duf dh. 1u , Ki— Geſchichte, Literatur, Beurtheilung, 9r. Erklaͤrung und Anwendung er Rtir des deß jaei hanae C O D E NAPOLEO N, oße Denm 1 fug aa. hauptſäͤchlich venteta en ge. zum Gebrauch der praktiſchen Rechtsgelehrten wibeemarn.. ahh.. in Deutſchland. 1 Pefen 6 Inann: runtaſge Bom Nanan n rauttt profeſſor Dabelow atten Geit: A i n Halle. es Cinire e Ciwiber 1õO Faͤnftes Stic. Hdalle, bei Hemmerde und Schwetſchke. 1809. XVI. XVIII. Fortſetzung der Seite 413 abgebrochenen Abhandlung 42 XIX. 1) 2) 8) 4) 5) 8) 2) Inhalt. Zur Beurtheilung des Code Napolèon. Ueber die Orduung des Code Napoléon, eine frei⸗ muͤthige Unterſuchung vom Prof. Bucher in Halle. Seite 417 Auszuͤge aus einer merkwuͤrdigen Schrift 3 Zur Erklaͤrung des Code Napoléon, Ueber die Eheſcheidungsurſachen 89 1 9). Fortſetzung des Kommentars uͤber das Geſetz von den Arten des Civilſtandes 452 Eine Erläuterung des Code Napoléon aus dem fran⸗. zoͤſiſchen Gericht⸗ſtyle, vom Herrn Hofrath Zacha⸗ ria in Heidelberg 460 Zur Geſchichte des Code Napoléon. Zur Anwendung des Code Napoléon. Zu Art. 1038 des Code Napoléon 474 Ueber inſtitution contractuelle und fraude à l'inſti- tution, zu Art. 920, 923 und 953 des Code Napol. 474 Zu Art. 896 des Code Napoléon 479 Arréts de Cour de Caflation(Fortſetzung von XII, 3, Seite 289 folg.)—— 48* Was iſt ſtarut matrimonial oder ſtatut, qui préſide au mariage(als Folge des vorher gehenden Aufſatzes) 482 Zu Art. 9-5 des Code Napoléon 485 Kann auf Guͤter, auf welche, nach dem aͤltern Rechte, der Mannsſtamm entweder ein ausſchließendes oder doch ein vorzuͤgliches Recht hatte, ſolches zum Nach⸗ theil der weiblichen Deſcendenz nie mehr geltend ge⸗ macht werden, wenn der Succeſſionsfall ſich unter der 3) 90 Herrſchaft des Code Napoléon ereignet? 486 Kann der Beweis des Ehedruchs auch auf einen küͤnſt⸗ liche Art gefuͤhrt werden? 483 Kann veneriſche Anſteckung eine Frau zur Scheidungs⸗ klage gegen ihren Mann herechtigen? 49a 1e) Zu Art. a72 des Code Napoloon. 491 11) In wie fern iſt der Beweis des Ehebruchs und Con⸗ eubinats gegen teſtamentariſche Dispoſitionen zu Gun⸗-⸗— ſten der Coneubinen und ihrer Kinder zulaͤſſig? 493 4²) Die Anerkennung eines unehelichen Kindes iſt guͤl⸗ Itig, wenn ſie auch vor der Geburt deſſelben geſchieht 49) 25) Wie iſt das Alimentationsquantum nach dem Code Napoléon bei unehelichen Kindern zu beſimmen? a9gs 2½) Ueber Verſiegelung bei Sterbefaͤllen, zu Art 819 des (Code Napoléon.(Aus einem Schreiben des Herrn Friedensrichters Loͤw in Schraplau an den Her⸗ ausgeber.) 45) Duͤrfen ſich entweder uͤberhaupt, oder doch ſchon jetzt, bei den Gerichten im Koͤnigreich Weſtphalen Praͤjudi⸗ zien, mit Hinſicht auf die Anwendung des Code Na- poléon, bildenn: 306 46) Anwendung des Code Napoléon im Auslande, in einem merkwuͤrdigen Rechtsfalle dargeſtellt.. 500 11 XX. Zur Literatur des Code Napoléon. 1) Fortſetzung von A. a, a, S. roo und S. 265 folg. 514. 2)—— A, b, S. 1o2 und S. 263. 513 5)—— B, a, S. 102 und S. 271. 515 4)—— B, b. S. 205 und S. a73. 616 c) Polniſche. 54 Anzeigen 8 8 ——jjüü⁴— XVI. Zur Beurtheilung des Code Napoléon- ͤ 1. 4* Ueber die wiſſenſchaftliche Ordnung — des Napoleoniſchen Coder. 8. ——-— Eine freimuͤthige Unterſuchung 8233 vo im Profeſſor GBucher 3 u 5 KAlle. 1 De Einfuͤhrung des Napoleoniſchen Coder im Kö⸗ nigreich Weſtphalen iſt fuͤr uns eine ſo wichtige Bege⸗ benheit, daß ſie mit Recht nicht bloß den Iunriſten, ſondern uͤberhaupt jeden denkenden Mann ineereſſirt, und ihn zu ernſthaften Betrachtungen auffordert. Die Urtheile uͤber das neue Geſetzbuch ſind aber von ſehr verſchiedener Art; Frankreichs Buͤrger ſtimmen ein lautes Lob an, nicht ſo unbedingt die Deutſchen. In Heft V. 38 418 —— der That war auch das Beduͤrfniß einer Pen Legis⸗ lation bei keinem Volke ſo dringend und groͤß, als bei dem, welches in wilder Gaͤhrung das bisherige Band ſeiner Staatsverfaſſung aufgeldßt und alle vorher noch ſo heilig gehaltene Verhaͤltniſſe zernichtet hatte. Die g uͤbrigen, namentlich deutſchen, Nationen, bei wel⸗ chen keine wilde Anarchie, kein zuͤgelloſer Republica⸗ nism geherrſcht, der, Alles uͤber den Haufen werfend, die Geſetze verſpottete und dem Rechte Hohn ſprach— dieſe Nationen hatten theils ſelbſt die trefflichſten Ge⸗ ſetze, theils verließen ſie ſich auf die Weisheit des Al⸗ terthumes; kein Wunder daher, wenn ſie in das frem⸗ de Lob nicht ganz einſtimmen, und nur ungern ihre, lange Zeit hindurch als gut erprobte, Rechtsverfaſſung mit einem neuen, noch unbekannten, Syſteme vertau⸗ ſchen wollten. Hierzu kommt aber auch, daß vieſe Maͤnner, die am Alten kleben, und ſich bloß in ge⸗ wohnten Kreiſen herum zu drehen im Stande ſind, na⸗ tuͤrlich nur mit empfindlicher Wehmuth und einer ge⸗ wiſſen Bitterkeit an eine Neuerung denken konnten, wodurch ihre bisherige Thaͤtigkeit gehemmt und gleich, i ſam unterdruͤckt wurde; ihrer eigenen Duͤrftigkeit ſich hinlaͤnglich bewußt, wuͤnſchten ſie nichts mehr, als daß ddeer bisherige Schlendrian, dieſes weiche Polſter ihrer ELraͤgheit, ihnen moͤchte gelaſſen werden. Mit einm gewiſſen, vielleicht zu großen, Enthuſiasmus hingegen haben Andere das Studium des neuen Geſetzbuches er. griffen, theils weil alles Neue Reitz fuͤr ſie hat, theils auch weil das buͤrgerliche Leben ſie in die raͤgliche Nothwendigkeit verſetzt, ſich damit auf das ſchnellſte bekannt zu machen, 5 Nach meiner Ueberzeugung duͤrfen wir Weſtvhalen wenigſtens, in materieller Hinſicht, uns kein Urtheil mmehr anmaßen, wir duͤrfen nicht mehr uͤber die Zweck⸗ maͤßigkeit oder Unzweckmaͤßigkeit eines Geſetzbuches ur⸗ t vynen 49 nih, un ehe de lle etgern tt here d men, bad tſer Jnün weffn ditſa Hehn ſ. cfitind Kiihetde! ſiei de ir mnaen h ebtrfüſh Syimem uch, un ſch dieu tande ſod,n mn in enim kour unt ud i Därfuzuſ b maht 6 N ePoir i 1 NMam 419 theilen, deſſen Inhalt uns heilig ſein muß, weil die oberſte Staatsgewalt ihren unabaͤnderlichen Willen darin ausgeſprochen hat. Es wuͤrde unklug, ja frevel⸗ haft ſeyn, wenn wir uns gegen den Geſetzgeber er⸗ heben, und ihm gleichſam den Krieg ankuͤndigen wollten.— Napoleons Geſetzbuch iſt nun einmahl auch fuͤr uns ſanctionirt, uͤber den Werth deſſelben kann nur die unparteiiſche Nachwelt richten. Die Zeit wird ent⸗ ſcheiden, und, da nichts vollkommen iſt unter der Son⸗ ne, das Gute behalten, das Schlechte verwerfen.*) „Zepter brechen, ſagt der deutſche Tacitus**), „Waffen roſten, der Arm des Helden verweſet, „aber was in den Geiſt gelegt iſt, iſt ewig!— Wias den Inhalt betrifft, ſind wit alſo, weil der Staat es nun einmahl befohlen hat, und wir Buͤr⸗ ger deſſelben ſein und bleiben wollen, zum unbedingten Glauben, zum ſtrengen Gehorſam verpflichtet; aber hochſt traurig wuͤrde es um den wiſſenſchaftlichen Zu⸗ ſtand des Rechts ausſehen, wenn wir auch in der Form, in der Darſtellung, ſclaviſch dem Geſetzgeber folgen muͤß⸗ ten. Nein! bloß der Stoff, das Recht in ſeinem ab⸗ ſoluten unwandelbaren Charakter, iſt uns gegeben, der Vortrag und die Behandlung aber iſt ein freies Erzeug⸗ niß unſeres Verſtandes. Wir duͤrfen mithin, wenn uns die Ordnung der vom Geſetzgeber aufgeſtellten Materialien nicht gefaͤllt, ohne Zweifel davon abgehen. Dieſes Recht haben wir immer geuͤbt, bei jeder Legis⸗ lation, und der Staat wird es uns nicht verbieken, weil es ein bloß doctrinelles Streben iſt, das den ») Selbſt in dem projet de loi concernant le Code Na oléon vom 24. Auauf 1807 wird geſagt,„daß man die menſchliche „Schwäche verkennen würde, wenn man glauben wollte, der „ Codex ſey keiner Verbeſſerung faͤhig”. Vergl. Archiv Heft iy ) Johanner von Ruͤller in den Reiſen der Paͤbſte. 30 420 —'ü— Werth der Geſetze, an und fuͤr ſich betrachtet, weder aſt erhohen noch vermindern kann. Sollte fuͤr dieſe ge⸗ lid wiß ſehr einleuchtende Bemerkung noch eine Auctoritaͤt noͤthig ſein, ſo berufe ich mich auf einen Mann, der, medt in Hinſicht auf die wiſſenſchaftliche Darſtellung des Ci⸗ nen vilrechts, Frankreichs Stolz genannt werden muß, um, auf Hugo Doneau. Dieſer ehrwuͤrdige Gelehrte Ein des 16ten Jahrhunderts ließ ſich durch kein Anſehen mn irre leiten, ſondern behauptete geradezu und ohne alles auiit Bedenken den Satz:„a principibus eſt auctoritas aul iuris, a peritis et intelligentibus via et recta ra- ahe tio docendi!“— feim! Dieſe kurze Deduction voraus geſchickt, wende ich aanmt mich zu dem eigentlichen Inhalte gegenwaͤrtiger Blaͤt⸗ imi ter. Da mir naͤmlich— um es aufrichtig zu geſte:, dull hen— die wiſſenſchaftliche Anordnung des Code iiiln. Napoléon nicht gefaͤllt, ſo habe ich den auch fuͤr(iu den practiſchen Juriſten*) nicht unintereſſan⸗ ſtelh ten Verſuch gemacht, eine andere mehr ſyſtematiſche mie Darſtellung hier mitzutheilen. Andere moͤgen ſich an- d dere Anſichten gelaͤufig gemacht haben, es thut dies zur ilw Sache nichts; vielmehr hat ein jeder das Recht, frei- nuͤhn muͤthig ſeine Ideen in dieſem Archive niederzulegen. Gee — br ai am dx Vor allen Dingen halte ich es bei dem wiſſenſchaft. uihne lichen Vortrage des buͤrgerlichen Rechts fuͤr noͤthig, wi, daß Alles, was zum Rechte an und fuͤr ſich, zur Aäahs ——— Theorie des Rechts gehoͤrt, ſorgfaͤltig von dem geſchie⸗ uht den werde, was zum buͤrgerlichen Prozeſſe oder zur ex⸗ gahfe V trajudiciellen Praxis gerechnet werden muß. Nach t,d meinem Dafuͤrhalten iſt daher der ganze zweite Titel aumae — ſſete bo *) Fur den praktiſchen Juriſten durfte dieſer Verſuch um ſo in us tereſſanter ſein, als gerade die Ordnung des Code Napoléon 60 ſehr oft einzelne Lehren ſchwierig macht.(Anmerk. d. H.) Gaſ t, fät d de Aerun. Nam, d dung dag werden de dig Giir ken Uier ud uima tanctorn et recaan kt, dedi zarige d ii ug ng de(A en auch ſi tunirtenie t ſgſeenri mogen ſte Sthu din Ncte n deuute riſat fär nech für ſch, 7 nden zitt ſe oder u rſuch m h Code Napoba ac 2.9“ 42²1 ——— des erſten Buchs in unſerm Codex, nicht als Beſtand⸗ theil des eigentlichen Civilrechts zu betrachten, denn die Lehre von den Acten des Civilſtandes iſt offenbar eine bloße Anweiſung, gewiſſe buͤrgerliche Geſchaͤfte im gemeinen Leben nach einer gewiſſen Form vorzuneh⸗ men, ſie enthaͤlt nichts, als extrajudicielle Praxis. Eben ſo ſcheint die ganze Lehre vom Beweiſe im ſechs⸗ ten Capitel des dritten Titels im dritten Buche durch⸗ aus nicht in das eigentliche Civilrecht zu gehoͤren, ſon⸗ dern lediglich in den Prozeß. Die leberſchrift des er⸗ waͤhnten Capitels: von dem Beweiſe der Verbindlich⸗ keiten und dem der Zahlung, iſt auch, wie es mir vor⸗ kommt, viel zu beſchraͤnkt, weil die angefuͤhrten Be⸗ weismittel ſich nicht bloß auf Verbindlichkeiten, ſon⸗ dern uͤberhaupt auf das ganze Civilrecht beziehen. Die vielen Formalitaͤten bei Eingehung und Trennung der Ehe u. ſ. w. ſind, genau betrachtet, auch mehr practi⸗ ſche Vorſchriften fuͤr den Richter, als integrirende Be⸗ ſtandtheile der Theorie des Civilrechts. Dem Geſetzbuche wird ein ſehr kurzer Praͤliminar⸗ titel voraus geſchickt, der einzig und allein von der Pro⸗ mulgation, den Wirkungen und der Anwendung der Geſetze im Allgemeinen handelt, ich moͤchte dafuͤr lie⸗ ber einen etwas vollſtaͤndigern allgemeinen Theil an die Stelle treten laſſen, und darin nicht bloß die er⸗ waͤhnte Lehre von der Promulgation u. ſ. w. abhan⸗ deln, ſondern zugleich auch den erſten Titel des erſten Buchs von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗ rechte darin aufnehmen. Aus dem Grunde, weil dies gleichfalls eine allgemeine Lehre iſt, und zwar eine ſol⸗ che, die eine Hauptbedingung der Civilrechte uͤberhaupt ausmacht; es kann naͤmlich nur bei einem ſolchen Sub⸗ jecte von Civilrechten die Rede ſein, das von dem Staa⸗ te des Genuſſes derſelben faͤhig erklaͤrt iſt, und dieſen Genuß nicht wieder verloren hat. Der Ditel bezieht 422 ſich alſo auf die Rechtsſphaͤre im Ganzen, nicht bloß auf das im erſten Buche enthaltene Perſonenrecht. Was nun die Anordnung der einzelnen Civilrechte, welche den Inhalt des ſpeciellen Theils ausma⸗ chen, betrifft, ſo laͤßt ſich das Syſtem derſelben nach meiner Ueberzeugung am zweckmaͤßigſten in vier Hauptabſchnitten darſtellen. Der erſte enthaͤlt das Perſonen⸗, der zweite das Sachen⸗, der dritte das Obligationen⸗, der vierte das Erbrecht. Im Napoleoniſchen Codex ſind dieſe Beſtandtheile nicht wiſſenſchaftlich genug von einander geſchieden, es wer⸗ den keine ſcharf genug beſtimmte Theilungsgruͤnde an⸗ genommen. Das ganze Civilrecht zerfaͤllt naͤmlich nach einer bequemen Claſſifcation in Perſonen⸗ und in Vermögensrecht. Das letztere wird be⸗ trachtet entweder unter Lebenden oder in Hinſicht auf einen Dodesfall. Dort entſteht 1) das Sachen⸗ recht, und zwar entweder das Recht auf unſere eige⸗ nen Sachen(Eigenthum), oder auf fremde Sachen (Servituten, Pfandrecht); 2) das Recht der For⸗ derungen(Obligationenrecht). Hier auf der andern Seite bildet ſich das Erbrecht, oder das Recht der Ue⸗ bertragung des Vermogens verſtorbener auf andere im Staate noch lebende Buͤrger. Nach dieſer allgemeinen Grundlage kann ich zu den Beſtandtheilen der einzelnen Hauptabſchnitte, die uns der Code Nepoléon liefert, ſelbſt uͤbergehen.— Der erſte Hauptabſchnitt iſt, wie geſagt, das Per⸗ ſonenrecht, und dahin gehoͤren die drei ſpeziellen Verhaͤltniſſe der Ehe, der väterlichen Gewalt und der Vormundſchaft. Bei der Ehe ſind, wie uͤberhaupt bei jedem juriſti. ſchen Inſtitut, vorzuͤglich drei Punkte zu beruͤckſichtigen: die Entſtehung, die Wirkungen der gehoͤrig entſtande nen Ehe, oder die Rechte und Verbindlichkeiten, wel⸗ * 82 1— gs.h ſende te e fhen. tbei d Kan daguan Ehei und ſ Pn Eh ai piligur bindun lknme zur Ar dung triſir ec S0,1 ) m. achte riſ MRir ſſt en rich 1 onenraßt. ne eiint— heils Alö derſäten 1 ſten 1 d tſtetntin en⸗, der w Erbnt. ſandtzat ſäde, an ungegeinde efäͤltui thun un. in Hiſcht uf uſaen ftende Ci⸗ Rect de auf de ahn. Rechdel auf ane kann ichan 1 znitte, dn übergehn. t, ds Ne dräi peit hen Gent i jddm ui brücſtin drig enſand ſchien, 1 Perſota 423 — N 8 che daraus entſpringen, und endlich die Aufloſung der⸗ ſelben. Was die Entſtehung betrifft, ſo muͤſſen dabei die Bedingungen der Moͤglichkeit und die der Wirklichkeit wohl von einander getrennt werden. Be⸗ dingungen der Moͤglichkeit ſind ſolche, ohne die eine Ehe uͤberhaupt nicht als moͤglich gedacht werden kann, und ſie ſind entweder abſolute oder relative Bedingun⸗ gen. Die abſoluten muͤſſen ſchlechterdings bei jeder Ehe eintreten, und es gehoͤrt dahin namentlich: Ein⸗ willigung, geſetzmaͤßiges Alter und monogamiſche Ver⸗ bindung(Art. 144— 146); die relativen hingegen kommen bloß in gewiſſen Faͤllen, nicht bei jeder Ehe, zur Anwendung, und es iſt dahin vorzuͤglich die Bedin⸗ gung zu rechnen; daß keine zu nahe Verwandtſchaft exiſtire(Art. 163, 164), ſodann aber auch kein ſonſti⸗ ges Hinderniß im Wege ſtehe, insbeſondere 1) keine feh⸗ lende Mitwirkung der Aeltern oder des Familienraths, welche anders bei minderjaͤhrigen(Art, 160, 148— 150, 156), anders bei großjaͤhrigen(Art. 151— 153, 157), und anders endlich bei natuͤrlichen Kindern (Art. 158, 159) beſtimmt werden muß; 2) keine ge⸗ machte Oppoſition gegen die Ehe(Art. 174, 175).— Nicht genug aber, daß die Bedingungen der Moͤg⸗ lichkeit vorhanden, daß mit andern Worten eine Ehe zwiſchen beſtimmten Perſonen moͤglich iſt, muß ſie auch, wenn die Conſtitution der Ehe vollſtaͤndig vor⸗ handen ſein ſoll, unter denſelben wirklich werden. Die Bedingungen der Wirklichkeit ſind aber in unſerm Geſetzbuche auf andere Weiſe beſtimmt, wenn die Ehe im Inlande(Art. 165— 169, vergl. Art. 63— 76), und auf andere Weiſe, wenn ſie im Auslande, zwiſchen Weſtphalen allein, oder zwiſchen Weſtphalen und Fremden, eingegangen wird(Art. 170, 171). Die Wirkungen oder Rechte und Verbindlichkeiten der gehdrig entſtandenen Ehe, welche den zweiten Punct 4ad ausmachen, auf den wir unſere Aufmerkſamkeit richten muͤſſen, ſind wieder von doppelter Art, entweder per⸗ ſoniche Wirkungen, oder Wirkungen in Hinſicht auf das Vermögen. Die letztern gehoͤren zwar, genau ge⸗ nommen, nicht hierher in das Perſonenrecht, es ſcheint aber zweckmaͤßig zu ſein,(wenn man nicht, wie Herr Hofrath Hugo zu Göttingen z. B. gethan hat, ein doppeltes Perſonenrecht annehmen will, ein reines und ein angewandtes,) ſie hier gleich mitzunehmen. Ich rechne dahin die Lehre von der ehelichen Guͤtergemein⸗ ſchaft, von der Mitgift und den Paraphernalien, wo⸗ von in dem Napoleoniſchen Codex, wie es ſcheint, et⸗ was inconſequent im Obligationenrechte, oder im fuͤnf⸗ ten Titel des dritten Buchs, geredet wird. In Erman⸗ gelung einer beſondern Uebereinkunft beſtimmt— um nur dieſes allein anzufuͤhren— nach dem Art. 1387 das Geſetz die eheliche Geſellſchaft, und der Art. 1393 befiehlt ausdruͤcklich: daß, in Ermangelung von beſon⸗ dern Verabredungen, die in dem erſten(ungleich laͤng⸗ ſten und wichtigſten) Theile des zweiten Capitels auf⸗ geſtellten Regeln das gemeine Recht ausmachen ſollen; dieſe Regeln alſo ſind ſubſidiair vom Geſetzgeber vorge⸗ ſchrieben, nicht durch Convention entſtanden, koͤnnen mithin im Obligationenrechte nur einen ſehr precairen Platz behaupten. Wegen der genauen Verbindung, in welcher von dieſer Seite nicht hloß das Ehe⸗, ſon⸗ 1 trſen, n0 mwnnüch le lrt auem d reſonich Ehaxotin trzuyen. ſin dücſt we d ſid; ürm M 14)i erauf ſ n in nchl 222—2 waus d m, aufd dr rahtm Mht de ate zu nſchft (Ar. z1 in der V ) un ¹ ſdann zu dern uͤberhaupt das Perſonenrecht, mit dem aͤußern eu Vermoͤgen ſteht, iſt es vielleicht zweckmaͤßig, das gan⸗ ze Perſonenrecht gerade zuletzt vorzutragen, nach voll⸗ endeter Darſtellung der Vermoͤgensrechte. Dieſe An⸗ ſiche, der ich ſelbſt in meinem Verſuche einer ſyſtemati⸗ ſchen Darſtellung des Juſtinianiſchen Privatrechts ge⸗ folgt bin, iſt aber bloß doctrinell, auf den Lehrvortrag berechnet, der Geſetzgeber kann darauf keine Ruͤckſicht nehmen.= Doch wir gehen, nach dieſer kleinen Ex⸗ 1 6maß a ſonders gehandett 2r) ſiſeiig? Wärfii una d mwohr ſnket rin eatneder haſth t, gaal tin t dun i, duntäne naümn 3 Gllenenn dernaleg, ſcan moderin h . Jem imm= ¹ dem Ar g der An j ung hon be (ungech c NCayitsa mathen et ebgebem unden, im ſehr nun Datdina 45 Ehe⸗ t dem uin ſi, du en, n ſ Dähd iner ſyſenn jvatracls kLehrdanm ine Ruiſ a flängch 425 —— eurſion, zu den Wirkungen der Ehe zuruͤck, und zwae namentlich zu den perſoͤnlichen Wirkungen derſelben. Die Artikel des Code Napoléon hieruͤber laſſen ſich bequem auf eine doppelte Anſicht zuruͤck fuͤhren; gewiſſe perſoͤnliche Wirkungen naͤmlich beziehen ſich auf die Ehegatten ſelbſt, gewiſſe hingegen auf die aus der Ehe erzeugten Kinder. In Hinſicht auf die Ehegatten ſelbſt iſt im Allgemeinen zu bemerken, daß ſie ſich zu⸗ naͤchſt wechſelſeitige Treue, Beiſtand und Huͤlfe, ſchul⸗ dig ſind; der Mann aber ſeiner Frau Schutz, und dieſe ihrem Manne Gehorſam leiſten muß ic.(Art. 212— 214);3 in beſonderer Beziehung auf die Frau iſt hierauf ſowohl die ihr fehlende Befugniß, vor Gericht zu ſtehen(Art. 215, 216, 218), als ihre Unfaͤhigkeit, ein rechtliches Geſchaͤft vorzunehmen(Art, 217, 220, 222— 226), naͤher zu eroͤrtern. Bei den ſich auf die aus der Ehe erzeugten Kinder beziehenden Wirkun⸗ gen, auf der andern Seite, kommt theils die Lehre von der rechtmaͤßigen Kindſchaft, theils die Lehre von der Pflicht der Aeltern und Kinder, ſich wechſelſeitig Ali⸗ mente zu praͤſtiren, in Betracht. Die rechtmaͤßige Kindſchaft wird nicht bloß an und fuͤr ſich dargeſtellt (Art. 312), namentlich unterſucht, in welchen Faͤl⸗ len der Vater das Kind ablaͤugnen koͤnne(Art. 312, 313), und in welchen es nicht angehe(Art. 314, 315), ſodann zu welcher Zeit der Vater die Ablaͤugnung des Kindes vornehmen muͤſſe(Art. 316, 317); ſondern es muß auch, nach Anleitung unſeres Geſetzbuches, be⸗ ſonders von dem Beweiſe der rechtmuͤßigen Kindſchaft gehandelt werden(Art. 319, vgl. Art. 55 fg., Art. 329 321). Die Pflicht der Aeltern und Kinder, ſich wech⸗ ſelſeitig Alimente zu praͤſtiren, richtet ſich nach dem Beduͤrfniſſe des zu Ernaͤhrenden, und nach dem Ver⸗ moͤgen deſſen, der ſie ertheilt; auch Schwiegerſohne und Schwiegertochter, wie umgekehrt die Schwieger⸗ 426 4 — aͤltern, ſollen dazu verbunden ſein; es muͤßte denn die Schwiegermutter zur zweiten Ehe geſchritten, oder der Ehegatte, welcher die Verwandtſchaft begruͤndete, und die aus ſeiner Ehe mit dem andern Ehegatten gebornen Kinder geſtorben ſein(Art. 203, 205— 208).— So viel von den perſoͤnlichen Wirkungen der Ehe. Es folgen hierauf die Wirkungen, welche in Hinſicht auf das Vermoͤgen Statt finden, und erſt im drit⸗ ten Buche des Codex dargeſtellt werden. Im Allge⸗ meinen iſt es naͤmlich den Ehegatten erlaubt, unter ſich beſondere Verabredungen, wie es mit ihrem Vermoͤgen gehalten werden ſolle, zu treffen, ſie koͤnnen darin er⸗ klaͤren, ob es ihre Abſicht ſei, ſich bei der Heirath den Geſetzen uͤber die eheliche Guͤtergemeinſchaft, oder dem die eheliche Guͤtergemeinſchaft betrifft, ſo iſt dieſe von doppelter Art: geſetzliche oder conventionelle; eine jede beginnt aber von dem Tage, wo die Ehe vor dem Be⸗ amten des Civilſtandes abgeſchloſſen iſt(Art. 1400). Bei der geſetzlichen Guͤtergemeinſchafft muß Ruͤckſicht ggenommen werden 1) auf Alles, was zu derſelben ge⸗ hoͤrt, und aus ihr bezahlt werden muß; jenes macht den activen Zuſtand aus(Art. 1401, 1402, 1404— 1408), dieſes aber den paſſiven(Art. 1409, 1410, 1413— 1420, 1424— 1426); ferner 2) auf die Wirkungen, welche theils in Hinſicht auf den Mann(Art. 1428— 1430, 1432), theils in Hinſicht auf die Frau(Art. 1426, 1427, 143 1), theils endlich als gemeinſchaftliche Wirkungen in Hinſicht auf beide Ehegatten(Art. 1433— 1440) dargeſtellt werden muͤſſen; zuletzt 3) auf die Aufloͤſung derſelben, welche nicht nur an und fuͤr ſich(Art. 1441[vgl. Art. 311], 1443— 1449, 1451), ſondern auch in ihren Folgen betrachtet werden muß. Die Letztern beſtehen wieder entweder hrenna 13) 1 1sb- eEntſe wendee Bi. un ded I1 (A. 10 „ zweuſch Pani üͤher de dls aud hſoſe Sda Frleue dt iixenon de Mii ſebehre ngen dnſtitui tzgſß ſon der; ſnd inſo vüchet . Naſt ten d 3 in der Entſagung auf die Gemeinſchaft, oder in der nüft e unm, ner tgride, 4 gaten z -2h)- mya d ce u hii daun 2 nit, uni ten Arna onnen dne der Häna haft, da Wo mi p it un nile; iu he vor dn (Ar ig mtß Aait zu dereban enes mait 404-1l 110, 19 de Wriun (Ar ug⸗ ue Fun munſzünn uenn( iſen, at nicht uu ¹), 148 gan bartt dder ena a u 427 — ,— Anerkennung derſelben. Bei der Entſagung(Art. 1453) wird unterſucht, wie dieſelbe geſchehe(Art. 1456— 1459, 1463), welche Wirkungen die geſchehe⸗ ne Entſagung hervor bringe(Art. 1492— 1495), und wenn die Entſagung wegfalle(Art. 1454, 1455, 1460). Bei der Anerkennung hingegen iſt beſonders zu reden: von der Theilung des activen Vermögens(Art. 1468— 1470, 1476), und von der Bezahlung der Schulden (Art. 1482— 1491).— Die conventionelle Guͤter⸗ gemeinſchaft hingegen macht uns ſowohl mit gewiſſen Vertraͤgen, wodurch die geſetzliche Guͤtergemeinſchaft naͤher beſtimmt wird, bekannt(Art. 1498— 1528), als auch mit ſolchen Vertraͤgen, wodurch ſie ausge⸗ ſchloſſen wird(Art. 1530— 1439.). 8 Das andere Syſtem der Vermoͤgensrechte zwiſchen Eheleuten iſt das Recht der Mitgift, und als Anhang zu demſelben kann noch das Recht der Paraphernalien mitgenommen werden(Art. 1575— 1580). Das Recht der Mitgift loͤſet ſich aber in drei Punkte auf, naͤmlich in die Lehre von der Conſtitution der Mitgift(Art. 1542, 1443, 1445), von den Rechten des Mannes an der conſtituirten Mitgift(Art. 1549, 1562, 1551, 1552, 1544 fg., 1559, 1560, 1561), und von der Reſtitu⸗ tion der Mitgift nach getrennter Ehe. Bei der letztern ſind inſonderheit drei Fragen zu beantworten: 1) zu welcher Zeit kann die Mitgift zuruͤck verlangt werden (Art. 1564— 1568)² 2) muß die wirkliche Illation der Mitgift bewieſen werden(Art. 1569) 2 3) iſt die Repe⸗ tition der Mitgift privilegirt(Art. 1570— 1573) 2 Bisher iſt von der Entſtehung und den Wirkungen der gehoͤrig entſtandenen Ehe die Rede geweſen, es bleibt endlich noch das dritte und letzte Hauptſtuͤck des geſammten Eherechts uͤbrig— die Aufloͤſung der⸗ ſelben, und wir kehren dabei aus dem dritten in das erſte Buch wieder zuruͤck. Die Ehe wird aufgeldſt 428 8—,.,— burch den natüirlichen und buͤrgerlichen Tod eines der Ehegatten, und durch gerichtlich zuerkannte Eheſchei: ätalfi dung. Der erſte Fall bedarf keiner weitern Erlaͤute⸗ m den rung, wohl aber der letzte. Wir muͤſſen dabei unter de ſuchen: in welchen Faͤllen Eheſcheidung Statt findet, di puü auf welche Art und unter welchen Bedingungen dieſelbe mhjin erfolgt, und welches die Wirkungen der erfolgten Ehe⸗ oonden hrionns ſind.