— ———— — Geſetzbuch N a y„ 1 5 nach dem officiellen Terte Herry Dane, General⸗Advocaten bey dem Caſſations⸗Hofe in Paris. . Vierte verbeſſerte und vermehrte Auflage, (welcher alle Geſetze, kaiſerliche Deerete, Gutachten des Staats⸗ Raths und Inſtruetionen des Groß⸗Richters, Juſtitz⸗Miniſters, wodurch mehrere Verfuͤgungen des Geſetzbuches Napoleons näher beſtimmt und erläutert werden, ſo wie das kaiſerl. Deeret, die Juden betreffend, beygefügt ſind.) 5 1„ bey der Keiliſchen Buchhandlung 1812. Gegenüberſtehender Nota für den Buchbinder. 7 —————— Beſchluß in fran. und dfutſcher Spracht — ————— 6 ———— — Etrait de Tarrete concernant les traductions allemandes des Codes et les notes Jointes.„ Au nom de Sa Mojeste JEmpereur des frangais ete. La Gommission du Gouvernement ete. ⸗ Arréte ce qui suit: Anr 1. Sont approuvés les traductions allemandes ci- après mentionnées lesquelles ont été indiquées par la commission„ comme méritant d'étre adoptées préférablement à toutes autres: 1) La traduction du code Napolson rédigée par le Sieur Godeffroy Daniels, avocat-général à la cour de cassation, troisième édition in-80 imprimée à Cologne, chez le libraire Keil, en 1810, à laquelle traduction sont jointes les lois, décrets, avis du conseil d'état, eireulaires du grand-juge, relatifs au dit code. 3) La traduction du sode de commerce, rédigée par le dit Sieur Paniels, seconde édition in-39 imprimée à Gologne, chez le libraire Keil en 1310, à la quelle sont jointes les lois, décrets et avis du eonseil d'stat, relatifs au dit code. 4) La traduction du code d'instruetion eriminelle, rédigée par le Sieur Paniels, édition in 80 imprimée à Gologne chez le libraire Keil, en 1811, avec un supplément, contenant les lois et décrets relatifs à la méme matière- 5) La traduction du code pénal, rédigée par ley Sieur Güil- laume Blanchard, President du tribunal de premiore instance de Cologne, imprimée à la suite de la traduction sus-enenese du code d'instruction crimineile. ARx. 2. Les notes en langue allemande arrétées par les com- missaires, pour rectifier ou expliquer la traduetion de quelques articles de chacun des codes, scront imprimées dans le méme for- mat, pour étre distribuées avec les codes, auxquels elles appar- tiennent. Anr. 4. Il sera mis à la disposition de la commission eing cents exemplaires des dites traduetions et notes, ponr étre distribues aux autorités judiciaires et administratives, en méme tems que devra le terte frangais des dits codes, lequel sera toujours le seul officiel. Donné au Palais du Gouyernement, à Hambourg, le 9 avrit 1311. Sien⸗ Te Maréchal Prince d Eckmihl. Par le Gouverneur général: LAuditeur du conseil d'état, secrétaire général de la commssion, Petit de Beauverger. Le présent arrété fut approuvé par Iart. 145 du déoret impẽérial du 4 juillet 1811. 5 33 * 8 Auszug aus dem Beſchluſſe betreffend die deutſchen Ueber⸗ ungen der Geſetzbuͤcher und der ihnen beygefuͤgten An⸗ erkungen. Im Nahmen Sr. Maj. des Kaiſers der Franzoſen?c. Die Regieruhgs Commiſſion ꝛc. Beſchließt folgendes: Art. 1. Die nachgehends genannten deutſchen Ueberſetzungen, denen von der... Commiſſion das Verdienſt vorzngsweiſe vor allen andern angenommen zu werden, zuerkannt worden, ünd beſtätiget. 1) Die Ueberſetzung des Code Napoléon, abgefaßt von Hn. Gottfried Daniels, General⸗Advveat beym Caſſations⸗Hofe; dritte Auflage in s*, Coͤln 1810, in der Keilſchen Buchhandlung bey welcher Ueberſetzung ſich auch die Geſetze, Deerete, Gutachten des Staats⸗Raths und Cireulare des Groß⸗Richters, die Beiug auf das beſagte Geſetzbuch haben, beſinden. 3) Die ueberſetzung des Code de Commerce, von genanntem Hn Danuiels abgefaßt; zweyte Auflage in 8* gedruckt zu Cöln in der Keilſchen Buchhandlung, 1810; wobey ſich die Geſetze, Deerete und Gutachten des Staats⸗Raths, die Bezug auf beſagtes Geſetzbuch haben, befinden. 4 Die ueberſetzung des Code d'instruetion eriminelle, abgefaßt „on demſelben Hn. Daniels, Ausgabe in 8e, 18117 gedruckt zu Coln in der Keiiſchen Buchhandlung mit einem Anhange, der die Geſetze und Zeerete euthält, die ſich auf denſelben Gegenſtand beziehen. 5) Die Ueberſetzung des Code pénal, abgefaßt von Hn. Wilhelm Blanchard, Präſident des Tribunals erſter Inſtanz in Cöln, die ſich als Anhang zu der oben genannten Ueberſetzung des Code d'instruc- tion eriminelle ahgedruckt befindet. Art. 2. Die Anmerkungen in deutſcher Sprache, welche von den Commiſſarien zur Verbeſſerung oder Erklärung einiger Artikel von jedem der Geſetzbuͤcher beſchloſſen worden, ſollen in demſelben Format gedruckt werden, um mit den Geſetzbuͤchern, wozu ſie gehören, ausgetheilt zu werden. Art 4. Es ſollen fünf hundert Exemplare von den erwähnten Ueberſetzungen und Anmerkungen der Regierungs⸗Commiſſion zur Verfügung übergeben werden, um ſie zur nehmlichen Zeit an die richrerlichen und adminiſtrativen Autvritäten zu vertheilen, wo die Vertheilung des franz. Dextes der geſagten Geſetzbuͤcher geſchehen wird, welcher letztere immer als allein officiel aniuſehen iſt. Gegeben im Pallaſt der Regierung Hamburg den 9. April 1811. unterz. Der Marſchall, Prinz von Eckmuͤhl. Fuͤr den General⸗Gouverneur: Der Auditeur des Staats⸗Raths General⸗Seeretair der Commiſſivn⸗ Petit de Beauverger. Gegenwärtiger Beſchluß wurde durch den 145 Vit. des kaiſerl⸗ Deerets vom 4. Julius 1811 genchmiget. ⸗ ſ en et. n. tte bey es das en öln ze, ſtes faßt die hen. elm ſich ruc⸗ von tikel lben ſie nten it die o die then ühl. ſim ſſal. Geſetzbuch Napoleons. — Geſetzbuch Rapoleons. Praͤliminar⸗Titel. Von der Verkuͤndigung, den Wirkungen und der Anwendung der Geſetze im Allgemeinen. (Dteret. den 5. Maͤrz 1303. Promulg. den 15ten des nehml Monats.) Art. r. Die Geſetze ſind executoriſch(konnen vollzogen werden) auf dem ganzen Umfange des franzoͤſiſchen Gebiethes, kraft der Promulgation, die durch den Kaiſer geſchieht. Sie muͤſſen in jedem Theile des Reichs von dem Angen⸗ licke an vollzogen werden, da die Promulgation derſelben bekannt ſeyn kann. Die von dem Kaiſer geſchehene Promulgation wird als bekannt angenommen: in dem Departement der kaiſerlichen Reſidenz einen Tag nach derſelben; in einem jeden der uͤbri⸗ gen Departemente nach Verlauf derſelben Zeit, verlaͤngert um einen Tag fuͤr jede zehn Myriameter(ungefaͤhr zwanzig Stunden, lieues), welche der Hauptort des Departements von der Stadt entfernt liegt, worin die Promulgation geſche⸗ hen iſt.*) *) No 1. Artikel des Geſetzes vom z0 Ventos 12. J.(21. März 1pe4, promulgirt den 10. Germinal(31. Maͤrz), welche noch anwendbar ſind. Art. 1. Es ſollen unter dem Litel: Civil⸗Geſetzbuch der Fran⸗ zoſen(Geſetzbuch Napeleons) in eine und dieſelbe Sammluns fol⸗ gende Geſetze vereiniget werden, nehmlich ꝛe. 6. Der Verfügung des erſten Artikels ungehindert ſoll jedes pierin angeführte Geſetz von dem Tage an beobachtet werden, da es zu Fylge ſeiner beſendern Prrmulgation ſeine Vollſtreckuns erhalten mußte⸗ — heh Präliminar⸗Litel. Von der Verkändigung, den Wirkungen ꝛc. 3 2. Das Geſetz verfugt nur fuͤr die Zukunft; es hat keine zuruͤckwirkende Kraft. 7. Von dem Tage anzurechnen, da dieſe Geſetze exeeutoriſch ſind, haben die roͤmiſchen Geſetze, die Ordonnanzen, die allge⸗ meinen und die beſondern Loeal⸗Gewohnheiten, die Statuten und Verordnungen in den Materien, welche der Gegenſtand der beſag⸗ ten Geſetze ſind, woraus das gegenwärtige Geſetzbuch beſteht, als allgemeine oder als beſondere Geſetze keine verbindliche Kraft mehr. No. II. Gutachten des Staats⸗Raths über die Frage, von welchem Tage an die kaiſſerl. Deerete verbindliche Kraft haben, vom 12. Prairial 13. J.(1. Junius 1805), genehmiget vom Kaiſer den 23 Prairial(14. Junius 1305.) Der Staats⸗Rath, welcher ꝛe. den Vortrag der Geſetzge⸗ bungs⸗Seetion über die Frage angehört hat, von welchem Tage an die kaiſerl. Decrete verbindliche Kraft haben; In Erwägung, daß, da die Geſetzes⸗Vorſchläge und die Ver⸗ handlungen darüber öffentlich geſchehen, man in dem 1. Art. des Geſetzbuches Napoleons eine Friſt beſtimmen konnte, nach welcher die Geſetze nach und nach in jedem Departement verbindliche Kraft haben, weil die Promulgation dafelbſt fuͤr bekannt angenommen wird; Daß in Betreff der kaiſerl. Deerete nicht dieſelbe Vermuthung des Bekanntſeyns aufgeſtellt werden könne, weil ſie mit weniger Publicität vorbereitet und erlaſſen werden, und daß ſie in der That nicht in der Verfügung des r. Art. des Geſetzbuches begriffen worden ſind; Daß alſo, damit ſie verbindlich werden, eine wirkliche Kenntniß derſelben erfordert werd', welche aus ihrer Verkündigung, oder jeder andern Handlung, welche die nehmliche Wirkung hat, her⸗ vorgeht; Iſt der Meinung, daß die kaiſerl. Deerete, welche in das Geſetz⸗Bülletin eingerückt werden, zu Folge des r2. Art. des Geſetzes vom 12. Vendemiaire 4. J.(4. Detober 1795) in jedem Depar⸗ tement von dem Tage an verbindliche Kraft haben, an welchem dus Bülletin in dem Hauptorte vertheilt worden iſt, und jene, welche nicht in das Bülletin eingerückt werden, oder deren Titel bloß in demſelben angezeigt iſt, von dem Tage an, wo ſie den Perſonen, welche ſie betreffen, bekanunt gemacht worden ſind, die Bekanntmachung mag durch Verkuͤndigung, Anheftung, Inünuation oder Ueberſendung von den oͤffentlichen Beamten geſchehen ſeyn, 4 Präliminar⸗Titel. Von der PVerkündigung, den Wirkungen e⸗ 3. Die Polizey⸗ und Sicherheits⸗Geſetze verpflichten einen jeden, der auf dem Gebiethe wohnt. Die Rechte in Betreff der Immobilien, auch jene nicht ausgenommen, welche Ausländer beſitzen, richten ſich nach dem franzoͤſiſchen Geſetze. Die Geſetze, welche den(rechtlichen) Zuſtand und die (Rechts⸗) Faͤhigkeit der Perſonen betreffen, erſtrecken ſich auf die Franzoſen, wenn ſie gleich in fremden Laͤndern ſich aufhalten. 4. Der Richter, der unter dem Vorwande, daß das Geſetz den vorgetragenen Foll unberuͤhrt laſſe, daß es dunkel oder unzulaͤnglich ſey⸗ ein Urtheil zu ſprechen ſich weigert, xann als der Fuſtitz⸗Verſagung ſchuldig gerichtlich verfolgt werden.*) welche mit deren Vollziehung beauftragt ſind, und die Ueberſenduns gemacht oder befohlen haben. (Siehe den Regierungs⸗Beſchluß vom 27. Thermidor 11. J. (13. Auguſt 1803) über die Entfernung der Hauptorte der Depar⸗ temente von Paris, Geſetz⸗Bülletin Nro. 12.0 ) No UI. Geſetz vom 16. Sept. 1307 weiches den Fall beſtimmt, wo zwey Ausſprüche des Caſſations⸗Hofes die Auslegung eines Geſetzes nach ſich ziehen können. Art. 1. Eine authentiſche Auslegung eines Geſetzes hat Statt, wenn der Caſſations⸗Hof zwey bey einem Gerichtshoſe oder Unter⸗ gerichte in letzter Inſtani erlaſſene urtheile für nichtig erklaͤrt, welche in derſelben Streitſache, unter denſelben Parteyen ergangen ſind, und aus denſelben Gründen angefochten wurden. . Dieſe Auslegung geſchieht in der Form der Regierungs⸗ Verordnungen. z. Sie kann von dem Caſſations⸗Hofe vor Erlaſſung des zweyten urtheils verlangt werden. 4. Wird ſie nicht verlangt, ſo kann der Caſſations⸗Hof nur bey vereinigten Sectionen(in pleno) und unter dem Vorſitze des Groß⸗Richters das zweyte Urtheil erlaſſen. 5. In dem durch den vorhergehenden Artikel vorgeſehenen Falle muß die Auslegung von Rechts wegen geſchehen, wenn das dritts urtheil angefochten wird, und es wird verfuhren wie im a. Art⸗ geſagt iſt. ————— 1 n 1. Buch. I. Tit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte. §. Es iſt den Richtern verbothen, mittelſt einer allge⸗ meinen Verfuͤgung, die zur Vorſchrift dienen ſoll, die ihnen vorgelegten Rechtshaͤndel zu entſcheiden. 6. Durch Privat⸗Verträge kann man den Geſetzen, welche die Handhabung der dͤffentlichen Ordnung und die Erhaltung der guten Sitten zum Zweck haben, nicht derogiren,(ſie nicht abaͤndern.) e Erſtes Buch. Von den Perſonen. S ſ Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗ Rechte. (Deeret. den 1. März 1803. Promulg. den 1ten des nehml. Monats.) Erſtes Capitel. Von dem Genuſſe der Civil⸗Rechte. 7. De Ausuͤbung der Civil⸗Rechte iſt-von der Eigen⸗ ſchaft eines Staats⸗Buͤrgers unabhaͤngig. Letztere erwirbt und behaͤlt man nur nach der Vorſchrift des Geſetzes, welches die Staats⸗Verfaſſung beſtimmt.*) *) Mo. IV. Conſtitution vom Jahre s. Art. 2. Jeder, der in Frankreich geboren und wohnhaft iſt, wenn er nach zurückgelegtem 21. Jahre ſich in das Bürger⸗Regiſter ſeiner Gemeinde hat einſchreiben laſſen, und nachher ein Jahr lang auf dem Gebiethe des Reichs gewohnt hat, iſt franzöſiſcher Staatsbürger. z. Ein Fremder wird frantoͤſiſcher Staatsbürger, wenn er nach zurückgelegtem 21. Jahre ſeine Abſicht, ſich in Frankreich nieder⸗ zulaſſen, erklaͤrt hat, und zehn Jahre lang nacheinander daſelbſ wohnhaft geblieben iſ. 6 1. Buch. 1. Tit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte. g. Jeder Franzoſe ſoll der Civil⸗Rechte genießen. 9. Wer in Frankreich von einem Fremden geboren iſt, iſt berechtigt, in dem Jahre, welches auf den Zeitpunct ſeiner Volljaͤhrigkeit folgt, die rechtllche Eigenſchaft eines Franzoſen in Anſpruch zu nehmen; nur muß er alsdann, wenn er in Frankreich ſich aufhaͤlt, erklaͤren, daß er daſelbſt ſeinen Wohnſitz aufzuſchlagen gedenke, und wenn rr in einem fremden Lande ſich aufhält, das Verſprechen von ſich geben, daß er ſeinen Wohnſitz in Frankreich aufſchlagen will, und in einem Jahre nach gemachtem Verſprechen ſich wirklich dort niederlaſſen.*) No V. Senatus⸗Conſultum vom 19 Februar r808. Art. 1. Die Fremden welche dem Staate wichtige Dienſte lei⸗ ſten werden, oder geleiſtet haben, oder Talente Erfindungen oder eine nützliche Induſtrie in ſeine Mitte bringen; oder große Etabliſ⸗ ſemente errichten, koͤnnen zum Genuſſe des ſranzöſiſchen Staats⸗ bürger⸗Rechtes zugelaſſen werden, wenn ſie ihren Wohnſitz ein Jahr lang in Frankreich gehabt haben. z. Dieſes Recht wird ihnen durch ein beſonderes Decret ertheilt, welches auf den Bericht eines Miniſters nach Anhoͤrung des Staats⸗ Rathes erlaſſen wird. z. Wer dieſes Recht erhaͤlt, dem wird eine Ausſertigung dieſes Decrets, viſirt von dem Groß⸗Richter, Juſtitz⸗Miniſter, ertheilt. z. Mit dieſer Ausfertigung verſchen, hat ſich der Impettrant vor die Munieipalität ſeines Wohnnhes zu ſellen, um daſelbſt den Eid des Gehorſams den Conſtitutionen des Reichs und der Treue dem Kaiſer zu ſchwören. Ueber dieſe Lidesteiſtung ſoll Regiſter geführt und ein Protokoll aufgenommen werden. *) Me. vI. Kaiſerl. Deeret, welches in Hinſicht der Natura⸗ liſtrung(Einbürgerung) der Fremden Foͤrmlichkeiten vorſchreibt; im Pallaſte der Tuilerien; den 17. Maͤri 1809. Art. 1. Wenn ein Fremder die Verfügungen der Reichs⸗Conſii⸗ tutions⸗Urkunde vom 22. Frimaire 3. J befolgt und die Bedin⸗ gungen erfüllt hat, welche vorgeſchrieben ſind, um franzöſiſcher Bürger zu werden, ſo wird ſeine Naturaliſtrung von uns ausge⸗ ſprochen. 2. Das Naturaliſtrungs⸗Geſuch und die Belege dazu werden von dem Maire des Ortes, wo der Biitſteller wohut, au den I. Buch. 1. Tit. Von dem Genuſſe und dem Perluſte der Civil⸗Rechte. 7 10. Jedes Kind, das in einem fremden Lande von einem Franzoſen geboren wird, iſt Franzoſe. Jedes Kind, das in einem fremden Lande von einem Franzoſen geboren iſt, der die rechtliche Eigenſchaft eines Franzoſen verloren hat, kann allezeit durch Erſuͤllung der im 9. Art. vorgeſchriebenen Bedingungen dieſe Eigenſchaft wieder erlangen. 1I. Der Fremde genießt in Frankreich eben der Civil⸗ Rechte, welche die Nation, zu welcher er gehoͤrt, den Franu⸗ zoſen durch Vertrage eingeräumt hat, oder einraͤumen wird⸗ 12. Die Fremde, die ſich mit einem Franzoſen verhei⸗ rathet hat, ſolgt dem rechtlichen Zuſtande ihres Mannes. 13. Der Fremde, dem der Kaiſer erlaubt hat, ſeinen Wohnſitz in Frankreich aufzuſchlagen, genießt, ſo lange er daſelbſt wohnen bleibt, aller Civil⸗Rechie.*) 14. Der Fremde, wenn er auch in Frankreich nicht reſi⸗ — dirt,(ſich nicht aufhaͤlt,) kann vor die franzoſiſchen Gerichte Präfecten geſchickt, welcher ſie mit ſeinem Gutachten an unſern Groß Richter, Juſtitz⸗Miniſter ſendet. z. unſer Groß⸗Richter, Juſtitz⸗Miniſter; iſt mit der Vollziehung unſeres gegenwärtigen Deerets beauftragt. *) No vh. Gutachten des Staats⸗Raths vom 13. Prairial 11. J.(7. Junius 1803) genehmiget den zoſten(9. Junius). Der Staats⸗Rath über die Frage ob der Fremde; welcher z. Folge der Conſtitutions⸗Urkunde vom 22. Frimaire s. J. franzoͤ⸗ ſiſcher Staatsbürger werden will, der Verfügung des 13 Art. des Geſetzbuches Napoleons unterworfen ſey, welcher dem Fremden den Genuß der Civil⸗Rechte in Frankreich, ſo lange er da wohnen bleibt, nur dann bewilliget, wenn der Kaiſer ihn ermächtigt hat, da feinen Wohnſitz aufzuſchlagen, iſt der Meinung, daß ein Fremder, der ſich in Frankreich niederlaſſen will, in allen Fällen verbunden iſt, die Erlaubniß der Kaiſers nachzuſuchen, und daß, da dieſe Erlaubniß, nach den Umſtänden, Modifieationen, Beſchraͤnkungen oder ſelbſt dem Widerrufe unterworfen ſeyn kann, es nicht thunlich iſt, durch allgemeine Regeln oder Formen etwas in dieſer Hinſicht zu beſtimmen. ———————— s 1. Buch. I. Lit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte⸗ gefordert werden, um Verbindlichkeiten zu erſuͤllen, die er in Frankreich gegen einen Franzoſen uͤbernommen hat. Man xann ihn ebenfalls bey den franzoͤſiſchen Gerichten wegen ſolcher Verbindlichkeiten belangen, die er in einem fremden Lande gegen einen Franzoſen eingegangen hat.*) 15. Einen Franzoſen kann man vor einem Gerichte in Frankreich wegen Verbindlichkeiten belangen, welche er in einem fremden Lande, ſelbſt mit einem Fremden, eingegangen hat. 16. Ohne Unterſchied der Gegenſtaͤnde, nur Handlungs⸗ Sachen ausgenommen, iſt der Fremde, der als Klaͤger auf⸗ tritt, verbunden, fuͤr den Erſatz der durch den Prozeß ver⸗ urſachten Koſten, Schaͤden und entbehrten Vortheile Buͤrg⸗ ſchaft zu leiſten, es ſey dann, daß er Immobilien in Frank⸗ reich beſitze, die einen hinreichenden Werth haben, um dieſe Zahlung ſicher zu ſtellen. Zweytes Capitel. Von dem Verluſte der Civil⸗Rechte. Grſte N hnitt. Von dem Verluſte der Civil⸗Rechte in ſo fern er aus dem Ver⸗ luſte der rechtlichen Eigenſchaft eines Franzoſen entſteht. 17. Man hoͤrt auf ein Franzoſe im rechtlichen Sinne zu ſeyn: 1) durch die in einem fremden Lande erlangte Natu⸗ *) No Vm. Geſetz über den perſönlichen Arreſt gegen Fremde, die in Frankreich keinen Wohnſitz haben, vom 10 September 1807. Art. 1. Jedes eondemnatoriſche Urtheil, welches zu Gunſten eines Franzoſen gegen einen Fremden erlaſſen wird; der in Frank⸗ reich keinen Wohnſitz hat, kann mittelſt des perſönlichen Arreſtes vollzogen werden. 2. Vor der Verurtheilung kann der Praͤſident des Gerichtes erſter Jaſtanz des Bezirkes, in dem der nicht domieilirte Fremde ſich aufhält, wenn die Schuld ſchon verfallen iſt, oder eingefordert werden kann, auf Anſtehen des franzoͤſiſchen Glaͤubigers, ſeine pro⸗ viſoriſche Verhaftung verordnen, wenn hinlängliche urſachen hiezu vorhanden ſind. z. Die proviſoriſche Verhaſtung hat nicht Statt, oder hört auf, wenn der Fremde beweiſt, daß er auf frantöſiſchem Gebiethe hi iſſn nh kit — ihn uſ un w 1. Buch. I. Tit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte. raliſirung; 2) durch eine von dem Kaiſer nicht autoriſirte Annahme eines offentlichen, von einer fremden Regierung, verliehenen Amtes;*) 3) endlich durch jedes in einem frem⸗ ein Handlungs⸗Etabliſſement oder Immobilien von einem hinreichen⸗ den Werthe beſitzt, um die Zahlung der Schuld zu ſichern, oder wenn er als Bürgen eine in Frankreich domieilirte Perſon ſtellt, deren Zahlungsfähigkeit anerkannt iſt. ) Ne IX. Kaiſerl. Derret in Betreff der im Auslande mit oder ohne Erlaubniß des Kaiſers naturaliſirten Franzoſen, und jener⸗ die in den Dienſt einer fremden Macht getreten ſind; oder kuͤnſtig darin treten wollen; gegeben im Pallaſte zu Trianon den 26. Auguſt 1811. Napoleon ꝛc. Es ſind uns verſchiedene Fragen in Anſehung der Franzoſen vorgelegt worden, die ſich im Auslande niederge⸗ laſſen haben, und wir haben gefunden, daß es nützlich ſey, unſere Geſinnungen uͤber dieſen Getzenſtand bekannt zu machen. Schon durch unſer Deeret vom 6. April 1809 haben wir über die Franzoſen, welche die Waffen gegen das Vaterland getragen paben, über jene, welche ſich bey einer Macht beſinden, mit welcher wir einen Krieg beginnen, und ihren Boden nicht verlaſſen, ſo wie über jene entſchieden, welche wir zurückberufen haben, und die dieſem Befehle keine Folge leiſten. Nichts iſt aber bis jetzt, weder uͤber die mit oder ohne unſere Erlaubniß im Auslande naturaliſirten Franzoſen„noch über jene beſtimmt worden, die wirklich in den Dienſt einer fremden Macht getreten ſind, oder kuͤnftig darin treten wollen. Wenn die Conſtitutions⸗Acte vom a8. Frimaire g. J. erklaͤrt, daß man durch die Natmaliſtrung im Auslande die Eigenſchaſt eines Franzoſen verliert, und wenn das Geſetzbuch Napoleons ſich mit den Franzoſen, die ihr Vateriand verlaſſen, in Anſehung des PVerluſtes, der Erhaltung und der Wiedererlangung ber bürger⸗ lichen Rechte beſchäſtiget hat, ſo ſiehr man nicht, daß in dem einen und dem andern Geſetze das Verlaſſen des Vaterlaudes in Beziehung auf das Staats Recht und auf die allgemeine Ordnung des Staats betrachtet worden iſt. Da wir jene unſerer Unterthanen, welche erlaubte Beweggründe beſtimmen, ſich im Auslande naturaliſiren zu laſſen, nicht mit jenen vermiſchen wollen, deren Betragen den Charakter der Treu⸗ loſigkeit an ſich traͤgt, ſo haben wir beſchloſſen; dieſen wichtigen Theil der Geſetzgebung durch gegenwärtiges feſtönſtellen und zu ergänzen. 10 1. Buch. 1. Tit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte. Aus dieſen Gruͤnden haben wir deecretirt und befohlen, drere⸗ tiren und befehlen wir foigendes: 1. Titel. Von den im Auslande mit unſerer Frlaubniß natu⸗ raliſirten Franzoſen. Art. 1. Dhue unſere Erlaubniß kann kein Franzoſe im Aus⸗ lande naturaliſirt werden. 2. Unſere Erlaubniß wird in offenen Briefen ertheilt, die unſer Groß⸗Richter abfaſſet, die von uns eigenhändig unterzeichnet, von unſerm Miniſter, Staats⸗Seeretar, eontraſignitt, von unſerm Vetter, dem Fuͤrſten Erzkanzler, viſirt, in das Geſetz⸗Bülletin ein⸗ gerückt, und bey dem kaiſerl. Getichtshofe des letzten Wohnortes deszenigen, den ſie betreffen, in ein Regiſter eingetragen werden. z. Die auf dieſe Weiſe im Auslande naturaliſirten Franzoſen genießen des Rechts, Eigenthum zu beſitzen, und auf andere zu übertragen, ſo wie auch zu erben, wenn gleich die Umerthanen des Landes, wo ſie naturaliſirt ſind, dieſer Rechte in Frankreich nicht genießen. 4. Die Kinder eines im Auslande naturaliſirten Franzoſen, wenn ſie in dieſem Lande geboren werden, ſind Fremde.— Sie koͤnnen die rechtliche Eigenſchaft eines Franzoſen erhalten, wenn ſte die durch die Art. 9 und 10 des Geſetzbuchs Napoleons vorge⸗ ſchriebenen Förmlichkeiten erfüllen.— Deſſen ungeachtet ſind ſie erbfähig, und üben alle Rechte aus, die ihnen während ihrer Minderjährigkeit, und binnen zehn Jahren, nachdem ſie vollzaͤhrig geworden ſind, anfallen mögen. 5. Die im Auslande naturaliſirten Franzoſen, wenn die Natu⸗ raliſirung ſelbſt mit unſerer Erlaubniß geſchehen waͤre, dürfen nie die Waffen gegen Frankreich tragen, unter Strafe, vor unſere Gerichtshoͤfe gezogen und zu den in dem Art. 75 und den folgen⸗ den des lII. Buches des Straf⸗Geſetzbuches verhäugten Strafen verurtheilt zu werden. II. Titel. Von den im Auslande ohne unſere Erlaubniß natu⸗ raliſirten Franzoſen. b. Jeder im Auslande ohne unſere Erlaubniß naturaliſirte Franzoſe verliert ſein Vermoͤgen, das confiseirt wird; er hat nicht mehr das Recht zu erben, und alle Erbſchaften, die ihm anfallen, gehen auf den über, welcher nach ihm zu denſelben berufen iſt; unter der Bedingung jeboch, daß dieſer im Reiche wohnt. 7. Auf Betreiben unſeres Genecral⸗Proeurators oder auf An⸗ ſuchen der dadey intereſſirten Civil⸗Partey ſoll bey dem Gerichts⸗ ul — wb ſi uin vn ſw . N hh Uh ſl Rfi u Fun e in jin m i i Ne u0 ſu zt hi I. Buch l. Tit Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte. 11 hofe des letzten Wehnitzes des Beſchuldigten conſtatirt werden, daß er, da er ſich im Auslande ohne unſere Erlaubniß hat natu⸗ raliſtren laſſen, ſeine burgerlichen Rechte in Frankreich verloren hat; und dieſem zu Folge ſoll die ihm angekallene Erbſchaft demje⸗ nigen, den es angrhen mag zug ſprochen werden. s. Diejenigen, deren ohne unſere Erlaubniß im Auslande erfolgte Naturatiſrung auf die im vorhergehenden Artikel beſtimmte Weiſe eouſtatirt worden iſt verlieren die durch den Senats⸗Schluß vom 14. Ruguſt 1506 eingeführten Titel, ſie mögen ſolche unmit⸗ telbar oder durch Pererbung erhalten haben. 9. Dieſe Ti el und die damit verbundenen Guͤter fallen jenem an, der Franzoſe gebſieben und nach dem Geſetze hiezu berufen iſt; der Frau bleiben gleichwohl ihre Anſprüche vorbehalten, die nach den Regeln beurtheilt Fh die im Falle des Abſterbens ihres Mannes eintreten. 10. Haben die von denen im s. Art. die Rede iſt, einen von unſern Hiden erhahen; ſo werden ſie auf den Regi⸗ ſtern und Verzeichniſſen ausgeſtrichen, und es ſoll ihnen verbothen werden, das Ordenzeichen zu ragen. 11. Jene, die im Auslande naturaliſirt ſind, und gegen welche auf die uu den Art. s und 7 angezeigte Weiſe verfahren worden iſt,„Herden, wenn ſte auf dem Gebiethe des Reichs angetroffen werden, tür das erſte Mahl verhaftet und über die Grenzen grführt: im ieeetetnuale werden ſie vor unſere Gerichtshoſe ge. o⸗ gen und zur Hefäugnißſtrafe verurtheilt, welche nicht weuiger als ein Jahr und uicht laͤnger ats zehn Jahre dauern darf. 12. Sie können bloß durch Wiederherſtelungs⸗Briefe(lettres reliet), welche wir, wie die Begandigungs⸗Briefe in einem geheimen Rathe ertheilen, wieder in den vorigen Stand eingeſetzt und von den oben verhaͤngten Strafen befreyt werden. 13. Jeder im Auslande ohne unſere Erlaubniß Naturaliſirter, der die Waffen gegen Frankreich trägt, wird nach den Verfügungen des 75. Art. des Straf⸗Geſetzbuchs beſtraft. Titel. Von den im Auslande ſchon naturaliſirten Indi⸗ viduen. 14. Die Individuen, welche zur Zeit der Verkuͤndigung des gegenwärtigen Decrets im Auslande naturaliſirt ſind, können binnen einem Jahre, wenn ſie auf dem feſen Lande Europens, vinnen drey Jahren, wenn ſie außer dieſem feſten Laude ſich beſinden, binnen fünf Jahren, m„ön ſie uͤber das Vorgebürge der guten Hoff⸗ nung und Oſtindien hinan? ſich befinden, unſere Erlaubniß in den 12 l. Buch. l. Cit. Von dem Genuſſs und dem Verluſte der Civil⸗Rechte im gegenwärtigen Deerete beſtimmten Friſten und nach den darin beſtimmten Formen erhalten. 15. Sie können wegen Verzögerung gegen die zu ihrem Nach⸗ theile getroffenen Verfuͤgungen in den vorigen Stand nur durch Wiederherſteuungs⸗Briefe geſetzt werden, welche wir auf den Vor⸗ ſchlag eines unſerer Miniſter bewilligen, und die unſer Groß⸗Rich⸗ ter ausferriget, ſo wie es im obigen Art. 12 beſtimmt worden iſt. 16. Iſt die Friſt verfloſſen, und ſie haben keine Wiederherſtel⸗ laigs⸗Briefe erhalten, ſo ſind die allgemeinen Verfügungen des gegenwärtigen Deerets auf ſie anwendbar. Iv. Titel. Von den Franzoſen im Dienſte einer fremden Macht. 17. Kein Franzoſe darf ohne unſere beſondere Erlaubniß, und nur unter der Bedingung, in den Dienſt einer fremden Macht treten, daß er zuruͤckkemme, wenn wir ihn durch eine allgemeine Verfüͤgung oder mittelſt eines unmittelbaren Befehls zurückrufen. s. Jene unſerer Unterthanen, welche dieſe Erlaubniß erhalten haben, dürfen der Macht, der ſie dienen, den Eid nur unter dem Vorbehalte leiſten, niemahls die Waffen gegen Frankreich zu tragen⸗ und den Dienſt, auch ohne zuruͤckberufen zu werden, zu verlaſſen, wenu der Regent mit uns in Krieg gerathen ſollte; im entgegen geſetzten Falle ſind ſie allen durch das Decret vom 6. April 1309 verhängten Strafen unterworfen. 19. Die Erlaubniß, in den Dienſt einer fremden Macht treten zu duͤrfen, wird ihnen durch offene Briefe ertheilt, die in der durch den 2. Art vorgeſchriebenen Form ausgefertiget werden. zo, Sie dürfen als bevollmaͤchtigte Miniſter bey keinem Trae⸗ tate zugezogen werden, wo Verhandlungen uͤber unſer Intereſſe Statt haben könnten. 21. Nur mit unſerer beſondern Erlaubniß dürfen ſie nach Frankreich kommen. za. In den unſerer Gewalt unterworfenen Laͤndern dürfen ſie nicht mit der fremden Cocarde und in einer fremden Uuiform erſcheinen; es wird ihnen erlaubt, die National⸗Farben zu tragen, wenn ſie ſich im Reiche befinden. 23. Sie dürfen gleichwohl fremde Ordensieichen tragen, wenn ſie ſolche mit unſerer Erlaubniß erhalten haben. 24. Franzoſen, die im Dienſte einer fremden Macht ſind, können niemahls bey uns als Geſandte, Miniſter oder Abgeordnete acereditirt, noch zugelaſſen werden, bey uns bey einer feyerlichen Ge⸗ 5 lui ufl inſt unt Wr N hil u hi int üu 3 khn 1. Buch. I. Lit. Von den Genuſſe und dem Verluſte der CivilRechte den Lande ohne Abſicht zuruͤckzukehren errichtete Etabliſſe⸗ ment.*) Die Anlegung eines Handelshauſes(Jes établissemens de commeree) ſoll niemahls ſo angeſehen werden, als ſey ſie ohne Abſicht einſt zuruͤckzukehren geſchehen. 18. Ein Franzoſe, der die rechtliche Eigenſchaft eines Franzoſen verloren hat, kann ſie jeder Zeit wieder erlangen, legenheit eine Sendung(mission d'apparat) zu verrichten, die ſie in den Fall ſetzen moͤchte, vor uns in ihrem fremden Coſtüm zu erſcheinen. 27. Jeder Franioſe, der ohne unſere Bewilligung in den Dieuſt einer fremden Nacht tritt, wird hloß deßwegen ſo betrachtet„als wenn er ohne unſere Erlaubniß im Auslande naturaliſirt waͤre, und wird aus dieſem Grunde nach den Verfuͤgungen des 2. Lit. des gegenwärtigen Deerets behandelt; bleibt er zur Zeit eines Frieges in fremden Dienſten, ſo ſind die im Deerete vom 6. April 1309 verhaͤngten Strafen auf ihn anwendbar. a6. Der Art. 14 iſt auf die Franzoſen anwendbar, welche ſich ohne offene Briefe in fremden Dienſten befinden. 27. Unſer Deeret vom 6. April 1so9 ſoll auch künftig in Anſehung jener Artikel vollzogen werden, welche durch die Verfuͤ⸗ gungen des gegenwärtigen Deerets weder aufgehoben, noch modi⸗ fieirt ſind, und beſonders in Anſehung der Franzoſen, welche ohne unſere Erlaubniß in den Dienſt einer fremden Macht getreten ſind, und darin bleiben, nachdem der Krieg zwiſchen Frankreich und dieſer Macht erklaͤrt worden iſt. Dadurch allein, daß ſie fortgefahren haben, zu einem Militair⸗ Corps zu gehoͤren, das beſtimmt iſt, gegen das franzöſiſche Reich oder ſeine Alliirte Feindſeligkeiten auszuüben, werden ſie ſo ange⸗ ſehen, als wenn ſie die Waffen gegen uns getragen hätten. *) No. X. Kaiſerl. Deeret vom7 Januar 1808. Art. 1. Zu Folge des 17. Art. des Geſetzbuches Rapoleons darf kein franzöſiſcher Geiſtlicher die Ertheilung eines Vißthums in partibus von dem Papſte weder nachſuchen, noch annehmen, wenn er nicht vorher von uns auf den Bericht unſeres Cultus⸗ Miniſters hiezu autoriſirt worden iſt. a. In Gemaͤßheit der Verfügungen des vorhergehenden Artikels kann kein franzöſiſcher Geiſtlicher, der zu einem Pißthume in par- tibus ernannt iſt, die Weihe erhalten, bevor nicht ſeine Bullen im Staats⸗Rathe unterſucht worden find, und wir die Bekanut⸗ machung derſe ben erlaubt haben⸗ — —— 1 14 l. Buch. I. Tit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte. wenn er mit Erlaubniß des Kaiſers nach Frankreich zuruͤck⸗ kehrt, und erklaͤrt, daß er ſich daſelbſt niederlaſſen wolle, und daß er auf jede mit den franzdſiſchen Geſetzen im Wider⸗ ſpruche ſtehende Anszeichnung Verzicht thue. 19. Eine Franzdſinn, die einen Fremden heirathet, folgt dem rechtlichen Zuſtande ihres Mannes. Wird ſie Wittwe, ſo erhält ſie die rechtliche Eigenſchaft einer Franzoſinn wieder, vorausgeſetzt, daß ſie entweder in Frankreich wohnt, oder mit Erlaubniß des Kaiſers dahin zu⸗ rüͤckkehrt, und erklaͤrt, daß ſie ſich dort niederlaſſen wolle. 20. Wer in den Faͤllen, wie ſie im 10., 18. und 19. Artikel beſtimmt ſind, die rechtliche Eigenſchaft eines Fran⸗ zoſen wieder erhuͤlt, kann ſie nicht eher geltend machen, als bis er die Bedingungen erfuͤllt hat, die in dieſen Artikeln ihm auferlegt ſind, und nur um ſolche Rechte auszuuͤben, die ihm nach dieſem Zeitpuncte zu ſeinem Vortheile anfallen. 21. Ein Franzoſe, der, ohne Erlaubniß des Kaiſers, Kriegsdienſte im Auslande nimmt, oder einer fremden Mili⸗ tair Corporation ſich einverleiben laͤßt, verliert die rechtliche Eigenſchaft eines Franzoſen. Er kann nur mit Erlaubniß des Kaiſers nach Frankreich zuruͤckkehren, und die rechtliche Eigenſchaft eines Franzoſen nur dann wieder erhalten, wenn er di Bedingungen erfuͤllt, die dem Fremden auferlegt ſind, um Staars⸗Buͤrger zu werden; alles mit Vorbehalt der Strafen, welche das Criminal⸗Geſetz wider die Franzoſen verhaͤngt, die wider ihr PVaterland die Waffen getragen haben, in der Folge tragen werden⸗ 8 weyter Abſchnitt. Von dem Verluſte der Civil⸗Rechte, als Folge gerichtlicher Berurtheilungen. 22. Die Verurtheilungen zu ſolchen Strafen, deren Wir⸗ kung darin beſteht, daß ſie den Verurtheilten von aller Theil⸗ nahme an den Civil⸗Rechten ansſchließen, welche hier unten benannt ſind, ziehen den buͤrgerlichen Tod nach ſich. in 1 ſu jit wi ſu Un in ſü, e w I. Buch. I. Tit. Von dem Genuſſe 4 dem Verluſte der Ciril. Rechte. 15 23. Die Verurtheilung S natuͤrlichen Tode zieht den gerli chen Tod nach ſich. 24. Die uͤbrigen lebenslaͤnglichen Leibesſtraſen ziehen den buͤrgerlichen Tod nur in ſo ferne nach ſich, als das Geſetz dieſe Wirkung damit verbindet. 25. Durch den buͤrgerlichen Tod verliert der Verurtheilte das Eigenthum aller Guͤter, die er beſaß. Seine Suctceſ⸗ ſion wird zu Gunſten ſeiner Erben eroͤffnet, denen ſein Vermoͤgen auf die nehmliche Art anfallt, als wenn er natuͤr⸗ lich und ohne Teſtament geſtorben waͤre. Er kann fernerhin weder ſelbſt erben, noch das Vermd⸗ gen, das er in der Folge erworben hat, durch Erbrecht auf andere bringen. Er kann uͤber ſeine Guͤter weder ganz noch zum Theile verfuͤgen, es ſey durch Schenkungen unter den Lebenden oder durch Teſtament, noch auf dieſe Weiſe etwas empfangen, ausgenommen zu ſeinem Unterhalte. Er kann weder zum Vormund ernannt werden, noch zu den Verrichtungen mitwirken, die ſich auf die Vormundſchaft beziehen. Er kann nicht Zenge in einem feyerlichen oder authen⸗ tiſchen Acte ſeyn, noch bey Gerichte als 3euge angenommen werden. Er kann bey Gerichte weder als Beklagter noch als Klaͤger anderſt auftreten, als unter dem Nahmen und unter Ver⸗ tretung eines beſondern Curators, den ihm das Gericht er⸗ nennt, bey welchem die Klage angebracht worden iſt. Er iſt unfaͤhig eine Heirath zu ſchließen, die eine buͤrgerliche Wirkung hervorbringe. Die Heirath, die er vorher geſchloſſen hatte, iſt in Bezie⸗ hung auf alle ihre buͤrgerlichen Wirkungen aufgeldſet. Sein Ehegatte und ſeine Erben koͤnnen, jeder fuͤr ſeinen Antheil, die Rechte ausuͤben, und die Klagen anſtellen, die vurch ſeinen natuͤrlichen Tod eintreten wuͤrden. 16 1. Buch. 1 Lit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte⸗ 26. Die Verurtheilungen auf angehoͤrte Vertheidigung des Angeklagten(contradictoriſche Verurtheilungen) ziehen den buͤrgerlichen Tod nur von dem Tage an nach ſich, da ſie wirklich oder im Bildniß vollſtreckt worden ſind. Contumacial⸗Verurtheilungen(wider nicht erſchie⸗ nene Angeklagte) ziehen den buͤrgerlichen Tod erſt nach den fuͤnf Jahren nach ſich, die auf die Vollſtreckung des Urtheils im Bildniß folgen. In der Zwiſchenzeit kann der Verurtheilte ſich ſtellen. 28. Nicht erſchienene Angeklagte, die verurtheilt worden ſind,(in contumaciam Verurtheilte) bleiben waͤhrend der fuͤnf Jahre, oder bis ſie in dieſer Zwiſchenzeit ſich ſtellen, oder in Verhaft genommen werden, von der Ausuͤbung der Civil⸗ Rechte ausgeſchloſſen. Ihre Guͤter werden auf eben die Art verwaltet, und ihre Rechte ausgeuͤbt, wie dieß bey Abweſenden geſchieht.*) *) Ne XI. Gutachten des Staats⸗Raths, welches die Wirkun⸗ gen des as. Art. des Geſetzbuches Napoleons in Anſehung der vor oder ſeit der Verkündigung des Geſetzbuches erlaſſenen Contumacial⸗ Verurtheilungen, in Betreff der Verwaltung der Guͤter der Ver⸗ urtheilten, beſtimmt; vom 19. Auguſt 1309, genehmigt vom Kaiſer im kaiſerl. Lager zu Schönbrunn, deu 20. September 1209. Der Staats⸗Rath, nach Einſicht des vom Groß⸗Richter, Juſtitz⸗Miniſter: gemachten Berichtes und der Bemerkungen des Finanz⸗Miniſters über die Schwierigkeiten, welche ſeit der Bekannt⸗ machung des Geſetzbuches Napoleons in Betreff der Verwaltungs⸗ weiſe der nicht erſchienenen und verurtheilten Angeklagten zugehö⸗ rigen Guͤter, ſich ergeben haben; nach Anhoͤrung der Seetionen der Geſetzgebung und der Finanzen uͤber die vorgelegten Fragen; nehmlich 1) ob der Art. 23 des Geſetzbuches Napoleons bloß über diejenigen nicht erſchienenen Angeklagten verfuͤgt, über welche erſt ein urtheil geſprochen werden ſoll, oder ob er uͤber jene nicht erſchienene Angeklagte Verfügungen getroſfen hat, uͤber die vor der Verkundigung des Geſetzes vom a7. Ventos 11. J. ein Urtheil ergangen iſt; 2) ob den Domainen oder den muthmaßlichen Erben die Verwaltung der Guͤter, wovon der vorerwaͤhnte Art. 23 Mel⸗ dung thut, gebührt, und von welchem Zeitpunete an dieſe Erben ſie verlangen können, iſt der Meinung, daß man zu Folge des z. Art. des Präaͤliminar⸗Titels des Geſetzbuches Rapoleons, welcher 101¹ Woldel ſt ſtekun* diſt vit ſoſWl Wyeit un uft Geiti de hſ — ſchbs keint ju nign hi thing Nn tem ſpehn bilm di lun litn u di i mhr bein jn dem hun eihn un ſi un zun Dn buht h genh wonſt Vinn u ſinn 9 wennn 6). en uf in il⸗ I. Buch. I. Tit Von dem Senuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte. 17 29. Wenn derjenige, der in contumaciam verurtheilt worden, ſich binnen fuͤnf Jahren von dem Tage der Voll⸗ ſtreckung des Urtheils zu rechnen freywillig ſtellt, oder in dieſer wiſchenzeit ergriffen und in Verhaft genommen wird, ſo iſt das Urtheil hiedurch von Rechts wegen vernichtet; der Angeklagte wird in den Beſitz ſeiner Gäter wieder eingeſetzt und aufs neue gerichtet, und wenn er durch dieſen neuen Gerichtsſpruch zu derſelben, oder auch zu einer andern Strafe, die gleichſalls den buͤrgerlichen Tod nach ſich zieht, verur⸗ — ſagt, das Geſetz verfügt nur für die Zukunft, und hat keine zurückwirkende Kraft, ſich nach der Verfügung desje⸗ nigen Geſetzes richten muß, unter deſſen Herrſchaft die Verur⸗ theilung ausgeſprochen worden iſt; Daß man in Anſehung der nicht erſchienenen Angeklagten, öber die vor Verkuͤndigung des Geſetzbuches Napoleons das Urtheil ge⸗ ſprochen worden iſt, die Verfügungen des Geſetzes vom 16. Sept. 179r oder jene des Straß⸗Geſetzbuches vom z. Brümaire. Je befolgen muß; Daß, was die nach der Veykündigung des Geſetzbuches Nape⸗ lesns geſchehenen Anklagen und Verurtheilungen, die den bürger⸗ lichen Tod nach ſich ziehen, betrifft, da der Art. as verordnet, daß die Güter ſo, wie jene der Abweſenden, verwaltet werden ſolten, und da nach dem Art. 120 die vermuthlichen Erben der Abweſenden befugt ſind, ſich unter der Bedingung Buͤrgſchaft zu leiſten, in den proviſoriſchen Beſitz des Vermoͤgens einſetzen zu laſſen, hier aus hervorgeht, daß die Domainen⸗Berwaltung gehalten iſt, alle noth⸗ wendigen Schritte und Handlungen vorzunehmen, um das Vermögen und die Rechte des nicht erſchienenen Ingeklagten zu ſequeſtriren, und daß ſie ſolche, bis zur Einweiſung der Eyben in den Beſitz, zum Vortheile des Staats verwalten muß; Daß endlich ſowohl vor als nach der Verkuͤndizung des Geſetz⸗ buches Napoleons die Anſprüche der rechtmäßigen Glaͤubiger geltend gemacht werden können, wenn ſie von den Gerichten anerkannt worden ſind, und daß den Noth leidenden Weibern und Kindern, Vätern und Muͤttern eine Unterſtützung von der Verwaltung zuge⸗ ſtanden werden kann; Daß gegenwärtiges Gutachten in das Geſetz Bülletin eingeruͤckt werden muß. 6. N. IV. Auft. 11. Buch. 1 Lit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte theilt wird, ſo hat dieſer nur von dem Tage an Statt, an ₰ welchem das zweyte Urtheil vollſtreckt worden iſt. 30. Wird derjenige, der in contumaciam verurtheilt war, und ſich erſt nach ſoͤnf Jahren geſtellt hat⸗ oder in Ver⸗ A haft genommen worden iſt, durch das neue Urtheil losge⸗ ſprochen, oder nur zu einer Strafe verurtheilt, die den buͤr⸗ gerlichen Tod nicht nach ſich zieht, ſo tritt er fuͤr die Zukunft und von dem Doge an, da er wieder bey Gerichte erſchie⸗ nen iſt, in den vollen Genuß ſeiner Civil⸗Rechte wieder ein; aber das erſte Urtheil behaͤlt fuͤr das Vergangene die Wir⸗„1 kungen, welche in der Zwiſchenzeit, die nach Ablauf der fuͤnf 1 Jahre bis zum Tage ſeiner Erſcheinung vor Gerichte ver⸗ m ſtrichen iſt, der buͤrgerliche Tod nach ſich gezogen hatte. 31. Stirbt derjenige, der in contumaciam verurtheilt wor⸗ M den iſt, in der Gnadenzeit von fuͤnf Jahren, ohne ſich geſtellt 3 ni zu haben, oder ergriffen und in Verhaft genommen worden zu ſeyn, ſo wird er ſo angeſeben, als ſey er im unverletzten pn Zuſtande ſeiner Rechte gſterben. Das Contumacial-Urtheil iſt kraft des Geſetzes vernichtet. Der Klage des beſchaͤdigten Theils geſchieht gleichwohl dadurch kein Abbruch; ſie kann aber wider die Erben des Verurtheilten nur durch einen Civil⸗ 1 Prozeß angeſtellt werden. 3 N 32. In keinem Falle ſetzt die Verjährung der Strafe den ₰ Verurtheilten fuͤr die Zukunft in ſeine Civil⸗Rechte wieder ein. 4 33. Die Guͤter, welche der Verurtheilte erworben hat, ſeidem er den buͤrgerlichen Tod verwirkt hat, und in deren Beſitze er am Tage ſeines natuͤrlichen Todes iſt, fallen dem Staste kraft ſeines Rechts auf erbloſe Guͤter auheim.— Der Kaiſer kann deſſen ungeachtet, zum Vortheile der Wirtwe, der Kinder oder der Verwandten des Verurtheilten 1 pierͤber ſolche Verfuͤgungen treffen, die ihm die Menſchlich⸗ keit einfldſen mag⸗ ſi 3 3 1. Vuch. II. Tit. Von den urkunden des Civil⸗Standes. 19 Zweyter Titel. . Von den Urkunden des Civil⸗Standes. (Deeret. den 11. März 1803. Promulg den anſten des nehml. Mon.) Ee Cpiteh⸗ Allgemeine Verfuͤgungen. 34. Die Urkunden des Civil Standes muͤſſen das Jahr, den Tag und die Stunde, wo ſie aufgenommen werden, die Vornahmen, die Geſchlechtsnahmen, das Alter, das Gewerbe und den Wohnort aller derjenigen ausdrucken, die darin ge⸗ nannt werden.*) 35. Es iſt den Beamten des Civil⸗Standes unterſagt, den Urkunden, die ſie aufnehmen, weder durch Anmerkungen noch mittelſt beylaͤufiger Erwaͤhnung irgend einer Sache etwas anders einzuruͤcken, als was von den Erſcheinenden erklärt werden muß. 36. In den Fällen, in welchen die Intereſſenten nicht ver⸗ bunden ſind, in Perſon zu erſcheinen, duͤrfen ſie ſich durch *) No XlI. Inſtruetion des Groß⸗Richters, Juſtitz⸗Miniſters, an die kaiſerl, Proeuratoren vom 3 Junius 1807. Ich bin unterrichtet, daß in einigen Gemeinden des Reichs die Mitglieder der Ehrenlegion eder ihre Familien durch Unwiſſenheit oder Nachläßigkeit des Vortheils beraubt worden ſind, die Eigen⸗ ſchaft eines Mitglieds der Ehrenlegion in ihre Heiraths, oder die Sterbe⸗Ukunden ihrer Eltern, oder in die Geburts⸗urkunden iKe Kinder eingetragen zu ſehen. Die Eigenſchaft eines Mitglieds der Ehrenlegion iſt ein zu koſt⸗ bares Zeugniß der Huld Sr. kaiſerl. und koͤnigl. Majeſtaͤt, und ein zu ehrenvoller Beweis der dem Staate geleiſteten Dienſte, als daß die Beamten des Cvil⸗Standes nicht mit der größten Pünetlichkeit hievon, ſo oft der Fall eintritt, in ihren urkunden Erwähnung thun müſſen. Sie haben daher die gehörigen Maßregeln zu ergreifen, daß dieſe Eigenſchaft jederzeit ausgedruckt werde, und dem zu Folge den Mairen und Adjuneten ihres Bezirkes die deßhalb nöthigen Weiſungen zu geben. 2o k. Buch. I. Tit. Von den Urkunden des Civil⸗Standes. einen andern, der mit einer beſondern Vollmacht in authen⸗ tiſcher Form verſehen iſt, vertreten laſſen. 37. Nur Mannsperſonen, die wenigſtens ein und zwan⸗ zig Jahre alt ſind, Verwandte oder andere, duͤrfen bey der Anfnahme der Urkunden des Civil⸗Standes als Zeugen zugezo⸗ gen werden; ſie werden von den Intereſſenten ſelbſt gewaͤhlt. 38. Der Beamte des Civil⸗Standes muß den erſchei⸗ nenden Theilen oder ihren Bevollmaͤchtigten und den Zeugen die Urkunden vorleſen.. Es ſoll in denſelben Meldung von der Erfuͤllung dieſer Formalitaͤt geſchehen. 30. Dieſe Urkunden muͤſſen von dem Beamten des Civil⸗ Standes, von den erſcheinenden Theilen und den Zeugen unter⸗ zeichnet werden, oder man muß die Urſache anfuͤhren, welche die Erſcheinenden und die Zeugen zu unterzeichnen verhindert.*) *) N Kllt. Gutachten des Staats⸗Raths vom 12 Thermidor 12. J.(21. Junius 1304), genehmiget vom Kaiſer den asſten (3. Auguſt.) Der Staats⸗Rath ꝛe. uͤber die Frage, ob die von dem Miniſter des Innern vorgelegten Formulare der Urkunden des Civil⸗ Standes den Beamten des Civil⸗Standes überſendet werden ſollen, um die Gleichförmigkeit derſelben im ganzen Reiche zu ſichern, in Erwägung, daß, wenn es, vorzüglich bey dieſem Gegenſtande, gefährlich ſeyn kann, buchſtäblich dieſe oder jene Redaetion vorzu⸗ ſchreiben, ſo daß der Gebrauch jeder andern unterſagt ſey, und die Subſtanz ſelbſt der Urkunde gefaͤhrden könnte,(ein Nachtheil, dem man dadurch hat vorbeugen wollen, daß man keine beſondere For⸗ mulare in das Geſetzbuch Napoleons aufgenommen hat) es doch ſehr vortheilhaft iſt, einer zahlreichen Claſſe von Beamten, welche nicht alle einen gleichen Grad von Erfahrung haben, einen Leitfaden zu geben; allein daß dieſes kein Gegenſtand eines Geſetzes oder eines kaiſerl. Deeretes ſeyn kann, weil Formulare, wenn man ſie anneh⸗ men will, bloß als Rathſchläge und nicht als Vorſchriften, als Beyſpiele und nicht als frenge verbindende Verfügungen gelten kön⸗ nen: iſt der Meinung, daß die vorgelegten Formulare weſent⸗ lich gut, und nach obigem Geſichtspunete nützlich ſind; allein daß ſie nur im Wege eines miniſteriellen Unterrichts, den Befehlen gemäß, welche der Kaiſer zu erthejlen für zweckmäßig ſinden mag, bekannt gemacht werden dürfen. 7. Buch. II. Tit. Von den urkunden des Civil⸗Standes. 21 zo. Die urkunden des Eivil⸗Standes ſollen in jeder Gemeinde in ein oder mehrere Regiſter, die doppelt gefuͤhrt werden, eingetragen werden. 41. Die Regiſter ſollen vom Praͤſidenten des Gerichtes erſter Inſtanz, oder von dem Richter, der deſſen Stelle vertritt, in uhunterbrochen fortlaufender Reihe auf jedem Blatte mit Zif⸗ fern verſehen, mit dem Handzuge bezeichnet, und welches das erſte und letzte Blatt ſey, ſoll noch beſonders bemerkt werden. 42. Die Urkunden ſollen in die Regiſter hintereinander, ohne einigen Zwiſchenraum zu laſſen, eingetragen werden. Ausſtreichungen und ſonſt wohin geſchriebene Zuſätze muͤſſen, auf die nehmliche Weiſe wie der Hauptinhalt der genehmigt und unterzeichnet werden. Im Schreiben darf ma ſich keiner Abkuͤrzungen bebienen„noch irgend ein Datum mit Ziffern ausdrucken. 43. Am Ende eines jeden Jahres ſollen die Regiſter von dem Beamten des Civil⸗Standes förmlich abgeſchloſſen, und den Monat darauf eines der Eremplare in die Archive der Gemeinde, das andere in die Kanzelley des Gerichtes der erſten Inſtanz werden.*) v. Kuiſerl. Deeret über die alphabetiſchen Dabellen der Urkunden des Civil Standes, vom 20 Julius 1807. Art. 1 Die alphabetiſchen Tabellen der Urkunden des Civil⸗ Standes ſollen auch künftig alle Jahre verfertiget und alle zehn Jahre zuſammengeſchmelzen werden, um daraus für eine jede Ge⸗ meinde nur eine einzige zu machen, und zwar vom l tzten Ergäͤn⸗ zungs Tage des 10. I(z21. Sept. 1802) anzufangen, bis zum r. Januar 181 3 und ſo weiter von zehn zu zehn Jahren. 2 Die Beamten des Ctvil⸗Standes haben die jährlichen Tabellen in dem Monate zu verferrigen/ der auf die Schließung des Regiſters des vorhergehenden Jahre folgt, und ſie muͤſſen ſolche einem jeden Duplicate der Regiſter beyfuͤgen; zu dieſem Ende haben unſere kaiſ. Procuratoren zu wachen, daß in der Zeitfriſt von drey Mona ten eine doppelte Ausfertigung von den Mairen an die Kazelley des Gerichtes abgeſchickt werde. 3. Die Decennal(Tabellen von zehn Jahren) ſollen in den ſechs erſten Monaten des 11 Jahres von den Actuarien (grefüers) der Tribunäle. Inſta verfertiget werden. 22 I. Buch. II. Lit. Von den urkunden des Civil⸗Standes. 4g. Mit dem Duplicat der Regiſter, das in der Kanzelley des Gerichts hinterlegt werden muß, ſollen auch die Voll⸗ machten und andere Documente, die den Urkunden des Civil⸗ a. Die jährlichen und die Decennal Tabellen ſollen auf Stem⸗ pelpapier verfertiget und von den respectiven Depoſitarien(Ver⸗ wahrern) beglaubiget werden. 5. Von den Deecennal⸗Tabellen werden fuͤr jede Gemeinde drey Ausfertigungen gemacht; eine bleibt auf der Gerichts⸗Kanzelley; die zweyte wird dem Präſecten des Departements und die dritte jeder Mairie zugeſendet, welche zum Bezirke des Gerichts gehoͤrt. s. Die für die Präfeetur gema hten Ausfertigungen werden den Gerichts ſchreibern aus den Fouds bezahlt, welche für die Ver⸗ waltungs⸗Ausgaben des Departements beſtimmt ſind, und zwar ein Centune für jeden Nahmen, worunter jedoch der Preis des Stempels nicht begriffen iſt. Jeder Bogen muß ſechs und neunzig Nahmen oder Zeilen enthalten. 7. Die fuͤr die Gemeinden beſtimmten Ausſertigungen werden von jeder derſelben bezahlt, und müſſen den übrigen gleichformig ſeyn. s. Für die Ausfertigung, welche bey dem Gerichte bleibt, wird dem Gerichtsſchreiber unter der Rubrik Gerichts⸗Koſten nur das Stempelpapier vergütet. o. Die Decennal⸗Tabelle ſoll in folgender Form verfertiget werden: Departement Decennal⸗Tabelle der Heiraths⸗Urkunden der Gemeinde vom 21. Sept. 1802 bis zum 1. Januar 1813, verfertigt in Gemaͤßheit des kaiſerl. Decrets vom 25. Julius 1807. Bezirk Nahmen und Vornahmen Datum der urkunden der oder erheiratheten. iſt er⸗ Benkeinb Verh 6 der Regiſter Albrecht(Claude), ver⸗ Den 2. Vendemiaire J. 1303-1813. heirathet mit Franziska 11, Jahres oder den —.— Chalais. 3. Januar 1806 ꝛr. 10. Von ben Geburis Heiraths⸗, Eheſcheidungs⸗ und Sterbe⸗ urkunden ſollen beſondere Tabellen, ſowohl jährlich als alle zehn Jahre gemacht werden, jedoch ſo, daß ſie aufeinander folgen. bu h hi it u ſ z hn w uu i ht it bi h * 1. Buch. II. Tit. Von den Urkunden des Civil Standes. 23 Stantes beygefuͤgt bleiben muͤſſen, nachdem ſie mit dem Handzuge des Producenten und jeuem des Beamten des Civil⸗ Standes verſehen worden ſind, auf gedachter Kanzelley depo⸗ nirt werden. q5. Jedermann iſt berechtigt, ſich von denjenigen, bey denen die Regiſter des Civil⸗Standes hinterlegt ſind, Auszuͤge aus dieſen Regiſtern ausfolgen zu laſſen. Die Auszuͤge, die als gleichlautend mit den Regiſtern ausgeli fert, und von dem Praͤſidenten des Gerichtes der erſten Inſtanz, oder von dem Richter, der ſeine Stelle vertritt, beglaubigt ſind, haben ſo lange volle Beweiskraft, bis ſie, mitrelſt einer bey Gerichte ſchriftlich eingereichten Erklaͤrung, als falſch angegriffen wer⸗ den.*) 4) Ne Xv. Gutachten des Staats⸗Raths über die Auszuͤge aus den Regiſtern des Civil⸗Standes, welche von Angeſtellten der Mairie, die man Seectetare zu nennen pflegt abgeliefert werden, vom 6. Junius 1207, genehmiget vom Kaiſer den 2. Julius des nehmlichen Jahres. Der Staats⸗Rath, welcher Einſicht von einem Vortrage genommen hat, der von dem Miniſter des Innern an Se. Maj. den Kaiſer und Koͤnig erſtattet werden, und worin der Miniſter verlaugt, daß der Staats⸗Rath über die Gültigkeit der Austuge aus den Regiſtern des Civil⸗S andes und den Urkunden der Manet die von Angeſtellten der Mairie, welche man Seeretare zu nennen pflegt abgeliefert und beglaubiget werden, entſcheiden möge; In Erwägung, 1) daß das Geſetz vom as. Pluvirs s. J. die Seeretare der aufgehobenen Munieipal⸗Verwaltungen nicht wieder eingeführt, noch das Recht, oͤffenttiche Urkunden zu unterzeichnen⸗ einem Angeſtellten der dermahligen Mairien ertheilt hat; daß daher dieſe Angeſtellten keiner Urkunde, keiner Ausfertigung und keinem Auszuge aus den Urkunden der Pbrigkeiten eine authentiſche Form geben können, weil es Grundſatz iſt, daß jemand nur in ſo ſern einen öffentlichen Charakter beſitzt, als er ihn vem Geſetze erhalten hat; 2) Daß deſſen ungeachtet ſeit dem Geſetze vom 28. Pluvios eine große Anzahl von Auszuͤgen aus den Resiſtern des Cvil⸗ Standes mit der Beglaubigung und Unterſchrift von Angeſtellten, die ſich den Titel Seeretare eder General⸗Secretare der Mairſe geben; abgelieſert worden iſt; daß mehrete dieſer Urkunden ————— —— I. Buch. I. Lit. Von den urkunden des Civil Standes. 46. Sind keine Regiſter vorhanden geweſen, oder ſind ſie verloren, ſo ſoll der Beweis hierüber durch Urkunden ſo⸗ wohl, als durch Zeugen zugelaſſen werden, und in dieſen Faͤllen koͤnnen die Heirathen, Geburten und Sterbfaͤlle ſowohl durch Regiſter und Papiere, die von den verſtorbenen Eltern herruͤhren, als durch Zeugen bewieſen werden. bey den gerichtlichen Behörden angenommen worden ſind, und zur Grundlage oder zu Beweisſücken bey Urtheilen, oder noch nicht entſchiedenen Prozeſſen gedient haben, welche von vorne angefangen werden müßten, wenn dieſe Auszüge nicht als authentiſch ange⸗ nommen würden; 3) Daß dieſe Auszüge von gedachten Angeſtellten in gutem Glau⸗ ben abgeliefert und eben ſo von den Parteyen angenemmen worden ſind; von den Angeſtellten, welche aus einigen Rgieruns⸗Verfü⸗ gungen ſchließen konuten, daß man in ihnen einen öffentlichen Charakter anerkenne; von den Parteyen, welche den allgemeinen Irrthum um ſo weniger erkennen konnten, als beynahe der größte Theil dieſer Auszüze ſeit dem Geſetze vom 20. Vent. 11. J von den Praͤſidenten der Gerichte erſter Inſtanz, und vorher von den Depar⸗ tements⸗Präfeeten oder andern Beamten, die im Falle ihrerAbweſenheit oder Verhinderung ihre Stelle vertraten, legaliſtrt worden ſind; 4) Uad daß endiich zu allen Zeiten und bey allen Geſetzgebungen der algemeine Irrthum und der gute Glaube hisreichten, um bey Urkunden und ſelbſt bey Urtheilen Unregelmäßigkeiten zu docken, welche die Parteyen weder vorherſehen noch verhindern konnten; Iſt der Meinung, 1.) Daß alle Auszüge aus den Regiſtern des Eivil-Standes, welche ſeit dem Geſetze vom as. Pluvios s. J. unter der Begianbigung und Unterſchrift von Angeſtellten, die man Sectetare vder General⸗ Seeretare der Mairie nennt, bis zum Tage der Verkündigung des 5 gegenwärtigen Gutachtens gemacht worden ſind, für authentiſch gehalten werden müſſen, wenn dieſe Unterſchrifr, vor dieſer letzten Epoche, von den Mairen oder Präfceten des Depattements vor dem Geſetze vom 20. Ventos 1. J.(1 März 1803) oder ſeit dem von den Präſidenten der Gerichte erſter Inſtanz, oder von andern öffentlichen Beamten, welche einige Zeit hindurch die Fune⸗ tionen der einen oder der andern verſahen, legaliſirt worden ſind, jedoch mit Vorbehalt des Rechtes, dergleichen Urkunden im eintre⸗ renden Falle mittelſt einer bey Gerichte ſchriftlich eingereichten Er⸗ klaͤrung als falſch anzugreifen; I. Buch. IH. Tit. Von den Urkunden des Civil⸗Standes. 25 47. Jede Urkunde des Civil⸗Standes, ſie mag Franzoſen oder Auslaͤnder betreffen, die in einem fremden Lande gefer⸗ tiget worden, hat volle Beweiskraft, wenn ſie nach der im beſagtem Lande hergebrachten Form abgefaſſet iſt. 2) Daß der Miniſter des Jnnern von neuem durch eine Inſtrue⸗ tion in Erinnerung bringen muß, daß die Angeſtellten bey den Mairien, die ſich Seeretare und General⸗Seeretare nennen, keinen oͤffentlichen Charakter haben, daß ſie keine Urkunde, keine Ausfer⸗ tigung, ſo wie keinen Auszug aus obrigkeitlichen Urkunden authen⸗ tiſch machen können, und daß insbeſondere Auszüge aus den Urkun⸗ den des Civil⸗Standes nur von dem öffentlichen Beamten ausge⸗ fertiget werden koͤnnen, bey dem die Regiſter hinterlegt ſind; 3) Und daß im Allgemeinen, um jeder Zweydeutigkeit vorzu⸗ beugen, der Miniſter die Maire wieder an den Grundſatz erinnern muß, daß in den Urkunden, wo der Verwalter allein verantwortlich iſt, ſeine Unterſchrift allein hinreicht, und in denſelben keine andere vorkommen varf. No XVI. Cireular des Groß⸗Richters, Juſtitz⸗Miniſters, an die Präſidenten der Gerichte erſter Inſtanz und an die bey denſelben angeſtellten kaiſerl. Proeuratoren, vom 27. Auguſt 1807. Ein Gutachten des Staats⸗Raths, genehmiget von Sr. Maj. den 2. verfloſſenen Monats Julius, und welches in das Geſetz⸗ Buͤlletin Nro. 150 eingerückt iſt, bringt den Mairen die ihnen auferlegte Verbindlichkeit in Erinnerung, alle Urkunden ihrer Ver⸗ waltung ſelbſt zu unterzeichnen, und macht ihnen bekannt, daß die Angeſtellten bey den Mairien, unter der Benennung der Seeretare, keinen öffentlichen Charakter haben, und aus dieſem Grunde keine Urkunde, keine Ausfertigung, ſo wie keinen Auszug aus den Urkun⸗ den der Obrigkeiren authentiſch machen können. Der Miniſter des Innern hat den Hru. Präfeeten aufgetragen, ſchickliche Maß⸗ regeln zu ergreifen, um dem Mißbrauche ein Ende zu machen, der ſich in dieſer Hinſicht eingeſchlichen hatte. Se. Execellenz empſiehlt ihnen, den Mairen zu bemerken, daß keine Urkunde des Civil⸗ Standes, welche von den Angeſtellten der Mairien ausgefertiget iſt, von den Präſidenten der Gerichte legaliſirt werden wird, und daß die Angeſtellten, welche künftig was immer für Verwaltungs⸗ urkunden unterſchreiben, ſich in den Fall ſetzen, entweder von Amtswegen oder von den Parteyen, die von dieſen Urkunden keinen Gebrauch machen konnten, gerichtlich belangt zu werden. Ich lade Sie daher ein, von Ihrer Seite zur Verhinderung dieſer Mißbraͤuche mitzuwirken. 6 I. Buch. kl. Tit. Von den urkunden des Civil⸗Standes. 48. Alle im Auslande geferligten Urkunden des Civil⸗ Standes der Franzoſen ſind guͤltig, wenn ſie von den diplo⸗ matiſchen Agenten, oder von den Conſuln, den franzoͤſiſchen Geſetzen gemäß, aufgenommen worden ſind. No. XVil. Cireular des Groß⸗ Richters, Juſtitz⸗Miniſters, an die kaiſerl. Proeuratoren, vem 21. April 1806. Ich bin usterrichtet, daß mehrere Berwahrer der Regiſter des Civil⸗Standes, welche vor dem Geſetze vom 20. September 1793 gefuͤhrt worden ſind, nicht mit Genauigkeit die Urkunden abſchrei⸗ ben, von denen ſie Ausfertigungen ablieſern, und daß ſie die Erwähnung auslaſſenz daß dem vorgezeigten Kinde die Taufe ertheilt worden iſt. Die Hinweglaſſung, welche gedachte Beamten ſich erlauben, iſt durch kein Geſetz befohlen, ſie begehen daher einen Mißbrauch, indem ſie ſich ſolche zu Schulden kommen laſſen Dhnehin muß ja ſchon im Allgemeinen jede Ausſertigung einer urkunde mit der urſchrift gleichförmig ſeyn, und zu Felge des Art. 45 des Geſetz⸗ buches Napoleons müſſen die Auszüge aus den urkunden des Civil⸗ Standes gleichlautend mit den Regiſtern ausgefertiget werden; in dieſer Hinſicht handeln die Beamten des Civil Standes, welche ſie verſtümmein, geradezu gegen das Geſetz. Ich trage Ihnen auf, dieſer Unordnung ein Ende zu machen, und die Maire und andere Verwahrer der Regißer des Civil⸗Stan⸗ des in Ihrem Bezirke auf die wahren Grundſätze über dieſen Gegen⸗ ſtand zuruͤckzuführen. No. XVIIl. Kaiſerl. Decret vom 12. Junius 107 in Betreff der Gebühreu, welche die oͤffentlichen Beamten des Civil⸗Standes zu erheben berechtiget ſind. Art. 1. Zu Folge der Geſetze ſollen dis oͤffentlichen Beamten des Civil⸗Standes auch künftig erheben, Für jede Ausfertigung einer Geburts⸗, Sterbe⸗ und Verkün⸗ digungs⸗Ukunde der Heirath.„ Nebſdem fuͤr Stempel⸗ Gebühr und das Zehntel mehr für Kriegs⸗Taxe. 3.. ² 82 ————— 1 13 Für die Ausfertigungen der Heiraths⸗, Adoptions⸗ und Eheſcheidungs Urkunden.. 60 Nobſidem für Stempel⸗Gebühr und Zriess. Laxe. 83 1 13 ſ ſe un ue — 1 iſ ſn i wile 6 ind uh hi 1. Buch. II. Tit. Von den urkunden des Civil⸗Standes. 27 40. So oft es noͤthig ſeyn wird, am Rande einer ſchon eingetragenen Urkunde einer andern, die ſich auf den Civil⸗ Stand bezieht, zu erwähnen, ſoll dieſes auf Anſuchen der Intereſſ nten, von dem Beamten des Civil⸗Standes in den lanfenden oder in den im Archive der Gemeinde anfbewahr⸗ ten Regiſtern, und von dem Actuar bey dem Tribunal der erſten Juſtanz iu den bey der Gerichts⸗Kanzelley hinterleg⸗ ten Regiſtern geſchehen. Zu dem Ende ſoll der Beamte des Civil⸗Standes binnen drey Tagen den kaiſerlichen Procurator bey dem beſagten Gerichte davon benachrichtigen, und dieſer hat dafuͤr Sorge zu tragen, daß die Erwaͤhnung in beyden Regiſtern gleichlautend geſchehe. §o. Jede Uebertretung der vorherigen Artikel von Seiten der darin benannten Beamten wird bey dem Gerichte der erſten Inſtanz eingeklagt, und mit einer Geldbuße beſtraft, die nicht uͤber hundert Francs betragen darf. §1. Jeder Verwahrer der Regiſter iſt fuͤr die Veraͤnde⸗ rungen, die nachher darin gemacht werden moͤgen, ſo viel den Schadens⸗Erſatz betrifft, verantwortlich, jedoch mit Vor⸗ a. In den Städten von Fo000 Seelen und darüber, für jede Ausſertigung der Geburts“, Sterbe⸗ und Ver⸗ kündigungs Urkunden der Heirath. Fr. 50 C. Rebſidem fuͤr Stempel⸗Gebuͤhr und Friegs⸗ Lare 83 —————— Für die Ausfertigungen der Heiraths⸗, Adoptions⸗ und Eheſcheidungs⸗Urkunden. S Nebſidem für Stempel⸗Gebühr und RriegoEuy⸗ 83 1 383 3.(Dieſer Artikel beſtimmt die Taxen für Paris.) 4. Es iſt unter der auf die Erpreſſung(Concuſſion) geſetzten Strafe verbothen, andere Taxen und Gebühren zu fordern. Fuͤr die Verfertigung gedachter urkunden und die Eintragung derſelben in die Regiſter iſt nichts zu entrichten. 5. Gegenwaͤrtiges Deeret ſoll beſtändig mit großer Schrift in allen Büreaux und Orten, wo Erklaͤrungen über den Civil Stand gemacht werden, ſo wie in allen Verwahrungsorten der Rebiſter angeheſtet ſeyn⸗ 2s I. Buch. Il. Tit. Von den Urkunden des Civil⸗Standes. behalt ſeines ihm etwa noch zuſtehenden Regreſſes gegen die Urheber beſagter Veraͤnderungen. 2. Jede Veraͤnderung, jede Verfaͤlſchung in den Urkun⸗ 3* den des Civil⸗Standes, jede Einſchreibung dieſer Urkunden, die auf ein fliegendes Blatt, und anderſt wohin als in die dazu beſtimmten Regiſter geſchehen iſt, gibt den Parteyen ein Recht auf Schadens⸗Erſatz, mit PVorbehalt der im pein⸗ lichen Geſetzbuche beſtimmten Strafen. 53. Der kaiſerliche Procurator bey dem Gerichte der erſten Inſtanz iſt verbunden, den Zuſtand der Regiſter zur Zeit, als ſie bey der Gerichts⸗Kanzelley deponirt werden, zu unterſuchen. Ueber dieſe Unterſuchung muß er einen ſumma⸗ riſchen Verbal⸗Prozeß aufſetzen, die Uebertretungen oder Ver⸗ gehen, die von den Beamten des Civil⸗Standes begangen worden ſind, denunciren, und auf die Verurtheilung zu den Geldbußen wider ſie antragen.*) * * Ne XX. Inſtructivn des Groß⸗Richters, Juſtitz⸗Miniſters, au die kaiſerl. Proeuratoren, vvm 22. Brüm. 14. J.(13. Nov⸗ 1805). Mehrere von Ihnen haben mir folgende Fragen vorgelegt; 1) Db das Gericht erſter Inſtanz, welches vermöge des 5o. Art. des Geſetzbuches Napoleons uͤber die Uebertretungen des Geſetzes, deren ſich die Beamten des Civil⸗Standes ſchuldig machen, als Correctionnel⸗Gericht nach den durch den 2. Tit. des Geſetzbuches über Verbrechen und Strafen vorgeſchrichenen Formen, oder bloß — als Civil⸗Gericht nach den Formen des Civil⸗Prozeſſes verfahren müſſe; 2) Ob dieſe Beamten, gegen welche nach dem 53. Art. des nehmlichen Geſetzbuches der kaiſerl. Procurator die Verurtheitung zu requiriren beauftragt iſt; unmirtelbaͤr bey dem Gerichte belangt werden können, oder ob zuvor die Klage gegen ſie von der höhern Obrigkeit erlaubt werden muͤſſe Der Staats Rath hat uͤber dieſe zwey Fragen ein Eutachten segeben, welches vom Kaiſer den 4 Pluvios 12. J. genehmiget worden iſt. Ueber die erſte Frage war er der Meinung, daß, da das Erkeuntnß über die Uedertretungen, welche von den Beamten des ie es 9 gt get das des 3 S¹6 1I. Cit. Von den urkunden des Civil⸗Standes. 29 ſ 54. In allen Faͤllen, wo ein Gericht der erſten Inſta uz uͤber Urkunden erkennt, die auf den Civil⸗Stand Vezug haben, koͤnnen die dabey intereſſirten Parteyen wider das Urtheil die uͤblichen Rechtsmittel ergreifen. Civil⸗Standes bey ui der Regiſter begangen worden ſind, durch den 50 Art. des Geſetzbuches Napoleons den Gerichten erſter Inſtan; eingeräumt it man dieſe Vergehen nicht vor die Correctionnel⸗Gerichte bringen könne, ohne den Tirt des Geſetzes abzuändern und ſeine Strenge zu vermehren. Ueber die zweyte Frage iſt ſeine Meinung, daß man die Beamten des Civil Standes nicht als Agenten der Regierung betrachten kaun, und daß ſie daher die Wohlthat des 75. Art. der Conſtitution in Anſpruch zu nehmen nicht berechtiget ſind. Die Verfahrungsart bey der Klage gegen ſie iſt in den Beweggruͤnden des 2. Lit. des Geſetzbuches Napoleons, ſo wie ſie bey dem Geſetzgebungs Corps eutwickelt wurden, vorgeſchrieben; dort heißt es:„Der Commiſſar fertiget einen ſummariſchen Verbal Prozeß; er denuneirt die Ver⸗ gehen, und trägt auf die Verurtheilung zu den Geldbußen an.“ Die Autoriſation der höhern Obrigkeit wird alſo nicht erfordert; und dieſer Grundſatz muß um ſo mehr gehandhabt werden, als das Recht der Aufſicht, welches die Regierungs⸗Commiſſare über das Betragen der Beamten des Civil⸗Standes haben, dadurch erhöht wird; letztere müſſen daher, im Uebertretungs Falle, unmittelbar oder auf die bloße Requiſition des Commiſſars bev den Gerichten belangt werden. Dieſes Gutachten loͤſet alle in dieſer Hinſicht erhobene Schwie⸗ rigkeiten, und Sie haben es zu befolgen. Nur muß ich Ihnen bemerken, daß, da ich Sr. Maj. einen Bericht über die Klagen, welche gegen die Beamten des Civil⸗Standes anzuſtellen ſind, vor⸗ gelegt habe, Sie bis auf weitern Befehl keine anheben muͤſſen⸗ dieſe haͤtten dann eine materielle Verfälſchung oder jede andere Handlung, welche nach dem Geſetze ein Verbrechen iſt, ſich zu Schulden kommen laſſen.— Sie müſſen jedoch wachen, daß gedachte Beamten jaͤhrlich die Duplicate ihrer Resiſter auf der Kanzelley⸗ Ihres Gerichtes hinterlegen. No. XRX. Cireular des Groß⸗Richters, Juſtitz⸗Riniſters, an die kaiſerl. Procuratoren, vom 10. September 1806. Ich habe Ihnen den 22. Brümaire 14. J. das von Sr. Maj. den 4. Pluvios 12. J. genehmigte Gutachten des Staats⸗Rathes bekannt gemacht, welches von der Art und Weiſe handelt, wie zo I. Buch. 1l. Cit. Von den urkunden des Civil⸗Standes. 3 weytes Capitel. Von den Geburts⸗Urkunden. 55. Jede Geburt ſoll in den erſten drey Tagen nach der Entbindung dem Beamten des Civil⸗Standes des Orts ange⸗ zeigt werden; das Kind ſoll ihm vorgezeigt werden. 56. Die Geburt des Kindes muß von dem Vater, oder in Ermangelung des Vaters von den Doctoren der Arzney⸗ oder Wundarzney⸗Kunde, den Hebammen, Arzneyverſtaͤndi⸗ gen(olüciers de santé) oder von ſonſtigen Perſonen, die der Entbindung beygewohnt haben, und wenn die Mutter außer ihrem Wohnorte niedergekommen iſt, von der Perſon, be welcher ſie geboren hat, angezeigt werden. Die Geburts⸗Urkunde ſoll ſogleich in Gegenwart zweyer Zeugen abgefaßt werden. die Beamten des Civil⸗Standes wegen der unregelmaͤßigkeiten, die ſie begehen, zu belangen ſind. Da mehrere von Ihnen, zu Folge dieſes Gutachtens die Anfrage bey mir gethan haben, welche Arten von Unregelmäßigkeiten und Uebertretungen von Seiten der Beamten des Civil⸗Standes, von Ihnen verfolgt werden müßten, ſo habe ich Se. Maj. von Ihrer Ungewißheit in dieſem Punete unterrichtet. Die Schwierigkeit, in dieſer Sache etwas im Allgemeiuen feſt⸗ zuſetzen, und die Furcht, daß mehrere von Ihnen ſich verpflichtet glauben moͤchten, auch wegen unbebeutender Unregelmaͤßigkeiten, gerichtliche Verfolgungen antuſtellen; haben Se. Maj bewogen, mich, auf ein neues Gutachten des Staats⸗Raths, zu ermächtigen, Ihnen vorzuſchreiben, keine Klagen anzuheben, bevor Sie mir nicht vorläufig die Thatſachen vorgetragen haben, die nach Ihrer Meinung gerichtliche Verfolgungen nach ſich ziehen müßten. Zuſolge dieſer Entſcheidung haben ſie mir jedesmahl einen Bericht zu erſtatten, wenn ſie Unregelmaͤßigkeiten, Nachläßigkeiten oder Uebertretungen des Geſetzes entdecken, welche Beamten des Civil⸗ Standes ſich haben zu Schulden kommen laſſen, und die Ihnen von der Art ſcheinen, daß ſie den Gerichten denuncirt und nach den Verfügungen des Geſetzbuches Napoleons beſtraft werden müſſen; ich werde Ihnen dann anzeigen, was Sie weiter zu thun haben. *— ð 1. Buch. II. Tit. Von den Urkunden des Civil Standes. 31 57. Die Geburts⸗Urkunde muß den Tag, die Stunde und den Ort der Geburt, das Geſchlechr des Kindes, und die Vornahmen, die man ihm gegeben hat, die Vornahmen, Geſchlechts⸗Nahmen, das Gewerbe und den Wohnort der Eltern, und jeue der Zeugen en— ²) *) No XRl. Kaiſerl. Deeret vom 4. Julius 1806, über die Art, wie die urkunde, durch die der Beamte des Civil⸗Standes conſtatirt; daß ein Kind ohne Leben ihm vorgezeigt worden iſt, abgefaßt werden muß. Art. 1. Wenn die Leiche eines Kindes, deſſen Geburt nicht eingetragen wonden iſt; dem Beamten des Civil⸗Standes vorgezeigt wird, ſo ſoll dieſer Beamte nicht ausdrucken, daß ein ſolches Kind geſterben, ſondern nur, daß es ihm ehne Leben vorgezeigt worden iſt. Er ſoll nebſdem die Erklärung der Zeugen über die Nahmen, Vornahmen, Eigenſchaften und Wohnorte der Eltern des Kindes aufnehmen, ſo wie über die Anzeige des Jahres, Tages und der Stunde, wo das Kind aus dem Schoſe der Mutter gekommen iſt. 2. Dieſe Ukunde wird nach ihrem Datum in die Sterbe⸗ Regiſter eingetragen, ohne daß hieraus etwas in Vetreff der Frage gefolgert werden koͤnne ob das Kind gelebt habe eder ncht. N XXlI. Geſetz vom 11. Germinal 11. J(1 April 1803) uͤber die Vornahmen und Veränderungen der Geſchlechts⸗Nahmen. I. Tit. Von den Vornahmen. Art. 1. Von der Verkündigung des gegenwaͤrtigen Geſetzes anzurechnen, können allein die Nahmen, welche in den verſchie⸗ denen Calendern gebräuchlich ſind, und jene der in der alten Geſchichte bekannten Perſonen, als Pornahmen in den Regiſtern des Civil⸗Standes angenemmen werden, welche beſtimmt ſind, die Geburt der Kinder zu beurkunden; und es iſt den oͤffentlichen Beamten unterſagt, andere in ihren urkunden anzunehmen. Jeder der gegenwaͤrtig als Vornahmen den Nahmen einer eriſtirenden Familie oder jeden andern kahmen führt, der nicht in der Bezeichnung des erſien Artikels begriffen iſt, kann die Veraͤn⸗ derung deſſelben verlangen, nur muß er die Verfuͤgungen des gedachten Artikels beobachten. z. Die Veraͤnderung geſchieht zu Folge eines urtheils des Bezirks⸗Gerichts, welches die Berichtigung der Urkunde des Civil⸗ Standes verordnet. Dieſes urtheil wird nach Anhoͤrung des kaiſerl. Procurators auf eine einfache Bittſchrift desjenigen erlaſſen, welcher die Ver⸗ * 3a I. Buch. II. Lit. Von den urkunden des Civil⸗Standes. 53. Jeder, der ein neugebornes Kind findet, iſt verbun⸗ den, es dem Beamten des Civil⸗Standes, mit den Kleidun⸗ gen und andern bey dem Kinde gefundenen Sachen zu uͤber⸗ liefern, und alle Umſtaͤnde der Zeit und des Ortes, wo es gefunden worden iſt, anzugeben. Hieruͤber ſoll ein unſtändlicher Verbal⸗Prozeß verfertiget werden, der uͤberdieß noch das anſcheinende Alter des Kindes, ſein Geſchlecht, die Nahmen, die man ihm geben, und die Civil⸗Antoritaͤt, welcher man es uͤbergeben wird, enthalten muß. Dieſer Verbal⸗Prozeß muß den Regiſtern eingetragen werden. änderung nachſucht, wenn er großjährig der emaneipirt iſt, und ſein er Eitern oder ſeines Vormundes, wenn er minderjährig iſt. II. Tit. Von den Veränderungen der Geſchlechts⸗Rahmen. 4. Jeder/ der einige urſache hat, ſeinen Geſchlechts⸗Nahmen zu verändern, muß ein durch Gründe unterſtütztes Geſuch an die Regierung einſenden. 5. Die Regierung entſcheidet hierüber in der Form, welch⸗ für die Regierungs⸗Verordnungen vorgeſchrisben iſt. 6. Wenn ſie das Geſuch bewilliget, ſo erlaubt ſte durch einen in derſelben Form erlaſſenen Beſchluß die Veraͤnderung des Seſchlechts⸗ Nahmehs; dieſer Beſchluß hat aber ſeine Wirkung erſt nach Ablauf eines Jahres, von dem Tage augerechnet, als er in das Geſetz⸗ Bulletin eingerückt worden iſt. 7. Während dieſes Jahres iſt jedem, der hiezu berechtiget iſt, geſtattet bey der Regierung eine Bittſchrift einzureichen, um den Widerruf des Beſchluſſes zu bewirken, welcher die Nahmens⸗Ver⸗ aͤnderung erlaubt; und dieſer Widerruf wird von der Regierung erkannt, wenn ſie den Einſpruch gegruͤndet findet. s. Sind keine Ein ſprüche geſchehen, oder ſind jene, die gemacht wurden, verworfen worden, ſo hat der Beſchluß, welcher die Ver⸗ änderung des Nahmeus erlaubt, nach Verlauf des Jahres ſeine volle und ganze Wirkung, 9. Durch gegenwärtiges Geſetz ſind die Verfügungen der beſtehen⸗ den Geſetze nicht aufgehoben, welche in Betreff der Streitigkeiten über die Abkunft, die eine Veränderung des Geſchlechts⸗Nahmens nach ſich ziehen, erlaſſen worden ſind; dieſe ſollen auch kuͤnftig bey den Gerichten aach den gewöhnlichen Formen betrieben werden. i. hi 1 jn! u, 1 i ⸗ n⸗ et⸗ 1. Buch. II. Tit. Von den Urkunden des Civil⸗Standes. 3 50. Wird ein Kind waͤhrend einer Seereiſe geboren, ſo ſoll die Geburts⸗Urkunde in den erſten vier und zwanzig Stun⸗ den in Beyſeyn des Vaters, wenn er gegenwaͤrtig iſt, und zweyer Zeugen, die man aus den Schiffs⸗Offizieren, oder in Ermangelung derſelben aus den Schiffsleuten zu nehmen hat, verfertiget werden. Dieſe Urkunde ſoll auf den Se⸗⸗ ſchiffen des Kaiſers, der Verwaltungs⸗Beamte des Seeweſens, (J'ofcier d'administration de la marine) und auf den Schif⸗ fen, die einem Caper oder einem Handelsmanne gehdren, der Schiffs⸗Capitaine, der Rheder, oder der Schiffspatron auf⸗ ſetzen. Die Geburts⸗Urkunde muß der Rolle der Schiffsmann⸗ ſchaft als Fortſetzung eingetragen werden. No. XXllI. Kaiſerl Deeret in Betreff der Juden, welche keine beſtimmten Familien⸗ und Vornahmen haben, vom z0. Julius 1808. Art. 1. Diejeuigen Unterthanen unſeres Reichs, welche ſich zu dem hebräiſchen Cultus bekennen, und bis jetzt keine beſtimmte Familien⸗ und Vornahmen haben, ſind verbunden, binnen drey Monaten nach der Verkündigung unſeres gegenwärtigen Deerets deren anzunehmen, und ſolche vor dem Beamten des Civil⸗Standes der Gemeinde, wo ſie ihren Wohnſitz haben, zu erklären. 2. Die fremden Juden, die im Reiche zu wohnen kommen, und in dem durch den 1. Art. vorgeſehenen Falle ſich beſinden, ſind verbunden, innerhalb dreyer Monate nach ihrem Eintritte in Frankreich die nehmlichen Förmlichkeiten zu erfuͤllen. 3. Als Familien⸗Nahmen wird kein aus dem alten Teſtamente gezogener Nahme, ſo wie kein Nahme einer Stadt, angenommen. Als Vornahmen duͤrfen diejenigen genuvmmen werden, welche durch das Geſetz vom 11. Germinal 11. J.(1. April 1303) gutgeheißen ſind. 4 Die Conſiſtorien, wenn ſie das Perzeichniß der Juden ihrer Gemeinheit aufnehmen, ſind gehalten, zu veriſieiren und der Dbrig⸗ keit anzuzeigen, ob jeder einzelne die in den vorhergehenden Artikeln vorgeſchriebenen Bedingniſſe erfuͤllt hat. Sie ſind gleichfalls verbunden, jene Inden ihrer Gemeinheit unter Aufſicht zu halten, und der Obrigkeit anzuzeigen, welche ihren Nahmen ändern würden, ohne den Vorſchriften des erwähn⸗ ten Geſetzes vom 11 Germinal 12. J. nachgekommen zu ſeyu. 5. Ausgeuommen ſind von den Verfuͤgungen unſeres gegen⸗ waͤrtigen Decrets die Juden unſerer Staaten ober die fremden G. N. IV. Aufl. 3 3½ J. Buch II. Tit. Von den Urkunden des Civil Standes. 60. In dem erſten Hafen, wo das Schiff, entweder nm auszuruhen, oder wegen jeder andern Urſache, jene der Abtacklung ausgenommen, einlauft, ſind die Verwaltungs⸗ Beamten des Seeweſens, der Schiffs⸗Capitaine, der Schiffs⸗ herr, oder Patron verbunden, zwey authentiſche Ausferrigun⸗ gen der von ihnen verfaßten Geburts⸗Urkunden zu hinterle— gen, nehmlich wenn es ein franzbſiſcher Hafen iſt, auf dem Buͤrean des Vorgeſetzten der Einſchreibung zum Seedienſte und wenn es ein fremder Hafen iſt, in die Haͤnde des Conſuls. Eine von dieſen Ausfertigungen bleibt auf dem Einſchrei⸗ bungs⸗Buͤreau zum Seedienſte oder in der Conſulats⸗Kanzelley aufbewahrt; die andere ſoll dem Miniſter des Seeweſens eingeſchickt werden, der eine von ihm beglaubigte Abſchrift einer jeden dieſer Urkunden dem Beamten des Civil⸗Standes an dem Wohnorte des Vaters des Kindes, oder wenn der Vater unbekannt iſt, an jenem der Mutter zuzuſenden hat. Dieſe Abſchrift ſoll den Regiſtern ſogleich eingetragen werden. Fuden, welche ſich in denſelben niederlaſſen, wenn ſie bekannte Vor⸗ und Geſchlechts⸗Nahmen haben, welche ſie beſtaͤndig gefuͤhrt haben, wenn gleich dieſe Vor- und Geſchlechts⸗Nahmen aus dem alten Teſtamente oder von den Städten hergenommen ſind, die ſie bewohnten. s. Die Juden, von welchen im vorhergebenden Artikel die Rede iſt, und welche ihre Vor⸗ und Geſchlechts⸗Nahmen beybehalten wollen, ſind nichts deſto weniger verbunden, deßhalb eine Erklä⸗ rung abzugeben: nehmlich die Inden unſerer Staaten, bey der Mairie der Gemeinde wo ſie ihren Wohnſitz haben, und die frem⸗ den Juden, bey jener, wo ſie ihren Wohnſitz aufzuſchlagen geden⸗ ken, dieß alles in der im 1. Art. beſtimmten Friſt. „. Die Juden, welche die durch gegenwärtiges Decret vorge⸗ ſchriebenen Förmlichkeiten und zwar in der darin anberaumten Friſt nicht erfuͤllen, werden außer dem Gebiethe des Reichs geſchickt: jene, welche in einer öfſeutlichen oder in einer unter Privat⸗Unter⸗ ſchrift geſertigten verbindlichen Urkunde willkuͤhrlich ihren Nahmen geäͤndert haben, ohne den Verſügungen des Geſetzes vem 11. Ger⸗ minal 11. J. nachzukommen, ſollen zu Folge der Geſetze, und ſogar als Verfälſcher nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde beſtraft werden. . ih u5 p . 1. Buch. 1I. Lit. Von den urkunden des Civil⸗Standes. 35 61. Sobald das Schiff in den Hafen eingelaufen iſt, wo es abgetackelt wird, ſoll die Rolle der Schiffs⸗Mannſchaft auf dem Buͤreau des Vorgeſetzten der Einſchreibung zum See⸗ dienſte hinterlegt werden. Dieſer hat eine von ihm unter⸗ zeichnete Ausfertigung der Geburts⸗Urkunde dem Beamten des Civil⸗Standes an dem Wohnorte des Vaters des Kindes, oder am Wohnorte ſeiner Mutter, wenn der Vater unbekannt iſt, zuzuſenden. Dieſe Ausfertigung ſoll den Regiſtern ſogleich eingettagen werden. S 62. Die Urkunde uͤber die Anerkennung eines Kindes ſoll den Regiſtern auf den Tag, da ſie g ſchehen iſt, eingetragen, und hievon am Rande der Geburts⸗Urkunde, wenn eine vor⸗ handen iſt, Meldung gethan werden. Srite. Von den Heiraths⸗Urkunden. 63. Vor Schließung der Ehe ſoll der Beamte des Civil⸗ Standes zwey Aufgebothe mit einem Zwiſchenraum von acht Tagen, an einem Sonntag, vor der Thuͤre des Gemeinde⸗ Hauſes thun. In dieſen Aufgebothen, ſo wie in der Urkunde, die hieruͤber verfertiget wird, muͤſſen ausgedruckt ſeyn die Vernahmen, die Geſchlechts⸗Nahmen, das Gewerbe und die Wohnorte der kuͤnftigen Ehegatten, der Umſtand, pb ſie volljaͤhrig oder minderjahrig ſeyen, endlich die Vornahmen, Geſch'echts⸗Nahmen, das Gewerbe und die Wohnorte ihrer Eltern. Dieſe Urkunde ſoll nebſtdem die Tage, Orte und Stunden enthalten, wo die Aufzebothe geſchehen ſind. Sie ſoll in ein beſonderes einfach gefuͤhrtes Regiſter geſchrieben werden, welches von Blatt zu Blatt, wie im 41. Artikel beſtimmt iſt, numerirt und mit dem Handzuge verſehen ſeyn, und am Ende eines jeden Jahrs in der Kanzell y des Be⸗ zirks⸗Gerichtes deponirt werden ſoll. 64. Ven einem Aufgebothe zum ondern und waͤhrend der ganzen Zwiſchenzeit vou acht Tagen ſoll ein Auszug dr Aufocboihs⸗Ukunde au der Thuͤre des Gem inde⸗Hauſes 36 1. Buch. 1. Tit. Von den urkunden des Eivil⸗Standes. angeheftet ſeyn und bleiben. Vor dem dritten Tage nach dem zweyten Aufgebothe, den Tag dieſes Aufgebothes nicht mit⸗ einbegriffen, darf die Ehe nicht geſchloſſen werden. 65. Iſt die Ehe nicht in Jahresfriſt nach Umlauf der fuͤr die Aufgebothe beſtimmten Zeit geſchloſſen worden, fo kann ſie nicht mehr eingegangen werden, als nachdem neue Aufgebothe noch der hieroben vorgeſchriebenen Form geſche⸗ hen ſind. 66. Die Einſpruͤche(Oppoſitions Acte), die wider eine Hrirath eingelegt werden, ſollen auf dem Original und auf der Abſchriſt von den Opponenten oder ihren Bevollmaͤchtigten, die mit einer beſondern Vollmacht in authentiſcher Form ver⸗ ſehen ſind, unterzeichnet werden; ſie muͤſſen nebſt einer Ab⸗ ſchrift der Vollmacht den Parteyen entweder in Perſon oder an ihrem Wohnorte, und dem Beamten des Civil-Standes, der ſein Viſa auf das Original zu ſetzen hat, inſinuirt werden. 67. Der Beamte des Civil⸗Standes ſoll ohne Aufſchub die Oppoſitionen in dem Aufgeboths-Regiſter ſummariſch bemerken. Am Rande, wo dieſe Oppoſitionen eingetragen ſind, ſoll er ebenfalls der eine Aufhebung derſelben enthal⸗ tenden Urtheile oder Urkunden, wovon ihm eine Ausferti⸗ gung zugeſtellt worden iſt, erwaͤhnen⸗ 68. Im Falle einer Oppoſition darf der Beamte des Civil⸗Standes, ehe ihm die Aufhebung derſelben zugeſiellt worden iſt, nicht zur Schließung der Ehe ſchreiten, bey Strafe von drey hundert Francs, nekſt dem Erſatze aller hiedurch verurſachten Schaͤden und des entbehrten Gewinns (dommages- intéréts.). 69. Sind keine Oppoſitionen eingelegt worden, ſo ſoll auch hievon in der Heiraths-Urkunde Erwaͤhnung gethan wer⸗ den, und wenn die Aufgebethe in mehrern Gemeinden geſche⸗ hen ſind, ſo ſollen die Parleyen von dem Beamten des Civil⸗ Standes einer jeden Gemeinde ein Zeugniß beybringen, welches darthut, daß keine Oppoſition eingelegt worden iſt. Mn ji m — N N . Buch. II. Tit. Von den Urkunden des Civil⸗Standes. 37 70. Der Beamte des Civil⸗Standes ſoll ſich die Geburts⸗ Urkunde eines jeden der kaͤnftigen Ehegatten einhaͤndigen laſſen. Der Ehegatte, dem es etwa unmoglich ſeyn moͤchte, ſich ſolche zu verſchaffen, kann ſie dadurch erſetz'n, daß er eine Notorietaͤts⸗Urkunde(Zeugniß uͤber die Kundbarkeit,) von dem Friedensrichter e Geburts⸗ oder Wohnortes bey⸗ bringt. 71. Die Notorietäts⸗ urkunde muß eine von ſi ben Zeugen, gleichviel ob ſie maͤnnlichen oder weiblichen Geſchlechts, ver⸗ wandt oder nicht verwandt ſind, geſchehene Erktaͤrung uͤber die Vornahmen, Geſchlechts⸗-Nahmen,. das Gewerbe und den Wohnort des kuͤnftigen Ehegatten, und ſeiger Eltern, wenn ſie bekannt ſind, den Ort und ſo viel moͤglich, den Zeitpunct ſeiner Geburt, und die Urſachen enthalten, die verhindern, die Urkunde ſelbſt daruͤber beyzubringen. Die Zeugen muͤſſen die Urkunde uͤber die Kundbarkeit mit dem Frie⸗ densrichter unterzeichnen, und gibt es einige unter ihnen⸗ die nicht unterzeichnen koͤnnen oder im Schreiben unerfahren ſind, ſo muß auch dieſes angemerkt werden. 72. Die Notorietaͤts⸗Urkunde muß dem Gerichte der erſten Inſtanz des Ortes, wo die Heirath vor ſich gehen ſoll, vor⸗ gelegt werden. Das Gericht gibt oder verſagt nach Anhorung des kaiſerlichen Procurators ihre Beſtaͤtigung, je nachdem es die Ausſagen der Zeugen und die Gruͤnde, wegen welcher man die Geburts⸗Urkunde nicht beybringen kann, zureichend findet oder nicht. 73. Die authentiſche Urkunde, welche die Einwilligung der Eltern, oder Groß⸗Eitern, oder bey Abgang derſelben, die Einwilligung der Familie enthält, muß die Vornahmen, Geſchlechts⸗Nahmen, das Gewerbe und den Wohnort des kuͤnftigen Ehegatten, und aller derjenigen, die dabey mit⸗ wirken, ſo wie den Grad ihrer Verwanstſchaft ausdrucken. 74. Die Ehe ſoll in der Gemeinde geſchloſſen werden, wo einer von beyden Ehegatten ſein Donicil(Wohnſitz) hat. In Beziehung auf die Heirath hat man ſrin Domicil in einer . 33 1. Buch. II. Cit. Von den urkunden des Civil⸗Standes. Gemeinde, wenn man ſechs Monate nacheinander daſelbſt gewohnt hat. 75. An dem Tage, den nach aiunf der Aufgeboths⸗ Friſten die Parteyen hiezu beſtimmt haben, ſoll der Beamte des Civil⸗Standes ihnen auf dem Gemeinde⸗Hanſe, in Bey⸗ ſeyn von vier Zengen, wozu Verwandte oder Nicht⸗Verwandte gewaͤhlt werden koͤnnen, die oben angefuͤhrten Urkunden, die ſich auf ihren Stand und auf die Formalikaͤten der Heirath beziehen, ſodann das ſechste Capitel des Titels,von der Ehe, welches die wechſeiſeitigen Rechte und Pflichten der Eheleute enthͤlt, vorleſen. Er ſoll ſich von jedem Theile einzeln und nacheinander die Erklaͤrung geben laſſen, daß ſie ſich zum Manne und zur Frau nehmen wollen. Dieſemnach erklaͤrt er im Nahmen des Geſetzes, daß ſie durch das Band der Ehe verbunden ſind, und ſetzt auf der Stelle hieruͤber eine Urkunde auf. 76. In der Heiraths⸗Urkunde muͤſſen ausgedruckt werden? 1) Die Vornahmen, Geſchlechts⸗Nahmen, das Gewerbe, das Alter, die Geburts⸗Orte und die Wohnorte der Ehe⸗ gatten; 2) Ob ſie volljaͤhrig oder winteihü ſind; 3) Die Vornahmen, Geſchlechts⸗Nahmen, das Geweibe, und die Wohnorte der Eltern; 4) Die Einwilligung der Eltern, Groß-Eltern, und jen⸗ der Familie, in dem Falle, wo ſie erfordert wird;. 5) Das etwa geſchehene ehrerbierige Nachſuchen des elter⸗ lichen oder großelterlichen Raths; 2 6) Die in den verſchiedenen V Lohn wrten geſchehenn Auf⸗ gebothe; 7) Die Oppoſitionen, wenn deren gemacht worden, ihre Aufhebung, oder die Bemerkung, daß keine Oppoſition ein⸗ gelegt worden; 8) Die Srlzrung der Centrahenten, daß ſie ſich einander zu Ehegatten nehmen, und der von dem oͤffentlichen Beamten geſchehene Ausſpruch ihrer ehelichen Verbindung; — e t 1. Buch. lI. Tit. Von den urkunden des Civil⸗Standes. 35 9) Die Vornahmen, Geſchlechts⸗Nahmen, das Alter, das Gewerbe und die Wohnorte der Zengen und ihre Erklaͤrung, ob ſie mit den Parteyen verwandt oder verſchwägert ſind, von welcher Seite her, und in welchem Grade. Von den Sterbe-Urkunden. 77. Keine Beerdigung darf ohne Erlaubniß des Beamten des Civil⸗Standes geſchehen. Er ertheilt ſie auf nicht geſtem⸗ peltem Papier, und unentgeldlich; aber nicht eher, als nach⸗ dem er ſich zu dem Verſtorbenen verfuͤgt hat, um ſich ſeines wirklichen Hinſcheidens zu verſichern, und vier und zwanzig Stunden nach dem Hinſcheiden. Ausgenommen bleiben jedoch die in den Polizey⸗Verorduungen beſonders beſtimmten Faͤlle.*) 78. Die Sterbe⸗Urkunde wird von dem Beamten des Civil⸗ Standes auf die Erk laͤrung zweyer Zeugen verfrrtiget; dieſe Zeugen ſollen, wenn es moͤglich iſt, die zwey naͤchſten Ver⸗ wandten oder Rachbarn, oder wenn jemand außer ſeinem Wohnorte geſtorben iſt, die Perſon, bey welcher er geſtorben, und ein Verwandter oder ein anderer ſeyn. 70. Die Sterbe-Urkunde muß die Vornahmen, den Geſchlechts⸗Nabmen, das Alter, Gewerbe und den Wohnort *) No XXV. Kaiſerl. Deeret vom 4. Thermidor 13. J.(a3. Julius 1805) uͤber die Erlaubniß, welche die Beamten des Civil⸗ Standes zu ertheilen haben, damit eine Leiche beerdiget werden darf. Es iſt allen Mairen; Adjuneten und Ritgliedern der Municipal⸗ Verwaltungen verbothen, den Transport, die Präſentation, die Niederſetzung an einem Hrte, die Beerdigung einer Leiche, und die Eröffuung der Begraͤbniß⸗Orte zu erlauben; alleu Kirchen⸗Fabriken und Conſiſtorien, ſo wie allen andern, welche die zu den Begraͤb⸗ niſſen erforde lichen Leſerungen zu machen das Recht haben, beſagte Lieferungen zu machen; alen Pfarrern Deſſeiventen und Paſtoren, irgend eine Leiche abzunehmen oder außer den Kirchen und Tempeln ſie zu begleiten, wenn ihnen nicht eine Erlaubniß des Beamten des Civil⸗Standes zur Beerdigung vorgezeigt wordeu iſt, unter der Strafe als Uebertreter des Geſetzes verfolgt zu werden. z 1. Buch. M. Lit. Von den urkunden des Civil Standes. des Verſtorbenen, die Vornahmen und Geſchlechts⸗Nahmen des andern Ehegatten, wenn die verſtorbene Perſon verhei⸗ rathet, oder im Wittwenſtande war, endlich die Vornahmen, Geſchlechts Nahmen, das Alter, das Gewerbe und die Wohn⸗ orte derſenigen, weiche die Erklaͤrung abgeben, und ſind ſie Verwandte des Verſtorbenen, den Grad ihrer Verwandtſchaſt enthalten. Eben dieſe Urkunde muß ferner, in ſo weit man es niſſen kann, die Vornahmen, Geſchlechts⸗Nahmen, das Gewerbe und den Wohnort der Eltern des Verſtorbenen, nebſt ſeinem Geburts⸗Orte enthalten. 80. Sterbfaͤlle in den Militair⸗ und Civil⸗Spitalern oder andern offentlichen Haͤuſern ſind die Obern, Directoren, Verwalter und Hausherrn in den naͤchſten vier und zwanzig Stunden dem Beamten des Civil⸗Standes anzuzeigen ver⸗ bunden. Dieſer ſoll, um ſich des Hinſcheidens zu verſichern, ſich dahin verfuͤgen, und nach Vorſchrift des vorhergehenden Artikels eine Urkunde uͤber die ihm gemachten Erklärungen, und über die von ihm eingezogenen Erkundigungen verfertigen.*) *) N XXKV. Gutachten des Staats⸗Raths uͤber die Beweiſe, welche über den Sterbfall der Militair⸗Perſonen zugelaſſen werden rönnen, vom 12. Germinal 13. J., genehmiget vom Kaiſer den 27. Germinal(7. April 1805.) Der Staats⸗Räth ꝛe. iſt uͤber die Frage, ob man in Erman⸗ gelung poſitiver Beweiſe über den Sterbfall einer Militair⸗Perſon nn ihrer Stelle Vermuthungen annehmen koͤnne, die ſich aus muͤnd⸗ lichen geugen⸗Ausſagen oder aus einer mehrere Jahre hindurch dauernden Abweſenheit ergeben, Der Meinung, 1) daß es ſehr gefährlich ſeyn wuͤrde, bloße Motorietäts⸗Urkunden, welche nicht zur gehörigen Zeit abgefaßt wurden, und groͤßtentheils auf erkauften oder ſchwachen Perſonen abgedrungenen Zeugniſſen beruhen, als Beweiſe eines Sterbfalles zuzulaſſen; daß alſo dieſe Verfahrungsart nicht Statt haben kann; 2) Daß in Betreff der Abweſenheit die Wirkungen derſeiben in Rückſicht des Vermögens durch das Geſetzbuch Napoleons beſtimmt ſind, daß man nicht weiter gehen, noch die Ehe eines Abweſenden nach einer gewiſſen Anzahl von Jahren für aufgelöſet ertlären kannz lin ſih 1 40 ſu 1 W i — S— 1———— — I. Buch. 1I. Tit. Von den uUrkunden des Civil⸗Standes. 41 Ueberdieß ſollen in beſagten Spitaͤlern und Haͤuſern beſondere Regiſter gefuͤhrt werden, die beſtimmt ſind, um ſolche Erklaͤrungen und Nachrichten darin ein⸗ zutragen. k Der Beamte des Civil⸗Standes ſoll die Sterbe⸗Urkunde dem Beamten, der an dem letzten Wohnorte des Verſtorbenen dieſelbe Stelle verſieht, einſenden, und dieſer ſie gleichfalls ſeinen Regiſtern eintragen. 81. Aeußern ſich Zeichen oder Spuren eines gewaltſamen Todes, oder andere Umſtaͤnde, welche deßhalb einen Verdacht erwecken die Beerdigung nicht eher geſchehen, als bis ein Polizey⸗Beamter unter dem Beyſtande eines Doctors der Arzney⸗ 32 Wundarzney⸗Kunde uͤber den Zuſtand des Leichnams, und uͤber die Umſtaͤnde, welche hierauf Bezug haben, ſo wie uͤber die Nachrichten, die er uͤber die Vor⸗ nahmen, den Geſchlechts⸗Nahmen, das Alter, Gewerbe, den Geburts- und Wohnort des Verſtorbenen einziehen konnte, einen Verbal⸗Prozeß gefertiget hat. 82. Der Polizey⸗Beamte iſt gehalten, dem Beamten des Civil⸗Standes an dem Orte, wo die Perſon verſtorben iſt, ſogleich alle Nachrichten einzuſenden, die in ſeinem Verbal⸗ Prozeſſe enthalten ſind, und gemaͤß bieſen iſt die Sterbe⸗ Urkunde zu verfaſſen. daß in der That mehrere Frauen von Militair⸗Perſonen ſich in dieſer Hinſicht in einer unangenehmen Lage befinden moͤgen, daß aber dieſe Betrachtung bey der Diseuſſion des Geſerbuches Napo⸗ leons nicht wichtig genug geſchienen hat, um ſie von der Verbind⸗ it frey zu ſprechen, einen geſetzichen Beweis beyzubringen, hne welchen man die Geſelſchaft traurigern Irrthuͤmern und viel — Nachtheilen ausſetzen würde, als die Uebel der Privat⸗ Perſonen ſind, denen man abhelfen wollte. Bey dieſer Lage der Dinse iſt der Staats⸗Rath der Meinung, daß kein Grund vorhanden iſt, das gemeine Recht aufzuheben oder darin eine Ausnahme einzuführen, welche die Heſttzgebung nie inge⸗ jaſſen hat. 6 42 1I. Buch. n. Lit. Von den urkunben des Civil⸗Standes. Eine Ausfertigung davon ſoll der Beamte des Civil⸗Stan⸗ des demjenigen zuſenden, der am Wohnorte des Verſtorbenen dieſelbe Stelle verſieht, wenn der Wohnort bekannt iſt; dieſe Ausfertigung wird den Regiſtern eingetragen. 83. Die Criminal⸗Gerichtsſchreiber ſind gehalten, in den erſten vier und zwanzig Stunden nach der Vollſtreckung der Todes⸗Urtheile dem Beamten des Civil⸗Standes des Ortes, wo der Verurtheilte hingerichtet worden, alle im 79. Art. ausgedruckten Nachrichten zuzuſenden, gemaͤß welchen alsdann die Sterbe⸗Urkunde zu verfaſſen iſt. 84. Stirbt jemand in einem Gefaͤngniſſe, Zwangs⸗ oder Einſperrungs⸗Hauſe, ſo haben die Aufſeher oder Gefangen⸗ huͤter den Beamten des Civil⸗Standes auf der Stelle hievon zu benachrichtigen; dieſer ſoll, wie im So. Art. beſtimmt iſt, ſich dahin verſuͤgen, und die Sterbe⸗Urkunde verfertigen. 85. In allen Faͤllen, wo jemand eines gewaltſamen Todes, oder in einem Gefaͤngniſſe oder Zwangs⸗Hauſe ver⸗ ſtorben, oder hingerichtet worden iſt, ſoll von dieſen Umſtaͤn⸗ den in den Regiſtern gar nichts erwähnt, und die Sterbe⸗ urkunde einzig nach der in dem 79. Art. vorgeſchriebenen Form verfertiget werden. 86. Ereignet ſich ein Sterbfall auf einer See⸗Reiſe, ſo ſoll daruͤber in den naͤchſten vier und zwanzig Stunden is Gegenwart zweyer Zeugen, die man aus den Schiffs⸗Offizie⸗ ren, oder in deren Ermangelung aus der Schiffs⸗Mannſchaft zu nehmen hat, eine Urkunde abgefaßt werden. Dieſe Urkunde hat anf den Seeſchiffen des Kaiſers der Verwaltungs⸗Beamte des Seeweſens, und auf den Schiffen, die einem Handels⸗ manne oder Caper gehoͤren, der Schiffs⸗Capitain, der Rheder oder Schiffs⸗Patron abzufaſſen. Die Sterbe⸗Urkunde wird auf die Rolle der Schiffs⸗Mannſchaft els Auhang eingeſchrieben 87. In dem erſten Hafen, wo das Schiff entweder um einen Ruheplatz zu ſinden, oder wegen jeder andern Urſache als um abzutakeln, einläuft, ſollen die Verwaltunss B am⸗ ten des Seeweſens, der Schiffs⸗Capitain, der Schiffsherr ₰ jn Mu n n t. n 1 Buch. II. Tit. Von den urkunden des Civil⸗Standes. 43 oder Patron, welche Sterbe⸗Urkunden abgefaßt haben, zwey Ausfertigungen davon dem 60. Art. gemaͤß deponiren. Sobald das Schiff in den Hafen eingelaufen iſt, wo es abgetakelt wird, ſoll die Rolle der Schiffs⸗P annſchaft in dem Buͤreau des Vorgeſetzten der Einſchreibung zum Seedienſte hinterlegt werden. Er hat eine von ihm unterzeichnete Aus⸗ fertigung der Sterbe⸗Urkunde dem Beamten des Civil⸗Stan⸗ des, wo der Verſtorbene ſeinen Wohnort hatte, zuzuſenden. Dieſe Ausfertigung muß den Regi ſtern ſogleich ngertagfü werden. Fuͤnftes Capitel. Von den uUurkunden des Civil⸗Standes, welche außer dem Gebiethe des Reichs Miltair⸗Perſonen betreffen. 88. Die außer dem Gebiethe des Reichs gefertigten Urkun⸗ den des Civil⸗Standes, welche Militair- oder andere bey den Armeen angeſtellte Perſonen betreffen, ſollen nach den durch die vorherigen Verfuͤgungen vorgeſchriebenen Formen abgefaßt werden, mit Vorbehalt der in den folgenden Artikeln enthal⸗ tenen Ausnahmen. 89. Der Quartiermeiſter bey einem jeden Corps, das aus einem oder mehrern Bataillonen oder Schwadronen beſteht⸗ und der commandirende Hauptmann bey den andern Cerps ſollen die Functionen des Beamiten des Civil⸗Standes ver⸗ richten. In Betreff der Hffiziere ohne Truppen, und der bey der Armee angeſtellten Perſonen(Employes), hat der Muſte⸗ rungs⸗Inſpector, der bey der Armee, oder dem Armee⸗Corps ang ſtellt iſt, di ſelben Functionen zu verſehen. 9o. Fuͤr die Urkunden des Civil⸗Standes ſoll ein eigenes Regiſter bey jedem Truppen⸗Corps grfuͤhrt werden, das ſich auf die Individuen dieſes Corps bezieht, und ein anderes bey dem Stabe der Armee oder eines Corps der Armee fuͤr die Civil⸗Urkunden, welche die Offiziere ohne Truppen und die 5t p Employés betreffen. Dieſe Regiſter ſollen auf eben die Weiſe, wie die andern Regiſter der Corps 8 der Stäbe aufbewahrt, 44 7. Buch. II. Tit. Von den uUrkunden des Civil⸗Standes. und bey der Ruͤckkehr der Corps oder der Armeen auf das Gebieth des Reichs in die Kriegs Archive hinterlegt werden. 91. Die Regiſter ſollen bey jedem Corps von dem Offi⸗ zier, der das Commando fuͤhrt, und bey dem Stabe von dem Chef des General⸗Stabes fortlaufend numerirt und mit dem Handzuze verſehen werden. 92. Die Geburts⸗Anzeigen ſollen bey der Armee in den erſten zehn Tagen nach der Entbindung geſchehen. o3. Der Offtzier, welchem die Fuͤhrung des Regiſters uͤber den Ciril⸗Stand aufg tregen iſt, ſoll in den erſten zehn Tagen nach der Eintragung der Geburts⸗Urkunde in das beſagte Regiſter einen Auszug davon dem Beamten des Civil⸗Standes desjenigen Ortes zuſenden, wo der Vater des Kindes, oder wenn der Vater unbekannt iſt, wo die Mutter des Kindes zuletzt wohnte. o4. Die Aufgebothe fuͤr eine Heirath der Militair⸗ und anderer bey der Armee angeſtellten Perſonen ſollen an dem Orte ihres letzten Wohnſitzes geſchehen; ſie ſollen uͤberdieß, was die Individuen betrifft, die zu einem Corps gehoren, bey der Tages⸗Ordre(ordre du jour) des Corps, und in Betreff der Offiziere ohne Truppen und der Employes, bey der Tages⸗Ordre der Armee oder des Corps der Armee, wovon ſie einen Theil ausmachen, fuͤnf und zwanzig Tage vor Schließung der Ehe kund gemacht werden. o5. Gleich nachdem die Heiraths⸗Urkunde in das Regiſter eingetragen iſt, ſoll der Offizier, der das Regiſter zu fuͤhren hat, eine Ausfertigung davon dem Beamten des Civil⸗Stan⸗ des an dem letzten Wohnorte der Ehegatten zuſenden. o6. Die Sterbe Urkunden ſollen bey jedem Corps von dem Quartiermeiſter, und was die Offiziere ohne Truppen und die Employés betrifft, von dem Muſterungs⸗Inſpector der Armee auf die Anzeige dreyer Zengen aufgenommen, und ein Auszug aus dieſen Regiſtern in den naͤchſten zehn Tagen dem Beamten des Civil⸗Standes am letzten Wohnorte des Verſtorbenen eingeſandt werden. hiu kin ih fi nit rs hn ſe 1 Buch. I. Lit. Von den urkunden des Civil Standes. 45 97. Iſt jemand in einem Feld⸗Lazarethe oder in einem ſtehenden(fuͤr einen Ort bleibend beſtimmten) Militair. Spita e geſtorben, ſo ſoll die Sterbe⸗Urkunde von dem Dircctor der gedachten Spitaͤler verfertiget, und dem Quartiermeiſter des Corps oder dem Muſterungs-Inſpector bey der Armee oder dem Corps der Armee, wozu der Verſtorbene gehorte, einge⸗ ſandt werden. Dieſe Oſſiziere ſollen eine Ausfertigung der Sterbe⸗Urkunde an den Bramten des Civil⸗Standes am letz⸗ ten Wohnerte des Verſtorbenen gelangen laſſen. o8. Der am Wohnorte der Partenen angeſtellte Beamte des Civil⸗Standes, welchem von der Armee die Ausfertigung einer Urkunde zugeſandt wird, die den Civil⸗Stand betrifft, iſt gehalten, ſie ſogleich den Reziſtern einzutragen. S ch ie Von der Berichtigung der Urkunden des Civil⸗Standes. 99. Wird auf Berichtigung einer Urkunde des Civil Stan⸗ des angetragen, ſo hat die competente Gerichts⸗Beboͤrde, nachdem der kaiſerl. Procurator in ſeinem Antrage vernommen worden, mit Vorbehalt der Appellation, hieruͤber zu erkennen. Je nachdem ſich die Sache verhaͤlt, ſollen die intereſſirten Parteyen hiezu berufen werden.*) *) N XXVI. Gutachten des Staats Rathes über die Forma⸗ litäten, welche in Fückſicht der Berichtigungen der Regiſter des Civil⸗Staudes berbachtet weiden muͤſſen, vem 12. Nivos 10. J. (z. Jänner 1802) genehmiget von den Conſuln den 23. Nivos. Der Staats⸗Rath, welcher nach der Hinverweiſung der Conſuln, auf den Vortrag der Geſetzgebungs⸗Seetion, die Berichte der Miniſter der Gerechtigkeitspflege und des Innern discutirt hat, worin vorgeſchlagen wurde, daß durch einen Beſchluß die Berichtigung der Regiſter des Civil⸗Staudes vom Departement der Ardeche, in welchen man Irrthümer, Auslaſſungen und Verfäl⸗ ſchungen antrifft, verordnet werden moͤchte; Iſt der Meinung, daß die Grundſaͤtze, auf welchen der Stand der Perſonen beruht, ſich jeder Berichtigung der Regiſter widerſetzen, welche nicht das Reſultat eine“ Uitheils wäre, das von 36 I. Buch. II. Tit. Van den Urkunden des Civil⸗Standes. 100. Den intereſſirten Parteyen, die weder auf dieſe Berichtigung angetragen haben, noch dazu vorgeladen wor⸗ den ſind, kann zu keiner Zeit vas Urtheil, welches die Berich⸗ tigung befiehlt, entgegengeſetzt werden⸗ jenen Partenen verlaug werden, die ein Intereſſe dabey haben, die Berichtigung nach uſuchen oder zu beſtreiten; daß dieſe Grund⸗ ſaͤze immer als die ücherſte Gewöhrleiſtung der geſellſchaftlichen Didnung angeſehen worden ſind, daß die Ordonnanz von 1667 ſie ſenerlich proclamit hat, wodurch die enqustes d'examen à futur, abgeſchaſſft wurden, daß ſie nererdings durch den Entwurf des dritten Geſetzes des Civit⸗Geſetzbuchs beſtaͤtiget worden ſind, daß man ſie nicht abändern kann, ohne die Familien zu beunruhigen und erworhenen Rechten Abbruch zu thun; daß, wenn das Geſetz vom 2. Flsreal 3. J. von Amts wegen die Berichtigung der Regiſter in den weſtlichen Departementen befohlen hat, dieſe Maß⸗ regel durch die Folgen des Buͤrger⸗Krieges nothwendig geworden zu ſeyn ſchien, daß ſich aber ben ihrer Ausführung uuüberſteigbare Hinderniſſe ergeben haben; daß, wenn gleich der ſchlechte Zuſtand der Regiſter in mehrern Departementen Schwierigkeiten und zahl⸗ reiche Prezeſſe veranlaſſet, es deſſen ungeachtet dem öffentlichen. und Privat Intereſſe angemeſſener iſt, die Berichtigung der urkun⸗ den des Civi! Standes nach den umſtaͤnden durch die Gerichte bewerkſelligen zu laſſen. No XXVIt. Gutachten des Staats⸗Raths in Betreff der For⸗ malitäten, welche zu berbachten ſind, um in die Regiſter des Civil⸗ Standes Urkunden einzutragen, die in den vorgeſchriebenen Friſten nicht eingetragen wordes ünd, vom 6. Brümaire 11. J./ geneh⸗ miget den 12. Brümaire(13. November 1802). Der Staats Rath, wrelcher nach der Hinverweiſung der Conſuln, den Vertrag der Geſetzgebungs⸗Section über jene der Miniſter der Gerechtigkeitspflege und des Innern in Betreff der Fragen angehoͤrt hat,— ¹) Ob der Beamte des Civil Standes auf die Erklärungen der Parteyen jene Urkunden des Civil Standes, welche nicht binnen den vom Geſetze vorgeſchriebenen Friſten in die Regiſter eingetragen worden ſind, aufuhmen und eintragen darf, oder ob es nothwendig iſt, daß dieſe Eintragung durch ein Urtheil erlaubt werde; 2) Ob in dieſem Falle es nicht dienlich ſey, daß die Regie⸗ rungs Cemmiſſare(katſerl. Peveuratoren) bey den Gerichten von Amts wegen auftreten, um die Urtheile zu Feguiriren, damit den Partepen die Koſien eiſpait werdeh, in h huhn wen e6 e er 1. Buch II. Tit. Von den Urkunden des Civil Standes. 47 101. Di. Berichtigungs Urtheile ſollen von dem Beam⸗ ten des Eivil⸗Standes, ſobald ſie ihm zugeſtellt worden ſind, den Regiſtern eingetragen werden. Ihrer foll am Rande der berichtigten Urkunde Erwähnung geſchehen. Iſt der Meinung, Ueber die erſte Frage, daß die Srundſätze, auf denen das Gut⸗ achten vom 13. Nivos 10. J. beruht, noch in einem hoͤhern Grade auf den Fall anwendbar ſind, wenn Urtunden aus den Regiſtern ausgelaſſen wurden, weil die Berichtigung nur zum Gegenſtande haben kaun, in einer ſchon vorhandenen urkunde die Wahrheit au die Steile des Irrthums zu ſetzen, und wenn man die Nicht⸗ Errichtung einer Uikunde wieder gut zu machen verlangt, es ſich offenbar davon handelt, einen ECivil⸗Stand zu ertheilen; daß, wenn es ben Beamten des Civil Standes erlauht waͤre, ohne alle For, malität zu ſpaͤt gemachte Erklärungen aufzunehmen, und ihnen Authenticität zu geben, man Fremde in die Familien bringen könnte und daß eine ſolche Befugniß greße Unordnungen nach ſich ziehen wuͤrde; daß die nicht errichteten urkunden daher in die Regiſter nur zu Folge ſolcher Urtheile eingetragen werden dürfen, die, mit vollkemmener Kenntniß per Urſache, warum ſie nicht errichtet wur⸗ den, nach Anhörung der dabey intereſſirten Parteyen, oder nachdem dieſe vorgeladen worden, und auf den Antrag des öffenrlichen Miniſteriums erlaſſen worden ſind, und daß ſelbſt dieſe Urtheile noch zu jeder Zeit von den Parteyen, die nicht zur Sache abge⸗ laden worden ſind, angefochten werden lönnen; Ueber die zweyte Frage, daß es dienlicher iſt, den Parteyem welche ein Intereſſe dabey haben, daß die Nicht⸗Errichtung der urkunden des Civil⸗Standes wieder gut gemacht werde, die Sorge zu überlaſſen, die urtheile nachzuſuchen, unbeſchadet gleichwohl des Rechtes, welches unſtreitig die Regierungs⸗Commiſſare(kaiſerl. Pro, euratoren) haben, in dieſer Materie be. PVorfaͤllen, welche die öffentliche Oydnung intereſſiren, von Amts wegen zu handeln. N XXVIII. Durch ein Gutachten vom 28. Frimaite 12. J. genehmiget von den Conſuln den zoſten(a2. December 1303) hat der Staats Rath entſchieden, daß in dem Falle, wo der Beamte des Civil⸗Standes geſtorben wäre, ohne die in die Regiſter einge⸗ 45 t. Buch. III. Tit. Von dem Wohnſitze. Dritter Titel. Von dem Wohnſitze. (Deeret. den 14. März 1803. Promulgirt den a4. des nehml. Mouats.) 10n. Das Domicil(der Wohnſitz) eines jeden Franzoſen in Beziehung auf die Ausuͤbung ſeiner Civil⸗Rechte iſt da, wo er ſein Haupt⸗Etabliſſement hat. ſchriebenen urkunden unterzeichnet zu haben, die Lücken, Auslaſ⸗ ſungen und Irrthuͤmer in dieſen Regiſtern nur kraft eines Urtheils ausgefuͤllt, ergänzt oder verbeſſert werden können. No XXIX. Gutachten des Staats⸗Raths uͤber die Fälle; in denen die Berichtigung der Urkunden des Civil Standes durch die Gerichte nicht nothwendig iſt, vom 19. März 1808, genehmiget vom Kaiſer den 30. März. Der Staats⸗Rath, nach Anhörung des Vortrags ꝛe uͤber die Mittel, den Nachtheilen vorzubeugen, welche für die Perſonen⸗ die ſich verheirathen wollen, aus der Verbindlichkeit entſtehen die Urkunden, welche ſie bey verſchiedenen Gelegenheiten vorlegen müſſen, von den Tribunälen berichtigen zu laſſen, wo doch die Berichtiguns in den Regiſtern nicht nothwendig iſt; In Erwägung, daß, wenn es wichtig i“, die Berichtigung der Regiſter des Civil Standes nur durch die Tribunäle, und zu Folge der zu dieſem Ende erlaſſenen Urtheile, vornehmen zu laſſen, den Bürgern aber auch keine Berichtigungs⸗Koſten verurſacht werden muͤſſen, wenn die Berichtiguns in den Regiſtern nicht unumgaͤnglich nothwendig iſt, Iſß der Meinung! daß, wenn der Nahme eines der kuͤnf⸗ tigen Ehegatten in ſeiner Geburts Urkunde nicht mit den nehmlichen Buchſtaben geſchrieben iſt, wie in jener ſeines Vaters, oder wenn man einen der Vornahmen der Eltern ausgelaſſen hätte das Zeugniß der Sitern oder Groß Eltern, welche bey der Heirath zugegen ſind, und die Identität der Perſon bezeugen, hinreichend ſeyn muß, um zur Schließung der Ehe zu ſchreiten; Daß es ſich eben ſo verhalten muß, im Falle die Eltern oder Groß⸗Eltern abweſend ſind, wenn ſie dieſes in der Urkunde bezeu⸗ gen, wodurch ſie ihre Einwilligung geben, und dieſe Urkunde in der geſetzlichen Form abgefaßt iſt; er en en ch 1 Buch. III. Tit. Pon dem Wohnſitze. 49 1o3. Die PVeraͤnderung eines Domicils wird dadurch be⸗ wirkt, daß man wirklich in einem andern Orte wohnt, und zugleich die Abſicht hat, ſein Haupt⸗Etabliſſement daſelbſt zu firiren. Daß, im Falle die Eitern oder Groß Eltern geſtorben ſind, die Identität in Betreff der Minderjährigen durch den Familien⸗Rath oder durch einen hiezu beſtellten Vormund und in Betreff der Großjährigen durch die vier Zeugen bey der Heirath, auf eine guͤltige Weiſe bezeugt wird; Daß endlich in dem Falle, wo in den Sterbe⸗Urkunden der Eltern oder Groß⸗Eltern ein Buchſtabe oder ein Vornahme ausge⸗ laſſen iſt, die unter einem Eide abgegebene Erklärung der Perſonen, deren Einwilligung nothwendig iſt, in Betreff der Minderzährigen und jene der Parteyen und Zeugen in Betreff der Großjaͤhrigen auch hinreichen müſſe, daß es jedoch in allen dieſen Fällen nicht noͤthig iſt, Abänderungen in den Reßiſtern des Civil⸗Standes zu machen, welche in allen Foͤllen nur zu Folge eines urtheils berich⸗ tiget werden kögnen. Dieſe erwähnten Formalitäten ſind nur bey der Schließung der Heirath nothwendig, nicht aber bey den Aufgebothen, die jedes⸗ mahl nach den Angaben geſchehen muͤſſen, welche die Parteyen den Beamten des Civil⸗Standes ſchriftlich überreichen. Nach Vorſchrift des 100 Art. des Gezetzbuchs Napoleons koͤnnen die von den Eltern oder Zeugen gemachten Erklärungen in keinem Falle jenen Parteyen zum Nachtheile gereichen, welche ſolche nicht nachgeſucht haben, und nicht dabey gegenwärtig geweſen ſind. No. XXX. Cireular des Groß Richters, Juſtitz⸗Miniſters, an die kaiſerl. Proeuratoren vom a2. Brümaire 14. J.(13. November 1803). Die traurigen Wirkungen der unrichtigen Führung der Regiſter des Civil⸗Standes in mehrern Departememen zußern ſich beſonders dadurch, daß man bey der Bezeichnung der jungen Leute, welche das Geſetz zum Militair⸗ Dienſte beruft, auf große Schwierigkeiten ſtößt. Ich bin unterrichtet, daß es in mehrern Gemeinden unmög⸗ lich iſt, das Alter der Conſeribirten anzugeben, theils weil die Regiſter der Conſcriptions⸗Jahre verloren oder zu Grunde gegangen, theils weil die vorbandenen Regiſter unvollſtändig oder verandert nd. E. N. IV. Aufl. 4 50 1. Vuch. IMI. Dit. Von dem Wohnſitze. 1og. Der Beweis dieſer Abſicht ergibt ſich aus einer ausdruͤcklichen ſowohl bey der Municipalität des Ortes, den man verlaͤßt, 3 bey jener des Ortes, wohin man ſeine Wohnung verlegt, gemachten Erklaͤrung. 105 Iſt ausdruͤckliche Erklaͤrung vorhanden, ſ. hängt der Beweis der Abſicht von den Umſtaͤnden ab. 1c6. Ein Staats⸗Buͤrger, der zu einem dſſentlichen Amte berufen worden, das anf eine Zeit beſchraͤnkt oder dem Wider⸗ rufe unterworfen iſt, behaͤlt das Deomicil, das er vorher hatte, wenn er keine andere Abſicht an den Tag gelegt hat. 107. Die Annahme eines Amtes, das auf Lebenszeit verliehen iſt, zieht bey dem Beamten die Verlegung ſeines a an den Ort, wo er muß, unmit⸗ elbar nach ſich. 108. Eine verheirathete Frau hat kein gitites 2 Domicit, als jenes ihres Mannes. Ein Minderjaͤhriger, der nicht emancipirt iſt, hat ſein Domicil bey ſeinen Eltern oder bey ſeinem Vormunde; und ein Volljaͤhriger, dem die eigene Verwaltung ſeines Vermoͤgens benommen iſt, das ſeinige bey ſeinem Curator.— 109. Volljaͤhrige, welche bey andern in Dienſten ſind, oder gewoͤhnlicher Wife arbeiten, haben mit der Perſon, welcher ſie dienen, oder bey der ſie arbeiten, das nehmliche Domiecik, wenn ſie in demſelben Hauſe mit ihr wohnen. Das Vaterland darf durch dieſe Nachtäßigkeit oder Pflicht⸗Ver⸗ letzung nicht leiden. Nach einem Gutachten des Staats⸗Raths vem 12. Bruͤmaire 11. J. müſſen die kaiſerlichen Proeurataren von Amts wegen auf die Berichtigung der Urfunden des Etril⸗Standes in den Föllen antragen, welche die oͤentliche Orduung intereſßren. Es gibt keinen Fall, wo das oͤffenrliche Wohl mehr intereſſirt iſt, als jenen der Conſetiptisn. Sie müſſen daher von Amts wegen auf die Wisderherſtellung oder Berichtigung der Geburts urfunden derjenigen jungen Leyte antragen, von denen mau vermuthet, daß ſie zur Conſeriprien gehören, und die das Viter erreicht zu haden ſcheinen, wo man derſelben unte;worſen iſt⸗ net eine ntt er⸗ her eit il, cht bey pe 1. Vuch. 1V. Lit. Von den Abwefenden. 51 II10. Der Ort, wo ſich die Shz eroͤffnet, wird durch das Demicil beſtimmt. 111. Wird von den Parteyen oder auch von einer aus ihnen in einer uͤber ein Rechtsgeſchaͤft errichteten Urkunde, zur Vollziehung eben dieſes Geſchaͤfts, ein Domicil an einem Orte gewaͤhlt, wo ihr wirkliches Domicil nicht iſt, ſo koͤnnen die Inſinuationen, die Klagen und das weitere Verfahren, das ſich auf dieſes Geſchaͤft bezieht, an dem verabredeten Wohnſitze und bey dem Richter dieſes Domicils Statt haben. Von den Abweſenden. (Deeket den 15. März 1303. Promulg. den 2. des nehml. Monats) Sſtes Eaitef. Von der Vermuthung der Abweſenheit. 112. Wenn die Nothwendigkeit eintritt, für die Verwal⸗ tung aller oder einiger Guͤter zu ſorgen, die jemand zuruͤck⸗ gelaſſen hat, von dem vermuthet wird, daß er abweſend ſey, und der keinen bevollmächtigten Geſchftsträger hat, ſo ſoll das Gericht erſtir Inſtanz auf ehrs der Intereſſenten hieruͤber verfuͤgen. 113. Auf das Geſuch derjenigen Partey, die ſich zuetſt deßwegen meldet, ertheilt das Gericht einem Notar den Auf— trag, diejenigen, von denen vermuthet wird, daß ſie abwe⸗ ſend ſeyen, bey den Inventarien, Rec Theilungen und Lquidationen, wobey ſie ein Intereſſe haben, zu vertreten. 114. Das offentliche Miniſterium iſt befonders verpflich⸗ tet, für das Jutereſſe der praſumtiv abweſenden Perſonen zu wachen, und es ſel uͤber alle Kla agen; die ſie betrrffen⸗ grhoͤtt werden 72 I. Buch. IV. Tit. Von den Abweſenden. e Von der Abweſenheits⸗Erklarung. 115. Wenn eine Perſon an dem Orte ihres Domicils oder gewoͤhnlichen Aufenthalts nicht mehr erſcheint, und ſeit vier Jahren keine Nachricht von ihr eingegangen iſt, ſo konnen die Intereſſenten ſich an das Gericht erſter Inſtanz wenden, damit die Abweſenheit erklart werde. 116. Um di⸗ Abweſenheit außer Zweifel zu ſetzen, ſoll das Gericht, je nachdem die aufgelegten Schriften und Documente es erfordern, verordnen, daß, contradiectoriſch mit dem kaiſerl. Procurator, in dem Bezirke des Domicils, und in jenem des gewoͤhnlichen Aufenthalts(résidence), wenn beyde voneinan⸗ der verſchieden ſind, ein Zengen⸗Verhoͤr gehalten werde.*) ) Ne XXXI. Inſtructivn des Groß Richters, Juſtitz⸗Mini⸗ ſters, an die kaiſerl. Proeuratoren, vom 6. December 1806. Ich finde, daß eine große Arzahl Klagen auf Abweſenheits⸗ Erklärung im Land⸗ oder See⸗Dienſte ſtehende Militair⸗Perſenen betrifft Wenn das Geſetz ſo viele Vorſichts-Maßregeln getroffen hat, damit die Urtheile in dergleichen Sachen nur dann erſt erkaſſen werden, wenn man uͤber denjenigen, von dem man vermuthet, daß er abweſend ſey; alle Erkundigungen eingezogen hat, die man ſich nur verſchaffen konnte, um wie viel mehr muß man die Vor⸗ ſorge in dieſer Hinſicht verdoppeln, wenn von Vertheidigern des Vaterlandes die Rede iſt, die jeden Tag ſeine Wohlfahrt ul⸗d ſeinen Ruhm vermehren Die LoralZeugenverhoͤre, welche das Geletz vorſchreibt, können das Perſchwinden eines rißönſitt en Bürgers mehr oder weniger wahrſcheinlich machen; es iſ aber leicht einzuſehen, daß ſie größ“ tentheils unbedeutend in Hinſicht besjenigen ſeyn müſſen, der in dem Dienſte des Staats zu Lande oders zu Waſſer iſt, und ſich oft ſehr weit von ſeinem gewöhnlichen Aufenthaits⸗Orte entfernt findet; man kann von ſeinem Schickſale auf eine zuverläßige Weiſe eigentlich nur dadurch nuterrichtet werden, daß man in den Buͤreaux der Kriegs, oder Marint⸗Miniſterien Er kundigungen einzieht. Ich trage Ihnen daher auf, ſo oft eine Abweſenheits⸗Erkiärung wegen des Nilitair⸗Dienſtes zu Lande oder zur See nachgeſucht ils ſeit en nte ini⸗ its⸗ en fen ſſen het. wak Jor⸗ des nen nen iger rß in oft det; lich der unz uc I. Buch. IV. Tit. Pon den Abweſenden. 53 117. Das Gericht ſoll uͤberdieß, indem es uͤber das Geſuch entſcheidet, auf die Beweggruͤnde der Abweſenheit und auf die Urſachen Ruͤckſicht nehmen, die verhindert haben moͤgen, daß man von der präſumtiv- abweſenden Perſon Nachricht erhielte, 118. Der kviſerl. Procurator ſoll die Vorbeſcheide ſowohl, als die Endurtheile, ſobald ſie erlaſſen ſind, dem Groß⸗ Richter, Juſtitz⸗Miniſter, einſenden, der ſie kund zu machen hat. 119. Das Urtheil, wodurch jemand fuͤr abweſend erklärt wird, ſoll nicht eher, als ein Jahr nach dem Urtheile, wodurch das Zeugen⸗Verhoͤr verordnet wurde, erlaſſen rerden. Dr Ge. Von den Wirkungen der Abweſenheit. Erſter Abſchnitr. Von den Wirkungen der Abweſenheit in Beziehung auf die Güter, welche der Abweſende am Tage ſeines Verſchwindens heſaß. 120. In den Fällen, wo der Abweſende keine Vollmacht zur Verwaltung ſeines Vermögens zuruckgelaſſen hat, können diejenigen, die am Tage ſeines Verſchwindens oder der zuletzt von ihm eingegangenen Nachticht ſeine vermuthlichen Erben wird, vorerſt durch ein Anſchreiben Erkundigungen uͤber das Indi⸗ duum, von dem die Rede iſt, in den Kriegs⸗ oder Marine⸗Miniſte⸗ rien einzutiehen. Daß dieß geſchehen ſey, ſoll ſowohl in den präparatoriſchen als Endurtheilen angeführt werden. Ich werde in den Moniteur nur jene Urthrile rinruͤcken laſſen, die mit dieſer Formalität verſehen ſind. 6 Das Geſetz vom 5. Brümaire; J enthaͤlt unter anbern beſon⸗ dere Verfüsungen in Betreff der Erhaltung des Eigenthums der Staats Vertheidizer, deren Volkziehung gehandhabt werden muß. Sie haben die Mairen und Adjuncten an die Verbindlichkeiten zu eriunern, welche es ihnen in dieſer Hinſicht auferlegt, und zu wachen, daß ſte zu Folge des 6. Art. fortfahren, bey der Kanzelley Ihres Gerichtes die Liſte der Indiv duen zu hinteriegen, welche wegen des Dienſtes der Armeen abweſend ſind. — 144 1. Buch. IW. Lit. Von den Abweſenden. ſind, kraft des Endurtheils, das ihn ſuͤr abweſend erklaͤrte, ſich in den proviſoriſchen Beſitz des Vermoͤgens einſetzen laſſen, welches dem Abweſenden am Tage ſeiner Abreiſe oder der letzten Nachricht von ihm zugehoͤrte. Sie ſind aber ver⸗ bunden, fuͤr die gute Fuͤhrung ihrer Verwaltung Buͤrgſchaft zu leiſten. 121. Hat der Abweſende eine Vollmacht zuruͤckgelaſſen, ſo koͤnnen ſeine vermuthlichen Erben auf die Abweſenheits⸗ Erklͤrung und die Einweiſung in den proviſoriſchen Beſitz nicht eher antragen, als noch Umlauf von zehn Jahren ſeit ſeinem Verſchwinden, oder ſeir der letzten Nachricht von ihm. 122. Eben ſo wird es gehalten, wenn die Vollmacht erloſchen iſt, und in dieſem Falle ſoll fuͤr die Verwaltung der Guͤter des Abweſenden geſorgt werden, wie im erſten Capitel dieſes Titels beſtimmt iſt.— 123. Wenn die Praſumtiv⸗Erben die Einweiſung in den proviſoriſchen Beſitz erlangt haben, ſo ſoll auf Begehren der Jutereſſenten oder des kaiſerl. Procurators bey dem Gerichte, das Teſtament, wenn eines vorhanden iſt, eroͤffnet werden, und die Legatarien, die Geſchenknehmer, ſo wie alle, die auf die Guͤter des Abweſenden Rechte haben, die von ſeinem Tode als Bedingung abhaͤngig ſind, koͤnnen zur proviſoriſchen Ausuͤbung ihrer Rechte zugelaſſen werden, jedoch unter dem Bedinge, daß ſie Buͤrgſchaft ſtellen⸗ 124. Der Ehegatte, der mit dem Abweſenden in Guͤter⸗ Gemeinſchaft lebt, iſt, wenn er dieſe Gemeinſchaft fortzuſetzen verlangt, befugt, die proviſoriſche Einweiſung und die pro⸗ viſoriſche Ausuͤbung aker von dem Tode des Abweſenden als Bedingung abhaͤngigen Rechte zu verhindern, und vorzugs⸗ weiſe die Verwaltung der Guͤter des Abweſenden zu uͤberneh⸗ men oder ftrizuſ tzen. Verlangt der Ehegatte die proviſo⸗ riſche Aufhebung der Guͤter⸗Gemeinſchaft, ſo mag er ſeine Befugniſſe in Beziehung auf die Zuruͤcknahme ſeines eigen⸗ thuͤmlichen Vermoͤgens(es reprises), und alle ſeine geſetz⸗ lichen und vertragsmaͤßigen Rechte autuͤben, umter der Bedin⸗ — rtt hen der ſen, its⸗ eſitz ſeit hm. cht ung ſten den der chte, den, die nem chen dem iter⸗ tzen pro⸗ als ugs⸗ neh⸗ biſo⸗ ſeine igen⸗ eſez⸗ edil 1. Buch. W. Tit. Von den Abweſenden. 55 gung Buͤrgſchaft fuͤr diejenigen Sachen zu ſtellen, die zu einer Wiedererſtattung geeignet ſeyn koͤnnten. Erklaͤrt ſich die Ehegattinn fuͤr die Fortſetzung der Guͤter⸗ Gemeinſchaft, ſo behaͤlt ſie das Recht, in der bolge hierauf Verzicht zu thun, 123. Der proviſoriſche Beſitz iſt nur Anvertrauung eines fremden Gutes, welche denjenigen, die den Beſitz erlangen, die Verwaltung der Guͤter des Abweſenden einraͤumt, und ſie fuͤr den Fall, da er wieder erſcheint, oder da man von ihm Nachricht erhalt, zur Rechnungs⸗Ablage gegen ihn verbindet. 126. Diejenigen, welche die proviſoriſche Einweiſung erlangt haben, oder der Ehegatte, der ſich fuͤr die Fortſetzung der Guͤter⸗Gemeinſchaft erklaͤrt hat, muͤſſen in Gegenwart des kaiſerl. Procurators bey dem Gerichte erſter Inſtanz oder eines Friedens⸗Richters, der von dem gedachten kaiſerlichen Procurator hiezu aufgefordert worden, zur Inventariſirung des Mobilar⸗Vermogens und der Urkunden(titres) des Abwe⸗ k ſchreiten laſſen. s Gericht befiehlt, dem Befinden nach, das Mobilar⸗ ganz oder zum Theil zu veraͤußern. Wird es verkauft, ſo ſoll der Kaufpreis, ſo wie die falligen Frchlen angelegt werden. Diejenigen, welche die proviſoriſche Einweiſung erlangt haben, koͤnnen zu ihrer Sicherheit darauf antragen, daß die Immobilien durch einen von dem Gerichte hiezu ernannten Sachverſtaͤndigen in Angenſchein genommen werden, um ihren Zuſtand zu beweiſen. Sein Bericht ſoll in Gegenwart des kaiſerl. Procurators gerichtlich beſtaͤtiget, die Koſten dafuͤr aber aus dem Vermoͤgen des Abweſenden beſtritten werden. Die jenigen, die zu Folge der proviſe riſchen Einwei⸗ ſung oder der geſetzlichen Verwaltung den Gen uß der Guͤter des Abweſenden gehabt hsben, ſind ihm, wenn er wieder erſcheint, he von dem Tage ſines Verſchwindens anzurechnen füafzehn 2 Jahre verſtrichen ſind, nur ein Sufel erſcheint er 56 I. Buch. IV. Tit. Von den Abweſenden. aber erſt nach fuͤnfzehn Jahren wieder, nur ein Zehntel der Einkuͤnfte zu erſetzen verbunden. Nach einer Abweſenheit von dreyßig Jahren ſollen die Einkuͤnfte ihnen ganz gehoͤren. 128. Alle diejenigen, die nur kraft einer proviſoriſchen Einweiſung den Genuß haben, koͤnnen die Immobilien des Abweſenden weder veraͤußern, noch zur Hypothek ſtellen. 129. Hat die Abweſenheit dreyßig Jahre ſeit der provi⸗ ſoriſchen Einweiſung, oder ſeit dem Zeitpuncte, wo der Ehe⸗ gatte, der in Guͤter⸗Gemeinſchaft ſteht, die Verwaltung der Guͤter des Abweſenden uͤbernommen hat, fortgedauert; oder ſind hundert volle Jahre ſeit der Geburt des Abweſenden verſtrichen, ſo ſind die Buͤrgen ihrer Verbindlichkeit entledigt; alle, die das Recht dazu haben, koͤnnen auf die Theilung der Guͤter(des Vermoͤgens) des Abweſenden antragen, und die definitive Einweiſung in den Beſitz durch das Gericht. erſter Inſtanz erkennen laſſen. 130. Wird erwieſen, an welchem Tage der Abweſende geſtorben iſt, ſo faͤllt ſeine Verlaſſenſchaft den Erben an, welche zu dieſer Zeit die naͤchſten ſind; und diejenigen, welche den Genuß des Vermoͤgens des Abweſenden gehabt haben, ſind gehalten, es wieder auszuliefern, jedoch mit Ausnahme der Einkuͤnfte, die ſie kraft des 127. Art. erworben haben. 131. Wenn der Abweſende wieder erſcheint, oder wenn wäͤhrend der proviſoriſchen Einweiſung bewieſen wird, daß er noch lebt, ſo hoͤren die Wirkungen des Urtheils auf, das ihn fuͤr abweſend erklaͤrt hatte, jedoch ohne Nochtheil der im erſten Capitel dieſes Titels fuͤr die Verwaltung ſeiner Guͤter vorgeſchriebenen, auf Erhaltung zielenden Maßregeln, welche den Umſtaͤnden nach eintreten koͤnnen. 132. Wenn ſelbſt nach der Definitiv⸗Einweiſung der Ab⸗ weſende wieder erſcheint, oder wenn erwieſen iſt, daß er noch lebt, ſo ſoll er ſeine Güter in dem Zuſtande, worin ſie ſich befinden werden, den Preis derjenigen, die ver⸗ in b ie der die chen obi⸗ he⸗ der der en t; ¹9 id cht. nde an, che en, s im ter che l⸗ tin er⸗ 1. Buch. IW. Tit. Von den Abweſenden. äußert ſeyn moͤgen, oder die Guͤter, die aus dem Per⸗ kaufs⸗Preiſe der ſeinigen wieder angeſchafft worden ſind, zuruͤckerhalten. 133. Die Kinder des Abweſenden, und die, welche in gerader Linie von ihm abſtammen, ſind ebenfalls berechtiget, in dreyßig Jahren von der De efinitiv⸗Einweiſung anzurechnen, die Ztruͤckgabe ſeiner Guͤter zu verl angen, wie in dem vor⸗ hergehenden Artikrl beſtimmt iſt. 134. Nach dem Urtheile, das die Abneſenheit erklaͤrt hat, kann jeder, der Rechte wider den Abweſenden auszu⸗ uͤben hat, ſie nur wider diejenigen geltend machen, die in den Beſitz der Guͤter eingewieſen worden ſind, oder die geſotz⸗ liche Verwaltung derſelben haben. 3 weyter Abſchnitt. Von den Wirkungen der Abweſenheit in Beziehung auf eventuelle Rechte, die dem Abweſenden zuſtehen können. 135. Wer ein Recht in Anſpruch nimmt, das einer Per⸗ ſon angefallen iſt, deren Exiſtenz nicht anerkannt iſt, muß den Beweis fuͤhren, daß geſagte Perſon in dem Zeitpuncte lebte, als das Recht eröffnet wurde; bis er dieſen Beweis liefert, ſoll er mit ſeiner Klage abgewieſen erklaͤrt) werden. 136. Wird eine Erbſchaft eroffnet, wozu jemand berufen iſt, deſſen Exiſtenz nicht anerkannt iſt, ſo ſoll ſie ausſchließ⸗ lich denjenigen, mit weſchen er ſie zu theilen berechtigt gewe⸗ ſen wäre, oder denjenigen anfallen, die in Ermangelung ſeiner zur Erbſchaft gelangt waͤren. 137. Die Verfuͤgungen der beyden vorherigen Artikel treten unbeſchadet der Erb bſchafts⸗Klagen und anderer Rechte ein, die dem Abweſenden oder denjenigen, die ihn repraͤſen⸗ tiren oder mittelſt eines Particular-Titels in ſeine Rechte getreten ſind, zuſtehen mogen, und nur mit Umlauf der Zeit, welche zur Verjaͤhrung beſtimmt iſt, erloſchen. 8⁸ I. Buch. W. Tit, Von den Abweſenden. * 138. So lange der Abweſende ſich nicht einfindet, oder keine Klagen in ſeinem Nahmen angeſtellt werden, ſollen die⸗ jenigen, welche die Erbſchaft in Empfang genommen haben, die in gutem Glauben genoſſenen Zr ruͤchte erwerben. Von den Wirkungen der Abweſenheit in Hinſicht auf die Ehe. 130. Hat d r Ehegatte eines Abweſe enden eine neue ehe⸗ liche Verbindung ſſen, ſo iſt es dem allein geſtattet, dieſe Ehe, entweder ſelbſt oder durch ſeinen Bevoll⸗ maͤchtigten, der mit dem Beweiſe der Exiſtenz des Abweſen⸗ den verſehen iſt, anzufechten. 140. Hat der abweſende Ehegatte keine erbfahigen Ver⸗ wandten zuruͤckgelaſſen, ſo kann der andere Ehegatte auf Ein⸗ weiſung in den proyiſoriſchen Beſitz ſeines 2 Vermoͤgens antragen⸗ W ite. PVon der Anſſicht uͤber minderjaͤhrige Kinder, deren Vater verſchwunden iſt. 141. Die Mutter hat, wenn der Vater verſchwunden iſt, und minderjährige Kinder zuruͤckließ, die aus ihrer beyderſei⸗ tigen Ehe entſproſſen ſind, uͤber dieſe Kinder die Aufſicht. Sowohl was ihre Erziehung, als was die Verwaltung ihres Permoͤgens betrifft, hat ſie alle Rechte des Mannes auszu⸗ äben. 142. Sechs Monate nach dem Verſchwinden des Vaters, wenn die Mutter zur Zeit, als er verſchwunden iſt, ſchon todt war, oder wenn ſie in der Foige ſtirbt, ehe der Vater ſär abweſend erklaͤrt iſt, ſoll die Außſicht uͤber die Finder von dem Familien⸗Rathe den nachſten Blutsfrennden in auf⸗ ſteigender Linie, oder, in deren Ermangelung, einem provi⸗ ſeriſchen Vormunde aufgetragen werden. 143. Eben ſo ſoll es in dem Falle gehalten werden, wenn einer der Ehegatten, welcher verſchwunden iſt, aus, eiaet vorherigen Ehe minderjährige Kinder zuruͤckläßt⸗ — ie hi uiſ ſt vi jun ſit in oder die⸗ ben, iter iſ, ht. hon ner der uf ovi⸗ n, au I. Buch. V. Tit. Von der Ehe. 59 F uͤn fter PTitel⸗ Vo'n der Eh e. (Deeret den 17. Mirt. 1803. Promulg. den 27. des nehml. Monats.) S Von den Eigenſchaften und Bedingungen, welche erforderlich ſind, um hekrathen zu koͤnnen. 144. Mannsperſonen koͤnnen nicht heirathen, ehe ſie das achtzehnte Jahr, Frauenzimmer nicht, ehe ſie das fuͤnfzehnte Jahr zuruͤckgelegt haben.*) No. XXXIl. Gutachten des Staats⸗Raths, genehmiget den 4. Ergaͤnzungs⸗Tag 13. J.(21. September 1809.) Der Staats⸗Rath ꝛe iſt uͤber die Frage, ob ein Fremder, oder Kriegs⸗Gefangener in Frankreich daſelbſt heirathen könne, Der Metnung, daß die in Frankreich von einem Fremden oder Kriegs Gefangenen geſchloſſenen Ehen die Givit⸗Wirkungen in Rückſicht des Standes der Freu und der Kinder hervorbringen müſſen; daß aber die Ehe⸗Verträge in Anſehung alles deſſen, was die Erbfaͤhigkeit betrifft, zu ihren Gunſten nur in ſo fern eine Wirkung haben, als die Geſetze des Landes, von welchem dieſer Fremde oder Kriegs⸗Gefangene Unterthan iſt, die nehmlichen Vor⸗ theile den Franzoſen zugeſtehen, die ſich in dieſem fremden Lande heirathen. No XXXIII. Kaiſerl. Deeret in Betreff der Ehen der wirklich angeſtellten Militait⸗Perſonen, vom 16. Junius 1808. Art.1 Die wirklich angeſtellten Offtziere jeder Art dürfen künftig erſt dann heirathen; wenn ſie hiezu die ſchriftliche Erlaubniß vom Kriegs⸗Miniſter erhalten haben. Jene von ihnen welche uhne dieſe Erlaubniß geheirathet haben, werden abgeſetzt, und verlieren ſewohl für ſich als für ihre Witt⸗ wen und Kinder ihre Anſpruͤche auf jede Penſion vder militairiſche Belohnung. a. Eben ſo dürfen die Unter⸗Pffiziere und Soldaten, die ſich wirklich im Dienſte befinden, ſich erſt dann heirathen, wenn ſie hiezu die Erlaubniß von dem Verwaltungs⸗Rathe ihres Corps erhal ten haben. 6* I. Buch. v. Tit. Von der Ehe. 745. Der Kaiſer kann gleichwohl aus wichtigen Beweg⸗ gruͤnden in dem Alter dispenſiren. 3. Jeder Beamte des Civil⸗Standes, welcher zur Schließung der Ehe eines Offiziers, Unter⸗Offiziers oder Soldaten, der wirklich im Dienſte iſt, wiſſentlich geſchritten iſt, ohne ſich gedachte Erlaubniß einhändigen zu laſſen, uder vernachläßiget, ſolche der Heiraths⸗ urkunde beyzufügen, wird ſeines Ankes entſetzt. N XXXIV. Kaiſerl. Decret, welches die Verfüͤgungen des Deerets vom 16. Junius 160s in Betreff der Ehen der wirklich angeſtekten Militair⸗Perſonen auf die Marine⸗Offiziere ꝛe. anwend⸗ bar erklaͤrt, vem z. Auguſt 1g08. Irt 1. Die Verfuͤgungen unſeres Deerets vom 6. Junius 16os in Betreff der Ehen wirklich angeſtellter Militair⸗Perſonen ſind auf die Offiziere und Aspiranten unſerer kaiſerl. Marine, auf die Offtziere der Marine⸗Artillerie⸗Truppen, auf die Genie⸗Offiziere der Marine, auf die Marine⸗Verwalter, und enblich auf jeden Militair⸗ und Civil⸗Veamten des Marine⸗Departements, der von uns ernannt wird, anwendbar. Dieſem zu Folge darf kuͤnftig keiner dieſer Offiziere und Beam⸗ ten ſich heirathen, bevor er die ſchriftliche Erlaubniß hiezu von unſerm Marine Miniſter erhalten hat. 2. Wir ermächtigen gleichwohl die General⸗Capitaine unſerer Colonien und die Colonial Chefs, ihre Einwilligung zu der Heirath der ihnen untergeordneten Offiziere und Beamten zu geben, wenn die Umſtände nicht geſtatten, die Erkaubniß unſeres Miniſters abzu⸗ warten; ſie ſind jedoch gehalten, ihm hiersber bey der naͤchſten Gelegenheit Rechenſchaft abzulegen. 3. Die Uuter⸗Offiziere und Soldaten, welche zum Marine⸗ Departement gehoͤren, dürfen gleichfalls ſich nicht verheirathen, bevor ſie die Erlaubniß des Verwaitungs⸗Rathes ihres Cops erhal⸗ ten haben. N XXXV. Kaiſerl. Decret, welches Zuſätze zu jenem vom 16. Junius 1808 in Beziehung auf die She der Militair⸗Perſonen enthält, vom 26. Auguſt 1608. Art. 1. Die Verfuͤgungen unſeres Deerets vom 16. Junius 180s in Betreff der Ehen der wirklich angeßellten Militair⸗Perſonen ſiud auf die Ober⸗Kriegs Commiſſars, gewöhnlichen Kiegs⸗Commiſ⸗ eg⸗ ung klich niß tho⸗ des lich end⸗ ius an⸗ on rer 5 un zu⸗ en le⸗ Buch. V. Tit. Von der Ehe. 61 146. Ohne Einwilligung gibt es keine Ehe. 147. Man kann keine zweyte Ehe ſchlie ießen, bevor die erſte aufgelbſt iſt. ſare und Adjuneten, auf die Seſundheits⸗Beamten, auf die Mili⸗ tair⸗Perſonen aller Claſſen und Sede auf die Offiziere unſerer Bataillone des Fuhrweſens anweabbar. zu Folge darf künftig kriner von ihnen ſich heirathen, bevop er die ſchriftliche Erlaubniß hiezu von unſerm Miuiſtet⸗ der Kriezs⸗Verwaltung erhalten hat. z. Ehen ſo dürfen die Unter⸗Offiziere und Soldaten, die bey unſern Bataillonen des Fuhrweſens angeſtellt ſind, ſich erſt daun verheirathen, wenn ſie die Erlaubni von dem Verwaltungs⸗ Rathe ihrer Bataillone erhalten habe N XXXVI. Cireular des Misiſters an die comman⸗ direnden Geueräle der Mi ilitair⸗Abtheilungen Frankreichs, vom 7. September 1803. Es wurde mir die Frage vorgelegt, ob die in Ruheſtand ver⸗ ſetzten Offiziere, und jene, welche der Reform⸗Beſoldung genießen, wenn ſie heirathen wollen, die Formaliräten erfülen muͤſſen, welche durch das kaiſerl. Decret vom 16. Junius laufenden Jahres vorge⸗ ſchrieben ſind. Da der 1. Art. dieſes Deerets nur von wirklich angeſtellten Offizieren ſpricht, ſo ſchließt er die in Ruheſtand verſetzten Offiziere aus, die ſchon dadurch, daß ſie in Ruheſtand ver ſetzt ſind, in die Claſſe der Bürger zurücktr eten, die keine Militair⸗ Perſonen ſind. Andero verhält es ſich aber in Betreff der in die Reform geſal⸗ lenen Offitiere. Es iſt möglich, daß dieſe bloß eine Zeitlang nicht angeſtellt ſind, und die Regierung kann immer über ſte verfügen. Es koͤnnte ſich alſo ereignen, daß eine waͤhrend dieſer Unterbrechung des Dienſtes geſchlsſſene Ehe, die am Ende für einen im wirk⸗ lichen Dikuſte ſtehenden Hfizier nicht paſſend gefunden würde, ver⸗ hinderte, daß er eine neue Anſtellung erhielte. Ich habe daher entſchieden, das dieſe Offiziere als von den Verfügungen des kaiſerl. Deerets ſ ausgeſchloſſen b betrachtet werden ſollen, und daß im Gegentheile kuͤnftig kein Offizier, der in der Reſorm ſich be eindet, zur Sch chi eßuns einer Ehe zugelaſſen 1. Buch. V. Tit. Von der Ehe. 748. Ein Sohn, der das fuͤnf und zwanzigſte Jahr ſeines Alters, und eine Tochter, die das ein und zwanzigſte Jahr ihres Alters nicht zuruͤckgelegt hat, konnen ohne die Ein⸗ willigung ihres Vaters und ihrer Mutter nicht heirathen. Sind dieſe verſchiedener Meinung, ſo iſt die Einwilligung des PVaters hinreichend. werden ſoll, ohne eine Erlaubniß erhalten zu haben, ſo wie ſie von den wirklich angeſtellten Offizieren gefordert wird. Ich erſuche Sie, General, die nöthigen Maßregeln zu ergreifen, um meine Entſcheidung uͤber dieſen Punet in dem Umfange der Abtheilung, die Sie eommandiren, bekannt zu machen; es iſt dienlich, ebenfalls bekannt zu machen, daß alle Geſuche dieſer Art mir durch Sie, oder durch den General oder Ober⸗Offizier, der in dem Departemente, wo die küuftige Ehegattinn ihren Wohnſitz hat, cemmaudirt, ſammt beſtimmten Nachrichten über ihr Gewerbe, die Vermogens⸗Umſände ihrer Familie und ihren perſoͤnlichen NRuf, eingeſchickt werden müſſen. Ne XXXVll. Gutachten des Staats⸗Raths uͤber die Foͤrmlich⸗ keiten welche für die Heirath der in die Reform gefallenen Offiziere erfordert werden; vom 22. November 1603 genehmiget vom Kaiſer zu Madrid, den 21. December 1808. Der Stants⸗Rath, der in Vollziehung der von Sr. Mä. dem Kaiſer und Konig gegebenen Weiſung die Section des K iegs über einen Vortrag des Miniſters dieſes Departements angehoͤrt hat welcher Vortrag zum Zwecke hatte, das Decret vom 16. Ju⸗ 1308, nach welchem die wirklich im Dienſte ſich beſindenden Mili⸗ tair⸗Perſonen ohne Erlaubniß der Regierung ſich nicht heirathen duͤrfen, auf die in die gefallenen Hfiziere anwendbar machen zu laſſen; In Erwaͤzung, 1) daß der Beweggrund des Deerets war, zu verhindern, daß die Bffiiere unſchicktiche Ehen eingehen„wodurch die ihrem Charakter gebührende Aehtung geſchwächt werden könnte; 2) daß, da die in die Reform geialenen Offiziere jeden Augenblick wieder angeſtelit werden können, unß das Recht haben, Uniform zu tragen, die unſchicklichen Ehen, nelche ſie eingehrn moͤchten⸗ den nehmlichen Einftuß haben wurden, in . eints Jaht Ein⸗ then. gung iſen der iſt Ant der üſtz tbe Ruß, uch tt; lick m z 1. Fuch. vV. Lit. Von der Ehe. 6 140. Iſt einer der beyden Eltern todt, oder iſt es ihm ünmoͤglich, ſeinen Willen zu erklären, ſo iſt die Einwilligung des andern hinreichend. 150. Wenn Vater und Mutter todt ſind, oder wenn es ihnen unmoͤglich iſt, ihren Willen zu erklären, ſo treten die Großvaͤter und die Großmuͤtter an ihre Stelle. Sind der Iſt der Meinung, daß das Decret vom 16. Junius 1605 auf die in die Reform gefallenen Offtiere, welche einer Reform⸗ Beſoldung genießen, auwendbar iſt, und daß gegenwärtiges Gut⸗ achten in das Geſetz⸗Bülletin eingeruͤckt werden muß. No. XXXVIIHI. Schreiben des Cultus Miniſter an den Eez⸗ biſchof von Bordeaut, vom 14. Jaͤnner 1806. „Herr Erzbiſchof! Ich habe das Versnügen, Ihnen anfuzeigen, „ das Se. k. k. Maj. in Betracht des Wohls der Religion und „der Sitten befohlen hat, daß allen Beamten des Civil⸗Standes „ verbothen werden ſoll, zur Schließung der Heirath des Prieſters s zu ſchreiten. Se. k. und k. Maj. ſieht das Vorhaben „ dieſes Geiſtlichen als ein Vergehen wider die Religion und Moat „an, deſſen ſchädliche Wirkungen in ihrer Seburt erſickt werden „müſfen. Sie, Herr Erzbiſchof, werden ſich ſeibſt Glück darüber „ wünſchen, daß Sie, ſo viel an Ihnen war, die Abſichten „ unſeres glorreichen Monarchen vorhergeſehen haben Sis ſich der Vollendung eines Aergerniſſes Lietſeteß deſſen Schäu⸗ ſpiel die Guten betrübt, und den Böſen Muth eingeſioßt haben wörde. „Ich ſchreibe an den Hu. Präfecten der Gironde, um die „ Befehle Sr. k, und k. Maj. vollzichen zu laſſen, ſo wie ich auch „ Ihren Exr. den Riniſtern der Jußtitz und des Jntern Nachricht „davon mittheilen werde. Die Weisheit einer ſelchen Maßregel wird dazu dienen, den Geiſt der Civil⸗Verwaltungen über einen Segenſtand zu leiten, den unſere Geſetze t vorgeſehen hatten ⸗ No XXXX. Nach einem Circular des Groß⸗Rlchters! Juſtit⸗ Miniſters, vom 13. Nibos 11. Jahrs(s. Januar 1803) iſt der Wille der Regierung, daß keine Heirath zwiſchen Weißen und Regerinnen, noch zwiſchön Notern und Weißenf geſchloſſen werden ſoll⸗ * 2 — 8 2 * * 5 ₰ 64 1 Buch. v. Tit. Von der Eht. Großvater und die Großmutter der nehmlichen Linie nicht einer Meinung, ſo iſt die Einwilligung des Großvaters hinreichend. Wenn eine Linie mit der andern nicht einerley Meinung iſt, ſo ſoll dieſe Verſchiedenheit fuͤr Einwilligung gelten.*) *) N XL. Gutachten des Staats⸗Raths uͤber die Förmlich⸗ keiten in Betreff der Heirathen, vom 27. Meſſidor 13. J. geneh⸗ miget vom Kaiſer den 3. Thermidor(23 Julius 1805). Der Staats⸗Rath, an welchen Se. Maj. einen Bericht des Groß⸗Richters, Juſtitz⸗Miniſters, über die Schwierigkeiten/ welche ſich hey vielen Ehen wegen der Auwendung verſchiedener Artikel des Geſetzbuches Napoleons ergeben, verwieſen hat, Nach Anhörung des Vortrags der Geſetzebungs⸗Seetion, In Erwaͤgung, daß die Schwierigkeiten daraus entſtehen, daß die Beamten des Civil⸗Standes die verſchiedenen Fälle, über welche das Geſetz Verfuͤgungen treffen wollte, nicht genug von denjenigen unterſcheiden, die nach allgemeinen Grundſätzen und nach dem gemeinen Rechte entſchieden werden müſſen; Daß, obgleich die Geburts⸗Urkunde der künftigen Ehegatten“ nothwendig iſt, ſie doch durch die im 71. Art. erwähnten Förmlich⸗ keiten erſetzt werden kann, daß aber dieſe Förmlichkeiten, welche vorgeſchrieben ſind, um eine urkunde zu erſetzen, worauf der Stand der Perſonen beruht, nicht gefordert werden können, um die Stelle weniger weſentlicher Urkunden zu erſetzen; daß alſo, um die Sterbe⸗ urkunde der Eltern oder Ascendenten zu erſeßen, keine Votorietäts⸗ urkunde erfordert wird, die die Erklärung von ſieben Zeugen ent⸗ haͤlt, und von dem Gerichte homologirt iſt; Daß die Gegenwart der Groß Ettern, und die Erklärung, die man ihnen über dieſen Sterbefall abfordern kaͤnn, das nattrliche Mittel iſt, die Sterbe⸗urkunde der Sltern zu erſetzen; Daß, wenn man die Stebe Urkunde der Eltern und Groß⸗Eltern nicht beybringen kann, weil man den Ort nicht weiß, wo ſie geſtorben ſind, wenu an, wie dieß bey der ärmern Volks⸗Claſſe oft der Fall iſt, die durch den Art, 155 vorgeſchriebene Notorietäts⸗ Urkunde, die zum Gegenſtande hat, die Abweſenheit von einem bekannten Wohnſipe zu conſtatiren, nicht verfertigen laſſen kann, weil der letzte Wohnſitz unbekannt iſt, in dieſem Falle die Vernuuft anrathet, ſich mit der Erklärung von Seuben zu begnügen; daß F ſſim wu, u! — tuih ſus niun jn umn 3t iu u j ſ di ſi jugi bin ud di ji inin hn zu u bi in ih ij li wln Uuh ſün ſin. 1 uhh ¹½ einer hend. nung — mlic⸗ eneh⸗ eticht iten dener daß elche ſigen den ten ſch⸗ ſche and telle be⸗ 7 it ent⸗ die liche tern ſe laſe its⸗ nen un, uft duß I. Buch. V. Tit. Von der Ehe⸗ 6½ 151. Ebeliche Kinder, wenn ſie das im 148. Artikel beſtimmte Alter der Volljaͤhrigkeit erreicht haben, ſind ver⸗ bunden, ehe ſie heirathen, den Rath ihres Vaters und ihrer Mutter, oder wenn ihr Vater und ihre Mutter todt oder ſchon bey vielen ähnlichen Gelegenheiten die Beamten des Civil⸗ Standes zu Paris die Heiraths⸗Erkiärung auf Notorietäts⸗Urkunden aufgenemmen haben, weiche auf Ausfagen von Zeugen, die die Parteyen vorgeſtellt hatten, von Notarien oder von Friedens⸗Rich⸗ tern gefertiget worden waren; Daß hieraus kein Nachtheil und keine Klage entſtanden iſt, daß aber im Gegentheile viel Nachtheil und viele Klagen entſtandeu ſind, wenn man in aͤhnlichen Fällen ſtrenger war, und mehr fordert⸗; Daß man ſogar mehrere Mahle ein noch einfacheres und weniger koſtſpieliges Mittel ergriffen hat, welches vorgezogen und allgemein eingeführt zu werden verdient; man hat ſich nehmlich mit der Erklaͤrung der vier zur Heiraths⸗Urkunde nothwendigen Zeugen begnügt, welche dieſe vor dem Beamten des Civil Standes machten, und von welcher in dieſer urkunde Erwähnung geſchah; Das dieſe Erklärung, welche eben ſo feyerlich als eine Noto⸗ rietäts⸗urkunde iſt, keine Gefahr in Rückſicht der Ehen von Groß⸗ jährigen darbiethet, weil hiebey die Einwilligung und der Rath der Ascendenten nicht unumgaͤnglich nothwendig iſt, noch die Schließ⸗ ſung der Ehe verhindert; Daß in Rückſicht der Ehen der Minderjährigen nichts zu befurch⸗ ten iſt, weil zu Folge des 160. Art. des Geſetzbuches Napoleons die Söhne und LCöchter, welche noch nicht 21 Jahre alt ſind, ſo oft weder Eitern noch Groß Ettern vorhanden ſind, oder dieſe ſich in der Unmöglichkeit beſnden, ihren Willen zu äußern, keine Ehe ohne die Einwilligung des Familien⸗Rathes ſchließen dürfen, Iſt der Meinung, Art 1. Daß es nicht nothwendig iſt, die Sterbe⸗urkunden der Eltern der kuͤuftigen Ehegatten beyzubringen, wenn die Groß⸗ väter oder Großmütter dieſen Sterbfall bezeugen; und in dieſem Falle muß von ihrem Zeugniſſe in der Heiraths⸗Urunde Erwaͤhnung geſchehen. 2. Daß wenn die Eltern oder Groß Eltern, deren Einwilli⸗ gung oder Rath erfordert wird, geſtorben ſind, und man ſich in G. N. IV. Aufl. 5 66 I. Buch V. Tit. Von der Ehe. nicht im Stande ſind, ihren Willen an den Tag zu legen, den Rath ihrer Großvaͤter und Großmuͤtter durch ein ehrer⸗ vietiges und formliches Anſuchen ſich auszubitten.*) der Unmöglichkeit befindet, ihre Sterbe⸗Urkunde⸗ voder den Beweis ihrer Abweſenheit beyzubringen, weil man ihren letzten Wohnſitz nicht kenut, auf die eidliche Erklärung der Großjaͤhrigen, daß der Hrt, wo ihre Ascendenten geſtorben ſind, ſo wie ihr letzter Wohnſitz ihnen unbekannt ſind, zur Schließung der Ehe geſchritten werden kann. Dieſe Erklaͤrung muß auch von den vier Zeugen der Heiraths⸗urkunde eidlich bekraͤftiget werden, welche erklaͤren müſſen, daß, obgleich ſie die künftigen Ehegatten kennen, der Sterbe⸗Ort und der letzte Wohuſitz ihrer Ascendenten ihnen unbekannt ſind. Die Beamten des Civil⸗Standes muͤſſen in der Heiraths Arkunde von dieſer Erklaͤrung Meldung thun. ) Ne RL. Cireular des Groß⸗Richters, Juſtiz⸗Miniſters, an die kaiſerl. Precuratoren, vem 11. Meſſidor 12. J.(30. Aug. 1804). Ich erhalte von allen Seiten Bemerkungen über die Schwierig⸗ keiten, auf welche man bey Vollziehung des 151. Art. des Geſetz⸗ buches Naprleons ſtoͤßt, welcher Mannsperſonen, die mehr als 25 Jahre und Frauensperſonen, die mehr als 2 Jahre alt ſind, ver⸗ bindet, bevor ſie heirathen, den Rath ihrer Eltern, oder wenn dieſe geſtorben ſind, oder ſich in der Unmög ichkeit befinden, ihren zu äußern, jenen ihrer Groß Eitern nachzuſuchen. Das Geſetz da es den Kindern eine ſolche Verbindlichkeit auf⸗ legte, hatte einen ſehr moraliſchen und ehrwürdigen Zweck; es hat ſie erinnern wollen, daß ſie in jedem Alter denjenigen, von denen ſie das Leben erhalten haben, Achtung und Foigſamkeit ſchuldig ſind; von der andern Seite kann man aber nicht vermuthen, daß das Geſetz die Abſicht gehabt habe, der Schließung der Ehen Hin⸗ derniſſe entgegenzuſetzen, und durch zweckloſe Schwierigkeiten bey den Fürgern eine Abneigung gegen eine Verbindung zu erregen, welche die Quelle der guten Sitten und die Grundlage der Geſell⸗ ſchaft iſt. Wenn daher die Pellziehung des Geſetzes unmoͤßlich iſt, ſo iſt man durch die That ſeibſt davon befreyt; es reicht ſchon hin eon⸗ ſtaiten zu laſſen, daß dieſe Unmoglichkeit vorhanden iſt; dieſes 8 ſ 1 uh ſil u ſti g hoi ji— m l ſit u 1 i M pn ſihi ſu u wuti Mn di iln egen, ehret⸗ zeweis ohußt „duß letter ritten en der ſüſſen, eit ſind. kunde iters, Aug. erig⸗ eietz 3 2 ver⸗ went ihren zuf⸗ hat denen uldi „dß hin n bih rezen, heſel ſo if tol⸗ dieſ I. Buch. V. Tit. Von der Ehe. 6 (Art. 152, 153 154 155, 156 und 157 deeretirt den 12. Maͤrz 1804. Promulgirt den aaſten des nehmlichen Monats.) 152. Wird auf das im vorhergehenden Artikel vorgeſchrie⸗ bene ehrerbietige Anſuchen die Einwilligung in die Ehe nicht ertheilt, ſo ſollen Soͤhne, wenn ſie zu der im r48. Art. beſtimmten Volljährigkeit gelangt ſind, bis. ſie ihr dreyßig⸗ ſtes, und Toͤchter in eben dieſem Falle, bis ſie ihr fuͤnf und geht ſehr deutlich aus den verſchiedenen Verfügungen des Geſetz⸗ buches hervor, wie man ſich hievon durch die Art. 70, 149, 150, 151 159 und 160 überzeugen kann, in denen es von den verſchie⸗ denen Fällen ſpricht, wo die Ascendenten ſich in der unmöglichkeit befinden, ihren Willen über die Heirathen a welche ihre Kinder vorhaben. Aber die Fälle, welche Schwierigke iten darbiethen können, laſſen ſich, nach meiner Meinung; auf drey Hauptfälle zurückfuͤhren; der Erſte iſt, weun die Kinder durchaus nicht wiſſen, welcher der letzte Wohnſitz ihrer Eitern oder Groß Eltern war; der zwepte iſt, weun den Kindern dieſfer Wohnſitz bekannt iſt, die Ascendenten aber von da verſchwunden ſind, und man ſeit ihrem Verſchwinden keine Nachrichten mehr von ihnen hat; der dritte endlich iſt, wenn ſie ſich in abſoluter Lamöglichkeit befinden, mit ihren Ascendenten zu eommuntciren, weil dieſe letzten ihren Wohnſitz in fremden Laͤndern oder in den Colonien haben, mit denen wegen des Krieges oder jedes andern Umſtandes die Communication beſchwerlich und oft unmoͤglich iſt. Das Geſetz enthält eine ausdrückliche Verfügung nur für den Fall, wo der Wehnſitz der Aseendenten bekannt war, ſie von da verſchwunden ſind, und ſeit ihrem Verſchwinden keine Nachrichten von ſich gegeben haben. In dieſem Falle erlaubt es, ohne weitenes zur Schließung der Ehe zu ſchreiten, in ſo fern das urtheil, das etwa den Aseendenten ſchon für abweſend erklärt hat, oder wenn noch kein ſolches Urtheit erlaſſen worden iſt, dasjenige, worin die Vernehmung der Zeugen befohlen nurde oder, falls noch gar kein Urtheil ergangen it, eine Notorietaͤts⸗Urkunde beygebracht wird, die von dem Friedens⸗Richter des Ortes, wo der Ascendent ſeinen letzten bekaunten Wohnſitz hatte, ertheilt it, und die Eklarung von vier Zeugen enthält, die eben dieſer Friedens⸗Richter von Amts wegen vorgefordert hat.(Art. 155). Dieſe Verfahrungs⸗Art kann aber nicht in den zwey ubrigen Fällen, von denen ich geſprochen habe, angewendet werden. Das „ 13 63 1. Buch. v. Zit. Von der Ehe. zwanzigſtes Jahr zuruͤckgelegt haben, es noch zwey Mahk, von einem Monate zum andern, erneuern, und einen Monat nach dem dritten darf man zur Schließung der Ehe fortſchreiten. 18½ Nach dem Alter von dreyßig Jahren kann, wenn auf Ein ehrerbietiges Anſuchen die Einwilligung nicht er⸗ folgt iſt, einen Monat nachher die Ehe geſchloſſen werden. Urtheil oder die der Zeugen über die Abwet enheit ſetzt nothwendig voraus, daß der Wohnſitz des Abweſenden bekannt iſt, und daß man leicht dahin kommen kann; es verhaͤlt ſich aber ganz anders, wenn der Wohnſitz der Asrendenten unbekannt iſ⸗ oder man bahin nicht kommen kanu. Boy dieſer Lage der Sachen kann man die urkunden, deren Abfaſſung unmöglich iſt, nur dadurch erſetzen, daß man eine Notorietäts⸗Urkunde in der Form fertigen läßt, wie ſie durch den 71. Art. vorgeſchrieben iſt. Es ſcheint zwar, daß dieſe Notorietaͤts⸗Urkunde zu Folge des 70. Art. nur in dem Falle gemacht werden muß, wo einer der Ehegatten ſich in der unmöglichkeit befindet, ſeine Geburts⸗Urkunde beyzabringen. Allein die Regel, welche das Geſetzbuch in einem aͤhnlichen Falle feſtſetzt, muß nach der Analogie auf andere derſelben Art angewendet werden; denn, wenn es erlaubt iſt, durch eine Noto⸗ zietäts⸗Urkunde die Geburts⸗Urkunde zu erſetzen, welche manchmahl über die Guͤitigkeit der Ehe entſcheiden kann, um ſo vielmehr muß man das nehmliche Aushülfs⸗Mittel ergreifen, um Urkunden zu erſetzen, deren Vorlegung gewiſſer Maßen nur eine Nebenſache des Ehe⸗Vertrags iſt, und ſeine Weſenheit ganz und gar nicht betrifft. Man ſieht übrigens ein, daß, wenn die Umſtände es nothwendig machen, eine Notorietäts⸗Urkunde verſertigen zu laſſen, man dadurch weniger die Geburt oder den Sterbfall dieſes oder jenes Indivi⸗ duums beweiſen, als die Unmöglichkeit conſtatiren will, in der man ſich befindet, den Beweis davon zu erhalten. Dieſe Bemerkungen werden ohne Zweifel hinreichen, das Ver⸗ fahren der Beamten des Civil⸗Standes zu leiten, und die Zweifel zu loͤſen, welche ſie ſich bey Ausuͤbung ihrer Functienen machen koͤnnten Es iſt Ihre beſondere Pflicht, ſie zu belehren; Sie wer⸗ den daher Sorge tragen; ſolchen dieſe Inſtructionen mitzutheilen, wenn die umſtände es nethwendis machen. p * — — — — — wu juh wi Uh, i m inſ Möl ſüd Ju wu ſiii ut ſul io ſ iu hn ſln ihn b ahl, onat Che pehh teer⸗ n. — kheit annt aber t iß⸗ chen urch gen des der de en rt to⸗ hl uß zu des t. dig ich bi⸗ der er⸗ ſel en er⸗ k. Vuch. V. Tit. Von der Ehe. 65 154. Das ehrerbietige Anſuchen ſoll dem oder den Ascen⸗ denten, die im 151. Art. bezeichnet ſind, durch zwey Nota⸗ rien oder durch einen Notar und zwey Zeugen bekannt gemacht, und in dem Verbal⸗Prozeß, der hieruͤber gefertiget werden muß, die Antwort bemerkt werden. 155. Iſt der Ascendent abweſend, an den das ehrer⸗ bietige Anſuchen haͤtte gerichtet werden muͤſſen, ſo ſoll zur Schließung der Ehe geſchritten werden, in ſo fern entweder das Uriheil, das etwa den Ascendenten ſchon fuͤr abweſend erkläͤrt hat, oder, wenn noch k⸗in ſolches Urtheil erlaſſen worden, dasjenige, worin die Vernehmung der Zeugen befoh⸗ len wurde, oder, f⸗lls noch gar kein Urtheil ergangen iſt, eine Notorietäts⸗Urkunde beygebracht wird, die von dem Frie⸗ dens⸗Richter des Ortes, wo der Ascendent ſein letztes bekann⸗ tes Domicil hatte, ertheilt wird, und die Erklaͤrung von vier Zeugen enthaͤlt, die eben dieſer Friedens⸗Richter von Amts wegen vorgefordert hat. 156. Die Beamten des Civil⸗Standes, welche zur Ab⸗ ſchließung einer von Soöhnen, ehe ſie das fuͤnf und zwanzigſte, oder von Toͤchtern, ehe ſie das ein und zwanzigſte Jahr ihres Alters zuruͤckgelegt haben eingegangenen Ehe geſchritten ſind, ohne daß in der Heiraths⸗Urkunde der Einwilligung de Vaäter und Muͤtter, Großvaͤter und Großmuͤtter, oder de Einwilligung der Familie, in den Faͤllen, worin die eine oder die andere erforderlich iſt, ausdruͤckliche Erwähnung geſchehen, ſollen auf Betreiben der Intereſſenten oder des kaiſerl. Pro⸗ curators bey dem Gerichte erſter Inſtanz des Ortes, wo die Ehe geſchloſſen worden, zu der Geldbuß?, welche im 192. Art. feſtgeſetzt iſt, und uͤberdieß zu einer Gefängnißſtrafe verurtheilt werden, die nicht unter ſechs Monaten ſeyn darf. 157. Wenn die ehrerbietigen Anſuchen in den Fällen, wo ſie vorgeſchri ben ſind, nicht gemacht worden, ſo ſoll der Beamte des Civil⸗Standes, der die Heirath abgeſchloſſen hat, zu derſeiben Geldbuße und zu einer Gefaͤngnißſtrafe, die nicht unter einem Monate ſeyn darf, verurtheilt werden. 70 1. Buch. V. Tit. Von der Ehe. 158. Die im 148. und 149. Art. enthaltenen Verfuͤgun⸗ gen, ſo wie die Verfuͤgungen des 151., 152., 153., 154. und 155. Art., welche ſich auf das ehrerbietige Anſuchen beziehen, das in dem hierin vorgeſehenen Falle an Vater und Mutter gerichtet werden muß, ſind auf natuͤrliche geſetzlich anerkannte Kinder anwendbar. 150. Ein natuͤrliches Kind, das nicht Srsint worden iſt, ſo wie dasjenige, das zwar anerkännt war, aber nachher ſeine beyden Eltern verlor'n hat, oder deſſen Vater und Mutter ihren Willen nicht aͤußern koͤnnen, kann, bevor es das ein und zwanzigſte Jahr zuruͤckgelegt hat, nicht heirathen, als nachdem es die Einwilligung eines Special⸗Vormundes erhalten hat, der ihm hiezu ernannt wird. 160. Wenn keiner von den Eltern oder Groß⸗Eltern am Leben iſt, oder wenn ſie ſich alle in einem Zuſtande befinden, der es ihnen unmoglich macht, ihren Willen zu aͤußern, ſo koͤnnen Soͤhne und Toͤchter, die noch nicht ein und zwanzig Jahre alt ſind, ohne die Einwilligung des Familien⸗Raths nicht heirathen. 161. In gerader Linie iſt die Ehe unter allen Ascen⸗ denten und Descendenten, ſie ſeyen ehelich oder unchelich, und unter Verſchwaͤgerten in derſelben Linie, verbothen. 162. In der Seiten⸗Linie iſt die Ehe unter Schweſter und Bruder, ohne Unterſchied der ehelichen oder unehelichen Geburt, und unter Verſchwäͤgerten in demſelben Grade ver⸗ bothen. 163. Die Ehe iſt ferner verbothen unter dem dhein und Richte, der Muhme und dem Neffen. 164. Der Kaiſer kann nichts deſtoweniger die in dem vorhergehenden Artikel enthaltenen Verbothe aus wichtigen Urſachen erlaſſen.*) Ne XEAl. Regierungs⸗Beſchluß über die Art, die Dispen⸗ ſation in Betreff der Heirath zu ertheilen, vom 20. Prairial 11. J. (9. Junius 1803). Art. 1. Die Erlaubniß für Mannsperſonen, ſich vor zurückge⸗ legtem 18. Jahre, und fuͤr Frauensperſonen, ſich vor zurückgelegtem i 1N (uc vlh Wy lun ſin 4 pu n Mn wi . Ua ij jui i i wi, i ſi 5 ſo wi w, 0 uh und en, tter inte den hr und es hen, des en, ſp zi n h, ier en e⸗ nd en gen I. Buch. V. Tit. Von der Ehe. 71 15. Jahre zu heirathen, ſo wie jene, eine Ehe in den durch den 163 Art des Geſetzbuches Napoleons verbothenen Graden zu ſchließen, wird auf einen Bericht des Groß⸗Richters von der Regierung(dem Kaiſer) ertheilt. z. Der Regierungs Commiſſar Gaiſerl. Proeurator) bey dem Gerichte erſter Inſtanz des Bezirkes, in welchem die Bittſteller die Ehe ſchließen wollen, wenn es ſich von einer Dispenſation in den verbothenen Graden handelt; oder jener des Bezirkes, in welchem der Bittſteller ſeinen Wohnſitz hat, wenn von einer Dispenſation in dem Alter die Rede iſt hat ſeine Meinung unter die Bittſchrift, in welcher die Erlaubniß nachgeſucht wird, zu ſetzen, und ſie wird hierauf dem Groß⸗Richter zugeſchickt. z. Die Dispenſationen von dem zweyten Aufgebothe, wovon in dem 169. Art. des Geſetzbuches Napoleons die Rede iſt, ſollen im Nahmen der Regierung(des Kaiſers) von ſeinem Commiſſar (Procurator) bey dem Gerichte erſter Inſtanz des Bezirkes, in welchem die Bittſteller die Ehe zu ſchließen gedenken, ertheilt wer⸗ den, wenn der Fall dazu geeignet iſt, und dieſer Cemmiſſar(Pro⸗ eurator) hat dem Groß⸗Richter, Juſtitz⸗Miniſter, Bericht über die wichtigen urſachen zu erſtatten, wegen welcher jede dieſer Dispen⸗ ſationen ertheilt worden iſt.* 4. Die Dispenſation von dem zweyten Aufgebothe ſoll auf dem Secretariat der Gemeinde, wo die Ehe geſchloſſen wird, nieder⸗ gelegt werden. Der Seeretar ertheilt hievon eine Ausfertigung, in welcher von der geſchehenen Hinterlegung Erwähnung geſchieht, und die der Hriraths⸗Urkunde beygefügt wird. 5. Der Beſchluß der Regierung über die Dispenſation in dem Alter oder den vervothenen Graden ſoll auf Betreiben ihres Com⸗ miſſars und zu Folge einer Ordonnanz des Präſidenten auf der Kanzelley des Civil⸗Tribunals des Bezirkes, in welchem die Ehe geſchloſſen wird, einregiſtrirt werden. Eine Ausfertigung dieſes Beſchluſſes, in welcher von der Linregiſtrirung Meldung geſchehen muß ſoll der Heiraths Urkunde beygefügt werden. No XLiII. Verathſchlagung des Staats⸗Raths und Entſcheidung Sr. Maj. über die Ehe etnes Sriee mit der Tochter ſeines Neffen oder ſeiner Nichte, vom 7. May 1808. Der Staats⸗Rath hat in ſeiner Sitzung vom 23. April 18os auf Befehl Sr. Maj. über den Vortrag des Groß⸗Richters, Junitz Miniſters, worin auf die Entſcheidung der Frage angetragen wird, ob die Ehe zwiſchen Greßoheim und der Tochter ſeines Neffen oder ſeiner Nichte erigubt iſt, berathſchlagt; und 72 1. Buch. V. Tit. Von der Ehe. Zweytes Capitel. Von den Formalitäten, die ſich auf die Schließung der Ehe beziehen. 165. Die Ehe ſoll oͤffentlich vor dem Civil⸗Beamten des Ortes, wo einer von beyden Theilen ſein Domicil hat, grſchloſſen werden.*) Se. kaiſerl. und königl. Maj. haben folgende Entſchei⸗ dung erlaſſen: Die Ehe zwiſchen einem Großoheim und der Tochter ſeines Neffen oder ſeiner Nichte kann nur dann Statt haben, wenn zu Folge der Verfuͤgungen des 164. Art. des Geſetzbuches Dispenſa⸗ tion ertheilt worden iſt. *) No RLIV. Gutachten des Staats⸗Raths über die Förm, lichkeiten, welche in Betreff der Heirathen der Militair⸗Perſonmen, die ſich auf dem franzoͤſiſchen Gebiethe befinden, zu beobachten ſind, vom 2. Erg nzungs⸗Tage 13. J., genehmiget vom Kaiſet den z. Erganzungs Tag(z1. September 1805.) Der Staats⸗Rath ꝛe. über die Frage, ob Militair⸗Perſonen nur vor dem Beamten des Civil Standes des Wohnſitzes eines der Ehegatten ſich verehelichen duͤrfen, und ob auch die Rilitair⸗Per⸗ ſonen dieſen Wohnſitz durch einen ſechs monatlichen Aufenthalt an dem Orte, wo die Ehe geſchloſſen werden ſoll, erwerben müſſen; In Erwaͤgung, daß der 165. Art. des Geſetzbuches Napo⸗ leons verordnet, daß die Ehe vor dem Beamten des Civil⸗Standes des Wohnſitzes einer der Parteyen geſchloſſen werden ſoll; daß dieſer Wohnſitz zu Folge des 74. Art. durch einen ſechs Monate lang fortdauernden Aufenthalt in derſelhen Gemeinde erworben wird; daß die Art. 94 und 3 dieſes Geſetzbuches bloß diejenigen Milirair⸗Perſonen betreffen, welche ſich anßer dem Gebiethe des Reichs befinden, und dat ſie keine Ausnahme zu Gunſten der Militair⸗Perſonen enthalten, welche im Innern des Reichs dienen, Iſt der Meinung daß die Rilttair⸗Perſonen, weun ſie ſch auf dem Gebiethe des Reichs befinden, nur vor dem Beamten des Civil Standes der Gemeinden, wo ſie ſich während ſechs Monate ununterbrochen aufgehalten haben, oder vor dem Beamten des Civil⸗Standes der Gemeinde, in welcher ihre künſtigen Ehegattinnen den durch den 74. Art. des Geſetzbuches Napoleons beſtimmten Wohnſitz erworben haben, und nur nachdem ſie die durch die Art⸗ vbs, 167 und 168 vorgeſchriebenen Foͤrmlichkeiten beobachtet⸗ paben⸗ aine Eye ſchließen koͤnnen. ſu mt un ſihi ſun g 6 i u ten hat, hei⸗ ines i ſa⸗ inn, ſtn, ind, 4. en er r an p⸗ des ß ate beu gen des der en, ſch des te des nen ten rt. et 1. Buch. V. Tit. Von der Ehe. 73 166. Die beyden Aufgebothe, welche im 63. Art. unter dem Titel von den ürkunden des Civil⸗Standes vorge⸗ ſchrieben ſind, muͤſſen bey der Municipalität des Ortes geſche⸗ hen, wo jeder der Contrahenten ſein Domicil hat⸗ 167. ueberdieß muͤſſen gleichwohl die Aufgebothe bey der Municipalität des letzten Domicils geſchehen, wenn einer von beyden ſein dermahliges Domicil nur durch einen Auf⸗ enthalt von ſechs Monaten erlangt hat. 168. Sind die Contrahenten, oder einer von ihnen in Rückſicht auf die Befugniß, eine Heirath zu ſchließen, unter der Gewalt eines andern, ſo muͤſſen die Aufgebothe nebſt⸗ dem noch bey der Municipalitat des Wohnortes derjenigen geſchehen, unter deren Gewalt ſie ſich beſinden. 169. Der Kaiſer, oder die Beamten, welche er deßhalb anſtellen wird, haben das Recht, aus wichtigen Gruͤnden das zweyte Aufgeboth zu erlaſſen. 170. Ehen, welche im Auslande zwiſchen Franzoſen, oder zwiſchen Franzoſen und Fremden geſchloſſen worden, ſind guͤltig, wenn ſie nach den im Lande hergebrachten For⸗ men eingegangen wurden, vorausgeſetzt, daß die im 63. Art. unter dem Titel von den Urkunden des Civil⸗Standes vor⸗ geſchriebenen Aufgebothe vorhergegangen ſind, und daß den Franzoſe den im vorhergehenden Capitel enthaltenen Verfuͤ⸗ gungen nicht zuwider gehandelt hat. 171. In den erſten drey Monaten nach der Ruͤckkehr des Franzoſen auf das Gebieth des Reichs, muß die Urkunde uͤber die im Auslande geſchloſſene Ehe dem dffentlichen Hei⸗ vaths⸗Regiſter des Ortes, wo er ſeinen Wohnſitz hat, einge⸗ tragen werden. Drittes Capitel. Von den Oppoſitionen wider die Heirath⸗ 172. Das Recht, wider die Schließung der Ehe eine Oppeſition einzulegen, hat die Perſon, welche mit einem der beyden Contrahenten ſchon verheirathet iſt⸗ 74 I. Buch. V. Tit. Von der Ehe. 173. Der Vater, und bey Abgang des Vaters, die Mut⸗ ter, und bey Abgang beyder Eltern, die Groß⸗Eltern konnen wider die Heirath ihrer Kinder und Abkömmlinge Oppoſition einlegen, obgleich dieſe das Alter von fuͤnf und zwanzig vollen Jahren erreicht haben. 74. In Ermangelung aller Ascendenten kann der Bru⸗ der, oder die Schweſter, der Oheim oder die Muhme, oder ein G ſchwiſter⸗Kind, wenn dieſe uͤbrigens großzaͤhrig ſind, nur in folgenden zwey Faͤllen Oppoſition einlegen: 1) Wenn die Einwilligung des Familien⸗Raths, welche der 160. Art. erfordert, nicht erlangt worden iſt; 2) Wenn die Oppoſition ſich auf den Wahnſinn des kaͤnftigen Chegatten gruͤndet. Dieſe Oppoſition, deren unbe⸗ dingte Aufhebung das Gericht verfuͤgen kann, darf nur unter der Bedingung angenommen werden, daß der Opponent auf Interdiction antrage, und hieruͤber binnen der Zeitfriſt, die in dem Urtheile beſtimmt werden muß, entſcheiden laſſe. 175. In den beyden durch den vorherigen Artikel beſtimm⸗ ten Zaͤllen kann der Vormund oder Curator waͤhrend der Vormundſchaft oder Curatel nur in ſo fern eine Oppoſition einiegen, als er von einem Familien⸗Rathe, den er verſam⸗ meln laſſen darf, hiezu ermaͤchtiget worden iſt. 176. Jeder Oppoſitions⸗Act muß die Eigenſchaft aus⸗ drucken, welche dem Dpponenten das Recht gibt, ſie einzu⸗ legen; er muß die Wahl eines Domicils an dem Orte, wo die Heirath geſchloſſen werden ſoll, enthalten; auf gleiche Weiſe muͤſſen die Beweggruͤnde der Oppoſition, es ſey dann, daß ſie auf Anſuchen eines Ascendenten eingelegt worden, darin ausgedruckt ſeyn, alles bey Strafe der Nichtigkeit, und der Unterſagung der Amts⸗Verrichtungen auf eine beſtimmte Zeit(interdiction) wider denjenigen Beamten(ollcier minis- tériel), der den Oppoſitions⸗Act unterzeichnet hat. 177. Das Gericht erſter Inſtanz muß in den erſten zehn Tagen uͤber das Geſuch um Aufhebung erkennen. 3 m! iicb lun w „ wun ph p. Mu, mw mi 5 Mnb in u ſiji nut iot jihi tit ſ u iu myj lin un in lun jun ih lut⸗ nen tion nzig Bru⸗ oder ind, lche des be⸗ nter auf die ⸗ wo he en, ud nte is⸗- hu 1. Vuch. v. Tit. Von der Ehe. 75 178. Wird gegen das Urtheil Appellation eingelegt, ſo foll hieruͤber in den erſten zehn Tagen nach der Vorladung erkannt werden. 179. Wird die Oppoſition verworfen, ſo koͤnnen die Opponenten, ſo fern es keine Ascend nten ſind, zum Erſatz des Schadens und des entbehrten Vortheils verurtheilt werden. Viertes Capitel. Von Klagen auf Nichtigkeit der Ehe. I8o. Eine Ehe, die ohne freye Einwilligung beyder Ehe⸗ gatten, oder eines von ihnen geſchloſſen worden iſt, kann nur von den Ehegatten, oder von demjenigen unter ihnen angefochten werden, deſſen Einwilligung nicht frey war. Iſt ein Irrthum in der Perſon untergelaufen, ſo kann nur derjenige von beyden Ehegatten die Ehe anfechten, der in Irrthum gefuͤhrt worden iſt. 181. In dem Falle des vorhergehenben Artikels iſt die Nichtigkeits⸗Klage nicht mehr zulaͤßig, wenn von dem Zeit⸗ puncte an, wo der Ehegatte ſeine vollige Freyheit erlangt, oder den Irrthum entdeckt hat, eine ſechs Monate hindurch fortgeſetzte Beywohnung Statt gehabt hat. 182. Die Heirath, die ohne Einwilligung der Eltern, Groß⸗Eltern, oder des Familien⸗Rathes in den Faͤllen, wo dieſe Einwilligung erforderlich war, geſchloſſen worden iſt, kann nur von denjenigen, deren Einwilligung erfordert wurde, oder von dem Ehegatten, der dieſer Einwilligung bedurfte, angefochten werden. 