410„ —— . 4& ——— Rapoleons I Kaiſets von Frankreich, Koͤnigs von Italien und Beſchützers des Rheinbundes Civilgerichtsordnung Franzoͤſiſchen Reichs. Nach der neueſten officiellen Ausgabe verdeutſcht und, nebſt den von dem Franzöſiſchen Rechtsgelehrten Herrn Dufour jedem Artikel beygefuͤgten Parallelſtellen des aͤltern Franzöſiſchen und Romiſchen Rechts, auch ſeinen eigenen Bemerkungen herausgegeben von D. Chriſtian Daniel Erhard Königlich Sächſiſchem Oberhofgerichtsaſſeſſor, ordentlichem Profeſſor der Rechte auf der univerſität Leipzig, des Landgerichts im Markgrafthum niederlauſitz und der Leipziger Juriſtenfacultät Beyſitzer, der Ruſſſiſch⸗ Kaiſerl. Seſetzcommiſſion correſpondirendem Mitgliede, der Erfurter Aka⸗ demie der Wiſſenſchaften, der Warſchauer und Oberlauſitzer Königl. gelehr⸗ ten Geſellſchaften und der Leipziger deutſchen Geſellſchaft Mitgliede. Nit Königl. Saͤchſ. Privilegium.. Deſſau und Leipzig, 8 1 o 8. — Einleitung. De Gerichtsordnung fuͤr das Franzoͤſi⸗ ſche Reich weicht in vielen ihrer Formen ſo ſehr von den in Deutſchland uͤblichen ab, daß eine kurze Darſtellung ihrer vorzuͤglichſten Eigen⸗ heiten dem mit dem Franzoͤſiſchen Rechte noch nicht bekannten Deutſchen gewiß nicht unwillkommen ſeyn wird. Zwar iſt die Franzöſiſche Gerichtsordnung, mei⸗ nes Wiſſens, in keinem deutſchen Staate eingefuhrt; allein, man kann uͤberhaupt in den Sinn des buͤrger⸗ lichen Geſetzbuchs nicht vollkommen eindrin⸗ gen, ohne zugleich den Code de Procédure genau zu kennen und zu verſtehen. Waos der Leſer hier finden wird, konnte unmoͤg⸗ lich eine ausführliche ſyſtematiſche Darſtellung und Erklaͤrung ſeyn, ſondern ich mußte mich begnuͤgen, das Merkwuͤrdigſte herauszuheben. In dem von mir in den Roten beygefugten ge⸗ draͤngten Auszuge aus dem Werke des Herrn Du⸗ v1 Einleitung. four*) wird der Leſer manche nuͤtzliche Erlaͤuterung ſinden; ſich aber zugleich daraus uͤberzeugen, daß dieſe Gerichtsordnung aus den bisher guͤltigen alcern Franzoͤ⸗ ſiſchen Geſetzen, vorzuglich aus der Orbonnanz von 1667) geſchoͤpft ſey, ſich an den bioherigen Gerichts⸗ brauch moͤglichſt anſchließe und nur wenig Neuerun⸗ gen enthalte. Wollte man hierbey den Verfaſſern den Vorwurf machen, ſie haͤtten dus, was in den neueſten Zeiten fut die Entwickelung der Theorie einer zweckmaͤßigen Pro⸗ ceßform, beſonders in Deutſchland, geleiſtet worden iſt, nicht hinlaͤnglich benutzt: ſo wurde ich entgegnen, daß inkeinem *) Gode de procedure civile et cöhfsrenes de cs Code avecles lois prscsdentes par Pulien Michel Pufoun ah- cien avocat, exjuge an tribunal du Departement de la Seine I. Tomes 3: à Paris 1807. Zugleich muß ich auf folgende Werke verweiſen: Nouveau Ferrisre Dictionnaire de Proit et de pra- tique judiciajre civile. 4. par J. B. Delaporte ancien avo— cat au Patleinent de Bäris. à Paris 1807. nebſt einem An⸗ hange, welcher enthält? Formulaire du Code de Procsdure civile par J. P. Delaporte, aber auch unter einem beſon⸗ dern Titel zu haben iſt. 4 Unter dem Titel: Nouveau Ferriere war aber ſchon vorher ein Werk des Herrn Pögar in 8 Baͤnden in 4. er⸗ ſchienen; da es aber in den Jahren 1804. 1805. herausge⸗ kommen iſt, ſo kann es zur Erklärung der neueſten Gerichts⸗ ordnung nur mittelbar beyttagen. Einen vollſtändigen Commentar, nebſt beygefuͤgten For⸗ mularen, enthält WMouveau Style de la Procsdure ci- vile dans les cours d'Appel, les tribunaux de première ins- tance, de commerce et dans les justices de paixj ou le Gose judigiaire mis en pratidue par des formules, Suiyi geEx- pos des motifs présentés au corps lehislstif par les orateurs du Gouvernemeut et du texte de 14 10i parcP. Lepage an- cien avocat au Parlement de Paris. à Paris 1307. 4. hierzu fuͤge man noch: J. M. Dufour nouveau Traité de la Pro- cedure civile T. IIII. à Paris 1307. 8. Einleitung. vL Theile der Geſetzgebung die Umſtuͤrzung einer ſeit Jahr⸗ hunderten gangbaren Organiſation bedenklicher ſey, als bey der Gerichtsordnung; daß es uͤberhaupt heilſamer ſey, mit ſteter Hinßcht auf die reinſten Grundſaͤße der Geſetzgebung, das Alte der Vollkommenheit allmaͤhlich zu naͤhern, als mit kuͤhner Hand Alles umzuwerfen, was Gebrauch und Sitte geheiligt haben, was der Nation bekannt und durch vieljaͤhrige Auwendung mit dem gewohnten Geſchaͤftsgange ver⸗ webt und verkettet iſt. Einer ganz neugeſchaffnen Form hat die Erfah⸗ rung den Stempel der Zweckmaͤßigkeit noch nicht aufge⸗ druͤckt; noch hat man ſie nicht im Gange geſehen. Keine menſchliche Weisheit vermag alle die neuen Uebel zu ahnen, die aus dem neuen, doch auch menſch⸗ lichen, alſo mangelhaften Werke hervorgehen koͤnnen, noch vorauszuſehen, auf welche Art die nie ru⸗ bende erfinderiſche Chikane dem Geſetze beykommen werde. Und wie oft hat nicht die Erfahrung gelehrt, daß die gaͤnzliche Umſchaffung der Formen, ſo glaͤn⸗ zend auch dabey die Erwartungen waren, doch am Ende auf nichts hinauslief, als auf Eintauſchung neuer, bisher unbekannter Mißbraͤuche und Gebrechen gegen alte und bekannte! Nein, die alte Form, wenn ſie nicht voͤllig zweck⸗ los und unvernuͤnftig iſt, hat ewig vor einer ganz neugeſchaffen Eins voraus die bereits daran bewährte Erfahrung won Jahrhunderten! Der neuen Form kann keine Macht das geben, was die Verbeſ⸗ ſerung der alten erleichtert, und dabey den Geſetzgeber Einleitung⸗ vor Mißgriffen bewahrt, daß nämlich die Zeit, dieſe große kehrerin der Voͤlker, daß die lange Anwendung auf die tguſendfachen PVerhältniſſe des Lehens, die Mängel und Lucken der alten Form praktiſch entdeckt, dagegen aber auch ihren Vorzuͤgen den unzweydeutigſten Stempel aufgedruͤckt hat. Wo neue Geſchaͤfte, Sitten und Verbaͤltniſſe Aenderungen gebieten, da wird der weiſe Geſeßgeber das Fehlende ergänzen, und mit dem bisher Guͤltigen in Uebereinſtimmung zu hringen wiſſen. Er wird gern des kleinen Ruhms einer neuen Schöpfung entbehren, und mit weiſer Hand da beſſern, wo nur immer das gaͤnzliche Zerſtören und Umwerfen des Alten vermeidlich iſt. Die Eitelkeit, etwas Unerhoͤrtes zur Welt zu brin⸗ gen, kann allenfalls dem Philoſophen bey Darſtellung eines Ideals verziehen werden; aber den Geſetzgeber muß ſie nicht quaͤlen. Wenn jenen vielleicht morgen ein ſcharfſichtiger Gegner widerlegt, oder die ruͤckkeh⸗ rende mens sana ſeiner Nachbeter lächerlich findet: ſo iſt Schande und Nachtheil ſein; der Geſetzge⸗ ber aber macht ſeine Verſuche am Woble gan⸗ zer Voͤlker und Generationen⸗ So wenig ich daher fuͤr die Formen des gie zoſiſchen Proceſſes blind eingenommen bin, ſo ſehr ich mich uberzeugt halte, daß in manchen Punk⸗ ten,(wiewohl bey weitem nicht in Allen) unſte vaterländiſche Rechtspflege den Vorzug verdient, ſo ſehr erſcheinen mir aus den angegebenen Gruͤnden die Verfaſſer vorliegender Gerichtsordnung gerechtfertigt, daß ſie, Statt die bekannten und uͤblichen Formen Einleitung.. ganz umzuwerfen und mit lauter neuen und der Na⸗ tion unbekannten zu verwechſeln, ſolche vielmehr nur zu verbeſſern und von Fehlern zu reinigen bemuͤhe geweſen ſind. Um wie viel leichter wird es ihnen werden, auf der einmal betretenen und gewohnten Bahn immer weitere Foktſchritte zu mächen, und die Umwege im⸗ mer mehr und mehr zu verimeiden, als auf einer neu⸗ gebrochenen, aber vielleicht bald irrig befundenen, um⸗ zukehren, und ſie gaͤnzlich zu verlaſſen! Allein, eben die Gruͤnde, welche die Beybe⸗ baltung dieſer Formen in Frankreich rathſam machten, machen die Ein fuͤhrung derſelben in deut⸗ ſchen Staaten äußerſt bedenklich, wenn damit nicht zugleich der voͤllige Umſturz aller Gerichts⸗ und Lan⸗ desverfaſſung verbunden ſeyn ſoll. Doch, ich wende mich zur Erklaͤrung einiger der merkwuͤrdigſten Abweichungen des franzöſiſchen Proceſſes von dem ünſrigen. Vor allen Dingen verdient die Einrichtung 6. Friedensgerichte(Art.1— 47.) Lob und Nachah⸗ mung; wiewohl die Formen noch der Vereinfachung fähig wären, und die(Art. 16.) verſtattete dreymonat⸗ liche Appellationsfriſt mit uͤberhaupt, am meiſten aber bey ſummariſchen Rechtshaͤndeln, der proviſoriſchen Voll⸗ ſtreckung malichet Utthel ungeachtet, dennöch zu kang ſcheint; heſonders da ich ſeit 26 Jahren richterliche Aemter in einem Lande verwalte, wo die zehnraͤ⸗ gige Appellationsftiſt mir nie Nachtheile bemerkbar ge⸗ Einleitüng. macht hat, welche eine Verlaͤngerung dieſer Friſt wun⸗ ſchenswerth mächen könnten. Nachahmungswürdig iſt ferner die Abſonderung des Geſchaͤfts der Gütepflegung vom Amte des gewoͤhnlichen Richters und der Verweiſung des gurli⸗ chen Verhoͤrs an die Friedensrichter. Bey denjenigen Rechtshaͤndeln, bey welchen dieß, Jnhalts des 49. Artikels, unterbleiben ſoll, ſcheint gar keine Guͤtepflegung Statt zu finden. Wie leicht waͤre es, ſie den Gerichtshoͤfen ſelbſt zur Pflicht zu machen! Was die Vorladungen(ajournements, as- signations) anlangt: ſo bemerke man vor allen Din⸗ gen, daß, beſonders im ordentlichen Proceſſe, der Klaͤ⸗ ger nicht, wie bey uns, die Klage beym Richter ein⸗ reicht, noch dieſer die Ladung reſolvirt und verfuͤgt. Vielmehr hat jeder, der eine Klage anſtellen will, (einige beſondre Fälle ausgenommen) ſich vor allen Din⸗ gen an den Gerichtsboten(Huissier) zu wenden. Dieſem theilt er den Gegenſtand ſeiner Klage mit; zugleich aber muß er ihm das Gericht und die Zeit, auf welche der Gegner vorgeladen werden ſoll, anzeigen. Ueber dieß Alles nimmt der Huiſſier ein Protocoll auf. In dieſem muͤſſen, außer den im 1 u. 61. Artikel be⸗ merkten Namen und Umſtaͤnden, der Gegenſtand der Klage und die dem Beklagten bis zum Tage des Erſcheinens verſtattete Friſt enthalten ſeyn. Zu⸗ gleich muſſen die Abſchriften der Urkunden, auf welche die Klage gegruͤndet iſt, beygefuͤgt werden. Von dieſem Protocolle,(in welchem zugleich hinzugefugt wird, ———————— Einleitung. XI was bey der Inſinuation vorgegangen ſey) haͤndigt der Gerichtsbote dem Beklagten eine Abſchrift ein, wo⸗ durch dieſer alſo zugleich erfaͤhrt, von wem, wes⸗ halb und wohin er geladen werde. Dieſe Art, die Klage anzubringen und dem Gegner zufertigen zu laſſen, findet ſowohl bey der Ladung vor den Friedensrichter, als bey andern Gerichten Statt. Nur muß bey den Ladungen vor die Ge⸗ richte erſter Inſtanz(mit Ausnahme der Art. 49. bemerkten Sachen) die Citation zur Guͤtepfle⸗ gung vorhergegangen ſeyn, und bey der Ladung vor das ordentliche Gericht die Abſchrift des uͤber die Guͤtepflegung gehaltenen Protokolls mit zuge⸗ fertigt werden. Dieſe Form bedurſte fuͤr Franzoſen, welchen ſie alltaͤglich iſt, im Geſetzbuche keine be⸗ ſtimmtère Schilderung. Aber einem Deutſchen wuͤr⸗ den die Art. 61. enthaltenen Beſtimmungen, bey al⸗ ler Genauigkeit des Geſetzes, ohne weitere Erlaͤute⸗ rung, doch immer dunkel und raͤthſelhaft geblieben ſeyn. Die Vorladung ſelbſt heißt assignation, auch ajournement*), weil darin das Gericht, vor das der Beklagte geladen wird, und der Termin zum Erſcheinen fefigeſetzt ſind. Das uͤber die Inſinuation ſelbſt vom Huiſſier aufgenommene Protocoll heißt, wie alle Zufertigungsinſtrumente des Huiſſiers, Exploit. Die In ſinuationen ſollen in der Regel alle an dem Wohnorte deſſen erfolgen, an den ſie ge⸗ richtet ſind. Verlangt aber eine Parthey⸗ daß die *) Das Wort Citation braucht man rn⸗ gen vor die Friedensrichter. Civilgerichtsordnung. 6 T Einleitung. Inſination an einen andern, als an ihren Wohnort geſchehe, ſo muß ſie dieß erklären. Dieſe Erklä⸗ rung heißt: Wabl eines Wobnorts Plection de omicile) Ein Ausdruck, deſſen Bebeutung man wohl kennen muß, weil er in den ſwſſchen Ge⸗ ſetzbuͤchern ſo oft vorkommt. 6 Die Verhore(Audienzen)*) geſchehen in der Regel bey offnen Thüren. Die Saͤtze der Par⸗ theyen werden nicht blos zu den Acten genommen, ſondern dem Gegentheil jedesmal zugefertigt. (Art. 77. 78) Beym Vortrage(der Relation), der in der Regel in offentlicher Sitzung geſchehen muß, ſind die Partheyen gegenwaͤrtig, und ſie oder ihre Sach⸗ walter koͤnnen, wenn ſie es fur gut finden, beym Praſiden⸗ ten ſchriftliche Bemerkungen uͤber den Vortrag einreichen QArt. 11.), wenn ſie ihn mangelhaft oder falſch ſinden. Die Urthel und Beſcheide muͤſſen den Par⸗ ſheen oder ihren Sochwaltrn in Abſchrift zugefer⸗ tigt werden, und von dieſer Zufertigung an laͤuft die Appellationsfriſt(Art. 443.) und die Friſten fur die uͤbrigen Rechtsmittel(Art. 483. Art. 157.) nan Die Seugen werden in Gegenwart der abgehort, durfen aber von ihnen nicht unterbrochen werden. QArt. 261. 2620 3 3ch habe, ungeachtet deſſen, was Adelung unter dem Worte Verhdtgeſagt hat, doch dieß Wort lieber als Au⸗ pldäe nzM gebraucht. Wir ſagen in dex oberſäͤchſiſchen Ge⸗ ichtgſprache guͤtliches Vzrhor, Verhorsſtube Can⸗ auience), die Sache iie Verhör zichen u ſ. wo ünd dieß rechtfertigt den Gebrauch dieſes Worts in dieſem Sinne, meines Erachtens, genug, Einteitung. x Eine ausgezeichtiete Eigenheit und ein Vorzug des franzöſiſchen Proceſſes iſt, daß jeder Theil ſeinen Gegner perſönlich uber gewifſeThutſu chen vom Richtet(arti⸗ kelsweiſe) abhörb laſſen kunn; wobey der Sächwal⸗ ter des zu Befragenden nicht gegenwaͤrtig ſehn darf. Das letztere ſcheint mit, vielleicht aus übertriebe⸗ ner Behutfamkeit, bedenklich. Sobald es nur dem Sachwalter derboten unb unmöglich gemacht“ iſt/ſii⸗ nem Clienten wortlich oder durch Zeichen anzugeben, wie er ankworten ſolle, halte ich die Gegenwart beyder Sachwalter nicht nur fuͤr ganz unbe⸗ denklich, ſondern auch, zu Verhuͤtüng der Mißbräuche, die ein vielleicht purtheyiſchet Rich⸗ ter mit dieſer Befragung treiben könnts, fuͤr we⸗ ſentlich nothwendig; beſonders da(Art! 325.) die Befragung von einem Einzelnen und nicht in der Sitzung geſchieht. Man weiß ja, wie leicht ein furchtſamer und einfältiger Menſch dürch höchführen⸗ des Weſen ünd durch den Ton der Frage ſelbſt eingeſchuͤchtert und irre gemacht; und wie von der an⸗ dern Seite einem ſchlauen Menſchen die Antwort, wie ſie gerade fuͤr den Nuützen des Befragten amn zweckmaͤßigſten iſt, ebenfalls durch die Frage ſelbſt, von elnem fur ihn gewonnenen Richter, in den Mund gelegt werden kann. Daß weder das eine, noch das andre geſchehe, würde durch die Wach⸗ ſamkeit der Anwälde verhindert werden. Mit wenig⸗ ſtens ſcheint dieſer Vortheil die Bedenklichkeiten zu uberwiegen, welche der Zulaſſung der Suh⸗ walter entgegenſtehen koͤnnten. x1V Einleitung. Die große Ausdehnung, welche(Art. 404.) den ſu mmariſch zu v erhandelnden Rechtsſachen gegeben iſt, perdient, als fraͤftiges Mittel zu Abkur⸗ zung der Proceſſe, Achtung und Nachahmung. Ein wichtiger Vorſchritt zur Verhuͤtung weitlaͤuf⸗ tiger Proceſſe, und ein Mittel partheyiſche, unver⸗ ſtaͤndige oder ſportelſuͤchtige Gerichte zu umſchif⸗ fen, iſt die treffliche und muſterhafte Organiſation der ſchiedsrichterlichen Eroͤrterungen und Ent⸗ ſcheidungen. Ein in Dentſchland voͤllig ſremdes Rechtsinſtitut iſt die bey jedem hohen oder niedern Gerichte ange⸗ ſteltte Staatsbehoͤrde(Ministere publichz nam⸗ lich bey den Appellationsgerichten der Generalpro⸗ curator, bey den Gerichten der erſten Inſtanz der kaiſerliche Anwald, deren jeder ſeinen Subſtitu⸗ ten fuͤr den Fall der Weſbi oder Behinde⸗ rung hat. Da das richterliche N as ſelches Fre„bloß dem Geſetze unterworfen, und zur Bewahrung kei⸗ nes andern Intereſſe beſtellt iſt, als das der Staat an einer unpartheyiſchen, genauen unb ſchnellen Ge⸗ rechtigkeitspflege hat: ſo iſt bey jedem Ge⸗ richte ein beſonderer Anwald des Staats beſtellt, welcher theils in denjenigen Dingen, bey denen die öffentliche Ordnung, die Staatsgůter u. ſ. w. intereſ⸗ ſirt ſind, für das Jiteteſſs des Staats ſpricht, theiſs ſich derjenigen Anſtalten und Perſonen, die des beſondern Schutzes des Staats bedurfen, z. B. der Unmuͤndigen, Abweſenden, oͤffenclicher Inſtituke u. ſ. w. annimmt, Einleitung. XN theils bey ſolchen Gegenſtaͤnden eingreift, wo auf ir⸗ gend eine Weiſe das Gericht oder ein Mitglied deſſelben intereſſirt iſt, oder intereſſirt ſehn könnte. Dieſe Be⸗ hoͤrde bildet bey jedem Gerichte, ohne dem richterli⸗ chen Anſehen, oder der Freyheit der richterlichen Ent⸗ ſcheidungen Eintrag zu thun, einen ſtets gegenwaͤrtigen Waͤchter der Ordnung und des Geſetzes; beſonders da der kaiſerliche Anwald(Art. 83. Nr. 8.) auch die Vorke⸗ gung einer jeden Sache verlangen kann, bey welcher er die Ausuͤbung ſeines Amtes fur erfoderlich haͤlt. Außer ben Fällen, wo dieſe Staatsbehoͤrde ſelbſt als Parthey auftritt, muͤſſen ihr in denjenigen Sachen und Angelegenheiten, in welchen ihr Amt nach den ſo eben angegebenen Grundſaͤtzen eintritt, die Acten, entweder durch die Gerichtsſchreiberey, oder von den Sachwaltern mitgetheilt werden. Der Generalprocurator oder der kaiſerliche An⸗ wald macht ſodann dem Gericht hieruͤber ſeinen Vor⸗ trag, den er mit dem Antrage endigt:„daß in der „Sache ſo und ſo erkannt werden moͤge.“ Dieſer An⸗ trag heißt, wie alle Antraͤge und Geſuche, womit ſich die Vortraͤge der Sachwäalter ſchließen, les con- clusions.*) Ehe dieſer Antrag der Staatsbe⸗ hoͤrde angebracht iſt, darf in Sachen, wo ſolcher er⸗ federt wird, bey Strafe der Nullität, kein Urthel noch Beſcheid ertheilt werden. Indeß iſt das Gericht, Denn nach dem angenommenen Style heiſt es, nach epfolg⸗ tem Vortrage der Gruͤnde:„mes conclusions tendent à „ i plaise au tribunal cchdamer M. N. à pahyer etc. „Mein Geſuch(Antrag) geht alſo dahin, daß es dem Ge⸗ „richt gefallig ſeyn moge, N. N. zu verurtheilen, daß er üſi xv1 Einleitung. wenn es eine andre Entſcheidung für gerecht hält, beym Erkenntniſſe an dieſen Antrag der Staatsbebörde nicht gebunden, ſondern kann, ſoteit„s ſich davon abzu⸗ gehen getraut, dagegen entſcheiden. Da indeß die kai⸗ ſerlichen Anwaͤlde alle geubte Rechtsgelehrte ſeyn muͤſſen, und in manchen Gerichten die Richter es nicht ſind: ſo diem der Vortrag des kaiſepſichen Anwalds den Gepichten nicht ſelten bey ihrer Entſcheidung zum Leit⸗ Was aber den Vorzuͤgen dieſer Einrichtung die Krone aufſetzt, iſt die Aufſicht, unter welcher wiederum die Perſonen ſtehen, die bey jedem Gerichte die Staatsbehörde ausmachen. Jeder beym Gerichte er⸗ ſter Inſtanz angeſtellte kaiſerliche Anwald,(wel⸗ chem ſein Subſtitut untergeordnet iſt,) ſteht unter dem Generalprocurgtor beym Appellationsgerichte, undealle Generalprocuratoren bey den Appellationsge⸗ richten ſtehen wiederum unter dem heym Caſſationstri⸗ bunal angeſtellten Generalprocurator. Dieß Inſtitut iſt alt. Seit dem 14. Jahrhunderte gab es bey jedem Parienſente eine Behörde, deren Mitglieder les gens du roi hießen. Dieſe beſtanden aus dem procureur gonéral und mehrern auscals genraukß bey jedem Unterge⸗ richte war ein procureür ad roi und bey den Meiſten uͤber⸗ dieß ein Avocat du fise. Im Jahr 1700 wurden die gens du roi abgeſchafft. Die Staatsbehörde bey den Civilgerichten war der commissaire du roi und bey den Criminalgerichten der accusateur public Die avocats genéraux fielen ganz weg. Nach der neueſten Conſtitution iſt die im Terte geſchilderte Peofaſſung dieſer Behoͤrde eingefuͤhrt; nur daß ſeit der An⸗ nahme der Kaiſerwuͤrde der Titel: ommissaire du gouver- nement in procureur impsrin werwandelt worden iſt. Die Staatsbehorde hieß ehedem, und heiſt noch jetzt, in der franzoͤſi⸗ ſchen Gerichtsſprache; le parduet, weil das Zimmer, wo ——— — B 5 6—— Einleitung. Xv11 Die Rechtsmittel ſind hnketiche und außerordenkliche:“ Die ordentlichen ſind: bie Oppoſition und die Appellation. Erſtele iſt gegen Contumacialer⸗ kenntniſſe, ſowohl der Friedensrichter(Art. 191 f.), als der andern Gerichte(Art. 149. u. f.), verſtattet. Uebrigens wird das Wort: Oppoſition auch uͤber⸗ haupt für alle Arten der Einſprüche und Prote⸗ ſtationen, beſonders für Zahlungseinſprüche, gebraucht. (S. Nap. Civilgeſetzbuch Art. 172. f. Gerichtsordn. Art. 609. 609. 927. 931. 817. 560. u. ff.) Die Appellation. Bey dieſer würde die Abkuͤrzung der dreymbnatlichen Friſt gewiß eine Wohlthat fuͤr Frankreich ²) ſeyn, beſolders da fuͤr das Rechtsmittel der Wiedereinſetzung in den vo⸗ rigen Stand die ordentliche Friſt ebenfalls drey Mo⸗ nate iſt, alſo die Chikane bloß dürch dieſe bey⸗ den Rechtsmittel, zu welchen es ihr ſelten an Stoff fehlen kant,(den Recurs an das Caſſutionstri⸗ bunal**) ungerechnet) den Lauf des Proceſſes um die Staatsbehoͤrde expedirt, dieſen Namen fuͤhrt. Daher iſt noch jetzt voͤllig fynonym, ob man ſagt; la cause doit etre communiguée au parduet oder; la chose doit etre commu- niquee au procureur impérial(oder au ministére public.) *) S. oben S. IX. **) Die ganze Materie vom Recurs an das Caſſa⸗ tiohstribumal iſt in der Gerichtsordnung weggelaſſen, a estiſt viſes Rechtsmittels darin üur einige mal Art 363. Art. 50. Art 1oag. im Vorbeygehen erwäͤhnt, und auf die deshatb vorhandenem boſondern Geſeßze verwieſen. Daß dieſes Stillſchweigen nicht zufallig ſey, laͤßt ſich vorausſetzen. Mir iſt indeß der Grund davon gäͤnzlich unbekannt. Um XVII Einleitung. ein ganzes halbes Jahr, und wenn Pyylaͤngetungsur⸗ ſachen eintreten, noch weit länget aufzuhalten im Stande iſt. 0 51 3 oI Mbiam Unter den auß erordentlichen Rechtsmitten zeichnet ſich das Rechtsmittel der Wiedereinſe⸗ tung in den vorigen Stand(Bequéte vivilé) vorzůglich uus. Es jſt unſerer Leuterung aͤhnlich oder auch dem gleichartigen, in manchen deutſchen Ländern ubli⸗ chen Rechtsmittel, welches barbariſch genug dictio mul- litatis seu iniquitatis genannt wirdz nur mit der Ansnahme, daß die Beſchwerden(Art. 490) haupt⸗ ſaͤchtich ſolche Rullitaͤten zum Gegenſtande haben muſſen⸗ die durch Rachläſſigkeit, durch Argliſt oder Verletzung der Formen oder durch Falsa entſtanden ſind. Quti 4800) Ich habe ſchon oben erwaͤhnt, daß die ordentliche Friſt bey dieſem Rechtsmittel, ſo wie bey der Appel⸗ lativn duey Monate ſey; allein, dieſe Friſt wird bey denenſ dienim Dienſte des Staats außer den etro⸗ paͤiſchen Beſitungen Frankreichs abweſend, oder in auswärtigen Angelegenheiten des Staats angeſtellt ſind, ſowohl bey der Appellation, als bey der Wieder⸗ einſetzung in den vorigen Stand, um ein ganzes Jahr verlängert(Art. 446. 4854; und hlle, die außer dem Continentalgebiet von Frankreich wohnon, bi haben wehroter Bequemlichkeit willen ſollen die hierhet gehötizen Stellen der Conſtitution vom a3. Frimairt des WilJahrs des Geſetzes vom 27. Ventos des NIIL J. den Supplenenten zum Geſetzbhche Napoleons in der Ueberſetzung beygedruckt, und es wird das Regiſter der Ge⸗ richtserdnung zugleich mit darauf gerichtet werden. 2*.— 3—— .— Einleitung. XIR haben(Art. 445. 486. vergl. mit Art. 73.) nach Maaßgabe der Entfernungen ſich noch einer ein⸗ oder ſechsmonatlichen, ja einjahrigen Friſtver⸗ laͤngerung zu erfreuen. Es kann alſo Faͤlle geben, wo, wenn in Einer Sache zugleich das Rechtsmittel der Wiedereinſetzung in den vorigen Stand und die Ap⸗ pellation eintritt, die bloßen Friſten fuͤr die Rechtsmit⸗ tel,(die der, welcher den Proceß zu verzoͤgern kuſt hat, gern ganz benutzen wird), in Allem zwey Jahr ſechs Monate wegnehmen! Der Verzogerung, die aus der Abweſenheit entſtehen kann, iſt in meinem Vaterlande dadurch vorgebeuge, daß die den Sachwaltern ertheilten Vollmachten in der Regel mit auf die Einwendung der Rechtsmittel gerichtet werden, und daß dann das Urthel dem Sachwalter publicirt, und wenn die ſer die Einwendung eines Rechtsmittels innerhalb 10 Tagen unterläßt, rechtskraͤftig wird, der Principal mag auch noch ſo weit entfernt, oder in Dienſten des Staats verſendet ſeyn. Ich kenne die Gruͤnde nicht, welche in Frankreich ein Anderes noth⸗ wendig machten, und unterwerfe gern meine beſchraͤnkte Einſicht dem reiferwogenen Ermeſſen ſo großer Ken⸗ ner. Allein, ich wage es, ſo lange ich keines Beſſern belehrt bin, zu wiederholen: es wuͤrde eine große Wohlthat fuͤr Frankreich ſeyn, wenn das De⸗ cendium dort gleichfalls, unter den auf daſige Verfaſ⸗ ſung paſſenden Modificationen, eingeführt wuͤrde! Uebrigens wird die Appellation und das Rechts⸗ mittel der Wiedereinſetzung in den vorigen Stand, gleich der Klage, nicht beym Richter einge⸗ Civilgerichtsordnung. Einheitung. reicht, ſonderg, bey der hapungcdem Gegentheile bekannt gemacht Art. 456.4930 Es wird alſo z. B bey dern pelacn inodep hm Getichtsho⸗ 4en deshalh aufgeſehten) Voplodungsinſirnmente( ploiß qniournement) der Gegenſtand der Appellation ſowie der Haupeinhalt der Beſchwerden ungegeben, nd dem Appellaten gugeſtelltz dieſer aber darin zugleich ritirt/ ſich in geſeßlicher Friſt vor dem Ap⸗ vellutionsgerichte zu ſtellen. Nichts kann ſich von der deutſchen Gewohnbeit weiter entfernen, als dieſe Form. Allein, es werden in Frankreich alle Arten der Flagen und⸗ alle Rechtsmite Rauf v Vae Mer i( Roch eine merkwuͤrdige 6 ſhe Gerichtsverfaſſung von der unſrigen kaun ich nicht unerwaͤhnt laſſen. Richt nur alle und jede Handlungen der willkuͤhrlichen Glrichtsharkeit, ſonderu anchemehrre, in gerichtlich anhängigen Händeln vor⸗ tammnde Geſchſte, u8 die Inptntur der Ecbſchf⸗ ten, die gerichtliche Verſteigerung unbeweglicher Gü⸗ ter, die Berechnungcund Bildung der Erbſchafts⸗ hoſe bey Erbtheilungen uc) ſene geböten nicht vor den Richter, ſondern vor die Notarien, welche eine eigne offentliche Behoͤrde ausmachen, und frey⸗ lichꝰ unter einer genauern Aufſicht des Stnats ſtehen, als die unſtigen.“ ³) Dieſe Tiennitg bat den Vor⸗ 8 2 ihſin nnn Sce wiewohl vinhe ſibweichhugin jindt men bepber nienirnon eren vnd nben dern Srictihe Art. 510 511.1 nt bin0 16 on6 m. ueber die gn 6⸗ werſüßfnnzi und Einrichtu n9 des Notariats in Frankreich enchalten die Supplemente Einleſtilug.— theil, daß der Richtel ſich leviglich den vor ihm an · hängigen Rechtshaͤndölu wibmnen khnn, ihh dulch we⸗ niger veiſchiebetartige Geſchſio zſtreur wibb. K⸗ iein, voli der andeun Stite ſcheint mir die Beguͤnſti⸗ gung des Anſehens ber Rotutien doch zu weit zu ge⸗ hen und die Kyſten des Proceſſes zu haͤufen. Auſ⸗ ſer dem, was ich beym S4. Artikel in der Anmerküg geſagt habo Sehort hieiher dis füt die ütetiſſenten züßerſt koſiſplelige Verordnüng' daß ver Notat dle Inventarien fertigt; die“ Verfiegelung“ abet, ſo wie die jedesmalige Abnahme und Wiederan⸗ legung der Siegel, vom Frie deustichter ge⸗ ſchieht.(Art. 907. 9 37.) Dieſer haͤlt uͤber die Berſi e⸗ gelung ein eignes, vom Protocoll über die Inventur verſchiednes Protocoll.(Art. 9390) Dieß hat alſo zur Folge, daß die Parthey allezeit zwey Behoͤrden zu bezahlen hat, welches ihr erſpart wetden könnte, wenn, wis bey uns, der welcher bus Recht hät zl verſie⸗ geln, auch vetchtig wace, zu inventiren; und der, welcher inventirt, auch die Abnahine und Wieberat⸗ legung der Siegel beſptgte. Doch, vielleicht ſind hier in den weileethlluniſen———. zum Geſetzbuche Napoleons untet vi Dein boſon⸗ deres Geſetz vom a3. Ventos des Rl. J. G6. May⸗ 430 wohin ich die Leſer verweiſe. i 6 Zu welchen in manchen deutſchen Laͤndern noch ſo viele vi⸗ Orts und Lundespolicey/ Finanzweſen u ſtwi betrefſenbẽè, em richterlichen Amte an ſich ganz fremde Verrichtungen kommen, deren den Gerichten, zum Nachtheile ihres eigent⸗ lichen Zwecks, nämlich der Fe„— mrehrere aufgeladen werden. n — x11 Einleitung. che meine Zwrifel ſoſort— werden koͤn⸗ nen! r bn i 15i85¹) 3b S 3b8 ß Noch dgrf ich higheůfneii oſen, i im jije tlichen Verhor ſowohl in der erſten, als in der Appellationsinſtanʒ/ unter den Partheyen muͤndlich verfahren wird. Doch geſchieht dieß, nachdem der Beklagte vorher ſeine Einrede dem Klaͤger(Art.. 7)gund dieſer ſeine Antwort darauf(Art. 28.) dem Beklagten ſchriftlich mitgetheilt hat.) Auch ſoll das Urthel ſogleich in der Audienz gefaͤllt werden. Dieß wuͤrde bedenklich ſchn, wenn nicht fur wichtige und weitläufige Fälle dem Grrichte die Freyheit ertheilt wäre, die Sache zu einer beſondern Berathſchlagung Mdliberd) auszuſetzen, oder auch auf ein ſoͤrmliches ſchriftliches Perfahren(instruction par sprit) zu erkennen, das ſodann von einem beſondern, im Be⸗ ſcheide erngnnten Referenten in Vortrag gebracht wirde Doch erfolst, wie ich bereits oben erwaͤhnt habe, jn Portrag im öffentlichen Verhor. m Dieß ſey zur Aufſtellung der merkwuͤrdig⸗ ſen Eigenheiten des franzöſiſchen Civilproceſſes ge⸗ nug, Eine ſyſtematiſche Dayſtellung deſ⸗ ſelben habe ich hier nicht liefern wollen, noch können⸗ * Eine(bis auf einige unbedeütende Jrrthuͤmer) meiſterhaft ausgefallene Skizze des Syſtems der Gerichtsver⸗ faſſung und Gerichtsordnung des franzöſiſchen Reichsbliefert die(Halliſche) aligemeine Literatur⸗ zeitungw. J. 1807. Nr. a6ßa⸗66. weiche neierlich abgedruckt erſchienen iſt in der Einleitung in das Geſetzbuch⸗ Napolebns(Düſſeldorf 1808. 80 Yr. w. S. 108— 262. Fernet vergleiche man; Le praticien franpois en deux par- ties. La première contient'Esprit et la Theorie du Cod⸗ Elultithng. XNk uber die Leßr von der Ne chbferrigung der Parthey der Sache(legitimatio ad causam) bey Erben u. ſof. und vie wabch zu beobuchtenden For⸗ mens habe ich in dieſti Worichtsordnüng niches gefün⸗ den. Eben ſo wenig iſt der Provbearionen ex 1. diftamari und ex Psi contendat gebacht. Sie ſcheinen alſo nicht“ State zu finden Auch vom Armenrechee finde ich im der———— Darordnung hichts g t n uebrigens wuͤrde man ſich ſehr irren, wenn man in dieſem Geſetze alle Förmen des Proceſſes ganz ausfuͤhrlich geſchildett ſuchen wöllte! Man hat bey der Gerichts⸗ ordnung Leſer vorausgeſetzt, die den gewohnten Ge⸗ ſchaͤftsgang der franzöſiſchen Gerichte bereies kann⸗ ten. Ob man dabey nicht vielleicht zu weit gegangen ſey, wage ich nicht zu entſcheiden. So viel ſehe ich, daß 3. B. Herr Dufour in ſeinen Anmetküngen zur Ge⸗ richtsordnung, von welchem ich in vovliegender Aushabe einen Auszug gelisfent habe, oft verſichert, daß gtwiſſo, durch ältere Geſetze beſtimnite Formen, von welchen die neue Gerichtsordnung ſchweigt, noch jetzt beobach⸗ tet werden muͤßſe*)So iſt auch 3B. in der Gerichtsordnung micht bemerkt) daͤß in Sachen) dem— Anwalde— werden ee avec ks jeume⸗ 1a— en plicationz et la ſjürispnuence. Far les Rédacteurs ide la!— prudense Mu tivih VTones 60* Paris 1806. nu3it 8. B. in der Antherkung zum 400 At. S. 67.. zum 22 Art. S. 07. Anm. 2. z. 701 Art. S. 240. Anm. 2. ₰ 2 Ark. S 26. 3. 928. t. S. 20 Anm 1. v B 5 xKIv Einleitung. müſſen, entweder jever Sachwalter die ſeiner Seies eiugereichten Schrifien in der Eppdition der Stauh behötde Lau Pant)⸗ Nintbicht odehowie gweren 4 ſammen von ber“ Berichtsſcheeberh dichin abgegeben werden koͤnnen; daß ferner, wenu, evſtein Falls, einer der Sachwalter ſeine Schriften dem kaiſerlichen An⸗ walde einzureichen unterläßt) der Gegentheil ihn durch einsn Sagz den er ihm vom Getichtsboten zufertigen taßt, dozu auffobert; und daß, wenn ſodann die Eii⸗ gabe bennoch unterbleibt, der kaiſerliche Anwald ſei⸗ nen Vortrag nur nach Maaßgabe der von Einem Theile eingereichten Schriften vorbereitet u. ſ. w. Und doch iſt vieß Alles, wie Herr Lepage in ſeinem nou⸗ veau style de ja Proedure civile S. 77. bezeuge anerkannter Gerichtsbrauch⸗ Es iſt alſo ganz unbezweifelt gewiß, daß die im h1. Atkibel etfolgte Aufhebung aller altern, die Gerichtsötdutigbetreffenden Gebräu⸗ che und Verordnutigen unter eben der Sin⸗ ſchtankung zu verſtehen ſey, welche im 7. Artikel des Geſetzes vom 30. Ventoſe des XII. Jahres in Beziehung auf das Civitgeſthbuch, liegt, und im 2. Art. des Geſetzes vom 15. Stpeebiber 1807. in Anſe⸗ hung des Handersgeſetzbuchs noch deutlicher aus⸗ gedruͤckt iſt: daß ſämlich alle ältere Geſetze in Anſe⸗ bung derer Puntte, welche duich gegenwärtige Gerichts⸗ ordnüng wirklich beſtimmt'und entſchieden ſind⸗ nichts gelten daß man ſich aber auf das wirklich beſtehende Herkommon und die ältern Geſetze in Anſe⸗ hung ſolcher Gegenſtaͤnde muͤſſe beziehen koͤnnen, welche X —,— —,——— Einleitung. XRN das vorliegende Geſoh gunz uͤbergehtund in An⸗ ſehung deren es dennoch einer Rorm und WPorſchrift nothwendig bedarf, wenn der Gang der gerichtlichen Geſchaͤfte nicht alle S 5ohn und in Un⸗ ordnung gerathen ſoll. Uebrigens kann t den Pang—— ſiſchen Proceßganges vollſtändig und anſchaulich kennen lernen/ der nicht, nach erlangter vertrauter Bykannt⸗ ſchaft mit der Gerichtsſprache, ſich die zu jedem Ge⸗ ſchaͤfte gehoͤrigen Formeln bekannt macht, welche in dem oft von mir angefuͤhrten Formulaire des Herrn Delaporte enthalten, aber noch zweckmaͤßiger, und in Perbindung mit der Schilderung des Ge⸗ ſchͤftsganges, in dem erwaͤhnten Werke des Herrn —) uſefige⸗ ſind. zonr Noch einige Worte zhe aen Kein Theil der franzöſiſchen Geſeßgebung ſebt — nach einer klaren, treuen und richtigen Ueberſetzung mehr Schwierigkeiten entgegen, als vor⸗ liegende Gerichtsordnung⸗ n Viele den deutſchen grichtebſen— ſene Formen ſind im Original Sdurch Worte bezeichnet, welchen in dem ganzen reichen Schatze unſrer Mut⸗ torſprache niches entſpricht, und bey denen zur Ver⸗ deurſchung kein Mittel uͤbrig bleibt, als die Umſchrei⸗ lung/ wie diyßnben den Worten: prise 4 partie ᷣetrui, avenjw cornps doriture.ſ. w. der Fal iſt. ) Nouveau shede u Propsdure civile ſ. oben S. VI. Ich habe hierbey vorzuglich den Rechtsgelehrten im nordlichen Deutſchland verſtaͤndlich zu werden ge⸗ ſucht, und ich muß diejenigen Herren Kunſtrichter, denen bloß die Gerichtsſprache des mittäglichen Deutſch⸗ lands, oder wohl gar nur der deutſchfranzoͤſiſche Ge⸗ ſchaͤftsſtyl des linken Rheinufers gelaͤufig iſt, bitten, auf dieſen Umſtand Ruͤckſicht zu nehmen, und nicht einſeitig bloß ihren⸗ Sprachgebrauch zu beruͤckſichti⸗ gen. Um daher Mißverſtändniſſen vorzubeugen, muß ich mich uͤber den Sinn und Gebrauch verſchiedener Ausdrücke erkläten und rechtfertigen. N SMAete kann unmoglich durch Aet oder Acte uͤber⸗ ſetzt werden, wenn jeder* wiſſen K was dar⸗ unter verſtanden werde. Da, wo es irgend eine Schrift— welche jeßt oder kuͤnftig erwas bewieſen werden ſoll, habe ich es Urkunde*), auch wohl, nach Maaßgabe des Zuſummenhungs, Schein uͤberſetzt, wie bey Acte de naissance Geburtsſchein. Sehr oft heißt aber, wie bekannt, Acte auch ſoviel, als eine Hand⸗ lung, befonders eine ſolenne oder gerichtliche. Acte d'avoue à avous. Ueber dieſes Wort habe ich beym r45. Art. in der Anmerkung S. So. bereits meine Gedanken geſagt. Ich muß, ———— bey„— ₰ ₰ Wen ſehe was unter; uͤber— aus⸗ gedehnten Gebrauch dieſes Wortes geſagt hat, und in Hom⸗ mels deutſcheim Fiaius das antibarbariſche Wortverzeichniß unter: instrumentum. a Einleitung⸗ xRvaꝛ beharren, daß ihm in unſrer Sprache nichts entſpreche, als das Wort: Satz, weil in den Gerichten, wo es uͤblich iſt, daß die Advocaten gegen einander verfah⸗ ren, ohne die Schriften an das Gericht zu richten, jedermann ſagt: es ſey in abgewechſelten Sätzen verfahren worden,(welche auch in der alten Urthelsſprache Geſätze genannt werden), dagegen wir in Proceſſen, in welchen alle Schriften an den Richten gerichtet werden, dieſe Schriften mit den Worten: vechtli⸗ ches Einbringen bezeichnen. Sind nun die Aptes d'avoues à avougs, wie man im Formulaire des Delaporte und beym Lepage a⸗ a.O. S. 168. und an mehtern Orten findet, nichts anderes, lals Schriften, in welchen Klaͤger oder Beklugter in der dritten Perſon zu ſeinem Gegner ſpricht, und ſeine Gruͤnde gegen ihn vortraͤgt: ſo frage ich jeden verſtaͤndigen Praktiker, der dieſe Art des, vor⸗ zuglich in den kanden aller ſächſiſcher Fuͤrſten, gewöhn⸗ lichen Verfahrens, und zugleich die Matur der Acte d'avou à avoué kennt, ob nicht beyde Arten der Schriften ſich ihrer Ratur nach vollig gleich ſind? Das Einzige, wodurch ſie ſich unterſcheiden, iſt, daß in den franzoſiſchen Gerichtshöfen jeder einzelne Satz dem gegneriſchen Anwalde durch den Huiſſier zufer⸗ tigt wird, welches bey uns nicht geſchieht, da jeder Advocat die Säͤtze ſeines Gegners ſich vom Gericht ſelbſt voktegen laſſen muß, weil urſpruͤnglich dieſe Size dem Artuat in die Fider victiet wurden, wel⸗ ches auch in manchen Ländern noch jetzt geſeblich ge⸗ ſchehen ſoll, aber ſelten geſchieht. Civilgerichtsordnung. —— Eintzitns⸗ Der Aushrpœ; Progs;Verbal iſt von den Rbeinchen Hern Ueberſetzern beybehalten wordenz auch mak am liuken Rheinufey jeder deuſche Rechts⸗ gelebrte)wiſſen, was ein Verhnl⸗ Proceß ſey. Bey uns iſt dieß fremde Wort mit der deutſchen En⸗ dung nicht verſtändlicher, als das franzoſiſche Wort ſeſbſts nia es giebt, wegen der heſtimmten Beziebung des Wortes Proeß guf eigen ſtpeitisen Rechts⸗ handel, dem Unkundigen zu Mißdeutungen Anlaß⸗ Wio haben dafir kein anderrs Wort, als; Pro⸗ tocoll oder Regiſtratur⸗ Daß man in Frankreſch unte- Protogole etwas ganz Anhres verſtebe, als pay uns iſtybekannt. Dern, einmgl beiſt Pro- tocole bey den franzoſiſchen Notarien das Reper⸗ torium, welches ſie ſich halten, um darnach die ein⸗ zelnen„won ihnen gemachten Verhandlungen in ihren Bchern auſſchen zu kennenz dann bʒdeutet e auch, wie· woblnim uneigentlichen Sinpe, dgs F opmularbuch, nach welcher die Praktiker ihre Schriften abfaſſen, ²) daher changer le Protocole Jopiel heißt, als den hergebrachten Gerichtsſtyl abändern. i Allein, da die Ueberſetzungen der franzöſiſchen Hſchbücher s Prürſchen it ſir Franzoſen geſchrieben ſind: ſo⸗ hindert jener franzöſiſche Sprach⸗ gebrauch nicht, daß wir Deurſchen dieß Wort in dem bey uns üblichen Sinie bralchen. Bey uns heißt Protpgoll ein. Buch⸗ ein Stück Aecten, uninwelches ifuiche Branihen bie vor ihneh in allen oder in einer gewiſfen⸗ Art von Ge⸗ *) S. nenn Fertt yar d⸗ Agar T. H. s. ℳ. Prozorle. eiultitung. ngit ſchäſten votkonnnende Hinel, nach der Zeiebnung und Reihe elntragen, over, wie wir es in“ Sechſe nennen, hiſtttten. Allein, aüch jedet e iiz elne, on einem gehöriz erfodeiten Notar öder voin Getichts⸗ attuar oder einer andern dazu berechrigte Gerichts· perſon abgefaßte Aüfſatz ubet ein vor ihin verhaubel⸗ tes Geſchäft oder einen legal zů ſeiner Kenntniß et kommenen Vorfall, heiße ein Protsdoli ui eben dieſen Begriff geben die franzöſiſchen Rechtegeleheten vom Worte: Proces verbal.*) Wo alſo der frh⸗ zöſiſche Tert von einem Proces verbal de Seotion ſpricht, da witd jeder Sachverſtaͤndige ſagen, es ſeh von nichts ahbkrs die Rede, als vom Stetionsprvtolle Daher faire u Procs·Verbal: protocölkiren⸗ d5¹) Da uͤbrigens gegenwartige Ueberſetung mit jeder andern, ſo wie mit jedem metſchlichen Wetke, das geinein hat, vaß ſie, beh aller Getaliskei unb Soig⸗ ſumkeit, döch Sewiß Fe henen Fehlern iſt, 50 2— qdos aut ſucuria fudit, Aut humars darit natura? perrsei in innn Nerrean pemnre pot znr Prochs- verbal, es ſey derſelbe: un acte contenant le dstail de tont ce qui s'est fait et dit dans uns operation— Cela S'applique Atoutes lesopsrations, dont on doit cannattre les details Somme 1es 4eßrepe 4e* jnf 4 sites ie 3 Daß die Wokte writealt ant prTeodorreß die⸗ ſen Sinn haben, iſt allgetnein dekannk ruchtfertigt ſich aber auch durch das allgemeine Landrecht fuͤr die preu⸗ biſchen Staaten. S F 6 12. 8. 133. 8 18r. S C XXR Einleitung. ſo erſuche ich meinr Freunde und jeden Sachkenner, biermit aufs Angelegentlichſte, mir die entdeckten Maͤngel oͤffentlich oder durch Privatmittheilung ja recht bald bekannt zu machen, weil im Supple⸗ mentbande*²) Berichtigungen fehlerhafter und Erklaͤrungen weifelhafter Stellen b werden ſollen.*) In Federkriege habe ich weder Zeit, noch Luſt. Ungerechten Tadel weiß ich zu ver⸗ achten, und gerechten zu ehren. 2 84 Erhard. *) In eben dieſem Supplementbande wird man auch alle bis zu deſſen Abdrucke erſchienene neue Geſetze, ſo wie die vollſtändigen Regiſter uͤber das Geſetzbuch Napoleons, und über die Gerichtsordnung finden, welche man deshalb bis dahin verſpart, weil dieſe Regiſter mit auf die neuhin⸗ zugekommenen Geſetze gerichtet werden, alſo vollſtändige Nachweiſungen uͤber jede Materie enthalten Sfollen. Es wird dabey immer noch jedermanm freyſtehen, dieſe Regiſter entweder beſonders oder zu jedem Geſetzbuche, oder zu den ißteſiti piien laſſen. Berichtigungen Art. 83. S. 39. 8. 7. des Lextes o u. leſe m. ſt Rechtes, Richters. Ebendaſ. Z. 4 u. s. v. unten laſſe maß das Vorz: Befschzthte weg. Eben dieß thue man Art. 49. Nr. 7. S. 20. Z. 11. des Tertes v. unt. St96.. 8. der Anm. v. unten ſepe man nach dem Worte purthey elieh„ Ebendaſ. 3 7 Anm. v. u ute t. n m S 4 „ 0 Erter Dheit Rechtliches Verfahren vor Gericht. — Erſte s Buch. Vom Verfahren bey den Friedensgerichten. I. Tit. 1I.— vh „ Seite — Von ben voſighun Von den Verhoͤren des Fuildenbrichters Iib dem Erſcheinen det Partheyen. Von Contumacialerkenntniſſen und den wider dieſe Erkeuntniſſe Statt findenden Rechts⸗ mitteln——.— Von Erlentuiſen uber yoſſeſſoriſche Kla⸗ sen n 3 1 Von Beſcheiden, die nicht Eudurthel ſind, und deren Pollziehuns„„11 Von der Litisdenunciation(mise en cause) n dez See i vII. Tit. Vom Zeugenverhor n 5 142 VII. Tit. Von Logalbeſichtigungen und Tarationen 875 IX. Tit. Von der Ableynung des Friedensrichters 17 2x12N iznn nen XXRLT Jhlt anz A S noh TTXy Stite 1. Tit. Vön dir Güteßſezung M. Tit. Von Vokladungen 33 M Tit. PVoim Beſtellen der Siwalter. ind ten. Verfzhren det Pethepen Gr) w. Lit., Ben der theitng un tie Fit nä na nnm dn 4 dnurilin? pögel Cminiere puviie S W. Tit. Von den Verhören(anieiziſ telet 3 Haltung und der S zu rnh F tenden zuten Hidnnng VI. Tit. Von dem auf Berathſchtn unz ſechteien veſhli unt dem Fiuiſen Ver „ fahrki VII. Tit. Von rechtlichen Eatſcheibungen urthiln, Beſcheiden) VIII. Tit. Von den auf ungehorſumes Außenpiei⸗ ben geſprocheien(Contumacial) Lrtheln und dem dagegen Statt findenden Rechtsmittel de Fyp IX. Tit. Von Ausflüchten(Einreden, Erceptionen) 36 5. I Wandem ugn Aelindets iwbeſthendis 12 s1. Verſtande„ nPusnoinlco n n daſ. §. II. Von Verweiſung er Sache an den petenten Richter„ 57 §. III. Von Nullitäten. 353 . verzogerlichen vie uu n. 14 w h itee Se Rit 63 v. 6 to Pon ver ſelre rünh ie Handſchriften————. 64 XI. Tit. Von dem Falle, wo zie Erůrterung des Falſums in einer Civilſache als Pebenpunkt 0 workommt(faux ineident— i) 73 XI. Tit PVom Zeugenverhor m. 2 5. AIII. Tät. Von Loealbeſichtigunzen o6 6.. XIV. Ttt Vom Gutachten der Sacverſtinbisen 11 15* V. Tit. Von Vefragung der Pariheyrn uber Phat⸗ ſuhen unb Artile XVI. Tit. Von Neben⸗(Incident⸗) Punkten 109 5 I. Von Nobengeſuchen Inhaltzanzeige⸗ F Seite 5. II. PVon der Inkervention 110 XVII. Tit. Pon der Wiedergufnahme des Proeeſſes (reprise Pinstanẽe) ud eines nenen Sachwalters———„„111 XVIII. Tit. Von der Erklärung, daß man an das, was ein Anderer in unſerm Yamen⸗ gethan hat, nicht gebunden ſeyn wolle(Acsnveu). 1 ½ XIR. Tit. Von Verweiſung der Sache an einen un⸗ ter mehrein Richtern(glefnent des juge 116 XX. Tit, PVon Verpwei ſung einer Sache an ein anz detes Gericht, wehen Verwandiſchaft de Schwägerſchaft 1116 XXI. Tit. Von der züßiung 505 Fichters r MII. Tit. Von der Erloͤſchung des Proceſſes„ 3* XRIII. Tit. Von der Losſagung vom Proceſſe 129 XXIV. Tit. Von ſummgriſchen Rechtshändel„ 130 „„ MRV. Lit⸗ Vom e eſin 133 52 Von den eee eizuer vir Von der Apellation ulid di we fahren in ſnnſechen, 14 * Pon den geie Rechtsmitten, bůtᷓ welche Erkenntniſſe angtfochten werben tonnn I. Dit. na Einſpruche eines Dritten. ein r⸗ thel(tierce qppsition) ⸗1) mnd. 150 L. Tit. Vom Rechtsmittel der Wiedereinſetzung in 1 den porigen, Staubn(rqnlis rivile) 13 Hl. Tit. Von der Klage wider den Richter wegen„ yflichtwidrigen Perfahrens(priss A partie)„₰ 139 Fuͤnftes Buch. Von— der g 9 e na n Seite 1. Lit. Von 6 Inehn⸗ würgſhaſten 863 L. Tit. Von der Verechnung der erlittenen Schaͤden und des entbehrten III. Tit. Von Berechnung der Fruͤchte 166 LW. Sit. Von der Rechnungsablegung daſ. N. Fit⸗ Pon Lignidation der Proceßkoſten und des baaren Verlägs. Vn Bit. Allgemeine Volſchriften äber die Polite⸗ ckung der Urthel und Verſchreibungen durch Gerichtszwang 12 vn. Lit. Von Verkuͤmmerungen oder guhlungsein⸗ ſpruchen 175 vRI. Pit. Poü der Ausyfindung ISfsvoljirtdun⸗ in die Mobilien)— 181 IX. Tit. Von der Hülfsvolſſtrecung in Fruͤchte, wel⸗ che noch auf dem Halme ſtehen Goisie· brandon) 3 X. Tit. Von Beſchlagnehmung der von Privatperſo⸗ nen zu bezahlenden Leibrenten. 195 Xl. Tit. Pon der Diſtribution unter die Gläubiger nach Perhältniß ihrer Foderungen 200 XI. Tit. Von der Feſhitzjißfntn unbeweglicher G KlII. Tit. Von Rebeupuntten, welcht vey der Ve⸗ ſchlagnehmung unbeweglicher Guͤter vorkommen 220 XIV. Tit. Von der Ordnung der Gläubiger 223 XV. Tit. Von der Verhaftnehmung 6 XVI. Tit. Vom Verfahren auf— ane gen iwhe Geſuche,— b. a45 N Zweyter Theil. Von einigen beſondern Gattungen des Verfahrens. Erſtes 521 I. Lit. Pon Darbietung ʒeylun d De⸗ poſition 8.*..„—.„. 247 Civilgerichtsordnung. Civilgerichtsordnung. 1 — od Erſter Theil. Rechtliches PVerfahren vor Gericht. ——— Erſtes Buch. Vom Verfahren bey den Friedensgerichten. (Decretirt den zaten April 1806 promulgirt den 24ten deſſelben Monnts.) Erſter Titel. Vonden Vorladungen⸗ Art. 1 Jede Vorladung vor den Friedensrichter muß Tag, Monat und Jahr der Ausfertigung, Namen, Ge⸗ werbe und Wohnort des Flaͤgers, die Namen, Wohnung und Matrikel des Gerichtsboten, ſo wie Ramen und Wohnort des Beklagten enthalten; es muß darin der Gegenſtand und Grund der Klage kuͤrzlich ausgedrückt; auch muß darin der Friedensrichter, der uͤber die Klage zu erkennen hat, ſo wie der Tag und die Stunde des Er⸗ ſcheinens, angegeben ſeyn.(¹)*) (1) Geſetz v. 14. u, 18. Oct. 179c. Tit, I. Art. Zit. X. Art-3. ) Die Formulare der Citationen vor die Friedensrichter findet man in J. B. Delaporte Formulaire du Code de procs- 4 I. Theil. I. Buch. 1. Litel. 2. In bloß perſönlichen oder bewegliche Guͤter be⸗ treffenden Sachen wird der Beklagte vor den Richter ſei⸗ nes Wohnſitzes vorgeladen; und, wenn er feinen beſtimm⸗ ten Wohuſitz hat, vor den Nichter des. Hutes⸗ wo er ſich aufhatt. 6 3. Vor S Richter des Hrtes, wo der ie Ge⸗ genſtand liegt(iadicem rei sitac), wird er raMgt wenn die Frage iſt: pa 1) Von Schädenklagen, welche Felder, Fruchte* Verndte betreffenz 2) von Granzverrückungen, inner⸗ halb des letzten Jahres erfolgten Anmaßungen liegender Gruͤnde, Baͤume, Hecken, Graͤben und anderer Befriedi⸗ gungen; von der gleichfalls binnen des letzten Jahres un⸗ ternommenen Störung des bisherigen Waſſerlaufes und jeder aädern pöſſefforiſchen Klage; 3) von Reparaturen, die dem Miethmanne oder Pachter obliegen; ⁰ 4) von Entſchaͤdigungen, die ein Pachter oder Mieth⸗ mann fur entbehrten Genuß fodert; dafern nur das Recht ſelbſt üicht ſtreitig gemacht wird; und von Verſchlechte⸗ ruugen, welche der Eigenthuͤmer jenem beymißt. (¹) Geſeßz v. 1. U. 16. Het. 1790. kun Art. 3. (2) Ebendaſ. Art. 4. s civile, ou modbles des diffénents actes de procédure d'apres ce nouveau code aPgriß 1976 unter den Artikeln: Cédule uld Gitation. Da dieſe Formulgre dem, der mit der Frautzoͤſtſchen Gorichrsberfaͤſſung nicht genan bekannt iſt, die beſte anſchauliche Idee von den verſchiedenen ge⸗ richtlichen Handlungen und Schriften geben: ſo werde ich bey gegenwärtiger Ausgabe det Gerichksordnung auf dieſes Werk verweiſen. Ich bin geſonnen, eine beſondre Ueberſetzung davon herauszugeben⸗ bey welcher die Franzoſiſchen Ueberſchriſten in a!phabetiſcher Ordnung beybehalten werden ſollen, und welche alſo unmittelbar zum Nachſchlagen, beym Gebrauch der vorliegenden usgabe der Srulich. ſeyn wird. E⸗ 3 J6 7. Von den Vorladungen 5 4. Die Inſinuatidn der Votlädung geſchleht durch den Gerichtsboten(Huiſſter) des Friedensgerichtes, in deſſen Bezirke der Beklägte wohnhaft ſt; und, Falls die⸗ ſet verhindert wäre, durch einen vom Richter hiezu ver⸗ ordneten Gerichtsboten.*) Eine Abſchrift der Ladung wird bey der Parthey zuruͤckgelaſſen; iſt aber an deren Wohnorte niemand zu finden; ſo wird die Abſchrift dem Maire der Gemeinde, oder beſſen Adjunct Jugeſtellt, der das Driginal unentgeltlich viſirt. Der Gerichtsbote des Friedensgerichtes datrf weder fuͤr ſeine Verwandten in gerader Linie, noch für ſeine Bruͤder, Schweſtern oder V Verſchwägerten beſſelben Grades ein(Inſi nuations.) Inſtrument aufnehmen. 4 7 Iſt der vorgelabene Theil in einer Entfernung von drey Myriametetn(vom Drte wo das Gericht iſt) wohnhaft: ſo muß ihm zwiſchen dem Tage der Citation und dem zum Erſcheinen angefetzten Tage wenigſtens ein Tag frey gelaſſen werden. Liegt ſein W gohnort weiter, als i in dieſer! Entfernung: ſo muß ihm auf jede Winſie ein F we ge⸗ laſſen werden. Im Fall dieſe Frißen S6 Se pc ſind, und der Beklagte außenbleibt, befiehlt der Richter, daß derſelbe aufs neue vorgeladen werden ſolle, und die Ko⸗ ſten der erſten Vorladung fallen dem Flaͤger Jur Laſt.(2) 6. In dringenden Fällen ſielt der Fichter einen Schein**) aus, daß die Verkuͤrzung der Friſten Statt habe, ja er kann ſogar erlauben, daß in der Vorladung 3*5 Geſet v. 3h. a o 3255 Lit. I. art. 3. 108 Ebendaf.. 7 *N St Delepori⸗ F F Cedule **) Delaporte a. a. O. dem Beklagten auferlegt werde; denſelben Tag und zur beſtimmten Stunde zu erſcheineu. n 7. Den Partheyen bleibt es ſiets nachgelaſen, ſe frehwillig vor ſeinem Friedensrichter zu ſtellenʒ ein welchem Falle dieſer eutweder in htzter Inſtanz ſoweit ihm ſol⸗ ches die Geſetze oder die Partheyen verſtatten, oder mit Vorbehalt der Appellation, die Streitigkeit, auch dann ent⸗ ſcheidetj wenn er weder in Anſchung des Wohnortes des Beklagken noch in Anſchung des Ortes, wo der ſreitige Gegenſtand gelegen iſt, der wb S der Par⸗ theyen ſeyn ſollte. 6 Die Erklaͤrung der worin ſ e um Cnut- ſcheidung anſuchen, wird von ihnen unterzeichnet, oder, wenn ſie nicht uuterzeichnen koͤnnen, o geſchieht da⸗ von(in dem darüber nMhnm Kbw Kwib⸗ nung L*) (*) anhrmhao Zweyter Litel. n ben nwte bes Friedensrichters, und dem Er⸗ ſ n nede een nin 36 . Jeder Friebnt ſi hetih weaiſ zwey Verhorstage feſiſetzen; doch iſt ihm erlaubt, täglich⸗ ſelbſt an Sonn und Feertagen Worgens und Rachmit⸗ tags Gericht zu halten. Auch in feinem Hauſe tann er Verhor bln doch muß es bey oſſenen Thuͤren geſchehen.(7) 9. Die Partheyen erſcheinen an dem in der Vorla- bung beſtimmten, oder unter ihnen vetabetpetin Zu in 14) Se öbin z. 9. Stt. 1796 1 u 1. (a) Ebendaſ. Art. 11. e ebendaf Lit. vIn. art. 1. 2. Geſez v. 49. wewte 30r 2. 5 Delayoꝛto formuleire ünter: ecduls. Von den Verhörenvrs Friedensichters ec. Perſon oder durch ihre Bevollmächtigten, ohne daß es ihnen erlaubt iſt,— N wech⸗ ſi OFſnun binn e inld wnrel Die vtheh inbobrubuidem ſich mit Maßi⸗ gung vor dem Richter auszudruͤcken, und in Allem die dem Gericht gebuͤhrende Ehrerbietung zu beobachten. Ver⸗ gehen ſie ſich dawider? ſo erinnert ſie der Richter aufangs durch einen Verweis daran) im Wiederholungsfalle Lann et ihnen dine Gelbbuße aufeelegen, die jedoch die Summe von zehn Franken nicht uͤberſteigen darf, und zugloich be⸗ fehlen, daß das dießfalls geſprochene Erkenntniß oͤffentlich angeſchlagen werde; doch ſo, daß die Zahl der Anſchlaͤge die Zahl der Gemeinden des Cantous nicht uͤberſteige.(2) Im Falle einer ſchweren Beleidigung oder Un⸗ ehrerbietigteit gegen den Richter, nimmt dieſer uͤber den Vorfall ein Protocoll auf, und kann ſodann auf hoͤchſtens dreytaͤgige gefaͤngliche Haft erkennen.(*) 12. In den durch die vorſtehenden Artikel beſtimm⸗ ten Faͤllen ſind die Beſcheide proviſoriſch vollſtreckbar.(*) 13. Die Partheyen oder ihre Beyollmaͤchtigten wer⸗ den gegen einander gehort. Die Sache wird auf der Stelle, oder im naͤchſien Verhöre, entſchieden. Haͤlt es der Richter fuͤr nöthig: 5 lät er ſich die Sehisnnhe zuſtellen. i4 14. Erktaͤrt einer der ſtreitenden Theile⸗ daß er eine urkunde als falſch zufechte 6) Handelögeſebb⸗ Art. 427. N 6) Geſtß v. 14. u, 48. Oet. 1799. 2il. iu. dit 6½) Ebendaſ. Lit. vII. Att.. 1* (3) Ebendaſ. Art. 4 Grſehb. übor Verbrechen und Fſaſen.. P. Art, 553. (4) Dieſe Ferordnng iſt uen Defenzes. Die Form eines ſolchen ſchriftlichen Verfahrens in abgewechſeſten Sätzen, ſ. b. Delnporte zuter den Prtikel Defonses. E. **) Inseription de faux. Das Formular dazu. Hehrort⸗ for- mulalne Art. Fau incident, Wy auch das ganze Verfah⸗ ren beygefügt iſt. E. S —— 2½ — 6 X — s 1Th. 1.B. I. it. Von den Verhören c. täugnet er die Uunterſchrift, oder erkläͤrt er, daß er ſie nicht anerkenne: ſo ertheilt ihm der Richter hier⸗ über einen Schein*)(aete), bezeichnet die Urkunde mit ſeinem Namenszuge, und verweiſt die Sache an das Gericht, welches daruͤber zu erkennen hat.(S. unten 15. Iſt ein interlocutoriſches Erkenntniß erfolgt: ſo ſoll die Sache laͤngſtens binnen vier Monaten von dem Tage dieſes Erkenntniſſes an zu rechnen, durch ein End⸗ urthel entſchieden werdenz nach Ablauf dieſer Friſt iſt die Inſtanz geſetzlich Gpso iure) erloſchen. Das in der Haupt⸗ fache geſprochene Urthel iſt der Appellation ſelbſt dann unterworfen, wenn von einem Gegenſtande die Frage iſt, woruͤber außerdem der Friedensrichter in letzter Juſtanz erkennt, und ſoll auf Anſuchen des dabey intereſſirten Thei⸗ les für nichtig erklaͤrt werden.. Iſt die Inſtanz durch Verſchuldung des Richters erloſchen: ſo hat dieſer den Schaden zu erſetzen.(à) 16. Gegen Urthel der Friedensgerichte iſt nach drey Monaten von dem Tage an, da der Gerichtsbote des Frie⸗ densgerichtes, oder ein anderer vom Richter hierzu Ab⸗ geordneter das Urthel den Partheyen zugeſtellt hat, keine Appellation mehr zuläſſig. G) 17. Die Urtheile der Friedensgerichte ſind, ſoweit ſie nicht mehr als dreyhundert Franken zum Gegenſtande haben, der Appellation ungeachtet, und ohne daß die Be⸗ ſtellung einer Caution erforderlich waͤre, proviſoriſch voll⸗ ſtreckbar; in den uͤbrigen Fällen iſt dem Friedensrichter verſtattet, die proviſoriſche Vollſtreckung ſeines Urthels. 3 anzu⸗ c) Seclaration vom as. May 1793. Hrdbonnanz v. 1676 kit. 1. Art. 20. k (2) Geſetz v. 14. u. r8. Oct. 1790 Lit. VII Art. (3) Geſep v. 16. u. 24. Aug 1790. Lit. V. Art. 14. *) Delaporte formulaire Art. Faux incident. I. Th. I. B.III. Tit. Von Contumacialerlenntniſſen?c. 9 anzubefehlen; jedoch unter der— daß deshalb Sicherheit beſtellt werde.(¹), 3 18. Das Originalconcept(la S— eines jee Urthels muß von dem Gerichtsſchreiber in das Verhors⸗ protocoll eingetragen, und vom Richter, der das Verhoͤr gehalten hat, ſo wie vom—— werden.(²) Dritter Titel. Von Contumacialerkenntuiſſen und den mider dieſe Er⸗ kenntniſſe Statt findenden echesmitiln 19. Wenn an dem in der Ladung angeſetzten Dage eine der Partheyen nicht erſcheint: ſo ſoll in der Sache dennoch auf Ungehorſam(In cbntumaciam, par defaut) erkannt werden; ausgenommen in dem im letzten Para⸗ graphen des Ften Artikels beſtimmten Falle, wo eine an⸗ derweite Vorladung*) erfoderlich iſt.(2) n 20. Die Partheh, welche wegen ungehorſamen Aus⸗ bleibens(in contumaciat) verurtheilt worden iſt, kann, binnen drey Tagen nach der durch den Gerichtsboten des Friedensrichters, oder durch einen andern hierzu ernann⸗ ten, an ſie erfolgten Zufertigung, ein n Pohba sition)**) dagegen— 9 n ² (2) Geſetz v. 16. u. 29. Aug. 1790. Lit. 11. Art 9. () Geſetz v. 14 u. 18. Oet. 1790. Lit. VIII. Art. 7. Ueber die Competenz der Friedensrichter S. Julien Michel Du four nouveau Traité de la Proc6dure civile T. I. P. 81— 25. (3) Ebendaſ. Zit. III. Art. 2. 3 nignation. Formeln beym Delaporte unter: Ajournement⸗ ou assignations. E. *) Delaporte formulaire unter: Oppositions. E. N Civilgerichtsordnung. 10 I. Th 1. B.Ik it VonContumaxiglertenntuiſſen c. In der Oppoſitiyn werden die Rechtsgründe*) der Parthey ſummggiſch ausgehruͤckt; ſie enthaͤlt zugleich eine Vorladung auf den nächſten Verhörstag; wobey ſedoch die fuͤr die Vorladungen vorgeſchriebenen Friſten zu beob⸗ achten ſind; ſie zeigt endlich Tag und Stunde, zu welcher der Vorgeladene erſcheinen ſollan, und wird auf die obenbeſtimmte Art zugefertigt⸗ 6¹)) 5 Jeen Weiß der Friedensrichter entweder ſelbſt, oder punch Vorſtellungen, die ihm im PVerhoͤr von den Ver⸗ wandten, Nachbarn oder Freunden des Beklagten ge⸗ macht worden ſind, daß letzterer vom Proceſſe keine Nach⸗ richt erhalten konnte: ſo erkennt er zwar auf den Unge⸗ horſam(in contumaciam); allein er beſtimmt fuͤr das einzulegende Rechtsmittel(die Oppoſition) eine von ſei⸗ nem Ermſſen abhaͤngende Friſt; iſt auch in einem ſolchen Falle die Friſtverlaͤngerung weder Amtshalber geſtattet, noch nachgeſucht worden: ſo kann der Außenbleibende von der Strenge der Nothfriſt entbunden, und zur Op⸗ poſition zugelaſſen werden⸗ dafern er beweiſt, daß er we⸗ en ſeiner Abweſenhelt, oder einer ſchweren Krantheit hal⸗ cher vdr Proreſſe ceine Rachricht erhalten konnte.(*) 2 Soltte der Opnonentsſich ein zweytes Contuma⸗ tialurthel zuziehen: ſo iſt er zu keinsß weitern Oppoſition mehr zuzulaſſen.(Se unten Art 433. 4550() „ 1t eteidan nnurt 8) Sbendaſ. Art. chi 1 ) Moyene S. Deleponte formulairs unter: oppositions. E. 11— 5 117 5 1 56 5 IV. e o r zni6 1* 5 n 12h 18 w it Von Ertenithiſſen 1 a1 Vierter Titei. 30 15 Von Snſtg über iſeſ— 2— 23. ſfiſsch Kuen n nur in uß. lich, als ſie in dem Jahrs, wo die Beeintraͤchtigung des Beſitzes(Turbation) erfolgte, von demjenigen angeſtellt werden, der wenigſtens ſeit einem Jahre, entweder ſelbſt, oder durch die Seinigen, nicht bloß— im— Beſitze war.(2) 1 e vont e Wird der Beſizſtend oder die Peeinteiehttti (Stoͤrung) gelaͤugnet: ſo darf das hierauf angeordnete Zeugenverhör ſich nicht 3 den des Aheit ie 6*). btib Die voſſeſoriſche yritariſcht iage zůr⸗ fen z in einem und demſelben Libell angebtacht ⸗ lirt) werden.(*) 26. Wer petitoriſch geklagt hat, wird dann mit einer poſſeſſoriſchen Klage weiter nicht gehoͤrt. 27. Wer im poſſeſſoriſchen Prbcẽſſe l iß⸗ kann die petitoriſche Klage vor beendigtem Poſſeſſorium nicht einreichen Hat er den Proceß verloren? ſo darf er ſie nicht eher anſtellen, als bis er demſenigen, wozu er in dem wider ihn gefällten Erkennthiſſe verurtheilt wor⸗ den iſt, völlig Genſge geleiſtet hat. Verzogerte jedoch die Partheh, wilche vos urthel ausgebracht hat, den ihr zuerkaunten Betrag liquidiren zu laſſen: ſo kaun der Richter, der uͤber die petitoriſche Klage zu erkennen hat, einen Zeitrauin zu dieſer Liquida⸗ (¹) Ordonnanz von 1667. Tit- XII. (2) Ordonnanz von 1667. Zit. XVIII. Art. N. Ordonn. Carl VIII. Art. 7. Franz I. zu PVilters⸗Cotterets v. 1539. Art. 61. (s) Ordonnanz v. 1667. a. a. D. Art. 3. (4) Ebendaſ. Art.§. ²) Formulare dazu und zu den in poſſeſſoriſchen Sachen zu gebenden Beſcheiden ſ. beym Del⸗porte unter: possessoire. E. 12 1. Th 1. B. W. Tit. Von Beſcheiden ꝛc. tion beſtimmen, nach vlßn⸗ die 6 i. 5 03 pa mn 16 die zcn Snihe⸗ n und deren b Vjehung — 3* 3. Peſcheide, wilche nicht Eyburthet ſind, ſollen, wenn ſie auf Anhoͤrung beyder Theile ergangen, und in ihrer Gegenwart ertheilt worden ſind, den Partheyen nicht zugefertigt werden. Sollte im Beſcheide eine Verrichtung angeordnet ſeyn, weſcher die Partheyen beywohnen muͤß⸗ ten; ſo muß darin der Ort, der Tag und die Stunde an⸗ gegeben ſeyn; und die Eroffnung des Urthels an die Par⸗ theyen dient Statt der Vorladung.(²) 29. Wird im Beſcheide vorgeſchrieben, daß etwas durch Kunſtverſtaͤndige vorgenommen werden ſolle: ſo er⸗ theilt der Richter dem darum anſuchenden Theile einen Vorladungszettel(Sédulednmitteiſt deſſen die Kunſtver⸗ ſtaͤndigen vorgefodert werden 7) in dieſem muß der Ort, der Tag und die e Stunde und das Sachver⸗ haͤltniß, die Entſcheidungsgruͤnde und dasjenige enthalten ſeyn, was im Beſcheide in Anſehung der wiziiehnnden Verrichtung vorgeſchrieben iſt 6 Iſt im Beſcheide auf ein Zeugepverhoͤr erkannt; ſo 5 Vorladungszettel das Datum des Beſcheids, ſo wie Ort, Tag 4²9 ) Brdonnanz v. 667. a. a. O. Art. 4. (a) Geſeß b. r. u 18. Oct. e i. VI. Art. 1. 6) Ebendaſ. Art. 3 u. 4. *) Das Formular dazu ſ. in. formulaire Enb⸗ des Artikels; Ceduls. E. 1. Th. I. BVI Lit. Von det Litisdehunciation ꝛc. 13 30. So oft ſich der Friedensrichter an den ſtreiti⸗ gen Ort verfügt, entweder um denſelben zu beſichtigen, oder um die Zeugen abzuhsren, muß ihn der Gerichts⸗ ſchreiber begleiten, der alsdann das Originalconcept(12 minute) des praͤparatoriſchen Beſcheides mitbringt.(¹) 31. Gegen praͤparatoriſche Beſcheide*) ſoll erſt nach dem Endurthel, und in Verbindung mit der gegen letzteres eingewandten Appellation, appellirt werden duͤrfen(ſ. unten Art. 452.); doch ſoll die Vollſtreckung der Präparatori⸗ ſchen Beſcheide den Rechte der Pattheyen auf die Appel⸗ lation nichts benehmen, ohne daß es dießfalls iegend einer Proteſtation, oder eines Vorbchalts ihrer Rechte bedurfte. Die Appellation gegen den interlocutoriſchen Beſcheid kann eher eingewendet werden, als das Endurthel geſpröchen if. In dieſem Falle wird das Zwiſchenürthel den pär⸗ theyen zugefertigt. E Sechster Litel. n Von ber Lusrütneicton ¶mise en 2. de 66 nten n— SoWob 1— hinpmentt n— 130 Wenn an— zum rſönlichent pſche⸗ nen angeſetzten Tage der Beklagte einem Gewůhrsmaune () Geſeß v. it. V. v 6 miM h gendafl Aut. 2 hnbdeha mi hin Dufour Code de proesdure l⸗ et— a de Cods ec les lois precédentes. T. a. F. 17. E⸗ ) S. Dei⸗pare formulaine: unter d. Artikel: Man findet daſelbſt die Formulgre 3 ur Vorladung, der Ge⸗ währsmänner vor den Friedenßrichter zum Be⸗ ſcheide, durch welchen die Adcitatipn des Gewährse, mnns aufgefchöpen, dder vekfahgt wird u. ſ. w. ſo wie zum ganzen hierher gehdrigen Verfahren, und zu den Endurtheln. E. N6 npn molE 14 k e 33 vuch VII. Titel. litem benuneitt Gſin Acitation virtangt); 4 hat ihm der Richter hierzu mit Ruͤckſicht auf die Entfernung des Ortes, wo der) Gewahnsmann wohnhoft iß. eine hinrei⸗ chende Friſt zu geſtatten. Die dem Gewaͤhrsmanne zuge⸗ fertigte Vorladung muß die Grunde des Geſuchs enthal⸗ ten; jedoch iſt nicht erfoderlich, ihm den Beſcheid mitthei⸗ len zu laſſen, in welchem darauf erkannt iſt, daß er ad⸗ werden ſolle.()% 33. Hat der Behlagte nicht e. pir tiſn erſchei- nung litem denuncirt, oder iſt die Adeitation nicht in der ſo eben beſtimmten Friſt erfolgt; ſo ſoll ſofort zum Er⸗ kenntniſſe in der Hauptſache geſchritten, und uͤber die Klage 1 S keſon erkgW werden.( 62311 Siebenter elr Vom Fe 11%. Siu die— nr. ee ſtreitig, welche von der Art ſind, daß ſie durch Beugen bewieſen werden koͤnnen, und der Friedensrichter findet die Eroͤrte⸗ rung dieſer T Thatſachen nuͤtzlich und zulaͤßlich: ſo hat er auf Beweis zu erkennen, und Sheeſ ge⸗ nau zu beſtimmen.() 0 hlm nh 35 An dem anberaumten e die Zeu⸗ gen, nachdem ſie ihre Namen, ihr Gewerbe, ihr Alter, undſ ihren Wohnſitz angezeigt haben den Eid, daß ſie die — ſagen Sersn n un in n 6 9 10 Iiñ Geſetz v, 1g u. b gi 3 1.* 9. (2) Ebendaſ. Art. 16. 4 912 (3) Ebendaſ. Tit. 1W. Art! 7. z, d *) S. Delaporte Pyripinig Art. Enguéte. E. WVom Zeugenberhoͤr. 1 Grade ſie mit den Partheyen verwandt oder verſchwaͤgert, und ob ſie deren Solbner oder Bevienten ſind.(¹) z6. Wenn vie Parthehen erſcheinen ſo werben die Zeugen in deten Begetturt/ boch ſeder beſonders, abge⸗ hört. Die Pattheyen ſinb ſchaldig, mit gehörig unterzeich⸗ neten Einwendungen gegen die(Perſonen der) Zeugen vor deren Abhörung einzukommen. Sind ſie aber des Schreibens unerfahren, oder ſonſt dazu nicht faͤhig; ſo wird dieſes angemerkt. Hat das Zeugenverhoͤr einmal ſeinen Anfung genommen? ſo koͤnnen keine Einwendungen gegen die Zeugen mehr zugelaſſen werden, ſoweit ſolche nicht durch ſchriftliche Beweiſe gerechtfertigt werden.(2) 37. Die Partheyen duͤrfen die Zeugen nicht unter⸗ brechen. Nach erfolgter Ausſage kann der Richter, anf Anſuchen der Partheyen, ja ſelbſt Amtshalber, den Zeugen Erklaͤrungen abfodern.(ſ. unten Art. 276.) 38. In allen Fällen, wo es zur Verſtaͤndlichkeit der Ausſagen dienen kann, daß ſie den Ort(von welchem die Rede iſt) vor Augen haben; und beſonders in allen Pro⸗ ceſſen uͤber Graͤnzverruͤckungen, Beeintraͤchtigungen an liegenden Grunden, Bäumen, Hecken, Graͤbon oder an⸗ dern Vermachungen und uͤher Storungen des Waſſerlau⸗ fes, begiebt ſich der Friedensrichter, wenn er es fuͤr noͤ⸗ thig erachtet, an Ort und Stelle, und befiehlt, daß die Zeugen daſelbſt abgehört werden ſollen.(2) 6 39. In Sachen, welche der Appellation unterworfen ſind fertigt der Gerichtsſchreiber uͤber die Abhoͤrung der Zeugen ein Protocoll; in dieſem werden ihre Namen, Alter, Gewerbe und Wohnort; ihr eidliches Angeloͤbniß, die Wahrheit zu ſagen; ihre Erklaͤrung, ob ſie Verwandte der Partheyen, ob ſie mit ihnen verſchwaͤgert, ob ſie ihre () Ordonno! 166). Sit. WErr. Art. 7. Ordonn. Fiunß I. v. 1333. Cap. VII. Art. 14. Ord. de Blois v. J. 1379. Avt. 203. (4) Ordonnanz v. 1667. Lit. XVII. Art. 91 Lit. XRII. Airt. 13. u. 16. Seſetz v. Oct. 1790. Tit⸗ IV. Art. 3. 6) Geſetz v. 14. u. 18. Det. 1790. Tlt. 1V. gltt. 16 I. Th. I.B. VM. Tit. Von Loralbeſichtigungen ꝛc. Soldner oder Bedienten find, und die wider ſie etwa vor⸗ gebrachten Einwendungen, aufgezeichnet. Jedem der Zeu⸗ gen ſoll der ihn betreffende Theil dieſes Protocolls vor⸗ geleſen werden; er unterzeichnet ſeine Ausſage, oder mau merkt an, daß er des Schreibens unerfahren oder ſonſt dazu unfähig ſey. ueberdieß wird das Protocoll vom Richter und Gerichtsſchreiber unterteichnet. Hierauf wird ſofort, oder laͤngſtens am naͤchſten Verhoͤrstage, zur recht⸗ üchen Entſcheidung geſchritten⸗(ſ. unten Art. 411.)(¹) 6 40. In Sachen, welche dazu geeignet ſind, ſogleich (om Friedensrichter) in letzter Inſtanz entſchieden zu werden, wird kein Prototoll gefertiget; aber der Be⸗ ſcheid ſoll die Namen, das Alter, Gewerbe und den Wohnort der Zeugen, ihren Eid, ihre Erklaͤrung, oh ſie mit den Partheyen verwandt, verſchwägert, deren Soͤldner oder Bedienten ſeyen, die Einwendungen wider die Zeugen und den Iunhalt ihrer—, enthalten. 6 unten Art. 410. 432) ßrer 2jei. Von ſchtgungen ib Litttonen 41. zenm—— an, daß der guſin eines Ortes unterſucht und beſtimmt, oder der Betrag eines Schadens durch Schaͤtzung feſtgeſetzt werde: ſo ertheilt der Friedensrichter den Beſcheid, daß der ſtreitige Ort von ihm in en Seie werden ——* Fodert— der Brſchtigung oder du— beſondere, dem Richter nicht tu— dennt⸗ 5 (¹) Geſet v. 14. u 18. Det. uV. Arts. (2) Ebendaſ. Zit“ s. Art“ 1. Th. 1. B. 1R Lit. Vön der Ablehnung it. 17 Kenntuiſſe: ſo verordnet der Richter, daß Kunſtverſtaͤn⸗ dige, die er in demſelben Beſcheide ernennt, mit ihm der Brſichtigung beywohnen und ihr Gutachten erſtatten ſol⸗ len. Er kann an dem Otrte ſelbſt auf der Stelle ent⸗ ſcheiden. In Sachen, welche der⸗ Appellation unter⸗ worfen ſind, wird von dem Gerichts ſchreiber uͤber die Beſichtigung ein Protocoll gefertigt, welches beurkundet, daß die Kunſiverſtaͤndigen den Eid abgelegt haben. Das Protocoll wird vom Richter, vom Gerichtsſchreiher und von den Kunſtverſtaͤndigen unterzeichnet, und wenn die Kunſtverſtändigen im Schreiben unerfahren, oder ſonſt dazu unfaͤhig ſind: ſo wird dieß angemerit. 12) 55 43. In Sachen, welche der Appellativn nicht unter⸗ worfen ſind, wird kein Protocoll aufgenommen; aber die Namen der Kunſtverſtaͤndigen, deren Vereidung und das Reſultat ihres Gutachtens muͤſſen im—— ſeyn.(*) Neunter Titel. Von der Ablehnung*) des Friedensrichters. 44. Man kann den Friedensrichter ablehnen,) wenn er beym Rechtsſtreite fuͤr ſeine Perſon intereſſirt iſt; 2) wenn er mit einem der ſtreitenden Dheile bis mit Ein⸗ ſchluß des Grades der Geſchwiſterkinder verwandt oder verſchwaͤgert iſt; 3) wenn in dem vor der Ablehnung zu⸗ naͤchſt vorhergegangenen Jahre zwiſchen ihm und einem der ſtreitenden Theile oder deſſen Ehegatten, oder Ver⸗ wanbten und Verſchwaͤgerten in gerader Linie, ein Crimi⸗ nilproteß Statt gefunden haͤt; 4) wenn zwiſchen ihm und . 65 Beſeh v. 1. u. 18. Oct. 1790. Lit. 8 Art. 2. (2) Ebendaſ. Art- a. *) S. Delaporte unter: Récusation. E. Civilgerichtsordnung. 20 15 1.Jh. kB. IK. Cit, Von der Ablehnung 1c. einem der ſtreitenden Theile, oder deſſen Ehegatten, ein Civilproceß anhaͤngig iſtz) wenn er bereits ein ſchrift⸗ liches Gutachten in der Sache gegeben hat.(S. unten Art. 378.)(*) 45. Die Parthey, die einen Friedensrichter ablehnen will, iſt ſchuldig, ihre Ablehnung, und die Gruͤnde, auf welchen ſie beruht, in einer Schrift vorzutragen, die ſie durch den erſten hierzu aufgefoderten Gerichtsboten(huis- sier), dem Actuar greffier) des Friedensgerichtes zuferti⸗ gen laͤßt. Dieſer viſirt das Hriginal. Sowohl das Ori⸗ ginal, als die Abſchrift der Inſinuationsurkunde wird von der Parthey oder deren Specialbevollmaͤchtigten un⸗ terzeichnet. Die Abſchrift wird in der Gerichtsſchreibe⸗ rey niedergelegt, und dem Richter inverzůglch durch den Gerichtsſchreiber mitgetheilt.(*) 46. Der Richter iſt ſchuldig, iahin zwey Tagen unter dieſen Aufſatz ſeine Erklaͤrung zu ſchreiben, in wel⸗ cher er entweder aͤußert, er laſſe ſich die Ablehnung gefal⸗ len, oder ſeine Verweig ung, ſich der Verhandlung der Sache zu enthalten, ni en Gründen dieſer Verweige⸗ rung, erklaͤrt.(1) n. 47. Wenn der Fichter ſch der Entſcheidung der Sache zu enthalten weigert, oder gar nicht antwortet: ſo wird binnen drey Tagen dem beym Gerichte erſter In⸗ ſtanz, in deſſen Bezirke das Friedensgericht gelegen iſt, angeſtellten kaiſerlichen Anwalde eine Abſchrift der Ver⸗ weigerungsurkunde und der Erklaͤrung des Richters, wenn eine erfolgt iſt, auf Anſuchen der Parthey, die ſolches zuerſt verlangt, vom Grrichtsſchreiber uͤberſandt. Bin⸗ nen acht Tagen wird, auf vorgaͤngigen Antrag des kai⸗ (1) Hierdurch iſt das Geſeß vom 14. u. 18. Oct. 1790. eingeſchränkt, welches den unter n. 2. enthaltenen die zweyten Geſchwiſterkindererſtreckte. 2„ (e) Der erſte Theil dieſes Artikels iſt aus dem o n znihnen Geſetze Lit. II. Art. a. entlehnt. Das Uebrige iſt neu. (3) Ebendaſ. Zit. II. Art. 3. 1. Th B. 1. it. Von der Gůtißflegung. 19 ſerlichen Anwalds, ohne daß eine Vorladung der Par⸗ theyen erfoderlich waͤte, vie eWlehtuni in Jn entſchieden(2) 1 K Zweytes Buch⸗ Von den Untergerichten. Fortſebung des Decrets vom 14. Aprll1306,) Erſer Titel. Son 5 eutenfteeMvo 163 48. Keine Hauptklage unter Partheyen, welche die Fä⸗ higkeit haben, ſich zu vergleichen, ſoll, wenn ſie über Sachen, welche den Gegenſtand eines Vergleichs außnache koͤnnen, bey der Inſtanz angebracht wird, biym GSerichte erſter Inſtanz angenommen werden, dafern nicht vbthet der Be⸗ klagte zur vorlaufigen Pflegung der Güte vor den Frie⸗ densrichter vorgeladen worden iſt, oder ſich die Partheyen deshalb freywillig vor demſelben geſtellt haben.(* 49, Die Nochtbenbigleit der botläufgen tieft⸗ gung tritt nicht ein! beh Flaägen, 53) wiche der Staat, bie Stuitt- guͤter, Gemeinheiten, offeutliche Anſtalten, Minberfährige, Interdicirte und init vacanter„Erbſchaften Pat⸗ B 6¹) Geſez 8. 1½ u. r. Det. 1795 zu m aut. s* (2) Geſetz vom 15. u. mzuſt. 1790. über die Gerichts⸗ oerfaſſun“ 16 1. Theil 1hn Buch“ L Titel. 2 bey Klagen, die ein ſchnelles Verfahren erfodern; 3) bey oder Klagen 30 Swährſs⸗ ſtung;(bmnbn 61cn pol 4) bey in 3) bey Klagen auf Entlaſſung aus der 6hlch Haft, auf Aufhebung eines Arreſtes oder eines Zahlungs⸗ einſpruchs, auf Bezahlung des Mieth⸗ oder Pachtgeldes, oder verfallener Renten oder Jahrgelder; bey Klagen der (avoues) auf Bezahlung der Unkoſten; 6) bey Klagen, welche wiber! mihr als zwey Par⸗ theyen gerichtet ſind, ſelbſt wenn einerley Intereſſe haben ſollten;*) 7) bey Geſuchen um Erörterung der Richtigkeit ei⸗ ner Handſchrift, um Erktärung der linberbindlichteit frem⸗ der in Klägers Namen verrichteter Handlüngen, denen dieſer widerſpricht(deèsayeu) um Verweiſung der Sache an Einen von mehreri berechtigten Nichtern(réglement de juges)**), oder an ein anderes Gericht(renvoi); bey Klagen wider den Richter wegen ungeſetzmaͤßigen Verfahrens(en prise à partie); beh Kiagen wider den Dritten, dem der angelegte Arreſt angedeutet iſt(tiers saisi); und uͤber⸗ haupt bey allen Anlegüngen des Arriſts; bey dem, unter Darbietung des Geldes, erfolgten Anbieten der Zahlung (offres reelles); beh den die Jutäckgabe der urkunden oder deren Herausgabe(Edition), Guͤterſonderung, Vor⸗ mundſchaften und Curatelen betreffenden Klagen; und endlich bey allen geſetzlich ausgenommenen Rechtsſachen. *) Hier leuchtet mit der Grund des Geſetzes nicht ein. In dieſem Falle ſcheint mir gerade die Gutepflegung von ein⸗ tenpgm Rutzen zu ſeyn. 3) Wenn nůͤmlich die Sache zu gleicher Zeit bey zwey ich⸗ tern angebracht iſt. Daß Formular des ⸗ 6 bep Pelaporte unter; reglement de juges E. Von der Guͤtepflegung 1 a (S. unten Art. 320. 3451 M an⸗ 6 871. 3)A e nen 50. Der— vr— Sua n5 voꝝ⸗ geladen: nn E 1) bey fihten ant enichen gichtsſurithfeiten vor den Friedensrichter ſeines Wohnorts; ſind zwey Be⸗ klagte; vor den Richter des einen von ab der Klaͤger zu waͤhlen hat; d 2) bey Sachen, welche eine Geſulſchaft Handelsgeſellſchaft iſt, betreffen, ſo lange dieſelbe heſteht, vor den Richter des Orts, wo ſie ihren Sitz hat; 3) in Erbſchaftsſachen, wegen der unter den Erben gegen einander angeſtellten Klagen bis nach vollendeter Theilung; bey den von den Erbſchaftsgläubigern vor der Theilung erhobenen Klagen; bey allen Klagen, wilche auf die Vollſtreckung letztwilliger Verordnungen Bezug haben, bis zum Endurthel;(und zwar in allen dieſen Faͤllen), vor den Friedensrichter des Orts, wo der Erbanfal er⸗ folgt iſt.(2) . In ber Vorladung muß Kiißiht ei gige Friſt verſtattet ſeyn.(* 52. Die Vorladung wird von einem Berichtsbbten vii. des Friedensgerichts, unter welchem der Be⸗ klagte ſteht, eingehaͤndigt. Der Gegenſtand des gůtli⸗ (1) Ge ſeß v. N 1791. ut.. 6e v. 11. Fahr 7. über die S Art. 27. wnmmonpont chilt (2) Geſetz v. 14. u. 18. Oct. 1790. zt. 1. Art.. 6ez v. 6. ven⸗ tos Jahr 4. Ueber das—— pflegung Art 1. 2, 3. (3) Geſetz d. 26. Ventos Vbr 4 Art. 6. n *) Die Formulare zu allen dieſen geſuchen Klugen findet man beym Delaports a. a. D. untẽr den Artſtein; Mesaveu, rtzlement de jüges, renvdi, prise à partie, deni de justice, saisie arrét, offres réelles. E. l0 22 1. Th. 11 B. 1.Tit. Von der Gütepfigung. lichen Verhoͤrs 3 in bolbe angegeben ſeyn G 53 Die Purihehen eſeuuin geß⸗ nur im Verhinderungsfall durch einen Bevoltmächtigtet. G§ 54. Wenn bie Parthehen ekſchienen ſind, ſteht dem Klaͤger frey, ſein Geſuch deutlicher zu erklaͤren, ja ſogar ſeine Foderung zu erhoͤhen. Atch der Beklagte kann die Geſuche anbringen, die er fuͤr nöthig erachtet. Das dar⸗ uͤber aufgenommene Protoeoll enthaͤlt die Bedingungen des Vergleichs, wenn es dazu kommt; widrigenfälls wird kuͤrzlich erwaͤhnt, daß die ſich„ haben ver⸗ einigen koͤnnen. Die in das Protocoll eingetragene uebereinkunft der 6. Fruf Anit 55. Ven eine der andern den Eid an⸗ traͤgt, nimmt ihr der Friedensrichter ſolchen ab, oder be⸗ merkt die„ denſelben zu leiſten.(²) (6) Das wegen der ondung vor die zu piezung der Güte beſtimm⸗ ten Behörden im J. 1791. bloß für Paris gegebene Geſetz iſt hierdurch algemeingiltig geworden. () Geſet v. 6. März 129r. Art. 15. Der Anwald, der für ſeine Parthoy im Gülsverhör erſcheint, erhält dafür keine Gebühren S⸗ Zarordun ng Lrarifdesfrais er depen) 9n16. Febr. 1807. Art. 69. (3) Die dem Kläger ertheilte Erlaubniß⸗ ſeine Klage auf ein größeres Qnuantum zu richten, iſt neu. Iin uebrigen iſt dieſer Artikel geſchöpft aus dem Geſeh ve 16. Aus⸗ Sn Tit. X. Art. 5 6) Seſet v. 6. Wän 1793 Art. 5 96 Sn ²) Die Notarien allein haben in Frantteic das Recht, den Pri⸗ vatverhandlungen öffentliche Veglaubigung zu geben. Nun ubt der Friedenstichter bey der Gütepflegung keine Gerichts⸗ barkeit aus, alſo fehlt nach der Strenge auch die gericht⸗ liche Beglaubigung. Mir ſcheinen aber denn doch die Ver⸗ handlungen, die vor einem Manne, der in ffentlicher Pflicht ſteht, erfolgten, und das, was ein verpflichteter Gerichtsſchreiber niedergeſchrieben hat, oͤffentliche Glaubwürdigkeit zu verdienen, und ſchon ſeiner Natur nach mehr Kraft zu haben, als eine bloße Peivatverſchteibung, zumal da die Protvcolle des Frie⸗ densgerichts im Uebrigen offentlichen Glauben haben. E. I. Th. II. B. II. Titu Von Vorladungen. 23 56. Wenn eine Parthey nicht erſcheint ſo wird ihr eine Geldbuße von zehn Franken nuferlegt, und es wird ihr alles Gehor bis ſie vwüben eine tung beybringt.(1)3 ſi ons 57. Die Bonndiht zun giriichno. unter⸗ bricht die Verjaͤhrung und macht, daß die Verzugszinſen zu laufen anfangen; jedoch dieß alles nur dann, wenn vom Tage des Außenbleibens der Parthey oder der ver⸗ geblich S Sůt⸗ an iet Sla— eingereicht wird. S8. Wenn eine von 6 auhen bliibtr ſo wird dieß bey der Expedition des Friedensgerichts im Gerichtsbuche, ſo wie auf dem Originale oder der Ab⸗ ſchrift der Ladung angemerkt, ohne daß wärte, deshalb ein beſonderes Protocoll mfunthmims Zweyter Titel. 59. Bey perſoͤnlichen Anſpruͤchen wird der Beklagte vor das Gericht ſeines Wohnſitzes geladen, und, im Fall er keinen feſten Wohnſitz haͤtte, vor das Seißbt des tes, wo er ſich aufhaͤlt; wenn mehrere Beklagte ſind, vor bas Gericht des Wohnorts eines derſelben, wobey dem Kläger dis frey gelaſſen iſt; bey Realanſpruͤchen vor den Gerichtshof de du wo der ſtreitige Gegenſtand gelegen iſt; bey vermiſchten Anſprüchen vor das Gericht; wo die Guͤter liegen) oder vor den des Mohaſges des Beklagten;„ eno4ele GPGeſetz v. 6. März 1791. Arti 24.ð o 26. Ventos d. Rep. Art. 3. u. 9. 