— Die Eheſcheidungsfaͤlle ſind im in Re Geſetzbuche genau angefuͤhrt, wir brauchen alſo dabei Poen a nicht zu verweilen(Art. 229— 333.); ſchwieriger iiſt knſtcer die zweite Frage, denn die Art der Entſcheidung und Rh die Vorausſetzungen dabei ſind anders beſtimmt, wen di die Ehe wegen beſtimmter Urſachen, nicht durch bloſfe legitme Einwilligung, aufgehoben wird, und anders, wenn die don der bloße Ginwilligung der Ehegatten den Grund der Schei⸗ 2) unñ dung ausmacht. In jenem Falle muß Ruͤckſicht genom⸗ Adoxtin men werden 1) auf die dabei vorkommenden Forma⸗ ſ une litaͤten(Art. 234— 266.), 2) auf gewiſſe proviſo⸗ ſe Suat riſche Maßregeln(Art. 267— 271.), und endlich(Ar. 33 3) auf gewiſſe Faͤlle, wo die Scheidungsklage unſtatte ännim! haft iſt(Art. 272— 274). In dieſem Falle ſind ſo⸗ Aooytie fort die geſetzlichen Bedingungen zu entwickeln(Art. tact! 275— 294.).— Die Beantwortung der dritten Fra-« mem ge endlich, welche bei der ganzen Scheidungslehre im u wie Betracht kommt, die Frage nach den Wirkungen der⸗ ih, ſelben, erfordert nothwendig einen doppelten Geſichts⸗ nüͤſen al punkt, da die Wirkungen verſchieden ſind, wenn man jdrngeſtlt den Blick auf die Ehegatten ſelbſt, und verſchieden, eſnäc wenn man ihn auf die aus der Ehe erzeugten Kinder duf das wirft. Dort beruͤckſichtigt der Napoleoniſche Coder vor⸗ iie at zuͤglich die Wiederverheirathung(Art. 295, 228, 296 ds Rcch — 298), und die von dem andern Ehegatten erlangten NAherxtan Vortheile(Art. 299— 301); hier aber die Erziehung u, 35 der Kinder(Art. 302, 303), und die Rechte derſel⸗ da ben auf das Peam gen ihrer geſchiadenen Aeltern(Art. ii lc dens n te Ehſt en Eriw dadei unr Sat fen noen dent fogen füle ſnn en aſ di tywie gni dee int, um durh l es, wm nd derEts tſich zemn aden gem wiſepri und ani klage wnir Faleſwdi⸗ vickln(h tdiit e dunzehni irkunyende ten Gite „ wemn uritin uxren And eat 1 19 8 ten etlorgn ie Eite Reche dit leten dt 429 —— 364, 355)4— Einen Anhang des ganzen bisher entworfenen Eherechts macht die Trennung von diſch und Bette aus(Art. 306— 1 1). Der erſte Hauptbeſtandtheil des Perſonenrechts, das ſo außerſt wichtige Inſtitut der Ehe, waͤre dem⸗ nach in ſeinen erſten Grundlinien von uns eonſtruirt worden, wir gehen uͤber zu der zweiten Hauptlehre, zu dem Rechte der vaͤterlichen Gewalt, und be⸗ folgen auch hier den hoͤchſt einfachen Gang, von der Entſtehung, den Wirkungen und der Auftebung dieſes Rechts zu reden. Die vaͤterliche Gewalt witd erworben: 9) durch legitime Geburt aus einer wirklichen Ehe(davon und von dem Beweiſe derſelben iſt oben geredet worden); 2) durch Legitimation der natuͤrlichen Kinder; 3) durch Adoption.— Bei der Legitimation inſonderheit muß unterſucht werden, zum Vortheil welcher Kinder ſie Statt finde(Art. 331, 332), wie ſie geſchehe (Art. 331), und welche Wirkung die geſchehene Legi⸗ timation hervorbringe(Art. 333).— Bei der Adoption kommen zunaͤchſt die Subfecte in Be⸗ tracht: wer kann adoptiren(Art. 343, 344)7 und wer kann adoptirt werden(Art. 346, 345) 7 Hierauf muß wieder die Art und Weiſe, wie die Adoption ge⸗ ſchieht, unterſucht(Art. 353— 360), und endlich muͤſſen auch die Wirkungen der geſchehenen Adoption dargeſtellt werden. Die Wirkungen ſind wieder theils perſoͤnlich(Art. 348), theils ſolche ,die in Hinſicht auf das Vermoͤgen Statt finden, wozu namentlich die Verbindlichkeit zur Alimentation(Art. 349) und das Recht der Succeſſion, ſo wohl die Beerbung des Adoptanten(Art. 350), als die des Adoptirten(Art. 351, 352) gerechnet werden kann. Die Wirkungen der vaͤterlichen Gewalt uͤberhaupt ſind d eichfali entweder verſönlihe oder Wirtungen 430 —ſß— 8 in Hinſicht auf das Vermoͤgen. Was die erſtern be⸗ trifft, ſo muͤſſen die Rechte der Aeltern und Verbind⸗ lichkeiten der Kinder einmahl an und fuͤr ſich ange⸗ fuͤhrt(Art. 371— 374), und ſodann die Zwangs⸗ mittel, die Verbindlichkeiten der Kinder zu realiſiren (Art. 379, 376— 378, 380— 382), hinzugefuͤgt wer⸗ den. In Hinſicht auf die letztern iſt von dem Genuſſe des Vermoͤgens der Kinder nicht nur im Allgemeinen (Art. 384, 386), ſondern auch unter gewiſſen naͤhern Beſtimmungen zu handeln(Art. 386, 387). Die Aufhebung der vaͤterlichen Gewalt endlich macht den letzten Punct in der ganzen Darſtellung aus (Art. 372, vgl. Art. 488, 476, 472), und in einem Anhange muß zuletzt noch von den natuͤrlichen Kindern und ihrer Anerkennung gehandelt, namentlich unter⸗ ſucht werden: 1) welche Kinder koͤnnen anerkannt wwWerden(Art. 234, 23s) 2) welches ſind die Rech⸗ tte der anerkannten Kinder? Die letzte Frage muß ſo wohl im Allgemeinen eroͤrtert werden(Art. 338, vgl. Art. 756— 759), als beſonders in Hinſicht auf die Faͤlle, wo a) die Anerkennung bloß vom Vater, ohne iſt(Art. 336), und b) wo ſie von einem der Ehe⸗ gatten zum Vortheil eines ſolchen natuͤrlichen Kindes e folgt iſt, das er vor ſeiner Ehe, nicht mit ſeinem gegen⸗ waͤrtigen Ehegatten, erzeugt hat(Art. 337, vgl. Art. 758); 3) koͤnnen dieſe Rechte in jedem Falle von den natuͤrlichen Kindern in Anſpruch genommen werden? Die Antwort iſt, daß dies nur alsdann angehe, wenn a) die, welche dabei intereſſirt ſind, die Anerkennung nicht beſtritten haben(Art. 339), b) wenn die An⸗ erkennung entweder freiwillig geſchehen iſt, oder der ge⸗ ſetzlichen Vorſchrift gemaͤß, in Anſpruch genommen, reelamirt werden konnte(Art. 342, vergl. Art. 335, Art. 340, 341), iſt göt Mitwiſſen und Einwilligung der Mutter, geſchehen 3 leun üt dedi in hte nundſc haupt an ſn daiir ſint tüs beüm Farnffe h von und Cut ds Ven mgen it des lehender ſui Wa nn Dinn federniſe duuel! erſte a iſ felz nter der (N. 330 drrmund -4, Nen,: bondet: ernunde e llte en iͤter mn der d 4), Vorn 431 uaen ten Der deie und letzte Hautbeſtandtheil des geſamm⸗ fi ſt i mundſch echts iſt die Lehre von der Vor⸗ meams haupt ein Afe⸗ Die Vormundſchaft iſt naͤmlich uͤber⸗ Pauds en d bermöge deſſen der Staat einer gewiſe rzuufinme eſſe rer d der uftrag ertheilt, fuͤr das Privatinter⸗. ſimsas nes iennan enden e oder fuͤr die Verwaltung ei⸗ nälan Begriffe gemaͤß ſermoͤgens, Sorge zu tragen. Dem Be 4 1 1 gemaͤß muͤſſen zwei Arten der Vormundſchaft ) und Eur e 4 der unterſchieden werden: die Tutel znit n atel. Jene bezieht ſich auf die Perſon und — das Vermoͤgen des Muͤndels, di arſtgt mdͤgen, und wird, j ndels, dieſe bloß auf das Ver⸗ undihan keit des Euranden, jenach demn die perſoͤnliche Unfaͤhig⸗ iün nn liegender Grund, 85 ein ſonſtiger in der Sache ſelbſt netit a onlich fdie Veranlaſſung dazu gibt, in per⸗ ſoͤnliche und dingliche 9*.„ ſi li unh ne che ſeanehe snhedenor al. ſdi jen Dingen die zur Co 3 wne betrifft, ſo muͤſſen vor al⸗ endannſe daegiſelr werden. eſben aaehigende. Ar. 33 niſſe gibr es o kellt werben. Conſti utive Erforder⸗ inſtt der Tutel Srfherndnee Aunich 119. muͤſſen die bei un,g ſchaften an ſich tragen( ſuhtri de Er Belbet gris 1 ner, githt es iſt folglich ſo wohl von der P rforderniſſe), und 4 1 Perſon deſſen, der ſich einem dech unter der Dutel befindet, des Perſon, deſſen, der ſich 4 8 s Pupillen oder Muͤndel hen Kmat Art. 3 e der Merſonede uͤndels ſeinen an Bnnaaft t auch von der Perſon deſſen, der die . ſchaft fuͤhrt, des Vormundes ſelbſt(Art. 442 ,u 444), naher zu reden. 2) Muß die Tutel gehdri Fuleun deferirt, uͤbertragen ſein. Bei der D Lutel gehorig m ms bhandelt: a) theils von den einzeiden deunen Whd ge Knzehe, d vormundſchaft, inſonderheit: von der Wormer Daude Anttas der Aeltern(Art. 389— 396), von der von nuſchuf b tern uͤbertragenen Vormundſchaft(Art. 3 97 404), wenn deh ode ne von der Vormundſchaft der Aſeendenten(Art 9 2 Art. 402— h genornn 49497, von der durch den Familienrath 1hregage, 91 Ar en Vormundſchaft. Wobei zuerſt vorlaͤufige Bemer⸗ kungen uͤber den Familienrath mitzutheilen ſind(Art. 1 432 —— 40— 416), und ſodann die erwaͤhnte Vormund⸗ ſchaft ſelbſt folgen muß(Art. 405, 406); theils von der Gegen⸗ oder Beivormund ſchaft, und hierbei kommt nicht nur die Ernennung des Beivormundes in Be⸗ tracht(Art. 421— 423), ſondern vorzuͤglich auch die Amtsverrichtungen deſſelben(Art. 424— 426). 3) Muß endlich die gehoͤrig deferirte Tutel au ch aufdie gehoͤrige Weiſe angenommen werden(Art. 418). Doch gibt es Mehrere, die aus beſtimmten Urſachen von der Uebernahme der Dutel freigeſprochen, entſchul⸗ digt ſind, wir muͤſſen daher unterſuchen: welche Per⸗ ſonen dies ſind(Art. 427— 437), und wie die Ent⸗ ſchuldigung geſchehen muͤſſe(Art. 438— 44t). Wmas hierauf die Wirkungen der gehoͤrig conſti⸗ tuirten Dutel betrifft, ſo ſind dieſe, wie gewoͤhnlich, entweder verſonl iche Wirkungen(Art. 450, 468), oder Wirkungen in Hinſicht auf das Vermoͤgen. Bei den letztern wird 1) von der Verwaltung des Vormundes an und fuͤr ſich, und zwar ſo wohl im Allgemeinen (Art. 451— 456), als in Hinſicht auf einzelne admi⸗ niſtratoriſche Handlungen(Art. 457— 467), geredet; 2) von den vormundſchaftlichen Rechnungen(Art. 479— 474);3 3) von den aus der Vormundſchaft entſpringenden Klagen(Art. 475). Der letzte bei der Tutel zu beruͤckſichtigende Punet 4 iſt wieder die Aufhebung des ganzen Inſtituts. Die Tutel wird naͤmlich uͤberhaupt aufgehoben: durch den natuͤrlichen Tod des Pupillen ,verſteht ſich aber auch durch den des Tutors, denn die Tutel iſt ein perſoͤn⸗ liches Amt, welches nicht auf die Erben uͤbergeht(Art. 419); ferner durch Abſetzung des Tutors, und end⸗ lich durch Emancipation des Minderjaͤhrigen. Die beiden zuletzt erwaͤhnten Faͤlle beduͤrfen einer etwas naͤ⸗ hern Darſtellung. In Hunſſch auti die jaüſehuns muß int nſuch wer⸗ 4 ( K w i ahe tn ſpi Fälln un ud nüch Da anund til, ve redalch lihe O eenddi fils ab 85) V Bi der ortet txen( trͤition Pin ſct nailer( ſit uf 55 afehobe ätlüchen A eimj Duchs e drander iemmt bem do kim finct— 1*) venn ura h ) anl Jyee nn den 5) hd⸗ d dirtitn mundes i deniit ⸗ 6 24-. unlautha (h inmten lhe vochen, un en: wachen ud weut — 91) getten n wie gie 50; 4 91 nogen d des Vee in Almr if eineing. 457) H. cnunzm Vornait chrizendn Inſtiun! ben: dut ſich air iſt en m iberzit kots, unds ſüiran 1 einer ew untauttn 433 —— 8 den, in welchen Faͤllen ſie Statt findet(Art. 443, 444), und wie ſie geſchieht(Art. 446, 440— 443), eben ſo in Hinſicht auf die Emancipation: in welchen Fallen und auf welche Art ſie erfolgt(Art. 472, 473) und welche beſondere Wirkungen ſie zur Folge hat (Art. 480— 487). Das zweite Hauptſtuͤck der ganzen Lehre von der Vormundſchaft umfaßt nach dem obigen die Cura⸗ tel, welche ſich ſofort in zwei Arten, in dingliche und perſoͤnliche Curatel, zergliedern laͤßt. Die perſoͤn⸗ liche Curatel begreift hauptſaͤchlich die Interdiction und den gerichtlichen Beiſtand der Großjaͤhrigen, allen⸗ falls aber auch die Curatel eines buͤrgerlich⸗todten(Art. 25) und emancipirten Minderjaͤhrigen(Art. 480).— Bei der Interdiction muͤſſen folgende Fragen beant⸗ wortet werden: 1) wer kann auf die Interdiction an⸗ tragen(Art. 490, 491)2 2) Wie geſchieht die In⸗ terdiction(Art. 492— 501) 2 3) Welche Wirkun⸗ gen hat die geſchehene Interdiction, ſo wohl in allge⸗ meiner(Art. 502— 504), als in beſonderer Hin⸗ ſicht auf die Vormundſchaft des Interdicirten(Art. 505— 511)2 4) Wie kann die Interdiction wieder aufgehoben werden(Art. 512)? Von dem ge⸗ richtlichen Beiſtande des Großjaͤhrigen muß, nach Anleitung des dritten Kapitels, am Ende des erſten Buchs geredet werden. Die dingliche Curatel auf der andern Seite, welche im Geſetzbuche ſehr zerſtreut vorkommt, tritt ein: 1) wenn der Ehemann bei ſei⸗ nem Dode eine ſchwangere Frau hinterlaͤßt, denn in dieſem Falle findet eine ſo genannte Curatel der Leibes⸗ frucht— cura ventris— Statt(Art. 393); 2) wenn zu einer Erbſchaft ſich kein Erbe meldet— cura hereditatis vacantis—(Art. 811 fg.); 3) endlich die Curatel, welche auf den Antrag der Intereſſenten ernannt wird, wenn der Eigen⸗ Heft V. 31 434 —— thömer eines hypothekariſchen Grundſtͤcks das Eigen⸗ thum davon aufgibt(Art. 2174)* (Sie Fortſetzung dieſer Grundlinien einer wiſenſchaftlichen Anordnung des Code Napoléon; namentlich die Ue⸗ 5 berſicht des Sachen⸗, Obligationen⸗, und Erbrechts, wird das ſolgende Prit unſeres Archiss enthalten.) 7 4u61ane aus einer metkuirdigen 4enih. 4 3a der erſt vor kurzem erſchienenen Allgemeinen Bibliothek der Staats⸗ tumft. Rechtswiſſenſchaft und Kritik, Gießen und Wetzſar, 1808. ſteht im erſten und zweiten Hefte eine merkwuͤrdige 2u⸗ handlung uberſchrieben: Ueber die Schwierigkeiten und Ge fahren der üͤbereilten und unvorbereite⸗ ten Einfuͤhrung des Koder Napoléon iu den Staaten des Rheinbundes, welche von allen deutſchen Regenten und Staatsmaͤn⸗ nern geleſen und beherzigt zu werden verdient. Darin kommen auch folgende auf die Beurtheilung des Code Napoléon Bezug habende Stellen vor: „ Seite 69 folg. »Die Urheber der franzoſ ſchen Cioilgeſeße baben aus drei verſchiedenen O Auellen geſchoͤpft.“ „Die erſte Quelle waren die dem regenerirken Frankreich eigenthüͤmlichen Inſtitute. Hier ſchopf⸗ ten ſeine Geſetzgeber unmittelbar aus der Natur der Sache. Es gehoͤrt hierher das ganze Per⸗ ſonenrecht,„die Beurkamdungsart der jura ſta- 435 —-— is eh us, das Recht der Ehe und der vaͤterlichen Gze walt, der Familienrath, die tutelle officieuſle ne diſenaetg u. ſ. w. Dieſer Theil der Civilgeſetzgebung fuͤllt veinahe das ganze erſte Buch des Koder lapo⸗ hdi atfale. léon aus.“ „Die zweite Quelle war das droit eoutumier.— Aus ihm floß der wichtigſte Theil des franzoͤſiſchen Inteſtat⸗ und teſtamentariſchen Erbrechts, auch an Sctit. alles, was uͤber die Meunihenhrechte zwiſchen.. Verehelichten, wenn ſie ſich ausdruͤcklich oder ſtill⸗ ſchweigend dem régime de communsauté un- der Stan terwerfen, verordnet worden iſt. Nicht bloß die und Krit Natur der Sache, ſondern vorzuͤglich die Doc⸗ rrin leuchtete hier der Geſetzgebung unmittelbar b v b Schrift Uermeinun n 5 nrkeini Berez Sie erho hriftſtellermei ngen zum „» Die dritte Quelle endlich war die heutige Dde⸗ ten und trin des roͤmiſchen Rechts. Die Lehren vom Ei⸗ utdirhitt genthum, Beſitz, von Praͤſcription, Kontrakten, àr Nanat 8 perſönlichen Verbindlichkeiten, wurden daraus ge⸗ bundes ſchoͤfft. Unmittelbar nahte ſich indeß Frank⸗ und Stant reichs Geſetzgebung dem Heiligthum nicht. In dedient. d der Urquelle der heutigen Doctrin ſelbſt forſch⸗ dälng dlt te ſie nicht nach. Der franzoͤſiſche Rechtslehrer t. Pothier war ihr Wegweiſer. Seine Doc⸗ trin wurde in Legislation umgeſchaffen.“ „Der unmittelbar aus der Natur der Sache ge⸗ gulgitet6. ſchoͤpfte Theil der franzoͤſiſchen Geſetzgebung ſchupſ. ſcheint der reichhaltigſte fuͤr die Entdeckung einer den tmit euͤnftigen Doetrin. Der reine, durch Meinun⸗ aun Hirſti gen der Rechtslehrer unverarbeitete, oder auch 4 rau delh nooch unverdorbene, Stoff iſt demfenigen gleich, d me den die roͤmiſchen Klaſſiker zu bearbeiten hatten, nt de und unnd aus we lchem ihr Genie eine beinahe vollendete 31 95 436 1 8——— jzuriſtiſche Schoͤpfung hervor zu ruf Geſetzgebung ausgleichen koͤnnen, ohne ihre Prin⸗ zipien zu untergraben.. In Anſehung des aus der Doctrin des droit cou- tumier und aus der Pothierſchen Jurisprudenz des roͤmiſchen Rechts geſchoͤpften Theils der fran⸗ zoͤſiſchen Civilgeſetzgebung iſt das nicht der Fall. Erhaͤlt der Schiefblick, der Gemeinſpruch, die Inconſeguenz, die Kurzſichtigkeit eines juriſti⸗ ſchen Schriftſtellers die Sanction des poſitiven Geſetzes, ſo hat eine philoſophiſche Doctrin nichts mehr mit einem ſolchen Geſetze zu ſchaffen. Sie iſt in ihrem eigenen Mißgriffe, der Geiſt iſt im Buchſtaben untergegangen. Ein todtes Geſetz konnte ſie beſeelen, ein unvollkommnes ergaͤnzen, ein dunkles aufklaͤren. Mit einem ſchiefen und verſchrobenen, aus ſtuͤmperhafter Doctrin hervor gegangenen, Geſetze kann eine beſſere nichts mehr anfangen. Druckt vollends das miß⸗ lungene Geſetz ein herrſchendes und allgemeines Prinzip aus, ſo ſchleicht der Fehler, wie ein An⸗ fangs unbemerkter Rechnungsirrthum, ſich in ei⸗ ne ganze Reihe von Folgeſaͤtzen hinuͤber, und das Ganze kann von der Legislation ſelbſt nicht an⸗ ders mehr, als durch Aufopferung des Ganzen, gerettet werden.“ „ Daß ſich Fehler dieſer Art in den aus dem droit 8* 1 coutumier geſchoͤpften Theil des Kodex Napo⸗ léon eingeſchlichen haben, will ich vor der Hand weder behaupten noch laͤugnen. Die Frage wird beim Detail deſſelben zur Sprache kommen muͤſſen.“ » Daß dagegen der aus der neuen Doctrin des ro⸗ miſchen Rechts geſchoͤpfte Theil der franzoͤſiſchen * ken wußte. Ein⸗ zelne Haͤrten wird die Doctrin entdecken und die 437 — ,— 4 tufte. 8. Eivil⸗Legislation von Fehlern dieſer Art nicht frei eim m geblieben ſei, kann und muß ich ſchon jetzt mit ne ipee Zuverlaͤſſigkeit bejahen. Die Geſetzgebung hat durch das gefaͤrbte Glas der Vorurtheile eines ein⸗ 6 droth zelnen Rechtslehrers geſehen. Und Pothier nahm Inreöne unnter den philoſophiſchen Juriſten nie eine vorzuͤg⸗ dasdat liche Stelle ein. Seine etwa mißlungenen uͤber ſict de die Philoſophie der unſterblichen Klaſſiker hin⸗ ſeiſßra, weg ſtreifenden Blicke wurden zum Geſetze. Alle ins r weitere praktiſche Forſchung in der Jurisprudenz des wi der Klaſſiker ſelbſt wurde durch die Autoriraͤt des Dertin it Staats niedergeſchlagen. Seit der Promulga⸗ ſcoefn d tion des Civil⸗Kodex in Frankreich entdeckte deut⸗ ſcher Fleiß und Scharfſinn in jener(romiſchen) Jurisprudenz dem buͤrgerlichen Lehen wichtige Schoͤtze. Dahin gehoͤrt der von Thibaut et Get t dodds b nech 1 aufs neue zur Sprache gebrachte, von Schoͤ⸗ ſcheinr Krache 9e⸗— ter dun mann noch gruͤndlicher bewieſene, Unterſchied n I h zwiſchen culpa in faciendo et non faciendo ladsdin mit allen in der Pandekten⸗Doctrin weiter enthal⸗ ld Thmn tenen Beſtimmungen. Der 1383. Artikel des Sr Kodex nimmt in Frankreichs Rechtspflege dieſer e Entdeckung allen Werth. Er erklaͤrt allen Scha⸗ un, ſzut dden— auch außer dem Kontrakte— entſtehe er übe,m durch Thun oder Nichtthun, fuͤr eine Quelle von ſtſn Verantwortlichkeit. Die Praxis mag es verſu⸗ J de du hen, wie ſie mit dem aus irriger Doctrin ent⸗ ſtandenen Geſetze im gemeinen Leben durchkom⸗ aus dnbi mme.— Seit der Einfuͤhrung des Koder Na⸗ Koder poléon in Frankreich brachte es Schoͤmann zur uur eru Evidenz, daß das romiſche Recht mora nicht de Fimen durch culpa bedinge. Hoͤhere Philoſophie des nache dmn 5 Rechts hat ſich dieſe Entdeckung angeeignet, und ihre Wahrheit unabhaͤngig vom poſiliven Geſetze ;ccti da ddurch die Natur des Eigenthums auf eigene Wille tfant. 1 X 438 kuͤr, und durch den Grundſatz, daß der Zufall den Eigenthuͤmer treffen muͤſſe, bewaͤhrt. Der 1147. Artikel des Kodex Naxoléon bricht ihr den Stab, wehrt ihren Eingang in die Gerichte, und weiht den, die echte roͤmiſche Jurisprudenz verlaͤugnenden, aus traͤgem Nachdenken entſprun⸗ genen, Gemeinſpruch der heutigen Doctrin zum Geſetz.“ wuͤnſchen, daß es dem ſcharfſinnigen und gelehrten Verfaſſer der oben angefuͤhrten Abhandlung, aus wel⸗ cher wir einen hierher gehoͤrigen Auszug geliefert haben, gefallen moͤge, eine vollſtaͤndige Kritik des Code Na- poléon auszuarbeiten. Den franzoͤſiſchen Geſetzge⸗ hern ſelbſt duͤrfte eine ſolche Arbeit, nach ihren Aeuße⸗ rrungen uͤber die Geſetzgebung Friederichs des Großen von Preußen(vergl. das erſte Stuͤck diefes Archivs), gewiß das willkommenſte Geſchenk ſein, da ſie ſo ſehr nach Vollkommenheit ſtreben, und die Vollkommen⸗ heit nur durch die Kritik herbei gefuͤhrt werden kann. Die Unvollkommenheiten der neuern Geſetzgebungen ſſccheinen uns vorzugsweiſe daher zu entſtehen, daß die Kritik ihr Recht nicht gehoͤrig dabei geltend macht. Ei⸗ nem vernuͤnftigen und weiſen Regenten kann es wol nicht einfallen, das Produkt der geſetzgebenden Gewalt 4 der Kritik entziehen zu wollen; ihm, den das Wohl des Staats allein, und keine andere Ruͤckſicht, leiten ſte ſein. 1 T ie Leſer dieſes Archivs werden es gewiß mit uns darf, muß gerade die ſchaͤrfſte Pruͤfung die angenehm⸗ zu. Art. faro Art dnore m, o 14ns, A. ueme kerices mers! At ponx: Nautre n herl aridre Kapres ferz luft iine ank, u Der n us dungen 7 459 aſ de zi twihrt d. 8 b ean biit““ 8* ndieGitp.. 8 u NVII.. Ixriemr 2 3 4 4 H 1 2„ mineka. Zur Erklaͤrung des Code Napoléon. deounn a 3*— 8 6 3 8. 4 64 I.* 4„ beriß nin. und geli Ueber die Eheſcheidungsurſachen. ſung nuin Art. 229. Le mari pourra demander le di- riina vorce pour caul e d'adultère de ſa femme. ſ 8 Art. 230. La femme ponrra demander le aat divorce pour gau ſe d'adultère de lon ma- P,n ri, lorsqu'i! aura tenu ſa concubine ſiedn dans la mailon communs. diſeße Art. 231. Les époux pourront récipro- e Volkem quement demander le divorce pour excès, t vecn févices ou injures graves de lun d'eug Giſtute envers Jautre. Raben,ui Art. 232. La condamnation de l'un des nd nahted époux à une peine infamante, ſera pour imn l'autre epoux une cauſe de divorce. 1he h. 1 4 3 8 tbendaont Art. 235. Le confentement mutuel de da d et perlévérant des éponux, exprimé de la Rütſiht,t manière préſcrite par la loi, ſous les conditions die oxae⸗ et après les épreuves qwelle dérermine, prou- vera ſuffſamment, due la vie gCommune leur eſt infupportable. et duil exiſte; par rapport à ux, une cauſe peremptoirg de divorce., Der Code Napoléon unterſcheidet Eheſcheidun⸗ gen aus einer beſtimmten Urſache, und Eheſchei⸗ dungen zu Folge der Uebereinſtimmung 7/ X 1X 44* .—,— der Ehegatten. Von den letztern ſpricht Art. 235, von den erſtern reden die Art. 229 bis 231 incluſive. Wegen der Eheſcheidungen zu Folge der Ueberein⸗ ſtimmung der Ehegatten iſt alles klar; nicht ſo wegen der Eheſcheidungen aus einer beſtimmten Urſache. Die ketztern ſollen daher ein Gegenſtand der gegenwaͤrtigen Eroͤrterung ſein. Als Eheſcheidungsurſachen zaͤhlen die Geſetze auf⸗ 1. den Ehebruch, 2. Excos 3. Sévices, ou injures graves,“ 4. die Verurtheilung zu einer infamirenden Strafe. Was die erſte Eheſcheidungsurſache betrifft, ſo iſt die Frau wegen eines von dem Manne begangenen Ehebruchs nur alsdann zur Eheſcheidungsklage berech⸗ tigt, wenn er die Beiſchlaͤferinn im gemeinſchaftlichen Hauſe gehalten hat. Was das heiße, iſt oben S. 395 unterſucht worden. Ich bemerke nur noch gegen Za⸗ charià*), daß allerdings viel darauf ankommt, ob der Mann oder die Frau ſelbſt die Perſon ins Haus gebracht hat. Denn wenn auch gleich das dadurch ge⸗ gebene oͤffentliche Aergerniß der Hauptgrund des Ge⸗ ſetzes iſt“*), ſo liegt es doch in der Natur der Sache, daß eine Frau, die ihrem Manne erlaubt, die Concu⸗ bine ins Haus zu nehmen, oder ſie ihm ſelbſt zufuͤhrt, auf das Recht zur Eheſcheidung Verzicht leiſtet. Dagegen kann der Mann in allen Faͤllen wegen ei⸗ nes von der Frau begangenen Ehebruches auf Schei⸗ dung antragen. Die in ſolchem Falle zulaͤſſigen Be⸗ weismittel haͤngen zwar von dem vernuͤnftigen Ermeſſen des Richters ab, doch muß die Eideszuſchiebung aus⸗ *) Handbuch des ftanzoͤſ. Cioilr., 2. Th., S. 42, Note 2. 3 3 2*) Bulleein de Jurisprud., T. II, S. 23 folg. X itüſe b wortfm Uann des oroihta ts ni annommen 9 luſe ils kar Wh. a e piite un achar ahſte daung mm ſhaddi ſig üno mn de At be prAges. di licht aus luen. Von nanatore degedache u, ſend tungen da erces, 437 94 1 13 m duſtbe zn der Uöe ſniht ſ ke 1 lrhe d gegennirg Giſtzea nden Stit he denf nie kguun gaüloge det nenſhrfth ſoden S och gre antonm, nſen ins he das dedude grund de tur der eih ͤt, dilm fett pin leiſet öllen wemni es auf ét 4 zultſſand tan ſ ſchieungas 4 58G dg. halte. 441 —¹.,— geſchloſſen bleiben. Es iſt daher auch keinemn Zweifel unterworfen, daß die Trennung der Ehe eben ſo gut wegen des praͤſumtiven(adulterii praeſumti) als wahren Ehebruchs erfolgen koͤnne, wenigſtens iſt ſolches in der franzoͤſiſchen Rechtsſprechung allgemein angenommen worden*). 