deug n helen, d aren Ann gelſte dazu auf R dr derhond iöber gäen werde di i der Fu wotdenſe Bedisn iht auf Gr warun d n ſeandlt wäͤrde. en wordni ideh iſt, emne⸗ weitns 0 tsſehen, h hwemdi n ezung ſi Materialien tur Geſchichte, Literatur, Beurtheilung, Erklaͤrung und Anwendung des copDE NAPOLEON, hauptfaͤchtich zum Gebrauch der praktiſchen Rechtsgelehtten in Deutſchland. Bom refeſſe⸗ Dabelow in Halle. Viertes Stuͤck. — Halle bei Hemmerde und Schwetſchke. 1808. 9) 8 Wn„ 4 1 1b J n h al t. 3 1ℳ 1 8 XIII. Zur Erklaͤrung des Code Napolébon. 4) Wie iſt die Beſtimmung des Artik. 972, daß bei Te⸗ ſtamenten par acte publie das Teſtament einem Notar dictirt, und von ihm ſo, als es dietirt worden, nie⸗ dderxgeſchrieben werden ſoll, zu verſtehen? Seite a9r 2) Ueber die Schlußworte des Artikels 972 209 3) Bemerkungen zu Artikel 826 J 0.. 300 4) Kommentar uͤber das Geſetz vom ½ Maͤrz 1805 von den Acten des Civilſtandes.(Code Napoléon, Livr. 1 — Ar.eh. roi incl.) XIV. Zur Anwendung des Code Napoléon. ²) Kann die ſtatutariſche Portion der Ehegatten, welche nach mehrern Provinzialgeſetzen im jetzigen Koͤnigreich Weſtphalen ehedem ſtatt fand, bei den Vorſchriften des Code uͤber die Vermoͤgensrechte und Succeſſion der Ehegatten beſtehen: a) Was haben die Tribunaͤle fuͤr Mittel in Haͤnden, den Artikel aua zur Ausuͤbung zu bringen? 368 3) Koͤnnen Coneubinen etwas aus Teſtamenten und Schen⸗— kungen unter den Lebendigen erhalten? 367 5) Auf irgend eine Art erzwungene Anerkennungen un⸗ ehelicher Kinder zur Zeit des alten Rechts ſind unter der neuen Geſetzgebung ohne alle Wirkung. 372 6) Ueber die Exceptio litis iam alibi pendentis mit Hin- ſiccht auf Artikel 14 des Code Napoléon 374 7) Gehoͤrt es unter das Verbot des Artikels 396 des Co⸗ de Napoléon, wenn der Exrblaſſer ſeinen Erben bittet, bei ſeinem Ableben einen Theil des ererbten Vermoͤ⸗ gens einer von ihm beſtimmten Perſon zu uͤberlaſſen? 375 8) Darf vermuthet werden, daß die Foͤrmlichkeiten, wel⸗ che der Art. 972 bei Teſtamenten vorſchreibt, beobach⸗ tet worden, oder muß deren Beobachtung nothwendig aus dem Notariatsinſtrumente erhellen, und findet kein anderer Beweis daruͤber, als nur etwa aus die- ſem, ſtatt?. 378 9) Iſt ein teſtament olographe guͤltig und kann es zur Ausuͤbung gebracht werden, wenn es von einer dabei intereſſirten Perſon iſt eroͤffnet worden, ehe es dem Praͤſidenten des Gerichts eingehaͤndigt wurde, und oh⸗ ne daß das Couvert, worin es eingeſchloſſen war, mit in uͤbergehen worden? 28 311 357 hennung eines natuͤrlichen Kindes auch 1*) Sann die drer als 8 dem Art. 334 vorseſchrlebene 885 Art geſchehen? 11) Bemerkungen zu Art. 172 des Code Napoléon, das Eheverloͤbniß betreffend 387 uͤber die Reconnofflance bei unehelichen. 55) Kehtee Voßr äte die Schwaͤngerungsklagen 9. 1 2 389 d einem Minderjaͤhrigen etwas im Te⸗ eeere, eiesdeee eeefeeneen erwaltung de. da cdlteen va ſolche bhun andern uͤbertragen! 391 144) Wie der Artikel 30 des Code Napoléon andu⸗ 294 wenden? nach der neuen franzoͤſiſchen Ge⸗ 15) ik it dtr ent 10489 beſonderer Anwendung 39, auf das Koͤnigreich Weſtphalen.) 46) Ueber die Aeguißtin, Berlaͤhrung beweglicher Sutes z95 nach dem Code Napoléon 422 1/ neber Art. 2275 des Code Napoléon 02 35) Ueber die Anwendung des Art. 1244 des CodoNepal. 