24 n. Theil. I. Buch. II. Titel. bey Anſpruͤchen an eine Geſellſchaft, ſo lange dieſelbe beſteht, vor den Richter des Orts, wo ſie ihren Sitz hat: in Erbſchaftsſachen 1) bey Klagen der Erben unter einander bis nach erfolgter Theilung; 2) bey Klagen der Erbſchaftsglaͤubiger, die vor der Theilung erhoben wer⸗ den; 3) bey Klagen uͤber Vollziehung einer letztwilligen Verordnung bis zum Endurthel, vor das Gericht des Ortes, wo der Erbanfall erfolgt iſt; in Concursſachen vor den Richter, wo der Gemein⸗ ſchuldner ſeinen Wohnſitz hat; in Vertretungsſachen(bey Litisdenunciationen) vor den Richter, wo die Hauptklage anhaͤngig iſt; endlich auf den Fall, daß in einer Urkunde ein Wohn⸗ ſitz fuͤr deren Vollſtreckung angenommen worden iſt, vor das Gericht des erwaͤhlten Wohnorts, oder vor das Ge⸗ richt des wirklichen Wohnſitzes des Beklagten, nach Maaß⸗ gabe des 111. Artikels des Civilgeſetzbuchs.*) 6o. Die von Gerichtsbedienten(officiers ministé- riels) wegen der Unkoſten angeſtellten Klagen werden bey dem Gerichte angebracht, wo die Unkoſten verurſacht wor⸗ den ſind.(*) 61. Die Ausfertigung der Ladung**) enthaͤlt 1) Da⸗ tum, Monat und Jahr, Namen, Gewerbe und Wohnſitz des Klaͤgers; die Beſtellung des Anwalds, der fuͤr ihn auftreten wird, und bey welchem der gewaͤhlte Wohnſitz“**) () Decret v. 29. Zänner 1791. Art. 14. *) S. Dufour Indication des sources oü toutes les dispositions du Code eivil ont éts puisées, und deſſen Nouveau Traite de Procodure civile T. I. p. 127. 36. E. *) Exploit. Alles, was zur Erkläͤrung nachſtehender Artikel, mittelſt klarer Formulare, dienen kann, findet man beym Pelaporte a. a. D. unter- Ajournement ou Assignation. E. **) Das iſt, der Ort, wo die Ladungen inſinuirt werden. E. Von Porlabungen 2 1 25 rechtlich angenommen wird, dafern nicht in eben dieſer Ausfertigung die Wahl eines andern Wohnſitzes angege⸗ 2) Ramen, Aufenthalt und Vatrikel des Gerichtsbo⸗ ten, Namen und Aufenthalt des Beklagten, und Erwaͤh⸗ nung der Perſon, bey welcher die Abſchrift der Ausfer⸗ tigung gelaſſen werben ſollz 3 der Gegenſtand der Klage und die kuͤrzliche Aus⸗ einanderſetzung des Klagegrundes; 4 die Anzeige des Gerichts, das uͤher die Klage erkennen ſoll, und der bis zum Erſcheinen vergonnten Friſt; Alles bey Strafe der Rullität.(*) 1 6a. Muß ſich der Gerichtsbore an einen andern Ort begeben ſo ſind ihm die Reiſekoſten hoͤchſtens auf eine agereiſe zu verguͤten.(1) 804 1hi) d 63. Keine Vorladungsurkunde darf ohne Genehmi⸗ gung des Gerichtspraͤſidenten*) an einem geſetzlich aner⸗ kannten Feſttage eingehaͤndigt werden. 6 3 64. Bey Real⸗ oder vermiſchten Rechtsſachen**) muͤſſen in der Ausfertigung der Ladung die Beſchaffenheit des Grundſtücks, die Gemeinde, und, wo möglich, der (1) Ordonnanz von 1667. Lit. 11. Art. 4. 2. 3. 16. Ordonn. Lud⸗ wigs XII. Blois v498. 1807. Franz 1. PValenee 1530. 1339. Carls IX. an die Stände v. Orleans 1860. (2) Abänderung des s. Art. im 11. Lit. der Ordonnanz v. 1667. 6) Sbendaſ 2it IIi Art.7. Nach1. 1.. ün. D. deFeiit.(. ra.) iſt die Inſinuation der Ladung in unaufſchieblichen Fällen, beſonders ſo⸗ bald darauf die unterbrechung der Präſcription ankommt, erlaubt. (Nach Herrn Dufours Meinung, welche mir die richrige ſcheint, iſt nach dem vorliegenden Geſetze auch in dieſem Falle die Erlaub⸗ niß des Gerichtspräſidenten erfoderlich, und wird in deren Er⸗ mangelung die Ladung wirkungslos, nach Maaßgabe des 2247ſten Artikels des Nap. Civilgeſeßb.)„ N S. Delaporte a. a. O. üuter: Assignation, Wwö has Fotmülar des Anſuchungsſchreibens und des Exlaubnißſcheines enthal⸗ * Formular zur Ladung beymn Delaporte a. a. O. Ebendaſ. E. Civilgerichtsordnung. 4 26 5 Theilnn Fit Theil der Gemeinheit we das Grundſuͤck liegt, und we⸗ nigſteng zwey der zuüiit und iſtoßenben Stund⸗ 1an ſtöcke angegeben! ſehnz i pe Linsii ganz en Gutt, von ſin Pochig opet uf ii i Se ſ 6 E 3 es hinftichehb, deren amen und Lige z beſiuen. alles iſt bey Straf: der Richtigkeit zu Pobachten. Nebſt der Ausfertigung der Ladung muß, bey Strafe der Ruluſt, zugleich eine Abſchrift des uͤber die pergeöſich Gütepflegung aufsfnommenen Protveolle, oder eine vöſchrift der Bemetkung, des Außenbleſbens zugtfertigt werden; zugleich ſind auch Abſchriften der Urkunden, öder eines Theils der Urkunden zuzufertigen, auf welche die Klage gegruͤndet iſt. In Ermangelung dieſer Abſchriften, dürfen für t iejenigen, welchf der Kläger i in der Folge des Proceſſes. porzultgen verhunden ſ. kein Foſten zgeſetzt werden. 66. Der Perichtsbole taun fuͤr die mit ihm oder ſeiner Ehegattin verwandten oder verſchwaͤgerten Perſo⸗ nen kein Fuſſytationsinſtrument aufnehmen, und zwar in S Linie, ſo weit ſolche nur reicht(in infinitum⸗ und in d 8Stitenljnie bis mit Einſchlüß der zweyten Sn jwat* ie aües bep Snafe der Nullität. 57 Gerichtsbote iſt ſchuldig, auf das Sriginal und die. Abſchrift dyr Vorkhungsurkundt am Schluſſe, die Foſten defuͤr anzußteg, u i it tiner⸗ ſoöfort bey der Einzeichnung zu entrich eh en S i bon (1) Ordonn. v. 1667. xi. 1x. Au. 6 6. p. de rei vind. Q. VI. Tit. 1.) 6) Ordonn von 1667. Lü. ut 5. Geſet vom 15. A0g 1790. Lit, 2. Art. 5. Nach der neueſten Tarvdtz arif des ffais etds- wens ſol der Anwlp, der Beweisurkünden und urthel in Ab⸗ 3 bhßibiebt, viche iittn üſt für deren Genauigleit W v. 1667. Lit⸗ 1. Ari 1. Li. i Ant, 11. Jousse commentaire sur l'Ordonn. beym. 4. Art. des u. Tit. (4) Nach dem 5. Art des der Drdonn. v. 1667, brauchte dieß der Gerichtsbots bloß auſs Hriginst zu bemerken. Ds bon FFranken. Von Vorladungen. 4 2 6. Alle Berlabungöufkunbii můffli zu dit Perſon oder in deren Wohnort iſtnüftt werden. tifft aber der Gerichtsbote weder die, Paitheh, noch ſemand von den Verwandten, oder dein Hausſinde ſu Halfe! ſo ſielft et die Abſchrift ſofort einem Nachbar zu, der ſich aüf das Original unterzeichnet. Kann dieſer Nachbär nicht unter⸗ zeichnen oder will er es nicht: ſo ſtellt der Gerichtsbote die Abſchrift dem Maire der Gemeinde oder deſſen Ad⸗ junct. zu, der das Hriginal koſteüfred viſirt. Dieß alles bemerkt der Gerichtsbote, ſowohl auf dem Hriginate, als auf der Abſchrift(der Vorfadungsurkunde). 85 69. Die Ladung wird inſinuirt: ) dem Staate, wenn von Erittſiln und Rechten der Staatsgůter(domaines et äröits“ dowauf. aun) die Rebe iſt, in der Perſon des Pifects des 2 Si⸗ partements, wo der Gerichtshof liegt, bey welchein vie Klage in erſter Inſtanz angebracht werden ſoll, oder in die Wohnung des Praͤfects; 2) dem öffentlichen Schatze in dor vſei bes Ugenten deſſelben oder in deſſen Epebitiot; Sfntlichen Verwaltungen öder Anſtafteh in ihie Erpeditionen an dem Brte, wo ſich der Hauptſit der Verwaltung befindet; an andern Orten aber an die Per⸗ ſon oder in die Erpedition des Geſchaͤftsfuͤhrers; dem Kaiſer wegen ſeiner Veſitzungen in der Per⸗ ſon des kaiſerlichen Anwalds des Bezirks, wo ſie liegen; 5 den Geueinen in ter Perſon boet i ie Voh⸗ Strafgeſebe kelne ausdehnende Auslegung leiden;(o war dieſer Axtlkel auf keine andern„als auf die Zufertigingen der Vorla⸗ dungen anwendbar, biß in ber neuen Zarordni ug Art 66. ader Zweifel gehoben ward⸗ weit dort den Kichtite biy Strafe der Abſetzung anbefohlen wird, unter jedes Bi ihindl“ ühd umter ijede der bey ihrem Amte orommnbe Anvferigljti⸗ die Ge⸗ bührei dafüt anzuſehen. (¹) Ordonn. v. 1667. Lit. II. Art. 3. u 4. o. Donicil f. 7 6 de ingolis er Lk Auis— hab. 03 38 1. Theil. M. Buch. 11 Litel. nung des Maire, undin Paris un oder in die Wohnung des Praͤferts; In vorſtehenden Faͤllen wird das Driginal von dem⸗ jenigen viſirt, bey dem die Abſchrift der Ausfertigung ge⸗ laſſtn wird. Iſt dieſer abweſend, oder weigert ſich zu vifiren; ſo ertheilt entweder der Friedensrichter, oder der beym Gerichte erſter Inſtanz angeſtellte kaiſerliche An⸗ wald das Viſa, und es wird auf ſolchen Sal bey dieſem die Abſchrift zuruckgelaſſen; 6) den Handelsgeſellſchaften, ſo. ſie beſtehen, in das Haus der Geſellſchaft, oder, wenn ſie keins hat⸗ an die Perſon und in die Wohnung eines nsge⸗ ſellſchaftersz 7) der S pder geſchoftsdirection der Gläu. biger einer Creditmaſſe, in der Perſon oder in die Woh⸗ nung eines der Syndicen(Curatoren) oder Directoren; 8) denjenigen, die keinen bekannten Wohnſitz in Frankreich haben, an ihren jedesmaligen Aufenthaltsort⸗ Iſt dieſer nicht bekannt; ſo muß die Ausſertigung der Ladung am Hauptthore des Andienzſaales desjenigen Gerichts angeſchlagen werden, wo die Klage angebracht worden iſt. Eine zweyte Abſchrift wird dem kaiſerlichen Anwald eingehaͤndigt, der das Hriginal viſirt; 9) denjenigen, die auf Franzoͤſiſchem Gebiete, au⸗ ßer dem Coutinent, wohnen, und denen, welche ſich im Auslande niedergelaſſen haben, in die Wohnung des kai⸗ ſerlichen, bey dem Gerichte, wo die Klage erhoben iſt, angeſtellten, Anwalds. Dieſer viſirt das Original, und ſendet in Anſehung jener die Abſchrift an den Seémini⸗ ſter, und in Anſehung dieſer an den Miniſter der auswaͤr⸗ tigen Angelegenheiten.(*) 7o. Was in beyden vorſtehenden Artikeln vorge⸗ (1) Ordonn. v. 1667. Tit. II. Art. 7. 8. 9. Vergl. Dufour nouveau Traité de la Procédure ciyile T.1. P. 141.* f⸗ 14 45 Von Vorladungen. 29 ſchrieben iſt, muß bey S der Richtiskeit p tet werden.(¹) 71. Wird durch Verſchulbung bes Gerichtsboten eine Inſinuationsurkunde für unguͤltig erklaͤrt; ſo kann er in die Koſten der Ausfertigung und des für nichtig erklaͤrten Verfahrens verurtheilt werden, und iſt noch uͤberdem, nach Maaßgabe der Umſtaͤnde, den Intereſſen⸗ ten den verurſachten Schaden zu erſtatten ſchuldig. S. u. Art. Jedem in Frankreich Wohnenden ſoll in der eine achttaͤgige Friſt verſtattet werden⸗ In Fällen, welche Beſchleunigung erheiſchen, kann der Praͤſident durch eine Verordnung, welche auf ange⸗ brachtes ſchriftliches Geſuch erlaſſen wird, die Erlaub⸗ niß ertheilen, daß man eine koͤrzere Friſt in der kadung anberaume.(²) 73. Wohnt der Vorgeludene außer dem Continental⸗ gebiete von Frankreich, ſo wird: ¹ denſenigen, welche in Corſica, auf der Jüſtl Eſba oder Capraja, in England und in den an Frabkreich angraͤnzenden Staaten wohnen, eine zweymonatliche; e denjenigen, welche in andern eurbpäiſchen Staa⸗ ten wohnhaft ſind, eine viermonatliche; 3) denjenigen, welche außer Europa, dieſſeits des Vor⸗ gebirgs der guten Hoffnung wohnen, eine ſechsmonütliche und denjenigen,⸗ ſenſeits des Vorgibirgs ) Ordonn. v. 1667. Zit. II. Art. 3. u. 4. Hier ſind nur 20 Liores Strafe angedroht. (2) Nämlich auf Anſuchen der Varchey un⸗ ten Art. 103r. wiederhott. (3) Der erſte Lheil dleſer Verordnung iſt der Ordon⸗ nanz don 1662. Eit. II. Art. r. e. der zweyte aus Jéusse commentaires beym 17. Zitet gedachter Ordonnanz. Nach wel⸗ chen Grundſäpen Dilntlonen zu ertheiten ſind f. 1. 0. de dilatt. nchn b Dd noE 30 1 hei 1. Luch 6 2ii der guten Loſſung wohnboſt ſn inb, eine einſährige Fri verßattet( 0 2)11 3) u„(b 20 Wird einer uußrt Frankreich ihren Pohnſi i6 habenden Parthey die Vorladung in Frankreich perſoͤn⸗ lich zingehſndigt; ſo ſoll ſie nur die gewoͤhnliche Friſt euthalten; doch ſteht dem Suite frey, ſolche, erfoder⸗ iie Sis un iisſn Fn Dritter Titel-„ Beſtellung der Sachwalter, und dem et der Partheyen(defenses)“*) 33 Der Lul ii ſchuiiz⸗ innerhalb der it in der Ladung beſtimmten Friſt einen Anwald zu beſtellen. Dieß geſchieht durch einen Satz, den ein Sachwalter dem an⸗ dern zufertigen laͤßt. Weder der Klaͤger, noch der Be⸗ klagte kann die ſeinem Sachwalter ertheilte Vollmacht zu⸗ ruͤcknehmen/ohne einen andern n beſtellen So lange der Anwald nicht durch einen andern erſetzt ißt, iſt das wider den abgeſetzten Anwald ergangene Verfahren, nebſt den wider ihn geſprochenen Urtheln, guͤltig.() 76. Iſt auf eine Klage eine abgekurzte Friſt verſtattet⸗ ſo kann der Betlagte am Fage deß Termins ſeinen Sach⸗ walter beym Verhör orſtellen Iaſſeun Diſem wird ſo⸗ dann uͤber ſeine Ernennung ein Schein ertheilt. Der dießfalls ertheilte Beſcheid wird nicht abgeloßt; allein, (1) Neue Verordnungen, vey welchen alfdie Ordonn. von 1667. Lit. Xl. Art. 2 Rückſicht genommen wordei iſn S. Dufour Traité de la Precedure, civile· 1. P.465 o (2) Dieſe Verordnung iſ neun 171 zi1sI 4)„roe Ordonn, v. 1667. Tit. W. Art. 7. 26, 3. au.. sP 64 quis iir jüs voc. Gl. i Pde ud. N. 1. Pehriete in⸗ troduetion à 1 a prattue s. v. REvb gato ii *) Das Schema eines ſolchen Verfahrens ſ. beym im Formulaire unter: Defenses. E. Von Beſtellung 5 Fachwalter 21 der Anwald iſt ſchuldig, noch an demſelben Lnge eine iöm ertheilte ſchriftliche Vollmacht einzureichen; chut er das nicht, ſo wird der it uf ſeine Keſen ao. 5 16 Vem Tage bet tiinith ves Gagillis an zu rechnen, laͤßt der Biklagte binnen vierzehn S Lahin ben von ſeinem Anwalde unterzeichneten Exceptionsſatz dem Se⸗ gentheile zufertigen. In dieſem iſt zugleich das Erbieten ent⸗ halten, daß man ſich die Beweisurkunden(pièces)*) entweder freundſchaftlich durch einen Sachwalter an den andern, oder durch die Gerichtscanzelléh zuſtellin laſſen wolle.(*) 78. Junerhalb der naͤchſten acht Tage laßt der Klä⸗ ger dem Beklagten ſeine Replik auf den Exceptionsſatz inſinuiren.(²) 79. Hat der Beklagte ſeine Ausflůchte nicht inner⸗ halb der erſten vierzehn Tage vorgebracht: ſo kann der Klaͤger durch ſeinen Anwald dem Anwalbe des Gegen⸗ theils mittelſt einer kurzen ſchriftlichen Anzeige**) andeu⸗ ten laſſen, daß er das Verhor in der Sache ſuchen werde.(ſ. unten Art. 405.) so. Sobald die dem Klaͤger zur Miteilun ſeinet Replik ertheilte Friſt abgelaufen iſt,“ ſteht es jeder der beyden Partheyen frey, mittelſt einer bloßen Anzeige ei⸗ nes Anwalds an den andern auf das Verhoͤr in der Sache anzutragen. Ja der Kläger kann ſogieich, nach der erfolgten Zufertigung der Exceptionsſchrift, und dhnt auf dieſelbe zu antworten, um das Verhör anſichen () Hrdonn. v. 1667. Lit. X1V. Art. 8. 6. (2) Ebendaſ. Tit. V. Art. 1. Lit. XI. Art. 2. (3) Ebendaſ. Tit. XIW. Art⸗ 2. L. 2. S5. 1. 8. 1. 2250 1 D. de exceptt.(XLIV. 1.) 1. 10 et 11. C. eod. tin(VMI. 36.) ²) S. Nouveau Ferridre Dictionairs de Drbit 3 B. porte( Paris 1807) unter: Pibees. E! **) Dieſe Auzeige heißt; Ayenir: das zeſſüa v man beym Delaporte unter; Avenir. E. „ ₰ K z 1h U B. 17 Fit; Von der Mittheilung x. . Fuͤr andere, als dieſe angefuhrten Schriften und veti darf in der Koſtenliquldation nichts ange⸗ ſett werdeß.( 6 1 n allen den Föten, wo das Verhoͤr mittelſ bloßer ſchriftlicher Anzeige eines Anwalds an den andern ausgebracht werden kann, kann fuͤr jede Parthey nur Eine ſolche Anzeige bey der kiquidation in Anſatz Srih werden. Vierter Lirel Pon der Mittheilung an die Staatsbehörd⸗(bte „ 3 5½ 3 J Folgende Sachen ſoſlen dem chn n. werden: 1) diejenigen, welche die offentliche Ordnung, den Staat, die Staatsguͤter, ſo wie Gemeinden, öffentliche Anſtalten, zum Beſten der Armen e und Legate betreffen;()„ 2) Sachen, welche den ncrichen ʒuſtund der Per⸗ ſonen(statum) und die Vormundſchaften betreffen; 3) die zu Ablehnung des incompetenten Rechtes vorgeſchuͤtzten Einreden(exceptiores fori declinatoriae); 4) die Faͤlle, wo die Sache einem munker niehrern be⸗ rechtigten Richtern, uͤberlaſſen wird(neglemens ds juges, S. oben Art. 49. n. 7.), wo der Richter von der Parthey verbeten, oder die Sache wegen Verwandtſchaft oder Ver⸗ ſchwägerung a an einen anbeti Richtet verwieſen wirh; 50 z () Ebendaſ. Tit. XIW. Art. 3. Mach Römiſchem Rechte war die Replik verſtattet. 1. 2. 3. 32 de⸗ GLV. ¹)*t 9. 1. Inst. de replicatt.(IV. 140) I. Th. II. B. V. Tit. Von den Verhören ze. 5 5) die Belangung des Richters(wegen rechtswidri⸗ gen Verfahrens); 6) die Proceſſe der Ehefrauen, welche die Bewilligung ihrer Ehemaͤnner Czur Anſtellung des Mroceſſes) nicht er⸗ langt haben; oder wenn ſie ſolche auch erlangt haben, ſo weit von ihrer Mitgift die Frage iſt, wenn naͤmlich bey ihrer Verheirathung das Rechtsverhaͤltniß des Hei⸗ rathsgutes angenommen iſt; Sachen der M inderjaͤh⸗ rigen, und uͤberhaupt alle Proceſſe, bey welchen die Eine Parthey durch einen Curator vertheidigt wird; 7) Sachen, welche vermuthlich abweſende Perſo⸗ nen betreffen, oder bey denen ſonſt deren Intereſſe ein⸗ tritt; 3) doch kann der kaiſerliche Anwald verlangen, daß ihm auch jede andere Sache mitgetheilt werde, bey wel⸗ cher er fuͤr erfoderlich haͤlt, ſein Amt zu verwalten. Das Gericht kann ſolches ſogar Amtshalber anordnen.(S. unt. Art. 359. 498. 668. 856. 858.)() S4. Iſt der kaiſerliche Anwald oder deſſen Sutſiitut abweſend oder verhindert: ſo kann einer der Richter oder Vicerichter deſſen Stelle vertreten.(2) Fuͤnfter Titel. Von den Verhören(Audienzen), deren oͤffentlicher Haltung und der dabey zu beobachtenden guten Ordnung. 85. Die Partheyen koͤnnen, unter Beytritt ihrer Sachwalter, für ſich ſelbſt ſprechen. Doch kann ihnen (¹) Vergl. Geſetz vom 16. Aug. 1790. Lit. vIII. Art. 3. Ordon⸗ nanz von 1667. Jousse commentaire zum 3. Art. des v. und zum s. Art. des XKI. LZit. der Ordonnanz v. 1667. (2) Dufour traité de la procédure civile. Tom. 1. p. 135. 156 157. Civilgerichtsordnung. 5 34 1. Lhril. 1 Buch. VLitel. das Gericht unterſagen won dieſem Rechte Gebrauch zu machen, wenn es ſieht, daß Leidenſchaft oder Unerfahren⸗ heit ſie hindere, ihre Sache mit, gchoigem Anſignde, oder mit der zur Brlehrung des Richters erfoderlichen Deut⸗ lichkeit, vorzutragen.()% henn g6. Die Partheyen konnen weder die ſchriftliche, noch die muͤndliche Fuͤhrung ihrer Sache einem wirklich im Amte ſtehenden Richter, einem Generglyrocurator, einem kalſerlichen Anwald und deren Subſtituten, ſelbſt wenn ſolche bey einem andern Gerichte angeſtellt waͤren, auf⸗ tragen; ja nicht einmal ein Gutachten von ihnen ein⸗ holen. Doch koͤnnen Richter, Generalprocuratoren und kaiſerliche Anwälde und deren Subſtituten ihre eigenen Proceſſe, ſo wie die Proceſſe ihrer Ehefrauen, der mit ihnen in gerader Linie verwandten und verſchwaͤgerten Perſonen und ihrer Muͤndel vor allen und jeden Gerich⸗ ten fuͤhren. 1 z 36 7Das muͤndliche Verfahren erfolgt öffeut⸗ lich, mit Ausnahme der Fälle, in welchen das Ge⸗ ſetz anbefiehlt, daß es geheim gehalten werden ſolle. Sollte indeß die vffentliche Verhandlung Aergerniß oder bedeutende Rachtheile nach ſich ziehen: ſo kann der Gerichtshof beſchließen, daß das Verhör bey geſchloſſenen Thuͤren zu halten ſey. Doch darf das Gericht dieſen Beſchluß nicht ohne vorläufige Berathſchlagung faſſen, und muß dem kaiſerlichen Geueralprornratox, oder bafern die Sache vor einem Appellationsgerichte anhängig iſt⸗ dem Reichsoberrichter und Juſtizminiſter, ſeinen Beſchluß s8 Diejenigen, die den gerichtlichen Verhören beywoh⸗ nin, muͤſſen dabey mit unbedecktem Hanptebleiben, und ſich chrfurchtsvoll und ſtill verhalten. Alles, was der Präſi⸗ dent zur Behauptung der Ordnung anbefiehlt, muß puͤnct⸗ lich und auf der Stelle vollzogen werdeu. Von den Berhören kc. 35 Eben ſo muß es an jedem andern Orte gehalten werden, wo der Richter oder der kaiſerliche Anwald Amts⸗ verrichtungen ausubt.(1) 89. Wird von irgend möd oder von das Stillſchweigen unterbrochen, giebt jemand bey dem Vor⸗ trage der Partheyen, oder bey den Reden der Richter, oder des Generalprocurators oder kaiſerlichen Anwalds, oder bey den Erinnerungen, Zurechtweiſungen oder Be⸗ fehlen des Grrichtsproſibenten Kodev Gerichtsrommiſ⸗ ſars, oder kaiſerlichen Anwalds, oder bey Eroöffnung der Urthel dder Befthle, Zeichen des Beyfalls oder der Mißbilligung, oder veranlaßt oder erregt auf irgend eine Art Unordnung, und haͤlt auf Erinnerung des Gerichtsboten nicht Ruhe! ſo wird ihm ſohleich anbefohlen, ſich zu entfer⸗ nen; leiſtet er Widerſtand: ſo wird er ergriffen, und ſo⸗ fort auf vier und zwanzig Stunden in Verhaft age⸗ bracht; dort wird er, auf Vorzeigung des Befehls des Praͤſidenten, deſſen im Verhoͤrsprotocolle 9 F. muß⸗ angenommen“(2) Iſt die Unordnung von mantin: nnßt iti der beym Gerichte ſelbſt n hat: ſo kann er, außer vorſtehender Sträfe, auch noch von ſeinem Amte ſuspendirt werden. Das erſte mal S dieſe Suspenſion ſich nicht weiter, als auf drey Monate er⸗ ſtrecken. In dieſem, ſo wie im vorigen Falle iſt der Gerichtsbeſcheid proviſoriſch vollſtreckban. G) 91. Wer die Richter vdetr Gerichtsbevienten bey der Ausübung ihrer Amtsverrichtungen beſchimpft oder be⸗ vroht, der wird auf Befehl des Ge richtspraͤſidenten, Ge⸗ richtscommifſars, oder kaiſerlichen Prorurators, und zwar da⸗ wo jedem von e die ſo (r) Der erſte Lheir dieſer Verordnung iſt aus dem Code des dölits er des peines vom 3. Brumaire des MW Jahres Art. 556. entlehnt. (2) Angef. Geſ. Art. 556. (3) Dutour traité sur 13 procédure. T. d. p. 163. 165. 36 I. Theil. H. Buch. VI. Titel. und ſogleich ins Gefaͤngniß gebracht, innerhalb vierund⸗ zwanzig Stunden verhoͤrt, und vom Gerichtshofe, nach genommener Einſicht des Protocolls, aus welchem ſich das Vergehen ergiebt, zueinen Gefaͤngnißſtrafe⸗ die ſich nicht über drey Monateerſtrecken, und zu einer Geldbuße verurtheilt, die nicht unter fuͤnf und wanzig und nicht uͤber drey buerz Franken betragen darf. Kann der Beee nt auf der Stene ergriffen werden; ſo erkennt ihm das Gericht vorſtehende Strafe binnen vier und zwanzig Stunden zu. Doch bleibt dem Verurtheilten, dafern er ſich ins Gefaͤngniß ſtellt, frey⸗ innerhalb zehn Tagen vor Ertheilung des Beſcheids, ein Rochtsmittel(opposition) dagegen einzuwenden.(¹) 92 Sollte das begangene Verbrechen eine Leibes⸗ oder infamirende Strafe nach ſich ziehen: ſo wird der Ange⸗ ſchuldigte, wider welchen ein Verhaftsbefehl erlaſſen iſt, als Arreſtant an das competente Gericht abgeliefert, da⸗ mit er nach den Vorſchriften des peinlichen Geſetzbuchs in Unterſuchung genommen und beſtraft werde.( * Sechster Titel. Von dem auf Verathſchlagung gerichteten Beſchluſſ(dè. libere) Nund dem Ficin 1 9 93. Das Gericht kann beſchließen, daß pie Aeten⸗ ſtuͤcke bey der Expedition niedergelegt werden, damit auf erſtatteten Portrag eines Mitgliedes des Gerichts daruͤber (1) Der erſte Theil des Art. iſt der des 337. Art. des Code des del. et d. P v. 3. Brumaire 1V. J. ähnlich; die im zweyten Theile beſtinimte Nothwendigkeit, ſich ſetbſi ins Gefängnißzu ſellen, fießt äus dem“ Grundſahe: daß aite Beſchlüſe der Straf⸗ policey proviſoriſch w vᷣnt e ſ. Code des dél. et des p. Art. 194. 6G (2) S. angef. Geſetz Art. 388. ve C. 28. en Tit. I. Sect. 3. Mrt.. ) S. Delaporte Forwulaire unter d. Art. Delibéré. E. Von dem auf Brathſchlaguig gerichteten Beſchluſſe c 37 berathſchlagt werden koͤnne. Dieſer Referent wird in dem Beſcheide ernannt, unter Beſtimmung des Tages, an wel⸗ chem der Vortrag erfolgen ſoll.(*)“ o4. Die Parthehen und deren Suchnuitt ud ſchul⸗ dig, dem Beſcheide, in welchem auf Berathſchlagung ge⸗ ſprochen iſt, nachzukommen, ohne daß es einer Ablößung oder Inſinuation dieſes Beſcheides oder einer beſondern Auffoderung bedarf. Mnterlaͤßt eine der Partheyen, ihre Beweisurkunden einzureichen? ſo wird die Sache bloß nach Maaßgabe der vom Gegentheile eingereichten Docu⸗ mente entſchieden. 95. Scheint eine Sache nicht dazu geeignet zu ſeyn, daß man ſie bloß auf muͤndliches Verhoͤr und auf bloße Berathſchlagung entſcheide: ſo ordnet das Gericht deren ſchriftliche Verhandlung an, damit darauf der im Be⸗ ſcheide ernannte Richter ſeinen Vortrag erſtatten und die Sache entſchieden werden koͤnne. Jede Sache muß im öffentlichen Verhor in Vortrag gebracht und nach der Stimmenmehtheit entſchſeden wer⸗ den.(²) 96. Vierzehn Tage nach der Inſinuation des Ur⸗ thels läͤßt der Kläger(ſeinem Gegner) eine Vorſtellung (requste) ²) zufertigeh, in welcher ſeine Rechtsgruͤnde enthalten ſind; am Schluſſe fuͤgt er ein Verzeichniß der producirten Beweismittel bey. Nach dieſer Inſiäuation iſt der Kläget ſchuldig, in⸗ nerhalb vier und zwanzig Stunden die Beweisdocumente in der irchtsſatetzetih zu FStirt und dem Sehentheil (*) Dieſe Sn iſt entlehnt aus dem Geſeß p Brumaire deg II. Johrs. Atfe 10. Vergr Hrdonn. vom 1. veh es19. . Art. 49. Prhönn. p. 652 Lit. XV. ſi en 6) Vergl. Ordonn. v. 1667. Zit. XI. Art. 9. ¹) S. Delaporto unter: Instruction par ccrit. E. 38 2. i Buch.. Litel. bie etuenee S6 de nrdu zufertigen zu laſſen.() 97. Biuhen pietzehu Lagen! nach der vom Kläser. auf der Gerichtſchreiber ey bewirkten Production tißt ſich. der Beklagte die Beweisurkunden mittheilen und dem Gegner ſeine Antwort inſinuiren, an deren Schluß ſeine Gegenbeweisurkunden ver⸗ zeichnet ſeyn muͤſſen. Innerhalb vier und zwanzig Stun⸗ den nach eyfolgter Inſinugtion giebt er die ihm mitge⸗ theilten Urkunden zuruͤck, producirt die ſeinigen, und läßt die daruͤber aufgeſetzte Regiſtratur dem Gegner inſinniren⸗ Falls mehtere Beklagte ſeyn, und jeder von ihnen ſeinen beſondern Sachwalter und ſein beſonderes Intereſſe haben ſollte: ſo hat jeder von ihnen zu der zu ſuchenden Mittheilung der Urkunden, zur Antwort und Prodnttion der ſeinigen die ſo eben beſtimmten Friſten; die Urkunden werden einem nach den andern mitgetheilt, und zwar dem zuerſt, der zuerſt darum anſucht. 98. Sollte der Klaͤger in der vorſtehend beſtimmten Frlſt die Production nicht bewirkt haben: ſo bewirkt der Beklagte die ſeinige auf vprbeſchriebene Art in der Ge⸗ richtsſchreiberey⸗ Dem Klaͤger ſind nur acht Tage verſtat⸗ tet, um die Mittheilung zu hubet ſeine Gegenvorſtel⸗ lung einzureichen; laͤßt er dieſe Friſt verſtreichen; ſo wird bloß auf die vom Beklagten bewirkte Production zum Urthel verſchritten. 99. Producirt hingegen det Beklagte in der ihm ver⸗ gönnten Friſt nicht? ſo wird bloß nach der von Seiten Klaͤgers erfolgten Production zur Sſchebuns der Sache geſchritten. 100. Verſtreicht eine der vorgeſchriebenen Friſten, daß irgend einer der Süſi ſ die Uttunden mit⸗ de 1a oivile. T. P. 169 172 173. Pornter zum 13. Artikel des X. it. d. Drd. v. 1677 Von dem auf Berathſchlagung gerichteten Beſchluſſe ec. 39 theilen laͤßt; ſo wird die Sache bloß nach 3 was pro⸗ ducirt worden iſt, entſchieden. 101. Unterlaͤßt der Klaͤger die Fadueſien ſo pro⸗ ducirt der erſie der Beklahten, der dazu bereit iſt, die ſeinigen bey der Gerichtsſchreiberey; und das Verfahren wird auf obſtehende Ark fortgeſtellt.(¹) 102. Will eine der Parthehen neue Urkunden produ⸗ ciren; ſo thut ſie dieß in der Gerichtsſchreiberey, und zwar vermittelſt eines Productionsſcheines, welcher das Ver⸗ zeichniß dieſer ürkunden enthält, und dem Sachwalter des Gegentheils inſinuirt wird; es varf jedoch, bey Verluſt der Gebuͤhren, ein neuer Productionsſatz oder eine ſonſtige Schrift, ſelbſt dann nicht eingereicht werden, wenn im Verzeichniſſe der Urkunden ein neues Geſuch e enthalten waͤrk.(*)**) roz. Der Gegentheil hat eine achtkaͤgige Friſt, um ſich die neuen Urkunden mittheilen zu laſſen und ſeine Antwort, die jedoch nicht uͤber ſechs Sab darf, einzureichen(²) 10 4. Die Anwaͤlde nůſen unter ta Ptiginale ſo⸗ wohl, als unter der Abſchrift jeder ihrer Bittſchriften und andern Schreiben die Zahl der Blaͤtter angeben, welche auch im Libniionſchh bey Verluſt der Sien aus⸗ gedruͤckt ſeyn muß.(4) 105. Nur fi die im gegenwärtigen Titel ausvrck· Pergl. Ordonm a. a O. Art. a9. (2) Jousse Commentaire sur Ordonnance 4⸗ 667. Tit. XI. Art. 33. ) Wie die Geſuche in vtehne⸗ abzufaſſen ſind ſ im nach⸗ ſtehenden XVI. Titel. ) S nsvo e Mote zu tieher Stele. 2 Cbupinſon S. Delaporte d. a, H. unter dieſem Al⸗ liei. **) Das ganze ſchriftliche Verfahren, bey welchem die Pro⸗ duction und Neproduction vorkommt, findet man beym Velaporte a. a. O. unter: Instraetion par ecrit. C. 0 ghei m Titel. lich erwaͤhnten Schriften und tzufetiangen werden Ge buͤhren zugelaſſen(S. oben Akt. 8r.) roß. Die Mittheilung der urkunden erfolgt in der Gerichtsſchreiberey gegen Empfangſcheine der Sachwalter, in welchen der Dag des Empfangs bemerkt iſt.(²) no Giebt ein Sachwalker in obbeſtimmten Friſten die ihm mitgetheilten producitten Urkunden nicht wieder zurück: ſo wird auf das Atteſtat des Gerichtsſchreibers und auf einen bloßen(vom Gegentheil eingereichten) Pro⸗ vorationsſutz(acte pour venir plaider) in der Sitzung ein Beſcheid ertheilt, durch welchen er fuͤr ſeine Perſon, unter Verſagung der Appellation, zur Zuruͤckgabe gedach⸗ ter Actenſtuͤcke, zur Bezahlung der Gebuͤhren fuͤr den Be⸗ ſcheid, die er von ſeiner Parthey nicht erſetzt nehmen darf, und fuͤr jeden Dag des Verzugs in wigſtens zehn Franken Schadenerſatz verurtheilt wird Giebt der Anwald die prohititem urkunden nicht binnen acht Tagen nach Inſinuation des erwaͤhnten Be⸗ ſcheides zuruͤck: ſo kann der Gerichtshof, gleichfalls unter Verſagung det Appellation, auf ſtärkern Schadenerſatz er⸗ tennen; ja ſogar den Sachalter zur gefaͤnglichen Haft verurtheilen und ihn auf beliebige Zeit ſuspendiren. Dieſe Verurtheilungen können auf Anſuchen der Par⸗ theyen geſchehen, ohne daß ſie dazu Sachwalter beduͤrfen; und zwar auf eine bloße ſchriftliche beym Gerichtspraͤſiden⸗ ten oder beym Referenten, oder beym kaiſerlichen Anwalde einzureichende Anzeige.(2) 1o8. In der Gerichtsſchreiberey muß eine Liſte gehal⸗ ten werden, in welche man alle producirte Urkunden, nach der Reihe, wie ſie eingereicht worden ſind, eintraͤgt. Dieſe Liſte muß in Colonnen abgetheilt ſeyn, welche. ag r) Gegen die Ordonn. Lit. KIV. Art. 10. Von dieſer wich aber der Gerichtsbrauch ab. (2) Arrét du Parlement de vom 19. Jul. 1689. Art. 8. 9. Jouse comm. à l'ord. 1667. Tit. XIV. Art. 10. Von dem auf Berathſchlagung gerichteten Beſchluſſe ꝛc. 1 Tag der Production, die Namen der Partheyen, die Na⸗ men der Sachwalter und den Namen des Richters ent⸗ halten, der in der Sache den Vortrag hat. Eine Kalonne wird leer gelaſſen.(1)„n. 109. Haben alle Partheyen— ebe ßnd die vorbeſtimmten Friſten verſtrichen: ſo ſtellt der Gerichts⸗ ſchreiber, auf Geſuch der Parthey, die zuerſt darum bit⸗ tet, die Actenſtuͤcke dem Referenten zu, der ſie uͤber⸗ nimmt, indem er auf der leengelaſſenen Colonne im Ver⸗ zeichniſſe der producirten Urkunden den Empfang dunch Eintragung ſeines Namens bekennt.(ſ. u. Art⸗ 1441) 110. Stirbt der Referent, giebt er die Sache ah, oder kann er den Vortrag nicht erſtatten; ſo wird, auf ſchriftliches Anſuchen, durch eine Verordnung des Praͤſi⸗ denten, welche der Parthey oder deren Anwalde wenig⸗ ſtens drey Tage vor dem Portrage zugefertigt werden muß, ein anderer ernannt. 111. Alle Vortraͤge*), ſelbſt die, welche auf vorgän⸗ gige Deliberation erfolgen, werden im offentlichen Verhor erſtattet. Der Referent wiederholt dien Thatſachen und Beweisgruͤnde, ohne ſeine Meinung zu evoffnen. Nach dem Vortrage duͤrfen die Sachwalter unter keinerley Vor⸗ wande das Wort nehmen; ſie koͤnnen bloß auf der Stelle beym Praͤſidenten ſchriftliche Bemerkungen einreichen, worin die Thatſachen angegeben ſind, in Anſehung de⸗ ren ſie den Vortrag fuͤr und nnichtig halten. rra. Eignet ſich die Snche zur Nitheilung an den kaiſerlichen Anwald: ſo muß dieſer beym öffentlichen Ver⸗ hoͤr mit ſeinem Antrage gehoͤrt werden.(2)) (1) Arrèt du Pa de Le⸗ 3. Sept. 1667. e) S oben Art. 83. N Die Art und Weiſe des Vortrags findet man behm Pela⸗ Porte g. a. O. unter dem Artikel: Rapport d'un procde. E. Civilgerichtsordnung. 6 4* 1. Theit. M Puch VII. Fitel. rg. Gegen Urthel, welche auf die nnr von Einem Theile producirten Urtunden geſprochen ſind, weil der andre ſich an der Production verſaumttr ſſtukein Rechtsmittel zu⸗ an4 Rach Ertheilung des Urthels gieht der Reſe⸗ rent die Actenſtücke in die Gerichtsſchreiberey zurück, und wird durch bloße Ausſtreichung ſeines in dem Verzeich⸗ niſſe der producirten Urkunden eingezeichneten Ramens daruher guittirt,(ſ ohen Art. 2980)0) 115. Wenn die Sachwalter ihre Urkunden zuruͤckem pfangen: ſo bemerken ſie ſolches am Rande des Verzeich⸗ niſſes, und dieſe Bemerkung dient dem Gerichtsſchreiber Statt der Quittung. njn „ n 36 nenict n Siebenter Litel. Von rechilichen Entſcheidungen(urthelu, Beſcheiden „nr6 Jede rechtiche Entſcheidung wird nach der Stim⸗ menmehrheit gegeben, und auf der Stelle publicirt; doch koͤnnen die Richter ſich in das Berathſchlagungszimmer begeben, um dort die Stimmen zu ſammeln: ſie koͤnnen auch die Sache bis auf einen der naͤchſten Verhoͤrstage verſchieben, und dann erſtidas urthel ſprechen. r1. Sind die Mitglieder in mehr, als zwey Meinungen getheilt: ſo ſind die Richter⸗ welche der Anzahl nach die ſchwaͤchſten ſind, einer von denjenigen beyden Meinungen beyzutreten ſchuldig, welche die meiſten Stimmen fuͤr ſich haben; doch nir eher, als bis die Stimmenſammlung zum zweyten Male vorgenommen worden iſt.() ) gpdonnens von 1667 Lu. L. Art. 19. dit. XXRV Art. 3 et. 1835. Kap. 1. Atk. 36. Jjbusse comm. ad h. 1. (2) Ordonnanz Frans Iv⸗ O Von rechtlichtn Entſcheibungen 95 115. Im Fall der Stimmengleichheit zieht man, um dieſelbe zu heben, noch Einen Richter, oder in deſſen Er⸗ mangelung einen Subſtituten, und in deſſen Ermangelung einen beym Gerichte angeſtellten Advocaten, oder in deſſen Ermangelug einen Anwälb*)(svous) zu. Sind alle nach Ordnung der Rangliſte herbeygerufen? ſowird die Sache noch einmal muͤndlich verhandelt.(¹) r19. Iſt im Beſcheide ibifohe daß die Partheyen erſcheinen ſollen; ſo muß borin der des rſttinats beſtimit ſehn⸗ 6 120. Iſt im Urthel auf einen Eid wiswü: ſo muͤſ⸗ ſen allemal die Thatſachen, uͤber wilche er wer⸗ den ſoll, darin angegeben ſeyn. 121. Der Eid wird von der Parthey in perſon und im oͤffentlichen Verhoͤr abgelegt. Auf den Fall einer rechtmaͤßigen und gehoͤrig beygebrachten Verhinderung kann der Eid von einem Gerichtswegen dazu abgeordue⸗ ten Richter geleiſtet werden, der ſich, nebſt dem Gerichts⸗ ſchreiber, zu der Parthey begiebt. Iſt die Parthey, welcher der Eid auferlegt iſt, zu weit entfernt: ſo kann das Geritht andrdnen, daß ſie ben Eid vor dem Gerichte ihres Wohnortes leiſten ſoll. Auf alle Faͤlle muß der Eid in Gegenwart des Ge⸗ gentheils, oder doch wenigſtens erſt dann geleiſtet wer⸗ den, wenn dieſer, dabey zu erſcheinen, gehsrig aufge⸗ fodert worden iſt, welches durch einen an deſſen Sach⸗ walter gerichteten Provotatiohsſatz des Sachwalters(des (2) Geſeh vom 44. Prairial Jahr VI. Ueber das bey den Civilgerichten bey Theirung der Srimmen zu be⸗ o bachtende Veérfahren; ſtimmt überein anit der Ordonn. Ludwigs Xl1. v. März 1498. und mit dem Ediecte Heinrichs IH. v. Monat Festhar 13%9. 0 10 *) Dieſe Gewohnheit iſt alt, und in Deutſchland nicht unbe⸗ annt. Auch bey den Sächſiſchen Hofgerichten, wo ſonſt or⸗ dentlich angeſtellte Advocaten Cadvocati i) waren, wurde vor Altets, wenn das Gericht nicht hinlaͤnglich mit Aſſeſſoren beſetzt war, ein Advocat als Mitarbeiter zugezogen. E. 63 * 6 . 3 Schwoͤrenden), oder, dafern kein beſtellter Anwald vor⸗ handen waͤre, durch eine Zufertigung geſchieht, welche den Tag des Schworungstermins enthaͤlt. 6 122. In den Faͤllen, wo den Gerichten erlaubt iſt, zur Befolgung ihrer Rechtsſpruͤche Friſten zu geſtatten, muͤſſen ſie dieß in dem Urthel thun, in welchem der Rechtsſtreit entſchieden wird, und es muͤſſen darin die Gruͤnde angegeben werden, aus welchen die Friſt verſtat⸗ tet wird.(Nap. Civilgeſetzb. Art. 1244.) a3. Iſt das Urthel auf erfolgtes Erſcheinen beyder Theile geſprochen: ſo laͤuft dieſe Friſt vom Tage der Ur⸗ thelspublication; iſt es auf Außenbleiben(in contuma- ciam) geſprochen: ſo laͤuft ſie vom Tage der Zufertigung (des Urthels) an. 124. Wenn die Guͤter des Schuldners auf Anſuchen ſeiner uͤbrigen Glaͤubiger verkauft worden ſind, wenn er in Concurs befangen, wenn er als Außengebliebener verurtheilt, oder gefaͤnglich eingezogen iſt, oder endlich wenn er die, dem Glaͤubiger durch ſeine Schuldverſchreibung beſtellte Si⸗ cherheit durch ſeine eigenen Handlungen geſchmaͤlert hat; dann kann er weder eine Friſt erhalten, noch ſich der er⸗ theilten erfrenen.(Nap. Civilgeſetzb. Art. 1188.) 125. Die zur Erhaltung der Rechte des Glaͤubigers dienenden Verfuͤgungen*)(actes conservatoires) ſind, der Friſtgeſtattung ungeachtet, gultig. 126. Auf gefaͤngliche Haft ſoll nur in den Faͤllen geſprochen werden, in welchen die Geſetze ſolches verſtat⸗ ten; doch bleibt es dem richterlichen Ermeſſen in folgen⸗ den Faͤllen nachgelaſſen, darauf zu ſprechen: 1) wegen Schadenerſatzes in buͤrgerlichen Rechtsfaͤl⸗ len, wenn die Summe ſich uͤber dreyhundert Franken be⸗ laͤuft; 268 v. Als: Anlezung des Arreſts, Beſchlagnehmung, Zahlungsver⸗ bote an die Schuldner des Verurtheilten u. ſ. w. E. Von rechtlichen Entſcheiduligen. 45 2) wegen der Reſte, die, beſage ſolcher Rechnüngen zu entrichten ſind, welche uͤber Vormundſchaft, Cura⸗ tel, Verwaltung des Vermögens einer Eorporation, Ge⸗ meinheit oder öffentlichen Anſtalt, oder ſeder andern Ge⸗ richtswegen uͤbertragenen Verwaltung, gefuͤhtt werden muͤſſen; oder wegen jedes, zu Folge ſolcher Rechnungen, zu leiſtenden Erſatzes.(S. Nap. Cib. G. B. 3. B. 16. Tit.)(*) 127. In den im vorſtehenden Artikel beſtimmten Fal⸗ len ſteht dem Richter frey, anzubefehlen, daß mit Voll⸗ ſtreckung der gefaͤnglichen Einziehung noch binnen einer beſtimmten Zeit Anſtand genommen, jedoch nach deren Ablaufe, ohne anderweiten Rechtsſpruch, damit verfah⸗ ren werden ſolle. Dieſe Friſtgeſtattung kann nur in dem Urthel geſchehen, in welchem in der Hauptſache entſchie⸗ den wird, unter Anfuͤhrung der Gruͤnde, aüs welchen die Friſt ertheilt wird. raß. In jedem Urthel, in welchem auf Schadenerſätz erkannt wird, muß entweder der Schade berechnet, oder anbefohlen werden, daß daruͤber eine— zu tigen ſey. 6) 129. In jedem Urthel, in unhtit auf Etſtattüng von Nutzungen erkannt wird, iſt darauf zu erkennen, daß ſolche aufs letzte Jahr in Natur ausgeliefert; in Anſe⸗ hung der vorhergehenden Jahre aber nach Maaßgabe der Marktzettel des naͤchſten Matktplatzes, mit Ruͤckſicht auf die Jahrszeit, und auf den gemeinen in dem Jahre Statt gehabten Preis; in Ermangelung der Marktzettel aber, nach dem Gutachten der Sachberſtaͤndigen, bezählt werden ſollen. Iſt es unmoͤglich, aufs letzte Jahr den Erſatz in Natur zu leiſten: ſo wird er auf eben die Art bewirkt, wie (1) Der zweyte Theil dieſes Artikels iſt entlehnt aus der Ordonn v. 1665. Tit. XXIX. Art. 8. Tit, XXXIV. Art. 8 1. 49. D. d⸗ adm. et peric. tutt. et curatt. (2) Ordonh. v. 1667. Tit. XXV. Art. 6. 45 e. vi. Lin. in der n Jahre. Map. Cwigeſttb, 3 z060.. g. Art⸗ 3065 S, ghen Art. 126. n. 1.)(¹) 130. Jede Parthey, die dzy Proceß verliert, wird in 6 Erſtattung(S⸗ unten Art. 543.) der Unioſten ver⸗ urtheilt. 020 131. Doch tönnen unter Ehegatten, und Deſcendenten, Geſchwiſtern oder Schwaͤgern deſſelben Gra⸗ des die Koſten ganz oder zum Theil gegen einander aufge⸗ hoben werden; auch können die Richter die Unkoſten dann ganz oder zum Theil compenſiren, wenn eine Parthey in die andre in jenen Puncten verliert.*)(²) 4 Sachwalter und Gerichtsboten, welche die — Amts uͤberſchreiten, Vormuͤnder, Curato⸗ ren, Beneficiarerben und andere Verwalter, die dem In⸗ tereſſe ihrer Verwaltung entgegen gehandelt hahen, koͤn⸗ nen fuͤr ihre Perſonen und ohne daß es ihnen verſtattet iſt, Erſatz zu fodern, zur Koſtenerſtattung, ja auch erfoderlichen Falls zum Schadenerſatz, verurtheilt werden; und uͤberdem haben, je nachdem der Fall wichtig iſt, die Sachwalter und Gerichtsboten Suspenſion; Vormuͤnder und andere(Verwalter) aber Abſetzung zu gewarten. 60 133. Der Sachwalter kann verlangen, es moͤge dar⸗ auferkaunt werden, daß die(ſeiner Parthey) zu erſtatten⸗ den Koſten an ihn zu bezahlen ſeyen; wenn er naͤmlich zu der Zeit, da das Urthel geſprochen werden, ſoll, ver⸗ ſichert, daß er die Ausjagen großtentheils felbſt beſtrit⸗ (1) Ordonn. v. 1667. Lit XXX. Art. 1. o. 339. Art. 94. Ordonn. Heinrichs 1 III. v. 1 665. Piv. 1V. rép- 61. 6 Ordonn. v. au— art 71 P.„ s. C. a⸗ iudi- ciis, 7 ſ 1 20 3* 6 7 6 Wider die e . 640) Dieſe Perordnung iß nele) moni uz aalnno bn *) 8. B. wegen der enceptionum Bn veninl wothpenmio- nis und solutionis, ſoweit letztere beyde nur einen Theil der Foderung betreffen. E. Von rechtlichen Enticheidungen. 47 ten habe. Auf dieſe Art der Entrichtung der(zu erſtat⸗ tenden) Koſten kann bloß in der Sentenz erkaͤnnt wer⸗ den, in welcher auf Koſtenerſatz geſprochen iſt. In bie⸗ ſem Fale wird im Namen des Sachwalters der Koſten⸗ bettag*) beygetrieben und ber Huͤlfsbefehl Eenbbütoire) erlaſſen.**) Doch ſteht dem Sachtaht. wider ſeine Parthey ſelbſt zu klagen. 134. Iſt eine vorläufige Verfuͤgung geſucht, und ſin⸗ det ſich die Sacht in dem Zuſtande, daß uͤber das vor⸗ täufige Geſuch und über die Häupeſache zugleich erkatit werden kann! ſo iſt das Gericht ſchulbig, in einkin eilizi⸗ gen Urthel uber das Ganze zu erkennen. L*) 136. Mit proviſoriſcher Huͤlfsvollſtreckung(Execu⸗ tion) wird dann, ohne vorlaͤufige Beſtellung einer Caution, verfahren, wenn eine öffentlich beglaubigte urkunde, ein eingeräumtes Verſprechen oder eine der Appellation ulcht unterworfene condemnatoriſche Sentenz vorhanden iſt. Mit der vorlaͤufigen Huͤlfsvollſtreckung(Execution) kann mit oder ohne Euutionsßeſelun——— wenn die Rede iſt: 1 von Verſiegelung oder oder tigung eines Invektariums; 2) von dringenden Reparaturen; 3) bavon, daß jemand in dem Falle, wo o icht von Pacht oder Miethe die Rede oder beydes iſt, irgendwo herausgeworfen werbe 4) von Beſtellung eines einnifi oder Aufſehers; (1) Ordonn. v. 1667. Lit. XVII. Art. 17 Pufour en traitẽ de la procédurs T I. P. 90 191. 6) Von der Parthey, die in— Aſen enneit worden iſt. E. **) Das Formular zu einem aun xeſchl beym Hhpon⸗ a. a. O. Art. E. — 4⁸ I. Theil. I. Buch VII. Titel. 5) von der Annahme eines Buͤrgen oder Ruͤck⸗ buͤrgen;(Rap⸗ Civilgeſetzb. Z. 3. Tit. 140) 6 von der Beſtellung eines Vormundes, Curators, oder eines anders Vinnittre, und von Si⸗ legung; 3 5) vom Jahrgehalt oder Reihuns der Alimente.(¹) 136. Hat das Gericht unterlaſſen, auf vorlaͤufige Hüifspoſſtreckung zu erkennen; ſo kann es dieſe Verord⸗ nung nicht durch ein zweytes urthel nachtragen; doch hieibt den Prteoin vorbthalten, ſie durch Appellation zu ſuchen. Wegen der Proceßloſten darf die vorlufige Hülfsvpllſtreckung ſelbſt dann nicht verfuͤgt werden, wenn Statt des Schadenerſazes auf deren Fihnt erkannt worden waͤrg. 138. Von ſedem ürthel zß⸗ ſobalb es gefertigt iſt, das Hliginalconcept vomPröſidenten und vom Szerichtsſchrei⸗ ber unterzeichnet werden. Am Rande des Verhoͤrsproto⸗ colls werden die Namen der gegenwaͤrtig geweſenen Rich⸗ ter znd bes kaiſerlicher Procuratrs, welcher der Sisung geichfals boin Peiſtenien unp Gehteſe unter⸗ zeichnet. be 139. Wenn ein Gerichtsſchrtibet die Ausfertigung eines Urthels vor deſſen unterzeichnung gaeliefert hat: ſo wird gehen n is gesfn einen Saii verfahren. 6 140. () Nach der Ordonn. a. a O. mußte in allen dieſen Fällen Cau⸗ tion beſtellt werden. ueber die vorlänfig vollſtreckbaren Er⸗ kenntniſſe ſ. Iousse commentaire art. 17. Tit. XVII. de l'or- donn. de 1667 Uebet die Eigenſchaften und Wirkungen der gerichtlichen Caution ſ. Nup. Eioitgeſebb. 31 B 14. Lit. ) Ordonn. v. 1667. Sit. KRVI. Art 8. Arrét de reglement du Parlement de Paris Vom xo! Jul. 1665. b. Jousse.— Ordonn. von Moulins Aurt. 363 Hrdonn von rö29. Art. 84. Antir du Fonßeil Ae Si. Bermain en PLaye y. 19. Aug. 1679 (3). Brdonn. Caris VIII, v. Jul. 1493. Art. 6. Von rechtlichen Entſcheibungen. 40 140. Der kaiſerliche Anwald und der Generalprocu⸗ rator laſſen ſich monatlich die Urthelsconcepte in den Hriginalen vorlegen, und unkerſuchen, ob vorſtehenden Verordnungen ein Geküge geſchehen ſeh. Finden ſie das Gegentheil: ſo jnehmen ſie daruͤber ein Protocoll auf, damit darauf das Röthige verfuͤgt werde. 141. In der Urthelsformel muͤſſen die Namen der Richter, des kaiſerlichen Anwalds, wenn derſelbe ge⸗ hort worden iſt, ſo wie der Sachwalter; ferner die Na⸗ men, das Gewerbe, der Aufenthalt der Partheyen*), das Anſuchen einer jeden, die kuͤrzliche Darſtellung der auf die Entſcheidung Bezug habenden Thatſachen und Rechts⸗ ſatze, die Entſcheidungsgruͤnde und dasjenige enthalten ſeyn, worauf im Urthel erkannt wird.(1) 142. Bey der Abfaſſung richtet man ſich nach der Zufertigung, welche eine Parthey an die andere wegen der vorerwaͤhnten Verhältniſſe(Qualites) ergehen laͤßt. Daher muß derjenige, der, nach vorgaͤngiger Anhorung beyder Theile, ein Urthel ausbringen will, die ſogenannten Qualités, Namen, Gewerbe und Aufenthalt der Par⸗ theyen, die von beyden angebrachten Geſuche und die bey der Entſcheidung der Sache einſchlagenden Thatſachen und Rechtspunkte dem Anwalde ſeines Gegners zufertigen laſſen. 143. Das Original dieſer Zufertigung bleibt vier und zwanzig Stunden in den Haͤnden der bey der Au⸗ dienz dienſtleiſtenden Gerichtsboten. (c) Geſetz v. 16. Aug. 1790. Lit. W. Art. 15. Ord de Moulins, Art. 63. Ord. v. 1629. Art, 84. 9 Alle die in dieſem Artifel beſchriebenen, in der Urthelsfor⸗ mel auszudrückenden Umſtände und Verhaltniſſe heißen, ſoweit ſie vor dem eigentlichen Erkenntniſſe vorhergehen: Qualitées, Unter dieſer Ueberſchriſt findet man die For⸗ mulare dazu beym Helaporte a! a. H. Bey unſetn dentſchen Urthelsformulaten werden eine Menge dieſer Weirlaͤufigkei⸗ ten wie mich dünkt, ohne allen Nachtheil, weggelaſſen. E. Civilgerichtsordnung. 7 v 1Sh Fih Bourgrchzn ntſheſbungtn. 4 Will der grgenſtitige Anwald wider die auge⸗ gebenen perſonlichen Vfrhöſtniſſe g oder wider die Dar⸗ 51 1 ebste⸗ etcher ſolches anzumerken hat. 145. Auf Einreichung eines bloßen Satzis*), den der Sachwalter dem andern zufertigen laͤßt, ſetzt entwe⸗ der der Richter, der beym Verhor den Vorſitz gefuͤhrt hat, oder im Verhinberungsfalle Der, welcher dem Range unach der aͤlteſte iſt, die Parthepen in Anſehuns dieſes Wi⸗ denſpruchs ans einander. t(n 146. Bey Ausfertigung der Urtheile wird die Ueber⸗ ſchrift und der Schluß ſo abgefaßt, wie es in der Reichs⸗ conſtitutionsurkunde vom 28. Floreal des 12. Jahres vor⸗ geſchrieben iſt.(S. unten Abt 3.) C*) ehr z ſt in der Sache ein Anwald beſtellt: ſo darf das Urthel, bey Strafe der Nullität, nicht vollſtreckt wer⸗ den, ohne daß es vorher dem Sachwalter zugefertigt iſt. Sowohl interlöcutoriſche Erkenntniſſe, als Endurthel, in welchen einem Theile auferlegt iſt, dem andern etwas zu teiſten, muͤffen noch uͤbetdem der Parthey perſönlich, oder an ihren Wohnort zugefertigt werden; wobey d on, daß die Zufertigung an den Sachwalter gleichfalls erſolgt ſey, Erwaͤhnung geſchehen muß. 62) 8 — den 07 d 113 R b* (¹) Conſctutionsarte. a8 Flypeal J, 12. Apt, 141 Auf ähnliche Art wär dieſe Förmel vorgeſchrieben im VEap. Art. a4. der Eönſtitultbn vom Motat Seprmbes n791u () Der erſte Theil dieſes Arttkels ſimmt mit der Ordonnanz voſ 1667. Lit. XXVII. Art. a. und dem réglement du conseil vom ag. Jun. 1738. ürt. 9 übkreins der zwehte Abſchnitt iſt eine neue Verordnung. ⸗ 9) Ich kann fuͤr; Acte 4'avon6 z avops, nach xeifem Erwigen, S„ ſein Wort finden, das dem Franzoſiſchen Begriffe beſſer ent⸗ ſpräche, als das in uüſern hieſigen Gerichtshöfen übliche WVPort: Satz, welches dey proreſſualiſchen Vethatdlungen ſo⸗ viel bezeichnet, als eine Schrift, die vom Sachwalter einge⸗ bracht wird, und nicht an den Richter, ſondern bloß an den Gegentheil gerichtet iſt. E 1. Th. 12. vnt L. Ven. lngehluf Außinbſ e. 1 148. Iſt der Sachwaiter verſtorben, oder hat er aufgehoͤrt, zu praetieiren: ſo iſt die Zuftttiguns an die Parthey ſelbſt hinreichend; doch nüß värin beinerkt fehn, der Sachwalter ſey geſtorben, dder Litwalt⸗ ſi Amt nicht weiter.(¹) 1 Von ben auf etchoe ienilbee— (Contumacial⸗) Urtheln und den dagegen Statt findenden Rechismitteln(oppositions). 149. Wenn der Beklagte keinen Anwald beſteltt, pber der beſtellte Anwald ſich an dem zum Verhör beſtimmten Tage nicht einſindet; ſo erfolgt die Ungehorſamser⸗ klaͤrung.(²) 150. Auf ungehorſamserklärung wird im Verhoͤr ſelbſt geſprychen, nachdem die Sache vorgerufen worden iſt; und es wird auf Verlangen, in Gemäßheit des vpm Gegentheile angebrachten Geſuchs, erkannt, wenn daſſelbe gerecht und erwießen bfunden wird. Doch kann das Gericht ſich die Beweisurkunden oyrlegen laſſen, um in der nächſten Sitzung das Urthel zu ſprechen.(²) — Sind wogen eines und deſſelben Gegenſtandes, unter Verſtattung verſchubener Friſten, mehrere Partheyen vorgeladen worden; ſo wird keine derſelben fuͤr ungehor⸗ ſam geachtet, bis bie mt zri abgilaufen i.(4) 60 Resl. au v. a8. Fün. 1738.§ n 68) ort.. 1667. it Art 3 3 0„ n Ord. b. 6 6 i. i Art. i E. (4) Relewenz u Coneil v e8. Zun. 3 P. 25. Sit Art. 2 Jouse commeittire Sur ätr 5½ dir Nitre W. de ord. Ue 1667. 1. 52 1. Thei. U, Buch. VI. Litel. r52. Alle citirte und außengebliebene Partheyen wer⸗ den in einer und derſelben mngehorſamserklärung begrif⸗ fenz wiſt ſie gegen jeden ginzelnen geſucht nſo danf fuͤr die mehperg nichts liqudirt werden, und der Sachwalter muß ſie hezohlen, ohne von ſeiner Weha⸗ etwas wid⸗ fodern zu duͤrfen.(1) 1 153. Wenn von zwey oder nie Partheyen die eine außenbleibt und die andere erſcheint: ſo wird das Erkenntniß auf die Wirkungen deß Ungehor⸗ ſams mit dem Haupterkenntniſſe verbunden Cbis zum Haupterkenntniſſe ausgeſetzt), und der deshalb ertheilte Beſcheid dem außenbleibenden Theile durch den dazu ab⸗ geordneten Gerichtsboten zugefertigt*); dieſe Zuferti⸗ gung enthaͤlt zugleich die Vorladung auf den Dag, da die Sache gufgerufen werden wird; dann wird in einem ein zigen Urthel(in der Sache) erkannt, wider welches kein Rechtsmitkel zulaͤßlich iſt.(Art. 165.)(2) 154. Der Beklagte, welcher einen Sachwalter be⸗ ſtellt hat, kann, ohne mit ſeinen Erceptionen eingekom⸗ men zu ſiyn durch einen einzigen Satz den Verhörster⸗ min ausbringen, und den ienghehein Kläger Un⸗ gehorſams heſchuldigen(3) 155. Contumacial ntuiſſe werden⸗ weun ein An⸗ wald beſtellt iſt, erſt acht Tage nach erfolgter guſerti⸗ gung an den Anwaldz und, wan keiner beſtellt, acht Tage nach der an die Parthey ſelbſt, oder in deren Wohnung geſchehenen Zufertigung, vollſtreckt; ausgenommen, wenn im Wſl. und i in n im 133ſti Artike (1) Begl. du Conseil wv. bg. Jun. 1738. II. Th. 1I. Tit. Att. a. Jousse commentaire sur J'Art. 3. du Zitre V de ordonn. de 1667. 20 6½ (2) Régl. du Coneil o. 4 1730. 1. 2h. n. 2 Art 2. (3) Die ungehorſansertrung, weiche der Vett lagte gegen Ku ger guswirkt, heißt: détaut conssé. *) Das Formular einer ſolchen Zufertigung ſ. b. Veyori⸗ a. O. unter dem Arrikel: Opposition. E. Vou den auf ungeh. Außenblöben geſprach Urtheln c. 33 ten Faͤllen, bahin erkannt iſt, daß das*6 vor Ablauf dieſer Friſt zu vollſtrecken ſey. Auch kann das Gericht, jedoch blößnim behe Fulle, wenn Gefahr beym Verzuge iſt, darauf erkennen, daß das Urthel, ohne Ruͤckſicht auf eingewandte Dppoſition, gegen Cautionsbeſtellung, oder ohne dieſelbe, vollſtreckt werden ſolle; dieß kann aber nur 5w ein und daſſelbe Urthel geſchehen(1) n 130 noizee 156. Jedes wider eine Parthey, die keinet Sachwai⸗ ter beſtellt hat, geſprochene Contumacialerkenntniß muß durch einen Gerichtsboten zugefertigt werden, den entwe⸗ der der Gerichtshof(wo die Sache anhaͤngig iſt), oder der vom Gerichtshofe hierzu beauftragte Richter des Wohnorts der außengebliebenen Patthey, debhalb àbord⸗ net. Es muß von dem Tage un7 da es geſprochen iſt, binnen ſechs Monaten vollſtreckt werden, widrigenfalls wird es als nicht ertheilt angeſehen.(²) 157. Iſt das Urthel wider eine Pattheh geſprochen, die einen Sachwalter hat: ſo iſt, vom Tage der an den Sachwalter eyfolgten Zufertigung an⸗ die Einwendung des Jtctmie der boſijt nrobinnen acht Tagen zulaͤßlich.(2) 158. Iſt es wider ein. teinen Sachwalter hat; ſo iſt die Einwendung dieſes Rechts⸗ mittels bis zur Volſtreckung des Urthels zuſäßlich.(4)*) 159. Das Urtheh iſt füͤr wollſtreckt zu achten, wenn die in Beſchlag genommenen Mobilien verkguft/ oder der Verurtheilte gefaͤnglich eingezogen, oder zur fernern Ent⸗ (1) Der erſte Thelt dieſes— iſt entlehnt aus der Ordonn o⸗ 1667. Lit. XXXV. Axt. 3. Jousse g. o. O. Zit. XXRV. Art. 3 6) Dieſe Verordnung iſt neb. ) Otdonſ. d. 1667. Lit RR. t. 3 Jous22 44 1. 6 a) Dieſe Verothung iſ nẽli⸗ o wit det nãchſie Artiken „ Das Formulat des tnittet t b. var a. O. unter: E* 8.* *. 54 Theil. H. Buch VIII. Titel. haltung anempfohlen*), oder wenn ihm die Beſchlagneh⸗ mung eines oder mehrerer der ihm zugehörigen unbeweg⸗ lichen Guͤter angedeutet iſt) oder wenn die Koſten bezahlt, oder endlich, wenn irgend eine Handlung erfolgt iſt, aus der nothwendig herborgeht, daß die Vollſtreckung des Urthels dem verlierenden Theile bekannt worden ſey. Das in obbemerkten Friſten und in der nachſtehend vor⸗ geſchriebenen Form eingelegte Rechtsmittel bewirkt den Aufſchub der Vollſtreckung, dafern Kicht darauf ertannt iſt, daß ſolche ohne— cht auf— tion erfolgen ſolle. WArt. 1560)() 160. Iſt das unthel wider eine paethey geſßrochen, die einen Anwald hat: ſo wird die Einlegung dieſes Rechts⸗ mirtels nur in ſoweit zugelaſſen, als ſie in dinem Schrei⸗ ben(requéte))ngeſchieht, das ein Sachwalter dem an⸗ dern zufertigen laͤßt.(2) 161. Dieſe Schrift muß die Gruͤnde des Rechts⸗ mittels enthalten; es muͤßte denn die Parthey ihre Gruͤnde bereits vor dem Urthel dem Gegentheile haben zufertigen laſſen; in welchem Falle es an der Erklaͤrung genuͤgt, man wolle ſich auf ſie als Gruͤnde fuͤr ſein Rechtsmittel beziehen. Iſt die Oppoſition nicht in dieſer Form zuge⸗ fertigt worden: ſo wird die Execution dadurch nicht auf⸗ gehalten, und es wird bloß auf Einkeichung eines Satzes, und ohne daß es eines weitern Verfahrens verworfen. 8b6 1 vonh 0b h 9051 6e Iſt bas mithe ahiderin Paitheh geſprochen, keinen but: ſ wird viß (1) S. Piscours de Mr. Preilhärd im ERpoes de motifs* d. A. 6) Ord. 1667. Lit. XXXW Prt.. 2 Man nonnt dieß Rebbinmndatin. Das zein zum Protocoll uͤber dieſelbe ſ. b Delaporte g. a. D. unter: Emprisonnement. E. **) Das Formular ſ. b. Delaporte* a. OD. unter; Oypoii· tion. E. Von den auf ungeh· Außenbleiben geſproch. Urtheln ꝛc. 55 entweder durch eine außergerichtliche Schrift, oder durch eine Erklaͤrung*) eingewandt, welche die Parthey auf an ſie erlaſſene Auftagen(cömmandemens), Beſchlagneh⸗ mungs⸗ oder Verhaftungsprotocolle, oder guf jede andre, auf die Huͤlfsvollſtreckung ſich beziehende Verfuͤgung, von ſich giebt. Doch hat der, welcher das Rechtsmittel der Oppoſition einwendet('opposant), ſolches binnen acht Tagen, unter Beſtellung eines Anwalds, mittelſt eines ſchriftlichen Anbringens, zu wiederholen. Nach Ablauf dieſer Friſt kunn es nicht weiter angenommen werden, und die Executisn hat ihren Fortgang, ohne daß es dießfälls eines wiederholten Befehls bedarf.( u. Art. 438.) Iſt der Sachwalter der Parthiy, zu deren Beſten das urthel geſprochen iſt, verſtprben, oder kann berſelbe nicht fernerweit practiciren:; ſo muß dieſe die ihrer Seits erfolgte Beſtellung eines neuen Anwaldes dem außenge⸗ bliebenen Theile anzeigen**) laſſen; und letzterer iſt vom Empfang dieſer Anzeige an gehalten, in vbbeſtimmten Fri⸗ ſten ſeine Oppoſition, unter Beſtellung eines Sachwal⸗ ters, mittelſt ſchriftlichen Anbringens, zu wiederholen. Für die, nach Einreichung des Schreibens, wobürch die Oppoſition eingewendet witd, zur üntetſtuͤtzung deſſel⸗ ben ſpaͤterhin angebrachten Gründe dürfen auf keinen Fall Gebuͤhren angeſetzt werden. 163. In der Gerichtsſchreiberey muß eine Liſte gehalten werden, in welcher der Anwald deſſen, der das Rechtsmittel der Oppoſition einwendet, letzteres kuͤrzlich anmerkt, und dabey die Namen der Partheyen und ihrer Sachwalter, das Datum des Urthels und das Datum des Rechtemit⸗ tels anzeigt. Es werden dafuͤr keine Shichssab⸗ 9 Wie der Getichtsbote das Protocoll über bieſe etlitun aufzunehmen ſite ſ. a. a D. unter; Opposi- tion. E. 2 Das Formular dieſer Anzeige ſteht tehni Polaports a g. d. unter dem Artikel: Opposition. E. A. * * — „ „ gaben bezahlt; w wenn eine 58 Wen gegeben wird.(¹) u ha u 6z elneeſaicahtieſneeh znihhn nines Dritten vollſtreckt werden, wenn der Gerichtsſchreiber nicht zubor atteſtirt, daß kein dagegen m K. in die Liſte eingetragen ſeyo. U2ot 65 Wider ein Urthel, durch meiches dit eſe — ition wird, kann keine wehn un n dun 5— 105b 1Mt 123 eite zn Vn.(cin i nochoat a 0 00 b idin 5*„ n51. Pon dem pon zu Lrſeute 3 ſ Mants Jebet nump ſey guane oder In⸗ kiti iſt ſchildig, wenn es der Beklagte, ehe er noch ſonſt eine Einrede vorſchützt, verlangt, fuͤr die Bezahlung der Unköſten und Schäden, in die er berurtheilt werden könnte, Sicherheit zu beſtellen.() 6 dem Utthel worin auß 2eſtung des Vorſtandes ertannt witd nuß die Sümme beſtimmt wer⸗ ben, auf welche derſelbe zu Neiſten iſt. Wenn der Klaͤ⸗ 2 Sin S oder er füͤr 551 d Gn Dieſe. il qu 6) Detlaratlon v. 12. Sſprugt 4663 at 10. Iont 4 H. (3) ueber die S[. Pufohtei de 1 nrochaure„ ** 1. p. 5 üße Somnien Pukour a a. d 24 8 5 g. Delaport⸗ g. g. Q⸗ unter; Eseption..„ Von Ausfluͤchten(Exceptionen, Einreden). 57 dieſelbe in Frankreich hinlaͤnglich angeſeſſen ſey: ſo iſt er von Beſtellung der Buͤrgſchaft frey.(Map. Eivilgeſetzb. 5. II. Von Verweiſung der Sache an den competenten Richter.*¹) 168. Iſt eine Parthey vor ein Gericht gefodert wor⸗ den, das uͤber den Proceß zu entſcheiden kein Recht hat: ſo kann ſie verlangen, daß die Sache an das competente Gericht verwieſen werde.(S. oben Art.§9.)(²) 169. Sie iſt ſchuldig, dieſes Geſuch vor allen uͤbri⸗ gen Ausfluͤchten und Einreden anzubringen.(*) 170. War jedoch das Gericht in Anſehung des ſtrei⸗ tigen Gegenſtandes incompetent**): ſo kann die Verwei⸗ ſung an den competenten Richter in jeder Lage des Pro⸗ ceſſes geſucht werden. Auch wenn dieſes Geſuch nicht er⸗ folgt iſt, iſt das Gericht ſchuldig, die Sache Amtshalber dahin zu verweiſen, wohin ſis gehött. S. unten Art 424) 171. Iſt wegen deſſelben Gegenſtandes bereits vorher bey einem andern Gerichte eine Flage angebracht wor⸗ den, oder ſteht der Rechtsſtreit mit einer ſchon bey einem andern Gerichte anhaͤngigen Sache in Verbindung: ſo () Pufour Indication des souröes dü toutes jes dispositions du Code givil ont 6té puis6es. Axt. 16. (2) Ordonn. v. 1667. Tit. VI. Art. 1. (6) Bacduet Traité des droits de justice, ch. VIII. u. 33. 1. 3. O. de jurid. 1. 62. D. de iud. 1. 13. O. de exceptt. Jousse comm. Tit. VI. art. 6. ord. de 1667. 0 Formulare zum Geſuch um Vetweiſung der Sache an den competenten Richter und dem darauf folgenden Verfahren und Urthel ſ. b. Delaporte unter: Renvoi. E. 93. B. wenn eine Handelsſache nicht beyn Handelsgericht, ſondern beym gewoͤhnlichen Richter angebracht wird, und umgekehrt. E. Civilgerichtsordnung. 8 58 me⸗ Sheil⸗ I Bluh. IM Fitel. kann auf deren Vorwziſeniſhens Gericht angetragen erkannt werden.(*) un pnuhnö ne Meber jedes Geſuch um Veßweiſung, pr Sache an— Richter iſt ſummariſch zu erkennen; und es kann die Entſcheidung daruͤber keinesweges bis zum Haupterkenntniſſe ausgeſetzt, noch mit pnſeie ver⸗ — werden. 6 ſupldle n1. Jede Nichtigkeit einer Zufertigung oder an⸗ dern Proceßſchrift iſt gehoben, wenn ſie nicht vor jeder andorn Einrede und Ausflucht, die Epception der Incom⸗ petenz des Richters ausgenommen, geruͤgt worden iſt.(2) 303 60 dn nis Sr Ausſichten. 145— Sn einer inec einer— oder bloß in Anſehung des Vermogens getrennten Ehe⸗ frau, die aber dergeſtalt vorgeladen worden iſt, als ob ſie noch in der Guͤtergemeinſchaft lebte, ſteht von dem Tage an da deri Erbanfall örfolgt⸗ loder ndie Guͤterge⸗ meinſchaft gettennt worden iſt, zu Fertigung eines In⸗ wventariums eine dreymonatliche Friſt und zu Faſſung ihrer Entſchließung eine vierzigtaͤgige Bedenkzeit zu. Iſt aber das Inventarium vor der drey Monate 6), Ordonn. v. 1667. a. a. 8„Art. 62 Der Riige kann ität adung taturc abheifen, daß er eine neue perailaßt unt die Köſien der etſern trägt. . 3. C. de edenflo 1. 79. P. de iud. 1. 8. 5 2. D. de le- gaüis s. Mornac ad 1. 4. H. ult. P. de noxal. Act. Von Ausflüchten(Epeptionen; Ginrẽden). 569 vollendet: ſo geht die vierzigtgige mit dem Tage der Vollendung an. a innolns Bringen ſie aber bey, duß das Sn inner⸗ halb der drey Monate, nicht bollender werdem konnte: ſo wird ihnen dazu eine verhältnißmäßtige Feiſt ertheilt, und uͤberdem noch die vierzigtähige Bedeukzeit geſtartet; wel⸗ ches alles bloß ſummariſch verfuͤgt wird' Doch bleibt dem Erben unch noch nach Ablauf der obbeſtimmten Friſten, das Pefugniß, ein Inventarium zu fertigen, und ſich fuͤr Beneſiciarerben zu erklären; ausge⸗ nommen, wenn er ſich ſchon außerdem als Erben betra⸗ gen hat, oder ein rechtskraͤftiges Urthel gegen ihn vor⸗ handen iſt/ in welchem er in der Eigenſchaft eines unbe⸗ dingten Erben verurtheilt worden iſt.()an a 175. Wer ſich berechtigt glaubt, einen ewbe mann abeitiren zu laſſen(litem zu denunciren) iſt ſchuldig, ſolches binnen 8 Tagen nach Anbringung* Hauptklage zu thun. Doch wird auf jede drey Myria⸗ meter Eutfernung ein Tag mehr geſtattet. Sind bey einer und derſelben Gewaͤhrsleiſtung mehr ere Geiährsmaͤnner intereſſirt, ſo wird in Anſehlng aller nur Eine Friſt ge⸗ ſtattet, die nach der Entfernung desjenigen Orts beſtimmt wird, wo ſich der am eutfernteſten enbe Gewaͤhrs⸗ mann aufhält.(*) 176. Wenn der Gewährsmann ein Recht zu haben glaubt, einem Aftergewaͤhrsmanne litem zu denungiren: ſo muß er ſolches in obbeſtimmter Friſt thun, welche von dem Tage an gerechnet wird, an welchem die Klage auf Gewaͤhrleiſtung(Litisbenunciation) gegen ihn ange⸗ bracht worden iſt. Und ſo wird es nach der Reihe in G) Ordonn. v. 3661 i VII. Dieſe Berordnungen ſind in Nap. Civigeletbzch Art. 793. 797. 708. 860. 1386. 1456. 139. wle⸗ derholi. Bemerkungelt darüber lisfert Dufour in ſt Indication des sources ou ont eiß puisees cbures les Pieporiticus du Code civil. (e) Ord. v. 1667. Tit. VIII. Art. s⸗ 15. in Anſehung jedes fengchübeSnann ge⸗ halten. n 354. pnnoolt 177 Iſt inzß: r npebinis ſnn der zur Fertigung eines Inventariums undmals Bedenkzeit ihm verſtatteten Friſten vorgeladen; ſo begiunt die zur Ad⸗ citation des Gewaͤhrsmanns vergönnte Friſt erſt mit dem Tage, mit welchem die zur Fertigung des Inventa⸗ riums und als Bedenkzeit geſiatteten Friſten ablaufen.(*) . 3 Dieß iſt die einzige zur Litisdenunciation an den Gewährsmann vergönnte Friſt, die Sache betreffe, was ſie wolle; und man kann ſich dagegen weder auf Unmuͤndigkeit, noch auf den Umſtand berufen, die Sache gehore unter die privilegirten(gaussas privilegiatas). Man kann aber den Gewaͤhrsmann noch beſonders be⸗ langen; doch ſo, daß die Entſcheidung der Hauptſache deshalb nicht aufgeſchoben wird.(²) Wen die be der Vorladung des Gewaͤhrs⸗ mannes verſtattete Friſt nicht mit der wegen der Haupt⸗ tlage vergönten zugleich abgelaufen iſt: ſo kann der Hauptbetlagte tcht ungehotſams beſchuldigt werden, wenn er durch dith ööt ſeinem Sichtalter dem gegentheiligen Anwalde zugefertigten Satz anzeigt, er habe ſeine Litis⸗ denunciation angebracht. Sollte jedoch der Beklagte, nach Ablauf der zur Litisdenunciation geſtatteten Friſt, nicht beybringen, daß er dieſelbe angebracht habe: ſo kann in der Hanptſache erkunnt, und der Beklagte, wenn es ſich ergeben ſollte, daß er die votgebliche Litisdenunciation gar nicht angebracht habe, zum Schadenerſatze verurtheilt werden.(²) () Ord. v. 1667. Lu. VI grt. 3. (2) Vergl. Ord. a. a. D. Art. 7. Die Verorduung, daß weiter keine Friſt für die Litisdenuncgrion perſigttet werden ſote, ſimmt überein mit den Sa Phiipp VI v. 1344. Caris VII. v 1353. Art 66. Franz I. v. 1335. 13. Cap. Art. 1. und d⸗ Drdonn. d. Viders Cotlerets v. Aug. 1839. Art. 8. (3) Der erſte Abſwnitt des Artikels iſt entlehnt aus der Stonn. v. 1607. Tit. V1l. Art. s. der zweyte iſi neu. Von Ausflüchten Efeptionen, Einleden). 61 180. Schuͤtzt der Hauptklaͤger vor, det Fall, in welchem zur Vorladung des Gewaͤhrsmannes eine Friſt zu geſtatten ſey, trete gar nicht ein: ſo wird uͤbes dieſen Zwiſchenpunkt ſummariſch entſchieden() 1 151. Wer als Gewaͤhrsmann adcikirt iſt(der Litis⸗ denunciat), iſt ſchuldig, vor dem Gerichte, wo die Haupt⸗ klage anhaͤngig iſt, auch dann ſich einzulaſſen, wenn er ſeine Verbindlichkeit zur Gewaͤhrsleiſtung leugnet. Er⸗ giebt ſich aber aus Schriften oder wird aus dem Sachverhaͤltniſſe klar, daß die Hauptklage nur in der Abſicht angeſtellt worden ſey, um den Gewaͤhrsmann vor ein andres Gericht zu ziehen, als vor das, unter wel⸗ ches er eigentlich Sehört: ſo wird er an letzteres go⸗ wieſen.(²) 182. Hat Jemand ſich zur förmlichen Gwährejſung in einer Rral⸗ und hypothekariſchen Sache verpflich⸗ tet: ſo kann derſelbe fuͤr den, welchen er zu ver⸗ treten verſprochen hat, ſters die Führung der Sa⸗ che uͤbernehmen; letzterer wird vom Wroceß entbunden, wenn er es vor Abfaſſung des erſten Urthels ver⸗ langt. Indeß ſteht dem, welchem die Vertretung grteiſtt wird, wenn er gleich vom Proceſſe entbunden iſt, frey, zur Aufrechthaltung ſeiner Rechte, der Verhandlung beyzutre⸗ ten, und der Hauptklaͤger kann, ebenfnlls zu Erhaltung ſeiner Rechte mit verlangen, daß v6h den fortſtelle.()*) 6. (1) Ordonnanz v. 1667. Zit. VIII. Art. 6. (2) Drd. g. g.O Irt. 8. (3) Ord. a. a. O. Art. 5 i b. Das wegen der Garantſe formelle zu ſprechende urthel ſ. beym Pelaporte im Artikel; Garants. E, N H 1 N . 62. Shet. 1. vi Li. 1 Wenn von einer Sri) Geähesteſung dit Frage iſte ſogkann der Gewahrsmann. bloß als Jn⸗ tervenient ntheit nchmen, pohne den Procß Statt deſ⸗ ſen, welchen er zu vertreten hat, zu üͤbergehinen. 6 34. Sind die Hauptſache und die Litigdenunciation beybe zugleich zur Entſcheidung reif; ſo muß uͤber beyde zugleich erkannt werdenz widrigenfalls kann der Haupt⸗ flaͤger vezlangen, daß ſeine Sache beſpnders entſchieden werde. Dann wird⸗ wenn porher heyde Sachen zuſam⸗ men verhandelt wurden, in dem in der Hauptſache geſpro⸗ chenen Urthel zugleich erkannt, daß die Litisdenunciation beſonders verhandelt werden ſolle“*); mit Vorbehalt der, nach dem Erkenntniſſe üͤber die Hauptſache, in Anſehung der gefoderten Gewährleiſtung, wenn ſolche Statt findet, zu ertheilenden Entſcheidung.(*) 5 Ein wider den zur foͤrmlichen Gewaͤhrleiſtung (ſ. Art. 1820) Verpflichteten geſprochenes Urthel kann auch gegen den Set wiebt dem die Gewahr geleiſtet muß. Gsiſt, Sohi bishert etfobellitji Anſuchen oder Nfahijy hinteichendy das Urthel bloß dem, welchem die Gewährleiſtung gebührt, zuzufertigen; es mag nun der⸗ ſelbe des Proceſſes entlaſſen ſeyn, oder ihn mit fortgeßtellt haben. Allem, Unkoſten und Schaͤben konnen nur allein dei Gewaͤhrsmanne nsiſett; und nur von ihm 3e trieben werden. bihien nisma 0 Iſt jedoch der wibahrsmann außer Stande zu be⸗ zahlen: ſo fallen die Unkoſten dem zur Laſt, welcher die Gewäͤhrsleiſtung zu fodern hat; ausgenommen wenn er des Proceſſes entlaſſen Er lite gelaſſen) worden iſt. Auch (1) HOrd. w. a667. LTit vn. 12. 43) Ord⸗ a a O. Art. 13 2 5 *) Garantie simple. Das urthel f.b. 9 B O E. **) Formulare dazu am Schluſſe des Artikels: Garantb. Delaporte 4. 3. E. Von Ansflüchten Exceptionen, Einreden). 63 der Schabenerſatz faͤllt ihm zur Laſt, wenn der Richter darauf erkennt.() 186. Die verzögerlichen(dilatoriſchen) Einreden muͤſ⸗ ſin zufammen, und bot irgend einer Einlaſſung auf die Hauptſache, votgihtucht wibben.(2) 187. Die Erben, die Wittwe, die geſchiedne oder mit dem Ehemanne in getrennten Gütern lebende Ehefrau können ihre verzogerlichen Einreden auch nach Ablauf der ihnen zu Fertigung eines Inventariums und zur Bedenk⸗ zeit geſtatteten Friſten, vortragen.(*) 5 V Von Mittheilung der Beweisurkundeu.*) 188. Jede Parthey kann wechſelſeitig die Mittheilung der gegen ſie gebrauchten Originalbeweisurkunden, drey Tage von der Zufertigung der Abſchriften oder der Production an gerechnet, mittelſt eines bloßen Satzes verlaugen. 189. Die Mittheilung bewirkt ein Sachwalter an den andern, entweder gegen einen Empfansſchein, oder durch Niederlegung(der Originale) in der Gerichtsſchrei⸗ berey; doch darf der Gegentheil die Beweisurkunben nicht an ſich nehmen, wenn nicht ein Originalconcept derſelben (außter der producirten Ausfertigung) vorhanden iſt; oder der Gegentheil darein willigt. 190. Auf wie lange die Mittheilung Stutt finde, wird entweder im Empfangſcheine des Sachwalters, oder in dem Veſcheide beſiimmt, in welchem darguf erkannt iſi. (7) Ordonn. v. 1667. Tit. VIII. Art. 1x. Jousse comm, ad h. 1. (e) Ord. v. 1667. Lit. MK. Art. 1 Jousse d u. D. (3) Ord. a. a. D. Art. 2. vergl. Nap. Eioilgeſotzbe Art. 1441. *) Delaporte Förmulaire unter: Communication. E, 3 64 1 Theil⸗ M. Buch. X. Titel. 1 Iſt deshalb nichts tufimmn Sn ſie ſich auf drey Tage⸗ 191 Hat, nach Ablauf vieſer Friſ, det ezwarrt . die Urkunden nicht zuruͤckgegeben: ſo witd auf ein bloßes Anſuchungsſchreiben, oder auf eine bloße ſchriftliche An⸗ 3 zeige des Gegentheils, eine Verordnung an denſelben er⸗ ² 3 laſſen, des Inhalts: daß er auf der Stelle und durch Ge⸗ 1 faͤngnißzwang zur Zurückgabe angehalten werden, ja, daß er vom Tage der Zufertigung gedachter Verordnung an, auf jeden Tag der Verzögerung dem Gegentheil drey Franken Schadenerſatz bezahlen, und noch uͤberdem fůt das Anſuchen 3 und die Verordnung die Koſten tragen ſolle, ohne ſolche von ſeinem Machtgeber zuruͤckfodern zu duͤrfen.(Art. 107.) 192. Wird dagegen ein Rechtsmittel eingewandt: ſo 3 wird dieſer Nebenpunkt ſummariſch(ſ unten Art. 405.) eroͤrtert. Wird die Sache wider den Sachwalter entſchie⸗ ₰ den: ſo wird er fuͤr ſeine Perſon in Erſtattung der durch den Zwiſchenſtreit verurſachten Unkoſten, und, nach Maaß⸗ gabe der Umſtaͤnde, zum Schadenerſatz ſo wie, nach Befinden, zu verhaͤltnißmoͤßiger Strafe verurtheilt.(S. oben Art. roye) Zehnter Titel. Von der Erörterung der Richtigerit n Hand⸗ Aſriſe 193. Iſt von Anerkennung einer Privatſchrift, oder der ihrer n die Rede: ſo kann der Klaͤger, *) Wenn ſie naͤmlich der geenihel uct— oder ab⸗ leugnet. Die Formulare zu allen hierher gehoͤrigen Auffo⸗ derungen, Erkenntniſſen und Protocollen liefert Pelaporte a. a. H. unter dem Artikel: Periture. E. Von der Erörterung ꝛe. 65 Klaͤger, ohne vorgaͤngige richterliche Erlaubniß, den Gegen⸗ theil, unter Einraͤumung einer dreytaͤgigen Friſt, vorla⸗ den laſſen, damit entweder letzterer das Anerkennt⸗ niß ſchriftlich erklaͤre, oder die S— n grachtet werde. Leugnet der Beklagte die Unterſchrift. p wigt der Klaͤger alle Koſten des Anerkenntniſſes oder der Er⸗ örterung, ja ſelbſt diejenigen, welche die—— der Handſchrift erfodert.(¹)*) 194 Erſcheint der Beklagte nicht: pwird 2 für ungehorſam erklaͤrt, und die Handſchrift fuͤr anerkannt geachtet; recognoſcirt Beklagter die Urkunde ſo wird dem Klaͤger im Beſcheide bezeugt,— e ſey⸗ G*) 195. Leugnet der Beklagte die ihm uei Unterſchrift, oder erklaͤrt er, daß er die Unterſchrift, wel⸗ che von einem Dritten herruͤhren ſoll, nicht anerkenne ſo kann darauf erkannt werden, daß die Richtigkeit durch ſchriftliche Beſcheinigung, oder durch Sachvetſtaͤndige, oder durch Zeugen, evörtert worden ſolle(5) nodnn 196. In dem Beſcheide, in welchem auf die Eroͤrte⸗ rung der Handſchrift erkannt wird, wird beſtimmt, daß ſolche durch drey Sachverſtaͤndige(verpflichtete Schreibmei⸗ ſter) geſchehen ſolle, und dieſe werden darin zugleich Amts⸗ wegen ernannt; es muͤßten ſich denn die Partheyen uͤber die Wahl derſelben vereinigt haben. In eben dieſem Beſcheide wird zugleich ein Mitglied des Gerichts be⸗ (1) Ordynn. v. 1667. Lit. XI Art- 6. (2) Die erſte Hälfte dieſes Artikels iſt gogen aus der Ord. a a D. Art. 7. vergl. Edict v. 1684. Art. (s Ord. v. 1667. Zit. XII. Art 7. in Rin. Art 8. in pr. Edict v. 1684. Art. 7. Ord. vom Falso v. 1737. Zit. I. Art. 3. ) Wenn nun aber der Beklagte, ohne allen Schein des Rochts, ſachfaͤllig wird; hat er nicht auch dieſe Koſten dem Klaͤger, da er ihn nicht freywillig befriedigte, zu erſtatten, weil er ſie ihm widerrechtlich verurſacht? E. Civilgerichtsordnung. 9 66 I. Theil. II. Bch. Titel. auftragt, in deſſen Gegenwart die geſchehen ſoll; es muß auch darin dahiner kannt werden, daß die zu pruͤfende Utkunde in der Gerichtsſchreibetey niedergelegt werden ſolle, nächdem zubot deren Zuſtänd beglaubigt, ünd ſie vom Kläher oder deſſin Anwalde und dem Ge⸗ tichtsſchreiber, welcher letztere über das alles ein Prots⸗ coll aufzunehmen hat, ſignitt und mit dem Namenszuge verſehen worden iſt.() 197. Im Fall der Getichtstonimtſſat dder vie Sach⸗ Perſtändigen abgelehnt werden: ſo wird nach der hn vier⸗ zehnten und einmdzwanzigſten Titel dieſes Buchs ent⸗ haltenen Vorſchrift(Art. 308. 350. 310. 311. 383. 34. 385.) verfahren. i Innerhalb drey Tagen nach erfolgter Nieder⸗ legung der Urkunde kann der Beklagte ſie ſich in der Ge⸗ richtsſchreibetey vorlegen laſſen, ohne ſie jedoch mit ſich zu nehmen. Sobald dieſe Mittheilung erfolgt iſt, wird die urkunde von ihm oder ſeinem Anwalde, oder ſeinem Specialbevollmächtigten paraphirt(mit dem Schrift⸗ oder Nameiszuge verſehen) und der Gerichtsſchreibet nimmt dieß alles zu Protocoll. QArt. 196.)(2) 199. An dem Tage, welchen der hierzu im Beſchei⸗ de ernannte Richter anſetzt, und auf die von Seiten des zuerſt darum anſuͤchenden Theils erfolgte Auffode⸗ rung, welche dem Sachwalter, wein einer beſtellt iſt, auſ⸗ ſerdem aber der Parthey an ihrem Wohnortt durch den hierzu im oberwaͤhnten Beſcheide ernaniiten Getichtsbo⸗ ten eingehaͤndigt wird, ſind die Partheyen vor obgedach⸗ tem Gerichtscommiſſar zu erſcheinen verbunden, um ſich uͤber die Handſchriften zu vereinigen, Zegen welche die producirten Urkunden gehalten werden ſollen. Bleibt derz welcher auf die Erörteruns der Richtihteir der Hand⸗ (1) Ord. v. 1737. Lit. I. Art. 9 U. 11. ie aus der Ord⸗ v. 1676. Tit 1 Art i 9 (2) Ded. v. 1737. Tit⸗ 11. Art. 26. vorgt. mit Art⸗ 8. 16, Von der Erörterung z. 67 ſchrift antrug, außen; ſo wird die von ihm producirte Urkunde verworfen; bleibt der, gegen welchen dieſe Er⸗ oͤrterung geſucht wazd, außen; ſo kann der Richter die Urkunde fuͤr anerkannt achten. In beyden Fällen wird, ohne vorgaͤngige Vorladung zum muͤnblichen Verfahren, in der naͤchſten Seſſion, nach erfolgtem Vortrage des Ge⸗ richtscommiſſars, das Urthel gefaͤllt, gegen welches ein Rechtsmittel zulaͤßlich iſt. 6¹) Vereinigen ſich die Partheyen nicht über die Handſchriften, gegen welche die zu pruͤfende Schrift ge⸗ halten werden ſoll(pieces de comparaison); ſo darf der Richter nur folgende zu dieſem Bchufe zulaſſen: 1) die Unterſchriften der vor Notarien errichteten, oder gerichtlicher, in Gegenwart des Richters und Ge⸗ richtsſchreibers unterzeichneten Urkunden; oder endlich die von dem, deſſen Handſchrift verglichen werden ſoll, in der Eigenſchaft des Richters, Gerichtsſchreibers, Notars, Anwalds, Gerichtsboten, oder ſonſt in jeder andern Ei⸗ genſchaft als öffentlichem Beamten Sſisbhi oder un⸗ terſchriebenen Auffaͤtze; 2) Privataufſätze und Unterſchriften⸗ z. derjenige, von welchem die zu unterſuchende Schrift herruͤhren ſoll, anerkannt hat; jedoch nicht ſolche, die er abgeleugnet, oder deren Recognition er verweigert hat; geſetzt auch, daß ſie, nach vorgängiger Unterſuchung, fuͤr ſeine p⸗ ſchrift erklart worden wären Hat das Ableugnen, oder die Verweigerung ds Anerkenntniſſes nur einen Theil der zu pruͤfenden Ur⸗ kunden betroffen: ſo kann der Richter die Verglei⸗ „ Bergl. Ord⸗v 1737. Lit. IL1. Art, 7. Nach dem gten Artiker dieſer Ordonnanz war dem, deſſen urkunde für falſch ausgegeben ward, nicht erlaubt, die Handſchriſten, gegen welche die Urkunde bey der cpiidchi litterarum gehalten werden ſollte, ſelbſt zu vroduciren. Dieß ſcheint nach gegenwärtigem Geſetz nicht ſchlechterdings verboten zu ſeyn, da den Partheyen erlaubt iſt, ſich über die pieces de comparaisen zu pereinigen. 68 I. Theil. II. Buch. K. Titel. chung mit dem uͤbrigen. Urkunde anſtellen 0 — Befinden ſich die necanne gegen welche die zu pruͤfende Handſchrift gehalten werden ſoll, in den Haͤnden einer öffentlichen oder andern Perſon, die ſolche zu verwahren hat: ſo befiehlt der Gerichtscommiſſar, daß die Perfon, die dieſe Urkunden in Händen hat, dieſelbe zu dem angeſetzten Tage und zur beſtimmten Stunde an den Ort mitbringen ſoll, wo die Unterſuchung der Aecht⸗ heit der producirten Beweisurkunde(comparatio litera- rum) erfolgen ſoll; und zwar koͤnnen oͤffentliche Perſonen, die ſolche Schriften in Verwahrung haben, durch Gefaͤng⸗ nißzwang, andere aber durch die gewoͤhnlichen Zwangs⸗ mittel, jedoch erfoderlichen Falls auch letztere durch ge⸗ faͤngliche Haft, zur Herausgabe angehalten werden.(²) 2o. Duͤrfen die Urkunden, welche zum Behuf der Vergleichung dienen ſollen, nicht von Ort und Stelle weggebracht werden, oder ſind diejenigen, die ſolche in Händen haben, zu weit entfernt: ſo iſt es dem Ermeſſen des Gerichts berlaſſen, ob es, nach erfolgtem Vortrage des Gerichtscmmiſſars, und nach vorgaͤngiger Anhörung des kaiſerlichen Anwalds, verfuͤgen wolle, daß die Ver⸗ gleichung an dem Aufenthaltsorte deſſen, der die urkunde in Haͤnden hat, oder an einem nähern Orte, geſchehen; oder ob die Schritten guf die vom Gerichtshofe in ſei⸗ nem urthel vorgeſchriebene Art binnen einer gewiſſen Friſt an die Gerichtsſchreiberey geſendet werden ſollen.(*) 203. Iſt in dieſem letztern Falle der, welcher die Schriften in Haͤnden hat, ein öffentlicher Beamter:; ſo macht er vorlaͤufig eine Ausfertigung der Urkunden oder 01) Ord“v. 17370 Tit. 1. Art r3. 