1 In Anſehung der vierten Eheſcheidungsurſache iſt alles klar, daher ich mich dabei weiter nicht auf⸗ Ihre eigenen Schwierigkeiten aber haben die zweite und dritte Eheſcheidungsurſachen. Zacharia un) wirft ſie zuſammen, uͤberſetzt: „Nachſtellungen, Gewaltthaͤtigkeiten oder ſchwere Beleidigungen, deren ſich ein Ehegatte gegen den an⸗ dern ſchuldig gemacht hat, und bemerkt in der No⸗ te 4: Le divorce pour excès(durch dieſes Wort ſoll⸗ ten die inſidiae vitae ſtructae auf eine mildere Art bezeichnet werden), ſévices ou inſurgs graves. Daß dieſe reſpektive Ueberſetzung und Erklaͤrung nicht ausreicht, ſpringt beim erſten Anblicke in die Augen. Von Maleville***) ſo wohl als andere Kom⸗ mentatoren des Code Napoléon erklaͤren ſich uͤber die gedachten Eheſcheidungsurſachen nicht beſtimmt ge⸗ nug, ſondern fertigen den Leſer mit allgemeinen Be⸗ merkungen und dem Verweiſe auf die Discufſions ab. Der in dem Artikel 231 gebrauchte Ausdruck: egcds, muß aus der von Mr. Boulay praͤſentir⸗ *) Siehe Laffaulr Veeuai, 1. Jahrg. 3. 3„S. 89., und 3. Jahrg, a. H., S 1 „) A. a. OH. *e) In ſeigem ommentar den Gede nepeen zu daß. 251. 1 8 S— d 85 6 ken Redaction erklaͤrt werden, welche bei der Redac⸗ tion der vorſtehenden Artikel des Code zum Grunde gelegt wurde. Darin ſind theils als cauſes de divorce, theils als caules de ſeparation de corps et des biens, aufgefuͤhrt: ladultére, l'attentat de lun des poux à la vie de Pautre, la condamnation à une peine akflictive, les ſévices et les mauvais traitemens, la diffamation publique, et tou te autre caule dont leffet continué ren droit impoflible la vie çommune entre les éponx. Hernach warf man die cauſes de ſeparation weg, und uͤberließ es nach Art. 306 dem aus einer beſtimm⸗ ten Urſache auf Scheidung klagenden Ehegatten, ob er vorlaͤufig auf Abſonderung antragen wollte, beſtimmte bloß die Eheſcheidungsurſachen, und weil man ſich in eine detaillirte Aufzoͤhlung derſelben nicht einlaſſen woll⸗ te, ſondern glaubte, daß das vernuͤnftige Ermeſſen des Richters zu ſehr dadurch beſchraͤnkt werde, ſo fuͤhrte man nur den Ehebruch, die Saͤvitien oder grobe In⸗ zurien, und die Verurtheilung zu einer infamirenden Strafe als Eheſcheidungsurſachen auf, und warf al⸗ les uͤbrige, was nicht ſchon unter dieſen Eheſcheidungs⸗ urſachen begriffen war, unter dem Ausdrucke(excès Exceſſe) zuſammen. Die zweite Eheſcheidungsurſache faßt daher alle niedrige und ſch lechte Handlungen eines Ehegat⸗ ten in ſich, welche dem andern das Zuſammenleben mit ihm unertraͤglich machen muͤſſen. Es iſt hier aber nach Boulay' s Redaction vor⸗ zugsweiſe zu ſehen auf den effet continué, wel⸗ cher Umſtand von der aͤußerſten Wichtigkeit ſt. Das Wort excés begreift in ſich 1) alle Ver⸗ gehungen gegen die Geſetze, welche keine infamirende 17 meyt iiodaler riche h eraich Furenrij ih z itltu dii on i rißh nfen. rae ze m dee Non, Jhend. an runnen d büche lulbe A(oce A4mas eet les i de lm; ondammain et les un oe, kt teu utinab n onnn ſeparaänn us eine tin Ehennn, volte, Uir vel mn t einlaſat dige Erniſt werde, iſt 1 oder rn. ner ifenn f, und ur en Eheſchr vsdrutt ar he fm d zm eins br umai Ndaciin cortin iet t 9 ¹) ⁴* ein tiri 443 —,— Strafe zur Folge haben; 2) alle Liederlichkeiten und Unordnungen, ſie mögen Namen haben, welchen ſie wollen. Wenn ein Ehegatte ſich ſolche fortdau⸗, ernd zu Schulden kommen laͤßt, 9 kann dem andern nicht zugemuthet werden, daß er das eheliche Leben mit ihm fortſetze. Gegen einen Ehemann, der ſich be ſtäͤndig betrinkt, im Hauſe laͤrmt und tobt, fortdauernd in Hurenhaͤu⸗ ſern liegt u. ſ. w., kann daher allerdings von der Frau auf Scheidung geklagt werden. Ich gehe noch weiter und behaupte, daß auch gegen einen Ehegatten auf Scheidung geklagt werden koͤnne, der forrdauernd(wie man zu ſagen pflegt) dumme Streiche begeht, ſich allenthalben laͤcherlich und veraͤchtlich macht. Denn es kann dem andern Ehegatten nicht zugemuthet werden, mit einem ſolchen Menſchen zuſammen zu leben, wenn man nicht alles Ehrgefuͤhl bei ihm unterdruͤckt wiſſen will, Die dritte Eheſcheidungsurſache faßt die l- vices ou injures graves in ſich. In den Savitien oder Mißhandlungen ſind auch 5 Lebensnachſtellungen begriffen. Unter den injures graves ſind ſo wohl ſchwere perſoͤnl iche als Real⸗Injurien zu verſtehen. Denn die Real⸗Injurien arten nur alsdann in Saͤvi⸗ tien aus, wenn wirkliche Mißhandlungen oder grauſa⸗ me Behandlungen dabei concurriren. In der fran zoͤſiſchen Rechtsſprechung iſt bereits an⸗ genommen worden, daß der Vorwurf der Verletzung der ehelichen Treue als eine zur Scheidung ſich quali⸗ ficirende Injurie betrachtet werden ſoll). Nament⸗ lich hat es der Staatsrath ſelbſt als eine Ebeſcheidungs⸗ urſache anerkannt, wenn ein Ehegatte eine Eheſchei⸗ *) Bulletin de Jurisprud., T. II., S. 62 folg. Losrce Eprit du Code Napol., T. III, S, 108 folg, 4 „ 444 —— dungsklage wegen eines Ehebruchs angeſtellt hat, und ſachfaͤllig geworden iſt; in welches Urtheil ich jedoch nicht durchgaͤngig einſtimmen moͤchte, weil bisweilen der gegruͤndetſte Verdacht des begangenen Ehebruchs vorhanden ſein kann, und ſich erſt hernach bei der Un⸗ cerſuchung die Sache aufklaͤrt. Uebrigens iſt auch hier dem vernuͤnftigen Ermeſſen des Richters vieles uͤberlaſſen geblieben, und ich ſtimme darin mit Zacharià*) oöllig uͤberein, daß auf die Bildung und den Stand der Eheleute Ruͤckſicht zu neha men ſei. Eine derbe Ohrfeige, die der Baͤuerinn von ihrem Ehemanne gegeben wird, darf nicht mit der, die bei den gebildeten Staͤnden der Mann der Frau gibt, nach gleichen Grundſaͤtzen beurtheilt werden. Durfen die Eheſcheidungsurſachen ausdehn end erklaͤrt werden? Dies iſt eine Frage, die hier noch als Anhang zu der vorſtehenden Eroͤrterung unterſucht werden ſoll. 8* Erſt wollen wir uns uͤber die Frage ſelbſt genauer verſtaͤndigen. Soll ſie ſo viel heißen: darf man noch andere Eheſcheidungsurſachen annehmen, als die, wel⸗ cche in den Worten der geſetzlichen Beſtimmung liegen? ſo iſt die Frage ſchlechthin zu bejahen. Die von dem Worte excés gegebene Erklaͤrung beweiſet das hin⸗ laͤnglich. Es wuͤrde die groͤßte Abſurditaͤt aller Ab⸗ ſurditaͤten ſein, wenn man bei einer Geſetzgebung an den Worten haͤngen bleiben wollte, die mehr, als ir⸗ gend eine, aus dem Geiſte und der Abſicht des Geſetz⸗ gebers erklaͤrt werden muß.— Soll ſie dagegen ſo viel bedeuteun: Laſſen ſich außer den Eheſcheidungs⸗ urſachen, die in den Worten und dem G eiſte der *) A. a. O., Nr.4. 4 edn m eine daſabende atman ucjati er Ichand gn uu nnt. „d. inzig bawil tagen Detha diß ei ſe Ür .— dh n der K dun tn des duch i aftech Jeur ſid 1 ter Ab tn, t 8.„ 6.8 andern 9r rnver hatgl Mtd Aruuſie 445⁵ tſelt ga, a 3 ſ 11 6 8 vben ſtehenden Arrikel des Code liegen, noch andere dal ba annehmen? ſo bleibt die Frage immer ſehr zweifelhaft. em eihe Zacharis, der in ſeiner gruͤndlichen und geiſtrei⸗ nachtä chen Behandlung des franzoͤſiſchen Rechts im Gan⸗ zen noch wol lange unerreichbar bleiben moͤchte, ſagt fugmen daruͤber:ꝛ und hin„Die angegebenen Urſachen ſind aber die in, daß ui einzigen, aus welchen ein Ehegatte ohne die Rücitkan. Einwilligung des andern auf die Eheſcheidung an⸗ tr Biuem. tragen kann, und aus den oͤffentlichen ſich nene Verhandlungen ergibt ſich beſtimmt, nder gu daß eine ausdehnende Auslegung die⸗ erden. ſer Urſachen auf keine Weiſe zulaͤſſig iſt.— Insbeſondere findet keine Ehe⸗ ſcheidung Statt: 1) wenn der eine oder der an⸗ 8 ausdenn. dere Theil raſend oder bloͤdſinnig wird; 2) we⸗ e, dehta. gen der Abweſenheit des Ehegatten(dieſer Satz terung unn ſiſt durch ein von dem Kaiſer beſtaͤtigtes Gutach⸗ W ten des Staatsraths vom 17. Germinal XIII age eliie auch in Beziehung auf die Ehen der Soldaten dafm, aaufrecht erhalten worden; vergl. Laſſ aulx nen,abdn Journal, Jahrg. 2, H. 6, S. 573; jedoch ſinmm in ſind Abweſende nicht berechtigt, eine waͤhrend ih⸗ Ddem rer Abweſenheit erkannte Eheſcheidung anzufech⸗ dneſt u ten, vergl. ein Gutachten des Staatsraths vom undict del 18. Prairial XII, eben daſ., Jahrg. 1, H. 7, Giſctn S. 86 folg.); 3) wenn ein Ehegatte den em. andern boͤslich verlaͤßt(malitioſa deſertio); dtdG. 4) wenn der Ehemann nach geſchloſſener Ehe ſe dun unvermoͤgend wird(impotentia ſuperveniens„¼ Eeu vergl. Locré Tom. 3, S. 81 folg. den Giiſe Mit der Meinung von Zachariaͤ ſtimmen auch — ddie neueſten franzoͤſiſchen Juriſten uͤberein, und es gibt ſchon eine Menge von Erkenntniſſen, die in dieſem 446 —— 0 Geiſte abgefaßt worden ſind. Laßt uns indeß einmahl genauer unterſuchen, ob nach den Verhandlungen uͤber die oben ſtehenden Artikel(denn darauf kommt doch hier alles an) auch wirklich alle andere Eheſcheidungs⸗ urſachen, außer den geſetzlich beſtimmten, ausgeſchloſ⸗ ſen ſind. Irren wir nicht, ſo haben weder die franzoͤ⸗ ſiſchen noch die deutſchen Juriſten die Sache richtig aufgefaßt. Daß den Discuſſtonen uͤber einen ſo wichtigen Ge⸗ genſtand mehrere Ordnung zu wuͤnſchen ſei„bemerkte mehrmahls der damahlige erſte Konſul und jetzige Kaiſer, und er hat vollkommen Recht. Denn bunter und mehr durch einander laufen konnten ſie waßelic nicht, als ſie hier gelaufen ſind. Das beruͤchtigte Geſetz vom 20. September 1792 hatte die Eheſcheidung ganz der Willkuͤr der Contrahen⸗ ten uͤberlaſſen, und gruͤndete ſich dabei auf die hochſt⸗ moͤgliche Freiheit des Buͤrgers in ſeinen Privatange⸗ legenheiten. Daraus war viel Unheil entſtanden, und bei der neuen Geſetzgebung war man daruͤber einig, daß dieſe Willkuͤr eingeſchraͤnkt werden muͤſſe. Die Fra⸗ ge war nur: ſollte man die incompatibilité d'hu- meur zur allgemeinen und einzigen Scheidungsurſache erheben, oder nicht lieber beſtimmte Eheſcheidungsur⸗ ſachen feſt ſetzen, und gerade die incompatibilité d'humeur daraus weglaſſen, weil ſonſt die Gache: im Grunde beim Alten bleiben wuͤrde? Portalis, welcher der letztern Meinung zuge⸗ than war, legte die folgenden beiden Artikel vor. 1) Le divorce ne pourra étre prononcé que pour les cauſes determinées par la loi. 11) Ces cauſes font les ſévices ou mauvais traitemens, la conduite habituelle de l'un des époux, qui rend à Tautre la vie infup- fard on de conp pär des i ui commut de Wen sde M t anhenon m ſol ein dd nahdeſe) ertdet K, nu ſ mödiate ron, und tuin nif peet de! m d uuh Abla tn ſele ren. deRa n benertt ut wortich lema Hädulte leal erils L h i d domm 6 indeße n ndtuge k uf dmmh Geüehn en, alsgit, veder di iu e Srteh es en ſi er und ſeziee bunte mr lic ntt Saxrentt rder Lunt di auf Rt nen Jrirr entſtudm, rüͤdet in uͤſe. des patibilt cheidunger Eheſciiun ncompie ntde Er Meinun Arteld. etre hnn Ges pär 4l 45 Ol ruri tnslle elr el n uij 4 44) —.— Porrable. la diffamation publique, Taban- 1 don de mari, l'adultére de la lemme ac- compagnèé de ſcandale public, ou prouve par des éorits emanés d'elle, celui du ma- ri, qui tient ſa concubine dans la mmiſon commune. Die Worte in Nr. 1 ne honura zeigen deutlich, daß es die Meinung von Portalis war, alle andere bisher angenommene Eheſcheidungsurſachen auszuſchli ie⸗ ßen, und ſolche auf die in Nr. II beſtinamten einzu⸗ ſchraͤnken. Bei den Verhandlungen daruͤber widerſoßzte ſich vorzugsweiſe Mr. Boulay, und meinte, man muͤſſe unterſcheiden cauſes abſolues de divorce, naͤmlich ſolche, qui ſont de nature à le faire prononcer immédiatement ſans aucune épreuve ni re- ſtriction, und ſolche, weßhalb die Ehegatten ſich ein⸗ ſchraͤnken muͤſſen à la demande en léparation de eorps et de biens, und ſchl ug noch daueben eine 16- paration d'épreuve vor, welche Separationen, wenn ſie nach Ablauf einer beſtimmten Zeit ohne Wirkung bleiben ſollten, alsdann zur Edeſcheidung fuͤdten koͤnnten. Die Redaction, welche er vorlegte„ und von der oben bemerkt worden iſt, daß ſie ange nanman wunde, lautet woͤrtlich ſo: 1) Le mari pourra demanider le dirprce pour 'adultére de ſa femme, Lil eft accompagné de ſcandale public, ou pProuvé pär des Ecrits emanés d'elle. La fkemme pourra demander le divorce * ur Ladultère de fon mari, lorsque ce- ui ci tiendra ſa conctibirie daris la maiſon eommune. l Lg 2ene 11 2* 44s ——.— n) si Pun des époux eſt condamné à une peine afflictive, l'autre époux Pourra. do. mander le divorce. III) Uattentat de l'un des époux 4 la vie de pautre, ſera pour celui-ci une cauſe de divorce. 1v) L. epoux⸗, qui aura 1 droir qe demanqer le divorce pour une des caufes portées aux trois articles précédens, pourra le borner à la demande en 4 lepraiion de corps et de biens. V) Les ſévices et les mauvais rraitzmens, la diffamation publiq e, et toute autre, cauſe, dont l'effet continué rendrait impoſ- fible la vie commune entre les époux, don- neront lieu à la ſeparation de corps et de biens. VI) Ouand la ſeparation aura été prononcée aux termes de l'article précédent, ſi elle fubſiſte pendant trois ans, ſans qu'il y ait eu de rapprochement entre les époux, le divorce ſera prononcé fur la demande de celui, qui aura obtenu la ſéparation. VII) La procédure qui aura lieu, ſoit ſur la demande en divorce, foit ſur la demande en ſéparation, ſera ſecrete, et le motif du jugement ne ſera pas exprimé VIII) L'abſence déclarée Jera une cauſe de divorce; et néanmoins il ne pourra étre prononcé qu'une année aprés le jagement qui aura déclaré l'ablence. Mr. Berlier praͤſentirte auch eine Redaction, die Mr. Emmery adoptirte und ihr noch einige Modi⸗ ſicationen hinzu fuͤgte. 5 gi den de, wle b ai zwiche elbſenden amen dät finde, m tunne emenger ſch ſbedange n anan die Dſacte m metfung enarat AülSävit — aw einju um 1 Kleilet mnane,! ll. V nrnatigen erworf Ar En lan die hi ind atanu g 3 in ſobe nan mi „K(aulä di uſt em C eac de Keei und la als d m de Mry. ndan; 1n dux pou wox lhi 1 une it de A caules ſn s„ Doun ſepaxin rais trälln et tolne rendrin les(oum, n de cupit a bt un cödenn, l ans oul- e les Gon la demaut löparain len, bih Gur lä m , etlemi un a une ai ne pemm⸗ res le janr h un nah ins! 449 — ⸗— Bei den Debalten uͤber die Boulayſche Redaetion wurde, wie ſchon oben bemerkt worden iſt, der Unter⸗ ſchied zwiſchen Urſachen der Scheidung und Urſachen der Abſonderung von Tiſch und Bette verworfen, und angenommen, daß in den Faͤllen, wo Eheſcheidung Statt finde, auch das Separationsgeſuch angebracht werden könne; es wurden ferner beiderlei Urſachen zu⸗ ſammengeworfen, und mehrere der als zur Abſon⸗ 8 3 derung ſich qualificirend vorgeſchlagenen Urſachen zu Eheſcheidungsurſachen erhoben. Bei 1) warf man die Worte Pil eſt— d'elle weg; bei II) veraͤn⸗ derte man die peine afflictive in peine inkamante; III) ſteckte man unter; 1V) wurde als eine Folge der Verwerfung des Unterſchiedes zwiſchen Eheſcheidungs⸗ und Separationsurſachen mit verworfen; bei V) wur⸗ den die Saͤvitien zur Ehe ſcheidungsurſache erhoben, und ihnen die injures graves zur Seite geſetzt, die diffa- mation publique untergeſteckt, und die autre caufe, dont Peffet continué rendrait impolſible! la vie commune, unter dem Ausdruck excès zuſammen ge⸗ faßt; VI), VII) und VIIh wurden wise der, theils in Fol⸗ ge der vu)sgen Verwerfungen, theils in Folge der Grund⸗ ſaͤtze verworfen, von welchen gleich die Rede ſein wird. Zur Sprache war naͤmlich ſchon fruͤher gekommen, ob man die Eheſcheidung wegen boͤslicher Verlaſſung, Raſerei und Wahnſinn des Ebegatten, ingleichen we⸗ gen hinzu gekommenen Unvermoͤgens und Abweſenheit zulaſſen ſolle. In Abſicht der boͤslichen Verlaſſung war man mit Recht der Meinung, daß, wenn dieſe als cauſa divortii zugelaſſen werden ſolle, es ja nur von jedem Ehegatten abhange, davon zu gehen, und dadurch die Eheſcheidung zu veranlaſſen. Wegen der Raſerei und des Wahnſinns hielt man dafuͤr, daß dies ſo gut als die impotentia ſuperveniens ein Unfall ſei, den der Ehegatte tragen muͤſſe. Und mit Hin⸗ Heft v. 32 45⁰ —ö— ſicht auf Abweſenheit meinte man, ſolche koͤnne an ſich, und wenn ſie auch noch ſo lange dauere, doch nie einen Grund zur Eheſcheidung abgeben. Dies wurde ſo bei⸗ laͤufig mitgenommen und verhandelt, und ſo kam der Ti⸗ tel uͤber die cauſes de divorce endlich zu Stande. Es liegt in dem Charakter der franzoͤſiſchen Ge⸗ ſetzgebung, ſo wie in dem der roͤmiſchen, nie etwas ganz, ſondern nur immer theilweiſe, zu beſtimmen. Und in dieſer partiellen Beſtimmung erblicken wir denn auch hier die franzoͤſiſche Geſetzgebung uͤber die Eheſcheidungsurſachen. Es ſind Eheſcheidungsur⸗ 61f . üiſheddmn Aliin Aeden, i vem w vor tin, Jn 8 setblct ſachen geſetzlich ſanctionirt worden; es iſt aber nirgends beſtimmt, ob ſie die einzigen ſein, oder noch andere ne⸗ ben ihnen Statt finden ſollen. Aus der Natur der Sache folgt nicht, daß ſie die einzigen ſein muͤſſen; denn wenn der Geſetzgeber Eheſcheidungsurſachen be⸗ ſtimmt, ſo kann er eben ſo gut die Abſicht haben, dem Richter nur einen Leitfaden geben, als ihn durchaus und allein an ſelbige binden zu wollen. Aus den Dis⸗ cuſſions ſließt auch nicht, daß die feſt geſetzten cauſae divortii die einzigen ſein ſollen, vielmehr folgt daraus, daß man die Redaction von Portalis verwarf, und die von Boulay vorzog, gerade das Gegentheil. Aus den oͤffentlichen Verhandlungen iſt bloß ſo viel er⸗ ſichtlich, daß boͤsliche Verlaſſung, Abweſenheit, Ra⸗ ſerei und Wahnſinn, und impotentia ſuperveniens 3 nicht mehr als Eheſcheidungsurſachen paſſiren koͤnnen. Man kann auch nicht annehmen, durch die Beſtim⸗ mung der Eheſcheidungsurſachen haͤtten die franzöoſiſchen Geſetzgeber das vernuͤnftige Ermeſſen des Richters be⸗ ſchraͤnken wollen. Sie haben vielmehr demſelben ſelbſt in der Eheſcheidungsurſache, welche durch excès be⸗ zeichnet iſt, den hoͤchſtmoͤglichen Spielraum gelaſſen. Aus den Reden und Anpreiſungen des Geſetzes uͤber die Eheſcheidung ſcheint nun zwar das Gegentheil und zang und Fin von d De naion ) de ſ ͤit h der d, ſedu äict E orfe Erd mit ſtthe die Piionen inen umn ein? Kwiefich n nicht anigs zu Stan ronſice den, na u bim g ertita: eſezgtten Eheſcedan iſt aa un t voch wier s der Nr gen ſi d ungeurſeta hſicht beön als inn er 1. Ause etſchin a neht fuxn is verrr e das Gess ſtbioßen oweſetc ia lien riſſen k duch d dn n dietu des Ritn hr demitbe durch eu dieun: ne des Gits: 3s Get 451 dieß zu fließen, daß, außer den geſetzlich beſtimmten Eheſcheidungsurſachen, keine andern Statt haben ſol⸗ len. Allein was kuͤmmern den Interpreten der Geſetze die Reden, die zu ihrer Empfehlung gehalten worden ſind, wenn er aus den Verhandlungen uͤber ſie, die ihm das vorzuͤglichſte, und nach Umſtaͤnden wol gar einzige, Interpretationsmittel ſein muͤſſen, etwas an⸗ deres erblickt. Der Redner iſt ſchon gehalten, zur Em⸗ pfehlung und Anpreiſung des Geſetzes etwas hervor zu ſuchen, woran der Concipient des Geſetzes nicht dachte. Das Vorſtehende beſtimmt mich zu folgenden Ar⸗ gumentationen. 1) Die franzoͤſiſchen Geſetzgeber haben dadurch, daß ſie gewiſſe Eheſcheidungsurſachen feſt ſetzten, nicht auch andere abſolut ausſchließen wollen. 2) Der Richter iſt alſo berechtigt, auch noch an⸗ dere, als die in den Geſetzen beſtimmten, Ehe⸗ ſcheidungsurſachen zuzulaſſe ſen, nur darf er die nicht zulaſſen, welche bei den Verhandlungen uͤber die Eheſcheidungsurſachen ausdruͤcklich ver⸗ worfen und fuͤr unzulaͤng! lch erklaͤrt worden ſind⸗ Er darf ferner auch ſolche nicht zulaſſen, welche mit den verworfenen unter derſelben Kategorie ſtehen. Die Nachſatze in Nr. 2) duͤrften jedoch mit Mo⸗ dificationen anzunehmen ſein. So z. B., wenn die franzoͤſiſchen Geſetzgeber die boͤsliche Verlaſſung als Ehe⸗ ſcheidungsurſache verwarfen, ſchwebte ihnen der Sinn vor, in welchem wir bisher die boͤsliche Verlaſſung nahmen. Ich getraue mir daher, zu behaupten, daß, wenn ein Mann ſich von ſeiner Frau ſo entfernt, daß er brieflich von ihr auf ewig Abſchied nimmt, und man nicht erfahren kann, wohin er ſich begeben babe, allerdings eine Eheſcheidungsurſache vorhanden ſei. 52— 1 45⁵² — Es iſt auch noch als ein ſehr wichtiger Umſtand zu di bemerken, daß, wie furor et impotentia ſuperve- aan niens als Eheſcheidungsurſachen verworfen wurden, dertk Mr. Boulay's Redaction noch nicht vorhanden war, fan und daß dieſe hernach angenommene und bei der Abfaſ. die ſung der Artikel des Code zum Grunde gelegte Re⸗ än daction durch die darin gebrauchten Worte: toute iin autre cauſe, dont'effet continué rendrait impoſf fible la vie commune entre les époux, einen ganz Lid andern, und dem vorigen entgegen geſetzten, Geiſt ath⸗ n alzn met.— Ich breche hier um ſo lieber ab, als ich dn.) Ke kenden Maͤnnern, fuͤr die ich doch hier nur eigentlich ul ſchreibe, nicht gern vorgreife, und bemerke nur noch, Wac daß ich aus jeder Urſache die Ehe ſcheiden wuͤrde, diche welche einem Ehegatten das Zuſammenleben mit 39 dem andern unmoͤglich oder unertraͤglich macht, um, ohne daß es mir auch nur einfallen koͤnnte, den Wor⸗ Win ten und dem Geiſte des Code Napoléon dabei zuwi⸗ v der gehandelt zu haben. un ſ In den gedruckten Diseuſſions fehlt hier viel— in. N gar viel zur voͤlligen Aufklaͤrung der Napoleoniſchen mteiſ Geſetzgebung. Bei einer ſolchen Dunkelheit thut men uma immer am beſten, wenn man die Hauptideen der Ge⸗ ruſtefe ſetzgeber auffaßt, und die Principien, von welchen hen man zuletzt ausging, damit auf eine zweckmaͤßige Art u te9 combinirt.. L*. ſan, vir b 11 3 dines Fortſetzung des oben, Seite 356, abgebrochenen Kan Kommentars uͤber das Geſetz von den Aeten daß des Civilſtandes.. ditsdecla inn, na Das zweite Kapitel, von Artikel 5s bis 63 incl, handelt von den Geburtsacten. 1 Ju aelufa entia lnen hen vorfa den vorhenda dbedx. nde galan Worte. w endtai 1 9x, tunn zeen, Git cb, dihe t nux iim werke nen ſcedden e menleben: räglichm ute, dad on dai git hern. Nanelett kelhett her piidem d , don ni wecmähd. F tzteütttn mden den 5bh. 453 —— 21) Die Gehurtsdeclaratkonen ſollen in den erſten drei Tagen nach der Nie⸗ derkunft vor den Beamten des Civil⸗ ſtandes desjenigen Orts geſchehen, wo die Niederkunft erfolgt iſt, und ſoll ihm das Kind dabei vorgezeigt wer⸗ den(Art. 55). Bei dieſem Artikel, der an ſich ganz klar iſt, kom⸗ men folgende Fragen in Betracht. 1) Kann es von dem Beamten des C vvilſtandes verlangt werden, daß er ſich in die Wohnung der Woͤchnerinn begebe, und dort die Handl ung ver⸗ richte? Ich glaube, dieſe Frage iſt verneinend zu beant⸗ worten„ und nur in ſolchen Faͤllen, wo es entweder die Witterung oder der Zuſtand des Kindes nicht er⸗ laubt, daſſelbe zu dem Beamten des Civilſtandes zu tragen, iſt er ſchuldig, ſich zu der Woͤchnerinn zu be⸗ geben. di uregi⸗ ſteht es demſelben frei, die Hand⸗ lung bei ſich, auch bei der Woͤchnerinn, zu verrichten. Er kann auch nach dem Geſetze vom 20. Sept. 1792 unaufgefordert ſich zu der Woͤchnerinn begeben, und die Geburtsdeclaration betreiben.— Von Faͤllen, wo es nothwendig iſt ,ſich zu der Woͤchnerinn zu be⸗ geben, wird unten die Rede ſein. 1 2) Was iſt Rechtens, wenn die Geburtsdeclaration eines Kindes erſt nach dem geſetzlich beſtimmten Termine von drei Tagen geſchehen iſt? Daß der Civilbeamte nichts deſto weniger die Ge⸗ burtsdeclaration annehmen und niederſchreiben muͤſſe, kann, nach den Verhandlungen uͤber den Artikel 55, mit Recht behauptet werden. Wir pflichten jedoch v. Malsville darin bei, daß noch ein beſonderer 454 —6— 1 Verbalprozeß uͤber die zu ſpaͤt geſchehene Geburtsdecla⸗ 1 ration aufgenommen werden muß. 3) Wie iſt es zu halten, wenn die vorgeſchriebenen Sormlichkeiten wegen Zufaͤlle unterbleiben muͤſ⸗ ſen, z. B. wegen des Todes des Kindes? Der Großrichter Juſtizminiſter bemerkte bei der oͤf⸗ fentlichen Verhandlung, man muͤſſe in dieſem Falle ei⸗ nen procéès verbal aufnehmen, und demſelben die Ge⸗ burtsdeclaration einverleiben.