183. Weder die Ehegatten, noch die Verwandten, deren Einwilligung erforderlich war, koͤnnen die Nichtigkeits⸗Klage mehr anſtellen, wenn von denjenigen, deren Einwilligung erfordert wurde, die Heirath ausdruͤcklich oder ſtillſchweigend genehmiget worden, oder wenn von der Zit an, wo ſie Kenntniß von der Ehe hatten, ein Jahr, ohne Reclamation von ihrer Seite, verſtrichen iſt; eben ſo wenig kann der Ehe⸗ 76 1. Buch. V. Tit. Von der Ehe. gatte dieſe Klage noch anſtellen, wenn von der Zeit, da er das gehbrige Alter erreicht hat, um fuͤr ſich ſelbſt in die Ehe einzuwilligen, ein Jahr, ohne Reclamation von ſeiner Seite verſtrichen iſt. 184. Jede den Verfuͤgungen des 144., 147., 167., 162. und 163. Art. zuwider eingegangene Ehe kann ſowohl von den Ehegatten ſelbſt, als von jedem, der ein Intereſſe dabey hat, und ſo auch von dem offentlichen Miniſterium ange⸗ fochten werden. 185. Hatten indeſſen beyde Ehegatten, oder einer von ihnen, das erforderliche Alter noch nicht, ſo kann aus dieſem Grunde ihre Ehe nicht mehr angegriffen werden: 1) wenn von dem Zeitpunete, da dieſer Ehegatte, oder da beyde das geſetzliche Alter erreicht haben, ſechs Monate verſtrichen ſind; 2) wenn die Ehegattinn, welche dieſes Alter nicht hatte, vor Umlauf der ſechs Monate empfangen hat. 186. Der Vater, die Mutter, die Ascendenten und die Familie, welche in dem Falle, der im vorhergehenden Artikel ausg druckt iſt, in die Ehe eingewilliget haben, koͤnnen mit der Klage auf die Nichtigkeit derſelben nicht gehoͤrt werden. 187. In allen Faͤllen, wo nach der Beſtimmung des 184. Art. die Nichtigkeits⸗Klage von jedem, der ein Intereſſe dabey hat, angeſtellt werden kann, koͤnnen gleichwohl Sei⸗ ten⸗Verwandte, oder Kinder, die aus einer andern Ehe gezeugt ſind, bey Lebzeiten der beyden Ehegatten ſie nicht anſtellen, ſondern bloß dann, wenn ſie ein angefallenes und wirklich vorhandenes Intereſſe dabey haben. 188. Der Ehegatte, zu deſſen Nachtheil eine zwente Hei⸗ rath geſchloſſen worden iſt, kann auf Erklaͤrung ihrer Rich⸗ tigkeit klagen, wenn ſchon der Ehegatte noch lebt, der mit ihm verehelichet war. 180. Schuͤtzen die neuen Ehegatten die Nichtigkeit der erſten Heirath vor, ſo muß vorlaͤufig uͤber die Guͤltigkeit oder Nichtigkeit dieſer Heirath geurtheilt werden. nih wint ſii u, m . liph Dip with huhu ſul u ſun ih ſu hi jih il ziu ii ih ti iu ig ſthin er die iner 161. von bey ge⸗ bon aus ) he hen icht ie ei⸗ tt en, ei ch⸗ nit eit 1. Buch. V. Tit. Pon der Ehe. 77 190. In allen Faͤllen, worauf ſich der 184. Art. anwen⸗ den laͤßt, kann und muß der kaiſerl. Procurator, jedoch unter den im 185. Art. enthaltenen Beſchraͤnkungen, auf Nichtig⸗ keits⸗Erklaͤrung der Ehe bey Lebzeiten beyder Ehegatten antra⸗ gen, und ſie verurtheilen laſſen, ſich zu ſcheiden. 191. Jede Heirath, die nicht oͤffentlich, und nicht vor dem gehoͤrigen oͤffentlichen Beamten geſchloſſen worden iſt⸗ kann von den Ehegatten ſelbſt, von den Eltern, von den Ascendenten, und von allen, die ein angefallenes und wirk⸗ lich vorhandenes Intereſſe dabey haben, ſo wie auch von dem oͤffentlichen Miniſterium angefochten werden. 192. Sind vor der Heirath nicht die zwey erforderlichen Aufgebothe geſchehen, oder ſind keine im Geſetze erlaubte Dispenſationen erwirkt, oder die vorgeſchriebenen Friſten zwiſchen den Aufgebothen und der Schließung der Ehe nicht beobachtet worden, ſo ſoll der koiſerliche Procurator den oͤffentlichen Beamten zu einer Geldbuße, welche die Summe von dreyhundert Franes nicht uͤberſchreiten darf, und die Contrahenten, oder diejenigen, unter deren Gewalt ſie gehan⸗ delt haben, zu einem ihrem Vermoͤgen angemeſſenen Geld⸗ ſtrafe verurtheilen laſſen. 193. In eben die Strafen, welche in dem vorhergehenden Artikel verhaͤngt ſind, ſollen die daſelbſt erwaͤhnten Perſonen fuͤr jede Uebertretung der im 163. Art. vorgeſchriebenen Regeln verfallen, ſelbſt wenn dieſe Uebertretungen nicht zureichend befunden wuͤrden, um die Ehe fuͤr unguͤltig erklaͤren zu laſſen. 194. Niemand kann den Nahmen eines Ehegatten und die buͤrgerlichen Wirkungen der Ehe in Anſpruch nehmen, wenn er nicht eine Heiraths⸗Urkunde beybringt, die dem Regiſter des Civil⸗Standes eingetragen iſt; ansgenommen ſind jedoch die im 46. Art. unter dem Titel von den Urkunden des Civil⸗Standes erwaͤhnten Faͤlle. 195. Der Beſitzſtand kann die angeblichen Eheleute, die ſich hierauf gegenſeitig beziehen moͤgen, von der Verbindlich⸗ 78 1. Buch. V. Tit. Von der Ehe. keit nicht befreyen, die Urkunde uͤber die vor dem Beamten des Civil⸗Standes geſchloſſene Heirath aufzulegen. 106. Iſt Beſitzſtand vorhanden, und wird die Urkunde uͤber die vor dem Beamten des Civil⸗Standes geſchloſſene Ehe aufgelegt, ſo ſollen die Ehegatten mit der Klage auf Rich⸗ tigkeits⸗Erklarung dieſer Urkunde gegeneinander nicht gehoͤrt werden. 197. Wenn inzwiſchen in den Faͤllen, welche im 194. und im 193. Art. beſtimmt ſind, zwey Perſonen, die offent⸗ lich als Mann und Frau gelebt haben, und beyde verſtor⸗ ven ſind, von ihnen abſtammende Kinder zuruͤcklaſſen, ſo kann die eheliche Geburt dieſer Kinder unter dem Vorwande allein nicht beſtritten werden, daß ſie die Heiraths⸗Urkunde ihrer Eltern nicht aufweiſen koͤnnen, ſo oft dieſe eheliche Geburt durch einen Beſitzſtand erwieſen wird, der mit der Geburts⸗ Urkunde nicht im Widerſpruche ſteht. 108. Hat man den Beweis einer geſetzlich eingegangenen Ehe durch das Reſultat eines Criminal⸗Verfahrens erlangt, ſo ſichert die Eintragung des Urtheils in die Regiſter des Civil⸗Standes der Ehe von dem Tage an, da ſie geſchloſſen worden iſt, alle buͤrgerliche Wirkungen, ſowohl in Anſchung der Eh gatten ſelbſt, als der aus dieſer Ehe entſproſſenen Kinder. 109. Sind die Ehegatten oder einer aus ihnen verſtor⸗ ben, ohne den Betrug entdeckt zu haben, ſo kann die Crimi⸗ nal⸗Klage von ollen, die Intereſſe dabey hben, daß die Ehe fuͤr guͤltig erklaͤrt werde, und von dem kaiſerl. Procu⸗ rator angeſtellt werden. 200. Iſt der offentliche Veamte vor der Entdeckung des Betrugs verſtorben, ſo hat der kaiſerl. Procurztor in Gegen⸗ wart der Intereſſenten und auf ihre Angebung(dénoneiation) die Civil⸗Klage wider deſſen Erben zu richten. 201. Die Ehe, welche für unguͤltig erklart worden iſt, bringt nichts deſtoweniger die Civil⸗Wirkungen in Hinſicht der hu hui m ſu huß uß N iuh wel zu ki hit ti amten rkunde ſe Che Nich⸗ gehör 191. öffen⸗ erſtn o kun llein e ihre Gebun burtt ſgen lang, er des loſen chung ſenen rſion rimi⸗ de oel⸗ g des jeget⸗ ion n iſ, d 1. Buch. V. Tit. Von der Ehe. 79 Ehegatten ſowohl als der Kinder hervor, wenn ſie in gutem lauben geſchloſſen worden iſt. 202. Iſt einer der beyden Ehegatten allein in gutem Glauben, ſo bringt die Ehe die Civil⸗Wirkungen nur zu Gunſten dieſes Ehegatten, und der aus der Ehe abſtammen⸗ den Kinder hervor. F uͤnftes Capitel. Von den Verbindlichkeiten, die aus der Ehe entſpringen. 203. Die Ehegatten übernehmen mit einander bloß durch ihre Heirath die Verbindlichkeit, ihre Kinder zu ernaͤhren, zu unterhalten und zu erziehen.*) *) N XLV. Gutachten des Staats⸗Raths über den Abeug, der von der Penſion einer Militair⸗Perſon zu Gunſten ſeiner Frau und ſeiner Kinder gemacht werden kann, vom 22. September 1802, genehmiget vom Kaiſer den 11. Januar 1308. Der Staats⸗Rath, welcher zu Folge der Hinweiſung Sr. Maj des Kaiſers und Koͤnigs die Kriegs⸗Section über einen Vor⸗ trag des Miniſters dieſes Departements angehört hat, welcher Vortrag dahin gieng, von dem Beſchluſſe vom7 Thermider 10.. eine Ausnahme zu Gunſten der Frauen und Kinder jener Militair⸗ Perſonen zu machen, welche eine Penſion oder Ruheſtands⸗Heſol⸗ dung beziehen; In Erwaͤgung, daß die Regierung durch den angeſührten Beſchluß nicht bloß beabſichtigte, den penſitonirten, oder ſoichen Milttair⸗ Perſonen, die einen Ruheſtands⸗Sold bezichen, ihren Unterhalt ſicher zu ſtellen, ſondern daß ſie auch ihren Frauen und Kindern Nahrungs⸗Mittel zuſichern wollte, Iſt der Meinung, daß der Kriegs⸗Miniſter einen Abzug von höchſtens einem Drittel an der Penſton oder Ruheſtands⸗Beſol⸗ dung einer jeden Militair⸗Perſon befehlen kann, die in Anſchung ihrer Frau eder ihrer Kinder nicht die Verbindlichkeiten erfüüt, die ihr durch die Capitel 5 und 6 des F. Litets z. Buches des Geſetzbuches Napoleons auferlegt ſind, mit Vorbchalt des Rechtes des Maunes, an den Staats⸗Rath und zwar an die Commiſſion, welche über Streitigeiten zu erkennen hat, ſich zu wenden, wenn er duſch die Entſcheidung des Miniſters ſich verletzt glauben ſohte. 6 1. Buch. v. Tit. Von der Ehe. 20. Ein Kind hat wider ſeine Eltern keine Klage auf PVerſorgung(Etabliſſement) durch Heirath oder auf eine andere Weiſe. 205. Kinder ſind ihren Eltern und andern Ascendenten, die in Duͤrftigkeit ſind, Unterhalt(Alimente) ſchuldig. 206. Auf gleiche Weiſe und unter denſelben Umſtaͤnden ſind Schwieger⸗Sdhne und Schwieger⸗Tochter ihren Schwie⸗ ger⸗Eitern Unterhalt ſchuldig; dieſe Verbindlichkeit hort aber auf: 1) Wenn die Schwieger⸗Mutter zur zweyten Ehe ge⸗ ſchritten iſt; 2) wenn jener der Ehegatten, von dem die Schwoͤgerſchaſt herruͤhrte, und die aus ſeiner ehelichen Ver⸗ bindung mit dem andern Ehegatten abſtammenden Kinder geſtorben ſind. 207. Die Verbindlichkeiten, welche aus dieſen Verfuͤ⸗ gungen eniſtehen, ſind wechſelſritig. 208. Der Unterhalt wird nur nach Verhaͤltniß der Noth⸗ durft deſſen, der ihn fordert, und der Gluͤcksumſtaͤnde des⸗ jenigen, der ihn ſchuldig iſt, zuerkannt. 209. Kommt derjenige, der Unterhalt gibt, oder der, welcher ihn erhaͤlt, in einen ſolchen Zuſtand, daß jener ihn nicht mehr leiſten kann, oder dieſer deſſen ganz oder zum Theile nicht mehr bedarf, ſo kann auf voͤllige Be⸗ freyung von demſelben oder auf deſſen Verminderung ange⸗ tragen werden. 210. Beweiſt derjenige, der den Unterhalt zu leiſten hat, daß er das Unterhalts⸗Geld(la pension alimentaire) zu zah⸗ len nicht im Stande iſt, ſo kann das Gericht nach vorherge⸗ gangener Unterſuchung der Sache verordnen, daß er denjeni⸗ gen, dem er Unterhalt ſchuldig iſt, in ſein Haus aufneh⸗ men, ihn dort ervaͤhren und unterhalten ſoll. 21r. Das Gericht ſoll ebenfalls entſcheiden, ob der Vater oder die Mutter, welche das Kind, dem ſie Unterhalt ſchul⸗ dig ſind, in ihr Haus aufzunehmen, dort zu ernaͤhren und zu unterhalten ſech anbiethen, in dieſem Falle von der Ver⸗ binblichk it zu befreyen ſeyen, das Unterhalts⸗Geld zu zahlen. n ſu ln ü 1 inn hu 4 6 19 i Ju win 5) euf nde nten, nden wie⸗ aber ge die Per⸗ nder ni⸗ ter ul⸗ nd en M I. Buch. V. Tit. Ven der Ehr. 81 Sechſſtes Capinel. Von den wechſelſeitigen Rechten und Pflichten der Ehegatten. 272. Die Ehegatten ſind ſich einander Treue, Huͤlfe und Beyſtand ſchuldig. a13. Der Mann iſt ſeiner Frau Schutz, und die Frau ihrem Manne Gehorſam ſchuldig. 2r4. Die Frau iſt verbunden, bey dem Manne zu woh⸗ nen und ihm allenthalben zu folgen, wo er ſich aufzuhalten fuͤr gut findet; der Mann iſt ſchuldig ſie aufzunehmen, und ihr alles, was zu den Bedürfniſſen des Lebens nothwendig iſt, nach ſeinem Vermogen und Stande zu reichen. 215. Die Frau kann ohne Autoriſation ihres Mannes nicht vor Gerichte ſtehen, ſelbſt dann nicht, wenn ſie offent⸗ lich in ihrem eigenen Nahmen Handels⸗Geſchaͤfte treibt(mar⸗ chande publique), mir ihrem Manne in keiner Guͤter⸗Ge⸗ meinſchaft lebt(non commune), oder in Ruͤckſicht des Ver⸗ moͤgens von ihm getrennt iſt,(Séparée de biens). 216. Die Autoriſation des Mannes iſt nicht erforderlich, wenn gegen die Frau in Criminal- ober Polizey⸗Sachen ver⸗ fahren wird. 217. Die Frau, wenn ſie ſchon mit ihrem Manne in keiner Gäter⸗Gemeinſchaft, oder in einer voͤlligen Vermoͤgens⸗ Abſonderung lebt, kann nicht ſchenken, veraußern, ihre Guͤtet mit Hypotheken beſchweren, noch unentgeldlich oder gegen Verguͤtung,(mittelſt eines wohlthaͤtigen oder laͤſtigen Titels) erwerben, wenn nicht der Ehemann bey der Handlung ſelbſt dazu mitwirkt oder ſchriftlich darin einwilliget. 215. Verweigert der Mann ſeiner Frau die Antoriſativn vor Gerichte zu ſtehen, ſo kann der Richter ſie ertheilen. 219. Weigert ſich der Mann ſeine Frau zur Verrichtung eines Rechtsgeſchaͤfts zu autoriſiren, ſo kann die Frau ihren Mann unmittelbar vor das Gericht der erſten Inſtanz in dem Bezirke des gemeinſchaftlichen Wohnſitzes vorladen laſfen; welches alsdann, nachdem der Mann in dem Berathſchla⸗ G. N. IV. Aufl. 5 32 1. Buch. V. Tit. Von der Ehe. gungs⸗Zimmer vernommen, oder gehdrig vorgefordert worden iſt, ſeine Autoriſation geben oder verſagen kann. 220. Treibt die Frau offentlich Hanbels⸗Geſchaäfte in ihrem eigenen Nahmen, ſo kann ſie ohne Autoriſation ihres Mannes ſich in ihren Handlungs⸗Angelegenheiten verbinden; ſie verbinbet in dieſem Falle auch ihren Mann, wenn unter ihnen Guͤter-Gemeinſchaft beſteht. Sie wird fuͤr keine Handelsfrau(marchande publique) angeſehen, wenn ſie nur im Kleinen die zur Handlung ihres Mannes gehdrigen Waaren verkauft, ſondern nur dann, wenn ſie einen abgeſonderten Handel treibt. 221. Iſt der Mann zu einer Leibes- oder entehrenden Strafe verurtheilt, waͤre ſie auch nur durch ein Contumacial⸗ Urtheil wider ihn erkannt, ſo darf die Ehegattinn, obgleich ſie großjahrig iſt, ſo lange die Strafe dauert, weder vor Gerichte ſtehen, noch Vertraͤge ſchließen, ſie habe ſich dann vorher von dem Richter dazu autoriſiren laſſen, der in dieſem Falle die Autoriſation geben kann, ohne daß der Mann ver⸗ nommen oder vorgeladen worden iſt. 222. Iſt dem Manne die Verwaltung ſeines Vermoͤgens unterſagt(interdit), oder iſt er abweſend, ſo kann der Rich⸗ ter, nach vorhergegangener Unterſuchung der Sache, die Frau autsriſiren, vor Gerichte zu ſtehen, oder einen Vertrag zu ſchließen,(zu contrahiren). 223. Jede allgemeine Autoriſation, waͤre ſie auch dem Heiraths⸗Contracte ausbedungen worden, iſt nur in Beziehung auf die Verwaltung der Guͤter, welche der Frau zugehdren, guͤltig. 224. Iſt der Mann noch minderjaͤhrig, ſo bedarf die Frau der Autoriſation des Richters, ſowohl um vor Gerichte zu ſtehen, als um Vertraͤge zu ſchließen. 225. Die Nichtigkeit, die ſich auf den Abgang der Auto, viſation gruͤndet, kann nur von der Frau, dem oder ihren Erben entgegenſetzt worden. 226. Die Frau kann ohne Autoriſation ihres Mannes teſtiren. 1 6 ſiſn dun ſin hu 6 „ uz uh z. t ſah rben te in ihrez den; unter ique) ihres dann, enden grigl⸗ gleich bo dann eſem bel⸗ ens Frau 8 hin t in Fran die ichte luto, oder nnet 1. Buch. Vvl. Tit. Von der Eheſcheidung. 33 Siebentes Capitel. Von der Aufloͤſung der Ehe. 227. Die Ehe wird aufgeloͤſt, 1) Durch den Tod eines der Ehegatten; 2) Durch eine geſetzlich ausgeſprochene Eheſcheidung; 3) Durch die Verurtheilung eines der Ehegatten zu einer Strafe, welche den buͤrgerlichen Tod nach ſich zieht, wenn ſie definitiv geworden iſt. Achtes Capitel. Von der zweyten Ehe. 228. Die Frau kann nicht eher eine neue Ehe ſchließen, als bis nach Aufloͤſung der vorherigen Ehe zehn Mouate ver⸗ floſſen ſind. Sechſter Titel. Von der Eheſcheidung. (Deeret. den a1. März 130z. Promulg. den z1. des nehml. Monats) Erſtes Capitel. Von den Urſachen der Eheſcheidung. 229. Der Mann kann auf Eheſcheidung wegen eines von ſeiner Frau begangenen Ehebruchs klagen. 230. Die Frau iſt wegen eines von ihrem Manne began⸗ genen Ehebruchs auf Eheſcheidung anzutragen befugt, wenn er ſeine Beyſchlaͤferinn in dem gemeinſchaftlichen Hauſe ge⸗ halten hat. 231. Beyderſeits koͤnnen die Ehegatten die Eheſcheidung wegen Exceſſen, harter Mißhandlungen, oder grober Unbil⸗ den des einen von ihnen gegen den andern nachſuchen. 232. Die Verurtheilung eines der Ehegatten zu einer entehrenden Strafe iſt fur den andern eine Urſache zur Ehe⸗ ſcheit ung. 1 Buch. vI it. Von der Eheſcheidung. 233. Unter den Bedingungen, und nach den Pruͤfungen, welche das Geſetz beſtimmt, ſoll die beyderſeitige und beharr⸗ liche, auf gehlche Weiſe ausgedruckte Einwilligung der Ehe⸗ gatten als ein hinlaͤnglicher Beweis angenommen werden⸗ daß das Veyſammenleben ihnen unerträglich, und in Hin⸗ ſicht ihrer eine peremptoriſche(vollguͤltige) Urſache zur Ehe⸗ ſcheidung vorhanden iſi. Zweytes Capitel. Von der Eheſcheidung wegen einer beſtimmten Urſache. Erſter Abſchnitt. Von der Form des Verfahrens bey der Eheſcheibung wegen einer beſtimmten Urſache. 231. Von welcher Art duch immer die Thatſachen oder Verbrechen ſeyn moͤgen, welche die Klage auf Eheſcheidung wegen einer beſtimmten Urſache veranlaſſen, allemahl ſoll dieſe Klage nur bey dem Gerichte desjenigen Bezirkes, in welchem die Ehegatten ihren Wohnſitz haben, angebracht werden. 236. Veranlaſſen einige von dem klagenden Ehegatten angefuͤhrte Thatſachen ein Criminal-Verfahren von Seiten des bffentlichen Miniſteriums, ſo ſoll die Eheſcheidungs⸗Klage bis nach der Entſcheidung des Eriminal⸗Juſtitzhofes auf ſich beruhen; dann aber kann ſie wieder vorgenommen werden⸗ ohne daß es erlaubt iſt, aus dem Ckiminal. Urtheile wider den Klaͤger die Folge, daß er mit ſeiner Klage nicht mehr gehort werden könne(Un de non-recevoir), noch eine ſon⸗ ſtige Praͤjudicial⸗Einrede herzuleiren. 236. Jede Klage auf Eheſcheidung ſoll die Thatſachen umſtandlich auseinander ſetzen; ſie muß mit den etwa vor⸗ handenen Veweisſtuͤcken dem Praͤfidenten des Gerichtes oder dem Richter, der ſeine Stelle vertritt, von dem klagenden Ehegatten in Perſon uͤßerreicht werben, ſo frn er nicht durch Krankheit daran verhindert wird, in w lchem Falle die Ge⸗ richts⸗Perſon auf ſein Erſuchen und auf das Zengniß zweyet um zintt giye ſun whe w ſil 6 Mn hulm . Uni ndn Pſhl u ſunl unt 1ſ ſun in lz bih hit wji i w 4. ſ win vi gen, arri Ehe den Hiß⸗ eintt odet ung eſ en ten ten uge ſch en der thi oh⸗ I. Buch. Vl. Tit. Von der Eheſcheidung. 35 DBoetoren der Arzney⸗ oder Wundarzney⸗Kunde oder zweyer Geſundheits⸗Beamten ſich nach der Wohnung des Klägers verfuͤgt, um dort ſeine Klage in Empfang zu nehmen. 237. Der Richter vernimmt den Klaͤger, macht ihm die Bemerkungen, die er fuͤr dienlich erachtet, paraphirt die Klage und die Belege, und fertigt uͤber die ihm geſchehene Einhaͤn⸗ digung des Ganzen einen Verbal⸗Prozeß. Dieſer Berbal⸗ Pro⸗ zeß ſoll von dem Richter und dem Kl laͤger unterzeichnet wer⸗ den, es ſey dann, daß der letztere im Schreiben unerfahren ſey, oder nicht unterzeichnen könne, in welchem Folle hievon Erwaͤhnung geſchehen muß. 238. Der Richter befiehlt unter dem Schluſſe ſeines Verbal⸗Prozeſſes, daß die Parteyen an dem Tage und zu der Stunde, die er beſtimmt, vor ihm in Perſon erſcheinen ſollen, mit dem Zuſatze, duß er zu dem Ende eine Abſchrift ſeines Befehls(ordonnance) an die Partey ſenden werde, wider welche die Eheſcheidung nachg⸗ſucht wird. 230. An dem beſtimmten Tage macht der Richter den beyden Ehegatten, wenn ſie ſich einfinden, oder dem Klaͤger, wenn er allein erſcheint, die Vorſtellungen, die ihm geeignet zu ſeyn ſcheinen, um eine Wiedervereinigung zu bewirken. Kann er dieſe nicht zu Stande bringen, ſo fertiget er hieruͤber einen Verbal⸗Prozeß, und befiehlt, daß die Klage mit den Belegen dem kaiſerlichen Procurator mitgetheilt, und dem Gerichte uͤber das Ganze Bericht erſtattet werden ſoll⸗ 340 In den naͤchſtſolgenden drey Tagen wird von dem Gerichte auf den Bericht des Praͤſi denten,„der des Richters, der ſeine Stelle verſehen hat, und auf den Antrag des kaiſerlichen Procurators die Frlaubniß vorzuladen entweder ertheilt oder aufgeſchoben. Der Aufſchub darf nicht uͤber zwanzig Täge dauern, 241. Kraft der vom Gerichte ertheilten Erlaubniß laͤßt der Klaͤger den Beklagten auf die gewoͤhnliche Weiſe vorladen, um, binnen der geſetzlichen Friſt, perſonlich in der Audienz bey geſchloſſenen Thüren zu erſcheinen. Eine Abſchrift, der 36 1. Puch. VI. Tit. Von der eheſcheidung. Eheſcheidungs⸗Klage und der zur Unterſtuͤtzung derſelben auf⸗ gelegten Beweisſtuͤcke, welche Abſchrift der Citation voran⸗ geſetzt wird, läßt er dem Beklagten zuſtellen. 242. An dem Tage, da die Friſt zu Ende geht, der Beklagte mag erſcheinen oder nicht, ſoll der Klaͤger in eigener Perſon, und wenn er es fuͤr gut findet, von einem Rathgeber begleitet, die Gruͤnde ſeiner Klage vortragen, oder vortragen laſſen; er legt die Beweisſtuͤcke auf, welche ſie unterſtutzen, und benennt die Zeugen, die er geſonnen iſt abhoͤren zu laſſen. 243. Erſcheint der Beklagte in Prſon oder durch einen Bevollmaͤchtigten, ſo kann er ſeine Bemerkungen, die er wider die Klaggruͤnde ſowohl, als wider die vom Klaͤger aufgeleg⸗ ten Beweisſtuͤcke, und die von ihm benannten Zeugen haben mag, ſelbſt vortragen oder vortragen laſſen. Der Beklagte benennt gleichfalls von ſeiner Seite die Zeugen, die er abhoͤ⸗ ren zu laſſen Willens iſt, und uͤber welche der wech⸗ ſelſeitig ſeine Bemerkungen macht. 244. Ueber das Erſcheinen, die Ausſagen und Bemer⸗ kungen der Parteyen, ſo wie uͤher die Geſtaͤndniſſe, welche der eine oder der andere Theiletwa macht, wird ein Verbal⸗ Prozeß verfaßt. Dieſer Verbal⸗Prozeß wird den beſagten Parteyen vorgeleſen; ſie werden aufgefordert, ihn zu unter⸗ zeichnen, und ihrer Unterſchrift oder ihrer Erklärung, daß ſie nicht unterzeichnen koͤnnen oder nicht unterzeichnen wollen, muß ausdruͤckliche Erwaͤhnung geſchehen. 245. Das Gerſcht verweiſt die Parteyen zur oͤffentlichen Audienz⸗ auf einen von ihm zu beſtimmenden Tag und Stunde; es befiehlt, daß die Proz⸗dur dem kaiſerl. Procurator mitge⸗ theilt werde, und ernennt einen Referenten. Sollte der Be⸗ klagte nicht erſchienen ſeyn, ſo iſt der Klaͤger verbunden, ihm die Verfuͤgung(Ordonnanz) des Gerichtes in dem Zeitraume inſinuiren zu laſſen, der darin beſtimmt iſt. 246. An dem beſtimmten Tage und Stunde wird auf den Bericht des dazu beſiellten Richters, und nachdem der kaiſerliche Procurator vrrnommen worden iſt, zuerſt uͤber die iun ku e ſin. ibi pun ſi th 4 und fun jui uſ Mu in i tui zu ii ju ſih lhin iu inn uh p jut auf⸗ ran⸗ der gener geber agen tzen, ſſen. ihen ider eg⸗ ben agte bhö⸗ ech⸗ ner⸗ bal⸗ glen ntet⸗ ſe Men, ichen nde itge⸗ P⸗ 1. Buch. vI. Tit. Von der Eheſcheidung. 7 Einreden, daß man der Klage kein Gehoͤr geben koͤnne,(fins de non- recevoir) wenn deren vorgebracht worden find, ent⸗ ſchieden. Werden dieſe gegruͤndet gefunden, ſo wird die Klage auf Eheſcheidung verworfen; im entgegengeſetzten Falle, oder wenn keine ſolche Eiureden gemacht worden ſind, wird die Eheſcheidungs⸗Klage zugelaſſen. 247. Gieich nach angenommener Eheſcheidungs⸗ aluge wird auf den Bericht des dazu beſtellten Richters und nach Anhdrung des kaiſerlichen Procurators von dem Gerichte in der Hauptſache erkaunt. Es entſcheidet uͤber die Klage, wenn ſie ihm zum endlichen Spruche geeignet zu ſeyn ſcheint, im entgegengeſetzten Faͤlle laͤßt es den Klaͤger zum Beweiſe der von ihm angefuͤhrten erheblichen Thatſachen, und den Beklag⸗ ten zum Gegenbeweiſe zu. 248. Bey jedem Auftritte im Laufe des Prozeſſes kön⸗ nen die Parteyen, nachdem der Richter ſeinen Vortrag er⸗ ſtattet, und ehe der kaiferl. Procurator das Wort genommen hat, ihre gegenſeitigen Gruͤnde vortragen oder vortragen laſſen⸗ nd zwar zuerſt uͤber die ablehnenden Einreden(daß der andere Theil mit ſeinem Geſuche nicht gehoͤrt werden koͤnne, üns de non-recevoir) und alsdann uͤber die Hauptſache; aber in keinem Falle ſoll der Rechts⸗Beyſtand des Klaͤgers zugelaſſen werden, wenn nicht der Klaͤger ſelbſt in Perſon erſcheint. 249. Gleich nach dem ausgeſprochenen Urtheile, welches die Zeugen⸗Verhdͤre verordnet, lieſt der Gerichtsſchreiber den⸗ jenigen Theil des Verbal⸗Prozeſſes vor, der die wirklich ge⸗ ſchehene Benennung der Z'ugen enthaͤlt, welche die Parteyen abhoͤren zu laſſen geſonnen ſind. Der Prafident benachrich⸗ tiget ſie, daß es ihnen noch freyſtehe, andere Zeugen zu benennen; aber daß ſie nach dieſem Augenblice hiezu nicht mehr zugelaſſen werden. 250. Die Parteyen bringen gleich—— ihre gegenſei⸗ tigen Einwendungen wider die Zeugen vor, die ſie etwa ver⸗ 35 1. Buch, vI. Lit. Von der Eheſcheisung. werfen wollen. Das Gricht erkennt uͤber dieſe Einwendun⸗ gen⸗ nachdem es den kaiſerl. Procurator daruͤber gehoͤrt hat. 251. Gegen die Verwandten der Parteyen, ihre Kinder und Abkömmlinge ausgenommen, konnen wegen der Ver⸗ wandtſchaft keine Einwendungen gemacht werden, und eben ſo wenig gegen das Hausgeſinde(die Domeſtiken) der Ehe⸗ gatten wegen dieſer Eigenſchaft; aber das Geritht ſoll auf die Ausſagen der Verwandten und des Hausgeſindes ſo viel Ruͤckſicht nehmen, als ihm billig ſcheint. 252. Jedes Urtheil, das einen Zeugen⸗Beweis zulaͤßt, muß die Zeugen benennen, welche vernommen werden ſollen, und den Tag und die Stunde beſtimmen, an welchen die Parteyen ſie vorzufuͤhren(zu produciren) haben. 253. Die Ausſagen der Zeugen werden in der Sitzung bey verſchloſſenen Thuͤren in Gegenwart des kaiſerl. Procu⸗ rators, der Parteyen, und ihrer Beyſtände oder Freunde, bis zu drey an der Zahl auf jeder Seite, von dem Gerichte aufgenommen⸗ 254. Die Parteyen ſind befugt, entweder ſelbſt oder durch ihre Beyſtände den Zeugen ſolche Vemerkungen und Fragen um e zu mochen, die ſie 6 dienlich nicht a55. Jede Ausſage wird ſchriftlich aufgezeichnet. Ein gleiches gilt von den Behauptungen und Anmerkungen, welche ſie etwa veranlaßt hat. Der Verbal⸗Prozeß uͤber das Zeugen⸗ Verhoͤr wird den Zeugen ſowohl als den Parteyen vorgeleſen; dieſe wie jene werden aufgefordert, ihn zu unterzeichnen, und ihrer Unterſchrift oder ihrer Erklaͤrung, daß ſie nicht nnterzeichnen können, oder nicht unterzeichnen wollen, muß Erwaähnung geſchehen. 256. Nachdein die benderſeitigen Zeugen⸗Verhdre, oder wenn der Beklagte keine Zeugen in Vorſchlag gebracht hat, das Zeugen⸗Verhoͤr von Seiten des Klaͤgers geſchloſſen iſt, verweiſt das Gericht die Parteyen zur offentlichen Audienz⸗ m ſüt 3 mn . m W. . iu nh uh i vlii 5 ht ſu,ſ mſ 1 nn u mn wi ſit ui wh zuſi ſ vi 1 bi nen iſn ) ſh u i ſh in⸗ der er⸗ en he⸗ uf iel n je —— 1. Buch. vlI. Tit. Von der Eheſcheidung. 35 wozu es den Tag und die Stunde beſtimmt. Es befiehlt, daß die Prozedur dem kaiſerl. Procurator mitgetheilt werde, und ernennt einen Referenten. Dieſer Befehl(Ordonnanz) ſoll dem Beklagten auf Betreiben des Klaͤgers, in dem Zeit⸗ raume, der darin beſtimmt iſt, inſinuirt werden. 257, An dem Tage, der zur Erlaſſung des Endurtheils feſtgeſetzt worden iſt, erſtattet der hiezu beſtellte Richter ſei⸗ nen Vortrag. Die Parteyen konnen hierauf entweder ſelbſt, oder durch ihre Rechts⸗Beyſtände, jede Bemerkung vorbrin⸗ gen, die ſie zu ihrer Soche dienlich erachten; welchem nach der kaiſerl. Procurator ſeinen Antrag macht. 238. Das Endurtheil ſoll dffentlich ausgeſprochen werden⸗ Wenn es die Eheſcheidung zulaßt, ſo iſt der Klaͤger autori⸗ ſirt, ſich zu dem Beamten des Civil⸗Standes zu verfuͤgen, um ſie dort ausſprechen zu laſſen. 2350. Ward wegen Exceſſen, harter Mißhandlungen oder grober Unbilden die Eheſcheidung nachgeſucht, ſo bleibt es den Richtern, obgleich die Klage gehoͤrig erwieſen iſt, unbe⸗ nommen, die Eheſcheidung nicht ſogleich zuzulaſſen. Sie autoriſiren alsdann, ehe ſie emtſcheiden, die Fran, die Ge⸗ ſellſchaft ihres Mannes zu verlaſſen, ohne daß ſie verbunden ſey, ihn aufzunehmen, wenn ſie dieſes nicht fuͤr gut findet, und verurtheilen den Mann, ihr eine ſeinem Vermdogen an⸗ gemeſſene Penſion fuͤr Unterhalt zu zahlen, wenn die Frau ſelbſt keine hinreichende Einkuͤnfte hat, um ihre Beduͤrfniſſe zu beſtreiten. 260. Nach Ablauf eines Probejahres nin der klagende Ehegatte, wenn ſich die Parteyen nicht ausgeſoͤhnt haben, den andern Ehegatten vorladen laſſen, um in den geſetzlichen Friſten vor Gericht zu erſcheinen, und zu hoͤren, daß dort das Definitiv⸗Urtheil ausgeſprochen werde, welches alsdann die Eheſcheidung zulaſſen muß. 261. Wird die Eheſcheidung aus der Urſache nachgeſucht⸗ weil einer der Ehegatten zu einer entehrenden Strafe verur⸗ theilt worden iſt, ſo beſtehen die Formalitäten, die alsdann 50 I. Buch. Vl. Tit. Von der Eheſcheidung, zu beobachten ſind, bloß darin, daß man bey dem Civil⸗ Gerichte eine in gehoriger Form gemachte Ausfertigung des Verdammungs⸗Urtheils mit einem Zeugniſſe des Criminal⸗ Juſtitzhofes uͤbergibt, worin erklaͤrt wird, daß dieſes Urtheil auf keine geſetzliche Weiſe mehr abgeaͤndert werden koͤnne. 262. Wird von einem bey einem Gerichte erſter Inſtanz in einer Eheſcheidungs⸗Sache ergangenen Urtheile appellirt, das die Klage zuließ, oder definitiv entſchied, ſo muß der Prozeß von dem Appellations⸗Hofe als eine dringende Sache behandelt und entſchieden werden. 263. Die Appellation kann nur in ſo fern angenommen werden, als ſie in drey Monaten eingelegt worden, welche von dem Tage der Inſinuation des Urtheils an zu rechnen ſind, das nach Anhdrung der beyden Parteyen(contradic⸗ toriſch) oder auf Nichterſcheinen des einen Theils(par défaut) erlaſſen worden iſt. Die Nothfriſt, binnen welcher man ſich wider ein in letzter Inſtanz ergangenes Urtheil an den Caſſa⸗ tivns⸗Hof wenden kann, iſt ebenfalls von drey Monaten, von dem Tage der Inſinuation anzurechnen. Der Recurs an den Caſſations⸗Hof hat aufſchiebende Wirkung. 264. Vermoge eines jeden in letzter Inſtanz ergangenen oder rechtskraͤftig gewordenen Urtheiles, welches die Eheſchei⸗ dung erlaubt, iſt der Ehegatte, der es erwirkt hat, verbun⸗ din, ſich in Zeit von zwey Monaten vor dem Beamten des Civil⸗Standes, nach vorhergegangener gehoͤrigen Vorladung des andern Theils, zu ſtellen, um die Eheſcheidung aus⸗ ſprechen zu laſſen. 265. Dieſe zwey Monate nehmen ihren Anfang bey Urtheilen erſter Inſtanz nach Ablauf der Appellations⸗Friſt, bey Urtheilen, die in der Appellatſons⸗Inſtanz auf das Michterſcheinen einer Partes erfolgt ſind, nach Umlauf der Zeit, welche zur Einlegung der Oppoſition perſtattet iſt, und in Hinſicht der in letzter Inſtanz nach Bernehmung der Par⸗ teyen erlaſſenen Urtheile nach Umlauf der Friſt, binnen welcher Caſſation nachgeſucht werden kann. zu wnſ Un d uf hn hi ſl in h bil⸗ des al⸗ heil nz itt, der che en 1. Buch. vl. Tit. Von der Eheſcheibung. 91 266. Der Ehegatte, der als Klaͤger aufgetreten iſt, und die hieroben feſtgeſetzte Friſt von zwey Monaten ablaufen läßt, ohne den andern Ehegatten vor den Beamten des Civil⸗ Standes vorzufordern, verliert die Vortheile des von ihm erhaltenen Urtheils, und darf ſeine Klage auf Eheſcheidung nicht wieder anheben, es ſey dann aus einem neuen Grunde, in welchem Falle er gleichwohl die vorigen Urſachen wieder geltend machen kann. Zweyter Abſchnitt. Von den proviſoriſchen Maßregeln, welche die Eheſcheidungs⸗Klage, wenn ſie auf eine beſtimmte Urſache ſich gründet, veranlaſſen kaun. 267. Die einſtweilige Obſorge uͤber die Kinder bleibt dem Manne, er mag Klaͤger oder Beklagter in der Eheſchei⸗ dungs⸗Sache ſeyn, wenn nicht ein anderes von dem Gerichte, auf Anſuchen der Mutter, oder der Familie oder des kaiſerl. Procurators zum Beſten der Kinder verordnet worden iſt. 268. Die Frau, ſie mag in der Eheſcheidungs⸗Sache Klaͤgerinn oder Beklagte ſeyn, darf waͤhrend des Prozeſſes die Wohnung ihres Mannes verlaſſen, und eine dem Ver⸗ moͤgen ihres Mannes angemeſſene Penſion fuͤr ihren Unter⸗ halt nachſuchen. Das Gericht beſtimmt das Haus, worin ſich die Frau aufhalten ſoll, und ſetzt im erforderlichen Falle die proviſoriſche Penſion fuͤr den Unterhalt feſt, welche der Mann ihr zu zahlen verbunden ſeyn ſoll. 269. Die Frau iſt verbunden, ſo oft ſie hiezu aufgeſor⸗ dert wird, den Beweis zu fuͤbren, daß ſie in dem ihr ange⸗ wieſenen Hauſe wirklich wohne. In Ermangelung dieſes Beweiſes kann ihr der Mann die proviſoriſche Penſion fuͤr ihren Unterhalt verſagen, und wenn es die Frau iſt, welche die Ebeſcheidung nachſucht, ſie fuͤr unbefugt, den Prozeß weiter fortzuſetzen(non recevable) erklaͤren laſſen. 270. Wenn Güter⸗Gemeinſchaft unter den Ehegatten be⸗ ſteht, ſo kann die Frau, ſie mag in dem Eheſcheidungs⸗Pro 9 zeſſe Klagerinn oder Beklagte ſeyn, von dem Tage der im 52 I. Buch. VI. Tit. Von der Ebeſcheidung. 238. Art. erwaͤhnten Ordonnanz gnzurechnen, wie weit auch die Sache vorgeruͤckt ſeyn mag, zur Aufrechthaltung ihrer Rechte darauf antragen, daß das beweglich⸗ Vermoͤgen der Gemeinſchaft unter Siegel gelest werde. Dieſe Siegel ſollen nur gegen Errichtung eines Inventariums, verbunden mit einer Schaͤtzung, und gegen die Verpflichtung des Mannes, die inventariſirten Ge egenſtaͤnde entweder beyzuſchaffen, oder als gerichtlicher Bewahrer fuͤr ihren Werth zu haften, wieder abgenommen werden. 271. Iede nach dem Datum der Ordonnanz, von welcher im 238. Art. die Rede iſt, von dem Manne fuͤr Rechnung der Guͤter-Gemeinſchaft eingegangene Verbindlichkeit, jede nach dieſer Zeit von ihm gemachte Veraͤußerung einiger dazu gehorigen Immobilien ſoll fuͤr unguͤltig erklaͤrt werden, wenn uͤbrigens erwieſen wird, daß ſie zur Vereitelung der Rechte der Frau geſchehen. eingegangen worden iſt. Dritter Abſchniy. Von den Einreden, wodurch die Einlaſſung auf die Eheſcheidungs⸗ Klage wegen beſtimmter urſache abgelehnt wird(üns de non⸗ recevoir.) 272. Die Eheſcheidungs⸗Klage iſt erloſchen, wenn unter den Ehegatten eine Ausſohnung entweder nach ten Begeben⸗ heiten, die zu dieſer Klage haͤtten berechtigen koͤnnen, oder nachdem die Klage auf Eheſcheidung ſchon angeſtellt war, erfolgt iſt. 273. In einem wie im andern Falle ſoll der Klaͤger mit ſeiner Klage nicht gehdrt(fuͤr non-recevable erklaͤrt) werden; er kann gleichwohl aus einer Urſache, die nach der Wieder⸗ susſoͤhnung eingetreten iſt, eine neue Hlage anſtellen, und alsdann von den vorigen Urſachen Gebrauch machen, um ſein neues Geſuch zu unterſtuͤtzen. 274. Laugnet der Klaͤger, daß eine Ausſoͤhnung erfolgt ſey, ſo hat der Beklagte, ſchriftlich sder durch Zeugen, in der Form, wie ſie im erſten Abſchnitte des gegenwaͤrtigen Eapitels beſtimmt iſt, den Beweis dapon zu fuͤhren. ieſ ißn n M uu hil iu ſi nſt ſi ret der len mit es, der der 1. Buch. vI. Tik. PVon der Eheſcheidung. 5 D t Von der Eheſcheidung mittelſt beyderſeitiger Einwilligung. 275. Die beyderſeitige Einwillignung der Ehegatten ſoll nicht angenommen werden, wenn der Mann nech keine ſuͤnf und zwanzig, oder die Frau noch keine ein und zwanzig Jahrk alt iſt. 276. Die berderſeirige Einwilligung ſoll nur dann zuge⸗ laſſen werden, wenn die Ehe zwey Jahte beſtanden hat. 277. Ste darf nicht mehtr zugelaſſen werden, wenn die Ehe ſchon zwanzig Jahre beſtanden hit, noch dann, wmn die Frau fuͤnf und vierzig Jahte alt iſt. 278. In keinem Falle ſoll die beyderfeitige Einwilligung der Ehegatten hinreichen, wenn ßie nicht von ihren Ettern, oder von ihren andern noch lebenden Ascendenten i— Gemaͤß⸗ heit der im 150. Att. des Titels von der Ehe vorgeſchrie⸗ benen Regeln, dazu ermaͤchtigt worden ſind. 270. Ehegatten, welche entſchloſſen ſind, die Eheſchei⸗ dung durch beyderſeitige Einwilligung zu bewirken, ſind ge⸗ halten, vorlaͤufig ihr ganzes beweg'iches und unbewegliches Vermoͤgen inventäriſiren und abſchaͤtzen zu laſſen, und ihre wechſelſeitigen Rechte feſtzuſtellen, worüber es ihnen jedoch freyſteht, ſich zu vergleichen. 280. Sie ſind gleichfalls verbunden, ihre Uebereinkunft über folgende drey Puntte ſchriftlich zu bewaͤhren: 1) Wem die aus ihrer Ehe gezeugten Kinder, ſowohl während der Probezeit, als nach ausgeſprochener Eheſchei⸗ dung, äntertraut werden ſollen; 2) In welches Haus die Chefran ſich begeben ſoll, um ſich darin aufzuhalten, ſo lange die Probezeit waͤhrt; 3) Welche Summe der Mann waͤhrend derſelben Zeit ſeiner Frau zahlen ſoll, wenn ſie nicht Einkuͤnſte genng hat, um ſich ihre Beduͤrfniſf zu verſchaffen. a81. Die Chegatten follen zuſammen und in eigener Perſen vor dem Praͤſidenten des Civil⸗Gerichtes ihres Bezit⸗ 94 1. Buch. vi. Tit. Von der Eheſcheidung. kes, oder vor dem Richter, der ſeine Stelle verſieht, erſchei⸗ nen, und ihm in Gegenwart zweyer Notarien, die ſie mit ſich bringen, ihren Willen erklaͤren. 232. Der Richter ſoll in Gegenwart der zwey Notarien beyden Ehegatten zuſammen und jedem insbeſondere diejeni⸗ gen Vorſtellungen machen, und Ermahnungen geben, die er fuͤr vaſſend erachten wird; er ſoll ihnen das vierte Capitel des gegenwaͤrtigen Titels vorleſen, welches die Wirkungen der Eheſcheidung beſtimmt, und ihnen atle Folgen ihres Schrittes entwickeln. 283. Beſtehen die Ehegatten auf ihrer Entſchließung, ſo ſoll ihnen von dem Richter eine Beſcheinigung daruͤber ertheilt werden, daß ſie die Eheſcheidung nachſuchen, und beyderſeits darin einwilligen; und ſie ſind verbunden, außer den Urkunden, von denen im 279. und 280. Art. die Rede iſt, auf der Stelle noch aufzulegen, und in die Haͤnde der Rotarien zu deponiren; 1) Ihre Geburts⸗Urkunden und ihre Heiraths⸗Urkunde; 2) Die Geburts⸗ und Sterbe-Urkunden aller aus ihrer Ehe gezeugten Kinder; 3) Die authentiſche Erklaͤrung ihrer Eltern oder anderer noch lebenden Ascendenten, worin ſie ſagen, daß ſie aus urſachen, die ihnen bekannt ſind, dieſen oder jene, Sohn oder Tochter, Enkel oder Enkelinn, welcher oder welche mit dieſem oder jener verheirathet iſt, ermaͤchtigen, die Ehe⸗ ſcheidung nachzuſuchen, und in ſelbige einzuwillitzen. Man vermuthet ſo lange, daß die Eltern und Groß⸗Eltern der Ehegatten noch leben, bis die Urkunden aufgelegt worden ſind, welche ihr Abſterben erweiſen. 284. Die Notarien verfertigen uͤber alles, was zu Folge der vorhergehenden Artikel geſagt oder gethan worden iſt, einen umſtaͤndlichen Verbal⸗Prozeß; das Hriginal bleibt bey dem aͤlteſten der beyden Notarien, ſo wie die vorgebrachten Urkunden. Dieſe bleiben dem Verbal⸗Prozeß angefuͤgt, worin auch von der Erinnerung Meldung geſchehen muß, die man ber ſuh zuni zil iti ſis in vi ſun m fuli Me a ſhiſtt wit 1 blin vu nyi ſi jnt uſn in whe iih wi hn it v ſi mi ſit vij ſin ih b I. Buch. VI. Tit. Von der Eheſcheidung. 95 Frau zu machen hat, daß ſie in Zeit von vier und zwanzig Stunden ſich in das Haus, woruͤber ſie mit ihrem Manne uͤbereingekommen iſt, begeben, und bis nach ausgeſprochener Eheſcheidung daſelbſt ſich aufhalten ſoll.„ 285. Die auf ſolche Art geſchehene Erklaͤrung ſoll in den erſten vierzehn Tagen des darauf folgenden vierten, ſiebenten und zehnten Monats unter Beobachtung der vorigen Forma⸗ litaͤten erneuert werden. Jedesmahl ſollen die Parteven durch oͤffentliche Urkunden den Beweis beybringen, daß ihre Eltern oder andere noch lebende Ascendenten auf ihrem erſten Ent⸗ ſchluſſe beharren; ſie ſind aber nicht verbunden, die Anfle⸗ gung irgend einer andern Urkunde zu wieberhohlen. 286. Nach Ablauf eines Jahres von dem Tage der erſten Erklaͤrung anzurechnen, ſollen die Ehegatten in den naͤchſten vierzehn Tagen, jeder in Begleitung zweyer Freunde, die angefehene Bewohner des Bezirks(Notabeln), und wenig⸗ ſtens fuͤnfzig Jahre alt ſeyn muͤſſen, zuſammen und in Per⸗ ſon vor dem Praͤſidenten des Gerichtes oder dem Richter, der deſſen Stelle vertritt, erſcheinen; ſie ſollen ihm die in geho⸗ riger Form grmachten Ausfertigungen der vier Verbal⸗Prozeſſe, welche ihre beyderſeitige Einwilligung enthalten, ſo wie aller Belege uͤberreichen, die den Verbal⸗Prozeſſen beygefuͤgt wor⸗ den; ſie ſollen endlich, jeder insbeſondere, jedoch der Eine in Gegenwart des andern und der vier Notabeln, den g erſuchen, die Eheſcheidung zuzulaſſen. 287. Naochdem der Richter und die Beyſtaͤnde den Che. gatten ihre Bemerkungen gemacht haben, ſo wird ihnen, wenn ſie auf ihrem Vorhaben beharren, uͤber ihr Geſuch, und die von ihnen geſchehene Ueberlieferung der dazu gehoͤrigen Beweis⸗ ſtuͤcke eine Beſcheinigung ausgefertiget. Der Gerichtsſchreiber verfaßt hieruͤber einen Verbal⸗Prozeß, den die Parteyen ſowohl (ſie erklaͤren dann, daß ſie im Schreiben unerfahren ſeyen, oder nicht unterzeichnen können, in welchem Falle hievon Erwaͤh⸗ nung geſchieht) als die vier Beyſtaͤnde, der Richter und der Grrichtsſchreiber unterzeichnen. 56 1. Buch. VI. Tit. Vön der Eheſcheidung. a88. Der Richter ſetzt ſogleich unter dieſen Verbal⸗Prozeß ſeine Ordonnanz, worin er erklärt, daß er in drey Tagen auf den ſchriftlichen Antrag(die Concluſionen) des kaiſerl. Procurators, welchem zu dieſem Ende die Actenſtuͤcke durch den Gerichtsſchreiber mitgetheilt werden ſollen, dem Gerichte in dem Berathſchlagungs⸗Zimmer uͤber das Ganze Bericht erſtatten werde. 280. Findet der kaiſerliche Procurator in den Acten⸗ ſtuͤcken den Beweis, daß, als beyde Ehegatten ihre erſte Erklärung abgegeben haben, der Mann fuͤnf und zwanzig und die Frau ein und zwanzig Jahre alt waren; daß ſie damahls ſchon ſeit zwey Jahren verehelicht waren; daß ihre Ehe nicht uͤber zwanzig Jahre beſtanden; daß die Frau noch keine fuͤuf und vierzig Jahre alt war; daß nach vorlaͤufiger Erfuͤllung drsjenigen, was hier oben beſtimmt iſt, und mit allen in dem gegenwaͤrtigen Capitel vorgeſchtiebenen Formas litäten, beſonders mit der Autoriſation der Eltern oder der übrigen noch lebenden Ascendenten der Ehegatten, wenn die Eitern fruͤher gſtorben ſind, die beyderſeitige Einwilligung viermahl im Laufe des Johres erklaͤrt worden, ſo macht er feinen Antrag mit den Worten: La loi permet(das Geſetz erlaubt); in dem entgegengeſehten Folle ſoll ſein Antrag in den Worten beſtehen: La loi empéche(das Geſetz verhin⸗ dert). 290. Das Gericht kann nach erfolgter Berichterſtattung ſeine Unterſuchung auf keine andern Gegenſtaͤnde ausdehnen, als die im vorhergehenden Artitel bezeichnet ſind. Ergibt ſich hieraus, daß die Prteven nach der Meinung des Gerichtes den Bedingungen Genuͤge geleiſtet, und die Formalitaͤten beobachtet haben, die in dem Geſetze beſtimmt ſind, ſo laͤßt es die Cheſcheidung zu, und verweiſt die Parteyen an den Beamten des Civil⸗Standes, um ſolche ausſprechen zu laſſen⸗ Im entgegengeſetzen Falle erklaͤrt das Gericht, daß die Ehe⸗ ſch⸗idung nicht Sitatt habe, und fuͤhrt 8. Gruͤnde ſeinet Entſcheidung aus⸗ M ßih mnn ſinl u, vli w. neh heichtd . jiſu ſimi liſ. Miien g hn! h 6 ih 1 ſit,t n h zi mm ihn 57 lenh I. Buch. VI. Tit. Von der Eheſcheidung. 97 201. Die Appellation von dem Urtheile, welches die Eheſcheidung fuͤr unſtatthaft erklaͤrt, ſoll nur in ſo fern angenommen werden, als ſie von beyden Theilen, von jedem gleichwehl in einem beſondern Acte, auf's fruͤheſte in zehn Tagen, und auf's ſpateſte in zwanzig Tagen von dem Datum des Urtheils des Gerichtes der erſten Inſtanz angerechnet, ein⸗ gelegt worden iſt. 292. Die Appellations⸗Acte ſollen wechſelſeitig dem an⸗ dern Eh gatten ſowohl, als dem kaiſerl. Procurator bey dem Gerichte der erſten Inſtanz inſinuirt werden. 293. Der kaiſerl. Procurator bey dem Gerichte der erſten Inſtanz ſoll in den zehn Tagen, von der ihm g chten Inſinuation des zweyten Appellations⸗Actes anzurechnen, dem kaiſerl. General⸗Procurator bey dem Appellations⸗Hofe eine Ausfertigung des Urtheils und die Aetenſtuͤcke, worauf es erfolgt iſt, zuſchſcken. Der kaiſerl. General⸗Procurator bey dem Appellations⸗Hofe macht in den z hn Tagen, die auf den Empfang der Actenſtuͤcke folgen, ſeinen Antrag ſchrift⸗ lich. Der Praͤſident oder der Richter, der deſſen Stelle ver⸗ tritt, erſtattet ſeinen Bericht bey dem Appellations⸗Hofe in dem Berathſchlagungs⸗Zimmer, und in den zehn Tagen, die auf die Ueberreichung des Antrags des kaiſerl. General⸗Pro⸗ curators folgen, ſoll das Endurtheil erlaſſen werden. 294. Laͤßt das Urtheil die Eheſcheidung zu, ſo ſollen ſich kraft deſſen die Parteyen in zwanzig Togen, von dem Datum deſſelben anzurechnen, zuſammen und in Perſon vor dem Beamten des Civil⸗Standes ſtellen, um die Eheſcheidung ausſprechen zu laſſen. Iſt dieſe Zeitfriſt verſtrichen, ſo wird das Urtheil als nicht ergangen betrachtet. Viertes Capitel. Von den Wirkungen der Eheſcheidung. 295. Einmahl geſchiedene Ehegatten, wegen welcher Urſache auch die Eheſcheidung erfolgt ſeyn mag, koͤnnen ſich nicht mehr miteinander verehelichen. G. N. IV. Aufl. 7 98 1. Buch. VI. Lit. Von der Eheſcheiduns. 206. Im Falle einer wegen einer beſtimmten urſachs ausgeſprochenen Eheſcheidung kann die geſchiedene Frau ſich erſt zehn Monate nach ausgeſprochener Eheſcheidung wieder verheirathen. 205 I die Eheſcheidung mittelſt wechſelſeitiger Ein⸗ williguna erfolgt, ſo kann keiner von benden Ehegatten fruͤher als dr„ Jahre nach ausgeſprochener Eheſcheidung eine neue Che ſchließen. 208. Iſt die Eßeſcheidung wegen eines begangenen Ehe⸗ bruchs bey Gerichte zugelaſſen worden, ſo känn der ſchuldige Eheg ſich niemabls mit ſeinem Mitſchuldigen verehelichen. Die rech⸗riſche Frau ſoll in demſelben Urtheil und auf den 3 des oͤffentlichen Miniſteriums für eine beſtimmte Zeit, die nicht kuͤrzer als drey Monate, und nicht länger als zwey Jahre ſeyn darf, zur Einſperrung in ein Cdtrec⸗ tionshaus verurtheilt weiden. 290. Aus was fuͤr einer Urſache die Eheſcheidung auch Statt haben mag, den Fall der deyderſeitigen Einwilligung allein ausgenrmmen, verliert der Ehegatte, wider weſchen die Scheidung zugelaſſen worden iſt, alle Vortheile, welche der andere Ehegarte ihm, emweder in ihrem Heiraths⸗Con⸗ tracte oder auch ſeit der geſchloſſenen Ehe, zugedacht haite⸗ 300. Der Ehegatte, welcher die Eheſcheidung erwirkt hat, behoͤlt die von dem andern Ehegatten ihm zugedachten Vortheile, obgleich ausbedungen war, daß ſie gegenſeitig ſeyn ſollten, dieſe Gegenſeitigkeit aber nicht Statt findet. 301. Sollten die Ehegatten ſich keine Vortheile zugedacht haben, oder die ausbedungenen nicht hinreichend ſcheinen, um den Unterhalt des Ehegatten, welcher die Eheſcheidung erwirkt hat, zu ſichern, ſo kann das Gericht ihm aus dem Vermigen des andern Ehegatten eine Penſion fuͤr den Lebens⸗ unterhalt zuerkennen, die jedoch das Drittel der Einkuͤnfte dieſes andern Ehegatten nicht uͤberſchreiten darf. Dieſe Pen⸗ ſion kann in dem Falle, da ſie nicht mehr nothwerdig iſt⸗ wieder eingezogen werden⸗ en ſiu zuih a mm] iip ſn) 5 mmt ſn ſinbe ſſ ſihn Du m un ſti „ inl uhn iin kun W m it hu Urſich⸗ gu ſich niede t Eig⸗ e neue n Che uiy lichen. nd auf imnte linger drret auch ung chen elche Con⸗ ite⸗ witkt chien ſiz . edacht eiten, idung den hen kufte Pn 3 iſ 1 Buch VI Tit. Vot der Eheſcheidunz. 5 Zo2. Die Kinder ſollen dem Ehegatten, der die Ehe⸗ ſcheidung erwirkt hat, anvertraut werden, wenn nicht das Gericht auf Anſuchen der Familie oder des kaiſerlichen Pro⸗ curators zum Beſten der Kinder verordnet, daß alle oder einige von ihnen der Obſorge des andern Ehegatten oder einer dritten Perſon uͤbergeben werden ſollen. 3o3. Wer es auch ſey, dem die Kuider anvertrant werden, immer behalten Vater und Mutter wechſelſeitig das Recht, uͤber den Unterhalt und die Erzichunz ihrer Kinder die Auf⸗ ſicht zu fuͤhren, und ſind nach Verhaͤltniß ihres Vermögens hiezu beyzutragen verbunden.— 30 Die Aufloſung der Ehe durch eine gerichtlich zuges laſſene Scheidung entzieht den aus dieſer Ehe gezeugten Kindern keinen der Vortheile, die ihnen entweder durch die Geſrtze oder den Ehe⸗Contract ihrer Eltern zugeſichert waren. Der wirklſche Anfall dieſer Rechte der Kinder tritt gleichwohl nur auf eben die Weiſe und unter eben den Umſtänden ein, worunter ſie ihnen angefallen ſeyn wuͤrden, wenn keine Ehez ſcheidung Statt gehabt hätte. 30. Im Falle einer Eheſcheidung mitteſſt b⸗pderſeiriger Einwilligung faͤllt das Eigenthum an einer Haͤlfte des Ver⸗ mogens eines jeden Ehegasten, von dem Tage ihrer erſten Erkläͤrung, kraft des Geſetzes, den aus dieſer Ehe gezeugten Kindern an. Der Pater und die Mutter behalten gleichwohl den Genuß dieſer Hälfte bis zur Volljährigkeit ihrer Kinder, unter der Verbindlichkeit fuͤr ihre Nohrung, Unterhalt und Erziehung nach ihrem Stande und Vermoͤgen zu ſergen; ales ohne Abbruch der uͤbrigen Vortheile, welche den beſagten Kin⸗ dern durch den Ehe⸗Contract ihrer Eltern zugeſichert worden ſeyn moͤgen.*) * ) Ne. XIL.VI. Geſetz in Betref der Eheſcheidungen, welche vor Verkündigung des s. Litels des Geſetzbuches Napoleons ausge⸗ ſprochen oder nachgeſucht worden ſind; vom 26. Germinal rt. J. lle Eheſcheidungen; welche vor Verkündigüng des im Geſetz buche Napoleons enthaltenen, auf die Eheſcheidung ſich beziehenden 1*5 1. Buch. vI. Lit. Von der Eheſcheibung. Fuͤnftes Capitel. Pon der Abſonberung von Tiſch und Bette. (Perſönliche Trennung ohne Aufloͤſung der Ehe.)(séparation de corpz.) 306. In den Faͤllen, wo die Klage auf Eheſcheidung wegen einer beſtimmten Urſache Statt findet, ſteht es den gitels von den Beamten des Civil⸗Standes ausgeſprochen, oder durch Urtheile zugeſtanden worden ſind, ſollen nach Inhalt der Geſetze, welche vor dieſer Verkündigung beſtanden, ihre Wirkungen haben. Eheſcheidungs Geſuche und Klagen, welche vor eben dieſem Zeit⸗ punete eingelegt worden ſind, ſollen nach den Geſetzen, welche zur Zeit der Klage oder des eingelegten Geſuches beſtanden, eingeleitet werden; nach den nehmlichen Geſetzen ſoll auf Eheſcheidung erkannt werden, und ſie ihre Wirkung haben. No. XLVIl. Gutachten des Staats⸗Raths über die Eheſchei⸗ dungen, welche waͤhrend des Verſchwindens der oder Abweſenden Statt gehabt haben, vom 11. Prairial 12. J. geneh⸗ miget vom Kaiſer den 18. Prairial(7. Junius 1804). Der Staats⸗Rath ꝛe. nach genommener Einſicht von den Verfügungen der Geſetze vom 20. September 1792, und von jenen des Geſetzes vom 26. Germinal 11. I(16. April 1803), welches uͤber die geſchehenen Eheſcheidungen, oder uͤber die Klagen auf Eheſcheidung, die vor der Verkündigung des Geſetzes vom 30 vor⸗ hergegangenen Monats Ventos(21. tärz 1803) über die Ehe⸗ ſcheidungen, angebracht worden ſind, Beſimmungen enthält; nach gleichfalls genommener Einſicht von den Verfügungen des Senatus⸗ Conſultum vom 6. Floreal 10. J.(26. April 1802), Iſt der Meinung, daß die Emigrirten oder Abweſenden die während ihres Verſchwindens geſchehenen Eheſcheidungen nicht anfechten können. Die Klagen, welche ſie deßwegen anſtellten, würden ſo wohl dem Texte als dem Geiſte erwähnter Seſetze zuwider ſeyn, und dahin abzwecken, eine Unruhe und Erinnerungen zu verewigen, die man im Gegentheile ſo bald wie möglich vertilgen muß. Die zurückgekehrten Emigrirten und Abweſenden koͤnnen nur die Thatſache unterſuchen, ob eine mit ihrer aͤußern und materiellen Form verſehene Eheſcheidungs urkunde vorhanden iſt; aber es darf ihnen nie geſtattet werden, die Sache ſelbſt zu beſtreiten und die urſachen der Eheſcheidung zu discutiren Es iſt nicht zu veimu⸗ then, daß die Gerichte dieſe deutliche Abſicht unſerer Geſetzgebung mißkennen werden; und ſollten ſie ſich davon entſernen, ſo würde der Caſſatious⸗Hof kein Bedenken tragen, ſie darauf zuruͤckzuweiſen⸗ n ti ſn. . i i vſit „ ſ lüb 5 inn ju P hilu Fu hurh iih iht , Wi in n orp) dung den oder lt der Angen 1geit e zut leitet kannt ſchei⸗ oder neh⸗ den neh hes auf or he⸗ ch tus⸗ den ſicht ten, ider lgen nut ellen duf die m⸗ uug ide iſen. 1 Buch. v. Lit. Von der Pterſchaſt e. 01 Ehegatten frey, auf Trennung von Tiſch und Bette zu klagen.„ 307. Dieſe Klage wird eben ſo, wie andere Civil⸗ Klage eingefuͤhrt, behandelt und entſchieden; mittelſt der beyderſeitigen Einwilligung der Ehegatten kann gleichwohl die Scheidung von Tiſch und Bette nicht Statt haben. 308. Die Frau, wider welche auf Scheidung von Tiſch und Bette wegen eines begangenen Ehebruchs erkannt wird, ſoll in demſelben Urtheile, und auf den Antrag des offentlichen Miniſteriums, zur Einſperrung in ein Correctionshaus auf eine beſtimmte Zeit, die nicht kuͤrzer, als drey Monate, und nicht laͤnger als zwey Jahre ſeyn darf, verurtheilt werden. 309. Dem Manne bleibt es unbenommen, dieſe Verur⸗ theilung unwirkſam zu machen, wenn er ſich entſchließt, ſeine Frau wieder zu ſich zu nehmen. 310. Hat eine perſoͤnliche Trennung, die aus einer an⸗ dern Urſache, als wegen eines von der Frau begangenen Ehe⸗ bruchs erkannt worden iſt, drey Jahre gedauert, ſo kann der Ehegatte, der urſpruͤnglich der Beklagte war, bey dem Ge⸗ richte auf Eheſcheidung antragen, welches ſie auch geſtatten muß, wenn der urſpruͤngliche Klaͤger, nachdem er erſchienen, oder doch gehdrig vorgeladen worden iſt, nicht auf der Stelle einwilliget, daß die perſoͤnliche Trennung aufhoͤre. 311. Die perſonliche Drennung zieht allemahl Abſonde⸗ rung des Vermoͤgens nach ſich. Siebenter Titel. Von der Vaterſchaft und der Kindſchaft. (Deeretirt den az. Marz 1303. Promulgirt den 2. April.) Erſtes Capitel. Von der Kindſchaft ehelicher oder in der Ehe geborner Kinder. 312. Ein Kind, das waͤhrend der Ehe empfangen wor⸗ den, hat den Mann zum Vater⸗ 192 1 Puch. vlI Tit. Von der Vaterſchaft c. Der Mann iſt jedoch berechtiget, das Kind fuͤr das ſeinige. vicht anzuerkennen, wenn er b⸗we„ daß er in der ganzen, Zwiſchenzeit von dem drey bunde: iſten bis zum hundert und achtzisſten Tage vor der G burt dieſes Kindes, wegen Eut⸗ fer ung oder durch die Folgen eines ungluͤckkichen Zufalles, ſich in ph vſiſchen Uunmöglichkeit befunden hal⸗ ſeiner Gat⸗ tinn ehelich beyzuwohnen. 313. Der Mann iſt nicht berechtiget, unter Angabe. ſeines natuͤrli chen unvermbeens, das Kind zu verläugnen; ſelbſt wegen eines von ſeiner, Ehegattinn. begangenen Ehe⸗ bruchs darf er es nicht vertäugnen, es ſey dann, daß ihm die Geburt ver heimlichet wor den, in welchem Falle er zum, Vortrage aller Thatſachen zugeloſſen werden ſoll, die dazu, gerignet ſind, um zu beweiſen, daß er der Vater des Kindes nicht iſt. 314 Ein Kind, das ver dem hundert und ſen Tage der Heirath geboren iſt, darf in folgenden Faͤllen von dem Manne nicht verlaͤugnet werden: 1) Wenn ihm die Schwangerſchaft vor der Ehe bekannt war; 2) Wenn er der Geburts⸗Urkunde hat, und wenn dieſe Urkunde von ihm unterzeichnet iſt, oder ſeine. Erk! arung enthält, daß er im Schreiben unerfahren ſey; 3) Wenn das Kind fuͤr nicht lebensfähig erklaͤrt wird. 3 Die eheliche Geburt eines Kindes, das drey hun⸗⸗ dert Tage noch. aufgelöſter Ehe S worden iſt, kann beſtrirten werden. 316. In den verſchiedenen ölen, worin es dem Manne erlaubt iſt, das Kind fuͤr das ſeinige nicht anzuerkennen, muß er dieß in Zeit eines Monates thun, wenn et ſich an. dem Orte befindet, wo das Kind geboren worden; In zwey Mongten nach ſeiner Zuruͤckkunft, wenn er in dem Zeitpuncte der Geburt abweſend war; In zwey Monaten nach entdecktem Betrug, wenn man ihm die Geburt des Kindes verheimlichet hatte. 37 ini bia W hi u, Nnm ſu z. zug uit ſi. ſh. einige anzen Eut: ales, Git ngabe guen; Che ihn zun dazu inde ſten von nnt. und ſeine 1 hun⸗ kan an ne u er in nu 1 Buch. VII. Tit. Bon der PVaterſchaft ꝛe. 103 317. Iſt der Mann geſtorben, ehe er ſeinen Widerſpruch eingelegt hat, die Zeufriſt, um ihn einzulegen, war aber zar Zeit ſeines Todes noch nicht verſtrichen, ſo haben die Erben eine Friſt von zwey Monaten, um die eheliche Geburt des Kindes zu beſtreiten. Dieſe Friſt nimmt mit dem Zeit⸗ — puncte, da das Kind die Guͤter des Mannes in Beſitz ge⸗ nommen, oder da es die Erben in dieſem Beſitze geſtort hat, ihren Aufang. zus. Jeder außergerichtliche Aet, der eine Verlaͤug⸗ nung des Kindes von Seiten des Mannes oder ſeiner Erben enthält, wird eben ſo angeſehen, als naͤre er nicht geſche⸗ hen, wenn nicht hierauf in Zeit eines Monats eine Klage folgt, die wider einen dem Kinde hiezu beſonders ernannten Vormund und in Gegenwart ſeiner Mutter bey Gerichte ein gefuͤhrt worden iſt. Zweytes Capitel. Von den Beweiſen einer ehelichen Abſtammung⸗ (Des prenves de la ſliation des enfans légitimes.) 310. Die eheliche Abſtammung laͤßt ſich durch die Ge⸗ hurts⸗Urkunden erweiſen, die dem Regiſter des Civil⸗Stan⸗ des eingetragen ſind. 320. In Ermangelung dieſer Urkunde iſt der beſtaͤndige Peſitz des Standes eines ehelichen Kindes hinreichend. 321. Der Beſitz des Standes eines ehelichen Kindes wird durch eine hinreichende Vereinigung von Thatſachen be⸗ gruͤndet, welche das Verhaͤltniß der Kindſchaft und der Ver⸗ wandtſchaft zwiſchen einem Individuum und der Familie, welcher es anzugehbren behauptet, angeigen. Die vorzuͤglichſten von dieſen Thatſachen ſind, daß das Individuum immer den Nahmen des Vaters gefuͤhrt hat, dem es anzugehdren behauptet; Daß der Vater es als ſein Kind b handelt, und in dieſer Eigenſchaft fuͤr ſine Erziehung, ſeinen Umerhalt und ſein Etabliſſement geſorgt hatz 1 i Tit. Von der Vaterſchaft ꝛe. Daß es beſtändig in der Geſellſchaft dafuͤr anerkannt worden; Daß die Familie es dafuͤr anerkannt hat. 322. Niemand kann einen Stand in Anſpruch nehmen, welcher demjenigen zuwider iſt, den ſeine Geburts⸗ Urkunde und ein hiemit uͤbereinſtimmender Beſitz ihm geben. Und umgekehrt kann niemand den Stand desjenigen be⸗ ſtreiten, der einen mit ſeiner Geburts⸗Urkunde uͤbereinſtim⸗ menden B ſitz fuͤr ſich hat. 323. Iſt keine Geburts Urkunde und kein beſtzndiger Beſitz vorhanden, oder iſt das Kind unter faiſchen Nahmen⸗ oder als von unbekannten Eltern geboren, in die Regiſter eingetragen worden, ſo kann der Beweis der Kinbſchaft durch Zeugen gefuͤhrt werden. Dieſer Beweis darf nur dann zugelaſſen wer⸗ den, wenn ein Anfang von ſchriſtlichem Beweiſe vorhanden iſt, oder wenn die Vermuthungen oder Anzeigen, die ſich aus wirklich erwieſenen Thatſachen ergeben, wichtig genug ſind, um die Zulaſſung desſelben zu begruͤnden. 324. Der Aufang eines ſchriftlichen Beweiſes ergibt ſich aus Familien⸗Urkunden, aus Hans⸗Regiſtern und Papieren des Vaters oder der Mutter, aus oͤffentlichen und ſelbſt aus Privat-Urkunden, die von einer im Streite verwickelten Partey oder von jemanden herruͤhren, der, wenn er noch lebte, bey der Soache ein Intereſſe haben wuͤrde. 325. Der Gegenbeweis kann durch jedes Mittel gefuͤhrt werden, das dazu geeignet iſt, um darzuthun, daß der Recla⸗ mant nicht das Kind der Mutter iſt, die er zu haben vorgibt⸗ oder, wenn auch ſeine Abſtammung von der Mutter erwieſen iſt, daß er nicht das Kind des Mannes der Mutter iſt. 326. Die Civil⸗Gerichte ſind allein befugt uͤber Klagen zu erkennen, wodurch ein Stand in Anſpruch genommen wird. 327. Die Criminsl.Klage uͤber ein Verbrechen des ver⸗ heimlichten perſoͤnlichen Standes kann nicht eher ihren Anfang u ni hil u unnen ude zy. ſu in vihd nihle 3p. icch n ſßn ſtit min ig 3 i l it kannt hmen, kunde he⸗ iſtin⸗ diget men, giſtet durch tey ihtt cla: ibt, ſen l. Buch. VII. Tit. Von der Vaterſchaft ꝛe. 105 nehmen, als bis der Streit uͤber den Stand der Perſon(die Praͤjudicial-Klage, question d'état) durch ein Definitiv⸗ Urtheil entſchieden iſt. 328. Die Klage, wodurch ein Stand in Anſpruch ge⸗ nommen wird(action en réclamation d'état), iſt in Anſe⸗ hung des Kindes unverjaͤhrbar. 329. Von den Erben eines Kindes, das nicht nint hat, kann die Klage nur in ſo fern angeſtellt werden, als es wahrend der Minderjaͤhrigkeit, oder in fuͤnf Jahren nach erreichter Vollzaͤhrigkeit geſtorben iſt. 330. War die Klage von dem Kinde angehoben, ſo koͤnnen die Erben ſie fortſetzen, es ſey dann, daß das Kind foͤrmlich davon abgeſtanden iſt, oder drey Jahre von der letzten Pro⸗ z ßhantlung anzurechnen, ohne weiteres Betreiben hat ver⸗ ſtreichen laſſen. Dtitt e e. Von den natuͤrlichen Kindern. Erſter Abſchnitt⸗ Von der Legitimation(Ehelichmachung) der natuͤrlichen Kinder. 331. Außer der Ehe geborne Kinder, diejenigen jedoch ausgenommen, die aus einer Blutſchande oder aus einem Ehebruche gezengt ſind, koͤnnen durch die nachherige Ehe ihrer Eltern legitimirt werden, wenn dieſe vor ihrer Heirath ſie geſetzmaͤßig anerkannt haben, oder ſie in der Heiraths⸗ Urkunde ſelbſt anerkennen.. 332. Selbſt zum Vortheile der verſtorbenen Kinder, welche Abkoͤmmlinge zuruͤckgelaſſen haben, kann die Legiti⸗ mation eintreten, und ſie nutzt alsdann dieſen Abkdmm⸗ lingen. 333. Die Kinder, welche durch eine nachherige Ehe legi⸗ timirt worden ſind, haben eben die Rechte, als waͤren ſie aus dieſer Ehe geboren.„ es 1. Such. vII. Tit. Von der Vaterſchaft ꝛe⸗ 5 wehtr Abſchnitt. Von der Anerkennung der natürlichen Kinder. 334. Die Anerkennung riues natuͤrlichen Kindes, wenn ſie nicht in deſſen Geburts⸗Urkunde geſchehen iſt, ſoll durch eine zöthentiſcht Urkunde geſchehen. 335. Dieſe Anerkennung kann zum Vorthei ile ſolcher Kin⸗ dr vicht Statt haben, die aus einer Blurſchande oder aus einem Ehebruche gezeugt find. 336. Die Anerkennung des Vaters, ohne die Auzeige und das Geſtaͤndniß der Mutter, hat nur in Wsſci des Vaters eine Wirkuns. 337. Die Anerkennung⸗ Serh dihrenb der Ehe von einem der Ehegatten zum Vertheile eines natuͤrlichen Kindes geſchi eht, das er vor ſeiner Ehe von einem andern als ſeinem Chegatten gehabt haͤtte, kann weder dieſem, noch den aus dieſer Ehe gezeugten Kindern, zum Nachtheile geieichen. Sie ſoll gleichwohl nach aufgel loſter Ehe, wenn keine Kinder aus derſelben vorhanden ſind, ihre Wirkung hervora bringen. 338. Ein natuͤrliches, wenn ſchon anerkanntes Kind, kann die Rechte eines ehelichen Kindes nicht in Anſpruch nehmen. Die Rechte der natuͤrlichen Kinder werden in dem Titel von der Erbfolge beſtimmt. 339. Jede Anerkennung von Seiten des Vaters oder der Mutter, ſo wie jede Reclamgtion von Seiten des Kindes, kann von allen denjenigen beſtritten werden, die ein Intereſſe dabey haben. 340. Es iſt verbothen, eine Unterſochung daruͤber anzu⸗ elen, wer der Vater eines Kindes ſey. Im Falle einer Entfuͤhrung kann der Entfuͤhrer auß An⸗ der intereſſirten Perteven als Vater des Kindes erklaͤrt werden, wenn der Zeitpunet der Entfuͤhrung mit jenem der Empfaͤngniß uͤbereinſtimmt. 33r. Es iſt erlaubt, uͤber die Frage, wer Mutter eines Kindes ſey, eine Unterſuchung anzuſtellen. n wuit 635 p ſtic hnlen ſlu Mu, b un iul un ſ ſu bit ii wenn durh er Hit⸗ der zus Uyie cht he von Kindes ſeinen n on , leine kvol kann men. on er der indes, tereſt a rklint m der eines ſ. Buch vIM. Von der Adoption e. 107 Das Kind, welches jemanden als ſeine Mutter in Anſpruch nimmt(reclamirt), muß den Beweis fuͤhren, daß es eben dasjenige ſey, von we ſchem ſie entbunden worden iſt⸗ Es darf nur dann zur Fuͤhrung dieſes Beweiſes durch Zengen zugelaſſen werden, wenn es ſchon den Anfang eines ſchriftlichen Beweiſes hat. 342. In den Fällen, wo zu Folge des 335. Art. die Anerkennung nicht geſtattet iſt, iſt es niemahls einem Kinde erlaubt, jemanden als Vater oder Mutter in Anſpruch zu nehmen.*) Von der Adoption(Annahme an Kindes⸗„Statt) und der freywilligen Pflege eines minderjaͤhri⸗ gen Kindes aus wohlthaͤtigen Abſichten(muelle oflicieuse.) 2 (Decretirt den 23. Marz 1303. Promulgirt den 2. April.) Erſtes Capitel. Von der Adeption. Eenſter Abſchnitt. Von der Adoption und ihren Wirkungen. 343. Die Adoption iſt nur den Perſonen des einen oder andern Geſchlechts erleubt, weſche das fuͤnfzigſte Jahr zuruͤck⸗ *) Ne. XLVIII. Geſetz über die Art und Weiſe, wie der Stand und die Rechte der natuͤrlichen Kinder werden, deren Eitern, ſeit dem Geſetze vom 12. Brümgire 2. J. bis zur Verkündigung der im Geſetzbuche Napoleons enthaltenen tuel von der Vaterſchaft und der Findſchaft und von der Erbfolge geſtorben ſnd, vom 14. Floreal 11 J.(4. May 1303). Art. 1. Der Stand und die Rechte der außer der Ehe geieug⸗ ten Kinder, deren Vater und Mutter ſeit der Verkuͤndigung des Geſetzes vom 12. Brümaire 2. J. bis zur Verkuͤndigung der im Beſetzbuche Rapoleyns enthaltenen Titel vyn des Vaterſchaft ———— 108 1. Buch. VIII. Cit. Von der Aboption. gelegt, zur Zeit der Adoption weder eheliche Kinder noch eheliche Abkoͤmmlinge haben, und wenigſtens fuͤnfzehn Jahre aͤlter ſind, als diejenigen, die ſie an Kindes⸗ Statt auneh⸗ men wollen. 344. Niemand kann von Mehrern an Kindes⸗Statt ange⸗ nommen werden, es ſey dann von zwey Ehegatten. Anßer dem Falle, der im 366. Art. beſtimmt iſt, kann kein Ehegatte ohne Einwilligung des andern adoptiren. 345. Die Befugniß zu adoptiren, kann nur in Anſehung desjenigen ausgeuͤbt werden, den man in ſeiner Minderjaͤh⸗ rigkeit und wenigſtens ſechs Jahre lang ununterbrochen unter⸗ ſtuͤtzt und gepflegt hat, oder in Ruͤckſicht desjenigen, der dem Adoptanten in einem Gefechte, oder dadurch, daß er ihn aus den Flammen oder den Fluthen gezogen, das Leben gerettet hat. In dieſem zweyten Folle iſt es genug, wenn 6 Adop⸗ tant volljaͤhrig, wenn er aͤlter als der Adoptirte iſt, keine ehelichen Kinder und Abkoͤmmlinge hat, und im Falle er verheirathet iſt, ſein Ehegatte in die Adoption einwilliget. 346. Die Adoption kann in keinem Falle vor der Voll⸗ jihrigkeit des Statt haben. Sind deſſen beyde und der und von der Erbfolge S ſind, ſollen auf die in den ebenerwaͤhnten Titeln feſtgeſetzte Weit beſtimmt werden. 2. Verordnungen unter Lebeuden oder Teſtamente, welche vor Verkuͤndigung derſelben Titel des Geſetzbuches Napoleons gemacht worden ſind, und worin man die Rechte dieſer natürlichen Kinder beſtimmt hat, ſollen gleichwohl vollzogen werden, mit Vorbehalt ihrer Herabſetzung auf den disponibeln Theil, nach Inhalt des nehmlichen Geſetzbuches, und unter gleichmäßigem Vorbehalte einer Ergänzung für den Fall, wo der geſchenkte oder vermachte Antheil die Halfte deſſen nicht erreichen ſollte, was zu Folge desſelben Geſetzes dem natürlichen Kinde gebühren würde, wie dieſes im 761. Art. beſtimmt iſt. 3. Verträge und rechtskräftige urtheile, wodurch der Stand und die Rechte der beſagten natürlichen Kinder etwa beſtimmt wor⸗ den ſind, ſollen ihrem ganzen Inhalte nach vollzogen werden⸗ ſuno ni iui ibl z hi un ihm 37 o h h G in M W l muſ up W im ub iün uij u 5 Dn hl ſi i der wh nuhn ne tt unge km . nſehun detjih⸗ untet⸗ er den hn aus erett Noy⸗ keine le er Boll⸗ eyde orben Weiſe e vor macht inder halt t des einet ntheil elben 6 in tand wot 1 Buch. VIIl Tit. Von der Adoption ꝛc. 109 Eltern oder Einer von beyden noch am Leben, der Adoptirte hat aber ſein fuͤnf und zwanzigſtes Jahr noch nicht zuruͤck⸗ gelegt, ſo iſt er verbunden, die Einwilligung ſeiner Eltern oder des Ueberlebenden von ihnen in die Adoption beyzubrin⸗ gen. Hat er mehr als fuͤnf und zwanzig Jahre, ſo muß er um ihren Rath bitten. 347. Die Adoption gibt dem Adoptirten den Nahmen des Adoptanten, den er ſeinem eigenen Nahmen beyfuͤgt. 348. Der Adoptirte bleibt in der Familie, welcher er durch die Geburt angehoͤrt, und behaͤlt darin alle ſeine Rechte. Die Ehe iſt gleichwohl verbothen, unter dem Adoptanten, dem Adoptirten und ſeinen Abkoͤmmlingen; Unter den Adoptiv⸗Kindern derſelben Perſon; Unter dem Adoptirten und den Kindern, welche der Adop⸗ tant ſpaͤterhin bekommen mag; Unter dem Adoptirten und dem Ehegatten des Adoptanten, und ſo gegenſeitig unter dem Adoptanten und dem Ehegatten des Adoptirten⸗ 349. Die natuͤrliche Verbindlichkeit in den geſetzlich beſtimmten Faͤllen ſich einander Unterhalt zu verſchaffen, welche unter dem Adoptirten und ſeinen Eltern fortwaͤhrend beſtehen ſoll, iſt unter dem Adoptanten und Adoptirten, als wechſelſeitige Verbindlichkeit des einen gegen den andern zu betrachten. 350. Der Adoptirte erwirbt keine Erbrechte auf das Vermoͤzen der Verwandten des Adoptanten; aber auf den Nochlaß des Adoptanten hat er die nehmlichen Rechte„wie jen, die ein in der Ehe gebornes Kind daran haben wuͤrde, ſelbſt dann, wenn andere Kinder von dieſer letztern Eigenſchaft, die nach der Adoptivn geboren ſind, vorhanden ſeyn ſollien. 35r. Stirbt der Adoptirte ohne eheliche Abkömmlinge, ſo fällt alles, was er von dem Adoptanten geſchenkt, oder aus deſſen Nachlaß erhalten hatte, und beym Abſterben des Adoptirten noch in Natur vorhanden iſt, auf den Adop⸗ tanten oder ſeine Abkoͤmmlinge zuruͤck, jedoch mit der Ver⸗ 115 1 Buch. vU. Eit. Ven der Aboption ꝛe. ndlichkeit zur Tilgung der Schulden„und under — der Rechte eines Dritten. Das uͤbrige Vermoͤgen des Adoptirten falt auf ſeine eigenen Verandten, und dieſe ſchſießen allemhl, ſelbſt in Hinſicht der in dem gegenn vartigen Artikel angefuͤhrten Gegen⸗ ſtunde alle Erben des Adoptanten aus⸗ wenn es ſeine 3 Abkoͤmmlinge nicht ſind. 332. Sterben noch bey Lebzeiten des Adoptanten und nach dem Tode des Adoptirten auch die Kinder oder Abkömm⸗ linge des Letztern ſelbſt ohne Nachkommenſchaft, ſo erbt der Adoptant, was er geſchenkt hatte, wie in dem vorhergehen⸗ den Artikel beſtimmt iſt; dieſes Recht ſoll gleichwohl der Perſon des Adepranten allein ankleben, und auf ſeine Erben⸗ ſelbſt in abſteigender Linie, nicht uͤbergehen. 3weyter Abſchnitt⸗ Von der Form der Adoption⸗ 383. Beyde Theile, derjenige ſowohl, der aboptiren will. als der ſich adoptiren zu laſſen gedenkt, muͤſſen ſich vor dem Friedens⸗»Richter des Wohnortes des Adoptanten ſt⸗len, um uͤber ihre wechſelſeitige Ei eine errichten zu laſſen. 354. In den folgenden zehn Tagen foll bem kaiſerlichen Procurator bey dem Gerichte erſter Inſtanz, unter deſſen Gerichts⸗Bezirk der Adoptant ſeinen Wohnſitz hat, eine Aus⸗ fertigung dieſer Urkunde, um ſie der gerichtlichen Beſtätigung zu unterwerfen, von deinjeuigen Theile überreich: werden, der zuerſt darum anſucht. 355. Das Gericht, in dem Perathſebiagungs⸗Zinmet verſammelt, umterſucht nach eingezogener zweckmaßiger Erkuns digung, 1) Ob alle geſetzli che Bedingungen erfuͤllt ſind; 2) Ob die Perſon, welche adoptiren will, einen guten Ruf hat⸗ 356. Das Gericht erkennt hierauf, nachdem es den ka's ferlichen Procurator gehoͤrt hat, ohne irgend eine andere im 0 bi 10i hiitt, nin pni ninz nü di hu 6 anjni iye luh wdd duiß f ſei ebft it Greget s ſeit en un bfönm erbt det rgehen ohl di Ethen nt, bot en 1, ui ten zu rlichen deſſen Nus⸗ igung 1 dit immet Erkun guten n lat andelt 1 Buch. Vlll. Tit. Von der Aboption ꝛ6. it Form von gerichtlichem Verfohren, und ohne Entſcheidungs⸗ Gruͤnde auszudrucken, in folgenden Worten: 1 N 4 lieu, oder il n'y a pas lieu a Tadoption. Die Adoption hat Ststt, oder ſie hat nicht Statt. 357. In dem Monate nach der Entſcheidunß des Gerichts erſter Inſtanz ſoll dieſes Urtheil dem Appellations⸗Hofe, auf Betreiben derjenigen Partey, vorgelegt werden, die es zuerſt verlangt. Dieſer hat bey ſeinem Verfahren eben die Form, wie das Gericht erſter Inſtanz, zu beobachten, und ohne Entſcheidungs⸗Gruͤude auszudrucken: Te jugement est conſinme, oder ke jugement est reforme, et en consequencs i a lien, oder il n a pas liot à adoption: dss Urtheil wird beſtötiget oder das Urtheil wird reformirt, und die Adoption hat folglich Statt oder ſie hat nicht Statt. 338. Jedes Urtheil des Appellations⸗Hofes, wedurch eine Adoption angenommen wird, muß in der Audienz ausge⸗ ſprochen und offentlich angeſchlagen werden. Die Beſtimmung der Orte und die Anzahl der Eremplare bleibt dem Erm ſſen des Gerichtshoſes uͤberlaſſen. 359. In den drey Monaten, die auf dieſes Urtheil fol⸗ gen, ſoll auf Anſuchen des einen oder des andern Theils die Adoption an dem Orte, wo der Adoptant ſeinen Wr ohnſitz hat, den Regiſtern des. Civil⸗Standes eingetragen werden. Dieſe Eintragung geſchieht nur auf Vorzeigung einer form⸗ lichen Ausfrtigung des von dem Appellationt-Hofe erlaſſe⸗ nen Urtheils; und die Adoption bleibt ohne Wirkung, wenn ſie nicht in dieſer Zeitfriſt den Regiſtern eingetragen worden iſt. 360. Stirbt der Adoptant, nachdem die urkunde, woraus ſich der Wille ergibt, den Adoptions⸗Vertrag zu ſch!ießen, von dem Friedens⸗Richter anfgenomien, und vor die Gerichte gebracht worden iſt, aber bevor dieſe hieruͤber definitiv erk unt haben, ſo ſoll das Verfahren fortgeſetzt, und je nachdem ſich die Sache verhaͤlt, die Adoption zugelaſſen werden⸗ 112 1. Buch. VII. Tit. Von der Adoption ꝛe. Halten die Erben des Adoptanten die Adoption fuͤr unzu⸗ laͤßig, ſo konnen ſie dem kaiſerl. Procurator jede Denkſchrift und Anmerkungen deßhalb einhaͤndigen. 3 weytes Capitel. Von der freywilligen Pflege eines minderjaͤhrigen Kindes aus wohlthaͤtigen Abſichten(tuielle officieuse). 361r. Wer das fuͤnfzigſte Jahr zuruͤckgelegt hat, ohne eheliche Kinder und Abköͤmmlinge iſt, und waͤhrend der Min⸗ derjährigkeit einer Perſon ſie durch einen in dem Geſetze gebillig⸗ ten Rechts⸗Titel an ſich ſchließen will(S'attacher), kann ihr Pfleger werden, wenn er hiezu die Einwilligung der Eltern des Kindes, oder des Ueberlebenden von ihnen, oder in deren Ermangelung, die eines Familien⸗Raths, oder endlich, wenn das Kind keine bekannte Verwandten hat, die Zuſtimmung der Verwalter des Waiſenhauſes, worin es aufgenommen worden, oder der Municipalitaͤt ſeines Wohnortes erhaͤlt. 362. Ein Ehenatte kann nur mit Bewilligung des andern der Pfleger eines Kindes werden. 363. Der Friedens⸗Richter des Ortes, wo das Kind ſeinen Wohnſitz hat, fertiget einen Verbal Prozeß uͤber das auf die Pflege ſich beziehende und uͤber die gegebenen Einwilligungen. 364. Nur zum Vortheile ſolcher Kinder, die noch keine fuͤnfzehn Jahre alt ſind, kann dieſe Pflege Statt hoben. Sie fuͤhrt, jedoch unbeſchadet jeder beſondern Ueberein⸗ kunft, die Verbindlichkeit mit ſich, den Muͤndel zu ernaͤhren, zu erziehen, und in den Stand zu ſetzen, daß er einſt ſeinen Lebens⸗Unterhalt erwerben koͤnne. 365. Haͤt der Muͤndel einiges Vermögen, und ſtand er vorher unter Vormundſchaft, ſo geht die Verwaltung ſeines Vermdͤgens eben ſo, wie die Obſorge uͤber ſeine Perſon, auf den Pfleger uͤber, der jedoch die Erzichungs⸗Koſten von den Einkuͤnften des Muͤndels nicht abrechnen darf. ſ. ſni ſil uh i zim wh ß nen ſ.4 ſinit ſchli N, giich ji un ieh wi ii in w bu ſi a lun 2 n Un n it 6 t unzt⸗ nkſchrſt des zus ohne er Min ann iht Clten n deren „wenn ung der oiden, ndern ſinen uf di ebenen h keig en. berein⸗ ähten, ſeinen n er ſelnes „auf nden 7. Buch. VIII Tit. Von der Adoption ꝛe. 113 366. Wenn der Pfleger nach Umlauf von fuͤnf Jahren ſeit der uͤbernommenen Pflege, und weil er vorausſieht, daß er ſterben werde, ehe der Muͤndel volljaͤhrig geworden iſt, durch eine letzte Willens⸗Verordnung ihn an Kindes⸗Statt annimmt, ſo iſt dieſe Verfuͤgung guͤltig, vorausgeſetzt, daß der Pfleger keine ehelichen Kinder zuruͤcklaͤßt. 367. Stirbt der Pfleger, entweder vor⸗den fuͤnf Jahren, oder ſpaͤterhin, ohne ſeinen Muͤndel an Kindes⸗Statt ange⸗ nommen zu haben, ſo ſoll dieſem, ſo lange er minderjaͤhrig iſt, Lebens⸗Unterhalt verſchafft, deſſen Betrag aber ſowohl, als die Gattung deſſelben, wenn hieruͤber nicht vorher eine foͤrmliche Uebereinkunft getroffen worden iſt, entweder freund⸗ ſchaftlich unter den Stellvertretern des Pflegers und des Muͤn⸗ dels, oder, im Falle eines hieruͤber entſtandenen Streits, gerichtlich beſtimmt werden. 368. Will der Pfleger ſeinen Muͤndel, nachdem er voll⸗ jaͤhrig geworden iſt, an Kindes⸗Statt annehmen, und gibt ler⸗ terer hiezu ſeine Einwilligung, ſo wird nach den im vorher⸗ gehenden Capitel beſtimmten Formen zur Adoprion geſchritten, und die Wirkungen davon ſind in jeder Hinſicht dieſelben. 360. Sind in den erſten drey Monaten nach der Volljaͤh⸗ rigkeit des Muͤndels die Vorſtellungen, die er ſeinem Pfleger gemacht hat, um von ihm an Kindes⸗Statt angenommen zu werden, ohne Erfolg geblieben; und iſt der Muͤndel nicht im Stande, ſich ſeinen Lebens⸗Unterhalt zu erwerben, ſo kann der Pfleger verurtheilt werden, den Muͤndel wegen d. unfähigkeit zu emſchädiaen, worin dieſer ſich befinden mag, fuͤr ſeinen Unterhalt ſelbſt zu ſorgen. Dieſe Entſchädienng loͤſt ſich in eine Unterſtuͤtzung auf, die dazu geeignet iſt, um dem Muͤndel zu einem Gewerbe zu verhelfen; alles jedoch ohne Rachtheil der Uebereinkunft, wodurch man dieſen Fall ſchon zum voraus beſtimmt haben m* 114 I. Buch. VIII. Tit. Von der Adoption ꝛc. 370. In jedem Falle iſt der Pfleger, wenn er einiges Vermoͤgen ſeines Muͤndels verwaltet hat, daruͤber Rechnung abzulegen verbunden.*) N XI. Geſet uͤber die Adoptionen, welche vor der Verkündigung des 3. Cit. des Geſetzbuches Napoleons geſchchen ſind, vom 28. Germinal 11. J.(15. April 1303). Art. 1. Alle Adoptionen, die ſeit dem 18. Januar 1792 bis zur Verkuͤndigung der im Geſetzbuche Napoleons enthaltenen, auf die Adoption ſich beziehenden Verfügungen, durch authentiſche urkunden geſchehen ſind, find göltig, obſchon es dabey an allen den Bedingungen fehlt, die ſpäterhin vorgeſchrieben worden ſind, um an Kindes Statt an unehmen, und angenommen zu werden. . Derjenige der waͤhrend ſeiner Minderjährigkeit an Kindes⸗ Statt angenommen wurde, und nunmehr volljaͤhrig iſt, iſt gleich⸗ wohl befugt, in den nächſten drey Menaten nach Verkündigung des gegenwärtigen Geſetzes auf die Adoption Verzicht zu thun. Dieſelbe Befugniß kann jeder andere Adoptirte, der jetzt noch minderjährig iſt; in den nächſten drey Monaten nach erlangter Volljährigkeit ausuͤben⸗ In einem wie im andern Falle geſchieht die Verzichtleiſtung vor dem Beamten des Civil⸗Standes, der an dem Wohnſitze des Adoptirten in dieſer Eigenſchaft angeſtellt iſt, und wird dem Adop⸗ tanten in einer weitern Friſt von drey Monaten inſinuirt. z. Die Adoptionen, worauf der Adoptirte nicht verzichtet hat, bringen folgende Wirkungen hervor: Sind ſeine Rechte durch eine urkunde oder einen Contract in authentiſcher Form, durch eine Verordnung uuter Lebenden oder auf den Todesfall, worin die Kinder in dem geböhrenden geſetz⸗ lichen Antheile nicht verkürzt ſind, durch einen Vergleich oder durch ein rechtskräftiges Urtheil beſtimmt, ſo ſoll dieſer Ukunde oder die ſem Centracte, dieſer Verordnung dieſem Vergleiche oder Urtheile kein Abbruch geſchehen, ſondern ſie ſellen nach ihrem ganzen In⸗ halte vollzogen werden. 4. Fehlt es an jeder Gattung authemiſcher Urkunden, welche beſtimmen, was der Adoptant dem Adoptirten hat geben wollen, oder ſind ſie verloren, ſo ſell dieſer aller der Rechte genießen, welche den Adoptirten in dem Geſetzbuche Napoleens eingeräumt ſind, in ſo fern nicht der Adoptant in den nächſten ſechs Monaten nach Nerkündigung des gegenwärtigen Geſetzes ſch vor den Frie⸗ dens⸗Richter ſeines Wohnſies ſellt, um dort eidlich zu erklären⸗ eine echun — vor de geſchthe 179 li en, au thentiſ⸗ an aln den ſin, erden. Kinhen big un. zt noch angte iſtung e des Adoy⸗ t hat, uet in n det geſeß durh e oder inteil⸗ en I welhe wollen, tieſen, räutnt naten Frie⸗ klte 1. Buch. Ix. Tit. Von der väterlichen Gemalt.„15 Neunter Site Von der väterlichen Gewalt. (Deeretirt den 24. März 1803. Promulgirt den 3. April.) 371. Das Kind, zu welchem Alter es auch gelangt ſeyn mag, iſt ſeinen Eltern Ehre und Achtung ſchuldig. 372. Es bleibt bis zu ſeiner Volljäͤhrigkeit unter ihrer Gewait, oder bis es derſelben entlaſſen worden iſt(bis zu ſeiner Emancipation). 373. Waͤhrend der Ehe uͤbt der Vater allein dieſe Gewalt aus. daß es ſeine Abſicht nicht geweſen ſey, dem Adoptirten alle Erb⸗ rechte zu ertheilen, die einem ehelichen Kinde zuſtehen würden. Die ebenerwähnte Befugniß, dieſe Erklaͤrung uͤber ſeine Geſin⸗ nungen zu machen, iſt ein Recht, das dem Adoptanten allein fuͤr ſeine Perſon zuſteht. Seine Erben haben dieſes Recht nicht. 3. Hat der Adoptant die in dem vorhergehenden Artikel erwähnte Erklaͤrung binnen der durch eben dieſen Artikel vorgeſchriebenen Zeitfriſt gemacht, ſo ſind die Rechte des Adoptirten, ſo viel ſeine Anſprüche auf die Erbfolge betrifft, auf ein Drittel derjenigen Rechte beſchraͤnkt, die ein eheliches Kind gehabt haben würde. 6. Sollte es ſich aus den urkunden, welche zu Folge des Art., in ihrer Kraft erhalten ſind, ergeben, daß die Rechte des Adoptirten geringer ſeyn würden, als diejenigen, welche in dem Geſetzbuche Napolevus ihm beygelegt ſind, ſo können dieſe letztern ihrem ganzen Umfange nach durch eine neue Adoption ihm einge⸗ raͤumt werden. Das Verfahren bey bieſer Adoption geſchieht als⸗ dann nach den im Geſetzbuche enehaltenen Vorſchriften, jedoch ohne weitere Bedingungen von Sei a des Adoptanten, als daß er keine eheliche Kinder oder Abkömmlinge habe, fünfzehn Jahre älter ſey, als der Adoptirte, und, wenn der Adsptant verheirathet iſt, die Eitwilligung des andern Ehegatten erwirkt werde. 7. Uebrigens werden die Art. 347 348 349, 31 und 352 des Geſetzbuches Napoleons unter dem Titel von der Adoption, auf alle Individuen anwendbar erklärt, welche ſeit dem Deeret vom 13. Januar 1792, und ſeit andern ſich hierauf beziehenden Geſetzen adoptirt worden ſind. 116 1. Buch. IX. Cit. Von der väterlichen Gewalt. 374. Das Kind darf das väterliche Haus ohne Erlaubniß ſeines Vaters nicht verlaſſen, es ſey dann, nachdem es das achtzehnte Jahr zuruͤckgelegt hat, um ſich freywillig anwerben zu laſſen. 375. Der Vater, der ſehr wichtige Urſachen hat, mit dem Betragen ſeines Kindes unzufrieden zu ſeyn, kann ſich folgender Beſſerungs⸗Mittel bedienen. 376. Hat das Kind das ſechszehnte Jahr ſeines Alters noch nicht angetreten, ſo kann der Vater es auf einige Zeit, aber langer nicht als auf einen Monst, einſperren laſſen. Zu dieſem Ende muß auf ſein Verlangen der Praͤſident des Bezirks Gerichts den Verhaftungs⸗Befehl erlaſſen. 377. Nach dem Eintritt in's ſechszehnte Jahe des Alters bis zur Volljahrigkeit oder Emancipation kann der Vater nur darauf antragen, daß ſein Kind hoͤchſtens ſechs Monate lang eingeſperrt werde; er wendet ſich deßhalb an den Praͤſidenten des beſagten Gerichtes, der nach genommener Ruͤckſprache mit dem kaiſerl. Procurator den Befehl zur Verhaftung ent⸗ weder ertheilt oder verweigert, und im erſten Falle die vom Vater verlangte Zeit der Einſperrung abkuͤrzen kann. 3. In einem wie im andern Falle hat weder ſchrift⸗ liches Verfahren, noch eine gerichtliche Formalitaͤt Statt, den Verhaftungs⸗Befehl ſelbſt nur ausgenommen, worin die Beweggruͤnde nicht ausgedruckt werden ſollen. Der Vater iſt bloß verbunden, ein Verſprechen zu unter⸗ zeichnen, daß er alle Koſten zahlen, und den anſtaͤndigen Unterhalt verſchaffen werde. 370. Von dem Vater haͤngt es allemahl ab, die Dauer der von ihm verordneten oder verlangten Einſperrung abzu⸗ kürzen. Verfällt das Kind nach ſeiner Loslaſſung in neue Verirrungen, ſo kann, auf die in den vorhergehenden Artikeln beſtimmte Weiſe, die Einſperrung von neuem verordnet werden. 380. Iſt der Vater wieder verheirathet, ſo hat er, um ſein Kind aus erſter Ehe, ſelkſt wenn es noch unter ſechs⸗ 1 uh vo lun m t 7 iuh z ut ſuzei n Di uſt d in iſ ubniß das verben „ mit n ſih Alter eZii, laſen. ut des Mters er mur lan enten ache ent⸗ vom Nift⸗ ttt, ndie mter⸗ digen Dauer abzu⸗ neue tikln lden. „un ſechi I. Buch. IX. Tit. Von der vaͤterlichen Gewalt. 117 zehn Jahren iſt, einſperren zu laſſen, die Vorſchrift des 377⸗ Art. zu beobachten. 381. Die uͤberlebende und nicht wieder verheirathete Mut⸗ ter kann nur unter der Mitwirkung der zwey naͤchſten Ver⸗ wandten von der väterlichen Seite, und vermittelſt eines Antrages(par voie de réquisition), nach der Vorſchrift des 377. Art., ein Kind einſperren laſſen. 382. Hat das Kind eigenes ihm fuͤr ſeine Perſon zuſtehen⸗ des Vermoͤgen(biens personnels), oder treibt es ein Gewerbe, eine Handthierung, ſo kann ſeine Einſperrung, ſelbſt wenn es noch unter ſechszehn Jahren iſt, nur vermittelſt eines An⸗ trages, nach der im 377. Art. beſtimmten Form Statt haben. Das eingeſperrte Kind kann an den kaiſerlichen General⸗ Procurator beym Appellations⸗Hofe eine Denkſchrift richten. Dieſer läͤßt ſich von dem kaiſerl. Procurator bey dem Gerichte erſter Inſtanz Rechenſchaft geben, und erſtattet ſeinen Bericht an den Praͤſidenten des Appellations⸗Hofes, der, nachdem er den Vater hieruͤber benachrichtiget, und alle Erkundigungen eingezogen hat, den von dem Präſidenten des Gerichts erſter Inſtanz ertheilten Befehl aufheben oder maͤßigen kann. 383. Der 376., 377./ 378. und 379. Art. ſind auf die Eltern natuͤrlicher, geſetzlich anerkannter, Kinder ebenfalls anwendbar. 384. Während der Ehe hat der Vater, und nach auf⸗ geidſter Ehr der Ueberlebende von beyden Eltern den Genuß des Vermoͤgens ihrer Kinder, bis ſie das achtzehnte Jahr ihres Alters zuruͤckgelegt haben, oder bis zur Emancipation, die etwa vor dem ochtzehnten Jahre erfolgt ſeyn mochte. 385. Die mit dieſem Genuſſe verbundenen Laſten ſind: 1) Diejenigen, wozu die Nutznießer verbunden ſind; 2) Ernaͤhrung, Unterhalt und Erziehung der Kinder nach Verhältniß ihres Vermögens; 3) Zahlung der Renten oder Zinſen der Capitalien; 4 Die B gräͤbniß⸗Koſten und jene der letzten Krankheit. us 1. Buch. X. Tit. Von der Minderjährigkeit ꝛe. 386. Derjenige von beyden Eltern, wider den die Ehe⸗ ſcheidung erkannt worden iſt, bleibt von dieſem Genuſſe ans⸗ geſchloſſen; er hoͤrt ebenfalls bey der Mutter auf, wenn ſie zu einer zweyten Ehe ſchreitet. 387. Er erſtreckt ſich nicht auf das Vermoͤgen, welches die Kinder durch beſondere Arbeit und Induſtrie erwerben moͤgen, noch auf dasjenige, was umter der ausdruͤcklichen Bedingung, daß die Eltern keinen Genuß daran haben ſollen, den Kindern geſchenkt oder vermacht wird. Zehnter Titel. Von der Minderjäͤhrigkeit, der Vormundſchaft und der Emancipation. (Decretirt den as. März 1803. Promulgirt den 5. April) Erſtes Capitel. Von der Minderjaͤhrigkeit. 388. Minderjaͤhrig iſt, ohne Unterſchied des Geſchlechts, jeder, der das Alter von ein und zwanzig Jahren noch nicht zuruͤckgelegt hat. Zveytes Capitel. Von der Vormundſchaft. Erſter Abſchnitt. Von der Vormundſchaft der Eiltern. 2 389. Der PVater iſt, waͤhrend der Ehe, Verwalter des Vermogens, welches ſeinen minderjährigen Kindern perſoͤnlich zugehdrt. In Betreff des Vermoͤgens, von welchem er den Genuß nicht hat, iſt er uͤber das Eigenthum und die Einkuͤnfte und in Anſehung des Vermoͤgens, woran das Geſetz ihm den Nießbrauch geſtattet, uͤber das Eigenthum allein Rechnung abzulegen verbunden⸗— nu ſih in ln ſhn il 7 4 ul ſu Ehe⸗ aus⸗ n ſie eſches erben lichen ollen, chaft 0 ht, icht t de bulih Fenuß fänft m den hun I. Buch. X. Tit. Von der Rinderjaͤhrigkeiz ꝛc. 119 300. Wenn die Ehe durch den natuͤrlichen oder buͤrger⸗ lichen Tod eines der Ehegatten aufgeldſt iſt, ſo gehoͤrt die Bormundſchaft uͤber die minderjaͤhrigen und nicht emancipirten Kinder dem uͤberlebenden Ehegatten von Rechts wegen(kraft des Geſetzes.) 30r. Der Vater kann gleichwohl der uͤberlebenden Mutter und Vormuͤnderinn einen beſondern Nathgeber ernennen, ohne deſſen Gutachten ſie keine auf die Vormundſchaft ſich bezie⸗ hende Handlung vornehmen darf. Beſtimmt der Vater die Handlungen, fuͤr welche der Rathgeber ernannt ſeyn ſoll, ſo iſt die Vormuͤnderinn beſugt, die uͤbrigen ohne deſſen Beyſtand vorzunehmen. 592. Dieſe Ernennung eines Rathgebers kann mur auf eine von folgenden Weiſen geſchehen: 1 Dorch eine litzte Willens⸗Verordnung; 20 Durch eine vor dem Friedens⸗Richter in Beyſtand ſeines Gerichtsſchreibers, oder vor Notarien gemachte Erklaͤrung. 303. Iſt die Frau bey dem Hinſcheiden des Mannes ſchwanger, ſo ſoll der Leibesfrucht von dem Familien⸗Rathe ein Curator ernannt werden. Mit der Geburt des Kindes wird die Mutter ſeine Vor⸗ muͤnderinn, und der Curator iſt alsdann kraft des Geſetzes ſein Neben⸗Vormund(subrogé tuteur). 394. Die Mutter iſt nicht ſchuldig, die Vormundſchaft anzunehmen; ſie hat gleichwohl in dem Falle, da ſie die Vormundſchaft ablehnt, die hiemit verbundenen Pflichten ſo lange zu erfuͤllen, bis ſie einen Vormund hat ernennen laſſen. 305. Will die Mutter, welche die Vormundſchaft fuͤhrt, ſich wieder verehelichen, ſo muß ſie, vor der Heirath den Familien⸗Rath zuſammenberufen, und dieſer entſcheidet, ob ihr die Vormundſchaft anbvertraut bleiben ſoll. Unterloͤßt ſie dieſe Zuſammenberufung, ſo verlirrt ſie Kraft des Geſetzes die Vormundſchaft, und ihr neuer Ehegatte iſt 120 1. Buch. X. Tit. Von der Rinderjaͤhrigkeit ꝛe. fuͤr alle Folgen der Vormundſchaft, welche ſie widerrechtlich beybehalten hat, ſolidariſch verantwortlich. 306. Laͤßt der Familien⸗Rath, nachdem er gehdrig zuſam⸗ menberufen worden, die Vormundſchaft der Mutter, ſo muß er ihr nothwendig den zweyten Ehegatten als Mit⸗Vormund bevordnen. Dieſer wird mit ſeiner Ehegattinn fuͤr die Vrr⸗ waltung, die der Heirath gefuͤhrt wird, ſolihariſch ver⸗ antwortlich. 26 it Von der durch die Eltern aufgetragenen Vormundſchaft. 397. Das individuelle Recht, einen Verwandten oder ſelbſt einen Fremden zum Vormund zu waͤhlen, ſteht nur dem Ueberlebenden der Eltern zu. 398. Dieſes Recht kann nur nach den im 392. Art. vorgeſchriebenen Formen, und unter den hier folgenden Aus⸗ nahmen und Einſchraͤnkungen ausgeuͤbt werden. 300. Eine Mutter, die ſich wieder verehelicht hat, und welcher die Vormundſchaft uͤber die Kinder aus ihrer erſten Ehe nicht gelaſſen worden iſt, kann ihnen keinen Vormund ernennen. qoo. Hat die Mutter, die ſich wieder verehelichet hat, und bey der Vormundſchaft gehandhabt worden iſt, den Kindern aus ihrer erſten Ehe einen Vormund ernannt, ſo gilt dieſe Ernennung nur in ſo fern, als ſie von dem Fami⸗ lien⸗Rathe beſtaͤtiget wird. go1. Der Vormund, welchen der Vater oder die Mutter ernannt hat, iſt nicht ſchuldig, die Vormundſchaft anzu⸗ nehmen, wenn er nicht ſonſt ſchon in die Claſſe derjenigen Perſonen gehoͤrt, welchen, in Ermangelung dieſer beſondern Ernennung, der Familien⸗Rath ſie haͤtte auftragen koͤnnen. Dritter Abſchnitt. Von der Vormundſchaft der Ascendenten. goꝛ. Hat der zuletzt Verſtorbene von den Eltern dem Minderjaͤhrigen keinen Vormund ernannt, ſo gehoͤrt die mrit i hid ut in p iun u di Ho 4 inn chin ſiſe uin inn i hr pi u (l uh ſi ſin fit ſ hlich uſan⸗ mß mun Wr: ber: oder tmr At, Aui⸗ ſen und hut, den ſ ami utter nzu igen dern en dem die 1. Buch. X. Tit. Von der 2 Minderjaͤhrigkeit ꝛc. 121 Vormundſchaft kraft des Geſetzes ſeinem vaterlichen Groß⸗ vater, bey deſſen Abgang ſeinem muͤtterlichen Großvater, und ſo weiter aufwaͤrts, dergeſtalt, deß der vaterliche Ascen⸗ dent dem muͤtterlichen Sreudenti deſſelben Grades immer vorgezogen wird. 403. Treffen in Ermangelung des vaͤterlichen oder muͤt⸗ ter ichen Großvaters des Minderjaͤhrigen zwey Ascendenten eines höhern Grades zuſammen, die beyde zur vaͤterlichen Linie des Minderjaͤhrigen gehoren, ſo geht die Vormundſchaft kraft des Geſetzes auf denjenigen von ihnen uͤber, welcher der vaͤterliche Großvater von dem Vater des Minderjährigen iſt. og. Wenn dieſelbe Concurrenz unter zwey Ur⸗Groß⸗ vͤtern der muͤtterlichen Linie eintritt, ſo geſchieht die Ernen⸗ nung von dem Familien⸗Rathe, der gleichwohl einen aus dieſen beyden Ascendenten waͤhlen muß. Bierter Abſchnitt⸗ Von der durch den Familien⸗Rath aufgetragenen Vormundſchaft. ao5. Die Ernennung eines Vormundes geſchieht durch einen Familien⸗Rath, wenn ein minderzaͤhriges, nicht eman⸗ cipirtes Kind weder Vater noch Mutter, weder einen von ſeinem Vater oder ſiner Mutter ernannten Vormund, noch maͤnnliche Ascendenten hat. Sie geſchieht ebenfalls durch einen Familien⸗Rath, wenn der Vormund, der zu einer der ebenerwaͤhnten Categorien gehoͤrt, ſich entweder in dem Falle der Ausſchließungen befindet, wovon unten die Rede ſeyn wird, oder rechtmaͤßig entſchuldiget iſt. 4o6. Dieſer Familien⸗Rath ſoll entweder auf Anſtehen und Betreiben der Verwandten des Minderjäͤhrigen, ſeiner Glaͤubiger oder anderer dabey intereſſirten Parteyen, oder auch von Amts wegen, und auf Betreiben des Friedens⸗ Richters des Ortes, wo der Minderjaͤhrige ſeinen Wohnſitz hat, ufammenberufen werden. Jedermann iſt berechtiget, dieſem Friedens⸗Richter den Vorfall anzuzeigen, der die Sun. eines Vormundes veranlaßt. 122 1. Buch. X. Tit. Von dee Minderjährigkeit ꝛe. 407. Der Familien⸗Rath ſoll, ohne den Friedens⸗Richter ant miteinzurechnen, aus ſechs Verwandten oder Verſchwaͤgerten ſul beſtehen. Dieſe werden ſowohl aus der Gemeinde, wo die n Vormundſchaft anzuordnen iſt, als in dem Umkreiſe von zwey ſu Myriametern genommen, die eine Haͤlfte aus der vaͤterlichen, u und die andere aus der muͤtteriichen Linie, und in jeder Linie ui richtet man ſich nach der Naͤtze der Grade. 6. Unter Verwandten und Verſchwaͤgerten in gleichem Grade u wird der Verwandte, und unter Verwandten deſſelben Grades n der aͤltere dem juͤngern vorg zogen. zos. Nur die vollburtigen. Bruͤder des Minderjaͤhrigen, nii und die Ehegatten ſeiner vollbsrtigen Schweſtern machen eine 65 Ausnahme von der im vorherg henden Artikel enthaltenen uh Einſchraͤnkung auf eine beſtimmte Anzahl. m Sind ihrer ſechs oder mehrere, ſo ſind ſie alle Witglieder in des Familien⸗Rathes, den ſie alsdann allein mit den Wittwen der Ascendenten, und mit den von der Vormundſchaft guͤl⸗ jin tig enrſchuldigten Ascendenten, wenn deren vorhanden ſind, ſ ausmachen. hert Sind ihrer weniger als ſechs, ſo werden die äbrigen Ver⸗ 1 wandten nur berufen, um den Rath vollzählig zu machen. um 409. Finden ſich an dem Orte ſelbſt oder in der im 1 407. Art. beſtimmten Entſernung keine Verwandten oder ju Verſchwaͤgerte von der einen oder der anbern Linie in hin⸗ it langlicher Zahl, ſo beruft der Friedens⸗Richter entweder Ver⸗ i wandte oder Verſchwaͤgerte, die weiter entfernt wohnen, oder 90 Buͤrger aus derſelben Gemeinde, von denen man weiß, daß ſie mit dem Vater oder der Mutter des Minderjaͤhrigen fort⸗ waͤhrend in freundſchaftlichen Verhaͤltniſſen geſtanden haben. 410. Auch dann, wenn an dem Orte ſelbſt eine hinlaͤng⸗ liche Anzahl von Verwandten oder Verſchwaͤgerten vorhanden iſt, kann der Friedens⸗Richter die Erlaubniß ertheilen, daß man andere Verwandten oder Verſchwaͤgerte, in welcher Ent⸗ fernung ſie auch wohnen moͤgen, vorlade, die entweder in hter rten die we chen, inie jrade ades igen, eine euen iecder wen gil⸗ d, Fnt⸗ 1 Buch. X. Tit. Von der Minderjährigkeit ꝛe. 123 einem naͤhern, oder in demſelben Grade ſind, als die anwe⸗ ſenden Verwandten oder Verſchwägerte, jedoch ſo, daß man alsdann immer einige von dieſen litztern hinweglaſſe, und die in den vorherigen Artikeln beſtimmte Zahl nicht uͤberſchreite. 411. Der Erſcheinungs⸗Termin ſoll vom Friedens⸗Richter auf einen beſtimmten Tag feſtgeſetzt werden, aber ſo, daß, wenn die Vorgeladenen in der Gemeinde oder in dem Umfange von zwey Myriametern wohnen, zwiſchen der Inſinuation der Vorladung, und dem Tage, der fuͤr die Zuſammenkunft des Familien⸗Raths beſtimmt iſt, ein Zwiſchenraum von wenigſtens drey Tagen vorhanden ſey. So oft ſich unter den Vorgeladenen einige befinden⸗ welche in einer groͤßern Entfernung ihren Wohnſitz haben, muß die Erſcheinungs⸗Friſt fuͤr jede drey Myriameter um einen Tag verlaͤngert werden. 412. Die auf dieſe Weiſe berufenen Verwandten, Ver⸗ ſchwägerte oder Freunde ſind ſchuldig, entweder in Perſon zu erſcheinen, oder ſich durch einen! Special⸗Bevollmaͤchtigten vertreten zu laſſen. Mehr als eine Perſon kann der Bevollmaͤchtigte nicht vertreten. g13. Jeder berufene Verwandte, Verſchwaͤgerte, oder Freund, der, ohne eine geſetzliche Entſchuldigung zu haben, nicht erſcheint, verfaͤllt in eine Geldſtrafe, die nicht uͤber fuͤnf⸗ zig Francs betragen darf, und von dem Friedens⸗Richter aus⸗ geſprochen wird, ohne daß eine Appellation dawider Statt habe. 414. Tritt eine hinreichende Entſchuldigungs⸗Urſache ein, nd iſt es rathſam, entweder das abweſende Mitglied abzu⸗ arten, oder durch einen andern erſetzen zu laſſen; in dieſem Falle, wie in jedem andern, wo das Intereſſe des Minder⸗ jhrigen es zu erfordern ſcheint, kann der Friedens⸗Richter die Zuſammenkunft auf einen beſtimmten Tag ausſetzen oder die Friſt verlängern. 415. Dieſe Verſammlung wird von Rechts wegen bey dem Friedens⸗Richter gehalten, es ſey dann, daß er ſeibſt 2 N I. Vuch. X. Tit. Von der Minderjährigkeit ꝛc. einen andern Ort beſtimme. Die Gegenwart von weni, ſiens drey Viertel ihrer berufenen Misieder iſt erforderlich⸗ um etwas zu beſchließen. 416. Bey dem Familien⸗Rathe hat der Friedens⸗Richter den Vorſitz. Seine Stimme wird mitgezählt, und gibt den. Ausſchlag, wenn die Meinungen auf beyden Seiten gleich ſind. 417. Befitzt der Minderjaͤhrige, der in Frankreich wohnt, Guter in den Colonien, oder umgekehrt, ſo ſoll die beſondere Verwaltung dieſer Guͤter einem(Proiuieur) anvertraut werden. In dieſem Falle ſind der Vormund und Mit⸗Vormund von einander unabhaͤngig, und einer dem andern fuͤr die Verwaltung, die jeder fuͤhrt, nicht verantwortlich. 418. Der Vormund muß von dem Tage ſeiner Ernen⸗ nung an, wenn ſie in ſeiner Gegenwart geſchehen iſt, ſonſt aber von dem Taze an, da ihm ſeine Ernennung bekannt gemacht worden iſt, in Eigenſchaft handeln und ver⸗ walten. 419. Die Vormundſchaft ſ ein perſbnliches Amt, welches auf die Erben des Vormundes nicht uͤbergeht. Dieſe ſind nur fuͤr die Verwaltung ihres Erblaſſers verantwortlich, und wenn ſie großjaͤhrig ſind, muͤſſen ſie die Verwaltung fort⸗ ſetzen, bis ein neuer Vormund ernannt iſt. F uͤnfter Abſchnitt. Von dem Neben⸗Vormunde(anbrogé tuteur). 420. Bey jeder Vormundſchaft ſoll ein Neben⸗ Vormund ſeyn, der von dem Familien⸗Rathe ernannt wird. Seine Amts⸗Verrichtungen beſtehen darin, daß er fuͤr das Intereſſe des Minderjaͤhrigen auftritt, wenn es mit jenem des Vormundes im Widerſpruche ſteht. 421. Wenn das vormundſchaftliche Amt einer Perſon ongefallen iſt, die eine von den Eigenſchaften hat, welche im 1., 2, und 3. Abſchnitte des gegenwaͤrtigen Capitels aus⸗ ſi u vnſ ugi h wlu ini aen nf tin um jhin ung di! m) du ju dun . ſihe m mß un jii ze lh 1 tyi n mn ſ ſiens um ichter t den ſin. bohnt, dete leu) mund ir die men⸗ ſonſ annt ber⸗ hes ſind und fert⸗ und us nen rſon eche aui⸗ 1. Buch. X. Lit. Von der Minderjährigkcit ꝛe. 123 gedruckt ſind, ſo ſoll dieſer Vormund, ehe er ſeine Verrick⸗ tungen antritt, einen nach Wrſchrift des 4. Abſchn. gebil⸗ deten Familien⸗Rath zuſammenberufen laſſen, um zur Gut nung eines Neben⸗Vormundes zu ſchreiten. Hat er ſich vor Erfuͤllung dieſer Formalitaͤt in die Ver⸗ waltung eingemiſcht, ſo kann der Familien⸗Rath, welcher entweder auf Anſuchen der Verwandten, der Glaͤubiger oder anderer dabey intereſſirten Parteyen, oder Amts halber von dem Friedens⸗Richter zuſammenberufen worden, wenn von Seiten des Vormundes Argliſt untergelaufen iſt, ihm die Vormundſchaft entziehen, mit Vorbehalt der dem Minder⸗ jaͤhrigen gebuͤhrenden Schadloshaltung. 422. Bey den uͤbrigen Vormundſchaften ſoll die Ernen⸗ nung des Neben⸗Vormundes unmittelbar nach der Ernennung des Vormundes geſchehen. 423. In keinem Falle darf der Vormund bey der Ernen⸗ nung des Reben⸗Vormundes mitſtimmen; dieſer ſoll außer dem Falle, wo vollbuͤrtige Bruͤder vorhanden ſind, aus der⸗ jenigen von beyden Linien genommen werben, zu welcher der Vormund nicht gehoͤrt. 424. Wird die Vormundſchaft erledigt, oder durch Abwe⸗ ſenheit gaͤnzlich verlaſſen, ſo tritt der Reben⸗Vormund nicht von Rechts wegen in die Stelle des Vormundes, ſondern er muß in dieſem Falle auf Ernennung eines neuen Vormundes antragen, bey Strafe, den Schaden, der etwa dem Minder⸗ joͤhrigen hieraus erwachſen koͤnnte, und den entbehrten Gewinn zu erſetzen. 425. Die Amts⸗Verrichtungen des Neben-PVormundes endigen ſich zu gleicher Zeit mit der Vormundſchaft. 426. Die in dem 6. und 7. Abſchnitte des gegen wuͤrtigen Capitels enthaltenen ien ſind auf die Reben⸗Ver⸗ muͤnder anwendbar. Der Vormund darf jedoch auf Abſetzung des Neben⸗Ver⸗ mundes nicht antragen, noch in den Familien⸗Verſammlungen ſtimmen, welche zu dieſem Ende zuſammenberufen werden. 126 1 Buch. X. Tit. Von der Minderjährigkeit ꝛe. Sechſter Abſchnitt. Pon den urſachen, welche àon der Vormundſchaft befreyen. 427. Befreyt von der Vormundſchaft ſind, Die in den Titeln 3, 5, 6, 8, 9, 10 und 11 der Con⸗ ſtitutions⸗Acte vom 18. May 1804 bezeichneten Perſonen.*) Die Richter bey dem Caſſations⸗Hofe; Der kaiſerl. General⸗Procurator bey demſelben Gerichts⸗ hoſe, und ſeine Subſtituten; Die Commiſſare der kaiſerl. Comptabilität(des kaiſerl. Rechnungsweſens); Die Praͤfecten, Alle Staatsbuͤrger, welche in einem andern Departement, als wo die Vormundſchaft angeordnet wird, ein dffentliches Amt verſehen. ) No L. Dirſe Perſonen ſind: Die frantoͤſiſchen Prinzen⸗ Tit. 3; die großen Reichwürdner, nehmlich: der Großwähler, der Erzkanzler des Reichs, der Erzkanzler des Staats, der Eri⸗ ſchatzmeiſter; der Connetable, der Greß⸗Admiral, Lit 5; die Groß⸗ beamten des Reichs, nehmlich: die Reichs⸗Marſchälle, die acht Inſpectoren und General⸗Colonels der Artillerie und des Ingenieur⸗ Corps, der Cavallerie und Marine, die Civil⸗Großbeamten der Krone, Lit. 6; die Senatoren, Lit. 8; die Staats Raͤthe Tit. 93 die Mitglieder des geſetzgebenden Corps, Tit. 10; die Tribunen, Cit. 11.(NB. Das Tribunat wurde durch ein Senatus⸗Conſultum vom 19. Auguſt 1307 aufgehoben.) No. LI. Gutachten des Staats⸗Raths über die Befr yung jener Geiſtlichen von der Vormundſchaft, die eine Pfarrey bedienen, vem 4. Nevember 1806, genehmiget vom Kaiſer den 20. November. Der Staats⸗Rath ꝛe. iſt über die Frage ob die Geiſtlichen, welche Pfarr⸗ oder Suecurſa'⸗Kirchen bedienen, die Anwendung des 47. Art. des Geſetzb. Napoleons in Anſpruch nehmen können, Der Meinung, daß dieſer Artikel, welcher jeden Bürger⸗ der in einem andern Departement als wo die Vormundſchaſt ange⸗ ordnet wird, ein öffentliches Amt bekleidet, von der Vormundſchaft befreyt, nicht nur auf Geiſtliche anwendbar iſt, welche bey Pfar⸗ reyen und Suecurſal⸗Kirchen angeſtellt ünd, ſondern auf alle Per⸗ ſonen, welche wegen des Cultus einen beſtimmten Wohnſitz erhei⸗ ſchende Funetionen au üben, in Anſehung deren ſie die von Sr. Maj. auerkaunt ſind, und einen Eid leiſten. en. t Con n.*). etichte kaiſel. tenen, liche F rinzen vöhlen r Et Groß⸗ eſcht nieur⸗ a der it. 9 unet, ſultun jent e ber. liche, dung zunen en tauh⸗ dſcht yſ e Pe echti E I. Buch. X. Lit. Von der Minderjahrigkeit ꝛ. 127 428. Eben ſo ſind von der Vormundſchaft befreyt, Die wirklich angeſtellten Militair⸗Perſonen(en activité de service) und alle andere Staatsbuͤrger, welche außer dem Gebiethe des Reichs eine Sendung von dem Kaiſer verrichten. 429. Iſt die Sendung nicht authentiſch, und wird ſie beſtritten, ſo ſoll die Befreyung erſt dann erkannt werden, wenn derjenige, der ſie in Anſpruch nimmt, ein Zengniß des Miniſters, in deſſen Departement die als Befteyungs⸗Urſache angefuͤhrte Sendung ghoͤrt, beygebracht hat. 430. Stratsbuͤrgern, welche zu einer in den vorherge⸗ henden Artikeln ausgedruckten Categorie gehdren, aber die Vormundſchaft ſpäter angenommen haben, als die Aemter, Dienſte oder Sendungen, die davon befreyen, wird nicht mehr g ſiatt?t, ſich aus dieſer Urſache von der Vormund⸗ ſchaft entledigen zu laſſen. 431. Diejenigen hingegen, welchen beſagte Aemter, Dienſte oder Sendungen erſt nach der Annahme und Ver⸗ waltung einer Vormundſchaft anvertraut worden ſind, koͤn⸗ nen, wenn ſie die Vormundſchaft nicht beybehalten wollen, binnen Monats⸗Friſt einen Familien⸗Rath zuſammenberufen laſſen, damit in demſelben ein anderer an ihre Stelle ernannt werde. Fordert, wenn dieſe Aemter, Dienſte oder Sendungen aufhdren, der neue Vormund ſeine Entlaſſung, oder verlangt der Alte die Vormundſchaft zuruͤck, ſo kann ſie ihm von demß milien Rathe wieder aufgetragen werden. 432. Kein Buͤrger, der weder verwandt, noch verſchwaͤ⸗ gert iſt, kann gezwungen werden, eine Vormundſchaft anzu⸗ nehmen, den Fall allein ausgenommen, wenn in dem Umfange von vier Myriametern ſich keine Verwandten oder Verſchwaͤ⸗ gerte befänden, welche im Stande waͤten, die Vormundſchaft zu fuͤhren. 433. Jeder, der fuͤnf und ſechszig volle Jahre alt iſt, kann ſich weigern, Vormund zu werden. Wer vor dieſem 128 1. Buch. RK. Lit. Von der Ninderjährigkeit ꝛe. Alter ernannt worden iſt, kann, wenn er ſiebenzig Jahre alt geworden, ſich von der Vormundſchaft entledigen laſſen. 434. Jeder, der mit einer ſchweren und gehdrig erwie⸗ ſenen Gebrechlichkeit behaftet iſt, iſt von der Uebernahme einer Vormundſchaft befreyt. Er kann ſich davon ſogar entledigen laſſen, wenn ihm dieſe Gebrechlichkeit erſt nach ſeiner Ernennung zugeſtoßen iſt. 435. Zwey Vormundſchaften ſind fuͤr jeden ohne Unter⸗ ſchied eine gerechte Befreyungs⸗Urſache, eine dritte anzu⸗ nehmen. Ein Ehegatte oder Vater, der ſchon mit einer Vormund⸗ ſchaft beauftragt iſt, kann nicht angehalten werden, eine zweyte zu uͤbernehmen, die Vormundſchaft uͤber ſeine Kinder jedoch ausgenommen. 436. Wer fuͤnf eheliche Kinder hat, iſt, außer der Vor⸗ mundſchaft uͤber beſagte Kinder, von jeder andern befreyt. Kinder, welche im wirklichen Dienſte(en activité de ser- vice) bey den Armeen des Kaiſers geſtorben ſind, werden allemahl mitgezählt, um dieſe Befreyung zu bewirken. Andere verſtorbene Kinder werden nur in ſo fern mithe⸗ rechnet, als ſie ſelbſt noch lebende Kinder zuruͤckgelaſſen haben. 437. Daß dem Vormunde erſt waͤhrend der Vormund⸗ ſchaft Kinder geboren wurden, berechtiget ihn nicht, die Vormundſchaft niederzulegen. 438. Iſt der ernannte Vormund bey dem Beſchluſſe zuge⸗ gen, der ihm die Vormundſchaft auftragt, ſo muß er auf der Stelle, und bey Strafe, mit keiner weitern Reclamation gehoͤrt zu werden, ſeine Entſchuldigungs⸗Graͤnde vorbringen, uber welche altdann der Familien⸗Rath einen Schluß faſſet. 430. War der ernannte Vormund bey dem Beſchluſſe, der ihm die Vormundſchaft aufgetragen hat, nicht zugegen, ſo kann er einen Familien⸗Rath zuſammenberufen laſſen, um uͤber ſeine Eniſchuldiguugs⸗Gruͤnde einen Schluß zu ſaſſen⸗ 5 n hun Rſi ui ln ziin * ſi i1 l5 4 uid, wu wn hil zu alt rwie⸗ ahme ihn en iſ. nte⸗ anzt munt⸗ eine indet Pot⸗ t. S6r⸗ en itge: ſſen zuge tuf tib ngen faſſe. ſuſ, ege, un ſe⸗ 1. Buch. X. Tit. Von der Minderjährigkeit e. 129 Die zu dieſem Ende nöthigen Schritte muß er in drey Tagen, nach der ihm geſchehenen Bekanntmachung ſeiner Ernennung, thun. Fuͤr jede drey Myriameter, welche der Ort ſeines Wehnſitzes von jenem der eroffneten Vormundſchaft entfernt iſt, wird dieſe Friſt um einen Tag vermehrt. Nach Umlauf dieſer Friſt wird er mit ſeinem Geſuche nicht mehr gehoͤrt. 440. Werden ſeine Entſchuldigungs⸗Gruͤnde verworfen, ſo ſteht es ihm frey, ſich an die Gerichte zu wenden, um ihre Annahme zu bewirken; er iſt aber gehalten, während des Rechtsſtreirs die Verwaltung proviſoriſch zu fuͤhren. g41. Bewirkt er, daß er von der Vormundſchaft befreyt wird, ſo koͤnnen diejenigen, welche die Entſchuldigungs⸗Gruͤnde verworfen haben, in die Koſten der Inſtanz(des Verfahrens) verurtheilt werden. Verliert er den Prozeß, ſo ſoll er ſelbſt in dieſe Koſten verurtheilt werden. Siebenter A bſchenitt. Von dex unfähigkeit zur Vormundſchaft, von der Ausſchließung und Abſetzung von derſelben. 442. Weder Vormuͤnder noch Mitglieder eines Familien⸗ Raths koͤnnen ſeyn, 1) Minderjaͤhrige, Vater und Mutter jedoch ausgenommen; 2) Jene, welche unfaͤhig erklaͤrt ſind, ihr Vermoͤgen ſelbſt zu verwalten(die Interdicirten); 3) Frauensperſonen, mit Ausnahme der Mutter und der weibiichen Asrendenten; 4) Alle diejenigen, die oder deren Vater oder Mutter mit dem Minderjaͤhrigen einen Prozeß haben, wodurch der per⸗ ſoͤnliche Stand dieſes Minderjaͤhrigen, ſein Vermoͤgen, oder ein anſehnlicher Theil deſſelben gefaͤhrdet ſind. 443. Die Verurtheilung zu einer Leibes⸗ oder entehrenden Strafe zieht kraft des Geſetzes die Ausſchließung von der G. N. IV. Aufl. 9 130 1. Buch X. Lit. Von der Minberjaͤhrigkeit ꝛc. Vormundſchaft nach ſich. Sie bewirkt auf gleiche Weiſe die Abſetzung von einer vorher anfgetragenen Vormundſchaft. 444. Ausgeſchloſſen von der Vormundſchaft ſind eben⸗ falls, und können ſogar, wenn ſie ihre Verrichtungen ſchon angetreten haben, abgeſetzt werden: 1) Leute von einer notvriſch(effenkuͤndig) uͤblen Auffuͤbrung, 2) Diejenigen, deren Unfaͤhigkeit oder Untreue aus ihrer Verwaltung hervorgeht. 445. Wer von einer Vormundſchaft ausgeſchleſſen oder abgeſetzt worden iſt, kann nicht Mitglied eseFamiln⸗ Rathes ſyn. 446. So voft Urſache zur abetung eines Vormundes vorhanden iſt, ſoll ſie von dem Familien Rathe erkannt wer⸗ den, der auf Anſuchen des Neben⸗Vormundes, oder von Amts wegen von dem Friedens⸗Richter zuſammen berufen wird. Der Friedens⸗Richter kann dieſe Zuſammenberufung nicht aͤblehnen, wenn ſie von einem oder mehrern Verwandten oder Verſchwaͤgerten des Minderjaͤhrigen, die ſich mit ihm in dem Grade der Geſchwiſter⸗Kinder oder in naͤhern Graden befinden, formlich nachgeſucht wird. 447. Jeder Beſchluß des Familien⸗Rathes, in welchem die Ausſchließung oder Abſetzung des Vormundes erkanut wird, muß die Beweggruͤnde enthalten, und darf nicht gefaßt werden, ohne daß vorher Vormund gehoͤrt oder vorge⸗ fordert worden iſt. 448. Iſt der Vormund mit dem Beſchluſſe zuftieden ſo geſchieht hievon Erwaͤhnung, und der neue Vormund tritt ſogleich ſein Amt an. Widerſpricht er hingegen, ſo hat der Neben Vormund die Beſtätigung des Beſchluſſes bey dem Gerichte erſter Inſtanz zu betreiben, und dieſes erkennt hieruͤber mit Vorbehalt der Appellation. Der Vormund, der ensgeſchloſſen oder abgeſetzt worden iſt, kann in dieſem Falle auch ſelbſt, um ſich durch einen gerichtlichen Ausſpruch bey der Vormundſchaſt erhalten zu laſſen, den Nebei⸗Vermund vor Grricht laden. ih iun ſhn) ni mön ( it 6r) hn En n ſ uin we Uin Mu u eben ſchen tung; ihre g ode milin⸗ nunde it we⸗ n d. it ndiel tihm raden ſchen tennt foßt orge⸗ nß dritt nd ii nſtanz 1dr rdei einen en z 7. Buch. X. Tit. Von der Minderhährigkeit 440. Die Verwandten oder Verſchwaͤgerte, auf deren An⸗ fuchen der Fa njlien⸗Rath zuſammenberufen worden iſt, koͤnnen in dem Prozeſſe, der als eine dringende Sache behandelt und entſchieden werden muß, als Jatervenienten mitauftreten. r v5fch n. Von der Verwaltung des Vormundes. 450. Der Vormund muß fär die Perſon des Minderjahri— gen Sorge tragen, und in allen Civil-Handlungen ihn vertreten. Er muß ſein Vermdoͤgen als ein guter Hausvater ver⸗ walten, und haftet fuͤr den Schaden und entbehrten Gewinn⸗ der aus einer uͤblen Verwaltung entſtehen koͤnnte— Er darf di Gäter des Minderjaͤhrigen weder kauſen, noch in Pachtung nehmen, es ſey dann, daß der Familien⸗Rath den Neben⸗Pormund ermaͤchtigt habe, mit ihm einen Pacht⸗ Contract daruͤber zu ſchließen. Er darf ebenfalls den Ueber⸗ trag irgend eines Rechtes oder einer Forderung wider ſeinen Muͤndel nicht annehmen. 451. Dr Vormund ſoll binnen zehn Tagen, nach ſeinet ihm gehoͤrig bekannt gewordenen Ernennung, darauf antra⸗ gen, daß die Siegel, wenn ſie angelegt waren, wieder abge⸗ nommn werden, und unmittelbar darauf, in Beyſeyn des Neben⸗Vormundes, zur Errichtung des Inventariums uͤber das Vermoͤgen des Minderjaͤhrigen ſchreiten laſſen. Iſt ihm der Minderjaͤhrige etws ſchuldig, ſo muß er dieſes bey Verluſt ſeines Rechtes in dem Inventarium erklaͤ— ren. Der offentliche Beamte iſt verbunden, zu dieſer Erkla⸗ rung ihn aufzufordern, und daß die Aufforderung geſchehen ſey, muß in dem Verbal⸗Prozeſſe bemerkt werden.— 452. In dem Monate, der auf den Abſchluß des Inven⸗ tariums folgt, ſoll der Vormund in Beyſeyn des Neben⸗Vor⸗ mundes, nach vorhergegangenen offentlichen Anſchlaͤgen oder Verkuͤndigungen, wovon in dem Verbal⸗Prozeſſe uͤber den Verkauf Erwaͤhnung geſchehen muß, alle Mobilien, diejeni⸗ gen ausgenommen, die in Natur aufzubewahren der Familien— Rath ihn ermächtiget hat, in einem von einem bffentlichen 3 1. Buch. X. Tit. Von der Minderjährigkeit ꝛ. Beamten gehaltenen Ausrufe an den Meiſibietenden verkau⸗ fen laſſen. 453. Die Eltern, ſo lange ſie den ihnen eigenen und geſetzlichen Nießbrauch an dem Vermdoͤgen des Minderzaͤhrigen haben, ſind nicht verbunden, die Mobilien zu verkaufen, wenn ſie lieber ſolche behalten wollen, um ſie in Natur zuruͤckzugeben. Sie muͤſſen in dieſem Falle ſie von einem Sachverſtändi⸗ gen, der von dem Neben⸗Vormunde ernannt wird, und vor dem Friedens⸗Richter den Eid abzulegen hat, nach ihrem wahren Werthe auf ihre Koſten abſchaͤtzen laſſen, und den Werth jener Mobilien, welche ſie nicht in Natur efern koͤnnen, nach der Taxe erſetzen. 454. Bey dem Antritte eiher jeden Vormundſchaft, jene der Eltern ausgenommen, ſoll der Familien⸗Rath nach einem ungefaͤhren Ueberſchlag, und mit Ruͤckſicht auf die Erheb⸗ lichkeit der zu verwaltenden Guͤter beſtimmen, auf welche Summe die jaͤhrliche Ausgabe fuͤr den Minderjaͤhrigen ſowohl, als fuͤr die Verwaltung ſeiner Guͤter ſich erſtrecken duͤrfe. In der hieruͤber aufgeſetzten Urkunde muß zugleich aus⸗ g'druckt werden, ob der Vormund ermaͤchtigt iſt, in ſeiner Geſchaͤfisfuͤhrung ſich eines oder mehrerer beſondern Verwalter zu bedienen, die beſoldet werden, und unter ſeiner Verant⸗ wortlichkeit die Geſchaͤfte beſergen. 455. Beſagter Familien⸗Rath muß beſtimmt feſtſetzen, bey welcher Summe die Verbindlichkeit von Seiten des Vor⸗ mundes eintreten ſoll, dasjenige rentbar anzulegen, was nach Abzug der Ausgaben von den Einkuͤnften uͤbrig bleibt. Dieſe Anlegung muß in ſechs Monaten geſchehen, nach deren Umlauf der Vormund in Ermangelung einer rentbaren Anlegung die Zinſen ſchuldig iſt. 456. Hat der Vormund von dem Familien⸗Rathe die Summe nicht feſtſetzen laſſen, mit welcher die rentbare Anle⸗ gung ihren Anfang nehmen ſoll, ſo iſt er nach der im vor⸗ hergehenden Artikel beſtimmten Friſt von allem nicht ange⸗ legten Gelde, ſo gering auch immer die Summe ſeyn mag, die Zinſen ſchuldig. 3 kn 5. i i ſu N ſhu Nln 3 iitit un Mn ihn uihi 3 ulhe zun ) Ni ) wui un ii ud hi i d um Mhu 1 ih Uni ſhn uhn, uhi 18 hii iun bj berh nen u ihizn ) hen zugebn uſiin und w h inn und d ſlin ſt, ju h inn 6 hih⸗ nel ſowhl ff ⸗ ſit waltt Jernn ſiſthen (6 Per u nh Di Umun ug ahe b n l im vn i⸗ n 1. Buch X. Tit. Von der Minderjährigkeit ꝛe. 133 457. Der Vormund, ſelbſt der Vater oder dir Mutter nicht ausgenommen, kann ohne Autoriſation eines Familien⸗Rathes fuͤr den Minderjaͤhrigen weder ein Anlehen anfuehmen, noch ſeine unbeweglichen Guͤter veraͤußern oder zur Hypothek ſtellen. Dieſe Autoriſation kann nur wegen einer unumgaͤnglichen Nothwendigkeit, oder um eines augenſcheinl ichen Nutzens Willen ertheilt werden. Im erſten Falle ſoll der Familien⸗Rath ſeine Autoriſation nicht eher erthrilen, als bis es ſich aus einer ſummariſchen, von dem Vormunde vorgelegten Rechnung, ergeben hat, daß die Baarſchaft, die Mobiliar⸗Effecten und Einkuͤnfte des Min⸗ derjaͤhrigen nicht hinreichen. In jedem Falle hat der Familien⸗Rath die Immobilien, welche vorzugsweiſe verkauft werden ſollen, ſo wie alle Bedin⸗ gungen anzugeben, die er fuͤr dienlich erachtet.*) *) No LIi. Geſetz vom 24. März 1306, uͤber den Uebertrag der Inſsriptionen von den ernſolidirten Fuͤnf vom Hundert, welche Minderjährigen oder Interdieirten zugehören. Art. 1. Die Vormünder und Curatoren der Minderjährigen und Interdieirten, welche an wirllichen Inſeriptionen oder Scheinen von iünftigen Inſeriptionen der eonſolidirten Fünf vom Hundert nur eine Reute von zo Franes und weniger beſitzen, können ſie an andere übertragen, ohne daß hiezu eine beſondere Erlaubniß, Anſchlaͤge und Ankündigungen nöthig ſeyen; es wird nur erfordert, daß der Uebertrag nach dem eonüatirten Cuoſe des Tages geſchehe, und von dem Preiſe, eben ſo wie von dem Ertrage der Mobilien, Rechnung abgelegt werde. 2. Die emaneipirten Minderjaͤhrigen, welche ebenfalls an wirk⸗ lichen Inſeriptionen oder Sheinen von küunftigen Inſeriptionen nur eine Reute von 50 Fraues und weniger beſitzen, können gleich⸗ falls unter dem bleßen Beyſtande der Curatoren ſie an andere über⸗ tragen, und es iſt hiezu weder ein Gutachten des Familien Rathes, noch irgend eine andere Ertaubniß nothwendig z. Die wirkiichen Inſeriptionen oder Scheine von künftigen Inſcriptienen, die eine Rente von mehr als 50 Franes abwerfen, können von den Vormündern und Curatdren nur mit der Erlaubniß des Familien Rathes und nach dem geſetziich conſtatirten Curſe des Tages verkanſt werden; in allen Fällen kann der Verkauf ohne vozhergegangene Anſchläge und Ankändigungen geſchehen⸗ 134 Buch. X Tit. Pon der Minderjährigkeit ꝛe. 458. Die Beſchluͤſſe des Familien⸗Rathes uͤber dieſen Gegenſtand duͤrfen nicht eher in Vollzug geſetzt werden, als bis der Vormund bey dem Gerichte erſter Inſtanz ihre Beſta⸗ tigung nachgeſucht und erhalten hat. Das Gericht erkennt hieruͤber in dem Berathſchlagungs⸗Zimmer, nachdem es den kaiſerl. Procurator vernommen hat. 450. Der Verkauf muß offenrlich, in Benſeyn des Neben⸗ Vormundes, vor einem Mitgliede des Gerichtes erſter Inſtanz, oder einem hiezu beauftragten Notar in einem Ausrufe an den Meiſtbietenden geſche en, nachdem er vorher durch drey an den in dem Canton gewoͤhnlichen Orten, drey Sonntage nacheinander, angehefteien Anſchlags⸗Zettel bekannt gemacht worden iſt. Jeder dieſer Anſchlags⸗3 ttel muß von dem Maire der Gemeinden, wo ſie angeheftet worden ſind, viſirt und be⸗ glaubiget werden. 460. Die zur Veräußerung der Guͤter eines Minderjaͤh⸗ rigen in den Art. 437 und 458 vorgeſchriebenen Formalitäten ſind auf den Fall nicht anwendbar, wo auf Begehren eines in Gemeinſchaft ſtehenden Miteigenthuͤmers die Verſteigerung durch ein Urtheil befohlen worden iſt. Nur kann auch in dieſem Falle die veſech nicht anders als nach der in dem vorhergehenden Artikel vorge⸗ ſchriebenen Form geſchehen. Fremde muͤſſen nothwendig dabey zugelaſſen werden. 461. Eine dem Minderjaͤhrigen angefallene Erbſchaft kann der Vormund ohne vorhergehende Autoriſation des Familien⸗ Rathes weder annehmen, noch ausſchlagen. Die Annahme kann nur unter dem Vorbehalte der Rechts⸗Wohlthat des Inventarinms geſchehen. 462. Eine Erbſchaft, welche im Nahmen des Minderjah⸗ rigen ausgeſchlagen worden iſt, kann, ſo fern nicht ein anderer ſie angenommen hat, von dem Vormunde ſowohl, wenn er durch einen neuen Schluß des Familien⸗Rathes hiezu ermaͤchtigt worden, als von dem Minderijaͤhrigen noch erlangter Volllaͤh⸗. iſi mni ue hii Mp wuh —— ſn zun luh ſM tdiſet n, alt erkem ks de Mehen uſin, ufe u ch h onn ginch lire de uh de ijih⸗ jtiten eines ermng nicht vorge daben tkan ilien⸗ hahm at dei erjß⸗ nderet eun el ichit olhi 1. Buch. K. Lit. Von der Minderfährigkeit e. 135 rigkeit noch angetreten werden, jedoch nur in dem Zuſtande, worin ſie zur Zeit der Wiederannahme ſich befindet, und ohne daß er berechtiget iſt, die Verkaͤufe und ſonſtig⸗ während der Erledigung geſetzlich vorgenommene Handlungen anzufechten. 463. Eine dem Minderjaͤhrigen gemachte Schenkung kann der Vormund nur mit der Autoriſation des Familien⸗Rathes annehmen. Sie hat in Hinſicht des itiben eben die Wirkung, wie bey einem Volljaͤhrigen. 464. Kein Vormund darf ohne Autoriſation des Fami⸗ lien⸗Rathes bey Gerichte eine Klage einfuͤhren, die ſich euf Immobiliar Rechte des Minderjahrigen bezieht, noch einen Anſpruch, der ſolche Rechte zum Gegenſtande hat, fuͤr richtig annehmen⸗ 465. Eben dieſer Autoriſation bedarf der Vormund, um auf eine Theilung auzutragen; ohne Autoriſativn darf er jedoch eine wider den Minderjaͤhrigen gerichtete Klage auf Theilung beantworten. 466. Eine Th⸗ ilung, wenn ſie in Hinſicht eines Minder⸗ jaͤhrigen alle Wirkungen haben ſoll, welche ſie unter Voll⸗ jahrigen hervorbringen wuͤrde, muß gerichtlich vorgenommen werden. Ihr muß eine Abſchoͤtzung vorhergehen, wozu das Gericht erſter Inſtanz des Ortes, wo die Eibſchaft eroͤffnet worden iſt, die Sachverſtaͤndigen ernennt. Die Sachverſtaͤndigen legen vor dem Praͤſidenten deſſelben Gerichtes, oder vor einem andern von ihm dazu beſtellten Richter den Eid ab, deß ſie ihren Auftrag mit Redlichkeit und Treue verrichten wollen; ſie ſchreiten hierauf zur Thei⸗ lung der Guͤter und zur Verfertigung der Loſe, die in Gegen⸗ mwart eines Mitgliedes des Gerichtes oder eines von ihm dazi peſtellten Notars, der auch die Loſe ausliefert, gezogen werden. Jede andere Theilung iſt nur als proviſoriſch zu betrachten. 467. Der Vormund kann im Nahmen des Mindetjahrigen keinen Vergleich ſchließen, als nach vorhergegangener Auto⸗ riſation des Familirn⸗Rathes, und auf ein Gutachten dreyer 136 1. Buch. X. Tit. Von der Minderjährigkeit ꝛc. Rechtsgelehrten, welche der kaiſerliche Procurator bey dem Gerichte erſter Inſtanz ernennt. Der Vergleich iſt nur in ſo fern guͤltig, als er nach Anhoͤrung des kaiſerl. Procurators von dem Gerichte erſter Inſtanz beſtaͤtigt worden iſt. 468. Hat der Vormund wichtige Urſachen mit der Auf⸗ „ füͤhrung des Minde jährigen unzufrieden zu ſeyn, ſo kann er einem Familien⸗Rathe ſeine Klagen vorbringen, und wenn er von dieſem Rathe dazu ermaͤchtigt wird, auf Ein ſperrung des Minderjaͤhrigen gemäͤß dem, was hieruͤber unter dem Titel von der vterlichen Gewalt beſtimmt iſt, antragen. Neunter Abſchnitt. Von den Vormundſchaſts⸗Rechnungen. 460. Jeder Vormund hat bey Endigung ſeiner Verwal⸗ tung Rechenſchaft daruͤber abzulegen. 470. Jeder Vormund, Vater und Mutter iedoch ausge⸗ nommen, kann angehalten werden, auch waͤhrend der Vor⸗ mundſchaft, zu gewiſſen Zeiten, welche der Familien⸗Rath zu beſtimmen fuͤr gut findet, dem Neben⸗Vormunde Berechnun⸗ gen uͤber den Zuſtand ſeiner Verwaltung einzuhaͤndigen; der Vormund kann jedoch nicht genoͤthiget werden, jedes Jahr mehr als eine zu lieſern. Dieſe Berechnungen uͤber die Lage der Verwaltung ſollen ohne Koſten, auf nicht geſtempeltes Papier gefertigt, und ohne alle Form eines gerichtlichen Verfahrens mitgetheilt werden. 471. Die Schluß⸗Rechnung über die Vormundſchaft ſoll auf Koſten des Minderjaͤhrigen abgelegt werden, wenn er ſeine Volljährigkeit erreicht, oder ſeine Emancipation erlangt hat; der Vormund hat die Koſten hievon vorzuſtrecken. Alle hinlaͤnglich erwieſene Ausgaben, und die einen nuͤtz⸗ lichen Zweck haben, laͤßt man dem Vormunde hierin gelten. 472. Jeder Vertrag, der zwiſchen dem Vormunde und dem großjaͤhrig gewordenen Muͤndel zu Stande kommen mag, iſt unguͤltig, wenn nicht wenigſtens zehn Tage vor dem Ver⸗ trage eine umſtaͤndliche Rechnung abgelegt, die Beweisſtucke uu hil „ wüen. u dem nah eſtet Mß nn e un e 9 des Liel wa⸗ lige⸗ or⸗ un⸗ Mn hn den ſl n er ungt nit⸗ lien, und mh, Vr cke 1. Buch. X. Tit. Von der Minderjaͤhrigkeit ꝛe. 137 ausgeliefert worden, und dieß alles durch einen Empfangs⸗ Schein des Rechnungs⸗Abnehmers erwieſen iſt. 473. Gibt die Rechnung Anlaß zu Streitigkeiten, ſo werden dieſe, wie andrre Streitigkeiten in Civil⸗Sachen, behandelt und entſchieden. 474. Die Summe, welche dem Vormunde als Reſt zur Laſt bleibt, iſt von dem Zeitpuncte an, da die Rechnung geſchloſſen worden, zu verzinſen, wenn ſchon deßhalb keine Anforderung geſchehen iſt. Was hingegen der Minderjaͤhrige etwa dem Vormunde ſchuldig bleiben mag, davon laufen die Zinſen nur von dem Tage, da nach geſchloſſener Kn eine zur Zahlung erfolgt iſt. 475. Jede Klage des Minderjaͤhrigen wider ſeinen Vor⸗ mund, welche ſich auf die gefuͤhrte Vormundſchaft bezieht, wird in zehn Jahren von der Großjaͤhrigkeit anzurechnen verjöhrt. Sie Von der Emancipation(Entlaſſung aus der elterlichen oder vormundſchaftlichen Gewalt). 476. Der Minderjaͤhrige wird durch die Heirath kraft. des Geſetzes emancipirt. 477. Der Minderjaͤhrige, wenn er ſchon nicht verheirathet iſt, aber das fuͤnfzehnte Jahr ſeines Alters zuruͤckgelegt hat, kann von ſeinem Vater, oder, wenn kein Vater vorhanden iſt, von ſeiner Mutter emancipirt werden. Dieſe Emancipirung geſchieht durch die bloße Erklaͤrung des Vaters oder der Mutter, welche der Friedens⸗Richter in Zuſtand ſeines Gerichtsſchreibers aufnimmt. 478. Auch der vater- und mutterloſe Minderjaͤhrige kann, jedoch nur nach einem Alter von achtzehn vollen Jahren, wenn ihn der Familien⸗Rath dazu fuͤhig erkennt, emancipirt werden. Die Emancipation entſteht in dieſem Falle aus dem Be⸗ ſchluſſe des Familien⸗Rathes, der ſie geſtattet, und aus der Erklaͤrung, welche der Friedens⸗Richter als Präſident des 33 1. Buch. X Tit. Von der Minderjabrigkeit zc. Familien⸗ Rathes in demſelben Acte ertheilt, dsß der M derzohrige emancipitt iſt. 47. Hat der Vo⸗mund, um die Seti des Pin, derlährigen, von dem im vorhergehenden Artikel die Rede iſte zu erwirken, keine Schritte gethan, von den Verwandten oder Verſchwaͤgerten dieſes M tinderährigen, die ſich mit ihm in dem Grade der Geſchwißter— Kinber, oder in nähern Gra⸗ den befinden, halten ihn aber einer oder mehrere fuͤr fahig, emancipirt zu werden, ſo koͤnnen ſie den erſuchen, den Familien⸗Rath zuſammenzuberufen, damit er hieruͤber einen Schluß faſſe. Der Friedens⸗Richter muß dieſem Geſuche willfahren. a80. Die Vormundſchafts⸗Rechnung wird dem emanci⸗ pirten Minde jaͤhrigen in Beyſeyn eines Curators abvelegt, den ihm der Familien⸗Rath ernennt. 481. Der emancipirte Minderjährige ſchließt Pacht⸗Con⸗ tracte, deren Dauer jedoch nicht uͤber neun Jahre hinaus gehen darf; er erhebt ſeine Einkuͤnfte, ſtellt daruͤber Quittun⸗ gen aus, und unternimmt alle Handlungen, die zur bloßen Verwaltung gehoͤren, ohne daß er wider dieſe Handlungen in jenen Faͤllen in vorigen Stand geſetzt werden konnte, worin auch ein Großjaͤhriger hierauf keinen Anſpruch zu machen haͤtte. 482. Er kaun, ohne Beyſtand ſeines Curators, k ine Immobiliar⸗Klage anſtellen, und eben ſo wenig ſich dawider vertheidigen, noch ſelbſt ein aufkuͤndbares Capital erheben, und daruͤber quittiren; in dem letzten Falle hat der Curator uͤber die Anlegung des empfangenen Capitals die Aufſicht zu fuͤhren. 483. Unter Vorwande kann der emancipirte Min⸗ derjaͤhrige ohne einen von dem Gerichte erſter Inſtanz nach Anhoͤrung des kaiſerl. Procurators heſtatigten Schluß des Familien⸗Raths ein Anlehn aufnehmen. 484. Er kann eben ſo wenig ſein Immobiliar⸗Vermoͤgen verkaufen oder veraͤußern, noch irgend eine andere Handlung, die nicht zur bloßen Verwaltung gehort, vornehmen, es ſey ur zi ſn pa ſe ih ſo n Min. de iſ ndien i in Gi fihh Richtr ni e . nunte eih Con uus tun⸗ eßen n in ootig ue. kine ridet hen, tuvt u Min nach des igen ung, ſc I. Buch. X. Tit. Von der Minderjährigkeit ꝛe. 139 denn, daß er die einem nicht emancipirten Minderjaͤhrigen porgeſchriebenen Formen beobachte. Verbindlichk iten, welche er durch Kauf oder auf eine and re Weiſe uͤbernymmen hat koͤnnen, wenn ſie uͤbermaͤßig ſind, gemindert werden; die Gerichte ſollen hiebey auf die Gluͤcksumſtaͤnde des Mindeijaͤhrigen, auf den guren oder boſen Glauben derjenigen, die mit ihm contrahirt haben, auf die Nuͤtzlichkeit oder Unnuͤtziichkeit der Ausgaben Ruckſicht nehmen. 485. Jeder emanecipirte Minderjaͤhrige, deſen uͤbernom⸗ mene Verbindlichkeiten zu Folge des vorhergehenden Ar'ikels gemindert worden ſind, kaun der Wohlthat der Emancipa⸗ tion verluſtig erkläͤrt werden. Sie wird ihm unter Beobach⸗ tung der nehmlichen Formalitaͤten entzogeu, unter denen ſie ihm ertheilt worden iſt. a86. Von dem Tage an, wo die Emancipation zuruͤck⸗ genommen worden iſt, tritt der Mindetjaͤhrige wieder unter Vormundſchaft, und bleibt darunter bis zur erlangten Poll⸗ jährigkeit. 487. Der emancipirte Minderjaͤhrige, der Handlung treibt, wird in Ruͤckſicht der auf dieſe Handlung ſich beziehenden Geſchaͤfte fuͤr volljaͤhrig gehalten.*) *) No. LIit. Geſetz über die Vermundſchaft der in Spitaͤler aufsenommenen Kinder, vom 15. Plüvios 1z. J.(4. Febr. 1805). Art. 1. Die in Spitäler aufgenommenen Kinder, aus welchem Grunde und unter welcher Benennung ihre Aufnahme auch geſchehen ſeyn mag, ſtehen unter der Vormundſchaft der Verwaltungs Com⸗ miſſionen dieſer Häuſer; dieſe bezeichnen eines ihrer Mitglieder, um im eintreteden Falle die Verrichtungen des Vormundes aus⸗ zuüben; die übrigen bilden den V⸗ rmundſchafts Rath. 2. Weun das Kind aus dem Spitale geht, um an einem von dem E Sri wo es zuerſt aufgenommen wurde, entlegenen Dite als Arbeiter, Dienſtbothe oder Lehrling einzutreten, ſo kann die Verwaltungs⸗Commiſſivn in einer vom Präfecten oder Unter Prä⸗ fecten viſirten einfachen Verwaltungs Urkunde die Vormundſchaft der Verwaltungs⸗Cummiſſion des Spitals von jenem Hrte über⸗ tragen, welches dem dermahligen Aufenthalte des Kinde am näch⸗ ſien liegt. 140 I. Buch. Xl. Tit. Von der Volljährigkeit e. fter Titel. Von der Volljaͤhrigkeit, der Interdiction und dem gerichtlich augeordneten Beyſtande. (Deeretirt den 29. März 1803. Promulgirt den 3. April.) Erſtes Capitel.“ Von der Volljaͤhrigkeit. 488. Die Volljährigkeit iſt auf das Alter von ein und zwanzig vollen Jahren feſtgeſetzt. Mit dieſem Alter erlangt man die Faͤhigkeit zu allen Handlungen des buͤrgerlichen Lebens, jedoch mit PVorbehalt der in dem Titel von der Ehe enthaltenen Einſchraͤnkung. 3. Die Vormundſchaft der in Spitäler aufgenommenen Kinder danert bis zu ihrer Volljährigkeit oder Emancipation, welche durch Heirath oder auf eine andere Weiſe geſchieht. 4. Die Verwaltungs⸗Commiſſionen der Spitaͤler haben in Betreff der Emanecipation der unter ihrer Vormundſchaft ſtehenden Minder⸗ jährigen die nehmlichen Rechte, welche das Geſetzbuch Napoleons den Eltern einräumt. Die Emancipation geſchieht auf das Gutachten der Verwaltungs⸗ Commiſſion von jenem ihrer Mitglieder, das zum Vormunde aus⸗ erſehen worden, welches allein gehalten iſt, in dieſem Zwecke vor dem Friedens⸗Richter zu erſcheinen. Die Emaneipations⸗Urkunde ſoll ohne anders Koſten als jene der Einregiſtrirung und ves Stempelpapiers ertheilt werden. s. Wenn die in Spitäler aufgenommenen Kinder Vermögen beſitzen' ſo hat der Empfänger des Spitals in Betreff desſelben die nehmlichen Verrichtungen wie für die Spirals⸗Göter auszuuͤben. Die Süter der Verwalter⸗Vormünder koͤnnen jedoch wegen ihres Amtes mit keiner Hypothek belaſtet werden. Für die Vormund⸗ ſchafts⸗Fuͤhrung haftet die Sicherheit(le cautionnement), welche der Empfaͤnger, der mit der Einnahme und Ausgabe der Geider und der Verwaltung der Guͤter beauftragt iſt, geleiſtet hat. Wird der Minderjährige emancipirt, ſo verrichtet er die Funoe⸗ tionen des Curators.. 5. Die Capitalien, welche in Spitäler aufgenommenen Kindern ingehören oder aufalles, ſollen in Verſatz Haͤuſern(monts-de-piéts) angelegt werden; in den Gemeinden, wo es dereu keine gibt, ſind ) zſn hi 1 m ſil zihh uu, z lt ſin hun , mn ſi ihn nhiin Rif wiſ un) . iſs 1 ſoh Uu Nun uß hh und un ln ichu der ſind huh etref inen euns 1z aut⸗ bt jn nige n e it. iht mu⸗ vilhe ede Fun⸗ den piit) „ „ 1. Buch. XI. Tit. Von der Vollährigkeit ꝛc. 141 Zweytes Capyibl. Von der Interdiction(Unterſagung der Vermoͤgens⸗ Verwaltung). 489. e Volljaͤhrigen, der ſich gewoͤhnlich in einem Zuſtande von Verſtandes⸗Schwaͤche, Wahnſinn oder Raſerey befindet, ſoll die Verwaltung ſeines Vermogens entzogen wer⸗ den, ſeibſt wenn waͤhrend dieſes Zuſtandes Zwiſchenraͤume des Vernunft. Gebrauchs bey ihm eintreten ſollten. 400. Jeder Verwandte iſt berechtigt, auf Interdiction ſeines Verwandten anzutragen. Eben ſo kann einer der Ehe⸗ gatten wider den andern die Interdiction nachſuchen. 491. Wider Raſende iſt es Pflicht des kaiſerl. Procnra⸗ tors, auf die Interdiction anzutragen, wenn weder der Ehe⸗ gatte, noch die Verwandten dieſes thun; er kann ſie eben⸗ falls wider Bloͤdſinnige oder Wahnſinnige nachſuchen, wenn dergleichen Capitalien bey der Amortiſations⸗Caſſe anzulegen, wenn jebe Summe nicht weniger als hundert und fünfzig Franes beträgt; in dieſem Falle hat die Verwaltungs⸗Commiſſion die Verwendung derſelben zu beſtimmen. 7. Die Einkünfte von Gütern und Capitalien, welche in Spi⸗ taler aufgenommenen Kindern zugehören, werden bis zu ihrem Aus⸗ tritte aus denſelben als Entſchädigung fuͤr Rahrungs und uuter⸗ haltungs⸗Koſten bezogen. 6. Wenn das Kind vor ſeinem Austritte aus dem Spitale, vor ſeiner Emancipation oder Volljaͤhrigkeit ſtirbt, und kein Erbe ſich meldet, ſo faͤllt das Eigenthum ſeines Vermoͤgens dem Spitale anheim, welches auf Betreiben des Empfaͤngers und auf Antrag des öffentlichen Miniſteriums(kaiſerl. Procurators) in den Beſitz des ſelben eingewieſen werden kann. Meiden ſich in der Felge Erben, ſo können ſie nur die Früchte von dem Tage der Klage auzurechnen zurückfordern. 9. Die Erben, welche ſich meiden, um die Hinterlaſſenſchaft eines vor ſeinem Austritte aus dem Spitale, vor ſeiner Emauecipa, tion oder Volljährigkeit geſtorbenen Kindes in Einpfang zu nehmen, ſind gehalten, das Spital für die Nahrungs⸗Mittel und Ausiagen zu entſchaͤdigen, welche dem Kinde, während der Zeit, als es der Verwaltung zur Laſt war, gegeben, und fuͤr das ſelbe gemacht wor⸗ den ſind; der Betrag der von dem Spitale beiogenen Eintüufte wird jedoch in Abrechnung gebracht. 142 1. Buch. Xl. Tit. Von der Voljährigkeit ꝛe. * dieſe weder einen Ehegatten, noch eine Ehegattinn, noch einen bekannten PVerwandten haben⸗ 402. Jede Klage auf Interdiction wird bey dem Genichte erſter Inſtanz angebracht. 403. Die Thatſachen, woraus man auf Verſtandes⸗ Schwäche, Wahnfinn oder Raſerey ſchließt, ſollen ſchriftlich articulirt(punetweiſe aufgeſetzt) werden. Diejenigen, welche die Interdietivn nachſuchen, muͤſſen die Zrugen und die ſchrift— lichen Beweiſe vorbringen. 404. Das Gericht befiehlt hierauf, daß der Familien⸗ Rath, der auf die Weiſe gebildet wird, die in dem Titel uͤber die Winderjährigkeit, Pormundſchaft und Emsnci⸗ pation 2. Cap. g. Abſchn. beſtimmt iſt, uͤber den Zuſtand desjenigen, auf deſſen Interdiction angetragen Fie ſein Gutachten ertheil⸗. 405. Diejenigen, welche auf Interdiction angetragen haben, ioͤnnen bey dem Familien⸗Rathe als Mitglieder des⸗ ſelben nicht auftrten. Der Ehegatte oder die Ehegattinn⸗ und die Kinder desjenigen, deſſen Interdietion nachgeſucht wird, duͤrfen jedoch zu demſelben zugelaſſen werden; ihre Stimme wird aber dabey nicht mitg zaͤhlt. 406. Das Geticht, nachdem es das Gutachten des Fami⸗ lien⸗Rathes erhalten hat, ſoll den Bekiegten in dem Bers h⸗ ſchlagungs Zimmer uͤber die an ihn zu richtenden Fragen vernehmen; kann er ſich dert nicht einfinden, ſo ſoll er durch einen hiezu beſtellten Richter in Beyſeyn des Gerichts— ſchreibers in ſeiner Wohnung vernommen werden. In jedem Falle muß der kaiſert. Proenrator dem Verhore beywohnen. 497. Nach dem erſten Verhöre ernennt das Gericht den umſtaͤnden nach einen proviſoriſchen Verwalter, um für die Perſon und das Vermögen des Veklagten Sorge zu tragen. 4os. Das Urtheil über eine Klage auf Interdietion kann nur in der offentlichen Rndienz, nachdem die Perteyen ver⸗ nommen oder vorgeladen worden ſind, erlaſſen werden. ſid, lun un wh u⸗ ßul wyt o ſi len n ſiſt inen ſcht des⸗ ſtich relche hiſt iien Litl snci ſind ſih agen desi iun, cht ihre uni⸗ ah⸗ en lt ht: den del 1. Buch. XI. Tit. Von der Poſljährigkeit ꝛc. 143 400. Wird die Klage auf Interdiction verworfen, ſo kann deſſen ungeachtet, wenn es die Umſtaͤnde erfordern, das Gericht verordnen, daß der Beklagte ohne Zuziehung eines Beyſtandes, der in demſelben Urtheile ihm anzuordnen iſt, in der Folge nicht rechten, keinen Vergleich ſchließen, kein Anlehn aufnehmen, kein aufkuͤndbares Capital erheben, noch hieruͤber quittiren, weder ſeine Guͤter veräußern, noch mit Hypotheken beſchweren könne. 500. Wird von dem in erſter Inſtanz ergangenen Urtheile appellirt, ſo kann der Appellations⸗Hof, wenn er es fuͤr noͤthig erachtet, denjenigen, deſſen Interdietion nachgeſucht wird, von neuem uͤber Fragen vernehmen, oder durch einen Commiſſar vernehmen laſſen. Sor. Jedes in der Appellations⸗ oder in erſten Gnſtanz eraangene Urtheil, wodurch die Interdiction oder die Anord⸗ nung eines Beyſtandes erkannt wird, ſoll auf Betreiben des Klögers ausgeloſet, der Partey ſelbſt inſinnirt, und in zehn Tagen den Tabellen eingetragen werden, die in dem Andienz⸗ Saale und in den Schreibſtuben der Nptarien des Bezirks angeſchlagen ſeyn ſollen. 5o2. Die Interdietion oder Ernennung eines Benſtandes hat von dem Tage des erlaſſenen Urtheils ihre Wirkung; alle von dem Interdicirten nachher oder ohne Zuziehung des angeordneten Bevſtandes vorgenommenen Handlungen ſind kraft des Geſetzes unguͤſtig. 503. Handlungen, weſche vor der Interdiction vorgenom⸗ men worden ſind, koͤnnen ſuͤr nic htig erklart werden, wenn die Urſache der Interdiction zur Zeit, als ſie Statt hatten, ſchon notoriſch vorhanden war. 5o4. Nach dem Tode einer Perſon koͤnnen die von ihr vorgenommenen Handlungen wegen Wahnſinn nur in ſo ferne angegriffen werden, als vor ihrem Hinſcheiden die Interdietion ſchon erkannt oder nachgeſucht worden war, es ſey dann, daß der Beweis des Wahnſinnes ſich aus der angefechtenen Hand⸗ lung ſelbſt ergebe. 4 1. Buch. XI. Tit. Von der PVolljährigkeit ꝛe. §oßʒ. Wird gegen das Urtheil erſter Inſtanz, das die Interdiction erkannte, keine Appellation eingelegt, oder wird es in der Appellations⸗Inſtanz beſtaͤtiget, ſo ſoll nach eben den Regeln, die unter dem Titel von der Winderfihrig⸗ keit, der Vormundſchaft und Emancipatien vorgeſchrieben ſind, dem Interdicirten ein Vormund und Neben⸗Vormund angeordnet werden. Der proviſoriſche Verwalter ſtellt hierauf ſeine Verrichtungen ein, und hat dem Vormunde, wena er es nicht ſelbſt iſt, Rechnung abzulegen. 506. Der Mann iſt kraft des Geſetzes der Vormund ſeiner interdicirten Frau. Jo7. Die Frau kann zur Vormuͤnderinn ibres Mannes ernannt werden. Der Familien⸗Rath beſtimmt in dieſem Falle die Form und die Bedingungen der Verwaltung; der Frau bleibt jedoch der Recurs an die Gerichte vorbehalten, wenn ſie durch den Schluß des ſich verletzt glauben ſollte. Jog. Niemand, nur die Ehegatten, Ascendenten und Abkommlinge ausgenommen, iſt ſchuldig, die Vormundſchaft uͤber einen Interdicirten laͤnger als zehn Jahre zu behalten. Nach Ablauf dieſer Zeit kann der Vormund verlangen, daß ein anderer an ſeine Stelle ernannt werde, und dieſes darf ihm nicht verſagt werden. Joo. Der Interdicirte wird in Hinſicht auf ſeine Perſon und ſein Vermoͤgen einem Minderjährigen gleich geachtet; die Geſetze uͤber die Vormundſchaft der Minderjaͤhrigen ſind auf die Vormundſchaft der Interdicirten anwendbar. 510. Die Einkͤnfte eines Interdicirten ſind weſentlich beſtimmt, um zur Erleichterung ſeines Schickſals und Beſchleu⸗ nigung ſeiner Geneſung verwendet zu werden. Je nachdem ſeine Krankheit beſchaffen iſt, und der Zuſtand ſeines Vermd⸗ gens es leidet, kann der Familien⸗Rath verordnen, daß er entweder in ſeiner Wohnung gepflegt, oder in ein Kranken⸗ Haus oder ſelbſt in ein Spitai gebracht werde. ſ ſunt Plu n Ujm l ſun huhcht ſitn zuhi ſin iuu 5 i ſindei hn zuit vſt 5 in M, in n . zun 5 e nn hi Rit 3) das hi et wih ch iie jihi chtihn om hien venut ormn Mn diſu 9; b ehaln beh en m bſchuſt halten. f z dyf Veiſn eccht ze ſ ſelc Beſh nuch Pn d ſunln I. Buch. Kl. Tit. Von der Volljährigkeit ꝛc. 145 F11. Wenn von der Verehlichung des Kindes eines Inter⸗ dicirten die Frage iſt, ſo ſoll der Brautſchatz, oder was auf das kuͤnftige Erbtheil gegeben wird, nebſt den uͤbrigen Bedin⸗ gungen des Ehe⸗Contractes durch ein auf den Antrag des kaiſerl. Procurators von dem Gerichte beſtaͤtigtes Gutachten des Familien⸗Rathes beſtimmt werden. 512. Die Interdiction hoͤrt mit den urſachen auf, die ſie veranlaßt haben. Ihre Aufhebung ſoll jedoch nur unter Beobachtung der Formalitaͤten erkannt werden, die vorge⸗ ſchrieben ſind, um zur Interdiction zu gelangen, und der Interdicirte kann erſt nach erfolgtem Urtheil, das die Inter⸗ diction zuruͤcknimmt, in die ſeiner Rechte wieder eintreten. Drittes Capitel. WVon dem gerichtlich angeordneten Beyſtande. 513. Den Verſchwendern kann verbothen werden, ohne Zuziehung eines von dem Gerichte ihnen angeordneten Bey⸗ ſtandes zu rechten, Vergleiche zu ſchließen, ein Anlehn auf⸗ zunehmen, ein aufkuͤndbares Capital zu erheben, und daruͤber zu quittiren, ihre Guͤter zu veraußern, oder mit Hypotheken zu beſchweren. 514. Auf das Verboth ohne Zuziehung eines Beyſtandes etwas zu unternehmen, kann von denj nigen angetragen wer⸗ den, welche das Recht haben, auf Interdiction zu klagen; ihre Klage muß auf dieſelbe Weiſe eingeleitet und entſchieden werden. Dieſes Verboth kann nur unter Beobachtung he Formalitaͤten wieder aufgehoben werden. 515. In Rechtsſachen, die eine Juterdiction oder gericht⸗ liche Ernennung eines Beyſtandes zum Gegenſtande haben, kann weder in erſter noch in der Appellations⸗Inſtanz ein Urtheil geſprochen werden, ohne daß vorher das bffentliche Miniſterium in ſeinem Antrage vernommen worden iſt. G. N. IV. Aufl. 10 146 2 3 weytes Buch. Von den Guͤtern und den verſchiedenen Beſchlaͤn⸗ des Eigenthums⸗ W Er 6. e Ti1. Von der Eintheilung der Guͤter. (Deeretirt den a5 Jantar 1804. Promulsirt den z. Februgt.) 516. Are Guͤter ſind beweglich oder unbeweglich. Erſtes Capitel. Von den unbeweglichen Guͤtern. 517. Die Güter ſind unbeweglich, entweder ihrer Ratut nach, oder vermdoͤge ihrer Beſtimmung, voder wegen des Ge⸗ genſtendes, auf welchen ſie ſich bezichen. §18. Grundſtuͤcke Gebaͤude ſind ihrer Ratur nach unbeweslich. 570. Wind⸗ oder Waſſer⸗Muͤhken, die auf Pfeilern be⸗ feſtiget ſind, und einen Theil des Gebaͤudes ausmachen, ſind gleichf Us ihrer Ratur nach unbeweglich. §20. F uͤchte, die noch auf dem Halme ſtehen, und Baum⸗ fruͤchte, die noch nicht abgenommen ſind, ſind ebenfalls un⸗ beweg'ich. Sobald die Feldfruchte und die Baumfruͤchfe abgenommen ſind, gehdͤten ſie unter die beweglichen Guͤter, obgleich ſie noch nicht wegsebracht worden ſind.“ Iſt nut ein Theil der Ernts abgeſchnitten, ſo gehoͤrt dieſer allein unter die beweglichen Guͤter. 21. Der gewohnliche Abtrieb des Schlagholzes ſowohl, als hochſtammiger Baͤnme, die in regelmaͤßige Schläge ein⸗ getheilt ſind, wird nur vwegliches Gut, ſo wie die Baͤume nach und mich gefaͤllt werden. „ uß utn ſut Gi⸗ nch nbe „ſin zaum s un diſet wohl, e ein⸗ unt ſ. Buch. 1 Tit Von der Eincheilung der Güter. 522 Vieh, welches der Eigenthuͤmer eines Grundſtüͤckes dem Pächter oder Meyer zum Landbaue uͤberliefert, es mag vorher geſchaͤtzt worden ſeyn öder nicht, wird, ſo lange es zu Folge der Uebereinkunft bey dem Grundſtuͤcke bleibt, fuͤr unbeweglich gehalten. Vieh das er andern als dem Pächter oder Meyer für einen Theil der Nutzung(àcheptel) gibt, iſt bewegliches Gut. a3. Röhren, welche dazu dienen, das Waſſer in ein Hus oder ein anderes Grundſtuͤck zu leiten, ſind unbeweg⸗ liches Gut, und machen einen Theil des Grundſtuͤckes aus, auf welchem ſie angelegt ſind 524. Sachen welche der Citctmer eines Grundſtüces zum Dienſte und zur Benutzung die ſes Grundſtuͤcke es auf das⸗ ſelbe gebracht hat⸗ ſind vermoge i ihrer Beſtimmung unbeweglich. unbe wenlich ſind alſo vermoge ihrer Beſtimmung, wenn ſie von dem Eigenthuͤmer zum Dienſte und zur Benutzung des Grundſtuͤckes anf daſſelbe gebracht ſind? Das zum Ackerbau beſtimmte Vieh; Das A Cerger äthe; Das Saatkorn, das dem Pächter oder 2 Theilpaͤchter gege⸗ ten wotden iſt; Tauben, die zu einem Taubenhauſe gehdren; Kaninchen, die in einem Gehäge eingeſchloſſe n ſind;, Bienenſtocke; Fiſche in den Te ichen; Kelter, Keſſel, Brennkolben, Bottiche und Fäſſer; Das zum G brauche der Hütten und Hammerwerke, Papier⸗ muͤhlen und anderer Aul agen(usines) erforderliche Geräth; Stroh und Duͤnger. Auch ſind vermdge ihrer veſtimmung unbeweglich alle Mobi iliar⸗Effecten, welche der Eigenthu ner mit einem Grund⸗ ſtuͤcke in Verbindung geſetzt hat, um bey demſelben beſtaͤn⸗ dig zu bleiben. 525. Von einem Eigenthuͤmer wird vermuthet, daß er Wobiliar⸗Effecten mit ſeinem in Verbindung 148 I Buch. 1. Tit. Von der Eiutheilung der Güter. geſetzt habe, um bey demſelben beſtäͤndig zu bleiben, wenn ſie mit Kalk, Gypskalk oder Cement daran beſeſtiget ſind, oder nicht weggenommen werden konnen, ohne ſie ſelbſt oder den Theil des Grundſtuͤckes, woran ſie beſeſtigt ſind, zu zerbrechen oder zu beſchaͤdigen. Man nimmt an, daß die Spiegel in einem Zimmer ange⸗ bracht ſind, um an ihrem Orte beſtaͤndig zu bleiben, wenn die Bekleidung, worauf ſie befeſtiget ſind, mit dem Tafel⸗ werk ein Ganzes ausmacht. Ein Gleiches gilt von Mahlereyen und andern Bee Statuen ſind unbewegliches Gut, wenn ſie in einer Bil⸗ derblende(Niſche) aufgeſtellt ſind, die beſonders dafuͤr ange⸗ bracht iſt, um ſie aufzunehmen, obgleich ſie ohne Verletzung oder Beſchaͤdigung weggenommen werden koͤnnen. 526. Wegen des Gegenſtandes, worauf ſie ſich en ſind unbeweglich: Der Nießbrauch an unbeweglichen Sachen; Servituten oder Grund⸗Dienſtbarkeiten; Klagen, welche zum Zwecke haben, eine unbewegliche Sache zu vindiciren(als Eigenthum in Anſpruch zu nehmen). Zweytes Capitel. Von den beweglichen Guͤtern. 527. Die Guͤter ſind beweglich entweder ihrer Natur nach oder vermoͤge der Beſtimmung des Geſetzes. 523. Ihrer Natut nach beweglich ſind die Koͤrper, die ſich von einem Orte zum andern bringen laſſen, ſey es, daß ſie durch eigene Kraft ſich bewegen, wie die Thiere, oder daß ſie ihre Stelle nur durch die Wirkung einer aͤußern Kraft veraͤndern koͤnnen, wie die lebloſen Dinge. . 529. Vermdͤge der Beſtimmung des Geſetzes ſind beweglich die Obligationen und Klagen, deren Gegenſtand in Summen, die man einfordern kann, oder in Mobiliar⸗Effecten beſteht, Actien oder Antheile an Finanz⸗, Handlungs⸗ oder Induſtrie⸗ ihil zili bin inn u, 6i un hunt ( 6 huu wil vihe iic ein Nn i huu iht wi pi zu un ſin j 1 lu d ſin Mh zaſ u wenn ſind, odir ange wen Lufi⸗ nhen Pi⸗ ange ezunz iehen ſiche en). utu „die doß baß ſuft glich mel, ſtcht. ſtib⸗ n. Buch. I. it. Von der Eintheilung der Güter. 149 Geſellſchaften, wenn ſchon unter dem Vermogen der Geſell⸗ ſchaften ſich unbewegliche Guͤter befinden, die zu dieſen Unter⸗ nehmungen gehoͤren. Nur in Ruͤckſicht eines jeden Geſellſchaf⸗ ters, ſo lange die Geſellſchaft dauert, werden dieſe Actien oder Antheile unter die Mobilien gerechnet. Gleichfalls gehdren vermoͤge der Beſtimmung des Geſetzes unter die beweglichen Guͤter die Erb⸗ oder Leibrenten, der Staat oder Privat⸗Perſonen moͤgen ſie zu zahlen haben.*) (Art. 330, decretirt den 21. März 1804. Promulgirt den 31. des nehmlichen Monats.) §530. Jede Rente, die als Kauſpreis eines kiye iicen Gutes oder als Bedingung der mittelſt eines laͤſtigen oder wohlthätigen Titels(gegen Vergeltung oder unentgeltlich) geſchehenen Abtretung eines Immobiliar⸗Stuͤckes fuͤr immer errichtet worden, iſt ihrem Weſen nach losbar. *) No LV. Auszug aus dem kaiſerl, Decrete, welches die Statuten der Bank von Frankreich definitiv feſtſetzet, vom 16. Januar 1803. Art. 7. Die Aetionnaire, welche ihre Aetien immobiliariſiren (den unbeweglichen Guͤtern gleich ſetzen) wollen, ſind hiezu berech⸗ tiget, und in dieſem Falle haben ſie ihre Erklärung hieruͤber in der fuͤr die Ueberträge vorgeſchriebenen Form zu machen. Iſt dieſe Erklärung einmahl in das Regiſter eingeſchrieben, ſo ſiud die immobilgriſirten Actien den auf die Privilegien und Hypo⸗ theken ſich beziehenden Geſetzen, ſo wie das Grund⸗Eigenthum, unterworfen; ſie können weder veräußert, noch von den darauf haftenden Privilegien und Hypotheken anders als nach Vorſchrift des Geſetzbuches Napoleons und der Geſetze uͤber Privilegien und Hypotheken auf Erund⸗Eigenthum frey gemacht werden. NB Der Art. 4 welcher die Form des Uebertrags feſiſetzt, lautet wie folgt: Das Eigenthum der Aetien geht durch einen bloßen in doppelt geführte Regiſter eingeſchriebenen Uebertrag über. Sie werden durch die Erklärung des Eigenthuͤmers oder ſeines Zevollmaͤchtigten, welche auf den Regiſtern unterzeichnet und von inem Wechſel⸗Asenten beſcheiniget wird, gültig uͤbertragen, wenn ine der Pank inſinuirte und von ihr viſirte Oppoſition vorhan⸗ n iß. — 1 I. Buch. I. Tit. Von der Eintheilung der Guter⸗ Dem Glaͤnbiger iſt es deſſen ungeachiet erlaubt, die Clan⸗ ſeln und Bedingungen der Wiederloſe eſtzuſetzen. E iſt ihm gleichfalls erlaubt, ſich auszubedingen, daß die Rente nicht eher geldſt werden ſoll, als nach einer gewiſſen Zeitfriſt, die jedoch niemahls uͤber dreyßig Jahre hinausgehen darf. Jede dieſer Verfuͤgung zuwider laufende Perabredung iſt unguͤltig. 531. Nachen, Kahne, Schiffe(kleine und große Fahr⸗ zenge) Muͤhſen und Bäder auf Schiffen, und uͤberhaupt alle Hammer⸗ und andere Werke(nsines), die nicht durch Pfeiler befe ſtiget ſind, und keinen Theil des Hauſes aus machen, ſir d be weglich⸗ Guͤter; die Pfandung einiger dieſer Gegen⸗ ſtande kann jedoch, ihrer Wichtigkeit halber, beſondern Formen unterworfen werden, wie dieß in dem G⸗ ſetbuche uͤber das rechtliche Verfahren in Civil⸗Sachen erklaͤrt werden ſoll. 3 532. Materialien, welche von einem abgetragenen Gebaͤn de herruͤhren, dielenigen, welche zu ſammengebracht worden ſind, um ein neues damit zu errichten, ſind bewegliche Guͤter, bis ſie von dem Arbeiter an einem Baue wirklich gebraucht werden. 533. Das Wort? Meuble(Mobilien), wenn es allein, ohne weitern Zuſatz oder nähere Beſtimmung, in den Ver⸗ fugungen des Geſetzes oder eines Menſchen vorkommt, erſtreckt ſich nicht auf das bare Geld, Edelſteine, Forderungen, Buͤcher, Medaillen, Werkzenge zum Behufe der Wiſſenſchaf⸗ ten, Kuͤnſten und Handwerke, Leinand, die zum Leibe gehört, P Pferde, Equipage, Waffen, Getreide, Weine, Futter⸗ kräuter und ſonſtige Nahrungs⸗Mittel. Was einen Hand⸗ lungs- Gegenſtand ausmacht iſt gleichfalls unter dieſem Worte nicht b⸗ griffen. 334. Die Worte: Meubles meublans(Meubeln), be⸗ zeichnen nur diejenigen Mobili ien die zum Gebrauch? oder zur Verzierung der Wohnzimmer beſtimmt ſind, als Tape⸗ zereyen, Better, Stuͤhle, Spiegel, Penduͤl⸗ Uhren, Tiſch„ Porzellane und andere Gegenſtände dieſer Art. 5 Siehe Art. 620 u. f. des Geſetzbuches. d. 1. V. i. S, 8 hu i un ſiſi ihn. lü uud in 55 whi ſohl iichn jn ni ſu ſiͤ ſ „d niſn gehen n zun pt el Ni nihn Gehen Fomn et d iiu ſid, r, li eiben dlei, Pn uct ngin ſinß Libe Handt Pur b edn Lu ich, — — U. Buch. I. Tit. Pon der Eintheilung der Güter. i5r Gemaͤhlde und Statuen, welche einen Theil der Meubeln eines Wohnzimmers ausmachen, ſind gleichfalls unter dieſem Ausdrucke begriffen, nicht aber Sammlungen von Gemaͤhlden, it ſich in Gallerien oder in beſondern Zimmern vorfinden moͤgen. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit den Porzellanen. Nur die ſind unter der Benennung; Meubles meubians, begriffen, welche einen Theil der Verzierung eines Wohnzimmers ausmachen, 535. Die Ausdruͤcke: Biens meubles, mobilier oder ehets mobiliers(bewegliche Guͤter, Mobiliar⸗vermoͤgen, oder Mobiligr⸗ Effecten, Wobiliar⸗Habſeligkeiten) begreifen uͤberhaupt alles, was nach den hier oben feſtgeſetzten Regeln fuͤr bewegliches Gut gehalten wird. Der Verkauf oder die Schenkung eines meublirten Hauſes (qune maison meublée) erſtreckt ſich nur auf meubles meublans(die eigentlichen Meubeln). 536. Der Verkauf oder die Schenkung eines Hanſes mit allem, was ſich darin befindet, erſtreckt ſich nicht auf das bare Geld, die ausſtehenden Forderungen, noch auf andere Gerecht⸗ ſamen, wovon die Urkunden in dem Hauſe aufbewahrt ſeyn moͤgen; alle uͤbrigen Mobiliar⸗Effecten ſind darunter Drittes. Capitel. Von den Guͤtern in Beziehung auf ihre Beſitzer 537. Privat⸗Perſonen haben das Recht uͤber die Guͤter, die ihnen zugehdren, frey zu verfuͤgen, unter den Einſchran⸗ kungen, welche durch die Geſitze feſtgeſetzt find. Guͤter, welche keiner Privat⸗Perſon zugehdren, werden nach den Formen, und unter Beobachtung der Regeln, die ihnen eigen ſind, verwaltet, und kdr anen nur gemaͤß dieſen peraͤußert werden. 538. Wege, Land⸗ und andere Straßen, weſche der Staat unterhaͤlt, Fluͤſſe und andere Waͤſſer, die ſchiffbar oder floßbar ſind, Ufer und Seekuͤſten, Plaͤtze, die das Meer ver laſſen hat, Häfen, Buchten, Rheden, und uͤberhaupt alle 152 M. Buch. HM. Tit. Von dem Eigenthum. Theile des franzöſiſchen Gebiethes, die kein Privat⸗Eigenthum ſeyn konnen, werden als Zugehoͤr des Staats⸗Eigenthums betrachter. 539. Alle ledige und pileoße Guͤter, und Guͤter tejei. gen, welche ohne Erben geſtorben ſind, oder deren Erbſchaften niemand angenommen hat, gehdren zum Staats⸗Eigenthum. 54o. Zu dem Staats⸗Eigenthum gehoͤren ferner die Thore, Mauern, Graäben, Wälle der Waffenplaͤtze(der als places de guerre bezeichneten Orte) und der Feſtungen. 541. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit den Terrains, den Feſtungswerken und Waͤllen derjenigen Orte, die keine Waf⸗ fenplatze(places de guerre) mehr ſind. Sie gehdren dem Staate, wenn ſie nicht guͤltig veraͤußert worden ſind, oder das Eigenthum davon wider ihn nicht verjaͤhrt worden iſt. Sa2. Gemeinde⸗Gäter ſind biejenigzen, an deren Eigen⸗ thum oder Ertrag die Einwohner einer oder tehrerer Gemein⸗ den ein erworbenes Recht haben. 543. An den Guͤtern kann man entweder ein Eigen⸗ thums⸗Recht, oder ein bloßes Nutzungs⸗Recht, oder nur Grund⸗Dienſtbarkeiten zu behaupten haben. Zweyter Titell. Von dem Eigenthum. (Deeretirt den a7. Januar 1304. Promulgirt den 6. Februar.) 544. Eigenthum iſt das Recht, eine Sache auf die un⸗ umſchraͤnkteſte Weiſe zu benutzen, und darüber zu ſchalten, vorausgeſeizt daß man keinen durch Geſetze oder Verordnun⸗ gen unterſagten Gebrauch davon mache. 545. Niemand kann gezwungen werden, ſein Eigenthum abzutreten, es ſey dann um des öffentlichen Nutzens willen, und vermittelſt einer gerechten und vorlaͤufigen Entſchaͤdigung.*) *) No LV. Gutachten des Staats⸗ Ratys uͤber die Vollziehung des 545. Art. des Geſetzbuches Napoleons, vom 1. Auguſt 1807, senehmiget vom Kaiſer den 13. Auguſt. u uu jingt⸗ wit — 9ir 3 u i mM Hit ſn ſiit du ſi hny he h 0 und hl i ſit 5 ung hi tht 6 kihe giht Un 0 d ii hu 5 n enihrn nthun deiin ſfn euhun, n, phu s, ne Pi ſen in d, u ni Ein nin 6hn tin ſihun) em ſuhn or genthn viln, un“ — oljehun 1 . Buch. lI. Tit. Von dem Eigenthum. 153 546. Das Eigenthum an einer Sache, ſie ſey beweglich oder unbeweglich, gibt ein Recht auf alles, was ſie hervor⸗ bringt, und was ſich als Zuwachs durch Natur oder durch Kunſt mit ihr vereiniget. Dieſes Recht wird das Recht des Fuwachſes genannt. Der Staats⸗Rath ꝛe. iſt über die Frage, ob die Mitwir⸗ kung der geſetzgebenden Gewalt nothwendig ſey, wenn der 345. Art. des Geſetzbuches Napoleons vollzogen werden ſoll, Der Meinung daß ſie in dieſem Falle nicht nothwendig iſt, und daß, nach der Natur der Sache ſelbſt, ſie nicht mit der gehörigen Sicherheit und Wuͤrde interveniren kann. Das Geſetz iſt nichts anders, als eine gemeinſchaftliche Regel fuͤr die Bürger; es ßiellt die allgemeinen Grundſätze auf, worauf ihre politiſchen und bürgerlichen Rechte beruhen. Die Frage, ob die Regel bey der Anwendung auf das Recht eines Privat⸗Mannes verletzt worden ſey, iſt eine einfache faetiſche Frage; es handelt ſich alsdann, die Regel zu beſolgen und nicht eine neue zu ſchaffen. Die Geſellſchaft hat ein Intereſſe dabey, daß ein Grundſatz nur durch jene Gewalt geändert werde, die ihn aufgeſtellt hat; das geſellſchaftliche Intereſſe wird durch einen Irrthum oder ſelbſt durch eine Ungerechtigkeit bey der Entſcheidung eines beſondern Falles nicht verletzt; dieß hat nur einen individuellen Nachtheil zur Folge. Auch die weiſeſten und deutlichſten Geſetze werden nie verhindern, daß Irrthümer oder Ungerechtigkeiten bey der Anwendung derſelben begangen werden. Man hat immer eine politiſche Gewährleiſtung darin gefunden, daß die nehmliche Gewalt, welche das Geſetz macht, nicht mit ſeiner Vollziehung beauftragt iſt. Es iſt übrigens unmöglich, daß das Geſetz in dieſem Falle mit Sicherheit und Würde handeln koͤnne. Mit Sicherheit, weil die Entſcheidung der factiſchen Frage groͤßtentheils von Local⸗Kenntniſſen abhängt, und das geſetzgebende Corps nicht ſo organiſirt iſt, daß es factiſche Fragen aufklären und beurtheilen kann; Die Würde dieſes Corps wird hiedurch verletzt, weil nau die Geſetzgeber'in bloße Richter verwandelt; und ſehr oft iſt noch der Gegenſtand des Urtheiles von einem ſehr unbedeutenden Intereſſe. Wenn man die verſchiebenen Conſtitutionen, die Frankreich regiert haben, zu Rathe zieht, ſo ſieht man, daß keine von ihnen die Mitwirkung des Geſetzes erfordert hat. Sieht man auf den — 154 U. Buch. II. Lit Von dem Eigenthum. Erſtes Capitel. Von dem Zuwachsrechte auf das, was die Sache hervorbringt. 547. Natuͤrliche oder durch Bearbeitung eordeb (Induſtrial-) Fruͤchte der Erde, Civil⸗Fruͤchte, Die Vermehrung des Viehes durch Junge gehoͤren dem Eigenthuͤmer kraft des Zuwachsrechtes, Gebrauch, ſo weiß man, daß nie gezwungene Perkäufe, die durch Anlegung von Landſtraßen und das Aligniren der Häuſer verurſacht woiden ſind, dem geſetzgebenden Corps vorgelegt wurden; und kaum findet man einige Beyſpiele von gezwungenen Perkäufen, welche durch andere Urſachen des öffentlichen Nutzens veranlaßt worden ſind. Das Eigenthums⸗Recht muß für vollkommen geſichert gehalten werden, ſowohl durch den allgemeinen Grundſatz, den das Geſetz aufgeſtellt hat, und den es allein nur aͤndern kann, als auch durch die Regelmäßigkeit der Formen, wodurch der öffentliche und wirk⸗ liche Nutzen eonſtatirt und der Preis des Gegenſtandes heſtimmt wird, welcher zu dieſem Zwecke verwendet werden ſoll. No. LVI. Geſetz uͤber die gezwungenen Verkaͤufe des offentlichen Nutzens wegen, vom s. März 1819. l. Tit. Allgemeine Verfügungen. Art. 1. Der gezwungene Verkauf des öffentlichen Nutzens wegen geſchieht durch die Juſtitz⸗Behörden. a. Die Gerichte können nur in ſo fern den gezwungenen Ver⸗ kauf erkeunen, als der Nutzen deſſelben in den durch das Geſetz beſtimmten Formen dargethan worden iß. 3. Dieſe Formen beſtehen, 1) In einem kaiſerl. Decrete, welches allein oͤffentliche Arbeiten oder Ankaͤufe von Plätzen oder Gebaͤuden verordnen die zum öffentlichen Nutzen beſtimmt ſind; 2 dem Beſchluſſe des Präfecten, welcher die Localitäten oder den Grund und Boden bei eichnet, worauf die Ar beiten geſchehen ſollen, wenn dieſe Bezeichnung nicht aus dem Decrete ſelbſt her⸗ vorgehr, und in dem ſernern Beſchluſſe, durch welchen der Präſeet das Wioat ſiin beſtimmt auf welches der geiwungene Vet⸗ 36, u u i n E .0 un ur iun 1 mn un ſ mmn Nh in whi ſ 9 hunn in 66) ihn . hriſt Pit un hr ii lin bl i ſih lih ſuit — bringt wh en k . it dui turſch hun welh worde hulte eſ hn irt⸗ iumt ichen ute n Pen — hiſ eit di ilh ſun u eſthn lif Mrit n H. Buch. 11 Tit. Von dem Eigenthum. 157 548. Fruͤchte, welche eine Sache hervorgebracht hat, gehören dem Eigenthuͤmer nur unter der Verbindlichkeit, die von einem Dritten verwendeten Koſten der Beſtellnug, Arbeit und Aus ſaat zu erſetzen. 4. Dieſe Anwendung kann auf kein Privat Eigenthum geſchehen, wenn nicht vorher die dabey intereſſirten Parteyen in den Stand geſetzt worden ſind, nach den hier unten augefuͤhrten Regeln ihre Siwendungen dagegen zu machen II. Lit. Von den Verwaltungs⸗ Maßregeln in Anſehung der Verkäufe. Die Ingenieure oder andere mit der Verfertigung der ange⸗ Arbeiten beauftragte Kunſtverſtändige müſſen, bevor ſie ſolche unternehmen, den Plan der plätze oder Gebaͤude aufneh⸗ men, deren Abtretung ſie fuͤr uothwendig halten. 6. Der Plan gedachter Privat⸗ Ligenthums⸗Stücke, welcher den Nahmen jedes Eigenthuͤmers enthalten muß, ſoll acht Tage lang bey dem Maire der Gemeinde, wo ſie liegen, hinterleg: bleiben, damit jeder davon Einſicht nehmen und keine unwiſſenheit vor⸗ ſchützen könne. Die Friſt von acht Tagen läuft nur von dem Zeitpunete an, wo die Jutereſſenten collectiviſch benachrichtiget worden ſind, von dem Plane Einſicht zu nehmen. WDie Benachrichtigung geſchieht mittelſt Trompetenſchall oder rommelſchlag in der Gemeinde und Anheftung an dem Haupt⸗ Thore der Kirche des Drtes und an jenem des Gemeinde⸗ Hauſes; daß gedachte Bekanntmachungen und Anheftungen geſchehen ſind, ſoll von dem Maire beſcheiniget werden. 7. Nach Ablauf der Friſt vereinigt ſich im Gebäude der Unter⸗ Praͤfeetur eine Commiſſion, welche von dem Unter⸗Praͤfecten des Bezirks praͤſidirt wird, und nebſtdem noch aus zwey von dem Prä⸗ fecten bezeichneten Mitgliedern des Bezirks⸗Rathes, dem Maire der Gemeinde, wo das Eigenthum liegt, und einem Ingenieur beſt 3 Bey dieſer Commiſſion werden die Geſuche und Klagen der eingereicht, welche behanpten, daß die Verfertigung der Arbeiten die Abtretung ihres Eigenthums nicht nach ſich zieht. Sie fordert Lie Eigenthümer ſo oft vor, als ſie es fuͤr dieulich erachtet. o. Wenn die Commiſſion der Meinung iſt, daß der Plan aus⸗ geführt werden ſoll, ſo ſett ſie die Beweggründe ihrer Reinung auteinauder. 136 H. Buch. I. Tit. Von dem Eigenthum. 549. Der bloße Beſitzer wird nur dann Eigenthuͤmer der Fruͤchte, wenn er ein redlicher Beſitzer iſt; im entgegengeſetz⸗ ten Falle iſt er verbunden, die Fruͤchte mit der Sache dem Eigenthuͤmer, der ſie vindicirt(zuruͤckfordert), zuruͤckzugeben. Iſt ſie der Meinung, daß einige Abänderungen gemacht werden müſſen/ ſo ſoll ſie ſolche nur dann vorſchlagen, wenn ſie zuvor die Eigenthümer, welche die Wirkungen dieſer Abaͤnderungen treffen wuͤrden, vernommen oder vorgefordert hat. Im Falle die venſchiedenen Eigenthümer nicht einerley Meinung ſind, ſo ſetzt die Commiſſion die Gründe eines jeden auseinander, und gibt ihr motivirtes Gutachten. 1o. Die Verrichtungen der Commiſſion beſchränken ſich auf die in den Art 3 und„ angefuͤhrten Gegenſtände; ſie muͤſſen in der Friſt eines Monats vom Ablauf der im 7. Art. erwähnten Friſt anzurechnen beendiget werden; hierauf wird das Protokoll von dem Unter⸗Präfecten dem Praͤfeeten zugeſendet. Der Praͤfect thut unmittelbar hierauf den Ausſpruch, und be⸗ ſtimmt entſcheidend die Stellen, auf denen die Arbeiten geſchehen ſollen. 11. Die Commiſſion und der Präfect haben auf keine Weiſe öber die Schwierigkeiten zu erkennen, welche ſich bloß uͤber den Preis der abzutretenden Grundſtücke erheben mögen. Wenn die Eigenthuͤmer und der Präfeet ſich über dieſen Punet nicht vereinigen, ſo haben die Gerichte darüber zu entſcheiden; eben ſo erkennen ſie über alle Beſchwerden, welche öber die Ver⸗ letzung der in dieſem und dem vorhergehenden Titel vorgeſchrie⸗ benen Regeln geſührt werden mögen. 12. Wenn die Eigenthuͤmer in die von ihnen verlangte Abtre⸗ tung und die von der Verwaltung ihnen vorgeſchlagenen Beding⸗ niſſe einwilligen, ſo ſoll von dieſen Eigenthuͤmern und dem Praͤfecten eine urkunde über den Verkauf errichtet werden; dieſe wird in der Form der Verwaltungs⸗Urkunden abgefaßt und die urſchrift hievon wird in den Archiven der Prafectur hinterlegt. I1I. Dit. Von dem Verfahren vor dem 5. I. Von dem gezwungenen Verkaufe. 13. Wenn in Ermangelung eines Vertrages unter den Par⸗ reyen der Beſchluß des Präfecten, welcher die abzutretenden Güter bezeichnet, durch ihn mit einer Abſchrift der übrigen Papiere dem kaiſerl. Proeurator bey dem Bezirks⸗Gerichte, wo die Güter liegen, seſchickt worden iſt, ſo ſoll dieſer kaiſerl. Proeurator in den drey 0 ſnh inſi In ſun — ſlzuen ſnn ſhin hihr ſifi in 6 d du dui u 4 uiic ſin iht uſ luh uiu iun P 1 ſheh unit un jm ie wit Mhi in iiſ merde engiſt he en ugeben, — t nerhe zun i n trefi Meinn eimne ſch u ſin i wihnn tuinl und iſchehen Peiſe den Punct niden; tPo. eſchtie Abtre⸗ Beding, tiſttn in de hieun 1 Wo en M nbin ere den liegen en d 7 M. Buch. II. Tit. Von dem Eigenthum. 