcuſt ime Re Frau d 1 ſir zälung d lmuſzeiih 9.5 dunc da lohe dne und Fiien Pruu vii don di 2 Jemnih eſchtiälna i9 ſnd a 155 6, ſſchen, d ſik an ge den hat. J oder die in nach ſe ndere ul hat i ſo wiͤſ eleiſtel Verlang ar wied ner da ſie finda 3 iter Nch. eiſung th lht — 1— 1485. Waͤhrend der drei Monate und vier⸗ zig Tage, welche der Frau geſtattet ſind, um ein Inventarium zu machen und zu uͤberlegen, hat ſie das Recht, von dem vorhandenen Vorrath fuͤr ſich und ihre Hausbedienten die Nahrung zu nehmen, und falls kein ſolcher Vorrath da iſt, fuͤr Rech⸗ nung der gemeinſchaftlichen Maſſe zu dieſem Be⸗ hufe zu borgen, mit dem Beding, daß ſie dabei die Grenzen der Naͤſſigkeit nicht uͤberſchreite; und dieſes Recht hat ſie, ohne Unterſchied, ob ſie die Gemeinſchaft annimmt, oder drauf verzichtet. Sie iſt keine Miethe dafuͤr ſchuldig, daß ſie etwa waͤhrend jener Friſten in einem der Gemein⸗ ſchaft oder den Erben des Mannes zugehoͤrigen Hauſe gewohnt hat: und wenn die Eheleute in bem Hauſe, welches ſie bei Aufloͤſung der Gemein⸗ ſchaft inne hatten, zur Miethe wohnten; ſo traͤgt die Frau waͤhrend der naͤmlichen Friſten nichts zur Zalung dieſer Miethe bei, welche aus der ge⸗ meinſchaftlichen Maſſe venvunmen wird. 1466. In dem Fale, wo die Gemeinſchaft durch den Tod der Frau aufgeloͤſt wird, koͤnnen ihre Erben auf ſelbige verzichten in den Formen und Friſten, welche das Geſetz der uͤberlebenden Frau vorſhfeibe — — 528— Fuͤnfter Abſchnite. 3 Von Theilung der Gemeinſchaft nach der Annahme. 1467. Sobald die Frau, oder ihre Erben, 3 die Gemeinſchaft angenommen haben, wird der active Beſtand derſelben getheilt, und Schuldan und kaſten getragen, wie folgt. §. I Von Theilung des wirklichen Vermoͤgens. 1468. Die Eheleute oder ihre Erben werfen zur Maſſe des wirklichen Vermoͤgens alles ein, was ſie der Gemeinſchaft als Entſchaͤdigung odet Verguͤtung, nach den Regeln des aten Abſchnittes, erſter Abtheilung des gegenwaͤrtigen Capitels au. is ſind. 1469. Eben ſo bringt jeder Ehegenoſſe ödee ſein Erbe jene Summen wieder ein, die aus der Gemeinſchaft ſind gezogen worden, ober den Werth der Guͤter, die der Ehegenoſſe daraus genommen hat, um ein Kind aus einer andern Ehe auszu⸗ ſtatten, oder auch um ein gemeinſchaftliches Kind fuͤr ſich allein perſoͤnlich auszuſtatten, 1470. Von der ganzen Maſſe des Vermo⸗ gens nimmt jeder Ehegenoſſe, oder ſein Erbe, vorab, iſtend. ind voch biüt dot) d aun, Rer ſn an. da 1 hau du t Nh ant an T ait tu DWdoalie Ia hjagliher Mſa in hu Vai nihs a rett 11 tend den da ſirdit e ie Cmen tt. t nach ſen ihre Ee , wird d Schulde Pöens, ben wttn ss alles i aͤdigung wo. rAöſchnit gpitels t genoſſe voͤn ie aus der tden Weſ s genommt Chr aut ftuches d e des vrn et ſen 1 88— ſtens. Seine perſönlichen Guͤter, die nicht in die Gemeinſchaft gefallen ſind, wenn ſie noch in Natur vorhanden ſind, oder jene Guͤter, die an ihre Stelle enſind Ange auſh worden; ſers aber nicht wieder angelegt worden; 3tens. Die Entſchaͤdigungen, die chm uus der Gemeinſchaft gebuͤhren. 1471. Was die Frau berechtigt iſt vorab zu nehmen, das nimmt ſie vor dem Manne. In ſo 1 weit t dies ihr Recht Vermögen betrift, ſo nicht mehr in Natur vorhanden iſt, nimmt ſie es erſt von dem baaren Gelde, dann von dem be. weglichen Vermoͤgen, und aushilfsweiſe von den unbeweglichen Guͤtern der Gemeinſchaft. In die⸗ ſem letzten Falle haben die Frau und ihre Erben die Wahl, welches unbewegliche Stuͤck ſie nehmen wollen. 1472. Der Mann kann ſeine Wiedernahme⸗ rechte nur gegen die Guͤter die Gemeinſchaft gel⸗ tend machen. 7 Die Frau Fingegen und itre Erben greifen da⸗ fuͤr die perſoͤnlichen Guͤter des Mannes an, falls die Gemeinſchaft nicht zureicht. 35 atens. Den Werth der unbeweglichen Güͤter, 8 die waͤhrend der Gemeinſchaft ſind veraͤuſe 27 — 53½6— 1473. Von den Wiederanlegungen und Ver⸗ guͤtungen, welche den Eheleuten aus der Gemein⸗ ſchaft gebuͤhren, ſo wohl als von den Verguͤtun⸗ gen und Entſchaͤdigungen, die ſie der Gemeinſchaft ſchuldig ſind, laufen die Zinſen von Rechtswegen ohne weiteres von dem Tage der aufgeloͤſten Ge⸗ meinſchaft uuä. 1474. Nachdem beide Eheleute alles, wozu ſie berechtigt waren, von der Maſſe vorab genom⸗ man haben, wird der Reſt zur Haͤlfte unter die Eheleute oder ihre Stellvertreter getheilt. 1475. Wenn die Erben der Frau getheilt ſind, und zwar ſo, daß einer die Guͤtergemeinſchaft angenommen, der andere auf ſie verzichtet hat; ſo iſt derjenige, der angenommen hat, zu weiter nichts berechtigt, als zu ſeinem Erbtheil in den Guͤtern, welche unter das Loos der Frau fallen. Der Ueberreſt gehoͤrt dem Manne, wogegen dieſer dem verzichtenden Erben fuͤr alle Rechte haf⸗ tet, welche die Frau im Falle der Verzichtleiſtung ſelbſt haͤtte koͤnnen in Anſpruch nehmen, jedoch nur bis zum Belauf des perſonlichen Erbantheils des Verzichtenden.. 1475. Uebrigens hat man ſich bei der Thei⸗ jung der Gemeinſchaft in Hinſicht auf alles, was ihre Form, die Verſteigerung des unbeweglichen Vermoͤgens, wenn ſie noͤthig iſt, die Wirkungen tt dhellen und den A. Negels du i erdfolgeſ ſezt ſid 1 E Seminbet! ſnn zabel 1ℳ8. T (henmnoſſ he areſſen ii dlgang än eiegnnſa ahdenn lhſe tend geger d ſhft ngefl inricahn 19n, ge hanſa 1 Fein un u, Gangen de Aathell des und u hiſ 13,, da tanein in uhd Ue der bani n Denxähn Gewenſhit Nechädtge elöſtn b hes, nig ab genon untet die t. au gtti gemeinſtt ſichtere , zu nn heil unt au falln „wogegt dechte hi chtleiſtn en, ſedg Erbanthen à der 59 alts, 1 beweglc Prrhag — 531— der Theilung, die daraus entſtehende Verbuͤrgung, und den Mehrwerth auf einer Seite, nach den Regeln zu richten, die unter dem Titel von der Erbfolge fuͤr Theilungen unter Miterben feſtge⸗ ſetzt ſind. 2477. Ein Ehegenoſſt, der einige Effecten der Gemeinſchaft verbracht oder verhehlt hat, verliers ſeinen Anrheit an dieſen Effecten, 2„ss. Wenn nach vollendeter Theilung ein Ehegenoſſe perſoͤnlicher Schuldner des andern Ehe⸗ genoſſen iſt, wie wenn der Preis ſeines Gutes zur Tilgung einer perſoͤnlichen Schuld des andern Ehegenoſſen iſt verwendet worden, oder aus jeder andern Urſache; ſo macht er ſeine Foderung gel⸗ kend gegen den Theil, der letzterm an der Gemein⸗ ſchaft angefallen iſt, oder gegen die perſönlichen Guͤter deſſelben. 1479. perſönliche Foderungen, welche einem Ehegenoſſen gegen den andern zuſtehen, thun keine Zinſen, als vom Tage der gerichtlichen Einklage. 1480. Schenkungen eines Ehegenoſſen zu Gunſten des andern werden nur vollzogen in dem Antheil des Geſchenkgebers an der Gemeinſchaft, und in deſſen perſoͤnlichen Guͤtern. 1481. Die Trauer der Frau faͤllt den Erben des vorgeſtorbenen Mannes zur Laſt⸗ 35 — 532— Ihr Werth wird beſtimmt nach dem Vermi⸗ gen des Mannes. Sie gebuͤhrt der Frau ſelbſt in dem Falle, we ſie auf die Gemeinſchaft verzichte htatt. §. II. Von Schulden und Laſten der Gemeinſchaft, und dem heie derſeitigen Beitrag zu denſelben. 482. Beide Eheleute, oder ihre Erben, ver⸗ treten die Schulden der Gemeinſchaft zur Haͤlfte. 1 bidlch gm Zu ſolchen Schulden gehoͤren die Koſten der Ver⸗ ſiegelung, der Inventur, des Verkaufs der beweg. lichen Effecten, der Auseinanderſetzung, der Ver ſteigerung und der Theilung. 1483. Die Frau haftet, ſowohl gegen den Mann, als gegen die Glaͤubiger, fuͤr die Schul⸗ den der Gemeinſchaft nur ſo weit, als der Vor⸗ theil reicht, den ſie daraus gezogen hat Nur muß ſie ein getreues aufrichtiges Inventarium an⸗ gefertigt haben, und ſich berechnen ſowohl uͤber den Inhalt des Inventariums, als uͤber das, was ihr in der Theilung zugefallen iſt. 881 1484. Der Mann haftet fuͤr die geſammte Schuldenmaſſe der Gemeinſchaft, die er gemacht hat; jedoch bleibt ihm ſein Ruͤckanſpruch gegen die Frau ober ihre Erben fuͤr die Haͤlfte derſel⸗ ben. 8 barinſhrf le mn in hu cfröen, e Mwenat da 1185. JArüchn 8 ſcjit ſn la 195. lie hum und in i Hälte dnit Wenn in 1. ſhuit; ſt ba deidſ bindliclat 1. 19, t nm d fagejun ſ hin ſtr d hettlt n zur Häli den Rcka et deſen und dem n. Erben, d ſt zar häch ſien de N ifs der bem zang dr4. vaiſgor d fude t a m d an it vutrii mn ſoua ir uin t h N die t g kinprud n rhüu 1485. Er haftet nur fuͤr die Haͤlfte der per⸗ ſoͤnlichen Schulden eſeiner Frau, die der Gemein⸗ ſchaft zur kaß gefallen waren. 1486. Die Frau kann verfolgt werden fuͤr die ge ammte Schuldenlaſt, die von ihr herruͤhrt und in die Gemeinſchaft gefallen war: fuͤr die Haͤlfte derſelben kann ſie ſich aber wieder erholen gegen ihren Mann oder ſeine Erben. 1487. Obſchon ſich die Frau verſdulich ver⸗ bindlich gemacht hat fuͤr eine Schuld der Gemein⸗ ſchaft; ſo kann ſie doch nur fuͤr die Haͤlfte derſel⸗ ben verfvlgt werden, ausgenommen, wenn die Ver⸗ bindlichkeit ungetheilt oder ſolidariſch iſt. 1488. Hat die Frau an einer Schuld der Gemeinſchaft mehr als die Haͤlfte bezalt; ſo kann ſie von dem Glaͤubiger das Ueberbezalte nicht zu⸗ ruͤckfodern, wenn die Quittung nicht ausdruͤcklich vermeldet, daß das Ven alts ihre Haͤlfte if. 1489. Wenn gegen das unbewegliche— ſo einem von beiden Eheleuten in der Theilung zugefallen iſt, ein Pfandrecht ausgeuͤbt, und er mit⸗ hin fuͤr das Ganze einer gemeinſchaftlichen Schuld verfolgt wird; ſo hat er von Rechtswegen, um zur Haͤlfte einer ſolchen Schuld zu gelangen, ſei⸗ nen Ruͤckanſpruch gegen den andern Ehegenoſſen oder deſſen Erben. — — 824— 1490. Ungeachtet der vorhergehenden Verfe gungen kann bei der Theilung ausgemacht werden, daß einer oder der andere von den Mittheilenden einen gewiſſen Betrag der Schulden, der von der Haͤlfte verſchieden iſt, bezalen, oder ſatſ. 245 er ſie ganz bezalen ſolle. So oft einer von den Mittheilenden an den Schulden der Gemeinſchaft mehr bezalt hat, als der Theil war, den er darin zu tragen hatte, ſe oft hat er gegen den andern ein Erholungsrecht. 1491. Ales, was hieroben in Anſehung dis Mannes oder der Frau iſt geſagt worden, iſt eben⸗ falls auf die Erben des einen ſo wie des andern anwendbar; und dieſe Erben uͤben die naͤmlichen Rechte aus, und ſind den naͤmlichen Klagen un⸗ terworfen, wie der Ehegenoſſe, an deſſen Stelle ſi treten. Sechſter Abſchniet. 8 Dan Verzichtleiſtung auf die Gemeinſchaft und ihren Wirkungen. 1492 deiſtet die Frau Verzicht auf die be⸗ meinſchaft; ſo verliert ſte alle Rechte auf dieſelbe, und ſelbſt auf das bewegliche Vermoͤgen, ſo ſcch darin befindet, und von ihr hergekommen iſt. Sie kann nichts daraus nehmen, als bein⸗ wand und ſonſtiges Geraͤthe fuͤr ihren Gebrauch⸗ 448. Kcht wid jſens hir fo ir au s. did nt Innd 6 190 Penct daſlen Lun dm däubige. ln dend Nech de eine Ehl tüngich ihr aon ſin Ki 1G den an Fäende 1 gemath n n Mitthalem den, der wn er ſab u eilada an bejalt ſa, kragen hatt Rholuzeet n Anſähen worden ſile vie des ane die ninitt hen Klend eſſen eus t! geweinſe. . t auf di t auf diſ nogn, ſi onnan i ren/ 16 6 ug biu — 535— 717493. Die Frau⸗ wenn ſie venzichter, hat das Recht wiederzunehmen, iſtens. Die unbeweglichen Guͤter, die ihr ge⸗ hoͤren, wenn ſie noch in Natur vorhanden ſind, oder das unbewegliche Gut, ſo an ihre Stelle und in Gefolg der MWiederan⸗ legung iſt angeſchaft worden, atens. Den Preis ihrer veraͤuſſerten unbeweg⸗ lichen Guͤter, wovon die Wiederanlegung nicht geſchehen und angenommen worden iſt, wie hieroben geſagt worden, 3tens. Alle Entſchaͤdigungen, die ſie an b Gemeinſchaft zu fodern hat. 1494. Wenn die Frau auf die Gemeinſchafe Verzicht leiſtet; ſo braucht ſie zu den Schulden derſelben nicht beizutragen, ſowohl in Ruͤckſicht gegen den Mann, als in Raͤckſicht gegen die Glaͤubiger. Letztern haftet ſie jedoch in zwei Faͤl⸗ ljen; wenn ſie ſich naͤmlich mit ihrem Manne zu⸗ gleich verbunden hat, und, wenn die Schuld, die eine Schuld der Gemeinſchaft geworden iſt, ur⸗ ſpruͤnglich von ihr ſelbſt herkam. Allemal bleibt ihr aber ihr Ruͤckanſpruch gegen ihren Mann oder ſeine Erben. 1495. Sie kann alle hieroben angefuͤhrten Kla⸗ gen und Wiedernahmsrechte geltend machen, ſowohl = 536— gegen die Gaͤter der Gemeinſchaft, als nee de derſinlichen Guͤter des Mannes. Die naͤmlichen Rechte haben ihre Erben, mit Ausnahme des Rechtes jedoch, welches der Frau zuſteht in Ruͤckſicht auf Leinwand und ſonſtiges Geraͤthe fuͤr ihren Gebrauch, und auf Wohnung und Nahrung waͤhrend der Zeit, die fuͤr Verferti⸗ gung des Inventariums und zum Ueberlegen ge⸗ ſtattet iſt. Dieſe Rechte ſind blos der perſon der Köerlebenden Fran anklebig. * gerfigung, die geſetiiche Guͤtergemeinſchaft betreffend in dem Falle, woo ein Ehegenoſſe, oder beide, aus einer vorher⸗ gehenden Ehe Kinder haben. 1496. Alles was bisher geſagt worden, fin⸗ det ebenfalls ſeine Anwendung, wenn einer von den Eheleuten, oder beide, Kiber aus vorhetgehenden Ehen haben. Wenn indeſſen aus der Vermiſchung des be weglichen Vermoͤgens und der Schulden fuͤr einen Ehegenoſſen ein Vortheil enrſtaͤnde, der betraͤchtli⸗ cher waͤre, als derjenige, den der Art. 1098 unter dem Titel von Schenkungen unter Lebenden und Teſtamenten erlaubt; ſo ſteht den Vorkin⸗ dern eine Klage zu, die dahin zielt, daß ein ſol⸗ cher Vachei herabgeſezt werde. 44 . 40 S 4 1 Lun der Atet wyij Iip faglih 6 de beld 139 A gewi durch ur dine bon umüch ne an Hüts ang ttEin ches der dan und ſonſige uf Wohamg fir Varfen bberlegen 1 arſön dn in den ner vore vorden,) ner bon hergehenhe g des b mfür einn tbetracht 0gd kebenden den Verb daß ei Zweite Abtheilung. Von der vertragmaͤſſigen Guͤtergemeinſchaft, und den Ver⸗ abredungen, welche die geſetzliche Guͤtergemeinſchaft modiſiciren und ſogar ausſchlieſſen koͤnnen. 1497. Es ſteht den Eheleuten frei, die ge⸗ ſetzliche Guͤtergemeinſchaft zu modificiren durch je⸗ de beliebige Verabredung, welche den Art. 1387, 1588, 1589 und 1590 nicht zuwider laͤuft. Gewoͤhnlich und hauptſaͤchlich wird ſie da⸗ durch eingeſchraͤnkt, daß die Eheleute ſich irgend eine von folgenden Bedingungen: dabei aushalten: naͤmlich, iſtens. Daß nur die Errangenſchaff gemein⸗ ſchaftlich werden ſolle; atens. Daß das bewegliche Vermoͤgen, gegen⸗ waͤrtiges oder kuͤnftiges, nicht in die Ge⸗ meinſchaft fallen, oder doch nur zu einem gewiſſen Theile darin fallen ſolle; ztens. Daß man alles unbewegliche Vermoͤ⸗ gen, gegenwaͤrtiges oder zukuͤnftiges, oder nur einen Theil deſſelben in die Gemein⸗ ſchaft fallen laͤſt, und zwar dadurch, daß man es im Sinne zu beweglichem Vermoͤgen macht— durch die Semelih. machung— 0. () Ameublarement. Der Art. 1404 erklart naͤmlich, daß unbewegliches Vermoͤgen, ſo jemand vor der — 538— 4tens. Daß die Eheleute die Schulden, die ſha ſie vor der Ehe hatten, jeder insbeſondert 3 der Ge fͤr ſich, bezalen ſollen 3 1 allen! dea ün Stens. Daß es, im Falle der Verzichtleiſtung, oaiſitt der Frau frei ſtehen ſolle, ihr Eingebrach⸗ habe tes frei und ledig zuruͤcknehmen;— stens. Daß der Letzitebende ein Voraus h.(u ben folle; atam — uit stens. Daß unter ihnen eine Gemeinſchat ui unter allgemeinem Namen ſeyn ſolle. a ue 8ſͤrt Erſter Abſchnitt. ri Von der Geweinſchaft, die ſich blos auf tn uj das Errungene deſchraͤnkt. W. 14 1498. Wenn die Eheleute aushalten, daß ſ bi unter ihnen blos eine Gemeinſchaft der Errungen⸗ niher —. fäühi Ehe beſitzt, dder nach der Trauung durch Erbfob⸗ ge erlangt, nicht in die Gemeinſchaft iaͤllt. Die Eheleute koͤnnen hievon abgehen, ſie koͤnnen er⸗ klaͤren, daß dem ungeachtet, ſolches unbewegliches In Vermoͤgen gemeinſchaftlich werden ſolle, wie das 4 bewegliche. Sie geben durch eine ſolche Verab⸗ redung dem unbeweglichen Vermoͤgen die Natur des beweglichen, oder ſie machen es beweglich im Sinne und durch eine Erdichtung. Eine ſolche Verabredung hezft Ameublarement, Beweglichma⸗ neir Gung. ſit Säedda, insbtinan& nichtliſun Eingebea 7, Poraus ſe emeinſchſt ſolle lt n . iten, do Errungn ec Erhfol ält. Di kinnen a nbewtglice le, vie de nicht eit die Nu eweslih i eine ſäch eneslihn — 559— ſchaft beſtehen ſoll; ſo wird vermutet, daß ſie von der Gemeinſchaft haben ausſchlieſſen wollen nicht allein die gegenwaͤrtigen und zukuͤnftigen Schul⸗ den eines jeden von ihnen, ſondern auch ihre bei⸗ derſeitige gegenwaͤrtige und zukuͤnftige bewegliche Habe. In dieſem Falle, und nachdem jeder von den Eheleuten ſein Eingebrachtes, ſo wie es gehörig ausgemittelt iſt, vorabgenommen hat, wird weiter nichts getheilt, als das, was die Eheleute waͤh⸗ rend ihrer Verbindung entweder zuſammen oder je⸗ der insbeſondere errungen haben, die Errungen⸗ ſchaft komme nun her aus dem gemeinſamen Be⸗ trieb, oder aus den Erſparniſſen von den Fruͤch⸗ ten und Einkuͤnften der beiderſeitigen Guͤter. 1499. Wenn uͤber das bewegliche Vermoͤgen, ſo bei der Trauung ſchon vorhanden war, ober nachher angefallen iſt, kein Inventarium oder Ver⸗ zeichnis in gehoͤriger Form iſt verfertigt worden; ſo wird es als Errungenſchaft angeſehn. Zweiter Abſchnitt. Von der Claaſel, welche das bewegliche Vermoͤgen ganz oder zum Theil von der Gemeinſchaft ausſchlieſt. 1500. Die Eheleute koͤnnen von ihrer Ge⸗ mein ſchaft ihre ganze bewegliche Habe, gegenwaͤr⸗ tige und zukuͤnftige, ausſchlieſſen. Halten ſte unter ſich aus, daß ſie gegenſeitig bis auf eine beſtimmte Summe oder bis zu einem beſtimmten Werthe bewegliches Vermoͤgen in die Gemeinſchaft legen wollen; ſo wird eben darum vermutet, daß ſie das uͤbrige davon ausgeſchloſſen und fuͤr ſich behalten haben. 1501. Iſt dieſe Clauſel beigefuͤgt; ſo wird dadurch der Ehegenoſſe der Guͤtergemeinſchaft die Summe ſchuldig, die er darin zu legen verſpro⸗ chen hat, ſo wie ſie ihn verbindlich macht, dieſe Einbringung zu beweiſen. 5 15 03a. In Anſehnng des Mannes iſt hin⸗ laͤnglich bewieſen, daß das Einzulegende wirklich eingelegt worden iſt, wenn der Ehecontract die Er⸗ klaͤrung enthaͤlt, daß ſein bewegliches Vermögen einen ſolchen Werth hade. In Anſehung der Frau iſt jene Einbringung hinlänglich durch die Quittung bewieſen, die der Mann ihr, oder denjenigen giebt, die ſie ausge⸗ ſtattet haben. 1503. Wenn das bewegliche Vermoͤgen, das ein Ehegenoſſe bei Schlieſſung der Ehe eingebracht, oder das ihm nachher zugefallen iſt, mehr betraͤgt, als das, was er in die Gemeinſchaft legen woll⸗ te; ſo hat er bei Auſtoͤſung der Gemeinſchaft das Recht, dieſen Werth wieder und vorab zu neh. men. 1 ——— i. bon den du Juve den. hut gen, ſt nacht ode der Veh Sculden nſebe! R falnen! terum heſtaben And ſchg he Aect ¹ Dun der wo. weh iht, beweglch ſchlagen Dentg — 0) R ghh bis z inm nigen i i then denn ogeſclüße 17 wie ſſcheft die berſpto⸗ nct dieſe h de virllch aet die 6 Vermähn Hringung die der ausge zen, das gebrach beträg gen wol⸗ heſt de u nn. — 544— 15e4. Alles bewegliche Vermoͤgen, ſo jedem von den Eheleuten ſtehender Ehe zufaͤllt, muß durch ein Inventarium oder Verzeichnis beurkundet wer⸗ den. Hat der Mann uͤber das bewegliche Vermoͤ⸗ gen, ſo ihm zugefallen iſt, kein Inventarium ge⸗ macht, ober iſt keine Urkunde vorhanden, wodurch der Werth und Beſtand deſſelben nach Abzug der Schulden bewieſen wird; ſo hat er in Ruͤckſicht deſſelben kein Wiedernahmsrecht Iſt hingegen von ewegkichem d der Frau zuge⸗ fallenen Vermoͤgen die Rede, woruͤber kein Inven⸗ tarium gemacht worden; ſo kann ſie den Werth deſſelben beweiſen durch Urkunden, durch Zeugen, und ſelbſt durch den gemeinen Ruf. Das naͤmli⸗ che Recht haben ihre Erben. Dritter Abſchnitt. Von der Clauſel der Beweglichmachung. 1505. Wenn die Eheleute, oder einer von ih⸗ nen, ihr ganzes gegenwaͤrtiges und zukuͤnftiges un⸗ bewegliches Vermoͤgen in die Guͤtergemeinſchaft ſchlagen; ſo nennt man eine ſolche Verabredung Beweglichmachung(1). (1) Ameublissemens, — 542— 1506. Die Beweglichmachung kann entweder beſtimmt oder unbeſtimmt ſeyn. Sie iſt beſtimmt, wenn der Ehegenoſſe erklaͤre hat, daß er ein gewiſſes Grundſtuͤck ganz oder bis zum Betrag einer gewiſſen Summe beweglich ma⸗ che oder unter die Gemeinſchaft ſchlage. Sie iſt unbeſtimmt, wenn der Ehegenoſſe blos erklaͤrt hat, daß er ſein unbewegliches Ver⸗ moͤgen bis zum Betrag einer gewiſſen Summe zur Gemeinſchaft bringe. 1507. Die beſtimmte Beweglichmachung hat zur Folge, daß das unbewegliche Gut, oder die unbeweglichen Guͤter, die darunter begriffen ſind, Guͤter der Gemeinſchaft Berben wie die bewegli⸗ chen Guͤter ſelbſt. Wenn das unbewegliche Gut, oder die unbe⸗ weglichen Guͤter der Frau fuͤr's Ganze beweglich gemacht werden; ſo kann der Mann daruͤber ver⸗ fuͤgen, wie uͤber ſonſtige bewegliche Effecten der Gemeinſchaft, und ſie ganz veraͤuſſern. Iſt aber irgend ein Grundſtuͤck nur bis auf eine gewiſſe Summe beweglich gemacht worden; ſo kann es der Mann nur mit Bewilligung ſeiner Frau veraͤuſſern. Hingegen kann er es ohne ihre Bewilligung verpfaͤnden, aber doch nur vis zum Betrag des beweglich gemachten Theils. ldol. zeweglich kein Eigen aine ſil blos die Eufic btriprech pens di De jerden A din Aone te de d Thel z dder nit dewiglit 1409 deglich ge iginn, es ſtreden ſ n San dun dir due jſan ſa ſen vt ſobald der die ann enge tmoſſe ti an; oder h kitgenoſe lches Ven dunme ſor zchung hat 5, oder d iffn ſd e bevig die unben beweglich uͤber ver eeten des t bis uf worden, ung ſeine ohge ü ris A 4508. Dadurch, daß Grundſtuͤcke unbeſtimmt beweglich gemacht werden, erlangt die Gemeinſchaft kein Eigentum daruͤber: ſondern der Ehegenoſſe, der eine ſolche Abrede eingegangen, nimmt dadurch blos die Verbindlichkeit auf ſich, einige ſeiner Grundſtuͤcke bis zum Betrag der Summe, die er verſprochen hat, in die Maſſe fallen zu laſſen, wenn die Gemeinſchaft aufgelöſt wird. Der Mann iſt nicht befugt, wie im votherge⸗ henden Artikel, die unbeweglichen Guͤter, welche eine Abrede unbeſtimmt beweglich gemacht hat, oh⸗ ne bie Einwilligung ſeiner Frau ganz oder zum Theil zu veraͤuſſern; aber er kann ſie verpfaͤnden oder mit Hypotheke beſtricken bis zum Betrag der Beweglichmachung. 1509. Der Ehegenoſſe, der ein Erbſtuͤck be⸗ weglich gemacht hat, iſt bei der Theilung berech⸗ eigtigt, es an ſich zu halten, und auf ſeinen Theil ſchreiben zu laſſen fuͤr den Preis, den es alsdenn hat. Seine Erben haben das naͤmliche Recht. Vierter Abſchnitt. Von der verabredeten Schuldenabſonderuns. 1510. Haben die Eheleute verabredet, daß jeder ſeine perſoͤnlichen Schulden beſonders beza⸗ len wolle; ſo entſteht daraus fuͤr ſie die Pflicht, ſobald die Gemeinſchaft aufgeloͤſt iſt, ſich einan⸗ der die Schulden in Rechnung zu bringen, weichs — ℳ☛— erweislich durch die Gemeinſchaft faͤr diejenigen . fhifen, von ihnen, dem ſie zur kaſt lagen, bezalt worden bhegenſ ſind. dern Ehes 8 das Eunh Dieſe Verbindlichkeit iſt die nämliche, es mag ein Inventarium errichtet worden ſeyn, oder nicht. la Wenn ader die von den Eheleuten eingebrachte be⸗ ben, dch wegliche Habe nicht durch ein Inventarium oder ſole; t authentiſches Verzeichnis, welches der Trauung al ainen vorhergegangen, ausgemittelt iſt; ſo koͤnnen die ha duuuun Glaͤubiger des einen wie des andern Ehegenoſſen ihre Foderungen geltend machen gegen das nicht uu verzeichnete Vermögen, wie gegen das geſammtte is(hn Vermoͤgen der Gemeinſchaft, ohne Ruͤckſicht auf ut uls irgend einen Unterſchied, den man darin machen ung gewae wollte. anden 6 . 3 it, vec Das naͤmliche Recht haben die Glaͤubiger auf hha ehe das bewegliche Vermoͤgen, welches etwa den Ehe⸗ eam herſänl leuten waͤhrend der Gemeinſchaft zugefallen iſt, nd in zul wenn es ebenfalls nicht durch ein Inventarium i brichih oder authentiſches Verzeichnis iſt ausgemittelt und⸗ ſct dad beurkundet worden. aſixende m üjcge 1511. Bringen die 1ehekent, eine gewiſſe 1 Summe oder ein gewiſſes fuͤr ſich beſtehendes dasg Stuͤck in die Gemeinſchaft; ſo wird dabei die ſtill. inh ien ſchweigende Verabredung vermutet, daß eine ſol⸗ eit auss che Summe oder ein ſolches Stuͤck nicht eühn, mit den Schulden beſchwert iſt, die vor daf dr. der Trauung vorhanden waren; und der bemenſc ſer dijnen daat da nice, an 7, oder ſich Gebrachkeh terium it er Trauun fännen die Ehegenoſſn das nicht d geſnnte dckſicht af arin wach läubigern den d efallen i ventariun nittelt und 1 ne geſt chng Güſs jen tick vitt dü. 2 und N = 16— Ehegenoſſe, der damit beſchwert iſt, muß dem an⸗ dern Ehegenoſſen alle jene Schulden verguͤten, die das Eingebrachte vermindern koͤnnten. 1512. Obſchon die Eheleute verabredet ha⸗ ben, daß jeder ſeine Schulden beſonders bezalen ſolle; ſo fallen dem ungeachtet der Gemeinſchaft alle Zinſen und Ruͤckſtaͤnde zur Laſt, welche ſeit der Trauung verfallen ſind. 1515. Wenn die Gemeinſchaft fuͤr Schulden eines Ehegenoſſen verfolgt wird, der im Ehecon⸗ traete als frei und ledig von allen vor der Trau⸗ ung gemachten Schulden erklaͤrt war; ſo iſt der andere Ehegenoſſe zu einer Entſchäͤdigung berech⸗ tigt, welche entweder von dem Antheil des ſchul⸗ digen Ehegenoſſen in der Gemeinſchaft, oder von den perſoͤnlichen Guͤtern deſſelben genommen wird. Und im Falle, wo dies alles nicht zureicht, kann die Entſchaͤdigung, nach Art der Verbuͤrgung, nach⸗ geſucht werden gegen den Vater, die Mutter, den aufſteigenden Verwandten oder den Vormund, der den Ehegenoſſen fuͤr frei und ledig erklaͤrt hat. Das Recht, ſo aus einer ſolchen Verbuͤrgung ent⸗ ſteht, kann der Mann ſelbſt waͤhrend der Gemein⸗ ſchaft ausuͤben, wenn die Schuld von ſeiner Frau herruͤhrt; wobei ſich indeſſen von ſelbſt verſteht, daß die Frau, oder ihre Erben, nach aufgeloͤſter Gemeinſchaft ſolchen Buͤrgen das Bezalte erſtatten muͤſſen.. 3 1 36 1 — 548— Fuͤnfter Abſchnitt. Von der der Frau zugeſtandenen Beſusnis ihr Eingebrachtes frei und ledig wieder zu nehmen. 1514. Die Frau kann ſich ausbedingen, daß ſte in dem Falle, wo ſie auf die Gemeinſchaft Ver⸗ zicht leiſtet, das, was ſie vor oder nach der Trau⸗ ung eingebracht hat, ganz oder zum Theil wieder nehmen koͤnne. Unter einer ſolchen Verabredung iſt aber nur das begriffen, was darin foͤrmlich ausgedruͤckt iſt, und ſie kann nur ſolchen Perſonen nuͤtzen, die darin bezeichnet ſind. So erſtreckt ſich die Befugnis, das bewegliche Vermögen wieder zu nehmen, welches die Frau bei der Trauung eingebracht, nicht auf jenes bewegli⸗ che Vermoͤgen, das ihr ſtehender Ehe zugefallen iſt. So erſtreckt ſich die der Frau zugeſtandene Befugnis nicht auf die aufſteigenden und Seiten⸗ erben.— In allen Faͤllen kann das Eingebrachte nicht wieder genommen werden, als nach Abzug der perſoͤnlichen Schulden der Frau, welche die Ge⸗ meinſchaft etwa bezalt hat. Ton 1bu eine beſt bende E Theilung/ Quantiät nehmen ſ aus, hi abt, kein ſcaft ann un da wart wo duſe i des monnen kan des d lb. dihathttt 1 (ükeien d Ils tn 8 dhn. natinlche itt. en Leſetn d ledig dingen, l ſeinſchaſt e ich der Ta Theil wiehn Derabredun aein foewlit hen Perſore das bewegli die Fruii enes benni zugefalni zugeſtanda nd Seit rachte nih Abzug de ch di Sechster Abſchnitt. Von dem vertragmaͤſſigen Voraus(1). 1515. Zuweilen wird im Ehecontracte durch eine beſondere Clauſel beſtimmt, daß der uͤberle⸗ bende Ehegatkte, vor und unabhaͤngig von aller Theilung, eine gewiſſe Summe oder eine gewiſſe Quantitaͤt beweglicher Effecten in Natur vorab nehmen koͤnne. Dies iſt das vertragmaͤſſige Vor⸗ aus. Hiezu hat aber die Frau, wenn ſie laͤnger lebt, kein Recht, als in ſo weit ſie die Gemein⸗ ſchaft annimmt; es ſey denn, daß ihr im Ehecon⸗ tratte dieſes Recht auch fuͤr den Faul zugeſtanden waͤre, wo ſie Verzicht leiſtete. Auſſer dem Falle eines ſolchen Vorbehalts, wird das Voraus nur von der theilbaren Maſſe genommen, und nicht von den perſoͤnlichen Guͤ⸗ tern des vorgeſtorbenen Ehegenoſſen. 1516. Das vertragmaͤſſige Voraus wird nicht betrachtet als eine Beguͤnſtigung, welche den Feier⸗ lichkeiten der Schenkungen unterworfen iſe ſondern als eine Eheverabredung. 1517. Es wird fäͤllig oder eröfnet durch den nakuͤrlichen oder buͤrgerlichen Tod. 36* (1) Preclput eonpentionnel. — 548— 1518. In dem Falle, wo ſich die Gemein⸗ ſchaft durch Eheſcheidung oder durch Scheidung von Tiſch und Bette aufloͤſt, kann die Ablieferung des Voraus nicht gleich gefodert werden; der Ehe⸗ genoſſe aber, der die Eheſcheidung oder die Schei⸗ dung von Tiſch und Bette erwirkt hat, behaͤlt ſei⸗ ne Rechte darauf, in ſo weit er den andern uͤber⸗ lebt. Iſt es die Frau, welche die Scheidung er⸗ langt hat; ſo bleibt die Summe oder die Sache, die das Voraus ausmacht, allezeit einſtweilen bei dem Manne, welcher aber Buͤrgſchaft dafuͤr leiſten muß. 1519. Die Glaͤubiger der Gemeinſchaft ha⸗ ben allezeit das Recht, die in dem Voraus begriſ⸗ fenen Sachen verkaufen zu laſſen: dem Ehegenoſ⸗ ſen bleibt aber in ſolchen Faͤllen ihr Erholungs⸗ recht gegen die Maſſe, gemaͤs dem Art. 1515. Siebenter Abſchnitt. Von Verabredungen, die den Eheleuten ungleiche Theile in der Gemeinſchaft anweiſen. 15a0. Es iſt den Eheleuten unbenommen, ſich dahin zu vereinbaren, daß die Gemeinſchaft nicht unter ſie gleich getheilt werden ſolle, wie ſonſt das Geſetz vorſchreibt; und ſie koͤnnen daher uͤbereinkommen, daß der letztlebende Ehegenoſſe, oder ſeine Erben, an der Gemeinſchaft einen klei⸗ nern Theil als die Haͤlfte, oder daß er ſuͤr ſeinen Antheil Sunme! daß dien dem leztt ihnen, zug 1hal. beaßf ii ewiſen T die in de p eingaſct nur ſu den heals da nehwen. De! d aſo en, di Kil in d äiſahn r HSäcialden te m ül ſe an, un den E zanzen dehr ſode vind dine und Togt der ſein WAuungene de demen ih Schdun dlltina en; dahe er die Echh behaͤlt ſh ndern üle, heidung e die Gache ſweilen bei afüt leiſen inſchaſt ſo raus begi Ehegen Erholange 1515, . eleuten! ſchaft benomme emeinſcht ſolt vi annen duſe Ehexeu teina lh 3 ſir ſinn 2— 549= Antheil an der Gemeinſchaft nur eine feſtgeſetzte Summe haben ſolle; ſie koͤnnen ſogar ausmachen, daß die ganze Gemeinſchaft, in gewiſſen Faͤllen, dem letztlebenden Ehegenoſſen, oder blos einem von ihnen, zugehoͤren ſolle. 1521. Iſt nun die Verabredung ſo getroffen, daß ein Ehegenoſſe, oder ſeine Erben, nur einen gewiſſen Theil an der Gemeinſchaft haben ſollen, wie ein Drittel oder ein Viertel; ſo traͤgt der al⸗ ſo eingeſchraͤnkte Ehegenoſſe, oder ſein Erbe, auch nur zu den Schulden bei nach Verhaͤltnis des An⸗ theils, den er, oder ſie, in dem activen Beſtande nehmen. Die Verabredung iſt ganz nichtig, wenn ſie dem alſo beſchraͤnkten Ehegenoſſen, oder ſeinen Er⸗ ben, die Verbindlichkeit auflegt, einen ſtaͤrkern Theil in den Schulden zu tragen, oder wenn ſie dieſelben von der Verbindlichkeit losſpricht, zu den Schulden verhaͤltnismaͤſſig eben ſo viel beizutra⸗ gen, als ſie von dem wirklichen Vermoͤgen erhalten. 15a2. Wenn verabredet worden, daß einer von den Eheleuten, oder ſeine Erben, anſtatt ih⸗ res ganzen Anſpruches auf die Gemeinſchaft nichts mehr fodern koͤnnen, als eine gewiſſe Summe; ſo wird eine ſolche Clauſel als ein Handel in Bauſch und Bogen angeſehn, und der andere Ehegenoſſe; oder ſein Erbe, iſt alsdenn gehalten, die ausbe⸗ dungene Summe zu bezalen, die Gemeinſchaft mag — 550— 8₰ nun gut oder ſchlecht ſtehen, und zur Jalung der Summe hinreichen oder nicht. 1523. Iſt aber die Verabredung ſo eingerich⸗ tet, daß die Beſtimmung nach Art eines Handels in Bauſch und Bogen nur in Ruͤckſicht der Erben des Ehegenoſſen Statt hat; ſo iſt dieſer letztere im Falle, wo er der Letztlebende iſt, bei der Theilung die geſetzliche Haͤlfte zu fodern berechtigt. 1524. Wenn der Mann, oder ſeine Erben, vermoͤge der im Art. 1520. bemeldeten Clauſel, die geſammte Gemeinſchaft behalten; ſo muͤſſen ſie auch alle Schulden derſelben bezalen. In dieſem Falle haben die Glaͤubiger weder eine Klage gegen die Frau, noch gegen ihre Erben. Iſt es die uͤberlebende Frau, die vermittelſt einer ausbedungenen Summe das Recht hat, die ganze Gemeinſchaftsmaſſe gegen die Erben des Mannes zu behalten; ſo hat ſie die Wahl, ob ſie ihnen dieſe ausbedungene Summe bezalen wolle, wogegen ſie dann alle Schulden uͤbernehmen muß, oder ob ſtie auf die Gemeinſchaft Verzicht leiſten, und den Erben des Mannes Vermoͤgen und Laſten derſelben uͤberlaſſen wolle. 15a5. Es ſteht den Eheleuten frei, die Ver⸗ abredung zu treffen, daß die geſammte Gemein⸗ ſchaftsmaſſe dem Letztlebenden oder einem von ih⸗ nen allin den des die Coyi die in! denſenig Enne Bwinſig der Ehen ſache odet ſanden! ſäſtais 9 1596 utt ii hule ihr gen' gagen viche ihr dda zuch grit. Rie den ſchin duagen ralunh ſo engeit nes Henda t der Erha er legterein e Theilung t. eine Eden, Clauſel die ſen ſe auc biger wehr ihre Erha vermitti that, d Erben dei ahl, oh alen wolh wen nii zict leſt und kaſn gte Gauin nn un — 551 nen allein gehoͤren ſolle, in welchem Falle die Er⸗ ben des andern Ehegenoſſen das Eingebrachte und die Capitalien wieder zu nehmen berechtigt ſind, die in die Gemeinſchaft gefallen ſind, und von demjenigen herruͤhren, den ſie vertreten. Eine ſolche Verabredung wird nicht als eine Beguͤnſtigung angeſehn, die den Regeln in Betref der Schenkungen, entweder in Ruͤckſicht der Haupt⸗ ſache oder in Ruͤckſicht der Form, unterworfen iſt, ſondern blos als eine Eheverabredung unter Ge⸗ ſellſchaftsgliedern. Achter Abſchnitt. Von der Gemeinſchaft unter algemeinen Namen. 1526. Die Eheleute koͤnnen in ihrem Ehecon⸗ tracte eine allgemeine Guͤtergemeinſchaft errichten, welche ihr bewegliches und unbewegliches Vermoͤ⸗ gen, gegenwaͤrtiges und zukuͤnftiges, begreift, oder welche ihr ganzes gegenwaͤrtiges Vermoͤgen allein, oder auch ihr Inkuͤnftiges Vermögen allein be⸗ greift. Verfügungen, die den acht vorhergehenden Abſchnitten gemein ſind. 15a7. Was in den acht vorhergehen den Ab⸗ ſchnitten geſagt worden iſt, ſchraͤnkt die Verabre⸗ dungen, deren die vertragmaͤſſige Gemeinſchaft faͤ⸗ — 552— hig iſt, nicht gerade auf die barin vorkommenden Verfuͤgungen ein.— Die Eheleute koͤnnen jede andere beliebige Verabredung treffen, wie im Art. 1387 geſagt worden, wenn ſie ſich uͤbrigens nur nach den Ver⸗ fuͤgungen der Art. 1388, 1589 und 1590 richten. Sind inbeſſen Kinder aus einer vorhergehen⸗ den Ehe vorhanden; ſo iſt jede Verabredung un⸗ guͤltig, die zur Folge haͤtte, daß ein Ehegenoſſe mehr bekaͤme, als der Art. 1098 unter dem Titel von Schenkungenunter Lebenden und Deſta⸗ menten ihm zu geben erlaubt, und zwar iſt ſie unguͤltig in Ruͤckſicht auf alles, was er mehr als dieſen erlaubten Theil bekaͤme. Was aber die blo⸗ ſen Vortheile betrift, welche aus dem gemeinſchaft⸗ lichen Betrieb ſo wie aus den Erſparniſſen von den gegenſeitigen Einkuͤnften erwachſen, fo werden dieſelben, wenn ſie ſchon ungleich ſind, nicht als Beguͤnſtigungen betrachtet, welche zur Verkuͤrzung der Kinder erſter Ehe geſchehen. 1528. Die vertragmaͤſſige Guͤtergemeinſchaft ſteht unter den Regeln der geſetzlichen Guͤterge⸗ meinſchaft fuͤr alle Faͤlle, worin der Ehecontract keine ausdruͤckliche Aenderung in denſelben enthaͤlt, oder in ſo weit eine Aenderung derſelben nicht nothwendig daraus gefolgert werden muß. ſich ohnen dee Frau u bitr M pn! 1699 ſch ohne ihr Vern ſoll, ohne Srauſſcht kanun di . Don de te¹ 1550 inanehmen renma, btge, dem in haade. 1, wexlice and uinh ſte at der(he aher wier die Gitt dünnti tre bälin dögy gſ ach dengn doo iihin orhetgehen tedung an ehegmoſe dem dieel und deſte war iſ ſe er meht at ber die ho meinſchun miſſen da ſo werda nicht ab zerkükzung weinſchat Güteroe hecontrac en enthitt dben nih 1 — 553— Neunter Abſchnitt. Von Verabredungen, welche die Gemein⸗ ſchaft ausſchlieſſen. 1529. Wenn die Eheleute erklaͤren, daß ſie ſich ohne Guͤtergemeinſchaft heirathen, oder daß ihr Vermoͤgen abgeſondert und getrennt bleiben ſoll, ohne ſich gerade unter das Verhaͤltnis des Brautſchatzes zu ſetzen; ſo reguliren ſich die Wir⸗ kungen einer ſolchen Verabredung auf folgende Art. 3. 1 Von der Verabredung, d aß ſich die Eheleu⸗ te ohne Gütergemeinſchaft heirathen. 1530. Obſchon die Eheleute erklaͤren, daß ſie ſich ohne Guͤtergemeinſchaft heirathen; ſo bekoͤmmt die Frau dadurch das Recht noch nicht, ih⸗ re Guͤter zu verwalten, oder die Fruͤchte davon einzunehmen. Es wird vielmehr vermutet und an⸗ genommen, daß ſie dieſe Fruͤchte dem Manne ein⸗ bringe, damit er davon die Laſten der Ehe beſtrei⸗ ten koͤnne. 1531. Der Mann behaͤlt die Verwaltung der beweglichen und unbeweglichen Guͤter ſeiner Frau, und mithin das Recht, alles bewegliche Vermoͤgen, ſo ſie als Mitgabe einbringt, oder das ihr ſtehen⸗ der Ehe zufaͤllt, einzunehmen. Er muß daſſelbe aber wiedergeben, ſobald die Ehe aufgeloͤſt, oder die Gutertrennung gerichtlich ausgeſprochen wird. — 554— 153a. Befinden ſich unter dem Beweglichen Vermoͤgen, welches die Frau als Mitgabe ein⸗ bringt, oder welches ihr ſtehender Ehe zufällt, Sa⸗ chen, die man nicht brauchen kann, ohne ſie zu verbrauchen; ſo muß dem Ehecontracte ein Ver⸗ zeichnis angehaͤngt werden, worin dieſelbe geſchaͤtzt ſind, oder es muß daruͤber ein Inventarium er⸗ richtet werden zur Zeit, wo ſie der Frau anfallen, und der Mann muß ihren Werth unch d der Schaͤ⸗ tzung erſetzen. 1533. Dagegen hat der Mann alle Laſten zu tragen, die einem Nutznieſſer obliegen. 1534. Ungeachtet der in gegenwaͤrtigem Pa⸗ ragraph bemeldeten Clauſel kann verabredet wer⸗ den, daß die Frau jaͤhrlich, und gegen Quittun⸗ gen von ihr allein, einen gewiſſen Betrag ihrer Einkunfte einnehmen ſolle fuͤr ihren Unterhalt und ihre perſoͤnlichen Beduͤrfuiſſe. 1535, Unbewegliche Guͤter, welche in dem Falle des gegenwaͤrtigen Paragraphs zum Braut⸗ ſchatz beſtellt ſind, ſind nicht unveraͤuſſerlich. Sie koͤnnen jedoch nicht veraͤuſſert werden oh⸗ ne Einwilligung des Mannes, und falls dieſer ſeine Einwilligung verſagt, ohne gerichtliche Er⸗ maͤchtigung. uin d Lot 155 ktatte bet nogn 9e die villg beweglier Einkäufte 1ſ. dungen, dber de taägt di ines Or 1835 nüewegle Einmiligur wait, 0f dugn fü (öen ſigang welcht d nach den 15 find, d ſo it e derahin Nitzunt n e zufält d ohne 1— acte ein N ſlde geſtig entarlum a kau anfala der Sch le kußt zärtigen o abredet d hen Quttw Setrag ie terhalt u he in da um Drau erlich. werden fus i ſictich 5 — 55⁵55— §. II. Von der Clauſel der Guͤtertrennung. 1536. Wenn die Eheleute in ihrem Ehecon⸗ tracte verabredet haben, daß ihr beiderſeitiges Ver⸗ mögen getrennt bleiben ſoll; ſo behaͤlt die Frau die voͤllige Verwaltung ihrer beweglichen und un⸗ beweglichen Guͤter, und den freien Genuß ihrer Einkuͤnfte. 1457. Jeder von den Eheleuten traͤgt zu den Laſten der Ehe bei nach Masgabe der Verabre⸗ dungen, die ihr Ehecontract enthaͤlt; und wenn uͤber dieſen Gegenſtand nichts verabredet iſt; ſo traͤgt die Frau zu jenen Laſten bei bis zum Betrag eines Drittels ihrer Einkuͤnfte. 1538. In keinem Falle kann die Frau ihre unbeweglichen Guͤter veraͤuſſern ohne die beſondere Einwilligung ihres Mannes, oder, falls er ſich weigert, ohne gerichtliche Ermaͤchtigung. Verabre⸗ dungen fuͤr das Gegentheil waͤren ohne Kraft. Eben ſo nichtig waͤre jede allgemeine Ermaͤch⸗ tigung, ihre unbeweglichen Guͤter zu veraͤuſſern, welche der Frau entweder im Ehecontracte oder nach demſelben gegeben wuͤrde. 1539. Hat die Frau, deren Guͤter getrennt ſind, den Genuß derſelben ihrem Manne gelaſſen; ſo iſt dieſer, es ſey nun die Frau, die eine ſolche — 556— Foderung gegen ihn macht, oder bei Aufioͤſung der Ehe ihre Erben, zu weiter nichts gehalten, als die noch vorhandenen Fruͤchte beizubringen, und er iſt keine Rechenſchaft ſchuldig in Anſehung der Fruͤchte, die bis zu dieſer Zeit verzehrt ſind. Drittes Capitel. Von dem Verhaͤltniſſe des Brautſchatzes(1). 1540. Brautſchatz iſt unter dem Verhaͤlt⸗ niſſe, wovon hier die Rede iſt, wie unter dem Verhaͤltniſſe, wovon im zweiten Capitel die Rede iſt, jenes Vermoͤgen, ſo die Frau dem Manne zu⸗ bringt, um daraus die Laſten der Ehe zu beſtrei⸗ ten(2). 1541. Alles, was die Frau ſich zum Braut⸗ ſchatz beſtellt, oder was ihr im Ehecontracte ge⸗ —— (1) Du regime docal. (²2) Das Verhaͤltnis des Brautſchatzes, oder das be⸗ ſondere Verhaͤltnis, worunter bet dieſer Einrich⸗ tung das Vermoͤgen der Frau koͤmmt, hat ſeinen Namen nicht blos wegen des Umſtandes, daß da⸗ rin ein Brautſchatz oder eine Ausſteuer beſtellt wird; denn auch unter dem Verhaͤltniſſe der Guͤ⸗ tergemeinſchaft kann, wie wir bereits geſehn ha⸗ ben, ein Brautſchatz beſtellt werden. Es wird alſo benanut wegen der eigenen und beſondern Art, auf welche der Brautſchatz, nicht beſtellt, ſondern regulirt und verwaltet wird nach der se⸗ ſchehenen Beſtellung. 151 Inttr ſch dti Lemm ts Leme zerwartge ſetß i * 1 in Draute a dheil Vid Vemägen iſ darunt fa. 14. ni ſe i R nit dem Anthell ffiche. dä kaßſe cts ghan beibr in luſhu belzehn ſ el. hazes —n Veraͤl unter dem dl die Rd Nanne tzu beſke zum Bruf utracte eer das be er Einrich hät ſeine s, daß d euer befelt iſe derol⸗ geſehn ſ Ih dbeſetden ict tejel ach da g — 557— geben wird, iſt Brautſchatzgut im Sinne des ge⸗ genwaͤrtigen Capitels, wenn nicht das Gegentheil iſt verabredet worden. 1 Erſter Abſchnitt. Von Beſtellung des Brautſchatzes. 1542. Die Beſtellung des Brautſchatzes kann unter ſich begreifen alles gegenwaͤrtige und zukuͤnf⸗ tige Vermoͤgen der Frau, oder all ihr gegenwaͤrti⸗ ges Vermoͤgen allein, oder einen Theil ihres ge⸗ genwaͤrtigen und zukuͤnftigen Vermoͤgens, oder ſelbſt einen einzelnen Gegenſtand. Wird in allgemeinen Ausdruͤcken das ganze Vermoͤgen der Frau zum Brautſchatze beſtellt; ſo iſt darunter nicht ihr zukuͤnftiges Vermoͤgen begrif⸗ fen. 1543. Stehender Ehe kann der Brautſchatz weder beſtellt, noch vermehrt werden. 1544. Wenn Vater und Mutter zugleich ei⸗ nen Brautſchatz beſtellen, ohne zu beſtimmen, wel⸗ chen Theil jeder dazu beitraͤgt; ſo wird vermutet, daß ſie ihn zu gleichen Theilen beſtellt haben. 1 Iſt der Brautſchatz vom Vater allein beſtellt, mit dem Zuſatze fuͤr vaͤterlichen und muͤtterlichen Antheil; ſo wird dadurch die Mutter nicht ver⸗ pflichtet, obſchon ſie beim Contracte gegenwaͤrtig — war, und der Brautſchatz bleibt dem Vater ganz zur Laſt. 1545. Wenn der Letztlebende von Vater und Mutter einen Brautſchatz beſtellt, mit dem Zuſatze fuͤr vaͤterliches und muͤtterliches Vermoͤgen, ohne den Antheil eines jeden darin zu beſtimmen; ſo wird der Brautſchatz fuͤr erſt aus dem Antheil ge⸗ nommen, worauf der zukuͤnftige Ehegenoſſe in den Guͤtern des vorgeſtorbenen Ehegenoſſen berechtigt iſt, und der Ueberreſt aus den Guͤtern deſſen, der den Brautſchatz beſtellt. 1546. Obſchon die von ihren Eltern ausge⸗ ſtattete Tochter eigenes Vermoͤgen hat, deſſen Ge⸗ nuß die Eltern haben; ſo wird doch der Braut⸗ ſchatz aus den Guͤtern deren, die ihn beſtellen, ge⸗ nommen, wenn nicht das Gegentheil ausbedungen iſt. 1547. Wer einen Brautſchatz beſtellt, muß fuͤr die Gegenſtaͤnde, die er dazu beſtellt, buͤrgen. 1548. Die Zinſen des Braukſchatzes laufen von Rechtswegen ohne weiteres, vom Tage der Trauung an, gegen diejenigen, die ihn verſprochen haben, obſchon der Zalung ein Termin geſetzt wor⸗ den. Ausgenommen iſt der Fall, wo die Verabre⸗ dung das Gegentheil enthaͤlt. * 3un dir ſchen 15g die Veru Er rui ſtul —uhen, zu mn eina aum 48 berden, tungen b t Lirki ihte 8 m e 3 dit u li matat 1 dedon, kontratte tung, derkauſt Mann in dan on Datn h it den di nugen, i tſinme, n Anthel enoſſe in ſen berecht n deſſen,t Eltern tun at, deſen 6 h der A heſtelen ausbedun ſtell, m t buͤrgen atzes lui zm Tagt verſorote n geſehtue die Vna — 55 9— Zweiter Abſchnitt. Von den Rechten des Mannes auf die Braur⸗⸗ ſchatzguͤter, und der Unveraͤuſſerlichkeit des Brautſchatzgrundes. 