— Uns ſcheint aber in dieſem Falle die Geburtsdeclaration ganz unnoͤthig zu ſein, da die Sterbeacte ſchon zu allem hinreicht, und damit zugleich die Geburtsdeclaration verbunden, bei⸗ des alſo zuſammen in Einer Acte abgethan werden kann. Durch ein Kaiſerl. Decret vom 4. Jul 1806 iſt verordnet worden, daß, wenn die Leiche eines Kin⸗ des, deſſen Geburt nicht eingetragen worden iſt, dem Beamten des Civilſtandes vorgezeigt wird, dieſer nicht ausdrucken ſoll, daß das Kind geſtorben ſei, ſondern daß es ihm nur ohne Leben vorgezeigt worden. Er ſoll nebſt dem die Erklaͤrung der Zeugen uͤber die Namen, Vornamen, Eigenſchaften und Wohnorte der Aeltern aufnehmen, ſo wie uͤber die Anzeige des Jahres, Ta⸗ ges und der Stunde, worin das Kind geboren worden. Dieſer Act ſoll nach ſeinem Datum in die Sterberegi⸗ ſter eingetragen werden, ohne daß hieraus etwas in Be⸗ treff der Frage gefolgert werden koͤnnte, ob das Kind geleb habe, oder nicht. II) Die Geburtsdeclaration ſoll geſche⸗ hen(vorzugsweiſe) von dem Vater des. Kindes, oder in deſſen Ermangelung von den Doctoren der Arzenei⸗ oder Wundarzeneikunde, den Hebammen, Geſundheitsbeamten oder von andern Perſonen, die bei der Geburt zuge⸗ zen ter fom cher die zent ver Man nungen d du Giſe Vohnort udm t ſchd barb, d dr Ent m in, im ſchwe ſohinei V wGaſtr kannt, üüche vo bate MEer vo Eft dGebu nirti cairen Idee c , dn Fui ltes Ki iaration A!d do (arnten L dergeſh terdſetg a. eides rette tide deſen di rmſebea u ſchein an in unnt dura, derbända bgetzen da w„. Leice ins worda ſ, ”d, niar den ſi, ſ vorde. d ber de Ia one dr M 8s Jahn, gebormd die Stede nus ewu 4, 0ul tzenein rmanaen Hebanme. von ande eburt n 455 —— gen geweſen ſind, und wenn die Mut⸗ ter außer ihrem Wohnorte niederge⸗ kommen iſt, von der Perſon, bei wel⸗ cher die Niederkunft erfolgt iſt.— Die Geburtsacte ſoll ſogleich in Ge⸗ genwart von zweien Zeugen abgefaßt werden(Urt. 56). Man hat ſich wohl in Acht zu nehmen, die Beſtim⸗ mungen dieſes Artikels nicht woͤrtlich zu verſtehen. Das Geſetz, indem es von der Niederkunft außer dem Wohnorte ſpricht, denkt ſich nicht darunter eine je⸗ de auswaͤrts erfolgte Niederkunft, ſondern eine ſolche, wo ſich das ſchwangere Frauenzimmer zu einer Perſon begab, die Schwangere aufzunehmen, und ihnen bei der Entbindung zu aſſiſtiren pflegen— Anſtalten, die man in Frankreich in Menge antrifft. Wenn daher eine ſchwangere Frau auf der Reiſe im Gaſthofe, oder auch in einem Privat⸗Logis, niederkommt, ſo iſt nicht der Gaſtwirth und der Vermiether des Logis der De⸗ clarant, ſondern es treten hier dieſelben Grundſaͤtze ein, welche von der Niederkunft an dem Wohnorte gelten, es waͤre denn, daß von den zuerſt genannten Perſonen keiner vorhanden ſein ſollte. Es fragt ſich: muͤſſen diejenigen Perſonen, welche die Geburt eines Kindes declariren, dabei durchaus ge⸗ genwaͤrtig geweſen ſein? Ich behalte das Wort de⸗ clariren hier abſichtlich bei, und uͤberſetze nicht, wie andere thun: anzeigen, weil declarer mehr bedeu⸗ tet, als das bloße Anzeigen. Faſt ſcheint es ſo, denn wer kann uͤber die Geburt eines Kindes anders eine buͤndige und genuͤgende De⸗ elaration geben, als wer dabei gegenwaͤrtig war.— Und doch muß man den Vater von andern De⸗ claranten unterſcheiden. Der erſtere braucht gerade 456 —— nicht bei der Geburt des Kindes gegenwaͤrtig geweſen zu ſein. Von den letztern iſt das aber durchaus noth⸗ wendig. Nur wenn die Mutter außer ihrer Behauſung bei einer Perſon niederkam, welche Woͤchnerinnen auf⸗ zunehmen pflegt, ſcheint dieſe Gegenwart, nach den Worten des Geſetzes zu urtheilen, nicht erforderlich zu ſein. Allein uns ſcheint das Geſetz voraus zu ſetzen, daß eine ſolche Perſon entweder Hebamme iſt, oder doch gewiß der Schwangern bei der Geburt aſſiſtirt haben wird. Indeß abſolut und unbedingt iſt doch die Ge⸗ genwart hier nicht erforderlich. Uebrigens liegt es in dem Geiſte der Geſetzgebung, daß da, wo die Declaranten nicht ſelbſt bei der Geburt zugegen geweſen ſind, ihre Declaration noch durch da⸗ bei zugegen geweſene Perſonen unterſtuͤtzt werden muß, oder wenn miemand bei der Geburt zugegen geweſen ſein ſollte, die Mutter ſelbſt von den Beamten des Ci⸗ vilſtandes uͤber die naͤhern Umſtaͤnde befragt werden muß. Denn ſonſt kann von den Beamten des Civil⸗ ſtandes der Vorſchrift des folgenden Artikels nicht ge⸗ nuͤgt werden. Es kann unmoͤglich Abſicht des Geſetz⸗ gebers ſein, daß der Beamte des Cioilſtandes nur nie⸗ derſchreibe, was ihm der Vater— der mit der Stun⸗ de der Geburt ſeines Kindes es am wenigſten genau nimmt— vorſagt, ſondern er will, daß wegen der rechtlichen Wirkungen, die davon abhaͤngen, die Wahrheit aufs genaueſte ausgemittelt werde. Der Beamte des Civilſtandes wird daher in allen Faͤllen, wo Perſonen, die nicht bei der Geburt zugegen waren, die Geburt eines Kindes derlariren, und nicht von da⸗ bei zugegen geweſenen Perſonen unterſtuͤtzt werden, am ſicherſten gehen, wenn er ſich in die Wohnung der Woͤchnerinn begibt, und hier die Acte des Civilſtandes, — - ef a vth uhlinant. Ochd ant von gi ane jHWrnnun d Stu eſc nam den, ſhlet Ve geug Ai d u üh um 8 Bbnxtie üräie enn au nyen d den der mit dem äͤbe zei der ein no des ma bärit d dntuusn Beumn hrerinra 1 dart, noh t erforet ls zuſta ſſ, dden t diſſtr d ſſt doc d. 3 Giitin bei de he noch drn tt wadan zugegen e. Sdeanta de. beftogt de mten dec riitets ut ſicht de bi tandes uer mit daer penigſen n daf wen thönan, werde. U alln ae zugeza n dm ichtdan 3 perden,¹ Vch nun ce Ciſ 1 457 —— nach vorher gehender genauen Erkundigung uͤber alles, aufnimmt. Daß die Geburtsacte auf der Stelle, in Gegen⸗ wart von zwei Zeugen, aufgenommen werden ſoll, iſt bloß eine Wiederholung der ſchon oben porgetragenen Verordnungen. IIl) Die Geburtsacte ſoll den Tag, die Stunde und den Ort der Geburr, das Geſchlecht des Kindes und die Vor⸗ namen, die demſelben gegeben wor⸗ den, deßgleichen die Vornamen, Ge⸗ ſchlechtsnamen, das Gewerbe und den Wohnort, ſo noß der Aeltern als der Zeugen, enthalten(Art. 57). Bei den Verhandlungen uͤber den Art. 55 meinte der Juſtizminiſter, es ſei uͤberfluͤſſig, in der Geburts⸗ acte die Stunde der Geburt auszudrucken. Allein man bemerkte, daß dieß bei Zwillingsgeburten von großer Wichtigkeit ſei. Es iſt aber nicht bloß hier wichtig, ſondern auch uͤberhaupt mit Hinſicht auf die Beſtim⸗ mungen der Großjaͤhrigkeit und Minderjaͤhrigkeit. Iy) Wenn neugeborne Kinder gefun⸗ den werden(Fuͤndlinge), ſoll der Fin⸗ der es dem Beamten des Civilſtandes mit den Kleidungen und andern bei dem Kinde vorgefundenen Effecten unͤberliefern, und alle Umſtaͤnde der Zeit und des Ortes, wo er es gefun⸗ den hat, angeben.— Hieruͤber ſoll ein umſtaͤndlicher Verbal⸗Prozeß an⸗ gefertigt werden, der außer anderm noch das anſcheinende Alter des Kin⸗ des, ſein Geſchlecht, die Namen, dis man ihm geben wird, und die Civil⸗ 458 —.— Auctoritaͤt, welcher man es uͤbergeben wird, enthalten muß. Der Verbal⸗ prozeß ſoll in die Regiſter eingetra⸗ gen werden(Art. 58). Der damahlige erſte Conſul, jetziger Kaiſer, mach⸗ te bei dieſem Artikel die Bemerkung, daß, da ein ge⸗ fundenes Kind weder Vater noch Mutter habe, und alſo ein enfant de la Republique werde, ſo muͤſſe auch der Procurator bei dem Tribunale der erſten In⸗ ſtanz, oder der Praͤfect— einer von beiden, von dem Funde benachrichtigt werden. Allein man nahm von dieſer Bemerkung ſo wenig, als von einer andern, naͤm⸗ lich, daß der oͤffentlichen Autoritaͤt die Verbindlichkeit auferlegt werden muͤſſe, den Findling in eine milde Stiftung oder in ein Hoſpiz zu ſenden, Notiz, weil man meinte, das alles verſtehe ſich von ſelbſt, und komme es hier bloß darauf an, den Civilſtand eines ſolchen Kindes zu beſtimmen. Das Reglement vom Jahre 1679 hatte ſchon die Civilautoritaͤten angewieſen, die in Paris gefundenen Kinder in ein Hoſpiz dieſer Stadt zu ſchicken, und das Hoſpiz war wieder angewieſen, die noͤthigen Declara⸗ tionen zu thun. Durch die neue Geſetzgebung iſt nun ein anderer Gang vorgeſchrieben worden, der in Ver⸗ bindung mit der oͤffentlichen und Polizeieinrichtung die⸗ ſer iſt. Mag ein ausgeſetztes Kind von einem Privatmanne oder von einer offentlichen Perſon, z. B. einem Polizei⸗ diener, gefunden werden, ſo muß es durchaus zuerſt dem Beamten des Civilſtandes gebracht werden, und muß die geſetzlich vorgeſchriebene Declaration uͤber den Fund geſchehen. Der Beamte des Civilſtandes beſorgt nun das weitere, und fordert die oͤffentliche Autoritaͤt auf, fuͤr die Unterbringung des Kindes zu ſorgen. ppedin uu I bäle dr ir dab daüferſ ͤlinge vijcjiſ nicht tt, un. de wen K Kärfen ſoc F der den wu gefgt. ſnes gi Kübergie ee Da t eingen. Kaſte n 5, Na ter ot Rrde, ſi eder gin eiden, wd man nan e anden u Vartuditt gun inn , Ni,t von ſi (iwiſime hattt ſhn dris geen hicken, u thigen der tzgebumit en, deu! jeinriceeg m Priure eine zu durchaug t werden, ¹ daticn in. ſtads riche Juan iu ſorza 459 —'ſ— Es ſind zwei Urkunden, die uͤber den Vorgang aufgeſetzt werden muͤſſen, 1) die Acte, welche die Declaration des Finders enthaͤlt; 2) der darauf fol⸗ gende Verbalprozeß uͤber das anſcheinende Alter des Kindes ꝛc., der natuͤrlich nicht ſogleich, ſondern erſt, wenn die nothigen Arrangements mit dem Unterbringen des Findlings getroffen worden ſind, aufgeſetzt werden kann. Beide Urkunden zuſammen vertreten hier die Stelle der Geburtsacte. Es fragt ſich: muͤſſen bei der Aufnahme beider Ur⸗ kunden Zeugen zugezogen werden? Das Geſetz ſagt zwar nichts davon, allein es folgt ſchon aus den oben uͤber die Acten des Civilſtandes erklaͤrten allgemeinen Verfuͤgungen. Es duͤrften dieſe Zeugen nicht nur bei der Declarationsacte, ſondern auch bei dem Verbalpro⸗ zeſſe unerlaͤßlich ſein, da beide Urkunden zuſammen ge⸗ nommen die Geburtsacte des Findlings ausmachen. 4 Was bei dem Kinde gefunden worden iſt, als Kleidungsſtuͤcke, Papiere ꝛc., muß als eine Beilage zu der Declarationsurkunde aufbewahrt werden, um die Nachforſchungen zu erleichtern, welche die Aeltern des Findlings eines Tages daruͤber anſtellen koͤnnten. Die Polizei iſt zu Nachforſchungen uͤber die Aeltern des Kin⸗ des nicht berechtigt, welches man darum angenommen hat, um Kindermorde zu verhuͤten, gefuͤgt. Er redet von dem Falle, wo die Anerkennung eines Kindes— erſt hinterher— nicht ſchon ſogleich 1 460 —j,— 1 bei der Geburt deſſelben geſchieht. Die Anerkennungs⸗ acte eines Kindes ſoll alsdann in die Regiſter nach ih⸗ rem Datum eingetragen werden, und es ſoll davon am Rande der Geburtsacte, wenn eine ſolche vorhanden iſt, Meldung geſchehen. Noch iſt zu bemerken, daß das Geſetz vom 20. September 1792 denjenigen, der nach den Geſetzen zur Declaration verpflichtet iſt, auf den Unterlaſſungs⸗ fall mit einer Gefaͤngnißſtrafe von 2— 6 Monathen belegt wiſſen will. Dieſe Strafe findet aber jetzt nicht mehr Statt, wenn nicht mit der Unterlaſſung der De⸗ claration zugleich eine Verheimlichung der Geburt ver⸗ bunden iſt.*) 4 (Die Fortſetzung folgt.) 6 3. Eine Erlaͤuterung des Code Napoléon aus dem franzoͤſiſchen Gerichtsſtyle. Der Code Napoléon laͤßt die Frage unbeantwor⸗ tet, ob eine Ehefrau nach der Scheidung den Namen ihres geweſenen Ehemannes behalte. Mehrere deut⸗ ſche Schriftſteller uͤber das franzoͤſiſche Recht haben je⸗ dooch ſchon die Bemerkung gemacht, daß man es bei der Berathung uͤber den Titel von der Eheſcheidung im franzoͤſiſchen Staatsrathe als bekannt voraus geſetzt ha⸗ be, daß die geſchiedene Ehefrau den Namen ihres Man⸗ nes verliere.“*)— Worauf beruhte aber dieſe Vor⸗ *) Loore Eprit du Code Napoleon, T, 1 p. 395 folg. 2) Vergl. z. B. Napoleons Geſetzbuch nach ſeinen Abweichun⸗ gen von Deutſchlands gemeinem Rechte. Ein Handbuch ꝛc. von B. W. Pfeifer nud F. G. Pfeifer, 1. B. S. 1a9; und Spangenberg Inſtitutiones juris civ. Napol.,§. 65 Not. 1. m erue oni ſwn ſlſt mcjls Kjas, Wa ſt unn D uius h um Knwwtöwe arunth Kriichte s die hs neh hn Eo hüüt die Napo ſemehre it ob ri lenſch n Gei deyt ga hedelt Areiam Verat ſel war üche nten Bih m. da bit Kllneiſts 1 Nlat din gt tirn ungded ne 7 Kaſugig Nle. ge unkemn ung dn he Meirmi Rech ga mansii heſchedm: draus get nen hra aber diſcr — 1 S nen 4 Henu At 3. 6. u 1, Höh Jobt léon 40 — 461 —— v— ausſetzung? und in wie fern iſt ſie auch in den deut⸗ ſchen Staaten zu beruͤckſichtigen, in welchen der Code Napoléon eingefuͤhrt wird? Die erſtere Frage beantwortet ſich von ſelbſt, wenn man den franzoͤſiſchen Gerichtsſtyl kennt. In Urthei⸗ len, Notariatsurkunden u. ſ. w., wird eine Ehefrau nicht(wie in Deutſchland) mit dem Namen ihres Mannes, ſondern mit ihrem Familiennamen, mit dem Zuſatze: Frau des N. N., benannt. Z. B. man ſagt nicht: Vor mir, dem Notar zc., iſt erſchienen Frau Cajus, geborne Sempronia, ſondern: Dame Sempronia, femme de Cajus. Es verſteht ſich al⸗ ſo von ſelbſt, daß, wenn die Ehe der Sempronia mit dem Cajus getrennt worden iſt, der Zuſatz: femme de Cajus, wegfallen muß. Eben ſo leicht laͤßt ſich jetzt die zweite Frage beant⸗ worten. Der Satz, daß eine geſchiedene Frau den Na⸗ men ihres Mannes verliert, iſt nicht etwa ein Rechts⸗ ſatz, der mit den Prineipien des franzoͤſiſchen Rechts in einer nothwendigen Verbindung ſteht. Wenn man im Staatsrathe von dieſer Vorausſetzung ausging, ſo kann hier nicht von einer authentiſchen Auslegung des Geſetz⸗ buches die Rede ſein; ſondern dieſe Vorausſetzung iſt nichts mehr und nichts weniger, als eine Sprachbemer⸗ kung. So wenig der franzoͤſiſche Geſchaͤftsſtyl ein Ge⸗ ſetz fuͤr die auswaͤrtigen Staaten iſt, in welchen der Co⸗ de Napoléon aufgenommen wird, eben ſo wenig iſt es der mehr erwaͤhnte Satz. Eine andere Frage iſt es frei⸗ lich, ob nicht in dem vorliegenden Falle jener Geſchaͤfts⸗ ſtyl an ſich den Vorzug vor dem in den mehrſten deut⸗ ſchen Gerichten angenommenen verdient? Doch dieſe Frage gehoͤrt nicht hierher. Heidelberg.“ Za) ariaͤ. Iortietzung der S. 4rs abgebrochenen Abhandlung. 2) Das transitoriſche Geſetz vom 25. Ger⸗ Abo ——— XVIII. minal(15. Aprill 1803) wegen der Adop⸗ tionen, welche vor der Publication des 8. Artikels des Code Napoléon geſchehen ſind. Es beſteht aus 7 Artikeln und enthaͤlt dem Weient ichen nach folgende Ver⸗ fusung. Alle ſeit dem 18. Januar 1792 bis zur Pu⸗ blication der auf die Adoption Bezug habenden Verfuͤgungen des Civilgeſetzbuchs durch authen⸗ tiſche Acte geſchehenen Adoptionen ſind guͤltig, wenn ſie anch von keiner der Bedingungen beglei⸗ tet ſind, die ſeit dem auferlegt worden ſind, um adoptiren und adoptirt werden zu koͤnnen.— Nichts deſto weniger kann derjenige, welcher in ſeiner Minderjaͤhrigkeit adoptirt worden, und jetzt großjaͤhrig geworden iſt in den drei auf die Pu⸗ blication des Geſetzes folgenden Monathen Ver⸗ — zicht leiſten. Dieſelbe Befugniß ſteht jetzt mindere jaͤhrigen Adoptirten in den drei Monlräen„ wele che auf ihre Großjaͤhrigkeit fol gen, zu. Die Ver⸗ zichtleiſtung muß vor dem Beamten des Civilſtan⸗ des von dem Wohnorte des Adoptirten geſchehen, und dem Adoptanten in einer andern Zeitfriſt von drei Monathen notificirt werden.— Die Adop⸗ ionen, auf welche nicht Verzicht geleiſtet wor⸗ 4 463 den, ſollen folgende Wirkungen haben. 1) Wenn die Rechte ſolcher Adoptionen durch einen authen⸗ tiſchen Act oder Contraet— in einer Dispoſi⸗ tion unter Lebenden, oder des Todes wegen— apoläh ohne Verletzung des Intereſſe eines rechtmaͤßigen Kii8ndes beſtimmt, oder durch einen Vergleich oder ein rechtskraͤftiges Urtheil regulirt worden ſind; Aihaade ſo ſoll denſelben kein Abbruch geſchehen, ſondern ng h ſie ſollen in ihrem ganzen Umfange zur Ausuͤbung d 3 gebracht werden. 2) Dagegen in Ermangelung Aultun ſolcher authentiſcher Acten, welche ſpezificiren 1nacit wuͤrden, was der Adoptant dem Adoptirten hat Nanuka geben wollen, hat dieſer aller in dem Code ihm as h bewilligten Vortheile ſich zu erfreuen, wenn nicht hfabmd der Adoptant in den ſechs Monathen, welche auf die Verkuͤndigung des gegenwaͤrtigen Geſetzes fol⸗ d2 b gen, vor dem Friedensrichter ſeines Wohnorts Bezus böbe erſcheint, um daſelbſt zu erklaͤren, daß es nicht s duch ug. ſeine Abſicht war, dem Adoptirten alle Rechte en. deer Erbfaͤhigkeit, welche einem rechtmaͤßigen und Tnaune ehelichen Kinde zuſtehen wuͤrden, zu ertheilen. ddmht Aber dieſes Erklaͤrungsrecht iſt ein bloß perſoͤn⸗ u kina- liches des Adoptanten, und ſteht ſeinen Erben ige, nit nicht zu.— Im Falle, daß der Adoptant kei⸗ otdn, R ne Erklaͤrung in der vorgeſchriebenen Friſt abge⸗ dri afu geben hat, ſollen die Rechte des Adoptirten in Mrratat Hinſicht auf die Erbfaͤhigkeit auf ein Drittel iititm— von jenen, die einem rechtmaͤßigen Kinde zuge⸗ ſtanden haben wuͤrden, beſchraͤnkt ſein.— Wenn nach dem Inhalte der Adoptionsacte die Rechte des Adoptirten beſchraͤnkter ſind, als die ihm durch das Civilgeſetzbuch bewilligten, ſo ſollen zu d en desCuit dtn güöte 1h. 9 Bnazf 1 dieſe ihm durch eine neue, den Vorſchriften des dihh Code gemaͤß eingerichtete, Adoption conferirt tr geinn werden koͤnnen, voraus geſetzt, daß der Adop⸗ 1 466G tant keine Kinder oder legitime Deſcendeuten hat, wenigſtens 15 Jahr aͤlter iſt, als das Adoptiv⸗ kind, und, wenn er verheirathet iſt, der Ehegatte darein conſentirt.— Die Artikel 341, 342, 333, 345, und 346 des Code Napoléon, im Titel von der Adoption, werden uͤbrigens, nach allen ſeit dem Decret vom 18. Januar 1792 und andern darauf Bezug habenden Geſetzen*), adop⸗ tirten Individuen fuͤr gemeinſchaftlich erklaͤrt. 3) Das transitoriſche Geſetz vom 26. Ger⸗ minal(16. Aprill 1803) wegen der vor der Publication des Titels VI des Code Napo- léon ausgeſprochenen oder geforderten Eheſcheidungen. Alle vor der Publication des gedachten Titels des Code Napoléon auf den Grund eines rich⸗ terlichen Erkenntniſſes von den Beamten des Ci⸗ vilſtandes ausgeſprochenen Eheſcheidungen ſind guͤltig, und werden in Abſicht ihrer Wirkungen nach den fruͤhern Geſetzen beurtheilt. Eben ſo bleiben die vor der Publication des Ditels VI des Code angeſtellten Eheſcheidungsklagen in ihrer *) Um dies zu verſtehen, iſt Folgendes zu bemerken. In der Reyvolutionszeit beſchaͤftigte man ſich zuerſt im Jahre 1792 mit der Adoption. Ein Decret vom 18. Januar 1792 verordnete de comprendrée dans le plan général des lois civHles, celles ré- latives à laoption, Mehrere Adoptionen folgten auf dies Deeret, beſon ers als man ſah, daß die Regierung ſelbſt von der Adoption Gebrauch machte. Der National⸗Convent adoptirte naͤmlich im Namen des Vaterlandes am 25. Januar 1793 die Tochter von Michel Lepelletier, und gaäb dem Geſetzgebungsausſchuſſe auf, ihm baldigſt einen Bericht uͤber die Geſetze wegen der Adoption abzuſtatten. Die bald dar⸗ Nauf folgende ephemere Conſtitution ſprach von der Adoption zwar als von einer ſehr wichtigen Angetegenheit, aber es wurde nicht weiter daran gedacht, ihre Rechte zu beſtimmen, und das Geſetz vom 1e. Frimaire des Jahres III erkläaͤrte zwar, daß aus der Adoption Rechte entſpringen ſolten, beſimmte ſie aber weiter nicht. 1 ͤtme Gülte ſruin n A hier n ſal l han lani dr be Grund ſcen! üiſigee ds jun nuite( kheic ſr b San da A inm üüſe undv ange danit “ Anve an and Cont nenn dout prit ret 6i8, ue . ——e— bhhas Gaͤltigkeit, und wird der Scheidungsprozeß in⸗ ſ u ſtruirt und die Scheidung erkannt, und geht es k dn in Abſicht der Wirkungen der Eheſcheidung auch 6 32 hiir nach den Geſetzen, welche zur Zeit der an⸗ enu geſtellten Scheidungsklage vorhanden waren. rtat. Um den Inhalt dieſes Geſetzes richtig zu ver⸗ „ ſtehen, bemerken wir Folgendes. Vor der Re⸗ lſche ſ voolution befolgte man in Frankreich, in Betreff füüch ei der Lehre von der Eheſcheidung, ganz dieſelben ‚S onut Grundſaͤtze, die noch jetzt in den meiſten deut⸗ der a ſchen Laͤndern gelten, d. h., es wurde die Zu⸗ 8 Codel, läͤſſigkeit der Eheſcheidung nach den Grundſaͤtzen zeferden des juris canonici beurtheilt. Das revolutio⸗ naire Geſetz vom 20. September 1790 ließ die Eheſcheidungen aber in einem Umfange zu, der 9n d Aui ſehr bald auf die Sitten und das Wohl des Be Sdtaats den nachtheiligſten Einfluß aͤußerte. Bei: Daummdt der Abfaſſung des Code Napoléon ſchlug man ſzedmn einen Mittelweg ein, wobei man auch die reli⸗ ure Uin ligiöſen Meinungen, ſo viel moͤglich, zu ſchonen halt dn ſuchte. Man ſchraͤnkte die Eheſcheidungen ein, ss Tiüdſl und verband auch damit zum Theil andere Wir⸗ laga a kungen, als das Geſetz vom 20. September 1790 damit verbunden hatte. in Ftheran Nun entſtanden aber Streitigkeiten uͤber die un uan Anwendung der alten und neuen Geſetze, daher man ein transitoriſches Geſetz fuͤr noͤthig fand. ezaan In den Motifs zu dieſem Geſetze werden dieſe. hähine Controverſen ſo angefuͤhrt.„Le Gouverne- ier, wir 1b ment“, heißt es,„a été inſtruit, que des uun e doutes F'élevaient, que pluſieurs bons ef- un N Ur prits en reſpectant le principe de la non- ſihan n rerroactivité, lorsqu'il FPagiflait des fun n gispoſitions du Code, croyaient cependant, in, Pan que ce principe ne devait pas recevoir Heft V. 33 d 466 b— —— d'application lorsqu'il Pagiſſait de la loi dn 925 divorce dont ils s'exageraient les abus; t0 que d'autres croyaient qu'appliquer la loi gin nouvelle aux inſtances introduites n'était Fa pas rétroagis, parce qu'ils penfaient, Col que le droit métait pas acquis par la de-* mande formée etc.. Das Geſetz ſoutenirt 1) alle Eheſcheidun⸗ gen, welche vor der Publication des Code Na⸗ a poléon in Gemaͤßheit der bisher geltenden GBBee- ſetze, und vermoͤge Urthel und Recht, geſchehen 34 ſind, und will auch die Wirkungen reſpectirt wiſ⸗ ntg ſen, welche damit nach aͤltern Rechten verknuͤpft da waren. Es will 2), daß Eheſcheidungsklagen, tit welche vor der Publication des Oode angeſtellt it waren, nach dem aͤltern Rechte inſtruirt, und di darauf, in Gemaͤßheit deſſelben, erkannt werden bor ſoll. Was hingegen 3) die Eheſcheidungs⸗ leit klagen betrifft, welche nach der Publi⸗ nißt cation des Code angeſtellt worden,“ fobe ſo ſollen darauf die Verfuͤgungen e- des Code durchweg anwendbar ſein. mit Denn nach den Motifs kann das Recht der Ehe: lch gatten, nach aͤltern Geſetzen beurtheilt zu werden, l nicht anders, als duſch eine vor Public⸗ Ale tion des Code erhobene Klage, begruͤndet üuli werden, und wer bis nach der neuen Geſetzgebung lnit mit der Klage zuruͤck hatt, der zeigt durch ſein anf Stillſchweigen an, daß er ſich der Herr⸗ ima ſchaft der neuen Geſetze unterwerfen wol⸗ au len.(Le ſilence des autres équivant à une 9 renonciation kormelle, et ils font lou- ain, mis à lempire de la nouvelle loi.“) den ⸗ Sollten wol dieſe in den Motifs ausgedruckten Prineipien fe 4 läͤber die ruͤckwirkende Kraft der Geſetze, uns nicht zur Richt⸗ Kriß dt ekl- ent les 39 ppliqrr oduites ih dils perli duis par R. älle Ehete des Cobe et gelteda Ratt, gie gen reſetr Rechen vte ſchadengn (ode u e inſtrin, „ertann de heſcheidn h der h jellt von Verfüemn vendbarſt 5 Rechtdii nheitt ſurm vor N age, bu uen Geſtt t eigt unſ ſch a n unterwerur gquirani- et il l relle lin. nruttn liu r. 467 -— 4) Das gleichfalls transitoriſche Geſetz vom 14. Floreal(4. Mai 1803) uͤber die Reguli⸗ rung des Standes und der Rechte natuͤrlicher Kinder, deren Vaͤter ſeit dem Geſetze vom 12. Brumaire II bis zur Promulgation der Titel des Code Napoléon uͤber die paternité, die Fi⸗ liation und die Erbfolge geſtorben ſind. Das Geſetz beſteht aus drei Artikeln, und enthaͤlt folgende Beſtimmungen. 4 Alle Dispoſitionen, ſo wohl unter den Leben⸗ digen, als des Todes wegen, welche vor der Pro⸗ musgation der oben gedachten Titel des Code Napoléon fallen, und worin die Rechte der na⸗ tuͤrlichen Kinder feſt geſtellt worden ſind, ſollen zur Ausuͤbung gebracht werden, mit Vorbehalt der Reduction auf den nach dem Code Napo- léon disponibeln Theil des Vermoͤgens, und gleichfalls mit Vorbehalt einer Ergaͤnzung in Ge⸗ maͤßheit des Artikels 51 des Geſetzes uͤber die Erb⸗ folge fuͤr den Fall, wo die gegebene oder vermach⸗ te Portion unter die Haͤlfte desjenigen betraͤgt, was nach dem naͤmlichen Geſetze an das natuͤr⸗ liche Kind fallen ſollte.— Vereinbarung und Urtheile, welche ſchon die Rechtskraft beſchritten haben, wodurch der Stand und die Rechte der na⸗ tuͤrlichen Kinder bereits regulirt worden ſind, ſol⸗ len ihrem ganzen Inhalte nach executirt werden. ſchnur fuͤr alle Faͤlle dienen koͤnnen, wo die Frage von der Anwendung der neuen Geſetze auf aͤltere Faͤlle vorkommt? Man wende nicht ein, daß die Motifs ſich lediglich auf das transitoriſche Geſetz von Eheſcheidunge beziehen. Der Geſetz⸗ geber hat doch im Allgemeinen darin ſeine Meinung daruͤber erklaͤrt, wie der Satz, daß Geſetze keine ruͤckwirkende Kraft haben ſollen, zu nehmen und anzuwenden iſt. Ich mache die Richter im Koͤnigreich Weſhalen, die jetzt ſo haͤufig in den Fall kommen, die Leyre von der ruͤckwirkenden Kraft der Ge⸗ ſetze beherzigen zu muͤſſen, auf die ſo ſchoͤn ausgearbeiteten Motifs zu dieſem transitoriſchen Geſetze aufmerkſam. 