157 550. Ein redlicher Beſitzer iſt derjenige, der kraft eines Titels(rechtlichen Grundes), wodurch das Eigenthum uͤber⸗ gehen kann deſſen Maͤngel ihm aber unbekannt ſind, als Eigenthuͤmer beſitzt. Von dem Augenblicke an, da er dieſe Maͤngel kennt, hoͤrt er auf, ein redlicher Beſitzer zu ſeyn. folgenden Tagen auf dis Vollziehung des gedachten Beſchluſſes antragen; das Gericht, wenn es keine Verletzung der im 1. und 2. Titel aufgeſtellten Regeln bemerkt, ermächtiget auf Einſehung gedachten Beſchluſſes den Präfecten, ſich in den Beſitz der darin bezeichneten Grundſtücke und Gebaͤude zu ſetzen, unter der Verbind⸗ lichkeit jedoch, ſich noch den übrigen Verfügungen des gegenwaͤr⸗ tigen Geſetzes zu richten. Dieſes Urtheil wird auf Betreiben des kaiſerl. Proeurators an dem Thore des Gerichtes angeheftet; es ſoll über dieß noch nach den im Art. 6 feſtgeſetzten Formen in der Gemeinde bekannt gemacht und angeheftet werden. 14. Wenn in den acht Tagen, die auf die in der Gemeinde geſchehenen Bekanntmachungen und Anheſtungen folgen, die Eigen⸗ thuͤmer oder einige derſelben behaupten, daß der öffentliche Nutzen nicht dargethan iſt, oder daß ihre Beſchwerden nicht unterſucht und entſchieden worden ſind, dieß alles nach den hier oben feſtgeſetzten Regeln, ſo können ſie eine Vittſchrift bey dem Gerichte übergeben, welches verordnet, daß ſie durch den kaiſerl. Proeurator dem Prä⸗ fecten mitsetheilt werde, und deſſen ungeachtet befehlen kann, daß jede Vollziehung des Beſchluſſes aufgeſchoben werden ſoll. Jn den auf dieſe Mittheilung folgenden fünfzehn Tagen ent⸗ ſcheidet das Gericht auf Einſehung der gegenſeitigen Schriften oder unmittelbar nach Ablauf dieſer Friſt bloß auf die vorgebrachten Aetenſuͤcke, ob die durch gegenwärtiges Geſetz vorgeſchriebenen Formen beobachtet worden ſind oder nicht. 15. Wenn das Gericht entſcheidet, daß die Formen nicht erfuͤllt worden ſind, ſo wird jede Vollſtreckung des Beſchluſſes auf eine unbeſtimmte Zeit aufgeſchoben, bis ſie erfuͤllt worden ſind; und der kaiſerl. Paveurator muß vermittelſt des General⸗Proeurators den Groß Richter hievon benachrichtigen, welcher die von der Ver⸗ waitung begangene Verleszung des Eigenthums zur Kenntuiß des Kaiſers bringt. 158 n. Vuch. II. Lit. Von dem Eigenthum. 8 weytes Capitel. Von dem Zuwachstechte auf das, was mit der Sache vereinigt, und ihr einverleibt wird. 561. Dem Eigenthuͤmer gehoͤrt alles, wäs ſich mit ſeiner Sache vereinigt, und ihr einverleibt wird, nach den Regeln, die hierunten anfseſtellt ſind. §. II. Von den 16. In allen Fällen,; wo der gezwungene Verkauf als geſet⸗ mäßig anerkannt oder als ſolcher vom Gerichte erklärt worden iſt⸗ und wo die Parteyen nur über den Betrag der den Eigenthuͤmern gebührenden Entſchaͤdigungen uneinig ſind, heſtimmt das Gericht den Werth dieſer Eurſchädigungen, wobey die gegenwärtigen Ver⸗ pachtungen, die vorher, jedoch in den letzten Zeiten, geſchehenen Verkäufe der nehmlichen oder angreuzenden Grundſtücke von der⸗ ſelben Beſchaffenheit, die Mutter⸗Rollen der Steuern und jede andere urkunde, welche das Gericht ſich verſchaffen kaun, zur Richtſchnur dienen ſollen. . Sind dieſe urkunden unzureichend, um das Gericht zu unterrichten, ſo kann es von Amts wegen einen oder drey Sach⸗ derſtändige ernennen; ihr Beritt bindet das Tribungl nicht, und dient nur zur Aufktärung der Eache. 15. Wenn dritte Perſonen als Nutzuietzer, Pächter oder Niether dabey ein Intereſſe haben ſo iſt der Eigenthümer gehalten, ſie vor Beſtimmung der Entſchädigung vorzuladen, damit ſie, was ſte betrifft, zu den darauf ſich beziehenden Handlungen mitwirken können; im entgegengeſetzten Falle haftet er allein für die Eurſcha⸗ digung, welche diefe letztern fordern können. Die Eutſchädigungen der hiebey intereſſirten britten gerſonen, welche alſo vorgefordert worden, oder als Jutervenienten aufge⸗ treten ſind werden in der nehmlichen Form wie jene der Eiten⸗ thümer beſtimmt. 10. Das Gericht iſt berechtigt, vor der Abſchätzung der Ent⸗ ſchädigungen, und wenn der Streit nicht die Hauptſache ſelbſt⸗ d. h. den gezwungenen Verkauf betrifft, nach der Beſchaffeuheit und Dringlichkeit der Arbeiten zu verordnen, daß die Perwaltung' in den Beſitz geſetzt werde; ſein Urtheil iſt ungehindert der Appel⸗ kation oder Oppoſition vollſtreckbar. te ju ſin ſu Enß ſ zit in ſiſt ſun in iun dm nn ulhe ſit di hiſ . ſi h n iin ni 1 Ru ſ mii it ſin Nyi is gi tdn hinn 6hiit ſeu Pe ſihem hn e unh jh in, in iht bich⸗ d Riethet ſe m niz ſi itnirten Euſcht uſun aſ bii du ku he ſüh hofulle runlun 1 ſi. Buch. U. Lit. Von dem Eigenthun. 1365 Erſter Abſchnitt. Pon dem Zuwachsrechte in Beziehung auf unbewegliche Suchen 552. Das Eigenthum an Grund und Boden zieht das Eigenthum an allem, was uͤber und unter der Dberflaͤche iſt, nach ſich. s. II. Von der Zahlung.— 2o. Jeder aus dem Beſitze geſetzte Eigenthünier ſoll zu Folge bes 545. Art. des Geſetzbuchs Napoleons entſchädiget werden. Wenn beſondere umſtände verhindern, daß die Zahlung der ganzen Entſchädigung oder eines Theils derſelben ſegleich geſchieht, ſo laufen die Intereſſen davon nach dem proviſoriſchen oder defni⸗ tioen Anſchlage der Entſchaͤdigung von dem Tage der Beſitzes⸗ Entſttzung; ſie ſollen von ſechs zu ſechs Monaten entrichtet werden, die Bezähluns des Capitals darf jedoch nicht über drey Jahre auf⸗ geſchoben werden, ausgenommen, wenn die Eigenthuͤmer darin einwilligen. z1. Wenn Intereſſen verfallen und von der wenait welcht he ſchuldig iſt, nicht bezahlt worden ſind, oder wenn die Haupt⸗ fumme oder ein Theil derſelben nicht in drey Jahren oder in den urch den Contract beſtimmten Friſten enttichtet worden iſt, ſo können die Eigenthümer und andere dabey intereſſirte Parteyen der Domainen⸗ Verwaltung in der Perſon ihres Directors im Depar⸗ temente, wo die Guͤter liegen/ eine Denkſchrift uͤberreichen, in welcher die ihnen ſchuldigen Summen angezeigt und der die Beweis⸗ ſtücke beygelegt ſind; dieſe Ueberreichung wird durch einen Empfang⸗ Schein des Directors oder durch einen Inſinuations⸗Aet eines Huiſſier eonſtatirt(in Gewißheit geſetzt). Wenn binnen den dreyßis darauf folgenden Tagen die Zahlunz nicht geleiſtet worden iſt, ſo können die Eigenthuͤmer»der andere dabey intereſſirte Parteyen die Domainen Verwaltung bey Gerichte belangen, um zur Pezahlung der ihuen ſchuldigen Summen zut Entlaſiung der ſaumſeligen Verwaltung verurtheilt zu werden; die Zurückzahlung geſchieht auf die im 24. Art. ausgedruckte Weiſe. 22. Bevor uͤber die Regreß Klage gegen die Somainen⸗Ver⸗ wa tung entſchieden wird, kann der kaiſerl. Procurator darauf an⸗ tragen, daß die Sache auf ein bis zwey Monate aufgeſchoben werde⸗ 160 n. Buch. I. Tit. Von dem Eigenthum. Auf der Oberflaͤche kann der Eigenthuͤmer alle Pflanzun⸗ gen und Anlagen(constructions) machen, die er fuͤr gut findet, mit Vorbehalt der Ausnahmen, die unter dem Titel von den Servituten oder auf Grund und Boden den Dienſibarkeiten feſtgeſetzt ſind. Unter der Oberflaͤche kann er alle Anlagen und Gruben machen, die er fuͤr gut findet, und aus dieſen Gruben alle Pro⸗ um den Groſ⸗Richter, Juſtitz⸗Miniſter hievon zu benachrichtigen; das Gericht muß in dieſem Falle dem Antrage willfahren. 2z. Wenn während dieſes Aufſchubs keine Verwaltungs⸗Maß⸗ regel ergriffen worden iſt, um die Zahlung zu leiſten, ſo entſcheidet das Gericht nach Ablauf der Friſt. 24. Wenn die Domainen⸗Verwaltung zu Folge der kraft obiger Verfügungen gegen ſie erlaſſenen Urtheile zur Entlaſtung anderer Verwaltungen ihre eigenen Gelder hergegeben hat, ſo wendet ſie ſich an die Regierung, welche ihr ſolche zurückerſtatten oder in Rechnung gelten läßt, je nachdem es die Beſchaffenheir det Sache erfordern mag. IV. Tit. Allgemeine Verfugungen. as. In allen Fällen, wo Hypotheken auf dem Grundſtücke haften, Arreſte oder Oppoſitionen von dritten Perſonen gegen die Bezahlung der Gelder an den entſetzten Eigenthümer oder an die ihres Genuſſes beraubten Nutznießer oder Miether gelegt ſnd, ſollen die ſchuldigen Summen, ſo wie ſie verfallen, hinterlegt wer⸗ den, damit ihre fernere Verwendung oder Vertheilung in der Rang⸗ ordnung und nach den Regeln des gemeinen Rechtes geſchehen koͤnne. 26. So oft man ſich an das Gericht wenden muß, um die Beſitzes⸗Entſetzung verordnen zu laſſen oder ſich ihr zu widerſetzen⸗ um die Entſchaͤdigung zu beſtimmen oder ihre Zahlung zu erhalten, um die Hypotheken von den abgetretenen Grundſtücken auf andere zu übertragen, iſt das Verfahren ſummariſch; die urkunden, welche der Einregiſtrirung tetwofen ſind, werden unentgeltlich einte⸗ ziſtrirt. bereitenden als End⸗Urtheilen vernommen. 27. Die Verfügungen des Geſetzes vom 16. September 1807 oder aller andern Geſetze, welche mit den gegenwärtigen nicht üͤber⸗ einſtimmen, ſind abgeſchafft. . Der kaiſerl. pno wird jedes Mahl ſowohl vor den vor⸗ 6 ſih iſh zui pun 5 ſſ ſit zin i e 46 ſwe U ſich jy jier nhn zu i iſten, Guhn le hizen 3 ſſhi tulig audun et ſi her it 6⸗ ſict n die n die fid, R wer⸗ Jonp töm. m hi ſhin halen und wel inn⸗ 0 t 10 in⸗ Ki. Buch. IH. Tit. Von dem Eigenthum. 161 tucte ziehen, die ſie darbierhen mögen, jedoch unter den Einſchraͤnkungen, die ſich aus den Geſetzen und Verordnun⸗ gen uͤber die Bergwerke, und aus den Polizey⸗Geſetzen und Verordnungen ergeben. 553. Bey allen Anlagen, Pflanzungen und Werken, die ſich auf einem Grundſtuͤcke oder im Innern befinden, tritt die Vermuthung ein, daß ſie der Eigenthuͤmer auf ſeine Koſten angelegt hat, und daß ſie ihm zugehöten, wenn nicht das Gegentheil erwieſeu wird; ohne Abbruch des Eigenthums, das ein Dritter an einem unterirdiſchen Baue unter dem eines andern, oder an irgend einem andern Theile des Gebändes durch Verjährung erworben haben, oder noch érwerben mag. 554. Der Cigenthuͤmer des Grund und Bodens, welcher Anlagen, Pflanzungen und Werke mit Materialien, die ihm nicht zugehdrten, gemacht hat, muß den Werth davon zah⸗ len; den Umſtaͤnden nach kann er auch zum Erſatze des Schadens und des entbehrten Gewinns verurtheilt werden: aber der Eigenthuͤmer der Materialien hat nicht das Recht, ſie hinwegzunehmen. §55. Sind die pflanzungen, Anlagen und Werke von einem Dritten und mit ſeinen Materialien gemacht worden? ſo hat der Eigenthuͤmer des Grund und Bodens das Recht, entweder ſie zu behalten, oder die ſen Dritten zu zwingen⸗ daß er ſie wegnehme. Verlangt der Eigenthuͤmer des Grund und Bodens, daß die Pflanzungen und Anlagen hinweggeſchafft werden, ſo geſchieht das Hinwegſchaffen auf Koſten desjenigen, der ſie gemacht hat, und dieſer erhaͤlt hiefuͤr keine Eutſchaͤdizung; nachdem ſich die Sſche verhoͤlt, kann er fogar verurtheilt werden, den Schaden und entbehrten Gewinn fur den Nach⸗ theil, den der Cigenthuͤmer des Vodens erlitten haben mog⸗ zu erfetzen. Will der Eigenthuͤmer dieft Pflanzungen und Anlagen lieber behalten, ſo iſt er den Werth der Marerialien und den 162 n. Buch. n. Tit. Von dem Eigenthum. Arbeitslohn zu erſetzen verbunden, ohne Ruͤckſicht auf die mehr oder minder betächtliche Erhoͤhung, welche der Boden dadurch an Werth erlangt haben mag. Wenn indeſſen die Pflan⸗ zungen, Anlagen und Werke von einem dritten Beſitzer ge⸗ mocht worden ſind, dem zwar das Eigenthum durch Urtheil abgeſprochen, der aber, als redlicher Beſitzer, zu keinem Fruͤchtenerſatz verurtheilt worden iſt, ſo kann der Eigentho⸗ mer die Wegranmung der g⸗dachten Werke, Pflanzungen und Anlagen nicht fordern; er hat aber die Wahl, entweder den Werth der Materialien und des Arbeitslohns, oder eine Summe zu erſetzen, welche derjenigen gleich kommt, welche der Boden an Werth erhoͤht worden iſt.— §56. Anſchwemmungen und Zuwuͤchſe, die ſich nach und nach und unmerklich an Grundſtuͤcken bilden, welche an einen Fluß oder Strom angrenzen, heißen Alluvion⸗ Die Alluvion gereicht dem angrenzenden Eigenthuͤmer zum Portheile, der Fluß oder Strem, wobon die Rede iſt, mag ſchiffbar, floßbar ſeyn oder nicht, unter der Bedingung, im erſten Falle den zum Fußſteige und Leinpfade gehoͤrigen Raum nach Vorſchrift der Verordnungen freyzulaſſen. 537. Eben ſo verhalt es ſich mit plaͤtzen, welche das ſließende Waſſer verläßt, indem es ſich unmerklich von einem Ufer zuruͤckzieht, und auf das andere anwirft: der Eigenthuͤ⸗ mer des verlaſſenen Ufers hat den Vortheil des Anwuchſes, ohne daß der ufer⸗Eigenthuͤmer der entgegengeſetzten Seite den Grund in Anſpruch nehmen koͤnne, den er verloren hat. In Anſehung der vom Meere verlaſſenen Plaͤtze hat dieſes Recht nicht Statt. 558. Die Alluvion hat bey Seen und Teichen nicht Statt⸗ Der Eigenthumer derſelben behaͤlt allemahl den Boden, den das Waſſer bedeckt, wenn es bis zur Hoͤhe des Abfluſſes des Teiches geſtiegen iſt, obgleich die Maſſe des Waſſers ſich nachher vermindert. umgekehrt erwirbt der Eigenthuͤmer des Teiches kein Recht anf die angrenzenden Grundſtuͤcke, welche ſein Waſſer bey einer außerordentlichen Hoͤhe bedeckt⸗ bii 3 jn in mhu inn ſn 6 Nnit jihe hb jio in9 ſihn wh pz lid h In di inh i ie mh dedu Pfln Urhil fihn genhi nn ntwen der in ſch m n eine r zun n in Run einen enthi⸗ uchſe, ite dn ſt. tdieſ Sttit d bfuſ Pyſit nRett ſi H. Buch. H. Tit. Von dem Sigenthum. 163 bar ſeyn oder nichr, durch plotzliche Gewalt ein betraͤchtlicher und kennbarer Theil eines angrenzenden Feldes abgeriſſen, und einem unterhalb oder am entgegengeſetzten Ufer gelegenen Felde zugefuͤhrt, ſo kann det Eig uthuͤmer des abgeriſſenen 559. Wird von eknem Fluſſe oder Strome, er mag ſchiff⸗ Stuͤckes ſein Eigenthum zuruͤckfordern. Er iſt aber gehalten in Jahresfriſt ſeine Klage anzuſtellen. Spaͤterhin wird er damit nicht gehoͤrt, es ſey dann, daß der Eigenthuͤmer des Feldes, womit das abgeriſſene Stuͤck vereinigt worden iſt, den Beſitz davon noch nicht ergriffen habe. 560. Große und kleine Inſeln und Anwuͤchſe, die ſich in dem Vette der Fluͤſſe oder ſchiffbaren oder floͤßbaren Ströme bilden, gehdren dem Staate, wenn nicht eine beſondere Er⸗ werbungs⸗Urkunde oder Verjaͤhrung ihm entgegen ſteht. F 561. Inſeln und Anwuͤchſe, wenn ſie in Gewaͤſſern ſich bilden, die nicht ſchiffbar und nicht flößbar ſind, gehören den Eigenthuͤmern, welche auf der Seite angrenzen, wo die Inſel entſtanden iſt. Hat ſich die Inſel nicht ganz außf einer Seite gebildet, ſo gehört ſie den angrenzenden Eigenthuͤmern der beyden Seiten, von der Linie anzurechnen, die man durch die Mitte des Fluſſes im G⸗danken zieht. 56. Wenn ein Fluß oder Strom ſich einen neuen Arm bildet, und dadurch das Feld eines angrenzenden Eigenthuͤ⸗ mers abſchneidet und ſo umgibt, daß es zur Inſel wird, ſo behaͤlt dieſer Eigenthuͤmer das Eigenthum ſeines Feldes, ſelbſt dann, wenn die Inſel ſich in einem Fluſſe oder in einem andern ſchiffbaren oder floßbaren Waſſer gebildet hat. 563. Wenn ein Fluß oder Strom, er mag ſchiffbar, floß⸗ bar ſeyn oder nicht, ſeinen Lauf veraͤndert, und ſein altes Flußbett verläßt, ſo nehmen die Eigenthuͤmer der neuerdings unter Waſſer geſtzten Grundſtuͤcke zur Entſchaͤdigung das alte verlaſſene Flußbett, und zwar jeder nach Verhaͤltniß des Grund und Bodens, der ihm entriſſen worden iſt. 564. Tauben, Kaninchen, Fiſche, die in ein anderes Taubenhaus, Kaninchen⸗Gehaͤge oder in einen andern Fiſch⸗ 164 1. Buch. I. Lit. Von dent Eigenthum. teich uͤbergehen, gehoͤren dem Eigentbuͤmer dieſer Gegenſtaͤnde, ſo fern ſie nicht durch Betrug und Kunſtgriffe herbeygelvckt wonden ſind⸗ Zweyter Abſchnitt. Pon dem Zuwachs⸗Rechte in Beziehung guf bewegliche Sachen 565. Das Zuwachs⸗Recht, wenn es zwey bewegliche Sachen zum Gegenſtande hat, die zwey verſchiedenen Herren zugehören, iſt ganz den Grundſätzen der natuͤrlichen Billigkeit untergeordnet⸗ Folgende Regeln ſollen dem Richter zum Muſter dienen, um in den nicht vorgeſehenen Faͤllen ſich nach den beſondern Umſtänden zu beſtimmen? 566. Sind zwey Sachen, welche verſchiedenen Herren zugehdren, dergeſtalt miteinander vereinigt worden, daß ſie zwar ein Ganzes bilden, jedoch voneinander getrennt werden konnen, ſo daß eine ohne die andere beſtehen kann, ſo gehort das Ganze dem Herrn der Sache, welche den Haupttheil ausmacht, unter der Verbindlichkeit, dem andern den Werth der Sache zu zahlen, die hiemit vereiniget worden iſt. 567. Als Haupttheil wird diejenige Sache angeſehen⸗ womit die andere nur zum Gebrauche, zur Verzierung oder zur Ergänzung der erſten vereiniget worden— §68. Iſt jedoch die vereinigte Sache von viel groͤßerm Werthe, als die Hauptſache„und iſt ſie ohne Vorwiſſen des Eigenthuͤmers hiezu gebraucht worden, ſo kann dieſer verlan⸗ gen, daß die vereinigte Sache davon getrennt und ihm zuruͤck⸗ gegeben werde, ſelbſt dann, wenn dadurch die Sache, welcher ſie hinzugefuͤgt worden iſt, um etwas verſchlimmert werden koͤnnte. §60. Wenn von zwey Sachen, die miteinander vereinigt worden ſind, um ein Ganzes zu bilden, die eine nicht als Zubehör der andern angeſehen werden kann, ſo wird diejenige fuͤr die Hauptſache gehalten, welche an Werth, oder wo vieſer auf beyden Seiten bevnahe gleich iſt, an kdrperlichem Umfangs die betraͤchtlichſte iſt⸗ ſ kuf, bih in 6h hin ſin bſ ſ, — ſih Ul dn g u zu i ſ inhe geloh iher uzlite Henn iliglt iene ſonden hemn d ſi werden gehit uheil Verh ſchen⸗ g oder rößem ſen d verlan zuit⸗ welhe werden teri icht dieſen der elihm . Buch. U. Tit. Ven dem Eigenthum. 165 570. Hat ein Kuͤnſtler oder irgend ein anderer einen Stoff, der ihm nicht zugehoͤrte, dazu gebraucht, um eine Sache von einer neuen Gattung zu bilden, ſo hat derjenige, dem der Stoff zugehoͤrte, das Recht, die hieraus gebildete Sache zu verlangen, vorauegeſetzt, daß er den Werth der hierauf verwendeten Arbeit vergutet, der Stoff mag uͤbrigens ſeine vorige Form wieder annehmen koͤnnen oder nicht. 571. Wäͤre inzwiſchen die Arbeit von ſo großem Belange, daß ſie den Werth des gebrauchten Stoffes bey weitem uͤber⸗ ſtieg, ſo wuͤrde die hieran verwendete Muͤhe fuͤr die Haupt⸗ ſache gehalten, und der Arbeiter haͤtte das Recht, die ver⸗ arbeitete Sache zu behalten, wenn er den Preis des Stoffs dem Eigenthuͤmer verguͤtet. 572. Hat jemand theils eigenen, theils fremden Stoff gebraucht, um eine Sache von einer neuen Gattung zu bilden, und von beyden Stoffen iſt weder der eine noch der andere ganz zerſtoͤrt, jedoch ſo, daß ſie nicht fuͤglich getrennt werden koͤnnen, ſo iſt die Sache unter beyden Eigenthuͤmern gemein⸗ ſchaftlich, der eine hat nach dem Betrage des Stoffes, der ihm zugehdrte, der andere nach dem Betrage ſowohl des Stoffes, der ihm zugehoͤrte, als auch des Werthes ſeiner Arbeit, einen Theil daran. 573. Iſt durch Miſchung m hrerer verſchiedenen Eigen⸗ thuͤmern zugehdriger Stoffe, wovon jedoch keiner als der Hauptſtoff angeſehen werden kann, eine Sache hervorgebracht worden, und die Stoffe laſſen ſich voneinander trennen, ſo kann derjenige, ohne deſſen Vorwiſſen dieſelben gemiſcht worden ſind, auf ihre Trennung antragen. Konnen die Stoffe nicht mehr fuͤglich getrennt werden, ſo erwerben ſie daran gemeinſchaftlich das Eigenthum, jeder nach Verhaͤltniß der Quantitaͤt, der Qualität und des Wer⸗ thes des ihm zugehdrigen Stoffes⸗ 574. War der Stoff, der einem der Eigenthuͤmer zuge⸗ hoͤrte, der Quantitaͤt und dem Werthe nach bey weitem von groößerm Belange als der andere, ſo kann der Eigenthuͤmer 16 IM. Buch. M. Lit. Von dem Nießbranche ꝛe. des Stoffes, welcher einen hoͤhern Werth hat, die aus der Miſchung entſtandene Sache verlangen, wenn er dem andern den Werth ſeines Stoffes verguͤtet. 575. Bleibt die Sache unter den Eigenthuͤmern der Sufe, woraus ſie gebildet worden iſt, gemeinſchaftlich, ſo muß ſie fuͤr gemeinſchaftliche Rechnung verſteigert werden. 576. Der Eigenthuͤmer, deſſen Stoff ohne ſein Vor⸗ wiſſen gebraucht worden iſt, um eine Soche von einer andern Gattung hervorzubringen, hat in„llen Fällen, worin er das Eigenthum dieſer Sache i in Anſpruch nehmen kann, die Wahl, auf Wiedererſtattung ſeines Stoffes in derſelben Gattung, Quamtität, Gewicht, Maß und Gute, oder auf Zahlung ſeines Werthes anzutragen.* 577. Wer Stoffe, die einem andern zugehdren, ohne deſſen Vorwiſſen, gebraucht hat, kann ebenfalls den Umſtaͤn⸗ den nach zum Erſatze des Schadens und entbehrten Gewinns verurtheilt werden, und es kann außerdem noch, im eintre⸗ tenden Falle, ein Witeliche F wider ihn Statt haben. S Pon Nießbrauche, dem Gebrauche und der Wohnung. (Deeretirt den zo. Januar 06. Promulgirt den 9. Suu Erſtes Capitel. Von dem Nießbrauche. 578. Der Nießbrauch iſt das Recht, die Sachen, an welchen ein anderer das Eigenthum hat, wie der Eigenthuͤmer ſelbſt zu benutzen, mit der PVerbindlichkeit jedoch, ihre Sub⸗ ſtanz zu erhalten. 57 Der Nießbrauch wird entweder durch das Geſetz oder durch den Willen eines Menſchen ertheilt.— b ub ip 5 uzli mi ſn, zw u d M 1 be uden Suß. Pe anden er d Pih, itung, ſein h nſin⸗ riyns intte⸗ ölgtt dder unt) u, n thün Eu⸗ n. Buch. III. Tit. Von dem Nießbrauche ꝛe. 167 580. Der Nießbrauch kann jemanden entweder unbedingt⸗ oder bis zu einem gwiſſen Tage oder unter einer Poinehns eingeroͤumt werden. 581. Er kann an jeder Gattung beweglicher oder unbe⸗ weglicher Guͤter geſtattet werden. Erſter Ab ſchnitt. Von den Rechten des Nießbrauchers. 382. Der Rießbraucher hat das Recht, jede Gattung von Fruͤchten zu ziehen, welche der Gegenſtand hervorbringen kann, woran ihm der Nießbrauch zuſteht, es ſeyen natuͤrliche, Induſtrial- oder Civil⸗Fruͤchte. §83. Natuͤrliche Fruͤchte ſind diejenigen, welche die Erde aus eigener Kraſt hervorbringt. Die Erzeugniſſe der Thiere und die Vermehrung derſelben durch Junge find gleichfalls natuͤrliche Fruͤchte. Induſtrial⸗ Fruͤchte eines Grundſtuͤckes ſind diejenigen, welche man durch deſſen Bearbeitung erhaͤlt. 589. Civil⸗Fruͤchte ſind die Miethgelder der Haͤuſer, die Zinſen von exigiblen Summen(die man kann), der Betrag der Renten. Unter die Civil⸗Fruͤchte wird auch der pacht⸗Ertrag der Landguͤter gerechnet. §585. Natuͤrliche und Induſtrial⸗Fruͤchte, welche in dem Augenblicke, da der Nießbrauch erdffnet wird, am Baume oder Stocke hängen, oder auf dem Halme ſtehen, gehoͤren dem Nießbraucher. Diejenigen, die in dem ungenblice, da der Rießbrauch ſich endiget, ſich in demſelben Zuſtande befinden, gehoren dem Eigenthuͤmer, ohne daß einer dem andern die Beſtel⸗ ungs⸗ und Saat⸗Koſten zu verguͤten hat; war aber beym Anfange oder bey Erloͤſchung des Nießbrauches ein Theil⸗ paͤchter auf dem Gute, ſo bleibt dieſem ſein Antheil an den Fruͤchten vorbehalten. 586. Bey Civil⸗Fruͤchten wird als Grundſatz angenommen, daß man ſie Taz fuͤr Tag erwirbt. Sie gehören dem? Nieß— 165 I. Buch. III. Tit. Pon dem Nießbrauche ze. braucher nach Verhaͤltniß der Dauer ſeines Nießbrauches, Dieſe Regel iſt auf den Pacht⸗Ertrag der Landguͤter, wis auf die Miethgelder der Haͤuf⸗ r und andere Eivil⸗ Fruͤchte anwendbar. 587. Erſtreckt ſich der Nießbrauch auf Sachen, die man nicht gebrauchen kann, ohne ſie zu verbrauchen, als auf Geld, Getreide, Getraͤnke, ſo hat der Nießbraucher das Recht, ſich derſelben zu bedienen„ aber unter der Verbind⸗ lichkeit, bey Erloͤſchung des Nießbrauches Sachen von gleicher Quantität, Qualität und Werth oder deren Schätzungspreis zu erſetzen. 588. Der Nießbrauch einer ent gibt ebenfalls dem Nießbraucher das Recht, waͤhrend ſeines Nießbrauches den Betrag derſelben zu ziehen, e zu einem Erſatz verbunden zu ſeyn. 589. Begreift der Nießbrauch Sachen, die durch den Gebrauch zwar nicht gleich verbraucht, aber doch almählich verſchlimmert werden, als Leinwand, Meubeln, ſo hat der Nießbraucher das Recht, ſie zu dem Zwecke, wozu ſie be⸗ ſtimmt ſind, zu. ze und iſt bey Endigung des Nieß⸗ brauchs nur verbunden, ſie, nicht durch ſeine Argliſt oder durch ſein Verſchulden verſchlimmert, in dem Staode zuruck⸗ zugeben, worin ſie ſich dann befinden. 500. Begreift der Nießbrauch Schlagholz, ſo iſt der Nießbraucher verbunden, die Ordnung und den umfang der jedesmahligen Schlaͤge, nach der von den Eigenthuͤmern gemachten Eintheilung oder ſtets von ihnen befolgten Bewirth— ſchaftung zu beobachten. In keinem Falle gebuͤhrt indeſſen dem Nießbraucher oder ſeinen Erben Entſchaͤdianng fuͤr den gewohnlichen Abtrieb des Schlagholzes, der Laßreiſer oder der hochſtaͤmmigen Bärme, den er waͤhrend ſeiner Nut ung nicht vorgenommen haben mag. Baͤume, die man aus einer Vaumſchule ziehen kann, opnt ſie in Verſall und Abnahme gerathen zu laſſen, machen sbenfalls nur unter der Bedingung einen Theii der Nutzui ſ⸗ . ſſt Ki ufi M, ufb ue n u wh hit mi Ji Bi iſe u er 6 i huu ſih uche, , i uh ie mn ls uf er da ethih gliihe wihn ls ei hn hnie ſch ben nihlich t der be⸗ ode md⸗ ſt de ufon imen eitt indeſin fir in ſer edh Ruhu nocht II. Buch. MI. git. Von dem Nießbrauche ꝛe. 16 fung aus, daß der Nießbraucher ſich in Beziehung auf das Wiederanpflanzen nach den Orts⸗Gebraͤuchen richte. 5901. Der Nießbraucher benutzt ferner die Wald⸗Diſtricte der hochſtaͤmmigen Geholze, die in ordentliche Schlage ein⸗ getheilt ſind, ſey es, daß dieſe Schlage zu beſtimmten Zeiten auf einem gewiſſen Umfange des Bodens vorgenommen wer⸗ den, oder daß eine beſtimmte Zahl Baͤume ohne Unterſchied auf der ganzen Oberflaͤche des Gutes gefaͤllt wird; indeſſen hat er ſich allemahl nach den Faͤllungs⸗Epochen und der Ge⸗ wohnheit der alten Eigenthuͤmer zu richten. 502. In allen andern Faͤllen iſt es dem Nutznießer nicht erlaubt, der hochſtaͤmmigen Baͤume ſich anzumaßen. Nur die durch Zufall ausgeriſſenen oder zerbrochenen Baͤume(Wind⸗ bruͤche) darf er zu den Reparaturen verwenden, die er zu machen verbunden iſt. Im Nothfalle iſt er ſogar berechtiget, Baͤume zu dieſem Ende faͤllen zu laſſen, jedoch unter der Bedingung, daß er vorher dieſe Nothwendigkeit mit dem Eigenthuͤmer ausmitteln(conſtatiren) laſſe. 593. In den Holzungen darf er Pfaͤhle fuͤr die Wein⸗ berge nehmen; er darf ebenfalls von den Baͤumen juͤhrliche oder periodiſche Nutzungen ziehen, alles nach dem Gebrauche des Landes oder der Gewohnheit der Eigenthuͤmer. 504. Abgeſtandene Obſtbaͤume, ſelbſt diejenigen, die durch Zufall ausgeriſſen oder zerbrochen ſind, gehoͤren dem Nieß⸗ braucher, mit dem Bedinge, ſie durch andere zu erſetzen. §505. Der Nießbraucher kann die Nutzungen entweder ſelbſt ziehen, oder ſein Recht einem andern verpachten, oder es ſogar verkaufen, oder unentgeltlich uͤbertragen. Gibt er es in Pachtung, ſo hat er in Anſehung der Epochen, wo die Pacht⸗Contracte erneuert werden muͤſſen, und in Anſehung ihrer Dauer ſich nach den Regeln zu richten, welche unter dem Titel von dim Heiraths Contracte und den gegen⸗ ſeitigen Rechten der Ehegatten fuͤr den Mann in Beziehung auf die Guͤter der Frau feſtgeſetzt ſind. 170 n. Buch. III. Tit. Von dem Nießbrauche ꝛe. 506. Der Nießbrancher zieht die Nutzungen des an der Sache, wovon er den Nießbrauch hat, durch Alluvion ent⸗ ſtandenen An⸗ und Zuwachſes. 597. Er hat den Genuß der Grund⸗Gerechtigkeiten, des Rechtes ſeinen Weg uͤber eines andern Grund zu nehmen, und uͤberhaupt aller Rechte, welcher der Eigenthuͤmer genießen kann, und genießt ihrer, wie der Eigenthuͤmer ſelbſt. 598. Er genießt ferner auf eben die Weiſe, wie der Eigen⸗ thuͤmer, der Bergwerke und Steinbruͤche, die beym Anfange des Nießbrauchs in wirklichem Betrieb ſind. Wenn indeſſen von einem Berzbaue die Rede iſt, der ohne Conceſſion(be⸗ ſondere Erlaubniß) nicht angelegt werden darf, ſo kann der Nießbraucher ihn nicht eher benutzen, als bis er die Erlaub⸗ niß hiezu von dem Kaiſer erhalten hat. Er hat kein Recht auf Bergwerke und Steinbruͤche, die noch nicht eroͤffnet ſind, auf Torfgruben, worin man noch keinen Torf zu graben angefangen hat, noch auf den Schatz⸗ der waͤhrend des Nießbrauchs entdeckt werden moͤchte. 599. Der Eigenthuͤmer danf durch eigenes Unternehmen, oder auf was Art es immer ſeyn moge, den Rechten des Nießbrauchers keinen Abbruch thun. Von ſeiner Seite hat der Nutznießer, bey civigu des Nießbrauches, fuͤr die Verbeſſerungen, die er gemacht zu haben behaupten moͤchte, krine Entſchaͤdigung zu fordern, wenn gleich der Werth der Sache dadurch erhoͤht worden waͤre. Er, oder ſeine Erben koͤnnen inzwiſchen die Spiegel, Gemaͤhlde und andere Verzierungen, die er aufhaͤngen oder aufſtellen ließ, zuruͤcknehmen, jedoch unter der Bedingung, die Plaͤtze(lieus), wo ſie angebracht waren, in ihren vorigen Stand wieder herzuſtellen. 3 weyter Ab ſchnitt. Von den Verbindlichkeiten des Nießbrauchers. 600. Der Nießbraucher nimmt die Sachen in dem Zuſtande, worin ſie ſich befinden; aber er darf den Genuß nicht eher uhe M. iin ſii ſhn h. un h win iit in M w tn bo e ug ſin uft, Min lin ſe bn 0 ſin in ſiſt ni an de on elt , d3 n, un ritſtt tEiz ujnn indeſn ſon(t un d Eilu he, di n wch Gchut, hmen, en des ng de haben „wen t. Sitgt, gen tin dinzuh prih uſt cht the 11. Buch. lII. Tit. Von dem Nießbrauche ꝛe. 171 antreten, als bis er in Gegenwart des Eigenthuͤmers, oder da dieſer doch gehdrig dazu berufen worden, ein Inventar der Mobilien hat errichfen, und den Zuſtand der Immobilien, die dem Nießbrauche unterworfen ſind, hat aufnehmen laſſen. 601. Er ſtellt Buͤrgſchaft, daß er die Sache wie rin guter Hausvater benutzen wolle, wenn er durch den Pet, der ihm den Nießbrauch gewaͤhrt, hievon nicht befreyt iſt; inzwiſchen ſind Vater und Mutter, weiche an dem Vermogen ihrer Kinder den geſetzlichen Nießbrauch haben, und derjenige⸗ der unter dem Vorbehalte des Nießbrauches verkauft oder geſchenkt hat, nicht ſchuldig, Buͤrgſchaft zu ſtellen. 602. Findet der Nießbraucher keinen Buͤrgen, ſo werden die Immobilien verpachtet, oder einem Dritten in Verwal⸗ tung gegeben(ſequeſtrirt); Vares Geld, welches unter dem Nießbrauche begriffen iſt, wird rentbar angelegt; Nahrungs⸗Mittel werden verkauft, und der hieraus ein⸗ gehende Preis wird ebenfalls angelegt; Die Zinſen dieſer Geldſummen, und der Pacht⸗Betrag gehdren in dieſem Falle dem Nießbraucher. 603. Hat der Nießbraucher keine Buͤrgſchaft geſtellt, ſo iſt der Eigenthuͤmer berechtiget zu fordern, daß die Mobilien, welche durch den Gebrauch an ihrem Werthe verlieren, ver⸗ kauft, und der Kaufſchilling ſo, wie jener der Nahrungs⸗ Mittel, rentbar angelegt werde, und der Nutznießer bezieht alsdann während ſeines Nießbrauches die Zinſen. Je nachdem die Umſtaͤnde beſchaffen ſind, kann inzwiſchen der Nutznießer verlangen, und das Gericht verordnen, daß ihm ein Theil der Mobilien, die er zu ſeinem Gebrauche nothig hat, unter ſeiner bloß eidlichen Verſicherung und mit dem Bedinge ge⸗ laſſen werde, daß er ſie zurückliefere, wenn der Nießbrauch erloſchen iſt. 604. Durch die Verzögerung in Stellung der Buͤrgſchaft verliert der Nießbraucher die Fruͤchte nicht, woran er ein 172 n. Buch. III. Tit. Von dem Nießbrauche xe. Recht haben mag. Sie gebuͤhren ihm von dem Augenblicke an, da der Nießbrauch ſeinen Anfang genommen hat. 605. Der Nießbraucher iſt nur zu den Reparaturen ver⸗ bunden, welche erforderlich ſind, um die Sache in Bau und Beſſerung zu erhalten. Haupt⸗Reparaturen bleiben dem Eigenthuͤmer zur Laßt, es ſey dann, daß ſie deßwegen nothwendig geworden, weil ſeit dem Anfange des Nießbrauches die zur Unterhaltung erforderlichen Ausbeſſerungen umterlaſſen worden ſind, in welchem Falle der Rießbraucher auch zu jenen verbunden iſt, 606. Haupt⸗Reparaturen ſind jene der Hauptmanuern und Gewölbe, Wiederherſtellung der Balken und ganzer Dächer; Wiederherſtellung der Daͤmme, der Mauern, worauf ein Gebaude ruht, und der Ringmauern, gleichfalls im Ganzen. Alle uͤbrigen Reparaturen ſind Ausbeſſerungen, welche zur Unterhaltung erfordert werden. 6o7. Weder der Eigenthuͤmer, noch der Nießbraucher, ſind ſchuldig, wieder aufzubauen, was vor Alter zuſammen⸗ gefallen oder durch Zufall zerſtoͤrt worden iſt. 6os. Der Nießbraucher hat waͤhrend ſeines Genuſſes alle auf das Grundſtuͤck fallende jaͤhriiche Laſten zu tragen, als Steuern und andere, die man als Laſten zu betrachten pfegt⸗ welche auf den Fruͤchten haften, 609. Zu den Laſten, die während des Nießbrauchs dem Eigenthum ſelbſt auferlegt werden moͤgen, tragen der Nieß⸗ braucher und der Eigenthuͤmer auf folgende Weiſe bey: Der Eigenthuͤmer iſt ſchuldig, ſie zu entrichten, und der Nießbraucher muß ihm die Zinſen davon verguͤten, Hat der Nießbraucher den Vorſchuß gemacht, ſo hat er das Recht, nach geendigtem Nießbrauche das Capital zurück⸗ zufordern. 610. Hat ein Teſtirer jemanden eine Leibrente oder eine Penſion zu ſeinem Unterhalte vermacht, ſo muß dieſes Ver⸗ mächtniß von dem Univerſal⸗Legatar des Rießbrauches nach ſeinem ganzen Umſange, und von dem,enigen, dem def fit z tu in ſiin uh un, l ſhilh vn, ſich ßint ſſim zn. iun! un 6 i jut 1 i 1 U „ 6 hhln, nt abi zull 6 knf iß un i int ſo uz erbli wen be Bau m zur n n, wi thulun ſind, j undeni uern w dihn oruf i Gunz „wilh raucht, imnen ſis al⸗ n, al pftg chö den e Niß e: ud ht lzit oder in ſes Ve hes ſih dn M. Buch. II. Tit. Von dem Rießbrauche ꝛe. 177 Nießbrauch unter einem Univerfal⸗Titel vermacht worden iſt, nach Verhaͤltniß ſeines Genuſſes gezahlt werden. Der eine ſowohl, wie der andere, hat deßhalb keine Zuruckforderung. 611. Wer den Nießbrauch unter einem Particular⸗Titel erhalten hat, haftet nicht fuͤr die Schulden, wofuͤr das Grund⸗ ſtuͤck zur Hypothek geſtellt iſt. Wird er gendthiget, ſie zu zahlen, ſo hat er ſeinen Regreß wider den Eigenthumer, jedoch mit Porbehalt deſſen, was unter dem Titel von Schenkungen unter Kebenden und Teſtamenten Art. 1020 beſtimmt wird. 612. Wer am ganzen Nachlaſſe, oder auch nur unter einem Univerfal⸗Titel den Rießbrauch erhalten hat, iſt mit dem Eigenthuͤmer zur Tilgung der Schulden auf folgende Weiſe beyzutragen verbunden: Man ſchaͤtzr den Werth des Grundſtuͤckes, das dem Rieß⸗ brauche unterworfen iſt, und beſtimmt hierauf nach Verhaͤlt⸗ niß dieſes Werths den Beytrag zu den Schulden. Will der Rutznießer die Summe vorſchießen, welche tas Grundſtuͤck beytragen muß, ſo wird ihm nach geendigtem Nieß brauche das Capital ohne einige Zinſen zuruͤckbezahlt. Will der Nutznießer dieſen Vorſchuß nicht machen, ſo hat der Eigenthuͤmer die Wahl, entweder ſelbſt dieſe Summe zu zahlen, und in dieſem Folle verguͤtet ihm der Nutznießer, ſo lange der Nießbrauch fortdauert, die Zinſen, oder einen Theil der Guͤter, welche dem Rießbrauche unterworfen ſind, ſo viel zur Tilgung des Beytrags erforderlich iſt, verkaufen zu laſſen. 613. Nur die Keſten der Prozeſſe, welche den Genuß betreffen, und die Folgen ſonſtiger Verurtheilungen, welche dieſe Prozeſſe veranlaſſen moͤgen, hat der Nießbraucher zu tragen. 614. Wenn ein Dritter ſich woͤhrend des Nießbrauches einen Eingriff auf dem Grundſtuͤcke erlaubt, oder ſonſt wider die Gerechtſamen des Eigenthuͤmers etwas unternimmt, ſo iſt der Nutzuießer verbunden, dieſem hievon die Anzeige zw machen. Unterlaͤßt er dieſes, ſo iſt er fuͤr allen Schsden 174 n. Buch. M. Tit. Von dem Nießbrauche ꝛe. verantwortlich, der fuͤr den Eigenthuͤmer hieraus evtſtehen kann, ſo wie er es fuͤr die von ihm ſelbſt gemachten Beſchaͤ⸗ digungen ſeyn wuͤrde. 615. Iſt nur ein einziges Stuͤck Vieh zum Nießbrauche gegeben worden, und dieſes geht ohne Verſchulden des Nieß⸗ brauchers zu Grunde, ſo iſt derſelbe weder ein anderes an ſeine Stelle zu geben, 30 den Werth davon zu zahlen ver⸗ bunden. 616. Geht die Heerde, welche jemanden zum Nießbrauche gegeben iſt, 5 Zufall oder Krankheit, und ohne Ver ſchul⸗ den des Rießbrauchers ganz zu Grunde, ſo hat dieſer gegen den Eigenthuͤmer keine andere Verbindlichkeit, als ihm von den Haͤuten, oder deren Werth Rechenſchaft zu geben. Geht die Heerde nicht ganz zu Grunde, ſo iſt der Nieß⸗ braucher verbunden, durch junges Vieh, in ſo weit ſich die Heerde damit vermehrt hat, die gefallenen Stuͤcke zu erſetzen⸗ r itte b ſch Wie der Nießbrauch ſich endiget. 617. Der Nießbrauch erliſcht Durch den natuͤrlichen und durch den bürgerlichen Tod des Ni ßbrauchers; Durch Ablauf der Zeit, auf welche er verliehen worden; Durch Conſolidation, oder V Vereinigung der beyden Eigen⸗ ſchaften eines Nießbrauchers und eines Eigenthuͤmers in der⸗ ſelben Perſon; Durch einen dreyßigjaͤhrigen Nichtgebrauch des Rechtes; Durch den gaͤnzlichen Untergang der Sache, der Nießbrauch beſtellt iſt. 618. Der Nießbrauch kann gleichfalls durch den Miß⸗ brauch erloͤſchen, den der Nutzni⸗ßer von ſeinem Nutzungs⸗ Rechte dadurch wacht, daß er entweder durch eigene Hand⸗ lungen die Sache verſchlimmert, oder aus Mangel der erfor⸗ derlichen Unterhaltung ſie zu Grunde gehen laͤßt. In den hieruͤber entſtandenen Streitigkeiten koͤnnen die Glaͤubiger des R ießbrauchers zur Auftechthaltung ihrer Rechte N 1 mn ſu de n Nin ſim unm hn! uſo ſiftn tun 6l9 ſn b lö i; %— i uun ch ih ſ zn. iihliſ ſun in juch ſihd t ii ur n 03e M iſt ufit enbi Rißn deſi adent zihnt Nint u deit üſ z as ijn u zön. iſ de ſi vi ſhi iz iit elihn ö eben wu benuti imet ib de Rh „mit u den n Nn izne d ugl ia i n lmn 3 inſi L. Buch. IMl. Tit. Von dem Nießbrauche ꝛ. 175 als Intervenienten auftreten; ſie konnen den Erſatz der be⸗ gangenen Verſchlimmerungen, und Seiteiuns fuͤr die Zukunft anbiethen. Die Richter koͤnnen, je nachdem die Umſtande mehr oder minder wichtig ſind, entweder unbedingt auf Erloſchung des Nießbrauches erkennen, oder auch verordnen, daß der Figen⸗ thuͤmer in den Genuß der Sache, welche dem Nießbrauche unterworfen iſt, nur unter der Bedingung wiedereintrete, daß er dem Nießbraucher oder denjenigen, die in ſeine Rechte getre⸗ ten ſind, jaͤhrlich und bis zu dem Augenblicke, wo der Nießbrauch ohnehin ein Ende nehmen muͤßte, eine beſtimmte Summe entrichte. 619. Der Nießbrauch, der nicht einzelnen v ein⸗ geraͤumt iſt, dauert nur dreyßig Jahre. 620. Der Nießbrauch, der jemanden verliehen worden iſt, bis ein Dritter ein beſtimmtes Alter erreicht habe, dauert bis zu dieſem Zeitpuncte, obgleich der Dritte F iſt, ehe er dieſes Alter erreicht hatte. 621. Der Perkauf der Sache, welche dem Nießbrauche unterworſen iſt, aͤndert nichts an dem Rechte des Nieß⸗ brauchers; er behaͤlt auch ferner ſeinen Nießbrauch, wenn er nicht foͤrmlich darauf Verzicht gethan hat. 622. Die Glaͤubiger des Nießbrauchers koͤnnen die Ver⸗ zichtleiſtung, die etwa zu ihrem Nachtheile von ihm geſchehen ſeyn moͤchte, fuͤr nichtig erklären laſſen. 623. Geht nur ein Theil der Sache, welche dem Nieß⸗ brauche unterworfen iſt, zu Grunde, ſo dauert er in Ruͤck⸗ ſicht des Ueberreſtes fort. 624. Wenn jemanden nur ein Gebaͤude zum Nießbranche eingeraͤumt, und dieſes Gebaͤnde durch eine F⸗ nersbrunſt oder durch einen andern Zufall zerſtoͤrt wird, oder auch vor Alter⸗ thum einſtuͤrzt, ſo hat der Nießhraucher weder an dem Grund und Boden noch an den Materialien ein Nutzungs⸗Recht. Wenn der Nießbrauch anf ein Gut beſtellt war, wovon das Gebaͤude einen Theil ausmachte, ſo hat der uietet den Piet B von dem Boden und den Materialien. 6 n. Buch. nl. Tit. Von dem Rießbrauche ze. 3 weytes Capitel. Von dem Gebrauche und der Wohnung. 625. Man erwirbt und verliert die Rechte des Gebrauchs und der Wohnung auf eben die Weiſe, wie den Nießbrauch⸗ 626. Man kann, wie dieſes bey dem Nießbrauche der Fall iſt, auch hier zu dem Genuſſe nicht gelangen, ohne vor⸗ her Buͤrgſchaft zu leiſten, den Zuſtand der Sachen aufzu⸗ nehmen, und Inventarien zu errichten. 627. Wer den Gebrauch einer fremden Sache hat, oder zu einer Wohnung berechtiget iſt, muß, wie ein guter Haut⸗ vater, die Sache benutzen. 628. Die Rechte des Gebrauchs und der Wohnung er⸗ halten ihre Beſtimmung aus der Verleihungs⸗Urkunde, und ſind, nach deren Verfuͤgungen, von groͤßerm oder geringerm Umfange. 620. Enthaͤkt die Urkunde keine Beſtimmungen uͤber den Umfang dieſer Rechte, ſo dienen folgende Grunvſätze zur Richtſchnur. 63o. Wer den Gebrauch der Fruͤchte eines Grundſtuͤckes hat, kann mehr hievon nicht fordern, als er fuͤr ſeine Beduͤrf⸗ niſſe und fuͤr jene ſeiner Familie nöthig hat. Er kann ſelbſt fuͤr die Beduͤrfniſſe der Finder, die ihm nach erhaltenem Gebrauche geboren wurden, einen Theil davon fordern. 631. Wer den Gebrauch einer fremden Sache hat, kann ſein Recht einem Andern weder ubertragen, noch verpachten⸗ 632. Wer das Recht der Einwohnung in einem Hauſe hat, kann mit ſeiner Familie darin wohnen, obgleich er in dem Zeitpunete, da ihm dieſes Recht verliehen wurde, nicht Lerheirathet geweſen iſt⸗ 6z3. Das Recht, in dem Hauſe eines Andern zu wohnen, deſchraͤnkt ſich auf das, was zur Wohnung desjenigen, dem dieſes Recht verliehen worden, und ſeiner Familie erforderlich iſt⸗ 634. Das Recht einer Wohnung kann weder uͤbertsagen⸗ woch verpachtet werden⸗ te n ſbu m in ſi 6 i un vond (di t fic, ſit . u, ilt ut ip i Mint in e di ui du un, ſinn 7 bu brauh, auche M hne u en aufu hat, tet hui huun de, u guingn iben in ſihe zun ſüt ePedi „die in nen i etpuchn un hui it i ude, i win zbenup 1. Buch w. Lit. Von den Servituten e. 15 635. Nimmt detjenige, der den Gebrauch einer fremden Sache hat, alle Fruͤchte des Grundſtuͤckes weg, oder nimmt er das ganze Haus ein, ſo hat er, gleich dem Rießbtaucher, die Bearbeitungs⸗Koſten, die zur Unterhaltung erforderlichen Reparaturen, und die Steuern zu zahlen. Bezieht er nur einen Theil der Fruͤchte, oder nimmt er nur einen Theil des Hauſes ein, ſo hat er nach Verhaͤltniß ſeines Genuſſes beyzutragen. 636. Das Gebrauchs⸗Recht in Holzungen und Waldungen wird durch beſondere Geſetze beſtimmt. Von den Servituten oder auf Grund und Boden haftenden Dienſtbarkeiten. (Deetetirt den 31. Januar 1304. Promulgirt den 16. Februar.) 637. Eine Servitut iſt eine Laſt, die auf ein Grundſtuͤck gelegt iſt, zum Gebrauche und zum Nutzen eines Grund⸗ ſtuͤcks, das einem andern Eigenthuͤmer zugehört. 638. Die Servitut begruͤndet keinen Vorzug eines Grund⸗ ſtuͤcks vor dem andern. 639. Sie entſteht entweder aus der natuͤrlichen Lage der Orte, oder aus Verbindlichkeiten, welche von dem Geſetze auferlegt ſind, oder aus Vertragen unter den Eigenthuͤmern Erſtes Capitet. Von den Dienſibarkeiten, welche aus der Lage der Orte entſtehen. 640. Grunbſtuͤcke, welche niedriger liegen, muͤſſen von hoͤher liegenden das Waſſer aufnehmen, das nach ſeinem natuͤrlichen Laufe davon abfließt, ohne daß menſchliche Haͤnde dazu etwas beygetragen haben.. Der Eigenthuͤmer des unterhalb liegenden Grundſtuͤcks darf keinen Damm aufwerfen, der dieſen Abfluß verhindert⸗ Der Eigenthuͤmer des obern Grundſtuͤcks darf nichts unter⸗ nehmen, was die Dienſibarkeit des untern Grundſtuͤckes et⸗ ſchwert. G. R. IV. Aufl⸗ 43 * n. Vuch. W. Lit. Von den Servituten re. 641. Wer eine Quelle in ſeinem Grund und Boden hat, kann ſich ihrer nach Willkuͤhr bedienen, jedoch unbeſchadet des Rechtes, das der Eigenthuͤmer des unterhalb liegenden Grund⸗ ſtuͤckes durch ſchriftliche Verſtattung oder S Si etwa erworben haben mag. 642. Die Verjaͤhrung laͤßt ſich in dieſem S nur ii einen dreyßig Jahre hindurch unnnterbrochenen Genuß vollen⸗ den, von dem Zeitpuncte anzurechnen, wo der Eigenthuͤmer des unterhalb liegenden Grundſtuͤcks ins Auge fallende Anle⸗ gen gemacht und beendigt hat, die beſtimmt ſind, um den Fall und Lauf des Waſſers auf ſein Eigenthum zu erleichtern. 643. Der Eigenthuͤmer der Quelle darf ihren Lauf nicht ver⸗ andern, wenn ſie den Einwohnern einer Gemeinde, eines Dorfes oder Weilers, das ihnen noͤthige Waſſer verſchafft. Haben in⸗ deſſen die Einwohner den Gebrauch davon nicht erworben oder verjährt, ſo iſt der Eigenthuͤmer berechtiget, eine Entſchaͤdi⸗ gung zu fordern, welche durch Sachverſtändige beſtimmt wird. 644. Derjenige, deſſen Eigenthum ſich laͤngſt einem flieſ⸗ ſenden Waſſer erſtreckt, jene Wäſſer jedoch ausgenommen, die im 538. Art. unter dem Titel von der Eintheilung der Gäter, als Zugebor des Snaats⸗Eigenthums erklart ſind, kann ſich deſſen, wo es vorbeyſließt, zur Bewäſſerung Eigenthuͤms bedienen. Derjenige, uͤber deſſen Grund nieſes Waſſer fli ßt, kann ſich deſſen ſogar in dem Zwiſchenraume, den es daſelbſi durch⸗ laͤuft, bedienen, mit dem Bedinge jedoch, es da„wo es ſei⸗ nen Grund verlaͤßt, wieder in S gewoͤhnlichen Lauf zu⸗ ruͤckzubringen. 645. Erhbt ſich ein Streit unter den gigemhſin welchen dieſe Waͤſſer nuͤtzlich ſeyn koͤnnen, ſo iſt es Pflicht der Gerichte, bey ihren Erkenntniſſen das Intereſſe des Acker⸗ baues mit der dem Eigenthume ſchuldigen Achtung zu verein⸗ baren, und in allen Fällen ſind die beſondern und Local-Ver⸗ ordnungen uͤber den Lauf und die Benutzung der Wäſſer zu beobachten. — i i uht ſit ſh ih Mu it vh0 denh hadet nGm tijijn nur du uß veln Nuthin Nde l den fl ſten. nichtt es Dorit Habenit rhen ch nt vitd. en ſliſ ommen ing de rt ſi ng ſin t, kun bſi durh es ſ Lunfp uhünem des 10 u eni eil Pt ſci H. Buch. IW. Tit. Von den Servituten ꝛe. 125 646. Jeder Eigenthuͤmer kann ſeinen Nachbar zur Abmar⸗ kung Grenz⸗Beſtimmung) ihrer aneinander ſtoßenden Grund⸗ ſtuͤcke noͤthigen. Die Abmarkung geſchieht auf gemeinſchaft⸗ liche Koſten. 647. Jeder Eigenthuͤmer iſt berechtiget, ſein Grundſtuͤck einzuſchließen, jedoch unter der im 682. Prt. feſtgeſetzten Ausnahme. 648. Der Eigenthuͤmer, der ſich einſchließen will, verliert ſein Recht an der gemeinen Huͤtung auf ungebauten Feldern, nach Verhältniß des Vodens, den er ihr dadurch entzieht. Zweytes Capitel. Von den Dienſtbarkeiten, welche durch das Geſetz eingefuͤhrt ſind. 649. Die durch das Geſetz eingefuͤhrten Dienſtbarkeiten haben das allgemeine Wohl, oder den Vortheil einer Gemeinde, oder den Nutzen der Privat⸗Perſonen zum Zwecke. 650. Zum allgemeinen Beſten oder zum Vortheile einer Gemeinde eingefuͤhrte Dienſtbarkeiten haben den Leinpfad laͤngs den ſchiffbaren oder floͤßbaren Stroͤmen, den Bau oder die Ausbeſſerung der Straßen und anderer offentlicher oder einer Gemeinde zugehdrigen Anlagen zum Gegen⸗ Alles, was dieſe Gattung von Dienſtbarkeit betrifft, wird durch beſondere Geſetze oder Verordnungen beſtimmt. *) No LVII. Gutachten des Staats⸗Raths über das Recht der Fiſcherey in nicht ſchiffsaren Flüſſen, vom 27. Pluv. 13. F6s. Febr. 1803), genehmiget vom Kaiſer den 20. Plup 13. J,(19. Febr. 1g05). Der Staats⸗Rath re. nach Anhoͤrung des Berichtes ꝛc. über die Frage, ob das Recht der Fiſcherey in den nicht ſchiffba⸗ ren Flüſſen den Eigenhümern, weſche an den ufern Grundſtücke beſitzen, eder den Gemeinden zugehöre;. In Erwägung: 4) Daß die Fiſcherey in nicht ſchiffbaren Flüſſen ehemahls einen Theil der Feudal Rechte ausmachte, weil ſie in Frank⸗ reich entweder dem Herrn, der die Serichtsbarkeit hatte, oder dem Lehu heryn vorbehalten war; 115 I. Buch. IW. Lit. Von ben Servituten c. 651. Das Geſetz legt den Eigenthuͤmern, auch ohne allen Vertrag, verſchiedene Verbindlichkeiten gegeneinander auf. 2) Daß ie Abſchafang der Feudalität nicht zum Vortheile der Gemeinden ſondern zum Vortheile der Vaſallen geſchehen iſt, die in ihren Perſonen und in ihren Beſitzungen frey geworden find; 3) Daß die Eigenthümer der an den ufern gelegenen Grund⸗ ſtücke allen nachtheiligen Folgen ausgeſetzt ſind, welche das Angren⸗ zen an nicht fchifßbare Flüſſe nach ſich zieht,(deren äußerſtes Ufer die Geſetze ohnehin ihr zu einem öffentlichen Gebrauche beſtimmt haben); daß die Geſetze und Beſchlüſſe der Regierung ſie verbin⸗ den, die Koſten der Reinigung und unterhaltung dieſer Flüſſe zu tragen, und daß nach den Grundfaͤtzen der natuͤrkichen Billigkeit derjenige, der die Laßten traͤgt, auch der Vortheile genießen muß; 4) Endlich, daß, wenn man den Gemeinden das Recht der Fiſcherey in nicht ſchiffbaren Flüſſen einräumte, das Eigenthum der Privat Perſonen mit einer Dienſtbarkeit belegt würde, und daß pieſe Dienſtharkeit zu Folge des Geſetzb. Napoleons nicht beſteht/ Iſt der Meinung, daß das Recht der Fiſcheres in nicht bißbnen Flüſſen in keinem Falle den Gemeinden zugehoͤren kann; daß die Eigenthuͤmer der am Ufer gelegenen Grundſtücke deſſelben genießen müſſen, daß ſie jedoch dieſes Recht nur unter der Beob⸗ achtung der Allgemeinen und Local⸗Verordnungen über die Fiſche⸗ rey ausuͤben duͤrfen, und es nicht behalten koͤnnen, wenn in der Folge ein Fluß, der jetzt für unſchiffbar gehalten wird, ſchiffbar werden ſollte; und daß folglich alle Verfuͤgungen der Verwaitungs⸗ Behoͤrden, wodurch Gemeinden in den Beſitz dieſes Rechtes einge⸗ ſetzt worden find, fuͤr nichtig erklärt werden müſſen. No. LVIII. Kaiſert. Decret, weiches eine Entſernung für die Gebäude in der Nachbarſchaft der Begraͤbniß⸗Derter ſr der Semeinden feſtſetzt, vom 7. Maͤrz„so8. Art. 1. Niemand darf ohne Erlaubniß, in einer Nähe von weniger als hundert Metern von den neuen Begraͤbniß Hertern, die zu Folge der Geſetze oder Verordnungen außerhalb der Gemein⸗ den verlest worden ſind, eine Wohnung bauen, noch einen Brun⸗ nen graben. z. Ebenſo durfen die vorhandenen Gebaͤude nicht ohne Erlaub⸗ niß ausgebeſfert oder vermehrt werden. Die Brunnen dürfen nach eontradietoriſcher Beſichtigung von Funſverſtaͤnd zen, zu Folge eines Befehls des Departements⸗Pri⸗ feeten; auf Auſuchen der Hrts⸗Polizey zugeworfen werden⸗ wie zit, i zuiſt iz. in hi ſü Nnolh Pm ſhifl juhe 66 hit, it wuf Dn zig won i M z Pun ki bi z ſiit inz ſug uch ch. neinane nheih n iſe Rn ſih en Gu hn erſt ſe e biſin ſe u tFliſ 1ili iſen u Recht n kigenthn em⸗ theeht/ in niht mn im; deſben Net Beih — nn in de ſüiſt twalunz hs i n ſiüſ⸗ juhub ie n iß Hen er bini inen N n ki igung i uents ſo ſe n. Buch w. Tit. Pon den Servitoten ꝛe. 131 652. Ein Theil dieſer Verbindlichkeiten wird durch die Geſetze oͤber die Feld⸗Polizey beſtimmt; Die uͤbrigen beziehen ſich auf gemeinſchaftliche Mauern und Graͤben, auf den Fall, wo eine Gegenmauer aufgefuͤhrt werden muß, auf die Ausſicht auf das Eigenthum des Nach⸗ bars, auf die Dachtraufe, auf das Recht uͤber eines andern Grundſiück zu gehen und zu fahren. Erſter Abſchnitt. Von gemeinſchaftlichen Mauern und Graͤben. 653. Bey jeder Mauer, die unter Gebaͤuden, ſo weit ihre Hoͤhe geht, oder unter Hofraͤumen und Gäͤrten, und ſelbſt unter eingeſchloſſenen Plaͤtzen auf dem Felde zur Schei⸗ dewand dient, tritt in den Staͤdten und auf dem Lande die Vermuthung ein, daß ſie gem inſchaftlich ſey, wenn k in ſchriftlicher Beweis oder kein Merkmahl des Gegentheils vor⸗ handen iſt. 654. Ein Merkmahl, daß eine Mauer nicht gemeinſchaft⸗ lich iſt, iſt dann vorhanden, wenn die Spitze der Mauer z einer Seite gerade und ſenkrecht mit ihrer Außenſeite iſt, und auf der andern eine ſchiefe Flaͤche bildet. Dann ebeufalls, wenn nur auf einer Seite entweder eine ſchraͤge Decke(eine Mauerkappe) oder ſchmale Leiſten und hervorragende Kragſteine vorhanden ſind, die bey Erbauung der Mauer dort angebracht worden ſind. In dieſen Fällen tritt die Vermuthung ein, daß die Mauer ausſchließlich dem Eigenthümer zugehdre, auf deſſen Seite ſich die Traufe, oder die Kragſteine und Leiſten von Stein befinden. 655. Die Reparatur und Wiederaufbauung einer gemein⸗ ſchaftlichen Mauer faͤllt allen zur Leſt, welchen ein Recht daran zuſteht, und einem jeden von ihnen nach PVerhaͤlmiß ſeines Rechts. 656. Indeſſen kann jeder Miteigentbümer einer gemein⸗ ſqhufrüchen Mauer, daß ſie keinem ihm zuge⸗ 183 U. Buch. IW. Tit. Von den Servituten ꝛe. hdrigen Gebäude zur Stutze dient, ſich von dem Beytrage zur Reparatur und Wiederaufbauung befreyen, wenn er ſein Recht an der Gemeinſchaft aufgibt. 657. Jeder Miteigenthuͤmer iſt berechtiget, gegen eine gemeinſchaftliche Mauer anbauen und dort jeder Art Bal⸗ ken nach der ganzen Brrite der Mauer bis auf vier und fuͤnfzig? Millimeter Zoll) legen zu laſſen. Dabey behaͤlt jedoch der Nachbar das Recht, die Balken bis zur Haͤlfte der Manuer mit 6 Schrotmeiſſel verkuͤrzen zu laſſen, wenn er an eben dieſer Stelle auf ſeiner Seite gleichfalls Balken einlegen, oder einen Rauchfang da anlehnen will. 638. Jedem Miteigenthuͤmer ſteht es frey, eine gemein⸗ ſchaftliche Maner erhohen zu laſſen; er muß aber allein die Koſten der Erhöhung tragen, die Mauer uͤber der Stelle, wo ſie gemeinſchaftlich zu ſeyn aufhoͤrt, in Bau und Beſſerung unterhalten, und uͤberdieß fuͤr die Laſt, womit ſie beſchwert worden iſt, nach Verhaͤltniß der Erhoͤhung und nach Belauf des Werthes Entſchädigung lerſten. 650. Iſt die gemeinſchaftliche Mauer nicht ſtark genug, um die Erhoͤhung zu tragen, ſo muß derjenige, der ſie erhoͤhen will, ſie von Grund aus auf ſeine Koſten wiederaufbauen laſſen, und der Zuſatz zu ihrer vorigen Breite muß auf ſeiner Seite allein genommen werden. 660. Der Nachbar, der zur Erhoͤhung der Maner nicht beygetragen hat, kann das Recht der Gemeinſchaft daran erlangen, wenn er die Haͤlfte der Ausgaben, die die Erhohung gekoſtet hat, und den Werth des Bodens, der etwa fuͤr den Zuſatz an der Breite der Mauer hergegeben worden iſt, zur Haͤlfte erſetzt. 661. Jeder Eigenthuͤmer, der an eine Mauer angrenzt, hat gleichfalls das Recht, ſie ganz oder zum Theile gemeir⸗ ſchaftlich zu machen, in ſo fern er dem Eigenthuͤmer der Mauer ihren Werth, oder den Werth desjenigen Theils, den er gemeinſchaftlich machen will, und den Werth des Bodens worauf die Mauer gebaut iſt, alles zur Haͤlfte erſetzt. 6 ſui mifſ wut ufih ſu, 6 niln khhe luſid inde hu hii im, ug, tuſn uſ ii ih uihi i iſm ſuſih 5 Min bu uh, in, heytnn e ſit gen ie ier n c hi tilft n, un Palh gemeit ein de ele, w ſiun eſchwent Feluf zenug, chbhen fbauen ſin e nich tdanmn thöhun fir ſt, zu ngren, gemi mer de ls, d Bobe 5 n. Buch. 1v. Tit. Von den Servituten ꝛ. 137 662. Ein Nachbar kann weder in eine gemeinſchaftliche Mauer einbrechen, noch irgend ein Werk daran anlehnen oder darauf ſtuͤtzen; es ſey dann, daß er die Einwilliguſig des andern erhalten, oder, wenn dieſer ſich weigert, durch Sach⸗ verſtändige die Mittel hat beſtimmen laſſen, die erforderlich ſind, damit das tieue Werk den Rechten des andern nicht 663. In Staͤdten und Vorſtädten kann jeder ſeinen Nachbar zwingen, daß er zur Erbauung und Reparatur der Scheidewand mitbeytrage, welche ihre in dieſen Städten und Vorſtaͤdten gelegenen Haͤuſer, Hofräͤume und Gaͤrten von⸗ einander trennt. Die Hoͤhe der Scheidewand wird nach den beſondern Verordnungen eder beſtaͤndigen und anerkannten Gebraͤuchen beſtimmt; und, wo es an ſolchen Gebraͤuchen und Verordnungen fehlt, ſoll jede Scheidemauer unter Nach⸗ barn, die in Zokunft erbaut oder wiederhergeſtellt werden mag, in den Städten, deren Bevolkerung ſich auf fuͤnfzig tauſend Seelen und daruͤber erſtreckt, wenigſtens zwey und dreyßig Decimeter(zehn Fuß) mit Inbegriff der Mauerkappe, und in den uͤbrigen Staͤdten ſechs und zwanzig Decimeter (acht Fuß) hoch ſeyn. 66. Wenn die verſchiedenen Stockwerke eines Hanſes verſchiedenen Eigenthuͤmern zugehdren, und die Urkunden uͤber das Eigenthum nicht beſtimmen, wie es in Betreff der Aus⸗ beſſerungen und des Wiederaufbauens gehalten werden ſoll, ſo ſind dabey folgende Grundſaͤtze zu beobachten: Die Hauptmauern und das Dach fallen allen Eigenthü⸗ mern zur Laſt, jedem nach Verhaͤltniß des des Stockwerkes, das ihm zugehoͤrt. Der Eigenthuͤmer eines jeden Stockwerkes macht den Fuß⸗ boden, worauf er glht.— Der Eigenthuͤmer des erſten Stocks macht die Treppe, welche dahin fuͤhrt; der Eig nthuͤmer des zweyten Stocks macht, von dem erſten die Treppe, die zu ihm fuͤhrt, und ſo weiter. 136½ M. Buch. Iw. Tit, PVon den Servituten ze. 665. Wird eine gemeinſchaftliche Mauer, oder ein Haus wieder aufgebauet, ſo dauern die Activ⸗ und Paſſiv⸗Dienſt⸗ barkeiten(Grundgerechtigkeiten und Grundlaſten), die jedoch nicht erſchwert werden duͤrfen, in Hinſicht der neuen Mauer oder des nenen Hauſes fort, vorausgeſetzt, daß die Wieder⸗ aufbauung vor vollendeter Verjaͤhrung geſchieht. 666. Alle Graͤben, die ſich zwiſchen zwey Grundſtuͤcken befinden, werden fuͤr gemeinſchaſtlich gehalten, wenn weder ſchriftliche Beweiſe, noch Zeichen des Gegentheils vorhanden ſind, 667. Ein Zeichen, daß der Graben nicht meinſbafiich iſt, iſt dann vorhanden, wenn der Erdwall oder der Auswurf der Erde ſich nur auf einer Seite des Grabens befindet. 666. Man vermuthet, daß der Graben demjenigen aus⸗ ſchließlich zugehdre, auf deſſen Seite ſich der Auswurf befindet. 669. Ein gemeinſchaftlicher Graben muß auf gemein⸗ ſchaftliche Koſten unterhalten werden. 670. Iede Hecke, welche Grundſtuͤcke ſcheidet, wird fir gemeinſchaftlich gehalten, ausgenommen, wenn nur eins die⸗ ſer Grundſtuͤcke abgeſchloſſen iſt, oder ſchriftliche Beweiſe, oder ein hinlaͤnglicher Beſitzſtand das Gegentheil zeigen. 671. Man darf hochſtaͤmmige Baͤume nur in der Emfer⸗ nung pflanzen, welche durch die beſondern wirklich beſtehen⸗ den Verordnungen, oder durch beſtandige und anerkanhte Gebraͤuche vorgeſchrieben iſt, und, wo keine Verordnungen und Gebraͤuche vorhanden ſind, ſollen von der Linie, welche die beyden Grundſtucke ſcheidet, hochſtämmige Bäume zwey Meter, andere Baͤume und lebendige Hecken hingegen einen halben Meter entfernt ſeyn. 672. Der Nachbar hat das Recht zu fordern, daß die Bäume und Hecken, welche in einer kleinern Entfernung gepflanzt ſind, ausgeriſſen werden. Derjenige, anf deſſen Eigenthum die Aeſte der ſeinem Rachbar zugehoͤrigen Baͤume ub thangen, kann Letztern zwin⸗ gen, dieſe Aeſte abzuſchneiden. uhe ei — ſit ioo, ſun ſſt i hiſt, ſhn7 nn 6i huj j ſihet ie 1 in ußn ſ h Um ihit ſnt i inhu itdin iiejh Men Pie unbſit eun wi orhenhe ſchuſtih um indet, ien mu füefnhe gimein lits die⸗ Beneſſ. en. Euft heſtehen erlnit gen un lhe i . halba daß bi ſemn ſeinen zuin n. Buch, 1W. Tit, Von den Servituten ꝛc. 135 Sind es Wurzeln, die ſich auf ſeinen Boden erſtresken, ſo hat er das Recht, ſie dort ſelbſt abzuſchneiden. 673. Baͤume, die ſich in einer gemeinſchaftlichen Hecke befinden, ſind gemeinſchaftlich, wie die Hecke ſelbſt, und ein jeder von beyden Eigenthuͤmern hat das Recht zu fordern, daß ſie gefaͤllt werden. 3 weyter Abſchnitt. Von der Entfernung und den Zwiſchen⸗Werken, welche bey ewiſſen Gebäuden erforderlich ſind. 674. Wer einen Brunnen, oder eine Vertiefung fuͤr einen Abtritt, an einer gemeinſchaftlichen oder nicht gemeinſchaft⸗ lichen Mauer, graben; Wer dort einen Rauchfang, einen Feuerherd, ein Ham⸗ merwerk, einen Backofen oder Ofen errichten; Einen Viehſtall daſelbſt anlehnen;z Oder gegen dieſe Mauer ein Salz⸗Magazin oder einen Haufen aͤtzender Materialien anlegen will, Iſt verbunden, denjenigen Zwiſchenraum zu laſſen, der durch beſondere Verordnungen und Gebraͤuche uͤber dieſe Gegen, ſtaͤnde vorgeſchrieben iſt, oder diejenigen Werke zu machen, welche durch eben dieſe Verordnungen und Gebraͤuche vorge⸗ ſchrieben ſind, damit er dem Nachbar nicht ſchade. Dritter Abſchnitt. Von der Ausſicht auf das Eigenthum ſeines Nachbars⸗ 675. Ein Nachbar darf ohne Bewilligung des andern in einer gemeinſchaftlichen Mauer kein Fenſter, keine Oeffnung, auf was Art es auch immer ſey, waͤre es auch ein Fenſter, das ſich nicht oͤffnen laͤßt, anbringen, 676. Der Eigenthuͤmer einer nicht gemeinſch filichen Mauer, die unmittelbar an das Grundſtuͤck eines andern grenzt, darf in dieſer Mautr Lichtloͤcher oder Fenſter anbringen, die mit einem eiſernen Gitter verſehen ſind, und ſich nicht offnen laſſen. Dieſe Fenſter muͤſſen ein eiſernes Gitter haben, deſſen Staͤbe hoͤchſtens einen Deeimeter(ungefaͤhr drey Zoll und 136 II Buch. 1V. Tit. Von den Servituten ꝛe. acht Linien) voneinander entfernt ſind, und mit einem Rah⸗ men befeſtiget ſeyn, der ſich nicht offnen läßt. 677. Dieſe Fenſter oder Lichtloͤcher duͤrfen nur ſechs und zwanzig Decimeter(acht Fuß) uͤber dem Fußboden des Zim⸗ mers, weichem man Licht verſchaffen will, wenn es auf ebener Erde iſt, und nur neunzehn Decimeter(ſechs Fuß) uͤber dem Fußboden fuͤr die höhern Stockwerke angebracht werden. 673. Man darf nach dem Grundſtucke ſeines Nachbars, es ſey geſchloſſen oder nicht, keine Ausſicht in gerader Rich⸗ tung, kein Fenſter, das zur Ausſicht dient, keinen Balcon oder andere aͤhuliche Erker haben, wenn die Mauer, wo man ſie anbringt, von dem beſagten Grundſtuͤcke nicht Decimeter(ſechs Fuß) entfernt iſt. 679. Man darf auf daoſſelbe Grundſtuͤck nur in einer Entfernung von ſechs Decimetern(zwey Fuß) eine Ausſicht von der Seite oder in ſchraͤger Richtung haben. 660. Die Entfernung, welcher in den beyden vorher— gehenden Artikeln erwähnt wird, rechnet man von der aͤußern Seite der Mauer, worin die Oeffuung angebracht wird, und wenn von einem Balcon oder andern aͤhnlichen Erkern die Rede iſt, von ihrer äußern Linie bis zur die das beyderſeitige Eigenthum ſcheidet. Vierter Abſchnitt. Von der Dachtraufe. 681. Jeder Eigenthuͤmer muß ſeine Daͤcher ſo einrichten, daß das Regenwaſſer auf ſeinen eizenen Boden oder auf die offentliche Straße abfließt; er es auf den Boden ſeines nicht ableiten. S Von dem Rechte, ſeinen Weg über eines andern Grund zu nehmen. 682. Der Eigenthuͤmer, deſſen Grundſtuͤcke uͤberall ein⸗ geſchloſſen ſind, und der keinen Ausweg auf die offentliche Straße hat, darf zur Benuutzung ſeines Grund und Bodens einen Weg uͤber die Grundſiuͤcke ſeiner Nachbarn fordern, mit uun, ſah Pn Y 6t ſit ſe inh vfn in u, w N in guin ſihen i bin di mh lun 5 in ſchs un des zin uf hen iber n den, Nchhen der Rit, n Paln „noun weunzht in ein Yuſch nborhen rurfem id, und ern die die di ihtn f bi n ſin nehn rull in ſentlit Poden II. Buch. IV. Tit. Von den Servituten ꝛe. 137 dem Bedinge, ihnen einen Erſatz zu leiſten, welcher dem Schaden angemeſſen iſt, den er dadurch veranlaſſen kann. 683. Der Weg muß der Regel nach auf der Seite genom⸗ men werden, wo er von dem eingeſchloſſenen Grundſtuͤcke am kuͤrzeſten zur oͤffentlichen Straße fuͤhrt. 684. Er muß jedoch an dem Orte angewieſen werden, wo er demjeuigen, uͤber deſſen Prunsſtic er geſtattet wird, am unſchaͤdlichſten iſt. 65. Die Klage auf Entſchadigung, welche fuͤr den im 682. Art. angefuͤhrten Fall eintritt, iſt der Verjährung untt,⸗ worfen, und der Durchweg muß verſtattet werden, obſchon die Klage auf Eutſchaͤdigung nicht mehr zulaͤßig iſt. Drittes Capitel. Von den Dienſtbarkeiten, welche durch die Handlung eines Menſchen errichtet werden. Erſe Abſchnitt. Von den verſchiedenen“ Gattungen der Dienſtbarkeiten, die auf liegenden Gründen Statt haben können. 686. Den Eigenthuͤmern iſt es erlaubt, ihr Eigenthum mit jeder Dienſtbarkeit zu belaſten, oder zum Vortheile ihres Eigenthums jede Grund⸗Gerechtigkeit zu erwerben, die ſie fuͤr gut finden, vorausgeſetzt jedoch, daß die Dienſtharkeiten nicht der Perſon, ſondern nur einem Grundſtuͤcke auferlegt, nicht einer Perſon, ſondern einem Grundſtuͤcke zum Vortheile beſtellt werden, und daß uͤbrigens dieſe Servituten nichts enthalten, was der oͤffentlichen Ordnung zuwider iſt. Der Gebrauch und der Umfang der auf dieſe Weiſe beſtell⸗ ten Dienſtbarkeiten werden durch die Urkunde, worin ſie ein⸗ geraumt worden ſind, und wenn keine vorhanden iſt, nach folgenden Grundſaͤtzen beſtimmt. 687. Dienſtbarkeiten werden entweder zum Nutzen der Gebaͤude oder zum Vortheile des Grund und Bodens errichtet. Dienſtbarkeiten der erſten Art heißen Stadt⸗ Dienſtbarkei⸗ ten, die hiezu berechtigten Gruͤnde moͤgen in einer Stadt oder auf dem Lande gelegen ſeyn.„ Jene der zweyten Art heißen Feld⸗Dienſtbarkeiten. 1 133 M. Buch. 1. Tit. Von den Servituten ꝛc. 688. Die Dienſtbarkeiten ſind entweder ununterbrochen ſortdauernd, oder nicht(continues ou discontinues). Ununterbrochen fortdauernd ſind diejenigen Dienſtbarkeiten, deren Gebrauch entweder immerwährend iſt, oder doch immer⸗ während ſeyn kann, ohne daß es hiezu der wirklichen Hand⸗ lung eines Menſchen beduͤrfe, dergleichen ſind die Waſſer⸗ leitungen, die Dachtraufen, die Ausſichten und andere dieſer Gattung. Richt nnunterbrochen ſortdanernde Dienſtbarkeiten ſind d' nigen, die ohne wirkliche Handlung eines Menſchen nicht ausgeuͤbt werden konnen, dergleichen ſind die Rechte uͤber eines andern Grund ſeinen Weg zu nehmen, Waſſer zu ſchoͤpfen, die Huͤtungs⸗Gerechtigkeit und andere aͤhnliche. 689. Die Dienſtbarkeiten ſind entweder ſichtbar, vder nicht. Sichtbare Dienſtbarkeiten ſind diejenigen, die ſich durch äußere Anlagen, zum Beyſpiele durch eine Thuͤr, ein Fenſter, eine Waſſerleitung ankuͤndigen. Nicht ſichthare Dienſtbarkeiten ſind diejenigen, deren Exiſtenz durch kein äußeres Merkmahl ins Ange faͤllt, wie zum Bey⸗ ſpiele das Verboth, auf einem Grunde ein Gebaͤude anzu⸗ legen, oder über eine beſtimmte Hoͤhe zu bauen. Zweyter Abſchnitt. Wie Dienſtbarkeiten errichtet werden. 690. Ununterbrochen foridauernde und zugleich ſichtbere Dienſtbarkeiten erwirbt man durch ſchriftliche Verſtattung oder durch einen dreyßigjaͤhrigen Beſitz. 601. Unnnterbrochen fortdauernde nicht ſichtbare Dienſt⸗ barkeiten, ſo wie Dienſtbarkeiten, deren Gebranch nicht unun⸗ terbrochen fortwaͤhrt, ſie mögen ſichtbar ſeyn vder nitht, laſſen ſich nicht anders, als durch ſchriftliche V vſtattung erwerben, Um ſie zu erwerben, iſt ſelbſt ein undenklicher Beſitz nicht hinreichend; man kann jedoch die Dienſtharkeiten dieſer Art in den Laͤndern, wo ſie auf ſolche Weiſe ſich erwerben ließen, dermahlen nicht mehr beßtreiten, wenn ſie ſcpn durch den Beſitz erwurben ſind. hp. imnin ſinn 6% uin telu ud iu ſ,1 i unf M, in iin ſiſt ls 6 lin ſch 3 lul iyn i0 n uſe b öſſe bud 5 uſ teni . tnin ch iunn Nn Han Po dete hii titen ſu ſceni ibe in ſhiyſ der ſich ſch duh iniuſt, Griſenz un Bih⸗ de auzn * ſchn erſtumn Di icht m hi, kfn emtrten zeſi uth ditſr en lif dunch e Buch 1Ww. Tit. Von den Servituten ꝛe. 189 692. In Hinſicht der Dienſtbarkeiten, die ununterbrochen fortwährend und ſichtbar ſind, hat die Beſtimmung des Eigen⸗ thuͤmers die Wirkung einer Verleihung. 693. Nur dann iſt eine Beſtimmung des Eigenthuͤmers vorhanden, wenn erwieſen wird, daß zwey dermahlen abge⸗ theilte Grundſtuͤcke vormahls Einem Eigenthuͤmer zugehoͤrten, und durch ihn die Sachen in den Zuſtand verſetzt worden ſind, woraus ſich die Dienſtbarkeit ergibt. 604. Veraͤußert der Eigenthuͤmer zweyer Grundſtuͤcke, worauf ſich ein ſichtbares Merkmahl einer Dienſtbarkeit befin⸗ det, eines von beyden, und der Eontract enthaͤlt keine Ver⸗ einbarung, die ſich auf dieſe Dienſtbarkeit bezieht, ſo beſteht ſie deſſen ungeachtet fernerhin, als Recht zum Vortheile oder als Laſt zum Nachtheile des veraͤußerten Grundſtuͤckes. 695. In Hinſicht der Dienſtbarkeiten(Grund⸗Gerechtig⸗ keiten), die man nicht durch Verjaͤhrung erwerben kann, laͤßt ſich die urſpruͤngliche Verleihungs⸗Urkunde nur durch eine Anerkennungs⸗Urkunde der Dienſtbarkeit erſetzen, die von dem Eigenthuͤmer des belaſteten Grundſtuckes herruhrt. 606. Wenn man eine Dienſtbarkeit einraͤumt, ſo wird angenommen, daß man alles geſtatte, was erforderlich iſt, um ſie auszuuͤben. 6 So hat die Dienſtbarkeit, an einem fremden Brunnen Waſſer zu ſchoͤpfen, das Recht, ſich des Weges uͤber ſeinen Grund zu bedienen, nothwendig zur Folge⸗ Dritter Abſchnitt. Von den Rechten des Eigenthümers des Grundſtckes, dem die Dienſtbarkeit zuſteht. 697. Wer zu einer Dienſtbarkeit berchtigt iſt, hat zugleich das Recht, alle Anlagen zu machen, die erforderlich Ind, um ſich ihrer zu bedienen, und ſie beyzubehalten. 698. Dieſe Anlagen geſch hen anf ſeine Koſten, nicht auf Poſten des Eigenthuͤmers des belaſteten Grundſtuͤckes, in 190 n. Buch. IW. Tit. Von den Servituten ꝛe. ſo ſern die Verleihungs⸗Urkunde— nicht ein anderes beſtimmt. 600. Selbſt in dem Falle, wo dem Eigenthuͤmer des belaſteten Grundſtuͤckes durch dieſe Verleihung die Verbind⸗ lichkeit auſerlegt iſt, die zum Gebrauche oder zur Erhaltung der Dienſtbarkeit erforderlichen Anlagen auf ſeine Keſten zu machen, kann er noch immer ſich ſeiner Verbindlichkeit dadurch entledigen, deß er das Kelaſt te Grundſtuͤck dem Eigenthuͤ⸗ mer des zur Dienſtbarkeit berechtigten Grundſtuͤcks abtritt. 700. Wird das Grundſtuͤck, fuͤr welches die Dienſtbarkeit errichtet worden iſt, getheilt, ſo folgt die ihr entſprechende Grund⸗Gerechtigkeit zwar noch immer jedem abgeſonderten Theile, und gebuͤhrt ihm, wie vorher; der Zuſtand des belaſteten Grundſtuͤckes darf indeſſen hiedurch nicht werden. Wenn alſo, zum Beyſpiele, von dem Rechte die Rede iſt, ſeinen Weg uͤber eines andern Grund zu nehmen, ſo ſind alle Miteigenthuͤmer verbunden, bey der Ausuͤbung Rechtes denſelben Weg einzuhalten. 701. Der Eigenthuͤmer des mit der Dienſtbarkeit velaſte ten Grundſtuͤckes darf nichts unternehmen, was dahin zielt, ihren Gebrauch zu ſchmaͤlern, oder unbequemer zu machen. Er darf alſo den Zuſtand der Orte nicht veraͤndern, noch die Ausuͤbung der Dienſtbarkeit auf eine Stelle verlegen, auf die ſie nicht urſpruͤnglich angewieſen worden iſt. Wenn indeſſen dieſe urſpruͤngliche Anweiſung dem Eigen⸗ thuͤmer des belaſteten Grundſtuͤckes beſchwerlicher geworden waͤre, oder ihn verhinderte, dort nützliche Verb ſſerungen vorzunehmen, ſo waͤre er berechtiget, dem Eigenthuͤmer des andern Grundſtuckes einen zur Ansuͤbung ſeiner Rechte eben ſo bequemen Platz anzubiethen, and dieſer koͤnnte nicht ausſchlagen. 707. Derjenige, der zu einer Dienſtbarkeit berechtigt i. rann ſie von ſeiner Seite nur nach Inhalt ſeiner Verleihnng in Ausbung bringen, und er darf weder auf dem Grundſtuͤcke, ſnt ſi, vhun ſinn u iit iuſ luiu n, wi un iun n Ji ili ſih i hünn h Giulu Ffnz e duun Einmt abti. itnföſt uſprech geſorbern uſind ſ eiſhen e die o hmen, ſ unh die it belaſt⸗ lin zel nochen⸗ en, wi beleze, ſ. in Eit genun ſſn hämr dö ſchte t ihn ih ſihugi unfit,„ II. Buch. 1w. Lit. Von den Servituten ꝛe. 191 das mit der Dſenſtbarkeit belaſtet iſt, noch auf dem Grund⸗ ſtuͤcke, dem die Gerechtigkeit zuſteht, eine Veraͤnderung vor⸗ nehmen, welche den Zuſtand des erſtern erſchwert. Vierter Abſchnitt. Wie Dienſtbarkeiten erlöſchen. 703. Die Dienſtbarkeiten erloſchen, wenn die Sachen ſich in einem ſolchen Zuſtande befinden, daß man ſie nicht mehr ausuͤben kann. 70½. Sie leben wieder auf, wenn die Sachen mieder in den Zuſtand gekommen ſind, daß man ſie ausuͤben kann, ſo fern nicht ein hinreichender Zeitraum verſtrichen iſt, um die Vermuthung zu begründen, daß die Dienſtbarkeit erloſchen ſey, ſo wie dieſes im 707. Art. beſtimmt iſt. o5. Jede Dienſtbarkeit iſt erloſchen, ſobald das hiezun berechtigte und das damit beloſtete Grundſtuͤck einem und demſelben Eigenthuͤmer zugehören. rigen Richt⸗Gebrauch. 7 Nach den verſchiedenen Gattungen der Dienſtbar⸗ k iten nehmen die dreyßig Jahre ihren Anfang, entweder von dem Tage, wo man aufgehdrt hat, ſie zu benutzen, wenn von nicht ununterbrochen fortwährenden Dienſtbarkeiten die Rede iſt, oder von dem Tage, wo eine der Dienſtbarkeit zuwider laufende Handlung vorgenommen worden, wenn von ununterbrochen fortwahrenden Diepſtbarkeiten die Rede ſſt. 708. Die Art, wie eine Dienſtbarkeit ausgeuͤbt wird, 706. Eine Dienſtbarkeit erliſcht durch einen dreyßigjäh⸗ kann, wie die Dienſtbarkeit ſelbſt und auf eben die Weiſe, verjährt werden. 709. Gehoͤrt das zur Dienſtbarkeit berechtigte Grundſtuͤck mehrern in unzertheilter Gemeinſchaft, ſo verhindert die Aus⸗ uͤbung des einen die Vrjährung in Hinſicht aller ubrigen. 710. Iſt einer unter den Miteigenthuͤmern, wider den die Verzährung nicht laufen konnte, zum Beyſpiel ein Minder⸗ jähriger, ſo werden duich ihn die Rechte aller uͤbriren erhalten, . . 152 Von den verſchiedenen Arten das Eigenthum zu erwerben. S AUgemeine Verfuͤgungen. (Deeret. den 19. April 180. Promulg. den a9. des nehml. Monats.) 711. Eigenthum an Soachen laͤßt ſich erwerben, und kann auf andere uͤbergehen, durch Erbfolge, durch Schenkung unter Lebenden oder auf den Todesfall, und durch die Wir⸗ kung der Verbindlichkeiten. 712. Das Eigenthum wird auch durch Zuwachs oder Einverleibung und durch Perjaͤhrung erworben. 713. Herrealoſe Sachen gehdren dem Staate. 714. Es gibt Sachen, die keinem zugehdren, deren Gebrauch jedoch allen gemein iſt. Polizey⸗Geſetze beſtimmen die Weiſe, ſie zu benutzen. 715. Das Recht zu jagen oder zu fiſchen wird gleichfalls durch beſondere Geſetze beſtimmt. 1 716. Das Eigenthum eines Schatzes gehört demjenigen, der ihn in ſeinem eigenen Grundſtuͤcke findet. Wird der Schoatz in dem Grundſtuͤcke eines Andern gefunden, ſo gehört er zu einer Hulfte demjenigen, der ihn entdeckt hat⸗ und dem Eigemhuͤmer des Grundſtuͤckes zur andern Hälfte. Ein Schatz iſt jede verborgene oder vergrabene Sache, woran niemand ſein Eigenthum darthun kann, und die durch pioßen Zufall entdeckt wird⸗ 717. Durch beſondere Geſetze ſind gleichfalls beſtimmt⸗ die Rechte auf Effecten, die iws Meer geworfen worden, auf Sachen, die das Meer uswirſt, von welcher Ars ſie auch 5 znt imn kn bin üni Cu ſ 0 den i vn Rlſ ſw. ii hen ih ie lu — 6 thun 11. l.Auu „undim Schuln h die Wi uuch i , been when. lichfll nenign Pi M „ſ het, m ift. en Ei ndein s beſim vorden, i n ſi M. Buch. 1. Cit. Von der Erbfolge. 193 immer ſeyn mogen, die Rechte auf Pflanzen und Kraͤuter, die an den Ufern des Meeres wachſen. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit verlornen deren Eigenthumer ſich nicht me eldet. Erſter Titel. Von der Erbfolge. (Decret. den 19. April 1303. Promulg den 29. des nehml. Monats.) Erſtes Capitel. Von der Eroͤffnung einer Erbſchaft und dem uebergange des Beſitzes auf die Erben. . Erbſchaften werden durch den natůͤrlichen und durch den buͤrgerlichen Tod eroffnet. 719. Durch den buͤrgerlichen Tod wird eine Erbſchaft von. dem Augenblicke an eroffnet, da nach den Verfuͤgungen des a. Abſchn. 2. Cap. des Titels von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte dieſer Tod verwirkt wird. 720. Wenn mehrere Perſonen, von denen wechſelweiſe die eine zum Nachlaſſe der andern berufen iſt, bey derſelben Begebenheit umkommen, ohne daß man unterſcheiden kann, welche zuerſt geſtorben iſt, ſo iſt die Vermuthung fuͤr das Ueberleben der einen oder der andern aus den Umſtänden der Begebenheit, in deren Ermangelung aus der Stärke des Alters oder des Geſchlechts herzuleiten. 721. Wenn diejenigen, welche zuſammen umgekommen ſind, noch nicht fuͤnfzehn Jahre alt warnn, ſo tritt die Ver⸗ muthung ein, daß der Aelteſte am laͤngſten gelebt habe. Waren ſie alle uͤber ſechszig Jahre alt, ſo wird vermu⸗ thet, daß der Juͤngſte am laͤngſten gelebt habe. Waren die einen keine fuͤnfzehn, die andern aber mehr als ſechszig Jahre alt, ſo die Vermuthung des Ueberle⸗ bens fuͤr die erſtern. G. N. IV. Aufl. 13 154 m. Buch. 1. it. Von der Erbfolge. 722. Hatten diejenigen„die zuſammen umgekommen ſind, das fuͤnfzehnte Jahr zurtckgelegt, aber weniger als ſechszig Jahre, ſo wird bey gleichem Alter, oder, wenn der Unter⸗ ſchied kein Jahr uͤberſteigt, immer vermuthet, daß die Manns⸗ perſon am laͤngſten gelebt habe. Wenn ſie vom nehmlichen Geſchlechte, ſo ſoll bey der Frage, wer der Ueberlebende geweſen, diejenige Vermuthung ange⸗ 6— nommen werden, wodurch die Erbfolge nach dem gewoͤhnlichen Laufe der Ratur eroffnet wird; es wird alſo von dem juͤn⸗ gern vermuthet, daß er den aͤltern uͤberlebt habe. 723. Das Geſetz beſtimmt die Erbfolge⸗Ordnung unter den rechtmaͤßigen Erben. Bev Ermangelung derſelben geht das Vermdogen auf die notuͤrlichen Kinder, hernach auf den uͤberlebenden Ehegatten, und wenn deren keiner vorhanden iſt, auf den Staat uͤber. 724. Auf die rechtmäßigen Erben ziht der Beſitz der Guͤter, Rechte und Klagen des Verſtorbenen kraft des Seſetzes über; ſie ſind dogegen verbunden, alle Laſten der Erbſchaft zu berichtigen. Die natuͤrlichen Kinder, der uͤber⸗ lebende Ehegatte und der Staat mo ſſen ſich von dem Rich⸗ ter nach den zu beſmmenden Seen in den Beſitz einwe⸗ ſen laſſen.*) Cavitet. Von den zur Erbfähigkeit eriorderlichen Eigenſchaften. 725. um zu erben muß man nothwendiger Weiſe, in dem Augenblicke, da die Erbſchaft affüet Si eriſtiren⸗ Nicht erbfaͤhig ſind alſo, 1) Derjenige, der noch nicht empfangen iſt; 2) Dos Kind, das nicht lebensfähig geboren wird; 3) Derjenige, der buͤrgerlich todt iſt; 5 726. Ein Fremder wird zur Erbfolge in den Guͤtern, die ſein Verwandter, er mag ein Fremder oder ein Fran⸗ zoſe ſeyn, in dem Gebiethe des ce beſitzt, zu Folze *) Liche die Note zum 770. Art. — mr P linſ ſiln mn him 1 m 6 bn u )7 lne kiſch ſih 7 licene in e je — uh N z ſn. ſiö unſ hu hih uit Whn ſhn menſit, ſchi er Unn Mn er Ing ng ent hnihn dem jin ung un hen gi auf dn andeniſ Beſtz kuſt da ufen der der ibe em Rich z einn fin Peiſt, i itd; Gitn ein un — III. Buch. 1. Tit. PVon der Erbfolge. 195 der Verſuͤgungen des 11. Art. unter dem Litel von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte, nur in den Faͤllen und auf die Weiſe zugelaſſen, wie ein Franzoſe ſei⸗ nen Verwandten erbt, der in dem Lande dieſes Fremden Guͤter beſitzt.*) 727. Der Erbfolge ſind unwärdig, und werden als ſolche von Erbſchaften ausgeſchloſſen: 1) Derjenige, der verurtheilt worden iſt, weil er den Verſtorbenen um's Leben gebracht, oder um's Leben zu brin⸗ gen verſucht hat; 2) Derjenige, der wider den Verſtorbenen eine Capital⸗ Anklage angebracht hat, die durch ein Urtheil fuͤr verlͤum⸗ deriſch erklaͤrt worden iſt; 3) Ein volljahriger Erbe, der, obſchon ihm bekannt war, daß der Verſtorbene ermordet worden, dieſes bey Gerichte nicht angezeigt hat. 728. Die Unterlaſſung dieſer Anzeige kann jedoch den Ascendenten und den Abkoͤmmlingen des Moͤrders, denjeni⸗ gen, die in demſelben Grade mit ihm verſchwägert find, ſeinem Ehegatten oder ſeiner Ehegattinn, ſeinen Bruͤdern oder Schweſtern, ſeinen Oheimen und Muhmen, ſeinen Neffen und Nichten nicht entgegengeſetzt werden. — N LIX. Kaiſerl. Deeret über die gegenſeitige Befreyung von dem Heimfalls Rechte füt die Bewohner des framöſiſchen Reichs, und des Königreichs Italten, vom 19. Februar 1806. Art. 1. Unſere Unterthanen des franzöſiſchen Reichs ſind in unſerm Königreich Italien vom Heimſalls⸗Rechte der Erbſchaften, ſo wie von andern Rechten ähnlicher Art, unter welcher Benen⸗ nung ſie auch beſtehen mogen, befreyt. Eben ſo ſollen unſere unerthanen des Königreichs Nalien der nehmlichen Befrevung im Umfange des franzoͤſiſchen Reichs genießen. Dieſem zu Folge können unſere Unterthanen eines von veyden Staaten die Erbſchaften frey beziechen, die zu ihren Gunſten in dem andern eröffnet worden ſind, a. Die Verfügangen des norhergehenden Artikels erßrecken ſich auch auf die Sfaaten von Parma, Piacenza und Guaſtalla. — 16 m. Buch. 1. Tit. Von der Erbfolge. 729. Wird ein Erbe als unwuͤrdig von der Erbfolge ausgeſchloſſen, ſo muß er alle ſeit der Eroͤffnung der Erb⸗ ſchaft genoſſenen Fruͤchte und Einkuͤnfte zuruͤckgeben. 730. Kinder des Unwuͤrdigen, welche vermdoͤge ihres eige⸗ nen Rechtes und ohne Beyhuͤlfe der Repraͤſentation(Stell⸗ vertretung) zur Erbfolge gelangen, ſind wegen des Verſchul⸗ dens ihres Vaters nicht ausgeſchloſſen; aber in keinem Falle kann dieſer an dem zu ſolcher Erbſchaft gehdrigen Vermoͤgen den Nießbrauch in Anſpruch nebmen, den das Geſetz den Eltern an dem Vermogen ihrer Kinder verleiht. Von den verſchiedenen Claſſen der Erbfolge. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfügungen. 731. Die Kinder und Abkommlinge des Verſtorbenen, ſeine Ascendenten und ſeine Seiten⸗Verwandten gelangen in der Ordnung und nach den Regeln zur die hier unten beſtimmt ſind. 732. Das Geſetz ſieht weder auf die Natur noch auf den urſprung der Guͤter, um die Erbſoige in denſelben zu beſtimmen. 733. Jede Ascendenten oder Seiten⸗Verwandten zuge⸗ fallene Erbſchaft wird in zwey gleiche Theile getheilt; den einen erhalten die Verwandten der vaͤterlichen, den andern die Verwandten der muͤtterlichen Linie. Die Verwandten von einer Seite allein, es ſey von der muͤtterlichen oder von der väterlichen Seite, werden durch die Verwandten von beyden Seiten nicht ausgeſchloſſen; ſie gehen aber nur in ihrer Linie zur Theilung; jedoch ohne Nachtheil der im 732. Art. vorkommenden Beſtimmung. Verwanbte von beyben Seiten gehen in beyden Linien zur Theilung. Von einer Linie faͤllt der andern nichts an, es ſey dann, daß ſich in einer der beyden Linien weder ein We noch ein Seiten⸗Verwandter befinße. 734. Iſt dieſe erſte Vertheilung unter der väterlichen und muͤtterlichen Linie geſchehen, ſo hat keine weitere Ab⸗ lin ſuk vhe inu br 5 in hme 6iten den in Di t ge d Plör Ner 73 1 her ſin ſih. bon dei böfung urickzebe emipin ſentain 6 egen d Ait er in kinn ſ höngen In en d bij leiht. e Eufilt. . des Jeß dten geln tbſolge, ſi latur nih ben zu beſin erwanden ile gehilt hen, de „es ſeh w wenen hloſin; ſit ch ohue i ung m zu Pi m, t ſon t in liu de iin. ſie viu 1 m. Buch. 1. Lit. Von der Erbfolge. 9 theilung in die verſchiedenen Zweige Statt, ſondern die einer jeden Linie angefallene Haͤlfte gehoͤrt dem oder den Erben, welche die naͤchſten im Grade ſind, den Fall der Repraͤſenta⸗ tion ausgenommen, wie hierunter beſtimmt werden wird. 735. Die Naͤhe der Verwandtſchaft wird durch die Zahl der Generationen beſtimmt; jede Generation heißt ein Grad. 736. Die Reihe mehrerer auf einander folgenden Grade bildet die Linie. Gerade Linie nennt man die Folge der Grade unter Perſonen, deren eine von der andern abſtammt; Seiten⸗Linie heißt die Folge der Grade unter Perſonen, deren eine zwar von der andern nicht abſtammt, die aber einen gemeinſchaftlichen Stammvater haben. Die gerade Linie wird in die gerade abſteigende und in die gerade auſſteigende Linie eingetheilt. Die erſte iſt diejenige, welche den Stammvater mit ſeinen Abkommlingen verbindet; die zweyte iſt diejenige, welche eine Perſon mit denjenigen verbindet, von welchen ſie abſtammt. 737. In gerader Linie zaͤhlk man ſo viele Grade, als es Generationen zwiſchen den Perſonen gibt; der Sohn iſt alſo in Hinſicht des Vaters im erſten, der Enkel im zweyten Grade, und ſo umgekehrt vom Vater und Großvater in Be⸗ ziechung auf Sohne und Enkel. 738. In der Seiten⸗Linie zählt man die Grade nach den Generationen von einem der Verwandten bis zum gemein⸗ ſchaſtlichen Stammvater, dieſen nicht mitgerechnet, und von dieſem bis zum andern Verwandten. Alſo ſind zwey Bruͤder im zweyten Grade, Oheim und Nff⸗ im dritten; Geſchwiſter-Kinder im vierten Grade und ſo weiter. 3 weyter Abſchnitt. Von dem Repräſentations Rechte(Rechte der Stellvertretung.) 739. Die Repräſentation iſt eine Erdichtung des Geſetzes, welche die Wirkung hat, daß die Repraͤſentanten in die Stelle, den Grad und die Rechte des Repraſentirten eintreten. 198 m. Buch. 1. Tit. Von der Erbfolge. 740. In gerader abſteigender Linie 8 Repräſenta⸗ tion ins Unendliche Statt. 6 Sie tritt in allen Fällen ein, die Kinder des Verſtotbenei moͤgen mit den Abkoͤmmlingen eines fruͤher verſtorbenen Kin⸗ des zuſammentreffen, oder die Kinder des Erblaſſers insge⸗ ſammt vor ihm geſtorben ſeyn, und alſo die Abkoͤmmlinge dieſer Kinder ſich gegeneinander in gleichen oder ungleichen Graden befinden. 74r. Zum Portheile der Ascendenten hat kein Repra⸗ ſentations⸗Recht Statt; in jeder von beyden Linien ſchließt immer der Nähere den Entferntern aus. 74. In der Seiten⸗Linie wird das Repräſentations Recht zum Vortheile der Kinder und Abkoͤmmlinge der Geſchwiſter des Verſtorbenen angenommen, ſie moͤgen zugleich mit Oheimen oder Muhmen zur Erbfolge gelangen, oder die Erbſchaft mag, wenn alle Bruͤder und Schweſtern des Erblaſſers ſchon fruͤher geſtorben ſind, ihren Abkoͤmmlingen i in gleichen oder ungleichen Graden anfallen. 743. In allen Faͤllen, wo das giehttſitiont⸗ Recht eintritt, geſchieht die Theilung nach den Staͤmmen. Sind ven einem Stamme mehrere Neben⸗Linien entſproſſen, ſo geſchieht in jeder Neben⸗Linie die Unterabthei ilung gleichfalls nach den Stäͤmmen; die Glieder einer und derſelben Neben⸗ Linie theilen dagegen unter ſich nach der Anzahl der Kopfe. 744. Noch lebende Perſonen kunn man nicht repraͤſen⸗ tiren, ſondern nu ur diejenigen, die entweder natuͤrlich oder buͤrgerlich todt ſind. Denjenigen kann man repraͤſentiren, 6 deſſen cr ſchaft man Verzicht gethan hat. Dritter Abſchnitt. WVen der Erbfelge der Abtoͤmmlinge(Descendenten). 745. Die Kinder oder ihre Abkbmmlinge erben ihre Cltern, Groß⸗Eltern oder uͤbrige Atcendenſen ohne Unter⸗ io ſeu — ii nt W phe 1 hht pvi ie gie 7 ſin h 7 ude hun il e hn Pi u N ich kij Ku U Roriſh Verſerken othennſt aſet in lblinni t unlith kein ien ſti tini Geſchti er ungliht ationt Eiſ „ſo geſhih ls wch in inie ii ht npiſ nirlich h nCüchi ntih. nüen ih hne u mu. Buch. 1 Lit. Vot der Erbfoge.„ ſchied des Geſchlechts oder der Erſtgeburt, ſelbſt dann, wenn ſie aus verſchiedenen Ehen herſtammen. Sie erben zu gleichen Theilen und nach Anzahl der Koͤpfe, wenn ſie ſich alle im erſten Grade befinden, und kraft ihres eigenen Rechtes zur Eebſchaft beruſen ſind; ſie erben nach den Staͤmmen, wenn ſie insgeſammt oder zum Theile kraft des Repraͤſentations⸗Rechtes zur Erbſchaft gelangen. Viertter Abſchnitt. Von der Erbfolge der Ascendenten(Verwandten in auſſteigender Linie.) 746. Wenn der Verſtorbene keine Nachkommen, keine Geſchwiſter, noch Abkommlinge von ihnen zuruͤckgelaſſen hat, ſo wird die Erbſchaft in zwey gleiche Theile unter die Ascen⸗ denten der vaͤterlichen, und die Ascendenten der muͤtterlichen Linie getheilt. Der Ascendent, der im nüchſten Grade iſt, erhält die ſeiner Lime zugewieſene Haͤlfte mit Ausſchließung aller andern. Ascendenten, die ſich in gleichem Grade befinden, erben nach Anzahl der Köpfe. 747. Die Ascendenten erden, mit Ausſchließung aller andern, die Sachen, die ſie ihren ohns Abkömmlinge geſtor⸗ benen Kindern oder Enkeln geſchenkt haben, wenn die geſchenk⸗ ten Gegenſtaͤnde ſich noch in Natur in der Erdſchaft vorfinden. Sind die Sachen veräußert worden, ſo erden die Ascendenten den etwa noch ruͤckſtändigen Kaufpreis. Sie erben auf gleiche Weiſe das Klage⸗Recht, welches dem Geſchenknehmer auf Luruͤcknahme der Sachen zuſtehen mag('action en reprise). 748. Ueberiebten der Voter und die Mutter ihr ohne Nochkommenſchaft verſtorbenes Kind, dieſes hinterließ aber noch Geſchwiſter oder Abkoͤmmlinge von ihnen, ſo wird die Erbſchaft in zwey gleiche Theile getheilt, und nur eine Haͤlſte davon faͤllt auf den Vater und die Mutter, welche ſie unter ſich gleich theilen. Die andere Haͤlfte gebuͤhrt den Geſchwiſtern oder ihren Abkoͤmmlingen, wie in dem 5. Abſchn, dieſes erklärt werden wird. * 406 m. Buch. 1. Tit. Von der Erbfolge. 749. Wenn in dem Falle, da der Erblaſſer zwar zeii Nochkommen, doch aber Geſchwiſter oder Abkoͤmmlinge von ihnen zuruͤcklaͤßt, deſſen Vater oder Mutter ſchon vorher ver⸗ ſtorben iſt, ſo waͤchſt das Erbtheil, das ihm oder ihr zu Folge des vorbergehenden Artikels zugefallen wäre, der Haͤlfte an, weſche den Geſchwiſtern oder ihren Repraͤſentanten zugethilt iſt, wie im 5. Ebſchn. dieſes Capitels n werden ſoll. F uͤnfter Abſſch. nitt. Von der Erbfolge der Seiten⸗Perwandten. 750. Wenn der Vater und die Mutter einer Perſon, die keine Nachkommen zuruͤckläßt, vor ihr verſtorben ſind, ſo ſind ihre Geſchwiſter oder deren Abkoͤmmlinge mit Aus⸗ ſchließung der Ase ndenten und der uͤbrigen Seiten⸗ Berwand⸗ ten zur Erdſolge berufen. Sie erben entw der aus eigenem Rechte, oder vermoge der Repraͤſentation, wie im 2. Abſchn. dieſes Capitels feſt⸗ geſetzt worden iſt. 751. Wenn Vater und Mutter der ohne Rachkommen verſtorbenen Perſon ſie uͤberlebt haben, ſo ſind ihre Geſchwi⸗ ſter oder deren Repraſentanten nur zu einer Haͤlfte des Nach⸗ laſſes berufen. Ueberlebt die verſtorbene Perſon nur der Vater oder die Mutter, ſo erben ſie drey Viertel. 752. Die Deilung der Haͤlfte oder der drey Viertel, welche den Beſtimmungen des vorhergehenden Artikels zu Folg den Geſchwiſtern zufallen, geſchieht unter ihnen, wenn ſie alle aus einer Ehe entſproſſen ſind, zu gleichen Theilen; ſind ſi aus verſchiedenen Ehen, ſo erhaͤlt eine jede von bey⸗ den Linien des Verſtorbenen, die vaͤterliche und die muͤtter⸗ liche, eine Haͤlfte; die vollbuͤrtigen Geſchwiſter gehen in beyden Linien zu Theil, die halbbuͤrtigen Geſchwiſter von der Mutter allein, oder von dem Vater allein kommen dagegen nur in einer Linie, jeder in der ſeinigen, zur Theilung; ſind nur Geſchwiſter von einer Seite vorhanden, ſo erben ſie den ganzen Nachlaß mit Ausſchließung aller uͤbrigen Verwandten der andern Linie⸗ 5 iun, wen ſhh ſihh L n 5 lhul Din 5, ſnn P hin aden „ ſſer zn ſi linnli ſch bun tdrinße dn hiht anten z t wenanſl t. dten. t tint vi terſrimnjt minge nit Heitem „oder un 6 Capitlij e Nachlun nd ihre beſt hälfte dht Perſon ettel. t dre in en i er ihnen, liche Fi. ejide mi und di nin geheninb von de Nu nggu mi uj ſün ehu ſtb gen Pnn M. Buch. 1. Tit. Von der Erbfolge. 201 83. Wenn keine Geſchwiſter oder Abkoͤmmlinge von ihnen, oder in einer oder der andern Linie keine Ascendenten vorhanden ſind, ſo faͤllt die Erbſchaft zur Haͤlfte auf die uͤberlebenden Ascendenten, und zur andern Haͤlfte auf die naͤchſten Verwandten der andern Linie. Treffen Seiten⸗Verwandten, die in gleichem Grade ſind, zuſammen, ſo theiſen dieſe nach der Anzahl der Köpfe. 754. In dem Falle des vorhergehenden Artikels hat der Ueberlebende von beyden Eltern den Nießbrauch an dem Drittel der Guͤter, die er dem Eigenthum nach nicht erbt. 755. Ueber den zuoͤlften Grad entfernte Verwandten erben nicht. Wenn in einer Linie keine in einem erbfaͤ⸗ higen Grade vorhanden ſind, ſo erben die Verwandten der andern Linie das Ganze. Verte 5 e. Von der Irregular⸗Erbfolge. Erſter Ab ſchnitt. Von den Rechten der natuͤrlichen Kinder auf das Vermögen ihrer Eltern und von der Erbfolge in dem Nachlaſſe der natuͤr⸗ lichen Kinder, die ohne Abkömmlinge verſtorben ſind. 756. Die natuͤrlichen Kinder ſind nicht Erben; das Geſetz gibt ihnen nur dann Rechte auf den Nachlaß Frei verſtor⸗ venen Eltern, wenn ſie geſetzlich anerkannt worden ſind. Es gibt ihnen kein Recht auf das Vermogen der Ve rwand⸗ ten ihres Vaters oder ihrer Mutter. 757. Das Recht des natuͤrlichen Kindes den Nach⸗ laß ſeines verſtorbenen Vaters oder ſeiner verſtorbenen Mutter iſt auf folgende Weiſe feſtgeſetzt: Wenn der Vater oder die Mutter eheliche Abkömmlinge zuruͤckgelaſſen hat, ſo beſteht dieſes Recht in einem Drittel des Erb⸗Antheils, welchen das natuͤrliche Kind erhalten haͤtte, wenn es ehelich geweſen ware; es beſteht in der Haͤlfte, wenn der Vater oder die Mutter zwar keine Abkömmlinge, wohl aber * 8* k ₰ . 1 s02 m. Buch. 1. Tit. Von der Erbfolge. Ascendenten oder Geſchwiſter hinterlaͤßt; es beſteht in drey Viertel, wenn der Vater oder die Mutter weder Abkömmlinge, noch Ascendenten, noch Bruͤder oder Schw ſtern zuruͤcklaͤßt. 758. Das natuͤrliche Kind hat ein Recht auf den ganzen Nachlaß, nenn ſein Pater oder ſeine Mutter keine Verwand⸗ ten in einem zur Erbfolge berechtigten Grade zuruͤcklaͤßt. 750. Iſt das natuͤrliche Kind vor ſeinen Eltern geſtorben, ſo koͤnnen ſeine Kinder oder Abkommlinge die in den vorher⸗ gehenden Artikein beſtimmten Rechte in Anſpruch nehmen. 760. Das natuͤrliche Kind oder ſeine Abkömmlinge muͤſſen auf das, was ſie zu fordern berechtigt ſind, alles aufrechnen, was ſie von dem Vater oder der Mutter, deren Erbfolge erdff⸗ net iſt, empfangen haben, und was nach den im 2. Abſchn. des 6. Cap. dieſes Titels aufgeſtellten Regeln, der Collation (Einwerfung zur Erbſchafts⸗Maſſe) unterworfen iſt. 761. Jeber weitere Anſpruch iſt ihnen unterſagt, wenn ſie bey Lebzeiten ihres Vaters oder ihrer Mutter die Haͤlfte desjenigen, was in den vorhergehenden Artikeln ihnen zuer⸗ kannt iſt, unter der ausdruͤcktichen Erklaͤrung ihres Vaters oder ihrer Mutter erhalten haben, daß es ihre Abſicht ſey, das natuͤrliche Kind auf den Theil einzuſchraͤnken, den ſie ihm angewieſen haben. Sollte dieſer Theil geringer ſevn, als die Haͤlfte desjeni⸗ gen, was dem natuͤrlichen Kinde zukommen muͤßte, ſo kann es nur ſo viel in Anſpruch nehmen, als S iſt, um dieſe Haͤlfte zu ergaͤnzen. 762. Die Verfuͤgungen des 757. und 758. Art. ſind auf Kinder, welche aus einem Ehebruche, oder einer Plut ſchande gezengt ſind, nicht anwendbar. Das Geſetz gibt ihnen nur ein Recht auf Unterhalt. 763. Dieſer Unterhalt wird nach dem Vermoͤgen des Vaters oder der Mutter, nach der Anzahl und der Eigenſchaft der geſetzlichen Erben beſtimmt. 8 764. Hat der Vater oder die Mutter das aus ein em Ehebruch oder einer Blutſchande gezeugte Kind eiu piln vin unſe ſei ſleng ſuüon eito n dſi Fride Nn i ſiſii iin ſi piic telhe zeh uiht It. N he buin ichtin bünnit znit fden zun Punn nicß. en gefun den wh h nhnn linge niß tuftchn rbſolzni n1 t der oluu ſ. rſugt, un t di hiß nitunſ ihres Un Vſchſt en, dui ilſte beh ßie, ſn ſt, uni Urt, ſidn Pluiſhw tethult mign aus it n han n m. Buch. 1. Lit. Von der Erbfolge. 20 erlernen laſſen, oder hat einer von ihnen bey ſeinen Lebzeiten ihm Unterhalt zugeſichert, ſo kann das vind an ihrem Nach⸗ laſſe gar keinen Anſpguch machen. 765. Die Erbſchaft eines nat ͤrlichen ohne Abkömmlinge verſtorbenen Kindes fällt auf denjenigen von ſeinen Eltern⸗ der es anerkannt hat, oder wenn es von beyden anerkannt worden iſt, auf beyde zur Haͤlfte. 766. Sind die Eltern des natuͤrlichen Kindes vor ihm geſtorben, ſo gehen die Guͤter, die es von ihnen erhalten hat, wenn ſie noch in Natur ſich in der Erbſchaft vorfinden, auf die ehelichen Geſchwiſter uͤber; anf dieſe ehelichen Geſchwiſter fallen gleichfalls zuruͤck die Klagen auf Zuruͤcknahme der Guͤter (action en reprise), wenn deren vorhanden ſind, oder der etwa noch ruͤckſtaͤndige Preis dieſer Gäter, die veraͤußert wor⸗ den ſind. Alles uͤbrige Vermoͤgen fällt auf die natuͤklichen Bruͤder und Schweſtern oder ihre Abkoͤmmlinge. z weytet Abſchnirt. Von den Rechten des überlebenden Ehegatten und des Staates. 767. Wenn der Verſtorbene weder Verwandten in einem erbfoͤhigen Grade, noch natuͤrliche Kinder zuruͤcklaßt, ſo ge⸗ hoͤrt ſeine Hinterlaſſenſchaft dem uͤberlebenden, von ihm nicht geſchiedenen, Ehegatten. 768. Hinterläßt der Verſtorbene keinen Ehegatten, ſo gehört die Erbſchaft dem Staste ²) *) N LEX. Sutchten r Staats⸗Raths über die Rechte, welche in Anſehung der Mobiliar⸗Eßfeeten einer in einem Spitale geſtorbenen Perſon, deren Hinterlaſſenſchaft dem Staate anheim gefallen iſt, geltend zu machen ſind; vom 14 Det. 1809, geneh⸗ miget vom Kaiſer zu Fontainebleau, den 3. Nov. des nehmlichen Jahrs. Der Staats⸗ Rath⸗ welcher nach der von Sr. Majeſtät gegebenen Weiſung den Vortrag der Finanz⸗ und Geſ ſetzggebungs, Seetionen über jenen des Finanz⸗Miniſters angehoͤrt hat, weicher die Frage aufſtellt, ob die Do mainen⸗Verwaltung das Recht hat, die Mobiliar⸗Effecten einer in einem Spitale verſtorbenen Perſon, beren Hinterlaſſen ſchaft ohne Erben iſt, in Anſpruch zu nehmen; 25 ½ m. Buch. 1. Tit. Von der Erbfolge. 769. Sowohl der uͤberlebende Ehegatte als die Tomainen⸗ Verwaltung, welche den Nachlaß in Anſpruch nehmen, ſind verbunden, die Sirgel ankegen, und ein Inventarium in der Form errichten zu laſſen, welche zur Angeiung einer Erbſchaft nunter der Rechts⸗Wohlthat des Inventariuts vorgeſchrieben iſt. 77. Sie muͤſſen bey dem Gerichte erſter Inſtanz, in deſſen Gerichtsſprengel die Erbfolge eroffnet iſt, die Ein⸗ weiſung in den Beſitz nochſuchen; das Gericht kann uͤber * dieſes Geſuch nicht eher erkennen, als bis drey Verkuͤndigungen Nach Einſicht 1) des im Monate Julius 1366 für das Spital zum heiligen Geiſt in Paris erlaſſenen Edietes, welches verordnet, daß, im Falle die Kinder während der Zeit ſterben, als ſie im gedachten Spitale ernaͤhrt und unterhalten werden; die beweglichen Güter und jene Sachen, die für beweglich gehalten werden, welche ſie beſitzen oder die ihnen anfallen? dieſem Spitale zugehoren ſollen, und daß die Erben dieſer Kinder keine Auſprüche darauf machen können; 2) Eines andern Ediets vom Monate April 1656, welches(im 44. Art.) verordnet, daß das allgemeine Spital in Paris mit Aus⸗ ſhließung der Seiten⸗Verwandten ein Recht auf die beweglichen Güter der Armen hat, welche ſowohl in dieſem Spitale als außer demſelben ſterben; 3) Der offenen Briefe vom 13. Sept. 17441 nach welchen das bewegliche Vermögen, welcdes in dem Hauſe der Unheilbaren den Kranken zugehoͤrt, nach ihrem Tode das Eigenthum des Spitals wird, welche Verſügung ſie auch darüber getroffen haben moͤgen; 4) Eines vom Gerichte der erſten Inſtanz der Seine, den 24. Rivos 7. J, gegen die Erben des Hu. Morandat, Biſchofes von Babylon, der im Hauſe der Unheilbaren geſtorben iſt, erlaſſe⸗ nen Urtheils, welches beweiſet, daß die Vewaltung der Spitaͤler im Beſitze des Rechtes iſt, die Mobitiar⸗Efferten der in dieſen Anſtalten verſtorbenen Kranken für ſich in Empfang zu nehmen; Nach Einſicht der Art. 1 und z des Geſetzes vom. Decemer 1790, welche verordnen, daß die herrenloſen Güter und Sachen⸗ ſie mögen beweglich oder unbeweglich ſeyn, ſo wie jene der Perſo⸗ nen, welche ohne rechtmaͤßige Erben ſterben, oder deren Nachlaſſen⸗ ſchaft nicht in Beſitz genommen wird, dem Staate zugehoͤten; Rach Einſicht des 768. Art. des Geſetzb Napoleons welchet ſo lautet, mifo ſzunn wiſ. n. w R zil, d men t fuun hige i — hiu iſtit ſuchk uen his; Whlſe da heſt nbeiſiit D hiit ju in uif ſun in did ſund jſn 5 inh hhtn n „7 lug m ben n ud 6 1hh in hu d in it Lamin men, ſih ium it N Echlihj huitbeuſ iſtutz,i die ſin kan ih indign dus Sjil 6bernhn alz ſen beneglit rden wi hören ſihn muf mh welhes ie is nit Uu benegli le as u velqu i eiltnn e Sjin hen nin uMn ichni iſ, iuß er Bziü r in u nehnen Deet d S. der M ſachſt hotenz M. Buch. 1. Tit. Von der Erbfolge. 205 und oͤffentliche Anſchlaͤge in der gewöhnlichen Form vorher⸗ gegangen ſind, und der kaiſerl. Procurator vernommen wor⸗ den iſt. 8 771. Ueberdieß iſt der uͤberlebende Ehegatte iemer das Mobiliar⸗Vermdoͤgen rentbar anzulegen, oder fuͤr den Fall, da binnen drey Jahren ſich Erben des Verſtorbenen melden wuͤrden, hinlaͤngliche Buͤrgſchaft ſuͤr deſſen Zuruͤck⸗ erſtattung zu ſtellen. Nach Umlauf von drey Jahren iſt der Buͤrge ſeiner Verbindlichkeit entlediget. „Hinterläßt der Verſtorbene Ehegatten ſo gehört die „Erbſchaft dem Staate;“ Nach Einſicht der Bemerkungen und S der Domai⸗ nen⸗Verwaltung ſowohl als der Verwaltung der Civil⸗Spita er ven Paris; In Erwägung, daß die Rechte des Staats auf die erbloſen Nachlaſſenſchaften zu jeder Zeit anerkaunt worden ſind, und daß das Geſetz vom 1. Deec. 17 0 und das Geſetzb. Napoleons dieſen unbeſtreitbaren Grundſatz nur beſtätiget haben; Daß deſſen ungeachtet die oben erwaͤhnten Ediete und offenen Briefe zu Gunſten der Spitäler eine Ausnahme wegen der Effee⸗ ten aufgeſtellt haben, welche von den in dieſen Anſtalten verſtor⸗ benen Kranken dahin gebracht worden ſind; Daß dieſer Vortheil jederzeit als eine kleine Entſchädigung für die von den Kranken verurſachten Koſten betrachtet worden iſt; Iſt der Meinung,„ 1) Daß die Mobiliar⸗ Effecten, welche Kranke in die Spitäl er gebracht haben, und die darin unentgeldlich behandelt worden ſind, gedachten Spitaͤlern mit Ausſchließung der Erben und der Domsi⸗ nen, wenn keine Erben vorhanden ſind, gehören müſſen:— 2) Daß in Betreff der Kranken und Geſunden, deren Behunb⸗ luug und Unterhalt auf irgend eine Weiſe bezahlt worden iſt, die Erben und Legatarien ihre Rechte auf alle von gedachten Kranken und Geſunden in die Spitäler gebrachten Effeeten ausuͤben konnen; und daß im Falle keine Erben vorhanden ſind, dieſelben Effeeten zum Nachtheile der Domainen deh Epitälern zugehören müſſen; 3) Daß in Anſehung der in den Spitälern verſtorbenen Mili⸗ tairPerſonen nichts abzuaͤndern iſt; 4) Daß gegenwärtiges Gutachten in das Geſetz⸗Bülletin einge⸗ ruͤckt werden muß. 206 UI. Buch. 1. Tit. PVon der Erbfolge. 77a. Der uͤberlebende Ehegatte, oder die Domainen⸗ Verwaltung, wenn ſie die Formalitäten nicht beobachtet haben, die ihnen beyderſeits vorgeſchrieben ſind, koͤnnen verurtheilt werden, den Erben, wenn deren ſich melden, allen Schaden und entbehrten Gewinn zu erſetzen. 773. Die Verfuͤgungen des 69. und 77 Art. treffen ebenfalls die natuͤrlichen Kinder, die, wenn es an Verwandten fehlt, zur Erbfolge berufen ſind. F ünfies C itel. Von der Annahme und dem Ausſchlagen der Erbſchaften⸗ Erſter Ab ſchnitt. PBon der Annahme. 774. Eine Erbſchaft k⸗un unbedingt, oder unter dem Vorbehalt der Rechtswohlthat des Inventariums angenom⸗ men werden. 775. Niemand iſt verbunden, eine ihm angefallene Erb⸗ ſchaft anzunehmen. 776. Verheirathete Szuchiperine koͤnnen ohne Antori⸗ ſation ihres Mannes oder des Gerichtes keine Erbſchaſt gultig annehmen, wie dieß im 6. Capitel unter dem Titel von der Ehe vorgeſchrieben iſt. Erbſchaſten, welche Minderjaͤhrigen und Interdicirten an⸗* gefallen ſind, koͤnnen nur unter Beobachtung der in dem Titel von der Winderjshrigkeit, Vormundſchaft und Emanci⸗ pation enthaltenen Verfuͤgungen guͤltig angenommen werden. 777. Die Annahme wirkt zuruͤck bis zum Tage der eroff⸗ neten Etbſchaft. 778. Die Annahme kann ausdrůͤcklich oder ſtillſchwei⸗ gend ſeyn; ſie iſt ausdruͤcklich, wenn man in einer authen⸗ tiſchen oder Privat⸗Urkunde den Titel oder die Eigenſchaft eines Erben annimmt; ſie iſt ſtillſchweigend, wenn der Erbe eine Handlung vornimmt, die ſeine Abſicht, die Erbſchaft anzunehmen, nothwendig vorausſetzt, und welche er nur in der Eigenſchaft eines⸗Erben vorzunehmen, das Recht haben konnte. — f in uſ i in un he mm o. vni in ii i Un Ehn ihen, in mht Phile hii en l. tn, bh geld un bienſ 0) ſtn m ſufſt uim 1 trin ſuhn pnih e ne ihn, nh ju 9 iße b Dunin huheie veruhii E „weln tſcheftn untet ie arzenn fulin6t hne Uui ſchaſtgith nie w tdiirnen n den d Eni nen vedn gedei ilſtu t wi Cin mnbi kſti n wi it pi Iu. Buch. 1. Tit. Von der Erbfolge. 207 70. Handlungen, die bloß auf Erhaltung zielen, die nur eine Auſſicht und proviſoriſche Verwaltung zum Zwecke haben, ſind keine Handlungen einer Antretung der Erbſchaft, wenn man dabey den Titel oder die Eigenſchaft eines Erben nicht angenommen hat. 780. Schenkung, Verkauf oder Uebertrag, wodurch einer der Miterben ſeine Erbrechte einem Fremden, oder auch allen oder einigen ſeiner Miterben uͤberläßt, fuͤhrt von ſeiner Seite die Annahme der Erbſchaft mit ſich. Eben ſo verhaͤlt es ſich 1) mit der, wenn ſchon unent⸗ geltlichen, Verzichtleiſtung eines Erben zum Vortheile eines voder mehrerer ſeiner Miterben, 2) mit der Entſagung zum Vortheile aller ſeiner Miterben ohne Unterſchied, wenn er hie fuͤr eine Verguͤtung erhaͤlt. 781. Wenn derienige, dem eine Erbſchaft angefallen war, ohne ſie ausgeſchlagen, oder ausdruͤcklich oder ſtill ſchwei⸗ gend angenommen zu hoben, verſtorben iſt, ſo koͤnnen ſeine Erben ſtatt ſeiner ſie annehmen oder ausſchlagen. 782. Sind dieſe Erben uͤber die Frage, ob ſie die Erb⸗ ſchaft annehmen oder ausſchlagen wollen, nicht einig, ſo muß ſie unter dem Vorbehalt der Rechtswohithat des Inven⸗ tariums angenommen werden. 783. Ein Volljähriger kann die ausdruͤcklich oder ſtill⸗ ſchweinend von ihm geſchehene Annahme einer Erbſchaft nur in dem Falle anfechten, wenn dieſe Annahme die Folge eines gegen ihn ansgefuͤhrten Betrugs geweſen iſt. Niemahls kann er unter dem Vorwande einer Verletzung dawider Einſpruch thun, den einzigen Fall ausgenommen, wo die Erbſchaft durch die Entdeckung eines zur Zeit der Annahme noch unbe⸗ kannt geweſenen Teſtaments ſich erſchoͤpft, oder äͤber die Haͤlfte vermindert faͤnde. 3 weyter Ab ſchnitt. PVon der Entſagung der Erbſchäften. 784. Die Entſagung einer Erbſchaft wird nicht vermu⸗ thet: ſie kann nur auf der Kanzelley des Gerichtes der erſten ————————————————————————— —— *3 m. Buch. 1. Tit. Von der Erbfolge⸗ Inſtanz in dem Bezirk, worin die Erbfolge eroͤffnet worden iſt, in einem beſondern hieruͤber gefuͤhrten Regiſter geſchehen. ²) 785. Der Erbe, welcher verzichtet, wird betrachtet, als er nie Erbe geweſen. Der Antheil des Verzichtenden rächſt ſeinen Mit⸗ an; iſt er allein, ſo fallt ſolcher auf den naͤchſtfolgen⸗ den Grad. 787. Nie tritt man zu Folge des Repräſentations⸗Rech⸗ tes in die Stelle eines Erben, der Verzicht getban hat: iſt der Verzichtende in ſeinem Grade der einzige Erbe, oder ver⸗ zichten alle ſeine Miterben, ſo gelangen die Kinder kraft ihres eigenen Rechtes zur Erbfolge, und erben nach Anzahl der Kopfe. 788. Die Glaͤubiger desjenigen, der zum Nachtheile ihrer Rechte verzichtet, konnen ſich bey Gerichte ermaͤchtigen laſſen, die Erbſchaft im Nahmen ihres Schuldners und anſtatt ſeiner anzunehmen. Die Verzichtleiſtung wird in dieſem Falle nur zum Vor⸗ theile der Glaͤubiger und bloß bis zu dem Betrage ihrer Forderungen aufgehoben; nicht zu Gunſten des Erben, der Verzicht gethan hat. 789. Die Befugniß, eine Erbſchaft anzunehmen, oder auszuſchlagen, erliſcht durch Verjahrung. Dazu wird ſo viel Zeit, als zur längſten 3 der Immobiliar⸗Rechte⸗ erfordert. 790. So lange das Recht eine Erbſchaft anzunehmen, wider die Erben, welche Verzicht gethan haben, nicht ver⸗ jährt iſt, haben ſie die Befugniß die Erbſchaft noch anzu⸗ nehmen, wenn ſie nicht von andern Erben ſchon angenom⸗ men worden iſt; derjenigen Rechte jedoch unbeſchadet, die ein. Dritter, entweder durch Verjaͤhrung oder durch Vertraͤge, die er mit dem Curator der erledigten Erbſchaft guͤltig geſchloſſen hat, an den zur Erbſchaft gebbrigen Guͤtern erlangt haben mag⸗ *) Siehe Art. 397 des Geſetzb. à, d. r. V. i. C.S. vih i iiiſ . hunn ſ6 i uuſ od hin in er 1 ime Duin 9 ſtuß nu n ziſen hithhe uhn . inzu fine, ſftnn hiſn umi ſhat (r ihn ſin imh — e 6, ſut wi gſchin ncht, 1 ſinn nichiih uinth han het he, met inet hi uh in ſchhie hizn uſ auftnſin u m h hemg in E ehuen, i nidſ ilinhh mun „ittn ſt h u on nn don, i enitt tehun — 6 791. Auf die Erbſchaft einer noch lebenden Perſon kann man, ſelbſt in einem Ehe⸗Contracte, nicht Verzicht thun, noch die eventuellen Rechte veraͤußern, die man an dieſer Erbſchaft haben mag.* 79. Erben, welche zu einer Nachlaſſenſchaft gebdrige Gegenſtände bey Seite geſchafft oder verheimlichet haben, ſind des Rechtes, auf eine ſolche Nachlaſſenſchaft Verzicht zu thun, verluſtig; ihrer Entſagung ungehindert bleiben ſie unbedingt und ohne Vorbehalt Erben, ohne an den bey Seite geſchaff⸗ ten oder verheimlichten Gegenſtaͤnden einigen Antheil fordern zu konnen. Dritter Abſchnitt. Ven der Rechtswohlthat des Inventariums, ihren Wirkungen unb den Verbindlichkeiten des Veneſieiar⸗Erben. 7093. Die Erklaͤrung eines Erben, daß er dirſe Eigen⸗ ſchaft nur unter der Rechtswohlthat des Inventariums anneh⸗ meu wolle, muß auf der Kanzelley des Gerichtes der erſten Inſtanz in dem Bezirk, wo die Erbfolge eroffnet worden iſt, geſchehen: ſie muß in das Regiſter, welches fuͤr die Auf⸗ nahme der Entſagungs⸗Urkunden beſtimmt iſt, eingetkagen werden. 704. Dieſe Erklaͤrung hat nur in ſo fern Wirkung, als ein getreues und genaues Inventar der Erbſchafte⸗Gegen⸗ ſtaͤnde, nach der durch die Geſetze uͤber das gerichtliche Ver⸗ fohren vorgeſchriebenen Form und in den hier unten beſtimmten Friſten ihr vorhergegangen oder darauf erfolgt iſt.*) 706. Der Erbe hat drey Monate um ein Inventarium zu errichten. Sie werden von dem Tage der erdffneten Erb⸗ ſchaft angerechnet. Er hat uͤberdieß, um ſich uͤber ihre Annahme oder Aus⸗ ſchlagung zu entſchließen, eine Zeitfriſt von vierzig Tagen, die ihren Anfang mit dem Tage nehmen, da die zur Er'ich⸗ tung des Inventariums geſtatteten drey Monate verfloſſen Siebe Art. 31 u. ſ. des Geſetb.. d. r. V. i 66. 210 m. Buch. 1. Tit. Von der Erbfolge. ſind, oder mit dem Tage, da das Inventarium geſchloſſen wurde, wenn dieſes vor dem Ablaufe der drey Monate been⸗ diget worden iſt⸗ 706. Befinden ſich indeſſen unter dem Nachlaſſe Sachen, die dem Verderben unterworfen ſind, oder deren Erhaltung zu koſtbar ſeyn wuͤrde, ſo kann der Erbe aus dem einzigen Grunde, weil er zur Erbfolge berechtiget iſt, und ohne daß man von ſeiner Seite eine Annahme daraus folgern duͤrfe, ſich von dem Gerichte ermöchtigen laſſen, zum Verkaufe dieſer Sachen zu ſchreiten. Dieſer Verkauf muß durch einen oͤffentlichen Beamten nach vorhergegangenen offentlichen Anſchlagen und Bekannt⸗ machungen geſchehen, wie ſie durch die Geſetze uͤber das gerichtliche Verfahren vorgeſchrieben ſind.*) 797. So lange die Zeitfriſten fortwaͤhren, die zur Errich⸗ tung des Inventariums und um ſich uͤber die Annahme oder Ausſchlagung der Erbſchaft zu entſchließen, geſtattet ſind, kann der Erbe nicht gezwungen werden, dieſe oder jene Eigenſchaft anzunehmen, und man kann wider ihn keine Ver⸗ urtheilung erwirken. Entſagt er der Erbſchaft, nachdem die Friſten verſtrichen ſind, oder noch fruͤher, ſo fallen die bis zu dieſem Zeitpunete geſetzlich von ihm gemachten Koſten der Erbſchaft zur Laſt. 708. Nach Ablauf der oben beſtimmten Zeitftiſten kann der Erbe, wenn ein Verfahren wider ihn angeſtellt wird, um eine neue Friſt anſuchen, welche das Gericht, bey dem der Rechtsſtreit anhaͤngig iſt, den Umſtaͤnden nach geſtattet oder verfagt. 700. Im Falle des vorhergehenden Artikels werden die Koſten des Verfahrens aus der Erbſchaft beſtritten, wenn der Erbe beweiſt, daß er von dem Sterbfalle keine Wiſſenſchaft gehabt hatte, oder daß die Friſten entweder wegen der Lage der Guͤter, oder wegen eingetretener Streitigkeiten zu kurz — *) Siche Art.„86 deſſ. Geſetzb. ſun hifii . In be vil hit, d ſch i u ii lil inid ol. zennht Süͤce de e hifn ſwih — ke. niun ziit Ponn tichuſeet deren bil us den i „und n s plun Prllufit tlichen Pn gund hin eſehe ihe „di zuh eUmehn „geſtni diſe un r ihn kinb ſt, uhn o fuln b hlen hſu ififut ſtelt rie ben n gn kels min ſiin, in Pi nin u in pt — m. Buch. I. Lit. Von der Eröfolge, geweſen ſind. Liefert er di ſen Beweis nicht, ſo bleiben die Koſten ihm perſdalich zur Laſt. 800. Der Erbe behaͤlt jedoch nach Ablauf der im 795. Art. beſtimmten Friſten, ſelbſt nach Ablauf derjenigen, die er in Gemaͤßheit des 798. Art. von dem Richter erhalten hat, das Recht, noch ein Inbentsrium zu errichten, und ſich als Beneficiar⸗Erben darzuſtellen, weun er uͤbrigens keine nur einem Erben zuſtehende Handlung unternommen hat, oder kein rechtskräftiges Urtheil wider ihn vorhanden iſt, das ihn in der Eigenſchaft eines unbedingten Erben verurtheilt. 8sor. Der Erbe, der ſich einer Verheimlichung ſchuldig gemacht, oder wiſſentlich und in böſer Abſicht Erbſchafts⸗ Stuͤcke in das Inventarium aufzunehmen unterlaſſen hat, iſt der Rechtswohlthat des Inventariums verluſtig. 802. Die Wirkung der Wohlthat des Juventariums be⸗ ſteht darin, daß ſie dem Erben den Vortheil verſchafft, 1) Daß er die Erbſchafts⸗Schulden nut bis zum Betrage des Werthes des geerbten Vermhgens zu zahlen verbunden iſt, und ſo gar von dieſer Zahlung ſich dadurch befreyen kaun, daß er den Glaͤubigern und Legatarien die ganze Erbſchafts⸗ Maſſe uͤberlaßt;— 2) Daß ſein perſönliches Vermoͤgen mit jenem, welches zur Erbſchaft gehort, nicht vermiſcht nird, und daß er wider ſie das Recht behaͤlt, die Zahlung ſeiner Forderungen nach⸗ zuſuchen.*) o3. Der Beneficiar⸗Erbe iſt verbunden, das zut Erb⸗ ſchaft gehdrige Vermoͤgen zu verwalten, und den Glaͤubigern und Legatarien von ſeiner Verwaltung Rechenſchaft zu geben⸗ In ſeinem eigenen Vermoͤgen kann er erſt dann anges griffen werden, wenn er in Hinſicht auf die Ubergabe ſeiner Rechnung in Verzug geſetzt worden iſt, und er ticſer Ver⸗ bindlichkeit kein Genuͤge geleiſtet hat. Siebe Art, ao6 del Seerches. 4 — 212 mi. Buch. 1. Lit. Von der Erbfolge⸗ Rach dem Abſchluſſe der Rechnung kann er in dem Ver⸗ mogen, das ihm perſoͤnlich zugehdrt, nur bis zum Betrage der Summe angegriffen werden, die er der Erbſchaft ſchuldig pleibt. ²) *) Siehe Art 535 d. G. u. d. B in C S Ne LXI. Gutachten des Staats⸗Raths über die Frage, ob die Venefieiar⸗Erben ohne Autoriſation Inſcriptionen von Renten, die mehr als fuͤnfzig Franes betragen veräußern duͤrfen, vom 17. November 1807, genehmiget veom Kaiſer den 11 Januar 1808. Der Staats⸗Rath ꝛe. iſt über die Frage, ob die Beuefi⸗ eiar⸗Erben ohne Autoriſation Inſeriptionen von Renten, die mehr als juͤnfzig Franes betragen, veräußern dürfen, Der Meinung, daß der Beneſteiar⸗Erbe Renten, die mehr als tünfzig Fraues betragen, ohne verlaͤ fige Autvriſation nicht veräußern darf. Was iſt ein Beneficiar⸗Erbe? Man findet die Erklärung davon im soz. Art. des Geſetzbuches:„Er iſt eine Perſon, weiche „verbunden iſt, das zu einer Erbſchäft gehörige Vermögen iu ver⸗ „ walten, und den Gläubigern und Legatarien von ſeiner Verwal⸗ „tung Rechenſchaft zu geben.“ Die Eigenſchaft eines Verwalters ertheilt zuver'aͤßig nicht die Befuguiß zu verkauſen; deßwegen war auch eine beſondere Verfü⸗ gung des Geſetzes nothwendig um den Beneficiar⸗Erben zu ermäch⸗ tigen, gewiſſe Gegenſtände der Erbſchaft zu verkaufen, und um die Art des Verkaufes zu beſtimmen. Dieß iſt der Segeuſtand des Soß. Art des Geſetzbuches: „Der Beneſieiar⸗Erbe kann zur Erbſchaft gehoͤrige Mobilien „nur durch einen öffentlichen Beamten, nachdem die gewöhnlichen „öffentlichen Anſchläge und Bekanntmachungen vorhergegangen ſind⸗ in einer Verſteigerung verkaafen.“ Man braucht nur dieſen Artikel zu leſen, um ſich zu uͤberzeu⸗ gen, daß der Geſergeber hier bloß von Gegenſtaͤnden ſprechen wollte, die ihrer Natur nach Mobilien ſind, nicht aber von ſoichen, die es durch diee Beſtimmung des Geſetzes ſind, wie die Renten; in der That kann auch die Befrgniß, Mobitien uuter Bedingun⸗ gen und unter Beobachtung von Fermen, welche den Mißbräuchen vorbeugen, zu verkaufen, ſich nicht auf Staats⸗Renten erſtrecken, anf welche ſich dieſe Bedingungen und Frimen nicht anwenden laſſen. „ ſh lu dn u un mi u Mtt, win Mhlin ſh iiſh inſch wlu d inn uh ugi muhl ilnt ſin 6 6 i hinſ nni 6 din mn) lit ſil. 0 U ſin un Mu N nit ſn h en m hun ijiſtu n, bun hun vn la 130 6 die bu u i u en ſuim it linn u tſn, dit rien u u iur Denl iiz ibti en Uui ni mi mn che Mi znijuit eguie ſ in en mn ſu un it de hun t ben Riſbuti unin h unu X M. Buch. I. Tit. Von der Erbfolge. 273 sog. Bey der ihm aufgetragenen Verwaltung iſt er nur fuͤr grobe Fehler verantwortlich. — Auf dieſe Art wurde der Artikel des Geſetzbuches bis auf dieſen Tag verſtanden und vollzogen; der Minißer des öffentlichen Schatzes erkennt auch in ſeinem Vortrage an, daß der Veneficiat Erbe einer Autoriſation bedü ſe, um Inſeriptionen veraußern zu köngen. Der Beneſiciar Erbe bedarf aber nicht, wie der Vortrag vor⸗ ausſetzt, deßwegen einer Autoriſativn um Renten zu veräußern, weil er nach dem so7. Art. verbundeu iſt, für den Werth der Mobilien Bü gſchaft zu ſellen, wenn es die Gläubiger fordern; die Nothwendigkeit einer ſolchen Autoriſation entſpringt aus ſeiner Eigenſchaft, die ihn zum bloßen Verwalter macht; man hat in Hinſicht ſeiner die Maßregeln ergreifen müſſen, die fuͤr alle Ver⸗ walter, welche Benennung ſie auch haben moͤgen, angenommen ſind. Ohne Grund wendet man dagegen ein, daß die Renten durch einen Wechſel⸗Agenten, der einen oͤffentlichen Charakter hat, und nach dem Curſe des Tages, verkauft werden, welches, wie man vorgibt, hinlänglich die Verſteigerungen, Anſchläge und Bekannt⸗ machungen erſetzt, welche der so5. Art. des Geſetzbuches zur Gül⸗ tigkeit der Verkäufe von Mobilien vorſchreibt, die zu einer Bene⸗ ſiciar⸗Erbſchaft gehören. Es wuͤrde gefährlich ſeyn, an die Stelle der vom Geſetze vorge⸗ ſchriebenen Foͤrmlichkeiten andere zu ſetzen, welche gleiche Wirkung hahen ſollen, und die nicht immer die nehmliche Garantie gewäh⸗ ren möchten. Es tritt nebſtdem noch eine Betrachtung anderer Art ein: der Verkauf nach dem Curſe des Tages kann Kenntniß von dem wah⸗ ren Preiſe des Verkaufes verſchaffen; man ſetzt dieſes voraus, obgleich an einem und demſelben Tage der Werth oft ſeigt und fällt. Wird aber die Nothwendigkeit, in einem ungünſtigen Augen⸗ blicke zu verkaufen, conſtatirt? Hat der Erbe immer die nöthigen kotitzen, um in einem guͤnſtigen Angenblicke zu verkaufen? Man ſagt vielleicht, daß er kein Intereſſe habe, zur Unzeit zu verkaufen; dieß iſt möglich; beſitzt er aber immer eben ſo viel Flugheit als Rechtſchaffenheit? 2 Man muß niemahls ſeine Eigenſchaft aus den Augen verlieren; er iſt bloß ein Verwalter, der zur Rechnungs⸗Ablage verpflichtet iſt, und man darf ihn von den Vorſichts⸗Maßregeln nicht befreyen, welche die Geſetze gegen ſeine Irrthümer oder Fehler ergriffen haben. 214 m. Buch. 1. Tit. Von der Srbfdlge⸗ Soß;. Zur Erbſchaft gehdrige Mobilien kann er nur durch einen offentlichen Beamten, nachdem die gemdhnlichen off nt⸗ lichen Anſchtaͤge und Bekanntmachungen vorhergegangen ſind, in einer Verſteigerung verkaufen. Liefert er ſie in Natur zuruͤck, ſo hat er fur ihre Ver⸗ ſchlimmexung und fuͤr das, was ſie an ihrem Werthe ver⸗ loren haben moͤgen, nur in ſo fern zu haften, als dieß von ſeiner Nachlaßigkeit herruͤhrt. 806. Die Immobitien kann er nur unter Beobachtung der durch die Geſetze uͤber das gerichtliche Verfahren vorge⸗ ſchriebenen Formen verkaufen; ihren Kaufpreis iſt er verbun⸗ den, den hypothecariſchen Glaͤubigern anzuweiſen, die ſich gemeldet haben.*) 807. Er iſt verbunden, den Glaͤubigern und andern Intereſſenten, wenn ſie es fordern, fuͤr den Werth des in dem Inventarium begriffenen Mobiliar⸗Vermogens, und fuͤr den Theil des Preiſes der Immobilien, welcher den hypothe⸗ Es ſcheint uͤbrigens nicht, daß wichtige Ruͤckſichten von einem allgemeinen Intereſſe hier eine Ausnahme von dem Geſetze und dem Gebrauche nothwendig machen: der dermahlige Preis der Renten⸗ obgleich die Beneßeiar⸗Erben bis jetzt ſie nur mit Autoriſation verkauft haben, liefert hievon den unumſtößlichſten Beweis. Endlich hat das Geſetz vom 24. Märi 1806 alles gethan was züglich geſchehen konnte, um die Veräzußerung der Renten zu erleich⸗ tern; es hat die Vormünder und Curatoren der Minderjährigen und Interdieirten von der Nothwendigkeit befreyt, eine beſondere Autoriſatisn für die Veraͤußerung der Inſeriptionen nachzuſuchen⸗ welche keine fünfzig Franes betragen. Die Geringfuͤgigkeit des Gegenſtandes und Grönde der Spar⸗. ſamkeit haben dieſe Ausnahme veranlaßt; aber das nehmliche Geſetz fordert im 3. Art. immer eine Autvriſation fuͤr die Verkäuſe der Inſeriptionen! die mehr als fuͤnfzig Fraues betragen. Es iſ einleuchtend, daß dieſe Verfügungen auf alle übrige rech⸗ nungspflichtige PVerwalter und auf die Beneſicia? Erben anwendbar ünd, die daher keine Rente, welche mihr als fünfzig Franes be⸗ trägt ohne vorhergegangene Autoriſation veräußern dürten. „ Siehe Art 227 u. j. d. G. ü. d. r. V. in C. S⸗ ni uiun 6 wn hhn unz . hihin, uf tiül ſihm p vee ud m 0 5 in ie R in iſ l tinn in nond hn io6 ſhif tißt i iun ſh en iß ngen ſi ihr Du erthe te diß m oiuchtn nn u it vhn de ſi nd anden h des i „und ſi hethe —— un inen e und den Renten notiſuni ti. han u in alit denihi t bede chſh e Ein nlich bei Rerfiutb uinn annenb zmt ſeh, 6. II. Buch. I. Tit. Von der Erbfolge. 415 cariſchen Glaͤubigern nicht angewieſen worden iſt, gute und zahlungsfaͤhige Buͤrgſchaft zu ſtellen. Stellt er dieſe Buͤrgſchaft nicht, ſo werden die Mobilien verkauft, und ihr Kaufpreis ſowohl, als was aus dem Preiſe der Immobilien nicht angewieſen worden iſt, wird hinterlegt, um zur Tilgnug der Erbſchafts⸗Laſten verwendet zu werden.*) Sos. Gibt es Glaͤnbiger, welche Oppoſition eingelegt haben, ſo kann der Beneficiar⸗ Erbe nur nach der Ordnung und auf die Weiſe zahlen, wie es von dem Richter beſtimmt wird. Gibt es unter den Glaͤubigern keine Opponenten, ſo zahlt er die Glaͤnbiger und Legatarien nach der Ordnung, wie ſie ſich melden. 809. Glaͤubiger, die nicht unter die Zahl der Oppr⸗ nenten gehdren, und erſt nach dem Abſchluſſe der Rechnung und der Auszahlung des Ueberſchuſſes ſich melden, haben nur wider die Legatarien ihren Regreß. In einem wie im andern Falle wird der Regreß durch den Ablauf von drey Jahren, welche von dem Tage an, da die Rechnung abgeſchloſſen und der Ueberſchuß gezahlt wor⸗ den iſt, zu rechnen ſind, verjaͤhrt. 810. Die Koſten der etwa angelegten Siegel, des Inven⸗ tariums und der Rechnungs⸗Ablage fallen der Erbſchaft zur Laſt. Vierter Abſchnitt. Von erbloſen Verlaſſenſchaften. 811. Wenn nach Umlauf der Friſten, die zur Erichtung eines Inventariums und als Bedenkzeit geſtattet ſind, nie⸗ mand erſcheint, der eine Erbſchaft in Anſpruch nimmt, kein bekannter Erbe vorhanden iſt, oder die bekannten Eeten auf die Erbſchaft Verzicht gethan haben, wird die Verlaſſen⸗ ſchaft als erblos angeſechen. 812. Das Gericht erſter Inſtanz, in Bezirk ſie erffaet iſt, ernennt auf das Geſuch der Perſonen, die dabey ein Jutereſſe haben, oder auf den Antrag des kaiſerl. Pro⸗ curators einen Curator. —— *) Siehe Art.„92 u. f. deſ. G. 316 m. Buch. 1. Lit. Von der Erbfolger grz. Der Curator einer erbloſen Verlaſſenſchaft muß vor allem ihren Zuſiand durch ein Inventarium ausmitteln(con⸗ ſiatiren) laſſen. Er uͤbt ihre Rechte aus, und mocht ſie geltend; er beantwortet die wider ſie gerichteten Klagen; er verwaltet, um die Rechte eines jeden, den es angehen mag, zu erhalten, unter der Bedingung, das in dem Nachlaſſe befindliche bare Geld, ſo wie die Gelder, die aus dem Ver⸗ kaufe der Mobilien und Immobilien gelöſt wurden, in die Caſſe des Empfängers der kaiſerl. Regie abzuliefern, und unter der Verbindlichkeit, denjenigen Rechnung welche ſie zu fordern verechtigt ſind.*) *) Me. LXIl. Inttruction des Groß⸗Richters, Juſitz⸗ miniſn an vie kaiſerl. Proeuratoren, vom g. Jutius 1806. Der Finanz⸗Miniſter hat mir die Bemerkungen mitgetheilt welche ihm von dem General⸗Director der Einregiſtrirungs Gebühren über die erbloſen Nachlaſſenſchaften und über die Förmlichkeiten gemacht worden ſind, die beokachtet werden muͤſſen um ſie anzunehmen, die Gärer derſelben zu verwalten und die Schulden der Nachlaſſen⸗ ſchaft zu bezahlen. Ich habe ſie ale gutgeheißen, weil ſie mir dem Buchſtaben und dem Geiſte des Geſetzes angemeſſen ſchienen. Er hat demnach eine Entſcheidung gefaßt, welche die Gerichte befolgen müſſen; ſie beſteht in folgenden Artikeln: 1) Die Vorgeſetzten der Domainen dürfen ſich in keine Erk⸗ ſchaft einmiſchen, es ſey dann, daß in Ermangelung erbfähiger Verwandten, natürli cher Kinder oder nicht geſchiedener Eheleute der Staat berufen ſey ſie in Empfang zu nehmen. 2) Wenn der Staat vermöge ſeines Rechtes auf erbloſe Güter zu einer Nachlaſſenſchaft berufen iſt, ſo dürfen ſie nicht darauf Verticht leiſten, noch unterlaſſen, ſie in Empfang zu nehmen. 3) Die erſte Verfügung, die das Gericht auf ds Geſuch um Einweiſung in den Beſitz erläßt, ſoll in den Moniteur. eingerückt werden; die drey Anſchläge welche dem Urtheile, wodurch die Einweiſung in den Beſitz verordnet wird, vorhergehen müſſen, ſollen von drey zu drey Monaten, in dem Gerichtsſprengel des Tribunals, wo die Erbſchaft eroͤffnet wurde, angeheftet werden; das Urtheil, wodurch die Einweiſung in den Beſitz erkannt wird, ſoll erſt nach einem Jahre von dem eingeiegten Geſuche angerecht u uhi ſun M bo ch u ã— it au lun h iherng win 01 len in hhit zun n Vufu iht M D hit ſ Eu n n i ſhu ſi, ſiſt hihen 6 hun ini nß 9 b e be wh kij ſ uß telh ſun thtſt lagen ſhen ui Mliſ den de en, jnh ſun, u huh — tRiht tilt nih tihrn in en gn hnen, d uchuſim ſenithn ieet. ü hue bithn fine ki zeſiin i kn hſt kin ih in (hnen. Geſch n init wnt n niſi renge V t nein mt i zi ll Buch. 1. Tit. Von der Erbfolge. 217 87g. Uebrigens erſtricken ſich die Verfuͤgungen des drit⸗ ten Abſchnittes des gegenwärtigen Capitels in Anſehung der Formen des Inventariums, der Art der Verwaltung, und der von Seiten des Beneſiciar⸗Erben abzulegenden Rechnungen auch auf die Curatoren einer erbloſen Verlaſſenſchaft. net ausgeſprochen werden; und bis dieſes Urtheil erlaſſen iſt, darf keine Handlung, wodurch ein Nutzungs⸗ oder Eigenthums⸗Recht uͤbertragen werden kann, vorgenommen werden, wenn ſie nicht vorher von dem Gerichte verordnet iſt. 4) Weun der Betrag einer erbloſen oder dem Staate anheim⸗ gefallenen Hinterlaſſenſchaft nicht hiureicht, um die Koſten der Beer⸗ digung des Verſtorbenen und der Erhaltung des Vermoͤgens zu beſtreiten, ſo ſollen die urkunden über die Beerdigung, die Anle⸗ gung und Abnahme der Siegel, und die Inventarien ohne Koſten gemacht werden; die Gebühren des öffentlichen Beamten, der den Verkauf porgenommen hat, werden von dem Ertrage deſſelben be⸗ zahlt oder darauf redueirt. Die Beerdigungs⸗Koſten werden von dem Verkaufs⸗Preiſe entrichtet, oder bleiben den Demainen zur Laſt, wenn er unzureichend iſt; und in demſelben Falle werden die Stempel⸗ und Einregiſtrirungs⸗Gebühren nicht bezohlt. 5) Wenn Giüter, die von einer erbloſen Hinteriaſſenſchaft her⸗ kommen, irriger Weiſe ſo verwaltet worden ſind, als wenn ſie von einer dem Staate anheimgeſallenen Hinterlaſſenſchaft herkämen, ſo hat der Empfaͤnger dem Curator, der vom Gerichte zu ernennen iſt, eine Abſchriſt der offenen Rechnung einzuhändigen, die er über dieſe Erbſchaft gefuhrt hat. Er muß in ſeinen Regiſtern und Haupt⸗ büchern die noͤthigen Bemerkungen machen, um anzuzeigen, daß die Einnahmen und Ausgaben von einer erbloſen Hinterlaffenſchaft herkommen, und alsdann hat er ſich darguf zu beſchränken, daß er einnimmt und auszahlt, wie dieſes durch den 313. Art. des S⸗ buches Napoleons beſimmt worden iſt. 6) Die Curatoren erbloſer, vor oder nach der Verkündigung des Geſetzes uͤber die Erbfolge eröffneten Hinterlaſſenſchaften, welche Gelder eingenommen haben, ſollen angehalten werden, Rechenſchaft da'iber abzulegen und den Ueberreſt in die Hände des Domainen⸗ Empfängers des Hrtes, wo die Erbſchaft eroffaet wurde, abzulie⸗ ſern; und es iſt ihnen unterſagt, kuͤnftig Gelder einzunehmen oder 313 I. Buch. 1. Tit. Von der Erbfolge. Sechſtes Capitel. Von der Lwrſun und der Collation. Erſter Abſchnitt. Von der Klage auf Theilung und ihrer Form. 8. Niemand kann gezwungen werden, in der Gemein⸗ ſchaft zu bleiben, und auf Theilung kann jederzeit angetragen werden, aller emigegengeſetzten Verbothe und Vertraͤge hke hindert. auszuzahlen.(NB. Vergleiche hiemit das Gutachten Stuut⸗ vom 19. September 1809 Seite 220 u. P Dieſe verſchiedenen Verfuͤgungen ſtimmen mit den Geſetzen uͤberein. Die Erſte iſt offenbar in den Art. 767 und 763 des Geſetz⸗ buches Napoleons gegründet, welche auf eine beßimmte Weiſe den Fall feſtſetzen, in welchem eine Erbſchaft dem Staate zugehört. Das in der Zweyten enthaltene Verboth kann in keinem Falle nachtheilig ſeyn; da die Annahme dieſer Srbſchaften nur unter der Rechtswohlthat des Inventariums geſchehen darf, ſo kann hieraus kein Nachtheil für den öffentlichen Schatz erwachſen, indeſſen viele Mißbräuche daraus entſtehen koͤnnten, wenn die Vorgeſetzten der Regie befugt wären, nach ihrer Willkuͤhr die Annahme der Erb⸗ ſchaften zu unterlaſſen oder darauf Verticht zu thun. Die Dritte iſt eine unmittelbare Folge des 770. Art. des Geſetz⸗ buches. Die„ Förmlichkeiten, welche ſie vorſchreibt, ſcheinen zu⸗ reichend, um den Zweck des Geſetzes zu erreichen, und um dieje⸗ nigon, weiche Anſprüche auf dieſe Erbſchaften haben, in den Stand zu ſetzen, ſie geltend zu machen. Die Vierte iſt eine Billigkeits⸗Maßregel, die man gutheißen muß. Da der Staat von den ihm anheimgefallenen oder erbloſen Hinterlaſſenſchaften Nutzen zieht, wenn ſie etwas einbringen; ſo iſt es gerecht, daß er auch die Laſten derjenigen trage, die nichts ein⸗ pringen. In den zwey Verfügungen ſe ich endlich nichts als die buchſtäbliche Vollzichung des 813. Art. des Geſetzbuches. Das Geſrtzbuch ſpricht zwar nicht von den vor ſeiner? Vertündigung er⸗ öſſneten Erbſchaften; ks handelt ſich absr hier von einer Verwal⸗ In ihund nil ſi im — un nſ ug de ſu M ziurt iliſ N u i tiin umin die niit hit, hie hu ihn uſn 6 llliſn li n ugn Niun d ch un i di Moſ De i di dyit iſ in tn. er Gen angemu trige up⸗ — be Sun ien iinit 3de hi eWiſe ſ lgehin. kien jul n de un ſens eſin il giſit ie ne der h des biß ſheinn un i derömn zuhiju eibin geu pi icht i nicht u uns“ Vm m Zuch 1. Tit. Von der Ervfolge. 21 Man kann jedoch dahin uͤbereinkommen, daß die Theilung waͤhrend einer beſtimmten Zeit ausgeſetzt bleiben ſoll; dieſe Uebereinkunft kann nicht uͤber fuͤnf Jahre verbindlich ſeyn; ſie kann aber erneuert werden. S tungs⸗Maßregel, die gleichfoͤrmig ſeyn muß und die das Staats⸗ Intereſſe fordert, weil ſie keinen andern Zweck hat, als die Erhal⸗ tung der Erbſchaften ſicher zu ſtellen und dem Schaden vorzuben⸗ gen, der durch die Unredlichkeit der Curatoren oder aus ihrer Zahlungsunfaͤhigkeit entſtehen koͤnnte. No. LXKIII. Inſtruetion des Groß Richters, Juſtitz⸗Miniſters an die kaiſerl. Prveuratoren vom 12. Meſf. 13. J.(1. Julius 1805). Der s13. Art. des Geſetzbuches Napoleons legt den Curatoren der erbloſen Hinterlaſſenſchaften die Verbindlichkeit auf, das von dieſen Hinterlaſſenſchaften herkommende Geld in die Caſſe des Domainen⸗Empfängers(jetzt in die Amortiſativns⸗Caſſe) abzuliefern. Dieſe Verfügung des Geſetzbuches darf um ſo weniger Schwie⸗ rigkeit in ihrer Vollziehung ſinden, als ſie oſſenbar zum Zwecke hat, die Erhaltung erbloſer Hinterlaſſenſchaften ſicher zu ſtellen und den Nachtheilen vorzubeugen, die aus der Untreue der Curatoren oder ihrer Zahlungs⸗Unfähigkeit entſtehen koͤnnten. Die Gerichte muͤſſen daher wachen, daß ſie pünectlich befolgt werde. Es haben ſich Schwierigkeiten uͤber die Frage erhoben, ob dieſe Ablieferung der Gelder ſelbſt in den Fällen der gerichtlichen Ver⸗ kaͤufe und ohne Ruͤckſicht auf alle eingetragene Hypothekar Forde⸗ rungen geſchehen müſſe; und es ſcheint, daß mehrere Gerichte der Meinung waren, daß die Ankäufer nur gehalten werden könnten, das abzuliefern, was ihnen nach Bezahlung der Schulden, die ſie zu tilgen verbunden ſind übrig bleibt. Dieſe Meinung enthält nichts, was mit den Grundſützen im Widerſpruche ſtände. Die Zahlung der ingetrgtnen Forderungen kann mit Grunde nicht beſtritten werden. Die Verbindlichkeit ſie zu ergibt ſich ſelbſt aus den Verfügungen des Geſetzbuches. Das Jutereſſe der Glaͤubiger ſo wie jenes der Ankäufer erfordern, daß die Zahlungen geſchehen: die Gerichte ſind alſo beſugt ſie zu verordnen; und wenn alle Fermen, welche die Regelmaͤßigkeit derſelben ſichern köanen: beob⸗ 22b. Vuch. I. Tit. Ven der Erbfolge. 8r6. Theilung kann nachgeſucht werden, ſelbſt dann, wenn einer der Miterben fuͤr ſich abgeſondert im Genuſſe“ eines Theils der Erbſchafts⸗Guͤter geweſen waͤre, ſo fern nur keine Theilungs⸗Urkunde errichtet worden, oder kein zur Ver⸗ jaͤhrung hinreichender Beſitz vorhanden iſt. 817. Die Klage auf Theilung kann in Anſehung der minderjaͤhrigen oder interdicirten Miterben von ihren Vormuͤn⸗ dern, wenn ſie von einem Familien⸗Rathe hiezu beſonders autoriſirt ſind, angeſtellt werden. In Anſehung der abweſenden Miterben ſteht die Sbse den in den Beſitz eingewieſenen Verwandten zu. 818. Ein Ehemann kann ohne Mitwirken ſeiner Frau auf Theilung der ihr angefallenen Mobilien und Immobjlien, die in die Guͤter⸗Gemeinſchaft fallen, antragen. Die Abthei⸗ achtet worden ſind, ſo glaube ich, daß der WVille des s13. Art. vollkommen erfüllt iſt. Ein anderer Artikel verdient aber eine beſondere Aufmerkſam⸗ keit, und ich trage Ihnen ausdrücklich auf, ihn dem Gerichte, bey welchem Sie ihre Funetionen ausuͤben, in Erinnerung zu bringen: es iſt jener, der ſich auf den Vorſchuß bezieht, den die Domainen⸗ Verwaltung oft für Koſten der Siegel⸗Anlegung, des Inventariums und audere ähnlicher Art machen muß. Es iſt wichtig, die Ein⸗ treibung dieſer Vorſchüſſe ſicher zu ſtellen, und Sie haben hierauf mit der größten Sorgfalt zu wachen. Die Koſten der Siegel⸗Anle⸗ gung und des Javentariums ſind weſentlich privilegirte Koſten, die vor allen übrigen Forderungen den Vorzug behaupten müſſen; es kann keinem Zweifel unterworfen ſeyn, daß die Bezahlung der⸗ ſelben vorzugsweiſe vor allen Gläubigern verordnet werden müſſe, und die Praxis der Gerichte muß über dieſen Punet einförmig ſeyn. Dieß iſt übrigens die duchſtaͤbliche Verfügung des 2105. Att. des Geſetzbuches Napoleons. N LXlv. Gutachten des Staats⸗Raths, welches enthält, daß die von erbloſen Hinterlaſſenſchaften herkommenden Gelder bey der Amortiſatious⸗Caſſe hinterlegt werden ſollen, vom 19. Sept. 1809“ genehmiget vom Kaiſer im kaiſerl. zu Schöndrunn, den 13. Detober 109. iu j jun b ur hn iu m R ln u ſu 10, ſhl ſih, del — zun Piiin hur ßt dit ſ lihen! ſuim ſhe hul u bihe ſu pn ien i hi 3 hiſ 6 jn hu jſuin wil inn whn i zun hr dil⸗ elöſ i in 6en ſo ſmn in zut Do ſſhun en Vom u heſle Hlgh ſeiner fu inmobiſt di Uhih 6 31 I uinerin tiht tt ſ) iu ſungen: ninn entrim dit Eit en hienn iegelAn in nniſu hun N den niſ nig ſin 1o. ii hilt/ ij be t 1e b MI. Buch. 1 Lit. Von der Erbfolge 221 lung jener Sachen, die nicht in die Gemeinſchaft fallen, kann der Ehemann ohne Mitwirken ſeiner Frau nicht fordern; nur kann er, wenn er das Recht hat, ihre Guͤter zu benutzen, eine proviſoriſche Theilung verlangen. Die Miterbetz der Frau koͤnnen auf eine definitive Abthei⸗ lung anders nicht antragen, als weun ſie den Mann und die Frau zugleich zur Sache abladen laſſen. 810. Sind alle Erben gegenwaͤrtig und arojhrig, ſo iſt die Verſieglung der zur Erbſchaft gehdrigen Sachen nicht nöthig, und die Theſu kann in jeder den Intereſſenten Der Staats⸗Rath, welcher nach der von Sr. Maj. gege⸗ benen Weiſung den Vortrag der Finanz⸗Seetien über jenen des Miniſters dieſes Departements wegen der Frage angehoͤrt hat„ob das bare Feld, welches ſich bey einer erbloſen Hinterlaſſenſchaft vorſin⸗ det, ſo wie die aus dem Verkaufe des beweglichen und unbeweg⸗ lichen Vermögens gelöſten Gelder in die Domainen⸗ und Amoii⸗ ſations⸗Caſſe abgeliefert werden müſſen: In Erwägung, 1) daß in der That der Art. srz des Geſetz⸗ buches Napolevns, welcher einen Theil des Geſetzes vom 29 Ger⸗ minal 11. J über die Erbfolge ausmacht, die Ablieferung des baren Geldes, das ſich in einer erbloſen Hinterlaſſenſchaft vorfindet, ſo wie die aus dem Verkauſe der beweglichen un d uubeweglichen Güter gelöſten Gelder in die Caſſe der National⸗Regie ermächtigt; daß aber ein ſpäteres Geſetz die Amortiſations⸗Caſſe mit dem Dienſte der Hinterlegungen beauftragt hat; 2 Daß es das Intereſſe der Privat⸗Perſonen erfordert, daß dieſe Gelder vorzugsweiſe in die Amortiſations⸗Caſſe, welche Zin⸗ ſen davon bezahlt! abgeliefert werden; 3) Daß endlich durch die Ablieferung der Gelber in die Amor⸗ tiſations⸗Caſſe der Wille des Geſetzgebers ebenfalls erfüllt wird, weil er nur eine Hinterlegungs⸗Caſſe für die Erhaltung der Gerecht⸗ fame und unter der Verbindlichkeit demjeuigen, den es angehen mag, Rechnung abzulegen, ermächtigen wollte, Iſt der Meinung, daß die Gelder, welche von erbloſen Hinterlaſſenſchaften herkommen, bey der Amortiſations⸗Caſſe hinter⸗ legt werden müſſen, und daß gegenwärtiges Gutachten dem Geſ ſet⸗ Buͤlletin einzurücken iſt. 222 n. Buch. l. Tit. Von der Erbfolge. beliebigen Form, und mittelſt einer jeden urtunde, die ſie fuͤr gut finden, vorgenommen werden. Sind nicht alle Erben anweſend, gibt es unter ihnen Minderjaͤhrige oder Interdicirte, ſo muß die Verſieglung in der kuͤrzeſten Zeitfriſt, entweder auf Anſuchen der Erben, oder auf Betreiben des kaiſerl. Procurators bey dem Gerichte erſter Inſtanz, oder auch von dem Friedens⸗Richter des Bezirks, wo die Erbſchaft erdͤffnet iſt, Amts halber geſchehen. 8 g20. Kraft eines erecutoriſchen Titels, oder einer vom Richter ertheilten Erlaubuiß konnen die Gläubiger Sinfil auf Verſieglung antragen. 321. Sind die Siegel ſo kbnnen alle Glaͤubi⸗ ger gegen deren Abnahme Oppoſition einlegen, wenn ſie ſchon weder einen erecutoriſchen Titel, noch die Erlaubniß Richters haben. Die Formalitaten, welche der Entſieglung und der Errichtung des Inventariums zu beobachten ſind, werden durch die Geſetze uͤber das gerichtliche Verfahren beſtimmt.**) 822. Die Klage auf Theilung und die Streitigkeiten, welche im Fortlaufe dieſes Geſchaͤftes entſtehen, gehdren vor das Gericht des Ortes, wo die Erbſchaft eroffnet worden iſt. Vor dieſem Gerichte wird zu den Verſteigerungen geſchrit⸗ ten, und dabin gehoͤren die Klagen auf Gewährleiſtung der Loſe unter den Miterben, ſo wie jene auf Wiederaufhebung (Resrision) der Theilung. 823. Wenn einer der Miterben ſich weigert, in die Thei⸗ lung einzuwilligen, oder wenn ſie uͤber die Art, wie dabey zu verfahren, oder wie ſie zu beendigen ſey, in Streit gera⸗ then, ſo entſcheidet das Gericht, wie in ſummariſchen Sachen, oder beauftragt, wenn es die Umſtaͤnde erfordern, zur Berich⸗ tigung des Theilungs⸗Geſchaͤftes einen der Richter, auf deſſen Bericht es uͤber die erkennt. 265) *) Art. 907 u. f. d G.. d. r. V. i S. S ) Siche Art. 907 u. 6 d. G. u. d. r. V. i. C. S. *) Siehe Art. 360 deſſ. Gefttbuches. — ſlw ir ℳ. erhe zuihl mun du lend n hus 5 ſinnt woen veitet A lenu 6 m ſilt d m hi ſ wer niuf 5n Rhit d 5 ud, iht ih, tun wy ößi 3. uke, es un Puſtu der Echn, n Geie tet des l eſchhen oder in ubizn in nen gle i egen, un die Gi ſtzlunz u n ſi, w n befim e Emiiſ en, gehim fuet win erungen gih wihrlifun icderufi rt,i ſe n, nih in Emt niihnei n, zu hin, ufii —— . Buch. I. Tit. Von der Erbfrlge. 223 824. Die Abſchatzung der Immobilien geſchieht durch Sachverſtaͤndige, die von den dabey intereſſirten Parteyen gewaͤhlt, oder wenn ſie deſſen ſich weigern, von Amts wegen ernannt werden. Der Verbal⸗Prozeß der Sachverſtändigen muß die Grund⸗ lagen der Abſchatzung enthalten; er muß andeuten, ob und wie das abgeſchaͤtzte Stuck ſich fuͤglich thrilen laſſe, endlich noch, wenn die Abtheilung geſchehen kann, jedes Los, das ſich daraus machen läßt, und ſeinen Werth beſtimmen. 825. Die Abſchaͤtzung der Mobilien, wenn nicht ſchon in einem regelmäßigen Inventarium eine Taxe daruͤber gemacht worden iſt, geſchieht nach ihrem wahren Werthe, und ehne weitere Erhoͤhung. 826. Jeder Miterbe kann ſeinen Antheil an den Mobi⸗ lien und Immobilien der Hinterlaſſenſchaft in Natur verlan⸗ gen; ſind jedoch Glaͤubiger vorhanden, welche das Vermoͤgen mit Arreſt belegt, oder Dppoſition eingelegt haben, oder haͤlt der groͤßte Theil der Miterben den Verkauf fuͤr noͤthig, um die Schulden und Laſten der Erbſchaft zu berichtigen, ſo werden die Mobilien oͤffentlich in der gewoͤhnlichen Form verkauft.* 827. Laſſen ſich die Immobilien fuͤglich nicht theilen, ſo ſoll vor dem Gerichte zur dffentlichen Verſteigerung derſelben geſchritten werden⸗ Die Parteyen koͤnnen jedoch, wenn ſie alle großjaͤhrig ſind, darin einwilligen, daß die Verſteigerung vor einem Notar geſchehe, uͤber deſſen Wahl ſie ſich vereinigen. 828. Nachdem die Mobilien und Immobilien geſchaͤtzt, und, falls es Statt hat, verkauft ſind, rerweiſt der beſiellte Richter die Parteyen an einen Notar, der von ihnen gewählt, oder, wenn ſie uͤber die Wahl uneinig ſind, Amts halber ernannt wird. Vor dieſem Beamten ſchreitet man zur Rechnungs⸗Ablage wozu die Miterben ſich einander verbunden ſeyn moͤgen, zut Beſtimmung der ganzen Maſſe, zur Fertigung der Leſe und 224 Il. Buch. I. Cit. Von der Erbfolge⸗ Feſtſetung desjenigen, was einem jeden der Miterben 8 liefert werden muß⸗ 820. Jeder Miterbe wirft nach den unten ufuſtelenen Regeln zur Maſſe die Geſchenke ein, die dr erhalten hat, und die Summen, welche er ſchuldig iſt. 830. Geſchieht die Einwerfung(Collation) nicht in Natur⸗ ſo nehmen die Miterben, welche ſie zu fordern befugt ſind, einen gleichen Theil aus der Erbſchafts⸗Maſſe zum Voraus. Die Vorausnahme geſchieht, ſo viel moͤzlich, in Geyen⸗ ſtuͤnden, die mit den in Natur nicht zuruͤckgegebenen Sachen von derſelben Beſchaffenheit und Guͤte ſind. 83r. Nach di ſem Abzuge werden aus der noch uͤbrigen Maſſe ſo viel gleiche Loſe gemacht⸗ als theilnehmende oder Staͤmme vorhanden ſind.**) 83. Bey Bildung und Feſiſtelung der Loſe ſoll nh ſo viel immer moglich iſt, die Zerſtuͤckelung der Grundſtucke⸗ und die Vertheilung der Benutzung. einer Soche vermeiden, und es iſt dienlich, daß man in jedes Los, wo moͤglich, eine gleiche Quantitaͤt von beweglichen und unbeweglichen Guͤtern, Gerechtſamen oder Forderungen von Natur und von gleichem Werthe aufnehme. 833. Die Ungleichheit der Loſe in Natur hebt man durch Herausgabe in Renten oder Geld. 834. Die Loſe werden von einem der Miterben gemacht, wenn ſie ſich untereinander uͤber die Wahl vereinigen konnen, und derjenige, den ſie gewählt haben, den Auftrag annimmt; widrigenfalls macht die Loſe ein Sachverſtuͤndiger, den der beſtellte Richter ernennt. Hierauf werden die Loſe gezogen. 835. Ehe man zur Ziehung der Loſe ſchreitet, kann jeder Mirtheilende ſeine Einwendungen widet die Art, wie ſie gebildet ſind, vorbringen. — *) Siehe Art. 976 u. ſ. d. S.. d. r. V. i. S6. **) Siehe Art. 978 u. f. deſſ. Geſetzbuches. ſtu! me d . ueiſt Jerhi Sehuh N jur hmeſit n . uter ih ſhont Ji9.1 ſhlß Sind ig e bun ih 55 iſiutli un6 wlhe ihte 5 miß ins un odern ſiht juün 3 in. M in in wenn 6. zuſeln halten h inſin efug ſu n Wn ſu Gon nen Echt ch ii ende Eih ſol m nbfüt vermeden onig eweylichn le Nau nan dur ngemit n könn aminn r, deli hum ni — I. Buch. 1. Tit. Von der Erbfolge. 225 836. Die fuͤr die Theilung der Erbſchafts⸗Maſſen feſige⸗ ſetzten Regeln ſind bey der vorzunehmenden Unter⸗Abtheilung unter den mittheilenden Staͤmmen gleichfalls zu beobachten. 837. Wenn ſich bey den Geſchaͤften, die an einen Notar verwieſen ſind, Streitigkeiten erheben, ſo ſoll der Notar einen Verbal⸗Prozeß uͤber die ſtreitigen Puncte und die gegenſeitigen Behanptungen der Parteyen fertigen, ſie an den Commiſſar, der zur Berichtigung des Theilungs⸗Geſchaͤftes ernannt iſt, verweiſen, und im uͤbrigen nach der in den Geſetzen uͤber den Prozeß vorgeſchriebenen Form verfahren werden. 838. Sind nicht alle Miterben anweſend, oder gibt es unter ihnen Interdicirte oder Minderjaͤhrige, wenn dieſe auch ſchon emancipirt waͤren, ſo muß die Theilung nach den im 819. und den folgenden Art. bis zum vorhergehenden ein⸗ ſchließlich feſtgeſtellten Regeln gerichtlich vorgenommen werden. Sind mehrere Minderjaͤhrige vorhanden, die bey der Theilung ein entgegengeſetztes Intereſſe haben, ſo muß einem jeden von ihnen ein Special- und eigener Vormund gegeben werden. 830. Muß im Falle des vorhergehenden Artikels zu einer oͤffentlichen Verſteigerung geſchritten werden, ſo kann ſie nur vor Gericht unter Beobachtung der Formalitaͤten geſchehen, welche zur Veraͤußerung der Guͤter der Minderjaͤhrigen vor⸗ geſchrieben ſind. Fremde werden daßth allemahl zugelaſſen. 840. Theilungen, welche den hie oben feſtgeſetzten Regeln gemaͤß⸗ entweder von Vormuͤndern unter der Autoriſation eines Familien⸗Rathes, oder von emancipirten Minderjahrigen unter dem Beyſtande ihrer Curatoren, oder fuͤr Abweſende, oder nicht Gegenwaͤrtige vollzogen worden, ſind definitiv. Sie ſind nur proviſoriſch, wenn die Regeln beobachtet worden ſind. sg1. Ein jeder, ſelbſt ein Verwandter des Verſtorbenen, der zur Erbſchaft deſſelben nicht berufen iſt, dem aber ein Miterbe ſein Recht auf die Nachlaſſenſchaft uͤbertragen hat, kann von ſaͤmmtlichen Miterben, oder auch von einem Ein⸗ zigen aus ihnen von der Theilung ausgeſchloſſen werden, wenn man ihm den des Uebertrags zuruͤckzah 2 ,. ni Buch. I. Lit Von der Erbfolge. s42. Nach der Theilung miſſen jedem Mittheilenden die urkunden ausgeliefert werden, die ſich auf die ihm zugefal⸗ lenen Gegenſtände beſonders beziehen. urkunden, die ein getheiltes Erbſchaſtsſtuͤck betreffen, blei⸗ ben demjenigen, der den groͤßten Theil hat, umter der Bedin⸗ gung, denjenigen ſeiner Miterben, die dabey ein Intereſſe haben, auf Verlangen damit an die Hand zu gehen. urkunden, die auf die ganze Erbſchaft Bezug haben, werden demjenigen eingehaͤndiget, den alle Erben gewaͤhlt haben, um ſie aufzubewahren, unter der Bedingung, den Mittheilenden auf jedesmahliges Anſuchen damit behuͤlflich zu ſeyn. Erheben ſich Schwierigkeiten uͤber dieſe Wahl, ſo wird ſie durch den Richter beſtimmt. Zweyter Abſchnitt. Von der Collation(Einwerfung in die Erbſchafts⸗Maſſe). s43. Jeder Erbe, ſelbſt der Beneficiar⸗Erbe, der zu einer Erbſchaft gelangt, iſt verbunden, ſeinen Miterben alles zu conferiren, was er von dem Verſtorbenen durch Schenkung unter den Lebenden unmittelbar oder auf indirecte Weiſe erhal⸗ ten hat. Er kann weder die Geſchenke behalten, noch die Vermaͤchtniſſe in Anſpruch nehmen, die der Verſtorbene ihm gemacht hat, wenn ½ Geſchenke und Vermächtniſſe ihm nicht ausdruͤcklich zun oraus und außer ſeinem Erbtheile, oder mit Befreyung von der Collation gemacht worden ſind⸗ 844. Sogar in dem Falle, wo die Geſchenke und Vet⸗ maͤchtniſſe zum Voraus, oder unter Befreyhng von der Col⸗ lation geſchehen ſind, kann der Erbe, da er zur Theilung geht, ſie nur bis zum Betrag des Theils behalten, woruͤber der Verſtorbene verfuͤgen konnte; der Ueberſchuß iſt der Col⸗ lation unterworfen. s45. Der Erbe, der auf die Erbſchaft Perzicht thut, kann gleichwohl bis zum Betrag des disponiblen(der freyen Verfuͤgung unterworfenen) Theils die Schenkung unter den Lebenden behalten, oder das ihm zugedachte Vermaͤchtniß in Anſpruch nehmen. inh iſih ien ſo on Di 36 ins i 6 u ſuchl uuht iſe 5 6eh enn iuft fin, i der Leit Jn n. g hu, ngiſ ung, du behili Buhl, i huſc) „der ſ ſüen al chehng i ual⸗ uch di hn ihn niſe in Gthei, den ſil, ud 3 der E Pan wyritn de b cht iu er funn unr de nichu * Ml Buch. J. Tit. Von der Erbfolge. 227 846. Ein Geſchenknehmer 3 welcher zur Zeit der Schen⸗ kung nicht vermuthlicher Erbe war, am Tage der eroͤffneten Erbſchaft aber erbfaͤhig iſt, iſt gleichfalls zur Collation ver⸗ bunden, wenn ihn der Geſchenkgeber davon nicht befreyt hat. 847. Was dem Sohnedesjenigen, der zur Zeit der croͤff⸗ neten Erbſchaft erbfähig iſt, geſchenkt oder vermacht worden iſt, wird immer betrachtet, als waͤre es unter der Befreyung von der Collation zug⸗dacht. Der Vater, der zur Erbſchaft des Geſchenkgebers gelangt, iſt nicht verbunden, es zu conferiren. 848. Auf gleiche Weiſe iſt der Sohn, wenn er zu Folge eines ihm fuͤr ſeine Perſon zuſtehenden Rechtes zur Erbſchaft des Geſchenkgebers gelangt, nicht verbunden, das ſeinem Vater gemachte Geſchenk zu conferiren, ſollte er auch den Nachlaß ſeines Vaters angenommen haben; gelangt aber der Sohn nur kraft des Repraͤſentations⸗Rechtes zur Erbſchaft, ſo muß er alles, was ſeinem Vater geſchenkt worden iſt, ſelbſt dann einbringen, wenn er deſſen Erbſchaſt ausgeſchla⸗ gen hat. 849. Die dem Ehegatten einer erbfaͤhigen Perſon gemach⸗ ten Geſchenke und Vermaͤchtniſſe werden betrachtet, als ſeyen ſie ihm unter Befreyung von der Collation zugedacht. Iſt beyden Ehegatten zuſammen etwas geſchenkt oder ver⸗ macht worden, aber nur einer von ihnen erbfähig, ſo hat dieſer die Haͤlfte davon einzubringen. Sind die Geſchenke dem erbfuͤhigen Ehegotten gemacht worden, ſo bringt er ſie gayz ein. 850. Die Collation geſchieht bloß zur Erbſchaft des Geſchenkgebers. 851. Was zum Etabliſſemen(zur Verſorgung) eines der Miterben, oder zur Zahlung ſeiner Schulden verwendet wor⸗ den iſt, muß conferirt werden. 852. Koſten der Ernaͤhrung, des terhalts, der Erzi hung, der Lehrzeit, di⸗ gewöhnlichen Ausſtaffirungs⸗Koſten, jene der Hochzeit und die uͤblichen Geſchenke werden nicht conferirt, 853. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit dem G winn, den der Erbe aus Verträgen, die er mit dem PVrſtorbenen geſchloſſen 5 223 U Vuch. 1. Tit. Von der Erbfolge. hatte, gezogen haben mag, wenn dieſe Verträge zur Zeit, als ſie zu Stande gekommen ſind, keine indirecte Beguͤnſti⸗ gung darbothen.. 854. Gleichfalls hat keine Collation wegen der Geſell⸗ ſchafts⸗Contracte Statt, die unter dem Verſtorbenen und einem ſeiner Erben ohne Argliſt geſchloſſen worden ſind, wenn die Bedingungen der Geſellſchaft in einer authentiſchen Urkunde feſtgeſetzt worden ſind. 855. Eine unbewegliche Sache, welche durch bloßen Zufall, und ohne Schuld des Geſchenknehmers zu Grunde gegangen iſt, iſt der Collation nicht unterworfen. 856. Nur von dem Tage der eroͤffneten Erbfolge anzu⸗ rechnen, hat man die Fruͤchte und Zinſen der Gegenſtände, die der Collation unterworfen ſind, zu verguͤten. 837. Zur Collation iſt nur ein Miterbe dem andern ver⸗ bunden. Sie gebuͤhrt weder den Legatarien, noch den Glau⸗ vigern der Erbſchaft. 3 838. Die Collation geſchieht entweder in Natur, oder dadurch, daß man bey der Theilung ſo viel weniger nimmt⸗ 850. Daß die Collation in Natur geſchehe, kann bey Immobilien ſo oft verlangt werden, als die geſchenkte unbe⸗ wegliche Sache von dem Geſchenknehmer nicht veraͤußert wor⸗ den iſt, und ſich in der Erbſchaft keine Immobilien von der nehmlichen Natur, Guͤte und von dem nehmlichen Werthe befinden, woraus man ungefaͤhr gleiche Loſe fuͤr die uͤbrigen Miterben machen konnte.— g60. Die Collation geſchieht einzig dadurch, daß man ſo viel weniger erhaͤlt, wenn der Geſchenknehmer die unbewegliche Sache vor eroffneter Erbfolge veräußert hat. Man nimmt hiebey den Werth zum Grunde, den die unbewegliche Sache zur Zeit der eroffneten Erbfolge hatte. ½ g61. In allen Fallen gebuͤhrt dem Geſchenknehmer Ver⸗ gätung für die Koſten, wodurch er die Sache verbeſſert hat, und zwar nach dem Verhaͤltniſſe, in welchem der Werth derſelben zur Zeit der Theilung ſich erhoͤht findet. Unendt t wehſt . hitiß ch ſin i in ſih ihn t gln whengeh 3. citn, hſhre die h Nilun huß di . lieb , Pel, ſiſt he u Bezinß et Gil enen den ſül thuiſ ch i z Gn lge p genin ndern be den Gli ur, oder t tinmt kan le le mie ußert wn nbon e en Peh ie iönhu ef nni benlt an ninn ie eu hmet eſer i en Un III. Buch. I. Tit. Von der Erbfolge. 229 862. Gleichfalls gebuͤhrt dem Geſchenknehmer Verguͤtung fuͤr die nothwendigen Koſten, die er zur Erhaltung der Sache verwendet hat, wenn ſchon die Sache ſelbſt dadurch nicht verbeſſert worden waͤre.. 863. Der Geſchenknehmer hat ſich dagegen ſeiner Seits die Beſchaͤdigungen und Verſchlimmerungen zur Laſt zu ſtellen, die durch ſeine Handlung, oder durch ſeine Schuld und Nachlaͤßig⸗ keit den Werth der unbeweglichen Sache verringert haben. 864. Im Falle die unbewegliche Sache von dem Geſchenk⸗ nehmer veraͤußert worden iſt, ſind die von dem Erwerber geſchehenen Verbeſſerungen oder Verſchlimmerungen, den drey vorhergehenden Artikeln gemaͤß, in Aufrechnung zu bringen. 865. Geſchieht die Collation in Natur, ſo werden die Guͤter, frey von allen Laſten, womit ſie der Geſchenknehmer beſchwert haben mag, mit der Erbſchafts⸗Maſſe vereiniget; die hypothecariſchen Glaͤubiger koͤnnen gleichwohl bey der Theilung als Intervenienten auftreten, um ſich zu opponiren, daß die Collation zum Nachtheil ihrer Rechte geſchehe. 866. Iſt einem zur Erbfolge Berechtigten eine unbeweg⸗ liche Sache geſchenkt, und ihm hiebey die Collation erlaſſen worden, die Schenkung uͤberſchreitet aber den disponiblen Theil, ſo wird der Ueberſchuß in Natur eingebracht, wenn dieſer Ueberſchuß ſich fuͤglich vom uͤbrigen trennen laͤßt. Im entgegengeſetzten Falle, wenn der Ueberſchuß den halben Werth des unbeweglichen Gutes uͤberſteigt, muß der Geſchenknehmer es ganz conferiren, wobey er jedoch berechtigt bleibt, den Werth des disponiblen Theils aus der Maſſe vor⸗ auszunehmen; wenn der disponible Theil den halben Werth des unbeweglichen Gutes uͤberſteigt, ſo kann der Geſchenk⸗ nehmer es ganz behalten; er bezieht aber dafuͤr ſoviel weni⸗ ger bey der Theilung, und muß ſeine Miterben in barem „Gelde oder auf eine andere Weiſe entſchaͤdigen. 867. Der Miterbe, der ein liegendes Gut in Natur einbringt, kann den Beſitz davon behalten, bis ihm wirklich die Summen vergätet ſind, die ihm fuͤr Koſten oder Verbeſ⸗ — —————————————————————————————————————————————————————————— — 6 Un Buch. 1. TM. Von der Erbfolge. g68. Mobilien werden nur dadurch conferirt, daß ir ſoviel weniger aus dem Nachlaſſe bezieht. Man nimmt hie⸗ bey den Werih zum Grunde, den die Mobilien zur Zeit der Schenkung, noch der der Schenkungs⸗Urkunde beygefuͤgten Abſchaͤtzungs⸗Liſte, und in deren Ermangelung zu Folge einer von Sochverſtuͤndigen nach dem wahren Werthe und ohne weitere Erhoͤhung gemachten Tare gehabt haben. s69. Geſchenktes Geld wird dadurch conferirt, daß man ſo viel weniger von dem Gelde der Erbſchaft empfaͤngt. Iſt deſſen nicht genug vorhanden, ſo kann der Geſchenk⸗ nehmer von der Collation des Geldes in Natur ſich dadurch befreyen, daß er dafuͤr bis zu deſſen Betrag Mobilien und in deren Ermangelung Immobilien der Erbſchaft abtritt. Dritter Abſchnitt⸗ Von der Zahlung der Schulden. 870. Die Miterben tragen untereinander, jeder nach Ver⸗ haltniß deſſen, was er empfaͤngt, zur Zahlung der Schulden und Laſten der Erbſchaft bey. 871. Der Legatar, der unter einem Univerſal⸗Titel beru⸗ fen iſt, traͤgt mit den Erben nach Verhaͤltniß ſeines Vor⸗ theiles dazu bey; der Particnlar⸗Legatar haftet dagegen fuͤr keine Schulden und Laſten; jedoch mit Vorbehalt der hypo⸗ thecariſchen Klage, die wegen der vermachten unbeweglichen Sache angeſtellt werden kann. 872. Sind Immobilien einer Erbſchaft einer Spe⸗ ecial⸗Hypothek mit Renten beſchwert, ſo kann jeder Miterbe verlangen, daß, bevor zur Fertigung der Loſe geſchritten wird, die Renten getilget und die Immobilien frey gemacht werden. Theilen die Erben den Nachlaß in dem Zuſtande, worin er ſich befindet, ſo muß das belaſtete Grun dſtuͤck nach eben dem Fuße wie die andern Immobilien geſchätzt werden; man zieht das Capital der Rente von dem Lanzen Werthe ab; der Erb⸗, in deſſen Los dieſes Grundſtuck fällt, bleibt allein mit der Leiſtung der Rente beſchwert, und Miterben dafuͤr haften. 63 i he ſnihn m W zuſ zu ſſt ſu, w tit in inm Ais, a de bihn uni m Mir Glii ichten hſt de in hit aee 5 üenſ a de inf ſich küen iſel he diß un imnti E Wgeſihn olgt in udhu dß un ingt. Geſcheß h hnh ilin un htitt nuch Ven Schuben l be⸗ ſs Pon egen fi et hoy neglich wt Ey⸗ NMinr en with, werden orin ich en mi ab; de en mi iitbe m. Buch. l. Tit. Von der Erbfolge. 231 873. Fuͤr die Schulden und Laſten der Erbſchaft haften die Erben, perſoͤnlich nach Verhaͤltniß ihres Antheils und fuͤr ihre Viril⸗Portion, und hypothecariſch fuͤr das Ganze, mit Vorbehalt ihres Regreſſes gegen ihre Miterben, oder gegen die Univerſal⸗Legatarien fuͤr den Antheil, wofuͤr ſie zur Zahlung mit beytragen muͤſſen, 874. Der Particular⸗Legatar, welcher die Schuld getilgt hat, womit das ihm vermachte Grundſtuͤck beſchwert war, tritt in die Rechte ein, welche der Glaͤubiger wider die Erben und Nachfolger unter einem Univerſal⸗Titel hatte.⸗ 375. Der Miterbe oder Nachfolger kraft eines Univerſal⸗ Titels, der zu Folge einer Hypothek mehr als ſeinen Antheil an der gemeinſchaftlichen Schuld gezahlt hat, hat wider die uͤbrigen Miterben oder Nachfolger unter einem Univerſal⸗Titel nur in ſo fern den Regreß, als jeder von ihnen dazu beyzu⸗ tragen perſoͤnlich verbunden iſt, ſelbſt in dem Falle, wo der Miterbe, welcher die Schuld getilget hat, ſich die Rechte des Glaͤubigers haͤtte uͤbertragen laſſen. Dieß ſoll gleichwohl den Rechten eines Miterben nicht zum Nachtheile gereichen, der kraft der Rechtswohlthat des Inventariums das Recht behal⸗ ten hat, die Zahlung ſeiner perſoͤnlichen Forderung, wie jeder andere Glaͤubiger, zu verlangen. 876. Iſt einer der Miterben oder Nachfolger kraft eines Univerſal⸗Titels außer Stand zu zahlen, ſo wird ſein Antheil an der hypothecariſchen Schuld auf alle nach Ver⸗ haͤltniß ihrer Antheile vertheilt. 877. Die Urkunden, welche wider den Verſtorbenen voll⸗ ſtreckbar(executoriſch) ſind, ſind es ebenfalls perſoͤnlich wider den Erben; die Glaͤubiger konnen jedoch erſt acht Tage, nachdem ſie dieſe Urkunden dem Erben in Perſon oder an ſeinem Wohn⸗ orte haben inſiauiren laſſen, ihre Vollſtreckung betreiben. 878. Sie konnen in jedem Folle und wider jeden Glaͤu⸗ biger darauf antragen, daß das Vermoͤgen des Verſtorbenen von dem Vermoͤgen des Erben getrennt werde. 879. Dieſes Recht kann aber nicht mehr ausgeuͤbt wer⸗ den, wenn man den Erben als Schulduer angenommen hat, —ͤů— 33 m. Buch. 1 2it. Von ber Erblolge. und dadurch mit der Forderung, die man an dem Verſtor⸗ benen hatte, eine Novation vor ſich gegangen iſt. 880. Es wird in Anſehung der Mobilien durch Ablauf von drey Jahren verjaͤhrt. In Anſehung der Immobilien kann die Klage ſo lange angeſtellt werden, als ſie ſich in der Gewalt des Erben befinden. 881. Die Glaͤubiger des Erben haben kein Recht, die Abſonderung des einen Vermoͤgens von dem andern wider die Glaͤubiger der Nachlaſſenſchaft zu verlangen. 8. Die Gläubiger eines Miterben konnen, um zu per⸗ huͤten, daß die Theilung nicht zum Nachtheile ihrer Rechte geſchehe, Oppoſition dagegen einlegen, daß außer ihrer Gegen“ wart zur Theilung geſchritten werde; ſie haben das Recht, auf ihre Koſten dabey zu erſcheinen, aber eine vollendete Theilung konnen ſie nicht anfechten, es ſey dann, daß man ohne ſie, und ungeachtet einer von ihnen 1 Oppo⸗ ſition, dazu geſchritten wäre. Vierter Abſchnitt. Von den Wirkungen der Theilung und der Gewähr der Loſe 883. Jeter Miterbe wird ſo. angeſehen, als habe er alles, was in ſeinem Loſe begriffen, oder bey der Verſteigerung ihHm zugefallen iſt, allein und unmittelbar geerbt, und an den uͤbrigen Erbſchafts⸗Sachen niemahls ein Eigenthum gehabt. s84. Nur wegen ſolcher Stbrungen und Evictionen(Ent⸗ wehrungen), die aus einer der Theilung vorhergegangenen Urſache entſpringen, bleiben die Witerben ſich gegenſeitig 4 Gewaͤhrleiſtung verbunden. Die Gewaͤhrleiſtung hat nicht Statt, wenn die der erlittenen Eviction durch eine beſondere und ausdruͤckliche Clauſel der Theilungs⸗Urkunde ausgenommen worden iſt; ſie hort auf, wenn der Miterbe durch eigenes Verſchulden die Eviction leidet. 885. Jeder Miterbe iſt perſdnlich verbunden, nach Ver⸗ haͤltniß ſeines Erbtheils ſeinen Miterben fuͤr den Verluſt zu entſchaͤdigen, den er durch die Eviction erlitten hat. uh pü, Pien ihi f uh mittz ling n Oy 3. indit Re uin ine ſiſne kin Piun . muſ ni luf, Viſe A inst hih ſhs en Pit uch Uu 3 ſn de 6e ht,t uden w unhn ihret gih ihterb i ſe bolen 1, ß m en the iiß abe til igmn in nd en un gihth ionen(E gezunn mi 1 nun iche gu ſelinn nlin nch Verf 3 III. Buch. I. Tit. Von der Erbfolge. 233 Iſt einer der Miterben nicht zahlungsfaͤhig, ſo muß der Antheil, wozu er verbunden iſt, unter demjenigen, dem die Gewaͤhrleiſtung gebuͤhrt, und allen Miterben, die im Stande ſind, zu zahlen, gleich vertheilt werden. 886. Die Klage auf Gewaͤhrleiſtung, welche ſich darauf gruͤndet, daß es dem Schuldner einer Rente an Zahlungs⸗ Mitteln fehle, kann nur in den fuͤnf Jahren, welche auf die Theilung folgen, angeſtellt werden. Iſt der Schuldner erſt nach vollbrachter Theilung in den Zuſtand gerathen, daß er nicht zahlen kann, ſo hat deßhalb die Klage auf Gewaͤhr⸗ leiſtung nicht Statt. Fünter Von der Resciſſion(Aufhebung) in Theilungs⸗Sachen. 887. Theilungen koͤnnen wegen Gewalt, oder Argliſt res⸗ eindirt(wieder aufgehoben) werden.— Resciſſion kann ebenfalls eintreten, wenn einer der Mit⸗ erben beweiſt, daß eine Verletzung von mehr als einem Viertel zu ſeinem Nachtheile geſchehen iſt. Das bloße Aus⸗ laſſen eines zur Erbſchaft gehdrigen Gegenſtandes begruͤndet keine Klage auf Aufhebung, ſondern nur auf S des Theilungs⸗Geſchaͤfts. 888. Die Klage auf Resciſſion wird wider jedes Geſchaͤft zugelaſſen) deſſen Zweck iſt, der Gemeinſchaft unter den Miterben ein Ende zu machen, waͤre es auch fuͤr einen Ver⸗ kauf, Tauſch und Vergleich ausgegeben, oder auf jede andere Weiſe bezeichnet worden. Aber nach der Theilung, oder nach dem Geſchäfte, das ihre Stelle vertritt, iſt keine Resciſſions⸗Klage wider den Ver⸗ gleich mehr zulaͤßig, der uͤber die wirklichen Schwierigkeiten, die das erſte Geſchaͤft darboth, abgeſchloſſen worden iſt⸗ wenn auch ſchon deßhalb noch kein Prozeß angefangen worden waͤre. S89. Die Klage hat wider einen ohne Betrug geſchloſſenen Verkauf nicht Statt, wodurch ein Miterbe oder mehrere dem andern, auf deſſen eigene Gefahr, ihr Erbrecht abgetreten haben. 234 1II. Buch. I. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 890. Um zu beurtheilen, ob eine Verletzung vorhanden ſey, ſchötzt man die Sachen nach dem Werthe, den ſie zur Zeit der Theilung gehabt haben. sor. Der B klagte bey der Resciſſions⸗Klage kann ſie in ihrem Laufe hemmen, und eine neue Theilung verhindern, wenn er dem Flaͤger die Ergaͤnzung ſeines Erbtheils, entwe⸗ der in barem Gelde oder in Natur anbiethet, und leiſtet. 892. Ein Miterb«, der ſein Los ganz oder zum Theile veraͤußert hat, kann mit der Resciſſions⸗Klage wegen Argliſt oder Gewalt nicht mehr gehdrt werden, wenn die Veraͤuße⸗ rung erſt nach entdecktem Betrug, oder als der Zwang ſchon aufhoͤrte, von ihm vorgenommen worden iſt. Sweyter Titel. Von Schenkungen unter Lebenden und von TDeſtamenten. 8 (Deeret. den 3. May 1303. Promulgirt den 13. des nehml. Monats.) Erſtes Capitel. Allgemeine Verfuͤgungen. 893. Man kann unter einem wohlthaͤtigen Titel(unent⸗ geltlich) uͤber ſein Vermoͤgen nicht anders als durch Schen⸗ kung unter Lebenden oder durch Teſtament, nach den hier unten beſtimmten Formen, verfuͤgen. 804. Schenkung unter Lebenden iſt eine Handluna, wo⸗ durch der Geſchenkgeber ſich jetzt und unwidexruflich der geſchenkten Sache zu Gunſten des Geſchenknehmers begibt, der ſie annimmt. 805. Ein Teſtament iſt eine Handlung, wodurch der Teſtirer fuͤr eine Zeit, da er nicht mehr ſeyn wird, uͤber ſein ganzes Vermoͤgen, oder uͤber einen Theil deſſelben ver⸗ fuͤget, und die er wid⸗rrufen kaun. 806. Sobſtitutionen ſind verbothen. Jede Berfüͤgung, wodurch dem Geſchenknehmer, dem ein⸗ geſctzren Erben, oder dem Legatar auferlegt wird, fuͤr einen fin g — hium e uliz, ſn bi Dſ Nim) Guſm tih it un p 1 lun wht t. yi 3. Geſhel ßil ber bite vh i eie ———— ) No wn hih ſtt n ſhilen ninlihe in in nin lelu ſi int o os, pihn, in ani ln menta. g borhue age imi erhitn ſeils, un nd liſt. zun wegen ln die Nein zwz jt und bol hu un diel(mn uch 6 ich benhi wlnt, n mfih nurs i wdn nid il ſilhen ten ſir in MI. Buch. lI. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 235 Dritten etwas aufzubewahren und ihm zuruͤckzuliefern, iſt unguͤltig, ſelbſt in Hinſicht des Geſchenknehmers, des einge⸗ ſetzten Erben oder des Legatars. Deſſen ungeachtet koͤnnen die freyen Guͤter, welche die Dotirung eines erblichen Titels ausmachen, den der Kaiſer zu Gunſten eines Prinzen oder Familien⸗Hauptes errichtet hat, erblich uͤbertragen werden, ſo wie dieſes durch die kaiſ. Acte vom 3o. Maͤrz 1806 und durch das Senatus⸗Conſultum vom 14. Auguſt des nehml. Jahres feſtgeſetzt iſt.