1549. Stehender Ehe hat der Mann allein die Verwaltung der Brautſchatzguͤter. 8 Er allein hat das Recht, alle, die daran et⸗ was ſchuldig ſind, oder etwas davon in Haͤnden haben, zu verfolgen, die Fruͤchte und Zinſen da⸗ von einzunehmen, und die Erlegung der Capitali⸗ en zu empfangen. Jedoch kann im Ehecontract ausbedungen werden, daß die Frau jaͤhrlich, und gegen Quit⸗ tungen von ihr allein, einen gewiſſen Betrag ih⸗ rer Einkuͤnfte einnehmen ſolle fuͤr ihren Unterhalt und ihre perſoͤnlichen Beduͤrfniſſe. „550. Der Mann braucht fuͤr die Uebernah⸗ me des Brautſchatzes keine Buͤrgſchaft oder Sicher⸗ heit zu leiſten, ausgenommen, wenn ihm der Ehe⸗ contract dieſe Verbindlichkeit auflegt. 1551. Beſteht der Brautſchatz, ober ein Theil davon, in beweglichen Gegenſtaͤnden, die im Ehe⸗ eontracte geſchaͤtzt ſind, ohne die beigefuͤgte Erklaͤ⸗ rung, daß ſie der Schaͤtzung ungeachtet nicht als verkauft betrachtet werden ſollen; ſo wird der Mann Eigentuͤmer davon, und hat weiter nichts — 56.,— zu entrichten, als den Werth, auf den das 66— wegliche Vermoͤgen geſchaͤtzt iſt. 1552. Beſteht aber der Brautſchatz in einem unbeweglichen Gute, welches geſchaͤtzt worden; ſo wird dadurch der Mann nur Eigentuͤmer davon, in ſo weit dies ausdrucklich verabredet worden. 1555. Ein ntbewegllches Gut, ſo aus den Brautſchatzgeldern angekauft wird, gehoͤrt nicht zum Brautſchatzgute, es ſey denn, daß im Ehe⸗ contracke ausbedungen worden, daß ſie dazu an⸗ gewendet werden ſollen. Gleiche Bewandnis hat es mit einem unbe⸗ weglichen Gute, welches in dem Falle, wo der Brautſchatz in Gelde beſtellt war, anſtatt des Geſ⸗ des gegeben wird. 1554. Unbewegliche zum Brautſchatz beſtellte Guͤter koͤnnen ſtehender Ehe weder vom Manne noch von der Frau, noch von beiden zuſammen, veraͤuſſert oder verpfaͤndet werden, ausgenommen in folgenden Faͤllen. 1555. Die Frau kann mit Bewilligung ihres Mannes, oder, falls er ſie verſagt, mit gerichtli⸗ cher Ermaͤchtigung ihre Brautſchatzguͤter hergeben, um damit die Kinder auszuſtatten und einzurich⸗ ten, die ſie aus einer fruͤhern Ehe hat. Thut ſie dies aber blos mit gerichtlicher Ermaͤchtigung; nu dorbeht 155 Mannts tung iht f darzuſir 165* gitet mi liche I deräuſſe Um fingniſ Um t u de 13,105! dungeehn Un dache de in ſo fer b wi Um Erhalt umgäng da he hat i imn t vorden, iner bnn t worden, ſo aue n eſtt nich iß in che 3 ſe dan o imem u le, bo tatt desnt aß beſtch u Mann zuſamma genowma igung iie it geic tt herä d eirzance duß nichtlung — 561— ſo muß ſie ihrem Manne den Genuß derſelben vorbehalten. 1556. Auch kann ſie mit Bewilligung ihres Mannes ihre Brautſchatzguͤter hergeben zur Einrich⸗ tung ihrer gemeinſchaftlichen Kinder. 1557. Unbewegliche Brautſchatzguͤter koͤnnen veraͤuſſert werden, wenn der Ehecontract es erlaubt. 1558. Auch koͤnnen unbewegliche Brautſchatz⸗ guͤter mit gerichtlicher Erlaubnis und durch oͤffent⸗ liche Verſteigerung nach dreimaligem Anſchlage, veraͤuſſert werden, um den Mann oder die Frau aus dem Ge⸗ kaͤngniſſe zu ziehen; um der Familie die noͤthigen Nahrungsmit⸗ tel zu verſchaffen, in den Faͤllen, die in den Art. 203, 205 und 206 unter dem Titel von der Ehe vorgeſehn ſind; Um die Schulden der Frau, oder derjenigen, welche den Brautſchatz beſtellt haben, zu bezalen, in ſo fern ſolche Schulden ein ſicheres Datum ha⸗ be, welches fruͤher iſt als der Ehecontract;z Uum Hauptreparationen vorzunehmen, die zur Erhaltung des unbeweglichen Brautſchatzgutes un⸗ umgaͤnglich noͤthig ſind; —= endlich, wenn ein ſolches unbewegliches Gut einem Dritten zum Theil mitgehoͤrt, und es aus⸗ gemacht iſt, daß es ſich nicht theilen laͤſt. In allen dieſen Faͤllen bleibt das, was von den Kaufſchillingen nach abgethanenen anerkannten Beduͤrfniſſen uͤberſchieſt, Brautſchatzgut, und muß als ſolches angewandt werden zum Nutzen der Frau. 1559. Ein unbewegliches Brautſchatzgut kann auch mit Bewilligung der Frau, gegen ein anderes unbewegliches Gut vom naͤmlichen Werthe, oder das wenigſtens vier Fuͤnftel werth iſt, vertauſcht werden. Hiezu wird aber ferner erfodert, daß der Nutzen des Tauſches bewieſen werde, daß die ge⸗ richtliche Ermaͤchtigung eingeholt worden, und daß vor dem Tauſche eine Schaͤtzung von Sachverſtaͤn⸗ digen geſchehen ſey, die das Gericht von Autz. wegen ernannt hat. In dieſem Falle wird das eingetauſchte Grundſtuͤck ein Brautſchatzgut. Die naͤmliche Ei⸗ genſchaft bekoͤmmt der Ueberſchuß, wenn einer da iſt, und er wird als ſolches zum Nutzen der Frau angelegt. 1560. Wenn nun die Frau, oder der Mann, oder beide zuſammen, den Brautſchatzgrund ver⸗ aͤuſſern, ohne daß eine von den hieroben angefuͤhr⸗ ten Ausnahmen da iſt; ſo koͤnnen, ſobald die Ehe —— deglitsne und is a läß. 8, pos tn. kanerfanan t, und mi Nutzen d tatgut kann N ein anderts Certhe, ode ſt, dertzuſc dert, daß d daß dp den, undii Sachber bon Ar ingetauſch naͤmliche E an einer d en der gu t der ann aßgtund d zen untit bab duche aufgeloͤſt iſt, die Frau oder ihre Erben die Ver⸗ aͤuſſerung widerrufen laſſen, und man kann ihnen fuͤr die Zeit, wo die Ehe beſtand, keine Verzaͤhrung entgegen ſetzen. Die Frau hat das naͤmliche Recht nach ausgeſprochener Gütertrennung. Der Mann ſelbſt kann ſtehender Ehe die Ver⸗ aͤuſſerung widerrufen laſſen: er bleibt aber dem Ankaͤufer fuͤr Schaden und Koſten verantwortlich, wenn er nicht bei dem Contract erklaͤrt hat, daß das Gut unter den Brautſchatz gehoͤre. 1561. Unewegliche Brautſchatzguͤter, die im Ehecontracte ni, fuͤr veraͤuſſerlich erklaͤrt ſind, koͤnnen waͤhrend der Ehe nicht verjaͤhrt werden, es ſey denn, daß die Verjaͤhrung vor der Ehe an⸗ gefangen habe. Nach der Guͤtertrennung werden ſie jedoch verjaͤhrbar, die Verjaͤhrung mag angefangen haben, wann ſte wolle. 15623. In Anſehung der Prautfchatßwliter hat der Mann alle Verbindlichkeiten eines Nutznieſſers. Er iſt verantwortlich fuͤr jede Verjaͤhrung die dagegen iſt erworben worden, und fuͤr jede Ver⸗ ſchlimmerung, die ſie erlitten haben, durch ſeine Rachlaͤlſtokeit 1663. Koͤmmt der Brautſchatz in Gefahr; ſo 37* — 564— kann die Frau die Guͤtertrennung nachſuchen, wie im Art. 1443 u. f. geſagt iſt. Dritter Abſchnitt. Von Obruͤckerſtattung des Brautſchatzes. 156 4. Wenn der Brautſchatz in unbewegli⸗ chen Guͤtern beſteht, Wenn er in beweglichen Guͤtern beſteht, die im Ehecontracte nicht geſchaͤtzt ſind, oder die zwar darin geſchaͤtzt ſind, aber mit dem Zuſatze, daß die Schaͤtzuug der Frau das Llgeneum nicht nehmen ſolle; In dieſen Faͤllen kann nach aufgeloͤſter Ehe der Mann, oder ſeine Erben, gezwungen werden, ihn gleich und ohne Verzug obruͤck zu erſtatten. 1565. Beſteht er aber in einer Summe Geldes, Oder in beweglichen Guͤtern, die im Contrac⸗ te geſchaͤtzt ſind ohne den Zuſatz, daß dadurch der Mann nicht Eigentuͤmer werden ſolle; So kann die Obruͤckerſtattung erſt gefodert werden nach einem Jahre von Aufloͤſung der Ehe. 1566. Sind die beweglichen Guͤter, wovon die Frau Eigentuͤmerinn geblieben iſt, durch den Gebrauch und ohne Verſchulden des Mannes zu Grut ng ſtand . keinw wält da I lich m 5.A bangt wicch litten fobe er ni die ſuche R ſchaßet, unbewegl⸗ Reht, die r die ſwar ae daß de ct nehwen eliſter Eh. en werden eſtatten. ge Geldet Conttat⸗ durch der I geſoden Jder Eie er, wobot durch des zanges l Grunde gegangen; ſo braucht er nur bas zuruͤck zu geben, was davon uͤbrig iſt, und in dem Zu⸗ ſtande, worin es ſich befindet. Die Frau kann jedoch in allen Faͤllen ihre Leinwand und ſonſtiges Geraͤth zu ihrem gegen⸗ waͤrtigen Gebrauch zuruͤcknehmen: nur muß ſie den Werth derſelben vorab zalen, wenn ſie urſpruͤng⸗ lich mit Schaͤtzung beſtellt worden ſind. 1567. Wenn der Brautſchatz Schuldverſchrei⸗ bungen oder Beſtellungen von Renten enthält, welche verloren gegangen oder Verminderungen er⸗ litten haben, ohne daß der Mann einer Nachlaͤſ⸗ ſigkeit dabei beſchuldigt werden koͤnne; ſo haftet er nicht dafuͤr, und er iſt frei und ledig, wenn et die Contracte zuruͤckgiebt. 1568. Iſt eine Nutznieſſung zum Brautſchatz beſtellt worden; ſo braucht der Mann, oder ſeine Erben, bei Aufloͤſung der Ehe, nur das Recht der Nutznieſſung zuruͤck zu geben, und nicht die ſtehen⸗ der Ehe verfallenen Fruͤchte. 1569. Hat die Ehe zehn Jahre beſtanden ſeit der Verfallzeit, wo der Brautſchatz gegeben wer⸗ den ſollte; ſo braucht nach aufgeloͤſter Ehe weder die Frau, noch ihre Erben, wenn ſie denſelben vom Manne zuruͤckfodern, zu beweiſen, daß er ihn be⸗ kommen habe. Ein anderes waͤre es, und der Beweis laͤge ihnen in dieſem Falle allerdings auft — 566— wenn der Mann bewieſe, daß er ſich ohne Erfolg alle Muͤhe gegeben habe, um zur Entrichtung deſ⸗ ſelten zu gelangen. 1570. Löͤſt ſich die Ehe auf durch den Tod der Frau; ſo laufen die Zinſen und Fruͤchte von dem obruͤck zu erſtattenden Brautſchatze von Rechts⸗ wegen zum Vortheil ihrer Erben von dem Tug⸗ der Aufloͤſung an. koͤſt ſie ſich hingegen durch den Tod des Man⸗ nes auf; ſo hat die Frau die Wahl, ob ſie das Trauerjahr hindurch die Zinſen ihres Brautſchatzes fodern, oder ob ſie ſich waͤhrend dieſer Zeit den Unterhalt auf Koſten der Verlaſſenſchaft des Man⸗ nes reichen laſſen wolle. In beiden Faͤllen aber muͤſſen ihr die Trauerkleider, und die Wohnung das Jahr hindurch aus dem Nachlaſſe gegeben werden, ohne daß man ihr dafuͤr etwas von ihren Zinſen abziehen koͤnne. 1971. Bei Auflöͤſung der Ehe werden bie Fruͤchte der unbeweglichen Brautſchatzguͤter unter den Mann und die Frau, oder ihre Erben, getheilt, und zwar nach Verhaͤltnis der Zeit des letzten Ehejahrs, in welcher ſie noch beſtanden hat. Das Ehejahr faͤngt an vom Tage der Trauung. 1572. Die Frau und ihre Erben haben fuͤr die Zuruͤckfoderung des Brautſchatzes kein Vor⸗ rapher ngsrah hetz h nägend wo dir ein hii Haſexitei als des gegen den geworden Handwe des De Druulſch dr 19. un Fraut n d) 11 te keint beſäumme — 0 hnr din ſichtung W h den dih rüchte bot on Nechts, dem Lage dis Man⸗ H ſſe dat autichatzes er Zeit den des Maw⸗ fillen ahbt Wohnung ſe gegeben von ihren eden die ter unter getheilt des letzten hat. dradut habin ſ fain D0 — 67= rangsrecht vor den Gläubigern, die eine fruͤhere Hypotheke haben, als ſie. 4 1575. War der Mann ſchon zu zalen unver⸗ moͤgend, und ohne Kunſt und Gewerb, zur Zeit, wo der Vater ſeiner Tochter einen Brautſchatz oder ein Heirathsgut beſtellte; ſo braucht ſie zur Ver⸗ laſſenſcheit ihres Vaters weiter nichts einzuwerfen, als die Klage auf Wiedererſtattung, die ſie ſelbſt gegen den Nachlas ihres Mannes hat. 1 Iſt aber der Mann erſt zu zalen unvermoͤgend geworden ſeit der Trauung, oder, hatte er ein Handwerk oder Gewerb, das bei ihm die Stelle des Vermoͤgens vertrat; ſo faͤllt der Verluſt des Brautſchatzes einzig auf die Frau. Vierter Abſchnitt. Von den Paraphernalguͤtern. 1574. Alle Guͤter der Frau, die nicht zu ih⸗ rem Brautſchatze beſtellt ſind, ſind Paraphernalgu⸗ ter(1). 1575. In dem Falle, wo alle Guͤter der Frau paraphernal ſind, und wo ſich in dem Ehecontrac⸗ te keine Verabredung findet, wodurch der Antheil beſtimmt wird, den ſie in den Laſten der Ehe zu 1 (1) Von den griechiſchen Woͤrtern: para[auſſer!⸗ und pherne(Dot, Brautſchatz. — 868— tragen hat, traͤgt ſte dazu bei bis zum Betrag ei⸗ 1586 nes Drittels ihrer Einkuͤnfte. ritſt d ſetz. 1576. Die Frau hat die Verwaltung und den Genuß ihrer Paraphernalguͤter. Aber ſie kann ſie nicht veraͤuſſern, noch, wenn ah von ſolchen Guͤtern die Rede iſt, vor Gericht ſte⸗ t das! hen ohne die Ermaͤchtigung ihres Mannes, oder n glach der Gerichte, falls dieſer ſte verſagt. murngenſche eulitt i 1577. Wenn die Frau ihren Mann bevoll⸗ 19 maͤchtigt, ihre Paraphernalguͤter zu verwalten, mit 4 dem Beding, daß er ihr Rechenſchaft uͤber die Fruͤchte ablege; ſo hat er gegen ſie die Verdind⸗ lichkeit eines Bevollmaͤchtigten. —— 1578. Wenn der Mann den Genuß der Pa⸗ raphernalguͤter ſeiner Frau gehabt hat ohne Auf⸗ trag oder Vollmacht, jedoch ohne Widerſpruch von ihrer Seite; ſo iſt er bei Aufloͤſung der Ehe, oder bei der erſten Auffoderung der Frau, zu weitr nichts verbunden, als die Fruͤchte beizubringen, die noch vorhanden ſind, und er hat keine Rechen⸗ ſchaft abzulegen uͤber jene Fruͤchte, die bis dahin verzehrt ſind. —— 1579. Wenn der Mann die Paraphernalguͤter genoſſen hat ungeachtet des erwieſenen Widerſpruchs ſeiner Frau; ſo haftet er ihr fuͤr alle Fruͤchte, ſowohl fuͤr die noch vorhandenen, als fuͤr die verzehrten. lun Settp Deevaleang a — ern, noch hn dor Gericht ſ Nannes, oh . Nann kebol verwalten, ni nſchaft uͤber ſe du Dai Genuß der hat ohne I. liderſpruch be der Ehe, ode au, zu weite beizudringen t keine Rechn die dis duß arsphemnthin en Widerſput Früchte ſeun „dee benzg — 569— 1580. Der Mann, der die Paraphernalguͤter genieſt, hat alle Verbindlichkeiten eines Nutznieſ⸗ ſers. Beſondere Verfuͤgung. 1581. Die Eheleute, wenn ſie ſich ſchon un⸗ ker das Verhaͤltnis des Brautſchatzes ſetzen, koͤn⸗ nen gleichwohl unter ſich eine Geſellſchaft der Er⸗ rungenſchaft errichten, deren Wirkungen alsdenn regulirt werden nach Anleitung der Art. 1498 und 1499. Sechster Titel. Vom Kauf und Verkauf(1). — Erſtes Capitel. Von der Natur und der Form des Verkaufs. 1582. D. Verkauf iſt ein Vertrag, wo⸗ durch einer ſich verbindlich macht, eine Sache zu liefern, und der andere, ſie zu bezalen. Man kann ihn vermittelſt einer oͤffentlichen Urkunde ſchlieſſen, oder auch vermittelſt einer Pri⸗ vaturkunde. 1583. Er iſt unter den Theilen vollkommen, und das Eigentum geht, ſo viel den Verkaͤufer bei trift, ohne weiters auf den Ankaͤufer uͤber, ſo bald —— (1) Geſetz vom 15. Ventoſe 13. J., promulg. b. 25 1 tGace Nhamt ſiad, uh der h 154 nd unbedin henden oder Luch kar ther wehrert Kulferdi In.ac is Lertag Tanii A huſ ar gwich un in dem atn uf luye fe icht a ha Ki it nfllte u dinde 1585. nd Jogm llommen kneſſen oh Forn Vertrag, d ne Sacht . offentlch ſſt einer ſ dollkonnt Verkäͤuſt iber, o nnuhhÖ — 57— die Sache und der Preis dafuͤr hinlaͤnglich be⸗ ſtimmt ſind, obſchon weder die Sache geliefert, noch der Preis bezalt worden.. 1584. Man kann einen Kauf entweder rein und unbedingt ſchlieſſen, oder unter einer aufſchie⸗ benden oder. aufloͤſenden Bedingung. Auch kann er zum Gegenſtand haben zwei oder mehrere Sachen, worunter der Käuler oder Verkaͤufer die Wahl hat. In. allen dieſen Faͤllen wird die Wirkung die⸗ ſes Vertrags nach den allgemeinen Grundſaͤtzen der Vertrag⸗ beſtimmt. 1585 Wenn Waaren verkauft werden, nicht in Bauſch und Bogen, ſon dern nach Zahl, Maas o der Gewicht; ſo iſt der Verkauf nicht vollkom⸗ men, in dem Sinne naͤmlich, daß die verkauften Sachen auf Gefahr des Verkaͤufers bleiben, ſo lange ſie nicht gezaͤlt, genieſſen, oder gewogen ſend. Aber der Kaͤufer kann, falls die Verbindlichkeit nicht erfuͤllt wird, ihre Ablieferung verlangen, oder nach Befinden Schadloshaltung. 1586. Sind die Waaren hingegen in Bauſch und Bogen verkauft worden; ſo iſt der Verkauf vollkommen, obſchon die Waaren noch nicht gezaͤlt, gemeſſen oder gewogen worden. — 572— 3 1587. Was den Wein, Oel und andere r ale it Waaren betrift, die man gewoͤhnlich verſucht, ehe hitt den man ſie kauft; ſo werden ſie nicht als ge⸗ und verkauft angeſehn, ſo lange der Käufer ſſ ſie nicht 1598. verſucht und gut gefunden hat. 1 bii Geben igt der K 1588. In allen Faͤllen, wo etwas auf Pre be verkauft wird, iſt der Verkauf als unter einer 31 aufſchiebenden Bedingung geſchloſſen zu betrachten. au kn 1589. Das Verſprechen zu verkaufen iſt ſ 8 gut als der Verkauf ſelbſt, wenn die Einwilligung be dan beider Theile uͤber den Gehenſtand und, den Preis vorhanden iſt. 1590. Iſt bei dem Verſprechen zu tertaufa 3 mn eine Draufgabe(1) gegeben worden; ſo ſteht es beiden Theilen frei, davon abzuben: naͤmlich den ijas jenigen, der ſie gegeben hat, wenn er ſie verlieren 8ebr will, und demjenigen, der ſie empfangen hat, din wenn er ſie doppelt erſtattet. bm 1591. Der Verkaufspreis muß von den Thei⸗ der len beſtimmt und bezeichnet werden. 4 1593. Es kann aber auch ausgehalten wer. z den, daß ein Dritter ihn beſtimmen ſolle In di. g. anl — (1) Arrhe. arrha. Sie iſt das, was als Zeichen dee— geſchloſſenen Verkaufs entrichtet wird⸗() 8. . dl unh zalch daitt nich alg ee Käuſerſ d etwas a f als unte iſen zu betta u beriaufen die Enci nd unpda ſchen zurbi tden; ſeitt den: naͤntie in er ſie de empfanga uß don dal en. ausgehale! nan ſole. J dts it Jit geer vith ſem Falle aber iſt kein Kauf vorhanden, wenn det Dritte den Preis nicht beſtimmen will oder kann. 1593. Die Koſten des Vertrags, und ſoaſtige bei Gelegenheit des Verkaufs vorkommende Koſten traͤgt der Kaͤufer. Zweites Capitel. Wer kaufen und verkaufen kann. 1594. Kaufen und verkaufen koͤnnen alle die⸗ jenigen, denen das Geſetz es nicht verbietet. 1595. Eheleute koͤnnen unter ſich ſelbſt keinen Kauf und Verkauf ſchlieſſen, als in folgenden drei Faͤllen: iſtens. Wenn einer von den Eheleuten dem andern, nach der gerichtlichen Trennung der Guͤter, ein gewiſſes Vermoͤgen abtritt, um demſelben damit ſeine Rechte zu bezalen; atens. Wenn der Mann ſeiner Frau, wovon er uͤbrigens in Ruͤckſicht der Guͤter nicht getrennt iſt, ein gewiſſes Vermoͤgen abtrikt, und dieſe Abtretung einen rechtmaͤſſigen Grund hat, wie zum Beiſpiel die Wieder⸗ anlegung ihrer unbeweglichen Guͤter 1), (1) S. den Art. 1433 und die Anmerkung. — oder der ihr gehoͤrenden Gelder, in den 1 Falle, wo ſolche unbewegliche Guͤter oder Gelder nicht in die Gemeinſchaft fallen; 3tens. Wenn die Frau ihrem Mann ein ge, wiſſes Vermoͤgen abtritt in Zalung einer Summe, die ſie ihm als Mitgabe verſpro. 4 chen hat, in ſo fern die Butsrgemainſaſt unter ihnen ausgeſchloſſen iſt. 159; ten, den ſituten, Sachvel ſich die worber Seite ſ tu laſtn Foſten un In dieſen drei Faͤllen blieben ldoch die Rech⸗ 3 te der Erben der contrahirenden Theile unverletzt, wenn ſie ſich durch den Vertrag einen indirecten Vorteil zuſchoͤben. 1596. Gewiſſe Perſonen konnen weder unmit⸗ telbar und durch ſich ſelbſt, noch durch Mittels. perſonen, gewiſſes Vermoͤgen an ſich bringen oder ſteigern, unter Serake der Nichtigkeit. Hieher gee hoͤren Die Vormuͤnder in Ruͤckſicht der Guͤter, wo⸗ von ſie die Vormundſchaft haben; Die Bevollmaͤchtigten in Ruͤckſicht auf die a, ter, deren Verkauf ſie zu beſorgen haben; Aufſicht anvertraut ſind; — Die oͤffentlichen Beamten in Anſehung der zen; ſo Nationalguͤter, deren Verkauf ſie beſorgen⸗ Die Verwalter in Ruͤckſicht auf die Guͤter der 8 lada Gemeinden oder oͤffentlichen Anſtalten, die ihrer nt den 8 Lor e 15g. enthogen dere Geſe ſagt haben ligg diſ der dhedenag Saht 1co 160 ſäoh d en Gede, weglice an rweinſceßſe Pnem Nan; tt in zum Mitgaben Giitergm dn iſt en ſae ℳ dheile m. ag einen in innen wäre och durht ſich brint gkeit. der Guͤte ; fſicht aut haben; auf die b ſaten, R in Aritun heſithg. 1597. Es iſt den Richtern, ihren Supplean⸗ ten, den Regierungscommiſſairen und ihren Sub⸗ ſtituten, den Gerichtsſchreibern, Gerichtsboten, Sachwaltern, Anwalden und Notairen verboten, ſich die Proceſſe, Klagen und ſtreitigen Rechte, woruͤber das Gericht zu ſprechen hat, in deſſen Bezirke ſie angeſtellt ſind, abtreten und uͤbertragen zu laſſen, und zwar unter Strafe der Nichtigkeit, Koſten und Schadenerſatzes.- 8 Drittes Capitrtel. Von Sachen, die verkauft werden koͤnnen. 1598. Alles, was dem Privatverkehr nicht entzogen iſt, kann verkauft werden, ſo lange beſon⸗ dere Geſetze die Veraͤuſſerung davon nicht unter⸗ ſagt haben. 1599. Verkauft jemand eine fremde Sache; ſo iſt der Verkauf nichtig, und der Kaͤufer iſt zum Schadenerſatz berechtigt, wenn er nicht wuſte, daß die Sache einem andern gehoͤrte. 1600. Man kann den Nachlas einer noch le⸗ 1 benden Perſon nicht verkaufen, ſelbſt nicht mit ih⸗ rer Bewilligung. 1601. War zu der Zeit, wo der Verkauf ge⸗ ſchah, die verkaufte Sache ganz zu Grunde gegan⸗ gen; ſo iſt der Verkauf nichtig. — 78— War blos ein Theil der Sache zu Grunde 1c5 gegangen; ſo hat der Kaͤufer bie Wahl, ob er aufßf hiht den Verkauf verzichten, oder den noch vorhandenen htt ſein CTheil fodern wolle, in welchem Talle er den gahen, Werth ſchaͤtzen laſſen muß. fern von . 1 u die Ei Viertes Capitel. Von den Verbindlichkeiten des an Verkaufers. ehernett Erſter Abſchnitt. em aAallgemeine Verfuͤgungen. Neie, 1602. Der Verkaͤufer iſt gehalten, dasjenige kanh deutlich zu erklaären, wozu er ſich verbindih ſün be macht. 6 lho. Jede dunkle oder ſweibeutige Abrede witc rikus wider den Verkaͤufer ausgelegt. Wunnia, dSrilgun 1805. Er hat zwei Hauptverbindlichketten, die Sache, die er verkauft, zu liefern, und dieſel⸗ 1 1öd. be zu verbuͤrgen. detäufe ufe, de Zweiter Abſchnitr. u. Bon der Lieferung.* 3 8 160 1604. Die Liefernng der verkauften Sache 4 drie, 4 beſteht darin, daß ſie in die Gewalt und den de ſit befen ſitz des Ankaͤufers uͤbergeben wird.— Keabnede Sete g ze 1 Vahlt 1 du noch vorzeni n Fallt a ütel. keiten itt. unzen halten, daßſr ſch vednt e Aün) Görtich en, und 1 3 itt. 3. aſt und da trlauften 3 3 6 1605. In Anſehung unbeweglicher Guͤter ge⸗ ſchieht die Uebergabe dadurch, und der Verkaͤufer hat ſeiner Verbindlichkeit in dieſer Hinſicht genug gethan, wenn er die Schluͤſſel uͤbergeben hat, ſo fern von einem Gebaͤude die Rede iſt, oder, wenn er die Eigentumsurkunden ausgehaͤndigt hat. 1606. In Anſehung beweglicher Guͤter ge⸗ ſchieht die Uebergabe entweder durch die wirkliche Uebergabe; oder durch die Aushaͤndigung der Schluͤſſel von den Gebaͤuden, worin ſte ſich befin⸗ den; oder ſelbſt durch die bloſe Einwilligung der Theile, wenn naͤmlich der Uebertrag im Augenbli⸗ cke des Verkaufs nicht geſchehen kann, oder wenn der Kaͤufer ſie ſchon aus einer andern Urſache in ſeiner Gewalt hatte. 1607. Unkoͤrperliche Rechte werden entweder durch Aushaͤndigung der darauf ſprechen den Urkunden uͤbergeben, oder dadurch, daß der Ankaͤufer mit Bewilligung des Verkaͤufers Gebrauch davon macht. 1608. Die Koſten der Uebergabe traͤgt der Verkaͤufer, und die Koſten der Wegnahme der An⸗ kaͤufer, wenn nicht die Verabredung anderſt ver⸗ fuͤgt. 1609. Die Uebergabe muß geſchehen an dem Orte, wo die verkaufte Sache ſich zur Verkaufs⸗ zeit befand, ausgenommen, wenn etwas anders verabredet worden. — 578— 3 1610. Liefert der Verkaͤufer die Sache nicht— ¹ zu der verabredeten Zeit; ſo hat der Kaͤufer die de Wahl, ob er die Aufhebung des Handels fodern, 3 oder in den Beſitz geſetzt ſeyn wolle, in ſo fern 3 naͤmlich der Verzug allein vom Verkaͤufer herruͤhrt. 4 ehör 1611. In allen Faͤllen muß der Verkaͤufer zz. ia 5 Schaden und Koſten verurteilt werden, wenn da-⸗ raus, daß die Uebergabe nicht zur verabredeten. 1 Zeit geſchehen iſt, ein Nachtheil fuͤr den Käufte iinn erwaͤchſt. ttäge d . nſar 161a. Der Verkaͤufer braucht die verkaufte Sache nicht zu liefern, ſo lange der Kaͤufer den 11 Preis nicht bezalt; ausgenommen, wenn der Ver⸗ i, kaͤufer ihm fuͤr die Zalung eine Friſt gegeben hat. 8 eiüi 1615. Er iſt ebenfalls nicht zur Uebergabe Rin gehalten, obſchon er fuͤr die Zalung eine Friſt ge. umnih ſtattet, wenn der Käufer ſeit dem Verkaufe banke. dt rott geworden iſt, ſo daß der Verkaͤufer gegruͤnde. dilnin te und nahe Gefahr laͤuft, den Preis zu verlieren. Er iſt aber dem ungeachtet auch in dieſem Fale 8 zur Uebergabe gehalten, wenn der Kaͤufer ihm füur durhen die richtige Zalung zur Verfallzeit Buͤrgſchaft lei⸗ iſa l ſtet.— der N riſ 1614. Die Sache muß in dem Zuſtandeuͤbee. 3 geben werden, worin ſie ſich im Augenblicke des Verkaufs befindet. — 6 tr die Eazt at der Luſt es Handals fi wolle in i Verkäuſerhen iß der Vri werden, ve t zur berabt eil fär den 9. ꝛucht die det ge der Kuuit. en wenn d Friſt gegee cht zur li⸗ sung eine P Verkauſet rkäͤufer gi reis zu vii in dieſen rKäufer i eit dirgict den zufen Jagetltt Von dieſem Tage an gehoͤren auch alle Fruͤch⸗ te davon dem Ankaͤufer. 1615. Unter der Verbindlichkeit, die Sache zu uͤbergeben, iſt begriffen alles, was dazu als Zu⸗ behoͤr gehoͤrt, ſo wie alles, was zu ihrem bleiben⸗ den Gebrauch beſtimmt worden iſt(1). 1616. Der Verkäufer muß die Sache nach ihrem wahren Beſtande liefern, ſo wie er im Ver⸗ trage enthalten iſt, unter den hienach folgenden Ein ſchraͤnkungen. 1617. Wenn der Verkauf ein Grundſtuͤck be⸗ trift, und dabei der Gehalt deſſelben iſt angege⸗ ben worden, zu ſo viel das Maas; ſo muß der Verkaͤufer dem Kaͤufer, wenn dieſer es verlangt, die im Vertrag angegebene Groͤſſe uͤbergeben. Und, wenn ihm dies nicht moͤglich iſt, oder wenn der Kaͤufer es nicht verlangt; ſo muß ſich der Verkaͤufer einen ver⸗ haͤltnismaͤſſigen Betrag am Preiſe abziehen laſſen. 1618. Wenn es ſich hingegen im Falle des vorhergehenden Artikels ergiebt, daß der Gehalt groͤſſer iſt, als der im Vertrag angegebene; ſo hat der Ankaͤufer die Wahl, ob er ſo viel zum Kauf⸗ preiſe hinzuſetzen, oder ob er von dem Vertrage . 53* (1) Was dies ſey, lehrt der erſte Titel im zweiten Buche, Art. 516, u. f. G ...— 530— abgehn wolle, in ſo fern der Ueberſchuß wenigſtens um ein Zwanzigſtet den angegebenen Gehalt uͤber⸗ ſteigt. 1619. In allen andern Faͤllen folgt aus ei⸗ ner ſolchen Angabe eines Maaſſes keine Verbind⸗ lichkeit, dem Verkaͤufer etwas zum Kaufpreiſe hin⸗ zuzuſetzen, wenn das Maas groͤſſer befunden wird, oder dem Ankaͤufer etwas davon abzulaſſen, wenn das Maas kleiner befunden wird, es ſey denn, daß das Mehr oder Weniger, ſo bei der wirkli⸗ chen Abmeſſung hervorgeht, ſich auf ein Zwanzig⸗ ſtel des angegebenen Maaſſes belaufe, wobei der geſammte Werth der verkauften Gegenſtaͤnde in Betrachtung koͤmmt. Dieſe Regel gilt, wofern das Gegentheil nicht ausbedungen worden, und, wie geſagt, in allen Faͤllen, ohne Unterſchied, ob der Verkauf eine ge⸗ wiſſe und begraͤnzte Sache oder Koͤrper betrift, oder ob er unterſchiedene und getrennte Gruͤnde zum Gegenſtande hat, oder ob darin das Maas vorſteht, oder ob zuerſt der verkaufte Gegenſtand bezeichnet und dann das Maas angegeben wird. 1620. So oft, dem vorſtehenden Artikel ge⸗ maͤs, eine Vermehrung des Kaufpreiſes gefodert werden kann, weil das Maas groͤſſer befunden worden; hat der Ankaͤufer die Wahl, ob er vom Contract abgehen wolle, oder ob er den Zuſatz zum Kaufpreiſe geben wolle, und zwar mit den —— zuen hat. 162! nhtigti kaufer ih ſchon en traetts zut 1633, zuſtz im minderung trags an von dah richt; ſ 1633. ſir eine fäͤcke dert dor jedem ncher fe ii(thelt ehalt dor Retragt g vät denn ninderune hüeroben 169, der Der deon di ſchuß vei en Gehalt he foſgt aus kine Wiieh Kauſortſe ſ befanden nih dzulaſen, wm 7 es ſiy dem dei dir vit fein zvan ufe, vobei R Degenſäͤnde i gegentheiknih ſagt, in aln rkauf eine deper beti unte Grülh n das Ma e Gegenſtt geben wid en Artika'y tiſes gepoh ſer befarde ob dr bod t da uh war nit Ns Zinſen, wenn er das Grundſtuͤck in Beſitz gehabt hat. 1621. In allen Faͤllen, wo der Ankaͤufer be⸗ rechtigt iſt, vom Contract abzugehn, muß der Ver⸗ kaͤufer ihm auſſer dem Kaufpreiſe, falls er ihn ſchon empfangen hat, auch die Koſten des Con⸗ tractes zuruͤck geben. 1622. Will der Verkaͤufer eine Klage auf Zuſatz zum Kaufpreiſe, oder der Ankaͤufer auf Ver⸗ minderung deſſelben oder auf Aufhebung des Ver⸗ trags anſtellen; ſo muͤſſen ſie dies in Jahresfriſt vom Tage des Contracts an gerechnet thun: wo nicht; ſo werden ſie ihres Rechts verluſtig. 16a3. Wenn in dem naͤmlichen Contracte fuͤr einen und den naͤmlichen Preis zwei Grund⸗ ſtuͤcke verkauft worden ſind, ſo jedoch, daß man von jedem das Maas angegeben hat, und es ſich nachher findet, daß der Gehalt des einen groͤſſer, der Gehalt des andern kleiner iſt; ſo wird der Gehalt von beiden Stuͤcken bis zum gebuͤhrenden Betrage gegen einander aufgerechnet; und in wie weit demnach die Klage auf Zuſatz oder auf Ver⸗ minderung des Preiſes zulaͤfſig ſey, iſt nach den hieroben angefuͤhrten Regeln zu beurteilen. 1624. Bei der Frage, ob der Kaͤufer oder der Verkaͤufer fuͤr den Schaden haften muͤſſe, wenn die verkaufte Sache vor der Uebergabe zu — 582— Grunde geht oder ſich verſchlimmert, hat man ſich nach den Regeln zu richten, welche unter dem Ti⸗ tel von den Vertraͤgen und den Verbind⸗ lichkeiten, die aus Verabredungen uͤbet⸗ haupt entſpringen, vorkommen. Dritter Abſchnitt. Von der Gewaͤhrsleiſtung(1). 1625. Die Gewaͤhrsleiſtung, wozu der Verkaͤu⸗ fer dem Ankaͤufer verbunden iſt, hat zwei Gegen⸗ ſtaͤnde: erſtens, den ruhigen Beſitz der verkauften Sache, zweitens die verborgenen Fehler, wegen welcher eine Klage auf Zuruͤcknahme der verkauf⸗ ten Huche Statt hat. §. 1. Von der Gewaͤhrsleiſtung im Falle der Eviction. 1626. Obſchon beim Verkaufe ſelbſt uͤber die Gewaͤhrsleiſtung nichts iſt verabredet worden; ſo iſt doch der Verkaͤufer von Rechtswegen und von ſelbſt verpflichtet, den Ankaͤufer zu vertreten, ſo oft er die verkaufte Sache ganz oder zum Theil durch Eviction verliert, und ſo oft gegen eine ſolche Sa⸗ che Laſten geltend gemacht werden, die bei dem Verkaufe nicht ſind angegeben worden. 1627. Es iſt aber den Theilen unbenommenz 01) Garaneie. d 8 üüſe do boſondete ſſänitn der Dert 4. keetung 1833 felge der läſtang hejinige hen dha von das! bag derden, ſug ſh ſalzzur. 6 ſ d kuf die kace euf 150, dotden woffn; lon lid gende Fr 1ſe tn d nu t unter dm d den Derti dungen zi itt, 5(1) dgu der dertu t ſwei Gehn der berfauſt dehler, wen ge der belie Erittin. tloſt ihes worden; en und treten, ſot Theil dut ne ſolches⸗ die bei R 3. unbeonan “ 883— bieſe vom Geſetz aufgelegte Verbindlichkeit durch beſondere Verabredr Zen zu vermehren oder einzu⸗ ſchraͤnken, und ſelbſt ſich dahin zu verſtehen, daß der Verkaͤufer in keinem Falle zu irgend einer Ver⸗ tretung gehalten ſeyn ſolle. 1628. Obgleich indeſſen der Verabredung zu⸗ folge der Verkaͤufer zu keiner Art von Gewaͤhrs⸗ leiſtung verbunden iſt; ſo iſt er dem ungeachtet zu derjenigen verbunden, die aus einer ihm perſoͤnli⸗ chen Thatſache entſpringt. Eine Abrede, die hie⸗ von das Gegentheil verfuͤgte, waͤre nichtig. 1629. In demſelben Falle, wo verabredet worden, daß der Verkaͤufer frei von Gewaͤhrslei⸗ ſtung ſeyn ſolle, iſt er, wenn eine Eviction Statt hat, zur Ruͤckerſtattung des Kaufgeldes verbunden; es ſey denn, daß der Ankaͤufer ſchon beim Ver⸗ kauf die Gefahr der Eviction gekannt, oder die Sache auf ſeine Gefahr gekauft habe. 1630. Iſt die Gewaͤhrsleiſtung verſprochen worden, oder iſt hieruͤber keine Verabredung ge⸗ troffen; ſo hat der Ankaͤufer, wenn er die Evic⸗ tion leidet, das Recht, gegen den Verkaͤufer fol⸗ gende Foderungen geltend zu machen: iſtens. Die Ruͤckerſtattung des Kaufpreiſes; atens. Die Ruͤckerſtattung der Fruͤchte, wenn er ſelbſt ſie dem Eigentuͤmer wieder geben — — 554— muß, der ihn durch die Eviction ver⸗ draͤngt; 3tens. Die Koſten des Ankaͤufers wegen ſei⸗ ner Klage auf Vertretung, ſo wie die vom erſten Klaͤger gemachten Koſten; 4tens. Endlich Schadloshaltung, ſo wie die Koſten und Gebuͤhren des Contractes. 1651. Wenn zur Zeit der Eviction die ver kaufte Sache an Werth abgenommen hat, oder bo traͤchtlich verſchlimmert iſt, entweder durch Mucſ laͤſſigkeit des Ankaͤufers, oder durch Zufaͤlle, die man nicht abwehren kann; ſo iſt der Verkaͤufer dennoch verbunden, den ganzen Kaufpreis zu er⸗ ſtatten. „ 163a. Hat aber der Ankaͤufer aus den Ver⸗ ſchlimmerungen, die von ihm herruͤhren, Vortheil gezogen; ſo kann der Verkaͤufer von dem Kauf⸗ preiſe eine Summe zuruͤck behalten, die dieſem Vortheil pleich koͤmmt.. 1633. Findet es ſich, daß zur Zeit der Evic⸗ tion die verkaufte Sache an Werth zugenommen hat, ſelbſt ohne Zuthun des Kaͤufers; ſo muß ihm der Verkaͤufer auch das bezalen, was ſie uͤber den Kaufpreis werth iſt. 5 1634, Alle nuͤtzlichen Reparationen und Ver⸗ —————aᷓaa 8 üäſeuuge ſick gem Ida ſelbſt ſe ihn Ihide n 1655, andern an Ankäufer, terwendet nen, die ken. 1835 ton nu in Nüch belang i vütde gek ds Fuſs Iigy vrktuiten gtt, de iden Antar Hheil wue dan deſ otien, den Pre dd lezte 165 ſen dnn ſ piehi im ien; 9, ſo vieſe ontrackes, tion die de hat odere durch Rac zufäde, d der Dettin uſorais a⸗ us dan h ten, Vii dem gu die di iit de bi luguoden ſowußthe ſie iheri 1 Th Aiin. 5 T 4 * 565— beſſerungen, welche der Ankaͤufer an dem Grund⸗ ſtuͤcke gemacht hat, muß der Verkaͤufer ihm entwe⸗ der ſelbſt erſtatten, oder er muß dafuͤr ſorgen, daß ſie ihm derjenige erſtatte, der es durch Eviction wieder an ſich zieht. 1635. Hatte der Verkaͤufer den Grund eines andern unredlicher Weiſe verkauft; ſo muß er dem Ankaufer alle Koſten verguͤten, die derſeibe daran verwendet hat, ſelbſt diejenigen nicht ausgenom⸗ men, die blos Vergnuͤgen oder Verzierung bezwe⸗ cken. 1636. Verliert der Ankaͤufer durch die Eoic⸗ tion nur einen Theil der Sache, welcher indeſfen in Ruͤckſicht auf das Ganze von ſo weſentlichem Belang iſt, daß er ohne dieſen Theil gar nicht wuͤrde gekauft haben; ſo kann er die Vernichtung des Kaufs fodern. 1637. Wenn in dem Falle, wo ein Theil des verkauften Grundſtuͤckes durch Eviction verloren geht, der Verkauf nicht aufgehoben wird; ſo muß dem Ankaͤufer ſo viel vergaͤtet werden, als jen er Theil werth iſt, und der Werth deſſelben wird als⸗ denn beſtimmt nach der Schaͤtzung zur Zeit der Eviction, und nicht verhaͤltnismaͤſſig zu dem gan⸗ zen Preiſe der verkauften Sache, ohne Ruͤckſicht, ob letztere an Werth verloren oder gewonnen habe. 1638. Wenn das verkaufte Erb ſich mit — 586— Grundgerechtigkeiten beſchwert findet, welche nicht in die Augen fallen, und von der Art ſind, daß ſich vermuten laͤſt, der Ankaͤufer wuͤrde nicht ge⸗ kauft haben, wenn er ſie gekannt haͤtte, und ſolche Grundgerechtigkeiten beim Contracte nicht ſind an⸗ gegeben worden; ſo kann der Ankaͤufer die Auf⸗ hebung deſſelden fodern, wofern er ſich nicht lieber mit einer Entſchaͤdigung begnuͤgen will. 1659. Alle andern Fragen in Betref der Schadloshaltung, weiche etwa der Ankaͤufer aus dem Grunde fodern kann, weil der Kaufcontract nicht erfuͤllt worden, muͤſſen nach den allgemeinen Regeln entſchieden werden, die im Titel von den Contracten und den Verbindlichkeiten, welche aus Verabredungen uͤberhaupt ent⸗ ſpringen, feſtgeſetzt find. 1640. Der Verkaͤufer iſt wegen der Eviction zu keiner Vertretung mehr gehalten, wenn ſich der Ankaͤufer durch ein Urteil in letzter Inſtanz, oder wogegen die Berufung nicht mehr zulaͤſſig iſt, hat verurteilen laſſen, ohne ſeinen Verkaͤufer vorzula⸗ den, wenn dieſer beweiſet, daß Gruͤnde vorhanden waren, welche die Klage wuͤrden abgewieſen haben, wenn ſie vorgebracht worden waͤren. S§. II. Von der Gewaͤhr der Muͤngel der verkauften Sache. 1641. Der Verkaͤufer iſt ſchuldig, dem An⸗ kuitr be Ningel de nachn fü oder ditd Läufet ſe doch lur hen habtn 144. WAnaa n md wodo honnte 165 wenn er deng, deß 3 1 3 1 149 n her farichehen ſäſen oder un Thal hſ we ie beſtt 185 Sacht;, empfang ihm auc det, welc c t At ſa wirde ritt häͤtte, und ſt te nicht faha nfäͤuſer di ſich nittle wil.. in dettſ er Ankäͤufer a de Kauſcoonn den allgemin dittl bon indlichkeite berhaupt 9. en der Etn „wenn ſt Inſtanz,t uläͤſſig ihn kaufer de inde vorſen gewieſnſt 1 fuftn eu dii, d 1 — 537— kaͤufer Gewaͤhr zu leiſten, fuͤr alle verborgenen Mängel der verkauften Sache, die ſie unſchicklich machen fuͤr den Gebrauch, wozu man ſie beſtimmt, oder die dieſen Gebrauch ſo vermindern, daß der Kaͤufer ſie entweder nicht an ſich gebracht, oder doch nur einen geringern Preis dafuͤr wuͤrde gege⸗ ben haben, wenn er ſie gekannt haͤtte. 1642. Hingegen braucht der Verkaͤufer die Maͤngel nicht zu vertreten, die in die Augen fallen, und wovon ſich der Ankaͤufer ſelbſt uͤberzeugen konnte. 1643. Er haftet fuͤr die verborgenen Maͤngel wenn er ſie ſchon ſelbſt nicht gekannt hat; es ſey denn, daß er ſich in dieſem Falle ausgehalten ha⸗ be, daß er keine Gewaͤhrsleiſtung uͤbernehmen wolle. 1644. In den Faͤllen der Art. 1641 und 1643 hat der Ankaͤufer die Wahl, ob er die Sache zuruͤckgeben, und ſich den Kaufpreis zuruͤckgeben laſſen, oder ob er die Sache behalten, und ſich ei⸗ nen Theil des Kaufpreiſes zuruͤckgeben laſſen wol⸗ le, ſo wie ihn naͤmlich zu ernennende Sachverſtaͤn⸗ dige beſtimmen werden. 1645. Kannte der Verkaͤufer die Maͤngel der Sache; ſo muß er dem Ankaͤufer nicht gllein den empfangenen Kaufpreis erſtatten, ſondern er haftet ihm auch fuͤr allen Schadenerſatz. 1646. Waren dem Verkaͤufer die Maͤngel der Sache unbekannt; ſo braucht er dem Ankaͤufer nur den Kaufpreis und die Koſten des Verkaufs zu erſtatten. 1 1647. Iſt die mangelhafte Sache wegen ih⸗ rer Maͤngel zu Grunde gegangen; ſo traͤgt der Verkaͤufer den Verluſt, und dieſer haftet alsdenn dem Ankaͤufer nicht allein fuͤr die Obruͤckerſtattung des Kaufpreiſes, ſondern auch fuͤr jede andere Entſchaͤdigung, wie in den beiden vorhergehenden Artikeln erklaͤrt iſt. Ruͤhrt aber der Verluſt von einem ungefehren Zufall her; ſo faͤllt er dem Kaͤufer zur Laſt. 1648. Die Klage, die aus Maͤngeln entſteht, welche die Zuruͤcknahme bewirken, muß vom Kaͤu⸗ fer angeſtellt werden in einer kurzen Friſt, nach der Natur der Maͤngel, welche dieſe Zuruͤcknahme bewirken, und nach dem Gebrauche des Orts, wo der Verkauf vorgegangen iſt. 1649. Sie hat bei gerichtlichen oder von Gerichtswegen geſchehenen Verkaͤufen nicht Statt. Fuͤnftes Capirtel. Von den Verbindlichkeiten des Kaͤufers. 1650. Die Hauptverbindlichkeit des Kaͤu⸗ fers beſteht darin, daß er den Kaufpreis be⸗ Frichke0 un Lagt Wptteaiſc Klage die m di Gent gle an nact deſt 1651. richts teſ Wln an di DJllongate, 1651. von Kaufp anlan i Pean Venn Weun thebe ar dit 1655. 922 die Nunlhe dem Viin 1 de Niu ſche vign ſo krig oſtet alcde rückerſtate jede amn othergehe im ungihe zut kaß ngelt niſh uß dalb en Fürh zurüͤchn Oh 1 oder nick ku el Kiuſen d f ufynis v — 589— zale an Tag und Ort, welche der Kaufcon⸗ tract beſtimmt. 1651. Iſt in dieſer Hinſicht beim Verkauf nichts beſtimmt worden; ſo muß der Kaͤufer beza⸗ len an dem Orte und zu der Zeit, wo auch die Uebergabe geſchehen muß. 1652. Der Kaͤufer iſt ſchuldig, die Zinſen vom Kaufpreiſe bis zu Erlegung des Capitals zu bezalen, in folgenden drei Faͤllen: Wenn die Verabredung es alſo mit ſich bringt; Wenn die verkaufte und uͤbergebene Sache Fruͤchte oder ſonſtige Einkuͤnfte hervorbringt; Wenn der Kaͤufer aufgefodert worden iſt zu hezalen. In dieſem letzten Falle laufen die Zinſen nur vom Tage der Auffoderung an. 1653. Findet ſich der Kaͤufer durch eine hy⸗ pothecariſche Klage geſtoͤrt, oder auch durch eine Klage, die ein Dritter zu dem Zwecke anſteht, daß ihm die verkaufte Sache zuruͤckgegeben werde, weil er Eigentuͤmer derſelben zu ſeyn behauptet(1); ſo (1 Par une action en revendication. — 59— kann er mit Bezalung des Kaufpreiſes inne hai⸗ 1 hſut ten, bis der Verkaufer den Grund der Storung aät de weggeraͤumt hat. Er muß aber mit der Bezalung Vanug! fortfahren, wenn der Verkaͤufer ihm Buͤrgſchaft der R leiſtet, oder wenn ausbedungen worden iſt, daß u kine der Kaͤufer ungeachtet der Stoͤrung zalen ſolle. b 1654. Bezalt der Kaͤufer den Kaufpreis nicht; beweglic ſo kann der Verkaͤufer die Aufloͤſung des Verkauſs Aaituin fodern. Wns ind 3 Aumind 1655. Was nun die Aufeoͤſung des Verkaufs erhe betrift, wenn er unbewegliche Guͤter zum Gegen⸗ ſtande hat; ſo wird ſie auf der Stelle ausgeſpro⸗ chen, wenn der Verkaͤufer Gefahr laͤuft, die Gahh 3 und den Preis zu verlieren. u Iſt eine ſolche Gefahr nicht vorhanden; ſo kann der Richter dem Ankaͤufer einen Ausſtand ge. d ben, der laͤnger oder kuͤrzer iſt nach Verhaͤltnis der a u Umſtaͤnde. mma! . in dieſer Aaͤſt der Ankaͤufer dieſen Ausſtand verſtreichen, ſt kmn ohne daß er bezalt; ſo wird die Aufloͤfung des hälten Verkaufs erkannt.. Ni 1658. Iſt bei dem Verkauf unbeweglicher Guͤter ausbedungen worden, daß im Falle, wo der d Kaufpreis in der verabredeten Zeit nicht bezaſt wuͤrde, der Verkauf von Rechtswegen aufgeloͤſt 1 ſeyn ſoll; ſo kann dennoch der Ankaufer nach ver⸗: aun in i ſe dde dan it de dhäu ihn din 6 vorden i ſ zalen e dauſpreiti Jdes Vain g des Veit t zum oir gäle auzgeh äuſt, dien voran,. en Auihp Yerzädin ad verint Auſtin unbensit jälh n t nitt egin 1n A Kuſeruin n — 591 laufener Friſt noch bezalen, und zwar ſo lange er nicht durch eine Mahnung oder Auffoderung in Verzug geſetzt iſt. Sobald aber die Auffo dernug oder Mahnung geſchehen iſt, kann ihm der Rich⸗ ter keinen Ausſtand mehr geben. 1657. Betrift der Verkauf egensmte und bewegliche Effecten; ſo wird er zu Gunſten des Verkaͤufers aufgeloͤſt von Rechtswegen ohne wei⸗ teres und ohne Mahnung, ſobald der verabredete Termin verfloſſen iſt, wo der Kaͤufer die verkaufte Sache abnehmen und den Preis erlegen ſollte. Sechſtes Capitel. Von der Nichtigkeit und der Auf⸗ loͤſung des Verkaufs. 1658. Auſſer den hieroben angefuͤhrten Urſa⸗ chen, woraus ein Verkauf vernichtet und aufgeloͤſt werden kann, und auſſer den Urſachen, welche er in dieſer Hinſicht mit allen Verabredungen gemein hat, kann der Kaufcontract noch durch den vorbe⸗ haltenen Wiederkauf aufgeloͤſt werden, und durch die Verletzung im Preiſe. Erſter Abſchnitt. Vom vorbehaltenen Wiederkauf. 1659. Das Wiederkaufsrecht iſt eine Verab. redung, wodurch ſich der Verkaͤufer das Recht . — 592— vorbehaͤlt, die verkaufte Sache wieder zu nehmen, gegen Erſtattung des Hauptpreiſes und alles deſ⸗ ſen, wovon der Art. 1675 ſpricht. 1660. Das Wiederkaufsrecht kann auf laͤn⸗ gere Zeit nicht ausbedungen werden, als auf fuͤnf Jahre. Iſt es auf laͤngere Zeit ausbedungen; ſo wird es auf fuͤnf Jahre eingeſchraͤnkt und herabgeſetzt. 1661. Die eben feſtgeſetzte Zeit iſt ſtrenge, und kann vom Richter nicht verlaͤngert werden. 166a. Hat der Verkaufer in der vorgeſchrie⸗ benen Friſt ſein Wiederkaufsrecht nicht geltend ge⸗ macht; ſo bleibt der Ankaͤufer unwiderruflicher Ei⸗ gentuͤmer. 1663. Dieſe Friſt laͤuft gegen alle und jede, ſelbſt gegen Minderjaͤhrige. Letztern bleibt aber ihr Ruͤckanſpruch, nach Befinden, gegen die ealo⸗ nen, die es angeht. 