33 — 5 468 ——* In dem trefflich ausgearbeiteten expoſé Js motikfs zu dieſem Geſetze liegen ganz wieder die⸗ ſelben Principien zum Grunde, auf welche ich bei dem vorher angezeigten Geſetze aufmerkſam gemacht habe.— Ein Decret des National⸗ convents vom 4. Jun 1793 hatte den natuͤrlichen Kindern ein Succeſſionsrecht in dem Vermoͤgen ihrer Vaͤter und Muͤtter zugeſtanden, die naͤhere Beſtimmung dieſes Succeſſionsrechts aber noch ausgeſetzt. Es erfolgte darauf das Geſa vom 12. Brumaire. Der Artikel 1 dieſes Geſetzes lauret ſo: „Les enfans actuellement exi- ftans, nés hors mariage, ſeront admis aux ſuccefſions de leurs pères et mères, ouvertes depuis le 14. Juillet 2789. Ils le ſeront également à celles, qni Pouvriront à Javenir, fous la refer. ve portée par l'article 10 ci- après. Der Artikel unterſcheidet alſo ausdruͤcklich ſchon vorhandene Kinder und Succeſſionen, wel iche ſeit dem 14. Jul 1789 eröffnet worden ſind, von Kindern, die erſt geboren werden, und von Succeſſionen, welche in der Zukunft eroͤffnet wer⸗ den. Schon vorhandene natuͤrliche Kinder ſollen zu bereits eroͤffneten Succeſſionen zugelaſſen wer den, aber nicht ſo zu Sucreſſionen, welche erſt in der Folge eroͤffnet werden, ſondern nur Li den durch den Ariitei 10 beſtimmten Modiſica⸗ tionen. Der Artikel 10, eagy Mediftationen ent⸗ haͤlt nun derſſ be? ——— weral danz vede alf nite 8 aumnaſe ds Nn den rutih dem Dendr den, ditze nects an de Gs tteſo: lement a , leront an peres ann 14. Jal t J cels us lä r- ticle w. alſo awdet ueetſſong ffut wodei verden, w. unft eiffen ice Kidri an ugtſtr nen, niht ondern url nuten Mä dofferien 2 —(— Err lautet ſo: A T'égard des enfans nés hors ma- riage, dont le père et la mère ſeront encore exiſtans, lors de la promulga- tion du code civil, leurs états et leurs droits ſeront en tous points reglés par les dispoſitions du code. Der Artikel verweiſet hier auf den derzeit pro⸗ jectirten und auch discutirten Code civil, der aber hernach ins Stocken gerieth.— So muß⸗ te alſo die Luͤcke durch ein transitoriſches Geſetz ausgefuͤllt werden, beſonders da die Tribunaͤle ſo verſchiedener Meinung uͤber die Sache waren, und ſelbſt der Caſſationshof in ſeinen Urtheilen ſchwankte. In den Motifs kommt auch noch beilaͤufig das Princix vor, daß alle Succeſſionsfaͤlle, welche ſich unter der Herrſchaft der neuen Geſetze ereignen, nach denſelben, und nicht nach aͤltern Geſetzen, beurtheilt werden muͤſſen;— ein Prin⸗ eip, welches ſich diejenigen unſerer deutſchen Ju⸗ riſten merken moͤgen, welche bei Ehegatten die Succeſſion nach aͤltern Geſetzen beurtheilt wiſſen wollen(vergl. oben Seite 357 folg.). 5) Der Regierungsbeſchluß dom 20. Prairial(9. Jun 1803), wegen der Dispenſen in Betreff der Ehe.— Ern beſteht aus ſechs Artikeln, deren weſentlicher Inhalt dieſer iſt. Die Dispenſationen fuͤr Maͤnner, um ſich vor 18 vollen Jahren, und fuͤr die Weiber, um ſich vor zutuͤck gelegten 18 Jahren zu verheirathen, und die, um ſich in den von Art. 157 des erſten Buchs des Civilgeſetzbuchs verbotenen Graden zu verheirathen, muͤſſen von der Regierung, auf den 1 9 47⁰ —”ſ— Bericht des Großrichters, ertheilt werden.— Der kaiſerliche Procurator bei dem Tribunal der erſten Inſtanz des Bezirks, in welchem die Im⸗ petranten, die Ehe zu ſchließen, die Abſicht ha⸗ ben, wenn von Dispenſationen in verbotenen Graden die Rede iſt, oder des Bezirks, in wel⸗ chem der Impetrant ſeinen Wohnſitz hat, wenn von Altersdispenſationen die Rede iſt, hat ſein Guteachten unten auf die Bittſchrift zu ſetzen, wel⸗ che die Erhaltung dieſer Dispenſation bezweckt, und ſie muß hierauf an den Großrichter uͤberſandt werden.— Die Dispenſationen von der zwei⸗ ten Verkuͤndigung des Aufgebots, wovon in dem Artikel 163 des Code die Rede iſt, werden, wenn ſie Statt finden, im Namen der Regie⸗ rung von ihrem Procurator bei dem Gerichte der erſten Inſtanz des Bezirks, in welchem die Im⸗ 2, petranten die Ehe zu ſchließen, die Abſicht haben, ertheilt; und dieſer Procurator hat dem Groß⸗ richter Juſtizminiſter uͤber die wichtigen Beweg⸗ gruͤnde, die zu jeder dieſer Dispenſationen Ge⸗ legenheit gegeben haben, Rechenſchaft abzule⸗ gen.— Die Dispenſation von einer zweiten Verkuͤndigung des Aufgebots muß auf dem Se⸗ cretariat der Gemeinde, in welcher die Ehe ge⸗ ſchloſſen wird, niedergelegt werden. Der Se⸗ cretair hat eine Ausfertigung davon zu ertheilen, in welcher der Niederlegung Meldung geſchieht, und die den Act des Abſchluſſes der Ehe angehef⸗ tet bleiben muß.— Der Beſchluß der Regie⸗ rung, welcher eine Altersdispenſation oder eine Dispenſation in verbotenen Graden enthaͤlt, muß, auf Inſtanz des Procurators, und Kraft eeines Befehls des Praͤſidenten, auf der Schrei⸗ berei des Civilgerichts des Bezirks, in welchem / 8 —— — —— — — — 471 — ᷣ— deit dede. die Ehe geſchloſſen wird, in ein Regiſter einge⸗ den Tüuni- cragen werden. Einer Ausfertigung des Beſchluſ⸗ walchen i ſes, in welchem der Einregiſtrirung Meldung ge⸗ delt ſchieht, muß den Acten des Abſchluſſes der Ehe min th. beigefuͤgt werden. Jritt,nn 6) Ein Circular des Großrichters Juſtizminiſters duſtz tbr„, vom 18. Nivoſe(8. Jan. 1803), das Vervot kde ſt, iat der Ehen zwiſchen Weißen und Schwarzen be⸗ ſiftuſn treffend, wodurch allen Civilbeamten unterſagt nſation bart wird, einen Ehecontract zwiſchen Weißen und Feicer lin Schwarzen aufzunehmen. en din de 7) Das auf den erſten Artikel des Code Napo- ots, nen 16on Bezug habende kaiſerliche Decret vom 25. Nedeſſ, n Thermidor(13. Auguſt 1803), welchem eine amen Ne 1 Ueberſicht der Entfernungen aller Hauptorte der den Gntt Dexpartements von Paris, in Kilometern, My⸗ vwalcen de riametern, und alten Lieues ausgeworfen, an⸗ di liſctit gehaͤngt iſt. Darnach ſoll beſtimmt werden, ut dm wenn eher die Promulgation eines Geſetzes in den dihtge de Departements als bekannt anzunehmen. tpenſetͤn(Die Fortſetzung folgt.) henſchft d 5 on eint de uß auf ne A cher dech 8 8 IX. den. dei— TeD. in Zur Anwendung des Code Napoléon. dddung zahe eeen— ſchußdec 1. 85 ſeitn d⸗ Aeber Art. 638 des Cods Napolson. jrcden ut Ueher Akt. 33 e 1 An 18, O Durch eine Acte vom 1. Vendemiaire XIII hatte auf ve ein gewiſſer Bourdailleau ſeiner Frau Catharine 5, —.,— ö Gourmand vermacht tout ce que les lois lui per- nd mettraient de donner lors de ſon décès. Durch Wüid eeine Acte vom 18. Prairial IX verkaufte er nachher. wagt ſein ganzes gegenwaͤrtiges Vermoͤgen dieſer ſeiner Frau m gegen eine Leibrente von 600 Franks. de —* Er ſtarb im Jahre X, und nach ſeinem Ableben uman verlangte ſeine Wittwe den Beſitz ſeines Vermoͤgens hiih aus dem doppelten Ditel des Vermaͤchtniſſes und des inni Kaufs. Als die Inteſtaterben behaupteten, daß die 1¹) d JForderung aus dem doppelten Ditel nicht Statt finde, i ſondern daß ſie, die Wittwe, ſich fuͤr den einen oder uf den andern erklaͤren muͤſſe, erklaͤrte ſie ſich fuͤr den Ti⸗ t tel des Vermaͤchtniſſes, und gab den Titel des Kaußsßs A foͤrmlich auf. l A ber kaum war dies geſchehen, ſo behaupteten dies nn Inteſtaterben, mit Berufung auf den Artikel 1z38 1) des Code Napoléon, daß das Vermaͤchtniß durch dit den hinterher folgenden Verkauf erloſchen ſei, und al⸗ diſ ſo der Wittwe nichts gebuͤhre. dir Der Artikel des Code lautet ſo: ltwe „Toute alienation, celle même par vente avec ſch faculté de rachat ou par échange, que fera„) R. le teſtateur de tout ou de partie de la En choſe léguée, emportera la revocation du en legs pour tout ce qui a été aliené, encore qÜue iii Taliénation poſterieure ſoit nulle, et que ufe Tobjet ſoit rentré dans la main du teſtateur.“ ii Es kam hier eine doppelte Frage zur Discuſſon, m 1) ob uͤberall die Dispoſition dieſes Artikels hier an⸗ aus wendbar ſei, da keine beſtimmte Sache vermacht worden; 2) ob der Erblaſſer durch den ſpaͤtern Vere a kauf das Vermaͤchtniß vernichten, oder es vielmehe au nicht gar corroboriren wollen. L24— Das Civil⸗Tribunal zu Breſſuire entſchied fuüur 475 6 1* 8 es lois 1 1 os die Imblorantinn ,allein der Appellationshof zu à d. un Poitiers reformirte das Erkenntniß, und nahm an, ſien u das Legat ſei durch den BVermögensverkauf widerrufen ſüiſe ſan worden. Ddie Sache ging nun an den Eaſſationshof, wel⸗ ſenn a cher unterm 7. Mai 1808 das Erkenntniß des Appella⸗ ne Dm tionsgerichts zu Poitiers caſſirte. Die Sründe des jniſtt uh Erkenntniſſes ſind dieſe: 1 dih uiem, d 1) Der verſtorbene Bourdaiſſtau habe in ſeinem ih Surit. Teſtamenke der Implorantinn alles das vermacht, tim int was ihm die Geſetze auf den Todesfall zu verr. it tm⸗ machen erlaubt haͤtten, er habe alſo uͤber drei. du e, Viertel ſeines Vermögens zum Vortheile der Im⸗ khlorantinn verfuͤgt, und das Vermaͤchtniß enhal 139 c eine dispolition à titre univerſel. en Aru w) de 2) Habe der ſpaͤter mit der Implorantinn errichtete rnäͤßmh Leibrentenkauf weder dieſelben Merkmahle, noch hmtn dieſelbe Ausdehnung, als die teſtamentariſche Ddispoſition, indem er bloß das gegenwaͤr⸗ tige, nicht das zukuͤnftige, Vermoͤgen i in prr ie Vnen ſich begreife. nge, gri 3) Nun koͤnne aber durch eine, vom Erblaſſer nach pattitt Errichtung des Teſtaments geſchehe ene, Aliena⸗ reyocaini ion von gewiſſen und gegenwaͤrtigen Sachen, ns enohr, nicht eine dispoſition à titre univerſel, wider⸗ pulle, R rufen werden, welche ſo wohl das jetzige, als das 5 du te ſarr zukuͤnftige, Vermoͤgen in ſich begreife, folglich G zur Darſ— 4) muͤßte die Implorantinn, da ſie auf das Recht Vrfe n aaus dem Kaufe Verzicht geleiſtet, ſo wohl auf he me⸗ drei Viertel des in dieſem Kaufe enthaltenen, als Site 5 auf drei Viertel des nachher erworbenen, Vermoͤ⸗ dfhm gens ein Recht haben.“) 3 1*) Stene Tarien.. de la cour de Capan. 1808, 8. Cab. e atGt Lag. 365. —.,— Wir glauben, daß der Hauptgeund, warum das mt, Appellationserkenntniß nicht beſtetzen konnte, der iſt, Fefiden. daß deutlich die Intenrtion des Erblaſſers hervor geht, an d ſeine teſtamentariſche Dispoſition durch den ſpaͤtern Fmunnn Leibrentencontract nicht zu vernichten, vielmehr zu cor⸗ rettn roboriren. Haͤtte er den Leibrentencontract mit einem in⸗ andern, als mit ſeiner Frau, und in der Art ab⸗ untur geſchloſſen, als worin er ihn abſchloß, ſo wuͤrden wie anin, annehmen, das Vermaͤchtniß ſei zum Theil— naͤm⸗ da lich in Anſehung des gegenw ärtigen Vermoͤgens— mm Di aufgehoben worden. Denn die Worte des Geſetzes fmfn) „la choſe leguée“ ſind nicht von einz elnen ver⸗ amn⸗ machten Sachen, ſondern von dem Vermäͤchtniſſe lmn uͤberhaupt, zu verſtehen, und aus dem mit einem aeng andern, als dem Legatar, errichteten Leibrentenkaufe ſteixa wouͤrde doch unbezweifelt die Abſicht des Erblaſſers her⸗ 68. vor gehen, das Vermaͤchtniß aufheben zu wollen. Auf un, dieſe vermuthete Abſicht gruͤndet ſich ja aber die aus ſunfi dem roͤmiſchen Rechte entlehnte Dispoſition des Code. iim 1 S. NHn A t, und 5„ tefand. b die „ Ueber inſtitution ernprgetualle und kraude à tuenaß 1' inſtiturion, zu Artikel 920, 923, und 955 ededo des Code Napelson, 1 tr überl Im Jahre 1787 ſchloſſen Felix Dainval und 4 uuſ Henriette de Louvencourt einen Ehecontract mit tun d einander ab. Dabei erſchien die Dame Villers, ver⸗ fnin wittwete Louvencourt, und erklaͤrte, daß ſie hier⸗ Fam . mit das junge Ehepaar zu ihren Univerſalerben ernen⸗ m. nen wolle, ſo daß jeder von ihnen die Haͤlfte erbe, wo⸗ iſe bei ſie ſich das Recht vorbehielt, bis auf eine Summe 8 von 120,000 Franks durch Verkauf, Schenkung, Te⸗ nen und, den lunnn i ſers he uch d ſid rumärge ontratt wi n det Ana , ſo vinan Thel- 1 n Derwinn. drte de biß einzeluad m Vennäte ns dem mten n Leitrenete s Erdlſe a zu woln. ſſa abt ha ſtion dole 6 und kruh 93, B1)g 1. Dand: Eheunnut ne Villen 4 t, daf ſt erſalerb e Häft rh 1 uf tine bm Sczeien 475 —— 5 ſtament, oder auf eine ſonſt ihr beliebige Weiſe, zu verfuͤgen. In der Folge aͤnderte die Dame Villers ihre Ge⸗ ſinnungen, und unternahm Handlungen, die darauf abzweckten, die ganze Erbfolge zu vernichten.— Am 4. December 1790 uͤberließ ſie durch eine Schenkung unter den Lebendigen an einen ihrer Ver⸗ wandten, Wilhelm Villers, ihr Landgut Dompont mit den Pertinenzien, deſſen Werth ſchon die zur wei⸗ tern Dispoſition vorbehaltene Summe von 120,000 Franken uͤberſtieg. 4 Am 23. Jul 1791 verkaufte ſie an eine andere Verwandtinn, Madame Louvencourt, ihr Landgut d'Epayelle, fuͤr den Preis von 115,000 Francs, wel⸗ che ihr auch ſogleich ausgezahlt wurden. DSo brachte ſie nach und nach ihr ganzes Ver⸗ möͤgen, durch einzelne Veraͤußerungen ihrer Haͤuſer, Grundſtuͤcke, und Mobilien in fremde Haͤnde, und ſtarb den 2. Vendemiaire XII in dem Hauſe eines ge⸗ wiſſen Jean Dupuy, wo ſie ſich eingemiethet hat⸗ te, und wo man bei ihrem Ableben faſt nichts mehr vorfand. Ddie Ehegatten Dainval meldeten ſich zu der ver⸗ tragsmaͤßigen Erbfolge, zeigten diejenigen an, an wel⸗ iche die Verſtorbene in fraudem luccelſionis ihre Guͤ⸗ ter uͤberlaſſen hatte, und verlangten die Vernichtung und Aufhebung dieſer Uebertragungen. Die Erwerber konnten zwar die von der Verſtor⸗ benen begangene fraus nicht in Abrede ſtellen, allein ſie meinten doch, daß die Verſtorbene 1) à titre gratuit habe veraͤußern koͤnnen alles, was vorbehalten war; 2) A titre onereux alles, was das Beduͤrf⸗ niß ſie, zu veraͤußern, gezwungen habe, wenigſtens koͤnnten durch dieſe letztern Veraͤußerungen die in gu⸗ tem Glauben ſich befindenden Erwerber nicht leiden. e 1 476 —— ᷣ— Die Ehegatten Dainval hatten die geſammten Schenkungen und Veraͤußerungen angefochten, r wee ren jedoch der Meinung, daß ſolche nur in ſo fern als uungllig zu betrachten waͤren, als ſie die vorbehaltene Summe von 120,000 Franken uͤberſtiegen. Dabei miſgande nun aber wieder die Frage, ob die Reduction bloß in Anſehung des à titre gratuit Ueberlaſſenen, oder auch in Anſehung deſſen, was à titre onereux uͤbertragen worden, Statt habe. Das Civiltribunal zu Montdidier verwarf die An⸗ traͤge der Eheleute Dainval in Hinſicht aller titulo onerolo geſchehenen Alienationen. Was die Schen⸗ kungen betrifft, ſo reducirte es dieſe auf den Vorbehalt von 120,000 Franken;— die uͤbrigen eaſſirte es. Der Appellationshof zu Amiens, an weichen die Sache nunmehr gelangte, dachte aber anders. Im Allgemeinen ging er zwar auch von dem Sate aus, daß hier fraude à linſtitution vorhanden ſei, welches nicht gut geheißen werden duͤrfe; aber in Abſicht der Frage, wo der kraude anzutreffen ſei„ hielt er dafuͤr, daß ſolcher vorzugsweiſe h bei der erſten von der Villers ſchon den Vorbehalt weit Aberſteigenden Donation an⸗ zutreffen ſei, weil hier auf die erſte Handlung geſehen werden muͤſſe, wodurch ſie ihre betruͤgliche Abſicht zu realiſiren angefangen. Es erklaͤrte daher die Schen⸗ kung vom 4. Dec. 1790 fuͤr null und nichtig. Außer— dem annullirte der Appellationshof zu Amiens noch ei⸗ nige andere Alienationen, bei welchen die Erwerber er⸗ weislich in mala fide ſich befunden hatten. Der Caſſationshof hob unterm 7. Jun 1808 dies Erkenntniß des Appellationsgerichts zu Amiens, in ſo fern es die Schenkung vom 4. December annullirte, aus kolgenden Gruͤnden auf: 11) weil dieſe Donation, in Gemaͤßheit des bei der inſtitution contractuell e geſchehenen Vorbe⸗ 1 . hemetken De recche d NUunal everfen men D Ahes he u n der drit we deion! Slutt, eriſchn 8' f hnau dau — ſt veny derg fott d fſ rrufü dan. — 4 i die vüne aaxfocla, nut in iſn edi tatten ſtegen d öbdie Ran dit Uedetee Atitee war rverwur ſicht aler i Was die uf den Aat en caſſite „ an becei et andet. dem Ens mden ſe, ni er in Aülüt) 1, hittam von de lb en Dowwinn. Handlun n dolich Vit⸗ dahet d dn nichag. M Ariens nai de Erna⸗ atten. „Jua löehe Aniens inber anue 477 ———.. halts erfolgt ſei, und man alſo nicht annehmen koͤnne, daß dabei fraude à l'inſtitution zum Grunde liege; 5 2) weil auf jeden Fall dieſe Donation nach den Ge⸗ ſetzen nur reducirt, nicht aber annullirt werden koͤnne; 3) weil bei einer vorzunehmenden Reduction man mitt den letztern Schenkungen anfangen, und ſo nach und nach bis auf die erſtern zuruͤck gehen, nicht aber umgekehrt mit den erſtern der Anfang gemacht werden muͤſſe.*) 4. Der weitere Verlauf der Sache wird nicht gemel⸗ det. Wir wollen uͤber das, was vorliegt, Folgendes bemerken: Die Guͤltigkeit der inſtitution contractuelle, welche von der verſtorbenen Villers zu Gunſten der Dainvalſchen Eheleute geſchah, iſt keinem Zweifel un⸗ terworfen. Nach dem Art. 920 des Code Napoléon koͤnnen Verordnungen, unter Lebenden ſo wohl als des Todes halber, welche den Theil des Vermoͤgens, wor⸗ uͤber zu verfuͤgen erlaubt iſt, uͤberſteigen, bei Eroͤff⸗ nung der Erbſchaft auf den Betrag dieſes Antheils re⸗ ducirt werden. Nach dem Artikel 923 findet eine Re⸗ duction der Schenkungen zwiſchen Lebenden nie eher Statt, als nachdem der Werth aller in den teſtamen⸗ etariſchen Verordnungen einbegriffenen Guͤter erſchoͤpft iſt; wenn jedoch dieſe Reduction eintritt, ſo geſchieht ſie dergeſtalt, daß man mit der letztern anfaͤngt, und ſo fort von der letztern bis zu der aͤlteſten Schenkung hinauf ſteigt. Der Artikel 953 ordnet auch die Unwi⸗ derruflichkeit der Schenkungen unter Lebenden als Re⸗ ge an. — *) Fierey a. a. O., pag. 369. 478 ——— Eine rihrige Analogie befolgte allerdings der Caſ⸗ ſationshof, mui man hier eine Analogie der Artikel 920 und 923 als zulaͤſſig annimmt. Denn in Grund⸗ lage des Art. 920 war nach der inſtitution contrac- tuelle nur die Summe von 120,000 Franken das dis⸗ ponible Vermoͤgen, das uͤbrige Vermoͤgen der villers war indisponibel. Und der Art. 923 verordnet, daß bei der Reduction von der letztern Schenkung zu der er⸗ ſtern hinauf geſtiegen werden ſoll. Ob aber uͤberall von der Analogie der Art. 920 und 923 in dem vorliegenden Falle Gebrauch gemacht werden konnte, und ob in den erſten beiden Erkennt⸗ niſſen nicht durchgaͤngig falſche Principien angenom⸗ men wurden, iſt eine andere Frage. Durch die inſtitution contractuelle band ſich die Villers die Haͤnde„ uͤber ihr Vermoͤgen zu verfuͤ⸗ gen. Nur uͤber die 120,000 Franken, die ſie ſich vor⸗ behielt, behielt ſie die Befugniß, frei disponiren zu koͤnnen. Aus der Erklaͤrung bei dem Vorbehalte, „frei disponiren zu koͤnnen uͤber dieſe 120,000 Fran⸗ ken, par vente, donation, teſtament, ou autres dispoſitions“, ging deutlich genug hervor,(wenig⸗ ſtens durfte keine andere Erklaͤrung zugelaſſen werden,) daß ſie in Abſicht des nicht vorbehaltenen Vermoͤgens auf alle Arten von Veraͤußerung zu Gunſten der Dain⸗ valſchen Eheleute Verzicht leiſten wollen. Fraude à Tuntturann lag bei allen in der Folge geſchehenen Alienationen noch dazu klar am Tage. Was war alſo die rechtliche Folge? Keine andere als die, daß die er⸗ ſte Schenkung, auf 120,000 Franken eingeſchraͤnkt, nur allein fuͤr guͤltig erklaͤrt, alle uͤbrige Alienationen aber, ſie mochten titulo oneroſo oder gratuito ge⸗ ſchehen ſein, fuͤr unguͤltig erklaͤrt werden muſten. Wer bona fide gekauft hatte, der mußte freilich ſein Kauf⸗ 3 pretium, da er die Verabredungen zwiſchen der Vil⸗ we md ante, d hnnd,d 21 Did Arwund, krie La min 8. Gehen 4 iin 3n 1 th verbe INhuliirun Da 3 Jenue äütte de dag fundſſ 4 Jui 8 ugen un zdun hentung u gie de k 36 duucm nbeden öin nodien unn tuelle io enogen ur u, dieſeſit rei dexenn dem Arnit ſe 120on nent, ouanl herbor, n gzelaſen e tenen Ven zunſtendl⸗ len. Fm Holge giüt⸗ .Wa u sdie 1” fen ein git rige Aienus der gnuin en wuſten 3 räüch ſue nſßa 1 479 — 7 lers und dden Dainvalſchen Eheleuten nicht wiſſen konnte, wieder erhalten; wer aber in mala ſide ſich befand, der mußte es einbuͤßen. S. 3. Zu Artikel 396 des Code Napoléon. Die Demoiſelle Homelin hatte ihrem Onkel und Vormund, dem Herrn Dorbec, und deſſen Frau Marie Lanoé den Nie ßbrauch ihres ganzen Vermoͤ⸗ gens im Teſtament hinterlaſſen. Gegen dieſe Dispoſition hatten die Inteſtaterben nichts einzuwenden. Aber die Erblaſſerinn hatte auch noch die Dorbeeſchen Eheleute zu Univerſal⸗Legatarien in ihrem geſammten Mobiliarnachlaſſe ernannt, mit der hinzu gefuͤgten Clauſel, daß dem Ueberlebenden frei ſtehen ſolle, uͤber dieſen Nachl aß zu verfuͤgen, wie er es fuͤr gut finden wuͤrde. In dieſer Verfuͤgung fanden die Inteſtat- Erben eine verbotene Subſtitution, und trugen daher auf Annullirung derſelben an. Das Civil Tribunal zu Mortagne erkannte un⸗ term 6. Februar 1806 zum Vortheil der Klaͤger. Allein das Appellationsgericht zu Caen hob unterm 28. Januar 1807 dies Erkenntniß wieder auf, und erklaͤrte das Legat fuͤr vollkommen guͤltig. Die Klaͤger wandten ſich baranf an den Caſſations⸗ Hof und ſtellten vor: „Beide Legatarien waͤren doch conjointément inſtituirt, woraus folge, daß jedem von ihnen das Vermaͤchtniß zur Haͤlfte zedihre und daß jeder von ihnen daruͤber frei disponiren koͤnne, wie er wolle. Wenn es nun aber in dem Teſtamente heiße: der Ueberlebende ſolle uͤber das erhaltene Mobi⸗ 4 48⁰ .—e—. liarvermoͤgen disponiren koͤnnen, wie er wolle, ſo Blſe liege darin ſichtlich eine(ſtillſchweigende) durch rimi den Artikel 896 des Code verbotene Subſti⸗ R Eiar tution, indem der zuerſt Sterbende dadurch ſauan verpflichtet werde de conſerver et de 1 un rendne au lurvivant la moitié, aAui 1rde d . lui eſt propre“. u. d. Allein der Caſſations⸗Hof verwarf dieſe Querel, und pflichtete dem Appellationsgericht zu Caen bei. Das o Appellationsgericht zu Caen war von dem Geundſaße ausgegangen: In dem Deſtament ſei angenommen worden. der BMeberlebende habe den Antheil des Collegatarii durch das Jus accreſcendi erworben, und ſei in alſo keine Subſtitution in dem Teſtament ent: halten.. Dawider erinnerte nun aber der Sachwald der adus Klaͤger: mn Dies ſei ein grober Irrthum, denn der Artikel 1044 des Code Napoléon laſſe nur das Jus tend accreſcendi bei Collegatarien zu, beſtimme aber) diß nicht die Natur deſſelben. Man muͤſſe alſo das Nar roͤmiſche Recht hier zur Hand nehmen, welches Kenf von einem Jus accreſcendi nur in ſo fern etcwas om wiſſe, als der Collegatar wegfalle, nicht aber ue wenn er ſchon das Vermaͤchtniß erworben i ie habe.) ttw Uns duͤnkt, der Sachwald der Kla aͤger hatte völlg un Recht. Aber es fragt ſich, laͤßt ſich denn das Erkennt: d) b niß des Appellationsgerichts zu Caen nicht aus andern dag Gruͤnden rechtfertigen? zuüp Wie wenn man annäßane, es ſei der Will der ben 7 axau 5 Sure e J 4. g. Pas 382. 1 ſid, . u 1 weigene) 3 dtbotme bt kerbende he lerrer a l wi, wen wod des Colbm werben, u m Tſe. : Sata denn drd ſlaſſe ur e zu, beſirn. dan miſec nehma, n rinſefnt falle, it dchtniß ent öger batt den dece nicht auu ſi de W — 481— —S— 3 Erblaſſerinn geweſen. daß ihre Eollegatarien das Ver⸗ maͤchtniß ungetheilt beſitzen, und nach dem Ableben des Einen das Ganze an den Andern fallen ſolle. Daß ſie zu einer ſolchen Verfuͤgung berechtigt war, kann wol nicht zweifelbaft ſein. Wo verbietet denn der Code den Erblaſſern, ein Jus accreſcendi anzuord⸗ nen, das uͤber das geſetzliche Jus accreſcendi hinaus geht? Und wie paßt uͤberhaupt die Vorſ⸗ ſchrift des Ar⸗ titels 896 auf den vorlitanden Fall? N* A 4. Ar69, d G 42 Gur de Caffation. (Fortſetung von XII, 5, Seite 89 folg.) Durch mehrere Arrots iſt vom Cour de Caftz. tion 27 II. als geltendes Prinzip angenommen worden„ 1) daß, wenn von avantages entre 6ponx die Rede iſt, das ſtatut matremonlal die Kraft und Wirkung einer ſtipulation oder convention exprefſe haben ſolle„ und die dar⸗ aus entſpringenden Rechte als vollkommen erwor⸗ ben betrachtet werden, ſo, daß ſie weder vernich⸗ tet noch modificirt werden konnen par des ſta tuts ultérieurs: 9 2) hingegen, was die Vortheile betrifft, weſche den Kindern zugeſichert worden ſind, das ſtatut qui préſide au mariage de leurs pères nicht die Wirkung einer ſolchen ſtipularion habe, die daraus entſoringenden Rechte alſo nichts weiter ſind, als eine ſimple exſpectativo oder viel⸗ mehr des eſperances, qu une Prémiére 1oi Heſ v. 34 482 —.— a fait naitre; qu- une loi ultérieure Peut 46. truire, lelon qu'il convient à lintérêét pu. Sblic, à la la lagelle du législateur. Die Fortſetzung folgt. 5. 8 Was ůt Traku matrimonlal oder ftatur qui pr4. ſide au marlage? 