*) 807. Ausgenommen von den zwey erſten Paragraphen des vorhergehenden Artikels ſind jeue Verfuͤgungen, die im 6. Capitel des gegenwaͤrtigen Titels den Eltern und Geſchwi⸗ ſtern geſtattet ſind. 898. Die Verfuͤgung, wodurch ein Dritter zu einem Geſchenke, einer Erbſchaft oder einem Vermaͤchtniſſe fuͤr den Fall berufen wird, wenn der Geſchenknehmer, der eingeſetzte Erbe oder der Legatar es nicht erhalten wuͤrde, ſoll nicht als eine Subſtitution angeſehen werden, und ſoll guͤltig ſeyn. *) No LXV. Durch die kaiſerl. Aete vom zo. März 1806 wurden zwölf darin benannte Provinzen zu Herzogthümern, großen Reichs⸗Lehen erhoben. Der 4. Art. dieſer Aete lautet, wie folgt:„Wir behalten uns vor, die Inveſtitur beſagter Lehen zu ertheilen, damit ſie erblich nach dem Erſtgeburts⸗Rechte an die männlichen, rechtmitßigen und natürlichen Nachkommen derjenigen übergehen zu deren Gunſten wir daruͤber verfügt haben, und falls ihre männliche, rechtmaͤßige und narürliche Nachkommenſchaft aus⸗ ſterben ſollte, fallen gedachte Lehen au unſere kaiſerl Krone zu ruͤck, damit von uns oder unſern Nachfolgern darüber verfügt werde“ No. L.XVI. Die Artikel des Senatus Conſultum vom 14 Auguſt 1806, die ſich auf den 2.§. des 896. Art. des Geſetzb Napoleons beziehen, ſind folgenden Inhalts: Art. 5. Weun Se. Majeſtät es für dienlich erachtet, entweder um große Dienſte zu belohnen, oder um eine nütliche Nacheife⸗ rung zu erwecken; oder um den Glanz des Thrones zu erhöhen, kann ſie ein Familien Haupt ermaͤchtigen, ſeine freven Güter zu ſubſtituiren, um die Dotirung eines Erbtitels zu bilden, den Se. Majeſtät ihm zu Gunſten errichten würde, welche Detitung an * 236 I. Vuch. I. Lit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 899. Das nehmliche gilt von der Verfuͤgung unter Leben⸗ den oder guf den Todesfall, wodurch einem der Nießbrauch und dem andern das bloße Eigenthum gegeben wird. goo. In jeder Verfuͤgung unter Lebenden oder durch Teſtament werden die unmoͤglichen Bedingungen, ſo wie die⸗ jenigen, welche den Geſetzen oder den Sitten⸗ zuwider ſü als nicht geſchrieben betrachtet. 3 weytes Capitel. Von der Fähigkeit durch Schenkung unter Lebenden oder durch Teſtament zu verfuͤgen oder zu empfangen. gor. uUm unter Lebenden zu ſchenken, oder ein Leſta⸗ ment zu machen, muß man bey geſundem Verſtande ſeyn. 9o2. Durch Schenkung unter Lebenden, oder durch Teſta⸗ ment kann jeder verfuͤgen oder empfangen, den das Geſetz dazu nicht fuͤr unfaͤhig erklärt. ſeinen älteſten Sohn, der ſchon geboren iſt oder künftig geboren wird, und an ſeine Abköͤmmlinge maͤnnlichen Geſchlechts nach der Orduung der Erſtgeburt zuruͤckfälit. s. Die auf die Weiſe auf dem franzöſiſchen Gebiethe in Ge⸗ mißheit der vorhergehenden Artikel beſeſſenen Güter geben und übertragen kein Recht, kein Privileginm in Hinſicht auf die übri⸗ gen franzöſiſchen Unterthanen Sr. Majeſtät und ihre Güter. 7. Die Aete, wodurch Seine Mazeſtät ein Familien Haupt ermächtiget, ſeine ſreyen Güter auf die im vorhergehenden Artikel ausgedruckte Weiſe zu ſubſtituiren oder wodurch ſie den Austauſch der Dotirungen der vom Reiche zu Lehen ertheilten Herzogthuͤmer oder anderer Citel, die Se. Majeſtät noch künftig errichten mag⸗ durch Güter in Frankreich erlaubt, ſollen dem Senate mitgetheilt und in ſeine Regiſter eingetragen werden. s. Durch Regierungs⸗Berordnungen ſoll für die Vollziehuns des gegenwärtigen Senatus⸗Conſultum, und beſonders für alles, was den Genuß und die Erhaltung ſowohl der an die Krone rück⸗ ſälligen, als auch der rjenigen Guͤter betrifft, die zu Folge des F⸗ Art. ſubſtitnirt worden ſind, geſorgr werden.(NB. Die Samm⸗ lung aller kaiſerl. Dectete über die Titel und Majorate ſindet man bey der Keiliſchen Buchhandlung in ½ 18100) Crihn ſin ſchih wuſch 16 i,h u in 9 o bihtt m m hen,t nbt N. inn in heit ſten, e dn Und inet Ei oi. dey lhe i er Um uſ ſbht di id. Lfane 6in 6 u n w G lu dn huſ wetn. int Niin witd. der ſewl uuiſi . en ederh gen. in 1 fonde i duch inſtig gen hts inh uf ſie i bit. milenhu erden hi den Min huphi ichtu u t nini ju kli. Buch. II. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 237 9o3. Ein Minderjaͤhriger, der noch nicht ſechszehn Jahre alt iſt, kann auf keine Weiſe verfuͤgen, mit Ausnahme deſſen, was im 9. Capitel des gegenwärtigen Titels beſtimmt iſt. 9o4. Hat der Minderjaͤhrige das Alter von ſechszehn Jahren erreicht, ſo kann er nicht anders als durch Teſtament, und nur bis zum Betrag der Haͤlfte des Vermoͤgens ver⸗ ordnen, woruͤber das Geſetz dem Volljährigen zu verfuͤgen erlaubt. ooʒ. Eine verheirathete Frau kann ohne Benyſtand oder beſondere Einwilligung ihres Mannes, oder ohne hiezu von dem Gerichte ermuͤchtigt zu ſeyn, unter den Lebenden nicht ſchenken, in Gemaͤßheit deſſen, was im 217. und 219. Art. unter dem Titel von der Ehe beſtimmt iſt. Um durch ein Teſtament zu verfuͤgen, bedarf ſie weder einer Einwilligung des Mannes, noch einer Autoriſation des Gerichtes. 9o6. Um faͤhig zu ſeyn, etwas durch Schenkung unter den Lebenden zu erhalten, iſt es genug, wenn man im Augen⸗ blicke der Schenkung empfangen iſt. Um faͤhig zu ſeyn, durch ein Teſtament etwas zu erhal⸗ ten iſt es genug, wenn man in dem Zeitpuncte empfangen iſt, da der Teſtirer ſtirbt. „ Die Schenkung oder das Teſtament haben jedoch nur in ſo fern ihre Wirkung, als das Kind geboren wird. 9o. Ein Minderjähriger, ebgleich er zu dem Alter von ſechszehn Jahren gelangt iſt, kann, ſelbſt nicht durch ein Teſtament, zum Vortheile ſeines Vormundes verordnen. Ein Minderjaͤhriger, der volljaͤhrig geworden, kann weder durch eine Schenkung unter Lebenden, noch durch ein Teſta⸗ ment zum Vortheile desjenigen verordnen, der ſein Vormund war, wenn nicht zuvor die Schlußrechnung uͤber die Vor⸗ mundſchaft abgelegt und abgeſchloſſen worden iſt. Ausgenommen ſind in den beyden obigen Faͤllen die Ascen⸗ denten der Minderjaͤhrigen, Lelg⸗ ihre Vormuͤnder ſind, oder geweſen ſind⸗ a3s M. Buch. I. Lit. Pon Schenkungen und Teſtamenten. 9og. Natuͤrliche Kinder koͤnnen weder durch Schenkung unter Lebenden, noch durch Teſtament etwas mehr empfan⸗ gen, als ihnen unter dem Titel von der Erbfolge zuge⸗ ſtanden iſt-„ 909. Poktoren der Arzney⸗ oder Wundarzneykunde, Geſund⸗ heits Beamie und Apotheker, die eine Perſon waͤhrend der Krankheit, woran ſie ſtirbt, behandelt haben, koͤnnen keinen Vortheil aus den Verordnungen unter Lebenden oder auf den Todesfall ziehen, die ſie zu ihren Gunſten im dieſer Krankh it gemacht hat. Ausgenommen ſind 1) Verfuͤgungen, tie zur Vergeltung Dienſte unter einem Particular⸗Titel gemacht worden ſind, wobey jedoch auf das Vermoͤgen des Verfuͤgenden und auf die geleiſteten Dienſte Ruͤckſicht zu nehmen iſt, 2) Univerſal⸗Verfuͤgungen im Falle einer Penandiſ bis zum vierten Grade einſchließlich, vorausgeſetzt, daß der Verſtorbene keine Erben in gerader Linie hat, es ſey dann, daß derjenige, zu deſſen Vortheil die Verfuͤgung gemacht worden iſt, ſelbſt unter die Zahl dieſer Erben gehdre. Dieſelben Regeln ſind in Anſehung des Religions⸗Dieners zu beobachten. 910. Verfuͤgungen unter Lebenden oder durch Teſtament, zum Vortheile der Spitaͤler, der Armen einer Gemeinde oder gemeinnuͤtziger Anſtalten erhalten ihre Wirkung nur in ſo fern, als ſie durch ein kaiſerl. Decret genehmigt werden.*0 o11. Jede Verordnung zum Vortheile eines Unfaͤhigen iſt unguͤltig, man mag ſie unter der Form eines laͤſtigen Contracies verbergen, oder unter dem Nahmen unterſtellter Perſonen machen. Fuͤr unterſtellte Perſonen werden die Eſtern⸗ die Kinder und Abkoͤmmlinge und der Ehegatte des Unfaͤhigen angeſehen⸗ o12. Zum Vortheile eines Fremden kann man nur in dem Falle verfuͤgen, wenn dieſer Fremde zum Vortheile eines Franzoſen verordnen koͤnnte. *) Siehe die Rote zum 937. Art. 1¹ hn! lih Gmi Por i iy uch! W Prig u e unnp i ſilche N ₰ ſchenden! ſtiſch d ſe b i. ie iuch uſign ſo nehn der! un ern d bit ſi iinPorl ih uſt Rö. ſun ſi in he Inz W iin uit, ut, . ehul nhr int unde, ein nihnht nnen in odet uft luf i ſieur Ni ſid, w und uft erwanht iht, dil es ſh n gug n ſhit⸗ gindiu ch fem ene g ri twen es Uufii ines iin nt „di hi n ui nn mi nhiit — II. Buch. I1 Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. a39 Drittes C. Von dem Vermoͤgens⸗Theile, woruͤber man verordnen darf (disponibeln Vermoͤgens. Theile), und von der Reduction (Verminderung). Erſter Abſchnitt. Von dem Vermoͤgens⸗Theile, worüber man verordnen darf. 913. Freygebigkeiten durch Handlungen unter Lebenden oder durch Teſtament duͤrfen nicht die Haͤlfte des Vermögens des Verfuͤgenden uͤberſteigen, wenn er bey ſeinem Hinſchei⸗ den nur ein eheliches Kind hinterlaͤßt; nicht das Drittheil, wenn er zwey, nicht das Viertheil, wenn er drey oder meh⸗ rere ſolcher Kinder hinterlaͤßt. 974. Unter dem Nahmen Kinder ſind in dem vorher⸗ gehenden Artikel die Abkoͤmmlinge begriffen, in welchem Grade ſie ſeyn moͤgen; man rechnet ſie jedoch nur fuͤr das Kind, das ſie bey der Erbfolge des Verfuͤgenden repraͤſemiren. 975. Freygebigkeiten durch Handlungen unter Lebenden oder durch Teſtament duͤrfen nicht die Haͤlfte des Vermögens uͤberſt igen, wenn der Verſtorbene kein Kind, aber einen oder mehrere Ascendenten in beyden Linien, der vaͤterlichen und der muͤtterlichen, hinterlaͤßt, und nicht drey Viertel, wenn er nur in einer Linie Ascendenten hinterlaͤßt. Das auf dieſe Weiſe zum Vortheile der Ascendenten vor⸗ behaltene Vermoͤgen erben ſie in der Ordnung, worin das Geſetz ſie zur Erbfolge beruſt. Sie haben allein ein Recht auf dieſen Vorbehalt, ſo oft ihnen, bey der Concurrenz mit Sei⸗ ten⸗Verwandten, die Theilung die Quote des Vermogens nicht verſchaff'n wuͤrde, worauf der Vorbehalt feſtgeſetzt iſt. 916. Wenn weder Ascendenten, noch Abkoͤmmlinge vor⸗ handen ſind, konnen die Freygebigkeiten durch Handlungen unter Lebenden oder teſtamentariſche Verfügungen das ganze Vermoͤgen erſchöpfen. 917. Wird durch eine Verordnung unter Lebenden oder in einem Teſtamente uͤber einen Nießbrauch, oder eine Leibrente verſuͤgt, wovon der Werth die der Verfuͤgung unterworfene „40 1II. Buch. II. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. Quote uͤberſteigt, ſo haben die Erben, denen das Geſetz einen beſtimmten Theil vorbehält„die Wahl, entweder dieſe Verord⸗ nung zu vollziehen, oder das Eigenthum an der disponiblen Quote fahren zu laſſen. o18. Sind Güter fuͤr eine Leibrente oder à fonds perdu (auf verlornes Capital) oder mit Vorbehalt des Nießbrauches „. an einen der Erbfaͤhigen in gerader Linie veraͤußert worden, ſo wird das, was die veräußerten Güter ihrem vollen Eigen⸗ thum nach werth ſind, auf den disponiblen Theil gerechnet, und der Ueberſchuß, wenn ſich einer ergibt, in die Maſſe eingebracht. Dieſes Aufrechnen und Einbringen kann weder von den uͤbrigen Erbfaͤhigen in gerader Linie, welche in ſolche Veraͤußerungen eingewilliget haben, noch in irgend einem Falle von den Etbfähigen aus der Seiten⸗Linie gefor⸗ dert werden. 8 o10. Der Theil des Vermoͤgens, welcher der willkuͤhr⸗ lichen Verordnung umerworfen iſt, kann ganz oder zum Theile, ſowohl durch eine Handlung unter Lebenden als durch Teſta⸗ ment, den Kindern oder andern erbfähigen Verwandten des Schenkenden gegeben werden, ohne daß der Geſchenknehmer oder Legatar, der zur Erbſolge gelangt, deßhalb zur Collation verbunden iſt, vorausgeſetzt, daß die Verfuͤgung ausdruͤcklich zum Voraus, oder außer dem geſetzlichen Erbtheile gemacht worden ſey⸗ Die Erklaͤrung, daß das Geſchenk oder Vermaͤchtniß zum PVoraus oder außer dem geſetzlichen Erbtheile gegeben ſey, kann in der Urkunde, die die Verfuͤgung enthalt, oder auch ſpͤterhin, nach der Form der Verfuͤgungen unter den Leben⸗ den oder durch Teſtament, geſchehen.— 3weyter Abſchnitt. Von der Reduetion(Verminderung) der Schenkungen und Ver⸗ mächtniſſe 020. Verfuͤzungen unter Lebenden oder anf den Todesfall, welche den disponiblen Th il uͤberſteigen, konnen bis auf dieſe Quote bey der Erdffnung der Eibfolge vermindert werden⸗ 1 M. um ihuhm in Un Prin huns! u, mnu bin, Fii h) d un zuſade ud m gle di 6ch Ritſch whu ſe ſu bmn tit, ſo lin iun an ine nw ihn ils u, z N, ſo nn 1 e sGeihin diſeUn diöhut ona Niftn ußen wh volen il geuhn in ſi i nkun w e, we ch in i wiie z de wilit rzn i ch d rnten d eſhenhehn zur blu initi hele gnt ichti zegile. t, ode i er deni un wi en Ai lis ufi tut m. Buch. H. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 241 921. Verminderung der Verfuͤgungen unter Lebenden kann nur von denjenigen, zu deren Vortheile das Geſetz den Vor⸗ behalt macht, von ihren Erben, oder denen, welche mittelſt eines Particular⸗Titels in ihre Rechte getreten ſind, verlangt werden. Die Geſchenknehmer, Legatarien und Glaͤubiger des Verſtorbenen koͤnnen weder dieſe Verminderung fordern, noch daraus Vortheil ziehen. 922. Die Verminderung wird dadurch beſtimmt, daß man aus dem ganzen Vermoͤgen des Geſchenkgebers oder Teſtirers, das bey ſeinem Abſterben vorhanden iſt, eine Maſſe bildet. Man vereiniget hiemit in Gedanken(rechnet dazu) diejenigen Gegenſtaͤnde, woruͤber durch Schenkungen unter Lebenden verordnet worden iſt, und zwar nach dem Zuſtande, in welchem ſie ſich zur Zeit der Schenkungen befunden, und nach dem Werthe, den ſie beym Abſterben des Geſchenk⸗ gebers gehabt haben. Nach dieſem geſammten Vermdgen, die Schulden vorher davon abgezogen, berechnet man mit Ruͤckſicht auf die Eigenſchaft der Erben, die er zuruͤcklaͤßt, den Betrag desjenigen, woruͤber er verordnen konnte. 93. Die Reduction der Schenkungen unter Lebenden findet nie eher Statt, als bis man den Werth aller unter den teſtamentariſchen Verfuͤgungen begriffenen Guͤter erſchoͤpft hat; und wenn der Fall zu einer ſolchen Verminderung ein⸗ tritt, ſo geſchieht ſie ſo, daß mit der letzten Schenkung der Anfang gemacht, und ſo ſtufenweiſe von den letzten zu den aͤltern geſchritten wird. 924. Iſt eine der Verminderung unterworfene Schenkung an einen zur Erbfolge berechtigten Erben geſchehen, ſo kann er von den geſchenkten Gatern den Werth des Antheils, der ihm als Erben an den nicht disponiblen Guͤtern gebuͤhren mag, zuruͤckbehalten, wenn ſie von derſelben Natur ſind. 925. Wenn der Werth der Schenkungen unter Lebenden die disvonible Quote uͤberſteigt, oder ihr gleich kommt, ſo ſind alle teſtamentariſch'n Verfuͤgungen kraftlos. 926. Ueberſteigen die teſtamentariſchen Verfuͤgungen ent⸗ weder die disponible Quote, oder den Theil dieſer Quote, G. N. IV. Aufl. 16 242 1I. Buch. II. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. der nach Abzug des Werthes der Schenkungen unter Leben⸗ den uͤbrig bleibt, ſo geſchieht die Verminderung nach Ver⸗ haͤltniß der Summen ohne einigen Unterſchied zwiſchen Uni⸗ verſal- und Particular⸗Vermaͤchtniſſen. 927. So oft jedoch der Teſtirer ausdruͤcklich erklärt hat, daß«s ſein Wille fey, daß dieſes oder jenes Vermaͤchtniß vor andern ausgezahlt werde, ſoll dieſer Vorzug Statt finden, und das Vermaͤchtniß, worauf er ſich bezieht, nur in ſo fern vermindert werden, als der Werth der uͤbrigen zur Ergan⸗ zung des geſetzlichen Vorbehalts nicht hinreichen wuͤrde. 928. Der Geſchenknehmer muß die Nutzungen von dem, was den disponiblen Theil uͤberſteigt, von dem Sterbtage des Gebers anzurechnen, erſetzen, wenn die Klage auf Redur⸗ tion binnen Jahresfriſt angeſtellt worden iſt; im entgegenge⸗ ſetzten Falle von dem Tage der Flage. 9. Immobilien, welche zu Folge der Reduction zur Erbſchafts⸗Maſſe eingefordert werden koͤnnen, fallen frey von Schulden oder Hypotheken, womit ſie der Srſchte beſchwert⸗hat, zuruͤck.„ o30. Die Erben koͤnnen wider dritte Beſitzer Immo⸗ bilien, die einen Theil der Schenkungen ausmachen, und von den Geſchenknehmern veraͤußert worden ſind, die Klage auf Reduction oder die Vindications⸗Klage auf dieſelbe Weiſe und in eben der Ordnung, wie gegen die Geſchenknehmer ſelbſt anſtellen, nachdem dieſe vorher in ihrem eigenen Vermögen ausgeklagt worden ſind. Dieſe Klage muß nach der Ordnung des Datums der Veraͤußerungen angeſtellt, und mit der jüng⸗ ſten der Anfang gemacht werden. Viertes Capitel. Von Schenkungen unter Lebenden. Erſter Abſchnitt. Von der Form der Schenkungen unter Lebenden. o31. Jede Urkunde, die eine Schenkung unter Lebenden enthaͤlt, W. vor Notatien in der Sewöhnlichen Form der its n ſitind 15 ſunu weni meihn us aun dil in ſin Uſti ni nint iies . ſ Un iun lh ni nn, d nte. diſ ufu iſine litft . hi ſe ſnde , du ige nn une ſitſt. fuh nene. unter in 9 hch h llin Pemitn Einfi uriyſiſ ju 6i vin en tonh m Eti uf hin enten euinz lun ſhn ſcelun tu m en, n ie h ben ſehnei n Pn der Oin nit di nun in hu fim m. Buch. U. Lit. Von Schenkungen unb Teſtamenten. 2 4 Contracte gefertige t werden, und die uiſchrift Kinue) deor bey Strafe der Nichrigkeit znruͤckbleiben. 932. Eine Schenkung unter Lebenden einet weber den Schenkenden, noch bringt ſie eher einige Virkung hervor, als von dem Tage an, da ſie in beſtimmten Ausdrücen angenommen worden iſt. Die Annahme kann bey Fetzetn des Geſchenkgebers in einer ſpätern und authentiſchen Urkunde geſchehen, wovon die urſchrift zuruͤckbleiben muß; die Schenkung erhaͤlt aber als⸗ dann in Beziehung auf den Schenkenden erſt von dem Tage ihre Wirkung, da ihm die Urkunde inſinuirt worden iſt⸗ die dieſe Annahme in Gewißheit ſetzt. 933. Wenn der Geſchenknehmc volljshrig iſt, ſo muß die Annahme von ihm ſelbſt, oder in ſeinem Nahmen von einem Bevollmaͤchtigten i der von ihm den Auftrag hot, die gemachte Scheuku: ig anzunehmen, oder mit einem allg meinen Auftrage verſehen iſt, die Schenkungen anzuneh⸗ men, die ihm gemacht worden ſnd⸗ oder gemacht werden koͤnnten. Dieſe Vollmacht mit vor Notarien errichtet, und eins Ausfertigung davon der Urſchrift der Schenkung, oder, wenn dieſe in einer beſondern Urkunde angenommen worden iſt, der urſchrift der Annahme beygefuͤgt werden. 934. Eine verheirathete Frau kann nur mit Bewillignüg ihres Mannes, oder, wenn dieſer ſie verſagt, nur mit Auto⸗ riſation des Gerichtes eine Schenkung annehmen, in Gemäß⸗ heit deſſen, was in den Art. a17 und 219 unter dem Litei von der Ehe vorgeſchrieben iſt. 935. Die einem Minderjaͤhrigen, der nicht emancipirt iſt, oöder einem Interdicirten gemachte Schenkung muß von ſeinem Vormunde angenommen werden, zu Folge des 463. Art. unter dem Titel von der Minderjohrigkeit, der Pormund⸗ ſchaft und der Emancipation. Der emancipirte MWinderjaͤhrige kann ſie unter dem Beh⸗ ſ. ſeines Curators — „ 441 II. Buch. I. Tit. Von Schenkungen und Leſtamenten. Fuͤr den Minderjaͤhrigen, er mas emancipirt ſeyn oder nicht, konnen jedoch deſſen Eltern, oder auch ſlbſt bey Lebzeiten der Eltern die uͤbtigen Asecendenten, obſchon ſie weder Vor⸗ muͤnder, noch Curatoren des Minderjaͤhrigen ſind, annehmen. o36. Ein Taubſtummer, der im Schreiben erſahren iſt, kann entweder ſelbſt oder durch einen Bevollmaͤchtigten an⸗ nehmen. Iſt er nicht im Schreiben erfahren, ſo muß die Annahme nach den unter dem Titel von der MWinderjährigkeit, der Vormundſchaft und der Emancipation feſtgeſetzten Regeln, von einem zu dieſem Ende ernannten Curator geſchehen. 937. Schenkungen, die zum Vortheile der Spitaͤler, der Armen einer Gemeinde, oder gemeinnuͤtziger Anſtalten geſchehen, ſollen von den Verwaltern dieſer Gemeinden oder Anſtalten angenommen werden, nachdem ſie gehoͤrig dazu autoriſirt worden ſind.*) N.o LXVI. Regierungs⸗Beſchluß vom 4. Pluvios 12. J.⸗ (a Februar 1804.) Art. 1. Die Verwaltungs Commiſſionen der Spitaͤler und die Verwalter der Wohlthätigkeits⸗Büreaux ſind berechtiget, als ge⸗ wöhnliche Einnahme, auf die bloße Autoriſation der Unter⸗Praͤfee⸗ ten, ohne daß künftig ein beſonderer Beſchluß der Regierung(ein beſonderes kaiſerl. Deeret) erfordert werde, die ihnen durch Verfuͤ⸗ gungen unter Lebenden oder Teſtamente gemachten Schenkungen und Vermaͤchtniſſe, es ſey in Geld, Mobilien oder Lebensmitteln, an⸗ zunehmen und zu ihren Beduͤrfniſſen zu verwenden, in ſo fern ihr Werth nicht drey hundert Franes an Capital überſteigt, und ſie unter einem wohlthaͤtigen Titel gemacht worden ſind. z. Zu Folge der alten Verordnungen, wodurch die Verwal⸗ tung der Spitaͤler eingeſetzt worden, haben die Notarien und an⸗ dere oͤffentliche Beamten, die zur Abfaſſung der Schenkungen und Ceſtamente berufen werden, den Verwaltern von den Verfügungen Nachricht zu geben, die zu ihren Gunſten gemacht worden ünd. z. Schenkungen von Immobilien oder Mobilien, die mehr als drey hundert Franes an Capital⸗Werth betragen, die durch Verfügungen unter Lebenden oder in Teſtamenten gemacht worden ſind; ſo wie alle unter einem laͤſtigen Titel geſchehenen Verfügungen erhalten erſt dann ihre Wirkung, wenn die Regierung(der Kaiſer) ire Annahme ermächtiget hat. I 9 je blo und do ben Ge liſem 939 thelen ber Un ſo ni heſonder vinur p. giſchehe — und we bie Fra Fruns 1 hyitiler Mußregel wunden ſ No I Urt. 1 Szitilern heu dre ichenb bemeinde . D iſentliche ie Genei Legate un hiſeten hiſhofs it h zen 6 ſihtn un Jo unt pen padu de veich us pud l. * entt edenit, en Kehni weder. „annehnn tiſihmn ſchigenn die nn igkeit, en Rt ſchehen rEyii, er Anſon ninden u tſitz i ——— li 1 ſe uh i t, al ge ner Mriſ etung(i urch Mni kungen m titteln, w ſo ſnni tſtiht n ie Demt“ en unn u ſihuth en ſnd. ie u die un cht nu erſigu der m. Vuch. I. Lit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 24 938. Eine gehdͤrig angenommene Schenkung erhaͤlt durch die bloße Einwilligung der Parteyen ihre Vollkommenheit, und das Eigenthum der geſchenkten Gegenſtaͤnde geht auf den Geſchenknehmer uͤber, ohne daß es einer andern Ueber⸗ lieferung beduͤrfe. 939. Wenn Güter geſchenkt werden, worauf ein Hypo⸗ theken⸗Recht Statt haben kann, ſo muß die Einſchreibung der Urkunden, welche die Schenkung und Annahme enthalten, ſo wie die Inſinuation der Annahme, die etwa in einer beſondern Urkunde erfolgt iſt, in denjenigen Hypotheken⸗ Buͤreaur geſchehen, in deren Bezirk die Guͤter gelegen ſind. 940. Dieſe Einſchreibung ſoll auf Betreiben des Mannes geſchehen, wenn ſeiner Frau die Guͤter aeſchenkt worden ſind, und wenn der Mann dieſe Formalitaät nicht erfuͤllt, kann die Frau ohne Autoriſation ſie vornehmen laſſen. 4. Bis die Annahme der Vermächtniſſe, die drey hund rt Franes überſteigen, erfolgt iſt, ſind die Empfänger der Armen und Spitäler verbunden, alle auf Erhaltung zielende(conſervatoriſche) Maßregeln zu ergreifen, ſobald ihnen die Teſtamente eingehändiget worden ſind. No LXVIII. Kaiſerl. Deeret vom 12 Auguſt 1307. Art. 1. Der Beſchluß vom 4. Pluvios 12. J. uͤber die den Spitälern gema hten Schenkungen und Legate, welche die Summe von drey hundert Franes nicht überſteigen, wird hiemit auf die Kirchenfabriken, Anſtalten des öffentlichen Unterrichts und auf die Gemeinden anwendbar erklärt. 2. Dieſem zu Folge ſind die Verwalter der Anſtalten des oͤffentlichen Unterrichts und bie Maire der Gemeinden ſowohl für die Gemeinden als für die Krrchenfabriken ermaͤchtiget, gedachte Legate und Schenkungen auf die bloße Ermächtigung des Unter⸗ Präfecten anzunehmen, der jedoch die Genehmigung des Disceſan⸗ Biſchofs in dem Falle vorhergehen muß, wo ſie unter der Bedin⸗ gung ge nacht worden ſind, daß gottesdienſtliche Handlungen ver⸗ richt:t werden ſollen. 3. Jedes Jahr ſoll das Verzeichniß dieſer Schenkungen und Legate von den Praͤfecten unſerm Miniſter des Innern zugeſchickt werden, der ein Haupt⸗Perzeichniß darüber zu verfertigen hat, welches uns im Laufe des Januars vorgelegt und kund gemacht werden ſoll. — ℳ6 1u. Buch. 1. Lit. Pon Schenkungen und Teſtamenten. Iſt die Schenkung an Minderjährige, Interdicirte, oder an dffentliche Anſtalten gemacht worden, ſo ſoll die Ein⸗ ſchreibung auf Betreiben der Vormuͤnder, der Curatoren oder der Verwalter geſchehen.— 941. Auf den Abgang der Einſchreibung kann ſich jeder peruſen, der ein Jutereſſe dabey hat; ausgenommen ledoch diejenigen, welche verpflichtet ſind, die Einſchreibung zu be⸗ ſorgen, oder die in deren Rechte geireien ſind, ſo wie der Geſchenkgeber. 94. Minderjaͤbrige, Imterdicirte und verheirathete Frauen ſollen wider die verſäumte Annahme oder unterlaſſene Ein⸗ ſchreibung der Schenkungen niemahls in vorigen Stand geſetzt werden; ſie ſind aber befugt, wider ihre Vormuͤnder oder Ehegatten den Regreß zu nehmen, der ibnen deßhalb etwa zuſtehen mag; jedoch kaun die Wiedereinſetzung in den vorigen Stand ſelbſt in dem Falle, wenn es den beſagten Vormuͤn⸗ dern und Ehegatten an Zahlungs⸗Mitteln fehlen ſollte, nicht Statt haben.* 943. Eine Schenkung unter Lebenden kann ſich nur auf das gegenwartige Vermögen des Geſchenkgebers erſtrecken: begreift ſie zukuͤnftige Guͤter in ſich, ſo iſt ſie in dieſer Hinſicht unguͤltig. 94. Fede Schenkung unter Lebenden, wenn ſie unter Bedingungen geſchehen iſt, deren Erfuͤllung bloß von der Willkuͤhr des Geſchenkgebers abhaͤngt, iſt unguͤltig. 045. Sie iſt gleichſalls unguͤltig, wenn ſie unter der Vedingung geſchehen iſt, noch andere Schulden oder Laſten abzutragen, als zur Zeit der Schenkung vorhanden waren, oder als in der Schenkungs⸗Urkunde oder in dem ihr anzufuͤ⸗ genden Verzeichniſſe ausgedruckt worden ſind. 9a6. Hat der Geſchenkgeber die Freyheit ſich vorbehalten, ͤber eine in der Schenkung begriffene Sache, oder uͤber eine aus den geſchenkten Guͤtern zu zahlende gewiſſe Summe zu verordnen, und er ſtirbt, ohne daruͤber verordnet zu haben, ſo gehort jene Sache oder Summe den Erben des Geſchenk⸗ gebers, ungehindert aller damit im Widerſpruche ſtehenden Clauſeln und Vertraͤge.. o de . mi dn di den i, un h Eit in wlche Met dy R gicht lſche Yuur dahn ſade bien ſihn hi un den wend whner Di len N Rin an de uoh ü f m ut ſun meln, diine,. urtorent, un ſchjt mnen ſ ibung ut ſo vi uhetfin rlaſen Sindzi mihe doßhab un nden wi tn Vm pln, it ſur ufte n: beht ihtngii nſi m lof un i. ſt un ede bi Nen w irah torbehlu rin Sum zu hin ßet e frheit . Buch. II. Tit. Von Schenkungen und Teſimenten 247 o47. Die vier vorhergehenden Artikel laſſen ſich keines⸗ wegs auf die Schenkungen anwenden, wovon im S8. und 9. Capitel des gegenwaͤrtigen Titels Erwaͤhnung geſchieht. 948. Jede Schenkungs⸗Urkunde uͤber Mobiliar⸗Guͤter iſt nur in Bezichung auf diejenigen Effecten guͤltig, uͤber welche dem Originale der Schenkung ein Verzeichniß beygefuͤgt wor⸗ den iſt, das ihre Taxe enthaͤlt, und von dem Geſchenkgeber und Geſchenknehmer, oder von denjenigen, die an ſeiner Statt annehmen, unterzeichnet iſt. 040. Es iſt dem Geſchenkgeber erlaubt, ſich den Genuß oder die Nutznießung der geſchenkten, beweglichen oder unbe⸗ weglichen Guͤter zu ſeinem eigenen Vortheile vorzub halten, oder daruͤber zum Vortheile eines andern zu verfuͤgen. o3o. Wenn Mobilien mit Vorbehalt des Nießbrauches geſchenkt worden ſind, ſo muß der Geſchenknehmer nach er⸗ loſchenem Nießbrauche die geſchenkten Effecten, welche ſich in Natur vorfinden, in dem Zuſtande annehmen, worin ſie als⸗ dann ſind; und in Anſehung der nicht vorhandenen Gegen⸗ ſtuͤnde hat er eine Klage wider den Geſchenkgeber oder deſſen Erben bis zum Betrage des Werthes, der ihnen in dem Ver⸗ zeichniſſe beygelegt worden iſt, welches die Tare enthaͤlt. 051. Der Geſchenkgeber kann ſich das Ruͤckfalls Recht an den geſchenkten Sachen ausbedingen, ſowohl fuͤr den Fall⸗ wenn der Geſchenknehmer allein, als auch, wenn der Geſchenk⸗ nehmer und ſeine Descendenten vor ihm ſterben wuͤrden. Dieſes Recht kann nur zum Vortheile des Geſchenkgebers allein ausbedungen werden⸗ o52. Das Ruͤckfalls⸗Recht hat die Wirkung, daß jede Veräußerung der geſchenkten Guͤter aufgeldͤſt wird, und dieſe an den Geſchenkgeber unbeſchwert und frey von allen Laſten und Hypotheken zuruͤckkehren, jedoch mit Ausnahme der Hypo⸗ thek fuͤr den Brautſchatz und fuͤr andere in dem Ehe⸗Con⸗ tracte ausbedungene Vortheile, wenn das uͤbrige Vermoͤgen des Ehegatten, dem die Schenkung gemacht worden iſt, nicht hinreicht, und nur in dem Falle, wenn ihm die Schenkung 1I. Buch. II. Tit. Von Schenkungen und Leſtamenten. in eben dem Ehe⸗Contracte gemacht worden iſt aus velchem dieſe Rechte und Hypotheken entſpringen. 3 weyter Abſchnitt. Von den Faͤllen, worin die Regel, daß Schenkungen unter Leben⸗ den unwiderruflich ſind, eine Ausnahme leidet. o53. Eine Schenkung unter Lebenden kann nur wegen Nicht⸗Erfuͤllung der Bedingungen, unter denen ſie geſchehen iſt, wegen Undanks und wegen nachgeborner Kinder wider⸗ rufen werden. 954. Im Falle des Widerrufs wegen nicht erfuͤllter Bedingungen fallen die Guͤter frey von allen Laſten und Hypotheken, welche von dem Geſchenknehmer herruͤhren, in die Haͤnde des Geſchenkgebers zuruͤck; und ihm ſtehen wider jeden dritten Beſitzer der geſchenkten Immobilien alle Rechte zu, die er wider den Geſchenknehmer ſelbſt haben wuͤrde. o55. Eine Schenkung unter Lebenden kann wegen Un⸗ danks nur in folgenden Faͤllen widerrufen werden: 1) Wenn der Geſchenknehmer dem Geſchenkgeber nach dem Leben getrachtet hat; 2) Wenn er ſich gegen ihn Mißbanblungen, Verbrechen oder grober Unbilden ſchuldig gemacht hat; 3) Wenn er ihm Unterhalt berſägt⸗ 956. Der Widerruf wegen nicht erfuͤllter Bedingungen oder wegen Undanks tritt niemahls kraft der bloßen Verſuͤ⸗ gung der Geſetze(ipso jure) ein⸗. o57. Die Klage auf Widerruf wegen Undanks muß in Jahres-Friſt angebracht werden, vom Tage des Verbrechens anzurechnen, welches der Geſchenkgeber dem Be ſchenkten zur Laſt legt, oder von dem Tage, da das Verbrechen dem Geſchenkgeber bekannt ſeyn konnte. Dieſer Widerruf kann weder von dem Geſchenkgeber wider die Erben des Beſchenkten, noch von den Erben des Schen⸗ kenden wider den Geſchenknehmer eingeklagt werden, es ſey dann, daß in dieſem letzten Falle der Geſchenkgeber di. Klage V 1ih! mill uiu „* vuſmn umn miuh n 5 6. uuj ho umhit ütm3 vlit h 5 eie nn jo U ſih hhn zu vim iinz uhhun ie der ihwnpe glin ni u n ihn, Wih uhn inn. i 5 ſih iun ju di un6 ſm nt us wil utet et nur ui e geſhin nder nin t erfili uſtn n ihren, i hen ne le Reh vide. igen her uuch echchn inqngn n Puſ⸗ m i brechen kten z n den e wie Sche es ſo h IMI. Buch. II. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 24 ſchon angeſtellt haͤtte, oder in dem Jahre, da das Ver⸗ brechen begangen wurde, geſtorben waͤre. 9358. Der Widerruf wegen Undanks gereicht weder den Veraͤußerungen, welche von dem Geſchenknehmer vorgenom⸗ men worden, noch den Hypotheken und andern Real⸗Laſten, womit er die geſchenkte Sache beſchwert haben mag, zum Nachtheile, vorausgeſetzt, daß dieſe Hondlungen vorgegangen ſind, ehe der Auszug der Klage auf Widerruf am Rande der im 939. Art. vorgeſchriebenen Einſchreibung angemerkt worden iſt. Wird die Schenkung widerrufen, ſo ſoll der Geſchenkneh⸗ mer verurtheilt werden, den Werth der veraͤußerten Sachen, wie er zur Zeit der Klage war, und die. von dem Tage dieſer Klage an zu erſetzen. 959. Schenkungen, die zu Gunſten einer Ehe geſchehen ſind, koͤnnen wegen Undanks nicht widerrufen werden. o6o. Alle Schenkungen unter Lebenden, welchen Werth ſie auch haben, und unter weichem Titel ſie geſchehen ſeyn moͤgen, waͤren ſie auch gegenſeitig oder remuneratoriſch(aus Dankbarkeit geſchehen), ſelbſt diejenigen, die zu Gunſten einer Ehe von andern als von Ascendenten an die Ehegat⸗ ten, oder den Ehegatten unter ſich gemacht worden ſind, welche von Perſonen geſchehen ſind, die zur Zeit der Schen⸗ kung keine wirklich lebende Kinder oder Abkoͤmmlinge hatten, werden dadurch, daß dem Geſchenkgeber ſpaͤterhin ein ehe⸗ liches Kind, wenn ſchon erſt nach ſeinem Tode, geboren, oder daß ein natuͤrliches, erſt nach der Schenkung gebornes Kind durch nachherige Ehe wird, kraft des Geſetzes widerrufen. 961. Dieſer Widerruf hat Statt, wenn gleich das Kind des Geſchenkgebers, oder der Geſchenkgeberinn zur Zeit der Schenkung empfangen war. 962. Die Schenkung bleibt ebenfalls ſelbſt dann widerrufen, wenn der Geſchenknehmer zum Beſitze der geſchenkten Guͤter gelangt, und ſeit der Geburt des Kindes von dem Geſchenk⸗ MI. Buch. U. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. geber darin gelaſſen worden wäre. Der Beſchenkte iſt jedoch nicht ſchuldig, die genoſſenen Fruͤchte, von welcher Art ſie auch ſeyn mögen, fruͤher als von dem Tage an zu erſetzen, da ihm die Geburt des Kindes, oder deſſen durch eine nach⸗ herige Ehe erfolgte Legitimation durch ein Erploit(den Act eines Huiſſier) oder durch einen andern in gehbriger Form ab⸗ gefaßten Act bekannt gemacht worden iſt; und zwar ſogar dann, wenn die Klage auf Zuruͤckerhaltung der geſchenkten Guͤter erſt nach dieſer Bekanntmachung angeſtellt worden waͤre, 963. Guͤter, die in einer kraft des Geſetzes widerrufe⸗ nen Schenkung begriffen ſind, fallen auf das Vermoͤgen des Geſchenkgebers, frey von allen Laſten und Hypotheken, wo⸗ mit der Beſchenkte ſie beſchwert haben mag, zuruͤck, ohne daß ſie, auch nur ſubſidiariſch, fur die Wiedererſtattung des Brautſchatzs, den die Ehegattinn dieſes Beſchenkten zu⸗ ruͤckzufordern hat, oder deſſen, was ihr aus der Gemein⸗ ſchaft voraus zu erſetzen iſt, oder anderer in dem Ehe⸗Con⸗ tracte ihr zugeſagten Vortheile haften bleiben koönnen. Eben dieſe Beſtimmung tritt alsdann ein, wenn die Schenkung ſogar zu Gunſten der Ehe des Beſchenkten geſchehen, und dem Heiraths⸗Contracte eingeruͤckt waͤre, und der Schenkende ſich vermoͤge der Schenkung als Buͤrgen fuͤr die Erſuͤllung des Heiraths⸗Contractes verpflichtet hatte. 96g. Die auf ſolche Weiſe widerrufenen Schenkungen koͤnnen nicht wiederaufleben, oder von neuem, weder durch Abſterben des Kindes des Geſchenkgebers, noch durch irgend eine beſtätigende Handlung ihre Wirkung erhalten; und will der Geſchenkgeber, vor oder nach dem Tode des Kindes, durch deſſen Geburt die Schenkung widerrufen worden war, dieſelben Guͤter dem nehmlichen Geſchenknehmer geben, ſo kann er dieß nur mittelſt einer neuen Verfuͤgung thun. 065. Jede Clauſel oder Uebereinkunſt, wodurch ein Ge⸗ ſchenkgeber auf den Widerruf der Schenkung wogen nachge⸗ borner Kinder Verzicht gethan haben mag, wird als nichtig angeſehen, und kann keine Wirkung hervorbringen. lön . Fih inbin ſini ſunt n un uhnh lun n hin uh 6. 3 en u Pun uſign h, . in, un il int lune h, ſini wuh ſo. hiht ¹ lntet Nl. ins, , de iun M nu ie iſſit he ln zu eſſte ein n it(ut et Fernt zun ſun gſchllu oihen t wient emihn ſhelen, u urick, ce ttrfun ſchenktn der Gem n 6hebn un, Ci Schenlun chen, u Schenlu E Schenin reder iu durch i z u des Fiht worden w gü, thun ſch inb zen wi als iht . mi. Buch. lI. Tit. Pon Schenkungen und Teſtamenten. 251 966. Um eine wegen nachgeborner Kinder widerrufene Schenkung geltend zu machen, koͤnnen der Geſchenknehmer, ſeine Erben, oder die, welche mittelſt eines Particnlar⸗Titels in ſeine Rechte getreten ſind, oder andere Inhaber der ge⸗ ſchenkten Sachen ſich nicht eher auf die Verjaͤhrung berufen, als nach einem Beſitze von dreyßig Jahren, die aber erſt mit dem Tage, da das letzte Kind des Geſchenkgebers, wäre es auch nach deſſen Tode, geboren worden, ihren Anfang nehmen konnen; und dieß mit Vorbehalt der Unterbrechungen der Verjährung, welche nach den Geſetzen Statt haben moͤgen⸗ Fuͤnftes Capitel. Von teſtamentariſchen Verorduungen. Erſter Ab ſchnitt. Von den allgemeinen Regeln uͤber die Form der Leſtamente. 967. Jedermann iſt befugt, durch Teſtament, entweder unter dem Titel einer Erb⸗ Einſetzung⸗ oder unter dem Titel eines Vermaͤchtniſſes, oder unter jeder andern Benennung zu verſuͤgen, die geeignet iſt, um ſeinen Viteg an den Tag zu legen. 968. Kein Teſtament kann von zwey oder mehrern Per⸗ ſonen, entweder zum Vortheile eines Dritten, oder unter dem Titel einer wechſelſeitigen Verordnung in einer und derſelben Urkunde errichtet werden. o69. Ein Teſtament kann ein eigenhaͤndiges ſeyn, oder in einer dffentlichen Urkunde, oder in der Form eines gehri⸗ 3 men und verſchloſſenen Aufſatzes errichtet werden. o70. Ein eigenhaͤndiges Teſtament iſt unguͤltig, wenn es nicht von der Hand des Teſtirers ganz geſchrieben, datirt und unterzeichnet iſt; es iſt keiner andern Form unterworfen⸗ o71. Ein Teſtament in der Form einer öffentlichen Urkunde iſt jenes, das von zwey Notarien in Gegenwart zweyer Zeu⸗ gen, oder von einem Notar in Beyſeyn von vier Zeugen aufgenommen wird. 972. Wird das Teſtament von zwey Notarien aufgenom⸗ men, ſo wird es ihnen von dem Teſtirer vorgeſagt(ictirt), as*. Buch u. Lit. Von Schenkungen und Leſtamenten. und muß von einem dieſer Notarden, ſo wie es vorgeſagt wird, niedergeſchrieben werden. Wird nur ein Notar zugezogen, ſo muß es gleichfalls von dem Teſtirer dictirt, und von dieſem Notar niederge⸗ ſchrieben werden. In einem wie im andern Falle muß es in Gegenwart der Zengen dem Teſtirer vorgeleſen werden. WVon allem dem muß ausdruckliche Erwaͤhnung geſchehen.*) *) No. LXIX. Gutachten des Staats⸗Raths über eine Beſchwerde gegen Urtheile, welche ein Leſtament fuͤr nichtig erklärt haben, vrm 18. Januar 1806, genehmiget vom Kaiſer den 31. Januar. Der Staats Rath der auf die von Sr. Maj. dem Kaiſer und Könige verordnete Hinweiſung den Bericht der Geſetzgebungs⸗ Section über eine Beſchwerde des Hn. Duchatenet wider die Urtheile, vie das Leſtament der Demoiſelle Letellier fuͤr nichtig erklärt haben, angehört hat: Iſt der Meinung daß ſeine Reelamation aus folgenden Bruͤnden nicht angenommen werden kann S Der Antrag des Hn. Duchatenet muß zuerſt in Beziehung auf ihn und die Lage, worin er ſich befindet, unterſucht werden: hernach wird man ſolchen unter einem allgemeinern Geſichtspunete und ohne Rückſicht auf einzelne Faͤlle prüfen.. Das Teſtament der D. Letellier wurde für nichtig erklärt⸗ weil der Notar, der es aufgenommen hat, keine ausdrückliche Erwähnung gemacht hatte, daß er dieſe urkunde nie⸗ dergeſchrieben habe. Die Gerichts⸗Behörden, welche dieſes urtheil erlaſſen haben, ſtüzen ſich auf die Verſüͤgung des„72. Art. des Geſetzbuches Napoleons. Die Richter haben in dem Texte dieſes Artikels eine beſtimmte Verbindlichkeit fuͤr den Notar gefunden, ausbrückliche Erwähuung zu thun, daß das Teſtament von ſeiner Hand geſchrieben ſey. Wir unterſuchen in dieſem Augenblicke nicht den Beweggrund dieſer Verfüͤgung. Die Gerichte haben geglaubt, daß ſie beſtimmt waͤre; ſie haben ſie angewendet. Der Hr. Duchatenet, Univerſal⸗Leaatar der D. Letellier hat Caſſation nachgeſucht. Sein Geſuch iſt verworfen worden. In dieſer Lage der Sachen wendet er ſich an die Ober⸗Gewalt St. Maj. des Kaiſers und Koͤnigs. . E 6* ſin v au uß hiudi hienn — ln ihiin ni bhmnſt ſchug ſinn wn ſ M Gſui in Geun ſi ſeſ Viht gel gel mr ein ubt, n hei eſſicht eilſheſt Reſe ubech ſi, ß uhug ſ e h he J Mhheit i thi lie pe ſin ße iit he h ituh diz i ſiti z in in wiih wnin. wnſ glithſt nice Gegennn ſchhen. — Beſchreh, lin un 1. Jnn den hiſt eſtzhehu et vini ſit nit ſigen nBhichn t nenden: ſton ig uln drüclicht undt nin ſin bn iſezbu heim krihhn n ſiy⸗ erunn eheimn Lettlit mutb X m. Buch. n. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 23 973. Eben dieſes Teſtament muß von dem Teſtirer unt r⸗ zeichnet werden; erklaͤrt er, daß er des Schreibens unkundig oder außer Stand ſey, zu nnterzeichnen, ſo muß in der Urkunde ſeiner Erklaͤrung, ſo wie der Urſache, die ihn ver⸗ hindert zu unterzeichnen, ausdruͤcklich erwaͤhnt werden. Die Conſtitutionen haͤben nur zwey Grade der Gerichts barkeit eingeführt. Sie haben Appellations⸗Hoͤfe errichtet, um in letzter Inſtanz zu erkennen; aber die von dieſen Gerichtshoͤfen erlaſſenen Erkenntniſſe haben nur in ſo fern den Charakter ſouverainer Ent⸗ ſcheidungen, als ſie mit allen Foͤrmlichkeiten verſehen ſind, weiche zu einem Utheile erfordert werden. Sind die Formen vertetzt worden ſo iſt im eigentlichen Sinne kein Urtheil vorhanden, und der Caſſations⸗Hof vernichtet ein unregeimaͤßiges Erkeuntniß Sind im Gegentheile alle Formen bevbachtet worden, ſo wird das Urtheil für die Wahrheit ſelbſt gehalten. Wichtige Gründe von einem allgemeinen Intereſſe haben dieſe Regel gebothen. Höhere Richter ſind angeordnet, um die Irrthü⸗ mer einer erſten Entſcheidung wieder gut zu machen: were es erlaubt, das noch einer Unterſuchung zu unterwerfen, was von den Gerichtshoͤfen entſchieden worden iſt; wo ſollen die ſe weitern unterſuchungen aufhören, und welche ſärkere Garantie hätte die Geſellſchaft gegen die Irrthümer dritter oder vierter Richter? Indeſſen beruht, wie nicht zu läugnen iſt, die Kraft der von den Gerichtshoͤfen erlaſſenen Urtheile nicht auf der erlangten Gewiß⸗ heit, daß ein Urtheils Spruch gerecht ſey, ſondern auf der Ver⸗ muthung ſeiner Gerechtigkeit; wenn er mit den Formen verſehen iſt, die ihm den Charakter eines Urtheils ertheilen. Nun liegt es in der Natur jeder Vermuthung, daß ſie der entgegengeſetzten Wahrheit weichen muß, wenn dieſe erwieſen iſt; findet ſich alſo ein urtheil in einem förmlichen Widerſpruche mit einer aus drück⸗ lichen Verfügung des Geſetzes, ſo verſchwindet die Vermuthung ſeiner Gerechtigkeit, denn das Geſetz iſt und muß die Gerech⸗ tigkeit der Gerichte ſeyn. Aus dieſem Grunde hat der Caſſations⸗ Hof das Recht, auch in dieſem Falle die Erkenntniſſe der Ge richtshoͤfe für nichtig zu erklaͤren. Dieß iſt die einzige Garautie, welche die Conſtitutionen des Reichs gegen die Irrthuͤmer des Richters darbiethen. Man kann von dieſen eonſervatoriſchen Grundſätzen ſich nicht entfernen, ohne in eine Wilkuͤhr zu verfallen, die mit dem Eigenthums⸗Rechte und der bürgerlichen Freyheit unvereinbar iſt⸗ 254 IHl. Buch. U. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 974. Das Teſtament muß von den Zeugen unterzeichnet werden; auf dem Lande iſt es jedoch, ſo fern das Teſtament von zwey Notarien aufgenommen wird, hinreichend, wenn einer von den beyden Zeugen unterſchreibt, und ſo fern es von einem Notar aufgenommen wird, wenn zwey von den vier Zeugen unterzeichnen. 975. Als Zeugen eines Teſtamentes, das in der Form einer oͤffentlichen Urkunde errichtet wird, koͤnnen weder die In dem gegenwärtigen Falle ſagt man nicht geradezu, daß das aͤngefochtene urtheil mit dem Tepte des Geſetzes im Widerſpruche ſtehe; man beſchwert ſich vielmehr über eine vorgeblich allzuge⸗ naue Anwendung des Geſetzes; aber ein Ausſpruch des Caſſations⸗ Hofes, welcher ein Urtheil vernichten wuͤrde, weil es dem Texte des Geſetzes zu buchſtäblich angemeſſen ſey, würde im Gerichtegange ein Aergerniß darbiethen, wovon wir hoffentlich nie Zeugen ſeyn werden. Es iſt aber ungerecht, ſagt man, daß ein Mangel in der Abfaſſung die Nichtigkeit eines Teſtaments und das gaͤnzliche Ver⸗ derben einer Familie nach ſich ziehen ſoll, wenn dieſer Mangel durch eine Unterſuchung gedeckt werden kann. Das Geſetz kaun nicht jeden beſondern Fall vorſehen. Es iſt möglich, daß in einem gegebenen Falle die Unterlaſſung einer Foͤrmlichkeit die Vernichtung einer untadelhaften oder wegen ſeiner Beweggruͤnde ſogar lobenswürdigen Handlung! nach ſich zieht; aber dieſer Nachtheil, dem man mit wenig Aufmerkſamkeit immer vor⸗ beugen kann, iſt tauſendmahl unbedeutender als diejenigen, welche aus der gegebenen Beſugniß entſpringen würden, das durch einen Zeugen⸗Beweis zu erſetzen, was man in einem Teſtamente haͤtte ſchriftlich anführen ſollen und nicht gethan hat. Hr. Duchatenet führt an, die Gerichte ſeyen über den Sinn des Geſetzes verſchiedener Meinung; aber die Praxis der Gerichts⸗ höfe ſcheint im Gegentheile einſoͤrmig über dieſen Punct zu ſeyn; wenn ſie auch verſchiedener Meinung ſeyn ſollten, ſo könnie Hr. Duchatenet nichts hieraus folgern. Der Caſſativus Hof würde die Entſcheidungen für nichtig erkiären, die dem Geſetze zuwider wären; es blieb aber immer wahr, daß dieſer Gerichtshof ſein Caſſations⸗ Geſuch verworfen hat. Es bleibt ihm alſo kein Mütel übrig⸗ noch einmahl dagegen einzukommen, weil er alle Rechts⸗Mittel erſchoͤpft hat, welche unſere Geſetze und Conſtitutionen ihm dar⸗ bothen. 1bii uin, znu ic⸗ ſun u ſü uſiti Pennn in hu uls ji unn uhn. un ſut tzinihn diß dos min ſt udert jnizet hier, ihi ſihhn uß in ſuln un ei lun hi lun, nin miti. nmitn s fnn ied, un dſſni eh ben ie in de ſn wede — Neu bn Piderſut etlich un t Uſuin ei den iu erichtn Zerhen ſi ungel it izite 2e ien Wug uſhen. 6i uſng inn tegen ſin icht; i tinmt w izu, w huh in unenn ſin e en der beis ſc i in n of nie ſ nier tim iſn inl in hn in ninw m. Buch. 1l. Lit. Von Schenkungen und Teſtamenten. a55 Legatarien, unter welchem Titel ſie es ſeyn mögen, noch ihre Verwandten oder Verſchwaͤgerte bis zum vierten Grade ein⸗ ſchließlich, noch die Schreiber der Notarien,. die Ur⸗ kunden aufnehmen⸗ zugezogen werden. 976. Will der Teſtirer ein geheimes oder verſchloſſenes (myſtiſches) Teſtament errichten, ſo iſt er verbunden ſeine Verordnungen zu unterzeichnen, er mag ſie ſelbſt geſchrieben, oder durch einen andern haben ſchreiben laſſen. Das Papier, welches ſeine Verfuͤgungen enthaͤlt, oder das Papier, das etwa zum Umſchlage dient, muß verſchloſſen und verſiegelt werden. Der Teſtirer zeigt es alſo verſchloſſen und verſiegelt dem Notar, und wenigſtens ſechs Zeugen vor, oder er laͤßt es in ihrer Gegenwanrt verſchließen und verſiegeln, und erklaͤrt, daß das, was in dieſem Papiere enthalten iſt, ſein Teſta⸗ ment ſey, das er geſchrieben und unterzeichnet, oder das ein anderer geſchrieben und er unterzeichnet habe. Der Notar fertiget daruͤber eine Aufſchrifts⸗Urkunde, die auf eben die ſes Papier, oder auf das Blatt, welches zum Umſchlage dient, geſchrieben wird. Sowohl der Teſtirer als der Notar unter⸗ zeichnen dieſe Urkunde ſo wie auch die Zeugen. Alles Obige muß in einer ununterbrochenen Folge, und ohne zu andern Handlungen zu ſchreiten, geſchehen; und wuͤrde der Teſtirer wegen eines nach der Unterzeichnung des Teſtaments eingetre⸗ tenen Hinderniſſes die Aufſchrifts.Urkunde nicht unterzeichnen konnen, ſo ſoll der deßhalb von ihm gemachten Erklärung erwaͤhnt werden, ohne daß es in dieſem Falle nothig ſey, die Zähl der Zeugen zu vermehren. 977. Iſt der Teſtirer im Schreiben unerfahren, oder konnte er nicht unterzeichnen, als er ſeine Willens⸗Verordnun⸗ gen niederſchreiben ließ, ſo ſoll zu der Aufſchrifts⸗Urkunde, außer der im vorhergehenden Artikel beſtimmten Zahl, ein Zeuge mehr zugezogen werden. Dieſer unterzeichnet mit den ubrigen Zeugen die Urkunde, und darin muß der Urſache erwaͤhnt werden, warum dieſer Zeuge zugezogen worden iſt. — a6 III. Buch. II. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten⸗ 978. Diejenigen, welche im Leſen unerfahren, oder ſonſt dazu nicht im Stande ſind, konnen keine Verordnungen in der Form eines geheimen Teſtaments errichten. 12 o70. Kann der Teſtirer zwar nicht reden, wohl aber ſchreiben, ſo kann er ein geheimes Teſtament errichten, unter der Bedingung, daß es ganz von ſeiner Hand geſchrieben, datirt und unterzeichnet ſey, daß er es dem Notar und den Zeugen vorzeige, und in ihrer Gegenwart oben an auf die Aufſchrifts⸗Urkunde hinſchreibe, daß das vorgezeigte Papier ſein Teſtament iſt. Der Notar ſchreibt ſodann die Aufſchrifts⸗ Urkunde, und erwaͤhnt darin, daß der Teſtirer in Gegenwart des Notars und der Zeugen dieſe Worte niedergeſchrieben hat; uͤberdieß muß dabey alles das beobachtet werden, was im 976. Art. vorgeſchrieben iſt. o80. Die Zeugen, welche berufen werden, um bey einem Teſtamente gegenwaͤrtig zu ſeyn, muͤſſen maͤnnlichen Geſchlech⸗ tes, volljaͤhrig, Unterthanen des Kaiſers, und im Genuſſe der Civil⸗Rechte ſeyn. Zwevter Abſchnitt. Von den beſondern Regeln über die Form gewiſſer Teſtamente. 981. Die Teſtamente der Militair⸗Perſonen und der bey den Armeen angeſtellten Individuen, können in jedem Lande von einem Bataillons⸗ oder Escadrons⸗Chef, oder von jedem andern Offizier von einem höhern Grade in G genwart zweyer Zeugen, oder von zwey Kriegs⸗Commiſſarien, oder von einem ſolchen Commiſſar in Beyſeyn zweyer Zeugen aufgenommen werden. o82. Sie koͤnnen auch, wenn der Teſtirer krank oder verwundet iſt, von dem ofcier de santé en chef(oberſten Geſundheits⸗Beamten) in Beyſtand des Militair⸗Comman⸗ danten, welcher mit der Polizey des Spitals beauftragt iſt, aufgenommen werden. 933. Die Verfuͤgungen der obigen Artikel haben nur zum Vortheile derjenigen Statt, welche ſich auf einer Militair⸗ Erpedition oder auß dem franzoſiſchen Gtbiete in Quartier hu zei be iun,1 uit n nini Snn whuihn hnin ſ djnnt bfin g lihn , wnit andem hen ßi Genein Nt wche iiſne , we ). Iint ſhi a upſ ſchn iuin 6 in In ſüh n ti 6 ſannn, en, uſt edunn wohl 3 ichten, u dgech otar uh n an afh iigte ie Auſſhiſt inGen dergiſhit weren, un l in hen bſti din 6eu Linnt und i jon iu et bin jin vwort zi e n im ufhemn n e ſitſ ir bin ufnzi en un ji i Min jn Muen UI. Vuch. II. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 277 oder in Beſatzung, oder bey dem Feinde als Kriegsgefangene befinden, ohne daß die, welche im Innern des Reichs ih Quartier oder in Beſatzung liegen, ſie auf ſich anwenden koͤnnen, es ſey dann, daß ſie ſich in einem belagerten Platze, er in einer Citadelle oder an andern Orten befinden, deren Thore wegen des Krieges geſchloſſen ſind, und womit aus der nehmlichen Urſache alle Communication(Verbindung) unter⸗ brochen iſt. 984. Ein nach oben beſtimmten Form errichtetes Deſtament iſt nach ſechs Monaten, von der Zeit an, wo der Teſtirer an einen Ort gelangt iſt, in welchem er die gewohu⸗ lichen Formen beobachten kann, unguͤltig.— o83. Teſtamente, welche an einem Orte gemacht werden, womit alle Gemeinſchaft wegen der Peſt, oder irgend einer andern anſteckenden Krankheit unterbrochen iſt, koͤnnen vor dem Friedens⸗Richter oder vor einem Municival⸗Beamten der Gemeinde in Gegenwart zweyer Zeugen errichtet werden. 986. Dieſe Verfuͤgung g gilt nicht allein fuͤr diejenigen. welche mit ſolchen Krankheiten befallen ſind, ſondern auch fuͤr jene, die ſich an den hievon angeſteckten Orten beßin⸗ den, wenn ſie ſchon wirklich nicht krank ſeyn ſollten. 937. Die in den beyden vorhergehenden Artikeln erwaͤhnten Teſtamente werden nach ſechs Monaten, ſeitdem die Gemein⸗ ſchaft an dem Orte, worin der Teſtirer ſich befindet, wieder hergeſtellt worden iſt, oder nach ſechs Monaten, ſeitdem er ſich an einen Ort begeben hat, womit ſie gar nicht unter⸗ brochen worden iſt, unguͤltig. 988. Die auf dem Meere waͤhrend einer Seereiſe gemach⸗ ten Teſtamente koͤnnen aufgenommen werden, nehmlich: Am Bord der Seeſchiffe und anderer Fahrzeuge des Kai⸗ ſers von dem Offizier, der das Schiff comwandirt, oder in deſſen Ermangelung von demjenigen, der nach der Dronung des Dienſtes ſeine Stelle vertritt, und in einem wie im andern Falle mit Zuziechung des erwaltungs⸗Beamten, vder des⸗ jenigen, der deſſen Verrichtungen verſieht; G. N. 1V. Lufl⸗ 17 235 M. Buch. I. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. Uund am Bord der Kaufſahrteyſchiffe von dem Schreiber des Schiffes oder demjenigen, der deſſen Stelle verſieht, und in einem wie im andern Falle mit Zuziehung des Schiffs⸗Capi⸗ tains, des Rehders oder Schiffs⸗Patrons, oder bey deren Ermangelung derjenigen, die ihre Stelle vertreten. In allen Fallen muͤſſen dieſe Teſtamente in Gegen zweyer Zeugen aufgenommen werden. o89. Auf den Schiffen des Kaiſers kann das Teſtament des Capitains oder des Verwaltungs⸗Beamten, und auf den Kauffahrteyſchiffen jenes des Schiffs⸗Capitains, des Rheders oder Schiffe⸗Patrons oder des Schreibers von denzenigen auf⸗ genommen werden, die in der Ordnung des Dienſtes nach ihnen folgen; wobey ſie ſich im Uebrigen nach den Verfu⸗ gungen des vorhergehenden Artikels zu richten haben. ooo. In allen Faͤllen ſoll ven den in den beyden vor⸗ hergehenden Artikeln erwaͤhmten Teſtamenten ein zweyfaches Driginal gemacht werden. 901. Läuft das Schiff in e'nen fremden Hafen ein, worin ſich ein Conſul von Frankreich befindet, ſo ſind diejenigen, welche das Teſtament aufgenommen haben, verbunden, eines der Originale verſchloſſen oder verſiegelt in die Haͤnde dieſes Conſuls zu hinterlegen, der es an den Miniſter des See⸗ weſens gelangen laͤßt, und dieſer muß es am Orte, wo der Teſtirer ſeinen Wohnſitz hat, bey der Kanzelley des Friedens⸗ gerichtes hinterlegen laſſen. 992. Bey der Ruͤckkehr des Schiffes nach Frankreich, es ſey in den Hafen, wo es ausgeruͤſtet worden, oder in jeden andern, ſollen die beyden Originale des Teſtamenis oder dasjenige Original, das uͤbrig bleibt, wenn das andere dem vorhergehenden Artikel gemaͤß waͤhrend der Seereiſe ſchon hinterlegt worden iſt, gleichfalls verſchloſſen und verſiegelt auf das Baͤreau des Vorgeſetzten der Einſchreibung zum Stt⸗ dienſte ausgeliefert werden. Dieſer Vorgeſetzte ſoll ſie ohne Zeitverluſt an den Miniſter des Seeweſens gelangen laſſen, welcher ihre Hinterlegung auf die in demſelben Artikel be ſtimmte Weiſe zu verordnen hat⸗ in ſtn 6 hiin e „ u zu ßel Lin tichu mi eif a „ſche ev tuh in dn tzit 0 ll gehin 61 jn w0 du uun 9 ſin ſhi jui 4 ie nül nnn, den eht uunit, e bn ten. in un dus Leſm „und uf „des hn Nnerinn Dieſil u ch n i hahn. n n ein zujt ſi in, m n i bunen, in hite i iſn b 6 Ate, wi i zuhit/ anüt ſunmnit 6 mt Seni t und wi n nb ſol ſt uzu li n nil m. Buch. n. LTit. Von Schenkungen und Teſtamenten 253 903. Auf der Schiffs⸗Rolle ſoll da, wo der Nahme des Teſtirers eingetragen iſt, die in die Haͤnde eines Conſuls oder auf das Baͤreau eines Vorgeſetzten der Einſchreibung zum Seedienſte geſchehene Ueberlieferung der des Leſtaments am Rande bemerkt werdeu. 904. Ein Teſtament wird nicht fuͤr ein auf der See errichtetes angeſehen, obgleich es waͤhrend einer Seereiſe gemacht worden iſt, wenn zur Zeit ſeiner Errichtung das Schiff entweder auf fremdem oder franzoſiſchem Gebiethe, wo ſich ein franzoſiſcher dffentlicher Beamter befindet, ange⸗ landet war; in dieſem Falle iſt es nur dann guͤltig, wenn es nach den in Frankreich vorgeſchriebenen, oder nach den in dem Lande, wo es errichtet wurde, Formen abgefaßt worden iſt. o95. Die obigen Verfuͤgungen ſind auf die Teſtamente bloß reiſender Perſonen, die nicht zur Schiffs⸗Mannſchaft gehdren, ebenfalls anwendbar. 906. Ein Teſtament, das auf dem Meere nach der im o88. Art. beſtimmten Form errichtet worden iſt, iſt nur in ſo fern guͤltig, als der Teſtirer auf dem Meere, oder in den drey Monaten, nachdem er an's Land geſtiegen, und an einem Orte ſtirbt, wo er es nach den gewohnlichen Formen von neuem machen konnte. 907. Ein auf dem Meere errichtetes Toſtament kann keine Verfuͤgung zum Vortheile der Schiffs⸗Offiziere enthalten, wenn ſie dem Teſtirer nicht verwandt ſind. 908. Die in den obigen Artikeln des gegenwärtigen Ab⸗ ſchnittes begriffenen Teſtamente ſollen von den Teſtirern und den⸗ jenigen, welche ſie aufgenommen haben, unterzeichnet werden. Erklaͤrt der Teſtirer, er ſey im Schreiben unerfahren, oder koͤnne nicht unterzeichnen, ſo ſoll ſeiner Erklaͤrung, ſo wie der Urſache, die ihn am Unterzeichnen verhindert, ewähnt werden. In den Faͤllen, wo die Gegenwart zweyer Zengen erfor⸗ dert wird, ſoll das Teſtament wenigſtens von einem derſel⸗ 460 lil. Buch. 1. Tit. Von Schenkungen und Leſtamenten. ben unterzeichnet und der Urſache erwaͤhnt werden, wegen welcher der andere nicht unterzeichnet hat. 909. Ein Franzoſe, der ſich in einem fremden Lande befindet, kaun ſeinen letzten Willen entweder in einer Urkunde unter Privat⸗Unterſchrift, ſo wie im 970. Art. beſtimmt iſt, oder in einer authentiſchen Ukande unter den Formen erklaͤren, die an dem Orte, wo er errichtet wird, gebraͤuchlich ſind. 1000. Teſtamente, die in einem fremden Lande errichtet worden ſind, koͤnnen, ſo viel die in Frankreich gelegenen „Guͤter betrifft, nicht in Vollziehung geſetzt werden, als bis ſie vorher auf dem Buͤrean des Wohnortes des Teſtirere, wenn er deren einen in Frankreich baybehalten hat, im ent⸗ gegengeſetzten Falle aber auf dem Baͤreau des Ortes, der als ſein letzter Wohnſitz in Frenkreich bekannt iſt, einregiſtrirt. worden ſind; und im Falle das Teſtament Verfuͤgungen uͤber Immobilien enthielte, die dort gelegen ſind, ſoll es uberdieß auf dem Buͤreau, in deſſen Bezirk dieſe Immobilien gele⸗ gen ſind, einregiſtrirt werden; jedoch duͤrfen keine doppelte Gebuͤhren gefordert werden. 10o1. Die Formalitäten, welchen die Teſta⸗ mente durch die Verfuͤgungen des gegenwaͤrtigen und des vor⸗ hergehenden Abſchnittes unterworfen ſind, muͤſſen bey Straſe der Richtigkeit bevbachtet werden. Dritter Abſchnitt. Von den Erb⸗ Einſetungen und den Vermächtniſſen im Allgemeinen. 1002. Teſtamentariſche Verordnungen ſind entweder uni⸗ verſal, oder ſie geſchehen unter einem Univerſal⸗ oder unter einem Particular⸗Titel. Jede dieſer Verordnungen, ſie mag unter dem Nahmen einer Erb⸗Einſetzung, oder unter dem Nahmen eines Ver⸗ maͤchtniſſes gemacht worden ſeyn, hat ihre Wirkung nach den fuͤr die Univerſal-Vermaͤchtniſſe, fuͤr die Vermaͤchtniſſe unter einem Univerſal-Titel, und fuͤr die Particular⸗Ver⸗ muaͤchtniſſe hier unten beſtimmten Regeln. 14 — 1 b wi in ſiini hu, t, gin hicht lule glüch niy ih lch bien ige ſe 1 ſe uüge uſe ie ſu inde , w Pu wi innn, ten, emen k tinet lun beſinn men liu chlih ſn. ande eiht ich u den, c i des Lfin hu, in t 6Ons, eimiſi igungmn it let iie wilin g tin yeh cunſn uddsun n en * lhnin Mneet u oder u en Whr ies 1 ng ni mi iulm * In. Buch. MI. Lit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 261 Vierter Abſchnitt. Von univerſal⸗Vermächtniſſen. 103. Ein Uniderſal⸗Vermaͤchtniß iſt diejenige teſtamen⸗ tariſche Verfuͤgung, wodurch der Teſtirer einer oder mehrern Perſonen das ganze Vermoͤgen gibt, das er bey ſeinem Ab⸗ ſterben hinterlaſſen wird. 1oog. Sind beym Abſterben des Teſtirers Erben vorhan⸗ den, denen das Geſetz eine Quote ſeines Vermoͤgens vorbe⸗ haͤlt, ſo geht durch ſeinen Tod auf dieſe Erben der Beſitz des ganzen zur Erbſchaft gehdrigen Vermoͤgens kraft des Geſetzes uͤber, und der Univerſal-Legatar iſt ſchuldig, die Auslieferung des in dem Teſtamente begriffe en Vermoͤgens von ihnen zu verlangen. 10o3. In eben dieſen Faͤllen hat der Uniſverſal⸗Legatar gleichwohl den Genuß des in dem Teſtamente begriffenen Ver⸗ moͤgens von dem Sterbetage anzurechuen, weun nach dieſem Zeitpuncte das Geſuch um Auslieferung in Jahresfriſt ange⸗ bracht worden iſt; im entgegengeſetzten Folle nimmt dieſer Genuß erſt mit dem Tage der bey Gerichte angebrachten Klage, oder mit dem Tage, da die Auslieferung freywillig zugeſtanden worden iſt, ſeinen Anfang. 1co6. Sind bey dem Hinſcheiden des Teſtirers keine Erben vorhanden, denen das Geſetz eine Quote ſeines Ver⸗ moͤgens vorbehalten hat, ſo geht durch den Tod des Erb⸗ laſſers der Beſitz auf den Univerſal⸗Legatar kraft des Geſetzes uͤber, ohne daß er verbunden 1 die Auslieferung zu be⸗ gehren. 10o7. Jedes eigenhuͤndige eſtament muß, ehe es voll⸗ ſtreckt wird, dem Praͤſidenten des Gericktes der erſten Inſtanz in dem Bezirk, wo die Erbfolge erbffnet iſt, vorgelegt wer⸗ den. Iſt dieſes Teſtament verſiegelt, ſo ſoll es eroͤffnet werden. Der Praͤſident fertigt einen Verbal⸗Prozeß uͤber die Vorlegung, die Erdffnung und uͤber den Zuſtand des Teſta⸗ ments, und befiehlt deſſen Hinterlegung in die Haͤnde eines von ihm dazu beſtellten Notars. 3 262 III Buq. II. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten, Iſt es in der Form eines geheimen Teſtaments gefertiget, ſo geſchieht die Vorlegung⸗ Erdffnung, Beſchreibung und Hinterlegung auf dieſ lbe Weiſe; die Erdffnung darf aber nur in Beyſeyn derjenigen Notarien und Zeugen, welche die Aufſchrifts⸗Urkunde unterzeichnet haben, und die ſich am Orte befinden, pder nach vorlaͤufiger Berufung derſeiben vor⸗ genommen werden⸗ 1008. In dem Falle des 1096. Art. iſt der Univerſal⸗ Legatar, wenn das Teſtament ein eigenhaͤndiges oder gebeimes iſt, verbunden, durch eine Ordonnanz(Befehl) des Praͤſiden⸗ ten ſich in den Beſitz einweiſen zu laſſen. Er uͤbergibt deß⸗ halb eine Bittſchrift, dieſer wird die Hinterlegungs⸗Urkunde beygefuͤgt, und unter die Bittſchrift die Ordonnanz geſetzt⸗ 1009. Der Univerſal⸗Legatar, welcher mit einem Erben zuſammen trifft, dem das Geſetz eine Quote des Vermoͤgens vorbehaͤlt, hat fuͤr die Schulden und Laſten der Erbſchaft des Teſtirers, perſoͤnlich nach Verhältniß ſeines Antheils und ſeiner Erbportion, und hypothekariſch fuͤr das Ganze zu haf⸗ ten; er iſt gleichfalls verbunden, alle Vermaͤchtniſſe zu berich⸗ tigen, in ſo fern nicht der Fall einer Rebuction eintritt, wie im 926. und 927. Art, erkläͤrt iſt, Fuͤnfter Abſchnitt⸗ Von Vermächtniſſen unter einem Univerſal⸗Titel. Noro. Ein Vermächtniß unter einem Univerſal Titel iſt dasjenige, wodurch der Teſtirer eine Quote des Vermoͤgens, woruͤber ihm das Geſetz zu verordnen erlaubt, zum Beyſpiele, die Haͤlfte, ein Drittel, oder alle ſeine Immobilien, oder ſein ganzes Mobiliar⸗Vermoͤgen oder eine beſtimmte Quote aller ſeiner Immwobilien, oder ſeines ganzen Mobiliar⸗Ver⸗ moͤgens vermacht, Jedes andere Vermaͤchtniß bildet nur eine Verordnung unter einem Particular⸗Titel. ror1. Legatarien unter einem Univerſal⸗Titel ſind gehal⸗ ten, von den Erben, welchen durch das Geſetz eine Quote 15 ni uu n hi nukt i ii pu p nbit ht ſwohl o Pih iiu Mh o u hi, ſen ſum s gni hbn n ug duf i , wiei de ſc n derſhenz et Uniten oder in des hiſtn itethih ungsUru uz geſh tinum ßi z Wizn er Föſh Auheis un auze zu juf ſe zu beich nitt, vi ite. ſi ii Penizu nPoypil len, mte Nu hilur Rewhul ſid u ine A . Buch. I. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 263 des Vermoͤgens vorbehalten iſt, in Etmangelung ſolcher Erben von den Univerſal⸗Legatarien, und, in Ermangelung dieſer⸗ von den Erben, die nach der unter dem Titel von der Erb⸗ folge beſtimmten Ordnung berufen ſi ſind, die Auslieferung zu verlangen. 1012. Ein Legatar unter einem Univerſal⸗ Titel iſt eben ſo, wie ein Univerſal⸗Legatar, fuͤr die Schulden und Laſten der Erbſchaft des Teſtirers zu haften verbunden, perſoͤnlich nach Verbaͤltniß ſeines Antheils und ſeiner Erb⸗Portion, und hypothekariſch fuͤr das Ganze. 1o13. Hat der Teſtirer nur oͤber eine Quote des ſeiner Verfuͤgung unterworfenen Vermoͤgens⸗Theiles verordnet, und dieß unter einem Univerſal⸗Titel gethan, ſo iſt ein ſolcher Legatar verbunden, mit den geſetzlichen Erben, jeder nach Verhaͤltniß, die Particular⸗Vermachtniſſe zu berichtigen. Seecchſſter Abſchnitt. Von Partieular⸗Vermächtniſſen. 1014. Jedes unbedingte Vermaächtniß gibt dem Legatar von dem Tage an, da der Teſtirer geſtorben iſt, ein Recht auf die vermachte Sache, das ſich auf ſeine Erben, oder die, welche mittelſt eines Particular⸗Titels in ſeine Stelle getreten ſind, transmittiren(vererben und uͤbertragen) laͤßt. Der Particu ar⸗Legatar kann gleichwohl nicht eher ſich in den Beſitz der vermachten Sache einſetzen, noch auf die Fruͤchte oder Zinſen davon Anſpruch machen, als von dem Tage an, wo er das Geſuch um Auslieferung nach der im 1011. Art. feſtgeſtellten Ordnung angebracht hat, oder von dem Tage an, da ihm dieſe Auslieferung freywillig zugeſtan⸗ den worden iſt. 1015. Die Zinſen oder Fruͤchte der vermachten Sache gebuͤhren dem Legatar von dem Sterbe⸗ Tage anzurechnen, und ohne daß er ſeine Klage bey Gerichte ang ebracht hat, 1) Wenn der Teſtirer def halb in dem LTeſtamente ſeinen Willen ausdruͤcklich erklart hat; 2) Wenn eine Leibrente oder eine Penſion zum Unterhalt mſ vermacht worden iſt. Mn 1016. Die Kaſten der Klage auf Auslieferung fallen e der Erbſchaft zur Laſt; der geſetzliche Vorbehalt darf jedoch ſitt dadurch keine Verminderung erleiden. Die Einregiſtrirungs⸗Gebuͤhren hat der Legatar zu zahlen. bis Dieß alles hat Statt, wenn nicht in dem Teſtamente ſu anders daruͤber verordnet worden iſt. 6 Jedes Vermaͤchtniß kann fuͤr ſich beſonders einregiſtrirt vnl werden, ohne daß dieſes Einregiſtriren andern als dem Lega⸗ iu, tar, oder denjenigen, die in ſeine Stelle getreten ſind, Vor⸗ ch theil verſchaffen könne. 1017. Die Erben des Teſtirers, oder andere, welche ein Vermaͤchtniß zu leiſten verbunden ſind, haben fuͤr deſſen wu Berichtigung perſoͤnlich, und zwar jeder nach dem Betrage u des Antheils und der Portion, welche er aus der Erbſchaft 3 erhoͤlt, zu haften. 33 Hypothekariſch haften ſie fuͤr das Ganze, in ſo weit der Werth der zur Erbſchaft gehoͤrigen Immobi'ien, in deren Beſitze ſie ſich befinden, dazu hinreicht. ro18. Die vermachte Sache ſoll mit dem nothwendigen Zugehdoͤre, und in dem Zuſtande abgeliefert werden, worin 4 ſie ſich an dem Sterbe⸗Tage des Geſchenkgebers befindet. on 1019. Hat der Leſtirer, der das Eigenthum eines unbe⸗ 1 weglichen Gutes vermacht hat, es ſpaͤterhin durch Erwerbun⸗ ni gen vergroͤßert, ſo werden dieſe Erwerbungen, wenn ſie ſchon M daran grenzen ſollten, ohne eine neue Verordnung, nicht als un Theile des Vermaͤchtniſſes angeſehen. Anders verhält es ſich mit Verſchonerungen oder mit neuen 1 Gebaͤuden, die auf dem vermachten Grundſtuͤcke angebracht 1 worden ſind, oder mit einem eingeſchloſſenen Platze, deſſen un Umfang der Teſtirer erweitert hat. u 1020. Wenn vor oder nach dem Teſtament die vermachte ni Sache fuͤr eine auf der Erbſchaft haftende Schuld, oder ſelbſt ſuͤr die Schuld eines Dritten zur Hypothek geſtellt, oder mit u ſan n Unt fung fl tuf jn nzi Leſunn innzjſit l den hn . ſid, 2 e, wit n fit en Pen er Etſhi ſo teit be j deren ſwindizen i, wor findet, nes unbe Erwerbun ſi ſch nichte nit eun ngeitht e, deſin emncht r ſelſ zer mi III. Buch. I. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. a65 einem Nießbrauche beſchwert worden iſt, ſo iſt dertenige, welcher das Vermaͤchtniß zu leiſten hat, ſie hievon zu befreyen nicht verbunden, ausgenommen, wenn ihm dieſes durch eine aus⸗ druͤckliche Verordnung des Teſtirers auferlegt worden iſt. 1021. Hat der Teſtirer eine fremde Sache vermacht, ſo iſt das Vermaͤchtniß unguͤltig, der Teſtirer mag gewußt hhe nicht, baß ſie ihm nicht zugehoͤrte. Iſt eine Sache von einer gewiſſen Gattung ohne weitere vermacht worden, ſo iſt der Erbe nicht ſchuldig, ſie von der beſten Qualität zu geben; er darf aber auch die ſchlechteſte nicht anbiethen. 1023. Was einem Glaͤubiger vermacht ſſt, ſoll ihm auf ſeine Forderung nicht abgerechnet, und das einem Domeſtiken zugedachte Vermaͤchtniß als Zahlung auf ſeinen Lohn angeſehen werden. 1024. Der Legatar unter einem Particular⸗Titel hat fuͤr die Schulden der Erbſchaft nicht zu haften; das Vermaͤchtniß kann jedoch, wie hier oben beſtimmt iſt, reducirt werden, und den Glaͤnbigern bleibt die hypothekariſche Klage vorbehalten. Siebenter Abſchnitt. Von LTeſtaments⸗Exeeutoren. ro25. Der Teſtirer kann einen oder mehrere zu Execu⸗ toren ſeines Teſtaments ernennen. 1026. Er kann ihnen den Beſitz ſeines Mobiliar⸗Ver⸗ mögens entweder ganz oder auch nur zum Theile einraͤumen, der aber nicht uͤber Jahr und Tag von ſeinem Abſterben anzurechnen dauern darf. Hat er ihnen dieſen Beſitz nicht eingeraͤumt, ſo konnen ſie ihn nicht fordern. 1027. Der Erbe kann dem Beſitze ein Ende machen⸗ wenn er den Teſtaments⸗ Erecutoren eine hinlaͤngliche Summe zur Zahlung der Mobiliar⸗Vermächtniſſe anbiethet⸗ oder be⸗ weiſet, daß ſie gezahlt ſind. 1oag. Wer keine Verbindlichkeiten eingehen kann, iſt unfähig, Teſtaments⸗Executor zu ſeyn. ² 356 Uu. Buch. II. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. Eine verheirathete Frau kann nur mit Bewilligaung ihres Mannes die Vollziehung eines Teſtaments annehmen. Iſi ſie von ihm zu Folge des Ehe⸗Contractes, oder kraft eines Urtheils, in Anſehung des Vermogens getrennt, ſo kann ſie es mit der Bewilligung ihres Mannes, oder im Falle dieſer ſie verweigert, unter der Autoriſation des Gerichtes, in Gemaͤßheit deſſen, was im 217. und 219. Art. unter dem Titel von der Ehe beſtimmt iſt. 1030. Ein Minderjaͤhriger kann ſelbſt mit der Auto⸗ riſation ſeines Vormundts oder Curators nicht Teſument⸗ Erecutor werden. 1031. Die Teſtaments⸗Erecutoren ſollen die Siegel anle⸗ gen laſſen, wenn es unter den Erben Minderjaͤhrige, Inter⸗ dicirte oder Abweſende gibt. Sie ſollen in Gegenwart des vermuthlichen Erben, oder nachdem er hiezu gebuͤhrend berufen worden, ein Inventarium uͤber das Erbſchafts⸗Vermdoͤgen errichten laſſen. Iſt zur Zahlung der Vermaͤchtniſſe nicht bares Geld genug vorraͤthig, ſo haben ſie auf den Verkauf der Mobilien anzu⸗ tragen. Sie ſollen fuͤr die Volſtreckung des Teſtaments Sorge tragen, und konnen, wenn uͤber deſſen Pollziehung Streit entſteht, als Intervenienten auftreten, um deſſen Guͤltigkeit zu behaupten. Sie ſind verbunden, beym Ablaufe des Sterbe⸗Jahres des Teſtirers uͤber ihre Verwaltung Rechnung abzulegen. 1032. Die Vollmacht des Teſtaments⸗ Executors geht auf ſeine Erben nicht uͤber. 1033. Gibt es mehrere Teſtaments⸗Executoren, welche angenommen haben, ſo kann auch einer allein bey Abgang der uͤbrigen handeln, und ſie ſind ſolidariſch(einer fuͤr alle und alle fuͤr einen) verbunden, uͤber das ihnen anvertraute Mobiliar. Vermoͤgen Rechenſchaft zu geben, es ſey dann, daß der Teſtirer ihre Verrichtungen getheilt, und ein jeder von ihnen ſich auf diejenige beſchräͤnkt habe, die ihm angewieſen war. 12 o hit ſiht U o 0 ut Mun i ich — 0 dori nit Ni ſnnn, t bulin ts anhn , unht genemn, oderin u des Gei irt unn it der Uu Peſmn Eiegtl u hrige, un Ethen, Inbentunn Geh gen lilen atzu uts Eon ung Eni Gilgi rbe ih ulegen tutts g ten, wih beh Vihn ner fü u anenm dann, jeer i ugeni M. Buch. I. Tit. Von Schenkungen und LTeſtamenten. a67 103. Auslagen, welche der Teſtaments⸗Executor wegen Anlegung der Siegel, wegen des Inventariums und der Rechnung gehabt hat, ſo wie die uͤbrigen, die ſich auf ſeine Amts⸗Verrichtungen beziehen, fallen der Erbſchaft zur Laſt. Achter Abſchnitt Von Widerrufung der Teſtamente, und den Faͤllen, worin ſie kraftlos werden. 1035. Teſtamente konnen weder ganz noch zum Theile anders als durch ein nachheriges Teſtament, oder durch eine Notarial-Urkunde, die die Erklarung des Teſtirers enthaͤlt, daß er ſeinen Willen geaͤndert habe, widerrufen werden. 1036. Spaͤter errichtete Teſtamente, worin die vorigen nicht ausdruͤcklich widerrufen ſind, machen in dieſen von den darin enthaltenen Verfuͤgungen nur jene unkräftig, die ſich mit den neuen nicht vereinigen laſſen, oder mit ihnen im Widerſpruche ſtehen. 1037. Der in einem ſpaͤtern Teſtamente geſchehene Wider⸗ ruf behaͤlt ſeine voͤllige Wirkung, wenn ſchon dieſe neue Urkunde wegen der Unfähigkeit des eingeſetzten Erben oder des Legatars, oder wegen ihrer verweigerten Annahme ohne Vollziehung bleibt. 1038. Jede PVeraußerung, welche der Leſiirer: mit der ganzen Sache, die er vermacht hat, oder mit einem Theile davon vornimmt, ſelbſt diejenige, die durch Verkauf unter dem Vorbehalte des Wiederkaufs, oder durch Tauſch geſche⸗ pen iſt, zieht den Widerruf des Vermaͤchtniſſes in Anſehung alles deſſen nach ſich, was veraͤußert worden iſt, wenn ſchon die nachherige Veraͤußerung unguͤltig, und die veraͤußerte Sache wieder in die Haͤnde des Teſtirers gelangt ſeyn ſollte. 1039. Jede teſtamentariſche Verordnung zerfaͤllt, wenn derienige, zu deſſen Vortheil ſie geſchehen iſt, den Teſtirer nicht uͤherlebt hat. 1040. Jede teſtamentariſche Verordnung, welche unter einer Pedingung geſchehen iſt, die von einer ungewiſſen Bege⸗ e63 II. Buch. II. Tit Von Schenkungen und Teßamenten. benheit abhaͤngt, und ſo beſchaffen iſt, daß nach der Abſicht des Teſtirers die Verordnung nur in ſo fern vollſtreckt wer⸗ den ſoll, als die Begebenheit ſich ereignen oder nicht ereignen wird, zerfällt, wenn der eingeſetzte Erbe, oder der Legatar vor Erfuͤllung der Bedingung ſtirbt. 10g1. Eine Bedingung, welche nach der Abſicht des Teſtiters die Vollſtreckung ſeiner Verordnung nur aufſchieben ſoll, hindert den eingeſetzten Erben oder Legatar nicht, ein erworbenes Recht, das auf ſeine Erben uͤbergehen kann, an der vermachten Sache zu haben. Ein Vermaͤchtniß faͤllt hinweg, wenn die ver⸗ machte Sache bey Lebzeiten des Teſtirers gaͤnzlich zu S gegangen iſt. Eben ſo verhaͤlt es ſich, wenn. nach ſeinem Tode ohne Zuthun und Verſchulden des Erben zu Grunde gegangen iſt⸗ ware dieſer auch wegen Nicht⸗Auslieferung in Verzug geſetzt worden, wenn ſie in den Haͤnden des Legatars ebenfalls haͤtte zu Grunde geben muͤſſen. 1043. Eine teſtamenrariſche Vrordnung verliert ihre Kraͤft, wenn der eingeſetzte Erbe oder der Legatar ſie ausſchlaͤgt, oder unfihig iſt, ſie anzunehmen. 1044. Iſt ein Vermaͤchtniß mehrern zuſammen gemacht worden, ſo hat zum Vortheile der Legatarien ein Zuwachs⸗ Recht Statt. Man ſieht ein Vermaͤchtniß als mehrern ʒuſaminen ge⸗ macht an, wenn es in einer und derſelben Verordnung ih nen gemacht worden iſt, und der Teſtirer nicht einem jeden der Mit⸗Legatarien ſeinen Antheil an der vermachten Sache ange⸗ wieſen hat. 10½5. Man ſieht es ferner als mehrern zuſammen hin⸗ terlaſſen an, wenn eine Sache, die ſich ohne Verſchlimmerung nicht theilen laͤßt, in derſelben Urkunde mehrern Perſonen, nn ſchon einer jeden beſonders, vermacht worden iſt. 1046. Eben die Urſachen, welche nach dem 9354. Art. und den zwey erſten Verfuͤgungen des 935. Art, die Klage 13 mat vh pl uh iun gi t 6 6 de g nun iſ Nrn zuir 1 ſn in hiſh wit ut Pe 66 z P eintn. i h olſut. tict tiyn er der u Uſihi ur ufchi ſith, en lun, eun die u ch zu un n oe gegngen i eig gſ enful u ihte ſufe, uſhiz n gemecht Zuwach mnen ge ung ihnn jeden ie ahe unz nmen jin immen Perſhe ſ. t Un die hh I. Buch. II. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 69 auf Widerruf einer Schenkung unter Lebenden begruͤnden, werden auch bey der Klage guf Wide teſtamentariſcher Verordnungen zugelaſſen. 1047. Gruͤndet ſich dieſe Klage auf eine grobe, dem Andenken des Teſtirers zugefuͤgte Beleidigung, ſo muß ſie in einem Jahre von dem Tage des Vergehens anzurechnen, an⸗ geſtellt werden. S ech ſte GCpitel⸗ Von den Verordnungen, die zum Vortheile der Enkel des Geſchenkgebers oder des Teſtirers, oder der Kinder ſeiner Geſchwiſter erlaubt ſind. 1048. Eltern koͤnnen das Vermoͤgen, woruͤber ſie zu ver⸗ ordnen berechtigt ſind, ganz oder zum Theile durch Haudlni gen unter L benden oder durch Teſtament einem oder meh⸗ rern ihrer Kinder unter der Bedingung ſchenken, daß ſie dieſes Vermoͤgen den ſchon gebornen und den kuͤnftigen Kin⸗ dern der beſagten Geſchenknehmer, jedoch nur im erſten Grade zuruͤckliefern ſollen. 1040. Guͤltig iſt ebenfalls, wenn der Verſtorbene keine Kinder zuruͤckläßt, die Verordnung, die er in einer Handlung unter Lebenden, oder in einem Teſtamente zum Vortheile eines oder mehrerer ſeiner Bruͤder oder Schweſtern uͤber ſein ganzes Vermoͤgen, oder uͤber einen Theil deſſelben, in ſo weit es bey ſeiner Erbfolge keinem geſetzlichen Vorbehalt unterworfen iſt, unter der Bedingung gmacht hat, daß dieſes Vermoͤgen den wirklich gebornen und zukaͤnftigen Kindern der beſagten Geſchwiſter als Geſchenknehmer, jedoch nur im erſten Grade, zurückgeliefert werden ſoll. 1050. Die Verordnungen, welche in den beyden vorher⸗ gehenden Artikeln erlaubt werden, ſind nur in ſo fern guͤltig, als dem Beſchwerten, zum Vortheile aller ſeiner wirktich gebornen und zukuͤnftigen Kinder ohne Ausnahme, und ohne Vorzug des Alters oder des Geſchlechts, die Reſtitution (Zuruͤcklieſerung) anferlegt iſt. 27o Itl. Buch II. Tie. Von Schenkungen und Teſtamenten. 6 roß1r. Stirbt in den obigen Fäaͤllen derjenige, der mit 16 3 der Reſtitution zum Vortheile ſeiner Kinder beſchwert iſt und hinterlaͤßt Kinder im erſten Grade und Abkoöͤmmlinge 3 von einem fruͤher verſtorbenen Kinde, ſo erben dieſe letztern 3 vermoge des Repraͤſentations⸗Rechtes den Antheil des zuvor il verſtorbenen Kindes. ſ 1052. Wenn ein Kind, ein Bruder oder eine Schweſter, 4 wrelchen unbedingt, und ohne Vorbehalt einer Reſtiturion durch eine Verfuͤgung unter Lebenden einiges Vermoͤgen geſchenkt war, eine neue Freygebigkeit annehmen, die ihnen durch eine Ver⸗ 1 fuͤgung unter Lebenden oder durch Teſtament unter der 3 Bedingung zugedecht iſt, daß die fruͤher geſchenkten Guͤter mit i dieſer Laſt beſchwert ſeyn ſollen, ſo iſt es ihnen nicht mehr in geſtattet, die beyden zu ihrem Vortheile gemachten Verfuͤgun⸗ 53 gen zu trennen und auf die zweyte zu verzichten, um ſich an ſid, 1 an der erſten zu halten, wenn ſie anch anboͤthen, die unter i 1 der zweyten Verfuͤgung begriffenen Güter zuruͤckzugeben. 6 3 o3. Die Beguͤnſtigten(die zur Subſtitution berufenen) gelangen zur Ausuͤbung ihrer Rechte vrn dem Zeitpuncte an⸗ 6 1 wo der Genuß des Kindes, des Bruders oder der Schweſter, p welchen die Reſtitution auferlegt iſt, aus welcher Urſache es — immer ſey, aufhort. Eine zum Beſten der Beguͤnſtigten vor zi der Zeit geſchehene Abtretung des Genuſſes kann den Glau⸗ ſin bigern des Beſchwerten, welche ſchon vor dieſer Abtretung 3 an ihm zu fordern hatten, nicht zum Nachtheile gereichen. 1054. Die Frau eines Beſchwerten hat fur den Fall, daß deſſen freyes Vermoͤgen nicht hinreicht, nur fuͤr das Capital ihrer Dotal⸗Gelder, einen ſubſidiariſchen Regreß an den Guͤ⸗ 1 tern, die der Reſtitution unterworſen ſind, und auch dieſes. nur dann, wenn der Teſtirer es ausdruͤcklich verordnet hat. ſ 1033. Wer die in den vorhergehenden Artikeln geſtatteten 6 Verfuͤgungen trifft, kann in derſelben oder in einer ſpaͤteru 6 authentiſchen Urkunde einen Vormund ernennen, der mit der Vollziehung dieſer Verordnungen beauftragt wird. Dieſer Pormund kann davon nur aus einer der Urſachen befrezt imenn, ſize, n teſhun Wblinni dieſ n hil ſun ine Ehnſt ſtimion in geſhut uch ind nt unte ken Giun en nicht u ten Pefig n, un ſih en, ti u zugeben on kenſin Jeiltunte n ut eift, ehiſche t inſign nden hin ir Uhneun girichen n Fil, i d bi un bubi auch bit ordntt li ngeft iun pin dir ni b d dii en bih m. Buch. II. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. ay1 werden, welche unter dem Titel von der Minderjoͤbrigkeit, Vormundſchaft und Emaneipation in dem 6. Abſchnitte des 2. Capitels ausgedruckt ſind. 1056. In Ermangelung eines ſolchen Vormundes ſoll auf Betreiben des Beſchwerten, oder wenn dieſer minderjaͤhrig iſt, auf Betreiben ſeines Vormundes, in Monatsfriſt von dem Tage anzurechnen, da der Geſchenkgeber oder der Teſtirer geſtorben, oder da nach ihrem Hinſcheiden die Urkunde, welche die Verordnung enthaͤlt, bekannt geworden iſt, ein Vormund ernannt werden. 1037. Der Beſchwerte, welcher dem vorhergehenden Artikel nicht Genuͤge leiſtet, ſoll des Vortheils verlyſtig ſeyn, den ihm die Verordnung verſchafft hatte; und in dieſem Falle kann auf Betreiben der Beguͤnſtigten, wenn ſie volljaͤhrig ſind, oder ihres Vormundes oder Curators, wenn ſie minder⸗ jaͤhrig oder interdicirt ſind, oder eines jeden Verwandten der Beguͤnſtigten, dieſe ſeyen volljaͤhrig, minderjährig, oder interdicirt, oder auch ſelbſt von Amts wegen, auf Betrei⸗ ben des kaiſerl. Procurators bey dem Gerichte erſter Inſtanz des Ortes, wo die Erbfolge eroffnet iſt, erklärt werden, daß die Beguͤnſtigten ihr Recht auszuuͤben befugt ſeyen. 1oʒs. Nach dem Tode desjenigen, welcher unter der Bedingung der Reſtitution verordnet hat, ſoll in den gemdhn⸗ lichen Formen zur Inventur aller Guͤter und Effecten geſchritten werden, die zu ſeinem Nachlaſſe gehdren, den Fall jedoch aus⸗ genommen, wo es ſich nur um ein Particular⸗Vermaͤchtniß han⸗ delt. Dieſes Inventarium muß eine Abſchaͤtzung der Mobilien und Mobiliar⸗Effecten nach ihrem wahren Werthe enthalten. 1059. Es ſoll auf Anſuchen des mit der Reſtitution Beſchwerten und binnen der Zeitfriſt, die unter dem Titel von der Erbfolge beſtimmt iſt, in Beyſeyn des zur Vollziehung ernannten Vormundes errichtet werden. Die Koſten werden aus dem unter der Verordnung begriffenen Vermoͤgen genommen. 1060. Iſt das Inventarium nicht binnen der obigen Zeit⸗ friſt auf Anſuchen des Beſchwerten errichtet worden, ſo ſol 27 I. Buch. n. Cit. Von Schenkungen und Teſtamenten. in dem folgenden Monate auf Betreiben des zur Vollziehung ernannten Vormundes in Beyſeyn des Beſchwerten oder ſeines Vormundes hiezu geſchritten werden.— 1o61. Iſt den beyden vorhergehenden Attikeln kein Genuͤge geſchehen, ſo ſoll auf Betreiben der im 1037. Art benannten Perſonen zur Errichtung eben dieſes Inventariums geſchritten, und ſowohl der Beſchwerte oder ſein Vormund, als der zur Vollziehung ernannte Vormund dazu berufen werden. 1062. Wer mit einer Reſtitution beſchwert iſt, iſt ver⸗ bunden, alle Mobilien und Effecten, welche unter der Ver⸗ ordnung begriffen ſind, offentlich, nachdem der Verkauf durch Anſchlags⸗Zettel bekaunt gemacht worden, verſteigern zu laſſen. Ausgenommen bleiben jedoch diejenigen, von welchen in den beyden folgenden Artikeln Erwaͤhnung geſchieht. 1063. Meubeln(es meubles meublans) und andere Mobiliar⸗Sachen, weſche mit der ausdruͤcklichen Bedingung, daß ſie in Natur aufbewahrt werden ſollen, unter der Ver⸗ ordnung begriffen ſind, ſollen in dem Zuſtande zuruͤckgeliefert werden, worin ſie ſich zur Zeit der Reſtitution befinden. 1064. Vieh und Geraͤthſchaften, welche zur Benutzung der Feldguͤter dienen; werden als Zugehoͤr betrachtet, das unter den Schenkungen unter Lebenden oder durch Teſtamente, welche dieſe Guͤter zum Gegenſtande haben, mitb griffen iſt, und der Beſchwerte iſt nur verbunden, ſie abſchaͤtzen zu laſſen⸗ um bey der Reſtitution einen ihnen gleichen Werth zu erſtatten⸗ 1065. In einer Friſt von ſechs Monaten von dem Tage anzurechnen, da das Inrentarium geſchloſſen worden iſt, ſoll der Beſchwerte die Barſchaft, die aus den verkauften Meubeln und Effcten geloͤſten Gelder, und was aus den Activ⸗Forderungen eingegangen ſeyn wird, zinsbar anlegen⸗ Den Umſtaͤnden nach kann dieſe Friſt verlaͤngert werden⸗ c66. Auf gleiche Weiſe iſt der Beſchwerte verbunden, diejenigen Gelder anzulegen, die aus den beysetriebenen Aetir⸗ Forderungen und durch Abloͤſung der Renten eingegangen ſind, und dieß laͤngſtens in drey Monaten, nachdem er virſe Gelder empfangen hat. ℳ— uch uf 5 mon ſhn M Or nn ny i 1 wih udi hin m berd iſ ſel und iunnt i Plii i. ſen en ſu länbi Ut hen ns geſhtin „as da berden, iſ, ſn teter deri Vertauft gen zuliſ telchen in nd u Pei nter der zuritzli befi ur Juhun ie h um⸗ nen,wh ſen i, W z hiſn zu ufnn n n wudnſ nberi s us in it e rt wiin urhunn benen i eineeu en entiſ. III. Buch. H. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 253 1067. Dieſe Anlegung geſchieht nach Vorſchrift des Ge⸗ ſchenkgebers oder Teſtirers, wenn er die Art der Effecten ange⸗ zeigt hat, worin die Anlegung geſchehen ſoll; im entgegen⸗ geſetzten Falle darf ſie nur darin beſtehen, daß Imwobilien oder Privilegien auf Immobilien damit erworben werden. 1068. Die in den vorhergehenden Artikeln vorgeſchrie⸗ bene Anlegung ſoll in Gegenwart und auf Betreiben des zur Vollziehung ernannten Vormundes geſchehen. 1069. Verordnungen durch Handlungenunter Lebenden, oder durch Teſtamente, worin die Reſtitution auferlegt iſt, ſollen auf Betreiben des Beſchwerten oder des zur Vollziehung ernannten Vormundes offentlich bekannt gemacht werden; nehmlich, was die Immobilien betrifft, durch Einſchreibung der Urkunden in die Regiſter des Hypotheken⸗Buͤreau des Ortes, wo die Immobilien gelegen ſind, und was die Sum⸗ men betrifft, die mit einem Vorzugs⸗Rechte auf Immobilien angelegt ſind, durch Eintragung auf die Guͤter, auf welchen das Vorzugs Recht haftet. ro7o. Der Abgang der Einſchreibung der Urkunde, welche die Verordnung enthaͤlt, kann von den Glaͤubigern und dritten Erwerbern ſelbſt den Minderjaͤhrigen oder Inter⸗ dicirten, mit Vorbehalt des Regreſſes wider den Beſchwerten und den zur Vollziehung ernannten Vormund entgegengeſetzt werden, ohne daß die Minderjaͤhrigen und Interdiſcirten wider dieſe Unterlaſſung der Einſchreibung in den vorigen Stand, ſelbſt dann eingeſetzt werden duͤrfen, wenn der Beſchwerte und der Vormund unfaͤhig zu zahlen ſeyn ſollten. 1071. Dadurch, daß die Glaͤubiger oder dritte Erwer⸗ ber auf einem andern Wege als jenem der Einſchreibung Wiſſenſchaft von der Verordnung erlangt hatten, kann der Abgang der Einſchreibung weder erſetzt, noch als gedeckt (fuͤr gehoben) angeſehen werden. 1072. In keinem Falle koͤnnen die Geſchenknehmer, Lega⸗ tarien, noch ſelbſt die geſetzlichen Erben desjenigen, der die G. N. IWV. Aufl. 18 274 m. Zuch. 11. Tit. Von Schenkunsen und Seſtamenten. Verordnung gemacht hat, und eben ſo nicht ihre Geſchenk⸗ nehmer, Legatarien oder Erben den Abgang der Einſchrei⸗ gung oder Eintragung den Subſtituirten entgegenſetzen. 1073. Der zur Pollziehung ernannte Vormund iſt per⸗ ſonlich verantwortlich, wenn er ſich nicht durchgehends vach den Regeln gerichtet hat, die hier oben feſtgeſtellt ſend, um das Vermoͤgen zu beurkunden, die Mobilien zu verkaufen, die Gelder anzulegen, und die Einſchreibung und Eintragung zu veranſtalten, und uͤberhaupt, wenn er nicht allen erfor⸗ derlichen Fleiß angewendet hat, damit die auferlegte Reſti⸗ zurion wohl und getren vollzogen werde. 107g. Iſt der Beſchwerte minderjaͤhrig, ſo kanm er ſelbſt in dem Falle, da es ſeinem Vormunde an Zahlungs⸗Mit⸗ teln fehlt, wider die Nichtbefolgung der Regeln, die in den Artikeln des gegenwärtigen Capitels ihm vorgeſchrieben ſind, nicht in den vorigen Stand geſetzt weirden. Siebentes Capitel. Von Theilungen, die von dem Vater, von der Mutter oder andern Ascendenten unter ihren Descendenten vorgenom⸗ men werden. 1073. Eltern und andere Ascendenten konnen unter ihren Kindern und Abkoͤmmlingen ihr Vermoͤgen theilen und jedem ſein Los anweiſen. 1076. Dieſe Theilungen konnen durch Handlungen unter Lebeuden oder teſtamentariſche Verfuͤgungen unter Beobachtung der Formalitaͤten, Bedingungen und Regeln geſchehen, die fuͤr Schenkungen unter Lebenden und Teſtamente vorgeſchrie⸗ ben ſind. Theilungen, welche durch Handlungen unter Lebenden geſchehen, können nur das wirklich vorhandene Vermdogen zum Gegenſtande haben. 6 1077. Wenn nicht das ganze Vermoͤgen, das ein Aseen⸗ dent an ſeinem Sterb. tage hinteriaͤßt, in der Theilung begrif⸗ 3 hn u ped in he A K leh lin dſunn tin heh g de kiſt gegeiſehn, rmn ſ chgehenin eſtelt n1 n zu M ud bimnn icht aln i uferlej ſo mni E geln, de ir ſgeſhnehnj ti der e i tun wymn en uni iln uj andmun ter beun ſhn, en w unn h dene Mun p inl welui m Buch. H. Lit. Von Schenkungen und Teſtamenten. a7 fen worden iſt, ſo wird derienige Theil des Vermoͤgens, der nicht darin begriffen war, nach Vorſchrift der Geſetze getheilt. 1078. Iſt die Theilung nicht unter allen Kindern, die zur Zeit des Sterbefalls am Leben ſind, und den Abkoͤmmlingen der vorher verſtorbenen geſchehen, ſo iſt die Theilung fuͤr's Ganze unguͤltig. Eine neue Theilung in geſetzlicher Form kann ſowohl von den Kindern und Abkoͤmmlingen, die darin keinen Antheil erhalten haben, als auch ſelbſt von denjeuigea, unter welchen die Theilung geſchehen iſt, verlangt werden. 1070. Die von einem Ascendenten gemachte Theilung kann wenen einer Verletzung, welche ein Virrtel uͤberſteigt, angefochten werden; ſie kann ebenfalls dann angegriffen werden, wenn ſich aus der Theilung und aus den Verfuͤ⸗ gungen, welche ein Voraus enthalten, ergeben ſollte, daß einer der Mittheilnehmer einen groͤßern Vortheil erhaͤlt, als das Geſetz erlaubt. 1o60. Das Kind, welches aus einer von den Urſachen, die im vorhergehenden Artikel ausgedruckt ſind, die von dem Ascendenten gemachte Theilung angreift, muß die Koſten der Abſchaͤtzung vorſchießen, und dieſe, ſo wie die Koſten des Rechtsſtreites, fallen ihm i zur Laſt, wenn ſeine Klage keinen Grund hat. Achtes Capitell. Von den Schenkungen in einem Heiraths⸗Contracte zum Vor⸗ theile der Ehegatten, der aus der Ehe zu erzielenden Kinder. 1081. Jede Schenkung unter Setenben welche gegenwaͤr⸗ tige Guͤter des Geſchenkgebers zum Gegenſtande hat, obgleich ſie in einem Hriraths⸗Contracte den Ehegatten oder einem von ihnen gemacht worden iſt, iſt den allgemeinen Regeln unterworfen, welche fuͤr die Schenkungen unter Lebenden vor⸗ geſchrieben ſind. Sie kann nicht zum Vortheile der kuͤnftigen Kinder Statt haben, ausgenommen in den im 6. Capitel dieſes Titels enthaltenen Faͤllen. 276 III. Buch. n. Tit. Von Schenkungen und Leſtamenten. 1o82. Die Eltern, die übrigen Ascendenten, die Seiten⸗ Verwandten der Ehegatten, und ſelbſt Fremde koͤnnen in einem Heiraths⸗Contracte uͤber das Vermoͤgen, das ſie an ihrem Sterbetag zuruͤcklaſſen werden, ganz oder zum Theile ſowohl zum Beſten der beſagten Ehegatten, als auch auf den Fall, wenn der Schenkende den beſchenkten Ehegatten überleben wuͤrde, zum Vortheile der aus ihrer Ehe zu erzie⸗ lenden Kinder verfuͤgen⸗ Von einer ſolchen Schenkung, obgleich ſie nur den Ehe⸗ gatten oder einem von ihnen zum Vortheile geſchehen iſt, wird in dem eben bemerkten Falle, wo der Geſchenkgeber der Ueberlebende iſt, immer vermuthet, daß ſie zum Beſten der kuͤnftigen Kinder und Abkommlinge aus dieſer Ehe geſchehen ſey. 1o83. Eine Schenkung, welche nach der in dem vorher⸗ gehenden Artikel ausgedruckten Form geſchehen iſt, iſt einzig in dieſem Sinne unwiderruflich, daß der Geber uͤber die in der Schenkung begriffenen Gegenſtande nicht mehr nuter einem wohlthaͤtigen Titel verordnen darf, ausgenommen uͤber geringe Summen, zur Belohnung oder auf eine andere Art. 1084. Eine Schenkung, die in einem Heiraths⸗Contracte geſchieht, kann zu gleicher Zeit das gegenwaͤrtige und zukuͤnf⸗ tige Vermdgen ganz oder zum Theile in ſich begreifen, mit dem Bedinge, daß der Urkunde ein Verzeichniß der am Tage der Schenkung vorhandenen Schulden und Laſten des Geſchenk⸗ gebers beygefuͤgt werde; in welchem Falle es dem Geſchenk⸗ nehmer frey ſteht, nach dem Tod des Gebers ſich an dem gegenwaͤrtigen Vermoͤgen zu halten, und auf die uͤbrigen Guͤter des Geſchenkgebers Verzicht zu leiſten. 1033. Iſt das Perzeichniß, wovon in dem vorhergehen⸗ den Artikel Erwähnung geſchieht, der Urkunde, die eine Schenkung des gegenwaͤrtigen und zukuͤnftigen Vermoͤgens enthaͤlt, nicht beygeſuͤgt worden, ſo iſt der Geſchenknehmer verbunden, dieſe Schenkung entweder ganz anzunehmen, oder ganz auszuſchlagen. Nimmt er ſie an, ſo kann er nur das n nijn M gne Pi ſM eſunt, n, diekei e lunt „das ſen er zun is uchn ten Ehenn Che zu nur den f. eſhehnf cheulgeheu n Beftn i geihihn den wit ſt, ſtih i die ind nuer einn iie geng it, Contrur und zuin riſen, ui r an V s Geſhu n Geſhi ſch en du die ihih ohehen „di in Vemi enkehn men, i nur nI. Buch. II. Cit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 277 Vermdogen verlangen, das am Sterbetage des Teſtirers ſich vorfand, und er iſt zur Zahlung aller Schulden und Laſten der Erbſchaft verbunden. 1086. Eine Schenkung, die in einem Heiraths⸗Contracte zum Beſten der Ehegatten und der aus ihrer Ehe zu erzielen⸗ den Kinder geſchieht, darf ferner noch die Clauſel enthalten, daß der Geſchenknehmer alle Schulden und Laſten der Erb⸗ ſchaft des Schenkenden ohne Unterſchied zahlen ſoll, oder unter andern Bedingungen geſchehen, deren Erfuͤllung von ſeinem Willen abhaͤngt, der Geſchenkgeber ſey, wer er wolle. Der Beſchenkte iſt verbunden, dieſe Bedingungen zu vollziehen, wenn er nicht lieber auf die Schenkung Verzicht leiſten will; und falls derjenige, der in einem Heiraths⸗Contracte geſchenkt hat, die Freyheit ſich vorbehalten hat, uͤber einen in der Schenkung ſeines gegenwaͤrtigen Vermogens begriffenen Ge⸗ genſtand, oder uͤber eine beſtimmte, aus eben dieſem Ver⸗ moͤgen zu nehmende, Summe zu verordnen, ſo wird der Gegenſtand oder die Summe, wenn er ſtirbt, ohne daruͤber verordnet zu haben, als in der Schenkung begriffen, betrach⸗ tet, und gehort dem Geſchenknehmer oder ſeinen Erben zu. 1o37. Schenkungen, welche in einem Heiraths⸗Contraete geſchehen ſind, koͤnnen unter dem Vorwande, daß ſie nicht angenommen worden ſeyen, nicht angefochten noch fuͤr un⸗ guͤltig erklaͤrt werden. Iosg. Jede zu Gunſten einer Ehe gemachte Schenkung iſt kraftlos, wenn die Ehe nicht erfolgt. 1089. Schenkungen, die einem der ghegatten auf die im 1082., 1084. und 1086. Art. hier oben bemerkte Weiſe gemacht worden ſind, werden kraftlos, wenn der Geſchenk⸗ geber den beſchenkten Seaen und ſeine Nhlonnfenſcaft uͤberlebt. 1090. Alle den Ehegatten in ihrem Heiraths⸗Contracte gemachte Sch nkungen ſind bey der Eroͤffnung der Erbfolge des Schenkenden der Reduc ion bis auf die Quote uuterworfen, woruͤber er nach den Geſetzen verordnen könnte. 273 II. Buch. I. Tit. Von Schenkungen und Leſtamenten. Neuntes Capitel. Von Verordnungen unter Ehegatten in dem Heiraths⸗Con⸗ tracte oder waͤhrend der Ehe. 1091. Ehegatten koͤnnen in dem Heiraths⸗ Contracte ſich wechſelſeitig, oder anch einer dem andern unter den hier unten ausgedruckten Einſchraͤnkungen jede Schenkung machen, die ſie fuͤr gut finden. 1092. Keine Schenkung unter Lebenden, die ſich auf gegenwaͤrtiges Vermoͤgen bezieht, und in einem Heiraths⸗ Centracte unter Ehegatten geſch hen iſt, wird ſo angeſehen, als ware ſie unter der Bedingung gemacht worden, wenn der Beſchenkte der Ueberiebende ſeyn wuͤrde, ſo ſern nicht dieſe Bedingung formlich ausgedruckt worden iſt. Sie iſt allen Regeln und Formen unterworfen, welche hieroben fuͤr dieſe Arten von Schenkungen vorgeſchri ben ſind. 1093. Eine einſeitige oder wechſelſeitige Schenkung, die ſich auf kuͤnftiges Vermoͤgen, oder auf gegenwaͤrtiges und kuͤnftiges Vermoͤgen bezieht, und unter Ehegatten in einem Heiraths⸗Contracte geſchehen iſt, iſt den Regeln unterwor⸗ ſen, welcht in Beziehung auf aͤhnliche, von einem Dritten an ſie gemachte, Schenkungen in dem vorhergehenden Capitel vorgeſchrieben ſind, mit der Einſchraͤnkung gleichwohl, daß ſie auf die aus der Ehe abſiammenden Kinder nicht uͤbergeht, wenn der Chegatte, dem die Schenkung gemacht worden iſt, vor dem ſchenkenden Ehegatten ſtirbt. 1094. Ein Ehegatte kann fuͤr den Fall, da er keine Kinder oder Abkoͤmmlinge hinterlaſſen wuͤrde, zu Gunſten des andern Ehegatten, ſowohl in dem Heiraths⸗Contracte als auch waͤhrend der Che, dem Eigenthum nach uͤber alles das verordnen, woruͤber er auch zu Gunſten eines Fremden verordnen duͤrfte, und nebſt dem noch uͤber den Rießbranch der ganzen Erbportion, woruͤber das Geſetz zum Nachtheile der Erben zu verordnen verbiethet. Der Ehegatte, welcher die Schenkung macht, kann dage⸗ gen fuͤr den Fall, da er Kinder eder Abkoͤmmlinge hinter⸗ —„ 6 Uſunnn . Heinſeh, Contunj den hinm achen, nem Hint ſo ugiſtn den, nhh ſem nitt i 6ie iſ ih wben firi cheing,t niries u ten jn einn n unterne nm Diiſt uden Coyit hwohl, cht bent cht won da er ſi m 6un he⸗Com ibe a nes Fren Wuht kann dh ige ſun * m. Buch. I. Tit. Von Schenkungen und Teſtamenten. 279 laſſen wuͤrde, dem andern Ehegatten entweder ein Viertheil eigenthuͤmlich und ein anderes Viertheil zum Nießbrauche. oder die Haͤlfte ſeines ganzen Vermoͤgens zum Nießbrauche allein, ſchenken. r093. Ein Minderjaͤhriger kann in einem Heiraths⸗Con⸗ tracte dem andern Ehegatten, es ſey durch eine einſeitige oder wechſelſeitige Schenkung, nur mit Bewilligung und unter dem Beyſtande derjenigen ſchenken, deren Einwilligung zur Guͤltigk it ſeiner Ehe erforderlich iſt; und mit dieſer Bewilli⸗ gung ſteht es ihm frey, alles dasjenige zu ſchenken, was das Geſetz einem volljaͤhrigen Ehegatten erlaubt, dem andern zu ſchenken. 1096. Alle Schenkungen, welche unter Ehegatten waͤh⸗ rend der Ehe geſchehen ſind, ſind immer dem Widerruſe unterworſen, wenn man ſie ſchon Schenkungen unter Leben⸗ den genannt haͤtte. Die Frau kann ſie widerrufen, ohne hiezu von ihrem Manne oder vom Gerichte ermaͤchtiget zu ſeyn. Wegen nachgeborner Kinder werden dieſe Schenkungen nicht widerrufen. roo7. Ehegatten koͤnnen waͤhrend der Ehe weder durch eine Handlung unter Lebenden noch durch Teſtament ſich ein⸗ ander und gegenſeitig eine Schenkung in einer und derſelben Urkunde machen. 1098. Wer Kinder aus einer vorherigen Ehe hat, und zur zweyten oder weitern Ehe ſchreitet, es ſey der Mann oder die Frau, kann ſeinem nenen Ebegatten nicht mehr ſchenken, als der Antheil eines ehelichen Kindes betraͤgt, das am wenigſten erhaͤlt. In keinem Falle duͤrfen gleich⸗ wohl dieſe Schenkungen ein Viertheil des Vermoͤgens uͤber⸗ ſteigen. 1000. Ehegatten duͤrfen ſich mittelbar(auf eine verdeckte Art) nicht mehr ſchenken, als ihnen nach den obigen Beſtim⸗ mungen erlaubt iſt. 280 Iil. Buch. III. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛc. Jede verſteckte oder an unterſtellte Perſonen gemachte Schenkung iſt unguͤltig. 1100. Fuͤr Schenkungen, die an unterſtellte Perſonen gſchehen ſind, ſollen die Schenkungen des einen Ehegatten an die Kinder oder an eins der Kinder des andern Ehegat⸗ ten, die aus einer andern Ehe entſproſſen ſind, und die Schenkungen des Gebers an die Verwandte, deren vermuth⸗ licher Erbe der andere Ehegatte an dem Tage der Schenkung iſt, obgleich dieſer ketztere ſeinen Verwandten, dem die Schen⸗ kung geſchah, nicht uͤberlebt haben ſollte, gehalten werden. D tt Von Contracten oder Verbindlichkeiten im All⸗ gemeinen, die aus Vertraͤgen entſtehen. (Deecret. den 7. Febr. 1804. Promulg. den 17. des nehml. Monats.) S i Praliminar⸗Verfuͤgungen. 1I01. Ein Contract iſt eine Uebereinkunft, wodurch eine oder mehrere Perſonen ſich gegen eine oder mehrere andere verbinden etwas zu geben, zu thun, oder nicht zu thun. 1102. Ein Contract iſt ſynallagmatiſch oder tig, wenn die Contrahenten ſich wechſelweiſe einer gegen den andern verpflichten. 1103. Er iſt einſeitig“, wenn eine oder 4 Perſonen gegen eine oder mehrere andere verbunden ſind, ohne daß dieſe letztern ſich zu etwas verbunden haben. ro4. Er iſt ein Tauſch⸗vertrag(im allgemeinen Sinne des Wortes), wenn jeder der Contrahenten ſich verbindet etwas zu geben oder zu thun, das als der Gegenwerth(das Aequivalent) deſſen⸗ man ihm zibt oder fuͤr ihn thut, angeſehen wird. Beſteht der Gegenwerth in der fuͤr jeden der Contrehen⸗ ten eintretenden Moͤglichkeit des Gewinns oder Verluſtes, je nachdem ſich eine ungewiſſe Begebenheit ereignet oder nicht, ſi iiih onen genh Uie aſn len Eiegu nden ehh ſind„d eten ten er Schln em die eche in mnn, ehen. nl Mun öurch eine eie andere thun, v gien dij Poſnn ehne h nen Eim berbiydet erh( ihn th ntrehe i nih — IIt. Buch. im Tit. Von Contraeten und Verbindlichkeiten ꝛc. 231 ſo iſt es ein gewagter Contraet Gluͤcks⸗ oder Hoff⸗ nungs⸗Vertrag). 1105. Ein wohlthaͤtiger Contract iſt derjenige, worin einer der Contrahenten dem andern einen durchans uneut⸗ geltlichen Vortheil verſchafft. 1106. Ein läſtiger Contract iſt deri enige, der jeden der Contrahenten etwas zu geben oder zu thun verbindet. 1107. Die Contracte, ſie mog n einen eigenen Nahmen haben oder nicht, ſind allgemeinen Regeln unterworfen, welche der Gegenſtand des gegenwaͤrtigen Titels ſind. Die Regeln, welche gewiſſen Contracten eigen ſind, wer⸗ den unter den Titeln feſtgeſetzt, die ſich auf einen jeden von ihnen beziehen; und die den Handlungs⸗Vertraͤgen eige⸗ nen Regeln werden durch die Geſetze beſtimmt, welche ſich guf die Handlung bezichen. 3 wevtes GCapit. Von den Erforderniſſen, welche zur Guͤltigkeit der Vertraͤge weſentlich gehdren. 1108. Zur Guͤltigkeit eines Vertrags gehoͤren vier weſent⸗ liche Bedingungen: Einwilligung des Contrahenten, der ſich verbindet; Deſſen Fäͤhigkeit zu contrahiren; Eine gewiſſe Sache, welche den Gegenſtand der Verbind⸗ lichkeit ausmacht; Eine erlaubte, der Verbindlichkeit zum Grunde Bewegurſache, Erſter Abſchnitt. WVon der Einwilligung. * 1109. Iſt die Einwilligung nur aus Irrthum zegei oder durch Gewalt erzwungen, oder durch Betrug erſchlichen worden, ſo iſt ſie nicht guͤltig. I1II0. Irrthum bewirkt nur dann die Nichtigkeit des Vertrags, wenn er die Subſtanz der Sache 6 betrifft, welche den Gegenſtand davon ausmacht. 232 III. Buch. III. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛe. Er iſt kein Grund zu einer Nichtigkeit, wenn er ſich nur auf die Perſon bezieht, womit man zu contrahiren die Abſicht hat, ausgenommen, wenn Ruͤckſicht auf dieſe Perſon die Haupturſache des Vertrages geweſen waͤre. 111I. Zwang, welcher wider denienigen ausgeuͤbt worden, der die Verbindlichkeit uͤbernommen hat, bewirkt die Nichtig⸗ keit, hätte ihn auch ein anderer, als der, zu deſſen Vortheile der Vertrag geſchloſſen worden iſt, ein Dritter, ausgeuͤbt. 11I2. Zwang iſt dann vorhanden, wenn er von der Beſchaffenheit iſt, um auf eine vernuͤnftige Perſon Eindruck zu machen, und wenn er bey ihr die Furcht erregen kann, daß ſie ſich ſelbſt oder ihr Vermoͤgen einem betraͤchtlichen und gleich bevorſtehenden Uebel ausſetzen wuͤrde. Man nimmt in dieſer Sache Ruͤckſicht auf das Alter, das Geſchlecht und die Beſchaffenheit der Perſonen. 1I13. Zwang bewirkt nicht allein dann die Nichtigkeit des Contractes, wenn er an dem Contrahenten ſelbſt, ſondern auch, wenn er an deſſen Ehegatten, oder Ehegattinn, ſeinen Abkoͤmmlingen oder ſeinen Ascendenten ausgeuͤbt worden iſt. I114. Bloß ehrerbiethige Furcht gegen den Vater, die Mutter oder einen andern Ascendenten, wobey kein Zwang angewendet worden, iſt nicht hinreichend, um den Contract fuͤr unguͤltig zu erkiaͤren. 1115. Ein Contract kann wegen Zwang nicht mehr an⸗ gefochten werden, wenn er, ſeirdem die Gewalt aufgehört hat, entweder ausdruͤcklich oder ſtilſchweigend, oder dadurch geneh⸗ miget worden iſt, daß man die zur Wiedereinſetzung in den vorigen Stand durch das Geſet beſtimmte Zeit verſtreichen ließ.* 1I16. Betrug bewirkt die Nichtigkeit des Vertrags, wenn die von einem der Contrahenten gebrauchten Kunſtgriffe von der Art ſind, daß es einleuchtend iſt, daß der andere ohne dieſe Kunſtgriffe nicht contrahirt haben wuͤrde. Er wird nicht vermuthet und muß bewieſen werden⸗ m hu iſct ſich ei it n io wi Di iin 6i bi win i di ſt h bi ichittin enn e ſn ien ehit eſe nt igeibt unn rit die ſiti deſen Pt , ausgeit. n er vonh etſon Eint entgen ju beichtith e. uf bs nen, die Nihlih ebſt, emn in, ſinn worden iſ. Pater, de kein Zwan en Contmt ht meht fgehön jn urch zug in rogs, w ſirife 0 nden ih erden⸗ M. Buch. III. Tit. Von Contraeten und Verbindlichkeiten ꝛe. 283 1117. Ein Vertrag, der aus Irrthum, durch Zwang oder Betrug geſchloſſen worden, iſt nicht ſchon kraft des Geſetzes unguͤltig; er begruͤndet nur eine Klage auf Ver⸗ nichtung oder Wiederaufhebung(Resciſſion) in den Faͤllen, die in dem gegenwäktigen Titel im 7. Abſchnitte des 5. Capi⸗ tels erklaͤrt ſind, und auf die dort ausgedruckte Weiſe. I118. Verletzung ſchadet der Guͤltigkeit der Verträge nur bey gewiſſen Contracten, oder in Anſehung gewiſſer Perſonen, wie in demſelben Abſchnitte erklaͤrt wird. 1119. In ſeinem eigenen Nahmen kann man uͤberhaupt weder etwas verſprechen, noch ſich ausbedingen, als fuͤr ſich ſelbſt.— 1120. Man kann ſich gleichwohl fuͤr einen Dritten an⸗ heiſchig machen, und eine Handlung verſprechen, die dieſer leiſten ſoll, in welchem Falle derjenige, der fuͤr den Dritten ſich anheiſchig gemacht, oder deſſen Genehmigung zu bewirken verſprochen hat, zur Schadloshaltung verbunden iſt, wenn der Dritte ſich weigert, das Verſprechen zu halten. 1121. Auf gleiche Weiſe kann man zum Vortheile eines Dritten ſich etwas ausbedingen, wenn dieß die Bedingung eines Verſprechens, das man ſich ſelbſt machen laͤßt, oder einer Schenkung iſt, die man einem Andern macht. Wer eine ſolche Stipulation geſchloſſen hat, kann nicht mehr davon abgehen, wenn der Dritte erklaͤrt hat, daß er ſie zu benutzen gedenke⸗ 1122. Man hat die Vermuthung fuͤr ſich, daß man nicht bloß fuͤr ſich, ſondern anch fuͤr ſeine Erben und jene, die vermittelſt eines Particular⸗Titels in unſere Rechte treten, ſich habe verſprechen laſſen, wenn nicht das Gegentheil aus⸗ gedruckt worden iſt, oder aus der Natur des Vertrags her⸗ vorgeht. 3 weyter Ven der Fähigkeit der Contrahenten. 1123. Ein jeder kann contrahiren, wenn er nicht von dem Geſetze dazu fuͤr unfaͤhig erklaͤrt iſt. 234 III. Buch. III. Tit. Pon Contracten und Verbindlichkciten ꝛe. 1124. Unfaͤhig zu contrahiren ſind: Die Minderjaͤhrigen; Die Interdicirten; Die vrheiratheten Frauen in den Föllen, nelche das Geſetz beſtimmt: Und uͤberhaupt alle diejenigen, de das Geſetz geniſ⸗ Contracte unterſagt hat. 1125. Ein Minderjaͤhriger, Interdicirter und eine ver⸗ heirathete Frau koͤnnen wegen Unfahigkeit ihre Verbindlichkei⸗ ten nur in den durch das Geſetz beſtimmten Fällen anfechten. Perſonen, die faͤhig ſind, eine Verbindlichkeit zu uͤber⸗ nehmen, koͤnnen ſich auf die Unfaͤhigkeit des Minderjaͤhrigen, des Interdicirten, oder der verheiratheten Frau, womit ſie contrahirt haben, nicht berufen. Dritter Abſchnitt. Von dem Gegenſtande und der Materie der Contraete. 1126. Jeder Contraet hat eine Sache zum Gegenſtande, die ein Contrahent ſich verbindet zu geben, oder die ein Contrahent ſich verbindet zu thun oder nicht zu thun. 1127. Der bloße Gebrauch oder der bloße Beſitz einer Sache kann, ſo wie die Sache ſeibſt, der Gegenſtand eines Contractes ſeyn. 1128. Nur Sachen, die dem Verkehr nicht entzogen ſind, konnen der Gegenſtand der Vertraͤge ſeyn. 1129. Die Verpflichtung muß eine Sache zum Gegen⸗ ſtande haben, die wenigſtens ihrer Gattung nach beſtimmt iſt. Die Quotitaͤt der Sache darf ungewiß ſeyn, wenn ſie nur beſtimmt werden kann. 1130. Zukuͤnftige Sachen konnen der Gegenſtand einer Verpflichtung ſeyn. Man kann indeſſen auf eine noch nicht eroͤffnete Erb⸗ ſchaft nicht Verzicht leiſten, noch uͤber eine ſolche Erbſchaft irgend einen Vertrag ſchließen, ſelbſt nicht mit Bewilligung desjenigen, von deſſen Rachlaſſe es ſich handelt. 15 u m iihtin n, wihe Geſth u und eite Pnitdi ilen uſchn chleit zu in Minejihn „ u, wntſ . (onmet. Geenfn, er die i lhun. Beſtz iner ſand tites ht entpogen zun Begin heſinmtſ wenſ und in zfiete 6i⸗ Eibſchi niligu Iu. Buch. II. Tit. Von Contraeten und Verbindlichkeiten ꝛc. 235 Vierter Abſchnitt. Von dem Beweggrunde. 113r. Eine Verpflichtung, die gar teinen Beweggrund hat, oder auf einem falſchen oder auf einem unerlaubten Beweggrunde beruht, kann keine Wirkung hervorbringen. 1132. Ein Vertrag iſt nichts deſtoweniger guͤltig, wenn ſchon der Beweggrund deſſelben nicht ausgedruckt iſt. 1133. Der Beweggrund iſt unerlaubt, wenn er von dem Geſetze verbothen, wenn er den guten Sitten oder der offent⸗ lichen Ordnung zuwider iſt. Drittes Capitel. Von den Wirkungen der Verbindlichkeiten. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfügungen⸗ 1134. Rechtmaͤßig abgeſchloſſene Vertraͤge gelten als Geſetze unter denjenigen, die ſie geſchloſſen haben. Nur mit ihrer gegenſeitigen Einwilligung oder aus Urſachen, welche das Geſetz billiget, koͤnnen ſie wiberrufen werden. Sie muͤſſen redlich und ohne Argliſt vollzogen werden. 1135. Verträge verbinden nicht nur zu demjenigen, was darin ausgedruckt iſt, ſondern auch zu allem, was die Billigkeit, der Gebrauch oder das Geſetz der Verbindlichkeit, ihrer Natur nach, als Folge beylegt. 3 weyter Abſchnitt. Von der Verpflichtung, etwas zu geben. 1136. Die Verpflichtung, etwas zu geben, zieht iene nach ſich, die Sache zu uͤberliefern, und bis zur Ueberliefe⸗ rung ſie aufzubewahren, bey Strafe, dem Glaͤubiger(dem Berechtigten) allen Schaden und entbehrten Gewinn zu erſetzen⸗ N a36 1I. Buch. 1II. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛe. 1137. Die Verpflichtung fuͤr die Erhaltung der Sache zu wachen, verbindet denjenigen, dem ſie aufliegt, alle Sorge eines guten Hautvaters darauf zu verwenden, der Ver⸗ trag mag bloß den Vortheil eines der Contrahenten, oder ihren gemeinſchaftlichen Nutzen zum Gegenſtande haben. Mehr oder weniger ausgedehnt iſt dieſe Verbindlichkeit in Beziehung auf gewiſſe Contracte, deren Wirkungen in dieſer Hinſicht unter den ſie betreffenden Titeln entwickelt ſind. 1138. Die Verpflichtung, eine Sache zu uͤberliefern, wird durch die bloße Einwilligung der Contrahenten vollkom⸗ men begruͤndet. Sie macht den Berechtigten zum Eigenthuͤmer und uͤber⸗ troͤgt auf ihn die Gefahr der Sache von dem Augenblicke an, wo ſie uͤberliefert werden ſollte, obgleich ihre Uebergabe nicht geſchehen iſt; der Schuldner ſey dann im Verzuge, die Sache zu liefern, in welchem Falle ſie auf Gefahr dieſes Letztern bleibt. 1139. Der Verpflichtete wird in L. ſowohl dnrch eine Aufforderung oder durch eine andere gleichgeltende Handlung, als durch die Wirkung des Vertrags, wenn darin enthalten iſt, daß durch den bloßen Verfall des Termins und ohne daß es einer weitern Handlung beduͤrfe, der Ver⸗ pflichtete in Verzug ſeyn ſoll. 1140. Die Wirkungen der Verpflichtung, ein unbeweg⸗ liches Gut zu geben oder zu uͤberliefern, werden unter dem Titel vom Verkaufe und unter dem Titel von privilegien und Vypotheken beſtimmt. 11 Iſt die Sache, die man zu geben oder zu üͤber⸗ liefern ſich gegen zwey Perſonen nach einander verbunden hat, eine bloß bewegliche Sache, ſo wird diejenige unter beyden vorgezogen, die in den wirklichen Beſitz geſetzt worden iſt, und ſie bleibt Eigenthuͤmer davon, wenn ſchon ihre Erwer⸗ bungs⸗Urkunde von einem ſpaͤtern Datum iſt, vorausgeſetzt jedoch, daß der Beſitz ein redlicher ſey. ut tiſchin ltung b ei, auſig, 6 enden, Mz trahenmn, nde hebe, erbinlih urgen it it riclt ſin, zu iheliin henten ulln imet uhih Augerblcn lebergbe it uge, deeth iſs n eiſit, iul ihgelee 3, mn hunn de Umi int, Mſu ein mhn n unter de priilz de zu iin bundent ntet beh wordeni hre Em nuthit Kl. Buch. III. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛe. 237 Dritter Abſchnitt. Von der Verpflichtung etwas zu thun oder nicht zu thun. 1142. Jede Verpflichtung, etwas zu thun oder nicht zu thun, loſt ſich, wenn ſie von Seiten des Verpflichteten nicht erfuͤllt wird, in die Verbindlichkeit auf, den Schaden und entbehrten Gewinn zu erſetzen. 1143. Der Gloͤubiger hat gleichwohl das Recht zu for⸗ dern, daß das zerſtort werde, was etwa dem Verſprechen zuwider gemacht worden iſt; er kann ſich ebenfalls ermaͤchti⸗ gen laſſen, es ſelbſt auf Koſten des Verpflichteten zu zerſtören. Sein Anſpruch auf Erſatz des Schadens und entbehrten Ge⸗ winns, in ſo weit er Statt hat, bleibt ihm hiebey vorbehalten. 1144. Bleibt eine Verpflichtung unerfuͤllt, ſo kann der Glaͤubiger gleichfalls ermaͤchtiget werden, ſie ſelbſt auf Koſten des Schuldners vollziehen zu laſſen. 1145. Bey einer Verpflichtung, etwas nicht zu thun, iſt derjenige, der ihr zuwider handelt, ſchon durch die bloße vertragswidyige Handlung verbunden, den Schaden und ent⸗ behrten Gewinn zu erſetzen. Vierter Abſchnitt. Von dem Erſatze des Schadens und entbehrten Gewinns wegen der Nicht⸗Erfüllung einer Verpflichtung. 1146. Zum Erſatze des Schadens und des entbehrten G winns iſt ein Schuldner nur dann verbunden, wenn er im Verzug iſt, ſeiner Verpflichtung Genuͤge zu leiſten. Aus⸗ genommen bleibt gleichwohl der Fall, wenn das, was der Schuldner zu geben oder zu thun ſich anheiſchig gemacht hatte, nur in einer gewiſſen Zeit, die er verſtreichen ließ, gegeben oder gethan werden konnte. 1147. Der Verpflichtete, wenn er ſeiner Verpflichtung durchaus kein Genuͤge geleiſtet, oder die Erfuͤllung verzoͤgert hat, wird zum Erſatze des Schadens und entbehrten Gewinns, wenn der. Fall dazu geeignet iſt, ſo oft verurtheilt, als er nicht beweiſt, daß die Nich⸗Erfuͤllung von einer fremden Urſache herruͤhrt, die ihm nicht beygemeſſen werden kann, 238 II. Buch. IMI. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛe. wenn gleich von ſeiner Seite gr keine Abſicht un⸗ tergelaufen iſt. 1148. Die Klage auf Erſatz des Schadens und entbehrten Gewinns hat durchaus nicht Statt, wenn der Verpflichtete durch die Folge einer hohern Gewalt oder eines Zufalls ent⸗ weder verhindert worden iſt, zu geben oder zu thun, wozu er verbunden war, oder gethan hat, was ihm verbothen war. 11490. Der Erſatz des Schadens und entbehrten Gewinns, der einem Glaͤubiger gebuͤhrt, erſtreckt ſich im Allgemeinen auf den Verluſt, den er erlitten hat, und auf den Gewinn, der ihm entzogen worden iſt, jedoch unter den hier folgenden Ausnahmen und Einſchränkungen. 1150. Iſt die Verpflichtung nicht durch Argliſt des Schuld⸗ ners unerfullt geblieben, ſo hat er nur denjenigen Schaden und entbehrten Gewinn zu erſetzen, der zur Zeit des Con⸗ tractes vorhergeſehen worden oder vorhergeſehen werden konnte. 4. I13r. Selbſt in dem Falle, wo die Jicht⸗Erfüllung des Vertrags von der Argliſt des Schuldners herruͤhrt, darf die Schadloshaltung, in Beziehung auf den Verluſt, den der Glaͤubiger erlitten hat, und auf den Gewinn, der ihm ent⸗ zogen worden iſt, mehr nicht begreifen, als das, was eine unmittelbare und directe Folge der Nicht⸗Erfuͤllung des Ver⸗ trags iſt. 1152. Enthält der Vertrag, daß derjenige, der ihn nicht erfuͤllen wuͤrde, fuͤr Schadens⸗Erſatz und entbehrten Gewinn eine beſtimmte Summe zahlen ſoll, ſo darf dem andern Theile weder mehr noch weniger, als dieſe Summe, zuerkannt werden. 1153. Bey Verpflichtungen, die ſich auf Zahlung einer gewiſſen Summe beſchraͤnken, beſteht der Erſatz des Scha⸗ dens und entbehrten Gewinns, die die Folge einer Verzoge⸗ rung in Erfuͤllung des Vertrags ſind, allemahl bloß darin⸗ daß der Verpflichtete verurtheilt wird, die durch das Geſetz beſtimmten Zinſen zu zohlen; die auf Handlungs⸗Geſchaͤfte ———— wi b ei ſ n ni etijtlütti lihe ſiſhn und mit der Pyſhe nes zufilz. thun, m beththnn ehrten Guin im Anin uf den Grt n hier ſigu gliſ desett jenigen ehe Zeit db tgeſchen un tErfilmt tihr, huf! rluſt, hl „der inn das, vit lung ige, in n en ſo hf e Em zwun z Wt iun In m b b if . Buch. III. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛc. as9 und auf die Verbaͤrgung ſich beziehenden beſondern Regeln erhalten gieichwohl ihre Anwendung. Dieſe Schadloshaltung gebuͤhrt dem Glaͤnbiger, ohne daß er verbuuden iſt, irgend einen Verluſt zu beweiſen. Sie gebͤhrt ihm nur vom Tage der bey Gerichte gemach⸗ ten Anforterung, die Fälle jedoch ausgenommen, wo das Geſetz beſtimmt, daß der Zinſen⸗Lauf von Rechts wegen anfangen ſoll. 1154. Zinſen, die von Capitalien fällig ſind, koͤnnen wi derum Zinſen briugen, entweder durch eine gerichrliche Klage, oder vermdͤge einer beſondern ucbereinkunft, voraus⸗ geſetzt, daß bey der Klage ſowohl, als bey der Uebereinkunft die Rede ven Zinſen ſey, die man wenigſtens fuͤr ein ganzes Jahr zu fordern hat.. 1155. Fällige Einkuͤnfte, als Paͤchte, Mieth⸗Gelder, fäl⸗ liae Erb⸗ oder Leibrenten bringen gleichwohl Zinſen von dem Tage der Klage oder der Uebereink ft. Dieſelbe Regel gilt bey dem buͤchten⸗Erſatz, und bey Zinſen, die ein Dritter dem Gläubiger fur Rechnung des Schuldners gezahlt hat. 5 unfter Ab ſchnitt. Von der Auslegung der Verträge. 1156. Bey Vertraͤgen muß man mehr dem nachforſchen, was die gemeinſchaſtliche Abſicht der Centrahenten war, als bey dem buchſtaͤblichen Sinne der Worte ſtehen bleiben. 1157. Eine doppelſinnige Clauſel muß man eher in dem Sinne nehmen, worin ſie einige Wirkung hervorbringen kann, als in dem Sinne, worin ſie unwirkſam bleiben wunde. 1158. Doppelſinnige Ausdruͤcke muͤſſen in dem Sinne senommen werden, der dem Gegenſtaude des Comractes am meiſten angemeſſen iſt. 1159. Was zweydeutig iſt, wird aus dem erklärt, was in dem Lande üblich iſt, wo der Contract geſchloſſen wure. G. N. IV. Aufl. 490 1L1. Buch. III. Tit. Von Contraeten und Verbindlichkeiten ꝛ6. 1160. Bey einem Contracte muß man die Clauſeln, die dabey uͤblich ſind, hinzudenken, obſchon ſie darin nicht aus⸗ gedruckt worden ſind. 161. Von allen Clauſeln der Verträge erhaͤlt eine ihre Auslegung durch die andere, indem man einer jeden den Sinn beylegt, der ſich aus der ganzen daruͤber abgefaßten Urkunde ergibt. 1162. Im Zweifel wird ein Vertrag wider denjenigen ausgelegt, der ſich etwas ausbedungen, und zum Vortheile deſſen, der die Verbindlichkeit uͤbernommen hat. 1163. So allgemein auch immer die Ausdruͤcke ſeyn moͤgen, worin ein Vertrag abgefaßt iſt, ſo erſtreckt er ſich gleichwohl nur auf diejenigen Sachen, worüber die Parteyen zu contrahiren die Abſicht gehabt zu haben ſcheinen. 1164. Hat man in einem Contracte zur Erlauterung der Verbindlichkeit einen Fell ausgedruckt, ſo wird nicht ver⸗ muthet, daß man dadurch den Umfang habe beſchraͤnken wollen, den die Verpflichtung von Rechts wegen in den nicht ausgedruckten Faͤllen erhaͤlt.— Sechster Ab ſchnitt. Von der Wirkung der Verträge in Rückſicht auf dritte perſonen. 1165. Verträge bringen nur unter den Contrahenten eine Wirkung hervor; einem Dritten gereichen ſie zu keinem Rach⸗ heile, und ſie nutzen ihm bloß in dem Falle, der im 1121. Art. beſtimmt iſt. 1166. Die Glaͤubiger konnen gleichwohl alle Rechte und Klagen ihres Schuldners geltend machen, diejenigen ausge⸗ nommen, die ausſchließlich der Perſon ankleben. 1167. Sie kdunen gleichfalls in ihrem eigenen Nahmen die Handlungen anfechten, die ihr Schuldner zum Nachtheile ihrer Rechte unternommen hat. Sie muͤſfen gleichwohl, ſo viel ihre Rechte betrifft, die unter dem Titel von der Erbfolge und unter dem Titel von dem weiraths Contracte und den gegenſeitigen Rech⸗ ten der Ehegatten, ausgedruckt ſind, nach den dort vor⸗ geſchriebenen Regeln ſich richten. 1 pn uuch ſi bor hun ihi ih ſut ſi dh bu bur . ihi ih ih vrihln niie Luſt e dunn iht ge ethilt i einer jin) müber üſ wder kejn nd zun Vn hat. udtit ſo erſtrctt über di hnn ſcheinen. zur Friun o witd niht habe beſht s wegen in F f brite huſn ontrahennt zu liunſ der in ale hechtt ejenigen u en. genn ir un ſu t hnf,! un n ſiny un Mn ii. Buch. III. Lit. Von Contrarten und Verbinblichkeiten. 29i Viertes Capitel. Von den verſchiedenen Gattungen der Verbindlichkeiten. Erſer Abſchnitt. Von bedingten Verbindlichkeiten. Von der Bedingung im allgemeinen und ihren verſchiedenen Gattungen. 1168. Eine Verbindlichkeit iſt bedingt„ wenn man ſie von einer kuͤnftigen und ungewiſſen Begebenheit abhaͤngig macht, indem man ſie entweder aufſchiebt, bis die Begeben⸗ heit ſich ereignet, oder ſie aufhebt, je nachdem die Begeben⸗ heit ſich ereignen wird, oder nicht. 1169. Eine zufaͤllige Bedingung iſt diejenige, welche vom Zufalle abhängt, und die auf keine Weiſe in der Gewalt des Berechtigten oder des Verpflichteten ſteht. B 1170. Eine willkuͤhrliche Bedingung iſt diejenige, wo⸗ durch die Vollziehung des Vettrags von einer Begebenheit abhaͤngig gemacht wird, welche herbeyzufuͤhren oder zu ver⸗ hindern in der Gewalt des einen oder des andern der Contras henten ſteht⸗ 1171. Eine vermiſchte Bedingung iſt diejenige, die zu gleicher Zeit von dem Willen eines der Contrahenten und von dem Willen eines Dritten abhaͤngt. 1172. Jede Bedingung iſt unguͤltig, die eine ünmogliche Sache zum Zwecke hat, oder den guten Sitten zuwider, oder durch das Geſetz verbothen iſt, und ſie macht den Vertrag, ber davon abhaͤngt, unguͤltig.— 1173. Die Bedingung etwas nicht zu thun; was unmög⸗ lich iſt, macht die unter dieſer Bedingung eingegangene Ver⸗ bindlichkeit nicht ungultig. 1I74. Jede Verbindlichkeit iſt unguͤltig, wenn ſie unter einer Bedingung eingeganzen worden iſt, die von der Will⸗ kuͤhr desjenigen abhängt, der ſich verbindet: — 3 252 III. Buch. II. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛe“ 4 7 1175. Jede Bedingung muß auf die Weiſe erfuͤllt werden, wie die Contrahenten wahrſcheinlich gewollt und verſtanden haben, daß ſie erfuͤllt werden ſollte. 1176. Iſt eine Verbindlichkeit unter der Bedinaung ein⸗ gegangen worden, daß eine Vegebenheit in einer beſtimmien Zeit ſich zutragen ſoll, ſo wird dieſe Bedingung fuͤr nicht er uͤllt gehalten, ſoba d die Zeit verſtrichen iſt, ohne daß ſich die Begebenheit ereignet hat. Iſt keine Zeit beſtimmt, ſo kann die Bedingung zu jeder Zeit erfuͤllt werden, und nur alsdann wird ſie fuͤr nicht erfuͤllt angeſehen, wenn es zur Gewißheit geworden iſt, daß die Begebenheit ſich nicht ereig⸗ nen wird. 6. 1177. Iſt eine Verbindlichkeit unter der Bedingung ein⸗ gegangen worden, daß eine Begebenheit in einer beſtimmten Zeit ſich nicht ereignen ſoll, ſo iſt dieſe Bedingung erfuͤllt, ſo bald dieſe Zeit verſttichen iſt, ohne daß die Begebenheit ſich ereignet hat; ſie iſt gleichfalls erfuͤllt, wenn es vor Ablauf der Zeit gewiß iſt, daß die Begebenheit ſich nicht ereignen wird. Iſt keine Zeit beſtimmt, ſo iſt ſie nur dann erfullt, wenn es gewiß iſt, daß die Begebenheit ſich nicht ereignen wird. 1178. Eine Bedingung wird ols erfuͤllt angeſehen, wenn derjenige, der ſich unter dieſer Bedingung virbunden hatte, es ſelbſt iſt, der ihre Erfuͤllung verhindert hat. 1179. Eine erfuͤlte Bedingung wirkt ruͤckwaͤrts bis den Tag, da die Verpflichtung uͤdernommen worden. Iſt der Berechtigte vor Erfüllung der B dingung geſtorben, gehen ſeine Rchte auf ſeinen Erben uͤber. 1180. Ehe die Bedingung erfuͤllt iſt, kann der Berech⸗ tigte alle Handlungen ebrnnee die die Erhaltung ſeines „ Von der aufſchi benden Be ingung. 1181. Eine unter einer auſſchiebenden Bedingung einge⸗ gangeue Verb! dlichkeit iſt diejenige, die. n weder von eier . 15 vin jen U pü hi ſih un i dy pel N ithihtitn 1 fült ul, und uſah edini et befin ug fit it ohne d hßſt beſinm, en, udn Menn tz ich uich i einen er befim ng ifilt egehene 6 per in ſich uizn dan tmil uich tizn eſhn, uu uden hu ins zn onen, ſirin, der Fut uig i ung it vn i⸗ n. Buch. UI. Lit. Von Fontrnctes und Verbindlichkeiten ꝛc. 293 zukuͤnftigen und ungewiſſen Vegeben. it abhaͤngt, oder von einer Begebenheit, die ſich ſchon ereignet hat, die aber den Contrahenten noch unb kannt iſt. Im etrſten Falle kann die Perbindlichkeit erſt nach der Begebenheit vollzogen werden. Im zweyten Falle hat die Verbindlichkeit ihre Wirkung von dem Tage an, da ſie uͤbernommen worden iſt. 1182. War die Verbindlichkeit unter einer aufſchiebenden Bedingung eingegangen, ſo bleibt die Sache, welche den Gegenſtand des Vertrags ausmacht, auf Gefahr des Ver⸗ pflichteten, der ſich zu ihrer Ueberlieferung nur fuͤr den Fall verbunden hat, wenn die Bedingung ſich ereignen wuͤrde. Iſt die Sache ohne Verſchulden des Verpflichteten gaͤnz⸗ lich zu Grunde gegangen, ſo iſt die Verbindlichkeit erloſchen. Hat ſich die Sache ohne Verſchulden des Verpflichteten verſchlimmert, ſo hat der Berechtigte die Wahl, entweder von dem Vertrage abzuſtehen, oder ohne Verminderung des Preiſes die Sache in dem Zuſtande, werin ſie ſichkwirklich befindet, zu fordern. Hat ſich die Sache durch erſchulden des Verpflichteten verſchlimmert, ſo hat der Berechtigte die Wahl, entweder von dem Vertrage abzuſtehen, oder, nebſt dem Erſatze des Scha⸗ dens und entbehrten Gewinns, die Sache in dem Zuſtande zu fordern, worin ſie ſich befindet. §. 3. Von der aufloͤſenden Bedingung. 1183. Eine aufloͤſende Bedingung iſt diejenige, welche, wenn ſie erfuͤllt wird, die Aufhebung der Verbindlichkeit bewirkt, und die Sachen wieder in den nehmlich n Zuſtand verſetzt, als wenn die Verbindlichkeit nicht vorbanden geweſen waͤre. Die Vollziehung der Verbindlichkeit wird durch dieſe Be⸗ dingung nicht aufgeſchoben; ſie verpflichtet den Verechtigten nur, das Empfangene in dem Folle zu erſtetten, wenn die in der Bedingung ausgedruckte Begebenheit ſich ereignet. — ———————— 494 IM. Buch. MI. Tit. Von Contraeten und Verbinblichkeiten 26. 1184. In zweyſeitigen Contracten wird fur den Fall, da einer von beyden Theilen ſeinem Verſprechen kein Genüge leiſtet, allemahl die Bedingung, daß der Contract alsdann aufgelbſt ſeyn ſoll, ſtilſchweigend verſtanden. Der Contract iſt in dieſem Falle nicht von Rechts wegen aufgeldſt. Der Contrahent, gegen den die Verbindlichkeit nicht vollzogen worden iſt, hat die Wahl, entweder den andern zur Vollziehung des Vertrags, wenn dieſe noch moͤg⸗ lich iſt, zu zwingen, oder die Aufhebung desſelben, nekbſt dem Erſatze des Schadens und entbehrten Gewinns zu fordern. Die Aufhebung muß bey Gerichte nachgeſucht, und dem Beklagten kann den Umſtaͤnden nach ein Aufſchub geſtattet wyrden. Zweyter Abſchnitt. Von Verbindlichkeiten auf Termine(mit einer Zeit⸗Beſtimmung). 1185. Der Termin unterſcheidet ſich von der Vedingung dadurch, daß er die Verpflichtung nicht aufſchiebt, ſondern bloß ihre Vollziehung verzogert. 1186. Was erſt an einem Termin zahlbar iſt, kann vor dem PVerfalltage nicht gefordert werden; was aber vor der Zeit gezahlt worten iſt, laͤßt ſich nicht zuruͤckfordern. 1187. Bey einer Zeit⸗Beſtimmung tritt immer die Ver⸗ muthung ein, daß ſie zum Vortheile des Schuldners ausbe⸗ dungen worden iſt, in ſo fern ſich nicht aus der Uebereinkunft. oder aus den Umſtaͤnden ergibt, daß ſie zugleich zum Vor⸗ theile des Glaͤubigers verabredet worden ſey. 1188. Ein Schuldner kann die ihm geſtattete Beguͤnſti⸗ gung der Zeit⸗ Beſtimmung nicht mehr in Anſpruch nehmen⸗ wenn er fallirt, oder wenn er durch ſeine Handlung dis Sicherheit vermindert hat, die er ſeinem Glaͤubiger in dem Contracte gegeben hatte. Von alternativen Verbindlichkeiten. 1189. Wer eine alternative Verbindlichkeit bernommen hat, wird von derſelben dadurch befreyt, daß er eine von 15 ſie ſl n ſih m in ih n 6 iic ſn in 1 zn M de h litttu nſu lin 6ui iet lin echtz entinliht ſtweder i woch ni lhen, u zu firin, t, udin ub geſun finnn Slin t, ſudhn lun w ttor de m. rdie u rs uil eriu zun I Pinſi ehn un it dn onnel ſe bo m. Buch. III. Tit. Von Contraeten und Verbinblichkeiten ꝛc. 255 beyden Sochen, die in der Verpflichtung begriffen waren, uͤberliefert. 1100. Die Wahl gebuͤhrt dem Vetpflichteten, wenn ſie nicht ausdruͤcklich dem Berechtigten eingeraͤumt worden iſt. 1101. Der Schuldner kann ſich ſeiner Verbindlichkeit entledigen, wenn er von den zwey verſprochenen Sachen eine uͤberliefert; aber er kann den Glaͤubiger nicht zwingen, daß er einen Theil von einer, und einen Theil von der andern Sache annehme. 1102. Wenn von zwey verſprochenen Sachen eine kein Gegenſtand einer Verbindlichkeit ſeyn konnte, ſo iſt die Ver— bindlichkeit unbedingt und einſach, obſchon ſie alternativ äbernommen worden iſt. 1193. Eine alternative Verbindlichkeit wird unbedingt und einfach, wenn eine der verſprochenen Sachen zu Grunde geht, und nicht mehr geliefert werden kann, ſelbſt wenn auf dem Verpflichteten die Schuld faͤllt. Der Werth dieſer Sache kann ſtatt ihrer nicht angebothen werden. Sind beyde zu Grunde gegangen, und faͤllt in Ruͤckſicht einer von ihnen die Schuld auf den Verpflichteten, ſo muß er den Werth derjenigen zahlen, die zuletzt zu Grunde gegan⸗ gen iſt. 1104. War in den Fallen, die in dem vorhergehenden Artikel ausgedruckt ſind, kraft des Vertrags die Wahl dem Berechtigten uͤberlaſſen worden, „So iſt entweder nur eine von den Sachen zu Grunde gegangen, und alsdann gebuͤhrt dem Berechtigten, in ſo fern der Verpflichtete hieran keine Schuld traͤgt, diejenige, die uͤbrig bleibt: liegt die Schuld am Verpflichteten, ſo kann der Berechtigte die Sache, die uͤbrig bleibt, oder den Werth derjenigen, die zu Grunde gegangen iſt, fordern; Oder beyde Sachen ſind zu Grunde gegangen, und als⸗ dann kann der Berechtigte, wenn auf den Verpflichteten in Ruͤckſicht auf beyde, oder ſelbſt nur in Ruͤckſicht auf eine von ihnen die Schuld faͤllt, den Werth der einen oder der andern nach ſeiner Willkuͤhr fordern. 296 III. Buch. III. Tit. Von Contrneten und Verbindlichkeiten ꝛe. 1195. Sind beyde Sachen ohne Verſchulden des Ver⸗ pflichteten und ehe er im Verzug war, zu Grunde gegangen, ſo iſt in Gemaͤßheit des 1302. Art die Verbindlichkeit erloſchen. 1196. Dieſelben Grundſätze ſind in den Faͤllen anwend⸗ bar, wo die alternatioe Verbindlichkeit ſich mehr als zwey Sachen erſireckt. Vierter Abſchnitt! Von ſolidariſchen Perbindlichkeiten. Von dem Solidar⸗Verhältuiſſe unter den Gläubigern. 1197. Eine Verbind ichkeit iſt ſolidariſch unter mehrern Gläubigern, wenn der Titel einem jeden von ihnen aus⸗ druͤcklich das Recht gibt, die Zahlung des ganzen Betrags der Schuld zu fordern, und die einem von ihnen geleiſtete Zahlung den Schuldner befteyt, wenn ſchon der Vortheil, der aus der Verbindlichkeit entſteht, unter den verſchiedenen Gtaͤubigern ſich theilen läßt. . Der Schuldner hat ſo lange die Wahl, an einen oder den andern der Solidar Glaͤubiger zu zahlen, als nicht einer von ihnen durch ſein Betreiben ihm zuvorgekommen iſt. Deſſen ungeachiet wird der Schaldner, wenn einer der Solidar⸗Glaͤ zubiger allein die Forderung erlaſſen hat, nur fuͤr den Anthell dieſes Glaͤubigers befreyt. 1199. Jede Handlung, die in Ruͤckſicht eines der Solidar⸗ Glaͤubiger die Verjährung unterbricht, nuͤtzt den uͤbrigen Glaͤubigern. . F. 2. Von Solidar⸗Perbindlichkeiten auf Seiten der Schuldner.⸗ 10o. Auf Seiten der Schuldner iſt Solidar⸗Verbind⸗ lichkeie Swihnven⸗ wenn ſie zu einer und derſelben Soche verpflichiet ſind, ſo daß jeder gezwungen werden kann, das Ganze zu ieiſten, und die Zahlung, die von einem geſchieht, die uͤbrigen gegen den Glaͤubiger befreyt. 15 m ſu er ſül, m inn ih ih hun N Giſi lidi 3 lit wi h 1 ſil jeih 1 i Vn Gu b irhiht uden dz„ unde ſn chletſt filen unn uf uni ubjzen. unter mn nſne uzen Bn nen geliſ der P verſhiln hl, min , a i lomnmni nn eitn h it, uſ e Eelit n ihnn onn⸗ Verhil n Sch an, M eſchih m. Buch. 11I. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛc. 297 „ 1201. Eine Verbindlichkeit kann ſolidariſch ſeyn, wenn ſchon einer der Schuldner nicht auf eben die Weiſe, wie der andere, zur Zahlung derſelben Sache verbunden iſt; zum Bey⸗ ſpiele, wenn einer nur bedingungsweiſe verbunden iſt, waͤh⸗ rend die Verpflichtung des andern unbedingt iſt, oder wenn einer ſich einen Termin ausbedungen hat, der dem andern nicht zugeſtanden worden iſt. 1202. Daß eine Verbindlichkeit ſolidariſch ſey, wird nicht vermuthet. Es iſt erforderlich, daß dieſes asůclih bedungen werde. Nur in den Faͤllen, wo zu Folge einer Verfuͤgung des Geſetzes die Verbindlichkeit von Rechts wegen ſolidariſch iſt, leidet dieſe Regel eine Ausnahme. 12o3. Bey einer ſolidariſch uͤbernommenen Verbindlich⸗ keit kann der Glaͤnbiger ſich an denjeénigen von den Schuldnern wenden, den er auserſehen will, ohne daß dieſer ihm die Rechtswohlthat der Theilung entgegenſetzen kann. 120g. Das wider einen der Solidar⸗Verpflichteten ange⸗ ſtellte gerichtliche Verfahren hindert den Glaubiger nicht, ein gleiches gegen die andern anzuſtellen. r2o8. Iß die Sache, welche den Gegenſtand der Ver⸗ bindlichkeit ausmachte, durch Verſchulden oder waͤhrend des Verzugs eines oder mehrerer ſolidariſch Verpflichteten zu Grunde gegangen, ſo ſind die uͤbrigen Mitverpflichteten von der Verbindlichkeit, den Werth der Sache zu zahlen, nicht befreyt, aber dieſe ſind zum Erſatze des Schadens und ent⸗ behrten Gewinns nicht verbunden. Nur kann der Glaͤubiger den Erſatz des Sehens und entbehrten Gewinns ſowohl von denjenigen Schuldnern for⸗ dern, durch deren Verſchulden die Sache zu Grunde gegangen iſt, als von denen, die im Verzug waren. 1206. Das wider einen der ſoiidariſch Verpflichteten ange⸗ ſtellte gerichtliche Verfahren unterbricht die Verjaͤhrung in Ruͤckſicht aller. 203 UM. Buch IMII. Lit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛe. r207. Wenn wiber einen der ſolidariſch Verpflichteren auf Zahlung der Zinſen geklagt iſt, ſo laufen ſie wider alle. 1208. Wird einer der Solidar⸗Mitſchuldner von dem Glänbiger vor Gericht belangt, ſo kann er alle Einreden, die aus der Natur der Verpflichtung fließen, und alle, die ihm perſonlich zuſtehen, ſo wie jene, die ſuͤmmtlichen Mit⸗ verpflichteten gemeinſchaftlich ſind, entgegenſetzen. Er kann diejenigen Einreden nicht vorbringen, die nur eini⸗ gen der uͤbrigen Mitverpflichteten fuͤr ihre Perſon zukommen. 1200. Wird einer der Schuldner der einzige Erbe des Glaͤubigers, oder der Glaͤubiger der einzige Erbe von einem der Schuldner, ſo erliſcht die Solidar⸗Schuld nur fuͤr den Antheil dieſes Schuldners oder Gläubigers. 1210. Ein Glaͤubiger, der bewilliget, daß die Schuld in Ruͤckſicht eines der Mitſchuldner getheilt wird, behaͤlt ſeine Solidar⸗Klage wider die uͤbrigen, jedoch nach Abzug des Antheils, der dem Schuldner, den er von der Solidar⸗Ver⸗ bindlichkeit befreyt hat, zur Laſt fiel. . Ein Glaͤubiger, der von einem der Schuldner deſſen Antheil beſonders annimmt, ohne in der Quittung ſeine Solidar⸗Rechte oder ſeine Rechte überhaupt vorzube⸗ halten, begibt ſich der Solidar⸗Rechte nur in Beziehung auf dieſen Schuldner. Es gilt fuͤr keine Verzichtleiſtung auf die Solidar⸗Rechte in Hinſicht eines Schuldners, wenn der Gläubiger von ihm eine Summe empfaͤngt, die dem Antheile, wozu er verbunden ſſt, gleichkommt, in ſo fern in der Quittung nicht ausge⸗ druckt wird, daß dieß fuͤr ſeinen Theil ſey. Gleiche Bewandniß hat es mit dem Falle, wo einer der Mitſchuldner nur fuͤr ſeinen Theil vor Gericht belangt wor⸗ den, in ſo fern dieſer die Richtigkeit der Klage nicht anerkannt hat, oder keine Entſcheidung erfolgt iſt, die ihn verurtheilte. 1212. Ein Gläubiger, der den Antheil eines der Mit⸗ ſchuldner an den verfallenen Renten oder Zinſen der Schuld⸗ Uhi hiu Uhe ihſ vih i ſlun 17] 06 ſim zu u t lnhil P ſi ihl Prt eyn ſo n uh e d hiſ 1 ſunde duiſ ich ube ſu in biihin E ſie ndnt ldner on ale Eiu, und u, mmllche) tzen. n, die i ſon uhm tzige bi rbe un in dnnſüh aß i b behit j h dih Solihnl⸗ et Ei der Nim uyt n zehuh oliarh ger wit er berbu nicht uh in lunzt nnm enrhel e n6t Ui. Buch. III. Tit Von Eentracten und Verbindlichkeiten ꝛc. 295 abgeſondert und ohne Vorbehalt empfaͤngt, verliert die Solidar⸗ Rechte nur in Ruͤckſicht der verfallenen Renten oder Zinſen, nicht in Hinſicht derlenigen, die kuͤnftig verfallen werden, noch in Hinſicht des Capitals, es ſey dann zehn nacheinander folgende Jahre die Zahlung immer theilweiſe geſchehen. 1213. Eine Verpflichtung, die in Ruͤckſicht des Glaubi⸗ gers von mehrern ſammt und ſonders uͤbernommen worden, iſt unter den Schuldnern von Rechts wegen getheilt. Unter ihnen haſtet ein jeder nur fuͤr ſeinen Antheil. 1214. Ein Mitſchuldner, der eine Solidar⸗Schuld ganz gezahlt hat, kann von einem jeden der uͤbrigen nur deſſen Antheil zuruͤckfordern.— Iſt einer von ihnen außer Stand zu zahlen, ſo wird der Verloſt, der aus ſeinem Unvermdoͤgen entſteht, unter die uͤbrigen zahlungsfähigen Mitſchuldner, und jenen, der die Zahlung geleiſtet hat, verhaͤltnißmäßig vercheilt. 1215. Hat der Glaͤubiger auf die Solidar⸗Klage zum Vortheile eines der Schuldner Verzicht gethan, und einer oder mehrere der uͤbrigen Mitſchuldner werden zahlungsunfaͤhig, ſo wird der Antheil der Zahlungsunfaͤhigen verhaͤltnißmaͤßig unter alle Schuldner und ſelbſt unter diejenigen vertheilt, die der Glaͤubiger vorher von der Solidar⸗Verbindlichkeit befreyt hatte. 1216. Gieng das Geſchaͤft, wofuͤr mehrere ſammt und ſonders die Schuld uͤbernommen haben, nur einen der ſoli⸗ dariſchen Mitſchuldner an, ſo wuͤrde dieſer ſeinen Mitver⸗ pflichteten, die in Beziehung auf ihn nur als ſeine Buͤrgen zu betrachten waͤren, fuͤr die ganze Schuld zu haften haben⸗ F unfter Ab ſchnitt⸗ Von theilbaren und untheilbaren Verbindlichkeiten. 1217. Eine Verbindlichkeit iſt theilbar oder untheilbar, je nachdem ſie entweder eine Sache, die in ihrer Ueberlie⸗ ſerung, oder eine Handlung, die in der Vollziehung einer 5 materiellen oder intellectuellen(wirklichen oder in Gedanken zu machenden) Theilung fahig oder nicht faͤhig iſt, zum Gegen⸗ ſtande hat. 1218. Die Verbindlichkeit iſt wenn ſchon die Sache oder die Handlung„welche den Gegenſtand davon ausmacht, ihrer Natur nach theilbar iſt, wenn nur die Beziehung, unter der ſie in der Verbindlichkeit betr achtet wird, nicht zuläßt, daß man ſie cheilweiſe vollziehe. 1219. Die Bedingung, daß eine Verbindlichkeit ſolida⸗ riſch ſeyn ſoll, gibt ihr den Charakter der Untheilbarkeit nicht. S.„. Von den Wirkungen der theilbaren Verbindlichkeit. 1220. Eine Verbindlichkeit, die ſich theilen laͤßt, muß zwiſchen dem Glaͤubiger und Schuldner ſo vollzogen werden, als wenn ſie untheilbir ware. Nur in Anſehung ihrer Erben iſt die Theilbarkeit anwendbar, und dieſe koͤnnen nur ſo viel von der Schuld fordern, oder ſind nur verbunden, ſo viel davon zu zahlen, als auf jeden der Antheile kommt, deſſen Beſitz auf ſie uͤbergegangen iſt, oder wofuͤr ſie als Repraͤſen⸗ tanten des Glaͤubigers oder des Schuldners zu haften haben. 1221. In Hinſicht der Erben eines Schuldners leidet der in dem vorhergehenden Artikel aufgeſtellte Grund ſatz eine Ausnahme, 1) In dem Falle, wo ſuͤr die Schuld eine Hppothek geſtellt iſt; 2) Wenn ſie eine in jeder Hinſicht beſtimmte Sache Ein gewiſſes Corpus) zum Gegenſtande hat; 3) Wenn von einer alternativen Schuld die Rede iſt, und der Glaͤubiger unter mehrern Sachen die 6 hat, wovon eine untheilbar iſt; 4) Wenn kraft des Titels einem der Erben allein die Erfuͤllung der Verbindlichkeit anfliegt; 5) Wenn es ſich aus der Natur der Verpflichtung, oder der Sache, die den Gegenſtand davon ausmacht, oder ans dem Zwecke, den man bey dem Contracte ſich vorgeſetzt hat⸗ 3 0 III. Buch. II. Lit. Von Contraeten und Verbinblichkeiten e. 1¹ ſi, eih 3 jin ſt ſub hhul et hun un det in ſ de li ſuh ſur e duit, in uln ſt, un nr, bun jegenſn w ven m ichkeſ eit dollziehe nlicietſe heilberh i hlichti. ilen liſt, olzegen u ung ihni ven unſt unden, ſ bonm, i a hi hufin h huldnu i Gunſ in hu Eie i e zen ilin iint,* . iß III. Buch. lil. Zit. Von Contraeten und Verbindlichkeiten ꝛc. 6 ergibt, daß es die Abſicht der Contrahenten war, daß 6 S nicht theilweiſe berichtiget werden duͤrfte. In den drey erſten Fällen kann der Erbe, der die auszu⸗ werne Sache, oder das zur Hypothek geſtelte Grundſtuͤck beſitzt, in eben dieſer Sache oder in dem zur Hypothek geſtell⸗ ten Grundſtuͤcke fuͤr das Ganze angefriffen werden, mit Vor⸗ behalt des Regreſſes wider ſeine Miterben. In dem vierten S lle kann gleichſalls der Erbe, dem fuͤr ſich allein die Zahlung der Schuld auferlegt worden iſt, und im fuͤnften jever Erbe fuͤrs Ganze belangt werden, wobey ihm der Regreß wider ſeine Miterben vorbehalten bleidt. [Von den Wirkungen der untheilbaren Verbindlichkeit. 1222. Von denjenigen, die zuſammen eine untheilbare Schuld uͤbernommen haben, iſt ein jeder fuͤrs Ganze ver⸗ bunden, wenn ſchon die Verbindlichkeit nicht ſolidariſch uͤber⸗ nommen worden iſt. 1223. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit den Erben desjenigen, der eine ſo! ſche Verbindlichkeit uͤbernommen hat. 224. Jeder Erbe des Glaͤubigers kann die Vollziehung einer untheilbaren Verbindli ichkeit im Ganzen verlangen. Fuͤr ſich allein iſt er nicht berechtiget, die ganze Schuld zu erlaſſen; fuͤr ſich allein kann er nicht den Werth anſtatt der Sache ſelbſt annehmen. Hat einer der Erben fuͤr ſich allein die Schuld nachgelaſſen, oder den Werth ver Sache angenommen, ſo kann ſein Miterbe die untheilbare Sache nur dann fordern, wenn er den Antheil des Miterben, der den Nachlaß bewilliget, oder den Werth empfangen hat, verguͤtet. 25. Der Erbe eines Schuldners, der fuͤr das Ganze einer Verbindlichkeit vor Gerichte gefordert iſt, kann einen Aufſchub verlangen, um ſeine Miterben zur Sache abladen zu laſſen, ausgenommen wenn die Schuld von der Art iſt⸗ daß ſie nicht anberſt als von dem vorgeladenen Erben berich⸗ tiget werden kann. Dieſer kaun alsdaun allein verurtheilt 8o½ III. Buch. In. Lit. Von Coutracten und Perbinblichtẽiten ze werden; die Regreß⸗Klage wider ſeine Miterben auf Entſchaͤ⸗ digung bleibt ihm jedoch vorbehalten. Sechster Abſchnitt. Von Verbindlichkeiten mit Straf⸗Clauſeln. 1226. Eine Straf⸗Clauſel iſt diejenige, wodurch jemand, um die Vvllziehung eines Vertrags zu ſichern, ſich im Falle der Nicht Erfullung zu etwas verbindet. 1227. Die hnguͤltigkeit der Haupt⸗Verbindlichkeit hat die unguͤltigkeit der Straf⸗Clauſel zur Folge.— Die Unguͤltigkeit der letztern zieht die Unguͤltigkeit der Haupt⸗Verbindlichkeit nicht nach ſich. 1228. Der Glaͤubiger iſt befugt, wider den Schuldnet, der im Verzug iſt, anſtatt der ausbedungenen Strafe, die Vollziehung der Haupt⸗Verbindlichkeit zu betreiben. 1229. Die Straf⸗Clauſel dient als Vergeltung des ent⸗ behrten Gewinns und als Erſatz fuͤr den Schaden, den det Glaͤubiger durch die Nicht⸗Erfuͤllung der Haupt⸗Verbindlichkeit leidet. Den Haupt⸗Gegenſtand der Verbindlichkeit und die Strafe zugleich kann er nicht fordern, es ſey dann, daß ſie fuͤr den bloßen Verzug bedungen worden waͤre. 1230. Bey der Haupt⸗Verbindlichkeit mag eine Friſt, binnen welcher ſie erfullt werden ſoll, ausgedruckt ſeyn, öder nicht, die Strafe iſt nur dann verwirkt, wenn derjenige, der ſich verbunden hat, etwas zu uͤberliefern oder in Empfang zu nehmen, oder zu thun, im Verzug iſt. 1231. Der Richter kann die Strafe maͤßigen, wenn die Haupt⸗Verbindlichkeit zum Theile erfuͤllt worden iſt. 1232. Hat die urſpruͤngliche unter einer Straf⸗Clauſel ein⸗ gegangene Verbindlichkeit eine untheilbare Sache zum Gegen⸗ ſtande, ſo wird die Strafe ſchon dadurch verwirkt, daß ein Einziger der Erben des Schuldners der Verpflichtung zuwider handelt, und ſie kann entweder im Ganzen von demjenigen, der den Vertrag verletzt hat, oder von einem jeden der Mit⸗ erben nach Verhaͤltniß ſeines Antheils, und hypothekariſch fur's Ganze gefordert werden; der Regreß wider denjenigen⸗ hiſt ſile ihe il di lu ziu Ri ſilde zuz nit — 2— 2 2— +— Unt hen m ühihtn en uf i . uſeln. wiin ju biulihlt uilizi den ehn n Einſ ihen. lung t den, Vntiit und dieh uß ſijit in fi ct ſm, u entniſb in ki n, n 1 Cuſt zn hi t, dii g m Auju nb uin in m. Buch. M. Tit. Von Contraeten und Verbinblichkeiten ꝛc. 103 der Schuld daran iſt, daß die Strafe verwirkt wurde, bleibt ihnen jedoch vorbehalten. 1233. Iſt die urſpruͤngliche, bey einer Strafe uͤbernom⸗ mene Verbindlichkeit theilbar, ſo wird die Strafe nur von demjenigen aus den Erben des Schuldners verwirkt, der dieſer Verbindlichkeit zuwider handelt, und nur fuͤr den An⸗ theil, wofuͤr er bey der Haupt⸗Verbindlichkeit zu haften hatte, ohne daß eine Klage be dielenigen Statt finde, die ſie erfuͤllt haben.* Dieſe Regel leidet eine Ausnahme, wenn die Straf⸗ Clauſel in der Abſicht hinzugefuͤgt worden iſt, damit die Zahlung nicht theilweiſe geſchehen könnte, und nun einer der Miterben die Erfuͤllung der Verbindlichkeit fuͤr's Ganze ver⸗ hindert hat. Von ihm kann in dieſem Falle die Straſe ganz, und wider die uͤbrigen Miterben nur fuͤr ihren Antheil mit Porbehalt ihres Regreſſes gefordert werden. S Von der Erloͤſchung der Verbindlichkeiten. 1234. Verbindlichkeiten erloſchen, Durch Zahlung, Durch Novation, ⸗ Durch freywillige Erlaſſung, Durch Compenſation, Durch Confuſion, Durch den Verluſt und den Untergang der Sache, Durch Nichtigkeit oder gerichtliche Aufhebung, Duch die Wirkung einer aufloͤſenden Bedingung, welche unter dem vorhergehenden Capitel erklaͤrt worden iſt, Und durch Verjaͤhrung, et den Gegenſtand eines beſon⸗ dern Titels ausmacht. Erſter Abſchnitt. Von der Zahlung. 8. 1. Von der Zahlung überhaupt. 1235. Jede Zahlung ſetzt eine Schuld voraus: was man gezahlt hat, ohne es ſchuldig zu ſeyn, kann man zuruͤckſordern. zo4 MI. Buch. III. Tit. Von Contraeten und Verbindlichkeiten e. Die Zuruͤckforderung hat in Anſehung der natuͤrlichen Ver⸗ bindlichkeiten nicht Statt, die man freywillig erfuͤllt hat. 1236. Eine Verbindlichkeit kann von jedem, der dabey ein Intereſſe hat, zum Beyſpiele, von einem Mitſchuldner oder einem Buͤrgen erfuͤllt werden. Eine Verbindlichkeit kann ſelbſt ein Dritter erfuͤllen, der dabey kein Intereſſe hat, vorausgeſetzt, doß dieſer Dritte im Nahmen des Schuldners und fuͤr d ſſen Rechnung handele, oder wenn er in ſenem eigenen Nahmen handelt, daß er nicht in die Rechte des Glaͤubigers eingeſetzt werde. 1237. Eine Verbindlichkeit etwas zu thun kann nicht wider den Willen des Glaͤubigers von einem Dritten erfuͤllt werden ſo fern der Gläubiger ein Intereſſe dabey hat, daß ſie der Schuldner ſelbſt erfuͤlle. 1238. Um guͤltig zu zahlen muß man Eigenthuͤmer der in Zahlung gegebenen Sache ſeyn, und die haben, ſie zu veraͤußern. Die Zahlung einer Summe in Geld oder einer andern Sache, die durch den Gebrauch verzehrt wird, kann gleich⸗ wohl von dem Gläpbiger, der ſie in gutem Glauben verzehrt hat, nicht zuruͤckgefordert werden, wenn ſchon die Zahlung durch jemanden geſchehen iſt, der kein Eigenthuͤmer der gezahl⸗ ten Sache war, oder ſie nicht veraͤußern konnte. 1239. Die Zahlung muß an den Glaubiger geſchehen⸗ oder an jemanden, der entweder von ihm bevollmaͤchtiget, oder von dem Gerichte oder durch das Geſetz ermaͤchtiget iſt, fuͤr ihn zu empfangen. Guͤltig iſt gleichwohl die Zahlung, welche an jemanden geſchehen iſt, der keinen Auftrag hat, fuͤr den Glaͤubiger zu empfangen, wenn dieſer ſie genehmiget, oder Nutzen davon gezogen hat. 1240. Eint Zahlung, die in gutem Glauben an denjeni⸗ gen geleiſter wird, der ſich im Beſitze der Fordernng befindet, iſt guͤnig, wenn gleich die Forderung in der Folge dem Beſitzer abgeſprochen wird. I ſu h, Un! 1 in ſi uh ſu ſih i 1¹ i ſhn er wiſ i 6 ih fu ſih mhe bih hi e ſn u ſ hit tinhi müriag, gefilt. den, it en Yiſtu ter eiln, dieſt diu chutg ju andeh, wetd. hun imi drinin ii dabey ju, igentim ihigtet et eint n , hm lun on di 3 met d te. igtt üt eurlnitt mihi m jnn Gluih Ruh nnb un i jhb m. Buch. M. git. Von Contraeten und Verbindlichkeiten e. 30 ra41. Eine Zahlung, die an den Glaͤubiger gemacht wurde, iſt unguͤltig, wenn er unfaͤhig war, ſie in Empfang zu nehe men, der Schuldner beweiſe dann, daß die gezahlte Sache zum Nutzen des Glaͤubigers verwendet worden iſt. 1242. Eine Zahlung, welche der Schuldner ungeachtet eines Arreſtes oder einer Oppoſition an den Gläubiger macht⸗ iſt in Ruͤckſicht der Glaͤubiger, welche den Arreſt bewirkt oder die Dppoſition eingelegt haben, unguͤltig; dieſe konnen, ſo weit ihr Recht geht, ihn zwingen, auf's neue zu zahlen; ſein Regreß wider den Gläubiger, der jedoch nur in dieſem Falle Statt hat, bleibt ihm gleichwohl vorbehalten. 1243. Ein Gläubiger kann nicht gezwungen werden, eine andere Sache, als er zu fordern hat, anzunehmen, wenn ſchon der Werth der angebothenen Sache ihr gleichkommt, oder ſelbſt groͤßer ſeyn ſollte⸗„ 1244. Der Schuldner kann dem Glaͤubiger keine theil⸗ weiſe Zahlung aufdringen, ſelbſt dann nicht, wenn die Schuld theilbar ſeyn ſollte. Die Richter koͤnnen gleichwohl, in Ruͤckſicht auf die Lage des Schuldners, maͤßige Zahlungsfriſten geſtatten, und wäh⸗ rend alles in dem bisherigen Zuſtande bleibt, mit der Voll⸗ ſtreckung des gerichtlichen Verfahrens einhalten. Jedoch haben ſie von dieſer Gewalt mit großer Behutſamkeit Gebrauch zu machen. 1245. Wer eine in aller Ruͤckſicht gewiſſe und beſtimmte Sache zu keiſten verbunden iſt, wird dadurch befreyt, daß er die Sache in dem Zuſtande uͤberliefert, worin ſie zur Zeit der Leiſtung ſich befindet, vorausgeſetzt, daß die nach ent⸗ ſtandener Verbindlichkeit erfolgten Verſchlimmerungen weder aus ſeiner Handlung oder ſeinem Verſchalden, noch aus dem Verſchulden derjenigen Perſonen, wofur er verantwottlich iſt, herruͤhren, oder daß er vor dieſen Verſchlimmerungen nicht in Verzug war. r246. Hat die Verbindlichkeit eine Sache zum Gegen⸗ ſtande, die nur ihrer Gattung nach beſtimmt iſt, ſo iſt der G. N. IV. Aufi⸗ 28 306 1M. Buch III. Lit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛe PVerpflichtete, um ſich ſeiner Schuld zu entledigen, eben nicht verbunden, eine von der beſten Gattung zu geben; er darf aber auch keine von der ſchlechteſten anbiethen. 1247. Die Zahlung muß an dem Otte geſchehen, der im Pertrage beſtimmt iſt. Hat man hierin keinen Ort beſtimmt, ſo muß die Zahlung, wenn von einer in jeder Ruͤckſicht gewiſſen und beſtimmten Sache die Rede iſt, an dem Orte geſchehen, wo ſich zur Zeit, da die Verbindlichkeit entſtan⸗ den iſt, die Sache d welche den Gegenſtand davon ausmocht. Außer dieſen zwey Fällen muß die Zahlung an dem Wohn⸗ orte des Schuldners geſchehen. 1248. Die mit der Zahlung verbundenen Foſten fallen dem Schuldner zur Laſt. F Von der Zahlung verbunden mit der Einſetzung in die Rechte des Glaͤubigers. 1249. Die Einſetzung in die Rechte des Glaͤnbigers zum Vortheile einer dritten Perſon, welche ihn bezahlt, emtſpringt entweder aus einem Vertrage, oder aus einer Beſtimmung der Geſetze. 1250. Dieſe Einſetzung entſpringt aus einem Vertrage, 1) Wenn ein Gläubiger, der ſeine Zahlung von eines dritten Perſon empfängt, ſie in ſeine Rechte, Klagen, Vor⸗ zugs⸗Rechte oder Hypotheken wider den Schuldner einſetzt; dieſe Einſetzung muß ausdruͤcklich ſeyn, und zu gleicher Zeit mit der Zahlung geſchehen. 2) Wenn ein Schuldner eine Summe entlehnt, um ſeine Schuld zu zahlen und den Darleiher in die Rechte des Glaͤu⸗ bigers einzuſetzen. Soll dieſe Einſetzung guͤltig ſeyn, ſo muß die Urkunde uͤber das Darlehn und die Quittung vor Notarien gefertiget; daß die Summe in der Abſicht entlehut worden iſt, um die Zahlung zu leiſten, in der Urkunde uͤber das Darlehn erklaͤrt, und in der Quittung ausgedruckt werden⸗ deß die Zahlung mit dem Gelde geſchehen iſt, welches der ſ 1 ſuit le „ de zu R ſü Eu hf hi n ſt., viſ h Mnt ihn dn hhnz u en. eſchehn, en nh jee i „an dn) lihtit u egenſt 9 an bn en Koſin ng in i Gliuz ihlt, er Bim inen Un hlunh wu „hlgn hulunii gitn hn, u iche t ſn, jt ger Mlehlt m zue i i u „i m Büch. M. Sit. Von Contracten und Verbinblichkeiten w. z05 neue Glaͤubiger zu dieſem Ende hergeſchoſſen hat. Dieſe Ein⸗ ſetzung erfolgt, ohne daß es hiezu der Zaſtimmung des Glaͤu⸗ bigers bedarf. r25r. Die Einſetzung hat kraft des Geſetzes Statt, 1) Zum Portheile desjenigen, der, da er ſelbſt Glaͤubiget iſt, einen andern Glaͤubiger befriediget, welcher wegen ſeinet Vorzugs⸗Rechte oder Hypotheken ihm vorgeht; 2) Zum Vortheile desjenigen, der ein unbewegliches Gut erwirbt, und den Kaufpreis zur Befriedigung der Glaͤubiger verwendet, welche an dieſem Gute eine Hypothek hatten; 3) Zum Vortheile desjenigen, der, indem er mit andern oder fuͤr andere die Schuld zu zahlen verbunden war, ein Intereſſe dabey hatte, ſie zu tilgen. 4) Zum Vortheile des Beneficiar⸗Erben, der die auf dem Rachlaſſe haftenden Schulden mit ſeinem Gelde gezahlt hat⸗ 1252. Die in den vorhergehenden Artikeln feſtgeſetzte Ein⸗ ſetzung hat wider die Buͤrgen ſowohl als wider die Schuldner Statt; ſie kann dem Glaͤubiger, wenn er nur zum Theile befriediget worden iſt, zu keinem Nachtheile gereichen; er bleibt in dieſem Falle berechtiget, vor demjenigen, wovon er nur einen Theil der ihm gebuͤhrenden Zahlung erhalten hat, fuͤr den Ueberreſt ſeiner Forderung ſein Recht vorzugs⸗ weiſe geltend zu machen. §. 3. Von der Abrechnung der Zahlunget. 1233. Wer mehrere Poſten ſchuldig iſt, hat das Recht, bey der Zahlung zu erklaͤren, welche Schuld er zu tilgen gedenke. 1254. Wer eine Schuld zu zahlen hat, die Zinſen oder Renten hervorbringt, kann nicht ohne Bewilliaung des Gläu⸗ bigers die Zahlung, die er leiſtet, vor den Renten odet Zinſen auf das Capital abrechnen. Eine Zahlung, die auf Capital und Zinſen geſchieht, aber nicht vollſtaͤndig iſt, wird ſ auf die Zinſen abgerechnet⸗ zes III. Buch. II. Tit. Von Contraeten und Verbindlichteiten ⸗ 1255. Hat derjenige, der mehrere Poſten ſchuldig war⸗ eine Quittung angenommen, worin der Glaͤubiger das, was er empfangen hat, auf einen dieſer Poſten beſonders abrech⸗ nete, ſo hat der Schuldner nicht mehr das Recht zu fordern, daß es auf eine andere Schuld abzerechnet werde, es ſey dann Betrug oder Ueberliſtung von Seiten des Glaͤubigers untergelaufen. S 3 1256. Druckt ſich die Quittung uber die Abrechnung nicht aus, ſo muß unter mehrern gleichfalls verfallenen Schulden die Zahlung auf diejenige abgerechnet werden, an deren Til⸗ gung damahls dem Verpflichteten am meiſten gelegen war. Waren nicht mehrere Poſten faͤllig, ſo geſchieht die Abrech⸗ nung auf die wirklich verfallene, obgleich ſie dem Schuldner weniger laͤſtig war, als die nicht verfallenen. Sind die Schulden von einerley Gattung, ſo macht man die Abrechnung auf die aͤltere; wenn alle Umſtaͤnde gleich ſind, ſo geſchieht ſie verhaͤltnißmaͤßig. §. 4₰. Von dem Anbiethen der Zahlung und der Hinterlegung. * 1257. Weigert ſich der Glaͤubiger, ſeine Zahlung anzu⸗ nehmen, ſo kann der Schuldner, was er zu leiſten hat, ihm bar oder wirklich anbiethen, und wenn der Glaͤubiger die Annahme verweigert, die angebothene Summe oder Sache hinterlegen⸗ Das wirkliche Anbiethen, worauf eine Hinterlegung erfolgt iſt, befreyt den Schuldner. In Beziehung auf ihn vertritt es, wenn es auf eine gltige Weiſe geſchehen iſt, die Stelle der Zahlung, und der Glaͤubiger traͤgt die Gefahr der auf dieſe Art hinterlegten Sache. 1258. Zur Guͤltigkeit des baren oder wirklichen Anbie⸗ thens wird erfordert, 1) Daß es einem Glänbiger geſchehe, der die Faͤhigkeit hat, anzunehmen oder demjenigen, der an ſeiner Statt anzunehmen bevollmaͤchtiget iſt; 2) Daß es von einer Perſon geſchehe, welche ſuͤhig iſt⸗ zu zahlen; E 5 tu in ſhuhn ti un eſonden i ſcht itn wee, 6 des buchm lenn ein „an den! n genn icht ti Un dem binh ſmhn nfin uteriun Zohlun iſten ſit Gliuin ne ohent tunei if in u ſſt, é⸗ iht iut ſiün nſi ſim k 6ſih II. Buch. lll. Tit. Von Contraeten und Verbindlichkeiten e. 305 3) Daß die ganze Summe, wovon der Verfall⸗Tag erſchienen iſt, alle Renten oder Zinſen, welche dem Glaͤu⸗ biger gebuͤhren, die liquidirten Koſten, und fuͤr diejenigen, die nicht liquidirt ſind, eine Summe angebothen werde, unter dem Vorbehalte, ſie vollzaͤhlig zu machen; 4) Daß der Zahlungs⸗ Termin erſchienen ſey, wenn er zum Vortheile des Glaͤubigers bedungen worden iſt; 5) Daß die Bedingung eingetreten ſey, unter welcher die Verbindlichkeit eingegangen worden iſt; 6) Daß das Anbiethen an dem Orte, der fuͤr die Zah⸗ lung beſtimmt war, und, wenn uͤber den Zahlungs⸗Ort nichts beſonders abgeredet worden iſt, dem Glaͤubiger in Perſon, oder an ſeiner Wohnung oder an dem fuͤr die Poll⸗ ziehung des Wohnorte geſchehe; 7) Daß das Anbiethen durch eine oͤffentliche Perſon ge⸗ ſchehe(oflicier ministériel), welche zu Handlungen autoriſirt iſt.*) 1259. Zur Guͤltigkeit der Hinterlegung iſt es nicht noͤthig, daß man hiezu vom Richter ermaͤchtiget worden ſey; es iſt genug: 1) Daß eine dem Glaͤubiger inſinuirte Aufforderung vor⸗ hergegangen ſey, worin der Tag, die Stunde und der Ort bemerkt ſind, wo die angebothene Sache hinterlegt werden ſoll; 2) Daß der Schuldner den Beſitz der angebothenen Sache aufgegeben, und ſie ſammt den bis zum Tage der Hinter⸗ legung verfallenen Zinſen, an den Ort abgeliefert habe, der durch das Geſetz beſtimmt iſt, um die Depoſiten anzuneh⸗ men;**) * Siehe Art. 312 u. f. d. G. à. d V. in E. S. *) No. L.XXK. Geſetz über die Hinterlegungen, vom 23. Nivos 13. J.(18. Januar 1805)⸗ Art. 1. Von der Verkändigung des gegenwärtigen Geſetzes anzurechnen hat die Amortiſations⸗Caſſe die Summen zu empfan⸗ geu, deren Hinterlegung durch Untheile oder Eatſcheidungen von den Verwaltungs⸗Behörden verordnet worden iſt; ſie ſoll zu dieſem Ende allenthalben, wo es nöthig iſt, Vorgeſetzte anſtellen. — * 310 1II. Buch. IMl. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten 1c. 3) Daß von dem offcier ministériel uͤber die Gattung der angebothenen Muͤnzſorten, uͤber die Weigerung des Glaͤu⸗ 2. Die Amortiſations⸗Caſſe hat den berechtigten Parteyen jede hinterlegte Summe mit drey von hundert jährlich zu verzinſen; dieſe Zinſen laufen von dem ſechszigten Tage an nach geſchehener Hinterlegung bis zu jenem der Zurücktahlung. Die Summen, welche weniger als ſechszig Tage hinterlegt bleiben, tragen keine Zinſen. 3 4 Der Regreß(Rückgang) gegen die Amortiſations⸗Caſſe für die in die Hände ihrer Vorgeſetzten hinterlegten Summen iſt den⸗ jenigen, welche die Hinterlegung gemacht haben; zugeſichert, mit der Bedingung jedoch, daß ſie in einer Friſt von fünf Tagen die Empfangs⸗Scheine gedachter Vorgeſetzten auf dem Einregiſtrirungs⸗ Büteau des Hrtes, wo die Hinterlegung geſchehen iſt, einregiſtri⸗ ren laſſen. S Die Einregiſtrirungs⸗Gebuͤhr für die Empfangs⸗Scheine iſt auf einen Frane ſeſtgeſetzt. 4. Die Zurückzahlung der hinterlegten Summen geſchieht an dem Orte, wo ſie hinterlegt wurden iehn Tage nachdem die Ver⸗ fuͤgung oder das Urtheil, wodurch ihre Zuruͤcktahlung ermächtiget wird, dem Vorgeſetzten der Amortiſations⸗Caſſe inſinuirt worden iſt. Bringt die Dauer der Hinterlegung Zinſen hervor, ſo werden ſie bis zum Tage der Zurückzahlung berechnet. 5. Die PVorgeſetzten der Amortiſations⸗Caſſe! welche in der hier oben heſtimmten Friſt die Zahlung nicht leiſten, können dnrch perſoͤnlichen Arreſt hiezu angehalten werden,(unbeſchadet des Regreſſes gegen die Amortiſations Caſſe, wie im 3. Art. heſtimmt wordeu), den Fall jedoch ausgenommen, wo ſie beweiſen können, daß bey ihnen Dppoſitionen eingelegt worden; in welchem Falle ſie gehalten ſind, die Oppoſitionen denjenigen, welche ihnen ihr Recht auf die Znrückzahlung bekannt gemacht haben, ſogleich anzu⸗ zeigen, damit dieſe letztern die Aufhebung derſelben betreiben koͤnnen. 6. Die Amortiſations⸗Caſſe und ihre Porgeſetzten können keine Flage auf Vollziehung der Urtheile oder Entſcheidungen anſtellen, wodurch die Hinterlegung befohlen worden iſt. 7. Die Amortiſations⸗Caſſe iſt ermächtiget, die freywilligen Hinterlegungen unter den nehmlichen Bedingungen wie die vom Richter verordneten anzunehmen. s. Alle Koſten und Gefahr in Betreff der Verwahrung Erhal⸗ tung und Berſendung der hinterlegten Gelder träͤgt die Amortiſa⸗ tivusEne 15 lun it hh N y, vh len lnn wi in ju duiuttun, itn ißu Paunuz — un un ich u ui u ut ith i ein hu mnt niſtimß Eunni elhn n ſüf n Eimſin en ſi,en zbhint unen guiih lhten ih ung mit ſnuittun wor, ſn vlh in n ümnb ubeſitt! A hin beuien in elhen ilce im ſgiöt ien hun nhinnt n ni ſmi i un ki ur. Buch. III. Tit. Von Contraeten und Verbindlichkeiten ꝛe. 311 biaers, ſie in Empfang zu nehmen, oder uͤber ſein Nicht⸗ Erſcheinen, und endlich uͤber die erfolgte Hinterlegung ein Verbal⸗Prozeß geſertiget worden iſt;*) 4) Daß in dem Falle, wo der Glaͤubiger nicht erſchien, der Verbal⸗Prozeß uͤber die Hinterlegung ihm inſinuirt wor⸗ den, mit der Aofforderung die hinterlegte Sache zu ſich zu 1260. Die mit dem wirklichen Anbiethen und der Hin⸗ tereaung, wenn ſie gultig ſind, verbundenen Koſten fallen tem Gläubiger zur Laſt. 1261. Der Schuldner kann die hinterlegte Sache, ſo lange ſie von dem Glaubiger nicht angenommen worden iſt, zuruͤcknehmen, und wenn er ſie zuruͤcknimmt, ſo ſind ſeine Ni ſchuldner oder ſeine Buͤrgen ihrer Verbindlichkeit nicht entlediget.**) *) Siehe Art. 814 u. f. d. G. ü. d. r. V. i. E. S⸗ *6) No. LXXl. Gutachten des Stadts⸗Raths über die Art und Weiſe, wie die bey der Amortiſations⸗Caſſe freywillig hinterlegten Gelder zuruͤckbezahlt werden müſſen, vom: May 1810 genehmiget vom Kaiſer den 16. May⸗ Der Staats⸗Rath, welcher zu Folge der von Sr. Maj. befohlenen Verweiſung den Vortrag der Geſetzgebungs⸗Seetivn über jenen des Groß⸗Richters, Juſtitz Miniſters in Betreff der Frage angehört hat, ob der 7. Art. des Geſetzes vom a3. Nivos 13 J.⸗ welcher die Amortiſations⸗Caſſe ermächtiget, die freywillig hinter⸗ legten Gelder unter den nehmlichen Bedingungen wie die, deren Hinterlegung vom Gerichte verordnet wurde in Empfang zu neh⸗ men, die Caſſe verbindet, nur dann die freywilligen nicht angenom⸗ menen Himerlegungen zurückzuzahlen, wenn ihr das Urtheil vor⸗ gezeigt wird, welches dieſes verordnet, oder wenn der Gläubiger, welcher ein Recht auf die hinterlegte Sache hatte, hieiu ſeins Einwilligung gibt Nach Einſicht des Geſetzes vom 23. Nivos 13. J⸗ In Erwaͤgung, daß der Artikel, weicher die freywilligen Hinter⸗ legungen den von dem Gerichte befehlenen, was die Art und Weiſe ſie in Empfang zu nehmen betrift⸗ gleich ſtelt, die Gleichſtellung nicht weiter ausdehnt; daß es alſo aus dem Texte nicht hervorgeht, daß die Zutuͤckzahlung freymilliger nicht anss 712 MI. Buch. II. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛe, 1262. Hat der Schuldner ſelbſt ein Urtheil erwirkt, das rechtskraͤftig geworden iſt, und ſein Anbiethen mit der Hin⸗ terlegung fuͤr geſetzlich und guͤltig erklaͤrt hat, ſo kann er, zum Nachtheile ſeiner Mitſchuldner oder Buͤrgen, ſelbſt mit Einwilligung des Glaͤubigers die hinterlegte Sache nicht mehr zuruͤcknehmen. 1263. Der Gläubiger, der bewilliget hat, daß der Schuld⸗ ner die hinterlegte Sache zuruͤcknehme, nachdem die Hinter⸗ legung durch ein Urtheil, das Rechtskraft erlangt hat, fuͤr guͤltig erklaͤrt worden iſt, kann, um zur Zahlung ſeiner For⸗ derung zu gelongen, die Privilegien oder Hypotheken, die ihr anklebten, nicht mehr geltend machen. Er hat erſt wieder von dem Tage an eine Hypothek, da die Urkunde, wodurch nommener Hinterlegungen nothwendig den nehmlichen Formalitäten wie jene der vom Gerichte verordneten Hinterlegungen unterwor⸗ fen iſt; Daß im Grunde ein merklicher unterſchied zwiſchen beyden Arten der Hinterlegung iſt; daß die Hinterlegung, welche mit keiner Annahme begleitet, oder worauf keine erfolgt iſt, nichts darbiethet, was einen Vertrag bildet, und daß aus dieſem Grunde der 1261. Art. des Geſetzbuches Napoleons, welcher vollkemmen auf die Frage anwendbar iſt, verfügt daß der Schuldner die hinterlegte Sache ſo lauge ſie von dem Gläubiger nicht ange⸗ nommen iſt zurücknehmen kann. Iü der Meinung,) daſt die Amortiſations⸗Eaſſe nichts als die Zurückgabe ihres eigenen Empfang⸗Scheines mit der Ent⸗ laſtung von Seiten des Hinterlegers verſehen zu fordern berechtiget iſt, um die freywillig bey ihr hinterlegten Summen zurückzugeben, wenn ßie hiezu aufgefordert wird, und dieſe mit keiner dem Empfaͤn⸗ ger der Caſſe, wo die Hinterlegung geſchehen iſt, gehörig inſinuir⸗ ten Annahme oder Oppoſition begleitet waren, oder worauf keine gefolgt iſt; 2) Daß im Falle einer auf die eben beſaste Weiſe inſinuirten Annahme oder Pppoſition die Zuröckerſtattuag nur auf Einſicht und Einhändigung eines Urtheils oder einer Rotarial⸗Urkunde, weiche die Einwilligung der annehmenden oder ſich orponirenden Perſonen enthält, geſchehen kann; 3) Daß gegenwaͤrtiges Gutachten ins Geſetz Bülletin eingeruͤckt worden muß.. nu ihil mil, hen ni v , ſi ſn un ſtht eiteihn en hi ju 3. ſin ie ihehn, ſit hut n nb, nſn gungen un iſe h velchenit ihtz uh unt un nen ufſi ie hiuun tihtn ontiſt it nit eß dem t it e hn ki chit in twnh iß unnin u dnt nubliln ſim iini m. Buch. UI. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛe. 213 er die Zuruͤcknahme der hinterlegten Sache bewilligte, mit den Formen verſehen worden iſt, welche erfordert werden, um eine Hypothek zu bewirken. 