4⁰5 1 29) Zu Art. 2125 des Code Napoléon 407 XV. Zur Geſöiae des Code Sapolson. 412 4 nent V39 au Vie iſß delta ten N an dotäirs teur, notain notair d n lec moins d Uen ä.. Rl 1 — 8 aiu au Erhäruns des code Napoléon. — 4 1 8 1 5 8 3 7 Bie iſ die Beſtimmung des Artik. 972, daß bei TDeſtamenten par acte public das Teſtament ei⸗ nem Notar dietirt, und von ihm ſo, als es di⸗ etirt worden, niedergeſchrieben werden ſol, zu verſtehen: An. 972. Si le teltament eſt regu par deux notaires, il leur eſt dicté par le teſta- teur, et il doit étre écrit par l'un de ces notaires, tel qu'il eft dicté. S'il my a qu'un notaire, il doit etre 6 gal 8 ment dicté par le teitateur et éorit par ce notaire. Dans l'un et Tautre cas, il doit en être don. n lecture au teſtateur, en Prélence des té- moins. Der Artikel iſt ganz aus der Ordonnanz vom Jahr 1735 genommen. Wohl uͤber keinen Artikel des Gode iſt man in Frankreich ſo getheilter Meinung, als uͤber dieſen.— Nur die beiden erſten Beſtimmungen des Artikels gehen uns hier an. Heft IVV. 2 N 292 — Eiin Theil der franzöſiſchen Juriſten haͤlt dafuͤr, das Geſetz ſei woͤrtlich zu nehmen. Der Teſtirer muͤſ⸗ ſe ſein Teſtament dem Notar in die Feder dictiren und dieſer es niederſchreiben, wie es ihm dictirt worden.*) Ein anderer Theil hingegen, an deren Spitze ſich der Praͤſident des Caſſationshofes von Malevil⸗ le*) befindet, iſt der Meinung, das Geſetz wolle nur, daß der Deſtirer ſeinen letzten Willen ſelbſt erklaͤ⸗ re, auch ſei der Notar beim Niederſchreiben deſſelben nicht an die Worte und Ausdruͤcke gebunden, deren ſich der Teſtirer bediene, er ſei nur ſchuldig, den Sinn der von dem Teſtirer getroffenen Dispoſitionen genau und richtig auszudrucken. Die Vertheidiger der erſten Meinung berufen ſich vorzugsweiſe auf den Sprachgebrauch und auf die Be⸗ merkungen, welche ſelbſt im Dictionnaire de Taca- demie uͤber das Wort: dicter, vorkommen; hier⸗ naͤchſt auf die Abſicht des Geſetzgebers, welche keine andere ſeyn koͤnne, als die, daß der Wille des Teſti⸗ rers auf's genaueſte und mit ſeinen eignen Worten zu Papier gebracht und alles fremdartige Einſchiebſel ver⸗ huͤtet werden moͤchte.*) Die Vertheidiger der zweiten Meinung dagegen fuͤhren fuͤr dieſe an, daß man die Geſetze, welche bis⸗ her das Dietiren vorgeſchrieben haͤtten, immer ſo und nicht woͤrtlich verſtanden habe, und daß, da der Re⸗ gierungsbeſchluß vom 24ſten Prairial XI(13. Jun. 1803) vorſchreibe, daß alle Teſtamente in franzdſi⸗ ſcher Sprache aufgenommen werden ſollten, ſich ſchon ſo das: dicter, nicht woͤrtlich zuſammt dem écrire tel qu'il eſt dicté nehmen laſſe, weil ſonſt Auslaͤn⸗ 29 Siehe die Jurisprudence du Code crv⁵f, Tom. J. part. 4.See folg. und 2 part. pag. 269 folg *) In ſeinem mehrmals eitirten Commentar ad h. art. ) Pandeat. frangoiſ. Tom. IX. pag. 28 ſfed. 8 une adas gn eed V m gi ſede in d dir zut ſdente d rellh de fir Geſte, drend mſ d de) Wluſtit eſtniaii egända, ſcudd we Yepxſtinn fünng banr üh und efg onnaire bl vortdnmn. ebets, uh de leel neina Va qgt Eut Mainug d Geſh tten, unen dia N(u jamenteur n ſelka,ſi ſenm wi „mwulſeil — eiril