1 Von d der Veitworkung dieſer Frage haͤngt wol allein die Beantwortung der in dieſem Archiv S. 357 aufgeworfenen Frage uͤber die ſtatutariſche Portion der Ehegatten im Koͤnigreich Weſtphalen ab, in ſo fern man naͤmlich den Satz gelten laſſen will, daß der Rich⸗ ter im Koͤnigreiche Weſtphalen wohl thue, ſich die Auslegungen und Grundſaͤtze des Caſſations⸗ Hofes zu Paris anzueignen. Man ſollte glauben, ſtatut matrimonial, oder * ſtatut qui préſide au mariage, toͤnne hier nichts anders ſein, als der Inbegriff der Gzeſehe, welche zur Zeit der Abſchließung der Ehe galten. Allein man irrt ſich ſehr, wenn man dieſen Begriff mit ſtatut matrimonial verbindet. Es iſt vielmehr der Inbe⸗ griff der Geſetze und coutumes, welche die Ehegatten ausdruͤcklich in ihren Ehepaeten und ſo einſchl oſſen, daß ſie erklaͤrten, ihre ehelichen Verhaͤltniſ⸗ ſe ſollten nach dieſen Geſetzen und cou⸗ tumes beurtheilt werden. Wenigſtens hat durch ein Arrét vom 10. Marz 1808 der Caſſations⸗Hof noch dieſe Erklaͤrung ange⸗ nommen. Ein gewiſſer Quirims Cagna hatte ſich im Jahre 1792 mit der Wittwe piacsnaa ver heira⸗ thet. Die Ehegatten hatten in ihren Ehepacten er⸗ klaͤrt, daß ſie nach den coutumes von Aſti, wo ſie na Fmannſo iehkt Fndet Dei los der Dde coutum un ſon de Code m ſed i Har duch dorn Mr w Re tr bi rüſe eine ution e Kravant tntaires, hehlsgal Das v. Cag Kllations 1 ſ we kotima teete pean, à luntan, eur. Rtetang ſi ltatun luy Frage änt 9 mn Archie tiſche Prre en 4b 1 1 vil, daß del hl thue, ſt. trimonil,, konne zirt veſche, uih lten. Aut Begrif min remmehr du eichede Ghr und ſo antd. n Vertit hen und d t vom 1! eErfltengt. Cagpa Go- iacemma u ren Ehepuls von Aü 6 483 wohnten und die Ehe abſchloſſen, beurtheilt ſein wollten. 1 8 Ddie piacenza hatte 20,000 Franken Brautſchatz zugebracht, und die coutumes von Afti ſicherten dem uͤberlebenden Manne den Brautſchatz ſeiner fruͤher ver⸗ ſtorbenen Frau zu.— Die Piacenza hatte ferner zwei Kinder aus der erſten Ehe, und die coutumes von Alti entzogen den Kindern erſter Ehe, bei dem Ue⸗ bergange der Mutter zu einer zweiten, alle Suceeſ⸗ ſionsanſpruͤche an deren Vermoͤgen, ſo wie auch um⸗ gekehrt der Mutter an dem Vermoͤgen dieſer ihrer Kinder. Den 31. Januar 1803 ſtarb Madame Cagna. Aus der zweiten Ehe waren keine Kinder vorhanden. Ddie Kinder der erſten Ehe reclamirten gegen die coutumes von Alti den Brautſchatz der Mutter nicht nur, ſondern forderten auch oben drein noch eine le⸗ gitima, und beriefen ſich dabei auf die Vorſchriften des Code Napoléon, Art. 745, und Art. 913, in⸗ dem ſie behaupteten, daß, da die Succeſſion unter der Herrſchaft der neuen Geſetzgebung eroͤffnet ſei, ſie auch darnach beurtheilt werden muͤſſe. AMlr. Cagna gab zwar zu, daß jede Succeſſion in der Regel beurtheilt werden muͤſſe nach den zur Zeit ihrer Eroͤffnung geltenden Geſetzen, meinte aber, es muͤſſe eine Ausnahme Statt finden in Abſicht der do⸗ nation entre vits, inſtitution contractuelle, und der avantages entre époux conventionels ou ſta- tutaires. Dieſe muͤſten allein nach den Geſetzen, die da⸗ mahls galten, als ſie errichtet wurden, beurtheilt werden. Das Tribunal zu Alti erkannte zu Gunſten von AMr. Cagna, und wies die Klaͤger ab. Allein der Ap⸗ pellationshof zu Piacenza reformirte das Erkenntniß in ſo weit, daß er den Kindern der erſten Ehe eine legitima zubilligte. Mr. Cagna ging nun an den 8 9 34: „ 484 —.,— Caſſarionshof, der aber ſein Caſſationsgeſuch aus dem Grunde verwarf, weil durch die Zubilligung der legi- tima ſein auf die 20,000 Franken erworbenes Recht nicht beeintraͤchtigt werde, und die Rechte der Kinder nicht nach dem ſtatut matrimonial, ſondern nach den Fektzt geltenden Geſetzen, beurtheilt werden muͤßten ꝛc.) In dieſem Geiſte hatte auch der Caſſationshof be⸗ reits fruͤher geſprochen. Allenthalben„wo vom ſtatut matrimonial die Rede iſt, finden wir den oben an⸗ gegebenen Begriff zum Geunde gelegt. Dies ſtimmt auch ganz mit den uͤbrigen Grundſaͤtzen der franzoͤ⸗ ſiſchen Jurisprudenz uͤberein, nach welchen Parteien, die gerade hin contrahiren, ohne gewiſſe Geſetze, oder einen Inbegriff von Geſetzen, in ihren Vertrag auf⸗ zunehmen, ſtillſchweigend erklaͤren, daß ſie ſich eine jede Veraͤnderung der Geſetze gefallen laſſen. „Bei der Ehe muß alſo reſpektirt werden, 1) was beſtimmt von den Ehegatten verabredet worden iſt; 2) das ltatut matrimonial, d. i., der Inbegriff der Geſetze, welche die Ehegatten ausdruͤcklich bei ih⸗ rer Ehe zum Grunde gelegt und erklaͤrt haben, daß ſie darnach hinfuͤhro wollen beurtheilt werden. Dagegen muͤſſen die neuern Geſetze ſchweigen. Wenn aber Ehe⸗ gatten nur gerade hin die Ehe abgeſchloſſen haben, ohne etwas zu bedingen, ſo muͤſſen ſie es auch geſchehen laſ⸗ ſen, daß ſie in der Zukunft nach den Geſetzen beur⸗ theilt werden, die zu der Zeit gelten, wo die Frage uͤber ihre gegenſeitigen Rechte und Verbindlichkeiten vorkommti. Der Fall, den wir hier unſern Leſern vorgelegt ha⸗ ben, gibt auch zugleich uͤber Nr. 2) des oben befind⸗ lichen Prinzips des Cour de Cafſation Aufſchluß. In Anſehung der Kinder kann weder eine beſtimmte *) Sirey, 1. c., p. 38 1. 8 Pnrtrde bat i en E f meigen nter ol ees der Kegen Ei nll, he h Er Pre ANnmant nil der euge GNäliit: ian 1) di tire di gfu un igung dege vortene 6 chtedegn onden u 1 nißtnr uſuiesit do donla t da üge . Di i 1 dr i dchn gan ſößt,n en Venu daß ſe ſta ſlſſen. tdan, 1) edet wom des Interf äcklichb hben, di den. dr Wem aüt ſſen hehm t chgſttl Geſt „wo dük Vrtndit en verzer des ohe N don dſt ein bte 485 .—-— 1 1 Verabredung, noch ein ſtatut matrimonial die Wir⸗ kung haben, ſie der Beurtheilung nach neuern Geſet⸗ zen zu entziehen. O*. . 6. 4 Zu Art. 975 des Gode Napoléon. Nach dieſem Artikel duͤrfen delatanen eines Teſta⸗ ments bei demſelben durchaus nicht als Zeugen zugezo⸗ gen werden, und iſt im entgegen geſetzten Jalle das Teſtament null und nichtig. Es fran ſich: Geht dieſe Verfüͤgung auch auf uneigentliche Vermaͤchtniſſe? Ich verſtehe dar⸗ unter alles das, was nach der Dispoſition des Erblaſ⸗ ſers der Erbe an gewiſſe Perſonen auszahlen muß, um dagegen etwas zu leiſten. Eine gewiſſe Dame Moreau, verwittwete Cor- nelle, hatte ein Teſtament errichtet, in welchem ſie ihren Erben zur Pflicht machte: acht Tage nach ihrem Dode an den kathol iſchen Prediger zu Nievil die Summe von 160 Franken auszuzahlen, um Seelmeſſen fuͤr ſie zu halten. Der katholiſche Prediger zu Nievil, Ducluſeau, war aber bei ihrem Teſtament als Zeuge zugegen. Nach dem Ableben der Dame Moreau wurde das DTeſtament aus dem Grunde als nichtig angefochten, weil der Prediger Ducluſeau nicht zugleich Legatar und Zeuge bei dem Teſtamente habe ſein koͤnnen. Die Nullitaͤt wurde auch in der erſten ſo wohl als zweiten Inſtanz ausgeſprochen, weil 1) der Code Napoléon die legarziros⸗ à quelque titre qu'ils ſoient von der Z Zeugenfaͤh bigkeit bei Teſtamenten ausſchließe; 486 — 1 3 weil, wenn auch der Prediger Duclnfeau nicht im Teſtamente genannt worden 5 ihm doch das Legat hinterlaſſen ſei; 3) weil das, was an den katholiſchen Prediger zu Nievil bezahlt werden ſolle, nach dem Willen der Teſtatricinn, doch im Grunde ein wahres Le⸗ gat und ein legatum ſub modo ſei.*) Uns will nun die Richtigkeit dieſer Entſcheidungen durchaus nicht einleuchten. Einmahl faͤllt der Grund, warum der Code Napoléon will, daß kein Legatar zugleich Deſta⸗ nentszeuge ſein koͤnne, hier gaͤnzlich weg. Dann aber zweitens iſt das, was an den katholiſchen Prediger zu Nievil, nach der Dispoſition der Dame Moreau, bezahlt werden ſollte, kein eigentliches Le⸗ gat, und daher auch kein legatum lub modo, ſon⸗ dern ein honorarium fuͤr zu leiſtende Dienſte. Auf uneigentliche Legate und Legatarien darf aber die Dis⸗ oſinnn: des Art. 975 nicht bezogen werden. 3 3 8* 4 1 4 3 7 gann auf Guͤter, auf welche, nach dem ältet Rechte, der Mannsſtamm entweder ein ausſchlie⸗ ßendes oder doch ein vorzuͤgliches Recht hatte, ſolches, zum Nachtheile der weiblichen Deſeen⸗ denz nie mehr geltend gemacht werden, wenn der Sueceſſionsfall ſich unter der Herrſchaft des Code Napoléon ereignet! Unter der Verlaſſenſchaft eines gewiſſen Serenus Bertrami, der im Jahre 11 verſtarb, befand ſich ein Gut, we ſchi⸗ eine kirchliche Emuoure war. Sei⸗ *) Sau. du Code Dapan X. r, pag. 109 lag. im de vori dr Cod 487 uelie ne beiden Toͤchter verlangten, in Grundlage des Arti⸗ in uh fels 732 des Code Napoléon, daran mit den Soͤh⸗ neern gleiche Rechte, obgleich den letztern durch die em⸗ in geie pbyteutiſche Acte vom 2. Januar 1702 ein ausſchlie⸗ ih dn N ßendes Recht daran zugeſichert waorr. Alls das Civil⸗Tribunal zu Vougoères ſie mit ih⸗ ſid ren Antraͤgen abwies, wendeten ſie ſich an den Appel⸗ Erſhi lationshof zu Turin, der aber das vorige Erkenntniß min unterm 11. Thermidor XIII aus folgenden Gruͤnden t dr F. 42 daut beſtärigtee“ ir einihn 19 weil die Artikel 732 und 745 des Code Na- du iati poléon auf den beſondern Fall, wovon hier die füim dad Rede ſei, nicht anwendbar waͤren, da ſelbige airitn bloß von Guͤtern redeten, welche auf die Kinder uhwun ex beneficio parentum, und nicht ex pacto edaß. et providentia majorum, waͤren veranfaͤllet uf cheeh wordenz G den. 2) weil man hier die Grundſaͤtze von Erſtgeburts⸗ recht, Fideicommiſſen und Lehnen, nicht zur An⸗ wendung bringen koͤnne, da alle dieſe Inſtitute in der neuen Verfaſſung waͤren unterdruͤckt wor⸗ den, die Emphyteuſen aber noch zu Recht be⸗ 1 1 ſtntaden, 1ae Nun griffen die Bertramiſchen Toͤchter zum Caſ⸗ b 1 8 ſationsgeſuch, und der Caſſationshof hob auch wirklich libzen die die vorigen Erkenntniſſe aus dem Grunde auf, weil uinn der Code Napoléon durchgehends die Gleichheit der banßt Rechte beider Geſchlechter bei der Succeſſion der Kin⸗ guet der angenommen habe, ohne auf die Beſchaffenheit und den Urſprung des von den Aeltern auf ſie vererb⸗ iſen Kee afhn 6 ten Vermoͤgens Ruͤckſicht zu nehmen. uii n Wir geſtehen aufrichtig, daß uns uͤber das Caſ⸗ — ſationserkenntniß große Bedenklichkeiten vorgekom⸗ nmen ſind.. 4u 88 488 —.,— Die Artikel 732 und 745 des Code Napoleon 5i- enthalten doch weiter nichts, als die Regel— eine fünich Regel, ſo wie ſie auch in dem gemeinen Rechte vor⸗ En kommt. Es iſt alſo der Vorzug des maͤnnlichen Ge fau a ſſcchlechts vor dem weiblichen darin nicht abſolut aus⸗ Ia hatte geſchioſſen. Daß er bei ehemahligen Fideicommiſſen Zal und Lehnen nicht weiter in Betracht kommen kann, nſi folgt darum ſchon von ſelbſt, weil dieſe Inſtitute imn uh w Frankreich ſupprimirt worden ſind. Aber laͤßt ſich dar⸗ tt d um behaupten, daß er nirgends meßr und auch bei ä gan ſolchen Inſtituten nicht Statt finde, wie z. B. die Em-⸗ SDo phyteuſis iſt, die noch beſtehenn: rch Es kommt hinzu, daß der Vorzug des Manns⸗ d ta ſtammes hier in dem Vertrage mit der Kirche ſeinen Rſebe Geund hatte, ja, daß ausſchließend nur dem Manne 1G ſtamme das Recht auf die Emphyteuſis zugeſtandemn war. Der Antrag der Bertramiſchen Tochter war);d Kdaher durchaus nicht fundirt. Sie hatten auf keinen IFall einen Anſpruch an die Emphyteuſis, ſondern ſol⸗ a che mußte entweder an die Kirche zuruͤck fallen„ oder ih. den Bertramiſchen Soͤhnen ausgeliefert werden. Von d einem Surrogate in Gelde konnte auch nicht die Rede i ſein, da die Toͤchter die Sache nicht ſelbſt verlangen ²): konnten. B. 8 6 an 8. mn Kann der Beweis des Ehebruchs auch auf eine de aͤntliche Art gefuͤhrt werdenen Der Code Napoléon ſchweigt ganz daruͤber, ob un— ... Annſtäch der Ehebruch nur auf eine natuͤrliche oder auch auf ei⸗ u du ne kuͤnſtliche Art bewieſen werden koͤnne. Die Mei⸗ lſitar nungen der franzoͤſiſchen Juriſten ſind daher daruͤber Wan getheilt. Einige laſſen bloß den natuͤrlichen, andere aber auch den kuͤnſtlichen Beweis zu. . de Neyölen Nal a un Rat umünd ahſolut a 4 Fdeitmmir hnna tr ie Inſite liſtſte und auh 6 Bne des us tKrct ſa ir dem Ma ſis zaxeimn en Töctnn tten auf in 3, ſewm ück falen,e werde 9 nict deh elbſt vatn 3 4u0 auf der! 489 —B— Bei folgendem Rechtsfalle wurde die Frage aus⸗ fuͤhr lich verhandelt. 4 Ein gewiſſer L** zu Bourdeaux klagte gegen ſeine Frau auf Scheidung wegen begangenen Ehebruchs. Er hatte ſie zwar nicht uͤber dem Ehebruche ertappt, aber Zeugen waren vorhanden, welche haͤuſige Beſ ſuche, Kareſſen, und verdaͤchtige Zuſammenkünfte bezeugten. Auch waren Liebesbriefe aufgefangen worden, die nicht abgelaͤugnet werden konnten, und aus welchen ein genaues Liebesverſtaͤndniß hervor ging. Das Tribunal der erſten Inſtanz erklaͤrte auf dieſen kuͤnſtlichen Beweis die Eheſcheidungsklage fuͤr zulaͤſſig, und eben das that das Appellaͤtionsgericht auf die an daſſelbe gelangte Berufung.⸗ Als Hauptgruͤnde der Entſcheidungen kamen vor: 1) da der Code Napoléon ſich uͤber den Beweis ddes Ehebruchs gar nicht erklaͤrt habe, ſo muͤſſe man annehmen, daß derſelbe ſo wohl auf natuͤr⸗ liche als küͤnſtliche Art gefuͤhrt werden koͤnne, wie es das aͤltere Recht— beſonders das roͤmiſche— zuleſſe; 2) erhelle aus einem der Liebesbriefe der ehebreche⸗ riſche Umgang klar, indem der Liebhaber darin von Vergnuͤgungen rede, die er die vorige Nacht in den Armen von Madame L““* genoſſen, und die eine ſanté un peu changèée bei ihm hervor gebracht haͤtten). Wir ſind nun freilich auch der Meinung, daß der kuͤnſtliche Beweis des Ehebruchs im Gode Napoléon nicht ausgeſchloſſen ſei, und haben nichts gegen die Zu⸗ laͤſſigkeit der Scheidungsklage, wenn ſo aͤrgerliche Do⸗ kumente vorliegen, als hier vorlagen; glauben jedoch, *) Jurisprud. du Code Napol., X, 1. pag. 50. — 49* daß der feamuſfs Richter hier oehutſamer gehen 7 mußte, als ehedem der deutſche Richter zu gehen brauchte. Denn aus den Discuſſionen des Code iſt erſichtlich, daß man Anfangs die Scheidungsklage we⸗ gen Ehebruchs der Frau nur dann zulaſſen wollte, wenn der Ehebruch mit oͤffentlichem Aergerniß ver⸗ bunden war, und ob man gleich hernach, auf Tron⸗ chet's Erinnerung, davon abging„und den Rich⸗ tern uͤberließ, die Umſtaͤnde zu erwaͤgen, auch daher den Art. 229 in ganz allgemeinen Ausdruͤcken abfaßte, ſo konnte es doch nicht die Abſicht der Geſetzgeber ſein, einen andern kuͤnſtlichen Beweis beim Ehebruche zuzu⸗ laſſen, als den, welcher auf ras unhrirlihus vio. lentis bepuiht. 1— 9.— ann veneriſche Anſteckung eine Frau zur Ehe⸗ ſcheidungsklage gegen ihren Mann be⸗ rechtigen? Ein Ebemann war von einer Hure angeſteckt wor⸗ den, und theilte dieſe Anſteckung ſeiner Frau mit, wel⸗ che dieſes Geſchenk ſo uͤbel aufnahm, daß ſie daruͤber zur Scheidungsklage gegen ihn vorſchritt, In der erſten Inſtanz wurde auch die Klage an⸗ genommen, in der zweiten aber verworfen, und auch das uͤber dieſe Verwerfung angebrachte Caſſations⸗ geſuch abgeſchlagen, weil der Fall nicht unter die im Code Napoléon Art. 231 aufgefuͤhrten Sheſthei⸗ dungsurſachen gehoͤre. Siehe die Jurisprud. Code Napol., Tom. VI, pag. 300 ſeq., und Tom X, 2. part., pag. 355. Der Caſſationshof meinte, die Mittheilung galan⸗ ter Krankheiten koͤnne nicht zu den injures graves, und eben ſo wenig zu den ſévices, gezaͤhlt werden. 1 —— wuüͤder eſcth Dni 1 den e lüthei brll Wo Prebeh auneur n aus di dang er dr Eh feirande feße N. fahe er ALer Ma nende. Ehegatt niebeſon Arhei 13n n der Tom. 47,1 355, mau Ruc heͤdur otn ſite 9l 1 en des(ob eddin ſen delt le lerzeni t, af e und da gen, ah 4 sdrücen it Gſſtzaie Chetrag wmrioribun Frat zu Naan a xe unfit r Fraum dih ſeu it. ch di die 5 1 vorfen, u 1 achte(iſt⸗ itht unei führun dit risyrul u e, dirbeimmes⸗ tjures ,⸗ gelitam S 491 —— Darin ſind wir mit ihm zwar einverſtanden, aber zu den excès, ſollten wir doch glauben, gehoͤre die Mittheilung der veneriſchen Krankheit, wenn es etwa uͤberall einen excès noch in unſern Dagen gibt, oder das Wort nicht ganz bedeutungslos im Code daſteht. Wir behalten uns vor, uͤber dieſe und andere Eheſchei⸗ dungsurſachen nach dem Code Napoléon noch ein⸗ mal nsfühelih zu ſprechen, Wr. 3 19. Zu Art, 273 des Code Napolaon. Dieſer Arrikel will, daß die Klage auf Eheſchei⸗ dung erloſchen ſein ſoll, wenn eine Verſoͤhnung unter den Ehegatten, nach den zur Eheſcheidung ſich quali⸗ ficirenden Handlungen, erfolgt iſt, ſelbſt auch, wenn uſ Verſoͤhnung erſt nach angeſtellter Scheidungs⸗ klage erfolgt ſein ſollte. Aber wie die Verſoͤhnung beſchaffen ſein muͤſſe, daruͤ ber erklaͤrt er ſich nicht. Man nahm bisher immer eine doppelte Art von Verſoͤhnung an, eine ausdruͤckliche und eine ſtillſchwei⸗ gende. Die letztere wurde begruͤndet dadurch, daß die Ehegatten friedlich bei einander geblieben waren, und insbeſondere beim Ehebruch ſich nachher wieder einan⸗ der ehelich beigewohnt hatten, In einem weitlaͤuftigen Scheidungsprozeſſe, der in der Jurisprudence du Code Napol., Tom. I pag. 347, und Tom. III pag. 23 ſeq., und 477, Tom. V pag. 451, und Tom. X, 2. part. pag. 355, vorgetragen iſt, kam die Frage zur Sprache, ob man nach dem Geiſte des Code nur eine aus⸗ druͤckliche Reconciliation zur Erſtickung der Ehe⸗ ſcheidungsklage anemeet konne, oder ob guch eine ſo N 49⸗ genannte ſtillſ chweigende dazu genuͤge, und fer⸗ ner: welche Thathandlungen, im Fall man auch die letztere zulaſſen wollte, dahin gehoͤren? Darin iſt man in Frankreich einig, daß die Fort⸗ ſetzung der Cohabitation wenigſtens nicht immer als ei⸗ ne ſtillſchweigende Reconeiliation betrachtet werden koͤn⸗ ne, indem in den Faͤllen des excés, der lévices und injures graves, die Frau erſt durch den Richter au⸗ toriſirt werden muß, wenn ſie ihren Mann verlaſſen 3 5 will, folglich es ihr nicht einmahl erlaubt iſt, ſich ei⸗ genmaͤchtig zu entfernen.— Aber niemand wird auch ſchon das bloße Zuſammenbleiben der Ehegatten bis zur Anſtellung der Scheidungsklage als eine ſtill⸗ ſchweigende Reconciliation anſehen, und ſelbſt auch nicht nach angeſtellter Scheidungsklage. Nach den Verhandlungen uͤber die Ehegeſetze des Code zu urtheilen, ſcheint es, als wenn die Geſetz⸗ geber hier alles dem vernuͤnftigen Ermeſſen des Rich⸗ ters uͤberlaſſen haͤtten, und man daher ſo wohl eine ausdruͤckliche als ſtillſchweigende Reconciliation anneh⸗ men koͤnne. Indeß mußten, was die letztere betrifft, die Handlungen voͤllig ſchließend ſein, was man bisher nicht immer ſo genau beruͤckſichtigte. gefallenen Handlungen, die ſich zur Eheſcheidung qua⸗ lificiren, nichts deſto weniger wieder hergeſtelltes freund⸗ ſchaftliches und liebevolles Betragen der Ehegatten ge⸗ gen einander als eine Reconciliation betrachtet wer⸗ den koͤnne. Eben ſo wuͤrde die Annahme von Schen⸗ kungen und andern wohlthaͤtigen Zuwendungen als eine Alccceptation der angebotenen Verſoͤhnung anzuſehen ſein. Dagegen wuͤrden wir Bedenken tragen, den Beiſchlaf, nach in Erfahrung gebrachtem Ehebruch, als eine Reconciliation und Vergebung zu betrachten. Denn da unter Ehegatten mehrentheils alles hoͤchſt me⸗ So halten wir naͤmlich dafuͤr, daß ein, nach vor⸗ 3 inen 3 7 dem ver worden 3p nie des Con rr, ho niheiſ NMa ftinn m tne ang ſiner J Ihre⸗ dm deſ ait, 4 dnn der rioau den Rona Nam un dubt ſ, t ht t wene n n der Fier ge as emi und ſehfr⸗ ge. ie Ehrviizt venn degi neſen delh det ſo uih neilatin in e ltzeertei was unt ſin, uie heſchedmnr geſelle te er Ehegatnt — dme ron En ndungn 6 nung 6 en trazen, ſem Eitr gzu dertt ales bti d 493 —”— chaniſch zugeht, ſo kann ſchon deßwegen nicht, und noch mehr darum nicht dem Beiſchlafe die Kraft der ſtillſchweigenden Reconciliation beigelegt werden, weil ihn das phyſiſche Beduͤrfniß herbei fuͤhrt. Es iſt be⸗ kannt, daß uͤberall der Satz: wie der, nach in Erfah⸗ rung gebrachtem Ehebruche, wieder von dem unſchul⸗ digen Ehegatten geſtattete Beiſchlaf als eine ſtill⸗ ſchweigende Vergebung zu betrachten ſei, mehr eine Grille der Juriſten iſt, als die Autoritaͤt der Geſetze fuͤr ſich hat. Wenigſtens kennen ihn die Geſetze nicht als eine praefumtio juris et de jure, und nach fran⸗ zoöſiſchen Rechten kann er um ſo weniger dafuͤr gehalten werden, als darnach der ganze Reconciliationspunkt dem vernuͤnftigen Ermeſſen des 3 Richters uͤberlaſſen worden iſt. M. 11. In wie fern iſt der Beweis des Eheuche und des Coneubinats gegen teſtamentgriſche Dispoſi⸗ tionen zu Gunſten der Coneubinen und der von ihnen erzengten Kinder zulaͤſſig?, Ein gewiſſer Frangois Dubois, der verheirathet war, hatte mit Prançoife Lemur 25 Jahr in ehe⸗ brecheriſcher Verbindung g gelebt, und mit ihr mehrere Kinder erzeugt. In den Geburtsacten dieſer Kinder hieß es durchgehends, ihr Vater ſei unbekannt. Nach dem Tode ſeiner Frau nahm er die Beiſchlaͤ⸗ ferinn mit ihren Kindern zu ſich, und gab den letztern eine angemeſſene Erziehung. Im Jahre 3 verkaufte er ſeiner Maitreſſe ein Landgut fuͤr 6000 Franken. Im Jahre 13 errichtete er ein Teſtament, worin er die Kin⸗ der derſelben zu Erben einſetzte, welche, wie er be⸗ merkte, das Ungluͤck gehabt haͤtten, ihren Vater zu X 4.. 494 .—,— verlieken. Er ſtarb bald hernach, ohne 1ehens Kinder zu hinterlaſſen. Die Inteſtaterben des Frangçois Dabois griffen nicht nur das Teſtament, ſondern auch die im Jahre 3 geſchehene Veraͤußerung an, welche letztere ſie als eine maskirte Schenkung angeſehen wiſſen wollten. Der Sachwald der eingeſetzten Erben, und der Pravgoiſe Lemur, ſebte den Anttaͤgen der Kläͤger entgegen: s 1) Es exiſtire kein Beiveis, ,daß die iingeſezten Er⸗ ben Kinder des Verſtorbenen waͤren. Zu einer recherche daruͤber koͤnnten aber die Klaͤger um ſo weniger berechtigt ſein, als uͤberall keine re- cherche der Paternitaͤt hier Statt finde, und ſelbſt die recherche der Maternitaͤk unerlaubt ſei, wenn ein Ehebruch oder Inceſt dadurch an den Tag kommen wuͤrde. 2) Unter dieſer Vorausſetzung, und daß bier gar keine Unterſuchung Statt finde, bleibe es auch ganz gleichguͤltig, ob die an Frangoiſe Lemur geſchehene Veraͤußerung eine verſteckle Schen⸗ kung involvire, oͤder nicht. Nichts deſto weniger wurde die Klage der Inte⸗ ſtaterben angenommen, und ihnen lalva reproba. tione zu beweiſen auferlegt: 1) baß der verſtorbene Dubois die Lemur waͤh⸗ rend ſeines Eheſtandes eingemiethet und unter⸗ halten; 2) daß er ſie haͤufig be ſucht, und ſogar ganze de Nach te bei ihr zugebracht; 3) daß er ſeinen Umgang mit der Lemur gar nicht verheimlichet vielmehr oͤffentlich eingeſtanden; 4) daß er nach dem Tode ſeiner Frau die Lemur mit ihren Kindern zu ſich genommen und erhalten; ————— 495 ln h 3) daß er den Kindern eine anſtaͤndige Erziehung 8 Dub gegeben, daß er ſie als ſeine eigenen Kinder be⸗ c wu handelt, ſie ſeine Kinder genannt, und ſie dage⸗ bhannh gen ihm den Namen Vater beigelegt. Und mafi endliohhshshs mwolt...„ En 9 6) daß er in den letzten Jahren ſeines Lebens gar tign de ſehr fuͤr das Beſte der Lemur und ihrer Kinder pcge gaveſen. de gſte Den Verlauf dieſes Rechtsſtreits erſehen wir nicht kät, 3 aus der Jurisprudence du Code Napoléon, wor⸗ bek di ie aus er Tom. X, part. 2, pag. 43t ſeq., genommen ai iſt. Wie aber, wenn das Beweisthema erſchöpft wor⸗ Suat in den ſein ſollte, das Definitiverkenntniß ausfallen muß⸗ natntik aa te; liegt klar am Tage.„ Wir wollen nur noch die Iniſ un Gruͤnde, welche der Gerichtshof fuͤr ſein Erkenntniß aanfuͤhrte, hierher ſeten.“ und dh:„Der Artikel 763 des Code Napoléon(heißt es) e, e gebe doch den Seitenverwandten, als Inteſtat⸗ ranxalele erben„ das Recht, das einem ehebrecheriſchen reritt d Kinde zu leiſtende Alimentationsquantum zu be⸗ ſtreiten, weil es eine Sache ſei, die auf die Rech⸗ „. te des Erben Einfluß habe. Sie muͤßten dem zu Kan ni Folge alſo auch befugt ſein, zu unterſuchen, ob llna hu der eingeſetzte Erbe aus einem Ehebruch erzeugt ſei; da, wenn dies der Fall ſein ſollte, er gar 1 die Lent nicht zu der ihm zugedachten Erbſchaft gelangen niethet mu onne; ihr Intereſſe alſo um ſo groͤßer ſei. Und da nach dem aͤltern, durch den Code Napoléon ſturr anal nicht abgeſchafften, Rechte die Concubinen nichts aaus dem Teſtamente erhalten duͤrften, ſo duͤrfte enurg ihnen auch durch eine maskirte Schenkung eben h uxius ſo wenig etwas zugewendet werden, folglich kom⸗ me alles darauf an, ob die Lemur wirklich eine ſunes Maitreſſe des Dubois geweſen. Daß der im men und ſie 1— 498 —,— ZJahre 3 mit ihr errichtete Kauf eine maskirte Schenkung ſei, liege uͤbrigens daraus am Tage, weil eines Theils die angebliche Kaufſumme gar nicht mit dem Preiſe des Guts im Verhaͤltniſſe ſtehe, andern Theils auch die Lemur nicht ein⸗ mahl ſo viel Vermoͤgen beſitze, um dieſe geringe Sunmjme bezahlen zu koͤnnen. „Sollte(heißt es weiter) hier keine re- cbherche und kein Beweis Statt finden, ſo dͤrf⸗ ten die Artikel 762, 325, und 3309 ganz muͤ⸗ ßig da ſtehen, und wuͤrden die Geſetze nur um⸗ gangen werden koͤnnen... Wir erlauben uns hier folgende Bemerkungen. Der Fall, wovon hier die Rede iſt, gehoͤrt ſichtbar 1 denen, wo man, bei der Entſcheidung nach dem Code Napoléon, auf anſcheinende Widerſpruͤche ſtoͤßt, die aber alsdann verſchwinden, wenn man in den Geiſt der neuen Geſetzgebung gehoͤrig eingedrungen iſt.