1z. kn. Ord. v. 1670. Ri n⸗ Art5 6 3 (2) Ord. w. 1737. Dlt. 1 Art. s. Art. 16.„. db 84115 commentairesur l'ord. de 1737. Zit. I. Art. 8. 16. (3) Angef. Ord. a a. O. Art. u6. Abſchn.. Von der Erorterung ic. 69 nlmmt eine beglaubigte Abſchrift davon, deren Richtigkeit auf dem Originalconcepte, oder dem Originale vom Ge⸗ richtspraͤſidenten ſeines Bezirks bezeugt werden mußr wel⸗ cher letztere ein Protocoll darͤber aufzunehmen hat; dieſe Ausfertigung oder beglaubte Abſchrift legt der Auf⸗ bewahrer unter ſeine Originalauffaͤtze(minutes)damit ſie, bis zur Zuruͤckſendung der(einzuſendenden) Schrift, die Stelle derſelben vertrete; und er kann indeß Haupt⸗ oder andere Ausfertigungen*) davon nehmen) wobey⸗ jedoch des dießfalls anſabanu Protocolls gedacht werden muß⸗ Der Aufbewahrer der Urkunden erhaͤlt pn⸗ Koſen von demſenigen, der die Unterſuchung der Aechtheit der Handſchrift verlangt hat, ſo bezahlt, wie ſie der Richter, der das Protocoll aufgenommen hat, taxirt; und nach Maaßgabe dieſer Daxe, wird der Huͤlfsbefehl ertheilt.(¹) (1) Geſetz v. 3. Brumgire des 4 J.(code des delits et des peines) Tit. XIV. der vom beſondern i wegen Falſums handelt. *) Gyosses ou expeditions. Expédition peißt jede gnzhtoneg eines Contracts oder Urthels, die von dem Notar oder Ge⸗ richtsſchreiber unter den Notariats oder Gerichtsſteget von dem Originalconcepte(minute) genoimmen wird, das er in Verwahrung hat. Iſt dieſe Ausfertigung mit dem ſolennen Eingange und Schluſſe verſehen, wie er fuͤr die urthel(ſ. oben Art. 146.) vorgeſchrieben iſt; ſo heißt ſie Grosse; außer⸗ dem aber bloße einfache Ausfértißung(expedition im engern Sinne). Iſt die Abſchrift nicht vom Otiginalconceyte(minute)⸗ ſondern durch einen anderu Notar oder Gerichtsſchreiber von einer andern Ausfertigung genommen worden, ſo heißt ſie bloß Abſchrift(copie). S. Geſetz vom 25. Ventos des 71. J. Ueber die Verfaſſüng der Notariatsgeſchäfte Att. 21. u. ff. im Nachtrage zum Napoleon Geſetzbuche n. I. E. *²) D. i. ſo lunge das Original nicht vorhanden iſt, dienen die einſtweilen im Archive deren Platz einnehmenden Abſchriften Statt der Originalanfſaͤtze(minutes), und die daraus ent⸗ lehnten Ausfertigungen ſind ſo guͤltig, als ob e nach den Originalen ſelbſt abgefaßt⸗waͤren. E⸗ un(8 3 1 2heil 17 Büch x. Lite. e. Jbem von beyden Theilen, der die Sache be⸗ treiben will, ſteht frih, vie Kunſtberfäavigen und die Aufbewahter det obe gebachten Schrif en durch eine Zufer⸗ tigung affodii zů laſſtü, ſt 6. an Riz in dem Befehl⸗ des Juſtizcommiffuts beſtiinmten Prii und Tage, und zur angeſetzten Stunde einzufinden 1) und zwar die Kunſtver⸗ ſtänbigen zu Leiſtung des Eides unb zu Verrichtung ber Unterſuchung; die Aufbewahrer der urfunden aber, um die mitgebrachten Scheiften zum Fehuf der Gegeneinan⸗ derhaltung vbrzulehen. Ein Sachwalter laͤßt dem andern einen Satz zufer⸗ tigen, worin der Gegentheil aufgefodert wird, dabey zu erſcheinen. Ueber alles dieſes wird ein Protocoll aufge⸗ nommen, und den Bewahrern der Urtunden wird davon dasjenige, was ſie angeht, im Auszuge, ſo wie das Ur⸗ thel abſchriftlich mitgetheilt. zo5. Wenn die zum Behuf der Sitlihethe tung(itit den abgeleugneten Hanbſchriften) bienenden Ur⸗ kunden von deren Bewahrern vorgelegt worden ſind; ſo haͤngt es von Simbſſtü des Getichts⸗ ommiſſars ab, ob er anbfihlen will, daß tetztere det ſteiſüchung beywoh⸗ nen ſollen, um uͤber gedachte urtunden Obſicht zu fuͤhren, und ſie bey ſeder Sitzung zurückzunehmen, und dann wie⸗ der von neuem vorzulegen; ober ob er anordnen will, daß ſie in den Handen des Srrichtzſchteibers bleiben ſol⸗ len, der ſie mitkelſt Botstolß ibeinſt. Lehtern Falls kaun det Bewahter, wein et vin öffentlicher Beamter iſt, auf die im 203ten Artikel beſtimmte Art eine Ausferti⸗ gung davon nehmen, und das ſelbſt dann, wenn der Ort, wo die Unterſuchung erfolgt, außer dem Bezirke gele⸗ gen iſt, in welchem der Hehſhrit das Nit bat Jutru⸗ mente zu machen.(* 5 () Läuft dem 18. Art, des V. zt6 der Ordonn. von 17370 ent⸗ gegen⸗ (2) Dieſe Verordnung iſt neu. Von der Epörterung c 71 206. Sind entweder ggr keine Schriften, die zum Behuf der Gegeneinanderhaltuns dienen könnten, vorhau⸗ den, oder ſind dieſelben nicht hinreichend; ſo kann der Gerichtscommiſſar onbtfehlin, daß der angehliche Ausſiel⸗ ler mit eigner Hand etwas nieberſchreibe„ was die Sachverſtaͤndigen ihm in die Feder dictiren, welches in Gegenwart des Klaͤgers, oder doch nach deſſen geboriget Vorladung, geſchehen muß.(¹) 20 Haben die Sachverſtändigen den Lupüchizn⸗ eid geſchworen, ſind ihnen die urkunden vorgelegt, oder iſt von dem angeblichen Verfertiger der zu prüfenden Hand⸗ ſchrift ein eigenhaͤndiger Aufſatz niedergeſchrieben worden: ſo entfernen ſich die Partheyen, wenn ſie zuvor bey dem Gerichtscommiſſar die ihnen noͤthig dünkenden Geſache und Bemerkungen zu Protocoll gegeben haben. CFoſna 20. Die Sachverſtaͤndigen ſchreiten hierauf in der Gerichtsſchreiberey in Gegenwart des Gerichtsſchreibers oder des Richters, bafern dieſer es ſo angeordnet hat, gemeinſchaftlich zur Unterſuchung. Konnen ſie nicht in Einem Tage fertig werden; ſo ſetzen ſie die Eroͤrterung auf den Tag und die Stunde aus, welche der Gerichts⸗ ſchreiber oder Richter bazu anſetzt.(²)— 209. Ihr Gutachten wird dem Originale des Pro⸗ tocolls des Gerichtsſchreibers beygefuͤgt, ohne daß es einer weitern Bekraͤftigung bedarf; die Urkunden werden den Depoſitaren zurückgegeben, welche dein Gerichtsſchrei⸗ ber daruber beym Protocoll einen Snuszin aus⸗ ſtellen. (r) Ord. v. 1737. Lit. 1. Ltt. 38. Lit. 1I. Art. 32 Pütout Fraitẽ de la Procgdure civile T. 1. p. 246. 46 6) Drd. p. 1652, Pit. XXI. At. 10. 5) Dleß iſt eine nehe Veroͤrdnung, die ſen Pnen von 5 Tit. VIII. Art. 11 u. 12. und von 1735.) 2i. Tocht. K3. 4. 23 Zit. III. Art. 10. widerſpricht. Man nenut dieß un corps d'écritnres. E. „ 3 — 7 1. Th. M. B. K Titn Von der Ersrterung*. Das, was die Sachverſtoͤndigen fuͤr Gebuͤhren und Verſäumniß fodern koͤnnen, wird im Protocoll angemerkt, und deshalb ein Hülfsbefehl an denſenigen erlaſſen, der die Unterſuchung der Urkunden verlangt hat⸗ 2ro. Die drey Sachverſtaͤndigen ſind ſchuldig, Ein gemeinſchaftliches, mit Gruͤnden verſehenes Gutachten auf⸗ zuſetzen, und ſich nach der Pe uͤber Eine Meinung zu vereinigen. 3 n Sind ſir verſchiedener Meinungt ſo muſſen im Gut⸗ achten die Gruͤnde dafuͤr angegeben werden. Es iſt ſedoch nicht erlaubt, die Meinung ſebes einzelnen Sachverſtaͤn⸗ digen bekannt zu machen.(S. u. Art. 318.)(1)¹ 2r1. Diejenigen, welche die ſtreitige Schrift ſchrei⸗ ben oder unterſchreiben geſehen(recognitio per testes), ober ſonſt Konntniß von Umſtaͤnden haben, welche, zur Entdeckung der Wahrheit zu dienen, vermögen, konnen deshalb als Zeugen abgehort werden.(2) 2rz. Den Zeugen muͤſſen bey ihrer Abhoͤrung die abgeleugneten, oder nicht anerkannten Schriften vorge⸗ legt, und von ihnen mit dem Namenszuge verſehen wer⸗ den. Thun ſie dieß: ſo wird ſolches bemerkt; ein glei⸗ ches geſchieht, wenn ſie ſich deſſen weigern. Im Uebrigen muͤſſen dabey die unten(Art. 2621 269 270 271. 272. 273. 274. 275. 276. und 27.) wegen der vorge⸗ ſchriebenen Regeln beobachtet werden.(²) 2rz. Wird dargethan, daß die Urkunde von dem, der ſie abgeleugnet hat, geſchrieben oder unterſchrieben worden ſey; ſo ſoll dieſer zu einer der Staatscaſſe an⸗ heimfallenden Geldbuße von Ein Hundert und Funfzig Franken, und noch uͤberdieß zu einem dem Gegentheile zu leiſten⸗ (1) Neue Verordnung. (3) Ord. von 1670. Lit VM. Art. 14. Ord. v. 1737. Fit. 1. Art. 24. Lit. UII. Art. 12. (3) Ord. v. 1737. Tit. 1. Art. 23. 26. Lit. III. Art. 13. I. Th. II. B. Xl. Dit. Vou dem Falle, we c. 73 leiſtenden Koſten⸗ und Schadenerſatze verurtheilt werden; ja, es kann ihm ſogar in Anſchung der Hauptſache die Beſolgung des Urthels bey—,— Anſerleht werden.(S. oben Art.—.— n Eilfter Litet. Von dem Falle, wo die Grörterung des Fulſums i in einer Civilſache als Nebenpunkt vorkomint incident civil.). * 214. Wer eine im Laufe eines Proeeſſes zugefertigte⸗ mitgetheilte oder producirte Urkunde für falſch oder für verfaͤlſcht ausgiebt, kann, nach Maaßgabe der Umſtaͤnde, zum Beweiſe ihrer Unaͤchtheit ſelbſt dann gelaſſen werden, wenn beſagte Urkunde entweder wider den, der die Be⸗ ſchuldigung der Verfaͤlſchung anbringt, oder wider deſſen Gegentheil, bereits in einer andern Abſicht, als um das Falſum als Haupt⸗ oder Nebenſache zu erörtern, gepruͤft, und dem zu Folge auf die Aechtheit dieſer Urkunde be reits ein Urthel gegruͤndet worden iſt.(2) ſun 215. Wer auf Erorterung des Falſums ge will, muß vor ullen Dingen mittelſt eines Satzes, den ein Sachwalter dem andern zufertigen laͤßt, den Gegen⸗ theil auffodern, daß er erklaͤre, ob er ſich der Urkunde bedienen wolle oder nicht, unter der Aeußerung, daß, wenn () Edict von r694. Art. Xx. Pufour Traité de Progédure piyile (2) Ord. v. 1737. Lit. II. Art. 1. 2. S. über dieſe Materie Pu— four a. a. D. T. I. S. 257. 258 Des ganze PVerfahten liefert Pelaporte im Formteit⸗ unter dem Artikel: Faux incidont. E. Civilgerichtsorduung. 10 3 — dieſer ſich derſelben zu bedienen entſchloſſen ſey, jener ſich — Beweiſe ihrer Unaͤchtheit erbieten werde.(¹) 2r6t Die altfgefoderte Parthey iſt ſchuldig, binnen 5 Ngi mittelſt eines Satzesihres Sachwalters, dem Gegentheil ihre Erklaͤrung zufertigen zu laſſen, ob ſie ſich der fuͤr unaͤcht ausgegebenen Urkunde zu bedienen gedenke oder nicht; und zwar muß dieſe Erklaͤrung von ihr oder ihrem Bevollmaͤchtigten unterſchrieben ſeyn, welcher letz⸗ tere dießfalls mit ſpeciellen und offentlich beglaubigter Vollmacht verſehen Sunrrßn deren Abſchrift einzurei⸗ chen iſt.() e Wenn der Gegentheil auf dieſe Auffoderung dieſe Erklaͤrung nicht einreicht, oder, wenn er ſich erklaͤrt, er wolle ſich der Urkunde nicht bedienen: ſo kann der, welcher die Erklaͤrung foderte, durch einen bloßen Satz ein Verhoͤr in der Sache ausbringen, damit in dieſem erfannt werde, die fuͤr falſch ausgegebene Urkunde ſey in Anſehung des Beklagten verwerflich; wobey dem, welcher hier Klaͤger iſt, vorbehalten bleibt, hieraus die ihm zweckmaͤßig ſcheinenden Schluͤſſe und Folgerungen herzuleiten, oder beliebige Anſpruͤche auf Schadenerſatz zu machen.(*) a1s. Erklaͤrt der Beklagte, er wolle ſich der Ur⸗ kunde bedienen; ſo iſt der, welcher ihre Unaͤchtheit be⸗ hauptet, ſchuldig, eine von ihm oder ſeinem mit ei⸗ ner ſpeciellen und öffnrlich beglaubigten V Vollmacht ver⸗ ſehenen Stellvertreter unter zeichiete ſhrfftlſche Erklärung bey der Gerichtsſchreiberen iee er ſey geſonuen, den Beweis des Falſums anzutreten. Er ſucht durch einen bloßen Satz darum an, daß in einem Verhör der Beweis des Falſums fuͤr zulzhlich iftärt, un ein Eom⸗ (¹) Ord. v. 1737. Lit. Art. 3. 6. c äiigef. Orb il b e (3) angef. Ordonn. Tit. U. 1. M. 13. Hrd. 6. 1670. Tiß⸗ IX. Art. 8⸗ 2 Von dem Fälle, wo die Eroͤrterung ꝛc. 75 miſſar ernannt werde, vor welchem— weiter ver⸗ fahren werden ſoll.(*)* 219. Binnen drey Dagen h— bes Beſcheids, in welchem die Eroͤrterung des Falſums zugelaſſen und der Commiſſar ernannt iſt, muß der, deſſen urkunde füͤr falſch ausgegeben wird, dieſelbe bey der Ge⸗ richtsſchreiberey niederlegen; und daruͤber, daß dieſes ge⸗ ſchehen ſey, ſeinem Gegner binnen den nächlten—— S6 gen einen Schein zufertigen laſſen um shebn zad. Wenn der, deſſen Urkünde fuͤr falſch nhent⸗ ben wird, der Vorſchrift des vorſtehenden Artikels in bo⸗ ſagter Friſt nicht nachkommt? ſo kann der, welcher die Unaͤchtheit behauptet, die Sache zum Verhoͤre bringen, um, nach Maßgabe des vorſtehenden 215ten Mtikels/ auf Verwerfüng der uckunde erkennen zu laſſen. Er muͤßte denn etwa lieber darum anſuchen wollen, daß ihm ver⸗ goͤnnt werde, gedachte Urkunde auf ſeine Koſten in der Gerichtsſchreiberey niederlegen zu laſſen. Doch muß ihm der Gegentheil dieſe Koſten vor allen Dingen erſetzen, zu welchem Behufe ibüt⸗ F ein S wird. Iſt von der fuͤr falſch ausgegebenen Urkunde ein Eiegutit(minute) vorhanden: ſo kann der Commiſſar, nach Maaßgabe der umſtaͤnde, auf Anſuchen deſſen, der die Urkunde außcht, anbefehlen, daß der Ge⸗ gentheil gehalten ſey, in einer ihm borgeſchriebenen Friſt, dieſes Hriginal in die Gerichtsſchreiberey bringen zu laſ⸗ ſen, und daß deren Bewahrer, wenn ſie öffentliche Beam⸗ ten ſind, durch Gefaͤngnißzwang; andere aber durch Ver⸗ mögensbeſchlag, Geldbuße, und, S Falls, 3 (1) Vergl. Ordonn. von 1737. z. u. zr. rz. Drpoun.. 1670. Lit 1. Art. 9. (2) Ord. v. 1737. Lit. n. t.. . 2 76 I. Theil. II. Buch.] RI. Titel« gleichfalls durch Faeen moe werden ſol⸗ let lehhe me 222. Dem i v grichtsboies bieibt uͤber⸗ laſſen, obzen nach erfolgtem Vortrage des Commiſſars, ohne die Herbeyſchaffung des Originals abzuwarten, die Fortſtellung der Crorterung des Falſums beſchließen, oder, im Fall erwaͤhntes Hriginal nicht herbeygeſchafft werden konnte, oder hinlaͤnglich dargethan wäre, daß ſol⸗ ches entwendet oder verloren ſey, ſofort, was Rechtens iſt, erkennen will(6) n 223. Die Friſt zu in des Hriginals laͤuft von dem Tage an, da die Zufertigung des Befehls oder Beſcheides an dem Wohnorte deſſen, der es in Prbr rung hat⸗ erfolgt iſt.(²) 224 Die dem Beklagten zur erhepſchaffung des Hriginals angeſete Friſt läuft von dem Tage an, da der Befehl oder Beſcheid deſſen Sachwalter zugefertigt wor⸗ den iſt. Hat der Beklagte nicht die erfoderlichen Bemuͤ⸗ hungen augeandt, um in dieſer Friſt das Original herbtpiſchafen, ſo iſ dem Flaͤger unbenommen, die Sache auf die im 27ten Artikel beſtimmte Art zum Ver⸗ hor zu bringen. Die borſtchend vorgeſchriebenen Bemühungen beſte⸗ hen darin, daß der Beklagte dem Bewahrer der Urkunde in der ihm deshalb beſtinmten Siiß den ihm zugefertig⸗ ten Befehl oͤder Beß eid, worin die Herbehſchaffung be⸗ ſagten Brihinals. anbifohten iſß⸗ abſchriftlich zuſtellen laſſe, ohne daß ſeiner Seits etfoderlſch wäre, eine Ausfertigung des beſigten Beſehls oder Beſcheids ab⸗ ilshei 3 696 6) Ord. v. 1737. Lü. 11. Art. 6. (2) Ebendaſ. Art. 1625 43l (3) Ebendaſ. Art. 17. 4) Ebendaſ Arpers. Der zweyte Abſchüjtt dieſes Artikels iſi neue Verordnung, b Von dem Falle/ wö die Ersrterung t.— 225. Iſt die fuͤr unaͤcht ausgegebene urkunbe zur Gerichtsſchreiberey abgeliefert: ſo wird dem Sachwalter des Klägers deshalb eine Rächricht zugefertigt, mit der Auffoderung, daß er ſich bey Aufnahime des Protdcolls einfinden möge; drey Tage nachher wird uͤber die Be⸗ ſchaffenheit der Urkunde ein Protocoll aufgenommen. Hat der Klaͤger die Niederlegung der Urkunde ver⸗ anſtaltet; ſo wird dieſes Protoroll binnen drey Tagen nach erfolgter Riederlegung aufgenommen ſedoch ju⸗ vor der Veklagte aufgefodert, ſich dabey zu ſtelen. 7¹) 226. Iſt anbefohlen, daß die Originalaufſaͤtze bey⸗ gebracht werden ſollen: ſo wird das Protvcoll in den obbeſtimmten Friſten zugleich uͤber die Beſchaffenheit der Originalaufſaͤtze, und der fuͤr unächt ausgegebenen Aus⸗ fertigungen aufgenommen; dem Gerichte ſteht es ſedoch frey, nach Maaßgabe der Umſtaͤnde anzuordnen, daß vor allen Dingen uͤber die Beſchaffenheit, in der ſich erwaͤhnte Ausfertigungen befinden, ein Protocoll gefertigt wer⸗ de, ohne die Beybringung der gedachten Hriginalanfſätz (minutes) abzutvarten, über deren Zuſtand ſolcheufalls ein beſonderes Protocoll abzufaſſen iſt.(2) 227. Im Protocolle muß jede ausgeſtrichne oder ra⸗ dirte*) Stelle, jedes eingeſchobene Wort, jede zwiſchen die Zeilen hineingeſchriebene Zeile und jeder andere Um⸗ ſtand dieſer Art bemerft und beſchriehen werden, Dieſes Protocoll wird vom Commiſſar in Gegenwgrt des kaiſer⸗ lichen Anwalds, des Klaͤgers und des Beklagten, oder der von ihnen mit ſpecieller und offentlich beglaubigter Voll⸗ macht verſehenen Machthaber, gefertigt; die beſagten Ur⸗ kunden und tre werden vom vom (1) Vergl. Ord. v. 1737. it. u. art. 23. (2) Ebendaſ. Art. 2z. ) Anm. Vekanntlich heißt rature bloß Mofer ſondern auch jede weggeſtrichene Stelle Schwan s. v. ratite. E. 8 6 „5 heil. 1I. Buch. Nl. Litel kaiſerlichen Anwalbe, vöm Klahel und dom Beklagten, in ſo fern ſie ſolches können oder wollen, paraphirt; wo nicht, ſo geſchieht dävon Erwühlung Bleibt einer von beyden Theilen außen! ſo witb ern fi imnhehotſam er⸗ klaͤrt, und ur Fertſgunz drs wü geſchrit⸗ ten.(¹) . xec⸗ Citu bey dieſer echtrm des Fal⸗ ſums die Stelle des Klägers verttitt, dder deſſen Sach⸗ walter') kann zu jeder Zeit, wohin Kch dns Verfahren gediehen ſey(en todt Etat de cause), ſich die fur un⸗ aͤcht ausgegebenen Urkunden bey dem Gerichtsſchreiber vorlegen laſſen; jedoch, ohne ſie mit ſich zu nehmen, und ohne daß dadurch ein Verzug veränlaßt werde.(²) 229. In ben naächſten acht Dagen nach Fertigung des Protocolls ſoll der Klaͤger dem Beklagten ſeinc fuͤrs Falſum ſtreitenden Gruͤnde(moyens de faus) zuferti⸗ gen laſſen, wobey die Thatſachen, Umſtaͤnde und Be⸗ weiſe anzugeben ſind, woraus er die Falſchheit oder die Verfälſchung der Urkunde herzuleiten gedenft; thut er dieß nicht: ſokann der Beklagte die Sache zum Verhoͤr hringen, um, wenn es das Sachverhaͤltniß geſtattet, dort das Erkenntniß auszuwirken:; daß Klaͤger ſich an ſeinem Beweiſe des Falſums verſaͤumt habe.(*) 230. Beklagter iſt ſchuldig, binnen acht Tagen, nich erfolgter Zufertigung der Gruͤnde, aus welchen ſein Geg⸗ ner die Falſchheit der Urkunde herleiten will, darauf ſchriftlich zu antworten; wo nicht, ſo kann der Kläger ein in der Sache um bin 310 30 (¹) Hrd. v. 1737. Tit. I. Art. 16. u. 11. xit. II. Art. 25. (2) Ord. von 1737. Lit. II. Att e6. Ord. von 1670. Dit. IX. Art. 10. 6) Ord. von 1737 Fit n. zn. 27. vergl. Ord. v. 1679. Lit. I7. rt. 12. Von dem Falle, wo die Eroͤrterung c. 79 im a17ten Artikel enthaltenen Vorſchriften auf Ver⸗ werfung der Urkunde erkennen zu laſſen(²) n 231. Drey Tage nach dieſer Antwort ſteht es jeder der beyden Partheyen, welche den Fortgang der Sache betreiben will, frey, ein Verhoͤr in der Sache auszubrin⸗ gen. Die zum Beweiſe des Falſums angefuͤhrten Gruͤnde werden, ganz, oder zum Theil, zugelaſſen, oder verworfen; nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde wird zugleich erkannt, daß dieſe Beweisgruͤnde oder einige derſelben entweder bey der Nebeneroͤrterung uͤber das Falſum, in ſo fern einige dieſer Gruͤnde zugelaſſen worden ſind, oder beym Hauptproceſſe zu den Acten genommen werden, und da⸗ bey bleiben ſollen; alles nach Beſchaffenheit dieſer Gruͤnde, und je nachdem es die Umſtaͤnde erheiſchen.*) 232. Im urthel wird dahin erkannt: daß die Gruͤnde, welche zugelaſſen worden ſind, ſowohl durch Ur⸗ kunden, als durch Zeugen, Beklagtem der Gegenbeweis vorbehuͤltlich vor dem Gerichtscommiſſar bewieſen, und die fuͤr falſch ausgegebenen Urkunden von drey Schreib⸗ meiſtern unterſucht werden ſollen, welche im Urthel Amts⸗ wegen ernannt werden muſſen.(S. Art. 197. 237.)(¹) 233. Die fuͤr das Falſum aügefuͤhtten Gruͤnde, wel⸗ che fuͤr ſachdienlich(pertinents) und zuläßlich erkannt worden ſind, muͤſſen im Urthel, da, wo datin auf Be⸗ weis erkannt wird, ausdruͤcklich angezeigt werden; und es iſt in Anſehung anderer Gruͤnde kein Beweis verſtattet; doch iſt den Sachverſtändigen(Schreibmeiſtern) erlaubt, in Beziehung auf das, was ihre Kunſt betrifft, jede ihnen dienlich ſcheinende Bemerkung uͤber die angeblich unaͤchten 1 6) Dieſe Verordunng iß neu⸗ (2) Ord. v. 1737. Lit. II. Art. 29⸗ (6) Angef. Ord. a, g. O. Artt. 30 vergl. Ord. v. 1670. Art. 13. 80 Lheil. 11 vuch. X. Litel. urkunden zu machen; dem Gericht aber bleibt freygeſtellt, daralif nur ſo weit, als es ſüche für erheblich achtet, Räckſicht zu nhüen*5 i 23. Vitd zur bhötlnh ber Zengtu geſchritten: ſo wird dabeh die unten(Art. 262. 269. 270. 271— 2770 fuͤr das Zeugenverhor vorgeſchriebene Form beobachtet; die angsblich falſchen urkunden werden den Zeugen vor⸗ gelegt, und von ihnen, wenn ſi es köunen, oder wollen, parübbiet; thun ſie ſolches nicht, ſo wird es angemerkt. Si zur Vergleichung dienenden, ſo wie die uͤbrigen urkunden, die man den Sachberſtaͤndigen vorzulegen hat, koͤnnen, wenn es der Gerichtscommiſſar fuͤr dienlich er⸗ achtet, alle oder zum Theil den Zeugen vorgelegt werden; in dieſem Falle werden ſie, wie bereits oben vorgeſchrie⸗ ben iſt, von ihnen paraphirt.(2) 235. Legen die Zeugen bey ihrer Ausſage Urkunden vor: ſo bleiben ſolche bey den Acten, nachdem ſie zuvor, ſowohl vom Gerichtscommiſſar, als von gedachten Zeu⸗ gen, paraphirt wodden ſind, dafern letztere ſolches können und wollei. Thun ſie es nicht: ſo wird dieſts angemerkt. Beweiſet dieſe ürkunden die Falſchheit oder Aechtheit der ſtreitigen Handſchriften: ſo werden ſte den uͤbrigen Zeu⸗ gen, welche davon Keuntniß haben, vorgelegt, und auf die ſo eben vorgeſchriebene Art von ihnen paraphirt.(„ 236. Der Beweis durch Schreibmeiſter(comparatio litterarum) wird auf folgende Art gefuͤhrt: 1) die Urkunden, deren man ſich zu Vergleichung der Handſchriften bedienen will, werden, entweber durch Ueber⸗ einkunft der Parthehen, oder vom Richter beſtimmt, wie im ) Brd“ v. 1735. git. I Art“ 37 (2) Angef. Ord. Lit. N Ait⸗ 256— 29. 6) Angef. Ord. a. a. O. Art. 40. Lit. I. Art. ar. vergi. Ord. v. 1670. Tit. VIII. Art. 12. Dufour nouveau Traité de 14 Procs- dure civile T. I. p. 353. Von dem Falle, wo die Erorterung ꝛc. 81 im 200ten Artikel unter dem Titel: von Sroͤrterung der Aechtheit der Handſchriften 5) beſtimmt iſt; 2) den Veſcheid, wodurch der Beweis des Falſums zugelaſſen wurde; die angeblich falſchen urfundenz das uͤber ihre Beſchafſenheit gefertigte Protocoll; den Beſcheid, in welchem die zum Beweiſe des Falſums vorgetragenen Gruͤnde fuͤr zulaßlich erklärt ſind, und auf ein Gutachten der Kunſtverſtaͤndigen erkannt iſt; die zur Vergleichung dienenden Urkunden, wenn deren beygebracht worden ſi ſi nd; das über die Production, dieſer urkunden. aufgenpmmene Protocoll, und das Urthel, durch welcheß ſie fuͤr zulaͤß⸗ lich erklaͤrt worden ſind, werden den Schreibemeiſtern mit⸗ getheilt. Die Schreibemeiſter erwaͤhnen in ihrem Gutach⸗ ten, daß ihnen beſagte Actenſtuͤckt ſämmtlich vorgelegt worden ſind, und beſchreiben die von ihnen vorgenom⸗ mene Pruͤfung, ohne jedoch daruͤber ein Protocoll fertigen zu duͤrfen. Die angeblich falſchen Urkunden werden von ihnen paraphirt. Haben die Zeugen e sſte einige Urkunden beygefuͤgt: ſo kann die Parthey verlangen, und der Ge⸗ richtscommiſſar kann anbtfehlen, daß ſie den Sachverſtän⸗ digen vorgelegt werden ſollen. 3) Im uͤbrigen ſollen bey rwähntem Gutachten die Regeln beobachtet werden, welche unter dem Titel: von Ersrterung der Aechtheit der Handſchrif⸗ ten vorgeſchrieben ſind.(S. ohen Art. a07. 208. 209. 210.)(*) n 237. Wird der Gerichtscommiſſar, oder werden die Sachverſtaͤndigen abgelehnt: ſo iſt nach den im 14ten und arſten Titel gegenwaͤrtigen Buches enthaltenen Vor⸗ (1) Ord, v. 1737. Zit. I. Art. 23. Tit- 1I. Art. 33. 35. 36. 39. 4) Das ganze Verfahren iſt deutlich beſchrieben beym Pelaporte a. a. O. Art. Feriture. E. Civilgerichtsordnung. 11 3. Khell. II. Bhch. Nl. Lite. ſchriften zu verfahren(S unt. u. ff. Art. 383. u. ff. Art. 378.)(¹) 238 Nach heendigtem Ferfahen pirh n mittlſ eines bloßen. Satzes auf Entſcheidung der Sache angetragen. 339. Ergeben ſich aus der Eroͤrterung Anzeigen ei⸗ nes Falſums oder einer Verfälſchung, und iſt der Thäter oder ſind deſſen Mitſchuldige noch am Leben, und die geinliche Ankflage der That iſt nach Maaßgabe des Straf⸗ geſetzbuches noch nicht perjöhrt; ſo ertheilt der Prä⸗ ſident wider den Angeſchuldigten den Befehl, daß der⸗ ſelbe vorgefuͤhrt(amené) werden ſolle, und vertritt in dieſer Hinſicht die Stelle eines richterlichen Policeybe⸗ amten. 42 40. In den in ſvorſehenen Artit angegebenen Falle bleibt das Erkenntniß in der Civuſache ſo lange ausgeſetzt, bis uͤber das Verbrechen des Falſums recht⸗ lich erkannt iſt. 241. Hat das Gericht, in ſeiuem uber den Beweis des Falſums geſpr ochenen urthel, dahin erkannt, daß die fur falſch erflaͤnten Urkunden zerriſſen, oder gauz, oder zum Theile durchſtrichen, oder auch abgeaͤndert, oder in ihren vori⸗ gen Zuſtand wieder hergeſtellt werden ſollen; ſo bleibt die Vollſtreckung des Urthels in dieſem Stücke ſo lange aus⸗ geſetzt, bis die Friſt abgelaufen iſt, inerhalb deren der Verurtheilte das Rechtswittit der Appellation, der Wie⸗ dereinſetzung in den vorigen Stand(reguste ejxile) oder der Caſſation einzuwenden berechtigt iſt oder bis er 0 Die Sacberſiundigen können 4lis eben den Grülden vetworfen werden, aus welchen die Seugen(S. unten Art 310. und der Gerichtöcommiſſar aus eben dem Grunde, aus welchem ſonſt an⸗ dre Richter(S. unt. Art. 378) verwerſich ſind. 5 Ord. p. 1737. ir Au. Art,„4. Ueber Perjähtung der Verbre⸗ chen ſ. Geſ. v 3. Brhinaire des 1V. Jahres(Code des delits es des peines) Art. 9. 10. * Das Formular dazu ſ. b. peh⸗ Art. Requste civile. E. Von dem Falle, ibö die Erotterung ꝛc. 53 formlich und gultiger Weiſe erklaͤrt hat, daß er ſi bem Urthel unterwerfe. 5 242. Was vieſenigen ürkunden vetrift/ u von den Parthehen oder Zeuhen behgeblacht oder votgelegt worden ſind, ſo wird wegen ihrer Zuruͤckgabe in dem we⸗ gen des Falſums ertheilten Zwiſchenurthel das nöthige erkannt, welches ſelbſt in Anſehung der fuͤr unaͤcht aus⸗ gegebenen urkundei geſchehen kann, ſobald diefelben ſicht dafür erkannt worsen ſind? in Anſehung derſenigen Ur⸗ kunden aber, die ſich in offetlicher Verwahrung befunben haben, ſoll dahin erkannt werden, daß ſie entweber denſe⸗ nigen, welchen ihre Verwahrung anvertraut iſt, zuruͤckge⸗ geben, oder auf die Gerichtswegen vorgeſchriebene Art durch den Gerichtsſchreiber zuruͤckgeſendet werden ſollen; und zwar ſoll dieß geſchehen, vhne daß über die Zurück⸗ gabe der Urkuͤnden ein beſonderes Urthel geſprochen werde; doch kann dieſe Zuruͤckgabe nicht eher erfolgen, als bis nach Ablauf der im vorhergehenden en Friſt.(2) 4 243. Während dieſet Friſt ſolt bie Zutückgabe d zur Vergleichung dienenden Hanbſchriften oder andern Urkunden ausgeſetzt bleiben; ausgenommen, wenn auf ſchriftliches Anſüchen der Verwahrer erwähnter Hanb⸗ ſchriften oder der Partheyen, die ein Intereſſe dabey hät⸗ ten, darauf anzuttägen, Gerichtswegen ein Auberes an⸗ befohlen iſt.(2) 5 244. Den Gerichtsſchreibern wird hiermit auferlegt, daß ſie ſich nach vorſtehenden Artikeln, ſoweit ſolche ſie angehen, genau zu richten haben; und zwar bey Strafe (1) Ord. v. 1737. pothier rreiis Sur 1a Procé dure civile P. V. ch* Ordn bon 7 Ark. 6r. 62. 6 2 (2) Angef. Ord. a. a. D. Art. 63 (3) Ebendaſ. Art. 67. 64 1. Theil. II. Buch. Rl, Titel. der Suspenſton und einer Geldbuße, die nicht unter hun⸗ dert Franken betragen darf, ſo wie des den Partheyen zu leiſtenden Schadenerſatzes, ja, wenn der Fall ſich dazu eignet, ſummariſcher Unterſuchung. 6) Während gedachte Urkunden in der Gerichts⸗ ſchreiberey liegen, darf kein Gerichtsſthreiber von den an⸗ geblich unaͤchten Urkunden eine Abſchrift oder Ausferti⸗ gung geben, außer kraft eines Beſcheides. Was die Ur⸗ kunden, deren Driginale oder Originalconcepte in der Gerichtsſchreiberey niedergelegt worden ſind, und na⸗ mentlich die Buͤcher anlangt, in welche ſolche Urkunden eingetragen ſind, die nicht fuͤr unaͤcht ausgegeben werden; ſo kann der Gerichtsſchreiber den dazu berechtigten Par⸗ theyen, wenn ſie es verlangen, Ausfertigungen davon mit⸗ thellen; doch darf er dafuͤr keine hoöhern Gebuͤhren fo⸗ dern, als die Verwahrer gedachter Originalurkunden, oder Driginalconcepte zu fodern berechtigt ſind; und zwar ſoll dieſem Artikel, bey Vermeidung der in vorigem Artikel angedrohten Strafen, nachgegangen webden. Sind von den Verwahrern gedachter Originalconcepte, nach Muaßgabe des 20zten Artikels im Titel: von Er⸗ örterung ver Aechtheit der Handſchriften, Aus⸗ fertigungen gemacht worden, welche die Stelle der Original⸗ aufſätze vertreten follen: ſo können dergleichen Urkunden nur von erwähnten Vetwahrenn ausgefertigt werden 42) 246. Wenn der, welcher bey Erörterung des Fal⸗ ſunfs den Klaͤger macht*)(in dieſein Punkte) den Pro⸗ c) drd. ovn 1737 2i. 1. Art 6s. Doch war hier bloß elue witltührtiche Strale gngeprohhnn pi15 (2) Ebendaſ. Art. 69. *) Es verſteht ſich von ſelbſt, daß dieſer im Hanptproceſſe Ve⸗ klagter ſeyn kann, daher ich die Worte Kläger und Veklagter in dieſem Kapitel, ſoweit ſie ſich auf die lnscription en faux beziehen, nur im unvermeidlichen Falle gebraucht und oft lie⸗ ber umſchrieben habe. E. „ Von dem Falle, wo die Eroͤrterung c. 85 ceß verliert: ſo wird er zu einer Geldbuße bie nicht un⸗ ter hundert Franken betragen darf, und zu einem nißmaͤßigen Schadenerſatze veruntheilt.(1)„ 247. Dieſe Strafe iſt auf alle Faͤlle verwirkt, ſobalb das Erbieten zum Erweiſe des Falſums in der Gerichts⸗ ſchreiberey erfolgt, und die Klage dießfalls zugelaſſen iſtz es mag nun der, welcher dabey den Klaͤger macht, die Klage freywillig fallen kaſſen, oder verlieren; oder der Proceß(die Klage) wegen ermangelnder hinlaͤnglicher Gruͤnde und Beweismittel, oder von Seiten des Klaͤgers unterlaſſener Beobachtung der vorbeſchriebenen Friſten und Formalitaͤten, fuͤr unſtatthaft erkannt werden. Und zwar ſoll dieß Statt haben, wie auch immer das Er⸗ tenntniß lauten mag, ſelbſt wenn darin auf die Geldbußie gar nicht erkannt waͤre; ja, dieß Alles ſoll auch ſelbſt dann gelten, wenn der Klaͤger ſich erboͤte, wegen des Falſums einen Criminalproceß zu veranlaſſen, und ſolchen fortzuſtellen. 62) 248. Die Geldbuße iſt gen nicht ucneit⸗ wenn die fuͤr falſch ausgegebene Urtunde, bden eine von meh⸗ rern ganz oder zum Theil fuͤr unuͤcht, oder in dieſer Sache fuͤr unzuläßlich erklaͤrt; ſo wie auch dann, wenn die Klage auf Erweis des Salſums verworfen worden iſt; welcher Ausdrücke ſich auch immer die Richter be⸗ dient haben mögen, um Klage zu oder ſie nicht zu beruͤckſichtigen. 0) 249. Ueber den Incidentpunkt des vorgiſchühten Fal⸗ ſums kann kein Vergleich vollzogen werden, wenn er nicht gerichtlich beſtuͤtigt, zuvor aber dem Generalprocurator oder kaiſerlichen Anwalde(ministerè pübllc) mitgetheilt 6 Ord v. 17370 Zit. m At 49 (2) Ebendaf. Art. 30. (3) Ebendaſ. Art. S1. 85 1. Theil. 11. Bich Kil. Litel. worben iſt, welchem es fiſtht, dißſans die ihm nöchig ſcheinenden Regüiſſtoralieh 5 zu i 4 250. Bem, wilcher auf Erstterung b s Füſu mus imn Civilprpeeſſe angetragen hat, ſteht frey⸗ dieſes Sei halber eine beſondere Geinliche) Anklage beh der Crimi⸗ nalbehsthe azubringen. In dieſem Falle bleibt die Ent⸗ ſcheſbung der Eivilſache einſtweilen ausgeſetzt das Ge⸗ richt mößte donn finden, der Prbceß könne, ohne Ruͤck⸗ ſicht guf die fuͤr unaͤcht ausgegebene pufunde, entſchiden werdin. 251. Auf das Verfahren uͤber die Civilerörterung des Falſums kann weder irgend ein Jaterlocut noch End⸗ urthel gſproche werden, ohne vorher den Antrag der Staatsbehöede(ministere publich abzuwarten. 5 Zwoͤlfter Titel. Vom anann rphſe ²) 1911 100 5an 292 ait chunize, zu biten Beweis eine der Partheyen gelaſſen zu werden verlangt, ſind in einem bloßen mit einem Geſuch(eonlisiot etitun) verſehe⸗ nen Satze, ohne weitere ſchriftliche Verhandlung oder angebrachtes Biſchelben irtiswſt krzlich vetit⸗ tragen. 5 (¹) Ord⸗ v. 17376 Lit. H. Art. 52. S⸗ Civilgeſebb. Art. 2036. und bey dieſem Artikel Dufour, sources ou toutes les Dispositions du C. civ. ont Eté Puisées. 6 62) Ebendaſ. Art. 60. 67 Ebenduſ. Art. 62. qn i p Dei erfoderlichen Falls ii⸗ iiinsuntetiuchi zu veran⸗ läſſen, damit der Falſarins durch den der verwirk⸗ ten Strafe nicht entgehen moͤge. E. ¹) ueber die ganze in dieſem Litel vorgeſchriebene Verhandlung ſ. die Formulare beym Pelaporte Art. Enquéte. E. Pom Zeugenberhoͤr, 87 Sie muͤſſen gleichfalls in einem bloßen Satze binnen drey Tagen entwedet verneint oder eingeräumt werden; widrigenfalls ſi ſind je für gſtanheß ber zugegeben Ju 253. Sind die Lhaeſuchen weckſeniſch,t unb hit der Gegentheil ſie geleugnet: ſo iſ auf deren Beweis(durch Zeugen), dafern ihn kein Geſetz fur unzuläßlich erklaͤrt, Rapol Civilgeſetzb · Art. 340. 335 342. 1341 133*0 zu erkenuen.. 254. Das Gericht tain auch, 3 weit W durch kein Geſetz verboten iſt, Amtswegen auf(Zeugen⸗) Beweis der Thatſachen erkennen, die es füͤr beweisdienlich er⸗ achtet. 25. Das Urthel, in welchem auf Beweis ettanut wird, muß: 1) die zu beweiſenden Thatſachen; 2) die Ernennung des Richters, vor dem die Zeugen abgehort werden ſollen, enthalten. Sind die Zeugen zu weit entfernt, ſo kann darauf erkaunt werden, daß das Zeugenverhoͤr vor einem von dem dießfalls benannten Gerichte hierzu erwaͤhlten Ge⸗ richtscommiſſar erfolgen ſolle.( 256. Dem Gegentheile iſt der eeee rechtlich vorbehalten. Der Beweis des Klaͤgers und der Gegen⸗ beweis ſind in den durch nachſtehende Artikel beſtimmten Friſten anzutreten und zu vollenden. (¹) Die hieher gehörige Verordnung der Ordonm v. 1667. Lit. XX. Art war geſchöpft aus der Ord. v. Villers⸗Cotterets v. 1539. Art. 42— 44. Der zweyte Theit des Arrikels iſt neu. () L. a1. G. de Probatt.(IV. 19.) Die Fähe nin avelchen der Zeugenbeweis nicht erlaubt iſt, findet man in Pap⸗ Sicgeſeßb⸗ Art. 340, 335. 342. 3 1352. Nach dem 418 Litel der Btdölwonm 1667) iſt der Zougelbewels zumewigen Ge⸗ dächtniß Cenquétes d'examen 2— in und gitt auch jett in Frankreich nicht. 3) Ordonn. von 1667. Lit, XXII. A. 1. 2. Ordonn. de Blois de Art. 163. . * 3 5 5 27. Wird das— an demſelben Orte, wo das urchel geſprochtn iſt, oder in einer Entfernung von nicht mehr als 3 Vyriamett. gehalten; ſo muß es binnen, acht— von dem Fage drr an den Sach⸗ walter erſolgten itigins an gerechnet ungefangen, werden; iſt das urthel wider eine Parthep geſprochen⸗ welche keinen Sachwalter hatte⸗ ſo beginnt die Friſt mit dem Tage der an die Parthey in Perſyn oder an ihrem Wehnorte erfolgten zufertigung. ii i bey Eieß der Richtigktit. Iſt wider das Urthel ein Rechtsmittel(opposition) verſtattet(S. oben Art. 165.), ſo beginnt die Friſt von dem Tage an, da die zur Limwendunz des Rechtsmittels geſiatteten Friſten abgelaufen ſind.(1) a58. Muß das Zeugenverhor in einer weitern Ent⸗ fernung gehalten werden; ſo wird die Friſt, binnen wel⸗ cher der Anfang damit gemgcht werden ſou⸗ im Urthel beſtimmt.„ 89. Das Zejgenerhr wird in Anſhing einer jeden Parthey, ſo viel ſie betrifft, durch die, von ihr beym Ge⸗ richtscommiſſar ausgewirkte Verordnung, fuͤr eroͤffnet ge⸗ achtet, mittelſt dexen die Zengen vorgeladen werden, auf den beſtimmten Tag und zur feſtgeſetzten Stunde zu erſcheinen. Dem zu Folge erßfinet der Sprichtscommiſſar je⸗ des der Protocolle damit daß, er. des bey ihm ange⸗ brachten Geſuches und der von iön darauf erlaſſenen Verordnung gedenkt.(*) 260. Den Zeugen werden die Ladungen in Perſon oder an ihrem— nftt Diejenigen, welche 1 Whalt 60 Ord. a. a. O. Ant. Ludwig Nr von 616 Franz1 v 1339. Art. 32. Carl IX. v. 1563. Art. 2. Ord. Heinrich zn. Blois 1379. Art. 155. 1. 13. 6. de iud, QII. 1) (2) Ord. v. 1667. Tit. XXII. Art. 5. Vom Zeugenvethör. 89 innerhalb dreyer Myrianieter von dem Orte, wo das Zeu⸗ gerverhör erfolgt, wohnhaft ſind, muͤſſen wenigſtens einen Tag vor der Abhsrung vorgtladen werden; bey denen, welche in einer weitern Entfernung wohnen, wird auf jede drey Myriameter Ein Tag hinzugeſetzt. Jedem Zeugen wird das, worauf im Urthel erkannt iſt, jedoch nur der⸗ jenige Theil, welcher die Umſtande betrifft, deren Beweis zugelaſſen wird, ſo wie der Befehl des Gerichtscommiſ⸗ ſars, in Abſchrift zugeſtellt; und zwar dieß Ales bey Strafe der Nullitaͤt der Ausſagen derjenigen Zeugen, in Anſehung welcher die obbeſtimmten Formalitaten nicht beobachtet worden ſind.*)(*) 261. Dem Gegentheile muß die Ladung zum Erſchei⸗ nen beym Zeugenverhoͤr am Wohnorte ſeines Sachwal⸗ ters, wenn er einen beſtellt hat, außerdem aber, an ſtinem eigenen Wohnorte eingehaͤndigt werden; und zwar wenig⸗ ſtens drey Tage vor dem Zeugenverhor; auch müſſen ihm die Namen, das Gewerbe, und der Wohnort ſenes Zeu⸗ gen, welcher wider ihn producirt werden ſoll, angezeigt werden; und zwar dieß alles, wie oben, beh Straft der Richtigkeit.(S. u Art. 258)(2) 262. Die Zeugen werden jeder füt ſich beſonbers ab⸗ gehoͤrt; und zwar entweder in— der Partheyen, oder in deren Abweſenheit. Jeder Zeuge zeigt, ehe er abgehoͤrk wird, an: ſeine Namen, Gewerbe, Altir und Wohübrt; ob und in welchem Grade er mit einem der ſtreitenden Theile verwandt oder verſchwaͤgert ſey; ob er bey einem von ihnen im Solde oder in Dienſten ſtehe. Sodann legt er den Eid ab, daß (1) Ord. v. 1667. Tit. XXII. Art. 7. (2) Ebendaſ. Art. 7, Abſchn. 2. Geſetz von 3. Brumaire J. IW. (Code des delits et des peines) Art. 346. *) Die Gruͤnde dieſer Formalitaͤt leuchten mir nicht ein. E. Civilgerichtsordnung. 12 90 I. Theil⸗“ IMucht Kl. Titel. er die Wahrheit ſagen wolle. Dieß alles iſt/ bey— der Nichtigkeit, zu beobachten(fhnis un aphg 2ö3.Bleibt einerndrb eugeh nußtn innſo wird 6 durch einen Brſcheiddes⸗Gerichtstummiſſars j der; unge⸗ achtet aller Oppoſition oder Appellation, wollſtreckbar iſt, zu Bezahlung einer Summe verurtheilt, die nicht unter zehn Franken betragen darf, und dem Gegentheile als Schadenerſatz bezahlt wird. Ueberdieß kann er in eben dieſem Beſcheider in eine Geldbuße verustheilt werden, welche jedoch die Snt von SBrt Suanber— ſteigen darf. Die augengeieha zenpeß wn goſtn nochmals vorgeladen 62) 1301 b 6. Bleiben die wieder geügn 3 mals außen, ſo werden ſie zu einer Geldbuße von hun⸗ dert Franken verurtheilt, welche durch Gefaͤngnißzwang von ihnen beygetrieben werden kann; ja der Gerichts⸗ commiſſar kaun ſogar darauf erkennen, daß ſie(mit Ge⸗ walt i werden. ca- menerh 67hond nſb nn 1 265. 6 der Zenge bey, daß er a Tage nicht habe erſcheinen koͤnnen: ſo wird er, nach er⸗ ſtatteter Ausſage, durch den Gerichtscommiſſar von der Geldbuße und den Koſten der Wiedervorladung wiedet freÿ geſprochnmnup ploſm c mpusg o gu n6 266. Bringt der Zenge bey ieslſey dhuummglich ſich am beſtimmten Cage einzüfindenz ſo vepſtattet der Gerichtscommiſſar ihm eine hinreichende Friſt, welche je⸗ doch die fuͤr den Zeugenbeweis anberaumte Friſt nicht berſchreiten darf; oder er verfügt ſch ſeloſ an Ort unb () Ord. von 1667. 2i XRII. ar. xihicfnta. Ord. Ludwig XII. v ra98Art 4 Frgnzrhb. 43350 Kap. VII. Art. 5 und 14. Heinrichs Iil. von 1679. Art. 203. 1. C. de teéstt(W. gol) 1. 62. Xe de restt⸗ She 3*5 (a) Ord. v. 1665. n. d. o1 r 9. (3) Ebendaſ. Art. S- Voin Zeuginverhoͤr. 91 Stelle, um die Zeugenausſage aufzunehmen.( 3) Befindet ſich der Zeuge an einem entlegenen Orte, ſo verweiſt der Gerichtscommiſſar wdeſſen Abhorung an den Präſidenten des Gerichts, mter welches ditſer Drt gehort, und letzte⸗ rer hört ven Zeugen ab, oder üͤbertragt ſolches einem Richter. Der Actuar dieſes Gerichts laͤßt ſogleich das Driginalconcept des Protocolls an die Expedition des Gerichtes gelangen, bey! welchem der Proceß anhaͤn⸗ gig iſtt ihm blerbt vorbehalten, wider die Parthey⸗ nuf deren Anſuchen der Zeuge abgehoͤrt worden iſt, einen Huͤlfsbefehl wegen der Keſten auszubringen. 267. Koͤnnen die Zeugen nicht alle am angeſetzten Tage abgehoͤrt werden, ſo verſchiebt der Richter die fer⸗ nere Abhörung auft einen beſtimmten Tag ünd auf eine gewiſſe Stundez doch ſind weder die Zeugen, noch! die Parthey, wenn ſie auch nicht erſchienen aufs neue vorzuladen.(²) z6 g. Niemand kann als Zeuge vorgeladen— wenn er mit einem der ſtreitenden Theile in gerader Linie verwandt oder verſchwaͤgert, oder deſſen Ehegatte iſt, wei⸗ ches letztere auch von geſchiedenen Ehegatten gilt 6²) 269. In dem uber ein Zeugenwerhoͤr aufgenomine⸗ nen Protocolle muͤſſen, bey Strafe der Rullitaͤt, Tag und Stunde, das Erſcheinen/ oder Ausbleiben der Pat⸗ theyen und der Zeugen, die erfolgte Inſinuation der Vor⸗ ladungen und der Umſtand bemerkt ſeyn, daß das Zeugen⸗ verhor auf einen andern Tag und auf eine andere Stu ude ( Wenn der, welcher vor dem Richter„ erſönlich zu erſcheinen ſchul⸗ dig ii, Krankheitshalber oder ſonſt ücht erſcheinen kann, und durch Jemand andern dieſés melden läßr ſo heißt dirſe Handtung cxoiner.(Exoines heißen pt ale Seſ legitima . imyedimenta). 6) Hip. v. 16671 xit. XXIF. aut 22. 6) Dieß ſind die zum Zeugniß ganz unzuläßichen Verwantten: di⸗ als Zeugen verdächtigen ſind Art. 283. angegeben. — keit des Zeugen S. unten Art a83.) muͤſſen von der Par⸗ gen muͤſſen, unter Anfuͤhrung beſtimmter, zur Sache ge⸗ horiger Umſtaͤnde, micht in ſchwankenden und allgemeinen ausgeſetzt worden ſey: dafern ſetzteres wirklich erfolgt iſt, und zwar bey Strafe der Rullitaͤtt(S. u. Art. an5)(¹) 27 Die Einwendungen(gegen die Glaubwürdig⸗ they oder von deren Sachwalter vor der Abhörung des Zeugens vorgebracht werden; dieſer iſt ſeiner Seits ver⸗ bunden, ſich uͤber dieſelben zu erklaͤren. Dieſe Einwendun⸗ Ausdruͤcken, vorgetragen werden. Die Einwendungen ſind, nebſt dem, was der Zeuge deshalb— im riwen colle anzumerken. C2) rnhn Der Zenge nuß antworten, vaß ihm hie⸗ bey weyſtattet iſt, einen ſchriftlichen Entwurf abzu⸗ leſen. Seine Ausſage iſt im Protocolle aufzuzeichnen; ſie iſt ihm vorzuleſen, und er muß befragt werden, ob er dabey beharre; alles bey Strafe der Rullitaͤt. Auch muß man ihn fragen, ob er Sebbantahahben dengt S. u. Art. 377.) 03) 27 2 Dem— ſteht frey, 6„n Vorleſung ſei⸗ ner Ausſage die ihm beliebigen Abaͤnderungen und Zu⸗ ſaͤtze zu machen. Dieſe ſind am Schluſſe oder am Rande ſeiner Ausſage aufzuzeichnen, und ihm, gleich der Ausſage, vorzuleſen. Daßi ſolches geſchehen ſey, muß an⸗ gemerkt werden; und— bey Straſe der Richtigkeit. C7 N puß 6 ſ0 e (¹) Ord. v. 166.— xxn ker 22. 2 Gid. d. ä. B. Art. 27.(Bornier ad h. 1.) vergl. Ordonnans — VI. Art! 34 u99. Carl VII 9. 1493. Art. 12. Franz 1. o 1628. Cap. VII. Axt⸗ 18. Faßn VII. Art. 10. Heintichs II. v. 1588. (3) Brd. v01665] f. 418 det. 45. 1 26. Im 17. Art. dieſes Ditels der Hrd iſ vorgaſchyi iebennndaß, auch alle Nebenumſtände, die der Zöuge bey ſeiner Ausſage angiebt, zu Protocol genom⸗ men werden muſſen c 35. X. de teltt(II. 20) (4) Angef. Ord a. a. O. Art 1 W Vom Zeugenberhoͤr. 93 273. Der Gerichtstommiſſar kann entweder von Amtswegen, oder auf Verlaͤngen der Partheyen, oder einer derſelben dieſenigen Fragen an“ den Zeugen thun, welche er zur Erlaͤuterung der Ausſüge deſſelben fuͤr erfoberlich haͤlt. Sind dem Zeugen ſeine Antworten vorgeleſen wor⸗ den, ſo unterzeichnet er dieſelben. Will öder kann er dieß nicht thun, ſo wird ſolches angemerkt; ſie werden gleich⸗ falls von dem Richter und dem Gerichtöſchreiber unter⸗ zeichnet; und zwar dieß alles bey—. der e QArt 276) 274. Die Ausſagen des Zeugen, ſo wie die von ihm etwa gemachten Veraͤnderungen und Zuſaͤtze, werden von ihm, dem Richter und dem Gerichtsſchreiber unterzeich⸗ net. Will oder kam der Zeuge nicht unterſchreiben: ſo wird dieß im Protocolle erwaͤhntz alles bey Strafe der Rullitaͤt. Eben ſo wird auch angemerkt, ob er Zeu⸗ gengebuͤhren verlangt, oder ſolche ausgeſchlagen habe.(¹) 275. In den Protocollen iſt ausdruͤcklich zu erwaͤhnen, daß die in vorſtehenden 261. 262. 269. 270. 35f. 272. 273 u. 274 Artikeln vorgoſchriebenen Formälitaͤten beob⸗ achtet worden ſind. Sie muͤſſen am Schluſſe bom Richter und Gerichtsſchreiber, und von den Partheyen) wenn letz⸗ tere es wollen oder können, unterſchrieben werden; wei⸗ gern ſie ſich deſſen, ſo wird———— bey Strafe der Richtigkeith ann 276. Die Parthey darf den weder in ſeiner Ausſage unterbrechen, noch ihm unmittelbar eine Frage vorlegen; ſondern ſie iſt ſchuldig, ſich deshalb an den Gerichtscommiſſar zu wenden; und zwar dieß alles bey einer Geldbuße von zehn Franken. Bey wiederhylter Uebertretung wird die Strafe er⸗ hoöht, ja die Parthey kann dann ſogar vöm Zeugenverhoͤr entfernt werden. Auf dieſe Strafen erkennt Gerichts⸗ commiſſar. Seine deshalb ertheilten Beſcheide ſind der () Ord. v. 1667. Zit. KXII. Art. 18. 19. dawider eingewandten Appellation oder Oppoſition achtet, polliſireckbar/6St oben Artn 3y) pen 277. Verlangtuder Genges Zrugengebuͤhren, zp wird der Betras derſelben auf der“ Abſchrift) der Vorladung vomn Gerichtẽtommiſſar beſtinimt; und dieß hut mit einem Huͤlfsbefehlesgleiche Wirkung. Der Nichter— — Betrag in ſeinem Protocolle. C¹) a7 Das Zeugenverhor muß in nſhn ubypi por theyenLia ſpafernoim Brſcheide, in welchem darauf erkanntswurde, nicht eine laͤngeve Friſt anberaumt iſt, beh Strafe der Rullitaͤt, in Zeit von acht Tagen, von Ab⸗ horung der erſten———— n⸗(i ßd„tn b E y9. iu ſe eine der pn vizine zur— des Zeugenverhoͤrs beſtimmten Friſt) um Verlaͤngerung an, ſo kann das Gericht ſie verſtatken.(²) 28o. Das Geſuch um Verlaͤngerung wird beym Protocoll des Gerichtscommiſſars angebracht, und, auf den an dem deshalb in ſeinem Protocolle hierzu angeſetz⸗ ten Tage gehaltenen Vortrag/ bewilligty ohne daß, weni die Partheyen ſelbſt voder durch ihre Sachwalter erſchie⸗ nen ſind, deshalb eine Auffoderung oder Provocation (avenir ſ. o. Art. 79.) erfoderlich wäre. Es darf aber, bey Strafe der Richtigkeit,— als Eine Verlän⸗ gerung geſtattet werden 04) unnn n6 4 0 281. Wenn neine genchenlchn als fünf Rhe uͤber eine und dieſelbe Thatſache abhören laͤßt, ſo kann ſie nur wegen fuͤnf, nicht aber wegen—— Koſtenerſatz verlangen.(*) 607 0 60 Ord. v 1667. Lit⸗ XMir„r 8 12 (2) ctendaft Art. a*5 5 ) Ebenbät. 3 (4) Ebendaſ. Art. 2. jnte ad h.. 397 6) In der Ordynn. v. 1667. Lit, XRXl. Art. 21. warenh ſo wie in den äſtern Geſehen, dießfalls 10 Zeugen verſiattet; dieſes iſt nhier bittig eingeſchränkt nach 101. im F D. de test.(XX. 6.) Vom Ztugtnokthoͤr!* 95 282. Nach erſtatteter Zeugenausſage wird keine Ein⸗ rede gegen den Zeugen mehrszugelaſſen, wenn ſie nicht durch ſchriftliche Beweiſe dargethan wird(¹) a83. Die Glaubwürdigkeit der Zeugen kann dann beſteitten werden, wenn ſie Verwandte oder Vroſchwägerte der einen oder der andern Parthey bis mit Einſchluß des Grades der zweyten Geſchwiſterkinder, Verwandte und Venſchwaͤgerte der Ehegatten in eben dieſem Brade ſind, dafern entweder der Ehegatte ſelbſt noch lebt, oder dit Parthey oder der Zauge von demſelben noch kebende Kin⸗ der hat. Iſi der Chegatte verſtorben, ohne Descendenten zu hinterlaſſen, ſo kann man nur deſſen Verwandte und Verſchwaͤgerte in gerader Linie, deſſen Bruͤder) und Schwaͤger, Schweſtern und Schwaͤgerinnen/ für tig erklaͤren. Auch kann man gegen die Ginubwürdigkeit emnes an⸗ gegebenen Zeugens Einwendungen machen, wenn Lerſelbe praͤſumtiver Erbe oder Legatar der Parthey iſt, die ihn zum Zeugen angegeben hat; wenn er ſeit Ertheilung des Beſcheids, in welchem auf Zeugenbelweis erkanut iſt, mit der Parthey und auf deren Koſten getrunken oder gegeſ⸗ ſen hat; wenn er uͤber Umſtaͤnde, welche auf den Proceß Beziehung haben, ſchriftliche Zeugniſſe(Attrſtate) ausge⸗ ſtellt hat; wenn er im Solde oder in Dienſten der Par⸗ they ſteht, die ihn benannte; wennigegen ihn, eines Ver⸗ brechens halber, die Auklage angenommenz wenn er zu einer Leibes⸗oder entehrenden Strafe, oder wegen eines Diebſtahls auch nur zu einer policeymaͤßigen Jächtigung verurtheilt worden iſt.(²) (¹) Ord. v. 1670. Lit. XN At. 15 46.— Repscle chtißdn aue Arten der Einwendungen gegen die Glaubwürdigfeit der Zehgen ſowohl die ihre Perſonen betreffenden(reproches dg fait), als dieienigen, die ſich aus ihrer Ausſage ergeben(reproches de droit).. 2 1 n61 6 ) u den 1. 3. P. de test. aufgozühlten roproches de fdit ge hören vach Franzöſiſchem Rechte noch ſechſe: wenn zwiſchen den Zeu— gen thid der Parthey ein Proteß'wowhltet; wenn er gis Richter 96 I. Theil. II. Buch KII. Titel. 24. Der Zeuge ſoll, der gegen ihn vorgebrachten Einweudungen ungeachtet, zu Ablegung ſeines Zeugniſſe gelaſſen werden.(S. unten Art no1.) as Wer das funfzehnte Jahr ſeines Alters noch nicht zuruͤckgelegt hat; kann als Zeuge abgehört werden⸗ doch nimmt man auf deſſen Ausſage nur ſo viel Ruͤck⸗ ſicht, als, nach vernünftigem Ermeſſen, geſchehen kann. a86. Nach Ablauf des zum Zeugenbeweiſe feſtgeſetz⸗ ten Termins, laͤßt die Parthey, welche die Sache am eifrigſten betreibt, die Abſchrift der Protocolle dem gegen⸗ ſeitigen Sachwalter zufertigen, und ſucht durch einen blo⸗ ßen Satz um das Verhoͤr an.(¹) 6 267. Ueber die Einwendungen gegen die Glaubwür digkeit der, Zeugen wird ſummariſch entſchieden.(Art. 4050(²) 288. Iſt jedoch die Hauptſache zur Entſcheidung reif, ſo kann uͤber alles in einem und demſelben Urthel erkannt werden.(²) nwnd oder Wohmächkgter der Parthey, die ſich auf ihn be⸗ ieht, geworden iſt; wenn er keinen Begriff von den ſtreitigen Chatfachen hat; wenn er in ſeiner eignen Sache zeugt; wenn er während der Erſtattung der Ausſagen betrunken war, wenn er endlich nicht vorgeladen war, ſondern ſich freywillig zum Zeug⸗ niſſe erboten hatte Die wreproches de droit ſind enthalten in der 1. 2. D, de testt. 1. 9. D. et 1. 1 C. eod. GV. 20.) 1. 3. S. 1 D. eod wozu ſoch kömmt, wenn er den Grund ſeiner WViſſenſchaft hirht anzugehen welt. 0 Auh die Ordonn, v 1667 enthält Lit. XXII. Art. 2. und Lit. XKIII. Art 2. mehtete Urſachen der Verwerflichkeit der Zeu⸗ gen, ſchreibt aber vor, daß ſie durch ſchrift iche Beweiſe dargelegt ſeyn müſſen. Daß ſelbſt die Verwandtſchaft und Schwägerſchaft bis zu dem Grade der Geſchwiſterkinder, die präſumtiven Erben der Parthey, oder die vonrihr Geſchenke empfangen haben, der, weicher bey der Parthey(nicht bloß vehm dritten, nicht bloß auf deren Koſten) ſeit Publication, in welchem auf Zeugenbeweis erkannt iſt, gegeſſen und getrunken hat, und der, weicher ein Atteſtat in der Sache Asdeſielit hat, vervächtige Zeugen ſeyn ſollen, iſt neu, war aber vorher größtentheiß Gerichtsbrauch⸗ (¹) Vergl. Otd. v. 1667. it KXII. Art. 27.. (2) Ebendaf Lit. XXIII. Art. 8 (3) Veral. Ord, Ebendaſ. Art. 3. Vom Zeugehvechör. 2 1 97 2s9. Sind die gegen die Zeugen vor ihrer Ausſage vorgebrachten Einreden micht durch ſchriftliche Beweiſe unterſtuͤtzt: ſo iſt die Parthey verbundeh, ſich deshalb zum Beweiſe zu erbieten, und Zeugen zu benennen; widrigen⸗ falls wird ſie damit nicht weiter zugelaſſen; doch bleibt dem Zeugen, wider welchen die Einwendungen vorge⸗ bracht worden ſind, vorbehalten, deshalb gebuͤhrende Ge⸗ nugthuung und Schadenerſatz zu fodern. de 290. Hat der Beweis Statt, ſo wird barauf Ge⸗ richtswegen, unter Vorbehalt des Gegenbeweiſes(Art. 2360), erkannt, und er wird in der unten(Art. 307.) ſuͤr die ſummari⸗ ſchen Zeugenverhoͤre beſtimmten Form gefuͤhrt. Dabey wird keine andere Einwendung gegen die Zeugen zugelaſ⸗ ſen, als die, welche durch ſchriftliche Beweiſe unter⸗ ſtuͤtzt iſt. 291. Werden die Einwendungen zuläßlich befunden, ſo wird die Ausſage des Zeügen, wider welchen ſi ſie vor⸗ gebracht ſind, nicht geleſen.(*) 292. Iſt das Zeugenverhor oder die Ausſage eines Zeugen wegen eines Verſehens des Gerichtscommiſſars fuͤr unguͤltig erklärt worden: ſo wird auf deſſen Koſten aufs neue dazu geſchritten. Die Friſten des neuen Be⸗ weisverfahrens, oder des abermaligen Zeugenberhörs lau⸗ fen vom Tage der Zufertigung des Urthels, in welchem darauf erkannt worden iſt. Der Parthey iſt erlaubt, dieſelben Zeugen wieder abhoren zu laſſen, und können einige derſelben nicht wieder abgehoͤrt werden: ſo hat das Gericht auf ihr beym erſten Verhoͤr abgelegtes Zengniß billige Ruͤckſicht zu nehmen.(*) (¹) Vergl. Ord. v. 1667. Lit. XXirt. Art.§ (2) Drd. v. r667. Lit. XXII. Art. 36. Nach dem Edict v. May 1583. Art. 7. mußte das neue Zeugenverhor vor einem andern Ge⸗ richtscommiſſar erfotgen. Dieß ſcheint nicht aufgehoben zu ſeyn. Civilgerichtsordnung.: 13 . ₰ S 98 I. Theil In Buch. XIIH. Titel. . Iſt der Zeugenbtweis wegen eines Verſehens ves Sachwalters oder des Gerichtsbotens fuͤr unguͤltig erklͤtt worden: ſo wird er icht wiederholt; allein, der Porthey iſt bevſtattet) von ihnen den Erſatz der Koſten; und im Falle einer offenbaren Nachlaͤſſigkeit, Schadenerſatz zu verlangen,——— Ermeſſen des — uͤberlaſſen iſt.(*) 0 uc 29 WDie ungůltigkeit inerlben⸗ nitherrer Snn⸗ uusſagen zieht die Ungůlrigkeit des ganzen— — 2 7 29. as„ Guicht kann in Faͤllen, wo es ſolches nöthig Findet, verordnen, daß einer der Gerichtöbeyſitzer ſich an Sit unb Sttlle begeben ſolle; doch kann dieß nicht iu Fen geſchehen, to ein bloßes Butachten der Sideiſeiiti pintlicheneiß es müßte denn von ei⸗ ner oder der andern Parthey um Localbeſichtigung ange⸗ ſucht worden ſeyn.— 296. Im Beſcheide wird einer derjenigen Richter, welche der Abfaſſung deſſetben“ beygewohnt(zur Localbeſichtigung) abgeordnet.(*) 2„„ b Jouse ur rora 4 166. Tit. XR. Art. 36. Henrys . L Ta n 1w. gu. 27. (2) Doch iſt für die Lhatſache nx dann voler PBeweis 54, wenn zwey volgültige Zeugen gieichfötmig ausgeſagt haben. 1. 9. C. de testt.(IV. 20.). (3) Ord. v. 1667. Lit. XXI. Utt. 1. (4) Ebendaſ. Art. 4. Der Gerichtseommiſſar kann an ſeine Stelle keinen andern ſubſtituiren. Ord. v. 1493. Art. 46. Ord. v. 1533. *) Zu dieſem ganzen Verfahren liefert die Formulgre Pelaports unter dem Artifel; Descente. E. 3 Von Localbeſichtigungem 99 a97. Auf ſchriftliches Anſuchen derjenigen Parthey, welche zuerſt darauf anträgt) erlaͤßt der Gerichtscommiſſar eine Verordnung z in welcher Ort, Dag und Stunde zur Beſichtigung angeſetzt ſind⸗ Ein Sachwalter laͤßit ſolche dem andern zufertigen, und dieß vertritt die Stelle der Auffoderung(Provocation).(Art. 237.) 6)*) 298. Der Gerichtscommiſſar hemerkt auf der ur⸗ ſchrift ſeines Protocolls, wie vieh Tage er auf ſeine Hin⸗ und Herreiſe und auf den Aufeuthalt am Hete habe.(²*) chih bon ich 299. Die Ausfertigung des Protocolles wird— Anſuchen der Parthey, welche zuerſt darauf antraͤgt, den Sachwaltern der übrigen Partheyen zugefertigt, und drey Tage nachher kann eben dieſe Patthey mittelſt eines blo⸗ ſien Satzes das Verhoͤr in der Sache ausbringen. 6²) 300. Die Gegenwart der öffentlichen Behoͤrde(des Generalprocurators oder des kaiſerlichen Anwalds) iſt nur in dem Falle nöthig, wo ſie ſelbſt Parthey iſt.(3) 301. Die Reiſekoſten ſind pon der Parthey, wel⸗ che um die Beſichtigung. angeſucht hat, vprſchußweiſe zu bezahlen, und von ihr en der Kiſiiſs S6be zulegen.(*) Cap. I. Art. 16. Reglem. du—— bom az. NRai 1603. † Bourg en Breſſe Editt?v. Febb. 1708. S Art. 340 †. (¹) Ord. v. 1667 Sit KR. Arh 5 7 b nUſ 7 0 (2) Ebendaſ. Art. 19.(* nnoopdn(onupinchſsa1 (3) Ebendaſ. Art. 23. 5 4 (a) Dieß iſt der Fall wenn die Inſtruction des Proceſſes oder andre Geſchäfte auf Anſuchen, oder Betreiben des kaiſertichen Anwalds oder des Generalprocurators erfolgen, SAige⸗ohn u Smnr nnonbe 1. Theil. II Buch. KIV. Titel. Pierzehnter Titel. Vom Gutachten der Sachreyßändigen 1900 0 0(¹ nG 0e 362. Wenn die Sache zu einem Gutachten ber Sachverſtändigen geeignet iſt: ſo wird in einem Beſcheide hierauf erkannt, in welchem die Gegenſtaͤnde deutlich be⸗ ſchrieben ſeyn muſſen, welche durch Sachverſiaͤndige er⸗ ttert werden ſollen)*) Dn 0 2ot 307 363. Die Erorterung darf von nicht“ weniger als drey Sachverſtaͤndigen geſchehen, dafern die Par⸗ cheyen nicht darein willigen daß ſolche bloß durch Einen vorgenommen werden ſolle.(S. unten Art. 323. 955. 971) 82 S pchml n P 304. Haben die Partheyen zu der Zeit, da der Be⸗ ſchels ertheilt ward) in welchem auf Einholung eines Gutdchtens erkannt iſt, ſich ſchon uͤber die Ernennung der Sachverſtäudigen vereinigt: ſo wird ihnen in die⸗ ſem Beſchrise dieſe Ernennung beurkundet. Sinb die Sachberſtaͤndigen berelts durch Ueber⸗ etkunft der Pärtheven ernannt:“ ſo wird ihnen im Be⸗ ſcheide aufetlegt, dieſe Ernennung binnen drey Tagen nach erfolgter Zufertigung(des Beſcheides) zu vollziehen, unter der Berwatnung, daß widrigenfalls durch die in demſelben Beſcheide Amtswegen ernannten Sachverſtaͤndi⸗ geit das Geſchäft borgenommen werden ſolle. 0²) In eben dieſem Beſcheide wird der Richter eruannt, der als Comüiſſar den durch Uebereinkunft der Partheyen oder von Amtswegen ernannten Sachverſtaͤndigen den Eid abnehmen ſoll; doch ſteht dem Gerichte frey, darauf zu 40 8n (1) Ord v. 1667. Tit. XXI. Art. 8. ) Nap. bürgert. Geſeßb. Art. 678. Verst. Ordon. von 1667. Tit. XXI. (3) Ord. Ebendaſ. Art. 8. 9. *) S. Delaports unter dem Artikel: Expertise. E. Vom Gutachten der Sachverſtaͤndigen. 101 erkennen, daß die Sachverſtaͤndigen von dem Friedens⸗ richter des Cantons, wo ſie ihr Seſchaͤft zu Lollziehen ha⸗ ben, vereidet werden ſollen. z06. Haben ſich bie Parthehen uͤber die Ernennung der Sachverſtaͤndigen vereinigt: ſo muͤſſen ſie in obbe⸗ ſtimmter Friſt ihre dießfallſige Ertlaͤrung der Gerichts⸗ ſchreiberey abgeben. zoy. Rach Ablauf der ietn Friſt bringt die Parthey, welche die Sache am eifrigſten betreibt, eine Verordnung des Richters aus, und fodert die von den Partheyen oder von Amtswegen ernannten Sachberſtaͤndi⸗ gen auf, ihren Eid abzulegen, wobey die Gegenwart der Partheyen nicht erfoderlich iſt.(¹) zog. Nur von Amtswegen ernannte Sachoeſtintige tonnen verbeten werden; ausgenommen wenn, in Anſe⸗ hung der von den Partheyen ernannten, ſeit ihrer Ernen⸗ nung Urſachen eingetreten ſeyn ſollten, die dazu be⸗ rechtigen. npian 309. Die Parthey, welche die Grnde vorbringen will, aus welchen ſie einen oder den andern Sachverſtaͤn⸗ digen ablehnt, iſt ſchuldig, ſolches in den naͤchſten drey Tagen nach erfolgter Ernennung durch einen bloßen Satz zu thun, welchen ſie oder ihr Specialbevollmaͤchtigter un⸗ terzeichnet, und welcher die Gruͤnde der Ablehnung und die Beweiſe dafün, wenn ſie deren hat, oder das Anerbie⸗ ten enthaͤlt, den Beweis durch Zeugen zu fuͤhren. Nach Ablauf der obbeſtimmten Friſt kann keine Ablehnung mehr angebracht werden, und der Sachverſtaͤndige leiſtet den Eid an dem in der Auffoderung beſtimmten Tage.(7) z10. Sachverſtaͤndige dürfen aus eben den Gruͤn⸗ den abgelehnt werden, aus welchen erlaubt iſt, Ein⸗ () Ord. v. 1667. Lit. XX. Att. 16.— (2) Ebendaſ. Art. 7. g. Theil. 1 Buch. NIV. Titel⸗ wendungen Poen die Sengen vorzuhringen.(S. oben Art. 253 6 ziq unnn nmiſe 510 n 311. Wird der Ablehnung widerſprochen, ſo. wirh darüͤber„guf Einreichung eines bloßen Saßes ſeunten At n nach gngthörtem Autrage des kaiſerlichen Anwalds ℳ ohen Art. 83. n. 4. Art, 385. 394. ſumma⸗ riſch, eiſchiedenz das Gericht kann dabey auf Zeugenbe⸗ weis erkennen, welcher ſodann in der fuͤr das ſummariſche ſitefibs unten(Art, 407 f. ſiloeßten Som ge⸗ führt wird.(2), Der— eine Abiehnung.— Sachverſtändt gen) ertheilte Beſcheid iſt, der dagegen eingewandten— pellaton ungeachtet, vollſtreckbar.(3) 313 Wird. eine ſolche Ablehnung für zuituch— ſo erfolgt in demſelben Urthel von Amtswegen die Ernennung eines oder mehrerer neuen Sachverſtaͤndi⸗ gen an die Stelle deſſen oder ðerjfyion⸗ welche verworfen worden ſind.* 37ſ WVird die Ablchnung ſü. unffatthaft erflart; ſo wird di Pathro welche ſie vorgebracht hat, verur⸗ theilt, eine verhäͤlinißmaßige Summe als Schadenerſatz (an den Gegentheil) zu bezahlen; ſelbſt zum Beſten des Sachverſthndigen kann, wenn dieſer darum anſucht, die Zahlung dieſer Summe auferlegt werdens doch kann die⸗ ſer ſolchenfalls in peyſelben Sache) Kich weiter ein Gut⸗ achtfn rtheiſtn, Chergl. u. Art. 3990 Cchniduzuee 315. In dem über die Leiſtung d Gide— menen Protocolle beſtimmen die Sachverſtändigen den Ort, den Tag und die Stunde, wo ſie das Seſchaft vornehmen wollen. u) Hrdlo xboyxit Mt.— comm 4*. 1. t Jousen u. Dznu noUo n nod 6! 13Pfub 63) Ord p 1667 Lit. vx6 in.„. (4) Ebendaſ. Art. 30. Vom Gutachten det Sachverſtändigen. 103 Sind die Partheyen ober deren Sachwaftir dabey zugegen, ſo vertritt dieſe Beſtimmung die Stelle det Auf⸗ föveriig Probotatist). Sind ſie uicht zugegen, ſo werden ſie durch eintn Satz, den ein Sachwalter dem andern zufertigen laͤßt, aufgefodert, ſich an dem Tage und zu der Stunde, welche die Sachverſtnbigen beſtimmt haben, einzufin⸗ den.(¹) Wenn einer oder der andire Sachvetſtänbige ſeine Ernennung nicht annimmt, oder ſich am beſtimmten Tage und zur geſetzten Stunde zur Eidesleiſtung und Er⸗ oͤrterung der Sache nicht einſtellt: ſo haben die Par⸗ theyen ſich ſogleich uͤber die Ernennung eines andern an deſſen Stelle zu veteinigen; widrigenfals kann das Hr⸗ richt Amtswegen einen andern ernennen.“ Wenn ein Sachverſtaͤndiger nach geleiſtetem Eide das ihm uͤbertragene Geſchaͤft nicht vollzieht, ſo kann er von dem Gerichte, welches ihn beauftragt hat, zum Erſaßz aller dadurch vergeblich beranlaßten Koſten; ja ſelbſt, nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, zum Swhbtſeiſaßze, betur⸗ theilt werden.(S. u Art⸗ 320) 317. Der Beſcheid, in wilchem auf Erſtattuns eines Gutachtens erkannt worden iſt, wild den Sachverſtaͤndi⸗ gen, nebſt den nöthigen Beweisurkunden eingehaͤndiget. Den Partheyen iſt verſtuttet⸗ das, was ihuen erfoderli ch duͤnkt, vorzubringen und zu ſtcheü, wobon im Gitachten Erwaͤhnung geſchiehtz dieſes wird entweder än dem ſtrei⸗ tigen Orte abgefaßt, oder an dem von den Sachverſtaͤn⸗ digen hiezu beſtimmten Orte und Tage, uns zur geſetzten Stunde. Das Gutachten wird von einem der Sachverſtaͤndi⸗ gen aufgeſetzt, und von ihnen allen unterzeichnet⸗ Koͤnnen ſie nicht alle ſchreiben: ſo wird det Aufſatz von dem Ge⸗ () Dieß Geſeß iſt ſpecieger als die Ord v. 1607. Lit. KXI. Art. 10 10z 1.Th. M. B. XIV.Tit. Vom Gutachten c. richtsſchreiber des Friedensgeriches des Drtes, wo ſie die Eroͤrterung vorgenommen haben, abgefaßt und unter⸗ 3t. Die Sachberſtoͤndigen faſſen nur Ein Gutachten ab, und vereinigen ſich nach der Stimmenmehrheit uͤber Eine Meinung.(S. Art. 210.). Sind jedoch die Meinungen getheilt geweſen: ſo ge⸗ ber ſie die für jede beſondere Meinung ſtreitenden Gruͤnde an, ohne übrigens anzuzeigen, welches die perſönliche Meinung ſedes Einzelnen unter ihnen geweſen ſeh.(2) 319. Das Originalgutachten wird bey der Gerichts⸗ ſchreiberey des Gerichts, das auf Eroͤrterung durch Sach⸗ verſtaͤndige erkannt hat, niedergelegt, ohne daß die Sach⸗ verſtaͤndigen deshalb einen neuen Eid zu leiſten haben; ihre Gehühren wikden am Schluſſe des Driginalconcepts vom Präſidenten taxirt; und wider die Parthey, welche auf Erörterung durch Sachverſtaͤndige angetragen, oder, wenn Amtswegen darauf erkannt worden iſt, die Eror⸗ terung geſucht hat, wird deshalb ein Hülfsbefehl er⸗ 320. Verzögern die Sachverſtändigen ihr Gutachten, oder weigern ſie ſich, ſolches bey der Gerichtsſchreiberey einzureichen: ſo kann man ſie, ohne daß deshalb der ſonſt nothwendige Verſuch der Guͤte erfoderlich iſt, unter Be⸗ ſtimmung eiuer Friſt von drey Tagen, vor das Gericht, das ihnen den Aufttag ertheilt hat, vorladen laſſen, da⸗ mit ſie ſehen ſollen, daß ihnen, nach Beſchaffenheit der umſtaͤnde, ſogar bey perſoͤnlichem Arreſt, auferlegt werde, dieſe Einreichung zu bewirken; und zwar wird dieß⸗ falls pn (¹) S. Layordnung(tarit des trais et déepens) v. 1gos. Art. 9e. n. 12. 6 (2) Ord. v. 1667. Tit. XXI. Art. 12 u. 13. (3) Ebendaſ. Art. 12. 14. 15. Jousse ad h. l. I. Th. II. B. XV. Tit. V. Befragung b Partheyen ec. 105 falls ſummariſch, und ohne— Benr er⸗ kannt.(*) 6„mn nnt 321. Das Gutachten wird von der—— die Sache am eifrigſten betreibt, abgelsßt, dem gegenthei⸗ ligen Sachwalter zugefertigt, und durch einen bloßen Satz ein— ausgebracht.(2) 22. Findet das Gericht den Gegenſtand im Gut⸗ — nicht gehoͤrig aus einander geſetzt: ſo kann es von Amtswegen eine neue Erorterung durch einen oder meh⸗ rere Sachverſtaͤndige anordnen, die dann gleichfalls von Amtswegen ernannt werden, und von den vorigen Sach⸗ verſtaͤndigen die ihnen erfoderlich ſcheinenden— gen verlangen koͤnnen.(²) 323. Die Richter ſind nicht——*— dem Gutachten der Sachverſtaͤndigen zu urtheilen, wenn ſol⸗ ches ihrer eignen Ueberzeugung entgegenlaͤuft.) Funfzehnter Titel. Ven Lefſegung der Partheyen uͤber Shoſichen und Artikel. 324. Bey jeder Art und des Proceſſes iſt den Partheyen geſtattet, darum anzuſuchen, daß ſie uͤber ſach⸗ dienliche Umſtaͤnde und Artikel, jedoch lediglich uͤber ſol⸗ che, welche den in Streit befangenen Gegenſtand hetref⸗ (¹) Dieſe Verordnung iſt neu. (2) Drd. v. 1667. Tit XXI. Art. 23. ) Coutume de Paris art. 384. „ Bemerkungen uͤber dieſen Artikel—*— mit⸗ theilen. E. **) S. Formulare uͤber dieſcs Verfahren in papen⸗ un⸗ ter: Faits et Articles. E.. Civilgerichtsordnung. 14 ¹ * — — — 5 * 1 * „ N 1, fen, ſich gegenſtitig Fragen vorlegen dürfen; doch ſoll hierdurch das Verfahren und die Fallung der Entſchei⸗ dung nicht anſgehalten⸗ werden(2) 6 nm oee 0) 1325 Rur auf ein worgangiges Bittſchreiben, in wel⸗ chem die· Thatſuchen(auf welche die Fragen gerichtet ſeyn ſollen) angegeben ſind, kann, mittelſt eines im öffentlichen Verhoͤr ertheilten Beſcheides, auf die Befragung des Ge⸗ gentheils erkannt werden⸗ Situmgeſchieht eutweder vor dem Průſidenten/ oder vor einem van disſem hiezu ab⸗ grordntten Gerichtsbeyſitzer⸗ o1i c) zW Win bo6326. Iſt die zu befragende Parthey entfernt: ſe tann der Präſident dem Praͤſidenten des Gerichts, in deſ⸗ ſen Bezirke die Parthey ſich aufhaͤlt, oder dem Friedens⸗ richter des Cantons, in welchem ſie wohnhaft iſt, des⸗ halb Auftrag ercheilen() e 10nd 327. Der beauftragte Richter beſtimmt am Schluſſe der Verordnung, durch welche er ernannt worden iſt, Dag und Stunde zur Befragung; und zwar alles dieß, ohne daß es eines Protocolls beduͤrfte, in welchem des An⸗ ſuchens um ſeine Verordnung odernihrer Auslieferung gedacht waͤren(7) d nn i d mngag. Iſt die Parthey aus echtmͤßigen Urſachen zu erſcheinen verhindert: ſo verfuͤgt ſich der Richter an den Ort, wo dieſelbe zu bleiben genöthigt iſt(*) 6 d 3 Wenigſtens vier undozwänzig Stunden vor der Befragung werden derl Pyrthey in Perſun⸗ oder an cihrem Wohnorte durch eine einzige Zufertigung“ das Geſuch; die darauf ertheilten Verfuͤgungen des Gerichtes, des Präſidenten oder des zur Befragung abgrordneten Rich⸗ 1667. Li. 2. Art.. Ord. Franz 1.„ 139. uit.„. Dufour Traité de 1a Procedure ciyile T. 1. P· 66 ½ 366 2 Ndd 610 (a) Ord. v 1687. Tit.. ſrr. () Ebendaſt At 2. 4 e i 0 0 6 Von Befragung der Patthehen!c. roy ters, nebſt der Vorladung inſinuirt. Dieß geſchieht durch einen hiezu vom Richter abgeordneten Gtrichtsbotene 6²) 330. Wenn der(Vorgelndene nicht erſcheint, vder, nachdem er erſchienen iſty zů antworten ſich weigert: ſo wird hieruͤber ein ſummariſches Protocoll aufgenommen, und die zur Befragung ausgeſetzten— koͤnnen fuͤr eingeraumt geachtet werden.(2) 3310 Wenm er auf die Volabunz er nr blieben iſt, ſich aber noch vor demo rechtlichen Erkennt⸗ niſſe ſtellt: ſo wird er, gegen Erlegung der Koſten des erſten Protocolls und der Zufertigung, befragt njedoch kann er den Erſatz dieſer Koſien nicht fodern.(*) 332. Beweiſt der Vorgeladene an dem zur; Vefra⸗ gung beſtimmten Tage, daß er rechtmaͤßige Abhaltungen habe: ſo ſetzt der Richter, ohne neue Swisbank einen andern Tag zur Befragung än. 333. Die Parthey antwortet auf die in gegen⸗ theiligen Schreiben enthaltenen Thatſachen, und ſelbſt auf dieſenigen Fragen, die ihr der Richter Amtshalber vor⸗ legt/ in Perſon ohne rechtlichen Beyſtand und ohne daß es ihr erlaubt iſt, ihre Antworten aus einem ſchriftlichen Entwurfe abzuleſen. Die Antworten muͤſſen beſtimmt ſeyn, auf jede Thatſache paſſen, und keine verlaͤumderi⸗ ſchen oder beleidigenden Ausdruͤcke enthalten. Derjenige Theil, welcher um Abhorung des andenn hat, darf derſelben nicht beywohnen(*) 334. Nach brendigter Befragung wird der Parthey das Verhoͤr vorgeleſen, und ſie wird aufgefodert, zu er⸗ klären, ob ſie die Wahrheit geſagt habe, und ob ſie bey 6 Fügt ſie„twas hinzu: ſo wird ( Ord. v. 5* X grt. 6 (a) Ebendaſ. Art. 4. Jousse und Bornier 34 e 3 6) Ord. a. a. O. Art. 3. 1. 3.§. 14. D. de inoff. test.. 2.) 6. C. de h. qu. vt indigu. hered. auf.(VI. 34.) werden. 103 1. Th. U. BKV. Tit. V. Befragung d. Partheyen c. der Zuſatz am Rande, oder am Schluſſe des Verhoͤrspro⸗ tocolls hinzugeſchrieben, ihr vorgeleſen, und die erwaͤhnte Auffoderung wiederholt. Sie unterzeichnet das Verhoͤrs⸗ protocoll und die Zuſaͤtze; kann oder will ſie nicht unter⸗ zeichnen: ſo wird dieß im Protocoll erwaͤhnt.(*) 335. Die Parthey, welche von dem Verhoͤre Ge⸗ brauch machen will, laͤßt es dem Gegentheile zufertigen; es dayf aber, weder von der einen, noch von der andern Seite, der Gegenſtand eines ſchriftlichen Verfahrens 336. Die Verwaltungsaͤmter oͤffentlicher Anſtalten ſind ſchuldig, einen Verwalter oder Agenten zu ſtellen, der auf die ihnen vorgelegten umſtaͤnde und Artikel ant⸗ worte. Sie ſtellen zu dieſem Ende eine Specialvollmacht aus, in welcher die zu ertheilenden Antworten entwickelt und als wahr bekraͤftigt ſind. Im Unterlaſſungsfalle koͤnnen die Thatſachen(auf welche die Fragen gerichtet ſind) fuͤr eingeraͤumt geachtet werden; doch bleibt dabey immer noch perſigttet, die Verwalter oder Geſchaͤftsfuͤhrer, uͤber die ſie perſönlich angehenden Thatſachen befragen zu laſ⸗ ſen, damit man ſolche, ſo weit es billig iſt, Gerichtswe⸗ gen beruͤckſichtige.(2) (1) Nach der Ord. d. 1667. Lit. R. Art. 7. ward der Eid vor der Abhörung geleiſtet. 1 (2) Ebendaſ. Art; 9. I. Th. II. B. XVI. Tit. Von Nebenpunkten. 109 Sechszehnter Titel. Von Neben⸗(Intibent“) Punkten. 5 6 6n Fa⸗ Von Ne bengeſuſchen. 337. Die N kbengeſuche werden in einem bloßen Satze angebracht, welcher die Gruͤnde und den Anttag (das petitum) enthaͤlt, mit dem Erbieten, die Beweisur⸗ kunden gegen Empfangsſchein mitzutheilen, oder auf Gerichtsſchreiberey niederzulegen. Der, welcher bey dieſem Incidentpunkte die Stelle des Beklagten vertritt, antwortet hierauf in einem bloßen Satze.(Art. 76. 77. 78.)(*) 338. Alle Rebengeſuche muͤſſen zu gleicher Zeit an⸗ gebracht werden. Fuͤr die ſpaͤter angebrachten, wein ſie auf Gruͤnden beruhen, welche zu der Zeit, da die erſtern angebracht wurden, ſchon bekannt waren, tann kein Ko⸗ ſtenerſatz gefodert werden.—— ueber die Nebengeſuche wird, nach Veſchaffenheit der umſtaͤnde, vorlaͤufig ein Beſcheid ertheilt; und in Sa⸗ chen, welche zum ſchriftlichen Verfahren verwieſen wor⸗ den ſind, der Incidentpunkt zum hr gebracht, ) Vergl. Ord. v. 1667. Lit. XI. Art. 27.— S. über dieſe ganze Materie Pufour Traité de la Procéödure civile. T. I. p. 376 u. 377. (2) Ord. a. a. D. * * k V mn 8 615„ uo ntin.0 na2 339. Die durch ein ſchriftliches Geſuch angebracht, welches die Gründe und das Geſuch des Intervenienten enthält. Sie wird(dem Gegentheil) i den Beweisurkunden abſchriftlich zugefertigt. Lahuc P Durc die Intervention kann die Entſcheidung Huußiſſche, in ſo fern ſolcht hinlänglich vorbereitet ß nicht aufgehalten werden.(Art. 466.)(* 2 dot 340 en Sachen, in welchen die Partheyen zum hriftlchein Verfahren verwieſen worden ſind, wird, wenn eine der Partheytn der Intethention Bibndibſit Zutſtpuntt zum Verhör gebracht. (1) Ord. von 1667. Lit. XI. Art. ag. Uueber die Interventlon ſ. Dufoun Traité de la Procédure ciyile T. I. p. 379. 380. (e) WVenn der Intervenient in den Proceß eintritt, um den Kläger pder Beklagten ganz zu verdrängen(ad removendum agentem vel defendentem): ſo kann er neue Zeugen abhören laſſen, wenn Llich die Sabipe ihren Zeugenbeweis bereits geendigt hat. Hat t abetiilerbinlit, urti dem Kläger vder Beklagten beym Proeeſſe beyzuſtehenz ſo kann er⸗ dieß nicht, ſondern muß den Proctß in dem Zuſtande fortſeßzen, in welchem er ſich zur Zeit der Intetbention befand. Cövarruvias pract. quaest. e. 23. sequ. Bornier zum 28. Art, des Fl- Litels der Ord. v. 1667. ) S. Doloporte unter: Intervention. E. I, Th. II B.XVIF Tit. Vond. Wiederaufnahme ꝛc. 111 Siebenzehnker Titel. Von der Wiederaufnahme“ des Proceſſes Créprise d'in⸗ stance)*) und Beſtellung eines neuen Sachwalters. 342. Die Entſcheidung einer Rechtsſachs, welche zum Urthel reif iſt, darf weder wegen einer im rechtlichen Zuſtande der Partheyen vorgegangenen Veränderung, noch veshalb, weil ſie die Aemter nicht mehr verwalten, Kraft deren ſie den Proceß fuͤhrten; weder wegen ihres Abſter⸗ bens, noch weil ihre Sachwalter verſtorben, abgegangen, ſuspendirt oder abgeſetzt ſind, aufgeſchoben werden.(¹) 343. Eine Sache ſoll füͤr zum Urthel reif(hinlaͤng⸗ lich inſtruirk) geachtet werden, ſobald das muͤndliche Ver⸗ fahren ſeinen Anfang genommen hat. Das muͤndliche Verfahren wird für angefangen geachtet, wenn jeder von beyden Theilen, nachdem ſie wechſelſeitig gehort wor⸗ den ſind, im Verhoͤr ſ Geſuch(petitum) bracht hat. In Sachen, welche ſchriftlich vethandeli werden, iſt die Sache zum Urthel reif, wenn das Verfahren beſchloſ⸗ ſen iſt, oder die fuͤr die Productionen und Antworten be⸗ ſtimmten Friſten verſtrichen ſind.(S. v. Art. 96— roz.) 344. In Sachen, welche noch nicht zum urthel relf ſind, iſt alles Verfahren, ſoweit es nach erfolgter Anzeige, daß eine der Partheyen verſtorben fey, vorgenommen wird, unguͤltig. Es iſt nicht erfoderlich, der Parthey die Nach⸗ richt, daß der Sachwalter verſtorben, abgegangen, ſus⸗ pendirt oder abgeſetzt ſey, zufertigen zu laſſen. So lange nicht ein neuer Sachwalter ernannt iſt, iſt alles fernere (1) Ord. v. 1667. Zit. XXVI. Art. x. welche mit der Ord. Franz I. o. 1539. Art. 90. übereinſiimmt. Pornier comm. zur angef. Stelle der Ord. v. 1667. *) Die Formulare hierzu liefert Delaporte. a. O. unter: Reprise d'instance, E. 12 3 112 I. Theil⸗ M. Buch. KVII. Titel. — ſo wie die——— Betbe un⸗ Weder dadurch, daß in„h chtlichen ʒu⸗ ſtande der Parthey eine Veraͤnderung vor ſich gegangen iſt, noch dadurch, daß ſie das Amt, vermoge deſſen ſie den Proceß fuͤhrte, nicht mehr uͤber ſich hat, vi ve 3 1— des Verfahrens verhindert. Ooch ſoll der Beklagte, wenn er nicht breits vor „n Veraͤndeung des Rechtszuſtandes oder dem Abſter⸗ ben des Klaͤgers einen Sachwalter beſtellt hat, unter Ver⸗ ſtattung einer Friſt von acht Tagen, aufs neue vorgela⸗ den werden, um zu ſehen, daß auf das Geſuch des Klaͤ⸗ gers erkannt werde, ohne daß erfoderlich iſt, ihn vorlaͤu⸗ ſig zur Pflegung der Guͤte vorladen zu laſſen) 336 Die Vorladung zur Wiederaufnahme(Reaſ⸗ ſumtion) des Proceſſes, oder zur Beſtellung eines neuen Sachwulters erfolgt unter Verſiattung der im Titel: von Vorladungen(Art. 72— 74.) beſtimmten Fri⸗ ſten. Die Namen der in der Sache aufgetretenen Sach⸗ — und des— wenn einer ernannt iſt, wer⸗ deu darin erwaͤhnt.(7) inat 3 347. Der Proceß(die Inſtanz)(“ wird einen Satz, den ein Sachwalter dem andern zufertigen laͤßt, 4 wieder aufgenommen Ceaſſumirt). 3 anohO4 3b W 348 3 6) ord. v. 6 Tit. XXVI. Art. e. 3. Iſt das Abſterben der Parthey dem Gegentheile oder dem Gerichte bekannt gemacht, und die Sache noch nicht zum Urthel reif: ſo ruht die Sache bis zur Wiederaufnahme des Proceſſes(Litisreaſſumtion). Iſt aber das Abſterben nicht bekannt gemacht: ſo kann der Proceß gülti⸗ ger Weiſe fortgeſett werden, weil der Tod deſſelben für unbekannt geachtet wird⸗ (2) Dieſe Verordnung iſt neu⸗ (3) ueber die Litisreaſſumtion(Reprise d'instance) ſ. Dufour Praité de 1a Procéd. civ. J. 1. p. 335. 337. über die Beſtel⸗ lung eines neuen Anwalds ſ. ebendaſ. S. 390. 391. f. (a) Der ſonſt in der Franzöſiſchen Gerichtsſprache beobachtete Unter⸗ ſchied zwiſchen instance, cause er aflaire iſt in gegenwärtiger Von der Wiederaufüahme c. 113 348. Widerſpricht die zur Reaſſumtion vorgeladene Parthey: ſo wird dieſer Nebenpunkt ſummariſch entſchie⸗ den.(S. u. Art. 4050) 349. Wenn binnen der geſetzten Friſt die zur Wiederaufnahme des Proceſſes oder zur Beſtellung eines neuen Sachwalters vorgeladene Parthey nicht erſcheint: ſo erfolgt ein Beſcheid, worin die Sache fuͤr wiederauf⸗ genommen(lis pro reassumta) erklaͤrt, und dahin er⸗ kannt reird, daß ſie in der Lage, worin ſie ſich zuletzt befand, fortgeſtellt werden ſolle, ohne daß andere, als die noch laufenden Friſten Statt haben ſollen.(¹) 350. Iſt auf das Geſuch um Wiederaufnahme des Proceſſes, oder um Beſtellung eines neuen Sachwalters wider eine der Partheyen ein Conkumacialbeſcheid ertheilt worden: ſo wird dieſer durch einen hierzu abgeordneten Gerichtsboten zugefertigt(Art. 156). Iſt in der Sache ein Referent ernannt? ſo wird beſſen n in der Zu⸗ fertigung angegeben. 351. Das Rechtsmittel(der Oppoſition) wird wi⸗ der dieſen Beſcheid, ſelbſt in Sachen, in welchen ein Referent ernannt iſt, um Verhoör ge⸗ bracht. Pryoceſordnung nicht„ ſondern alle 3 Ausdrücke wer⸗ den in gleichem Sinne gebraucht, nämlich für Proceß. (1) Jousse sur l'art 2. Tit. XXVI. de l'Ordonnance de 1667. ———— Civilgerichtsordnung. 15 114 1 Thei H. Buch. KVIII. Titel. Von der Erklarung/ daß man an das was ein Anderer in unſerm Rumen gethan hats nicht gebunden ſeyn 6„* Mn 3 Kein Anerbieten, kein Geſtändniß, keine Eit⸗ wiligung darf ghn qusdrückſich paraüf gerichtett Spe⸗ cial.) Vyllmacht gethan, ertheſlt, oder anhttioniplen wer⸗ den, widrigenfalls kann die Parthey erkläten, ſie ſey darun nicht gebunden() ₰ 52 n83. ieſe Erklärung geſchieht auf der Gerichts⸗ ſchreiberey des Gerichtes, welches deshalb zu erkennen hat, in gihe Sſse der pon der Paltßeh ſelbſt, oder de⸗ ren mit eiſer Fſſentlich beglaubigten Specialvollmacht vorſthenen Pachfhabet unterzeichnet ſchu muß(Su⸗ Art. 356,). Dr. Saß muß die Gründe, das Geſuch und die Ernznnung eines Anwalds enthalten. Art. 3. 216. 