lal Aän abn 293 der, die der franzoͤſiſchen Sprache unkundig waͤren und in Frankreich ein Teſtament errichten wollten, kein Teſtament par acte public wuͤrden machen koͤnnen. Welche von dieſen beiden Meinungen in der fran⸗ zöoͤſiſchen Rechtsſprechung die Oberhand behalten werde, iſt noch nicht enrſchieden. Wir haben indeß ſchon ei⸗ nige Erkenntniſſe der franzoͤſiſchen Appellationshoͤfe im Geiſte der zweiten Meinung vor uns liegen, und meh⸗ rere Erkenntniſſe der untern Gerichtshoͤfe, die im Gei⸗ ſte der erſten Meinung gefaͤllt worden ſind. Von wel⸗ chen Grundſaͤtzen der Caſſationshof ausgeht, wiſſen wir zur Zeit noch nicht; nur die Grundſaͤtze ſeines Praͤ⸗ ſidenten ſind uns bekannt. Die Vertheidiger der zweiten Meinung haben, unſe⸗ rer Ueberzeugung nach, doch auch gar zu ſchwache Gruͤn⸗ de fuͤr ſich. Folgr denn daraus, daß man etwa die Geſetze, welche das Dictiren bisher vorgeſchrieben ha⸗ ben, immer ſo, wie es die Anhaͤnger der zweiten Mei⸗ nung wollen, und nicht woͤrtlich verſtanden hat,(wenn anders dies uͤberall wahr iſt,) daß das dicté im Ar⸗ tik. 972 des Code Napoléon auch nicht woͤrtlich verſtanden werden muͤſſe?— Eine Uſualerklaͤrung kann ſich doch wohl nur bei einem beſtimmten Geſetze bilden, und eine bei einem ehemals geltenden Geſetze Statt gefundene herkoͤmmliche Erklaͤrung laͤßt ſich nicht auf ein neues Geſetz anwenden, wenn die Verfuͤgungen deſſelben auch aus dem aͤltern Geſetze genommen ſeyn ſollten, zumal wenn die Worte verſchieden lauten, wie hier der Fall iſt.— Und der Regierungsbeſchluß vom 24ſten Prairial XI, was mag er denn wohl bei der Sa⸗ che entſcheiden? Entweder der Notar, welcher bei der Aufnahme des Teſtaments gebraucht wird, verſteht die Sprache des teſtirenden Auslaͤnders, oder er ver⸗ ſteht ſie nicht. Im letztern Falle iſt er ja uͤberall nicht zur Errichtung des Aects qualificirt. Im erſtern ruͤckt 82. 294 —.— er das Teſtament in der Sprache des Auslaͤnders in die anzufertigende Urkunde ein, wie das immer zu geſche⸗ hen pflegt, wenn etwas in der Urſprache Urkunden ein⸗ verleibt werden ſoll. Wie kann denn hier nur uͤberall in Betrachtung kommen, daß vorgeſchrieben worden iſt, alle Teſtamente ſollen in f genommen werden. Man weiß doch, was das heißt: eine Urkunde ſoll in der oder der Sprache aufgenommen werden. Heißt es etwas anderes, als: das Ganze der Urkunde ſoll in einer beſtimmten Sprache abgefaßt werden? Einzelne Stellen, welche die Urkunde ent⸗ haͤlt, koͤnnen darum immer in einer andern Sprache gegeben werden, und muͤſſen darin ſchon gegeben wer⸗ den, wenn woͤrtlich niedergeſchrieben werden ſoll, was der, den die Urkunde angeht, dietirt, und wenn der Dictirende die Sprache nicht verſteht, in welcher die Urkunde abzufaſſen iſt. Iſt es nicht hier derſelbe Fall, wie mit Schriften? Es giebt doch franzoͤſiſche Schrif⸗ ten, die ganze Seiten aus lateiniſchen, griechiſchen ꝛc. Autoren enthalten, und die darum doch nicht aufho⸗ ren, franzoͤſiſche Buͤcher zu ſeyn.