— Wollte man nach den Entſcheidungsgruͤnden desſoben gedachten Erkenntniſſes den Verwandten un⸗ bedingt das Recht zugeſtehen, im Teſtamente einge⸗ ſetzte Frauensperſonen des Ehebruchs mit dem Erblaſſer zu beſchuldigen, und ihre gleichfalls inſtituirten Kinder fuͤr im Ehebruch mit demſelben erzeugte zu erklaͤren, und ſie daruͤber zum Beweiſe zuzulaſſen, ſo wuͤrde man, auf der einen Seite, offenbar gegen den Geiſt des Gode handeln, nach welchem ſelbſt ein Kind we⸗ der zur recherche der Paternitaͤt, noch zu der der Maternitaͤt, berechtigt iſt, wenn dadurch ein Ehebruch dder Inceſt an den Tag kommen wuͤrde. Dergleichen Verbrechen ſollen, wie ſich der Tribun Duveyrier in ſeiner Rede an das geſetzgebende Corps ausdruckt, zum Beſten der geſellſchaftlichen Ordnung, nicht an den Tag gebracht werden. Man will lieber, daß ſolche Kinder ohne Aeltern bleiben, und auf Koſten d des an n Ta- Mlen d andten uxe R ande tidie⸗ uitin unn den woben Dul , u am ſe Eherrue glech a i juui fen ern etien un daß ondß ſe adnat muf 3 dics 1 zentne 1, Tcürſ ſeidung ut de Wona. 1, denn an drig änpern cheldengent Vetwudi Leſteme nit denei ſtitainnt ugte zu de gſſen, ſn gegen mü Fa noch nd, rch eit de. Dat Dureffi Lotys dian. 4 ny ritte tbet, d R af giul 497 —.— Staats unterhalten werden, als daß Verbrechen an den Tag kommen, die ſchon um des gemeinen Beſten willen verſchwiegen bleiben muͤſſen.— Den Ver⸗ wandten kann man aber doch gewiß nicht mehrere Rech⸗ te zugeſtehen, als das Kind ſelbſt genießt.— Auf der andern Seite iſt aber auch wieder ſo viel wahr, daß die Artikel 325 und 339(der Artikel 762 kommt nicht in Betracht) ganz muͤßig da ſtehen wuͤrden, wenn man den Verwandten nicht wenigſtens bedingt das oben erwaͤhnte Recht zugeſtehen wollte. Duͤrfte man nicht am beſten aus der Sache kom⸗ men, wenn man ſo unterſchiede: die Verwandten, in⸗ dem ſie den Zuſtand der inſtituirten Perſonen, wegen Ehebruch oder Concubinat, anfechten, beziehen ſich gleich auf ganz notoriſche facta, aus welchen eine voͤl⸗ lig juriſtiſche Praͤſumtion entſpringt, oder nicht. Im erſten Falle iſt ihre Klage uͤberall nur recevable, im letztern nicht. In ſo fern alſo duͤrfte das oben erwaͤhn⸗ te Erkenntniß von richtigen Gruͤnden ausgegangen ſein, nur daß die Gruͤnde zu allgemein ausgedruckt ſind. Indeß ſehen wir doch auch nicht ein, wozu es des an⸗ geordneten Beweiſes bedurfte, wenn die Thatſachen, worauf er gerichtet war, in der Notorietaͤt beruheten. L. 12. 4 4 3 4 4 Die Anerkennung eines unehelichen Kindes iſt guͤltig, wenn ſie auch vor der Geburt deſ⸗ ſelben geſchehen iſt. Dies Princip iſt von dem Appellationshofe zu Bruͤſ⸗ ſel, unterm 12. Januar 1808, bei dem Falle ange⸗ nommen worden, wo ein gewiſſer Buiſſeret ſich in ei⸗ ner Notariatsacte zum Vater des von von der ſchwan⸗ gern Adrienne Anthoine zu erzeugenden Kindes be⸗ Heſt V. 35 4 498 —— * kannt hatte*), und, wie wir glauben, mit Recht. Denn der Code Napoléon beſtimmt nirgends, daß zur Guͤltigkeit der Anerkennung die ſchon erfolgte Ge⸗ burt des Kindes erforderlich ſein ſoll. 8 1 13. Wie iſ das Alimentationsguantum bei natuͤrli⸗ chen Kindern nach dem Code Napoléon zu beſtimmen? Der Code Napoléon disponirt bekanntlich uͤber das Alimentationsquantum der natuͤrlichen Kinder gar nicht, ſondern uͤberlaͤßt die Beſtimmung deſſelben al⸗ lein dem Richter. Ohne Anerkennung von Seiten des Vaters, oder gerichtliche recherche der Vaterſchaft, die nur bei der vorher gegangenen Entfuͤhrung zulaͤſſig iſt, kann von keiner Alimentenleiſtung die Rede ſein. Die unvollkommene Anerkennung duͤrfte wohl nur einen Anſpruch auf bloß natuͤrliche Alimente begruͤnden. Aber ſollte denn die vollkommene Anerkennung, ſo wie die Ausmittelung der Vaterſchaft durch gerichtliche re- cherche, nicht auch ein Recht auf buͤrgerliche Alimen⸗ te, oder doch eins auf groͤßere, als gewoͤhnliche, Ali⸗ „ mente verleihen? Es ſcheint faſt ſo, weil dergleichen natuͤrliche Kin⸗ der, in Abſicht des Vermöͤgens des Vaters, nach deſ⸗ ſen Tode ſo ſehr beguͤnſtigt worden ſind, obgleich ihnen kein eigentliches Succeſſionsrecht im Code Napoléon beigelegt worden ſt. tnsſe ds T Dennoch glaube ich, ſie haben keinen Anſpruch auf hoͤhere Alimente, als unvollkommen anerkannte Kinder, *) Jurispruda du Code Nayol., T. X, part. 1, pag. 17 — inem umj Denn und 7 Merlf aEig draus gim — (Sé)—————: 2· ün, nt A mt rinmd, ſe rlg 1 tun hii une Napoliang t bekentt rlihen Fen⸗ nung dſch J dürftert mente ben erkennunn,h tch gecct ürgerichen dönäte, en notiit Vates, t ad, ohhli Code das unn Vinct mnertern art1, P 499 4 —. wenn ihnen der Vater nicht ſelbſt ſolche bewilligt hat. Denn es erhellt deutlich aus den Artikeln 760, 761 und 762, daß der den unehelichen Kindern aus der Verlaſſenſchaft der Aeltern angewieſene Theil nur als ei⸗ ne Ergaͤnzung der Alimente betrachtet werden ſoll, und daraus kann man mit Recht ſchließen, daß ſie ber Leb⸗ zeiten der Aeltern nur auf gewoͤhnliche und natuͤrliche Alimente Anſpruch machen koͤnnen. Dieſe Grundſaͤtze werden auch in den franzdſiſchen Gerichten befolgt, ob man gleich fuͤr die Alimenta⸗ tionsſumme keinen beſtimmten Maßſtab hat, ſondern bei der Erkennung derſelben auf den Vermdgenszuſtand des Vaters Ruͤckſicht nimmt, und dabei die Beſtim⸗ mung des Art. 763 analogiſch anwendet*). Am beſten thut man wohl, wenn man die oben aufgeworfene Frage ſo heantworter: Vollkommen anerkannte, oder durch gerichtliche Unterſuchung ausgemittelte, uneheliche Kinder haben an ſich zwar groͤßere Rechte an das Vermoͤ⸗ gen der Aeltern— ſelbſt auch zum Behufe der Alimente— als unvollkommen anerkannt, aber ſie muͤſſen doch bei Lebzeiten der Aeltern mit den gewoͤhnlichen und natuͤrlichen Alimenten zufrie⸗ den ſein, und was ihnen daruͤber gebuͤhrt, erhal⸗ ten ſie erſt nach dem Ableben der Aeltern durch die ihnen an deren Vermoͤgen von den Ge ſetzen . zugebilligte Portion. Sollte ein Richter mit Vernachlaͤſſigung dieſer Grundſatze auf hoͤhere, und ſogar buͤrgerliche, Alimen⸗ ee erkannt haben, ſo wuͤrden bei dem Ableben der Ael⸗ tern die geſeßzmaͤßigen Erben berechtigt ſein, nach Ar⸗ tikel 760 die Collation(raphor?) von den uneheli⸗ chen Kindern zu verlangen. „Vergl. z. B. die Juriivr, du Code Sera. T.. Paus 1, 8. 1773 500 —— Machen wir von dem Vorſtehenden auf Faͤlle An⸗ wendung, die im Koͤnigreich Weſtphalen, oder in an⸗ dern deutſchen Staaten, in welchen der Code Napo- 1éon eingefuͤhrt worden iſt, vorkommen, ſo muß bei geerichtlicher Regulirung der Alimentationsſumme fuͤr uneheliche Kinder noch durchgehends der alte Maßſtab beobachtet werden, welcher durch die bisher geltenden Geſetze beſtimmt war, indem dieſe Geſetze nicht zu den⸗ jenigen gehoͤren, die durch die Einfuͤhrung des Code Napoléon directe oder indirecte aufgehoben worden ſind. S. 14. UAeber Verſiegelung bei Sterbefaͤllen, zu Arti⸗ kel 81g des Code Napoléon. Aus einem Schreiben des Herrn Friedensrichters Loöw zu Schraplau an deu Herausgeber des Archivs.) Der Code Napoléon verordnet im Art. 819: daß, wenn bei Sterbefaͤllen nicht alle Erben des Erblaſſers gegenwaͤrtig, oder Minderjaͤhrige und Interdicirte unter ihnen ſind, die Verſiegelung des Nachlaſſes entweder auf Anſuchen der Erben, oder auf Betreiben des kaiſerlichen Procurators, oder von Amts wegen durch den Friedensrichter des Orts geſchehen ſoll. 1 So bald im hieſigen Diſtricte die Friedensrichter in Thaͤtigkeit geſetzt wurden, wies auch dieſe Geſetzſtelle ihnen einen Gegenſtand derſelben an, wobei das Ge⸗ ſetz, wie es mir ſcheint, oͤfters zu weit ausgedehnt wurde. Ich kenne Friedensrichter, die in ihrem Can⸗ kon umher reiſen, und die unbedeutendſten Verlaſſen⸗ ſchaften unter Siegel nehmen, ſo bald Minderjaͤhrige daran Antheil haben, wenn auch einer der Aeltern, es yr weſe yſch aſe 80 Ehegar ander ſnd, tnen 6 rinder hͤunde w übe nundſc t iſt inwwil , od ndes en uf äleh den, wann der Code N w) uen, P aticnsſumm der alte A dite ene ithe nictan rung de fgeedn ma 8 lllen, nt w léon. Ksricten kln) des Aechis) in Ar eh t ale Ete Nudenü die Vaüin ſuchen dre hen Prte 1 gan Fiidm derait diſe Gei Drchei de veit ewänt ſein irml ndſten R I rul d Mndeie der Aum 301 1—G— ſei der Vater oder die Mutter. noch am Leben und anweſend iſt, die ſogar das von dem Erblaſſer auf dem Umſchlage ſeines Teſtaments ausgedruckte Verbot der Verſiegelung nicht achten. Von der Nothwendigkeit dieſes Verfahrens kann ich mich nicht uͤberzeugen; vielmehr halte ich dafuͤr, daß, wenn ein Ehegatte des Verſtorbenen— der Vater oder die Mutter der Minderjaͤhri⸗ gen— noch am Leben und gegenwaͤrtig iſt, die Verſiegelung von Amts wegen nicht erforder⸗ lich ſei, ſondern nur auf beſondern Antrag vordenommen werden muͤſſe, und daß es hiernaͤchſt an der bloßen Inventur genuͤge; auch wohl ein eidlich be⸗ ſtaͤrktes Nachl aßverzeichniß des uͤberlebenden Ehegat⸗ ten binreichend ſei, woran ſich alsdann die Taxe und das weitere Verfahren anſchließt. Ich ſtuͤtze meine Meinung auf die Vorſchrift des Code de procedure civile, Th. 2, B. 2, Tit. 1, Art. 911, wonach die Siegel nur dann von Amts wegen angelegt werden ſol⸗ len, wenn der Minderjaͤhrie ge keinen Vormund hat, wenn der Ehegatte oder einer der Erben abweſend iſt, oder der Verſtorbene oͤffentlicher Verwahrer geweſen iſt. Ein ſoſcher Fall iſt nicht vorhanden, wenn ein Ehegatte, mit dem der Verſtorbene die minderjaͤhrigen Kinder erzeugt hat, noch am Leben und gegenwaͤrtig ſind; denn nach Aufldſung der Ehe durch den Tod des einen Ehegatten gebuͤhrt die Vormundſchaft uͤber die minderjaͤhrigen Kinder von Rechts wegen, und ohne beſondere Ernennung, dem uͤberlebenden Vater oder der uͤberlebenden Mutter; der erſtere kann die Vor⸗ mundſchaft in der Regel nicht ausſchlagen, und die letz⸗ tere iſt, wenn ſie auch die Vormundſchaft nicht behal⸗ ten will, ſo lange, bis ſte einen zum Vormund ernannt hat, oder hat ernennen laſſen, die Pflichten eines Vor⸗ mundes zu erfuͤllen, verbunden.(Code Napol., d 502 —.,.—“ Art. 392 und 394; Fr. Laſſaulx ſyſtemat. Zu⸗ 3 m ſammenſtellung der neuen franzoͤſiſchen t Geſetzgebung uͤber Vormundſchaften, Cu⸗ ud, ratelen, und gerichtliche Verwalrungen, ul Seite 20.) Zu dieſen Pflichten gehört die Aufſicht auden über den Nachlaß, und ſo wie der Friedensrichter, d em uhn keine Obervormundſchaft im Sinne deutſcher⸗ Rechte äi, zuſteht— welche vielmehr dem Familienrathe zuzus ume ſchreiben ſein moͤchte— es lediglich dem Vormunde, iimma der fuͤr die Minderjaͤhrigen beim Eintritte eines Ster⸗ ſin befalles ſchon beſtellt iſt, zur eigenen Beurtheilung iim! uͤberlaſſen muß, ob er den Antrag auf Verſiegelung rch 4 fuͤr noͤthig erachte, oder nicht: ſo darf er eine gleiche eit Pruͤfung auch dem uͤberlebenden Ehegatten uͤberlaſſen. m F Geht man auf die Motifs zuruͤck, welche Mr. Siméson r, in der Sitzung des geſetzgebenden Koͤrpers vom 17 ſe, Aprill 1806 uͤber dieſe Geſetzſtelle vorgelegt hat, o mw ſcheint dies unbedenklich zu ſein. Dieſer, als Redner uaa des Staatsraths, ſagt in ſeiner Darſtellung: m Der Friedensrichter ſoll bei Todesfaͤllen die VBer ganie ſiegelung ſogar von Amts wegen vornehmen; al⸗ a n lein es iſt ihm nicht erlaubt, der Wachſamkeit mf der Erben, wenn ſie alle gegenwaͤrtig ſind, oder mi jene der Vormuͤnder und Curatoren, welche ver⸗ antwortlich ſind, und gerechte Gruͤnde, uͤberr: diſſe fluͤſſige Foͤrmlichkeiten und Koſten zu vermeiden, ind haben koͤnnen, zuvor zu kommen, oder dieſelben uh zu erſetzen. Die Vormuͤnder, welche oͤfters die de( Vaͤter oder Muͤtter ſind, und immer aͤlterliche afd Geſinnungen haben ſollen„ ſind, wie die Frie⸗ hme densrichter, mit dem Zutrauen der Geſetze be⸗ plle ehrt. Die letztern ſind in dieſer Hinſicht nur diz u Vormuͤnder derer, welche keine haben. nh Es iſt uͤbrigens nicht gleichguͤltig, ob in ſolchen Faͤle(ole * ken die Verſiegelung erfolgen muß, oder nicht. Ich 503 —*(— mnn will zwar davon abſehen, daß ein Mann von Gefuͤhi ſtiin, dergleichen Geſchaͤfte ſchon darum zu vermeiden ſuchen trnaltnn wird, weil nach dem Geſetze die Verſiegelung in der tin id Regel vor der Beerdigung des Erblaſſers verrichtet antn werden ſoll, wo der Schmerz der Zuruͤckgebliebenen deiin noch neu iſt, und ſich in leidenſchaftlichen Ausbruͤchen mien außert, ſo daß der verſiegelnde Richter zur regen Theil⸗ lenat nahme daran, beſonders wenn Wittwen und Kinder 8 Uns jammern, gereitzt, oder von Leuten von geringer Ein⸗ he Sun ſicht wol gar mit Vorwuͤrfen abſichtlicher Weitlauftig⸗ Rune keiten u. ſ. w. uͤberhaͤuft wird, die, wenn ſie auch un⸗ af Ig gerecht ſind, dennoch kraͤnken, und die Dienſtgeſchaͤfte, datf e im wie ich aus Erfahrung weiß, ſehr verleiden. Aber je⸗ qutin ünz ne Faͤlle kommen bei den Erbregulirungen zu haͤufig üce Nin vor, und die Koſten werden, bei einem geringen Nach⸗ Kerxerz m. laſſe, verhaͤltnißmaͤßig zu groß, da die Reiſekoſten barzattt des Friedensrichters und ſeines Greffiers als baare jeſe, un Auslagen immer bezahlt werden muͤſſen. Bei derglei⸗ ſielu chen Weitlaͤuftigkeiten kann ein Nachlaß, deſſen Ge⸗ desfäleni genſtand 100 Rthlr. nicht uͤberſteigt, durch die Koſten en vornäe. auf 70 Rthlr. ſchwinden; es iſt dies wirklich geſchehen, dr ah und wie nachtheilig hat dann die zu große Fuͤrſorge fuͤr wäriiz ii die Minderjaͤhrigen gewirkt! toren, nachr Diie Friedensrichter, welche, ich will nicht ſagen, bri, dieſe Geſchaͤfte fuͤr ein geſetzliches Mittel, ihre gerin⸗ ſen zu emm gen Dienſteinkuͤnfte zu vermehren, halten, ſolchen aber en, ddu u doch geneigt ſind, wenden ein, daß der Artikel 819 weche bit des Code Napoléon ſich beſtimmt ausdrucke, und dinmn um auf den Code de procedure civile keinen Bezug d, nen nehme, auch durch dieſen, der im Koͤnigreiche Weſt⸗ dr Gt phalen nicht angenommen worden, nicht ergaͤnzt wera rHuſttm den koͤnne. Dagegen iſt aber zu bemerken, daß, wie haden*in Ihrem Archive, S. 41, erörtert worden iſt, der obuſoti Code Napoléon mit dem Code de procedure ci- 6 dot u. vile in inniger Verbindung ſteht, daß ſich beide immer 5⁰⁴4 4—— . auf einander beziehen, daß dies offenbar bei den ange⸗ fuͤhrten Stellen dieſer Geſetzbuͤcher der Fall iſt, und in den letztern dasjenige, was in den erſtern verordnet wor⸗ den, weiter ausgefuͤhrt worden iſt.—— Auch iſt zu erwarten, daß der Code de procedure civile, der in der buͤrgerlichen Prozeßordnung Weſtphalens, ſo weit ſolche bis jetzt abgefaßt worden, mit wenigen Abaͤnderungen aufgenommen worden iſt, bei der kuͤnf⸗ tigen weitern Bearbeitung der Vorſchriften uͤber das Ci⸗ vilverfahren auch in Anſehung jener Stelle beibehalten werden wird, ſo wie es ein bloßer Zufall iſt, daß die Redaction noch nicht hat geſchehen koͤnnen.——— Es iſt zu wuͤnſchen, daß Sie und Ihre Herren Mirarbeiter es nicht verachten, in dem viel geleſenen Archive hieruͤber etwas Ausfuͤhrliches zu ſagen.—— 1 7 Nachſchrift des Herausgebers. Ich fuͤr mein Theil weiß uͤber die Sache nicht viel mehr zu ſagen, als von dem Herrn Friedensrichter Loͤw in dem Vorſtehenden daruͤber geſagt worden iſt. Es iſt wol als ausgemacht anzunehmen, daß der Code de procedure civile in ſeiner beſtimmtern Vor⸗ ſchrift die allgemeinere Vorſchrift des Code Na- poléon modijicirt, und in Frankreich verfaͤhrt man auch allein nach der Vorſchrift des Code de pro- cLedure civile, indem man annimmt, daß die Ma⸗ terie von Verſiegelungen uͤberall nicht in den Code Na- poléon gehore, ſondern hier nur beilaͤufig mitgenom⸗: men, und etwas daruͤber in allgemeinen Ausdruͤcken geſagt worden ſei, wie dies auch ſchon die bloße An⸗ ſicht der Stelle im Code Napoléon zeigt. Wenn auch der Code de procedure civile nicht im Koͤnig⸗ reiche Weſtphalen angenommen worden iſt, ſo ſcheint —— —— . —, 4 — ami Co üin er elle men ſtzgebe de anun ppoce li d üle einne Code aber, in al kered cedun Geele älein ſche 6 gfalle Mhe meeiner — Lusfü nahhmer dedur ͤnder nitel ds k r läme 2 t, u derotgne —— M weme ä n, nt un f, bi d fin üte ß Suile beüten nen. nd Ihn he en dil gie uſun gebett. Sarhe nit Fienen ſagt vemri , daß de(a mmttta k des(odeb nkreich der Code tep t, dns den Cobl duft mie nen Ausdt n di dein zea. 18 nicht in rih ph⸗ 55 —,(— 5 3 es mir doch unbedenklich zu ſein, daß ſolche Stellen des Code Napoléon, als der Artikel 819 iſt, aus ihm erklaͤrt und naͤher beſtimmt werden muͤſſen, man wollte denn, mit Hintenanſetzung der Abſicht des Ge⸗ ſetzgebers, die Geſetze nach den Buchſtaben(littera- lément) erklaͤren. Es iſt die in Frage ſtehende Stel⸗ le des GCode Napoléon nicht die einzige, wo die Er⸗ klaͤrung und naͤhere Beſtimmung aus dem Code de procedure civile geſchehen muß. Zieht man naͤm⸗ lich die Discuſſions zu Rathe, ſo wird man oft auf Faͤlle ſtoßen, wo gegen die Redaction eines Artikels erinnert wurde, daß er nicht hierher, ſondern in den Code de procedure civile, gehdre. Man meinte aber, die Stelle koͤnne auch wol im Code Napoléon in allgemeinen Ausdruͤcken ſtehen, und das Beſtimm⸗ tere daruͤber werde ſich dereinſt in dem Code de pro- cedure civile ſchon finden. In Abſicht der fraglichen Stelle findet ſich nun zwar nichts in den Discuſſions, allein da man ſich bei fruͤhern Redactionen ſchon aͤhn⸗ liche Gemeinplaͤtze, als der Artikel 819 enthaͤlt, hatte gefallen laſſen, ſo hielt man es wahrſcheinlich nicht der Muͤhe werth, auch gegen dieſen Artikel noch etwas zu erinnern. Ich fuͤr mein Theil pflichte daher der Anſicht des Herrn Friedensrichters Loͤw durchgehends bei. Es wuͤrde hoͤchſt ungereimt ſein, wenn man den Arti⸗ kel 819 des Code Napoléon in der Allgemeinheit, wie er da ſteht, im Koͤnigreiche Weſtphalen anwenden, und nicht auf die nothwendige Reſtriction und weitere Ausfuͤhrung im Code de procedure civile Ruͤckſicht nehmen wollte. Denn wenn auch der Code de pro- cedure civile im Weſtphaͤliſchen nicht recipirt iſt, ſo ſchadet das doch ſeiner Qualitaͤt als Interpretations⸗ mittel im geringſten nicht. Ich ſollte denken, ſo er⸗ was koͤnnte unſern Juriſten gar nicht auffallen, die Daͤrfen ſich entweder uͤberhaupt, oder doch ſchon 5 weiſe zu thun.“ Es iſt auf der einen Seite allerdings loͤblich, daß 6 So —,— 4 3 baran gewoͤhnt ſind, daß man Stellen der Pandecten aus andern Schriften der Alten erklaͤrt, die auch nich als Geſetz angenommen ſind. 15. jetzt, bei den Gerichten im Koͤnigreiche Weſtpha⸗ len Praͤjudizien, mit Hinſicht auf die Anwen⸗ dung des Code Napoléon, bilden: Was ich unter Praͤjudizien hier verſtehe, brauche ich wol nicht erſt zu entwickeln, da ich es bloß mit Sachverſtaͤndigen zu thun habe. Ich bemerke nur, daß ein Praͤjudiz auf eine doppelte Art entſtehen kann; aus der Erklaͤrung der Geſetze nach einer gewiſſen Anſicht, und aus der Anwendung eines gewiſſen arbitrii judi- cis in den Faͤllen, wo die Geſetze ſchweigen. Mit den Praͤjudizien der erſten Art habe ich es hier vorzugs⸗ ein Gericht bei der Entſcheidung gleicher oder doch aͤhnlicher Faͤlle immer wieder dieſelben Grundſaͤtze an⸗ wendet, die es einmahl angewendet hat, weil ſonſt gegen die durchaus gleiche Gerechtigkeit deſſelben leicht Zwei⸗ fel bei den Ununterrichteten entſtehen koͤnnen; wenn gleich auf der andern Seite die Forſchung nach der Wahrheit dadurch gehemmt, und bei eigentlichen Irr⸗ thuͤmern die richtige Anwendung der Geſetze auf immer behindert wirrr. Dem ſei indeß, wie ihm wolle, ſo bleibt ſo viel aus⸗ gemacht, daß Praͤjudizien, welche auf Geſetzerklaͤrung beruhen, ſich vernuͤnftiger Weiſe nicht bilden können, als wenn die Richter mit den Geſetzen voͤllig vertraut find, oder uͤberall die Kenntniß des Rechts, von deſſen 4 3 4 5 vun ä ton ¹ in ſü Ein ſte, Gebrit vorden dufdrar in fi knni ſi Sahh teiit gen d riſt feine gen, uns g ſäns und? Kennt faſdun lce vir) halfe Lätun dßr dß üüſch licher ſhe das c der 12 Orern dedte R 1 7 ddet dis ſ reiche Räiſt 1f dit Ina dildenn derſthe, tu ich alir bemetkemi ſtehen im a gewiſen li ſen adiriſi ſchwagn hes dir ueg nss lih leiche t n Grunie vell ütigr ebden lict e fonnen, n rſchung u eizemiitad igae geithuie f eſtrtm b S07 0„ Anwendung die Rede iſt, ſich ſo angeeignet haben, als es von einer richterlichen Perſon verlangt wird. Ein fremdes eroberndes Volk hat uns aufgedrun⸗ gen ſeine uns ganz unbekannte Verfaſſung, ſeine Ge⸗ ſetze, und damit zugleich einen Theil ſeiner Sitten und Gebraͤuche. Es iſt uns nicht einmahl die Zeit gelaſſen worden, uns mit dem vielen Neuen, was man uns aufdrang, gehrig bekannt zu machen; noch viel weni⸗ ger ſind die gehoͤrigen Veranſtaltungen zu dieſem Be⸗ kanntwerden getraffen worden. Wir alle— NRichter, Sachwalde— ſelbſt Lehrer der Rechte auf den Uni⸗ verſitaͤten— Rechtsgelehrte aller Klaſſen, theoreti⸗ ſche ſo wohl als praktiſche;— wir alle befinden uns ge⸗ gen die franzoͤſiſche Geſetzgebung etwa in dem Verhaͤlt⸗ niſſe, worin ſich der Studierende auf Univerſitaͤten zu ſeinem roͤmiſchen Rechte befindet: faſt moͤchte ich ſa⸗ gen, in einem noch viel ſchlimmern Verhaͤltniſſe; denn uns gehen die Huͤlfsmittel ab, die dieſer zum Verſtehen ſeines roͤmiſchen Rechts hat: ich meine die Geſchichte und Alterthuͤmer des franzoͤſiſchen Rechts, und die Kenntniß der franzoſiſchen oͤffentlichen und Privatver⸗ faſſung. Was wir voraus haben, iſt allein der geuͤb⸗ tere Blick in das Gebiet des Rechts, und dies, daß wir, als gemachte Rechtsgelehrte, uns da ſelbſt fort⸗ helfen koͤnnen, wo der Studierende der Anweiſung und Leitung des Lehrers bedarf.— Aber kann es fehlen, daß wir, von allen Seiten uͤbereilt, doch fehl greifen, daß wir die franzoͤſiſchen Geſetzbuͤcher zum Theil ganz falſch verſtehen und anwenden. Sie, dieſe Geſetz⸗ buͤcher, ſind ja keine Geſetzbuͤcher, wie ſie der Deut⸗ ſche gewohnt iſt, kein vollendetes Ganze, wie etwa das allgemeine Landrecht fuͤr die Preußiſchen Staaten. Die duͤrftigen Beſtimmungen derſelben(ſo ſchoͤn ſie auch ſein moͤgen) ſchwimmen ja nur, wie zerſtreuete Sterne, in dem großen Raume der uns noch ganz un⸗ 508 1 1 hekannten franzöſiſchen Jurisprudenz, und muͤſſen al⸗ lenthalben aus ihrer vaſten Umgebung erklaͤrt und ver⸗ ſtanden werden.— Wurde, nach dieſer Anſicht der Dinge, wol ein Gerichtshof des Koͤnigreichs Weſtphalen es ſich ſelbſt verzeihen koͤnnen, wenn derſelbe, nachdem er in der Unwiſſenheit, die uns jetzt allen eigen iſt, ein Geſetz des Code Napoléon fehlerhaft erklaͤrt, und nach die⸗ ſer fehlerhaften Erklaͤrung entſchieden haͤtte, bei fol⸗ genden gleichen oder aͤhnlichen Faͤllen, nachdem er zur beſſern Erkenntniß und richtigern Anſicht der Dinge ge⸗ langt iſt, der vorigen fehlerhaften Entſcheidung treu bleiben, und ſie zum Praͤjudiz bei ſich erheben woll⸗ te?