1664. Wer mit Vorbehalt des Wiederkauſs verkauft hat, kann ſein Recht geltend machen ſelbſt gegen einen zweiten Ankaͤufer, wenn ſchon im zwei⸗ ten Contracte von jenem Rechte keine Erwaͤhnung geſchehen iſt. 1665. Wer mit Vorbehalt des Wieberkaufs ſaauſt de gekau den eigen verkaufte kact uu 1666 aufers ſben() 1 6d, de antit den dracht, Vekſteigt ſc gi wenn die ſuingen, 16ſ8, hen iig ſaſtich! Veeerkeu hen der 0) er T thn und ches kann euf als aufſ ngen; ſo i herabgeſtt t iſt tnan ert wardan r vorgeſc ht geltend, erufichh re und blebtn dit h Vieder machen i hon in e Erwiſtch Tieertei gekauft hat, uͤbt alle Rechte deſſen aus, von dem er gekauft hat. Er kann verjaͤhren ſowohl gegen den eigentlichen Herrn, als gegen alle, die auf die verkaufte Sache eine Hypotheke oder ein ſonſtiges Recht zu haben behaupteten. 1666. Er kann den Glaͤubigern ſeines Ver⸗ kaͤufers die Wohlthat der Ausklage entgegen ſetzen(1). 18667. Wenn der Ankaͤufer einen Theil eines Erbs, der mit andern ungetheilt beſeſſen ward, unter dem Vorbehalt des Wiederkaufs an ſich ge⸗ bracht, nachher aber das Ganze Erb nach einer Verſteigerung, die man gegen ihn nachgeſucht, an ſich geſteigert hat; ſo kann er ſeinen Verkaͤufer, wenn dieſer ſein Wiederkaufsrecht ausuͤben wiſl, zwingen, das Ganze zu nehmen. 1668. Haben mehrere zuſammen und durch einen einzigen Contract ein Erb, ſo ſie gemein⸗ ſchaftlich beſaſſen, verkauft; ſo kann jeder ſein Wiederkaufsrecht nur fuͤr den Theil geltend ma⸗ chen, den er am Ganzen hatte. 39 (1) D. h. er kann verlangen, daß, bevor man ihn augreife, ſein Verkaͤufer angegriffen und exequirt werde, um zu ſehen, ob daraus ihre Anſpruͤche befriedigt werden koͤnnen. 2.A ge, der ein Erb allein verkauft hat, mehrere Er⸗ ben hinterlaͤſt. Jeder von ſolchen Erben kann das Wieder⸗ kaufsrecht nur fuͤr den Theil ausuͤben, den er in dem Nachlaſſe hat. 1670. Der Ankaͤufer kann aber in dem Fal⸗ le der beiden vorhergehenben Artikel verlangen, daß alle Mitverkaͤufer oder alle Miterben beigela⸗ den werden, um ſich unter ſich uͤber die Wieder⸗ alsdenn die Vereinigung unter ihnen nicht zu Stande; ſo wird der Klaͤger abgewieſen. 1671. Wenn aber ein Erb, ſo mehrern ge⸗ hoͤrt, nicht von ihnen gemeinſchaftlich und ganz ſeinen Antheil daran verkauft hat; ſo kann jeder von ihnen beſonders ſeine Klage auf Wiederkauf anſtellen, und zwar fuͤr den Theil, der ihm zuge⸗ Falle den, der ſeine Klage ſo anſtellt, nicht zwin⸗ gen, das Ganze wieder zu nehmen. gegen jeden von denſelben fuͤr ſeinen Theil ange⸗ ſtellt werden, in ſo fern naͤmlich die verkaufte Sa⸗ che noch ungetheilt, oder unter ſie vertheilt iſt. d 1869. Eben ſo verhaͤlt es ſich, wenn berſeni. nahme des ganzen Erbes zu vereinigen. Koͤmmt verkauft worden, wenn im Gegentheil jeder nur 8 hoͤrte, und der Ankaͤufer kann in einem ſolchen 1672a. Hat der Ankaͤufer mehrere Erben hin⸗ terlaſſen; ſo kann die Klage auf Wiederkauf nur —— faln; dieſa ſi 165 derkauſen hris in bähten de den, 5 Path di nag dieſe nicht in bindlich dit en Wie hd; ſoi Hyyothete 1 ſar, An ihhe dir au! mh zwolfte Gutes di guf in(on dm he 1 uim das De den, d ti tr in dm ſil dninn terben be deinb er di Uih igen. Fum dnen itt, ieſen. ſo mehten lich ud heil jäͤrn ſo kamf f Wiehi der ihn einem ſi 1 Ete 3— edetuln Thul„ reiund rthelt 4 t ichkß Iſt aber die Theilung geſchehen, und die ver⸗ kaufte Sache unter das Loos eines der Erben ge⸗ fallen; ſo kann die Klage auf Wiederruf gegen dieſen fuͤr's Ganze angeſteüt werden. 1673. Der Verkäufer muß, wenn er ſein Wier derkaufsrecht brauchen will, nicht allein den Haupt⸗ preis erſtatten, ſondern auch die Koſten und Ge⸗ buͤhren des Kaufvertrags, die noͤthigen Reparatio⸗ nen, ſo wie die Reparationen, wodurch ſich der Werth des Grundes vermehrt findet, bis zum Er⸗ trag dieſer Vermehrung oder Erhoͤhung. Er kann nicht in Beſitz treten, als bis er alle dieſe Ver⸗ bindlichkeiten erfuͤllt hat. Tritt der Verkaͤufer vermoͤge des verabrede⸗ ten Wiederkaufs wieder in den Beſitz ſeines Gu⸗ tes; ſo uͤbernimmt er es frei von allen Laſten und Hypotheken, womit es der Ankaͤufer etwa beſchwert hat. An Pachtvertraͤge aber, welche der Ankaͤufer ohne Betrug geſchloſſen hat, iſt er gebunden. Zweiter Abſchnitt. Von Aufhebung der Verkaͤufe wegen Verletzung. 18 4. Iſt der Verkaͤufer um mehr als ſieben Zwoͤlftel in dem Kaufpreiſe eines unbeweglichen Gutes verletzt oder verkuͤrzt worden; ſo kann er die Aufhebung des Verkaufs fodern, ungeachtet er im Contracte auf dieſe Befugnis, die Aufhebung 39* — 596— oder Umſtoſſung zu fodern, Verzicht gethan, oder darin erklaͤrt hat, daß er dem Ankaͤufer, was es mehr werth iſt, ſchenke. 1675. Um zu wiſſen, ob der Verkaͤufer um mehr als ſieben Zwoͤlftel verletzt oder verkuͤrzt wor⸗ den ſey, muß das unbewegliche Gut geſchaͤtzt wer⸗ den nach dem Zuſtande und Werthe, worin es zur Zeit des Verkaufs war. 1676. Eine ſolche Klage iſt nicht mehr zu⸗ laͤſſig nach Ablauf zweier Jahre vom Tage des Verkaufs.— Dieſe Friſt läuft gegen verheirathete Weiber, und gegen Abweſende, Unterſagte und Minderjaͤh⸗ rige, wenn ſie einen Grosjaͤhrigen vertreten, der verkauft hat. Auch laͤuft dieſe Friſt und wird nicht aufge⸗ ſchoben waͤhrend der Zeit, die im Wiederkaufsver⸗ trage ausbedungen iſt. 1677. Der Beweis der Verletzung kann nur durch ein Urteil zugelaſſen werden, und nur in dem Falle, wo die aufgefuͤhrten Thatſachen wahr⸗ ſcheinlich und erheblich genug ſind, um die Ver⸗ letzung vermuten zu laſſen. 1678. Er kann nicht anderſt geliefert werden, als durch einen Bericht von drei Sachverſtaͤndi⸗ col aufſe Etiumen 16;9 hälk dus abtr i WAn einel 1680 Antswie detgenden enennen. 1681 feſun; Ankäufer n den e i Er Ka d umn on Det nd un Unräufer 168 Säche borherg it a dem d t teca, h 6 iufe, in Artien dr derligthe t geſette⸗ er veri ag 4 nicht wit 3 vom duge athete Vat 1d Mindens bertreten nicht e iederkaut ng kann und mi ſachen dc un de ſjefet veth acyenkänh A — 597— gen, welche ein n einziges gemeinſchaftliches Peotb. coll aufſetzen, und ein einziges(Zutachten nach der Stimmenmehrheit abfaſſen muͤſſen. 1679. Sind die Meinungen getheilt; ſo ent⸗ haͤlt das Protocoll die Gruͤnde: in keinem Falll aber iſt es erlaubt, darin die Meinung eines je⸗ den einzeluen Sachverſtaͤndigen anzugeben. 1680 Die drei Sachverſtaͤndigen werden von Amtswegen ernannt, wenn ſich die Theile nicht verſtanden haben, ſie alle drei gemeinſchaftlich zu ernennen. 1681. In dem Falle, wo die Klage auf Um⸗ ſtoſſung oder Aufhebung zugelaſſen wird, hat der Ankaͤufer die Wahl, ob er die Sache zuruͤckgeben, und den bezalten Preis wieder nehmen, oder oh er die Sache behalten, und das, was am wahren Werth abgeht, nach Abzug eines Zehntels vom ganzen Preiſe, bezalen wolle. Der dritte Beſitzer hat das naͤmliche Recht, und unbeſchadet ſeines Ruͤckangrifs gegen ſeinen Verkaͤufer. 1682. Beſtimmt ſich der Ankaͤufer dazu, die Sache zu behalten, und den Zuſchuß, wie er im vorhergehenden Artikel regulirt iſt, zu bezalen; ſo iſt er von dem Zuſchuſſe die Zinſen ſchuldig von dem Tage der angeſtellten Klage auf Umſtoſſung. — 598— Wilt er ſie aber lieber wieder geben, und den Preis zuruͤck nehmen; ſo giebt er die Fruͤchte ie ruͤck, ebenfalls vom Tage der angeſtellten Klage. Die Zinſen von dem Kaufpreiſe, den er bezalt hat, werden ihm ebenfalls berechnet vom Tage der angeſtellten Klage, oder ſelbſt vom Tage der Za⸗ lung, wenn er gar keine Fruͤchte genoſſen hat. 1683. Die Umſtoſſung eines Verkaufs wign Verletzung hat nie Statt zu Gunſten des Kaͤufers. 1684. Auch hat ſie nicht Statt bei Verkaufen, welche dem Geſetze gemaͤs mit Dazwiſchenkunft der Gerichte geſchehen. 1685. Die Regeln, welche im vorhergehen⸗ den Abſchnitte fuͤr die Faͤlle feſtgeſetzt ſind, wo mehrere gemeinſchaftlich oder beſonders verkauft haben, ſo wie fuͤr den Fall, wo der Kaͤufer oder Verkaͤufer mehrere Erben hinterlaſſen hat, ſind auch anzuwenden, wenn jemand eine Klage auf Umſtoſ⸗ ſung eines Verkaufs anſtellt. Siebentes Capitel. Von der Verſteigerung. 16865. Wenn eine Sache, die mehrern ge⸗ meinſchaftlich zugehoͤrt, nicht fuͤglich und ohne — däeicin Verluſt getheilt werden kann, oder, wenn es in DMaan hilt eurde n uni gatuuf d dmunm di 15f. Gllguuht inuug knu uuſ 1d lu un 5 der beiih . Uon le⸗ ztn un n ine did laxt au de oda li dem, 4 anhandi 1 tön u d4 rdie hit, eſtüta i. ſiſ, de atz et bon dhd mn daxeda; enoſſn ſat Veriuß gen des Käun Ktbe. Datti Dawiſtat in botzer eſetzt ſenn onders ti der Kuun n hat fiu age ufli itil urg. ſie weſen” lich md t9 ⸗ — 59— einer guͤtlich gemachten Theilung gemeinſchaftlicher Guͤter Theile giebt, die keiner von den Mittheilen⸗ den annehmen will oder kann; ſo geſchieht der Verkauf durch Ausſteigerung, und der Preis wird unter die Miteigentuͤmer getheilt. 1687. Jeder Miteigentuͤmer kann bei ſolcher Gelegenheit fodern, daß auch Fremde zur Ausſtei⸗ gerung zugelaſſen werden: ſie muͤſſen nothwendig zugelaſſen werden, wenn einer von den Miteigen⸗ tuͤmern minderjaͤhrig iſt. 1688. Die Art der Verſteigerung, und die Feierlichkeiten, die dabei beobachtet werden muͤſſen, ſind unter dem Titel von der Erbfolge und in der Gerichtsordnung erklaͤrt. Achtes Capitel. Von Uebertragung der Foderun⸗ gen und anderer unkoͤrperli⸗ chen Rechte. 1688. Bei Uebertragung oder Abtretung einer Foderung, eines Rechtes oder einer Klage auf einen Dritten geſchieht die Ueberga⸗ be oder Lieferung dadurch, daß der Uebertragende dem, zu deſſen Gunſten er abtritt, die Urkunde aushaͤndigt. 1690. In Ruͤckſicht auf jeben Dritten koͤmmt — g0*— der, zu beſſen Gunſten der Uebertrag geſchehen iſt, erſt daburch in den wahren Beſitz, daß er dem Schuldner den Uebertrag bekannt macht oder in⸗ finuirt. Aber auch dadurch kann derſelbe in dieſen Beſitz kommen, daß der Schuldner den Uebertrag in einer offentlichen Urkunde annimmt. 16 91. Hat der Schuldner den egentoge. den bezalt, bevor dieſer oder derjenige, an den die Foderung abgetreten worden, ihm den Uebertrag inſinuirt hat; ſo iſt ſeine Schuld guͤltiger Weiſe getilgt. 169a. Unter dem Berkauf oder Uebertrag ei⸗ ner Foderung iſt ebenfalls alles begriffen, was der Foderung anklebig iſt, als Buͤrgſchaften, Vorrangs⸗ rechte und Hypotheken. 1693. Wer eine Foderung oder ſonſt ein un⸗ koͤrperliches Recht uͤbertraͤgt, muß Gewaͤhr dafuͤr leiſten, daß die Foderung oder das Recht, ſo er uͤbertraͤgt, zur Zeit des Uebertrags wirklich exiſtirt, obſchon er ohne Gewaͤhrsleiſtung geſchehen iſt. 1694. Er haftet aber fuͤr die Zalbarkeit des Schuldners nur, in ſo weit er ſich dazu anheiſchig gemacht, und blos bis zum Betrag des Preiſes, den er aus der Foderung gezogen hat. — ———— 3 1655. nets öewe ces Der barfet di nich euf tagende d 1696 erunterbe hrangt fü n awi d. bricte: der den ſalchn E iin Eric ies dm di dm T 1inl. drliufr de Scul t du) a nhedun 1 ſ6g zts Re deſe heima dag nitn ſt dj din u vag, trele i a r den Uin umt. den Uünt mige, en in a dan leüen d züliger d der Ueberte. egriffen, ve ften, Jomg er ſonſt in Gewhr ſi 6 Rect wirklic ei iſceha i zalhett dazu aun u de h hat 801— 1695. Hat er fuͤr die Zalbarkeit des Schuld⸗ ners Gewaͤhrsleiſtung verſprochen; ſo iſt ein ſol⸗ ches Verſprechen blos von der gegenwaͤrtigen Zal⸗ barkeit deſſelben zu verſtehen, und es erſtreckt ſich nicht auf die Zukunft, es ſey denn, daß der Ueber⸗ tragende auch dieſes ausdruͤcklich zugeſagt habe. 1696. Wer eine Erbſchaft verkauft, ohne die darunter begriffenen Gegenſtaͤnde einzeln anzugeben, braucht fuͤr weiter nichts Gewaͤhr zu leiſten, als daß er wirklich Erbe iſt. 3897. Hatte er zur zei des lebertrags ſchon Fruͤchte aus irgend einem Gegenſtande gezogen, oder den Betrag irgend einer Foderung, diezu einer ſolchen Erbſchaft gehoͤrt, empfangen, oder irgend ein Stuͤck der Erbſchaft verkauft; ſo muß er ſol⸗ ches dem Ankaͤufer erſtatten, wenn er es ſich nicht bei dem Verkauf ausdruͤcklich vorbehalten hat. 1698. Seinerſeits muß der Ankaͤufer ſeinem Verkaͤufer alles obruͤck erſtatten, was dieſer fuͤr die Schulden und Laſten der Erbſchaft bereits be⸗ zalt hat, und ihm alles zu Gute kommen laſſen, was er zu fodern hatte, wenn nicht ein Anderes ausbedungen worden.. 1699. Derjenige, gegen den man ein grreiti⸗ ges Recht abgetreten hat, kann ſich ruͤckſichtlich deſſen, auf den der Uebertrag geſchehen iſt, dadurch frei machen, daß er ihm den wirklichen Preis der 1 —— Abtretung erſtattet mit den Koſten und Gebuͤhren, und mit den Zinſen von dem Tage an, wo derje⸗ nige, zu deſſen Gunſten abgetreten iſt, den Preis der ihm geſchehenen Abtretung entrichtet hat. 1700. Als ſtreitig wird eine Sache angeſehn, ſo bald uͤber den Grund des Rechts ein Procef oder Streit entſteht. 1701. Die im Art. 1899 enthaltene Verfuͤ⸗ gung findet keine Auwendung mehr, iſtens. In dem Falle, wo die Abtretung oder der Uebertrag an einen Miterben oder Mit⸗ eigentuͤmer des abgetretenen Rechtes ge⸗ ſchehen iſt; etens. Wenn ſie an einen Glaͤubiger geſche⸗ hen iſt in Zalung einer Schuld; Stens. Wenn ſie geſchehen iſt zu Gunſten deſſen, der das Erb veſitzt, worauf das ſtreitige Recht ſpricht. — u dan & éi N de dhel andere g nd dn duſch Stende ve tin dun Rrats d ſönem R nict ge ſange — ) nd dühe Ne an 16 en ſſ, den a tiiche ſ Satt afn rdts in g zthaltne be ellötretng terben ddeli en Natts; ſäubige uld, zu Ent worau Siebenter Titel. Vom Tauſchvertrage(1). —— 1702. Da Tauſch iſt ein Vertrag, wodurch die Theile ſich gegenſeitig eine Sache gegen eine andere geben. 1703. Wie der Kaufcontract, ſo koͤmmt auch der Tauſchvertrag durch die bloſe Einwilligung zu Stanbe. 1704. Wenn einer von beiden Theilen, die einen Tauſch getroffen, die ihm vertauſchte Sache bereits erhalten hat, nachher aber beweiſet, daß ſie ſeinem Mitcontrahenten nicht gehoͤrt; ſo kann er nicht gezwungen werden, die Sache, die er dage⸗ gen verſprochen hat, zu uͤbergeben, wohl aber, die⸗ jenige zuruͤck zu geben, die er erhalten hat. — (1) Geſetz vom 18. Ventoſe 12. Jahrs, dromulgirt den es. — 604— 1705. Verliert einer von den reauſchenben Theilen die Sache, die er eingetauſcht hat, durch Evietion; ſo hat er die Wahl, ob er Schadlos⸗ haltung begehren, oder ob er ſeine Sache zuruͤck⸗ fodern wolle.— 1705. Aus dem Grunde der Verletzung oder Verkuͤrzung kann ein Tauſchvertrag nie aufgehoben oder umgeſtoſſen werden. 1707. Alle andern Regeln, bie fuͤr den Kauf⸗ contraet feſtgeſetzt ſind, finden uͤbrigens auch ihre Anwendung beim Tauſchvertrag. Don 11 7ch, 3 ähe, ine krißung. Äeh in dhal he Sath dih agen eiden ſdi uadt no. ſt ein de c) den ti tauſct ſu 66 t. r Dalegant ih ni uuſgge die fir dan rigt ah Achter Titel. Von dem Miethvertrage(1). Erſtes Capitel. Allgemeine Verfuͤgungen. 1708. E⸗ giebt zwei Arten der Miethver⸗ traͤge, einer Sache damſiche und einer Dienſt⸗ leiſtung. 1709. Erſterer iſt ein Vertrag, wodurch ſich ein Theil verbindet, dem andern den Genuß einer Sache waͤhrend einer gewiſſen Zeit zu uͤberlaſſen, gegen einen gewiſſen Preis, den dieſer ſich anhei⸗ ſchig macht ihm zu Letlen. 1710. Miethvertrag einer Dienſtleiſtung iſt ein Vertrag, wodurch ſich ein Theil verbindet, *— (1) Seſetz vom 16. Ventoſe 12. J. prom. den 26. — 606— fuͤr den andern etwas zu thun gegen Zalnng eines 1. Preiſes, den ſie verabredet haben.. d 1711. Dieſe beiden Gattungen des Mieth. vertrages theilen ſich wieder in verſchiedene beſon⸗ 3 dern Arten unter. pan? . So nennt man ihn Miethvertrag im en, 1nã. gern Sinne, wenn er Haͤuſer oder bewegliche itzen ber Sachen betrift; Pacht und pachtcontract, wenn er Lanb⸗ pria guͤter betrift; nin 4 Miethe, wenn er eine Arbeit oder Dienſtleiix ſtung zum Gegenſtande hat. u4 . n ſih Viehpacht nennt man die Miethe von Thit. ren, wovon der Nutzen unter den Eigentuͤmer, m und denjenigen, dem er ſie anvertraut, getheilt u ſt wird. Verabredete Ueberſchlaͤge, zufolge deren ein Werk gegen einen gewiſſen, ein fuͤr allemal be⸗ ſtimmten Preis unternommen wird, ſind ebenfalls — Miethvertraͤge, wenn dabei derjenige die Materia⸗ lien liefert, fuͤr den das Werk gemacht wird. A aden Dieſe drei letzten Arten haben ihre beſademn mil Regeln⸗ * aa g Npin Jähagi ran di nh deſciedmrg detteag in oder bexa „ven dh it oder Ji Niethe ded den Eigate ertraut, git rzufuere fir Unh 68 7find äne an e die 4 acht ven 8 5 1 ihre bäunn — 807— 1712. Miethvertraͤge uͤber Guͤter des Staa⸗ kes, der Gemeinden oder oͤffentlichen Anſtalten ſind beſondern Verordnungen unterworfen. Zweites Capitel. Von Vermiethung der Sachen. 1715. Alle Arten von Guͤtern kann man ver⸗ miethen, bewegliche und unbewegliche. Erſter Abſchnitt. Von den Regeln, die den Mieth⸗ und Pachtver⸗ traͤgen der Haͤuſer und Landguͤter ge⸗ mein ſind. 1714. Mieth⸗ und Pachtvertraͤge kann man ſchriftlich oder muͤndlich ſchlieſſen. 1715. Hat ein ſolcher Vertrag, im Falle, wo er nicht ſchriftlich gemacht iſt, noch gar keinen Vollzug erhalten, und ein Theil leugnet ihn ab; ſo kann er durch Zeugen nicht bewieſen werden, ſo gering auch der Pacht⸗ oder Miethzins ſeyn mag, und ungeachtet vorgegeben wird, daß eine Draufgabe ſey bezalt worden. Nur der Eid kann demjenigen zugeſchoben werden, der den Vertrag in Abrede ſtellt. 1716. Wenu nach einem muͤndlichen Pacht⸗ ader Miethvertrage, wovon die Vollziehung ange⸗ 1 fangen hat, Streit uͤber den Betrag des Pacht. kande ſ oder Miethzinſes entſteht, und keine Quittung vor,. rährn handen iſt; ſo muß dem Eigentuͤmer auf ſeinen ſüt h Eid geglaubt werden, es ſey denn, daß der Pach⸗ de Nich ter oder Miethsmann eine Schaͤtzung durch Sach. nt verſtändige vorziehe. In dieſem letztern Falle traͤgt er auch die Koſten der Schaͤtzung allein, wenn ſie m. den Preis uͤberſteigt, den er angegeben hat. rm n Kaatation 1717. Der erſte Pachter hat das Recht, un. bung d ter zu verpachten, ſelbſt ſeine Pacht einem andern dun Jear zu üͤbertragen, in ſo fern ihm dieſe Befugnis nich matonen iſt unterſagt worden. om de abernähne Sie kann ihm unterſagt werden gang oder zum Theil. n lun: un Gehre Die Clauſel in dieſer Hinſicht iſt allezeit ſtrenge. ute dder Man 1718. Die Artikel unter dem Titel von dem räuant Ehecontracte und den gegenſeitigen Rech . ten der Eheleute, die Pacht und Miethverträͤ⸗. lade ge uͤber Guͤter der verheiratheten Weiber betreffend, an ſind ebenfalls auf dergleichen Vertraͤge uͤber Guͤter der Minderſähninen anzuwenden..VA . it, daß 1 19. Vermoͤge des Vertrags allein, und oh⸗ vial ne daß es deswegen einer beſondern Verabredung beduͤrfe, iſt der Verpachter gehalten, iſtens, dem Beſtaͤnder oder Miethsmann die vermiethete Sa⸗ che zu uͤbergeben, atens, die Sache in ſolchem Setng 6 kin dum zetind ui enn, doß ek üzung dun Eletzer zu ng allin 1 gegtden ga at das lat dacht inm wiſe difaan vendn ſu jtit alhaa im ditl int enſeitzat und Niar Teibeti errige inb s dlin dern Vnrttl kten/ 1 vermichi Gact b — 609— Stande zu unterhalten, daß ſie den Gebrauch ge⸗ waͤhren koͤnne, wozu ſie vermiethek worden, Ztens, dafuͤr zu ſorgen, daß der Miethsmann waͤhrend der Miethzeit den ruhigen Genuß derſelben haben koͤnne. 7 1720. Der Verpachter muß die Sache in gutem Stande uͤberliefern, worin ſie keiner Art von Reparationen vorlaͤufig bedarf. Er iſt verbunden, ſo lange die Pachtzeit waͤhrt, alle noͤthig werden⸗ den Reparationen daran vorzunehmen, jene Repa⸗ rationen ausgenommen, die ihrer Geringfuͤgigkeit wegen der Pachter ſelbſt dem Gebrauche gemaͤs uͤbernehmen muß. 1721. Er haftet dem Beſtaͤnder fuͤr alle Feh⸗ ler oder Maͤngel der vermietheten Sache, die ih⸗ ren Gebrauch verhindern, obſchon er ſolche Fehler oder Maͤngel bei Abſchlieſſung des Vertrags ſelbſt gekannt hat. Leidet der Beſtaͤnder dadurch irgend einen Verluſt; ſo muß der Verpachter ihn entſchaͤdigen. 1722. Ereignet es ſich während der Pacht⸗ zeit, daß die verpachtete Sache durch ungefehren Zufall ganz zu Grunde geht; ſo hebt ſich der Pachtcontract von ſelbſt auf. Geht dieſelbe aber nur zum Theil zu Grunde; ſo ſteht es dem Be⸗ ſtaͤnder frei, den Umſtaͤnden nach entweder eine Herabſetzung des Preiſes zu fodern, oder die völ⸗ 40 — 610— lige Aufhebung des Contractes.„In dem einen wie dem andern Falle aber kann er keine Entſchaͤ⸗ digung verlangen. 1723. Der Miethsmann iſt nicht befugt, waͤhrend der Miethzeit die Geſtalt der vermiethe⸗ ten oder verpachteten Sache zu veraͤndern. 1724. Werden waͤhrend der Pachtzeit an der vermietheten oder verpachteten Sache ſolche Repa⸗ rationen dringend noͤthig, die bis zu ihrem Ablau⸗ fe nicht verſchoben werden koͤnnen; ſo muß der Beſtaͤnder leiden, daß man dieſelben vornehme, wenn ſie ihm auch noch ſo ungemaͤchlich fallen, und ungeachtet er ſich dadurch, waͤhrend man da⸗ mit beſchaͤftigt iſt, der vermietheten Sache zum Theil beraubt findet. Dauern indeſſen ſolche Reparationen laͤnger als vierzig Tage; ſo wird der Miethzins vermin⸗ dert nach Verhaͤltnis der Zeit und des Theils der vermietheten Sache, deren er dadurch beraubt war. Sind die Reparationen von der Art, daß der Miethsmann fuͤr ſich und ſeine Familie die noͤthi⸗ ge Wohnung nicht bat; ſo kann dieſer den Mieth⸗ vertrag aufheben laſſen. 17a5. Wird der Beſtaͤnder in ſeinem Genuſ⸗ ſe gewaltthaͤtiger Weiſe von einem Dritten geſtoͤrt, ohne daß dieſer uͤbrigens auf die vermiethete Sa⸗ * 140 ſih: Wte Verm iͤht zu benonmen nmnn zu be . n dus E i NMah litt vor nn Dru 4 rechit, a oind autti richek w Seſtin Aris in inn, Imdxnd m Aan nt. nei ſed ſ u in mi i ha lfe —— mig ner tin di ſi nitt’i dalt der umt deränden Padtet an zache ſalte s zu ihem l en; ſo ug ſſelden dundt ngemächlih wb wähnd unt hhetn eieg vatatiorerin Miethzms mm. 1d des dit acch berulnt der T zenilt R i dieſr das r ſiimn 8 Drittn gii vernat — 611— 1 che ſelbſt einen Anſpruch macht; ſo braucht ihm der Vermiether fuͤr eine ſolche Stoͤrung keine Ge⸗ waͤhr zu leiſten. Dem Beſtaͤnder iſt es aber un⸗ benommen, den Stoͤrer in ſeinem perſönlichen Na⸗ men zu Herfolgen. 1726. Betraf hingegen die Klage des Drit⸗ ten das Eigentum des Grundes, und iſt dadurch der Miethsmann oder Pachter in ſeinem Genuſſe geſtoͤrt worden; ſo iſt er zu einer verhaͤltnismaͤſſt⸗ gen Verminderung des Mieth⸗ oder Pachtzinſes berechtigt, vorausgeſetzt aber, daß er die Stoͤrung oder Hinderung dem Eigentuͤmer angezeigt habe. 1727. Machen die Urheber der Stoͤrung und gewaltthaͤtigen Anmaſſung Anſpruͤche auf die ver⸗ miethete oder verpachtete Sache ſelbſt, oder, wird der Beſtaͤnder ſelbſt gerichtlich belangt, um zufolge Urteils eine ſolche Sache ganz oder zum Theil zu raͤumen, oder um die Ausuͤbung irgend einer Grundgerechtigkeit daran zu leiden; ſo muß er den Verpachter vorbeſcheiden laſſen, daß er ihn vertrete. Er muß in dieſem Falle ſelbſt, ſo fern er es ſodert, aus dem Proces geſetzt werden, wenn er ſich auf den Verpachter beruft, fuͤr den er be⸗ ſitzt. 1728. Der Beſtaͤnder oder Miethsmann hat zwei Hauptverbindlichkeiten: er muß naͤmlich iſtens. Die eenmiethet Sache brauchen wie 40* — 612— ein guter Hausvater, und der Beſtimmung gemaͤs, die ſie durch den Miethcontract er⸗ halten hat, oder der Beſtimmung gemaͤs, die ſich aus den Umſtaͤnden, in Ermang⸗ lung einer Abrede, vermuten laͤſt; atens. Muß er den Pacht⸗ oder Miethzins entrichten in den ausbedungenen Terminen. 1749. Braucht der Beſtaͤnder die vermiethete oder verpachtete Sache zu einem andern Zwecke, als zu demjenigen, wozu ſte beſtimmt worden, oder Nein dt in nir ſthu nki mm e At rinn u ltin zu einem Zwecke, woraus fuͤr den Vermiether ein Schaden erwachſen koͤnnte; ſo kann letzterer, je nachdem die Umſtaͤnde ſind, den Vertrag aufheben laſſen. 1250. Iſt unter dem Vermiether und Beſtaͤn⸗ der eine Verzeichnung oder Beſchreibung der in die Pacht fallenden Plaͤtze angefertigt worden; ſo muß letzterer die Sache in dem Zuſtande wieder liefern, worin er ſie angetreten hat, und zwar nach Inhalt jener Beſchreibung, mit Ausnahme deſſen, was ſich durch Alter oder aͤuſſere Gewalt, die man nicht abwehren konnte, zu Grunde gerichtet oder verſchlimmert findet. 1751. Hat man uͤber den Zuſtand der in die Pacht fallenden Plaͤtze keine Beſchreibung gemacht; ſo tritt die Vermutung ein, daß der Miethsmann je in einem ſolchen guten Zuſtande angetreten ha⸗ 5 — 5 bit umeüt umitn aüuritt n v h a Wu in Pleben r Aor is ade ni n hen m m An zu ni n igm u umi ia wrh ſtr d ianat ta ſin ſa aji id der dinn en Nitthante defünnu a nnden, ih bh nuten lif, t, ode Ni dungena dm. der die vmi zm andm ae ſimmt von. den Vrrith. kanu lezit n Vartrag ujt niether uib deſchreidenn. fetgt u) im zuinith het, ud rt uenin te bwihir unde gritt zuind i nrdongzat Tic ne ugma — 813— be, daß ſie von ſeiner Seite keiner Reparationen bedurften, und er muß ſie daher im naͤmlichen Zu⸗ ſtande wieder liefern, wenn er nicht das Gegen⸗ theil beweiſet. 173a. Ek iſt verantwortlich fuͤr jede Ver⸗ ſchlimmerung und fuͤr jeden Verluſt, den die Sa⸗ che leidet, waͤhrend er ſie beſitzt, wofern er nicht darthut, daß er keine Schuld daran hat. 1733. Er haftet ferner ſelbſt fuͤr Brandſcha⸗ den, wenn er nicht beweiſen kann, duß derſelbe in einem ungefehren Zufall oder in einer aͤuſſern Ge⸗ walt, die er nicht abwehren konnte, oder in einem Fehler in der Anlage ſeinen Urſprung hatte, oder auch, daß das Feuer dem Miethhauſe von einem Nachbarshauſe mitgetheilt worden. 1734. Sind mehrere Miethleute da; ſo haf⸗ ten ſie alle ohne Theilung fuͤr den Brandſchaden, wenn ſie nicht beweiſen, daß der Brand in der Wohnung eines von ihnen angefangen habe, in welchem Falle dieſer allein dafuͤr haftet; oder, wenn einige unter ihnen nicht beweiſen, daß der Brand bei ihnen nicht anfangen konnte, in wel⸗ chem Falle die, welche einen ſolchen Beweis lie⸗ fern, nicht fuͤr den Schaden haften. 1735. Der Miethsmann haftet fuͤr jede Ver⸗ ſchlimmerung und fuͤr jeden Verluſt, der durch Perſo⸗ nen ſeines Hauſes oder durch ſeine Afterpachter verurſacht wird. — 614— 1738. Iſt ‚der Pacht⸗ oder Miethvertrag nicht ſchriftlich gemacht; ſo kann ein Theil dem andern nicht aufkuͤndigen, als mit Beobachtung der Friſten, die in dieſer Hinſicht der Ortsgebrauch beſtimmt hat. 1737. Iſt aber der Pacht⸗ oder Miethvertrag ſchriftlich abgefaſt; ſo hoͤrt bei Ablauf des darin ausbedungenen Termins die Pacht von ſelbſt auf, ohne daß es alsdenn einer Aufkuͤndigung bedarf. 1758. Wenn, bei Ablauf der ſchriftlich be⸗ dungenen Pachtzeit, der Beſtaͤn der im Beſitze bleibt und belaffen wird; ſo bewirkt dies eine neue Pacht, deren Wirkungen ſich nach dem Artikel, die nicht ſchriftlichen Pachtungen betreffend, beſtimmen. 1759. Iſt dem Pachter gehoͤrig aufgekuͤndigt worden; ſo kann er keine ſtillſchweigende Wieder⸗ verpachtung geltend machen, obſchon er im 4 Deßti geblieben iſt.— 1740. In dem Falle der beiden vorhergehen⸗ den Artikel iſt der Buͤrge entledigt, den man etwa fuͤr die Pacht oder Miethe geſtellt hat, und er haf⸗ tet nicht fuͤr die neuen Verbindlichkeiten, die aus der Veclängerung derſelben entſtehn. 1741. Der Pacht⸗ oder Mietheontract loͤſt ſich auf, oder faͤllt weg, auf zweierlei Art, naͤmlich dadurch, daß die verpachtete Sache zu Grunde 3 teue da ir iie kia I bit „ GSe na dn aruri dinli 7g Uet um eue tnr Aiheun n duttuna n dan ihn arn iw huitewun 50 Sn untumn nt ar deri kperuhe edtam k kinusz im irn me wutſt a ſur rde — Gun 1 ln Uün ann dder Niehen— un ti gn mt daheig tder Atgin dder Niht Ablauf deg ct dor ſütt kändigun k der ſcri er in deſzi kt dies inen h dem Aut reffend behn. horig zufrin jweigende ſchon ciih eiden tien⸗ gt de it bat une hkeien d thr. nietzeret erlei At 1u Soche l 1 geht, oder dadurch, daß entwe 1 er Verpachter oder der Beſtaͤnder gegenſeitig ſei keiten kein Genuͤge leiſtet. 174a. Dadnrch, daß der Verpachter, oder der Beſtaͤnder ſtirbt, wird der Pachtcontract nicht aufgeloͤſt. 1743. Verkauft der Verpachter die ver⸗ pachtete Sache; ſo kann der Ankaͤufer den Pach⸗ ter oder Miethsmann, wenn dieſer einen authenti⸗ ſchen Pachtcontract hat, oder einen Pachtcontract, deſſen Datum ſicher iſt, nicht daraus ſetzen. Aus⸗ genommen iſt der Fall, wo der Verpachter ſich in dem Pachtcontracte dieſes Recht vorbehalten hat(1). 1744 Wenn bei dem Pacht⸗oder Miethcon⸗ tracte ausbedungen iſt, daß im Falle, wo die ver⸗ pachtete oder vermiethete Sache verkauft wuͤrde, der Ankaͤufer die Freiheit haben ſolle, den Pachter oder Miethsmann daraus zu ſetzen, ohne daß da⸗ bei uͤber die Schadloshaltung, die der Beſtaͤnder fodern koͤnnte, etwas verabredet waͤre; ſo muß der Vermiether oder Verpachter den Miethsmann oder Pachter entſchaͤdigen, wie folgt. (1) Alſo gilt heut zu Tage bei uns die Regel nicht mehr: Kauf bricht Miethe. Es iſt uͤbri⸗ gens wohl zu bemerken, daß in dieſem ganzen Abſchnitte ſowohl von Pacht⸗ als Mietheontrae⸗ ten die Rede iſt. ich die Rede von einem Hau⸗ Kramladen; ſo bezalt der Ver⸗ miether d herausgeſetzten Miethsmanne eine Summe, welche eben ſo gros iſt, als der Mieth⸗ zins waͤhrend der Zeit, die dem Ortsgebrauche ge⸗ maͤs geſtattet werden muß von der Aufkuͤndigung an bis zur Raͤumung. 1746. Iſt die Rede von Landguͤtern; ſo be⸗ ſteht die Entſchaͤdigung, die der Verpachter dem Beſtaͤnder leiſten muß, in einem Drittel des Pacht⸗ zinſes von der Zeit, die noch auszuhalten waͤre. 1747. Iſt endlich die Rede von Manunfactu⸗ ren, Hammerwerkern oder andern Anſtalten, die groſſe Vorſchuͤſſe erfodern; ſo wird die Entſchaͤdi⸗ gung durch Sachverſtaͤndige ausgemittelt. 1748, Ueberdies muß der Ankaͤufer, wenn er ſich des im Pacht⸗ oder Miethcrontracte ausbedun⸗ genen Rechtes bedienen will, den Pachter oder Mierhsmann im Falle eines Verkaufs auszuweiſen, letztern zuvor gehoͤrig erinnern, und zwar muß er ihm nach der Erinnerung die Zeit laſſen, worin dem Ortsgebrauche gemaͤs die Auſeündigung ge⸗ ſchehen kann. Den Pachter eines Land⸗ oder Bauergutes muß er wenigſtens ein Jahr vorher erinnern. 1349. Ehe und bevor der Pachter oder utan hahn üt Amate lk mm künt 2 umha na 3 Maiati in u mam. m d ite 5 izu 2 n ainn de m riwi wr dhin Jriil mba hact. int ra d tn in un ſnin — 0 nun 11 hri n de dan ämn, 1 ſ tut nn 1 andpiten, er Penrtträ Drittl deze uszuhalen da e bon unit ern Arſein, vitd die d sgemittit Ankiufr m ontact uie den duör tkeuſtuhmi nnd ſen n beit laſa n Auſtüadgan oder dunf er uinn. ſan — d— Miethsmann die hieroben feſtgefetzte Entſchaͤdigung erhalten hat, entweder von ſeinem Permiether oder Verpachter, oder in deſſen Ermangkung von dem neuen Ankaͤufer, kann er nicht aus dem Beſitze ge⸗ ſetzt werden. 1750. Wenn der Pacht⸗ oder Miethreontract nicht authentiſch iſt, oder kein ſicheres Datum hat; ſo iſt der Ankaͤufer zu keiner Schadloshaltuns verbunden. 1751. Der Ankaͤufer, wenn er unter dem Vorbehalt des Wiederkaufs gekauft hat, kann ſich der Befugnis, den Beſtaͤnder auszuweiſen, erſt dann bedienen, wenn die fuͤr den Wiederkauf be⸗ ſtimmte Friſt verſtrichen, und er mithin unveraͤn⸗ derlicher Eigentuͤmer geworden iſt. Zweiter Abſchnitt. Von den Regeln, welche den Miethcontraet beſonders betreffen(T). 175a. Verſieht der Miethsmann ſein Mieth⸗ haus nicht mit hinreichenden Moͤbeln; ſo kann er daraus gewieſen werden, es ſey denn, daß er fuͤr (1) Mietheontrocte haben, wie ſchon mehrmal geſagt worden, blos Wohnungen und Haͤuſer zum Gegenſtande; Pachteontracte hingegen Lande guͤter⸗ Bauerguͤter, Laͤndereien. 8 —s= die richtige Zaluug des Miethzinſes voͤllige Sicher. heit leiſte.„“ 3 1753. In dem Falle, wo der Eigentuͤmer ge⸗ gen den Miether einen Arreſt anlegt, haftet der Unter⸗ oder Aftermiether, wenn ein ſolcher vor⸗ handen iſt, ihm mit demjenigen, was er dem Haupt⸗ mieter alsdenn noch ſchuldig iſt. Der Untermie⸗ ther kann ſich in einem ſolchen Falle keineswegs mit der Ausrede ſchuͤtzen, daß er dem Hauptmie⸗ ther Zalungen zum Voraus geleiſtet habe. Als Zalungen zum Voraus koͤnnen nicht an⸗ geſehn werden ſolche Zalungen, die der Untermie⸗ ther verfuͤgt hat, entweder zufolge einer in ſeinem Miethcontracte getroffenen Verabredung, oder dem Ortsgebrauche gemaͤs. 1754. Als Miethreparationen von geringem Belang, welche der Miether zu tragen hat, ſind zu betrachten, wenn nicht das Gegentheil verabredet worden, ſolche Reparationen, die nach dem Orts⸗ berkommen dazu gehoͤren, und unter andern die Reparationen, die zu machen ſind An den Feuerheerden, Hinterwaͤnden, Einfaſ⸗ ſungen und Einlegplaͤttchen daran; An der aͤuſſern Verputzung oder Uebertuͤn⸗ chung der untern Mauern in Zimmern und andern Wohnoͤrtern, einen Meter hoch; *. as nin riet — u nt a n Ri 9) büa Mh zit iiue ſr ihſſa! Btart hrr n d vſritn 4 Aann da balnie n d kma en umun d 1 ſänn ſüm. ähl 4 ui m. hagi fhn uj ſätgt der Eignitn, anlegt ſeit ſein ſoihe was er en jn 1 Da Uem Fall fänaan er dim hauhn ſtet habe känten iit die der lum ze tintr in ſt. tedung, onn en bon geie ragen ha i ertheil wun nach da d unter unhat wänden i 3 oder Uii un undane — 619— An dem Pflaſter und den Platten der Zim⸗ mer, in ſo fern nur einiges davon perbrochen iſt; An den Glaͤſern oder Glasſcheiben, wenn ſie nicht vom Hagel zerſchlagen, oder ſonſt durch un⸗ gewoͤhnliche Zufaͤlle und hoͤhere Gewalt verbrochen werden, wofuͤr der Miether nicht zu haften braucht; An Thuͤren, Fenſtern, Scheide⸗ oder Verſchlags⸗ dielen der Kramlaͤden, Thuͤrangeln, Schiebriegeln und Schloͤſſern. 1755. Keine dergleichen Reparationen, ob⸗ ſchon ſie uͤbrigens zu den Miethreparationen gehoͤ⸗ ren, hat indeſſen der Miether zu tragen, wenn ſie blos durch Alter oder hoͤhere Gewalt noͤthig werden. 1756. Die Ausreinigungskoſten der Brunnen und heimlichen Gemaͤcher hat der Vermiether al⸗ lein zu tragen, wenn nicht eine Verabredung fuͤr's Gegentheil vorhanden iſt. 1757. Was die Miethe von Moͤbeln betrift, die jemand hergiebt, um damit ein ganzes Haus, ein ganzes Hauptgebaͤude, einen Kramladen oder auch ſonſtige Zimmer und Gemaͤcher damit auszu⸗ ſtaffiren; ſo wird vermutet, daß ſie fuͤr die ge⸗ woͤhnliche Zeit eingegangen ſey, waͤhrend welcher nach dem Ortsgebrauche die Miethe von Haͤufern, Hauptgebäuden, Buden und ſonſtiger Gemaͤcher be⸗ ſtehen muß. — 20— 1758. Die Miethe eines moͤblirten Zimmers iſt der rechtlichen Vermutung nach als auf ein Jahr geſchloſſen anzuſehn, wenn es im Contract heiſt: ſo viel fuͤr's Jahr; Sie iſt als auf Monate geſchloſſen anzuſehen, wenn es darin heiſt: ſo viel fuͤr den Monat; und auf Tage; wenn es heiſt: ſo viel fuͤr den Tag. Iſt aber nichts vorhanden, woraus ſich ab⸗ nehmen lieſſe, daß die Miethe zu ſo viel fuͤr's Jahr, fuͤr den Monat oder Tag gemacht worden; ſo wird, um ihre Dauer zu beſtimmen, auf den Ortsgebrauch Ruͤckſicht genommen. 1759. Bleibt der Miether eines Hauſes oder Zimmers, nach Ablauf der in einem ſchriftlichen Mietheontracte beſtimmten Zeit, im Genuſſe, ohne Widerſpruch von Seiten des Vermiethers; ſo wird angenommen, daß er unter den naͤmlichen Bedin⸗ gungen, und fuͤr die durch den Ortsgebrauch be⸗ ſtimmte Zeit, darin bleibe; und er kann in einem ſolchen Falle weder ſelbſt abgehen, noch ausgewie⸗ ſen werden, als nach einer gehoͤrigen und in der herkoͤmmlichen Friſt Beſchehenen Aufkuͤndigung. 1760. In dem Falle, wo die Miethe aufge⸗ hoben wird durch Verſchulden des Miethers, muß dieſer den Miethzins fuͤr die Zeit entrichten, die 4 8 6 4 ſan um W ni 6' n Achan h tta ig hin inmal n Ri enna ii te basſt Aun orn t mtdhe ma dräe diitt wa eürdan ANu i un ruman Kimat ſchrnnt n hr liua,hi deuij dit a rkt 1 Merün näſlitn zu⸗ ach Äſt d 6 an es in lan hoſin uut den Naun, heiſj: b u woraus ſt zu ſo dil gewacht dei eſimmen, ai n. ines Heviit einen ſtiig m Genaſtc niethert, in amliche de rtsgetnmt. r kann kis noch aie. igen unl uſtändigat t giceat Miatthen” attihn — 821— zur Wiedervermiethung noͤthig iſt, und noch dazu allen Schadenerſatz, den der Misbruch, den er et⸗ wa von der Sache gemacht, nach. ſich ziehen kann. 1761. Es ſteht dem Vermiether nicht frei, den Miethcontract aufzuloͤſen, oder davon abzu⸗ gehn, obſchon er erklaͤrt, daß er das vermiethete Haus ſelbſt beziehen wolle, es ſey denn, daß die Verabredung ein Anderes füthalte. 176a. Iſt in dem Mietheontract ausbedun⸗ gen worden, daß es dem Vermiether frei ſtehen ſolle, das Haus ſelbſt zu beziehen, und in dieſem Falle vom Contract abzugehn; ſo muß er dennoch vorher aufkuͤndigen, und zwar in den Friſten, wel⸗ che der Ortsgebrauch beſtimmt. Dritter Abſch chnitt. Von den beſondern Regeln ber Pachteontracte. 1763. Wer unter dem Bedinge baut, daß er die Fruͤchte mit dem Verpachter theilen ſolle, kann nicht unterverpachten, noch ſeine Pacht einem an⸗ dern uͤbertragen, es ſey denn, daß ihm ſolches im Pachtcontracte erlaubt worden ſey. 1764. Handelt der Pachter gegen dieſe Ver⸗ fuͤgung; ſo iſt der Eigentuͤmer berechtigt, in den Genuß zuruͤck zu treten, und der Beſtaͤnder wird zu der Schadloshaltung verurteilt, welche aus der Nichterfuͤllung des Contractes folgt. — 6aa— 1765. Wird bei einem Pachtcontracte mehr oder weniger angegeben, als die Grundſtuͤcke wirk⸗ lich enthalten; ſo iſt der Eigentuͤmer anderſt nicht berechtigt einen Zuſatz, oder der Pachter eine Ver⸗ minderung des Preiſes, zu fodern, als in den Faͤl⸗ len und nach Anleitung der Regeln, die in die⸗ ſer Ruͤckſicht der Tite vom Kauf und Verkauf enthält. eAA 4 1766. Wenn der Beſtaͤnder eines Landgutes den zu deſſen Benutzung nöthigen Viehſtand und die noͤthigen Geraͤthſchaften nicht dahin bringt, wenn er es nicht in gehoͤrigem Bau haͤlt, wenn er nicht wie ein guter Hausvater baut, wenn er das verpachtete Gut zu etwas anderm braucht, als wo⸗ zu es beſtimmt worden, und uͤberhaupt, wenn er die Bedingungen des Pachtcontractes nicht haͤlt, und fuͤr den Verpachter ein Nachtheil daher ent⸗ ſteht; ſo kann dieſer, den Umſtan den nach, die Pacht aufheben laſſen. und, in dem Falle, wo der Pachter die Auf⸗ hebung des Contracts veranlaſt hat, haftet er fuͤr Schadloshaltung, wie im Art. 1764 geſagt iſt. 1767. Jeder Beſtaͤnder eines Landgutes muß in die hiezu im Pachtcontracte beſtimmten Plaͤtze einſcheunen. 1768. Er iſt gehalten, dem Eigentuͤmer alle er ui iu ethe 4 Hniü ubitefiw dnn 10 v rnrlalunn n An ain u rin emiſus i euh gaun, muihn di t un hn eänti ut it M kaas e 9 dn ir ne anbeeuſe N därm rin n ſan demian Ah. mn. W tlſa dn mins Rh ſd, g 4 iiji aa athtentat„ ie Grund dfünn timer i 1 t Jact iu an, dls un tgeln, den, ruf und dan teints init ſen Viehfenh ict dahn bi Bau hät dm⸗ baut, ven e brauch dh derhaupt, dn tractes vice rctheil deie ſtände ua e pacr uh han hi rit 1. uA g lanäguttd beſiman ligrrim — 523— Eingriffe auf ſeinen Grund auzuzeigen, unter Stra⸗ fe von Schaden und Koſten. Er muß bei der eben gedachten Anzeige die naͤmliche Friſt beobachten, die bei gerichtlichen La⸗ dungen nach der verſchiedenen Lntfernung der Oerter beobachtet wird. 1769. Iſt die Pacht auf mehrere Jahre ge⸗ ſchloſſen, und waͤhrend derſelben eine Erndte ganz oder wenigſtens halb durch ungefehren Zufall zu Grunde gegangen; ſo kann der Pachter verhaͤlt⸗ nismaͤſſigen Erlas am Zinſe fodern, in ſo fern er nicht durch die vorherigen Erndten ſchon dafuͤr entſchaͤdigt iſt. Findet ſich dieſes nicht; ſo kann doch die Schaͤtzung des zu gebenden Nachlaſſes erſt bei Beendigung der Pacht geſchehen, damit alsdenn alle Jahre des Genuſſes in Anſchlag kommen koͤnnen; 1 3 1 Das Richteramt kann indeſſen erlauben daß vorlaͤufig der Pachter einen dem erlittenen Scha⸗ den angemeſſenen Theil des Pachtzinſes zuruͤckhal⸗ ten ſolle. 1770. Wenn die Pacht blos fuͤr ein Jahr geſchloſſen iſt, und entweder alle Fruͤchte, oder we⸗ nigſtens die Haͤlfte davon, zu Grunde gegangen ſind; ſo iſt der Pachter zu einem verhaͤltnis⸗ maͤſſigen Rachlas a am Pachtainſe berechtigt. — 62a4— Er kann aber gar keinen Nachlas fodern, wenn der Verluſt weniger als die Haͤlfte betraͤgt. 1771. Auch dann hat er auf Nachlas keinen Anſpruch, wenn die Beſchaͤdigung an den Fruͤch⸗ ten eintrift, nachdem ſie von der Erde getrennt ſind, es ſey denn, daß zufolge des Pachtvertrags der Eigentuͤmer einen gewiſſen nur im Verhaͤltniſ⸗ ſe gegen das Ganze beſtimmten Antheil von der Erndte in Natur erhalte(1); in welchem Falle der Eigentuͤmer ebenfalls ſeinen Theil am Verluſt tragen muß, vorausgeſetzt uͤbrigens, daß der Pach⸗ ter nicht im Verzug war, ihm ſeinen Antheil an der Erndte abzuliefern. Ferner kann der Pachter keinen Nachlas ver⸗ langen, wenn die Urſache des Schadens ſchon zur Zeit des geſchloſſenen Pachteontractes vorhanden und bekannt war. 177a. Durch eine ausdruͤckliche Verabre⸗ dung kann der Pachter jeden ungefehren Bufal uͤber ſich nehmen. 1773. Eine ſolche Verabredung iſt aber als⸗ denn nur von gewoͤhnlichen Zufaͤllen zu verſtehon, wie vom Hagel, Blitz, Froſt oder Abfallen der Trauben. (1) 3. B. eine Haͤlfte, ein Drittel, Viertel u. ſ. w. 8 ua * 8 aam euute n lri miu itt Nſar Miiar u — 4 4 6 1 anhe la dwnr un el 3 zttdo mma eAh! 1h thet Dnn t den h w zn tunrent ſa euhn üm bimi il uuzu aä id n n i gett eä mar til gruu m¹ m m eauf Natſest gung ang a der Eldeſ t des Late nur in bn ten Anthel 3 in viczm, i Theil u k itgens, dj en. ſeine arie liinn Tait Schadns d ontrattes un drückiche d ungeiihn. tedung ſi 3 jfämm ſuni oder Atu äta, Veut = 8a5— Dagegen ſind nicht darunter zu verſtehen alle ungewoͤhnliche ungefehre Zufaͤlle, wie Kriegsverhee⸗ rungen, Ueberſchwemmungen, denen das Land gewoͤhnlich nicht unterworfen iſt, es ſey denn, daß der Pachter alle vorgeſehene ſowohl, als un⸗ vorgeſehene ungefehre Zufaͤlle uͤbernommen habe. 1774. So viel die Dauer einer nicht ſchrift⸗ lich gemachten Pacht eines Landgutes betrift, ſo wird vermutet, daß ſie die ganze Zeit hindurch dauern ſolle, die noͤthig iſt, daß der Pachter alle Fruͤchte des verpachteten Gutes genieſſen koͤnne. So iſt der Regel nach die Pachtung einer Wieſe, eines Weinberges, und jedes andern Grund⸗ ſtuͤckes, wovon die Fruͤchte ganz im Laufe eines Jahrs eingeerndtet werden, als auf ein Jahr ge⸗ ſchehen zu betrachten.— Und iſt von verpachtetem Ackerland die Rebe, das in gewiſſe Felder getheilt iſt; ſo wird die Pacht als auf ſo viel Jahre eingegangen angeſehn, als dergleichen Felder ſind. 1775. Pachtungen von AQOckerland, obſchon ſie nicht ſchriftlich ſind, endigen von ſelbſt beim Ab⸗ lauf der Zeit, worauf ſie dem vorhergehenden Ar⸗ tikel gemaͤs als geſchloſſen betrachtet werden. 1776. Wenn beim Ablauf ſchriftlicher Pach⸗ tungen von Landguͤtern der Pachter im Beſitze 14 bleibt und gelaſſen wird; ſo entſteht eine neue Pacht, deren Wirkung ſich nach dem Art. 1774 regulirt. 1777. Der abgehende Pachter iſt gehalten, ſeinem Nachfolger in der Landwirthſchaft die ge⸗ hoͤrigen Gebaͤube und jede ſonſtige Bequemlichkeit fuͤr die Arbeiten des folgenden Jahres zu laſſen, und wechſelſeitig muß der eintretende Pachter dem abgehenden Pachter die gehoͤrigen Gebaͤude und jede ſonſtige Bequemlichkeit verſchaffen, deren er bedarf, zur Verbringung ſeines Futters und fuͤr die noch einzunehmende Erndte. In einem wie in dem andern Falle hat man ſich hierin nach dem Ortsgebrauch zu richten. 