1264. Iſt die Sache, welche dem Glaͤubiger gebuͤhrt, ein in jeder Hinſicht beſtimmter Gegenſtand, der an dem Orte uͤberliefert werden ſoll, wo er ſich befindet, ſo muß der Schuldner durch eine Urkunde, die er dem Glaͤubiger in Perſon oder an deſſen Wohnorte, oder an dem zur PVoll⸗ ziehung des Vertrags gewählten Wohnorte inſinuiren laͤßt⸗ ihn auffordern, die Sache abzuhohlen. Iſt dieſe Aufforderung geſchehen, und der Glaͤubiger hohlt die Sache nicht ab, der Schuldner bedarf aber des Ortes, wo ſie hingeſtellt iſt, ſo kann dieſer von dem Gerichte die Erlaubniß auswirken, ſie an einen andern Ort zur Verwahrung niederzulegen⸗ Von der Vermögens⸗Abtretung. 1265. Die Vermoͤgens⸗Abtretung iſt eine Handlung, wodurch ein Schuldner, wenn er ſich außer Stand befindet, ſeine Schulden zu zahlen, ſein ganzes Vermogen ſeinen Glaäu⸗ bigern uͤberläßt. 1266. Die Vermogens⸗Abtretung iſt entweder freywillig oder gerichtlich. 1267. Die freywillige Vermögens⸗ Abtretung iſt die, welche die Glaͤubiger freywillig annehmen. Sie hat keine andere Wirkung, als die aus den Bedingungen des Contraetes ent⸗ ſpringt, der unter ihnen und dem Schuldner geſchloſſen wor⸗ den iſt. 1268. Die gerichtliche Vermögens⸗Abtretung iſt eine Wohl⸗ that, die das Geſetz dem unglucklichen und redlichen Schuldner geſtattet, indem es ihm, ungeachtet aller dawider geſchloſſenen Vertraͤge, um ſeine perſonliche Freyheit zu erhalten, erlaubt, ſein ganzes Vermogen. ſeinen Glaͤubigern gerichtlich zu uͤber⸗ laſſen. 1269. Die gerichtliche Vermögens⸗Abtretung verſchafft den Glaͤubigern kein Eigenthum an dem sbgetretenen Ver⸗ 314 m. Buch. m. Lit. Von Contraeten und Verbinblichkeiten ꝛ. moͤgen; ſie gibt ihnen nur das Recht, es zu ihrem Vortheile verkaufen zu laſſen, und bis zum 5 die Einkuͤnfte davon zu beziehen. 1270. Die Glaͤubiger konnen die gerichtliche Bermbgenz Abtrerung nur in den durch das Geſetz Faͤllen verweigern. Sie bewirkt die Senng von dem Perſonal⸗Arreſt. Uebrigens befreyt ſie den Schuldner nur bis zum Betrage des Werthes der abgetretenen Guͤter. Waren dieſe nicht hin⸗ reichend, und der Schuldner kommt in der Folge zu neuem Vermoͤgen, ſo iſt er verbunden, auch dieſes herzugeben, bis vollſtaͤndige Zahlung geleiſtet iſt-*) Zweyter Abſchnitt⸗ Von der Novation. 1271. Die Novation geſchieht auf dreyfache Art: 1) Wenn der Schuldner gegen ſeinen Glaͤubiger eine neue Schuld uͤbernimmt, die an die Stelle der alten tritt, S erliſcht; 2) Wenn ein neuer Schuldner an die Stelle des alten geſetzt wird, welchen der Glaͤubiger fuͤr frey erklart; 3) Wenn durch die Folge einer neuen Uebereinkunft ein neuer Glaͤubiger an die Stelle des alten geſetzt wird, und in Beziehung auf dieſen der Schuldner befreyt iſt. 1272. Eine Novation kann nur unter Perſonen zu Stande kommen, die zu contrahiren faͤhig ſind. 1273. Eine Novation wird nicht vermuthet; der Wille, ſie zu bewirken, muß klar aus der Urkunde hervorghen. 1274. Eine Novation, die darin beſteht, daß ein neuer Schuldner an die Stelle des alten geſetzt wird, kann ohne Mitwirkung des erſten Schuldners geſchehen. 1275. Die Delegation, wodurch ein Schuldner ſeinem Glaͤubiger einen andern Schuldner anweiſet, der ſich gegen *) Siehe Art. s95 u. f. d. G. ü. d. r. V⸗ in C. S. und Art. 566 n„ f. des Handlungs⸗Geſetzbuches. 15, ub jt d lh ſu 1 ſel zu tit, uin t ilt lui nihunn fe e li ſite nh wnmunſt ſnlni tü junh diſe ih Folg un hengin * iche. zubige iun in min, n Stle ut erklinz heninlu iht uibe iß⸗ nen ue ; h ogn hß inu , ln ldn i rſit 06* III. Buch. III. Tit. Bon Contraeten und Verbindlichkeiten ꝛc. 315 den Glaͤubiger verpflichtet, bewirkt keine Novation, wenn nicht der Glaͤubiger klärt hat, daß es ſeine Abſicht war, ſeinen Schuldner, d die Delegation gemacht hat, zu befreven. 1276. Ein Glaͤubiger, der den Schuldner, von Secen die Delegation geſchehen iſt, befreyt bat, hat keinen Regreß gegen ihn, wenn der delegirte Schuldner zahlungsnnfaͤhig wird, ausgenommen, wenn dieſer Regreß in der Urkunde ausdruͤcklich vorbehalten worden iſt, oder wenn im Augen⸗ blicke der geſchehenen Delegation der Delegirte ſchon offenbar fallirt oder in Vermoͤgens⸗Verfall gerathen war. 1277. Hat der Schuldner bloß eine Perſon angezeigt, die an ſeiner Stelle zahlen ſoll, ſo bewirkt dieſes keine Novation. Dieſelbe Bewandtniß hat es, wenn der Glaͤubiger bloß eine Perſon angezeigt hat, die fuͤr ihn empfangen ſoll. 1278. Die Privilegien und Hypotheken, mit welchen die alte Forderung verſehen war, gehen auf die neue nicht uͤber, die an ihre Stelle geſetzt worden iſt, ausgenommen, wenn der Glaͤubiger ſie ausdruͤcklich vorbehalten hat. 1279. Wird die Novation dadurch bewirkt, daß ein neuer Schuldner an die Stelle des alten geſetzt wird, ſo konnen die urſpruͤnglichen Privilegien und Hypotheken der Forderung auf die Guͤter des neuen Schuldners nicht uͤbergehen. 1280. Kommt die Novation unter dem Glänbiger und einem der Solidar⸗Schulbner zu Stande, ſo koͤnnen die Pri⸗ vilegien und Hypotheken der alten Forderung nur an den Guͤtern desjenigen, der die neue Schuld bernimmt, vorbe⸗ halten werden. 1281. Durch die Novation, welche unter dem Glaͤubiger und einem der Solidar— Schuldner zu Stande kommt, werden die Mitſchuldner befreyt. Die in Anſehung des Hauptſchuldners bewirkte Novation befreyt die Buͤrgen. Hat inzwiſchen der Glaͤubiger im erſten Falle den Bey⸗ ritt der Wirſchuldner, oder im zweyten Falle den Beymiit 2¹6 II. Buch. III. Tit. Von Contraeten und Verbindlichkeiten ꝛe. der Buͤrgen ſich vorbehalten, und die Mitſchuldner oder Buͤr⸗ gen weigern ſich, der neuen Uebereinkunft beyzutreten, ſ⸗ bleibt die alte Forderung aufrecht. Dritter Abſchnitt. Von der Erlaſſung der Schuld. 1282. Die freywillige Zuruͤckgabe des Driginal⸗Titels, der unter Privat⸗Unterſchrift gefertiget war, wenn ſie von dem Glaͤubiger an den Schuldner geſchieht, beweiſt die Befreyung. 1283. Die freywillige Einhaͤndigung der mit der execu⸗ toriſchen Form verſehenen Ausfertigung des Titels(de la grosse) begruͤndet die Vermuthung, daß die Schuld erlaſſen oder gezahlt worden ſey, jedoch bleibt der Veweis des Gegen⸗ theils vorbehalten. 1284. Wird einem der Solidat⸗Schuldner der Driginal⸗ Titel, der unter Privat⸗Unterſchrift gefertiget war, zuruͤck⸗ gegeben oder die mit der erecutoriſchen Form verſehene Aus⸗ fertigung des Titels eingehaͤndiget, ſo hat dieſes dieſelbe Wirkung zum Vortheile ſeiner Mitſchuldner, 1285. Wird einem der Solidar⸗Schuldner durch einen Vertrag die Schuld erlaſſen, oder wird er hieruͤber quittirt, ſo werden alle uͤbrigen befreyt, wenn nicht der Glaͤubiger ſich wider dieſe ſeine Rechte ausdruͤcklich vorbehalten hat. In dieſem letztern Falle kann er die Schuld nur nach Abzug des Antheils einfordern, welchen derjenige, dem er ſie erließ, zu zahlen hatte, 1286. Die Zuruͤckgabe der zum Unterpfand gegebenen Sache iſt nicht hinreichend, um die Vermuthung zu begruͤn⸗ den, daß die Schuld erlaſſen worden ſey. 1287. Erlaſſung der Schuld oder Vefreyung, die durch einen Vertrag dem Hauptſchuldner zugeſtanden wird, entle⸗ diget zugleich die Buͤrgen; Die Befrevung, welche dem Buͤrgen zugeſtanden wird, entlaſtet den Hauptſchuldner nicht; 1 hi hi ſun chi vi 1 ſin ju ſeb ſt 6i de v i, hn ine i ni be c ſt L. ei huldne e 1 hun, ti. zeldih enn ſe m tupin t nit an s Lie ſt Schih eh meis uhh er b dij et wur, u berſhn h ditſt hit er duh u iriön zu Gipi en hit huld un nize, h nb gin n ſii g„n uin, n pi m. Zuch. IM. Lit. Von Contraeten und Verbindlichkeiten ꝛc. 317 Die Befreyung, die einem der Buͤrgen zugeſtanden wor⸗ den iſt, entlediget nicht die uͤbrigen⸗ 1288. Was der Gläͤnbiger von einem Buͤrgen zur Be⸗ freyung von ſeiner Buͤrgſchaft empfangen hat, muß auf die Schuld abgerechnet werden, und dem Hauptſchuldner, ſe wie den uͤbrigen Buͤrgen, zu Gute kommen. Vierter Ab ſchnitt. Von der Compenſation. 1289. Sind zwey Perſonen einander etwas ſchuldig, ſo tritt unter ihnen auf die Weiſe und in den Faͤllen, welche hier unten ausgedruckt ſind, eine Compenſation ein, wodurch die beyden Schulden erloͤſchen. 1290. Die Compenſation geſchieht von Rechts wegen durch die bloße Kraft des Geſetzes, ſelbſt ohne Vorwiſſen der Schuldner; in dem Augenblicke, wo die beyderſeitigen Schul⸗ den zu gleicher Zeit eriſtiren, erloͤſchen ſie gegenſeitig, ſo weit ſie dem Betrage nach einander gleich kommen. 1291. Die Compenſation tritt nur unter zwey Schulden ein, deren eine wie die andere eine Summe Geldes oder eine gewiſſe Quantitaͤt fungibiler(verbrauchbarer) Sachen von einerley Gattung zum Gegenſtande hat, und eine in gleichem Grade wie die andere liquid iſt, und eingefordert werden kann. Nicht beſtrittene Leiſtungen, die in Getreide oder Lebens⸗ mitteln beſtehen, und deren Werth durch die Marktpreiſe beſtimmt iſt, koͤnnen mit liquiden und fälligen Geld⸗Summen compenſirt werden. r292. Eine Friſt, welche dem Schuldner bloß aus Nach⸗ ſicht geſtattet worden iſt, ſteht der Compenſation nicht im Wege. 1293. Die Compenſation hat Statt, auf welchem Grunde auch die eine oder die andere von beyden Schulden beruhen mag; ausgenommen ſind hievon folgende Faͤlle: 1) Wenn auf Zuruͤckgabe einer Sache geklagt wird, welcher der Eigenthuͤmer auf eine ungerechte Weiſe beraubt worden iſtz z13 IM. Buch. MI. Tit. Von Centraeten und Berbinblichketen. 2) Wenn auf Zuruͤckgabe einer in Verwahr gegebenen oder zu einem beſtimmten Gebrauche geliehenen Sache geklagt wird; 3) Wenn die Schuld Unterhalt zum Gegenſtande hat, von welchem erklaͤrt iſt, daß er mit keinem Arreſie werden konne. 1294. Was der Griubiger dem Hauptſchuldner ſchuldig iſt, kann der Buͤrge zur Compenſation bringen. Aber der Hauptſchuldner kann nicht zur Compenſation bringen, was der Glaͤubiger dem Buͤrgen ſchuldig iſt. Der Solidar⸗Schuldner kann ſich gleichfalls in Anſehung deſſen, was der Glaubiger an ſeinen zu zahlen hat, auf keine Compenſation berufen. 1295. Hat ein Schuldner unbedingt und ohne einigen Vor behalt die von dem Glaͤubiger an einen Dritten gemachte Uebertragung ſeiner Rechte angenommen, ſo kann er dem Ceſſionar die Compenſation nicht mehr entgegenſetzen, die et vor der Annahme dem Cedenten haͤtte entgegenſetzen konnen⸗ Eine Uebertragung, die von dem Schuldner nicht ange⸗ nommen, wohl aber ihm inſinuirt worden iſt, verhindert nur, daß die Forderungen, die erſt nach dieſer S entſtanden ſind, nicht compenſirt werden koͤnnen. 1296. Sind die beyden Schulden nicht an einem zd demſelben Orte zahlbar, ſo kann man ſie nur zur Compen⸗ ſation bringen, wenn man ſich die Koſten der Uebermachung anrechnen laͤßt. 1297. Hat eben dieſelbe Perſon ſiehle Schuldpoſten zu zahlen, die alle compenſirt werden konnen, ſo befolgt man in Anſehung der Compenſation die Regeln, welche fuͤr die Abrechnung der Zahlungen im 1236. Art. feſtgeſetzt ſind. 1298. Die Compenſation hat zum Nachtheile der von einem Dritten erworbenen Rechte nicht Statt. Derienige alſo, der Schuldner war, und erſt Glaͤubiger wurde, nach⸗ dem ein Dritter ſeine Schuld bey ihm mit Arreſt belegt hatte, kann ſich nicht zum Nachtheile desjenigen, der den Arreſt angelegt hat, auf die Compenſation beziehen⸗ it mij he ſi gi ſi kih wo deu p Wiit ut egthen. Siche hilt ſr gufun reſe be n ſchuhun ſ. gen. jur Gon tug i fil in Ui huuenz und ntt Drinnzu ſe mn egenſehen, gnſehen iu duer nihe niſt, wit iſt qſu men, t n ein ur zu rUebemt 7 . Dun wne, Inſ i n, i ſi 7 I. Buch. III. it. Von Contraeten und Verbindlichkeiten e 31 1299. Wer eine kraft des Geſetzes durch Compenſation erloſchene Schuld gezahlt hat, und nun die Forderung geltend macht, wegen welcher er ſich auf die Compenſation nicht bezogen hatte, kann die Vorzugs⸗Rechte oder Hypotheken, die ihr auklebten, zum Nachtheile dritter Perſonen nicht mehr geltend machen, er habe dann eine gerechte Urſache gehabt, die Forderung nicht zu kennen, die ſeine Schuld aufheben mußte⸗ Fuͤnfter Ab ſchnitt. Von der Confuſion. 1300. Wenn die Eigenſchaften eines Glaͤubigers und Schuldners in derſelben Perſon zuſammentreffen, ſo entſteht von Rechts wegen eine wodurch die beyden For⸗ derungen erloͤſchen. zo. Die Confuſion, die in der Perfon des Haupt⸗ Schuldners geſchieht, nuͤtzt ſeinen Buͤrgen. Diejenige, die in der Perſou des Buͤrgen geſchieht, zieht das Erloͤſchen der Haupt⸗Schuld nicht nach ſich. Diejenige, die in der Perſon des Glaͤubigers ſich ereignet, nuͤtzt ſeinen Solidar⸗Mitſchuldnern nur fuͤr den Antheil, wofuͤr er Schuldner war. Sechſſter Abſchnitt. Von dem Verluſte und Untergang der Sache, welche den Gegen⸗ ſtand der Verbindlichkeit ausmachte. 1302. Wenn die gewiſſe und in jeder Hinſicht beſtimmte Sache, welche den Gegenſtand der Verbindlichkeit aus machte, zu Grunde geht, außer rechtlichem Verkehr geſetzt wird, oder ſich ſo verliert, daß man von ihrer Exiſtenz durchaus nichts weiß, ſo iſt die Verbindlichkeit erloſchen, in ſo fern die Sache ohne Verſchulden des Verpflichteten und ehe er in Verzug war, zu Grunde gegangen oder verloren worden iſt. Selbſt dann, wenn der Schuldner in Verzug iſt, aber die Zufaͤlle nicht uͤbernommen hat, iſt die Verbindlichkeit erloſchen, in ſo fern die Sache bey dem Glaͤubizer, wenn ſie ihm wäre uͤberliefert worden, gleichfalls zu Grunde gegangen ſeyn wuͤrde. 320 M. Buch. MI. Tit. Von Contrgeten und Verbindlichkeiten ze. Der Schuldner muß den Zufall beweiſen, den er vorſchuͤtzt. Auf welche Art auch immer eine geſtohlene Sache zu Grunde gegangen oder verloren worden iſt, ihr Verluſt befreyt niemahls denjenigen, der ſie entwendet hat, von der Ver⸗ bindlichkeit, den Werth zu erſetzen. 1303. Iſt die Sache ohne Verſchulden des Verpflichteten zu Grunde oder verloren gegangen, oder außer rechtlichem Verkehr geſetzt, ſo iſt er verbunden, ſeine Rechte und Klagen auf Entſchädigung, die er in Peiehbz auf dieſe Sache haben mag, ſeinem Glaͤubiger abzutreten. Siebenter Abſchnitt. Von der Klage auf Richtigkeit oder gerichtliche Aufhebung der Verträge. 130g. Die Klage auf Nichtigkeit oder gerichtliche Aufhe⸗ bung eines Vertrags dauert in allen Faͤllen, worin ſie nicht etwa durch ein beſonderes Geſet auf eine kuͤrzere Zeit beſchraͤnkt iſt, zehn Jahre. Dieſe Zeit nimmt ihren Anfang, in dem Falle eines Zwanges erſt mit dem Tage, da er aufgehoͤrt hat, in dem Falle eines Irrthums oder Betrugs, mit dem Tage, da dieſe entdeckt worden ſind, und in Anſehung der Geſchaͤfte, welche von verheiratheten, nicht autoriſirten Frauen, geſchloſſen wor⸗ den ſind, mit dem Tage, da die Ehe aufgeldſt wurde. In Anſehung der Geſchaͤfte, die von Interdicirten geſchloſ⸗ ſen worden ſind, laͤuft die Zeit nur von dem Tage an, da das Verboth der eigenen Vermoͤgens⸗Verwaltung aufgehoben wurde, und in Anſehung derjenigen, welche von Minderjaͤh⸗ rigen geſchloſſen worden ſind, nur von dem Tage der Voll⸗ jährigkeit. 1303. Zum Vortheile eines nicht emancipirten Minder⸗ jährigen iſt die bloße Verletzung ein hinreichender Grund zur Aufhebung gegen alle Gattungen von Vertraͤgen, und zum Vortheile eines emancipirten Minderjaͤhrigen iſt ſie es gegen alle Vertraͤge, die außer den Grenzen ſeiner Faͤhigkeit liegen, ſo wie dieſe unter dem Titel von der MWinderjaͤhrigkeit, der Vormundſchaft und Emsncipation beſtimmt iſi⸗ 1hu u ſiln z mi hu in h tin unn 1p uh bi Nn wil z i une ſut mnn ht, ſen der uhe 1 M i zu hi in . Uuit dene ui ciohen et iht Yhſt , wun tes gehſt ußer uit Rcheunſ uf ſiſz pt iqe uin geichtiiet „norinſit zetiiht en züt rt hat, il kige, eſchiſt, geſchlſun ſt wut iirn gi et g u en Piu ge b un ſi hm ſe6 hii in tjihnſfi ni Iu. Buch. MI. Tit. Pon Contracten und Verbindlichkeiten ꝛ0. 321 1306. Ein Minderjaͤhriger kann wegen Verletzung nicht in vorigen Stand geſetzt werden, wenn ſie nur aus einer zufaͤlligen und unvorhergeſehenen Begebenheit entſpringt. 1307. Die bloße Erklärung, die ein Minderiähriger ge⸗ macht hat, daß er volljährig ſey, ſteht ſeiner Einſetzung in den vorigen Stand nicht entgegen. 1308. Ein Minderjähriger, der ein Handelsmann, Wechsler oder Handwerker iſt, kann wider die Verbindlichkeiten, die er in Beziehung auf ſeine Handlung oder ſeine Kunſt uͤber⸗ nommen hat, nicht in vorigen Stand geſetzt werden. 1300. Ein Minderjähriger kann wider die in ſeinem Hei⸗ raths⸗Contracte enthaltenen Stipulationen nicht in vorigen Stand geſetzt werden, wenn ſie mit Einwilligung und unter dem Beyſtande derjenigen gemacht worden ſind, deren Ein⸗ willigung zur Guͤltigkeit ſeiner Ehe erforderlich iſt. 1310. Er kann wider Verbindlichkeiten, die aus ſeineni Vergehen oder dieſen gleich geltenden Handlungen(Quaſi⸗ Delicten) entſtehen, nicht in den vorigen Stand geſet werden. 1311. Er kann nicht gehort werden, wenn er ein Vet⸗ fprechen anfechten will, das er während der Minderjährigkeit unterzeichnet, aber nach erlangter Volljaͤhrigkeit genehmiget hat, das Verſprechen mag ſeiner Form nach ungultig geweſen ſeyn, oder nur Wiedereinſetzung in den vorigen Stand dawi⸗ der Statt haben. 1312. Werden Minderjährige, Interdieirte, oder verhei⸗ rathete Frauen, als ſolche, zur Wiedereinſetzung in den vori⸗ gen Stand wider ihre Verbindlichkeiten zugelaſſen, ſo kann von ihnen die Wiedererſtattung desjenigen, was zu Folge dieſer V rbindlichkeiten, waͤhrend der Minderjaͤhrigkeit, der Interdiction oder der Ehe gezahlt worden iſt, nicht geſordert werden, es werde dann erwieſen, daß die geſchehenen Zah⸗ fungen zu ihrem Nutzen verwendet worden ſind. G. N. IV. Aufl. 21 3a2 1II. Buch 11I. Tit. Von Contraeten und Verbindlichkeiten ꝛe. 1313. Volljaͤhrige werden wogen Verletzung nur in den Faͤllen und unter den Bedingungen, welche in dem gegen⸗ wärtigen Geſetzbuche beſonders ausgedruckt ſind, in den vori⸗ gen Stand geſetzt⸗ 1374. Sind die in Ruͤckſicht der Minderjährigen oder Interdicirten bey der Veraͤußerung unbeweglicher Guͤter oder S Theilung einer Erbſchaft vorgeſchriebenen Formen beob⸗ achtet worden, ſo werden ſie in Beziehung auf dieſe Geſchuͤfte ſo betrachtet, als wenn ſie folche nach erlangter Volhährigkeit oder vor der Interdiction vorgenommen haͤtten. Sechſtes C. Von dem Beweiſe der Verbindlichkeiten und der Zahlung. 1315. Wer die Erfuͤllung einer fordert, muß ſie beweiſen. Umgekehrt muß derienige, der von einer Verbindlichkeit wieder befreyt zu ſeyn behauptet, die Zahlung oder die That⸗ Beweis durch Zeugen, die Vermuthungen, das Geſtaͤndniß der Partey und den Eid betreffen, werden in den ſolgenden Abſchülten erklärt. K ns z ni Von dem ſchriftlichen Beweiſe. Von autheutiſchen Titeln. 1317. Eine authentiſche Urkunde iſt diejenige, die von offentlichen Beamten, die an dem Orte, wo ſie abgefaßt worden iſt, zu inſtrumentiren(offentliche Urkunden zu machen) berechtiget ſind, und mit den erforderlichen Feyerlichkeiten aufgenommen worden iſt. 1318. Eine Urkunde, die wegen Incompetenz(unbe⸗ fugtheit) oder unfähigreit des Beamten, oder wegen eines . ſache bepeiſen, wodurch ſeine Verbindlichkeit erloſchen Pyn 8 Die Regeln, die den ſchriftlichen Beweis, den hi in ha b u Daiwiht ltng u u che jing, ine. licher hint en Fem uuf dieſe ger Poli 3 d de i ſdlichti jt er Prriplt ng oder il it enoſin n Peni, das Giſin n den ſh F ie, ſi chi dnunt niht un( nn i I. Buch. IiI. Tit. Von Centraeten und Verbindlichkeiten ꝛe. 32 Mangels an der Form nicht authentiſch iſt, gilt als Privat⸗ Urkunde, wenn ſie von den Contrahenten unterzeichnet wor⸗ den iſt.. 1319. Eine authentiſche Urkunde beweiſt den darin ent⸗ haltenen Vertrag unter den Contrahenten und ihren Erben, oder denjenigen, die vermittelſt eines Particular⸗Titels an ihre Stelle getreten ſind, vollſtaͤndig. Behauptet indeſſen jemand, daß eine Urkunde falſch ſey, und ſtellt deßwegen eine Eriminal⸗Klage an, ſo hat die Zulaſſung der Anklage die Wirkung, daß die Vollziehung der als falſch angefochtenen Urkunde einſtweilen ausgeſetzt bleibt; biethet ſich aber in einem Civil⸗Prozeſſe einer der ſtreitenden Theile bey Gerichte ſchrifrlich zum Beweiſe an, daß eine Urkunde falſch ſey, ſo konnen die Gerichte, nach Beſchaf⸗ fenheit der Umſtaͤnde, die Vollſtreckung derſelben proviſoriſch ausſetzen. 1320. Eine Urkunde, ſie mag authentiſch oder uwer Privat⸗Uuterſchrift ſeyn, beweiſt unter den Contraheuten ſe bſt das, was in einem bloß erzaͤhlenden Tone darin angefuͤhrt iſt, vorausgeſetzt, daß die erzaͤhlenden Ausdruͤcke einen direc⸗ ten Bezug auf die(in der Urkunde enthaltene) Verfuͤgung haben. Erzöhlende Ausdruͤcke, die mit der Verfuͤgung ſelbſt in keiner Verbindung ſtehen, kbnnen nur als Anfang eines Beweiſes dienen. 1321. Gegen⸗Reverſe(Ruͤckſcheine) können nur unter den Contrahenten ihre Wirkung aͤußern; gegen dritte Perſonen haben ſie keine Wirkung. Von Urkunden unter Privat⸗Unterſchriſt. 1322. Eine Urkunde unter Privat-Unteiſchrift, die von demienigen, dem ſie entgegengeſetzt wird, anerkanat, oder auf eine geſetzliche Weiſe fuͤr anerkannt gehalten worben iſt, hat unter denjenigen, welche ſie unterzeichnet haben, und unter ihren Erben, ſo wie unter denen, die vermittelſt eines 1 32½ MI. Buch. III. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛe. Particular⸗Titels an ihre Stelle getreten find, die nehmliche Beweiskraft, wie eine authentiſche Urkunde. 1323. Derjenige, dem man eine Urkunde unter Privat⸗ Unterſchrift entgegenſetzt, iſt verbunden, ſeine Handſchrift oder ſeine Unterſchrift formlich anzuerkennen oder abzulaͤugnen. Seine Erben oder die vermittelſt eines Particular⸗Titels an ſeine Stelle getreten ſind, konnen es bey der Erklaͤrung bewenden laſſen, daß ſie die Handſchrift oder die Unterſchrift ihres Autors nicht kennen. 1324. In dem Falle, wo eine Partey ihre Handſchrift oder Unterſchrift ablaugnet, und in dem Falle, wo ihre Erben oder die vermittelſt eines Particular⸗Titels in ihre Rechte getreten ſind, erklaͤren, daß ſie dieſelbe nicht kennen, wird ihre Verificirung vor Gericht befohlen. 1325. Urkunden unter Privat⸗Unterſchrift, welche gegen⸗ ſeitige Zuſagen enthalten, ſind nur dann guͤltig, wenn ſo viele Originale davon gemacht worden ſind, als es Contra⸗ henten gibt, die ein verſchiedenes Intereſſe dabey haben. Ein Original iſt hinreichend fuͤr alle Perſonen, die ein und daſſelbe Intereſſe haben. Fedes Original muß die Erwaͤhnung enthalten, wie viele Originale davon gemacht worden ſind. Auf den Abgang einer Erwähnung⸗ daß die Originale zweyfach, dreyfach u. ſ. w. gemacht worden ſeyen, kann ſich gleichwohl derjenige nicht beziehen, der von ſeiner Seite den in der Urkunde enthaltenen Vertrag vollzogen hat. 1326. Ein Schuldſchein oder ein Verſprechen unter Pri⸗ vat⸗Unterſchrift, wodurch ein Contrahent allein ſich gegen den andern verbindet, ihm eine Summe Geldes oder eine Sache, die ſich ſchätzen läßt, zu leiſten, muß ganz von der Hand desjenigen geſchrieben werden, der ſie unterzeichnet, oder er muß wenigſtens, außer ſeiner Unterſchrift, mit eigener Hand ein gut oder genehmiget geſchrieben haben, das die Summe oder die Quantität der Sache durchaus in Buchſtaben ent— haͤlt. enn 1n hn Muln, iunn mü, vn ihn in i M u in N ſ im ichn gſob iuUM Pan yni p i h hu kies h 130 6u ſite wnnn keni kniſt ſene 3 bie ſm u ii wi, — uitiht in„die ſ ſt de, unde un p ſin hut odet hl Patiuh bey d blt der i ln y ihre huh le, wihth ls in int icht kenn, iſt, with gilig, m ,e dabey hiin Merſoun, i halten, ti oß di hi ſimn, in ſinn bi nhit. hn uu n ſit n det ini n 6 icht ſ iiunt us bien ziſin. MI. Buch. III. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛc. 325 Ausgenommen ſind die Faͤlle, wo die Urkunde von Han⸗ delsleuten, Handwerkern, Ackersleuten, Weinbauern, Tag⸗ loͤhnern und Dienſtbothen ausgeſtellt wird. 1327. Iſt die in dem Conterte der Urkunde ausgedruckte Summe von derjenigen verſchieden, die in dem gut ausge⸗ druckt kſt, ſo wird vermuthet, daß der Schuldner ſich nur zu der geringern Summe verbunden habe, ſelbſt dann, wenu die Urkunde, ſo wie das gut durchaus von der Hand desje⸗ nigen geſchrieben iſt, der ſich verpflichtet hat; man beweiſe dann, auf welcher Seite der Irrthum ſey. 1328. Urkunden unter Privat⸗Unterſchrift haben wider dritte Perſonen nur von dem Tage ein gewiſſes Datum, da ſie einregiſtrirt worden ſind, von dem Tage, da der Unter⸗ zeichnete, oder einer von denen, die ſie unterzeichnet haben, geſtorben iſt, oder von dem Tage, da ihr weſentlicher Inhalt in Urkunden in Gewißheit geſetzt iſt, welche von dffentlichen Beamten gefertiget worden ſind, zum Beyſpiele in Verbal⸗ Prozeſſen uͤber Verſieglung oder Inventur. 1329. Buͤcher der Handelsleute beweiſen die Lieſerungen, die darin eingetragen ſind, nicht wider Perſonen, die keinen Handel treiben; mit Vorbehalt deſſen, was in Hinſicht des Eides beſtimmt werden wird. 1330. Buͤcher der Handelsleute beweiſen wider ſie; wer aber Vortheil daraus ziehen will, darf dasjenige, was ſie ſeiner Behauptung zuwider enthalten, von dem uͤbrigen b trennen.*) 1331. Haus⸗Regiſter und Familien⸗Papiere machen kein Beweismittel fuͤr denjenigen aus, der ſie geſchrieben hat. Sie beweiſen wider ihn„) in allen Faͤllen, wo ſie eine empfan⸗ gene Zahlung foͤrmlich ausdrucken; 2) wenn ausdruͤcklich darin erwaͤhnt iſt, daß die Aufzeichnung in der Abſicht geſchehen ſey, um den Abgang einer Urkunde zum Vortheile desjenigen zu erſetzen, zu deſſen Gunſten eine Verbindlichkeit aus⸗ drucken. *) Siehe Art. 12 u. f. 737 u. 394 des Handlungs⸗Seſetzbuchs. 36 II Vuch. III. Tit. Von Contracten und Verbinblſchkeiten ꝛe. 1332. Was der Glaͤubiger am Schluſſe, auf dem Rande oder auf der Ruͤckſeite einer Urkunde, die immer in ſinem Beſitze geblieben iſt, hingeſchrieben hat, beweiſt, obſchon es von ihm weder unterzeichnet, noch datirt worden iſt, wenn es zum Zwecke hat, eine Befreyung des Schuldners zu begruͤnden. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit dem, was der Glaͤubiger. der Ruͤckſeite, dem Rande, oder am Schiuſſe des Duplicats einer Urkunde oder einer Quittung geſchrieben hat, vdraus⸗ geſetzt, doß dieſes Duplicat ſich in den des Schuld⸗ ners befinde. §. 3. Von Kerbſtoͤcken. 1333. Kerbſtoͤcke, die auf ihte Muſter paſſen, haben Beweiskraft unter den Perſonen, die auf ſolche Weiſe die Lieferungen zu conſtatiren(in Gewißheit zu ſetzen) gewohnt ſind, welche ſie im Kleinen machen und empfangen. §. 4. PVon Abſchriften der Urkunden. 1334. So lange die Original⸗Urkunde vorhanden iſt, beweiſen die Abſchriften anders nichts, als was in der Urkunde, deren Vorlegung ſtets gefordert werden kann, enthalten iſt⸗ 1333. Exiſtirt die Original⸗Urkunde nicht mebr, ſo bewriſen die Abſchriften nach Verſchiedenheit der hier folgenden mungen: 1) Die mit der executoriſchen Form verſehenen, oder erſten Ausfertigungen haben dieſelbe Beweiskraft, wie das Original; das nehmliche gilt von Abſchrikten, die in Gegen⸗ wart der Parteyen oder nachdem ſie hiezu gehoͤrig vorgeladen worden, aus obrigkeitlichem Befehl, oder die in Beyſeyn der Part yen und mit ihrer alerſeitigen Einwilligung gemacht worden ſind. 2) Abſchriften, die ohne obrigkeitliche Autoritat, oder ohne Einwilligung der Parteyen von dem Notar, der die urkunde aufgenommen hat, oder von einem ſeiner Nachfol⸗ h u init uhb ui ſtu ju ki zini hi h ) In nin wn mn d ſh hj din 6. uu ſhn n iſe, ufbn i inner uſ ienſ, t wotde ſ, des Shun 4 der Flu iſe d yt ten hu, i ilden de in piſn, ſilte Pi nſiter) u pſunge, ethnn s in de hi „enhe nebr ſhni lgendendi nſeheun, kuſt, mi di in6 iihup n Bein zuz m riüt, ur un iun Mj m. Vuch. m. Lit. Von Contraeten und Verbindlichkeiten e. 327 ger im Amte, oder von bffentlichen Beamten, denen in dieſer Eigenſchaft, die Verwahrung der Originale anvertraut iſi, nach der Urſchrift gemacht worden ſind, ſeitdem die mit der erecutoriſchen Form verſehenen oder erſten Ausfertigungen ſchon abgegeben waren, koͤnnen in dem Falle, wo das Ori⸗ ginal verloren gegangen iſt, beweiſen, wenn ſie alt ſind. Sie werden als alt betrachtet, wenn ſie mehr als dreyßig Jahre alt ſind. Haben ſie weniger als dreyßig Jahre, ſo koͤnnen ſie nur als Anfang eines ſchriftlichen Beweiſes dienen. 3) Abſchriften, die nach dem Driginale einer Urkunde gemacht worden ſind, konnen, ſo alt ſie auch immer ſeyn moͤzen, nur als Anfang eines ſchriftlichen Beweiſes dienen, wenn ſie nicht von dem Notar, der die Urkunde aufgenom⸗ men hat, oder von einem ſeiner Nachfolger im Amte, oder von offentlichen Beamten gemacht ſilld, welche in dieſer Eigen⸗ ſchaft die Originale in Verwahr haben. 9) Abſchriften von Abſchriften koͤunen, nach Beſchaffen⸗ heit der Umſtaͤnde, als bloße Nochrichten zur Aufklaͤrung der Sache betrachtet werden. 1336. Die Einſchreibung einer Urkunde in die öffentlichen Regiſter kann nur als Anfang eines ſchriftlichen Beweiſes dienen, und ſelbſt hiezu wird noch erfordert, 1) Daß es erwieſen ſey, daß alle Originale des Notars aus dem Jahre, in welchem die Urkunde gemacht worden zu ſeyn ſcheint, verloren gegangen ſind, oder daß man beweiſe, daß der Verluſt des Originals dieſer Urkunde durch einen beſondern Zufall verurſacht worden iſt; 2) Daß ein regelmaͤßiges Urkunden⸗ Verzeichniß toire) von dem Notar vorhanden ſey, welches beweiſt, daß rkunde unter demſelben Datum gemacht worden iſt. Wird in Räͤckſicht, daß dieſe beyden Umſtaͤnde zuſammen treffen, der Beweis durch Zeugen zugelaſſen, ſo muͤſſen dieie⸗ 328 II. Buch. III. Lit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛ nigen, welche bey der Urkunde als Zeugen waren, wenn ſie noch am Leben ſi nd, vern ommen werden. §. 5. Von urkunden, welche eine Anerkennung und Beſtätigung enthalten. 1337. Urkunden, welche eine Anerkennung enthalten, befreyen nicht von der Vorlegung des urſpruͤnglichen Titels, wenn nicht deſſen Inhalt hierin beſonders angefuͤhrt iſt. Was ſie mehr, als der urſpruͤngliche Titel, enthalten, oder was ſich darin verſchiedenes findet, hat keine Wirkung. Waͤren inzwiſchen mehrere gleichlautende Anerkennungen vorhanden, die durch den Beſitzſtand unterſtuͤtzt ſind, und das Datum einer von dieſen waͤre dreyßig Jahre alt, ſo koͤnnte dem Glaͤubiger die Vorlegung des urſpruͤnglichen Litels erlaſſen werden. 1338. Eine Urkunde, die die Beſtztigung oder Geneh⸗ migung einer Verbindlichkeit enthaͤlt, wider welche das Geſetz eine Klage auf Nichtigkeits⸗Erklaͤrung oder Aufhebung zulaͤßt, iſt nur dann guͤltig, wenn man die Subſtanz dieſer Ver⸗ bindlichkeit, den Grund der Klage auf Resciſſion, und die Abſicht, den Fehler, auf welchem dieſe Klage beruht, zu verbeſſern, darin ausgedruckt findet. In Ermangelung einer Urkunde, welche die Beſtätigung oder Genehmigung enthält, iſt es genug, wenn die Verbind⸗ lichkeit nach dem Zeitpuncte, wo ſie guͤltig beſtätiget oder genehmiget werden konnte, freywillig erfuͤllt worden iſt. Eine Beſtaͤtigung, Genehmigung oder freywillige Erfuͤl⸗ lung, die in den Formen und in dem Zeitpuncte geſchehen iſt, welche das Geſetz beſtimmt, fuͤhrt die Verzichtleiſtung auf die Gruͤnde und Einreden mit ſich, die man dieſer urkunde entgegenſetzen konnte, den Rechten dritter Perſonen gleich⸗ Pohl unbeſchadet. 1339. Ein Geſchenkgeber kann durch keine beſtaͤtigende Urkunde die Fehler einer Schenkung unter Lebenden verbeſſrn; iſt ſie der Form nach ungältig, ſo muß ſie in geſetzlicher Form von Reuem gemacht werden. lub ſihu um ſſ ſ m ßinn il we fenil heu ue iwi the un ſn Iu M hn hu, zee un ſiz Juint n wann un üthun emn u ringituh ngefinf Ziel, u at keine di de Aunn irfütt ſu, ig Jihe wringicnh ung e n velche ul luſhehnhu ſanz din zeiſin, u iuge beu di Befiin un die n befitgn worn j niliz 6i t giſtiuf ihtliſut iltn lin uſun ji hefiin n 4₰ nz ur. Buch. UI. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛc. 323 1340. Die Beſtätigung oder Genehmigung oder frey⸗ willige Erfuͤllung einer Schenkung, die nach dem Tode des Geſchenkgebers von den Erben oder denjenigen ge ſchieht, die vermittelſt eines Particular⸗-Titels in ſeine Rechte getreten ſind, fuͤhrt ihre Verzichtleiſtung auf jede Einrede mit ſich⸗ die emweder auf einem M an der S oder auf andern Gruͤnden beruht. 6 Von dem Beweiſe durch Zeugen. 1341. Ueber alle Gegenſtaͤnde, welche die Summe oder den Werth von hundert fuͤnfzig Franes uͤberſteigen, ſelbſt uͤber freywillige Hinterlegungen muß eine Urkunde vor Notarien oder unter Privat⸗Unterſchrift gefertiget werden, und kein Beweis durch Zeugen wird zugelaſſen, um darzuthun, daß etwas gegen den Inhalt der Urkunden oder außer demſelben abgeredet worden, oder um Reden zu beweiſen, die vor, waͤh⸗ rend oder nach der Abfaſſung der Urkunden gefuͤhrt worden ſeyn ſollen, ſelbſt wenn es um eine Summe oder um einen Werth unter hundert fuͤnfzig Francs ſich handelt; Alles dieſes jedoch ohne Nachtheil desjenigen, was in den Handels⸗Geſetzen vorgeſchrieben iſt. ²) 1392. Die obige Regel iſt auch auf den Fall anwend⸗ bar, wo die Klage außer der Forderung des Capitals eine Forderung an Zinſen enthaͤlt, die mit dem Capital zuſam⸗ men genommen die Summe von hundert fuͤnfzig Franes uͤber⸗ ſteigen. 1343. Wer auf mehr als hundert fuͤnfzig Francs Klage erhoben hat, kann zum Beweiſe durch Zeugen nicht mehr zugelaſſen werden, ſelbſt wenn er ſeine urſpruͤngliche Forde⸗ rung herabſetzen wollte. 1344. Iſt die Summe, welche gefordert wird, ſo gar geringer als hundert fuͤnfzig Francs, ſo kann gleichwohl der 2 Siehe Art. 41 und 1o9 des Handlungs⸗Geſetzbuches. 336 1I. Bach. III. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛe. Beweis durch Zeugen nicht zugelaſſen werden, wenn man erklaͤrt hat, daß dieſe Summe der Reſt oder ein Theil einer groͤßern Forderung ſey, die nicht ſchriftlich bewieſen iſt. 1345. Macht eine Partey in der nehmlichen Inſtanz mehrete iderungen, woruͤber keine ſchriftlichen Beweiſe vorhanden ſind, und welche zuſammen ge en die Summe von hundert fuͤnfzig Francs uͤberſteigen, ſo f daruͤber kein Beweis durch Zeugen zugelaſſen werden, wenn ſchon die Partey behauptet, daß dieſe Forderungen aus verſchiedenen Urſachen entſpringen, und zu verſchiedenen Zeiten entſtanden ſeyen, es wäre dann, daß dieſe Anſpruͤche durch Erbfolge, Schenkung oder auf eine andere Weiſe von verſchiedenen Perſonen herruͤhrten. 1346. Alle Flagen, auf welchem Grunde ſie immer beruhen, woruͤber kein vollkommener ſchriftlicher Beweis vor⸗ handen iſt, ſollen mittelſt einer und derſelben Vorladung ange⸗ bracht werden. Nach dieſer ſind die uͤbrigen Forderungen, woruͤber keine ſchriftlichen Beweiſe vorhanden ſind, ſt mehr zuznlaſſen.— 1347. Die oben feſtgeſetzten Regeln leiden eine— wenn ein Anfang eines ſchriftlichen Beweiſes vorhanden iſt. So nennt man jeden ſchriftlichen Aufſatz, der von dem⸗ jenigen herruͤhrt, wider welchen die Klage gerichtet iſt, oder von demjenigen, den er repraͤſentirt, und der die angeführte Thatſache wahrſcheinlich macht. 1348. Sie leiden ferner eine Ausnahme in allen Fällen⸗ worin es dem Glaͤubiger unmoͤglich war, ſich uͤber die Ver⸗ bindlichkeit, die jemand gegen ihn uͤbernommen hat, einen ſchriftlichen Beweis zu verſchaffen. Dieſe zweyte Ausnahme iſt anwendbar, 1) Auf Verbindlichkeiten, die aus vertragsaͤhnlichen Hand⸗ lungen(Quaſi⸗Contracten), aus Vergehen oder Handlungen⸗ die dieſen gleich geachtet werden(Delieten oder Quaſi⸗Delic⸗ entſpringen; 2) Auf Sachen, die im Notbfalle bey einer Feuersbrunſt, einem Einſturz dir Gebäude, Tumult oder Schiffbruche, oder i n hihn ſtifſt ſi ſ wenn unn Ul ing niſ. en ſuhn Pmeſu unnin eih Iini Puny lin ſchnt A ts vin kung cei enihun, runde ſi ichn Pni Porn zen ſohn nen ſi, nein in 6 der iin erichte 1. rdie i in alnſt h ibe nen hü, ziihn r h 1Nui ſunn ſin. II. Buch. m. Tit. Von Contraeten und Verbindlichkeiten ꝛe. 331 von Reiſenden, während ihres Aufenthalts in einem Gaſthauſe⸗ in Verwahr gegeben worden ſind, alles nach Beſchaffenheit der Perſouen und der Thatumſtaͤnde. 3) Anf Verbindlichkeiten, die bey unvorhergeſehenen Zu⸗ fallen contrahirt worden ſind, wo es nicht thunlich war, ſchriftliche Aufſätze zu fertigen. 4) Auf den Fall, wo der Glanbiger, durch die Folge eines nicht vorhergeſehenen und von einer hdhern Gewalt herruͤhrenden Zufalls, die Urkunde verloren hut⸗ die ihm zum ſchrifrlichen Beweiſe diente. Dri itter Abſchnitt. Von Vermuthungen. 1340. Vermuthungen ſind Schluͤſſe, welche das Geſetz oder der Richter aus einer bekannten Thatſache auf eine unbekannte macht. S Pon Vermuthungen, welche durch das Geſetz aufgeſtellt ſind. 1350. Eine geſetzliche Vermuthung iſt diejenige, die durch ein beſonderes Geſetz mit gewiſſen Handlungen oder mit gewiſſen Thatſachen verbunden wird. Dergleichen ſind, 1) Hendlungen, welche das Geſetz fuͤr unguͤltig erklaͤrt, weil, nach ihrer bloßen Beſchaffenheit zu urtheilen, von ihnen vermuthet wird, daß ſie vorgenommen worden ſind, um ſeine Verfuͤgungen zu umgehen; 2) Die Faͤlle, worin das Geſetz erklart, daß ſich aus gewiſſen beſtimmten das Eigenthum oder eine Befreyung ergebe; 3) Die Wirkung, welche das Geſetz einer Entſcheidung einraͤumt; 4) Die Kraft, elche das Geſetz dem Geſtänbniſt der Partey oder ihrem Eide beylegt. 1351. Die Wirkung einer rechtskraͤftigen Entſcheidung erſtreckt ſich nur auf das, was den Gegenſtand des Urtheils ausmachte. um ſich hierauf beziehen zu koͤnnen, iſt erfor⸗ derlich, daß der Gegenſtand der Klage derſelbe ſey, daß die 332 III. Buch. II. Tit. Von Contracten und Verbinblichkeiten ꝛe. Klage auf demſelben Grunde beruhe, daß der Prozeß unter denſelben Parteyen Statt habe, und von ihnen und wider ſie in derſelben Eigenſchaft angeſtellt werde. 382. Eine geſetzliche Vermuthung befreyt denjenigen, zu deſſen Vortheile ſie eintritt, von allem Beweiſe. Wider eine geſetzliche Vermuthung wird kein Beweis zuge⸗ laſſen, wenn das Geſetz, wegen eben dieſer Vermuthung, gewiſſe Handlungen vernichtet, oder eine gerichtliche Klage verſagt, es ſey dann, daß das Geſetz den Gegenbeweis vor⸗ behalten habe, und mit Vorbehalt deſſen, was uͤber den gerichtlichen Eid und das gerichtliche Geſtaͤndniß bßimn werden wird. Von Vermuthungen, welche durch kein Geſetz aufgeſtellt ſind. 2333. Vermuthungen, welche durch kein Geſetz aufgeſtellt ſind, bleiben der Einſicht und der Klugheit des Richters überlaſſen, der nur wichtige, beſtimmte und uͤbereinſtimmende Vermuthungen, und bloß in den Fällen annehmen ſoll, wo das Geſetz den Zeugen⸗Beweis zulaͤßt, es ſey dann, doß die Handlung wegen Betrug oder Argliſt angegriffen werde. Vierter Abſchnitt. Von dem Geſtändniſſe der Partey. 1334. Das Geſtaͤndniß, das einer Partey entgegengeſetzt wird, iſt entweder außergerichtlich oder gerichtlich. 1385. Man beruft ſich vergebens auf ein außergericht⸗ liches bloß muͤndliches Geſtaͤndniß, ſo oft die Frage von einer Forderung iſt, uͤber welche kein Zeugen⸗Beweis zuge⸗ laſſen wuͤrde. 1356. Ein gerichtliches Geſtaͤndniß iſt die Erklaͤrung, welche eine Partey oder ihr Special⸗ Febbtige vor Gerichte abgibt. Es beweiſt vollſtaͤndig wider nen der es abgelegt hat. Man kann nicht zu ſeinem Nachtheile einen gheil des Geſtändniſſes von dem andern trennen⸗ 1h0 b1 zu nh hum ½ ) ibi wni ) hn ſin 1 ſh wih uh iht zui ſine ih e hin ſli i buuh Mehn ſihenunn 3 befeyt h Bweſ. lin geu z eſer Mut eihli Gegelhn wi iin kinbnß jir auſeſl ſ Geſ uji Nit dei ih ibenifin nehmen il ſch m, grifin un t. . entn iich n auin di Fuſ intz ie Glin nihiz n6 ii Ut Buch. III. Tit. Von Contracten und Verbindlichkeiten ꝛe. 333 Es laͤßt ſich nicht widerrufen, man beweiſe dann, daß es die Folge eines Irrthums in einer Thatſache war. Unter dem Vorwande eines Rechts⸗Irrthums kann es nicht zuruͤck⸗ genommen werden. F uͤnfter Abſchnitt⸗ Von dem Eide. 1357. Es gibt zwey Gattungen des gerichtlichen Eides? 1) Der Eid, den eine Partey der andern antraͤgt, um die Entſcheidung der Sache davon abhaͤngig zu man nennt ihn den Haupt Eid. 2) Der Eid, den der Richter der einen oder der andern Partey von Amts wegen auflegt. d. 1. Von dem Haupt⸗Eide. 1358. Ueber jede Gattung von Streitigkeiten kann man ſeinem Gegner den Haupt⸗Eid antragen⸗ 1350. Er laͤßt ſich nur uͤber eine der Partey, welcher er angetragen wird, eigene Gerſonliche) Handlung antragen. 1360. Der Antrag dieſes Eides kann geſchehen, in welcher Lage ſich auch immer die⸗ Streitſache befinden mag, und wenn ſchon uͤber die Klage oder die Einrede, woruͤber er geleiſtet werden ſoll, kein Anfang eines Beweiſes vorhanden iſt. 1361. Derjenige, dem der Eid angetragen worden iſt, und der ſich weigert, ihn zu leiſten, oder ihn ſeinem Gegner nicht zuruͤckſchieben will, und ſo auch der Gegner, dem er zuruͤckgeſchoben worden iſt, und der ihn verweigert, muß mit ſeiner Klage oder ſeiner Einrede unterliegen. 1362. Der Eid kann nicht zuruͤckgeſchoben werden, wenn die Handlung, welche den Gegenſtand davon ausmacht, nicht beyden Theilen gemeinſchaftlich„ſondern bloß die perſoͤnliche Handlung desjenigen iſt, dem der Eid angetragen wurde. 1363. Iſt der angetragene oder zuruͤckgeſchobene Eid geleiſtet, ſo wird der Gegentheil nicht me hr mit dem Beweis zugelaſſen, daß er falſch abgeſchworen worden ſen. 334 1 Buch. iIl. Lu. Von cvutrueten und Verbindlichkeiten ꝛ0. . Die Partey, welche den Eid angetragen oder zuruͤckgeſchoben hat, kann ihre Handlung nicht mehr zuruͤck⸗ nehmen, ſobald der Gegner erklart hat, daß er bereit ſey, dieſen Eid zu leiſten. 1365. Der geleiſtete Eid beweiſt nur zum Vortheile des⸗ jenigen, der ihn angetragen hat, oder wider ihn, und zum Portheile ſeiner Erben oder derjenigen, die vermitteiſt eines Particular⸗Titels in ſeine Rechte getreten ſind, und wider dieſelbe. Hat indeſſen einer der Solidar⸗Glaͤubiger dem Schuldner den Eid angettagen, ſo wird dieſer hierdurch nur fuͤr den Antheil dieſes Glaubigers befreyt; Der dem Haupt⸗Schuldner angetragene Ei⸗ befreyt eben⸗ ſalls die Buͤrgen; Der Eid, der einem der Solidar⸗Schuldner angetragen worden iſt, nuͤtzt den Mitſchuldnern; Und der Eid, der dem Buͤrgen angetragen worden iſt, nützt dem Haupt⸗ Schuldner. In den beyden letztern Faͤllen nuͤtzt der Eid des Solidar⸗ Milſchuldners oder des Buͤrgen den übrigen Mitverpflichteten oder dem Haupt⸗Schuldner nur alsdann, wenn er uͤber die Schuld ſelbſt, nicht uͤber die Thatſache der ſolidariſchen Ver⸗ pflichtung, oder der Verbuͤrgung angetragen worden iſt. F§. Von dem Eide, der von Amts wegen— wird. 1366. Der Richter kann einer der Parteyen den Eid auflegen, entweder um die Entſcheidung der Sache davon abhaͤngig zu machen, oder nur, um hiernach den Betrag des Gegenſtandes der Verurtheilung zu beſtimmen. 1367. Der Richter kann Amis halber uͤber die Klage, oder uͤber die Einrede, die ihr emgegengeſetzt worden iſt, den Eid nur unter folgenden zwev Bedingungen auflegen. Es wird erfordert, 1) Daß die Klage oder die Einrete n vollſtän dig erwieſen ſey; 2) Daß ſie nicht von allem Beweiſe entbloſt ſey⸗ 1⁵ lijn ſu ſ ſuh Wih eh unu uf ü bi fium lu Lutit, d When, nn diß er k zun 3 ſhih . ſ ſid, uhn ger den eit utch unſ Ei heftht uldur whu kaͤzen wh bid M ehl Nitenſihr veun ein ſolidniſhut wordtn j trtgen u teren iut er Ciht w h de hi nu. ber di ſ oren i, uftut t wlſin ſ k. Buch. IV. Tit. Von Verbindlichkeiten ohne Vertras. 371 Außer dieſen heyden Faͤllen muß der Richter unbedingt⸗ entweder dem Klaͤger ſeine Forderung zuerkennen, oder die Flage verwerfen. 1368. Der Eid, den der Richter einer der Parteyen Amis halber aufgelegt hat, kann von dieſer der andern Par⸗ tey nicht zuruͤckgeſchoben werden. 1360. Der Richter kann dem Klaͤger den Eid uͤber den Werth der Sache, die er in Anſpruch genommen hat, nur dann auflegen, wenn es ſonſt unmbglich iſt, dieſen Werth auf eine andere Weiſe auszumitteln. Selbſt in dieſem Falle muß der Richter die Somme beſtimmen, bis zu deren Betrage dem Kläger auf ſeinen Eid geglaubt werden ſoll. Wiirter Titel von Verbindlichkeiten, die ohne Vertrag entſtehen. (Decr. den 9. Febr. 1804. Promulg. den 19. des nehml. Mon.) 1370. Gewiſſe Verbindlichkeiten entſtehen, ohne daß irgend ein Vertrag weder von Seiten desjenigen, der ſich verpflichtet, noch von Seiten desjenigen, gegen den er bußbes wird, Statt findet. Einige dieſer Verbindlichkeiten entſtehen bloß aus der Beſtimmung der Geſetze; die andern entſtehen aus einer eigenen perſoͤnlichen Handlung des Verpflichteten. Zu den erſten gehoͤren die Verpflichtungen, die unwill⸗ kuͤhrlich entſtehen, zum Beyſpiele die Verpflichtungen unter Eigenthuͤmern, die aneinander graͤnzen, oder die Verpflich⸗ tungen der Vormuͤnder und anderer Verwalter, die das ihnen aufgetragene Amt nicht ablehnen können. Die Verpflichtungen, die in einer dem Verpfli chteten eige⸗ nen und perſoͤnlichen Handlung ihren Grund haben, entſprin⸗ gen entweder aus Quaſi⸗Contracten, oder aus Delicten oder Quaſi⸗Delicten; ſie machen den Gegenſtand des gegenwaͤr⸗ tigen Titels ans. 56 MI. Buch. IW. Tit. Von Verbindlichkeiten ohne Vertras. Erſtes Capitel. Von Quaſi⸗Contracten(vertragsähnlichen Handlungen). 1371. Quaſi⸗Contraete ſind durchaus willkuͤhrliche Hand⸗ lungen des Menſchen, woraus irgend eine Verbindlichkeit gegen einen Dritten, und zuweilen eine gegenſeitige Verbind⸗ lichkeit beyder Theile entſpringt. 1372. Wer freywillig die Geſchäfte eines andern fuͤhrt, der Eigenthuͤmer mag von der Geſchaͤftsfuͤhrung Wiſſenſchaft haben oder nicht, uͤbernimmt die ſtilſchweigende Verbindlich⸗ keit, die Geſchaͤftsfuͤhrung, die er angefangen hat, fortzu⸗ ſetzen, und zu vollenden, bis der Eigenthuͤmer im Stande iſt, ſelbſt daſuͤr Sorge zu tragen. Er muß ebenfalls alles, was zu demſelben Geſchaͤfte gehort, auf ſich nehmen. Er unterwirft ſich allen Verbindlichkeiten, welche aus einer ausdruͤcklichen, von dem Eigenthuͤmer ihm ertheilten Vollmacht, entſpringen wuͤrden. 1373. Selbſt alsdann, wenn der Eigenthuͤmer vor Been⸗ digung des Geſchaͤftes ſtirbt, iſt er verbunden, ſeine Geſchaͤfts⸗ fuͤhrung ſo lange fortzuſetzen, bis es dem Erben moglich iſt, die Leitung deſſelben zu uͤbernehmen. 1374. Er iſt verbunden, alle Sorgfalt eines guten Haus⸗ vaters auf die Fuͤhrung des Geſchaͤfts zu verwenden. Die Umſtande, die ihn beſtimmt haben, ſich dem Geſchaͤfte zu unterziehen, konnen gleichwohl den Richter zur Maͤßi⸗ gung der Summe ermaͤchtigen, die wegen der Fehler oder der Nachläßigkeit des Geſchaftfuͤhrers dem Eigenthuͤmer des Geſchaftes fuͤr Schadens⸗Erſatz und entbehrten Gewinn gebuͤh⸗ ren moͤchte. 137. Der Eigenthuͤmer, deſſen Geſchaͤft gut gefuͤhrt worden iſt, muß die Verbindlichkeiten erfuͤllen, welche der Geſchaͤftsfuͤhrer in ſeinem Nahmen uͤbernommen hat, ihn fut alle perſoͤnliche Verpflichtungen, denen er ſich unterworfen hat, entſchaͤdigen, und ihm alle nuͤtzliche oder nothwendige Auslagen, die er gemacht hat, erſetzen⸗ hn ſln kut, ſi i ibie d 1 in pi M Un n im hi 3 mſt ſuf mß ſiti we hu bun . 1376. Wer aus Irrthum oder wiſſentlich etwas empfaͤngt, Hulluzt was ihm nicht gebuͤhrt, verpflichtet ſich, es demſenigen zu int erſetzen, von dem er es unbefugt(die Nicht⸗Schuld als e Palill Schuld) empfangen hat. nſiin 1377. Hat jemand eine Schuld getilget, der aus Irr⸗ thum glaubte, daß er Schuldner ſey, ſo iſt er berechtiget, das Gezahlte von dem Glaͤubiger zuruͤckzufordern. III. Buch. 1V. Tit. Von Verbindlichteiten ohne Vertrag. 337 2 Hat indeſſen der Glaͤubiger auf die geſchehene Zahlung an ni die Verſchreibung vernichtet, ſo hat dieſes Recht nicht mehr Statt, und demjenigen, der die Zahlung verfuͤgt hat, bleibt zn ſein Regreß wider den wahren Schuldner vorbehalten. imt intt 1378. War derjenige, der die Zahlung empfangen hat, äui in boſem Glauben, ſo iſt er verbunden, das Capital ſowohl, nehnn als die Zinſen oder die Fruͤchte, von dem Tage der Zahlung ten, wi an, zu erſetzen. t ihn u 1379. Iſt das, was jemand unb⸗fugt empfangen hat, eine unbewegliche, oder eine bewegliche, aber koͤrperliche Sache, hin u ſo iſt derjenige, der ſie empfangen hat, verbunden, ſie in ſin hi Natur zu erſetzen, wenn ſie noch vorhanden iſt, oder den then nit Werth davon, wenn ſie durch ſein Verſchulden zu Grunde gegangen oder verſchlimmert worden iſt; er hat ſogar fuͤr ihren zufaͤlligen Verluſt zu haſten, wenn er ſie in boͤſem nes gunſ Glauben empfangen hat. wendeh⸗ 2„„ 1380. Hat derjenige, der eine Sache in gutem Glauben c benb empfangen hat, ſie verkauft, ſo iſt er nur verbunden, den hn w Kaufpreis zu erſetzen. Ner ii 1381. Derjenige, dem die Sache zuruͤckgegeben wird, binin muß ſelbſt dem unredlichen Beſitzer alle nothwendige und Guiuß nuͤtzliche Koſten erſetzen, die auf die Erhaltung der Sache verwendet worden ſind. ſt u Zweytes Capitel. Von Vergehen und Handlungen, die ihnen gleich geachtet werden(Delicten und Quaſi⸗Delicten). 1382. Jede Handlung eines Menſchen, von welcher Art ſie auch ſeyn mag, die einem andern Schaden verurſacht, G. N. IV. Aufl. 22 t uh 333 I. Vuch. 1w. Tit. Von Verbindlichkeiten ohne Pertrag. verbindet denjenigen, durch deſſen n er ſich ereignet hat, ihn zu erſetzen. 1383. Jeder iſt fuͤr den Schaden verantwortlich, den er durch ſeine Handlung oder auch nur durch ſeine nachlüßgkat oder ſeine Unvorſichtigkeit verurſacht hat. 1384. Maon iſt nicht allein fuͤr den Seden verant⸗ wortlich, den man durch ſeine eigene Handlung verurſacht, ſondern auch fuͤr denjenigen, der aus einer Handlung der Perſonen, fuͤr welche man zu haften hat, oder von e entſteht, die man in ſeinem Verwahr hat. Der Vater, und, nach dem Tode des Mannes, die Mutter ſind fuͤr den Schaden verantwortlich, den ihre minderjaͤhrigen bey ihnen wohnenden Kinder verurſacht haben; Hausherrn und Committenten fuͤr den Schaden, den ihr Hausgeſinde, und die von ihnen angeordneten Geſchaͤftsfuͤhrer in den ihnen anvertrauten Geſchaͤften verurſacht haben; Lehrer und Handwerker fuͤr den Schaden, den ihre Zog⸗ linge und Lehrlinge waͤhrend der Zeit, da ſie unter ihrer Aufſicht ſind, angerichtet haben. Die oben feſtgeſetzte Verantwortlichkeit tritt ein, wenn nicht die Eltern, Lehrer und Handwerker den Beweis fuͤhren, daß ſie die Handlung, welche dieſe Verantwortlichkeit veran⸗ laſſet nicht verhindern konnten. 1355. Der Eigenthuͤmer eines Thieres oder derjenige, der ſich deſſen bedient, waͤhrend es zu ſeinem Gebrauche iſt, iſt fuͤr den Schaden verantwortlich, den das Thier verurſacht. hat, das Thier mag ſich in ſeiner Aufſicht befunden, oder ſich verirrt haben, oder entlauſen geweſen ſeyn. 1386. Der Eigenthuͤmer eines Gebaͤudes iſt fuͤr den Schaden verantwortlich, der durch deſſen Einſturz verurſacht worden, wenn dieſer entweder aus Mangel au Unterhaltung oder durch einen Fehler ſeiner Bauart emſtanden iſt. gu Min ſ w hufi ſun 1 ud ſu li biw de! aude che jht mn he Iizj ſhn b uh iln 1 win ſti ſe Whn Dun wiſch uh wonich 1 ne Mli Scheden n lung vnt t Hul der bon 6 nes, ie tninejht ; cheden, in Geſtiftit icht ſehu „den in ſie mn tritt in, Bn rlichlit u tder hit Geb Ljin uni beſunden, . s ſ jrl ſut mit uin dn it III. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contracte ꝛe. 339 Fnßter Tirel. Von dem Heiraths⸗Contracte und den gegen⸗ ſeitigen Rechten der Ehegatten. (Deeret. den 10. Febr. 1804. Promulg. den 20. des nehml. Mon.) Er ſte e Allgemeine Verfuͤgungen. 1387. Das Geſetz beſtimmt die Wirkungen der helichen Verbindung in Beziehung auf das Vermoͤgen nur in Ermau⸗ gelung beſonderer Vertraͤge, welche, vorausgeſetzt, daß ſie den guten Sttten nicht zuwider ſind, die Ehegatten nach Gutfinden, jedoch unter folgenden Einſchraͤnkungen, ſchließen können. 1388. Die Ehegatten koͤnnen weder an den Rechten, die aus der Gewalt des Mannes uͤber die Perſon der Frau und der Kinder entſpringen, oder die dem Manne als Ober⸗ haupt zuſtehen, noch an den Rechten, welche dem Ueber⸗ lebenden der Ehegatten in dem Titel von der vaterlichen Gewalt, und in dem Titel von der Winderjaͤhrigkeit, der vormundſchaft und Emancipation beygelegt ſind, noch an den verbiethenden Verfuͤgungen des gegenwaͤrtigen Geſetze buches etwas abaͤndern. 1389. Sie koͤnnen keinen Vertrag ſchließen, keine Ver⸗ zicht leiſten, deren Zweck ſeyn moͤchte, die geſetzliche Ord⸗ nung der Erbfolge entweder in Beziehung auf ſich ſelbſt bey der Erbfolge ihrer Kinder oder Abkoͤmmlinge, oder in Beziehung auf ihre Kinder unterrinander zu veraͤndern, unbe⸗ ſchadet jedoch der Schenkungen unter Lebenden oder durch Teſtament, welche nach den in dem gegenwaͤrtigen Geſetz⸗ buche beſtimmten Formen, und in den hierin Wsgebeen Statt haben koͤnnen. 390. Den Ehegatten iſt es nicht mehr erlaubt, in allge⸗ n Ausdruͤcken die Uebereinkunft zu treffen, daß ihre geſell⸗ ſchaftliche Verbindung nach einer der Gewohnheiten, Geſetze, oder Local Statuten beſtimmt werden ſoll, die vormahls die 34 1I. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contraete ꝛe. verſchiedenen Theile des franzoſiſchen Gebiethes beherrſchten⸗ und die durch das gegenwaͤrtige Geſetzbuch abgeſchafft ſind. 1301. Sie koͤnnen gleichwohl in allgemeinen Ausdruͤcken erklären, daß ihre Abſicht ſey, ſich nach den Geſetzen uber die eheliche Guͤter⸗Gemeinſchaft, oder nach Dotal⸗Rechten zu heirathen. Im erſten Falle, und wo eheliche Guter⸗Gemeinſchaft eintritt, ſollen die Rechte der Ehegatten und ihrer Erben nach den Verfuͤgungen des zweyten Capitels des gegen waͤr⸗ tigen Titels beſtimmt werden. Im zweyten Falle, und wo die Dotal⸗Rechte Statt haben, ſind ihre Rechte nach den Verfügungen des dritten Capitels zu beurtheilen. 1302. Die bloße Ausbedingung, daß die Frau ſich ein gewiſſes Vermoͤgen zum Brautſchatze ausſetzt, oder ihr zum Brautſchatze ausgeſetzt wird, iſt nicht hinreichend, um dieſes Vermoͤgen den Dotal⸗Rechten zu unterwerfen, wenn in dem Heiraths⸗Contracte nicht eine anedruͤck. iche Erklaͤrung in dieſer Hinſicht enthalten iſt. Eben ſo folgt aus der bloßen Erklaͤrung der Ehegatten⸗ daß ſie ſich ohne Guͤter⸗Gemeinſchaft heirathen, oder daß eine vollige Abſonderung des Vermdoͤgens unter ihnen Statt haben ſoll, nicht, daß ſie den Dotal⸗Rechten ſich unter⸗ worfen haben. 1393. In Ermangelung beſonderer Vertraͤge, welche an den Geſetzen uͤber die Guͤter⸗Gemeinſchaft etwas abaͤndern oder ſie einſchraͤnken, gelten die Grundfätze, die im erſten Theile des zweyten Capitels feſtgeſetzt ſind, als gemeines Recht von Frankreich. 1304. Alle Ehe⸗Verträge ſollen vor der Heirath mittelſt einer Notarial⸗Urkunde abgefaßt werden. 1393. Nach der H.irath konnen ſie in keinem Stuͤcke veraͤndert werden⸗ 1396. Veraͤnderungen, die vor der Heirath daran vorge⸗ nommen werden moͤchten, muͤſſen durch eine in eben der — jn, uſu l icht ut ii u6 i) ſun uu Mn bo 6 ſt ju ſ (nt zi on vit wi unn, ihes linnt ze ſh ſu ninen Au de Giiut iterheni und ihn d zun chuemt diun(z die Fin ſit „dih chend, mi wni llimit de eit uhen, ſer ihn e tn ſc ige, w ms i di mii „4 zm in i tiun öi nm hel — RI. Buch. V. Tit. Von dem Hreiraths⸗Contracte ꝛe. 341 Form, wie der Heiraths⸗Contract ſelbſt, abgefaßte Urkunde conſtatirt(in Gewißheit geſetzt) werden. Außerdem gilt keine Veraͤnderung, kein Gegenſchein, wenn nicht alle Perſonen, die als Mit⸗Contrahenten an dem Hei⸗ raths⸗Contracte Theil genommen haben, zu gleicher Zeit dabey erſchienen ſind, und eingewilliget haben. 1307. Alle Veraͤnderungen und Gegenſcheine, wenn ſie auch mit den Formen verſehen waͤren, welche im vorhergehen⸗ den Artikel vorgeſchrieben ſind, ſind in Hinſicht dritter Per⸗ ſonen ohne Wirkung, wenn ſie dem Hriginal⸗Heiraths⸗Con⸗ tracte nicht als Anhang beygefuͤgt worden ſind; und der Notar darf bey Straſe, den Contrahenten fuͤr allen Schaden und entbehrten Gewinn zu haften, und, den Umſtaͤnden nach, bey noch ſchwererer Strafe keine Ausfertigung des Heiraths⸗ Contractes, in welcher Form es auch ſey,(ni grosses, ni expẽditions) ausliefern, ohne die Beraͤnderung oder den Gegen⸗ ſchein unmittelbar nach dem Contracte der Ausfertigung ein⸗ zuruͤcken.. 1398. Ein Minderjaͤhriger, der faͤhig iſt, zu heirathen, iſt ebenfalls faͤhig, alle Vertraͤge zu ſchließen, die bey dieſem Contracte Statt haben koͤnnen, und die hierin von ihm ein⸗ gegangenen Vertraͤge und gemachten Schenkungen ſind gltig⸗ vorausgeſetzt, daß bey dem Contracte diejenigen Perſonen mitgewirkt haben, deren Einwilligung zur Guͤltigkeit der Ehe nothwendig iſt. Z weytes Capitel. Von den Grundſaͤtzen, die bey der ehelichen Guͤter⸗Gemein⸗ ſchaft eintreten. 1309. Die eheliche Guͤter⸗Gemeinſchaft, ſie mag e oder vertragsmaͤßig ſeyn, nimmt von dem Tage an, da die Heirath vor dem Beamten des Civil⸗Standes geſchloſſen wor⸗ den iſt, ihren Anfang. Man kann ſich nicht ausbed ingen, daß ſie mit einem andern Zeitpuncte anfangen ſoll. 34 IM. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contraete ꝛe. Ser ſt er Theil⸗ Von der geſetzlichen Güter⸗Gemeinſchaft. 1400. Die Gemeinſchaft, welche aus der bloßen Erklä⸗ rung entſpringt, daß man ſich nach den Grundſätzen der ehelichen Guͤter⸗Gemeinſchaft verheirathe, oder auch dann eintritt, wenn kein Contract geſchloſſen worden iſt, richtet ſich nach den Regeln, die in den folgenden ſechs Abſchnitten erklaͤrt ſind. 3 Erſter Abſchnitt. Was an Vermogen und Schulden zur Güter⸗Gemeinſchaft gehoͤrt. S 1. Von dem Aetiv⸗Vermoͤgen der Güter⸗Gemeinſchaft. 1o1. Zu dem Activ⸗Vermogen der Guͤter⸗Gemeinſchaft 1) Alles Mobiliar⸗Vermoͤgen, das die Ehegatten an dem Tage der Heirath beſaßen, ſo wie alles Mobiliar⸗Vermoͤgen, das ihnen wahrend der Ehe durch Erbfolge oder ſelbſt durch Schenkung anfaͤllt, wenm der Schenkende nicht das Gegentheil ausgebruckt hat; 2) Alle Fruͤchte, Einkuͤnfte, Zinſen und Renten, welcher Ratur ſie immer ſeyn moͤgen, die waͤhrend der Ehe verfallen oder bezogen worden ſind, und von den Guͤtern, die den Chegatten zur Zeit ihrer Verheirathung zugehoͤrten, oder von jenen herruͤhren, die ihnen waͤhrend der Ehe, aus was fuͤr einem Rechtsgrunde es immer ſey, zugefallen ſind; 3) Alle Immobilien, welche waͤhrend der Ehe erworben werden. ⁴ 1402. Jede unbewegliche Sache wird als Erwerb der Guͤter⸗Gemeinſchaft betrachtet, wenn nicht bewieſen wird, daß einer der Ehegatten vor der Ehe das Eigenthum oder den geſetzmaͤßigen Beſitz davon hatte, oder daß es ihm waͤh⸗ rend der Ehe durch Erbfolge oder Schenkung zugefallen iſt. 1403. Holzſchläge, ſo wie die Ausbeute der Steinbruͤche und Bergwerke, fallen in die Gemeinſchaft, in Anſehung 1 lUl ie u lu tinn mk ſ liin Muh pin, i im bij Eu ſe ilt in Uu ſe un hit nn ſhe Uunnn ſchſt. ier beng Gnnſtt der uhh orden jf, i ſchs t. Heneſt eeinſchtt iunniſ hegetunu bilinn odet ſhſt t s hn Reitn, der 6i ui ütem, i rten, u „ut u ſic rE mn ſs Euil henint inſu 6int zyilt bii III. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contracte e. 343 alles deſſen, was, nach den unter dem Titel von dem Nieß⸗ brauche, dem Gebrauche und der Wohnung erklaͤrten Regeln, als Nießbrauch betrachtet wird. Unterblieben die Holzſchlage, die zu Folge dieſer Regeln waͤhrend der Gemeinſchaft gemacht werden konnten, ſo gebuͤhrt dem Ehegatten, welcher der Eigenthuͤmer des Bodens nicht iſt, oder ſeinen Erben hiefuͤr Erſatz⸗ Sind die Steinbruͤche und Bergwerke erſt waͤhrend der Ehe erdffnet worden, ſo faͤllt die Ausbeute davon nur mit Vorbehalt der Verguͤtung oder Entſchaͤdigung fuͤr den Ehe⸗ gatten, dem ſie gebuͤhren mag, in die Gemeinſchaft. 1404. Immobilien, welche die Ehegatten an dem Tage ihrer Heirath beſitzen, oder die ihnen waͤhrend der Ehe durch Erbfolge zufallen, gehoͤren nicht in die Gemeinſchaft. Haͤtte gleichwohl einer der Ehegatten nach dem Heiratht⸗ Contracte, worin die Guͤter-Gemeinſchaft bedungen war, aber vor der Heirath eine unbewegliche Sache erworben, ſo faͤllt die in dieſer Zwiſchenzeit erworbene unbewegliche Sache in die Gemeinſchaft, die Erwerbung ſey dann zu Folge einer Clauſel des Heiraths⸗Contractes geſchehen, in welchem Falle ſie nach dem Inhalte des Vertrags beurtheilt werden muß⸗ 1405. Immobilien, welche waͤhrend der Ehe nur einem von beyden Ehegatten geſchenkt werden, fallen nicht in die Guͤter⸗Gemeinſchaft, und gehdren dem Geſchenknehmer allein, wenn nicht die Schenkung ausdruͤcklich enthaͤlt, daß die ge⸗ ſchenkte Sache der Gemeinſchaft zugehdre. 1406. Immobilien, welche der Vater, die Mutter oder ein anderer Ascendent einem der Ehegarten abgetreten oder uͤbertragen hat, entweder um ihn fuͤr das zu befriedigen, was er ihm ſchuldig iſt, oder mit der Bedingung, die Schul⸗ den des Schenkers bey Fremden zu berichtigen, fallen nicht in die Gemeinſchaft, jedoch mit Vorbehalt der Verguͤtung oder Entſchädigung. 1407. Ein unbewegliches Gut, das waͤhrend der Ehe durch Tauſch gegen ein anderes, einem der beyden Ehegatten 344 Kr. Buch. v. Lit. Von dem Heiraths⸗Contraete ꝛe. zugehdriges unbewegliches Gut, erworben wird, faͤllt nicht in die Gemeinſchaft, und tritt an die Stelle des veraͤußerten, mit Vorbehalt des Erſatzes, wen beym Tauſche etwas her⸗ ausgegeben worden iſt. 1408. Iſt einer der Ehegatten in Hinſicht eines unbe⸗ weglichen Gutes in unzertheilter Gemeinſchaft mit andern, und wird waͤhrend der Ehe ein Theil dieſes Gutes bey einer Verſteigerung aus Haß der Gemeinſchaft oder auf andere Weiſe erworben, ſo gehoͤrt dieſer Theil nicht unter die ehe⸗ liche Errungenſchaft, jedoch muß die Gemeinſchaft fuͤr die Summe entſchaͤdiget werden, die ſie zu dieſer Erwerbung hergegeben hat. Sollte der Ehemann allein und in ſeinem eigenen Nahmen ein unbewegliches Gut, das der Ehefrau in unzertheilter Gemeinſchaft mit andern zugehoͤrte, ganz oder zum Theile erwerben oder bey einem oͤffentlichen Verkaufe anſteigern, ſo hat dieſe bey Aufloͤſung der ehelichen Guͤter⸗Gemeinſchaft die Wahl, entweder das Gut der Gemeinſchaft zu uͤberlaſſen, die alsdann der Ehefrau den an dem Preiſe ihr zugehorigen Antheil zu erſetzen verbunden iſt, oder das Gut an ſich zu nehmen, dagegen aber der Gemeinſchaft den Erwerbungs⸗ Preis zu erſtatten. 5. Von den Laſten der ehelichen Güter⸗Gemeinſchaft, und von den Kiagen, die hieraus wider die Gemeinſchaft entſtehen. 1409. Zu den Paſſiv⸗Schulden und Laſten der Gemein⸗ ſchaft gehoͤren, 1) Alle Mobiliar⸗Schulden, welche die Ehegatten am Tage ihrer Heirath zu zahlen hatten, oder womit die Erbſchaften belaſtet ſind, die ihnen während der Ehe anfallen, mit Vor⸗ behalt der Verguͤtung fuͤr diejenigen Schulden, die ſich auf die Immobilien beziehen, welche dem einen oder dem andern Ehegatten ausſchließlich zugehdren; 2) Schulden, die der Mann waͤhrend der Guͤter⸗Gemein⸗ ſchaft, oder die Frau mit Bewilligung des Mannes gemacht 4 uhn eitn ub . ſui ii pu hnd mi ph de M un . Du tiyn jn, d u un utut ic, ſlt dz niuſn iſhe unn ſcht isu uft ni Un Guts iit. idet uf ſ i inſhi jin in kun igennhi in un der zn uße anfin enmii zu i ihr znt hut unith Erre „u u enehen er bin ſun nl Eſh , nih ſe ſhu hen un unbini zm I. Buch. v. Tit. Von dem Heiraths⸗Contracte ꝛe. 345 hot, ſie beſtehen in Capitalien, faͤlligen Renten oder Zinſen, mit Vorbehalt der Verguͤtung, in den Faͤllen, wo ſie Statt hat;— 3) Von den Renten oder Paſſiv⸗Schulden, die den beyden Ehegatten perſonlich zur Laſt liegen, bloß der jährliche Betrag der Erſtern, und die Zinſen der Letztern; 4) Die Reparaturen der Immobilien, die nicht in die Gemeinſchaft fallen, in ſo weit ſie der Nießbraucher zu beſtreiten verbunden iſt; 5) Der Unterhalt der Ehegatten, Erziehung und Unter⸗ haltung der Kinder, und alle uͤbrigen Laſten der Ehe. 1410. Fuͤr die Mobiliar⸗Schulden, welche vor der Ehe von der Frau gemacht worden ſind, haftet die Gemeinſchaft nur in ſo fern, als ſie ſich aus einer vor der Ehe zu Stande gekommenen, authentiſchen oder andern Urkunden ergeben, die vor demſelben Zeitpuncte durch die Einregiſtrirung oder durch den Tod einer oder mehrerer Perſonen, die dieſe Urkunde unterzeichnet haben, ein gewiſſes Datum erhalten hat. Wer zu Folge einer Urkunde, die vor der Ehe kein gewiſſes Datum hat, Glaͤubiger der Frau iſt, kann nur das bloße Eigenthum der ihr perſoͤnlich zugehdrigen Immobilien angrei⸗ fen, um ſeine Bezahlung daraus zu erhalten. Der Mann, der eine Schuld dieſer Art fuͤr ſeine Frau gezahlt zu haben behauptet, kann weder von ihr ſelbſt, noch von ihren Erben dafuͤr Verguͤtung verlangen. 1411. Fallen den Ehegatten wäͤhrend der Ehe Erbſchaften an, die bloß aus beweglichen Guͤtern beſtehen, ſo hat die Gemeinſchaft die darauf haftenden Schulden ganz zu tragen. 1412. Beſteht die Erbſchaft, welche einem der Ehegatten waͤhrend der Ehe anfaͤllt, nur aus unbeweglichen Guͤtern, ſo fallen die Schulden nicht der Gemrinſchaft zur Laſt; die Glaͤubiger haben gleichwohl das Recht, aus den Immobilien dieſer Erbſchaft ihre Zahlung zu fordern. Iſt die Erbſchaft dem Manne angefallen, ſo ſind gleich⸗ wohl die Glaͤubiger, die an dem Nachlaſſe zu fordern haben, 346 II. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contraete ꝛe. befugt, aus allen Guͤtern, die dem Manne eigen ſind, o anch ſelbſt aus denjenigen, die zur Gemeinſchaft ihre Zahlung zu fordern; in dieſem zweyten Falle bleibt jedoch die Verguͤtung vorbehalten, die alsdann der Ehegattinn oder ihren Erben gebuͤhrt. rarz. Iſt eine nur aus Imtilien beſtehende Erbſchaft der Ehegattinn angefallen, und dieſe hat ſie mit Einwilligung ihres Mannes angenommen, ſo kdunen die Glaͤnbiger, die an dem Nachlaſſe zu ſordern haben, aus dem ſämmtlichen der Ehegattinn perſoͤnlich zuſtehenden Vermogen ihre Zahlung fordern; iſt aber die Erbſchaft von der Ehegattinn nur zu Folge einer auf die Weigerung des Mannes von dem Gerichte eshaltenen Autoriſation angenommen worden, ſo koͤnnen die Glaäubiger, wenn die zur Erbſchaft gehörigen Immobilien nicht hinreichen, ſich nur an dem bloßen Eigenthum des uͤbrigen der Frau perſoͤnlich zuſtehenden Vermdogens erhohlen. 1414. Beſteht die Erbſchaft, welche einem der Ehegatten angefallen iſt, theils aus Mobilien, theils aus Immobilien, ſo fallen die daranf haftenden Schulden der Gemeinſchaft nur nach dem Verhaͤltniſſe zur Loſt, in welchem die Mobilien zu den Schulden beytragen muͤſſen, wobey auf den Werth dieſer Mobilien in Vergleichung mit dem der Immobilien Ruͤckſicht zu nehmen iſt. Dieſer in Beytrag wird nach dem Inven⸗ tarium beſtimmt, das der Mann entweder in eigenem Nah⸗ men, wenn die Erbſchaft ihn perſoͤnlich angeht, oder als derjenige, der die Handlungen ſeiner Ehegattinn leitet und autoriſirt, wenn von einer ihr angefallenen Erbſchaft die Rede iſt, errichten laſſen muß. 1415. In Ermangelnng eines Inventariums, und in allen Fällen, wo deſſen Abgang der Ehegattinn zum Nach⸗ theile gereicht, bleibt es ihr oder ihren Erben unbenommen, nach aufgeldſter Guͤter-Gemeinſchaft, die ihr von Rechts wegen gebuͤhrenden Verguͤtungen in Anſpruch zu nehmen, und ſogar ſowohl durch Urkunden und Familien⸗ Papiere, als mu ae n aut hin thun mig utn,. izn ſu inſht ſ ſten zul obechh ſiheetit nit kinl hlut, un ſimt ign inzt hegetinn von ben ſt ſlun igen unt Cihenn nizens u en der in aus Imi Geninſti di Mül den Pehi tbilin hii ich den u igenn eht, it nin liun lſteſlib imt, u n jn mien nn ſ zun in, II. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contracte ꝛe. 347 durch Zeugen, und im Rothfalle durch den gemeinen Ruf zu beweiſen, worin das nicht inventirte Mobiliar⸗Vermögen beſtanden, und welchen Werth es gehabt habe. Der Mann wird niemahls zu dieſem Beweiſe zugelaſſen. 1416. Die Verfuͤgungen des 114. Art. verhindern die Glaͤubiger einer zum Theile aus Mobilien, zum Theile aus Immobilien beſtehenden Erbſchaft nicht, ihre Befriedigung aus den zur Gemeinſchaft gehoͤrigen Guͤtern zu fordern, die Erbſchaft mag dem Manne oder der Frau angefallen ſeyn⸗ wenn dieſe ſie mit Bewilligung des Mannes angenommen hat; alles iedoch mit Vorbehalt der gegenſeitigen Verguͤtungen⸗ Eben ſo verhaͤlt es ſich, wenn die Erbſchaft von der Ehegattinn nur zu Folge einer von dem Gerichte erhaltenen Autoriſation angenommen, das dazu gehdrige Mobiliar⸗Ver⸗ mogen gleichwohl mit jenem der Gemeinſchaft vermiſcht wor⸗ den iſt, ohne daß vorher ein Inventarium errichtet wurde. 1417. Iſt die Erbſchaft auf die Weigerung des Mannes nur zu Folge einer gerichtlichen Autoriſation von der Frau angenommen, und ein Inventarium errichtet worden, ſo koͤn⸗ nen die Glaͤubiger, um zu ihrer Beſriedigung zu gelangen, nur die zur Erbſchaft gehdrigen beweglichen und unbeweglichen Guͤter, und wenn dieſe nicht hinreichen, das bloße Eigen⸗ thum des uͤbrigen der Ehegattinn perſoͤnlich zuſtehenden Ver⸗ moͤgens angreifen. 1418. Die Regeln, welche im 1411. Art. und den folgen⸗ den frſtgeſtellt ſind, ſind auf die einer Schenkung anklebenden Schulden eben ſo, wie auf Erbſchafts⸗Schulden anwendbar. 1419. Hat die Frau mit Bewilligung des Mannes Schul⸗ den gemacht, ſo koͤnnen die Glaͤnbiger, um ihre Bezahlung zu erhalten, ſowohl das geſammte Vermoͤgen der Gemeinſchaft als jenes des Mannes oder der Frau angreifen; jedoch mit Vorbehalt der Verguͤtung, welche der Gemeinſchaft gebuͤhrt, oder der Entſchaͤdigung, die dem Manne zukommt. 1420. Jede Schuld, welche die Frau nur kraft einer allgemeinen oder beſondern Vollmacht des Mannes gemacht 348 MI. Buch. v. Tit. Von dem Heiraths⸗Contraete e.. hat, füur der Gemeinſchaft zur Laſt, und der Gläubiger kann ihre Zablung weder von der Frau, noch aus ihrem perſonlichen Vermogen fordern.— 3 weyter Abſchnitt⸗ Pon der Verwaltung der Güter⸗Gemeinſchaft und den Wirkungen der von dem einen oder dem andern Ehegatten in Beziehung auf die eheliche Geſellſchaft vorgenommenen Handlungen. 1421. Der Mann verwaltet allein die zur Gemeinſchaft gehoͤrigen Guͤter. Er kann ſie ohne Mitwirkung der Frau verkaufen, ver⸗ äußern und zur Hppothek ſtellen. 1422. Er iſt nicht berechtigt, durch eine unter Lebenden uͤber die Immobilien, die zur Gemeinſchaft gehdren, noch uͤber das geſammte Mobiliar⸗Vermoͤgen oder einen ali⸗ quoten Theil deſſelben unter einem wohlthaͤtigen Titel zu verordnen, es ſey dam, um gemeinſchaftliche Kinder zu eta⸗ bliren(verſorgen). Er kann nichts deſtoweniger unter einem wohlthaͤtigen und Particular⸗Titel uͤber bewegliche Sachen zum Vortheile einer jeden Perſon verordnen, vorausgeſetzt, daß er ſich den Nieß⸗ prauch davon nicht vorbehalte. 1423. Schenkungen, welche der Mann durch eine letzte Willens⸗Verordnung macht, duͤrfen ſeinen Antheil an der Guͤter⸗Gemeinſchaft nicht uͤberſteigen⸗ Hat er in dieſer Form eine zur Gemeinſchaft gehorige Sache geſchenkt, ſo kann der Geſchenknehmer ſie nur dann in Natur fordern, wenn die geſchenkte Sache bey der Thei⸗ lung in das Los der Erben des Mannes faͤllt. Faͤllt ſie nicht in das Los dieſer Erben, ſo gebuͤhrt dem Legatar aus dem Antheile der Erben des Mannes an der Guͤter⸗Gemein⸗ ſchaft, und aus dem eigenen Vermogen dieſes Letztern die Verguͤtung des ganzen Werths der geſchenkten Sache. 1424. Geldſtrafen, die der Mann fuͤr ein Verbrechen verwirkt hat, das den buͤrgerlichen Tod nicht nach ſich zieht, tönnen aus den Gätern der Gemeinſchaft beygetrieben werden G uM u6 ſlu ühuh vu lin lihn nbt ui ſin ſih w un 3 it b nt dn bi uch uh k. din Uihn ten in dit anilun ur Gini beluſu, Hunimn iuſtzizin odt in ign U eiren wohlihiiun Porheit t ſih ul durh iut Unhel u! nſhiz n ſi un b ub iln ſil n Vn 1 ßiunb uln bich. in vun u ſi j in n e M. Buch. V. Lit. Von dem Heiraths Contraete ꝛe. 345 und der Frau bleibt die ihr gebuͤhreude Vergutung vorbehal⸗ ten. Gelbſtrafen, welche die Frau verwirkt hat, können, ſo lange die Guͤter⸗Gemeinſchaft dauert, nur aus dem blsßen Eigenthum der ihr perſonlich zugehdrigen Guͤter eingetrieben werden. 1425. Verurtheilungen, welche wider einen der beyden Ehegatten wegen eines Verbrechens ergangen ſind, das den buͤrgerlichen Tod nach ſich zieht, treffen nur ſeinen Antheil an der Guͤter⸗Gemeinſchaft und ſein eigenes Vermoͤgen. 1426. Fuͤr Handlungen, welche die Fran ohne die Ein⸗ willigung des Mannes und ſogar unter gerichtlicher Antori⸗ ſation vorgenommen hat, haften die Guͤter der Gemeinſchaft nicht, den Fall ausgenommen, wo ſie als offentliche Kauf⸗ und Haudelsfrau und in den Seſhöften ihrer Handlung contrahirt.*) 1427. Eine Frau kaun weder 3 verbinden, noch die Guͤter der Gemeinſchaft verpfaͤnden, waͤre es auch um ihren Mann aus dem Gefaͤngniſſe zu befreyen, oder in Abweſenheit des Mannes um ihren Kindern eine Verſorgung zu verſchaf⸗ ſen, ſie ſey dann von dem Gerichte hiezu ermaͤchtiget worden. 1428. Der Mann hat die Verwaltung uͤber das ganze der Frau perſoͤnlich zugehoͤrige Vermoͤgen. Er kann alle Mobiliar- und poſſeſſoriſche Klagen, welche der Frau zuſtehen, allein geltend machen. Er kann die ſeiner Frau perſoͤnlich zugehdrigen unbe⸗ weglichen Guͤter nicht ohne ihre Einwilligung veraͤußern. Er iſt fuͤr jede Verſchlimmerung der ſeiner Frau perſonlich zugehdrigen Guͤter verantwortlich, die aus Mangel der zu ihrer Erhaltung erforderlichen Vorkehrungen entſtanden iſt. 1479. Verpachtungen, welche der Mann allein auf mehr als neun Jahre mit den Guͤtern ſ iner Frau vorgenommen hat, ſind, wenn die Guͤter⸗Gemeinſchaft aufgeldſt wird, fuͤr die Frau oder ihre Erben nur fuͤr diejenig⸗ Zeit verbindlich, *) Sithe Art. 4 3 6. 7 des Handſungs⸗Geſetzbuches. 350 III. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contraete ze. 6 die an der erſten Periode von neun Jahren, wenn die Par⸗ teyen ſich noch darin befinden, oder an der zweyten Periode und ſo weiter noch uͤbrig iſt, ſo daß der Paͤchter nur das Recht hat, den Genuß der Periode von neun Jahren, worin er ſich befindet, zu vollenden. 1430. Verpachtungen von neun oder weniger als neun Jahren, welche der Mann allein mehr als drey Jahre vor dem Ende der laufenden Pachtung, in ſo ſern von Land⸗ guͤtern die Rede iſt, oder mehr als zwey Jahre vor demſelben Zeitpuncte, wenn von Haͤuſern die Rede iſt, über die Guͤter ſeiner Frau geſchloſſen oder erneuert hat, ſind ohne Wirkung, wenn nicht ihre Vollziehung vor Aufloͤſung der Guͤter⸗Gemein⸗ ſchaft ihren Anfang genommen hat. 143r. Eine Frau, die ſich in Angelegenheiten der Guͤter⸗ Gemeinſchaft oder des Mannes ſolidariſch mit ihrem Manne verbindet, wird in Beziehung auf dieſen nur ſo betrachtet, als hätte ſie ſich bloß als Bürge verpflichtet. Fur die Ver⸗ bindlichkeit, welche ſie uͤbernommen hat, muß ſie entſchaͤdigt werden. 1432. Der Mann, der fuͤr einen von ſeiner Frau geſche⸗ henen Verkauf einer ihr perſdnlich zugehorigen unbeweglichen Sache ſolidariſch oder auf andere Weiſe die Gewaͤhrleiſtung uͤbernimmt, hat gleichfalls, wenn er deßhalb in Anſpruch genommen wird, einen Regreß gegen ſie, und kann ſich entweder an ihrem Antheile an der Guͤter⸗Gemeinſchaft oder an ihrem eigenen Vermoͤgen erhohlen. 1433. Iſt eine unbewegliche Sache, die einem der Ehe⸗ gatten zugehdrte, verkauft, oder ſind Dienſtbarkeiten mit Geld losgekauft worden. wozu Grundſtuͤcke berechtiget waren, die einem von ihnen eigen ſind, und die Gemeinſchaft hat den Preis bezogen, ohne daß er wieder angelegt worden iſt, ſo hat der Ehegatte, dem entweder die verkaufte unbeweg⸗ liche Sache oder die abgeldſten Grundgerechtigkeiten zuge⸗ horten, dieſen Preis aus der Gemeinſchaft zum Voraus zu beziehen. ſiöt lui uß ui unh 1 nk ſut ih ſi jmn iiht bi in Mn ſii in wo d. ihn tid ini uh Lun wni zweytn hi hichnu n hnn wenize t s dny n ſen mt hre wrin „ibe ſit nd ohn e Gitnhn theiten do nit iten mr ſo hnt Fit i iß ſi u inet fu en mnöent Genittti alb i lin lni jemeiſh inen ut nfünlin nchiztt miſt iz mn uft niu hihtin un Im II. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contracte ꝛc. z5r 1434. In Hinſicht des Mannes nimmt man an, daß der Preis wieder angelegt worden ſey, wenn er bey einer neuen Erwerbung erklart hat, daß ſie mit dem Gelde, das von der Veraäußerung der ihm fuͤr ſeine Perſon zugehdrigen unbe⸗ weglichen Sache herruͤhrt, und in der Abſicht geſchehen ſey, um das Veraͤußerte zu erſetzen. 1435. Die Erklaͤrung des Mannes, daß die Erwerbung mit dem Gelde geſchehen ſey, welches von einer von der Frau verkauſten unbeweglichen Sache herruͤhrt, und daß es die Abſicht ſey, das Geld auf dieſe Weiſe wieder anzulegen, iſt nicht hinreichend, wenn dieſe Wiederanlegung von der Frau nicht foͤrmlich angenommen worden iſt. Hat ſie dieſelbe nicht angenommen, ſo beſchraͤnkt ſich bey der Aufloͤfung der Guͤter⸗Gemeinſchaft ihr Recht bloß auf Vergaͤtung des Preiſes ihres verkauften unbeweglichen Gutes. 1436. Der Preis einer unbeweglichen Sache, die dem Manne zugehoͤrte, wird einzig aus der Maſſe des gemein⸗ ſchaftlichen Vermoͤgens verguͤtet; der Preis einer unbeweg⸗ lichen Sache, welche der Frau zugehoͤrte, muß in dem Falle, wo das gemeinſchaftliche Vermoͤgen nicht hinreicht, aus den eigenen Guͤtern des Mannes erſetzt werden. In allen Fällen wird nur der Preis verguͤtet, wofuͤr die Sache verkauft wor⸗ den iſt, was auch immer uͤber den Werth der veraͤußerten unbeweglichen Sache angefuͤhrt werden mag. 1437. So oft aus dem gemeinſchaftlichen Vermoͤgen eine Summe genommen wird, entweder um Schulden eder Laſten zu tilgen, die einen der Ehegatten fuͤr ſeine Perſon allein angehen, zum Beyſpiele um den Preis einer ihm eigenthuͤm⸗ lichen unbeweglichen Sache ganz oder zum Theile zu zohlen, oder Grundlaſten abzuldſen, oder um das ihm eigene Ver⸗ moͤgen wieder zu erlangen, zu erhalten oder zu verbeſſern, und uͤberhaupt ſo oft einer von beyden Ehegatten einen per⸗ ſoͤnlichen Vortheil aus den gemeinſchaftlichen Guͤtern gezogen hat, iſt er verbunden, dafuͤr Verguͤtung zu leiſten. 1438. Haben Vater und Mutter einem gemeinſchaftlichen Kinde zuſammen ein Heiraths⸗Gut gegeben, ohne den Antheil 37 1. Buch. V. Lit. Von dem Heiraths⸗Contraete ꝛe. auszudrucken, den ſie hiezu beytragen wollten, ſo tritt die Vermuthung ein, daß ein jeder von ihnen die Haͤlfte des Heiraths⸗Gutes hergegeben habe; es mag in Effecten, welche zur Gemeinſchaft gehoͤrten, oder in Guͤtern, die einem von beyden Chegatten fuͤr ſich eigen waren, hergegeben oder ver⸗ ſprochen worden ſeyn.» In dem zweyten Falle hat der Ehegatte, aus n eige⸗ nem unbeweglichen oder ſonſtigem Vermdogen der Brantſchatz gnommen worden iſt, einen Anſpruch an dem Vermdoͤgen des andern, um fuͤr die Haͤlfte dieſes Brautſchatzes nach Maßgabe des Werthes, den die hiefür hergegebene Sache zur Zeit der Schenkung gehabt hat, entſchaͤdiget zu werden. 1430. Des Heiraths⸗Gut, welches der Mann allein einem gemeinſchaftlichen Kinde aus dem Vermogen der Guͤter⸗ Gemeinſchaft verſchafft hat, faͤllt der Gemeinſchaft zur Laſt; und wenn die Frau die Gemeinſchaft annimmt, ſo muß ſie die Haͤlfte des Brautſchatzes tragen, der Mann habe dann ansdruͤcklich erklaͤrt, daß er ihn ganz, oder einen groͤßern Theil als die Haͤlfte auf ſich nehme. 1440. Wer etwas als Heiraths⸗Gut hat, iſt ſchuldig, hiefuͤr die Gewaͤhr zu leiſten. Die Zinſen davon nehmen mit dem Tage der Heirath ihren Anfang, wenn ſchon eine Zahlungs Friſt geſtattet worden iſt, man habe dann ein ander,s ausbedungen. Dritter Abſſchnitt. Von der Auftſung der Guͤter⸗Gemeinſchaft und einigen ihrer Folgen. 1441. Die Guͤter⸗Gemeinſchaft wird aufgeldſt, 1) durch den natuͤrlichen; 2) durch den buͤrgerlichen Tod 3 3) durch Eheſcheidung; 4) durch Trennung von Tiſch und Bette; 5) durch Vermdoͤgens⸗ Abſonderung. 142. Wird nach dem natuͤrlichen oder buͤrgerlichen Tode eines der Ehegatten kein Inventarium errichtet, ſo hat dieß die Wirkung nicht, daß die Guͤter⸗ Gemeinſchaft fortdauert; die Intereſſenten ſind berechtiget, ihre Anſpruͤche in Beziehung auf den Beſtund der gemeinſchaftlichen Guͤter und Cfferten n ln i ſl ſun luft hin blih hn whn 1 uu bi u wi en lin ihn ſn uig hh in ben den it in 13 huf ſin ſt ſu . iun lun, pi en di hihe n kſun n, di im gegehen in t, us h en de Pu ſhn In Buuſc erhegeben ibze un der Mn mihmn uh tinſchf ul unt, ſn Mann hh de ennz uizeſh u die ʒuſuh ſn, ſt, mi ti. nigen iuſt Lo n ſch u iuſin i, ſh ii nun i m. Buch. v. Lit Von dem Heibaths⸗Contraete e. 53 geltend zu machen, und der Beweis hieruber laͤßt ſich durch urkunden ſowohl als durch den gemeinen Ruf fuͤhren. Sind minderfaͤhrige Kinder vorhanden, ſo zieht uͤberdieß die Unterlaſſung eines Inventars fuͤr den uͤberlebenden Ehe⸗ gatten die Folge nach ſich, daß er den Genuß ihrer Ein⸗ kuͤnfte verliert, und der Nebenvormund, der ihn nicht ange⸗ halten hat, ein Inventarium zu errichten, hat mit ihm die Solidar⸗Verbindlichkeit, fuͤr alles das zu haften, wozu der Ueberlebende zum Vortheile der Minderjaͤhrigen verurtheilt werden mag. 1443. Auf die Guͤter⸗Separation kann die Frau nur gerichtlich antragen, wenn ihr Brautſchatz in Gefahr iſt, und wenn die zerruͤttete Lage der Geſchaͤfte des Mann s befurchten laͤßt, daß ſein Vermogen nicht hinreichend ſey, um die Anſpruͤche der Frau zu befriedigen, und das zu decken, was ſie zum Voraus zuruͤckzunehmen berechtiget iſt. Jede freywillige Separation iſt unguͤltig.. 1444. Die Guͤter⸗Separation, wenn ſie ſchon bey Gerichte erkannt worden iſt, iſt unguͤltig, wenn ſie nicht mittelſt wirk⸗ licher durch eine authentiſche Urkunde bewerkſtelligter Befrie⸗ digung fuͤr die Anſpruͤche der Frau, und fuͤr dasjenige, was ſie zum Voraus zuruͤckzunehmen befugt iſt, ſo weit das Ver⸗ mögen des Mannes dazu hinreicht, oder nicht wenigſtens dadurch in Vollzug geſetzt worden iſt, daß in den erſten vierzehn Tagen, welche auf das Urtheil gefolgt ſind, mit dem Erecutiv⸗Verfahren der Anfang gemacht, und dieſes ſeit⸗ dem nicht unterbrochen worden iſt. 1445. Jede Guͤter⸗Separation muß, ehe ſie vollzogen wird, oͤffentlich bekannt gemacht, und zu dieſem Ende auf einer hiezu beſtimmten Tafel, in dem Haupt⸗Sale des Gerich⸗ tes erſter Inſtanz, und uͤber dieß, wenn der Ehegatte ein Kaufmann, Wechsler oder Großhaͤndler iſt, an dem Orte ſeiner Wohnung, in dem Sale des Handels⸗Gerichtes ange⸗ ſchlagen werden, und dieß bey Strafe, daß ſonſt die Voll⸗ ſtreckung unguͤltig ſeyn ſoll.*) *) Siehe Art. 65 u. f. des Handlungs⸗Geſenbuches. G. N. IV. Aufl“*5 356 K. Buch. v. Tit. Von dem Heiraths Eontraete ꝛ6. Ein Urtheil, das auf Guͤter⸗Separation erkennt, aͤußert ſeine Wirkungen ruͤckwaͤrts bis dem Tage, da ſie nachge⸗ ſucht worden iſt⸗ raa6. Die perſoͤnlichen Gläubiger der Frau können ohne ihre Einwilligung nicht auf Guͤter⸗Separation antragen. Sie ſind gl⸗ichwohl, wenn der Mann fallirt, oder ſein Vermoͤgen in Verfall geraͤth, befugt, bis zum Betrage ihrer Forderungen die Rechte ihrer Schuldnerinn auszuuͤben.*) 1447. Die Glaͤubiger des Mannes koͤnnen die Guͤter⸗ Separation, wenn ſie zum Nachtheile ihrer Rechte erkannt, und ſogar vollſtreckt worden iſt, gerichtlich anfechten; ihnen ſteht es auch frey, in der Inſtonz uͤber die Klage auf Sepa⸗ ration als Intervenienten aufzutreten, um ſie zu beſtreiten. 1448. Eine Frau, welche die Guͤter⸗Separation erwirkt hat, muß nach dem Verhaͤltniß, das zwiſchen ihrem und des Mannes Vermoͤgen beſteht, zu den Koſten der Haushaltung ſowohl, als zu jenen der Erziehung der gemeinſchaftlichen Kinder mit beytragen. Sie muß dieſe Koſten allein tragen, wenn an nichts ubrig bleibt. 1440. Eine Frau, die von Tiſch und Bette geſchieden iſt, rder bloß die Guͤter⸗Separation erwirkt hat, nimmt die freye Verwaltung ihres Vermoͤgens zuruͤck. Sie kann uͤber ihr Mobiliar⸗Permogen verfuͤgen W. es veraͤußern. Sie kann r Immobilien nicht veraͤußern, ohne daß der Mann einwillige, oder daß ſie, auf deſſen Ve von dem Gerichte dazu autoriſirt ſey. 1450. Der Mann hat nicht dafuͤr zu haften, daß der Preis einer unbeweglichen Sache, die die Frau nach erfolgter Separation unter der Autoriſation des Gerichtes veränßert hat, nicht verwendet oder nicht wieder angelegt worden iſt, es ſev dann, daß er zu dem Gontracte mitgewirkt hake, oder *) Siche Art. 344.. des Jn⸗ Geſetzbuch⸗. 1 niu ud hh u it ſin in i Mm huiun hunnt di ihin in U upit ſhf k hiu ule ziſte wizn 3 ſhh aüi nr h mß bin mnn uin iit hhl kunu ſiln, e, haſt 1 zin ln in mn filin, lun un ihit, linn ht Fien mſchen tg ut ſinih Stpanine hen inn der h geniſit renn in dBenz hut, in berihnt ſin, ſu ſu N iu, nu n i m riß i⸗ — ſi m. Buch. v. Tit. Von dem Heiraths⸗Contraete te. 335 erwieſen werde, daß das Geld von ihm in Empfang genom⸗ men oder zu ſeinem Nutzen verwendet worden iſt. Er hat dafuͤr zu haften, daß das Geld nicht angelegt oder nicht wieder angelegt worden iſt, wenn der Verkauf in ſeiner Gegenwart und mit ſeiner Einwilligung geſchehen iſt; er haftet aber nicht fuͤr die Nutzlichkeit dieſer Anlegung. 1451. Die Guͤter⸗Gemeinſchaft, die entweder durch Schei⸗ dung von Tiſch und Bette und in Ruͤckſicht des Vermoͤgens oder durch bloße Separation der Guͤter aufgeldſt worden iſt, kann mit Einwilligung beyder Theile wiederhergeſtellt werden. Dieß kann aber nur mittelſt einer Notarial⸗Urkunde ge⸗ ſchehen, wovon das Original bey dem Notar bleiben, und eine Ausfertigung unter der im 1445. Art, beſtimmten Form angeſchlagen werden muß. In dieſem Falle erhaͤlt die wiederhergeſtellte Guͤter⸗ Genai ſchaft ihre vorige Wirkung von dem Tage der Heirath, und die Sache kommt in den Zuſtand zuruͤck, als wenn keine Guͤter⸗Separation vorhanden geweſen wäre, mit dem Vorbe⸗ halte jedoch, daß diejenigen Handlungen, welche in dieſer Zwiſchenzeit etwa von der Frau in Gemaͤßheit des 1449. Art. vorgenommen worden ſind, vollſtreckt werden. Jeder Vertrag, wodurch die Ehegatten ihre Gůter⸗Gemein⸗ ſchaft unter andern Bedingungen wiederherſtellen moͤchten, als die Anfangs dabey feſtgeſetzt worden waren, iſt unguͤltig. 1452. Die Aufloͤſung der Guͤter⸗Gemeinſchaft, wenn ſie nur die Folge einer Eheſcheidung, einer Scheidung von Tiſch und Bette und in Ruͤckſicht des Vermoͤgens, oder einer bloßen Guͤter⸗Separation iſt, hat die Wirkung nicht, daß der Frau nun auch die Rechte gleich anfallen, die ihr nur zugedacht worden ſind, wenn ſie die Ueberlebende ſeyn wuͤrde; ſie behaͤlt aber die Befugniß, beym natuͤrlichen oder buͤrgerlichen Tode des Mannes ſie auszuuͤben. 6 6 356 UMI. Buch V. Lit. Von dem Heiraths⸗Contracte ꝛ6. Vierter Ab ſchnitt. Von der Annahme der Güter⸗Gemeinſchaft, und der Perzicht, die auf vieſelbe gethan werden kann, ſammt den Bedingungen⸗ welche ſich hierauf beziehen. 1453. Die Frau oder ihre Erben, und die, welche mit⸗ telſt eines Partieular⸗Titels in ihre Rechte getreten ſind, haben nach aufgeldſter Guter⸗Gemeinſchaft die Befugniß, ſie anzunehmen orer darauf Verzicht zu thun; jeder entgegen⸗ geſetzte Vertrag iſt unguͤltig.* 145. Eine Frau, die ſich in die Guͤter der Gemeinſchaft eingemiſcht(als Theithaberinn an der Gemeinſchaft benom⸗ men) hat, kann hierauf nicht mehr Verzicht thun. Handlungen, die bloß zur Verwaltung gehoren, oder die Erhaltung der Soache zum Zwecke haben, ziehen keine Ein⸗ miſchung vach ſich. 1435. Eine großlaͤhrige Frau, welche in einer Urkunde die Eigenſchaft einer Theilhaberinn an der Guͤter⸗-Gemeinſchaft angenommen hat, kann hierauf weder Verzicht thun, noch auf Wiederein tzung in den vorigen Stand wider dieſe Eigen⸗ ſchaft antragen, ſelbſt dann nicht, wenn ſie vor Errichtung eines Inventariums ſie angenommen haben ſollte, es habe dann von Seiten der Erben des Mannes Betrug Statt geſunden. ₰ 1456. Eine uͤberlebende Frau, welche das Recht, auf die Guͤter⸗Gemeinſchaft Verzicht zy thun, beybehalten will, muß in drey Monaten, von dem Sterbetage des Mannes anzurechnen, ein getreues und genaues Inventarium des ganzen zur Gemeinſchaft gehbrigen Vermogens, contradic⸗ toriſch mit den Erben des Maunes(in ihrem Beyſeyn) oder auf vorhergegangene gehbrige Abladung derſelben errichten laſſen. Bry dem Schluſſe dieſes Inventariums muß ſie vor dem offentlichen Beamten, der es aufgenommen hat, betheuern⸗ daß es auftichtig und der Wahrheit gemaͤß ſey⸗ 7 de in3 ſu, hjſ hin i0iu vhit ſiin 16, ntho 1 h w niſt u un ſegn 3 ſtuſ weiht bſ gehin viß hi 1 in ſi bii un 1 uhn ti in pui ban di, nh e giun de Nin zjun u deit neilſtef ju tihn, ehömn, a ſehen hiut in inl erlheni jch in, idet dit en hiit ſehe, i Bengt das ih vbchan ge ſu wennin ens, un Fui ſlhn ut ſn⸗ n, b m. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths Contraete e. 357 1457. In drey Monaten und vierzig Tagen nach dem Tode des Mannes muß ſie in der Kanzelley des Gerichtes erſter Inſtanz, in deſſen Bezirk der Mann ſeinen Wohnſitz hatte, ihre Verzichtleiſtung thun; dieſe Erklärung muß dem Regiſter, das zur Aufnahme der Verzichtleiſtungen 3 Erb⸗ ſchaften beſtimmt iſt, eingetragen werden. 1458. Nach B ſchaffenheit der Umſtaͤnde kann die Wittwe bey dem Gerichte erſter Inſtanz eine Verlängerung der Friſt nachſuchen, die in dem vorhergehenden Artikel ihr vorge⸗ ſchrieben iſt, um der Guͤter⸗Gemeinſchaft zu entſagen. Dieſe Friſt⸗Verlaͤngerung wird, nach Anhdrung der Erben des Man⸗ nes, oder nachdem ſie gehoͤrig abgeladen worden je nachdem ſich die Sache verhaͤlt, geſtattet. r459. Eine Wittwe, die in der oben beſtimmten Friſt ihre Verzichtleſtung nicht gethan hat, iſt der Befugniß zu verzichten, nicht verluſtig, wenn ſie nur ſich nicht einge⸗ miſcht und ein Inventarium errichtet hat; ſie kann nur als Theilhaberinn der Guͤter⸗Gemeinſchaft ſo longe gerichtlich verfolgt werden, bis ſie Verzicht gethan hat, und ſie iſt zum Erſatze der Koſten, die bis zu ihrer Entſagung wider ſie gemacht worden ſind, verbunden. Iſt das Inventarium vor Ablauf der drey Monate ge⸗ ſchloſſen worden, ſo kann ſie gleichfalls gerichtlich verfolgt werden, ſobald dem Schluſſe deſſelben Tage 3 verſtrichen ſind. 1460. Eine Wittwe, welche einige zur Gemeinſchoft gehdrige Gegenſtaͤnde unterſchlagen oder verheimlichet hat, wird ihrer Verzichtleiſtung ungehindert als Theilhaberinn der Guͤter⸗Gemeinſchaft erklaͤrt; ein gleiches gilt von ihren Erben. 1461. Stirbt die Wittwe vor Ablauf der drey Monate, ohne ein Inbentatium errichtet oder beendiget zu haben, ſo iſt ihren Erben eine neue Friſt von drey Monat⸗en, von dem Sterbetage der Wittwe anzurechnen, um das Inventarigm zu errichten oder zu beendigen, und von vierzig Tagen nach dem Schluſſe des Inventariums, als Bedenkzeit verſtatter. 33 M. Buch. V. Lit. Von dem Heiraths⸗Contraete ꝛe. Stirbt die Wittwe, nachdem ſte das Inventarium been⸗ diget hat, ſo haben ihre Erben, um ſich zu entſchließen⸗ eine neue Friſt von vierzig Tagen, welche von dem Tode der Wittwe angerechnet wird. Sie konnen uͤbrigens auf die Guͤter⸗Gemeinſchaft in den hier oben beſtimmten Formen Verzicht thun, und die Art⸗ 1458 und 1459 ſind auf ſie anwendbar. 1462. Die Verfuͤgungen des 1456. Art. und der folgen⸗ den ſind auf die Frauen derjenigen Individnen anwendbar, die buͤrgerlich todt ſind, und zwar von dem Augenblicke an wo der buͤrgerliche Tod eingetreten iſt.. 1463. Eine von ihrem Manne vollig geſchiedene oder von Tiſch und Bette getrennte Frau, die nicht in drey Monaten und vierzig Tagen, nachdem auf Eheſcheidung oder Trennung definitiv erkannt worden iſt, die Guͤter⸗Gemein⸗ ſchaft angenommen hat, wird ſo angeſehen, als haͤtte ſie hierauf Verzicht gethan, es ſey dann, daß ſie waͤhrend die Friſt noch lief, bey Gerichte nach Anhoͤrung des Mannes oder auf deſſen gehdrige Abladung eine Verlaͤngerung derſel⸗ ben erhalten habe.. 1464. Die Glaͤubiger der Frau ſind berechtihet, die Ver⸗ zichtleiſtung, welche zum Nachtheile ihrer Forderungen von ihr oder ihren Erben geſchehen iſt, anzufechten, und die Gemeinſchaft in ihrem eigenen Nahmen anzunehmen. 1465. Die Wittwe, ſie mag die Guͤter⸗Gemeinſchaft annehmen oder darauf Verzicht thun, iſt befugt, waͤhrend der drey Monate und vierzig Tage, die ihr zur Errichtung eines Inventariums und als Bedenkzeit geſtattet ſind„ die Nahrung fuͤr ſich und ihr Hausgeſinde aus dem vorhandenen Vorrathe zu nehmen, und, in deſſen Ermangelung, ſich ſolche mittelſt eines Anlehens fuͤr Rechnung der gemeinſchaft⸗ lichen Maſſe zu verſchaffen, jedoch muß ſie hiervon mit Mäßigung Gebrauch machen. Hat ſie waͤhrend dieſer Friſten in einem Hauſe gewohnt, das unter der Guͤter⸗Gemeinſchaft begriffen iſt, oler den Erben z ni ün u n 1 zu u u ju nii — 1 ſ ni iſi Uſ ju M u hie wr hutt ahe ſie ſu ni tunu; uenn bnnit, he un iul miſit i, ud i t. ud iduen mu n Augui g geſhin die tich in die imſ un, ulſ ſe rin ug d tliugem Fermn ſichen, mehnn trr hini beſtg, zu bi ſune ſü, en win mnziu gniſ ſe liun hu m anb IM. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contracte tc. 355 des Mannes zugehoͤrt, ſo iſt ſie deßhalb kein Miethgeld ſchuldig; und hatten die Ehegatten das Haus, das ſie in dem Zeitpuncte bewohnten, da die Guͤter⸗Gemeinſchaft auf⸗ geloͤſt wurde, miethweiſe inne, ſo hat die Ehegattinn waͤh⸗ rend derſelben Zeitfriſten zur Zahlung des Miethgeldes nichts beyzutragen, ſondern dieſes wird aus der Maſſe beſtritten. 1466. Wird die Guͤter⸗Gemeinſchaft durch den Tod der Frau aufgeloͤſt, ſo koͤnnen ihre Erben in eben den Zeitfriſten und Formen, welche das Geſetz der uͤberlebenden Ehegattinn vorſchreibt, der Gemeinſchaft entſagen. F uͤnfter Abſchnitt. Von der Theilung des gemeinſchaftlichen Vermögens nach nler Annahme. 1467. Wenn die Guͤter⸗Gemeinſchaft von der Frau oder ihren Erben angenommen iſt, ſo theilt man das Activ⸗Ver⸗ moͤgen, und uͤbernimmt die Schulden auf die hier unten beſtimmte Weiſe. §. 1. Von der Theilung des Aetio⸗Vermögens. 1463. Die Ehegatten oder ihre Erben conferiren zur Maſſe des vorhandenen Vermogens alles, was ſie nach den hier oben im 2. Abſchnitte 1. Theils des gegenwaͤrtigen Capi⸗ tels vorgeſchriebenen Regeln der Gemeinſchaft als Verguͤtung oder Entſchaͤdigung ſchuldig ſind. 1460. Jeder Ehegatte oder ſein Erbe conferirt ebenfalls die Summen, welche aus der Gemeinſchaft herausgezogen worden ſind, oder den Werth der Guͤter, welche der Ehe⸗ gatte daraus genommen hat, um einem Kinde aus einer andern Ehe, oder um fuͤr ſich allein einem bhahin Kinde ein Heiraths⸗Gut zu geben. 1470. Aus der Maſſe des Vermoͤgens nimmt jeder Ehe gatte oder ſein Erbe zum Voraus⸗ 1) Sein eigenes Vermoͤgen, das nicht in di Guͤter⸗ ge⸗ meinſchaft gekommen iſt, wenn es ſich in Natur vorfindet⸗ * z60 III. Buch. V. Lit. Von dem Heiraths Contraete ꝛe. oder was an die Stelle des pu zu deſſen Srſot erworhen worden iſt; 2) Den Preis ſeiner Immobilien, che während der Güter. Gemeinſchaft veraͤußert und durch keine neue Ernet⸗ bung erſetzt worden ſind; 3) Die von der Swſ in ee euſor vigungen. „ 47 Was der Frau z um Voraus gebährt, wird zuerſt aus der Maſſe genommen„und dann kommt die Reihe an dasjenige, was dem Mante zum Voraus gebuͤhrt. In Hinſicht der Gaͤter, die nicht mehr in Natur vorhan⸗ den ſind, geſchieht die Vorausnahme zuerſt aus der Barſchaft, dann aus dem Mobiliar⸗Vermdgen, und ſabſidiariſch aus den zur Gemeinſchaft gehdrigen Immobilien. In dieſem letztern Falle wird der Franu und ihren Erben unten den Immobilien die Wahl geſtattet. 1472. Was der Mann zum Voraus i hat, kann er nur aus dem Vermoͤgen, das zur Gemeinſchaft gehoͤrt, hernehmen. Die Frau und ihre Erben ſind dagegen, wenn das gemein⸗ ſchaftliche Vermoͤgen nicht hinreicht, befugt, ihr Recht in Anſehung deſſen, was ihnen voraus gsbuͤhrt, an dem ver⸗ ſonlich'n Vermoͤgen des Mannes geltend zu machen. 1473. Was den Ehegatten wegen veraͤußerter eigener Guͤter, deren Preis nicht wieder angelegt worden iſt, oder als Vergeltung aus der Gemeinſchaft zu zahlen iſt, und was ſie ſelbſt der Gemeinſchaft als Verguͤtung und Entſchaͤdigung ſchuldig ſind, iſt kraft des Geſetzes von dem Tage an, da die Gemeinſchaft aufgelöſt wurde, zu verzinſen. 1474. Sobald beyde Ehegatten fur dasjenige, was ihnen zum Voraus gebuͤhrt, aus der Maſſe befriediget ſind, wird der Ueberreſt unter ihnen oder denjenigen, welche ſie repra⸗ ſintiren, in zwey gleiche Theile getheilt. 1475. Sind die Erben der Fran uneinig, ſo daß einer die Guͤter⸗Gemeinſchaft angenommen, worauf der audere 1 wü i u niin iih dr ſchſ uu ſinn git i un u,t Pin it de un 1 lun hini 1 6h hit, dn ige dn ſil in n ſbſuit teriſu t neu hn un et hit, uin 1 nt ie hih iht, nn u derbi ſoiniſheh inlt den m zuiczu jur Geni renn dizn t, in i t, en ien! michun. jußnn i widen iſ,t en iſ, ur dCuſhi ne n. izt, wi izet ſi i ihe ſen ſ uf un KHI. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths Contraete ꝛe. z61 Verzicht gethan hat, ſo kann derjenige, welcher angenommen hat, aus den Guͤtern, welche dem Loſe der Frau anfallen, nur ſeinen Viril⸗Erbtheil(den auf ſeinen Kopf fallenden Erb⸗ theil) nehmen. Der Ueberreſt bleibt dem Manne, und dieſer hat in Raͤck⸗ ſicht des Erben, welcher Verzicht gethan hat, eben die Rechte anzuerkennen, welche die Frau im Falle einer Entſagung haͤtte ausuͤben konnen, jedoch nur bis zum Betrage des dem Verzichtleiſtenden fuͤr ſeine Perſon gebuͤhrenden Erbtheils.. 1476. Die Theilung des zur Gemeinſchaft gehörigen Ver⸗ mogens iſt uͤbrigens, in Beziehung auf alles, was ihre For⸗ men, die Verſteigerung der Immobilien, wenn ſie Statt hat, die Wirkungen der Theilung, die hieraus entſtehende Verbindlichkeit zur Gewaͤhrleiſtung, und die Herausgabe zur Gleichſtellung der Loſe betrifft, allen Regeln unterworfen, die unter dem Litel von der Erbfolge fuͤr die Theilungen unter Miterben feſtgeſetzt ſind. 1477. Derjenige von den Ehegatten, welcher einige zur Gemeinſchaft gehoͤrige Gegenſtaͤnde unterſchlagen oder ver⸗ heimlichet hat, verliert ſeinen Antheil an dieſen Gegenſtänden.⸗ 1478. Nach vollendeter Theilung macht einer von beyden Ehegatten, wenn er eine perſoͤnliche Forderung am andern hat, weil z. B. der Preis ſeines Gutes dazu verwendet wor⸗ den iſt, um eine perſoͤnliche Schuld des andern Ehegatten zu tilgen, oder auch aus jeder andern urſache, ſein Recht an dem Antheile, das dieſem aus der Guͤter⸗Gemeinſchaft ange⸗ fallen iſt, oder an deſſen eigenen Guͤtern geltend. 1479. Perſoͤnliche Forderungen, welche ein Ehegatte an dem andern zu machen hat, bringen nur von dem Tage an Zinſen hervor, da bey Gerichte deßhalb geklagt worden iſt. 1480. Schenkungen, welche ein Ehegatte etwa zum Vor⸗ theile des andern gemachr hat, erhalten ihre Vollſtreckung nur aus dem Autheile, der dem Geſchenkgeber an der Gemein⸗ ſchaft gebuͤhrt, oder aus ſeinen eigenen Guͤtern⸗ 36. M. Buch. v. Lit. Von dem Heiraths⸗Contraete e. 1481. Die Trauer⸗Kleidung der Frau faͤllt den Erben des vorverſtorbenen Mannes zur Laſt. Der Werth dieſer Trauer⸗Kleidung richtet ſich nach Vermögens⸗ Zuſtande des Mannes. Sie gebüͤhrt ſogar der Frau, weis u die Sitehe meinſchaft Verzicht leiſtet. . Von den Laſten der Güter⸗Gemeinſchaft und dem Beytrage zur Tilgung der Schulden. 1482. Die Schulden der Guͤter⸗Gemeinſchaft fallen auf jeden der beyden Ehegatten oder ihre Erben zur Hälfte; die Koſten der Verſieglung, der Inventur, des Verkaufes der Mobilien, der Liquidation, Verſteigerung und Theilung machen einen Theil dieſer Schulden aus. 1483. Die Frau iſt ſowohl in Ruckſicht des Mannes als in Ruͤckſicht der Glaͤubiger zur Tilgung der auf der Gemein⸗ ſchaft haftenden Schulden nur bis zu dem Betrage ihres hieraus bezogenen Vortheils verbunden, vorausgeſetzt, daß ein richtiges und getreues Inventarium errichtet worden iſt, und daß ſie ſowohl uͤber das, was dieſem Inventarium ein⸗ getragen, als uͤber dasjenige, was ihr durch die Theilung angefallen iſt, Rechnung ablege. ra8a. Der Mann haftet fuͤr den ganzen Betrag der auf der Gemeinſchaft haftenden Schulden, die er ſelbſt gemacht hat, jedoch mit Vorbehalt ſeines Regreſſes wider die Frau oder ihre Erben fuͤr die Haͤlfte der beſagten Schulden. 1485. Er haftet nur fuͤr die Haͤlfte der Schulden, welche die Frau fuͤr ihre Perſon zu zahlen hatte, und die nachher der Gemeinſchaft zur Laſt gefallen waren. 1486. Die Frau kann fuͤr das Ganze der Schulden, die urſpruͤnglich von ihr herruͤhren, und in die Guͤter⸗Gemein⸗ ſchaft gefallen waren, gerichtlich verfolgt werden, jedoch mit Vorbehalt ihres Regreſſes fuͤr die Haͤlfte dieſer Schulden gegen den Mann oder ſeinen Erben. 1487. Eine Frau, obgleich ſie fuͤr eine auf der Gemein⸗ ſchaft haftende Schuld perſoͤnlich verbunden iſt, kann nur in 1 mn 1 ſi ul ſui ſeh 1 in h lun ni 5 1 v ie 66 4 ſiu v M tum ſihut i ſchu uf he kin ſ in inn inſhi ſun zu hi des M dhiun teß Vn auf duhe in Mn orniit, richte m Jt uch i d nbun e ſiiin nie i E Echul, ud ii E ie Giurbt nu ju iſn et uf ubn ni, im m. Buch. v. Tit. Von dem Heiraths⸗Contracte ꝛe. 367 fuͤr die Haͤlfte dieſer Schuld gerichtlich verfolgt werden, aus⸗ genommen, wenn die Verbindlichkeit ſolidariſch iſt. 1488. Eine Fran, welche von einer auf der Gemeinſchaft haftenden Schuld mehr als ihre Haͤlfte gezahlt hat, kann den Ueberſchuß von dem Glaͤubiger nicht zuruͤckſordern, es ſey dann in der Quittung ausgedruckt, daß dasjenige, was ſie gezahlt hat, fuͤr ihre Haͤlfte geweſen ſev. 1489. Derjenige von beyden Ehegatten, der zu Folge einer Hypothek, welche auf einem in der Theilung ihm ange⸗ fallenen unbeweglichen Gute haftet, fuͤr das Ganze einer gemeinſchaftlichen Schuld gerichtlich verfolgt wird, hat fuͤr die Hälfte dieſer Schuld von Rechts wegen ſeinen Regreß wider den andern Ehegatten vder deſſen Erben. 1400. Die vorhergehenden Verfuͤgungen hindern nicht, daß bey der Theilung dem einen oder andern der Theilenden die Verbindlichkeit auferlegt werde, eine andere Quote der Schulden, als die Haͤlfte, oder ſogar ſie ganz zu zahlen⸗ So oft einer der Theilenden von den auf der Gemein⸗ ſchaft haftenden Schulden, mehr als den Antheil, wozu er verbunden war, gezahlt hat, tritt der Regreß desjenigen, der zu viel gezahlt hat, wider den andern ein. 1491. Alles, was hier oben in Hinſicht des Mannes oder der Frau beſtimmt iſt, hat in Anſehung der Erben des einen oder des andern Statt, und dieſe Erben haben eben die Rechte, und ſind eben den Anſpruͤchen Sis wie der Ehegatte, welchen ſie repraͤſentiren⸗ Sechster Abſchnitt. Von der Verzichtleiſtung auf die Güter⸗Gemeinſchaft und ihren Wirkungen. 1492. Eine Frau, welche auf die Gemeinſchaft Verzicht thut, verliert alle Rechte duf die zur Gemeinſchaft gehdrigen Guͤter und ſelbſt auf das Mobiliar⸗Vermoͤgen, das von ihrer Seite in die Gemeinſchaft gekommen iſi. Sie nimmt nur die zu ihrem Gebrauche gehorigen Lein⸗ wand und Kleidungsſtucke zuruͤck. 36 ½ IM. Buch. v. Tit. Von dem Heiraths⸗Eontraete. 1493. Eine Frau, welche der Güter⸗Gemeinſchaft enſeg hat das Recht zuruͤckzunehmen, ) Die ihr zugehdrigen Immobilien, wenn ſie in Natur vorhanden ſind, oder das unbewegliche Gut, das an die Stelle eines andern veràußerten Gutes erwor⸗ ben worden iſt; 2) Den Preis ihrer veraͤußerten Znititnen deſſen Wie⸗ deranlegung auf die hier oben beſtimmte Weiſe nicht geſchehen und angenommen worden iſt; 3) Jede Sutſchätigung, die die Gemeinſchaft r ſchuldig ſeyn mag. 1494. Eine Frau, vacht der Gemeinſchaft i iſt von jedem Beytrage zu den Schulden der Gemeinſchaft, ſowohl in Hinſicht des Mannes, als der Gläubiger, befreyt; dieſen letztern bleibt ſie gleichwohl verbunden, wenn ſie ſich gemeinſchaftlich mit ihrem Manne verbunden hat, oder wenn die Schuld urſpruͤnglich von ihr herruͤhrte, und ſpaͤterhin eine Schuld der Gemeinſchaft geworden iſt; alles jedoch mit Vorbrhalt ihres Regre ſſes gegen den Mann oder deſſen Erben. 1495. Sie kann wegen aller hier oben auseinander geſitz⸗ ten Klagen, und wegen alles, was ſie zuruͤck zu nehmen befugt iſt, ſowohl das zur Gemeinſchaft gehdrige Vermögen, als die perſoͤnlichen Guͤter des Mannes angreifen. Ihre Erben ſind auf gleiche Weiſe hiezu berechtigt, jedoch mit Ausſchluß deſſen, was ſich auf die Vorausnahme der Leinwand und der Kleidungsſtuͤcke, ſo wie auf die Wohnung und die Nahrung waͤhrend der Friſt bezieht, welche zur Errichtung des Inventariums und als Bedenkzeit geſtattet wird, welche Rechte der berlebenden Ehegattinn nur fuͤr ihre— zugeſtehen. Verfügung in Beziehung auf die geſetzliche Güter⸗ Gemeinſchaft ſür den Fall, da einer der Ehegarten oder beyde zusleich Kinder aus vorhergehenden Ehen haben. 1406. Alles, was hier oben beſtimmt iſt, ſoll ſogar dann beobachtet werden, wenn einer der Ehegatten oder beyde zugleich Kiuder aus vorhergehenden Ehen haben. 1 il win gil vw duh thi uh ſili 1) huin in d Noh 1 zuſ ) ed ſti ) luji ilden lun tor . uſt un dutnn in ſeun u, hn bunn iien, ſ ienh ſhif inſ ſteft uſz u Gnih liuin ſi n, wen nha, Un e, un ſ als oder deſuß ubipatte urit un ize Un reiſtn berchi i rinn f i P ht, uh enht zi guin u eit ſ, ilß nn i 1, M. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths Contraste ꝛe. 367 Sollte jedoch die Vermiſchung des Mobiliar⸗„Vermoͤgens und der Schulden einem von beyden Ehegatten einen groͤßern Vortheil verſchaffen, als zu Folge des 1098. Art. unter dem Titel von Schenkungen unter Lebenden und Teſtamenten erlaubt iſt, ſo haben des andern Ehegatten Kinder aus erſter Ehe eine Klage auf Verminderung. 3 weyter Theil. Von der vertragsmaͤßigen Güter⸗Gemeinſchaft und den Verträgen, welche die geſetzliche Gemeinſchaft modiſiciren oder gar aus⸗ ſchließen können. 1497. Es ſteht den Ehegatten frey, die geſetzliche Guͤter⸗ Gemeinſchaft durch jede Art von Vertraͤgen, welche den Art. 1337, 1388, 1389 und 1300 nicht zuwider ſind, anders zu beſtimmen. Die vorzuͤglichſten Modificationen ſind diejenigen, welche dann eintreten, wenn man eine oder andere der hier folgen⸗ den Beſtimmungen feſtſetzt: 1) Daß die Gemeinſchaft weiter nichts, als die Errun⸗ genſchaft umfaſſen ſoll; 2) Daß das gegenwaͤrtige oder kuͤnftige Mobiliar.Vermöe gen durchaus nicht oder nur zu einem in die Gemein⸗ ſchaft fallen foll; 3) Daß ſich die Gemeinſchaft auf die gegenwärtigen oder kuͤnftigen Immobilien ganz oder zum Theile erſtrecken ſoll, indem man dieſelben fuͤr bewegliches Vermog⸗ n erklaͤrt(mobi⸗ liariſirt); 4) Daß ein jeder der Ehegatten die Schulden, welche er vor der Ehe gemacht hat, fuͤr ſich beſonders zahlen ſoll; 5) Daß die Ehefrau, im Falle ſie der Guͤter⸗ Gemeinſchaft entſagt, ihr zugebrachtes Vermoͤgen frey von Schulden zuruͤck⸗ nehmen koͤnne; 6) Daß der Ueberlebende etwas zum Voraus hn foll; 7) Daß die Ehegatten ungleiche Theile erhalten ſollen; 8) Daß unter ihnen eine inſcht unter einem Univerſal⸗Titel Sitat haben ſoll. zc6 1I. Buch. v. Tit. Von dem Heitaths·Contraete ꝛe. Erſter Ab ſchnitt. Pon der Güter⸗Gemeinſchaft; welche auf die Errungenſchaft beſchränkt iſt. 1498. Wenn die Ehegatten ausbedingen, daß nur eine Gemeinſchaft der Errungenſchaft unter ihnen Statt haben ſoll, ſo wird dafuͤr gehalten, daß ſie die wirklichen und kuͤnf⸗ tigen Schulden eines jeden von ihnen, und ihr beyderſeitiges gegenwaͤrtiges und zukuͤnftiges Mobiliar⸗Vermogen von der Gemeinſchaft ausſchließen. Die Theilung beſchraͤnkt ſich in dieſem Falle, nachdem ein jeder der Ehegatten ſein gehdrig erwieſenes beygebrachtes Vermdoͤgen zum Voraus zuruͤckgenommen hat, auf dasjenige, was während der Ehe, von den Ehegatten zuſammen oder von einem beſonders erworben worden iſt, und ſowohl von ihrer gemeinſchaftlichen Induſtrie als von den Erſparniſſen herruͤhrt, die ſie aus den Fruͤchten und Einkuͤnften ihres beyderſeitigen Vermogens zuruͤckgelegt haben. 1490. Iſt das Mobiliat⸗Vermoͤgen, das bey der Heirath vorhanden war, oder ſpäterhin angefallen iſt, nicht durch ein Inventarium oder Verzeichniß in gehdriger Form beur⸗ kundet worden, ſo wird es als Errungenſchaft angeſehen⸗ — Zweyter Abſchnitt. Von der Clauſel, welche das bewegliche Vermögen ganz oder zum Theile von der Guͤter⸗Gemeinſchaft aus ſchließt. 15o0. Den Ehegatten ſteht es frey, ihr geſammtes, gegen⸗ waͤrtiges und kuͤnftiges Mobiliar⸗Vermogen von ihrer Gemein⸗ ſchaft auszuſchließen. Wird unter ihnen bedungen, daß ſie einiges Mobiliar⸗ Vermögen bis zum Betrage einer beſtimmten Summe oder eines beſtimmten Werthes gegenſeitig in die Guͤter⸗Gemein⸗ ſchaft einbringen wollen, ſo wird hiedurch allein dafuͤr gehal⸗ ten, daß ſie ſich das Uebrige vorbehalten. 1501. Der Ehegatte wird kraft dieſer Clauſel der Gemein⸗ ſchaft die Summe ſchuldig, die er darin einzubringen ver⸗ ſprochen hat, und verbunden, das wirkliche Einbringen zu beweiſen. ſin ßün U, wih tit b th hen 0 hu bin ſt 6 lin bi dui Dn he hil 1 buuz en en, bi n hun Su tilchnun ih iehe Vmignn nFile, u ſntt khit at, uf en zuſmn und ſul den Eit kilirfn n. hey but iſ, ih tiget fin ift ngit gn zun i sſchlit ſuun on inbn in Ni u Enn! Ginn nnjts lubn zhin hih in m. Buch. v. Tit. Von dem Heiraths⸗Contraete c. 367 1502. In Betreff des Mannes iſt das Einbringen hin⸗ laͤnglich erwieſen, wenn der Heiraths⸗Contract die Erklaͤrung enthaͤlt, daß ſein Mobiliar⸗Vermoͤgen ſolchen Werth hat. In Hinſicht der Frau iſt es hinlaͤnglich durch die Quit⸗ tung erwieſen, welche der Mann ihr oder denjenigen die ſie ausgeſteuert haben. 15o3. Jeder Ehegatte hat das Recht, nach aufgeltſir Guͤter⸗Gemeinſchaft ſo viel zuruͤck und zum Voraus zu neh⸗ men, als das bey der Heirath von ihm eingebrachte oder nachher ihm angefallene Mobiliar⸗Vermoͤgen dasjenige, was er in die Guter⸗Gemeinſchaft zu legen verſprochen hatte, an Werth uͤberſteigt. 150. Das Mobiliar⸗Vermoͤgen, das jedem der Ehegat⸗ ten waͤhrend der Ehe anfaͤllt, muß durch ein Inventarium beurkundet werden. Iſt kein Inventarium uͤber das dem Manne nhefalthe Mobiliar⸗Vermoͤgen oder keine Urkunde vorhanden, die dazu geeignet iſt, um deſſen Beſtand und Werth, nach Abzug der Schulden, zu erweiſen, ſo iſt der Mann nicht daſſelbe zuruͤckzunehmen. Iſt uͤber das der Frau angefallene Mobiliar⸗ deetgi kein Inventarium errichtet worden, ſo wird dieſe oder ihre Erben zugelaſſen, den Werth deſſelben durch Urkunden, oder durch Zeugen oder gar durch den gemeinen Ruf zu i Dritter Abſchnitt. Von der Clauſel, wodurch Immobilien den beweglichen Gütern gleichgeſtellt werden. 1505. Wenn die Ehegatten, oder einer von ihnen, ihre gegenwaͤrtigen oder kuͤnftigen Immobilien ganz oder zum Theile in die Gemeinſchaft geben, ſo nennt man Kſe Clauſel Mobiliariſirung(ameuhlissement). 1506. Die Mobiliarifirung kann beſtimmt oder unbe⸗ ſtimmt ſeyn. Sie iſt beſtimmt, wenn der Ehegatte erklaͤrt hat, daß er dieſes oder jenes unbewegliche Gut ganz oder bis zum 363 11I. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contraete ꝛe. Betrage einer gewiſſen Summe den Mobilien gleichſtelle, und in die Guͤter⸗Gemeinſchaft einbringe. Sie iſt unbeſtimmt, wenn der Ehegatte bloß erklärt vut⸗ daß er ſeine Immobilien, bis zum Betrage einer gewiſſen Summe, in die Guͤter⸗Gemeinſchaft einbringe. 1507. Die Wirkun der beſtimmten Mobiliariſirung beſt. ht darin, daß ſie das unbewegliche Gut oder die Immobilien, — ſie ſich erſtreckt, zu Guͤtern der macht, wie die Mobilien ſelbſt. Iſt ein unbewegliches Gut, 6eb ſind die nie Guͤter der Frau im Ganzen den Mobilien gleichgeſtellt, ſo kann der Mann hieruͤber, wie uͤber andere Gegenſtaͤnde der Guͤter⸗Gemeinſchaft, verſuͤgen, und ſie ganz veraͤußern. Iſt das unbewegliche Gut nur fuͤr eine gewiſſe Summe den Mobilien gleichgeſtellt, ſo kann der Mann es nur mit Einwilligung der Frau veraͤußern; aber er kann es ohne ihre Einwilligung zur Hypothek ſtellen, jedoch nur bis zum Betrage des den Mobilien gleichgeſtellten Theiles. 1o3. Die unbeſtimmte Mobiliariſirung gibt der Gemein⸗ ſchaft kein Eigenthum an den Immobilien, die den Mobilien gleichgeſtellt ſind; ihre Wirkung beſchraͤnkt ſich darauf, daß ſie den Ehegatten, der ſie zugeſagt hat, verpflichtet, bey Aufloͤſung der Guͤter⸗Gemeinſchaft, einige ſeiner Immobilien, bis zum Betrage der von ihm verſprochenen Summe, in die gemeinſchaftliche Maſſe mit aufzunehmen. Der Mann iſt, wie im vorhergehenden Artikel, nicht berechtiget, die Immobilien, worauf ſich die unbeſtimmte Mobiliariſirung erſtreckt, ganz oder zum Theile ohne Ein⸗ willigung der Frau zu veräußern; aber er kann ſie bis zum Betrage dieſer Mobiliariſirung zur Hypothek ſtellen. 1509. Der Ehegatte, der ein Grundſtuͤck den Mobilien sleichgeſtellt hat, iſt bey der Theilung berechtiget, es fuͤr ſich zu behalten, und fuͤr den Werth, den es alsdann haben mag, auf ſeinen Antheil anzurechnen, Gleiches Recht auch ſeine Erben. en huh ihn hi ßiu zun n b e di ninn Dm 6 u me Un u n ß d lin Ein hirit t in fihn nt ſini ih hin wd 6 Cun bilen i ll i a inſ inge kiunſut et e m milſthn e nin eihhſ Genſit iz bn ne geriſeh Nan än e im doch urih heil, giüt iehe die den ſch un veyficu. iner un Einn nnii di wiſn eie int em ſti filu 4u lut 6ſi hi UI. Buch. v. Tit. Von dem Heiraths⸗Contracte te. 369 Vierter Abſchnitt. Von der Clauſel/ wodurch die Schulden von der Güter⸗Gemein⸗ ſchaft ausgeſchloſſen werden. 15o. Die Clauſel, wodurch die Ehegatten ſich ausbe⸗ dingen, daß ein jeder von ihnen ſeine perſoͤnliche Schulden beſonders zahlen ſoll, verpflichtet ſie, bey der Aufldſung der Guͤter⸗Gemeinſchaft, ſich gegenſeitig fur die Schulden Ver⸗ guͤtung zu leiſten, von denen erwieſen wird, daß ſie fuͤr Rechnung desjenigen der Ehegatten, welcher ſie ſchuldig war, von der Guͤter⸗Gemeinſchaft gezahlt worden ſind. Dieſe Verpflichtung iſt die nehmliche, es mag ein Inven⸗ tarium errichtet worden ſeyn oder nicht; iſt aber das Mobiliar⸗ Vermdͤgen, welches die Ehegatten eingebracht haben, nicht vor der Ehe durch ein Inventarium oder authentiſches Verzeichniß conſtatirt worden, ſo ſind die Glaͤnbiger des einen und des andern Ehegatten befugt, ohne Ruͤckſicht auf irgend einen Unterſchied, worauf man ſich beziehen moͤchte, ihre Zahlung aus dem nicht verzeichneten Mobiliar-Vermoͤgen, eben ſo, wie aus den uͤbrigen zur Gemeinſchaft gehdrigen Gutern, zu fordern. Das nehmliche Recht haben die Glaubiger an dem Mobi⸗ liar⸗ Verindgen, welches den Ehegatten waͤhrend der Guͤter⸗ Gemeinſchaft angefallen ſeyn mag, wenn nicht gleichfalls hieruͤber ein Inventarium oder authentiſches Verzeichniß errich⸗ tet worden iſt. I51r. Bringen die Ehegatten eine gewiſſe Summe oder ein beſtimmtes Object in die Guͤtet⸗Gemeinſchaft ein, ſo fuͤhrt ein ſolches Einbringen die ſtillſchweigende Uebereinkunft mit ſich, daß das E Eingebrachte mit keinen vor der Ehe gemachten Schulden be ſchwert ſey, und der Ehegatte, der gleichwohl ſchuldig war, iſt verbunden, dem andern fuͤr alle diejenigen Schulden, welche das, was verſprochen worden iſt, vermindern moͤchten, Verguͤtung zu leiſten. 1512. Die Clauſel, wodurch man die Schulden von der Gemeinſchaft ausſchließt, verhindert nicht, daß die Gemein⸗ G. N. IV. Aufl. 4 370 M. Buch. V. Tit. Von dem Helraths Contraete e. ſchaft nicht ſchuldig ſey, die Zinſen und Renten zu zahlen, welche ſeit der Heirath verlaufen ſind. 1513. Wird die Gemeinſchaft wegen Schulden eines Ehe⸗ gatten belangt, von dem im Heiraths⸗Contracte erklaͤrt war, daß er von allen fruͤhern Schulden ledig und frey in die Che trete, ſo hat der andere Ehegatte ein Recht auf Ent⸗ ſchaͤdigung. Dieſe wird entweder aus dem Antheile, der dem Ehegatten, welcher der Schulbner war, aus der Gemeinſchaft zukommt, oder aus deſſen eigenen Guͤtern hergenommen; und wenn dieß alles nicht hinreicht, ſo kann ſie vermittelſt einer Klage auf Gewaͤhrleiſtung von dem Vater, der Mutter⸗ den Ascendenten oder dem Vormunde, die ihn etwa von Schulden frey und ledig erklaͤrt haben, gefordert werden. Wenn die Schuld von der Frau herruͤhrt, ſo kann der Mann ſogar während der Guͤter⸗Gemeinſchaft dieſe Klage auf Gewaͤhrleiſtung anſtellen; jedoch bleibt der Erſatz vorbe⸗ halten, wozu in dieſem Falle die Frau oder ihre Erben, nach aufgelbſter Guͤter⸗Gemeinſchaft den Gewäͤhrsmaͤnnern verbunden ſind. F uͤnfter Abſſchni tt. Von der Befugniß/ welche der Ehegattinn ertheilt worden iſt ihr eingebrachtes Vermögen frey von Schulden zurückzunehmen. 1514. Die Frau kann ſich ausbedingen, daß ſie, im Falle ſie auf die Guͤrtr⸗Gemeinſchaft Verzicht thun wuͤrde, befugt ſeyn ſoll, dasjenige, was ſie entweder bey der Hei⸗ rath oder nachher eingebracht hat, ganz oder zum Theile zuruͤcknehmen; dieſer Vertrag laͤßt ſich indeſſen weder auf andere Gegenſtaͤnde, als förmlich ausgedruckt ſind, noch zum Vortheile anderer als hierin bekannt ſind, ausdihnen. So erſtreckt ſich die Vefugniß, das Mobiliar⸗Vermoͤgen zuruͤckzunehmen, welches die Frau bey der Heirath einge⸗ brocht hat, nicht auf dasjenige, das ihr waͤhrend der Ehe angefallen ſeyn mag. un dRenn 1 Stuhnin nc dig in ſnt uämt nUnit aus iuhu ien hen kun ſen Vu, in die in n geforden u mihn, ſh inſchtſt io ht de ki u oe iut Ginihi itt heſt uh iidn gen, ii eniht iun ehn hub e ml inbeſn u m ſů ui ſim ſuln hinh⸗ rinm w III. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contraete ꝛc. 37 ½ So dehnt ſich die Befugniß, welche der Frau zugeſtanden worden iſt, nicht auf ihre Kinder, und jene, welche der Frau und den Kindern eingeräumt worden iſt, nicht auf die Erben in aufſteigender oder in der Seiten⸗Linie aus. In allen Faͤllen kann das eingebrachte Vermoͤgen nur nach Abzug der perſoͤnlichen Schulden der Frau, und die etwa aus der Gemeinſchaft gezahlt worden ſind, zuruͤckge⸗ nommen werden. Sechster Abſchnitt. Von der vertragsmäßigen Voratsnahme. 1515. Die Clauſel, wodurch der uͤberlebende Ehegatte ermaͤchtiget wird, vor aller Theilung eine gewiſſe Summe oder eine beſtimmte Quantitat beweglicher Sachen in Natur vorauszunehmen, gibt der uͤberlebenden Ehefrau nur dann ein Recht auf dieſe Vorausnahme, weun ſie die Guͤter⸗Gemein⸗ ſchaft annimmt; es ſey dann, daß ihr dieſes Recht ſelbſt fuͤr den Fall, da ſie auf die Gemeinſchaft Verzicht thun wuͤrde, im Heiraths⸗Contracte vorbehalten worden wäre. Außer dem Falle dieſes Vorbehalts laßt ſich die Vor⸗ ausnahme nur an der theilbaren Maſſe, nicht an den per⸗ ſoͤnlichen Guͤtern des zuerſt verſtorbenen Ehegatten geltend machen.— 4— 1516. Das zum Voraus Bedungene wird nicht als eine Beguͤnſtigung angeſehen, die den Formalitäten der Schenkun⸗ gen unterworfen iſt, ſondern als eine Uebereinkunft, die zum Heiraths⸗Vertrage gehoͤrt. 1517. Durch den natuͤrlichen oder buͤrgerlichen Tod erfolgt der wirkliche Anfall der zum Voraus verſprochenen Vortheile, 1518. Wird die Guͤter⸗Gemeinſchaft durch Eheſcheidung oder durch Trennung von Tiſch und Bette aufgeloſt, ſo muß das zum Voraus Bedungene nicht ſogleich ausgeliefert wer⸗ den; der Ehegatte, der die Eheſcheidung oder die Trennung von Tiſch und Bette erwirkt hat, behalt aber fuͤr den. Fall, daß er der Ueberlebende iſt, ſeine Rechte auf die Vrraus⸗ nahme. Iſt es die Ehefrau, ſo bleibt die Summe oder die 372 III. Buch. V. Lit. Von dem Heiraths⸗Contraete ꝛe. Sache, welche zum Voraus verſprochen wurde, allemahl proviſoriſch bey dem Manne, unter der Verbindlichkeit, fuͤr Buͤrgſchaft zu ſtellen. 2 1519. Die Glaͤubiger, welche an der Gemeinſchaft zu fordern haben, ſind immer berechtiget, die unter dem Voraus begriffenen Gegenſtaͤnde verkaufen zu laſſen, wobey jedoch, nach Inhalt des 1515. Art., der Regreß, Sr dem Ehe⸗ gatten zuſteht, vorbehalten bleibt. Siebenter Ab ſchnitt. Von den Clauſeln, wodurch man jedem der Ehegatten ungleiche Theile in der Guͤter⸗Gemeinſchaft anweiſet. 1520. Den Ehegatten ſteht es frey, die von dem Geſetze feſtgeſtellte Gleichheit der Theilung dadurch abzuaͤndern, daß ſie entweder dem uͤberlebenden Ehegatten oder ſeinen Erben in der Guͤter⸗Gemeinſchaft nur einen Theil anweiſen, der gerin⸗ ger iſt, als die Haͤlfte, oder daß ſie ihm fuͤr alle Anſpruche auf die Guͤter⸗Gemeinſchaft nur eine beſtimmte Summe aus⸗ werfen, oder daß ſie feſtſetzen, daß in gewiſſen Faͤllen das ganze gemeinſchaftliche Vermoͤgen dem uͤberlebenden Ehegatten oder einem von ihnen allein zugehdren ſoll. 1521. Wenn ausbedun den iſt, t aß ein Ehegatte oder ſeine Erben nur einen b iten Theil an der Gemein⸗ ſchaft haben ſollen, wie z. B. ein Drittel oder ein Viertel, ſo hat der auf ſolche Weiſe in ſeinen Anſpruͤchen beſchraͤnkte Ehegatte oder ſeine Erben an den Schulden der Gemeinſchaft nur nach Verhaͤltniß des Antheils beyzutragen, den e aus dem Activ⸗Vermoͤgen erhalten. Der Vertrag iſt unguͤltig, wenn er den alſo beſchränkten Ehegatten oder ſeine Erben verbindet, einen groͤßern Theil der Schulden zu uͤbernehmen, oder ſie von der Verbindlichkeit freyſpricht, einen Theil in den Schul den zu tragen, der ihrem Antheile an dem Activ⸗Vermoͤgen gleichkommt. 1522. Wird ausbedungen, daß einer der Ehegatten oder deſſen Erben fuͤr allen Anſpruch an der Guͤter Gemeinſchaft nur eine gewiſſe Summe zu fordern berechtiget ſeyn ſollen, 1 ui E u ine hih m inht „ ſun ehl i zi gi huu iiſt hifn bhe hß e Vort ſil ſß iün. i ſn in Con une, Ueth ih, eniz euuterunh ſn, min welhe u nitt, Ehunn auiſt die oyint hninn, der ſihent neiſ, in ſir ale Ui nte eum eriſtn jih eenhenc 1 ic il en hahn tder i richn i der en zu, uſ bih giin nult z nz hlunn ein u6 t. ii m. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contraete ꝛe. 373 ſo iſt dieſe Clauſel ein Vertrag auf Bauſch und Bogen, welcher den andern Ehegatten oder deſſen Erben zur Zahlung der verabredeten Summe verbindet, die Guͤter⸗Gemeinſchaft mag gut oder ſchlecht, zur Zahlung, der Summe hinreichend ſeyn oder nicht. 1523. Geſchieht die Beſtimmung im Bauſch und Bogen durch dieſe Clauſel nur in Ruͤckſicht der Erben und Ehegat⸗ ten, ſo hat dieſer fuͤr ſich, wenn er der Ueberlebende iſt, ein Recht auf die geſetzliche Theilung zur Haͤlfte. 1524. Der Mann oder deſſen Erben, welche kraft der im 1520. Art. ausgedruckten Clauſel die ganze gemeinſchaft⸗ liche Maſſe behalten, ſind verbunden, alle darauf haftenden Schulden zu zahlen. Die Glaͤubiger haben in dieſem 5%. keine Klage wider die Frau oder ihre Erben. Iſt es die uͤberlebende Frau, welche das Recht hat, gegen eine verabredete Summe das ganze zur Gemeinſchaft gehdrige Vermoͤgen zu behalten, und die Erben des Mannes davon auszuſchließen, ſo hat ſie die Wahl, ihnen entweder dieſe Summe zu zahlen, und alsdann fuͤr alle Schulden zu haften, oder auf die Gemeinſchaft Verzicht zu thun, und das dazu gehorige Vermoͤgen und die Laſten derſelben den Erben des Mannes zu uͤberlaſſen. 1525. Den Ehegatten iſt es erlaubt, auszubedingen, daß die ganze gemeinſchaftliche Maſſe dem Ueberlebenden, oder nur einem von ihnen zugehoͤren ſoll, jedoch mit dem Vorbehalte, daß die Erben des andern die von Seiten ihres Erblaſſers eingebrachten Guͤter und Capitalien, welche in die Gemeinſchaft gefallen ſind, zurůcknehmen koͤnnen. Dieſer Vertrag wird nicht als eine Beguͤnſtigung ange⸗ ſehen, welche den Regeln uͤber die Schenkungen in Anſehung ihres Inhalts oder in Ruͤckſicht der Form unterworfen waͤre, ſondern nur als ein Artikel des Heiraths⸗ Contractes und als eine Uebereinkunft unter Geſ⸗lſchaftern⸗ 7. I. Buch. V. Lit. Von dem Heiraths⸗Conttacte ze. Achter Abſchnitt. Von der Göter⸗Gemeinſchaft unter einem nniverſal⸗Litel. 1326. Den Ehegatten ſteht es frey, in ihrem Heiraths⸗ Contraete eine allgemeine Gemeinſchaſt ihrer beweglichen und unbeweglichen, gegenwaͤrtigen und zukuͤnftigen Guͤter, oder aller ihrer gegenwuͤrtigen Guͤter allein, oder aller ihrer zukuͤnf⸗ tigen Guͤter allein feſtzuſetzen. Verfuͤgungen, welche fur die vorſtehenden acht Abſchnitte gemein⸗ ſchaftlich gelten. 1527. Was in den obigen acht Abſchnitten enthalten iſt, ſchraͤnkt die Verabredungen, welche bey der vertragsmaͤßigen Guͤter⸗Gemeinſchaft Statt haben koͤnnen, nicht gerade auf dieſe Verfuͤgungen ein. Die Ehegatten duͤrfen jede andere Uebereinkunft treffen, ſo wie im 1387. Art. feſtgeſetzt iſt, jedoch mit Vorbehalt der Einſchraͤnkungen, welche in den Art. 1388, 1389 und 1390 enthalten ſind. Wenn jedoch Kinder aus einer vorhergehenden Ehe vorhan⸗ den ſind, ſo iſt jede Uebereinkunft, welche in ihren Wirkun⸗ gen dahin zielt, um einem der Ehegatten mehr als den im 1098. Art. unter dem Titel von Schenkungen unter Keben⸗ den und Teſtamenten, beſtimmten Theil zu ſchenken, in Anſehung alles deſſen, was dieſen Theil uͤberſteigt, unguͤltig; aber der bloße Gewinn, der aus dem gemeinſchaftlichen Fleiße und aus den Erſparniſſen entſpringt, die von den gegenſei⸗ tigen, wenn ſchon ungleichen Einkuͤnften der beyden Ehe⸗ gatten gemacht worden ſind, wird nicht als eine Beguͤnſti⸗ gung angeſehen, welche den Kindern der erſten Ehe zum achtheile geſch hen iſt. 1528. Die vertragsmaͤßige Guͤter⸗Gemeinſchaft bleibt den Regeln der geſetzlichen Gemeinſchaft fuͤr alle Fäͤlle untir⸗ worfen, in welchen ſie durch den Contract weder ſiiüſchwei⸗ send(folgerungsweiſe) noch ausdruͤcklich abgeaͤndert worden ſind. 1 „ ſed liun zu in un put Eun t. niuit ſizunhi er lenin ſhen hit lrinſ tſhun iten uun tunni uiht zu benirluſt ch nit i 1330, 1 nben ehu in ihmn ſi nehr h en unnt z ſhoh ſtiz, ui ſuuflinß on dn de int z in i erſen ki ſtehliln le pln nn ſiſs in n m. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contracte. 375 Neunter Abſchnitt. Von Verträgen, welche die Güter⸗Gemeinſchaft ausſchließen. 1529. Wenn die Ehegatten, ohne ſich den Regeln uͤber die Dotal⸗Rechte zu unterwerfen, erklaͤren, daß ſie ſich ehne Euͤter⸗Gemeinſchaft heirathen, oder daß eine vollige Vermdͤ⸗ gens⸗Abſonderung unter ihnen Statt haben ſoll, ſo richten ſich die Wirkungen dieſes Vertrags nach Beſtim⸗ mungen. 6 1. Von der Clauſel, welche beſtimmt, daß die Ehegatten ſich ohne Güter⸗Gemeinſchaft heirathen. 1530. Die Clauſel, nach deren Inhalt die Ehegatten ſich ohne Guͤter⸗Gemeinſchaft heirathen, gibt der Frau kein Recht, ihre Guͤter zu verwalten, oder die Einkuͤnfte davon zu beziehen. Man haͤlt dafuͤr, daß dieſe Einkuͤnfte dem Manne zugebracht werden, um die Laſten der Ehe zu beſtreiten. 1531. Der Mann behaͤlt die Verwaltung des beweg⸗ lichen und unbeweglichen Vermoͤgens der Frau, und folglich das Recht, das ganze Mobiliar⸗Vermoͤgen, das ſie als Hei⸗ roths⸗Gut einbringt, oder das ihr waͤhrend der Ehe anfaͤllt, in Empfang zu nehmen, mit Vorbehalt der Wiedererſtattung deſſelben, wozu er nach aufgeldſter Ehe, oder nach erfolgter Separation der Guͤter, worauf etwa gerichtlich erkannt wer⸗ den moͤchte, verbunden iſt. 1532. Gibt es unter dem Mobiliar⸗Vermoͤgen, das die Fran als Heiraths⸗Gut eingebracht hat, oder das ihr waͤhrend der Ehe anfaͤllt, Sachen, die man nicht gebrauchen kann, ohne ſie zu verzehren, ſo muß dem Heiraths⸗Contracte ein Verzeichniß derſelben nebſt der Schaͤtzung des Werthes bey⸗ gefuͤgt, oder bey ihrem Anfalle ein Inventarium daruͤber etrichtet werden, und der Mann iſt verbunden, den Werth davon nach der Schätzung zu erſtatten. 13533. Alle Laſten des Nießbrauches der Mann zu tragen verbunden⸗ 376 1m. Buch. v. Tit. Von dem Heiraths Contraete e. 1534. Die in dem gegenwaͤrtigen Paragraph ausgedruckte Clauſel ſchließt den weitern Vertrag nicht aus, wodurch die Chefrau berechtiget wird, jaͤhrlich gegen Quittungen, die ſie allein ausſtellt, fuͤr ihren Unterhalt und ihre perſoͤnlichen Beduͤrfniſſe einen gewiſſen Theil ihrer Einkuͤnfte zu beziehen. 1535. Immobilien, welche im Falle des gegenwaͤrtigen Paragraphs als Heiraths⸗Gut autgtſetzt werden, ſind nicht unveraͤußerlich. Sie koͤnnen gleichwohl nicht ohne Einwilligung des Man⸗ nes, und wenn dieſer ſie verweigert, nicht ohne Autoriſation des Gerichtes veraͤußert werden. Von der Clauſel, wodurch eine vollige Güter⸗Separation beliebt wird. 1536. Wenn die Ehegatten in ihrem Heiraths⸗Contracte ausbedungen haben, daß ſie in ihrem gegenſeitigen Vermogen durchaus getrennt ſeyn wollen, ſo behaͤlt die Fran die vollige Verwaltung ihres beweglichen und unbeweglichen e und den freyen Genuß ihrer Einkuͤnfte. 1337. Ein jeder von beyden Ehegatten traͤgt nach der in ihrem Contracte enthaltenen Uebereinkunſt zu den Laſten der Ehe bey, und iſt deßhalb nichts verabredet, ſo traͤgt die Frau zu dieſen Laſten bis zum Betrage eines Drittels ihrer Einkuͤnfte bey.. 1538. Es gibt keinen Fall, keinen hi„der die Frau berechtigen könne, ihre Immobilien ohne beſondere Einwilli⸗ gung des Mannes, oder, wenn er ſie verweigert, ohne gerichtliche Autoriſation zu veraͤußern. Jede allgemeine der Frau in dem Heiraths⸗ Contraete oder nachher ertheilte Autoriſation, ihre Immobilien zu veraͤußern, iſt unguͤltig. 1539. Hat eine Frau, welche die Guͤter⸗ Separation ſich ausbedungen hat, ihrem Manne den Genuß ihres Vernogens gelaſſen, ſo iſt dieſer, ſowohl suf die Aufforderung, welche die Frau an ihn deßhalb machen koͤnnte, als bey der Auf⸗ — — u ſih in i mn wiht 1 in Ul M in z ur Fu uf cun ihnhen wi in 6 Aiunn, din zut uft uiz i gun eten, ſu rilin ohr lun nSini heiuhtln ſiigen Un ie Fun il ichen Pn in trigt u nſt zmli et, piie e Dini ug, inliß ſonen kr ein zCuhn nj ui eymui n bnin un u L ſi m. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contraete w 3 loͤſung der Ehe, zu weiter nichts verbunden, als die wirkiich vorhandenen Fruͤchte auszuliefern; uͤber diejenigen, wolche bis dahin verzehrt worden ſind, hat er keine Rechnung abzu⸗ legen. Drittes Capitel. Von den Dotal. Rechten. 1540. Heiraths⸗Gut oder Brautſchatz iſt bey dem Vorbe⸗ halt der Dotal⸗ Rechte, ſo wie in den Faͤllen, wo die Beſtim⸗ mungen des zweyten Capitels eintreten, dasjenige Vermdoͤgen, welches die Frau dem Manne zubringt, um die Laſten der „Ehe zu beſtreiten. 1541. Alles, was die Frau ſich in einem Heiraths⸗ Contracte ausſetzt, oder ihr hierin gegeben wird, iſt dotal, wenn nicht das Gegentheil ausbedungen worden. Erſter Abſchnitt. Von der Beſtellung eines Brautſchatzes. 1542. Die Beſtellung eines Brautſchatzes kann ſich auf alle gegenwaͤrtige und zukuͤnftige Guͤter der Frau, oder alle ihre gegenwaͤrtigen Guͤter allein, oder auf einen Theil ihrer gegenwaͤrtigen und zukuͤnftigen Guͤter erſtrecken, oder auch nur auf einen individuellen Gegenſtand beſchraͤnken. Eine in allgemeinen Ausdruͤcken geſchehene Beſtellung des Brautſchatzes in allen Guͤtern der Frau erſtreckt ſich nicht auf die kuͤnftigen Guͤter. 1543. Waͤhrend der Ehe kann der Brautſchatz weder beſtellt, noch vermehrt werden. 154. Wenn Vater und Mutter zuſammen einen Braut⸗ ſchatz beſtellen, ohne den Antheil eines jeden zu unterſcheiden, ſo wird dieſes ſo angeſehen, als waͤre er von ihnen zu gleichen Theilen beſtellt worden. Wird der Brautſchatz von dem Vater allein fuͤr das väterliche und muͤtterliche Vermoͤgen beſtellt, ſo iſt die Mutter, obſchon ſie bey dem Contracte zugegen iſt, zu nichts verbun⸗ den, und der Brautſchatz bleibt dem Vater ganz zur Laſt⸗ 371 M. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contraete ꝛe. 1545. Wenn der Ueber ebende von beyden Eltern fuͤr das waterliche und muͤtterliche Vermoͤgen einen Brautſchatz beſtellt, ohne die Antheile zu beſtimmen, ſo wird der Braut⸗ ſchatz zuerſt aus dem, was dem kuͤnftigen Ehegatten an den Guͤtern des von beyden Eltern zuerſt Verſtorbenen zukommt, genommen, und der Ueberreſt den Guͤtern desjenigen, der ihn beſtellt hat. 1546. Wenn ſchon die von ihren Eltern mit einem Braut⸗ ſchatze verſehene Tochter eigene Guͤter hat, woran dieſen der Genuß zuſteht, ſo ſoll der Brautſchatz gleichwohl aus den Guͤtern derj nigen, die ihn beſtellt haben, genommen werden, wenn nicht das Gegentheil ausbedungen worden iſt. 1547. Diejenigen, welche einen Brautſchatz beſtellen⸗ ſind in Ruͤckſicht der Gegenſtaͤnde, welche dafuͤr ausgeſetzt werden, zur Gewaͤhrleiſtung verbunden. 1548. Diejenigen, welche den Brautſchatz verſprochen haben, ſind, wenn nicht das Gegentheil ausbedungen worden iſt, von dem Tage der Heirath von Rechts wegen zur Zah⸗ lung der Zinſen verbunden, ſelbſt dann, wenn eine Zahlungs⸗ Friſt feſtgeſetzt worden waͤre. 3 weyter Abſchnitt. Bon den Rechten des Mannes an den Dotal⸗Gütern, und der unveräußerlichkeit eines unbeweglichen Dotal⸗Gutes 1540. Der Mann allein hat die Verwaltung der Dotal⸗ Guͤter waͤhrend der Ehe. ¹ Er hat allein das Recht, die Schuldner und Beſitzer derſelben gerichtlich zu verfolgen, die Fruͤchte und Zinſen davon zu erheben, und die Capitalien, welche zuruͤckgegeben werden, in Empfang zu nehmen. In dem Heiraths⸗Contracte kann inzwiſchen di Ueberein⸗ kunft getroffen werden, daß die Frau juhrlich gegen Qnit⸗ tungen, die ſie allein ausſtellt, einen Theil ihrer Einkuͤnfte faͤr ihren und ihre perſoͤnlichen Beduͤrfniſſ⸗ beziehen ſoll. ſih hu ſin ſilh wbo f dn it ſ ve hi Ju wul wi we fil he⸗ ßin ſ un in Du ih wlutn twuin tin Pu ſouih un Ehezun ſchunz ßiun nnit inh „wunn i gihuil u gennnn othen ſ, uiſhez lit edt u ſſhtß uin thehungun s wen n in it tt. ginn ial Gut ung bud n mh chr u he miih n bi lin ih ub nn biht m. Buch. V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contracte ꝛe. 379 1550. Der Mann iſt nicht ſchuldig, fuͤr den Empfang des Brautſchatzes Buͤrgſchaft zu ſtellen, er ſey dann hiezu in dem Heiraths Contracte verpflichtet worden. 1551. Beſteht der Brautſchatz oder ein Theil des Braut⸗ ſchatzes in Mobiliar⸗Gegenſtaͤnden, die in dem Contracte auf einen gewiſſen Preis geſetzt worden ſind, ohne die Erklaͤrung hinzuzufuͤgen, daß die Schaͤtzung keinen Verkauf derſelben bewirken ſoll, ſo wird der Mann Eigenthuͤmer davon, und iſt nur den Preis ſchuldig, zu welchem die Mobilien ange⸗ ſchlagen worden ſind. 1552. Die Schaͤtzung eines als Brautſchatz beſtellten unbeweglichen Gutes uͤbertraͤgt nicht das Eigenthum deſſelben auf den Mann, wenn dieſes nicht ausdruͤcklich erklart wor⸗ den iſt. 1553. Ein unbewegliches Gut, das aus Dotal⸗Geldern erworben wird, iſt nicht dotal,(gehoͤrt nicht zum Braut⸗ ſchatze) wenn nicht in dem Heiraths⸗Contracte zur Bedingung gemacht worden iſt, daß ſie zu. Erwerbung verwendet werden ſollen. Gleiche Bewandtniß hat es mit einem unbeweglichen Gute, das zur Bezahlung eines in barem Gelde beſtellten Brautſchatzes gegeben wird. 1554. Imwobilien, welche zum Brautſchatze gegeben worden ſind, koͤnnen waͤhrend der Ehe weder von dem Manne, noch von der Frau, noch von beyden zuſammen veraͤußert oder zur Hypothek geſtellt werden, mit Vorbe halt der hier folgenden Ausnahmen. 1555. Die Frau kann unter der Autoriſation des Man⸗ nes, oder, wenn dieſer ſie verweigert, mit Erlaubniß des Gerichtes ihre Dotal⸗Guͤter hergeben, um den Kindern, die ſie etwa aus einer vorherigen Ehe hat, eine Verſorgung zu verſchaffen; wird ſie aber nur von dem Gerichte hiezu autv⸗ riſirt, ſo muß ſie den Genuß ihrem Manne vorbehalten. 1556. Sie kann gleſchfalls unter der Autoriſation ihres Mannes ihre Dotal⸗Guͤter zur Verſorgung ihrer gemeinſchaft⸗ lichen Kinder hergeben⸗ 310 III. Buch. V. Lit. Von dem Heiraths⸗Contraete ꝛe. 1557. Ein unbewegliches Gut, das als Brautſchatz gege⸗ ben worden iſt, kann veraͤußert werden, wenn deſſen Ver⸗ àußerung in dem Heiraths⸗Contracte erlaubt worden iſt. 1558. Ein zum Brautſchatze gegebenes unbewegliches Gut kann ferner mit Erlaubniß des Gerichtes und im Aus⸗ rufe, nach einem dreymahligen offentlichen Anſchlage, an den Meiſtbiethenden verſteigert werden, um den Mann oder die Frau aus dem Sefünguiſ⸗ zu befreyen; Um in den Fuͤllen, welche unter dem Litel von der gbe in den Art. 203, 205 und 206 ausgedruckt ſind, der Snil Unterhalt zu verſchaffen; um die Schulden der Frau oder derjenigen zu zahlen, welche den Brautſchatz beſtellt haben, wenn dieſe Schulden ein gewiſſes Datum haben, welches fruͤher iſt, als der Hei⸗ raths⸗Contract; Um Haupt⸗Ausbeſſerungen vorzunehmen, die zur Erhal⸗ tung des Dotal⸗Gutes unumgaͤnglich nothig ſind; Endlich, wenn ein ſolches unbewegliches Gut mit drit ten Perſonen in ungetheilter Gemeinſchaft und fuͤr untheilbar erkannt wird. In allen dieſen Faͤllen bleibt der Ueberreſt des Kauß⸗ preiſes, der die anerkannten Beduͤrfniſſe uͤberſteigt, dotal, und muß in dieſer Eigenſchaſt Vortheile der Frau. legt werden. 1559. Ein unbewegliches Dotal⸗ Gut kann, jedoch nur mit Einwilligung der Frau, gegen ein anderes unbewegliches Gut, das wenigſtens bis zu vier Fuͤnfteln von gleichem Werthe iſt, vertauſcht werden, wenn die Nuͤtzlichkeit des Tauſches erwieſen, und nach vorhergegangener Schätzung durch Sachverſtändige, welche das Gericht Amts balber ernennt, die Autorifation des Gerichts erwirkt wird. Das eing⸗tauſchte Erundſtuͤck wird in dieſem Falle dotal⸗ eben ſo das bare Geld, das etwa noch auf den Tauſch her⸗ ausgegeben wird, und es iſt in dieſer Eigenſchaft Nuzn der Frau wieder anzulegen, in ſin ju ſ un i — in it w uu ni Cun . buih benn ufnz iht mnui 6 uin hes wi n Aſt n hiſin Bitl vodn tſin, hu jeinzn un biſ i it, eh ſit; hes Gut u eiſen u erteſ b berfeigt, le de fmn un, jicht e uben nn ſit Rzliti enn eiin hlie m n jil Luht ufnſ M. Buch. V. Lit. Von dem Heiraths⸗Contracte ꝛe. 381 1560. Wenn außer den Faͤllen, die ſo eben als Aus⸗ nahme erklaͤrt ſind, die Frau oder der Mann oder beyde zuſammen ein unbewegliches Gut veraͤußern, ſo bleibt es der Frau oder ihren Erben unbenommen, nach aufgeloͤſter Ehe die Veraußerung als unguͤltig aufheben zu laſſen, ohne daß man ihnen fuͤr die Zeit, da die Ehe beſtanden hat, irgend eine Verjährung entgegen ſetzen kann. Das nehmliche Recht hat die Frau, nachdem eine Guͤter⸗Separation erfolgt iſt. Selbſt dem Manne ſteht es frey, die Veraͤußerung waͤh⸗ rend der Ehe als unguͤltig aufheben zu laſſen; dem Kaͤufer bleibt er indeſſen zum Erſatze des Schadens und Intereſſe verbunden, wenn er in dem Contracte nicht erkl aͤrt hat, 55 das vntäufte Gut dotal ſey. 1561. Unbewegliche Dotal⸗ Guͤter, welche nicht in dem Heiraths⸗Contracte fuͤr veraͤußerlich erklaͤrt wurden, ſind waͤh⸗ rend der Ehe keiner Verjaͤhrung unterworfen, es ſey dann, daß die Verjaͤhrung fruͤher angefangen habe. Sie werden gleichwohl verjaͤhrbar nach erfolgter Güter⸗ Separation, in welchem Zeitpuncte auch immer die rung ihren Anfang genommen haben mag. 1562. Der Mann hat in Anſehung der Dotal⸗ Guͤter alle Pflichten eines Nutznießers zu erfuͤllen. Er iſt fuͤr jede Veriaͤhrung, die inzwiſchen vollendet wor⸗ den iſt, und fuͤr alle Verſchlimmerungen, die aus ſiiner Nachläßigkeit entſtanden ſind, verantwortlich. 1563. Wenn der Brautſchatz in Gefahr iſt, ſo tnn die Frau auf Separation der Guͤter antragen, ſo wie es im 1443. Art. und den folgenden beſtimmt iſt. Dritter Abſſchnitt. Von der Wiedererſtattung des Brautſchatzes. 1569. Beſteht der Brautſchatz in Immobilien, Oder in Mobilien, die in dem Heiraths⸗Contracte nicht taxirt, oder zwar auf einen gewiſſen Preis geſetzt ſind, aber mit der Erklaͤrung, daß die Schaͤtzung der Fran das Eigen⸗ thum daran nicht benehmen ſoll; 33 m. Buch. v. Tit. Von dem Heiraths Contraete ꝛ. So kann der Mann oder deſſen Erben gezwungen wer⸗ den, ihn ohne Aufſchub nach aufgeldſter Ehe zuruͤckzugeben. 1565. Beſteht er in einer Summe Geldes, Oder in Mobilien, die in dem Contracte auf einen gewiſſen Preis geſetzt ſind, ohne Erklärung, daß die Schaͤtzung den Mann nicht zum Eigenthuͤmer derſelben machen ſoll, So kann deſſen Zuruͤckgabe nicht eher, als ein Jahr nach aufgeldſter Ehe gefordert werden. 1566. Haben ſich die Mobilien, die ein Eigenthum der Fran geblieben ſind, durch den Gebrauch und ohne Verſchul⸗ den des Mannes verſchlimmert, ſo iſt er nur verbunden, diejenigen, die noch uͤbrig ſind, und in dem Zuſtande, worin ſie ſich beſinden, zuruͤckzugeben. In allen Fällen kann inzwiſchen die Frau die Leinwand und Kleidungsſtuͤcke, die zu ihrem wirklichen Gebrauche ſind, zuruͤcknehmen, mit dem Bedinge, ihren Werth in Abrech⸗ nung zu bringen, wenn dieſe Leinwand und Kleidungsſtuͤcke urſpruͤnglich unter beygefuͤgter Schaͤtzung zum Brautſchatze beſtellt worden ſind. 1567. Wenn der Brautſchatz Schuld⸗Forderungen oder Rent⸗Verſchreibungen in ſich begreift, die verloren gegangen ſind, oder eine Verminderung erlitten haben, die man der Nachiaͤßigkeit des Mannes nicht zuſchreiben kann, ſo hat er dafuͤr nicht zu haften, und er iſt aller weitern Verbindlich⸗ keit emlediget, wenn er die Contracte zuruͤckgibt. 1568. Iſt ein Nießbrauch als Brautſchatz ausgeſetzt wor⸗ den, ſo iſt der Mann oder ſeine Erben bey Aufloͤſung der Ehe zu mehr nichts verbunden, als das Recht des Nieß⸗ brauches, nicht aber die waͤhrend der Ehe verfallenen Fruͤchte zuruͤckzugeben. 1560. Hat ſeit dem Ablauf der zur Zahlung des Braut⸗ ſchatzes beſtimmten Friſten die Ehe zehn Jahre beſtanden, ſo kann die Frau oder ihre Erben ihn nach aufgeldſter Ehe von dem Manne zuruͤckfordern, ohne daß ſie verbunden ſind, den Beweis zu uͤhren, daß er ihn wirklich mpfangen hat; hu u0 ſu hi i he ſe hi Pemn 4 ben ghun Ehe zuiij Geks, it ufimg i Stin wichen ſl, „ils ih ein Ghnn en er ut u en Ziſin Fran i i hen Gem Per und Hen zen B zubemn berorn ze en, un, ſ eium N iz ch uinihn en Uuftn ſichto ufllunfi inz üh Jun tjin .. miun. 7 UI. Buch. V. Tit. Von dem HeirathsContxaete ꝛe. 383 er beweiſe dann, daß er ſich vergeblich Muͤhe gegeben habe, um ſich die Zahlung deſſelben zu verſchaffen. 157. Wird die Ehe durch den Tod der Frau aufgeldſt, ſo gebuͤhren ihren Erben die Zinſen und Fruͤchte des Braut⸗ ſchatzes, der zuruͤckgegeben werden muß, don Rechts wegen von dem Tage der Auflöſung. Erfolgt die Aufloͤſung der Ehe durch den Tod des Man⸗ nes, ſo hat die Frau die Wahl, entweder die Zinſen ihres Brautſchatzes waͤhrend des Trauer⸗Jahres zu fordern, oder ſich auf Koſten der Erbſchaft des Mannes waͤhrend dieſer Zeit Unterhalt verſchaffen zu laſſen; aber in beyden Faͤllen muß ihr dieſes Jahr hindurch die Wohnung nebſt den Trauer⸗ Kleidern aus dem Nachlaſſe verſchafft werden, ohne daß dieſe Gegenſtaͤnde von den ihr gebuͤhrenden Zinſen abgerechnet werden duͤrfen. 1571. Bey Aufloſung der Ehe werden die Frächte der zum Brautſchatze gegebenen Immobilien nach Verhaͤltniß der Zeit, welche die Ehe im letzten Jahre beſtanden hat, unter dem Manne und der Frau oder ihren Erben getheilt. Das Jahr nimmt mit dem Tage, da die Ehe geſchloſſen worden iſt, ſeinen Anfang. 1572. Die Frau und ihre Erben haben wegen der Zuruͤck⸗ forderung des Brautſchatzes kein Vorzuzs⸗Recht vor den Glaͤu⸗ bigern, welche vor ihr eine aͤltere Hypothek haben. 1573. War der Mann ſchon zahlungsunfaͤhig, und hatte er weder Kunſt noch Gewerbe, als der Vater ſeiner Tochter einen Brautſchatz beſt. lte, ſo iſt dieſe bloß verbunden, zu der väterlichen Erbſchaft das Klagrecht zu conferiren, welches ſie gegen den Nachlaß ihres Mannes hat, um ſich den Brautſchatz erſetzen zu laſſen. Iſt aber der Mann erſt nach der Heirath zahlungsunfäbig geworden; Oder trieb er ein S oder ein Gewerbe, das bey ihm die Stelle des Vermoͤgens erſetzte; So fällt der Verluſt des Brautſchatzes einzig auf die Fran⸗ zs4 UI. Buch. V. Lit. Von dem Heiraths⸗Contraete ꝛc. Vierter Ab ſchnitt. Von den Paraphernal⸗Guͤtern. 7. Alle Gäter der Frau, die nicht zum Brautſchatze beſtimmt worden, ſind Paraphernalien. 1375. Gehoͤren elle Guͤter der Frau zu dem Paraphernal⸗ Vermoͤgen, und iſt in dem Heiraths⸗Contracte keine Ueber⸗ einkunft enthalten, die ſie verbindet, einen Antheil an den Laſten der Ehe zu tragen, ſo trägt die Frau bis zum Betrage eines Drittels ihrer Einkuͤnfte dazu bey. 16. Die Frau hat die Verwaltung und den Genuß ihres Paraphernal⸗Vermoͤgens. Aber ſie kann es ohne Autoriſation des Mannes, oder, wenn dieſer ſie verweigert, ohne Erlaubniß des Gerichts weder veraͤußern, noch in Beziehung auf daſſelbe vor Gericht ſtehen. 1577. Gibt die Frau dem Manne Vollmacht, ihre Para⸗ phernal⸗Guͤter unter der Bedingung zu verwalten, daß er ihr uͤber die Fruͤchte Rechnung ablegen ſoll, ſo hat er gegen ſie eben die Pflichten, wie jeder andere Bevollmächtigte. der Mann das Paraphernal⸗Vermogen ſeiner Frau zwar ohne Vollmacht, aber auch ohne ihren Widerſpruch, genoſſen, ſo iſt er bey Aufl dſung der Ehe oder auf die erſte Anforderung der Frau zu mehr nichts verbunden, als die noch vorraͤthigen Fruͤchte auszuliefern, und er hat uͤber die⸗ jenigen, welche bis dahin verzehrt worden ſind, keine Rech⸗ nung abzulegen. 1570. Hat der Mann das Paraphernal⸗Vermögen, des erwieſenen Widerſpruchs ſeiner Frau uygeachtet, genoſſen, ſo iſt er verbunden, ihr alle ſowohl Lorräthige, als verzehrre S 1380. Ein Mann, der den Genuß des Paraphernal⸗Ver⸗ möges hat, muß alle Verbinblichkeiten eines Nutznießers Beſondere Verfügung. 5 1681. Die Ehegatten, indem ſie ſich den Dotal⸗Rechten unterwerfen, ſind gleichwohl befugt, eine Gemeinſchaft der Errungenſchaft auszubedingen, und die Wirkungen dieſer Geſellſchaft richten ſich nach den Beſtimmungen des 1498⸗ und 1499. Art⸗ 6 1 d i ſft u uue ſit ſiſs ſilt uiſ a) hi 6 ienn itt ten. * zn hu z hn hnt outirte kut inen Anl un bn ng u des Mun des heitn ot heithi Unuch,in vernaln, l, ſhue ewlnihi ubemin eihrn Ph teder ufb pechunb, den heti ſid, ku n chtet, auſ ize, c6 Inin ius M ßiniti Lilngn II. Buch. VI. Tit. Von dem Verkaufe. 336 Sech ſt er DTitef. Von dem Verkaufe. (Deeret. den 6. Maͤrz 1804. Promulg. den 16. des nehml. Mon.) Erſes Capyitel. Von der Natur und der Form des Verkaufes. 1582. Der Verkauf iſt ein Contract, wodurch der eine ſich verbindet, eine Sache zu uͤberlieſern, und der andere ſie zu bezahlen. Er kann mittelſt einer authentiſchen Urkunde oder unter Privat⸗Unterſchrift geſchloſſen werden.*) *) N LXXII. Cireular des Groß⸗Richters, Juſtitz⸗Miniſters an die kaiſerl. Procuratoren, vom 9. Januar 1808. Ich bin unterrichtet, daß in mehrern Departementen die unge⸗ horſamen Conſerihirten oder ihre Eltern betrügeriſche Verkaͤufe oder Uebertröge ihres Vermögens machen, um ſich der Entrichtung der gegen ſie ausgeſprochenen Geldſtrafen zu entziehen, und daß die Regie der Einregiſtrirungs⸗Gebühren, welche bey den Gerichten auf die Nichtigkeits⸗Erkiärung derſelben antraͤgt, mit ihren Klagen unter dem Vorwande abgewieſen wird, daß die Verträge ihrer Form nach regelmäßig ſind, und alſo nicht angegriffen werden können. Die Grundſaͤtze, welche die Gerichte in dieſem Stücke leiten muͤſſen, können nicht bezweifelt werden. Es iſt ſowohl nach den alten als nach den neuen Geſetzen richtig, daß alle Handlungen, welche ein Schuldner vornimmt, um ſeine Gläubiger zu betrügen, dieß mag nun unter dem Litel eines Kaufes, Uebertrags, einer Quittung oder auf eine andere Weiſe geſchehen, vor Gerichte ange⸗ fochten werden können, und der Resciſſion unterworfen ſind. Es thut nichts zur Sache, daß dieſe Vertrage regelmäßig und in authentiſcher Form verfaßt oder unter Privat⸗Unterſchrift ausge⸗ ſtellt ſind. Wenn ſie das Werk eines betruͤgeriſchen Einverſtänd⸗ niſſes ſind, ſo geſtattet die Gerechtigkeit nicht, daß ſie zum Nach⸗ theile der Rechte der Gläubiger beſtehen. Alle Vertraͤge, ſie mögen unter einem läſtigen oder unentgeltlichen Titel geſchloſſen ſeyn, mů ſſen alſo in dieſem Falle für nichtig ertlaͤrt werden; die Form der Verträge, wenn ſie auch noch ſo regelmaͤßig wäre, kann dieſer Nichtigkeits⸗Erklaͤrung nicht im Wege ſtehen. Ich muß Ihnen zu gleicher Zeit bemerken, daß in dieſer Sache, ſo wie bey allen, wo m. Buch. v. Lit. Von dem Verkaufe. 1583. Er iſt unter den Contrahenten vollkommen, und in Hinſicht des Verkaͤufers geht das Eigenthum kraft des Geſetzes auf den Kaͤufer uͤber, ſobald man uͤber die Sache und den Preis einig geworden iſt, wenn ſchon die Sache noch nicht uͤberliefert, und der Preis noch nicht gezahlt wor⸗ den iſt⸗ 1584. Ein Verkauf kann entweder unbedingt, oder unter einer Bedingung, dieſe ſey nun aufſchiebend oder aufloͤſend, geſchloſſen werden. Er kann auch zwey oder mehrere Sachen alternativ zum Gegenſtande haben. In allen dieſen Fällen richten ſich ſeine Wirkungen nach den allgemeinen bey Vertraͤgen geltenden Grundſatzen. 1585. Werden Waaren nicht in Bauſch und Bogen, ſondern nach dem Gewichte, nach der Zahl oder nach dem Maße verkauft, ſo iſt der Verkauf nicht vollkommen, das heißt, der Verkaͤufer traͤgt die Gefahr der verkauften Sachen bis ſie abgewogen, gezaͤhlt oder gemeſſen ſind; der Kaͤufer kann aber, entweder deren Ueberlieferung, oder, wenn das Verſprechen unerfuͤllt bleibt, bewandten Umſtaͤnden nach, Erſatz des Schadens und entbehrten Gewinns fordern. 1586. Sind dagegen die Waaren in Bauſch und Bogen verkauft worden, ſo iſt der Verkauf vollkommen, obſchon die Betrug unterläuft, das Zuſammentreffen der Anzeigen und der Vermuthungen die Stelle des Beweiſes vertreten muß; und daß in ähnlichen Fällen der Richter einiger Maßen die Funetionen der Jury ausübt, und daß, wenn er nach den vorhandenen Anzeigen und Vermuthungen in ſeinem Gewiſſen uͤberzeugt iſt, daß wirkiich Betrug vorhanden iſt, er keinen Anſtand nehmen darf, den Vertras für nichtig zu erklaͤren, wobey Betrug Statt gehabt hat. Dieſe Grundſätze, welche auf die einfachen Geſchaͤfte zwiſchen Privat⸗Perſonen anwendbar ſind, erhalten einen neuen Gräd von Staͤrte bey einem Gegenſtande, der weſentlich den Staat inteneſſirt. (Siehe das Gutachten des Staats⸗Raths vom 12 Floreal 13 J. bey dem 2131. Art⸗) i iu jn i W d wi h tu un ulm Enſt wan ie ſ en ſtnhz och uct zh wöchingt, hibend unn Schen int ſie Piun den Gubſin. uh t Zihl ouu icht wllun det beuin ſin ſibz ung, eke, en Unſihn heninnt ſun in Puſt ul ollunmn, e int verren uß“ zjn ſi ſu whn berjug il i nehnen n v un kth ſuhn hiüit niun u ſih usui n vn ju U. Buch. VI. Tit. Von dem Verkaufs⸗ 387 Waaren noch nicht abgewogen, gezaͤhlt oder gemeſſen worden ſind. 1587. In Hinſicht auf Wein, Oel und andere Sachen, die man zu verkoſten pflegt, ehe man ſie kauft, iſt kein Verkauf vorhanden, ſo lange der Kaͤufer ſie nicht verkoſtet und gutgeheißen hat. 1588. Ein auf Verſuch, auf Probe geſchloſenet Lerkauf wird immer ſo angeſehen, als waͤre er unter einer aufſchie⸗ benden Bedingung geſchehen. 1589. Ein Verſprechen, etwas zu verkaufen, gilt fuͤr einen Verkauf, wenn gegenſeitige Einwilligung beyder Theile uͤber die Sache und den Preis vorhanden iſt. 1590. Geſchah das Verſprechen, etwas zu verkaufen, unter Eutrichtung eines Handgeldes, ſo iſt ein jeder der Contrahenten befugt, davon abzugehen, Derjenige, der das Fac gegeben hat, gegen den Verluſt deſſelben; Und derjenige, der es empfangen hat, gegen Erſtattung des doppelten. 1591. Der Kaufpreis muß von den Contrahenten feſi⸗ geſtellt und beſtimmt werden. 1592. Dieſe Beſtimmung kann gleichwohl dem ſchieds⸗ richterlichen Ermeſſen einer dritten Perſon uͤberlaſſen werden; will oder kann die dritte Perſon den Preis nicht beſtimmen, ſo iſt kein Verkauf vorhanden⸗ 1593. Die Koſten der Urkunden und andere des Verkaufes fallen dem Käufer zur Laſt. Zweytes Sapitef. Wer kaufen oder verkaufen konne. 1504. Jeder, dem das Geſetz es nicht verbiethet, kann kaufen oder verkaufen. 368 I. Buch. VI. Tit. Von dem Verkaufe. 1505. Unter Ehegatten kann ein Verkauf⸗Contract nur in folgenden drey Faͤllen Statt haben: 1) Wenn einer von beyden Ehegatten dem andern, der von ihm gerichtlich getrennt iſt, Guͤter uͤbertraͤgt, um ihn fuͤr ſeine Anſpruͤche zu befriedigen; 2) Wenn der Uebertrag, der von dem Manne an ſeine auch nicht getrennte Frau geſchieht, einen rechtmaͤßigen Be⸗ weggrund hat, z. B. die Wiedererſetzung ihrer veraußerten Immobilien, oder ihr zugehorigen Gelder, wenn dieſe Immo⸗ bilien oder Gelder nicht in die Gemeinſchaft fallen; 3) Wenn die Frau ihrem Manne Guͤter abtritt, um eine Summe zu zahlen, die ſie ihm als Brautſchatz verſprochen hat, und die EuterGemeinſchaft ausgeſchloſſen iſt; In dieſen drey Fällen bleiben gleichwohl die Rechte vor⸗ behalten, welche den Erben der Contrahenten zuſtehen, wenn eine mittelbare Beguͤnſtigung vorhanden iſt. 1596. Bey Strafe der Nichtigkeit duͤrfen, 5 Vormuͤnder die Guͤter derjenigen, woruͤber ſie die Vor⸗ mundſchaft fuͤhren;* Bevollmächtigte die Guͤter, die ſie zu teauf⸗ tragt ſind; Verwalter die Guͤter der Gemeinden oder bffentlichen An⸗ ſtalten, die ihrer Obſorge anvertraut ſind; Deffentliche Beamte die National⸗Guͤter⸗ deren vrauf durch ſie geſchieht, ſteigern. 1597. Richter, ihre Stellvertreter(Suppléans), Beamten, welche das dffentliche Miniſterinm verſehen, Gerichtsſchreiber, Huiſſiers, Sachwalter, offentliche Vertheidiger und Notarien duͤrfen ſich keine Prozeſſe, keine ſireitigen Rechte und Anſpruͤche uͤbertragen loſſen, die zur Erkenntniß des Gerichtes gehdren, in deſſen Bezirke ſie ihr Amt autuͤben, bey Strafe der Nich⸗ tigkeit, des Koſien- und volſtaͤndigen Schadens⸗ Erſatzes. Weder ſelbſt, noch durch unterſtellte vſnn an ſich D Muftnn ten ken Uhn ihn dn Tnn len nhuhe ung ihn i er, nun iſt haſt fün unt unit n tuuti uin ſhloſn ſ; vohl hi ſih n zſhn ſ. ürſen, priher ſe i zu beuſu ſder ifinlin d; ſer, hmn b ſe Mm ylim bu buit ſin w ſcheuh huiht ſi e eu zuubi III. Buch. VI. Tit. Von dem Verkaufe. 389 Drittes Capitel Von den Sachen, welche verkauft werden koͤnnen. 1508. Alles, was dem Verkehr nicht entzogen iſt, kann verkauft werden, wenn nicht beſondere Geſetze deſſen Ver⸗ àußerung verbothen haben.*) *) No. LXXIlII. Gutachten des Staats⸗Raths über die Unver⸗ äußerlichkeit der Ruheſtands⸗Beſoldungen, der Reform⸗Gehalte und der Penſionen der Militair⸗Perſonen und Mitglieder der Ehren⸗ legion, vom 23. Januar 1sos, genehmiget vom Kaiſer den 2. Februar 1808. Der Staats⸗Rath, welcher nach der von Sr. Maj. gege⸗ benen Weiſung den Vortrag der Kriegs⸗Section über den Bericht des Miniſters dieſes Departements angehört hat, welcher Bericht zum Zwecke hatte, beſtimmen zu laſſen, daß die Reform⸗Gehalte, Ruheſtands⸗Beſoldungen und Penſionen der Wittwen oder Kinder der Militair⸗Perſonen unter keinem Vorwande veräußert werden koͤnnen; In Erwägung, 1) daß der Beſchluß vom 7. Thermidor 10. J. verordnet hat, daß keine Inſinuation einer Uebertragung, Abtre⸗ tretung oder Anweiſung von ſolchen Penſionen angenommen werden ſoll, welche der Staats⸗Caſſe zur Laſt liegen, und daß dieſe Pen⸗ ſionen mit keinem Arreſt belegt werden dürfen; 2) Daß der Zweck dieſes Beſchluſſes war, den Genuß dieſer Penſionen jenen Individuen zuzuſichern, welche ſie erhalten haben, und dieß zwar mit Ausſchließung aller andern; 3) Daß dergleichen Penſionen in der That wie Unterhalts⸗ Gelder betrachtet werden müſſen, welche der Staat bewilliget, und die beſonders fuͤr das Individuum beſiimmt ſind, welches ſie erhält; daß ſie durch einen Verkauf nicht das Eigenthum eines andern werden koͤnnen, ohne daß der deutliche Zweck dieſer Einrichtung verfehlt würde, weil die Abſicht der Resierung war, eine jährliche Beyhülfe zu ſichern, und nicht ein alle Mabhl eine Summe zu geben:; 4) Daß dieſe Betrachtungen ebenfalls auf die Reform⸗ Gehalte und die Penſionen der Ehrenlegion anwendbar ſind, Iſt der Meinung, 1) daß zu Folge des Beſchluſſes vom 7. Thermidor 10. J. und ohne daß es einer neuen Verfuͤgung bedürfe, die Ruheſtands Beſoldungen und militairiſche Penſionen, ſo wie jene der Ehvenlegion nicht veräußert werden können; — 390 m Buch. vI. Tit. Von dem Verkaufe. 1500. Der Verkauf einer fremden Sache iſt unguͤltig; er kann gleichwohl eine Klage auf vollſtändigen Schadens⸗ Erſatz begruͤnden, wenn der Kaͤufer nicht wußte, daß die Sache einem andern zugehoͤrte. 1600. Man kann die Erbſchaft einer noch lebenden Per⸗ ſon, ſelbſt mit ihrer Einwilligung, nicht verkaufen. 1601. War in dem Augenblicke des Verkaufes die verkaufte Sache ganz zu Grunde gegangen, ſo iſt der Verkauf unguͤltig. Iſt nur ein Theil der Sache zu Grunde gegangen, ſo hat der Kaͤufer die Wahl, emweder dem Verkaufe zu ent ſa⸗ gen, oder den uͤbrig gebliebenen Theil zu fordern, und deſſen Werth nach Maßgabe des fuͤr die ganze Sache feſtgeſetzten Preiſes beſtimmen zu lyſſen. Viertes Capitel. Von den Verbindlichkeiten des Verkaͤufers. Erſter Abſchnitt. Rllsemeine Verfügungen. 1602. Der Verkaͤufer iſt ſchuldig, dasjenige, wozu er ſich verbindet, deutlich zu erklären. Jeder dunkele oder zweydeutige Vertrag wird gegen den Verkaͤufer ausgelegt. 2) Daß die Reform Gehalte gleichfai unbveräußerlich ſind; 3) Daß die Individuen, welche ſeit dem 7 Thermdor 10. J. dieſe Penſtonen oder Beſoldungen verkauft haben mögen, in dieſes Eigenthum wieder eingeſetzt werden müſſen; den Kaͤufern bleibt jedoch vorbehalten, ſo wie es in dem angeführten Beſchluſſe bemerkt iſt, von den Cedenten die Zuruͤckerſtattung der Summen, welche ihnen bezahlt worden ſeyn mögen, durch geſetzliche Mittel und nach der Vorſchrift zu verlangen. Durch gegenwärtiges Gutachten wird gleichwohl jenes vom 2a. Derember nicht aufgehoben, welches die Abzüge ſeſtſetzte, die von den Ruheſtands⸗Beſoldungen der Militair⸗Perſonen zu Gunſten ihrer Weiber und Kinder gemacht werden ſollen, wenn ſie in Ruͤckſicht threr die durch das Geſetzbuch Napoleons auferiegten Verdindlich⸗ keiten nicht erfüllen. (Siehe das Gutachten vom 22. December 1807 beym 203. Art⸗ des gegenwärtigen Geſetzbucheg)* jnuit j hu, mad iſn. oh. bi M win N wm it wlne iun u lio ich duh i Pli 0 ujn d be 0 W zu uh ihuf hle, Uu den u ſu Duku, Schi u, ſinzu kte t wußt, ni ihun erkufn, rauſts int n Pnn unde gn. Pinfze ſorun, ulh e Eich jih⸗ te Jaliuft 3 jenige, fag nin hn eriuji ſ en en nihn, d dim n bthſi Suunn, ihe Muw nohl ju m⸗ ſiſſe ſ nen guiut n ſiſ ige do i p inm! m. Buch. vl. Tit. Von dem Verkaufe. 391 1603. Ihm liegen zwey Haupt Verbindlichkeiten ob, die Verbindlichkrit, die Sache, welche er verkauft, zu uͤberlie⸗ fern, und die Verbindtichkeit, dafuͤr Gewähr zu leiſten⸗ 3weyter Ab ſchnitt. Von der Ueberlieferung. Die Ueberlieferung iſt die Ueberzabe der verkauf⸗ ten Sache in die Gewalt und in den Beſitz des Kaͤufers. 1605. Der Verkaͤufer hat die Verbindlichkeit, Immobi⸗ lien zu uberliefern, erfuͤllt, wenn er die Schluͤſſel eingehän⸗ diget hat, in ſo fern von einem Gebaͤude die Rede iſt, oder wenn er die Urkunden uͤbergeben hat, welche das Eigenthum beweiſen. 16o6. Bewegliche Sachen werden uͤberliefert, Endweder durch wirkliche Einhaͤndigung, Oder durch Ueberlieferung der Schluͤſſel der Gebaͤnde. worin ſie ſich befinden, Oder auch durch die bloße Einwilligung e Contraheuten, wenn in dem Augenblicke des Verkaufes die Uebergabe nicht vollzogen werden kann, oder wenn der Kaͤufer ſie ſchon aus einem andern Rechtsgrunde in ſeiner Gewalt hatte. 1607. Die Ueberliefernng unkörperlicher Gerechtfamen geſchieht entweder durch Einbaͤndigung der Urkunden, oder durch den Gebrauch, den der Erwerber mit Eiawilligung des Verkaͤufers davon macht. 1603. Die Koſten der Ueberlieferung hat der Verkäufer, und jene des Wegnehmens der Kaͤufer zu tragen, wenn nicht das Gegentheil ausbrdungen worden iſt. 1609. Die Ueberlieferung muß an dem Orte geſchehen, wo zur Zeit des Verkaufes ſich die Sache befand, welche den Gegenſtand davon ausmacht, wenn keine andere Ueber⸗ einkunft deßhalb getroffen worden iſt. 1610. Unterlößt der Verkaͤufer die Ueberlieferung in der unter den Contrahenten verabredeten Zeit, ſo kann der Kaͤufer nach ſeiner Willkuhr entweder die Aufhebung des Kauf⸗Con⸗ 352 M. Buch. v1 Lit. Von dem Verkaufe. tractes oder die Einſetzung in den Beſitz verlangen, wenn der Verzug bloß von dem Verkaͤufer herruͤhrt. 1611. In allen Faͤllen muß der Verkaͤufer zum Erſatz des Schadens und entbehrten Gewinns verurtheilt werden, wenn daraus, daß die Ueberlieferung nicht zur verabredeten Zeit geſchehen iſt, ein Nachtheil fuͤr den Kaͤufer erwaͤchſt. 1612. Der Verkäufer iſt nicht ſcheldig, die Soche zu uͤberliefern, wenn der Kaͤufer den Preis davon nicht bezahlt, und der Verkaͤufer ihm keine Zahlungs⸗Friſt bewilliget hat. 1613. Er iſt g leichfalls, haͤtte er auch eine Zahlungs⸗ Friſt zugeſtanden, zur Ueberlieferung nicht verbunden, wenn nach dem Verkaufe der Kaͤufer entweder fallirt hat, oder ſein Vermoͤgen in Verfall gerathen iſt, ſo daß dem Verkaͤufer Gefahr drohet, den Kaufpreis zu verlieren, es ſey dann, daß der Kaͤufer ihm Buͤrgſchaft ſtelle, daß er zur feſtgeſetzten Zeit zahlen werde. 1614. Die Sache muß in dem Zuſtande uberliefert wer⸗ den, worin ſie ſich in dem Angenblicke des Verkaufs befindet⸗ Von dieſem Tage an gehdren alle Fruͤchte dem Kaͤufer. 1615. Die Verbindlichkeit, die Sache zu uͤberliefern, erſtreckt ſich anf ihr Zugehoͤr, und auf alles, was zu ihrem immerwaͤhrenden Gebrauche beſtimmt worden iſt. 1616. Der Verkaͤufer iſt verbunden, das Maß, wie es in dem Contracte ausgedruckt iſt, zu liefern, jedoch unter folgenden Einſchraͤnkungen: 1617. Iſt ein Grundſtuͤck mit Angabe des unfanges, und zwar das Maß fuͤr ſo und ſo viel, verkauft worden, ſo iſt der Verkaͤufer verbunden, die in dem Contracte ange⸗ zeigte Quantitaͤt dem Küe wenn er es erlangt, zu uͤber⸗ liefern; Und wenn dieſes ihm unmoͤglich iſt, oder wenn der Kaͤufer es nicht fordert, ſo muß der Verkaͤufer ſich eine verhaͤltniß⸗ maͤßige Verminderung des Preiſes gefallen laſſen. 1618. Findet ſich dagegen, in dem Falle des vorher⸗ sehenden Artikels ein betrachtlicherer Umfang, als in dem * zu n ihſu iun zn n 6huſm ! jimn in ech n ſnit Pur iun b i ui ſiht u de lut uign jun, lhw Miüs hliht be aizih zun ui lhn bon den in uf hin ii n. 6 gel litn U Au iotu dah. tun ihr, ntn Murhetn itzn u ſimt i tliz, ct wunt iſ beulz auch in zu t tern et fllin dbuß ni eten, in zuſſ ne ibeiſn Veruß ichte den ſü he zu ii les, w en iſt. das Mit ſem, juhn te d lnin beluſt w n Cunnt mungt u mnui in uis lſ ile u g, z ub K. Buch. Vt. Tit. Von dem Verkaufe. 393 Contracte ausgedruckt iſt, ſo hat der Erwerber die Wahl, entweder den Preis zu ergaͤnzen, oder von dem Contracte abzuſtehen, wenn der Ueberſchuß die angegebene Groͤße um einen zwanzigſten Dheil uͤberſteigt. 1619. In allen uͤbrigen Faͤllen, Es mag ein in jeder Hinſicht beſtimmter und begraͤnzter Gegenſtand verkauft worden ſeyn, Oder der Verkauf verſchiedene und abgeſonderte Grund⸗ ſtuͤcke zum Gegenſtande haben, In dem Contracte mag zuerſt das Maß, oder zuerſt die Sache, welche verkauft wurde, und hachher das Maß aus⸗ gedruckt ſeyn, Berechtiget die Angabe dieſes Maßes weder den Verkaͤufer, einen Zuſatz zum Preiſe fuͤr das Uebermaß, noch den Erwer⸗ ber, eine Verminderung des Preiſes fuͤr den Abgang an dem angegebenen Maße zu fordern, es ſey dann, daß mit Ruͤck⸗ ſicht auf den Werth ſaͤmmtlicher verkauften Gegenſtaͤnde, der Unterſchied unter dem wirklichen und dem im Contracte ausgedruckten Maße ein Zwanzigſttheil mehr oder weniger betrage, wenn nicht ein anderes ausbedungen worden iſt. 1620. In dem Falle, wo zu Folge des vorhergehenden Artikels Erhohung des Preiſes fuͤr das Uebermaß Statt hat⸗ bleibt dem Erwerber die Wahl, entweder von dem Contracte abzuſtehen, oder den Zuſatz zu dem Preiſe zu zahlen, und zwar mit den Zinſen, wenn er das Grundſiuͤck behalten hat. 1621. In allen Faͤllen, wo der Erwerber das Recht hat, von dem Contracte abzuſtehen, iſt der Verkaͤufer verbunden, ihm außer dem Preiſe, wenn er ihn empfangen hat, die Koſten dieſes Contractes zu erſetzen. 16. Die Klage auf Ergaͤnzung des Preiſes von Seiten des Verkaͤufers, und jene auf Verminderung des Preiſes oder Aufhebung des Contractes von Seiten des Kaͤufers, muͤſſen in Jahres⸗Friſt, von dem Tage des Contractes anzurechnen, bey Strafe des Verluſtes des Klag ⸗Rechtes angeſtellt werden. 334 M. Buch. vI. Tit. Von dem Verkaufe. 1623. Sind zwey Grundſiuͤcke in eben demſelben Con⸗ tracte und fuͤr einen und denſelben Preis, mit Beſtimmung des Maßes, das ein jedes der Grundſtuͤcke enthalten ſoll, verkauft worden, und bey einem derſelben findet ſich ein geringeres, bey dem andern ein groͤßeres Maß, ſo werden Uebermaß und Abgang, bis zum Betrage ihres Werthes, gegeneinauder aufgehoben, und die Klage auf Ergaͤnzung oder auf Verminderung des Preiſes hat nur nach den oben feſtgeſtellten Regeln Statt. 