3830 önbhnh n 33 ſiſztcbſe Eiliſuſ in Liuſt ates o6 anhaͤngigen Proßßſſes⸗ geſiite Anſuchen, durch einen Satz zugefertigt, der ſewohl demſenigen Sach⸗ walter, wider weichen die Erklärhng gerichtet iſt, man walle an ſeins Hantlungeſ fücht ahunben ſeyn, als auch den uͤbrigen zur Sache erannten Sachtbuttern zugéfertigt werden muß; und dieſe 3u ertigung vertritt die Stelle der Provocgtion zur Einla ung auf die erwaͤhnte Er⸗ 355. Verſieht der Sachwalter ſein Amt nicht mehr, ſo wird ihm jene Erklarung, man wolle an das, was er gethan habe, nicht gehunden ſihn, an ſeinen Wohnott zugefglitz iſiet geſsrbin, ſo igs dieſt Etittrung, neöſ (¹) S. Pufour Trains de ſa Wrocédure civile e 393. 5 *) Auch zu dieſem PVerfahren findet man ſuͤmmtliche Formulare beym Delaporte unter: Peseyen. 5,35 Von der Eittäruũg 42 1 115 einer Vorladung vor das Gericht, wo der Proceß anhän⸗ gig iſt, deſſen Erbens zugefertigt⸗und⸗ den beym Prpeeſſe intereſſirten Partheyen durch einem Satz hekannt gemacht, den ein Sachwalter dem andern fintigen laͤßt.(*) 356. Die Losſagung von den Handlungen des Sach⸗ walters wird ſtets bey dem Gerichte, vor welchem das Verfahren, von welchem man ſich losſagt, Statt gehabt hat, ſelbſt dann angebracht, wenn der Proceß, in deſſen Laufe die Losſagung erfolgt, bey einem undern Gerichte anhaͤngig ſeyn ſollte. Die Losſagung wird den beym Hauptproceſſe intereſſirten Partheyen bekannt gemacht, und dieſe werden ſodann zum Verfahren uͤber die Losſagung gleichfalls vorgeladen. 357. Bis zur Entſcheidung des über die Lööſägung entſtandenen Streites iſt allem Verfahren und vein Er⸗ kenntniſſe in der Hauptſache, bey Straft der Nichtigkeit, Anſtaud zu geben. Doch kann hiebey verordnet werden, daß derjenige, der an das, was ſein Anwald für ihn gethan hat, nicht gebunden ſeyn will, dieſen Gegenſtand in einer beſtimmten Friſt zur rechtlichen Eitſcheibun brings, r wi⸗ drigenfalls ergehen ſolle, was ſich gebühte n 358. Hat die Losſagung eine Handlung zum Gegen⸗ ſtande, uͤber welche kein Proceß anhaͤngig it, ſo wird das Geſuch beym Gerichtsſtande des. Beklagten ange⸗ bracht. 359. Jede Klage, welche die Erkläͤrung der Nichtge⸗ nehmigung zum Gegenſtande hat, wird der öffentlichen Behoͤrde mitgetheilt. 360. Iſt die Losſagung fur gültig erkaunt worden: ſo iſt das Urthel(in der Hauptſache) oder das, was darin in Anſchung der Punkte erkannt iſt, die zur Losſu⸗ gung Anlaß gegeben haben, nichtig und wirkungslos; der⸗ jenige, deſſen Handlung gemißbilliget worden iſt⸗ wird (1) Pufour Traité de la Procgdure civile T. L. P. 356. 116 1. Theil. II. Buch. RIK. Cilel. verurtheilt⸗ dem Klaͤger kund allen uͤbrigen Partheyen Schadenerſatz zu leiſten, er wird ja, wenn die Wichtig⸗ keit des Falles/ und die Beſchaffenheit der Umſtände es erheiſcht, mit Suspenſion beſtraft, oder mit der S. chung wider ihn verfahren.(¹) 0 361. Wird die Losſagung fuͤr unſiatthaft rtlirt: ſo wird am Rande der Losſagungsurkunde besjenigen Beſcheides erwaͤhnt, durch welches dieſelbe werwonfen iſt; und dem Klaͤger kaun auferlegt werden, dem⸗ jenigen, von deſſen Handlungen er erklärt hat, daß er an ſie nicht gebunden ſeyn wolle, und den uͤbrigen Partheyen, nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, Schadener⸗ ſatz zu leiſten und Genugthuung zu geben(*) 352. Iſt die Losſagung bey Gelegenheit eines be⸗ reits rechtskraͤftig gewordenen Erkenntniſſes eyfolgt: ſo iſt ſie, nach Ablauf von acht Tagen, von dem Tage an zu rechnen, an welchem, vermoͤge des 15yſten Artikels das Urthel fuͤr en— fuͤr unzu⸗ zu 10 01 Pn engehare Litet Von Verwtiſung der Sache an einen unter mehrern Richtern. i des jeges p.* 363. Iß ein Prteß nepe oder zithrerb rie densgerichten angebracht worden, die unter einem und Geicht⸗ ſhen ß 1 5 um Be⸗ (1) 4 52 3 Parlement a⸗ Toulonse du 4 Sept. 1722. S de heeſs unter dem Artikel; . Peaveu u, 13. ) Se d. angefn Amẽ⸗ Ebendaſe 5 S. Delaporte unter: nene n E. Von Verweiſang der Sache 2c. 117 ſtimmung des eigentlichen dieſem Gerichte angebracht. Stehen die Friedensgtrichte unter vetchßenen Ge⸗ richten: ſo wird das Geſuch um Beſtünmung des Kei⸗ gentlichen Richters beym Appellationsgerichte ange⸗ bracht. Stehen dieſe Gerichte nicht unter demſelben Appella⸗ tionsgerichte: ſo wird das Geſuch um Beſtimmung des Richters beym Caſſationsgerichte angebtacht.“ ans Iſt ein Rechtsſtreit bey zweyen oder mehrern Ge⸗ richten der erſten Inſtanz, die unter einem und demſelben Appellationsgerichte ſtehen, erhoben worden; ſo dwird bey eben dieſem Gerichtshofe auch das Geſuch um Be⸗ ſtimmung des eigentlichen Richters angebracht. Stehen dieſe Gerichte nicht alle unter demſelben Appellationsge⸗ richte, oder hat der Streit unter einem Loder mehrern Appellationsgerichtshoͤfen Statt; ſo wird die beym Caſſationstribunal angebracht.() 364. Nach erfolgter Einſicht der bey mhdenn Gevich⸗ ten angebrachten Klagen und auf ein eingereichtes Bitt⸗ ſchreiben wird ein Beſcheid ertheilt, in welchem verſtattet wird, die Parthey zum Verfahren wegen Beſtimmung des Richters vorzuladen. Zugleich kann das Gericht dahin erkennen, daß einſtweilen bey die ſen Gerichten mit allem Verfahren angeſtanden werden folle(2) 365. Der Klaͤger veranſtaltet die Zufertigung dieſes Urthels, und laͤßt dem Gegentheile die Ladung an dem Wohnorte ihres Sachwalters zufertigen, Die Friſt, binnen welcher der Beſcheid zugefertigt, und die. euthalt ſitzehn Ta⸗ (2) Reglement des Jüges heißen dite Rechtöl lreitigkeiten, ddren Ge⸗ genſtand iſt, zu beſtimmen, vor welchem Richter ein Civitproceß oder eine peinliche Anklage werhandelt und werden ſoll. (2) Vergl. Ordonn. v. 1669. Lit. n. Art. 4. 5. Ordonn. v. 1737. Art. 7. 8. . 118 P II. uch· KN. Titel. ge, von dem Sag⸗ a techuzn⸗ pa der Beſcheid heit ward. ₰ nn Srtn b Die Friſ zum Sicheſnn iſt. zten pieſtlbe, wie 5 andern Vorladungen(. oben Art. 73—74) Die Ent⸗ fernungen werden hiebey nach dem Wohnorte der biyper: ſeitigen Sachwalter berechnet.(*) 366. Hat der Klaͤger in den obbthimmten Friſten di Prrisdung nicht zufertigen laſſen, ſo. iſt er, ohne daß foderiich waͤre, deshalb eine beſondere Verfügung wider ihn auszubringen, ſeines Rechtes, auf Beſtimmung des Richters anzutragen, verluſtig, und der Proceß kann bey dem Gerichte, wo ſein Gegner die Sache angebracht hat, fyrtgeßöt werden.(2 367 Def Kläger, der bey dieſem Geſuche verliert, kann zu einem den uͤbrigen Partheyen zu leiſtenden Scha⸗ denerſatze verurtheilt werden.(*) zc c Litei. von wee einer Sache an ein anderes Gerlcht, wegen Vetwanbtſchaft oder Schwägerſchaft.)*) 368. Hat eine der Partheyen zwey Verwandte oder Verſchwaͤgerte, mit Einſchluß des Grades der zweyten Seſchwiſterkinder, unter den Nichtern eines Gerichts er⸗ ſter Inſtanz, oder drey Verwandte oder Verſchwägerte ( 6. Ord. v. 1737. 2üt. Iu. Art. bergt. mit der Drd. v. 1669. Tit II. Art 1. Ord. v. 3669, Zit. 3 Art. 6. DOrd. von 1737. — i. 5 (2) Ord. L. 1737. Lit. in 3 gt mit der Ord. v. 1669. Tit 11. 8. otd v. 1237 Lit. u. 2r 29 MHierher gehoͤrt der Artikel Renvoi beym a. a. O. E. ) Die Verweiſung an den competenten Richter iſt bereits oben im IN. Titel§. II. abgehandelt. E. Von Verweiſung einer Sache ꝛc. 119 deſſelben Grades bey einem Appellationsgerichte; oder hat ſie nur Einen Verwändten dieſes Grades unter den Mitgliedern des Gerichts erſter Inſtanz, oder nur zwey Verwandte beym Appellatioſsgetichte, unb iſt dieſelbe zugleich ſelbſt Mitglied dieſes Gerichts oder Tribuͤnals? ſo kaun der Gegner die Verweiſung an ein anderes Ge⸗ richt verlangen.(¹) 369. Um Verweiſung an ein anderes Gericht muß vor dem Anfange des undlichen Vebfahrens(Art. 3430 angeſucht werden, und iſt ein Referent in der Sache ernannt, vor Beendigung des Verfahrens oder Ablauf der Friſten; nachher wird dieſes Anſuchen nicht weiter zugelaſſen.(2) 370. Auf Verweiſung an ein anderes Gericht wird durch einen auf der Gerichtsſchreiberey gefertigten Satz angetragen, welcher die Gruͤnde dafuͤr enthalten und von der Parthey oder ihrem mit einer offentlich begiaübihten Specialvollmacht verſehenen Machtgeber unterſchrieben ſeyn muß.(²) 371. Sobald eine Ausfertigung dieſes Satzes, nebſt den Beweisdocumenten, uͤberreicht iſt, wird ein Beſcheid ertheilt, in welchem auf nachſtehende Punkte erkannt wird: 1) auf Zufertigung an die Mitglieder des Gerichts, in Anſehung deren die Verweiſung an ein anderes Ge⸗ richt geſucht worden iſt, damit dieſe in einer beſtimmten Friſt, unter die Ausfertihung des Utthels ihre Erklaͤrung ſetzen; 2) auf Mittheilung àn bie Staatsbehoͤrde; 3) därauf, daß die Sache an einem beſtimmten Tage durch einen in eben dem Beſcheide dazu ernannten Referenten in Vor⸗ trag gebracht werden ſolle.(*) (1) Brd. v. Monat Auguſt 1737. Ord v. 1669. Zit. I Art1—5. Ord. v. Blois v. May 1579. Art. 17 (²) Drd. v. 1737. Tit. I. Art. a3. Brd. d. 169, Lit. I. Art. 19. Ord. v. 1667. Tit. V. Art 5. 1. 13. C. de Fceptt s. Prae- scriptt.(VIII. 36.) 1. 52“ D. de iudiriis. V. 16) (3) Ord. v 1737. Lit. I. Art. 37. Ordv. 1669. Zit. I. Art. 22. (4) Dieſe Verordnung iſt neu. .. 126 1 Th 1 V Rx Tit. Von Verweif. einer Sache 1c. 372. Die Ausfertigunig des Satzes, in welchem auf Verweiſung an ein anderes Gericht angetragen wird, die demſelben beyßefühten Beweisurkunden und der in vorſte⸗ hendem Artikel erwaͤhnte Beſcheid werden den uͤbrigen Partheyen zugefertigt.(*) 373. Sind die Gründe des Geſuchs um Verweiſung der Sache an ein anderes Gericht in Anſehung eines Ge⸗ richtes erſter Inſtanz eingeraͤumt oder dargethan: ſo wird die Sache an ein anderes unter demſelben Appellations⸗ hoſe ſtehendes Gericht; findet aber ein Gleiches in Anſe⸗ hung eines Appellationsgerichtes Statt, an eines der naͤchſten drey Appellationsgerichte verwieſen. 373. Der, welcher bey ſeinem Geſuch um Verwei⸗ ſung an ein anderes Gericht abgewieſen wird, wird zu einer Geldbuße, die nicht unter funfzig Franken betragen darf, und erfoderlichen Falls, auch zu einer dem Gegen⸗ theil zu leiſtenden Schadloshaltung verurtheilt.(²) 375. Iſt auf Verweiſung an ein anderes Gericht erkannt, ohne daß eine Appellation Statt findet; oder iſt, auf eingewandte Appellation, das Erkenntniß beſtäti⸗ gett ſo wird die Sache an das Gericht gebracht, vor welchem dieſelbe verhandelt werden ſoll⸗ und das zwar blos mittelſt einer Vorladungz und der Proceß wird, nach Ver⸗ haͤltniß des Zuſtandes, in welchem er ſich kube— daſelbſt fortgeſetzt() mn da en 36. Die Appellation wider ein auf Bermẽiſung— Sache an einen andern Richter geſprochenes Urthel hat ſtets Suspenſivkraft— 377. (1) S die beym— Art. angeführten Steilen.„ 6 6 Mach der Prdonnan v. 1669 Art. 35. und ver Ordi o1737. Art. 79. bezahlte in dieſem Falle die Parthey 300 Livres, wo⸗ von die Hälfte der Gegentheit die 3 222 aber in den königlichen Schap ſiel. (3) Ord. v. 1669. a. a. O. Art. 46. Ord. v. 1737. Art. 92. 1. Th. II. B. MRl. Tit. Von d. Ablehnung d. Richters. 121 377. Auf nurgedachte Appellation iſt dasjenige an⸗ wendbar, was unten im 392 393. 394. u. 395. Art. im Titel von der Ablehnung des Richters verordnet iſt. Ein und zwanzigſter Titel. Von der Ablehnung des Richters.*) 378. Jeder Richter kann aus nachſtehenden Urſachen abgelehnt werden: 1) Wenn er mit den Partheyen oder einer derſelben, bis mit Einſchluß des Grades der zweyten Geſchwiſter⸗ tinder, verwandt oder verſchwaͤgert iſt; 2) Wenn die Ehegattin des Richters mit einer der Partheyen, oder der Richter mit der Ehegattin von einer oder der andern Parthey verwandt oder verſchwaͤgert iſt. Iſt die Frau am Leben, oder ſind nach ihrem Tode Kin⸗ der won ihr vorhanden; ſo verſteht ſich dieß von dem ſo eben angegebenen Grade; iſt ſie verſtorben und hat keine Kinder hinterlaſſen, ſo können weder Schwiegervater, noch Eidam, noch Schwager Richter ſeyn; Das was von der verſtorbenen Ehefrau verordnet iſt, iſt auch auf die Geſchiedene anwendbar, wenn aus der getrennten Ehe noch Kinder am Leben ſind; 3) Wenn der Richter, deſſen Ehegattin, deren Aſcen⸗ denten und Deſcendenten oder eine mit ihnen in eben die⸗ ſer Linie verſchwaͤgerte Perſon einen Rechtsſtreit uͤber eben die Frage haben, von welcher unter den Partheyen die Rede iſt; 4) Wenn dieſe Perſonen fuͤr ſich und in ihrem eige⸗ men Namen einen Proceß bey einem Gerichte haben, bey *) S. Delaporte unter: Récusation. E. Civilgerichtsordnung. 16 a Fhei. I Phe e welchem einer der ſtreitenden Fheile Richter ſeyn wirb wenn— Slußiofe ppe Schulhner ſin nd; 8. Ehegatten oder deſſen Verwagndten er irs⸗ gerten in gerader Linie, in den letzten fünf Jahren vor der rhn ein Crimjnalproceß anhaͤngig geweſen iſt; 60, Wenn zwiſchen dem Richter, deſſen Ehegattin, dz⸗ n n Aſeupenzng. und Deſfendenten oder den nit hin in ebendieſey Linie verſchwägerten. Pſonen, und inem öhr ſtreitenden Theile ein Cwiſproceß anhängig iſt. zund bie⸗ ſer Proceß, in ſo. fern er von der Parthey angeſtellt 16 worden iſt, vor dem Procſſe, in welchem die Ablehnung ſerfolgt, ſeinen Anfaug genommen hat; und ſo ebznfaus, wenn dieſer Procß swar aufgehört hat, iedoch eß F Monate vor der Ablehnung beendigt worden it; ) Wenn der Richter Vormund, Rebenvormund ober Curator, vermuthlicher Erbe oder Geſchentuehmer, oder Herr oder Koſigaͤnger einer Parthey iſt; wenn er Ver⸗ walter. einer Anſtalt, Geſelſſchaft, oder Dirretion eines Creditweſens iſt welche bey der Sache unter die Zahl der Streitgenoſſen ghoren; wenn eine 5r Parthepen deſſen vermuthlicher Erbe iſt; 8) Wenn der Richter in der 5*0 ein Gutachten ertheilt, darin vor. Gericht für pieſelbe das Wort oder die Feder geführtz wenn e r wophe ſha als Rich⸗ ter oder Schiedrichter darüber Stianntj wenn er den Fortgang des Proceſſes zu boförpern zſicht(ihn ſol⸗ licitirt), ihn empfohlen, oder Foſten zu demſelben herge⸗ geben hat; wenn er, als Zeuge darin abgehört worden iſt; wenn gr ſeit dem Fyſange deß Procgſſs mit einer oder der andern Parthen in deren Hauſe getrunken oder gegeſ⸗ ſe dyer boit iht. Geſcheule ſüpfangen hatz 6( 9) Wenn zwiſchen ihm und einer der Pärthehen eine Todfeindſchaft Statt findetz⸗ wenn er ſeiner Seits, ſeit⸗ dem der Proceß auhſgig iſt, oder ſecht Monate vor an⸗ Von der Ablehuung des Richters. 123 gebrachter Ablehnung, mündlich oder ſchriftlich die Par⸗ chey, welche ihn ablihnt⸗ zügegriffen, infulitt oder be⸗ droht hat.(*) e ſi ſi 379. Wärt uber ber Richter mit dem Vormunde oder dem Curator einer Parthey, oder mit den Mitglie⸗ dern oder Verwaltern einer Anſtalt, einer Gefellſchaft, der Concursbirection oder Gemeinheit der Glaͤubiger, ſoweit dieſe bey der Sache Parthey ſind, verwandt: ſo hat keine Ablehnung Statt, ausgenommen, wenn befagte Curato⸗ ren, Verwalter oder Theilhäber fuͤr ſich beſonders und fuͤr ihre Perſonen bey dem Rechtsſtreite intereſſirt ſind. 380. Jeder Richter, dem bekannt iſt, daß bey ihm eine perſonliche Urſache zur Ablehnung Statt finde, iſt ſchulbig, ſie dem Gericht in der Seſſion anzuzeigen; und dieſes entſcheidet dann, ob er bey der Sache ſich der Mit⸗ wirkung enthalten ſolle oder nicht. 6²) 381. Die Gruͤnde der Ablehnung, welche ſich auf die Richter beziehen, ſind auch auf den kaiſerlichen Anwald unb Generalprocurator, wenn ſie als Nebenparthey dem Proceſſe beytrtken, anwenbbar; ſind ſie abet Haußtpar⸗ chey, ſo köunen ſie nicht abgelehnt werden 09 382. Wer einen Richter ablehnen will, muß es vor dem Anfange des muͤndlichen Verfahrens(Art 343), und wenn die Sache zur Relation verwieſen iſt, vor Vollen⸗ dung des ſchriftlichen Vetfahtens, oder bor Ablanf der Friſten(Art. 96— 163.) thun; ausgenvmmen, wenn die urſachen der Ablehnung erſt ſpaͤkerhin eingetreten ſind.(7) 383. Die Ablehnung eines Richters, welcher zu Lo⸗ calbeſichtigungen⸗ Zeugenverhören und andern einzelnen Geſchäften ernannt iſt, darf nicht ſpaͤter, als binnen drey () S. über deße ganze Materie nyi Fngit w Proced. civ. T. I. p. 420. 421.— Srd. v. 166). Lit. XXIV. Art! — 12. Jousse ad h. 1. 10(60 (2) Ordonn. Ebendal. Art. 17. 18. vergl. Ordonn. p⸗ Blois vom Mai 1379. Art, 118. (3) Ord. v. 1667. a. a. O. Art. 20. 31. 124 I. Theil. IHI. Buch NRl. Titel. Tagen angebracht werden. Dieſe nehmen ihren Anfang 1) vom Tage der rechtlichen Entſcheidung, wenn der Be⸗ ſcheid auf vorgängiges Erſcheinen beyder Theile geſpro⸗ chen iſt; 2) bey Contumacialbeſcheiden, wenn kein Rechts⸗ mittel dagegen eingewandt iſt, von Ablauf der zur Ein⸗ wendung des Rechtsmittels verſtatteten achttaͤgigen Friſtz 30 bey Contumacialbeſcheiden, wider die ein Rechtsmittel eingewandt worden iſt, von dem Tage an, da das Rechts⸗ mittel verworfen worden iſt, waͤre es auch blos wegen (fernern) ungehorſamen Außenbleibens geſchehen.(¹) 384. Die Ablehnung wird durch einen Satz auf der Gerichtsſchreiberey vorgetragen; dieſer muß die Gruͤnde der Ablehzung enthalten, und von der Par⸗ they oder ihrem mit einer öffentlich beglaubigten Special⸗ vollmacht verſehenen Anwalde unterzeichnet werden. Die Volmacht iſt dem Satze beyzulegen.(²) 385. Der Gerichtsſchreiber uͤbergiebt binnen vier und zwanzig Stunden dem Gerichtspraͤſidenten eine Aus⸗ fertigung der Ablehnungserklaͤrung. Auf erſtatteten Vor⸗ trag des Präſidenten und nach angehortem Antrage der Staatsbehoͤrde, wird ein Beſcheid ertheilt, in welchem die Ablehnung, wenn ſie unzulaͤſſig iſt, verworfen; und, im Fall ſie nicht verwerflich iſt, darauf erkannt wird, daß ſolche: 1) dem ahgelehnten Richter ztzufertigen ſey⸗ da⸗ mit dieſer ſich in einer im Beſcheidt anzuſetenden Friſt uͤber die angegebenen Lharſachen beſtmmt erkire; und daß ſie 2) der Stagtsbehord? mitzutheilen ſiv. In die⸗ ſem Beſcheide wird zugleich der Tag zum Vortrage ange⸗ ſetzt und der Referent ernannt.(²) (i) Bit o. 166) 2ic XXi. Art. a3 (2) Ebendaf. Art. 23. Jonsse ad h. 1. 1. 18350 Cap! 1. Lrt g7% (3) Ord. v. 1667. a. a O. Art. ag. Bornier ad hel. Ord. v. 1339. Laroche des partements L. XIII. ch. LXRRV. Art. 57. Cha⸗ rondas Pand. P.. Von der Ablehnung des Richters. 125 386. Der abgelehute Richter hat ſich auf der Ge⸗ richtsſchreiberey zu erkläͤren, und ſeine Antwort unter die urſchrift der Ablehnüngserklätung zu ſchreib en. ¹)“ 387. Mit dem Tage, an welchem auf Zufertigung der Ablehnung erkannt worden iſt, bleiben alle⸗ Erkennt⸗ niſſe und alles Verfahren in der Sache ausgeſetzt; ſollte jedoch eine der Parthehen behaupten, daß die Handlung dringenid und mit dem Verzuge Gefahr verbuͤnden ſey: ſo wird dieſed Ineidentpunct auf einen bloßen Satz zum Verhoͤr gebracht, und das Gericht kann verfuͤgen, daß durch einen andern Richter dazu geſchritten werder C2) 398. Raͤumt der abgelehnte Richter die Thatſachen ein, auf welche die Ablehnung gegruͤndet iſt, oder ſind dieſe Thatſachen erwieſen? ſo wird ihm auferlegt, er ſolle ſich der Einmiſchung in die Sache enthalten() 389. Wird von dem ablehnenden Dheile kein ſchrift⸗ licher Beweis, ſa, nicht einmal einiger, wiewohl unvoll⸗ ſtändiger,(Nap. Civ. G B. Art. 1347. 1348.) Beweis, über die Gründe der Ablehnung beygebrucht: ſo bleibt es dem Ermeſſen des Gerichtes übetlaſſen, bloß auf die Er⸗ tlärung des Richters, entweder die Ablehnung zu verwer⸗ fen, oder auf Zeugenbeweis zu erkennen. C*). 390. Derſenihe, deſſen Ablehnung für unzuläßlich⸗ oder fuͤr verſaͤumt etklaͤrt wird, iſt zu einer dem Ermeſſen des Girichts äbeklaſſtüen Gelbbuße zu berürtheilen, die jedoch nicht unter hundett Fraſiten betragen darf dem Richter bleibt hiebey erfoderlichen Falls vorbehalten, auf Genugthuung und Schadenetſatz zu klagen; doch barf er, (²) Accursins ad 1. 16. C. de ludiciis(III. 1.) Borunier ad (a) Ord. v. 1667. Lit. XX. Art. 7. Zit v Wt.*. 6 e8) Ebendaſ. Zit. XXIV. Art. 13 (6) Ebendaſ. Art. eg. 30. 126 1Th. U. B. XXl. Tit. Von der Ann wenn er dieſes chut, ſucht At in bieſt it bleiben. ön 391 Bi ſe Siſß eit, Fisn ie eine Abiehſng erkannt wird, iſt. die zpprllatin, itt in dem Falle zulaͤßlich, wenn das Gericht euſſ Fſianz in der Hauptſache zugleich die letzte Inſtanz iſt; behauptet jedoch die Parthey⸗ daß in Ruͤckſicht der dringenden Nothwen⸗ zu einer Wanblung verſchriſten, werden müſſe ohne aß man eiſ das Erkenntniß äber die Appellation ab⸗ warte⸗ ſo wird dieſer Incidentpunct auf einen bloßen Satz ins Verhör gezogen, und das Gericht, welches die Abrehnung verworfen hat, kann die Verfügung treffen, daß das Geſchäft durch einn. andfin Richter vorgenom⸗ men werde. 39 Per ppeülein will, ſeiches tiunen fänf zen, von Ertheilung des Beſcheids an zu rechnen, auf der Gerichtsſchreiberey einen durch Satz thun, wel⸗ cher die Gruͤnde dafuͤr enthalten, und worin zugleich geſagt ſeyn muß, daß die zur Unterſtützung der Appellation erfoderlichen Documente auf der Gerichtsſchreiberey nie⸗ dergelegt worden ſind. 393. Auf Anſuchen und auf Foſien des n uͤberſendet der Gerichtsſchreiber dem Appelationsgerichts⸗ actuar Ausfertigungen von der Ablehnungsurkunde, von der darauf gegebenen Exklärung des Richteyß, vom Be⸗ ſcheide, von der Appellation undſ pon den derſelben pit gefuͤgten Actenſtuͤcken.(n 394. Der, wheatonstichecar iergiebt et⸗ wähnte Actenſtücke binnen drey Tagen nach deren Em⸗ pfang an das Appellationsgericht. Dieſes beſtimmt den Tag, an welchem die Sache ettſchſeden werden ſu, und ernennt einen Referenten. Auf deſſen Vortrag, inh nach Anhörung der Stagtsbehoͤrde, wird im Prrhor daß ur⸗ (1) Dieſe Verordnung iſt neu. 1. Th. H. B. Ml Tit. V. d. Erlöſchung d. Proceſſes. 127 thel geſprochen, o daß es erfoderlich iſt. die Partheyen dazu vorzuladen.(¹) 395. Binnen vier und zwanzig Stunden nach ehfoigter Ausfertigung des ürthels hat der Appillationsgerichts⸗ actuar die ihm eingeſandken Ackenſtück! an den Ge⸗ richtsſchreiber des Gerichtes erſter Inſtanz zuruͤckzuſen⸗ den.(²) 396 In Monatsfriſt, von dein Tage des in erſter Inſtanz auf Vetwerfüng der Ablehuung rtheilten Be⸗ ſcheids an zu rechnen, muß der Appellant den Palthehen entweder das Appellationsgerichtsurthel, oder lin Zeugniß des Appellationsgerichtsackuars zufertigen, welches bi⸗ ſagt, daß über die Appellation noch nicht erkannt, unb welcher Tag Gerichtswehen dazu angiſetzt ſeh; wißrigen⸗ falls wird der Beſcheid, in welchem die Ablehnüg ver⸗ worfen iſt, proviſoriſch vollſtreckt; und was dem gemäß geſchieht, iſt ſolchenfalls ſelbſt dann guͤltig, wenn auch die Ablehnung in der Appellationsinſtanz fuͤr zulaͤßlich erklaͤrt wuͤrde.(²) Zwey und zwanzigſter Titet. Von der Srlhöſchung des B 36 zl7 397. Jeber Proceß ſoll, weni Fleich noch kein Sach. walter darin beſtellt iſt, erloſchen ſchn, weni er— die Jahren nicht mehr betrieben worden iſt. Die Friſt wird um ſechs Mönatt verlängert in 3 len den Faͤllen, in welchen enttveder das Gefuch um (¹) Hrd v. 1667, Lit. KXIV. Art. 57, (2) Neu. 63) Gileichfaus neu. 5 ) 8. Del⸗porte g. a. H. untet: bblie 6 5 po „ 128 1. Th. 1I. B. XMII. Tit. V. d. Erloͤſchung d. Proceſſes. deraufnahme des Proceſſes, oder um Beſtellung eines neuen Sachwalters Statt findet.(¹) 56 398. Die Erloͤſchung des Proceſſes findet wider den Staat, wider öffentliche Anſtalten, und uͤberhaupt wider Jedermann, ſelbſt wider Minderjaͤhrige, Statt; doch bleibt ihnen der Regreß wider Verwalter und Vormuͤn⸗ der vorbehalten.(²) 1 399. Die Erlöſchung des Proceſſes ſoll nicht bloß Kraft des Geſetzes(ipso iure) eintreten. Sie wird aufge⸗ hoben, wenn eine oder die andre Parthey, vor Anbrin⸗ gung der Klage auf Erloſchung, gültige Proceßhandlun⸗ gen unternommen hat.(²) 1 3 400. Um die Erklaͤrung, daß der Proceß erloſchen ſey, ſucht man durch ein Schreiben an, welches ein Sach⸗ 5 walter dem andern zufertigen laͤßt; es muͤßte denn ſeit dem Augenblicke der Erloſchung der Sachwalter verſtor⸗ ben oder interdicirt oder ſuspendirt worden ſeyn.(*) 401. ————— (1) Der erſte Theil dieſes Artikels iſt entlehut aus dem Arrété dn parlement de Paris v. 28. März 1692 Art. welche man fin⸗ det in der Collection de jurisprudence unter dem Art. Per- emption; der zweyte Abſchnitt iſt neu. 3(2) Franz 1. hatte in ſeiner Ordonnanz von 1539. die Präſcrip⸗ L. tion in Anſehung des Staats abgeſchafft. Im Clvilcodex iſt ſie wiederhergeſtellt. Wider Hoſpitäler, Corporatonen, Gemeinden und öffentliche Anſtalten hat ſie immer Statt gefuͤnden, ſo wie auch gegen Minderjährige, mit Vorbehalt des Regreſſes an ihre Vormünder und Verwalter. So iſt namentlich erkannt worden in * den Arréts v. 13. April 1818. u v. 23. Dec. 1630. die man beym Brodeau sur Louet P. Sommaire 14. ſo wie in den Arréts vom 14. u. 23. Jun 1821. vom 19. Jänner und vom 2. März 1874 auch vom Auguſt 1608 welche man findet in Bouchel Bibliothéque du Droit frangais unter PCremption, endlich noch im Arrét de rètzlement v. 8 Jun. 1703. Eben ſo entſcheiden Charondas Rép. Liv. VI. rép. 20. Papon Arréis Liv. VIII. Lit XVI. Addit. n. 3. Jousse Commentaire z. 5. Art. Lit. XXVII. der Ord. v. 1667. (3! Dieß war ſchon vorher die neueſie Gewohnheit. S. Jousse a a D. und die Collection de jurisprudence Art. Péremption. In ältern Zeiten fand die Peremption ipso iure Statt⸗ (4) Vergl. Jousse a. a. O. Brodean sur Louet 1. P. ch. XIV. Arrét de réglement v. 9. Ang. 1692. Art“ 4. 1. Th. II. B. MMII. Tit. Von der Losſagung ꝛc. 129 4or. Die Erloͤſchung des Proceſſes hebt die Haupt⸗ klage ſelbſt nicht auf; ſie bringt bloß die Wirkungsloſig⸗ keit des bisherigen Verfahrens hervor, und man kann ſich in keinem Falle auf eine Handlung des erloſchenen Pro⸗ ceſſes beziehen, noch dieſelbe fuͤr ſich geltend machen. Iſt der Proceß erloſchen, ſo wird der Hauptklaͤger in alle Koſten des erloſchenen Verfahrens verurtheilt. 69 Drey und zwanzigſter Titel. Von der Losſagung vom Proceſſe.*) 402. Die Losſagung vom Proceſſe kann durch bloße, von den Partheyen oder deren Bevollmaͤchtigten unter⸗ zeichnete, und von einem Sachwalter an den andern zuge⸗ fertigte Saͤtze erfolgen und angenommen werden. 403. Sobald die Losſagung angenommen iſt, gilt ſolche rechtlicher Weiſe fuͤr Einwilligung, daß die Sachen von beyden Seiten wieder in eben den Zuſtand verſetzt werden ſollen, in welchem ſie ſich vor Anſtellung der Klage befanden. Durch die Losſagung uͤbernimmt man zugleich die Verbindlichkeit zur Bezahlung der Unkoſten. Zu dieſer Zahlung ſoll die Parthey, die ſich vom Proceſſe losgeſagt hat, mittelſt einer bloßen vom Präſidenten ertheilten Auf⸗ lage(Verordnung) angehalten werden, welche unter die Koſtentaxe geſetzt wird; und das zwar in Gegenwart der (1) Eine condemnatoriſche, wenn gleich nur proviſoriſche Sentenz érloſcht nicht; aber die Erlöſchung des Procsſſes zieht die Erlb⸗ ſchung der Zwiſchenurthel nach ſich. Arrét v. 11. Dec. 1609. beym Brodean leitre P. n. 16. Der ute ZTheil des Artikels war vorher im Gerichtsbrauch; der zweyte iſt neu. Ehedem bezahlte in dieſem Falle jede Par⸗ they die von ihr verurſachten Unkoſten. Pothier, Traité de 14 Procédure civile P, I. ch. IV. scct. 7.. 3. *) Delaporte Formulaire s. v. Désistement C. Civilgerichtsordunng. 17 130 1. Theil. AII⸗ Buch 5 RNW Fitcl. 1 Partheyen, aber nachdem dieſelben durch einen Satz den ein Sachwalter dem andern zufertigen jäßt, vorgela⸗ * ſinðo)d amn pnnhiun oh 0 ann n Drſe Auftage wird in ſo firn. ſ. 3 G. 6 42 — Sja⸗ a eine Oppoſition vnl chin 3bl6r ibn * qnpn 34 miß 5 Bier und vywnihpen Litel. Von no(oni n aen an i en 1 Scte 0 Fürs ſummniſ Rechesämun Fuin t und als ſolche verhandelt werden: die wider die— der Srdenselcitn ein⸗ gewandten Appellationen; die bloß perſönlichen Kiene, 396 auch die Summe ihres Gegenſtandes belaufen mag, wenn ſie auf urkunden gegruͤndet ſind; jedoch nur wenn der letzteren Aechtheit nicht beſtritten wirdz„ Klagen, die auf keine Urkundent int id, wenn ſe nicht uͤber Tauſend Franken zum Gegenſtande haben; 6„ proviſoriſche oder ſolche Klagen 36 welche ein ſchleu⸗ ₰ niges Verfahren erheiſchemz so0 nb dol Klagen auf ehuſg ves vihuene oder verfallenet Te Leme don MWſn S (¹) Ord. v. 166i Vu. Art. Ne iſt die„he S 124 daß die Aypedationen wider die Entſcheidungen. der Friedensrich⸗ 1 er ſummariſch behandelt werden ſollen. Die Friedensgerichte wurden von der Poßionaeripmniung Vic, die Geſetze vom 4 Wär 1791. ein⸗ a6. Aug v. 34. u. 18. Det. 790 und b. . geführt und durch den 7.. Artikei, deg 8. Cap. mi, Eiets der Conſtitution vem Srptemnet 1791 heſtätiat. Von ſummariſchen Rechtsſachen⸗ 13r 405. Summariſche Rechtshaͤndel werden, im Ver⸗ hot, nach Ablauf der in der Citation geſetzten⸗ Friſt, ent⸗ ſchieden, und zwar nach Einreichung eines bloßen Saz⸗ zes, ohne irgend ein anbtres vdſußres und ohne S Formalität.(*) 406. Rebenpuncke und Interventionen werden— ein dem gegentheiligen Sachwalter zuzufertigendes Schrei⸗ ben angebracht, welches nichts, als bas mit Gruͤnden uh⸗ terſtuͤtzte Geſuch enthalten darf.(*) 407. Finbet der Zeugenbeweis Statt, ſo werden in dem Beſcheide, mitteiſt deſſen darauf erkannt wird, bie umſtaͤnde beſtimmt,(ber welghe die Zeugen abzuhsren ſind,) ohne daß erfoderlich wäre,(vergt. Art. 232. 253.) ſolche erſt artikelsweiſe vorzubringen; und es wird in die⸗ ſem Beſcheide zlgleich Tag und Stunde beſtimmt; da die Zeugen in der—. rt werden ſollen*)n5 mh 08. Die Zeugen ſind nnpuns. vor der Aith, nihn i i 557 8n nhns; 557 (1) Ord. o. 166740 tin RM. irt. 7. Dieſ⸗ müſſen zu⸗ gleich nach Magßagbe des 543. Art der gegenwärtigen Gerichts⸗ ordnung dre Liqhibutivn der Koͤſten und Geblchren enthälten. (2) Ord. b. 1667. it. Xr. Att. 24. 63) Brs. v. 1667. Ri. Sll. att. 1 Dieſer Arliker bittift nach Bornters Anführen vorzüglich den ſummapiſchen Progeß nach Masßgabe) der Hrd⸗ Franz 1. v. J. 1536. Cap- Xii. Art. 5. (4) Ord. v. 1667. Lit. XVII. Art. g. Hier war megtu der Vorla⸗ dung der Zengeß nichts angeotdüet! Im Geß v. 3 Brumaire des II. Jahres, welches nachher durch das vom 7. Fructidor des 111. Vahfeß erklärt ward, war von der den Zeugen zu beſtimmen⸗ den Friſt noch nichts Zeſagt, wenn gleich im 4. u. 8. Artikel des erſtern dieſer beyden Geſetze geſagt war, die Zougen ſputen ſowohl ais die Parthey durch einen vom Richter erlaſſenen Vorladungs⸗ zettel citirt werden, in weſchem Lag, Dot und Stunde zum Zeu⸗ generhör beſtimmt ſehn ſollten; und da war es dann gewöhnlich⸗ daß der Richter den Zeugen zwiſchen Ladung und Abhörung wenigſieus vier und zwanzig Stunden Friſt leß⸗ 132 1. Th. il. B. XMIV. Tit. Pon ſummar⸗Rechtsſachen. 409. Bittet eine Parthey um eine Friſtverſtattung, ſo wird auf der Stelle über dieſen Rebenpunkt erkannt. (Soben Art ageso.)d nnn 419. Iſt gegen das Endurthrl keine Appellation ver⸗ ſtattet, ſo wird uͤber das Zeugenverhoͤr kein Protocoll aufgenommen, ſondern bloß der Namen der Zeugen und des—*. Sntee im n.—(S. oben Iſt das Endurthel di Appelation zu⸗ läßlich, ſo wird ein Protocpll aufgenommen, welches die Vercidung der Zeugenz deren Erklärung, ob ſie Ver⸗ wandte, Verſchwaͤgerte einer oder der andern Parthey ſind und ob ſie in deren Solde oder Dienſte ſtehen; die Einwendungen, welche etwa wider ihre Glaubwuͤrdigkeit gemacht worden Rindyhund den Jrhalt iusſagen enthaͤlt. QArt 39.N nonnch nhilhnnnshannd mt 412. Sind die Zeugen entfernt oper. erhſert, kann das Gericht deshalb an die Serichte des Ortes, wo ſie ſich aufhalten, oder an den daſigen Friedensrichter Auftrag ertheilen; ſolchenfalls wird das Zeügenverhör ſchriftlich aufgeſetzt umd ein Varbvse ufhenem⸗ men.(Art. 255.) 1Pi 413. Bey ſummariſchen gehmtehien iſt von dem, was im Rll. Titel: vom Zeugenberhör der Form des Verfahrens vorgeſchrieben iſty(Art. 260. 261.—— 295. 285.) fene gendes zu beoöbachten: png mc dum abſchriftliche in wel⸗ chem auf das Zeugenverhor erkannt iſt, an die Zeugen; abſchriftliche Mittheilung des Nanvtrzechniſts der Zeugen an die Parthey Geldbuße und Stafe. ſür das uzubln ber Zeugen; it der und der mit den Par⸗ 1. Th.. B. MMV. Tit. Vom handelsget. Verfahren. 133 theyen in gerader Linie verwandten oder vrrſchwägerten Perſonen zum Zeugniſſe; die dem erſchienenen Theile anßaliten Einwendun⸗ gen(wider dit Glaubwürdigkeit der Zeugen), die Art daruͤber zu erkennen, die Verſtattung der den Zeugen vor⸗ zulegenden Zwiſchenfragen und das, was die Zeugenge⸗ buͤhren betrifftz die Zahl deren e, in paſſiren;⸗ E1 die ne vaß plſenrn/ die das fünfſthnit Jahr ihres Alters noch nicht haben, abge⸗ hoͤrt werden duͤrfen. 5 6 oei bln„ Fänf and Bmenig ſtet Tirel⸗ Vom handelsgerichtlichen Verfahren.(S. Wandelsgeſetzb. Art. 64* f. 2. 1r Tit. Art. 28.) 44 e— vor den Handels⸗ gerichten finden diene Lnudperrichamngen der Mwldt (avouẽs) nicht Statt.(¹) 415. Jede Klage muß daſelbſt mittelſt der ʒuſerti gungsurkunde, durch welche die Vorladung erfolgt, nach⸗ den unter dem Titel: von Vorladungen(S. oben Art. 61.) angeordneten Formlichkeiten angebracht werden. 416. Es muß dem Beklagten eine Friſt von we⸗ nigſtens Einem Tage verſiattet werden(S. oben Art 5.) 417. In Faͤllen, welche ſchleunige Befoͤrderung erhei⸗ ſchen, kann der Handelsgerichtspraͤſident verſtatten, daß (1) Ordonn. von 166. Lit. KIt. Art. 2. in. Ord. v. 1673. Zit. K11. Act 1. Eo giebt zwar bey den Framöſiſchen Han delsgerichten keine ordentlich angeſteuten Anwälde(avoués) indeß hat man doch bey den meiſten dieſer Gerichte gewiſſe Perſonen angeſtelit, welche die Steue der avoués vertröten, ünd in Paris asrées heißen. Das Handelsgericht ſelbſt ſegt dieſe Perſonen, und ſie werden von demſelben in Eid und Pflicht genommen. heyen, giebt, die feinen beſtimmſn Weohuſitz haben⸗ und fes zugeftreigte Citationsn hnd gltig. 6N ſprechn geleiſtet und die Woart ſ, Fden iſ 134 1 Khel. I Buch. WW Lit. man auf den n6t nnniſ Tag, und r. die naͤch⸗ ſie. Stunde vorladf, und pnß Pohſligroträgen(des Vorzulqdenden) mit Arreſt eſtge er kann, nach Naa ⸗ 4 gabe der, umſtände, dem Kläͤger auferlegen, daß er Por⸗ ſtand leiſte, oder ſeine hinreichende Zahlugofähigfeit bey⸗ bringe. Die deshalb erlaſſenen Auflagen ſind, ohne Ruͤck⸗ ſicht auf Oppoſition oder Appehation⸗ Lollſtreckbar. 2 4¹8, In Seshandlungsgugelegenhpiten, wo es Par⸗ in Sachen, wo von Angruͤſiung, Perpropiantirung, Be⸗ mannung und Ausbeſſerung(Verzimmerung) ſeegelferti⸗ ger Schiffe die Rede iſt, wie guch bey andern unauf⸗ ſchiehlichen und p iſoriſch zu pfthaßheinden Ahgelegen⸗ heiten keun, diz vorhergeh hende Verord⸗ nung, guf de Rächſtiß Fgs nd⸗ ſiff. die näghſte Stinde erfolgen, und ſpfort, auf. ünſ(in Nfngiet geſprpchen werde, 419. Ale dem Pel am L zins Schit⸗ ße Dem Klgeß ſeht tch, mach Bbehe den Vrkagten vor das Srricht⸗ iß deſſen⸗ Heichiſbſhte dr Beklggte wohnhaft iſt Gorum domicilihʒ— vor das Gericht, in deſſen Gerichtßbei ite das Vet⸗ (forum contractus); por das Gericht in deſſen e ah⸗ 421. Die Parchyen ſind ſhulſg, jn Paßen oder durch Specialbevollmächtigtt zu erſcheinen.(* 6 7 ) Vergl. Ord. ve 1667. Lit, XIV Art. 14. 6 2) Ord. v. a673 Tit, ll. Aft 17. winso wdi (6) Cbendaſ. Art 17. (4) Ord. d. 1667. Lit⸗ XVI. Art. 1 g. Ord. Cavls IX. v⸗ 1863. Art. 4. Ord. v. Saint-Maur. v. 1366. Art. 5. Drd. v. 1673. Tit. XII. Art. 12. Vom handelsgerichtlichen Verfahren. 135 422. Erſcheinen die Partheyen, und es erfolgt nicht gleich im erſten Verhoͤr ein Definitiverkeuntniß: ſo ſind die Parthehen, wenn ſie üicht an dem Htte, wö das Ge⸗ richt ſeinen Sitz hat, wohnhaft ſind, vertzflichtet, zu beſtim⸗ men, wo ſit daſelbſt ihren Wohnſitz waͤhlen(wohin ihnen die Ladungen zugefertigt werden ſollen). Die Erwählung des Wohnſitzes muß auf dem Blatte, worauf der Ge⸗ richtsſchreiber das Verhörsprotocoll ſchreibt, bemerkt wer⸗ den Fehlt es an dieſer Wähl. edes Wohnſitzes), ſo können alle Zufertigungen, ſefbſt“ boin Definſtiverkenntniſſe guͤl⸗ tiger Weiſe in die Handeisgerichtsſchreiberey abgegeben werden. 423. Wenn in Handelsſachen Auslaͤnder als Klaͤger auftreten, ſo koͤnnen ſie nicht gensthigt werden, fuͤr die Koſien und Schäben, in deren Erſütz ſie verurtheilt wer⸗ den könnten, Vorſtand zu ietil ap. Civilgeſetzb. Art. 16.), ſelbſt dalh nicht, wehn dü Kläge an Hrten, wo es kein eigenes Handelsgericht giebt, beym Civilge⸗ richte angebracht worden iſt.(S oben Art. 166.) 424. Iſt das Gericht in Anſchung des Gegenſtandes incompetent? ſo hat es, wenn aich kein Ablehnungsge⸗ ſuch angebracht worden iſt, die Parthehen an die Be⸗ hoͤrde zu verweiſen.(S. oben Art. 170.) Jebes aüs ir⸗ gend einer andern Urſache angebrachtes Ablehnungsgeſuch muß durchaus eher angebracht werden, als kgint eine andre Einrede.( 425. Es kann in eben dem Beſcheide, in wilchem die Ausflucht der Incompetenz verworfen wird, uͤber die Hauptſache erkannt werden, doch ſo, daß das Erkenntniß in zwey Abſchnitte abgetheilt ſey, wovon. der eine uͤber die Competenz und der andere in der Hauptſache entſchei⸗ det. Wider denjenigen Theil des Beſcheides, weicher die () In Anſehung des zweyten Theils dieſes Avkikers vergt. Ordonn. o. 1667. Lit. V. Art. 3. Competenz betrifft, iſt allemal die Appellation zulaͤß⸗ . Die Wittwen und Erben derfenigen, welche vor dem Handelsgerichte belängt werden konnten, werden vor daſſelbe zur Aufnahme(Reaſſumtion) des Proceſſes, z oder mittelſt einer neuen Klage vorgeladen. Sollten je⸗ 4 doch die Verhaͤltniſſe(qualités) derſelben ſireitig ſeyn:*) ſo iſt dieſe Streitfrage an die ordentliche Gerichtsbehoͤrde zur Entſcheidung zu werweiſet, und dann erſt üͤber die 8 Hauptſache vom Handelsgerichte zu erkennen.(2) 427. Wird eine producirte Urkunde nicht. anerkannt, abgeleugnet oder für falſch erklaͤrt, und beharrt der Pro⸗ 4 ducent beym Entſchluſſe] ſich ihelr zu bedienen: ſo ver⸗ weiſt das Gericht düſtit Nebelbenkt an die Gerichtöbe hoͤrde, die daruͤber zu erkennen hat, und das Erkenntniß in der Hauptſuche brelbt eiuiſtwtilen dusgrſitzt. Beſieht ſich ſeboch dieſt urküide nur auf Einen der verſchiedenen Klagepunkte, ſo kann einſtweilen zur Ent⸗ ſcheidung der übrihei Funkre veſch titten wzrden 6* 28. F ſeden Fule kann das Bericht, ſelbſi Amts⸗ wegen, anhefehlen, daß die Partheyen im Pöffentlichen Verhor oder im Seſſiongzimmer in Perſon gehort wer⸗ den ſollen; und Falls die Partheyen geſetzmaͤſtig zu er⸗ ſcheinen, perhindert ſeyn ſollten, ein Mitolled des Ge⸗ 7 auch einen Friedensrichter zur Haltung des richts, oder Verhoͤrs ₰ 34— (1) Vergl. Ord. v. 16731 Tit. XUI. Art. 14. Gommentaires de Joussc sur les Art, 3. 1. du titre RII. de POrd. de 1673. * ct sur 1 Art. 10. Lit⸗ XVI. de Pord. de 1667. 4( ord. v. 2673. Lit. Rt, Ar 16. 2(30 Declgration v. 15 May 17089. e * 1e 1 6 51253G *) Z. V. ob die Guͤtergemeinſchaft angenommen ſey oder nicht; oder ob die Erbſchaft unbedingt, oder enm beneficio inventarii angetreten ſey? u. ſ. w. E. Vom hanbdelsgerichtlichen Verfahren. 137 Verhoͤrs benuftragen, von welchem dann ihre S gen zu Protocoll genommen werden.(*) 4a9. Iſt es erfoderlich, die Partheyen an Schieds⸗ richter zu verweiſen, um Rechnungen, Artunden und Handelsbuͤcher zu unterſuchen: ſo ernennt man einen oder drey Schiedsrichter, um die Partheyen zu hören, und, wo maoͤglich zu vergleichen; nach vergeblich— Güte aber ein Gutachten zu erſtatten Sind Arbeiten oder Waaren zu beſichtigen ver zu ſchaͤtzen: ſo ernennt man einen oder——,— ſtaͤndige. Die Schiedsrichter oder Sochverſtändigen weiben vom Gerichte Amtswegen*) ernannt; ausgenvmmen, wenn die ſtreitenden Theile im Vb ſich deshalb ver⸗ einigen. 430. Die Ablehnung— nur Shn drey Tagen nach ihrer Erneunung angebracht werden.(Art. 308. 309.) 431. Das Gutachten der Schiedsrichter und Sach⸗ verſtaͤndigen wird bey der Handelsgerichtsſchrribereh nie⸗ dergelegt be) 432. Erkennt das Gericht auf Zeugenbeweis, ſo wird in den oben fuͤr die ſummariſchen Zeugenverhöre feſtgeſetzten Formen dazu geſchritten. Doch muͤſſen in Sachen, bey welchen die Appellation zulaͤßlich iſt, die (2) Drd. v. 1667. Tlt. KVI. Art. 4. (e) Ein Mitgtied des Handelsgerichts prüft vor auen Dingen das Gurachten der Schiedsrichter oder Sachverſtändigen und erſtattet darüber ſeinen Vortrag an das Gericht. Dieſe Gewohnheit ſtimmt mit der Ord. v. 1667. Zit. KVI. Art. 3. übexein. *) Ganz verſchieden ſind dieſe Schiedsrichter von denen, welche die Partheyen erwählen, um Rechtshaͤndel zu eutſcheiden. Von letzteren handelt die Gerichtsordnung unten im einzi⸗ gen Titel des III. Buchs des II. Dh. Art. 1603 1028. E Civilgerichtsordnung. 18 135 1 gheit. II. Buch. FR Litel. Ausſagen vom Gerichtsſchreiber niedergeſchrieben und vom Zeugen unterzichnet werden, Im Weigerungsfalle grſchitht dayon Erwähnung Lft. 407413) 433 Bey, Abfaſſung und Ausfertia ſind die im 141. und 16. Artikel den Gerichten erſter Inſtanz vorgeſchriebenen Formen zu beobachten. 434. Bleiht der Klaͤger außen, ſo ertheilt das Ge⸗ richt in Contumsialefi miniß und zhlt den Brlagten Erſcheint der Beklagte nicht, ſo wird auf Ungehor⸗ ſam geſprochen(ein Contumgcialprthel ertheilt), und dem Klaͤger wird ſeig Göſuch zugeſhrochen, inſofern es ge⸗ techt und·gegrigdet hefuſdife wifd C( Sen yitnhtelfſftuntis iſun audefs, u durch einen von dem Gerichte hierzu beſonderz abgeord⸗ neten Gerchteheien zugeſſfugt eſdeſ. Gt. 136 3 der Zufertiuns bey Straff der Nuſlität muß die Erklä⸗ in der Geſnefeeng di 3fſtrigung etfolgt. Fwähl 2 haben daßfſn tt,pſeihſf nicht wahlhoftiſß ſo lange volſtreckbar, bis vin Rehtsmitiel pagegen ein⸗ gewendet wird 436. Nach Ablhuf von acht Tagen, pom Lage der Inſuuutihn an zy echnenz i di Spſiiſcht nihe zuläßlich m q nioch)n nim n ux einwendet, nebſt einer Zuffoderung enthalten, in geſttzli⸗ cher Friſt zu erſcheinen; ſie muß an den gewählten Wohn⸗ ort inſinuirt werden(Uit 20) 438. Wird das Rechtsmittel(die Oppoſition) in dem Augenblicke, wo dus uethel vollſtreckt wird, durch eine zum Protocolle des Gerichtsboten abgegebene Erklä⸗ ring eingewandt? ſo witd det Vollſtreckung dadurch Ein⸗ (1) Jousse snx l'art. 5. rirre KVI. de 1'Ord. de 1667. Vom handelsgerichtlichen Verfahren. 1739 halt gethan; doch muß der, welcher das Rechtsmittel eingewandt hat, ſolches binnen drey Tagen durch eine Zufertigungsurkunde, jn welcheb zugleich bie Votlubung enthalten iſt, wiederholen; kach Ablauf dieſer Friſt wird die Oppoſition fuͤr nicht heſchehen geachtet.(Art. 1620) 439. Iſt die Klage auf eine Urkunde gegründet, deren Aechtheit nicht angefochten iſt, oder auf ein vorhergegan⸗ genes condemnakoriſches Ertentniß, wiber welches nicht appellirt worden iſt; ſo kann das Handelbgericht anbe⸗ fehlen, daß ſein urthel, det Aßpellation ungeachtet, und ohne Vorſtandsbeſtehug proviſoriſch vollſtreckt werden ſolle(Art. 135.) in den übrigen Faͤllen hat die proviſo⸗ riſche Vollſtreckung nüt da Statt, weun der Kläger Sichetheit beſtetlt, öbit ſiehzche ihungsfühi⸗ keit barthut.(* pe bi m n 440. Der Bütge wirb pti ks Sätzes ange⸗ zeigt, welcher dem. Appeſlatten, ſofer er dä wohnt, too das Gericht ßeinen Sis hat, in ſeile Wößhung, außet⸗ dein aber an den jn Ginitheit veh a2ſtei Artikels von ihm gewählten⸗ Wßibbt juhtfettist vſtd et Appeliit wird Sin üfgefovüt baß it ac ei iom beſtimmten Tage ud zur geſehtn Stündt auf der ſchtsſchreibe⸗ rey ſich einfinde, um ſich dort die Buͤrgſchaftsurkun⸗ den*), wenn auf deren Beybringung erkannt iſt, vorle⸗ gen zu laſſen, ohn ſie jedoch mit ſich nehüten zu duͤr⸗ fen; und im Vethoͤrstermine erſcheine damit er ſehe, daß uber die Ziltäßtichkeit der Püsſchaft, wenn bieſelbe angefochten worden iſt, erkannt werde., 441. Erſcheint der Appellant nicht, oder macht er keine Einwendungen wider die Buͤrgſchaft? ſo erklaͤtt der (1) Geſetz on6. Auguſt 1790: Lit, Xl. wte ) Ord. v. 1667. Tit. FXVI. Art. 2 3. ) Die urkunden, welche die Sicerheit deß Bürgen bewah⸗ ſe S5 440 I. Th⸗II. P XMV. Lit. V. haudeisgr. Verfahren. Buͤrge auf der Gerichtsſchrziberey, daß er die Verbur⸗ 1¹ gung uͤbernehme; will aber der Appelant die Buͤrgſchaft nicht anehmen, ſo wirt ah dein it dir Uuffoderung WProvocation) beſtimmten Tage daruͤber erkannt. Der daruͤber ertheilte Beſcheid iſt auf jeden Fall, ohne Ruͤck⸗ z ſicht auf eingewandte Oppoſition oder Appellation, voll⸗ ſiracuar.().M. 4—— 442. Die Handelsgerichte habe über die nolt. 1— iher uuthel ict n ettuueh. tArt. 5330 6) md onu(“ neimnqe 6 brd. v. r Lit.. Apt. one ſagt, daß dieſe Bürgſchafibereterunz wider den, welcher ein ge⸗ vichtlicher Bürge geworden iſt erfoderlichen Falls die Zahlung bey Gefängnißzwang zuläßlich mache. Uebrigens bewirkt dieſe Verbürgung, daß der Bürge verpfichtet iß, vor dem Rich⸗ vntetwol niimtwtnbeeein Recucih dAr- ret T. 11 onq 6 6. und deſſen ivwichtſi R vih 3zſt ſich deszatb auf ein Awet rlenenisn Parig wpg Fan1387 Fer rerius su e de e i.*. 126 n i W. 1b. bd 3 Die Ex du die der ſichp ebticher enate ei or 19 sec Sültmo 15 en wenn in der Folge auf Erſtattung erkannt werden ſollte, bewitkt die 9b Seih nn vziuſio eh des Upes dien Fſeeſ arbEiwilssſepp r 2. 2619. 2040 Vertzt kour indication des sgurces ou tontes les dispositions di Cochet bivi bn 6ie puiséen⸗ — unten V. Buch 1, Litet Art 5 un npc 6 Jousse in 5 Selien zi vn eit 5 dn 6 uſiter v s6 zun 6 . 60 pda m56, 1209 8pö 1) un ( in npinuz nb —— H* 30) 9 Dz) 82* I. Th. III. B. Einziger Tit. Von der— 141 Drittes Buch“ Vo den dn b0 610 — (Decrer öbm 7ten 1806 zibriicht den eben Lieſes Monatö.) S65 2% 40 be 1 203¹) 91 Spp t Seri pn Von der Appelation*) und dem Vefahten in Lppel. Astnehe InN m teint — 443. Eine aiie müß binen brep Monaten eingewandt werben.**) Pſe Friſt behlünt in Anſehung der nach vorgängiger Anhörung beyder“ Theile geſpro⸗ chenen Urthel, mit dem Lage, da das Urchel dem Appel⸗ lanten in perh oder an Eih⸗ Pbi zigefertit worden iſt; teh aitnlſuitttis 3b mit Tage, wo kein Rechtsmittel rn Vahegen mehr zulaͤß⸗ lich iſt.(Art. 157. 158. 159 Doch darf der Appellat in ſeh da⸗ der Sache, beyläufig gleichfalls eine Appellation(Adhaͤſion) einlegen, ſelbſt wenn er das Urthel dem Gegentheil ohne Vorbe⸗ halt haͤtte zufertigen laſſen.(*) (1) Der erſte Theit dieſes Artikels iſt geſchöpft aus dem I. Theite des ra. Art. des V. Tirels des Geſetzes v. 16. Auguſt 1790. Nach der Ord v. 1667. Tit. XXVII. Art 17. war die Ap⸗ pellationsfriſt zehn Jahr. Der ate Theil des Artikels in ganz *) Die hierher gehorigen Formulare liefert Delaporte 4. a. O. unter dem Artikel: Appel. S. Dufour, Traité de la Procs- dure T. II. p. 1— 3. E. **) Im Foͤnigreiche Sachſen iſt die Appellationsfriſt, ohne Un⸗ terſchied, eine zehntaͤgige, welche mit dem Moment der Publication des urthels beginnt. E. . E 2 1. Lhei. 1II1. Buch. Einziger Lite. Dn Ablguf diſer Friſen jeht das Verſum⸗ niß(am Rechtsmittel) nach ſich; ſie laufen ohne Aus⸗ ughme widet jede Parthey, wit Porhehalt des ihr etwa zuſtändigen Regreſſes; indeß laufen dieſe Friſten gegen einen nicht emancipirten Minderiährigen nicht eher, als von dem Tage an, da das urthel ſowohl dem Vormunde, als dem Rebsnoprmindr zugefzrfigt worden iſt; der leßz⸗ ift ngg zur Sght horgelgdeſrbpet micht. Rapol. Civilgeſetzh, Art. 1442. h3 o 445. Denjenigen, welche außer hem feſten Lande von Frantreich wohnen, kommt, außft der dreymonatlichen Friſt, dit pan der Bufßſtiggng des Urtheiß gu gerechnet wird, zur Einwendung der Appellqtion noch die Oben im 23ſtn Autjifl jfihudicoſlgduginebſtntr Flſt zu Stattengmung qladapgnhnl zg g. nnſi iaene ſinSpiſcſen Getſe dis Neiches in Lan, hher Sfidinſten gbwißnd, od in auswärtisn Anglegfüheitin im Dienſie des Staafs peſtiz Bpfft hüd⸗riernbahet le tipn uüſr pftnhyfymoſchenehefieeufft⸗ tgung des lrthtls an zurghnegpeRriſh anhh ins inf jährige Friß vergnnt. 00 Iuoln 6 2 9 Pi n neu. Vorher haite man zur Appellation wider ein Contumaclaler⸗ dab demuuſß 80ühde Grin, Aurh dit nri Abſchüitt des Autikels no0 ihhe bo n d i 41), Geſetz v. 46. Aug.1 Ar Pund Fart, III. ch. 2 bn ut 12 vue z ut⸗ Pte p. Rs. Loisel Aitt pontumiqrs itt desPresorimtions rogle 10. a) Nach der Ord 6 3667. Lir XXVII. Art. 14. lief während der Abweſenheit dieſer Perſonen gar keine Appellationsfriſt; ſie lief erſt von der Zeit an, wo die urſache ihrer Abweſenheit auf⸗ 5 Igehört hatte, Nn 0 n n 91 166 *) Sobald die Parthey einen gehorig beſtellten Sachwalter hat, (und nicht von Erben, die in den Proreß eintreten, die Rede iſt), macht bey uns die weiteſte Entfernung im Laufe der 1otägigen Appellationsfriſt keinen Unterſchied. E. Von der Appellation ꝛc. 143 447. Der Lauf der Appellationsfriſten wird durch den Tod der Prttt unterbrochen, wider ic tttaunt worden iſt. Sie fangen erſt vann wiedet zu laufen an, Weni das urthel an dem Wohnotte des Verſtorbenen unter den im 6ſten Artiket votgeſchriebenen Formalitaten inſinuirt iſt, und zwar von dem Zeitpunkte an, da die zur Errichtung eines Inventatiums verſtattete Friſt und die Bebinkſit zur Annahne der Erbſchaft verſtrichen ſind; wenn naͤm⸗ lich das Urthel vor Ablauf ſstgebachter⸗ Friſen zügefer⸗ tigt worden ſeyn ſollte Dieſe Züfertigung känn an die Erben insgeſammt, ohne Bemerkung ihrer Nuſen int Eigenſchaften, erlaſ⸗ ſen werden. 4. Sölte das utihel auf tint falſche urkunde gegruͤndet, oder die Parthey deshalb verurtheilt worden ſeyn, weil ſie eine eütſcheibenve Btweiurkunde, welche ihr vom Gegnr vorenthalten worden wat, nicht beyge⸗ bracht hat: ſo laufen die Appelativnsfriſten erſt von dem Tage an, da däs Fotfun entdeckt öber jütiſtiſch erwie⸗ ſen, odit kie Uttie wieder kilangt wörben iſt; jeboch im letzteti Fallt nicht anbtiß, als dann, wenn über den Täg, wo die Urkunde wieder erlangt wurde, ein ſchriftlicher Be⸗ weis vorhanden iſt. 440 Von keinem Uethel), das nicht probiſpriſch voll⸗ ſtreckbar iſt, darf innerhalb der erſten acht Tagè, vom TDagt, dn das Uicher geſoröchen wurde, än zu rech⸗ uen, appellirt werden. Eine in dieſer Zwiſchenzeit einge⸗ legte Appellation ſoll fuͤr unzuläͤßlich erklaͤrt wer⸗ den; doch ſieht dem Appellanten frey, ſie zu wieder⸗ holen, wenn es noch binnen ber 5 Irſt ge ſchieht⸗ 2 g n 0n6) (¹) Geſetz v. 16. Atg. 179b. 2it. V. Art. à4, 144 1. Theil. IM. Buch. Einziger Titel. 4 450. Die Vollſtreckung der nicht proviſoriſch voll⸗ ſtreckbaren Urthel bleibt innerhalb dieſer acht Tage aus⸗ geſetzt.() 451. Wider einen ihberlhnben Seſche man nicht eher, als nach dem Endurthel, und in Verbindung mit der gegen letzteres eingewandten Appellation, appelli⸗ ren, und die Appellationsfriſt beginnt erſt mit dem Tage der zufertigung des Endurthels; dieſe Appellation ſoll zuläßlich ſeyn, wenn auch der präparatoriſche Beſcheid ohne Vorbehalt bereits befolgt worden wäre. Von einem Zwiſchenurthel(Interlocut) kann vor Er⸗ theilung des Endurthels appellirt werden; ein Gleiches findet in Anſehung derſenigen urthel Statt, in Beib etwas proviſoriſch geſtattet iſ.(*) 452. Für pprheteifende Beſcheide werden v jum Behuf der Jnſtructiyn des Proceſſes ertheilten und alle ſolche Erkenntniſſe geachtet,. welche zum Zwecke haben, den Proceß in den Stand zu bringen, daß er zu lung eines Endurthyls reif ſey. Für Interipcutt ſind zu achten die hen Beit er⸗ theilten Beſcheide, in. welchen vor dem eigentlichen Rechtsſpruche noch ein Btweis duferlegt, auf eine Erör⸗ terung, oder wegen eines wiht In⸗ ſtruction erkannt wird. 433. Ein ſogenanntes iche ui n coh Art. 18. 40. 43) iſt der Appellatig knimgrinen wenn es von Richtern geſtrochen. W e in, 6 Inſtanz Sis dürfen npn 41 6) Geſey v. 16. Aug. iopr. xit. v. unt 1. (2) Der erſte Theil diefes Artkeck iſt geſchöpft alu dem kÿ vom 3 Prumgire des z1. Jahres Art 6. der zweyte war ſchon vor her Rechtens. ) Die Appellationsfriſt in Ebeſcheivungsſuchen iſt im Nap. Ci⸗ vilgeſetzb. Art. 263. 291. feſtgeſetzt. E. Von der Appellatſon ꝛc. 145 Iſt ein ſolches Urthel uͤber Gegenſtaͤnde geſprochen, woruͤber die Unterrichter in letzter Inſtanz erkennen duͤr⸗ fen; und haben dieſe entweder ganz unterlaſſen, die Ei⸗ genſchaft des Urthel“*) auzügeben, ober haben ſie(ikriger Weiſe) angegeben, das Urthet ſey in erſter Inſtanz ge⸗ ſprochen: ſo findet keine Appellation dagegen Statt. 454. Wenn von der Inromperenz des Richters die Frage iſt, ſo iſt die Apptllation auch dann zuläßlich, wenn im urthel grſoht 6 ſih in letzter Inſtanz ge⸗ ſprochen. g 455. Wider Erkemntniſſt, wiver welche das Rechts⸗ wittel der Oppoſition Statt hat, iſt die Appellation ſo lange unzuläßlich, als vie jur n Friſt — 456. Dit npenunsſcft in zügſich die Vorla⸗ dung(Art. 61.), in den geſetzlichengtiſteneS. oß Art. 72. 73.) zu erſcheinen, und wird, bey Strufe det Richtigkeit, dem Gegentheile in Perſon oder in ſeine Wohnung zugefertigt. 477. Die Appellation wiber Endurthel und Interlo⸗ cute hat espti ioklaft, wenn im urthel nicht auf die vtoviforifehe Bh reküng, i Fänku, wö dieſe verſtattet it(Art! 135 1555, ettannt wurde. Die Vollſtreckäng der Urthel, die unſtatthafter Weiſe fuͤr Erkenntniſſe letzter Inſtanz erklaͤrt worden ſind, kann nicht anders aufgeſchöben werden, als kraft eines vom Appellanten ii det pffeiltiichen Auolenz des Apnelations⸗ gerichts ausgebrachtin Verbotis, weiches erkaſſen wird, wenn zuvor der Gegentheil auf einen kurzen Termin vor⸗ geladen worben iſt. In Anſehung der Urthel, deren Eigenſchaft gar nicht angegeben, oder in denen geſagt iſt, ſie ſeyen in erſter Inſtanz geſprochen, ungeachtet dem Gerichte verſtattet ge⸗ weſen waͤre, in letzter Inſtanz zu ſprechen, kann das Ap⸗ *) Nämlich ob es in letzter Inſtanz geſprochen ſey, oder nicht. E. Civilgerichtsordnung. 10 4 * 146 1. Lheil. III. Buch Einziger Titel. tititee duf einen bloßen eingerkichten Satz, im 3 it 3i0 iſotiſche Vohſtrickung(rkenuen enſi den Fahet wo die proviſotiſche Voll⸗ i venatter iſt, auf dieſtibe hicht ertänt wurde⸗ ſo kani ußiret uttut eines bloßen Satzes bewirten, daß vor Ertheilung deeeeee dieſelbe im i. eſpröchen werde.(Art 146.) 6„ 5 tie ei jehitbeſntenluennfhe⸗ viforifo Pot rittung Crkatſitt: iſo kan der Appehant, wenn zuvor der Apbilat zuf ulnen kurzen Termiu worge⸗ laden worden iſt, dagegen ein Verbot ausbringen allein, auf eine dem Gegner ſicht zitgecheilte— kann dieſes Perbot nicht erlaſſen werden“( 5* 6 460. ze ätdern Feſe wf, Sttafe— 1 niui. tet iin Verbot rthem/ nöch zim urchet ge⸗ . ſien ai n düs vhlu ubzweckte/ die Volſreckung des urthels uiiteltit oder unmittelbar zu hemnien. 61 Sibe Apßelation milß/ ſelsſt dann, wenn ſie — 2 duf ſchriftliches Verfahten geſprochenes Urthel ⁰ wewandt wird, ins(öffentliche) Vethsr gezogen wer⸗ 4 hen; doch ſeht en 2 ebe füey¶rfoder⸗ ſi⸗ Faus, afuordien, väß i det⸗ Suche Wrifuh 3 verfahren ſey, Sößald tat ein iacunit beſtelt. hat, der Apbellönt, binteh ächt Tagen dem Geguer * ſ ba urthel zuferti⸗ ei i ßehut Ni ei nkihöib ucht Tugenz dann wird die ohn weiteres Verfahren zum— ge⸗ 3 bracht. B Fn bc 0 vn on d (6) Es giebt 2 ſe,t tile wilchen man wider die Wou ſreckung eines Urthels ein Verbot ausbringen kann: die in vor⸗ ſiehendem Artikel angegebene, und die, welche der ate Abſchnitt ndes as. Feee⸗e e Spone Lit. XVI. Art“ a6. oupse adh. g benn pin 6 Auch hier paſſirt beyn Nſunnnipe e Sachwalter nur ein Soh, wi⸗ ben rt 77— a. ot vereits bemerkt iſt⸗ Von der Appellatioh ec.)2 147 463. Appellationen wider Beſcheide⸗ die in ſummgri⸗ ſchen Sachen ertheilt ſind, werden auf Einreichung eines bloßen Satzts und ohne weiteres Veffahtenns Verhör gozogon.(Ant- 405.) Eben ſo wird es in Anſeh güg der wider andre Urthel eingewandten Appellationen gehalten, wenn der Appellat nicht erſchienen iſt. 6²) 464. In der Appellationginſtanz darf kein neues Ge⸗ fuch angebyucht wifdeni gugekonmnfn ſehn von Com⸗ penſution di Reht ſt gpeß das neue Geſich nür Fine Eyxception wider die Haßzptklage ii egine ne Auch iſt den ſireitenden Partheyen nachgelaſſen, Zin⸗ ſen, Renten Miethe und Pachtgelder) und andre ſeit Sprechung des Urthelsttrſtet Inſfanz pirfalene Nußun⸗ genz ingleichen Schadfneſaz füß den ſei Fällung des erwaͤhnten Erzsnntniſſzs rliztnenghthril zu fodern. 465 In den tim worſiehendepa Aztifsl, beſtimmten Faͤllen koͤnnen die neuzn Geſuche und dis Einreden des Beklagten nicht auders, als durch bloß Sätze, angebracht metdenn inegichen das mit Srünfn qjnift ſützte Geſuch ¶petitumenibolten ißpinfſb) 5 6nient wanpotpti theyen ihr Gekuch ahänbern oder, anders modificiren wollten. Foͤr jede Schpift⸗ in welcher bloß ſolche Gründe oder Einreden wiederholt werdem welche ſchon vorhtr Fentwe⸗ derinl der erſie 9defnine pet pplaienigſtanz borhe⸗ brucht worden ſind ſoſjegnkeine Szhühſen geiodert werhen Enthält eine und dieſelbe Schrift, neben der Wieder⸗ holung der alten, zugleich neue Gründe und Ausfluͤchte: ſo 1 6 ) Hier werden weber die Beſchwerden uoch die Beantwortung derſelben zugefertigt; aues wird inündlich verhandelt wie in der erſten Inſtanz. Bleibt der Appeuat außen, ſ% wird diy Sache auf bloße Einveichung eines Satzeo zuw Verhör gebpyacht, und nachdem Antrage des Appellanten geſprochen⸗ 148 1. Theil. IHI. Buch. Einziger Titel. iſt der Koſtenanſatz dafuͤr nur nach dem Verhaͤltniſſe zu⸗ laͤßlich, in welchem die Schrift, neue Gruͤnde und Aus⸗ flüchte enthaͤlt. 30 ni z nni 466. Es darf(in der Lppelutionʒinanieine Inter⸗ vention zugelaſſen werden, wenn nicht derjenige ſie an⸗ bringt, der als dritter Mann das Rechtswitul⸗ der Op⸗ poſition einzuwenden berechtigt iſt. 467 Theilen ſich die Stimmen in mehr⸗ als— Meinuugen, ſo. iſt diejenige Parthep der Gerichtsbeyſitzer, deren Meinung die wenigſten Stimmen für ſich hat, ſchul⸗ dig, einer von den beyden Meinungen beyzutreten, auf welche die Whraht Richter— 2 oben Art. 11) 35 1 468. Im Su en eb ieh mau„ einem Appellatio nsgerichte, um ſolche zu hehen, wenigſtens Einen, oder auch mehrepe Richter zu, die in der Sache nicht erkannt haben, wie ſie nach der Rangliſte die Reihe trifft; doch ſo, daß allezeit eine ungleiche Zahl heraus⸗ kommt; daun wird in der Sache pon neuem mündlich verfahrenz ode menn von einem wiftlichen Verfahren die Frage iſt, die Sache voß nenem in Vortrag gebracht. Haben ſchon alhe Richter in dey Sarhe ertannt: ſo zieht man zur Abfaſſung des Mhee drey alte Rechts⸗ gh zu.(Art..) wen uchrü nonn 469 In pſeloſeneſecht Grhndi Ensſchung des xrbtifis die Wirkung, daß das Urthel, gegen welches die Appellation gerichtet iſt in Rechrsrufe uͤbergeht.(S. oben 1Bjt. 2 Le 470. Im uebrigen ſ nd ale ern untergerichten ge⸗ gebne Vorſchriften, auch in der Appellativueinſtanz/ zu beobachten. 471. Wenn der Appellant verliert, ſo wird er, wenn vom Beſcheide eines Friedensrichters appellirt iſt, zu ei⸗ (1) Veral. Ord. v. 1667 Lit, XKVII. Art, 3. Von der Appellation ꝛc. r4 ner Geldbuße von fuͤnf Franken; war aber vie Appella⸗ tion gegen das Urthel eines Gerichts erſter Inſtanz oder Handelsgerichts eingewendet, zu einer Geldbße von Fh Franken verurtheilt U*) . Wird das Urthel beſtätigt, ſo gehört die Voll⸗ ſtreckung dem Gerichte zu, von welchem appellirt worden iſt; wird es reformirt, ſo kommt die Vollſtreckung, wenn ſie dieſelben Parkheyen betrifft, Edie in erſter Inſtanz den Proceß mit einander fuͤhtten), demſenihen Appellutdnsge⸗ richte, welches in der Säche erkannt hat, odet einem an⸗ dern in dieſem urthel beſtimtiten Gerichte zu; fedoch mit Aus⸗ nahme der Fälle, wo auf Nullität einet Vethaftnehmung oder gerichtlichen Verſteigerung geklagt iſt, ſo wie aller uͤbrigen, fuͤr welche der Betichtsſet Fiſchich beſtimmt iſt (Sou. Art! 79))„lo mn npönoitnla* 473. Wennwider ein Jitettoeut ippeulrijſt(Att. 451.) und daſſelbe reformirt wird; die Lage det“ Stche aber zeigt, ſie ſeh zum Enbutthel reift ſo koͤntien die Ap⸗ pellationshoͤſe and übrigen Appelationsgirichte zugleich, und in Eillem hnd vomſelben it der“ ein De finitiberteniniß erthelleü““ n Eben dieß ſöll von den Fällen etn ſuit die Appellationsherichtshöfe oder andte Appellationsgerichte, wegen nicht gehoͤrig beobachteter Formalitäten oder ſonſt aus irgend ℳ„ Deßiwerkenniß abaͤndern. n9 E 315 81hE 1 (¹) Nach pour le— v. Art. 82 u. 83. und dem Geſet vom 16. Auguſt 1790. it. X. Art.„o. waren dieſe Strafen ſärker. 5 1 00 1 6 5 8 150 1 b 6564 R 18 8 130 W Vuch. 1. Lint. nol e Such— o6 oS ban hi iec 3 in Si auhergtbeiiheſ. usnßfg, S wiſche i Sniltn i iſ lt On 32 6 Gortſebung des—n. vom*7. Aprit— bhnoW chon nnot nn e 1 um6 100 i0 nähmt 3 Vom Einſpruche eines Dritten wider ein Urthel⸗ 2 n ze63, 64 dnn 11 1 ½ 6 1 1156 11121 11 14 dn 1301110 i6 4 in itnen ideya die Fotehift ehe urhels Einſpruch thuvweuß ßuleinenReets⸗ beeinträch⸗ tigt, und wederer ſelbſth voch derndeſſen Stelloertreter er iſt, zur Sache vorgtladen wardol? N 0170 396 innj 475. Wird dieſer Einſpruch in Form einer Puß klage worgetragennſhniſt er bey dem Gerichte au gen, vonwelchem das ungrfochtene Erhyn zntniß enn n Wirdo der Wnſpruch nur glg Robenpunktin einem 3 bey einem Gerichte nabngigenn Rschrsüſzite Porg⸗ bracht; ſo iſt er vermittelſt eines Schreibens bey die⸗ ſem Gerichte anzubringen, wenn häſſclbe dem, wel⸗ 3 ches das rthel geſprochen hat ein hoͤ⸗ 972 herrs iſt.(— ie e — ueber dit rierte Srteee⸗ 4 Dufoun Tnipz procẽ- re ci. e Jü ber Bidonn. o. 1657. XXVII. art 10 u. 11. war kſchis von det Tierde opßosiion geſagt, als daß der welcher ſie einwendete, auf den Falc, wenn ſolche verworfen werde, eine Geldbtße zahten ſolle. Die ältern Verordnungen enthalten gleich falls nichts weiter über dieſen; Ein u¶ßſht iſt dieſe e Materie faſt ganz neu hearbeitet. . 6 Die Tierce opposieioi wird P wenn Züieich(wie bey jeder andern angebrachten Klage) damit die Vorladung verbunden iſt, daß der, zu veln Vortheil*56 Urthel ) S. Delaporte unter: Tierce opposition. E. Vom Einſpruche eines Dritten wider rin Urthel. 151 476. Iſt aber dieſes Gericht dem, welches das Ur⸗ thel geſprochen hat, nicht gleich, noch von hoͤherm Range: dann müß der als Nebeſpunkt zu betrachtenbe Einſsruch in Form einer örbeſitiſchen Klage bey bem Getichte an⸗ gebracht werden, welches das(angefochtene) Urthel geſpro⸗ chen hat. 77. Das Gericht, bey welchem das angefochtene urthel producirt worden iſt, kann, nach Maaßgabe der umſtaͤnde, die Haupſache entweder Jortſetzen, oder damit 8. Rechtskraͤftige Erkenntniſſe, in welchen jemand verurtheilt iſt, den Beſitz eines Grundſtuͤckes zu raͤumen, ſollen wider die verurtheilte Parthey, der von einem Drit⸗ ten dagegen eingewandten Oppoſition uneachtet, und un⸗ beſchadet derſelben; vollſtreckt werdenb(unchn2 ah Ju ven uͤbrigen Fällen ſtehe dem Gerichte frey, die Vollſtreckung des Urthels, nach Maaßgabe der umſtaͤnde, auszuſeten.(¹) Puzin ji0 61 9. Die Parthey, deren Einſpruch verworfen wird, ſoll in eine Gelbbüße verurtheilt werden; die nicht unter funfzig Frankel betragen varf imſt Vorbehalt der dem Gegner etwa zuſtehenden Schůdenklage. 02) lautet, erſcheinen ſolle, um zu ſehen, daß der Elnfpruch zugelaſ⸗ ſen, und das Urthel abgeändert werde. Sie muß bey dem Ge⸗ richts angebracht werden, wolches das guf dieſe Art, ihhe urthel geſprochen hat. Die Tidrce opposition wird für eine In⸗ tervention geachtet. 6 90 Die Tierce opposition wird als Nebenpunkt angebracht, wenn 5 ter Gegner ineinem Progeſſe ſich auf ein wor einem andepn Ge⸗ richte geſprochenes urthel bezieht, das die Rechte deſſen berleßt, dem es entgegengeſteut wird⸗ Iſt dieſer zur Publication dieſes urthets nicht vorgeladen worden: ſo kann er gegen daſſelbe die Lierce opposition als Incidentpunkt einwenden. (1) Beym erſten Abſchuitt vergl. Ord. v. 1667. Tit. KXVM. Art. 11. Der zweyte Abſchnitt iſt nen⸗ ioo bidin n (2) Ebendaſ. Art. 10. Hier iſt die Straft äuf wenigſieſts 150 Li⸗ vres geſep) wenn won einem Ayret eines Parlemelts, znd auf 76 Llorts, wenn von einenn andern rechtlichen Erkenntmiſſe die Rede war Die eine Hälfte ßel der Staaißegſſe, Die andre dem Gegentheil zu. —— hei uch ite. Zweyter Titel Vom s.chehrth⸗ der Witiniſeginznin„t ddud mn Hehubeb vivile)— 00 310 li6* o N6 uz —————— 480. Uurthel, welche in letzter gußanz⸗— vorgän⸗ giger Anhsrung beyder Partheyen, ſowohl bey Unter⸗ gerichten, als bey Appellationsgerichten, geſprochen ſind, und gleichfalls in lotzter Inſtam geſprochene Contuma⸗ cialurthel„ gegen welche keine Oppoſitien zulaͤßlich iſt, koͤnnen, auf ſchriftliches Anſuchen, derjenigen, die bey der Sache als Parthepen erſchienen oder dazungehörig vor⸗ geladen worden ſind, gus folgenden Urſachen wieder gehoben werdent n6nc n d* nns pnn ¹) weun virſqnliche Argliſt(dulue) eingetreten iſts 2) wenn, entweder vor oder bey Fällung der Sen⸗ tenz, bey Strafe der Nichtigkeit vorgeſchriebene Formen verletzt worden, ſind, dafern die Nichti—— durch die Partheyen wieder gehoben wonden iſtzn non np 3) wenn enſin er weiche nicht geklagt war; en 4) wenn mehr Mrin⸗——— war Cultra petita); nn0 6 nlt n do 5) wenn Einer der Klagtpunkte im uchil gänz übet⸗ gangen worden iſt;(*) mnn aimuz uirh 6) wenn iehrete in ütier Si iter ner⸗ ſey Partheyen, auf einetle) Grände, be einem und demn⸗ ſelben Gerichtshofe oder Gerichte Leſprochne urihel ein⸗ ander entgegenlaufen; 7 wenn in einem und demſelben urthel auf Dinge erkannt i⸗ die*. inan wdecrhen— wenn ) S. Delaporte unter dem Art. Requéte E. Vom Rechtsiittel der Wiedereinſetzuüg ꝛc. 133 8) wenn die Mittheilung an die offentliche Behoͤrde in den Faͤllen, wo die Geſetze ſolche erfodern/ unterlaſ⸗ ſen worden, und das Urthel wider denſenigen ausgefal⸗ len iſt, zu deſſen Vortheil die Mittheilung vorgeſchrie⸗ ben war; 9) wenn das urthel auf Urkunden gegruͤndet iſt, die ſeitdem als—— ofi iit wor⸗ den ſind; n 10) wenn man 46 hfiuen Setn htdenbt urkunden entdeckt hat, die bisher vom Gegentheile abſicht lich zuruͤckbehalten worden waren.(*) 431. Der Staat, Gemeinden, öffentliche Anſtalten und Minberjaͤhrige ſollen noch ͤberdieß mit dem Reſti⸗ tutionsgeſuche dann gehoͤrt werden, wenn ſie entweder gar nicht, oder nicht auf gultige Aet bertteten worden ſind.(*) 482. Hat die Wiedereinſetzung in den vorigen Stand nur wider Einen Punkt des Urthels Statt, ſo wird die⸗ ſer allein wieder aufgehoben) ausgenommen, wenn die von demſelben abhängig Fhd 483. Das Rechremittel der Mrepß in den vorigen Stand ſoll, wenn es von Vollfährigen eingewen⸗ det wird, binuen drey Monaten von dem Tage an, da das angefochtene Urthel dem Gegner in Perſon, oder an deſſen Wohnort inſinuirt worden iſt, verbunden mit einer Vorladung, zugefertigt werden.(*) 1 454. Dieſe dreymonatliche Friſt läuft ni Pin⸗ derjaͤhrige nur von dem Tage an, da ihnen das Urthel nach erlangter Volljaͤhrigkeit, in Perſon, oder an ihren Wohnort zugefertigt worden iſt.(*) (1) Ord. v. 1667. Lit. XMKV. Art. 1. 5. 34. Pufour Traité de la Prov. civ. T. II. p. 43— 45. (2) Ord. a. a. D. Art. 35. 36. Dufour a. a. D. p. 48. 49. (3) Nach der Ordonn. v.— Lit. WXXV. Art.&. war die Friſt 6 Monate. (4) Ebendaſ. Art. 6. Civilgerichtsordnung. 20 6 85 Iſtuder Klaͤger außer demeuropäiſchen Gebiete des Nichs int Lond oder Seepienſienn abpeſend, oder in auswaͤrtigeni Augelegenheiten in Dienſten/ des Siaazes angeſtelt*nſonkommt ihm jaußjeß ders gewoͤhnlichengdrey⸗ monatlichen Friſtn von dem Tagr der Fufertiguns des Urthels an zu rechnen, noch eine Einiährige Friſt zu ſtat⸗ ten.(Artn 4460)0n n Pagg6e Wer außer dem feſten Lande von Srantteich i iſt, hat öber wis rempnatlicht Friſt, welche von der Zufertigung des Urthels an gerechnet wird, noch die oben im 73 Aekiebladheeeebnbt — Mut hs5) chnn nnd as7. Sſt S das Beſuch um Viedere⸗ ſetung in vorigen Stand beſtimmten Friſten die vexur⸗ theilte Parthen vnnſtorbena ſo fangt di ugch übrige Zeit nicht eher an wider die Erbſchaft fortzulqufen, alß in den oben im gayſten Artitel heſimmten Friſen und auf die — 2o0 pnulb 0 no2 nechen beaurdlrithhen voefanaſſipzif uchten Wiedereinſetzungꝰ in udyuverigen Gtandpoſc hufen die Friſten erſt von dem Kage anongnwelchemnentweder das Falſum vden die Argliſtentdecktt ader die Urfunden auf⸗ gefunden wordenſn; duforn mannliqhcigeben, beyden etztern Faͤllen„uxinen ſchrißtlichen Swnnhrpe der geſchebnen Entdeckunshut undꝛnifſt gndyts) 489. Findet ſirh unter mußhrernnArthein ig Wiber⸗ ſo laͤuft die Friſ vom ſieſ⸗ sletzten Vrthelssan. ſi gignbdun hinc) manie e () Ord. v. 1667 Zit. XRRv. Art. 7. Hier wird die einährige Friſt vom Lähe der nM—,——— vyfolgten vnnnc Zhfertigung añ Herbchnetooen o R an „ Sede Vt.* 3 1 Vir veun w 6 ren en.. 75 Vom Rechtömittet vir Wiedereinſetzing c. 135 4e. Das Rechtsmittel der Wiedereinſetzung in den vorigen Stand wird beh demſelben Gerichte ungebracht, wo das angefochtne Urthel geſprochen iſtz und es tann daruͤber von den nätnlichen Richtern ertaunt werben. 0*) zo1. Will eine Parthey die Wiedeteiuſetzung in vo⸗ rigen Stand wider ein Urthel ſuchen, das in einer Rechts⸗ ſache producirt worden iſt, welche bey einem andern Ge⸗ richte uhaßig iſt)? dus dieſes Urthel nicht grſprochen hut? ſobengibſienihrngeſuch beyebem Gerichteſau das aigefothtene urthel Beſpröchen iſt, und däs Gericht⸗ biy dem die Scchoedhoͤngih liſt in welcher man daß urthel producirt hat, kann nach Beſchaſfenheit der lim⸗ ſtaͤnve/ Litibidet di Suche förtſtellen; oder bamit Anſtand nehnien!“ nyhia nnmih dn ni i on 92 Bäs chtbittal div Witvereinſitzuis in den vbrigen Sränd; witt mittiſt iner Voladung'ringetwen⸗ det; geſchreht dieſes in dei keſien ſichb Mbnaten von dem Tage der Fällung des Urtheis an zu vechnr ſo wird die Vorſabuij in bie Söehnaug dis Sachwallets derjenigen Purtheh zugefetkiht jaderen Biſteudas uangefochttne ürchel geſßtochen iſ; nach Polauf! dieſtr Friſt med abie Vorlabung am Wohnorte det Parthey abgegeben G 493 Wirv dus Rechtsmittel der Wiedereiuſotzuhg in ven vorigen Stand mut als Nebenpunkt bey einan Serichte angebracht⸗ welches daruber zu erkinũen berch⸗ tigt iſt? ſo heſchieht bleß wittelſt viner Birrſchrift) die en Sochwäſter doin nbẽrů zufereigen täßtʒ micht ather daſ⸗ ſelbe einen Incibentpunkt in einem ſolchen Proceſſe aus, der bey einem Gerichte anhaͤngig iſt, von welchem das 2 4 Carls 1x. von 1560„au pisn Stände oß Orleans inen202(=) 62) In det Ord“ won 667. Arte e war dießfalts ein ganzes Jahr ſeſigeſett⸗ Daß nachher die Ladung am Wohnorte ber Parthey inſinuirt werden müſſe, bemerkten ſchon Jousse und Pornier. Dieg iſt im obſiehenden Artikel angenommen. 7 156 1. Theil. IW Bach. 1I. Litel. angefochtene Urthel nicht geſprochen warb; ſo wirb ſol⸗ ches Rchtémitteb vor das Gericht, von welchem das iir WitKendg eine Vorladung ge⸗ tacht. ri n0 494 Von keiner Parthey, mit Ausnahme derjenigen, welche das Interoſſe des Staats vertreten, wird das Rechtsmittel der Wiedreinſetzung in den vorigen Stand angenommen, wenn nicht vor Einreichung des Bittſchrei⸗ bens eine Summe pon dreyhundert Franken, als Suc⸗ cumbenzgelder, und von fuͤnfhundert Franten, uls Vor⸗ ſtand fuͤr die Entſchädigung des Gegentheils, gerichtlich niedergelegt wird. Doch kann; enfoderlichen Falls, auch auf hoͤhern Schadenerſos ertannt werden, Iſt das ur⸗ thel auf Verſchnſüß ohernuf. Praͤrluſion ¹) geſprochen worden, ſo nirhniß die Hülfte dieſer Summen; und iſt nur von Finem durch ein Gericht eyſter Inſtans geſproche⸗ nen urthel die Fi nur das Vierthel— w ponirt. 3 n 495. 2n Suint des Geſuches witd v„Mn tung des Einnehmers voransge ſchickt ſol wie kin Gutach⸗ ten dreyer Sachwalter, welcht wenigſteus ſelt zehn⸗ Jah⸗ ren ihr Amt bey einem der Gerichte ausubem, die dem Appellationsgerichte, in deſſen Bezirk das Urthel geſpro⸗ chen iſt, untergeordnet ſpid. a n Dieſes Gutachten muß die Sachwalter) enthaltei vaß ſie vie Wiebeleſi ng fi vo⸗ rigen Stand für Julänch ihten, ün zw Bih fͤgung der Gruͤnde(Art. 386.) Wwiigifus ſon bi nicht imohnewetbet. n (1) Dieß ſiimmt in der Darelache en mit o v. 1667. Dit. XXXV. Art. 16. *) Forelusion, ein altes Woit, das ſo viel vlhnet, als foro exclusio. E, Vom Rechtsmittel der Wiedereinſetzung c. 157 496. Wird das Beſuch um Wiebrreinſetung in den vorigen Stand in den daͤchſten ſechs Mbnäten dom Da⸗ tum des urthels an gttechnet; zußefedtigt? ſo wird der Sachwalter der Parthey, fuͤr welche das Urthel ausge⸗ fallen iſt, rechtlich Gpsö iure) und ohne meue Vollmacht fuͤr gehotig bevollmächtigt geachtet.(Art. 483.)(*) 397. Des Reſtitutionsgeſuchs ungeachtet wird das daduch anhtfochtene Uthel vollſtreckt; und es darf da⸗ gegen kein Verbot zußeſtänben wetbrn. Wer verürtheilt iſt, ein Grundſtück zu rzhmen ſolt zum mänslichen Ver⸗ fahren üͤber das Reſtitutlonsgeſuch nur dann zugelaſſen werden, weun er behbringt, bäß dem Urthel in der Hanpt⸗ vin Genügt geſchehen ſch.(At. 8) 62) o81 Jedes Gtſuch ui Wirbtrelüiſttzung in din vo⸗ tigen Stand iſt der Staatstißörbe illtzuthellen!( 9. Wedet beyn mündlichen Verhör, noch in ei⸗ nein ſchriftlichen Vetfahlen dürfen ündere Reſtitutions⸗ gruͤnde zur Sprache gebracht werden, als die, welche im Gutachten(Art 39dungegebem ſindU) ed vßod. nSn dem] Urthel worim die Wiedereinſetzung in den vopigen Stand abgrſchlnhen wird') niſt der Klaͤger zu⸗ gleich zur obbeſtimmten Geldbuße mund Schadloshaltung zu vyrurtheilenwobey dem Gerichte frey bleibt, den Schadenerſatz, erfoderlichen Falls; auf eine höhere Sum⸗ me zu beſtimtru(Art. 494.65) thn sc 3o1. Wird die Reſiitutinn zugeſtandens ſo wird das⸗ vorige Urthel aufgehoben, und die Partheyen werden in denjenigen Stand zuruͤck verſetzt, in welchem ſie ſich voh dieſem Urthel befanden; die deponirten Summen muͤſſen zuruͤckgegeben, und das, was des Mchtschet. Ur⸗ (¹) Hrd. d. 1667. Tit· Rxv. Art. 6 (e) Ebendaſ. Art. 18. 19. Hrd. Phitipps M. 1544. e3) Ebendaſ. Art. 7. Ord. v. Moulins v.. 1566. Art. 61 (4) Ord. v. 1667. a. a. O. Art. 37. Jousse ad h. 1. (6) Ebendaſ. Art. 39. 1 12 10.2.1 Lit V.chtsn d Wüdeteinſth. chels in enfens genonen. nuß eiſtattet werden. 16 Iſt des eeh entgegenlaufender Erkenntniſſe zugelaſſen* worden, ſo wird in dem Ur⸗ thel, in welchem auf Wiedereinſeßung in den vorigen Stand erkaunt wird, zugleich anbefohlen„daß das erſte bieſer Erkenntniſſe ſeinem anentnilte. Mach vollſtreckt werden ſolle.(¹) 5o2. Der Rechtsſtreit ſelbſt, in welchem das nun aufgehobene Uothel geſprochewiwarwowird Wor das Ge⸗ richt gezogen, Wn cdas— ex⸗ — h i 03 neie iſt vergonut⸗ das Rchtsmitet vet Wiederrinſitzung nimbenvrigen Stand einzuwenden, wider ein durch dieſes Rechtsmittel bereits angefochtenes Urthel, oder wider ein Urthelswodurch das Reſtitutions⸗ geſuch verworfen worden iſt, oder nuch wider dasjenige, das in der Hauptſache, Linwelcher die Reſtitution er⸗ theilt wurde(le rescisoire) geſpubchen(iſt mund zwar bey Strafe der Nichtigkeitqund bey Vemnidungndes Schaden⸗ erſatze, als welcher ſelbſt dem Sachwalkor dohliegen wuͤrde, der, nachdem erbeym ekſten“ Reſtitutionsgeſuche aufgetreten war, auch beym zwrotenndienenwollte.(2)1 5og. Wenn die in letzter Inſtanz unter denſelben Partheyen und auf dieſel ben⸗ Gruͤnde⸗ worverſchiedenen Gerichten geſprochenen Urthel einander entgegen kaufen: ſo finbet dagegen das Caſſatſensgeſuch kder Rekurs ans und der wirt deshalb 6 Bifst 80b 6 z— vhM) Ebendaſ. Att. az. h unm e n Ebendaſ. Art. 41. Ord. Heinrich un vu Art. 146. F „8 seizT tnn(111 ) Enſn dieſes atranzöſſche Wett peißt ſet as ge⸗ nehmigen, beſtätigen, billigen u. ſ w. E. 1. Th. W. B. III Tit. V. d. Klage wider d. Richter c. 19 nach den in Anſehung des Caſſationsgerichts vorhande⸗ nen beſondern Geſetzen eingeleitet und P veſtin 5 innn Lie. Von der Auo. wider den Richter wegen vhbgen „Verfahrens NPriss à Fn 17 1 5o5. Wiver entetichth tann wigen vfluhtuidri⸗ gen Verfahrens in folgenden Faͤllen geklagt werden: 1) wenn ihm Argliſt, Betrug oder Etpreſſung bey⸗ gemeſſen wird, dieeremtweber währeld des gerichtlichen Verfahrens odet boy den Entſcheidungen ſich zu gebrucht habe 4 hnimch0 sid bm 76 2) wenn die Ohabieeinine mi ine den Geſetzen zugelaſſen iſt; 00 d nas 3) wenn das Geſetz die Richar fer n Swwn ſaß veruntwortlich mbchiho(Siceioesn ol) v01uc 1i0h Mwegon verweigerteri Rechtspßiezei07 190 5 o6. Eine Vetweigerung dei Rechtspflege“*) 60. vorhanden, winu der Richter ſich weigert, auf eine⸗ Bitt⸗ ſchrift z oder Wſe ju un⸗ (¹)— du Cönsei v ei Ftivré 1ub ünm vomhas. su. 1 1 1 no(haſop ncb) (2) L 13. G1. D.* we(F.. 40 5 1 P e9d. Ord. Franz I. vom December 5 o. Ark. 2. behm Fontandh im Recierl d'brdonances T. I. L. L. kitre Wn Orda LudwisM. v. Jahr 1498 Art es. Heinrichs III. v. Blois 1679. Art. 135.143 147. 189. In der Ord v. 1667. war bey dieſer Materie bloß der verweigerten Rechtopflege erwühnt? wegen der übritgen Gründe der Syndicatsklage richtete man 10 nach dem— Rechte und den ältern Geſegen. * Die Formulare dazu liefert Pelaporte unter: Prise à e.. **) S. Delaporte Art. Deni 4e justice. E. 155 Then. 1W Büch. In. Lite. terlaßt, die zur Entſcheidung reif und an der Reihe ſi ind 565 Die V tweigetung tr ſ. wird durch zwey Erinierußgen dargethan, welche, in der Perſon des Gerichtsſchreibers, uns Gericht gebracht, und, wenn von Friedeusrichtern und Hanbelsgetichten die Rede iſt, wenigſtens von drey zu diey Tagenz enn hingegen die Sache bey andern Gerichten ahaͤngig iſt, wenigſtens bon acht zu acht Tagen zugefertihr worden ſind. Jeder Ge⸗ richtsbote, ber duzu auf gefpbett wird, iſt, bey Strafe der Suspenſion, derbunden, dieſe Grinnerungen anzubringen. 6. Sos. Nach Anbringung dirſer beyden Erinnerungen kann der Richter wegen verweigertir Rechtspflege it werden.(²) o Handelsgerichte und Ge⸗ M erſter Piſtauß“ oder ib ir einzelne Mitglieder der⸗ ſelben, veshieichen wwer ein Mitglied eines Appella⸗ tions⸗ oder eines Criminalgerichts muß die Syndicats⸗ klage bey dem Apßellukiohsgtrichishofe wer⸗ vhl uhter welchenſ ſie gihargu; pon e Die Syndicatsklage wider Criniinal⸗„d„itel a zehnizeheh oder eine ihrer Sectionen wird, nach Maaßgabe des rorten Artikels der Reichsconſtitution vom asſten Floreal des 12 Jahres beym Wirötahri⸗ chen Gerichtshofe angebrocht. Mnnung2 10 54 4m 10 Doh, darf gegem ieinen Richter die Syn⸗ iuilg ohne Wchae des— () Ord. v. 1667. Tit. XXV. Art 2. hier war von der Verweige⸗ rung der auf Bittſchteiben zu ertheitenden Reſolutioſrn 5 die Rede. Dieſer Theil des Artikels iſt neu. i (2) Ebendaſ. Art. 3 u. ₰. 