1778. Auch muß der abgehende Pachter das Stroh und den Duͤnger vom letzten Jahre laſſen, wenn er ſolches ebenfalls bei ſeinem Antritte ge⸗ funden hat. Aber wenn er ſolches auch nicht bei ſeinem Antritte gefunden hat; ſo iſt dennoch der Eigentuͤmer berechtigt, es nach der Schaͤtzung zu⸗ ruͤck zu halten. Drittes Capitel. Vom Miethvertrage einer Dienſtleiſtung. 1779. Dieſer Miethvertrag begreift unter ſch bauprlachlich drei Arten: ÿö 4 3 aariagiäheie 1 1 R h nae. M — Uhmen him Muan lhar nün d thr bri mar * dann tntſeßt tn nac den n achte ſt gie dwirthihit g, ſiige 3 durit j Jeßris a i tetende pagten igen Gohtune) trſchafen, um. es Futtere un 3 dern Fall ſut nuch zu iiht ehende Jach. ezten Jahr ſeinen A ſches duc t ſo iſ dant der Schüu pitel Dienflei lcriſt un — 627— iſtens. Die Miethe von Arbeitsleuten, die bei jemand in Dienſt treten; atens. Die Miethe der Fuhrleute, ſowohl zu Waſſer als zu Lande, die ſich mit Ueber⸗ machung von Perſonen und Waaren ab⸗ geben; 3tens. Die Miethe von Werksunternehmern durch verabredete Ueberſchlaͤge(1). Erſter Abſchnitt. Von der Miethe der Hausbedienten und gedun⸗ genen Arbeiter. 1780. Man kann ſeine Dienſte nur auf eine Zeit, oder fuͤr eine bektimm⸗ Unternehmung ver⸗ dingen. 44* (1) Par ruite de devis ou marchs. Ein ſolcher Ueber⸗ ſchlag iſt nichts anders, als ein Handel, welcher die Clauſeln und Bedingungen enthaͤlt, woruͤber der Eigentuͤmer und Unternehmer uͤbereingekom⸗ men ſind, um irgend ein Werk zu errichten oder auszubeſſern. Ein ſolcher Handel, wobei gewoͤhn⸗ lich Plan und Ueberſchlag der Koſten ſind, ent⸗ haͤlt ausfuͤhrlich, wie das Werk eingerichtet und geordnet werden ſolle, welche Materialien man datu brauchen muͤſſe, ihren Werth, Betrag, Ko⸗ ſten u. ſ. w. — 628— 1781. Dem Herrn muß auf ſein Wort ge⸗ glaubt werden, ſo oft es ankoͤmmt, Auf den Betrag des Lohns; Auf Bezalung der Miethe fuͤr das verlaufene Jahr; Und auf die auf das lauſende Jahr abſchlaͤg⸗ lich gemachten Zalungen. Zweiter Abſchnitt.— Von den Fuhrleuten zu Waſſer und zu Lande. 178a. Fuhrleute zu Waſſer und zu Lande haben, was die Bewahrung und Erhaltung der ihnen anvertrauten Sachen betrift, die naͤmlichen Verbindlichkeiten, wie die Wirthe, wovon im Titel von dem Verwahrungsvertrage und dem Sequeſter(Art. 1915 u. f.) die Rede iſt. 1783. Sie haften nicht nur fuͤr das, was ſie wirklich in ihr Schiff oder Fuhrwerk aufgenom⸗ men haben, ſondern auch fuͤr das, was ihnen im Hafen oder Magazin uͤbergeben worden iſt, damit es daraus in ihre Schiffe oder auf ihre Fuhren gebracht werde.. 1784. Sie haften fuͤr den Verluſt und die Beſchaͤdigungen der ihnen anvertrauten Sachen, wenn ſie nicht darthun, daß der Verluſt ober die bettbi aer hoh 1785 h Viſer n vori ¹- ns. Dintoren die Sgen beſondeen n und ſa. ts nm ſa verden Anffis t ſuglit n nnd de de s ſo tei denn, s — * auf ſen 3 nnt, ; für das baa ade Jahr i hnitt. ſer und zu k ſer und a l und Erholt iſt, die din⸗ he wobon in ttrage und ie Aede ſi nut ſi d zuhrverfun as, bas bn vorden ſ t auf ihe d Delui 9 etrutn ei Pauft hri — 629— Beſchaͤdigung von einem ungefehren Zufall oder einer hoͤhern Gewalt herruͤhrt. 1785. Alle Unternehmer oͤffentlicher Fuhren zu Waſſer und zu Lande muͤſſen ein Regiſter hal⸗ ten, worin ſie alles ihnen uͤbergebene Geld, Effec⸗ te und Pakete verzeichnen. 1786. Ueberdies ſind alle Unternehmer und Directoren von Fuhren und Trausporten, ſo wie die Eigentuͤmer von Kaͤhnen und Schiffen, noch beſondern Verordnungen unterworfen, die unter ihnen und den andern Buͤrgern an Geſetzes Statt ſind. Dritter Abſchnitt. Von verabredeten Ueberſchlaͤgen. 1787. Bei jeder Bedingung irgend eines Wer⸗ kes kann die Verabredung entweder dahin getrof⸗ fen werden, daß der Unternehmer ſeine Arbeit und Kunſtfleis allein hergeben, oder auch dahin, daß er zugleich die Materie liefern ſol. 1788. Liefert der Werksmann die Materie, und die Sache geht vor der Ablieferung zu Grun⸗ de, es geſchehe dies nun auf was immer fuͤr Art; ſo traͤgt der Werksmann allein den Verluſt, es ſey denn, daß der Herr in Verzug oder ſaͤumig iſt,/ die Sache zu uͤbernehmen. — 650— 1789. Giebt aber der Werksmann blos feine Arbeit oder ſeinen Kunſtfleis her, und die Sache geht zu Grunde; ſo haftet derſelbe allein fuͤr ſein Verſehen. 1790. Geht in dem Falle des vorhergehen⸗ den Artikels die Sache zu Grunde, obſchon ohne irgend ein Verſehen des Werksmanns, vor der Uebernehmung des Werkes„ und ohne daß ber Herr oder Beſteller in Verzug war, es beſichtigen zu laſſen; ſo kann der Wertmeiſter keinen Lohn fodern, wenn nicht die Sache zu Grunde gegan⸗ gen iſt durch einen Fehler der Materie. 1791. Iſ die Rede von einer Arbeit, die ſtuͤckweiſe oder nach ſonſt einem Maaſſe, geliefert: werden ſoll; ſo kann die Beſichtigung oder das Nachſehen, oder die Annahme ebenfalls ſtuͤckwei⸗ ſe geſchehen; und ſie wird als in Ruͤckſicht aller bezalten Stuͤcke geſchehen geachtet, wenn der Be⸗ ſteller den Werkmeiſter nach Werhälenis der gelie⸗ ferten Arbeit bezalt. 173a. Geht ein Gebaͤude, das fuͤr einen ein⸗ mal regulirten Preis errichtet worden, ganz oder zum Theil zu Grunde, und liegt in dieſem Falle der Fehler an der Bauart, oder auch ſelbſt an dem Boden; ſo haften Baumeiſter und Unterneh⸗ mer dafuͤr zehn Jahre hindurch. 1793. In allen Faͤllen, wo ein Baumeiſter e lten n, vach! 5 firitten kann d ra reiſ ſ pyvande, ſieien, n no en Plant vergenomme ſäßr dn ſc bewilig nläme ve m ſchen evl, un lſſcon das ueind uuülagen ſin Ardett iſaung ha nd. liſtung wi ds Wertg rthwers vs Erdm d zudereite Yazaltn tonan ſ 3 8, und R Abe alin b des weſene de, tiſtn jmanns, n d ohnn a ar litt eittt iim zu Guunden (atern. tine Aöit Naaſe, git heigung thr tdenfalt ſi in Kücſch t, vean ſei hältis ha das fir iin⸗ rden, za in diſm tt auch elit e und lum tu Deust 8— 631— oder Unternehmer einen Bau in Bauſch und Bo⸗ gen, nach einem mit dem Eigentuͤmer des Bodens feſtgeſetzten und verabredeten Plane, uͤbernommen hat, kann derſelbe keine Erhoͤhung des ausbedun⸗ genen Preiſes fodern, und dies weder unter dem Vorwande, daß der Taglohn oder die Materialien geſtiegen, noch unter dem Vorwande, daß man an dem Plane Veraͤnderungen oder Erweiterungen vorgenommen habe, wenn nicht dergleichen vorge⸗ ſchuͤtzte Veraͤnderungen und Erweiterungen ſchrift⸗ lich bewihligt, und der Preis dafuͤr mit dem Ei⸗ gentuͤmer verabredet worden. 1794. Es ſteht dem Eigentuͤmer frei, von ei⸗ nem ſolchen Handel in Bauſch und Bogen, wenn er will, und von ſeiner Seite allein, abzugehen, obſchon das Werk ſchon angefangen worden: nur muß er in dieſem Falle dem Unternehmer alle ſei⸗ ne Auslagen erſtatten, und ihn entſchaͤdigen fuͤr ſeine Arbeit, und fuͤr alles, was er bei der Unter⸗ nehmung haͤtte gewinnen koͤnnen. 1795. Der Miethcontract einer ſolchen Dienſt⸗ leiſtung wird aufgeloͤſt oder zerfaͤllt durch den Tod des Werkmeiſters, des Baumeiſters oder Unter⸗ nehmers · 1796. Aber der Beſteller iſt gehalten, ihren Erben den Werth der geſchehenen Arbeit und der zubereiteten Materialien zu bezalen, und zwar nach Verhaͤltnis des im Contract verabredeten Preiſes. — 632— Jedoch iſt er auch hiezu nur in ſo weit gehalten, als ihm ſolche Arbeiten und Materialien nuͤtzlich ſeyn koͤnnen. 1797. Der Unternehmer haftet fuͤr die Per⸗ ſonen, die er anſtellt. 1798. Maurer, Zimmerleute und ſonſtige Handwerker, die bei Auffuͤhrung eines unterneh⸗ mungsweiſe gemachten Gebaͤudes oder ſonſtigen Werkes angeſtellt waren, haben gegen den Beſtel⸗ ler keine Klage, als bis auf den Betrag deſſen, was er im Augenblicke, wo ſie ihre Klage anhe⸗ ben, dem Unternehmer etwa noch ſchuldig iſt. 1799. Maurer, Zimmerleute, Schloſſer, und andere Handwerker, wenn ſie fuͤr ſich, und unab⸗ haͤngig von einem Unternehmer, Arbeiten fuͤr einen gewiſſen regulirten Preis uͤbernehmen, ſind in ih⸗ rem Fache als Unternehmer anzuſehn, und als ſol: che den Vorſchriften des gegenwaͤrtigen Abſchnittes unterworfen. Viertes Capitel. Von der Viehpacht. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfuͤgungen. 1800. Die Viehpacht(1) iſt ein Vertrag, (1) Bail& Chaptel. 3 4 4 7 tthurch düſand hra und eingunge 1cl. Nimlic ztht, di d Die T huutr beſte es hie antich ddo. .' zhe ſteit oder 1dcs. zen dard brundſät — n b di Natuln, ä haftt 1l eleute un rung ins un udes ohn ſu en gegen da i f den dnn ſi ür nr ſoch ſchudz lute, Eczlſt, für ſch, un e, Abeitnin nehmen, ſei zzuſehe, wti wärtga hin rpittl: hpact pitt 1gurztn )ſän — 633— wodurch ein Theil dem andern einen gewiſſen Viehſtand uͤbergiebt, um ihn zu verwahren, ihn zu naͤhren und zu verpflegen, unter den verabredeten Bedingungen. 1801. Es giebt mehrere Arten der Viehpacht: Naͤmlich die ſimple oder gewöhnlich Vieh⸗ pacht, Die Viehpacht zur Haͤlfte, Die Viehpacht, auf den Pachter oder Halb⸗ bauer beſtellt, Es giebt noch eine vierte Art Vertraͤge, die uneigentlich Viehpacht genannt wird. 1802. Man kann in Viehpacht alle Arten von Vieh geben, das ſich anzieht, oder der Landwirth⸗ ſchaft oder dem Handel Nutzen gewaͤhren kann. 1803. Beim Abgang beſonderer Verabredun⸗ gen daruͤber, ſind auf dieſe Contracte folgende Grundſaͤtze anzuwenden. Zweiter Abſchnitt. Von der ſimpeln Viehpacht. 1804. Die ſimple Viehpacht iſt ein Vertrag, wodurch jemand einem andern einen Viehſtand übergiebt, um ihn zu verwahren, zu naͤhren und zu verpflegen, unter dem Beding, daß der Ueber⸗ nehmer die Haͤlfte des Anzuges gewinne, und da⸗ gegen den halben Verluſt trage. 1805. Wird in dem Vertrage der Viehſtand geſchaͤtzt; ſo erlangt darum der Pachter kein Ei⸗ gentum davon. Eine ſolche Schaͤtzung geſchieht blos darum, damit man beim Ablauf der Pacht den Verluſt oder Gewinn beſtimmen koͤnne. 1806. Der Pachter muß fuͤr die Erhaltung des uͤbernommenen Viehſtandes Sorge tragen wie ein guter Hausvater. 1807. Er haftet fuͤr ungefehre Zufaͤlle nur dann, wenn von ſeiner Seite irgend ein Verſehen vorhergegangen iſt, ohne welches der Verluſt nicht entſtanden waͤre. 1808. Entſteht Zweifel daruͤber; ſo muß der Pachter den ungefehren Zufall beweiſen, ſo wie der Verpachter das Verſehen beweiſen muß, das er dem Pachter Schuld giebt. 1809. Findet ſich der Pachter in Gefolg ei⸗ nes ungefehren Zufalls auſſer Verantwortlichkeit; ſo muß er ſich dennoch uͤber die Haͤute berechnen. 1810. Geht der Viehſtand ganz und ohne Ver⸗ ſchulden des Pachters zu Grunde; ſo traͤgt der Verpachter den Verluſt. Seht 4 2 Huuß der , und 1w, Fumlihen Maäkang be ul. O btutt ur 1 Daß der eles tnnge agfähren 3 ſai vite, Dder de Phel tragt Oder, fü auf d dn als den Iae ch Rach, „ lnnen dea Die 1du. kaan der d deii lder zum 2* ſen, 4 tihn dding daf ag Zes geyinn n ge. ertrage der R dee Pactr t t Schätzunn n Aülauf th ſimmen üm. ſ fur de di ts Sorge ben ngeſehre zun itgend en h hts der At arüöer; 6n U bewaſn, beweiſg u chter i Verartwett⸗ hint b zunudthi nde, h ig — 635— Geht aber nur ein Theil davon zu Grunde; ſo muß der Verluſt gemeinſchaftlich getragen wer⸗ den, und zwar nach Masgabe des Preiſes der ur⸗ ſpruͤnglichen Schaͤtzung, und nach dem Preiſe der Schaͤtzung beim Ablauf der Pacht. 1811. Es iſt ausdruͤcklich verboten, bei der Viehpacht auszubedingen, Daß der Pachter den ganzen Verluſt des Vieh⸗ ſtandes tragen ſolle, obſchon er eine Folge eines ungefehren Zufalls und keineswegs ſeines Verſe⸗ hens waͤre, Oder daß er in dem Verluſte einen ſtaͤrkern Antheil tragen ſolle, als im Gewinn, Oder, daß der Pachter berechtigt ſeyn ſolle, bei Ablauf der Pacht etwas mehr vorab zu neh⸗ men, als den Viehſtand, den er hergegeben hat. Jede aͤhnliche Verabredung iſt nichtig. Milch, Duͤnger und Dienſte des Viehſtandes kommen dem Pachter allein zu Gute. Die Wolle und der Anzug werden getheilt. 1812. Ohne Bewihigung des Verpachters kann der Pachter uͤber kein Stuͤck der Heer⸗ de verfuͤgen, es gehoͤre nun zum Stamme, oder zum Anzuge. Eben ſo wenig kann der 4 — 636— Verpachter daruͤber ohne Bewilligung des Pach.— uch de um dir dü bench ters verfuͤgen. 1815. In dem Falle, wo ein Viehſtand dem Pachter eines andern in Pacht gegeben wird, muß die Pacht dem Eigentuͤmer, wovon er gepachtet hat, gehoͤrig kund gemacht werden. Geſchieht dies nicht; ſo kann der Eigentuͤmer einen ſolchen Vieh⸗ ſtand im Entſtehungsfalle greifen und verkaufen laſſen, um ſich daraus fuͤr das bezalt zu machen, was ihm ſein Pachter ſchuldig iſt. 1814. Der Pachter eines Viehſtandes kann nicht ſcheeren, ohne es dem Verpachter angezeigt zu haben. 1815. Iſt in dem Vertrage nichts uͤber die Dauer der Viehpacht ausgemacht; ſo iſt ſie fuͤr auf drei Jahre geſchloſſen anzuſehn. 1816. Es ſteht aber dem Verpachter frei, die Aufhebung derſelben fruͤher zu fodern, wenn der Pachter ſeine Verbindlichkeiten nicht erfuͤllt. 1817. Bei Beendigung der Pacht, oder bei ihrer Aufloͤſung, wird der Viehſtand aufs neue ge⸗ ſchaͤtzt. Der Verpachter kann Stuͤcke jeder Art bis zum Betrag der beim Antritt gemachten Schätzung vorabnehmen: der Ueberſchuß wird getheilt. eind n d and 1h18, tui vorin diehes! kaut und ig. haut auch mniſwer o de Ve lmn häß 38ded Anteg: ina der! - a Deſt 1840. ſacht ſind uwenden 5— Sewiligun 1 vo ein Aiß ucht gegebn 7, voron g verdn. C. mer einen ſatt greifen udn das dezat g. dig iſt ines Niſine u Derpatn rirage nitt mach; ſ azuſhn. dem Vnut iher i i keitn liteo der puin iehſtnd uht Stich tin gewt 3 nid 4 =— 637= Sind nicht ſo viel Stuͤcke vorhanden, als ih⸗ rer nach der erſten Schaͤtzung ſeyn muͤſſen; ſo nimmt der Verpachter, was uͤbrig iſt, und beide Theile berechnen ſich uͤber den Verluſt. Dritter Abſchnitt. Von der Viehpacht iur Haäͤlfte. 1818. Viehpacht zur Haͤlfte iſt eine Geſell⸗ ſchaft, worin jeder contrahirende Theil die Haͤlfte des Viehes hergiebt, das alsdenn in Abſicht auf Verluſt und Gewinn gemeinſchaftlich bleibt. 1819. Wie bei der ſimpeln Viehpacht, ſo kommen auch hier Milch, Duͤnger und Dienſte dem Annehmer oder Pachter allein zu Gute. Der Verpachter iſt zu weiter nichts berechtigt, als zur Haͤlfte der Wolle und des Anzuges. Jede Verabredung, worin anderſt verfuͤgt wird, iſt nichtig, es ſey denn, daß der Verpachter Eigen⸗ tuͤmer der Meierei waͤre, worauf ſein Mitcontra⸗ hent Beſtaͤnder oder Halbbauer iſt. 1820. Alle andern Regeln der ſimpeln Vieh⸗ pacht ſind auch auf die Viehpacht zur Haͤlfte an⸗ zuwenden. 7 — 638— Vierter Abſchnitt. Mnich u u ihrd Von der vom Eigentuͤmer auf ſeinen Pachter oder Halbbauer beſtellteu Viehpacht. 1625, §. I. kurdun Von der dem Pachter oder Meier beſtellten Viehpacht. hun 1821. Man verſteht unter dieſer Viehpacht, die man auch eiſerne Viehpacht nennt(1), eix l. ne Pacht, wodurch der Eigentuͤmer jemanden ſeine porr uich Meierei verpachtet, unter dem Beding, daß der u ris! Meier oder Pachter, bei völauf der Pachtzeit, auf Vn; ſend dem Gute ſo viel Vieh laſſen ſoll, als nach der iin zwrick desfalls gemachten Schaͤtzung dasjenige werth iſt, nſaige de ſo er bekommen hat. kriebt 1822. Die Schaͤtzung des Viehſtandes, der uud dem Pachter gegeben wird, uͤbertraͤgt ihm das Ei⸗ gentum davon nicht; jedoch koͤmmt er dadurch auf ſeine Gefahr. — dun der 1823. Aller Gewinn und Nutzen gehoͤrt waͤh⸗ rend der Pachtzeit dem Pachter, wenn nicht ein im. Anderes verabredet iſt. idudi m uf de 1824. Der Duͤnger aber von einem dem Meier gegebenen Viehſtande koͤmmt dieſem nicht 188. .— 1 Imn, daß ——— eil an (1) Weil der darunter gehoͤrige Viehſtand, 3 zu ſa⸗ liſe ſ gen, an das Bauergut, worauf man ihn zegehtu⸗ gefeſſelt iſt. — bſchritt K alf ſtinn elteu dians eier defelte A iter diſr d hpacht um ntuͤmer ſnnn em Fediug, lauf der guhs en ſol, un J dasſenige n üͤherrigt iri h kömut e id Rata t hter, vm t er bot iin kömat din ige ditie) orauf man in — — 639— perſönlich zu, ſondern er gehoͤrt der Meierei, und muß zu ihrer Benutzung einzig verwendet werden. 1825. In Ermanglung einer anderweitigen Verabredung faͤllt der Verluſt, ſelbſt wenn der Viehſtand ganz und durch ungefehren Zufall zu Grunde geht, auf den Pachter allein. 1826. Bei geendigter Pacht ſteht es dem Pachter nicht frei, den Viehſtand zu behalten, und den Preis der urſpruͤnglichen Schaͤtzung zu ent⸗ richten; ſondern er muß nothwendig einen Vieh⸗ ſtand zuruͤcklaſſen, der eben ſo viel werth iſt, als derjenige, den er anfangs uͤbernommen hat. Ergiebt ſich ein Abgang; ſo muß er ihn be⸗ zalen, und nur der Ueberſchuß gehoͤrt ihm. §. TI. Von der dem Halbbauer beſtellten Viehpacht. 1827. Koͤmmt der Viehſtand ganz um, ohne Verſchulden des Halbbauers; ſo faͤllt der Scha⸗ den auf den Berpaͤczter, 1828. Man kann bei dieſer Pacht ausbedin⸗ gen, daß der Pachter dem Verpachter ſeinen An⸗ theil an der Wolle zu einem geringern Preiſe uͤber⸗ laſſen ſolle, als der gewoͤhnliche iſt; — 640— Daß der Verpachter einen ſtaͤrkern Antheil am Gewinn haben, Daß er die Häͤlfte der Milch haben ſolle. Die Verabredung hingegen, daß der Halbbauer allen Verluſt allein tragen ſoll, iſt nicht erlaubt. 1829. Dieſe Viehpacht hoͤrt auf zugleich mit der Gutspacht. 1830. Uebrigens iſt ſie allen Regeln der ſm. peln Viehpacht unterworfen. Fuͤnfter Abſchnitt. Von der uneigentlich alſo genannten Viehpacht. 1831. Wer jemanden eine oder mehrere Kuͤ⸗ he giebt, um ſie aufzunehmen und zu naͤhren, be⸗ haͤlt das Eigentum, und hat weiter keinen Nutzen davon, als die Kaͤlber. “—— — — — ij wai e hr dun ſär ge, i d ica tn e ſfinten. „Nich ſn, daß da ja 1 it N rict ta wu Reunter Titel. Von dem Geſellſchaftsvertrage(1). alen Iaa 8 Erſtes Capitel. ſnitt ſt p 4 alſt zuun. Allgemeine Ve rfug ungen. t ne ode uir 1852. De Geſellſchaft iſt ein Vertrag, wo⸗ und 1 durch zwei oder mehrere Perſonen ſich vereinbaren, 1 jeder von ſeiner Seite etwas gemeinſchaftlich zu machen, in der Abſicht, den Vorteil, der daraus entſtehen kann, zu theilen. peiter kiin. 1833. Jede Geſellſchaft muß einen erlaubten Zweck haben, und zum gemeinſchaftlichen Nutzen der Theile geſchloſſen ſeyn. - Jeder Theilnehmer daran muß entweder ſein 44 (1) Geſetz vom 17. Ventoſe 12. Jahrs, promulgirt den 27. — 642— Geld, oder ſonſtiges Vermoͤgen, oder ſeine Betrieb⸗ ſamkeit dazu beiſchieſſen. 1834. Alle Geſellſchaftsvertraͤge muͤſſen ſchrift⸗ lich abgefaſt werden, ſo oft ihr Gegenſtand den Werth von hundert fuͤnfzig Franken uͤberſteigt. Um etwas zu beweiſen, was gegen den In⸗ halt des Geſellſchaftsvertrags iſt, oder einen Zu⸗ ſatz dazu enthaͤlt, oder was vor dem Vertrage, bei oder nach demſelben, ſoll geſagt worden ſeyn, ſind keine Zeugen zulaͤſſig, ſelbſt dann nicht, wenn es auf einen geringern Betrag oder Werth an⸗ koͤmmt, als hundeyt fuͤnfzig Franken. Zweites Capitrel. Von den verſchiedenen Arten der Geſellſchaften. 1835. Die Geſellſchaften ſind entweder allge⸗ meine oder beſondere Geſellſchaften. Erſter Abſchnitt. Von allgemeinen Geſellſchaften. 1856. Man unterſcheidet zwei Arten von all⸗ gemeinen Geſellſchaften, die Geſellſchaft alles ge⸗ genwaͤrtigen Vermoͤgens, und die allgemeine Ge⸗ ſellſchaft der Gewinnſte. A,; 3 ſaſt wo wegliche! ſMunt diſ un zun 6 ſih u bn exagen, d ku odu eil tai andungen, ut dn nzxn, fi fahen die ſ n durſt 1. mm htoinn dichade waha de Lil 8 du lmegüida Piieg R den paſt NAtung. araörey poüß rinie iroder ſinze etträgt riſſ ir begnine anken dde das gegn ie ſſe, odg im, vor den Um geſagt went ſt dann nihe ag oda Am. anken. pitel enen k aften. ſind abene ften. nitt. elſchefte wij Atn n eſlceit 3 i Cau — 6— 1837. Unter Geſellſchaft alles gegen⸗ waͤrtigen Vermögens verſtehr man jene Geſell⸗ ſchaft, wo die Contrahenten beiderſeitig ihre ganze bewegliche und unbewegliche Habe, die ſie gegen⸗ waͤrtig beſftze n, und den daraus zu hoffenden Ge⸗ winn, zuſammen tragen. Es ſteht ihnen frei, auch noch jede andere Art von Gewinn darunter zu ſetzen. Die Guͤter hingegen, die ihnen etwa durch Erbfolge, Schen⸗ kung oder Vermaͤchtnis anfallen, gehoͤren zu dieſer Geſellſa haft nur in Anſehung der Nutzung:: Ver⸗ abredungen, deren Zweck es waͤre, ſolche Guͤter auch dem Eigentume nach in die Geſellſchaft zu bringen, ſind verboten, ausgenommen unter Ehe⸗ leuten, die ſich in dieſer Hinſicht nach den geſetzli⸗ chen Vorſchriften zu fuͤgen haben. 1838. Unter der allgemeinen Geſellſchaft der Gewinnſte iſt alles begriffen, was die Thei⸗ le ſtehender Geſellſchaft durch ihre Betriebſamkeit erwerben werden, es geſchehe dies unter welchem Titel es wolle. Auch ſind darunter begriffen alle beweglichen Guͤter, die jeder Geſellſchafter beim Anfang derſelben beſitzt. Von ihren unbewegli⸗ chen perſönlichen Guͤtern gehoͤrt aber nur die Nutzung darunter. 1839. Hat man blos eine allgemeine eſellſchaft verabredet, ohne die Art derſelben weiter zu erklaͤren; ſo iſt ſie nur als eine allgemeine Geſellſchaft der Ge⸗ 42* winnſte zu achten, — 644— 1840. Allgemeine Geſellſchaften von jeder Art koͤnnen nur geſchloſſen werden von Perſonen, die die gegenſeitige Faͤhigkeit haben, einander zu geben, oder von einander anzunehmen, und denen nicht verboten iſt, ſich zum Nachtheil anderer Per⸗ ſonen zu beguͤnſtigen. 3 Zweiter Abſchnitt. Von der beſondern Geſelſſhaft. 1841. Beſondere Geſellſchaften beſchraͤnken ſich auf gewiſſe beſtimmte Sachen, auf ihren Ge⸗ brauch, oder auf die davon zu hoffen den Fruͤchte. 1842. Der Vertrag, wodurch ſich mehrere Perſonen vereinigen, entweder zu einer beſtimmten Unternehmung, oder zur Ausuͤbung irgend eines Handwerks oder Betriebs, iſt auch eine beſondere Geſellſchaft. Drittes Capitel. Von den Verbindlichkeiten der Geſell⸗ ſchaftsglieder unter ſich, und in Ruͤckſicht auf jeden Dritten. Erſter Abſchnitt. Von den Verbindlichkeiten der Geſellſchafts⸗ glieder unter ſich. 1845. Die Geſellſchaft faͤngt an in dem Au⸗ 6 3 1 1 3 gailckt zatpuntt 1849 iichts ber ſe uuf de ſn ſy i n. 16g r en 6 int it 1 fär d ſtuſt ven ſdczutag deſt Aawwer, u in; ſälchaft Läuſer 34 de Giſe hu, ſ Aate derung dagt hung lſcheften d m Nden bon din he aben, ena, nehmen, mſ ithil aan⸗ hnitt Geſellſänn chaſten biönn den, auf he hofewn in durch ſch an. zu einer biin idung ign auch eine ie pitel ten der ich, un Dritte Nitt. tr Stſelli c. taun! — 675— genblicke des Vertrages, wenn dieſer keinen andern Zeitpunkt beſtimmt. 1844. Wenn uͤber die Dauer der Geſellſchaft nichts verabredet worden iſt; ſo wird vermutet, daß ſie auf das ganze Leben der Geſellſchafter geſchloſ⸗ ſen ſey, in welchem Falle die Einſchraͤnkung des Art. 1869 eintritt. Hat ſie aber zum Gegenſtan⸗ de ein Geſchaͤft, deſſen Dauer beſchraͤnkt oder be⸗ graͤnzt iſt; ſo wird vermutet, daß ſie geſchloſſen ſey fuͤr die ganze Dauer dieſes Geſchaͤftes. 1845. Jedes Geſellſchaftsglied iſt der Geſell⸗ ſchaft verpflichtet fuͤr alles, was es einzubringen oder beizutragen verſprochen hat. Beſteht das Eingebrachte in einem beſtimmten Koͤrper, und verliert die Geſellſchaft es durch Evic⸗ tion; ſo haftet das einbringende Mitglied der Ge⸗ ſellſchaft eben ſo dafuͤr, wie der Verkaͤufer ſeinem Kaͤufer haftet. 1846. Ein Mitglied, das eine Summe in die Geſellſchaft bringen muſte, und es nicht gethan hat, iſt zu den Zinſen dieſer Summe gehalten von Rechtswegen, und ohne daß es dazu einer Auffo⸗ derung oder Klage beduͤrfe, und zwar von dem Tage an, wo ſie bezalt werden muſte. Die naͤmliche Verbindlichkeit hat es in Anſe⸗ hung der Summen, die es aus der Geſellſchafts⸗ — 646— kaſſe genommen hat, von dem Tage an, wo es je⸗ ne Summe fuͤr ſeine eigene Rechnung daraus ge⸗ nommen hat. Nach Befinden hat in dieſen Faͤllen noch eine anderweitige Schadloshaltung Statt. 1847. In dem Falle, wo irgend ein Geſell⸗ ſchaftsglied ſeinen Kunſtfleis oder ſeine Betriebſam⸗ keit einzubringen ſich anheiſchig gemacht hat, iſt daſſelbe der Geſellſchaft fuͤr allen Gewinn verant⸗ wortlich, den es dadurch erziekt hat. 1848. Wenn ein Geſellſchaftsglied fuͤr ſeine eigene Rechnung eine faͤllige Summe an jemanden zu fodern hat, der auch der Geſellſchaft eine faͤlli⸗ ge Summe ſchuldig iſt, und wenn dieſes Geſell⸗ ſchaftsglied in einem ſolchen Falle etwas von die⸗ ſem Schuldner erhaͤlt; ſo wird die alſo empfan⸗ gene Summe nicht auf ſeine Foderung allein gut⸗ geſchrieben und aufgerechnet, ſondern zugleich auf die Foderung der Geſellſchaft, und zwar auf bei⸗ de verhaͤltnismaͤſſig ihres Betrags, obſchon die Quittung, die es gegeben, dahin lautet, daß es die Zalung ganz auf ſeine eigene Foderung gutge⸗ ſchrieben habe. Wenn aber die Quittung enthaͤlt, daß die Zalung ganz auf die Foderung der Geſellſchaft gutgeſchrieben ſey; ſo hat es dabei ſein Bewenden. 1849. Hat ein Geſellſchaftsglied ſeinen An⸗ theil an einer ſolchen gemeinſchaftlichen Foderung M en fungé p Geſ diittung ſainen 1850 act ſit krithen tzu ſol igen ehit a lugeſ 185t. ſäbeſell nach di den ein a dbo ti bef litche cſte 311 Täe e d ecrung inn Statt irgnd in i er ſeinedti gemact ſ n Gewin den hat. iſtegiit mme ar ſorn ſelſchft ing denn duſts lle etwas w. die aſſee derung ann ndenn astä und zvr a s, then in luute ii Foderu g ttung ai g der biie i ſein dan alid iim lichn dm ganz erhalten, und der Schuldner wird nachher zalungsunvermoͤgend; ſo muß er das Empfangene zur Geſellſchaftsmaſſe einwerfen, wenn auch die Quittung den Ausdruck beſonders enthaͤlt: fuͤr ſeinen Antheill.. 1850. Jeder Geſellſchafter haftet der Geſell⸗ ſchaft fuͤr allen Schaden, den er ihr durch ſein Verſehen verurſacht hat, und er iſt nicht berechtigt, gegen ſolchen Schaden die allenfallſigen Vortheile in Gegenaufrechnung zu bringen, die ihr bei Gele⸗ genheit anderer Geſchaͤfte aus ſeiner Betriebſam⸗ keit zugefloſſen ſind. G 1851.„Sind die Gegenſtaͤnde, die zwar in die Geſellſchaft gefallen ſind, aber blos dem Ge⸗ nuſſe nach, gewiſſe und beſtimmte Koͤrper, die ſich durch den Gebrauch nicht verbrauchen; ſo haftet fuͤr ihre Gefahr der Geſellſchafter, dem das Eigen⸗ tum davon zuſteht. 4 Wenn aber dergleichen Gegenſtaͤnde von der Art ſind, daß ſie ſich verbrauchen, wenn ſie bei der Verwahrung ſchlechter werden, wenn ſie zum Ver⸗ kaufe beſtimmt worden ſind, oder wenn ſie in die Geſellſchaft gekommen ſind mit beigefuͤgter Schaͤ⸗ tzung in einem Inventarium; ſo find ſie auf Ge⸗ fahr der Geſellſchaft. Iſt der Gegenſtand geſchaͤtzt worden; ſo kann der Geſellſchafter, der ihn eingebracht, — 646— nichts weiter zuruͤck fodern, als den Betrag der Schaͤtzung. 185a. Jeder Mitgenoſſe der Geſellſchaft hat eine Klage gegen dieſelbe, nicht allein wegen der Summen, die er fuͤr ſie ausgelegt hat, ſondern auch wegen der Verbindlichkeiten, die er in Ge⸗ ſchaͤften der Geſellſchaft redlicher Weiſe uͤbernom. men hat, und wegen der Gefahr, die von ſeiner Geſchaͤftsfuͤhrung unzertrennlich war. 1853. Beſtimmt der Vertrag ſelbſt nicht den Theil eines jeden Geſellſchaftsgliedes im Gewinn und Verluſt; ſo wird er nach Verhaͤltnis deſſen regulirt, was jedes Glied in die gemeinſchaftliche Maſſe eingebracht hat. Und was den Antheil desjenigen an Gewinn und Verluſt betrift, der nichts als ſeine Betrieb⸗ ſamkeit eingebracht hat; ſo iſt er in einem ſolchen Falle der naͤmliche, wie der Antheil desjenigen, der an baarem Vermoͤgen das Wenigſte eingebracht hat. 1854. Haben ſich die Geſellſchaftsglieder da⸗ hin vereinbart, daß ſte es, um den Theil eines je⸗ den zu reguliren, auf einen unter ihnen ſelbſt, oder auf einen Dritten, wollen ankommen laſſen: ſo kann eine ſo geſchehene Regulirung nicht ange⸗ fochten werden, wenn ſie nicht offenbar gegen alle Billigkeit ſtreitet. Sir 4 nil m hn d ii orrt nter. G dann 1 Mm aang ſa! di. 1 aehlſ ön ſ K zele, tn Glitt üln e 4. 9 anuüted düng a dℳ 1 dun . m. deg. aag hirn dümer i, ng batn en, alß in dſ dir Sh e vich al alind 1 ausgeltgt ſ lchke iten, hi. tedlicher dii Lefähr, den anlih da. Dernj hn deſtsglede a er nach Vnzär din die geniit ldesſerige n nichts als ſinn iſt er in emn der Anthel e das Wenizſen Geſellſchritze um den dhat en unte imn len antbosr Rtgulirunt it ht effnzu g — 849— Wer aber aus dieſem Grunde Beſchwer fuͤh⸗ ren will, muß es in drei Monaten laͤngſtens thun von dem Augenblicke an zu rechnen, wo dem an⸗ geblich verletzten Theile jene Regulirung bekannt geworden. Nachher wird er weiter nicht angehoͤrt. Auch dann wird er nicht mehr angehoͤrt, wenn er bereits von ſeiner Seite angefangen hat, die Re⸗ gulirung zu vollziehen. 1855. Der Vertrag iſt nichtig, wenn er ei⸗ nem Geſellſchaftsgliede den ganzen Gewinn giebt. Eben ſo nichtig waͤre eine Verabredung, die dahin zielte, Summen oder Effecte, welche ein oder mehrere Glieder in die Geſellſchaftsmaſſe gebracht, von allem Beitrag zum Verluſte zu beſreien. 1856. Iſt einem Mitgliede durch eine beſon⸗ dere Verabredung beim Geſellſchaftscontracte die Verwaltung aufgetragen; ſo kann daſſelbe unge⸗ achtet des Widerſpruchs anderer Glieder, alle Handlungen vornehmen, die zu ſeiner Geſchaͤftsfuͤh⸗ rung gehoͤren: nur muß er dabei redlich und oh⸗ ne Betrug zu Werke gehn. So lange die Geſellſchaft beſteht, kann ein ſolcher Auftrag nicht ohne eine rechtmaͤſſtge Urſa⸗ che zuruͤckgenommen werden. Anderſt verhaͤlt es ſich indeſſen, wenn ein ſolcher Auftrag in einer Verabredung gegeben worden, die ſpaͤter als der Geſellſchaftscontract iſt: in dieſem Falle kann er widerrufen werden, wie ein ſimpler Auftrag, oder wie ein ſimples Mandat. 1857. Sind mehrere Geſellſchaftsglieder mit der Geſehaͤftsfuͤhrung beauftragt, ohne daß die Art ihrer Verrichtungen beſtimmt, oder ohne daß da⸗ bei ausgedruͤckt worden, daß einer nicht ohne den andern handeln koͤnne; ſo koͤnnen ſie, jeder ins beſondere, alle Handlungen dieſer Geſchaͤftsfuͤh⸗ rung vornehmen. 1858. Lautet die Verabredung dahin, daß ei⸗ ner von den Geſchaͤftsfuͤhrern nichts ohne den an⸗ dern thun ſolle; ſo kann einer fuͤr ſich allein, oh⸗ ne eine neue Verabredung, nicht in Abweſenheit des andern handeln, auch dann nicht, wenn die⸗ ſer Letztere in der wirklichen Unmoͤglichkeit waͤre, an den Handlungen der Geſchaftsführung Theil zu nehmen. 1859. Beim Abgang beſonderer Verabredun⸗ gen uͤber die Art der Verwaltung, ſind folgende Regeln dabei zu beobachten: iſtens. In der Regel wird vermutet, daß ſich die Geſellſchaftsgenoſſen gegenſeitig beauf⸗ tragt haben, einer fuͤr den andern zu ver⸗ walten. Was jeder thut, iſt guͤltig, ſelbſt für den Theil ſeiner Mitgeſellſchafter, ob⸗ ſchon er ihre Einwilligung nicht eingeholt hatte. Letztere oder auch einer von ihnen habt 1 uuns. der ſehͤr hrauc hck: gagen duf in ſalch noch Uns. iigt, duß ſ trfode ſheſt ne. E ulewe düm läne J ſuuhtet tizich 8 ſti in im ät iagle le ſelſceftzae St, ohne di oder dhur einer ſitt mmen ſt ſt dieſer bßi dung daſt. richte zun für ſch an cht in Uen richt n Aunoglit häftefißen. nder bi g, uen 1 tgmit den ardin t, i ſinh tziilttt ag iitt a haun ui =— 65— haben aber das Recht, ſich der Handlung zu widerſetzen, ehe ſie vorgenommen iſt. ztens. Jeder Geſellſchaftsgenoſſe kann ſich der Sachen bedienen, die der Geſellſchaft gehoͤren: nur muß er ſie zu dem Zwecke brauchen, wozu ſie der Gebrauch beſtimmt hat: auch muß er ſich ihrer nicht bedienen gegen das Intereſſe der Geſellſchaft, oder auf irgend eine Art, wodurch ſeine Mitge⸗ ſellſchafter gehindert werden, ſich derſelben nach ihrem Rechte zu bedienen. Ztens. Jeder Geſellſchaftsgenoſſe iſt berech⸗ tigt, die ubrigen Mitglieder anzuhalten, daß ſie mit ihm die Koſten anlegen, die erfoderlich ſind zur Erhaltung der gemein⸗ ſchaftlichen Sachen. 4tens. Einzelne Mitglieder koͤnnen an den unbeweglichen zur Geſellſchaft gehoͤrigen Guͤtern, ohne Bewilligung der uͤbrigen, keine Neuerung vornehmen, wenn ſchon be⸗ hauptet wuͤrde, daß ſie der Geſellſchaft nuͤtzlich waͤre. 1860. Ein Mitglied, das nicht Verwalter iſt, kann ſelbſt bewegliche Sachen, die zur Geſellſchaft gehoͤren, nicht veraͤuſſern oder ſonſt beſtricken. 1861. Jedes Mitglied kann, auch ohne Be⸗ willigung der uͤbrigen, ſich mit einer dritten Per⸗ ſon fuͤr ſeinen Theil in der Geſellſchaft aſſoettren: es kann ſie aber ohne dieſe Bewilligung nicht mit in die Geſellſchaft treten laſſen, obſchon es die Verwaltung derſelbem hat. Zweiter Abſchnitt. Von den Verbindlichkeiten der Geſellſchafts⸗ glieder in Ruͤckſicht auf jeden Dritten. 1862. Mehrere Geſellſchaftsglieder haften nicht ſolidariſch, oder einer fuͤr alle und alle fuͤr einen, fuͤr die Geſellſchaftsſchulden, und ein Mit⸗ glied kann die uͤbrigen nicht verbinden, wenn die⸗ ſe ihm nicht dazu die Vollmacht gegeben haben. Dieſe Regel gilt bei allen Geſellſchaften, ausge⸗ nommen bei Handelsgeſellſchaften. 1863. Alle Geſellſchaftsglieber haften dem Glaͤubiger, womit ſte contrahirt haben, jeder fuͤr eine gleiche Summe und fuͤr einen gleichen Theil, ohne Ruͤckſicht, ob der Theil eines von ihnen in der Geſellſchaft geringer iſt, es ſey denn, daß man bei der Verabredung ſelbſt die Verbindlichkeit des Letztern auf den Fus ſeines Antheils regulirt habe. 1864. Obſchon bei Unternehmung einer Ver⸗ bindlichkeit ausgedruͤckt wird, daß ſie fuͤr Rech⸗ nung der Geſellſchaft ſey; ſo bindet ſie doch nur das contrahirende Mitgiied, und keineswegs die ün; ausg gi haber, gt der Gt Lie n den 9 die E Rö. Dit s. dr richloſ ums. Du Jeendig ins. Dun difelſche An. Dur trſegung huen, ins Dur riheerer, g ſcu. R de u iin gewi hanen ve — nit intr ſe Geſäſte. Seuligu aſen, ahn ſchritt Ider gieli ſeden dan ſchaſtsglan är all uhe ulden, un. derbinden, m nach gegt Heſellchein ften. glieder ze itt haber änen glit tines u ſey bm Varbiiltt Antheb! tine tr daj i indet ſt 6 ad kuunans uͤbrigen; ausgenommen, wenn dieſe ihre Vollmacht gegeben haben, oder der Gegenſtand der Verbind⸗ lichkeit der Geſellſchaft zum Nutzen gediehen iſt. Viertes Capitel. Von den verſchiedenen Arten, wie die Geſellſchaft endet. 1865. Die Geſellſchaft nimmt ein Ende iſtens. Durch Ablauf der Zeit, wordaf ſie geſchloſſen worden, 2tens. Durch Erloͤſchung der Sache oder Beendigung des Geſchaͤftes, Stens. Durch den natuͤrlichen Tod eines der Geſellſchaftsglieder; 4tens. Durch den buͤrgerlichen Tod, die Un⸗ terſagung, oder den Bankerott eines von ihnen; btens. Durch die Willenserklaͤrung eines ober mehrerer, nicht mehr in der Geſellſchaft zu ſeyn. 1866. Die Verlaͤngerung einer Geſellſchaft, die nur eine gewiſſe Zeit dauerte, kann nicht an⸗ derſt bewieſen werden, als durch eine neue Schrift, die mit den naͤmlichen Formen bekleidet ſeyn muß, wie der Geſellſchaftsvertrag.. 1867. Wenn einer der Geſellſchaftsgenoſſen ſich anheiſchig gemacht hat, eine Sache dem Ei⸗ gentum nach einzubringen, und dieſelbe vor der wirklichen Einbringung zu Grunde gegangen iſt; ſo wird dadurch die Geſellſchaft aufgeloͤſt in Anſehung aller Glieder. Auch loͤſt ſich die Geſellſchaft auf in allen Faͤllen durch den Verluſt der Sache, wenn ſie blos der Benutzung nach eingebracht, dem Eigentume nach aber beim Geſellſchaftsgenoſſen geblieben iſt. das Eigentum bereits eingebracht war; ſo wird dadurch die Geſellſchaft nicht gebrochen. 1868. Iſt verabredet worden, daß im Falle, wo ein Mitglied ſtuͤrbe, die Geſellſchaft mit ſei⸗ nem Erben beſtehen ſolle, oder, daß ſie blos un⸗ ter den uͤberlebenden Gliedern beſtehen ſolle; ſo hat es bei ſolchen Verfuͤgungen ſein Be⸗ wenden. Im zweiten dieſer Faͤlle hat der Erbe des Verſtorbenen kein Recht, als auf Theilung der Geſellſchaft, mit Ruͤckſicht auf die Lage, worin ſie ſich bei dem Tode befindet, und kann auf die fer⸗ nern Rechte keinen Anſpruch machen, als in ſo fern ſie eine nothwendige Folge deſſen ſind, was vor dem Tode des Benoſſen geſchehen iſt, den er erbt. Geht hingegen eine Sache zu Grunde, wovon 359. ¹ lüchränkt hheile au uüſen F ziſchsfsgl hang: lel ttut Unei ih. Di m der Geſet wiih allei rricc geme de geſchie zaütre Geſt Am Geſell tiüſ werde WI. Dei n in ainzel mnͤredeter Ä Sagründe hdlen and iſe dder w e nrich rnzt, ad icd deren inu ame in In ka u dach + dn tceie Stſält tine Saten und ditſt uunde ehenn aufgeläftug lſchaſt at Sacht, vnt acht, den 1. rnoſſn gai e zu Gem zacht ver, göötoch Nden, biji Geſallſci , daj al een biite ſiguunn Fälle ſel s auf de die kage d kann uit mach, 3 1b dfe 5' ha d — 655— 1869. Nur ſolche Geſellſchaften, deren Dauer unbeſchraͤnkt iſt, koͤnnen durch den Willen eines der Theile aufgeloͤſt werden. Die Aufloͤſung wird in dieſem Falle bewirkt durch eine ſaͤmmtlichen Geſellſchaftsgliedern gehoͤrig bekannt gemachte Auf⸗ kuͤndigung: letztere muß aber reblich ſeyn, und nicht zur Unzeit geſchehn. 1870. Die Aufkndigung iſt nicht redlich, wenn der Geſellſchaftsgenoſſe ſie thut in der Ab⸗ ſicht, ſich allein den Vortheil zuzueignen, den ſie ſaͤmmtlich gemeinſchaftlich ziehen wollten. Sie geſchieht zur Unzeit, wenn die Sachen ei⸗ ne andere Geſtalt und Wendung genommen haben, und der Geſellſchaft daran liegt, daß ſie noch nicht aufgelöͤſt werde. 1871. Bei. Geſellſchaften auf beſtiüninte Zeit, kann ein einzelnes Mitglied ihre Anfloͤſung vor der verabredeten Zeit nur in dem Falle ſodern, wo es gegruͤndete Urſachen dazu hat, wenn zum Beiſpiel ein anderes Mitglied ſich ſeinen Pflichten entzieht, oder wenn eine anhaltende Schwaͤchlich⸗ keit es untuͤchtig fuͤr die Geſchaͤfte der Geſell⸗ ſchaft macht, oder ſonſt aͤhnliche Urſachen vorhan⸗ den ſind, deren Gewicht und Rechtmaͤſſigkeit der Richter zu ermeſſen hat. 1872. In Anſehung der unter Geſellſchafts⸗ gliederu zu machenden Theilungen finden die naͤm⸗ — 656— lichen Regeln ihre Anwendung, die fuͤr die Thei⸗ lung der Erbſchaften, die Form dieſer Theilung, und die Verbindlichkeiten, welche daraus unter den Miterben entſtehn, feſtgeſetzt ſind. Verfuͤgung die Handelsgeſellſchaften betreffend. 1873. Die Verfuͤgungen des gegenwaͤrtigen Titels ſind auf Handelsgeſellſchaften nur in den Punkten anwendbar, welche nichts enthalten, was den Geſetzen und Gebraͤuchen des Handels zuwi⸗ der laͤuft. * To i. Klegreift dnhen kan lriſt Sach uhen oden Deerfe aui ader de wit lhns leleha G — 9, die tw Jorm diſnde ſind. 11]9 en hetrefen, des gem. lſchaſter m ichts atn des hut ſche daut Zehnter Titel. Vom Darlehnsvertrage(t). ————— 1874. Es giebt zwei Arten des Darlehns: es begreift naͤmlich entweder Sachen, die man brauchen kann, ohne ſie zu verbrauchen: oder es begreift Sachen, die ſich durch den Gebrauch ver⸗ brauchen oder verzehren, Die erſte Art nennt man Darlehn zum Ge⸗ brauch, oder Leihvertrag(2); Die zweite heiſt Darlehn zum Verbrauch, Anlehns⸗oder Darlehnsvertrag, oder blos Darlehn(3). (1) Geſetz vom 18. Ventoſe 12. J, prom. den 2s. (2) Prét d save, ou commodat (3) Prées de consommation, ou eimplement pr 4³. „ Er ſtes Capitel. Von dem Darlehn zum Gebrauch oder 3 dem Leihvertrage. Erſter Abſchnitt. Von der Natur des Darlehns zum Gebrauch. 1875. Das Darlehn zum Gebrauch oder der Leihvertrag iſt ein Vertrag, wodurch ein Theil dem andern eine Sache uͤbergiebt, damit die⸗ ſer ſie brauche, nach dem Gebrauche aber dem Ver⸗ leiher zuruͤck gebe. 1876. Dieſes Darlehn iſt weſentlich unent⸗ geldlich. 1877. Der Verleiher bleibt Eigentuͤmer der geliehenen Sache. 1878. Alles, was im gemeinen Verkehr iſt und ſich durch den Gebrauch nicht verzehrt oder verbraucht, kann der Gegenſtand dieſes Vertrages ſeyn. 1879. Verbindlichkeiten, die aus dem Dar⸗ lehn zum Gebrauch entſtehen, gehn uͤber auf den Erben des Verleihers und auf die Erben des Lei⸗ hers. Hat aber der Verleiher bei dem Vertrage blos Pon den 1880. Kiſsung u nchen, w arr nur; mn Natur rdrigenfal In Schat 1 nm ander At ſilte dſt auch 1 rneihin läher he tne gebra di uuc apittl n bebtut ktrage. cuitt ehrs dun a n zun 3. Jertrag, di ihergiett drauche tet iſt veſat bleit 6a gemeinn b nicht imit nd deis k dſe ut gehr ünt di ein m Sen † 4 . — 659— die Perſon des Leihers in Betracht gezogen; ſo ſind die Erben des Letztern nicht berechtigt, die ge⸗ liehene Sache laͤnger zu behalten. Zweiter Abſchnitt. Von den Verbindlichkeiten des Leihers(1). — 1880. Der Leiher iſt ſchuldig, fuͤr die Be⸗ wahrung und Erhaltung der geliehenen Sache zu wachen, wie ein guter Hausvater. Er kann ſich ihrer nur zu jenem Gebrauche bedienen, wofuͤr ſie von Natur oder durch den Vertrag beſtimmt iſt: widrigenfalls haftet er, den Umſtaͤnden nach fuͤr allen Schadenerſatz. 1881. Bedient ſich der Leiher der Sache zu einem andern Gebrauche, oder behaͤlt er ſie laͤnger, als er ſollte; ſo haftet er fuͤr ihren Verluſt, wenn er ſich auch durch ungefehren Zufall ereignete. 1882. Iſt die geliehene Sache durch einen ungefehren Zufall zu Grunde gegangen, wofuͤr ſie der Leiher haͤtte bewahren koͤnnen, wenn er ſeine eigene gebraucht haͤtte; ſo haftet er fuͤr den Ver⸗ luſt. Auch haftet er dafür wenn er in dem Fal⸗ 43* —— (1) Emprunteur, eommodataire, des Empfaͤngers, deſ⸗ ſen, der die Sache annimmt. — 660— le, wo er beibe, die ſeinige und die geliehene, nicht erhalten konnte, die ſeinige vorzugsweiſe gerettet hat. 1383. Iſt die Sache bei der Verleihung ge⸗ ſchaͤtzt worden; ſo traͤgt der Leiher ihren Verluſt, wenn er ſich auch durch ungefehren Zufall ereig⸗ net; es ſey denn anderſt verabredet worben. 1884. Verſchlimmert ſich die Sache durch den bloſen Gebrauch, wofuͤr ſie hergeliehen iſt, und ohne irgend ein Verſehen des Leihers; ſo haf⸗ tet dieſer fuͤr eine ſolche Verſchlimmerung nicht. 1885. Der Leiher iſt nicht befugt, die gelie⸗ hene Sache in Gegeneinanderaufrechnung zu be⸗ halten fuͤr das, was ihm der Verleiher ſchuldig iſt. 1886. Auslagen, die der Leiher gehabt, um ſich der geliehenen Sache bedienen zu koͤnnen, kann er nicht wieder fodern. 1887. Haben mehrere gemeinſchaftlich die naͤmliche Sache gelehnt; ſo haften ſie dem Ver⸗ leiher dafuͤr ohne Theilung oder ſolidariſch. Dritter Abſchnitt. Von den Verbindlchkeiten des Verleihers. 1888. Der Verleiher kann die geliehene Sa⸗ che erſt nach der verabredeten Zeit wieder nehmen, tu fül N erſt welchta 1559. dien Zeit, nicig hot, kr u bedüt patt dun der R djalten,d 8oo. heend de ad eine u uhen, di tie nieht h iſt di fthn 8gl. h un eh ſt hur bedi h ſoint lagl gehem tijägt h ddiegliſen orjugsdiſt der Paltin, eiher im di fehren il tedet dotin die Erten ſie hergauher des keißenz liumeumf beſugt tuftechrung e. derleiherſten eeiher gä dien ſ menſölilt ften ſe 13 eldeiſh nitt 2s Larleit — die nliied wäal t M he 1n — 66— oder, falls baruͤber keine Verabredung vorhanden iſt, erſt nachdem ſie den Gebrauch gewaͤhrt hat, zu welchem ſie iſt geliehen worden. 1889. Wenn indeſſen waͤhrend der verabre⸗ deten Zeit, oder bevor der Leiher ihrer nicht mehr noͤthig hat, der Verleiher in den Fall koͤmmt, ih⸗ rer zu beduͤrfen, und das Beduͤrfnis dringend und ſo geartet iſt, daß er es nicht vorſehn konnte;(o kann der Richter, den Umſtaͤnden nach, den Leiher anhalten, dieſelbe fruͤher wieder zu geben. 1890. Iſt der Verleiher genoͤthigt worden, waͤhrend der Leihzeit zu Erhaltung der Sache ir⸗ gend eine ungewoͤhnliche, nothwendige Auslage zu machen, die dazu ſo dringend war, daß er den Leiher nieht vorlaͤufig davon benachrichtigen konn⸗ te; ſo iſt dieſer letztere verbunden, ſie ihu zu er⸗ ſtatten. 