— Es lohnt nicht die Muͤhe, erwas mehr gegen die Gruͤnde der zweiten Meinung anzufuͤhren; und laſſen ſich keine andern, als die gedachten, fuͤr ſie aufbringen(wie wir hernach unterſuchen wollen,) ſo kann man ſie geradehin auf ſich veruhen laſeeeen. Kraͤftiger ſind unſtreitig die Gruͤnde, welche die Vertheidiger der erſten Meinung fuͤr ſich anfuͤhren. Ihnen ſtehr nicht nur die grammatiſche, ſondern auch ſelbſt die logiſche Interpretation ganz zur Seite. Die unterſtrichenen Worte des Artikels ſind es, auf die hier alles ankommt. Ueberſetzt man nach dem Wortverſtan⸗ de, ſo verordnet das Geſetz, daß bei Teſtamenten par acte public jedesmal der Teſtator das Deſtament ſelbſt dictiren, und der Notar es ſo und mit denſelben Wor⸗ ranzoͤſiſcher Sprache auf — lutti unRgh Ge lä n hirnebi ſſchrtan the Snti ), tosutt acewimn as: d Snath die latew. tanden on ſchen katn werde et, mdm ht, i nite dier deſta ranziſſteen en, gichin doch nitt - Gble zruͤnde dam ſcch kinu (mbntg ſie grada ründe, di fir ſch nt ſche, wi Jäur Eit dG, at dem Venh i Tetonmnd as deſtanet it dnſked h. 3 295 8——'— 4. ten niederſchreiben ſoll, wie es ihm dietirt worden iſt. Denn dicter heißt jemanden etwas in die Feder dicti⸗ ren, und écrire tel qu'il eſt dicté heißt niederſchrei⸗ ben, wie etwas dictirt worden iſt. Daß der Regierungsbeſchluß vom 24ſten Prairial XI auf die logiſche Erklaͤrung des Artikels oJ2 auch nicht den geringſten Einfluß haben koͤnne, zeigt der Nachſatz, daß dem Teſtirer das Teſtament zum Durch⸗ leſen gegeben werden ſoll, wohl mehr denn zu deutlich. Denn wenn wir annehmen, daß auch Fremde in Frank⸗ reich teſtiren koͤnnen, und mit den Anhaͤngern der zwei⸗ ten Meinung den Notar alles ins Franzoͤſiſche uͤber⸗ ſetzen laſſen, ſo duͤrfte es wohl ſonderbar genug klingen, wenn dem Keſtirer etwas zum Durchleſen gegeben wer⸗ den ſoll, was in einer Sprache geſchrieben iſt, die er gar nicht, oder doch nicht ganz verſteht. Oder wir muͤſſen annehmen, daß die Geſetzgeber die franzoͤſiſche Sprache auch bei Fremden als unerlaͤßlich vorausgeſetzt haͤtten, wovon ſie doch ſelbſt hei den Civilacten das Ge⸗ gentheil angenommen haben. Ddies war vorlaufig bei der logiſchen Erklaͤrung des Geſetzes zu bemerken, zu welcher wir jetzt uͤbergehen Daß uns doch die Discufſions hier ſo ganz im Dunkeln laſſen! Indeß was war auch uͤber die Sa⸗ che ſelbſt zu discutiren?— Und wie das Geſetz zu verſtehen ſei, davon konnte bei den Discuſſions nicht die Rede ſon. Das Project des Code civil ſtimmt in der Haupt⸗ ſache mit den Verfuͤgungen des Art. 972 uͤberein.*) Nur darin iſt ein Unterſchied, daß nach dem Projert das Teſtament dem Teſtator vorgeleſen, nach dem Co⸗ .) Tis.. III. Tit.X. Cp. V.§.71. — de aber es ihm zum Durchleſen gegeben werden ſoll.) Wenn auch aus dieſer Abaͤnderung nicht ſchon erhellté, daß die Geſetzgeber es mit dem dicter und dem 6crire tel qu'il eſt dicté woͤrtlich genommen wiſſen wollten, ſo wuͤrde doch, da die Ordonnanz vom Jahr 1735 mit dem Poject uͤbereinſtimmt, ſo viel folgen, daß ſie we⸗ nigſtens die Uſualerklaͤrung, welche die Anhaͤnger der zweiten Meinung vorſchuͤtzen,(wenn etwa eine ſolche uͤberall vorhanden war,) verworfen wiſſen wollen, weil ſie mit dem angenommenen: zum Durchleſen ge⸗ ben, nicht beſtehen kann. Aus den Motifs des Geſetzes, wozu der in Frage ſtehende Artikel gehoͤrt, geht indeß mehr denn zu deut⸗ lich hervor, daß das dicter und das écrire tel qu'il elt dicté ganz