16 6) Pothigr, Traité de l Eraun civile, P. III. ßect. IV. (4) Conſiitution vom ezten Floreat des XrI.— Art. 191 n. L Vom Rechtsmittel der Wiedereinſetzung ic. 161 angeſtellt werden, bey welchem ſie angebracht werden ſoll.(¹) Frt. Zu dieſem Ende muß eine Bittſchrift eingereich werden, die vor det Parthey, oder ihrem mit einer öffent⸗ lich beglaubigten Specialvollmacht verſechenen Machthaber unterzeichnet iſt. Dieſe Vollmacht muß, nebſt den Beweis⸗ urkunden, wenn deren vorhanden ſind, bey Strafe der Nichtigkeit, der Bittſchrift beygelegt werden.(„) 512. Man barf ſich dabey keiner beleidigenden Ans⸗ druͤcke wider die Richter bedienen; außerdem wird der Parthey eine verhaͤltnißmaͤßige Geldbuße auferlegt; wi⸗ der den Sachwalter aber wird nach Maaßgabe der umſtaͤnde verfuͤgt, oder auf deſſen Susvenſion er⸗ kannt. S 513. Wird das Geſuch verworfen, ſo wird die Par⸗ they zu einer Geldbußie verurtheilt, die nicht unter drey⸗ hundert Franken betragen darf; wobey den uͤbrigen Par⸗ theyen die ihnen nach Beſchaffenheit der umſtaͤnde gebuͤh⸗ rende Entſchaͤdigung vorhehalten hleibt.(*) 514. Wird die Klage zugekaſſen) ſo wird ſie binnen drey Tagen dem ih Anſpruch genommenen Richter inſi⸗ nuirt, der dann binnen acht Tagen ſeine Einlaſſung ein⸗ zureichen verbunden iſt. Er hat ſich des fernern Erkenntniſſes in der Sache, und, bis die Syndicatsklage durch ein Endurthel entſchie⸗ den iſt, ſelbſt des Erkenntniſſes in allen den Rechtsſtrei⸗ tigkeiten zu enthalten, welche die Parthey oder deren Ver⸗ wandte in gerader Linie, oder deren Ehegatte bey dem Ge⸗ () Vergl. Arréts de Reglements vom 4. Jun. 1699. und vom 18. Auguſt 1702. (2) Ebendaſ. (3) Vergl. Hrd. v. Derember 1346. Art. 2. beym Fontanon in deſſen Recueil d'ordonnauces T. I. L. II. titre V. Civilgerichtsordnung. 21 S 6 162 1. Th WeB IMI. Tit. Vom Nhtmt c. richte haben, wo er angeſtellt iſt; außerdem ind de Er⸗ kenntniſſe fuͤr null und nichtig achten.(*) 55Die Syndicatsklage wird mißtelſt eines blo⸗ ßen Satzes zum Verhoͤr gebracht, und von einer andern Section ¶des Appellationsgerichts), als der, welche ſie zuge⸗ laſſen bat, entſchieden; S das Wppeltuonsgtrich die Syndicatstlage vom S an das zu⸗ nůchſ gelegene Appellativäsgericht vorwieſen.(²) 16. Wird der Kläger mit ſeiner Klage abgewie⸗ ſen, ſo wird er zu einer Geldbuße verurtheilt, die nicht unter dreyhundert Franken betragen darf, wobey den Partheyen, die ihnen etwa gebuͤhrende ieulun zu ſuchen, vorbehnlten bleibt.(Art 513.)(pꝛug nn * ne mmi i ſiin 15 3* 65 Nůhtlioſ qo) um nn 6 Dufour Traité de 1a Procédure civile T. n. y F id nn nng md det p— npiend: nis mudi ani ch— 1n0 G MochnS nnid npopnid„ nd zpnupims) 3——* h i n ne nn n 1. 1761 ẽ 63 693 5* 1. j6 5 enun nihi 65 i 2 chin 90c dö an U nimmon 1 nopieh 8 i 265on neng 6 (4N— 2 b isT vond Foc v5 6 ev 3y 6 m Haemo n 1. Th. V. L. 1. Lit. V. d. Annahme d. Bürgſchaf ten. 16 3 Von Vohſtreckung der rechtlichen Erkenntniſſe m 3 (Decret vom zxten Apri 1306; romnigitt ven etſten Mah deſeiben Jahres.) 0 Bon ver Pin tur ver Büegſchäften.*) 517. In dem Urthel, in welchem jemanden auferlegt wird, einen Buͤrgen zu ſtellen KNap. Qvilgeſetzbi Art. 16.120. 601. 626,771 807. 2017.) muß die Friſt beſtimmt ſeyn, bin⸗ nen welcher derfelbe in dieſer Eigenſchoft Uheanifnön oder beſtritten werden muß.(S. Nap. Civilgeſetzb. III. B. 518. Der Buͤrge wird dem Gegner, wenn dieſer keinen Sachwalter hat, durch eine ihm eingehandigte foͤrmliche Zufertigung; hat er hingegen einen Sachwalter beſtellt, mittelſt eines Satzes vorgeſchlagen, den ein Sachwalter dem andern zufertigen läßt. In beyden Faͤllen wird eine Abſchrift des Scheines beygelegt, welcher uͤber die bey der Gerichtsſchreiberey erfolgte Niederlegung der die Zah⸗ lungsfaͤhigkeit bewaͤhrenden urkunden abgefaßt worden iſt; ausgenommen in dem Falle, wo das Geſetz nicht er⸗ heiſcht, daß die Zahlungsfähigkeit des Buͤrgen durch Ur⸗ kunden dargethan werden muͤſſe. 62) () Ueber die Bürgſchaft. Dufour Traité de la Procédure civile T. 1I. p. 78. 79.— Ord. v. 1667. Lit. KXKVIII. Art. 1. (2) Ord. Ebendaſ. Art. a. 3. Jousee zum*. un3. Art, *) S. Delaporte unter: Caution. E. 3 164 A Thei. V Buch. II. Titel. 519. Der Segtnpatthey iſt verſtattet ſich die Urkunden in der Gerichtsſchrziberey vorlegen zu laſſen⸗ Rimmt ſie den Zärgen ane ſo erklaͤrt ſie disß indeinemebloßen Sotze. In dieſem Fal, oder Fißh der. h in Mehbrigen 7 6 Gerichtsſchreiberey. Fehn( Verburgung), welche, ohne dorgängiges urthel die Hülfopollſtreckung; ja in Fälen, wo Gefiſgüßzwag ij hat. auch ſelbſt vhn ſuch ſich jihe 26. Mächt die eihſtzi bi bi unzu z im urthei beſtimnten Friſt Eiqwenduigen wiber den Buͤrgen, ſo wird das Verhör in in der Spche durh i ien, Satz ausgebracht 521. 3 Ani me 6 Sige wird ſnn. riſch, 5h i. ſ Sder f tiches Ver⸗ fahten, rchih u wird, ohne ückſicht auf Appellation, volſſteckt.— 2. Wird der Bͤthe zuglaſſel⸗ ſo ſtellt er ſeine ſchriftliche Etrlatunz ais wit vben ijn rhten Artifel be⸗ 7 08 86 4 1 T olivio orh 7 1 II ne Liteſ. ven der Suz 6 fulttenet Scin des 3 365 1IX 2 8 1 5a3. 3 der Betrag ves won gen nTheie dem an⸗ dern zu E nt im nicht beſtimmt (6) S v. 166. v 6. 42) Ebewalihartoni rsublos 48 66 i (3) Ebendf. Art 3. Sin Von der Berechnung dir erlittenen Schaͤben ec. 10 S. Art. 129)1 ſo wird die Angabe) berſelbei dem Sachwalter des Beklagten, wenn einer beſtelt i, zuge⸗ fertigt/ die Belege aber werben entweder dem Betücheit gen Sachwalter gegen Erpfalihſchein micgetheilt, oder in der Gerichtsſchreibereh demſelbei öorgelegt.(¹) 524. Der Veklagte iſt ſchuldlg, binnen den im 97. u. 98.(107.) Art. beſtimmten Friſten, und unter den da⸗ ſelbſt angedrohten Strafen, die wähnten Zeige zuräck⸗ zuliefern; und binnen acht Tagen nach Ablauf diefer Fri⸗ ſten, eine ihin biig hünkende Sumime dem Kläger als Schadenerſatz anzubieten; wo ſcht, ſo wird fnittelſt eines bloßen Satzes jü des Sache das Verhör ausgebracht, und der Beklagte verurtheilt, ienſt im Schädriver⸗ zeichniſſe augigebene Summe zu beza len, pafetn nän⸗ lich daſſelbe techenhi 3 3 ß iſis befuuden wird.(N(hpnhloa 525. Iſt die dem Kläͤger augrbotens, Cirdoch eausge⸗ ſchlagene) Sumwe für hinrtichengd⸗ erkanut wordenn* zin () Ueber dieſe ganze Materie S. Dufour, Traité sur 1a Procé⸗ dure civile T. II. p. 83. 3— Ord. Franz I. Ord. v. 1667. Tit. XXXII. Art. 1. 2. 7535 Mk. s8. 89. Heinrichs III. v. 1579. Die Schäden, von welchen vorſtehende Ordonnanzen ſpre⸗ chen, entſtehen durch den Proceß ſelbſt, als: durch Lüge, frevelhafte Streitſucht und 3hgrung des Gegentheils. L. ult. C. quando prov. n. est nec. H 1. L de poena temefe litig. Andre Schä⸗ den ſind ſolche, elche Segenſtände des Proreſes S. d. Blois ine F P. n 7a. D. de verbb, Sobl Dad ethbendum Bornier zum erſten Art. des XXXII. Litels der Hrd. v. 1667. Das was die Franzoſen Pommages téröteennen, iſt das Römiſche: 1d quod interest.(Ungeachtet es aber das lucrum cessaus eben ſo⸗ woht enthält, als das Damnm emergens ſo habs ich doch⸗ zur Vermeidung einer jedesmaligen Umiſchreibuns für beydes das Wort: Schäden gebraucht. S) 66 ¹5 (2) Hier iſt offenbar, für Art. 98., Art. 107. zu leſen. Vergl. Ord. v. 1667. Lit. XXXII. Artz 1.opſier Abfcn Arr. 2 Art. 3. Abſchnl 1. *) Das Formular zu dieſer Déelaration findet many ſo wie die uͤbrigen zu dieſem Titel gehorigen Formulare, beym Tehporie unter: Domwages intéréts. E. . ₰ * 166 1 2helt. V. Zuch. 1v. Litel. wird der Klaͤger zur Erſtattung der von Zit des Aner⸗ bretens p du 105 5 pnnsbmn 4„Driten Titel. Von Sertcnung der Se%e innhn 19 nE 7 6110 d 40b pnunchh 896 5aßb Wr iſt. hat in der unten beſtimmten Form darüher Rechnung abzulegen, und es wird deshalb wie bey jeder andern(S. unten Art. 333 F40 und oben Art. 129 gerichtlchen Rech⸗ ungsablegung verfahren.(²) c ſun nnpinhn amdondoseu uz ese F b 5 Viertern⸗Titel. Vet 8025 Seweretetunn * 9 22 1153 U mm bon 19bcb9* nd: 03 iet wer⸗ den vor dem Gexichte bylangt, daß ſis angrſtellt hat; Vor⸗ muͤnder vor dem Gerichte des Orteß, wo ihnen die Vor⸗ mundſchaft aufgetragen worden iſt; alle andere zu Able⸗ gung von Rechnungen verpflichtete Wßne vor dem Ge⸗ richte ihres Wohnprts. Gon dnumns eekun 6)bch. 6 6) Bl ie 3. cird eine ö⸗ hert Summe znerkanntz alsder Beklagte zum Schadenerlaß an⸗ bot, ſo bezahlt Beklagter die Koſen. ca) Pufour, Tratié de 14 pheedue clle. T. 11. p. 9. 95e (3) Ord v 1667. Lit. XRXIRX. Art, 2. Hier war nicht beſtimmt, wohin die Ablegung der Vormundſchaftsrechnungen gehöre. Bacgußt, Traité des Droits de zustice c. VIII. ln. 30. war der Meinung, ſie gehöre pot deß. Richter des Hrts, wo die Vor⸗ ²) S. Delsporte unter: Frits. 1 **) Ein Muſter einer ſolchen Rechnung und des etſaheen uber dieſelbe liefert Delaporte im Artikel: Pébats. E. Von der Rechnungsablegung. 167 §28. Iſt wider ein Urthel appellirt worden, in wel⸗ chem die auf Rechnungsablegung gerichtete Klage ver⸗ worfen wurde, und wird dieſes Erkenntniß reſormirtn ſo wird zugleich im Urthel die Ablegung der Rechnung und die Entſcheidung uͤber dieſelbe, entweder an das Gericht, bey welchem die Klage angebracht iſt, oder an jedes an⸗ dere im Appellationsgerichtsurthel zu beſtimmende Ge⸗ richt erſter Inſtanz, verwieſen. Iſt die Rechnung abgelegt, und in erſter In⸗ ſtanz daruͤber etkäit) ſo'kommt die Vollſtreckung des reformatbriſchen Etkenntniſſes dem Gerichtshofe, bey wel⸗ chem es geſprochen iſt, oder einem andern in demſelben Appellationsgerichtsurthel dazu ernannten Gerichte zu⸗ (Art. 472) öpine pungnldnbt §29. Die zur Rechnungsabnahme Berechtigten muͤſ⸗ ſen, wenn ſie gleiches Intereſſe haben, Einen gemeinſchaft⸗ lichen Sachwalter ernenien. 1Könnh ſie ſich über deſſen Wahl nicht vereinigem, ſo bleibt die Fuͤhrung der Sache dem alteſten) anvertraut. Doch kann jeder der zur Rech⸗ nungsabnahme Berechtigten noch immer fuͤr ſich einen beſondern Sächtwalter veſteei; ut hät“ alsdann jeder von ihnen vir Köſten, welche dieſe Erhennüng eines eige⸗ nen Sachwalters ihr ſelbſt oder den uͤbrigen Partheyen verurſacht, allein zu trägen(*) 530. In ſedem Urthel, durch das jemund zur Rech⸗ nungsablegung verurtheilt wird, muß die Friſt beſtimmt ſeyn, in welcher die Rechnung⸗ abgelegt werden ſoll; und zugleich muß darin ein Mitglied deb Gerichts zur Rech⸗ nungsabnahme abgeordnet werden.(²) mundſchaft übertragen worden wäre; allein der Verfaſſer des Traites des Minorites berufte ſich auf ein Arrér vom 6. Febr. 1643. wo dieſe Sache vor eiſen andern Richter gewieſen worden ſey. Dieſer Streit iſt hier entſchieden⸗. (¹) Ord. v. 1667. Tit. XRIX. Art 171 (o) Ebendaſ. Art 68.. *) Von den bey der Wahl benannten Sachwaltern. E⸗ 465 1. Theil. V. Buch 1V. Litei. 31. Rimmt der Eiugang der Rechnung, mit Inbe⸗ griff der Erwahnung des Sates oder des Beſcheides, durch welchen der Rechnungsahnchmer vrnaunt rund des Urthels, durgh das auf die Ablegung der Rechnung erkannt worden iſt, mehr, als ſechs Blaͤtter ein: ſo können fuͤr das, was daruͤber iſc keine Koſten angeſetzt werden.(¹) 5 Der Rechnungsfuͤhrer kann als gemrinſchaftliche Ausgaben nur die Koſten fuͤr ſeine Reiſe, in ſo fern ſolche Statt gehabt hat, die Driginalaufſaͤtze und Abſchriften, die Koſten fuͤr dit Einreichung(dy SrhM Wb eidli⸗ che Beſtärkung in Anſatz bringen.(²). 533. Die Rechnung muß die wirilſche Einnahme e die wirkliche Ausgabe enthalten. Am Schluſſe muß eine Wiederhalung oundGegtneinanerhaſtung(Bilance) der Einnghmepund Ansgahs hinzugefuͤgt werdeu. Die noch tibngpWien önnengein—— Kapitel gebracht werden. 6*) ſhm e) enme 534 Der Fchgungoführer anbet un Keiet ſeine Rechnung in Perfon hoder durch einen Speclalbe⸗ vollnchtigeen in der ſonshen heſtimmten Friſteund an bem vm Gerichtsrommiſſan dohu angeſtten Fageſ in Gegenwart, poder doch nach vorgangigrt Porſadung der Rechnungsabnehmer. Haben dieſe keinem Sachwalter, ſo wird ihnen die, Ladung in Perſon dn an ihtsm Wohn⸗ orte; hahen ſie einen beſiellt⸗ ſo awirdſie dieſem nbſt ei⸗ nem Satze zugefpntigt nE en hluß an2 Rach Ablauf dieſer Fpiſt wind der· Rechnungsfůͤhrer zur Rnnbten eeie ſ Sn 3 n der (1) Ord. v. 1667. Lit. XXIX. Art. 6. Der eingang! einer Bech⸗ nung iſt die Darſtelung der Thatſachen, weſche man vor der Rechnung vorausſchickts unt die zum Wrſtündniß der Rechnung nöthigen Umſtände zu erklären, End dn ſiue keſwe von der Sache zu geben. (e) Ord. Ebendaſ. Art. 18. 2ter Abſchn. Jousse ad h 1. (3) Vergl. Ord a g D. Art. 7, 1ter Abſchn. Von der Rechnüngbablegung. 169 ter bis auf eine nach gerichtlichem Ermeſſen zu beſtim⸗ Summe in Beſchlag genommen und verkauft wer⸗ Ja, man kaun ihn/ wenn man es Gerichtswe⸗ nöthig fudet; burch Sefüngnhwanh bazu an⸗ halten(*) §35. Iſt die Rechnung zberreicht und eidlich beßirtt und die Einnahme uͤberſteigt die Ausgabe, ſo kann der zur Rechnungsabnahme befugte Gegentheil bey dem ab⸗ geordneten Richter einen Huͤlfsbofehl zu Beytreibung die⸗ ſes Ueberſchuſſes ſuchen, ohne. die S ſelbſt zu genehmigen.(2) 4 536. Nach erfolgter Uebergabe und geibſcher Beſtaͤr⸗ ktung der Rechnung wird letztere dein Sachwalter des zur Rechnungsabnahme befügten Gegnees zugefertigt; die Belege werden vom Sachwaltet s Rechnigsführers numerirt und paraphitt'“ Sins ſit gegein Eupfangsſcheiu mitgetheilt worden, ſo muͤſſen ſie in“ einer vom Gerichts⸗ commiſſar zu beſtimmenden Friſt unter din im 107ten Ar⸗ 8 beſtimmten Strafen zurückgeüeftẽt werden⸗ Wäben ſbie zur Rithhutgsabfobeiug Berechtigken vuſchtee Sachtulter brſtellt, ſo erfölgt, wenn ſie Ein gemeinſchaftliches Jatereſſe haben, die oberwaͤhnte Zufer⸗ tigung der Abſchrift und die Mittheilung der Bewels⸗ ſtuͤcke nur an den äſteſten dieſer Sachwalter; iſt aber ihr Intereſſe getrennt, an ſeden Sachwalter insbeſondre. Sind Glaͤubiger als Intervenienten in der Sache aufgetieten ſo wirb ihnen isgeſamint mur Ein Exem⸗ plar der Rechnung und der Belege bürch die Hände des alteſten der von ihnen beſtellten Sachwalter mitge⸗ Keib () Ord. v 16670 Lit. axx*rt. 8. (a) Ebendaſ. Art. 7. ater Aoſchn. Jonse ad h. 1 (3) Ebendaſ. Art 9— 12. Civilgerichtsordnung. 22 170 I. Th. V. B.IV. Tit. Von der Rechnungsablegung. 537. Sind Quittungen der Lieferauten, Arbeiter, Vorſteher von Penſionsanſtalten und anderer Perſonen dieſer Art als Rechnungsbelege produrirt worden, ſo ſind dieſelben von der Sneghhituns(und v Einitirungs⸗ abgabe) frey. 5 538. An dem vom Cyrimiſſar ſ Tage, und zu der von ihm beſtimmten Stunde erſcheinen die Inter⸗ eſſenten vor ihm, um ihre Einwendungen, Beweiſe, und deren Beantwortung zum Protocoll zu geben. Finden die Partheyen ſich nicht ein, zſo wird durch einen bloßen Satz das Verhör in der Sache ausgebracht.(*) 539. Vergleichen ſich die Partheyen nicht, ſo erlaͤßt der Commiſſar die Erklaͤrung? er werde an dem von ihm hier⸗ zu angeſetzten Tage die Sache im Verhör in Vortrag bringen; und die Parthfyen ſind ohne daß es einer Provocation bedarf, ſich ch daßelbſtee ſhfndeſ, ſchuldig.(Art. 955.) 540. In dem üher das Ziechnungsverfahrin geſpro⸗ chenen Urthel iſt die Berechnung ber Einnahme und Aus⸗ gabe enthalten; und es. wird darin der Betrag des vom Nechnungsführeß ieii Ucherßbuſſes be⸗ ſimmt, wenn einer vorhauden iſt. 541. Eint nochmglige niei ſi unſtatt⸗ haft; doch bleibt der Partheh unbenommen wenn Irr⸗ thuͤmer eingeſchlichen, Poſten und ober n Klage anzuſteſ. 65). 9 542. Bleibt der zur ite 2un tigte außen, ſo erſtattet der Gerichtscommiſſar au dem (1) Hrd. von 1667. Zit⸗ KRIX Art. 13. Bieſer Artikel der Or⸗ donuanz gab zu unglaublichen Mißbräuchen und Vervleifänigun⸗ gen der Schriften Anlaß, welchen durch gegenwärtiges Geſeh vor gebengt iſt. 2 2(2) Ebendaſ. Ayt 20. 3) Ebendaſ. Art, e1 ter Abſchn. Bey dem zu dieſer Or donuanz hinzugekommen iſt, hat man eins Vemefkung v. Johese ad h. 1. benußt. ) Error enim calculi nunquam noest, E. 1.Th. v. B. V. Tit. V. kiquidation d. Prockßt. c. 171 von ihm angeſetzten Tage ſeinen Vortrag; die Rechnungs⸗ anſätze werden, in ſo fern ſie erwieſen ſind, genehmigt (juſtificirt); der Rechnungsführet behaͤlt den etwn ſchuldigen ueberſchuß ohne Verzinſung an ſichz und wenn bon keiner Vormundſchaftsrechnung die Rede iſt, beſtellt er dießfalls Sicherheit, ausgenommen/ wenn er den ſchuldigen Ueber⸗ ſchuß lieber gerichtlich niederlegen will.(¹) wa Füüfter Titet. Von Liquidation der Proceßkoſten und des bagren Di Lihuſbaltcn b⸗Pröetbtöſtt Unb dis baa⸗ ren Verlags erfolgt ſu ſunſſüabiſchell iechtsſüchen in dem urthel, in welchent ſie üerkanht wetben Pe„ z Bie Akt, wit in antern Angeiegenheiten die Li⸗ wirkt uib veshalb väft W iä ſoll, wirt von der Regierung in einer oder jnehrlVerorbiunhtt beſilmmt werden, die Wit ven higenwärtigen Geſetzbüche an einem und demſelben Ta boliſtreckbat ſeyn, und längſtens nach drey Jahren, mit den nöthig befundenen Veränderungen, dem geſetßgebenden Cotegium Ccorps legislatit) in der Form gines Gſees vorglegt wirben ſole) (1) Ordi v 1667. Eit⸗ Sk. Lirt. a3. Vousse ad. 1. (2) Ord. v. 1667. Lit. XRRI. Art. 33. DMufour, Traité de 1a Proc. civ T. II. P. 159 140 *) S. Tarordnung für den Gerichtsſprengel des Pariſer Appellationsgerichts. Gegeben im La⸗ ger zu Preußiſch⸗Eilau den 16. Febr. 1867. Das aiſerliche Decret wegen Liguidativn det Un⸗ koſten in ſummariſchen Rechts ſachen, erlaſſen im Lager zu Preußiſch-Eilau vom 16. Febr. 1807. Kai⸗ ſerl. Decret, gegeben ebendaſ. den 16 Felt. 1367 wo⸗ 2 172 I. Theil. V Buch. VI. Titel. — Sechster Tirtel. Algemeine vieiftit über die V Vohſtreckung der urthel ie Weiſchteſbungen Sttichtsjwang. a4 3bd 5. auf kein unthn und uf Fnſchreibun darf die Huͤlfsvollſtreckung ertheilt werden, wenn ſolche nicht mit den Geſeten Linerley Eingaug haben, und ſich nicht nach Maaßgabe des r46ſien Artikels mit einem an die Juſtizbeamten gerichteten Beſehle endigen. 6) 46. Urthel, welche bey ausluͤndiſchen Gerichten ge⸗ ſprochem und Urkunden, welche vor auswaͤrtigen Beamten aufgenommen ſind, ſollenein Frankreich nur auf die im 2123. und arrs. Artifel des ivilgeſetzbuches beſtimmte Art und in den daſelbſt angegebenen 3 Lolliralr ſeyn.. 16 1Mochn d e n m S47. In Frankreich geſprochene urchel und nommene Urkunden ſind im gonzen Reiche vollſtreckbar, ohne daß es eines Visa oder Huͤlfsyrůcepts CParsatis) be⸗ darf/ wenn auch die Vollſrechung gußer dem Belirke des Gerichtes pon weſchem das Urthel geſprochen oder in Wn Heßtieihetien ie e AufgenMn worden (¹) Geſißz vom 39 e tih 4 66 t. 3 1 Ordohut voi 1680 adie vthiluch 6 cba nns l , tn Aerän E mn Ue 1eſ 3 frmße er Ord⸗ von 1667 XXVII, Ar m peln urthet/ wrn es aher bemn bahchebii veo a nts oder untergerichts, welches das urthe geſprochen hatte, vohſireckbar ſeyn ſollte, von einem Parcatis begleiket ſeyn. Dleſes Pareatis war entweder ein Parcalis Uu grand aceau, wenn es nämlich aus der königlichen Canzeley erlaſſen und darin befohlen war, daß der erſte Seihbbe auf erfbern das utthet durch die Tarordnung fuͤt das Appel. geiict zu paris auf'die Appellationsgetichtsbezirke von Lyon, Bordeaur, Rouen und Bruͤffet und unter gewiſſen iſtionen aufs ganze. kiſredh i c. n 11 Allgemeine Vorſchriften c. 1773 548. Urthel, in welchen auf die Aufhebung eines Arreſts, auf Ausſtreichung einer in die Hypothelenbucher eingezeichneten Hypothek, auf eine Zahlung oder auf ir⸗ gend etwas anders erkannt iſt, das von einem Dritten oder gegen ihn geſchehen ſoll, ſind fuͤr oder wiber dieſen Drit⸗ ten, wenn auch die zur Einwendung der Oppoſition oder Appellation verſtatteten Friſten abgelaufen ſind, nicht anders volſtreckbar) als Zegen ein vom Sachwalter der die Vollſtreekmig ſichenden Parthey ausgeſtelltes Atte⸗ ſtat, in weſchen das Sathm der am Wohnorte der verur⸗ theilten Parthey geſchehenen Züfertigung des Urthels an⸗ gezeigt, und gegen ein Atteſtat des Gerichtsſchreibers, welches bewähet/ daß widet düſts urthet weder Oppoſi⸗ tion)—— e wotden ſeß(t. 16 ½) ac nMbp 3gann ſAhd n6 m 6 549. 3 dem gut hat der Sachwalter des appelli⸗ renben Dheil 5) in dev im 65tet Artikel worheſchriebenen Forn in der daftlbſt—.—— — Vnunertn da Aupcbabuguß tee Ppyophn oder wvpeinain kis ingeiraßen ſeh) iſ jeder Sehue⸗ ſter; Aufbewahren) ſo wie ſeber andere derbuiden demn urthel Genuͤge zu leiſten.(Art. 548.) F51. Mit der Beſchlagnehmung beweglicher und un⸗ beweglicher⸗Guter darfeinzig und allein kraft einer die Hülfsvollſtreckung bewirkenden Verſchreibung, und wegen liquidir und beintet Föderügen verfahten werden. Iſt die Foderung zwar gefaͤllig, hat jedoch keine Geldfumme zum Gegenſtande: ſo wird, nach angelegtem Beſchlage, mit allem weitern Verfähren angkſtanden⸗ bis die Foderung iſt. Gergl. Art. 6 2) 6. 1 ſolle: oder ein dan o 63 et des Pareinents erlaſſen war, in deſſen Bezirke man das Urthel vohſtrecken laſſen wollte, und wodurch alſo das Urthel im ganzen Bezirk dieſes Parlements volſtreckbar ward⸗ (¹) Ord. v. 1667. Lit. XXXIII. Art. 2. Jousse ad h. 1 174 1. Th. V. B. VI. Tit. Allgemeine Vorſchriften ꝛc. S62. Wegen einer Foderung, wegen welcher es einer Berechnung bedarf, darf nur dann erſt mit Perſonalarreſt verfahren werden, wenn der Geldbetrag durch Berechnung ausgemittelt iſt. 53. Streitigkeiten, welcht über Vollſtreckung der von Handelsgerichten geſprochenen Urthel entſtehen, wer⸗ den beym Gerichte erſter Inſtanz des Orts ange⸗ brächt, wo mit der Voſticitt. werden ſoll. QArt. 442.0 n 54 Erfodern die Sihrittihteſt, welche ſich bey der Vollſtreckung eines Utthels oder einer Vetſchreibung ergeben, ſchleunige Entſcheidung, ſo ettheilt das Gericht des Ortes hieruͤber einen ßibviſoriſchen Beſcheid, und ver⸗ weiſt die Eütfcheſvunz der un das— dem die Vönttku guteht 0 bihbh Wät bet Btilute(der die Puͤlfe voßlſtrecken ſoll) bey Aususung ſeiner Amtbberbichtunben beleidigt, ſo nimmt er üͤber den ihnt Heleiſteten Widerſtand ein Pro⸗ tocoll auf, und es wird nch ben r Se ittgeſetbuchs vitfühte. e 5b.i ießirgäbe der“ itttlnde 2n Sks zrte au den Gerichtsböten gilt Stalt det Volnacht für jede Art der Hulfsvollſttecküng; jedoch mit Ausnahme der Beſchlagnehmung liegender Guͤter und der perſonlichen Verhaftnehmung des Scuttnets. Fu behben— 1* 1* 83 einer Speciälvollimacht“ 1)0 nhelthi S 1 t () Nach dem Strafcoder vom as. Sept. 1797. II. Th. 1. Zu. 4ter Abſchn. Art. 1. iſt die Strafe zweyjähriges Gefängniß. (2) Dieſe Verordnung iſt neu. — 1. Th. V. B. VII Tit. Von Verkuͤmmerunge. Siebenter Titel. Von 713 557. Jeder Glaͤnbiger kann, kraft öſtcutiicher oder Privaturkunden, auf welche ſich ſeine Foderung gruͤndet, die Gelder und Effecten ſeines Schuldners, die ſich in den Haͤnden eines Dritten befinden, p verkuͤmmern, oder wider ihre Verabfolgung Einſpruch thun. 0¹) 3 58. Jn. Erwangelung, ſolcher⸗ Urkunden kann der Richter, in deſſen Gerichtsbezirke der Schuldner ſeinen Wohnſitz hat, und ſelbſt derjenige, unter welchem der Dritte, bey dem der Arreſt angelegt werden ſoll, wohn⸗ haft iſt, auf eine deshalb kingefcicht; Pitrſchrift die Ver⸗ kuͤmmerung oder den Zahlunggeiſſprhch werſtatten⸗ C 559. In jeder, kraft einer⸗ öffentlich beglaubigten Verſchreibung, eylaſſenen Zuftrtigungußfunde, die ei⸗ nen Arreſt oder einen Zahlungseinſpruch zum Gegenſtan⸗ de hat, muß die Verſchreibung und die Summe, auf welche die Hülfsvollſtreckung erfolgen, ſol, ausgedrſckt ſeyn. Wird die Zufertigungsurtunde traft der vom Rich⸗ ter ertheilten Erlaubniß erlaſſen, ſo muß im richterlichen Befehle(der Ordonnanz) die Summe ausgedrückt ſeyn, wegen welcher der Arreſt oder der Zahlungseinſpruch erfolgt; und im Eingange der Zufertigungsurkunde muß eine Ab⸗ ſchrift des gerichtlichen Befehls enthalten ſeyn, und mit zugefertigt werden. (1) S. über dieſe Matetie Pufour, Traité de 14 Procédure civ. T. 1I. p. 147. In der Ord. v. 1667. war davon nichts enthal⸗ ten; Alles beruhte auf dem Herkommen, und den von einigen Parlementern gegebenen Arrets.— Uebrigens unterſchied man ehedem unter Saisie arrét und opposition ſo, daß jene nur auf ein urthel oder eine öffentliche urkunde ſich bezog, dieſe auch auf eine Privaturkunde gegründet ſeyn konnte. Im vorſtehenden Artikel iſt dieſer Unterſchied nicht angegeben. (2) Coutume de Paris art. 169. *) S. Delaporte unter: Saisie- arrét. E. £ F N K 1X — 136 b Theil- N Buch. VII. Ditel. Hat die Foderung, wegen welcher man um die Erlaubniß anſucht, etwas in Veſchlag zu nehmen, kei⸗ nen nt 5 tsiri 25 der cſ pro⸗ viſoriſch.„ Wohnt— N⸗ Arreß— mit drit⸗ ten Perſon, bey der er angelegt wird, nicht an einem und demſelben Hrte: ſo muß die Inſinnationsurkunde zugleich die Wahl des Wohnſites an oben dieſem Orte ein und das Ales bey Wimfen der Richtig⸗ keit 3 5 2 0 hnndsun 560. Erfolgt de Anlegung des Lrteſus oder der Zahlungseinſpruch bey einer ſolchen dritten Perſon, die nicht innerhalb des Continentalgebietes von Frankreich wohntz ſo kann man pdie Zufertiguns nicht in die Woh⸗ nung des kaiſerlichen Vnwalds erlaſſenz der rreſt oder der Bahlungseinſpruchmuß dem Dritten in Perſon oder an ſeinen Wohnort zugefertigt werden. 561 Wird hey einem Einnehmer, Bewahrer oder Verwalter offentlicher Caſſen oder Gelder, als ſolchem und in dieſerz Eigenſchalt, Arreſt gugelegt oderlein Zah⸗ lungseinſpruch angebracht: ſo iſt dießnughann gůͤltig, wenn die Inſinnationsurkunde der zu deren Annahme be⸗ ſonders beſtellten Perſon eingehaͤnbigetz und von ihr, oder im Weigerungsfalle vom kaiſerlichenn Antid nub der urſchrift viſirt wird⸗ Li N Epn jmE 6 m 06 56a. Der Gerichtsbott⸗ eiche die— eines Arteſtes oder die Befannmachung eines Zablungseinſpruchs unterzeichnet hat, iſi, auf Verlangen⸗ zu⸗ beweilen ſchuldig, daß derjenige, der den Arreſt angelegt hat⸗ in dem Zeit⸗ da die Fin vaiß ausgeſtellt worden iſ, (i) Durch dieſen Aktikét i große Pißbräuche abgeſchaft, welche in Anſehung der ohne Angabe der Gründe geſuchten Arreſte Statt fanden. S⸗ k cal im ERposé de motifs ad h. 1. (e) In Anſehung des Visa ſ. Edicie vom Febr. 1689. vom Febr. 1705. vom Sept. 1708. und ooin Auguſt von 1718. Von Verkuͤmmerung od. d Zahlungseinſpruche. 177 wirklich am Leben geweſen ſcy. Widrigenfalls ſoll er mit Suspenſion beſtraft werden, und, den Schade. erſatz zu leiſten, berbunden ſeyn. 563. Binnen acht Tagen nach erfolgtem Ariſtgeſüch oder Zahlungseinſpruche muß der Anſüchende ſolches dem Schuldner, wider den der Arreſt geſucht wird, bekannt machen, und ihn zum Verfahren uͤber die Guͤltigkeit des Arreſtes vorladen laſſen. Iſt jedoch der Wohnſitz des Dritten, dem der Arreſt ungekundigt iſt, vom Wohnſiße deſſen, der den Arreſt ausbrachte, oder die Wohnung des letztern von dem Wohnorte des mit Arreſt belegten Schuld⸗ ners entferut: ſo wird auf jede drey Myriameter dieſer Ent⸗ fernung gedachte achttägige Friſt um Einen Dag verlaͤngert. 564 Nach erfolgtem Atibringen der Klage auf Guͤl⸗ tigkeit des Arreſts muß dieſes Antringen ebenfalls binnen einer achttagigen Friſt, walche, nach Vethättniß der Ent⸗ fernungen, auf gleiche Art zu verſängern iſt auf Anſuchen des Arreſtausbringers, dem Drirten, bey welchem derſelbe angelegt iſt, bekannt gemacht werden, und letzterer iſt nicht eher ſchuldig, ſeine Anzeige———— machung erfolgt iſt. b 4 565. Wird die Klage auf Gungeitsertlirung des Arreſts, oder Zahlungseinſpruchs nicht angeſtellt: ſo iſt beydes null und nichtig. Iſt die Klage dem Dritten, bey welchem der Arreſt angelegt war, nicht bekannt ge⸗ macht worden: ſo ſind die bis zur wirklichen Befannt⸗ machung von ihm geleiſteten Zahlungen guͤltig 566. Daß vor der Klage auf Beſtaͤkigung des Ar⸗ reſtes eine Vorladung zum guͤtlichen Verhoͤr erfolge, iſt auf keinen Fall erfoderlich. 567. Die Klage auf Beſtaͤtigung des Arreſies iſt, ſo wie die von dem mit Arreſt belegten Schuldner auf die Aufhebung dieſes Arreſtes gerichtete Klage, bey dem Gerichte anzuſtellen, unter welchem der mit Arreſt belegte Schuldner ſeinen Wohnſitz hat. Civilgericht sordnung. 23 68. Der Dritte/ beh welchem der Arreſt angelegt worden iſt, kann, zut Erſtattung ſeiner Anzeige(deſſen, was er in Haͤnden hat) nur daun vorgekaden werden, weun eins öfföütlich beglaubigte Verſchreibung oder ein urthet vothanden iſt, wovurch der Proeſt vder der Zah⸗ lungseinſpruch fur guͤltig erklart wurde. 6 z6. Die im Förſten Artikel erwaͤhnten öffentlichen Beamten duͤrfen zur Anzeige nicht vorgeladen werden; allein ſie ſiellei ein Atteſtat nus, welches beſagt, ob der mit Arreſt belegten Parthey otwas zukomme, und zwar mit Angabe der Summe, in ſo'forn ſolche liauid iſt.() Der Dritte, bey welchem Atreſt angelegt iſt, ſoll, ohne daß es einer Vorladung zu einem Guͤtetermin bedarf, vöt das Gericht, welches uͤber den Arreſt zu er⸗ teuneit hat, vooelaben werdem; wird aber ſelne Ingabe angefochten, ſö ſht ihn frey) zu verlangen, daß dießfalls die Sacht än ſeinen vbimpetenten Richter Art. 390 ver⸗ hri Pet Britte) beh welchem der Aorreſt angelegt iſt, macht, auf vorgaͤngige Vorladung, ſeine Anzeige, und viſtätigt ſi livlich wini er eßtniſt, auf ber Gerichts⸗ ſchreibereh; iſt er entfernk, vor dem Friedensgetichte ſeines Wohnorts, ohne daß ès in ſetztern Falle noͤthig waͤre, die eidli⸗ che Beſtͤrkung auf der Gerichtsſchreiberey zu wiederholen. 6²) 572. Die Anzeige ſowohl als wir kidtiche Beſtaͤrkung kann durch kinen Spetialbevohmathtigtun geſchehen.(*) det Anſtigꝰ můſſen der Grund und der Be⸗ tlg der Schülb die abſchlaͤglichen Zahlungen, wenn de⸗ ren erfolgt ſind; und wenn der Dritte, bey welchem der Arreſt angeleßt ward; nichts meht ſchuldig iſt, die Be⸗ ſcheinigung und det Grind der gaͤnzlichen Tilgung; auf (1) War ſchon vorher im Gebrauch- e) Der erſte Lheit dieſes Attitels wWar vereits vorher im Gebrguch, der zweyte iſt nen. penh (2) Aelterer Gerichtsbrauch. VomVerkummerung od⸗d. Zahlungseinſpruche. 179 alle Faͤlle aber eine Nachricht von den ihm bereits ange⸗ deuteten Arreſten und Zahlungsverboten, enthalten ſeyn. 574. Der Anzeige wenden die dazn gehaͤrigen Be⸗ weisurtunden beygelegt; das Ganze wird auf der Ge⸗ richtsſchreiberey abgegeben und der Depoſitionsſchein mittelſt eines einzigen Satzes, in welchem zugleich die Beſtellung eines Anwalds enthalten iſt, dem Gegentheil zugefertigt. CMo giszull 575 Kummen neue Arreſte oder Zahlungßeinſpruͤche hinzu, ſo ertheilt der Oritte, bey dem der Anreſt angelegt iſt, dem Sachwalter desjenigen, welcher den erſten Arreſt angelegt hat, Nachricht davon; und zwar mittelſt eines Auszugs, welcher die Ramen der Perſonen, von denen der Arreſt angelegt worden iſt die Anzeige)des von ihnen gr⸗ waͤhlten Wohnorts, und die Gründe ythaͤlt/ auf welchen der Arreſt oder der Zahlungseinſpruchebtruht. h6 n 576. Wird die Anzeige nicht anssfochten, ſo ſoll weder dem Dritten, bey welchem der Arreſt angelegt iſt, noch gegen aihn, rin weiteres Berfahren geſtattet ſcyn. Ld ani Pnncol spipndg0 u bnin „7y. Reicht der Dritte, beyn dem pir⸗Arrgſt augelest biſt, ſeine Auzeige nichtein„ ober producirtner die in vor⸗ ſtehenden Artikeln vorgeſchriebenen Beweiſe nicht; ſo wird er unbedingt fuͤr den Schuldner der Foderungen erklärt, auf welche der Arreſt augelest iſt. 6nle 578 Hat nder Atreſtaodin der Einſpruch Mohilin zum Gegen ſtande ſo chat der Dritte, bey dem er angelegt worden iſt, ſeiner Anzrige rin umſtändliches Verzeichniß dieſer Stuͤcke beyzufuͤgen⸗. 579. Iſt der Atreſt oder der Einſpruch fur gultig erklärt worden, ſo wird zum Verkaufe und zur Verthei⸗ () Die unkoſten für die Vekauntmachung der Dephſition der Urkunden und der Beſtellung eines Anwalds trägt der init Arreſt Belegte. () Alter Gerichtsbrauch⸗ 180 1. ThN B VII. Tit. Von Verküͤmmerung c. lung der Kaufgelder geſchritten, wie im Litel: von der verhaͤltnißmäßigen Diſtribution unter dis Släubiger boſimme werden ſol. 06 Fso. Beſoldungen ober Prüſtönen, welche vom Staate ausgezahlt werden, können nur zuf de durch Geſetze oder Regierungsperordnungen beſtimmten Alit mit Arreſt belegt werden.( 3 5bb 581. Frey: von aller ꝙpſbrahg⸗ ſiat: Gegene ci welche in den Ssſtseg daſge ernrt ſindz 2) ge⸗ richtiſch, aber 6loß. vorſäußig(proviſoriſch) zuerkannte Ali⸗ mente; 3) alle disponirbare*) Geldſummen und Gegen⸗ ſtaͤnde, von denen der Teſtirer oder der Schenkende ver⸗ ordnet hat, daß ſi ß e nicht ſolen⸗ vertuͤmmert oder mit⸗ Be⸗ ſchlag belegtw ehih tengen Rip Civilgeſetzb. Art 198103 4) Gelder ih e wſlche zum⸗ Lehensunterhalte beſtimmt ünd, wehn ſie quch in keinem Teſtamente und in keiner Seſhtrit m rie ſnooeprchen ſind. 3 Pisltriet ſoehn iſeſen ſmm nur allein wegen, ſichtt Foperungn walch⸗ wirderum Ali⸗ mente zum Gegenſtande haben, mit Arreſt belegt werden. Die unter n 3 und 4. des vorſtehenden Artifels erwaͤhn⸗ ten Gegenſtande können von Glaͤnbigeyn mit Arreſt belegt werden, deren Foderungen erſt nach vplbrachter Schenkung und nach epfolgtem Anfglle dys Vermchtyſſes entſtanden ſind ind wa bioß mit Erlaubniß des Richters und auf den. vpn ihm z bimmenpen Theil. 60 () Es darf dermalen nicht als ie der Beſoldungen und Penſionen verkümmert werden⸗ (2) Collection de ae im x. Arrèts n. 23. 26. 26, 27. u. 3 I *) Das iſt, folche uber vele xiſiter oder Schenkende ohne Verletzung des yflichttheils verfugen kann. S. Phr. Sivitheſezb Art. 13 u. ff. 1Th. v. S vn.Lit. Von der Auspfäidung. 8 Achter Titel. Von der Auspfaͤndung(Hülfsnplſreckung in die Mo⸗ nbilien). J §83. Vor jeber Auspfändung(Hulfsvollſtreckung) muß ein Zahlungsgebot vorhergehen, welches dem Schuldner in Perſon oder an ſeinen Wohnort zugefertigt und wenigſtens einen Tag vor der Pfändüng erlaſſen wird, auch zugleich eine Mitthelung der Utküſide(kraft deren die Auspfaͤn⸗ dung geſucht wird) enchaͤlt, in ſo n dieſelbe nicht bereits vorher zugefertigt worden iſt. 0) 551 Iſt der Glätbiget nicht in der Gemeinde wohnhaft, wo die Auspfãndunß Fiſchehg fsü ſo müß das Zahlungszebot zugleich die Nuchticht. xithitet, wo der Gläubiger bis zu Bernbigig Us lcnbnsselfah⸗ rens ſeinen Wohaſitz gewählt habe its vet Schuldner kann an dieſen gewaͤhlten Wohnort alle Zufertigungen ab⸗ geben laſſen, ſilbſt wenn ſie die bäare Darbietung der ʒahlung(olftes oder ene ptii zin Se genſtande haben.(*) §85. Der Gerichtsbbte erſcheint unter Veyrritt zweyer Zeugen. Dieſe muͤſſen Franzoſen, voljjaͤhrig(S. Nap. Civilgeſetzb. Art. 37 980.), und weder mik den Partheyen, noch mit den Gerichtsboten“ ſebſt im Grade zweyter Geſchwiſterkinder derwundt oder Berſchwägert ſehn, noch zu ihrem Hausgeſinde hehsren. haͤt in ſüte Pro⸗ () S. uber dieſen Gegenſtand Tr. de la Proc. civ. T. II. p. 166. 167. (2) Jousse sur l'Art. 1. du ritre XRRRMI. de Pordonn. de 1667. Ord. Heinrichs v. Blois Ar173. Heinrichs 1V. u 45 Jant 1609. Art. 12. *) S. beym Pelaporis: Sais3* Fn wo man die Muſter zu allen in dieſem Titel vorlommenden S Schriften und Protocollen findet. E. toroll Gewerbe und Aufenthalt anzuzei⸗ gen; die Zeugen unterſchreiben das Hrig inal und die Ab⸗ ſchriften, Bey der. Auspfänduſg, darf i hei, wilchtr ſie ausgebracht hat, nicht zugegen ſeyn. 586. Alle bey einer Zufertigungsurkunde zu Peob⸗ achtende Formalitäten(S oben Art. 61.) muͤſſen auch im Protocoll uͤber die Ausyfänbung Gülfsvollſteckung) beohachtet werden. Es muß darin, wenn die Auspfaͤn⸗ dung im Hauſe des Gepffüpften 6 iehr in wieberhol⸗ tes Zahlungsgebot enthalten ſion G F. 87. Sind die Thuͤren verſchloſſen, weigert man ſich, ſie aufzuſchlieſten, ſo kann der Gerichtsbote, um zu verhuͤten, daß michts weggrbracht werde, einen Wächter an bie Ausgänge ſtellen« Er hegiebt ſich auf der St, ohne vorgängigt Vorladung drs Schuldners) zum Frier denßrichter⸗poder, in deſſen Ermangelung, zum Policey⸗ commiſſar, und in Gemeinden, wo kein Policeycommiſſ ar iſt/ zum Malrenund in deſſen Ermangelung zu deſſen Ad⸗ junct, in deren Gegenwart ſodann die Thuͤrsn⸗ oder ſelbſt verſchloſſene Moͤhen? ſo wie ſier beh der Awpfändung die Reihe trifft, eröffuetwerden⸗ Der Beamteſ der ſich da⸗ hin begiebt, nimmt kein Protocoll auf, doch unterzeichnet er das Protocoll des Gerichtsboten, welcher jedoch durchaus Alles in ein und däſſclbe Protoeoll ju bringen hat 6 Cnn 2d 1de esn 6s. Das Prötocoi inuß a fnces Ver⸗ anß der gtii Seihw neſtr Sind es 7) Scng v. 166. Lit. xxxm. an. 4. it. 1I. Airt. 2. Zit. XIX. Art. H. Daß der, welcher die Hülfsvokſtreckung ſucht, bey derſel⸗ ben gegenwärtig ſeyn ſolle, war ſchon“ verboten in der Ordon⸗ 22 Sac A⸗ Moulins gegebet von Carl 1. 1366. Art. 32. 48b Der ꝓheit des z i eutehnt aus det Ordonn. v. 657 Zit. Rm. Art. 3. (3) Ebendaſ. un. 6. Von der Auspfaͤndung. 183 Waaren, ſo werden ſie, je nachdem es ihre Beſchaffenheit erfodert, abgewogen, gemeſſen oder viſirt Gaugées). 6*) 5. Silbetwerk wird nach den Stuͤcken und nach dem Stempel 5 aufhezeichnet und iuß getöge werden. 59o. Wird baares Geld gefunden, ſo bemerkt man die Zahl und die Münzſorten. Der Gerichtsbote legt dieſe Gelder bey der zur Aufbewahrung der Depoſiten be⸗ ſtimmten Behoͤrde nieder; ausgenommen wenn der, wel⸗ cher die Ausðpfanbuig dusbrachte, der Gopfaͤndete, nebſt den Beſchlaglegenden(Opposans), dafern deren dabey ein⸗ treten, ſich uͤber einen andern Depoſitar vereinigen(*) §9r. Iſt ber, welcher ausgepfaͤndet werden ſoll, ab⸗ weſend, und weigert man ſich, wevſchloſſene Zimmer oder Meübeln zu ersffnen: ſo traͤgt der Grrichtsbdte bey der Behörde auf deren Ersffnung anzms finden ſich Pa⸗ piere, ſo erſucht er den zur Eröffnung herbeygeholten Be⸗ amten, daß er ſolche unter Siegel nehmel Art. 5870) 592. Folgende nicht unterwörfen:(²0) 160 ) Gegtiſtändoß welchè in den„usn huei vunn⸗ mung nach fuͤr unbeweglich evklärt ſindi min (²) Ordonn. don 165) Zi. Xxxxi1. Nrt. 6. Doch iſt die zweyte Härfte des Artikels nku⸗. (8) Findet man keine Sachen: ſo nimmt der Gerichtsbote ein vritol auf, wörin er bezeugt, es ſey nichts da gewefen(bro⸗ ces verbal de carence.) 5 (3) Hrdonn. von 1662, a. g H. Art. 24. 16. Jousse ad h. 1. Putbur. d1a pioc bi. 15 W. d p.% 1. Bds Vert bot der Beſchlagnehmung der meiſten in dieſem Artiket bemerk⸗ ten Gegenſtände iſt auf i Ordonnanzen und auf Römi⸗ ſche Geſetze gegründet 1. 2.D. de verbb. signif(L. 16.) Bartolus et Baldus in 11 duae res pign. obligari poss. 1. 6. D. de pisn.) Ordonn. Carls VIII. Franz I. von 1340. Art ag. Edict Carls wom 8. Octohr. 1571. Ordonn. Heinrichs 1W. v. 16 März 696. 1 71 et 8. G. Auae res pign. obl. poss.(XVIII. 17.) Auth. Agricultdres C., eod. *) Der Stinpel(Boingon) beſtimint den Gehalt des Silbers, ob es z. B. 12. 13. 14 oder 15löthig ſey. E. 134 1. Theil. V. Buch. vIM. Litel. 2) die noͤthigen Betten des Gepfaͤndeten und ſeiner bey ihm wohnenden Kinder; und eben ſo wenig Klei⸗ dungsſtuͤcke, womit der Gepfaͤndete bekleidet oder be⸗ beckt iſt; 3) Buͤcher, die ſich auf das Gewerbe des Gepfaͤnde⸗ ten beziehen, und von denen er ſich ſoviel ausleſen(und an ſich behalten) kann, als am Werthe 300 Franken be⸗ traͤgt; Maſchinen und Inſrumentt, die zum praktiſchen Unterrichte in Wiſſenſchaften und Kunſten oder zu deren Ausuͤbung gehoͤren, wovon ſich der Gepfaͤndete bis zum Betrag eines gleichen Werthes ausleſen kann; 5) die Equipage einer Militairperſon, ſo viel nach der Ordonnanz und ihrem Range dazu gehoͤrt; 6) Handwerkszeug, ſoweit es der Geßfäͤndete fuͤr ſeine Perſon zu ſeiner Axbeit braucht; 7 Mehl und gemeine Lebensmittel, ſo viel davon zur Beköſtigung des Gepfaͤndeten und ſeiner Familie auf einen Monat erfoderlich iſt; 8) endlich laͤßt man dem Gepfündeten, ach ſeiner Wahl, eine Kuh, oder drey Schaafe oder zwey Ziegen, nebſt dem zur Streu und zur Fuͤtterung dieſes Viehes auf einen Monat erfoderlichen Strohe, Futter und Ge⸗ traide. 593. Erwaͤhnte Stgenßänte pürfen, wegen keiner, ſelbſt nicht wegen Anfoderungen des Staats, abgepfaͤndet werden; ausgenommen wegen der dem Auszupfändenden vorgeſtreckten Lebensmittel, oder wegen ſolcher Summen, die er Perſonen ſchuldig iſt, welche ihm dieſe Gegenſtaͤnde gefertigt oder verkauft, oder ihm zu deren Ankaufe, Fer⸗ tigung und Ausbeſſerung Geld geliehen haben; wegen ſchuldiger Pachtgelder und Lohns fuͤr Aerndtearbeiten; ſoweit beydes ſolche Grundſtucke betrifft, zu deren Bear⸗ deitung dergleichen Gegenſtaͤnde gebraucht worden ſind; wegen Von der Auspfaͤndung. 18 wegen Miethgelbes fuͤr Fabrikhaͤuſer, Muͤhlen, Preſſen, Huͤtten⸗ und Hammerwerke, zu welchen dergleichen Ge⸗ genſtaͤnde gehoren; und wegen Miethgeldes für die Woh⸗ nung, die der Glaͤubiger für ſeine Perſon inne hat. Doch dürfen die uter Nr. 2. des vorſtehenden Arti⸗ kels erwaͤhnten Gegenſtande durchaus wegen keiner Fode⸗ rung abgepfaͤndet werden.(*) 594. Wird an PVieh oder Wirthſchaftsgeräthe die Huͤlfe vollſtreckt: ſo ſiehe dim Friedensrichter freh, auf 2 Anſu⸗ chen deſſen, der die üsßfändung geſucht hat, und, wenn der Eigenthuͤmer und der Gepfaͤndete deshalb gehört, oder doch gehorig borgeladen worden ſind, die Witthſchaft einem Verwalter zu uͤbergeben. 595. In dem Protoeolle der 645 dit Verſtei⸗ gerung angegeben ſehn!(*)“ ni 596. Bringt der Gepfänbete e ſict Aufſeher in Votrſchlag, ber ſich frihwillißz und auf der Stelle dazu begiebt? ſo hat ihn der Gerichtsbote in die⸗ ſer Eigenſchaft anzuſtellen.(2 Brinht der Gehftibee kifufi zahlungsfaͤhigen Aüffther ßi gobſthlag) 1e bie“ etfoderlichen Eigeüſchaften haͤtte: ſo ſteiſt ei Sirichtsbbte einen an.(*) §9s. Als Aufſther duͤrfen nicht angeſtellt werden derjenige, der die Auspfaͤndung ausgebracht hat, deſſen Ehegatte, Verwändten und Verſchwaͤgerte bis mit Ein⸗ ſchliß bes Grahes der zwehten Geſchwiſterkinder, auch Riemand bon biſſen Haüsgeſtdes aber der Gepfaͤndete ſelbſt, deſſen Ehegatte, Veiwandte und Verſchwägerte (1) Ordonn. v. 1667. Lit. XXXKIII. Art. 16.— Ebendaſ. Art. 14. (2) Dieſe Verordnung iſt neu. (3) Vergl. Ord. v 1667. a. a. D. Art. 13, Der Aufſeher muß zahlbar ſeyn, damit er fuͤr die ihm anvertrauten Gegenſtände zu haften vermöge. Nur für Uebergewalt hat er nicht zu ſtehen. 1. 23. in f. D. de div. RR. i. a.(L. 17.) (4) Ordonn. a. a. O. Art. 4. Civilgerichtsordnung. 24 . 186 I. Theil. V Buch. VIII. Titel. und Perſonen, die zu deſſen Hausgeſinde gehoren, köͤnnen, wenn ſie und derjenige, der die Pfändung ausgewirkt hat darein willigen, als Aufſeher angeſtellt werden. 399. Der Gerichtsboteßrtigt ſofort an Drt. und Stelle ſein Protocoll, deſſen Hriginal und Abſchrift von demjenigen, der zum Aufſeher geſetzt iſt, unterzeichnet werden muͤſſen; kann dieſer micht ſchreiben, ſo wird dieß vihno eine Si desa Peitu gelaſſen. e WVer durch ie e Einſezung Au Aufſehers verhindert, oder wer gepfaͤndete Gegenſtaͤnde wegbringt und bey Seite ſchafft, wird nach Vorſchrift des Criminalgeſetzbuches in Unterſuchung gezogen. 6 6 6or. Geſchieht die Haͤlfsvollſtreckung in der Woh⸗ nung deſſen, wider den ſir vollzogen wird, ſo wird dieſem auf der Stelle eine Abſchrift des Protochlls zurückgelaf⸗ ſen, welthe von eben den Perſonen unterſchrieben ſeyn muß, welche das Original unterzeichnet haben; iſt er aber abweſend, ſo wird die Abſchrift dem Maire oder deſſen Adjunct, oder, im Fal der WVigerung, die Thůten zu oͤffnen, demjenigen Bramtfn zuztſt eut, der ſi ie Köffnen ließ; und dieſer viſirt daß Hrigingi. 6o2. Geſchieht die Auspfaͤndung aufer der Woh und in Abweſenheit deſſen, gegen den ſie voliſreckt ſo wird dieſem die Abſchifft denſtlben 6 eferkigt, wozu man jedoch auf ſede drey Wyriame er nt f⸗ nung einen Tag mehr rechnet; iletbleib dieß⸗ ſo füllin die Aufbewahrungskoſten nur vom Tage der erfolgten Inſinuation an, dem Gepfaͤndeten zur Laſt, und die zur (1) Ordonn. 1667, Lit. K Aft 13 (2) Ebendaſ. Art. 8. (3) Ebendaſ. Art. 17. (4) Ebendaſ. Lit. XXXIII. Art. 7. Von der Auspfaͤndung. 187 Verſteigerung beſtimmte Friſt nimmt gleichfalls erſt mit dieſem Tage ihren Anfang.(¹) 6o3. Der Aufſeher darf ſich weder der gepfaͤndeten Sachen ſelbſt bedienen, noch ſie vermiethen oder weglei⸗ hen, bey Verluſt ſeiner Gebuͤhren und bey Vermeidung des Schadenerſatzes, zu deſſen Bezahlung er durch Ge⸗ fängnißzwang angehalten werden kann.() 6oz. Haben die abgepfaͤndeten Gegenſtaͤnde einige Rutzungen oder Einkuͤnfte getragen: ſo iſt er, ſelbſt bey Gefängüißzwäng, verbunben) dieſé Einkuͤnfte zu berechnen. (Nap. Eivilgeſetzb. Art. 1962.) 2) 605. Iſt die Verſteigerung, ohne eingetretenes Hin⸗ derniß, an dem im Protocolle beſtimmten Tage nicht er⸗ folgt, ſo kann det Aufſeher um ſeine Eatlaſſung anſuchen; im Falle eines eingettetenen Hinderniſſesaber kann er zwey Monate nach der Auspfändun dieſe ſeine Entlaſſung ſuchen, wobey dem, der die Auspfaͤndiug bewirkt hat, frey ſteht, einen andern Aufſehot beſtellen ju luſſen.02) 606. Diß Enttaſſulgszefüch wirb wider demſenigen⸗ der die Auspfändung geſicht hat, unb wibet den Ausge⸗ pfändeten durch eine Borfadung zär füſnſtaviſchen Ver⸗ handlung bey dem Richter des Hrtes, wo die Pfaͤndung geſchehen iſt, angebracht; wird es bewilligt, ſo werden vor allen Dingen die abgepfändeten Gegenſtände dem Lufſeher Stück für Stüͤck, nach erfolgter Votlavung der parthepen, abgenommen(¹) ſuo ocet hnin uzas 6o7. Mit dieſer iebernahine wird verfahren, ohne Rückſicht auf die elwa von Seiten des Ausgepfände⸗ (1) Neu. () Ordonn. von 1667. Lit. XKxrII. atrt. 9. 1. 3. 0 depos. (3) Ordonn. a. a. D. Art. 10. t (4) Dieſe Verordnung iſt neu⸗ (3) Gleichfalls neu. 188 I. Theil. V. Buch. VIII. Titel. ten gemachten we uͤber e ran er⸗ kannt wird. obul n 608. Ver irnt daßt die S— ſtaͤnde alle oder zum Theile ihm zugehsren, der kann wider die Verſteigerung proteſtiren. Dieſes geſchieht durch eine Zufertigungsurkunde, die dem Aufſeher eingehaͤndiget, dem⸗ jenigen, der die Pfändung ausgebracht hat, und dem Aus⸗ gepfaͤndeten angezeigt wird, und eine Klage, nebſt Vorla⸗ dung, ſammt der Apze ige der Beweiſe des Eigenthums, enthaͤlt. Dieſes alles iſt, bey Strafe der Nichtigkeit, zu beobachten. Von dem Gerichte des Ortes, wo die Aus⸗ pfaͤndung geſchehen iſt, wird hieruͤber auf die Art, wie in ſummariſchen echtshaͤndeln, erhannt. Wird wider kinſenigfn erkannt, der den Einſpruch gemacht hat, p. wird Fp erfoderlichen Fals verurtheilt, dem, welcher die Auspfanpung bewirkte, Schadenerſatz zu leiſten.(1 609. Die Gläubiget des Ausgepfaͤndeten können, woher auch immer ihre Foderungen ruͤhren, ſelbſt dann, wen der Begenſtand MWiethzinſen waͤren, nur wi⸗ der die Auszahlung der Auctionsgelder Einſpruch thun. Bey dieſem Einſpruche muͤſſen ſie die Grunde angeben, worauf ſolcher beruhe(Ark. 622.) er wird demjenigen, der die Auspfaͤndung geſücht hat, und dem Gerichtsboten, oder jedem andern Beamten, dem die Virſeerüng auf⸗ geträgen iſt, ugehänvizt; vjuhleich müß der, wilcher den Einſprüch macht, wenn et an dein Brie, wo die Pfän⸗ dung geſchehen iſt, nicht ohnehin wohnt, daſelbſt einen Wohnort erwaͤhlen; alles bey Strafe der Nichtigkeit des Einſpruchs, und des dem Gerichtsboten tſbochen Falls obliegenden Schadenerſaßes.) 6 (e) Der Einſpruch d des angeblichen Eigenthümers macht, daß die Verſteigerung auzzeſtht werden muß, bis darüber erkannt iſt. (2) Die GSräubigvi tönnen gegen die Verſteigerung nicht proteſtiren, wie es nach der Ordonnanz von 1667. verſigttet war. Von der Auspfaͤndung. 189 615 Der Glaubiger, welcher wider die Zahlung Ein⸗ ſpruch gethan hat, darf wider den Ausgepfaͤndeten ein⸗ zig und allein verfahren, um eine condemnatoriſche Sen⸗ tenz wider ihn zu erlangen; wider ihn ſoll ebenfalls kein Verfahren Statt haben; doch ſind bey Vertheilung der Gelder die Gruͤnde ſeines Einſpruchs zu eroͤrtern. 6rr. Sollte der Gerichtsbote, indem er zur Aus⸗ pfaͤndung ſchreiten will, ſchon die Huͤlfe vollſtreckt und einen Wächter angeſtellt finden: ſo darf er nicht aufs neue die Huͤlfsbollſtreckung unternehmen; doch kann er ſich die vokraͤthigen Mobillen und Effecten Stuͤck fuͤr Stuͤck nach dem Protocolle, das der Waͤchter ihm vorzu⸗ legen ſchuldig iſt, vorzeigen laſſen. Er nimmt die etwa weggekaſſenen Effecten in Beſchläg, und fobert denjenigen, der die erſte Alspfändung bewirkt hat. auf, das Ganze in acht Tagen verſteigern zu laſſen. Das uͤber die erfolgte Vorzeigung der Effecten aufgenommene Protocoll hat die Wirkung eines auf die Kaufgeldet gelegten Beſchlags. 63 613. Läßt dirjenige, der die Auspfandung, bewirkt hat, in der vachſ hend beſtimmten Friſt die Verſteigerung nicht vornghmen: ſo kann jeder der brigen Beſchlagſu⸗ chenden, der eine Urkunde in Haͤnden hat, welche die Huͤlfsvollſtreckung mit ſich bringt, nach vorgaͤngiger Pro⸗ vocation desſenigen, der die Auspfaͤndung ausgewirkt hat, ohne jedoch heſonders. harauf. zu klagen, daß er in deſſen Rechte eintreten wollt, die in Beſchlag genommenen Effecten, nach Maaßgabe der Abſchrift des Auspfaͤn⸗ dungsprotocolls, welche der Aufſeher ihm vorzulegen ver⸗ bunden iſt, Stuͤck fuͤr Stuͤck nachſehen laſſen, und dann ſofort die Verſteigerung ausbringen. 613. Zwiſchen der Andeutung der erfolgten Huͤlfs⸗ (1) S. Ferrière Introductien à la Pratique unter: Saisie zur saisie ne vaut.. 190 I. xhei. F. xuch vIIN Litel. vonſteckung an den Schuldner und 3 fin⸗ 2 eine wenigſtens achttaͤgige Friſt Stqtt. Won ipiönbs 6140 Geſchleht dir Verſteigerung an einem andern, an dem in der Zufertigung beſtimmten Tage, ſo iſt der Gepfaͤndete dazu beſonders vorzuladen, ſo daß zwi⸗ ſchen der Inſinuation und dem Verkaufe ein Tag bleibe, zu welchem jedoch auf jede drey Myriameter, um welche ſeine Wohnung von dem Hrte, wo die Effecten verſtei⸗ gert werden ſollen, entfernt iſt, Ein Tag ing nen iſt. 615. Die welche Einſpruch gemacht. des E posans) werden nicht vorgeladen.(2) 00 61ß. Das fůͤber die erfolgte Reviſion dr Citn, vor dem Vetkaufe gefertigte Protocoll darfſkein nochma⸗ liges Verzeichniß der abgepfaͤndeten Stuͤcke, ſondern nur die Anzeige der etwa fehlenden enthalten.() pnun— 617. Die Verſteigerung erfolgt auf dem naͤchſten oͤf⸗ fenlichin Marftplatze) am gewoͤhnlichen Markttage und zur gewohnlichen Spunde, oder Sonntagsz, poch kann das Gericht verſtatten, daß die Sochfn an einemgaudern vor⸗ theilhaftern Orte werkauft werden Aufjeden Fall muß die Verſteigerung Dags vorher wenigſtens durch vier Patente bekannt gemacht werden, wovon eines an dem Orte, wo ſich die Sachen beſinden, das zwryte n dem Thore des Gemeindehauſes“ daß pritte auf dem Marktplatze des Ortes, und wenn es an dieſem Feinen Marktplatz giebt, auf dem naͤchſten Marktplatze, und das vierte an der Thuͤre des Audienzzimmers des Friedensge⸗ richts angeſchlagen wird. Erfolgt der Verkauf an einem andern Orte, als auf dem Narktplatze, oder dem Orte, wo ſich die Sachen befinden, ſo wird ein funftes Patent an dem Orie angeſchlagen, wo die Verſteigerung erfolgen e Ordonn. v. 1667. Tit XXXKIII. Art. 12. (e) Sie konnen aber erſcheinen, ohue zuſammen berufen. zu ſeyn. (3) Vorheriger Gerichtsbrauch. Von der Auspfaͤndung. 191 ſoll. Ueterdem muß in Staͤdten, wo Zeitungen erſchei⸗ nen, die Verſteigerung in den. ktuͤndigt werden.(¹) oinz 6ts. Die Patente enthalten Ort, Dag und Srunde der Verſteigerung und die Beſchaffenheſt der zu verſtei⸗ gernden Gegenſtande, jedoch kein ſpecielles Verzeichniß derſelben. 6rh. Der erfolgte oͤffentliche Anſchlag der Patente wird durch eine vom Gerichtsboten deshalb zu fertigende urkunde bewaͤhrt; wächer ein Exemplar des Patents bey⸗ gefuͤgt wird. 620. Wenn Bärken, Schaluppen und andre kleine Seefahrzeuge von zehn vder weniger Tonnen⸗ Faͤhren, Galliöten) Kaͤhne und andre Flußſchiffe, Schiffmuͤhlen und andre auf Schiffen odir anderwaͤrts ruheüde beweg⸗ liche Gebände verſteigert werden ſollew“ ſo wird die Ver⸗ ſteigerung in den Häfen, Buͤchten, voder auf den Kais vorgenommen, wo ſich ſolche befinden(Nap! Civilgeſetzb. Art.§310); es werden in Gemaͤßheit des vorſtehenden Artikels, wenigſtens vier Patente angeſchlagen, undean dem Orte, wo gedachte Gegenſtaͤnde liegen, rfdlgt at drey verſchiedenen auf einander folgenden Tagen ein dreymali⸗ ger Ausruf. Der erſte Ausruf geſchieht nicht fruͤher, als wenigſtens acht Tage nach erfolgter Zufertigung des Beſchlags. In Staͤdten, wo Zeitungen herauskommen, wird Statt bieſes dreymaligen öffentlichen Ausrufs die Verſteigetung in den Zeiſtungen angekuͤndigtund viſe Bekanntmachung im Laufe des Monats, welcher vor der Verſteigerung hergeht, dreymal wiederholt.(S. oben Art. 617. f.)(²) () Vergl. Ordonn. von 1667. Zit. XxRIII. Art. 11. Bröoſi. Heinrichs 1I. Febr. 1856. Art a18 Heivrichs HI. v. 1585. Die Anordnung, daß die Verſteigerungen in Stitungen bekannt gemacht werden ſollen, iſt neu.. () S. Dufour, Sources oh tontes les dispositions du Code ci- vil ont eie puissées Art. s31. Vergl. Ordonnace a⸗ lz ma rine v. Aug. 168r. Tit. XIV. Art. 6(2) — 192 I. Theil. V. Buch. VIII. Titel- * 21. Silbergeſchirr und Schmuck von wenigſtens dreyhundert Franken an Werth, koͤnnen nicht anders ver⸗ kauft werden, als nach dreymaligem offentlichen Anſchlag in der obbeſtimmten Form, und nach dreymaliger Aus⸗ ſtelung auf dem Markte oder an dem Orte, wo ſie ſich befinden; ohne daß es jedoch in irgend einem Falle ver⸗ ſtattet waͤre, gedachte Gegenſtaͤnde, in ſo fern von Sil⸗ bergeſchirr die Rede iſt, unter dem wahren innern Werthe, Schmuck und Juwelen aber unter derſvon Kunſtverſtaͤn⸗ digen gemachten T Taxe zuzüſchlagen.* In den Staͤdten, in wilchen Zeitungen herauskom⸗ men, verfaͤhrt man, Statt des dreymaligen Ausrufs, auf die im vorigen Artikel vorgeſchriebene Art.(Art. 683.)(¹) 622. Wenn der Werth der abgepfaͤndeten Gegenſtaͤnde den Brtrag det, Fodebligeit überſteigt⸗ wihtt welchet der Beſchlag angt iigt üuß Einſßtuch gekha ſ wurbes ſo wird davon nur ſo viet verſteigert, als noͤthig iſt, um die Fo⸗ derungen, nebſt ben Koſten, zů bezählen. 623. Im Protbcolle wild mdhtt, ob der Gepfůͤn⸗ dete erſchienen ſch oder ſicht. Mt. 624. Der Zuſchlag geſchithte än ven Miſtbietenben gegen baare Zahlung. In fo fu dieſe nicht erfotgt, wird das verkaufte Stück auf Gefaht und Koſten desje⸗ nigen, dem es zugeſchlagen— ii der Stelle wieder verſteigert.(*) n m 625. Die Tapatoren(Aüticttoren) bd Sucts⸗ boten haften—— dis p ſäb welche die ver⸗ (¹) Orbonn. v. 1667. Lit. XXXIIt. Art. 13. (2) Dieſe Verordnung iſt neu. Nach der Ord v. 1667. Zit, XXXIII. Art. 2o. mußten alle in Beſchlag genommene Gegenſtände ver⸗ ſteigert werden, und man zahlte nach Befriedigung Fe Gläubiger den Ueberſchuß an den Eigenthümer heraus. 63) Dieſe Bemerkung muß im Protocoh ſo oft wiederholt werden, als die Auction abgebrochen und wieder angefangen worden iſt. (a) Ordonn. a. a. O. Art. 17. Der zweyte Abſchnitt des Artikels iſt neu. 1. Th. v. B. 1K. Tit. Von der Huͤlfsvollſtreckung ꝛc. 193 verſteigerten Gegenſtaͤnde zugeſchlagen ſind, und bemerken in ihren Protocollen die Namen und Wohnorte der Per⸗ ſonen, welche ſolche erſtunden haben; ſie duͤrfen von ihnen uͤber das bey der Verſteigerung gethane Gebot nichts an⸗ nehmen; und zwar bey der auf das Verbrechen ungerech⸗ ter Erpreſſung(Coneuſſion) geſetzten Strafe.(¹) Neunter Titel. Von der Huͤlfsvollſtreckung in Fruͤchte, welche noch auf dem Halme ſtehen(Saisie brandon).*) 626. Fruͤchte, die noch auf dem Halme ſtehen, koͤn⸗ nen nicht eher, als in den letzten ſechs Wochen vor der gewoͤhnlichen Zeit ihrer Reife in Beſchlag genommen wer⸗ den; vor dem Beſchlage muß ein Zahlungsgebot vorher⸗ gehen, unter Geſtattung einer eintaͤgigen Friſt.(2) 627. In dem uͤber dieſe Beſchlagnehmung aufgenom⸗ menen Protocolle hat man jedes Grundſtuck, der Flaͤchen⸗ inhalt und die Lage deſſelben, und wenigſtens zwey der anliegenden oder anſtoßenden Grundſtuͤcke, ſo wie die Gat⸗ tung der Fruͤchte anzugeben. 628. Zum Waͤchter wird der Feldſchutze beſtellt, aus⸗ genommen wenn er aus einer der im Fosſten Artikel enthaltenen Urſachen davon ausgeſchloſſen iſt. Iſt er nicht () Ordonn. v. 1667. Lit: XXXIII. Art. 13. (2) Der Ausdruck Saisie⸗prandon kommt daher, weil man in Be⸗ ſchlag genommene Feldfrüchte, ſo wie ganze zur gerichtlichen Ver⸗ ſteigerung beſtimmte Landgüter, mit Strohwiſchen(Stangen, an welche gewöhnlich Stroh, Heu, alte Leinwand u. dergl. befeſtigt wird) bezeichnete. Dieſe Strohwiſche hießen brandons, daher brandonner. d Die Ordonnanz von 1667 ſchweigt über dieſen Gegenſtand, ſo wie über den in den beyden nächſten Liteln behandelten, gänzlich. *) S. Delaporte Formulaire unter; Saisie-brandon. E. Civilgerichtsordnung. 25 194 I. Th. V. B. IX. Tit. Von der Huͤlfsvollſtreckung c. gegenwaͤrtig, ſo wird ihm die Beſchlagsurkunde zugefertigt; auch muß eine Abſchrift von dieſer ze dem Maire der Gemeinde, in welcher die Grundſiückt gelegen ſind, zurſckgeiaſſn, und von disfem das Origingl viſirt werden. Wenn die Grubſtüc⸗ in verſchiedenen aneinander graͤnzenden oder doch benachbarten Gemeinden liegen, ſo wird nur Ein, Wachter daruͤber heſtellt, der aber dann kein Feldſchuͤtz ſeyn darf. Das Viſa giebt der Maire der⸗ fenigen Gemeinde, worin der Hauptſitz der Wirthſchaft iſt,(zu welcher dieſe verſchiebenen Grutbſtücke gehoren); und wenn kein ſolcher Haußtſitz vorhanden iſt, der Maire derjenigen Gemeinde, in welcher— der groͤßete— der Grundſtücke boſinvt. 6 onulind 2629 Die Vorſteigerüng wild ꝛins uht Lahe, che ſis vosgriomnten ibirb, durch Pätenke ängekuͤndigt, welche an dem Thore des Gemeindehäüſes, obet, wenn kein Gemeindehaus vorhanden iſt, an dem Orte, wo die oͤffentlichen Verordnungen angeſchlagen werden, auf dem Hauptmarktplatze des Ortes, und wenn daſelbſt keiner iſt, auf dem nächſten Markte, und an der Thuͤr des Au⸗ dienzziminers des Ftiebensgerichtes⸗ Ahihtageu werden. 630. In dieſen Pätthten muß der Tag, die Stunde und der Ort der Verſteigerung beſtünmt ſeyn; es ſind darin die Namen und die Wohnprte ſowohl deſſen, wider wel⸗ chen die Brſchlänehing twird, g beſſen der ſolche ausgebracht hat der p und die Be⸗ ſchaffenheit jeder der pelihſun Früchtarten, enblich der Name der Gemeinde, in welcher die Grundſtͤcke liegen, anzugeben, ohne daß es außerdem noch einer genauern Beſchreibung beduͤrfie.(At 6i 631. Def erfofgte Fuſchiag der Patente iſt auf eben die Art zu beürkunden, wie im Titel; von der Huͤlfsvollſtreckung in die Mobilien vorgeſchrie⸗ ben iſi.(Art. 619.) 1LTh. v. V. X Ti. Von Beſchlagnehinung ic. 195 632. Die Verſteigerung geſchieht an einem Sonn⸗ tage oder Markttage. QArt. 617.) 6. Sie kann an Ort und Stelle, 665 di. Frchte ſind), vorgenommen werden, öder auf diin öffentlichen Platze der Gemeinde, in welcher der größte Theil. der in Beſchlag genommenen Gegenſtaͤnde liegt. Die Verſteigerung kann auf dem Markte des Or⸗ tes geſchehen, oder, wenn daſelbſt kein Markt R⸗ auf dem naͤchſten benachbatten Markte 634 Ue brigens ſi ſind hiebey alle im Titel; von der Ppfändung(Art. 622— 6250. vorgeſchricbenen Formen zu beobachten. 63. Bey der Veihelun der uetonsnbr it — debioiz vorgeſchrieben werden ſoll. d OI 17 ni ſöl n 3 6 Sblgnmt ſrbr kö 310 86 1nZ 5 qnt n Rl Von Seſchlehnhnuns der von, ſ zu zi⸗ hnden Leihrenten⸗ 53 636 gine Lichrnts kaun bſoß vermnsge einer öffent⸗ lich begiaubigten, die Hüifebolſfteig bewjrkenden Ur⸗ kunde in Beſchlag genommen weidin. Ehe dieß geſchieht, muß wenigſtens Einen Tag vor der Beſchlagnehmung, an die Perſon des zur. Zahlung Verpflichteten oder Verurtheilten oder in deſ⸗ ſen Wohnung, ein Zahlungsgebet zugefertigt werden, wo⸗ mit zugleich die Verlegung der Verſchreibung verbun⸗ 0) S. Delaporte Formulaire unter: Soisie des rentes. G. 196 I. Theil. V. Buch. K. Titel. den iſt, ſoweit ſolche nicht bereits eher erfolgte. Grbzs. 58300 0¹) 637 Der Arreſt der Rente wird bey an⸗ gelegt, der ſie auszuzahlen hat, und zwar mittelſt einer Zufertigungsurkunde, welche, außer den gewoͤhnlichen Formalitaͤten, enthalten ſoll; eine Anzeige der Verſchrei⸗ bung, wodurch die Rente beſtellt worden iſt, ihres jaͤhr⸗ lichen Ertrags und des Capitals, auf welches ſie beſtellt iſt; der Verſchreibung, aus welcher die Foderung des arreſtſuchenden Glaͤubigers erhellet; die Namen, das Ge⸗ werbe und den Aufenthalt desjenigen, gegen den der Ar⸗ reſt geſucht wird; die Wahl des Wohnorts bey einem beym Gerichte, vor welchen der Verkauf erfolgen ſoll, angeſtellten Sachwalter, und eine Vorladung des Drit⸗ ten, bey welchem der Arreſt angelegt wird, zu der vor demſelben Gerichte zu erſtattenden Anzeige; und zwar dieß Alles bey Strafe per Siei(Art. 559. 566. 571. 5730 3 s3. Der welcher die Rente auszuzahlen hat, muß alle im 570. 71 5p. 573 4. und F7öſten Ar⸗ tikel enthaltene Vorſchriften befolgen, welche ſich auf die von dem Dritten, bey welchem der Arreſt angelegt wird, zu beobachtenden Formalitäten beziehen. Wenn dieſer Schuldner ſeine Anzeige entweder gar nicht, oder zu ſpaͤt erſtattet⸗ doder die abgefoderten Be⸗ weiſe nicht beybringt: ſo knnnkr, nach Beſchaffenheit der umſtaͤnde, verurtheilt werden, die Rente fortzuzahlen, weil er nicht bewieſen hat, daß ſie abgeloßt ſch, oder den Schaden zu erſetzen, der entweder aus ſeinem Stillſchwei⸗ gen, oder aus der Verſpaͤtigung ſeiner Anzeige, oder durch das dadurch veranlaßte gerichtliche Liieh ent⸗ ſtanden iſi. Art. 577.) (¹) S. über dieſe Materie Dufour, Traité de 12 Procédure civ. Tom. II. p. 216. 216. 6 Von Beſchlagnehmung ꝛc. 197 639. Arreſte, welche wider Perſonen ausgebracht werden, die nicht im Continentalgebiete von Frankreich wohnen, ſind dem, der die Rente auszuzahlen hat, in Perſon, oder an deſſen Wohnort zuzufertigen(Art. 60.) und man hat bey der Vorladung die im„3. Artikel be⸗ ſtimmten Friſten zu beobachten. 60. Die Zufertigung, durch welche der Arreſt ange⸗ deutet wird, gilt auch zugleich als Huͤlfsvollſtreckung in Anſehung der ee und bis jur Diſtribution gefaͤl⸗ ligen Renten⸗ 641. Binnen drey inch erfolgter Anlegung des Arreſts, muß der) welcher die Beſchlagnehmung der Rente ausgebracht hat, bey Strafe der Nullitaͤt des an⸗ gilegten Arreſtö, dieſelbe dem andern, wider welchen der⸗ ſelbe ausgewirkt iſt, anzeigen und ihm den Tag der er⸗ ſten Publication bekannt machen. Iſtrjedoch der Wohn⸗ ſitz deſſen, der die Rente auszuzahlen hat, vdm Wohnorte des Arreſtausbringers, und der Aufenthalt des letztern von der Wohnungsdeſſen, wider welchen der Arreſt aus⸗ gebracht iſt/ entfernt: ſo wird gedachte dreyraͤgige Friſt auf fede 3 Myriameter dieſer Entfernung um Einen Tag verlaͤngert.(Art.§63.) 642. Wohnt der, welcher die Rente anszuzahlen hat, außer dem Continentalgebiete des Franzöſiſchen Reichs: ſo laͤuft die zur Ankuͤndigung beſtimmte Friſt nur von dem Tage an, da der Vorladungstermin fuͤr den, gegen welchen der Arreſt geſucht wird, abgrlaufen iſt.(Art. 635) 643. Vierzehn Tage nach der, demjenigen, wider welchen der Arreſt ausgebracht iſt, geſchehenen Ankuͤndi⸗ gung hat der Arreſtausbringer bey der Gerichtöſchreiberey des Bezirks, in welchem jener ſich aufhaͤlt, die Anzeige der Verkaufsbedingungen niederzulegen Der hiezu be⸗ ſtimmte Aufſatz muß enthalten: die Namen, das Gewerbe und den Wohnort desjenigen, der den Arreſt ausgebracht hat; deſſen, wider den er ausgebracht iſt; deſſen, der die 193 I. Theil. V. Buch. X. Titel. Rente auszuzahlen hat; die Beſchaffenheit der Rente; ihren jaͤhrlichen Betrag und das Capital, auf welchem ſie ruht; nauchn das Datum und die Beſchaffenheit der utkunde, durchowelche die Rents beſtellt iſt; die VPnzeige der erfolgten Vormerkung in den Hypothekenbuͤchern, in ſo fern die Hypothek in der Verſcheeibung zugeſagt und zur Sicherheit der Rente beſtellt worden iſt; die Namen und den Wohnort des Sachwalters, der um die Verſtei⸗ gerung anſucht jt dien Bedinguhen iter welchen die Rente zugeſchlagen werden ſoll, und die Sumne, füt welche ſie feilgeboten witd. Der teſte Austuf des Ver⸗ kaufs ſoll im gerichtlichen Verhör erfolgen.(¹) 644. Acht Tage vor erfolgter Niederlegüng der An⸗ zeige der Kaufsbedingungen(cahier des charges) in der Grrichtoſchreibeurh mß ti Alsyng bavonl) der vie ob⸗ gedachte Anzvige nonthuit; dem Gerichtsſchreiber eingehän⸗ diget, und von ihm in eine Liſte eingekragen werden, welche zu dem Ende im Audtenhſadle des Gerichts, bey welchem die Verſteigerung geſucht iſt, ſich befinden muß⸗ 4 Dieſtun Ausſug müß acht Tae vorher, ehes die Angoige veroVertaüfbbevingungen bey der Ge⸗ richtsſchreibeteh niedergelegt wird, Wan ber Hausthuͤr deſſen, wider welchen der Arreſt aushebrachteiſt, 2) an der Hausthuͤr deſſen, der die Rentè auszuzahlen hat, 3) am Hauptthore des Gorichts und) auf dein Haupt⸗ platze des rtes/ wo die Verſteigertng esfolgeh ſoll; an⸗ 646. Auch iſt dieſer Auszuß in ein Zeitungsblatt einzurüͤcken, welches in der Stadt, wo die Verſteigerung betrieben wird, erſcheint, und wenn daſelbſt keine Zeitung herauskommt, in eine im Departement erſcheinende Zei⸗ tung.(Art. 684.) 6) Die cotluume de Paris Fnthalt At. 347. 348. 349. in Auſehung der Beſchlagnehmung der Priyatrenten, des Audeufs und der An⸗ kuͤndigung derſelben, durch Patente unter dem königlichen Wappen tpannonceaux royaux) beſondre Vorſchriften. Von Beſchlagnehmung c. 199 647. In Anſehung dieſer Patente und Azkuͤndigungen iſt dasjenige zu beobachten, was im Titel: von Be⸗ ſchlagnehmung dern Immo bilien pund deren Verſteigerun gnt. 683— 687. Sgaushwzenh anbefohlen iſt. 648. Der zweyte Ausruf erfolgt acht Tage nach dem erſten, und nach dieſem zweyten Ausrufe kann die mit Arreſt belegte Rente zugeſchlagen werden, jedoch mit Perhehalt der Gerichtswegen annoch zu beſtimmen⸗ den Friſt.() 649. Dann geſchieht ein dritter Ausruf, bey wel⸗ chem der letzte unbedingte Zuſchlag an den Meiſt⸗ und Letztbietenden erfolgte 650. Drey Tage vor demgletzten und mnbedingten Zuſchlage muͤſſen von neuem Pateßten angeſchlagen, und nochmals Ankuͤndigungen in die Zeitungen eingeruͤckt wer⸗ den. Grt. 704.) 651. Die Gebote geſchehen durch Anwaͤlde.(Art. 707(20 4nh 65. Bey Zuſchlagung dey Rente ſind eben die For⸗ men zu beobachteu, welche in Anſehung der Abfaſſung des Beſcheids, durch den die Uebereignung erfolgt, in An⸗ ſehung der Erfuͤllung der Kaufsbedingungen, der Bezah⸗ lung der Kaufgelder und der abermaligen Verſtei⸗ gerung auf Gefahr und Koſten des Erſtehers im Li⸗ tel; von der Beſchlagnebmung der Immohi⸗ lien und deren Verſteigerung vorgeſchrieben ſind⸗ QArt. 744. 717. 737— 74560 653. Iſt Eine Rente von zwey Glaäͤubigern mit Ar⸗ reſt belegt worden: ſo iſt die Verſteigerung von demjeni⸗ 0) Dier bedarf es keiner ſechswöchentlichen Friß, wie beh den Im mobilien(Art. 706.) (3) Hier iſt in den Lert des Hriginals ein zehrer eingeſchlichen. Es ſoute nicht heißen reques, ſondern kaites. Denn düs Gericht nimmt die Sebote an, aber ſie geſchehen durch Anwälde.(Art 767.) 200 1 Theil. V. Buch. Kl. Titel. gen zu ſuchen, welcher dem Gegner den Arreſt zuerſt an⸗ gekuͤndiget hat; und wenn dieß zu gleicher Zeit geſchehen iſt, von demjenigen, deſſen Verſchveibung die aͤltere iſt; und wenn behde Venſchreibungen an einem Page ausge⸗ ſtellt ſind, von dem——————— (Art. 719.) 6a. Der, wider v3eli der Ateſ ausgebuucht iſt, hat die Gründe wider die Gultigkeit ves Verfahrens vor dem erſten ünd bortaufigen Jöſchlahe Forzubringen, nach dieſem kamr et nur vis kuchterise als nichtig anfechten. t 655. Die Kaufſumme wird auf eben die Art ver⸗ theilt, wie im Titel: bon der Diſtributlon unter die Glänbiger nach Virh rinißn ährer Fode⸗ rungen beſtimint meiden ſolh jedoch mit Ausnahme der⸗ jenigen Hypotheken, die irgend ein Glaͤubiger vor Pro⸗ mulgation des Geſetzes bom r. Brümaire des 7. Jahres erlangt hat. 1 Eilfter Titel. Von der Diſtribution unter die Glaͤubiger w Vubißt⸗ niß ihrer Foderungen.) nndan mmn 656. Sind die mit Arreſt belegten oder der Verſteigerung eingekommenen Gelder zur Befriedigung der Glaͤubiger nicht hinreichend; ſo haben der, wider welchen die Hůlfe vollſtreckt iſt, und bl Gläubiger ſich in Mo⸗ 2 nin r nats⸗ ¹) Pelayort hat in ſeinem Formulaire das ganze Verfahren in den Artikeln: Pistribution und Bordereau ſehr genau und anſchaulich dargeſte Von der Diſtributionrunter die Glaͤubiger c. 201 natsfriſt uͤber die Diſtribution nach Verhaͤltniß der Fo⸗ derungen zu vereinigen.(Art. 749.(¹) 657. Kommt dieſe Vereinigung unter dem Schuld⸗ ner und den Glaäubigern in der beſagken Friſt nicht zu Stande: ſo iſt der Beamte, der die Verſteigerung vollzo⸗ gen hat, ſchuldig, in den nachſten acht Tagen und unter Vorbehalt aller Einſpruͤche die Kaufſumme niederzulegen, wobey er jedoch ſeine Gebuͤhren und Auslagen nach der Taxe, welche der Richter auf die Urſchrift des Original⸗ protocolls zu ſetzen hat, in Abzug bringt; in den Ausfer⸗ tigungen des Protocolls wird dieſe Taxe gleichfalls er⸗ waͤhnt.(²) 658. Auf der Gerichtsſchreiberey iſt uͤber die Diſtri⸗ butionen eine eigne Liſte(registre des contrihutions) zu halten. In dieſer ernennt der Praſident anf Anſu⸗ chen desſenigen, der den Arreſt ausgebracht hat, oder, in deſſen Ermangelung, auf Anſuchen des erſten Intereſſenten, der darauf antraͤgt, ein Mitglied des Gerichts zum Com⸗ miſſar; das Anſuchen geſchieht durch eine bloße No⸗ te, welche in die Liſte eingetragen wird.(Art. 750. 751) 659. Noch Abläuf der im 656. und 657. Artikel be⸗ ſtimmten Friſten werden, vermoͤge eines vom Gerichts⸗ commiſſar erlaſſenen Befehls, die Glaͤubiger aufgefodert, die Beweisdocumente zu produciren; und der mit Be⸗ ſchlag Velegte, von den producirten Urkunden Einſicht zu nehmen, und erfoderlichen Falls ſeine Einwendungen da⸗ gegen vorzubringen.(Art. 752. 7530 () S. über dieſen Gegenſtand Pufour, Traité de la Proc. civ. T. II. p. a29. 232. Unten im XIV. Litel: von der Ord⸗ nung der Gläubiger iſt vieles wiederholt, was im nachſie⸗ henden Titel geſagt iſt. (e) Ordonn. v. 1667. Zit. XXXIII. Art. 21. Civilgerichtsordnung- 25 z02 M Theil. W Buche R. Kiteln 660. In Monatsfriſt nach erfolgter Auffoderung ſind die Glaͤubiger, welche entweder beym Arreſtausbringer, oder bey demjenigen Benmten, dev die Verſteigerung be⸗ ſorgtn hat; cʒahlungseinſpruch gthan haben bey Strafe duciren und dem Gerichtscommiſſar, nebſt einem Satze, einzureichen, welcher das Anſuchen um Loration und die Veſtellung eines Sachwnlters wüthaͤlt.(Art. 754.) 661. Derſebbe Satz auhßnidus Geſuch um Veruͤck⸗ ſichtigunh des Vorzugsrechtsenthalten) doch kann ein Vermiether die mit Arreſt brlegte Parthey und den aͤlteſten Sachwalter zur ſiunmariſchen Verhandlung(Art: 806. f.) vor den Commiſſar auffodern, damit vorlaͤuſig cuͤber ſein ihm wegen nuͤckſtaͤndigen Miechzinſes zuſtaͤndiges Vor⸗ zugsrecht erkant mdeunz choc c atſimmoncht o66anieh Prpceßkoſten wetden vor jeder andern Fo⸗ derung in Abzug gebracht, mit Ausnahlne des dem Vet⸗ miether fůr ůͤckſtaͤndigen Rhiins An⸗ ſpruchs.(¹)(¹) CIdv r zo) annatsz. Rach Wibuuf vir diiniien Ftiſt, ſa, wenn iGlůublzer htb Beisitkündincrobürirt hübkih noch frůher fettigt bet Commiſſt, Nals Förtſehting ſeines Prototols In Gemäßheit der beygebrachtt Beibtisurkun⸗ en den Diſtributionsbeſcheis. Jeder Glaͤlbiger, der die Sächt betreibt/ fünbigi wütch⸗ päneſ Saß ſaes Sach⸗ walters den Glaͤubigern, welche ihre Beweiſe behgebtacht haben ſoisöhly als dem mit Arteſt Bilihten, den Schluß des Pibtoells ui und fodert ſie aüf, vavon Einſicht zu nehmen, und binnen bierzehi Tagen ihie Einreben vh zů eſe zu geben⸗ Qu— 730 0 in 65 enet wlrut Sghchbſe dön Koſihn hn wüd dadurch der 2101 Artikel des Nap. Civilgeſehb. erläutert, der über dieſen Umnſtand ſchweigt; aber auch dem MWiethsinſe das Wottecht) das er vorket ſchon genoß, nicht zieht 36 Von der Diſtribution untet die Gläubiger ꝛe. 203 664z. Wenn die Glaͤubiger und dér mit Arreſt Be⸗ legte die ihnen verſtattete Einſicht des Protocolls beym Gerichtscommiſſur, in der beſagten Friſt, zu nehmen un⸗ tirlaſſens ſo ſind ſie; Qohneanderweite Auffodernig und ohne weitern Beſcheid,(vom Verfahren) praͤtludirt; es wird kein Verfahren geſtattet,—— wenn Strei⸗ tigkeiten eintreten.(Art. 756.) 665. Iſt unter den Partheyen kein Seult ſo ſchließt der Gtrichts commiſſar ſtin Protooöll, wveſolvirt die Ver⸗ theilung dir Geldenjnnd befiehlt daß der Gerichtsſchrei⸗ ber den Glaͤubigern; ggen ridliche Beſtaͤrkung der Aecht⸗ heit ihrer— Nw0——— tan⸗ imoc no 6660 Cihrben ameengien n der Gerichtscommiſſar die Sache zumWerhonwelches von dein erſten anſuchenden Intervſſunten daßchi dnen bloßen Satz, den ein Sachwälter dem anbern zuftrtigen laͤßt, und ohne weitere Proteßfotm ino! e wird.(S. Art. 405. 758. 761.)(*) Coch n667. Nußerndem Gläubiger welchtsoden. Cᷣnand genogit hat⸗ dennigtnenwider welchen qr gemacht wor⸗ den iſt, dem mit Aureſt Belegten und dem älteſten Sach⸗ walter der Opponenten, wird niemand zum PVerfahren ge⸗ laſſen; derienige, der die PVerſteigerung ausgebracht hatt kann in dieſer Eigenſchaft nicht zugezogen werden. (Art⸗ 560.) di n nbl nd S 668. Der Beſcheid wird aufneinen vom Suichtscm⸗ miſſar erſtatteten Vortrag ertheilt, nachdem die oͤffentliche Behoͤrde mit ihrem Antrage gehoͤrt iſt.(Art. 762.) 669. Die Appellation wider dieſes Urthel muß binnen zehn Tagen, nach der an den Sachwalter erfolgten Zu⸗ fertigung eingewandt werden. Die Appellationsſchrift wird () Das Verfahren über die Diſtribution und. die Eiureichung der Gründe, wodurch die Locgtion angefochten wird, erfotgt im öffent⸗ lichen Verhor. 204 LTh. VB. Rl. Tit. Von der Diſtribution ꝛc. in die Wohnung des Sachwalters inſinuirt; ſie muß zu⸗ gleich eine Vorladung, nebſt der Anzeige der Beſchwerden, enthalten; es wird daruber, wie in ſummariſchen Rechts⸗ — erkannt. Zum Appellationsverfahren darf, außer den im otn Artikel erwaͤhnten Partheyen, niemand— werden. Wrt. 5630)„ nbm ic 6po. Nach Ablauf der appentionsfriſ und im Fall appellirt iſt, nach erfolgter Juftrtigunh des Appellations⸗ urthels in die Wohnnng des Sachwalters, ſchließt der Gerichtscommiſſar, mach der im 669.—— Vorſchrift, ſein Pybtocoll.(Ark. 767.) 6y1. Acht Tage nach dem Schluſſe net prorocone liefert der Gerichtsſchreiberden Gläubigern, wenn ſie die Aechtheit ihrer Foderungen vor ihm—— — rl) bipmdnu 6ya. Bie zut Wiſtribution hebruchun Summen tra⸗ wnpbuſe kein Stteit entſteht, von dem Tage an keine Zinſen, da das Prokocbll ubrr die Venchellung geſchloſſen iſtʒ windnßeohingehon beſtritten, vondem Tage der Zu⸗ fertigung des uetheis an)welches den Streit entſcheider, und wenn auch dawider appellirt wird, vierzehn Tage nach erfolgter⸗ Sufertiguns des Apillatibnsyeiichtsurthes. (At. pnl) mnaEudblnnnſt ens gileuta du“ ien ſeh den Gtäubigkrn ey prennnneipnicetemn binnen acht . Tagen ber reibe geichenun uf dieſe ihr nn h i ahr A, n 3 an der RM nicht mehr n mnf0 Um mWt 17 41i.. 1 Th. V. B. XII. Tit. Von der Beſchlagnehmung c. 205 Zwoͤlfter Titel. Von der Beſchlagnehmung unbeweglicher Guͤter.*) 673. Ehe auf ein unbewegliches Gut Beſchlag ge⸗ legt wird, muß ein Zahlungsgebot an den Schuldner er⸗ laſſen werden, welches demſelben in Perſon oder in ſeine Wohnung zugefertigt wirdzé dieſem Zahlungsgebote wird eine vollſtaͤndige Abſchrift uder Schuldvenſchreibung vor⸗ ausgeſchickt,„kraft deren sder Beſchlag angelegt wird. Wohnt der Glaͤubiger nicht andem Orteowo das Ge⸗ richt, welches uͤber die Beſchlagnehmung erkennen ſoll, ſeinen Sitz hat: ſo nhß das Zahlungsgebot zugleich die Wahl ſeines Wohnſitzes anqdieſem Ortehenthalten. Auch muß darin grfagt ſeynasdaſp,uwent keine Zahlung erfolge, die unbeweglichen Guͤtendes Schuldhrrs mit Be⸗ ſchlag belegt und verſteigent werden Jollen. Der Gerichts⸗ bote hat dabey keine Zeugenſzuzuzieben; erUaͤßt noch an demſelben Tage das Opiginal vom Maixe des Orts, wo der Schuldner wohnt⸗ oden won deſſennAdjunct viſiren; und laͤßt bey demjenigen, der das Viſa giebt ine zweyte Abſchrift zuruͤck. LAt. 361. Art. 170(1) nm 674. Der Beſchlag auf unbewegliche Guͤter kann nicht eher erfolgen, als dreyßig Tage nach dem Zah⸗ lungsgebote. Laͤßt der Glänbiger mehr, als drey Monate zwiſchen dem Zahlungsgebote undder Beſchlagnehmung verſtreichen, ſo iſt er ſchüldig, ſettirts in der obbeſtimmten Form nnd mit Verſtattung derſelben Friſt zu wiedetholen.(²) 676. Das Protocoll uͤber den angelegten Beſchlag mud, außer den Formalitaͤten, die es mit allen Amtswegen abgefaß⸗ (i) S. über die Saisie immobiliere Dufour, Traité de 1a Procẽd. civ. T. II. p 238— 262. (2) Geſeß vom 11. Brumaire des 7. Jahres Art. 1. *) Die Darſtellung des ganzen dabey zu beobachtenden Verfah⸗ reus findet man ſehr vollſtändig und klar beym Delaporte im Formulaire unter: Saisie immobilidre ou réelle. E. N 3 305 1. Lhen v Bich Rn. Zitel. ten urkunden des Gerſchtsboten gemein hat enthalten bie An⸗ zeige bes Urthels oder der vie Hülfsbollſtreckung mit ſich brin⸗ genden Verſchteibungß die Anßeigeh daß der Gerichtesöbteſich auf das lin Vſchlag genommine Gut in Perſon begeben habe; die Beſchreibung der mit Beſchlag belegten Gegen⸗ ſtäͤnde nach ihrer aͤußern Beſchaffenheit; und wenn von einem Hauſe die Rede iſt, überdieß noch die Anzeige des Bezirks, der Genſeinde und ter Straße, worin das Haus ſehtſp wieo der anlitgenden uud anſtoßenden Grund⸗ ſtücke; ſind es Landgůter Eeine Anzeige der Gebaͤude wenn deren vorhanden ſind, wit Natur und wenigſtens den ungefaͤhren Flaͤcheninhalt jedes Grundſtuͤckes, wenig⸗ ſtens zwey der anliegenden oder Laͤnſtoßenden Grundſtuͤcke, den Namt des Pnchtbts voder Halbpachters) wrun einer auf dem Gure· iſt ʒden Bezieb und bie Gemeinde, worin eß diegt“ WVou mwelchen Gattung aber auch immer das Gtundſtuͤck ſeho muß doch das Prbtocoll überdem, we⸗ gen ſedes der im Beſchlag genommenen Stücke, einen Auszug aus der Grundſteuermatrikel, die Anzeige des Ge⸗ tiches/ beynwelchen die Verſteigotung erfolgen ſoll, und bir Brſibllun vinsnSachwulters enthalten/ dbeh awtlchri auch Jußleich der Wohuſitz rechtlich nipso iue)“ für ge⸗ waͤhlt gilt.