1891. Hat die geliehene Sache ſolche Maͤn⸗ gel oder Fehler, daß daraus fuͤr denjenigen, der ſich ihrer bedient, ein Nachtheil erwachſen koͤnn⸗ te; ſo haftet der Verleiher dafuͤr, wenn er ſolche Maͤngel gekannt, und den Leiher nicht davon be⸗ nachrichtigt hat. ————— 2 — 662— Zweites Capitel. Von dem Darlehn zum Verbrauch, oder dem bloſen Darlehn. 1 Erſter Abſchnitt. Von der Natur des Darlehns zum Verbrauch. 1892 Das Darlehn zum Verbrauch iſt ein Contract, wodurch ein Theil dem andern eine gewiſſe Quantitaͤt von Sachen uͤbergiebt, die ſich durch den Gehrauch verbrauchen oder verzehren, unter dem Beding, daß letzterer dem erſtern eben ſo viel Sachen von der naͤmlichen Art und Eigen⸗ ſchaft zuruͤckgebe. 1893. Durch dieſen Contract wird der An⸗ lehner oder Empfaͤnger Eigentuͤmer der geliehenen Sache: ſie iſt auf ſeine Gefahr, nnd er traͤgt ih⸗ ren Verluſt, er ereigne ſich, auf welche Art er wolle. 1894. Als Darlehn zum Verbrauch kann man keine Sachen geben, die, obſchon von einerlei Art, einzeln unterſchieden ſind, wie Thiere. In dieſem Fald iſt ein Darlehn zum Gebrauch vorhanden. 1895. Wer ein Darlehn in Gelbe empfan⸗ gen hat, iſt zu mehr nichts verbunden, als die naͤmliche numeriſche Summe zu leiſten, welche der Contract enthaͤlt. hü b. wwinder traucht antriſche Änut ſu- nngeit g 19ö. e Roel ubas Dat g. lin das num M. ahrr Sch tud Qug muden. 3t n den 2. 888. 8 din Darle 3 hein Da 4g. d Nin i. 3 ünn; ſ nut den pittl n dn dantt ditt. is lun daha un deritus⸗ il den na. üͤbergi h hen odtr i er dem rin⸗ hen Au tract di imer da ſ t, und e n auf dac Dnrberubhe n dn innil dhien. u tauch uh in Gihrc erbuuon A leiia vis — 863— Iſt vor der Zalungszeit eine Erhoͤhung oder Verminderung mit den Muͤnzſorten vorgegangen; ſo braucht der Schuldner nur die ihm geliehene. numeriſche Summe zu zalen, und zwar braucht er ſie nur zu zalen in den Ruͤnzſorten, die zur Za⸗ lungszeit gangbar ſind. 1896. Die im vorhergehenden Artikel feſtge⸗ ſetzte Regel findet keine Anwendung in dem Falle, wo das Darlehn in Metallſtangen beſteht. 1897. In dieſem Falle, ſo wie in dem Fal⸗ le, wo das Darlehn in Metallſtangen oder unge⸗ muͤnztem Metalle, oder in Lebensmitteln beſteht, muß der Schuldner allezeit die naͤmliche Quanti⸗ taͤt und Qualitaͤt erſtatten, und iſt zu weiter nichts verbunden.. 3 Zweiter Abſchnitt. Von den Verbindlichkeiten des Darleihers. 1898. Bei dem Darlehn zum Verbrauch haf⸗ tet der Darleiher ſo, wie der Verleiher im Art. 1891 beim Darlehn zum Gebrauche haftet. 1899. Vor der verabredeten Zeit kann der Darleiher die geliehenen Sachen nicht wieder ſodern. 1900. Iſt fuͤr die Zuruͤckgabe keine zeit beſtimmt; ſo kann der Richter den Unſtaͤn⸗ den nach dem Anlehner einen Ausſtand geben. 5 — 66— 1901. Iſt die Verabredung blos ſo abgefaſt, daß der Anlehner bezalen ſolle, wenn er kann, oder wenn er dazu im Stande ſeyn wird; ſo beſtimmt ihm der Richter die Degalzet nach Masgabe der Umſtaͤnde. Dritrter Abſchniitt. Von den Verbindlichkeiten des Anlehners. 1902. Der Anlehner oder Borger iſt verbun⸗ den, die empfangenen Sachen wieder zu geben in der naͤmlichen Quantitaͤt und Qualitaͤt, und zu der verabredeten Zeit.. 1903. Iſt ihm dies unmoͤglich; ſo muß er ihren Werth bezalen, wobei die Zeit und der Ort in Rechnung koͤmmt, wo gemaͤs der Verabredung die Sache wieder gegeben werden muſte. Sind Zeit und Ort nicht in der Verabredung regulirt; ſo wird die Zalung verfuͤgt nach den Preiſen des Ortes und der Zeit, wo das Darlehn gemacht worden. 1904. Giebt der Anlehner die geliehenen Sachen oder ihren Werth in dem verabredeten Termin nicht zuruͤck; ſo thun ſie Zinſen vom Ta⸗ ge der gerichtlichen Foderung. d do 19o5. güt ei itl, ob 1b8 hricht al H ſedern 1 d utegeme gltt uͦb wict. die ho win ſolen 3e. ſüt dn zi tmhſegen ulſnucht ih. m ane. drleihe — dung bles 4 le, vennat, hn vird e at nach Ja cniitt en des Lutte in Dorgr it ieder u d Dualtu, mägkic, 51 die zit we näs der De nden uuß tin de bnt ag daritn at, r l eer ki den enne ſe Jula u — 665— Drittes Capitel. Vom Darlehn auf Zinſen. 1905. Es iſt erlaubt, Zinſen aus zu bedin⸗ gen fuͤr ein bloſes Darlehn an Geld, an Lebens⸗ mitteln, oder andern beweglichen Sachen. 1906. Der Anlehner, der Zinſen bezalt hat, die nicht ausbedungen waren, kann ſie nicht wie⸗ der fodern, noch auf die Hauptſchuld anrechnen. 1907. Zinſen ſind geſetzlich oder vertrags⸗ maͤſſig. Geſetzliche Zinſen regulirt das Geſetz. Vertragsmaͤſſige Zinſen duͤrfen den geſetzlichen Zinsſatz uͤberſteigen, ſ oft das Geſetz ſolches nicht verbietet. Wie hoch ſich die vertragsmaͤſſigen Zinſen be⸗ laufen ſollen, muß ſchriftlich beſtimmt werden. 1908. Wer eine Hauptſchuld ohne Vorbe⸗ halt der Zinſen quittirt, wird angeſehen, auch die⸗ ſe empfangen zu haben, und hat daher weiter kei⸗ ne Anſpruͤche. 1909. Man kann ſich Zinſen ausbedingen gegen eine Hauptſchuld oder ein Capital, das ſich der Darleiher verbindet nicht wieder zu ſodern. In dieſem Falle bekoͤmmt das Darlehn den Namen der Rentbeſtellung. — 666— 1910. Eine ſolche Rente kann auf zweifache Art beſtellt werden, entweder auf ewig, oder auf Lebenszeit. 1911. Alle auf ewig beſtenten Renten ſind weſentlich wiederkaͤuflich. Nur koͤnnen die Theile ſich dahin vereinba⸗ ren, daß der Wiederkauf nicht geſchehn ſolle vor Ablauf einer gewiſſen Friſt, die nicht uͤber zehn Jahre gehen darf, oder daß er nicht geſchehen ſol⸗ le, ohne eine dem Glaͤubiger vorher in der verab⸗ redeten Zeit gemachte Aufkuͤndigung. 191a. Wer eine auf ewig beſtellte Rente zu bezalen hat, kann gezwungen werden, ſie ab⸗ und wieder zu kaufen, iſtens. Wenn er ſeine Verbindlichkeiten zwei Jahre hindurch nicht erfuͤllt; stens. Wenn er dem Darleiher die Sicher⸗ S heiten nicht leiſtet, die er ihm in dem Con⸗ tract verſprochen hat. 1915. Auch kann das Capital einer auf ewig beſtellten Rente wieder gefodert werden, wenn der Schuldner in Zalungsunvermögen geraͤth. 1914. Die Regeln, die auf Lebenszeit beſtell⸗ ten Renten oder Leibrenten betreffend, kommen un⸗ ter dem Titel von gewagten Vertraͤgen oor. — G— A Ei Nerv 1n im hundl wm aufnim taüchelten T 8 de tzußihent — h Siſc — te ben tiw—.— K auf ai lſtelten daa ſih daünn r. taGhx. Eilfter Tite. die nich ze,. enai Vom Verwahrungsvertrage und vom Se⸗ dother ine queſter(1). igung. S 4 3 ig deſtand verden, ſic Er ſt es Capite l. Von dem Verwahrungsvertrage uͤber⸗ tbindlizkt haupt und ſeinen verſchiedenen rfüll, Gattungen. 2 c ür a 1915. De Verwahrungsvertrag uͤberhaupt iſt eine Handlung, wodurch man die Sache eines andern aufnimmt, unter der Verbindlichkeit ſie dital inr at aufzubehalten und in Natur zuruͤck zu geben. verde, dn b 6l 1916. Es giebt zwei Arten der Verwahrungs⸗ Alasit der Niederlegungscontracte: den eigentlichen Ver⸗ hadt 1 wahrungsvertrag, und den Segqueſter. 6 38 3— gerttihat (1) Geſetz v. 23. Ventoſe 1s. J., prom. d. 3. Germ. — d63— 1 Zweites Capitel. Von dem eigentlichen Verwahrungs⸗ vertrage. Erſter Abſchnitt. Von der Natur und dem Weſen des Verwah⸗ rungscontractes. 19¹7. Dieſer Vertrag iſt weſentlich unent⸗ geldlich.— 1918. Er kann nur bewegliche Sachen zum Gegenſtande haben. 1919. Er wird erſt vollkommen durch die wirkliche oder erdichtete Uebergabe der niedergeleg⸗ ten Sache. Die erdichtete Uebergabe iſt genug, wenn der Aufheber(1) bereits aus irgend einer andern Ur⸗ ſache die Sache in Haͤnden hat, die man ihm un⸗ ter dem Titel der Verwahrung zu laſſen einwilligt. 1920. Die Verwahrung oder Niederlage iſt entweder freiwillig oder nothwendig. (1) Die Perſon, die etwas in Verwahrung nimmt, le depositaire. 3 n der 6 Il.. tit durch tiit Sach li aminn m. D. 1 Klchloſſ ndrxgeleg Pdder ſit un. Er ngenben nn davo tnilerſte 4. N im meht Fücher dew itn und a aht Zuſher tnat nun e H, oder Nammachte 80 w Nur ag u ſch ve 4 Niee 68„ Capittl age. zſörit Deſen e. tactes, iſ wiſat bewegüict en dollonan ergahe n. e iſ genu n zend eintr un hat, di an a zu lſaa oder Nal wendig in Bmdnt Zweiter Abſchnitt. Von der freiwilligen Verwahruns. 1921. Der freiwillige Verwahrungsvertrag entſteht durch die gegenſeitige Einwilligung deſſen, der eine Sache in Verwahrung giebt, und deſſen, der ſie annimmt. 4 1922. Der Regel nach kann dieſer Vertrag nicht geſchloſſen werden, als von dem Eigentuͤmer der niedergelegten Sache, oder mit ſeiner ausdruͤck⸗ lichen oder ſtillſchweigenden Bewilligung. 1923. Er muß ſchriftlich bewieſen werden. Der Zeugenbeweis iſt nicht zulaͤſſig, wenn der Ge⸗ genſtand davon den Werth von hundert fuͤnfzig Franken uͤberſteigt. 1924. Iſt fuͤr die Niederlegung eines Wer⸗ thes von mehr als hundert fuͤnfzig Franken kein ſchriftlicher Beweis vorhanden; ſo wird dem an⸗ geblichen und als ſolchen angefochtenen Verwah⸗ rer oder Aufheber auf ſeine Erklaͤrung geglaubt, es komme nun auf die Thatſache der Niederlegung ſelbſt an, oder auf die Sache, die ihren Gegen⸗ ſtand ausmachte, oder auf die Thatſache der Zu⸗ ruͤckgabe. 1925. Nur unter Perſonen, die faͤhig ſind Vertraͤge zu ſchlieſſen, kann guͤltiger Weiſe eine freiwillige Niederlegung Statt finden. — 670— Wenn indeſſen jemand, der zu contrahiren faͤ⸗ hig iſt, eine Niederlegung annimmt von einer Per⸗ ſon, die es nicht iſt; ſo hat er alle Verbindlichkei⸗ ten eines wahrhaften Verwahrers, und kann von dem Vormund oder Verwalter eines ſolchen Nie⸗ derlegers verfolgt und belangt werden. 1926. Iſt der Niederleger eine Vertraͤge zu ſchlieſſen faͤhige Perſon, der Verwahrer aber nicht; dedier 81 ſo hat der erſtere nur eine Eigentumsklage der in Verwahrung gegebenen Sache, ſo lange ſie ſich noch in den Haͤnden des Verwahrers befindet, oder eine Klage auf Ruͤckerſtattung bis zum Be⸗ trag des Vortheils, der letzterm daraus erwachſen iſt.— Dritter Abſchnitt. Von den Verbindlichkeiten des Verwahrers. 1927. Der Aufheber oder Verwahrer muß fuͤr die Bewahrung der niedergelegten Sache die naͤmliche Sorgfalt anwenden, die er auf Bewah rung ſeiner eigenen Sachen verwendet. 1928. Die Verfuͤgung des vorhergehenden Artikels muß ſtrenger angewandt werden, iſtens, wenn ſich jemand zur Verwahrung einer Sache aus eigener Bewegung angeboten hat; 2tens, wenn er ſie gegen Entgeld uͤbernommen; 3tens wenn die Niederlage allein zum Nutzen des Ver⸗ wahrers geſchieht; 4tens, wenn die Verabredung unbücki Verſe⸗ 1989. hir für, nG ſey dherelegt 3 180. rruteten ul. ticer ber ſolten Um tutaſ 182, A ſoatt die E mu bane goh hn i der I ſigen 1 irdaſ Aun ſe n R müa, ſ 75— nd, der e geanninnt n, Lnud dalter 9 4 langt verhn derlegtr ein er Verveftt’ t Eigentuu zache, ſo eh 3 Verveie erfattung k, tzterm der bſörit iten dit In oder Dnt iedergelemni en, die n u verdenbi. des nſ vnndt vain rwaßeu u ggebomn ſh übanan zun A venn de E .— 67— ausbruͤcklich enthaͤlt, daß der Verwahrer fuͤr jede Art Verſehen haften ſolle. 1929. In keinem Falle aber haftet der Auf⸗ heber fuͤr Zufaͤlle, die von hoͤherer Macht herruͤh⸗ ren, es ſey denn, daß er im Verzug geweſen, die niedergelegte Sache zuruͤck zu geben. 1930. Er darf ſich der niedergelegten Sache nicht bedienen, als mit der ausdruͤcklichen oder vermuteten Bewilligung des Niederlegers. 1931. Sind ihm die niedergelegten Sachen in einer verſchloſſenen Kiſte, oder unter einem ver⸗ ſtegelten Umſchlag anvertraut worden; ſo darf er nicht unterſuchen, worin ſie beſtehen. 1952. Er muß die ihm anvertraute Sache, und zwar die naͤmliche, wieder geben. So muß er, wenn die Niederlage in einer Summe gepraͤgten Geldes beſteht, dieſelbe wieder geben in den naͤmlichen Muͤnzſorten, ihr Werth mag geſtiegen oder Heſalten ſeyn. 1933. Er braucht die ihm anvertraute Sache 3 nicht anderſt wieder zu geben, als in dem Zuſtan⸗ de, worin ſie ſich im Augenblick der Zuruͤckgabe befindet. Iſt ſie ohne ſeine Schuld ſchlimmer ge⸗ worden; ſo ſchadet dies allein dem Niederleger, — 6724— 1934. Hat der Verwahrer die Sache durch hoͤhere Gewalt verloren, aber einen Preis oder ſonſt etwas an ihrer Stelle erhalten; ſo muß er, was er dagegen bekommen hat, zuruͤck geben. 1955. Der Erbe des Verwahrers, wenn er eine Sache, wovon er nicht wuſte, daß ſie blos niedergelegt war, redlich oder mit gutem Glauben verkauft hat, braucht nichts anders wieder zu ge⸗ ben, als den dafuͤr empfangenen Preis, oder er braucht nur ſeine Klage gegen den Ankaͤufer abzu⸗ treten, falls er den Preis noch nicht empfangen hat. 1956. Wenn die niedergelegte Sache Fruͤchte hervorgebracht, und der Verwahrer ſolche einge⸗. nommen hat; ſo muß er ſie ebenfalls zuruͤck ge⸗ ben. Von niedergelegtem Gelde braucht er keine Zinſen zu entrichten, als von dem Tage an, wo er in Verzug geſetzt war, die Zuruͤckgabe zu bewerk⸗ ſtelligen. 1957. Der Verwahrer darf die niedergelegte Sache keinem wieder geben, als demjenigen, der ſie ihm anvertraut hat, oder demjenigen, den man ihm fuͤr die Zuruͤckgabe angezeigt hat. 1958. Er hat kein Recht, von dem Nieberle⸗ ger den Beweis zu fodern, daß er Eigentuͤmer der miedergelegten Sache war. Fnnbe u wem pung dn deti Fah zu hfoderun r drvat u lid 8 3 19. a an b an Sat mm. Sind n a ton ſdanden. zi die Iſa die E ianfenge .. dahnt hat ü Nid huhe mpfndet meſähr küſthn l kud izel dmjaige wahret de 8 aber antn h 1 le thale, 1 hat ſni 4 Derwehnt icht vußt, u der mit zun⸗ ts anders dit ngenen pat gen den Ait noch nict a ergilegte Eih Verwahrer ſi ſie ehenſz, Gelde biut n den Lagt zurüchite derf di nn als deuſen demſenigen” geigt he t, den gh 3s u Ehrn Findet er jedoch, daß die Sache geſtohlen iſt, und wem ſie gehoͤrt; ſo muß er dieſem die Nie⸗ derlegung anzeigen, und ihn auffodern, dieſelbe in einer beſtimmten und hinlaͤnglichen Friſt in An⸗ ſpruch zu nehmen. Iſt der, an den eine ſolche Auffo derung ergangen iſt, hierin nachlaͤſſig; ſo iſt der Verwahrer guͤltiger Weiſe befreit, wenn er ſei⸗ nem Niederleger die Sache ausliefert. 1939. Stirbt der Niederleger eines natuͤrli⸗ chen oder buͤrgerlichen Todes; ſo kann die nieder⸗ gelegte Sache nur ſeinem Erben wieder gegeben werden. Sind mehrere Erben vorhanden; ſo muß ſie jedem von ihnen nach ihrem Antheil wieder gege⸗ ben werden. Iſt die niedergelegte Sache untheilbar; ſo muͤſſen die Erben ſich untereinander verſtehen, wer ſie empfangen ſolle. 1940. Wenn der Niederleger ſeinen Stand veraͤndert hat, zum Beiſpiel, wenn eine Frau, die bei der Niederlegung noch frei oder ledig war, ſich nachher verehlicht hat, oder ſich in Mannesge⸗ walt befindet; wenn jemand, der bei der Nieder⸗ lage grosjaͤhrig war, ſich nachher im Zuſtande der gerichtlichen Unterſagung befindet; ſo darf in die⸗ ſen und aͤhnlichen Faͤllen die niedergelegte Sache nur demjenigen wieder gegeben werden, dem die 3 44 Verwaltung der Rechte und Güter des Riederle gers zuſteht. 1941. Iſt die Niederlage von einem Vor⸗ mund, Ehemann oder Verwalter, und zwar in ei⸗ ner dieſer Eigenſchaften, geſchehen; ſo kann ſie, wenn ihre Geſchaͤftsfuͤhrung oder Verwaltung auf⸗ hoͤrt, nur der Perſon wieder gegeben werden, an deren Stelle ein ſolcher Vormund, Ehemann oder Verwalter handelte. 1942. Beſtimmt der Verwahrungseonttacr den Ort, wo die Zuruͤckgabe geſchehen ſoll; ſo muß der Verwahrer die ihm anvertraute Sache dahin bringen. Iſt dies mit Koſten verbunden; ſo traͤgt ſie der Niederleger.. 1943. Beſtimmt aber der Verwahrungsver⸗ trag den Ort der Zuruͤckgabe nicht; ſo geſchieht dieſelbe an dem Orte der Niederlegung. 1944. Die niedergelegte Sache muß dem Niederleger ausgeliefert werden, ſobald er's ver⸗ langt, obſchon im Vertrage fuͤr die Zuruͤckgabe ei⸗ ne Friſt beſtimmt worden. Ausgenommen iſt der Fall, wenn bei dem Verwahrer Arreſt darauf iſt gelegt oder dagegen eingeſprochen worden, zu dem Ende, daß ſie nicht weggebracht und zuruͤck gege⸗ ben werde. 1945. Einem ungetreuen Verwahrer koͤmmt J kecht 1 Statte 1946. n hoͤren ie ſelh — e den T 3. mahker d hiitung hn füͤr ddie Niet 98. 2 tte wck in, vas fi du der 39, E aunuden hew 4 und Gäle dn tlage tha walter, und 3 geſchehen; z g oder Dma der gegeden d „Nerwaßi gabe geſche ihm anverre. nit Kofam 4 der Vmi de nick,. Niedenlung zte Ete den, ſeüah fit di zri Aregen. ahter Anttw ochen dith naht un gi n Umii! — 675— die Rechtswohlthat der Guͤterabtretung(1) nicht zu Statten. 1946. Alle Verbindlichkeiten des Verwah⸗ rers hoͤren auf, wenn er entdeckt und beweiſet, daß er ſelbſt Eigentümer der niedergelegten Sache iſt Vierter Abſchnitt. Von den Verbindlichkeiten des Niederlegers. 1947. Der Niederleger iſt verbunden, dem Verwahrer alle Auslagen zu erſtatten, die er zur Erhaltung der niedergelegten Sache gemacht hat, und ihn fuͤr jeden Verluſt zu entſchaͤdigen, den ihm die Niederlage hat verurſachen koͤnnen. 1948. Der Verwahrer kann die niedergelegte Sache zuruͤck behalten bis zur voͤlligen Entrichtung deſſen, was er wegen der Niederlage zu⸗ fodern hat. Fuͤnfter Abſchnitt. Von der nothwendigen Verwahrung. 1949. Eine nothwendige Verwahrung iſt dann vorhanden, wenn ſie die nothwendige Folge 44* (1) S. den Art. 1263 u. f. — 676— irgend eines Zufalls oder Ungluͤcks iſt, wie einer Feuersnoth, eines Einſturzes, einer Pluͤnderung, eines Schifbruches oder ſonſtigen unvorgeſehenen Ereigniſſes. 1950. Um dieſelbe zu beweiſen, ſind Zeugen zulaͤſſig, wenn es auch auf einen Werth von mehr als hundert fuͤnfzig Franken ankoͤmmt. 1951. Im uͤbrigen richtet ſich der nothwen⸗ dige Verwahrungsvertrag nach den bisher ange⸗ fuͤhrten Vorſchriften. 1952. Als Verwahrer ſind die Gaſtwirthe verantwortlich fuͤr alle Effecten bei ihnen einkeh⸗ render Reiſenden. Die Niederlegung ſolcher Sa⸗ chen iſt als nothwendige Verwahrung zu beur⸗ teilen. 1953. Sie haften fuͤr jede Entwendung oder Beſchaͤdigung der Effecten des Reiſenden, beide moͤgen herruͤhren von den Bedienten oder Aufſe⸗ hern des Gaſthauſes, oder von Perſonen die ab⸗ und zugehen. 1954. Sie haften nicht fuͤr hoͤhere Gewalt, oder Diebſtaͤhle, die gewafneter Hand geſchehen. —— +„ Von 145b. rfteitig erlegen, uj geendt nden ſe im berte uf. k. 13.. din dit, aege en, 6! l iche nia bin — agits i , Kine g rſigen un deiſen f inen Vath anfömat. tet ſih hen ich den hhe. ſind dii aeten bei in⸗ derlegung it Derwaheun dde Erwed des Neſah ediett in. on peiim, fe thet dr hud ſ Drittes Capitel. * Vom Segque ſter. Erſter Abſchnitt. Von den verſchiedenen Arten des Sequeſters. 1955. Der Sequeſter iſt vertragsmaͤſſig oder gerichtlich. 8 Zweiter Abſchnitt. Vom vertragsmaͤſſigen Sequeſter. 1956. Wenn eine oder mehrere Perſonen ei⸗ ne ſtreitige Sache in die Haͤnde eines Dritten hinterlegen, und dieſer ſich anheiſchig macht, ſie nach geendigtem Streite demjenigen wieder zu ge⸗ ben, dem ſie ein richterlicher Spruch zuerkennt; ſo iſt ein vertragsmaͤſſiger Sequeſter vorhanden. 1957. Man kann dabei ein Entgeld ausbe⸗ dingen. 1958. Iſt er unentgeldlich; ſo wenden ſich auf ihn die Regeln des eigentlichen Verwahrungs⸗ vertrages an, folgende Abweichungen ausgenommen. 1959. Der Sequeſter kann zum Gegenſtande haben nicht allein bewegliche, ſondern auch unbe⸗ wegliche Guͤter. — 678— 1950. Der Verwahrer einer ſequeſtrirten Sa⸗ 1 che kann vor dem Austrage des Streits nicht ent. lün d ledigt werden, als mit Bewilligung aller dabei in. hat tereſſirten Theile, oder wegen einer als rechtmaͤfig i 9e anerkannten Urſache. lur Ni „. Ded „Drikter Abſchnitt. awi Von dem gerichtlichen Sequeſter, oder der un gerichtlichen Hinterlegung. u. 1961. Vermoͤge richterlichen Befehls koͤnnen enng in gerichtliche Verwahrung gebracht werden 14 ſ ve it dar rſtens. Die weggenommenen beweglichen Ef⸗ weoggen fecten eines Schuldners; - em atens. Ein unbewegliches Gut oder eine be⸗ dm wegliche Sache, deren Eigentum oder Bex. iſttiter ſitz unter zwei oder mehrern Perſonen ſtrei⸗ ſeizuiſ tig iſt;. 3tens. Alle Sachen, die ein Schuldner zu ſeiner Befreiung anbietet. 1962. Durch die Beſtellung eines ſolchen ge⸗ richtlichen Aufſehers entſtehen unter dem, der ſie bewirkt, und dem Aufſeher ſelbſt wechſelſeitige Pflichten. Letzterer muß fuͤr die Erhaltung der in Verwahrung genommenen Sachen ſorgen, wie ein guter Hausvater. . teiner ſeuir t des Seei 4 diligng ie en einer ah ſchritt Zegneftet, 4h aterlegun lihen Aitt gebracht en wenen da vers; hes Gur tr en Eigum meheen piir die eit etu jettt. pung tusi muntr i! t ſäbi uti die datn. chen ſ Er muß ſie auflegen, entweder um ſie zum Beſten deſſen, der die gerichtliche Wegnahme er⸗ wirkt hat, zu verkaufen, oder dem Theile gegen den ſie geſchehen iſt, letzteres naͤmlich in dem Fal⸗ le der Richter die Wegnahme aufhebt. Die Verbindlichkeit deſſen, der die Verwah⸗ rung erwirkt, beſteht darin, daß er dem Aufſeher den vom Geſetze beſtimmten Lohn entrichte. 1963. Was die Perſon betrift, in deren Ver⸗ wabrung eine Sache von Gerichtswegen gegeben wird, ſo vereinbaren ſich entweder die Theile un⸗ ter ſich daruͤber, oder der Richter ernennt ſie von Amtswegen. In einem wie in dem andern Falle hat derje⸗ nige, dem die Sache anvertraut wird, alle Ver⸗ bindlichkeiten des Verwahrers beim/ vertragsmaͤſſi⸗ gen Seqgueſter. Zwoͤlfter Titel. Von gewagten Vertraͤgen(1). —;— B. 1964. Wenn bei einer Verabredung Ver⸗ luſt und Gewinn fuͤr alle Theile, oder fuͤr einen oder mehrere von ihnen, von einem ungewiſſen Ereignis abhaͤngen; ſo heiſt ſie ein gewagter Vertrag. Dergleichen ſind Der Verſicherungs⸗ oder Aſſecuranzvertrag, Die Bodmerei, Das Spiel und die Wette, Deer kLeibrentenvertrag. (1) Geſetz vom 12, Ventoſe 12. J., prom. den 29. Von r den „ don! ufs. kfilung Wh. 45b. u ſene E lihen, I „Digen i, zu iseit ge Jehoch iit ni Kl Kniſßg 1. än foder in, aß ſ goragt —Tite erträgn -— ner Venüer Theile, ori don eina n heiſ ſe; t Aſteuue tte n vnh — 68—. Von den beiden erſtern handeln die Geſetze aͤber den Seehandel. Erſtes Capitel. Von dem Spiel und der Wette. 1965. Fuͤr eine Spielſchuld oder fuͤr die Erfuͤllung einer Wette geſtattet das Geſetz keine Klage. 1966. Von dieſer Verfuͤgung ſind ausgenom⸗ men jene Spiele, die geſchickt ſind, in den Waffen zu uͤben, Wetterennen zu Fus und zu Pferde, oder zu Wagen, das Ballſpiel und andere aͤhnliche Spiele, zu welchen koͤrperliche Geſchicklichkeit und Fertigkeit gehoͤrt, und die den Koͤrper uͤben. Jedoch kann auch in ihrer Hinſicht das Ge⸗ fricht die Klage abweiſen, wenn ihm die Sumine äbermaͤſſig ſcheint. 1967. In keinem Falle kann der Verlierer wieder fodern, was er freiwillig bezalt hat, es ſey denn, daß der Gewinner ihn uͤberliſtet, hetrogen oder geprellt habe. *— 882— Zweites Capirel. Von dem Leibrentenvertrage. Erſter Abſchnitt. Von den zur Gültigkeit des Vertrags erfaher, lichen Bedingungen. 1968. Eine geibrente kann auf laͤſtige Art beſtellt werden, vermittelſt einer Geldſumme, oder gegen eine ſchaͤtzbare bewegliche Sache, oder lauch gegen ein unbewegliches Gut. 1669. Auch kann ſie auf blos wohlthaͤtige Art beſtellt werden durch Schenkung unter Leben⸗ ben oder letztwillige Verordnung. Bei ihrer Be⸗ ſtellung ſind alsdenn die geſetzlichen Formen zu beobachten. 1970. In dem Falle des vorhergehenden Ar⸗ tikels kann die Leibrente herabgeſetzt werden, in ſo weit ſie den verfuͤglichen Theil uͤberſteigt(1). Sie iſt nichtig, wenn ſie zum Vortheil einer Perſon be⸗ ſtellt wird, die unfaͤhig iſt zu empfangen. 1971. Die Leibrente kann beſtellt werden entweder auf den Kopf deſſen, der das Capital oder den Preis hergiebt, oder auch auf den Kopf „(1) S. den Art. 920 u. f. ant Dri ſümmt 19s. or wehr 195. hitn beſ ſein den in die ſſhen ſie zn wohlt ikunge utbſetzun hht. 10 17. nöm, d hh ſad 195. teung au kutfet ihn nac 1. Lepitu entendunn ſönitt des Lertee igungen. kann auf 5 iner Gelhim iche Sache,g t. auf blos u ſchenkung ur nung. dei zeſetzlich ⸗ botſetie. ögeſezt den il iberiii theil aun empfenge um büd! en, dr 3 auth ufl = 833— eines Dritten, der daraus kein Recht zum Genußße betommt(1). 1972. Sie kann beſtellt werden auf einen oder mehrere Koͤpfe. 8 1975. Sie kann ebenfalls zum Nutzen eines Dritten beſtellt werden, obſchon eine ganz andere Perſon den Preis oder das Capital hergiebt. In dieſem letzten Falle iſt die Rentbeſtellung, obſchon ſie die Charactere einer blos freigebigen oder wohlthaͤtigen Handlung hat, den Formen der Schenkungen nicht unterworfen, wohl aber der Herabſetzung und der Nichtigkeit nach Anleitung des Art. 1970. 3 1974. Rentbeſtellungen auf den Kopf eines Menſchen, der am Tage des Vertrags nicht mehr lebte, ſind ohne alle Wirkung. 1975. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit der Rent⸗ beſtellung auf den Kopf eines Menſchen, der eine Krankheit hatte, wovon er in den erſten zwanzig Tagen nach geſchloſſenem Vertrage geſtorben iſt. (1) Entweder ſo: ich bezale dir eine jaͤhrliche Rente von ſo viel, ſo lange du lebſt; oder ſo: ich bezale dir eine jaͤhrliche Rente von ſo viel, ſo lange Titius lebt. 1976. Die Beſtimmung des Betrages der Leibrente, und des dafuͤr zu entrichtenden Capitals oder Preiſes, haͤngt lediglich von dem Ueberein⸗ kommen der Theile ab. Zweiter Abſchnitt. Von den Wirkungen des Vertrags unter den eontrahirenden Theilen. 1977. Derjenige, zu deſſen Vortheil eine Leib⸗ rente vermittelſt eines Preiſes beſtellt worden iſt, kann die Aufhebung des Vertrages fodern, wenn der Beſteller ihm die Sicherheiten nicht gewaͤhrt, die er fuͤr die Erfuͤllung ausbedungen hat. 1978. Aus dem Grunde allein aber, das der Beſteller die Ruͤckſtaͤnde der Rente niche entrichtet, iſt der Rentempfaͤnger noch nicht befugt, die Ruͤck⸗ erſtattung des Capitals zu fodern, oder zu ver⸗ langen, daß er wieder in den Beſitz des von ihm veraͤuſſerten Grundes geſetzt werde; er iſt in ei⸗ nem ſolchen Falle zu weiter nichts berechtigt, als die Guͤter ſeines Schuldners greifen und verkau⸗ fen zu laſſen, damit aus dem daraus erſtandenen Gelde, durch richterlichen Spruch oder Einwilli⸗ gung des andern Theils, eine zulaͤngliche Summe verwendet werde, um die Ruͤckſtaͤnde abzutragen. 1979. Der Beſteller kann ſich dadurch nicht von Zalung der Rente frei machen, daß er ſich anbietet, das Capital zu erſtatten, und Verzicht f zurück adern er 1 Jng die mn Lopf dth ſo lau L ihm N. gtt uf d diee f ind ntgalt ann der aworben 18l.. tiſtzätige nin daß 1a.. dh dn bi ſm die Nen wwüiriche 18.„ enan der 4— ung di ſu enteihtanne Jlich don ha ſchritt Dertraßs mh Theilen eſſen Vorzn iſes beſtltn ertrages iin erheiten nin sdedungaſt de alein dn Rentt niter nicht beun fodem, t, in deſiz den vade; richts bentz s grufa m n darus ii Sprucj thn? t zulingite cſeinde a n ſch ui vachen, W atten, 1Ä =— 685— auf Zuruͤckfoderung der bezalten Ruͤckſtaͤnde leiſtet; ſondern er iſt gehalten, die Rente zu entrichten, ſo lang die Perſon oder die Perſonen leben, auf deren Kopf ſie beſtellt iſt, dieſe Perſonen moͤgen noch ſo lange leben, und die Entrichtung der Ren⸗ te mag ihm noch ſo laͤſtig geworden ſeyn. 1980. Der Empfaͤnger hat kein erworbenes Recht auf die Rente, als nach Verhaͤltnis der Ta⸗ gezahl, die er gelebt hat. Iſt indeſſen verabredet worden, daß ſie vor⸗ aus bezalt werden ſolle; ſo iſt das Recht auf den Termin, der bezalt werden muſte, von dem Tage an erworben, wo er bezalt werden muſte. 1981. Nur in dem Falle, wo die Rente auf wohlthaͤtige Art beſtellt wird, kann ausbedungen werden, daß ſie nicht angreifbar ſeyn ſoll. 1982. Der Leibrentenvertrag erloͤſcht nicht durch den buͤrgerlichen Tod des Empfaͤngers; ſon⸗ dern die Rente muß entrichtet werden, bis er ei⸗ nes natuͤrlichen Todes ſtirbt.— 1983. Wenn der Empfaͤnger einer Leibrente die davon verfallenen Termine fodert; ſo muß er beweiſen, daß er, oder die Perſon noch lebt, auf deren Kopf ſie iſt beſtellt worden. 2 —jõ— Dreizehnter ditel. Vom Vollmachtsvertrage(1). — ,—— Erſtes Capitel. Von der Natur und Form des Vollmachtsvertrages.— 1984. V ollmacht oder Auftrag iſt eine Handlung, wodurch jemand einem andern die Gewalt ertheilt, etwas fuͤr ihn und in ſeinem Na⸗ men zu thun. Dieſer Vertrag iſt vollkommen, wenn der Auf⸗ trag angenommen wird. 1985. Jemand kann bevollmaͤchtigt werden entweder durch eine oͤffentliche oder Privaturkunde, (1) Seſetz vom 19. Ventoſe 12. J, prom. den ⸗9. tar burch 3 ſſtehen. 7 geuher Kron d ſöieiten, zarhaupt di Ann 1h aus dem iitiite den ngö.. t venn wn. 99.( th und ſcht mieſwmte d nfreckt iihigers ode 3s. A ſinm Aus fallangen d Knnt e un,ther a din; ſo ln. 69. d. 1 er di vertrage 4— zpitel und Fen ertragt oder Lui nand eim ihn und inſe omden, vmn zmlrit ſe oder lut⸗ u. J,u 5 ſogar durch einen Brief. Es kann ſelbſt muͤndlich geſchehen. Aber um den Auftrag zu beweiſen, ſind Zeugen nur zulaſſig nach Anleitung des Ti⸗ tels von den Vertraͤgen und den Verbind⸗ lichkeiten, welche aus Verabredungen uͤberhaupt entſpringen. Die Annahme kann blos ſtillſchweigend ſeyn, und aus dem Umſtande folgen, daß der Bevoll⸗ maͤchtigte den Auftrag ausgerichtet hat. 1986. Der Vollmachtsvertrag iſt unentgeld⸗ lich, wenn nicht das Gegentheil ausbedungen worden. 1987. Er iſt entweder ein beſonderer Auf⸗ trag, und ſchraͤnkt ſich auf ein Geſchaͤft ober meh⸗ rere beſtimmte Geſchaͤfte ein, oder er iſt allgemein, und erſtreckt ſich auf alle Geſchaͤfte des Bevoll⸗ maͤchtigers oder Machtgebers. 1988. Unter dem Auftrage, wenn er in all⸗ gemeinen Ausdruͤcken abgefaſt iſt, ſind nur die Handlungen der bloſen Verwaltung begriffen⸗ Koͤmmt es auf Veraͤuſſerung oder Verpfaͤn⸗ dung, oder auf ſonſt eine Handlung des Eigen⸗ tums an; ſo muß der Auftrag daruͤber ausdruͤck⸗ lich ſeyn. 1989. Weiter, als der Auftrag lautet, kann — 688— der Bevollmaͤchtigte nichts vornehmen. Unter der Vollmacht, ſich zu vergleichen, iſt die Vollmacht nicht begriffen, die Entſcheidung ſchiedsrichterli⸗ chem Spruche anheim zu ſtellen. 1990. Weiber und emancipirte Minderjaͤhri⸗ ge koͤnnen guͤltiger Weiſe zu Bevollmaͤchtigten ge⸗ waͤhlt werden; aber der Machtgeber hat keine Klage gegen den bevollmaͤchtigten Minderjaͤhrigen, als nach den allgemeinen Regeln die Verbindlich⸗ keiten der Minderjaͤhrigen betreffend, und gegen die verheirathete Frau, wenn ſie den Auftrag oh⸗ ne Ermaͤchtigung ihres Mannes angenommen hat, als nach den Regeln, die unter dem Titel vom Ehecontracte und den gegenſeitigen Rech⸗ ten der Eheleute vorkommen. Zweites Capitel. Von den Verbindlichkeiten des Bevollmaͤchtigten. 1991. Der Bevollmaͤchtigte iſt verbunden, den Auftrag, ſo lang er auf ihm haftet, zu voll⸗ ziehen, und iſt verantwortlich fuͤr allen Schaden, der aus dem Mangel der Ausrichtung entſteht. Auch muß er beim Abſterben des Machtge⸗ bers das angefangene Geſchaͤft vollenden, wenn Gefahr auf dem Verzug iſt. dr altn ea F ßire it in ſe dei der i eben in Nr e ſi tnger lſe ahält. 3. wührung ſänem tdes Au iungene gſ. 1 nai ſein ſt et, if ttelt vorder ntt dhne wha, und, hmantundi R. n di per n ſint St 6 S daulnae 8 2 umänn ſichn, it hu ſeelen. mancipitt N du evolzith :Nachzä ztigte ud Itgeln du d detreffendu an ſie den k mnnes angen tunter da gegenſeith amen. La itel Lichkeite btigten ſtite i 9 zſeeten de ift dalen chadang e N — 689— 199a. Der Bevollmaͤchtigte haftet nicht allein fuͤr ſeine Argliſt, ſondern auch fuͤr die Verſehen, die er in ſeiner Geſchaͤftsfuͤhrung begeht. Bei der Anwendung wird jedoch in Ruͤckſicht auf die eben gedachte Veran twortlichkeit fuͤr Ver⸗ ſehen der Bevollmaͤchtigte, der eine Bel lohnung er⸗ haͤlt, ſtrenger behandelt, als derjenige, der keinen Lohn erhaͤlt. 1995. Jeder Bevollmaͤchtigte muß uͤber die Ausfuͤhrung ſeines Auftrags Rechenſchaft ablegen, und ſeinem Machtgeber alles verguͤten, was er kraft des Auftrags empfangen hat, obſchon das Cmpfangene dem Machtgeber nicht zukam. 1994. Der Bevollmaͤchtigte haftet fuͤr den, den er in ſeiner Geſchaͤftsfuͤhrung an ſeine Stelle geſetzt hat, 1ſtens, wenn ihm hiezu keine Vollmacht ertheilt worden; 2tens, wenn ihm hiezu die Voll⸗ macht ohne Bezeichnung einer Perſon iſt ertheilt worden, und er einen Menſchen gewaͤhlt hat, der allgemeinkundig unfaͤhig oder kelungsnnvermögend war. In allen Faͤllen kann der Machtgeber gerade gegen die Perſon handeln, die der Bevollmaͤchtig⸗ te an ſeine Stelle geſetzt, oder ſich ſubſtituirt hat. 1995. Sind in der naͤmlichen Urkunde meh⸗ rere Bevollmaͤchtigte ernannt; ſo ſind dieſelben 5 — 690— nur in ſo weit ohne Theilung oder ſolidariſch ver⸗ antwortlich, als dies darin ausgedruͤckt iſt. 1996. Hat der Bevollmaͤchtigte eingenomme⸗ ne Summen zu ſeinem eigenen Gebrauche verwen⸗ det; ſo muß er Zinſen davon bezalen vom Tage der Verwendung an. Von den Summen die er ruͤckſtaͤndig bleibt, zalt er Zinſen von dem Tage an, wo er in Verzug geſetzt wird. 1997. Wenn der Bevollmaͤchtigte mit jeman⸗ den in dieſer Eigenſchaft handelt, und ihn dabei von ſeinem Auftrage gehoͤrig unterrichtet; ſo braucht er fuͤr das, ſo etwa uͤber den Auftrag ge⸗ ſchehen iſt, auf keine Art zu haften, es ſey denn, daß er ſich perſoͤnlich dazu anheiſchig gemacht habe. Drittes Capitel. Von den Verbindlichkeiten des Machtge⸗ bers oder Bevollmaͤchtigers. 1998. Der Machtgeber iſt gehalten, die Ver⸗ bindlichkeiten zu erfuͤllen, die der Bevollmaͤchtigte gemaͤs ſeinem Auftrage uͤbernommen hat. Was daruͤber geſchehen iſt, braucht er nicht zu vertreten, er habe es denn ausdrüͤcklich oder ſtillſchweigend gut geheiſſen. 1999. Der Nachtgeber muß dem Bevollmaͤch⸗ m die ttung d Fut Belol hechen w f euf n das wn ſich der hhtn R mn auch d n vint. heg des w unter Ktachtl od, in fir je ſ dlegend hn ſr unn ihn dool, E lſtiſn d Umn dn? unh I Gatar heft dſa a les, 9— tiun ddtt ae in euszadri volmichigt 3 Genen Gedrne daron ban don den Em e dinſen bant zt witz. vollmächtier handelt, unn hotig untit da uͤder da zu hafte, 3h Kanheiſchm Capitt keiter des! olmachtigun r iſ gehetn die der deut monman ir n iſ ht denn uhit m 1 dm M ſprochen worden. tigken die Vorſchuͤſſe und Koſten, die et fuͤr Aus⸗ richtung des Auftrags gemacht, erſtatten, und ihm ſeine Belohnung entrichten, wenn eine ſolche ver⸗ Iſt auf Seiten des Bevollmaͤchtigken kein Ver⸗ ſehen, das ihm koͤnnte angerechnet werden; ſo kann ſich der Machtgeber keineswegs von der eben⸗ gedachten Ruͤckerſtattung und Zalung los machen, wenn auch das Geſchaͤft nicht gluͤcklich ausgeſchla⸗ gen waͤre. Eben ſo wenig kann er eine Herab⸗ ſetzung des Betrags der Koſten und Vorſchüſſe fo⸗ dern, unter dem Vorwande, als koͤnnten ſie went⸗ ger betraͤchtlich ſeyn. 2000. Der Machtgeber muß den Bevollmaͤch⸗ tigten fuͤr jeden Verluſt entſchaͤdigen, den diefer bei Gelegenheit ſeiner Geſchaͤftsfuͤhrung Jerlitten hat, und zwar ohne irgend eine Unvorſichtigkeit, die man ihm anrechnen koͤnnte. 2001. Er iſt dem Bevollmaͤchtigten von den Vorſchuͤſſen, die dieſer gemacht hat, Zinſen ſchul⸗ dig von dem Tage, wo ſie erweislich gemacht ſind. 2002. Iſt der Bevollmaͤchtigte fuͤr ein ge⸗ meinſchaftliches Geſchaͤft von mehrern Perſonenrbe⸗ ſtellt; ſo haftet jede von ihnen ihm ohne Thei⸗ lung fuͤr alles, was aus dem Auftrage folgt. 46 — 692— Viertes Capitel. Von den verſchiedenen Arten, wie der Vollmachtscontract aufhoͤrt. 2003. Der Vollmachtscontract hoͤrt auf Durch den Widerruf des Auftrags von Sei⸗ ten des Machtgebers, Durch Aufkuͤndigung des Auftrags von Sei⸗ ten des Bevollmaͤchtigten, Durch den natuͤrlichen oder buͤrgerlichen Tod, die gerichtliche Unterſagung oder den Bankerott des Machtgebers oder des Bevollmaͤchtigten. 2004. Es ſteht dem Machtgeber frei, ſeine Vollmacht zu jeder beliebigen Zeit zu widerrufen, und den Unſtaͤnden nach ſeinen Bevollmaͤcht gten zu zwingen, ihm die Urkunde, die ſie enthaͤlt, zu⸗ ruͤck zu geben; die Urkunde mag nun eine Privat⸗ unterſchrift ſeyn, oder das Original ſelbſt, wenn keine Urſchrift davon zuruͤckgeblieben iſt, oder die Ausfertigung, wenn die Urſchrift zuruͤckgeblieben iſt. 2005. Man kann einen Widerruf, den man blos dem Bevollmaͤchtigten bekannt gemacht, einem Dritten nicht entgegen ſetzen, der davon nichts wuſte, und in dieſer Unwiſſenheit gehandelt hat. In dieſem Falle bleibt aber dem Wachtgeber ſeine Erholung gegen den Bevollmaͤchtigten. acch. volmäch Phadurch i Tage devoll woy t ufkin w Jahtge Etſteht mun Ra eiſen ent wichtigte hnag ferne tn Nachte 10. 2 kis Nachtg ei die do mer in die 1i. J iälhkeiten tis ſähen J nd i aſü nlo, E nün erhen ia und in ſi ſt den 94— Layitt denen L ontratt en ütscontrat ſt des Auſteg des Auftrut toder 6 ug oder da — aluit Nachtair wigen Ziu ſeinen dertt nde die ſe ch d mag ann u Drign ſt kzeüluin in ſeſtjuit en Vöeu belkaun gat en, der un iſerbit kbe den eu mächtenn — 693— 2006. Beſtellt der Machtgeber einen neuen Bevollmaͤchtigten fuͤr das naͤmliche Geſchaͤft; ſo iſt dadurch die erſte Vollmacht widerrufen von dem Tage an, wo die neue Beſtellung dem vori⸗ gen Bevollmaͤchtigten bekannt gemacht worden iſt. 2007. Der Bevollmaͤchtigte kann den Auf⸗ trag aufkuͤndigen, indem er ſeine Aufruͤndigung dem Machtgeber bekannt macht. Entſteht indeſſen aus einer ſolchen Auffuͤndi⸗. gung ein Nachtheil fuͤr den Machtgeber; ſo muß er dieſen entſchaͤdigen, es ſey denn, daß der Be⸗ vollmaͤchtigte ſich in der Unmoͤglichkeit befinde, den Auftrag ferner auszurichten ohne eigenen betracht⸗ lichen Nachtheil. 2008. Iſt dem Zevolm zchtigtigken der Tod ſeines Machtgebers, oder eine andere Urſache, wo⸗ durch die Vollmacht aufhoͤrt, unbekannt; ſo iſt, was er in dieſer Unwiſſenheit gethan hat, guͤltig. 2009. In den obigen Faͤllen muͤſſen die Ver⸗ bindlichkeiten des Bevollmaͤchtigten in Anſehung eines jeden Dritten, der in gutem Glauben oder redlich iſt, erfuͤllt werden. 2010. Stirbt der Bevollmaͤchtigte; ſo muͤſ⸗ ſen ſeine Erben dem Machtgeber hievon Nachricht geben, und indeſſen alles beſorgen, was die Um⸗ ſtaͤnde fuͤr den Vortheil des Letztern erfodern. —— 4 GBierzehnter LTit el. Von Burgſchaften(1). Erſtes Capitel. Von der Natur und Ausdehnung der Buͤrgſchaft. 2011. Der ſich fuͤr eine Verbindlichkeit ver⸗ buͤrgt, macht ſich dadurch gegen den Glaͤubiger anheiſchig dieſe Verbindlichkeit zu erfuͤllen, wenn ſie der Schuldner nicht ſelbſt erfuͤllt. 2012. Ohne eine guͤltige Verbindlichkeit be⸗ ſteht keine Buͤrgſchaft⸗ Man kann ſich jedoch fuͤr eine Verbindlichkeit verbuͤrgen, wenn dieſelbe auch auf eine dem Ver⸗ 2 0 Geſetz vom 24. Pluvioſe 12. Jahrs⸗ promulgirt den r Ventoſe. fütten b nünnte, enntbene 4015. in, als uuzen fi auzen ibe Aan kan Än verbüͤrg anngen. F die uter l ſiſe dar dn auf d tdegeſcht a. Ma wiſen, wof inn Vorw duh kann ddaupſculd a nä die an nedri ehan eusg Nanii apite nd Arsd ſcaft ine Driuit gegen la d keit zu nüla ſt nfl ſige Dabintt it eine Vrtült ch uf inu n P — 695— pflichteten blos perſoͤnliche Einrede vernichtigt wer⸗ den koͤnnte, wie zum Beiſpiel, wenn der Verpflich⸗ tete minderjaͤhrig waͤre. 2013. Die Bärgſchaft kann mehr richt be⸗ greifen, als die vorhandene Schuld, und die Be⸗ dingungen koͤnnen nicht laͤſtiger ſeyn, als die Be⸗ dingungen eben dieſer Hauptſchuld. Man kann ſich fuͤr einen Theil der Schuld allein verbuͤrgen, und unter weniger laͤſtigen Be⸗ dingungen. Iſt die Verbuͤrgung ſtaͤrker als die Schuld, oder unter laͤſtigern Bedingungen uͤbernommen; ſo iſt ſie darum nicht nichtig, ſondern ſie wird alsdenn auf den Betrag und das Maas der Haupt⸗ ſchuld eingeſchraͤnkt. 2014. Man kann ſich verbuͤrgen ohne Auf⸗ trag deſſen, wofuͤr man ſich verpflichtet, und ſelbſt ohne ſein Vorwiſſen. Auch kann man ſich verbuͤrgen nicht nur fuͤr den Hanptſchuldner ſondern fuͤr den Muürgen deſ⸗ ſeiben. 2015. Die Buͤrgſchaft wird nicht vermutet. Sie muß ausdruͤcklich ſeyn, und darf nicht uͤber die Grenzen ausgedehnt werden, die ihr der Ver⸗ trag anweiſt. 2016. Wer ſich fuͤr eine Hauptſchuld unbe⸗ ſtimmt verbuͤrgt, der verbuͤrgt ſich auch fuͤr alles, was damit verbunden iſt, ſelbſt fuͤr die Koſten der erſten Einklage, und fuͤr alle Koſten, die nach der dem Buͤrgen geſchehenen Aufkuͤndigung ge⸗ macht werden. 2017. Die Verbindlichkeiten des Buͤrgen gehn auf ſeine Erben uͤber, ausgenommen der perſoͤnli⸗ che Zwang in dem Falle, wo die Verbindlichkeit ſolchen fuͤr den Buͤrgen nach ſich zog. 2018. Der Schuldner, der gehalten iſt, Buͤrg⸗ ſchaft zu leiſten, muß dazu eine Perſon ſtellen, die faͤhig iſt, Contracte zu ſchlieſſen, die hinlaͤngliches Vermoͤgen beſitzt, um damit fuͤr den Gegenſtand der Verbindlichkeit zu haften, und die in dem Be⸗ zirke des Appellationsgerichts, wo dieſelbe geleiſtet werden muß, ihren Wohnort hat. 2019. Ob ein Buͤrge zalbar ſey, wird blos nach ſeinem Grundeigentum ermeſſen; auſſer in Handelsſachen, und in dem Falle, wo die Schuld unbedeutend iſt.— Bei dieſer Beurteilung kommen nicht in An⸗ ſchlag die unbeweglichen Guͤter, woruͤber ein Streit obwaltet, noch diejenigen, woran die Erholung wegen ihrer entfernten kage zu beſchwerlich ſeyn wuͤrde. 2090. nüer ſte . Wtommen anden; flen. Dieſe dan der gfill vor 6 heſon Lun den 2021, holten we dan der t uutt in W da 8 tt, od hüng or b velch lätit nach kſit dit 595 25 t eine duu dünt ſih ati ſ ſelbſ für d. tr ale Kiin, enn uſin lickeitm de asgenomma d. de, vo die A nach ſich g ner, der gezelei der gehe 1 zu eine Pet dlieſſen, de ſ amit fär da ſten, und i ichts, wo dit nort hat ze ſalher ſot tum aniſe im Fule a ng koma th Gitn, nrin e, ven ui agt zu hr = 89— 8 2020. Iſt der Buͤrge, den der Glaͤubiger ent⸗ weder freiwillig oder auf richterlichen Spruch an⸗ genommen hat, nachher unvermoͤgend zu zalen ge⸗ worden; ſo muß der Schuldner einen neuen ſtellen. 4 Dieſe Regel leidet nur dann eine Ausnahme, wenn der Buͤrge blos zufolge einer Verabredung geſtellt worden iſt, worin der Glaͤubiger eine ſol⸗ che Perſon zum Buͤrgen gefodert hat. Zweites Capitel. Von den Wirkungen der Buͤrgſchaft. Erſter Abſchnitt. Von den Wirkungen der Buͤrgſchaft unter dem Glaͤubiger und dem Buͤrgen. 2021. Nur in dem Falle kann der Buͤrge an⸗ gehalten werden, den Glaͤubiger zu befriedigen, wenn der Schuldner nicht bezalt. Letztern muß er zuerſt in ſeinen Gutern verfolgen, es ſey denn, daß der Buͤrge der Rechtswohlthat der Ausklage entſagt, oder ſich mit dem Hauptſchuldner ohne Theilung oder ſolidariſch verhindlich gemacht ha⸗ be, in welchem Falle die Wirkung ſeiner Verbind⸗ lichkeit nach den Grundſaͤtzen zu beurteilen iſt, die die fuͤr die ungetheilten Schulden feſtgeſetzt ſind. — 698— 2092. Der Glaͤubiger iſt nicht gehalten, den Hauptſchuldner auszuklagen, als in ſo weit der Buͤrge ſolches bei der erſten gegen ihn gerichteten Verfolgung verlangt. 2925. Verlangt es der Buͤrge; ſo muß er dem Glaͤubiger die Guͤter des Hauptſchuldners an⸗ geben, und zugleich die noͤthigen Vorſchuͤſſe thun, um die Ausklage vorzunehmen. Er darf ihm aber weder ſolche Guͤter des Hauptſchuldners angeben, die auſſer dem Bezirke des Appellationsgerichts des Orts liegen, wo die Zalung deſchehen muß, noch ſtreitige Guͤter, noch auch ſolche Guͤter, die zwar fuͤr die Schuld ver⸗ pfaͤndet, aber nicht mehr im Beſitze des Schuld⸗ ners ſind. 2024. So oft nun der Buͤrge nach Vorſchrift des vorhergehenden Artikels die anzugreifenden Guͤter angegeben, und dazu die noͤthigen Gelder hergeſchoſſen hat, haftet der Glaͤubiger demſelben, wenn er in der Verfolgung nachlaͤſſig iſt, und mittlerweile der Hauptſchuldner zalungsunvermoͤ⸗ gend wird. Er haftet in dieſem Falle dem Buͤr⸗ gen bis zum Betrag der von dieſem angegebenen Guͤter. 2025. Haben maßrere Perſonen ſich fuͤr die naͤmliche Schuld und fuͤr den naͤmlichen Schuld⸗ ner verbuͤrgt; ſo haftet jede fuͤr die ganze Schuld. 