nach dem Wortverſtande zu nehmen iſt, und ſo die grammatiſche Geſetzerklaͤrung voͤllig mit der logiſchen uͤbereinſtimmt. Denn darnach kommt bei den Teſtamenten par acte public alles darauf an, das der Notar den letzten Willen des Teſtirers genau ſo dem Inſtrumente einverleibe, als er von dem eſtirer ausgeſprochen worden ſſt. Was man entgegnen könnte, duͤrfte etwa dieſes ſeyn. Dictiren ſetze voraus, daß man zuſammenhaͤn⸗ gend reden koͤnne, was bei gemeinen Leuten aber ſel⸗ ten der Fall ſei, welche mehrentheils unzuſammenhaͤn⸗ gend und verwirrt ſpraͤchen. Hiernaͤchſt ſei es ja auch faſt unmoͤglich, daß der Notar das patois(Platte) der Landleute, wenn dieſe ein Teſtament machten, nie⸗ derſchreibe. Der letzte Wille eines Menſchen von *) Im Projekt ſteht: II lus en t faie leature en proſence dAdes eemoin⸗«, im Code dagegen heißt es: 11 doit en etre 4 A onne. lecture au teſtateur etc.— 8 Anmerk. des Herausgeb. „Sollten wohl nicht die Worte im Projekt und die im Code hier voͤllig daſſelbe bedeuten, und nur vom Vorleſen des Teſtaments zu verſtehen feyn? wedn ſchen 9 nddn imn viſſn, Jaht nyn n, d ſen d Anßexe 1 tur die e viſſen un Durthen. u de 1 rdem um erire 11 ezuncaei grölignd kommttan arzuf a, i ärens gnn in dm dſn ſte tmi rſemri Leuten ürſe näſemmii ſſſiczia tois(u machen,i Maſtan — „ eoture en yan l a agp heir Guwit de Tefenenä 1 297) —— niederm Stande werde daher ungewiſſer werden, wenn, niedergeſchrieben werden ſolle, wie er ihn ausſpreche, als wenn der Notar ihn nur auffaßte und ordentlich aus⸗ druckte. Der Notar muͤßte ja ohnehin ſo einem Men⸗ ſchen einhelfen, und alſo doch bei der Erklaͤrung des letzten Willens concurriren.— Man koͤnne alſo durch⸗ aus nicht annehmen, daß die Geſetzgeber das dicter und das écrire tel qw'il eſt dicté ſo ganz woͤrtlich genommen wiſſen wollen; es muͤßten hier vielmehr Modificationen eintreten.— Die zweite Meinung uͤber den Sinn des Geſetzes gehe freilich zu weit, aber die erſte uͤberſchreite doch auch die Schranken. Wir halten dieſe Einwuͤrfe fuͤr ſo wichtig, daß zwir uns durch ſie zu einer aus beiden Meinungen zu⸗ ſammen geſetzten Geſetzerklaͤrung beſtimmen laſſen, und zwar auf dieſe Weiſe: 1. Der Deſtator iſt ein Mann von ſolcher Bildung, daß er dem Notar ſeinen letzten Willen ordentlich in die Feder dietiren kann. Hier muß das Deſtament im eigentlichen Sinne dictirt, und von dem Notar, wie es dictirt worden, niederge⸗ ſchrieben werden. 2. Der Teſtator gehoͤrt zu der nie⸗ dern Claſſe, und hat die gedachte Bildung nicht. Hier bleibt dem Notar nichts uͤbrig, als ſich einzelne Dispo⸗ ſitionen vorſagen zu laſſen und ſolche ſofort niederzu⸗ ſchreiben, wobei er ſchuldig iſt, ſich, ſo viel es moͤglich iſt, der eignen Worte des Teſtirers zu bedienen. Das Geſetz will für dieſen Fall nur die moͤglichſte Einfach⸗ heit, und ſoll der Notar nicht die Verfuͤgungen des Teſtirers in einem ihm gefaͤlligen Zuſammenhange und mit ſelbſtgewoͤhlten Worten niederſchreiben, und dem Teſtamente eine gekuͤnſtelte Einkleidung geben. 8 Die Sprache, worin der Teſtirer disyonirt, muß beibehalten werden. 