(Aet. 7 17 Art 6730 Tapbrdnung von 18o8. Att.)2) t m6na idndni mdt d 6 676. Beſtehtbdas in Beſchläg genommene Gut in einem Hauſe, ſo iſt dem Actuat des Feiebensrichters unb anhhnp pphſch ni noc bied d 3 ettilt4t. 5c bit ee uu bim Sdict eee vom Jahre 1636. enthalten. Nur die im Artikel verordnete Ein n tückung des Urthels wind des wle Hülfsvolſeckung mit ſich brin⸗ genden Verſchreibung, und die Anordnung, daß ſich der Huiſſies in Perſon auf das im Beſchlag zu nehmonde Grudſik begeben und davon im MotocoinErwfihnung gethan werden, wüſſe, iſt nornfu Leprigens waren die miſten in vbſiehendem Artiksl erfoder⸗ ten Foruartäten orher ſchon im Gerichtsbrauche. S. Ferrière Iutrod. à 1a prätiue untel Saisle réelle und die Collectiou ds jurisprudenos umter oben bieſein Ditel. Man vergleiche hierbey den Vortrag des Herrn Béal im Exposé des motits ad h. 1. Von der Beſchlagnehmung z. 207 dem Maire der Gemeinde, wo ſolches liegt, oder deſſen Adjunct, noch ehe die Eintragung erfolgt! eine vollſtän⸗ dige Abſchrift des uͤber die Anlegung des Beſchlags auf⸗ genommenen Protocols zu ůͤbergeben z ſind hingegen Land⸗ guͤter in Beſchlag genommen worden, ſorwird eine der⸗ gleichen Abſchrift den erwaͤhnten Beamten des Ortes ein⸗ gehaͤndigt; wo die etwa dazu gehoͤrigen Gebaͤnde gelegen ſindʒ oder dafern auf dem Gutenkeine Gebäude ſind, den erwaͤhkten Beamſen dienigen Ortes/wo der Pheil der Guͤter liegtaderynache der Grundſteuermatrikeb die meiſten Eintuͤnfte trägt. DereMaire oder deſſen Adjunct und der Gerichtsſchreiber wiſiren das Briginal, des Protocolls, in welchem erwähnt wird daß eine Abſchviſt davon beh ihnen zuruͤckgelaſſen worden ſey. Mrt⸗mn7d l0 o677 Die Beſchlagnehmung reines ſiegenden Gutes wird im Hypothekenamte, unter welchem die Guͤter gele⸗ gen ſind, ſo weit ſich die in Boſchlag genommenen Ge⸗ genſtaͤnde indeſſen Bezirk befinden in ein hiezu Sm Buch eingetragen.(Art 6sm Artſch)(50 buo nuzent ann 678) Kann dex Hypothelenbewahrer Mngnbehmmn Beſchlag micht in dem Augenblicke, dasihm das Protocoll vorgezeigt wird, eintragen; ſo bemerkt er auf dem ihm zuruͤckzulaſſenden Driginal, Stunde, Tag Monat und Jahr, da es ihm eingehaͤndigt worden iſt.(Werden ihm mehrere zugleichouͤbergebrn ſo wird— zuerſt eingereichte Protocollheingetragen(pn mc hich Junc mons 679. Iſt bereits vorher ſchon n Beſchlag angelegt, ſo bemerkt der Hypothekenbewahrer ſeine Weiherung(den zweyten einzutragen) durch eine genii auf den zweyten Protocoll; dabey bemerkt er das⸗ Datum (r) Im Geſetz vom 11 Vrumaire des 7. Jahtes h. War von der zuwückzulaſſenden Abſchrifr wichts emthitten. r c3) ebeidaf. Art. 6. Doch in da nicht der ri ſondern der bloßen Inſeription(Vormeikung) gedacht. (3) Man vergleiche— die— ng cwis ſeßb. Art, aac0. 8 * dos frͤher angelegten Beſchlags, die Ramem den Wohn⸗ ortunnd dast Gewerbe deſſen⸗ der ihn ongelgt hat, und deſſenan dem xangelegt iſtzladis ꝛihlu geſchehene Anzeige des Gerichts, benn welchumtdent Beſchlaggrſucht worden iſtzden Ramen des Sachwalters des Arreſtausbrin⸗ gers und das Datum dergeſcheheurn Eintragung. Art. 719. 680 Mobrtdieß wirdoder angrlzste Beſchlag auf der Gerichtsſchreiberen udes Getiphes nowondie Verſteigerung geſchehen ſoll, eingetragengunduwarbinmen vierzchn Ta⸗ gen, von dem Tage an zu rechnewwoneb auf dem Hypo⸗ thekenamte eingetragen worden iſ Dieſe Friſt wird auf jede drey Myriameter, welche dernOath dwo die Guͤter gelegen nſindunddos Grichtzvon xinandertehtfernt ſind, um Einen Taslvnlangentl(Autol)7c) um snc oem o n b unſt die Beſchlagurfunde Kaufh die iim 677und 680. Artikel beſtimmte Art eingetragen wordena ſo muß ſie binnen wierzehn Cagen dem wite Arraſtn Beiegten be⸗ tannt gemgcht werden DitſenFriß nimmt mitidem Wage dernletzten Einragng cihreno Anſangnund nelipird auf⸗ jede diey · Myniamttets mwnich derMohnbytadrsomit Ar⸗ reſt Belegten von demoOrte« wo die Güttelegen ſind⸗ entfernt liegt, Ein Tagehinzusrechatte Die Beſchtagsur⸗ tunde muß das Datums den erſten Wkanntmachung ent⸗ halten. Das Originals der gedachten Pefnantmachung muß binnen vier und zwahzig SAhndkn vondem Maire des· Orts; mp der mit; Arrſt Wleste wohnhnft iſß viſirt, und binnen acht Tagen, wozu noch auf jede drey My⸗ ) Iſ der Beſchlag auf zwey verſchledens Gtündſtückeh gerichtet, ſo muß er die zwepte wie die eyſte Saisie„oder iß. pie erſte Saißie nicht auf atle 2 e thtet“ o er die letztere eintragen, ſo weit ſie den Theil der Güter betrifft, der in under erſien, nicht mit begrifien war, weil das Grundſück mehr werth iſt, als die erſe Foderung beträgt. Der Vorzug⸗ den der erhält, der bey der Eintragung in die Hypothekenbücher dem an⸗ dern zuvorkommt, iſt ein Lohn der vorzüg ichen Aufmerkſamkeir (vitilanihus enim iura sunt scripta)- 4u „ Von der Beſchlagnehmung kK. 209 riameter der Entfernung ein Dag zu rechnen iſt, auf dem Hypothekenamte, in deſſen Bezirke die Guͤter gelegen ſind, eingetragen werden⸗ Dieß wird bey der Stelle, wo der Beſchlag eingettagen iſt/ am Rande bemerkt.(Art. 71700)“ 682. Der Grevichts ſchreiber iſt ſchuldig, binnen drey Tagen von der im 68. Artikel erwahnten Einregiſtrirung an, in eine dazu beſtimmte, im Audienzzimmer befindliche Liſte einen Eptratt einzutragen, welcher enthalten muß: 1) das Datum der————— der erfolgten Eintegiſtrirung derſelben; 2) Namen, Gewerbe und Aufenthalt des arteſtaus- bringers und des mit Beſchlag Belegten, ſo wie des Sachwalters des letztern;. 3) die Namen des Bezirks ver Gemeinde und der Gaſſe, wo das mit Beſchlag bolegte Haus lagt; nn P eine kuͤrzliche Anzeige der Lanöguͤter; und zwar wenn ſie in verſchiedenen Gemeinben liegem, von jedem einzelnen in einem beſondern Artitel; wobey jedesmal die Gemeinde und der Bezirk anzumerken ſind. In jedem dieſer einzelnen Artikel ſind blos die Beſchaffenheit und der Bettag der Gegenſtaͤnde, ſo wie die Namen ber Pach“ ter oder Halbpachter, wenn deren dabey in Frage kom⸗ men, anzugeben. Werden jedoch die in einer und der⸗ ſelben Gemeinde liegenden Guͤter von verſchiedenen Per⸗ ſonen bewirthſchaftet: ſo werden die Angaben ſo viele Artitel eingetheilt, als Wirthe ſind; 5) die Anzeige des Tages der erſten vnn⸗ chung; 6) die Namen der Maires und der xestien der Frie⸗ densrichter, denen Abſchriften von der Beſchlagnehmungs⸗ urfunde uͤbergeben worden ſind.(Art. 717.)(*) (1) Hieſe Formalitäten vertreten die Stelle des ehemaligen Ausrufs (crises) und der ehemals üblichen Anſchläge et affiches S. oben Art. 643. Anm.) Civilgerichtsordnung. 27 2 1. Phei. VBuch Ke Pitsl. 693. Wer in vorſtehendem Artikel beſchriebene Er⸗ tract muß auf Anſuchen des Arreſtansbringers in eine der Zeitunsen eingtruͤckt werden, welche andem Orte hidüskvinnten) wo das Gericht cbey dem num Be⸗ ſchlagnohmung angeſucht! worden iſtn ſeinen Sitsz hat⸗ Konnt an dieſein Orte keine Zeitung heraus, ſo muß die Einruͤckung in eine ver Zeitungen geſchehen, die im De⸗ partement herausfommenq wenn nchmlich letzteres der Fall iſt. Daß dieſe Einruͤckung erfolgt ſey, wird durch das Blatt belegt, in welchem der rwähnte Eytract ſicht, dund welchis mit ber obn Maivebeglaubig⸗ ten Unterſchrift es⸗ Druckers bezeichnet ſeyn muß⸗ QArt. 7 nchndo 36 lntipi0 S d 68z. Auf Gleſche Netiſtnein Eptrnet, wie er im vor⸗ ſtehenben Artel boſchriebrſt, in Gonuints Patint⸗ nnüſchtarin 36 ncol n n nn 1) an die Thuͤr des Hauſes; wo* mit Aureſt Selgewbethennen pplqh ni st oni 925 a) an dus huupithor ber in Schinghnnne⸗ he npce hibie un ng)annvem ahmiptplatztdes Ortes⸗ woſbrt mit Be⸗ ſchlaß Viego wohnhaftiſt desOrtes, wo dir Guͤter gelegen ſind“ und des Ortes, wo das Gericht/ welches die Beſchlaͤgnehwung verfuͤgt/ ſeinenSitz hat; un Ni hun 4) am Hauptmarki ber beſaßzten Gemeinden, und wenn es daſelbſt keinen giebt, an den zunaͤchſt gelegenen Maͤrkten; 5 an der Shin ſe Aublenz nmers des Fritdens⸗ richters des Heis, w d Bebände liegen. Iſt aber die Rede nicht von Gebaͤuden, an der Thuͤr des Andienzzim⸗ ers drsjenigen Friedensgerichts, unter welchem der groͤßte Theit ber in Beſchlag hehon mentn Sütet liehfs n 6) an den aͤußern Thoren des⸗ Gerichts, wo der mit Veſchlaß Blote ſeine Wohnung hat, des Guichts„in Vou der Beſchlagnehmung M. 211 deſſin Bezirk die Güter liegen, und des Gerichts, wo die Verſteigerung erfolgt.(Art. yw.)nhn nn nn n e63. Der enfolgte Anſchlas der Palente wird durch einen vom Gerichtsdienet nusgeſwlten Schrin bewährte welchem ein Exemplar des Patents beygefͤgt iſt. In dieſem Scheine bezeugt der Gerichtsbote, daß der Anſchlag an den durch das Geſetz beſtimmten Orten wirklich er⸗ folgt ſcy, ohne jebach dieſe Oyten einzeln zu benennen⸗ 686. Die Driginalcontapte der Patente und das Protocoll uͤber den erfolgten Anſchlag derſelben eſind unter keinerley Vorwuude ſolenn zu nlhndiren.()mn 687. Das Original des gedachten Protacolls wird vom Maire einer ſjeden Genipindaß in weſcher die Pa⸗ tentedcngeſchlagen waven„Jwiſint⸗nundaes Wird dem anit Arreſt Belegten, nebſt einer Abſchrift des Patents uge⸗ 688. Sind die in Beſchlag genommenen Grundſtuͤcke micht vermiethet Pber verpachtet/ſobleibt der mit Arreſt Belegte als gerichtlich beſtellter Sequeſter, bis azurey⸗ folgtem Vrtſteigerungniln Beſitztwlausgenommn⸗ wenn auf anſuchrn einrs dber mehreret Glänbigeram Richter ein Underes anbefohlen wirde Doch böunen die Glaͤubigyr auch die auf dem Halme ſiehenden Früchte ganz oder zum Theil hauen und verßeigern daſſen(fhc m bg bbn i n m eſet oow e Sungf dahe ee ie n 0) Dadurch ſoll der Sporelſucht, eg8ne werpeg, durch welche Vetvieiftiiguns„ Fiennrn Abwiſten 144& i Viſa bewitkt den Beweis; daß per Huiſſier wirkiich an rt und Stelte geweſen il. Der Nang⸗ deſſelben würde die eie teteit dee LP ſ0 190 6 (3) Geſeß bom 11. Brümaire des Jahrts Vir. AMt. 8. Dle Aus⸗ ahme, wenn die Güter vermiethet oder perpöchtet ſund iſthnen⸗ 3 212 1. Theil. V Buchs Rl. Titel. 68 Rutzhnden, welche nach! der dem mit Arreſt Belegten gemachten Ankuͤndigung verfallen ſind, werden den unbewrlichen Gůtern gleicht geachtet) und nebſt dem nauden Inmmbbilien gelößten Gelde⸗hnder Drdnung nder Hypothelen unter die Glaubiger wertheilt. Att 69r.) 3 u 690 Der mit Aereſt Vdegte danfbtein nHolz füllen, noch ſonſt etwas thun, wodurch das Grunbſtuͤck wer⸗ ſchlechtent würde; undzwan bey Sthafe des Schadener⸗ tzeslnzuwelchemderidurch Geföngnißzwung angehalten werdenkanuzd janes tanmn ſobchenfalls, c machdem es die Wichtigkeit der Umſtaͤnde mit ſich bringt, wider ihn ſogar nach den peinlichen Geſetzen verfahren werden.(1h o6r.Sind die Gwundſiuͤcke verpachtet, doch ohne daß der Pachtbriefrim gewiſſas Dntum hat aus welchen ſich ergaͤbe, daß er aͤlter ſey„ hals das Fahilnngsgebotn ſo nann eim Jolcher Pethtfuͤt nichtig eribätt weyden, ſo weit der Glaͤuhiger nn bananlcher tit Mebereignung wt hat daranf autrage. si ni„6r mp m onnpntt der Pachtbrief rin igewiſſts Datum⸗ u aſieht dennGlüubigemn frey, nuf den Mitthzins uder die Pacht⸗ agelder Boſchlag Pden Mrrrſiulegennzu⸗daſſen und in die⸗ ſem Fulle wiydnes in Anſehung des Miethzinſes oder der Pachtgelders welche ſeit der dem mit Aruiſt Betegten ge⸗ achten Ankuͤndigung verfallen ſindeeben ſo gehalten wie 1 in Anſehung der im 689. Art. erwaͤhnten Nutzungen602) 0Den wite ArrsſtBelegteodarf von dem Tage an da ibm den Bſchlag angekuͤndigt wordentiſt bey Strafe der Nichtigkeit, die Immobilien nicht veräuſ⸗ ſern. Dieſe Whh Fe— Sistt inieis ꝛim dols aln polth⸗ (1) Geſetz vom 11. Sembe des gaheeß VII. at. 8. Der letzte Satz des Artikels iſtmeu vundnenab 6a Pnmier, Fraitétdn la PrgrEd. Ciw 1V u. 6. sect. V. Art, V.§. 1. 1n6 3. ſ(3) Geſep v. x1. Brumnaire des Vr. ahte Art. 8 53* enn. Von der Beſchlagnehmung c. 213 693. Doch ſoll eine ſolche Veraͤußerung uun Wirk⸗ ſamkeit ſeyn, wenn der Erwerber vor dem oͤffentlichen Zuſchlag eine Summel niebetlegt/ tie zur Beznhlung der eingetragenen Foderungen an Capital Ginſon und Koſten hinreicht; und wenn ar zugleich den Gläubigern, deren Foderungen eingezeichnet den Wß—— tigen laͤßt., Sind die auf plche art Gelder 3 worden ſo ſteht der Warlriher mit der ihn deshalb zuſte⸗ henden Hypothik Miemande much/ als den Glaͤubigern, deren Fodetungen zur die der Veraͤußerung— ein⸗ gezeichnet waren(Mo c inic 69 ½ Iſt die iderohüng nicht vor dem ſchlage erfolgt! ſo wayfomit ltzterem unter keinem Volwande weitet angeſtanben wordehl()“) b d 0e 695. Ein Exemplar des gobrukkuih, vin bgh. Aeritel vorgeſchriebenen Patents muß den Glůͤihigeen⸗ diren Fo⸗ derungen vorgemerkt ſind, in die behoihver Vormerkuüg gewaͤhlten Wohnorte inſinuirt werben Di Zufertigung erfalgt wenigſtens hcht Tugt vor der erſten Bofuünkmh⸗ chung der Verſteigevung; zu' welcher Friſp düf jedoobrey Myriamttet, welcht dis Gemeindt, woörin ſich dus Hypd⸗ thekenamt befindet nwon der? in wolchet die Verſteige⸗ rung erfolgt; entfernt iſt Ein Tag—— wird.. (Art 7 u65) dbn o9d i 696. Die imvorherheidenl Artikel“&nghriebene gufevligung wird aufi dem pochetenumtendn wben ber Stelle, wo der angelegte Beſchlag ungemerkt iſt, zur Seite eingetragen; vom Tage dieſer⸗ Eintragung an kann der Beſchlag nur bloß mit der (4) Dieſe ii neu„ (2) Hler iſt indeß nicht zu vergeſſen, was⸗ 8 r Civil⸗ geſetzb. verordnet iſt. 43) Geſeß v. 14. Brumaite des VII. Jahres Art⸗„6 oder kraft eints wider ſie ergangenen urthels Noſcht werden.(Art. 717.) G CNRanb)nun n 69y Weuigſteis virſehn Lügt bbt deth erſtn Be⸗ nncegt hat heſtilgeß t uf die Verſteigerung antraͤgt; den Aufſatz⸗ in welchein die Kufsbebingungen angegeben ſind*), bey der Gerichtsſchreiberey einzureichen. In dieſem muͤſſen euthalten ſeyn: 1) die Anzeige der Verſchreibung/ kruft deten ber Beſchlag angelgt wor⸗ den iſt, des Zuhlungsglböts ntes Boſchlagnkhitungs⸗ rotvidlis und der übrizen ihhit Lingereichten Schrif⸗ ten und geſprochenen urthet; 2) das Vetzeichniß der mit Beſchlag belegten Gehenſtände, ſo'wie es zu Pro⸗ tocollgenomnen worden iſt; ½5 die Kufsbedingun⸗ gen;)das Gebohſ ds wit Aliſuchende getha hac⸗ — y1 en—— nn 69 ſ vitn. ſ vh Wiichlben ie Sache ub ſö k. Pein 36 Piit ſt füret de thn e 5 50 in ſch 26, 6 e mpudo nol g 0190896 20n a FeneSybote pid zus⸗Vhrringen ne S und dfy wrfhlste Zuſchlag ſ5 S Hifte⸗ſwe ſchs dis⸗ Kahfähspinguugen Wibi ie angmit⸗ MArtr 7/7 dn en Der Aufſatz uͤbevndie Kaufsbedingungen nih zum erſten Male wenigſtens einen Monatu machdem das Prptycoſl uͤber pieneyfolgten Anſchläge dem mit· Beſchiag belegten Theile ge macht.(Art Fo3. 7120) Cinn net aten n n Die zwiſchen iligebuchtet Naſiſicton und dem erſten oͤffentlichen Ausrufe zu— Friſt darf S Geſes v. rr. Art. 5 tebter 5. ℳ. 5 3 Du iß ſi riue vi i6 g ₰ i * S— im a— e 7. 160 Von der Beſchlagnehmung c 1 A5 nicht weniger, als einen Monat, und nicht mehr, als— — betragen.(Art. 717.)(*)(1X imn N 03. Die Raufsepinguggen můſſen vnvierehn vitzehn Cagen, und wenigſiens dreymaln xht der vorlaͤu⸗ ſige Zuſchlag geſchieht, in ᷣichtt Iapi werden.(Art. 715) 7)„ 703. Wenigſtens— n vor n Zuſchlage. zu welchen aber gufjede dren Mpriameter der Entfeynung des Hriesnwo der großte Sheilndernin Beſchlag genom⸗ menen Guter gelßgen jſhhon dem⸗ Ortes wo das Gericht ſeinen Sit hatr noch Ein Tag zu rechnen iſt⸗ muß, nach Waaßgqbe deß 683 Artielsreine noghwalige Mnkündiaung in eine Zeituug eingerückt werdenz oauchn ſind an den im a titel bemttfn Orten is daßlbſ erwoͤhnten Pa⸗ tente anzuſchlagen; welche aber noch uͤberdieß das rſte Gebot und die Anzeige, des Fg9es ſ üſſen, an welchem der ſngige zuſag erfo 30nſ 6 Dieſer Zufatz wird bloß hinzugeſchrieben; haͤtt. ugn zi deshalb das Patent neu abdrucken in ſepe paſſiren 0 bie Köſtet vüfct üüiht it 3te witt anz. liſten brzcht Lugei ndh viſgi3üſcht witd Line Nchihe Atänd u i vie 3 iangen ein⸗ gerüͤckt, und es werden, in Ler vöbſtiſtſteh Foti, noch⸗ mals Purente angbſchlägen) in welchei aber banm zügleich des vorlaͤufigen uſchlags der Sunme, wofür er geſche⸗ hen iſt und brsTnges gebacht ehn müß/ der jum leß⸗ ten und unbedingten Zuſchrage angeſttzt iſt.(ntt*5 (¹) Die hier geſetzte Friſt iſt dngot hid die imm Seſig d. 11. Bill⸗ maire Art. 7⸗ angeordnete von zwey Sendit doch kürzer, als die vor Alters herkommliche⸗ (2) Dieſe Verordnling iſ néu⸗ S. dei Bapport des Herrn 67. nier zu dieſer Stelle. (8) Gteichfaus neu, tnſ(r *) Quinzaine à quinzaine. Die iſt das, was wir vierzehn Tage nennen. Iſt die erſte Publitakion z. B. den Dienſtag der erſten Woche des Monats geſchehen, ſo erfolgt die zweyte den Dienſtag der dritten Woche u. ſ. w. E. k. 216 1. Lhrilw Bucht Xn. Zitel. 765. Diß die Eſurückung der zwehten und dritten Anfuͤndigung in die Zeitungen, und daß der zweyte und britte Aaſchlag ver Putenke erfolgr ſoh, wird auf eben die Att, wir beym erſten Mule, beurkundet.(Art. 717) Zu dem ezten in inebligten Zuſchlage wird an dem bey der einſtweiligen guſchlagung, angeſetzten Tage geſchritten; zwiſchen beyden muß eine Friſt von wenigſtens ſechs Wothen verſtattet werden. Wr 707. Die Gebote geſchehen durch Anwalbe im öffent⸗ lichen Verhör. Gleich mit deim Anfatige der Verſteigerung werden nach und nach Wachslichter angezündet, welche ſo eingerichtet ſehn wüſſen, daß ſedes vſh eine Mi⸗ nute brenner(Akt„ryl) S Romn Der Bietende iſt von aller verbnvlite freh, ſo⸗ bald er uͤberboten ſlbl wein dieſes hte Gbet fuͤr ungůltig erkiunt wurden ſollte)* os. Ehe bie breh Lichter, die man eins dem andern angezündet hat, verloſcht ſind, tann vir Ziſchla⸗ Sungr Mlgin 3—— on ic bi ieoe jiis Be zi er 3 6 5 eee erſt dann erfolgih,— vigter Verl icne der diey Lichter kein iles 3. geſchehen iſt. Wenn, während Eines von etß en Botern brennt, fortgeboten wird: z 3 zibeſe lagen Jweh ſ n zo Biu te 6½ w twen, M s 8 e ſ at ecen nach tehr Etiete Helstihs M. 8. Sepl. 15½1. tonn⸗ ten die Gebote nur durch Specialbevohmächtigte geſchehen, Noch dem Geſetze vom 11. Brumaire des VM. Jahres Art. 19. war jedem Bürger erlaubt, ſelbſt zu bieten. Das ältere Geſetz wird hier wieder hergeſtellt.— Im neuefn Geſetze waf 3 it, während welcher die Vachölichter brennen ſollten, auf füln inuten feſtge⸗ t. Auch dieſe hat man verkürzt⸗ Pothier im Traite de 1a Proced. civile P. IV. ch. 1 Sect⸗ s. Art. 9. H⸗ 6. nahm an, man ſey an ſein Gebot gebunden, wenn man von einer Perſon überboten ſey, die nicht contrahiren könne, weil letzteres für gar kein Gebot getten könne. Allein, man hat hier alle Ungewiß⸗ aufheben wollen und dieſe Ausnahme nicht zugelaſſen. Von der Beſchlagnehmung zc. 217 werden, bis die beyden uͤbrigen Lichter, ohne daß, waͤhrend ſie brannten, ein hoͤheres Gebot erfolgte, verloͤſcht ſind⸗(¹) 709. Der Sachwalter, der das letzte Gebot gethan hat, muß binnen drey Tagen nach erfolgtem Zuſchlage den eigentlichen Erſteher angeben, und entweder deſſen Genehmigung beybringen, oder ſeine Vollmacht einreichen, welche der urſchrift ſeiner Erklaͤrung beygeheftet wird. Thut er dieſes nicht, ſo wird er ſelbſt als e fuͤr eigne Rechnung betrachtet.(0e 710, Binnen acht Tagen nach erfolgtem uſchlnge kann noch ein Jeder entweder ſelbſt oder durch einen Special⸗ bevollmaͤchtigten bey der Gerichtsſchreiberey ein Ueber⸗ gebot thun; nur muß ſolches wenigſtens Lein Viertel der Kaufſumme betragen⸗(1NUn no0 ſi scn Das in vorſiehendem Nrtikel erwaͤhnte Ueberge⸗ bot darf bloß unter der Bedingungangenommen werden, daß der Ueberbietende, bey Strafe der Richtigkeit, dem Sachwalter des Erſtehers, dem Sachwalter deſſen, der die Verſteigerung ausgebracht hat, und dem Sachwalter de Pb wider vollſtyect wgyd wenn dieſer zluhn selt Uebegebo; hekannt mache; doch iſt ien daß ſolches dem, wider wel⸗ chen die Hüfspotſtreckung ausgebracht iſt, dafern die⸗ ſer keinen Sachwalter hat, in Perſon oder in ſeiner Woh⸗ iünz bekannt gnh weib. e Pirunchung geſchieht ehne weſtere Prberz⸗ i durch einen bloßen Satz, durch welchen die In⸗ tereſſenten zum naͤchſten zu erſcheinen anfgefodert werden. Seſez vom 11. Btümaice VII 3 irt 2) Das Regiement d. 29. Aug⸗ n. vetſiattete peie⸗ 8 Réal im Exposé des motifs ad h. 1. (3) Dieſe Verordnung iſt neu. Real Soendaf. Civilgerichtsordnung. b 712. Am angeſetzten 809. darf weiter niemand zum Bieten zugelaſſen werden, ols der Erſther und derjenige, der ein Vierteb mehr geboten hat. Fritt dieſef zuräck, und es muß zu eintr neuen Verſigerung kommen;(en cas de folle enchère) ſo kann er bey perſonlicher Haft angehalten werden, die Summe zu brzahlen, um welche ſein Gebot den nunmehrigen Verkaufspreis üherſteigt. (Art⸗ 744‧) ½ n9 bin 9)) ni s Sen Sachnſpſliß ſi dzu, an welchen die Huͤlfe vollſtreckt wird, für Perſpnen, deren Unfählgkeit zu zahlen bekannt iſt; fuͤr einen Richter, fuͤr Vickrichter, fuͤr den Generalprotuxator und kaiſeplichen Anwald, oder deſſen Subſtituten, nicht minder fur den Gerichtsſchreiber, ſoweit alle dieſe Fbhih Gerichte angeſtellt ſind, wo die Verſteigerung ausgebrocht iſt, und der Zuſchlag geſchieht⸗ ahey Staft deß Rich tigkeit des Zuſchtegs und 5 Vermeidung des vollen Schabenerſatzs. 00 7 Der Beſcheid, durch welchen die Zueignung er⸗ folst. darf pichts zuthalten als eine bloßz Abſchrift des nach Maaßgabe des 697. Artikels zingerighteten Aufſatzes ůber dis Kaufßhedingungen Er iſt mit dem für die Ur⸗ thel vorgeſchriebenen Eingange und Schluſſe zu verſehen⸗ und enthaͤlt zugleich den Befehl an den Ausgepfaͤndeten, daß er gleich nach Einhaͤndigung des Beſcheides den Be⸗ ſitz zu raͤumen habe, widrigenfalls er durch perſoͤnliche Haft dazu angehalten werden ſolle.(2) 715. Der Beſcheid, durch welchen die Uebereignung geſchieht, wird dem Erſteher erſt dann uͤberliefert, wenn (¹) Im Geſep vom 11. Brumaire Jahr VII. Art. zo. war nur der, wider welchen die Hülfe vouſireckt war und jeder notoriſch un⸗ zahlbare ausgeſchloſſen. Dieſer Artikel nähert ſich der ältern Ge⸗ ſetzgebung Regzlement von 1663. Art. 13. Ordonn. von 1629. (Code Marillach Art. 17. Arréts de réglements v. 1583. 1611. und 1615. (2) Geſetz vom 11. Brumagire J. VI. Ant. 8. Von der Beſchlagnehmung K. 219 er dem Gerichtsſchreiber die Quittungen über die erfolgte Zahlung der gewöhnlichen Verſteigerungskoſten und den Beweis vorlegt, vaß er ditjeuigen Kaufsbebingungen er⸗ fullt habe, welcht vöt geduchter Uberlieferung erfolgt ſehn muͤſſen. Die nürerwahuten Qulttungen bleiben als Bey⸗ lagen bey der Urſchrift des Beſcheides, und werden gleich nach dem uebereignungsbeſcheide beyheſchrieben. Wenn der Erſteher gedachte Beweiſe nicht binnen zwanzig Tagen nach cfolgten ʒuſchlaht behöringtt ſo iſt et durch eine neue Verſteigiküng, vie auf die üten hiſtiminte Att auf ſeine Gefahr und Koſtin Ziſchieht,(Art. v27 743.) oder durch andere rechtliche zwügsmittel/ Att. 744.) dazu giiehitic⸗ nin inu iſe 16 Die außtrotbentlchei vürch bus Verfahren verurfachten Unkoſten müßeh, Wenn it ithel baraufeer⸗ tannt iſt, vör allen Dingen als prlöſtehitt dön den Kauf⸗ geldern bezahlt werden. m pnnim d 717. Die im 673. 64. 6 66. 557. 690. 681. 682. 653. 684 685. 637 69 696 395. 609. 700. v61. 02 Artiket, int erſten Atfait des 783 Akikele, und im 564. 05. 76 265. ü 30. Ariikel bbigtſehrlebenen For⸗ nalitäten ſins beh Strufe vet Richtiskeit jů veobachten (1) Gefet vbnt jn. Wumnten VA. e1. 241 S* 9 n 5 6e S 220 I. Theil. V PBuch. XII. Titel. „Dreyzebnter Titel. von Mlepaite, welche beh ber vtſchngie hmüt un⸗ bni ni wücte Sütet vörkölüſnen. [73 22 4 5 bä 70 7 190 90 106 8 bls 9 pinis 116 1d09 . Jeder vehn eſitr⸗ auf veieſherung ent⸗ ſtandene Nebeuſtreit iſt beh den Gerichtshofen und Ge⸗ richten ſummuriſch Art. 455) il entſchelden. Klagen die⸗ ſer Art werben ungebracht ohnt daßntlae Bſauig böt das Gütepflegungsamt vorhergeht. Mnn 1 719. Haben zwey Prſonkü bot kinem zeh dinifelbeit Gerichte beyde ihr Geſuch um Beſchlagnehmung verſchie⸗ dener Guͤter einzeichen luſſen aſo werden behde Klaßen aufſchriftlichezi Vitten weſſenyoder vutlin anfacht, veiti⸗ nigt. Derhu wchri zurnſlutie Rſchlahiehig fuchte, ſetzt die Sache fort. Auf dieſe Vereinhülih iſt aüch dunn zu tennenp eweum uin Biſchlagsgefich von Weiterin um⸗ fange iſt, uals bas añdere; aiſtejedoch däs Gebot des Arxeſtuusbringers beholes bey der Gerichtsſchleibereh an⸗ gebracht(Airt. 69, datn vadf dieſt Beinguh jn ki⸗ nem Falle geſucht worbeunSſas boybe Geßcher gtel⸗ ch Zeit angebrucht/ ſo hat weſonige Sachwaltet, welchet die aͤlteſte Verſchreibung in Haͤnden hat, und wenn die Verſchreibungen von ngleichem Datum ſiüdz der Ateſte Sochwatr bie Vorſtngenitg unbet⸗et gnoErſtreckt ſich veshwehts zu eiſteſiſ S. S Beſchlag auf mehrere Gegenſtände, uls ber etſte ſo wird er auf dichenigen Guͤter eingezeichnet, die im er⸗ ſten Beſchlage nicht mit begriffen ſind, und der zweyte Ausbringer iſt ſchuldig, den von ihm angelegten Beſchlag dem erſten Arteſtausbritiger anzutündigen, welcher als⸗ dann beyde Arreſte betreibt, wenn ſie ſich in gleicher Lage befinden. Iſt letzteres nicht der Suu ſo wird 5n erſten (1) Geſetz vom 11. rnete⸗. vn. Art. 27. Von Nebenpühktin. 02 221 Arreſtgeſuche mit dem Verfahren ſo lange angeſtanden, und das zweyte ſo lange fortgeſtellt, bis beode ahleich weit vorgeruͤckt ſind; dann werden beyde Verfahren in Eins vereiniget, welches vor dem Gerichte, vor das der erſte Beſchlag gehoͤrt, fortzuſtellen iſt.(*) 721 Im Fall der eyſte Apreſtuusbringer auf die ihm gemachte Anzeige des zweyten Beſchlags nicht in Gemaͤß⸗ heit des worhexgehenpen Ptikes veufohrt) ſtebt es dem zweyten Arreſtaushringen freho mittelſt eines bloßien Saz⸗ zes darauf anzutragen, daßeran die des Erſtern zum Verfahrrn gelaſſen werde 620) 0 nn6 7ag. Er kann darguf auch dann Sein von Seiten deſſen, der das(vereinfgte)n Pevfahren wigen der geſuchten Verſteigerung zuabetrziben hateis⸗Einherſtänd⸗ niß(Colluſion) mit dym Schuldusn⸗ eh r eine Fahrlaͤſſigkeit eintritt⸗ i 337 Fahrläſſigktit tritt Seeenbeien das VBer⸗ fahren betrriben ſoll⸗giygend ting Formalitůt zu brobach⸗ ten, unterlaſſemeoder gine zum Vrufohun gehirigohund⸗ lung Pee vpngeſbrielnnen Ftile vugynummin⸗ hat. Im Fall eings Singenſcndniſſes odet Betruhs kann der, welcher b Sn Nſſen fodern. öcn 1T 723 Die zoſgare widen ein unhel p vur weln ches dieſer Nebenſireit entſchinden gwhrdeh iſt, muß bon dem Tage dernn, den Eachwalterpeyfolgten Bufertigung an binnen vierzehn Tagen eingereicht werden 724. Der Arreſtausbringer, an deſſen Stelle im Ur⸗ thel ein anderer zugelaſſen worden iſt, chat der an ſeine Stelle geſetzten Parthey die Actenſtuͤcke, gegen deren Em⸗ pfangsſchein, außuitinsn die nbi aber ind 6 171120 N ſs7 (1) Dieſe Verbiduunz iä neu. (2) Axtét vom 7. Sept. 1713 beymn heticout im Frais de 1a vente des immeubles ch. VI. somm. a3. 685 1. Theil. v. Büch Xit. Titel. erſt nch etfolgtem Zuſchlage, von den Kaufgeldern oder vom Erſcher auszuzahlen. 4 at 5 derien ige, Siei 3 iireb, die Einfehung Ines audern, an i Stelle angefochten: ſo fallen die durch dieſen ſtet veranlaßten Unkoſten ihm allein zur Laſt, und värfen auf keinen Fall zu den Foſten des Srtehie gerechnet, oder von den Faufgeſern hezal wepden 7. Iſt ein auf unhewf g giltger Be⸗ ſchlag wieder gelsſcht worden, ſo kanh ieder der nachheri⸗ gen Arreſtausbringet ſein. Seſh agageſuch fortſtelen, wenn er auch unter denen. welch; die iſnt geſucht ha⸗ ben, be it iſ 0 ſitier vſe beß Fie in i 3 5 i ueeranit iſ iſt, ſo it er ber⸗ vieß litt Anyeſlaten) zufertigen zu laffen, und die tn ein Actuar des Gerichts, bey welchem dif Verſtiperung betriehe wird, auzuzeigen und i m etit u laf nz und ei drey Tage eh 3. ft zufßbebiſgingen bey 6 ii eei e i⸗ 3 wibrigenfalls darf die Fic nicht angencmmen, und es muß jur Verſteigerung geſchrittin werden.„ Die auf gänzlipe pet. partielle Abſergering des in Beſchlas gengnmenen, enſfandes(von den in ihiſee Srunbzichn tete Klage iſt durch eine bom Suchwaſter unterzrie hnete itiſchrift ſowoht gegen den Arreſtausbringer, als gegen den mit Beſchlag Belegten, gegen den Gläubiger, deſſen Foderung zuerſt eingezeichnet, wie auch gegen den Sachwalter, dem einſtweilen die Sache zugeſchlagen worden iſt, anzubringen. Wider denjenigen — — (1) Pothier, Fraits ds civile 4. Part. ch. 2. Mrt. 8. 5 2. (2) Pothier a. a. D. Arrét v. 23 Jun. 1673. beym Bruneau im Trai té des criées Von Nebenpunkten. 223 Intereſſenten, der in dieſer Sache keinen Anwald hat, wird dieſe Klage mittelſt einer Zufertigungsurkunbe des Gerichtsboten angebraqcht, und zwar in dieſem Falle ge⸗ gen den Glaͤübis ger an den von ihm bey der Einzeichnung ſeiner Hypothek gewählten Wohnort.(R. 7ag. Die Klage auf Abſonderung von der Verſtei⸗ gerunß muß die Anzeige der Beweisurkünden enthalten, welche in der Se wiedergelegt werden muͤſ⸗ ſen; ſo wie eine Ab fift er über bieſe Vittitouno aufgenommenen Fegl tatht. ²) 2729. Betrifft das Aſteungozeſuch nur zinen Theil der in Beſchlag genommenen Gegenſtände, ſo iſt demungeachtet mit Verſteigerung der übrigen zu gerfahren. Doch kann das Gericht i Auſuchen 6 Inieteſſenten in Anſehung des Gaien it d rt i er, an wel⸗ chen der vorläufge iſchi 46 et ſtan⸗ in bizſem Falle verlangen, daß er ſine etch. eitiaen werde.(¹) 70 Pie tſehi witf is, uf atſönde⸗ rung geſ ocheite i Pinitt 3 irzehi i eing Pns bdn di S be⸗ Zieitet 3 Biefe iunti⸗ i mit dem Tage, da das urihel den Appelfanten in Pirſon oder in ſeine Wohnung inſinuirt worden it; doch iſt auf jede drey Myriametter, welche ber wirtüſche Wohnört der einen Parthey von dei bes inderi fici it. Ein Tag hin⸗ züzurkchnen; näch Abtauf dieſer Friſt barf pi Speation uicht angenoinmen werben.(t 723) Der letzte und unbedingte Zuſchlag Zebt dem Erſteher nicht mehr Rechte auf das Eigenthum, als 2) Bitoi Traie äe i wotedure Liv f. n. p. 309 L Pochier a. a. O. Art. 6.§. 4. (32) Vergl. Geſes v. 11 Brumnire JVM. Art. a7 Fir⸗ (3) Ebendaſ. Art. 49. Ordonn. Franz 1. von 1339. Art. 81. Der Schluü des Artikels iſt neu⸗ 224 I. Theil. V Buch X Titel. der Schuldner ſelbſt gebabt hat.(Rap. ioleſehb Art. X599hpg i 732. Wird Eine der öffentlichen antůndigungen der Verſteigerung durch einen Bwiſchenſtreit aufgehalten: ſo darf nicht eher zur Verſteigerung geſchritten werden, als bis neue Patente angeſchlagen, und die Ankuͤndigung noch⸗ mals in der oben vorgeſchriebenen Form in die Zeitun⸗ gen eingeruͤckt worden iſt.(S⸗ oben Art. 683— 665.)(²) 733Nach demnvorläufigen Zuſchlage duͤrfen keine Einwendungen wider die Statthaftigkeit des vorherigen Verfahrens worgebracht werden. Es iſt vor nur gedach⸗ tem Zuſchlage uͤber dieſelben zu erkennen. Werden ſie verworfen, ſo wird gleichbin dem deshalb ertheilten Be⸗ ſcheide auf die Sltiaitihenerfuigien— Zu⸗ ſchlags exkaunt⸗ dra mon an nonc ſun gut 34 Widet denüber diefe Fulheiesbeſchwerden er⸗ cheilten Beſcheid jiſt keine Appellation zulaͤßlich, wenn die⸗ ſelbe nicht wit einer Vorladung begleitet und binnen vierzehn Tagen pach eyrfolgter) Zufertigung des Beſcheids an den Sachwalter, eingewandt worden iſt;(die Appellation muß dem e und avonn wer viſirt werden. un ipo d do nd 35. Der mit Brchlos veicn muß ſeint Einwen⸗ dungen wider die Statthaftigkeit des auf den vorlaͤufigen Zuſchlag folgenden Verfahrens, weun er deren zu machen hat, in Fprm einer Bittſchriſt nohſinder Antfodeung an den Geoentheil ſich am angezeigten Tage zum Werhoͤr zu ſiellen (avenir à jourindiguè), wenigſtens zwanzig Tage vot dem zum unbedingten Zuſchlage beſtimmten Tage vorbringen. Ueber dieſe DP Jnme 6) Geſe„ 11. SW. S. n⸗ d⸗ la Procedure T, II.p. 513. 3a0 2301 159 (e) Angef. Geſet Art. 30. J (3) Vergl. d. angef. Geſen Art. 23. Von Nebenpunkten kel 225 dieſe Rullitaͤtsbeſchwerden hat das Gericht wenigſtens zehn Tage vor— Zuſchlige hu er⸗ kennen. nE miihnſä 736 Acht Tage ihehehnh vieſes vtten iſt wider denſtlben keine Appellution zuläßlich. Die Ap⸗ pellationsſchrift wird dem Gerichtsſchreiber mitgetheilt, und von ihm viſirt. Der mit Beſchlag Belegte darf in der Appellationsinſtanz nur ſolche Gründe für die anßeb⸗ liche Rullitaͤt vorbriigen, ie er⸗ innetſter Jüſtanʒ Breie vorgrbrachthatoieinndnd i dtc mbnudn?m 737. Wenn der Erſteher“ die Bediugungen bes i⸗ ſchlags nicht erfuͤllt, ſo wird vas Gut Selhe und Koſten aufs Neue verſteigert. C*)6 „38 Wer weißmhtjtineh Ver⸗ ſteigerung auf Gefahr und Koſten des Erſteheis Feſchrit⸗ ten werden möge niuß ſich bon eu Getichlöſchtäber ein Zeugniß ausfettigen laſſen, aus wilthim krhelet, es habe der Erſteher nicht dargerhan, vaß vem verelts derfullenen Bedingungen des Zuſchlags vonihin ein Gge geſchr⸗ ſeh Arti r²) hi nnon onni i 7390 Auf disßs Zeugniß) unbohü Mitetes Prs⸗ ire oder Erkenntniß, muͤſſen ſogleich neue Pütenke angeſchlagen und die Vrrſtöigerung muß in der oben vorge⸗ ſchriebenen Forni duich⸗ anderweite Aukuͤndigungen bekanüt gemacht werden; wobey angezeiht wird/ es ſolle am ange⸗ ſetzten Vage vů ndeemite Verſiülhelung erfolgen doch Inin bieſei Vedſteigerig nichtothes/ nals wenigſtens viet⸗ zehn Tage nach Sfhtot⸗ Anſchlabe ber Statt (Art. 7026) C2) 36 Geſetz vom 11. Brumaire J. VII. Art. a4— Man nennt dieß 15 folle encköre weic: ſe rrklich thöricht und uhihoplänte zu ſeyn paegt. S. darüber Dufonr TraitédslaPröbdureciv. T. II. P 318. f. og dn. (2) Pochier a. g. O. Art. 11.. 6. Civilgerichtsordnung. 29 N 226 1. Theil. V. Buch. XIII. Litel. 4 Das Patent wird dem Sachwalter des Erſte⸗ und dem mit Beſchlag Belegten an den Wohnort ſeines Sachwalters/ oder, wenn deramit Beſchlag, Belegte keinen Sachwalter haty an ſeinen igenen Wohnsttr we⸗ visſia acht Tage vor dem Ausrufe, zugefertigt.. . Der vorlaͤufige Zuſchlag kann beym zwey⸗ ten Ausrufe geſchehen, welcher tinc Laue nach dem erſten Statt haben ſolle hc) 6 7a2. NRach den mchſten jnſhnßnget⸗ n an chan einem Gerichtswegem hierzugstwa angeſetten entferntern Tage, geht der dritte Ausruf vor ſich, beyzwelchem die in Beſchlag genommenen Gegenſtaͤnde unbebingt verkauft werden koͤnnen. Federnsrwaͤhnte Ausruf erfolgt auf ob⸗ beſtimmte Artunnch vorgangiger Anſchlqgung dere Pntente und brym Zuſchhagei ſinpdie im7708 ſund 799. Wti⸗ tel vorgeſchrſebenen Swnititn wner(R 683 — 685) noino o nn 743. ieſihocho cder Eißhen e paß⸗ er ₰ Bedingungenunter welchen ihm die Sache zugeſchlagen worden iſtnGenůge geheiſtet haben undodie zur Vergü⸗ tung der durch die anderweite Verſteigerung veranlaßten Koſten Gerichtswegen beſtinnnte Summe niyderlegen: ſo waͤre der letzte Zuſchlag zu⸗ unterlaſſen und der neue Er⸗ ſteher wuͤrde(von der hym tinßweiſigen Ihſchnge ſüh nommenen Veybindlichkeit) frswol“ n 7n Derifniss, wufieſſen Gefghr und Keſten nin neue Verſteigerung uͤbernommen worden iſt, haftet bey Gefaͤngnißzwang fuͤr die Summe, um welche ſein eignes Gebot höher iſt, als dasjenige, fůr welches die Sache bey der anderweiten Verſteigerung zugeſchlagen worden iſt. Iſt aber letzteres Gebot hoͤher, als das ſeinige, ſo hat er an den ueberſchuß keinen Anſpruch, ſondern die⸗ ſer wird an die Glaubiger, oderſ ſoweſt ſe befrie⸗ (4) Pothier de la Procedure eiv. g. D. 62) Pothier ebendaſ. Von Nebenßunkten 227 digt ſind, an den mit e Pnoſis QArt. 712.) 6) „45 Die auf die Ninitäten un auf die Appella⸗ tionsfriſten unb Fotmalitäten ſich beziehenden Artikel ſind bey einer anderweiten, auf Koſten des erſten Kaͤufers vorzunehmenden Verſteigerung gleichfalls anwendbar. (Art. 533— 36.)0 746. unbewegliche Guͤter, welche volljaͤhrigen zur eigenen frthen Vetfüunh öbe ihte Rechte befugcen Perſonen gehoren, köimen, Wenn bloß von freywilligen Veraͤuße⸗ rungen die Rede iſt, bey Strafe der Rullität, nie in ge⸗ richtlicher Form verſteigert werden.(²) 747. Soll jeboch ein Grundſtuͤck wegen erfolgter Hülfsvollſtreckutig vräkßert webden ſö ſteht den Intereſ⸗ ſenten, weni ſis Füsgeſammt völjahrig ſind und uberciht Vermögen ftey vevfügen könnei freh, warauf änzutragin, daß dieß an den Meiſtbietenden vor Notarien oder ge⸗ richtlich, ohne alle andere, als dit im 95 958. 959. 960. 961. 962 und 964. Atikel, ber den Verkauf un⸗ beweslich. Süttr⸗ ineien S er⸗ folge. inE 3i i0 748. 3in auf den im wptſehnr attitel er⸗ waͤhnten Fall, ein MWinderfähriger dber Interdicirter un⸗ ter den Glaͤubigern, ſo kann der Vormund, mit Ein⸗ willigung der Verwandten den uͤbrigen Intereſſenten beytreten/ und ſch it Minze ver⸗ einigen. ondu p Iſt abet der gimtjthiige oder tnliitenzi der Schuldner, ſo können die uͤbrigen Intereſſenken dieſen Antrag nur dit wenn ſie ſi ilt Formaltts⸗ (1) Pothier a. a. O⸗ (2) Vergl. Rapport de Mr. Grenier ad h. 1. (à) Grenier ad h. 1. Ueber die freywilligen gerichtlichen Ve rungen ſ. Pufour, Traité de la Procéd. civ. P. II. P. 323. ff 228 I. Theil. V. Buch XIV. Titil. ten unterwerfen, welche bey dem Verkaufe der einem Minderjaͤhrigen zugehörigen Euͤter zu beobachten ſind. (Napol. Civilgeſetzb. Art. 4— 459 und gegenwaͤrtige Mree wen Sns S Ff: P3 Fppd ei nunc 1b 6ic vyfſt Liten n der Oronung der Gla fübiger 3 1 Inimm m n 0. Nach aee ſnſie veſhene, burch welchen die Zueiguungseiklärung etfolgt, müſſen die Glaͤubi⸗ ger und der An welchem bie Hülfe vollſtreckt worden iſt, ſich uͤber vie Werthsluug ver Ruufgelber derzt üihen; und zwar, ſoweit dieſer Beſcheidl nicht ungefochten worben iſt, in Monntsfpiſtzu lm Falerriſet Appehatioſl hingegen bin⸗ nen einem Monate nach erfdlgier Iiſttion des Beſi äti⸗ gungsurthelsiMrt b60)“ non mnin ge 75Iſt ein Monar verſtrichen) vyt wiß Uhter den Glaͤubigern und dem widet welchen vib Hulfe bollſtreckt wird, eine Vereintgung zu Stanbe gekommin iſt Jo bit⸗ tet der Arreſtausbringer in won nachſteil acht Tagen, und in veſſen Etmangelung nach Ablaufwlſek Friſt ein anderer Gläubiger, dem an Betretbulig der Shiheneht, dder der Erſteher, um Ernenmung eines Grichlstoſniſſars vot uͤber wie Porutlonisepfahten werdri töne.(2) yz Aufs der Grrichtbſchribedey Puzi dieſem Ende äber die öffentlichen Verſtelgerungen eine beſotdere Liſte Giſe des geführt wetden⸗ in welche der⸗ 5 S. über dieſen Segſ vo 4 ſ Frocòdure dha. Mmi pUBsn. ſ. (2) Collection de unter dem Artikel Ordre de Pri- vilége eu dMyßoleue. mn gu disſem Artiket iſt hinzuzufügen was im Geſetze vom 11. Brumaire J. VII. Art. 31. verordnet, und hier nicht abgeſchafft iſt,. hir *) S. Delaporte unter dieſem urtite. E. Von det Hrdnung der Gläubiger. 229 jenige, der um die Loration bittet, ſein Geſüch einträgt; gleich darunter ernennt der Praͤſident einen Richtte zum Commiſſar.(Vergl. Art. 659.)(*) 43oa 752. Det Anſuchende britgt beh dein ttrſchebtbi. miſſar eine Verordnung aus, durch die das Protocoll uͤber vie Location eroͤffnet wird, welchem ein vom Hypothe⸗ kenbewahrer gefertigter Auszug nller einhetragenen Hypo⸗ theken beyzukuͤgen iſch 6 nUn1G 63. Kraft der vom egerſchtzcomwiſſar heilten Verordnung werden die Gläubiger zur Production der Beweisurkunden aufgefodert und zwar durch einen Satz⸗ der einem jeden an den bep der Vormenkung ſeiner Hypo⸗ thek gewählten Wohnprta pdernan den Wohnort ſeines Sachwalters, weun er einen Wſiilbstngiherijgt wer⸗ den muß.(Versh Art. 659 Nih 1i 7n 754. Von dieſer Auffoderung Innzu ſnnt u ſ⸗ der Glaͤubiger in Monatsfniſt venbunden ſtine Beweis⸗ urkunden, nebſt einem von ſeinem Sorhwalter huterzeich⸗ neten Produstionsſatzs⸗ dunproducitem, und zuglrich um Location anzuſuchen Wen Commiſſar etwůhnt in ſei⸗ nem Protochlſe dey efolgtem Einreichung. WUrt⸗660.) 0*) 755 Nach Ablauf wieſes Monates oder auch⸗ wenn die Glaͤubiger die Bewriſe heygebracht habeum noch fruͤher, bringt der Commiſſar nach Anleitung der produtirten Be⸗ weisdochmente einen Plan zur Location zu ſeinem Protö⸗ colle. Derjenige, der die Sache hetreibt, macht durch ei⸗ nen Satz, den ein Sachwalter dem andert zufertigen laͤßt, den Glaͤnbigern, die ihre Beweiſe beygebracht ha⸗ ben, und dem, wider welchen die Huͤlfe vollſtreckt iſt, be⸗ kannt, daß der Locationsplan fertig ſey, und fodert ſie auf, Einſicht bavon zu nehmen, und⸗ in (¹) Vergl. Geſetz v. 17. umair⸗ des 1. 3.— (2) Ebendaſ. Art. 31. (3) Vergl. angef. Geſez Art. 32 235 1 Sheil. v. Büch. Xlv. Litel. erfoderlichen Falls ihre Bnſeen iu Protoeol zu n(Art. 663.)(1) 6. Verſaͤumen die ekſchienenen Gtüubiger; in der awůßiten Fiiſ beym Coſtiiffur Einſicht von den pro⸗ ducirten Beweisurkunden zu nchmet ſo ſind ſie, ohne weitete Auffoderung oder rechtliches Erkenntniß, praͤclu⸗ dirt. Iſt kein Streit entſtanden, ſo wird den ittbeße kein Verfahren gegen einutdot geſtuttet·(Att. 66.) 757. Die Glaͤubiger, welche ihre Beweisurkuden erſt nach Ablauf ver ktwähüttn Friſt beygebracht haben, ſind viejenigen Koſten,„ welcht bütch ihre verſpaͤtete Pro⸗ duction, und durch bie, zum Bchuf⸗ dir zu nehmenden Ein⸗ ſicht, erfolgte Bekaüntichutg derſolöen an die Glaͤubiger, veratläſſet wopden ſihh) Ju trägei ſchutbig, ohne ſolche in tgenð einei Falle jürůlkfbdkch be in Rechun bringen zu koͤnnen! Sie hftei zügtäch fuͤr bie judeß verfallenen Zinſen vbn vem Tage an, 6 dieſelbeit aufgehött haben würden, wenn dis yrdöillvani der ſuntti Friſ et⸗ fozt waͤte u piölich) nhn nz 3 e%38. Eürſeht Strtlte ſo pitweiſt bir! cönii ve ſtleitenden Parchehtü Zunle ithse beß mült abet demüun⸗ geachtet die Lotation d ber Föbetüngen, elche Alter, als die ſtreitigen, ſind, und beſorgt, daß dieſen Gläubigern ſofort Scheine(bordereaus) über ihre Lolation eingehan⸗ digt werden. Dieſe ſind den Gläubigern, die ebſt ſpaͤter ihre Beweisurkunben wi etwas nicht verbundens(„)bo 0 n oE bne g 759. Entſteht kein Streit, ſo wird die S vom Gerichtscommiſſar abgeſchloſſen; er berechnet die durch Löſchung der Hypotheken und durch das Verfahren uͤber die Location veratlaßten Unkoſten; und dieſe werden vor allen übrigen Foderungen prioritatiſch locirt; er erklaͤrt die Glaͤubiger, welche ihre Beweiſe nicht beygebracht haben, (1) Vergl. Geſetz vom 11. Brumaire des U. Jahres Art. 33. (2) Ebendaſ. Art. 36. in f. Von der Ordnung der Glaͤubiger, 231 fuͤr ausgeſchloſſen, befiehlt, daß denſenigen Glaͤubigern, welche nach der Ordnung, in welcher ſie locirt ſind, zur Bezahlung gelangen, uͤher ihre Location Scheine ausge⸗ ſtellt, und in Anſehung derjenigen, die nicht,zur Bezah⸗ lung gelangen, die Hypotheken geloͤſcht werden. Jedem Glaͤubiger wird von der Summe, auf welche er in dem ihm eingehaͤndigten Scheine angewieſen iſt, ſo viel abge⸗ rechnet, als erfoderlich iſt, um dem Erſteher die Loͤſchungs⸗ koſten zu erſtatten. 01) pidne 7603 Die Slzuhiges, tle nach der— ſ Hypotheken den Foderungen, deren Loration angefochten wird, nachſtehen, ſind ſchuldig, binnen den erſten acht Tagen der zum Venfahren heſtimmten monatlichen Friſt ſich uber die Wahl eines gemeinſchgſtlichen⸗ Sachwalters zu vereinigenz, wiprigznfalls« lli der Fchwalter des Glaͤubigers, der unter den Lorirten, der letzte iſt, ſie alle repraͤſentiren. Ein Gläubigeß⸗ der für ſich allein Wider⸗ ſpruch erregt, iſt die oſſen, welche ſein beſonderes Ver⸗ fahren verurſacht, ſelbſt zu tragen ſchuldig, und;kann ſie auf feinen Fgll zurhetfyphgn opernio Rechnng bringen. Der Sachwalter, wehherzfür ihn g uftyitt, kann in dieſer Eigenſchaft zu dem pberwähnten vorge⸗ laden werden.(Axt. 667. 779.)(7) 761. Auf Anſuchen des Intereſſenten, der zuerſt dar⸗ auf antraͤgt, wipd mittelſt) eines bbloßen Satzes; den ein Sachwalter dem andern zufrptigen loͤßt, wohueweiteras Verfahren das Verhoͤr in der Sache ansgebracht. (1) Da der Erſteher die Koſten der Löſchung der eingezeichneien H potheken zu verlegen hat, gleichwohl aber nur für ſeinen Antheil zu deren Bezahlnng gehalten iß: ſo werden ſie ihmauf Dieſe Axt vergütet. Uebrigens vergleiche man mit dieſem Artikel das nurangeführte Geſetz Art. 34. in f† und Art. 35. Döch iſt vom Inhalte deſſelben hier in manchen Wnulten abgegangem 5 la) Ale dieſe Anordnungen ſind nen. Die ihte iſt veteits im 667. Art. enthalten. 762. Das Urthel wird nach erfolgtem Vortrage des Gerichtscommiſſars geſprochen, wenn zuvor der kaiſerliche Anwald mit ſeinem Antragen gehört nworden jſt. Zu⸗ gleich ſind die Unfoſtenfrſtzuſetzemn(Arte 668 Art. 53ol d 5030 1 763 Wiver dieſes Urthel iſt nur dann die Appella⸗ ſion zulaͤßlich, wenn dieſelbe, won der Zufertigung(des Urthels) an den Sachwalter an gerechnet, binnen zehn Ta⸗ gen eingewandt wirdz) doch wird dirſe Friſt auf jeden duey Myriameter, welche der wirkliche Wohnprt eindr jeden Parthey entfernt iſt, um Einen Tag werlaͤngert. Die Appellationsſchrift muß zugleich eine Vorladung des(Ap⸗ pellaten) und eine Anzeige der Beſchwerden— (Art! 669 0)0l* eni 14 n00) n k 6. Efödetlichen Fahs kahn nnnhht des zuletzt W— S m— werden. 6yi p 10 00 765. b erfolgt ſodann uf die zujoanzh⸗ Appel⸗ lation⸗ te der Mitheitung der mit Gräkden untirſtt⸗ ien Stſuche 6bit⸗Apötkatet än bttßehuntei Apeitet keint Zufertißung! uid bas Vechol it bit Säche wird auf die im 761. Artikel beſtimmte Art, ausgebracht. 66. Im Appellationsgerichtsurthel. weppen zugleich die Unkoſten feſtgeſetzt. Zu weſen Nachtheile in der Ap⸗ pellationsinſtanz geſproches weß, ehiwih ichleſch die Bezahlung der Unkoſten S heh, er ſolche inrückfodern darf. 767. Vierzehn Tage, nachdem über die ſiteiten⸗ Location erkannt iſt, und, wenn dagegen appellirt ward, vierzehn Tage feen⸗ Inſr iuuation diebfaus 5 Veit e nãnich Ser i 3 den dieſts Gläubt⸗ egers in der Appellativn widotſprochen wäre m er v6 gehört werden muß. Von der Ordnung der Glaubiger! 233 geſprochenen Appellationsgerichtsurthels ſchließt der Com⸗ miſſar die Locativn der beſtriktenen und der nuf ſie fol⸗ genden Foderungen unbedingtab', und zwur wach dor im 759. Art. enthaltenen Vorſchrift. Den Giaͤubigern) welche nach der Reihe der Location zur Bezahlung gelangen⸗ lau⸗ fen von nun an weiter keine Zinſen noch Renten. 768. Die Gebühren des Sachwalters, der die Glaͤu⸗ biger, welche Widerſpruch erregten/ tepräſentirt hat, wer⸗ den vor allen Foderungen prioriätiſche locirtzndoch werden ſie bloß von venſétigen Gelbern bezahlt; die nach' et⸗ folgter Tilgung de ältern utbeſtrittenen Foberungen noch zu vertheilen üͤbrig bleibenb n Aum nea 769. Wird im Appellationsgetichtsurthel verſtatket⸗ die Koſten(von den zu vertheilenden Geldern dinſtwei⸗ len) zu entnehmen: ſo! widy zuglich din Glaubiger, dem deshalb etwas wom dem aunoch zun worthrilenden Gelde abgeht, oder der mit Arreſt Belegte, in die Rechte desjenigen, dem die Brzablungdisſet Koſich gukerlegt worden h güſiheſeßnßehtdlhung, geſiehte int Hultsbefthl Grßshnung ⸗noheg deParthehenzurdeftn Siſen ſe gengch ictnn ſoßße(Atp66 6 (1) Dieſer Artiket wirs vabich varſändtich, dah man auf des 766. Artikel zuröckgebt. Hier war verordnet, dag dieienigen Partheyen, welche die Location anfechten und nach eingewandter Ahpeuntion ühterlegen; zur Bezahlung der unkoſten veruttheitt werden, ohne ſolche wiederfodern zu dürfen. Indeß werden dieſe Koſien oft einſiweiten von den vorhunbenet; zut Waſſe gehörigen Geldern genommen. Reichen alſo die Kaukgelder für das Grund⸗ ſück zu Befriedigung der Schuldner nicht hin: ſo hät der Gläu⸗ biger, der deshalb gar nicht, oder nicht ganz zur Percep⸗ tion kommt, wenigſtens den Ertrag der gedachten aus der Maſſe verlegten unkoſten zu fodern, und er kann aiſo ſoiche von dem Gläubiger erſetzt verlangen, für den ſie verlegt worden ſinds hält ſich alſo deshalb an die Geider, mit denen dieſer zur Per⸗ eeption gelangt, und tritt dießfals ſofort an deſſen Steue(Der wider welchen die Hülfe vouſtreckt iſt, kann dieß dann vevlangen, wenn alle Gläubiger, nebſt Zinſen und Koſten, befriedigt ſind; denn auf dieſen Fau liegt am Tage, daß die erwühnten Geldep ihm übrig geblieben ſeyn würden, wenm ſie nicht für jene von den Appellanten verurſachten Unkoſten verlegt worden wären. 5E.) Civilgerichtsordnung. 30 * dem Släuhiger, zu deſſen Peftiediguhg eß ſm Gelde fehlt⸗ ſiſpz wider piezsnigen welcht(hende Location) Strzit ethohen haben; aher gmit ihrem uchgrabo wie⸗ ſnwphenſid,der Regrzß pegfnnder Zinſfn unb⸗Ren⸗ ten zu, welcht während dicſes Verfahrens fortgelau⸗ 77r Binnen zehn, Tagen poch Eylaſſung des vom Serichtstommiſſaf 4theitin⸗Fefiſhwüßftgieht der Get richtsßieibztichem flhuhigjßnchtbg ng zur Befriedigung gelangt, einen Schein uͤber dis erfolgte Location, wehef wiper pin Etßeht die Hülfsvolſreckung 2. Der locirte Glaͤubiger muß, indem etüͤber die Sunntit welhhff ptiſt⸗tWutſrh⸗zhleich ertiä⸗ ren, da6 ipnhienbsſchung ſeiner Hynpthrt wiligt 773. So wis die lpfirten Foderungen uach der Reihe ausgezahlt werdyn hat der ypoth⸗fenbewahrer nach r⸗ folotet Prifighng des peatighsſcheins ld der Quir⸗ iung des Fiſußigsrödif nſgeinenſſche sſsheichnete Pyppthek hiß znn Btltag pfagzahiten Su Mniß⸗ wegen zu 6ſchen. eni nnn dic nd nopr ncn 774 Die Amtshalber tfolgte Einzeichnwig ins p⸗ pothekenbuch wird dann unhrdingt eilſseniee 7 Deme an welchem die Hulfe vohlſreckt iſ, und — . ſtcher beybringt, er habe an vie zur Perception ommen⸗ den loeirten Siihigeſe ſtre ſe Fienelen die Huͤffe wenn der Hetſchtstommiſſat tinen Peſchl Ffläßt baß di (1) Denn wäre der Streit nicht entſianden ſo würden(in Gemätß⸗ heit des 767. Artikels)r die Zinſemud mieieeienl Kuf⸗ gehört haben. Dieß iſt durch die unnützen Widerſprüche der im obehenden Artikel Lribaſelten ehe⸗ älſo haben ſie für dieſen der Maſſe zugezogenen Verluſt, dem Gemein⸗ ſchuldner, wenn Katles! übrige bezahlt iſt wenn aber die Maſſe nicht zureicht, dem nicht zür Perception gelangenden Gläubigern, zu haften. Arrer de Tournai du 6. Octobre 1694. behm Pinault. Von der Ordmig der Glaubiger. 235 auf die nicht ioeirten Gläubiget eingezeichneten Hypothe⸗ ken gelöſcht werden ſollen.(Nap Eibilgeſetzb. Atk. 2108.)6˙) . Eifolzt dit Wraußiilus nicht wittiſt gericht licher Hulfsbohſtrebkuug! ſo käun auf Locätion nur bann angetragen werben, win iehr, äls brey mit eingezeich⸗ neten Hypotheken verſehene Glaͤubiger vorhanden ſind; und dieſes Anſuchen kann der die Sache am eifrigſten beibeibend⸗ Glähiger dber bir nelte Eigenthuͤmer dann ie, teiß ſüch 4hiſ be ih 16 tib i6 Piſ des Ciilgeſighüches beflmiiſei Fiiſteſ brlißis Lage ber! 6. Die Lorätion wird it ber im gegenwärtigen Titel vorgeſchriebenen Form eingeleitet und abgefäßt. Art 50 fi) Aun iduöſ mbol c fur die Abſchriften ver Cinzelchtülgen üns für bfe den eingezelchneten Glätbiger hemachten Aitzeigen verlegten Koſten vor allen andetlt ein Vptzühsrecht(²) in 7 Jiber Schulbiht kenn züt Auftechthattunß der dit Suiin dů it Schulsnti dirmöhl ſeler Lötütin zu empfangen hat, wird unter ſeine vor geſchloffenet Lo⸗ cation eingezrichnehen öder mit Zahtüngseinſpruͤchen auf⸗ getretenen Släubiger us ein Möblliärgegenſtand ver⸗ Im Fu(oh Sllten be Gläutzihets, det die Lola⸗ kon betreibty den Bitieißung det Locktion Nachläſſigkeit oder Verzsgerung liuttirt ſo kat ein Anbtet darum anſuchen, daß ihm verſtattet werde, an deſſen Stelle zu treten. Dieß Geſuch erfolgt mittelſt einer Bittſchrift, welche in das Locations⸗ yrotocdjt eingetragen, dem, welcher die Location(nachläſ⸗ () Gelet vom 1m Brumajre des W. Jahtes Art. 36. welcher — a15. Artiket des Wepoſe Cwseßepe⸗ wieder⸗ () D. i. der Käufer kann vor allen Dingen die im Artikel er— wähnten Koſten von den ſchuldigen Kaufgeldern abziehen. 236 1. Thefl. V. Vuch. RV Titel. ſig) betreibt, durch einen Satz des Sachwalter mitge⸗ theilt, und auf welche im Berathſchlagungszimmer, nach erfolgtem Vortrage des Gerichtsrommiſſars, ſummariſch entſchieden vh(Art. F mut n ni dohM 3 un ne k Vo tun meifieiuiz k(S Ne Eiitgeſetblich AB. 16. Lä auüd' Zeßeu Serichorbtun * u näluch M i.perſenearſt kann nicht i— den, als dens ag vach erſolgter Bufertigung des Mrthels⸗ Nap. Civilgeſetz bhArtaaoGy) worin— n er kannt iſt, und eines Zahlangsgebotes. Dieſe Zufertigung geſchieht durch einenn Grichteh⸗ ten derg dazwauntſpeder vinnnnurgedachtem Urthel er⸗ nanntj pder vpm Pröſidenten des Berichts erſter Inſtanz am————— wor⸗ In der Zufertigung muß nahich⸗ die Vahl eines Wohnorts(des Klägers) in der Gemeinde enthalten ſeyn, wo dar Gericht, von wrlm i eles urthel geſorochen iſt, ſeinen Sitz hat; wenn naͤmlich der Snn ohne⸗ hin daſelbſt wohnt.( d 78 Der Schuchier ſnn Jicht in Verhaft genom⸗ men werden: () S. über dieſen Gegenſtand Puföur, Tratte de 1a Procsd. civ. 3 II. p. 371— 373.— Vergl. Geſetz vom 13. Germinal des he Lit. III. Art. 37 Did, v. 1667. Zit⸗ RXXN. Art. 11. onuance de iolins, v. 1366. Apt. 43. — ²) S. Delaporte unter: Emprisonnement. E Von der Verhaftüehmung.“ 23 1) vor„ und Sonnenunter⸗ gang; 1 ) an zihncſuht(Art. 539 3) in den zum Gottesdienſte gewidmeten Gebäuden, doch nur waͤhrend des Gottesdienſtes; 4) an dem Verſammlungsorte, und waͤhrend der Sitzung der beſtellten oͤffentlichen Behorden; §) in keinem Haüſe und ſolbſt nicht in ſeiner Woh⸗ nung, ſoweit der Frichehskichteß des Ortes ſolches nicht anbefohlen hat. In dieſem Falle muß der Friedensrichter ſich in Begieitung des Gerichtsbedienten ſelbſt in das Haus begeben.(Art. 294.)()— 782. Auch darf der Schuldner nicht in Verhaft ge⸗ nommen werden/ wehn ernals Zeuge vor ben Vorſitzenden der Geſchwornen; vor ein Geicht erſter Inſtanz, vor ein Criminal⸗ vder nein Appellationsgeticht vorgeladen iſt; doch muß er mit einem n— 5 conduotus) verſehen ſeynt Das ſichere Geleite ter vnſne der Geſchwor⸗ nen) vder der Präſibeüt drs Grrichts öder Gerichtshoſes, wo die Zeugen abgehort werden ſollen bertheilen. Doch muß zuvoͤrderſt der der rte vernom⸗ men werden. Im Geleitsbriefe ll cbnductus) muß, bey Strafe der Nutkität, shkeſt ſchu,„ duf wie vtle Zit er gůltig ſeyn fohe 0 cilmöt Kraft dieſes freyen Geleites durf der Shulbner we der an dem zu ſeiner Erſcheinung angeſetzten Tage, noch waͤhrend er ſich hin⸗ und zuruͤckbegiebt, in Verhaft ge⸗ nommen werden.(Art. 22— Das Wwas unter n. 8. geſagt iſt, iſt ein Zufat zum 6rſeh vom 13. Germinal des VI. Jahres Lit. III. Art. ₰. () Ebendaſ. Art. s⸗ 235 1. Theil. v. Buch. Xw. Zitel. „3. Das Protocoll uͤber die Verhaftnehmung mug, außer den bey allen vom Grrichtsbote ſue aus⸗ gfetiztei ultiben ibi ewb hiſi ſchen Formall⸗ täte, eüthaften 4) neit tfebe i zahſüſigegebo, 2) dit Wahl eines Wohnbttes ſz Seneinde, innerhalb welcher der Schüttier Zeffußiich enthatten wer⸗ den ſoll, wenn dit Gläüßiger ſi ohnehin daſelbſt wohüt. Ber Gerſchesbot it⸗ zü Sus wryer Zeugei.(Art 99 1d F 3 Iſt Fit Vemn iſhe ſ ein Latzes Jr verſtrichen⸗ ſö muß dürch eei ie Ge⸗ richtsboten ein neues 6 t werden Qrt. 7940)) 785. i den Sa e ii⸗ Pip lih ber Gerichtöööte ie Bliht i u verhuthn ſite 1 F bißzen, i dern Vine it er wit e u nach Vorſchtift dis S bu iches erfahten 1 6. Fi 5 i derauf. an, ß der Vor⸗ gang dem i 6„liſ 1 5r auf. der Siel vol“ it. S i er anz an dem Brte i whigi f ii Jefih werden. Bieſet in Ae Ferm ſeine Ent⸗ ſcheivung(S. Art, 806 und F Iſ bie eheite mung außer der t he 46 e p hes aeſche⸗ hen, ſb wirb ,6 Spiithu ußPihſ nien gefö t 3630 Gtt. 39 335), nnobbin 00 de onunch ſozni 77. Die auf die ſummariſche Anzeige(Art. 306 f.) (Reférè) ertheilte Verordnung wird in das Lie des 13730 (¹) Beſey v. 15. des. N. zu xi⸗ ur.— 0. a) Deſe Verorbnung if Feu,— Mön inagace(e (a)n Eriminaieoder Geie vom„. r—. Lit. 4. Abſchn. 2. Art. 4) War bereits älterer Gerſchtsbrauch— Von der Verhaftnehmung. 239 Gerichtsboten eingetragen und auf der Stells eret. Qet. 304.)(N 788. Tpagt der Schihner icht, inß aß paß Sache beym Gt. angszeigt upde, noder befiehit der Präſident, im Fall einer Anzeige, daß demungeachtet(mit der Verhaftnehmung) verfahren werden ſolle; ſo wird der Schuldner in das Gefängniß des Ortes, und wenn es daſelbſt kein Gefängniß giebt, ins nichoelegen, gbge⸗ fuͤhrt. Sollte ein Getichtsbote odft irgend ein qnderer den Schuldner in ein anderes, as za8 dazu geſetzlich be⸗ ſtinmte Sfinhis abführene dgrin. aufnebmen, oder dort enkhalten; ſo iſt wiber ihn wegen des erei will⸗ kährlicher Verhaftugg zu. öiſtteie 6. Sihnlzn 36 in die 789. Bey der Flſi e k6 der Gefangeßtn Ler ſynz das üeihei. 3) die Nomen unß er Wohnort des Glaͤu⸗ bigers, 3) die Wahl eines. von Seiten des letztern, weyn er nicht ohnthin in der Gemeinde wohnt, 4Ndie ſui der Aufenholt, und das Gewerbe, des Schuld⸗ nerz, 3) da zin gniß n ber die iiſigte Niederlegung der zum und K chiſn wenigſtens auf einen Wonäk ſitie Summe, 6) endlich der Umſtand, daß der Gerichtsbote dem Schuldner ſelbſt in Perſon eine Abſchrift, ſowohl des über die Verhaftnehmung. aufgenom⸗ menen Protocolls, als ſeiner, Einzeichnung in die Liſt der Gefangenen(ctou änerheben habe. Die erwaͤhnfe Einzeichnung wird vom Serichtsboten unterſchrieben QArt. 7940 6) 6) Gieichfaus älterer greliolrah (2) Geſehbuch über Verbrechen und Strafen(Geſetz v. 3. Brumaire des 1W. J0) Lit. Xwuf. XIX Art 870. A. f. 582. 0 (3) Ordonn. d. 1670. Zit. XIII. Art) 13. Die Zeugen(regors) unterſchreiben hier nicht mit, denn ſie ſind bloß vorhanden, um die Verhaftnehmung zu bewähren und nöthigem dem Ge⸗ richtsboten thätig beyzuſtehen. *) Das Formular zum Eerou ſ. beym Delaporte unter: Em⸗ pris onnement. E. 240 I. Dheil. v. Büch. XV. Titel. . Der Gefangenwaͤrter oder Kerkermeiſter traͤgt das Urthel, in welchem auf die Verhaftnehmung erkannt iſt, in ſeine diſte ein. Zeigt der Gerichtsbote dieſes Ur⸗ thel nicht vor, ſo muß der Gefangenwärter die Aunahme des Schuldners und deſſen Eintragung in die Liſte der Gefangenen verweigern.(Art. 794.)() . Der Glaͤubiger iſt verbunden, die zum Unter halt erfodertiche Summe ovrauszuzahlen, und zu depo⸗ niren. Dritt deine Empfehlung zuréfernern gefaͤnglichen Enthaltunig ein ſo duͤrfen wie unterhaltsgelder ohne Einwilligung des Empfehlenden veshalb nicht zuruͤckge⸗ nommen werden.(²) 792. Der Schüldner kann von jedem zur fernern ge⸗ faͤnglichen Enchaltnng empfohlen werden, der ihn ſelbſt haͤtte verhaften laffennkönüen. Auch der, welcher eines Verbrechens angeſchuldiget, und deshalb gofanglich einge⸗ zogen iſt, knnz fernern Haft empfohlen werden, und iſt, zu Folge dieſer Empfehlung, fernerweit im Gefaͤngniſſe zu enthalten; wenn gleich auf ſeine Loslaſſung er⸗ kaunt und ir pom Verbrechen freygeſprochen worden 6) Weit niemand gefänguch eingezogen werden tann⸗ als kraft tzto utiheisnn S5 (2) Geſeh vom as Geriinnt des n 2 xit in. Art 14. Prd⸗ nnaii henſetiſteſeee Hrdonnanz im angefſchrten Artikelzeder Richter ſolte denſelben, bo⸗ ſtimmen. Dieſe Taxe erthellte der Richter der die Aufſicht über die Gefängniſſe hatte, von Zeit zu Zeit nach Verhältniſ der Zheurung der Lebenomitte Ducch eln Reglement des Pariſer Parlements v. 1. Sept. 1717 iſt ein beſtimmter Fuß feſigeſetzt, der noch jetzt zum Maaßſinbe dienen kann (s) Im Geſetz v. 130 Germinal des VI. J. Lit. 1II. Art. 11. war anbeſohlen, daß der, welcher elnen Gefangenen zur fernern Ent⸗ haltung empfehlen wole) dieſelben Formaitäten, wie bey der ge⸗ fänglichen Einziehung, zu beobachten habe. Daß ein wegen beygemeſſenen Verbrechens Verhafteter, auch wenn er losgeſprochen iſt, wegen Schulden zur weitern Enthal⸗ tung empfohlen werden könne lehrt Pochier de 1a civile Von der Verhuftnehmung 241 93. Bey jeder Empfehlung ſind eben die Formali⸗ täten zu beobachten, welche oben fur die Verhaftnehmung vorgeſchrieben ſindz doch chat der Gerichtsbote keine Zeu⸗ gen zuzuziehen, und derjenige der den Verhafteten em⸗ pfiehlt, iſt nicht ſchuldig, die Unterhaltskoſien zu deponi⸗ ren, wenn ſie bereits niedergelegt worden ſind. Der Glaubiger, der den Schuldner in Verhaft neh⸗ men ließ, kann biy dem Gerichte des Ortes⸗ wo der Schuldner gefaͤnglich enchaltem wirdmdarauf antra⸗ gen, daß demjrnigen, der ſoſchen empfohlenshat auf⸗ erlegt werde, zu den Unterhaltskoſten gleichen An beyzutragen.(¹) 794. Sind die vorſtehend vargrſchyiebtuen geena⸗ taͤten nicht beobachtet wordenam ſopſteht dem Schuldner ſrey darauf anzutragen, daßnfeins Perhaftnehmung für ungultig erflaͤrt werdes and dieſe Klasenwird bey dem Gerichte des Ortes angebtacht, wo er gefangen gehalten wird. Beruht die Nichtigkeitsklagenauf Gruͤndeun welche die Hauptſache betryffen«nſo wird ſianbev demjenigen Ge⸗ nichte nanhaͤngig gennchtdqs die Vyilſtreckungudes Un⸗ thels zu verfuͤgen hat.(²) 795. Die Klage kann auf jeden Fall, mit Erlaubuiß des Richters, unter Verſtattung einer kurzen Friſt angebracht, und die 2 Vorladung voi hierzu beauftragten Gerichtöboten an den(vom Glaͤubiger) beyoder Einzeichnung des Gefan⸗ genen in die Liſte des Rerkeriiſters(cerht) angegebenen Wohnort inſinuirt werden Die Sache wird ſummariſch civile V. 25. I. Cap. S. 7. Ein im Gericht der Tournelle ge⸗ ſprochenes Arrét vom a8. Febr. 1707.(coll⸗ de zurispr. unter: Prison, Prisonnier n. 60.) beſagte das Gegentheil. (1) Geſetz vom 18. Germinal d. VI. Jahrs Art, v Se Drfour, — de Proecd. P. II p. 36g. 33500 In Anſehung des Abſchnittes des Artikeis ſ. d. angef. Seb Ber 16 Ord. v. Tit. XIII. Art. 33. (2) Geſetz v. 18. Germinal Art. 6. Die Diſtinetſon in Anſehung der Gerichte, wo die Nutlitätsktage eſgebracht werden ſoll, iſt neu. Civilgerichtsordnung. 31 242 1. Theil. W Buch RV. itel. entſchieden, wenn zuvor die Staatsbehörde mit An⸗ trage gehoͤrt worden iſt.()0 ctebsn 796. Aus welchem Grunde auch imget n Rulicht der Verhaftnehmung erkannt wonden ſeyn mag, ſo zieht ſolche dennoch die Unguͤltigkeit der Sofie6 zur fer⸗ nern Enthaltung nicht nach ſich.(2) Wenn die Verhaftnehmung Schupner fuͤr ungultig erttärt worden iſt/ ſo fann er wegen derſel⸗ ben Schuld nicht ehet wieder ggefänglich ingezogen wer⸗ den, als bis. eſpeen Ein 606 verſtrichen iſt⸗ 5id ni(8 798. Sobald— Schuldner vie Swr wegen welcher er in Verhuft genommenſworden iſth nebſt den Koſtenſtined jgrfůnglichen Einziehung dem Gefngenwar⸗ . einhuaͤndigiſ mußenſogleich fpeygelaſen werden(7 . Wirdndie Verhaftnehmung fuͤr unguͤltig erklart, p kann r den — unliini() dene gooSit uuf gſetzlicht⸗ bbn Vrehoft nmn gemen wird losgelaſſen: aanf Bewilligung deß Hlaubſgeßn der. gefn⸗ gen nehmen ließe undoderst die ihn zug⸗ ſernern Enthal⸗ wn empfohlen hatten, weun ktrts der Fall warz 2) ggen Bezahlung pyer Riepfrlegung,der Summen, welche er ſowohl dem Glaͤubiger, der ihn gefangen neh⸗ men ließ, als dem, der ihn zur fernern Enthaltung em⸗ pfohlen hat, ſchuldig iſtn der⸗perfgllenen, Zinſen, der ge⸗ richtlich fiſtheſetzten Koſten, der Koſien der Verhaftneh⸗ u und gegen Erſeuen der diponirten unterhalts⸗ 3 (1) Geſetz vom 18. Germlnat. V. J. Art. 1 des nræitet. Dieß iſt gegen dnd nur angeführte Geſetz Art. 2. 63) Hid. v. 1670 Lit. K. Art. 32. 54 (4) Geſeß v15 Grmingi des VI. J. Zit. I, At. 6. Von ber Verhaftnehmung. 243 3) vermoͤge der Rechtswohlthat der Vermoͤgensceſ⸗ ſion(beneficii cessionis bonbrum);(Nap. Civilgeſetzb⸗ Art. 1268. 12700) o vönn nochld o. ₰ weun der Glaͤubiger die Unterhaltskoſten nicht im Voraus deponirt hatz toinn § endlich, wenn der Schuldner das ſiebenzigſte Jahr ſeines Alters angetteten hat; jedoch in letzterm Falle nur dann) wenti er für keinen Betvuͤger zu achten iſio6l)nt got Dit Einwilligug im vie Entlaſſung des Schuld⸗ ners kahn etiwebet vor Lintn Rotar erklaͤrt, oder(auf Verlangen des Glaͤubigers) in die Gefangenliſte eingetva⸗ gen tberben(„ nöluch 6 dlodo goz. Der Gegenſtand der Foderung kann an den Serkermeiſter abgegeben werdeu, ohnel duß rpfoderlich:waͤre, deshalb ein Erkennutß ausjubringenum Venwrigert, der Gifängenwärtet vie Annahnte ſo wird erz krüft ertheilter (richterlicher) Erlaubniß auf einen kurzen Termin vor das Gericht des Ortes vorgefodert. Die Vorladung wird durch einen hürzu abgevtdnkoon Gerichtsboten ozugefer⸗ tigt.(2) zmſſolophal 61ict zondlnchS 803 Bib Eictafſttit weheſ uuterbliebelter Deßoſitio ter Uutekhaltstoſttn Wirs, ohie borgaͤngige Auffoderung, gegen eiue un den Gerſchtsboten abgegebene Bittſchrift aubefohlen, welcher ein übef die vnterbliebene Depoſition 65 Dis 4 einem üeuchen Knb dntichht Aüb Kukgebachtem Geſete it. M. Aitt. 14 uc 18. welches wieder aus dem KII Titel der Drd. von 1670. Art. 24. 29 u. 31, geſchöpft war. Die Ste iſt aus dem Civilcoder(Arr⸗ 2566) eilehnt. Daß man nicht das erfüllte, ſondern das begonnene Z0ſte Jahr annahm, hat bey den Deliberationen Herr Dufonk durchgeſetzt. (2) Ord. v. 1670. Lit. XIk. Art. 37r2 (3) Ebendaſ. Art. 32. 33 Nach leßtgodachtem Artikeb der Ordon⸗ nanz durfte der Kerkermeiſter, wegen Foderungen, die er an den Gefangenen für Unterhalt oder Gebühren zu machen hatté, die Befreyung nicht verſagen. Dieß iſt nicht aufgehoben. 244 I. Th.VB.XV. Tit. Von der Verhaftnehmung. ausgeſtelltes Atkeſtat des Gefangenwaͤrters beygelegt ſeyn muß; und zwar ohne vorgaͤngige Auffoderung(des Glaͤu⸗ bigers). Doch iſt dieſes Suchen unſtatthaft, wenn der Glaͤu⸗ biger die bisher noch nicht niedergelegten Unterhaltskoſten wirklich deponirt, ehe der Schuldner ſein Stſuch um Ent⸗ laffung eingereicht hat.(à) so4. Iſt die Entlaſſitüg wehen unterbliebener Depo⸗ ſition der Unterhaltskoſten äl anbefohlen, ſo kann der Glaͤubiger ſeinen Schpldnen nichteeher wieder in Ver⸗ haft nehmen laſſen, bis er ihm die auf ſeine Loslaſſung verwendeten Unkoſten erſtattet, oder wenn dieſer ſie nicht annehmen wilh ſſie heym Geeichtsſchreiber miedergelegt, und zugleich die Muterhaltslaſien auf ſechs Monate vornus bezahlt hat. Erfolgt die anderweite Verhaftnehmung bin⸗ nen Jahresfriſtnach Erlaſſung des Zahlungsgebotes, ſo iſt es nicht erfoperüch, die vor der gefaͤnglichen Einzie⸗ hung zu ſhien i zu Ses Grt 2) bb 805.„Hie iic uh nrheg ſ 6 Gerichtr einzureichen, ſ deſſen Bezirke der Schuldner gefangen ſitzt. Sie wird auf eihe diehqts Ingtreichte Bittſchrift an den in der Gefangenliſte bemerkten, vom Glaͤubiger erwaͤhlten Wohnart, kraft trichteili er Erlauhniß, unter Auſctzung eines küten Zens, der Staatsbe⸗ hötde miltgetheilt, i8 ohie wiiteres Verfahtei vor al⸗ len undern Sachei, ohne zufſchub und außer der ge⸗ () Der erſte Eheil dieſes Artikels iſt entrehnt aus dem Geſetz vom 18. Germinal des VI. Jahres Art 14 oder vielmehr aus der Declaration voin 10. Nov. 1680 welche Jousse im Commentaire sur Lordonnkce de 1676. Tir. XIII. art. 24 mitgetheilt hat. Der zweyte Lheil des Aiites war anerkanntet Gerichtsbrauch 5 12 Fi Zeiitel ig⸗ ult unghme des letzten Punktes, entlehnt au der G eclgr. v. 10. Jänner 1680, u. dem as⸗Art. des Arrétde réglement des Pariſer Parlements v. 1. Sept. 1717. welches man beym Jousse im Eommentar zum XIII. Lit. der Ordonnanz von 1670. Art. 24. findet.— Der letzte Punkt bezieht guf dss, was vorher im 783. Art. geſagt iſt.* I. Th. V. B. XVI. Tit. W Verfahr a ſumm. Anzeig. 245 wöhnlichen Reihe der Vobwive im——— ut⸗ ſchieden. nomt Sehözezuteb Kirer Vom Verfahren auf ſummariſche Anzeigen eſgch Creterßs) n H̃f̃ñ E 1751M In alle gn Siun⸗ oder wo es sititauß ankommt, daß bey Stteitigkeiten, welche ſich auf Exe⸗ cution einer die Hülfsvollſtreckung mit ſich bringeüben urkunde oder eines vechtlichen Erkeuntniſſes bezichen, eine vorläufige(proviſoriſche) Entſcheibulg' wtthvilt—— auf nachſtehende Art zu verfahren!e(Men and ndn So5. Die Klage wird in ein vöſ Pt bes Gerichts erſter Jüſtanz, oder von de Fiichter, del beſſen Stelle vertritt, deshalb beſonders angefttztes Vechor ge⸗ zogen, welches an einem Gerichtswegen anbetaumten Lahe inb zür⸗ biſitmüten Stirnde dehlten Wird. 808. Etheiſct indeß 2 Sache Peſchleunihung⸗ ſo kaun der Präſbtüt oder. beſſen Stzuvertreter, verſtatten, daß der Gehner auf eins gewihſ Stunde, waͤre es auch an einemm Feſttage, ins öffineliche Verhör, oder in die Wohnung des Präſidenten oder Bhchters geladen werdez uld in dieſem Falle darf die Ppriabunz. nur fraft einer (1) Im Chatelet wurden die fummariſchen Geſuche im Hauſe des Richters und nicht im Verhör angebracht. (2) Es iſt hier die Rede von jedem ſummariſchen Anbringen(Référé von referrc) beym Richter, welches ſchleunige erih Hülfe erheiſcht, in Fällen, wo, well die Sache dringend iſt, die Zeit der ordentlichen Seſſon nicht abgtwartet und die prdentt ſche Forin des Verfahrens nicht beobachtet werben kann. Schon ich Edict vom Jänner 1638. war dießfaus für das chätelet de Faris eine Vorſchrift ertheilt. *) S. Delaporte im Forinilaſið untet; Relerés. E. 246 1. Th. V. B. XVI. Tit. V. Verfahr. n Anzeig. Verordnung des Richters geſchehen, der dazu einen Ge⸗ richtsboten abordnet.(¹)*)— s09. Die auf ſummariſche Anzeigen(référés) ertheil⸗ ten Beſcheide thun der Hauptſache keinen Eintrag. Sie werden, ſelbſt ohne vorgaͤngige Veſtellung einer Buͤrg⸗ ſchaft, wenn ſolche der Richter bglohlen hat, pro⸗ vollſtreckt. 2 Su Das Fſchn b dogrgen nicht In den Faͤllen, in Wlchen die Geſetze die Appella⸗ tion verſtatten, kann dieſe Abprh Nihhn ſogar noch vor Ab⸗ lauf der achttaͤhigen GFriſt, 5 on Ertheilung des Be⸗ ſcheids an gerechnet, eingewandt werden; wird ſie aber ſpaͤter, als binnen vierzehn Tagen, vom Tage der Inſinuation des Beſcheidsan egerechnet, eingereicht: dann iſt ſie nicht mehr zulaͤßlich Ueber die Appellation wird ſummariſch und-ohne-weiteres proceſſualiſches Verfahren entſchieden. gro. Die Drigilaſtoieple⸗ der huf dergleichen ſum⸗ mariſcht Suiuchsgertheiltan Pyichtide werden aben der Ge⸗ richtsſchreiberey aufbewahrt.— 81r. Tritt eine unumgängliche Nothwendigkeit ein, ſo kann der Richter hefehlen, daß ſein Beſcheid, auf Vor⸗ zeigung des Hrigingleoncepts, pollſreckt werden ſolle(7) 6 va tel i ll e g hotokhlieoli h, beh Au lagm, djehhmnefördotl erhriſhon, dievorläuige Ghe pflegung wegfallen ſoll; ſo verſteht ſich dieß auch vom ſummäri ſchen Anbringen. Biheriber Gerchtsbtähtt. 63) In dieſer Abſicht wird vent znhalde, be Beſcheld aus ge⸗ wirkt hat, das und er iſ verant⸗ wortlich⸗ ſu N. Deun anerden erfojgt nnnli ve Vorladung vurch die Parthey, welche, ohne worgangigen richterlichen Vefehl, die In⸗ ſinuation der Ladung durch einen Serictsboten S. oben Art. 59— 74. E Zweyter Theil.“ Von itt des eſihne d moe nni nd z10 ns z. nt̃ iein nin Mtb 1866 nſieit 1 138 P in E. 3 a dnt in mm nohiolp uEnß ereFitehignd iG Brß Pon Palbitttg*) nijiunitwrrit Wihuſo n poud amihcht 110 — „gis ni 112 12 jpie 6n* oP hilpr nöpmum 4 Jä ſebtm ubir Durietuhg der Zahlung auf⸗ ʒwn Protweslemuß der dargebotent Gegenſtänd ſo bezeichnet ſeyn, daß an deſſen Stelle kein anderer unter⸗ geſchoben werden könnel Wird täares Held dargkboten, 102250 0 nNoit e1) Der erſte Zhell dieſer Gerichtsordnung thzt das br iche Verfahren vom Anfange des Ptoceſſes bis zur Voltſtreckung des Suduvthels. Der zweyte Theil enihält diejenigen Gattungen des gerichtlichen Verfahrens, die ſich auf einzetne Materien des Eivil⸗ rechts beziehen, aber unter ſich ia keinem Zuſammenhange ſiehen. *) Datbieten heißt, unter wirklicher Vorhaltung der Sache anbieten. S. Adelung unter? Anböeten und Darbie⸗ ten. ueber die Darbietung und Depoſition ſ. Delaporte Formulaire im Art. Offres réelles und Consignation. E. 243 H. Th. I. B. I. Tit. Von Darbietungzc. ſo muß dabey die Zahl und die Sorte angegeben ſeyn. (Nap. Civilgeſetzb. Art. 1243 12572 12560)(R) 813. Im Protocolle wird zugleich der 8zon Seiten des Glaͤubigers erfolgten Antwort, Weigerichg, oder An⸗ nahme gedacht, ſo wie, ob er unterzeichneth ſich deſſen ge⸗ weigert, oder erklaͤrt habe, er koͤnne nicht unter⸗ zeichnen.(2) 814. Weigert ſich der Gläubiger, das Dargebotene anzunehmen, ſo kann der Schuldner, um ſich ſeiner Ver⸗ bindlichkeit zu entledigen, die' varhebotene Summe oder Sache niederlegen(deponiren)z doch hat er dabey die im 1259. Art. des huͤrgerlichen Vbehhe wocrſchiehrun Formalitaͤten zu beobachten. gr5. Die Klage auf Guͤltigkeit, ſo wie dir auf Un⸗ guͤltigkeit der geſchthenen Darbietung oder Depoſition, muß nach“ den wegen der Hauptklagen vorgeſchriebenen Regeln angeſtellt werden; kommt aber ein ſolches. Ge⸗ ſuch bloß als Incidentpunkt vor: ſo wird es bloß in Form einer Bittſchrift angebracht. br6. Witd bie erfolgt⸗ Därbietung für gütig er⸗ fläet, ſo iſt, dafith vie Boßoſition th cht erfolgt ſeyn ſollte, in dem Urthel, worin dieß geſchieht, zugleich mit dahin zu erkennen, daß die dargebokenen Summen oder Sachen nunmehr, da der Glaͤubiger deren Annahme verweigert hat, deponirt werden ſollen. Zugleich wird darin geſagt, daß vom Tuge bet witklich erfolgten Dopo⸗ ſition an gerechnet, der Lauf der Ziſtn kufhsre.(2) 817. Die freywillige ſtwohl, als die durch ein Ur⸗ thel vorgeſchriebene Depoſition iseh allemal mit Ruͤck⸗ ſicht 6) S. über dieſen pufour, Traiis bur 12 Procedure civile Tome III. p. 1— 10. (2) Bisheriger Serſchesbrauch⸗ (3) Die Zinſen laufen, der Darbtetung ungeachtet, bis zur Depoſi⸗ tion, mit welcher ſie aufhören. II. Th. I. B. II. Tit. Von d Rechte d. Eigenthuͤmers ꝛc. 49 ſicht auf die etwa eingelegten Zahlungseinſpruͤche(oppo- sitions), welche jedoch dem Glaͤubiger angezeigt werden muͤſſen.(*) rg g1g. Das uebrige iſt im buͤrgerlichen Geſetzbuche, und zwar durch die auf Darbietung der Zahlung und De⸗ poſition ſich beziehenden Verordnungen feſtgeſetzt.(a) de* 3peyte Ditel n nn Von dem Rechte des Eigenthuͤmers(Vermiethers oder Verpachters) auf die ſeinen Miethleuten und Paͤchtern zugehsrigen Mobilien, Effecten und Fruͤchte⸗ oder von dem Beſchlage, den derſelbe darnuf zu legen berechtigt iſt(enisie gagerie) und von dem Aprrſtedrr nuf aus⸗ wärtigen Schulduern zugehörige Gregenſtande gelegt werden kann(snisier forainehonn n bnnn 319. Der Eigenthümer⸗ ſowie der Hauptynchter ganzer Häuſir und Landsttr fqnn, es mag ein Misth⸗ odef () Nap. Civilgeſetzb. Art. 1237.„Weigert ſich der Gläu⸗ „biger, die Zahlung anzunehmen: ſo kann der Schuldner das, „wos er zu leiſten hat, ihm wirklich darbieten; und wenn der „Gläubiger die Annahme verweigert ndie dargebotene Summe „oder Sache depopipen⸗— „Die wirkliche Darbietung, auf welche die Rieberlegung „erfolgt iſt, befreyt den Schuldner. In Beziehung auf ihn „vertritt ſie, inſofern ſie auf guͤltige Weiſe geſchehe iſt, vie „Stelle der Zahlung, und der Gläubiger traͤgt die Gefahr der „auf dieſe Art niedergelegten Sache.“ () Bisheriger Gerichtsbrauch. *) S. Delaporte unter: Saisie- gagerie und Saisie foraine. E. Civilgerichtsordnung. Mithiitſhn uid pachtgebet i di 250 Fhril. J. ch I. Litel. epe. ſeyn, oder nicht, ſi bie verfal⸗ in tachtin Hät⸗ apP dn 8 0 b 6 1258.„Zur Guͤltigkeit der baaren und vutichen Darbie⸗ htun iiſt erfoderuch: o) omnsdsdbicnnc 6 30d. 1)„daß ſie einem ſolchen Glubiger geſchehen ſey, der die „Fähigkeit hat, die Leiſtung anzutehmeſ, oder demjenigen, de, „ſie an ſeiner Statt anzunehinen) berechtihet 2)„daß ſie durch eine Perſon geſchohoi ſih⸗ wilche fähig iſt) Zuhluügen ʒu tiſiti ecttonzꝙlhað nsc n 300 daß inan die gänzerorsfuuent Siinhe, bie dein Gläu⸗ „biger gebührenden Renten ovot Zütiſet die ſquiditten Koſten, „und fuͤr noch nicht liquidirte Koſten eine Sumnie bübiete, zu „der man Fallay dad Röthige ziuſchießen ver⸗ „ſßrichte“uz gloudlc m noMn ne nonnu nai O„daßnbet gühluteeiingütfalſeiß ſeh ſſoafetü ter um Votcheic ve mbigers biſttt Wördeß iſt; 0 m625)„daß ie Bidingulig ktfülle ſoy⸗ 4 tete tie wi „bindlichkeit slugezathen Wörden iſt! u ol e 6)„daß die Darblerung un dein zur gaßlui eſihitin „Orte) wis]wufern ubbe ſplchem kiches btfondoles abheredet ovdeh niſth em ¶luiger in Pebfüi bbeß ut doſun Whn⸗ „ohteooder an dem) Stalt vlein, Wet Slühſt di „Vertrags gewählten Orts geſchehen ſeh 0 daß die Darbletung viech einen guih⸗ „(officier ministériel) geſchehe, Wilchet' zu dieſer Situng von 3 Kfit berechtiht iſt. LEivilgetichtobön! St. Sr f 6 n, Za Gigkeitder Wißdſitibn iſt bie kichterſich⸗ neug nicht eufodetlichto Es iſt dabeß geßühe en )„daß vine deim Gläubiger inſitniltte vol⸗ „hergogangen ſey, worin Tah Stunde uns Dit beinerkt ſind, „wo die dargebotene Sache niedergelegt werden Pi 0 2) daß der Schuldner den Beſitz der datgebbtenen Sache und ſie/ ſumint vin bis urn Läge ber Depoſitien „verfallenen Zinſen, an dienzie Annähme det Dooſt ien geſeh⸗ „lich tWnnen Behorde ont Von dem v des Cigenthümers ec. 2r ſern ober kandgütern oder auf dem Felde efindicchen Effecten und Fruchte am erſten aufs Zahlungsgebot bMni 6* 191556 156 9% 8. OT „— der Gerichtsbebiente(æcier— tei die „Art der dargebotenen Muͤnzſorten, uͤber die Weigerung des „Glaͤubigers, ſolche in Empfang zu nehmen, uͤber deſſen Nicht⸗ „erſcheinen, und endlich uͤber die erfolgte Niederlegung, ein „Protocllabgefaßtahabeß Koſnc on ue 4)„daß in dem Falleee wo der Glzupiger nicht erſchienen „iſt, das Protochll ͤber die erfolgte Depoſition ihm mitgetheilt „worden ſey, mit der Wwehn⸗ die vwze i an ſich „zu nehmen.“ 1260„Die mit der jeerayrihme und der Depoſi⸗ „tion verbundenen Koſten fallen dem Gläubiger zur Laſt, da⸗ „ferne beydes aufgeinengeſemßige Aft krfolgtiſtqhc 6 1261.„Der Schuldner kann die deponitte Suche, ſo lange „ſie vom Gläubiger nicht angenommen iſt, zupuͤcknehmen. Thut „er aber dieſes: ſo ſind ſodann ſeine Mitſchuldner oder ſeine „Buͤrgen ihre Verbindlichksit nicht entlediget 10 4 G nshoper Schhldiet Flhſtlein pchtskrftiges Ur⸗ „thelearlguabo hrch welchhs kfin Darhietsn er Zahlung, nsbſt ader Niederſtgunge juͤr: goſelich⸗ undegältig erklaͤrt worden iſt: „ſo kann er, ſelbſt mit Einwilligung des Gläubigers, zum „Nachtheil ſeiner Mitſchuldner oder Buͤrgen die 1rabegte „Sache nicht mehr zuruͤcknehmen. 