1035. in bdaß 9 bon uſe Ein un ſie de em. Peren adü Ein üiübe ange unn ihnen üürge e bag.— und gew Rüung an lant werd 3097.. dj ftiwilig n dhälung h dägen inziunvenn dlh. J In zes Dir Sot m. D R hau 8— rit iit ie d, als in tr 1 Regen tr 8 tr Bäge; 5 es Haupſſcu digen durti ea. der ſolche kk t auſſer dat Duts liegn ſteitige bi für die eth a deſte net. Bürge na h die enunr die itha läͤubige d aachläſſg i et zalbgbun in Falt en; ieſem annter rſoner itit ämlien de die zuxe 2026. Jede von ihnen kann indeſſen verlan⸗ gen, daß der Glaͤubiger vorerſt ſeine Klage theile, und von jedem Buͤrgen nur ſeinen Theil geſinne. Dieſe Einrede ſteht ihnen aber nicht mehr zu, wenn ſie der Rechtswohlthat der Theilung entſagt haben. Waren zu der Zeit, wo einer von den Buͤr⸗ gen die Einrede der Theilung entgegenſetzte, und dieſelbe angenommen wurde, einer oder der ande⸗ re von ihnen zalungsunvermögend; ſo traͤgt die⸗ ſer Buͤrge verhaͤltnismaͤſſig den daher entſtehenden Abgang. Iſt aber einer von ihnen zalungsunver⸗ mögend geworden, nachdem ihm die Wohlthat der Theilung angediehen war; ſo kann er weiter nicht belangt werden. 2027. Hat der Glaͤubiger ſeine Klage ſelbſt und freiwillig getheilt; ſo kann er gegen ſeine ei⸗ gene Theilung nicht mehr ankommen, obſchon von den Buͤrgen einige bereits vor dem Augenblicke zalungsunvermoͤgend waren, wo er ſie ſich gefal⸗ 4 len lies. — Zweiter Abſchnitt. Von den Wirkungen der Buͤrgſchaft unter dem Schuldner und dem Burpen. 2038. Dem Buͤrgen, der Hezolt hat, ſteht der Ruͤckanſpruch gegen den Hauptſchuldner zu, die — 700— Buͤrgſchaft mag nun mit Vorwiſſen deſſelben ge⸗ leiſtet worden ſeyn, oder nicht. Unter dem Ruͤckanſpruch ſind begriffen ſowohl die Hauptſchuld als die Zinſen und Koſten. In Anſehung der letztern hat indeſſen derſelbe nur fuͤr jene Koſten Statt, welche der Buͤrge gemacht hat ſeit dem Augenblicke, wo er dem Hauptſchuldner die gegen ihn erhobenen Verfolgungen angezeigt. Nach Befinden hat er auch einen Nictanſpruch fuͤr Schadloshaltung. 2029. Der Buͤrge, der die Schuld bezalt hat, tritt in alle Rechte ein, welche dem Giäubſger ge⸗ gen den Schuldner zuſtanden 2030. Haftete die naͤmliche Schuld auf meh⸗ rern Hanptſchuldnern ſolidariſch oder ungetheilt; ſo ſteht dem Buͤrgen, der ſich fuͤr ſie alle verbuͤrgt hat, wider einen jeden derſelben der Ruͤckanſpruch zu, vermoͤge deſſen er von jedem das Ganze fodern kann, ſo er bezalt hat. 3031. Bezalt der Buͤrge; ſo muß er den Hauptſchuldner davon benachrichtigen. Unterlaͤſt er es, und dieſer bezalt zum zweiten male, ſo hat er— der Buͤrge— gegen denſelben keinen Ruͤck⸗ anſpruch, wohl aber eine Wiedererſtattungsklage gegen den Glaͤubiger. 4052 tt, gegt aiſcidig 1ds, tance — deriſa i ht. Ind benfr ſen und gan deſen daſinn e Sirg ha dn huunt eolgungn an einen git ie Schadtne e dem Glatg he Stah ſch ootr un ſir ſi den e der Aud n das öuſ ; ſ uit chtigm. M. zäten vahit elben kiin dennſätat — 781— 2032. Der Buͤrge kann, ſelbſt eh' er bezalt hat, gegen den Schuldner handeln, um von ihm entſchaͤdigt zu werden, iſtens. Wenn er— der Buͤrge— gerichtlich auf Zalung belangt wird; atens. Wenn der Schuldner zalungsunver⸗ moͤgend oder bankerott geworden iſt; Ztens. Wenn der Schuldner ſich anheiſchig gemacht hat, ſeine Befreiung in einer ge⸗ wiſſen Zeit beizubringen; 4tens. Wenn die Schuld faͤllig geworden iſt durch den Verfall des Termins, worauf ſie war uͤbernommen worden; btens. Nach Verlauf von zehn Jahren, wenn 3 die Hauptverbindlichkeit keine beſtimmte Verfallzeit hat: es ſey denn, daß die Hauptverbindlichkeit von der Art waͤre, daß ſie vor einer beſtimmten Zeit nicht aufhoͤren kann, wie bei Vormundſchaften. Dritrer. Abſchniirk. Von den Wirkungen der Buͤrgſchaft unter den Mitbuͤrgen. 2033. Wenn mehrere Perſonen ſich fuͤr den naͤmlichen Schuldner und die naͤmliche Schuld — 702— verbuͤrgt haben; ſo ſteht dem Buͤrgen, der ſte ab⸗ fuͤhrt, der Ruͤckanſpruch zu wider die andern Buͤr⸗ gen, und zwar wider jeden fuͤr ſeinen Antheil. Dieſer Ruͤckanſpruch hat aber nur dann Statt, wenn der Buͤrge in einem von den Faͤllen bezalt, welche der vorhergehende Artikel enthaͤlt. Drittes Capitel. Von Erloͤſchung der Buͤrgſchaft. 2034. Die Verbindlichkeit, welche aus der Buͤrgſchaft entſteht, erloͤſcht durch die naͤmlichen Urſachen, wie jede andere Verbindlichkeit. 2035. Entſteht dadurch eine Vereinigung in der Perſon des Hauptſchuldners und ſeines Buͤr⸗ gen, daß ſie einer des andern Erbe werden; ſo er⸗ loͤſcht dadurch die Klage des Glaͤubigers nicht ge⸗ gen denjenigen, der ſich fuͤr den Buͤrgen verbuͤrgt hat(gegen den Ruͤckbuͤrgen). 2056. Der Buͤrge kann dem Glaͤubiger alle Einreden entgegen ſetzen, welche dem Hauptſchuld⸗ ner zuſtehen, und der Schuld anklebeu. Er kann ihm aber die Einreden nicht entge⸗ gen ſetzen, die blos der Perſon des Schuldners ankleben. 4057 ,daß ſchheken lärge ent 2053, s Gut ttud an; ſten der dach Edict 4059. äuudners i dits d inn ſolche nölgen, u 1ſ. khil ſenand lin uuß dongan Han ur ? ttt b un mniuice — n dinn 1 ir ſinn⸗ n ber nu on den K e aiz wpitel :Sützſte it, velce a durch diee dindlikht, ine Vaina s und ſins Erbe verh, läͤubiget g n Supen en em Gläubir! den hauft kleben nede nictch des Ehunn b 703—= 2037. Wenn der Glaͤubiger Schuld daran ſſt, daß der Buͤrge nicht in deſſelben Rechte, Hy⸗ potheken und Privilegien treten kann; ſo iſt der Buͤrge entlaſtet. 2038. Nimmt der Glaͤubiger ein unbewegli⸗ ches Gut oder ſonſt etwas in Zalung der Haupt⸗ ſchuld an; ſo wird dadurch der Buͤrge befreit, ob⸗ ſchon der Glaͤubiger das Angenommene nachher durch Eviction Hetliers. 2039. Sezt der Glaͤubiger zu Gunſten ſeines Schuldners blos den Zalungstermin aus; ſo be⸗ freit dies den Buͤrgen nicht. Letzterer iſt aber in einem ſolchen Falle berechtigt, den Schuldner zu verfolgen, um ihn zur Zalung zu zwingen. Viertes Capirel. Von der geſetzlichen und der ge⸗ richtlichen Buͤrgſchaft. 2040. So oft entweder das Geſetz oder ein Urteil jemanden die Pflicht auflegt, Buͤrgſchaft zu leiſten, muß die Perſon, die dazu angeboten wird, die Bedingungen erfuͤllen, die in den Art. 2018 und 2019 vorgeſchrieben ſind.. Iſt die Rede von einer gerichtlichen Buͤrg⸗ ſchaft; ſo wird uͤberdies erfodert, daß der Buͤrge des perſoͤnlichen oder koͤrperlichen Zwanges faͤhig ſey. * 4 — 704— „ 2041.7 Wer in der Unmöoglichkeit iſt, einen Buͤrgen zu finden, kann an ſeiner Stelle ein hin⸗ reichendes Unterpfand geben. 2042. Der gerichtliche Buͤrge kann die vor⸗ laͤufige Verfolgung des Hauptſchuldners nicht fo⸗ dern. 2043. Wer ſich unbedingt fuͤr einen gericht⸗ lichen Buͤrgen verbuͤrgt hat, kann die vorlaͤufige Verfolgung des Hauptſchuldners und des Buͤrgen nicht fodern. — — 1. nm die Th einem 9 in. Ar T U. uun ſih an diei vemäͤnder tige nit nn de An. 1 Wnvrjißr — 0 801. — mnäzltt, ſene Sn dürge im ptſchuldnaz ingt ſit in, kann deu ders und hen Fuͤnfzehnter Tit al. Von Vergleichen(1). 1 3 e 2044. Da Vergleich iſt ein Vertrag, wo⸗ durch die Theile einen entſtandenen Zwiſt endigen, oder einem Zwiſte vorkommen, der noch entſtehen koͤnnte. 1 Dieſer Vertrag muß ſchriftlich gemacht werden. 2045. Um einen Vergleich treffen zu koͤnnen, muß man faͤhig ſeyn, uͤber die Gegenſtaͤnde zu verfuͤgen, die im Vergleich begriffen ſind. Vormuͤnder koͤnnen ſich fuͤr Minderjaͤhrige und Unterſagte nicht anderſt vergleichen, als nach Vor⸗ ſchrift des Art. 467 unter dem Titel von der Minderjaͤhrigket, der Vormundſchaft und 46 (1) Geſetz v. ²9. Ventoſe 12. J., prom. d. 9. Germ. — 706— der Emancipation. Ueber die Vormundſchafts⸗ rechnung koͤnnen ſie ſich mit dem grosjaͤhrig ge⸗ wordenen Minderjabrigen nicht anderſt vergleichen, als nach Vorſchrift des Art. 472 unter dem nam⸗ lichen Titel. Gemeinden und ffentliche Anſtalten koͤnnen ſich nicht vergleichen, als mit ausdruͤcklicher Er⸗ maͤchtigung der Regierung. 1 2046. Man kann ſich uͤber das Privatintereſ⸗ ſe vergleichen, ſo aus Verbrechen entſteht. Der Vergleich hindert aber die Verfolgungen des damit beauftragten oͤffentlichen Beamten nicht. 2047. Auch iſt es erlaubt, bei dem Verglei⸗ che eine Strafe fuͤr denjenigen zu bedingen, der ihn nicht halten wuͤrde. 20748. Alle Vergleiche muͤſſen genau auf ih⸗ ren Gegenſtand eingeſchraͤnkt werden. Entſagt je⸗ mand darin allen ſeinen Rechten, Klagen und An⸗ ſpruͤchen; ſo iſt eine ſolche Entſagung blos von dem zu verſtehen, was auf den vorliegenden Zwiſt Bezug hat. 2049⸗ Ein Vergleich ſchlichtet weiter nichts, als den Zwiſt, wegen deſſen er getroffen wird, oh⸗ ne Unterſchied, ob die Theile ihre Meinung durch allgemeine oder beſondere Ausdruͤcke an Tag ge⸗ lgt habe indig 2050 dicht, da naher e imn Per Rct betr hunden. 2051. iin eing it und 2052, ah vie in bie ko ö ſochten aons, den den ötzaſt eien inu Aul ſin i nd, g uf ſa(in u e di Amat nit den gai ſich andeine t. Pe unr. liche Artaket mit eusrilg üͤber deiſne rchen entt ader die hi atlichen Ren abt, bi de zea zu bai niſen eun wuarden. cter, Kasm. ¹ Ertſezung den torüget ſlcht nai er gttefe 3 ihre J Nim fasdrieed 6 — A— legt haßen, oder ob ſich ihre Meinung blos noth⸗ wendig aus den Ausdruͤcken folgern laſſe. 2050. Erwirbt jemand, der ſich uͤber ein Recht, das ihm fuͤr ſich zuſtand, verglichen hatte, nachher ein aͤhnliches Recht als Vertreter einer an⸗ dern Perſon; ſo iſt er, was das neu erworbene Recht betrift, nicht durch den vorigen Vergleich gebunden. 2051. Ein Vergleich, den einer der Inkereſ⸗ ſirten eingeht, bindet die uͤbrigen Intereſſirten nicht, und kann ihnen nicht zur Einrede dienen. 2052. Vergleiche ſind unter den Theilen ſo gut, wie in letzter Inſtanz abgeurteilte Sachen. Sie koͤnnen wegen eines Rechtsirrtums nicht angefochten werden, noch wegen Verletzung. 2053. Jedoch koͤnnen Vergleiche aufgehoben werden, wenn ein Irrtum in der Perſon, oder uͤber den Gegenſtand des Zwiſtes untergelaufen iſt. Sie koͤnnen aufgehoben werden in jedem Fal⸗ le, wo Argliſt oder Otwaltthätigkelr dabei vorge⸗ fallen iſt. 2054. Nicht weniger iſt gegen Vergleiche die Klage auf Umſtoſſung zulaͤſſig, wenn ihre Veran⸗ laſſung ein unguͤltiger Titel war, es ſey denn, 46* — 7⁰⁸— daß die Theile eine ſolche Nichtigkeit ausdruͤcklich verhandelt haben.. 2055. Vergleiche, welche auf Schriften ge⸗ troffen ſind, die man nachher als falſch anerkannt hat, ſind durchaus nichtig. 2056. Auch ſind nichtig alle Vergleiche uͤber einen Rechtshandel, der durch ein rechtskraͤftiges Urteil entſchieden war, wovon aber die Theile, oder einer von ihnen, nichts wuſten. Konnte von dem Urteil, das den Theilen un⸗ bekannt war, noch appellirt werden; ſo iſt der Vergleich guͤltig. 2057. Wenn die Theile ſich uͤberhaupt uͤber alle Haͤndel verglichen haben, die ſie etwa mit ein⸗ 3 ander haben konnten; ſo koͤnnen ſie daraus keine Urſache der Umſtoſſung herleiten, daß ihnen zur Zeit des Vergleichs Urkunden unbekannt waren, die ſie nachher entdeckt haben. Ein anderes waͤ⸗ re, wenn einer von den Theilen ſolche Urkunden zuruͤckbehalten haͤtte. Der Vergleich waͤre aber nichtig, wenn er ei⸗ ne Sache zum Gegenſtand haͤtte, worauf, nach Ausweiſung neu entdeckter Urkunden, einem von den Theilen gar kein Recht zuſtand. 2058. Bloſe Rechnungsſehler in einem Ver⸗ gleiche muͤſſen berichtigt werden. — G◻— — 6 gen den 2obg. in Sach erhen ko hn Et Sheli lweglihes iit zugch ſintr, we ſich ſid, Ehul b ir Nruger dütali uu che auf etn e als faſhut ig ale denli uch ein ntth don ahe h wuſen. das den da t werder, e ſich iücu n die ſear euen ſe wt titen, di d den urtemr en. Ei db heile ſäeh r uicth’tu Fite un Urkurder i aſen ſſähle n u den. Sechszehnter Titel. Von dem koͤrperlichen Zwange in büegerlihen Sachen(1). 2059. Koͤrperlicher Zwang hat in buͤrgerli⸗ chen Sachen Statt, oder man kann in dergleichen Sachen koͤrperlich ergriffen und verhaftet werden, wegen Stellionats. Stellionat iſt vorhanden, wenn man ein un⸗ bewegliches Gut, das einem, wie man wohl weis, nicht zugehoͤrt, verkauft oder zur Hypotheke giebt; ferner, wenn man Guͤter, die mit Hypotheke be⸗ ſtrickt ſind, als frei angiebt, oder wenn man die Schuld, wofuͤr ſie mit Hypotheke beſchwert ſind, fuͤr geringer angiebt, als ſie wirklich iſt. 2060. Auch hat koͤrperlicher Zwang Statt, (1) Geſetz v. 23. Pluvioſe 12. J, prom. d. 3. Vent⸗ — 7¹⁸⁹— iſtens. Fuͤr nothwendige Hinterlegung; 2tens. In dem Falle der Klage auf Wieder⸗ einſetzung in den Beſitz, fuͤr die gerichtlich verordnete Raͤumung eines Grundſtuͤckes, woraus der Eigentuͤmer gewaltthaͤtiger Weiſe iſt geſetzt worden; fuͤr die Erſtat⸗ tung der waͤhrend des widerrechtlichen Be⸗ ſitzes davon eingenommenen Fruͤchte, und fuͤr Schaden und Intereſſe, welche dem Ei⸗ gentuͤmer durch Urteil zuerkannt worden; 3tens. Fuͤr Zuruͤckfoderung von Geldern, die in die Hände oͤffentlicher dazu beſtellter Perſonen hinterlegt worden ſind; 4tens. Fuͤr die Herbeiſchaffung der bei Se⸗ queſtern, Commiſſairen und ſonſtigen Ver⸗ wahrern niedergelegten Sachen; 5tens. Gegen gerichtliche Buͤrgen, und gegen die Buͤrgen von Perſonen, die koͤrperlich gezwuugen werden koͤnnen, wenn ſie ſich dieſem Zwange unterworfen haben; 6tens. Gegen alle oͤffentlichen Beamten, fuͤr Auflegung ihrer Urſchriften oder Minuten, wenn dieſelbe verordner iſt; tens. Gegen Notaire, Avoue's und Gerichts⸗ boten, fuͤr die Ruͤckgabe der Schriften und zobl. kaze ber mn und, nuiſer iſ weites ntingt dructio R da drimmete i antferne an roch tr hiezu Je hint de Klae e ſte fir degt eints Oruin tuͤmer zmitte rden; i a E widenttite amenen Füt tereſſe, vich lzuetkant e ung von i kucher daa vorden ſil, chafung ir in und ſetii n Sacha, e dür gel, 1 ſonen, e r anen, nmi vorfen faüg, lichen darn iſten ode be dt iſ; der Gelder, die ihnen von ihren Clienten zufolge ihrer Amtsverrichtungen anvertrauk und eingehaͤndigt ſind. 20651. Wenn jemand auf eine petitoriſche(¹) Klage verurteilt worden iſt, ein Grundſtuͤck zu raͤu⸗ men, und, nachdem das Urteil in Rechtskraft er⸗ wachſen iſt, nicht gehorchen will; ſo kann durch ein zweites Urteil der koͤrperliche Zwang gegen ihn verhaͤngt werden, und zwar fuͤnfzehn Tage nach Inſinuation des erſten Urteils an ſeine Perſon oder Wohnort. Iſt das Grundſtuͤck oder Erb mehr als fuͤnf Myriameter vom Wohnorte des verurteilten Thei⸗ les entfernt; ſo wird zu der Friſt von fuͤnfzehn Tagen noch ein Tag fuͤr jede fernere fuͤnf Myria⸗ meter hinzugeſetzt. 20638. Gegen Pachter kann fuͤr Bezalung der Pacht von Bauergutern der koͤrperliche Zwang (1) Ich ſtelle eine petitsriſche Klage an, wenn ich dadurch den Beſitz einer Sache wieder erlan⸗ gen will, die mir gehoͤrt, und beweiſe, daß ſie mir gehoͤrt. Dieſe Klage heiſt im weitern Sin⸗ ne auch Eigentumsklage. Ihr iſt entgegen⸗ geſetzt die poſſeſſoriſche Klage, oder Beſitz⸗ klage, wobei der Klaͤger weiter nichts beweiſt, als daß er im Beſitz der ſtreitigen Sache iſt, oder daß er gewaltthaͤtiger Weiſe daraus iſt geſetzt worden. — 712— nicht verordnet werden, wenn dies im Pachteon⸗ tracte nicht foͤrmlich ausbedungen worden iſt. Je⸗ doch kann auch gegen Pachter und Halbbauer der koͤrperliche Zwang verhaͤngt werden, wenn ſie bei Endigung der Pacht den ihnen uͤberlieferten Vieh⸗ ſtand, und die ihnen anvertrauten Samen und Ackergeraͤthe nicht aufweiſen; ausgenommen, wenn ſie darthun, daß der Abgang ſolcher Gegenſtaͤnde nicht von ihnen herruͤhrt.* 2063. Auſſer den in den vorhergehenden Ar⸗ tikeln beſtimmten Faͤllen, oder den Faͤllen, welche ein foͤrmliches Geſetz in der Folge noch beſtimmen wuͤrde, iſt es allen Richtern verboten, den körper⸗ lichen Zwang zu verhaͤngen, allen Notairen und Gerichtſchreibern, Urkunden aufzunehmen, worin ſie ausbedungen waͤre, und allen Franzoſen derglei⸗ chen Acte zu begehen, ſelbſt wenn ſie ſie im Aus⸗ lande begiengen; alles unter Strafe der Nichrig⸗ keit, Schaden und Koſten. 2064. Selbſt in den hieroben beſtimmten Faͤllen kann der koͤrperl iche Zwang nicht gegen Minderjaͤhrige verhaͤngt werden. 2065. Er kann nicht verhaͤngt werden fuͤr eine Summe, die geriuger iſt als drei hundert Franken. 2066. Gegen Leute von ſiebzig Jahren, Wii⸗ ber und Maͤdchen kann er nur in den Faäͤllen des Stellionats verhaͤngt werden. Un zwünſt genu 1 habe Vi tel'ona rehingt eumnt eſt ud zwe ſeſolche Wei in und uriſch u böan ſelig, niy nn zäle wendet 1055 zeung b ſait dor ſebt di arg d 20b n die enn dits ungen vanai eer unh huih berden, aa den ühaſifen ettauten öe z ousgtuöden z ſelce eh en vorzenſen t den zih dolge moln derbota, et. n allen lh rußuntgane en Frunab, wenn fe ſau ir Seuent hiwon i zwang p el. er ängt det f as in ſehi ihn ria! da u 2 — 718— Um die ſiebzigjaͤhrigen Leuten zugeſtandene Beguͤnſtigung in Anſpruch nehmen zu koͤunen, iſt es genug, daß man ſein ſiebzigſtes Jahr angeſan⸗ gen habe. Waͤhrend der Ehe kann gegen Weiber des Stellionats wegen der koͤrperliche Zwan ig nur dann verhaͤngt werden, wenn ſie in Ruͤckſicht der Guͤter getrennt ſind, oder wenn ſie Guͤter beſitzen wovon ſie ſich die freie Verwaltung vorbehalten haben, und zwar nur ruͤckſichtlich der Verbindlichkeiten, die ſolche Guͤter betreffen. Weiber, wenn ſie in der Guͤtergemeinſchaft le⸗ ben, und ſich in derſelben gemeinſchaftlich oder ſo⸗ lidariſch mit ihrem Manne verbindlich gemacht ha⸗ ben, koͤnnen ruͤckſichtlich ſolcher Vertraͤge nicht als ſchuldig eines Stellionats angeſehn werden. 2067. Der koͤrperliche Zwang kann ſelbſt in den Fällen, wo das Gefetz ihn erlaubt, nicht an⸗ gewendet werden, als kraft eines Urteils. 2068. Iſt das Urteil, ſo den koͤrperlichen Zwang verhaͤngt, von der Art, daß es gegen Buͤrg⸗ ſchaft vor der Hand kann vollzogen werden; ſo ſchiebt die dagegen eingelegte Berufung die Aus⸗ uͤbung des koͤrperlichen Zwanges nicht auf. 305g. Die Verfolgungen und Executionen gegen die Guͤter werden dadurch, daß man den — 7¹14— koͤrperlichen Zwang zu Huͤlfe nimmt, weder aufge⸗ ſchoben noch gehindert. 2070. Es iſt durch alles obige nichts an den beſondern Geſetzen geaͤndert, welche den koͤrperli⸗ chen Zwang in Handelsſachen erlauben, noch an den Geſetzen uͤber die Zuchtpolizei, noch auch an den Geſetzen, die Verwaltung der Staatsgelder betreffend. dit 101. pnbtedu n ſäinem dizeheit 20/2, dnlcce E. ine un jteſs. — rinnt dt 8 obige rit velce h b N ellutn 1 oljei, nng n ia din Siebzehnter Titel. Vom Pfandvertrage(i). 2071. Der Pfandvertrag(2) iſt eine Verabredung oder Handlung, wodurch ein Schuld⸗ ner ſeinem Glaͤubiger eine Sache uͤbergiebt zur Sicherheit der Foderung. 2072. Iſt der Gegenſtand deſſelben eine be⸗ wegliche Sache; ſo heiſt er eigentlich Pfand. Iſt er eine unbewegliche Sache; ſo heiſt er Anti⸗ chreſis. Erſtes Capirel. Vom Pfande(3). 2075. Durch das Pfand erlangt der Glaͤu⸗ (1) Geſetz v. 25. Ventoſe 12. J., prom. d. 5. Germinal. (2) Nantirsement. 3 (3) Gage. — 715— biger das Recht, ſich aus der Sache, worin daſ⸗ ſelbe beſteht, bezalt zu machen, vorzugsweiſt vor andern Glaͤubigern. 1 2074. Um aber auf ein ſolches Privilegium oder Vorzug Anſpruch machen zu koͤnnen, wird er⸗ fodert, dos eutweder eine oͤffentliche oder Privat⸗ urkunde vorhanden ſey, die gehoͤrig einregiſtrirt iſt, und die Erklaͤrung der ſchuldigen Summe enthaͤlt, ſo wie die Art und Natur der zum Unterpfande uͤbergebenen Sachen, oder ein angehaͤngtes Ver⸗ zeichnis ihrer Eigenſchaft, ihres Magſſes und Ge⸗ wichtes. So viel indeſſen die ſchriftliche Abfaſſung und Einregiſtrirung angeht, ſo iſt beides nicht noͤ⸗ thig, wenn die Materie, worauf es ankoͤmmt, hun⸗ dert fuͤnfzig Vranken nicht uͤberſteigt. 2075. In Anſehung unkoͤrperlicher bewegli⸗ cher Sachen, wie einer als beweglich angeſehenen Foderung, hat das im vorhergehenden Artikel be⸗ meldete Privilegium oder Vorzugsrecht nur dann Platz, wenn die Verabredung, wodurch das Pfand darauf beſtellt wird, in einer oͤffentlichen oder Pri⸗ aturkunde abgefaſt, einregiſtrirt, und dem Schuld⸗ ner der alſo derpfaͤndeten Foderung inſinuirt iſt. 2076. In allen Faͤllen aber beſteht ein ſol⸗ ches Vorzugsrecht auf das Pfand nur in ſo weit letzteres entweder dem Glaͤubiger ſelbſt oder einer in unt diz owhe vn t ein Unt u13. lh toch fun aber be 1 daß ihr tühtendta 16 bon i ofen Derabre m blaͤubi ſund ohnt ii derüben 1. r Schaldr rerpfand tner deſelt Farbions Awahung drug desſ aodo, tdtel de udlichk gen äi 32 de Erh k jm dang in ſolchs he den ſu fömn fentlict r gehätig umn dioen Sumnr der zun ber ein angeitn tes Maſr jtiftlichl ſo iſ boltn auf eé ui, derſeigt ntowriiche bew git at rothende zugerett u. vodu u dſenichun e,und de6 erung niu — 717 dritten unter den Theilen verabredeten Perſon, in Beſitz gegeben und geblieben iſt. oy. Auch ein Dritter kann fuͤr den Schuld⸗ ner ein Unterpfand geben. 2078. Folgt keine Zalung; ſo kann der Glaͤu⸗ biger noch nicht uͤber das Pfand verfuͤgen. Er kann aber von Gerichtswegen den Befehl auswir⸗ ken, daß ihm das Pfand in Zalung und bis zum gebuͤhrenden Betrag bleiben ſolle, in welchem Fal⸗ le es von Sachverſtaͤndigen geſchaͤtzt wird, oder, daß es öͤffentlich verſteigert werden ſolle. Verabredungen, welche anderſt verfuͤgten, und dem Glaͤubiger die Befugnis ertheilten, ſich das Pfand ohne die obigen Formalitaͤten zuzueignen 8 oder daruͤber zu verfuͤgen, waͤren nichtig. 2079. Bis daran, daß im Entſtehungsfalle der Schuldner ſeines Eigentumsrechtes auf das“ Unterpfand rechtlich beraubt wied, bleibt er Eigen⸗ tuͤmer deſſelben, und es iſt in den Haͤnden des Glaͤubigers ſo lange weiter nichts, als eine in Verwahrung gegebene Sache, welche ihm ſeinen Vorzug verſichert. 2080. Nach Anleitung der Regeln, welche der Titel von Vertraͤgen und den Ver⸗ bindlichkeiten, welche aus Verabre⸗ dungen uͤberhaupt entſpringen, feſt⸗ 7 — 718— ſetzt, haftet der Glaͤubiger dafuͤr, wenn das Pfand durch ſeine Schuld verloren geht oder ſich fonſ verſchlimmert. Seinerſeits iſt der Schuldner gehalten, dem Glaͤubiger die noͤthigen und nuͤtzlichen Auslagen zu verguͤten, die dieſer zu Erhaltung des Unter⸗ pfandes gemacht hat. 2081. Beſteht das Unterpfand in einer Fo⸗ derung, welche Zinſen thut; ſo muß der Glaͤubi⸗ ger ſolche auf die Linſen rechnen, die ihm etwa infommen. Thut aber die Schuld ſelbſt, wofuͤr eine Fo⸗ derung zum Unterpfande gegeben iſt, keine Zinſen; ſo werden dergleichen Zinſen auf die Hauptſchuld gerechnet. 2082. So lange der Schuloͤner die Schuld, zu deren Sicherheit das Unterpfand gegeben iſt, nicht ſammt Zinſen und Koſten bezalt hat, kann er es nicht zuruͤckfodern; es ſey denn, daß der Inhaber es misbrauche. Wenn der Schuldner, nachdem er bereits fuͤr eine fruͤhere Schuld ein Unterpfand gegeben hatte, bei dem naͤmlichen Glaͤubiger ein anderes Capital aufnimmt, und dieſes neue Capital faͤllig wird, ehe die erſte Schuld bezalt iſt; ſo braucht der Glaͤubiger das Pfand nicht heraus zu geben, be⸗ T mr fir fidigt iſ un dahi v dicher 403. ben des stuld an fän. Der Er ader Sch mn ihm ſe le die E Und eb dr fiinen iind richt than die no 4084. ndang in htiſete kit ſot ſnd die maungen z .*„ — 719— 5 Vm vor er fuͤr eine und die andere Schuld voͤllig be⸗ göt aa friedigt iſt, obſchon die Theile gar keine Verabre⸗ dung dahin getroffen haben, daß das Pfand auch zur Sicherheit der zweiten Schuld dienen ſollte. uldnn Fhin 8 id rüülta 2085. Das Pfand iſt untheilbar unter den Ethatun, g. Erben des Glaͤubigers, obſchon uͤbrigens die Schuld an und fuͤr ſich gar wohl getheilt werden kann. tryſend n a ſe mß in Deer Erbe des Schuldners, der ſeinen Theil rchnen, n an der Schuld bezahlt hat, kann nicht fodern, daß man ihm ſeinen Theil am Pfande wiedergebe, ſo lange die Schuld nicht ganz abgetragen iſt. elbſt, deire 1 3 eöen iß in Und eben ſo kann der Erbe des Glaͤubigers, uf iza der ſeinen Theil an der Schuld erhalten hat, das Pfand nicht zuruͤckgeben zum Nachtheil ſeiner Mit⸗ erben, die noch nicht befriedigt ſind. chuhre he 34 0 5 2 2 wmind nu, 2084. Obige Verfuͤgungen finden keine An⸗ wendung in Handelsſachen, noch anf oͤffentlich au⸗ 3 zu thoriſirte Leih⸗ und Pfandhaͤuſer. In ihrer Ruͤck⸗ ſicht ſind die dahin einſchlaͤgigen Geſetze und Ver⸗ ordnungen zu befolgen. hdem r kai 4 pfand giet iin umh— Lrpiti ſin t; ſ lu raus 0 — 720— Zweites Capirel. Von der Antichreſis(1). 2085. Der Contract der Antichreſis kann nur ſchriftlich geſchloſſen werden. Durch ihn erlangt der Glaͤubiger weiter nichts, als das Recht, die Fruͤchte des unbeweglichen Gu⸗ tes zu genieſſen, mit dem Beding, daß er ſie jaͤhr⸗ lich auf die Zinſen gut ſchreibe, wenn er deren zu fodern hat, und nach ihnen auf die Hauptfode⸗ 2086. In ſo fern nicht das Gegentheil aus⸗ bedungen iſt, muß der Glaͤnbiger alle jaͤhrlichen Abgaben und Laſten des Grundes entrichten, das er antichretiſch benutzt. Auch muß er, wenn er nicht fuͤr allen Scha⸗ den haften will, fuͤr die Unterhaltung und die nuͤtzlichen und noͤthigen Reparationen des unbe⸗ weglichen Gutes ſorgen; wogegen er alle zu der⸗ (1) Dieſer Name iſt griechiſch, und zuſammengeſetzt aus anti, gegen, fuͤr, und chreſis, Gebrauch, Benutzung, ſo daß man die Antichreſis wohl Ge⸗ gengebrauch nennen koͤnnte, weil gegen die Zinſen der Gebrauch oder die Benutzung ei⸗ nes unbeweglichen Gutes uͤberlaſſen wird, worin das Weſen dieſes Vertrages beſteht. Wien 6 züchten d doby⸗ ann der 8 r 8 u Antichr dem 6 imn un bo ictungen m Schuld ſwingen, ſa. 2088. n ziit nic ſiht das die Clauſe rirde wäͤte in dale der etuldrets: adg. m, daß de ülig, oder ntnet werde mang ihren Enict dar 1060,. ſad dſus Unse 2— hrefßs 0 de Ttit erden. Jläudigea des undena tding, dc ſibe, ven a in auf ditjg. tdas Ghuß Pnbiger dheſt undes anit dicht ſir a. lnterhatwnn zaratine gtgen e ah 8, und gien nd Greis, W e Aricnn ante, dal gul dder dit dern. zberkſaunt S heitit — 72 ¹ gleichen Gegenſtaͤnden erfoder lichen Koſten von den Fruͤchten vorabnehmen kann. 2087. Vor der voͤlligen Bezalung der Schuld kann der Schuldner das unbewegliche Gut, ſo er zur Antichreſis gegeben hat, nicht zuruͤck fodern. Dem Glaͤubiger hingegen, wenn er ſich von den im vorhergehenden Artikel angefuͤhrten Ver⸗ pflichtungen losbinden will, ſteht es allezeit frei, den Schuldner zur Wiederuͤbernahme ſeines Guts zu zwingen, ſo fern er dieſem Rechte nicht entſagt hat. 2088. Bezalt der Schuldner zur verabrede⸗ ten Zeit nicht; ſo erlangt dadurch der Glaͤubiger nicht das Eigentum des unbeweglichen Gutes. Eine Clauſel, wodurch das Gegentheil beſtimmt wuͤrde, waͤre nichtig. Der Glaͤubiger kann aber im Falle der Nichtbezalung die Ausweiſung ſeines Schuldners auf geſetzlichem Wege nachſuchen. 2089. Sind die Theile dahin uͤbereingekom⸗ men, daß die Fruͤchte gegen die Zinſen entweder voͤllig, oder bis zu einem gewiſſen Betrag, aufge⸗ rechnet werden ſollen; ſo muß eine ſolche Verab⸗ redung ihren Vollzug erhalten, wie jede andere, die nicht durch die Geſetze verboten iſt. 2090. Die Verfuͤgungen der Art. 2077 und 2083 ſind auf die Antichreſis anzuwenden, wie auf das Unterpfand. 47 — 2091. Alles, was im gegenwaͤrtigen Capitel verfuͤgt iſt, ſchadet den Rechten nicht, die etwa ein Dritter auf das zur Antichreſis gegebene unbeweg⸗ liche Gut hat. Hat der antichretiſche Glaͤubiger uͤbrigens und zugleich geſetzlich beſtellte und bewahrte Hypothe⸗ ken oder Privilegien; ſo macht er dieſelben gel⸗ kend in ſeiner Ordnung und wie jeder andere Glaͤubiger. 8 Al aoha. i ghulten, dte nit ad woylichn, 105, winſchaſt ie thelt ſihis ihre diähen bor wandern — 1 drſ — Iegenditzn den nit a tiſis egöme Gläͤubize ün ad beveh 3 macht a dſ und gie ſoe Achtzehnter Tite l. Von Privilegien und Hypotheken(¹). —— Erſtes Capitel. Allgemeine Verfuͤgungen. 2092. Wer ſich perſoͤnlich verpflichtet hat, iſt gehalten, ſeine Verbindlichkeit zu erfuͤllen, und zwar mit alen ſeinen Guͤtern, beweglichen und un⸗ beweglichen, gegenwaͤrtigen und zukuͤnftigen. 2095. Die Guͤter des Schuldners ſind das gemeinſchaftliche Unterpfand ſeiner Glaͤubiger; ihr Preis theilt ſich unter dieſelben nach dem Ver⸗ haͤltnis ihrer Foderungen, wenn nicht geſetzmaͤſſige Urſachen vorhanden ſind, warum ein Glaͤubiger dem andern vorgezogen werden muß. n,* (1) Geſetz v. 22. Ventoſe 12. J., prom. d. 8. Germ. — 724— 2094. Die geſetzmaͤſſigen Urſachen, wegen welcher ein Glaͤubiger den andern vorgezogen wer⸗ den muß, ſind die Privilegien und Hypotheken. Zoeites Capitel. Von den Prioilegien. 2095. Ein Privilegium iſt ein Recht, vermoͤ⸗ ge deſſen ein Glaͤubiger allen audern Glaͤubigern, ſelbſt denen, die eine Hypotheke haben, vorgezo⸗ gen wird, weil ſeine Foderung eine beſondere Ei⸗ genſchaft hat. 2096. Unter den prioilegirten Glaͤubigern haͤngt die Entſcheidung der Frage, wer den Vor⸗ zug habe, von den verſchiedenen Eigenſchaften ih⸗ rer Privilegien ab. 2097. Privilegirte Glaͤubiger, welche im naͤm⸗ lichen Range ſind, werden bezalt nach Verhaͤltnis ihrer Foderungen. 2098. Die Privilegien, wozu der oͤffentliche Schatz berechtigt iſt, ſo wie die Ordnung, worin ſie geltend gemacht werden koͤnnen, werden durch die ſie betreffenden Geſetze beſtimmt. Nie kann aber der öffentliche Schatz ein Pri⸗ vilegium erlangen zum Nachtheil und Abbruch fruͤherer Rechte eines Dritten. 1 1 Lon 2¹⁰⁰ ilgemei het beſo Pon 210t. dan ſch düter erſt ſäonder; jſens. Ans. den liin, anden zunng ien und jai Lapittl dilegien Niſt ein Nätn e auden Gb stheke hun,n ng eine beiit ſoilegiemn d Frage, den enen Ehaßt ubi räh ezat uiß A „uug kh edie Ddrwh aue, nin eſtimnt. lite et tta ar — 725— 2099. Prioilegien koͤnnen zum Gegenſtande haben bewegliche und unbewegliche Guͤter. Erſter Abſchnitt. Von Prioilegien auf bewegliche Guͤter. 2100. Dergleichen Prioilegien ſind entweder allgemeine, und befaſſen alle bewegliche Guͤter, oder beſondere auf gewiſſe habegliche Guͤter. §. I. Von allgemeinen Prioilegien auf bewegliche Guͤter. 2101. Unter die Foderungen, deren Privile⸗ gium ſich auf die Geſammtheit der beweglichen Guͤter erſtreckt, gehoͤren folgende, die ebenfalls in folgender Ordnung geltend gemacht werden: iſtens. Die Gerichtskoſten; ztens. Die Beerdigungskoſten; Ztens. Die Koſten der letzten Krankheit, von welcher Art ſie ſeyn moͤgen, verhaͤltnismaͤſ⸗ ſig der Foderung eines jeden, dem ſie zu⸗ ſtehen;; 4tens. Der Lohn der Dienſtleute, fuͤr das verfallene Jahr und fuͤr das, was aufs laufende Jahr zu bezalen iſt; — 7²26— 5tens. Die dem Schuldner und ſeiner Familie 1„ zu ihremUnterhalt gemachtenLieferungen; und b zwar, wenn ſie von Kaufleuten im Kleinen, wie 9 von Baͤckern, Metzgern und dergleichen herruͤh⸗ 1 ren, fuͤr die ſechs letzten Monate; wenn ſie me . aber von Koſtgebern und Kaufleuten im 1 Groſſen herruͤhren, fuͤr das letzte Jahr. 1 3i ki 9. II. nig ter Von Privilegien auf gewiſſe bewegliche Guͤter. Wmarih it dem! 2102. Foderungen, deren Privilegium ſich 5 nur auf gewiſſe bewegliche Guͤter erſtreckt, ſind s aufent folgende: das! iſtens. Mieth⸗ und Pachtgelder unbewegli⸗ gthrepr cher Guͤter: ihnen ſteht ein Privilegium zu 1 ds J auf die Fruͤchte der Erndte des Jahrs, und auf den Preis alles deſſen, womit docj das vermiethete Haus oder der Pachthof mh 3n verſehen iſt, ſo wie alles deſſen, was zurr nie be Benutzung des Pachtguts dient. Und zwar tha Sun ſteht ihnen hierauf ein Privilegium zu fuͤr in greiſe alles, was ſchon verfallen iſt, oder noch unn faͤllig wird, in ſofern die Pacht⸗ oder. mthein Miethvertraͤge oͤffentlich und authentiſch ſind, oder in ſofern ſie zwar nur eine Pri⸗ 3 de Ei vatunterſchrift, aber doch ein ſicheres Da⸗ 8 tum haben. In dieſen beiden Faͤllen ſind ſan hac die uͤbrigen Glaͤubiger berechtigt, das Haus oder Bauergut fuͤr die noch ruͤckſtaͤndige renjſan nachtebifn ußtutmaste Rund der tgain le nuns n. it das 15 1 e beveglice eren Peitlhi bäte ut hachtgebde uh it ein Pilhe : Emdte w. ahes diſe: s oder ber ſe ales diſa u zuts din wh Prielkgun ffall it, ant m de 14, ich und e wat uu 1, ncj ei ſtm. beihn ihi erchii dir e loch lii — 727— Pachtzeit aufs neue zu verpachten oder zu vermiethen, und aus ſolchen Pacht⸗ oder Miiethvertraͤgen Nutzen zu ziehen, wenn welcher entſteht, wogegen ſie dem Eigentuͤ⸗ mer alles bezalen muͤſſen, was er noch zu fodern hat;. Iſt kein oͤffentlicher oder authentiſcher Pacht⸗ vertrag vorhanden, oder ſind ſie nur unter Pri⸗ vatunterſchrift und ohne ſicheres Datum(1); ſo ſteht dem Verpachter oder Vermiether jenes Pri⸗ vilegium zu fuͤr ein Jahr, welches nach Ablauf des laufenden Jahres anfaͤngt; Das naͤmliche Privilegium hat er fuͤr die Miethreparationen, und fuͤr alles, was die Erfuͤl⸗ lung des Mieth⸗ oder Pachtvertrags betrift; Jedoch muͤſſen die noch ruͤckſtaͤndigen Sum⸗ men fuͤr Ausſaat und Erndte des Jahrs von dem Preiſe der Erndte bezalt werden, und die ruͤckſtaͤn⸗ digen Summen fuͤr Geraͤthſchaften muͤſſen von dem Preiſe ſolcher Geraͤthſchaften bezalt werden, und zwar vorzugsweiſe vor dem Eigentuͤmer in ei⸗ nem wie in dem andern Falle; Der Eigentuͤmer iſt befugt, die in ſeinem Hau⸗ ſe oder Pachtgute aufgeſtellten Moͤbeln zu greifen; 4 (1) S. den Art. 1328. — 7²8— wenn ſie ohne ſeine Bewilligung von der Stelle gebracht worden ſind, und er behaͤlt ſein Privile⸗ gium darauf, ſo fern er ſie in der gehoͤrigen Zeit verfolgt und wiedergefodert hat. Dieſe Zeit iſt, wenn es auf die Moͤbeln in einem Pachtgute an⸗ koͤmmt, eine Friſt von vierzig Tagen, und wenn die Rede iſt von den Moͤbeln in einem Hauſe, ei⸗ ne Friſt von fuͤnfzehn Tagen; atens. Die Foderung auf das Unterpfand, ſo der Glaͤubiger in Händen hat; Stens. Die fuͤr Erhaltung der Sache gemach⸗ ten Koſten; 4tens. Der Preis beweglicher noch nicht be⸗ zalter Effecten, wenn ſie der Schuldner noch in Beſitz hat, er mag ſie nun mit Ausbedingung eines Termins fuͤr die Za⸗ lung gekauft haben, oder nicht; * Wenn beim Verkauf kein Termin fuͤr die Be⸗ zalung iſt ausbedungen worden; ſo kann der Ver⸗ kaͤufer ſolche Effecten ſogar als ſein Eigentum wiederfodern, und den Verkauf derſelben hindern: nur muß er ſeine Klage desfalls in acht Tagen nach der Lieferung anſtellen, und muͤſſen die Effec⸗ ten ſich noch in dem naͤmlichen Zuſtande befinden, worin die kieferung geſchehen iſt; Ein ſolcher Verkaͤufer kann indeſſen ſein Pri⸗ * ultim (hentäm te gelke iſn wi i Robel ne Pach gither ni a à 1 hande eungelt dtens. auf gel btens. ſeen 3... ſilligung dn daoehlte de in der bün tt hat. dn in einem 1 enig dagn,u) 4 deln in äi u in, a ud a Hända ſe tung dereig veglichee nir t ſie h t, er uag fr 5 Terwins fi moder iqt, in Tewit itd tden; ſe uth als ſit dr kauf düb e desfals u und wiſati hen zuict N iſt, an acſeit n ² 729— vilegium nicht geltend machen, als nachdem der Eigentuͤmer des Hauſes oder Pachtgutes das ſei⸗ nige geltend gemacht hat: ausgenommen, wenn be⸗ wieſen wird, daß der Eigentuͤmer wohl wuſte, daß die Moͤbel und andere Effecten, womit ſein Haus oder Pachtgut ausſtaffirt war, dem Pachter oder Miether nicht gehoͤrten; In Ruͤckſicht auf die Geſetze und Gebraͤuche des Handels uͤber die Eigentums⸗ oder Wieder⸗ foderungsklage(1) iſt hiedurch nichts geaͤndert; btens. Die Lieferungen eines Gaſtwirthes, auf die von Reiſenden in ſein Gaſthaus gebrachten Effecten; stens. Der Fuhrlohn und ſonſtige Nebenko⸗ ſten, auf die transportirte Sache; 7tens. Die Foderungen, die aus Misbrauch unnd Untreue der oͤffentlichen Beamten in ihren Amtsverrichtungen entſtehen, auf das Capital ihrer Caution, und die etwa da⸗ rauf ruͤckſtehenden Zinſen. Zweiter Abſchnitt. Von Privilegien auf unbewegliche Guͤter. 2105. Glaͤubiger, die auf unbewegliche Guͤ⸗ (1) Reyendicationsklage. — 730— ter ein Privilegium oder Vorrangsrecht haben, ſind folgende: iſtens. Der Verkaͤufer auf das von ihm ver⸗ kaufte unbewegliche Gut, fuͤr Zalung des Kaufpreiſes; 1 Sind mehrere Verkaͤufe nacheinander geſche⸗ hen, und die Kaufſchillinge davon ganz oder zum Theil noch unbezalt; ſo hat der erſte Verkaͤufer vor dem zweiten den Vorzug, der zweite vor dem dritten, und ſo weiter; atens. Die, welche fuͤr den Ankauf eines un⸗ beweglichen Gutes die Kaufſſchillinge her⸗ geſchoſſen haben, in welchem Falle aber authentiſch bewieſen ſeyn muß, daß die hergeſchoſſene Summe zu dieſem Zwecke beſtimmt war, und daß die Zalung wirk⸗ lich mit der alſo gelehnten Summe geſche⸗ hen iſt, erſteres durch den Darle husvertrag, das andere durch die Qulutung des Ver⸗ kaͤufers; 3tens. Die Miterben auf die unbeweglichen Guͤter einer Verlaſſenſchaft, zur Sicherung der unter ihnen getroffenen Theilungen, und des Mehrwerths oder Ruͤckfalls der Looſe; Ltens. Die Baumeiſter, Unternehmer, Mau⸗ das lde T diſtigun it iberis i zur 3 kh taran diens. hal — — 731— Dorranatg,. Kaaäi rer und andere Handwerker, die man zur Erbauung, Wiederaufbauung oder Repa⸗ ration von Gebaͤuden, Canaͤlen, oder ſonſti⸗ tauſ das mn kinh gen Werken braucht. Damit aber in ihrer du ſtrza Ruͤckſicht dieſes Privilegium Platz greifen oͤnne, wird erfodert, erſtens, daß vorlaͤu⸗ fig ein Protokoll aufgeſetzt worden ſey, f naceinwie, um auf ſolche Art den Zuſtand der Oerter devon gan. auszumitteln in Anſehung der Werke, die det der uie der Eigentuͤmer machen laſſen zu wollen der zwen erklaͤrt, und zweitens, daß dergleichen Wer⸗ ke, laͤngſtens in ſechs Monaten nach ihrer Vollendung aufgenommen worden den Arkn ſeyen. Beides, die vorlaͤufige Beſichtigung die Kauſſtin und die nachherige Aufnahme, ſo wie die z velen zi— Verfertigung des daruͤber abzuhaltenden in ſeyn zin Protokolls geſchieht von einem Sachver⸗ ae ſu tun.. ſtaͤndigen, der von Amtswegen von dem dß di zunt Gerichte erſter Inſtanz ernannt wird, unter töaten Euuaga. deſſen Gerichtsbarkeit ſolche Gebaͤude und den Dailzeir Werke liegen. ie Quttungu.. Das Privilegium begreift aber weiter nichts, als den Werth, der im zweiten der eben gedachten 1j di wien Beſichtigungsprotokolle ausgemittelt iſt, und ſchraͤnkt chett zu eir ſich uͤberdies auf das ein, was das unbewegliche Gut zur Zeit ſeiner Veraͤuſſerung, und in Gefolg wofenen dhu 1 9 der daran geſchehenen Arbeiten, mehr werth war. 447l! Joder Jütii: 5tens. Diejenigen, welche Geld hergeſchoſſen haben, die Handwerker zu bezalen, oder ntenijer 7 0 1— 8 b 4 7 — 732— ihnen ihre Auslagen zu erſtatten; in wel⸗ chem Falle aber eine ſolche Verwendung wieder durch die Darlehnsurkunde und die Quittung der Handwerker authentiſch beſcheinigt ſeyn muß, auf die naͤmliche Art, wie oben in Anſehung derjenigen verord⸗ net iſt, welche Gelder fuͤr den Ankauf un⸗ beweglicher Guͤter hergeſchoſſen haben. Dritter Abſchnitt. Von Privilegien, die ſich ſowohl auf bewegliche als unbewegliche Guͤter erſtrecken. 2104. Privilegien, die ſich auf bewegliche und unbewegliche Guͤter zugleich erſtrecken, ſind die im Art. 2101. bemerkten. 2105. Wenn keine beweglichen Guͤter vorhan⸗ den ſind, und die im vorhergehenden Artikel be⸗ meldeten privilegirten Glaͤubiger ihre Anſpruͤche auf den Preis eines unbeweglichen Gutes geltend machen wollen, und mithin mit den privilegirten Glaͤubigern auf daſſelbe zuſammen treffen; ſo wird nach folgender Ordnung bezalt; iſtens. Kommen zur Zalung die Gerichtsko⸗ ſten und diejenigen Koſten, die im Art. 2101 bemerkt ſind; gtens. Die im Art. 2103 bemerkten Fode⸗ rungen.* ie Ni 2106 hin nut eglcher züchet d dund geme nacung tetgeſchr un Tage gmäun F 2107 in die in nod. dn ſ nfttn, eine ſoc 3 Drlehnatn endweree tuſt ih uf inn hung dein der fir da k hergſſhſe en ſa bſchritt ſovohl ufn lter ereiin ſcch euf ee erſtackn i degliche dun. Hergehenda L vbige ie n glich Gut uit da ni man tein, ilt, Klung dee Kofen, A — 733— Vierter Abſchnitt. Wie Prioilegien erhalten werden muͤſſen(1). 2106. Unter den Glaͤubigern haben Privile⸗ gien nur in ſo weit Wirkung in Anſehung unbe⸗ wegli cher Guͤter, als ſie durch Einſchreibung in die Buͤcher des Hypothekenverwahrers oͤffentlich und kund gemacht ſind. Die Einſchreibung und Kund⸗ machung derſelben geſchieht auf die vom Geſetze vorgeſchriebene Art, und ihre Wirkung faͤngt an vom Tage der Einſchreibung, ausgenommen in fol⸗ genden Faͤllen. 2107. Eingeſchrieben brauchen nicht zu wer⸗ den die im Art. 2101 bemerkten Foderungen. 2108. Der Verkaͤufer hat, wie vorher geſagt, (1) Alle Prioilegien ſind zwar vorhanden in dem Au⸗ genblicke, wo die Schuld vorhanden iſt. Das Geſetz will aber in gewiſſen Faͤllen, daß man noch etwas thue, daß man ſie einſchreiben laſſe in die dazu beſtimmten oͤffentlichen Buͤcher, daß man ſie erhalte, um ſie einem Dritten entgegen ſetzen zu koͤnnen. Dies iſt es, was wir ihre Erhaltung nennen. Der oͤffentliche Beamte, bei dem man ſie einſchreiben laͤß, bei dem man ſie erhaͤlt und bewahrt, heiſt Hypothekenverwahrer(Conser- vateur des Igpoth Hues). Er iſt nach unſrer der⸗ maligen Verfaſſung der Domainenempfaͤnger im hen urann des Bezirks eines Tribunals erſer In⸗ anz. ein Privilegium auf die verkaufte Sache. Er er⸗ haͤlt dieſes Privilegium dadurch, daß er den Titel, der das Eigentum auf den Ankaͤufer uͤbertraͤgt, und die Erklaͤrung enthaͤlt, daß der Kaufpreis noch ganz oder zum Theil unbezalt iſt, einſchreiben oder eintragen laͤſt. Wenn demnach der Ankaͤufer den Contract eintragen laͤſt; ſo vertritt dieſe Eintra⸗ gung die Stelle der Einſchreibung fuͤr den Ver⸗ kaͤufer ſowohl als fuͤr den Da.leiher, der erſterm die bezalten Kaufſchillinge geſchoſſen hat, und durch eben dieſen Contract in die Rechte des Ver⸗ kaͤufers tritt. Ueberdies iſt jedoch der Hypothe⸗ kenverwahrer, und zwar unter Strafe aller Koſten und Schaden gegen jeden Dritten, gehalten, die Foderungen, welche der Titel, wodurch das Eigen⸗ tum uͤbergeht, ſowohl fuͤr den Verkaͤufer als die Darleiher nachweiſt, von Amtswegen in ſeine Buͤ⸗ cher einzuſchreiben. Letztere koͤnnen auch, wenn es nicht geſchehen iſt, den Kaufcontract ſelbſt eintra⸗ gen laſſen, um auf ſolche Art die Einſchreibung deſſen zu erlangen, was ihnen auf den Kaufpreis noch zuloͤmmt. 2109. Auch der Miterbe oder Theilungsge⸗ noſſe hat ein Privilegium auf die Guͤter aller Loo⸗ ſe oder auf das ausgeſteigerte Gut, zur Sicherheit des zu bezalenden Mehrwerthes oder des Ruͤckfalls der Looſe, oder fuͤr den Steigerungspreis. Er er⸗ haͤlt daſſelbe dadurch, daß er es einſchreiben laͤſt, und die Einſchreibung musß geſchehen in den ſech⸗ zig Tagen von dem Datum der Theilung oder des zuchlg ſchig. Narwe gageſche ſichen ſch ein 2110, nderr 9, ndere W liſeen däd geſc ſeig beſe Uarangs. hrvkol, lichenigt ſenehme ſe daſelb⸗ tagiſchne All. näctnisne ir dem d 1e Ternd Privi Kltſauc küigen 2 ain ſech hrrechnet as ſe 4— crkeuſt er 1 dut n ja da ni duß deaß zit iß eit aach de gi d tenit ſit tnuun i 1De lähe g. tgiſchſag in die Att ſt ſooch ag ter Etrſ Driten, gicd vodunh den Detin. atewega nſ korner ahn nfcoatet ſit Att di Enin. in euf daic he oder dhih fdie bin b t Gul ſr e es adedel erungenns dz it 31 Meha nſi t dhau — 735— Zuſchlages auf die Verſteigerung. Waͤhrend dieſer ſechzig Tage kann auf das mit Ruͤckzalung eines Mehrwerthes beſchwerte oder durch Verſteigerung zugeſchlagene Gut, zum Nachtheil deſſen, der auf ſolchen Mehrwerth oder Steigerungspreis Anſprnch hat, keine Hypothek erworben werden. 