— Wir muͤſſen jetzt noch alle lernen, lernen lei⸗ der! auf Koſten anderer. Praͤjudizien mit Hinſicht auf die Anwendung des franzoͤſiſchen Rechts koͤnnen ſich nur erſt alsdann bei uns bilden, wenn wir zu dem fremden Rechte nicht mehr in dem Verhaͤltniſſe der Schuͤler und Lernenden ſtehen; wenn wir in Anſehung deſſelben zu eben der Intuition gelangt ſind, zu welcher wir in Anſehung unſeres einheimiſchen Rechts gelangt waren. Was ich hier in beſonderer Beziehung auf das Kö⸗ nigreich Weſtphalen ſage, muß auch gelten in allen uͤbrigen Staaten des Rheinbundes, worin der Code Napoléon eingefuͤhrt worden iſt. d Sollte es im Koͤnigreiche Weſtphalen nicht eine der erſten Pflichten des koͤniglichen Procurators ſein, nicht zu leiden, daß Praͤjudizien entſtehen, welche ſich auf eine falſche Erklaͤrung und Anwendung des Code Napol. gruͤnden? Wodurch wird die ordre public wol mehr geſtoͤrt, als durch dergleichen Praͤjudizien! So zum⸗Beiſpiel wird bei den meiſten, und, moͤchte ich faſt behaupten, allen Tribunaͤlen des Königreichs Weſtphalen uͤber die recherche de la paternité bei iti feſer Ehh gfabe danzd . ien tert Unter diſe fund Unotd tntſt nuat und iſe erüün we ding, a u 8 ftſ dem t 1 iſt dah t, und ubt hätte, ga nachden ee rr rde dau iſcheddmnn h che b 4 nen, lennh en mi hii Rechts ien enn wrgmn. Verälnit vir i liie ſind, uwie Rech gun ng ufdot gettm ün prin drlo glen nict u veura i en, vithi dung d C3 ore nüt n Jräjni in „ und nn 6 Kerinit parmü 1 509 — α— Schwaͤngerungen, die vor dem 1. Januar 1808 vor⸗ gefallen ſind, noch immer fort nach unrichtigen und ganz dem Geiſte des Code ſundider laufenden Prinzi⸗ pien entſchieden, weil man einmahl eine fehlerhafte Ge⸗ ſetzerklärung angenommen hat, obgl eich in den letztern Unterſuchungen in dieſem Archive die Wahrheit zur hoͤchſten Evidenz gebracht worden iſt, und Herr Pro⸗ feſſor Laſſaulx in ſeinen Annalen, B. 1, St. 3, dieſe zuletzt gegebenen Erklaͤrungen aus der neueſten franzoͤſiſchen Rechtsſprechung beſtaͤtigt hat. Welche Unordnungen und Streitigkeiten werden in der Fol ge entſtehen, wenn natuͤrliche Kinder, die vor dem 1. Ja⸗ nuar 1808 erzeugt ſind, die Succeſſion in das Ver⸗ moͤgen des Vaters reclamiren? Ich fuͤhre hier nur ein Beiſpiel an. Es leßhe ſich Praͤjudizien, welche ſich auf offenbar falſche Erklaͤrungen des Code Napo- léon gruͤnden, im Koͤnigreiche Weſtphalen bei man⸗ chen Gerichten ſchon zu Dutzenden anſuͤhren. Es iſt aber ſehr merkwuͤrdig, daß die neuere fran⸗ zoͤſiſche ſaabenſahen und Geſetzgebung uͤberall von ſol⸗ chen Praͤjudizien, wodurch die Einſicht des Beſſern ge⸗ hemmt, und die richiige a nwendung der Geſetze unter⸗ graben wird, nichts wiſſen will, und daß daher wider⸗ ſprechende Urtheile eines und deſſelben Gerichts in di⸗ verſen, aber einander gleichen oder aͤhnlichen, Rechts⸗ ſachen gar nichts Seltſames ſind. So iſt es auch ganz vernuͤnftig. Das Recht, welches in der einen Rechtsſache ausgeſprochen wird, geht doch im Grunde die andere gar nicht an. Es hing ja von den Parteien ab, ob ſie ſich dem Ausſpruche des Richters unterwer⸗ fen, oder ſich der in den Geſetzen nachgelaſſenen Rechts⸗ mittel dagegen bedienen wollten. Dieſelbe Anſicht der Sache hatte der Roͤmer. Nie wuͤrde die doch eigent⸗ lich durch praktiſche Rechtsgelehrte— Richter und Sachwalde— ausgebildete roͤmiſche Jurisprudenz zu 1 Sro der Vollkommenheit gelangt ſein, in welcher wir fie, ſogar in den uns noch uͤbrig gebliebenen Truͤmmern, erblicken, wenn die Forſchung nach der Wahrheit durch Praͤjudizien waͤre gehemmt worden. Wer wird ſich auch bemuͤhen, in den Geiſt der Geſetze einzudringen, und die Theorie des Rechts auszubilden, wenn er weiß, daß einmahl angenommene fehlerhafte Meinungen bei den Gerichten alles Streben nach Wahrheit vergeblich machen. Es iſt bloß ein dem Deutſchen eigener Starr⸗ ſinn, mit Hintenanſetzung der beſſern Erkenntniß die ſchlechtere vorzuziehen und ihr zu folgen, darum, weil er ihr einmahl gefolgt iſt. Die franzoͤſiſche Jurispru⸗ denz und Geſetzgebung will freilich eine ſo viel moͤglich gleiche richterliche Entſcheidung zur Aufrechthaltung des richterlichen Anſehens, aber nicht auf Koſten der Wahr⸗ heit und der beſſern Einſicht. Eine affectirte Infalli⸗ bilitaͤt des Richters iſt ihr ein Graͤuel. prudenz, der die franzoͤſiſche hier auf dem Fuße folgt, im Koͤnigreiche Weſtphalen, das ja ein ganz auf fran⸗ zoͤſiſchen Fuß eingerichteter Staat iſt, die Grille von den Praͤjudizien ganz verbannen. Laßt uns nicht forthin⸗ ken, weil wir einmahl hinkten, und uns nicht einbilden, es convenire nicht mit unſerer Richterpflicht, den Leu⸗ ten hinfuͤhro mehr auf zwei geſunden Beinen zu erſchei⸗ nen, wenn wir ihnen einmahl hinkend erſchienen ſind. Oder wenn wir uns doch nicht von den Praͤjudizien trennen koͤnnen, ſo laßt uns doch wenigſtens nicht fal⸗ ſcce Erklaͤrungen von Stellen des Code Napoléon, die wir in zu entſchuldigender Unwiſſenheit machten, zu Praͤjudizien erheben, und dadurch die neue Juris⸗ prudenz wieder zu einem ſolchen unſeligen Miſchmaſch machen, als die alte wgr.— . 4 P. v. W. Laßt uns alſo im Geiſte der alten roͤmiſchen Juris⸗ 8 Wa wa eze inmen , wenn an Nun dhrhet una en einne 4 n Erkennit en, dan 6 ſ den neſ iln ffreheäaku Kain nih affrtm e 2 rͤmichn fdan puſt in gang 4 deörünt uns nict 9 zs nict ui rfüch, uh Beinen ut daſting den Prän nigſten ni ode Napuss ſenzat unr die neue. d. lan Nür 1 T, Anwendung des Code Napoléon im Auslande, in einem merkwuͤrdigen Rechtsfalle dar⸗ geſtellt.—. Der Oberföͤrſter x. zu R. ,in einer ebemahls preußiſchen, jetzt zum Koͤnigreiche Weſtphalen gehh⸗ rigen, Provinz, hatte im Jahre 1804 angeblich ſeine Haushaͤlterinn beſchlafen, und mit ihr ein uneheliches Kind maͤnnlichen Geſchlechts erzeugt. Die Geſchwaͤchte wollte im Aprill des Jahres 1808 bei dem koͤniglich weſtphaͤliſchen Diſtricts⸗Tribunal zu N. gegen den Oberförſter X. auf Alimentation und Abfindung klagen, und hatte auch bereits die Klage Abergeben, als bei der neuen Organiſation im Koͤnig⸗ reiche Weſtphalen der zu verklagende Oberfoͤrſter ſeine Stelle einbuͤßte, aus Verdruß daruͤber ſofort ſeinen bisherigen Wohnort verließ, und ſich in ein Land be⸗ gab, das zwar weder von dem Code Napoléon, noch von andern franzoͤſiſchen Geſetzbuͤchern etwas weiß, worin uͤbrigens aber die Schwaͤngerungsklagen doch nicht wenig beguͤnſtigt ſind. Die Klaͤgerinn wandte ſich nunmehr mit ihrer Klage an die Stadtgerichte zu“°, als das gegenwaͤrtige fo- rum domicilii des Beklagten, und hier erfolgte das nachſtehende Erkenntniß: Daß ꝛc. Die Sache ſel bſt betreffend, iſt Klaͤ⸗ gerinn mit ihrer Klage ab⸗ und zur Ruhe zu ver⸗ weiſen, und dem Beklagten geſammte durch ihre Anſtellung verurſachte Koſten zu erſtatten ſchul⸗ dig. V. R. W. Gruͤnde. Denn nach der ausdruͤcklichen Vorſchrift des Oode Napoléon finder den Fall der Ent fäb⸗ 512 rung ausgenommen, keine Schwaͤngerungsklage Statt. Der Code Napoléon hat ſeit dem 1. Januar 1808 im Koͤnigreiche Weſtphalen, wo die Klaͤgerinn zu Hauſe iſt, verbindende Kraft, und mit ſeiner Einfuͤhrung ſind alle ihm zuwider laufende Rechte und Befugniſſe abolirt. Zu die⸗ ſen abolirten Rechten und Befugniſſen gehoͤrt aber unſtreitig auch die Schwaͤngerungsklage, als welche in der Ausdehnung des gemeinen und des preußiſchen Rechts ganz dem Geiſte der neuen franzoͤſiſchen Geſetzgebung zuwider iſt. Zwar meint die Klaͤgerinn, daß der Code Napoléon ihr aus einem doppelten Grunde nicht entgegen ſtehe, weil 1) von einer vor dem 1. Januar 1808 geſche⸗ henen Schwaͤngerung die Rede ſei; 2) der Beklagte jetzt unter Landesgeſetzen lebe, welche geſchwaͤchte Perſonen beguͤnſtigen: allein es iſt zu bedenken, daß ad 1) der Code Napoléon keinen Unterſchie zwiſchen Schwaͤngerungen macht, welche vor und nach ſeiner Guͤltigwerdung vorgefallen ſind; vielmehr ein ſolcher Unterſchied dem in den Diseuſſions und Motifs dieſes Geſetzbuchs ausgeſprochenen Geiſte ſchnurſtr acks zu⸗ wider laufen wuͤrde; und ad 2) die Klaͤgerinn durch die Einfuͤhrung des Code Napoléon im Koͤnigreiche Weſtphalen einmahl ihr Klagerecht unwiederbringlich verloren hat, und dieſes Recht dadurch nicht wiieder aufleben kann, daß der Beklagte in ein Land, wo Schwaͤngerungsklagen zulaͤſſig ſind, gezogen iſt. Denn ſo wenig eine nach den Lan⸗ desgeſetzen verjaͤhrte Klage in einem andern 1 Rap 6 ſch Nec 3 Aut lein terie men 513 1 ——e— tabnen Lande, wo die Verjaͤhrungsfriſt weiter hinaus n ſt ſtn geſteckt iſt, angeſtellt werden kann, eben ſo we⸗ Vän. nig koͤnnen durch Landesgeſetze im Allgemei⸗ deüden nen abolirte Klagen einer gewiſſen daleine Gattung in andern Landen angeſtellt wer⸗ w tüont A den, wo ſie uͤbrigens zulaͤſſig ſind. Die hie⸗ Srfuniſe ſigen Landesgeſetze koͤnnen der Klaͤgerinn daher ngeungih, auf keinen Fall zu Statten kommen. aauni Nun moͤchte es zwar ſcheinen, als wenn der Code idei Napoléon nur das gerichtliche Anhaͤngigmachen der Schwaͤngerung unterſage, keinesweges aber der Ge⸗ , n ſchwaͤngerten ihre aus der Schwaͤngerung erworbenen zetnäimn Rechte entziehe, und dieſe daher von ihr ganz gut im Auuslande geltend gemacht werden koͤnnten. Al⸗ nudt eh lein eben dadurch, daß der Code Napoléon die Ma⸗ Nede ſi terien von Abfindung der Geſchwaͤngerten und der Ali⸗ andesgit mentation unehelicher nicht anerkannter Kinder ganz n begite Kbergeht, erklaͤrt er zugleich, daß von dieſen Rechten hinfuͤhro uͤberall nicht mehr die Rede ſein ſoll. Wolla fänabbe te man alſo der Klaͤgerinn ein Klagerecht zugeſtehen, enn ſo wuͤrde man in Anſehung ihrer das Prinzip ſtatuiren mach, 4 muͤſſen, daß ſie von Rechten, die im Lande abolirt dag h ſind, im Auslande Gebrauch machen könne, folglich Unraſtan ein vernunftwidriges Prinzip anerkennen. Ueberall diſeshi⸗ laͤßt ſich nach dem Code Napoléon das Recht ſelbſt hrurh von der Befugniß, daraus auch klagen zu koͤnnen, nicht ſo trennen, als nach dem roͤmiſchen Geſetzbuche, und ie Enün der darauf ſich gruͤndenden gewoͤhnlichen juriſtiſchen daoauct. viedetbein 8:Th... di a. 55 6 b 24.. ks de B 4— agen uiſte tin nhn Zur Literatur des Code Napoléon. 4 Fortſedung: von 4, a, 2, 6 roo und S. 265 folg. Zu den Ausgaben des revidirten Code gehoren ferner 4) Code Nabaleon gdition feule oftciel- le et pouvant éêtre allégué dans le royaume de Weſtphalie, 6dition i in 4 en frang.-alä. lemand et latin. à Strasbourg, Levrault. Aaeh franzoͤſiſch un⸗ 4 urſch„ deurſch alein, und bloß franzoſiſch. 5). Gode Napoléon nouv. et ſteréot. con. . forme à Tédition originale de l'imprimerie impériale, à la quelle on a ajouté les lois transitoires, et une table analyt. et rai- ſonn. des matières, 3. à Paris et Stras- bourg, Treuttel et Würtz.— La mêéme dit. Itéréot., format in 18. ibid. eod. 6) Code Napoléon avec toutes les lois, décrets impériaux, avis du conſeil d'état et inſtructions du miniſtre de la juſtice, 8. deux. dit. Cologne, Keil. — ) Code e Napoléon conforme 4 Ledition originale de l'imprimerie impériale, auquel on a ajouté les lois transitoires, une table analytique des matières et le tableau des 515 —— diſtances de Paris à tous les chefs lieux des départem. Paris, 12. chez le Prieur. — Zu den deutſchen Ueberſetzungen eben deſſelben 4 Napula weirer, 4) Napoléons I. buͤrgerliches Geſetz⸗ buch, nach der neueſten offiziellen Ausgabe ver⸗ deutſcht, und nebſt den von dem franzoͤſiſchen Rechtsgelehrten Herrn Dard jedem Artikel bei⸗ unſ 8.53 gefuͤgten Parallelſtellen des roͤmiſchen und aͤltern n Cuß 4 franzoͤſiſchen Rechts, auch ſeinen eigenen Bemer⸗ kungen und einem vollſtaͤndigen Sachregiſter, heraus gegeben von Dr. C. D. Erhard bei Voß lon ſeult th. in Leipzig, in mehrern Formaten, danseunn Druckpapier gr. ͤ.ͤ.. 14 en kar Schreibpapier kl. 4. cung, IA Velinpapier gr. 4. dauſh in— mit franzoͤſiſchem und deutſchem Texte zuſam⸗ men, Druckpapier gr. 8. h Code Naholdon, uberſekt von Dr. Ec⸗ card, gr. 8. Hamburg, Vollmer. e de limpre e;. 1zjuutk(Die Fortſetzung in den folgenden Stuͤcken.) le andlt an 2 ¹ Pars e9. F 2— un Fortſetzung von A, b, S. 102 und S. 268, g ibid. a Zu Nr. II daſelbſt gehdren weiter uneskn Confèérence des obſervations des 1 canel d Tribunaux d'appel ſur le projet n uin de Code civil, 4 parties en 3 vol. 4. e la jülhe(Die Fortſetzung in den folgenden Stuͤcken.) fome i lät 3. npétidle an Fortſetzung von B, a, S. 102 And S. 271. — 10) Cours complet de droit civil et le täblel frangois, ou recueil gomplet de ma- 36* 26. ximes fondamentales de la Jurisprudence actuelle par Bernardi, 4 vol. 3. 11) Novum juris Gompendium, in cuo fervatur ordo codicis gallici ab Imperatore Napoleone magno promulgati, vol. 3., mit der franzoͤſiſchen Ueberſetzung zur Seite.— 12) Notions eélémentaires du nou- veau droit civil, ou expolé metho- dique des dispoſitions des titres du Code civil par Pigeau,& vol. 8. . 4. 4 44 Fortſetzung von B, b, S. 105 und 2/5. F. A. L. Seidenſtickers Einleitung in den Codex Napoléon, handelnd von deſſen Literatur— Geſchichte— Plan und Metho⸗ de— Verbindung mit der uͤbrigen franzoͤſiſchen Legislation— Quellen— Verhaͤltniß zu den aͤltern Geſetzen und Rechten, zu den ſupplemen⸗ tariſchen Dispoſitionen, und zur Doctrin— Verbreitung. Duͤbingen, bei Cotta, 1808. gr. 8.*) Napoleons Geſetzbuch nach ſeinen Ab⸗ / 1 weichungen von Deutſchlands gemei⸗ nem Rechte, ein Handbuch fuͤr deutſche Ge⸗ ſchaͤftsmaͤnner von Dr. B. W. Pfeiffer und F. G. Pfeiffer, Göoͤttingen, bei Dieterich, 1308. gr. 9. 8 Dieſe Schrift und das oben erwaͤhnte Handbuch von Za⸗ chartà ſind zur Zeit die beiden klaſſiſchen Schriften uͤber den . Lode Napolépn. Arn, Spangenbergi Inftitutiones ju- Jurj mnub diun, un all, 2. ur Sin. res du m expole ne 8. 5 und 5 leitung in adelnd uan h Plan und e eigen ftaniſit Jerhältniß g zu den ſorrim zur Dounn. i Cotta, 1 ch ſeinen) hlands gen für deuſſhe⸗ Pfeiffer! n, bi Di itutiones — t Handduch hu da Schtten hen tres du C 517 —— ris civilis Napoleonei, in uſum prae- jectionum conſcriptae, 8. Goetting. 1803., (Die Fortſetzung folgt.) 90 1 Polniſche. 1 Lauberga(S. C.) Krotka kauka zoy- wilnego Statutu Napoleona wiel- kiego. 8. W. Wroclawia(Korn) i. e. Kur⸗ zer Unterricht uͤber das buͤrgerliche Geſetzbuch Na⸗ poleons, in alphabetiſcher Ordnung. d Anzeigen. 1. Die offizielle Ueberſetzung des Code Napoc léon fuͤr das Koͤnigreich Weſtphalen iſt jetzt bei Le- vrault in Straßburg erſchienen, und hat der Buch⸗ haͤndler Danckwerts in Goͤttingen den Debit derſel⸗ ben fuͤr das Köͤnigreich Weſtphalen uͤbernommen. Es ſind drei verſchiedene Ausgaben. 1) in 4, franzoͤſiſch, lateiniſch und deutſch. 5 BVelinpapier 33 Fr.— Cent. Das Regiſter dazu 10 ⸗ 50 ⸗ Schreibpapier 21 ⸗— ⸗ Das Regiſter dagu 6⸗— ⸗ 2) in 8, franzoͤſiſch und deutſch, 2 B. Schreibpapier 18 Fr.— Cent. Das Regiſter dazu 4 ⸗ 50 Druckpapier 12 ⸗ Das Regiſter dazu 3⸗— N N — N A 518 .—— 3) in 8, bloß deutſch. Schhreibpapier 5 Fr.— Cent. Das Regiſter dazu 1 ⸗ 75 ⸗ Druckpapier 3⸗— ⸗ Das Regiſter dazu 1 ⸗ 20 ⸗ Nach dem Publications⸗ Patent vom 2r. September 1808, welches dieſer offiziellen Ueberſet⸗ zung vorgedruckt iſt, ſoll ſelbige die einzige ſein, welche in den Gerichten des Koͤnigreichs Weſtphalen angefuͤhrt werden darf, und geſetzliche Kraft hat.(§. II.) Es iſt ſogar bei Confiscation und Geldſtrafe verboten, andere Ueberſetzungen im Koͤnigreiche Weſtphalen zu verkaufen. Es heißt ferner in dem Publications⸗Patente§. III: Seit dem 1. Januar 1808, wo, in Gemaͤß⸗ heit des 48. Artikels der Conſtitution, das Ge⸗ ſſetzbuch Napoleons in dem Koͤnigreiche zur An⸗ wendung gekommen iſt, haben die roͤmiſchen, ka⸗ noniſchen, und ehemahligen deutſchen Reichs⸗ geſetze, wie auch die beſondern Geſetze und Ver⸗ ordnungen der Laͤnder, aus welchen das Koͤnig⸗ lichen Obſervanzen und Gewohnheiten, Statu⸗ ten und Vorſchriften aufgehort, in Anſehung derjenigen Gegenſtaͤnde, woruͤber das Geſetzbuch Napoleons Verfuͤgungen enthaͤlt, die Kraft ei⸗ nes allgemeinen oder beſondern Geſetzes zu haben. 8 Durch dieſe Verfuͤgungen waͤre denn der Streit*) uͤber die Anwendung des aͤltern Rechts neben dem neuern fuͤr das Koͤnigreich Weſtphalen voͤllig entſchie⸗ *) S. yben Archiv S. 20. reich beſteht, imgleichen die allgemeinen oder oͤrt⸗ atent dng füilen lin einzige t dichs Wiſti und geſetlt „bai Cenfetnn Uebetſtzerne ffen. Eith Holll „wo, in Gmt itution, det nigreiche jnn die omiche, deutſchen Rit Geſete wd eichen das Kch. gemeinen tdert ünheit, Er t, in Anih der das Giſte ut, die Kani ern Geſehts enn der Etti lcchts ts neben u n i enth — 519— —',— den, indem darnach unſtreitig noch die aten Rechte zur Anwendung kommen, wenn der Code Napoléon ſchweigt. Das Koͤnigreich Weſtphalen hat alſo nun⸗ mehr an dieſem§. III des Publicationspatents ſein ei⸗ genes fuͤr den Praktiker hoͤchſt wichtiges Ventoſe- Geſetz. Eine ſehr wichtige neue Frage iſt aber nun entſtan⸗ den, naͤmlich die: Wie verhaͤlt ſich die Ueber⸗ ſetzung zu dem zugleich mit publicidten Originaltert? Man braucht wol das Publikum nicht erſt der hoͤchſtmoͤglichen Treue der Ueberſetzung zu verſichern, da ſie von ſo geſchickten Haͤnden geleitet worden iſt. Aber Discrepanzen ſind doch moͤglich, wenn nicht das Ge— ſetz der Inſallibilitaͤt angenommen werden ſoll. Es kann hier nicht die Rede ſein von ſolchen Abweichungen, welche abſichtlich begangen worden ſind, z. B. in dem titre prélim., ſondern bloß von ſolchen, wo die Ab⸗ ſicht, von dem Originaltexte abweichen zu wollen, nicht erhellt. Wir wollen hier gleich eine ſolche Discrepanz anfuͤhren, und dazu gerade eine Materie waͤhl en, von welcher in dieſem Stuͤcke des Archivs die Nede in. Art. 231 des Code Napoléon. Driginaltext: Les époux pourront réciproquement de- mander le divorce pour excès, Iévices ou injures graves de l'un d'enæ envers l'autre. Weſtphaͤliſche offizielle Ueberſetzung. Wechſelſeitig koͤnnen die Ehegatten um die Ehe⸗ ſcheidung wegen harter und grauſamer Miß⸗ handlungen oder grober Beleidigungen des ei⸗ nen von ihnen gegen den andern nachſuchen. Hier fehlt in der Ueberſetzung das ſo wichtige ex- cès, welches etwas fuͤr ſich beſtehendes iſt, man mag ¹ 4 8 7 520 —S nun die oben S. 440 folg. gegebene Erklaͤrung davon annehmen, oder darunter, wie ich faſt glaube, ein an⸗- deres Vergehen des einen Ehegatten gegen den an⸗ dern, außer den Faͤllen der Saͤvitien und Injurien, begreifen, womit das fernere Zuſammenleben incom⸗ patibel iſt. Entſcheidet man nun bloß nach der weſt⸗ phaͤliſchen offiziellen Ueberſetzung, ſo muß die Entſchei⸗ dung ganz anders ausfallen, als wenn nach dem Ori⸗ ginaltexte, mit Zuziehung der zur Erklaͤrung deſſelben dienenden Huͤlfsmittel, entſchieden wird.„ Ich denke: im Fall einer ſolchen Discrepanz muß man immer annehmen, die weſtphaͤliſche offizielle Ueber⸗ ſetzung weiche abſichtlich von dem Originalteyte ab, und muͤſſe ihr der Vorzug geſtattet werden. Das Pu⸗ blicationspatent beſtimmt freilich nur das Verhaͤltniß der offiziellen Ueberſetzung zu den nicht offiziellen; in⸗ deß weiß ich doch wirklich nicht, wie man anders aus der Sache kommen wollte, da offizielle Ueberſetzungen nicht nach den Grundſäͤtzen von andern Ueberſetzungen beurtheilt werden koͤnnen. Dieß auf der einen Seite. Auf der andern ſcheint doch wieder entgegen zu ſtehen, daß der Originaltext mit geliefert worden iſt, um auf ihn zuruͤck gehen zu koͤnnen; daß der Ueberſetzung keine vorzuͤgliche vis legis im Entgegenſatze des Original⸗ textes beigelegt worden iſt, und daß die offiziellen In⸗ terpretationsmittel des Code Napoléon bei dergleichen Stellen ganz wegfallen wuͤrden.— Ich geſtehe indeß gern, daß ich mich hier nicht ganz zu finden weiß, und daher lieber andern die Aufloͤſung der Frage uͤberlaſſe. SFuaͤr das Großherzogthum Heſſen⸗Darmſtadt wird gleichfalls eine offizielle Ueberſetzung des Code Napo- léon bearbeitet, deren Verlag der Buchhaͤndler Heyer in Gießen uͤbernommen, und auch bereits den Anfang 1 Eälänmg d llune, nn ten gegen nundz dn menſeh unß mt i nuß di Eit an nachdad tͤnngdi ih. Därran heeffötleld Drignalrne 1 tden. dop t das Ab ht offticln man andasa le Ueheſſze tn llebeſter der enn d ntgegen uin tden it, un Ueberſezune tße de 9 die offjilla⸗ on bei dnun Jü geſcei finden weß Fuuxe ini Durſd des Code Ie uchzändin e rits dan V Sar —,— des Drucks derſelben oͤffentlich angekändigt hat. Sie wird d auchi in berſchiedenen Formaten erſcheinen. III. 3 Herr Profeſſor Laſſaulx zu Koblenz hat vor kurzem ſein Kollegienheft uͤber den Code Nabo, léon gedruckt unter dem Ditel: Codex Napoleon, dargeſtellt und coummentirt von Fr. Laſſaulx, erſter Th. Koblenz 1809, ausgehen laſſen. Nach der Vorrede iſt dies ein ganz eigenes Opus. Noch nicht einmahl als Kollegienheft reif, dient es doch ſchon zur Belehrung von Alt und Jung, da doch ſonſt die reifſten Kollegienhefte nur fuͤr den Unterricht der Jugend beſtimmt zu ſein pflegen. Der Herr Profeſſor konnte das Waſſer nicht laͤnger 8 halten uͤber all den Unfug, der jetzt mit der franzd⸗ ſiſchen Geſetzgebung in Deurſchland, dem Vaterlande der Commentarien und Handbuͤcher, gelrießen wird; er wollte daher lieber, da es ihm an Zeit zu einer ei⸗ gentlichen Ausarbeitung gebrach, durch den Druck ſei⸗ ner Hefte dieſem Unfuge ſteuern. So ein Kollegien⸗ heft dazwiſchen geworfen, meint er, werde ſchon fruch⸗ ten, und die ſchreibſeligen deutſchen Juriſten zum Schweigen bringen. Namentlich iſt auch dieſes Ar⸗ chiv dem Herrn Profeſſor ein 1Skein des Anſtoßes, und er ſcheint ſogar zu g lauben, als ſchreibe ich darin alles allein, denn er zitirt ſtets meinen Namen, nicht die Abhandlungi im Archive*), meint, ich kuͤmmere mich nicht gar viel um die franzoͤſiſchen Juriſten, die ſich *) Da mehrere Mitarbeiter des Archivs auch nicht einmahl bei den Anfangsbuchſtaben ihres Namens genannt ſein wollen, Herr Profeſſor Laſſaulx alſo nicht gerade wiſſen konnte, was von mir und was von andern iſt, ſo werde ich kuͤnſtig alle Auffaͤtze aus meiner Feder mit meinem Namen unterzeichnen, damit eine invidioͤſe Ruͤge nicht den Unſchuldigen inr den Schuldigen treffe. 1 522 —“¹.,—. aber noch viel weniger um mich bekuͤmmerten, und raͤth mir bei Widerlegung einer Stelle, die gar nicht von mir iſt, ſogar an, erſt den Meidinger zu ſtu⸗ diren. Es iſt hier eines Theils nicht der Ort zu einer lite⸗ rariſchen Klopffechterei, andern Theils bin ich dazu Keral nicht mehr aufgelegt. Herr Profeſſor Laſ⸗ ſaulx moge alſo mit folgender Erklaͤrung ein Mahl für alle Mahl zufrieden ſeen. Ich bin weit davon entfernt, ein Theophilus fuͤr das franzoͤſiſche Recht zu werden,„ ſondern uͤber⸗ laſſe gern Herrn Profeſſor Laſſauly dieſe Ehre, be⸗ ſonders wenn die Paraphraſe ſo ſchl lecht iſt. Dieſes Archiv iſt bloß zum Beſten meiner mit der franzoͤſiſchen Verfaſſung und Geſetzgebung ganz unbekannten Lands⸗ leute angelegt worden, und es ſteht jedem frei, ſeine Anſi ichten darin niederzulegen. Ich ſollte denken, man bekuͤmmere ſich gar ſehr um die franzoͤſiſchen Ju⸗ riſten: aber ſind denn ihre Meinungen Orakelſpruͤche? Daß ſchiefe Anſichten einer Legislation, um die man ſich bisher in Deutſchland gar nicht kuͤmmerte, in die G ſem Archibe mit unterlaufen, iſt um ſo natuͤrlicher, al ſich deren in dem Kollegienhefte des franzoͤſiſchen s. mit der franzoͤſiſchen Geſetzzebung ſo genau be⸗ kannten*) Herrn Profeſſors zu Dutzenden finden. Mir und allen Mitarbeitern des Archivs wird die Be⸗ richtigung irriger Meinungen gewiß ſehr willkommen ſein, wenn ſie auf eine humane und den Gelehrten an⸗ ſtändige Art geſchieht, und ich glaube darauf um ſo *) Die genaue Bekanntſchaft hat ihren Grund in ei e mehr⸗ jaͤhrigen juriſtiſchen Praxis. In der franzoͤſiſchen Rechtsge⸗ ſchichte bekennt uͤbrigens der Herr Profeſſor, ſelbſt noch ſehr 4 unwiſſend zu ſein. Ich kannte einen ſehr unberuͤhmten Mann auf einer berähmten deutſchen Univerſitaͤt, der ſich darum al⸗ kein fuͤr faͤbig hielt, ein Kollegtum uͤber die Pandeeten zu le⸗ Fe auen er ſeche Jahre bei einem Juſtiz⸗Commiſſar prakti⸗ it atte 1 —— 3 5823 d—,(— 4* rn mehr Anſpruch machen zu koͤnnen, als ich noch nie ei⸗ 8— nen beleidigenden Aufſatz in dieſes Archiv aufgenommen nger u d habe, auch nie aufnehmen werde. Ich daͤchte, dieſes Archiv konnte mit den Annalen r du en e des Herrn Laſſaulx ſehr wohl zuſammen beſtehen, 6 in hm und gegenſeitige Berichtigungen und Ergaͤnzungen auf Puiſſt h eine fuͤr Gelehrte ſchickliche Weiſe und ohne invidia drung in Re muͤßten dem juriſtiſchen Publikum ſehr angenehm ſein. 8 Uebrigens gebe ich dem Herrn Profeſſor Laſſaulr Thenzzi in ſeinen Invectiven auf die deutſchen Juriſten gern 1, ſceden ze Recht, nur bleibt die Frage, ob ſie ſich durch ein fran⸗ tdiſeene zoͤſiſches Kollegienheft werden zum Schweigen bringen echt ii. de oder gar todt ſchlagen laſſen, und ob ein Paar Buͤcher, der fmiitt wie Seidenſtickers Einleitung in den Co⸗ bekannta lai dex Napoléon, und Zachariaͤ's Handbuch jedem fti a des franzoͤſiſchen Civilrechts, jenſeits des h ſtea Rheins je zum Vorſchein kommen werden. ſunii Dabelow. Drakeäpeuc..— n, mumn 3 uͤmmert, an. onaticte xanzöͤſſte ſo genau Dußzerd fu Yds wid Rh ſehr vilten M en Gelehtn be darauf u — 8 sns ſor, ſäht unn underäinta der ſch dun die dnnetn e 7Smniſuſt 3* 1———— 5 —— —— — 8— 8. 4— 8 9— 3 4— 54 — 4 5—. .—— „ „ — * — 5 8½.— . 4 nr ——— · 8——— 9 * 1 5 S.———— ͤͤͤͤͤͤſͤͤſͤſͤͤſ 8 5 »nrAes ,e r reelene elelrlale lakalad aaanaanetanaaaatananazantannennenasartnazaanaaadean Oem 1 2 3 3 5 6 7 8 9 10 11 12 1 ” Colſour& Grey Control Chart ue CQyan Green Vellow HRed Magenta 8127 14— Gͤͤ d, er