1624. Die Frage, ob der Verluſt oder die Verſchlim⸗ merung der verkauften Sache vor der Ueberlieferung auf den Verkaͤufer oder auf den Kaufer falle, wird nach den Regeln entſchieden, die unter dem Titel von Contracten oder von Verbindlichkeiten im Allgemeinen, die aus Vertraͤgen entſtehen, vorgeſchrieben ſind. Dritter Abſchnitt. Von der Gewährleiſtung. 1625. Die Gewaͤhrleiſtung, wozu der Verkaͤufer dem Kaͤufer verbunden iſt, hat zwey Gegenſtaͤnde: der erſte betrifft den ruhigen Beſitz der verkauften Sache, der zweyte die verborgenen Maͤngel dieſer Sache, oder die Fehler, wegen welcher die Zuruͤckgebung Statt findet.*) S. 1.* Von der Gewaͤhrleiſtung im Falle einer Eviction(Entwährung). 1626. Iſt ſchon bey dem Verkaufe uͤber die Gewaͤhr⸗ leiſtung nichts ausbedungen worden, ſo iſt der Verkaͤufer gleichwohl von Rechts wegen verbunden, dem Erwerber fuͤr die Eviction, wodurch ihm die verkaufte Sache ganz oder zum Theile entzogen wird, und fuͤr die Laſten zu haften, die man an dieſer Sache fordert, und die bey dem Verkaufe nicht angegeben worden ſind. 162. Den Contrahenten ſteht es frey, durch beſondere Vertrage dieſe von Rechts wegen eintretende Verbindlichkeit zu vermehren, oder ihre Wirkung zu vermindern; ſie koͤnnen 3 Welche die redhibitoriſche Klage begründen. ſin n 1 iu ſu in 1. itn vnltu min b iuune ſy wn, biht lp vh zuh i ſicht 57 )0 in 6h uine 5 benede li h 96 ehf d ln ſin ut ile, minet hunz. l. P linh kunt Dan n ſu ſit uln en fih ſ inge iri un uf i tmnun 6 ee ii beliſnn id neh uh onttzun n ie zus Un jtt. der Pert de: derut , di zuh tie ihn, . tin Emnin ier e e ſ n dn km ethe kuſun juit bo ur i ne Vn ſuenz ſel — m. Bnch. vI. Lit. Von dem Verkaufe. 305 ſogar uͤbereinkommen, daß der Verkaͤufer zu keiner Gewaͤhr⸗ leiſtung verbunden ſeyn ſoll. 1628. Wenn gleich feſtgeſetzt worden iſt, daß der Ver⸗ kͤufer zu keiner Gewaͤhr verbunden ſeyn ſoll, ſo bleibt er gleichwohl ſchuldig, diejenige zu leiſt'n, die aus einer ihm perſbulichen Handlung entſpringt; jeder entgegengeſetzte Ver⸗ trag iſt unguͤltig. Rn 1629. In demſelben Falle, wo es ausbedungen war, daß der Verkaͤufer keine Gewaͤhr leiſten ſollte, iſt er bey eintretender Eviction ſchuldig, den Kaufpreis zu erſetzen; es ſey dann, daß der Erwerber zur Zeit des Verkaufes die Gefahr der Eviction gekannt, oder auf ſeine Gefahr gekauft habe. 1630. Iſt die Gewährleiſtung verſprochen, oder nichts deßhalb ausbedungen worden, wider den Käufer aber des Fall einer wirklichen Eviction eingetreten, ſo hat er das Recht von dem Verkaͤufer zu fordern, 1) Den Erſatz des Preiſes; 2) Den Erſatz der Fruͤchte, wenn er verbunden iſt⸗ ſie dem Eigenthuͤmer, der ihm die Sache abgeſtritten hat, her⸗ auszugeben; 3) Die bey der Klage auf Gewaͤhrleiſtung von dem Kaͤnfer verwendeten Koſten, ſo wie diezenigen, welche der urſpruͤng⸗ liche Klaͤger grmacht hat; 4) Endlich Erſatz des Schadens und entbehrten Gewinns nebſt den Koſten und geſetzmaͤßigen Gebuͤhren des Contractes. 1631. Findet ſich die verkaufte Sache zur Zeit der Evie⸗ tion entweder durch Nachlaͤßigkeit des Kaͤufers oder durch Zufälle, die von einer höhern Gewalt herruͤhren, an Werth verringert, oder betraͤchtlich verſchlimmert, ſo iſt der Ver⸗ kaͤufer gleichwohl verbunden, den ganzen Preis zu erſtatten. 1632. Hat aber der Kaͤnfer aus den von ihm herruͤh⸗ renden Verſchlimmerungen Vortheil gezogen, ſo hat der Ver⸗ kaufer das Recht, eine dieſem Vortheile gleich kommende Summe von dem Kaufpreiſe zuruck zu behalten⸗ 396 IM. Buch. VI. Tit. Von dem Verkaufe. 1633. Findet ſich, daß die verkaufte Sache zur Zeit der Eviction einen hoͤhern Werth hat, ſollte anch der Kaͤufer hiezu nichts beygetragen haben, ſo iſt der Verkaͤufer ſchuldig, ihm das zu zahlen, was ſie uͤber den Kaufpreis werth iſt. 1634. Der Verkaͤnfer iſt ſchuldig, dem Kaͤufer alle Repa⸗ raturen und nuͤtzliche Verbeſſerungen, die er an dem Grund⸗ ſtuͤcke etwa vorgenommen hat, ſelbſt zu erſetzen, oder von demjenigen erſetzen zu laſſen, der ihm die enſe Sache abgeſtritten hat. 2635. Hatte der Verkaͤufer wiſſentlich ein fremdes Grund⸗ ſtuͤck verkauft, ſo iſt er verbunden, dem Kaͤufer alle auf das Grundſiuͤck von ihm verwendeten Koſten, ſelbſt diejenigen zu erſetzen, die bloß zur Zierde oder zum Vergnuͤgen dienen. 1636. Hat der Kaͤufer durch Eviction nur einen Theil der Sache verloren, und dieſer iſt im Verhaͤltniſſe zum Ganzen von ſolcher Wichtigkeit, daß der Kaͤufer ohne den Theil, der ihm abgeſtritten worden iſt, nicht gekauft haben wuͤrde, ſo kann er den Verkauf(gerichtlich) aufheben laſſen. 1637. Wird in dem Falle, wo nur ein Theil des ver⸗ kauften Grundſtuͤckes abgeſtrirten worden iſt, der Verkauf nicht aufgehoben, ſo wird dem Kaͤufer derjenige Theil, den er durch die Eviction verloren hat, nach dem Werthe, wor⸗ auf es zur Zeit der Eviction geſchätzt wird, nicht im Verhaͤlt⸗ niſſe zum ganzen Kaufpreiſe vergutet, die verkaufte Sache 2 an Werth zugenommen oder abgenommen haben. 1638. Zeigt es ſich, daß das verkaufte Grundſtuͤck mit Shſtareten⸗ die nicht in's Auge fallen, belaſtet iſt, ohne daß dieſes erklaͤrt wurde, und ſind ſie von ſolcher Wichtig⸗ keit, daß ſich vermuthen läßt, der Erwerber wuͤrde nicht geauft haben, wenn er davon unterrichtet geweſen waͤre, ſo kann er darauf antragen, daß der Contract aufgehoben werde, wenn er nicht etwa ſich lieber mit einer S gung begnuͤgen will. 1639. Die übrigen Fragen, die der Erſatz des Schadens und entbehrten Gewinns, der W den Erwerber aus der jil nſu ul den ſiun in ſihih h un b un it llu fl M une And by Mig mnſ ſh u ei ni lip lu fi hnt, it ſein in heſ lijun t uigehn echez iſn 3 iſuß hitz ß. . 11 Dakn tein lle ach ſ det delije ſt ſuſnn nſintt üenint eſtn, die wlujt hinſm nRüufn lt n, ſüh n Pupin tion m in ſtilniſzn ohne ini fi hben n en laſſ, rin elt en iſt, et dejeni di den en die beluft muen hehn uſte hun n belſti on ſlie B mere riu⸗ tut uſn onn ui ni in bi eitß böki cmn u M Buch. VI. Tit. Von dem Verkaufe. 397 Nicht⸗Erfuͤllung des Verkaufs entſpringt, veranlaſſen kann, muͤſſen nach den allgemeinen Regeln entſchieden werden, die unter dem Titel von Contracten oder von Perbindlich⸗ keiten im Allgemeinen, welche aus Verträgen entſtehen, feſtgeſetzt worden ſind. 164. Die Gewaͤhrleiſtung wegen Eviction faͤllt hinweg, wenn der. Kaͤufer ſich durch ein Urtheil in letzter Inſtanz⸗ oder gegen welches keine Appellation mehr Statt hat, hat verurtheilen laſſen, ohne ſeinen Verkaͤufer zum Prozeß abzu⸗ laden, falls dieſer beweiſt, daß hinlaͤngliche Gruͤnde vorhan⸗ den waren, um die Verwerfung der Klage zu bewirken. §. 2. Von der Gewährleiſtung fuͤr die Mängel der verkauften Sache. 16ar. Der Verkaͤufer iſt ſchuldig, fuͤr die verborgenen Maͤngel der verkauften Sache, welche ſie zu dem Gebrauche, wozu ſie beſtimmt iſt, untauglich machen, oder dieſen Gebrauch ſo ſehr vermindern, daß der Kaͤufer ſie nicht gekauft, oder nur einen geringern Preis dafuͤr gegeben haben wuͤrde, wenn er die Maͤngel gekannt haͤtte, Gewaͤhr zu leiſten.. 1642. Der Verkaͤufer iſt fuͤr keine Maͤngel, welche in's Auge fallen, und wovon der Kaͤufer ſelbſ überzeugen konnte, verantwortlich. 1643. Fuͤr verborgene Maͤngel hat er zu haften, wenn ſie ihm auch unbekannt geweſen ſeyn ſollten, er habe dann in dieſem Falle ſich ausbedungen, daß er zu keiner Gewähr⸗ leiſtung verbunden ſeyn ſolle. 1644. In den Faͤllen, welche im 1641. und Art. ausgedruckt ſind, hat der Kaͤufer die Wahl, entweder die Sache zuruͤckzugeben, und ſich den Kaufpreis erſtatten zu laſſen, oder die Sache zu behalten, und ſich einen Theil des Kaufpreiſes, wie er durch S beſtimmt zuruͤckgeben zu laſſen. 1645. Kannte der Verkaͤufer die Maͤngel der Sache, ſo iſt er, außer der Wiedererſtattung des Kaufpreiſes, den er — 398 NI. Buch. Vl. Tit. Ven dem Verkaufe. dafuͤr empfangen hat, dem Kaͤufer zum Erſatze alles Scha⸗ dens und entbehrten Gewiuns verbunden. 1646. Waren dem Verkaͤufer die Maͤngel der Sache unbe⸗ kannt, ſo hat er nur den Kaufpreis zu erſtatten, und dem Kaͤufer die durch den Verkauf verurſachten Koſten zu erſetzen. 1647. Iſt die Sache, welche mit Maͤngeln behaftet war, wegen ihrer ſchlechten Beſchaffenheit zu Grunde gegan⸗ gen, ſo trifft der Verluſt den Verkaͤufer, der dem Kaͤuſer zur Wiedererſtattung des Kauſpreiſes und zu den uͤbrigen Entſchaͤdigungen verbunden iſt, die in den vorher⸗ gehenden Artikeln erklaͤrt worden ſind. Dagegen iſt der Verluſt der Sache, der von einem zufahh herruͤhrt, fuͤr Rechnung des Kaͤufers. 1648. Die aus Maͤngeln, welche die Zuruͤckgabe einer gekauften Sache begruͤnden,(aus redhibitoriſchen Maͤngeln) entſpringende Klage muß nach der Beſchaffenheit dieſer Maͤn⸗ gel, und nach dem Gebrauche des Ortes, wo der Verkauf geſchehen iſt, in kurzer Zeit angeſtellt werden. 1640. Sie hat bey Verkaͤufen nicht Statt, die von Gerichts wegen geſchehen ſind. Fuͤnftes Von den Verbindlichkeiten des Kaͤuſers. 1650. Die Haupt⸗Verbindlichkeit des Kaͤufers beſteht darin, daß er den Kaufpreis an dem in dem Comtracte beſtimmten Tage und Orte zahle. 1631. Iſt bey dem Verkaufe deßhalb nichts beſtimmt worden, ſo iſt der Kaͤufer verbunden, an dem Orte und in der Zeit, wo die Ueberlieferung geſchehen ſoll, zu zahlen. 1652. In folgenden drey Fällen hat der Kaͤufer bis zur Zahlung des Capitals den Kaufpreis zu verzinſen: Wenn man bey dem Verkaufe hieruͤber einig geworden iſt; Wenn die verkaufte und uͤberlieferte Sache Fruͤchte oder andere Einkunfte hervorbringt; Wenn der Kaufer zur Zahlung aufgefordert worden iſt⸗ hli ſul 6 viu vit zi mih it lü minif il lz. n umgu i nihſ 6ih 5 hn fi we wſ woa, dhuh vhen nh 1 Uufin unn iu Painſ, mn Eiil den, Nngl u kih. zu ufenn, hien ſten nit Pint hei j hu uftr, huha d z n in den behur de ein die zuit hitinriſtun li chafenhi it ts, w i neten. icht Eut, itet s hünſt, ns hujn! nin den in ſul ni an ben Oun pl, uM de hüfti vjiſnt ei gun en ji⸗ mu mui Ill. Buch. VI. Tit. Bon dem Verkaufe. 399 In dieſem letztern Falle laufen die Zinſen nur von der Zeit der Aufforderung. 1653. Wird der Kaͤufer durch eine hypothekariſche oder Vindications⸗Klage geſtoͤrt, oder hat er gegruͤndete Urſache zu fuͤrchten, dadurch geſtoͤrt zu werden, ſo kann er mit der Zahlung des Kaufpreiſes inne halten, bis der Verkaͤufer erwirkt hat, daß die Stdrung aufhoͤrt, wenn dieſer etwa nicht lieber Buͤrgſchaft leiſten will, oder nicht ausbedungen worden iſt, daß der Kaͤufer, der Stoͤrung ungehindert, zahlen ſolle. 1654. Wenn der Kuͤufer den Kauſpreis nicht bezahlt, ſo kann der Verkaufer auf die Aufhebung des Verkaufes antrageu. 1655. Die Aufloͤſung eines Verkaufes unbeweglicher Guͤter wird ſogleich erkannt, wenn der Verkaufer in Gefahr iſt, die Sache und den Preis zu verlieren. Iſt dieſe Gefahr nicht vorhanden, ſo kann der Richter dem Kaͤufer, nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, eine mehr oder weniger lange Friſt geſtatten. Sſt dieſe Friſt verſtrichen, ohne daß der Käufer gezahlt hat, ſo ſoll die Aufloͤſung des Verkaufes erkannt werden. 1656. Iſt b.y einem Verkauſe von Immobilien bedungen worden, daß, wenn die Zahlung des Kaufpreiſes in der ver⸗ abredeten Zeit nicht erfolgen wuͤrde, der Verkauf von Rechts wegen aufgeldſt ſeyn ſoll, ſo kann der Kaͤufer gleichwohl nach Ablauf der Friſt zahlen, ſo lange er nicht durch eine Aufforderung in Verzug geſetzt worden iſt; nach dieſer Auf⸗ forderung ün aber der Richter ihm keine Friſt geſtatten. 1657. Bevm Verkaufe von Lebensmitteln und beweg⸗ lichen Sachen ſoll nach Ablauf der Zeit, die zur Wegnahme in dem Contracte feſtgeſetzt war, die Aufloſung des Verkaufes zum Vortheile des Verkaͤufers von Rechts wegen und ohne vorhergegangene Aufforderung Statt haben. 400 II. Buch. VI. Tit. Von dem Verkaufe. Sechſſtes Capitel. Von der Nichtigkeit und der Aufloͤſung des Verkaufes. 1638. Außer den in dem gegenwaͤrtigen Titel ſchon erklaͤr⸗ ten Urſachen, welche die Richtigkeit oder Aufloͤſung begruͤn⸗ den, und denjenigen, die allen Vertraͤgen gemein ſind, kann der Verkauf⸗Contract noch durch Ausuͤbung des Rechtes auf Wiederkauf, und wegen unverhältnißmaͤßiger Niedrigkeit des Preiſes aufgeloͤſt werden. Erſter Abſchnitt. Von dem Rechte auf Wiederkauf. 1639. Die Ausbedingung des Wiederkaufs iſt ein Ver⸗ trag, wodurch der Verkäufer ſich vorbehaͤlt, gegen Wieder⸗ erſtattung des Hauptpreiſes und gegen die im 1673. Art⸗ erwaͤhnte Verguͤtung die verkaufte Sache zuruͤckzunehmen. 1660. Das Wiederkaufs⸗Recht kann nicht fuͤr eine laͤn⸗ gere Zeit als fuͤnf Jahre ausbedungen werden. Iſt es auf eine laͤngere Zeit vorbehalten worden, ſo wird es auf dieſe Friſt eingeſchrankt. 1661. Die beſtimmte Zeitfriſt muß ſtreng beobachtet, und kann von dem Richter nicht verlaͤngert werden. 1662. Hat der Verkaͤufer ſeine Klage auf Wiederkauf in der beſtimmten Friſt nicht angeſtellt, ſo bleibt der Fufe unwiderruflicher Eigenthuͤmer. 1663. Die Friſt laͤuft wider alle Perſonen, ſelbſt wider den Minderjaͤhrigen, mit Vorbehalt des Regreſſes gegen jeden, gegen den er, den Umſtaͤnden nach, rechtlich eintreten mag. 1664. Ein Verkaͤufer auf Wiederkauf kann ſeine Klage gegen einen zweyten Erwerber geltend machen, Fenn ſchon von dem Wiederkaufs⸗Rechte in dem zweyten Contraete keine Erwaͤhnung geſchehen iſt. 1665. Wer eine Sache auf Wiederkauf erworben hat, uͤbt alle Rechte ſeines Verkaͤufers aus; er kann ſowohl wider den wahren Eigenthuͤmer als wider diejenigen verjähren, die etwa Rechte oder Hypotheken an der verkauften Sache zu haben behaupten. ſh th. M ſu M bin Prfihn nnn uſ, wb ſih lnn uf u ae h in hn bin nin ſin i ip hun in l utnin u bui uM y, u n in i ſu, ſ ihe loh il n h. * Puh itel, ing bz hu en il ſ der liſiint en gminſ tung W i ißig Rhſt nitt erin. delußiſe hült, gu ndie in 1 e zuicunin nnicht ſi iu viten, lten w,it un lahin eden. euf Wieh hih t ſtuen, ſlit tynſt u llich innnt f lmn ſin! un, hut un Gyt uf min ſun ſult zu nn ujn k m. Buch. vl. Tit. Von dem Verkaufe. 4b1 1666. Er kann den Gräubigern ſeines Verkaͤufers die Rechts⸗Wohlthat der Vorausklage entgegenſetzen. 1667. Wer von einem in ungetheilter Gemeinſchaft ſtehen⸗ den Grundſtuͤcke einen noch nicht abgeſonderten Theil unter der Bedingung des Wiederkaufes erworben, und bey einer Verſteigerung, worauf wider ihn aus Haß der Gemeinſchaft angetragen wurde, das Ganze erſtanden hat, kann den Ver⸗ kaͤufer, das Ganze an ſich zu nehmen, nothigen, wenn dieſer von der Bedingung Gebrauch machen will. 1668. Wenn mehrere in einem und demſelben Contracte zuſammen ein unrer ihnen gemeinſchaftliches Grundſtck ver⸗ kauft haben, ſo kann ein jeder von ihnen die Klage auf Wiederkauf nur fuͤr den Antheil, den er daran hatte, geltend machen. r669. Eben ſo verhaͤlt es ſich, wenn derjenige, der allein ein Grundſtuͤck verkauft hat, mehrere Erben hinterlaßfen hat. Ein jeder dieſer Miterben kann das Wiederkaufs⸗Recht nur in Anſehung des Antheils ausuͤben, den er an der Erb⸗ ſchaft hat. 1670. In dem Falle der beyden vorhergehenden Artikel kann indeſſen der Kaͤufer verlangen, daß alle Mitverkaͤuſer oder alle Miterben zur Sache abgeladen werden, um ſich untereinander uͤber die Zuruͤcknahme des ganzen Grundſtuͤckes zu vereinigen; und, wenn ſie ſich nicht vereinigen, ſoll er von der Klage losgeſprochen werden. 167r. Iſt ein Grundſtuͤck, das mehrern zugehoͤrte, nicht von ihnen gemeinſchaftlich und im Ganzen, ſondern von jedem einzelnen nur der Theil verkauft worden, den er daran hatte, ſo kann jeder fuͤr ſich allein und beſonders die Klage auf Wiederkauf fuͤr den Theil anſtellen, der ihm zugehörte; Und der Kaͤufer kann denjenigen, der ſie auf dieſe Weiſe anſtellt, nicht zwingen, das Ganze an ſich zu nehmen. 1672. Hat der Käufer mehrere Erben hinterlaſſen, ſo kann, wenn die verkaufte Sache noch ungetbeilt, oder unter G. N. 1V. Aufl. 26 40* III. Buch. VI. Lit. Von dem Verkaufe⸗ ihnen getheilt worden iſt, die Klage auf Wiederkauf wider einen jeden von ihnen nur fuͤr ſeinen Theil angeſtellt werden. Iſt aber die Erbſchaft getheilt worden, und die verkaufte Sache dem Loſe eines der Erben angefallen, ſo hat gegen ihn die Klage auf Wiederkauf fuͤr's Ganze Statt. 1673. Der Verkaͤufer, der die Ausbedingung des Wie⸗ derkaufes geltend macht, muß nicht allein den Hauptpreis, ſondern auch die Koſten und geſetzlichen Gebuͤhren des Ver⸗ kaufes, die nothwendigen Ausbeſſerungen, und diejenigen, welche den Werth des Grundſtuͤckes erhoͤhet haben, bis zum Betrage dieſes erhoͤheten Werths erſtatten. Er kann nicht eher in den Beſitz eintreten, bis er Kllen dieſen Verbindlich⸗ keiten Genuͤge geleiſtet hat. Wenn der Perkaͤufer kraft des ausbedungenen Wieder⸗ kaufs wieder zu ſeinem Grundſtuͤcke gelangt, ſo nimmt er es frey von allen Laſten und Hypotheken zuruͤck, womit der Erwerber es beſchwert haben mag; er iſt aber verbunden, die von dem Erwerber ohne Gefaͤhrde S Pacht⸗ Contracte zu vollziehen. 3 weyter Ab ſchni Von Aufhebung des Perkaufs wegen Verletzung. 1674. Iſt der Verkaͤufer um mehr als ſieben Zwölſtek bey dem Preiſe einer unbeweglichen Sache verletzt worden, ſo hat er das Recht, auf Resciſſion(Aufhebung) des Ver⸗ kaufes ſogar dann anzutragen, wenn er in dem Contracte auf die Befugniß, dieſe Anfhebung zu fordern, Verzicht gethan, und erklaͤrt haͤtte, daß er dacjenige, was die Seche mehr werth iſt, ſchenke. 167. um zu wiſſen, ob eine Verletzung uͤber ſehen Zwoͤlftel vorhanden ſey, muß man die unbewegiiche Sache nach ihrem Zuſtande und Werthe zur Zeit des Fn ſchoͤtzen.. 1676. Nach Ablauf von zwey Jahren, von dem Tage des Verke ufes anzutechnen, iſt dieſe Klage nicht h zuläßig. i luin hihn i di hiin lihih 1h Uihil, uiuun ſü, in . l w hudn juihn wiß 15 Jn üi. Etnn lſo mnn, ſtile! h der in und d zl hn hn v bon den dr ſüſin ihh. huii ſi,ſ Emn ihh 1 dn uf Phht Belgſn hn, ht gln, ſihe u emn uitein( dlin un h en hlhnh gen, ub it höhet in i ten 6t n en biſn h ubehungunt lungt, ſiin en zuit, u er iſ ehn ui e geſchoſun nitt, n driin rils ſünz bache ulhr lufteuun) er in in z ſm, ig, mh nen üe e EE lo h. u* I. Buch. VI. Tit. Von dem Verkaufe. 4 ½ Dieſe Friſt laͤuft wider verheirathete Frauen, und wider Abweſende, Interdicirte und Minderjaͤhrige, wenn ſie in die Rechte eines Volljaͤhrigen, der verkauft hat, getreten ſind. Dieſe Friſt laͤuft ebenfalls waͤhrend der Zeit, welche zur Ausuͤbung des bedungenen Wiederkaufes beſtimmt iſt, und bleibt inzwiſchen nicht ausgeſetzt⸗ 1677. Der Beweis der Verletzung kann nur durch ein Urtheil, und nur in dem Falle zugelaſſen werden, wo die articulirten Thatſachen wahrſcheinlich und erheblich genug ſind, um eine Verletzung vermuthen zu laſſen. 1678. Dieſer Beweis kann nicht anders gefuͤhrt werden, als durch einen Bericht dreyer Sachverſtäͤndigen, welche ver⸗ bunden ſind, nur einen gemeinſchaftlichen Verbal⸗ Prozeß zu fertigen, und nur eine Meinung nach Mehrheit der Stmnen zu aͤußern. 1679. Sind die Meinungen verſchieden, ſ nuß der Verbal⸗Prozeß die Gruͤnde enthalten, worauf ſie beruhen; es iſt aber nicht erlaubt anzufuͤhren, welcher Meinung jeder Sachverſtaͤndige geweſen iſt. 1680. Die drey Sachverſtändigen werden von Amts wegen ernannt, es ſey dann, daß die Parteyen ſich vereinigt hätten, ſie alle drey gemeinſchaftlich zu ernennen. résr. Wird die Klage auf Resciſſion zugelaſſen, ſo hat der Käͤufer die Wahl, entweder die Sache zuruͤckzugeben, und den Preis, den er dafuͤr gezahlt hat, wieder in Empfang zu nehmen, oder gegen Nachzahlung der Summe, die an dem wahren Preiſe fehlt, jedoch mit Abzug eines Zehntels von dem ganzen Preiſe, das Grundſtuͤck zu behalten. Der dritte Beſitzer hat das nehmliche Recht, mit Vorbe⸗ halt ſeiner Klage wider ſeinen Verkäufer. 1682. Will Kaͤufer lieber die Sache behalten, dage⸗ gen die in dem v hergehenden Artikel beſtimmte Nachzahlung leiſten, ſo iſt er verbunden, die Zinſen der nachzuzahlenden Summe von dem Tage an, da die auf ſn angeſtellt wurde, zu entrichten. m vuc. Vyt xit. Pen den Pertauſe Will lieber die Sache zurczeben, und den Preis wiedernehmen, ſo erſetzt er die Früchte von dem Tage der angrſtellten Klage. Die Zinſen des Keuſprins, den er gezablt hatte, werden 1 ihm gleichfals, entweder von dem Tage ehen dieſer Flage, hn „der wenn er gar keine Fruchte gürgen hat, von dem Tage der Zahlung an verguͤtet. 4 1683. Zum Portheile des Käufers hat keine Kesciſion in wegen Verletzung Statt. iin 1684. Sie hat gleichfals bey allen Perkäufen nicht un Statt, die nach den Geſetzen nur unter gerichtlicher Auto⸗ ip rität geſchehen können. iſin 1685. Die Regeln, welche in dem vorhergehenden Ab⸗ 3 ugſi ſchnitte für die Faͤlle aufgeſtellt worden ſind, wo mehrere du zuſammen, oder jeder von ihnen fuͤr ſich beſonders verkaufſt Uus ben, ſo wie auch fur den Fgll, wo der Verkäufer oder der ul gäufer mihrere Erben hinterlaſſen hat, werden gleichfals in 6 Anſehung der anzuſtellenden Reseiſſions⸗Klage beobachtet. j Siebentes Capitet. Von der Verſteigerung gemeinſchaftlicher Gäter. tn 1636. Wenn eine unter mehrern gemeinſchaftliche Sache hu ſich nicht füglich und ohne Verluſt theilen läßt; Oder wenn bey einer mit allerſeitiger Einwilligung vor⸗ iten genommenen Theilung gemeinſchaftlicher Güter es einige gibt, ſun die keiner der Tbeilenden an ſich nehmen kann oder will; 3 ewihr So werder dieſe Sachen im Ausrufe an den Meiſtbiethen⸗ 3 den verkauft, und der Kaufpreis wird unter den Miteigen⸗ 4 thuͤmern getheilt. et 1687. Einem jeden der Miteigenthmer ſteht es frey zu ſzm ferdern, daß Fremde zur Verſteigerung mit eingeladen wer⸗ lt den; man muß ſie nothwendiger Weiſe i einladen, wenn 1 einer der Miteigenthuͤmer mind rjahrig iſt. i 1658. Die Art und die Formalitaͤten, welche bey der in Verſteigerung zu ſind, ſiud unter dem iue von n kben Wh hnh 6 hült % i iht twſhi len Pelh ur gihli n bohen n ſid, pn ih bſhnn e Poliſt nenn jii Fleg beh pitet ſtihe bin mſhifit n lißtz biniln zun s i im ann n Milt mi ah u ihn nit ihr! n ilunn n n 10 ur. buc. vt ti Voü dein Verkaufe. 4 der Erbfolge, und in dem Seſchbuh⸗ über das gtrichtliche Verfahren erklaͤrt.*) Achtes Spitel. Von dem Uebertrage der Forderungen und anderer unkoͤrper⸗ lichen Rechte. 1689. Bey dem Uebertrage einer Forderung, eines Rechtes oder einer Klage gegen eine dritte Perſon geſchieht die Ueber⸗ lieferung unter dem Cedenten und dem Ceſſionar(dem Abtre⸗ tenden und dem Erwerber) durch Einhaͤndigung der Urkunde. 1690. In Beziehung auf dritte Perſonen gelangt der Ceſſionar nicht eher zum Beſitze, als durch die Inſinuation des grſchehenen U bertrags an den Schuldner. Der Ceſſionar kann jedoch ebenfalls dadurch zum Beſitze gelangen, daß der Schuldner in einer authentiſchen Urkunde den Uebertrag annimmt. 1691. Hatte der Schuldner den Cedenten bezahlt, dieſer oder der Ceſſionar ihm den Uebertrag inſinuirt hatte, ſo iſt er auf eine aultige Weiſe befreyt. 1692. Der Verkauf oder Uebertrag einer Forderung erſtreckt ſich auf die Zugehörungen der Forderung, wie z. B. auf Buͤrgſchaft, Privilegien und Hypotheken. 1693. Wer eine Forderung oder ein anderes in liches Recht verkauft, muß dafuͤr haften, daß er zur Zeit des uebertrags die Forderung oder das Recht wirklich hatte, wenn ſchon der Uebertrag geſchehen iſt, ohne daß er hiefuͤr Gewaͤhrleiſtung verſprach. 1694. Er haftet nur dann fuͤr die Zahlungs⸗ Faͤhigkeit des Schuldners, wenn er ſich hiezu verbunden hat, und nur bis zum Betrage des Preiſes, der ihm fuͤr die Forderung gezahlt worden iſt. 1695. Hat er die Gewährleiſtung fuͤr die Zahlungs⸗ Fähigkeit des Schuldners verſprochen, ſo wird dieſe Zuſage nur von der gegenwaͤrtigen Zahlungs Faͤhigkeit verſtandenz —) Siehe Art„66 u. f. d. G. 3. d. †. V. i. C. S. 406 n. Vuch. vl. Lit. Von dem Verkaufe⸗ ſie erſtreckt ſich nicht auf die kunftige Zeit, wenn der Cedent es nicht ausdruͤcklich verſprochen hat. 1696. Wer eine Erbſchaft verkauft, ohne ihre ge ſtaͤnde ſtuͤckweiſe zu benennen, iſt nur ubig, dafuͤr zu haften, daß er Erbe ſey. 1697. Hatte er ſchon die i von irgend einem Grundſtuͤcke genoſſen, oder den Betrag einer Forderung, die zur Erbſchaft gehoͤrte, in Empfang genommen, oder einige Erbſchafts⸗Sachen veraͤußert, ſo iſt er verbunden, ſie dem Kaͤufer zu erſetzen, wenn er ſie bey dem Verkaufe nicht aus⸗ druͤcklich vorbehalten hat. 1698. Der Kaͤufer muß auf ſeiner Seite dem Verkaͤufer, was dieſer an Schulden und Laſten, die auf der Erbſchaft hafteten, gezahlt hat, wiedererſtatten, und ihm alles ver⸗ guͤten, was er als Glaͤubiger zu fordern hatte, wenn nicht ein anderes ausbedungen worden iſt. 1699. Derjenige, wider welchen ein ſtreitiges Recht uber⸗ tragen worden iſt, kann ſich ſeiner Verbindlichkeit gegen den Ceſſionar dadurch entledigen, daß er ihm den wirklichen Preis des Uebertrags mit den Koſten und geſetzlichen Gebuͤhren und den Zinſen von dem Tage an verguͤtet, da der Ceſſionar den Preis des an ihn geſchehenen Uebertrags gezahlt hat. 1700. Die Sache wird von dem Augenblicke an ſuͤr ſtreitig angeſehen, wo uͤber das Recht ſelbſt ein Prozeß Streit obwaltet. 1701. Die im 1699. Art. enthaltene Verfügung faͤllt weg, 3 1) In n Falle, wo der Uebertrag an einen Miterben oder an einen Miteigenthuͤmer des uͤbertragenen Rechtes geſchehen iſt; 20 Wenn er an einen Gläubiger, um ihn für das, was er zu fordern hotte, zu befriedigen(an Zahlungeſtatt) geſchehen iſt; 3) Wenn er an den Leſiter des Grundſtuͤckes geſchah, woran das ſtreitige Recht ausgeubt werden ſollte. ſu i Unnbu no n hu .1 ſiſhn uun m d oihe d ut it dalnn⸗ i, wenn il ihn in n it iuun znnn mnn, int etunle ſ. Vuußiht eite Un uf ue hi und ihn hete, un iriiges iih indchtit e den vithten ſchen hi t, iſ ugs gulti lugenbit hf in hn Muin n enn nnynn it mn jn ſi un plui nizi ſil 5 mh. Buch. Vll. Tit. Von dem Tauſche. 407 Siebenter Titel. VBon dem Tauſche. (Deeret. den 7. März 1804. Promulg. den 17. des nehml. Mon.) 1702. Der Tauſch iſt ein Vertrag, wodurch die Con⸗ trahenten ſich gegenſeitig eine Sache fuͤr eine andere geben⸗ 1703. Der Tauſch kommt auf gleiche Weiſe, wie der Verkauf, durch bloße Einwilligung zu Stande. 1704. Hat einer der Tauſchenden die Sache wirklich empfangen, die ihm gegen die ſeinige verſprochen worden iſt, und er beweiſt nachher, daß der andere Contrahent kein Eigenthuͤmer dieſer Sache war, ſo kann er nicht gezwungen werden, diejenige zu uͤberliefern, die er dagegen verſprochen hat, ſondern nur die Sache zuruͤckzugeben, die er empfangen 1703. Der Contrahent, dem die Sache abgeſtritten wor⸗ den iſt, die er im Tanſche gegen die ſeinige erhalten hat, hat die Wahl, entweder auf Erſatz des Schadens und ent⸗ behrten Gewinns anzutragen, oder ſeine Sache zuruͤckzufordern. 1706. Bey dem Tauſch⸗Contracte hat keine Resciſſion wegen Verletzung Statt. 1707. Uebrigens ſind alle andere fuͤr den Kauf⸗ Contrart ſeſtgeſetzten Regeln auf den Tauſch anwendbar. Achter Titel. Von dem Mieth⸗Contracte. Deetet. den 7. März 1204. Promulg: den 17. des nehml. Monats.) Srſtes Capitel. Allgemeiue PVerfügungen. 1708. Es gibt zwey Gattungen von Mieth⸗Contracten: Der Mieth⸗Contract über Sachen, Und ber Dienſte und Arbeit⸗ 1700. Der Mieth⸗Contract uͤber Sachen iſt ein Vertrag, wodurch einer der Comrahenten ſich anheiſchig macht, dem II. Vuch. vIII. it. Pon dem Mieth⸗Contraete. andern eine beſtimmte Zeit hindurch und genen einen beſtimm⸗ ten Preis, den dieſer ihm zu zahlen verſpricht, den Gebrauch und Genuß einer Sache zu verſchaffen. 1710. Der Mieth⸗Contract uͤber Dienſte und Arbeit iſt ein Vertrag, wodurch einer der Contrahenten ſich verpflichtet, fuͤr den andern gegen einen unter ihnen brdungenen Preis, 1711. Dieſe beyden Gattungen des Mieth⸗Contractes werden noch ferner in mehrere beſondere Arten abgetheilt. Man nennt Miethe(hail a loyer) den Mieh⸗Contraet uͤher Haͤuſer und Mobilien;. Pacht(Bail d ferme) den Pacht⸗Eontraet uͤber Landguͤter; Verdingung(Loyer) den Mieth⸗Contract uͤber Arbeit oder Dienſte; Viehpacht(Bail a cheptel) den Pacht⸗Contract uͤber Vieh ⸗deſſen Nutzen unter dem Eigenthümer und demjenigen, dem er es anvertraut, getheilt wird. Unternehmungen einer zu verfertigenden Arbeit fuͤr einen heſtimmten Preis, nach einem Anſchlage oder Accorde, ſind auch Mieth⸗Contrarte, wenn der Stoff von demjenigen gelie⸗ fert wird, fuͤr den die Arbeit geſchieht. Dieſe drey letztern Gattungen haben ihre beſondern Regeln. 1712. Die Verpachtungen der National⸗Guͤter, der Guͤter, welche Gemeinden und öffentlichen Anſtalten gehoͤren, ſind beſondern Verordnungen unterworfen.*) *) No LXXIV. Kaiſerl. Deeret über die Verpachtungen, die von den Spilälern und Anſtalten des öffentlichen Unterrichts vor⸗ seupmmen werden, vom 12. Auguſt 1307. Art. 1. Von Kundmachung des gegenwärtigen Decrets anzu⸗ rechnen, ſollen die Verpachtungen der Spitaͤler und anderer öffent⸗ lichen Anſtalten der Wohlchätigkeit oder des öffentlichen Unterrichts, jür die gewöhnliche Dauer, durch Verſteigerungen vor einem durch den Präfecten des Departements bezeichneten Notar geſchehen, und das Hypotheken⸗Recht auf alle Guͤter des Anpächters mit Beſchrei⸗ bung derſelben, dem Geſetzbuche Napoleons gemäß, ſtipulirt werden. 2. Das Verzeichniß der Bedingungen des Zuſchlags und des Geauffes ſoll vorläuſig durch die Verwaltungs⸗Commiſſion„das⸗ * 1¹ puhi m lni puu W w1 ihiu 7 inlſ —— hiliih iuit d hun nin n 3 i vi i b⸗ fin, n zin jn un ji ſu) ishn n cnt utun 1uh wheu ſuhn dn unjitt i n ir unin enun anin n hui 1 wihn „ * e inſ n nun ſchun n bungun 3 Pieheſu Inen den Piht ut ünlu onmnn iu luchtlun ut udim en Mit ji tder ut, benji heſnhnh Gite, u un ghin,i Dehehnn n lumhu en dum n n it tichn lunt r nn n hin un ni biin ſinin. ti un (mſn,* 6„ Ml. Buch. VlII. Tit. Von dem Mieth⸗Contracte. 405 Zweytes Capitell. Von dem Mieth⸗ und Pacht⸗Contracte, welcher Sachen zum Gegenſtande hat. 1713. Man kanu alle Arten beweglicher oder e licher Guͤter in Miethe oder in Pachtung geben und nehmen. Erſter Abſchnitt. Von den Regeln, die ſowohl auf die Miethe der Häuſer, als auf die Verpachtung der Landgüter anwendbar ſind. 1714. Man kann ſchriftlich oder muͤndlich in Miethe oder Pachtung geben und nehmen. 1715. Iſt die Miethe oder Pachtung, die ohne ſchrift⸗ lichen Auſſatz geſchloſſen worden iſt, noch auf keine Weiſe in — Wehlthrigkeits. Büreau oder das Verwaltungs⸗Buͤreau nach Ver⸗ ſchiedenheit der Anſtalt verfertiget werden. Der Unter⸗Präfeet gibt ſein Gutachten, und der Praͤfeet geneh⸗ miget oder modißieirt das erwähnte Verzeichniß der Bedingungen. 3. Die Anſchlags⸗Zettel für die Vetſteigerung ſollen in den, durch die Geſetze und Verordnungen ſchon beſtimmten Formen und Friſten, angeheftet werden; und nebſt dem ſoll der Auszug davon in die Zeitung des Ortes, wo die Anſtalt iſt, oder wenn es an dieſem Orte keine Zeitung gibt, in jene des Departements, ſo wie es im 6sz.Art. des Geſetzbuches uͤber das gechtliche Verfahren in Civil⸗Sachen vorgeſchrieben iſt, eingerückt werden. Von allem dieſem muß in der urkunde über den Zuſchlag Mel⸗ dung geſchehen. 4. Ein Mitglied der Spitals⸗Commiſſion, des Wohlthätigkeits⸗ vder Verwaltungs⸗Büreau ſoll den Verſteigerungen und dem guſchlage beywohnen. 3. Der Zuſchlag wird erſt durch die genehmißunß des Prä⸗ feeten deſinitiv; vierzehn Tage, nachdem dieſe ertheilt worden iſt, muß die urkunde einregiſtrirt werden. 6. Ueber die Gebühren der Notarien für die Verpachtungen, von denen im gegenwaͤrtigen Deerete die Rede iſt, ſoll ein Tarif verfertiget werden, den wir auf den Bericht unſeres Miniſters des Innern genehmigen werden. (Siehe den Regierungs⸗Beſchluß vom 7. Germinal 7. J.„ die Inſtruction des Miniſters des Innern vom 2 Flortal 9. J., und den Beſchluß vom 14. Rivos 11. J.) 410 III. Buch. VIII. Tit. Von dem Mieth⸗Contraete. Vollzug geſetzt worden, und wird ſie von einem der Contra⸗ henten gelaͤugnet, ſo kann der Beweis durch Zeugen nicht angenommen werden, ſo gering auch immer der Mieth⸗ oder Pachtpreis ſeyn moͤge, und obſchon man behauptet, daß Handgeld gezeben worden ſeyo. Nur kann demjenigen, der die Miethe oder Pachtung läugnet, der Eid angetragen werden. 1716. Emſteht Streit uͤber den Preis eines muͤndlich geſchloſſenen Mieth⸗ oder Pacht⸗Contractes, deſſen Vollziehung ihren Anfang genommen hat, es exiſtirt aber keine Quittung, ſo ſoll dem Eigenthuͤmer deßhalb auf ſeinen Eid geglaubt werden, wenn nicht der Miether oder Pächter lieber auf Schätzung durch Sachverſtaͤndige antragen will, in welchem Falle die Koſten der Schaͤtzung ihm zur Laſt fallen, wenn dieſelbe den von ihm angegebenen Preis uberſteigt. 1717. Der Miether oder Paͤchter hat das Recht, durch After⸗Vermiethung oder After⸗Verpachtung einen andern an ſeine Stelle zu ſetzen, und ſogar ſeine Miethe oder ſeinen Pacht einem andern zu uͤbertragen, wenn ihm dieſe Befugniß nicht unterſagt worden iſt. Sie kann ganz oder zum Theile unterſagt werden. Dieſe Clauſel iſt immer ſtreng zu beobachten. 1718. Die unter dem Litel von dem Seiraths⸗Con⸗ tracte und den gegenſitigen Rechten der Ehegatten, vor⸗ kommenden Artikel, weſche ſich auf die Verpachtung der den verheiratheten Frauen zugehbrigen Guͤter beziehen, ſind auf die Verpachtung der Guͤter der Minderjahrigen anwendbar. 1719. Der Vermiether oder Verpachter iſt nach der Natur des Contractes, und ohne daß es deßhalb einer beſondern Uebereinkunft bedarf, verbunden, 1) Dem Miether oder Paͤchter die vermiethete oder ver⸗ pachtete Sache zu uͤberliefern; 2) Dieſe Sache in ſolchem Zuſtande zu unterhalten, daß ſie zu dem Gebrauche dienlich bleibt, wozu ſie vermiether oder verpachtet worden iſt; u Pi⸗ 14 nhil chin m tiuin vüijn hun hſun jiin u p ſiln m d i iu ji insih, iu in Chn z bnſih ſirin nitn n in zil ih! ujhnz Rin e ſü, ung inin hi Ein, wiht 1 u9 ufn ſoſn lunit ihenn innh durh zuzn m der 1. 1 un b ihe iuſ nis itt 1 ſnh her lin Nt ſüun 6z Nicht lir n wil, in ſün iuſeg. tdus hich, ng einen ene iai nihn diſht ſigt mnn hachtn⸗ en veitihi r khegun etpachun bezihel, ſut nigen un iß mchw Ab iun lit michet n o ſe m m. Buch. VIII. Tit.. Von dem Mieth⸗Contraete. 411 3) Während der Dauer des Mieth⸗ oder Pacht⸗Contractes dem Miether oder Paͤchter den iitit Been 686 ben zu verſchaffen. 1e Der Vermiether oder Verpachter iſt ſonig, die Sache in einem guten Stande von Vne rungen aller Art zu uͤberliefern. Er muß waͤhrend des Mieth- oder Pacht⸗ Contrattes alle Ausbeſſerungen daran machen, die nothwendig werden moͤgen, diejenigen ausgenommen, welche dem Miether oder Paͤchter zur Laſt fallen. 1721. Dem Miether oder Paͤchter gebhrt Gewaͤhrleiſtung fuͤr alle Fehler oder Maͤngel der vermietheten oder verpach⸗ teten Sache, welche den Gebrauch derſelben verhindern, wenn ſogar der Vermiether oder Verpachter ſie zur Zeit, als der Contract geſchloſſen wurde, nicht gekannt haben ſollte. Entſteht aus dieſen Fehlern oder Maͤngeln einiger Verluſt fuͤr den Miether oder Pächter, ſo iſt der Vermiether oder Verpaͤchter ihn zu entſchaͤdigen verbunden. 17 Wird die vermiethete oder verpachtete Sache durch einen Zufall waͤhrend der Mieth⸗ oder Pachtzeit ganz zerſtort, ſo iſt der Mieth⸗oder Pacht⸗Contract von Rechts wegen auf ehoben; wird ſie nur zum Theile zerſtoͤrt, ſo kann der Miether oder Paͤchter, je nachdem die Umſtaͤnde beſchaffen ſind, entweder auf Verminderung des Preiſes, oder gar auf gaͤnzliche Aufhebung des Mieth⸗ oder Pacht Contractes antra⸗ gen. In einem wie im andern Falle hat keine Entſchaͤdigung Statt. 3 1723. Der Vermiether oder Verpachter darf waͤhrend der Mieth⸗ oder Pachtzeit die Form der vermietheten oder verpachteten Sache nicht veraͤndern. 1724. Wenn die vermiethete oder verpachtete Sache waͤh⸗ rend der Mieth- oder Pachtzeit dringender Ansbeſſerungen bedarf, und die ſich bis zum Ende derſelben nicht aufſchieben laſſen, ſo muß der Miether oder Paͤchter ſie erleiden, welche Unbequemlichkeit ſie ihm auch verurſachen moͤgen, und ob⸗ 41 I. Buch. vIII. Tit. Von dem Mieth⸗ Contraete. gleich er die Zeit hindurch, da ſie geſchehen, ii Theiles der gemietheten oder gepachteten Sache beraubt wird. Dauern aber dieſe Ausbeſſerungen mehr als vierzig Tage, ſo ſoll der Preis der Miethe oder des Pachts nach Verhaͤlt niß der Zeit und des Theiles der gemietheten oder gepachteten Sache, deſſen er beraubt worden iſt, vermindert werden. Sind die Ausbeſſerungen von der Art, daß ſie dasjenige, deſfen der Mierher oder Paͤchter fur ſich und ſeine Familie zur Wohnung bedarf, unbewohnbar machen, ſo kann dieſer den Mieth⸗ oder aufheben laſſen. 1725. Der Vermiether oder Verpachter iſt nicht ſchuldig, dem Miether oder Paͤchter Gewaͤhr zu leiſten, wenn dritte Perſonen durch Thaͤtlichkeiten und ohne uͤbrigens irgend ein Recht an der vermietheten oder verpachteten Sache zu behaup⸗ ten, ihn in ſeinem Genuſſe ſtdren; dem Miether oder Paͤchter bleibt es jedoch vorbehalten, in ſeinem eigenen Whn ſie gerichtlich zu belangen. 1726. Iſt dagegen der Miether oder Pächter zu Folge einer das Eigenthum des Grundſtuckes betreffenden Klage in ſeinem Genuſſe geſtoͤrt worden, ſo hat er das Recht, eine verhaͤltnißmaͤßige Verminderung des Mieth⸗ oder Pachtpreiſes zu fordern, vorausgeſetzt, daß die Storung und das Hin⸗ derniß dem Eigenthuͤmer ang⸗kuͤndigt worden ſind. 1727. Behaupten diejenigen, welche die Thärlichkeiten begangen haben, daß ſie irgend ein Recht an der vermie⸗ theten oder verpachteten Sache haben, oder witd der Miether oder der Paͤchter ſelbſt vor Gericht gefordert, um zu ſehen, daß er verurtheilt werde, die Sache ganz oder zum Theile zu raͤumen, oder die Ausuͤbung irgend einer Dienſtbarkeit zu geſtatten, ſo muß er den Vermiether oder Verpachter zur Gewaͤhrleiſtung aufforbern,„und von der Inſtanz loegeſprochen werden, wenn er es verlangt, und den Vermiether oder Ver⸗ yachter nennt, fuͤr den und in deſſen Nahmen er beſitzt. 1728. Der Miether oder Paͤchter hat zwey Haupt⸗Ver⸗ bindlichkeiten zu erfuͤllen. „. pün im ſyhni pihi zun u m Ni 0 u tin ſmß i n hihu un ht Ahue 5 u, ſ 1 i k in inz unm ſot u iimnn iwiſ 6 , i ju h iuhf ium itun a, iu kuith 1i itatu tunh N en odeg. piu miben ſh buſin en, ſ ln ſu trißiht ſſen, nu! ies in niten ſithe toht innn Mn iht uf ufudn di heih, e i n nſin, ſ i tin niß ir „mn ſit juh Dinfint Pün 1 uin iute ub i i IM. Buch. VIII. Tit. Von dem Mieth Contracte. 413 1) Die gemiethete oder gepachtete Sache als ein guter Hausvater, und nach der Beſtimmung, die ſie im Mieth⸗ oder Pacht⸗Contracte erhalten hat, oder nach derjenigen, die ſich in Ermangelung einer Uebereinkunft über dieſen Punct, nach den Umſtaͤnden vermuthen laͤßt, zu gebrauchen; 2) Das Mieth⸗ oder Pachtgeld in den jfeſtgeſetzten Friſten zu zahlen. 1729. Gebraucht der Miether oder Paͤchter die gemiethete oder gepachtete Sache zu einem andern Zwecke, als wozu ſie beſtimmt worden iſt, oder wodurch für den Vermiether oder Verpachter ein Nochtheil entſtehen könnte, ſo kann dieſcr, nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, den Mieth⸗ oder Pacht⸗ Contract aufheben laſſen. 1730. Iſt unter dem Vermiether oder Verpachter und Miether oder Paͤchter eine Beſchreibung uͤber den Zuſtand der Gebaͤnde und anderer Gegenſtände aufgenommen worden, ſo muß dieſer die Sache ſo zuruͤckliefern, wie er ſie nach dem Inhalt dieſer Beſchreibung empfangen hat, mit Aus⸗ nahme deſſen, was etwa vor Alter oder durch hoͤhere Gewalt zu Grunde gegangen oder verſchlimmert worden iſt. 1731. Iſt keine ſolche Beſchreibung aufgenommen wor⸗ den, ſo tritt die Vermuthung wider den Miether oder Paͤchter ein, daß er die Sache in gutem brauchbaren Stande mit allen ihm zur Laſt liegenden Ausbeſſ rungen erhalten habe, und er muß ſie ſo zuruͤckgeben; der bleibt ihm jedoch vorbehalten. 1732. Fuͤr alles, was waͤhrend ſeines Genuſſes ver⸗ ſchlimmert wird, oder zu Grunde geht, iſt er verantwortlich, er beweiſe dann, daß es ohne ſein Verſchulden geſchehen ſey. 1733. Er iſt fuͤr Feuersbrunſt etahtnprlich, er beweiſe dann, Daß die Fenersbrunſt durch 3ufal oder durch hoͤhere Gewalt oder durch einen Fehler an der Bauart entſtanden; Oder daß das Feuer von einem benachbarten Hauſe mit⸗ getheilt worden iſt. 4141 II. Buch. vIII. Tit. Von dem Mieth⸗Contraete. 1734. Sind der Miether mehrere, ſo haben ale ſolida⸗ riſch fuͤr Feuersbrunſt zu haften; Sie beweiſen dann, daß das Feuer in der Wohnung eines von ihnen ausgebrochen iſt, in welchem Falle dieſer allein hiefuͤr verantwortlich iſt; Oder es werde von einigen der Beweis gefuͤhrt, daß bey ihnen das Feuer nicht ausbrechen in welchem Falle dieſe hiefuͤr nicht haften. 1735. Der Paͤchter oder Miether hat fuͤr die Verſchlim⸗ merungen und die Schaͤden zu haften, welche von den Per⸗ ſonen ſeines Hauſes oder von ſeinen After⸗ oder After⸗Paͤchtern herruͤhren. 1736. Iſt der Mieth⸗Contract nicht ſchriftlich abgefaßt worden, ſo kann ein Contrahent dem andern nur unter Beob⸗ achtung der durch die Orts⸗Gebraͤuche beſtimmten Friſten n kuͤndigen. 1737. Iſt der Mieth⸗ oder Pacht⸗Contract ſchriftlich gemacht worden, ſo erliſcht er von Rechts wegen mit Ablauf der beſtimmten Zeit, ohne daß es einer Aufkuͤndigung beduͤrfe. 1738. Wenn nach Ablauf der in ſchriftlichen Mieth⸗ oder Pacht⸗Contracten feſtgeſetzten Zeit, der Miether oder Paͤchter im Beſitze bleibt, und darin gelaſſen wird, ſo tritt eine neue Miethe oder ein neuer Pacht ein, deren Wirkung durch den Artikel, der ſich auf die nicht ſchriftlich gemachten Vermie⸗ thungen bezieht, beſtimmt iſt. 1730. Iſt eine Aufkuͤndigung inſinuirt worden, 5 kann ſich der Miether oder Paͤchter, obſchon er im Genuſſe goblieben iſt, auf eine ſtillſchweigende Erneuerung des Contracts nicht berufen. 1740. In dem Falle der beyden vorhergehenden Artikel erſtreckt ſich die Buͤrgſchaft, welche fuͤr den Mieth⸗ oder Pacht⸗Contract geſtellt worden iſt, nicht auf die Verbindlich⸗ keiten, die aus der Verlängerung des Vertrages entſtehen. r7 31. Der Mieth oder Pacht⸗Contract erliſcht durch den Verluſt und Untergang der gemietheten oder gepachteten Sache, und dadurch, daß der Vermiether und Miether; gegen⸗ ſeitig ihre Verbindlichkeiten nicht erfuͤllen. 6 ſiht ſ ber Mie u 1 ien ſu pin n ſtgi . liſin E üihug, ſü ii iin 1. ifim, nhi 1 Aut z iu ſi ih unp ſ niih ſih is geih 1 ½ „i ² tſi. z weli un ferhihn ſhrlt i em mn un inmnſin Cunn jt negen nil fliwiug iliche Mi iuher urſ „ſo lit iu ikun bi geruhn l owen vin uſelli urttihtu iun in ihn fdi gu uit t niſht iie m. Buch. vIIl. Tit. Von dem Mieth⸗Contracte. 415 1742. Der Mieth⸗ oder Pacht⸗Contract wird weder durch den Tod des Vermiethers oder Verpachters, noch durch jenen des Miethers oder Paͤchters aufgeldſt. 1743. Verkauft der Vermiether oder Verpachter die ver⸗ miethete oder verpachtete Sache, ſo kann der Kaͤuſer den Paͤchter oder Miether, deſſen Pacht⸗ oder Mieth⸗Contract in authentiſcher Form iſt, oder ein gewiſſes Datum hat, nicht vertreiben, es ſey dann, daß der Vermiether oder Ver⸗ pachter ſich dieſes Recht im, oder Pacht⸗Contracte vorbehalten habe. 1744. Iſt bey dem Mieth⸗ oder Pacht⸗Contracte ausbe⸗ dungen worden, daß im Falle eines Verkaufes der Kaͤufer befugt ſeyn ſoll, den Paͤchter oder Miether zu vertreiben, aber nichts uͤber den Schadens⸗Erſatz verabredet worden, ſo iſt der Verpachter oder Vermiether ſchuldig, den Päͤchter oder Miether auf folgende Weiſe zu entſchaͤdigen. 1745. Iſt von einem Hauſe, von Wohnzimmern oder einem Kramladen die Rede, ſo zahlt der Vermiether dem zur Raͤumung ahetrieſeien Miether, fuͤr Erſatz des Scha⸗ dens und entbehrtei Gewinns ſo viel, als das Miethgeld fuͤr die Zeit betraͤgt, die nach dem Orts⸗Gebrauche zwiſchen der Aufkuͤndigung und der wirklichen Raͤumung geſtattet iſt. 1746. Iſt von Landguͤtern die Rede, ſo beſteht die Ent⸗ ſchaͤdigung, welche der Verpachter dem Paͤchter zu zahlen hat, in einem Drittel des Pachtpreiſes fuͤr die ganze nu uͤbrige Pachtzeit. 1747. Die Entſchaͤdigung wird durch Sachverſtaͤndige beſtimmt, wenn von Manufacturen, Huͤttenwerken oder andern Anlagen die Rede iſt, welche große Vorſchuͤſſe erfordern. 1748. Der Käufer, der ſich des im Mieth- oder Pacht⸗ Contracte vorbehaltenen Rechtes bedienen will, den Paͤchter oder Miether im Falle eines Verkaufes zu vertreiben, iſt außer dem verbunden, den Miether vorlaͤufig und ſo fruͤhe zu benachrichtigen, als es an dem Orte bey Aufkundizungeu gebraͤuchlich iſt. 6 16 m. Buch. vIII. Tit. Von dem Mieth Contraete. Auf gleiche Weiſe muß er, wenn von Landguͤtern die Rede iſt, dem Paͤchter wenigſtens ein Jahr zuvor aufkuͤndigen. 1749. Paͤchter oder Miether koͤnnen nicht vertrieben wer⸗ den, ſie ſeyen dann von dem Verpachter oder dem Vermie⸗ ther, oder in deſſen Ermangelung, von dem neuen Erwerber, in dem hier oben erklaͤrten Verhaͤltniſſe fuͤr Schaden und entbehrten Gewiun befriediget. 1750. Iſt der Mieth⸗ oder Pacht⸗Contract nicht in der Form einer authentiſchen Urkunde errichtet, oder hot er k in gewiſſes Datum, ſo iſt der Erwerber zu keinem Erſatz des Schadens und entbehrten Gewinns verbunden. 17351. Wer unter der Ausbedingung des Wiederverkaufs erworben hat, kann ſich des Rechtes, den Miether oder Paͤchter zu vertreiben, nicht eher bedienen, als bis er durch Ablauf der zum Wiederkaufe beſtimmten Zeit unwiderruflicher Eigenthuͤmer wird. Zweyter Abſchnitt. Von den beſondern Regeln, welche den Mieth Contraet über Häuſer und Mrbilien betreffen. 1752. Ein Miether, der das Haus nicht mit hinreichen⸗ den Mobilien verſiebt, kann vertrieben werden, wenn er nicht hinlängliche Sicherheit fuͤr die Zahlung des Miethgeldes leiſtet. 1753. Der After⸗Miether hat dem Eigenthuͤmer nur bis zum Betrag des After⸗Miethgeldes zu haften, den er im Augenblicke des angelegten Arreſtes ſchuldig ſeyn mag, und er kann ſich dabey keine zum Voraus geſchehene Zahlun⸗ gen beziehen. Zahlungen, welche der After⸗Miether, kraft einer in ſeinem Mieth⸗Controcte entbaltenen Uebereinkunft, oder nach dem Dris⸗Gebrauche geleiſtet hat, werden nicht als zum Voraus geſchehene Zahlungen betrachtet. 17. Ausbeſſerungen oder kleine Unterhaltungs⸗Koſten, welche dem Miether zur Loſt liegen, wenn nicht das Gegen⸗ theil ausbedungen worden iſt, ſind diejenigen, welche als liu w! 3 ml huß kirunt uin! n ) mm ii hnß n iu zij ihnz hh un gihn ſigh un n ſn m li i hi 5 5 nmiſ mun p ſſi 6. han uihn uc 6 6 in aiun ſü 8 1 — ſ, h u un ihtmn II. Buch. VIII. Tit. Von dem Mieth Contracte. 417 un k ſolche durch den Orts⸗Gebrauch beſtimmt ſind, und unter ſrhnit andern die Ansbeſſerungen, nitt nt. An den Feuerherden, Ruͤckenplatten, Einfaſſungen und tiat Geſimſen der Kamine. en mnht ſe in An dem Moͤrtel, womit der untere Theil der Mauern in 66 den Zimmern und andern zur Wohnung beſtimmten plaͤtzen uͤbertuͤncht iſt, bis zur Hoͤhe eines Meters: onſnut ſih cht iſt 3 ii An den Pflaſterſteinen und Platten in den Zimmern, wenn nur einige da von zerbrochen ſind; u keien i An den Fenſterſcheiben, ſie ſeyen dann durch den Hagel u Mhn oder andere außerordentliche, und von böberer Gewalt her⸗ n Ri ruͤhrende Zufaͤlle, wofuͤr der Miether nicht haften kann, zer⸗ i brochen; zi unin An den Thuͤren, Fenſtern, Brettern, wodurch die Kram⸗ laden geſperrt oder verſchloſſen werden, an den Thuͤrangeln, Riegeln und Schloͤſſern.. 1755. Keine der Ausbeſſerungen, welche als dem Miether ahlu obliegend anzuſehen ſind, fällt ihm zur Laſt, wenn bloß n. Alter oder hohere Gewalt ſie veranlaßt hat. itnſe 16. Das Reinigen der Brunnen und Abtritte fällt nn dem Vermiether zur Laſt, wenn nicht das Gegentheil ausbe⸗ dungen worden iſt. 1757. Bey der Vermiethung von Mobilien, um ein ganzes Haus, eine ganze zur Wohnung eingerichtere Abthei⸗ lung deſſelben, einen Kramladen oder jedes andere Wohn⸗ ſ zimmer damit zu verſehen, wird angenommen, daß ſie fuͤr die gewöhnliche Zeit geſchehen ſey, auf welche man nach dem Drts Gebrauche, Haͤuſer, einzelne Abtheilungen derſelben, ſiiniin Kramlaͤden und andere Wohnzimmer zu vermiethen pflegt. cu 1758. Bey der Vermiethung mit Mobjlien verſehener nh Wohazimmer wird angenommen, daß der Mieth⸗Contract „aüf ein Jahr geſchloſſen worden ſey, wenn man uͤbereiage⸗ unl kemmen iſt, daß ſo viel fuͤr's Jahr gezahlt werden ſoll; iuM Auf einen Monat, wenn ſo viel für den Monat; u, nh 6. N. Iv. Anfl. ntinw afun, n 1M. Buch. VIII. Tit. Von dem NRieth⸗Contraete. auf einen Tag, wenn ſo viel 8 jeden Tag ausbedungen worden iſt. Fehlt es an allem Leneſſe, daß die Vermiethung fuͤr ſo viel jahrlich, monatlich oder täglich geſchehen fey, ſo wird dafuͤr gehalten, daß der Mieth⸗ Contract nach dem Orts⸗ Gebrauche geſchloſſen worden iſt. 1750. Bleibt der Miether eines Hanſes oder einiger Wohnzimmer, nach Ablauf der in einem ſchriftlichen Mieth⸗ Contracte beſtimmten Zeit, in dem Genuſſe, ohne daß der Vermiether einen Widerſpruch einlegt, ſo wird angenommen, daß er das Haus oder die Wohnzimmer unter den nehmlichen Bedingungen, fuͤr die durch den Orts⸗Gebrauch beſtimmte Zeit behalte, und er kann ſie erſt nach vorhergegangener Auf⸗ kuͤndigung, welche in der durch den Orts⸗Gebrauch beſtimmten Friſt geſchehen iſt, verlaſſen, oder daraus vertrieben werden. 1760. Wird der Comtract durch Verſchulden des Miethers aufgehrben, ſo iſt dieſer verbunden, waͤhrend der Zeit, die zur Wiedervermiethung erforderlich iſt, das Miethgeld zu zahlen, mit Vorbehalt des Schadens, der etwa aus dem Mißbrauche der Sache entſtanden ſeyn mag. 1761. Der Vermſether kann von dem Contracte nicht abgehen, wenn er ſchon erklaͤrt, daß er das vermiethete Haus ſelbſt beziehen will, das Gegentheil ſcy dann ausbe⸗ dungen worden. 1762. Iſt in dem Mieth⸗ Contracte feſtgeſetzt worden, daß. es dem Vermiether frey ſtehen ſoll, das Haus ſelbſt zu beziehen, ſo iſt er verbunden, vorher zur gehdrigen, durch den Orts⸗Gebrauch beſtimmten Zeit, eine e inſinuiren zu laſſen. Det Von den beſondern Regeln der Pacht Contraete über Landguͤter. 1763. Wer unter der Bedingung hauet, daß die Fruͤchte mit dem Verpachter getheilt werden ſollen, kann weder das Gut einem andern verpachten, noch ſein Recht uͤbertragen, wenn ihm die Befugniß dazu nicht ausdruͤcklich in dem Pacht⸗ Contracte eingeraͤumt worden iſt. tim ihiſt ſ ubh un it ih 6 . ihn i i inh eihe en tur, i ſurt yi kh u lihn ſbe ſih u, titti ſi ihhun n. Pfn, e Wn(hu Uhn dſ) bih ſu w i Muiſt ichu dn kn u ePmit ſhehn ſ. iet ſh in Huſt ct nſhiſin; uſſ, hu 4 dnih un unter inn Gehnh li oregn Glihiſt vennhn ſchudenl ihnrh nz dus Jit der imn . dem Gunu di m il ſh knn geſth un ts hu it etöihn iniuiſ itt n it lu wüß lmm hich ien ſiſuhn KI. Buch. VIII. Tit. Von dem Rieth⸗Contracte. 419 1764. Handelt der Paͤchter wider dieſe Verfuͤgung, ſo hat der Eigenthuͤmer das Recht, in den Genuß wieder ein⸗ zutreten„und der Paͤchter wird verurtheilt, den Schaden zu erſetzen, der aus der Nicht⸗Vollziehung des Pacht⸗Contractes entſpringt. 1765. Iſt in einem Pacht⸗Contracte den Grundſtucken ein geringerer oder groͤßerer Flaͤchen⸗Inhalt beygelegt worden, als ſie wirklich haben, ſo hat nur in den unter dem Titel von dem Verkaufe ausgedruckten Faͤllen und nach den dort feſtgeſtellten Regeln, eine Erhoͤhung oder Verinvitui des Pachtpreiſes Statt. 1766. Wenn der Paͤchter eines Landgutes es nicht mit dem zu ſeiner Benutzung erforderlichen Vieh und Geräthe verſieht, wenn er es ungebaut liegen laͤßt, wenn er nicht als ein guter Hausvater haut, wenn er von der gepachteten Sache einen andern Gebrauch macht, als wozu ſie beſtimmt war, oder uͤberhaupt, wenn er die Clauſeln des Pacht⸗Con⸗ tractes nicht erfuͤllt, und daraus fuͤr den Verpachter ein Schaden erwaͤchſt, ſo kann dieſer, je nachdem 4 beſchaffen ſind, den Pacht Contract aufh ben la ſſe Iſt der Paͤchter Schuld daran, daß der Contract aufge⸗ hoben wird, ſo iſt er, wie im 1764. Art, beſtimmt iſt, zum Erſatz des Schadens und entbehrten Gewinns verbunden. 1767. Jeder Paͤchter eines Landgutes iſt verbunden, die Erzeugniſſe an den in dem Pacht⸗Contracte beſinmten Orten einzuſch uern. 1768. Der Paͤchter eines Landgutes iſt bey alle Koſten, Schäden und entbehrten Gewinn zu erſetzen, ſchuldig, den Eigenthuͤmer uͤber die Eingriffe zu benachtichtigen, die an den Grundſtuͤcken unternommen werden moͤgen. Dieſe Nachricht muß in eben der Zeitfriſt gegeben werden, die in dem Falle einer gerichtlichen Vorladung nach der Ent⸗ fernung der Orte beſtimmt iſt. 1769. Iſt der Pacht⸗Contract auf mehrere Jahre geſchvf⸗ ſen, und geht waͤhrend dieſes Zeitraums eine Ernte ganz oder wenigſtens zur Haͤlfte durch Zufall zu Grunde, ſo iſt gao MI. Buch. VIII. Tit. Von dem Mieth Contracte. der Paͤchter berechtiget, einen Nachlaß an ſeinem Pachtpreiſe zu verlangen, es ſey dann, daß er durch die vorhergehenden Ernten entſchaͤdiget werde. Iſt er nicht entſchaͤdiget, ſo kann der Nachlaß nicht eher als am Ende der Pachtung beſtimmt werden, und um dieſe Zeit wird der in allen Jahren gehabte Genuß geſchaͤtzt und gegeneinander ausgeglichen; Inzwiſchen kann der Richter einſtweilen den Paͤchter— Verhaͤltniß des erlittenen Verluſtes von der Zahlung eines Theils des Pachtpreiſes bofreyen. 1770. Iſt der Pacht⸗Contract nur auf ein Jahr geſchleſſen, und der Verluſt erſtreckt ſich auf alle, oder doch wenigſtens auf die Haͤlfte der Fruͤchte, ſo ſoll dem Paͤchter ein verhaͤlt⸗ nißmaͤßiger Theil ſeines Pachtpreiſes nachgelaſſen werden. Er kann keinen Nachlaß fordern, wenn der Verluſt gerin⸗ ger als die Haͤlfte iſt. 1771. Dem Paͤchter gebuͤhrt kein Nachlaß, wenn ſich der Verluſt der Fruͤchte ereignet, nachdem ſie von der Erde getrennt ſind, ausgenommen, wenn dem Eigenthuͤmer in dem Pacht Contracte eine Quote der Ernte in Natur vorbe⸗ halten worden iſt, in welchem Falle der Eigenthuͤmer ſeinen Theil am Verluſte zu tragen hat, vorausgeſetzt, daß der Paͤchter nicht in Verzug war, ihm ſeinen an der Ernte abzuliefern. Der Paͤchter kann gleichfalls keinen Nachlaß fordern, wenn zur Zrit, da der PachtContract geſchloſſen wurde, die urſache des Schadens ſchon vorhanden und bekannt war. 1772. Durch eine ausdruͤckliche Uebereinkunſt kann der Paͤchter die Zufaͤlle uͤbernehmen.. 1773. Eine ſolche Uebereinkunft erſtreckt ſich nur gewoͤhnliche Zufaͤlle, als Hagel, Blitz, Froſt oder Abfallen der Traubenbeeren. Sie wird auf außerordentliche Zufaͤlle nicht ausgedehnt, als Kriegs⸗Verheerungen oder eine Ueberſchwemmung, welchen das Land gewoͤhnlicher Weiſe nicht ausgeſetzt iſt, der Puͤchter ut 1 it n hm it di zin ſüſſuſ hn ßiih i ſ Rnh M ihn inſiz E ſG hun; ju ſ, biihtn uinhe i hin uh di Riemu in ſihn 9 th iun u Mlif i erien, 10 Oni ilen inſih on de zi f in h eder hö n ichn it ſcheeleſn n n de ii NMchlß, n n ſe n en 6iznt me in Munt Cienin auigetz, i Bei uin ilh ſtloſu wi belum eiluſ u ui ſt* of unl il un mn ſ u m. Buch vin. Tit. Von dem Nieth⸗Contraete. 4a1 habe dann alle vorhergeſehene und unvorhergeſehene Zufalle auf ſich genommen. 1774. Bey einer ohne ſchriftlichen Aufſatz geſchehenen Ver⸗ pachtung eines Landgutes wird angenommen, daß ſie auf ſo lange Zeit geſchloſſen worden ſey, als erforderlich iſt, damit der Paͤchter alle Fruͤchte des gepachteten Grundſtuͤckes gewinne. So nimmt man an, daß die Verpachtung einer Wieſe, eines Weinberges, und jedes andern Grundſtuͤckes, deſſen Fruͤchte in Jahreszeit ganz gewonnen werden, auf ein Jahr geſch oſſen ſey. Bey der Verpachtung der Aecker, wenn ſie in mehrere Schlaͤge oder Arten eingetheilt ſind, nimmt man an, daß ſie auf ſo viel Jahre geſchioſſen ſey, als dieſer Schlaͤge ſind. 1775. Die Verpachtung der Landguͤter, wenn ſie ſchon ohne ſchriftlichen Aufſatz geſchloſſen worden iſt, hoͤrt von Rechts wegen auf, wenn die Zeit verſtrichen iſt, auf welche ſie, zu Folge des vorhergehenden Artikels, für geſchloſſen gehalten wird. 1776. Bleibt der Paͤchter eines Landgutes am Ende der ſchriftlich geſchloſſenen Pachtung im Beſitze, und wird er darin gelaſſen, ſo entſteht hiedurch eine neue Pachtung, deren Wirkung durch den 1774. Art. beſtimmt wird. 1777. Der abziehende Paͤchter muß demjenigen, der ihm in der Landwirthſchaft folgt, eine angemeſſene Wohnung und ſonſtige Erleichterungen fuͤr die Arbeiten des folgenden Jahres verſtatten; und wechſelſeitig muß der amtretende Paͤchter dem⸗ jenigen, der abzieht, eine angemeſſene Wohnung und ſonſtige Erleichterungen verſchaffen, um das Futter fuͤr das Vieh verbrauchen, und die noch uͤbrige Ernte einbringen zu konnen. In einem wie im andern Falle nß man ſich nach dem Orts⸗Gebrauche richten. 1778. Der abziehende Paͤchter muß ebenfalls das Stroh und den Duͤnger des letzten Jahres, wenn er dieſe Gegen⸗ ſtaͤnde bey ſeinem Eintritte in den Genuß erhalten hat, zurücklaſſen; und ſogar dann, wenn er ſie nicht empfangen hat, kann der Eigenthuͤmer ſie fuͤr die Taxe zuruͤckbehalten. 422 1l. Buch. VIII. Tit. Von dem Mieth⸗Contraete. . Drittes Capitel. Von dem Mieth⸗Contracte uͤber Arbeit, Dienſte und Induſtrie. 1779. Es gibt drey Haupt⸗Gattungen des Mieth⸗Con⸗ tractes, welcher Arbeit, Dienſte und Induſtrie zum Gegen⸗ ſtande hat: 1) Der Contract mit Arbeitsleuten, die ſich verbinden, jemanden fuͤr Lohn zu dienen; 2) Der Contract mit Land-Fuhrleuten und Schiffern, die ſich anheiſchig machen, Perſonen oder Waaren von einem Orte zum andern zu fuͤhren; 3) Der Contract mit Unternehmern, welche eine Arbeit oder ein Werk nach inem bieruͤber gemachten Koſten⸗Anſchlage oder gegen eine uͤbereingekommene Summe uͤbernehmen. Erſter Abſchnitt. Von Verdingung der Dienſtbothen und Handarbeiter. 1780. Man kann ſeine Dienſte nur auf eine beſtimmte Zeit oder fuͤr eine beſtimmte Unternehmung verdingen. 1781. Demjenigen, der die Dienſte gedungen hat, wird auf ſeine eidliche Verſicherung geglaubt, wenn die Srage entſteht, Wie viel Lohn ausbedungen worden; Ob der Lohn des verfloſſenen Jahres gezahlt ſey; Wie viel fuͤr das laufende Jahr auf Abſchlag gezahlt worden. 3 weyter Ab ſchnitt⸗ Von den Land⸗Fuhrleuten und Schiffern. 1782. Land⸗Fuhrleute und Schiffer ſind in Anſehung der Aufbewahrung und Erhaltung der ihnen anvertrauten Sachen den nehmlichen Verbindlichkeiten unterworſen, wie die Gaſt⸗ wirthe, wovon unter dem Titel von dem Hinterlegungs⸗ Contracte und der Sequeſtration gehandelt wird. 1783. Sie haften nicht nur fuͤr dasjenige, was ſie in ihr Schiff oder Fuhrwerk ſchon aufgenommen haben, ſondern auch fuͤr dasjenige, was ihnen im Hafen oder an dem zu n un 1 6 wi, m lin E min,t ſhm In ſe , ſnhn, We u phn 1. in, l biinn Pil nhm 9 uffiß tüinſt o. chhutt ußin li un i, ithemn itel diuftm lgen de R uie muß di ſch Vunn mt „welche in! hen hful m hmhn itt. d hni uf in jin ng wenizn genzn ju „ en zehl ſt uf Uöſhih nitt ifin id it Uie emnnu ſ vi i. nini Nl nid ſige, w. en phu in un III. Buch. VilI. Tit. Von dem Rieth⸗Contraete. 423 Niederlage dienenden Orte zur Verladung in ihr Schiff oder Fuhrwerk uͤberliefert worden iſt. 1784. Sie haften fuͤr den Verluſt und die Beſchaͤdigung (Haverey) der ihnen anvertrauten Sachen, wenn ſie nicht beweiſen, daß ſie durch Zufall oder durch hoͤhere Gewalt verloren und beſchaͤdiget worden ſind. 1785. Die Unternehmer oͤffentlicher Landkutſchen und Schiffe, ſo wie die Unternehmer oͤffentlicher Frachtwaͤgen⸗ muͤſſen uͤber das Geld, die Effecten und Pakete, welche ſie uͤbernehmen, ein Regiſter fuͤhren. 1786. Die Unternehmer und Directoren oͤffentlicher Land⸗ kutſchen und Frachtwagen, ſo wie die Eigenthuͤmer der Kaͤhne und Schiffe, ſind uͤberdieß beſondern Verordnungen unter⸗ worſen, die unter ihnen und den uͤbrigen Buͤrgern zur Richt⸗ ſchnur dienen(als Geſetz gelten). Dritter Abſchnitt. Von der nebernahme beſtimmter Arbeiten oder Werke nach einem »Koſten Anſchlage oder gegen eine gewiſſe Summe. 1787. Wird jemanden die Verfertigung einer Sache auf⸗ getragen, ſo kann man den Vertrag entweder ſo ſchließen, daß er nur ſeine Arbeit oder ſeinen Kunfifleiß hergeben, ſo, daß er zugleich den Stoff liefern ſoll. 1788. Geht in dem Felle, wo der Arbeiter den Stoff liefert, die Sache, auf welche Art es immer ſey, vor der Ablieferung zu Grunde, ſo trifft der Verluſt den Arbeiter, der Beſteller ſey dann in Bt die Sache in Empfang zu nehmen. 1789. Liefert der Arbeiter nur ſeine Arbeit oder ſeinen Kunſifleiß, und die Sache geht zu Grunde, ſo haftet der Arbeiter fuͤr weiter nichts, als fuͤr ſein Verſchulden. 1790. Wenn in dem Falle, der im vorhergehenden Artikel ausgedruckt iſt, die Sache, obgleich ohne einiges Verſchulden von Seiten des Arbeirers zu Grunde geht, ohe die verfertigte Arbeit angenommen worden, und ohne daß der Beſteller in Verzug iſt, ſie zu unterſuchen, ſo hat der Arbeiter keiuen 424 MI. Vuch. VIII. Tit. Von dem Nieth⸗Contraete. Anſpruch auf Arbeitslohn, die Sache ſey dann durch einen Fehler des Stoffes zu Grunde gegangen. 1791. Iſt von einer Arbeit die Rede, die aus mehrern Theilen beſteht, oder nach dem Maße gezahlt werden ſoll, ſo kann die Unterſuchung auch theilweiſe geſchehen; und zahlt der Beſteller den Arbeiter nach Maßgabe der verfertigten Arbeit, ſo wird dafuͤr gehalten, daß ſie fuͤr alle wirklich bezahlte Theile unterſucht und genehmiget worden ſey. 1792. Wenn ein Gebaͤude, das fuͤr einen bedungenen Preis aufgefuͤhrt worden iſt, ganz oder zum Theile durch einen Fehler in der Bauart oder gar durch einen Fehler des Bodens zu Grunde geht, ſo iſt der Baumeiſter und der Unternehmer hiefuͤr waͤhrend zehn Jahren verantwortlich. 1793. Hat ein Bauweiſter oder ein Bau⸗Unternehmer die Anffuͤhrung eines Gebaͤutes gegen eine gewiſſe Summe äberhaupt nach einem feſtgeſetzten und mit dem Eigenthuͤmer des Bodens verabredeten Plane uͤbernommen, ſo kann er weder unter dem Vorwande, daß der Arbeitslohn oder der Preis der Materialien geſtiegen ſey, noch unter jenem, daß an ſolchem Plane Verän derungen oder Zuſatze gemacht wor⸗ den ſind, eine Erhoͤhung des Preiſes fordern, wenn dieſe Veraͤnderungen oder Zuſatze nicht ſchriftlich genehmiget, und der Preis mit dem Eigenthuͤmer verabredet worden iſt. 1794. Der Beſteller kann ganz nach eigener Willkuͤhr von einem gegen eine gewiſſe Summe uͤberhaupt geſchloſſenen Contracte wieder abgehen, obgleich das Werk ſchon ange⸗ fangen iſt, wenn er den Unternehmer fuͤr alle ſeine Koſten, fuͤr alle ſeine Arb⸗ it, und fuͤr alles, was er bey dieſer Unter⸗ nehmung haͤtte gewinnen konnen, entſchaͤdiget. 1795. Ein Mieth⸗Contract, dir Arbeit zum Gegenſtande hat, wird durch den Tod des Arbeiters, des Baumeiſters oder des Unternehmers aufgelbſt. 1796. Der Beſteller iſt indeſſen verbanden, nach Ver⸗ haͤltniß des in dem Contracte beſtimmten Preiſes, den Werth der fertigen Kei und der zubereiteten Materialien, jedoch * 1 m „ nin julu uh uſ, inln nin nwh ſſim liſhin dahi ſehun U uuch i Uu wi Mt dnt 3n. Ni i di hu un im ith üzh . in in u Nhaun ſ hn u en. ide, bi u 1 ghtn ſ ſtthuſn zabe der 6 ſiſtur het wn uß 4 für einn in er zn i urch im ji Bumifnn n beunt ein Pulun ine gerſi nit den ku mmen, ſo Uröeitlohh h une jun, ſitze nt fewen, un ch genin. et won ch ienn tlatzüi Pal in all ſinl en bein igen tun i de Pni mu, u rii, wb uilu M. Buch. VIII. Tit. Von dem Rieth⸗Contraete. 425 nur dann, wenn dieſe Arbeit oder Materialien ihm diemn koͤnnen, ihren Erben zu zahlen. 1797. Der Unternehmer haftet fuͤr die Handlungen der Perſonen, deren er ſich bedient. 1798. Maurer, Zimmerleute und ſonſtige Arbeiter, die bey der Auffuͤhrung eines Gebaͤudes oder bey andern von jemand unternommenen Arbeiten gebraucht worden ſind, haben eine Klage wider denjenigen, fuͤr den die Arbeiten gemacht worden ſind, aber nur bis zum Betrag deſſen, was dieſer in dem Augenblicke, wo ihre Klage angeſtellt wird, dem Unternehmer noch ſchuldig ſeyn mag. 1799. Maurer, Zimmerleute, Schloͤſſer und andere Arbei⸗ ter, welche unmittelbar ihre Arbeit und Lieſerungen zu einem beſtimmten Preiſe verdingen, ſind an die in dem gegenwaͤrtigen Abſchnitte vorgeſchriebenen Regeln gebunden. In Anſehung der Arbeiten, deren Ausfuͤhrung ſie uͤbernommen haben, ſind ſie Unternehmer. Capitel. Von dem Verpachten und Pachten des Viehes. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfügungen. 1800. Die Verpachtung des Viehes iſt ein Contract, 2„* wodurch einer der Contrahenten dem andern eine gewiſſe Anzahl Vieh, um es zu huͤten, zu fuͤttern und zu pflegen, unter den von ihnen verabredeten Bedingungen uͤberlaͤßt. 1801. Es gibt mehrere Arten von Vieh⸗Verpachtungen. Die einfache oder gewohnliche Verpachtung des Viehes, Die Verpachtung des Viehes zur Haͤlfte, Die Verpachtung des Viehes an einen Paͤchter, der ent⸗ weder einen beſtimmten Pachtpreis oder einen aliquoten Theil der Fruͤchte zu liefern hat. Es gibt endlich noch eine vierte Gattung dieſes Contrartes, die man im uneigentlichen Sinne Verpachtung des Viehes nennt. 46 III. Buch. VIII. Tit. Von dem Rieth⸗Contraete. 1802. Man kann jede Gattung von Vieh, das ſich vermehren, oder fuͤr den Ackerbau oder den Handel Vortheil bringen kann, verpachten. 18oz. In Ermangelung beſonderer Vertraͤge richten ſich dieſe Contracte nach folgenden Grundſatzen. Zweyter Abſchnitt. Von der einfachen Verpachtuns des Viehes. 1804. Die einfache Verpachtung des Viehes iſt ein Con⸗ tract, wodurch man einem andern Vieh zu huͤten, zu naͤhren und zu pflegen unter der Bedingung uͤberlaͤßt, daß der Paͤchter die Haͤlfte des Zuwachſes an jungem Vieh fuͤr ſich haben, aber auch den Verluſt zur Haͤlfte tragen ſoll. 1805. Der Paͤchter wird dadurch nicht Eigenthuͤmer des Viehes, daß es in dem Pacht⸗Contracte auf einen gewiſſen Werth angeſchlagen worden iſt. Die Abſchaͤtzung hat keinen andern Zweck, als den Verluſt oder den Nutzen zu beſtimmen, der ſich am Ende der Pachtung ergeben mag. 1806. Der Paͤchter iſt ſchuldig, als ein guter Hauswirth fuͤr die Erhaltung des Viehes zu ſorgen. 1807. Fuͤr bloßen Zufall haftet er nur dann, wenn von ſeiner Seite irgend ein Verſchulden vorhergegangen iſt, ohne welches der Verluſt nicht erfolgt ſeyn wuͤrde. 1808. Wenn hieruͤber Streit entſteht, ſo muß der Paͤchter den Zufall, und der Verpachter das Verſchulden beweiſen, das er dem Paͤchter zu Laſt legt. 1800. Wird der Paͤchter freygeſprochen, weil der Verluſt nur zufällig war, ſo muß er gleichwohl immer uͤber die Haͤute der Thiere Rechenſchaft geben. 1810. Geht alles Vieh ohne Verſchulden des Paͤchters zu Grunde, ſo hat der Verpachter den Verluſt deſſelben zu tragen. Geht nur ein Theil davon zu Grunde, ſo wird der Verluſt nach der urſpruͤnglichen Taxe und nach der Abſchaͤtzung, die beym Ende der Pachtung geſchieht, gemeinſchaftlich getragen⸗ l,um hin liit d Pol wng Ih, hee, zuch inz c ſhe j uhſu, btz le hm iuif buſtt , ſhuh u uf IM6, kiſn; unih i wiun ſiehtun vu Pih, de hult Pn it ten nitt⸗ he i e Pichsii zu ſün ieliſt, ungn Niſ te mun ſl. icht Ghnlin te af ing bſchizug u Nuhin zhſn mg. in zun h ur dam, ngegengn i irde „ſomſu nſiuhn n, wlu mr iirit ubn ſ guln Mi pnul i ſyiltn III. Buch. VIIl. Tit. Von dem Mieth⸗Contracte. 427 1811. Man kann bey dieſem Contracte nicht ausbedingen, Daß der Paͤchter den ganzen Verluſt des Viehes tragen ſoll, wenn er ſich ſchon durch bloßen Zufall und ohne ſein Verſchulden ereignen wuͤrde: Oder daß ſein Antheil am Verluſte groͤßer ſeyn ſoll, als ſein Antheil am Gewinne; Oder daß der Verpachter am Ende der Verpachtung etwas mehr als das von ihm hergegebene Vieh zum Voraus nehmen ſoll. Jeder aͤhnliche Vertrag iſt unguͤltig. Der Paͤchter allein bezieht den Nutzen von der Wilch und allem, was daraus bereitet wird, von dem Duͤnger und der Arbeit des verpachteten Viches. Wolle und Zuwachs an jungem Viehe durch Zeugung werden getheilt. 1812. Der Poͤchter darf uͤber kein Stuͤck Vieh aus der Heerde, es mag zum Hauptſtamme oder zum nachherigen Zuwachſe gehdͤren, ohne Einwilligung des Verpachters ver⸗ fuͤgen; aber auch ſelbſt dieſer kann ohne Einwilligung des Paͤchters hieruͤber nicht verfuͤgen. 1813. Wird das Vieh einem fremden Paͤchter zur Nutzung uͤberlaſſen, ſo muß dieſes dem Eigenthuͤmer, wovon er das Gut gepachtet hat, inſinuirt werden. Im entgegengeſetzten Falle kann dieſer das Vieh fuͤr das, was ſein Paͤchter ihm ſchuldig iſt, in Beſchlag nehmen und verkaufen laſſen. 1814. Der Paͤchter darf die Wolle nicht ſcheren, ohne vorher den Verpachter hievon zu benachrichtigen. 1815. Iſt in dem Vertrage uͤber die Dauer der Vieh⸗ pachtung nichts beſtimmt, ſo nimmt man an, daß der Con⸗ tract auf drey Jahre geſchloſſen worden ſey. 1816. Der Verpachter iſt befugt, auch fruͤher deſſen Aufloſung zu verlangen, wenn der Pächter Verpflich⸗ tungen nicht erfuͤllt. 1817. Am Ende der Pachtung oder bey ihrer Auflöſung wird eine neue Schaͤtzung des Viehes vorgenommen⸗ 428 UI. Buch. VllI. Tit. Von dem Nieth⸗Conttaete. Der Verpachter kann ſo viel Vieh von jeder Gattung als die erſte Schaͤtzung betraͤgt, voraus wegnehmen; das Uebrige wird getheilt. Iſt ſo viel Vieh nicht uͤbrig, um den Betrag der erſten Schätzung zu erſetzen, ſo nimmt der Verpachter das, was uͤbrig bleibt, und die Parteyen berechnen ſich uͤber den Verluſt. Dritter Abſchnitt. Von der Verpachtung des Viehes zur Haͤlfte. 1818. Die Verpachtung des Viehes zur Haͤlfte iſt eine Geſellſchaft, in welche jeder der Contrahenten die Häͤlfte des Viehes kiefert, das in Hinſicht auf Gewinn oder Verluſt gemeinſchaftlich bleibt.— 1819. Der Paͤchter bezieht allein, wie bey der gewöhn⸗ lichen Vieh⸗Verpachtung, den Nutzen von der Milch und allem, was daraus bereitet wird, dem Duͤnger und der Arbeit des Viehes. Der Verpachter hat nur ein Recht auf die Hälfte der Wolle und des Zuwachſes an jungem Viehe. Jede dieſen Grundſaͤtzen zuwiderlaufende Uebereinkunft iſt unguͤltig, wenn nicht der Verpachter zugleich Eigenthuͤmer des Meyerhofes iſt, den der Paͤchter entwederz fuͤr einen beſtimm⸗ ten Preis oder fuͤr einen Theil der Fruͤchte in Pachtung hat. 1820. Alle uͤbrigen bey der gewohnlichen Verpachtung des PViehes eintretenden Regeln ſind auf die Verpachtung zur Haͤlfte anwendbar. Vierter Abſchnitt. Von der Venutzung des Viehes, welche der Eigenthümer ſeinem Paͤchter überläßt, der von ihm ein Gut entweder für einen beſtimmten Preis oder für einen Theil der Früchte in Pachtung genommen hat. 8.. Von der einem Pächter uͤberlaſſenen Nutzung des Viehes, wenn er ſür einen beſtimmten Preis gepachtet hat. I82r. Dieſe Viehverpachtung, die man auch eiſernen Viehpacht nennt, iſt diejenige, wodurch der Eigenthuͤmer 6 m l huhn ſihn ſi nhe weh. 13, hihſ if in hen , hitit vhühn nin, hin ſghi Mn ſ ſhitn t knl k ſi Ni(unz 2 nin den hunyh beyhn x ſihihn ul nitt, h i hi es zu hi henn ht Genin an ni j u von de dirgrmh t uf iji ehe. inde Unih eich Egt rfir iunj hie in Mih nlichen Pt uf die Unt itt eiini ut innun i thitu ih⸗ u iſt h n ni E m. Buch. VMMl. Tit. Von dem Rieth Contraete. 429 eines Meyerhofes ihn unter der Bedingung in Pacht gibt, daß der Paͤchter am Ende der Pachtzeit ſo viel Vieh zuruͤck⸗ laſſen ſoll, als dasjenige, das er empfangen hat, der Ab⸗ ſchaͤtzung nach werth iſt. 1822. Die Schaͤtzung des Piehes, das dem Pächter ber⸗ laſſen wird, macht ihn nicht zum Eigenthuͤmer deſſelben, uͤbertragt aber auf ihn die Gefahr des Verluſtes. 1823. Dem Paͤchter geboͤrt aller Nutzen, ſo lange ſein Pacht⸗Contract dauert, wenn nicht das Gegentheil ausbe⸗ dungen worden iſt. 1824. Bey der dem Paͤchter eines Guts uͤberlaſſenen Benutzung des Viehes gehoͤrt der Duͤnger nicht unter die dem Paͤchter fuͤr ſeine Perſon zuſtehenden Vortheile; er gehoͤrt dem Meyerbofe, und muß einzig zu deſſen Nutzung verwendet werden. 1825. Der Verluſt, wenn er ſich ſelbſt auf den ganzen Viehſtand erſtreckt, und auch nur von einem Zufalle herruͤhrt, trifft in Ermengelung einer entgegengeſetzten Uebereinkunft ganz den Paͤchter. 1826. Der Paͤchter iſt nicht berechtiget, am Ende der Pachtzeit das PVieh gegen Zahlung der urſpruͤnglichen Taxe zu behalten; er muß einen Viehſtand zuruͤcklaſſen, der dem⸗ jenigen, den er empfangen hat, an Werth gleichkommt. Was etwa abgeht, muß er bezahlen, und nur der Ueber⸗ ſchuß gehoͤrt ihm. S. 2. Von der einem Paͤchter überlaſſenen Nutzung des Viehes, wenn er für einen Theil der Früchte gepachtet hat. 1827. Geht der ganze Viehſtand ohne Verſchulden des Theilpaͤchters zu Grunde, ſo trifft der Verluſt den Verpachter. 1828. Man kann ausbedingen, daß der Paͤchter ſeinen Antheil an der Scherwolle dem Verpachter fuͤr einen Preis uͤberlaſſen ſoll, der geringer als der gewdhuliche fſt; Daß der Verpachter einen groͤßern Antheil am Nutzen haben, m. Buch. 1x. Lit. Von dem Geſellſchafts⸗Contraete. Daß er die Haͤlfte von der Milch, und von allem, was daraus bereitet wird, erhalten ſoll; Es iſt aber nicht erlaubt, aubzubedingen⸗ daß der allen Verluſt zu tragen habe. 1829. Dieſe Verpachtung des Viehes endiget ſi 5 mit dem Pachte des Meyerhofes. 1830. Sie iſt uͤbrigens allen Regeln unterworfen, die bey der einfachen Verpachtung des Viehes eintreten. Fuͤnfter Ab ſcheni 8. Von dem Contracte, der nur im uneigentlichen Sinne eine Ver⸗ pachtung des Viehes genannt wird. 1831. Wenn jemand eine Kuh oder mehrere Kuͤhe einem andern gibt, um ſie in ſeinen Stall aufzunehmen und zu ernähren, ſo behaͤlt der Verpachter das Eigenthum daran, und ſein ganzer Vortheil beſchraͤnkt ſich auf die Kaͤlber, die ſie werfen. 9r i nat er Sitel Von dem Geſellſchafts⸗Contracte. (Deer. den s. März 1304. Promulg. den 18. des nehml. Mon.) Er ſt e apyi1. Allgemeine Verfuͤgungen. 1832. Eine Geſellſchaft iſt ein Contract, wodurch zwey oder mehrere Perſonen ſich vereinigen, etwas in eine Gemein⸗ ſchaft zu legen, in der Abſicht, den Gewinn, der Bn entſpringen kann, zu theilen. 1833. Jeder Geſellſchafts⸗Vertrag muß einen erlaubten Zweck haben, und fuͤr das gemeinſchaftliche Intereſſe der Contrahenten geſchloſſen werden. Jeder Geſellſchafter muß entweder Geld bet andere Guͤter oder ſeinen Kunſtfleiß darin einbringen. 1834. Alle Geſellſchafts⸗Vertraͤge muͤſſen ſchriftlich abge⸗ faßt werden, wenn ihr Gegenſtand den Werth von hundert fuͤnfzig Francs uͤberſteigt. lö i hu liim b unſt —-— ju in . . hiilh m ün u ne huin, in. 6e h un kyn ktuln inn, jwli ijn i hn jü in iſi uff ſi mu vhurt ih ſ, ſu ſlhlutun ud o lh ihs uin een mn iehes innn itt, liche eimt unt vin Nr mehter l ußmnimn dus Eienm huf eſi Contract hei it tel en. ntt, mn ems in iu Geuinn, mß in filch un eldte ziu iſn Pam II. Buch. 1X. Tit. Von dem Geſellſchafts⸗Contracte. 431 Der Beweis durch Zeugen wird weder gegen den Inhalt des ſchriftlichen Geſellſchafts⸗Vertrages, noch uͤber Neben⸗ Verabredungen, noch uͤber Reden, die vor, bey oder nach Abfaſſung deſſelben vorgefallen ſeyn ſollen, zugelaſſen, wenn es ſchon ſich um eine Summe oder um einen Werth unter hundert fuͤnfzig Franes handelt. Zweytes Capitel. Von den verſchiedenen Gattungen der Geſellſchaften. 1835. Die Geſellſchaften ſind entweder Univerſal⸗ oder Particular⸗Geſellſchaften. Erſter Abſchnitt. Von Univerſal⸗(allgemeinen) Geſellſchaften. 1836. Man unterſcheidet zwey Arten von Univerſal⸗ Geſellſchaften, die Geſellſchaft aller gegenwaͤrtigen Guͤter, und die Univerſal⸗Geſellſchaft in Anſehung des Gewinns. I837. Eine alle gegenwaͤrtige Guter begreifende Geſell⸗ ſchaft iſt diejenige, wodurch die Contrahenten alle bewegliche und unbewegliche Guͤter, die ſie wirklich beſitzen, und den Gewinn, den ſie daraus e koͤnnen, in die he geben. Sie koͤnnen auch jede andere Gattung von Gewinn dar⸗ unter begreifen; aber die Guͤter, die ihnen durch Erbfolge, Schenkung oder Vermaͤchtniß in der Folge vielleicht anfallen koͤnnten, gehdͤren nur dem Genuſſe nach in dieſe Geſellſchaft; jede Uebereinkunft, welche dahin zielt, um das Eigenthum dieſer Guͤter darin einzubringen, iſt verbothen, unter Ehe⸗ gatten jedoch erlaubt, in Gemaͤßheit deſſen, was in Ruckſicht ihrer beſtimmt iſt. 1838. Eine Univerſal⸗Geſellſchaft in Anſehung des Gewin⸗ nes umfaßt alles, was die Contrahenten durch ihren Kunſt⸗ fleiß, unter welchem Titel es immer ſeyn moͤge, waͤhrend der Dauer der Geſellſchaft erwerben werden. Die Mobilien, welche ein jeder der Geſellſchafter zur Zeit des Contractes beſitzt, ſind gleichfalls darunter begriffen, aber die Immo⸗ 432 MI. Buch. IX. Tit. Von dem Geſellſchafts Contraete. bilien, die einem oder dem andern fuͤr ſeine Perſon zuſtehen, gehdͤren nur dem Genuſſe nach in dieſelbe. 1830. Wird bloß eine Univerſal⸗Geſellſchaft und ohne ſich weiter hieruͤber zu erklaͤren, geſchloſſen, ſo bewirkt dieſer Vertrag nur eine Univerſal-Geſellſchaft in Anſehung des Gewinnes. 1840. Eine Univerſal⸗Geſellſchaft kann nur unter Per⸗ ſonen Statt haben, welche gegenſeitig faͤhig ſind, ſich zu ſchenken, oder von einander Geſchenke zu empfangen, und denen es nicht verbothen iſt, ſich ch zum Nachtheile anderer Perſonen zu beguͤnſtigen. Z weyter Ab ſchnitt. Von der Jartieular⸗(beſondern) Geſellſchaft. 1841. Eine Particular⸗Geſellſchaft iſt diejenige, die ſich mr auf gewiſſe beſtimmte Sachen oder auf ihren Gebrauch, oder auf die darzus zu ziehenden Fruͤchte bezieht. 1842. Der Contract, wodurch ſich mehrere Perſonen fuͤr eine beſtimmte Unternehmung oder fuͤr die Ausuͤbung eines Handwerks oder Gewerbes vereinigen, iſt Sifete eine Particulat⸗Geſellſchaft. Von den Verpflichtungen der Geſellſchafter gegeneinander und in Hinſicht dritter Perſonen. Srſt e bhni Von den Verpflichtungen der Geſellſchafter gegeneinander. 1843. Die Geſellſchaft nimmt in dem Augenblicke ſelbſt, da der Contract geſchloſſen wird, wenn darin kein anderer Zeitpunct beſtimmt iſt, ihren Anfang. 1844. Iſt die Dauer der Geſellſchaft in dem Vertrage nicht feſtgeſetzt, ſo nimmt man an, daß ſie, jedoch unter der im 1869. Art. enthaltenen Einſchraͤnkung fuͤr die ganze Lebenszeit der Geſellſchafter geſchloſſen worden ſey, oder wenn von einem Geſchafte von beſchraͤnkter Dauer die Rede iſt, fur die ganze Zeit, welche dieſes G ſchoͤft dauern ſoll. „ 1 nnil kiſu i wr iirn jinſi tii juh miht n, ku ni mueht un M luſi lh, uſuſ uſn ſi, vl ſu. 1. ug in inuh u ju ujig, Wuh! un, we uh u ſin uh ſ iil i ſilſhntz lun iuhn lbe. Biſlhi u ſſin, h it i Ui lm un fiti ſu ezu enſnn un ihhit nitt. 0 Geſiliiſ iſ ijnz, tuf in ke ie hejtht nehrer un dit Mitn „iſ gliſt itel ufter guin rſonen. 4*6 in ani m luzui nda lut ſthnb ung. ji ſ inſu dun i nil II. Buch. IX. Cit. PVon dem Geſellſchafts⸗Contraete. 433 1845. Jeder Geſellſchafter iſt in Anſehung alles deſſen, was er in die Geſellſchaft einzubringen verſprochen hat, ihr Schuldner.— Beſteht dieſes Einbringen in einer genau beſtimmten Sache, und ſie wird der Geſellſchaft abgeſtritten, ſo iſt der Geſell⸗ ſchafter auf eben die Weiſe der Geſellſchaft, wie ein Verkaͤufer ſeinem Kaͤufer, zur Gewaͤhrleiſtung v rbunden. 1846. Ein Geſellſchafter, der ein Capital in die Geſ ll⸗ ſchaft einzubringen verpflichtet wor, und es nicht gethan hat, iſt von Rechts wegen und ohne daß eine Klage deßhalb wider ihn angeſtellt wird, ſchuldig, dieſes Capital von dem Tage an, da es gezahlt werden mußte, zu verzinſen. Ein gleiches gilt in Anſehung der Summen, die er aus der gemeinſchaftlichen Caſſe genommen hat, von dem Tage anzurechnen, da er ſie zu ſeinem Privat⸗Vortheile daraus genommen hat; Alles unbeſchadet einer weitern Entſchaͤdigung, wenn ſie den Umſtaͤnden nach Statt findet. 1847. Geſellſchafter, die ſich anheiſchig gemacht haben, ihren Kunſtfleiß in die Geſellſchaft einzubringen, ſind ſchuldig, ibr jeden Gewinn zu berechnen, den ſie mit demjenigen Kunſt⸗ fleiße, welcher der Gegenſtand dieſer Geſellſchaft iſt, gemacht haben. 1848. Hat einer der Geſellſchafter fuͤr ſeine eigene Rech⸗ nung eine wirklich fallige Summe an jemand zu fordern, der auch an die Geſellſchaft eine gleichfalls faͤllige Summe zu zahlen hat, ſo muß dasjenige, was er von dieſem Schuldner empfaͤngt, von der Forderung der Geſellſchaft und der ſeini⸗ gen nach Verhaͤltniß der benden Forderungen abgerechnet werden, wenn er ſchon in ſeiner Quittung erklaͤrt haͤtte, daß er das Ganze auf ſeine eigene Forderung annehme. Hat er aber in ſeiner Quittung ausgedruckt, daß die ganze Zahlung von der Forderung der Geſellſchaft abgerechnet werden ſoll, ſo ſoll dieſe Stipulation vollzogen werden. G. N. IV. Aufl. 28 434 II. Vuch. IX. Lit. Von dem Geſellſchafts⸗Contracte. 1840. Hat einer der Geſellſchafter ſeinen ganzen Antheil an einer gemeinſchaftlichen Forderung empfangen, und der Schuldner iſt nachher zahlungsunfͤhig geworden, ſo iſt dieſer Geſellſchafter verbunden, das, was er empfangen hat, zur gemeinſchaftlichen Maſſe einzubringen, wenn er auch die Quittung ausdruͤcklich nur fuͤr ſeinen Theil ausgeſtellt haͤtte. 1850. Jeder Geſellſchafter iſt verbunden) der Geſellſchaft den Schaden zu erſetzen, den er ihr durch ſein Verſchulden verurſacht hat, ohne daß er berechtiget iſt, dieſen Schaden gegen den Gewinn aufzurechnen, den ſein Kunſtfleiß 6 in andern Geſchaͤften verſchafft hat. 1851. Beſtehen die Gegenſtaͤnde, deren Genuß nur in die Geſellſchaft eing bracht worden iſt, in gewiſſen und in jeder Hinſicht beſtimmten Sachen, die durch den Gebrauch nicht verzehrt werden, ſo hat der Geſellſchafter, der Eigenthuͤmer davon iſt, die Gefahr des Verluſtes zu tragen. Werden dieſe Sachen verzehrt, verſchlimmern ſie ſich, wenn man ſie aufbewahrt, ſind ſie zum Verkaufe beſtimmt, oder ſind ſie nach einer in einem Inventarium enthaltenen Taxe in die Geſellſchaft eingebracht worden, ſo traͤgr die Geſellſchaft die Gefahr des Verluſtes. Iſt die Sache geſchaͤtzt worden, ſo kann der Geſellſchafter bloß den Betrag ihrer Schoͤtzung zuruͤckfordern. 1832. Ein Geſellſchafter hat wider die Geſellſchaft nicht nur wegen der Summen, die er fuͤr ſie ausgelegt, ſondern auch wegen der Verbindlichkeiten, welche er in gutem Glau⸗ ben in Angelegenheiten der Geſellſchaft uͤbernommen hat, und wegen der Gefahren, die von ſeiner Geſchaͤftsfuͤhrung unzertrennlich ſind, eine Klage. 183. Iſt der Antheil eines jeden Geſellſchafters am Gewinn und Verluſte in dem Geſellſchafts⸗Contracte nicht beſtimmt, ſo richtet er ſich fuͤr einen jeden nach Verhaͤltniß deſſen, was er zum Fonds der Geſellſchaft beygebracht hat. Der Antheil am Gewinn und Wrluſte, welcher demjeni⸗ gen gebuͤhrt, der nur ſeinen Kunſifleiß eingebracht hat, wird — 1 66 ziſti m un ſn ju u, imi iit 1 5 en ki e b ſtn n 16 luſl mnif wiice ung ſitte 61 hun nelen u iſl nit, luhnt Uuz u ſi unn iiten ſimn zu enpinn ere r nhſuhut e chel uil unden) kci duch ſin tiſ, iut ſin huſſij enn Gnn geiſen mi h den Ghn in, u in nen eſchlinm n Vuu entriun u wurhen, ſi un hebilt ferhen, die heſlit aigiin e in unt tibemnn e Giitt ßelihin ufthnun un l n ezün e nün wip Im. Buch. IX Lit. Von dem Geſellſchafts Contracte. 435 ſo berechnet, als waͤre ſeine Einlage jener des Geſellſchafters gleich, der am wenigſten eingebracht hat. 1834. Sind die Geſellſchafter darin uͤbereingekommen, daß ſie einem von ihnen oder einer dritten Perſon die Beſtim⸗ mung der Antheile uͤberlaſſen wollen, ſo kann dieſe Beſtim⸗ mung nur dann angefochten werden, wenn ſie der Billigkeit offenbar zu wider iſt. Keine Beſchwerde wird deßhalb zugelaſſen, wenn von der Zeit an, da der angeblich verletzte Theil von der Beſtimmung Kenntniß erlangt hat, mehr als drey Menate verſtrichen ſind, oder wenn er ſchon angefangen hat, dieſe Beſtimmung ſeiner Seits zu vollziehen. 1855. Ein Vertrag, wodurch einem der Geſellſchafter der ganze Gewinn zugeſtanden wuͤrde, iſt unguͤltig. Ein gleiches gilt von derjenigen Uebereinkunft, wodurch die von einem oder von mehrern der Geſellſchafter zum Geſell⸗ ſchafts Fonds eingelegten Summen oder Effecten von allem Beytrage zum Verluſte frey erklaͤrt wuͤrden. 1856. Der Geſellſchafter, dem vermoͤge einer beſondern Clauſel des Geſellſchafts⸗Contractes die Verwaltung aufge⸗ tragen iſt, kana, des Einſpruches der uͤbrigen Geſellſchafter ungehindert, alle Handlungen vornehmen, die zu ſeiner Ver⸗ waltung gehoͤren, vorausgeſe tzt, daß dieſes ohne Betrug geſchehe. So lange die Geſellſchaft beſteht, kann dieſer Anftrag ohne rechtmaͤßige Urſache nicht zuruͤckgenommen werden. Iſt er aber in einer Urkunde erthrilt worden, die ſpater iſt, als der Geſellſchafts⸗Contract, ſo kann er, wie eine bloße Voll⸗ macht, widerrufen werden. 1857. Iſt die Verwaltung mehrern Geſellſchaftern auf⸗ getragen worden, ohne daß man ihre Verrichtungen beſtimmt, oder ausgedruckt haͤtte, daß einer ohne den andern nicht handeln koͤnne, ſo kann ein jeder von ihnen beſonders alle Handlungen dieſer Verwaltung vornehmen. 436 III. Buch. IX. Tit. Von dem Geſellſchafts Contracte. 1858. Iſt ausbedungen worden, daß ein Verwalter ohne den andern nichts unternehmen koͤnne, ſo kann, ohne neuen Vertrag, einer allein in Abweſenheit des andern nichts vor⸗ nehmen, ſelbſt wenn es dieſem wirklich unmoglich ſeyn ſollte, zu den zur Verwaltung gehoͤrigen Handlungen mitzuwirken. 1859. Iſt uͤber die Art der Verwaltung nichts beſonders verabredet worden, ſo befolgt man folgende Regeln? ) Man nimmt an, daß die Geſellſchafter ſich gegenſeitig die Befugniß eingeraͤumt haben, fuͤr einander zu verwalten. Was ein jeder thut, iſt guͤltig, ſelbſt fuͤr den Antheil feiner Geſellſchafter, wenn er ſchon ihre Einwilligung nicht einge⸗ hohlt hat, jedoch mit Vorbehalt des Rechtes, das dieſen letztern, oder auch einem von ihnen zuſteht, ſich dem Unter⸗ nehmen zu widerſetzen, ehe es abgeſchloſſen iſt⸗ 2) Jeder Geſellſchafter darf ſich der Sachen bedienen, die der Geſellſchaft zugehren, vorausgeſetzt, daß er ſie zu ihrer durch den Gebrauch feſtgeſetzten Beſtimmung anwendet, und daß er ſich ihrer nicht gegen das Intereſſe der Geſell⸗ ſchaft, oder auf eine Weiſe bedient, welche ſeine Geſellſchafter verhindert, ſich ihrer nach dem Umfange ibre Rechte eben⸗ falls zu bedienen. 3) Jeder Geſellſchafter hat das Recht, ſene Geſellſchafter zu zwingen, daß ſie mit ihm die Ausgaben beſtreiten, die erforderlich ſind, um die der Geſellſchaft zugehdrigen Sachen zu erhalten. 4) Kein Geſellſchafter kann an den Immobilien, welche der Geſellſchaft gehdren, Neuerungen vornehmen, ſelbſt wenn er behaupten ſollte, daß ſie dieſer Geſellſchaft vortheilhaft ſind, wenn die uͤbrigen Geſellſchafter hierin nicht einwilligen. 1860. Ein Geſellſchafter, dem die Verwaktung nicht anf⸗ getragen iſt, kann die Sachen, welche der Geſellſchaft gehoͤren, wenn ſie auch beweglich ſind, weder veraͤußern, noch ver⸗ pfaͤnden. B 1861. Jeder Geſelſchafter kann in Beziehung auf den Antheil, den er in der Geſelſchaft hat, auch ohne Einwilli, „ ji ſi 1 hu bu 1 zuh ſü ſiuſ iun hin i n 6 ſtn hih iun u hijgen hi Uhun u uzwn unh = Dutn 1 2 uß; )5 un d Jd d uf pnt Pln, u des anen ſit nii n nin lug iihu ende he ſhnſinſihn nnuum it du l wiliun iht Rehts, i ieht ſih ut ſin iſ⸗ Eichen i ſſeht, hi t eſiinmm zurrſe i e ſin biil ge ien t, ſine bil ſhen binin giiine unliin, ehnn ilft ilſtri ub n tiin minm i iiliji tujm, kejn 4 k. Ill. Buch. IX Tit. Von dem Geſellſchafts⸗Contrarte. 437 gung ſeiner Geſellſchafter mit einer dritten Perſon in Geſell⸗ ſchaft treten; er kann ſie aber, ohne dieſe Einwilligung, in die Haupt⸗Geſellſchaft nicht aufnehmen, wenn er auch die Verwaltung berſelben haben ſollte. 3 weyter Abſchnitt. Von den Verpflichtungen der Geſellſchafter in Hinſicht dritter Perſonen. 1862. Bey Geſellſchaften, die keine Handlungs⸗Geſell⸗ ſchaften ſind, ſind die Geſellſchafter fur die gemeinſchaftlichen Schulden nicht ſolidariſch verbunden, und einer der Geſell⸗ ſchafter kann die uͤbrigen nicht verbinden, wenn dieſe ihm hiezu die Befugniß nicht ertheilt haben. 1863. Die Geſellſchafter haften dem Glaͤubiger, womit ſie contrahirt haben, jeder fuͤr eine gleiche Summe und einen gleichen Theil, ſelbſt dann, wenn der Antheil eines von ihnen an der Geſellſchaft geringer ſeyn ſollte, es ſey dann, daß die Verpflichtung dieſes letztern auf den Maßſtab dieſes geringern Antheils im Contracte beſonders beſchränkt worden ſey. 1864. Das Verſprechen, daß die Verbindlichkeit fuͤr Rechnung der Geſellſchaft eingegangen werde, bindet nur den Geſellſchafter, der contrahirt, und nicht die uͤbrigen, ausgenommen wenn dieſe ihm Vollmacht gegeben haben, oder wenn die Sache zum Nutzen der Geſellſchaft gediehen iſt. Viertes Capitel. Von den verſchiedenen Arten, wie die Geſellſchaft ſich endiget. 1865. Die Geſellſchaft endiget ſich, 1) Durch Ablauf der Zeit, auf welche ſie geſchloſſen wor⸗ den iſt; 2) Durch den Untergang der Sache, oder durch die Vol⸗ lendung des Geſchaͤftes; 3) Durch den natuͤrlichen Tod eines der Geſellſchafter; 4) Durch den buͤrgerlichen Tod, durch die Interdiction oder den gaͤnzlichen Verfall des Vermogens eines von ihnen; 1. Buch. IX. Tit. Von dem Geſellſchafts⸗Contracte. 50 Durch die Willens⸗Erklärung eines oder mehrerer, daß ſie nicht mehr in Geſellſchaft ſeyn wollen. 1866. Die Verlaͤngerung einer auf beſtimmte Zeit geſchloſ⸗ ſenen Geſellſchaft kann nur durch einen ſchriftlichen Aufſatz bewieſen werden, der mit der nehmlichen Form, wie der Geſellſchafts⸗Contract, verſehen iſt. 1867. Hat einer der Geſellſchafter verſprochen, das Eigen⸗ thum einer Soache in die Gemeinſchaft einzubringen, ſo erliſcht der Geſellſchafts⸗Contraet in Beziehung auf alle Geſellſchafter, wenn die Sache zu Grunde geht, ehe ſie in die eingebracht worden iſt. Auf gleiche Weiſe wird die Geſelſchaft durch den Verluſt oder den Untergang der Sache in allen Faͤllen aufgeldſt, wo nur der Genuß in die Gemeinſchaft eingebracht worden, und das Eigenthum davon in den Haͤnden des S geblieben iſt. Durch den Verluſt der Sache e deren Eigenthum ſchon wirklich in die Geſellſchaft eingebracht worden iſt, wird die Geſellſchaft nicht aufgeldſt. 1868. Iſt ausbedungen worden, daß, wenn einer der Geſellſchafter ſtirbt, die Geſellſchaft mit ſeinem Erben oder unter den uͤberlebenden Geſellſchaftern allein fortdauern ſoll, ſo muß dieſe Uebereinkunft vollzogen werden. Im zweyten Falle hat der Erbe des Verſtorbenen nur Recht auf die Thei⸗ lung der Geſellſchaft und zwar nach Beſchaffenheit der Lage, worin ſie ſich zur Zeit des Abſterbens befand, und er hat an den weitern Rechten nur in ſo fern einen Antheil, als ſie eine nothwendige Folge deſſen ſind, was vor dem Tode des Geſellſchafters, deſſen Erbe er iſt, geſchehen iſt. 1869. Nur Geſellſch ften, deren Dauer uneingeſchraͤnkt iſt, koͤnnen durch den Willen eines der Contrahenten aufge⸗ loͤſt werden. Die Aufloͤſung wird durch eine Verzichtleiſtung bewirkt, welche allen Geſellſchaftern inſinuirt wird, voraus⸗ geſetzt, daß dieſe Verzichtleiſtung auf eine redliche Weiſe und nicht zur Unzeit geſchieht. 1n i nihi ni 6 lim ſit nint n i gil, mb ſiln ing b h in, ſiuie jhuf uf hu Uunh Win! vo Hnn, wn ſil dr uſt — 96 hun ues e un len. ieimz nen ſhit ſitn lichn jn uin inzbihu uf uleiil ſie i dehn hi inh nfilnn gebtnch mu in des 6l ber, dem ip tucht wini of, un it ſinen ki alein fuhn enden. u t gecht ut ſchafuhit beud, w inen lui ur then iſ un nin bunmi in nt init rit, in ul MI. Buch. x. Tit. Von dem Leih⸗ und Darlehens⸗Contracte. 439 1870. Die Verzichtleiſtung geſchieht nicht auf eine red⸗ liche Weiſe, wenn ein Geſellſchafter der Geſellſchaft entſagt, um ſich allein den Gewinn zuzueignen, den die Geſellſchafter gemeinſchaftlich zu ziehen die Abſicht hatten. Sie geſchieht zur Unzeit, wenn die Sachen nicht mehr im vortgen Stande ſind, und der Geſellſchaft daran gelegen iſt, daß ihre Aufloſung verſchoben werde. 1871. Die Auftebung der Geſellſchaften, welche auf beſtimmte Zeit geſchloſſen ſind, kann von einem der Geſell⸗ ſchaſter vor der verabredeten Zeit nur in ſo fern verlangt werden, als gerechte Bewegurſachen dazu eintreten, wie z. B. wenn ein anderer Geſellſchafter ſeine Verpflichtungen nicht erfullt, oder eine anhaltende Kraͤnklichkeit ihn zu den Geſchaͤf⸗ ten der Geſellſchaft unfähig macht, oder in andern aͤhnlichen Fällen, deren Rechtmaͤßigkeit und Erheblichkeit der Beurthei⸗ lung der Richter uͤberlaſſen bleibt. 1872. Die Regeln, die ſich auf die Theilung der Erb⸗ ſchaften, auf die Form dieſer Theilung und die unter den Miterben hieraus entſpringenden Verbindlichkeiten beziehen, ſind auf die Theilungen unter Geſellſchaftern anwendbar. Verfügung über die Handlungs⸗Geſellſchaften. 1873. Die Verfuͤgungen des gegenwärtigen Titels ſind auf Handlungs⸗Geſellſchaften in denjenigen Puncten nur anwendbar, die mit den Geſetzen und Gebraͤuchen des F⸗ dels in keinem Widerſpruche ſtehen.*) Von dem Leih⸗ und Darlehens⸗Contracte. (Deeret. den 9. Maͤrz 1304. Promulg. den 19. des nehml. Monats.) 1874. Es gibt zwey Gattungen des Contractes, wodurch man ſeine Sache einem andern lehnt; Der Leih⸗Contract uͤber Sachen, die man brauchen kann⸗ ohne ſie zu zerſtoͤren; — 6) Siehe Art. s u. ſ. des Handlungs Geſetzbuches. 440 III. Buch. X. Tit. Pon dem Leih⸗ und Darlehens⸗Contrae t 1 Und der Darlehns⸗Contract uͤber Sachen, die durch den 1 u Gebrauch, deu man davon macht, verzehrt werden. u Die erſte Gattung heißt Leih⸗Contract(pret à usage oder n commodat); Die zweyte Gattung heißt Darlehn zum Verbrauchen zm (prẽt de consommation) vder ſchlechthin Darlehn(pret). mi Erß es pe. 1 Von dem Leih⸗Contracte. Erſter Abſchnitt. u, Von der Natur des Leih⸗Contractes. nub 1875. Der Leih⸗Contract iſt ein Vertrag, wodurch einer un der Contrahenten dem andern eine Sache uͤberliefert, um ſie m zu gebrauchen, unter der Bedingung, daß der Empfaͤnger, t6t nachdem er ſich ihrer bedient hat, ſie zuruͤckgeben ſoll. aß 1876. Zum Weſen dieſes Leih⸗Contractes gehoͤrt es, daß ſin der Gebrauch der Sache unentgeltlich uͤberlaſſen wird. 3 1877. Der Leiher bleibt Eigenthuͤmer der geliehenen Sache. 15 1878. Alles, was nicht dem rechtlichen Verkehr entzogen ſ iſt, und durch den Gebrauch nicht verzehrt wird, kann der i Gegenſtand dieſes Vertrags ſeyn. i. 1879. Die Verbindlichkeiten, welche aus dem Leih⸗Con⸗ iph tracte entſtehen, gehen auf die Erben des Leihers und auf in. die Erben des Entlehners uͤber.. Hat man indeſſen nur aus Ruͤckſicht fuͤr den Entlehner un, und ihm bloß fuͤr ſeine Perſon geliehen, dann konnen ſeine ſlher Erben nicht fortfahren, die geliehene Sache zu gebrauchen. 3 weyter Abſchnitt. Von den Verpflichtungen des Entlehners. i 1880. Der Entlehner iſt ſchuldig, als ein guter Haus⸗ luft vater fuͤr die Aufbewahrung und Erhaltung der geliehenen inn Sache zu ſorgen. Er darf ſich ihrer nur zu dem Zwecke uzu bedienen, wozu ſie ihrer Natur nach oder durch die Ueberein⸗ 3 kunft beſtimmt iſt; alles bey Strafe, nach Beſchoffenheit der uu Umſtaͤnde, den Schaden und entbehrten Gewinn zu erſetzen⸗ in m duzun hn, i ihn hn ut&. i h n n Du itt gete. itt outnt enn, un de izuiſu d ubn riczünil arnts gin herſum der gelthunt hen Put ehrt pi, u ni n i de ieu tſit inſt dunn lun che z gunt itt huet in ub ung i n inn durh ilin Biſhſu in i III. Buch. X. Tit. Von dem Leih⸗ und Darlehens⸗Contraete. 447 1881. Gebraucht der Entlehner die Sache zu einem andern Zwecke, oder fuͤr eine laͤngere Zeit, als er es ſollte, ſo haftet er fuͤr den Verluſt, waͤre er auch bloß durch gufall entſtanden. 1882. Geht die geliehene Sache durch einen Zufall zu Grunde, vor dem der Entlehner ſie haͤtte ſchuͤtzen konnen, wenn er ſeine eigene Sache gebraucht haͤtte, oder konnte er nur eine von beyden erhalten, und er zog die ſeinige vor, ſo iſt er fuͤr den Verluſt der andern verantwortlich. 1883. Iſt die Sache, als ſie geliehen wurde, geſchaͤtzt worden, ſo hat der Entlehner jeden, ſelbſt durch Zufall ſich ereignenden, Verluſt zu tragen, wenn nicht das Gegentheil aushedungen worden iſt.. 1834. Verſchlimmert ſich die Sache bloß durch eine Folge des Gebrauches, wozu ſie geliehen worden iſt, und ohne einiges Verſchulden des Entlehners, ſo hat er die Ver⸗ ſchlimmerung nicht zu haften. 1385. Der Entlehner kann die Sache nicht ntr halten, um ſie gegen das aufzurechnen, was ihm der Leiher ſchuldig iſt. 1886. Hat der Entlehner, um die Sache zu gebrauchen, einige Koſten verwendet, ſo kann er dieſelben nicht zuruͤck⸗ fordern. 8 1887. Haben mehrere zuſammen eine und dieſelbe Sache entlehnt, ſo ſind ſie dem Leiher ſammt und ſonders, einer fuͤr alle und alle fuͤr einen(ſolidariſch) dafuͤr verantwortlich. Dritter Abſchnitt. Von den Verpflichtungen des Leihers. 1888. Der Leiher kann die geliehene Sache erſt nach Ablauf der verabredeten Zeit, oder wenn hieruͤber nichts aus⸗ bedungen wurde, nicht eher zuruͤcknehmen, als bis ſie zu dem Zwecke gedient hat, wozu ſie entlehnt worden iſt. 1889. Wenn jedoch waͤhrend dieſes Zeitraums, oder bevor das Beduͤrfniß des Entlehners befriediget iſt, dem Leiher ein dringender und unvorhergeſehener Fall aufſtoͤßt, wodurch er M. Buch. x. Lit. Von dem Leih⸗ und Darlehens⸗Contraete ſeiner Sache brdarf, ſo kann der Richter den Um ſtaͤnden nach den Entlehner anhalten, ſie ihm zuruͤckzugeben. 1890. War der Entlehner waͤhrend der Dauer des Leih⸗ Contractes, um die Sache zu erhalten, zu einer außerordent⸗ lichen und nothwendigen Ausgabe gezwungen, die ſo dringend war, daß er den Leiher nicht zuvor davon benachrichtigen konnte, ſo iſt dieſer verbunden, ſie ihm zu erſetzen. 1891. Hat die geliehene Sache ſolche Maͤngel, daß ſie demjenigen, der ſich ihrer bedient, Schaden verurſachen kann, ſo iſt der Leiher verantwortlich, wenn er die Maͤngel kannte, und den Entlehner hievon nicht benachrichtiget hat. 3weytes Capitel. Von dem Darlehen. E t ſt b ſch n itt. Von der Natur des Darlehens. 1892. Das Darlehen iſt ein Comtract, wodurch einer der Contrahenten dem andern eine gewiſſe Quantitaät Sachen, die durch den Gebrauch verzehrt werden, unter der Bedin⸗ gung uͤberliefert, ihm eben ſo viel von derſelben Gattung und Qualitat wiederzugeben. 1803. Der Empfaͤnger wird durch ein ſolches Darlehen Eigenthuͤmer der dargeliehenen Sache; er allein traͤgt den Schaden, wenn ſie zu Grunde geht, auf welche Art ſich auch dieſer Verluſt ereignen mag. 1894. Sachen, die in ihren einzelnen Weſen in ihren Individuen) verſchieden ſind, obſchon ſie zu der nehmlichen Art und Gattung gehoͤren, wie z. B. Thiere, koͤnnen kein Gegenſtand des Darlehens werden. In dieſem Falle it das Geſchaͤft ein Leih⸗Contract. 1895 Die Verbindlichkeit, die aus einem Dartehen in Geld entſteht, beſchraͤnkt ſich immer auf den Erſatz der im Contracte ausgedruckten nummeriſchen(in Zahlen berechneten) Summe. Sind vor dem Zeithuncrt der Zahlung Geldſorten erhoͤht oder verringert worden, ſo muß der Schuldner die ihm dar⸗ iih 1 mu uui nil wu . lum ſigi 1) in 190 ſhn in o. ilu, n ih, hihf l)o Lunt gin, m uif iit he ei Kln R,„ mduuh iht ze ln zuich in der Dun W htint un unzun, iſ duon iut nzu uſtn ſhe Pigt uden beni er de int ichtze hu it . nitt ſhent. urgtt, wut ſſe Anit , untt on derſl h in ſih dlint f nilhehi nen Pinſ ſe z nu Lhin, lu tiſen jl einen ui f den bit! ngulniu n 6 im uni MI. Buch. X. Tit. Von dem Leih⸗ und Darlehens⸗Contraete. 443 geliehene nummeriſche Summe, und nur dieſe Summe in den zur Zeit der Zahlung geltenden Muͤnzſorten wieder geben. 1806. Die in dem vorhergehenden Artikel enthaltene Regel tritt nicht ein, wenn das Darlehen in Barren geſchehen iſt. 1807. Iſt Gold oder Silber in Barren, oder ſind Lebens⸗ mittel dargeliehen worden, ſo muß der Schuldner ſtets die nehmliche Quantituͤt und Qualitat, und nur dieſe zuruͤckgeben, wie viel auch immer dieſe Sacheu im Preiſe erhoht oder ver⸗ mindert ſeyn moͤgen. 3 weyter Ab ſchnitt. Von den Pflichten des Darleihers. 1808. Bey dem Darlehen hat der Darleiher eben die Verantwortlichkeit, die im 1891. Art. fuͤr den Leih⸗Contract feſtgeſetzt iſt. 1890. Der Darleiher kann die dargeliehenen Fahen nicht vor der bedungenen Zeit zuruͤckfordern. 1000. Iſt fuͤr die Zuruͤckgabe keine Zeit beſtimmt worden, ſo kann der Richter, nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, dem Lehner eine Friſt geſtatten. 19o1. Hat man bloß ausbedungen, daß der Lehner zahlen ſollte, wann er konnte, oder wann er dazu die Mittel haben wuͤrde, ſo beſtimmt ihm der Richter eine Zahlungs⸗Friſt nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde. Dritrte r h Von den Pflichten des Lehners. 1902. Der Lehner muß die gelehnten Sachen in derſelben Quantitaͤt und Qualitaͤt und zu der bedungenen Zeit zurůck⸗ geben. 1903. Iſt es ihm unmoͤglich, dieſer Verbindlichkeit Genuͤge zu leiſten, ſo iſt er verbunden, den Werth der Sache, mit Ruͤckſicht auf die Zeit und den Ort, wo ſie nach dem Inhalt des Vertrags wiedergegeben werden ſollte, zu zahlen. Sind Zeit und Ort nicht beſtimmt worden, ſo geſchieht die Zahlung nach dem Preiſe, wie er zur Zeit und an dem Orte, wo das Darlehen geſchehen iſt, uͤblich war. 44s II. Buch. X. Cit. Von dem Leih⸗ und Darlehens⸗Contraete. 1904. Wenn der Empfaͤnger die ihm gelehnten Sachen oder ihren Werth zur bedungenen Zeit nicht zuruͤckgibt, ſo muß er von dem Tage der gerichtlichen Klage Zinſen davon bezahlen. Drittes Gapitel. Von dem Darlehen gegen Zinſen. 1905. Es iſt erlaubt, bey dem Darlehen, es beſtehe in Geld, in Lebensmitteln oder in andern beweglichen Sachen, ſich Zinſen auszubedingen. 1906. Der Anlehner, der Zinſen gezahlt hat, welche nicht ausbedungen waren, kann ſie weder zuruͤckforbern, noch auf das Capital abrechnen. 1907. Die Zinſen ſind entweder geſetzlich oder vertrags⸗ maßig. Die geſetzlichen Zinſen werden durch das Geſetz beſtimmt. Die vertragsmäßigen Zinſen können, ſo oft das Geſetz es nicht verbiethet, den geſetzlichen Zinsfuß uberſtei⸗ Die Quotität der vertragsmaͤßigen Zinſen muß ſchriftlich beſtimmt werden. *) No. LPXXV. Geſetz über die Beſtimmung der Zinſen vom Gelde, vom 3. September 1807. Art. 1. Die vertragsmaͤßigen Zinſen dürfen in bürgerlichen Seſchaͤften nicht fuͤnf, und in Handels⸗Geſchäften nicht ſechs vem Hundert uͤberſteigen, alles ohne Abzug. . Die geſetzlichen Zinſen ſind in bürgerlichen Seſchäften fünf, und in Handels⸗Geſchaͤften ſechs vom Hutdert, gleichfalls ohne Abzug.. 2. Wird erwieſen, daß höhere Zinſen, als im erſten Artikel beſtimmt iſt, aus bedungen worden ſind, ſo ſoll der Darleiher von dem Gerichte, bey welchem der Rechtsſtreit anhängig iſt, verur⸗ theilt werden, den Ueberſchuß, wenn er ihn empfangen hat, zurück⸗ zugeben, oder ihn von der Haupt⸗Summe der Schuld⸗Forderungen abziehen zu laſſen; er kann ſogar nach Beſchaffenheit der Umſtände vor das Correctionnel⸗Gericht verwieſen werden, damit dieſes nach Vorſchrift des folgenden Artikels über ihn ein Urtheil ſpreche. 4 Jeder, der beſchuldigt wird, daß er ſich gewoͤhnlich mit dem Wucher abgebe, ſoll vor des Corrertiynnel⸗Sericht gebracht, uud it u „ juh i ſunt m, f ilin n. Rl ſe zitn itz lim u mih il 90 kiehi liijl ui un whe ihihn tin ißni uin ihh di tinn inz dullut un it iit tuih n Agzun itel en ziſen Darlehe 6 mn bengin 1 gehihlt t der zuitte giſhlih unn den dn i lnen, ſ ihen zuſti zuſn uijj — nun in ji dörin i in ſchiſen niti litenbii udet, u l in nt ſil u Au tninü myinguh ehbinn nſenhe uli un Mui i nl* ſ niun u IHI. Bnch. X. Tit. Von dem Leih⸗ und Darlek ens⸗Contracte. 445 1908. Eine Quittung, welche uͤber das Capital ohne Vor⸗ behalt der Zinſen ausgeſtellt iſt, begraͤndet die Vermuthung⸗ daß auch dieſe gezahlt ſeyen, und bewirkt die Befreyung von denſelben. 1909. Der Darleiher kann ſich Zinſen von einem Capital ausbedingen, auf deſſen Zuruͤckforderung er Verzicht thut. Das Darlehen nimmt in dieſem Falle den Nahmen eines Rentkaufes(constitution de rente) an. 1010. Dieſe Rente kann auf zweyerley Weiſe errichtet werden, fuͤr immer oder auf Lebenszeit(als Erbrente oder als Leibrente). 111. Die Erbrente iſt ihrem Weſen nach lösbar. Die Contrahenten koͤnnen bloß die Uebereinkunft treffen, daß die Abloͤſung nicht vor Ablauf einer Friſt, die aber den Zeitraum von zehn Jahren nicht uͤberſchreiten darf, oder nicht geſchehen ſoll, ohne den Glaͤubiger in der unter ihnen beſtimmten Zeitfriſt vorher hievon benachrichtiget zu haben. 1912. Der Schuldner einer auf immer verſprochenen Rentetkann zur Abloͤſung gezwungen werden, 1) Wenn er in zwey Jahren ſeine Serbfſichungen ut erfuͤllt; 2) Wenn er dem Darleiher die im weſprchene Sicherheit nicht verſchafft. 1913. Das Capital einer auf immer errichteten Rente z gleichfalls zuruͤckgefordert werden, wenn der⸗Schuldner fallirt oder in gaͤnzlichen Verfall ſeines Vermoͤgens gerathen iſt. Falle er überwieſen wird, zu einer GBeldſtrafe verurtheilt werden, welche nicht die Haͤlfte der auf Wucher ausgeliehenen Suxialie überſteigen darf. Ergibt es ſich aus der Unterſuchung, daß von Seiten des Dar⸗ leihers mit Liſt und Betrug gehandelt worden iſt, ſo ſoll er, außer der obigen Geldſtrafe, zu einem Gefängniſſe verurtheilt werden, das nicht länger als zwey Jahre dauern darf. 5. Die Stipulationen der Zinſen, welche durch Contraete oder auf eine andere Weiſe bis zum Tage der Kundmachung des gegen⸗ waͤrtisen Geſetzes geſchloſſen worden ſind, bleiben in ihrer Kraft⸗ 646 III. Buch. Kl. Tit. Von dem Hinterlegungs Contraete ꝛe. 1914. Die Regeln, welche die Leibrenten betreffen, ſind unter dem Titel von gewagten Geſchaͤften, Gluͤcks⸗ oder voffnungs⸗ vertrãgen beſtimmt. Eilfter. Von dem Hinterlegungs⸗ Contracte und der Segqueſtration. (Deeret. den 14. März 1804. Promulg. den 24. des nehml. Monats.) Srſtes Von dem Hinterlegungs⸗ Contracte im Allgemeinen, und deſſen verſchiedenen Gattungen. 1915. Der Hinterlegungs⸗Contract im Alzemeinen iſt ein Geſchaͤft, wodurch man die Sache eines andern untet der Bedingung, ſie zu und in Natur zurůckzuge⸗ ben, uͤbernimmt. 1916. Es gibt zwey Gattungen des Hinterlegungs⸗Con⸗ tractes, der Hinterlegungs⸗Contract im eigentlichen Sinne des Wortes und die Sequeſtration. Zweytes Capitel. Von dem Hinterlegungs⸗Contracte im eigentlichen Sinne. Erſter Abſchnitt. Von der Natur und dem Weſen des Hinterlegungs⸗Contractes. 1917. Der Hinterlegungs⸗Contract im eigentlichen Sinne iſt ſeinem Weſen nach ein unentgeltlicher Vertrag. 1918. Er kann bloß bewegliche Sachen zum Gegenſtande haben. 1910. Er wird nur durch die wahre oder uneigentliche (fingirte) Uebergabe der hinterlegten Sache vollkommen. Die uneigentliche Uebergabe iſt hinreichend, wenn der Depoſitar ſchon aus einem andern Rechtsgrunde die Sache in ſeinem Beſitze hat, die man ihm als anvertrautes Gut laſſen will. ſu ud hſn ſinh nt unin P, 6 ili, u e inu n ſit ſ. Pin n whn 5 de hn , ihm — niu wöſt u M 4 hnli uuntu tiitnn lunt chiſun, it tel utrutte m l. 14 hnu itel lgenin, ngen. ict in Mni che eihe un din nn es hilen in igenin ite igenitni itt, ſtertzutlun in init e Vn che znbhi zn un nin ie wlim mitm, tzni nnui Buch. XI. Tit. Von dem Hinterlegungs⸗Contraete ꝛc. 44/ 1920. Die Hinterlegung iſt entweder freywillig, oder durch Noth abgedrungen. 8 weyter A5 ſch e Von der freywilligen Hinterlegung. 1921. Die freywillige Hinterlegung entſteht durch die gegenſeitige Einwilligung der Perſon, welche etwas in Ver⸗ wahrung gibt, und derjenigen, die es empfaͤngt. 1922. Eine freywillige Hinterlegung kann der Regel nach nur durch den Eigenthuͤmer der auvertrauten Sache, oder mit ſeiner ausdruͤcklichen oder Kiukchweigenden Einwilligung geſchehen. 1923. Eine freywillige Hinterlegung muß ſchriftlich bewie⸗ ſen werden. Der Beweis durch Zeugen wird daruͤber nicht zugelaſſen, wenn von einem Werthe von mehr als hundert fuͤnfzig Franes die Rede iſt. 1924. Wird ein Depoſitum, das mehr als hundert ſuͤnfzig Francs betraͤgt, nicht ſchriftlich bewieſen, ſo glaubt man demjenigen, der als Depoſitar angegriffen wird, auf ſein Wort, es mag von der Thatſache der geſchehenen Hinterlegung ſelbſt, oder von der Sache, welche der Gegenſtand davon war, oder von der Thatſache ihrer Zuruͤckgabe die Frage ſeyn. 1925. Eine freywillige Hinterlegung kann nur unter Per⸗ ſonen Statt haben, die zu contrahiren faͤhig ſind. Nimmt gleichwohl eine Perſon, welche zu contrahiren faͤhig iſt, ein Depoſitum an, das ihr von einer unfähigen Perſon anvertraut worden iſt, ſo hat ſie alle Pflichten eines wahren Depoſitars zu erfuͤllen; ſie kann von dem Vormunde oder dem Verwalter der Perſon, welche die Hinterlegung gemacht hat, gerichtlich verfolgt werden. 1926. Hat eine faͤhige Perſon bey einer andern, die es nicht war, etwas hinterlegt, ſo hat der Deponent in Hin⸗ ſicht des anvertrauten Gutes nur die Pindications⸗Klage, ſo lange es ſich in den Haͤnden des Depoſitars bofindet, oder eine Klage auf Erſatz bis zum Betrage desjenigen, was zum Nutzen Letztern gediehen iſt. 443 M. vuch xl. Cit. Von dem Hinterlegungs⸗Contraete ꝛe. Dritter Abſchnit. Von den Fflichten des Depoſitars. 1927. Der Depoſitar muß die ihm anvertraute Sache mit eben der Sorgfalt verwahren, welche er auf die wahrung der ihm zugehoͤrigen Sachen verwendet. 1928. Die Verfuͤgung des vorhergehenden Artikels muß mit mehr Strenge angewendet werden, 1) wenn der Depo⸗ ſirar ſich ſelbſt angebothen hat, die Aufbewahrung der Sache auf ſich zu nehmen; 2) wenn er fuͤr die Bewahrung des ihm anvertrauten Gutes ſich einen Lohn bedungen hat; 3) wenn die Hinterlegung einzig zum Vortheile des Depoſitars geſchehen iſt; 4) wenn ausdrucklich bedungen worden, daß der Depoſitar fuͤr jede Gattung von Verſehen(oder Schuld) haften ſoll. 1929. In keinem Falle iſt der Depoſitar für gufüle verantwortlich, die von hoͤherer Gewalt herruͤhren, er ſey dann in Verzug geſetzt worden, die anvertraute Sache zuruͤck⸗ zugeben. 1930. Er darf die ſnihe Sache, ohne ausdraͤckliche oder vermuthliche Erlaubniß des Deponenten, nicht gebrauchen. 1931. Er darf nicht zu erforſchen ſuchen, was es fuͤr Sachen ſeyen, die bey ihm hinterlegt worden ſind, wenn ſie ihm in einem verſchloſſenen Kaſten oder unter einem ver⸗ ſiegelten Umſchlage anvertraut wurden. 1932. Der Depoſitar muß gerade eben dieſelbe Sche zuruͤckgeben, die er empfangen hat. Alſo muß ein Depoſitum, das in klingender Muͤnze beſtand, in eben den Sorten, worin es geſcheben iſt, zuruͤckgegeben werden, ihr Werth mag erhoͤhet oder verringert worden ſeyn. 1933. Ein Depoſitar iſt die bey ihm hinterlegte Sache nur in dem Zuſtande wiederzugeben ſchuldig, worin ſie ſich in dem Augenblicke der Zuruͤckgabe befindet. Verſchlimme⸗ rungen, die nicht von ihm herruͤhren, fallen dem Sens nenten zur Laſt. wn üm litu ſuhtt u uhi nn nih h. urhn uhn, wegunß uht win 10 ujnhn ſuhhh iſn un . n hn ih ſun hiht uunn h i, m lujn 0 ſin ¹) n luuptun hnitt, Wſtun in nn elche nu em „ un rie nn ohn kuhnt ortheie 1 engn u berſihn(ut Dyrſin ſi tult herihn, entuut eih he, ezne uit en nihtzi ſichen, w onden ſch det unn in hen hiſlht heſini tihn mu n jiniti , mii ie Pit fun u m. Buch. Ll. Tit. PVon dem Hinterlegungs⸗Contraete ꝛe. 442 1934. Ein Depoſitar, dem die Sache durch hoͤhere Gewalt wesgenommen worden iſt, und der hiefuͤr einen Preis oder ſonſt etwas empfangen hat, muß dasjenige, was er zum Erſatze erhalten hat, zuruͤckgeben. 1935. Der Erbe eines Depoſitars, der in gutem Glau⸗ ben die Sache verkauft hat, wovon er nicht wußte, daß ſie anvertrautes Gut ſey, iſt zu mehr nichts verbunden, als den Priis zu erſtatten den er empfangen hat, oder ſeine Klage wider den Kaͤufer zu uͤbertragen, wenn ihm der Preis noch nicht gezahlt worden iſt. 1936. Hat die in Verwahrung gegebene Sache Fruchte hervorgebracht, welche der Depoſitar genoſſen hat, ſo iſt er verbunden, ſie zu erſtatten. Er hat von dem bey ihm hin⸗ terlegten Gelde keine Zinſen zu zahlen, außer von dem Tage an, da er in Hinſicht der Zuruͤckerſtattung in Verzug geſetzt worden iſt. 1937. Der Depoſitar muß die hinterlegte Sache nur demjenigen zuruͤckgeben, der ſie ihm anvertraut hat, oder in deſſen Nahmen die Hinterlegung geſchehen iſt, oder der ange⸗ wieſen worden iſt, um ſie zu empfangen. 1938. Er kann von dem, der die Sache in Verwahrung gegeben hat, den Beweis ſeines Eigenthums an derſelben nicht fordern. Entdeckt er gleichwohl, daß die Sache geſtohlen worden, und wer der wahre Eigenthuͤmer davon iſt, ſo iſt er verbun⸗ den, die bey ihm geſchehene Hinterlegung dieſem anzukuͤn⸗ digen, und ihn aufzufordern, ſie in einer beſtimmten uhd hinlaͤnglichen Friſt in Anſpruch zu nehmen. Verſaͤumt der⸗ jenige, dem die Ankäͤndigung geſchehen iſt, das Depoſitum in Anſpruch zu nehmen, ſo wird der Depoſitar ſeiner Per⸗ bindlichkeit auf eine guͤltige Weiſe dadurch entlediget, daß er es demjenigen uͤbergibt, von dem er es empfangen hat. 1939. Stirbt der Deponent, oder zieht er ſich den huͤr⸗ gerlichen Tod zu, ſo kann das anvertraute Gut nur ſeinem Erben zuruͤckgegeben werden. G. N. IV. Aufl. 29 ——————— —————————————— ⸗ 450 1l. Auch. Rl. Tit. Von dem Hinterlegungs⸗Contracte ꝛe. Hat er mehrere Erben, ſo muß einem jeden ſein Antheil daran zuruͤckgegeben werden. Iſt die hinterlegte Sache untheilbar, ſo muͤſſen die Erben ſich uͤber den Empfang derſelben untereinander verſtehen. 1940. Hat der Deponent ſeinen perſoͤnlichen Zuſtand veraͤndert, war z. B. die Frauensperſon in dem Augenblicke, wo die Hinterlegung geſchah, ledigen Standes, hat ſich aber nachher verehelicht, und ſteht nunmehr unter der Gewalt des Mannes; war der Deponent zwar volljährig, ihm iſt aber nunmehr durch Interdiction die Verwaltung ſeines Vermoͤzens benommen: in allen dieſen und andern gleichartigen Faͤllen kann das anvertraute Gut nur demjenigen zuruͤckgegeben werden, der die Verwaltung der Rechte und Guͤter des Depo⸗ nenten hat. 1941. Iſt die Hinterlegung von einem Vormunde, einem Ehegatten, oder Verwalter in einer von dieſen Eigenſchaften geſchehen, ihre Geſchaͤfts⸗Fuͤhrung oder Verwaltung iſt aber geendiget, ſo kann das anvertraute Gut nur der Perſon zuruͤckgegeben werden, welche dieſer Vormund, dieſer Ehegatte oder Verwalter vorſtellte. 1942. Iſt in dem Hinterlegungs⸗Contracte der Ort be⸗ ſtimmt, wo die Zuruͤckgabe geſchehen ſoll, ſo iſt der Depoſitar gehalten, die hinterlegte Sache dahin zu bringen. Die etwa erforderlichen Ueberbringungs⸗Koſten fallen dem Deponenten zur Laſi. 1943. Iſt in dem Contracte kein Ort fuͤr die Zuruͤckgabe beſtimmt, ſo muß ſie an eben dem Orte geſchehen, wo die Hinterlegung geſchehen iſt. 1944. Das anvertraute Gut muß dem Deponenten, ſo pald er es fordert, zutuͤckgegeben werden, ſelbſt dann, wenn in dem Contracte eine beſtimmte Friſt zur Wiederauslieferung ſeſtgeſetzt ſeyn ſollte, vorausgeſetzt, daß der Depoſitar keinen Arreſt oder keine Oppoſition wider die Zuruͤckgabe oder die Verſetzung der hinterlegten Sache an einen andern Ort, Handen hat.. * juu nnn pi ſ tuh au hu hyſun 9 hu i vjb h iui ), minh ſutun u6öh ſu lun zu in Ua ll, uh iln ſun ſu ju uu 6 uu iuuztu un junji ſo uſnl timn ujt puſnin n i nh Studs, ntet e lhiht, ii ung ſintn n ginin jezn zit undein em Pum, gdiſn i Pealun Gut un k wund, iſti ſont b ſoi bei len dn u jit i n zechin un Dyl ſiht w nVh udyin ziiu⸗ un un IM. Buch. Kl. Tit. Von dem Hinkerlegungs⸗Contracte 16 45 1945. Ein ungetreuer Depoſitar wird zu der Rechts⸗ wohlthat der Guͤter⸗Abtretung nicht zugelaſſen. 1946. Alle Pflichten des Depoſitars hoͤren auf, wenn er entdeckt und beweiſt, daß die hinterlegte Sache ihm ſelbſt zugehoͤrt. Vierter Abſchnitt. Von den Pflichten des Deponenten. 1947. Der Deponent iſt ſchuldig, dem Depofitar diẽ auf die Erhaltung der hinterlegten Sache von ihm verwen⸗ deten Koſten zu erſetzen, und ihn fuͤr allen Verlüſt, den das Depoſitum ihm verurſacht haben mag, zu entſchadigen. 1948. Der Depoſitar iſt berechtiget, das anvertraute Gut bis zu ſeiner voͤlligen Befriedigung fuͤt das, was ihm deßhalb gebuͤhrt, zuruͤckzubehalten⸗ F unfter Abſchnitt⸗ Von der abgenöthigten(durch Noth abgedrungenen) Jinterlegung. 1949. Eine abgendthigte Hinterlegung iſt diejenige, wozu man durch irgend einen ſchlimmen Zufall, wie z. B. durch eine Feuersbrunſt, durch Einſturz und Zerſtorung, durch Pluͤnde⸗ rung, Schiffbruch oder eine andere unvorgeſehene Begebenheit gezwungen worden iſt⸗ 1950. Zum Beweiſe einer abgenothigten Hinterlegung konnen Zeugen zugelaſſen werden, ſelbſt dann, wenn von einem Werthe uͤber hundert fuͤnfzig Franes die Rede iſt. 1951. Im uͤbrigen wird eine abgenöthigte Hinterlegung nach allen hier oben feſtgeſetzten Regeln beurtheilt. 1952. Wirtbe kleiner oder großer Gaſthaͤuſer ſind als Depoſitare fuͤr die Effecten verantwortlich, welche ein Reis ſender, den ſie beherbergen, bey ihnen eingebracht hat. Die Hinterlegung ſolcher Effecten iſt als ein abgenothigtes Depo⸗ ſitum anzuſehen⸗. 1953. Sie haften fuͤr die Entwendung oder Beſchäöl⸗ gung der Effecten der Reiſenden, ſowohl wenn das Gr findẽ 452 III. Buch. Xl. Tit. Von dem Hinterlegungs Contracte ꝛc. und diejenigen, welche der Wirthſchaft in dem Gaſthofe vor⸗ geſetzt ſind, als auch, wenn Fremde, die in dem Gaſthofe aus⸗ und eingehen, den Diebſtahl begangen oder den Scha⸗ den verurſacht haben. 105. Sie haften nicht fuͤr Diebſtähle, die mit, neter Hand oder ſonſtiger hoͤhern Gewalt veruͤbt worden ſind. Drittes Capitell. Von der Sequeſtration. r ſter A cn Von den verſchiedenen Gattungen der Sequeſtration. 1955. Die Sequeſtration geſchieht entweder zu Folge eines Vertrags, oder ſie wird vom Gerichte verordnet. 3 weyter Abſchuitt. Von der Sequeſttation, welche zu Folge eines Vertrags geſchieht. 1956. Die Sequeſtration, welche zu Folge eines Ver⸗ trags geſchieht, iſt die von einer oder von mehrern Perſonen vorgenommene Hinterlegung einer ſtreitigen Sache in die Haͤnde eines Dritten, der ſich verpflichtet, nach geendigtem Streite ſie demjenigen wieder auszuliefern, dem ſie zuerkannt wird. 1957. Die Seaueſtration kann gegen e eugn geſchehen. 1058. Geſchieht ie ehne ſo ſteht ſie unter den Regeln des eigentlich ſogenannten Hinterlegungs⸗Contractes, mit Vorbehalt der hier unten ausgedruͤckten Abweichungen. 1959. Die Sequeſtration kann nicht nur bewegliche Sachen, ſondern ſogar Immobilien zum Gegenſtande haben. 1060. Der Depoſitar, dem die Auſbewahrung einer ſequeſtrirten Sache anvertraut iſt, kann vor Beendigung des Streits von der uͤbernommenen Verbindlichkeit nur mit Cin⸗ willigung aller Intereſſenten oder wegen einer durch ein Urtheil fuͤr vchtmäßig anerkannten Urſache befreyt werden. 1ii kuh ſ N E ln ſiihf n plinn ho n ſiihn! luwih it huömn bn juu, unen, ſ, um de iſit uhhn. . ii zw tu i zui ech tjil pon Muin ihh iuntin in hn hit ilaz geuhn chun 1 3 m ite jon. ni. et Eiujni mndez z bemtne, vitt, ius din u ſe iu ton nihnßi iigen Eche tet, wch zu n, den ſin n eo euh ſo fiht ſin agunzim un Unin n itü uſtmhn vr bun itmn inkil pm II. Buch. Xl. Tit. Von dem Hinterlegungs⸗Contracte ꝛc. 45 Dritter Abſchnitt. Von der gerichtlich angeordneten Segueſtration oder Hinterlegung. 1061. Das Gericht kann die Sequeſtration, 1) Der bey einem Schuldner gepfaͤndeten Mobilien; 2) Einer unbeweglichen oder beweglichen Sache, deren Eigenthum oder Beſitz unter zwey oder mehrern Perſonen ſtreitig iſt; 3) Der Sachen, die ein Schuldner din um ſich zu befreyen, verordnen. 1962. Die Anſtellung eines gerichtlichen Verwahrers bringt zwiſchen demjenigen, der die P Pfaͤnduug erwirkt hat, und dem Verwahrer gegenſeitige Pflichten hervor. Der Verwahrer muß fuͤr die Erhaltung der gepfaͤndeten Sachen als ein guter Hausvater Sorge tragen. Er muß ſie zuruͤckliefern, entweder zur Entlaſtung des⸗ jenigen, der die Pfaͤndung bewirkt hat, damit ſie verkauft werden, oder der Partey, wider welche die Execution geſchehen iſt, wenn die Pfandung wieder aufgehoben wird. Die Verbindlichkeit deſſen, der die Pfändung bewirkt hat, beſteht darin, daß er dem Bewahrer den im Geſetze beſtimm⸗ ten Lohn auszahle. 1963. Die von Gerichts wegen kurſritte Sache wird entweder einer Perſon, woruͤber die Jatereſſenten unter ſich einig geworden ſind, oder einer Perſon, welche der Richter von Amts wegen ernannt hat, anvertraut. In einem wie im andern Falle hat berjenige, dem die Sache anvertraut worden iſt, alle die Verpflichtungen zu erfuͤllen, welche die vertragsmaßige Sequeſtration mit ſich fuͤhrt. gwolfter Titel. Von gewagten Geſchäften, Gläcks⸗oder Hoffnungs⸗Vertraͤgen. (Deeret. den 10. März 1804. Promulg. den z0. des nehml. Mon.) 1964. Ein Gluͤcks⸗ oder Hoffnungs⸗Vertrag iß eine 9 gen⸗ ſeitige Uebereinku e. eren Wikungen, was den Gewinn und 464 MI. Buch. XIl. Tit. Von gewagten Seſchaͤften e. Verluſt, entweder fuͤr alle Contrahenten oder fuͤr einen oder mehrere aus ihnen betrifft, von einer ungewiſſen Vegebenheit abhangen. Dergleichen ſind, Der Aſſecuranz⸗Contract; Das Darlehen auf Bodmerey; Das Spiel und die Wette; Der Leibrenten⸗Contract. Die beyden erſten werden nach den See⸗ Geſetzen beur⸗ theilt.. S Von dem Spiele und der Wette. 1065. Das Geſetz geſtattet keine Klage wegen einer Spielſchuld oder wegen Zahlung einer Wette. 1966. Spiele, die geeignet ſind, um im Gebrauche der Waffen zu uͤben, Wettrennen zu Fuß oder zu Pferd, das Wettfahren, das Ballſpiel, und andere gleichartige Spiele, wobey es auf Gewandtheit und Leibesuͤbung ankommt, ſind von der vorhergehenden Verfuͤgung ausgenommen. Das Gericht kann gleichwohl die Klage verwerſen, wenn ihm die Summe uͤbermaͤßig ſcheint. 1967. In keinem Falle kann der verlierende Theil das, was er freywillig gezahlt hat, zuruͤckfordern, es habe dann von Seiten des Gewinnenden Argliſt, Sin oder Prellerey Statt gefunden. 3§ weytes Capitel. Von dem Leibrenten⸗Contracte, Erſter Abſchnitt. Von den Bedingungen, welche zur Gültigkeit des Contractes erforderlich ſind. 1968. Eine Leibrente kann unter einem laſtigen Titel (gegen Entgeld) fuͤr eine Summe Geldes, oder fuͤr eine Siehe Art. zu1 u. f. und Art. 332 u. f. des Geſezbuches, ß. 1 „ i ien u „ uh n uili mi Umin mn u vjt ditn win, h ſien, zuli in fih nin, m P jowin M in he hit un 1) ihei u, t unj N um Alh ſ te bihn icu ft in uſah en Suhih te u Pu tluz vn Pet in in hin e zhi n glinii bunz uim genomn ige umei eritene 1 tem, 610 eng un itet ract iti nü iö u m. Buch. XI. Lit. Von gewagten Geſchäften ꝛe. 485 bewegliche Sache, die ſich zu einem Werthe anſchlagen lßt⸗ oder fuͤr ein unbewegliches Gut errichtet werden. 1069. Sie kann ebenfalls unter einem durchaus wohl⸗ thaͤtigen Titel, durch Schenkung unter Le benden oder durch Teſtament beſtellt werden. Alsdann ſind aber die von dem Geſetze vorgeſchriebenen Formen hiebey zu beobachten. 1970. In dem Falle des vorhergehenden Artikels iſt die Leibrente der Reduction unterworfen, wenn ſie den Theil des Vermoͤgens uͤberſteigt, woruͤber zu verordnen erlaubt iſt; ſie iſt unguͤltig, wenn ſie zum Vortheile einer Perſon errichtet wird, die unfaͤhig iſt, ein Permaͤchtniß oder eine Fet zu empfangen. 1971. Die Leibrente kann auf die Lebenszeit desjenigen, der tafuͤr den Preis hergibt, oder auf die Lebenszeit einer dritten Perſon, die zu ihrem Genuſſe kein Recht hat, errichtet werden. 1972. Sie kann auf die Lebenszeit einer oder mehrerer Perſonen errichtet werden. 1973. Sie kann zum Vortheile eines Dritten errichtet werden, obſchon eine andere Perſon den Preis dafuͤr hergibt. In dieſem letztern Falle iſt ſie, obſchon ſie die Merkmahle einer Freygebigkeit an ſich traͤgt, den Formen nicht unter⸗ worfen, welche bey Schenkungen erfordert werden, jedoch mit Vorbehalt der im Art. 1970 ausgedruckten Faͤlle, wo Reduction oder Nichtigkeit eintrirt. 1974. Jeder Leibrenten⸗Contract, der auf die Lebenszeit einer Perſon geſchloſſen wurde, die am Tage des Contractes todt war, iſt ohne alle Wirkung. 1975. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit dem Contracte, wo⸗ durch eine Leibrente auf die Lebenszeit einer Perſon verſprochen wurde, die von eben der Krankheit befallen war, woran ſie in zwanzig Tagen nach dem Contracte geſtorben iſt. 1976. Bey Errichtung einer Leibrente koͤnnen die Con⸗ trahenten die Zinſen des i Capitals nach ihrer Willkuͤhr feſtſetzen. 456 III. Buch. Xll. Tit. Von gewagten Geſchaͤften ꝛe. 3 weyter Abſchnitt Von den Wirkungen des Contraetes untet den Contrahenten. 1977. Derjenige, zu deſſen Gunſten eine Leibrente gegen einen gewiſſen Preis errichtet worden iſt, kann auf Aufloſung des Contractes antragen, wenn der, welche ſie uͤbernahm, ihm diejenige Sicherheit nicht ſtellt, die zu deſſen Vollziehung ansbedungen worden iſt. 1978. Bloße Nichtzahlung der foͤlligen Rente gibt dem⸗ jenigen, zu deſſen Gunſten ſie errichtet iſt, das Recht nicht, die Wiedererſtattung des Capitals zu fordern, oder in den Beſitz des von ihm veraußerten Grundſtuͤckes wieder einzu⸗ treten. Er iſt nur berechtiget, die Guͤter ſeines Schuldners in Beſchlag zu legen und verkaufen zu laſſen, und darauf anzutragen, daß die Anlegung einer zur fortwährenden Zah⸗ lung der Rente hinreichenden Summe aus dem an Kauſpreiſe beſohlen oder verwilliget werde. 1979. Wer die Rente verſprochen hat, kann ſich von der Zahlung derſelben dadurch nicht befreyen daß er ſich anbie het, das Copital zu erſtatten, und auf die Zuruͤckfor⸗ derung der bezahlten Termine Verzicht thut. Bis zum Abſter⸗ ben der Perſon oder der Perſonen, auf deren Lebenszeit die Rente errichtet worden iſt⸗ iſt er verbunden, ſie fernerhin zu zahlen, wi lange auch dieſe Perſonen leben moͤgen, und wie laͤſtig auch immer die Zahlung der Rente geworden ſeyn mag. 1080. Die Leibrente gebuͤhrt dem Eigenthuͤmer nur im Verhättniß zu der Zahl der Tage, die er gelebt hat. Iſt man aber übereingekommen, daß ſie zum Voraus gezahlt werden ſollte, ſo hat er ein Recht auf den Termin, der gezahlt werden ſollte, von dem Tage an, da deſſen Zah⸗ lung haͤtte erfolgen muͤſſen. 1981. Man kann ſich nur dann ausbedingen, daß eine Leibremte nicht in Beſchlag grlegt werden koͤnne, wenn ſie unter einem wohlthötigen Tite!(ohne Entgeld) erzichtet wor⸗ den iſt. 1„ * llnh ini ſhhu ſu Pi . uh, n uhn) del itihn . talh ih nin nib iin? de z it, N ſthu, nun Pol 3 Mh vuſ, in iit n tt ſei du lun in in büen ſ jmuſt welih ſ. in zſu 1 ligen he iſt, u ſüt orden, in dſicts nu ier ſits eh boſn, m nſnihn ts dn ign de. 2 huſ beftehn, iie nd uf i i u, Pi jn dern lnh wen, ſe m ben nin n zerumhn jn kientinn gelthn hu ſenh ufnm m hiſn ihn, ine, m zo nies UI. Buch. XII. Tit. Von dem Bevollmächtigungs Contraete. 457 1982. Eine Leibreute erliſcht nicht durch den buͤrgerlichen Tod desjenigen, dem ſie gebuͤhrt; ſo lange er wirklich im Leben bleibt, muß ihre Zahlung fortgeſetzt werden. 1983. Derjenige, dem eine Leibrente gebuͤhrt, kann die faͤlligen Termine nur dann ſordern, wenn er beweiſet, daß er oder diejenige Perſon noch am Leben iſt, auf deren Lebens⸗ zeit die Rente errichtet worden iſt. Dreyzehnter Titel Von dem Bevollmaͤchtigungs⸗Contracte. (Decret. den 10. Märt 1304. Promulg. den 20. des nehml. Mom.) S Von der Natur und der Form des Bevollmaͤchtigungs⸗ Contractes. 1984. Ein Auftrag oder eine Vollmacht iſt eine Hand⸗ lung, wodurch jemand einen andern ermaͤchtiget, etwas fuͤr ihn den Machtgeber, und in ſeinem Nahmen zu thun. Der Contract kommt erſt durch die des Bevoll⸗ maͤchtigten zu Stande. 1985. Eine Vollmacht kann ötieeer mittelſt einer offent⸗ lichen Urkunde oder mittelſt einer Urkunde unter Privat⸗Unter⸗ ſchrift, ſelbſt durch einen Brief ertheilt werden. Sie kann auch muͤndlich gegeben werden; allein der Beweis durch Zeu⸗ gen wird hieruͤber bloß nach den Beſtimmungen zugelaſſen, die im Titel von Contracten oder von Perbindlichkeiten, die aus Vertraͤgen im Allgemeinen entſpringen, enthalten ſind. Die Annahme einer Vollmacht auch ſtillſchweigend geſchehen, und aus der vom Bevollmaͤchtigten vorgenom⸗ menen Vollziehung derſelben entſpringen. 1936. Der Bevollmaͤchtigungs⸗Contract gibt kein Recht auf Belohnung, wenn nicht das Gegentheil ausbedungen worden iſt⸗ 453 M. Buch. XlII. Tit. Von dem Bevollmaͤchtigungs⸗Contraete⸗ 1987. Die Vollmacht iſt entweder eine beſondere und auf ein Geſchaͤft oder auf gewiſſe Geſchäfte allein beſchraͤnkt, oder eine allgemeine und fuͤr alle Geſchaͤfte des Machtgebers. 1988. Eine Vollmacht, die in allgemeinen Ausdruͤcken abgefaßt iſt, erſtreckt ſich nur auf Setionziu⸗ die zur Verwaltung gehoͤren. Soll etwas veraͤußert, oder mit einer Hypothek beſchwert, oder irgend eine andere Handlung, die nur aus dem Eigen⸗ thum fließt, vorgenommen werden, ſo muß die Vollmacht ausdruͤcklich darauf gerichtet ſeyn. 1080. Der Bevollmaͤchtigte darf mehr nichts thun, als was in ſeiner Vollmacht enthalten iſt. Unter der Vollmacht, ſich zu vergleichen, iſt jene, ſich einem ſchiedsrichterlichen Spruche zu unterwerfen, nicht begriffen. 1000. Frauensperſonen und emancipirte Minderjaͤhrige koͤnnen zu Bevollmuͤchtigten auserſehen werden. Indeſſen hat der Machtgeber gegen den bevollmaͤchtigen Minderjährigen bloß nach den allgemeinen Regeln, die ſich anf die Verbind⸗ lichkeiten der Minderjaͤhrigen beziehen, und wider die verhei⸗ rathete Frau, welche die Vollmacht ohne Autoriſation ihres Mannes angenommen hat, eine Klage bloß nach den Regeln, die unter dem Titel von dem Heiraths⸗Contracte und von den gegenſeitigen Rechten der Ehegatten jeſtgeſetzt ſind⸗ 8 wen es epyel. Von den Verbindlichkeiten des Bevollmaͤchtigten. 199r. Der Bevollmaͤchtigte iſt verpflichtet, das ihm anvertraute Geſchaͤft, ſo lange er damit beauftragt bleibt, zu vollziehen, und er haftet fuͤr den Schaden und entbehrten Gewinn, der aus deſſen Nicht⸗Vollziehung entſtehen mag. Er iſt auf gleiche Weiſe verbunden, das Geſchaͤft, das beym Abſterben des Machtgebers angefangen war, zu vollen⸗ den, wenn Gefahr auf dem Verzug haftet. 1902. Der Bevollmaͤchtigte haftet nicht nur fuͤr Argliſt, ſondern auch fuͤr Verſehen, die er in ſeiner Geſchaͤftsfuͤhrung begeht. u n ſu ſt wiiſn au zi ſiin iiu uh u „ u mu it ehr ug i wiht zu6 ſ huin ſitz u ie Piu hilit uhnit h lſiun luendu — N uht i un W Mu Ner iuh uſiiſn „ uhitin n in ie ſhiſt uu ſt ſchift e alhmin f huhu iuhul ie un un ſo mf ih meht itt Un h inen ſtilit in, mnchine Pin nweten htiun P ie ſch ufih „und niei hue mi bio uch Conreu zuun ſii ite zeulnichiſn unſihu, nit buuſn hin wu ug mſin „du 6 en un fir niht u it inbiiii⸗ I. Buch. XllI. Tit. Von dem Bevollmaͤchtigungs⸗Contracte. 453 Die Verantwortlichkeit fuͤr Verſehen wird iedoch auf den⸗ jenigen, deſſen Auftrag unentgeltlich iſt, mit weniger Strenge angewendet, als auf den, der eine Belohnung erhaͤlt. 1003. Jeder Bevollmaͤchtigte iſt ſchuldig, von ſeiner Geſchaͤftsfuͤhrung Rechenſchaft zu geben, und alles, was er kraft ſeiner Vollmacht empfangen hat, dem Machtgeber in Rechnung zu bringen, wenn auch ſogar das, was er empfan⸗ gen hat, dem Mochtgeber nicht gobuͤhrt haͤtte. 1004. Der Bevollmaͤchtigte haftet fuͤr denjenigen, den er bey der Geſchaͤftsfuͤhrung an ſeine Stelle geſetzt hat: 1) wenn er die Befugniß, einen andern an ſeine Stelle zu ſetzen, nicht erhalten hat; 2) wenn ihm dieſe Befugniß ohne Beſtim⸗ mung einer Perſon ertheilt worden iſt, und diejenige, die er gewahlt hat, notoriſch unfaͤhig oder inſolvent war. In allen Fällen kann der Machtgeber unmittelbar wider die Perſon klagen, welche der Vevollmachtigte an ſeine Stelle geſetzt hat. 1995. Sind in derſelben Urkunde mehrere Gewalthaber oder Bevollmaͤchtigte ernannt worden, ſo hat ſolidariſche Verbindlichkeit unter ihnen nur in ſo fern Statt, als ſie ausgedruckt iſt. 1906. Der Bevollmächtigte muß die Summen, die er zu ſeinem Gebrauche verwendet hat, von dem Tage dieſer Verwendung, und diejenigen, die er aus ſeiner Rechnung ſchuldig bleibt, von dem Tage, wo er in Verzug geſetzt wird⸗ verzinſen.*) 4) No LXXVI. Gutachten des Staats⸗Raths über die Zinſen, welche die Vorgeſetzten der Einregiſtrirungs- und Domainen⸗Ver⸗ waltung, die im Rückſtande ſind, zu bezahlen haben, vom„. Jul. 1803, genehmiget vom Kaiſer den 20. Julius 1808. Der Staats⸗Rath ꝛe. in Betreff der Frage, ob die Vor⸗ geſetzten der Einregiſtrirungs⸗ und Domainen⸗Verwaltung, welche im Rückſtande ſind, Zinſen bezahlen müſſen, wenn ſie die ſchu ldige Summe berichtigen; und von welchem Zeitpunete an dieſe Zinſen laufen muͤſſen; —.——————————————————————— 46o III. Buch. XIII. Tit. Von dem Bevollmaͤchtigungs⸗Contraete 1097. Der Bevollmaͤchtigte, welcher der Partey, mit welcher er in dieſer Eigenſchaft contrahirt, eine hinlängliche Keuntniß von ſeiner Vollmacht gegeben hat, iſt in Hinſicht deſſen, was uber die Grenzen des Auftrages geſchehen iſt, zu keiner Gewehrleiſtung verbunden, wenn er ſich dieſer nicht perſonlich umerworfen hat. Drittes Capitel. Von den Verbinblichkeiten des Machtgebers. 1908. Der Machtgeber iſt ſchuldig, die Verpflichtungen zu erfuͤlen, welche der Bevollmächtigte der ihm ertheilten Vollmacht gemaͤß eingegangen hat. Nach Einſicht der Bemerkungen und des Gutachtens des Mini⸗ ſters des öffentlichen Schatzes und des Staats⸗Raths, General⸗ Direetors der Einregiſtrirungs- und Domainen⸗Verwaltung, Nach Einſicht des Geſetzes vom 28. Pluvios 3. J. und des Art 1996 des Geſetzbuches Napoleons;. In Erwaͤgung, daß jeder ohne Ausnahme, der öffentliche Gelder zu verrechnen hat, Zinſen von den Summen bezahlen muß, die er zu Folge der Vorſchriften hätte einliefern oder verwenden müſſen, ſo wie von jenen, die er unterſchlagen hat, und zwar von dem Tage an, wo er ſie hätte einliefern oder verwenden ſollen; Daß die wirklich ſchuldigen Summen, oder jene, welche der Rechnungs⸗Beamte nach Unterſuchung der Berechnungen oder des Caſſeſtandes ſchuldig bleibt, und jene, welche beweiſen, daß er empfaugene Summen nicht in Einnahme gebracht hat, allein Zinſen abwerfen, und daß dieſe Zinſen von dem Zeitpuncte an berechnet werden müſſen, an welchem die Verſchriften und die beſondere Verfahrungsart der verſchiedenen Regien und Verwaltungen den Rechnungs⸗Beamten die Verbindlichkeit auflegen„den Ertrag ihrer Einnahmen einzuliefern, und ße in Verzus ſetzen, Iſt der Meinung,. 1) Daß der Art. 2996 des Geſetzbuches Napoleons von Rechts wegen auf die Summen anwendbar iſt, welche die Vorgeſetzten der Eiuregiſtrirungs⸗ und Domainen⸗Verwaltung ſchuldig ſind, die hievon die Zinſen mit fünf vom Hundert bezahlen mäſſen; 2) Daß, wenn es ſich von unterſchlagung der Einnahmen oder von jedem andern Caſſa⸗Deficit zur Zeit handelt, wo die Vorge⸗ ſcäten ihre Rechnungen tilgen maͤſſen, die Zinſen von dem Augen⸗ plit nuſ wuhſ w linß! mim hli iti wint töſii un iſm; E heug juſn i in hn hut 00 1½51 iu i im in 5 lihen ſ i imt un iin N inin nſth un m 9 5 winh mſt uſ uit iſt. E u luin uelchn utin, in ſü hen hu, ſi un i en nſhi vitel Mhn iz, n igte u int — de Guubtn the winnhmn Nuitz 3 hne ku ißnit nen behun et umn hut, un zun ertehen ſlu het ſi, Feeuunn welct zutſ kncht hu zulun u imm m bt u Umu ſgn, Mä zſien lutu lůe Mu u ſi i hen niſ u ntn ul, zun ub III. Buch. xu. Tit. Von dem Bevollmäͤchtigungs Centraete ₰61 Er haftet fuͤr dasjenige, was mehr geſchehen ſeyn mag, nur in ſo fern, als er es ausdruͤcklich oder——— genehmigt hat. 1999. Der Machtgeber muß dem Bevollmaͤchtigten die Auslagen und Koſten erſetzen, die er zur Votzirhung des Auftrags gemacht hat, und ihm ſeine Belohnung zahlen, wenn deren eine verſprochen worden iſt. Hat kein Verſehen Statt gehabt, das ſich dem Bevoll⸗ maͤchtiſten zurechnen laͤßt, ſo kann der Machtgober dieſe Verguͤtung und Zahlung nicht von ſich ablehnen, ſelbſt wenn das Geſchaͤft den erwuͤnſchten Erfolg nicht gehabt haben blicke an zu luufen anfangen, wo die Einlieferung hätte müſſen; 3) Daß in Ruͤckſicht der Rechnungs Fehler, die ihres geringen Betrages wegen nicht als Untreue betrachtet werden koͤnnen, die Zinſen erſt von dem Tage der Inſinuation des Protokolls, das ihren Betrag in Gewißheit ſetzt, nach Abzug derjenigen, die dem Vorgeſetzten zur Laſt fallen, zu laufen anfangen muͤſſen; 4) Daß in Rückſicht der Summen; die ſie durch höhere Gewalt als z. B durch Beſtehlung der Caſſe ſchuldig geworden ſind, die Zinſen erſt von dem Tage an laufen müſſen, wo die geſtohlene Summe dem Rechnungs Beamten zur Laſt geſtellt worden iſt; 50) Daß keine Zinſen von ſolchen ſictiv uͤckſändigen Summen gebühren, die von Zahlungen herkommen, welche aus Auftrag, aber fuͤr einen andern Dienſt gemacht worden find, und nur durch eine Ordonnanz des Miniſters regulirt werden können, oder von ſolchen, die von verworfenen Belegen der Ausgaben herkommen, wenn ihre Regulirung nicht von dem Vorgeſetzten abhängt, oder, wenn ſie von ihm abhaͤngt, die Zinſen nur von dem Tage an zu laufen anſangen, wo er in Verzug geſetzt worden iſt; 6) Daß alle Streitigkeiten, welche zwiſchen der Verwaltung und den Vorgeſetzten ſowohl uͤber die Forberung der Zinſen, von denen die Rede iſt, als über jede andere Frage uͤber das Rech⸗ nungsweſen eutſtehen, der Entſcheidung des Finanz⸗Miniſters mit Vorbehalt des Necks an den Staats⸗Rath unterworfen werden müſſen; 7) Daß alle obigen Verfügungen auf alle vuwetunen und Regien der directen Stenern anwendbar ſind. 462 III. Buch. XIII. Tit. Von dem Bevollmächtigungs⸗Eontraete⸗ unter dem Vorwande, daß die Koſten und uueuhn geringer ſeyn konnten, ſie maͤßigen laſſen. 2ooo. Der Machtgeber muß gleichfalls den S tigten fuͤr den Verluſt entſchaͤdigen, den er bey Gelegenheit ſeiner Geſchaͤftsfuͤhrung, ohne daß ihm Unvorſichtigkeit ur Laſt gelegt werden kann, erlitten hat. 2001. Porſchuͤſſe, welche der Bevollmaͤchtigte gethan hat, muß ihm der Machtgeber von dem Tage an vexzinſen⸗ wo ſie erwieſener Maßen geſchehen ſind. aooz. Iſt der Bevollmaͤchtigte von mehrern Perſonen fuͤr ein gemeinſchaftliches Geſchaͤft beſtellt worden, ſo haften ſie ihm ſammt und ſonders fuͤr alle Wirkungen des Voll⸗ machts⸗Contractes. Viertes Capitel. Von den verſchiedenen Arten, wie der Bevollmaͤchtigungs⸗ Contract ein Ende nimmt. 2003. Der Bevollmaͤchtigungs⸗Contract nimmt ein Ende, Durch den Widerruf des Auftrags, Durch Aufkuͤndigung von Seiten des Bevollmaͤchtigten, Durch den naturlichen oder buͤrgerlichen Tod, die Interdic⸗ tion oder den gaͤnzlichen Verfall des Vermogens des Macht⸗ gebers oder des Bevollmaͤchtigten. 2003. Der Machtgeber kann ſeine Vollmacht widertu⸗ ſen, wann es ihm gutduͤnkt, und, nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, den Bevollmaͤchtigten zwingen, ihm entweder die urkunde unter Privat⸗Unterſchrift, welche den Auftrag ent⸗ haͤlt, oder die authentiſche Driginal⸗Vollmacht, wenn die urſchrift davon abgegeben worden iſt, oder die Ausfertigung, wenn die Urſchriſt(die Minute) zuruͤckbehalten worden iſt, zuruͤckzugeben. 200. Der Widerruf, welcher dem Bevollmaͤchtigten auein infinuirt worden iſt, kann dritten Perſonen nicht entgegen geſetzt werden, die, ohne etwas von dieſem Widerrufe zu wiſſen, ſich in einen Vertrag eingelaſſen haben. Dem Macht⸗ 6 5 1 i alln ſs unl z,i unli ſſo ſbi ſn, uinz ſ ilwo W. n yi ſi t ii wh, un iunhi in vw. lin Wizt ne 3 dunt 1 au ini M iun Unit. gelhit ſit uht n, b ſuun huften Pol⸗ hizn iutu i, zuni vn i in won i un ini nit ili zehe euf nM m. Buch. XlV. Tit. Von der Bürgſchaft. 463 geber bleibt hiebey ſein Regreß wider den Bevollmächtigten vorbehalten. 2o06, Die ginng eines neuen Bevollmaͤchtigten für daſſelbe Geſchaͤft gilt als Widerruf in Hinſicht des erſten von dem Tage an, wo ſie dieſem inſinnirt worden iſt⸗ 2007. Der Bevollmaͤchtigte kann die Vollmacht aufkuͤn⸗ digen, indem er ſeine Verzichtleiſtung dem Machtgeber inſi⸗ nuiren laͤßt. Iſt jedoch dieſe auflůͤndigung dem Maochtgeber nachtheilig⸗ ſo hat ihn der Bevollmaͤchtigte deßhalb zu entſchaͤdigen; es ſey dann, daß dieſer ſich in der Unmoglichkeit befinde, den Auftrag fortzuſetzen, ohne ſelbſt einen betraͤchtlichen theil davon zu erleiden.— 2008. Weiß der Bevolmächtigte nicht, daß der Wacht⸗ geber geſtorben, oder daß eine der uͤbrigen Urſachen einge⸗ treten ſey, die der Bevollmaͤchtigung ein Ende machen, ſo iſt das guͤltig, was er in dieſer Unwiſſenheit vorgenommen hat⸗ 2009. In den oben erwähnten Faͤllen erhalten die von dem Bevollmaͤchtigten uͤbernommenen Verbindlichkeiten in An⸗ ſehung dritter Perſonen, die in gutem Glauben ſind, ihre Vollziehung. 2010. Wenn der Bevollmaͤchtigte kubt, ſo muͤſſen deſſen Erben den Machtgeber hievon benachrichtigen, und inzwiſchen dasjenige beſorgen, was die Umſtaͤnde fuͤr das Intereſſe dieſes letztern erheiſchen. Vierzehnter Titel. Von der Buͤrgſchaft⸗ Deeret. den 14. Febr. 1804. Promulg. den 24. des nehml. Mon.) Erſtes Capitel. Von der Natur und dem Umfange der Buͤrgſchaft. 2011. Wer ſich als Buͤrge fuͤr eine Verbindlichkeit dar⸗ ſtellt, verpflichtet ſich gegen den Gläubiger, dieſe Verbindlich⸗ keit zu erfuͤllen, wenn der Schuldner ſelbſt ſie nicht erfuͤllt⸗ 464 M. Buch. XIV. Tit. Von der Buͤrgſchaft. 1 2012. Die Buͤrgſchaſt kann nur fuͤr eine guͤltige Ver⸗ Mu bindlichkeit Statt haben. in Man kann gleichwohl eine Verbindlichkeit verbuͤrgen, wenn uhl ſie ſchon vermoͤge einer dem Verpflichteten bloß fuͤr ſeine Perſon zuſtehenden Einrede vernichtet werden koͤnnte, z. B.„ im Falle einer Minderjaͤhrigkeit. 9) 2013. Die Verbuͤrgung kann dasjenige nicht Werſteigen nn wozu der Schuldner verbunden iſt, noch unter laͤſtigern Bedin⸗ iu gungen uͤbernommen werden. hi Sie kann bloß auf einen Theil Schuld beſchraͤnkt, ühi oder unter weniger laͤſtigen Bedingungen uͤbernommen werden. ui 8 Eine Verbuͤrgung, welche die Hauptſchuld uͤberſchreitet, oder unter laͤſtigern Bedingungen geſchehen iſt, iſt nicht nit unguͤltig; ſie iſt nur nach Maßgabe der Hauptſchuld einer wn Reduction unterworfen. i 2014. Man kann ſich verbuͤrgen, ohne von demjenigen, fuͤr den man ſich verpflichtet, einen Auftrag zu haben, und hün ſelbſt ohne ſein Vorwiſſen. i Man kann ebenfalls nicht nur fuͤr den Hauptſchuldner Buͤrgſchaft leiſten, ſondern auch fuͤr denjenigen, der ſich fuͤr dieſen verbuͤrgt hat. 3 2015. Eine Se virs nicht vermuthet; ſie muß un ausdruͤcklich geſchehen, und man darf ſie uͤber die Grenzen worin ſie geleiſtet worden iſt, nicht ausdehnen. m 2016. Eine Buͤrgſchaft, die man unbeſtimmt fuͤr eine Uin Haupt⸗Verbindlichkeit uͤbernommen hat, erſtreckt ſich auf mn6 alles, was der Schuld hinzukommt, ſelbſt auf die Koſten der imn 6 erſten Klage, und auf alle diſjenigen, welche auf die dem n, Buͤrgen hievon geſchehene Ankuͤndigung erfolgt ſind. 2017. Die Verpflichtungen der Buͤrgen gehen auf ihre nit Erben uͤber, ausgenommen, daß wider ſie kein perſoͤnlicher win Arreſt Statt hat, wenn die Verpflichtung von der Art war, ne daß der Buͤrge ihm unterworfen geweſen waͤre. m 2018. Ein Schuldner, der verbunden iſt, einen Buͤrgen ſu zu ſtellen, muß einen ſolchen in Verſchlag bringen, der faͤhig uut 3)] wm t ſite z. d. ſin, Bein nnk, etden. nitet, icht din jri e, W tuhu ſch ji enuf ſenzel it ie ih uf ſen de i u fiht iihe wi, zin ifihß Pen III. Buch. XIV. Tit. Von der Bürgſchaft. 465 iſt, zu contrahiren, der ein hinlaͤngliches Vermogen beſitzt, um fuͤr den Gegenſtand der Schuld zu haften, und der im Umſange der Gerichtsbark⸗it des Appellations⸗Hofes, in deſſen Bezirke die Buͤrgſchaft geleiſtet werden ſoll, ſeinen Wohnſitz hat. aor9. Die Zahlungs⸗ Mittel eines Buͤrgen berechnet man nur nach Maßgabe ſeines Grund-Eigenthums, ausgenommen in Handels Sachen, oder wenn die Schuld gering iſt. Man nimmt auf ſtreitige Immobilien, oder deren gericht⸗ liche Verſteigerung wegen ihrer entfernten Lage mit zu vielen Beſchwerniſſen verbunden ſeyn wuͤrde, keine Ruͤckſicht. 2020. Iſt ein Buͤrge, welchen der Glaͤubiger, frevwillig oder bey Gerichte, angenommen hat, nachher zahlungsunfaͤhig geworden, ſo muß ein anderer Buͤrge geſtellt werden. Dieſe Regel leidet in dem einzigen Falle eine Ausnahme, wo der Buͤrge nur zu Folge eines Vertrags geſtellt worden iſt, in welchem der Glaͤubiger eben dieſe Perſon als Buͤrgen verlangt hat. Zweytes Capitel. Von den Wirkungen der Buͤrgſchaft. Erſter Abſchnitt. Von den Wirkungen der Bürgſchaft unter dem Gläubiger und dem Buͤrgen.* 2021. Der Buͤrge iſt, ſo viel ſeine Verhaͤltniſſe zu dem Glaͤubiger betrifft, nur dann verbunden, ihn zu zahlen, wenn es der Schuldner nicht thut. Dieſer muß vorher in ſeinen Guͤtern angegriffen und ausgeklagt werden, es ſey dann, daß der Buͤrge auf die Rechtswohlthat der Voraus⸗ klage Verzicht gethan, oder ſich mit dem Schuldner ſolidariſch verpflichtet habe, in welchem Falle die Wirkungen ſeiner Verpflichtung ſich nach den Regeln richten, welche fuͤr die Solidar⸗Schulden feſtgeſetzt worden ſind. 2022. Der Glaͤubiger iſt nur dann verbunden, den Haupt⸗ ſchuldner auszuklagen, wenn der Buͤrge auf das erſte gegen ihn angeſtellte gerichtliche Verfahren darauf antragt. G. N. 1V. Aufl⸗ 30 466 m. Buch. lv. Tit. Von der Vürgſchaft. 2023. Der Buͤrge, welche dieſe vorlaͤufige Ausklage ver⸗ langt, muß dem Glaͤubiger die Guͤter des Hauptſchuldners anzeigen, und ihm hinlaͤngliche Gelder vorſtrecken, um die Ausklagung zu vokffuͤhren. Er muß ihm weder Guͤter des Hauptſchuldners, welche außer dem Bezirke des Appellations⸗Hofes des Ortes, wo die Zahlung geſcheheu ſoll, gelegen ſind, noch ſtreitige Guͤter, noch ſolche anzeigen, die zwar fuͤr die Schuld zur Hypothek geſtellt, aber nicht mehr im Beſitze des Schuldners ſind⸗ 2024. So oft ein Buͤrge die durch den vorhergehenden Artikel verſtattete Anzeige der Guͤter gemacht und den Vor⸗ ſchuß gethan hat, der zur Ausklagung hinreicht, iſt der Glaͤubiger, in Hinſicht des Buͤrgen, bis zum Betrage der ihm angezeigten Guͤter fuͤr die Zahlungs⸗Unfaͤhigkeit verant⸗ wortlich, worin der Hauptſchuldner wegen unterbliebenen gerichtlichen Verfahrens nachher gerathen iſt. 2025. Haben mehrere Perſonen ſich fuͤr eine und dieſelbe Schuld als Buͤrgen des nehmlichen Schuldners dargeſtellt, ſo iſt eine jede von ihnen fuͤr die ganze Schuld verpflichtet⸗ 2026. Eine jede von ihnen kann gleichwohl, wenn ſie auf die Rechtswohlthat der Theilung nicht Verzicht gethan hat, fordern, daß der Glaͤubiger vorerſt ſeine Klage theile, und ſich auf den Antheil eines jeden Buͤrgen beſchraͤnke.„ Wenn in dem Zeitpuncte, wo einer der Buͤrgen bewirkt hat, daß auf Theilung der Klage erkannt wurde, ſich etliche unter ihnen befanden, die zu zahlen unvermoͤgend waren, ſo bleibt dieſer Buͤrge nach Verhaͤltniß der Antheile derjenigen, die nicht zahlen koͤnnen, verpflichtet; man kann ihn gleich⸗ wohl dafuͤr nicht mehr in Anſpruch nehmen, daß nach der Theilung noch mehrere in Unvermdͤgen zu zahlen gerathen 2027. Hat der Glaͤnbiger ſelbſt und freywillig ſeine Klage getheilt, ſo kann er von die ſer Theilung nicht abgehen, wenn ſchon ſelbſt vor der Zeit, da er ſie auf ſolche Weiſe bewilligt hat, ein oder anderer Buͤrge unvermogend geweſen ſeyn ſolte⸗ hnn 20 nl ⸗ 0 wn i, in uit in t u uf h ii hi vz lin luh he blt⸗ Uldnets um die es, w Git, ſpothe ind⸗ hendet Pot ſt der tgt dr telot hichen di ni iht. mſe lil⸗ i, ieu ſuſch un, ſ ejni i h uu i n niliſt ſil — .— Im. Buch. XIV. Lit. Von der Bürgſchaft. 467 3 weyter Abſſchnitt. Von den Wirkungen der Bürgſchaft unter dem Schuldner und dem Bürgen. 2028. Ein Buͤrge, der Zahlung geleiſtet hat, hat ſeinen Regreß wider den Hauptſchuldner, die Buͤrgſchaft mag mit oder ohne Vorwiſſen des Schulbners uͤbernommen worden ſeyn. 6 Dieſer Regreß ot nicht allein fuͤr das Capital, ſondern auch fuͤr die Zinſen und Koſten Statt; in Hinſicht der Koſten hat der Buͤrge gleichwohl nur in ſo weit einen Regreß, als ſie von ihm verwendet worden ſind, nachdem er das wider ihn gerichtete SuW dem Hauptſchuldner angekuͤndiget hatte. Er hat gleichfals einen Riegreß fur den erlittenen Scha⸗ den und entbehrten Gewinn, in ſo fern dieſes Statt findet⸗ 2029. Der Buͤrge, welcher die Schuld gezahlt hat, tritt in alle Rechte ein, welche der Siubter wider den Schuldner hatte. 2030. Gab es mehrere Hanptſchuldnee, welche ſammt und ſonders fuͤr dieſelbe Schuld verbunden waren, ſo iſt der Buͤrge, der ſich fuͤr alle verbuͤrgt hat, berechtiget, wider einen jeden von ihnen fuͤr das Ganze, was er gezahlt hat, den Regreß zu nehmen. 2031. Der Buͤrge, der zesſt die Schuld zahlte, hat keinen Regreß wider den Hauptſchuldner, der ſie abermahls gezahlt hat, wenn er ihn uͤber die von ihm geſchehene Zah⸗ lung nicht benachrichtiget hat; ihm bleibt gleichwohl die Klage auf Zuruͤckzahlung wider den Glaͤubiger vorbehalten. Hat der Buͤrge Zahlung geleiſtet, ohne daß ein gericht⸗ liches Verfahren wider ihn Statt hatte, und ohne daß er den Hauptſchuldner davon benachrichtigte, ſo hat er wider ihn keinen Regreß, wenn der Schuldner in dem Augenblicke der Zahlung Gruͤnde gehabt haͤtte, die Schuld fuͤr erloſchen erklären zu laſſen; ſeine Klage auf Zuruͤckzahlung wider den Glaͤubiger bleibt ihm gleichwohl vorbehalten. ———————————————— —————————— 468 n. Vuch. Xlv. Lit. Von der Bürgſchaft. 2032. Der Buͤrge kann, ſelbſt ehe er Zahlung geleiſtet hat, wider den Schuldner klagen, um von ihm entſchaͤdiget zu werden? 1) Wenn er der Zahlung halber gerichtlich verfolgt wird; 2) Wenn der Schuldner fallit geworden, oder ſein Ver⸗ moͤgen gaͤnzlich in Verfall gerathen iſt; 3) Wenn ſich der Schuldner verpflichtet hat, ihm in einer beſtimmten Friſt die Entlaſtung von ſeiner Verbindlich⸗ keit benzubringen; g) Wenn die Schuld durch Ablauf des Termins, worauf ſie contrahirt war, faͤllig und klagbar geworden iſt; §) Nach Ablauf von zehn Jahren, wenn die Haupt⸗Ver⸗ bindlichkeit keinen beſtimmten Verfall⸗Tag hat; es ſey dann, daß die Haupt⸗Verbindlichkeit von der Art nicht iſt, daß ſie vor einer beſtimmten Zeit getilgt werden kann, wie dieſes bey einer Vormundſchaft der Fall iſt. Dritter Abſchni Von den Wirkungen der Buͤrgſchaft unter den Ritbürgen. 2033. Wenn mehrere Perſonen ſich wegen einer und der⸗ ſelben Schuld fuͤr eben denſelben Schuldner verbuͤrgt haben, ſo hat der Buͤrge, der die Schuld getilgt hat, ſeinen Regreß wider die uͤbrigen Buͤrgen, und zwar wider einen jeden fuͤr ſeinen Antheil. Dieſer Regreß hat jedoch nur dann Statt, wenn der Buͤrge in einem der im vorhergehenden Artikel ausgedruckten Faͤlle gezahlt hat. Drittes Capitel. Von der Erloͤſchung der Buͤrgſchaft. 2034. Die aus einer Verbuͤrgung entſtehende Verbind⸗ lichkeit erliſcht aus den nehmlichen Urſachen, aus welchen die uͤbrigen Verbindlichkeiten aufhoren. 2035. Die Confuſion, die in der Perſon des Haupt⸗ ſchuldners und ſeines Buͤrgen eintritt, wenn einer von ihnen der Erbe des andern wird, hebt die Klage des Glaͤubigers wider denjenigen nicht auf, der ſich fuͤr den Buͤrgen ver⸗ buͤrgt hat. 1 ai nünö lu nkih „ unhi inn mh z int ju iml un, wu Mi. dn hayt nbinn uhn Dnbe ilhil wnßi un im wbiz i ulh un nn. uh, ſin, h b ¹ B tihſe, uh z ttha, eden: uin n Pe⸗ hn in ublich woru Per⸗ dunn, d ſe it n mtn hen Rynß ſit en de wüſn Mi vit up ihnen ſizn e M. Buch. XlV. Tit. Von der Buͤrgſchaft. 469 2036. Der Buͤrge kann dem Glaͤubiger alle die Einreden entgegenſetzen, welche dem Hauptſchuldner zuſtehen, und welche der Schuld ankleben. Er kann gleichwohl jene Einreden nicht die dem Schuldner bloß fuͤr ſeine Perſon zuſtehen. 2037. Der Buͤrge iſt ſeiner Verbindlichkeit entlebiget, wenn er durch die Schuld des Glaͤubigers in deſſen Rechte, Hypotheken und Privilegien nicht mehr eingeſetzt werden kann. 2038. Hat der Glaͤubiger ein unbewegliches Gut oder irgend eine andere Sache fuͤr die Hauptſchuld an Zahlungs⸗ ſtatt freywillig angenommen, ſo iſt der Buͤrge befreyt, ſelbſt dann, wenn der Glaͤubiger dieſe Sache durch Eviction wieder verliert. 2039. Eine bloße Verlaͤngerung der Zahlungs⸗Friſt, die dem Hauptſchuldner von dem Glaͤubiger geſtattet wird, befreyt den Buͤrgen nicht, der in dieſem Falle den Schuldner gerichtlich verſolgen kann, um ihn zur Zahlung zu zwingen. Viertes Capitel. Von dem geſetzlichen und dem gerichtlichen Buͤrgen. 20g0. So oft jemand kraft des Geſetzes oder zu Folge eines Urtheiles verpflichtet iſt, Buͤrgſchaft zu ſtellen, muͤſſen bey dem Buͤrgen, den er in Vorſchlag bringt, die im 2018, und 2019. Art. vorgeſchriebenen Bedingungen eintreten. Iſt von einer gerichtlichen Buͤrgſchaft die Rede, ſo muß der Buͤrge noch außer dem unter die Zahl derjenigen gehdren, wider welche(wegen Schulden) perſoͤnlicher Arreſt erkannt werden darf. 2og. Wer keinen Buͤrgen finden kenn, dem wird es erlaubt, an deſſen Stelle ein hinlaͤngliches Unterpfand zu geben. 2042. Der gerichtliche Buͤrge kann nicht darauf antra⸗ gen, daß der Hauptſchuldner vorher ausgeklagt werde. 2043. Wer fuͤr einen gerichtlichen Buͤrgen ſich unbedingt verbuͤrgt hat, kann nicht fordenn, daß der Hauptſchuldner und der Buͤrge zuerſt ausgeklagt werden. 47* m. Buch. Xv. Lit. Pon dem Pergleiche. Von den Vergleichen. (Deeret. den 20. März 180 4. Promulg. den 30. des nehml Mon.) 2044. Ein Vergleich iſt ein Contract, wodurch die Con⸗ trahenten einen ſchon entſtandenen Rechtsſtreit beendigen, oder einem bevorſtehenden Rechtsſtreite vorbeugen. Dieſer Contract muß ſchriftlich abgefaßt werden. 2045. Um ſich zu vergleichen, muß man die Faͤhigkeit haben, uͤber die im Vergleiche begriffenen Gegenſtaͤnde zu verfuͤgen. 8 Ein Vormund kann ſich im Nahmen des Minderjaͤhrigen oder des Interdicirten nur nach Vorſchrift des 467. Art⸗ unter dem Titel von der Winderjaͤhrigkeit, der Vormund⸗ ſchaft und der Emancipation vergleichen; mit dem Minder⸗ jaͤhrigen, der ſeine Volljaͤhrigkeit erreicht hat, kann er ſich uͤber die Vormundſchafts⸗Rechnung gleichfalls nur nach den Beſtimmungen des 472. Art. unter demſelben Titel vergleichen. Gemeinden und oͤffentliche Anſtalten koͤnnen ſich nur mit ausdruͤcklicher Ermaͤchtigung des Kaiſers vergleichen.*) 2046. Man kann ſich uͤber das aus einem Bertrehen entſpringende Privat⸗Intereſſe vergleichen. *) No LXXVII. Regierungs⸗Beſchluß vom 21. Frimaire 12. J. (13. December 1803). Art. 1. Bey allen ſchon vorhandenen, ſo wie auch bey jenen Prozeſſen, welche kuͤnftig zwiſchen Gemeinden und Privat⸗Perſonen über Eigenthums Rechte entſtehen mögen, koͤnnen die Gemeinden erſt nach einem vorhergegangenen Beſchluſſe des Municipal⸗Rathes und mit Genehmigung des Präfecten des Departements, welcher ſie nach der Meinung des Präfeetur⸗Rathes ertheilt, ſich ver⸗ gleichen; der Beſchluß des Municipal⸗Rathes wird auf das einge⸗ hohlte Gutachten dreyer von demſelben Präfecten bezeichneten Rechts⸗ gelehrten genommen. 2. Dieſer Vergleich, um definitiv guͤlrig zu ſeyn, muß durch einen Beſchluß der Regierung(ein kaiſerl. Deeret), welches in der für die Verordnungen öffentlicher Verwaltung vorgeſchriebenen Form erlaſſen iſt, beßtaͤtiget werden. 1 be ziiu m iubi in 4 izMu uhi nit ſiht ) Uhe M ie p iut ul py ſinen in ziih vſ ei hius m. ilſn ihnn w iſs in 6 Lulthn „ ih, jue injn imu Mn) i On in, higlei ſde zu hign rſhnd Mide i ch ſiche aur ni hechn tn tu. ſ0 jun Nſun min Uus uht ih un ilh⸗ Rh⸗ ſw che it ithenm m. Buch. XV. Tit. Von dem Vergleiche. 47* Der Vergleich hindert das Verfahren des offentlichen Miniſteriums nicht. 2047. Einem Vergleiche kann man die Beſtimmung einer Strafe wider den, der ihn nicht erfuͤllen wird, hinzu⸗ fuͤgen. 2048. Vergleiche ſchraͤnken ſich auf ihren Gegenſtand ein; hat man hierin auf alle Rechte, Klagen und Forderun⸗ gen Verzicht gethan, ſo verſteht ſich dieſes nur von dem, was ſich auf den Streit bezieht, der den Vergleich veran⸗ laßt hat. 2099. Vergleiche ſchlichten nur diejenigen Streitigtetten, welche darin begriffen ſind, die Contrahenten moͤgen durch beſondere oder allgemeine Ausdruͤcke ihre Geſinnung an den Tag gelegt haben, oder man mag dieſe Geſinnung mittelſt einer nothwendigen Folge deſſen, was ausgedruckt iſt, erkennen. 2050. Erwirbt derjenige, der ſich uͤber ein in eigenem Nahmen ihm zuſtehendes Recht verglichen hatte, in der Folge ein gleiches Recht, indem er in die Stelle einer andern Perſon eintritt, ſo iſt er in Anſehung des neu erworbenen Rechtes an den vorherigen Vergleich nicht gebunden. 2051. Ein Vergleich, der von einem der Intereſſenten geſchloſſen worden iſt, bindet die uͤbrigen Intereſſenten nicht; ſie koͤnnen gleichfalls dieſen Vergleich nicht vorſchuͤtzen. 2032. Vergleiche haben unter den Parteyen die Kraft eines in letzter Inſtanz ergangenen rechtskraͤftigen Urtheils. Sie koͤnnen weder wegen Rechts⸗Irrthum, noch wegen Verletzung angegriffen werden. 2033. Ein Vergleich kann gleichwohl wieder aufgehoben werden, wenn Irrthum in der Perſon oder in dem Gegen⸗ ſtande des Streits vorhanden iſt. Er kann in allen Föllen wieder aufgehoben werden, wo Betrug oder Zwang Statt gefunden hat. 2054. Die Reseiſſions⸗Klage hat ebenſalls wider einen Vergleich Statt, wenn er auf eine nichtige Urkunde geſchloſ⸗ 47 III. Buch. XVI Tit. Von dem perſönlichen Arreſte ꝛe. ſen worden iſt, es ſey dann, daß die Contrahenten ſich aus⸗ druͤcklich uͤber die Nichtigkeit verglichen haͤtten. 2055. Ein Vergleich, der auf Urkunden geſchloſſen wor⸗ den, die nachher fuͤr falſch erklaͤrt worden ſind, iſt ganz nichtig. 2036. Ein Vergleich, welcher uͤber einen Prozeß geſchloſ⸗ ſen worden iſt, der durch ein rechtskraͤftiges Urtheil entſchie⸗ den war, von dem die Parteyen oder eine von ihnen keine Wiſſenſchaft hatte, iſt nichtig. Ließ ſich wider das Urtheil, welches den Parteyen unbe⸗ kannt war, Appellation einlegen, ſo iſt der Vergleich guͤltig. 2057. Haben die Parteyen ſich uͤber alle Angelegenheiten, die ſie miteinander haben mochten, im Allgemeinen verglichen, ſo begruͤnden diejenigen Urkunden, die ihnen damahls unbe⸗ kannt waren, und die ſpaͤterhin entdeckt worden ſind, keine Resciſſion, es ſey dann, daß dieſe Urkunden von einer der Parteyen zuruͤckgehalten worden ſeven. Der Vergleich waͤre aber unguͤltig, wenn er nur einen Gegenſtand betraf, auf welchen eine der Parteyen nach dem in neu enideckten Urkunden enthaltenen Beweiſe gar kein Rechrt hatte. 2058. Ein Rechnungs⸗ ʒehler in einem Vergleiche muß verbeſſert werden. Sechsrer Titel. Von dem perſoͤnlichen Arreſte, als einem Ereeu⸗ tions⸗Mittel in Civil⸗Sachen. (Deeret. den 13. Febr. 180 ½. Promulg. den 23. des nehml. Mon.) 2059. In Civil⸗Sachen hat perſoͤnlicher Arreſt wegen eines Stellionats Statt; Stellionat iſt vorhanden, Wenn man eine unbewegliche Sache verkauft oder zur Hypo⸗ thek ſtellt, und weiß, daß man deren Eigenthuͤmer nicht iſt; Wenn man mit Hypotheken beſchwerte Gäter fuͤr frey ausgibt, oder weniger Hypotheken angibt, als die, womit die ſe Guͤter beſchwert ſind. 1 1 ſn bi um li ſmi hii uh in mu, u Du ifn it 0P u im k 5B n tein un i 0 uln, Die ziig nnun mi völ. ſſ un viſn w uhn, jun wnſi iuln Un) hnn uß iſg in dut⸗ in won lihiz glſchlof enſche n kei nunbt zůlig. heiten, giche, z uhe d kle iun de u in ſch n gu jij he m Cſetu 19) nn h iſ in fre wni . MI. Buch. XVI. Tit. Von dem perſönlichen Arreſte ꝛe. 473 2060. Perſoͤnlicher Arreſt hat ebenfalls Statt, 1) Wegen einer im Nothfalle geſchehenen Hinterlegung; 2) Im Falle einer Klage auf Wiedererlangung eines ver⸗ lornen Beſitzes, wegen der von dem Gerichte befohlenen Raͤumung eines Grundſtuͤckes, deſſen der Eigenthuͤmer durch Thaͤtlichkeiten entſetzt worden iſt, wegen Erſtattung der Fruͤchte, welche waͤhrend des widerrechtlichen Beſitzes davon gezogen worden, und wegen Erſatz des Schadens und emtbehrten Gewinns, welche dem Eigenthuͤmer zuerkannt worden ſind; 3) Wenn Gelder zuruͤckgefordert werden, welche in die Haͤnde oͤffentlicher hiezu beſtellter Perſonen hinterlegt worden ſind; 4) Wenn Sachen, die einem Sequeſter, einem Commiſſar oder einem andern Bewahrer anvertraut worden ſind, her⸗ beygeſchafft werden ſollen; §) Wider die gerichtlichen Buͤrgen, und wider die Buͤr⸗ gen derjenigen, gegen welche perſoͤnlicher Arreſt Statt hatte, wenn die Buͤrgen ſich dieſem Arreſte unterworfen haben; 6) Wider alle oͤffentliche Beamten, um ihre urſchriften vorzulegen, wenn dieſes befohlen worden iſt; 70) Wider die Notarien, Sachwalter und Huiſſiers, wegen Zuruͤckgabe der zu Folge ihrer Amts⸗Verrichtungen ihnen anvertrauten Urkunden und der fuͤr ihre Clienten auf gleiche Weiſe von ihnen bezogenen Gelder. 2061. Diejenigen, welche durch ein im petitoriſchen Pro⸗ zeſſe ergangenes und rechtskraͤftig gewordenes Urtheil ange⸗ wieſen worden ſind, ein Grundſtuͤck zu räumen, und ſich weigern, zu gehorchen, koͤnnen durch ein zweytes Urtheil fuͤnfzehn Tage, nachdem das erſte dem Beklagten in Perſon oder an ſeinem Wohnorte inſinnirt worden iſt, mit perſoͤn⸗ lichem Arreſte gezwungen werden. Wenn das Grundſtuͤck oder liegende Gut mehr als fuͤnf Myriameter von dem Wohnorte der vernrtheilten Partey ent⸗ fernt iſt, ſo ſoll zu der Friſt von fuͤnfzehn Tagen, fuͤr jede fuͤnf Myriameter ein Tag zugeſetzt werden⸗ 676 II. Buch. XVI. Tit. Von dem perſoͤnlichen Arreſte ve. 206. Wider die Paͤchter kann wegen der Zahlung der Pachtpreiſe, die ſie von Landguͤtern ſchuldig ſind, kein per⸗ fonlicher Arreſt verhaͤngt werden, wenn er in dem Pacht⸗ Contracte nicht foͤrmlich ausbedungen worden iſt. Paͤchter, ſie moͤgen fuͤr einen beſtimmten Preis oder für eine Quote der Fruͤchte gepachtet haben, koͤnnen gleichwohl durch perſoͤn⸗— Uchen Arreſt gezwungen werden, wenn ſie am Ende des Pachtes das gepachtete Vieh, das Saatkorn und Ackergeraͤth, welches ihnen anvertraut worden iſt, nicht zuruͤckliefern, ſie beweiſen dann, daß der Abgang diefer Gegenſtände nicht von ihrem Verſchulden herruͤhre. 2063. Außer den Faͤllen, die in den vorhergehenden Artikeln beſtimmt ſind, oder die in der Folge durch ein formliches Geſetz beſtimmt werden moͤgen*), iſt es allen Richtern verbothen, auf perſoͤnlichen Arreſt zu erkennen, allen Notarien und Gerichtsſchreibern Urkunden aufzunehmen, worin er ausbedungen wird, und allen Franzoſen in ſolche Vertraͤge, ſollten ſie auch im Auslande geſchloſſen worden ſeyn, einzuwilligen; alles bey Strafe der Nichtigkeit und des Koſten⸗ und Schaden⸗Erſatzes. 206. Selbſt in den oben ausgedruckten Faͤllen darf kein perſoͤnlicher Arreſt wider Minderjaͤhrige erkannt werden. 2065. Er darf nicht wegen einer Summe, die unter dreyhundert Francs iſt, erkannt werden. 2066. Wider ſi ebenzigjaͤhrige Perſonen, wider Frauen und unverheirathete Frauenzimmer darf er nur in den Fällen eines Stellionats erkaͤnnt werden. Es iſt genug, daß man das ſiebenzigſte Jahr angetreten hat, um der Beguͤnſtigung zu genießen, die den ſiebenzig⸗ jährigen Perſonen zugeſtanden iſt. Perſoͤnlicher Arreſt wegen eines während der Ehe began⸗ genen Stellionats hat wider vihi Frauen nur dann ²) Siehe die Art. 126, 127, 191 2017 2137 2217 532 und 32 ½ d. G. à. d. r. V. j. C. S. und Art. 209 des Beſetzbuches. — 1u zu mu ui uhi gi viih un iin 1h1 m ititn v. iht, ziſh piy u zuit ſ6un vp. luf i hiz, ſ hn zn in 5 — M 6%l ju M. 1 n ili ſiit 0 6 lmj uhilhn ſithh it h n n vt ſun e „hin y en ſi NRih ine Aun uſch pun E Meneit lieſen, ſ M nicht b wez lge uh iſi ſ emn uinn pinſl ihumn jiümis nfla wi unt ndn m de m nin ju nuwiſ l iuſi . Buch. XVI. Lit. Von dem perſönlichen Arreſte ꝛe. 475 Statt, wenn ihr Vermoͤgen von jenem des Mannes vollig getrennt iſt, oder wenn ſie Guͤter beſitzen, deren freye Ver⸗ waltung ſie ſich vorbehalten haben, und nur in Ruͤckſicht der Verpflichtungen, welche dieſe Guͤter betreffen. Verheirathete Frauen, welche in Guͤter⸗Gemeinſchaft leben, und ſich gemeinſchaftlich oder ſammt und ſonders mit ihrem Manne verpflichtet haben, koͤnnen in Hinſicht dieſer Contracte nicht als eines Stellionsts ſchuldig angeſehen werden. 