2110. Baumeiſter, Unternehmer, Maurer und andere Handwerker, welche Gebaͤude, Canaͤle oder andere Werke bauen, wieder aufbauen oder aus⸗ beſſern, ſo wie diejenigen, die zu ſolchem Behufe Geld geſchoſſen haben, wenn die Verwendung ge⸗ hoͤrig beſcheinigt iſt, erhalten ihr Privilegium oder Vorrangsrecht dadurch, daß ſie beides, ſowohl das Protokoll, ſo den Zuſtand und Befund der Plaͤtze beſcheinigt, als das Protokoll der Auf⸗ und Ue⸗ bernahme einſchreiben laſſen. Und zwar erhalten ſie daſſelbe vom Tage an, wo das erſte Protokoll Lingeſchneben wird. 2111. Die Glaͤubiger und Pegatare oder Ver⸗ maͤchtnisnehmer, welche gemaͤs dem Art. 878 un⸗ ter dem Titel von der Erbfolge die Trennung des Vermoögens des Verſtorbenen fodern, erhalten ihr Privilegium auf die unbeweglichen Guͤter der Verlaſſenſchaft in Ruͤckſicht auf die Erben oder ſonſtigen Vertreter des Erblaſſers dadurch, daß ſie in den ſechs Monaten von Eroͤfnung der Erbſchaft angerechnet ihre Anſpruͤche auf jedes der Guͤter, woraus ſte beſteht, einſchreiben laſſen. ☛ 9 — — 736— Vor Ablauf dieſer Friſt kann keins von ſol⸗ chen Guͤtern von den Erben oder Vertretern des Erblaſſers guͤltiger Weiſe zum Nachtheil jener Glaͤubiger oder Vermaͤchtnisnehmer mit Hypothe⸗ ke beſchwert werden. 2112. Alle diejenigen, denen dieſe verſchiede⸗ nen privilegirten Foderungen abgetreten worden, haben die naͤmlichen Rechte, wie die, welche ſie ih⸗ nen abgetreten haben, und treten an ihren Ort und Stelle. 2113. Alle privilegirten Foderungen, welche der Formalitaͤt der Einſchreibung unterworfen ſind, ſind und bleiben dennoch hypothekariſch, oder ha⸗ ben ein Hypothekenrecht, wenn ſchon in ihrer Ruͤck⸗ ſicht die hieroben vorgeſchriebenen Bedingungen zu Erhaltung ihres Prioilegiums nicht ſind erfuͤllt worden. Aber ihre Hypothek faͤngt alsdenn in Anſehung dritter Perſonen, nicht eher an, als von dem Zeitpunkte, wo man nach den hierunten fol⸗ genden Vorſchriften ihre Einſchreibung beſorgt. „Drittes Capitel. Von den Hypotheken. 2114. Die Hypotheke iſt ein dingliches Recht auf unbewegliche Guͤter, die fuͤr Erfuͤllung einer Verbindlichkeit haften. — eie taj für ten Gi Sie gh der 2115 mn Fäle keſtz be 2116, ttlich 2117. ih uf ei Geric beund in fa. Derte ud der a rige abhe Ald aankänd ifens c 1 — f knn kun m oder Nar ſun Nathn, zuehne ni denen diſe in aögennan wie de ditn nreten un i n Fodtrunn. bung urtnii hpothektit 1 auſcant 14 ims rir in thek ſing h richt 1' e 9t 1 ch da ſieen nchraüenzlit zpittl totheten ſt ti delis e ſit Efün. — 757— Sie iſt ihrer Natur nach untheilbar, und be⸗ faſt fuͤr's Ganze alle damit beſchwerten unbewegli⸗ chen Guͤter, jedes und jeden Theil derſelben. Sie verfolgt dieſelben, wer es aach ſeyn moͤ⸗ ge, der ſie in Beſitz bekoͤmmt. 2115. Die Hypotheke iſt vorhanden nur in den Faͤllen und nur nach den Formen, welche das Geſetz beſtimmt. 2116. Sie iſt entweder geſetzlich, o der ge⸗ richtlich, oder vertragmaͤſſig. 2117. Die Hypothek iſt geſeslic, wenn ſie ſich auf ein Geſetz gruͤndet. Gerichtlich iſt die Hypothek, wenn ſie ihren Grund in Urteilen oder gerichtlichen Handlungen hat. Vertragmaͤfſig iſt ſie, wenn ſie von Vertraͤgen, und der aͤuſſern Form der Handlungen und Ver⸗ traͤge abhaͤngt. 2118. Einer Hypotheke ſind blos folgen de Gegenſtaͤnde faͤhig: iſtens. Unbewegliche Guͤter, welche dem Ver⸗ kehr nicht entzogen ſind, und alles, was da⸗ zu gehoͤrt und fuͤr unbeweglich gehalten wird; 48 atens. Die Nutznieſſung von eben denſelben Guͤtern und ihrem Zubehoͤr waͤhrend ihrer Dauer. 2119. Bewegliche Sachen haben keine Hypo⸗ thekenfolge. . 2120. Gegenwaͤrtiges Geſetzbuch aͤndert nichts an den Verfuͤgungen der Seegeſetze die Seeſchiffe und Seefahrzeuge betreffend. Erſter Abſchnitt. Von geſetzlichen Hypotheken. 2121. Folgende Perſonen haben fuͤr ihre Rechte und Foderungen eine geſetzliche Hypothek, Verheirathete Weiber auf die Guͤter ihres Mannes; Minderjaͤhrige und Unterſagte auf die Guͤter ihres Vormundes; Der Staat, die Gemeinden und oͤffentliche Anſtalten auf die Guͤter ihrer Empfaͤnger und rechnungspflichtigen Verwalter. 2122. Der Glaͤubiger, der eine geſetzliche Hy⸗ potheke hat, kann ſein Recht geltend machen gegen alle unbeweglichen Guͤter, die ſeinem Schuldner zugehoͤren, und ihm in der Folge etwa zugehoͤren annen fhraͤnt 914 aus Urt dhelle, lc ode ſi tewi nus, de ſidlich fannt ou Ve ſin Res düttr, dr dog mn folge higens in Ver wiigun ig don tn ubehöt nüh de haben la Jeſetbuchnüen jeegiſezt di d ſchnitt hryothein daen haha ſ gititt ge uf de öir eragt ufti inden u ie Pnt Ewün r. der inetit gelten nun de ſieu s eht mgf koͤnnen, unter den weiter unten folgenden Ein⸗ ſchraͤnkungen. Zweiter Abſchnitt. Von gerichtlichen Hypotheken. 2123. Die gerichtliche Hypotheke entſpringt aus Urteilen, ſie moͤgen nun auf Anhoͤrung beider Theile oder im Ausbleibungsfalle ergangen, end⸗ lich oder einſtweilig ſeyn, zu Gunſten deſſen, der ſie erwirkt hat. Nicht weniger entſpringt ſie da⸗ raus, daß eine Unterſchrift, welche unter eine ver⸗ bindliche Privaturkunde geſetzt iſt, gerichtlich aner⸗ kannt oder als aͤcht ausgemittelt wird. Wer eine ſolche Hypothek hat, kann ebenfalls ſein Recht geltend machen auf alle unbeweglichen Guͤter, die der Schuldner wirklich beſitzt oder in der Folge beſitzen wird, wieder unter den hierun⸗ ten folgenden Einſchraͤnkungen. Schiedsrichterliche Spruͤche geben keine Hy⸗ pothek, als in ſo weit ſie mit dem gerichtlichen Vollziehungsbefehle verſehen ſind. Urteile, im Auslande erlaſſen, geben ebenfalls keine Hypothek, als in ſo weit ſie ein franzoͤſiſcher Gerichtshof fuͤr vollziehbar erktaͤrt hat; wobei uͤbrigens die in den Staatsgeſetzen und oͤffentli⸗ chen Vertraͤgen etwa fuͤr's Gegentheil enthaltenen Verfuͤgungen zu beobachten ſind. 183 „Dritter Abſchnitt. Von vertragmaͤſſigon Hypotheken. 2124. Nur ſolche Perſonen koͤnnen durch Vertrag eine Hypotheke geben, die faͤhig ſind, die unbeweglichen Guͤter zu veraͤuſſern, welche ſie damit beſtricken. 2125. Wer auf ein unbewegliches Gut ein Recht hat, das noch von einer aufſchiebenden Be⸗ dingung abhaͤngt, oder in gewiſſen Faͤllen wieder aufgeloͤſt werden kann, oder der Wiederaufhebung unterworfen iſt, kann zwar eine Hypotheke darauf geben, aber ſie bleibt der naͤmlichen Wiederaufhe⸗ bung oder Umſtoſſung unterworfen. 2126. Guͤter der Minderjaͤhrigen, der Unter⸗ ſagten und der Abweſenden, ſo lange die Einwei⸗ ſung in den Beſitz derſelben nur einſtweilig geſche⸗ hen iſt, koͤnnen nur aus den Urſachen und in den Formen mit Hypotheke beſtrickt werden, die das Geſetz beſtimmt, oder auch durch ein Urteil. 2127. Vertragmaͤſſige Hypotheken koͤnnen nur durch Acte in öffentlicher authentiſcher Form vor zwei Notairen oder vor einem Notaire und zwei Zeugen gegeben und bewilligt werden. 2128. Vertraͤge, im Auslande geſchloſſen, geben auf Guͤter, die in Frankreich liegen, keine Hypothek; ausgenommen, wenn die Staatsgeſetze ſad lekun dder ins be lihen ver ge hee gtbenn Nr h. 31 hhttic 81 däte derung den, ſad, des G. und ſo dpyoth 21 iie un t we Wang dej ſie ſchnitt Hypatzete ſonen ünn en, die ſhh kräuſen, ai deweglices k raufſchiehaet viſen Fuln a er Wiederuſe ne Hypebh alcchen hnta effen. riizrign,A ſ lange e nur eiteediſi trſca min tt vedn, n th en kil pythin r V miſth in! a Natein w werden. aelende kii trith lin k di kunt — 744— oder oͤffentlichen Verträge das Gegentheil ver⸗ fuͤgen. 2129. Nur ſolche vertragmaͤſſige Hypotheken ſind guͤltig, welche entweder in der authentiſchen Urkunde, wodurch die Foderung dargethan wird, oder in einer nachherigen authentiſchen Urkunde, ins beſondere die Natur und Lage jedes unbeweg⸗ lichen Gutes angeben und erklaͤren, ſo dem Schuld⸗ ner gegenwaͤrtig gehoͤrt, und worauf er die Hypo⸗ theke der Foderung bewilligt. Von allen ſeinen gegenwaͤrtigen Guͤtern zkann er jedes namentlich der Hypotheke unterwerfen. Zukuͤnftige Guͤter koͤnnen nicht mit Hypotheke baſtrickt werden. 2150. Wenn indeſſen die gegenwaͤrtigen freien Guͤter des Schuldners fuͤr die Sicherheit der Fo⸗ derung unzulaͤnglich ſind; ſo iſt es ihm unbenom⸗ men, mit Erwaͤhnung, daß dieſelben unzulaͤnglich ſind, ſeine Einwilligung dahin zu geben, daß je⸗ des Gut, ſo er in der Folge an ſich bringen wird, und ſo wie er es an ſich bringt, fuͤr die Foderung hypothecariſch haften ſolle. 2131. Auch in dem Falle, wo das gegenwaͤr⸗ tige unbewegliche Gut oder die unbeweglichen Guͤ⸗ ter, welche unter der Hypotheke liegen, zu Grunde gegangen oder ſo viel ſchlechter geworden ſind, daß ſie dem Glaͤubiger keine hinreichende Sicher⸗ — 742— —. heit mehr gewaͤhren, kann letzterer entweder gleich ſeine Bezalung fodern, oder einen Zuſatz zu ſeiner Hypotheke erwirken. 2152. Vertragmaͤſſige Hypotheken ſind nur in ſo weit guͤltig, als die Summe wofuͤr ſie be⸗ willigt werden, in der Urkunde gewiß und beſtimmt iſt. Haͤngt das Daſeyn der aus einer Verbindlichkeit herruͤhrenden Foderung von einer Bedingung ab, oder iſt ihr Werth unbeſtimmt; ſo kann der Glaͤubiger die Einſchreibung, wovon unten die Rede ſeyn wird, nicht verlangen, als bis zum Betrag eines Schaͤ⸗ tzungswerthes, den er ausdruͤcklich erklaͤrt. Der Schuldner kann, je nachdem die Umſtaͤnde ſind, dieſen angegebenen Werth herabſetzen laſſen. 2135. Eine einmal erworbene Hypothek er⸗ ſtreckt ſich auf alle Verbeſſerungen, welche das da⸗ mit behaftete Gut erhalten hat. Vierter Abſchnitt. Vom Range der Hypotheken unter ſich. 215 4, Unter den Glaͤubigern hat die Hypo⸗ thek, ſie mag nun geſetzlich oder gerichtlich, oder vertragmaͤſſig ſeyn, ihren Rang nur von dem Ta⸗ ge an, wo ſie der Glaͤubiger in die Buͤcher des Hypothekenverwahrers, nach der vom Geſetze be⸗ ſtimmten Art und Form, einſchreiben laͤſt. Ans⸗ genommen ſind die im folgenden Artikel bemerkten Hypotheken. 2te In ſi Jra durch it gun erh da da ſiche e gü im Re aung de dagegar un Ta e Ter n havert in Drie dils 1 ane 3135. Eine Hypotheke baben auch ohne alle nd Einſchreibung, iſtens. Minderjaͤhrige und Unterſagte, auf uthin n die ihrem Vormunde zugehoͤrigen unbeweg⸗ me winſ lichen Guͤter, wegen ihrer Verwaltung, Keoiß ndin vom Tage der uͤbernommenen Vormund⸗ iner Vatiuſt ſchaft an; Dedinzun PderGluig atens. Verheirathete Weiber, wegen ihres Rede ear Brautſchatzes und ihrer Eheverabredungen, ttag ins a auf die unbeweglichen Guͤter ihres Man⸗ lcch rin!. nes, und vom Tage der Trauung an. łe Uuſtai In Anſehung der Brautſchatzgelder, welche ſza die Frau durch Erbſchaften, die ihr anfallen, oder ten an durch ihr waͤhrend der Ehe gemachten Schenkun⸗ 7 näh gen erhaͤlt, hat dieſelbe eine Hypotheke nur von dem Tage an, wo ſolche Erbſchaften eroͤfnet, oder ſolche Schenkungen wirkſam werden. nitt Fuͤr Verguͤtung der Schulden, die ſe mit ih ter unn i rem Manne gemacht hat, und fuͤr die Wiederanle⸗ gung der Gelder, die aus einem ihr eigenen Gute n jathei eingegangen ſind, hat ſie keine Hypotheke, als von Aniti dem Tage der uͤbernommenen Verbindlichkeit, oder des Verfaufs. In einem Falle ſoll die Verfuͤgung des ge⸗ genwartigen Artikels die Rechte ſchmaͤlern, d ie etwa ein Dritter vor Verkuͤndigung des gedenwärtigen Titels erworben hatte. di diir ruug b zzen li 3 . tal betl 6 8 Arn gee — 2156. Dem ungeachtet ſind die Maͤnner und Vormuͤnder gehalten, den Hypotheken, womit ihre Güter beſchwert ſind, Kundbarkeit zu geben, und ſie zu dieſem Zwecke ſelbſt bei den geeigneten Ver⸗ wahrern einſchreiben zu laſſen. Die Einſchreibung geſchieht auf ihre wirklichen unbeweglichen Guͤter, ſo wie auf jene, die ihnen etwa in der Folge noch angehöͤran werden. Maͤnner und Vormuͤnder, welche vernachlaͤſ⸗ ſigt haben, die im gegenwaͤrtigen Artikel vorge⸗ ſchriebenen Einſchreibungen nachzuſuchen und vor⸗ nehmen zu laſſen, und etwa Hypotheken oder Pri⸗ vilegien auf ihre unbeweglichen Guͤter nehmen laſ⸗ ſen oder bewilligt haben, ohne ausdruͤcklich dabei zu erklaͤren, daß beſagte Guͤter unter geſetzlicher Hypotheke zum Vorteil von Weibern oder Min⸗ derfjaͤhrigen lagen, werden als pflichtig des Stel⸗ lionats angeſehn, und ſind als ſolche dem koͤrper⸗ lichen Zwang unterworfen. 2157. Die beigeordneten Vormuͤnder ſind unter ihrer perſoͤnlichen Verantwortlichkeit und un⸗ ter Strafe alles Schadenerſatzes, gehalten, darauf zu ſehen, daß die noͤthigen Einſchreibungen auf die Guͤter des Vormundes wegen ſeiner Verwal⸗ tung ohne Zeitverluſt genommen werden: er muß ſogar dieſelben ſelbſt beſorgen laſſen. 2138. Beſorgen die Maͤnner, Vormuͤnder und beigeordneten Vormuͤnder die in den vorhergehen⸗ de Attit talangt gmlchen nunder o te liegen, 4259 hi der t oder w bnnen N naml ruyrjih 2140. belche uſenden iin unbew te Gäͤte ſo leiden ung nicht hwenhale üut Wied ft. Pera ſl genom aucl. r unbew n Verwa ung dahi u zuf w olle ind die W vrthein in riett a4 da gine „Dedh undevegite de indeg e, vilce tean tigen lnin czuſutn u ypothein i Giter ir t ausit ter unrr gi Deiden ie. pfich: ſalte mit Amuti wontitkn gchetn n kuſtniun un ſim e weda.! aſſn. dl, Dwun 9' den tetn — 745— den Artikeln befohlenen Einſchreibungen nicht; ſo verlangt der Regierungscommiſſaire bei dem buͤr⸗ geelichen Gerichte, worunter die Maͤnner und Vor⸗ muͤnder wohnen, oder von dem Orte, wo die Gu⸗ ter liegen, daß ſie geſchehen. 2139. Auch die Verwandten des Mannes oder der Frau, die Verwandten des Minderjaͤhri⸗ gen, oder, wenn deren keine da ſind, ſeine Freun⸗ de, koͤnnen die beſagten Einſchreibungen verlangen. Die naͤmliche Befugnis haben die Frau und die Minderjaͤhrigen ſelbſt. 2140. Wenn in dem Ehecontracte die Thei⸗ le, welche beiderſeitig grosjaͤhrig ſind, ſich dahin verſtanden haben, daß die Einſchreibung nur auf ein unbewegliches Gut oder auf gewiſſe derglei⸗ chen Guͤter des Mannes ſoll genommen werden; ſo bleiben die uͤbrigen Guͤter, die fuͤr die Einſchrei⸗ bung nicht angegeben ſind, frei und ledig von der Hypotheke, welche ſonſt die Frau zur Sicherheit ihrer Wiedernahmsrechte und Eheverabredungen hat. Verabrebungen, daß gar keine Einſchreibung ſoll genommen werden, ſind verboten. 2141. Eben ſo verhaͤlt es ſich in Auſehung der unbeweglichen Guͤter des Vormundes, wenn die Verwandten in einem Familienrathe ihre Mei⸗ nung dahin erklaͤrt haben, daß die Einſchreibung nur auf gewiſſe beſtimmte Guͤter genommen wer⸗ den ſolle.. 1 — 746— 2142. In dem Falle der beiden vorhergehen⸗ den Artikel thut der Mann, der Vormund und der bei⸗ geordnete Vormund genug, wenn er die Einſchreibung blos auf die angegebenen Guͤter bewerkſtelligen laͤſt. 2145. Iſt in der Ernennungsurkunde des Vormundes die Hypotheke nicht beſchraͤnkt wor⸗ den; ſo kann der Vormund in dem Falle, wo die allgemeine Hypotheke auf ſeine unbeweglichen Guͤ⸗ ter kundiger Maſſen die fuͤr ſeine Geſchaͤftsfuͤhrung zu leiſtende hinreichende Sicherheit uͤberſteigt, ſo⸗ dern, daß die Hypotheke auf die unbeweglichen Guͤter eingeſchraͤnkt werde, die hinreichend ſind, um den Minderjaͤhrigen fuͤr ſeine Anſpruͤche voͤllig ſicher zu ſtellen. 1 Eine ſolche Foderung wird gegen den beige⸗ ordneten Vormund gerichtet, und ihr muß ein Fa⸗ miliengutachten nothwendig vorhergehn. 2144. Auch der Mann kann fodern, daß die allgemeine Hypotheke auf alle ſeine unbeweglichen Guͤter zur Sicherheit des Brautſchatzes, der Wie⸗ dernahmsrechte und Eheverabredungen, auf jene unbeweglichen Guͤter eingeſchraͤnkt werde, die noͤ⸗ thig ſind, um die Frau fuͤr alle ihre Rechte voͤllig zu ſichern. Die Frau muß aber einwilligen, und der Mann muß vorher bas Gutachten von vier ihrer naͤchſten Verwandten eingezogen haben, die ſich zu dieſem Ende in einer Familienverſammlung vereinigen. 245. Hitner u uach Anhö antradicto Fäll i die h tr ſu beſe ſanen auf d don der 1 2146. zunau der n die mi n Güter! zibaume un Handlu ſi Einſchre ne genoma glache ſen einer vn einem ( die zehn kero tr deddn n Varndu nnerdiert ter benuii tennungeui nict hitit in den zü ne undedeit ine itiin erheit ünn uf die nia ie hinnita eine Jaßii ird gan a und ür aie stherge can ſoden ſin uime rſteze n. nhungn, d akt ver tihn Acht 1n tr einnile Gatatln zzodgen hen milerueſe 2145. Die Urteile auf ſolche Foberungen der Maͤnner und Vormuͤnder koͤnnen nicht anderſt, als nach Anhoͤrung des Regierungscommiſſaires, und contradictoriſch mit ihm, erlaſſen werden. Faͤllt der Spruch des Gerichtes dahin aus, daß die Hypotheke auf gewiſſe unbewegliche Guͤ⸗ ter zu beſchraͤnken ſey; ſo werden die Einſchrei⸗ bungen auf alle andern Guͤter ausgeſtrichen. 3 Viertes Capitel. Von der Art wie Privilegien und Hypo⸗ theken einzuſchreiben ſind. 2146. Die Einſchreibungen geſchehen in dem Bureau der Hypothekenverwahrung des Bezirks, wo die mit Privilegium oder Hypotheke behafte⸗ ten Guͤter liegen. Und da die in einem gewiſſen Zeitraume vor ausgebrochenem Bankerott geſchehe⸗ nen Handlungen als nichtig erklaͤrt ſind; ſo ſind die Einſchreibungen, wenn ſie in dieſem Zeitrau⸗ me genommen werden, ohne alle Wirkung(1). Gleiche Bewandnis hat es unter den Glaͤubi⸗ gern einer Verlaſſenſchaft, wenn die Einſchreibung von einem derſelben erſt nach der Eroͤfnung geſche⸗ (1) Dieſe Zeit iſt nach den jetzt beſtehenden Geſetzen zehn Tage vor dem wirklich ausgebrochenen Ban⸗ kerott. 7 1 — 4s— hen iſt, ſo wie in dem Falle, wo die Erbſchaft blos mit Vorbehalt der Rechtswohlthat des In⸗ ventariums iſt angenommen worden. 2147. Alle Glaͤubtger, welche an einem und dem naͤmlichen Tage eingeſchrieben ſind, haben un⸗ ter ſich verhaͤltnismaͤſſig ihrer Foderungen ein Hy⸗ pothekenrecht vom naͤmlichen Datum, ohne Unter⸗ ſchied, ob eine Einſchreibung des Morgens, die an⸗ dere des Nachmittags geſchehen, und ſolches vom Hypothekenverwahrer bemerkt worden iſt. 2148. Um die Einſchreibung zu bewirken, uͤbergiebt der Glaͤubiger dem Hypothekenverwah⸗ die Urkunde oder den Titel, der die Hypotheke oder das Priovilegium begruͤndet, das heiſt, entwe⸗ der die Originalurkunde als ein ſogenantes Bre⸗ vet ausgefertigt(1), oder eine authentiſche oͤffent⸗ liche Ausfertigung jenes Titels oder Urkunde. Er kann ſie auch durch einen andern uͤberreichen laſ⸗ ſen. Zugleich uͤbergiebt er zwei aufgeſtempeltes Papier geſchriebene Verzeichniszettel(2), wovon der eine auf 5 02) Ein Notarialaet iſt in Form eines Brevet, wenn er ſo, wie der Notaire ihn aufgeſetzt hat, der Partie uͤbergeben wird, und der Notaire kei⸗ ne Ausſertigung davon macht, und dieſe der Par⸗ tie uͤbergiebt. (2) Bordereau. Es iſt ein Zettel, worauf Namen⸗ rtfat un kann. jſens. ort eins orte Dai tns. oft! tr e deſo ihn deutt in a unten wit: Jitns. tels, ans. runge dick ſchei — Pohn ners! um E der e 3. * 1— henu die Ausfertigung des Titels ſelbſt geſchrieben wer⸗ 1nne den kann. Dieſe Verzeichniszettel enthalten uita iſtens. Den Namen, Vornamen und Wohn⸗ zrated ort des Glaͤubigers, ſein Gewerb, wenn er dehenr eins hat, und die Erwaͤhlung eines Wohn⸗ dehun ortes fuͤr ihn in irgend einem Orte des n Daun 5 Bezirks, worin das Hypothekenbureau iſt; J des Vern heu, nh h atens. Den Namen, Vornamen und Wohn⸗. t vordn ort des Schuldners, ſein Gewerb, wenn er ein bekanntes Gewerb hat, oder eine greidug g Beſchreibung des Schuldners, welche auf i Hcpaca) ihn einzeln und beſonders paſt, und ſo dl, de u deutlich iſt, daß der Hypothekenverwahrer. adet, das ſi in allen Faͤllen die einzelne Perſon wohl ein osnut unterſcheiden und erkennen koͤnne, welche ne euthmit mit der Hypotheke beſchwert iſt; dls oder lu. ader üüent Ztens. Das Datum und die Natur des Ti⸗ „tels; ufgimtt 4tens. Den Betrag des Capitals der Fode⸗ z) wemnk rungen, die im Titel oder Scheine ausge⸗ 1 druͤckt ſind, oder von dem, der die Ein⸗ ſchreibung nachſucht, geſchaͤtzt werden muͤſ⸗ Feiite ſtt Ui hmn 9 Wohnort u. ſ. w. des Glaͤubigers und Schuld⸗ ners bemerkt werden, mit der beigefuͤgten Bitte um Einſchreibung, u. ſ. w. kurz ein Auszug aus der Schuldverſchreibung. acht 1 ä' 4 „t e Jettl 1 4 — 750— ſen, wenn es auf Renten oder ſonſtige Lei⸗ ſtungen, oder auf noch unbeſtimmte, oder von einer Bedingung, oder einem Ereig⸗ niſſe abhaͤngende Rechte ankoͤmmt, in den Faͤllen, wo das Geſetz die Schaͤtzung der⸗ ſelben vorſchreibt; wie nicht weniger den Betrag deſſen, was zu ſolchen Capitalien gehoͤrt, und die Zeit, wo ſie faͤllig werden; stens. Die Angabe und Bezeichnung der Art und Lage jener Guter, welche ihm fuͤr ſein Privilegium oder ſeine Hypothefe haſten ſollen. Dieſe letztere(in Nro. 5 enthaltene) Verfuͤ⸗ gung faͤllt weg bei geſetzlichen oder gerichtlichen Hypotheken. Wenn bei dieſer keine beſondere Ver⸗ abredung getroffen worden; ſo trift in ihrer Ruͤck⸗ ſicht eine und die naͤmliche Einſchreibung alle un⸗ beweglichen Guͤter, welche in dem Bezirk des Bu⸗ reaus liegen. 2149. Iſt die Perſon, auf deren Guͤter man eine Einſchreibung erwirken will, verſtorben; ſo iſt es genug, daß man dieſelbe blos nach Vorſchrift der Nro. 2. unter dem vorhergehenden Artitel be⸗ zeichne. a150. Der Hypothekenverwahrer verzeichnet in ſein Buch den Inhalt der Verzeichniszettel, und giebt demjenigen, der die Einſchreibung nachſucht, n dittl vohl als luten auf lſthiniot 21bl. iihen ſahen das ſeihen 3 nden nä ir die ha in über u ſe ſe dur ſähen, beſt fan eine. nldg, tun in dählten T de Deh ud anhii lüherigen! ſin Rcht 21. pootheker richen? gich ligen ui die 6 mſeten S an weite — eann urſi ch müſfen 9 o a chte nim iß ii ein di nitt n ſilha t ſn feſt Bezächmn 7, velce te, une hust d erthät hen odr ſ t kineiin ſo trſtn i Eiſchriun du dnit uf den e eil, verinte Plos dac de gthennn n ervahte n Der Fitrin 1 czradunn 1 — 75¹— den Titel ader die Ausfertigung d des Titels ſo⸗ wohl, als einen von den Verzeichniszetteln zuruͤck. Unten auf dem Verzeichniszettel, den er zuruͤckgiebt, beſcheinigt er, daß die Einſchreibung geſchehen iſt. 2151. Glaͤubiger, die fuͤr ein Capital einge⸗ ſchrieben ſind, das Zinſen oder Ruͤckſtaͤnde thut, haben das Recht, fuͤr zwei Jahre allein von der⸗ gleichen Zinſen und Ruͤckſtaͤnden der Ordnung nach in den naͤmlichen Hypothekenrang zu treten, wie fuͤr die Hauptfoderung. Ueberdies bleibt es ih⸗ nen aber unbenommen, fuͤr die andern Ruͤckſtaͤnde, die ſie durch die erſte Einſchreibung nicht verwahrt haben, beſondere Einſchreibungen zu nehmen, die denn eine Hypotheke haben von ihrem Datum an. 2152. Wer eine Einſchreibung erwirkt hat, kann in dem Hypothekenbuche den von ihm er⸗ waͤhlten Wohnort aͤndern, wogegen er einen an⸗ dern Wohnort in dem naͤmlichen Bezirke waͤhlen und anzeigen muß. Das naͤmliche Recht haben diejenigen die ihn vertreten, ſo wie diejenigen, denen er ſein Recht durch einen oͤffentlichen Act uͤbertragen hat. 2153. Bei der Einſchreibung blos geſetzlicher Hyp otheken des Staates, der Gemeinden und oͤf⸗ fentlichen Anſtalten auf die Guͤter ihrer Rechnungs⸗ pflichtigen, der Minderjaͤhrigen und Unterſagten auf die Guͤter ihrer Vormuͤnder, und der verhei⸗ ratheten Weiber auf die Guͤter ihrer Maͤnner, hat man weiter nichts zu beobachten, als zwei Ver⸗ — 752— 8 zeichniszettel bu aͤgerreichen, welche blos enthal⸗ ten iſtens. Den Namen, Vornamen, Gewerb und wirklichen Wohnort des Glaͤubigers, und den Wohnort, der von ihm oder fuͤr ihn in dem Bezirke erwaͤhlt wird; atens. Den Namen, Vornamen, Gewerb und Wohnort des Schuldners, oder eine ge⸗ naue Bezeichnung deſſelben, woran er ſich erkennen laͤſt; 3tens. Die Natur der zu verwahrenden Rech⸗ te, und den Betrag ihres Werthes in An⸗ ſehung der Gegenſtaͤnde, die beſtimmt ſind, ohne daß dieſer Betrag braucht angegeben zu werden in Anſehung jener Rechte, die noch unbeſtimmt ſind, oder von einem Er⸗ eigniſſe oder einer Bedingung abhaͤngen. 2154. Die Einſchreibungen erhalten und ver⸗ wahren bie Hypotheke und das Privilegium waͤh⸗ rend zehn Jahre, vom Tage ihres Datums an. Ihre Wirkung hoͤrt auf, wenn ſie nicht vor Ab⸗ lauf dieſer Friſt erneuert worden ſind. 2155. Die Koſten der Einſchreibung traͤgt der Schuldner, wenn nicht das Gegentheil ausbe⸗ dungen worden. Der Einſchreibende ſchieſt ſie vor, jedoch nicht bei geſetzlichen Hypotheken, bei deren⸗ lithni du foder twa der 2156 a aus tor der g jie kadun ddir an d jypotheke t die Gl Wehgort · don J nh. hen entwe Thele, m fihigtit ſenn in Urteil 2und tat dere deim hypo uhentiche ängt, 0 e ernenn e des Glähſ, on ün i t vid, knanen, Se ners, ohe a llden, dun derdeßende zrts Vahen. de, die Hie g braugt un g jede Ach oder dot im irzunz thir mn ahzetn n Priltinl ihr ns Dei n ſe rihn a fed. Einänim See bende chät iheia t uce, — 755— —““ Einſchreibung der Verwahrer ſie vom Schuldner zu fodern hat. Die Koſten der Einſchreibung, die etwa der Verkaͤufer nachſucht, traͤgt der Ankaͤufer. 2156. Alle Klagen, welche gegen die Glaͤubi⸗ ger aus Einſchreibungen entſtehen koͤnnen, werden vor der geeigneten Gerichtsbehoͤrde angehoben, und die Ladung ihnen entweder in Perſon inſinurrt, oder an den Wohnort, der fuͤr ſie zuletzt in dem Hypothekenbuche erwaͤhlt iſt; und zwar, ungeach⸗ tet die Glaͤubiger, oder diejenigen, wobei ſie ihren Wohnort erwaͤhlt haben, verſtorben ſind. Fuͤnftes Capitel. Von Ausſtreichung und Herabſetzung der Einſchreibungen. 2157. Die Einſchreibungen werden ausgeſtri⸗ chen entweder auf Bewilligung der intereſſirten Theile, in ſo fern ſie uͤbrigens dazu die gehoͤrige Faͤhigkeit haben, oder in Gefolg eines in letzter Inſtanz ergangenen oder in Rechtskraft erwachſe⸗ nen Urteils. 2158. In einem wie in dem andern Falle legt derjenige, der die Ausſtreichung nachſucht, beim Hypothekenverwahrer eine Ausfertigung der authentiſchen Urkunde, welche die Einwilligung be⸗ ſcheinigt, oder eine Ausfertigung des reeils⸗ nie⸗ der. 49 — 754— 2159. Soll eine Einſchreibung ausgeſtrichen werden ohne Einwilligung; ſo hat man die Aus⸗ ſtreichung nachzuſuchen bei dem Gerichte, unter deſ⸗ ſen Bezirke die Einſchreibung geſchehen iſt. Wenn indeſſen letztere zu dem Zwecke geſchehen iſt, um dadurch den allenfallſigen oder unbeſtimmten Be⸗ trag eines richterlichen Spruches zu ſichern, uͤber deſſen Vollzug oder Auseinanderſetzung die angeb⸗ lichen Glaͤubiger und Schuldner noch vor einem andern Gerichte ſtreiten oder ein Urteil erwarten; ſo wird die Klage auf Ausſtreichung bei dieſem Gerichte angeſtellt oder dahin zuruͤckverwieſen. In dem Falle jedoch, wo Glaͤubiger und Schuldner uͤbereingekommen ſind, daß im Falle ei⸗ nes Streites die Klage vor ein Gericht, ſo ſie be⸗ zeichnen, gebracht werden ſolle, hat es unter ihnen bei dieſer Verabredung ſein Bewenden. 2160. Die Gerichte ſind gehalten, die Aus⸗ ſtreichung zu befehlen, wenn die geſchehene Ein⸗ ſchreibung ſich weder auf das Geſetz, noch auf ei⸗ nen Titel gruͤndet, oder, wenn ſie ſich zwar auf ei⸗ nen Titel gruͤndet, der aber unregelmaͤſſig, oder getilgt oder abgetragen iſt, oder, wenn die Privi⸗ legien⸗ oder Hypothekenrechte auf geſetzliche Art erloſchen ſind. 2161. So oft ein Glaͤubiger, der dem Ge⸗ ſetze nach, und in ſo fern keine Verabredung, die ihn beſchraͤnkt, vorhanden iſt, berechtigt waͤre, Ein⸗ hrit läinftig ſchrib ichen dem S Einſcht der dat hen we verden dn entſc die hut auf dung. 216 de meh Neth e dn üe de dod dchtlich 216 giſtztwe racheine daungen un dich dur i neche i ſd0d tibong ain ſo hat an im Genczta ſöhaſt te geſceza er unbeſiern, hes zu fin derſezeng un loner doc a tin Ural m ſteeichun ki zurücene do Elüin ſad, daßat in Geiize n hat bn dewend d 9 9 haln* r de gütr L Iſt ſin tunnauni dn um dj tt auig . diger N beracge — 7⁵⁵— ſchreibungen zu nehmen auf gegenwaͤrtiges oder zu⸗ kuͤnftiges Vermogen ſeines Schuldners, ſeine Ein⸗ ſchreibung auf mehrere Gruͤnde nimmt, als zur Sicherſtellung ſeiner Foderungen noͤthig ſind; ſteht dem Schuldner eine Klage zu, damit dergleichen Einſchreibungen herabgeſetzt, oder fuͤr den Theil, der das gehoͤrige Verhaͤltnis uͤberſteigt, ausgeſtri⸗ chen werden. Welches Gericht hiebei angegangen werden muͤſſe, iſt nach den Regeln des Art. 2159 zu antſcheiden. Die Verfuͤgung des gegenwaͤrtigen Arrifels hat auf vertragmaͤſſige Ahpokheken keine Anwen⸗ dung. 2162. Als uͤbermaͤſſig ſind Einſchreibungen, die mehrere Guͤter treffen, anzuſehen, wenn der Werth eines oder einiger derſelben an freien Gruͤn⸗ den uͤber ein Drittel groͤſſer iſt, als der Betrag der Foderungen an Capital und allem, was damit rechtlicher Weiſe verbunden iſt. 2163. Eben ſo koͤnnen auch als uͤbermaͤſſig herab⸗ geſetzt werden ſolche Einſchreibungen, die der Glaͤubiger nach einer ſelbſt gemachten Schaͤtzung, und fuͤr ſolche Fo⸗ derungen genommen hat, welche, ſo viel die zu ih⸗ rer Sicherheit zu ſtellende Hypotheke betrift, nicht durch eine Verabredung regulirt worden ſind, und welche ihrer Natur nach unbeſtimmt oder bedingt ſind, oder noch von einem Ereigniſſe abhangen. 49* — 756— 2164. Was in dieſem Falle als uͤbermaͤſſig zu betrachten ſey, wird von den Richtern nach der Billigkeit beſtimmt. Sie richten ſich dabei nach den Umſtaͤnden, nach der Wahrſcheinlichkeit eines guten oder boͤſen Ausſchlags, und nach Vermu⸗ tungen, die ſich auf Thatſachen ſtuͤtzen, und ha⸗ ben uͤbrigens beides zu vereinigen, die wahrſchein⸗ lichen Rechte des Glaͤubigers, und das Intereſſe des Schuldners, einen ordentlichen Credit zu er⸗ halten. Hiedurch verliert aber der Glaͤubiger das Recht nicht, neue Einſchreibungen mit Hypotheke voom Tage ihres Datums an zu nehmen, wenn durch den Erfolg die unbeſtimmten Foderungen ge⸗ ſtiegen ſind. 2165. Um den Werth der unbeweglichen Guͤ⸗ ter, welche man mit dem Werth der Foderungen und einem Drittel druͤber vergleichen muß, heraus⸗ zubringen, nimmt man, wenn es auf ſolche Guͤter ankoͤmmt, die keiner Verſchlimmerung unterworfen ſind, fuͤnfzehn mal den Werth ihres Ertrags, ſo wie derſelbe in der Mutterrolle der Grundſteuer erklaͤrt, oder bei dem Steueranſchlage auf der Rol⸗ le angegeben iſt, nach dem Verhaͤltniſſe, worin in den Gemeinden, worunter ſie liegen, dieſe Mutter⸗ rolle oder dieſer Steueranſchlag gegen den Ertrag ſteht. Man nimmt jenen Werth nur zehnmal, wenn es auf Guter ankoͤmmt, die einer Verſchlim⸗ merung unterworfen ſind. Jedoch ſteht es auch den Richtern frei, uͤberdies als Huͤlfs⸗ und Auf⸗ klaͤrungsmittel zu brauchen Pachtſcheine, wenn ſie iht b va fru iigen ti ihn. glichen gu beſti on d 9y 216 but ein dmfolgen un udg uus be⸗ urgen o ui hatten fätſe t dieſelb longen wotzeiſh 3 nn den ſten 8 a5d diter zin dult at en Aiten atmn ſih a hricheinitin. , und uh. hen ſilzen gen, de nii und dazr lichn du. eder lug. ngen nit he ſu rahen nten godean r unbedtnit nh da 3 glechn mi ts uf octe mrrang nn ˖huts ere ale dr dr ſclar u hälkriſ 40 ſegn di g gig 2 di in 4 dad i hiſ3“ Erceu — 7⁵57— nicht verdaͤchtig ſind, Schaͤtzungsprotocolle, die et⸗ wa fruͤher, und nicht gar weit von der gegenwaͤr⸗ tigen Epoche, abgehalten worden ſind, und ande⸗ re aͤhnliche Urkunden, dieſelben zuſammen zu ver⸗ gleichen, und den Ertrag nach dem Mittelanſchlag zu beſtimmen, der ſich daraus ergiebt. Sechstes Capitel. Von den Wirkungen der Prioilegien und Hypotheken gegen dritte Beſitzer. 2166. Glaͤubiger, die auf ein unbewegliches Gut ein Privilegium oder eine Hypotheke haben, verfolgen daſſelbe, in welche Haͤnde es immer kom⸗ men moͤge, um in den Rang zu kommen und da⸗ raus bezalt zu werden nach Ordnung ihrer Fode⸗ rungen oder Einſchreibungen. 2167. Um ein reines freies Eigentum zu er⸗ halten, hat der dritte Beſitzer die weiter unten feſtgeſetzten Feierlichkeiten zu beobachten. Verſaͤumt er dieſelben; ſo bleibt er, vermoͤge der Einſchrei⸗ bungen an und fuͤr ſich, als Inhaber fuͤr alle Hy⸗ pothekſchulden verpflichtet, und iſt zu allen Friſten und Terminen berechtigt, die auch dem urſpruͤng⸗ lichen Schuldner geſtattet waren. 2168. In dem naͤmlichen Falle iſt der dritte Beſitzer oder Inhaber gehalten, entweder alle faͤl⸗ lige Zinſen und Capitalien zu bezalen, ſo gros ihr — 758— Betrag ſeyn mag, oder das mit Hypothek beſtrick⸗ te Gut zu raͤumen, ohne irgend einen Vorbehalt. 9169. Wenn der dritte Inhaber eine dieſer Verbindlichkeiten nicht voͤllig erfuͤllt; ſo hat ein jeder Hypothekenglaͤubiger das Recht, gegen ihn das mit Hypotheke beſtrickte Gut verkaufen zu laſ⸗ ſen, und zwar dreiſſig Tage nach dem Aufgebote, ſo er an den urſpruͤnglichen Schuldner hat erge⸗ hen laſſen, und nach der Auffoderung, die er dem dritten Inhaber gethan hat, die faͤllige Schuld zu bezalen, oder das Erb zu raͤumen. 2170. In dem Falle jedoch, wo der dritte Inhaber nicht perſoͤnlich verbunden iſt, die Schuld zu bezalen, kann er ſich dem Verkauf des mit Hy⸗ potheke beſtrickten Grundes, den er an ſich ge⸗ bracht, widerſetzen, wenn der oder die Hauptſchuld⸗ ner noch andere unbewegliche Guͤter beſitzt, worauf die naͤmliche Hypotheke haftet, und verlangen, baß man ſich vorher an denſelben erhole, nach her unter dem Titel von Buͤrgſchaften beſtimm⸗ ten Form. Wahrend der Ausklage dieſer Guͤter wird mit dem Verkauf des beſtrickten Grundes in⸗ ne gehalten. 2171. Die Einrede der Ausklage oder vor⸗ laͤufigen Erholung an den uͤbrigen Guͤtern kann dem privilegirten Glaͤubiger nicht entgegen geſetzt werden, eben ſo wenig, als dem Glaͤubiger, der auf das unbewegliche Gut eine beſondere Hypo⸗ theke hat. 3 puüllhe hen bol lah fir drräͤuſſe 21 dih geſe kindlicht riz in Iin etgan r Juſch begliche Scjald n 294 ſegiſchet legem un als. Auf taiſſiren (in Curar Datauf d gtzpunger 2175. aer Na dahthei bäabiger darn ihm — 759— i utt 2172. So vielzdie oben gedachte Raͤumung ſaan da zufolge einer Hypotheke betrift, ſo kann ſie geſche⸗ Nhuüt a hen von jedem dritten Inhaber, der nicht perſoͤn⸗ rfült i4 lich fuͤr die Schuld haftet, und der faͤhig iſt zu A veraͤuſſern. But dertuin. 2 ah da i 2175, Eine ſolche Raͤumung kann ſelbſt dann Etutm t roch geſchehen, wenn der dritte Inhaber die Ver⸗ — bindlichkeit bereits anerkannt hat, oder wenn be⸗ dung h reits in dieſer Eigenſchaft allein ein Urteil gegen d ſie ihn ergangen iſt. Sie hindert ihn nicht, ſo lange dunen der Zuſchlag noch nicht geſchehen iſt, das unbe⸗ h, ehi wegliche Gut wieder zu nehmen, und die ganze ain iß ih Schuld mit den Koſten zu bezalen. zinid 2174. Die Näͤumung zufolge einer Hypothe⸗ derbe et ke geſchieht in der Gerichtſtube, worunter die Guͤter Günndinr liegen, und das Gericht ſtellt einen Schein baruͤber tt, unh tit aus. ſiin ai Auf das Anſuchen des fleiſſigſten von den in⸗ giörſtſt teriſſirten Theilen wird dem alſo geraͤumten Gute klan ii ein Curator ernannt, gegen welchen alsdenn der iittn oett Verkauf deſſelben nachgeſucht wird in den fuͤr die gezwungenen Raͤumungen feſtgeſetzten Formen. asthe d” 5. H britet bänt 2179. Iſt das Gut durch eine Handlung 4 atn oder Nachlaͤſſigkeit des dritten Inhabers zum 4 ain Nachtheil der privilegirten oder hypothecariſchen nns Glaͤubiger verſchlimmert worden; ſo haben letztere deinnug gegen ihm eine Entſchaͤdigungsklage. Er ſelbſt — 760— aber kann ſeine Auglagen und Verbeſſerungen da⸗ ran nur ſo weit zuruͤckfodern, als das Gut da⸗ durch an Werth geſtiegen iſt. 2176. Der dritte Inhaber braucht die Fruͤch⸗ te des mit Hypotheke beſtrickten Gutes erſt von dem Tage an zu erſtatten, wo er aufgefodert wor⸗ den iſt zu bezalen oder zu raͤumen. Und went die desfalls angehobenen Verfolgungen waͤhrend drei Jahre liegen geblieben ſind; ſo braucht er je— ne Fruͤchte nur zu erſtatten von dem Tage an, wo eine neue Auffoderung an ihn ergeht. 2177. Grundgerechtigkeiten und dingliche Rechte, welche der dritte Inhaber vor ſeinem Be⸗ ſitze auf das unbewegliche Gut hatte, leben wieder auf, ſobald er es geraͤumt hat, oder ſobald es iſt zugeſchlagen worden. Seine perſoͤnlichen Glaͤubiger machen auf das ge⸗ raͤumte oder zugeſchlagene Gut ihre Hypotheke nach ih⸗ rem Range geltend, aber erſt nach allen jenen Glaͤubi⸗ gern, welche auf die vorherigen Eigentuͤmer einge⸗ ſchrieben ſind. 2178. Hat der dritte Inhaber die Hypothe⸗ kenſchuld bezalt, oder das damit behaftete Gut geraͤumt, oder den gerichtlichen Verkauf deſſelben geſchehen laſſen; ſo ſteht ihm gegen den Haupt⸗ ſchuldner, dem befundenen Rechte nach, eine Kla⸗ ge auf Semahrsleiſunh zu. u. i un dem Er aultit gthenvi 6 Don Der tn welch i der! Arjähr ther eine —— 761— 4 Debeng 2179. Will der dritte Beſitzer ſein Eigentum n, as en. rrein und frei von der Hypotheke machen, und zu— dem Ende den Preis bezalen; ſo hat er die For⸗ malitaͤten zu beobachten, die im achten Capitel des dr irtuttie gegenwaͤrtigen Titels feſtgeſetzt ſind. kti eun t uuſfigen Siebentes Capitel. 34 Von Erloͤſchung der Hypotheken und. delgunga tin* vilegien. d; ſo tuute Pr 2 8 dem duhn 3 5. wua hh 2180. Privilegien und Hypotheken erloͤſchen, tn uj ſ iſtens. Durch die Erloͤſchung der Hauptver⸗ en und in 4 ichkeit ber bor ſin⸗ bindii 9 1 that⸗ atens. Durch die Verzichtleiſtung des Glaͤu⸗ 4. Stens. Durch Erfüͤllung auf Seiten des drit⸗ tartatſſi ten Beſitzers jener Feierlichkeiten und Be⸗ uhyjcſänc dingungen, welche ihm voorgeſchrieben Fäln ſandi ſind, um die von ihm erworbenen Guͤter einiinh Hypothekenfrei zu machen, Atens. Durch die Verjaͤhrung. 1uh* eir nne Der Schuldner erlangt in Anſehung der Guͤ⸗ amt iin ter, welche in ſeinen Haͤnden ſind, die Verjaͤhrung Arta 5 in der naͤmlichen Zeit, die beſtimmt iſt fuͤr die uune Verjaͤhrung von Klagen, welche ein Prioilegium hte dac 3 oder eine Hypotheke geben. — 762— In Anſehung ſolcher Guͤter, die in den Haͤn⸗ den eines dritten Inhabers ſind, erwirbt er die Verjaͤhrung in der naͤmlichen Zeit, welche zur Ver⸗ jaͤhrung des Eigentums zu ſeinem Vorteil erfoder⸗ lich iſt. In dem Falle, wo die Verjaͤhrung einen Titel vorausſetzt, faͤngt ſie nicht eher an zu lau⸗ fen, als von dem Tage an, wo derſelbe in die Buͤcher des Hypothekenverwahrers eingeſchrieben worden iſt. Einſchreibungen, welche der Glaͤubiger nimmt, unterbrechen den Lauf der Verjaͤhrung nicht, wel⸗ che das Geſetz zu Gunſten des Schuldners oder dritten Inhabers feſtſetzt. Achtes Capitel. Von der Art, das Eigentum von Prioile⸗ gien und Hypotheken frei zu machen. 2181. Dritte eſitzer, wenn ſie Vertraͤge geſchloſſen haben, welche das Eigentum unbeweglicher Guͤter oder dinglicher unbeweglicher Rechte uͤbertragen, und ſolche Guͤter vonPrivilegien und Hypotheken rein und frei ma⸗ chen wollen, muͤſſen dieſelben von dem Hypothekenver⸗ wahrer des Bezirks, worin die Guͤter liegen, ganz eintragen laſſen. Dieſe Eintragung geſchieht in ein eigenſt hie⸗ zu beſtimmtes Buch, und der Hypothekenverwah⸗ rer muß dem, der ſie nachſucht, eine Beſcheinigung daruͤber zuſtellen. na. th rech 4J ſaggicht ein pit Von tit vich gte, die dn: ſ m riwlch Rrach in 2183, ſein ſech naubten) fägendes urgen, od nien Luff den Gle hnm Ein lant mach 4 2 die a d mütt di vecce nh en Aatie Dejihmmſe ht eher n Vo derſe ters einiza Glätbinir ihrung iit Scuht itel n don ſi ei zu uage Verreingüi eglchedin rtrazmwt knreirwyöio tahyreütne zäter lagal R it igri gpethäteh ie dichri 1 — 763— 2182. Durch die bloſe Eintragung von Ti⸗ teln, welche das Eigentum uͤbertragen, in die Buͤ⸗ cher des Hypothekenverwahrers, werden aber un⸗ bewegliche Guͤter noch nicht von den darauf haf⸗ tenden Privilegien und Hypotheken frei. Von dem Verkaͤufer geht auf den Ankaͤufer weiter nichts uͤber, als das Eigentum und jene Rechte, die ihm ſelbſt auf die verkaufte Sache zu⸗ ſtanden: ſie gehen von ihm uͤber behaftet mit den naͤmlichen Privilegien und Hypotheken, womit ſie auch in ſeiner Hand beſchwert waren. 2183. Will der neue Eigentuͤmer ſich gegen die im ſechſten Capitel des gegenwaͤrtigen Titels erlaubten Verfolgungen ſicher ſtellen; ſo hat er folgendes zu beobachten. Vor gedachten Verfol⸗ gungen, oder laͤngſtens in einem Monate nach der erſten Auffoderung, die an ihn ergangen iſt, muß er den Glaͤubigern in den Wohnorten, die ſie in ihren Einſchreibungen gewaͤhlt, dieſe Stuͤcke be⸗ kannt machen und inſinuiren laſſen, naͤmlich ſtens. Einen Auszug aus ſeinem Titel oder Contracte, der weiter nichts zu enthalten braucht, als das Datum und die Natur des Vertrags, den Namen und die genaue Bezeichnung des Verkaͤufers oder Geſchenk⸗ gebers, die Natur und Lage der verkauf⸗ ten oder geſchenkten Sache; und, wenn die Rede iſt von einem ganzen zuſammenhaͤn⸗ d 8—. öö—ö————— — 764— genden Gute, blos die Bezeichnung deſſell ben im Allgemeinen, ſo wie der Bezirke, 69 worin es legt, den Preis und die Laſten, fmm welche etwa einen Theil des Kaufpreiſes Len ausmachen, oder die Schaͤtzung der Gache, Eg wenn ſie geſchenkt iſt;. hu, am atens. Einen Auszug aus der Eintragung viſ des Kaufvertrags; Man ſolche Ztens. Eine Tabelle mit drei Colonnen, wo⸗ von die erſte das Datum der Hypotheken ztns. und das Datum der Einſchreibungen, die inn zweite den Namen der Glaͤubiger, und die de dritte den Betrag der eingeſchriebenen Fo⸗ bim derungen enthaͤlt. din 3 ula 2184. In der naͤmlichen Acte erklaͤrt der An⸗ kaͤufer oder Geſchenknehmer, daß er bereit ſey, die eis. hypothecariſchen Schulden und Laſten zu entrich⸗ Ren ten, aber nur bis zum Betrag des Preiſes, ohne met! Unterſchied, ob die Schulden faͤllig ſind oder nicht. kens. 2185. Hat der neue Eigentuͤmer in der vor⸗ lüſch beſtimmten Friſt ſeinen Vertrag auf ſolche Art be⸗ dim kannt gemacht; ſo kann jeder Glaͤubiger, deſſen verde Titel eingeſchrieben iſt, verlangen, daß das unbe⸗ oder wegliche Gut oͤffentlich ausgeſetzt und verſteigert ten, werde. Hiezu wird aber erfodert, ſeiner iſtens. Daß er dies ſein Geſuch dem nenen biens. —— tdättmn— 285— 3 di ng Eigentuͤmer laͤngſtens in vierzig Tagen in tis uh ſinuiren laſſe. Die vierzig Tage werden* 4 de ſan gerechnet von dem Tage an, wo der neue Sdihun ki Eigentuͤmer ſeine Bekanntmachung inſinuirt hat, und es werden zwei Tage fuͤr fuͤnf . Myriameter Entfernung zwiſchen dem er⸗ us de Etn waͤhlten Wohnort und dem wirklichen Wohnort eines jeden Glaͤubigers, der ein ſolches Geſuch thut, hinzugeſetzt; drei Lalnn. im der hyn atens. Daß ſich darin der Glaͤubiger, der inſchteiag. ein ſolches Geſuch thut, anheiſchig mache, Glaudign a den im Contracte ausbedungenen, oder tingeſtrütn vom neuen Eigentuͤmer erklaͤrten Preis um ein Zehntel hoͤher zu bringen oder bringen zu laſſen; Aete riin j ckin Ztens. Daß die naͤmliche Bekanntmachung in biin un der naͤmlichen Friſt dem vorigen Eigentuͤ⸗ ds Prih mer und Hauptſchuldner geſchehe; lli iudten 1. Atens. Daß das Original ſowohl als die tin ant Abſchriften dieſer Bekanntmachungen von ufhüt dem erſuchenden Glaͤubiger unterzeichnet Suünn werden, und zwar entweder von ihm ſelbſt.. oder von ſeinem beſondern Bevollmaͤchtig⸗ ten, welcher in dieſem Falle Abſchrift von ſeiner Vollmacht geben muß; 1, diß dn tt un ni 1 3 um 2 5tens. Daß er ſich erbiete, Buͤrgſchaft zu leiſten Seugja bis zum Betrag des Preiſes und der Laſten. — 766— Alles unter Strafe der Nichtigkeit. 