9 163,„Der Gläubigerdyr hewillint: hat, daßn der „Schuldner die miedergelegte Sache zurucknehmet nachdem die „Depoſition durch ein rechtskroßtiges Urthol fuͤr guͤltig gerklärt „worden iſt, kann, um zur Zahlung ſeiner Foderung zu gelan⸗ „gen, die ihm, kraft derſelben, zuſtändig geweſenen Privilegien „oder Hypotheken nicht weiter geltend machen. Ershat uur „erſt wieder von dem Tage an eine Hypothek, an welchem di⸗ „Urkunde, durch welche er die Zuruͤtknahme der niedergelegten „Sache bewilligt hat, in die zu Beſtellung einer Hypothek er⸗ „foderliche Form gebracht worden iſt.“(Art. 2146 21480 1264.„Iſt die auszuliefernde Sache ein beſtimmter Ge⸗ „genſtand(opecies), der an dem Orte uͤberliefert werden ſol, 252 I. Theil. I. Buch. IM. Titel. folgenden Tage, ohne nne Srlehiß⸗ S8h5 le⸗ gen laſſen. Er känn dieß ſogar auf eune Gün wenn er auf ſchriftliches Anſuchen vom Praͤſidenten des Gerichts erſter Inſtanz dazu Erlaubniß lerhalten hat. Auch kann er“ die Mobilien, mit welchen das Haus oder das verpachtete Gut verſehen war, in Be⸗ ſchlag nehmen, wenn ſolche ohne ſeine Einwilligung bereits weggeſchufft worden ſind; und ſein Vorzugsrecht darauf bleibteihm unverloren, wenn er ſolches nur in Ge⸗ maͤſtheit des 2102. Artikeks des bürgerlichen mittelſt einer Klage zuruͤckgeſodert hat. 6)(¹) g20. Eben ſo können mit Beſchlag belegt wer⸗ den Efferten des Afterpachters und LAiad Bhbuc nndpn 8 „wo er ſich befindel! Stniß der Schutbner dürch eine ſchrift⸗ „liche Erktärung, Fie ör dem Glaͤubiger in Perſon öder an „deſſen Wohnorte, öder in dem zur Vollziehung des Vertrags „gewaͤhlten Wohnſſtze zuferügen laͤßr) denſrlben auffodern, die „Soache Sbzuhvltml!“ Iſt dieſe Auffoderung Feſchohen, und der „Glaͤubiger holt dis Sache nicht qbt der Schuldner ber bedarf „des Ories) wo ſie aufbewahrt iſt: ſo kann dieſer ſich eine „gerichtliche Erlaubniß auswirken, ſie an einem andern Orte erwahelich niederzulegen.“ 5 (a) Nap. lgeietilratniein.„St de Mobi⸗ „lien, mit welchen die Miethwohnungoder dps verpachtete Gut „verſehen war, ohne Einwilligung des Vermiethers oder Ver⸗ „pachters weggeſchafft worden⸗ ſo kann dieſer Arreſt darauf „legen, und behaͤlt in Anſehung derſelben ſein Porzugsrecht, „wenn er naͤmlich, bey Mobilien, mit welchen ein verpachtetes „Gut verſehen war, binnen vierzig, und bey Mobilien, mit denen eine M iethwohnung verſehen war, binnen vierzehn T Ta⸗ „get⸗ ſein ßt auf bieſeben geitend gemacht bie (1) Ueber Gegenſtände dieſes Titels ſ. Dufour, Traité sur 1a Pro⸗ cedure civile, Tome I1I. 2p 25— 29.— Coutume de Parie, art. 161. 171. ² Von dem Rechte des Eigenthuͤmers ꝛc. 253 die ſich in den von ihnen bewohnten Orten hefinden⸗ und die Fruͤchte der in Afterpacht uͤberlaſſenen Laͤndereyen fuͤr die Miethzinſen und Pachtgelder, womit ein Afterwieth⸗ mann oder Afterpachter in Ruͤckſtande iſt. Docht kann er die Aufhebungedes Beſchlags bewirken, wenn er dar⸗ thut, daß er ohne Vetrug bezahlt habes auf zum Voraus gelieferte Zahlungen aber kann er ſich nicht berufen. (Rap. Civilgeſetzb. Arti17530 1˙) gar. Bey Ahlegung des vom Vermiether auf Mobi⸗ lien und Effeeten ſeiner Miethleute und Pachter geſuchten Beſchlags muß ein der nämlichen Form, wie hey der Pfaͤndung(aisie eneutiun) verfahren werden; der Aus⸗ gepfaͤndete kann zum Aufſeher angeſtellt werden. Werden Fruchte in Beſchlag genommen⸗ ſo geſchieht dieß in der im 9. Titel des vorhergehenden Buches beſtimmten Form.(S. oben 1. Th. V B Titr 89.Nonh Saa. Jeder Glaͤuhiger, ſelbſt der, welcher kein Schuldbekenntuiß in Händen hat, kann, yhne vorgaͤngi⸗ ges Zahlungsgebot, jedoch mit Erlaubniß des Praͤſidenten des Gerichts erſter Inſtanz, ja ſelbſt bloß des Friedens⸗ richters, Effecten mit Arroſt belegen kaſſen, die ſich in der Gemeinde, i welcher er wohnt, beſinden, und ſeinem aus⸗ waͤrtigen Schuldner zugehoͤren.(2) sa3. Sind dieſe Effecten in des Arreſtausbringers eignen Händen, ſo behaͤlt er ſie in ſeiner Verwah⸗ rung; widrigenfalls muß ein Bewährer devſelben beſtellt werden⸗ d Mum 8az. Auf die in gegenwaͤrtigem Titel erwähnten Ar⸗ reſte kann nicht eher zur Verſteigerung verſchritten werden, als bis ſie fuͤr gultig erklärt worden ſind. Auf den im 8a1 Art. bemerkten Fall kann der mit Arreſt Velegte; in dem im gag. Artikel angegebenen Falle aber der, welcher den Arreſt ausbrachte, oder der Aufſeher, wenn einer be⸗ (1) Coutume de Paris, art. 162. (2) Ebendaſ. Art. 173. 254 n. Zheil. T. Buch.. Titd. 1 ſtellt iſt, durch Gefaͤngnißztung dazu angehalten werden, die mit Beſchlag belegten Effecten votzuzigen.(Nap. Ci⸗ Siglſetb⸗ it 2060. Nr. nut mang26 ubrigens iſt den Pegen der güsßfänbung, Verſteigerung und Diſtribution der Auctionsgelber oben (im I. Buche des I. Theils Tit. vnr und XI.) enthaltenen ——— 81pnie m Nmnn 1ch db Lpn i 7290 m Pen Ziſchiage n S„ ſi gionbdnd v 836. Mit hen Seſplag zum Behufe der Vindjea⸗ tion⸗ darf⸗ nur ſeehelee guf ſchtiftlches Ae. * vot paſpiut 6 6 6 Grrichts erſter Inſtanz er laſſenen Verordnung betfahret werdenz widrigenfalls ſol die Patthey ſowohl⸗ nalsader Gerichtsbote, der den Beſchlag angelegt ht. jun Schihrueſub hripflichtit ſyn.„ an 837 Jede Bittſchrift, in welcher un Verſtattung ei⸗ nes ſolchen Beſchlags angeſucht wird, muß eeĩ fümfnari⸗ ſches Verzeichniß der En Beſchlag zu nehmenden) Effecten enthalten.(*) 5 8as. Der Richter kann verſtatten, daß ein derglei⸗ chen Beſchlag ſogar an einem geſetzlichen Feyertage an⸗ gelegt werde. 829. Weigert ſich derjenige, der die in Beſchlag zu nehmenden Effecten in Verwahrung hat, die Thuͤren zu oͤffnen, oder widerſetzt er ſich dem anzulegenden Arreſte: ſo muß dieß dem Richter angezeigt, jedoch mit der Be⸗ ſchlagnehmung einſtweilen Anſtand werden; (1) Vorheriger Gerichtsbrauch. ) S. Delaporte unter: Saisie- revendication. Pufour, Traité de la Proc. civ. T. III. p. 36— 38. E. Vom Beſchlage zum Behuf der Vindication. a55 doch ſteht es dem Anſuchenden frey eine Wache an die Thuͤr zu ſtellen.(¹) npn) 830. Dek Beſchlag hum Behuf der Vindication wird in der nämlichen Fotin, wie die Auspfaͤndung vorgenom⸗ men, ausgenommen, daß derjenige, bey dem er angelegt wird, auch zum Aufſeher(der arretirten Sachen) beſtellt werden kann.(²) 831. Die Klage auf Guͤltigkeitserklärung des ange⸗ legten Beſchlags gehort vor das Gericht, unter deſſen Vezirt derjenige wohnt, dem er angelegt worden iß. Steht dieſe Klage mit einem bereits anhaͤngigen Rechts⸗ ſreite in Verbindung, ſo muß ſie bey dem Gerichte ange⸗ bracht werden, wo dieſer Rechtsſtreit anhaͤngig iſt. 6 ——— Bietholung dehen, was oben im des 587. Ark. geſagt worden iſt. Bey der Auspfãudung darf, u BeKnung ärgerlicher Auftrirte, die Parthey, welche ſe ausgerirkt hat, nichr gegenwärtig ſeyn; allein⸗ dieß iſt auf die durch indieation per⸗ anlaßte Beſchlagnehmung nicht anwendbar, weit die vindicirten Gegenſtände kecognoscirt werden müſſen, welches von der Parthey ſelbſt am beſten geſchehen kann daher man auch beh dieſer Art der Hülfsvortſtreckung die Gegenwart der Partheh verſtattet. S. Collection de jurisprudence unteri siee cution⸗ (*) S. Pufour, Traité de la Fro 3— nr. p. 33— 40. 3 „ 26 nhilt. vxi kwitat B6 Vierter Liter Pen ibiu bey tis ſte 892. Die im 3 und ei xtitel des dücgali chen Geſetbuches iſceieene Infinuationen und Auf⸗ foderun⸗ 91 1ꝗ 42 W enu G Nap. Civilgeſetb. Art argg„Will der neue Eigen⸗ „thuͤmer ſich gegen die im ſechſten Kapitel des gegenwärtigen „Buches verſtatteten Anſpruͤche ſichern; ſo liegt ihm ob, ent⸗ „weder vor dem gerichtlichen Anbringen, oder ſpäteſtens in „Monatsfriſt nach der erſten an ihn ergangenen Auffoderung, „den Gläubigeln in die bey ihrer Einzeichnitng von be⸗ „ſtimmten Wöhnſi itze zůfertigen zut faſſen? 0 *„einen Auszug aus ſeiner Schulvverſchreiung worin „bloß das Datum und die Beſchaffenheit der Urkunde, Namen „und genaue Bezeichnung des Verkaͤufers oder Schenkenden, „ſo wie vie Beſchaffenheit und Lage des verkauften oder ver⸗ „ſchenkten Gutes, und wenn ven einem Inbegriff mehrerer „Grundſtuͤcke die Rebe 4⸗ der algemeine Name der Beſitzung, „der Bezirk, in dem ſie liegen, die Kauſſumme und die Obla⸗ „ſten, die einen Theil des Kaufpreiſes ausmachen, oder wenn „der Gegenſtand verſchenkt wotden i. die Tare deſſelben, ent⸗ „halten ſeyn muß; 6. 2)„einen uiiz über dis aſe aſhefuuce „gung der Kaufsutkunde)“ cpan: bloe 3) eine Tabelle mit drey i wovon die das „Datum der Hypotheken und Einzeichnungen, die zweyte die „Namen der Glaͤubiger, die dritte aber den Betrag der einge⸗ „zeichneten Foderungen. enthalten muß.“ 3 2184.„Der Käufer oder Veſchenkte erklärt zugleich in dieſer Urkunde, daß er Pettit ſeyndie hypothekatiſchen „Schulden und Oblaſten, jedoch eh bis zum etrage „des Werthes, auf der Stelle nnnſoben/ moͤgen Sbun „ſeyn oder nicht“ a1s3. Von der Verſteigerung ꝛc. 257 foderungen muͤſſen durch einen Gerichtsboten geſchehen, welchen der Praͤſident des Gerichts erſter Inſtanz in dem Bezirke, wo ſie erfolgen ſollen, auf ein einfaches ſchrift⸗ liches Anſuchen, deshalb abordnet. Zugleich iſt in der Auffoderung ein Sachwalter bey demjenigen Gerichte zu beſtellen, vor welchem die Verſteigerung vor ſich gehen ſoll, und welches uͤber die Location der Glaͤubiger zu erkennen hat. ———— 2185.„Hat der neue Beſitzer dieſe Anzeige in der be⸗ „ſtimmten Friſt gemacht; ſo hat jeder Glaͤubiger, deſſen Fode⸗ „rung eingezeichnet iſt, das Recht, zu verlangen, daß das un⸗ „bewegliche Gut oͤffentlich ſeilgeboten und perſteigert werde; „jedoch iſt erfoderlich:“ 1)„daß dieſes Verlangen dem nenen, Siaenhume ſpäte⸗ „ſtens binnen vierzig Tagen, von Zeit der in der Bittſchrift „des letztern enthaltenen Anzeige an gerechnet, mitgetheilt „werde: zu welcher Friſt auf jede fuͤnf Myriameter, welche der „erwaäͤhlte Wohnſitz jedes der anſuchenden Gläubiger von deſ⸗ „ſen wahrem Wohnorte entfernt liegt, jwen Tage hingerech⸗ „net werden;“ 2)„daß zugleich der Anſuchende ſich er wolle den „ehnten Theil mehr geben oder verſchaffen, als die im Kauf⸗ „contracte beſtimmte Kaufſumme oder der vom neuen Eigen⸗ „thuͤmer angegebene Werth betraͤgt;“ 3)„daß gleiche Mittheilung in gleicher Friſt an den vor⸗ „hergehenden Eigenthuͤmer als Hauptſchuldner erfolge;“ 4)„daß das Original und die Abſchriften dieſer Zuferti⸗ „gungen vom anſuchenden Glaͤubiger oder deſſen mit aus⸗ „druͤcklicher Vollmacht verſehenem Anwalde, welcher in die⸗ „ſem Falle die Abſchrift ſeiner Vollmacht hat, un⸗ „terzeichnet werden:“ 3)„daß er ſich erbiete, bis zum d Werthes und „der Oblaſten, Caution zu ſtellen.“ „Alles bey Strafe der Nullität.“ Civilgerichtsordnung. 33 258 1I. Theil. I. Buch. IV. Titel. Die Urkunde, in welcher auf Verſteigerung angetra⸗ gen wird, muß bey Strafe der Nullitaͤt des Ueberge⸗ *⁴ botes, das Erbieten zu Stellung eines Buͤrgen enthalten, nebſt einer Vorladung, daß der Gegentheil vor erwaͤhntem Gericht ein drey Tagen zur Annahme des Buͤrgen erſchei⸗ ne, wegen welcher ſummariſch verfahren wird.(¹) 333. Wird der Buͤrge verworfen, ſo wird das Uber⸗ gebot fuͤr nichtig erklaͤrt, und der Grwerber beym Beſitz geſchutzt; ausgenommen wonn noch andere Glaͤnbiger Uebergebote gekhän huben!(S oben I. Th. V B I. Tit. ð Art. S17. ff. ſ auch Art. 7. 7110)(2) 834. Glaͤubigern, die nach dem Inhalte des 2123. 2127 und 212. Art. des buͤrgerlichen Grſetzbuches) mit 13⁵ () Nap. Civilgeſetb. Art. a123.„Die gerichtiiche Hy⸗ „pothek entſteht durch rechtliches, entweder nach Erſcheinen, „oder auf Außenbleiben des Gegentheils, endlich oder proviſo⸗ „riſch, geſprochenes Wkenniß, zum Beſten deſſeh, fuͤb den es „geſprochen iſt. Sit tſtehr uch ans der erſchtlichen An⸗ „erkennung Un Sihei bet Untetſchräfte einer unter „Privatſignatur deshalb aüsgeſtellten, Lerbinblichen Verſchrei⸗ „unh „Sie kann an den dem Schuldner dermalen wirklich zu⸗ „gehorigen, und an kunktig von ihrn zu erwerbenden unbeweg⸗ „lichen Guͤtern gelteſid geinacht werden, jedoch gleichfalls unter „achſtehenb angegobemen Movificdtionen““ „Schiedsrichterliche Entſcheidunget brilhen Kut in ſo ſern „eine Pypothek herbor, als damit der gerichtliche Beſehl zu „deren Vollſtreckung verbunden iſt.“ (1) In dem unter Rr 2. des a185. Art⸗ des Nap. Civilgeſeßb⸗ beſtimmten Falle muß das Uebergebot den Kaufpreis, um wel⸗ chen dem uenen Eigenthümer das Gut überlaſſen iß, um den 0ten Theil überſteigen. Der im 710 Art. der vorliegenden Civit⸗ gerichtsbronung etwähnte Falt iſt bon dioſem gar ſehr verſchieden; denn hier muß das Uebergebot das leßte Gebot wenigſtens um ein Viertheil überſteigen. (2) Im vorliegenden Falte muß der Bürge für Kaufgeld und Koſten gut ſagen, Juhalts des augs. Art. des Civilgeſetzb. Von der Verſieigerung 1c. 259 Hypotheken verſehen ſind, jedoch ihre Verſchreibungen nicht vor den nachher erfolgten Veraͤuſſerungen der ver⸗ hypothecirten Gtundſtuͤcke in die Hypothekenbuͤcher ha⸗ ben vormerken laſſen, iſt uur dann verſtattet in Gemaͤß⸗ heit deſſen, was im VII. Cap. des XWIll. Titels des buͤrgerlichen Geſetzbuches verordnet iſt, ein Uebergebot zu thun, wenn ſie beybringen, daß ſie ſeit der Ausſtellung der Zueignungsurkunde, und zwar ſpaͤteſtens binnen vier⸗ zehn Tagen von der Eintragung dieſer Urkunde an gexech⸗ net, ihre Hypothek haben einzeichnen laſſen. Ein Gleiches findet in Anſechung der Gläubiger Statt, die ein Vorzugsrecht auf unbewegliche Guter ha⸗ ben, jedoch mit Vorbehalt der uͤbrigen dem Verkaͤufer und den Erben im a1os und 2109. Artikel des buͤrgerli⸗ chen Geſetzbuches 6) zugeſtandenen Rechte. „So kann nuch durch ein im Auslande geſprochenes Ur⸗ „thel nur in ſoweit eine Pypothet euxtehen, als daſſelbe durch „ein Franzöſiſches Gepicht ſih vollſirfſthar⸗ erklärt iſt; jedoch „hat es bey demwas in den das öffenliche Recht betreffen⸗ „den Geſetzen und Verträgen dem entgegen etwä beſtinimt „werden konnte, ſein Bewenden.“ 2127.„Die Cpnventionalhypothek kann nicht anders be⸗ „ſtellt werden, als purch eine in oͤffentlich beglaubigter Form „vor zwey Notarien, pder poi Einem Notar und zwey Zeu⸗ „gen, abgefaßte Urkunde“—— arzg.„Durch im Auslande geſchloſſene Verträge kann „auf Guͤter, die in Frankreich liegen, keine Hypothek beſtellt „werden, daſern nicht in den das offentliche Recht betreffenden „Geſetzen und Verträgen, das Gegentheil boſtimmt iſt.“ (a) Nap. Civilgeſetzb. Art. 21c8.„Der mit einem Vor⸗ „zugsrechte verſehene Verkaͤufer erhält ſeine Prioritaͤt dadurch „aufrecht, daß die Urkunde, durch welche das Eigenthum auf „den Kaͤufer uͤbergegangen iſt, und aus welcher erhellet, daß er „das Kaufgeld noch ganz oder zum Theil zu fodern habe, in 260 IH. Theil. I. Buch. IV Titel. 835. In dem Falle, von welchem der vorhergehende Artikel handelt, iſt der neue Eigenthuͤmer nicht gehalten, die imoausg und aush. Art. des buͤrgerlichen Geſetzbuches vorgeſchriebenen Inſinuationen an diejenigen Gläubiger ergehen zu laſſen, deren Einzeichnung nicht vor der Ein⸗ tragung derjenigen Urkunde, durch welche ihm das Eigen⸗ thum ůbertragen wurde, erfolgt iſt. Auf alle Faͤlle iſt der neue F zu—n als zur des —n b „die Pypothelebſiit eingeträgdn wird! Hat dahi der „Kaͤufer den Kaufcontract eintragen laſſens ſo hat dieſes fuͤr „den Verkaͤufer und fuͤr den Glaͤubiger, der ihm das bezahlte „Geld vorgeſchoſſen hat⸗ und durch den Kaufcontract in die „Rechte des Verkaͤufers eingeſetzt worden iſt, die Wirkung der „Vormerkung(Einzeichnung ihr Foderungen). Doch „iſt der zur Aufbewahrungr der Hypothekenbuͤcher beſtellte Be⸗ „amte Gonseryateun des hypothennes) gehalten, bey Vermei⸗ „dung des vollſtöndigen, dem Dritten zu jeiſtenden Schaden⸗ „erſatzes, alle aus dem Kaufcyntracte ſich ergebende Schuldfo⸗ „derungen, ſowohlides Veskäufersoals der Dalkeiher, Amts⸗ „halber in ſein Buch vonzumente nxünzapzeichnen); „doch koͤnnen auch detztere die Eimtrag ung des Kaufcon⸗ „tracts, wenn ſie noch nicht erfolgt iſt, beſorgen, um auf dieſe „Art die Vormerkung(Einzeichnung Ndeſſen, was ſie „von den Kaufgeldern zu fodern haben, zu bewirken.“ 21c9.„Der Miterbe oder Theilhaber erhaͤlt ſein Vor⸗ „ugsrecht auf die zu Jedem Gbbſchaftswoſs gehörigen Guͤter, „oder auf das verſteigerte Gut in Anſehung des ihm von den „Miterben etwa herauszugebenden Ueberſchüſſes oder in Ruͤck⸗ „ſicht auf die Auctionsgelder, dadurch aufrecht, daß er die Fo⸗ „derung vormerken(einzeichnen) laͤßt; jedoch muß dieß vom „Datum der Erbtheilung) oder der bey der Verſteigerung er⸗ „otgten Zuſchlagung an, binnen ſechszig Tagen geſchohen, in „welcher Zeit auf das Gut, worauf herausgegeben werden muß, „ſo wie auf das verſteigerte Gut, keine Hypothek zum Nach⸗ „theile deſſen Statt finden kann, der die Herausgabe oder die „Kaufgelder zu fodern hat.“ Von der Verſteigerung c. 261 Kaufgeldes, nach Maaßgabe des a1s6. Art. des Civilco⸗ der), verpflichtet, wenn die Glaͤubiger unterlaſſen haben, die Verſteigerung in der Friſ und B zu ſuchen. 836. Um zu dem niihitni Lerfaufe durch Ver⸗ ſteigerung, von welchem im a187. Artikel des Civilco⸗ der 0) die Rede iſt, zu gelangen, muß der Anſuchende durch angeſchlagene Patente den erſten Ausruf bekannt machen, welcher vierzehn Tage nach dieſem Anſchlage er⸗ folgt.(S. oben Art. 682. 6840 837. Das uͤber die Anſchlagung der Patente aufge⸗ nommene Protocoll muß, wenn der Glaͤubiger die ander⸗ weite Verſteigerung ſucht, dem neuen Eigenthuͤmer, und b (a) Nap. Civilgeſetzb. Art. 2786. Waben die Gläubiger „unterlaſſen, in der vorgeſchriebenen Friſt und Form um die „Verſteigerung anzuſachen: ſo wird der Werth des unbeweg⸗ „lichen Gutes nach der im Kaufconkraete beſtitnmten Kauf⸗ „ſumme, oder nach der vom neuen Eigenthüet algegebenen „Taxe, unabaͤnderlich angenommen. Letleret wicd dem zu „Folge von jedem Vorzugstechte und jeder Hypothit dadurch „entladen, daß er den erwaͤhnten Werth den naͤch der Ordnung „zur Perception kommenden Glaͤubigern auszahlt, oder ge⸗ „richtlich niederlegt.“ () Nap. Cwigeett⸗ abr. nr.„Im Fall das Gut „durch Verſteigerung wieder verkauft wird, hat entweder der „Gläubiger, der darum anſuchte, oder der neue Eigenthuͤmer „Sorge zu tragen, daß es in den fuͤr die gerichtlichen Veraͤu⸗ „ßerungen vorgeſchriebenen Formen geſchehe.“ „Der, welcher die Verſteigerung betreibt, muß in den An⸗ „kuͤndigungen die im Kauſcontracte beſtimmte Kauſſumme, „oder den angegebenen Werth, und die Summe anzeigen, wel⸗ „che der Glaͤubiger mehr zu geben oder zu verſchaffen verſpro⸗ „chen hat.“ 262 I. Theil. 1. Büch. v. Titel. wenn ſie der neue Erwerber ſucht, dem Glaͤnbiger, wel⸗ cher das Uebergebot gethan hat, inſinuirt werden. 538. Die Perſüßetungsttundt vertritt die Stelle des ite die Vetſtigerung alfgeometen Hriginalprotbcolls. Der in der Veräußerungsürkunde ausgedruͤckte Preis und die Summe, um welche der Glaͤubiger den neüeſten Erwerber überbietet⸗ vertreten die Stelle eines Gebots. S. ohen Art. 69 696 Nah Eivilseſesb⸗ Art. er. 2189. 2190. 191 2 Bit 115 29119 2531 Siler Litel. Von den zub Erlangüng der Ausfertigung ober Abſchrift enr Urfußbe⸗— del Berſthtigung n 035 enpens 1931 5 839. Waferm ein Motar oder dein anderer Bewahrer einer Urkunde dieusfertigung oder Abſchrift berſelben den unmittelbar intihnem eignen Ramei intereſſirten Partheyen⸗ deren Erben, ober den in ihre Rechts eingetretenen Per⸗ ſonen, zu ertheilen verweigert; ſo kann et dazu bey Ge⸗ faͤngnißzwang verurtheilt werden; und zwar geſchieht dieß, nachdem er, kraft einer vom Präſidenten des Ge⸗ richts erſter Inſtanz ertheilten Erläubniß, mit Verſtat⸗ tung einer kurzen Friſt⸗ iſt vor⸗ gaͤngige Guͤtepflegung. 6¹) 840. Die Sache wird ſimmariſch entſchitben, und das urthel, des dagegen eingewandten Rechtsmittels der ) Ueber die Lerbindtichteit der Ktarien B. öſentlichen Behör⸗ den zur Ertheitung der Abſchriften von den in Händen habenden urkunden ſ. Putour, Traité de la Proc. viv. 1Te III. p. 70— 2.— Ordonn. Franz I. von Monat Auguſt 1559. Art. 177 179. Von den zur Erlangung der Ausfertigung ꝛc. 263 Oppoſition, oder Appellation ungeachtet, vollzogen. (Art. 405.) 4 s41. Wer von einer nicht einregiſtrirten, ja ſogar von einer nicht vollzogenen Urkunde eine Abſchrift zu ha⸗ ben wuͤnſcht, hat deshalb beym Praͤſidenten des Gerichts erſter Inſtanz eine Bittſchrift einzureichen. Doch unbe⸗ ſchadet der Befolgung der wegen Einregiſtriruug der Ur⸗ kunden gegebenen Geſetze und Befehle.(“) S42. Die Ertheilung der Abſchrift geſchieht, wenn ſie Statt findet, kraft einer auf die Bittſchrift geſchriebe⸗ nen Reſolution, von welcher unter der ertheilten Ab⸗ ſchrift Nachricht enthalten ſeyn muß.(Nap. Civilgeſetzb. Art. 1334. 1335.). sas. Verweigert der Notar oder der Aufbewahrer der Urkunde die Befolgung ſo wird dem Praͤſidenten des Gerichts erſter Inſtanz davon Anzeige(référé) gethan. 844. Will eine Parthey, entweder vom Originalauf⸗ ſatze einer Urkunde eine zweyte ſolenne Ausfertigung, oder von einern niedergrtegten ſſolennen Absfertigung (grosse) ein Cransſumthaben: ſo muß ſie deshulb beym Praͤſidenten des Gerichts rſter Juſtanz eine Birt⸗ ſchrift einreichen. Kruft der hierauf ertheilten Reſolution fodert ſie den Notar nuf, an einem gewiſſen Tage und zu einer beſtimmten Stunde die Ablieferung zu bewirken, zugleich aber auch dien Intereſſenken, dabey gegenwaͤrtig zu ſeyn! Am Schluſſe dev ſolennen Ausfertigung wird dieſe Reſolution, und, wenn die vorgeſchriebene Fodbernng bereits zum Theil bezahlt oder abgetreten ſeyn ſollte, zu⸗ gleich die Summe bemerkt, auf welche noch Execution gefucht werden kann.(2) (u) Unvollendet iſt die Urkunde, wenn ſie nicht von allen Partheyen Sunterzeichnet, oder bey Nötariatsurkunden, wenm ſie nicht elnge tragen iſt. S. Geſetz v. zu. Frimaire Jahr VM. Art, co. 29. 33. 34 565 u. 36. () Ordonn. v. 1339. Art. 178. 26 Theil. I. Buch. V. Titel. 4 1 345. Auf den Fall entſtandener Streitigkeiten ſchla⸗ gen die E den Weg der—— Röleré) en 1* i„ſt des Lafes eines pibeiſes ſ ſich ene oder einen Auszug einer Urkunde, bey 1 welcher er nicht ſelbſt als Theilnehmer intereſſirt . 7 iſt, laſſen will, hat dabey Folgendes zu beob⸗ 3 Gech. um ompnari aſien wird mittelſt eines ſchriftlichen Geſuchs, das ein Sachwalter dem an⸗ dern zufertigen laͤßt, angebracht; dann wird es mittelſt eines bloßen Satzes zum Verhoör gebracht, und ſumma⸗ riſch ohne einiges proceſſualiſche Verfahren daruber ent⸗ 4 ſchieden, 4105 uz mncbal wannd „g48. Devbeshalb ertheilte geſcheid iſt, der Appella⸗ tion oder— ſotee(rechts⸗ kraͤftig).(?N*) nhch 1 849. wbet die Mlttheilung der Compulſorialien, ſo wie uͤber bie etfolztt Collatlonirung Vergleichung der Abſchrift“ und ves Brigſls) nüinit der Rotar oder der Aufbewahter ber Urkunben Protocolle Kuf, und überlie⸗ . fert ſolche Cen Jütereſſenten) in ſolennen oder einfachen 1 Abſchriften; es müßte denn das Gericht, welches die Auslieferung der utkunden anbefahl, eines ſeiner Mitglie⸗ det oder einen andetn Michter iuts Gerichts erſter In⸗ 3 ſtanz oser eimn anvern Rotat dazu benuftragt ha⸗ ben.(*) 3 850. Auf jeden p0l tönnin die Partheyen der Ab⸗ 5 faſſung des pratatn nit und die ihnen etwa . erfoder⸗ (1) Jousse sur PArt. 1. Tit. XII. de POrdonnance de 1667. (2) Jousse a. a. O. 3(3) Jousse a. a. H. Von den zur Erlangung der Ausfertigung ꝛc. 265 erfoderlich ſcheinenden Erinnerungen zum Protocolle neh⸗ men laſſen.(¹) 851. So lange der Aufbewahrer der urkunde wegen der Unkoſten und des gehabten Verlags in Anſehung des Originals nicht befriedigt iſt, kann er die Ausfettigung ſo lange verweigern, bis dieſe Koſten, nebſt denen fuͤr die Ausfertigung ſelbſt, bezahlt ſind.(2) s52. Den Partheyen ſteht frey, die Ausfertigung oder Abſchrift mit dem Original ſelbſt, welches ihnen der Aufbewahrer vorleſen müß, zu vergleichen Ecollatiöniren); behaupten ſie, daß beyde nicht gleichlautend ſind, ſo wird deshalb an dem im Protocoll angezeigten Tage Bericht an den Gerichtspraͤßibenken erſtaktet, welcher ſodann die Collationirung verrichtet; zu dieſem Behuf iſt der Aufbe⸗ wahrer verbunden, ihm die Urſchrift zu uͤberbringen. Die Protocollstoſten, ſo wie die Koſten fuͤr die vom Aufbewahrer zu verrichtende Ueberbringung an den Praͤ⸗ ſidenten muß der Anſüchende vorſchießen.(²) 653. Die Gerichtsſchreiber und die Aufbewahrer oͤf⸗ fentlicher Liſten(Regiſter) ſind ſchuldig, ohne vorgaͤngigen richterlichen Befehl Ausſertigungen, Abſchriften und Aus⸗ zuͤge davon, einem jeden, der darum anſucht, gegen Eut⸗ richtung ihrer Gebuͤhren zu verabfolgen; und dieß zwar bey Vermeidung des Koſten⸗ und Schadenerſatzes.(²) 854. Einer und derſelben Parthey darf eine zweyte, das Anbefohlniß der Huͤlfsvollſtreckung enthaltende, Aus⸗ fertigung des Urthels nur bloß kraft eines vom Praͤſiden⸗ (1) Collection de jurisprudence s. v. Compulsoire. (2) Vorheriger Gerichtsbrauch. (3) Der Verwahrer der Urkunde lieſt das Hriginal ſelbſt vor, weit er es nicht aus den Händen geben darf. (a) Bisheriger Gerichtsbrauch ſ. Jousse a. a. D. Ordonnanz von 1667. Lit. XX. Art. 18. Declaration von 1736. Art. 38 Geſeß v. 20. Sept. 1792. Art. 18. Nap. Clvilgeſeßb. Art. 45. Civilgerichtsordnung. 34 2 7 1 266 1 Sheil. 1. Buch. V Litel. ten des Gerichtes, bey welchem es geſprochen iſt, erlaſſe⸗ nen Srfihls ertheilt werden. Es. ſind hierhty ale diejenigen Formalſtitin zu be⸗ pbachten, welche wegen Ertheilung zweyter ſolenner Aus⸗ fertigungen der Votariatsurkunde vorgeſchrieben ſind. 855. Wer um Berichtigung einer den Civilſtand be⸗ waͤhrenden urkunde anſucht, muß beym Praͤſidenten des Gerichts erſter Inſtanz deshalb eine Bittſchrift ein⸗ reichen.(Nap. Civilgeſetzb Art. 99. 100.) 356. Dort wird nach erfolgtem Vortrage und nach angehoͤrtem Antrage der Staatsbeholde darüber erkannt. Gerichtswegen wird, wenn man es nothig erachtet, die Vorladung der Interiſſeſten und die vorläufige Zuſam⸗ menberufung des Familienraths anbefohlen. Iſt die Vorladung der Intereſſenten erfoderlich, ſo muß die Klage mitteiſteiner Zufertigungourkunde(exploit) angebyacht weyden) doch iſt die Guͤtepflegung nicht er⸗ foderlich. Geſchieht dieß aber im Laufe des proerſes⸗ ſo er⸗ folst das Anbtingen uich Sate Ss ves Sach⸗ walters⸗ 1 d änn Keile Berichtigung. ſchttii zuut in die Urkunde ſelbſt eingerückt werden; der Berichtigungsbeſcheid aber wird von dem Civitſtandsbeamten, ſohald er ihm zu⸗ geſiellt worden iſt, in. die Liſten, eingetragen. An der Seite der berichtigten, Urfunde wird dieſes angemerkt, (Rap. Civilgeſetzb. Art. 101und die Urkunde kann von nun an nicht anders, als mit den anbefohlnen Berichti⸗ gungen ausgefertigt werden, widrigenfalls iſt der Veamte, der dieſes thut, zum St alles i Schadens verpflchtet!(2) 858 Iſt außer deüüſbulgen, welcher um die Berichti⸗ gung anſuchte, keine Parthey tihrbei, und glaubte ſich 6) Dechargtion v. 9. April 6. 1I. Th. I. B. VI. Tit. Einige die Einſetzung c. 267 dieſer durch bas Urthel beſchwert: ſo kann er ſich binnen drey Monaten(Art. 443.) vom Tage dieſes Urthels an gerechnet, an das Appellationsgekicht wenden, webhalb er dem Präſidenten eine Bittſchrift zů üͤberreichen hat. Auf dieſer wird ein Tag angeſetzt, an welchem im Verhör, nach Anhoͤrſing des Antrags der Staatsbehoͤrde, über ſein Suchen erkannt werden ſoll.(Ark. 855. 856.) Sechster Titel Einige die Einſetzung in den Beſitz der Güter eines Ab⸗ weſenden Mebi 6 190 pnudolnab 859. Um in dem gul bdn nlhli der 1127 Arki⸗ kel des Civilgeſotzbuches handelt, kechtliche Verfuͤgungen (a) Nap. Civilgeſetzb. Art. 112„Prittn bey Jemand die „Vermuthung ein, daß er abweſend ſey, hat er keinen mit „Vollmacht verſeheuen Geſchäftsträger hinterlaſſen, und macht „es ſich nothwendig, für die Verwaltung aller ſeiner Guͤter „oder eines Theils derſelben Sorge zu tragen: ſo ſoll das Ge⸗ „richt erſter Inſtanz, auf Anſüchen der Intereſſenten, deshalb „die nöthigen Verfügungen treffen.“ 113.„Auf vas Geſuch betjenigen Parihey, die ſich des⸗ Hhalb zuerſt meldet, ertheilt das Gericht einim Rotar den „Auftrag, den praͤſumtiv Abweſenden bey den ihn betreffenden „Inventuren, Rechnungsabnahmen, Theilungen und Ausein⸗ „anderſetzungen zu vertreten.“ 1I4.„Der kaiſerliche Anwald hat den beſondern Auſ⸗ „trag, uͤber das Intereſſe präſumtiv abweſender Perſonen zu „wachen, und muß bey allen wider ſie angeſtellten Klagen ge⸗ „hoͤrt werden.“ 1I5.„Wenn Jemand ſich an ſeinem Wohn⸗ oder Auf⸗ „enthaltsorte nicht mehr ſehen läßt, und ſeit vier Jahren keine 268 II. Th. 1. B. VI. Tit. Einige die Einſetzung c. zu veranlaſſen muß beym Gerichtspraͤſidenten eine Bitt⸗ ſchrift unter Beyfuͤgung der Beweismittel und Urkunden (Art. 835. 8560) eingereicht werden. Der Praͤſident traͤgt 171 032 0 „Nachricht von ihm eingegangen i o können die Intereſ⸗ „ſenten beym Gerichte erſter Zuſtanz drit anſuchen, daß er „fur abweſend erklaͤrt werde“ I16.„Um die Abweſenheit außer Zweifel zu ſetzen, muß „das Gericht, nach erfolgter Production der noͤthigen Acten⸗ „ſtuͤcke und Documente, verordnen, daß ſowohl im Arrondiſſe⸗ „ment des Wohnſitzes, als im Prkondiſſenent des gewoͤhnli⸗ en Aufenthalts, wenn beyde getrennt ſind) die Sache durch „Zeugenverhoͤr erörtert, werde, wobey der kaiſerliche Anwald „(als Vertreter des Abweſenden) zu hoͤren iſt.“ 117.„Uebrigens muß das Gericht, bey ſeiner uͤber das „erwaͤhnte Geſuch zuufaſſenden Entſchließung, Jauf die Beweg⸗ „gruͤnde der Abweſenheit und auf die Urſachen Ruͤckſicht neh⸗ „men, die es verhindert haben moͤgem daß man von der praͤ⸗ „ſumtip abweſenden Perſoß inn Nochricht erhalten hat.“ 11.„Sowohl die zwiſch n linteriorutoriſcheu) als End⸗ „ürthel Dinitwerfenütniſe, ihi⸗ der kuiſerſice Anwald, ſo⸗ „balb ſie geſprochen d, ön den Juſiwlifih als hochſten „Reichsoberrichter tizuſehden; icr ſbet⸗ sftütlch bekannt „zu machen.“ 119.„Das urthel, durch das Jeliht faͤr abweſend er⸗ „klaͤrt wird, darf nicht eher geſprochen werden als ein Jahr „nach Eroffnung des Urthels in en S Slrerhör er⸗ „kannt wotden iſt.“ 4 mo.„In den Faͤllen, wo der Abwefonbe riui Vollmacht „zur Verwaltung ſeines Vermogens zuruͤckgelaſſen hat, koͤnnen „diejenigen, die zur Zeit ſeiner Entfernung oder der zuletzt „von ihm eingegangenen Nachricht ſeine vermuthlichen Erben „waxen, ſich, kraft des Endurthels, durch das er fuͤr abweſend „erklaͤrt iſt, in den proviſoriſchen Beſitz des Vermoͤgens ein⸗ „ſetzen laſſen, welches dem Abweſenden am Tage ſeiner Ab⸗ „reiſe oder der letzten von ihm eingegangenen Nachricht ge⸗ 1I. Th. 1. B. VII. Tit. Von der zum gerichtl Erſchein. 2c. 269 einem Mitgliede des Gerichts auf, an einem beſtimmten Tage die Sache in Vortrag zu bringen und nach Anho⸗ rung des kalſerlichen Anwalds wird das Urthel ge⸗ ſprochen.(Nap. Civilgeſetzb. Art. 112.) s60. Eben ſo wird in dem Falle verfaheyn n wo von der im 120. Artikel des Civilgeſetzbuches verſtatteten Ein⸗ ſetzung in den proviſoriſchen Beſitz die Rede iſt.() —————— 19 Steſrgt gitt. Von der zum gerichtlichen Erſcheinen der Ehefrauen er⸗ Swiis gung⸗ 0 s6r. Will eine Fet die eeiinte⸗ diſtnne eines gerichtlichen Proceſſes erlaugen? weil ihr der Ehe⸗ mann nach erfolgter Anftäge ſeine Einwilligung verſagt hat, ſo uͤberteicht ſie dem Präſibeiten eiie Bittſchrift, auf welche dieſer eine Reſolutiht ſett⸗ in welcher die Erlaubniß enthalten ſß⸗ deſ Maun auf einen beſtimmten Tag zum Erſcheinen im Berathſchlagungszimmer vorzula⸗ den, damit er dort die Urſachen Finer Verweigerung aus einander ſetze.(²) „horte. Sie ſind aber verbunden, für die zu führende gute „Verwaltung deſſelben Sicherheit zu ſtellen.“ 6) Dieſer ganze ſechſte Ditet hat den Zweck, eine kücke auszufülten, die man in Napoleons Eivitgeſetzbuche im 1V. Titel des l. Buchs von Abweſenden entdeckte. S. Berlier im Expose des motifs. ) Jousse sur Part. 2. du Fitre II. de Fordohnance de 1667. Berlier Exposé des motifs.— Die Fälle, in welchen die ge⸗ richtliche Ertaubniß die Stelle der Einwiligung des Ehemannes vertritt, ſind im g18. u. f. im 1437. 1555. 1538. 1556. 1338 und 1576. Artikel des Civilgeſeßbuchs enthalten. 270 1I. Theil. I. Buch vrII. Titel. s62. Iſt der Matn gehört worden, oder nicht er⸗ ſchienen: ſo wird, nach oorgaͤngigem Antrage des kaiſerli⸗ chen Anwalds, ein Beſcheid ertheilt, lu wilchem ͤver das Geſuch der Frau erkannt wird. s63. Iſt der Mann präſuntib atweſtnd, öder iſt er wirklich fuͤr einen Abweſenden erklaͤrk: ſo muß die Frau, welche die Erlaubniß zu Anſtellung eines Procrſſes ſucht, ebenfalls beym Gerichtsptäſi benten Eiüt Birtſchtift einrei⸗ chen; dieſer berordnet fobai, bäß ſoiche dein käiſeklichen Anwalde initgetheilt wetdi, üii erneünt zugleich einen Referenten, der an einemn beſtimten Tage die Sache in Vortrag zu bringen hat. Girt. 9565 856 869. 960.) L64. Die Ehifrai kines Juterdititten ſucht die er⸗ wähnte Erlaubtiß in ver nn vorigen Artiket vorgeſchrie⸗ benen Forut“ Sie üß ihtem Bittſchreiben däs uethel behlegen, t 4 üttition itnit iſt. 2 i Lle 294 35 n munderGt evſib e 2 i— N ichit 865. Keine Klage auf Süterſibtrung kann ange⸗ bracht werden, ohne h der Gerichtspraͤſid dent hierzu vor⸗ her auf ein deshalb. a ihn, Fiichtetes Auſichungsſchte⸗ ben ſein Geſchnigung irthelt hat. Inbeß kann der Präſidenk, ehe er das Geſuch genehmigt, vorher die ihm dießfalls noöthigſcheinenden Erinnerungen machen.(*) () Dieſe Fovmalitäten ſind unfehibar auch zu beobachten, wenn der Ehemann unmündig oder zu einer infamirenden Strafe ver⸗ uttheilt iſt. Man hat dieß hinzutzuſetzen vergeſſen. (2) S. über dieſe ganze Materie Pufour im Traité de 1a Proced. civ. Tome III. p. 103— 110. *) Was dießfalls bey Kaufleuten gelte, findet man im Handels⸗ geſetzbuche Art. 65— 70. Die hierher gehoͤrigen Formulare liefert Pelaporte unter dem Artikel: S6paration de biens. E. Von der Guͤterſonderung⸗ 271 366. Der Gerichtsſchreiber muß ſofort in eine des⸗ halb in der Andienzſtube befindliche Liſte einen Auszug aus der Güterſynderungsklage eintragen, in welchem ent⸗ halten ſeyn muß: 1) das Datum der glogez 2) Namen, Vornamen, Gtwerbe und Wohnſitz der Ehegatten; 3) Rqmen und Wohnſitz des beſtellten Anwalds, der zu dieſem Behuf dein Gerichtsſchreiber binnen drey Tagen von Zeit der eingereichten Klage an gerechnet ge⸗ dachten Auszug zu uͤbergeben gehalten iſt.(*) 867. Ein gleicher Auszug wird in die deshalb in der Audienzſtube des Handelsgerichts, in der Kammer der Anwälde erſter Inſtanz(chagbres des; avdués de pre- wihre instange), und der Kammf der Votarien, wo es dergleichen giebt, befindlichen Liſten eingetragen. Dieſe Eintragung iſt vom Gerichtsſchreiber und Secretaire je⸗ der Kammer zu beglaubigen.(2) S868. Derſelbe Auszug wird, auf Anſuchen der Ehe⸗ frau, in eines der am Orte, wo has Gericht ſeinen Sitz hat, erſcheinenden hoöffentlühen Blätter, und wenn dort dergleichen nicht erſcheinen, in eine im Departement her⸗ auskommende Zeitung, wenn letzteres wirklich der Fall iſt, eingeruͤckt. Die erfolgte Eintſckung hieſes Aufſatzes iſt, nach Maußgäbe der im Titel: von der Beſchlagnehmung unbeweglicher Gäter Art. 6z. enthaltenen Vor⸗ ſchrift zu beurkunden.(²) 869. Die conſervatoriſchen Verfuͤgungen ausgenom⸗ men, darf auf die Guͤtertheilungsklage nicht eher ein Ur⸗ thel geſprochen werden, als einen Monat nach Beobach⸗ () Dieſe Verordnung iſt neu⸗ (2) Gleichfalls neu. (3) Ebenfals neu. * 2a 11. Th. 1. B VIII. Tit. Von der Gůtirſonderung. tung aller vieſer vorſtehend angeordneten Formalitaͤten. Dieſe aber ſind, bey Strafe der Nullitaͤt, welche ſolchen⸗ falls von Seiten des Ehemannes oder ſeiner— vorgeſchuͤtzt werden kann,) zu beobachten.() 870. Das Bekenntniß des Ehemannes bewirit nie einen Beweis, ſelbſt wenn kein Glaͤubiger da iſt.(²) 871. Die Gläubiger des Mannes können, bis zum Erfolg des Endurthels, den Anwald der Ehefrau durch eine au denſelben durch ihren Anwald zu erlaſſende Zu⸗ ſchrift, auffodern, ihnen die Gͤterſonderungsklage und die dabey zum Grunde gelegten Beweisurkunden mitzuthei⸗ len. Sie koͤunen ſelbſt zur Erhaltung ihrer Rechte, ohne vorgaͤngige Güteniegans⸗—— Gilgeſetzb⸗ Art. 1447.)(3)() hnchtſutus„ 872. Das niß Gitenſonderng geprchen Urthel wird in offener Gerichtsſeſſion, und zwar im Handelsge⸗ richt, wennnam dem Orte eins obrhanden iſt, öffentlich abgeleſen(publicirt Ein Auszug aus dieſem Urthel, welcher den Tag und das Gericht, wo es geſprochen iſt, ſo wie Namen, Gewerbe und Aufenthalt der Ehegatten enthalten muß, ſoll in tine hirzu Phte Talelle einge⸗ tragen und ein ganzes. Jähr lgug im Andienzſaale des Gerichts erſter Inſtanz und des Handelsgerichts, unter welche der Wohnuſitz des Ehemannes gehoͤrt, ſelbſt wenn letzterer kein Kaufmann iſt, ausgehangen bleiben. Giebt es an dem Orte kein Handelsgericht, ſo ſoll der Anſchlag in dem Hauptſaale des Gemeindehauſes am Wohnorte des Ehemannes geſchehen. Ein gleicher Auszug ſoll in die dazu beſtimmte, in der Kammer der Sachwalter und Rotarien(wenn dergleichen am Orte ſind) befindliche Liſte (1) Neue Verordnung. (a) S. Berlier im Exposé des motifs. (3) S. oben den 49. Art. Nr. 3. woraus erhellet, daß bey keiner Intervention die Gütepflegung erfoderlich ſey. Von der Guͤterſonderung⸗ 273 Liſte eingetragen werden. Die Frau kann auf Vollſtre⸗ ckung(Nap. Civilgeſetzb. Art. 1444.) des Urthels nicht eher dringen, als von dem Jage an, an welchem die nur beſchriebenen Foͤrmlichkeiten beobachtet worden ſind, ohne daß ſie jedoch nothig haͤtte, den Verlauf der obenerwaͤhn⸗ ten Jahresfriſt abzuwarten. Alles dieſes unbeſchadet der wnnng des 1445ten Artikels des buͤrgerlichen Geſetzbuches.(*) 873. Wenn die in gegenwaͤrtigem Titel beſchriebe⸗ nen Formalitaͤten beobachtet worden ſind, ſo iſt den Gläubigern des Ehemannes, nach Ablauf der im vorigen Artikel erwaͤhnten Friſt,(S. oben Art. 47 ½ u. f.) nicht mehr verſtattet, das auf Guͤterſonderung geſprochene Ur⸗ thel als Intervenienten anzufechten.(2)) 65 74 Wenn die Ehefrau der Guͤtergemeinſchaft ent⸗ ſagt, ſo muß ſie dieß bey der Canzelley bes Gtrichts, bey welchem die Guͤterſonderungsklage anhängig iſt, erklaͤ⸗ ren.(S. unten Art. 90 urd—— Art. 14370 6*) 44 1b0 an am bo2 1d guh ₰p 475 6 vehn die Wirkungen der Güterſpndetung ſ. Bpiour Traité de 1a Procedure civile r. II. P. 113. 114. ( Sn dieSlkerföiwetuh in Fladein lbditoluim Flſchehen, ſo kann, nach Maaßgabe des 1447. Art. des Nap. Civitgeſetzbuchs die Vollſtreckung des Urthels nicht wider ſie angezogen werden L.. H. 1. D. Gix. 8.) quae in fraudem cred.* (3) Ueber die Gründe dieſes— Rapport do Mr. Mouricault au corps législatif. Civilgerichtsordnung. t 35 274 IH. Theil. 1 Buch. Ax. Titel. Neunter Litet Von der Schnbinz von Siſch und Zelte und bez u chiuanq uchet der Ehe.*) 1 (Dh* i0 ddn———— nm 619ch 875. Der Ehegatte, der die Suli von xiſch und Bette ſuchen will, iſt gehalten, beym Praͤſidenten des Gerichts, unter welchem er ſeinen Wohnſitz hat, eine Bittſchrift einzüreichen, in welcher die(dabeh in Fräge kommenden) Thatſachen kuͤrzlich angezeigt ſeyn muͤſſen. Die Beweisdocumente, wenn deren vorhanben ſt ſind, hat er dem Bittſchreiben beyzufügen.(Nap. Civllgeſetzb. Art. 236.)(¹) 376. Auf dieſe Bittſchrift erlaͤßt der Praͤſident ein⸗ Verotdnung, in welcher et aubefiehlt, daß die Pattheyen an einem välin ageſtbten Lige bot ihm erſcheinen ſoten. (Nap. Cwigeſtt Lit. 26 mmnE ü 8 ½. Di⸗ Püichehen muſſen in Perſon etſcheinen, und duͤrfen weder Antälde, nöch echtsbtyſunde nichrin· gen.(Nap. Civilgeſetzb. Art. 238.) 878. Der Praͤſident macht beyden Ehegatten alle die Vorſtellungen, durch welche er eine Wiedesbereinignng unter ihnen bewirken zu können glaubt; Zelingt ihm dieß nicht, ſo laͤßt er auf die erſte Verordnung eine zweyte folgen, des Jühalts, daß, da er die Pantheyen nicht habe vereinigen können, er ihnen aüferlege, ſich, ohne vorlaͤufige Vorlabung, vor dem Gůtepflegungsamte zu⸗ ſtellen.(Nap. Eivilgefetzb. Art. 235.) In een vlſer Verorbnüng er⸗ theilt er der Frau die Erlaubniß, ſich auf die Klage ein⸗ zulaſſen, und ſich vorlaͤufig in das durch Uebereinkunft der Partheyen gewaͤhlte, oder von ihm Amtswegen be⸗ (1) ueber die Sdſtuig von Liſch und Btile[. Bütour Fraité de Ped. dv bi 1/0 p. 123. 12. Jm 90. Art. des Civil⸗ codex war geſagt, es werde der Proreß über dieſe Srennung eben ſo verhandelt und entſchieden, wie jede andre Civilſache. Allein gegenwärtiger 1X. Litet beſtimmt die beſondern Formen deſſelben. *) S. Delaporte Formulaire unter: Separation de corps. Von der Scheidung ꝛc. 275 ſtimmte Haus zu begeben; zugleich defiehlt er, daß der Frau die zu ihrem täglichen Gebrauche erfoderlichen Sa⸗ chen uͤberliefert werden ſollen⸗ Klagen auf proviſoriſch zu reichende Alimente muͤſſen zum Verhoͤr gebracht wer⸗ den.(Nap. Civilgeſetzb. Art. 259. 268.) s79. Die Sache ſelbſt wird in der fuͤr alle andre Klagen feſtgeſetzten Form inſtruirt(verhandelt), und nach angehörtem Antrage des kaiſerlichen Anwalds eztſchi⸗ den. G)(1 880. Von den chel worin auf Scheibang von Tiſch und Beite erkannt wird, mnß, wie bereits im 872. Artikel geſagt worden iſt, ein Auszug in die Liſten eingetragen werden, die ſich in dem Andignzſaale der Ge⸗ richtshofe, ſo wie in den, Sammen dfr Sachwalter und Rotarien zu Jedermanns Einſicht einhrn 881. In Anſehung der gaͤnzlichen Cheſcheidung b nach der Vorſchrift des ſeſſijſ⸗ C. B. Tit VI) verfahren.*) 19 1 13p 0 1 605 9 bom 1n6o —— ſ 1 ani 35— b Napil Eivilgtſeth Art. 3o.;——— wie jede andeve Civilklage, erhoben, verhandelt und eßt⸗ „ſchieden; auf bloße beyder Ehegatten findet je⸗ „doch dieſes Suchen nicht Statt.“ 0) In virſem Faue kandns⸗ Rtit hach henioi des nA. „pepordnen daß pas mündliche⸗ Verfahren bey Lerſchloſſeneſ 2 e gehatten wetde ) Hier waͤre wohl eine Etinnsrüng in Anſehung der Anord⸗ nung zu machen. Entweder gehört die Lehrr vom Eheſchei⸗ dungsproceſſe,(wie auch wirklich der Fall iſt,) gaͤnzlich in die Gerichtsordnung: ſo mußte ſie dort ganz wegbleiben, und hier ſtehen; oder dieſer Theil des Proceſſes war im Civil⸗ geſetzbuche unentbehrlich, ſo hätte auch vorſtchendes Capitel dort aufgenommen werden muͤſfen. E. 276 II. Theil. I. Buch. R. Titel. Zehnter Titet. Vom Gütachten des Familientathes. 6) ¹) 882. Iſt jemand der nicht zugegen iſt, zum Vor⸗ mund ernannt worden, ſo wird ihm ſeine Ernennung () Nap. Civilgeſetzb. Art. 405. p ein minderfähriges, „nicht emancipirtes Kind weder Vate, Roch Mutter; keinen „von ſeinem Vater oder feiner Mutter ernannten Vormund, „noch maͤnnliche Aſcendenten, oder iſt eine der ſo eben er⸗ „wähnten, zur Vormundſchaft betechtigten Perfonen, aus einer „der unten angegebenen Urſachen, von der Vormundſchaſt „ausgeſchloſſen“ odt techtsmäßig befteyt? dann muß die Er⸗ „nennung des Vbrides dürch den Famitienrath etfotgen. 406.„Dieſer Familtenrath wird zuſammenberufen, ent⸗ „weder auf Erfodern ünd Antrag der Verwandten des Min⸗ „derjährigen, ſeiner Glubiher oder anderer Jütereſſenten, oder „auch von Amtswegen“ und auf Antrag des Frledenstichters „des Ortes, wo der⸗ Minberfähtige ſeinin Wöhnſitz hak. Je⸗ „dermann iſt berechtiget, dieſem Friudetstichter bi mſtände „dnzuzeigen, welche es nöthis müchen) in Vöriütd zu er⸗ „nennen.“ 407.„Der Familienrath ſoll, außer dew Fitchtlchhr, „aus ſechs Blutsverwandten oder Verſchwägetten beſtehen. „Dieſe werden ſowohl untet Perſonen aüs der Gemeinde, wo „der Vortüund zu beſtollen, uls unter ſolche, die in dem Um⸗ „kreiſe von zwey Myriametern(vier Franz. Meiten) wohnen, „gewählt; die eine Hälfte von der väterlichen, die andere von „der muͤtterlichen Linie, wobey man in jeber Linie auf die „Naͤhe der Verwandtſchaft zu ſehen hat.“ „Unter Verwandten ünd Verſchwägerten gleiches Grades „wird der Verwandte, und unter Verwandten deſſelben Gra⸗ „des der aͤltere dem juͤngern vorgezogen.“ *) S. Delaporte unter: conseil de famille. E. Vom Gutachten des Familiehrathes. 277 von einem von der Familienverſammlung dazu ernannten Mitgliede bekannt gemacht. Dieſe Bekanntmachung muß 408.„Von der im vorigen Artikel geſchehenen Beſchrän⸗ „kung der Anzahl der Mitglieder des Familienraths ſind bloß „die vollbuͤrtigen Bruͤder und die Ehemaͤnner der vollbürtigen „Schweſtern ausgenommen.“ „Sind deren ſechs oder mehrere, ſo ſind dieſe ſämmtlich „Mitglieder des Familienyſhs, und, bilden den Familienrath „allein, nebſt den Wittwen der Aſcendenten und denjenigen „Aſcendenten, welche(in. Anſehung der Vormundſchaft) eine „geſetzliche Entſchuldigung für ſich haben, dafern dergleichen „vorhanden ſind.“ „Iſt ihre Anzahl geringer, werden die übrigen Ver⸗ „wandten nur zugezogen, um den Sanienrath vollzählig zu „machen.“ 4c9.„Sollte ſich am Orte oder innerhalb des im 407ten „Artikel beſtimmten Umkreiſes keine hinlängliche Anzahl Ver⸗ „wandter pder perſchwägerter Perſonen pon der einen oder „der anderz Linig befinden; ſo muß der Friedenßrichter entwe⸗ „der entfernter wohnende Blutsſceunde, oder Verſchwaͤgerte, „oder ſolche Stagtsbürger gus ſeiner Gemeinde zuziehen, von „denen man weiß, daß ſie mit dem Vater oder der Mutter des „Minderhährigen in dauernden Freundſchaſtsperhältniſſen ge⸗ „ſtanden haben.“ 410.„Auch dann, wenn ſich am Orte ſelbſt Blutsver⸗ „wandte oder Perſchwägerte in hinlaͤnglicher Anzahl befinden, „kann dennoch der Friedensrichter erlauben, Blutsverwandte „oder Verſchwaͤgerte, wie entfernt auch immer ihr Wohnſitz „ſey, herbeyzurufen, die von einem nähern oder demſelben „Grade ſind, als die Gegenwaͤrtigen: doch muͤſſen ſolchen⸗ „falls einige der letztern weggelaſſen, und es darf die in den „vorſtehenden Artikeln beſtimmte Anzahl nicht uͤberſchritten „werden.“ 41I.„Der Friedensrichter hat den zur Verſammlung be⸗ „ſtimmten Tag anzuſetzen, jedoch ſo, daß, ſo weit die Vorgela⸗ „denen in der Gemeinde oder in dem Umfange von zwey 273. Lheil. 1. Buch. 4. Litel. binnen dreyen S Lagen, vom Tage des gefaßten Brſchluſfts an gerechnet, erfolgen. Auf jede drey Wiei welche — 824 n zort„ 0 5 wohnhaft goon— der geſtht der „Vorladung und dem zur Zuſammenkunft des Familienraths „feſtgeſetzten Tage eine Wbb von vensſ duy Ta⸗ „gen bleibe.“ Shnſt, ſich hingegjn zup pen einige tihe weſche einen„ſfintehn Wohnſts haöen⸗ ſo ſoll „auf ide dren. Mriameter, die Friſt um einen Tag verlängert eWhtben, 41„Die ſo zifctimenötfüfehet⸗ Vertzthrn Verſchwi⸗ „gerten oder Feunde ſind ſchlldig, eichedet i in Perſon, ober „deke Specialbevollmächtigte zu erſcheinen.“ ein Bebölnnthigter Läiſ fürlmehr, als Eine Perſon, „erſcheinen.“(To 31% 3„Jeder vorgeladene Verahdto, Verſchwägerte oder „Freund, derohnr geſeßliche Entſchuldigung außenbleibt, ver⸗ „fällt in xine Geldhuße, adie nichthber funſzig Frabken betragen „darf. undpom Friydensriſhſer ahyſtimmtewirdy ohue daßeine „Aypellatihn dgegeß. Sllnfindfhin xoni Flonim nnose 4 It Fine hinlähgliche Futſchuldighng porhogen, „und iſt es rathſam, das abweiende Nitglied zu erwarten, „oder es zu erſetzen: ſo tann der Frichensrichter, ſowohl in „vieſein Fuüo, als auch in jebim abern, wo däs Intetfſe „des Minderjaͤhrigen es zu erfodern ſcheint, die Vetſanming Ausffbrn oder verſchieben.“ 0 416Dieſe Verſamnlung wirdtin der Ru bemmn Frie⸗ „er michte denn ſelbſt einen andern Ort „dazu beſtimmen Die Verſammlung kann nicht berathſchla⸗ „gen, wenn micht wenigſtens drey Vjertel der ege „fenen Mitglieder gegenwäxtig ſind⸗ enann 416.„Dex Friedensrichter hat beym Sentache den „Vorſitz. Er hat bey der Berathſchlagung eine Stimme, „weiche bey eintretender Sinetbichhei den Ausſchlag „giebt⸗“ Vom Gutachten des Familieurathes. 279 der Ort, wo die Verſammlung gehalten worden iſt, und der Wohnort des Vormundes von einander entfernt lie⸗ gen, wird Ein Tag hinzugerechnet. s83. So oft bey einem Beſchluſſe des Famſliera⸗ thes die Stimmen von einander abweichen muß die Mei⸗ nung eines jeden der einzelnen Mitglieder, woraus der⸗ ſelbe beſteht, im Protocolle etwaͤhnt werden. Dem Vormund, Nebenvormund oder Curator, ſelbſt Mitgliebern ber Berſatnmlunig, bleibt es unbenommen, ge⸗ gen den gefußten Biſchlliß tiüzütommen; ſte richten ihre Klage gegen diejeuigen Mitglieder, durch deren Stimmen der Beſchluß bewirkt worden iſt, ohne daß es einer Vor⸗ zur Gütepflegung bedarf.(S. oben Art. 49. 384. Die Sache wird zninnitch eytſchieden. (Art. 405.) 885. Im nllen Faͤllen, bey denen von einem Be⸗ ſchluſſe(des Familienraths) die Rebe iſt, welche der He⸗ richtlichen Beſtaͤtigung bedarf, wird dem Praͤſidenten eine Ausfertigung des Beſchluſſes üͤberreicht. Bieſer verordnet ſodann mittelſt einer unter erwähnten Beſchlüß Zeſitzten Reſolütion, daß derſelbe der Stäatsbehotbe mitgetheilt werden ſolle, und ernennt einen Referenten, der am ange⸗ ſetzten Tage die Sache in Vortrag zu bringen hat. Art. 855— 964.)(0 417.„Hat ein in Frankreich wohnender Unmuͤndiger Guͤ⸗ „ter in den Colonien, oder umgekehrt, ſo iſt die beſondere Ver⸗ „waltung dieſer Guͤter einem Aſtervormunde(protutent) zu „übergeben. Der Haupt⸗ und der Aftervormund ſind in die⸗ „ſem Falle von einander unabhaͤngig, und keiner iſt uͤber ſeine Verwaltung dem andern Rechenſchaft ſchuldig.“ (1) Die Fälle, in welchen der Beſchluß der Beſtätigung bedarf, ſind namentlich; wenn für den Minderjährigen Darlehne aufgenom⸗ men vder ſelne unbeweglichen Güter veräußert oder verpfändet werden ſollen. Nap. Civilgeſetzb. Art. 457. 458. 280 II. Th. 1. P. X Tit. V. Gutachtend. Familienrathes. 886. Der kaiſerliche Anwald ſchreibt unter erwaͤhnte Reſolution ſeinen Antrag(Art. 83. Nr. 6.), und hinter dieſen Antrag wird auf daſſelbe Heft das Otiginalcon⸗ cept des Beſtaͤtigungsbeſcheides geſchrieben.(¹) 337. Wenn der Vormund, hoder, ein anderer, der Vollmacht hat, die Beſtaͤtigung zu ſuchen, dieſes in der im Beſchluſſe anberaumten Friſt, oder wenn darin keine feſt⸗ geſetzt iſt, binnen vierzehn Tagen, zu thun unterlaͤßt: ſo kann jedes Mitglied der Verſammlung die gerichtliche Be⸗ ſtaͤtigung gegen den Vormund, und auf deſſen Koſten ſuchen, ohne daß„ den Sſs der letztern verlangen kann.(2) 00 ue 888. Diejrnigen Miglieder des Fulxnreches/ wel⸗ che fuͤr noͤthig finden, ſich der Veſttigung zu widerſetzen, haben dieſes demjenigen, der zur Rüchſuchung derſelben bevollinaͤchtiget iſt, zlttelſt eites außerherichtlichen Auf⸗ ſatzes zu erklzn⸗ Sind ſie(imungeachte) ſicht vorgeladen worden, ſo können ſie gegen das Uurthel das Rechtsmittel der Opppſitipn einwinhen. 70 S. 889. Die zber, yſchlüſfe des Fomlenrghes geſpro⸗ t— der 6) 0*) 6 6 6) Nap⸗ Civitgeſetb. Art. 446. 8 bft die Abſetzung „eines Vormundes erfodeblich iſt, ſoll ſie dutch den Familien⸗ „rath beſchloſſen werden, den der Friedenstichter auf Anſuchen „des beiorſee vet vo Aitsbehen, uſummberu⸗ en muß.“ 3 „Dieſe ziſgenbruſing kann der Friedensrichter nicht „verweigern, wenn einer dder mehrere Anverwandten oder „Verſchwägerte des Wndähtien darum anſuchen, Kil (¹) Zisheriger S (2) S. Berlier im Exposé des Motifs. (6) Rapport au corps legislatif de Mr. Mouxicault. (4) Bisheriger Gerichtöbrauch⸗ Th1 B. Kl. Sſt. Von der Inkerdiction. 281 Eitfter Titel. Vonder Interdiction. 6) 390. Bey ſedem Anſuchen um Interdiction ſind die Thatſachen, aus welchen man die Geiſtesſchwaͤche, den „die mit demſelben in dem Grade der Geſchtlſtecktüber öder „näher verwandt ſind.“ 47.„Jeder Beſchluß des pmilientache⸗ in welchem auf „die Ausſchließung oder Abſetzung eines Vormundes erkannt „wird, ſoll die Entſcheidungsgruͤnde enthalten Er darf nicht „gefaßt werden, ohne daß vorher der Vormund gehoͤrt, oder „doch vorgefodert worden iſt.) nopinoim 83 448.„Unterwirſt ſich der Bormund n, Beſchiuſe ſo „ſoll hievon(im Protocplle) Erwähnung, geſchehen, und der „neue Vormund ſogleich ſein Amt antreten. Erfolgt ein Wi⸗ „derſpruch: ſo hat der Rebenpprmüid auf Beſtätigung des ge⸗ „faßten Beſchluſſes beym Geiichte aſt Inſtanz anzutragen: „und bieſes etennt hierubet, 38 5 intei Vorbehalt der Ap⸗ „pellation.“ „Aber auch der abgeſetzte oder ausgeſchloſſene Vormund „ſelbſt kann in dieſem Falle, wenn er durch Urthel und Recht „bey der Vormundſchaft erhalten ſeyn will, den Mebenvormund „vor Gericht fodern laſſen,“ 449.„Bey einem ſolchen Proeeſſe können die Perwand⸗ „ten oder Verſchwägerten, auf deren Anſuchen der Familien⸗ „rath zuſammenberufen worden iſt, interveniren. Uebrigens „iſt eine ſolche Sache als eine dringende zu behandeln.“ (à) Nap. Civilgeſetzb. Art. 480.„Einem Vollſährigen, der „ſich in einemn dauernden Zuſtande von Bloͤdſinn, Wahnſinn „oder Raſerey befindet, ſoll die eigene Verwaltung ſeines Ver⸗ *) S. Delaporre formulairs unter: Interdiotion. Nap. Civil⸗ geſetzb. I. Buch Tit. XI. Kap. 2. E. Civilgerichtsordnung. 36 282 1I. Theil. I. Buch. Kl. Titel. Wahnſinn, oder die Raſerey bewaͤhren will, in der dem Gerichtspraͤſidenten deshalb uͤberreichten Bittſchriſt an⸗ 63I 1 ſeß wenn, während. zeſct Zuſtn⸗ „des, Perioden des Vernuftgfbrauchs Cucida intrvalle) bey „ihm eintreten.“ 400.„Jeder Verwandte hat das Recht, auf Interdiction „ſeines Verwandten anzutragen. Eben pieß findet auch bey „einem Chegatten in Anſehung des andern Statt. 401.„Haben weder der Ehegatte, noch. die Verwandten „eines Raſenden fuͤr ihn auf Interdiction angeſucht: ſo iſt es „Pflicht des kaiſerlichen Anwalds, dieſes zu thun; ein Glei⸗ „ches ſteht ihm in Anſehung eines Bloͤdſinnigen oder Wahn⸗ i frey, der weder einen Gatten, e bekannte Anper⸗ „wandte hat.% dan 402*„Zede Finge Zwezicttei. wird Grichte „erſter Inſtanz angebracht.“ 493.„Die Thatſachen, gus te man nauf Bsdſnn, „Wahnſivu oder Raſerey ſchließt, ſollen punktweiſe aufgeſetzt „und gerichtlich eingegeben werden. Der, welcher die Inter⸗ „diction ſucht, die Sn— Wprilind produ⸗ „ciren!“ gi 404.„Hierauf cnet das Gerche Fd⸗ Gutachten des „Familienraths,(welcher auf die umter dem Titel uͤber die „Minderjaͤhrigkeit, Vormundſchaft und Emancipation im aen Kap. im 4ten Abſchnitte beſtimmte Weiſe zu bilden iſt,) „uber den Zuſtand der Perſon, auf deren Interdiction ange⸗ „tragen wird.““ spinsſtido 14 405.„Derjenige, ſehei i Muubigoß angetragen hat, „kann nicht Mitglied dieſes Familienrathes ſeynz doch duͤrfen „zu ſolchem der Ehemann oder die Ehefrau und die Kinder „desjenigen, deſſen Interdiction nachgeſucht wird, zugelaſſen „werden, ohne jedoch dabey eine guͤltige Stimme zu haben.“ 406„Sobald das Geeicht das Gutachten des Familien⸗ „rathes erhalten hat, muß es den Beklagten in der Seſſion „uͤber gewiſſe an ihn zu richtende Fragen verhoͤren; kann er „ſich dort nicht einfinden, ſo läßt man ihn durch einen hierzu Son der Jüterdiction 283 zugeben, die Beweisnitte und— Zeugen zu benennen. g91. Der Gerichtspraͤſident reſolvirt, daß die Littſchrift dem kaiſerlichen Anwalde mitgetheilt werde, und ernennt einen Referenten, ter am angeſetzten Tage die Sache in Vortrag zu bringen hat.(Art. 859. 863. 864.u. 885.) „abgeoröneten Gerichtsbeyſitzer in Behſehn des Gerichtsſchrei⸗ „bers in ßiner Wohni vothbte. Doch muß ſedesmal der „kaiſerliche Anwald dem Verhore behwohnen. 4. 407.„Nach dem erſten Verhbre erhennt das Gericht, er⸗ „ſoberſichen Fults, noch einen pröviſoriſchen Verwalter, der für „die Perſon und das wdes Beklagten zu tra⸗ „gen haät.“ o0 6 408.„Das urthet uͤber ein Interdietionsgeſuͤch kannenur in oͤffentlicher Seſſion, nachdei di⸗ Prrtheycgehort, oder — vorgeladen worden ſind, erlaſſen wWerden 400.„Wird gleich das Iuterdictionsgoſuch verworfen: ſo „kann em das Gericht erfoderlichen Fälls verordnen, daß „der Beklagte vhne Brytvitt eines Venſtandes, der ihm in veiſelen Uethel uhhotonen iſt) von nlunan micht vor Ge⸗ „richt auftreten, keinen Vergleich ſchließen, kein Darlehn auf⸗ „nehien, kein Möbiliareapital erheben, noch hieruͤber quittiren, „noch ſeine Güter veraͤußern, oder mit Hypotheken beſchweren „koͤnne.“ So.„Wird gegen das in erſter Inſtanz ergangene Ur⸗ „thel appellirt: ſo kann das Apyellationsgevicht/ wenn es ſol⸗ „ches fuͤr noͤthig erachtet, denjenigen, deſſen Interdiction nach⸗ „geſucht worden iſt, von neuem verhoͤren, oder durch einen „Commiſſar verhören laſſen.“ So1.„Jedes Urthel, in welchem auf Interdiction oder die „Anordnung eines Beyſtandes erkannt iſt, muß durch den Klaͤ⸗ „ger abgeloßt, der Parthey ſelbſt inſinuirt, und in zehn Tagen „in die Tabellen eingetragen werden, die im Seſſionszimmer, „und in den Schreibſtuben der Notarien des Bezirks ange⸗ „ſchlagen werden ſollen.“ 284 II. Theil. I. Buch. Kl. Titel. 892. Auf den vom Referenten erſtatteten Vortrag und auf die von dem kaiſerlichen Anwalde vorgebrachten Antraͤge verordnet der Gerichtshof, daß ein nach der im Civilgeſetzbuche unters dem Titeb; won der Mimder⸗ jaͤhrigkeit, von der⸗Vormndſchaft und Eman⸗ cipation im IW. Abſchnitte des II. Kapitels befindli⸗ chen Verordnung eingerichteter Familienrath uͤber den Zuſtand des Menſchen⸗ auf deſſen Interdiction angetragen wird, ſein Gutachten 6 ſolle. Mw. Eivilgeſetzb. Art. 4940) C5N n 893. Die Zittſchriſt und das Sutachitn des Fami⸗ lienrathes muͤſſen dem Beklagten,(dem Menſchen, deſſen Interdiction geſucht wird,) inſinuirt werden, in ſue geſchritten wirdele mu Sind ſowohl die Befragung, als die e4 Be⸗ weisdocumente unzureichend, und die Thatſachen durch Zeugen erweislich; ſon werordnet das Tribunal, nach Beſchaffenheit der Umſtaͤnde, die Abhörung der Zengen, welche inuder gewhulichen Foem erfolgen ſoll. Erfodrnn es die nmſtunde, ſo kann es zuzleich ver⸗ ordnen, daß das Zeugenverhor nicht in Gegenwart des Beklagten gehalten werden ſollez doch kann dieſer ſich ſolchenfalls durch ſeinen Rhinbwßant vertreten 5 ſen. 2) 894. Wenn der Interdicirte appellirt, p iſd d wel⸗ cher die Interdiction geſucht hat, der Appellirt aber dir, weſchet um die Interdictiun an⸗ ſuchte, oder ein Mitglied des Familienrathes: ſo wird die Appellation gegen den gerichtet, um deſſen Interdiction angeſucht worden iſt. (r) Wie der Familienrath zuſammengeſeht ſeyn ſolle, iſt vorgeſchrie⸗ ben in Nap. Civilgeſetzb. Art. 407— 410. 416. 416. (2) Hier iſt das bürgerliche Geſeßbuch näher beſtlmmt; denn dort war nicht geſagt, wann die Abhörung erfolgen ſolite. Von der Iuterdiction 285 Iſt ein Beyſtand zugeordnet worden? ſo richtet der⸗ jenige, dem er zugegeben worden iſt, die Appellation ge⸗ gen den, der die Interdiction geſucht hat. d 895. Iſt von dem Interbictionsbeſcheide nicht appel⸗ lirt, oder ſolcher in der Appellationsinſtanz beſtaͤtigt worden: ſo wird in Gemoͤßheit der unter dem Titel: von Beſchlüſſen des Familienrathes enthalte⸗ nen Vorſchriften ein Vormund und dem Interdicirten Peſtellt. 0) nM n Der zu Folge des 497. Artitels des Civilgeſetzbuches voylaͤufig ernanute Vermögensverwalter ſtellt ſeine Ver⸗ richtungen ein, und legt dem Vormunde, ſofern er es nicht ſelbſt geworden iſt, Rechnung ab. 896. Das Geſuch um Aufhebung der Interdiction wird in eben der Form, wie der eingeleitet und entſchieden. 897 Wird im Urthel darauf nn daß Je⸗ mand ohne Beytritt eines Beyſtandes keinen Proceß füh⸗ ren, keinen Bergleich ſchließen; kein Anlehn aufnehmen, kein Mobiliar capital erheben, noch daruͤber quittiren, ſeine Guͤter nicht vtraͤußern, noch mit Hypotheken beſchweren ſolle: ſo muß dieſes Erkenntniß in der im For. Artikel des buͤrgerlichen Geſetzbuchs vorgeſchriebenen Form, an⸗ geſchlagen werden.(S. Taxordnung v. 1807. Nr. 92. ge⸗ gen das Ende bey Art. 01)— *) Naͤmlich des Civilenhez⸗. beer Worte dort weg⸗ gelaſſen ſind. E. 1. 345 1 Chei. n. Büch. Xrt. Titel. Zwoͤlfter Titek. Von der Rechtswohlthat der Lreſ on„ cio cessionis honorum.) 1 898. Ein Schulbner, der genöthigt iſt, die im r268ten Artikel des Civitgeſetbuches verſtattete gerichtliche Vermsgensceſſon zu ſuchet, ß zu dem Ende ſeint Bi⸗ lanz, ſeine Buͤcher, nit et beren hak, und feiie auf außenſtehende Foderungen lautenden Documente(ti- tres actils) bey der Gerichtsſchreſbereh des Tribunals iederei bey wrlchem ſein Geſuch borgetragen werden Schißir hat ſin Behe dn Sſic ſeines Wohngrtes agzubringen undnim 9oo. Das Geſuch muß der Sta arsbehbrbt gitge⸗ theilt werden Es wird dadurch kein gerichtliches Verfah⸗ ren in ſeiner Winfung unterbrochenzn doch Keht dem Ge⸗ richte fpeh, nach enfolgter Vorlabme der Intereſſenten, an⸗ zubefehlen, daßo demm) vſha Anſtand gege⸗ ben werden ſolle(2) 9o1. Iſt der Schuldner zur Ritchtsmhlithat der Ver⸗ moͤgensceſſion gelaſſen worden, ſo iſt er verbunden, letz⸗ tere in Perſon, nicht durch einen Bevollmaͤchtigten, nach vorgaͤngiger Vorladung ſeiter Glaubiget, in der öffentli⸗ chen Sitzung des Handelsgetichts, unter welchem er wohnhaft iſt, und wenn ſich dort keins befindet, auf dem Gemeindehauſe, an einem Seſſionstage zu wiederholen; letztern Falls iſt die Erklaͤrung des Schuldners durch () S. Nap. Civilgeſetb. III. B. III. Lit. v. Kap.§. V. Art. 12653 — 1270. Ordonnanz v. 1673. Nid. X Art 2. 5 (a) Vergl. Jousse zum R. Liter der Ordonnanz von 1675. im Eingange. Von der Rechtswohlthat der Vermogensceſſion. 287 das vom Maire zu unterzeichnende Protocoll des Ge⸗ richtsboten zu bewaͤhren.(¹) 9oꝛ. Befindet ſich der Schuldner in gefaͤnglicher Haft, ſo wird in dem Beſcheide, durch welchen er zur Rechtswohlthat der Vermögensceſſion gelaſſen wird, zu⸗ gleich anbefohlen, daß er unter den in dergleichen Faͤl⸗ len erfoderlichen und hergebrachten Vorſichtigkeitsmaaß⸗ regeln aus dem Arreſte vorgeführt werden ſolle, um in Gemaͤßheit des vorſtrhenden Artikels ſeine Erklaͤrung zu thun. 9o3. Name, Vorname, Gewerbe und Wohnort des Schuldners muͤſſen in eine offentliche dazu beſtimmte Liſte eingetragen werden, welche in dem Anudienzſaale des Han⸗ delsgerichts ſeines Wohnorts oder des Gerichts erſter In⸗ ſtanz, das deſſen Stelle vertritt, und in dem Seſſionszim⸗ mer des Gemeindehauſes befiadlich ſehn muß(4) 9o. Der Beſcheid, durch welchen der Gemeinſchuld⸗ ner zur Rechtswohlthat der Vermogensceſſion zugelaſſen wird, vertritt in Anſechung der Glaͤubiger die Stelle der Vollmacht, die beweglichen und unbeweglichen Guͤter des Schuldners verkaufen zu laſſen;(Rapol. Civilgeſetzbuch Art. 1269.) und zu dieſem Verkaufe ſoll nach den Formen geſchritten werden, die in Anſehung derjenigen Erben vor⸗ geſchrieben ſind, welche eine Erbſchaft mit Vorbehalt des Inventariums angetreten haben. 9o5. Kein Auslaͤnder, Betruͤger, truͤgeriſcher Ban⸗ querouteur, kein Verbrecher, der wegen Diebſiahl oder Prellerey verurtheilt worden iſt, kein Rechnungsfuͤhrer, Vormund, Verwalter und Depoſitar darf zur Rechtswohl⸗ that der Vermogensceſſion gelaſſen werden.(²) (1) Vergl. Ordonnanz Ludwig XII. vom Junius 1810. Art. 70. Ordonnanz von 1673. Tit. F. Axt. 1. Jousse ad h. 1. (2) Ordonn. a. a. O Jousse ebendaſ. (3) Ordonnanz a. a. O. Art. 2. Jousse zum X. Litel der Ordonn. v. 1673 im Eingange. S. Bapport de M. Mouricault ad h. 1. „ 5 1 N 288 II. Th. I. B. XII. Tit. Von der Rechtswohlthat c. o. Uebr gens ſollen die in gegenwaͤrtigem Titel enthaltenen Vorſchriften, demjenigen, was dießfalls in Handelsſachen gebraͤuchlich iſt, keinen Eintrag thun; in⸗ dem darin zur Zeit nichts abgeaͤndert wird.(¹)*) (1) Motifs par Mr. Berlier ad h. 1. *) Die hieher gehorigen neueſten Beſtimmungen findet man im Handelsgeſetbuche Il, B I Fit, Art, 366.(166.) E. 8„ 6 k 3 — 53 3 733 ſ i n m n S 5 i n6 0 i 1* 7 Zweytes Buch. Vom Verfahren bey einem Erbanfalle. (Decret oom asſten Aprit 1806 promulgirt am nächſtfolgenden 6ten May.) Erſter Titel. Ven der Verſiegelung nach einem Sterbefalle.*) Art. 907. Iſt nach jemandes Abſterben die Verſie⸗ gelung erfoderlich, ſo verrichtet ſie der Friedensrichter, und in deſſen Ermangelung ſein Stellvertreter Gup- pléant.)(¹) 9og. Jeder Friedensrichter und deſſen Stellvertreter, muß ſich hierzu eines beſondern Siegels bedienen, das er (ausſchließlich) in ſeinen Haͤnden behalten, und wovon ein Abdruck auf der Gerichtsſchreiberey des Gerichts ner Inſtanz niedergelegt werden muß, 9o9. Auf Verſiegelung koͤnnen antragen: ¹) jeder, der ein Recht auf die Verlaſſenſchaft oder auf die Guͤtergemeinſchaft zu haben behauptet; (1) Geſetz vom 16. Auguſt 1690. Tit. III. Art. 11. *) Die hierher gehorigen Formulare liefert Delaporte unter dem Artikel: Scellés.— S. uͤber dieſen Gegenſtand Dufour, Traité de la Procéd, civ. T. III. S. 219— 222. E. Civilgerichtsordnung. 37 290 1. Theil. II. Buch. I. Titel. ah jeder Glaubiger, der eine die Huͤlfsvollſireckung bewirkende Verſchreibung in Haͤnden, oder vom Praͤſiden⸗ ten des Gerichts erſter Inſtanz oder vom Friedensrichter des Cantous in welchem die Verſiegelung i ſoll, dazu Erlaubniß erhalten hat; 3) in Abweſenheit entweder des oder Erben, oder eines derſelben, diejenigen Perſonen, die mit dem Verſtorbenen lashem wohnten ſeine Diener und ſein Hausgeſinde 6¹) bn mebwalt e 91o. Sind dijebjgeb welche an dem Zachluſſ Recht⸗ zu haben behaupten und die Gläubiger zwar noch min⸗ derjaͤhrig, jedoch emancipirt: ſo können ſie, auch ohne Beytritt ihres Curators, die Verſiegelung verlangen. Sind ſie minderſahrig und nicht emancipirt, und ha⸗ ben ſie keſnen Vormund, oder iſi derſelbe abweſend: ſo tann einer ihrer Verwandten auf dieſelbe dringen.(Nap⸗ Civilgeſetzb. Art og ſt unten Art. 9316) 9 Die Verſiegelung kann entweder auf Verlan⸗ gen des kalſttlichtt Anwaids; oder auf die Erklaͤtung des Mälte„ ödei dſſin Abjuttts ſaſpgar bon Wntswegen, durch einen Fticbensri ichtet Lertichtet werden: 4) wiun der Minberjährige keinen Vormund hat, und auch kein auf die geree an⸗ trägt; 0 6 2) wenn eyettte Loder kun die eiben oder auch einer der letztern, abweſend ſi ſind; 3) weun ber VPerſtorbene vffentliches vtn in Verwahrung hatte; doch ſoll auf ſolchen Fall die Ver⸗ ſiegelung nur in Anſchung dieſer Verwahrung und in 1) Die S beyden Abſchnitte ſind genommen aus dem Civtico⸗ dey Art. 819. 826. und ſie wärem vorßer ſchon im Getichts⸗ brauch. Der zte iſt auf 1. C. yt nemini lic. 6. auct. ind. sign. reb. apP. al. Gt. 17.) gegründet. M. Simcon Expos des molifs ad h. 1 Von der Verſiegelung nach einem Sterbefalle. 291 Beziehung auf die bey ihm in Verwahrung liegenden Ge⸗ genſtaͤnde erfolgen(¹) 1n10t 912. Die Verſiegelung kann nur durch den Frie⸗ densrichter des Orts, odet durch deſſen Stellvertreter ge⸗ ſchehen.(²) d nuol 00 913. Iſt die Vetſiegelung nicht vor der Beerdigung erfolgt, ſo muß det Richter in ſeinem Protscolle den Zeitpunkt angeben/ wann er zur Verſiegelung epfodert worden iſt, und die Urſachen, aus welchen entweder das Anſuchen, ober die Verſiegelung verzögert worden iſt. o14. Im Protocoll über die Verſiegelung muß ent⸗ halten ſeyn: ah b 1) Jahr, Monat/ Tag und Stunde; 2) die Veranlaſſung der Verſiegelungs an 3) Namen, Gewerbe und Wohnortades Anſuchenden wenn einer vorhanden iſt, und deſſen Wahl eines Wohn⸗ orts in der Gemeinde, wo die Verſiegelung erfolgt, wenn er nicht ohnehin daſelbſt wohnt; 5 4) hat niemand um die Verſiegelung angeſucht, ſo muß im Protocolle angemerkt werden, paß ſie hon Amts⸗ wegen, oder guf ſchriftliche Requiſition oder auf Erfodern eines von den im 91r. Artikel benannten Beamten geſche⸗ hen ſey; 5) die gerichtliche Verordnung⸗ durch welche die Verſiegelung verſtattet wird, dafern eine erlaſſen wor⸗ 6) das Erſcheinen und Vorbringen der Partheyen; 7) Die Bezeichnung der Orte, Schreibetiſche, Ka⸗ ſten und Schraͤnke, welche verſiegelt worden ſind; (¹) S. Exposé des motifs par Mr. Simson. Arrét de reglement cu parlement de Grenoble du 13. aofit 1718. Gollection de zurispradenoe unter: Scellé; vergl. Hidonn. Heinrichs III. v. Blois v. Ray 1379. Art. 164. Geſetz vom 6.⸗ März 1791. Art. 7. (2) Geſetz o. 6. März 1791. a. a. H. 3 — 292 M. Theil. II. Buch. I. Titel. 8) ein kurzes Verzeichniß der Effecten, die nicht un⸗ ter Siegel genommen worden ſind; Art. 9240)1 9) der Eid, der nach beendigter Verſiegelung von den Hausgenoſſen zu leiſten iſt, daß ſie nichts auf Seite gebracht, auch nicht geſehen haben, noch wiſſen, daß un⸗ mittelbar oder mittelbar irgend etwas— Seite geſchafft worden ſeyz 10) die Anſtellung des 6nh vngrhhthrüti Aufſe⸗ hers, dafern dieſer die erfoderlichen Eigenſchaften beſitzt. (Art. 397. 598.) Beſitzt er ſte nicht, oder iſt keiner vorge⸗ ſchlagen worden, ſo muß der——— von Amts⸗ wegen einen beſtellen(*) 915. Die Schluͤſſel zu den verß iegelten Schloſſern bleiben, bis zur Entſiegelung, in den Haͤnden des Frie⸗ densgerichtsſchreibers, welchtr im Protocolle anmerken muß, daß ihm ſolche eingehaͤndigt worden ſind. Weder der Richter, noch der Gerichtsſchreiber duͤrfen, bis zur Ent⸗ ſiegelung, in das Haus gehen, worin die Verſiegelung er⸗ folgt iſt; und zwar bey Strafr der Suſpenſion von ihren Aemtern; außgenommen, wenn ſie darum erſucht worden ſind, oder wenn zudor die Gruͤndt, wurum ſie ſich dort⸗ hin verfuͤgen, in einer deshalb erlaſſenem Verordnung an⸗ gegeben ſind.(²) 916. Findet man bey der Verſtegelung ein Teſtament, oder andere verſiegelte Papiere, ſo muß der Friedensrich⸗ ter ihre aͤußere Form, das Perſchaft, und die Aufſchrift, wenn ſich eine darauf befindet, in ſeinem Protocoll be⸗ ſchreiben, den Umſchlag mit ſeinem Handzuge bezeichnen (paraphiren), und ein Gleiches von den gegenwaͤrtigen Partheyen thun laſſen, wenn ſie anders des Schreibens erfahren und daran nicht behindert ſind; auch den Tag () Collection de jurisprudence unter Scellé. Vothier, Traité de la Procéd. civ. P. V. ch. V. H. (2) Bisheriger Gerichtsbrauch eenco de juripridené⸗ Art. Secelle. Von der Verſiegelung nach einem Sterbefalle. 293 und die Stunde anzeigen, an welcher er das Paquet dem Praͤſidenten des Gerichts erſter Inſtanz uͤberreichen wird. Von dieſem Allem hat er in ſeinem Protocolle Er⸗ waͤhnung zu thun, welches von den Partheyen unterzeich⸗ net werden muß. Weigern ſie ſich deſſen, ſo wird dieſes angemerkt.(Nap. Civilgeſetzb. Art. 1007.)(¹) 917. Iſt dem Friedensrichter angezeigt worden, es ſey ein Teſtament vorhanden, ſo muß er ſolches, auf Verlangen jedes Intereſſenten, vor der Verſiegelung aufſuchen. Findet er es, ſo verfaͤhrt er auf die oben angegebene Art. o18. Am angeſetzten Tage und zur feſtgeſetzten Stunde werden, ohne daß es hierzu einer beſondern Vor⸗ ladung bedarf, die vorgefundenen werſiegelten Paquete, vom Friedensrichter dem Praͤſidenten des Gerichts erſter Inſtanz überreicht, welcher ſolche eroffnet, den Zuſtand, in welchem er ſie fand, bezeugt, und wenn der Inhalt den dachlaß betrifft, ihre Niederlegung anbefiehlt. 919. Wenn aus der Aufſchrift, oder ſonſt einem ſchriftlichen Beweiſe ſich ſchließen laͤßt, daß die verſiegel⸗ ten Paquete dritten Perſonen zugehoren, ſo befiehlt der Gerichtspraͤſident, daß dieſe Perſonen in einer von ihm angeſetzten Friſt vorgeladen werden ſollen, um der Eroͤff⸗ nung beywohnen zu koͤnnen. Dieſe verrichtet er am an⸗ geſetzten Tage, die Eigenthuͤmer mögen gegenwaͤrtig oder außengeblieben ſeyn. Haben die Paquete auf die Verlaſ⸗ ſenſchaft keine Beziehung, ſo ſtellt er ſie dem Eigenthuͤ⸗ mer zu, ohne den Inhalt bekannt werden zu laſſen, oder verſiegelt ſie von neuem, mit dem Befehl, daß ſie den Eigenthuͤmern, auf ihr Anſuchen, ſofort zugeſtellt werden ſollen.(²) (1) Ebenfalls angenommener Gerichtsbrauch. Collection de jurispr. a. a. O. (a) Pochier in der beym 914. Akt, angeführten Steue. t * 294. Theil. N. Buch.. Titel. 920. Wird ein unverſiegeltes Teſtament vorgefunden, ſo hat der Friedensrichter die Vrſch ffenheit deſſelben in ſeinem Protocolle zu beürkunbe, und alles das zu beob⸗ achten, was im 916. Artikel okröldiet iſt.(¹) 921. Sind die Thuͤren verſchloſſen, ſtellen ſich der Verſiegelung Hinberniſſe entgegen, entſtehen vor oder waͤhrend der Verſiegelung Streitigkeiten: ſo wird auf vorgaͤngige ſummatiſcht Anzelge(relerè) vom Ge⸗ richtspräſidenten varüber Zü dem Ende wird mit Fortſetzung des Anſtand genomimen; der Friedensrichter ſtellt eine Wache vor das Haus, auch wohl, erfodetlichen Falls, ſetöſt ins Innere deſſelben, und zeigt ſolches auf ver Stele din Sieh den⸗ ten an. 6 onnlh f U Doch kumn, ber Zeſſuſiiie wenn 6e ſ Verzuge iſt, polſfußg, verfuͤgen; myß aber nachher des⸗ halb Bericht an den Gtrichtspräſi pinten erſtatten.(2) sneee Innlleh, Föllen, wo der Friedensrichter an den Gerichtspraͤß denten Bericht zuperſtatten hat, muß der Friedensrichter es betreffe nun ſolches die Verſiegelung oder irgend einen andern Gegenſtand, alles was geſchehen und anbefohlen worden iſt, zum Protocoll bringen. Der Praͤſident ſchreibt ſeine Reſolutionen(ordonnances) zu gedachtzm Protocolle. 6 N 923. Iſt das Inbentarium bollendet, ſo kann die Verſiegelung nur auf den Fall geſchehen, wenn das In⸗ ventarium angefochten wird und der Gerichtspraͤſident es befiehlt. Wird waͤhrend der Inventur auf Verſi egelung auge⸗ (¹) Colleetion de jurisprudence unter: Scellé Nr. 69. (2) Collection de jurisprudence ebendaſ. Nr. 32. 33⸗ (3) Alter Gerichtsbrauch. Von der Verſiegelung nach einem Sterbefalle. 295 tragen, ſo werden nur die nicht inventirten Gegenſtaͤnde unter Siegel genommen.(*) 924. Sind, keine Mohilien vorhanden, ſo beieugt der Friedensrichter in ſeinem Protocolle, daß ſich deren nicht vorgefunden baben. Sind Mobilien, die zum Sehrauch derjenigen Per⸗ ſonen dienen, welche im Hauſe bleſben, und ſolche Mobi⸗ liargegenſtaͤnde vorhanden, die nicht verſiegelt werden koͤnnen, ſo nimmt der Friepensrichter eine kurze Beſchrei⸗ bung davon zu Protokoll.(2) 925. In Gemeinden, deren Bevölkerung zwanzig tauſend Seelen und druͤher betraͤgt, wird in der Gerichts⸗ ſchreiberey des Gerichts. erſter Inſtanz ein beſondres Buch gehalten, das die Liſte der Verſiegelungen enthaͤlt. In dieſes Buch werden, in Gemaͤßheit der von den Friedens⸗ richtern des Bezirkes binnen vier und zwatzig Stunden nach jeder Verſiegelung eißzureichenden Anzeigen, eingetra⸗ gen: 1) Namen und Wohnung der Perſonen, deren Ef⸗ fecten unter Siegel genommen worden ſind; 2) Namen und Aufenthalt dis Richttrö) der die Verſtegelung verrich⸗ tet; 3) der Tag/ an dis B er⸗ folgt iſt.(²) inoſt (4) Collection de jurisprudence unter; Scelle Nr 4. (2) Bisheriger Gerichtsbrauch. Collegtion de jurisprudence a. a. D. Nr. 30. Vor der Revolutlon hatten bey den Patrimoniaige⸗ richten, außer den Notarien, auch die obrigkeitlichen Perſonen das Recht die Inventavien zu iilithen Mrét dsneglement“ w. 3. Dec. 1569. Durch das Derxet vomn 6. März 1793 Art, 10, iſt dieß Geſchäft ausſchließlich den Notarien anheim gegeben Dieß leßtere brachte in dem in pbſlehendem Artikel erwähmen Fale die Unbe⸗ hervor, daß zugleich ſowohl der Friedensrichter als der Notar zugezogen werden mußte. Dieſem Uebel iſt durch obige Verordnung, wenigſtens ſoweit es dieſen Punkt betrifft, abgeholfen. (3) Dieſe Verordnung iſt neu. 296 II. Th. I. VIMI. Tit. Von den, beyd. Verſiegelung ꝛc. Zweyter Titel. Von den, bey Gelegenheit der Verſiegelung, eingewand⸗ ten Proteſtationen(Oppoſitionen).*) 926. Die bey Gelegenheit der Verſiegelung vorkom⸗ menden Einſpruͤche(Proteſtationen) koͤnnen entweder durch eine zum Verſſegelungsprotocoll gegebene Erklaͤrung, oder durch eine dem Gerichtsſchreibet des Friedensrichters in⸗ ſinuirte Zufertigung angebtacht werden.(Rap. Civilgeſetzb. Att. S2. hi) nnm d ou Mo 927. Außer den bey ſeder Vorladungsurkunde erfo⸗ derlichen Formalitäten muß ſeder bey der Verſtegelung angebrachte Eilſptuch, bey Strafe der Nichtigkeit, ent⸗ halten:*0 nn nochplt ndnspiszbz gnuttal 1) die Wähl eines Wohnorts in der Gemeinde, oder innerhalb bes Getichtsſßrengels des Feiedensgerichts, wo die Verſiegelung erfolgt, wenn der, welcher den Einſpruch thut, nicht ohnehin daſelbſt wohnt; 2) die veütliche Anzeige der Uurſuche des Ein⸗ Dritter () Die Opposition aux Scelles beſteht in der Proteſtation desieni⸗ gen, der Anſprüche auf die unter Siegel genommenen Gegenſtände hat, daß die Entſiegelung nicht erfolgen„noch dieſe Gegenſtände iemand ausgeliefert werden ſollen, ohne daß er vorgeladen und gehört worden ſey.— eber vbigen Art. f. Pothier Fraité de Ia Prochd, Part. V. Ch Ve S. 6. ple (2) Pothier a. a. D. *) S. Delaporte nuter: Oppoition. E. 11. Th. 1I. B. III, Tit. Von jder Entſiegelung. 297 Dritter Titel. Von der Entſiegelung 923. Iſt die Verſtegelung vor der Beerdigung er⸗ ſolgt, ſo kann erſt drey Cage nach derſelben zur Entſiege⸗ lung und Inventur geſchritten werden; iſt aber erſt nach der Beerdigung verſiegelt worden, ſo darf beydes erſt drey Tage nach eyfolgter Verſieglung geſchehen, und das zwar bey Strafe) der Michegkeit der Perſiegelungs⸗ und Inventurprotocolle, und bey Vermeidung des denjeni⸗ gen, die ſalche gefertigt oder ausgewirkt haben, oblie⸗ genden Schadenerſatßes; nusgenommen⸗ nwenn der Ge⸗ richtspraſident erſter· Inſianz gus dringenden und in ſei⸗ ner Verordnung anzuzeigenden Urſachen ein anderes an⸗ befohlen hat. Im letztern Falle muß⸗ wenn die Par⸗ theyen, welche berechtigt ſind, der Entſiegelung beyzuwoh⸗ nen, nicht gegenwaͤrtig ſind, vom Präſidenten Amtswegen ein Notar ernannt werden„der ſowohlbey der Entſiege⸗ lung/ alsbey peyi Snventur ihter Stsle vertriti. 0) 9a9. Sind die Erben oder einige derſelhen minder⸗ jaͤhrig und nicht emanclpirt, ſo darf zur Entſiegelung nicht geſchritten werden, bis ihnen entweder Vormuͤnder uůtut⸗ ober bis ſle emaßcipirt ſind.() 930 Jeder, der berechtigt iſi⸗ auf die Verſiegelung anzutragen, kann die Entſiegelung verlangen; jeboch mit Ausnahme ſolcher Perſonen,/ welche, kraft des vorſtehen⸗ (¹) Arrét de rèéglement au Parlement a veri. v. 18. Jul. 1733. — Ordonnanz von 1667. Zit, XVII. Art. 4.