2067. Der perſonliche Arreſt kann ſogar in den Faͤllen, wo er von dem Geſetze autoriſirt iſt, nur kraft eines Urtheils vollſtreckt werden. 2068. Die Appellation ſchiebt den perſoͤnlichen Arreſt nicht auf, der durch ein Urtheil erkannt worden iſt, das pro⸗ viſoriſch gegen Leiſtung von Buͤrgſchaft vollſtreckt werden darf. 2060. Durch Vollſtreckung des perſoͤnlichen Arreſtes wird das gerichtliche Verfahren in Anſehung des Vermoͤgens und die Execution in demſelben weder verhindert, noch eingeſtellt. 2070. Die beſondern Geſetze, welche den perſoͤnlichen Arreſt in Handlungs⸗Sachen erlauben, die Correctionnel⸗ Geſetze, ſo wie diejenigen, welche die Verwaltung öffentlicher Gelder zum Gegenſtande haben, leiden hiedurch keine Abaͤn⸗ derung.*) *) No. LXXVIII. Auszug aus dem Geſetze vom 15. Germinal 6. J.(4. April 1798). II. Tit. Von dem perſönlichen Arreſte in Handels⸗Sachen. Art. 1. Von der Bekanntmachung des gegenwaͤrtigen Geſetzes an, ſoll in dem ganzen umfange des franzoͤſiſchen Reichs der per⸗ ſönliche Arreſt Statt finden: ¹) Gegen die Banguiers, Wechſel⸗Agenten, Mäkler, Factore und Cemmiſſionnäre, deren Gewerbe darin beſteht, daß ſie gegen eine Belohnung Waaren zum Verkaufe oder Ankaufe befördern, wegen Zurückgabe dieſer Waaren oder des Preiſes, den ſie dafür empfangen; 2) Zwiſchen Kaufleuten wegen der Waaren, womit ſie handeln; 3) Gegen Handels⸗ und Kaufleute, welche Billets fuͤr bar oder in Waaren empfangenen Werth unterſchreiben, ſie mögen auf die Quittung einer darin benannten Perſon, oder auf ihre Ordre, oder an den Inhaber zahlbar ſeyn; 476 II. Buch. XVII. Tit. Von dem Pfand⸗Contraete. Siebenzehnter Titel. Von dem Pfand⸗Contracte. (Deeret. den 16. März 1804 Promulg. den 26 des nehml. Mon.) 2071. Der Pfand⸗Contract iſt ein Vertrag, wodurch ein Schuldner ſeinem Glaͤubiger zur Sicherheit der Schuld eine Sache einhaͤndigt. 2072. Die Verpfaͤndung einer beweglichen Sache heißt Fauſtpfand(gage). Die Verpfaͤndung einer unbeweglichen Sache heißt anti⸗ chretiſcher(Pfandnutzungs⸗) Vertrag(antichrese). Er ſtes Capitel. Von dem Fauſtpfande. 2073. Ein Fauſtpfand gibt dem Glaͤubiger das Recht, ſich aus der Sache, welche deſſen Gegenſtand ausmacht, vorzugsweiſe und vor andern Glaͤubigern bezahlen zu laſſen. 4) Gegen alle Perſonen, die Wechſelbriefe oder Billets unter⸗ ſchreiben, diejenigen, die ihre Perbürgung darauf ſetzen, welche verſprechen, dergleichen mit Remeſſen von Platz zu Platz zu ver⸗ ſchaffen, und die Verſprechungen für ihnen verſchaffte oder zu verſchaffende Wechſel geben werden. 2. Voun den im§. 4 des vorhergehenden Artikels enthaltenen Verfügungen ſind die verheiratheten und nicht verheiratheten Frauens⸗ perſonen und die nicht Handel treibenden Minderjährigen ausge⸗ nommen. z. Die oͤffentlich Handlung treibenden verheiratheten und nicht verheiratheten Frauensperſonen, oder jene Frauen, die eine von der Handlung ihrer Männer verſchiedene und abgeſonderte Handlung treiben, ſind ihrer Handlungs⸗Sachen wegen dem perſönlichen Arreſte unterworfen, wenn ſie gleich minderjährig ſeyn ſollten, aber bloß wegen ſolcher Verpflichtungen, die ſie gegen Kaufleute eingegangen haben, und wegen Waaren! womit beyde Parteyen handeln. Dieſe Verfügung iſt auf Handelsleute/ Banquiers, Wechſel⸗ Agenten, Mäkler, Factore und Commiſſionnäre, ihres Handels wegen, anwendbar, wenn ſie gleich minderjährig ſind. 4. Der perſoͤnliche Arreſt findet auch Statt wegen Vollziehung allet See Verträge/ als Bodmereyen, Charte⸗Partien, Aſſecuranzen, hu uii unb i hi ui pii vhr 3** h in, A m hinn n ethf it, wi ſ 11 1 ii. 1ugh d et hiſu ihn Min un lu 8 u M ijn u 3 h n i⸗ 1 % e d ſi7 hui w 6 vz ſete hul Ju) duh in chud in iche zi hit n t ſch ſd uin un z uſu — zlnm ſtn, w u iſe e i i uhiun then zul ſihihn u hunwilſ inp mnh m xili hi iuſſ inn h uni piſ i hui nu zu u * m. Bnch. XVI. Lit. Von dem Pfand⸗Contracte. 7 2074. Dieſes Vorzugs⸗Recht hat nur in ſo fern Statt, als eine oͤffentliche oder unter Privat⸗Unterſchrift gefertigte, gehdrig einregiſtrirte Urkunde vorhanden iſt, welche die Angabe der ſchuldigen Summe, ſo wie die Gattung und die Natur der zum Unterpfande ausgelieferten Sache enthaͤlt, oder der ein Verzeichniß uͤber ihre Beſchaffenheit, ihr Gewicht und Maß benygefuͤgt iſt. Die ſchriftliche Abfaſſung des Geſchaͤftes und deſſen Ein⸗ regiſtrirung wird jedoch nur bey Gegenſtaͤnden erfordert, die den Werth von hundert fuͤnfzig Francs uͤberſteigen. 2075. Das in dem vorhergehenden Artikel ausgedruckte Vorzugs⸗Recht wird in Beziehung auf unkörperliche Mobiliar⸗ Sachen, als Mobiliar⸗Forderungen, nur durch eine dffentliche, oder unter Privat⸗Unterſchrift gefertigte, gleichfalls einre⸗ Verdingung oder Beſoldung von Serleuten, Verkäufe oder Käufe von Schiffen, wegen Fracht und Schiffsziehen, oder anderer Ver⸗ träge, welche die Handlung oder Fiſcherey auf der See beireffen ⸗ Ne LXXX Gutachten des Staats⸗Raths, vom 28. Therm. 12. J.(16. Auguſt 1804), genehmiget vom Kaiſer den 7. Fruet. (a5. Auguſt).— Der Staats⸗Rathꝛs in Erwägung, daß der perſönliche Arreſt ſdurch das Geſetz vom 30. März 1793 gegen alle direete Schuldner des öffentlichen Schatzes iſt verhängt worden; daß dieſe Verfuͤgung durch das Geſetz vom 3. Germinal 2. J.(a4. März 1794) gegen diejenigen ernenert worden iſt, welche Douanen⸗Ge⸗ buͤhren, Geld⸗ und Confiseations⸗Strafen ſchuldig ſind; daß ſie durch das Geſetz vom 15. Germinal 6. J. G. April 1798) wegen Ablieferung der oͤffentlichen und National Gelder beybehalten wor⸗ den; daß der 1. Art. dieſes letzten Geſetzes, welcher alle vorher uͤber die Anwendung des perſönlichen Arreſtes ergangenen Verord⸗ nungen und Ordonnanzen aufhebt, ſich nur auf jene bezieht, welche in Civil⸗ und Handlungs⸗Sachen erlaſſen worden ſind; daß der a070. Art. des Geſetzbuches Napoleons die Geſetze nicht aufhebt, welche die Verwaltung der oͤffentlichen Gelder betreffen; Iß der Meinung, daß, da das Geſetz vom 3. Germ. 2. J. nicht aufgehsben worden iſt, diejenigen, welche Douanen⸗Gebuͤhren, Geld⸗ und Conſiscations⸗Strafen ſchuldig ſind, durch perſönlichen Atreß zur Bezahlung angehalten werden könuen. 1 478 u. Buch. XVII. Lit. Von dem Pfand⸗Contraete. giſtrirte Urkunde, die dem Schuldner der zum Unterpfande gegebenen Forderung inſinuirt worden iſt, begruͤndet. 2076. In allen Fäͤllen hat das Vorzugs⸗ Recht an dem Fauſtpfande nur in ſo fern Statt, als dieſes Fauſtpfand dem Glaͤubiger oder einem Dritten, woruͤber die Contrahenten ſich verſtanden haben, in ſeinen Beſitz uͤberliefert worden, und darin geblieben iſt. 2077. Das Fauſtpfand kann von einem Dritten fuͤr den Schuldner gegeben werden. 2078. Der Glaͤubiger kann im gichtzahlungs— Falle nicht uͤber das Fanſtpfand verfuͤgen; ihm bleibt es jedoch vorbe⸗ halten, bey Gerichte verordnen zu laſſen, daß ihm, gemaͤß einer von Sachverſtaͤndigen vorgenommenen Schaͤtzung, dieſes Fauſtpfand bis zum Betrage ſeiner Forderung an Zahlungs⸗ ſtatt verbleiben, oder daß es oͤffentlich verſteigert werden ſoll. Jede Clauſel, welche den Glaͤubiger ermaͤchtigt, ſich das Unterpfand zuzueignen, oder ohne Beobachtung der oben erwaͤhnten Formalitäten daruͤber zu verfuͤgen, iſt unguͤltig. 2079. Der Schuldner bleibt bis zum gerichtlichen Zu⸗ ſchlage, in ſo fern er Statt hat, Eigenthuͤmer des Unter⸗ pfandes, das in den Haͤnden des Glaͤubigers nur anvertrautes Gut iſt, welches ihm ſein Vorzugs⸗Recht ſichert. 2og0. Der Glaͤubiger haftet nach den unter dem Titel von Contracten oder Verbindlichkeiten im Allgemeinen, die aus Vertraͤgen entſtehen, feſtgeſetzten Regeln fuͤr den Verluſt oder die Verſchlimmerung des Unterpfandes, die eine Folge ſeiner Nachläßigkeit ſind. Seiner Seits muß der Schuldner dem Glaͤubiger die nuͤtz⸗ lichen und nothwendigen Koſten erſetzen, die dieſer auf die Erhaltung des Unterpfandes verwendet hat. 2081. Iſt von einer zum Unterpfande gegebenen Forderung die Rede, und dieſe Forderung bringt Zinſen, ſo rechnet der Glaͤu⸗ biger dieſe Zinſen auf diejenigen ab, die ihm gebuͤhren moͤgen. Bringt die Schuld, wofuͤr die Forderung zum Unter⸗ pfande gegeben worden iſt, keine Zinſen, ſo geſchieht die Abrechnung auf das Capital der Schuld⸗ vi ſi ju unin iin ueini uh bin ſu jmt lunjm M wie h bi Der ti lizi ſuh zr Un d ſuihn b jn hji t u Reih inln Inn ſüſur f uu. ſtyſun kt. n en juſyfn nrohenn twoe nfiin Fille nih ich borbe⸗ uniß iſs hn⸗ uſtl. ui ihlicn i lm amts n Munenm, njnm dehit inhh ſin uf un munbir i 0 nizn l il iih nü IMI. Buch. XVII. Tit. Von dem Pfand⸗Eontraete. 479 2082. Der Schuldner kann, wenn der Inhaber des Unterpfandes es nicht mißbraucht, eher nicht fordern, daß es zuruͤckgegeben werde, als bis er die Schuld, zu deren Sicherheit das Unterpfand gegeben worden iſt, ſowohl an Capital, als an Zinſen und Koſten ganz getilget hat. Iſt eben derſelbe Schuldner ſpaͤterhin und nachdem er das Unterpfand geſtellt hatte, demſelben Glaͤubiger etwas anders ſchuldig geworden, und dieſe Schuld war vor der Zahlung der erſten ſchon faͤllig, ſo kann der Glaͤnbiger nicht ange⸗ halten werden, das Unterpfand herauszugeben, ehe er fuͤr die eine ſowohl als die andere Forderung gaͤnzlich befriediget iſt, wenn auch ſchon nicht ausbedungen worden iſt, daß das Unterpfand fuͤr die Zahlung der zweyten Forderung haften ſoll. 2083. Das Pfand iſt untheilbar, obſchon die Schuld unter den Erben des Schuldners oder die Forderung unter den Erben des Glaͤubigers theilbar iſt. Der Erbe des Schuldners, der ſeinen Antheil an der Schuld gezahlt hat, kann, ſo lange die Schuld nicht ganz getilget iſt, nicht fordern, daß ihm ſein Antheil am Unter⸗ pfande zuruͤckgegeben werde. Von der andern Seite kann aber auch der Erbe des Glaͤubigers, der ſeinen Antheil an der Forderung erhalten hat, zum Nachtheile derjenigen von ſeinen Miterben, die nicht befriedigt ſind, das Unterpfand nicht zuruͤckgeben. 208. Die obigen Verfuͤgungen ſind weder auf Hand⸗ lungs Sachen, noch auf autoriſirte Leih- und Pfandhaͤuſer anwendbar. Man befolgt in Ruͤckſicht ihrer die Geſetze und Verordnungen, die ſie betreffen. Zweytes Capitel. Von dem antichretiſchen Vertrage. 2085. Der antichretiſche Vertrag kann nur ſchriftlich geſchloſſen werden. Der Glaͤubiger erwirbt pe dieſen Vertrag nur das Recht, die Fruͤchte des unbeweglichen Gutes zu ziehen, mit 43 IMI. Buch. XVII. Tit. Von dem Pfand⸗Contratte. Gutes ſorgen; ihm bleibt jedoch vorbehalten, alle auf dieſe verſchiedenen Gegenſtaͤnde ſich beziehenden Auslagen aus den Früchten zum Voraus abzuziehen. 2087. Der Schuldner kann, ehe er die Schuld vollig ſu u abgetragen hat, die Benutzung des unbeweglichen Gutes, das er in antichretiſchen Genuß gegeben hat, nicht in Anſpruch dem Bedinge, ſie jaͤhrlich von den Zinſen, wenn er deren 1 zu fordern hat, und nachher von dem Capital abzurechnen. ſuſ 2o86. Der Glaͤubiger iſt, wenn nicht das Gegentheil ſin ausbedungen worden, verbunden, die Steuern unb jaͤhrlichen n Laſten des Gutes, das er in antichretiſchem Genuſſe hat, zu zu Er muß ebenfalls bey Strafe, den Schaden und entbehr⸗ ſi ten Gewinn zu erſetzen, fuͤr die Unterhaltung und die nuͤtz⸗ iiuſ lichen und nothwendigen Ausbeſſerungen des unbeweglichen ihn ————— nehmen. Der Glänbiger, der ſich der im vorhergehenden Artikel„ ſi ausgedruckten Venpflichtungen entledigen will, iſt gleichwohl,„ fr wenn er auf dieſes Recht nicht Verzicht gethan hat, jederzeit zunin befugt, den Schuldner zu zwingen, daß er den Genuß ſeines 6ſ unbeweglichen Gutes zuruͤcknehme. 2088. Dadurch allein, daß die Zahlung zur verabredeten bin Zit nicht erfolgt iſt, wird der Glaͤubiger nicht Eigenthuͤmer un des unbeweglichen Gutes; jede hiemit im Widerſpruch ſtehende uit Clauſel iſt unguͤltig; er kann in dieſem Falle wider ſeinen un Schuldner im geſetzlichen Wege die Vergantung . 9 betreiben. jhun 2089. Iſt unter den Contrahenten ausbedungen worden, daß die Fruͤchte gegen die Zinſen entweder ganz oder bis zu einem gewiſſen Betrage aufgerechnet werden ſollen, ſo wird dieſe Uebereinkunft, wie jede andere, die nicht durch die Geſetze verbothen iſt, vollzogen. Knz 2090. Die Verfuͤgungen des 2077. und 2083. Art. ſind At auf den antichretiſchen Vertrag eben ſo, wie auf das bauſt⸗ wh pfand anwendbar. ete et den hn Gigenhil ſihtithn ſn d entheh⸗ ddie niß —— uugn eauf diſ nu n huh u us, i Uſhn een In ſihu uhu, i nhu ſin uuin zünin un ſün l ri ſin ze m unn u ½ ſunji ii uſ I Buch. Xvilt git. Von Privilegien und Hypotheken. 481 2091. Alles, was unter dem gegenwaͤrtigen Capitel feſt⸗ geſetzt iſt, thut den Rechten keinen Abbruch, welche dritte Perſonen an der Subſtanz des unbeweglichen Gutes, das zum antichretiſchen Genuſſe eingeräumt worden iſt, haben moͤgen. Hat der Glaͤubiger, der mit dieſem Rechts⸗Titel verſehen iſt, außerdem an dem Grundſtuͤcke Privilegien oder Hypo⸗ theken, die auf eine geſetzliche Weiſe begruͤndet und aufrecht erhalten ſind, ſo uͤbt er ſie in ſtiner Rang⸗Orduung und wie jeder andere Glaͤubiger aus. Achtzehnter Titel. Von Privilegien und Hypotheken, (Deer. den 19. März 130 4. Promulg. den 9. des nehml Mon.) Srſtes Capiteſ. Allgemeine Verfuͤgungen. 2092. Wer ſich perſonlich zu etwas verpflichtet hat, muß fuͤr die Erfullung ſeines Verſprechens mit allen ſeinen gegenwaͤrtigen und zukuͤnftigen, beweglichen und unbeweg⸗ lichen Guͤtern, haften. 2093. Die Guͤter des Schuldners ſind das gemeinſchaft⸗ liche Unterpfand ſeiner Glaͤubiger, und der Preis, wofuͤr ſie verkauft werden, wird unter ihnen verhaͤltnißmaͤßig vertheilt, wenn nicht unter den Glaͤubigern rechtmaͤßige Urſachen ein⸗ treten, warum einer dem andern vorgezogen werde. 2094. Die rechtmäͤßigen Urſachen, die einen Vorzug begruͤnden, ſind Privilegien und Hypotheken. 3 weytes Capiteſ. Von den Privilegien. 2095. Ein Privilegium iſt ein Recht, welches die Beſchaf⸗ fenheit der Forderung einem Glaͤubiger ertheilt, den uͤbrigen, ſelbſt hypothekariſchen Glaͤubigern vorgezogen zu werden. 2096. Unter den privilegirten Glaͤubigern richtet ſich der Vorzug nach den verſchiedenen Eigenſchaften der Privilegien. 45 III. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 2097. Privilegirte Glaͤubiger, die im nehmlichen Range ſind, werden nach Verhaͤltniß ihrer Forderungen bezahlt. 2098. Das Privilegium in Anſehung der Rechte des offentlichen Schatzes und der Rang⸗Ordnung, worin es Statt hat, werden durch die ſie betreffenden Geſetze beſtimmt⸗ Der oͤffentliche Schatz kann inzwiſchen zum Nachtheile der Rechte, welche dritte Perſonen fruͤher erworben haben, kein Privilegium erlangen.*) *) No. LXXX. Geſetz über die Art und Weiſe, wie die Ge⸗ richts⸗Koſten in peinlichen, Correctionnel⸗ und Polizey⸗Sachen für den öffentlichen Schatz beyzutreiben ſind, vom 5. Sept. 1807. Art. 1. Zu Folge des 2093. Art. des Geſetzbuches Napoleons iſt das Privilegium des öffentlichen Schatzes in Betreff der in peinlichen, Correctionnel⸗ und Polizey⸗Sachen zu ſeinen Gunſten erkannten Zurückzahlung der Koſten auf folgende Weiſe feſtgeſetzt: 2. Das Privilegium des oͤffentlichen Schatzes auf die Mobilien und Mobiliar⸗Effeeten der Verurtheilten, ſoll erſt nach den hier⸗ unten verzeichneten andern Privilegien und Gerechtſamen geltend gemacht werden; nehmlich: 1) Jach den in den Art. 2101 und 2102 des Geſetzbuches Napoleons angezeigten Privilegien; 2) Nach den ſür die perſönliche Vertheidigung des Verurtheilten ſchuldigen Summen, welche, im Falle die DomainenVerwaltung darüber Streit erhebt, nach der Natur der Sache von dem Gerichte, welches die Verurtheilung erkannt hat, beſtimmt werden ſollen. z. Das Privilegium des oͤffentlichen Schatzes auf die Immo⸗ bilien des Verurtheilten hat nur unter der Bedingung Statt, daß es in zwey Monaten vom Tage des eondemnatoriſchen Urtheils an in die Hypotheken⸗Regiſter eingetragen wird; nach Ablauf dieſer Friſt koͤnnen die Rechte des öffentlichen Schatzes nur nach den Verfügungen des 2113. Art. des Geſetzbuches Napolcons ausgtübt werden. 4. Das Privilegium, wovon im vorſtehenden 3. Art. die Rede iſt, darf erſt nach folgenden andern Privilegien und Rechten aus⸗ geübt werden: ¹) Nach den im 2101 Art. des Geſetzbuches Napoleons bezeich⸗ neten Privilegien, in dem durch den 2105. Art. vorgeſehenen Falle; nil — vili n 7 tm i vm in i Uih it ſuihn N iiuhin W i 1 iimn ſo 1) uind lit. ſn whn iun ſun y ſinit: 5 h u it When iu Utn in ſ un i ſin h iht ihelin. hen Junge tehl. Jicht ds in es Eun inmt. chtheie ben, in ie die bu Suhen fit N. 150), wyinn huutf Win ſinn Guſ viſ ſizeih u tie Rhi h imn zn Nbhuh unhitn undumn unnbrih een ilu. ui unm ſtn hhu ih Muf 4 uiu un ui E ihte viu u tih nmit II. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 433 2000. Die Privilegien koͤnnen auf Mobilien oder auf Immobilien haften. 2) Nach den im 21oz. Art. deſſelben Geſetzbuches bezeichneten Privilegien, vorausgeſetzt, daß die zu ihrer Erhaltung vorgeſchrie⸗ benen Bedingungen erfuͤllt worden ſind; 3) Nach den geſetzlichen Hypotheken, welche unabhängig von aller Eintragung eriſtiren, wenn ſie früher ſind, als der Arreſt⸗ Befehl, im Falle einer gegen den Verurtheilten erlaſſen worden iſt, und in den übrigen Fällen früher als das condemnatoriſche urtheil; 4) Nach den uͤbrigen Hypotheken, in ſo fern die Forderungen vor dem Privilegium des oͤffentlichen Schatzes auf dem Hppotheken⸗ Büreau eingetragen worden ſind, und von urkunden herruͤhren, welche ein gewiſſes Datum haben, welches früher iſt, als der erwähute Arreſt⸗Beſehl oder das eondemnatoriſche Urtheil; Nach den fuͤr die perſönliche Vertheidigung des Verurtheilten ſchuldigen Summen, mit Vorbehalt, ſolche nach der Vorſchrift des obigen a. Art. beſtimmen zu laſſen. s. Alle Verfügungen, die mit gegenwärtigem Geſetze nicht über⸗ einſtimmen, ſind abgeſchafft. No. LXXXl. Geſetz über die Rechte des öffentlichen Schatzes an dem Vermoͤgen der Rechnungspflichtigen, vom 5. Sept. 1807. Art. 1. Das durch die Art. 2098 und 2121 des Geſetzbuches Napolevns zu Gunſten des öffentlichen Schatzes auf das Mobiliar⸗ und Immobiliar⸗Vermögen der Rechnungspflichtigen, die mit der Einnahme oder Auszahlung ſeiner Gelder beauftragt ſind, beybe⸗ haltene Privilegium und Hypotheken⸗Recht iſt auf folgende Weiſe feſtgeſetzt: Das Privilegium des oͤffentlichen Schatzes hat auf das ganze Mobiliar⸗Vermögen der Rechnungspflichtigen Statt, ſogar in Ruͤckſicht der in Anſehung der Güter getrennten Frauen, ſo viel die Mobilien betrifft, die in den Wohnhaͤuſern des Mannes gefunden werden, ſie beweiſen dann auf eine geſetzliche Weiſe, daß gedachte Immobilien ihnen vermoͤge eines ihnen zuſtehenden Rechtes angefallen ſind, oder daß die Gelder, welchs zur Anſchaffung der⸗ ſelben verwendet worden, ihnen zugehoͤrten. Dieſes Privilegium wird jedoch erſt nach den allgemeinen und beſondern Privilegien ausgeübt, welche im a101 und a102, Art⸗ des Geſetzbuches Napoleons verzeichnet ſind. — zz—˙————— 434 III. Buch. XKVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. Srſter Abſchnitt. Von Privilegien auf Mobilien. 2100. Die Privilegien ſind entweder allgemeine, oder beſondere, die nur auf gewiſſen Mobilien haften. z. Das Privilegtum des öffentlichen Schatzes auf die Caution⸗ nements⸗Yelder der Rechnungspflichtigen richtet ſich auch künftig nach den beſtehenden Geſetzen. 4. Das Privilegium des oͤffentlichen Schatzes hat Statt, 1) Auf die Immobilien, welche die Rechnungspflichtigen nach ihrer Ernennung unter einem läſtigen Titel erworben haben; 2) Auf jene, welche unter dem nehmlichen Litel, ſeit dieſer Ernennung, von ihren Frauen erworben wurden, wenn dieſe auch in Hinſicht der Guͤter von ihren Männern getrennt ſind. Ausgenommen ſind jedoch die unter einem laͤſtigen Titel von den Frauen gemachten Erwerbungen, wenn geſetzmäßig erwieſen wird, daß die zum Ankaufe verwendeten Geider ihnen zugehoͤrten. 5. Das Privilegium des öffentlichen Schatzes, wovon in dem vorſtehenden 4. Art. die Rede iſt, har nach der Vorſchrift der Art. a1o6 und 211z des Geſetzbuches Napoleons Statt, unter der Bedingung, ks in zwey Monaten vom Tage der Einregiſtrirung der Urkunde, wodurch das Eigenthum ehe iſt, eintragen zu laſſen. Das Privilegium kann in keinem gale nachtheilig ſeyn, 1) Den im Art. 210 des Geſetzbuches Napoleons bezeichneten privilegirten Gläubigern, wenn ſie die zur Erlangung eines Privi⸗ legiums vorgeſchriebenen Bedingungen erfuͤllt haben; 2) Den in den Art. 2101, z214 und 2105 des Geſetzbuches Napoleons bezeichneten Gläubigern, in dem durch den letztern dieſer Artikel vorgeſehenen Falle; 3) Den Glaͤubigern des vorigen Eigenthümers, welche auf das gekaufte Gut eine geſetzliche Hypothek, die unabhängig von der Eintragung exiſtirt, oder jede andere auf eine guͤltige Weiſe einge⸗ tragene Hypothek haben. 6. In Betreff der Immobilien der Rechnungspflichtigen, welche ihnen ver ihrer Ernennung kugehoͤrten, hat der öffentliche Schatz eine geſetliche Hypothek, unter der Bedingung, daß ſie zu Frlge der Verfuͤgungen der Art. 2121 und a134 des Geſetzbuches Napo⸗ „ eingetragen werds. ſin in — i julii⸗ 1 ſun 1 1do unſt win nianſ wby) Muſ lu uoe ſih ſe ſi ſih, Uigt di 4 nhu „ pni t iſunl u ini Mm Hm un i uhſ hihuhn ih n N linet i n ſnihn iug. tiſu 3 h ni 6 k ken t, oder —— (nutien kinft t. 1z it ſen ii uch Um gi ihin i ſbeh h ſiium inn M zihun u hi itih u lun hufM m iih⸗ detn ußh nnuh — ſi M. Buch. XVilI. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 48 §. 1. Von allgemeinen Privilegien an den Mobilien. 2ror. Privilegirte Forderungen an der Geſammtheit der Mobilien ſind die hier unten benannten; unter ihnen tritt folgende Rang⸗Ordnuns ein: Der öffentliche Schatz hat unter der nehmiichen Bedingung eine gleiche Hypothek auf die Güler, welche der Rechnungspflichtige nach ſeiner Ernennung nict unter einem läſiigen Litel erworben hat. 7. Von der Kundmachung des gegenwärtigen Geſetzes anzu⸗ rechnen, ſind alle General⸗Empfaͤnger der Departemente, alle beſon⸗ dere Empfänger der Bezirke, alle General- und Diviſtons⸗Zahl⸗ meiſter, ſo wie die Zahlmeiſter in den Departementen, See Haͤfen, und bey den Armeen, verbunden, in allen Urkunden, die ſie über⸗ Verkaufe, Käufe, Theilungen und Tauſche, oder über andere Hand⸗ lungen, wodurch das Eigenthum übergeht, errichten, ihre itel und Eigenſchaften anzugeben; und dieß unter Strafe der Abſetzung; ſind ſie außer Stande, das, was ſie dem öffentlichen Schatze ſchul⸗ dig ſind, zu bezahlen, ſo ſollen ſie als betrugeriſche Bangueroutirer verfolgt werden. Die Empfänger der Einregiſtrirungs Gebuͤhren und die Hypo⸗ theken⸗Bewahrer ſind gleichfalls unter Strafe der Abſetzung und der Vergütung des erlittenen Schadens verbunden, im Nahmen des öffentlichen Schatzes zur Erhaltung ſeiner Rechte die Eintra⸗ gung erwähnter urkunden; ſobald ſie ihnen vorgezeigt werden, zu verlangen uder vorzunehmen, und ſowohl dem kaiſerl. Proeurator bey dem Gerichte der erſten Jaſtanz des Beiirks, wo die Guͤter liegen, als dem Agenten des oͤffentlichen Schatzes in Paris, das durch die Art. ar48 und folgende des Geſetzbuches Napoleons vor⸗ geſchriebene Bordereau einzuſchicken. Ausgenommen ſind jedoch jene Faͤlle, wo, wenn es ſich von einem Verkaufe handelt, der Rechnungspflichtige von dem öffent⸗ lichen Schatze ein Zeugniß erhalten hat, worin enthalten iſt, daß dieſe Veraͤußerung von Seiten des öffentlichen Schatzes der Ein⸗ ſchreibung nicht unterworfen iſt. Dieſes Zeugniß muß in der Ver⸗ äußerungs Urkunde angemerkt und datirt werden. s. Wenn ein Rechnungspflichtiger Güter veräußert, auf welche der oͤffentliche Schatz wegen ſeiner Anſprüche ein Privilegium oder eine Hypothek hat, ſo haben die Agenten der Regierung durch die gewöhnlichen Rechtsmittel die Bezahlung der Summen zu betreiben, welche der Rechnungspflichtige ſchuldig zu ſeyn erklart worden iſt⸗ * 436 In. Buch. XVII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 1) Die Gerichts⸗Koſten; 2) Die Leichen⸗Koſten; 3) Alle und jede Koſten der letzten Krankheit; diejenigen, welche deßhalb zu fordern haben, ſtehen gegenſeitig in gleichem Range, und concurriren verhaͤltnißmäßig; §. Im Falle der Rechnungspflichtige dermahlen nicht als Schuld⸗ ner erklärt wird, iſt der öffentliche Schatz verbunden, in drey Monaten, von der Inſinuation anzurechnen, die ihm nach Vor⸗ ſchrift des 2183. Art. des Geſetzbuches Napolevns gemacht wird, an die Kanzelley des Bezirks⸗Gerichtes, woruuter die verkauften Güter liegen, ein Certiſieat, aus welchem ſich der Zuſtand der Geſchäftsfuͤhrung des Rechnungspflichtigen ergibt, abzuliefern, und daſelbſt zu hinterlegen; geſchieht dieſes nicht, ſo iſt nach Verlauf gedachter Zeitfriſt die Eintragung von Rechts wegen aufgehoben, ohne daß es nöthig iſt, ſie durch ein Urtheil zu erkennen. Die Eintragung iſt gleichfalls von Rechts wegen aufgehoben, wenn aus dem Certificat hervorgeht, daß der Rechnungspflichtige dem öffentlichen Schatze nichts ſchuldig iſt. 10. Die durch den 2a27. Art des Geſetzbuches Napoleons für die Rechte des oͤffentlichen Schatzes feſtgeſetzte Verjährung läuft zu Gunſten der Rechnungspflichtigen von dem Tage, da ihre Geſchäfts⸗ führung aufhört. 11. Alle mit gegenwärtigem geſete im Widerſpruche ſtehenden Verfügungen ſind aufgehoben. N LXXXKlI. Gutachten des Staats Raths über die Auwen⸗ dung der Art. 2098 und 2121 des Geſetzbuches Napoleons und des Geſetzes vom z. September 1807 auf den Schatz der Krone, vom 13. Februar 1808, genehmiget vom Kaiſer den 23. des nehm⸗ lichen Monats. Der Staats⸗Rath, welcher nach der von Sr. Maj. verord⸗ neten Zurückweiſung den Vortrag der Geſetzgebungs⸗Sectivn über jenen des General⸗Intendanten der Civil⸗Liſte angehört hat, der dahin geht, daß die Art. 2098 und 2121 des Geſetzbuches Napo⸗ leons und das Geſetz vom 5. September 1807, die das Privilegium des öffentlichen Schatzes auf die beweglichen und unbeweglichen Güter der Rechnungspflichtigen beſtätigen und näher beſtimmen, auf den Schatz der Krone anwendbar erklärt werden ſollen; Eingeſehen die Art. 2098 und 2121 des Seſetbuche Napoleons und das Geſetz vom 5. September 1807; zil juhn ve iit ji ſi wifa d jn i ſuh h ſi hhes iube ſutlih n 6h ſillz jn diſn hh Winn liht ſin wyſh ei . n. kin ſhn i ßt inſ ſin ijizn, ichen — en um uch M cht with erkauſten ſand r jun, und hnf uinhen . uhe miyſitt un itu hii eihn ſie u nn hun Wu vi u zuinit i uin nitu ſim ſu 1* . Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 427 4) Der Lohn der Dienſtbothen fuͤr das verfloſſene Fahr, und was ihnen fuͤr das laufende Jahr gebuͤhrt; In Erwaͤgung, daß die für die Repräſentation der Souverai⸗ netät nöthigen Ausgaben immer mittelbar oder unmittelbar durch Anweiſung irgend einer Summe, um ſie zu beſtreiten, dem öffent⸗ lichen Schatze zur Laſt fallen; daß hieraus ſich ergibt, daß des Schatz der Krone eigentlich nur eine Abtheilung des öffentlichen Schatzes iſt; Daß die Privilegien, deren der oͤffentliche Schatz genießt, durch eine nothwendige Folge auch für den Schatz der Krone gelten; daß, wenn der Art. 2098 des Geſetzbuches Napoleons dieſes nicht ausdrücklich verordnet, die urſache hievon darin liegt, weil zur Zeit ſeiner Abfaſſung die Civil⸗Liſte noch nicht verſertiget war, und der oͤffentliche Schatz die Ausgaben derſelben unmittelbar bezahlte; Daß aber die ſeitdem eingetretene Abſonderung dem Privile⸗ gium eines Theils dieſes Schatzes, wovon der Geiſt und Gegen⸗ ſtand des Geſetzes vom 5. S 1807 das Gauze umfaßt, keinen Abbruch thun konnte, Iſt der Meinung, daß die Art. 8 und 2121 des Geſetz⸗ buches Napoleons und alle Verfügungen des Geſetzes vom 5. Sep⸗ tember 1307 über die Privilegien des öffentlichen Schatzes auf die beweglichen und unbeweglichen Güter der Rechnungspflichtigen auf den Schatz der Krone anwendbar ſind, und ihm die nehmlichen Privilegien und Hypotheken auf die Guͤter ſeiner rechnungspflich⸗ tigen Agenten zuſichern müſſen. Dieſem zu Folge gelten die Art. 7, s und) des erwähnten Geſetzes auch für die Schatzmeiſter, Empfänger und Zahlmeiſter der Krone; und die Einnehmer der Einregiſtrirungs⸗Gebuͤhren, ſo wie die kaiſerl. Procuratoren, ſind gleichfalls verbunden, ſich, was ſie betrifft, nach den Verfuͤgungen dieſer Artikel, in den darin vorgeſehenen Faͤllen zu richten. No LXXXIII. Geſetz über das Privilegium des öffentlichen Schatzes wegen der Erhebung der directen Steuern, vom 13. Nov. 1808. Art. 1. Das Privilegium des öffentlichen Schatzes wegen der Erhebung der unmittelbaren Steuern iſt auf folgende Weiſe feſt⸗ geſetzt, und wird vor jedem anderu ausgeübt, 1) Für die Grundſtener des verfloſſenen und laufenden Jahres, auf die Ernten, Früchte, Miethgelder und Einkünfte liegender Güter, die der Steuer unterworfen ſind; ——— z————— 4⁸8 IMI. Buch. xvnr. Tit. Von Privilegien und Hppotheken. 5) Was an Lebens⸗Beduͤrfniſſen dem Schuldner und ſeiner Familie geliefert worden iſt, nehmlich in den letzten ſechs Monaten von denen, die im Kleinen verkaufen, wie z. B. von Baͤckern, Metzgern und andern, und das letzte Jahr hindurch von Koſtgebern und Großhaͤndlern. 2) Fuͤr das verfloſſene und laufende Jahr der Mobiliar, Thuͤr⸗ und Fenſter-, Patent- und jeder andern unmittelbaren und per⸗ ſonlichen Steuer, auß alle Mobilien und andere bewegliche Gegen⸗ ſände, welche den Steuerpflichtigen zugehoͤren, an welchem Orte ſie ſich auch befinden mögen: z. ulle Paͤchter, Miethsleute„Empfänger, Dekonomen Nota⸗ rien, Schaͤtzungs⸗Enmmiſſarien und andere Depoſitare und Schuldner von Geldern der Steuerpflichtigen, auf welchen das Privilegium des öffentlichen Schatzes haftet, ſind auf di⸗ an ſie ergangene Anfor⸗ derung gehalten, von den Geldern, die ſie ſchuldig ſind, oder in ihren Händen haben, das Ganze oder einen Theil der von den Steuerpflichtigen ſchuldigen Summen für dieſelben zu bezahlen. Die Quittungen der Steuer⸗Erheber für die rechtmäßig ſchuldigen Summen werden ihnen in der Rechnung gu geheißen. 3. Das Privilegium des öffentlichen Schatzes wegen der Erhe⸗ bung der unmittelbaren Stenern verhindert nicht, daß er, wie jeder andere Gläubiger, noch ſonſtige Rechte an dem Vermoͤgen der Steuerpflichtigen geltend machen tönne. 1 Wenn bey der Beſchlagnehmung von Mobilien und andern beweglichen Sachen wegen Zahlung der Steuern das Ganze oder ein Theil gedachter Mobilien und Sachen von einem dritten als Eigenthum in Anſpruch genommen wird, ſo kann die Vindications⸗ Klage nur dann bey den gewoͤhulichen Gerichten angebracht werden, wenn ſie zu Folge des Geſetzes vom 5. November 1790, zuvor von einem Intereſſenten der Verwaltungs⸗Behoͤrde vorgelegt worden iſt. Ne. LXXXIV. Auszug eines Schreibens Sr. Exe. des Groß⸗ Richters Juſtitz Miniſters an Se. Exe. den Finanz Miniſter, vom 9 Auguſt 13606.. „ Das Geſetz vom 5. September 180 legt dem oͤffentlichen Schatze ein Privilegium auf Immobilien der Verurtheilten unter dem Bedinge bey es in zwey Monaten, vom Tage der Verurthei⸗ lung angerechnet, in die Hypotheken Regiſter eintragen zu laſſen; vor Schuiden; die aus Urkunden entſpringen, welche nach dem Verhuft⸗Befehle gemacht worden ſind, hat der Fiscus den Vorzug, wrun ſie ſchon vor der ſeinigen eingetragen worden ſind. Seine ) uuß I ſhu ſie ſhi, ln unyi hun nGu lin du P ——— hnht uenj ſtuhe ſhunn „Pyr i) hnin in ſuſiz zuh hunhi ſin i uui kinhn i, e hin ni ſhin iith 5 iut iu ſu ſ ſi un tuſit lzn ſih 1 ir, ti ſun un 1 ih gu itnn un i tuh, iin uznA ſn, i N uh i hit it in uhi „ i n i itiuin ituin ſnu mui i it M uli u unhi ſn i6 Holh Sit II. Buch. XVlII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken 435 6. 3 Von Privilegien an gewiſſen Mobilien. 2102. Privi egirte Forderungen an gewiſſen Mobilien ſind: 1) Die Miethgelder und Paͤchte der unbeweglichen Guͤter an den Fruͤchten der Ernte des letzten Jahres, und an dem Wrthe von allem, womit das gemiethete Haus oder das Pachtgut verſehen iſt, ſo wie von allem, was zur Bewirth⸗ ſchaftung des Pochtgutes dient, nehmlich fuͤr alles, was faͤllig iſt, und faͤllig wird, wenn die Pacht- oder Mieth⸗ Contracte in authentiſcher Form ſind, oder wenn ſie zwar unter Privat Unterſchrift gefertiget worden, aber ein gewiſſes Datum haben; und in dieſen beyden Faͤllen haben die uͤbri⸗ gen Gläubiger das Recht, das Haus oder Pachtgut fuͤr die uͤbrigen Jahre wieder zu vermiethen oder zu verpachten, und den Vortheil aus ſolchen Pacht⸗ oder Mieth⸗Contracten ſich Hypothek ſteigt alſo bis zum Verhuft-Befehle, wenn einer erlaſſen worden iſt, hinauf, und von dieſem Zeitpuncte an kann der Be⸗ ſchuldigte nicht mehr ium Nachtpeite dieſes Rechtes ſeine Güter beſchweren.« „ Von den Berinſernhen ſagt das Geſetz nichts; nur mir der Rang⸗Ordnung und dem Vorzugs⸗Rechte unter den Gläu⸗ bigern bey der Vertheilung des aus den Gütern des Verurtheilten geloͤſten Kaufpreiſes hat es ſich beſchäftigt, und die gewöhnlichen Grundſaͤtze ſcheinen nicht zuzulaſſen, daß das Privilegium oder die Hypothek des Fiseus ſich auf Güter erſtrecken könne die vor der Verurtheilung veräußert worden ſind.“ „ In der That behaͤlt bis dahin der Verurtheilte die Ausuͤbung ſeiner buͤrgerlichen Rechte, und die Fähigkeit, über ſein Vermögen zu verfuͤgen, bey; anderer Seits gehen durch Acte, wodurch das Eigenthum uͤbertragen werden kann, und die transſeribirt worden ſind, die Guͤter auf den Erwerber frey und ledig von allen Hypo⸗ theken mit Ausnahme derjenigen über, die ſich zur Zeit der Trans⸗ ſeription eingetragen befinden, oder binnen den darauf folgenden fünfzehn Tagen eingetragen werden; und da der öffentliche Schatz erſt durch das condemnatoriſche Urtheil eine Hypothek erwirbt, und ſich folglich nicht früher inſeribiren laſſen kann, ſo folgt hieraus, daß er an den Guͤtern, die vorher veräußert worden ſind, kein Privilegium oder Hypotheken⸗Recht geltend machen kaun„ 450 MI. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. zuzueignen, mit dem Bedinge gleichwohl, dem Eigenthuͤmer alles, was ihm noch gebuͤhren mag, zu bezahlen. Und wenn keine authentiſche Mieth⸗ oder Pacht⸗Contracte vorhanden ſind, oder wenn ſie zwar unter Privat⸗Unterſchrift gefertiget worden, aber kein gewiſſes Datum haben, fuͤr ein Jahr von dem Zeitpuncte anzurechnen, wo das laufende Jahr ſich endiget; Daſſelbe Vorrecht hat Statt wegen der dem Miether oder Paͤchter zur Laſt liegenden Ausbeſſerungen, und wegen alles, was die Vollziehung des Mieth⸗ oder Pacht⸗Contractes betrifft; Vor dem Eigenthuͤmer werden inzwiſchen in dem einen wie in dem andern Falle die Summen gezahlt, welche fuͤr die Ausſaat, fuͤr die Ernte⸗Koſten des Jahres oder fuͤr ange⸗ ſchafftes Geraͤth noch ruͤckſtändig ſind, und zwar die Saat⸗ „ Nur iſt er, wie jeder andere Gläubiger, befugt, die Aufhe⸗ bung ſimulirter, oder zum Nachtheile ſeiner Rechte geſchehener Veräußerungen nachzuſuchen. In dieſer Hinſicht muß man aber zwiſchen Veraͤußerungen mittelſt eines läſtigen Titels, und jenen mittelſt eines unentgeltlichen Titels einen Unter⸗ ſchied machen; Letztere werden leichter aufgehoben, als die Erſtern. Genug iſt es nehmlich, den Betrug von Seiten deſſen, der disponirt hat, zu beweiſen, dagegen in Anſehung der mittelſt eines laͤſtigen Titels geſchehenen Veraͤußerungen noch über⸗ dieß bewieſen werden muß, daß der Erwerber an die⸗ ſem Betruge Antheil genommen habe.« „Geht alſo bey Verfügungen mittelſt eines unentgeltlichen Titels aus den umſtänden hervor, daß der Beſchuldigte wirklich dadurch ſeine Güter der Verurtheilung zu entziehen geſucht habe, ſo iſt die Einregiſtrirungs⸗Verwaltung berechtigt, auf die Nichtig⸗ keits⸗Erklärung dieſer Verfügung anzutragen, wenn ſie auch ſchon gehörig transſcribirt worden wäre.“ „ Zu bemerken iſt hiebey, daß der unterſchied zwiſchen Ver äußerungen mittelſt eines wohlthaͤtigen, und jenen mittelſt eines läſtigen Litels dann einen neuen Grad von Staͤrke erhaͤlt, wenn die Schenkung von den Eltern an die Kinder geſchehen iſt, weil in ſolchem Falle die Geſchenkgeber offenbar die Abſicht hatten, die Kinder von der Zahlung der Gerichts⸗Koſten aus den Guͤtern zu befreyen, die ſie ohne eine Schenkung unter Lebenden nur als Erben erhalten hätten. ⸗ Ifin ſi dſit uf ſtin ih i miſe di ih, his i i 6h u ſu it hi hu ſn tjele nhinn 3 Sontun eſchit fir iß lufm er en lit, henift; in iten ihe fir fitnge⸗ ſeSnb — M ß iiche z muh it inn hu heu, in hm ſuh it ſſin glihe ih uii hh ſi ſujis nfi iuß ſchpu NW hiun f 2 geaͤndert;**) III. Buch. XviI. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 491 und Ernte⸗Koſten aus dem Ertrag der Ernte, das Geräth aber aus dem Preiſe, wofuͤr es verkauft wird. Der Eigenthuͤmer kann die Mobilien, womit ſein Haus oder ſein Pachthof beſetzt iſt, wenn ſie ohne ſeine Einwilli⸗ gung binweggebracht worden ſind, mit Arreſt belegen, und er behaͤlt an ihnen ſein Vorrecht, vorausgeſetzt, daß er ſie, nehmlich wenn von Mobilien die Rede iſt, womit ein Pacht⸗ hof beſetzt war, in einer Friſt von vierzig Tagen, und wenn es von Mobilien ſich handelt, womit ein Haus beſetzt war, in Zeit von fuͤnfzehn Tagen vindicirt hat;*) 2) Die Forderung, an dem Unterpfand, welches der Gläu⸗ biger in ſeinen Haͤnden hat; 3) Die auf die Erhaltung der Sache verwendeten Koſten; 4) Der Kaufpreis unbezahlter Mobiliar⸗Gegenſtaͤnde, wenn der Schuldner ſie noch beſitzt, er mag ſie mit oder ohne Beſtimmung einer Zahlungs⸗Friſt gekauft haben; Iſt bey dem Verkaufe keine Zahlungs⸗Friſt geſtattet wor⸗ den, ſo kann der Verkaͤufer ſogar dieſe Gegenſtaͤnde, ſo lange der Kaͤufer ſie im Beſitze hat, vindiciren, und ihren weitern Verkauf verhindern, vorausgeſetzt, daß die Vindication in Zeit von acht Tagen nach der Ueberlieferung geſchieht, und daß die Sachen ſich in dem nehmlichen Zuſtande befinden, worin ſie uͤberliefert worden ſind; Das Vorrecht des Verkaͤufers ſteht gleichwohl demjenigen nach, welches dem Eigenthuͤmer des Hanſes oder des Pacht⸗ hofes eingeräumt iſt, wenn anders nicht bewieſen wird, daß der Eigeuthuͤmer Wiſſenſchaft davon hatte, daß die Mobilien und ſonſtige Gegenſtaͤnde, womit ſein Haus oder ſein Pacht⸗ hof beſetzt war, dem Miether oder Paͤchter nicht zugehoͤrten. Hierdurch wird an dem, was die Handels⸗Geſetze und Handels⸗Gebraͤuche uͤber die Vindication beſtimmen, nichts *) Siehe Art. s19 u. f. d. G. ü. d. r. V. i. C. S. **) Siehe Art. 576 u. f. des Handlungs⸗Geſetzbuches. 492 II. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypothee. 5) Die Lieferungen eines Gaſtwirthes, an den Effecten des Reiſenden, die in ſein Gaſthaus gebracht worden ſind; 6) Der Fuhrlohn und die Nebenkoſten, an der Sache, welche von einem Orte zum andern gebracht worden; 7) Forderungen, weſche daher entſtehen, daß oͤffentliche Beamte in ihren Amts⸗Verrichtungen ihre Gewalt mißbraucht und pflichtwidrig g handelt haben, an dem Capital der von ihnen geſtellten Sicherheit, und an den Zinſen, die ihnen hievon gebuͤhren moͤgen. Zweyter Abſchnitt. Von Privilegien an Immobilien. 2ro3. Glaͤubiger, welche an Immobilien ein Privilegium haben, ſind: Der Verkäufer an dem unbeweglichen Gute, das er verkauft hat, wegen Zahlung des Kaufpreiſes; Sind nach und nach mehrere Verkaͤufe geſchehen„ wovon der Preis im Ganzen oder zum Theile noch ruͤckſtaͤndig iſt, ſo wird der erſte Verkaufer dem zweyten, der zweyte dem dritten und ſo weiter vorgezogen; 2) Diejenigen, welche das Geld hergeſchoſſen haben, um ein unbewegliches Gut zu erwerben, vorausgeſetzt, daß es durch die uͤber das Darlehen errichtete Urkunde authentiſch erwieſen ſey, daß die Summe zu dieſer Verwendung beſtimmt war, und durch die Quittung des Verkaͤuſers, daß die Zah⸗ lung mit dem entlehnten Gelde geſchehen iſt; 3) Die Miterben an den zur Erbſchaft gehdrigen Immo⸗ bilien, zur Sicherſtellung der unter ihnen gemachten Theilun⸗ gen, und desjenigen, was ein Miterbe dem andern auf ſein Los herausgeben muß; 4) Die Baumeiſter, Bau⸗Unternehmer, Maurer und ſon⸗ ſtige Arbeiter, welche gebraucht worden ſind, um Gebaͤude, Canaͤle oder andere Werke jeder Art aufzufuͤhren, wieder aufzubauen oder auszubeſſern, vorausgeſetzt gleichwohl, daß ein von dem Gerichte erſter Inſtanz, in deſſen Bezirke die Gebaͤude gelegen ſind, von Amts wegen ernannter Sachver⸗ l dinn „ei nnn tin, Uim ſin 5d ſin u uh mi Dui le ole 30 z ü, hin 1. iniii i uz un ſei ßü. tn 6 ij u ſiin E in fn E . lh 6fen en ſud; Eah, ifuni 6 niſtmch l der hie iun hiiltun u, d en, wn iiſinhi tht n 3 nin, n 9 6 wuhnih uim Wiz is u chuin nüt i nbi in u i ukü m. Buch. XvIM. Lit. Von Privilegien und Hypotheken 493 ſtaͤndiger vorher einen Verbal⸗Prozeß gefertiget habe, um in Betreff der Arbeiten, welche der Eigenthuͤmer vornehmen zu wollen erklaͤrt, den Zuſtand der Orte zu conſtatiren, und daß die Arbeiten, laͤngſtens in ſechs Monaten nach ihrer Vollendung, durch einen gleichfalls von Amts wegen ernaun⸗ ten Sachverſtaͤndigen aufgenommen worden ſeyen; Das Vorzugs⸗Recht kann indeſſen den Werth„ der durch den zweyten Verbal⸗Prozeß conſtatirt worden iſt, nicht uͤber⸗ ſchreiten, und beſchraͤnkt ſich auf die Summe, um welche das Grundſtuͤck zur Zeit der Veraͤußerung durch die daran geſchehene Arbeit hoͤher im Werthe iſt; 5) Diejenigen, welche Geld geliehen haben, um die Ar⸗ beiter zu zahlen oder ihnen ihre Auslage zu erſtatten, haben das nehmliche Vorrecht, vorausgeſetzt, daß dieſe Verwendung durch die uͤber das Darlehen errichtete Urkunde und durch die Quittung der Arbeiter authentiſch erwieſen ſey, ſo wie hier oben in Hinſicht derienigen beſtimmt worden, welche Geld zur Erwerbung eines unbeweglichen Gutes dargeliehen haben. Sirhh Abſchnitt. Von den Privilegien, die ſich auf die Mohilien und Immobilien zugleich erſtrecken. 2104. Die Privilegien, welche ſich auf die Mobilien und Immobilien zugleich erſtrecken, ſind jene, welche im 2121. Art. angefuͤhrt ſind. 2105. Wenn in Ermangelung des Mobiliar⸗ Vernögens die in dem vorhergehenden Artikel erwaͤhnten privilegirten Glaͤubiger ſich melden, um aus dem Preiſe eines unbeweg⸗ lichen Gutes mit den Glaͤubigern befriediget zu werden, welche auf das unbewegliche Gut ein Privilegium haben, ſo geſchehen die Zahlungen in folgender Ordnung: 1) Die Gerichts⸗Koſten und üͤbrige im 21071. Art. ange⸗ fuͤhrte Forderungen; 2) Die Sſin welche im 2103. Art. bezeichnet ſind. 494 III. Buch. XVII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken⸗ Viert bſchnitt Wie die Privilegien in ihrer Kraft erhalten werden. 2106. Unter den Glaͤnbigern bringen die Privilegien in Beziehung auf die Immobilien nur in ſo fern eine Wirkung hervor, als ſie mittelſt Eintragung in die Regiſter des Hypo⸗ theken⸗Vewahrers, auf die in dem Geſetze beſtimmte Weiſe, zur oͤffentlichen Kenntniß gebracht werden, und nur von dem Tage dieſer Eintragung anzurechnen, unter den einzigen hier folgenden Ausnahmen. 2107. Von der Formalität der Eintragung ſind ausge⸗ nommen die im 210r. Art. ausgedruckten Forderungen. 2108. Der Verkaͤufer, der ein Privilegium hat, behaͤlt ſein Vorrecht durch Einſchreibung der Urkunde, wodurch das Eigenthum auf den Erwerber uͤbertragen worden iſt, und woraus ſich ergibt, daß er den Preis ganz oder zum Theile zu fordern hat; zu dieſem Ende gilt die von dem Erwerber veranſtaltete Einſchreibung des Contractes als Eintragung fuͤr den Verkaͤufer, ſo wie fuͤr den Darleiher, der ihm das gezahlte Geld vorgeſchoſſen hat, und der durch denſelben Contract in die Rechte des Verkaͤufers eingeſetzt wird. Der Hypotheken⸗Bewahrer iſt gleichwohl bey Strafe, daß er ſonſt dritten Perſonen allen Schaden und entbehrten Gewinn zu erſetzen hat, verbunden, diejenigen Forderungen, die aus der Urkunde hervorgehen, wodurch das Eigenthum uͤbertragen wird, zum PVortheile des Verkaͤufers ſowohl, als der Dar⸗ leiher ſeinem Regiſter von Amts wegen einzutragen, und dieſe ſind ebenfalls befugt, den Verkauf Contract, wenn es nicht geſchehen iſt, einſchreiben zu laſſen, um die Eintragung deſſen zu erlangen, was ihnen aus dem Kaufpreiſe gebuͤhrt. 2109. Ein Miterbe oder Theilhaber haͤlt ſein Privile— gium an den einem jeden Loſe angefallenen Guͤtern oder an dem verſteigerten Gute, in Ruͤckſicht deſſen, was einem Loſe zur Gleichſtellung mit andern herausgegeben werden muß, oder in Anſehung des Verſteigerungs⸗Preiſes aufrecht, nenn es in ſechözig Tagen, von dem Thei ungs⸗Acte oder von dem jbu juh b w nih m unh hil niſ tlul ſu P yll M du ufth Ai, inſi n 6 ungd iſt Iu tihn tinh iſhf ſun uiijn n un ii Min tlini Pin des Hpe e Miſ, ton ben izn ſn d guige n. ſ, bhilt wch ds ſſ w jn di den bh iimn in uh milhn pih d. „Wſt ER di zů„ un üenn hn nnu t iin n nüh 1 it ß 1 hini nin m i unun 1 II. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 495 bey der Verſteigerung geſchehenen Zuſchlage anzurechnen, auf ſein Betreiben eingetragen wird. Waͤhrend dieſer Zeit kann keine Hypothek auf das Gut, das fuͤr eine Herausgabe haftet⸗ oder das bey einer Verſteigerung zugeſchlagen worden, zum Nachtheile desjenigen, der die Herausgabe oder den Kauf⸗ preis zu fordern hat, Statt haben.. 2110. Baumeiſter, Bau⸗Unternehmer, Maurer, und andere Werkmeiſter, die gebraucht worden ſind, um Gebaͤude, Canaͤle oder ſonſtige Werke zu bauen, wiederaufzubauen oder auszubeſſern, und diejenigen, welche, um ſie zu zahlen, oder ihre Auslagen wieder zu erſtatten, Geld dargeliehen haben, deſſen Verwendung conſtatirt worden iſt, erhalten durch die doppelte Eintragung 1) des Verbal⸗Prozeſſes⸗ der den Zuſtand der Orte beurkundet, und 2) des Verbal⸗Prozeſſes uͤber die Aufnehmung der gefertigten Arbeit, ihr Privilegium von dem Tage, da der erſte Verbal⸗ Prozeß eingetragen worden iſt, in ſeiner Kraft. 2111. Glaͤubiger und Legatare, welche in Gemaßheit des 878. Art. unter dem Titel von der Erbfolge auf Abſon⸗ derung des Vermoͤgens des Verſtorbenen antragen, erhalten in Hinſicht der Glaͤubiger der Erben oder Repraͤſentanten des Verſtorbenen ihr Privilegilum an den Immobilien der Erb⸗ ſchaft, mittelſt der Eintragungen, die auf ein jedes dieſer Guͤter in den erſten ſechs Monaten, von der Eroͤffnung der Erbſchaft anzurechnen, veranſtaltet werden. Vor Ablauf dieſer Zeitfriſt koͤnnen die Erben oder Repraͤ⸗ ſentanten zum Nachtheile jener Glaͤubiger oder Legatare keine wirkſame Hypothek auf dieſe Guͤter errichten. 2112. Diejenigen, welche durch Uebertrag zu dieſen ver⸗ ſchiedenen privilegirten Forderungen gelangt ſind, uͤben ins⸗ geſammt die nehmlichen Rechte, wie die Cedenten, an ihrer Stelle und nach ihrer Rang⸗ Ordnung aus. 2113. Alle privilegirte, der Formalitaͤt der Eintragung unterworfene Forderungen, in deren Hinſicht die hier oben vorgeſchriebenen Bedingungen zur Aufrechthaltung des Privi⸗ —————— 8 496 III. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. legiums nicht beobachtet worden ſind, hoͤren gleichwohl nicht auf, hypothekariſche Forderungen zu ſeyn; aber die Hypothek datirt ſich in Beziehung auf dritte Perſonen nur von dem Tage der Eintragungen, die auf die Art, wie hier unten erklaͤrt werden ſoll, haben geſchehen muͤſſen. Drittes Capitel. Von den Hypotheken. 2114. Die Hypothek iſt ein dingliches Recht an Immo⸗ bilien, welche fuͤr die Erfuͤllung einer Verbindlichkeit haften. Sie iſt ihrer Natur nach untheilbar, und ruht ganz auf allen Immobilien, welche damit beſchwert ſind, auf jedem dieſer Immobilien einzeln genommen, und auf jedem Theile derſelben. Sie folgt ihnen, in was fuͤr Haͤnde ſie auch ibergehen moͤgen. 2115. Die Hypothek hat nur in den durch das Geſetz beſtimmten Faͤllen, und nach den hierin For⸗ men Statt. 2116. Sie iſt entweder geſetzlich, oder gerichtlich, oder vertragsmaͤßig. 2117. Die geſetzliche Hypothek iſt die, welche aus dem Geſetze entſteht.„ Die gerichtliche Hypothek iſt die, geche aus Urtheilen oder gerichtlichen Handlungen entſpringt. Die vertragsmaͤßige Hypothek iſt die, welche von Ver⸗ traͤgen und der aͤußern Form der Urkunden und Contracte abhaͤngt. 2118. Gegenſtaͤnde einer Hypothek koͤnnen nur ſeyn, 1) Unbewegliche Guͤter, die im rechtlichen Verkehr ſind, und ihr Zugehoͤr, das fuͤr unbeweglich geachtet wird; 2) Der Nießbrauch an eben dieſen Guͤtern und ihrem Zugehoͤr, ſo lange er dauert. 2719. Bey Mobilien findet keine hwpothelariſche Klage wider einen dritten B ſitzer Statt. „ n in hilh I h zu un jt i Ur oe ſn bwjn imn ſi ſwhön iunn „iz n Un im un ſitju ie p wihli — 6i 6 J , um wi 11 ſhelen, ul nicht Nuhel on en hin un n nmne it huftn. tzn uf ſen dn Ui in th i hituuß ilih, e hnn ¹ imf U ſu ami, i ti nunn uhtu u hhiu nr. Buch xvm. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 497 2120. Durch das gegenwaͤrtige Geſetzbuch wird an den Verfuͤgungen der See⸗Geſetze in Betreff der— und Seefahrzeuge nichts geaͤndert.*) Erſter Abſchnitt. Von den geſetzlichen Hypotheken. 2121. Die Rechte und Forderungen, welchen eine gehtt nche Hypothek beygelegt iſt, ſind Fene der mhrütenn Frauen, an den Guͤtern ihrer Maͤuner; Jene der Minderjährigen und Interdicirten, an den Guͤtern ihres Vormundes; Jene des Stauts, der Gemeinden und öffentlichen Anſtal⸗ ten, an den Guͤtern der zur Rechnungs⸗ Alass verpflichteten Empfaͤnger und Verwalter. 2122. Ein Gläubiger, der eine geſetzliche Hypothek hat, kann ſein Recht an allen Immobilien, die ſeinem Schuldner zugehdren, und an denjenigen, die in der Folge ihm zuge⸗ hoͤren moͤgen, unter den Einſchraͤnkungen, die unten. angefuͤhrt werden ſollen, geltend machen. 3 weyter Ab ſchnitt. Von den gerichtlichen Hypotheken. 2723. Die gerichtliche Hypothek entſpringt aus Urtheilen, zum Vortheile desjenigen, der ſie erwirkt hat, ſie moͤgen auf Anhorung des andern Theils oder wegen Nicht⸗Erſcheinens ergangen, definitiv oder proviſoriſch ſeyn. Sie entſpringt gleichfalls aus den bey Gerichte geſchehenen Anerkennungen oder Bewaͤhrungen der Unterſchriften, die ſich unter einer verbindlichen Privat⸗Urkunde befinden.**¹) „ Siehe Art. 190 u. f. des Handlungs⸗ Geſesbuches. **) No LXXXV. Geſetz in Betreff der Eintragungen von Hypo⸗ theken, welche zu Folge der urtheile geſchehen ſind, die auf Klagen um Anerkennung eines unter Privat⸗unterſchrift ausgeſtellten Schuld⸗ ſcheines erlaſſen wurden, vom 3. September 1807. Art. 1. Wenn auf eine Klage um Anerkennung eines unter Privat⸗Unterſchrift ausgeſtellten Schuldſcheines, welche vor der Ver⸗ C. N. 1V. 32 458 M. Buch. XVIII. Lit. Von Privilegien und Hypotheken. Sie kann an den wirklich erworbenen Immobilien des Schuldners und an denjenigen, die er ſpäͤterhin erwerben mag, geltend gemacht werden, jedoch ebenfalls mit Vorbehalt der Einſchraͤnkungen, welche hier unten angefuͤhrt werden ſollen. Schiedsrichterliche Entſcheidungen bewirken nur in ſo fern eine Hypothek, als ſie mit einem gerichtlichen Befehle ver⸗ ſehen ſind, wodurch erklärt wird, daß ſie vollſtreckt werden ſollen. Urtheile, welche im Auslande ergangen ſind, können gleichfalls nur in ſo fern eine Hypothek begruͤnden, als ſie von einem franzoͤſiſchen Gerichte executoriſch(vollſtreckbar) erklaͤrt worden ſind, unbeſchadet jedoch der entgegengeſetzten Verfuͤgungen, die in den Staats⸗Geſetzen oder in den offent⸗ lichen Vertraͤgen enthalten ſeyn moͤgen.*) Dritter Abſchnitt. Von den vertragsmäßigen Hypotheken. 21a. Vertragsmaͤßige Hypotheken konnen nur von den⸗ jenigen verwilliget werden, welche faͤhig ſind, die Immo⸗ bilien zu veraußern, die ſie hiemit beſchweren. 2125. Diejenigen, welche an der unbeweglichen Sache nur ein von einer aufſchiebenden Bedingung abhangendes, oder in geviſſen Fällen wiederauflösliches oder der Aufhebung ſalnei der Schuld oder bevor ſie gefordert werden konnte, ange⸗ hoben wurde, ein Urtheil erlaſſen worden iſt, ſo kann zu Felge dieſes Urtheils nur dann die Eintragung des Hypotheken Rechts vorgenommen werden, wenn die Schuld zur Zeit, wo ſie verfällt, oder gefordert werden kann, nicht bezahlt wird, man habe dann das Gegentheil ausbedungen. 2. Die Koſten, welche ſich auf dieſes Urtheil 8 können von dem Schuldner nur in dem Falle geſordert werden⸗ wenn er ſoine Unterſchrijt abgeleugnet hat. Die Koſten der Einregiſtrirung fallen dem Schu'dner zur Laſt, ſowohl in dem eben erwähnten Falle, als auch wenn er ſich gewei⸗ gert hat, die Schuld nach der Zrit, wo ſie verſallen war oder gefor⸗ dert werden konnte, abzutragen. * Siehe Art. 334 u. f. d. E. i. d. V. in C S. junit win. un ſc,! hwolh lnnig ſtih . i nu vjme ſuh irut nh ſi ih ta zſ hün 1p ie de niznt in m uj n ſuh — — — S i — —— 2 iin m. Buch. XvIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 499 lin bez unterworfenes Recht haben, koͤnnen keine andere Hypothek inm, verwilligen, als eine ſolche, die den nehmlichen Bedingungen halt d oder der nehmlichen Aufhebung unterworfen iſt. ℳ ſln. 2126. Die Guͤter der Minderjaͤhrigen, der Interdicirten ufn und jene der Abweſenden, ſo lange deren Beſitz nur provi⸗ ſchle un ſoriſch eingeraͤumt iſt, koͤnnen nur aus den vom Geſetze in nen gebilligten Urſachen, und in den hierin vorgeſchriebenen For⸗ men oder Kraft ergangener Urtheile zur Hypothek geſtellt „lnn werden. i ſ 2127. Eine vertragsmaͤßige Hypothek kann nur mitte'ſt lſuctan) einer vor zwey Notarien, oder vor einem Notar und zwey uſhn Zeugen in authentiſcher Form verfertigten Urkunde verwilligt wim werden. 2128. Contracte, welche im Auslande geſchloſſen worden ſind, koͤnnen auf Guͤter, die in Frenkreich liegen, keine Hypothek verſchaffen, wenn die Staats⸗Geſetze oder öffentlichen . e e„„ Vertraͤge keine Verfuͤgungen enthalten, die von dieſem Grund⸗ g6 ſtze abweichen. Kim 2129. Eine vertragsmaͤßige Hypothek iſt nur dann guͤl⸗ tig, wenn entweder in der authentiſchen Urkunde, woraus ün bie die Forderung entſtanden iſt, oder in einer ſpaͤtern authen⸗ um tiſchen Urkunde die Natur und die Lage eines jeden der dem hm Schuldner wirklich zugehdrigen unbeweglichen Guͤter, woran „f er die Hypothek zur Sicherheit der Forderung bevilliget, . beſonders ausgedruckt wird. Von allen dem Schuldner wirk⸗ S lich zugehoͤrigen Guͤtern kann ein jedes nahmentlich zur Hypo⸗ unuh thek geſtellt werden. mhmf Kuͤnftige Guͤter koͤnnen nicht zur Hypothek geſtellt werden. 2130. Sind inzwiſchen die gegenwärtigen und freyen uii im Guͤter des Schuldners zur Sicherheit der Forderung nicht n u hinreichend, ſo kann er unter Anfuͤhrung dieſer Unzulaͤnglich⸗ it keit darin willigen, daß ein jedes der Güter, die er in der Folge erwerben wird, wie er ſie nach und nach erwirbt, miut dafuͤr haften ſoll. 2131. Auf gleiche Weiſe, wenn das zur Hypothek geſtellte t gegenwaͤrtige Immobitiar⸗Vermdoͤgen des Schulduers, das in 0o 1II. Buch. XViI. Tit. Bon FPrivikegien und Hypotheken. einem oder in mehrern Guͤtern beſteht, zu Grunde gegangen, oder Beſchaͤdigungen erlitten haben ſollte, ſo daß es fuͤr die Sicherheit des Glaͤubigers unzureichend geworden, iſt dieſer befugt, entweder ſogleich ſeine Befriedigung S oder einen Zuſatz zur Hypothek zu erwirken. 2132. Eine vertragsmaßige Hypothek iſt nur in ſo fern guͤltig, als die Summe, wofuͤr ſie verwilliget wird, gewiß und in der Urkunde beſtimmt iſt. Iſt die Forderung, welche aus der Schuld⸗Verſchreibung entſpringt, in Anſehung ihrer Eriſtenz bedingt, oder ihrem Werthe nach unbeſtimmt, ſo kann der Glaͤubiger die Eintragung, wovon unten die ſeyn wird, nur bis zum Betrage eines von ihm ausdrůck⸗ lich erklaͤrten Werthes nachſuchen, worauf er die Forderung anſchlagt, und welchen der Schuldner, je nachdem ſich 8 Sache verhaͤlt, vermindern zu laſſen berechtiget iſt. 2133. Eine einmahl erworbene Hypothek erſtreckt ſich auf alle an dem verſchriebenen unbeweglichen Gute Sſe Verbeſſerungen. 8 Vierter Abſchnitt. Von der Rang⸗Ordnung der Hypotheken unter einander. 2134. Unter den Glaͤubigern hat eine Hypothek, ſie mag geſetzlich, gerichtlich oder vertragsmaͤßig ſeyn, erſt von dem Tage an einen Rang, da der Glaͤubiger ihre Eintra⸗ gung in die Regiſter des Hypotheken⸗Bewahrers nach der vom Geſetze vorgeſchriebenen Form und Weiſe bewirkt hat, jedoch mit Vorbehalt der in dem folgenden Artikel enthal⸗ tenen Ausnahmen. 2135. Unabhaͤngig von aller Eintragung tritt das e theken⸗Recht ein, den ihrem Vormunde zugehdrigen unbeweglichen Guͤtern in Hinſicht der aus ſeiner Verwaltung entſtehenden Forderungen, von dem Tage an, da er die Vormundſchaft angenommen hat; 2) Zu Gunſten der Frauen, wegen ihres Brautſchatzes und alles deſſen, was ihnen nach dem Ehe⸗Contracte gebuͤhrt, 1) Zu Gunſten der Minderjaͤhrigen und Interdicirten, an in hh pn ſint vih Mie ſoh hün n jud in, 1 lii Nuſn uwre 155 winde uin in lin, i iite ſu in i ſizn unhn he h un lirn, ſuurj u v. un nn nzn t ſir i iſ di chuſihn in ſo fin id, gu i, wech hung ihn innt, ſt ſdie Pele uuit⸗ ſenng ſ. ſnüſt hu jihn imtu huuhl, ſ ni u ihn kim es wh ſtkuith Ui uh titnihh min ubimu uj unni ghuſ uui u ſhdi I. Buch. xVIM. Lit. Von Privilegien und Pypotheken. 501 an dem Immobiliar⸗Vermoͤgen ihrer Maͤnner, und von dem Tage der Heirath anzurechnen. Die Frau hat fuͤr die Dotal⸗Gelder, welche von Erb⸗ ſchaften oder Schenkungen herruͤhren, die ihr während der Ehe angefallen oder gemacht worden ſind, erſt von dem Tage an eine Hypothek, da die Erbſchaften eroffnet worden ſind, oder die Schenkungen ihre Wirkung erhalten haben. Sie hat in Hinſicht der Entſchobigung fuͤr die Schulden, die ſie mit ihrem Manne gemacht hat, und wegen des ihr gebuͤhrenden Erſatzes fuͤr ihre veraußerten eigenen Guter, erſt von dem Tage an eine Hopothek, da die Schuld ent⸗ ſtanden, oder der Verkauf geſchehen iſt. In keinem Falle kann die Verfuͤgung des gegenwaͤrtigen Artikels den Rechten zum Nachtheile gereichen, welche dritte Perſonen vor der Verkuͤndigung des gegenwärtigen Titels erworben haben. 2136. Die Ehemaͤnner und Vormuͤnder ſind gleichwohl verbunden, die Hypotheken, die auf ihren Guͤtern haften, kundbar zu machen, und zu dieſem Ende, auf den Buͤreaux, die hiezu angeordnet ſind, eine Eintragung auf die Immo⸗ bilien, die ihnen zugehdren, und auf diejenigen, die in der Folge ihnen zug hoͤren mogen, ſelbſt nachzuſuchen.„ Ehemänner und Vormuͤnder, welche die in dem gegen⸗ wärtigen Artikel befohlenen Eintragungen nachzuſuchen und vornehmen zu laſſen verſäumt haben, und Privilegien oder Hypotheken auf ihre unbeweglichen Güter entweder verwilli⸗ gen oder von andern nehmen laſſen, ohne ausdruͤcklich zu erklären, daß beſagte Immobilien der den Frauen und den Minderjährigen geſtatteten geſetzlichen Hypothek ſchon unter⸗ worfen waren, ſollen des Stellionats ſchuldig gehalten, und koͤnnen als ſolche durch perſoͤnlichen Arreſt zur Zahlung ge⸗ zwungen werden. 13 Die Neben⸗Vormünder ſind, unter ihrer perſon⸗ lichen Verantwortlichkeit, und bey Strafe, allen Schaden und entbehrten Gewinn zu erſetzen, verbunden, dafuͤr zu 5o III. Buch. XvlII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. wachen, daß die Eintragungen auf die Guͤter des Vormun⸗ des, wegen deſſen, was er aus ſeiner Verwaltung ſchuldig werden mag, ohne Verzug geſchehen; ſogar ſind ſie verbun⸗ den, dleſe Eintragungen vornehmen zu laſſen. 23. Wenn die Ehemaͤnner, Vormuͤnder und Neben⸗ Vormuͤnder die in den vorhergehenden Artikeln befohlenen Eintragungen vornehmen zu laſſen verſaͤumen, ſollen ſie von dem kaiſerl. Procurator beym Gerichte erſter Inſtanz des Ortes, wo die Männer und Vormuͤnder ihren Wohnſitz haben, oder des Orts, wo die Guͤter gelegen ſind, requirirt wer⸗ den.*) *) N LXXXVI. Inſtruetion des Groß Richters, Juſtitz⸗Mini⸗ ſters, welche er den 15. September 1806 an die kaiſerl. Proeura⸗ toren erlaſſen hat. Einige kaiſerl. Procuratoren waren der Meinung, daß ſie ohne Unterſchied und ehne vorhergegangene Prüfung, von Amts wegen zur Sicherſtellung des Brautſchatzes, des eingebrachten Vermögens der Frauen und der ihnen aus dem Ehe⸗Contraete zuſtehenden Rechte auf die Immobilien der Maͤnner die Eintragungen der Hypotheken⸗Rechte vornehmen laſſen müßten. Andere, die ihre Sorgfalt nicht ſo weit trieben, haben es ſich zum Geſetze gemacht, dieſe Eintragungen jedesmahl nachzuſuchen, wenn der Contraet über den Verkauf eines unbeweglichen Gutes, das einem Manne zugehöſte, auf der Gerichts⸗Kanzelley durch den Ankaͤufer hinterlegt wird, um es von den geſetzlichen Hypotheken frey zu machen. Beyde Syſteme, die mit den Worten und dem Geiſte des Geſetzes im Widerſpruche ſtehen, verletzen Treue und Glauben der Vertraͤge, und hindern die freye Ausübung des Sigenthums⸗Rechtes; es iſt alſo nothwendig ſie abzuſchaffen, und diejenigen, welche durch einen übertriebenen Eifer die Regel uͤberſchritten haben, an die genaue Befolgung derſelben zu erinnerg. Das Geſetz, da es dem oͤffentlichen Miniſterium auftrug, von Amts wegen die Eintragung der Hypotheken⸗Rechte auf die Güter der Maͤnner, ſowohl zur öffentlichen Garantie als zur Sicherſtellung der Rechte der Frauen zu requiriren, hatte nur zum Zwecke, die Rachläßigkeit oder Unthaͤtigleit derjenigen zu erſetzen, die dieſe Ein⸗ tragungen vornehmen laſſen ſollen oder können; dieſes ergibt ſich aus den woͤrtlichen Verfuͤgungen der Art. 2 38, 2139 und 24 des Geſetzb. Napoleons. 1 ſi ſih. inn 1 Vun de hen iu ze wizi ſ i h zun izni Ui R iuh nß uni 2 uh uß ijt uſit iin Ulin in Pormun ſu ſe vahun nd M hefohleun lu ſem fun b iiß han, üit wer —— iti iſi u ſeth u un un dnnn it ſihu nn wu, ju bihmt inn un iiimt Unn ibit ndu ii tin nM nun ui nbilu 1 M ſ it u m. Buch. XvItt. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 503 2¹39. Auch konnen die Verwandten des Mannes odet der Frau, und die Verwandten des Minderjährigen, oder, in Ermangelung der Verwandten, ſeine Freunde die beſagten Eintragungen nachſuchen; ſie koͤnnen gleichfalls von der Frau und von den Minderjaͤhrigen verlangt werden. 2140. Iſt in einem Heiraths⸗Contracte unter großijaͤh⸗ rigen Contrahenten die Uebereinkunft getroffen worden, daß die Eintragung nur auf ein Gut oder auf gewiſſe unbeweg⸗ liche Guͤter des Mannes genommen werden ſoll, ſo bleiben die Immobilien, die fuͤr die Eintragung nicht angewieſen ſind, von der Hypothek fuͤr den Brautſchatz der Frau, fuͤr die ihr gebuͤhrende Wiedererſtattung ihres Vermoͤgens und die in dem Che⸗Contracte ihr geſchehenen Zuſagen ledig und frey. Es kann nicht ausbedungen werden, daß gar keine Eintragung geſchehen ſoll. 2141. Gleiche Bewandtniß hat es mit dem Immobiliar⸗ Vermoͤgen eines Vormundes, wenn die Verwandten in dem Die Dazwiſchenkunft des oͤffentlichen Miniſteriums i in den Fälen, von denen es ſich handelt, iſt alto bloß ſubſidiariſch und der groͤßern oder geringern Sorgfalt der Parteyen untergeordnet; es iſt aber vorzüglich daran gelegen, daß es nur mit vollkommener Kenntniß der Sache handle, und nachdem es ſich überzeugt hat, daß der Fall vorhanden ſey wo die Eintragung geſchehen muß, um den Ehe⸗ gatten keine unnütze Koſten und denjenigen, die mit ihnen auf eine geſetzmaͤßige Weiſe contrahirt haben; keine zweckloſe Schwierigkeiten und eine nachtheilige Verlaͤngerung der Geſchäfte zu verurſachen. Man wuͤrde z. B. ſehr zwecklos die contrahirenden Parteyen in Verlegenheit ſetzen, wenn man von Amts wegen zu Gunſten der Frau die Eintragung der Hypotheken Rechte auf Immobilien requiriren wuͤrde, die zu Folge der Art. 2140 und a144 des Geſetzb. Napoleons von der geſetzlichen Hypothek befreyt worden wären. Die Eintragung von Amts wegen würde in allen jenen Fällen die nehmliche Wirkung hervorbringen, in denen ſich die Frau ſoli⸗ dariſch mit ihrem Manne nach dem Geſetze verbunden hat; da ſie, wie jeder andere die Verbindlichkeiten erfüllen muß, die ſie auf eine guͤltige Weiſe eingegangen hat, und alſo als ſolidariſche Ver⸗ kaͤuferinn gehalten it, dem Ankaͤufer Gewaͤhr gegen jede Eviction zu leiſten, worauf dritte Perſonen gegen ihn klagen köunten wäre 1 504 1II. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken⸗ Familien⸗Rathe der Meinung geweſen ſind, daß die Eintra⸗ gung nur auf gewiſſe Immobilien geſchehen ſoll. 2142. In dem Falle, der in den beyden vorhergehenden Artikeln ausgedruckt iſt, iſt der Mann, der Vormund und . bilien die Eintragung nachzuſuchen. 2143. Iſt in der Ernennungs⸗Urkunde des Vormundes die Hypoth⸗k nicht eingeſchraͤnkt worden, ſo kann dieſer in dem Falle, wo eine allgemeine Hypothek an ſeinen Immo⸗ bilien notoriſch mehr als hinreichende Sicherheit fuͤr ſeine Verwaltung darbiethen wuͤrde, darauf amragen, daß vieſe Hypothek auf ſo viele Immobilien eingeſchraͤnkt werde, als hinreichend ſind, um dem Minderjaͤhrigen eine vollkommene Sicherheit zu verſchaffen. n 8 Die Klage muß wider den Neben⸗Pormund gerichtet werden, und ihr ein Gutachten des Familien⸗Raths vorher⸗ Neben⸗Vormund nur verbunden, auf die angewieſenen Immo⸗ es nicht ein Widerſpruch, daß man in ihrem Nahmen Eintragun⸗ gen vornehmen könnte, welche zum Zwecke hätten; dieſen Ankäufer n beunruhigen und ſelbſt zu berauben. Der kaiſerl. Procurator muß alſo nur dann eine Inſeription zum Vortheile der Frauen nehmen, wenn er gehörig conſtatirt hat, daß ſie berechtiget iſt, ihre geſetzliche Hypothek gegen den Ankaufer geltend zu machen. Bey dieſer Inſtruction habe ich beſonders den Fall in Erwägung gezogen, wo die Eheleute in Gütergemeinſchaft leben, welche ihnen die Befugniß einräumt, zum vorzüglichen Nutzen der ehelichen Ge⸗ ſellſchaft ſich zu verbinden und ihre Guter zu veräußern. Haben die Eheleute ſich nach Dotal„Rechten geheirathet, wo die zum Brautſchatze beſtellten Immvbilien nur wegen der urſachen und in den Fällen, welche das Geſetz beſtimmt hat, veraͤußert werden koͤnnen, und übrigens das wechſelſeitige Intereſſe der Ehegatten ſich nicht vermiſcht, wie bey der Gütergemeinſchaft, ſo hat die Frau ſeltener Gelegenheit, mit ihrem Manne ſich zu verpflichten wenn aber der Fall eintritt, ſo muß der kaiſerl. Procurator ſich eben ſo wie in Rückſicht der Frauen benehmen, die in der Güter⸗ bemeinſchaft leben. u i zuit Uim k0 ziu niiu Mn Au ſz 1 uh ts nde 6 liin hite Un ze ſe in h ln zien uten ein Af it t u ie um unun inhh mi hn zhe cun uinn Dmmn iſunem 6 Womn un it ſinen Inm ſi fin ſin in, ii u, 1 uulhunn mn zit uh u un in iit in hhin ihit uhi uni ſniin un wiin wihlüu⸗ iin ſiu n iiun i niin m ſinhu i ui L jin n. Buch. XVIM. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 50 2144. Auf gleiche Weiſe kann der Mann mit Einwilli⸗ gung ſeiner Frau, und nachdem er das Gutachten von vier ihrer naͤchſten Verwandten, ie ſich in einem Familien⸗Rathe verſammelt haben, eingehohlt hat, darauf antregen, daß die allgemeine Hrpothek an allen ſeinen Immobilien, zur Sicherheit des Brautſchatzes, der ihr gebuͤhrenden Wieder⸗ erſtattungen ihrer Gaͤter und der in dem Ehe⸗Contracte ent— haltenen Zuſagen auf ſo viele Immobilien eingeſchraͤnkt werde, als hinlaͤnglich ſind, um die Rechte der Frau ganz unge⸗ kraͤnkt zu erhalten. 2145. Die Urtheile uͤber die Klagen der Ehegatten und der Vormuͤnder duͤrfen nur nach Anhoͤrung des kaiſerl. Pro⸗ curators und auf contradictoriſches Verfahren zwiſchen ihm und dem Kläger erlaſſen werden. Erkennt das Gericht, daß die Hypothek auf gewiſſe Immo⸗ bilien beſchraͤnkt werden ſoll, ſo ſollen die auf alle uͤbrigen Guter geſchehenen Eintragungen ausgeſtrichen werden. Viertes Capitel. Von der Art, wie die Privilegien und Hypotheken tragen werden. 2146. Die Eintragungen geſchehen auf dem Büreau der Hypotheken⸗Bewahrung desjenigen Bezirks, in welchem die dem Privilegium oder der Hypothek unterworfenen Guͤter gelegen ſind. Sie bleiben ohne Wirkung, wenn ſie in dem Zeitraume geſchehen ſind, waͤhrend deſſen die vor dem Aus⸗ bruche der Fallimente vorgenbmmenen S für unguͤltig erklaͤrt werden. Auf gleiche Weiſe erhült es ſich unter den Gläubigern einer Erbſchaft, wenn einer von ihnen erſt nach der Eroff— nung derſelben die Eintragung bewirkt hat, und die Erbſchaft nur unter der Rechtsahet eines Inventariums angenom⸗ men wird. 2147. Alle an dem nehmlichen Tage eingetragenen Glaͤu⸗ . biger haben eine Hypothek vom nehmlichen Datum, die ſte verhaͤltnißmͤßig geltend machen, ohne Unterſchied zw ſchen 3 1 30s mI. Buch. xvIn. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. der Eintragung, welche des Morgens, und jener, welche am Abend geſchehen iſt, wenn auch der Hypotheken⸗Bewahrer dieſe Verſchiedenheit der Zeit ange nerkt haben ſollte. 2148. Um die Eintragung zu bewirken, uͤberreicht der Gläubiger entweder ſelbſt oder durch einen Dritten dem Hypo⸗ theken⸗Bewahrer die Urſchrift, oder eine authentiſche Ausfer⸗ tigung des Urtheils oder der Urkunde, die dem Privilegium oder der Hypothek ihre Entſtehung gibt. Er lest zwey auf geſtempeltes Papier geſchriebene Bor⸗ dereaur(Auszuͤge) bey, wovon eines auf die Ausfertigung des Titels(des Urtheils oder der Urkunde) geſetzt werden darf; dieſe enthalten: 1) Den Nahmen, Vornahmen und Wohnort des Gläu⸗ bigers, ſein Gewerbe, wenn er eins treibt, und die Wahl eines Wohnſitzes fuͤr ihn, an irgend einem Orte des Bezirks, worauf ſich das Buͤreau des Hypotheken⸗Bewahrers erſtreckt. 2) Den Nahmen, Vornahmen und Wohnort des Schuld⸗ ners, ſein Gewerbe, wenn er, ſo viel man weiß, eins treibt, oder eine individuelle und beſtimmte Bezeichnung der Perſon, die ſo beſchaffen iſt, daß der Hypotheken⸗Bewahrer die mit einer Hypothek beſchwerte Perſon in allen Faͤllen erkennen und unterſcheiden kann; 3) Das Datum und die Beſchaffenheit des Titels(der die Hypothek vder das Privilegium begründenden Urkunde); 4) Den Capital⸗Betrag der Forderungen, die in dem Titel ſelbſt ausgedruckt ſind, oder in ſo fern von Renten und von Zeit zu Zeit wiederkehrenden Leiſtungen, oder von kuͤnftigen noch ungewiſſen, bedi ten oder unbeſtimmten Rech⸗ ten die Rede iſt, von demjenigen, der die Eintragung ver⸗ langt, auf einen gewiſſen Werth in den Faͤllen angeſchlagen werden, worin die Beſtimmung des Werthes vorgeſchrieben iſt, ſo wie auch den Betrag der Acceſſorien dieſer Capitalien und die Zeit, wo die Zahlung gefordert werden kann;*) * N.o LXXXVII. Geſetz, welches den Sinn und die Wir⸗ kungen des 2148. Art, des Geſetzb. Napoleons über die Eintragun⸗ 110 ih mtji unl nili nii ithlin uil 1 ki ſinn hu ihng uuphe 1 ſie w timn jrihng n ien jy e M 1 Wennit ſ un b in in en uutn i wui, ihi i hyhe ſjiun hu ſchh dini ſ uf in Iu iln n uh iu g ihn, Pin ii n unh n wih zh elen eche un Rnehtt niht mhrho⸗ Aufn vitzun ne Pon ſnigung een M Fin Wh. b t ufui E inmi hin ui nt mn it G un e ſin un un „t u mu muh in niijn ſyuin m0) — i nn I. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 307 5) Die Anzeige der Gattung und der Lage der Guͤter, woran er ſein Privilegium oder ſeine Hypothek aufrecht hal⸗ ten will. Bey geſetzlichen oder gerichtlichen Hypotheken iſt dieſes Letz⸗ tere nicht noͤthig. In Ermangelung eines Vertrags erſtreckt ſich bey dieſen Hypotheken eine einzige Eintragung auf alle Immobilien, welche in dem Bezirke des Buͤreau gelegen ſind. 2149. Eintragungen, welche auf die Guͤter einer ver⸗ ſtorbenen Perſon geſchehen ſollen, können unter der bloßen Bezeichnung des Verſtorbenen, ſo wie unter der Ziffer 2 des vorhergehenden Artikels geſagt wird, geſchehen. 2150. Der Hypotheken⸗Bewahrer bemerkt in ſeinem Re⸗ giſter den Inhalt der Bordereaur, gibt demjenigen, der die Eintragung verlangt hat, den Original Titel oder die Aus⸗ ſertigung des Titels ſowohl als eines der beyden Vordereaur gen der hypothekariſchen Forderungen beſtimmt, vom 4. September 1807.. Art. 1. In der Friſt von ſechs Monaten von der Kundmachung des gegenwaͤrtigen Geſetzes angerechnet, iſt jeder Glaͤubiger, der ſeit dem Geſetze vom 11. Brüm. 7. J.(as. Nov. 17%8) bis zum Tage der erwähnten Kundmachung eine Eintragung erhalten hat, in welcher die Zeit, wann die Schuld gefordert werden kaun, nicht bezeichnet iſt, dieſe Zeit mag nun an einem beſtimmten Tage oder nach einem eingetretenen Ereigniſſe vorhanden ſeyn, berechtiget auf dem Hypotheken⸗Büreau, wo die Eintragung geſchehen iſt, ein ree⸗ tificirtes Bordereau vorzüzeigen; der Hypotheken⸗Bewahrer muß, ſobald ihm ſolches vorgezeigt wird, ſowohl in ſeinem Regiſter als auf dem Bordereau, welches in ſeinen Händen bleibt, die Zeit anzeigen, wo die Schuld gefordert werden kans; er hat biebey ſich nach den Verfügungen des 2200. Att. des Geſetzb. Napoleons zu richten, und darf keine neuen Gebuͤhren erheben. 2. Mittelſt dieſer Berichtigung wird die urſpruͤngliche Eintra⸗ gung für vollſtändig und gültig gehalten, wenn man übrigens die andern dabey vorggſchriebenen Förmlichkeiten beobachtet hat. 7 Gegenwaͤrtiges Geſetz iſt auf die Eintragungen nicht anwend⸗ bar, die durch rechtskräftigs urtheile für nichtig erklärk worden 3 —————zzz-—=zz—z——---——— 8o3 HI. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. zuruͤck, und bezeugt am Schluſſe deſſelben, daß er die Ein⸗ tragung gemacht habe, a151. Ein Glaͤubiger, der fuͤr ein Capital eingetragen iſt, das Zinſen oder Renten hervorbringt, hat das Recht, nur fuͤr zwey Jahre, und fuͤr das laufende Jahr, in die nehmliche Rang⸗Ordnung, worin ſein Capital gehoͤrt, geſtellt zu werden, unbeſchadet jedoch der beſondern Eintragungen, die er fuͤr die uͤbrigen, kraft der erſten Eintragung mit keinem Vorrechte verſehenen Ruͤckſtände bewirken kaun, welche von dem Tage ihres Datums eine Hypothek verſchaffen. 2152. Es ſteht demjenigen, der eine Eintragung nach⸗ geſucht bat, ſo wie ſeinen Repräſentanten, oder denjenigen, die mittelſt einer authentiſchen Urkunde als Ceſſionare in ſeine Rechte getreten ſind, frey, den von ihm gewaͤhlten Wohnſitz im Hypotheken⸗Regiſter zu aͤndern, mit dem Bedinge, einen andern in dem nehmlichen Bezirke zu waͤhlen und anzuzeigen. 2153. Die Rechte einer bloß geſetzlichen Hypothek, welche dem Staate, den Gemeinden und den öffentlichen Anſtalten an den Guͤtern der Rechnungs⸗Beamten verliehen ſind, die Rechte der Minderjaͤhrigen oder Interdicirten wider ihre Vor⸗ muͤnder, der verheiratheten Frauen wider ihre Ehegotten ſollen auf Ueberreichung zweyer Vordereaur eingetragen wer⸗ den, welche mehr nicht enthalten, als 1) Den Nahmen, Vornahmen, das Gewerbe und den wirklichen Wohnort des Glaͤnbigers, und den Wohnſitz, der von ihm oder fuͤr ihn in dem Bezirke gewaͤhlt werden muß; 2) Den Nahmen, Vornahmen, das Gewerbe, den Wohn⸗ ort oder eine ganz genaue Bezeichnung des Schuldners; 3) Die Natur der Rechte, welche erhalten Kerden ſollen, und, ſo viel die beſtimmten Gegenſtaͤnde betrifft, den Betrag ihres Werthes, ohne daß man verbunden iſt, ihn in Hinſicht der bebingten, von kuͤnftigen Begebenheiten abhangenden oder unbeſtimmten Rechte feſtzuſetzen.„ 2134 Die Cintragungen halten die Hypothek und das Privilegium zehn Jahre lang, von dem Tage ihres Datums PM vinn wun ihli unmn wſiſ b du hi mu hun in in jn jun uyh unß wWiſ nin in h ide do beth I d nð in ib iuulg ſcteit len he itn uhit diſn wiihrt ſn ſhhn j n iſihen Wh! ſi k duwe uſt 5 juin, iuh iin ih hn, i kih ettogen s ſicch in hit „heſtilt une tleinen ce ton tech⸗ iuizn, tj ſine Phiſt e, in nzhihn, U,ie um in ettt we in o it, uiß ui u jln v iih n * mW Nun m. Buch. XvrI. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 5e anzurechnen, aufrecht; ihre Wirkung hört auf, wenn dieſe Eintragungen vor Ablauf dieſer Friſt nicht erneuert worden . *) NM.o LXXXviII. Gutachten des Staats⸗Raths uͤber die Dauer der Eintragungen der Hypotheken, welche von Amts wegen oder auf Anſtehen der Frauen, Minderjährigen und des öffentlichen Schatzes auf die Güter der Männer, Vormuͤnder und Rechnungs⸗Beamten vorgenommen worden ſind, vom 15. December 1805, genehmiget vom Kaiſer den 22. Januar 180. Der Staats⸗Rath, welcher, der von Sr. Majeſtät befoh⸗ lenen Hinverweiſung zu Folge, den Bericht der Geſetzgebungs⸗See⸗ tion über jenen des Groß⸗Richters, Juſtitz⸗Miniſters in Betreff der Frage angehört hat, ob die von Amts wegen geſchehenen Eintra⸗ gungen ſo wie jene von Seiten der Frauen, der Minderjährigen und des oͤffentlichen Schatzes auf die Güter der Männer, der Vor⸗ mänder und der Rechnungs⸗Benmten, vor Ablauf der Friſt von iehn Jahren erneuert werden müſſen, Iſt der Meinung, daß dieſe Frage durch den Art. 21½ des Geſetzb. Napoleons entſchieden iſt. Bey der Discuſſion des Geſetzbuches wurde dieſer Artikel erſt nach einer reiflichen Berathſchlagung angenommen. Die Geſetzgebungs⸗Seetion hatte vorgeſchlagen, den Eintragungen ihre voͤllige Wirkung ſo lange zu laſſen, als die Verbind⸗ lichkeit und die perſönliche Klage wider den Schnid⸗ ner, oder als die hypothekariſche Klage gegen den dritten Beſttzer dauern würde, falls das mit einer Pypothek belaſtete Gut in deſſen Händen wäre. Dieſer Vorſchlag wurde verworfen, nicht weil man es nicht vortheilhaft fuͤr die Buͤrger fand, wenn ſie nicht verbunden wären, die genommenen Inſeriptionen zu erneuern, ſondern weil der vorge⸗ ſchlagene Artikel große Schwierigkeiten in ſeiner Vollſtreckung dar⸗ both; allgemein war man ſogar der Meinung, daß die Vollſtreckung deſſelben unmoͤglich wäre. In der That waͤre es möglich, daß die perſönliche Verbindlich⸗ keit, deren Dauer, der vorgeſchlagenen Meinung zu Folge, die Dauer der Eintragung beßimmen ſollte, entweder mittelſt conſer⸗ vatoriſcher Handlungen, oder durch anfeinander ſolgende Minder⸗ jährigkeiten, ein Jahrhundert hindurch fortwähtte: wie koͤnnte zun aber ein Hypotheken⸗Bewahrer ſich in einer ſolchen Menge von Regiſtern wieder ſuden, die er täglich ſo oft durchblättern muͤßte, — 11 4 3 * 510 II. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 2155. Die Koſten der Eintragungen fallen dem Schuld⸗ ner zur Laſt, wenn nicht das Gegentheil ausbedungen worden iſt; ſie werden von demjenigen vorgeſchoſſen, der die Eintra⸗ gung nachſucht; ausgenommen ſind die geſetzlichen Hypotheken, als man von ihm ein Zeugniß über die etwa vorhandenen Eintra⸗ gungen verlangen möchte? Dieſer Einwurf ſchien unauflöslich, und unerachtet man zugab, es wäre zu wuͤnſchen geweſen, daß es möglich ſeyn möchte, den Bürgern die Schwierigkeit einer Erneuerung der Eintragungen zu erſparen, ſo war man doch der Meinung, daß es keine Mittel gaͤbe, hiezu zu gelangen; der Artikel gieng alſo, ſo wie er wirtlich it, ohne einige Ausnahme durch, d. h. die Eintragungen halten die Hypotheken und Privilegien nur während zehn Jahre aufrecht, und werden ſie vor Ablauf dieſer Friſt nicht erneuert, ſo hoͤrt ihre Wirkung auf. Das Geſetzbuch macht keine Ausnahme; und hierin liegt der Unterſchied zwiſchen dem neuen Artikel und dem Geſetze vom 11. Brümaire 7. J. in Betreff der Dauer der Eintraaungen. Anfangs ſiellt der Art. az dieſes Geſetzes die nehmliche Verfü⸗ gung dar, wie der Art. 2154 des Geſetzbuches; dann macht er aber von dieſer Regel zwey Ausnahmen; die erſte, zu Gunſten der gegen die Rechnungs⸗Beamten und ihre Buͤrgen genommenen Inſeriptionen, welche, wie es darin heißt, bis zur de ſini⸗ tiven Berichtigung der Rechnungen und noch ſechs Mo⸗ nate hernach ihre Wirkung haben ſollen; die zweyte, zu Gunſten der Hypotheken, die auf die Güter der Ehegatten zur Sicherheit ihrer Rechte, und deſſen, was im Heiraths⸗Contracte für ſie aus⸗ bedungen worden iſt, eingetragen worden ſind, welche ſo lange dauern ſollen, als die Ehe beſteht, und noch ein Jahr hernach. Sind dieſe Ausnahmen im Geſetzbuche Napoleons nicht wieder⸗ hohlt worden, ſo iſt dieſes nicht aus Vergeſſenheit, ſon⸗ dern aus Ueberlegung, und den Grundſaͤtzen zu Folge geſchehen, die die Grundlage der neuen Verfüzungen ſind, welche die Hypo⸗ theken betreffen. Zuerſt ſnd die auf die Rechte der Frauen und Minderjaͤhrigen ſich beziehenden Eintragungen zur Aufrechthaltung ihrer Hypotheken nicht mehr nothwendig, indem dieſe, nach dem Art. 213 des Geſetzbuches, unabhängig von aller Eintragung exiſtiren; es war folglich nicht nothwendig, für die Aufrechthaltung dieſer Hypothek hhumi mith Ni ki pipitz thmd wun uih punz un; e iun hu ſan zuin ſthu wu bhnin ſuen be ſuei un jihe ſhhlun wün, Mun ue un ih in ſmum heih iouf u kumn Kuin mhn ſin u Mnit hiinhn hin ju in ſginn win wiun uuz i 6 Mi ſin thien Shult⸗ worden Ein polheln, — Cintn un juguh hie, du ugen zu ſe Rittel npitiſch ingugen iuhe Ru lit nm . lite umit huin unnnn fn ſiht huin kihehet it ſn tſuluz inih ithn peit ſu vui j iitn mhin u d 6 h IMI. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 511 wegen deren Eintragung der Hypotheken⸗Bewahrer ſeinen Regreß gegen den Schuldner hat. Die Koſten der Einſchrei⸗ bung(Transſcription), welche der Verkäufer etwa verlangt, muͤſſen von dem Kaͤufer getragen werden. die Erneuerung einer Eintragung zu verorduen, die zu ihrer Errich⸗ tuns nicht mehr erforderlich war. Was die Eintragung auf die Guͤter der Rechnungs⸗Beamten betrifft, iſt es ausgemacht, daß die Forderungen des öffentiichen Schatzes von der Förmlichkeit der Eintragung durch das Geſetzbuch Napoleons nicht befreyt worden ſind. Dieſes Privilegium verleiht der Art. a1 bleß den Minderjährigen, Interdieirten und Ehe⸗ frauen; zuverlaͤßig kann hingegen die Verwaltuns, die uͤberall Agenten hat, bey denen man mehr Thätigkeit und Aufklaͤrung als beym gemeinen Manne vorausſetzen muß, die Eintragungen, die ſie hat vornehmen laſſen müſſen, erneuern. Dhnekin ſieht man leicht ein, daß eine Verfugung, welche die gegen die Rechnungs⸗Beamten genommenen Inſeriptionen von der Nothwendigkeit, ſie vor Ablauf der fuͤr alle Eintragungen über⸗ haupt feſtgeſetzten Friſt von zehn Jahren zu erneuern, frey erklärte, die zahlloſen Schwierigkeiten alle in ſich faſſen würde, welche verhin⸗ dert haben, den Eintragungen eine unbegränzte Wirkung beyzulegen. Man hat ſoRven geſagt, daß, da die geſetzliche Hypothek der Frauen und der Minderjährigen unabhaͤngig von aller Eintragung beſtehe, ihrer Seits keine urſache vorhanden ſey, eine Maßregel zu erneuern, wovon ſie befreyt wären. Hier iſt der Zeitpunet zu bemerken, daß, unerachtet man die Rechte der Frauen und Minderjaͤhrigen von der Nothwendigkeit einer Eintragung zur Exiſtenz ihrer Höpethek befreyte, man nichts deſtoweniger ſrenge Maßregeln ergriffen hat, damit dieſe Rechte kundbar gemacht, und diejenigen, welche ſich mit den Mäaͤnnern und Vormündern in Geſchäfte einlaſſen, nicht das Dpfer eines Beheimhaltens werden möchten, welches das jetzige Hypotheken⸗ Syſtem hat verbannen wollen. Dieſem zu Folge verordnet der Art. 2136 des Geſetzbuches, daß die Männer und Vermünder gehalten ſind, die Hypotheken, womit ihre Güter wegen der Heirath oder der Vormundſchaft belaſtet ſind, kundbar zu machen, und ſeibſt die Eintragung derſelben auf ihre eigene Guͤter nachzuſuchen, unter der Strafe, daß ſie widrt⸗ genfalls als eines Stellionats ſchuldig angeſehen, und als ſolche mittelſt perſoͤnlichen Arreßtes zup dahluns angehalten werden ſ. len. 512 III. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypothelen. 2156. Klagen, welche die Eintragungen wider die Glaͤu⸗ biger etwa veranlaſſen moͤgen, ſind bey der rechtmaͤßigen Gerichts⸗Behoͤrde durch Vorladungs⸗Acte eines Huiſſier anzu⸗ ſtellen, die ihnen in Perſon, oder an dem zuletzt im Regiſter Haben aber auch die Männer und Vormuͤnder dieſe Eintragung vornehmen zu laſſen vernachlaͤßigt, ſo werden ſie zwar perſonlich hierüber geſtraft; deſſen ungeachtet exiſtirt die Hypothek. So hat man bey dieſer Gelegenheit das allgemeine Intereſſe⸗ e die Publieität der Hypotheken fordert, mit dem beſondern Intereſſe der Frauen und der Minderjaͤhrigen zu vereinigen geſucht, Se. durch die Verſäumung einer Eintragung nicht leiden dürfen, deren Bewerkſtelligung ihnen oft unmoͤglich ſeyn wuͤrde. Außer allem Zweifel iſt es aber, daß die Männer und Vor⸗ muͤnder, unter den im Art. 2 36 enthaltenen Straſen, ſchnldig ſind, die Eintragungen der Hypotheken, womit ihre Güter noch beſchwert ſeyn mögen, vor Ablauf der Friſt von zehn Jahren zu erneuern; der nehmliche Beweggrund, aus dem ihnen die Pflicht auferlegt wurde, die Eintragung zu befoͤrdern, ſchreibt ihnen eben⸗ falls vor, die Eintragung ſo oft und ſo lange zu erneuern, als ihre Güter wegen der Heirath oder Vormundſchaft beſchwert bleiben. Es iſt noch übrig, von der Erneuerung der von geſchehenen Eintragungen zu ſprechen. Der Text des Art. 215½ des Geſetzbuches Napoleons, und die ſo eben gemachten Entwicke⸗ lungen dürfen keinen Zweifel an der Nothwendigkeit dieſer Erneue⸗ rung vor Ablauf der Friſt von zehn Jahren mehr übrig laſſen; uur daran ließ ſich zweifeln, wer dieſe Erneuerung zu beſorgen habe; bey wenigem Nachdenken bleibt man indeſſen überzeugt daß auch ſogar hierüber kein eruſter Zweifel aufgeworfen werden kann. Im Art. a10s heißt es, die Sinſchreibung gelte als Eintragung für den Verkäufer; der nehmliche Artikel legt dem Hypotheken⸗ Bewahrer die Pflicht auf, die Eintragung in ſein Regiſter von Amts wegen vorzunehmen. Die urſache hievon iſt leicht einzuſehen; der Hypotheken⸗Bewahrer findet in der Verkaufs⸗Urkunde, die man ihm vorlegt: alle Beſtandtheile des Bordereau, weiches ein Glaͤu⸗ biger eingehen muß, um ſeinen Rechtstitel eintragen zu laſſen; er hat alſo alles vor Augen, was er verlangen kaun, um die Forde⸗ rung des Verkäufers eintragen zu können; das Geſetz verbindet ihn zu dieſer Eintragung, ohne daß es nöthig iſt, ihn hierum beſenders zu erſuchen; die Po legung der um ſie zu vertritt die Stelle dieſes Geſuche mn iu jüin,i iſ u, ihn ij munm immh in ſit ahr ſwitt iuihhre uhu ie gh ön ſihi winn; wunint inſcht vic, ſ z huſ u nts„ iit n ſhe In jn uum, ſutn mußn in ſt in uſtieg d ön hun thiſt ſön ſ tethnt u. in iunn jiulin Uun z uu Kon v jn duz ſin 4 uh n ten. ſifige ſit un nReiſt — intgun rſilic zterſ. heſuden ageſcht, ſin, 0 Hot uihig hi ui htn di hiit ihenn en ut ſiin ſß n nhni iſt bnu hiz uſun ſum uun uh im ziunm hw ſ wn iiu⸗ uu Unb vlint h wnin ubſ ui M. Buch. XVlII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 5¹3 gewaͤhlten Wohnorte inſinuirt werden wuͤſſen, wenn ſchon die Glaͤubiger, oder di jenigen, bey welchen ſie ihren Wohnſitz gewaͤhlt hatten, verſtorben ſeyn ſollten. Folgt hieraus, daß die von Amts wegen geſchehene Eintragung nicht erneuert werden müſſe? Folgt daraus, daß, wenn die Epoche der Erneuerung herangekommen iſt, der Hypotheken⸗Bewahrer dafür ſorgen müſſe? Pffenbar nicht. Beym Ablaufe der zehn Jahre weiß der Bewahrer nicht, ob die Forderung des Verkäufers getilgt iſ oder nicht; ohnehin waͤre es ihm unmöglich, von allen Verkäufen, die er eingeſchrieben haben mag, Note zu halten, und täglich dar⸗ auf zu wachen, daß jede Eintragung von Amts wegen, wenn ſié zu Ende geht, erneuert werde. Eine ſolche Laſt nußte und konnte zan dem Bewahrer nicht aufbürden; eben ſo wenig konnte man ihn verpflichten, jedesmahl wenn er um das Zeugniß über die etwa vorhandenen Eintragungen erſucht wird, alle ſeine Regiſter von vierzig und mehrern Jahren her zu durchſuchen, um ſich zu verſichern, daß keine Eintragung von Amts wegen vorhanden ſey, was doch durchaus geſchehen müßte, wenn die Eintragungen von Amts wegen nicht erneuert würden. Man kann alſo mit Wahrheit ſagen; daß die Eintragung von Amts wegen, ſo wie jede andere, zur Aufrechthaltung der Hypo⸗ thek erneuert werden, und daß der Verkäaͤufer für die Erneuerung ſorgen muß; er muß ſich durch eine Verbindlichkeit nicht verletzt finden, die ihm mit allen Glaͤnbigern ohne Unterſchied gemein iſt, wenn ſie ihre Rechte aufrecht halten wollen. Die eben auſgeſtellten Grundſätze paſſen gleichfalls auf eine audere Gattung von Eintragung von Amts wegen, die der Art. 7 des Geſetzes vom 5. September 1805 vorſchreibt. Die Hypotheken⸗Bewahrer ſind, bey Strafe der Abſetzung und des Schadens Erſatzes, ſchuldig auf Einſicht der urkunden, wodurch die General⸗Einnehmer und die Zahlmeiſter das Eigenthum ihrer Guͤter übertragen, von Amts wegen eine Eintragung im Nahmen des öffentlichen Schatzes zur Ethaltung ſeiner Rechte vorzunehmen, und einen Auszug davon dem Agenten des oͤffentlichen Schätzes zuzuſenden. Der Verwaltüng iſt es leicht, uͤber dieſe zugeſendete Auszüge einen Regiſter zu halten, und die ſe Eintragungen in den vorge ſchriebenen Friſten erneuern zu laſſen; hier iſt kein Grund zu einer Ausnahme von der allgemtinen Regel vorhanden. ————————— 5 1 ——————— F14 Al. Buch. XVIII. Lit. Von Pridilegien und Hypotheken⸗ F ünftes Capitel. Von der Ausſtreichung und Reduction der eingetragenen Privilegien und Hypotheken. 2137. Eingetragene Privilegien und Hypotheken werden mit Einwilligung der Parteyen, die dabey ein Intereſſe haben, und hiezu faͤhig ſind, oder kraft eines in letzter Inſtanz ergan⸗ genen oder rechtskraͤftig gewordenen Urtheils ausgeſtrichen.*) 2158. In einem wie im andern Falle haben diejenigen, welche die Ausſtreichunz nachſuchen, auf dem Buͤreau des Hypotheken⸗Bewahrers die Ausfertigung der authentiſchen Alſo um die Sache kurz zu wiederhohlen: 1) Jede Eintragung der Hypotheken Rechte muß vor Ablauf von zehn Jahren erneuert werden; 2) Wurde die Eintragung erfordert, um ein Hypotheken⸗Recht zu bewirken, ſo iſt die Erneuerung derſelben nothwendig um es zu erhalten; 3) Exiſtirt ein Hypotheken⸗Recht unabhängig von aller Sintra⸗ sung, und dieſe iſt unter beſondern Strafen verordnet, ſo muͤſſen diejenigen, welche die Eintragung zu veranſtalten verbunden ſind⸗ ſie unter den nehmlichen Strafen erneuern laſſen; 4) Endlich, wenn die Eintragung durch den Hypotheken⸗Bewahrer von Amts wegen geſchehen mußte/ ſo iſt der Glaͤubiger, der ein Intereſſe dabey hat, verbunden, ſie zu erneuern. 4) No TLXXRXIX. Kaiſerl. Deeret über die Aufhebung der Oppoſitionen, welche zur Aufrechthaltung der Rechte der Armen und der Spitäler gemacht worden ſind, vom 11. Thermidor 12. J. 60 Julius 1204). Art. 1. Die Empfänger der Armen⸗Anſtalten können in den Fällen, wo die Gerichte es nicht verordnet haben, die Oppoſitionen nicht aufheben, welche zur Auftechthaltung der Rechte der Armen und Spitaͤler gemacht worden ſind, noch eine Ausſtreichung, Ver⸗ änderung oder Einſchränkung der eingetragenen Hypotheken⸗Rechte bewilligen, ſie ſeyen dann durch eine beſondere Entſcheidung des Präfectur⸗Rathes hiezu ermächtigt, welche auf den förmlichen Vor⸗ ſchlag der Verwaltung und nach dem Gutachten des zu Folge des Beſchluſſes vom 7. Meſſidor 9. J. bey jedem Gemeinde⸗Bezirke errichteten und aus Rechtsgelehrten beſtehenden Berathungs⸗Comite erlaſſen worden iſt⸗ 1u uth ln ſmu hilub kinn biuß it iln m ihti9 ſiü ſche liſuchn uht, uu tuy huin iun um wn ſl o, ſihln, u f ien muif uin ſiun lilhe g uu uhin uhl lu We wufu itit ihſg, blin ih i ſ, Men in tragenn en weten ſe he unz egun ſichen) icenzen inmn de ſeniche —— w Uuf uhn z nt iln kin u ſ uiſ ginn in uhuhn zu M it un b e iu eniu) ſunu in in inu ii li iüm 6 uſh i nbit nie HI. Buch. XVIII. Tit. Von privilegien und Hypotheken. 515 Urkunde, die die Einwilligunz enthaͤlt, oder die Ausfertigung des Urtheils zu hinterlegen. 2159. Iſt die Ausſtreichung nicht verwilliget worden, ſo wird hierauf bey dem Gerichte geklagt, in deſſen Amts⸗ Bezirke die Eintragung geſchehen iſt; ausgenommen, wenn die Eintragung zur Sicherheit einer von einem kuͤnftigen Ereigniſſe abhangenden oder unbeſtimmten Verurtheilung geſchehen iſt, uͤber deren Vollſtreckung oder Liquidation der Schuldner und der angebliche Glaͤubiger bey einem andern Gerichte in Prozeß ſind, oder deßhalb unter deſſen Gerichts⸗ barkeit ſtehen. In einem ſolchen Falle muß die Klage auf Ausſtreichung der Hypothek bey eben dieſem Gerichte ange⸗ bracht, oder dahin verwieſen merden. Eine zwiſchen dem Glaͤubiger und Schuldner getroffene Uebereinkunft, daß im Falle eines Streites die Klage bey einem andern, von ihnen beſtimmten Gerichte, angebracht werden ſoll, iſt gleichwohl unter ihnen in Vollziehung zu ſetzen. 2160. Die Gerichte ſind ſchuldig, die Ausſtreichung zu befehlen, wenn die Eintragung, ohne auf ein Geſetz oder auf einen Titel gegruͤndet zu ſeyn, oder zu Folge eines unregelmaͤßigen, oder erloſchenen, oder durch Zahlung wie⸗ deraufgehobenen Titls geſchehen iſt, oder wenn die aus einm Privilegium oder einer Hypothek entſtandenen Rechte auf eine geſetzliche Weiſe getilgt ſind. 2161. So oft ein Gläͤubiger, der nach dem Geſetze berechtiget iſt, ſeine Hypothek auf die gegenwaͤrtigen, oder auf die kuͤnftigen Guͤter eines Schuldners eintragen zu laſſen, ohne daß er in einem Vertrage in eine Beſchraͤnkung gewilliget hat, auf verſchiedene Guͤter, und zwar auf mehrere als zur Sicherheit der Forderungen nothwendig iſt, die Eintragung erwirkt hat, hat der Schuldner das Recht, auf Reduction der Eintragungen oder auf Ausſtreichung eines Theits derſel⸗ ben, in ſo weit das billige Verhaͤltniß dabey uͤberſchritten worden iſt, zu klagen. Mon befolgt hiebey die in Beziehung auf die Competenz im 2159. Art. feſtgeſtellten Regeln. ———————————— 1 1 5 3 13 1 ¹ 1 43 316 MI. Buch. XVIII. Lit. Von Privilegien und Hypotheken. Die Verfuͤgung des gegenwaͤrtigen Artikels iſt auf ver⸗ tragsmaͤßige Hypotheken nicht anwendbar. 2162. Eintragungen, die ſich auf mehrere Guͤter erſtrecen, werden dann fuͤr uͤbermaͤßig angeſehen, wenn der Werth eines einzigen oder einiger derſelben an freyen Grundſtuͤcken den Betrag der Forderungen an Capital und geſetzlichen Acceſ⸗ ſorien um mehr als ein Drittel uͤberſteigt. 2163. Als uͤbermaͤßig koͤnnen gleichfalls die nach einer von dem Glaͤubiger gemachten Schaͤtzung geſchehenen Eintra⸗ gungen ſolcher Forderungen vermindert werden, welche, ſo viel die zu ihrer Sicherheit zu ſtellende Hypothek betrifft, durch den Vertrag nicht beſtimmt worden, und ihrer Natur nach bedingt, von einer ungewiſſen Begebenheit abhaͤngig oder unbeſtimmt ſind. 2164. Die Beſtimmung des Uebermaßes wird in dieſem Falle dem billigen Ermeſſen der Richter uͤberlaſſen, welche dabey auf die Umſtaͤnde, auf das, was bey kuͤnftigen unge⸗ wiſſen Begebenheiten wahrſcheinlich iſt, und auf die aus Thatſachen ſich ergebenden Vermuthungen dergeſtalt Ruͤckſicht zu nehmen haben, daß ſie die wahrſcheinlichen Rechte des Gläubigers mit dem Intereſſe des Schuldners ihn ſo viel als billig bey Credit zu erhalten, in Uebereinſtimmung brin⸗ gen. Dem Glaͤubiger bleibt hiebey unbenommen, wenn der Erfolg zeigt, daß die unbeſtimmten Forderungen eine groͤßere Summe betragen, nene Eintragungen vornehmen zu laſſen, die ihm alsdann von dem Tage an, von welchem ſie datirt ſind, eine weitere Hypothek verſchaffen. 2165. Der Werth der Immobilien, den man mit dem Betrage der Forderungen und einem Drittel daruͤber zu ver⸗ gleichen hat, wird ſo beſtimmt, daß man bey liegenden Guͤtern, die dem Verderben nicht unterworfen ſi ſind, fuͤnfzehn Mahl, und hey denjenigen, die ihm unterworfen ſind, zehn Mahl den Ertrag der Einkuͤnfte berechnet, wie ſie entweder in der Mutterrolle der Grundſteuer erklaͤrt, oder durch den Contributions⸗Anſchlag auf der dem Empfaͤnger zur Eintrei⸗ 1u il u ulit ij uu jiji nthn iut ii wh inn uj Nn n. holhel ſ, julen ieſhen ſ de 6 1h. ſilt,de iunmt hu kiuh un jij unn, 1, h, tn ue uh he iun 1, ſtun hin uf bn einin eth in icn n en Nu ſuch in a binn uhe ſy uf, hu u i in uh ſn, uh ſinu uf im uthiſit ini iuſl m ſi „nM iehin uuſſt nſth unnin iie nh „ 4 wi W 1 in — m. Vuch. XVilI. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 517 bung zugeſtellten Rolle, nach dem in den Gemeinden, wo die Guͤter liegen, zwiſchen dieſer Mutterrolle, oder dieſem Con⸗ tributions⸗Anſchlage und den Einkuͤnften beſtehenden Verhaͤlt⸗ niſſe angegeben ſind. Die Richter ſind gleichwohl befugt, uͤberdieß diejenigen Aufklaͤrungen, welche unvertaͤchtige Pacht⸗ oder Mieth⸗Contracte, Verbal⸗Prozeſſe uͤber eine geſchehene Abſchätzung, die etwa vorher, zu einer noch nicht lange ver⸗ ſtrichenen Zeit, verfaßt worden ſind, und andere aͤhnliche Urkunden darbiethen koͤnnen, zu Huͤlfe zu nehmen, und die Einkuͤnfte nach einem Anſchlage, der ſich aus den Reſultaten dieſer verſchiedenen Nachrichten im Durchſchnitte als Ertrag ergibt⸗ zu ſchaͤtzen. Sechſtes Von der Wirkung der Privilegien und wider dritte Beſitzer. 2166. Die Glaͤubiger, welche ein Privilegium oder eine Hypothek haben, die auf ein unbewegliches Gut eingetragen iſt, halten ſich an dieſem Gute, in weiche Haͤnde es auch uͤbergehen mag, um nach der Rang⸗Ordnung ihrer Forderun⸗ gen oder Eintragungen claſſificirt und befriediget zu werden. 2167. Wenn der dritte Beſitzer die Formalitaten nicht erſuͤllt, die hierunten feſtgeſtellt werden, um ſein Eigenthum frey zu machen, ſo bleibt er, bloß kraft der den Eintragungen beygelegten Wirkung, als Inhaber fuͤr alle hypothkariſchen Schulden verpflichtet, und genießt der Zeit⸗Beſtimmungen und Friſten, welche dem wſprigiſhen Schuldner geſtattet waren. 2168. Im nehmlichen Falle iſt der dritte Beſitzer verbun⸗ den, entweder alle faͤllige Zinſen und Capitalien zu zahlen, auf welche Summe ſie ſich auch belaufen moͤgen, oder das mit der Hypothek beſchwerte Gut, ohne einigen Vorbehalt⸗ abzutreten. 2169. Leiſtet der dritte Beſitzer einer von dieſen Ver⸗ pflichtungen nicht ganz Genuͤge, ſo iſt ein jeder Glaͤubiger, 513 III. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hopotheken. wenn er dreyßig Tage vorher dem urſpruͤnglichen Schuldner das Zahlungs⸗Geboth(commandement) und dem dritten Beſitzer die Aufforderung entweder die faͤllige Schuld zu zah⸗ len, oder das Gut abzutreten, hat inſinuiren laſſen, das mit der Hppothek beſchwerte liegende Gut ihm verkaufen zu laſſen, berechtiget. 2170. Der dritte Beſitzer, der zur hlan der Schuld nicht perſoͤnlich verbunden iſt, kann ſich gleichwohl dem Ver⸗ kaufe des mit der Hypothek beſchwerten Gutes, welches auf ihn uͤbergegangen iſt, widerſetzen, wenn noch andere fuͤr die nehmliche Schuld verſchriebene Immobilien in dem Beſitze des Hauptſchuldners oder der Hauptſchuldner geblieben ſind, und nach der unter dem Titel von der Buͤrgſchaft beſtimm⸗ ten Form darauf antragen, daß ſie vorerſt angegriffen und zum Verkaufe ausgeſetzt werden: waͤhrend dieſer Ausklagung bleibt der Verkauf des mit der Hypothek beſchwerten S ausgeſetzt. 2171. Die Einxede der Vorausklage kann einem Glaͤu⸗ biger, der ein Privilegium oder eine Special⸗Hypothek an dem unbeweglichen Gute hat, nicht entgegengeſetzt werden. 2172. Die Abtretung der Hypothek kann von jedem drit⸗ ten Beſitzer geſchehen, der fuͤr die Schuld nicht perſoͤnlich verpflichtet und zu veraͤußern fähig iſt. 2173. Sie kann ſelbſt dann noch geſchehen, wenn der dritte Beſitzer die Schuld anerkannt hat, oder einzig in dieſer Eigenſchaft(bloß als dritter Beſitzer) verurtheilt worden iſt; die Abtretung verhindert den dritten Beſitzer nicht, bis zum wirklichen Zuſchlage das unbewegliche Gut gegen Zahlung der ganzen Schuld und der Koſten zuruͤckzunehmen. 2174. Die Abtretung einer Hypothek geſchieht auf der Kanzelley des Getichtes, worunter die Guͤter gelegen ſind, und dieſes Gericht ertheilt hieruͤber eine Beſcheinigung. Auf Anſuchen desjenigen von den Intereſſenten, der die Sache zuerſt betreibt, wird ein Curator ernannt, dem die Obſorge uͤber das abgetretene Gut anvertrant wird, und u nin ih i h nuh viuh Uin ſußzſ vinm puh v . ſu hi ufjt u um jiuh iſe n. hien n uinden, juilht bine in geiht he hhu ihn, d ſinn i 10 ghhl, iu hi ſuyſh in bn ii ein ih Schlhne m diten dup ſin, e kufnz Ehh den Dn ohes uf u fit di n Pie ſin ſi, ſhim⸗ ifum ilnn wnn us iun hli ihni jinbi uch unb uizuh winf t ün n mn tont in ſ u t mn ib m Buch. XVIM git. Von Privilegien und Hypotheken. 515 gegen welchen der Verkauf des Gutes, unter Beobachtung der fuͤr die Vergantungen vorgeſchriebenen Formen betrieben wird. 2175. Verſchlimmerungen, welche aus einer Handlung oder aus Verſaͤumniß des dritten Beſitzers entſtehen, und den hypothekariſchen oder privilegirten Gläubigern zum Nach⸗ theile gereichen, begruͤnden wider ihn eine Klage auf Ent⸗ ſchädigung; ſeine Verwendungen und Verbeſſerungen kann er indeſſen nur in ſo weit zuruͤckfordern, als eben dadurch das Gut mehr werth geworden iſt. 2176. Die Fruͤchte des mit der Hypothek beſchwerten Gutes hat der dritte Beſitzer nur von dem Tage an, da er aufgefordert worden iſt, zu zahlen, oder das Gut abzutreten, und wenn das angefangene gerichtliche Verfahren drey Jahre hindurch liegen geblieben iſt, von dem Tage an zu erſetzen, da eine neue Aufforderung geſchieht. 2177. Dienſtbarkeiten und dingliche Rechte, welche dem dritten Inhaber an dem unbeweglichen Gute vor ſeinem Beſitze zuſtanden, leben nach der Abtretung oder nach dem wider ihn erfolgten Zuſchlage wieder auf. Seine perſoͤnlichen Glaͤubiger moͤgen an dem abgetretenen oder gerichtlich zugeſchlagenen Gute, ihrer Rang⸗Ordnung nach, ihre Hypothek geltend machen⸗ jedoch erſt nach allen denje⸗ nigen, deren Forderungen wider die vorhergehenden Eigen⸗ thuͤmer eingetragen waren. 2178. Der dritte Beſitzer, der die hypothekariſche Schuld gezahlt, oder das beſchwerte unbewegliche Gut abgetreten, oder die Vergantung deſſelben erlitten hat⸗ hat wider den Hauptſchuldner ſeine Regreß⸗Klage auf Gewaͤhrleiſtung nach den deßhalb eintretenden Rechts⸗Grundſätzen. 2179. Ein dritter Beſitzer, der durch Zahlung des Preiſes ſein Eigenthum von den Hypotheken frey machen will, hat die in dem 8§. Capitel des gegenwärtigen Titels vorgeſchrie⸗ benen Formalitäten zu beobachten. 520 III. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypeotheken. e Capitell. Von der Erlöſchung der Privilegien und Hypotheken. 2180. Die Privilegien und Hopotheken erloͤſchen, 1) Durch Erloͤſchung der Hauptſchuld; 2) Durch Verzichtleiſtung des Glaͤubigers auf die Hypo⸗ thek; 3) Durch Erfuͤllung der Formalitaͤten und Bedingungen, welche den dritten Beſitzern vorgeſchrieben ſind, um die von ihnen erworbenen Guͤter frey zu machen; 4) Durch Verjährung. Die Verjaͤhrung wird zum Vortheile des Schuldners, ſo viel die Guͤter betrifft, die in ſeinen Haͤnden ſind, in dem Zeitraume vollendet, der zur Verjaͤhrung der Klagen feſtge⸗ ſetzt iſt, welche die Hypothek oder das Privilegium verſchaffen. In Hinſicht der Guͤter, die in den Haͤnden eines dritten Beſitzers ſind, wird ſie fuͤr ihn in der Zeitfriſt vollendet, welche erforderlich iſt, um fuͤr ſich das Eigenthum durch Verjaͤhrung zu erwerben. Setzt die Verjaͤhrung einen Titel voraus, ſo laͤuft ſie erſt von dem Tage an, wo er in die Regiſter des Hypotheken⸗Bewahrers eingeſchrieben worden iſt. Die von dem Glaͤubiger geſchehenen Eintragungen unter⸗ brechen den Lauf der Verjaͤhrung nicht, welche das Geſetz zu Gunſten des Schuldners oder des dritten Beſitzers eingefuͤhrt hat. Achtes Capitel. Von der Art, das Eigenthum von Privilegien und Hypo⸗ eken frey zu machen. 2187. Contracte, welche geeignet ſind, das Eigenthum unbeweglicher Guͤter oder dinglicher Immobiliar⸗Rechte zu uͤbertragen, das die dritten Beſitzer von Privilegien und Hypotheken frey machen wollen, ſollen von dem Hypotheken⸗ Bewahrer, in deſſen Bezirke die Guͤter gelegen ſind, ihrem ganzen Inhalte nach eingeſchrieben werden. u I lilih ſunb bit ſu! 1h u * vhyl⸗ nhuiſ u zum i it jut zum 11 tinbk ſihs i vr en „n iin un „ini ſnit u der 6t thiſns b ſun i ghnfſe inwg i wa iin Pi ſihnn N 6h hn Miilt Jni un ihin Mhlnde win m ut wihhg ite tiſhn, it ufhß ubein ſu, nh kiuun thn ju, 1 i itinutz inn iut tziſimn kun jimut tu, wib hilumf tinnn un whMtit i ihnnp mi! 1 u. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken 5a1 Dieſe Einſchreibung muß in ein hiezu beſtimmtes Regiſter geſchehen, und der Hypotheken⸗Bewahrer iſt verbunden, dem⸗ jenigen, der ſie nachſucht, deßhalb eine Beſcheinigung zu geben.*) 2182. Durch die bloße Einſchreibung der Rechts⸗Titel, wodurch das Eigenthum ubergehen kann, in das Regiſter des Hypotheken⸗Bewahrers, wird das unbewegliche Gut von den darauf haftenden Hypotheken und Privilegien nicht befreyt. Der Verkaͤufer uͤberträgt dem Erwerber nur das Eigen⸗ thum und die Rechte, welche er ſelbſt an der verkauften Sache hatte; er uͤbertraͤgt ſie, mit den nehmlichen Privi⸗ legien und Hypotheken beſchwert, womit er belaſtet war. 2183. Will der neue Eigenthuͤmer ſich gegen die Wirkung des im 6. Capitel des gegenwaͤrtigen Titels geſtatteten Ver⸗ ſahrens in Sicherheit ſetzen, ſo iſt er verbunden, entweder vor dem Verfahren, oder ſpaͤteſtens in einem Monate von N XC. Gutachten des Staats⸗Raths über die Trans⸗ ſeription von Verkaͤufen, die unter Privat⸗Unterſchrift gefertiget und einregiſtrirt ſind, vom z. Floreal 13. J.(a3. April 1305) genehmiget vom Kaiſer den 12. Floreal(z. May). Der Staats⸗Rath, der zu Folge der Weiſung Sr. Maj. des Kaiſers den Vortrag der Seetionen der Geſetzgebung und der Finanzen über den Bericht des Groß⸗Richters, Juſtitz⸗Miniſters, in Betreff der Frage, ob man die unter Privat⸗Unterſchrift geſchloſ⸗ ſenen und gehörig eintegiſtrirten Verkäufe, deren Unterſchriften aber weder vor Notarien noch durch ein urtheil anerkannt ſind, gültiger Weiſe transſeribiren kann, um ſie von Hypotheken zu befreyen, augehoͤrt hat; Nach Einſicht des Geſetzes vom 11. Brümaire 7. J. über die Hopotheken⸗Verfaſſung, und des Litels des Geſetzbuches Napoleons von Privilegien und Hypotheken; In Erwaͤgung, daß keine beſtimmte Verfuͤgung verbiethet, daß ein unter Privat⸗Unterſchrift gefertigter Verkauf, wenn er mit der Formlichkeir der Einregiſtrirung verſehen iſt„ in die Regiſter des Hypotheken⸗Bewahrers eingeſchrieben werde; daß dieſe Transſerip⸗ tion keine andere Wirkung hat als den Intereſſenten anzuzeigen, daß das Eigenthum eines Immobiliar⸗Gutes aus einer Hand in die andere uͤbergegangen iſt, und daß es keinen Srund gibt, die Ankün⸗ 322 III. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. der erſten an ihn gerichteten Aufforderung anzurechnen, den Glaͤnbigern, an den Wohnungen, die ſie in ihren Eintra⸗ gungen gewaͤhlt haben, inſinuiren zu laſſen 1) Einen Auszug ſeines Titels, welcher bloß das Datum und die Eigenſchaft des Actes, den Nahmen und eine genaue Bezeichnung des Verkaͤufers oder Geſchenkgebers, die Beſchaf⸗ fenheit und die Lage der verkauften oder geſchenkten Sache, und wenn von einer aus mehrern Grundſtuͤcken beſtehenden Beſitzung die Rede iſt, nur die allgemeine Benennung des Gutes und der Bezirke, worin es gelegen iſt, den Preis und die Laſten, welche einen Theil des Kaufpreiſes ausmachen, oder die Schatzung der Suchs, wenn ſie geſchenkt worden iſt, enthaͤlt; 2) Einen Auszug der Einſchreibung der Verkaufs⸗Urkunde; 3) Eine aus drey Colonnen beſtehende Tabelle, wovon die eiſte das Datum der Hypotheken und der Eintragungen, die zw yte den Nahmen der Glaͤubiger, und die dritte den Betrag der eingetragenen Forderungen enthalten muß. digung einer Veränderung, die duich ein Geſchäft unter Privat⸗ Unterſchrift bewirkt wurde, zu verbiethen, da es auf dieſe Art zu veräußern erlaubt iſt; Daß man keine entgegengeſetzte Folgerung daraus ziehen kann, daß eine Eintragung, um eine Hypothek zu bewirken, nur auf Vo zeigung einer authentiſchen Ausfertigung des Urtheils oder der urkunde, wodurch die Hypothek errichtet wird, geſchehen kann, weil jene Hypothek in der That nur durch eine au Wiiſt urkunde errichtet werden kann; Daß endlich bey der Diseuſſion des Cheiſs des Geſetzb. Napo⸗ leons von den Privilegien und Hypotheken die Frage im Staats⸗ Rathe vorgelegt worden iſt, und daß es ſo offenbar zu ſeyn ſchien, daß man einen gehörig eintegiſtrirten Verkauf unter Privat⸗Unter⸗ ſchrift transſeribiren könne, daß man es fuͤr überfluͤßig hielt, ſolches durch eine ausdruͤckliche Verfuͤgung zu erlauben, wie man ſich davon durch Leſung des Berbal⸗ Prozeſſes der Sitzung vom 10. Ventos 12. J. überzeugen kann; Iſt der Meinung, daß Verkaufs⸗Urkunden unter Privat⸗ Unterſchrift, welche einregiſtrirt ſnd zur Erausſeription vorgelegt werden können. . 1 5 mul iiu nhu k nüſ 6 nih ſu in ſu u uih )d niigt ihnn ſiſ w ub hr t hiutn vi f u des iuhine uzn enn i vöhalin )d b u n de im nei Ruihigt li ſin di n n hſtn ls l6 16 hi Umuf — ihzn Mfee ſun, Mn en Eit⸗ udun ine gnun ie Peſh ſen Sch, eſehenn ung de reis un uinchen, wuni, uhinh le, un tiunnn i hin nmf —— nn hk ihn iu u u hit ihihn in mittun hi m hu tuini tſiuh hits mit 10 pli un ſin uuh n. Buch. XVIII Cit. Von Privilegien und Hypotheken. 523 2184. Der Erwerber oder der Geſchenknehmer muß in demſelben Acte erklaͤren, daß er bereit ſey, die hypotheka⸗ riſchen Schulden und Laſten auf der Stelle, jedoch nur bis zum Betrage des Preiſes, ohne Unterſchied zwiſchen faͤlligen und nicht faͤlligen Forderungen, zu bezahlen. 2185. Hat der neue Eigenthuͤmer dieſe Inſinuation in der vorgeſchriebenen Friſt bewerkſtelligt, ſo kann jeder Glaͤu⸗ biger, deſſen Farderung eingetragen iſt, darauf antragen, daß das Gut dem Meiſtbiethenden oͤffentlich feil gebothen und zugeſchlagen werde; mit dem Bedinge, 1) Daß dieſer Antrag dem neuen Eigenthuͤmer ſpäteſtens in vierzig Tagen, von der auf Anſtehen dieſes letztern ge⸗ ſchehenen Inſinuation zu rechnen, inſinuirt werde; zu dieſer Friſt werden fuͤr jede ſuͤnf Myriameter, welche der gewaͤhlte und der wirkliche Wohnſitz eines jeden hierauf antragenden Glaͤubigers voneinander entfernt ſind, noch zwey Tage hin⸗ zugeſetzt; 2) Daß der Requirent ſich darin anheiſchig mache, ein Zehntel des im Contracte ausbedungenen oder von dem neuen Eigenthuͤmer erklaͤrten Preiſes mehr entweder ſelbſt zu bierhen, oder zu bewirken, daß es von andern gebothen werde; 3) Daß eben dieſes in der nehmlichen Zeitfriſt dem vori⸗ gen Eigenthuͤmer als Hauptſchuldner inſinuirt werde; 4) Daß das Original und die Abſchriften dieſer Inſinua⸗ tionen von dem hierauf antragenden Glaͤubiger, oder von ſeinem, mit einem ausdruͤcklichen Auftrag deßhalb verſehenen Bevollmaͤchtigten, der in dieſem Falle verbunden iſt, eine Abſchrift ſeiner Vollmacht mitzutheilen, unterzeichnet ſeyen; 5) Daß er ſich anbiethe, bis zum Betrage des Preiſes und der Laſten Buͤrgſchaft zu leiſten; Alles bey Strafe der Nichtigkeit.*) 2186. Haben die Glaͤubiger in der vorgeſchriebenen Friſt und Form auf dͤffentliche Feilbiethung und Verſteigerung nicht *) Siehe Art. 832 u. 333 des Geſetzb. ü. d. r. V. j. C. S. 524 II. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. angetragen, ſo bleibt der Werth der unbeweglichen Sache auf den in dem Contracte bedungenen oder von dem neuen Eigen⸗ thuͤmer angegebenen Preis unwiderruflich feſtgeſetzt. Dieſer (Eigenthuͤmer) wird mithin von allen Privilegien und Hypo⸗ theken befreyt, wenn er den beſagten Preis den Glaͤubigern auszahlt, welche die Ordnung trifft, ihn in Empfang zu nehmen, oder ihn hinterlegt. 2187. Kommt es zu einem neuen n Verkaufe an den Meiſt⸗ biethenden, ſo ſoll dieſer, auf Betreiben des Glaͤubigers, der hierauf angetragen hat, oder des neuen Eigenthuͤmers in den Formen Statt haben, welche fuͤr die unfreywilligen Vergan⸗ tungen feſtgeſetzt ſind.. Derjenige, der die Verſteigerung betreibt, muß in den Anſchlags⸗Zetteln den Preis anzeigen, der in dem Contracte bedungen oder erklaͤrt worden iſt, ſo wie die erhoͤhte Summe, welche der Glaͤubiger zu biethen oder von andern biethen zu laſſen ſich anheiſchig gemacht hat.*)— 2188. Der Anſteigerer iſt ſchuldig, nebſt dem Preiſe, wofuͤr die Sache ihm zugeſchlagen wurde, dem Erwerber oder Geſchenknehmer, der ſeines Beſitzes entſetzt worden iſt, die Koſten und redlichen Auslagen fuͤr ſeinen Contract, die Koſten der Einſchreibung in die Regiſter des Hypotheken⸗ Bewahrers, die Koſten der Inſinuation, und jene, die er verwendet hat, um zu einem neuen Verkaufe zu gelangen⸗ zuruͤckzugeben. 2189. Der Erwerber oder Geſchenknehmer, der das zur Verſteigerung ausgeſetzte unbewegliche Gut dadurch behaͤlt, daß er der Meiſtbiethende blieb, iſt nicht verbunden, das Urtheil, wodurch es ihm zugeſchlagen wurde, einſchreiben zu laſſen. 2190. Die Verzichtleiſtung des Glaͤubigers, der auf Ver⸗ ſteigerung angetragen hatte, kann den offentlichen Zuſchlag nicht verhindern, ſollte er auch die Summe bezahlen, wozu *) Siehe Art. 336 un f. d. S. ü d. r. V. in C. S. znmn zu imt ſt bil ſuhine nmil uen ſid zu Wuin umnp hri, e viln, mnrfen u, den de ſü ins j uhhthel nine wbmeb i Rhli bahhln ji Mii ujun wih ullh t mne uin, abuzn ln, eiheie bchtuf en igen ht. Niſ ued hin Gliign Euyfug den M uigus, d int ih Muhn mß ih Nn Uun ihnem hn lihu lmu hhin u t ſuhun Mp vut i vu, ti , vn 1 ini ilW — utt IM. Buch. XVlll. Tit. Von Peivilegien und Hypotheken. 525 er ſich anheiſchig gemacht hatte, es ſey dann, daß alle uͤbri⸗ gen hypothekariſchen Glaͤubiger ausdruͤcklich einwilligen. 2191. Der Erwerber, welcher das Gut aufs neue an ſich ſteigert, hat wider den Verkaͤufer fuͤr die Wiedererſtat⸗ tung desjenigen, was den in ſeinem Kauf⸗Contracte bedun⸗ genen Preis uͤberſteigt, und fuͤr die Zinſen dieſer zu viel bezahlten Summe von dem Tage einer jeden Zahlung anzu⸗ rechnen, ſeinen Regreß, ſo wie er von Rechts wegen Statt hat⸗ 2192. Sollten in der Erwerbungs⸗Urkunde des neuen Eigenthuͤmers Immobilien und Mobilien zugleich, oder meh⸗ rere Immobilien begriffen ſeyn, wovon einige mit Hypotheken beſchwert ſind, die andern nicht, ſie moͤgen in dem nehm⸗ lichen oder in verſchiedenen fuͤr das Hypotheken⸗Weſen ange⸗ nommenen Bezirken gelegen, zuſammen fuͤr einen und denſelben Preis, ober abgeſondert fuͤr verſchiedene und beſondere Preiſe veraͤußert, der nehmlichen landwirthſchaftlichen Benutzung unterworfen ſeyn oder nicht, ſo ſoll in dem Inſinuations⸗ Acte, den der neue Eigenthuͤmer zu bewerkſtelligen hat, der Preis eines jeden Grundſtuͤcks, worauf beſondere Privilegien oder Hypotheken eingetragen ſind, allenfalls, und je nachdem die Umſtände beſchaffen ſind, nach Maßgabe des geſammten, in der Erwerbungs⸗Urkunde ausgedruckten Preiſes angegeben werden. Der Glaͤubiger, der ein Uebergeboth thut, kann in heinem Falle angehalten werden, ſein Anbiethen eines höhern Preiſes auf die Mobilien oder auf andere Immobilien, als welche ſeiner Forderung zur Hypothek dienen, und in dem nehm⸗ lichen Bezirke gelegen ſind, auszudehnen; dem neuen Eigen⸗ thuͤmer bleibt gleichwohl fuͤr die Erſtattung des Schadens, den er entweder durch die Trennung der Gegenſtaͤnde ſeiner Erwerbung, oder jdurch die Trennung der landwirthſchaft⸗ lichen Benutzungen erleiden mag, der Regreß wider ſeine Autoren(jene, von denen ſin Recht herruͤhrt) vorbehalten⸗ 5a6 II. Buch. XVIII Tit. Von Privilegien und Hypotheken. Neuntes Capitel. Von der Art, die Guͤter der Ehemaͤnner und der Vormuͤnder von den Hypotheken frey zu machen, wenn deren keine darauf eingetragen ſind. 2103. Wer unbewegliche Guͤter erwirbt, die Ehemaͤnnern oder Vormuͤndern zugehdren, kann die von ihm erworbenen Guͤter von den Hypotheken frey machen, die etwa darauf haften, wenn auf dieſe Immobilien, wegen der aus der vor⸗ mundſchaftlichen Verwaltung entſtehenden Forderungen, oder wegen des Brautſchatzes, und d⸗ ſſen, was der Ehegattinn zum Erſatze ihres eigenthuͤmlichen Vermoͤgens oder zu Folge des Che⸗Contractes gebuͤhren mag, keine Eintragungen vor⸗ handen ſind. 2194. Zu dieſem Ende hinterlegt der Erwerber auf der Kanzelley des Civil⸗Gerichtes des Ortes, wo die Guͤter gele⸗ gen ſind, eine gehoͤrig beglaubte Abſchrift des zur Uebertra⸗ gung des Eigenthums geeigneten Contractes, und beſcheinigt, durch einen ſowohl der Frau oder dem Neben⸗Vormunde, als dem kaiſerlichen Procurator bey dem Gerichte inſinuirten Act, die von ihm geſchehene Hinterlegung. Ein Auszug dieſes Contractes, worin deſſen Datum, die Nahmen, Vor⸗ nahmen, das Gewerbe und die Wohnorte der Contrahenten, die Natur und Lage der Gäter, der Preis und die uͤbrigen Bedingungen und Laſten des Verkaufs enthalten ſeyn muͤſſen, ſoll in dem Audienz⸗Sale des Gerichtes angeſchlagen wer⸗ den, und zwey Monate hindurch angeheftet bleiben; in dieſer Zwiſchenzeit iſt es den Frauen, den Ehemaͤnnern, Vormün⸗ dern, Neben⸗Vormuͤndern, Minderjaͤhrigen, Interdicirten, Verwandten oder Freunden und dem kaiſerlichen Procurator geſtattet, bewandten Umſtänden nach Eintragungen auf das veraͤußerte unbewegliche Gut auf dem Buͤreau des Hypothe⸗ ken⸗Bewahrers nachzuſuchen und vornehmen zu laſſen, welche die nehmliche Wirkung haben ſollen, als wenn ſie an dem Tage des Heiraths⸗Contractes, oder am Tage, wo der Ver⸗ mund die Verwaltung angetreten hat, geſchehen wären, mit nuh uut uin jniub niuni Umſ ihlu w iu E ſiriiʒ mih in i lihed won E n ke n uf ipl it ent un m —— Ie Atniig in mehen ) n du ött uhnn b tu gi iniigti iin, int; vinin 4 Me lun iin un ünſun lmn au wo ſ ihn le wut itz iß uen Porine deten lit heninen erwbemn wa du t der en, ode hetim unohe zunn ue u it hingt ju hiu nhiit om heiſuin ii lihg un, P Lumienn in iſunit gihunn ihuzui un h in ymn . v 1 iſi i uſini ſu iui m. Buch. XvII. Tit. Von Privjlegien und Hypotheken. 527 Vorbehalt des Verfahrens, das, wie hier oben beſtimmt worden iſt, wider die Ehemaͤnner und die Vormuͤnder Statt haben kann, wenn ſie Hypotheken zum Vortheile dritter Perſonen verwilligt haben, ohne ihnen erklaͤrt zu haben, daß die Immobilien ſchon wegen der Heirath oder Vormundſchaft mit Hypotheken beſchwert ſeyen. 2195. Iſt in dem Laufe der zwey Monate, binnen welchen der Contract angeſchlagen war, fuͤr die Frauen, Minderjaͤhrige oder Interdicirte auf die verkauften Immobi⸗ lien nichts eingetragen worden, ſo gehen ſie auf den Erwerber uͤber, ohne daß ſie fuͤr den Brautſchatz der Frau, fuͤr den ihr gebuͤhrenden Erſatz ihres Vermdogens, und fuͤr das was in dem Ehe⸗Contracte ihr zugeſagt iſt, oder fuͤr dasjenige, was der Vormund aus ſeiner Verwaltung ſchuldig ſeyn mag, auf einige Weiſe beſchwert ſeyen; mit Vorbehalt des Regreſſes wider den Ehegatten, oder den Vormund, in ſo fern er ein⸗ treten mag.*) *) No XCl. Gutachten des Staats⸗Raths uͤber die Rittel, den Schwierigkeiten vorzubeugen, welche ſich bey geſetzlichen Hypo⸗ theken ergeben, die unabhängig von aller Eintragung beſtehen, vom 9. May 1807 genehmiget vom Kaiſer den 1. Junius. Der Staats⸗Rath, welcher nach der Weiſung Sr. Maj. den Vortrag der Finanz⸗ und Geſetzgebungs⸗Seetivnen über den Bericht des Miniſters des öffentlichen Schatzes in Betreff der Mittel, den Schwierigkeiten vorzubeugen, welche ſich bey geſetzlichen Hypo⸗ theken ergeben, die unabhaͤngig von aller Eintragung beſtehen, angehört hat; In Erwägung, doß die Art. 2193 214 und 2795 des Geſetz⸗ buches Napoleans das Verfahren vorgeſchrieben haben, welches beobachtet werden muß, um Immobilien von den geſetzlichen Hypo⸗ theken der Frauen, der Minderjaͤhrigen und Juterdieirten, welche unabhängig von aller Eintragung beſtehen, frey zu machen; Daß der Art 2194 fordert, daß die über die Hinterlegung des Contraetes, wodurch das Eigenthum übergegangen iſt, bey der Gerichts⸗Kanzelley, gefertigte Urkunde ſowohl der Frau und dem Nebenvormunde als auch dem kaiſerl. Procurator bey dem Gerichte des Bezirkes inſinuirt werden ſell, worunter die Güter liegen; 5*8 II. Buch. XVlll. Tit. Von Privilegien und Hypetheken. Sind Hypotheken im Nahmen der beſagten Frauen, Min⸗ derjaͤhrigen oder Interdicirten eingetragen worden, es gibt Daß die Vollziehung dieſer Verfuͤgung jedes Mahl möglich iſt, wenn der Nebenvormund und die Frau oder ihre Repraͤſentanten bekaunt ſind; Daß aber oft der Fall eintritt, daß ſie es nicht ſind, und daß alsdann die Ankäufer genöthiget ſind, die Inſinugtion bloß dem kaiſerl. Procurator machen zu laſſen; Daß es bey dieſer Lage der Dinge zweckmäßig iſt, bey künſti⸗ gen Fällen die Mittel zu ergreifen, welche das Geſetzbuch Napo, leons und das Geſetzbuch über das rechtliche Verfahren in Civil⸗ Sachen vorgeſchrieben haben, wenn Parteyen von etwas benachrich⸗ tiget werden ſollen, wobey ſie ein Intereſſe haben mögen: Iſt der Meinung, 1) Daß, wenn die Frau, oder ihr Stellvertreter, oder der Nebenvormund dem Pnkaͤufer unbekannt ſind, es noͤthig und hin⸗ reichend iſt, um die Inſinuation zu erſetzen, welche ihnen nach dem erwähnten 2194. Art. gemacht werden muß, daß erſtens der An⸗ käufer in der dem kaiſerl. Procurator zu machenden Inſinuation erklaͤre, daß, da diejenigen, in deren Nahmen wegen geſetzlichet unabhängig von der Eintragung beſtehenden Hypotheken, Eintra⸗ gungen vorgenommen werden könnten, unbekannt ſind, er gedachte Inſinuativn in der durch den Art. 683 des Geſetzbuches uͤber das rechtliche Verfahren in Civil⸗Sachen beſtimmten Form bekannt machen werde; und daß zweytens derſelbe Ankaͤufer dieſe Bekannt⸗ machung in der durch den 683. Art. des erwähnten Geſetzbuches vorgeſchriebenen Form bewerkſtellige, oder daß, wenn in dem De⸗ rartemente keine Zeitung erſcheint, der Ankaͤufer ſich von dem kaiſerl Procurator ein Zeugniß ertheilen laſſe, woraus hervorgeht, daß keine exiſtirt; 2) Daß die Friſt von zwey Monaten, die durch den 2194. Art. des Geſetzbuches Napoleons beſtimmt iſt, um im Nahmen der Frauen, Minderjaͤhrigen und Jaterdieirten Hypotheken⸗Rechte eintragen zu laſſen, erſt von dem Tage der zu Folge des angeführten 683. Art⸗ des Geſetzbuches über das rechtliche Verfahren in Civil⸗Sachen ge⸗ ſchehenen Bekanntmachung oder von dem Tage der Ausfertigung des Zeugniſſes des kaiſerl. Proenrators uͤber den Umſtand, daß in dem Depvartemente keine Zeitung erſcheint, zu laufen anfangen ſoll; und. 3) Daß gegenwärtiger Gutachten in das Geſetz Buͤlletin einge⸗ rückt werden muß. i ſu hhng hili umiuiß n ii ii uin, ſi in lin unun hn w unm wiſn i iril e hug ni 3 w Nub Inn ni di i, ſih 3 nug ¹ ilfn 1 6i Nui ſ uhn i uf h ihn nt hei iu, R 6 z — niit ü ſiſumn undh buß n eh knft uch M ſin Giil htih, u inh iiz wo unhh ies ub unt nit iiu kit nhh iiein in hint ſi hint hiſtn iind n t aefuu inn nn ſoun⸗ vint Wu uui i m. Buch. XvIn. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 525 aber aͤltere Glaubiger, welche den Preis ganz oder zum Theile wegnehmen, ſo wird der Erwerber fuͤr den Preis oder denjenigen Theil des Preiſes, den er den Glaͤubigern zahlt, welche nach der unter ihnen eintretenden Rang⸗Ordnung hiezu berechtiget ſind, von aller weitern Verbindlichkeit befreyt, und die Eintragungen, welche im Nahmen der Frauen, der Minderjaͤhrigen oder Interdicirten geſchehen ſind, ſollen ganz oder verhaͤltnißmaͤßig(nach dem Betrage des an altere Glaͤu⸗ biger gezahlten Preiſes) ausgeſtrichen werden. Sind die Eintragungen, welche im Nahmen der Frauen⸗ der Minderjaͤhrigen oder Interdicirten geſchehen ſind, die älteſten, ſo darf der Erwerber zu ihrem Nachtheile durchaus keine Zahlung des Preiſes verfuͤgen. Das Datum dieſer Ein⸗ tragungen wird allemahl, wie hier oben beſtimmt iſt, von dem Tage des Heiraths Contractes, oder vom Tage an, wo der Vormund die Verwaltung angetreten hat, gerechnet, und in dieſem Falle ſind die Eintragungen der uͤbrigen Glaͤubiger, auf welche der Preis nach der unter ihnen eintretenden Rang⸗ Drdnung nicht reichen kann, auszuſtreichen⸗ Zehntes Eapitet. Von der Publicität(Oeffentlichkeit) der Regiſter und der Verantwortlichkeit der Hypoth ken⸗Bewahrer. 2196. Die Hypotheken⸗Bewahrer ſind ſchuldig, allen denjenigen, die es verlangen, eine Abſchrift der in ihre Regiſter eingeſchriebenen Urkunden, ſo wie der noch beſtehen⸗ den Eintragungen, oder ein geugniß, daß keine vorhanden ſind, abzuliefern. 2197. Sie ſind fuͤr den Schaden verantwortlich, der daraus entſpringt, 1) Daß ſie Urkunden, wodurch eine Veraͤnderung mit dem Eigenthum vorgegangen iſt, oder Privilegien und Hypo⸗ theken, des auf ihrem Buͤreau geſchehenen Anſuchens unge⸗ hindert, in ihre Regiſter einzuſchreiben oder einzutragen unier⸗ laſſen haben; 530 MI. Buch FVUI. Lit. Yon Privilegien und Hypotheken. 2) Daß in ihren Zeugniſſen einer oder mehrerer wirklich beſtehenden Eintragungen keine Erwaͤhnung geſchehen iſt⸗ der Irrthum ruͤhre dann, ſo viel dieſen letztern Fall betrifft, nur von unzulaͤnglichen Bezeichnungen her, die ihnen nicht zur Laſt gelegt werden koͤnnten. 2108. Das unbewegliche Gut, in Hinſicht deſſen der Hppotheken⸗Bewahrer eine oder mehrere darauf eingetragene Laſten in ſeinen Zeugniſſen ausgelaſſen haben mochte, bleibt, unter dem Vorbehalt der Verantwortlichkeit des Hypotheken⸗ Bewahrers, in den Haͤnden des neuen Beſitzers davon befreyt, vorausgeſetzt, daß er das Zeugniß nach der Einſchreibung ſeines Erwerb⸗Titels nackgeſucht hat; unbeſchadet gleichwohl des Rechtes, welches den Gläubigern noch allemahl zuſteht, ſich nach der ihnen gebaͤhrenden Rang⸗Ordnung elaſſificiren zu laſſen, ſo lange der Preis von dem Erwerber nicht gezahlt, oder die unter den Gläubigern gemachte Claſſification nicht homologirt(gerichtlich beſtaͤtigt) worden iſt. 2199. In keinem Falle duͤrfen die Hypotheken⸗Bewahrer die Einſchreibung der Urkunden, wodurch eine Veraͤnderung mit dem Eigenthum vorgeht, die Eintragung der Hypotheken⸗ Rechte oder die Ablieferung der verlangten Z ugniſſe verwei⸗ gern oder verzogern, bey Strafe, daß ſie den Parteyen fuͤr vollſtandige Schadloshaltung zu haften haben; zu dieſem Ende ſollen auf Betreiben der Requirenten gleich auf der Stelle Verbal⸗Prozeſſe uͤber die Verweigerungen oder Verzoͤgerungen entweder von einem Friedens⸗Richter, oder von einem Huiſſier, der bey dem Gerichte in der Audienz die Parteyen aufruft (huissier audiencier,) oder von einem andern Huiſſier oder von einem Notar in Beyſtand zweyer Zengen gefertiget werden. 2200. Die Hypotheken⸗Bewahrer ſind jedoch verbunden⸗ ein Regiſter zu fuͤhren, in welchem ſie Tag ſuͤr Tag, und unter fortlauſenden Ziffern die zum Einſchreiben ihnen einge⸗ handigten Urkunden, wodurch eine Veraͤnderung mit dem Eigenthum vorgeht, und die Bordereaur bemerken ſollen, die ihnen zugeſtellt worden ſind, um eingetragen zu werden. un in inhn zumir zuil iuint n it iunin iun n m U Ipnh Kheichs, aſ u ſüu h min ullin⸗ ulnt uin byj — nu. hhte ſwule iſh lunz hunn Rü u utt z uip Au% mn, hn; n g h ſeben tnilic nſt, m niſtm ich u deſen d ngenazen ſe, hlet, wothen uhefun ſſnibun ſhmh nl wit güſſtn ſihizu ftnin i nbit in rhhl giſ un ninſt iſn k u guzun imnhijt un ui iſirun in nl qu i ih ei b i ſi up m. Buch. XVItI. Tit. Voi Privilezien und Hyßotheken 5i Sie ſollen dem Requirenten eine Beſcheinigung auf geſtem⸗ peltem Papier geben, worin die Nummer des Regiſters ange⸗ fuͤhrt wird, in welchem die geſchehene Einhaͤndigung bemerkt iſt; und ſie duͤrfen die Urkunden, wodurch eine Veraͤnderung mit dem Eigenthum vorgeht, in die dazu beſtimmten Regiſter nicht anders einſchreiben, noch die Bordereaur(Auszuͤge) anders darin eintragen, als unter dem Datum und in der Ordnung, wie ſie ihnen eingehändiget worden ſind. ²) 2o Alle Regiſter der Hypotheken⸗Bewahret werden auf geſtempeltem Papier gefuͤhrt, und von einem Richter des Gerichts, unter deſſen Gerichtsbarkeit das Buͤreau ange⸗ ordnet iſt, auf jeder Seite, unter Bemerkung, welche die erſte und letzte ſey, mit fortlaufenden Ziffern und mit dem Handzuge verſehen. Die Regiſter ſind eben ſo, wie jene, worin die Urkunden einregiſtrirt werden, mit jedem Tage abzuſchließen. ¹ 2202. Die Hypotheken⸗Bewährer ſind ſchuldig, ſich in ihren Amts⸗Verrichtungen nach allen Verfuͤgungen des gegen⸗ wärtigen Capitels zu richten, bey Strafe von zwey hundert Ne XCtu. Kaiſerl. Deeret, welches die Gebühren der Hypo⸗ theken⸗Bewahrer beſtimmt, vom 21. Sept. 1840. Wir Napoleon ꝛe. auf den Bericht unſers Finanz⸗Miniſters, Nach Einſicht des Geſetzes vom 21. Ventos 7. J., weiches die Gebuͤhren der Hypotheken⸗Bewahrer betimmt; „ Der Bemertungen unſers Staats⸗Raths, General⸗Direetors der Einregiſtriruns und der Domainen uͤber die Unzulänglichkeit dieſer Gebühren in Ruͤckſicht der Arbeiten und der Verantwortlichkeit der Bewahrer; Der Art. a150 und 2200 des Geſetzbuchs Napoleons; der Art. 679, 681 und 696 der Civil⸗Prozef⸗Ordnung welche neue durch das Geſetz vom 21. Ventos 7. J. nicht vorgeſehene Formalitäten bingeführt haben; Des 1042 Art der Eivil⸗Prozeß⸗Orönung Nach Anhörung unſeres Staats⸗Raths; Haben wir deeretirt und deeretiren wie folgt; Art. 1. Die Gebühren der Hypotheken⸗Bewahret ſür die ih aufgetragenen Verrichtnugen ſollen von dem Tage der Verkuͤndig 53 II. Buch XvIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. „hl bis tauſend Franes fuͤr die erſte, und der Entſetzung ihres mnn Amtes fuͤr die zwerte Uebertretung, mit Vorbehalt des den iuun Parteyen zu erſetzenden Schadens und entbehrten Gewinns, welche vor der Geldbuße bezahlt werden ſollen. i julh des anurechten nach beygeſchloſſenem Ver⸗ zeichniſſe bezahlt wenden. z. Alle früher hierüber ergangene Verfügungen ſind abgeſchafft. niki Formalitaten, für welche den Hypotheken⸗ Gebüh⸗ dnt Bewahrern Gebuͤhren zu be en ſind. ren. ſſin 3 Fr⸗ ſé. ſue 6. zür die Einregiſtirung Beſcheinigung der Hinter⸗) uſiſ legaung der Urkunden, woraus eine Veränderung mit h dem Etgenthum hervorgeht um eingeſchrieben, oder ſn der Bordereaux um eingetragen zu werden„ 0 i 2.[Fuͤr die Eintragung einer jeden Hypothek oder eines i jeden Privilegiums, ohne Ruͤckſicht auf die Anzahl ſü h der Gläubiger, wenn die Formalität durch das nehm ſiß liche Bordereau verlangt helt 3 Für jede von Amts wegen von dem Bewahrer vorge⸗ ean nemmene Eintragung zu Folge eines Letes, wo⸗. ℳ durch das Eigenthum übergehen kann und der der hu Einſchreibung unterworfen iſt... ſoo uſ 4. Für jede Erklärung der Veränderung des Wehnſtzes, ijo oder der Veränderung des Gläubigers, oder beyder ut u ſngleich, wenn ſie in einer Urfunde geſchieht. o 60 4. 5. Für jede Ausſtreichung einer Eintragung 11o0 in 6. Für jeden Auszug einer Eintragung oder fuͤr jedes Zeugniß, daß feine geſchehen it 160 7. Für die Einſchreibung jeder urkunde, woraus eine Ver änderung im Eigenthume hervorgeht, für jedes ge⸗ juhlnt ſchriebene Blatt des Bewahrers, das 25 Zeilen auf ihue jeder Seite und 18 Sylben in jeder Zeile enthältſ 1 ſoo euit s. Für jedes Zeugniß, daß keine urkunde, woraus eine nſin Verönderung in dem Eigenthum hervorgeht, ue ſchisben worben it 100 nizu §. Für die collationnirten Abſchriften der in den i theken Böreaur hinterlegten und eingeſchriebenen un n urkunden, jür jedes geſchriebene Blatt des Bewah⸗ ſu b rers, das 25 Zeilen auf jeber Seite und 13 Eyl⸗ ben in jeder 3eile zi hn —⸗ zzz—z——— ſhen ng ihres t dy Genin — ſnen De tigeſiſt II. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. 533 2203. Die Erwaͤhnungen geſchehener Hinterlegungen, die Eintragungen und Einſchreibungen werden in den Regiſtern in einer ununterbrochenen Reihe, ohne daß irgend ein leerer Formalitaͤten, fuͤr welche den Hypotheken⸗ Gebuͤh Se Gebuͤhren zu bezahlen ſind. reu. u Fr[C 10 pie jedes Duplict(doppelte Auofertigung) einer i 2 o ſ25 11. die Einſchreibung eines jeden Verbal⸗ prozeſſes uͤber den auf ein unbewegliches Gut gelegten Beſchlag (Art. 677 der Civil⸗Prozeß⸗Ordnung), für jedes ge ſchriebene Blatt des Bewahrers, das 25 Zeilen auf jeder Seite und 18 Sylben in jeder Zeile euthält 1ſoo 12 Für die Einregiſtrirung der Ankündigung des auf ein unbewegliches Gut gelegten Beſchlags, welche dem gegen den er angelegt worden, gemacht wird, und die Erwaͤhnung, welche hievon am Rande des Re giſters geſchieht(Art. 681 der Civil⸗Pr.⸗ Ordnung) 1 ſoo 13. Fuͤr die„Eiuregiſtrirung einer jeden urkunde des Huiſ ſiers über die den eingetragenen Gläubigern geſche hene Inſinuation der Anſchlagszettel,(Art. 696 desgedachten Geſetzbuchs) welche die Stelle der Ein⸗ tragung der Inſinuations⸗Urkunden der über die Anheftung der Anſchlagszettel gefertigten Verkal Prozeſſe vetritt 1ſoo 14 Für jede urkunde des Bewahrers, welche im Falle eines vorher angelegten Beſchlags ſeine Weigerung die Einſchreibung vorzunehmen in Gewißheit ſett (Art. 679 der Civil⸗Prozeß⸗Ordnung).. 1ſoo . Für die Ausſtreichung eines auf ein unbewegliches Gut gelegten Beſchlags(Art. 696 der Civil⸗Pr.⸗Ordn.) 1 1loo No. XClII. Gutachten des Staats⸗Raths über die Gebuͤhren der Hypotheken⸗Bewahrer, vom 10. Sept 1311, genehmiget vom Kaiſer den 16. Sept. Der Staats⸗Rath, welcher zu Folge der von Sr Maj. ver⸗ ordneten Hinverweiſung den Vortrag der Finanz⸗Seetion über jenen des Miniſters dieſes Departements angehoͤrt hat, der zum Zwecke hatte, daß als Zuſatz zum Nro. 6 des dem Decrete vom 21. Sept. 181o beygefügten Tarifs über die Gebühren der Hypotheken⸗Bewah⸗ rer verordnet werde, daß für die Verzeichniſſe der auf Perſonen oder unbewegliche Güter wirklich beſtehenden Eiatragungen, welche die Hypotheken⸗Bewahrer zu Folge des A 2196 des Geſetzb. Napo⸗ 334 M. Buch. XVIII. Tit. Von Privilegien und Hypotheken. Raum gelaſſen, oder zwiſchen den Ziilen etwas geſchrieben werden darf, vorgenommen. Im Uebertretungs⸗Falle wird der Hypotheken⸗Bewahrer in eine Geldſtrafe von tauſend bis zweytauſend Francs verurtheilt, und hat den Parteyen den Schaden und entbehrten Gewinn zu erſetzen. Letztere werden ebenfalls vor der Zahlung der Geldbuße befriediget.*) ieons und des 752. Art. der Civil⸗ Prozeß⸗ Ordnung auszufertigen verbunden ſind, wenn ſie mit dem Zeugniſſe beſchloſſen gerden, daß keine andern exiſtiren; zwey verſchiedene Gebühren khtrichtet werden ſollen, eine wegen der Zahl der Eiutragungen, und die andere wegen der Zahl der Perſonen deren hypothekariſche Lage beſcheiniget wird; Nach Einſicht des Dectets vom 21. Seyt. 1310 und des vn ſelben beygefuͤgten Tarifs, der Art. 2183, 2196 und 2197 des Geſetzb. Napoleons, und der Art. 665 732 und s34 der Gvil⸗ Prozeß⸗Ordnung; In Erwägung, daß durch das Deeret vom 21. Sept. 1810, welches den Hypotheken⸗Bewahrern Gebühren zuſteht, die ſie für die Gefahren bey ihren Amts⸗Verrichtungen entſchädigen können, der unzulänglichkeit des vorhergehenden Tarifs abgeholfen iſt, daß es aber weder in dem Geiſte noch in dem Buchſtaben dieſes Deerets liegt, ihnen mehrere verſchiedene ſir die For⸗ malität zu geſtatten, Iſt der Meinung, 1) Daß zu Folge des Nro. 6 des e kuiſer. Decrete vom 2r. Sept. 1810 beygefügten Carifs den Hypotheken⸗Bewahrern nur die Gebühr von einem Frane für jeden im Hefte der Bedingniſſe be⸗ griffenen Auszug der Eintraguns einer Hypothek, den ſie den hierum anſtehenden Parteyen auszuliefern verbunden ſind, zukommt, ohne daß etwas fuͤr jedes Schluß⸗Zeugniß, worin beſcheiniget wird, daß die ausgelieferten Eintragungen allein auf die beſchwerten Perſo⸗ nen haften, gefordert werden könne; und daß die Gebuͤhr von einem Frane fuͤr das verneinende Zeugniß ihnen nur in dem einzigen Falle zukommt, wo auf die Perſon, worauf es ſich bezieht, keine einzige Eintragung einer Hypothek geſchehen iſt; 2) Daß gegenwaͤrtiges Gutachten dem Geſetz⸗Bülletin eingetra gen werden muß. *) No. XCIV. Gutachten des Stnate Raths über die Art inb Weiſe, die in den Hypotheken⸗ Regiſtern begangenen Irrthümer u it ſu it zilhe n v uh iht m d Uuihn Mhen, ſiulun we wuhm — be ithn m un der6te uinn hin ſulus it un den inigle ihu welt inin wn uhnin veninn in kin ahn lin uzn tz unm it 3 ſ, izuſu . imn ſih uſß t ih vihn uheu. ſchrihen i ih uſ ſteen ien te werden — iuſuin lgeren ihn u ſhe wMſw wuyM ſuhhh ki u, ipi iinim in ſei iu Mui u un unwi pinßb uuſm ſum inuh ſunh iun nuu uum ehnn u Min m. Buch. XIXK. Tit. Von der nichtfreyw. Vergantung ꝛe. 341 Neunzehnter Titel. Von der nichtfreywilligen Vergantung unbeweg⸗ licher Guter und der Rang⸗Ordnung unter den Glaͤnbigern. Decret. den 19. März 1804. Promulg. den 29. des nehml. Mon.) Erſtes Capitel. Von der nichtfreywilligen Vergantung unbeweglicher Guͤter. a204. Der Glaͤnbiger iſt befugt, die Vergantung 1) der unbeweglichen Guͤter, welche ſeinem Schuldner eigenthümlich ugehoͤren, und ihrer Acceſſorien, welche fuͤr Immobilien ſetn werden, 2) des dem Schuldner zuſtehenden Niß⸗ brauches an Guͤtern der nehmlichen Art, gerichtlich zu betreiben. oder Unregelmäßigkeiten zu berichtigen, vom 11. Dec. 1310, geneh⸗ miget vom Kaiſer den 26. Dec. Der Staats⸗Rath, welcher auf die von St. k. k. Majeſtät verfuͤgte Hinverweiſung eines Berichtes des Groß⸗Richters, Juſtitz⸗ Miniſters über die Art und Weiſe in den Hypotheken⸗Regiſtern die von den Hypotheken⸗Bewahrern begangenen Irrthümer oden Unregelmaͤßigkeiten zu berichtigen, die Geſetzgebungs⸗Seetion ange⸗ poͤrt hat; welcher gedachte Bericht den von dem General⸗Director der Einregiſtrirungs⸗Gebühren gemachten Vorſchlag, die Hypothe⸗ ken⸗Bewahrer durch die Gerichte ermächtigen zu laſſen, die erwaͤhn⸗ ten Irrthümer oder Unregelmäßiskeiten zu berichtigen, mittheitte; In Erwaͤgung, daß eine nicht geuaue Einſchreibung der von einem die Eintragung nachſuchenden Gläubiger dem Hypotheken⸗ Bewahrer überreichten Bordereaur jenem eine Klage auf Gewähr⸗ leitung gegen dieſen gibt, wenu er hiedurch einigen Nachtheil erlit⸗ ten hat; daß aber in Anſehung dritter Perſonen die Wirkung der Eiutragung ſich auf das beſchränkt, was in das Regiſter eingeſchrie⸗ ben worden iſt, weil dieſes Regiſter das einzige Stück iſt, welches die Intereſſenten einzuſehen berufen ſind, und der Glaͤubiger, welcher die Einrragung nachgeſucht hat, es ſich vorzüglich zurechnen muß, daß er nicht darauf gewacht hat, daß die Einſchreibung genau ge⸗ ſchehen iſt; Daß es übrigens in dem Auzenblicke ſelbſt, wo man Irrthü⸗ mer oder Unregelmäßigkeiten in der Einſchreibung im Regiſier des 536 Al Buch. VX. Lit. Von der nichtfreyw. Vergantung ꝛc.* 2205. Der Antheil, den ein Miterbe an den Immobilien einer Erbſchaft in ungetheilter Gemeinſchaft beſitzt, kann z gleichwohl von ſeinen perſoͤnlichen Glaͤubigern nicht zum Ver⸗ iu⸗ kaufe gebracht werden, ebe die Theilung oder Verſteigerung pon vorgenommen worden iſt, worauf ſie antragen mogen, venn 4 ſie es fuͤr dienlich erachten, oder wobey ſie in Gemaͤßheit uphi des 882. Art. unter dem Titel von der Erbfolge mit auf⸗ üln zutreten das Recht haben. n 2206. Die Immobilien eines Minderjaͤhrigen, wen er n auch emancipirt iſt, oder eines Interdicirten, konnen nicht„wch zum Verkauf gebracht werden, b vor er in ſeinem Mobiliar⸗ 1, v Vermoͤgen ausgeklagt worden iſt. w 2207. Das Mobiliar⸗Vermoͤgen braucht nicht zuerſt ange⸗ uſhn griffen und verkauft zu werden, ehe man zur Vergantung ihn, wea der Immobilien ſchreitet, welche ein Volljähriger und ein tih u ii, Hypotheken— Vewahrers entdeckt, ohne Zweiſel Nittel geben. pen um zu verhindern, daß die Wirkungen des Irrthums nicht länger fortdauern; daß aber, ohne ſich an die Gerichte zu wenden, welche mt ohnchin die Eriaubniß nicht ertheilen köunten, in öffentlichen Re⸗ ihm giſtern Verbeſſerungen zu machen, welche die von dritten Perſonen m bül fruͤher erworbenen Rechte verletzen würden, der Hypotheken Bewah⸗ rer nur ein einziges geſetzmäßiges Mittel hat, die Berichtigung zu bewerkſtelligen; dieſes nehmlich, in ſeine Regiſter und zwar nur um unter dem laufenden Datum eine neue Eintragung oder eine zweyte nihn Einſchreibung, welche mit den von den Gläubigern uͤberreichten 1 en Bordereaux mehr gleichlautend iſt, zu machen; Daß jedoch in dieſem Falle und um dem Irrthume, als wäre die auhu nehmliche Eintragung zwey Mahl geſchehen, vorzubeugen, die zweyte ſu, uj Einſchreibung, welche eine neue Eintragung bildet, von einer An⸗ ihiug merkung begleitet ſeyn muß, welche die erſte Eintragung, die ſie hhit verbeſſern ſoll, anführt, und daß der Hypotheken⸗Bewahrer den ihht requtritenden Partiyen Auszuͤge ſowohl aus der erſten als aus der„ 3 zweyten Eintragung zu geben verbunden iſt, in Iſt der Meinung, daß nach dieſen Erläuterungen es nicht b nothwendig iſt, eine feyerliche Ermächtgung nachzuſuchen, noch die richterliche Gewalt in jedem Falle eintreten zu laſſen, wo eine feh⸗ uhm lerhafte Eintragung berichtiget werden muß, und daß gegenwärtiges h n Guta hten in das Geſetz⸗Büllerun eiigeückt werden ſoll. u ſug wohilin thn zun Per ſhun n,wen mitet nit u ven n un uiht Min u uge hun uu — un itt in m u nit n in uhu itzunn nm int ihn lut n i u i n i wi iü ninſh uith M. Vuch. XIX. Tit. Von der nichtfreyw. Vergantung ꝛe 337 Minderjähriger oder Interdicirter in ungetheilter Gemeinſchaft beſitzen, wenn die Schuld unter ihnen gemeinſchaftlich iſt, noch in dem Falle, wo das Verfahren wider einen Volljaͤh⸗ rigen oder vor der Interdiction angefangen hat. 2208. Die Vergantung der Immobilien, welche zur ehe⸗ lichen Guͤter⸗Gemeinſchaft gehdren, wird gegen den Mann, welcher Schuldner iſt, allein betrieben, obgleich die Frau fuͤr die Schuld verbunden iſt. Auf Vergantung der Immobilien, welche der Frau zuge⸗ hoͤren, und nicht in die eheliche Guͤter⸗Gemeinſchaft gekom⸗ men ſind, wird gegen den Mann und die Frau verfahren. Dieſe kann von dem Gerichte autoriſirt werden, wenn der Mann ſich weigert, den Prozeß mit ihr gemeinſchaftlich zu fuͤhren, oder minderjaͤhrig iſt. Sind Mann und Frau, oder iſt die Frau allein noch minderjaͤhrig, ihr volljäͤhriger Mann weigert ſich aber, gemein⸗ ſchaftlich mit ihr den Prozeß zu fuͤhren, ſo wird der Frau ein Vormund von dem Gerichte angeordnet, gegen welchen das Verfahren gerichtet wird. 2200. Ein Glaͤubiger kann auf den Verkauf der Immo⸗ bilien, woran er keine Hypothek hat, nur in dem Falle antragen, wenn die Guͤter, woran ihm eine Hypothek zuſteht, nicht hinreichen. 2216. Guter, die in verſchiedenen Bezirken liegen, kön⸗ nen nur nach und nach zur Vergantung gezogen werden, es ſey dann, daß ſie einen Theil von einer und derſelben Bewirthſchaftung ausmachen. Man betreibt dieſe Vergantung bey dem Gerichte, in deſſen Bezirke der Hauptſitz der Bewirthſchaftung, oder, in Ermangelung eines ſolchen Hauptſitzes, derjenige Theil der Guͤter liegt, der nach der Mutterrolle die meiſten Skaft abwirft. 2211. Wenn die Guͤter, woran der Glaͤubiger eine Hppo⸗ thek hat, und die Guͤter, woran ihm keine Hypothek zuſteht, oder die Guͤter, die in verſchiedenen Bezirken liegen, zu einer 1 s3 m. Buch. xx. Tit. Von der nichtfreyw. Verzantung ꝛe. und derſelben Bewirthſchaftung gehoͤren, ſo werden die einen und die andern, falls der Schuldner darauf antraͤgt, zuſam⸗ men in Vergantung geſtellt, und man berechnet, in ſo weit es nothig iſt, den Preis der einzelnen Theile nach Maßgabe des ganzen Preiſes, wofuͤr der Zuſchlag geſchehen iſt. 2212. Beweiſt der Schuldner durch authentiſche Pacht⸗ briefe, daß der reine und freye Ertrag ſeiner Immobilien in einem Jahre, zur Zahlung der Schuld an Capital, Zinſen und Koſten hinreicht, und er biethet dem Glaͤubiger eine Anweiſung darauf an, ſo kann das Verfahren von den Rich⸗ tern eingeſtellt werden, mit dem Vorbehalt, es wieder fort⸗ zuſetzen, wenn irgend ein Einſpruch oder Hinderniß nachher gegen die Zahlung eintritt. 2213. Auf Vergantung der Immobilien kann nur kraft eines authentiſchen und erecutoriſchen Titels wegen einer ge⸗ wiſſen und liquiden Schuld verfahren werden. Iſt die Schuld. gewiß, aber noch nicht liauid geſtellt, ſo iſt das Verfahren guͤltig, aber der Zuſchlag kann nicht eher als nach der Liqui⸗ dation erfolgen. 2214. Wer durch uebertrag zu einem executoriſchen Titel gelangt iſt, kann die Vergantung nicht eher betreiben, als nachdem der Uebertrag dem Schuldner inſinuirt worden iſt. 2215. Das Verfahren kann kraft eines proviſoriſchen, oder definitiven Urtheils, das einſtweilen, der Appellation ungehindert, vollſtreckt werden darf, Statt haben; aber der Zuſchlag kann erſt nach einem definitiven Urtheile, das in letzter Inſtanz ergangen, oder rechtskraͤftig geworden iſt, en urtheile, welche wegen Nicht⸗Erſcheinens erlaſſen worden (par défaut), gruͤnden kein Verfahren auf Pegantung waͤhrend der Oppoſitions⸗Friſt. 2216. Das Verfahren kann unter dem Vorwande, daß der Glaͤubiger es wegen einer großern Summe, als ihm gebuͤhrt, angefangen habe, nicht fuͤr nichtig erklaͤrt werden. 2217. Jedem Verfahren auf Vergantung unbeweglicher Guͤter muß ein Zahlungs⸗Geboth(commandement de payer) Nin nM ſim vRb m. m vidn un be 1. uznſ iugu lin z lij anj m. d 3 uhni zunhn in —— Nih nt in ii ien ſſm⸗ ſwi Mh ſt. he huche obiiei 5 ziſſu igr in enih⸗ ie jn ißuihe munhi i in ſäekzo Pri uhiuhi viinki min, uin ſ. wiiſtu n inu ſil di zuu imnu m,. 3 ſ in ſin w uni unep — 1II. Buch. XX. Tit. Von der Verjährung. 739 vorhergehen, welches an den Schuldner in Perſon oder an ſeiner Wohnung, durch einen Huiſſier auf Betreiben und Anſuchen des Glaͤubigers gerichtet wird. Die Formen des Zahlungs⸗Geboths und des Verfahrens auf Vergantung werden in den uͤber den Prozeß beſtimmt.*) 14 22„ 3 weytes Von der Rang⸗Ordnung und der Vertheilung des vre unter den Glaͤubigern. 2218. Die Ordnung und die Vertheilung des ee der Immobilien, ſo wie die Art, hiebey zu verfahren, wer⸗ den in den Geſetzen uͤber den Prozeß beſtimmt.**) Bn Titel. Von der Verjaͤhrung. (Deer. den 15. Virz 1304. Promulg. den 25. des nehml. Mon.) . Erſtes Capitel. Allgemeine Verfuͤgungen. 2219. Die Verjaͤhrung iſt ein Mittel, durch Ablauf einer gewiſſen Zeitfriſt und unter den im Geſetze beſtimmten Bedingungen, etwas zu erwerben oder(von Verbindlichkeiten) ſich zu befreyen. 2220. Man kann nicht zum Poraus auf die Verjaͤhrung Verzicht leiſten; man kann auf eine wirklich vollendete Ver⸗ jaͤhrung verzichten. 2221. Die Verzichtleiſtung auf die Verjaͤhrung iſt aus⸗ druͤcklich oder ſtillſchweigend; die ſtill ſchweigende Verzichtlei⸗ ſtung entſpringt aus einer Handlung, welche vorausſetzt, daß man dem erworbenen Rechte entſage. 2222. Wer nicht veraͤußern kann, kann auf eine vollen⸗ dete Verjaͤhrung nicht Verzicht leiſten. * *) Siehe Art. 673 u. f. d. G. ü.d. r. V. i. C. S. **) Siehe Art. 749 u. f. des erwaͤhnten Geſetzbuches. —˙———-—————————— 540 m. Buch. Xx. Lit. Von der Verſährung. 2223. Die Richter duͤrfen den Vertbeidigungs⸗Grund, welchen die Verjaͤhrung darbiethet, von Amts wegen erſetzen. 2224. Die Verjaͤhrung kann in 5 Lage des prizeßee, ſelbſt vor dem Appellations⸗Hofe, vorgeſchutzt werden, es ſey dann, daß man, den Umſtaͤnden nach, vermuthen muͤſſe, daß die Partey, die ſich auf die Verjaͤhrung nicht bezogen hat, hierauf Verzicht gethan habe. 2225. Die Glaͤubiger oder jede andere Perſon, die ein Intereſſe dabey hat, daß die Verzaͤhrung vollendet ſey, kon⸗ nen ſich hierauf beziehen, wenn ſchon der Schuldner oder Eigenthuͤmer darauf Verzicht leiſtet. 2226. Man kann das Eigenthum an Sachen, die dem rochtlichen Verkehr entzogen ſind, nicht verjahren. 2227. Der Staat, die offentlichen Anſtalten und Gemein⸗ den ſind den nehmlichen Verjaͤhrungen, wie die Privat⸗Per⸗ ſonen, unterworfen, und koͤnnen ſie gleichfalls vorſchutzen. Zweytes Capitel.„ Von dem Beſitze. 2228. Der B ſitz iſt die koͤrperliche Inhabung oder der Genuß einer Sache oder eines Rechts, die wir in unſerer Gewalt haben, oder das wir ausuͤben, entweder ſelbſt und in Perſon oder durch einen andern, der die Sache in unſerm Nahmen inne hat, oder das Recht ausuͤbt. 2229. Um verjaͤhren zu koͤnnen, wird ein fortdauernder und ununterbrochener, ruhiger, oͤffentlicher, nicht zweydeu⸗ tiger Beſitz und zwar als Eigenthuͤmer erfordert⸗ 2230. Man hat allemahl die Vermuthung fuͤr ſich, daß man fuͤr ſich und als Eigenthuͤmer beſitze, wenn nicht erwieſen wird, daß man fuͤr einen andern zu beſitzen angefangen hat. 2231. Hat man fuͤr einen andern zu beſitzen angefan⸗ gen, ſo tritt immer die Vermuthung ein, daß man aus dem vehmlichen Rechtsgrunde beſitze, wenn nicht das Gegentheil bewieſen wird. 1 1. m Wn mm wi hilun dih 44 6 z ki im! wjnſ ſltd 1. in eh n un hrinſi: ßihe Un ben 1. ung n öim ulin viſzn iuß in 3 unh uhun, 0 un, it ſuyſ, iden, t en niſe, bepn 1, die in ſy, lin u in u, ih hiu vi wlut ihuin uii uun ſtun ihm giut. ui 1 um nui M. Buch KX. Tit. Von der Verjährung. 541 2232. Handlungen, die man ganz nach Willkuͤhr unter⸗ nimmt oder unteérlaͤßt, und jene, die bloß geduldet werden, koͤnnen weder Beſitz, noch Verjaͤhrung begruͤnden. 2233. Gewaltſame Handlungen konnen auch keinen Beſitz begruͤnden, wodurch eine Verjahrung bewirkt werden könnte. Der biezu taugliche Beſitz nimmt nicht eher ſeinen Anfang, als bis die Gewaltthaͤtigk⸗it aufgehoͤrt hat. 2234. Ein wirklicher Beſitzer, der den Beweis fuͤhrt, daß er vor Alters im Beſitze geweſen ſey„ hat die Vermu⸗ thung fuͤr ſich, daß er in der Zwiſchenzeit Sſn habe, mit des Gegenbeweiſes. 2235. Um die Verjaͤhrung zu vollenden, kann man ſei⸗ nen v zu jenem ſeines Vorgaͤngers rechnen, auf welche Art man auch in ſeine Stelle getreten ſeyn mag, kraft eines Univerſal- oder Particular⸗ Titels, gegen oder ohne Entgeld Gn Folge eines wohlthätigen oder laͤſtigen Titels). Drittes Capitel. Von den Urſachen, welche die Verjaͤhrung verhindern. 2236. Wer fuͤr einen andern beſitzt, verjahrt niemahls, wie lange er auch beſitzen mag. So können der Paͤchter, der Depoſitar, der Nießbraucher und alle uͤbrigen, die vermoͤge einer bloßen widerruflichen Verruͤnſtigung(nur Zulaſſungsweiſe) die Sache des Eigen⸗ thuͤmers inne haben, ſie nicht verjaͤhren. 2237. Die Erben derjenigen, welche die Sache vermoͤge eines der im vorhergehenden Artikel angefuͤhrten Rechtstitel inne hatten, können gleichfalls nicht verjaͤhren. 23. Die im 2236. und 2237. Art. erwähnten Perſonen koͤnnen gleichwohl dann verzaͤhren, wenn der Rechtsgrund ihres Beſitzes entweder aus einer Urſache, die von einer dritten Perſon herruͤhrt, oder durch den Widerſpruch, den ſie dem Rechte des Eigenthuͤmers entgegengeſetzt haben, veraͤndert iſt. 2239. Dieienigen, welchen die Paͤchter, die Depoſitare und andere, die nur Zulaſſungsweiſe beſitzen, die Sache durch 542 m. Buch. XX. Lit. Von der Verjährung. einen Titel uͤberlaſſen haben, der geeignet iſt, das Eigen⸗ thum auf einen andern zu uͤbertragen, konnen ſie verjähren. 2240. Gegen ſeinen Titel kann man nicht verjaͤhren in dem Sinne, daß man ſich ſelbſt die Urſache und den geeng⸗ lichen Grund ſeines Beſitzes nicht aͤndern kann. 2241. In dem Sinne kann man gegen ſeinen Titel ver⸗ jähren, daß man die Befreyung von einer eingegangenen Verbindlichkeit durch Verjaͤhrung erlangt. Viertes Capitel. Von den Urfachen, welche den Lauf der Verjährung unter⸗ brechen oder in Stillſtand bringen. Erſter Abſchnitt⸗ Von den urſachen, welche die Verjaͤhrung unterbrechen. 2242. Die Verjährung kann entweder natuͤrlicher oder buͤrgerlicher Weiſe unterbrochen werden. 2243. Natuͤrliche Unterbrechung iſt vorhanden, wenn der Beſitzer, entweder von dem alten Eigenthuͤmer, oder ſelbſt von einem Dritten, des der Sache mehr als ein Jahr lang beraubt iſt. 2244. Eine Vorladung vor Gericht, ein Zahlungs⸗ Geboth, eine Pfaͤndung oder Beſchlagnehmung, welche demjenigen inſinuirt worden ſind, den man verhindern will, die Verjaͤh⸗ rung zu vollenden, machen die buͤrgerliche Unterbrechung(eine Civil⸗Interruption) aus. 2245. Eine Vorladung zum Verſuche eines Vergleichs vor das Friedens⸗Buͤreau unterbricht die Verjaͤhrung von dem Tage an, von welchem ſie datirt iſt, wenn eine Vorladung vor Gericht in den geſetzlichen Zeitfriſten darauf erfolgt. 2246. Eine Vorladung vor Gericht, ſollte ſie auch vor einen Richter geſchehen ſeyn, der keine Befugniß hat, uͤber die Sache zu erkennen, unterbricht die Verjaͤhrung. 2247. Iſt die Vorladung wegen eints Mangels in der Form as⸗ ſud elt dl khne bun ze ihin mn n hlit ſ bin ſ pujiht theil lnih. 3h tin d i 0 6 ¹ e ihn Een wiihrn, jihn in uſin Litl he. eguugen ſug unt ith nini u, m 1 hihß iin nibich (hin „ihib hr u hi junui uhin fit i i 7 MI. Buch. XX. Tit. Von der Verjaͤbrung. 543 Steht der Klaͤger von ſeiner Klage ab, Laͤßt er die Inſtanz erloͤſchen, Oder wird ſeine Klage verworfen, So wird die Unterbrechung als nicht geſchehen. 2248. Die Verjaͤhrung wird dadurch unterbrochen, daß der Schuldner oder der Beſitzer das Recht desjenigen aner⸗ kennt, wider den er verjaͤhrte. 2240. Wird einer der Solidar⸗Schuldner in Gemäßheit der vorhergehenden Artikel zur Zahlung aufgefordert, oder die Schuld von ihm anerkannt, ſo wird die Verjaͤhrung auch wider alle uͤbrigen, ſelbſt wider ihre Erben, unterbrochen. Die Aufforderung, welche an einen der Erben des Solidar⸗ Schuldners gerichtet worden iſt, oder die von einem ſolchen Erben geſchehene Anerkennung unterbricht in Hinſicht der uͤbrigen Miterben die Verjaͤhrung nicht, wenn ſchon die For⸗ derung mit einer Hypothek verſehen ſeyn ſollte, die Verbind⸗ lichkeit ſey dann untheilbar. Eine ſolche Aufforderung oder Anerkennung unterbricht die Verjaͤhrung in Hinſicht der äbrigen Mitſchuldner nur fuͤr die Antheile, wofuͤr dieſer Erbe verpflichtet iſt. Um in Hinſicht der uͤbrigen Mitſchuldner die Verjaͤhrung fuͤr's Ganze zu unterbrechen, muß die Anmahnung an alle Erben des verſtorbenen Schuldners ergangen, oder von allen dieſen Erben die Schuld anerkannt worden ſeyn. 2250. Eine an den Hauptſchuldner gerichtete Aufforde⸗ rung, oder die von ihm geſchehene Anerkennung unterbricht die Verjaͤhrung in Hinſicht des Buͤrgen. 3 weyter Ab ſcheni Von den Urſachen, wodurch der Lauf der Verjährung in Stillſtam gerätht. 2251. Die Verjaͤhrung laͤuft wider alle Perſonen, es ſey dann, daß ſie in einer durch ein Geſetz aufgeſtellten Ausnahme begriffen ſeyen. 2252. Die PVerjaͤhrung laͤuft nicht gegen Pinderihrige und Interdicirte, mit Vorbehalt deſſen, was im 2278. Art⸗ „ 544 m Buch. XX. Tit. Von der PVerjaͤhrung. beſtimmt iſt, und mit Ausnahme der— im Geſetze beſtimmten Faͤlle. 2233. Sie läuft nicht unter Ehegatten. 2254. Die Verjaͤhrung laͤuft wider eine verheirathete Frau in Hinſicht der Guͤter, wovon ihr Mann die Verwal⸗ tung hat, wenn ſie ſchon in Beziehung auf ihr Vermoͤgen wreder durch einen Heiraths⸗Contract, noch durch ein gericht⸗ liches Erkenntniß von ihrem Manne abgeſondert iſt, mit Vorbehalt ihres Regreſſes wider den Mann. 2255. Sie laͤuft gleichwohl, in Gemaͤßheit des 136r. Art. unter dem Titel von dem Heiraths⸗Contracte und den gegenſeitigen Rechten der Ehbegatten, nicht waͤhrend der Ehe, in Hinſicht eines, nach Dotal⸗Rechten, zum Braut⸗ ſchatze beſtellten und nachher veraͤußerten Grundſtuͤckes. 2256. Waͤhrend der Ehe ſteht ebenfalls der Lauf der Verzaͤhrung ſtill, 1) In dem Falle, wo die Klage der Frau erſt nach vor⸗ hergegangener Wahl unter der Annahme der Guͤter⸗Gemein⸗ ſchaft oder der Verzichtleiſtung auf dieſelbe 3 werden kann; 2) In dem Falle, wo der Mann, der ein ſeiner Frau zugehoriges Gut ohne ihre Einwilligung veraͤußert hat, den Verkauf gewaͤhren muß, und in allen andern Faͤllen, wo die Klage der Frau in ihren Folgen auf den Mann zuruͤckwirken wuͤrde. 2257. Die Verjaͤhrung laͤuft nicht, In Hinſicht einer Forderung, welche von einer Bedin⸗ gung abhaͤngt, bis die Bedingung eimtritt; In Hinſicht einer Klage auf Gewäͤhrleiſtung, bis die Eviction Statt hat; In Hinſicht einer an einem beſtimmten Tage faͤlligen Forderung, bis dieſer Tag erſchienen iſt. 2258. Die Verjaͤhrung laͤuft nicht wider einen Beneficiar⸗ Erben in Hinſicht der Forderungen, welche er an der Erb⸗ ſchaft hat. * zil l 1 Uiut 11 h nbo. zudn n Mlche n. bin ſuf wn tn in iihht 1, ilzen un ku ubh 1 466 ſiun ſt, ahi thitut Mun Nemnig in geich⸗ iſt, ui i pn Kwdden ſhunw ſum ſitt w hui iun iun h in zu dh W in wü itn iu h hi ukb M. Vuch. XX. Lit. Von der Verjährung. 545 Sie laͤuft wider eine erbloſe Hinterlaſſzuſchaft⸗ obſcho ſie mit keinem Curator verſehen iſt⸗ 2259. Sie laͤuft ebenfalls waͤhrend der drey Monate⸗ die zur Errichtung eines Inventariums, und der vierzig Tane, die als Bedenkzeit verſtattet ſind. F uͤnftes Capitei. Von der zur Verjahrung erforderlichen Zeitfriſt. Erſter Abſchnitt. Allgemeine Verfügungen. 2260. Die Vetiährung wird nach Tagen, nicht nach Stunden, berechnet⸗ 2261. Sie iſt vollendet, wenn der letzte Tag der erfor⸗ derlichen Zeitfriſt geendiget iſt. Zweyter Abſchnitt. Von der Verjaͤhrung in dreyßig Jahren. 2262. Alle ſowohl dingliche als perſonliche Klagen wer⸗ den in dreyßig Jahren verjaͤhrt, ohne daß derjenige, der ſich auf dieſe Verjäͤhrung bezieht, nothig habe, einen Litel davon vorzulegen, oder daß man ihm die Einrede, daß er in boͤſem Glauben geweſen ſey,(die Einrede eines unredlichen Beſitzes) entgegenſetzen könne⸗ 2263. Nach acht und zwanzig Jahren, von dem Datum des letzten Titels anzurechnen, kann der Schuldner einer Rente angehalten werden, ſeinem Glaubiger oder denjenigen, die in deſſen Rechte getreten ſind, einen neuen Titel(ein- neues Schuld⸗Bekenntniß) auf ſeine Koſten zu verſchaffen. 2264. Die Regeln der Verjaͤhrung in Beziehung auf ſolche Gegenſtäͤnde, von denen im gegenwärtigen Titel keine Erwaͤhnung geſchieht, ſind unter den Liteln erklaͤrt, die ſie betreffen.* Dritter Abſchnitt. Von der Verjährung in zehn und zwanzig Jahren⸗ 2265. Wer in gutem Glauben und durch einen recht⸗ muaͤßigen Titel(Rechtsgrund) ein unbewegliches Gut èrwirbt, G. N⸗ V. Aufl⸗ 35 546 M. Buch. XX. Tit. Von der Verjährung. verjährt das Eigenthum daran in zehn Jahren, wenn der wahre Eigenthuͤmer in dem Gerichts⸗Bezirke des Appellations⸗ Hofes wohnt, in deſſen umfang das unbewegliche Gut liegt⸗ ud in zwanzig Jahren, wenn er außer dieſem Bezirke wohn⸗ haft iſt. 2266. Hat der wahre Eigenthuͤmer zu verſchiedenen Zei⸗ ten bald in dieſem Gerichts⸗Bezirke, bald außer demſelben ſeinen Wohnſitz gehabt, ſo muß man, um die Verjaͤhrung zu vollenden, demjenigen, was an den zehn Jahren der Gegenwart fehlt, doppelt ſo viel Jahre der Abweſenheit hin⸗ zufuͤgen, als daran fehlen, um die zehn Jahre der Gegen⸗ wart vollzählig zu machen. 2267. Ein Titel, der wegen Mangel e an Form unguͤltig iſt, kann der Verjaͤhrung von zehn und zwanzig Jahren nicht zur Grundlage dienen. 2268. Der gute Glaube wird allemahl vermuthet, und derjenige, der ſich auf den boͤſen Glauben bezieht, muß ihn beweiſen. 2269. Es iſt genug, wenn der gute Gl aube im Augen⸗ blicke der Erwerbung vorhanden war. 2270. Nach zehn Jahren haben Baumeiſter und Bau⸗ Unternehmer fuͤr die von ihnen oder anter ihrer Leitung auf⸗ gefuͤhrten Hanptbaue nicht mehr zu haften. Vierter Abſchnitt. Von einigen beſondern Perjaͤhrungen. 2271. Die Klage der Meiſter und Lehrer der Wiſſen⸗ ſchaften und Kuͤnſte auf Zahlung fuͤr den Unterricht, den ſie Monatweiſe geben; Jene der Goſtgeber und Speiſewirthe wegen der Wohnung und Nahrung, die ſie liefernz Jene der Arbeiter und Tagloͤhner auf Zahlung ihres Tage⸗ lohns, ihrer Lieferungen und ihres Gehaltes; Werden in ſechs Monaten verjährt. w 4 zi ſiſu z ſünh N ſin n bue ji in Pn Auilg nhe, ul wurhen, u hlihren iu u 1) iun, o linf ir ihe ſu ſh in 1. un, u kun Mi i ni Wu ſ i Un len ber hint⸗ Gul, ituh unzi dnſtle jihu ihen ſchit in bhm mui uiz iin mh hnin eir mb timtf klſ nihue m. Buch. Xx. Tit. Von der Verjährung. 547 2272. Die Klage der Aerzte, Wundaͤrzte und Apotheker wegen ihrer Beſuche, Operationen und Arzeneyen; Jene der Huiſſiers, wegen der Gebuͤhren der Acte, welche ſie inſinuiren, und der Auftraͤge, die ſie vollziehen; Iene der Kaufleute, wegen der Waaren, die ſie den Privat⸗Perſonen, welche keine Handelsleute ſind, verkaufen; Die Klage derjenigen, welche einer Penſions⸗Anſtalt vor⸗ ſtehen, wegen der Penſion ihrer Zoͤglinge; und die Klage der andern Meiſter wegen des Lehrgeldes; Jene der Dienſtbothen, die ſich jahrweiſe verdingen, auf Zahlung ihres Lohnes, Werden in einem Jahre verjaͤhrt. 2273. Die Klage der Sachwalter auf Zahlung ihret Auslagen und Gebuͤhren wird, von dem Zeitpuncte anzu⸗ rechnen, da die Prozeſſe entſchieden, oder unter den Parteyen verglichen, oder die Vollmacht dieſer Sachwalter eingezogen worden, in zwey Jahren verjaͤhrt. In Hinſicht der nicht beendigten Sachen konnen ſie wegen ihrer Auslagen und Gebuͤhren, die von mehr als fuͤnf Jahren ruͤckſtändig ſind, keine Klage anſtellen. 2274. Die Verjaͤhrung hat in den oben erwaͤhnten Faͤllen Statt, obſchon die Anſchaffungen, Lieferungen, Dienſte und Arbeiten fortgedauert haben. Ihr Lauf nimmt nicht eher ein Ende, als bis eine Rech⸗ nung abgeſchloſſen, eine Handſchrift oder ein Schuld-Bekennt— niß ausgeſtellt, oder eine nicht erloſchene Porladung vor Gericht inſinuirt worden iſt.— 2275. Jene, welchen dieſe Verjaͤhrungen entgegengeſetzt werden, koͤnnen gleichwohl denjenigen, die ſie vorſchutzen, uͤber die Frage, ob die Zahlung wirklich geſchehen ſey, den Eid antragen. Der Eid kann den Wietwen und Erben, oder wenn dieſe letztern minderjaͤhrig ſind, ihren Vormuͤndern angetragen werden, damit ſie erklaͤren, ob ſie nicht wiſſen, daß die Sache dem Klaͤger gebuͤhrt⸗ 548 U. Buch. XX. Tit. Von der Verjährung. 2276. Fuͤnf Jahre nach erfolgter Entſcheidung der Pro⸗ zeſſe ſind die Richter und die Sachwalter fuͤr die ihnen anver⸗ trauten Actenſtuͤcke nicht mehr verantwortlich. Die Huiſſiers ſind nach zwey Jahren, von der Vollziehung des ihnen ertheilten Auftrages, oder von der Inſinuation der Acte, womit ſie beauſtragt waren⸗ anzurechnen, gleich⸗ falls davon emtlaſtet. 2277. Ruͤckſtände faͤllig gewordener Erb⸗ und Leibrenten; Ruͤckſtaͤndige Unterhalts⸗Penſionen; Die Miethgelder der Haͤuſer und der Pachtpreis von Landguͤtern; Zinſen von geliehenem Gelde, und uͤberhaupt alles, was jährlich, oder in kuͤrzern periodiſch zuruͤckkehrenden Friſten zahldar iſt, Werden in fuͤnf Jahren verjaͤhrt. 2278. Die Verjahrungen, wovon in den Artikeln des gegenwärtigen Abſchnittes die Rede iſt, laufen gegen Minder⸗ jährige und Interdicirte, mit Vorbehalt ihres Regreſſes gegen ihre Vormuͤnder. 2270. Bey Mobilien vertritt der Beſitz die Stelle eines Titels(gilt der Beſitz als Rechtsgrund). Derjenige, der eine Seche verloren hat, oder dem ſie entwendet worden iſt, kann ſie gleichwohl, drey Jahre hin⸗ durch, von dem Tage des Verluſtes oder des Diebſtahls anzurechnen, von jedem, in deſſen Haͤnden er ſie ſie findet, vindiciren, und dieſem bleibt der Regreß wider denjenigen, von dem er die Sache hat, vorbehalten. 2280. Hat der wirkliche Beſitzer der geſiohlenen oder verlornen Sache ſie auf einem Jahrmarkte, auf einem Markte, oder in einem dffentlichen Ausrufe, oder von einem Handels⸗ manne gekauft, der mit aͤhnlichen Sachen handelt, ſo kann der urſpruͤngliche Eigenthuͤmer ſie ſich anders nicht zuruͤck⸗ geben laſſen, als gegen Zuruͤckerſtattung des Preiſes, den ſie dem Beſitzer gekoſt t hat⸗ ui der Po⸗ ger⸗ lzichun inuntion nnten is von 6, vs iſen ilen be Pitn ſiggn ins den ſt hie hi lbſtchls ſide, juizen e e n, lcli en zi. „N MI. Buch. XX. Tit. Von der Verjaͤhrung. 642 2281. Verjaͤhrungen, welche zur Zeit der Verkuͤndigung des gegenwaͤrtigen Titels ihren Anfang genommen haben, ſollen nach den alten Geſetzen beurtheilt werden. Jedoch ſollen die um dieſe Zeit angefangenen Verjaͤhrun⸗ gen, und wozu nach den alten Geſetzen mehr als dreyßig Jahre, von dem nehmlichen Zeitpuncte anzurechnen, erfor⸗ derlich waͤren, durch dieſen Ablauf von dreyßig Jahren vol⸗ lendet werden. (Unterz) Napoleon. Auf Befehl des Kaiſers, Der Miniſter⸗Staats⸗Secretar, (unterz) Hugo B. Maret. Gleichlautend beſcheinigt: Der Groß⸗Richter, Inſtitz⸗Miniſter, (Unterz.) Regnier. 550 —— Kaiſerliches Decret die Juden betreffend. Im Pallaſte der Tuilerien, am 17. Märi 1809. — Ay M1 4 Art. 1. Von der Verkuͤndigung des gegenwärtigen Decretes anzurechnen⸗ iſt der durch unſer Decret vom 30. May 1806 fuͤr die Zahlung der Forderungen der Inden verhaͤngte Auf⸗ ſchub aufgehoben. 2. Geſagte Fornßat ſind jedoch folgenden Lerfaun⸗ gen unternorfen. 