2186. Wenn die Glaͤubiger in der vorbe⸗ ſtimmten Friſt und Form die oͤffentliche Verſteige⸗ rung nicht nachgeſucht haben; ſo bleibt der Werth des Gutes auf den Preis endlich feſtgeſetzt, der entweder im Erwerbungsvertrag ausbedungen, oder vom neuen Eigentuͤmer erklaͤrt worden iſt. Letzte⸗ rer iſt demnach von allen Privilegien und Hypo⸗ theken frei, wenn er den Glaͤubigern, die in der Ordnung ſind, bezalt zu werden, den Preis entwe⸗ der bezalt, oder ihn hinterlegt. 2187. Koͤmmt es zum Wiederverkauf an den Meiſtbietenden; ſo geſchieht er nach den fuͤr die gezwungene Ausweiſung vorgeſchriebenen Formen, und auf Betreiben des Glaͤubigers, der ihn nach⸗ geſucht hat, oder auch des neuen Eigentuͤmers. Wer ihn betreibt, hat in den desfallſigen Ankuͤn⸗ digungen den Preis anzugeben, der im Contracte ausbedungen oder erklaͤrt iſt, und die Summe druͤber, worauf ihn der Glaͤubiger zu bringen ober bringen zu laſſen ſich verbunden hat. 2188. Wer auf dieſe Art ein Gut an ſich ſteigert, muß, auſſer dem Anſteigerungspreis, dem nunmehr aus dem Beſitz geſetzten Ankaͤufer oder Geſchenknehmer die Koſten und Gebuͤhren ſeines Contractes zuruͤck geben. Er muß ihm ferner die Koſten der Eintragung in die Buͤcher des Hypo⸗ hhekeberu eiauutme vetlegt 2189. nußer das hiekenden; dintragen zu 2lgo. gEs der di ſw daß er Derſeigerune gunze Eum dur bezalt. dit werden, rr eusdrüc Alhl. Nuſtbiaend Nütangif, richt nur d ttien Conkr dem zuchd er von jt Faung leſt 1192. d Antauſe gahläch bef i derm ödictiit digr k ifat ik Hſo dantds dlich fiiin g ustehun. tverda vilzin u Pubign d en, da lann Jederekun et uth ni iſchrin. lges, de gen Epatt desfulina der in dn „u un uhize a k bande ſt⸗ t ei btti dzrunzin zea Prtbi. d Geöiher 7 4 — 757— thekenverwahrers erſtatten, ſo wie die Koſten der Bekanntmachung oder Inſinuation, und jene, die er verlegt hat, um zum Wiederverkauf zu gelangen. 2189. Bleibt dem Ankaͤufer oder Geſchenk⸗ nehmer das verſteigerte Gut als Letzt⸗ und Meiſt⸗ bietenden; ſo braucht er das Zuſchlagouutei nicht eintragen zu laſſen. 2190. Ungeachtet der Erklaͤrung des Glaͤubi⸗ gers, der die oͤffentliche Verſteigerung nachgeſucht hat, daß er von ſeinem Geſuche abſtehe, muß die Verſteigerung dennoch geſchehen, ſelbſt wenn er die ganze Summe, wozu er ſich anheiſchig gemacht hat, bezalt. Sie kann aber in dieſem Falle gehin⸗ dert werden, wenn alle andern Hypothe kenglaͤubi⸗ ger ausdruͤcklich inwilligen. 2191. Wenn der Ankaͤufer ſelbſt Letzt⸗ und Meiſtbietender geblieben iſt; ſo hat er rechtlichen Ruͤckangrif gegen den Verkaͤufer, damit dieſer ihm nicht nur das erſtatte, was er mehr als den im erſten Conkracte bedungenen Preis bezalt hat, ſon⸗ dern auch die Zinſen von dieſem Ueberſchuſſe, und zwar von jedem Datum angerechnet, wo er eine Zalung leiſtet. 2192. In dem Falle, wo der Titel des neu⸗ en Ankaͤufers bewegliche und unbewegliche Guͤter zugleich befaſt, oder mehrere unbewegliche Guͤter, auf deren einem eine Hypotheke haftet, auf dem ————ö— andern nicht, die in dem naͤmlichen Bezirke eines Hypothekenbureaus oder in mehrern Bezirken lie⸗ gen, fuͤr einen und den naͤmlichen Preis veraͤuſſert ſind, oder fuͤr verſchiedene Preiſe, die endlich von einer und der naͤmlichen Wirthſchaft und Benu⸗ tzung abhaͤngen, oder nicht, in dieſem Falle hat der neue Eigentuͤmer bei der Bekanntmachung oder Inſinuation, die ihm obliegt, zu beobachten, daß noͤthigen Falls der Preis eines jeden beſonderſt mit einer Einſchreibung beſchwerten unbeweglichen Gutes darin durch Abſchaͤtzung(1) mit Hinſicht auf den im Contracte ausgedruͤckten Geſammtpreis angegeben und erklaͤrt werde. Bleibt einer von den Glaͤubigern Letzt⸗ und Meiſtbietender; ſo kann er in keinem Falle gezwun⸗ gen werden, ſein Gebot auch auf das bewegliche (1) Par ventilation. Die Abſchaͤtzung eines Gutes nennt man Ventilation, wenn daſſelbe mit an⸗ dern Guͤtern gemeinſchaftlich beſeſſen wird, und man ſie ſcheiden will, und uͤberhaupt, wenn es nach einem Verkaufe mehrerer Guͤter zuſammen und fuͤr den naͤmlichen Preis, darauf ankoͤmmt, jedes derſelben abzuſchaͤtzen. Ein Umſtand, der die Ventilation von andern Schaͤtzungen unter⸗ ſcheidet, iſt, daß dabei die Gegenſtaͤnde nicht nach ihrem eigentlichen Werthe, ſondern nach dem Werthe eines jeden damit in Verbindung ſtehen⸗ den Gutes und nach dem angegebenen Geſammt⸗ werthe der verſchiedenen verkauften, zu theilen⸗ den u. ſ. w. Guͤter geſchaͤtzt werden. Gt, und a ſcderuug n n rämlche A indeſſen de Herſtuͤcke ſzait ein R Kiüt gegen n(ntſchcd 8* Ne bon der A denn auf Lhemaͤn 295. T khemam oder ſann es von keteien, wen Dnumdes, gnerecte n te binſchriiu 24, E weglihtne Ae das Eigentum müchen Ger d ligt, m duh daß er aeen Vorn ichn d hren zh hen gui ti ſe, neni tiſcet un in hiia u tiammmutn u deobatn es jedn lin :ten uins, 9()nfi cten aem bigen le dinen june uf das t üizen tun eng daitkenn L lheheun m mn bin um t, Wuufein En lain! Schernae zeriuneite ſaben uü Vriummi eudinn li tuin, z däa. Gut, und auf unbewegliche Guter, die fuͤr ſeine Foderung nicht mit Hypotheke beſtrickt, und nicht im naͤmlichen Bezirke gelegen ſind, auszudehnen. Da indeſſen dem neuen Eigentuͤmer alsdenn aus der Zerſtuͤckelung ſeines Ankaufs oder ſeiner Wirth⸗ ſchaft ein Nachtheil erwachſen koͤnnte; ſo hat er dafuͤr gegen denjenigen, wovon er erworben hat, eine Entſchaͤdigungsklage. Neuntes Capitel. Von der Art, die Hypotheken. zu tilgen, wenn auf Guͤter der Vormuͤnder und Ehemaͤnner keine Einſchreibungen vorhanden ſind. 2193. Wer ein unbewegliches Gut, ſo einem Ehemann oder Vormunde gehoͤrt, an ſich bringt, kann es von den darauf haftenden Hypotheken befreien, wenn darauf fuͤr die Verwaltung des Vormundes, oder fuͤr den Brautſchatz, die Wieder⸗ nahmsrechte und Eheverabredungen der Frau, kei⸗ ne Einſchreibungen vorhanden ſind. 22194. Er legt zu dieſem Ende eine gehoͤrig verglichene Abſchrift des Contractes, der an ihn das Eigentum uͤbertraͤgt, in die Kanzlei des buͤr⸗ gerlichen Gerichts von dem Orte nieder, wo das Gut liegt, und beſcheinigt dieſe Niederlegung da⸗ durch, daß er der Frau ſowohl oder dem beige⸗ ordneten Vormund⸗ als dem Regierungscommiſſai⸗ 50 — 1— re beim Gericht, dieſelbe gehoͤrig inſinuiren laͤſt. Ein Auszug aus dem Contracte, der deſſen Da⸗ tum, Namen, Vornamen, Gewerb und Wohnort der contrahirenden Theile, Bezeichnung der Art und Lage des Guts, und den Preis und ſonſtige Laſten des Verkaufs enthaͤlt, wird und bleibt zwei Monate hindurch in dem Audienzſaale des Gerichts angeheftet. Waͤhrend dieſer Friſt ſteht es den Weibern, Maͤnnern, Vormuͤndern, beigeordneten Vormuͤndern, Minderjaͤhrigen, Unterſagten, Ver⸗ wandten und Freunden, und dem Regierungscom⸗ miſſaire frei, nach Befinden bei dem Hypotheken⸗ verwahrer auf das veraͤuſſerte Gut Einſchreibun⸗ gen nachzuſuchen und vornehmen zu laſſen, welche alsdenn die naͤmliche Wirkung haben, als haͤtte man ſie am Tage der Trauung oder am Tage ge⸗ nommen, wo der Vormund ſeine Verwaltung an⸗ fieng. Wohl verſtanden, daß hiedurch nichts in Ruͤckſicht der Klagen und Verfolgungen geaͤn dert iſt, die etwa, wie oben geſagt, jemanden gegen Ehemaͤnner oder Vormuͤnder darum zuſtehen, weil ſie zum Vortheil dritter Perſonen Hypotheken be⸗ willigt haben, ohne dabei zu erklaͤren, daß die Guͤ⸗ ter bereits wegen ehelicher Verhaͤltniſſe oder wegen Vormundſchaft mit Hypotheke beſchwert waren. ₰ Weiber, der Minderjaͤhrigen oder Unterſagten auf die veraͤuſſerten Guͤter in dem Laufe der eben ge⸗ dachten zwei Monate keine Einſchreibung genom⸗ men worden; ſo gehen ſie auf den neuen Erwer⸗ 2195. Iſt von Seiten der verheiratheten n iber/ m Sraut ſe Ehevtra ung des J in Perſone n Ciholun Eind e miührigen unmen wo imden, w regnehmen; nißlichet L pes, oder düſer Hinſ um Jotthe Unterſagten enweder ga Eind Peber Ri in; ſo k Jactheil nnd lettere de Taauun Kakung de ſ zule kludige, nn ausg aiß ninag tt, de inng werd deeieugn Preis w ditd udth riſuttbhi diit fät dern biite Antaſa dim Aatra i dem jt Gut Eiin den zu lſan mhaba, ä Foͤd a ine Dh F didmni riuleun t gt ſenese arun pith an y tlärn üb fäteſt e heſtuct u Pn niut er lutrit zuui ſcrüulſe da md — 7— ber uͤber, frei und ledig von allen Laſten, ſo viel den Brautſchatz, die Wiedernahmsrechte und ſonſti⸗ ge Eheverabredungen der Frau, oder die Verwal⸗ tung des Vormundes, betrift. Den eben benann⸗ ten Perſonen bleibt aber, den Umſtaͤnden nach, ih⸗ re Erholung gegen ihren Ehemann oder Vormund. Sind aber von Seiten beſagter Weiber, Min⸗ derjaͤhrigen oder Unterſagten Einſchreibungen ge⸗ nommen worden, und ſind fruͤhere Glaͤubiger vor⸗ handen, welche den Preis ganz oder zum Theil wegnehmen; ſo iſt der Ankaͤufer, wenn er den in nuͤtzlicher Ordnung kommenden Glaͤubigern den Preis, oder einen Theil deſſelben bezalt hat, in dieſer Hinſicht befreit, und die Einſchreibungen zum Vortheil der Weiber, Minderjaͤhrigen oder Unterſagten werden in dieſem Falle ausgeſtrichen, entweder ganz oder bis zum gehoͤrigen Betrag. Sind die Einſchreibungen zum Vortheil der Weiber, Minderjahrigen oder Unterſagten die aͤlte⸗ ſten; ſo kann der neue Erwerber den Preis zum Nachtheil beſagter Einſchreibungen nicht auszalen, und letztere behalten, wie oben geſagt, das Datum der Trauung, oder des Zeitpunktes, wo die Ver⸗ waltung des Vormundes angefangen hat. In die⸗ ſem Falle werden die Einſchreibungen der uͤbrigen Glaͤubiger, die nicht in nuͤtzlicher Ordnung kom⸗ men, ausgeſtrichen. — 772— Zehntes Capitel. Von der Oeffentlichkeit der Hypotheken⸗ buͤcher und der Verantwortlichkeit ihrer Verwahrer. 2196. Die Hypothekenverwahrer ſind gehal⸗ ten, allen, die es fodern, Abſchrift von den in ih⸗ re Buͤcher eingetragenen Contraeten, und von den vorhandenen Einſchreibungen zu geben, oder eine Beſcheinigung, daß leine vorhanden iſt. 2197. Sie ſind verantwortlich fuͤr jeden Nachtheil, der daraus entſteht, iſtens. Das ſie die Eintragung der Acte, wo⸗ durch das Eigentum uͤbergeht, und die Einſchreibungen, die man bei ihnen nach⸗ ſucht, vernachlaͤſſigen; 4 atens. Daß ſie in ihren ausgeſtellten Beſchei⸗ nigungen irgend eine oder mehrere vorhan⸗ dene Einſchreibungen nicht anfuͤhren, es ſey denn, daß ſie in dieſem letzten Falle beweiſen, daß der Irrtum in irgend einer mangelhaften Bezeichnung, die ihnen nicht kann zur Laſt gelegt werden, ſeinen Grund hatte.. 2198. Das unbewegliche Gut, in deſſen Ruͤck⸗ ſicht der Hypothekenverwahrer in ſeinen Beſchei⸗ wn hn utgtle min dah mwde diſhe rudt deh d faderwahltt! tr lchaktm i punen d Eveder den edie untr izt geichtle 1gg. J trbewahrer dnch ane I git di E te die Aus zen berneiger dzale u ent tder duſſchu hande dheil elfeiigen la ditdeericte loin,oder! aaber. 2400, ghalten, in doh zu mnia, vit m dlerg wwahtt. nn riſt dog wn. delen, uhe u gede, en. aden ſf vorllch ſ uexite r aimeis iat 4 in. iſem lan m u ihch R imn d lunde zut indh df kjiinif nigungen etwa eine oder mehrere eingeſchriebene haſten ausgelaſſen hat, bleibt frei und ledig da⸗ von in den Haͤnden des neuen Beſitzers, wenn er nur die Beſcheinigung nach der Eintragung nach⸗ geſucht hat, wobei aber, wie geſagt, der Hypothe⸗ kenverwahrer verantwortlich bleibt. Die Glaͤubi⸗ ger behalten uͤbrigens ihr Recht, in die Ordnung zu kommen, die ihnen zuſteht, ſo lange der neue Erwerber den Preis nicht bezalt hat, oder ſo lan⸗ ge die unter den Glaͤubigern lgemachte Ordnung nicht gerichtlich beſtaͤtigt iſt. 2199. In keinem Falle koͤnnen die Hypothe⸗ kenverwahrer die Eintragung der Contraete, wo⸗ durch eine Veraͤnderung mit dem Eigentum vor⸗ geht, die Einſchreibung der Hypothekenrechte, oder die Ausſtellung der gefoderten Beſcheinigun⸗ gen, verweigern oder aufſchieben, unter Strafe die Theile zu entſchaͤdigen. Und um ſolche Weigerung oder Aufſchub zu beſcheinigen, kann der nachſu⸗ chende Theil auf der Stelle ein Pretokoll daruͤber aufertigen laſſen, und zwar entweder von einem Friedensrichter, oder von einem Audienz⸗Gerichts⸗ boten, oder von einem Notaire in Beiſtand zweier Zeugen. 2300. Ueberdies ſind die Hypothekenverwah⸗ rer gehalten, ein Regiſter zu fuͤhren, worauf ſie von Tag zu Tage und der Zahlenfolge nach be⸗ merken, wie ihnen ein Act, wodurch das Eigen⸗ tum uͤbergeht, zur Eintragung, oder ein Verzeich⸗ 1— 3 ö—ö———— 5 1 — 774 niszettel zur E Einſchreibung, uͤbergeben wird. Sie ſtellen dem nachſuchenden Theile einen Schein auf geſtempeltem Papier zu, worauf ſie die Nummer ———ÿ— des Regiſters bemerken, worauf die Einhaͤndigung eingeſchrieben worden, und ſie koͤnnen die Acte, wodurch mit dem Eigentum eine Veraͤnderung vorgeht, nicht in die dazu beſtimmten Buͤcher uͤber⸗ tragen, noch die Verzeichniszettel darauf einſchrei⸗ ben, als nach dem Datum und nach der Ordnung, worin ſie ihnen eingehaͤndigt worden ſind. 2201. Alle Buͤcher der Hypothekenverwahrer werden auf geſtempeltem Papier gefuͤhrt, und von einem Richter des Gerichts, in deſſen Bezirke die Hypothekenkammer ſich befindet, auf jeder Seite mit Bemerkung der erſten und letzten numerirt und mit ſeinem Handzuge verſehen. Sie werden jeden Tag geſchloſſen, wie die Einregiſtrirungsbuͤ⸗ cher. 2202. Nach den im gegenwaͤrtigen Capitel ent⸗ haltenen Verfuͤgungen muͤſſen die Hypothekenverwah⸗ rer ſich bei ihrer Amtsfuͤhrung richten, unter Stra⸗ fe einer Geldbuſſe von zwei hundert bis zu tau⸗ ſend Franken fuͤr die erſte Uebertretung, und der Abſetzung fuͤr die folgende Uebertretung; ohne Nachtheil der Schadloshaltung der Theile, welche vor der Geldbuſſe bezalt wird. 2203. Endlich hat der Hypothekenverwahrer die ihm geſchehenen Einhaͤndigungen, die Einſchrei⸗ bungen un n Buche nch einan ſtien.. lin eine hanken/ erſcäͤdig mſe vor! ergeen h e änn en uf ithe die bjin ie luna a dine Daa inurn dügt dl deruſ i d rach agzu vothau ypotheimne r geſihn ur K deſe dint tt, ufft ad lztn wr then. Ent Eiritri ärti ntt hyurtinn ichten unan endet hägd rttetun u tberteugt der Jilh wetſret gendibte 5 — 775— bungen und Eintragungen auf die dazu beſtimm⸗ ten Buͤcher und Regiſter einzutragen unmittelbar nach einander, ohne Zwiſchenraum oder Zwiſchen⸗ linien. Im Uebertretungsfalle bezalt er nicht al— lein eine Geldbuſſe von tauſend bis zwei tauſend Franken, ſondern auch den Theilen die gehoͤrige Entſchaͤdigung, welche letztere ebenfalls vorzugs⸗ weiſe vor der Geldbuſſe bezalt wird. Neunzehnter Titel. Von der gezwungenen Ausweiſung und der Ordnung, worin die Glaͤubiger zur Zalung gelangen(1). ,. n Erſtes Capitel. Von der gezwungenen Ausweiſung(2). 1 2204. eder Glaͤubiger hat das Recht, ſei⸗ nen Schuldner zu verfolgen auf Ausweiſung, iſtens, aus den unbeweglichen Guͤtern, die ihm gehoͤren, und aus dem, was davon abhaͤngt und als unbeweglich angeſehn wird; atens, aus der Nutznieſſung, die ihm auf dieſelben Guͤter zuſteht. 2205. Jedoch kann der Theil eines Miterben an den unbeweglichen Guͤtern einer Erbſchaft, den (1) Geſetz v. 28. Ventoſe 12. J., prom. d. 8. Germ. (2) Expropriation forcée. nit det in perſt gbtracht rung ge⸗ nacſuchei mwäs den kröfolge 2a0b. ſe auch nict zum tn bevor auo. ün die inem Gro rüthig, ch ſchrite, di luberten, lhten gem thig, vemr ſad gegen terſgung. 2309. veglichen peinſchaft gfüchteten dra fär Kom 1 tweſitz uah Pläuüir (!) Pitel lusvweiſſm 3 „ HaN het ds in Htzen, d een Gunm n 44! 3 daven uſen 34 114) d. awi u ,, nt 9 ſlden dü e — 777— er mit den andern noch ungetheilt beſitzt, von ſei⸗ nen perſoͤnlichen Glaͤubigern nicht zum Verkauf gebracht werden, bevor die Theilung oder Ausſtei⸗ gerung geſchehen iſt, welche ſie nach Gutbefinden nachſuchen, oder wobei ſie mit auftreten koͤnnen, gemaͤs dem Art. 882 unter dem Titel von der Erbfolge. 2206. Man kann gegen Minderjaͤhrige, wenn ſie auch emancipirt ſind, oder gegen Unterſagte, nicht zum Verkauf ihrer unbeweglichen Guͤter ſchrei⸗ ten, bevor ihre bewegliche Habe erſchoͤpft iſt. 2207. In Ruͤckſicht auf unbewegliche Guͤter aber, die ein Minderjaͤhriger oder Unterſagter mit einem Grosjaͤhrigen ungetheilt beſitzt, iſt es nicht noͤthig, ehe man zur Ausweiſung aus denſelben ſchreite, die Erſchoͤpfung der beweglichen Habe ab⸗ zuwarten, wenn die Schuld, worauf es ankoͤmmt, ihnen gemeinſchaftlich iſt. Auch iſt dies nicht no⸗ thig, wenn die Verfolgungen angefangen worden ſind gegen einen Grosjaͤhrigen, oder vor der Un⸗ terſagung. 2308. Koͤmmt es auf Ausweiſung aus unbe⸗ weglichen Guͤtern an, die zur ehelichen Guͤterge⸗ meinſchaft gehoͤren; ſo wird ſie gegen den ver⸗ pflichteten Ehemann allein nachgeſucht, obſchon die Frau fuͤr die Schuld haftet. Koͤmmt es dabei auf unbewegliche Guͤter der Frau an, die nicht in die Gemeinſchaft gefallen ſind; ſo wird ſie gegen den Mann und die Frau nachgeſucht. Letztere kann ſich, wenn der Mann nicht mit ihr vor Gericht ſtehen will, oder wenn er minderjaͤhrig iſt, gerichtlich ermaͤchtigen laſſen. In dem Falle, wo der Mann und die Frau minderjaͤhrig ſind, oder wo die Frau allein min⸗ derjaͤhrig iſt, wenn ihr grosjaͤhriger Mann ſich weigert, mit ihr vor Gericht zzu ſtehen, ernennt das Gericht der Frau einen Vormund, gegen den die Verfolgung gerichtet wird. 2209. So lange die unbeweglichen Guͤter, worauf der Glaͤubiger eine Hypotheke hat, hinrei⸗ chen, kann er den Verkauf der unbeweglichen Guͤ⸗ ter nicht verfolgen, worauf er keine Hypothek hat. 2210. Liegen dergleichen Guͤter in verſchiede⸗ nen Bezirken; ſo kann man den gezwungenen Ver⸗ kauf derſelben nur nach einander verfolgen, es ſey denn, daß ſie alle von einer und derſelbigen Wirth⸗ ſchaft abhaͤngen. 4 Er wird nachgeſucht bei dem Gerichte, in deſ⸗ ſen Bezirke ſich der Ort befindet, wo die Haupt⸗ wirthſchaft iſt, oder in Ermanglung eines ſolchen Ortes, da, wo der Theil der Guͤter liegt, der nach der Mutterrolle am meiſten einbriugt. 2211. Wenn die Guͤter, worauf der Glaͤubi⸗ g iine 4 kine Hh) veſchieden rinlichen Vnkauf b in ſo fern öſchätzun giſt des 2⁰12. iſche pach tag eines m hinre und Koſte bläͤubiger t bererd halte we⸗ der fortge ngend ein 2913, urbewegli haſt eine ſithung ³ enenſt dam wh i 1 den daz. R dil, un rnitſin dan unh hn Frau n ihrge Au ku ſiha dmand ga beweglihn d pothett ſe ſ underenitn. tine ydut büttt u aih gezvengr tberjalen dexelhash n Gercht 1 di ie lng iis ter ligt e 7 giugt ruf ere =— 779— ger eine Hypotheke hat, und die Guͤter, worauf er keine Hypotheke hat, oder die Guͤter, welche in verſchiedenen Bezirken liegen, von einer und der naͤmlichen Wirthſchaft abhaͤngen; ſo wird der Verkauf der einen wie der andern zugleich verfolgt, in ſo fern der Schuldner es verlangt; und die Abſchaͤtzung geſchieht, nach Befinden, nach dem Preiſe des Zuſchlages(1). 2212. Beweiſet der Schuldner duͤrch authen⸗ tiſche Pachtcontracte, daß der reine und freie Er⸗ trag eines Jahres von ſeinen unbeweglichen Guͤ⸗ tern hinreicht, um die Hauptſchuld ſammt Zinſen und Koſten zu bezalem und erbietet er ſich, ſeinem Glaͤubiger denſelben zuzuweiſen; ſo kann der Rich⸗ ter verordnen, daß mit der Verfolgung inne ge⸗ halten werden ſoll; in welchem Falle ſie aber wie⸗ der fortgeſetzt werden kann, wenn gegen die Zalung irgend ein Einſpruch oder ein Hindernis eintrift. 2213. Man kann den gezwungenen Verkauf unbeweglicher Guͤter anderſt nicht verfolgen, als kraft eines Titels, der authentiſch und der Voll⸗ ziehung faͤhig iſt(2). Ueberdies wird erfobert, (1) S. die Anmerkung zum Att. 2192 aber dieſe Ab⸗ — ſchaͤtzung oder Ventilation, (2) Man nennt einen Titel oder Aet exeeutoriſch (der Vollziehung faͤhig), wenn er in gehoͤriger oͤffentlicher Form ausgefertigt iſt, wie Urteile und Notarialacte. Die ſchnelle Vollziehung, die der⸗ gleichen Aete nach ſich ziehen, wird execution Po- ree genannt. — — 780⁰— daß die Schuld ſicher und klar oder liquid ſey. Beſteht die Schuld in nicht klaren Sorten; ſo iſt die Verfolgung guͤltig, aber der Zuſchlag kann nicht geſchehen, als nach der Liquidation. 2214. Derjenige, dem ein Titel, worauf Voll⸗ ziehung ſteht, abgetreten iſt, kann keine gezwunge⸗ ne Ausweiſung nachſuchen, bevor er dem Schuld⸗ ner den Uebertrag hat inſinuiren laſſen. 2215. Die Verfolgung auf Ausweiſung kann angehoben werden kraft eines proviſoriſchen oder endlichen Urteils, welches vor der Hand vollzie⸗ hungsfaͤhig iſt, ungeachtet der Berufung; aber der Zuſchlag kann nicht geſchehen, als nach einem end⸗ lichen in letzter Inſtanz ergangenen, oder in Rechts⸗ kraft erwachſenen, Urteil. Waͤhrend der Zeit, wo Einſpruch gegen ein im Ausbleibungsfalle erlaſſenes Urteil eingelegt werden kann, iſt keine Verfolgung auf Ausweiſung kraft eines ſolchen Urteils zulaͤſſig. 2216. Unter dem Vorwande, daß der Glaͤu⸗ biger die Verfolgung angefangen habe fuͤr eine ſtaͤrkere Summe als diejenige, die er zu fodern hat, kann dieſelbe nicht fuͤr unguͤltig erklaͤrt wer⸗ den. 2217. Jeder Verfolgung auf Ausweiſung aus unbeweglichen Guͤtern muß ein Aufgebot zu beza⸗ d botht öitkeiben echuldner tanitteſt Die d un der! de Geiich 3 Don der des! 4018. hräſes vor dabei zu vag vol, lle the 1 aren Sem. de aſt böguhdinn dir dn ann keide ge dor er den e in laſſe. if Jusviſe prooſſrit der J n erufunr 3 als Naj ar tgen,oüerudt . ⸗ d bai d 4 7„, 9 zen heht ſte die er iu guͤlng ulttn ſ Tusweieſ Juigebot — 78¹— len vorhergehen. Dieſes Aufgebot geſchieht auf Betreiben und Erſuchen des Glaͤubigers, dem Schuldner in Perſon, oder an ſeinem Wohnort, vermittelſt eines Gerichtsboten. Die Formen des Aufgebotes, ſo wie die For⸗ men der Verfolgung auf Ausweiſung, werden in der Gerichtsordnung regulirt.- Zweites Capitel. Von der Ordnung und der Austheilung des Preiſes unter die Gläubiger. 2218. Die Ordnung und Austheilung des Preiſes von unbeweglichen Guͤtern, ſo wie die Art, dabei zu verfahren, kommen in der Gerichtsord⸗ nung vor.. X —”,G—— Zwanzigſter Titel. Von der Verjaͤhrung(1). Erſtes Capirel. Allgemeine Verfuͤgungen. 2219. D. Verjaͤhrung iſt ein Mittel, zu er⸗ werben, oder ſich zu befreien, durch den Verlauf einer gewiſſen Zeit, und unter den vom Geſetze be⸗ ſtimmten Bedingungen. 2220. Man kann zum Voraus nicht auf die Verjaͤhrung Verzicht leiſten: man kann einer be⸗ reits erworbenen Verjaͤhrung entſagen. 2221. Die Verjichtleiſtung auf Verjaͤhrung iſt entweder ausdruͤcklich oder ſtillſchweigend. Letz⸗ (1) Geſetz vom 24. Ventoſe 12. J., promulgirt den 4. Germinal. tn iſt dung, we te voral 2222 auch eine 2225 Antswege Vaſährur 224 ſchen der hin er wi Josgenon nuten laf Jejährun hade. 205 die ein eworben ſhon der Baab, beht ſod, 222) bewende taworſen atgegen 1 pitel fägunga if er Tia durc dab den bon diß ppreus ittt nan famn in utſegen. ig auf dih filſuigr 1 3, mes tere iſt eine nothwendige Folge aus einer Hand⸗ lung, welche die Hingebung des erworbenen Rech⸗ tes vorausſetzt. 2222. Wer nicht faͤhig iſt zu veraͤuſſern, kann auch einer erworbenen Verjaͤhrung nicht entſagen. 2223. Es iſt den Richtern nicht erlaubt, von Amtswegen das Rechtsmittel zu erſetzen, ſo die Verjaͤhrung giebt.— 2224. Man kann die Verjaͤhrung entgegen ſetzen, der Rechtshandel mag gediehen ſeyn, wo⸗ hin er will, ſelbſt noch vor dem Berufungsgerichte. Ausgenommen iſt der Fall, wo die Umſtaͤnde ver⸗ muten laſſen, daß der Theil, der die Einrede der Verjaͤhrung nicht entgegengeſetzt hat, ihr entſagt habe. 2225. Glaͤubiger und alle andere Perſonen, die ein Intereſſe dabei haben, daß die Verjaͤhrung erworben ſey, koͤnnen dieſelbe entgegen ſetzen, ob⸗ ſchon der Schuldner oder Eigentuͤmer ihr entſagt. 2226. Sachen die nicht im gemeinen Ver⸗ kehr ſind, kann man nicht verjaͤhren. 2227. Der Staat, oͤffentliche Anſtalten und Gemeinden ſind den naͤmlichen Verjaͤhrungen un⸗ terworfen, wie Private, und koͤnnen ſie eben ſo entgegen ſetzen. 4 4 8 Zweites Eapitel. Vom Beſitze. 2228. Beſitz iſt das Inhaben oder der Ge⸗ nuß einer Sache oder eines Rechtes, die oder das wir inne haben oder ausuͤben, entweder in eigener Perſon, oder durch einen andern, der ſie inne hat oder daſſelbe ausuͤbt in unſerm Namen. 2229. Um verjäahren zu koͤnnen, wird ein ununterbrochener, ungeſtöorter, öͤſſentlicher und un⸗ zweideutiger Beſitz erfodert, ein 4 Beſitz als Eigen⸗ tuͤmer. 2230. Es wird allezeit vermutet, daß man fuͤr ſich und als Eigentuͤmer beſitze, ſo lange nicht bewieſen wird, daß man fuͤr einen andern zu be⸗ ſitzen angefangen habe. 2231. Hat man einmal angefangen, fuͤr einen an⸗ dern zu beſitzen; ſo wird vermutet, daß man im⸗ mer unter dem naͤmlichen Titel beſitze, wenn has Gegentheil nicht bewieſen wird. 225a. Blos willkuͤhrliche Handlungen, und Handlungen der bloſen Duldung, loͤnnen nie ei⸗ nen Beſitz, noch eine Verjaͤhrung gruͤnden. 2233. Auch Handlungen der Gewaltthaͤtigkeit koͤnnen keinen Beſitz gruͤnden, der eine Verjaͤhrung bewirkt. Del bewaltt 225 in borig daß er Das Ge 2255 hen kar ſt des ohne Un Eelle tr Namen, Pon de 202 dejjähre 8 und a dergän derſähr — 9) pitan t ben tie a üker, N 6 enmeötra n der ſei u 1' Naner n. önnn, din ,n; ſentliche w ngen ſirtenn tet, daj nn. 4 „ r zeüte, da andlungn lna! grinde 1al4 Gewete P Aa 2e —— — — 78⁵— Der nuͤtzliche Beſitz faͤngt erſt da an, wo die Gewaltthaͤtigkeit aufhoͤrt. 223 4. Beweiſet der wirkliche Beſitzer, daß er in vorigen Zeiten beſeſſen habe; ſo wird vermutet, daß er auch in der Zwiſchenzeit beſeſſen habe. Das Gegentheil kann aber bewieſen werden. 2235. Um die Verjaͤhrung vollſtaͤndig zu ma⸗ chen, kann man zu ſeinem eigenen Beſitze den Be⸗ ſitz desjenigen ſetzen, in deſſen Stelle man tritt, ohne Unterſchied, auf welche Art man in ſeine Stelle tritt, ob unter allgemeinem oder beſonderm Namen, auf wohlthaͤtige oder laͤſtige Art. Drittes Capitel. Von den Urſachen, welche die Verjaͤhrung hindern. 2236. Wer fuͤr einen andern beſitzt, kann nie verjaͤhren, ſein Beſitz mag noch ſo lang dauern. So koͤnnen Pachter, Verwahrer, Nutznieſſer, und alle, die die Sache des Eigentuͤmers blos verguͤnſtigungsweiſe(1) inne haben, dieſelbe nicht verjaͤhren. (1) Précairement. Precarium oder Vergun⸗ ſtigung heiſt in den Rechten der Gebrauch einer Sache oder eines Rechtes, der einem andern auf 51 1 — 786— 2237. Auch die Erben von denjenigen, die eine Sache unter irgend einem im vorhergehenden Artikel beſchriebenen Titel inne hatten, koͤnnen ſie nicht verjaͤhren. 2938. Jedoch koͤnnen die in den Art. 2236 und 2257 bemerkten Perſonen verjaͤhren, wenn ihr Beſitztitel eine Aenderung erleidet, entweder durch eine Urſache, die von irgend einem Dritten her⸗ ruͤhrt, oder durch den Widerſpruch, den ſie dem Rechte des Eigentuͤmers entgegen geſetzt haben. 2239. Iſt die Sache von den Pachtern, Ver⸗ wahrern, und ſonſtigen blos verguͤnſtigten Inha⸗ bern auf einen Dritten gekommen, und zwar durch einen Titel, der das Eigentum uͤbertraͤgt; ſo kann dieſer Dritte ſie verjaͤhren. 2240. Gegen ſeinen eigenen Titel kann man nicht verjaͤhren, in dem Sinne naͤmlich, daß man ſich fuͤr ſich ſelbſt die Urſache und den Grund ſei⸗ nes Beſitzes nicht aͤndern kann. 2241. Man kann aber gegen ſeinen Titel in dem Sinne verjaͤhren, daß man durch die Verjaͤh⸗ rung die Befreiung von einer uͤbernommenen Ver⸗ biudlichkeit erwirkt. ſein Anſuchen ſo lange verwilligt wird, als es dem Geber beliebt. Auch das Geſchaͤft, ſo auf dieſe Art zwiſchen beiden Theilen vorgeht, heiſt Precarium oder Verguͤnſtigung. 7 Von Don d 429 derden, lche At. 2ℳ;5 ſt borha zähr hit iſ ahne Eomtim 24 lute ein: ſe deme dem wil, di Unte 2945 ds Fhie un dem un nct itt dan — 787— 1 dagin in venaa Vierte„ Caylrel. attn ian, ſem in Von den Urſachen, welche den Lauf der . Verjaͤhrung unterbrechen oder f j dn s aufſchieben. dejähm ̃e. det, utwehn Erſter Abſchnitt. einem dum Von den Urſachen, welche die Verjaͤh rung pruth, na. unterbrechen. en geſttt ſu.. gätti 2242. Die Verjaͤhrung kann unterbrochen dar ſita werden, entweder auf natuͤrliche, oder auf buͤrger⸗ liche Art. dergünſige— ch 4 B 2243. Eine unterbrechung auf natuͤrliche Art Iberteit, iſt vorhanden, wenn der Beſitzer laͤnger als ein Jahr hindurch des Genuſſes der Sache beraubt iſt, ohne Unterſchied, ob die Beraubung vom alten gen dülar 3 3 1 Eigentuͤmer, oder ſelbſt von einem dritten herruͤhrt. näui, d und du dn— 2244. Eine gerichtliche Ladung, ein Aufge⸗ bot, ein Arreſtſchlag oder Guͤtergreifung, wenn man zan ſieut ſie demjenigen, den man an der Verjaͤhrung hin⸗ u dud dern will, inſinuirt oder bekannt macht, bewirken iierueun! die Unterbrechung auf buͤrgerliche Art. 2245. Eine Ladung vor das Vergleichsbureau un ddes Friedensrichters unterbricht die Verjaͤhrung mmilh n von dem Datum ihres Tages an, wenn eine in 9 ds den rechtlichen Friſten gegebene fadung vor Ge⸗ iga richt darauf folgt. 51* — 788— 2246. Selbſt eine gerichtliche Ladung vor ei⸗ nem nicht geeigneten Richter unterbricht die Ver⸗ jaͤhrung. 2247. Wenn die Ladung der Form nach nich⸗ tig iſt, Wenn der Klaͤger von ſeiner Klage abſteht, Wenn er ſeine Klage in der vom Geſetze be⸗ ſtimmten Zeit nicht fortſetzt, und mithin die In⸗ ſtanz erloͤſchen oder untergehen laͤſt(1), Oder wenn er mit ſeiner Klage abgewieſen wird; ſo iſt die Unterbrechung als nicht geſchehen anzuſehn. 22 48. Auch badurch wird die Verjaͤhrung unterbrochen, daß der Schuldner oder Beſitzer das Recht desjenigen, wogegen er verjaͤhrte, anerkennt. 2249. Iſt es einer von mehrern ſolidariſchen Schuldnern, der gemaͤs den obigen Artikeln ange⸗ ſprochen wird, oder anerkennt; ſo wird dadurch die Verjaͤhrung unterbrochen gegen die ubrigen, und ſelbſt gegen ihre Erben. Wird aber ein Erbe des ſolidariſchen Schuld⸗ (1) S'il laisse périmer'instance. nets ſer Er teebrich auf di ewwa daß di d tetbrich gzan Ri Eihe he Un hen in vid er belſob don al 22 ſhulde bicht Don de ners anf ſolche Art angeſprochen, oder erkennt die⸗ ſer Erbe die Schuld oder das Recht an; ſo un⸗ b terbricht dies die Verjaͤhrung nicht in Ruͤckſicht auf die uͤbrigen Miterben, obſchon die Foderung etwa hypothecariſch waͤre, vorausgeſetzt jedoch, daß die Verbindlichkeit nicht untheilbar iſt. Dieſe Anſprache oder dieſe Anerkennung un⸗ a terbricht die Verjaͤhrung in Ruͤckſicht auf die uͤbri⸗ gen Miterben nur fuͤr den Auntheil, wofuͤr dieſer Erbe haftet. Um die Verjaͤhrung fuͤr's Ganze zu unterbre⸗ 1 chen in Ruͤckſicht auf die uͤbrigen Miterben zugleich, wird erfodert, daß die Anſprache allen Erben des verſtorbenen Schuldners, oder die Anerkennung von allen dieſen Erben geſchehen ſey. 2250. Eine ſolche Anſprache, die dem Haupt⸗ ſchuldner geſchieht, oder ſeine Anerkennung, unter⸗ bricht die Verjaͤhrung gegen den Buͤrgen. Zweiter Abſchnitt. Von den urſachen, welche den Lauf der Verjaͤh⸗ rung aufſchieben. 2251. Die Verjaͤhrung laͤuft gegen Perſonen jeder Art ohne Unterſchied, wenn nicht das Geſetz ihnen irgend eine Ausnahme geſtattet. ,a5a. Sie laͤuft nicht nicht gegen Minder. 4. — 790— jährige und Unterſagte, ausgenommen in den Faͤl⸗ len des Art. 2278, und in allen uͤbrigen Faͤllen, welche das Geſetz ausdruͤcklich ausnimmt. 2253. Sie laͤuft nicht unter Eheleuten. 2254. Die Verjaͤhrung laͤuft gegen verheira⸗ thete Weiber, obſchon ſie weder durch richterlichen 3 Spruch noch durch den Ehecontract in Guͤtertrene Bedin⸗ nung leben, in Ruͤckſicht auf die Guͤter, deren Ver⸗ waltung der Mann hat, wogegen ihr aber ihr Erholungsrecht gegen denſelben bleibt. i di 2255. Jedoch laͤuft ſie nicht waͤhrend der Ehe) in Anſehung des unter das Brautſchatzverhaͤltnis efimr geſtellten Vermoͤgens, ſo der Mann veraͤuſſert hat, eſtie gemaͤs dem Art. 1561 unter dem Titel von dem Ehecontracte und den gegenſeitigen Rech⸗ 2 ten der Eheleute. Eüten — e 2256. Eben ſo iſt die Verjaͤhrung ſtehender Ehe aufgeſchoben, 6 ſchon iſtens. In dem Falle, wo die Frau irgend eine Klage nicht eher anheben koͤnnte, als 1 nachdem ſie gewaͤhlt hat, ob ſie naͤmlich nat, die Gemeinſchaft annehmen, oder ihr ent⸗ rab ſagen wolle; atens. In dem Falle, wo der Mann, wenn her ein der Frau eigenes Gut ohne ihre — 79— Einwilligung verkauft hat, dieſen Verkauf verbuͤrgen muß, und in allen andern Faͤl⸗ len, wo die Klage der Frau auf den Mann zuruͤckfallen wuͤrde. 2257. Die Verjaͤhrung laͤuft nicht, In Anſehung einer Foderung, die von einer Bedingung abhaͤngt, bis die Bedingung eintrift; In Anſehung der Klage auf Gewaͤhrsleiſtung, bis die Eviction vorhanden iſt;— In Anſehung einer Foderung, die an einem beſtimmten Tage faͤllig wird, bis der beſtimmte Tag erſchienen iſt. 2258. Die Verfaͤhrung laͤuft nicht gegen den Erben mit Vorbehalt, in Anſehung ſolcher Fode⸗ rungen, die er gegen die Erbſchaft hat. Sie laͤuft gegen einen erbloſen Nachlas, ob⸗ ſchon demſelben kein Curator beſtellt iſt. 2259. Auch laͤuft ſie waͤhrend der drei Mo⸗ nate, um ein Inventarium zu machen, und waͤh⸗ rend der vierzig Tage, um zu uͤberlegen. — 792 Fuͤnftes Capitel. Von der zur Verjaͤhrung erfoderlichen Zeit. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfuͤgungen. 2260.„Man zaͤhlt die Verjaͤhrung nach Ta⸗ gen, und nicht nach Stunden. Sie iſt erworben, ſo bald der letzte Tag der erfoderlichen Zeit voll iſt. 2261. Bei Verjaͤhrungen, die in einer gewiſ⸗ ſen Zahl von Tagen vollendet werden, ſind die Er⸗ gaͤnzungstage mit zu zaͤlen. Bei Verjaͤhrungen aber, welche man nach Mo⸗ naten zaͤhlt, werden die Ergaͤnzungstage zum Mo⸗ nat Fructidor gerechnet. Zweiter Abſchnitt. Von der dreifſigjaͤhrigen Verjaͤhrung. 2262. Alle Klagen, ſowohl dingliche als per⸗ ſoͤnliche, werden durch dreiſſig Jahre verjaͤhrt, und derjenige, der ſich mit dieſer Verjaͤhrung ſchuͤtzt, braucht keinen Titel daruͤber nachzuweiſen, ſo we⸗ nig als man ihm dagegen die Einrede der Unred⸗ lichkeit machen kann. 2265. Acht und zwanzig Jahre von dem Da⸗ kum der letzten Urkunde oder des letzten Titels, kann der Schuldner einer Rente gezwungen wer⸗ ⁴ 11 19 ei ma zaan dean iut hw. i — — ——— den, ſeinem Glaͤubiger, oder denen, die in ſein Recht treten, eine neue Urkunde auf ſeine, des Schuldners, Koſten auszuſtellen. 2264. Die Verjaͤhrungsregeln in Ruckſicht auf andere Gegenſtaͤnde, als die, welche im gegen⸗ waͤrtigen Titel bemeldet werden, kommen in den ſie betreffenden Titeln vor. Dritter Abſchnitt. Von der zehn⸗ und zwanzigjaͤhrigen Ver⸗ jaͤhrung. 2265. Wer ein unbewegliches Gut redlich und vermoͤge eines rechtmaͤſſigen Titels an ſich bringt, verjaͤhrt das Eigentum in zehn Jahren, wenn der wahre Eigentuͤmer in dem Bezirke des Appellationsgerichts wohnt, worin das Gut liegt; und in zwanzig Jahren, wenn er auſſerhalb deſſel⸗ ben wohnt. 2266. Wenn der wahre Eigentuͤmer ſeinen Wohnort zu verſchiedenen Zeiten bald in dem Be⸗ zirke, bald auſſerhalb deſſelben, gehabt hat; ſo muß man, um die Verjaͤhrung vollſtaͤndig zu ma⸗ chen, zu dem, was an den zehn Jahren der Ge⸗ genwart fehlt, eben ſo viel doppelte Jahre der Abweſenheit ſetzen, als Jahre fehlen, um auf die⸗ ſe Art die zehn Jahre der Gegenwart vollſtaͤndig zu machen. 2267. Ein Ditel, der wegen eines Mangels der Form nichtig iſt, kann der zehn⸗ und zwan⸗ — 794— zigjaͤhrigen Verjaͤhrung nicht zum Grunde die⸗ nen.. 1 2268. Die Redlichkeit, oder der gute Glau⸗ ben, wird allezeit vermutet, und wer die Unredlich⸗ keit vorſchuͤtzt, muß ſie beweiſen. 2269. Es iſt genug, wenn die Redlichkeit im Augenblicke der Erwerbung vorhanden war. 2270. Nach zehn Jahren haften Baumeiſter und Unternehmer nicht mehr fuͤr Werke im Groſ⸗ ſen, die ſie gemacht oder dirigirt haben. Wierder Abſchnitt. Von einigen beſondern Verjaͤhrungen. 2271. Die Klagen der Meiſter und Unter⸗ richtgeber in Kuͤnſten und Wiſſenſchaften, fuͤr die Stunden, die ſie Monatweiſe geben; Die Klagen der Wirthe und Gaſtgeber, in An⸗ ſehung der Beherbergung und gereichten Koſt. Jene der Handwerker und Arbeitsleute, in An⸗ ſehung ihres Taglohns, ihrer Lieferungen und Be⸗ zalung, werden in ſechs Monaten verjaͤhrt. 2272. Die Klagen folgender Perſonen werden in einem Jahre verjaͤhrt: dahin gehoͤren, Aerzte, Wundaͤrzte und Apotheker fuͤr ihre Beſuche, Operationen und Arzneimittel; Gerichtsboten, fuͤr Beſoldung der Acte, die ſie inſinurren, und die Auftraͤge, die ſie verrichten; ..— 795— äen Kaufleute, fuͤr Waaren, die he an Privake ver⸗ kaufen, die nicht Kaufleute ſind; a Koſtherren, fuͤr das Koſtgeld ihrer Eleven; dielan und ſonſtige Meiſter, fuͤr das Lehrgeld; Hausbediente, die ſich auf ein Jahr verdin⸗ kdlthan gen, fuͤr Bezalung ihres Lohns. 4* 2275. Klagen, welche den Avoues zuſtehen duri fuͤr Bezalung ihrer Bemuͤhungen und Koſten, wer⸗ den verjaͤhrt in zwei Jahren, welche anfangen von der Aburteilung der Rechtshaͤndel, von dem Ver⸗ gleiche der Theile, oder von der Zeit, wo man ih⸗ nen ihren Auftrag abnimmt. Was die nicht be⸗ endigten Sachen betrift, ſo haben dieſelben keine Klagen fuͤr Koſten und Bemuͤhungen, wenn ſie aͤl⸗ ter als fuͤnf Jahre ſind. 2274. Die Verjaͤhrung iſt in obigen Faͤllen vorhanden, obſchon man mit den Lieferungen, Dienſten oder Arbeiten fortgefahren hat. Sie hoͤrt erſt alsdenn auf zu laufen, wenn eine Rechnung abgeſchloſſen worden, wenn ein Zet⸗ tel oder eine Obligation gemacht iſt, oder eine ge⸗ „richtliche, nicht untergegangene oder liegen geblie⸗ bene, Ladung. eun 1 „ 2275. Jedoch koͤnnen jene Perſonen, wogegen rit obige Verjaͤhrungen laufen, deujenigen, die ſie ih⸗ . nen entgegen ſetzen, den Eid zuſchieben, damit ſie ani ſich eidlich erklaͤren, ob die Sache wieiiſch Bazals worden ſey. = 796— Auch kann man den Eid zuſchieben den Wit⸗ wen und Erben, oder den Vormuͤndern von letz⸗ tern, wenn ſie minderjaͤhrig ſind, um ſich zu er⸗ klaͤren, ob ſie nicht wiſſen, daß die Sache noch ſchuldig ſey. 2276. Richter und Avoues haften nicht mehr fuͤr Schriften fuͤnf Jahre nach Aburteilung der Prozeſſe. Zwei Jahre nach Vollziehung des Auftrags, oder nach der Inſinuation der Acten, die man ih⸗ nen zugeſtellt hatte, haften die Gerichtsboten eben⸗ falls nicht mehr dafuͤr. 1,₰677. Ruͤckſtande von ewigen Renten, und von Leibrenten, Ruͤckſtaͤnde von Nahrungsgehaͤltern; Hausmiethzins und Pachtzins; Zinſen von dargeliehenen Summen, und uͤber⸗ haupt alles, was nach Jahren, oder zu gewiſſen regelmaͤſſig wiederkommenden noch kuͤrzern Zeiten, zalbar iſt, Werden in fuͤnf Jahren verjaͤhrt. 2278. Die Verjaͤhrungen, wovon in den Ar⸗ tikeln des gegenwaͤrtigen Abſchnittes die Rede iſt, laufen gegen Minderjaͤhrige und Unterſagte, mit Vorbehalt ihrer Erholung gegen ihre Vormunder. 2279. So oft es auf blos bewegliche Guͤter ankoͤmmt, iſt der Beſitz ſo gut, wie ein Titel. — 797— Wer indeſſen eine Sache verloren hat, oder wem eine Sache geſtolen warden, der kann ſie in drei Jahren, von dem Tage des Verluſtes oder Diebſtals angerechnet, gegen denjenigen, in deſſen Haͤnden ſie ſich befindet, wieder fodern. Letzterer hat aber alsdenn ſeine Erholung gegen den, wo⸗ von er ſie hat. 2280. Hat der gegenwaͤrtige Beſitzer der ge⸗ ſtolenen oder verlornen Sache dieſelbe auf einem Markte oder auf einer Meſſe gekauft, oder bei ei⸗ vem oͤffentlichen Verkaufe, oder von einem Kauf⸗ mann, der ſich mit dem Verkaufe von dergleichen Sachen abgiebt; ſo kann der urſpruͤngliche Eigen⸗ tuͤmer ſie nicht wieder ſodern, als gegen Erlegung des Preiſes, den ſie gekoſtet hat, an den Beſitzer. 2281. Verjaͤhrungen, welche zur Zeit der Ver⸗ kuͤndigung des gegenwaͤrtigen Titels angefangen waren, reguliren ſich nach den alten Geſetzen. Iſt indeſſen die Rede von ſolchen Verjaͤhrun⸗ gen, welche zur eben gedachten Zeit angefangen waren, und wozu nach den alten Geſetzen noch dreiſſig Jahre von eben dieſer Epoche angerechnet, gehoͤrten; ſo werden auch dieſe durch dieſen Ver⸗ lauf von dreiſſig Jahren vollendet. Geſetz, 3 die Vereinigung der buͤrgerlichen Geſetze in ein einziges Ganze, unter dem Titel: Buͤr⸗ gerliches Geſetzbuch der Franzoſen, betreffend. Vom 30. Ventoſe 12. J. pro⸗ mulgirt den 10. Germinal darauf. 8 ——y— Art. 1. Farnende Geſetze ſollen in ein einzi⸗ ges Ganze, unter dem Titel: Buͤrberliches Ge⸗ ſetzbuch der Franzoſen, voereinigt werden, naͤmlich: iſtens. Das Geſetz vom 14. Ventoſe 12. J. Ueber die Bekanntmachung, die Wirkun⸗ gen und die Anwendung der Geſetze uͤber⸗ haupt, u. ſ. w.(1). 2. Die ſechs Artikel, woraus das Geſetz vom 21. dieſes Monates beſteht, die ehrerbietige Anfra⸗ ge betreffend, welche den Kindern gegen ihre El⸗ tern und Groseltern obliegt in den Faͤllen, wo ſie vorgeſchrieben iſt, ſollen unter dem Titel von der Ehe eingeſchaltet werden nach dem Artikel, der jetzt mit Nro. 151 bezeichnet iſt(2). weil die darin vorgeſchriebene Ordnung gerade die iſt, welche in dieſer neberſetzung beobachtet worden. (2) Es ſind die Art. 152, 153, 154, 155, 156 u. 157. (i Ich habe dieſen Artikel nicht ganz hieher geſetzt, Di eih 1 19 4 a geh rün u n tih K zer e enü fet denh 6 4 — 799— 3. Unter dem Titel von der Eintheilung der Sachen oder Guͤter, nach dem Artikel, der gegenwaͤrtig der 529. iſt, ſoll kolgende Verfuͤgung eingeſchaltet werden: Jede ewige Rente, u. ſ. w. 4. Das buͤrgerliche Geſetzbuch ſoll eingetheilt werden in ein n vorlaͤufigen Titel, oder Einleitung, und in drei Buͤcher, u. ſ. w. 5. Alle Artikel des buͤrgerlichen Geſetzbuches ſollen eine fortlaufende Paragraphenzahl haben. 6. Ungeachtet der Verfuͤgung des erſten Ar⸗ tikels hieroben, hat jedes darin bemeldete Geſetz ſeinen Vollzug und ſeine verbindende Kraft von dem Tage an, wo es ſie vermoͤge ſeiner eigenen Promulgation haben muſte. 7. Von dem Tage an, wo dieſe Geſetze ver⸗ bindlich und vollziehbar ſind, hoͤren die roͤmiſchen Geſetze, Ordonnanz en, allgemeine und oͤrtliche Ge⸗ wohnheitsrechte, Statuten und Verordnungen auf, die Kraft allgemeiner oder beſonderer Geſetze zu haben in allen Materien, welche beſagte Geſetze gegenwaͤrtigen Geſetzbuches zum Gegenſtande haben. Ende. *„ à. Noͤthige Verbeſſerungen. Die Anmerkung zum Art. 152, Seite 57, muß alſo lauten:„Dieſer Artikel bildet mit den fuͤnf folgenden ein eigenes Geſetz, welches den 21. Ventoſe 12. Jahrs ange⸗ nommen, und den 1. Germinal 12. Jahrs promulgirt wor⸗ den iſt.“ 1 Den Art. 158, Seite 59, leſe man alſo:„Die Ver⸗ fuͤgungen der Art. 148 und 149 ſind auch auf die natuͤrli⸗ chen Kinder anwendbar, wenn ſie geſetzlich anerkannt ſind. Nicht weniger ſind alsdenn anf ſie anwendbar die Verfuͤ⸗ gungen der Art. 151, 152, 153, 154 und 155 ruckſichtlich der ehrerbietigen Anfrage, welche den Kindern in den da⸗ rin beſtimmten Faͤllen gegen ihre Eltern obliegt.“ 1 * 1 * * 8 A lts Beu. ,ch, Leu, 8 9 aln eenenanagg hn ,reTe L79” Guhianan 111aega’gh MAongAannang 1' t nnſn 1 dnhne n Oem 1 2 3 3 5 6 7 8 9 10 4 12 8 Coſour& Grey Control Chart ae Blue CQyan Green Vellow Heod Magenta Wnite Grey ¹(Grey? Grey 3 Grey 4 Black