— Im Arret de 1a cour des zides vom 19. May r698. war angeordnet, daß nur der Beamte, der die Verſiegetung verrichtet hat, die Entſiegelung vornehmen dürfe. Dieß iſt hier nicht ausdrücklich anbefohlen, ver ſteht ſich aber von ſelbſt. (2) Arréts v. r7. Jan. 1666. und vom 23. Jul. 1636. welche im Recueil des réglements sur les scelles angeführt ſind. *) S. Pelaporte unter: Scellés. E. Civilgerichtsordnung. 33 298 I. Theil. II. Buch. III. Citel. den 9o9. Artiftls Nr. 3. auf Verſiegelung angetragen haben.(Art. 909 9r0. 91 16) 9a um ie Enstbet zut. ind foſgenb⸗ Formalitaͤten erfodeylichsocE chanc chh an man a) nein deshalb an den Friedensn ihue Geſuch, welches dieſer zum Protocoll nimmt; 92) eine richterliche Verordnung, durch welche 805 und Stunde zur Verſi egelung mnhergunit ird o blre 3in 6einen Auffoderung an den uͤhrrlebenden⸗ hegatttn an die praͤſumtiven Erbenom den⸗ Feſtamentsvolſtrecker, an die Univerſalerben und an die in beſtimmte Eybſchafts⸗ quoten eingeſetzten Perſonen Uégataires a titre universel)⸗ wenn ſolcht bekannt ſind, ſo wie an die Proteſtirenden⸗ d5 ſie ſich ʒur· Entſiagelung rinfjnden ſolen. nls nd 2 Es iſt nicht noͤthig, daß diejenigen nlglehetegeſe⸗ dert werden, wiſchrin einen Entfernung wohnen, die uͤber fuͤnf Myriameter betraͤgt; doch beſtellt man ihnen einen Notar zum Stellvertreter] den der Pnaͤſident des Gerichtes er⸗ ſter Inſtan; Amtshalbes ernennt n 4 Denjenigen, welche jloruch getpaßnben werden die xie von ihnen trwaͤhlten Wohnungen inſinuirt. 40 932 WDer Ehegatte, der Frſiamentspollſrecker, die Erben, die Univerſalteſtamentserben, und die in beſtimmte Erbſchaftsquoten eingeſetzten Erben können allen Expedi⸗ tionen der Entſiegelung nund Inventur in Perſon oder durch Bevollmůchtigte nbeywohnen. Dicjenigen, welche Proteſtationen eingelegt haben ohpoßans) gkoͤnnen ſelbſt oder durch Bevollmaͤchtigte nur der erſten Expedition bey⸗ wohnen; bey den nachherigen müſſen ſie alle durch einen einzigen Bevollmaͤchtigten erſcheinen, uͤber welchen ſi ſie ſich zu vereinigen haben; oder der, wenn ſi e ſei nicht thun, Amtshalber wom Richter in ernennen iſt- 0) Diefs Zitnattien waren i ſon Gerichis⸗ brauch. WVon der Eutſiegelung. 44 Befinden ſich unter dieſen Bevollmächtigten ſolche Anwälde, die beym Gerichte erſter Inſtanz des Gerichts⸗ bezirks(wo die Handkung Geſchieht) angeſteils ſinde ſo rechtfertigen ſie ſich durch Vorzeiguitg der Urkunde, nauf welche ihre Patthey ihre Anſpruͤche gruͤndet; und unter denjenigen Anwälden, deten Principale ihr Geſuch auf öffentlich beglaubigte Urkunden Zruͤnden, tritt derjenige, welcher der Rangorbnung nach der aͤlteſte iſt⸗(ohne be⸗ ſoudere Bolmacht) ktaft ves Geſotzes(ipso iure) für alle disjenigen auf welchs Proteſtationen eingelegt haben. Kann ſich kein Gläubiger auf öffentliche Urkunden bezie⸗ hen, ſo kritt unter den Anwälden derer, welche Privatver⸗ ſchreibungen in Haͤnden haben, der älteſte fuͤr alle auft Wer der alteſte ſey/ wird eiumul fuͤmallemal be der erſten Eypebition wibtiett.()misid pw6 pidin hin 933. Hätte unter denen, welche ſnue⸗ ei⸗ ner oder der andert ein von den uͤbrigen getrenntes oder den übrigen eutgegenſtehendes Intereſſe ſo kann dieſer ſich in Perſon, oder auch auf' ſeins Moſten durch einen Btbilmbchtigtin einfinvehl napinan iſ Wibnbls j Erhaltung der Rechtel ſeines Schuldners Prötiſtirt hat, varf weder der erſten Expedi⸗ tion beywohnen, noch an der Ernennung eines fuͤr die uͤbrigen Expeditionen zu erwaͤhlenden gemeinſchaftlichen Bevollwächtigten Antheil nehmen. nulgh 9z3s. Der in der glriegemninſchuftvſeben⸗ ehegutte, die Etben, der Teſtamentsbollſtrecker,o die Univerſalteſtä⸗ mentserben, und die Particularteſtamentserben konnen ſich über die Wahl eines oder zweyer Rotarien oder eines oder zweyer Taxatoren oder Sachverſtaͤndigen vereini⸗ gen; thun ſie dieß nicht, ſo wird, je nachdem es der Ge⸗ genſtand erheiſcht, durch einen öder zweh Nbtarien, Ta⸗ ratoren oder Sachverſtaͤndige verfahren, welche der Pra⸗ ſident des Gerichts erſter Inſtanz Amtswegen ernennt. () Coll. de jurispr. a. a. O. n. 49— 64. 67. u. 63. 300 I. Th. M. B. IIMI. Tit. Von der Entſiegelung. eidet n m un hn ini n 936. Im Entſiegelungsprototolte) muͤſſen enthalten ſehn: 1) das Datum, 2) Ramen, Gewerbe) Aufenthalt und Wahl bes Wohnortes desſenigen, der um die Entſiegelung an⸗ gefucht hat; 3) die Erwaͤhnung der wegen der Entſiegelung ertheilten gerichtlichen Verordnung, ſo wie) der oben im 931. Artikel vorgeſchrlebenen Auffoderung; 5) das Erſcheinen und Vorbringen dir Partheyen; 6) die Er⸗ nennung der Notarien, Tapatoron und Sachverſtaͤndigen; 5) die Recognition der Siegel, ob ſolche ganz und un⸗ verletzt befunden worden ſind; und wenn ſie es nicht ſind, die Beſchreibung der(daran dentdeckten) Veraͤnderungen⸗ unter Vorbehalt der wegen dieſer Veränderungen vorzuneh⸗ menden rechtlichen Maaßregeln;§) die Geſuche um Nach⸗ ſuchungen und jedes andre Anbringen, worauf eine Ent⸗ ſchließung zu ertheiten ſt.() 3 45 Die Sieget ſind nach und nach, und ſo wie mit der Invenrüt forthſchritten tird, abzunehmen, und am Schlüſſe jeber Etßebition allemal wieder anzulegen. 938. Gegenſtände von einerteh Gärtung kann man, um ſir nachher nach der Rethe aufzüzeichnen, zuſammen⸗ leſen; wenn dieß geſchehen iſt, werden ſie wieder unter Siegel genommen.() Die Sachverſtändigen werden vom Friedensrichter ver⸗ 32 () Cbu. de Juripr. d. a. O. Nri 6u. 656. (a) Vorher anetkannter Gerihisbrauch. Pothier Traité de la Pro- ced, civ. P. V. ch. V. H 7. Collection de jurispr. a. a. O⸗ n. 892. 83 (3) Wenn man bey der Inventur Gegenſände findet, die im In⸗ ventarium zuſammengeſtet werden müſſen, als; Gemälde, Kupfer⸗ ſtiche, Schmuck, Silberwerk u. ſ. w. ſo legt man dieſe Sachen einſtweilen zuſammen, um dann jede Art mit einem male inventi⸗ ren zu können, und nimmt ſie bis dahin wieder unter Siegel. *) Das Formular zum Entſiegelungsprotocolle liefert, nebſt meh⸗ rern hierher gehoͤrigen Muſtern zu Aufſätzen, Delaporte unter Soollés. E. n . Th. 1l. B. W. Tit. Vom Inventarium. 304 939. Finden ſich Gegenſtaͤnde und Papiere, die zur Verlaſſenſchaft nicht gehoͤrig ſind, und die ein Dritter in Anſpruch nimmts ſo werden ſie dem, welcher ein Recht darauf hat, zugeſtellt. Kann dieß nicht auf der Stelle geſchehen, und macht es ſich nothwendig, ſie aufzuzeich⸗ nen, ſo ſollen ſie im Entſiegelungsprotocolle bemerkt, aber nicht ins Inventarium gebracht werden.(¹) 940. Fällt die Urſache der Verſiegelung wegn ehe die Entſiegelung erfolgt iſt, oder waͤhrend ſie geſchieht: ſo wird, ohne weitere Beſchreibung, entſiegelt. Art9520 PVierter Ditel⸗ Sn Nivenrr iü iü K Wer das Recht hat, die Eutöegelung zu ver⸗ kann auch auf Fertigung eines Inventars au⸗ tzgln, S 930. Nap Epiſr ri 270 279. 146„ 3 55. 45539) 6 948. Die Inventur muß werden in Gegenwart 1) des uͤberlebenden Ehegatten; 2) der ver⸗ muthlichen Erben; 3) des Leſtamentsvollſtteckers, wenn der Inhalt des Teſtaments bekanntiſt; 40 die Schenknehmer, Univerſal⸗ oder Partikulayteſtamentserben, es mag ihnen nun das Eigenthum oder nur der Rießbrauch ausgeſetzt ſeyn; wenigſtens nach vorgaͤngiger gehoͤriger Vorladung derſelben. Doch iſt dieß nur dann erfoderlich, wenn ſie innerhalb einer Entfernung von fuͤnf Myriametern wohn⸗ (1) Col. de jurisbr. d a. D. Nr. 85. (2) ueber die einzelnen Verordnungen, durch welche das Recht zu inventiren den Notarien zugeſtanden worden iſt, ſ. Coll, de jurispr. unter Inventaire Nr. 8. u- f. *) Das Formular zu einem Inbentatium. beym Delaporte unter Scellés. E. cheß; doch zn mi agh ben waß reh o2 n. Theit Vuch. 1W Litel. haft ſind; i ihir Wohnung weiter entftrit, ſo wird fuͤr ſi ſie alle zuſammen Ein Notar beſtelſt, 5e das Ge⸗ richt der erſten Inſtanz i Ste üveltretet ſer vorge⸗ ladenen. be ien eſtt ittenit⸗ Art. 9a8. in 6 943. Außer den bey allen vor Notarün errichteten urkunden erfoderlichen Formalſtäten, niß bis Inbenta⸗ rium enthalten:“ n 1) Namen, etei Aufenhalt derer, welche bie Inventur geſucht haben, ber uſcheinendlit, der außenge⸗ bliebenen und der abweſenden Intereſſenten, wenn letztere bekannt ſind, des zu ihrein. Steüertiitet ernannten No⸗ tars, der Targteren ünd Suchoetſütgen ſo wie die Erwähnung bir. frithch en V Feiſtfichofu in iir ein Rotar zum dir 2 itſſ id ißiße bliebenen ernat ib W 2) die Angabe det h,„ wo däs Ju ſbentutun auf⸗ genommen worden iſtj 2 3) das Ver. t ₰ 1az der in ibeniieten S Sa⸗ erthe ünd 7200 ohne Kückſicht i ſſee 4) die Ingabe der Beſchaffei eit des zichts und des Gehaltes des Sitberwerts; 5) die Angabe der Rüſorken 6 Fihn das do gfundfut uhiſe Gild S 05 Nnl vdn 41 10 in 50 5 Corl 3 8%5 nz. P2 z 8 ½ z 1. und L. 7 ſ. Drdonn v. Blois v 1679. Man ſonſt ein Viertel un⸗ ter dem wahren Werthe. Wollte der überlebende Shegatte die taxirten Mobilien kaufen, ſo müßte er ein Viertet über die Laxe als Aufgeld(erue) goben. Dieſe orne wapd in den pays du drpijt écrit und manchen andern Provinzen nicht bekannt. Erſt durch ein Edict Heiutichs 1I. v. Febr. 1536 welches die Cayatoren für ihre Taxe verantwortlich machte, ward die ahgemelne Einführung 2 cue Jg. meine Meberſeznng von Naysl. Seieest⸗ Art. za5. Anm. E. Vom Inbentarium, 303 6) die Papiere werden numerirt, und das erſte und letzte beſonders bezeichnet;) 3 Der Notar muß ſie paraphiren(mit ſeinem Hand⸗ und Namenszuge verſehen); finden ſich Haudelsbuͤcher und Inventuren, ſo wird die Beſchaffenheit derſelben bemerkt. Sie werden, wenn ſie es noch nicht ſind, foliirt und para⸗ phirt. Finden ſich auf den beſchriebenen Seiten weiß ge⸗ laſſene Zwiſchenräume, ſo muͤſſen dbieſe durchſtrichen werdenz;„ d1n 3) bie Angah eichften Fobtrungen und der Schulden; 8) die Nachricht, das diejenigen, die vor der Inven⸗ tur in Beſitz der inventirten Gegeuſiände waren, oder in dem Hauſe⸗ wo ſich dieſe Ge ii inde, befunden haben, wohnten, beyn Schiuße des⸗ Jigcatjuns eidlich be⸗ kraͤftiget haben, daß ſie tichts eultfeſ bet, noch entftem⸗ den geſehen, npch wüßten⸗ daß elwas, itftendet wor⸗ den ſey; 9) die Pachricht, daß die Fſil uib Paßiete, ſo⸗ fern e ntbig at eie Prr on, itſe die män ſch ver⸗ einigt, oder 6 ei, ſoliſt es ſß ſhihe, vom Ge⸗ richtspraͤſidenten ziusti gird⸗ Zugeſtellt woßden ſind. 944. Entſtehen beh der Inventur Streitigkeiten, oder werden in Anſehung der Verwaltung der Guͤtergemein⸗ ſchaft oder des Rachlaſſes, ode in Anſehung anderer Ge⸗ genſtaͤnde Antraͤge gemacht, im weiche die uͤbrigen Par⸗ theyen nicht willigen, ſo verweiſen die Notarien die Par⸗ theyen bahin, bey dem Präſidenten des Gerichts erſter Inſtanz deshalb eine ſummariſche Anzeige anzubringen. Wohnen ſie in dem Canton, wo das Gericht ſeinen Sitz — ſo koͤnnen ſie dieſe Anzeige ſlüſt anbtingen, und der *) S. meine ueberſetzung von„Vapol. Siorſet. Art. 41. Anm. E. * 3 * 304 M. Theil. IL. Buch. V. Titel. Präſident ſetzt ſolchen——,— das 1. t 6 Fuͤnfter Titel. Vom Verkauf der Mobilie de 945. Wenn der Berkauf der Erbſchaftsmobilien, ver⸗ moöge des 826. Artikels des Civilgeſetzbuches Statt fin⸗ det: ſo geſchieht dieſer Verkauf in der im Titel: von der Huͤlfsvollſtreckung worgeſchriebenen Form. (Art. 613.— 621. Art. 949.)(²) 946. Es wird mit⸗derſelben verfahren, auf anſuchen eines Intereſſenten, kraft einer vom Praͤſtdenten des Ge⸗ richts erſter Inſtanz eertheilten Rrſolution; und ſie wird durch einen. ffentlichen Beamten verrichtet. 4 947. Die Parthehen, welche das Recht haben, bey der Inventur gegenwaͤrkig zu ſchn(Art. 942.), werden auch zur Verſteigerung vorgeladen, wenn ſie innerhalb einer Entfernung von fuͤnf Myriametern, wohnhaft ſind, oder einen Wohnort gewaͤhlt haben, Die Vorladung wird an den erwaͤhlten Wohnort inſi nhirt. Qrt. 950) 948. Erheben ſich Streitigkeiten, ſo tann der Praͤſi⸗ dent des Gerichts erſter Inſtanz, auf vorgaͤngige ſumma⸗ riſche Anzeige(en releré), daruͤber entſcheiden(“) () Arrér vom a1. April 1751. ool. de jurispr. unter inventaire n. 107. 108.. (2) Pufour, Traité de 1a Procéd. civ. p. 313— 921. (3) Dieß geſchieht in Paris durch einen Lorgtor, an den übrigen Orten durch einen Gerichtsboten. (4) Anerkannter Gerichtsbrauch. 1. Th. II. B. VI. Lit. V. Verkauf d. unbewegl. Guͤter. 305 949. Die Verſteigerung muß an dem Orte geſche⸗ hen, wo ſich die Effecten beſinden, dafern nicht ein Ande⸗ res anbefohlen worden iſt.(Art. 617. 620. 621.) 95o. Der Verkauf kann ſowohl in Abweſenheit, als in Auweſenheit der Intekeſſenten geſchehen. Fuͤr die Au⸗ ßenbleibenden wird kein Stellvertreter beſtellt. 951. Im Protocoll muß erwaͤhnt werden, ob der, welcher die Verſteigerung geſucht hat, dabey gegenwaͤrtig geweſen ſeh. ober nicht(Art 623.) nn„ 952. Sind alle Partheyen volljährig, gegenwoaͤrtig und einig, und hat ſonſt niemand anders dabey ein In⸗ tereſſe, ſo ſind ſie an vorſtehende Formalitaͤten nicht ge⸗ bunden. Sechster Titel. Vom Verkauf der unbeweglichen Güter. 952. Gehsren die unbeweglichen Gäter lauter voll⸗ zährigen Perſonen, ſo werden ſie, vorkommenden Falls, auf die Art verkauft, über welche ſich dieſe volljaͤhrigen Perſonen vereinigen. Findet eine Verſteigerung Statt: ſo wird dabey nach Vorſchrift des Titels von Erbtheilungen und Verſteigerungen(Ark⸗ 966. ff.) verfahren.(¹) 954. Gehoren die unbeweglichen Guͤter lauter Un⸗ muͤndigen zu, ſo kann der Verkauf nicht ohne vorgan⸗ giges Gutachten der Familien geſchehen. Dieſes Gutachten iſt dann nicht erfoderlich, wenn die unbeweglichen Guͤter zum Theil volljährigen, zum Theil minderjaͤhrigen Perſonen zugehören, und wenn die (6) S. Siméon im Exposé des motifs. Civilgerichtsordnung. 39 6 Me Theiln I. Buch, VI. Titel. Verſteigerung guf uſchzn der volljährigen angeord⸗ net wird. 16) 256 50 Bey, ditter Vſe wird. hach d Poſcheift des Litels pon Erbtheilungen uid Pzfſgeruſ⸗ gen(ſ unten Art. 966, u. f.) rrigh ren. 4 955. Wenn das Liviſgericht das Gutachten des Fa⸗ milienrathes in Anſehung der PVeräpßerung der unbeweg⸗ lichen Gůter der Minder Shi beſttigt⸗ dqnn eruennt es zugleich in dem Beſchide ig welchem hi eiceht je nach⸗ dem es die Erheblichkeit des Verßgens. erfoderlich macht, einen oder Srgweiſiihoſ und heßbiz, baß nach 6) o chegtn unz.„De dieſen Gegenſtand „betreffenden Beſchluſſe des Familienrathes duͤrfen nicht eher wolizogen werdensſhis der Pormund Ppeym Gerichte evſter In⸗ „ſtanz ihre Beſtätigung. ngchgeſucht und erhalten hat. Das „Grricht erkennt hieruͤber im Bernhſchlegungszimwer⸗ nachdem „es deshalb den kniſerlichen Anwald gebört hat.“ 459.„Der Verkauf umß öffentlich, im Bryſehn des Ne⸗ „benvormundes durch ein Mitglied des Gerichts erſter I⸗ „änz öder Uineit hizu beduftrahten Norct, un den Meiſtbie⸗ „tenden geſchehen n doch muß er öorher dunch dtey Anſchlahe „an den hewöhnlichtn Orten im Canton drey eri We „ter einander angekuͤndigt werden.“ Jede dieſerAnkuͤndigungen muß vom Won⸗ der Genein⸗ „de, wo ſie angeſchlagen gorden iſt, piſirt, Ano beglaubigt „werden“ gvod e) nopnunngeoine z 460.„Die zur Perzußerung der ure 4 Funerſih⸗ „tigen i 357. unb 56. Art vörgeſchriebelin Formalitäten „ſind dann nicht auwendbar, wenn auf Anſuchen eines in un⸗ „Hetheilter Gemeinſchaft ſtehenden Miteigenthuͤmers(provoca⸗ Mio ad Hivisionem) die Perſteigerung duſ urthel und Recht „angeordnet iſt.“ „Doch darf auch in dieſem Falle die Verſteigerung ſelbſt „nicht anders, als nach derain dem vorigen Artikel beſtimmten „Form, geſchehen. Fremde muͤſſen nothwendig dabey zugelaſ⸗ „ſen werden.“(Art. 839. 386.) 1 Vom Verkauf der inbeweglichen Süter. 30 vorgängiger bon ihnen vorzünehmenden Taxatioi die Verſtei⸗ gerung, in Gegenwart eines Mitgliedes des Gerichts, oder bor einein ja gedachtem Befcheise dazu eriten Rotar, vorgenommen perdet folle. Nap. Eibiigeſetzb. tt. 430 62) 956. Sobald die Sachverſtändigen verkidet ſiid, er⸗ ſtatten ſie ihren Vericht, worin nur Ein nach der Stim⸗ menmehrheit von ihnen ettheliltes Gürachten enthalten ſeyn muß. Ju dihſein Müſſen di Gtknde der von ihnen gemach⸗ tin Tate ahgeheben ſthn, Rß Eivilgeſitzb. Art. 15 78 824.) Sie legei dis Brignal ihtes Berichts küt⸗ weder in der Gerichtsſchteibereh, ober beh einein No⸗ tar nieder, je nachdem die Annahme der Gebote einem Gerichtsbeyſitzer oder einem Notgr maufgetragen gewe⸗ nE 5 Bie Vekſteigerung Wirderoffnot wenn zuvor ein Aufſatz über die Kaufsbebihgungen ckier des char- ges) in der Gerichtsſchreiberey vder bihln däzu beſtellten Rotar niedergelegt wofden iſt. Jn dieſe Aüfſatze müſſen a) die Agzeige des Beſcheipes⸗ Hurch welchen das Gutachten der Anverpandten heſtaͤtigt wird; an 2) die Auzeigen des Titels, auf welchem das Eigen⸗ thum beruht; 50 0 3) die kuͤrzliche Augabe der zu verkaufenden Guͤter, 7 s6 Sſödſec nenfſ ünd auf wie hoch ſie ttitt; enlblhne i 40 die Kaufsbedingungen.(Art. 607.) 959. Glſchicht der Perkauf gerichtlich, ſo wirb die⸗ ſer Aufſatz in oͤffentlicher Sitzung vorgeleſen. Sobald dieß geſchehen iſt, wird der Tag, da der erſte oder vor⸗ läufige Zuſchlag erfolgen ſoll, angekündigt. Dieſer Tag un 10 (1) S. Siméon im Expos6 dès molf. e) Coutume de Paris art. 184. 5 1 3 ½ 4 z0 Lheil. II. Buch. VI. Litel⸗ muß wenigſtens auf hech⸗— hinausgeſetzt werden. (Art. 702.) 0 de 22* Pnmdb Der vorlaͤufige Zuſchlag muß, er' mag nun vor Gericht) oder voheinem Notar geſchehen ſollen, durch öf⸗ fentliche Anſchlaͤge angekuͤndigt werden. In dieſen An⸗ ſchlaͤgen oder Patenten iſt nichts wejter enthalten, als eine kurze Beſchreibung der Guͤter, Namen, Gewerbe und Wohnortedes Minderjaͤhrigen und ſeines Pormundes und Nebenvormundes, ſo wir die Wohnung des Rotars, wenn naͤmlich die Verſteigerung wor einem Notar orſchehrn ſoll. (Art. 692. 684) hi 961. Dieſe Patente můſſen uan drey nach einander folgenden Sonntagen angeſchlagen werden: wo 1) an die auptthuͤre jedes der u Gebuͤhden 1 mmihd cizchech mi Iun golchhn 2) an das Hauptibor des Geeknine 8. Drts, wo die Guters liehen zu Paris aber bloß an das Haupt⸗ thor(des Verſammſungshauſes) in deren Bezirt die Gütemgelegen ſind; nc 3an dasaͤußere Thor des: Gerichtshofes. welcher de in Pnan ſenſtattet hat und am die Häusthuͤre des totars, wenn das Geſchaͤft einem Rotar überlaſſen iſt. Die Maires der Gemeinden, wo dieſe Patente ange⸗ ſchlagen worden ſind, muſſen ſolche viſiren⸗kund(die er⸗ folgte Aushaängung) unentgeltlich auf ein Exrmplar atteſti⸗ ren, das zu den Acten genommen wird.(Art. 697.) 962. Eine Abſchrift von den erwaͤhnten Patenten muß, zu Folge des obigen 693. Artikels in eine Zeitung eingeruͤckt werden. Daß dieß geſchehen ſey, wird auf () Giller in ſ. Repport ad h. 1. *) Dosier heißt in der franzöſiſchen Rechts ſprache eigentlich der umſchlag um die Acten, auf welchem die Partheyen bemerkt ſind, und den man in einigen Gegenden Deutſchlands den Actenmantel ſn Manchmal heißt dossier auch die unter jenem beſondern Umſchlage den Acten bepgefügte Sammlung von Beylagen. E. Vom Verkauf der önbkoeglichel Gäter. 300 eben die Art bewaͤhrt, wie im Litel von der Be⸗ ſchlagnehmung unbeweglicher Gäter(Art. 673. ſf.) vorgeſchrieben iſt. Die Einrůckung muß wenigſtens acht Tage vor dem zume vorlaͤufigen Pehiab Kſtſehtin Tage geſchehen.(Art. 703.) 96g. Wenigſtens acht Dage vor dem Ehie inbi⸗ dingten Zuſchlage muß die Anſchlagung der Patente und die Einruͤckung in die Zeitungen wiederholt werden⸗ 6bE 954 Wird an dem jum letzten und enblichen Zü⸗ ſchlage beſtimmten Dage nicht ſoviel geboten, als die Taxe betraͤgt, ſo kann Gerichtswegen, nach vorher einge⸗ holtem anderweiten Gutachten des Familienrathes, anbe⸗ fohlen werden, daß das Gut dem Meiſibierenden auch un⸗ ter der Taxe zuzuſchlagen ſey.dn dem Ende wird der Zuſchlag auf eine im Beſcheide beſtimmte Zeit verſchoben, die jedoch nicht kürzer, als vlerzehn Tage, ſeyn darf. Dieſer Zuſchlag muß uͤberdieß wenigſteis acht Tage vor dem letzten und unbedingten Zuſchlagendurch Patente an⸗ gekuͤndigt werden, die in den Gemeinden und an den Orten atgeſchlugem üund anf die Art diſirt, beglaubigt und in die Zejtungem wingeruͤckt wetden muͤſſen, wie oben bereits vorgeſchrieben worden iſt.(²) 965. Uebrigens ſind in Anſchung der Gebote, der Form des Zuſchlags und ſeiner Folgen die im 701. und folgenden Artikeln im Titel von Beſchlagnehmung unbeweglicher Guter Att. o7— 7150 Senthalke⸗ nen Vorſchriften zu berbachten. Erfolgt jedoch die Ver⸗ ſteigerung vor einem Notar, ſo kann ſedermann, ohne daß ein Sachwalter dazu nöthig iſt, ſelbſt bieten.(²) () Zufolge eluer im Bapport des Herrn Sillet bey dieſer Stelle gemachten Bemerkung, verglichen mit dem 703. Artikel der ge⸗ genwärtigen Gerichtsordnung können, die zu den päteiiten etwa zu machenden Zuſäge geichrieben ſeyn“ (2) Der erſte Theil diefes Artikels war vorher ſchon anerkaunter Gerichtsbrauch. (3) Bey genauer Prüfung findet ſich hier ein Irthum im Priginal Die hierher gehörigen Artiket ſind offenbar nicht vom K dern vom 707. Artikel an zu n 6 ——— 310.— vich vr itt⸗ Siesettet Titef. 1„063 Von Etbtheilungen und öfentichen Verſteigerungen. 6 ep —— n 16 Inc)01 16 non en pee Fu dmn Fuͤllen, in welchen n urm⸗ des 323 und des g38. Artikels des Civilgeſetzbuchs, die Thei⸗ — rhelih muß, hat esie der Plche E chibing n10 No ——— () Nap. Eivilgoſetzb. Artga Weigert ſich einer der „Miterben, in die Theitung einzuwilligen, öder entſtehr unter „ihnen ein Streit uͤber die Art, wie dabeh ju verfahren, oder „wie ſie zu beendigen ſeyn ſo entſcheidet das Gericht nach der „fuͤr den ſummariſchen Proveß vorgeſchriebenen Form, oder er⸗ „nennt/ nadh Befiubenyizur Berichtihunzudes Theiluſgsgeſchöf⸗ „tes einen Gevichtscohmiſſurf duf ee Beticht es bie „tigkeiten entſcheidẽt. nnsnm nspocaim Ba4. Dien Tapatton ver Sumbbilen niß tin eah⸗ verſtidintngtſchehen oboh bdmtii Partheyen gewählt, oder „wenn dioſe ſich deſſen weigorn Amtswegen ernantit werben.“ „Im Tohatiönsptorscull det· Süchbarſtůtidigei ih ange⸗ „geben ſeyn) wöbtaufs ſich die Tate guldees müß darin an⸗ „gezeigt ſeyn) aob und wie das gewürderke Sidtk ſich füglich „theilen laſſez endlich muß auch da, wo eine Theilung thun⸗ „lich iſt, jeder einzelne Theil, der ſich daraus bilden laͤßt, und „deſſen Werth beſtinmt werden.“ 4 825.„Die Würderung vet Mobillen defölgt, wenn icht „ſchon in kinerm förmlichen Jüektabiilin eime Tars baruͤber „vorhanden iſt/ dirch Sachvelſtunbige nach ihrein wahren Werthe, „und vhne Rückſicht auf ein kuͤnftiges) Aufgeld(ans erue).“ 826.„Jeder der Miterben kann ſeinen Erbantheil an „beweglichen und unbeweglichen Güteln in Narur fodern; „treten jedoch Gläͤubiger auf, welche Beſchlag auf die Erb⸗ „ſchaft legen, vder wider bie Auslferung proteſtiren, oder „Hält die Mehrzahl der Miteben wegen ilgung der Schul⸗ *) S. Pelepor⸗ im Atitel: Partage des successions. Nap. Civilgeſetzb. 1II. B. I. Tit. 6. Kap. 1. Abſchn. Von der Eibthelungsktage. E. Von Erbtheilungen unb vffentlichen Verſteigerungen. 311 vorzuͤglich wuͤnſcht, deshalb das Roͤthige anzubringen. (Nap. Civilgeſetz. Art. r. 817. br6.) E nch „ „den und Oblaſten der Erbſchaft den Verkauf fuͤr unentbehr⸗ „lich: ſo werden die Wb und in Swichir „Form verkauft. 3 t 827.„Laſſen die Gutet ſich nicht bequem „theilen, ſo ſoll zu deren gerichtlicher Verſteigerung geſchritten „„werden.“ „Sind jedoch ſmmtliche Miterben majorehn, ſo koͤnnen „ſie die Verſteigerung durch einen von⸗— gewaͤhlten No⸗ „tar vexrichten laſſen60 en 828.„Sobald das⸗ hewrglich⸗——— Vermo⸗ „gen taxirt und werkanft iſt/ werweiſt der Gerichtscommiſſar „die Partheyen am eingn Notarcden ſienſelbſt erwählen, oder „den⸗ wenn ſie ſich uͤhep die Wahl nicht wereinthen koͤnnen, „der Richter Amtswegen ernennt. Vor dieſem oͤffentlichen „Beamten ſchreitet man zu Ablegung der Rechnungen, zu wel⸗ „cher die Miterben etwa uuter einander weppflichtet ſind, zur „Außmittelung der Haupteyliſchaftimaſſezur Bildung der „Erbſchaftslopſe, aund zur Abtieferung anadie Theilhaber.“ 82n6⸗Sdet Mitephe ranſerirticbydru⸗ Maſſe⸗ in Ge⸗ „maͤßheit machſtehender Porſchriſten, die empfangenen Ge⸗ „ſchenke, und die zur Exbſchaft ſchuldigen Summen.“ 830.„Geſchieht die Collation nicht in Nann, ſo neh⸗ „men die Miterben, welche ſie zu ſodern berechtigt ſind, den „Betrag derſelben von der Erbſchnſtsmaſſe zum Voraus weg.“ aDieſe Vorausnghme geſchieht, ſoviel möglich, nin Ge⸗ „genſtänden, die mit den nicht in Namr zuruͤckgegebenen(con⸗ „ferirten) Gegenſtänden von gleicher Art, Mhfenhit und „Guͤte ſind.“ 831.„Sind ieſe nun voraus weggenom⸗ „men: ſo wird das, was von der Maſſe nun noch übrig „bleibt, iu ſo viel gleiche Erbſchaftslooſe vertheilt, als theilende „Erben ober theilende Staͤmme ſind 852.„Bey Bildung und Beſtimmung der twoſ⸗ ſoll die „Zerſtuͤcketung(Dismembration) der Gründſtuͤcke, und die „Trennüng der Wirthſchaften moͤglichſt vermieden werden; und z12 1M. Theil. 11. Buch. vII. Litel. Unter zwey Anſuchenden ſteht die fernere Betrei⸗ bung der Sache dem——„ ₰ vus— ſtiner Vorla⸗ * 8 ² † N zehuhrt ic. daß man in e 5,* w möglich, glei⸗ „chen Betrag an beweglichen und unbeweglichen Guͤtern, Ge⸗ „techtſamen und von gleicher Natur und— „Werthe bringe.“ n 1 n 833.„Die unyl— in Ratur vertheil⸗ „ten Gegenſtaͤnden wird durbytrauugabe von rn oder „baarem Geldé gehovenn ſi amen ann 834.„Die Looſe werden ven einem der M iterbes gebil⸗ „det, wenn die Erben ſich uͤber deſſen Wahl vereinigen koͤn⸗ „nen, und derzenige von, ihmen⸗ den ſie hierzu gewöhlt hahen, „den Auftrag m e te macht die Looſe ein „vom S 6 „Sodann erſolgt die Ziehung der oſs ſelöſt.“ b35. Eho min zub Ziehung der Looſe ſchreitet, ſteht je⸗ „dem Jutereſſenten frey) wider die Art, wie 2— ſind, „Einwendungen zu machen⸗f 11e1 836. Die fuͤr die Vheilung ganzer Erhneſſn vprgeſchrie⸗ „enen Regeln ſind auch hey⸗ den unterahiheihungen unter den „zugleich theilenden einzelnen Stämmen behchten.. 837.„Wenn bey Verrichtungon, die än einen Rotar ve⸗ wieſen find, Streitigkeiten entſtehen, ſo ninimit der Rotar uͤber „die eingetretenen Stteitigkeiten und das egenſeitige Vor⸗ „bringen der Partheyen ein Protocoll auf, und verweiſt ſie „an den zur Erbtheitung ernaunten Gerichtscommiſſarz uͤbri⸗ „gens wird dabey in der durch die Chenchotnun „(Art. 9750 vorgeſchriebenen Form verſahren.“ 838.„Sind nicht alle Miterben gegenwärtig, oder z „den ſich unter ihnen Interdicirte(der Verwaltung ihres Ver⸗ „moͤgens Entſetzte) oder Minderjaͤhrige, waͤren letztere auch „emancipirt: ſo ſoll die Erbtheilung gerichtlich und in Gemäß⸗ „heit der Vorſchriften erfolgen, die im 8roten und fotgenden „Artikeln bis zum gegenwärtigen, mit Einſchluß deſſelben, ent⸗ „halten ſind. Tritt bey der Erbtheitung ein entgegenlaufendes „Intereſſe mehrerer Minderjaͤhrigen ein: ſo muß jedem von ih⸗ „nen beſonders ein Speciatvormund beſtolt werden.“ Von Erbtheilungen unboffentlichen Verſteigerungen. 313 dungsurkunde zuerſt vom Gerichtsſchreiber viſiren ließ. Beym Viſa iſt der Tag und die Stunde zu beſtimmen. 963. Der einem jeden Minderjaͤhrigen, welcher ein einem andern Minderjährigen entgegenlaufendes Intereſſe hat, beſonders zu beſtellende Specialvormund(Napol. Civilgeſetzb. Art. 338.) iſt nach den im Titel von Fa⸗ miliengutachten enthaltenen Vorſchriften(ſ. oben 11. Th. I. W Tit. 10.) zn beſtellen. 969. In eben dem Urthel, in welchem uͤber die Erb⸗ theilungsklage erkannt wird, iſt noͤthigen Falls, in Gemaͤß⸗ heit des 823 Artikels des bürgerlichen Geſetzbuchs, einem Mitgliede des Gerichts Commiſſiun zu ertheilen und dar⸗ auf zu ſprechen, daß die unbeweglichen Buͤter, auf die im 824. Artikel deſſelben Geſchbuches vötgeſchriebene Art ge⸗ wuͤrdert werden ſolle. 9. Indem das Gericht j vieſr Klage erkennt, hat es in eben dieſem Urthel darauf zu ſprechen, baß die Theilung, wenn ſolche Statt findet, vorgenommen, oder zur Verſteigerung vor einem Mitgliede des Gerichts, oder vör einem Notar, geſchritten ſolle(Rap. Civilgeſeßb. At 82 0 971. In Anſehung der Ernennung, Vereidung und Berichtserſtattung der Sachverſtändigen muß nach den im Titel: von dem Gutachten der Sachverſtͤndi⸗ gen(1. Th. M B. Tit. n.5 enthaltenen Vorſchriften verfahten werden. Sind indeß alle Intereſſenten volljaͤh⸗ rig, ſo kann, mit ihrer Genehmigung, auch nur ein einzi⸗ ger Sachverſtaͤndiger ernannt werden.(Art. 303.) 830.„Findet im vorſtehenden Falle eine Verſteigerung „Statt, ſo kann ſie nicht anders, als gerichtlich, in der „fuͤr die Veräußerung der Guͤter der Minderjährigen vorge⸗ „ſchriebenen Form, geſchehen. Auch ſind dabey allemal Fremde „zuzulaſſen.“ Civilgerichtsordnung. 40 31 M Sheit M. Buch. Vil. Litel 9. Der, welcher die Erbtheilung ſucht, traͤgt auf Be⸗ ſtätigung dis Gutachtens, mittelſt eines bloßen Anſuchungs⸗ ſchtitbins rehuete de conlusions) an, welches ein Sach⸗ Wuiter dem nbtri uftteigen bßri In Anſthung der Ver⸗ äußerutg hut man ſich nach den Vorſchriften zu richten, die im Titel: von Veräußerung unbeweglichet Guͤter(Art. 953. ul f)6enthalten ſind; jedoch ſind in dem Aufſatze, welcher vie Kanfsbedingungen ahä noch hüiufögen nn ndnnſ ai nnne) For Ranen, Aufenthült und Gewepbe der⸗ Ramen und Wohnung ſeines Sachwalters; Nauien, ww on Wnb it abrtut s. der die nene gen brjß Art. 9560) ltwied den Anwaͤlden der Mitver⸗ taͤufet mittelſt eines boßen Satzes mirgetheilt, und das zwar binnen acht Tagen, nachdem ſolcher in der Gerichts⸗ ſchreiberey oder beym Notar niedergelegt worden iſt. 973 Sulehiteöoet den Aufſaß, der die Bedingun⸗ enthält⸗ HStritigfei q. wedeß biſe im Verhoͤr, ohne vorgaͤngige PBittſchrift und auf einen biößen Satz, den ein Sawal dem ufthun lßt, beyge⸗ legt(Art. 403)„. 9. Wenn ienhe— Gäter rere und verſchiedene Beſichtigungen dunch Sachverſtaͤndige iochttittig gemacht hat) uhd jedes einzetue unbewegliche Gut füͤr zthiibit ättätt wotven iſtt ſö ſoll dennoch die Veritigerung dann iche Stütt häben, wenn ſich aus der Vergleichung der Gutachten ethiebt, es läſſe ſich die geſammte Maſſe der Immpbilien beguem theilen.(Nap. Civilgeſetzb Art. 826) hloen 8n6l 975. Hat die Erbtheilungslie tioß die Verthei⸗ ung eines oder mehrerer unbeweglicher Guͤter zum Ge⸗ genſtande, an welche die Intereſſenten völlig ausgemittelte Rechte haben; ſo ſollen die Sachverſtaͤndigen, nach erfolg⸗ Von Erbtheilungen und oͤfſentlichen Berſteigerungen. 315 ter Taxation, zu Folge der im 466. Srt des Civilgeſet⸗ buches enthaltenen Vorſchrift, die Looſe bilden, Sobald ihr Gutachten gerichtlich genehmigt wordeß⸗ iſt⸗ werden die Looſe entwrder vot einem Gerichtscommiſſar, pder Bh einem Gerichtswegen dazu beſtellten Notar gezogen 2 976. In allen übrigen Fällen laͤßt der, welcher die Erbtheilung ſucht, die Theilhaber auffodern, am angeſetz⸗ ten Dage vor dem Getichtscommiſſar zu erſcheinen. Die⸗ ſer verweiſt ſodann die Partheyen an einen Norgh iber den ſie, wénn ſie es köͤmen und wpllen⸗ ſich vereinigen, oder der widrigenfnils Amtshalbyr vom Gerichte ernannt wird, damit vor dieſemt in Mnſehung der Rechnungsabnah⸗ me, der Collation, der Ausmittelung der Vermoͤgensmgſſen, der Vorausnahme(prélevewentoader; Mdung der Looſe, und der Ergänzüng der Erbtheile(aufadis im 823 Artikel des bürgerlichen Geſetzbuches vorgeſchrieben Art verfah⸗ ten werde. nodtbnt nspnD bo nn „Sot de Erhtholtung in „Anſehung gines Mindethahrigen e bie Wirkutgen haben, welche ſie unter Votjähtihen hervorbtingen döbo) ſo muß „ſie gerichtlich Wigenotnuien werden? Sie darf nicht andets „geſchehen, als nach vorgängiger Taxation, zu welcher das Ci⸗ „ilgericht des Oties, wo die Erbſchaft erledigt worden iſt, die eyfoderlichen Sachverſtůndigen rhennt.16 Die Sachyerſtändigens legen; Ppr deß Präſihenten des Pr verwähnten Grrichts, pder vorꝛeinzm quheſnpon ihn hierzu „abgeordneten Richter, den Eid ab, daß ſie i rem Auftrage „genau und treulich nachkommen wollen; ſie ſ chretten hierauf „Jur Theilung der Güter, und zur Verfertigung der Looſe, die „in Gegenwart eines Mitgliedes des Gerichtes oder eines von „ihm abgeordneten Notars, welcher duch die Looſe ausliefert, „gezogen werden““ nulid1 6 1 0 „Jede andre Theilung iſt als bloß vorlaufig lproviſoriſch) „zu betrachten.“ plen ochigeßtt . 316 U. hei. I. Vuch. vII. Litel. Ein Gleiches geſchieht nach erfolgter Verſteigerung, wenn die Erſtehungsſumme mit andern Gegenſtaͤnden in eine gemeinſame Erbtheilungsmaſſe geworfen werden muß, um dir verſchiedenen Fnbcheſt* Gieiche zu bringen. 97 Der verordnete Noter vnfůhrt ganz allein, ohne Beytritt eines zweyten Notars, und ohne Zeugen. Bedienen ſich die Partheyen vor ihm eines Rechtsbeyſtan⸗ des, ſo werden deſſen Gebuͤhremnicht zu den Theilungs⸗ koſten gerechnet, ſondern fallens ihnen allein zur Laſt. Wenn der im 837. Artikel des bürgerlichen Geſetz⸗ buches angenommene Fall eintritt, ſo nimwmt der Notar ein beſonderes Protpcoll uͤher die entſtandenen Streitigkeiten und das Vorbringen der Partheyen auf Dieſes Protocoll muß er in der Sinchtben wo es. bewahrt wird„ dn Verweiſt, Gnichegecmmiſſur zie ene zum Verhor, ſo vertritt die dabey zugleich erfolgende An⸗ zeige des Tagesan welchem ſie erſcheinen ſollen, die Stelle eineß Pgadungn önu uuld2 e Es darf keine re eriaſhem daß der Gegentheil ſich vor dem Richter ſtellen, oder W Verhör erſcheinen ſolle. 9 Iſt die zu theilende Frblchafitsmnſſ oder das, was jeder der Intereſſenten zu cpnferiren, noder voraus zu empfangen hat, nach Mgaßgabe des 829. 830 und 831. Artikels des Civilgrſetbuchs vom Notar feſtgefetzt: ſo macht einer der Miterben, wenn ſie alle volljaͤhrig, und uͤber deſſen Wahl einig ſind, und der von ihnen Gewaͤhlte den Auftrag annimmt, die Looſe; widrigenfalls verweiſt der Notar, ohne daß es ſonſt eines Verfahrens bedarf, die Partheyen an den Grrichtschmmiſſarz) und dieſer be⸗ ſtellt dann dazu einen Sachverſtaͤndigen. N9. Der zur Bildung der Erbſchaftslvoſe von den Partheyen gewählte Miterbe, oder der Gerichtswegen be⸗ Von Erbthellungen und öffentlichen Vetſteigerungen. 3r ſtellte Sachverſtändige beſtimmt dasſenige, was zu jedem Lwoſe gehöten ſolle, mittelſt eines Gutachtens, welches drr Notarnhinter die fruͤhern zu Protocoll genvinfnenen Vet⸗ richtungeit, aufzeichnet und in die gehötige Förm ve (Rap. Civilgeſetzb. Art. 834.) 930. Sind die Looſe beſtimmk, und die etwa vorge⸗ ſallenen Streitigkeiten uͤber die Bildung derſelben ent⸗ ſchieden) ſo mlß der, welcher die Erbtheilung ſucht, die Theilhaber anffodern laſſen, ſich an einem beſtunmten Tage in per Eppedition des Rotars einzufinden, um dem Schluſſe des von diefem aufgenommenen Protokolls und deſſen Vorleſung beyzuwohnen, und ſolches, in ſo fern ſie es koͤnnen und wollen, nebſt ihm, zu unterſchreihen.(Nap. Civilgeſetzb Art. 835. 937 S. öben Wrt. 957 o81. Der Motar ſtellt die Ausfettigung des uͤber die Theilung abgefaßten Protocolls der zuerſt darum an⸗ ſuchenden Parthey zu, damit dieſe die Beſtaͤtigung deſſel⸗ ben beym Gericht ſuchen könne. Auf den Vortrag des Getichtscommiſſars beſtaͤtigt das Gericht, ſpweit es ſich thun laͤßt, die Theilung, und zwar it Ghenwart oder nach erfolgter Vorlabung der Parthehen, weſiſt dirſelben nicht ſaͤmmtlich beym Schluſſe des Peototolis erſchie⸗ nen ſind. Dieſe Veſtaͤtigung erfolst, wenn es die Fiſchofſhei der Partheyen echeiſcht,(S. oben Art. 83. Nr. 6. 7.) nach vorher gehovtein Viitvahe des kaiſerlichen Ahwalbs. 982. Jin Btſtätigungsbeſcheibe wird zugklch darauf erkannt, daß die Looſe entweder vor dem Gerichtscom⸗ miſſar, oder vor dem Notar gezogen werden ſollen, wel⸗ cher ſolche ſogleich nach der iehung Rapol. Civilgeſetzb. Art. 834.) osz. Der Gerichtoſchreibet ſowöhl, als det Notat ſind ſchuldig, wenn die Intereſſenten Auszuͤge vön dem uͤber die Theilung abgefaßten Prototolle im Ganzen öder Theilweiſe verlangen, ihnen ſolche auszufettigen⸗ 319 Lh us vn. Si Von Erbtheilungen zc. 984. Obige Formalitaͤten ſind bey offentlichen Ver⸗ ſteigerungen und Theilungen⸗ die zur Abſicht haben, der Gemeinſchaft ein Ende zu machen, dann zu beobachten, wenn Minderjaͤhrige oder andere Perfonen dabey inter⸗ eſſirt ſinb, die ſich ucht i Senr Wünher be⸗ fnden(2 16hhm pn 965. Sinb ibeeis ueigriiert boder Nit⸗ erben volljaͤhrig, im Genuſſe ihrer buͤrgerlichen Nechte, gegenwärtig, oder gehoͤrig vertreten: ſo ſteht ihnen frey, die Sache hat ticht auf veſ gerichnichtn Wege auszu⸗ machen, denſelben, in welchem Zuſtüſtde ſich auch bie Soche befinde, wieder zu berfaſſe, und die Theilung vorzunehmen, wie ſi. 48 nh immet i guf finden, H. x g h 3 () Nap. Civilgeſetzb. Art. 379. e alle Erben gegen⸗ waͤrtig und vollſäheig! ſo iſt die Verſiegelaltg der zur Erb⸗ „ſchaft gehoͤrigen erfoderlich, und die Erb⸗ „theilung kann in jeder den Iteteſſenten bellebigen Form, und „durch jede von ihhen beliibi urkundo erfolgen“0 Sind nicht ale Eibem aweſenv ober giebs es uner ih⸗ „nen Minderjährige oder Interdicirte: ſo muß die Verſiege⸗ „ung in möglichſt kurzer Zeit auf Anſüchen der Erben, oder „auf Antrag des kaiſerlichen Auwalds beym Gerichte erſter „Inſianz, oder auch Amtswegen vom Friedenstichter des Be⸗ irks, wo der 3 erfolgte, geſchehen. 6 179 90f Sib 6 motit⸗ Mr ngn (2) ueber die Vrlune den Sechirg Nio die Sewührtllung für die Lvole ſo wie über die Nullitärserklärung in Erbheilungs⸗ ſachen, Nopol, Civilgeſetzb. in, B. Zit. 1. Cap. VI. 4. ud 5. üfcht. 1I. Th. 1I. B. Vil⸗Fit. Von der Rechtswohlthatc. 319 Achter Titel⸗ Von der Rechtswohlthat des Inbentariums. z Rnbé LEL 986. Will der Erbe, noch ehe er in dieſer Ei⸗ genſchaft aufgetreten iſt, in Gemaͤßheit des Civil⸗ geſetzbuches 6) ſich zum Verkauf von Erbſchaftsmobi⸗ 0 Nap. Civilgeſetzb. Art 793„Die Erklärung eines „Erben, daß er dieſe Eigenſchaſt nur unſer der Rechtswohl⸗ „that des Inventariuns annehinen wolle, muß in der Ge⸗ „richtsſchreiberey erſter zſtanz desjenigen Bezirks geſchehen, „wo del Ethanfull erfolgt iſt! ſie nilß in vas zu dergleichen „Losſagungsurkunden beſtimmts Buch(Regiſter) eingetragen „werden⸗6 aUn 6n oO1 ppli 794.„Dieſe Erkläͤrung hat nur in, ſo feyn Wirkung, gls „vorher oder nachher ein getreues amdgenaues Inpentaxium „der zur Erbſchaſt gehörigen Guͤter, jedoch in den durch die Ci⸗ „vilgerichtsordnumg GArt. 941. fl. beſtimmten Formen, und nnerhalb der machſtehend boſtimmten Frilten verſertigt wor⸗ dentiß j6 qum e isn e ib 706. Finden ſich jedoch in der Erbſchaft Sachen, die „demn Verderben ausgeſetzt ſind, oder nicht ohne betraͤchtlichen Auſwnndt erhalten werden Konnenznſo kann der Erbe, kraft „ſeiner Erbfaͤhigkeit, und ohne daſi man pon ſeiner Seite dar⸗ „aus eine Annahme folgern konnte, mit gerichtlicher Erlaubniß „zum Verkaufe dieſer Gegenſtüde ſchreiten.“— „Dieſer Verkauf ſoll vön einem oͤſſentlichen Beamten ge⸗ „ſchehen, wenn zuvor die durch die Civilgerichtsordnung dieß⸗ „falls vorgeſchriebenen Abkuͤndigungen und Anſchlagszettel be⸗ „ſorgt ſind.“ † go5.„Zur Erbſchaft gehoͤrige Mobilien kann er nicht an⸗ „ders als durch einen oͤffentlichen Beamten verſteigern laſſen, „wenn vorher die gewoͤhnllchen öffentlichen Anſchläge und „Verkuͤndigungen erfolgt ſind.“ 320 I. Theil. II. Buch. VIII. Titel. lien Erlaubniß auswirken, ſo hat er deshalb dem Praͤ⸗ ſidenten des Gerichts erſter Inſtanz, in deſſen Bezirk der Erbfall erfolgt iſt, eine Vittſchrift zu uͤberreichen. Dieſer Verkauf muß durch einen öffentlichen Beam⸗ ten geſchehen, nachdem die oben beym Verkauf der Erb⸗ ſchaftsmobilien vorgeſchriebenen Patente angeſchlagen und die deshalb erfoderlichen Bekanntmachungen erlaſſen ſind. (S. oben V. Tit. ingl. Art. 617— 621.) 987. Iſt hinlaͤnglicher Grund vorhanden, Erbſchafts · grundſtuͤcke zu verkaufen, ſon muß der Beneſiciarerbe dem Praͤſidenten des Gerichts erſter Inſtanz eine Bittſchrift uͤbergeben, worin dieſe Grundſtuͤcke angegeben ſeyn muͤſ⸗ ſen; dieſe Bittſchrift wird der Staatsbehoͤrde mitgetheilt, und nach Anhoͤrung ihrer Antraͤge und auf den Vortrag eines dazu ernannten Referenten wird ein Beſcheid er⸗ theilt, in welchem vorlaͤufig darauf erkannt wird, daß die unbeweglichen Guͤter durch einen Amtswegen ernannten Sachverſtaͤndigen beſichtiget und taxirt werden ſollen.(¹) 988. Iſt das Gutachten des Sachverſtaͤndigen regel⸗ maͤßig, ſo wird es, auf ein ſchriftliches Anſuchen, von eben dieſem Gerichte beſtaͤtigt; und nach Anhörung der Staatsbehoͤrde, wird im Beſcheide auf den Verkauf er⸗ kannt. Mit dieſem Verkaufe wird unter Beobachtung der im Titel: von Erbtheilungen und öffentlichen Verſteigerungen damſieeen Formalitäten ver⸗ fahren. irß o Der „Liefert er ſie ſelbſt in Natur zurück: ſo hat er nur fuͤr „die durch ſeine Nachlaͤſſigkeit verurſachte Pecih und „Herabſetzung ihres wahren Werthes zu haften.“ (1) Ueber die Vereidung und das Gytachten der eaerſůndigen ſ. oben I. Th. II. B. 14. Dit. Von der Rechtswohlthat des Invehtariums 32r Der Benefieiarerbe wird, dafern er, ohne die im ge⸗ genwaͤrtigen Titel enthaltenen Vorſchriften zu beobachten⸗ unbewegliche Guͤtet n gt ange⸗ ſehen.(*) 999. Iſt ʒůuungticher⸗ Grund um den Verkauf der zur Erbſchäft gehsrigen Mobilien und Ren⸗ ten vornehmen zu laſſen, ſo muß⸗derſelbe in dem wegen des Verkaufs dieſer Art von Gütern vorgeſchriebenen For⸗ men(Art. 9s6. Art. 643 i. f.) geſchehen, und zwar un⸗ ter der Vetwatnung; daß widrigenfulls der Bentſiclar⸗ erbe unbedingt als Erbe betrachtet werden ſolle. 6 9o. Was aus dem Verkaufe der Mobilien gelsßt wird, ſoll unter den dem Titel von der Diſtribution nach Verhaͤltniß der Foderungen vorgeſchriebe⸗ nen Formalitaͤten(S. oben F Th. V B Tit. r) unker diejenigen Glaͤubiger, welche wiber die Altsliéferung pto⸗ teſtirt haben, nach Verhaͤltniß— Bertheilt werden. G0 1 11 6 Znp. Lrellgeſe A„„Tten Gigbiger auf, — Zahlungseinſpruͤche ſachen, ſo kgnn der Beneficiar⸗ „erbe nur nach der Ordnung und auf die Art zahlen, wie es „Gerichtswegen vorgeſchrieben iſt.“ „Treten keine Glaubiger mit Einſpruͤchen auf, ſo zahlt „er Glaͤnbiger und Wit der aus, wie „ſie ſich aimelden.“ so9.„Glaͤubiger, die keine Proteſtation eingelegt haben, „und erſt nach erfolgter Rechtfertigung(Juſtification) der Rech⸗ „nung und Auszahlung des Ueberſchuſſes ſich melden, koͤnnen „bloß an die Legatarien ihren Regreß ſuchen. ½ „In jedem von beyden Fällen verjährt der Regreß nach „Abladf von drey Jahren, welche von dem Tage an, da die „Rechnung gerechtfertigt(juſtificirt) und der Ueberſchuß ausge⸗ „zahlt worden iſt, zu rechnen ſind.“ (1) Mr. Siméon im Exposé des motifs ad h. 1. Livilgerichtsordnung. 41 991. Das Kaufgeld fuͤr verſteigerte gnnßſien wird nach der Ordnung der Sre und Wypthtten vertheilt. A5inm5 992. Der Gtinhiher:. ihe Zuteſſeſ, der den Beneficiarerben noͤthigen will, Buͤrgſchaft zu böſtellen, muß deshalb mittelſt einer außergerichtlichen Zuſchrift eine Auffoderung an ihn ergehen laſſen„welche dem Geg⸗ ner in Perſon, oder an deſſen Wohnort Aweht winb. n and oen nnuß mn ni nochon 993. Binnen we vonn dieſer zupderins an gerechnet, zu welchen aufnjede drey Myriameter, welche der Wohnort des Erben von der Gemeinde entfernt liegt, wo das Gericht ſeinen Sitz hat, Ein Tag hinzuzurechnen iſt, muß er den Buͤrgen in der Canzelley des Gerichts, un⸗ ter welchem dik Etbanfall evfolgt iſt/ darſtellenn und das zwar in der füt die Annahme der Buͤrgſchaften vorgeſchrie⸗ benen Form.(S oben 1. Th. v. B. Tit. I. Art. 5u7. ff.) 994. Entſtehen Streitigkeiten uͤber die Annahme des Buͤrgen, ſo werden die Gläubiger, weſche die Buͤrgſchaft verlangten, virch den Kiteſien itit dii Sochn Geticht angeſtellten) Sachwaltern efitſteſ 995. In Anſehung der wegen der citber genöſſen) Rechtswohlthat des Inorntariums gbznlegenden Rech⸗ (a) Nap. Civilgeſetzb. Art. 3e r iſt verbunden, den „Glaͤubigern und andern Intereſſenten, auf deren Verlangen, fuͤr „den Werth des im Inventarium begriffnen Mobiliarvedmoͤ⸗ „gens, und fuͤr die aus den unbeweglichen Guͤtern geloͤß⸗ „ten Gelder, ſoweit dieſe nicht den hypothekariſchen Glaͤubi⸗ „gern e ſind, einen guten und zahlbaren Buͤrgen zu „ſtellen.“ „Stellt er dieſe Sicherheit nicht: ſo werden die Mobilien „verkauft, und ihr Kaufpreis ſowohl, als was auf die Kauf⸗ „gelder der unbeweglichen Guͤter nicht angewieſen iſt, wird zu „Beſtreitung der Ebbſchaftsoblaſten niedergelegt.“ Von bir Rechtswohlthat des Invtütatſums. 323 nung( ſind die im Titel: von Ablegung der Rech⸗ nungen d. Th. V. B. Tit. IW⸗ Art. 527. ffl) vorgeſchrie⸗ bene Formalitaͤten zu beobachten. M 996. Die Klagen, die det Beneficiarerbe gegen die Erbſchaft anzuſtellen hat,(Nap. Civilgeſetzb. Art. 802.) muß er gegen die Erben richten; ſind deren kelne vorhan⸗ den, ober klagen alle Erben wiver die Erbſchaft, ſo wird der bisher Unter der Rechtswoöhlthat des Inbentatiums be⸗ ſeſſenen Erbſchaft in derſelben Form, wie bey Brſtellung des Cututots einet offenſtehenben(vatanten) Erbſchaft er⸗ foderlich iſt, ein Cürator beſtellt, und wider dieſen die Klage gerichtet. m Raß. Eivilgeſttzb⸗ Att gosin Dor Beneſicigrerbe iſt wetpflichtet, das zur Erbſchaft gehoͤrige Vermoͤgen zu vetwal⸗ „ten; und den Glänbigern und Legatgrien von ſeiner Verwal⸗ „tung Rechnung abzulegen.“ ne „Dazu, daß er gus ſeinen eignen Mitteln Zahlung leiſte, „kaun er n dann angehlten perden, weun er zut Uebergabe „ſeiner Rechnüng auſgeſodert worben iſt, ünd dieſer Verbind⸗ „lichkeit nicht in gehöriger Friſt Gekige geieiſtet hat.“ „Nach Rechtfertigund(Juſtification) der Rechnung kann „er in Bezichung auf das ihm fur ſeine Perſon zuſtändige „Vermogen nur ſoweit in Anſpruch genommen werden, als „er noch herauszugeben hat.“ 1 324 II. Th. M. B. IR. Tit. Von der Losſagung ꝛc. Meunter Titel. Von der Losſagung von der Gätergemeinſchaft oder von einer Erbſchaft.(*) 997. Die Losſagung von der Guͤtergemeinſchaft oder von einer Erbſchaft geſchieht in der Canzelley des Ge⸗ richts, in deſſen Bezirke die Aufloßung der Gemeinſchaft oder der Erbanfall erfolgt iſt; und zwar wird ſie in das nach Maaßgabe des 784. Artikels des buͤrgerlichen Ge⸗ ſetzbuchs deshalb zu haltende Gerichtsbuch(registre) in der ebendaſelbſt im 1457. Artikel vorgeſchriebenen Form eingetragen, ohne daß es außerdem noch einer Formalitaͤt bedarf) i10 n. 600„P (4) Nay. Liitheſet. Art. 784.„Die Losſagung von ei⸗ „ner Erbſchaͤft wird nicht vermuthet(Art. 793. 1458.). Sie „kann nicht anders erfolgen, als in der Expedition des Ge⸗ „richts erſter Inſtanz im Bezirk, wo der Erbanfall erfolgt iſt, „und ſie muß daſelbſt in ein eigenes dazu beſtimmtes Gerichts⸗ „buch(Regiſter) eingetragen werden!“ r457.„Binnen drey Monaten und vierzig Tagen nach „dem Tode des Mannes muß ſie(die Wittwe) bey der E⸗ „pedition des Gerichts erſter Inſtanz, in deſſen Bezirke „der Mann ſeinen Wohnſitz hatte, ihre Verzichtleiſtung Cauf die „Guͤtergemeinſchaft) erklären. Dieſe Erklaͤrung muß in das „zur Aufnahme der Verzichtleiſtungen auf Erbſchaften be⸗ „ſtimmte Gerichtsbuch(Regiſter) eingetragen werden.“ (1) Ueber dieſen Gegenſiand ſehe man Pufour, Traité de 13 Pro cedure civle T. III. p. 369— 361. II. Th. II. B. X. Tit. Vom Curator tc. 325 Zehnter Ditel. Vom Eurator einer offenen(vacanten) Erbſchaft.) 90s. Meldet nach Ablauf der zur Fertigung eines Inventariums und als Bedenkzeit geſtatteten Friſten, ſich niemand, der auf die Erbſchaft Anſpruch macht; ſind keine bekannten Erben da, dder haben die bekannten auf die Erbſchaft Verzicht geleiſtet: ſo wird die Erbſchaft fuͤr offenſtehend(vacant) geachtet, und ihr, zu Folge des 812. Artikels des bürgerlichen Geſetzbuches, ein Curator beſtellt. 999. Sind zwey oder mehrere Curatoren ernannt worden, ſo hat der erſte den Vörzüg, ohne daß es einer rechtlichen Entſcheidung bedarf.(*). 1ooo. Dem Curator liegt vor allen Dingen ob, den Beſtand der Erbſchaft durch ein Inventarium auszumit⸗ teln, wenn noch keines gefertigt iſt, und unter den im Titel vo n Inventarium(S. oben Tit. IV.) und im Titel pom Verkaufe des Mobiliarnachlaſſes (S. oben T Tit. V.) vorgeſchriebenen Formalitaͤten die Mo⸗ bilien verkaufen zu laſſen.(Napol. Civilgeſetzb. Art. g13⸗ 814˙0 1oor. Mit dem Verkaufe der unbeweglichen Guͤter und der Renten kann nicht anders, als in der Form ver⸗ fahren werden, welche im Titel von der Rechtswohl⸗ that des Inventariums(S. oben Tit. VIII.) vor⸗ geſchrieben iſt.(²) (¹) Dieß kann der Fal ſeyn, wenn mehrere Gläubiger oder Legata tien für ſich beſonders Curatoren ernannt haben⸗ (2) Durch dieſen Artikel iſ vieten Mißbräuchen vorgebeugt, die dar⸗ aus entſprangen, daß die vorherigen Geſetze über dieſen Punkt ſchwiegen. ²) Die hierher gehoͤrigen Formulare liefert Delaports unter: Succession. E. 326 U. Th. II. B. R. Tit. Vem Curator. rooz. Die dem Beneficiarerben iKrgeſcheiebeden For⸗ malitaͤten ſind auch auf das anwendbar, was der Curgtor 8 einer vacanten Erbſchaft bey der Verwaltung und Rech⸗ nungsablegung zu beobachten hat.(Rapol. Civilgeſetzb. Art. S13. 814. 304. S. oben Art. 995.)(¹) (1) Ueber die Quelen der in dieſem Litet angeführten Stellen des Civilgeſetzbuchs[0 Mu Ur, änipqton des sources oh toutes les dispositians du code oi7il ot eié puisées. ODecret vom a9. April 1806; promulgirt am nächſiſolgenden 9. Mah.) Einziger Titel. Von ſchiedsrichterlichen Entſcheidungen. 2 rooz. Jedermann ſteht frey⸗ mit ſeinem Gegner da⸗ hin übereinzukommen(compromettre) daß uͤber die(Krei⸗ tigen) Rechte, uͤber welche er zu verfügen berechtigt iſt, durch Schiedsrichter entſchieden werden ſolle. 1*) 1ooz. Schenkungen und Vermaͤchtniſſe von Alimen⸗ ten, Wohnung oder Kleidung, Trennungen**) der Eheleute, Eheſcheidungen, Erörterungen des rechtlichen Zuſtandes, und alle Streitigkeiten, die der Staatsbehoͤrde (1) Dieſe ganze Materie hat vouſtändig behandelt Dukour im Fraité ac la Procédure civile T. III. p. 373— 377. Die conſtitul⸗ rende Nationalverſammlung hatte in ihrem Decrete vom r6. unb „0. Auguſt 790 im 1. Artiket verordnet,„daß, da die ſchieds⸗ „richterliche Entſcheidung das vernuhftigſte Mittel ſey, Rechtsſttei⸗ „tigkeiten unter den Bürgern zu ſchlichten, die Geſetzgeber nichts „thun könnten, was die dem Compromiß auf Schiedsrichter gegönnte „rechtliche Gunſt und deſſen Wirkſamkeit könnte vermindern. (a) Geſetz vom 16. und a4. Auguſt 1790. Zit. I. Art. 4⸗ *) S. Delaporte unter Compromis. E. *) Eutweder s6paration de corps, Scheidung von Tiſch und Bette, oder Guͤterſonderung. E. 328 1M. Theil. III. Buch. Einziger Titel. vorgelegt werden muͤſſen, duͤrfen der ſchiedsrichterlichen Entſcheidung nicht unterworfen werden(*) 1oo5. Die Vereinigung uͤber die Wahl der Schieds⸗ richter kann entweder vor den gewaͤhlten Schiedsrichtern zu Protocoll genommen, oder in einer vor einem Notar gefertigten, oder auch unter bloßer Privatunterſchrift ausgeſtellten Urkunde erklaͤrt werden. 1006. In dieſem Compromiß müſſen, bey Strafe der Richtigkeit, die ſtreitigen Gegenſtaͤnde angegeben, und die Namen der Schiedsrichter enthalten ſeyn.(²) rooy. Das Compromiß iſt gultig, wenn gleich keine Friſt darin beſtimmt iſt; und in dieſem Falle dauert der Auftrag der Schiedsrichter, vom Tage des Compromiſſes an, nicht Uaͤnger als drey Monate.(²) roog. Waͤhrend der zur ſchirborichtiichen Crörte⸗ rung beſtimmten Friſt, können die Schiedsrichter nicht anders, als mit einſtimmiger Eiawiſligun der beshrwen wieder abgeſetzt werden. 10o9. Beym Verfahren haben die Partheyen ſowohl, als die Schiedsrichter, die zum Verfahren bey den Ge⸗ richten feſigeſetzten Friſten und Formen zu befolgen, aus⸗ genommen, wenn die Partheyen ein auderes ausgemacht haben. 1010. Sowohl bey, als geche dem Kenenſ koͤn⸗ nen die Partheyen auf die Appellation Verzicht leiſten. Hat man wegen der Appellation oder wegen des Rechts⸗ mittels der Wiedereinſetzung in den vorigen Stand auf ſchiedsrichterlichen Ausſpruch compromittirt: ſo iſt das ſchieds⸗ (1) Dieß ſind Ausnahmen vom nurerwähnten Geſeße; ſie ſind aber im Römiſchen Rechte gegründet 1. 8. in pr. D. de transactt. (I. r3.) 1. 32.§. 6. 7.(V. 3.) de receptis, qui arb. rec. Domat lois civiles T. I. des Compromis sect. 1. n. 7. B. (2) Arrét de réèglement v. 20. Oec. 1627. (3) Nach nurerwähntem Arrét war das Compromiß null, wenn keine Friſt darin beſtimmt war. Dieß war ſchon durch das Ge⸗ ſetz v. 16. Anguſt 1790, Art. 3. abgeändert. Von ſchiebsrichterlichen Entſcheidungen. 329 ſchiedsrichterliche Erkenntniß definitiv, und es hat keine Appellation dagegen Statt.(*) 1ori. Alle bey der ſchiedsrichterlichen Eroͤrterung zur Inſtruction erfoderliche Handlungen muͤſſen, ſo wie die Aufnehmung der Protocolle, von ſaͤmmtlichen Schieds⸗ richtern geſchehen, dafern das Compromiß ſie nicht be⸗ rechtigt, dazu einen aus ihrem Mittel zu beauftragen. 101z. Der Auftrag der Schiedsrichter erliſcht: 1) durch den Tod, die Weigerung, den Abgang oder die Behinderung eines derſelben; ausgenonmen, wenn das Compromiß die Clauſel enthaͤlt, daß demungeachtet das Verfahren(von den uͤbrigen) fortgeſtellt, oder daß an die Stelle des abgegangenen ein anderer von den Partheyen, oder von einem oder den mehrern noch übrigen Schieds⸗ richtern, gewaͤhlt werden ſolles 2) durch den Ablauf der feſtgeſetzten, oder in deren Ermangelunß der(geſetzlichen) dreymonatlichen Friſt; 3) wenn die getheilten Stimmen der Schiedsrichter gleich ſind, und ihnen nicht verſtattet worden iſt, einen Obmann zu waͤhlen.(2) 11z. Das Compromiß erliſcht durch Abſterben der Partheyen nicht, wenn alle Erben volljährig ſind; aber die zur Verhandlung und Entſcheidung des Rechtsſtreites beſtimmte Friſt läuft waͤhrend der zur Ertichtung des Inventariums verſtatteten Friſt und waͤhrend der Be⸗ denkzeit nicht fort.(²) ro14. Die Schiedsrichter können ſich ihres Ge⸗ ſchaͤfts nicht entſchlagen, ſobald es ſeinen Anfang genom⸗ men hat; dagegen kann man auch ſie nur wegen ſolcher (1) L. 27. H. 2.(IW. 8.) D. de receptt. et qui arbitr. recep Im Geſetze vom 16. Aug. 1790. Art. 4. war beſtimmt, daß wi der die ſchiedsrichterlichen Entſcheidungen nur dann ſolle appellir werden können, wenn die Partheyen ſich ſolches vorbehalten ge habt hätten. (2) Vergl. Pomat a. a. D. 1.1. C.(II. 56.) de receptt, 1. 27. H. 1. (IV. 8.) D. de receptt. (6) Vergl. Domat a. g. O. Eivilgerichtsordnung. 42 — * 330 1. Fheil. III. Buch. Einziger Titel. Urſachen ablehnen„die erſt nach dem Compromiß Eingi⸗ treten ſind. 1015. Erbietet ſich ſenanp zum Beweis der Unaͤcht⸗ heit einer Urkunde, auch nur im Wege des Civilproceſ⸗ ſes, oder tritt ein crimineller Incidentpunkt ein; ſo ver⸗ weiſen die Schiedsrichter die Parthepen dießfalls zum ge⸗ richtlichen Anbringen. Die den Schiedsrichtern beſtimmten Friſten fangen von demjenigen Tage wieder zu laufen an, an welchem der Incidentpunkt zutſchieden worden iſt.(S. Art. 14. Art. 427.) 1016. Jede der Partheyen muß, wenigſtens vierzehn Tage vor Ablauf der im Compromiſſe feſtgeſetzten Friſt, ihre rechtlichen Vorſtellungen und Beweismittel einreichen; und die Schiedsrichte ſind d gthalten⸗ auf das Fſc zu erkennen(S. ohen Zri 98. 99. 100.) Das urthel iſt von jedein der Schiedsrichter zu un⸗ terzeichnen. Sind mehr, als zwey Schiedsrichter, und verweigert die Minbrität ihre Unterſchrift: ſo muß dieß von den uͤbrigen Schiedsrichtern angemerkt werden, und das Urthel hat ſben bie Wirlung, als ob jeder der Schiedsrichter es znterzeichne; hötte. Wider ein ſchiedsrichterliches Erieanlwiß findet auf keinen Fall das Rechtsmittel der Oppoſition Statt(¹) 1017. Im Falle der Stimmengleichheit muſſen die Schiedsrichter, wenn ihnen verſtattet iſt, auf dieſen Fall einen Obmann zu ernennen dieſes in der nämlichen Sen⸗ tenz thun, durch welche ſie erklaͤren, daß die Stimmen⸗ gleichheit Statt finde Konnen ſie ſich uͤber die Ernennung des Obmanns nicht vereinigen, ſo erklaͤren ſie dieſes zum Protocoll, und der Obmann wird ſodann vom Präſiden⸗ ten desjenigen Gerichts ernannt, welches die Vollſtreckung der ſchiedsrichterlichen Entſcheidung zu verordnen hat. 0) Pochier, Traité de la Procédure civile p. IH. ech. IV. Art. 2. Pomat des Compromie Scet, II. n 5. Von ſchiedsrichterlichen Entſcheibungen. 331 Der Theil, welcher die Sache am eifrigſten betreibt, hat bey ihm deshalb eine Bittſchrift einzureichen. In behden Faͤllen muß jeder Theil der Schiedsrich⸗ ter entweder in einem und demſelben, oder in mehrern Protocollen ſeine Meinung beſonders, und mit Beyfügung der Entſcheidungsgründe, aufſetzen.() 1018. Der Obmann hät, vom Tage der Uebernahme des Geſchäfts an gerechnet, in Monatsfriſt ſeine Entſchei⸗ dung zu geben; ausgenommen, wenn dieſe Friſt in der Urkunde, durch die er ernannt wurde, verlaͤngert worden iſt; doch kann er das Erkenntniß nicht eher ertheilen, bis er ſich vorher mit ſaͤmmtlichen unter einander in Wider⸗ ſpruch ſtehenden Schiedsrichtern berathen hat, welche deshalb zuſammenberufen werden muͤſſen.(Ark. röe8. Nr. 4.) Kommen nicht alle Schiedsrichter zuſammen, ſo ſpricht der Obinann das urthel allein; doch muß er einer der von den uͤbrigen Schiedsrichtern angenommenen Mei⸗ nung beytreten. 1orh. Die Schiebsrichtet, fö wie der Hbmann, müſ⸗ ſen nach Rechtsgruabfätzen entſcheiden; ausgenommen, wenn ihnen im Comptömiſſe überlaſſen iſt, als gutliche Vermittler zu erkennen.(²) S (¹) Vorher beteits anerkannter Gerichtsbrauch⸗ pothier a. a. O. (²) Durch dieſe Verordnungen ſind viele Streitigkeiten gehoben. Die ältern Geſetze, und ſelbſi das bom a6 und 24. Auguſt 1790. ſchwiegen über dieſen Punkt, die Jüriſten aber waren deshalb un⸗ eins; Ponmkt im Proit public Lävre II. Sect 1. ineinte, daß, da die Schiedsrichter ſo gut zur gütlichen Beylegung, als zur * Entſcheldung gewählt wäten, ſie ſich an die gerichtlichen Formen und die Strenge des Rechts nicht genau zu binden hätten. Despeises de lOrdre judiciaire Tit. II. Secr. 1. Drang nebſt mehrern darauf, daß ſich die Schiedsrichter ſireng nach dem Rechte richten müßten. Andre, wis z. B. Forriere im Dictionnaire de droic unter: Compromis und Bornier beym gten Artikel des Zr. Zitels der Drdonnanz von 1667. utiterſcheiden, wic im obi⸗ gen Artikel geſchehen iſt, zwiſchen Schiedsrichtern und Mittels⸗ männern zur gütlichen Beylegung ⸗ Die Schiedsrichter müſſen den unterſiegenden Theit in die Koſten verurtheilen. Pochier a. a. O. Drdonnanz von 1667. Tit.. XXXI. Art. L 332 I. Theil. III. Buch. Einziger Titel. 3 1o2o. Das ſchiedsrichterliche Erkenntniß muß durch eine Verordnung des Praͤſidenten des Gerichts erſter In⸗ ſtanz, in deſſen Bezirk es ertheilt worden iſt, fuͤr voll⸗ ſtreckbar erklaͤrt werden. Daher muß die Urſchrift des Erkenntniſſes binnen drey DTagen von einem der Schieds⸗ richter auf der Gerichtscanzelley niedergelegt werden. Wenn die Entſcheidung uͤber eine gegen ein Urthel gerichtete Appellation auf ſchiedsrichterliches Ermeſſen ge⸗ 3 ſtellt iſt:aſo wird die von den Schierdsrichtern ertheilte — Entſcheidung in der Canzelley des Appellationsgerichts niedergelegt, und der Vollſtreckungsbefehl vom tionsgerichtspraͤſidenten erlaſſen. 6¹) Wegen der Koſten fuͤr die Niederlegung und wegen der Einregiſtrirungsabgabe koͤnnen nur die Partheyen in Anſpruch genommen werden. 1 rozr. Die ſchiedsrichterlichen Entſcheidungen tuunen ſelbſt dann, wenn ſie bloß praͤparatoriſch ſind, nur nach ertheilter Genehmigung des Gerichtspraͤſidenten vollſtreckt werden, der ſolche unter das Hriginal, oder an den Rand deſſelben ſchreibt, ohne daß eine Mittheilung an die Staatsbehoͤrde erfoderlich waͤre, und dieſe Reſolntion wird — ſodann bey der Ausfertigung der Entſcheidung zugleich mit ausgefertigt. Das Erkenntniß über die Vollziehung der Entſchei⸗ dung ſteht dem Gerichte zu, das die Genchmigung er⸗ theilt hat.„ ₰ Die Schiedsrichter können eine einmal von ihnen ertheilte — Sentenz nicht zurücknehmen. Domat des compromis Sect. 11 n. 3. 1. 25 B d ctptt⸗ (1) Man nennt dieß das Pxequatur. Geſet vom 16. u 24. Aug. . 1790. Tit I. Art 6.— Die Schiedsrichter ſind wegen der Einre⸗ 4 giſrirungsabgabe nur dann verantwortlich, wenn ſie auf nicht eintegiſtrirte urkunden ſprewen. Geſetz vom a1. Frimaire des v11 J. Art. 47.— Die Publication der Sentenz muß von den Schiedorichtern innerhalb der angeſetzten Friſt geſchehen. Arrét . v. 18 Jun. 1698 Pornier Conterence heym 7. Art. Lit. KXVI. der Ordonnanz v. 1667. Von ſchiedsrichterlichen Entſcheidungen. 333 roꝛz. Auf ſchiedsrichterliche Entſcheidungen kaun man ſich nie gegen den Dritten berufen.(¹) 1023. Die Appellation wider ſchie dsrichterliche Er⸗ kenntniſſe wird gekichtet: in Sachen, welche, wenn ſie nicht an Schiedörichter gediehen waͤren, in erſter oder letzter Inſtanz vor den Friedensrichter gehoͤrt haben wuͤr⸗ den, an die Gerichte erſter Inſtanz; in Sachen aber, welche in trſter oder letzter Inſtanz vor die Gerichte er⸗ ſter Inſtanz gehort haben wuͤrden, an die Appellations⸗ gerichte.(2) 1oa. Was von der probiſoriſchen Vollſtreckung der gerichtlichen Urthel gilt, Art. 135 157. 457. 458.) iſt auch auf die ſchiedsrichterlichen Entſcheidungen an⸗ wendbar. 1o2. Wird die Appellation verwonfen/ ſo wird der Appellant in dieſelbe Geldbuße(Art. 3710 verurtheilt, als ob von einem gewöhnlichen richterlichen Erkenntniſſe die Rede waͤre. 1626. Die Wiebereinſetzung in den borigen Stand kann wiber ſchlebstichterlicht Entſcheidungen geſucht wer⸗ den, und zwär in den oben wegen der ordentlichen rich⸗ terlichen Erkenntniſfe beſtimmten Friſten, Formen und Faͤllen.(I. Th. IV. B. II. Tit. Art. 480. 483. 492— 495. 499. 500.) Dieß Rechismittel iſt bey eben dem Gerichte anzu⸗ bringen, an welches die Appellation zu richten geweſen ſeyn wuͤrde. 1027. Doch konnen als Beſchwerden(bey dieſem Rechtsmittel) nicht dienen: (1) L.s. C.(Vil. 46.) quibus res iud. non nocet 1. 63. in pr. D.(KLII. r.) de re iud. (a) Domat droit public Liv. H. Tit. VII. Sect. J. n. 8. Vergil. Edikt Franz I. vom Monat Auguſi 1360. 1 i. n Bich einſigel Sitet ¹) die unterbliebene Beobachtung der gewöhnlichen Formen, wenn die Partheyen, wie im 1609. Artikel be⸗ merkt worden iſt, ſich dahin vereinigt hatten; 2) der Grund, däß über Gegenſtände erkannt wor⸗ den ſey, auf welche nicht geklagt war; doch kann man in dieſen Faͤllen, in Gemaͤßheit des naͤchſtfolgenden Ar⸗ tikels auf die Nullitaͤtserklaͤrung antragen. 1028. In nachſtehenden Faͤllen iſt nicht erfoderlich zu appolliren, oder die Wiedereinfetzung in den vorigen Stand zu ſuchen: 1) wenn die Entſcheidung ohne Compromiß oder außer den Gränzen des Frgronjſßz ertheilt wor⸗ den iſt; f 2) wenn ie ßwi ein das null und nich⸗ tig oder erloſchen war, eprtheilt wurde; 3) wenn ſie nur von einigen Schiedsrichtern ertheilt wurde, denen nicht geſtattet war, in Abweſenheit der uͤbrigen zu entſcheiden;) 4) wenn der Obmann in det Sache erkannt hat, ohne vorher mit den in Anſehung der Entſcheidung ge⸗ theilten Schiedsrichtern in ſeenſ getreten zu ſeyn Art. 1078.) endlich 5) wenn uͤber S a worden iſt⸗ auf welche nicht geklagt war. In allen dieſen Faͤllen haben die Parthehen gegen die Verordnung des Urthels bey dem Gerichte, bey wel⸗ chem dieſelbe erlaſſen worden iſt, zu proteſtiren, und dar⸗ auf anzütragen, daß das ſogenaunte ſchiedsrichterliche Erkenntniß fuͤr nichtig erklaͤrt werden moͤge. In dieſen Faͤllen kann das Caſſationsgeſuch nur wi⸗ der ſolche gerichtliche Urthel Statt finden, welche auf die wider ſchiedsrichterliche Entſcheidungen eingewandten Von ſchiedsrichterlichen Entſcheidungen. 335 Rechtsmittel der Reſtitution(requéte civile) oder der Appellation geſprochen worden ſind. 6) Allgemeine Verfuͤgungen.(2 1029. Keine in gegenwärtigem Geſetzbuche ent⸗ haltene Androhung einer Nullitaͤt, Geldbuße oder Ver⸗ ſaͤumniß(Präcluſion) iſt als bloße Verwarnung zu be⸗ trachteu.(*) 1030. Kein Zufertigungsprotocoll, unb keine Pro⸗ ceßhandlung kann fuͤr nichtig erklaͤrt werden, wenn die Geſetze nicht die Nullitaͤt deſſelben foͤrmlich angedroht haben. In den Foͤllen, wo die Geſetze die Nullität nicht androhen, kann der Gerichtsbediente(Huiſſier, Notar oder Gerichtsſchreiber) wegen unterlaſſungen oder Uebertretun⸗ gen der Geſetze zu einer Geldbuße verürtheilt werden, die nicht unter fuͤnf und nicht uͤber hundert Fraufen betra⸗ gen davf.(4⁴) ſ 1031. Nichtige und truͤgeriſche Vethandlungen und Aufſaͤtze, ſo wie auch ſolche Handlungen und Schriften⸗ () Ad n 1. 1. 17. S 2 B.(IW 3.) de receptt“ S. Ma- larme apport au vorps Letzilatif ad h 1. Ueber die Compe⸗ tenz des Caſſationsgerichts ſehe man die Conſtitutionen vom 23. Frimaire des VIII. Jahres Art. 63. 66 und das Geſet oon der Verfaſſung der Gerichtshdfe vom 27. Ventoſe des J. vIMIIArt. 76 7d. (e) Dieſe algemeinen Verfügungen enthaiten Nachträge und Er⸗ klärungen ſolcher Artikel, deren Erklärung Streitigkeiten hätte ver⸗ anlaſſen können. (8) Der Richter kann daher in allen dieſen Fällen nichts thun, als den Buchſiaben des Geſetzes befolgen. Er kann nicht ge⸗ linder, nicht härter ſeyn, als die Geſetze, da alles, was dieſe dießfaus androhen, ipso iure Statt findet. S. Piscours de Mr. Malarmé. 6 (4) Die Handlngen, wetche wegen unterlaſſener Beobachtung der Formaläten nul und nichtig ſind, hat der Geſetzgeber in gegen⸗ wärtiger Getichtsordnung ſehr beſtimmt angegeben. S. Act. 65 66 70. 147. a51. 260— 278. 28b. 334 435. 559 608 609 637. 717. 794 83. 833. 869. 927. 928. 1006. 1023 In Fäl⸗ len, wo der Gerichtsbediente beſtraft werden kaun,(nicht muß iſt die Handlung ſolbſt an ſich gültig- — 336 IMI. Theil. 1II. Buch. Einziger Titel. die eine Verurtheilung zu einer Geldbuße veranlaßt ha⸗ ben, fallen dem Gerichtsbedienten zur Laſt, von dem ſie herruͤhren; und dieſer kann, nach Beſchaffenheit der Um⸗ ſtaͤnde, noch uͤberdieß zu dem der Parthey zu leiſtenden Schadenerſatz verurtheilt, und ſogar von ſeinem Amte ſuſpendirt werden.(*) 1032. Gemeinden und öffentliche Anſtalten haben ſich die offentliche Verwaltung betreffenden Ge ſetze gemaͤß zu bezeigen.(²) 1033. Zu der allgemeinen, fuͤr Vorladungen, Auffo⸗ derungen, und ſonſtige Zufertigungen, die jemanden in Perſon oder an ſeinem Wohnorte zuzuſtellen ſind, beſtimm⸗ ten Friſt iſt weder der Tag, an welchem die Inſinuation geſchehen iſt, noch der, an welchem die Verſaͤumniß eintritt, mitgerechnet; auf jede Entfernung von drey Myriame⸗ tern muß man zu jeder Friſt noch Ein Tag, und wenn dabey eine Reiſe Statt findet, oder etwas hin⸗ oder zu⸗ ruͤckgeſendet werden muß, zwey Tage hinzurechnen.(²) 1034. In der Auffoderung, ſich bey den Verrichtungen der Sachverſtändigen einzufinden, oder in der Vorladung, die zu Folge eines Urthels geſchieht, in welchem auf Vereinigung mehrerer(beſonders angebrachten) Klagen erkannt iſt, muß bſoß Ort, Tag und Stunde der erſten Zuſammenkunft, oder des erſten Verhoͤrs beſtimmt werden. Wird die Zu⸗ ſammenkunft oder das Verhoͤr an einem andern Tage fort⸗ (¹) DPiscours de Mr. Malarmé a. a. O. (2) Geſetz vom 29. Vendemiaire J. V. Art. 1.— Im o10. und 937. Art. des Civilgeſetzbuchs iſt den Gemeinden und öffentlichen Stiftungen unterſagt, ohne Genehmigung der Regierung Schen⸗ kungen zu machen und dieſen, ſie anzunehmen. Eben ſo dürfen ſie(Nap. Civilgeſeßb. Art. 2043.) ohne ausd⸗ Erlaubniß ₰ der Regierung transigiren. 3.(3) Der erſte Satz des Artikels iſt beſtimmt nach. Regel: Die⸗ z termini non computantur in termino. Der zweyte iſt eine Nachahmung deſſen, was in der Ordonnanz von 1667 an vielen Stellen verordnet iſt, der dritte iſt geſchöpft aus eben dieſer Or⸗ donnanz Lit. VIII. Art. 2. S. Jonsse ad h. 1. bey Auſtellung gerichtlicher Klagen den Vorſchriften der Von ſchiedstichterlichen Entſcheidungen. 337 fortgeſetzt: ſo bedarf is keiner Wieberholung ber Auffo⸗ derung oder Ladung. hon 1033. Iſt die Rede von Abnahme eines Eides, An⸗ nahme einer Buͤrgſchaft, von einem Zeugenverhoͤre, von Abhörung der Pärtheyen öber Thalfachen und Artitel, von Ernennung von Sachverſtändigen, ober uͤberhaupt von irgend etwas, das zu Folge eines Urthels geſchehen ſoll, und ſind die Partheyen nder die ſtreitigen Orte zu ent⸗ fernt: dann ſteht den Richtern frey, einem benachbarten Gericht, ope einem Richter, oder ſogar einem Friedens⸗ richter, nach Beſchaſſenheit der umſtaͤnde, Auftrag zu er⸗ theilen; ja, ſie koͤnnen ſogar ein Gericht beauftragen, ent⸗ weder eines ſeiner Mitglieder, oder einen Friedenstich⸗ ter zu erneunen, um die augeordneten Geſchaͤfce zu ver⸗ richten. oW v at 1035. Die Gerichtsſtähle können, ſe nachbein die Wichtigkeit der Umſtände es erheiſcht, in den vor ihnen auhaͤngigen Sachen, ſogar Amtswegen⸗ Befehle geben, Auflagen erlaſſen, Schriften unterdrücken, ſolche fuͤr ver⸗ ſäumderiſch erklären, und befehlu, paß ihte urthel ge⸗ druckt und öffttlich angeſchlagen werden, ſollen(1) o3r. Vom erſten Oetober bis zum ein und drey⸗ ßigſten Maͤrz darf vor ſechs Uhr des Morgens, und nach ſechs Uhr des Abends, und vom erſien April bis zum dreyßigſten September darf vor vier Uhr des Morgens und nach neun Uhe des Abends keine Inſinuation, ſo wie auch keine Huͤlfsvollſtreckung geſchehen; eben ſo wenig, an geſetzlichen Fgyertagen, ausgenommen, wenn der Rich⸗ ter in Faͤllen, wo Gefahr beym Verzuge iſt, dazu Er⸗ laubniß ertheilt hat. Art. 808.)(*) 5 () Alter Gerichtsbrauch.. N 11 (2) In der Orbonnanz von 1667. war bloß verboten die Inſinua⸗ tionen vor Sonnenaufgang und nach Sonnenunter⸗ gang zu gperrichtep- 1 e Civilgerichtsordnung. 33 338 1. Theil. M Bücht Einziger Titel. 1038. Derjenlge Sachwalter, welcher eine Sache ge⸗ führt hat, in der ein Endurthel geſprochen worden iſt, muß, wenn lüber die Voliſtreckung dieſes Urthels Streit entſteht, ſeine Parthey auch dabey vertreten, ohne daß es hiezu einet keüen Volmacht bedürfte, dafern nömlich die Vollſtreckung in dem Jahre erfolgt, in welchem das ur⸗ thel geſprochen worden iſt. 039. Alle Zufertigungen; welche an öffentliche Per⸗ ſonen, die zu beren Annahme beſtellt ſind, inſtnuirt wer⸗ den, ſind auf dem Hrioinat enhelitich von ihnen zu vi⸗ ſiren. nuu Weigetn ſie ſch teul, ſo muß der kaiſerliche An⸗ wald beym Gerichte erſter Inſtanz ihres Wohnortes das Original viſiren; wer ſich zu viſiren weigert, kann auf Antrag der Staatsbehorde zu einer Geldbuße verur⸗ theilt werden, welcht nicht unter fuͤnf Sin darf. G) 1046 Age tichterlichen Amts wegen zu fertigende Aufſaͤtze und Protorolle ſind an dem Orte, wo das Ge⸗ richt ſeinen Sitz hat, abzufaſſem Der Richter muß da⸗ bey ſtets den Gerichtsſchreiber bey der Hand haben, wel⸗ cher die urſchriften aüfzubewahren und die Ausfertigun⸗ gen zu ertheilen hat. Doch kann in dringenden Faͤllen der Richter auch in ſeiner Wohnung auf die bey ihm eingereichten Bittſchtiften rẽſditirei; jedoch alles dieß unbeſchadet der Beobachtung der im Ditelt wom ſum⸗ mariſchen Verfahren in dringenden Faͤllen enthaltenen Verfügungen. rozr. Gegenwärtiges Giſetbuch ſoll, vom erſten Jaͤnner 1807 angerechnet, bofolgt werden. Es ſind daher alle von dieſem Zeitpunkte an anhängig gemachte Rechts⸗ päver nach den darin Sititi. ettnu zu ½ 0** 5— 5 „ onoman v 1607 it A. an 1 „ Rhaltsanteige 1. Lit. Von dem Rechte des Eigenthümers(Vet⸗ miethers oder Verpachters) auf bie ſeinen Niethleuten und pächtérü zügehoͤrigen Mobi⸗ lien, Eſſecten und Früchte ader von dem Be⸗ ſchlage, den derſelbe. darauf zu legen herech⸗ tigt iſt(Saisie-gagerie), und von dem Arteſte der auf auswärtigen Schuldnern gehorige Ge⸗ genſtände gelegt werden kann(saisie⸗foraine) UI. Tit. Vom Beſchlage zum Behuf der Vindi; cation. 1W. Tit. Vom üebergebote bey fteywilligen Ver“ außerungen 220 Innip. m jub. V. Tit. Von den zur Erlangung der Ausſertigung oder einer urkunde, oder der Berichtigung derſelben zu ergreifenden Maaßregeln vI. Tit. Einige die Einſetzung in den Beſitz der Guͤter eines Abweſenden betreffende Anord⸗ um nungen ⸗ ⸗„ ⸗* 21„ vII. Tit. Von der zum gerichtlichen Erſcheinen der Ehefrau erfoderlichen Einwilligung VIII. Tit. Von der Guͤterſonderung, IX. Tit. Von der Scheidung von Tiſch und Bette und der gänzlichen Trennung der Ehe X. Tit. Vom Gutachten des Familienrathes Rl. Dit. Pon der Interdiction„ 2 Kll. Tit. Von der Rechtswohlthat) der Vermogeus⸗ ceſſion(benefcio ceßsionis bonorum)„„ Zweptes Buch⸗ Vom Verfahren bey einem Etbanfulle⸗ I. Tit. Von der Verſiegelung nach einem Sterbeſalle 1I. Tit. Von den, bey Gelegenheit der Verſiege⸗ lung, eingewandten Proteſtationen(Oppoſi⸗ tionen)„6* B U. Lir Ven der Futegeiung nen an eh⸗ jW. Tit. Vom Inventatiüim V. Tit. Vom Verkauf der Mobilien„ vI. Tit. Vom Verkauf der unbeweglichen Guͤter. Civilgerichtsordnung. 17* 1* 301 „ nic n Seite „ 1 „— 2 249 254½ — 262 274 276 28 286 289 306 353 301 304 305 F* . — Inhaltsanzeige. Seite VII. Tit. Von Erbtheilungen und Ver⸗ ſteigerungen 310 VIII. Tit. Von der woroithe vewen riums J n.. IX. Tit. Von der Losſagung vun ſ Gütergemein⸗ ſchaft oder von einer Erbſchaft 324 X. vir⸗ Pom, einer öfenen(vcanten) 6 Dritres Buch“ Einziget Tit. Von iebstichterſichen Entſchei⸗ bnon—„.„.„.*—— 327 7 140(.* 3 1 5 1XD N 8 6 m . 3„ * 60z nne 2 . „ ſie. 6 30) Verzeichniß Geſetze und Schriftſteller, aus welchen gegenwaͤrtige Gerichtsordnung hauptſächlich geſchöpft iſt. Geſetzen Ordonnanz von Villers⸗Coftterets(von Franz 1.) vom Monat Auguſt 1539. wegen Reform der Gerechtigkeitspflege und Abkuͤrzung der Pro⸗ ceſſe. Ordonnanz von Fontainebleau(Hein⸗ tichs 11) vom 3. September 155r. Ueber die Aus⸗ rufung der Verſteigerungen, criées. Ordonnanz von Rouſſillon(Carls IX.) vom Jänner 1563. Ueber die Formen des Juſtizweſens. Ordonnanz v. Mbulins(Carl IX.) vom May 1566. Ueber die Juſtizreform. Ordonnanz v. Blois(Heinr. IIMI.) v. Mai 1568. welche Vorſchriften fuͤr die Rechtspflege enthaͤlt. Die Coutume de Paris. Ordonnanz Ludwigs XIII. vom Jaͤnner 1629. welche Vorſchriften fuͤr die Juſtizpflege enthaͤlt. Civil⸗Ordonnanz Ludwigs XIV. von 1667. Dieß iſt das vorzuͤglichſte und ausfüͤhrlichſte aller ältern Franzöſiſchen Geſetze uͤber das rechtliche Verfahren in buͤrgerlichen Rechtshaͤndeln. Ordonnanz bon 1669. sur les règlements des zuges, oder uͤber Verweiſung des Proceſſes an einen von mehrern Richtern(bey welchen zugleich einerley Rechtsſache angebracht iſt). Criminalordonnanz von 1670. 342 Verzeichniß der Geſetzr und Schriftſteger ꝛc. Handelsordonnanz von 1673.(Dieſe iſt auch im Handelsgeſetzbuche zum Grunde gelegt). Declarntion vom 10Jänner 1680. veshn der — Edict vom Januar 1655. wegen Perwaltung der Iuſtiz im Chätelet de Paris. 1 Edict von 1689 uͤber die Luspfänbungen. Arrst de röglement du parlement de Paris v. 18. Jul. 1733. wegen der Entſiegelung der Erbſchaften. Dröoknant Ludwigs XV vomm Monat Julius 1737. uͤber das Falſum. Orbonnanz vom Monat mguß 1737. Von den roglements des juges(ſ. oben). Geſetze vom 16. Auguſt, vom 18. Hctober 1590. und vom 6. Maͤrz 1791. Ueber die Gerichtsver⸗ faſſung und üͤber das Verfahren vor den Seieeindrochht. Geſetz vom 3. Brumaire des n. Jahres der Re⸗ publil. Ueber die gerichtliche Inſtruction der Rechtsſachen. s Seletz vom 36. Ventoſe des 1V. vohrs der Rep. Ueber das Verfahren bey Pfegung der Guͤte. Geſetz vom 3. Brumaire des IV. Jahres der Rep. Geſetzbuch über Verbrechen und Strafen) Geſetz vom 15. Germinal des V Jahres. Ueber die Ausübung des Seſingnitzugſses Geſetz vom 11. Brumaire des VII. Jahres d. Rep. uͤber den gerichtlichen Verkauf obgfpfändeter Guͤter (expropriation force). Das Geſetzbuch Aboitons, auf welches ſo oft verwieſen wird. 13 S eattie ai Jousse, Commentaines Sun les ordonnances de 2667. r669. 1670 et 767. Denisart, Epllection de jurisprudence. von ſchoichtechen euſchubugeu 36 vethandeln. Alle auf das Vetfahren in buͤrgerlichen Rechtshaͤndeln ſich beziehende Geſetze, Gewohnheiten/ Gebraͤuche und Gerichtsteglements ſind hiermit abge⸗ ſchafft.(¹) nh 1o42. Noch vor Eintritt dieſes Zeitunktes ſollen ſowohl wegen der Taxordnung„als auch wegen der bey den Gerichten zu beobachtenden Policey und Ordnung, Regierungsbefehle erſcheinen. 4 Sollten die in dieſen Verordnungen enthaltenen Vor⸗ ſchriften Maaßregeln enthalten, die ins Fach der Geſetz⸗ gebunig einſchlagen, ſo ſollen dieſelben ſpäteſtens binnen dreyen Jahren dem geſetzgebenden Corps in der Form eines Geſetzes vorgelegt werden.(²) Verglichen nit bem Hrigtnale von Uns dem Priſtdenten und Secretairs des geſetzgebenden Corps. Paris, den 14. 17. 21. 22. 28 und 29. Aptil 1806. Unterzeichnet Fonta⸗ nes, Präſident; Dumaire, Desribe, Jacomet, P. S. Guerin, Secretairs. Wir befehlen und verorbnen, daß Gegenwärtiges, mit dem Staatsſiegel verſehen, in das Geſetzbnhetin ein⸗ getragen, auch allen Juſtizhofen, Gerichten und Verwal⸗ tungsbehoͤrden zugeſchickt werde, damit dieſe ſolches in ihre Regiſter eintragen, beobachten und auf deſſen Beob⸗ achtung halten; und unſer Reichsoberrichter der Ju⸗ (1) In den Supplementen zum Geſetzbuche(welche einen beſondern Band der gegenwärtigen Ausgabe ausmachen) wird man unter der Taxordnung von 1807. das Gutachten des Staats⸗ raths über die Inſtruction der vor und ſeit dem 1. Jännet angefangenen Proceſſe finden⸗ (2) Die Taxordnung iſt publicirt(und in den Supplemen⸗ ten zum Geſehbuche wird eine deutſche Ueberſegung derſelben geliefert werden. E.) ueber die bey den Gerichten zu bevbachten⸗ de Poleey iſt noch keine Verordnhung erſchienen. 5 zu mhmG Ein it⸗ V. ſchiebsr. Suticheib ſtizminiſter iſt beauftragt⸗— eſent— 6 ſorgen. Gegeben nic nnn nege ee. 24 nd 2y. pri Lug. Zund 9. Mah 1806. PRn 0 6 20 3*. 57— 1. unei Mavonßon. enn d eeh von Uns dem gritnzter des Reichs, 3 n ſ o amnn en Sent 8 i und Luf Zefehl des Kaiſers Juſtizminiſter e Miniſter Staatsſecretair (uuterſcht. tehern n . der abſchriſ peſcheinigt 5. Keotchen und Juſtizminiſter 1 Wre N T R R . . 5 k