3. Jede Verpflichtung wegen eines Darlehens, welches . Juden an Minderjaͤhrige ohne Bewilligung ihres Vormundes, an Frauen ohne Autoriſation ihres Mannes, an Militair⸗ Perſonen ohne Erlaubniß ihres Hauptmannes, wenn es ein Soldat oder Unteroffizier iſt, oder des Chefs des Corps, wenn es ein Offizier iſt, iſt von Rechts wegen nichtig, ohne daß die Inhaber oder Ceſſionarien ſich darauf zu ihrem Vor⸗ theile beziehen, und unſere Gerichte irgend eine Klage oder Verfahren daraus autoriſiren duͤrfen. 3 4. Kein Wechſel⸗Brief, kein Schein, der auf Ordre lautet, 6 keine Schuld⸗Verſchreibung oder Verſprechen, welches von 7 einem unſrrer Unterthanen, der kein Handelsmann iſt, zum , Vortheile eines Juden unterzeichnet worden iſt, kann einge⸗ fordert werden, ohne daß der Inhaber beweiſt, daß deſſen Werth ganz und vhne Betrug hergegeben worden ſey. T. 5. Jede Forderung, deren Capital auf eine offenbare oder F lo. verborgene Art, durch Anhaͤnfung mehrerer Zinſen als fuͤuf vom Hundert erſchwert worden iſt, ſoll von S Tribu⸗ naͤlen herabgeſetzt werdeu. Ueberſteigen die zum Capital geſchlagenen Zinſen zehn vom Hundert, ſo ſoll die Forderung fuͤr wuchtriſch erklärt und als ſolche vernichtet — wden iu nliſ ſi uin muiſ uin inL iß 1. kun ſi limn inn A 130) retes 1906 luf⸗ ihut he nde, litn in p, n it, e Kaiſerl. Deeret, die Iuden betreßfend. 551 ℳ 5. In Anſehung der rechtmäßigen und nicht wucheriſchen Forderungen ſind unſere Gerichte ermaͤchtigt, den Schuldnern billige Zahlungs⸗Friſten zu geſtatten. Zehter Sitel. 7. In der Zukunft, und vom r. des kuͤnftigen Monats Julius an, darf kein Jude irgend einen Handel im Großen oder im Kleinen, noch ſonſt ein Geſchaͤft, welches in Kaufen, Verkaufen oder Austauſchen beſteht, treiben, ohne zu dieſem Ende ein Patent vom Praͤfecten des Departements erhalten zu haben; dieſes Patent ſoll nur auf genau eingezogene Erkun⸗ digungen, und auf ein Zeugniß 1) des Municipal⸗Rathes, daß beſagter Jude weder Wucher noch einen unerlaubten Handel getrieben hat, 2) des Conſiſtoriums der Synagoge, in deren Bezirke er wohnt, uͤber ſeine gute Auffuhrung und Redlichkeit ertheilt werden. 8. Dieſes Patent muß alle Jahre erneuert werden. 9. Unſere Grneral⸗Procuratoren bey unſern Iuſtitz⸗Hoͤfen werden insbeſondere beauftragt, geſagte Patente mittelſt einer eigends dafuͤr erlaſſenen Eutſcheidung des Hofes widerruſen zu laſſen, ſo oft es zu ihrer Wiſſenſchaft gelangt, daß ein mit einem Patente verſehener Jude Wucher treibt, oder ſich mit einem betruͤgeriſchen Handel abgibt. 10. Jedes von einem nicht patentiſirten Juden vorgenom⸗ mene Handels⸗Geſchaͤft iſt nichtig und kraftlos. 11. Eben ſo verhaͤlt es ſich mit jeder von einem nicht patentiſirten Inden auf Guͤter genommenen Hypothek, wenn bewieſen wird, daß die Hypothek fuͤr eine Forderung, die aus einem Wechſel⸗Briefe entſpringt, oder fuͤr irgend ein Handels⸗ Geſchaͤft im Großen oder Kleinen genommen worden iſt. 12. BRlle Contracte oder Schuld⸗Verſchreibungen, die zu Gunſten eines nicht patentiſirten Inden für Urſachen unter⸗ zeichnet worden ſind, die mit dem Handel im Großen oder Kleinen oder ſonſtigen Handels⸗Geſchaͤften nichts gemein haben, koͤnnen zu Folge einer Zeugen⸗Vernehmung von unſern Tri⸗ — 572 Kaiſerl. Deeret, die Juden betreffend. bunaͤlen nochmahls unterſucht werden. Der Schuldner ſoll zum Beweiſe zugelaſſen werden⸗ daß Wucher oder ein Reſultat eines ketruͤgeriſchen Handels vorhanden ſey; wird der Beweis geliefert, ſo koͤnnen die Forderungen eniweder vom Gerichte nach Gutbefinden heruntergeſetzt, oder wenn der Wucher zehn Procent uͤberſteigt, fur nichtig erklaͤrt werden. 13. Die Verfuͤgungen des Art. 4. Tit. 1 des gegenwaͤr⸗ tiges Decretes, in Betreff der Wechſel⸗Briefe, der Scheine, die auf Ordre lauten, ꝛc. ſind fuͤr die Zukunft ſo wohl als für die verfloſſene Zeit anwendbat. 14. Kein Jude darf Dienſtbothen oder Leuten, die gegen Lohn dienen, auf Pfaͤnder leihen; ſelbſt andern Perſonen darf er nur in ſo fern auf Pfander leihen, als dsruͤber eine Notarial⸗Urkunde verfertigt wird, worin der Notar bezeugt, daß die Geldſorten in ſeinem und der Zengen Beyſeyn uͤber⸗ zaͤhlt wordep ſind, unter der Strafe, daß er widrigenfalls alles Recht auf das Pfand verliert, deſſen unentgeldliche Zuruͤckgabe in dieſem Falle von unſern Tribunaͤlen und Juſtitz⸗ Hoͤfen verordnet werden kann. 15. Unter den nehmlichen Strafen, duͤrfen die Juden keine Inſtrumente, Geraͤthſchaften, Werkzeuae und Kieidungsſtuͤcke von Arbeitern, Taglohnern und Dienſtbothen als Unterpfand annehmen. Str 16. Kein Inde, der nicht wirklich in unſern Departe⸗ menten des Ober⸗ und Nieder⸗Rheins wohnhaft iſt, ſoll kuͤnftig zugelaſſen werden, ſich dort niederzulaſſen⸗ Kein Jude, der nicht wirklich anſaͤßig iſt, darf ſich in andern Departementen unſeres Reichs niederlaſſen, es ſey dann, daß er ein Grund⸗Eigenthum erworben habe, und ſich dem Ackerbau widmen werde, ohne ſich uͤbrigens mit irgend einem Handel im Großen oder im Kleinen abzugeben. Von den Verfuͤgungen des gegenwaͤrtigen Artikels konnen kraft einer von uns herruͤhrenden beſondern Erlaubniß Aus⸗ nahmen gemacht werden⸗ x ſuihn un ſfu, R ſiunn ſini h. ſl ſ 4 l 6 1), hiwnde ſne„ hunb Mnts ſu no in der — in. ijhn„ b 0 den ſ n iſ uiz d vh ihn ſ ſer ſoll ſultat Peniz heichte er zihn ennit chein, hl als ſeen nen e iite e nite⸗ ußils che jit bin fic⸗ fund lte „ſol ih i ſi d en u Kaiſerl. Deeret, die Juden betreffend. 553 17. Die Judenſchaft in unſern Departementen wird nicht zugelaſſen, ſich bey der Conſeription durch andtre erſetzen zu laſſen; jeder conſeribirte Jude iſt dieſem zu Folge dem per⸗ ſonlichen Dienſte unterworfen. Allgemeine Verfuͤgungen. 18. Die im gegenwaͤrtigen Decrete enthaltenen Verfuͤ⸗ gungen ſollen zehn Jahre lang vollzogen werden, indem wir hoffen, daß bey Ablauf dieſer Friſt, und mittelſt der ver⸗ ſchiedenen in Hinſicht der Juden ergriffenen Maßregeln, zwiſchen ihnen und den uͤbrigen Buͤrgern unſeres Reiches kein Unterſchied mehr ſeyn wird; wobey wir uns jedoch fuͤr den Fall, wenn wir uns in unſerer Hoffaung getaͤnſcht ſehen ſollten, vorbehalten, die Vollſtreckung desſelben, ſo lange als es uns dienlich ſcheinen wird, zu verlaͤngern. 19. Die in Bordeaur und in den Departementen der Gironde und der Haiden anſaͤßigen Juden ſind, weil ſie zu keiner Klage Anlaß gegeben haben, und kein unerlaubtes Gewerb treiben, von den Verfuͤgungen des gegenwaͤrtigen Decretes ausgenommen.*) 20. Unſere Miniſter ſind, und zwar jeder von ihnen in dem, was ihn betrifft, mit der Vollziehung des gegenwaͤr⸗ tigen Decretes beauftragt. *) Durch ein Deeret vom 16. Junius 1sos ſind die zu Livorno anſäßigen Juden ebenfalls von den Verfügungen obigen Deeretes ausgenommen worden, und durch ein anderes vom 11. April 1310 die Juden folgender Departemente: Meer⸗Alpen, Aude, Doubs, Dbere⸗Garonne, Herault, Marengo, Po, Seine und Diſe, Stura, Doire, Seſia, Vogeſen, Gard, Genua, Rhone⸗Muͤndungen; das nehmliche Decret ermächtigt den Miniſter des Innern, beſondere oder individuelle Ausnahmen für die Staͤdte, welche ihm ſolcher würdig zu ſeyn ſcheinen, Sr. Maj dem Kaiſer vorzuſchlagen, 534 Summariſcher Inhalt des Geſetzbuches Napoleons. —— Seite. Präliminar⸗ Titel. qont der Verkuͤndigung, den Wirkungen und der Anwendung der Geſetze im Algeei Erſtes Bucch. Von den Perſonen. I Tit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte.„ I. Cap. Von dem Genuſſe der Ciril Rechte„daſ. II. Cap. Von dem Verluſte der Civil⸗ Rechte I. Abſchnitt. Von dem Verluſte der Civil⸗Rechte in ſo fern er aus dem Verlußte der eines Franzoſen entſteht„. daſ. 1I. Abſchn. Von dem Verluſte der Civil cen Folge gerichtlicher Verurtheilungen. 3 14 I. Tit. Von den Urkunden des Civil⸗ Standes 19 J. Cap. Allgemeine Verfuͤgungen.„„„daſ⸗ II. Cap. Von den Geburts⸗Urkunden„ 30 MI. Cap. Von den Heiraths-Urkunden⸗ 35 IV. Cap. Von den Sterbe⸗Urkunden„ 39 V. Cap. Von den Urkunden des Civil⸗Standes, welche außer dem Gebiethe des in itair⸗ Perſonen betreffen„. 43 VI. Cap. Von der Verichtigung urtunden des Civil Standes„„„„*„ 3 n. Slite. Summariſcher Inhalt. 355 Seite. III. Tit. Von dem Wohüſte 48 IV. Tit. Von den Abweſenden§1 I. Cap. Von der Vermuthung der Abweſenheit„ daſ. II. Cap. Von der Abweſenheits⸗Erklaͤrung„ 52 MI. Cap. Von den Wirkungen der Abweſenheit„ 53 1. Abſch. Von den Wirkungen der Abweſenheit in Be⸗ ziehung auf die Güter, welche der Abweſende am Tage ſeines Verſchwindens beſaß daſ. II. Abſchn. Von den Wirkungen der Abweſenheit in Beztehung auf eventuelle Rechte, die dem Abweſenden zuſtehen können 55 MI. Abſchn. Von den Wirkungen der Abweſenheit in Hinſicht auf die Ehe„.. 58 IV. Cap. Von der Aufſicht uber minderjaͤhrige Kin⸗ der, deren Vater verſchwunben iſt„„„ daſ⸗ K Fit, Ven ver Eh 59 I. Cap. Von den Eigenſchaften und Bedingungen, welche erforderlich ſind, um heirathen zu koͤnnen daſ⸗ II. Cap. Von den Formalitaͤten, die ſich auf die Schließung der Ehe beziehen„§ HI. Cap. Von der Dppoſition wider die Heirath 73 IV. Cap. Von Klagen auf Nichtigkeit der Ehe„ 75 V. Cap. Von den Verbindlichkeiten, die aus der Ehe entſpringen. 5. 279 VI. Cap. Von den wechſelſeitigen Rechten und Pflich⸗ ten der Ehegatten„„ 81 VII. Cap. Von der Aufloͤſung der Ehe. 53 VIII. Cap. Von der zweyten Ehe baf. VI. Tit. Von der Eheſcheidung.. daſ. I. Cap. Von den urſachen der Eheſcheidung daſ. II. Cap. Von der Eheſcheidung wegen einer beſtimm⸗ ten Urſache. 84 I. Abſchn. Von der Form des Verfahrens bey der Ehe⸗ ſcheidung wegen einer beſtimmten Urſache.. II. Abſchn. Von den proviſoriſchen Maßregeln, welche die Eheſcheidungs⸗Klage, wenn ſie auf eine beſtimmte Urſache ſich gründet, veraniaſſen kann. 91 3 3 ſi 566 Summariſcher Inhalt. Seite. m. Abſchn. Von den Einreden, wodurch die Einlaſſung auf die Eheſcheidung⸗Klage wegen beſtimmter Urſache abgelehnt wird(üns de non-recevoir) IMI. Cap. Von der Eheſcheidung mittelſt beyderſei⸗ tiger Einwilligung„ ⸗. 4 3 93 IW. Cap. Von den Wirkungen der Eheſcheidung„ 97 V. Cap. Von der Abſonderung von Tiſch und Bette⸗ (Perſoͤnliche Trennung ohne Aufloͤſung der Ehe.) (Sõparation de corps). 3 8 100 vII. Tit. Von der Vaterſchaft und der Kind⸗ ſchaft„„„„„ 10I I. Cap. Von der Kindſchaft ehelicher oder in der Ehe geborner Kinder„„daſ. M. Cap. Von den Beweiſen einer ehelichen Abſtam⸗ mung.(Des preuves de la filiation des enfans ſßitme II. Cap. Von den natuͤrlichen Kindern 1. Abſchn. Von der Legitimation(Ehelichmachung) der natürlichen Kinder. . Abſchn. Von der Anerkenuung der natuͤrlichen Kinder 106 vIII. Tit. Von der Adoption(Annahme an Kindes⸗Statt) und der freywilligen Pflege eines minderjaährigen Kindes aus wohlthäti⸗ gen Abſichten(iutelle officieuse)„107 I. Cap. Von der Adoption„„„ daſ. I. Abſchn. Von der Adoption und ihren Wirkungen, daſ. n. Abſchn. Von der Form der Adoption„ 110 II. Cap. Von der freywilligen Pflege eines minder⸗ jaͤhrigen Kindes aus wohlthaͤtigen Abſichten(iu- telle officieuse)„„„.. 112 M. Tit. Von der vaͤterlichen Gewalt 115 X. Tit. Von der Minderjährigkeit, der Vor⸗ mundſchaft und der Emancipation.„„118 I. Cap. Von der Minderjaͤhrigkeit II. Cap. Von der Vormundſchafſt.„„„„daſ. 1. Abſchn. Von der Vormundſchaft der Eltern. daſ. u. Abſchn. Von der durch die Eltern aufgetragenen Vormundſchaft 92 v 1268 * hunde 16 16 16 hef 1 n bi 16 M 11 n 19 j Etie, ſng ſhe 9 rſi⸗ 9 ) tte. he.) 100 ſd⸗ 01 der daſ jan⸗ nuns 0) 6 E ithe u 0 e t⸗ 10 Mh (u- 1 1 113 doſ diſe i ſe . u. W m Summariſcher Inhalt. 577 Seite. IMI. Abſch. Von der Vormundſchaft der Ascendenten 120 1V Abſch. Von der durch den t en. genen Vormundſchaft„121 V. Abſch. Von dem Neben⸗ Vornunde(be ſer 124 VI. Abſch. Von den urſachen, 6 von der Vor⸗ mundſchaft befreyen, 126 VI. Abſchn. Von der unfihiakeit zur eibſchuſr, von der Ausſchließung und Abſetzung von derſelben„ 129 Vlli. Tit. Von der Verwaltung des Vormundes 131 IX. Tit. Von den Vormundſchafts⸗Rechnungen. 136 IIH. Cap. Von der Emancipation(Entlaſſung aus der elterlichen oder vormundſchaftlichen Gewalt)„137 XI. Tit. Von der Volljaͤhrigkeit, der Inter⸗ diction und dem gerichtlich angeordneten Bey⸗ ſtande„„„.„„„„„140 I. Cap. Von der Volljahrigkeit„ daſ⸗ II. Cap. Von der Interdiction Unterſagung der Vermdͤgens⸗Verwaltung)„,.„141 III. Cap. Von dem gerichtlich angeordneten Beyſtande 145 Zweytes Buch. Von den Guͤtern und den verſchiedenen Beſchrän⸗ kungen des Eigenthums. I. Tit. Von der Eintheilung der Guͤter. 146 I. Cap. Von den unbeweglichen Guͤtern„„daſ. II. Cap. Von den beweglichen Guͤtern 148 III. Cap. Von den Guͤtern in iis auf ihre S 3„151 II. Tit. Von dem Eigenthum I. Cap. Von dem Zuwachsrechte auf das, was die Sache hervorbringt. 3 5„154 II. Cap. Von dem Zuwachsrechte auf das, was mit der Sache vereinigt, und ihr einverleibt wird 153 1. Abſch. Von dem Zuwachsrechte 8 Beziehung auf unbewegliche Sachen.. II. Abſchn. Von dem in Beziehung auf bewegliche Sachen 3 556 Summariſcher Inhalt. Seite. Tit. Von dem Nießbrauche, dem Gebrauche Und der Wohn 66 I. Cap. Von dem Nießbrauche„„daſ. 1. Abſchn. Von den Rechten des Rießbrauchers..167 II. Abſchn. Von den Verbindlichkeiten des Nießbrauchers 170 1I. Abſchn. Wie der Nießbrauch ſich endiget. 174½ II. Cap. Von dem Gebrauche und der Wohnung 176 IV. Tit. Von den Servituten oder auf Grund und Boden haftenden Dienſtbarkeiten. 177 I. Cap⸗ Von den Dienſtbarkeiten, aus der Lage der Orte eniſtehen„ daſ II. Cap. Von den Dienſtbarkeiten, welche durch das Geſetz eingefuͤhrt ſind„„ 59 1. Abſch. Von den gemeinſchaftlichen Mauern und Gräben 131 M. Abſchn. Von der Eutfernung und den Zwiſchen⸗Wer⸗ ken, welche bey gewiſſen Gebäuden erforderlich ſind 185 111. Abſchn. Von der Ausſicht auf das ſei⸗ ſeines Nachbars daſ. 1W. Abſchn. Von der Dachttuuſe V. Abſchn. Von dem Rechte, ſeinen 62 eines andern Grund zu nehmen buſ. III. Cap. Von den Dienſtbarteiten, Handlung eines Menſchen errichtet werden„187 1. Abſchn. Von den verſchiedenen Gattungen der Dienſt⸗ barkeiten, die auf Gründen Statt haben koͤnnen. 3 daſ II. Abſchn. Wie die Sini richte n 158 Ul. Ebſchn, Von den Rechten des Eigenthuͤmers des Grundſtückes, dem die Dieuſtbarkeit zuſteht 5 1W. Abſchn. Wie die Dienſßbarkeiten erloͤſchen„191 Drittes Bucch. Von den verſchiedenen Arten das Eigenthum zu erwerben. Allgemeine Verfuͤgungen„ 92 E Pon er E I. Cap. Von der Eroͤffnung einer Erbſchaſt und dem Uebergange des Beſitzes auf die Erben.„„daſ⸗ Stitt, he 166 d hers 1 9106 d m et duſ, m ſiben in P ſch 1 nſi h 1 int uch 7 iuß hen M de 101 10 den Eummariſcher Inhalt. 559 Seite. II. Cap. Von den zur cufihte Seen Eigenſchaften 5. 5 194 Cap. Pon den verſchiedenen Claſſen S Erbfolge 106 I. Abſchn. Allgemeine Verfügungen.. daſ. n. Abſchn. Von dem Repräſentations⸗Rechte der Stellvertretung). 197 Il. Abſchn. Von der 4 unnin(Des⸗ eendenten). 198 IV. Abſch. Von der Erbfoge e beenuten(Ver⸗ wandten in aufſteigender Linie) 199 V. Abſchn. Von der Erbfolge der Sit 2005 IV. Cap. Von der Irregular⸗Erbfolge. 201 I. Abſch. Von den Rechten der natürlichen Kinder auf das Vermögen ihrer Eltern, und von der Erbfolge in dem Nachlaſſe der natürlichen die verſtorben ſind. daf. . Abſchn. Von den Rechten 5. cutienen Eye⸗ und des Staates. 20 V. Cap. Von der Annahme und dem Ausſchlagen der Erbſchaften„ 5 2c6 I. Abſchn. Von der Annahme IH. Abſchn. Von der Entſagung der Erbſchaſten— M. Abſchn. Von der Rechtswohlthat des Inventariums, ihren Wirkungen und den Berbispiicheſi des Bene⸗ ficiar⸗Erben. 2 209 W. Abſchn. Von erbloſen Verlaſſenſchaften 215 VI. Cap. Von der Theilung und der Collation a18 I. Abſchn. Von der Klage auf Theilung und ihrer Form daſ. II. Abſchn. Von der Collation it in die ſchafts⸗Maſſe). 236 III. Abſchn. Von der Seins der Schulden 230 1v. Abſch. Von den Wirkungen der Theilung„ der S der ſe a32 V. Abſchn. Von der Weſon uh in en lungs⸗ Sachen. 233 H. Tit. Von Schenkungen unter Lebenden und von Teſt amenten I. Cap. Allgemeine Verfuͤgungen.„ daſ. II. Cap. Von der Faͤhigkeit durch Schenkungen unter Lebenden oder durch Teſtamen zu venfuͤgen oder zu empfangen.„ 560 Eummariſcher Inhalt. Seite⸗ M. Cap. Von dem Vermögens⸗Theile, woruͤber man verordnen darſ(disponibeln Vermdgens⸗Theile), und von der Reduction(Verminderung)„239 1. Abſchn. Von dem Vermögens Theile, woruͤber man verordnen darf n. Abſchn. Von der Reduction(Verminderung) der Schentungen und Vermächtniſſe„ 240 W. Cap. Von den Schenkungen unter Lebenden 242 1. Abſch. Von der Form der Schenkungen unter Lebenden daſ⸗ 11. Akſchn. Von den Fällen, worin die Regel, daß Schenkungen unter Lebenden unwiderruflich ſind eine Ausnahme leidet.. 243 V. Cap. Von teſtamentariſchen Verordnungen„251 1. Abſchn. Von den allgemeinen Regeln über die Form der Sentte . Ebſchn. Von den beſondern Regeln über die Form gewiſſer Keſtamente. 16 un. Abſchn. Von den Erb Einſetzungen und den Ver⸗ maͤchtniſſen im Allgemeinen. 260 1w. Abſchn. Von Univerſal⸗Vermächtniſſen.„261 v. Abſchn. Von Vermächtniſſen unter einem Univerſal⸗ Pitel 6 5 5 6„ 5 263 vI. Abſchn. Von Partieular⸗Vetmachtniſſen„262 vi1. Abſchn. Von Leſtaments Executoren„„ 265 vIII. Abſchn. Von Widerrufung der Teſtamente, und den Fällen, worin ſie kraſtlos werden„ 267 VI. Cap. Von den Verordnungen, die zum Vor⸗ theile der Enkel des Geſchenkgebers oder des Teſti rers, oder der Kinder ſeiner Geſchwiſter erlaubt ſind 269 VII. Cop. Von den Theilungen, die von dem Vater, von der Mutter oder den andern Ascendenten unter ihren Descendenten vorgenommen werden„ 274 vIII. Cap. Von den Schenkungen in einem Hei⸗ raths⸗Contracte zum Vortheile der Chegatten, oder der aus der Ehe zu erzielenden Kinder 275 IR. Cap. Von Vererdnungen unter Ehegatten dem Heiraths⸗Contracte oder waͤhrend der Ehe 278 I. Tit. Von Contracten oder Verbindlichkei⸗ ten im Algemeinen, die aus Verträgen ent⸗ ſtehen„.„... 6230 * Giitt bet ich, 1) wan di der 20 n den h ine 4 t jm M jm Vn 0 iſi 16 „2 1 ud Bot⸗ ſi⸗ ſud 1 ſet, met 1 Summariſcher Inhalt. 61 Seite⸗ I. Cap. Praͤliminar⸗ Verfuͤgungen„„ 3 280 II. Cap. Von den Erforderniſſen, welche zur Guͤl⸗ tigkeit der Vertraͤge weſeurlich gehdren.„281 I. Abſchn. Ven der Einwilligung„„. daſ. II. Abſchn. PVon der Fähigkeit der Contrahenten. 283 III. Abſchn. Pon dem Gegenſtande und der der Contraete.. 25 1V. Abſchn. Von dem Beweggrunde. 285 UI. Cap. Von den Wirkungen der vbndtihieten daſ. I. Abſchn. Allgemeine Verfuͤzungen... daſ⸗ II. Abſchn. Von den Verpflichtung, etwas zu daſ. 11I. Abſchn. Von der n 4 thun oder nicht zu thun„ 1. 287 W. Abſchn. Von dem Erſatze des Scadens und S behrten Gewinns wegen der Picht⸗S einer Verpflichtung. daſ. V. Abſchn. Von der Auslegung der Verträge. 239 VI. Abſchn. Von den Wirkungen der Verträge 1Bin,* ſicht auf dritte Perſonen.. 290 IV. Cap. Von den Gattungen der Verbindlichkeiten„ 29r I. Abſchn. Von bedingten Verbinbdlichkeiten. daſ. §. I. Von der Bedingung im allgemeinen und ihren verſchiedenen Gattungen„. daſ. S. 11. Von der auſſchiebenden Bedingung 5 292 §. III. Von der aufloͤſenden Bedingung 5 n. Abſchn. Von Verbindlichkeiten auf Termine Suis einer Zeit⸗Beſtimmung)„. 294 III. Abſchn. Von alternativen Verbindlichkeiten. daſ. IV. Abſchu. Von ſolidariſchen Verbindlichkeiten.. 296 §. I. Von dem Sotidar⸗ unter den Gläubigern. daſ. §. II. Von Solidar⸗ Verbindlichtei en auf Stten der Schuldner.... daf. V Abſchn. Von theilbaren und anthibase vrbin⸗ luchkeiten. ⸗ 299 S. 1. Von den Wutunden der wheithen u. uin. lichkeit 4 300 F. 1l. Von den Wirrumen der unthei ioure 2 Sen bindlichkeir. 301 vl. Abſchn. Von Verbindlichtelten mit Struj⸗lauftu 35 2 V. Cap. Von der Erloͤſchung der 303 G. N. 1V. Aufl. 5 Summariſcher Inhalt. 1. Abſchn. Von der Zahlung. §. I. Von der Zahlung überhaupt. n. Von der Zahlung, verbunden mit der Ein⸗ ſetzung in die Rechte des Glaͤubigers. 306 S. II. Von der Abrechnung der Zahlungen. 367 §. IV. Von dem Anbiethen der ahlung und der Hinterlegung„. 3„308 8. V. Von der Vermoͤgens⸗ Abtretung 3 I. Abſchn. Von der Novation. 314 r. Abſchn. Von der Erlaſſung der Schuld 316 w. Abſchn. Von der Compenſation„ v. Adſchn. PVon der Confuſion. 3 VI. Ibſchn. Von dem Verluſte und Uen einer Sache, welche deu Srgenſand der ausmachte ViI. Abſchn. Von Klage auf nichtiteit richtliche Aufhebung der Verträge ² S Seite. 303 daf. 3¹9 daſ. 3 VI. Cap. Von dem Beweiſe der Verbindlichkeiten und der Zahlung 3 332 1. Abſchn. Von dem ſchriftlichen Beweiſe d §. I. Von authentiſchen Titeln. 5. daſ. §. II. Von Urkunden unter Privat⸗Unterſchrift 323 §. UI. Von Kerbſtöcken. 6 §. W. Von Abſchriften der Utsnei daſ. §. V. Von urkunden; welche eine und Beſtaͤtigung enthalten.. 328 n. Abſchn. Von dem Beweiſe durch Zeugen III. Abſchn. Von Vermuthungen 331 §. I. Von velh u das onn aufgeſtellt ſind daſ. §. 1I. Von Veiſöthungen u kein eeſn aufgeſtellt ind„ 332 IV. Abſchn. Von dem Geſndniſſe eres 3 daſ. V. Abſchn. Von dem Eide 2 §. I. Von dem HauptEide. daf. §. MI. Von dem Eide, 6 von Amts 6 tragen wird Tit. Von Verbindlichkeiten, die i ger⸗ trag entſtehen 17 49) iu it H. k gi⸗ tiſtn „ d Summariſcher Inhalt. 563 Seite. I. Cap. Pon Quaſi⸗Contracten(vertragsaͤhnlichen H. Cap. Von Vergehen und Handlungen, die ihnen ghleich geachtet werden(Delicten und Quaſi⸗Delicten) 337 V. Tit. Von dem Heiraths⸗Contracte und den gegenſeitigen Rechten der Ehegatten.. 330 I. Cap. Allgemeine Verfuͤgungen„ daſ. II. Cap. Von den Grundſaͤtzen, die bey der ehe⸗ lichen Güter⸗Gemeinſchaft I. Theil. Von der geſetzlichen Guͤter⸗Gemeinſchaft. 2342 1. Abſchn. Was an Vermögen und Schulden zur Güter⸗ Gemeinſchaft gehört. 1 f §. 1 Von dem Aetiv⸗Vermögen der Güter⸗Gemein⸗ daſ. 8 I. Pon den Laſten der ehelichen Güter⸗Gemein⸗ meinſchaft, und von den Klagen, die hieraus wider die Gemeinſchaft entſtehen.. 34 ½ I. Abſchn. Von der Verwaltung der Güter⸗Gemein⸗ ſchaft und den Wirkungen der von dem einen oder andern Ebegatten in Beziehung auf die eheliche Ge⸗ ſellſchaft vorgenommenen Handlungen 3 11I. Abſchn. Pon der Auflöſung der Güter⸗Gemeinſchaft und einigen ihrer Folgen. 4 IW. Abſchn. Von der Annahme der Güter⸗Gemeinſchaft, und der Vericht, die auf dieſelbe gethan werden kann, ſammt den Bedingungen, welche ſich hierauf beztehen 356 V. Abſchn. Von der Theilung des gemeinſchaſtlichen Vermögens nach erfolgter Annahme. 38 S. I. Von der Theilung des Aetiv⸗Vermögens daſ. S 1I. Von den Laſten der Güter⸗Gemeinſchaft und dem Beytrage zur Tilgung der Schulden„ 363 VI. Abſchn. Von der Vetzichtleiſtung auf die Gäter⸗ Gemeinſchaft und ihren Wirkungen. Verfügungen in Beiiehung auf die geſetzliche Güter⸗ Gemeinſchaft fuͤr den Fall, da einer der Ehegat⸗ ten oder beyde zugleich Kinder aus vorhergehen⸗ den Ehen haben. 36½ I. Theil. Von der vertragsmäßigen Güter⸗Gemeinſchaft und den Vertraͤgen, welche die geſetzliche Gemeinſchaft modifieiren oder gar ausſchließen konnen 365 I. Abſchn. Von der Guͤter⸗Gembinſchaft, welche auf die Errungenſchaft beſchraͤnkt iſ 464 352 564 Summariſcher Inhalt. Seite. II. Abſchn. Pon der Clauſel, welche das bewegliche Permögen ganz oder zum Theile von der Sein⸗ ſchaft ausſchließt ² 5 366 m Abſchn Von der Clauſel, wodurch Seii den beweglichen Gütern gleichgeſtellt werden. 367 1v. Abſchn Von der Clauſel, wodurch die Schulden von der Göter⸗Gemeinſchaft ausgeſchloſſen werden„369 V. Abſchn. Von der Befugniß, welche der Ehegattinn ertheilt worden iſt, ihr eingebrachtes Vermoͤgen frey von Schulden zurückzunehmen. 3 2 370 vI. Abſchn. Von der vertragsmaͤßigen Vorausnahme 371 vII. Abſchn. Von den Clauſeln, wodurch man jedem der Ehegatten ungleiche Theile in der Güter⸗Gemein⸗ ſchaft anweiſet. 13272 VIMI. Abſchn. Von der citn genenſc untet einem Univerſal⸗Titel.. 374 Verfügungen, welche fuͤr die v 6. ab⸗ ſchnitte gemeinſchaftlich gelten. daſ. 1X. Abſchn. Von Verträgen, 1 eciur cenen⸗ ſchaft ausſchließen... 375 §. I. Von der Clauſel, iwe teſ 3 daß vie Ehegatten ſich ohne Güter Gemeinſchaft heirathen daſ⸗ . II. Von der Clauſel, wodurch eine völlige Guͤter⸗ Separation betiebt wird„ 376 III. Cap. Von den Dotal⸗Rechten. 1. Abſchn. Von der Beſtellung eines Brautſchatzes daſ⸗ I. Abſchn. Pon den Rechten des Mannes an den Dotal⸗ Guͤtern, und der ie eines e Dotal Eutes. 378 UI. Abſchn. Von der Wiedererſtaitung des Brautſchatzes 351 1v. Abſchn. Von den Paraphernal⸗Gütern. 384 Beſondere Verfuͤgung„daſ. VI. Tit, Von dem Verkaufe„5365 I. Cap. Von der Natur und der Form des Verkaufes daſ. H. Cap. Wer kaufen oder verkaufen koͤnne„387 III. Cap. Von den S. wer⸗ den konnen.„ 389 IV. Cap. Von den Verbindlichteiten des Verlzufers 300 1. Abſchn. Allgemeine Verfügungen„ daſ. u. Abſchn. Von der Ueberlieferung„ 1. 351 Seit. n⸗ 306 jen 0 den 36) un ey 37 ⸗ en „ VII. Tit. Von dem Tauſche. VIII. Tit. Von dem Mieth⸗Contracte daſ. Summariſcher Inhalt. 6 Seite. II. Abſchn. Von der Gewährleiſtung.. 394 §. 1. Von der Hewährleituns im Su. einer Sie⸗ tion(Entwaͤhrung). 8 daſ. §. lI. Von der enrteituns pie vn verkauften Sache. V. Cap. Pon den Verbindlichkeiten des 398 VI. Cap. Von der und der Aufloͤſung des Verkaufes„ 3 400 1. Abſchn. Von dem Rechte auf Wirderkauf II. Abſchn. Von Ii des Sei a*en Ver⸗ letzung. 403 VII. Cap. Von der vgonun geiſhecher Guͤter 404 VIII. Cap. Von dem untüraz⸗ der Forderungen und anderer unkorperlichen Rechte.. 405 *** 407 I. Cap. Allgemeine Verfuͤgungen„daſ. II. Cap. Von dem Mieth⸗ und Pacht⸗ Conttitie welcher Sachen zum Gegenſtande hat. 2 409 1. Abſchn. Von den Regeln, die ſowohl auf die Miethe der Haͤuſer, als auf die Verpachtung der anwendbar ſind 3 3.* daſ. I Abſchn. Von den beſondern Regeln, welche 3 Mieth Contraet über die Häuſer und Mobilien betreffen 416 II. Abſchn. Von den beſondern 8 der Pacht⸗Con⸗ tracte über Landgüter. 3 413 III. Cap. Von dem Mieth⸗ uͤber Arbeit, Dienſte und Induſtrie. 422 1. Abſchn. Von der e der vuiee Handarbeiter. II. Abſchn. Von e Land Foplentet und Schifern pa 1II. Abſchn Von der Uebernahme beſtimmter Arbeiten oder Werke nach einem oder eine gewiſfe Summe 423 W. Cap. Von dem pachten des Viehes ⸗.. 3„ 42% 1. Abſchn. Allgemeine Verfugungen daß Abſchn. Von der einfachen Verpachtung des viehes 424, 566 Summariſcher Inhalt. Seite. 1M. Abſchn. Von der Verpachtung des Viehes zur Haͤlfte IV. Abſchn. der Eigenthümer ſeinem Pächter überläßt, der von ihm ein Gut entweder für einen beſtimmten Preis oder für einen Theil der Früchte in men hat. 5. I. Von der einem Pächter ahetlaſentu des Viehes, wenn er fuͤr einen et e gepachtet hat. §. II. Von der einem pichter ite Rutzung des Viehes, wenn er fuͤr einen Theil der ce gepachtet hat... V. Abſchn. Von dem Contraete, der uur im et uchen Sinne eine Verpachtung des Viehes genannt wird IX. Tit. Von dem Geſellchafts⸗Contracte. I. Cap. Allgemeine Verfuͤgungen„„ II. Cap. Von den ſchiehenen Sn der Ge⸗ ſellſchaften. I. Abſchn. Von Univerſal⸗ eaglnn) Geſel ſchaften n. Abſchn. Von der Particular⸗(beſondern) Geſellſchaft IM. Cap. Von den Verpflichtungen der Geſellſchaf⸗ ter gegeneinander und in Hinſicht dritter Perſonen I. Abſchn. gegeneinander. II. Abſchn. Von den Verpflichtungen&iſae in Hinſicht dritter Perſonen IV. Cap. Von den verſchiedenen— wie die Geſellſchaft ſich endiget„ 3. Verfügung uͤber die Handlungs⸗ Geſelſſchaft X. Tit. Von dem Leih⸗ und Darlehns⸗Con⸗ tracte******* I. Cap. Von dem Leih⸗Contracte„ I. Abſchn. Von der Natur des Leih⸗Contraetes. II. Abſchn. Von den Verpflichtungen des Entlehners 1II. Abſchn. Von den Verpflichtungen des Leihers II. Cap. Von dem Darlehen 1. Abſchn. Von der Natur des Darlehens. l. Abſchn. Von den Pflichten des Darleihers„ 1u. Abſchn. Von den Pſlichten des Lehners Ven der Benutzung des Viehes, welche 42⁸ baſ. daſ. 4²9 470 daſ. daſ. „431 daſ. 6* Von den S StWefter daſ. 437 daſ. 435 daſ⸗ 440 daſ. bai. 441 442 daſ. 443 daſ. Geitz ſt 13 0n lis i⸗ 19 i M. 4ℳ M 1 Summariſcher Inhalt. 567 Seite. III. Cap. Von dem Darlehen gegen Zinſen. 444 XI. Tit. Von dem Hinterlegungs⸗Contracte und e Seauſration 446 I. Cap. Von dem Hinterlegungs⸗Contracte im All⸗ gemeinen, und deſſen verſchiedenen Gattungen„daſ. II. Cäp. Von, dem Hinterlegungs⸗Contracte im ei⸗ I. Abſchn. Von der Natur und dem Weſen des terlegungs⸗Contraetes. däſ. M. Abſchn. Von der ſreyniligen Hinterlegung„447 III. Abſchn. Von den Pflichten des Depoſitars 448 Abſchn. Von den Pflichten des Deponenten. 451 V. Abſch. Von der abgenöthigten(durch Ps⸗ drungenen) Hinterlegung.. 2 daſ. IMI. Cap. Von der Sequeſtration 452 I. Abſchn. Von den Wiſegen Sen Se⸗ queſtration daſ. M. Abſchn. Von der nue zu S eines Vertrags geſchieht. daſ. UI. Abſchn. Von der gerichtlich utne eu ſtration oder Hinterlegung. 453 Tit. Von gewagten Geſchaͤften, Glücks⸗ oder Poffnungs⸗Verträgen daſ. I. Cap. Von dem Spiele und der Wette„455 II. Cap. Von dem Leibrenten⸗Contracte v I. Abſchn. Von den Bedingungen, welche zur Gültis⸗ keit des Contraetes erforderlich ſind. n. Abſchn. Von den Wirkungen des Sontraete⸗ unter den Contrahenten„.. 456 XIII. Tit. Von dem Bevolmächtigungs⸗ Con⸗ tracte.*.. 2. 57 I. Cap. Von der Natur und der Form des Bevoll⸗ maͤchtigungs⸗Contractes„„„daſ. H. Cap. Von den des Bevoll⸗ maͤchtigten.„„„ 458 IM. Cap. Von den Verindlichteiten des Machtgebers 460 IV. Cap. Von den verſchiedenen Arten, wie der Bevollmaͤchtigungs⸗Contract ein Ende nimmt„462 563 Summariſcher Inhalt. Seits. i. Vo der ſch I. Cap. Von der Natur und dem Umfange der Buͤrgſchaft⸗„„„„„„ daſ. IHI. Cap. Von den Wirkungen der Vaͤrgſchaft 465 1. Abſchn. Von den Wirkungen der unter dem Glaͤubiger und dem Bürgen. daſ. U. Abſchn. Von den Wirkungen der vinen ntr dem Schuldner und dem Bürgen„ 467 Mi. Abſchn. Von den Wirkungen der vuen den Nitbuͤrgen.. 462 III. Cap. Von der Erloſchung der Lurgſchaft„daſ. IV. Cap. Von dem grſchlichen und dem gerichtlichen Sigen XV. Tit. Von den Vergleichen XVI. Tit. Von dem perſoͤnlichen Arreſte, als einem Executions⸗Mittel in Civi⸗Sachen 472 XVII. Tit. Von dem Pfand⸗Contracte 476 I. Cap. Von dem Fauſtpfande„„daſ. II. Cap. Von dem antichreriſchen Vertrage 479 XVIII. Tit. Von Privilegien und Pypotheken a8r I. Cap. Allgemeine Verfuͤgungen„„„daſ. II. Cap. Von den Privilegien„ 3„daſ. I. Abſchn. Von Privilegien auf Mobilien 424 §. I. Von allgemeinen Privilegien an den Mobilien 481 §. 11. Von Privilegien an gewiſſen Mobilien 4¹9 II. Abſchn. Von Privilegien an Immobilien. 492 II. Abſchn. Pon den Privilegien, die ſich auf die Mo⸗ bilien und Immobilien zugleich erſtrecken.. 493 W. Abſchn Wie die blen in ibne Kit t ten werden.. 494 III. Cap. Von den Hypotheten 404 1. Abſchn. Von den geſetzlichen Hypotheken 497 II. Abſchn. Von den gerichtlichen Hypotheken. daſ. II. Abſchn. Von den vertragsmäßigen Hypotheken 493 IW. Abſchn. Von der Rang⸗ der Se unter einander. 506 Gtit, dſ. hi 40 l „daſ. „daſ n 431 Summariſcher Inhalt. 569 Seite. IV. Cap. Von der Art, wie die Privilegien und Hypotheken eingetragen werden„. 505 V. Cap. Von der Ausſtreichung und Reduction der eingetregenen Privilegien und Hypotheken. 514 VI Cap. Von der Wirkung der Privilegien und Hypotheken wider dritte Beſitzer. VII. Cap. Von der Erloͤſchung der Privilegien und Hypotheken. 3 520 VIiI. Cap. Von der Art, das Eigenthum von Pri⸗ vilegien und Hypotheken frey zu machen.„daſ. IX. Cap. Pon der Art, die Guͤter der Ehemaͤnner und der Vormuͤnder von den Hypotheken frey zu machen, wenn deren keine darauf eingetragen ſind 326 X. Cap. Von der Publicität(Offentlichkeit) der Regiſter und der Verantwortlichkeit der Hypothe⸗ ken⸗Bewahrer„* 8... 329 XIX. Tit. Von der nichtfreywilligen Vergan⸗ tung unbeweglicher Guͤter und der Rang⸗Ord⸗ nung unter den Glaͤubigern 335 I. Cap. Von der nichtfreywilligen Vergantung un⸗ beweglicher Guͤter 3 daſ. II. Cap. Pon der Rang⸗Ordnung und der Verthei⸗ lung des Preiſes unter den Glaͤubigern 3539 KX Tit. Bon der Vetfähruns d I. Cap. Allgemeine Verfuͤgungen„ daſ. . Cap, III. Cap. Von den Urſachen, welche die Verjàh⸗ rung verhindern.. 541 IV. Cap. Pon den Urſachen, welche den Lauf der Verjaͤhrung unterbrechen oder in Stillſtand bringen 342 1. Abſchn. Von den Urſachen, welche die Verjährung unterbrechen. 5.. daſ. II. Abſchn. Von den urſachen, wodurch der Lauf der Verſaͤhrung in Stillſtand geraͤtht 543 V. Cap. Von der zur Verjaͤhrung erſorderlichen 1. Abſchn. Allgemeine Verfügungen„daſ. 570 Summariſcher Inhalt. eeite. n. Abſchn. Von der Verjaͤhrung in dreyßig Jahren 345 III. Abſchn. Von der Verjaͤhrung in 65* und i. bre Von einigen beſondern Ventrungtu 346 Kaiſerliches Decret die Juden betreffend 8 Titel.„„„„„„. II. Titel.— 5 Allgemeine Verfuͤgungen hilien ſüſth im ßizen zlte in eu her nilder luſich nüſen uz 33 9 böveſ den ſi Pann lwiſ inen Ahne hetier u 14 nig d 46 5 „daſ. 5l 55 553 Alphabetiſches Regiſter. — Aorsni Siehe Descendenten. Abſchriften(der Urkunden). In wie ſerne ſie Beweiskraft haben. Art. 1334 u. f. Abſonderung(der Guͤter). Siehe Guͤter⸗Separation. Abſonderung(von Liſch und Bett). Wann ſie Statt habe, 306 u. f. Wie die Klage hierauf eingeleitet und entſchieden werde, daſ. Jn welchem Falle der urſprünglich Beklagte auf Eheſcheidung antragen könne, 310. Die Abſonderung von Liſch und Bette zieht allemahl Seporation der Guͤter nach ſich, 311. Rechte der geſchiedenen Frau, 1449 Abſtammung(eheliche). Siehe Geburt⸗ Abweſende Wie für die Verwaltung der Güter der Pröſum⸗ tiv⸗Abweſenden geſorgt werde, 112 unf. Wann ihre Präſumtiv⸗ Erben in den Beſitz ihrer Guͤter eingewieſen werden können, 120 u. f. Eroͤffnung ihrer Teſtamente, 123 u. f. Rechte der zurück⸗ gebliebenen Ehegattinn des Abweſenden, raz. Aufieichnung des Mobiliar⸗Vermögens, daſ. Verfahren in Hinſicht der Immo⸗ bilien, 126. In wie weit ihnen bey ihrer Zurückkehr die Ein⸗ künfte zu erſetzen, 127. Definitive Einweiſung in den Beſitz ihrer Güter, 129. Wann dieſe ihre Wirkung verliere, 131. Segen wen die Rechte, welche man wider einen Abweſenden hat, geltend gemacht werden können, 134. Rechte der Abweſenden in Sucerſſtons⸗Fällen, 135 u. f. Rechte des Ehegatten, wenn der Abweſende keine Erben hinterlaͤßt, 139. Auſſicht über die minderjährigen Kinder eines Abweſenden, 141. Die ehrerbiethigen Anſuchen, die an abweſende Ascendenten hätten gerichtet werden müſſen, werden durch andere Formalitaͤten erſetzt, 155. Thei⸗ lnngs⸗Klage in Hiaſicht auf abweſende Miterben 317, 319, 838 u. 340. Abweſenheit. Wann die Erklärung derſelben nachgeſucht wer⸗ den koͤnne, 112. Wie die Abweſenheit conſtatirt werde, 116. Wann das Urtheil hieruͤber auszuſprechen, 119. Wirkungen der Abweſenheit; Eiuweiſung in den proviſoriſchen Beſitz der von einem Abweſenden hinterlaſſenen Guͤter ꝛc., 120 u. ſ. Siehe Abweſende. Aetien. An Finanz⸗ oder Handlungs⸗Geſellſchaften gehören zu den Mobilien, 529. 572 Alphabetiſches Regiſter. Adoption. Welchen Perſonen ſie erlaubt ſey, 343 u f. Wir⸗ kungen derſelben in Betreff der Perſon des Adoptanten und. Adoptirten und ihrer Güter, 347 u f. Form des gerichtlichen Verfahrens, um die Annahme einer Adoption zu bewirken, 333 u f. Jedes Urtheil, wodurch die Adoption zugelaſſen wird, muß angeheſtet und den Regiſtern des Civil⸗Standes eingetragen werden, 359. 5 Adoptiren Welche Perſonen adoptirt werden können, 343 u.. Was Rechtens ſey, wenn der Pfleger ſich weigert, ſeinen Muͤndel zu adoptiren, und dieſer nicht im Stande iſt, ſich ſeinen Unter⸗ halt zu verſchaffen, z69. After⸗Vermiethung. Iſt der Regel nach erlaubt, kann aber auch unterſagt werden, 1717. Welche Verbindlichkeiten der After⸗Miether gegen den Eigenthümer habe, 1733. Agenten(diplomatiſche). Koͤnnen Urkunden des Civil⸗Standes aufnehmen, 4s. Sind von der Vormundſchaft befreyt, 428 u. f⸗ Alimente. Siehe Unterhalt. Alluvion. Erklaͤrung derſelben, wann und unter welcher Bedin⸗ gung ſie dem angraͤnzenden Eigenthümer nützt, 556 u. f. Sie hat bey Seen und Teichen nicht Statt, 558. Sie nuͤtzt dem Nießbraucher, 596. Anerkennung(die eines narürlichen Kindes) wird am Rande der Geburts⸗Urkunde bemerkt, 62. Kinder, welche nicht aner⸗ kannt werden können, 338 Wie die Anerkennung geſchieht, und was ſie für Wirkungen habe, 336 u. f. 716 u. f. Anleiher. Verpflichtung deſſelben in Betreff der Aufbewahrung, Erbaltung und des Gebrauchs der ihm geriehenen Sache; wann er für den Vertuſt und die Verſchlimmerung derſelben zu haften habe; er kann ſie gegen das nicht zuruͤckbehalten, was der Leiher ihm ſchuldig iſt, 1880 u. f. Welche auf die Sache verwendete Koſten er von dem Leiher zurückfordern könne, 1890. Annahme(an Kindesſtatt). Siehe Adoption. Annahme(einer Erbſchaft). Siehe Erbſchaft. An ſuchen(ehrerbiethiges). Auf welche Weiſe es vor Schließung der Ehe von den ehe ichen und natürlichen geſetzlich anerkannten Kindern bey den Eitern oder Groß⸗Eltern eingelegt und wieder⸗ hohlt werden mͤſſe, 151 u. f. Wird bey abweſenden Ascen⸗ denten durch andere Formalitäten erſetzt, 155. Apotdeker. Siehe Doetoren. Arreſt(perſänlicher) Wann er in Civil⸗Sachen Statt habe, 2059 u. f. Er kann nur zu Folge eines Urtheils vollſtreckt werden; die ergriffene Appellation iſt kein Suspenſtv⸗Wittel dagegen, 267 u f. ſ 14 iſcht Fu. haune ntuon nit N hercht velce geſ hu) biune burd Fihen bol ſi Vure zuf de F Mu uh itltn in ſu ii unn 31 Mine ſi Unn iun iun de en uſ. ind 1 6 tnith ne ib u⸗ ih wum ie un uhi hlihn wuhh tkiijn nun nih⸗ i ſün) i w gu Alphabetiſches Regiſter. 573 uscendenten. Wann ihnen die Vormundſchaft gebuhrt, 402 u. f. Waun und wie werden ſie zur Erbfolge berufen; an welchen Erbſchafts⸗Sachen haben ßie ein aus ſchtießliches Recht, 746 u. f Sie koͤnneu ſelbſt bey Lebzeiten der Eltern, für ihre minderjährigen Descendenteu, wenn ſie auch deren Vormuͤnder und Curatoren nicht ſind, Schenkungen aunehmen, 93. Aufgebothe. Wie viele und in welchem Zwiſchenraume ſolche der Schließung der Eye vorhergehen müſſen, 63 u. f. Wo ſie beſchehen müſſen, 166 u. f. Der Kaiſer kann vom zweyten Aufgebothe dispenſiren, 169. Form der Aufgebothe, ſie werden in ein beſonderes Regiſter eingetragen, 63. Wann neue Auf⸗ gebothe erforderlich, 65. Wenn die Aufgebothe in mehrern Gemeinden geſchehen find, ſo muß erwieſen werden, daß keine Dopoſicion eingelegt worden, 69. Wo ſie bey der Heirath der Militair⸗ und anderer bey der Armee angeſtellten Perſonen ge⸗ ſchehen muͤſſen, 94 Strafen, wenn die Verfügungen in Betreff der Aufgeborhe nicht befolgt werden, 192 und 193. Auslesung. Nach welchen Grundſaͤtzen die Auslegung der Ver⸗ traͤge geſchehen muͤſſe, 1186 u. f. u. 1602. Ausſicht Lauf das Eigenthum eines Nachbars). Beſtimmungen in dieſer Hinſicht, o75 u. f. Autoriſation(des Mannes). In welchen Fällen die Frau derſelben bedürfe, 215 2177 276, 205 934, 1029, 1427, 1449 140 13357 1538 155 uf Wie, wenn ſie geweigert wärde, 213 u. 219. Kann nicht im Allgemeinen ertheilt wer⸗ den, 223. Wie, wenn er minderjährig interdieirt oder abweſend it, 224. Wer eine Handlung aus Mangel der Autoriſation anfechten koͤnne, 226. Baunfclae. Siehe Werke(verdungene). Baumeiſter. Für welche Fehler und wie lange ſie daſür ver⸗ antwortlich ſind, 1792 u. 2a7o. Wann ſie eine Erhöhung des mit dem Eigenthümer übereingekommenen Preiſes zu fordern berechtigt ſind, 1/93. Sie haben ein Privilegium auf das Werk, welches ſie aufgeführt oder ausgebeſſert haben, wenn ſie die vorgeſchriebenen Formalitäten beobachten, 1797 u 2103. Bau⸗Unternehmer. Siehe Baumeiſter. Bäume. In weicher Entfernung die hyochſtaͤmmigen von dem Gute des angränzenden Nachbars gepflanzt werden duͤrfen, 671. Ragen die Aeſte der Bäume uͤber des Nachbars Eigenthum her⸗ vor, ſo kann er verlangen, daß ſie abgeſchnitten werden; die Wurzeln, die ſich auf ſeinen Boden erſtrecken, kaun er ſelbſ auf demſelben abſchneiden, 672. 574 Alphabetiſches Regiſter. Beamte des Civil⸗Standes. Ihre Pflichten bey Abfaſ⸗ ſung der Urkunden des Civil⸗Standes, 35—93. Müſſen in den Heiraths Urkunden unter Geldſtrate der Einwilligung derer, von denen ſie erfordert wird, und unter Geld⸗ und Gefängnißßrafe der threrbiethigen Anſuchen, in den Fäüen, wo ſie vorgeſchrie⸗ ben ſind, erwaͤhnen, 156 u. 157. Strafen gegen ſte, wenn ſie die Vorſchriften in Berreff der Aufgebothe nicht befolgen, 192. Civil⸗Klage gegen ihre Erben im Falle eines Betrugs, 200. Sie ſprechen auf Vorzeigung der Endurtheile die Eheſcheidung aus⸗ 253 266, 290 u. 2 4. Sie haben die Urtheile, wodurch eine Adoption angenommen wird, in ihre Regiſter einzutragen, 359. Zedingung. Stklärung der zufälligen, willkuͤhrlichen und ver⸗ miſchten Bedingung, unter der eine Verbindeichkeit eingegangen worden; welche Bedingnug unguͤltig ſey: wie eine Bedingung erfüllt werden muͤſſe, wann ſie als erfüllt anzuſehen; eine erfuͤllte Bedingung wirkt ruͤckwärts, 1169 u f. Erklärung und Wirkung der aufſchiebenden Bedingung, 1181 u. f. Erklärung und Wir⸗ kung der aufloſenden Bedingung, 1183 u. f. Veerdigung. Wann und auf weſſen Erlaubniß ſie geſchehen durfe; wie lange ſie verſchoben werden müſſe, wenn ſich Spuren eines gewaltſamen Todes ergeben, Civil⸗Standes in dieſem Falle zu thun habe, 77 u. f. Beſitz. Erklärung deſſelben, 2228. Vermuthungen, welche bey dem Beßtze eintreten, 2230 u. a231. Hardlungen, welche teinen Beſitz beg ünden, a232 u 2233. 2ey den Mobilien ver⸗ tritt der Beütz die Stelle eines Titels, 2279. Beſitzer. Wann er Eigenthuͤmer der Früchte einer fremden Sache werde, 349. Wer ein redlicher Beſitzer ſey, 350. Betrug. In wie ferne er die Nichtigkeit eines Vertrags bewirke, 1116. Bevellmächtigte. Auch Frauensperſonen und emaneipirte Min⸗ derjaͤbrige tonnen hiezu anserſehen werden, 1990. Pfichten des Bevollmächtigten, 1991 u. f. In welchen Fäuen er jür denje⸗ jenigen haftet, den er an ſeine Stelle geſetzt hat, 1994. Wann er, im Falle er ſeinen Auftrag uͤberſchritten hat; gegen dritte Perſonen zu keiner Gewährleiſtung verbunden ſey, 1997. Der Bevellmächtigte kann die Vollmacht aufkuͤndigen, muß aber den Machtgeber entſchädigen; wenn die Aufkuͤndigung ihm ſchädlich iſt, a007. Die Erben des Bevollmächtigten ſind verbunden, von ſeinem Tode den Machtgeber zu unterrichten, 2010. Beweis der eingegangenen Verpſlichtungen, wie er durch urkun⸗ den 1317 u f. durch Zeugen 134 u f. durch das Geſtaͤndniß des Gegners 1364 u. f.; durch den Eid 1357 u.f. gefuͤhrt wet⸗ den könne. und was der Beamte des jm ir n plöl un iſt in In h gi ihi Wihe ie it un iſti⸗ weunſ ie m 200. 6i ungu uh en 3 h u unhn aun ueült in ſttüh ſüthn vunn ſ wih , ihiun ueit hitz im piuden . nh zil ſihn Alphabetiſches Regiſter. 575 Biens meubles, mobtlier, eſets mohiliers,(bewegliche Güter, Mobi⸗ liar⸗Vermögen, Mobiliar⸗Habſeligkeiten) was hierunter verſtan⸗ den werde, 5F33 u. f. Blödſinnige. Müſſen interdicirt werden, 439 u. f. Sie erhal⸗ ten waͤhrend des gegen ſie angeſtellten Verfahrens einen proviſo⸗ riſchen Verwalter, und wenn die Interdietion angenommen wird, einen Vormund und Neben⸗Vormund, 497 u f. Im Falle die Interdietion verworfen wird, kann ihnen ein Beyſtand ange⸗ ordnet werden, da ſ. Siehe Interdietion. Brautſchatz Der des Kindes eines Interdicirten wird vom Familien⸗Rathe beſtimmt, 511. Aus welchem Vermögen der Brautſchatz genommen werden müſſe, wenn Vater und Mutter, oder der Vater allein, ſolchen einem gemeinſchaftlichen Kinde verſprochen haben, wer für den Brautſchatz Gewähr zu leiſten habe, 1542 u. f. Der Mann hat allein die Verwaltung des Brautſchatzes, 1549; er iſt der Regel nach nicht verbunden, für den Brautſchatz Hürgſchaft zu leiſten, 1550; in welchen Fällen er Eigenthümer deſſelben werde, 185 u fz in welchen zum Brautſchatze gegebene Immobilien während der Ehe veräußert, zur Hypothek geſtellt oder vertauſcht werden koͤnnen, 1554 u. f. Pflichten des Mannes in Betreff des Brautſchatzes, 1562. Wann und wie die Wiedererſtattung desſelben nach aufgeloͤſter Ehe geſchehen müſſe, 1564 u. f. Von welcher Zeit an die Zinſen und Früchte des Brautſchatzes, der wieder gegeben werden muß, laufen, 1570. Bächer(der Handelsleute). Was ſie beweiſen, 1330. Bürge(ſür die Schuld eines andern). Was er zur Compenſation bringen könne, 1294. Wirkungen des Eides, der dem Haupt⸗ ſchuldner oder Bürgen angetragen wird, 1365. 3Z was ſich der Bürge verpflichte, 2011. Man kann ohne Auftrag und ſelbſt ohne Vorwiſſen des Schuldners Buͤrge fuͤr jemand werden, 2012. Die Verpflichtungen des Bürgen gehen auf ſeine Erben über⸗ 2017. Was für Eigenſchaſten ein Bürge haben müſſe damit er angenommen werden koͤnne. Wie, wenn der angenommene Bürge unfähig wird, zu jahlen? 2013 u. f. Waun der Bürge fordern koͤnne, daß der Hauptſchuldner vorher ausgeklagt werde, was er in dieſem Falle gegen den Gläubiger für Verbindlichkeiten zu erfüllen habe, 2021 u. f. Mehrere Bürgen für dieſeibe Schuld koͤnnen auf Theilung der Klage antragen, 2026. Der Bürge, der Zahlung geleiſter hat, hat der Regel nach ſeinen Rgreß wider den Hauptſchuldner Ausnahme hievon, 2023. Er tritt in alle Rechte des Glaͤubigers, 2029 In welchen Faͤllen der Bürge, noch ehe er gezahlt hat, wider den Schuldner auf Ent⸗ ſchadigung klagen könne, 2032. Welche Einreden der Pürge dem Glaubiger entgegen zu ſetzen befugt ſey, 2036. Wann er von ſeiner Verbindlichteit entlediget werde, 2034 u. 2031 Wie, wenn jemand keinen Bürgen finden kanu? zor. Gegen die gerichtkchen Bürgen hat perfoͤnlicher Arreſt Statt, 2040. 576 Alphabetiſches Regiſter. Bürgſchaft zu leiſten ſind verbunden die Fremden, welche vor cinem franzöſtſchen Gerichte ols Klaͤger auftreten, 163 diejenigen⸗ welcht dir Eitweiſung in den proviſoriſchen Beſitz des Vermö⸗ gens eines Abweſenden verlangen, 20 u ſz der Nießbraucher, bo1 u. f. u. 626; der überlebende Ehegatte, um in den Beſitz des Vermögens des Verſtorbenen eingewieſen zu werden, 771. Bürgſchaft(die fuͤr die Schuld eines andern) ſetzt die Gültig⸗ keit derſeiben voraus; ſie erſtreckt ſich auf nichts mehr, als wozu der Schuldner verbunden iſt, 2012 u 2013 Was jene in ſich begreiſe, weiche man unbeſtimmt für eine Hauptſchuld uͤber⸗ nomumen hat, 2016. Wirkungen der Wuͤrgſchaft, 2021 u. f. Erlöſchung derſelben, 20 34 u. f. Geſetzliche und gerichtliche Bürgſchaft, Verfügungen in dieſer Hinſicht, 2040 u. f. Civit⸗Rechte. Wer ſie habe, s u. f. Wie ſie verloren werden, 17. Wie man ſie wieder erlange, 10 18 u. 19. Collation. Wer zur Collation bey einer Erbſchaft verbunden, was derſelben unterworfen und nicht unterworſen ſey, zu weſſen Gunſten ſie eingefuͤhrt worden, wann und wie ſie in Natur oder dadurch geſchehe, daß man bey der Theilung ſo viel weniger nimmt. 843—869, 1468 u. f. 1373. Compeunſation. Unter welchen Perſonen, auf welche Weiſe und bey welchen Schulden ſie Sratt finde, wer ſich hierauf berufen könne; ſie ſchadet den von einer dritten Perſon erwor⸗ benen Rechten nicht, 1289 u. f.* Confuſton. Wann ſie Statt habe, und welchen Perſonen ſie nütze 1300 u. f. Contract. Erklärung desſelben, 1161. Was unter einem ein⸗ ſeitigen, zweyſeitigen, einem wohlthaͤtigen, laͤſtigen, und unter einem Tauſch⸗ und Spiel Contrart verſtanden werde, 1102. Erfor⸗ deru ſſe zur Gültigteit der Contracte, 110s. Im Algemeien kaun man durch Contracte nur fuͤr ſich etwas verſprechen oder ſich bedingen; man kaun ſich aber für einen Dritten darſtellen, und eine Handlung verſprechen, die dieſer leiſten ſoll, eben ſo kanu man zum Vortheile eines Dritten ſich etwas ausbehalten⸗ 19 u. f. Perſonen welche unſähig ſind, Contracte zu ſchließen, 1123 u. f. Sachen, weiche der Gegenſtaud eines Contractes ſeyn können, 1146 u. f. Welcher Beweggrund zur Gültigieit desſerben erfordert werde, 1131 u. f. Wirkungen der Contracte⸗ 1134 u. f. Grundſätze, welche bey der Auslegung derſelben zu beſeigen ſind, 136 u f. Wirkungen der Contracte in Ruͤckſicht auf dritte Perſonen, 1163 u. f. Grundſätze, nach denen dis Contrarte zu beurthslen ſind, die unter ziner Bedingung einge⸗ 7 Eu ven un d. dar ahl 12) ite ar lich tin e 6 hih it, der Pis del 1f ) 9 6,) ew igen zbni hmhn e di 7 ebilt, u n jn ſc 1 ih nbf. hri n 1 uue uut Mn i n Pi ſin it ſun ſ ini u n u bſ gnu ehu win ſin l l iuhe u ſhal lihſt W i Alphabetiſches Regiſter. 577 Sangen worden, 1168 u. f. Siehe Bedingung Jeder zwey⸗ ſeitige Contraet wird unter der ſtillſchweigenden Bedingung ge⸗ ſchloſſen, daß er aufgelöſt ſeyn ſoll, wann einer von beyden Theilen ſeinem Verſprechen nicht Genuͤge leiſtet, 184. Grund⸗ ſaͤtze, nach denen die unter Straf⸗Clauſeln eingegangenen Con⸗ tracte zu beurtheilen ſind, 1226 u. f. Wie Contracte bewieſen werden können, 1115 u. f. Im Arslande geſchloſſene begruͤnden keine Hypothek auf Guͤter, die in Frankreich liegen, a128. Contumacial⸗Urtheil. Zieht den bürgerlichen Ted nach ſich, 27. Wie, wenn der Verurtheilte in der Gnaden⸗Zeit von fuͤnf Jahren ſich ſtellt oder ergriffen wird, 29 Wirkungen, wenn er durch das neue Uurtheil losgeſprochen wird, oder wäh⸗ rend der Gnaden Zeit ſtirbt, z0 u. 31. Curator. Ein Curator wird demjenigen ernannt, der durch eine Verurtheilung ſich den buͤrgerlichen Tod zugezogen hat, um vor Grrichte aufzutreten, 25 Der Curator kann nur mit Genehmigung des Familien⸗Rathes Oppoſition gegen die Heirath ſeines Pupillen einlegen, 175. Im Beyſehn eines Curators wird dem emancipirten Minderjährigen die Vormundſchafts⸗Rech⸗ nung abgelegt, 485. Ein im Schreiben unerfahrner Taubſtum⸗ mer kann nur durch einen Curator eine Erbſchaft annehmen, 236 Wann ein Curator der Leibesfrucht ernannt werde, 393. Pflichten des Curators einer erbloſen Hinterlaſſenſchaft, 3r2 uf. Curator eines unbeweglichen Gutes, welches der dritte Beſitzer wegen der darauf haftenden Privilegien oder Hypotheken abtritt, 317 4. D. Sorrebe Verfügung in Betreff derſelben, 681. Darlehen. Natur dieſes Contractes, 1392 Wie die Zuruͤck⸗ zahlung eines Darlehens von baarem Gelde geſchehen müſſe, 1895. Es iſt erlaubt, bey einem Darlehen Zinſen zu ſtipu⸗ liren, 190. Darleiher. pſflichten deſſelben; er kann die gelehnte Sache nicht vor der bedungenen Zeit zurückfordern, 903 Er hat ein Privilegium auf das Immobiliar⸗Gut, zu deſſen Ankaufe er Geld hergeſchoſſen hat; Bedingung, unter welcher er dieſes Recht ausüben kaun, 2103. Eben ſo, weun er Geld geliehen hat, um die Arbeiter zu bezahlen, welche bey der Auffuͤhrung oder Ausbeſſerung eines Gebäudes gebraucht worden ſind, daſ⸗ Was er thun müſſe, um dieſe Privilegien aufrecht zu halten, 2110. Delegation. Bewirkt der Regel nach keine Novation, 127 Deponent. Pflichren deſſelden gegen den Depoſitar, 1947. G, R. 1V. Aufl. 37 578 Plphabetiſches Regiſter. Depoſttar. Pflichten deſſelben, 1227 u f. Wozu der Erbe des Depoſitars verbunden iſt; der in gutem Glauben eine depo⸗ nirte Sache verkauft hat, 1935. An wen, wo und wann der Deppſitar die bey ihm hinterlegde Sache zu ückgeben muß, 1937 u ſ. In welchem Faile er das anvertraute Gut zuruͤckbehalten kann, 1443. Depoſitum. Siehe Hinterlegungs⸗Contract. Descend enten. Wann und wie ſie zur Erbfolge berufen wer⸗ den, 745 u f. 8 Dienſtbarkeiten Erklärung derſelben, 635. Sie entſtehen entweder aus der Lage der Ote, oder aus der Verfügung des Geſetzes oder werden durch die Handlung eines Menſchen ernich⸗ tet; Grundſatze, weiche bey jeder Art von Dienſtbarkeiten zu beobachten ſind, 640 u. f. Stadt Land⸗Dienſtbarkeiten, unun⸗ terbrochen fortdauernde, nicht ununterbrochen for dauernde, ſicht⸗ bare, nicht ſichtbare, 637 u. f. Wie ſie erworben werden, 690 u f. Rechte des Eigenthuͤmers eines Grundſtückes? das zur Dienſtbarkeit berechtiget iſt, 697 u. f. Wie die Dienſibarkeiten erloͤſchen und wieder aufleben, 70 u. f. Dienſtbothen. Wohnſitz der großjährigen Dienſtbothen,„09. Dienſtbothen können wegen dieſer Eigenſchaft bey der Eheſchei⸗ dungs⸗Klage nicht als Zeugen verworfen werden, a51. Die ihnen zugedachten Vermächtniſſe werden nicht als Zahlung auf ihren Lohn angeſehen, 1023. Regeln über die Verdingung der Dienſtbothen, 1730 u. f. Dienſtherr. Was wird ihm in Betreff des Lohnes ſeiner Dienſt⸗ bothen und Handarbeiter auf ſeine eidliche Verſicherung geglaubi? 1781. 4 Doetoren. Wann die der Arsney⸗ und Wundarzneykunde, die Geſundheits⸗Beamten, Apotheker und Religionsdiener Vorkheil aus Verordnungen unter Lebenden oder auf den Codesfall ziehen können 909. Dotal⸗Guͤter. 7 Dotal⸗Rechte.„ Domainen⸗Verwaltung. Was ſie zu thun hat wenn ſie im des Staats eine Erbſchaft in Anſpruch nimmt 769 Domicil. Wann man es in Beziehung auf die Heirath erlangt hat, 74 Welcher Ort für das Domieil anzunehmen, 102. Wie die Veränderung deſſelben bewirkt und erwieſen werde, 103. Domicil der öffentlichen Beamten, verheiratheten Frauen, Min⸗ derjährigen und Dienßbothen, 108 u. 109. Die Parteven kön⸗ nen in einer urkunde zur Vellziehung derſelben nach Gefallen ein Domicit erwählen, 111. Siehe Brautſchatz. 6. mu 75 ſ 1. Gr Uuft ihte wil ie 1o Vi in ihe hit ſue upo⸗ tan de jW ehln ufn t tſtn gung u tih, un i ſin u 0 Uinin hn 1), hhi N hu ihu din u uh gi iil iin mi im ſen 10 be u mult ln Alphabetiſches Regiſter. 379 Ey⸗ Wo ſie geſchloſſen werden muß, 74 u. 165 Welche For⸗ malitäten hat der Beamte des Civit⸗Standes hiebey zu erfüllen, „* f. Von den Ehegatten eines Abweſenden geſchloſſen, wer ſie beſtreiten könne, 39. Wer eine Ehe ſchließen könne, 144 u. f. In wie weit Kinder hiebey der Einwilligung ihrer Eltern, Großeltern oder des Familien⸗Rathes bedürfen, 143. 159 u. 160. Auf welche Weiſe Kinder ſich vor Schließung der Ehe deu Rath ihrer Eltern oder Großeltern erbitten müſſen, 151 u. f Unter⸗ welchen Perſonen ſie verbothen ſey, 161 u. f. u 296. Wann die von Frauzoſen im Auslande geſchtoſſenen Ehen gültig ſeyen, 170. Ungültigkeit der Ehe im Allgemeinen, wer hierauf klagen koͤnne, und in welchen Fällen, 180 u f. Wer die bürgertichen Wirkungen der Ehe reclamiren könne, 194 u. f Was iſt Rech⸗ tens, wenn die Exiſtenz einer geſetzlichen Ehe durch das Reſultat eines Criminal⸗Verſahrens erwieſen wird, oder wenn die Ehe zwar ungöltig, aber in gutem Glauben geſchloſſen worden, 193 u. f. Verbindlichkeiten, die aus der Ehe entſpringen, 203 u. f. —— die Ehe aufgelöſet werde, a27. Siehe Oppoſttions⸗ ete. Ehebruch. In wie fern er die Klage auf Eheſcheidung begrün⸗ Ehefrau. Pflichten derſelben gegen ihren Mann, 21; u. f. Wann ſie ſeiner Autoriſation bedürfe; ſiehe Autoriſation. Sie kann ohne ſelbe teſtiren, 226, und die Transſeription in Betreff der ihr geſchenkten Güter vornehmen laſſen,„40. Waun kann ſie die Eheſcheidung wegen eines von ihrem Manne began⸗ genen Ehebruchs nachſuchen? 225. Sie iſt befugt, während der Eheſcheidungs⸗Klage die Wohnung ihres Mannes zu verlaſſen, und auf eine Penſion anzutragen, 26s. Wann ſie dieſe ver⸗ liere, 269. Sie kann während des Eheſcheidungs Prozeſſes zur Sicherſtellung ihrer aus der Gäter⸗Gemeinſchaft entſpringenden Rechte die Mobiliar⸗Effeeten ihres Mannes unter Siegel legen laſſen, 270. Sie wird zur Gefängnißſtrafe verurtheilt, wenn ſie wegen eines von ihr begangenen Ehebruchs von ihrem Manhe geſchieven wird, zos. Sie tann zur Vormuͤnderinn ihres inter⸗ dieirten Mannes ernannt werden, 5o7. Wann in Civit Sachen perſoͤnlicher Arreſt gegen ſie Statt hat, 2066. Sie hat auch ohne Eintragung eine Hypothek auf das Immobiliar⸗Vermoͤgen ihres Mannes in Hinſicht des Brautſchatzes und alles deſſen, was ihr aus dem Ehe⸗Vertrage gebührt, 2121. Wann dieſe Hypothek in Hinſicht gewiſſer Dotal⸗Gelder, der Eatſchädi⸗ gung, welche ihr für die mit ihrem Manne gemachten Schulven zukommt, und der ihr geböhrenden Wiedererſtattung ihres ver⸗ äußerten Eigenthums ihren Anfang nimmt, 2135. Sie kaun ſelbſt die Eintragung dieſer Hypothek verlangen; 2135. Siehe Huter⸗Gemeinſchaft, Gäter⸗Separation. 6 560 Alphabetiſches Regiſter. Ehegatte. Wer den Nahmen eines Ehegatten in Anſpruch neß⸗ men könne, 194. Wechſelſeitige Rechte und Pflichten der Ehs⸗ gatten, a12 u. f. Ehegatten können ohne beyderſeitige Einwilli⸗ gung niemanden adoptiren, 344. Ausnahme von dieſer Regel, 306. Ein Ehegatte kann nur mit Bewilligung des andern Pfle⸗ ger eines Kindes werden, 362. Der uͤberlebende Ehegatte muß ſich in den Beſitz der Erbſchaft des Zuerſtverſtorbenen einweiſen laſſen, 724 u. 770. Wann er ſein Erbe werde, und was er als ſoicher zu thun habe, 767 u. f. Welche Schenkungen den Ehe⸗ gatten in dem Heiraths Contracte von einem Dritten gemacht werden können, in welcher Form ſte geſchehen müſſen, nach welchen Grundſaͤtzen ſie zu beurtheilen ſeven, und wann ſie kraft⸗ los werden, rosr u. f. Was Ehegatten ſich in dem Heiraths⸗ Contraete oder während der Ehe durch Teſtament oder Handlungen unter Lebenden ſchenken koͤnnen 1091 u. f. Form dieſer Schen⸗ kungen, und Grundſaͤtze, nach deneu ſie beurtheilt werden, da ſ. Wie die Rechte der Ehegatten beſtimmt werden, wenn ſie keinen Ehe⸗Vertrag geſchloſſen haben, 1400 1. f. Der überlebende Ehegatte verliert den Genuß der Einkünfte ſeiner minderjährigen Kinder, wenn er nach dem Abſterben des andern kein Inventa⸗ rium hat errichten laſſen, 1442. In welchen Faͤllen unter Ehe⸗ gatte ein Kauf, und Verkauf⸗Conttact Statt haben könne, 1597. Siehe Eheſcheidung. 1 Ehemann. Pflichten deſſelben gegen ſeine Frau, 212 u. f. In welchen Fällen er ein waͤhrend der Ehe gezeugtes Kind fuͤr das ſeinige nicht anerkennen koͤnne, 312. Er iſt geſetzlicher Vor⸗ mund ſeiner interdicirten Frau, 506. In weichem Falle er ohne Nitwirken ſeiner Frau auf die Theilung der ihr zugefallenen Nobilien und Immobilien antragen könne, g18. Er hat für die Transſeription der Urkunden in Betreff der ſeiner Frau geſchenk⸗ ten Guͤter zu ſorgen, 240. Er verwaitet allein die zur ehelichen Gemeinſchaft gehörigen Güter? ſeine Rechte in dieſer Hinſicht, 1421. Er hat allein die Verwaltung der Dotal⸗Güter waͤhrend der Ehe; 1549 u. f. Ohne ſeine Einwilligung kann die Frau nichts von ihren Paraphernal⸗Gütern veräußern, 1575. Er iſt verbunden, die in Vetreff der Rechte der Frau auf ſeine Immo⸗ bilien haftenden Hypotheken eintagen zu laſſen; wann er wegen Verſäumung dieſer Verbindlichkeit des Stellionats ſchuldig geach⸗ tet werde, 2 36. Wider ihn wird auf Vergantung der Immo⸗ bilien, die zur Guͤrer⸗Gemeinſchaft gehoͤren, verfahren, wenß gleich die Frau zur Zahlung verbunden iſt 2208. Siehe Güter⸗ Gemeinſchaft, Guͤter⸗Separation. Eheſcheidung. Aus welchen urſachen ſie Statt habe, 229 u f. Form des Verfahrens bey der Eheſcheidung weßen einer beſtimm⸗ ten Urſache 334 u. f. Wann die Eheſcheidung auf wechſelſei⸗ tige Einwilligung Statt habe 275 u. f. Was haben die Ehe⸗ gatten zu thun, che ſie vor dem Praͤſidenten des Bezirks Gerichts erſcheimen? 279 u. aso. Weiteres Verfahren ast u. f. Wann uin⸗ eh ſr dunhin hau mj inin e hn t ngemt in in ſeinf⸗ hitß wWung eän⸗ ſiun innn niin in un unit zm m ni5 i ſin ihun milun huſi upinb uiit nhi u tih ſi ju bi in w un uitt un hi aim ni ük ue Alyhabetiſches Regiſter. 581 der urſprünglich Beklagte bey der Abſonderung von Tiſch und Bette auf Eheſcheidung antragen könne, zro. Siehe Ehe⸗ gatte, Ehefrau, Ehemann kaiſerl. Procurator⸗ Kinder, Präſident. Sheſcheidungs Klage. Wo ſie angebracht werde, 234. Wird erſt nach dem hiebey entſtandenen Criminal⸗Verfahren ent⸗ ſchieden, 235. Proviſoriſche Maßregeln, welche ſie, wenn ſie ſch auf einer beſtimmten Uurſache gründet, veranlaſſen kann, a67 u. f. Wann iſt ſie erloſchen, wenn ſie aus einer beſtimmten urſache angeſtellt worden* 272 u. f. Sid. Zwey Gattungen desſeiben; in welchen Fällen er von den Parteyen angetragen und zurückgeſchoben werden könne; Wirkung des in einem ſolchen Falle geleiſteten Eides. Zu welchem Zwecke und unter welchen Bedingungen der Richter einem der ſtreiten⸗ den Theile den Eid auflegen koͤnne, 1357 u. f. Jeue, welchen gewiſſe Verjaͤhrungen entgegengeſetzt werden, haben das Recht, denen, die ſie vorſchuͤtzen, über die Frage den Eid aufzutragen, ob in der That die Zahlung erfolgt ſey, ihren Wittwen und Erben über die Frage, ob ſie nicht wiſſen, daß die Sache dem Kläger wirklich zukommt, 2275. Eigenthum. Erklaͤrung desſelben, 544. Unter welcher Bedin⸗ gung man gezwungen werden könne, es abzutreten, 545. Auf welche Art es erworben werden und auf andere übergehen koͤnne, 711 u. 712. SEigenthümer. Rechte desſelben⸗ 544 u. f. Welche Früchte ihm gehören; was Rechrens ſey, wenn ein anderer Koſten auf ſeine Sache verwendet hat, 548. In wie ferne er an, über und unter der Pberflaͤche ſeines Grund und Bodens Anlagen machen könne,§52. Er hat die Vermuthung fuͤr ſich, daß alle auf oder unter ſeinem Boden gemachten Anlagen ihm zugehören, 553. Was iſt Rechtens, wenn er mit fremden Materialien, wenn ein Dritter mit ſeinen Materialien auf dem Boden des Eigenthümers gebaut hat? 554 u. f. In welchen Fällen und unter welcher S ihm die Alluvion vütze,§36 u. f. In welcher Zeitfriſt er ſein Sigenthum reelamiren müſſe, wenn ihm ein kenntbarer und beträchtlicher Theil ſeines Bodens durch einen Fluß oder Strom abgeriſſen worden iſt 559. Was iſt Rechtens, wenn zwey Sachen, die verſchiedenen Eigenthümern gehören, miteinander vereinigt worden ſind, 565 u f. Wenn jemand aus dem Stoffe des Eigenthuͤmers eine Sache anderer Gattung gebildet hat, 570 u f Welches fließeden Waſſers er ſich zur Bewäſſerung ſeiner Grundſücke bedienen konne, 641 u f. Jeder Eigenthämer kann fordern, daß ſein Grundſtück von dem ſeines Nachbars durch Grenzſteine abgeſondert werde, 646. Er kann es einſchließen, 647 u. 682. Welches Recht er in dieſem Falle verliert, 64s. Er kann ſein Eigenthum mit Servituten belegen, 685. Wer Eigeuthümer einer bewegiichen Sache werde, die man 1 ————————. ———— ů——————————— 513 Alphabetiſches Regiſter. zu geben oder zu liefern ſich gegen zwey Perſonen nach und nach verbunden hat, 1 41. Binnen welcher Zeit der Eigenthü⸗ mer, der eine Sache verloren hat, oder dem ſie geſtohlen worden, ſie wider jemanden vindieiren könne, 2279. Eintragung(der Privilegien und Hypotheken in die Regiſter der Hyporheien⸗Bewahrer). Wo ſie geſchehen müſſe; wenn ſie ohne Wirkung bleibe,§39 u. f. u. 2146. Die an einem Tage einge⸗ tragenen Glaͤubiger haben eine verhältnißmäßige Hypothek, 2147. Was hat der Gläubiger zu thun, um die Eintragung zu hewirken, 2143. Wem die Koſten der Eintragung zur Laſt fallen, 2155. Sinwilligung. Nothwendigkeit derſelben in Betreff der Ehe von Seiten der contrabirenden Theile und ihrer Eltern, wenn jene nicht großjaͤhrig ſind, 146 u f. Die beyderſeitige und beharrliche Einwilligung der Ehegatten iſt eine peremptoriſche Urſache der Eheſcheidung, 223. Die bloße Einwilligung der Parteyen macht eine angenommene Schenkung vollgültig, 938. Jene, welche durch Irrthum gegeben, oder durch Gewalt erzwun⸗ Len, oder durch Betrug und Argliſt erſchlichen worden, iſt unguͤltig, 1109 u. f. Einwohnung Nach welchen Orundſtzen werden die Rechte der Einwohnung beurtheilt, wenn in dem Rechtstitel nichts hier⸗ über beſtimmt worden, 635 u. f. Eltern. Siehe Vater, Mutter, Kinder. Was haben ſie zu thun, wenn ſie die ihren minderjährigen Kindern zugehö⸗ rigen Mobilien nicht verkaufen wollen, 453. Wann erben ſie ihre natuͤrliche Kinder, 765. Sie können im Nahmen ihrer Kinder Scenkungen annehmen, 935. Sie ſind befugt, einen Theil ihres Vermoͤgens, einem oder mehrern ihrer Kinder mit der Bedingung zu ſchenken, daß ſolcher den Kindern der Geſchenk⸗ nehmer ausgeliefert werden ſoll, 104s u f. Sie dürfen unter ihren Kindern und Abkoͤmmlingen ihr Vermögen theilen; in welcher Form und nach welchen Grundſaͤtzen dieſes geſchehen nüde, 107; u f. Sie ſind für den Schaden, den ihre minder⸗ jährigen bey ihnen wohnenden Kinder* haben, verant⸗ wortlich, 1384. Emancipation. In welchem Falle ſie von Geſetzes wegen Statt habe, 476. Wann und wie ſie von dem Vater, der Mutter oder dem Familien⸗Rathe einem Minderjaͤhrigen ertheilt werden könne, 477 u. f Welche Verwaadte und Verſchwaͤgerte ſie fuͤr ihn nachſuchen koͤnnen, wenn der Vormund es zu thun unterläßt, daſ. Wirkung der Emancipation auf die Klage wegen Verletzung bey Verträsen, 1305. Emanciprrter. Ihm wird in Beyſeyn eines Curators dis Vormuudſchafts⸗Rechnung abgelegt, 4s0. Welche Handlungen er allein, welche er unter dem Beyſtande ſeines Curators oder unttt der Autotiſation dis Familien Rather unternehmen konne⸗ 4 nel d die Eut lin eul tn6 in ſul vl he in ſis iui⸗ n uin wun ſ een ſtuh hei u ſhach u un ize un unſte iu ih. utzu wuf ſhh ihſo ſiu en ini u in in i behub in un in i Nth un u u h ahi ſtnin⸗ in ni u i w u i ſie Alphabetiſches Regiſter. 533 431 u. f. u. 925. In welchen Fällen die von ihm übernom⸗ meneu Verbindlichkeiten gemindert werden können, 433. Wann und wie er die Wohlthat der Eiancipation verlieren könne 485. Der Emancipirte, welcher Handiung treibt, wird in Hinſicht dieſer fuͤr volljährig geachtet, 487. Entführer. Wann er als Vater eines Kindes erklärt werden könne, 340. Entſchädigung. Siehe Schadens⸗Erſatz. Erbe. Auf den rechtmäßigen geht der Beſitz einer Erbſchaft ſchon kraft des Geſetzes über; wer Erbe ſeyn könne, 724 u. f. Der Erbe kann unter der Rechtswohlrhat des Inventariums die Erb⸗ ſchaſt antreten; zu was er in dieſem Falle verbunden ſey; binnen welcher Zeit er ein Inventarium errichten, und ſich zur Annahme oder Ausſchlagung der Erbſchaft entſchließen müſſe; ſeine Pflichten in Betreff der Verwaltung des zur Erbſchaft gehörigen Verms⸗ zens; wann er in ſeinem eigenen Vermoͤgen angegriffen werden koͤnne; er iſt gehalten, den Glaubigern der Erbſchaft oder andern Intereſſenten Bürsſchaft zu leiſten, in welcher Ordnung er die erſtern bezahlen müſſe 793 u. f. In wie ferne er zur Collation und zur Tilgung der Erbſchafts⸗Schulden und Laſten verbunden ſey, 343 u. f. 870, 1221 u. 1225. Worauf jeder Erbe antra⸗ gen koͤune, wenn erbſchaftliche Immobilien mit Renten beſchwert ſind; welcher Erbe dieſe leiſten müſſe, im Falle der Nachlaß in dem Zuſtande, worin er ſich befindet, getheitt wird, 372 Wus Rechtens ſey, wenn er zu Folge einer Hypothek mehr als ſeinen Antheil an der gemeinſchaftlichen Schuld bezahlt hat, 37. Welche Formalttät erfordert werde, damit ein gegen den Verſtor⸗ benen exeeutoriſcher Titel geten den Erben vollſtreckt werden köune, s77. Jeder Erbe kann verlangen, daß das Vermögen des Verſtorbenen von dem ſeinigen getrennt werde; wann dieſes Recht aufhoͤre, s„s u. f. Welche Rechte dem Erben gegen den Geſchenknehmer oder gegen dritte Belitzer zuſtehen, wenn Immo⸗ bilien zu Folge der Reduetion zur Erbſchafts Maſſe eingeſordert werden 229 u.„30. Er haſtet für die Vermichtuiſſe, 1017. Er kann dem Beſitze des Mobiliar⸗Vermögens der Erbſchaft ein Ende machen, wenn ſich der Teſtaments⸗Exceutor in demſelben befindet, 1037. Der Miterbe hat ein Privilegium auf die zur Erbſchaft gehörigen Immobilien zur Sicherheit der Theitung und der Gewähr der Loſe, 2103. Was er thun müſſe, um dieſes Privilegium in ſeiner Kraft zu erhalten, 2109. Erbfähig. Wer es ſey 72 u. f. Erbfolge. Der Hrt, wo ſie ſich eröffnet, wird durch das Domieil beßimmt, 110 Wie ſie eröffnet werde, welche Rigein zu besbachten ſeyen, wenn man nicht unterſcheiden kann, wer zuerſt geſtorben, 718 u. f Wer der Erbfolge unwürdig ſeyr 7 7 u. f Erbfoige der Descendenten, Ascendenten und Seiten⸗ Verwandten, 746 1. f. ——————— S———————— 354 Alphabetiſches Regiſter. Srbrenten. Schoͤren zu den Mobilien, ſind weſentlich lösbar, 529 u. f. u. 1911. Wann der Schuldner zur Ablöſung derſel⸗ ben geiwungen werden könne, 1912. Erbſ chaf t. Die, welche Ascendenten oder Seiten⸗Verwandten zugefallen ift, wird in zwey Theile getheilt; Regeln hiebey, 733 u. f. Eine Erbſchaſt kann unbedingt, ausdrücklich oder ſtilſchweigend angenommen werden, was fuͤr eine ausdrückliche oder ſtillſchweigende Annahme gehalten werde, 77½ u. f. Wann ein Volljähriger die von ihm geſchebene Annahme einer Erbſchaft beſtreiten könne, 733. Folgen deſſelben, 784 u. f. Die Gläu⸗ biger desjenigen, der auf eine Erbſchaft verzichtet hat, konnen ſolche in— Nahmen annehmen, 788. Auß die Erbſchaſt einer noch lebenden Perſon kann man nicht verzichten, noch ſeine eventuellen Rechte darauf veräußern, 591 u. 1130. Wer aus einer Erbſchaft Sffecten bey Seite geſchafft, verliert das Recht, ihr zu entſagen, 792 Wann eine Erbſchaft als vacant augeſehen werde, s11. Wie die Theilung einer Erbſchaft geſchehe, ſiebe Theilung. Ermaͤchtig ung. Siehe Autoriſation. e F. F.„ Siehe Hausregiſter. Familien⸗„Rath. In welchen Faͤllen er das Recht habe einen Vormund zu ernennen und abzuſetzen, 405 444. Seine Zuſam⸗ menſetzung, 407 uf Die Mitglieder deſſeiben ſind unter Geld⸗ ſtrafe verbunden, vor dem Friedens⸗Richter zu erſcheinen, 412. Wer nicht Mitglied eines Familien Rathes ſeyn könne, 442 u. f. Der Familien Rath beſtimmt die Summe, welche jährlich ſuͤr den Minderjährigen und zur Verwaltung ſeines Vermoͤgens ver⸗ wender werden ſoll; er ſetzt feſt, ob der Vormund ſich noch eines beſondern beſoldeten Verwalters bedienen dürfe, und welche Summe er vrn den Einkuͤnften des Minderjährigen rentbar anzu⸗ legen habe, 454 u. f. Er autoriſirt den Vormund, ein Anlehen für den Minderjährigen aufzunehmen, ſeine Jmmobilien zu ver⸗ kaufen⸗ oder zur Hypothek zu ſtellen, 457 u f. Dhne ſeine Autoriſation kann der Vormund keine Erbſchaft oder Schenkung für den Minderjährigen annehien oder ausſchlagen, keine Kiage einfuͤhren oder fuͤr richtig aunehmen, die ſich auf Immebiliar⸗ Rechte des Minderjahrigen bezieht, auf keine Theilung antragen, keinen Vergleich ſchließen, 461 u f u. 776. Der Familien⸗ Rath kann vor ſchre ben, daß der Vormund während der Vor⸗ mundſchaft zu'gewiſſen Zeiten die Rerechuungen über ſeine Ver⸗ waituns dem Neben⸗Vormunde vorlege, 470. Er erneunt den Curator, in deſſen Beyſeyn dem emancipirten Minderjaͤhrigen die Vermundſchafts⸗ Rechnung abgelegt wird, 480 Er eroffnet ſeine Meinung über den Zuſtand desjenigen, uuf deſſen Inter⸗ i ih, Mit⸗ nn i ſith i iili, f Un tEttſt di hi t hnn ethſhnt n, ſh n Pu Win iu ümm Muit iin inhin unbh n z 1f uihſ igs w in nwl Uin u inin nm hhu ſ eiun ſn i u ſulle inſ⸗ un M ejhiu tufi Alphabetiſches Regiſter. 585 dietion angetragen wird; ernennt den Vormund und Neben⸗ Vormund eines Interdieirten, und gibt ſein Gutachten über die Beſtimmungen des Ehe⸗Contrartes des Kindes eines Interdieitten, 494 o7 u. 511. Wird die Frau zur Vormünderinn ihres Mannes ernannt, ſo ſetzt der Familien⸗Rath die Bedingungen der Verwaltung feſt, 507. Er autoriſirt den Vormünder zur Theilungs⸗Klage gegen die Miterben, die Minderjährigen oder Interdieirten, 317. Siehe Vormund, Vormundſchaft, Neben⸗Vormund. Fauſtpfand. Welches Recht dieſes dem Gläubiger gebe, unter welchen Bedingungen er ſein Recht ausuͤben könne, 2073 u f. Im Nichtzahlungs Falle kann er nicht willkuͤhrlich darüber ver⸗ ordnen; er iſt dem Schuldner fuͤr den Verluſt oder die Verſchlim⸗ merung deſſelben verantwortlich, 2078 u f. Waun ber Schuldner es zuruͤckfordern, in welchem Falle der Gläubiger es für eine andere Schuld zurückbehalten könne, 2082. Feldfrächte Werden bald zu den unbeweglichen, bald zu den beweglichen Guͤtern gerechnet, 520. Fenſter. Wann und in welcher Entfernung es erlaubt iſt, ſie in einer Mauer anzubringen, wie ſie beſchaffen ſeyn muͤſſen, 676. Feuersbrunſt. Der Miether iſt fuͤr ſelbe verantwortlich, 1733. Fiſche. In welchem Fale ſie, wenn ſie in eisen andern Fiſch⸗ teich uͤbergehen, dem Eigenthuͤmer deſſelben zugehören, 564. Flußbett. Wem das alte Flußbett gehört, wenn ein Fluß oder Strom ſeinen Lauf verändert, 563. Forderungen(privilegirte). Siehe Privilegium. Franzoſen. Genießen der Civil Rechte, s. Rechte ihrer im Auslande gebornen Kinder, 10. Koͤnnen in Frankreich wegen Verbindlichkeiten belangt werden, die ſie im Austande einge⸗ gangen haben, 15. Wie ſie die Civil⸗Rechte verlieren, und die verlornen wieder erhalten können, 17 u. f. Welche Formali⸗ täten ſie zu beobachten haben, wenn ſie im Auslande ein Teſta⸗ ment machen wollen,„99. Franzöſinn. Die einen Fremden heirathet, ſolgt dem Zuſtande ihres Mannes 19. Wie erhäͤlt ſie die rechtliche Eigenſchaft einer Framöſinn wieder? daſ. Fran Wann ſie nach dem Tode des Mannes oder nach ausge⸗ ſprochener Eheſcheidung zu einer neuen Ehe ſchreiten könne, 228 u. 297. Fremde. Wie ihre in Frankreich gebornen Kinder die Civil⸗ Rechte erhalten, 9. In wie weit ſie ſelbſt auf die Civil⸗Rechte Anſpruͤche haben, 11. In welchen Fällen ſie vor den franzö⸗ ſiſchen Gerichten belangt werden können, 14. Wann ſie als W — ——— ⸗.—.—.—ũůũůũũůũůũũů—————————— 5—— 566 Alphabetiſches Regiſter. Kläger Buͤrgſchaft leiſten müſſen, 16. Wann und wie ſie in Frankreich erben köunen, 726. In welchem Falle man durch Schenkung unter Lebenden oder durch Teſtament zu ihrem Vor⸗ theile verordnen dürfe, 912. Friedens⸗Richter. Er fertiget die Notorieräts⸗Urkunben, 70. Seine Gegenwart bey dem Inventarium eines Abweſenden, 126. Er nimmt die Adoptions⸗Urkunden auf 353. Er ſertigt den Verbal⸗ Prozeß uͤber die Pflege eines Kindes aus wohlthaͤtigen Abſſchten, 3b3. Ruft den Familien⸗Rath zuſammen, beſtimmt den Erſchei⸗ nungs⸗Termin, beſtraft die nicht erſchienenen Mitglieder des Familien Rarhes kann die Verſammlung ausſetzen präſidirt ſie und hat eine entſcheidende Stimme, 406 u f. Fall, wo er von Amts wegen den Familien⸗Rath zuſammen berufen muß 446. Er nimmt die Emaucipations⸗Erklärung auf, 477. Wann er die Verſtegelung der zu einer Erbſchaft gehörigen Effecten von Amts wegen vornehmen müſſe s19. Wann er ein Teſtament aufnehmen koͤnne,§85. Früchte. Werden in natuͤrliche, Induſtrial⸗ und Civil⸗Fröchte eingetheilt; was man hierunter verſtehe, 583 u f. Von welcher Zeit an mau die Früchte der Gegenſtaͤnde, welche der Collation unterworfen ſind, zu vergüten habe, 356. Von welchem Zeit⸗ punete der Partieular⸗Legatar Anſpruch auf die Fruͤchte der ihm vermachten Sache habe, 1013.— 18 G. Gzr. Siehe Gaſtwirthe. Oaſwirthe. Haften juͤr die Effecten, welche ein Reiſender⸗ den ſie beherbergen, bey ihnen eingebracht hat, 1052. Sie paben ein Privilegium auf die Effeeten des Reiſenden, a102. Ihre Klage auf Zahlung der Wohnung und der Nahrung, die ſie geliefert haben, wird in ſechs Monaten verjährt; 227. Gebände. Werden zu den unbeweglichen Gütern gezählt, F13. Bey welchen ein Zwiſchenraum gelaſſen, oder eine Zwiſchenmauer angelegt werden müſſe 674. Sebrauch. Nach welchen Grundſätzen ſich die Rechte des Ge⸗ brauchs richten wenn in dem Rechtsittel nichts hierüber beſtimmt worden iſt 629 u. f. 8 Geburt(eheliche). Kann deßwegen allein nicht angefochten wer⸗ den, weil die Finder die Heiraths Urkunde ihrer Ettern nicht auf⸗ zuweiſen im Stande ſind, 197. Waun und in welcher Zeitfriſt ſte von dem Manne und ſeinen Erben beſtritten werden könne, z12 u. f. Auf welche Art ſie erwieſen werde, 3*9 u. f. geburten. In wie viel Zeit und von wem ſie anzuzeigen ſeyen⸗ 38 u. f. Wänn dieſe Anzeige in Betreff der Geburten biy ber Armee geſchehen müſſe,„2. N hile un beſt ni 36 biſt hie b hei Wn in ben filge N bhei hi mſti iuuch nu en Dule ſth i iſhit ſ t u% hun un m iinnt hizih du M Ehi n i zu in hih 6 er n huz 17. ia zuſö iim in itt nhih m ſn ihnim i * * Alphabetiſches Regiſter. 7¹ Geburts⸗Schein. Die, welche ſich verehlichen wollen, muͤſſen ihn vorzeigen, 70. Wie er erſetzt werden koönne, wenn es unmoͤglich iſt, ihn herbeyzuſchaffen, 71. Geburts⸗Urkunden Was ſie enthalten müſſen, 57. Wie ſie uͤber ausgeſetzte und während einer See Reiſe geborne Kinder abzufaſſen, 53. Die Geburts⸗urkunden der waͤhrend einer See⸗ Reiſe oder bey der Armee in fremden Ländern gebornen Kinder müſſen auszugsweiſe den Regiſtern des Civil⸗Standes am letzten Wohnorte der Eltern eingetragen werden, 59 u. f. u. 93. Segen⸗Reverſe unter welchen Perſonen ſie eine Wirkung haben, 1321. Jene, welche ſich auf einen Heiraths⸗Contract beziehen, können dritten Perſonen nicht entgegengeſetzt, und ſie muͤſſen den Ausfertigungen deſſelben eingeruͤckt werden, 1397. Segenſcheine. Siehe Gegen⸗Reverſe. Sehoͤlz(hochſämmiges). Rechte des Nießbrauchers in Betreß deſſelben 591 u. f. Geſchenktes). Wie es bey einer Erbſchaft conferirt werde, 69. Seldſtrafen. Wegen uebertretung der Verfuͤgungen in Betreff der Urkunden des Civil⸗Standes, 50, 136 u. 192. Gegen die Hypotheken⸗Bewahrer, 2202. Gemeinde⸗Guͤter. Welche Guͤter hierunter begriffen werden, 542. Geſchäftsfuͤhrer(freywilliger). Welche Verbindlichkeiten er babe, und was fuͤr Rechte ihm gegen den Eigenthüier zuſtehen, 137 2 u. f. Seſchenke. Wann ſie bey einer Erbſchaft conferirt werden müſſen, und waun ſie der Collation nicht unterworſen ſind, 843 u. f Geſchenkgeber. Kann ſich das Ruͤckfalls⸗Recht an der geſchenk⸗ ten Sache ausbedingen; Wirkung dieſes Rechtes,„51 u. 952. In wie ferne er die Reſtitution derſelben an einen dritten ver⸗ ordnen könne, 1043. Er kann durch keine beſtätigende Hans lung die Fehler einer Schenkung unter Lebenden verbeſſern, 1339. Geſchenknehmer. In welchen Faͤllen er zur Clation verbun⸗ den, und in welchen er hiezu nicht verbunden ſey, 843 u. f. Von welchen Koſten er bey der Collation eines Immobilar⸗Stückes Vergütung fordern, und tie lange er im Beſitze deſſelben blei⸗ ben köune, 859 u. f. Was Rechtens ſey, wenn einem zur Erb⸗ folge berechtigten ein Immodiliar⸗Stück geſchenkt und ihm hiebey die Collation erlaſſen worden, die Schenkung aber den disponibeln Theil überſchreitet, s66. Rechte des Geſchenkuehmers, wenn ih. Mebiliea unter dem Vorbehalte des Nießbrauchs geſchenkt 5 „ 538 Aiphabetiſches Regiſter. werden, 95o. FPflichten des Geſchenknehmers, wenn er mit der Reſtitution beſchwert worden, 1058 u. f Wie er geſchenkte Immobilien oder dingliche Immobilien gleich geachtete Rechte von Privilegien und Hypotheken befreyen könne, a181 u. f. Geſchwiſter(eheliche). In welchem Falle ſie gewiſſe Güter von ihren natürlichen Geſchwiſtern erben koͤnnen, 766. Siehe Sei⸗ teu⸗Verwandte. Geſchwiſterkinder. unter ihnen iſt die Ehe nicht verbothen, 161 u. f. Sie ſind ſich im vierten Grade der Seitenlinie ver⸗ wandt, 737.. Geſellſchaften. Verſchiedene Gattungen derſelben, 1335 u f. Anſang und Dauer derſelben, wenn über die Dauer nichts beſtimmt worden; 1843 u. f. Regelti in Betreff der Verwaltung der Geſellſchaften, 1856 u. f. Seſellſchafter. Verpflichtungen derſelben untereinander, 1343 n. f. Verpflichtungen derſelben gegen dritte Perſonen,„862 u. f. Wann ein Geſellſchafter durch ſeine bloße Willkühr den Geſellſchafts⸗Contraet aufheben könne, 1869 u. f. Geſellſchafts⸗Vertrag. Erklärung deſſelben; allgemeine Regeln, welche bey dieſem Contracte eintreten, 1332 u. f Wie der Antheil am Gewinne beßimmt wird, wenn im Geſellſchafts⸗ Vertrage nichts hierüber feſtgeſetzt worden, 1853 u. f. Verſchie⸗ dene Arten, wie der Geſeüſchafts⸗Contraet ſich endiget, 1865 u f. Geſetze. Wann ſie exeeutoriſch ſind,. Wann ihre Promul⸗ gation als bekannt angenommen wird, daſ Perſügen uur fuͤr die Zukunft, 2. Welche ſich auf die Franzoſen erſtrecken, ſelbſt wenn ſie im Auslande ſich aufhalten, 3. Von welchen man durch Privat⸗Vertraͤge keine Ausnahme machen kann, 6. Geſtändniß. Iſt entweder außergerichtlich oder gerichtlich; wann das erſtere entgegengeſetzt, wann das zweyte widerrufen werden könne, Wirkungen des Geſtaͤndniſſes, 1354 u. f. Geſundheits⸗Beamte. Siehe Doetoren. Sewährleiſtung. Wenn die Miterben ſich gegenſeitig zur Gewaͤhrleiſtung verbunden ſind, Wirkungen derſelben, 334 u. f. Welche Gewaͤhr der Verkaͤnfer dem Käufer zu leiſten habe, Wir⸗ kungen derſelben im Falle der Eviction der verkauften Sache vder eines Theils derſelben, 16 ½5 u. f. Wann die Gewähr⸗ leiſung wegen erfolgrer Evietion hiuwegfält, 640. Wirkungen der Gewaͤhrleiſtung fuͤr die Maͤngel der verkauften Sache, 1641. Bey welchen Verkäuſen keine Gewähr wegen Mängel Statt habe, 1649. Gema Worin ſie beſtehe und wie lange ſie daure, 372 n. f. nie hſtute it hh . * inm eSe tuiue luit n 1z t niht un u Mu ſh lihn 0 Py un nun ſ iu, ſij ſhau m 6. ſih; un in uu uii uti ſh iukit nim inn u ſti Alghabetiſches Regiſter. 559 Gläubiger. Können die Zuſammenberufung eines Familien⸗ Raths nachſuchen, damit dem elternloſen und minderjaͤhrigen Kinde ein Vormund ernaunt werde, zos u. f. Sie koͤnnen ſich bey Gerichte autoriſiren laſſen, eine von ihrem Schuldner ausgeſchlagene Erbſchaft ſtatt ſeiner anzunehmen, 738. Sie können alle Rechte und Klagen ihres Schuldners geltend machen und die Handlungen anfechten, die er zum Abbruche ihrer Rechte unternommen hat, 1166. Sie verlieren ihre Priviiegien oder Hypotheken, wenn ſie einwilligen, daß der Schuldner die hinter⸗ legte Sache zuruͤcknehme, 2073 u. f. Welche Gläubiger ſind privilegirt, 203 u. f. Siehe Bürge, Buͤrgſchaft, Hyps⸗ thek, Pfand⸗Contraet Privilegium, Vergan⸗ tung. Glücks⸗Verträgk. Worin ſie beſtehen, 1964 u. f. Gräben. Welche fuͤr gemeinſchaftlich zu halten ſeyen, 666 u. f. Grade(der Verwandtſchaft) wie ſie berechnet werden, 735. Grenzſteine. Siehe Eigenthümer. Guͤter. Bewegliche und unbewegliche, 516 u. f. Siehe Immo⸗ bilien und Mobilien. Güter⸗Abtretung. Erklärung Wirkung der frey⸗ willigen und gerichtlichen, 1265 u. f. Güter⸗Gemeinſchaft. Welche Befugniß ſie einem Ehegatten in Betreff der Güter des andern ertheilt, wenn dieſer abweſend it 24. Was fuͤr Maßregeln die Frau waͤhrend des Eheſchei⸗ dungs⸗Prozeſſes in Rückſicht der Mobiliar⸗Effeeten treffen kann, welche zur Güter⸗Gemeinſchaft gehoͤren, welche Handlungen waͤh⸗ rend der nehmlichen Zeit dem Manne in Betiehung auf die Güter⸗Gemein ſchaft verbothen ſind, a70. Gäter⸗Gemeinſchaft(geſetzliche). Was zu dem Aetiv⸗Ber⸗ mögen derſelben gerechnet werde, 1401 u. f. Was zu den Paſſiv⸗ Schulden und Laſten, 1409. In wie ferne die eheliche Gäter⸗ Gemeinſchaft für die Schulden zu haften habe, welche die Frau vor der Ehe gemacht hat, 1410 Wann ſallen die Schulden, die auf einer Erbſchaft haften, welche während der Ehe dem Manne oder der Frau anfaͤllt, der Gemeinſchaft zur Laſt, 1411 u. f. Was iſt Rechtens in Petreff der Schulden, welche die Frau mit Bewilligung des Mannes gemacht hat, 1419. Der Mann fuͤhrt alein die Verwaltung üͤber die zur Gemeinſchaft gehörigen Guͤter; unter welcher Einſchränkung, 1421 u. 1422. „ Welche von dem Maune verwirkte Geldſtrafen aus der Gemein⸗ ſchaft beygetricben werden können, 14 24 u. f. Welche Hand⸗ lungen der Ftau eine Verbindlichkeit in Beziehung auf die Guͤler der Gemeinſchaft hegrüönden, 14 46 u f. Der Mann hat die Verwaltung des ganzen eigenen Vermögens der Frau; ſeine Befuguiſſe und Pfüchten in dieſer Hinſicht, 1428 u. f. Wer ———————— „ 5 690. Alphabetiſches Regiſter. leiſtet die Vergätung, wenn die Gemeinſchaft den preis eines 116 verkauften Immobiliar⸗Stuckes oder einer losgekauſten Grund⸗ u Gerechtigkeit, die einem der beyden Ehegatten zugehoͤren, bezogen di hat, ohne daß er anderswo wieder angelegt worden, 1433 u. f. 50 Der Ehegatte, welcher aus den gemeinſchaftlichen Gütern einen ſi perſönlichen Vortheil gezogen hat, iſt dafür Vergütung zu leiſen u verbunden; 1437. Wie die nüter Gemeinſchaft aufgelöſet werde, u 44u f Wann, unter welchen Formalitaͤten und mit welchen M Wirkungen die einmahl auſgelöſte Güter⸗Gemeinſchaft wieder i hergeſtellt werden könne, 145 Wann die Frau nach aufgelöſter Güter⸗Gemeinſchaft hierauf nicht mehr Verzicht leiſten könne, was ſie thun müſſe, um das Recht auf die Güter⸗Gemeinſchaft zu verzichten, bevzubehalten, 14 53 u f. Welche Rechte in dieſer h Hinſicht ihren Erzen und Gläubigern zuſtehen, 1461 u. f Wie lange die Wittwe aus der gemeinſchaftlichen Maſſe den Unter⸗ i halt för ſich und ihr Hausgeſinde nehmen dürfe, und von Bezah⸗ ſ lung der Hausmiethe aus eigenem Vermoͤgen befreyt ſey, 136. hu Nach welchen Regeln die Theilung des gemeinſchaftlichen Aetiv⸗ 6 Vermoͤgens nach erfolgter Annahme geſchehen muͤſſe, 1468 u. f. i In welchem Falle die Ehegatten ihren Antheil an einigen zur Gemeinſchaft gehörigen Gegenſtänden verlieren, 1477. Ans H welchem Vermögen perſoͤnliche Forderungen, welche ein Ehegatte 1 an dem andern hat, und Schenkungen, die einer zum Vortheile 5 des andern gemacht hat, genommen werden, 1473. Wem die Trauerkleidung der Frau zur Laſt falle, 14381 In welchem Verhältniſſe der uͤberlebende Maun und die überlebende Frau h zur Tilgung der Laſten und Schulden der Guͤter⸗Gemein ſchaft n verbunden ſey, 14*2 u. f. Folgen der Verzichtleiſtung auf die ju Güter⸗Gemeinſchaft, 1492 u. f. Beſtimmung in Beziehung auf hn die geſetzliche Göter⸗Gemeinſchaft für den Fall, da einer der Ehegatten oder beyde zugleich Kinder aus vorhergehenden Ehen hr haben, 1496.— Guͤter⸗Gemeinſchaft(vertragsmäßige). In wie ferne Ehe⸗ leute durch Vertraͤge die geſetzliche Güter⸗Gemeinſchaft anders beſtimmen können, 1497. Regeln, welche eintreten, wenn die ſi Guͤter Gemeinſchaft auf die Errungenſchaft beſchränkt iſt, 1498. d Wenn ſtipulirt worden, daß das Movillar⸗Vermoͤgen ganz oder„ zum Theile von der Guͤter⸗Gemeinſchaft ausgeſchloſſen ſeyn ſoll, u 1500 u. f.; wenn Immobilien den beweglichen Gütern gleich⸗ gheſtellt, 1505 u. f; wenn die Schulden von der Gemeinſchaft ausgeſchloſſen worden, 1610 u. f.; wenn die Ehegattinn die n Befugniß erhalten hat, ihr eingebrachtes Vermoͤgen Schulden 18 frey zurückzunehmen, 1514½; wenn für den Ueberlebenden eine, 6 Vorausnahme, 1515 u. f.; wenn für beyde Ehegatten ungleiche 1 Theile in der Guͤter⸗Gemeinſchaft, 1520 u. f.; wenn etne Gemein⸗ heit ſchaft unter einem Univerſal Titel bedungen worden, 1526; wenn 1 die Güter⸗Gemeinſchaft bey der Heirath ausgeſchloſſen, 1529 ufz hin wenn fine vöuige Hüter Sepatatipn beliebt wud, 136 u. f. ni in⸗ ßunb⸗ iſihn 1huf. ien in u liſn iſt u ſt nechu ſt niln uigeje iim⸗ ninſht in ieſ uf Pi w hun ſ, iuh zuſ, iiznn minn nnhi Din Min nb jn ii uube iun u in d u ehn ſn hh i unh ſ. zu in n ſi mih uin iiuhn Mu il, uit hm 1 zyuſi . ſ. Plphabetiſches Regiſter. 591 Süter⸗Separation. Wann die Frau hierauf antragen duͤrſe, waun die gerichtlich ausgeſprochene unguͤltig werde, 1443 u. f. Die Glaͤubiger der Frau können nicht ohne ihre Einwilligung auf Güter⸗Separation antragen; jene des Mannes ſind befugt, ſolche anzufechten, 1446 u. 1447. Folgen der Guͤter⸗Separation in Betreff der Haushaitungs⸗ und Etziehungs⸗Koſten der Kinder und der Verwoltung des Vermoͤgens der Frau, 14 48 u. f. Fol⸗ gen des Vertrags, wenn Eheleute bey der Heirath eine völlige Güter⸗Separation ſich ausbedungen haben, 1336 u. f. H. H andelsfrau. Was man darunter verſtehe, a20. Als ſolche vedarf ſie der Autoriſation ihres Mannes nicht, um ſich zu ver⸗ binden, daſ. ℳ Handgeld. Befugniſſe der Contrahenten, wenn das Verſprechen etwas zu verkaufen, unter Leiſtung eines Handgeldes geſchehen iſt 1590. Handlungs⸗Geſellſchaften. Verfuͤgungen in Betreff der⸗ ſeiben, 1873. Haupt⸗Reparaturen. Was hierunter verſtanden werde, boz; u 606. Wem ſie zur Laſt fallen, 1720. Haus. Wenn die Stockwerke deſſelben verſchiedenen Eigenthuͤ⸗ mern gehoͤren, wer die Ausbeſſerungen und das Wiederaufbauen zu tragen habe, im Falle nichts hieruͤber beſtimmt iſt, 66 ½ u. f. Haus⸗Regiſter. Was ſie beweiſen, 1331 n. 141. Hecken. Welche für gemeinſchaftlich gehalten werden, 670. Baͤume in einer gemeinſchaftlichen Hecke ſind gemeinſchaſtlich, 67. Heiraths⸗Contraete. Welche Schenkungen in denſelben von einem Dritten zu Gunſten der Ehegatten, oder von dieſen gegenſeitig gemacht werden koͤnnen, 1081 u. f. Die Ehegatten ſind befugt, durch einen Heiraths⸗Contraet in Beziehung auf das Vermögen nach Gutbefinden eine Uebereinkuuft zu treffen; welchen Rechten ſie gleichwohl nicht derogiren dürfen, 1337 u. f. Die Heiraths⸗Contraete müſſen durch eine Notarial Urkunde vor der Ehe geſchloſſen, und können während der Ehe nicht abgeaͤndert werden; in welcher Form eine vor der Ehe vorzu⸗ nehmende Veränderung geſchehen muͤſſe, 139 ½ u f. Siehe Güter⸗Gemeinſchaft, Segen⸗Reverſe und Scheu⸗ kuugen. Heiraths⸗Urkunde. Was hierin ausgedruckt werden mſſe, 673. Hinterlegung(einer angebothenen Summe oder Sache wegen verweigerte Annahme des Giaͤubigers). Was zu ihrer Gültigkeit 592 Alphabetiſches Regiſter. erforderlich ſey, 1258 u. f. Wann der Schulbdner die hinter⸗ legte Sache zurücknehmen könne 126r. Hinterlegunas Contraet, im allgemeinen, im eigent⸗ lichen Sinne des Wortes, 1915 u. f† Wie ſich die freywillige Hinterlegung bilbet, durch wen ſie geſchehen könne, und auf welche Art ſie erwieſen werde, 1921 u. f. Was Rechteus iſt, wenn eine zu contrahiren unfähige Perſon ein Deypoſitum annimmt, oder eine Eache hinterkegt, 1925 u. 1926. Was man unter einer abgenöthigten Hinterlegung verſtehe, und wie ſie bewieſen werden könne, 1949. Hypothek. Erklaͤrung derſelben, ihre Eintheilung in geſetzliche, gerichtliche und vertragsmaͤßige, 2 u. f. Welche Sachen Gegenſtände einer Hypothek ſeyn koͤnnen, a113. Rechte und Forderungen denen eine geſetzliche Hypethek beygelegt iſt, a12r. Bie eine gerichtliche Hypothek entſtehet, 2123 u. f. Wer eine vertragsmäßige Hypothet bewilligen könne, 212 ½ u. f. Sie muß in einer authentiſchen Urkunde bewilliget werden; was unter Strafe der Nichtigkeit hierin ausgedruckt werden müſſe 2129 u. ſ. Ju wie ferne künftige Guͤter zur Hypothek geſtellt werden können, 2130 Was für Rechte der Gläubiger habe, wenn das zur Hypothek geſtellte Immobiliar⸗Permögen zu Grunde gegangen oder in Verfall gerathen iſt, 2131. Die Rang Ordnung der Hyprtheken haͤngt von dem Tage ihrer Eintragung in die Regiſter des Hypotheken Bewahrers ab; jene der Minderjaͤhrigen, Inter⸗ dieirten und verheiratheten Frauen auf das Immobiliar⸗Vermö⸗ gen des Vormundes und des Mannes beduͤrfen keiner Eintra⸗ gung 2134 u. f. Art, wie die Eintragung der verſchiedenen Hypotheken geſchieht, 2146 u. f. Wie lange die Eintragungen die Hypothek erhalten, 2154. In welchen Faͤllen und unter welchen Formen eingetragene Hypotheken ausgeſtrichen werden können 217 u f. Wann eine Reduetion derſelben Stait habe; nach welchen Grundſätzen ſie geſchehen müſſe, 2162 u. f. Wir⸗ kungen der Hypotheken wider dritte Beſitzer, 2166 u. f. Auf welche Art Hypotheken erloͤſchen, a1s0. Wie man das Eigen⸗ thum hievon frey machen könne, 2181 u. f. Hypotheken⸗Bewahrer. Seine Pflichten, 2108 21507 2196. In welchen Fällen er den Parteyen für Schaden zu haften habe, und zu Geldbußen verurtheilt werden koͤnne, 2197 n. f. Seine Gebühren, Seite 531 u. f. „ Im mobilien. Die Rechte in Betreff derſelden richten ſich nach dem franzöſiſchen Geſetze, 3. Verwaltung und Benutzung derjenigen, welche Abweſenden gehören, 126 u. f. In welchen Fälen und unter welchen Formalttäten die, welche Minderjöh⸗ rigen und Interdieirten gehoͤren, veräußert oder zur Hypothek ſiji⸗ u int ſihnit 6itn Nuſn D un wie ſ lich 4 6un ht un Li nn, iit ſhn ndn 91) n hun em e ſ mn uhi in Mn inm inn kin iihn umnn Ud e we uthüe uſ5 1 wühn 0n 6öch i im n ihtit Juunn ut ſiu M Alphabetiſches Regißter. 593 geſtellt werden können, 457, 484 u. 2206. Welche Guͤter zu den Immobilien gepechnet werden, 717 u. f. Wann bey einer Erbſchaft die Collation der Immobilien in Natur verlangt wer⸗ den könne, wie ſie geſchehen müſſe, 359 u. f. Wie Immobilien von Privilegien und Hypotheken befreyt werden können, a1s1 u. f. Das Eigenthum an Immobilien wird in zehn Jahren verjaͤhrt, 2265. Irrthum. In wie ferne er die Nichtigkeit eines Vertrags begründe, 1109 u. f. 2052 u. 2053. In ſel. Wem die Inſeln und Anwüchſe, die ſich in dem Waſſer⸗ bette eines Fluſſes oder Stromes bilden, gehören, 560, 561. Wem gehört die Inſel, die dadurch entſteht, daß ein Fluß oder Strom eigen neuen Arm bildet? 56a. Interdietion. Gegen wen, von wem und wo ſie nachgeſucht werden könne, Verfahren hiebey, 439 u. f. Wirtung derſelben, 502 u. f. Wozu die Einkünfte eines Interdieirten weſentlich zu verwenden, 510. Wie der Brautſchatz des Kindes eines Interdieirten beſtimmt werde, 511. Wann und wie die Inter⸗ dietion aufhoͤre, 512. Inventarium. Welches der Vormund, 451, der uͤberlebende Ehegatte, 769, der Erbe, 795, der Curator einer erbloſen Hin⸗ terlaſſenſchaft, 313, der zu Gunſten der Enkel oder Kinder mit der Reſtitution Beſchwerte und der mit der Vollziehung einer ſolchen Verfügung beauftragte Vormund, 1058 u. f. errichten laſſen muß. Siehe Rechtswohlthat des Inventariums. Juden. Berfuͤgungen in Betreff der Verbindlichkeiten, die aus einem Darlehen, einem Wechſelbriefe gegen einen Juden ent⸗ ſtehen moͤgen, Seite 550 u. f. Unter welchen Bedingungen ſie Handel treiben, auf Pfänder leihen, und ſich in Frankreich niederlaſſen dürfen, Seite 5yr u. f. K. K aiſer. Kann in dem zur Ehe erforderlichen Alter dispenſiren, 145. So wie in gewiſſen Ehe⸗Verbothen und in dem zweyten Aufgebothe, 164 u. 169. Welche Schenkungen unter Lebenden oder durch Leſtamente erſt durch die Autoriſation des Kaiſers ihre Wirkung erhalten, 937. Nur mit ſeiner Ermaͤchtigung kön⸗ nen Gemeinden und öffentliche Anſtalten ſich vergleichen, 2045. Kaninchen. In welchem Falle ſie, wenn ſie in ein anderes Kaniuchen⸗Gehage uͤbergehen, dem Eigenthümer deſſeiben zuge⸗ hören, 564..*. Kauf. Wer einen Kauf ſchließen koͤnne, 1594 u. 1795. Welche Güter und Rechte gewiſſe Perſonen durch Kauf nicht an ſich bringen dürfen; 1596 u. 1597. 594 Alphabetiſches Regiſter. Käufer. In welchen Fällen er berechtiget ſey, von dem Ver⸗ täuſer eine Verminderung des Preiſes zu fordern, 1617 u.. Perbindlichkeiten des Kaͤufers gegen den Verkaͤufer; in welchen Fallen er bis zur Zahlung des Capitals den Kaufpreis zu ver⸗ zinſen habe, in welchen er mit der Zahlung des Kaufpreiſes inne halten koͤnne 1650 u. f. Was er zu thun habe, um ein gekauftes Immobiliar⸗Stück oder dingliche den Immobilien gleich geachtete Rechte von Privilegien und Hypotheken frey zu machen, wie er die Güter der Ehegatten und der Vormuͤnder von den darauf haftenden Hypotheken befreyen koͤnne, wenn dieſe gar nicht darauf eingetragen ſind 2181 u. Kerbſtöcke. Unter welchen Perſonen und wann ſie Beweiskraft haben, 1333 Kinder. Haben keine Klage wider ihre Eltern auf Verſorguns, 204. Sie ſind ihren Eltern und Großeltern Uuterhalt ſchuldig. Siehe Unterhalt. Bleiben der Regel nach, wenn auf Ehe⸗ ſcheidung geklagt wird, unter der Obſorge des Mannes 267. Wem ſie nach erfolgter Ebeſcheidung anvertraut werden, 302. Dieſe entzicht ihnen die durch die Geſetze oder Ehe⸗Contraete zugeſicherten Vortheile nicht, ihnen ſaͤlt die Hälfte des elter⸗ lichen Vermögens an, wenn auf wechſelſeirige Einwilligung die Ehe geſchieden wird 304 u. zo5. Welche für eheliche zu halten ſeyen, 312 u. f. Wie ſie ihre eheliche Abſtammung beweiſen können, 319 u. f. Ihre Kiage iſt in dieſer Hinſicht unverjähr⸗ bar, 32s8. Wann dieſe von ihren Erben angeſtellt werden könne, 329. Welche natürliche Kinder durch eine nachherige Ehe legi⸗ kimirt werden können, und was ſie dann für Rechte haben, 31. Wie geſchieht die Anerkennung natürlicher Kinder, und was hat ſie für Wirkungen 334 u. f., 756 u. f. Die Kinder ſind ihren Eitern Ehre und Ehrfurcht ſchuldig, bleiben unter ihrer Gewalt bis zu ihrer Großjaͤhrigkeit oder Emancipation, dürfen ohne Einwilligung des Vaters das vaͤterliche Haus nicht verlaſſen, können wegen ihres ſchlechten Betragens auf Verlangen des Vaters, und nach ſeinem Trde der Mutter oder des Familien⸗ Rathes eingeſperrt werden, 371 U. f. u. 463. Die eingeſperrten Kinder koͤnnen ſich an den General⸗Proeurator beym Appella⸗ tions⸗Hofe wenden, 332. Fünf cheliche Kinder befreyen von der Vormundſchaft, 436. Wann die Kinder eines der Erbſchaft unwürdigen Vaters von ſelber nicht ausgeſchloſſen werden, 7 30. Die natürlichen Kinder erben der Regel nach ihre Eltern nicht⸗ ſondern haben nur ein Recht auf den Nachlaß derſelben, went ſie geſetzlich anerkannt ſind; worin dieſes Recht beſtehe, und was ſie ſich anrechnen laſſen müſſen, 723 756 U. f. u. 908. Die aus einem hebruche oder aus einer Blutſchande erzeugten haben nur ein Recht auf Unterhalt, wie dieſer beſtimmt werde, 762. Klagen Welche zu den Immobilien, und welche zu den Mobi⸗ lien gerechnet werden; Jaß u, f. Zeit, in welcher Zeit ſie ver⸗ jaͤhrt werden, 2262 u. f. — uhne i um uſit le mit tijn i i nhe e u u ie hwein ſhin ſtu, wunich Mun. mu i bn ininni lhuhu uun hi ſc mni un un uip e tiin z in u iu ſiin iin bi Nin iht uiſ Dun MWnl ſiten in n ottſt wun, imn niln u ih 1 100 un a uun ſü uh gzuho ₰ 3 Alphabetiſches Regiſter. 395 Koſten. Die der Nahrung, des Unterhalts; der Erziehung, der Lehrteit, die gewöhnlichen Koſten der Ausſtaffirung, Hochzeit und der üblichen Geſchenke werden nicht zur Erbſchaft conſerirt; s52. 5 Ltrieit Welche Verbindlichkeiten ſie in Betreff der Aufbewahrung und Erhaltung der ihnen anvertrauten Sachen haben, 1732 u. f. Sie haben ein Privilegium wegen des Fuhr⸗ lohns auf die Sachen, welche ſie von einem Orte zum andern gebracht haben, 2102.. Legatar. Welcher und in welchem Verhältniſſe er zur Bejah⸗ lung der Erbſchafts⸗Schulden und Laſten beyzutragen habe, 857. 1012 u. 1024. Wann bey mehrern Legatarien ein Zuwachs⸗ Recht eintritt, 10 ½4. Legatar mit einem Univerſal⸗Titel. Seine Rechte und Verbindlichkeiten, 1012. Legitima tion(natürlicher Kinder). Siehe Kinder. Lehner. Wie und wann er die gelehnte Sache zurückerſtatten muß, 1902 u. f. Wann er zur Zahlung von Zinſen verbunden iſt, 194. Hat er Zinſen gezahlt, ohne daß ſie ausbedungen waren, ſo kann er ſie nicht zurückfordern, 1906. Leibrenten. Werden zu dem Mobiliar⸗Vermoͤgen gerechnet, 529. Der Nießbraucher einer Leibrente kann den Betrag der⸗ ſelben beziehen, 538. Die Leibrente gebührt dem Eigenthuͤmer nur im Verhältniß der Tage, die er gelebt hat, 1980. Sie erliſcht nicht durch ſeinen bürgerlichen Tod, 1982. Leibrenten⸗Contract. unter welchen Bedingungen er ge⸗ ſchloſſen werden könne, 196 ½ u f. Wann derjenige, dem eine Leibrente conſtituirt iſt, auf Auflöſung des Comtraetes antragen könne, 1977 u. f. Wirkungen des Leibrenten⸗Contractes, daſ. Leih⸗Contraect. Natur dieſes Contractes, 1275 u. f. Leiher. Wann er die geliehene Sache zurücknehmen könne, in welchem Falle er dem Anleiher ſür die Mängel der gelichenen Sache verantwortlich ſey, 1888 u. f. Linie(bey der Verwandtſchaft). Ihre Eintheilung in gerade und Seiten⸗Linie, abſteigende und aufſteigende, 736 u. f. Loſe. Grundſätze bey der Bildung und Feſiſtellung der Erbſchafts⸗ Loſe, wer dieſe Loſe zu machen habe, 815 831. Worauf vor Verfertigung der Loſe jeder Erbe antragen könne, wenn erbſchuft⸗ liche Immobilien mit Renten beſchwert ſind, s72. Gewaͤhr⸗ leiſtung der Loſe im Evictions⸗Falle; 884. 506 Alphabetiſches Resiſter⸗ M. M achtgeber(mandant): Perbindlichkeiten deſſelben, 199. Er kann ſeiner Willkuͤhr die gegebene Vollmacht widerrufen, 2004 U⸗ f⸗. Mahlereyen. In welchem Falle ſie unbewegliches Gut werden 525 u. 534. Materialien. Was Rechtens ſey, wenn der Eigenthümer mit fremden Materialien, wenn ein Dritter mit ſeinen Materialien auf dem Boden des Eigenthuͤmers gebaut hat, 534 u. f⸗ Mauer. Bey welcher die Vermuthung eintritt, daß ſie gemein⸗ ſchaftlich ſey; 633. Welches das Merkmahl einer nicht gemein⸗ ſchaftlichen Mauer iſ, 654. Wem die Reparatur und Wisder⸗ aufbauung einer gemeinſchaftlichen Mauer obliegt, wie man ſich hievon befreyen koͤnne, 65 u. f. Jeder Miteigenthuͤmer kann gegen eine gemeinſchaftliche Mauer anbauen, ſie erhöhen laſſen; der Nachbar, der zur Erhöbung der Mauer nichts beygetragen hat, kann das Recht der Gemeinſchaft daran erlangen; jeder Eigenthuͤmer, der an eine Maüer grenzt, hat das Recht, ſie gemeinſchaftlich zu machen; Berboth, in eine gemeinſchaſtliche Mauer einzubrechen, daran ein Werk anzulehnen, oder darauf zu ſtützen, 657 u. f. Wann, und in weſcher Entfernung man in einer Mauer Fenſter anbringen darf, um ſich Licht zu ver⸗ ſchaffen; wie dieſe Fenſier beſchaffen ſeyn müſſen 675 u. f. Nleubles-meublanv. Was hierunter verſtanden wird, 334. Minderjährig. Wer es ſey 338. Der Vormund eines Min⸗ derjährigen kann die Güter deſſeiben weder kaufen, noch in Pacht nehmen, 450. Uueber ſein Vermögen muß der Vormund ein Inventarium verfertigen, und die Mobilien verkaufen laſſen, 491 u. f. Unter welchen Formalitäten die Immobilien eines Minderjöhrigen verkauſt oder zur Hypothek geſtellt werden können⸗ 437 u. f. Wann et auf Antras ſeines Vormundes eingeſperrt werden kann, 468. Von welcher Zeit an er die Summe zu verzinſen habe, die er nach abgeſchloſſener Rechuung ſeinem Vormunde ſchuldig bleibt, 474. Ihm wird ein Special⸗ und eigener Vormund ernannt, wenn bey der Theilung einer Erb⸗ ſchaft mehrere Minderjaͤhrige ein entgegengeſetztes Intereſſe baben⸗ s3s. Ein Minderjähriger unter ſechszehn Jahren kaun nicht teſtiren, noch unter Lebenden etwas ſchenken, aurgenemmen durch einen Heiraths⸗Contract, 903 u. 907. Hat er ſechszehn Jahre erreicht, ſo kann er uͤber einen gewiſſen Theil ſeines Vermögens durch Teſtament verordnen, nicht aber zum Vortheile ſeines Vormundes, dieſer gehöre dann zu ſeinen Ascendenten, daſ⸗ Er iſt unfaͤhig, Teſtaments⸗Exeeutor zu werden, 1036. Was und wie er ſeinem kuͤnftigen Ehegatten in dem Heiraths⸗Con⸗ traete ſchenken, und unter welchen Bedingungen er uͤberhanpt einen Heiraths⸗Contraet ſchließen koͤnne, 1095 u. 1358 Er Alphabetiſches Regiſter⸗ 597 kann keine Contraete ſchließen, 1124. Wegen welcher Verträge er reſtituirt werden koͤnne, 130 4 u. f. Gegen. einen Minder⸗ jaͤhrigen hat in keinem Falle perſoͤnlicher Arreſt in Civil⸗Sachen e. Statt, z064. Er hat auch ohne Eintragung eine Hypothek henn auf die Immobilien ſeines Vormundes; er kann ſelbſt die Ein⸗ tragung verlangen, in welchem Falle und unter welchen Forma⸗ ut nen, litäten ſie nur auf gewiſſe Güter des Vormundes beſchraͤnkt wer⸗ den können, 2121 u. f. Verfügungen über die Vormundſchaft und das Vermögen eines in Spitäler aufgenommenen Minderjaͤh⸗ rigen. Siehe Emancipation Familien⸗Rath, Vor⸗ ii. mund, Neben⸗Vormund, Vater und Mutter. anin Mieth⸗Contraet. Gattungen und Arten deſſelben, 1708 u f. i it Regeln, die ſich auf die Miethe der Häuſer und Verpachtung un der Landgüter zugleich beziehen, 1714 u. f. Der Nieth⸗Con⸗ ümſt traet kann ſchriftlich oder mündlich geſchloſſen werden; was tin in Rechtens ſey wenn er im letzten Falle geläugnet wird, oder iin iſt weun Streit uͤber den bedungenen Preis entſteht, daſ. Wann un der Mieth⸗Contract kraft des Geſetzes erliſcht; wann ein Theil un ſn dem andern aufkündigen muß, 17 42 u. 1337 u. f. Wann nach 1 umlauf der in einem ſchriftlichen Mieth⸗Contracte beſtimmten iſiit Seit ohne Erneuerung deſſelben eine neue Miethe eintritt, Wir⸗ i kungen dieſer neuen Miethe, 1738. Durch Verkauf wird der Regel nach der Mieth Contraet nicht gebrochen; wie die Ent⸗ um ſchaͤdigung beſtimmt wird, die der Erwerber dem Miether zu lith un leiſten hat, wenn im Mieth⸗Contraete ſtipulirt worden, daß im rt Falle eines Verkaufes der Erwerber den Pächter oder Miether vertreiben könne; wozu der Erwerber nebſt der Entſchaͤdigung in noch verbunden ſey, 1743 u f. Auf welche Zeit vermuthet duht wird, daß der Rieth Contraet geſchloſſen worden, wenn Mobilien un u vermiethet worden, um ein Haus, ein Quartier einen Laden in iſ oder ein Wohnzimmer damit zu verſehen? wenn lemand einige iau mit Mobilien verſehene Wohntimmer vermiethet hat, 173 u. f. uſun Gättungen des Mieth⸗Contractes; in ſo weit er Arbeit, Dienſte itn und Induſtrie zum Gegenſtunde hat, 1779 u. f. Unter welcher eun Bedingung der Beſteller von einem gegen eine gewiſſe Summe n in überhaupt geſchloſſenen Bau⸗Contraete einſeitig wieder abgehen in koͤune, 1794. unki Riether. In welchem Falle er Verminderung des Mieth⸗Preiſes uſbü verlangen koͤnne, weil er der gemietheten Sache, an welcher in der Vermiether Ausbeſſerungen vornahm, entbehren mußte; in ub welchem Falle er wegen Ausbeſſerungen, die gemacht werden ſollen, den Mieth⸗Contraet aufheben laſſen koͤnne, 17 24. Ver⸗ n bindlichkeiten des Miethers, 1725 u. f. Wann der Miether uſu vertrieben werden könne, 1752. Welche Ausbeſſerungen der uni Riether auf eigene Koſten zu machen habe 1754 u. f. 5 Mitbürgen. Können die Theilung der Klage verlangen, 2026. n Jener von ihnen, welcher die Schuld bezahlt hat, hat ſeinen itehun Regreß wider die übrigen Bürgen, a023. 8 65* Alphabetiſches Regiſter. Mitvormund(ecotuteur) wird der Mann, wenn der Frau die Vormundſchaft über die Kinder aus der vorhergegangenen Ehe gelaſſen wird, 396.(Protuteur) Wann die Ernennung deſſelben eintritt, 417. Er iſt von dem Vormunde unabhängig, daſ. Mobiliar⸗Effeeten. In welchem Falle ſie unbewegliches Gut werden. 524 u. 799.„ Mobilien(meubles) Welche Güter hiezu ihrer Natur nach oder zu Folge des Geſetzes gerechnet, was hierunter verſtanden wird, wenn dieſe Worte ohne nähere Beſtimmung im Geſetze oder in der Verordnung eines Menſchen vorkommen, 527 u. f⸗ Wie Mobilien bey einer Erbſchaft conferirt werden, s68. Mutter. Wann es einem Kinde erlaubt ſey, jemand als ſeine Mutter zu reclamiren, und wann es in dieſer Hinſicht zum Zeugen⸗Beweiſe zuzulaſſen, 341 u. f. Was für Formalitäten eine Mutter zu beobachten habe, wenn ſie ein Kind, mit deſſen Betragen ſie Urſache hat, unzufrieden zu ſeyn, einſperren laſſen will, 381. Wann der Genuß aufhoͤre, den ſie an dem Vermögen ihrer Kinder hat 386. Sie iſt nicht ſchuldig, die Vormundſchaft ihrer Kinder anzunehmen, 394. Was ſie zu thun habe, wenn ſie ſolche angenommen hat, und zur zweyten Ehe ſchreiten will, 393. Möhlen. Werden bald zu den unbeweglichen, bald zu den beweg⸗ lichen Guͤtern gerechnet 519 u. 331.. N. Ne* en⸗Vormund(sobrogé tuteur). Seine Pflichten, wer auf die Eruennung deſſelben antragen muͤſſe, 420 u. f. Er muß vey dem Inventarium des Vermoͤgens eines Minderjährigen, bey dem Verkaufe der Mobilien und Immobilien deſſelben gegen⸗ wärtig ſeyn, 452 u. f. Ihm werden die Rechnungen uͤber die Lage der Verwaltung des Vormundes waͤhrend der Vormund⸗ ſchaft vorgelegt, wenn duß der Famrlien⸗Rath beßimmt hat, 470. Er iſt verbunden, die Hypothek, welche der Minderjährige auf das Immobiliar⸗Vermoͤgen ſeines Vormundes hat, eintragen zu laſſen, in ſo fern dieſer es verſäumt, 2137. Nießbrauch. Erklärung dieſes Rechtes,§578. Er entſteht aus dem Geſetze oder durch den Willen eines Menſchen, iſt entweder bedingt oder unbedingt, erſtreckt ſich auf bewegliche oder unbe⸗ wegliche Güter, 579 u f. Wie er erlöſche, 617 u. f. Der Verkauf einer Sache oder der Untergang eines Theils derſelben hebt den Nießbrauch nicht auf, 623 u. t Waun die Eltern ihn an einer ihren Kindern angefallenen Erbſchaft nicht haben 7 30. Nießbraucher. Seine Rechte. Ihm gebühren die natüriichen, „Induſtrial und Civil Früchte; von welcher Zeit an? Zu was er verbunden ſey, wenn er den Rießbrauch von Sachen hat, ——— jni en the Mſihe dſ. euticht tut mh ufumen nBeitz ſy f . ſin ſi un tien n inlin nDunin unſin unſt unil g uh ſin bi ün mpizn ln n nin Pum the h iſi u imn uiht ſn n 11N i timit pe niih um ih ſu „ „ Alphabetiſches Regiſter. 599 die man nicht gebrauchen kann, ohne ſie zu verzehren; oder von ſolchen, die zwar durch den Gebrauch nicht gleich verzehrt, doch aber verringert werden, 582 u. f. Rechte und Verbindlichkeiten deſſelben bey dem Nießbrauche des Schlagholzes, einer Baum⸗ ſchule, des hochſtämmigen Holzes, der Dbſtbäume, 590 u. f. Der Nießbraucher kann ſein Recht verpachten, verkaufen oder unentgeltlich uͤbertragen, was er im Falle der Verpachtung zu beobachten habe, 595, 1429 u. f. Die Alluvion nützt ihm, er hat den Genuß der Grundgerechtigkeiten,; der Bergwerke und Steinbrüche, die beym Anfalle des Nießbrauchs im wirklichen Betrieb ſind, 596 u. f. Er kann für die von ihm gemachten Verbeſſerungen keine Entſchädigung fordern; er darf ſeine Spiegel⸗ Gemähide oder andere Verzierungen hinwegnehmen; er wird nicht Eigenthuͤmer des während des Nießbrauches gefundenen Schatzes⸗ 599. Zu was er verbunden ſey, ebe er ſich in den wirklichen Genuß einſetzet, wann er Bürgſchaft zu leiten habe, wie, wenn er keinen Bürgen finden kann, zu welchen Reparaturen er ver⸗ bunden ſey, welche Laſten er zu tragen habe, 600 u. f. Wann er eine vermachte Leibrente oder Penſion zu bezahlen habe, wann und wie ſerne er zur Tilgung der Schulden, die auf dem Grund⸗ ſuͤcke haften, beytragen muß, worin ſeine Pflicht beſtehe, wenn ein Dritter etwas gegen die Gerechtſame des Eigenthümers unter⸗ nimmt, 610 u. f. Wus Rechtens ſey, wenn das einzige zum Nießbrauche gegebene Stück Vieh, wenn die ganze Heerde, wenn ein Theil derſelben ohne Verſchulden des Nießbrauchers zu Grunde geht, 515 u. f. Die Glaͤubiger des Rießbrauchers können als Jatervenienten auftreten, wenn gegen ihn auf Verluſt ſeines Rechtes wegen Mißbrauch angetragen wird, 61s. Wann er das Nutzungs⸗Recht von dem Boden und den Materialien eines durch Feuersbrunſt oder einen andern Zufall zerſtörten oder von Alter⸗ thum eingeſtürzten Hauſes habe 624. Notorietäts⸗urkunde(uͤber die Geburt). Wann ſie den Geburtsſchein erſetzen könne; ihre Form; muß vom Bezirks⸗ Gerichte beſtaͤtiget werden, 71 u. f. Notorietäts⸗Urkunde(uͤber die Abweſenheir der Ettern oder Großeltern). Vertritt in gewiſſen Fällen die Stelle des ehrerbierhigen Anſuchens, wenn die Kinder eines Abweſenden ſich verehelichen wollen, 155. Novation. Auf wie vielerley Weiſe und unter welchen Per⸗ ſonen ſie geſchehen könne; Wirkungen derſelben, 1271 u. f. D. Sizn Gehören zu den Mobilien, 529. Obſtbäume. Wann und unter welcher Bedingung ſie das Eigen thum des Nießbrauchers werden 334. 600 Alphabetiſches Regiſter. Oppoßtions⸗Aete(wider eine Heirath). Ihre Form, 66 n. 67. Pflichten des Beamten des Civil⸗Standes, wenn eine Oppo⸗ ſition eingelegt wird, 6s. Wer das Recht ſie einzulegen haben wer über die Oppoſition erkenne, 76 u. f. P. P Siehe Mieth⸗Contract. Was Rech⸗ tens ſey, wenn in dem Pacht⸗Contraete ein geringerer oder groͤßerer Flaͤchen⸗Inhalt der Grundſtücke angegeben wird, als ſich in der That befindet, 1765. In welchen Fällen der Verpächter eines Landgutes den Pacht⸗Contract aufheben laſſen könne, 1766. Auf welche Zeit bey der muͤndlichen Verpachtung eines Landgutes vermuthet werde, daß der Contraet geſchloſſen worden, 1774. Wann am Ende der ſchriftlich vereinbarten Pachtung ehne Erneue⸗ rung derſelben eine neue Verpachtung eintritt, und welches die Wirkungen derſelben ſind, 1776. Pächter. Welcher nicht unterverpachten darf, 1763. Verbind⸗ lichkeiten des Pächters, 1767 u. 1768. In welchen Fällen er berechtiget ſey, Nachlaß von dem Pachtpreiſe zu fordern, 1769. Wozu der abziehende Pächter gegen ſeinen Nachfolger in der Landwirthſchaft und gegen den Eigenthümer des Gutes verbunden ſey! 1772 u. 1778. Wann perſonlicher Arreſt gegen den Paͤchter Statt habe, 2062. Paraphernal⸗Güter. Erklärung derſelben; die Frau ver⸗ waltet ſie, iſt jedoch hierin beſchränkt; Pflichten des Mannes, wenn er den Genuß derſelben hat; in welchem Falle er die vor⸗ räthigen und verzehrten Früchte zu berechnen habe, 1374 u. f. Particular⸗Legatar. Rechte deſſelben, 101 u. f. pfand⸗Contract. Erklärung dieſes Vertrags, 207½ u. f. Siehe Fauſtpfand und antichretiſcher Vertrag. Pfandrecht. Es iſt untheilbar. Wirkungen dieſer Untheilbar⸗ Pflege(freywilli e eines minderjährigen Kindes aus wohlthätigen Abſichten). Vyn wem und in Rückſicht welcher Kinder ſie über⸗ nommen werden koͤnne, welche Verbindlichkeiten hieraus ent⸗ ſpringen, 361 u. f Polizey⸗Geſetze. Verpflichten jeden, der auf dem franzo⸗ ſiſchen Gebiethe ſich aufhaͤlt, 3 Pönal⸗Clauſel.(Straf⸗Beſtimmmung.) Ihre Wirkung bey Vortraͤgen, 1226 u. f. S Präſidenten der Gerichte der erſten Inſtanz. Numeriren und paraphiten die Regiſter der urkunden des Civil⸗Standes, beglaubigen —— — —— — S ———— 1 6 ½, iu nſi u Ki ngiſen 1 in he ſur eint 6 P guts . wine h i nfine in ii min ihn fu k Mu the w e . o irih Mhiin ulliin aſtün ſus u ſni un ninm u Alphabetiſches Regiſter. 601 die Auszuͤge aus den bey dieſen Gerichten deponirten Regiſtern des Civil⸗S andes, 41— ½5. Ihnen werden die Klagen auf Ehe⸗ ſcheidung von der klagenden Partey in Perſon berreicht, beſon⸗ dere Funectionen berſelben bey dieſer Klage, 23 4 u f Sie ertheilen die Arreſt⸗Befehle, wenn die Einſperrung übel geſitteter Kinder nachgeſucht wird, 376. Ihnen werden die eigenhändigen und geheimen Seſtamente präſetirt was ſie in dieſer Hinſicht zu thun haben; wann ſie durch eine Ordonnanz den Univerſal⸗ Legatar in den Beſitz der Erbſchaft einweiſen, 1007 u. f. Privilegien. Srklaͤrung dieſes Rechtes, 2095 u. f. Privi⸗ legien koͤnnen bey Mobilien und Immbbilien eintreten. Allge⸗ meine Privilegien auf die Mobilien, 2099 u. f. Privilegien auf gewiſſe Mobilien, 2102. Privilegien auf Immobilien, 2103. Privilegien, die ſich auf Mobitien und Immobilien zugleich erſtrecken, 2104. Wie Privilegien in ihrer Kraft erhalten wer⸗ den, 2106 u. f. Art, wie ſie in die Regiſier des Hypotheken⸗ Bewahrers eingetragen werden muͤſſen; ſiehe Eintragung. Wie lange die Eintragungen das Privilegium erhalten, 2154. Wann und unter welchen Formalitaͤten eingetragene Privilegien ausgeſtrichen werden können, 2157 u f. In welchen Fällen eine Reduction derſelben Statt habe; nach welchen Regeln ſie vorge⸗ nommen werden müſſe, a16b1 u. f. Wirkungzen der Privilegien wider dritte Beſitzer, 2166. Wie Privilegien erlöſchen, 2180. Wie das Eigenthum von denſelben frey machen koͤnne, 2181 U. f. Proeurator(kaiſerlicher). Hat dafuͤr zu ſorgen, daß, wenn am Rande einer ſchon eingetragenen Urkunde des Civil Standes Erwähnung einer andern geſchieht, ſolche in beyden Regiſtern gleichlautend vorgenommen werde, 49. Unterſucht die bey den Civil⸗Gerichten deponirten Regiſter des Civil⸗Standes, ſetzt dar⸗ ziber einen Verbal⸗Prozeß auf, und denunecirt die Verbrechen, die er in dieſer Hinſicht entdecken mag, 53. Wird über die Notorietaͤts⸗Aete gehoͤrt, 72. So wie, wenn es ſich um Berich⸗ rigung der urkunden des Civil⸗Standes handelt, 99. Er hat beſon⸗ ders für das Intereſſe der präſumtiv abweſenden Perſonen zu wachen, und muß bey allen Klagen, die ſie betreffen, vernom⸗ men werden, 112 u. f. Um die Abweſenheit einer Perſon zu conſtatiren, wird contradietoriſch mit ihm eine Unterſuchung ange⸗ ſtellt, 116. Er uͤberſendet die Vorbeſcheide und Endurtheile, die ſie betreffen, an den Groß⸗Richter, Juſtitz⸗Miniſter, 118. In ſeiner Gegenwart wird zur Aufzeichnung des Mobiliar⸗Ver⸗ mögens und der urkusden der Abweſenden geſchritten, 126. Kann im zweyten Aufgebothe der Ehe dispenſiren, kann und ſoll in gewiſſen Faͤllen die Nichtigkeits⸗Klage gegen die Ehe anſtellen, 184 190 u. f. Er hat auf die im Geſetze beſtimmten Strafen anzutragen, wenn die in Betreff der Auſgebothe vorgeſchriebenen Verfuͤgungen nicht befolgt worden ſind, 132. Waun er eine Criminal⸗, wann eine Civil⸗Klage anzuſtellen habe, wenn ſich 603 Alphabetiſches Regiſter. die Exiſtenz einer geſetzlich eingegangenen Ehe aus einem pein⸗ lichen Prozeſſe ergibt, 193. Ihm werden die Klagen auf Ehe⸗ ſcheidung und die hierauf ſich beziehende Prozedur mitgetheilt; er muß vor Erlaſſung jedes Vorbeſcheides und des Endurtheils gehört werden, 239. Was er bey der Eheſcheidung auf wechſel⸗ eitige Einwilligung zu unterſuchen habe, 289. Die Appella⸗ tions⸗Acte von dem Urtheile, worin die Eheſcheidung auf wechſel⸗ ſeitige Einwilligung für unſtatthaft erklart wird, muͤſſen ihm inſinuirt werden, und er hat alle Prozeß⸗Aeten an den kaiſerl. General⸗Prveurator bey dem Appellaions⸗Hoſe zu ſenden, 292 u. 293. Er trägt auf Einſperrung der Frau an, gegen die wegen eines von ihr begangenen Edebruchs die Eheſcheidung oder Abſon⸗ derung von Tiſch und Bett erwirkt worden 298 u. 308. Ihm wird eine Ausfertigung des vor dem Friedens Richter gefertigten Adoptions⸗Aetes zugeſtelit, 354 u. f. Die Erben des Adoptanten koͤnnen ihm Denkſchriften einhaͤndtgen, wenn derſelbe ſtirbt⸗ bevor entſcheidend über die Adoption erkannt worden, 360. Der Präſident hält mit ihm Rückſprache, wenn die Einſperrung eines „ übel geſitteten Kindes verlangt wird, welches das ſechszehnte Jahr angetreten hat, 377 u. f. Er wird vernommen, wenn es ſich handelt, die Aufnahme eines Anlehens fuͤr einen Minderjaͤh⸗ rigen zu autoriſiren, die liegenden Güter deſſelben zu veraͤußern oder zur Hypothek zu ſtelen, 458. Er muß die Interdiection wider Raſende, er kann ſie in gewiſſen Faͤllen auch gegen Bloͤd⸗ finnige und Wahnſinnige nachſuchen, 491 u. f. Er wohnt dem Verhöre desjenigen bey, auf deſſen Interdietion angetragen wor⸗ den er wird gehoͤrt, wenn es ſich um Beſtätigung des Gutach⸗ tens handelt, das der Familien Rath wegen der Beſtimmungen des Ehe Contraetes drs Kindes eines Interdicirten gegeben har ſo wie vor Erlaſſung aller Urtheile, die ſich auf Interdietion oder gerichtliche Anordnung eines Beyſtandes beziehen, 511 u. f. Wenn wegen Mangel an rechtmäßigen Erben ein natürliches Kind, oder wenn der überlebende Ehegatte oder der Staat eine eine Erbſchaft in Anſpruch nimmt, 770. Er kann auf Ernen⸗ nung eines Curators erbloſer Hinterlaſſenſchaften autragen, 812. Er muß die Verſtegelung der Erbſchafts⸗Effecten requiriren, wenn nicht olle Erben anweſend ſind, rder es unter ihnen Minder⸗ jährige eder Interdieirte gibt, 819. Er hat bey dem Gerichte auf die Erklaͤrung anzutragen, daß den Begünſtigten ihre Rechte anerfallen ſeyen, wenn der mit der Reſtitution einer Sache beauftragte unterlaſſen hat, einen Vormund ernennen zu laſſen, 1057. Ihm kommt es zu, die Errichtung eines Inventariums über die der Reſtitution unterworfenen Guͤter nachzuſuchen, wenn dieß von jenen Perſonen nicht geſchehen iſt, denen dieſe Pflcht obliegt, 1061. Er iſt verbunden, die Eintragung der Hypo⸗ theken nachzuſuchen, welche verheiratheten Frauen gegen ihre Maͤnner und Minderzaͤhrigen, gegen ihre Vormuͤnder zuſtehen⸗ wenn jene denen das Geſetz die Verbindlichkeit auferlegt, es zu thun verſäumt haben, 2133. Er muß vernommen werden, 3 5 ſn nin A bhe⸗ uhit; wuhi niſl n ni ſſun ih in kuſt un hie nen hſ I iniga Mtnten ſjitt, i d Unmiu ſittin n iheh u Mün un ſn hn nn hu ſin Mu w i uutſ it geui gufhm unhn un uu un ſi b ninhi in ki in jin nun ſo h uh z i ſu it uun un ni Alphabetiſches Regiſter. wenn der Ehegatte oder der Vormuͤnder darauf anſteht, daß die allgemeine Hypothek nur auf gewiſſe Güter beſchränkt werde, 2145 Der Erwerber eines Ehegatten oder Vormündern gehöri⸗ gen Sutes iſt gehalten, ihm die Hinterlegung einer Abſchrift ſeines Contractes bey der Kanzelley des Civil⸗Gerichtes inſinuiren zu laſſen, 2194. Q uaſi⸗Contracte. Erklaͤrung und Wirkungen derſelben, 1371 u.f. Quaſi⸗Deliecte. Verbinden zum Schadens⸗Erſatze 1382. Quelle. Rechte des Eigenthuͤmers einer Quelle, 643 u. f. Rns Siehe Blödſinnige, Interdietion und Procurator(kaiſerlicher). Rechnungs⸗Abiage. Zu velcher der Vormund(469 u. f.) der Beneſiciar⸗Erbe(so3); der Curator einer erbloſen Hinter⸗ laſſenſchaft(813) verbunden iſt. Rechts(der Güter⸗Abtretung). Wirkungen derſelben⸗ 1266 U.* Rechtswohlthat des Inventariums. Welche Formali⸗ täten müſſen beobachtet werden, um ſie in Anſpruch nehmen zu können; welche Vortheile gewährt ſie den Erben; wann werden ſie dieſes Rechtes verluſtig? 793 u. f. Siehe Erbe⸗ Regiſter der urkunden des Civil⸗Standes. Ihre Form. Werden jährtich abgeſchloſſen und mit ihren Beylagen deponirt. Jeder⸗ mann kann Auszuͤge aus denſelben begehren. Durch weiche Beweiſe ihr Abgang erſetzt werde 40 u. f. Dieſe Regiſter wer⸗ den alle Jahre von dem kaiſerl. Procurator unterſucht, 53. Wer wegen der in denſelben vorkommenden Verfälſchungen verant⸗ wortlich ſey, 52. Werden bey jedem Truppen Corps und bey dem General⸗Stab geführt,„o. Die Berichtigungen der Urkunden des Civil⸗Standes werden hierin eingetragen, 101. So wie die von den Franzoſen im Auslande geſchloſſenen Ehen 171. Reliziousdiener. Siehe Doctoren.— Repraͤfentations⸗Recht(bey der Erbfolge). Erklaͤrung dieſes Rechtes, wann es eintrete, und was es fuͤr Wirkungen hervorbringe, 7 39 u. j. Bey der Vertichtleitung aut eine Eib⸗ ſchaft hat es nicht Statt, 727. 604 Alphabetiſches Regiſier. Reseiſſions⸗Klage lin Theilungs Sachen). In welchen Fällen ſie Statt habe, und wie der Beklagte ſie in ihrem Laufe hem⸗ men könne, 887 u.f. Wie lange die Resciſſions⸗Klage bey Con⸗ tracten daure, à304. Wegen welcher Verletzung und in welcher Zeitfriſt kann der Verkäufer die Resciſſions⸗Klage anſtellen; wie muß der Beweis der Verletzung gefuͤhrt werden, 1674 u. f. Wirkungen dieſer Klage, wenn ſie zugelaſſen wird, in Betreff des Etwerbers und Verkäuſers, 1681 u. f. Bey welchen Ver⸗ käufen ſie nicht Statt habe, 1624. In welchen Fällen ſie bey einem Vergleiche eintreten könne, 2052 u. f. Richter Dürfen wegen Dunkelheit oder Unzulänglichkeit der Geſetze ſich nicht weigern, ein Urtheil zu ſprechen, 4. Sie dürfen nicht mittelſt einer allgemeinen Verfuͤgung, die zur Vor⸗ ſchrift dienen ſoll, entſcheiden, 5. Nach welchen Grundſätzen haben ſie den unter Eigenthümern über die Benutzung fließender Wäſſer entſtandenen Streit zu entſcheiden, 645. Sie können die wegen Nichterfüllung einer Verbindiichkeit bedungene Strafe mäßi⸗ gen, 1231. Zahlungs⸗Friſten geſtatten, 12445 1675 1. 19015 in gewiſſen Fällen einer der ſtreirenden Parteyen den Eid auftra⸗ gen, 1366. Sie dürfen bie Vertheidigungs⸗Gruͤnde, welche die Verjährung einer Partey darbiethet, nicht erſetzen, 2223. Röhren. Welche ſind unbewegliches Gut? 523. Ruͤckfall(von einer Linie auf die andere). Wann hat er bey Erbſchaften Statt? 733. S achen. Welche ſind ihrer Beſtimmung nach unbeweglich? F24. Welche in Hinſicht des Gegenſtandes, worauf ſie ſich beziehen, Fab. Schadens⸗Erſatz. Hiezu ſind verbunden jene Perſonen, die eine Veränderung oder ein Falſum in den Regiſtern des Civil⸗ Standes gemacht haben, 52 u. f. Der Beamte des Civil⸗Stan⸗ des, welcher zum Heiraths⸗Aete geſchritten, ohne daß die bey ihm eingelegte Oppoſition aufgehoben worden iſt 63; jene deren DPppoſition gegen eine Heirath verworfen worden iſt, 179. Der Nebenvormund, welcher vernachläßiget hat, die Ernennung eines neuen Vormundes nachzuſuchen, 4 24; der Vormund wegen einer übeln Verwaltung, 450. Der überlebende Ehegatte und die Demainen⸗Verwaltung, wegen Vernachläßigung der Formalitaͤten, die in Betreff der ihnen angefallenen Erbſchaften vorgeſchrieben ſind, 772. In welchen Fällen hat die Klage auf Schadeus⸗ Erſatz gegen den Schuldner Statt? 1142 u. f. Nach welchen Erundſatzen wird er beſtimmt? 1v6 u. f⸗ Jeder, der einem andern durch ſeine Handlungen oder auch durch ſeine Nachlaͤßig⸗ keit oder ſein Verſehen Schaden zugeſügt hat, iſt zum Erſatze deſſelben verbunden, 1384 u. 1383. In wie ferne Eltern, Haus⸗ Alphabetiſches Regiſter. 605 liu herren Committenten, Lehrer, Handwerker, Sigenthümer und iiin Beſitzer eines Thieres, Eigenthümer eines Gebäudes zum Erſatze huh des Schadens verpflichtet ſind, welchen Kinder, das Geſinde, Geſchäftsführer, Zöglinge Lehrlinge, Thiere und das Einſtürzen ſſelnz 1 eines Gebäudes verurſacht haben, 1384 u. f Schatz. Wer wird Eigenthümer eines gefundenen Schatzes? 116 ln ſih Scheidewand. In welchen Hrten kann man ſeinen Nachbar zwingen, zur Erbauung und Reparatur einer Scheidewand ben⸗ uihlit zutragen, Beßimmung der Hoͤhe der Scheidewände, 650 u. f. Schenkung(unter Lebenden). Erklärung derſelben, 394. Welche 6 Bedingungen hiebey für nicht geſchkieben geachtet werden, 900. ui Wer durch eine Schenkung unter Lebenden verordnen oder begün⸗ Aſi ſtigt werden koͤnne, 901 u. f. Ueber welchen Vermögens⸗Autheil dni man disponiren dürfe, 913 u. f. Welches Recht die Erben wemu⸗ haben, wenn über einen Nießbrauch oder eine Leibrente verfüst t worden, wovon der Werth die der Verfügung unterworfene Quote uthun überſteigt, 917. Welche Schenkungen unter den Lebenden ver⸗ Mh mindert werden können; wer das Recht habe eine Verminderung zu verlangen; wie ſie beſtimmt werde,„0 u. f. Form der Urkun⸗ den, welche eine Schenkung unter Lebenden enthalten; ſie brinst erſt von dem Tage der erfolsten Annahme eine Wirkung her⸗ nin vor, wie dieſe geſchehen müſſe, 931 u. f. Ausnahme von dieſer Regel, s06. Wie das Eigenthum der geſchenkten Sache über⸗ gehe; was in Betreff derjenigen geſcheakten Güter zu beobachten, n ſich eine Hypothek ſtellen laͤßt, 938 u. f. In welchen Fälleü eine Schenkung unguͤltig ſey, 244. In welchen Fällen ſie widerrufen werden könne 953 u. f. In welcher Zeitfriſt und gegen wen die Klage auf Widerruf wegen nicht erfüllter Bedin⸗ ht zu gungen und wegen Undankes angeſtellt werden müſſe, Wirkungen eines ſolchen Widerrufs, 967 u. f. Durch die nachherige Geburt u eines ehelichen oder die Legitimation eines natürlichen Kindes nb werden die Schenkungen von Rechts wegen widerrufen, Folgen hsu dieſes Widerrufs, 964 u. f. In wie ferne Eltern und Geſchwiſter eMb durch Handlungen unter Lebenden einen Theil ihres Vermoͤgens n ſu ihren Kindern und Geſchwiſtern unter der Bedingung ſchenken kön⸗ nen, daß ſie ſolchen den Kindern der Geſchenkuehmer zurückliefern unu i ſollen, 1048 u. f. Beſondere Verfügungen in Betreff der Schen⸗ mſi kungen, welche von einem Dritten zu Gunſten der Ehegatten⸗ uh oder von dieſen gegenſeitis in dem Heiraths⸗Contraete, oder ſunlti während der Ehe gemacht werden, vos1 u.f. In wie ferne der ni Mann durch Schenkung über das zur Gemeinſchaft gehoͤrige .*. Vermögen disponiren koͤnne, 1422. 16 in Schifleute. Welche Verpflichtungen haben ſie in Betreff der u Aufbewahrung und Erhaltung der ihnen anvertrauten Sachen? n lit 1732 u. f. Sie haben wegen des Fuhrlohns ein Privilegium inn i auf die Sachen, welche ſie transportirt haben, 2104. 606 Alphabetiſches Regiſter. Schlagholz. Wann die Nutzungen deſſelben zu dem beweglichet Vermögen gerechnet werden, 521. Was hat der Rießbraucher des Schlagholzes fur Rechte? 590 u. f. Schulden. Wer die einer Erbſchaft zu tragen habe, 870 u f. 10o9, 1012 1412 u. f. Wann die Schulden im Allgemeinen als erlaſſen angeſehen werden, 1282 u. f. Siehe Güter⸗ Gemeinſchaft, Zahlung und Zahlungs⸗Friſt. Schuldner. Siehe Zahlung, Hinterlegung, Güter⸗ Abtretung, Novation, Compenſation, Confu⸗ ſion, Bürge Buͤrgſchaft und Pfand⸗Contraet. Er wird in gewiſſen Fällen ven ſeiner Verbindlichkeit durch den Verluſt oder Untergang der Sache, welche den Gegenſtand derſel⸗ ben ausmachte, befreyt, 1302. Was iſt Rechtens, wenn jemand eine Schuld getilgt hat, der aus Irrthum glaubte, er ſey Schuldner, 1377. Der Schuldner haftet mit ſeinem ganzen Vermögen für die Erfüllung ſeiner verſönlichen Verbindlichkeiten⸗ 2092. Schmiegereltern, Schwiegerſoͤhne, Schwieger⸗ töchter. Siehe Unterhalt⸗ Seiten⸗Vervwandte. Wann, und welchen Antheil erben ſie? 750 U. f⸗ Segueſtrativn. Geſchieht entweder zu Folge eines Vertrags, oder ſie wird vom Gerichte verordnet; Regeln fuͤr beyde Fälle⸗ 1956 u. f. Servituten. Siehe Dienſtbarkeiten. Solidar⸗Gläubiger. Rechte derſelben, 1197 ü. f. Wirkung des Eides, den einer der Solidar⸗Gläubiger dem Schuldner ange⸗ tragen hat, 1367. Solidar⸗Schuldner. Verbindlichkeiten derſelben gegen den Glaͤubiger und gegen einander, 1200 u. f. Wann wird ihnen eine Schuld als erlaſſen angeſehen?„284. Wirkung des einem der Solidar Schuldner angetragenen Eides, 1365. Wie, wenn eine Frau in Angelegenheiten der Güter Gemeinſchaft oder des Mannes ſich als Solidar⸗Schuldnerinn darſtellt? 1431. Spielſchuld. Das Geſetz geſtattet keine Klage wegen einer Spielſchuld; Ausnahme von dieſer Regel? 1965 u. f. Spiel⸗Verträge. 1964 u. f. Staat. Wann er Anſprüche auf eine Erbſchaſt habe, 768. Er muß ſich in den Beſitz derſelben einweiſen laſſen, 770. Staats⸗Güter. Welche Güter hiezu gerechnet werden, 338 . 66. Statuen. Wann ſie zu den unbeweglichen Guͤtern gezähit wer⸗ den 525 u. 534. ti 6 „6 6 ( .. iuitt Nt june ² o1* Anin Glun riß. Bit Conſt utnt tuch i lh ht u ſinn utſh in un ünun Shrihn ſileinſ us un i f Mn hnu nihin u n ſi uu iti . un i 5 n ſſ ſitm b 3 Alphabetiſches Regiſter. 607 Stellionat. Wann iſt der Fall eines Stellivnats vorhanden? Strafe dagegen, 2059 u. f. u. 2135. Sterbe⸗urkunde. Welche Perſonen als Zeugen bey derſelben gebraucht werden muͤſſen, 7s. Was ſie enthalten müſſe, 79. Ihre Form bey Sterbfällen in Spitälern und andern öffeutlichen Haͤuſern, so; nach erfolgter Vollſtreckung eines Todesurtheils, 33; bey Sterbefaͤllen in Gefaͤngniſſen, 345 auf einer Seereiſe, s6; in Kriegs⸗Spitaͤlern, 97. Subſtitutionen ſind verbothen, s896. Ausnahme von dieſer Regel, 397 u. f. Was fuͤr keine Subſtitution gehalten werde, 398. In wie ferne es erlaubt ſeyr zum Portheile ſeiner Enkel oder der Kinder ſeiner Geſchwiſter durch Handlungen unter Lebenden oder durch Teſtament die Reſtitution eines gewiſſen Theils ſeines Vermögens zu verordnen; wann den Begünſtigten ihre Rechte anfallen; Ernennung eines Vormundes zur Vollziehung der zu Gunſten der Enkel oder Kinder getroffenen Verfügungen; Pflich⸗ ten dieſes Vormundes, und des mit der Reſtiturion Beſchwerten, 1048—1068. Suceceſſion. Siehe Erbfolge. * ꝙ —* F n. In welchem Falle ſie, wenn ſie in ein anderes Tau⸗ benhaus übergehen, dem Eigenthümer deſſelben gehören? 564. Taubſtumme. In welcher Form ſie Schenkungen annehmen können, 936. Tauſch. Erklärung dieſes Contraetes; wodurch er vollgältig werde; Verbindlichkeiten, die daraus entſtehen; bey dem Tauſche hat keine Resciſſion wegen Verletzung Statt, 1702 u. f Teſtament. Erklärung dieſer Handlung, s95. Welche Bedingun⸗ gen hiebey als nicht geſchrieben angeſehen werden,„00. Wer ein Teſtament errichten oder durch daſſelbe beguͤnſtiget werden könne, J02 u f. Ueber welchen Vermögens Antheil man ver⸗ ordnen dürfe, 213 u. f. Was Rechtens ſey, wenn durch ein Teſtament uͤber einen Nießbrauch, oder eine Leibrente verfügt worden, wovon der Werrh die der Verfügung unterworfene Qutte überſteigt, 57 Formalilaͤten⸗ welche bey einem eigenhaͤndigen, oͤffentlichen und geheimen Teſtamente zu beobachten ſind, 967— 969. Beſondere Verfuͤgungen in Betreff der Teſtamente der Mtli⸗ tair- und anderer bey dee Armee angeſtellten Perſonen, welche auf einer Militair⸗Expedition oder außer dem Gebiethe des Reichs ſich befinden, in Betreff jener, welche an einem Hrte gemacht werden, mit welchem alle Gemeinſchaft wegen der Peſt oder einer andern anſteckenden Krankheit unterbrochen iſt, und ſolcher, die auf einer Seereiſe gemacht werden, 981 u. f. Wann ein von — 603 Alphabetiſches Regiſter. einem Franzoſen im Auslande gemachtes Teſtament in Betreff der in Frankreich gelegenen Güter vollzogen werden könne 999 u. f. Wie ein Ceſtament oder einzelne Verfügungen deſſelben vom Teſtirer widerrufen werden können, 1035 u. f. Wann die teſtamentariſchen Verorduungen ihre Kraft verlieren, daſ. In welchen Fällen man auf ihren Widerruf klagen koͤnne daſ. In wie ſerne durch ein Leßament der Geſchenknehmer mit der Reſti⸗ tution der geſchenkten Sache beſchwert werden koͤnue, 1048 u f. Was Rechtens ſey, wenn der Mann durch ein Teſtament eine zur Gemeinſchaft gehörige Sache geſchenkt hat, 1423. Teſtaments⸗Exeeutor. Wer es nicht ſeyn koͤnne, 1023 uf Ihm kann der Leſtirer den Veſitz ſeines Mobiliar⸗Vermö⸗ gens auf gewiſſe Zeit einräumen, wie der Erbe dieſem Beſitze ein Eude machen könne, 1027. Rechte und Pflichten deſſelben, 103 u f. Solidar⸗Verbindlichkeit, wenn es ihrer mehrere ſind, 1032 Tod(bürgerlicher), Welche Strafurtheile ihn nach ſich ziehen; deſſen rechtliche Folgen, 22 u. f. Recht des Kaiſers, ſolche zu mildern, 33. Von nelchem Zeitpuncte derſelbe eintrete, und wie fern er als Folge eines Contumacial Urtheils zu betrachten ſey 32 u. f. Transfeription der urkunden, in welchen jemand mit der Reſtitution einer Sache beſchwert wirdr auf weſſen Vetreiben und wo ſie geſchehen muͤſſe, 1069 u. f. Theilung. Wann iſt ſie in Hinſicht eines Minderjährigen defi⸗ nitiv, 465 u. f. Man darf immer auf Theilung autragen; wann kann der Vormünder gegen die Miterben des Minderjaͤh⸗ rigen und der Ehegatte gegen jene ſeiner Frau die Theilung fordern, 215 u. f. Wie geſchieht die Theilung einer Erbſchaſt, wenn alle Erben anweſend und großjährig ſind; und welcher Behörde gebuͤhrt das Recht zu entſcheiden, wenn hierüber Streit entſteht, 419 u. f. Nach welchen Regeln und wo muß die Thei⸗ lung vorgenommen werden, weun nicht alle Erben anweſend ſind⸗ oder es unter ihnen Minderjährige oder Interdieirte gibt, 838 uf Welche Theilung iſt deſtuitiv, welche nur proviſoriſch, 840. Wie kann jemand, der zur Erbſchaſt nicht berechtigt, ſondern nur durch Uebertrag an die Stelle eines Miterben gekommen iſt⸗ von der Theilung ausgeſchloſſen werden? 841. Wer erhält nach vollzogener Theilung die Urkunden, s42. In welchen Faͤllen kann eine Theilung reseindirt(wieder aufgehoben) werden? 837 u. f. Welche Gläubiger ſind befugt, bey einer Theilung Oppo⸗ ſition einzulegen? 36 4 u. 8s9. Wann können ſie eine ſchon vollzogene beſtreiten? s82. Wirkungen der Theilung und der Gewöhr der Loſe 823 uf. In welcher Form urd nach welchen Grundſaͤtzen die Theitung des Vermoͤgens von den Eltern uller ihre Kinder und Abkömmlinge geſchehen könne; in welchem Falle die Kinder ſie zu beſtreiten befngt ſeyen 1075 1 f. * i hunf u Wien Un M à u 4 tuſi oz ſanen in ine u iinen ien di in iin ninſt ſö i tt, ſohi imnt, m i hnhn jmni nehn inn i aunn Muth iun büchai dwi u ei vunſi zi iſt t ſu funne i itu hu ſiln au M in in n n i n * Alphabetiſches Resiſter. 609 5 U ebertragung(von Forderungen und andern unkoͤrperlichen Rechten). Wann wird ſie unter dem Cedemen und Ceſſtonar vollgütig; wann in Hetreff prirter Perſonen? 1689 6ofür hat der Cedent zu haften? 1693 u f. Wie kann ſich der, wider welchen ein ſtreitiges Recht uͤbertragen worden, von ſeiner Ver⸗ bindlichkeit gegen den Ceſſionar befreyen? 1699 u. f. u niverſal Legatar. Seine Rechte und Verbindlichkeiten, 857 921. Univerſal⸗ ni. Erklärunz deſſelben; wann geht es durch den Tod des Erblaſſers von Rechts wegen auf de Univerſal⸗Legatar uͤber; wann hat dieſer die Auslieferung deſſel⸗ ben von den Erben zu verlangen? 1013 u. f Unterhalt. Plflichten in dieſer Hinſicht der Eltern gegen ihre Kinder, der Kinder gegen ihre Eltern und andere Asreadenten, der Schwiegerſöhne und Schwiegertöchter, der Schwiegereitern, des Adoptanten, Adoptirten und Pflegers, 205 206, 214 349 n. 367. Wie er beſtimmt werde, und wann er aufhoͤre, 2os u f. Verfuͤgungen in Betreff des Unterhalts, welchen die aus einem Ehebruche oder einer Blutſchande erzeugten n zu fordern berechtiget ſind, 762. Unternehmer. Die von öffentlichen Landkutſchen, Warttſi⸗ fen und Frachtwaͤgen müſſen Regiſter öber die von ihnen uber⸗ nommenen Sachen fuͤhren, 1735. Verbindlichkeiten und Privi⸗ legien der Unternehmer von Gebäuden, 17971 a103 u. 2270. Unteryfand. Siehe Fauſtpfand, antichretiſcher Ver⸗ trag und Pfandrecht. Urkunde. Muß uͤber alle Gegenſtände gefertiget werden, welche die Summe oder den Werth von 150 Franes uͤberſteigen, 1341. Urkunde(authentiſche) Erklärung derſelben, in wie ferne ſie vollſändig beweiſe, 1317 u. f. Wann das Eintragen derſelben in die öffentlichen Regiſter als Anfang eines ſchriftlichen Beweiſes dienen könne, 1336. urkunde(unter Privat⸗Unterſchrift). Wann ſie die Beweiskraft einer authentiſchen Urkunde habe, 1322. Verificatton derſelben, wenn die Handſchrift oder Unterſchrift abgelaͤugnet wird,“ oder die Erben ertlären, daß ſie die Handſchrift oder Unterſchrift ihres Autors nicht keunen, 1324 Wie viel Driginale davon ausgefertiget werden müſſen, 1325. Form derſelben, wenn eine der Parteyen allein ſich verbindet, dem Andern eine Summe Geldes oder eine Sache, die ſich ſchaͤtzen läßt, zu leiſten, 1326 u. f. Wann eine Urkunde unter Privat⸗Unterſchrift wider dritte Perſonen ein gewiſſes Datum erlange, 128. Urkunde(welche eine Anerkennung oder Beſtätigung einer andern entkält). Wirkungen derſelben, 1337 u. f. G. N. IV. Aufl. 39 61 Alphabetiſches Resiſter. urkunde(über die Einwilligung der Eltern oder der Familie zur Heirath). Was ſie enthalten müſſe, 73. Ihrer muß im Hei⸗ raths⸗Aete erwähnt werden 76. Urkunden des Civil⸗Standes. Was ſie enthalten muͤſſen und nur enthalten dürfen, 34 u. 35 Wann man ſich hiebey durch einen andern vertreten laſſen koͤnne, 36. Nur Manns⸗ perſonen können bey denſelben Zeugen ſeyn, 37. Sie müſſen vorgeleſen und unterſchrieben werden 38 u z9. Regiſter uͤber dieſelben, 40 u. f. Im Auslande geſertigte Urkunden des Civil⸗ Stanves beweiſen in Frankreich, 47. Wie ſie in fremden Laͤn⸗ dern den franz. Geſetzen gemaͤß aufgenommen werden können, 48. Auf welche Weiſe am Rande einer ſchon eingetragenen Urkunde einer andern erwaͤhnt werde, 49. Strafe gegen die Uebertre⸗ tungen, 50 u. 5. Von wem und wie die Urkunden des Civil⸗ Standes, welche Militair- und andere bey der Armee angeſtellte Perſonen außer Frankreich betreffen, gefertiget werden, 88 u. f. Auf welche Weiſe und durch wen die Urkunden des Civil⸗Standes berichtiget werden können, 99 u. f. Siehe Geburts⸗ Hei⸗ raths⸗und Sterbe⸗Urkunde. Regiſter der Urkun⸗ den des Civil⸗Standes. Urkunden. Wem müſſen ſie nach vollzogener Theilung einer Erbſchaft eingehaͤndiget werden? 242. Uurtheil(rechtskraͤftiges). In wie ferne man ſich hierauf berufen könne, 1351. Urtheile im Auslande erlaſſen, begründen keine Hypothek, wenn ſie nicht von einem franzoͤſiſchen Gerichte execu⸗ toriſch erklärt ſind, 2123. Ve Wer fuͤr den Vater eines Kindes gehalten werde, 312. Den Fall der Entfuͤhrung ausgenommen, iſt es verbothen, eine Unterſuchung anzuſtellen, wer der Vater eines Kindes ſey, 340. Waͤhrend der Ehe übt der Bater allein die väterliche Gewalt aus; das Kind darf ohne ſeine Einwilligung das väterliche Haus nicht verlaſfen; er kann das Kind, mit deſſen Betragen er unzu⸗ frieden zu ſeyn urſache hat, einſperren laſſen, 373 u. f. An welchem Vermögen der Kinder hat er den Genuß; welches ſind die damit verbundenen Laſten; wann hört er auf? 364 u. f. u. 754. Er iſt während der Ehe der Verwaiter des ſeinen minder⸗ jaͤhrigen Kindern zugehoͤrigen Vermögens; ſeine Vesbindlichkeiten in dieſer Hinſicht, 389. Er kann der öberlebenden Mutter und Vormünderinn einen beſondern Rath beyordnen, 391. Vaterſchaft. In welchen Faͤllen und in welcher Zeitfriſt kann ſie von dem Ehemanne und ſeinen Erben beſtritten werden, 312 B. f. Verbindlichkeit. Siehe Verpflichtung. Verdingung. Der Dienſte kaun nur auf eine beſtimmte Zeit oder fuͤr eine beſtimmte Unternehmung geſchehen, 1780. . nibkſui n u inmun Inmn ſ* R u un etniſ 1 i i. k linnjuei ſeinn t iiun, n n en hhunte nki Mm Uhilt zt unm nuf. ilen hohmnt, hi liethn hulu uu hin in iß ſuſtnn* hinni hu bin lnzu wh in il ſy i init ſunt iuth n „0 n ni ithu un ſit im ut 3i Alphabetiſches Regiſter. 611 Pergantung(unfreywillige liegender Guͤter). In Betreff welcher Güter der Glaͤubiger auf Vergantung antragen könne, 2204 u. f. Bey welchem Gerichte auf Vergantung verfahren werden müſſe, zz1ro. Wann das Gericht das Verfahren einſtellen könne, 2212. Kraft welches Titels auf öffentliche Vergantung verfahren werden könne, 2215. Vergleich. Wann iſt der von einem Vormunde im Nahmen ſeines Minderjährigen geſchloſſene gültig? 467. Erklärung dieſes Contraetes. Welche Perſonen befugt ſeyen, einen Vergleich zu ſchließen, über welche Gegenſtände, 2044. Grundſätze, nach deneu ſie ausgelegt werden müſſen; in welchen Fällen man auf Aufhebung eines geſchloſſenen Vergleichs klagen koͤnne; in welchen er ganz ungültig ſey, 2046— 2058. Verjährung. Wann ſie gegen einen Minderjährigen wider ſeinen Vormund in Betreff der gefuͤhrten Vormuudſchaft eintritt, 175. Wann ſie gegen den Eigenthümer einer Quelle von dem Eigen⸗ thümer des unterhalb liegenden Grundſtückes vollendet wird, wann bey einer Dienſtbarkeit, 70s u. f. Welche Verjährung zur Er⸗ loſchung der Befugniß, eine Erbſchaft anzunehmen oder auszu⸗ ſchlagen erfordert wird, 789. In welcher Zeit ſie zu Hunſten der Erben und Legatarien gegen die Gläubiger einer Erbſchaft ein⸗ tritt, soo. In welcher die Klage auf Widerruf einer Schenkung unter Lebenden oder einer teſtamentariſchen Verfuͤgung wegen Undanks verjährt wird, 957 u. 1046. Welche Verjaͤhrung zur Aufrechthaltung einer durch nachgeborne Kinder widerrufenen Schenkung vorgeſchrieben ſey, 966. Durch welche Privilegien und Hypotheken erlöſchen, 2180. Man kann nicht zum voraus auf die Verjährung verzichten, 2220. Die Verjährung kann in jeder Lage des Prozeſſes entgegengeſetzt werden, 2224. Welcher Beſitz zur Verjährung erforderlich werde, 2229 u. f. Urſachen, welche ſie verhindern, 2236 u. f. Welche den Lanf derſelben unterbrechen, a2 42 u. f. Wodurch er in Stillſtand gerätht, 2231 u f. Wie die Verjaͤhrung berechnet werde, 2260. Verjährung von 30, 10 u 20 Jahren a262 u. f. Von 6 Wochen, 2271. Von einem Jahre, 2272. Von 2 und 5 Jahren, 2273 u. f⸗ Bie die Verſährungen, welche zur Zeit der Verkuͤndiguns des z0. Tit. des Geſetzbuches Napoleons ſchon angefangen hatten⸗ beurtheilt werden, 2281.* „** Verkauf. Erklaͤrung dieſes Contraetes, 1582. Wann iſt der Verkauf der Regel nach vollkommen, wann, im Falle er nicht im Bauſch und Bogen, im Falle er auf Probe geſchloſſen worden, 1533 u. f. Wann das Verſprechen, etwas zu verkaufen, für einen wirklichen Verkauf gilt, 1539. Wer einen Verkauf ſchließen könne, 1594 u f. Welche Sachen verkauft werden können 1598 u. f. Wie, wenn im Augenblicke des Verkaufs die verkaufte Sache ganz oder zum Theile zu Grunde gegaugen, 1601. Aufhe⸗ bung des Verkaufes wegen nicht bezahlten Preiſes, 1654. Wegen * nicht erfolgter Abnahms, 1657. Durch Ausübung des Rechtes — 61 Aphabetiſches Regiſer: auf Wiederkauf, 1650 u. f Wegen unverhältnifmößiger Nie⸗ drigkeit des Preiſes, 16/4 u f. Grundſaͤtze, nach denen der Verkauf einer Erbſchaft beurtheilt werden muß, 1696. Der Ver⸗ kauf bricht der Regel nach die Miethe nicht, 1743 u. f Verkauf(unfreywilliger). Siehe Vergantung.. Verkäufer. Jeder dunkele oder zweydeutige Vertrag wird wider ihn ausgelegt; er iſt verbunden, die verkaufte Sache zu überlie⸗ fern und zu gewähren; wie die Immobilien, Mobiliar Effeeten und unkoͤrperliche Gerechtſame überliefert werden; wo und in welcher Zeit die Ueberlieferung geſchehen muͤſſe; in welchen Fällen der Verkäufer nicht zur Ueberlieferung verbunden ſey, 1602 u. f. In welchem Zuſtande die Sache und ihr Zubehoͤr von dem Ver⸗ kaͤufer uͤberliefert werden muͤſſe; in welchen Fällen der Verkäufer das Recht habe, einen Zuſatz zum Preiſe fuͤr das Uebermaß zu fordern, in welchen der Ankäufer berechtiget ſey, von dem Ver⸗ käufer eine Verminderung des Preiſes zu begehren, 1614 u. f. Welche Gewaͤhr der Verkaͤnfer dem Ankäufer zu leiſten habe, und welche Wirkungen ſie hervorbringe Siehe Gewährlei⸗ ſtung. Was er fuͤr Rechte in Berreff der unbezahlten Mobiliar⸗ Effecten habe, wenn ſie ſich noch in den Händen des Kaͤufers befinden, 2102 Welches Privilegium auf das Immobiliar⸗Stück wegen Zahlung des Preiſes, 2103. Was er thun muß, um es in ſeiner Kraft zu erhalten, 2106. Verkuͤndigungs⸗Aet(der Ehe). Siehe Aufgebothe. Vermächtniſſe. Wann muͤſſen ſie bey der Erbſchaft conferirt werden, wann nicht? 843, 345 u. ſ. Wann ſie alle kraftlos ſind, wann ſie vermindert werden können, wie die Reduction geſchieht, 926 u. f. Wer ſie auszuliefern habe, 1009 u f. Wie die vermachte Sache abgeltefert werden müſſe, 018. Was Rechtens ſey, wenn das vermachte Grundſück vergrößert, mt einer Hypothek oder einem Nießbrauche beſchwert worden, wenn der Teſtirer eine fremde Sache, eine Sache von einer gewiſſen Gattung ehne weitere Beſtimmung, wenn er ſeinen Glaͤubigern und Demeſtiken etwas vermacht hat, 1015 u. f. Wann die Ver⸗ mãchtniſſe hinwegfallen, 1042. Vermächtnißnehmer. Siehe Legatar. Vermächtniß unter einem Univerſal⸗Titel. Erklä⸗ rung deſſelben, 1010. Von wem die Auslieferung deſſelbeh zu vertangen ſey, 1011. Vermiether Verbindlichkeiten deſſelben nach der Natur des Contractes, 1719 u. f. Für welche Störungen hat er keine Gewähr zu leiſten, 1725 u f. Der Vermiether eines Hauſes kaun unter dem Vorwande nicht von dem Contracte abgehen, daß er es ſelbſt beziehen wolle, wenn nicht das Gegentheit aus⸗ bedungen worden, 1761. Worin beſteht das Privilegium, welches er auf die Mobilien des Miethers hat? 2102. Vermögens⸗Abtretung. Siehe Hüter⸗Abtretung. „ ———— te it unl uin 1f Di nt wn iſn ert Dn inli⸗ u * Alphabetiſches Regiſter. 613 Permuthungen. Erklörung derſelben; ſolche, welche durch das Geſetz aufgeſtellt ſind, ihre Wirkung; ſolche die der Ein⸗ ſicht der Richter öberlaſſen werden, 1749 u. f Verpachtung Beſondere Verfuͤgungen in Betreff der Verpach⸗ tung von Gütern, welche verheiratheten Frauen und Minderjäh⸗ rigen gehoren, 1429 u. 1718. Siehe Mieth Contract. Verpachtung des Viehes. Erklaͤrung dieſes Contraetes, verſchiedene Arten deſſelben, 1800 u. f. Regeln bey der einfachen und gewöhnlichen Art, Vieh zu verpachten, 1804 u f. bey der Verpachtung des Viehes zur Hälfte 1813 u f. bey der Nutzung des Viehes, welche der Eigenthümer ſeinem Pächter uͤberläßt⸗ der von ihm ein Gut entweder für einen beſtimm en Preis oder fur einen gliguoten Theil der Fruchte in Pachtung genommen hat, 1821 u. f. Contract, der nur im uneigentlichen Sinne des Wortes Verpachtung des Viehes genannt wird, 1831. Verpächter. Wirkungen des Privilegiums, welches er auf die Mobilien ꝛc. des Paͤchters ſeines Gutes hat, 2102. Verpyflichtung. Allgemeine Verfuͤgungen hisruͤber, 1129 u. f. Welche Verbindlichkeit zieht die Verpflichtung, etwas zu geben⸗ nach ſich, wer träzt bey der Verpflichtung, eine Sache zu uͤber⸗ liefern, die Gefahr, 1136 u f. Welche Rechte hat der Gläubiger, wenn die Verpfiichtung, etwas zu thun oder nicht zu thun, von dem Schuldner nicht erfuͤllt wird, 1142 u. f⸗ Verfuͤgungen in Betreff der bedingten Verpflichtungen, 1168 u. f. S. Bedin⸗ gung. Verfuͤgungen in Betreff der Verpflichtungen auf Termine, 1135 u. f. Wie man ſich von einer übernommenen alterhativen Verpflichtung befreyen fönne; was Rechtens ſey wenn eine oder beyde von den verſprochenen Sachen zu Grunde gegangen 1189 u. f. Erklaͤrung und Wirkungen der theilbaren und untheilbaren Verpflichtungen, 1220 u. f. Grundſätze nach denen Verpflich⸗ tungen beurtheilt werden, die unter einer Straf Clauſel einge⸗ gangen worden, 1226 u. f. Wie Verpflichtungen erlöſchen, 123½ u. f. Wie ſie erwieſen werden können, 1315 u. f. Ver⸗ pflichtungen, die ohne Vertrag entſtehen, 1370 u f Verſchwender. Ihnen kann ein gerichtlicher Beyſtand ange⸗ ordnet werden, 513. Folge hievon; wer kaun hierauf antragen, daſſ.. 514. Verſiegelung der zu einer Erbſchaft gehörigen Effecten; wann ſie nothwendig und wann ſie es nicht ſey, 819 Wann die Gläubiger einer Erbſchaft auf Verſieglung antragen können, 320. Verſteiger ung. Wann muß zur Verſteigerung einer unter mehrern gemeinſchaftlichen Sache geſchritten werden, 1636 u f. Vertrag. Siehe Contract. Vertrag(antichretiſcher). Welche Rechte gibt er dem Gläubiger Swas hat dieſer fuͤr Verbindlichkeiten in Betreff des Grundſtuͤckes; das er im antichretiſchen Genuſſe hat, 2035 u. f. Dieſer Ber⸗ trag kann den Rechten keinen Abbruch thun, welche dritte Per⸗ ſonen an der Subſtanz des liegenden Gutes haben 2091. „ 6 Alphabetiſches Regiſter. Verwahrer⸗(gerichtlicher, gardien judiciaire). Sein 5 und Rechte, 1962. e Pflichten Verwandte. Die uͤber den zwolſten Grad entfernten erben nicht mehr 755 Verwandtſchaft. Wie wird die Nähe derſelben beſtimmt, Vieh. Wird bald zum unbeweglichen, bald zum beweglichen Vermoͤgen gerechnet 522 u. f. Vo ljaͤhrig. Wann iſt man es, und welche Rechte erlangt man dadurch, 372, 377 u 438. Wann kann ein Volljähriger die von ihm gemachte Annahme einer Erbſchaft anfechten, 733. Unter welcher Bedingung kaun er zu Gunſten ſeines geweſenen Vormundes verordnen, 907. Vollmacht. Kann durch eine oͤffentliche oder Privat⸗Urkunde und ſelbſt muͤndlich ertheilt werden; ſie iſt entweder eine beſondere oder allgemeine, 1985. Auf welche Handlungen ſie ausdrücklich ſprechen müſſe, 1988. Verſchiedene Arten, wie ſie erliſcht, 2003. In wie ferne kann der Widerruf einer Vollmacht dritten Per⸗ ſonen entgegen geſetzt werden, 2005. Vorladung(vor Gericht). Unterbricht die Verjaͤhrung, 2246. Vormund. Wer hat das Recht, einen Vormund zu waͤhlen; unter welchen Formalitäten und Einſchraͤnkungen, 397 u. f. Wann iſt der von Vater und Mutter ernannte Vormund ſchul⸗ dig, die Vormundſchaft anzunehmen, 401. Wann fangen die Funetionen des Vormundes an, 418. Die Erben deſſelben ſind fuͤr ſeine⸗ Verwaltung verantwortlich, 419. Der geſetzliche oder teſtamentariſche Vormund muß vor dem Antritte ſeines Amtes einen Neben⸗Vormund ernennen laſſen, 421. Wer kann nicht gezwungen werden, wer kann ſich weigern, Vormund zu werden, 427 u. f. Wann muß der ernannte Vormund ſeine Entſchul⸗ digungs⸗Gründe vorbeingen, 433 u. f. Welche Perſonen ſind unfaͤhig, Vormünder zu ſeyn, 442 Wann und von wem kann der Vormund abgeſetzt werden, 444. Seine Pflichten in Betreff der Perſon und des Vermögens der Minderjaͤhrigen, 450 u. f. u.„40. Wann iſt er Rechnung zu legen gehalten, und welche Ausgaben laͤßt man ihm hierin gelten, 469 u. j. Von welcher Zeit an hat er die Summe zu verzinſen, die er dem Minder⸗ jährigen ſculdig bleibt, 374. Wann iſt jeder zwiſchen dem Vormunde und dem großjaͤhrig gewordenen Muͤndel geſchloſſene PVertrag ungültig, 472. Der Vormund iſt verbunden, die wegen ſeiner Verwaltung auf ſeine Immobilien haftende Hypothek ein⸗ tragen zu laſſen; in welchem Falle wird er wegen Verſäumung dieſer Verbindlichkeit des Srellionats ſchuldig geachtet, 216. Siehe Familien⸗Rath, Interdiectton, Kauf, Kin⸗ der, Minderjährig Neben⸗Vormund, Muttern Vater, Theilung, Vergleich, Hypothek. „ . 1 3 Alphabetiſches Regiſter. 615 Vormundſſchaft. Wem gebührt ſie nach dem buͤrgerlichen oder natürlichen Tode eines der Eitern, 390 u. f. Wann faͤllt ſie auf die Ascendenten, 402 u. f. Sie geht nicht auf die Erben des Vormundes uͤber, 419 Welche Autoritäten, Beamten und Militair⸗Perſonen von der Vormundſchaft beirept ſind, 427 u f. Unter weſſen Vormundſchaft minderjährige in Spitäter aufge⸗ nommene Kinder ſtehen. Siehe das hierüber erlaſſene Geſetz am Ende des Titels uͤber die W. W Wann die vor ihrer Interdietion geſchloſ⸗ ſenen Geſchaͤfte annullirt werden können, 503. In welchem Fake kann nach dem Tode einer Perſon ein von ihr geſchloſſenes Geſchäft aus dem Grunde, daß ſie wahnſinnig war, angefochten werden? 504. Siehe Blödſinnige und Jut diction. Waſſerlauf(naturlicher). Rechte d genthümer der oben und unterhalb gelegenen Grundſücke, 6. f. Weg. Wer iſt berechtiget, einen Weg uͤber eines andern Grund und Boden zu fordern? 632. Wie muß er angewieſen werden? 683 u f. Werke(verdungene). In welchen Fällen hat der Arbeiter, in welchen der Beſteller den Verluſt zu tragen,⸗ wenn verdungene Werke zu Grunde gehen? 1788 u. f. Wette. Auf Zahlung einer Wette gibt das Geſetz keine vue; Ausnahme hievon, 196 u. f. Wiedereinſetzung in den vorigen 8 Hat nicht zu Gunſten der Minderjaͤhrigen, Interdieirten und verheiratheten Frauen wegen verſaͤumter Annehmung oder unterlaſſener Trans⸗ feription der Schenkungen Statt„ 942. Gleichfalls nicht zu Gunſten der erſten wegen Unterlaſſung der Transſeription der Uurkunden, in welchen jemand auferlegt wird, ihnen gewiſſe Güter zu reſtiruiren, oder wenn ſie ſelbſt mit der Reſtitution veſchwert waren, und ihr Vormund die im Geſetze vorgeſchrisbenen Regeln nicht befolgt hat, 1070 u. f. Wegen welcher Vertraͤge in Betreff der Minderjährigen und Interdieirten die Wiedereinſetzung in den vorigen Stand Statt finde, und wegen weicher nicht? 1305 u⸗f. Wiederkauf. Erklaͤrung dieſes Contraetes; fuͤr wie lange man ſich den Wiederkauf ausbedingen könne; binnen welcher Friſt der Verkäufer ſeine Klage auf Wiederverkauf geltend machen muͤſſe, 1659 u. f. Gegen wen und wie ſie ausgeübt werden könne, 166 ½ u f. Zu was der Verkaͤufer, wenn er ſie ausübt, gegen den Käufer verbunden ſey⸗ 1673. Wohn ſitz. Siehe Domiecil. * „ Alphabetiſches Regiſter. Z. Zahlunt. Pon nvem, an wen, wie und wo ſie geſchehen müſſe, und geſchehen könne, 1235 u f. Was Rechtens ſey, wenn der Glaͤubiger die Sache eines andern an Zahlungs Statt gegeben, 1233. Wenn eine Zablung mit Hintanſetzung eines Arreſtes oder einer Oppoſition verfügt worden, 1242. In welchen Fällen eine dritte Perſon, die die Zahlung geleiſtet, in die Rechte des Gläubigers durch einen Vertrag, in welchen durch das Geſetz eintrete, 1249 u. f. Nach welchen Grundſaͤtzen geſchieht die Aufrechnung, wenn einer, der mehrere Poſten ſchuldig war“ eine 616 Zahlung verfügt hat? 1253 u. f. Was wird erfordert, damit das wirkliche Anerbiethen, worauf die Hinterlegung erfolgt, in Beziehung auf den Schuldner die Stelle der Zahlung vertrete, 1257 nu. f. Zahlungs⸗Fri ſie nicht eingetre Der Glaͤubiger kann nichts fordern, bevor s wird inmer vermuthet, daß ſie zum Vortheile des S s ausbedungen worden; wann dieſer die Begünſtigung der Zahlungs Friſt nicht in Anſpruch nehmen könne, r136 u. f. Die Richter können Zahlungs⸗Friſten geſtatten, 1244. Seugen. Wer bey den urkunden des Civil Standes Zeuge ſeyn könne, Wer bey einem Teſtamente nicht Zeuge ſeyn koͤnne, 971 U. ſ. Zeugen⸗Beweis. In welchen Fällen er Statt und in welchen er nicht Statt habe, 1341 u. f. 17157 1334 u. 1950. Zinſen. Von welcher Zeit an ſind die Zinſen von Gegenſtän⸗ den, die der Collation unterworſen ſind, zu zahien, 836. Von welchem Zeitpunete an kann der Partieular Legatar ſte von der ihm vermachten Sache fordern? 1014. Wann können Zinſen wieder Zinſen bringen, wann bringen fällige Pichte, Mierhsel⸗ der, rückſtändige Erb⸗ oder Leibrenten Zinſen, 1154 ü. 1155. Von einem verſprochenen Heiraths⸗Gute nehmen die Zinſen vom Tage der geſchloſſenen Ehe ihren Anfüng, 1140 u. 1743. Wann laufen die Zinſen von Rechts wegen gegen einen Geſellſchafter? 846. Bey einem Darlehen koͤnnen Zinſen bedungen werdenz iyr Betrag iſt in einem ſchriftlichen Aufſatze ſeſtzuſetzen; wann ver⸗ muthet werde, daß die Zinſen gezahlt ſeyen, 1906 u. f., Von welchen Summen und von welcher Zeit an muß der Bevollmaͤch⸗ tigte Zinſen bezahlen? 1996. Für welche Zinſen bewirkt die Eintragung des Capitals auch Hypothek? 2151. Zuwachs⸗Recht. Erklärung deſſelben, 546. Zuwachs Recht auf das, was die Sache hervorbringt; was mit ihr vereinigt oder ihr einverleibt wird, 547 u. f. Zwang. wie ferne er die Nichtigkeit eines Vertrags begründe, 1111 L.— zwiſchenmauer. Bey welchen Gebäuden muß dieſe angelegt werden? 674. 4 M ſ9 nt it ulhn ht hei ſ in nit h it t n ſtm ieſt ie uin. u in lön n niin Du un de nziſu Ruh 1 1j⸗ uum Dnn lihnin ee un f m wlui⸗ ni M u e vice — Verlags⸗Artikel Keiliſchen Buchhandlung. * Civil⸗ und Criminal⸗Geſetzgebung Frankreichs. Da nicht nur in den hanſeatiſchen und angrenzenden Depar⸗ tementen, ſondern auch in den Illyriſchen Provinzen und in dem Großherzogthume Berg die Civil⸗ und Criminal⸗ Geſetzgebung Frankreichs nun eingeführt iſt, ſo mag es nicht undienlich ſeyn, das Publicum auf jene Werke aufmerkſam zu machen, in welchen dieſe Geſetzgebung in die deutſche Sp ache übertragen iſt.* Civil⸗Geſetzgebung. Code Napoléon, nach dem officielleu Texte von Hn. Daniels, General⸗Advocaten bey dem Caſſations⸗Hofe in Paris, über⸗ ſetzt, dritte Auflage, welcher 1) alle Geſetze, kaiſ. Decrete, Gutachten des Staats⸗Raths und Inſtructionen des Groß⸗ Richters, Juſtitz⸗Miniſters, wodurch mehrere Verfügungen dieſes Geſetzbuches näher beſtimmt, oder erläutert werden; 2) alle Statuten und Verordnungen in Betreff der Titel und Majorate, und 3) das kaiſerl. Decret in Betteff der Iuden beygefügt ſind; franz. und deutſcher Tert, gr. 8⸗ Schreibp.. 15 Fr. Daſſelbe Werk bloß deutſch, qte Aufl⸗ 7 Fr. 50 Cent. Daſſelbe Werk bloß franzoͤſiſch. 7 Fr 50 Cent. Commentar uͤber das Geſetzbuch Napoleons, oder: Gründ⸗ liche Entwickelung der Discuſſion über dieſes Geſetzbuch im Staatsrathe, welche die über jeden Artikel gemachten Be⸗ merkungen und die Entſcheidungs⸗Gründe des Staatsraths, die Bezeſchnung der Abweichung vom roͤmiſchen Rechte, die vom Caſſations⸗Hofe erlaſſenen Urtheil, um den Sinn verſchi'dener Artikel zu beſtimmen, und die beſondern Be⸗ merkungen des Verfaſſers enthält, um mehrere Artikel mit⸗ einander zu vereinigen und zu berichtigen, und andere ver⸗ ſtändlich zu machen, von Jacob von Malleville, einem der Verfaſſer des Geſetzbuches Napoleons, aus dem Franzöſiſchen überſetzt, und mit vielen Erläuterungen, ſo wie mit allen Urtheilen vermehrt, die über wichtige Pro⸗ zeſſe in Frankreich erlaſſen worden ſind; von W⸗ Blan⸗ chard; 4 Bände, gr. 8. 32 Fr⸗ Der Titel dieſes wichtigen Werks zeigt hinlänglich, was man darin findet. Se. Maj. der Koͤnig von Weſtphalen haben die Zueig⸗ nung deſſelben huldreichſt angenommen, und der Juſtitz⸗Miniſter hat es allen Gerichts⸗Behoͤrden und Rechtsgelehrten dieſes Koͤnig⸗ reichs anempfohlen. code de procedure civile, aus dem officiellen Terte überſetzt von Hn. Daniels, zweyte Auflage,(welcher mehrere kaiſerl. Decrete und Gutachten des Staatsraths als Erlau⸗ terung, ſo wie auch die Verordnungen über die Koſtentaxe und die Discipline der Tribunäle beygefügt ſind.) gr. S⸗ franz. und deutſch⸗ 10 Fr. 54 Cent⸗ Daſſelbe Werk bloß deutſch. 55 Fr. 27 Cent⸗ Daſſelbe Werk bloß franzöſiſch. 55 Fr. 27 Cent. Code de Commerce, nach dem officiellen Texte, uͤberſetzt von Hn. Daniels, dritte Auflage,(welcher die Geſetze, kaiſ⸗ Deerete, Gutachten des Staats⸗Ruths und Inſtruetionen des Groß⸗Richtes, Juſtitz⸗Miniſters, wodurch mehrere Ver⸗ fuͤgungen des Handlungs Geſetzbuches näher beſtimmt oder erläutert werden, beygefügt ſind) gr. S. franz⸗ und deutſch. 7 Fr. 50 Cent⸗ Daſſelbe Werk bloß deutſch. 3 Fr. 75 Cent. Daſſelbe Werk bloß franzöſiſch. Recueil qe toutes les lois, décrets impériaux, avis du Con- seil d'Etat et instructions du Grand-Juge Ministre de la justice, contenant des explications du Code Napoléon ou des moyens d'exécution des articles qui présentaient des dificultés dans leur application. Ueberſetzt von A⸗ Keil, kaiſerl. Procurator bey dem Bezirks⸗Gerichte in Coͤln, franz. und deutſch, gr. S. 2 Fr. 70 Cent. Daſſelbe Werk bloß deutſch, gr⸗ 8. 1 Fr. 35 Ceut. Dieſe wichtige Sammlung iſt ein noͤthiges Supplement zu allen in Deutſchland erſchienenen Ausgaben des Geſetzbuches Napoleons. Statuten und Verordnungen über den Adel in Frank⸗ reich und die Majoratsgüter, welche Franzoſen in Frank⸗ reich, Deutſchland und dem Großherzogthum Warſchau h le, n ℳ h lin 1j. nn zuit iſn ſii iſtt — bin ſun . 1u ſch linn u he⸗ n ou Mſſh. o Bil⸗ in⸗ Uun qu lo· e ie k e enteient un hn hit lut. l leni. ſuul⸗ wih Fun⸗ „ beſitzen, geſammelt und in die deutſche Sprache überſetzt von A. Keil, kaiſerl. Procurator bey dem Bezirks⸗Gerichte in Cöln, gr. 8.. 2 Fr⸗ Daſſelbe Werk bloß deutſch, gr. S⸗ 1 Fr⸗ Organiſation(neue) des Religionsweſens in Frankreich, ent⸗ haltend das mit dem Pabſte geſchloſſene Concordat, und alle darauf ſich beziehende Actenſtuͤcke in beyden Sprachen, nebſt hiſtoriſch⸗ politiſchen Bemerkungen von Ph. Chr. Rheinhardt, dermahlen Profeſſor der Philoſephie an der Univerſitaͤt zu Moskau, gr. 8. 4 Fr. Claſſen(R. J.) practiſches Handbuch für Pfarrer und Kirchen⸗ Verwalter, vorzüglich für die neu vereinigten Departe⸗ mente, gr. 8. 3 Fr- Criminal⸗Geſetzgebung. code Criminel de la France, enthaltend 1) le Code d'instruc- tion criminelle, aus dem Franzoͤſiſchen überſetzt von Hn⸗ Daniels, nebſt den Geſetzen und organiſchen kaiſerl⸗ Decreten uͤber die neue Gerichts⸗Verfaſſung und mit ange⸗ hänaten Formularen für Friedens⸗Richter, Polizey⸗Com⸗ miſſaire, Gerichtsſchreiber, kaiſerl. Poeuratoren, Unter⸗ ſuchungs⸗Richter, Maire, Adjuncten, Huiſſiers, Feld⸗ und Forſtwächter und Gendarmen; 2) le Code pẽnal, überſetzt von Hu. W. Blanchard, Präſidenten des Cölniſchen Bezirks⸗Gerichts, 2 Bände, gr. 8. franz. und deutſch, 2te Auflage⸗ 14 Fr. Daſſelbe Werk bloß deutſch. 7 Fr⸗ Daſſelbe Werk bloß franzöſiſch⸗ 7 Fr⸗ Commentar über das Criminal⸗Geſetzbuch von Bourgnig⸗ non, überſetzt von Carl Zumbach, Richter des Cöl⸗ niſchen Bezirks⸗Gerichts, 2 Th⸗ 18 Fr. Bourguignons Werk iſt unſtreitig der beſte Commentar über die franz. Criminal⸗Beſetzgebung; es hat in der Hriginal⸗ Sprache ſchon drey Auflagen erlebt. Keils(A.) Handbuch fuͤr Maire und Adjuncten, Polizey⸗Com⸗ miſſaire, Munizipal⸗Räthe, Contributions⸗Empfänger und Repartitoren, Spital⸗ und Armen⸗Verwalter, Kirchenräthe und Kirchmeiſter Feld⸗ und Forſthüter, 2 Baͤnde, zwente ganz umgearbeitete und vermehrte Auflage, gr. 8. 15 Fr. Durch das neue Criminal Geſetzbuch ſind den Mairen und in ihrer Ermangelung den Adjuncten verſchiedene Functionen in Cri⸗ minal⸗ und Polizey⸗Sachen beyselegt; ſie find des kaiſerl. Procurators in Anſehung der gerichtlichen Politey, und Richter in gewiſſen Fällen der einfachen Polizey; was ſie in dieſer Hinſicht zu thun haben, iſt im obigen Werke umſtändlich aus ein⸗ ander geſetzt, und die nöthigen Formalare für die in dergleichen Sachen zu machende Prototolle, Urtheile ꝛc. ſind beygefügt. Es iſt unnöthig, der Vorzüge zu erwähnen, wodurch die Ueber⸗ ſetzungen der franz Geſetzbuͤcher von Hn. Daniels ſich auszeich en; die vielen Auflagen derſelben beweiſen, daß das Publicum den Kenatniſſen dieſes großen Rechtsgelehrten hat Gerechtigkeit wider⸗ fahren laſſen; es iſt bekannt, daß ſeine Ueberſetzungen des Geſetz⸗ buchs Napoleons, des Handlungs⸗Geſetzbuchs, des Geſetzbuchs uͤbee das Criminal⸗ Verfahren, ſo wie jene des Straf⸗Geſetzbuchs von Hn. Blanchard, durch einen Beſchluß der Regierungs⸗Com⸗ miſſion in den hanſeatiſchen Departementen gut geheißen worden ſiud, und daß dieſer Beſchluß durch den 145. Art. des kaiſerl. Deerets vem 4. Julius 1811 beſtaͤtiget worden iſt. NB. Siehe dieſen Beſchluß am Anfange dieſes Geſetzbuchs. Geſchichte(uetenmißig⸗) der Räuberbanden an den beyden Ufern des Rheins,(welche nun in verſchiedenen Gegenden. Deutſchlands herumſtreifen) nebſt den Signalements der noch nicht eingezogenen Räuber. Aus Criminal⸗Acten und den geheimen Notitzen des Hrn. Keil, ehemahligen öffent⸗ lichen Anklägers im Ruhr⸗Departement, zuſammengetragen. 2 Bände, gr. SZ⸗ 6 7 Fr. Biogtaphie des doppelten Meuchelmoͤrders, Pet. Joſ. Schäf⸗ fers, katholiſchen Pfarrers zu Cöln, mit ſeinem Portrait, zweyte vermehrte Auflige, gr. 8. 3 Fr⸗ Doberten(Jacques Boyon) franzöſiſche Sprachlehre, gr. S⸗ 2 Fr. 50 Cent. Schönebeck(von) theoretiſche und practiſche Anleitung zur Vermehrung und Pflege der Obſtbäume, nebſt einem voll⸗ ſtuͤndigen Unterricht zur Anlegung einer Baumſchule im Großen, gr. 8. 9 Fr. * Coln 1I8T2, gedruckt bey Johann Geors Balthaſar Schmitz. ſu l ſin n ihn „ — —————————————— n i iiihiſiiſſitiſiſitilii ſi i Oem 1 2 3 4 5 6 5 8 9 13 Soſour 8 G rey Soriroſ Sfart 0 Blue Svan Green vellow Red Magenta Wnhite Grey 1 Grey 2 Grey 3 Grey 4 Black