1 Uuinſere Erklaͤrung wird hauptſaͤchlich durch das Princip gerechtfertigt, welches durchgoͤngig in der neu⸗ 7 1 * 298 ——— en franzoͤſiſchen Geſetzgebung angenommen iſt, daß e naͤmlich die Geſetze immer nur die Regel enthalten duͤr⸗ fen, und die Ausnahme ſich von ſelbſt finde. Freilich moͤchten nun wohl die Faͤlle, wo Teſtamente nicht im ei⸗ gentlichen Sinne dictirt werden koͤnnen, zu den ge⸗ woͤhnlichen, die entgegen geſetzten Faͤlle aber zu den ungewoͤhnlichen gehoren; allein dies thut nichts zur Sache, indem es nur beweiſt, daß die Geſetzgeber bier aus guten Gruͤnden von dem ihnen ſonſt auch eis genen Princip, daß ein Geſetz nur uͤber gewoͤhnliche Faͤlle entſcheide, die ungewoͤhnlichen aber der eig⸗ nen Beurtheilung des Richters und der Jurispruden- ce uͤberlaſſen muͤſſe, abweichen wollen. So eine Ab⸗ weichung iſt aber auch wirklich nicht einmal vorhanden, indem hier nur die Form eines Geſchaͤfts zu beſtimmen, nicht uͤber Rechte und Verbindlichkeiten abzuſprechen war, und bei dem letztern Falle das gedachte Princip doch nur eigentlich zur Anwendung kommen kann. Daſſelbe Princip, welches bei den Hauptbeſtimmun⸗ 18, gen des Artikels zum Grunde liegt, liegt auch bei dem Nachſatze deſſelben, daß das Teſtament dem Teſtirer zum Durchleſen gegeben werden ſoll, zum Grunde. Auch hier redet das Geſetz blos von der Regel. Denn ſonſt wuͤrden Leute, die keine geſchriebene Schrift leſen koͤnnen, gar kein Teſtament par acte public machen koͤnnen, und dieſe Art, Teſtamente zu errichten, w ur⸗ de ihnen doch nur allein uͤbrig bleiben, da einer, der des Schreibens und Leſens unerfahren iſt, weder ein teltament olographe noch ein teltament myſtique machen kann. Wer geſchriebene Schrift nicht leſen, und alſo auch das von dem Notar aufgeſetzte Teſtament nicht ſelbſt leſen kann, dem muß es vorgeleſen und von ihm genehmigt werden. Daß der Notar nichts anderes binein ſchreibe, als was der Deſtirer erklaͤrt hat, dar⸗ auf muͤſſen die Zeugen Achtung geben. na ſi, c ata. inde. du nte nihine n, zu da he ai dut uts die Geh ſont uc er genigit er d Inripuks Ern nal vohen z u beſirm R hat dachte gin nen kam. auptbefinr gt auchhiie t den Iin zum Gat Regel a neStyii publie wn erricten d ſezte deima zeleſen udn nichts edet ſar ja, a terſchreiben behindert hat. I eſt fait du tout mention expreffe. Es fragt ſich: wie iſt das zu verſtehen? Muß 299 Daß die vorſtehende Erklaͤrung die richtigere ſei, zeigt noch insbeſondere der Art. 973, in welchem ver⸗ ordnet iſt, daß, wenn der Teſtirer nicht unterſchreiben kann, ſolches nicht nur angemerkt, ſondern auch die Urſache angefuͤhrt werden ſoll, welche ihn an dem Un⸗ neber die Schlußworte des Artikels 9. Der Artikel 972 ſchließt mit den Worten: 3 alles, was der Artikel vorſchreibt, noch beſonders in der Urkunde bemerkt werden, z. B. auch, daß der Notar das Teſtament geſchrieben; oder genuͤgt es, da nur die Hauptpunkte, z. B. das dicter, darin ange⸗ merkt worden ſindd Man ſollte denken, aus der Unterſchrift des No⸗ tars ergebe ſich ſchon, daß das Teſtament von ihm ge⸗ ſchrieben worden, und ſei es daher ganz uͤberfuuͤſſig, ſolches noch beſonders zu bemerken. Unter den fran⸗ zoͤſiſchen Rechtsgelehrten iſt die Sache auch ſehr con⸗ trovers.*) Indeß die unterſtrichenen Worte zeigen mehr denn zu deutlich, daß es die Abſicht der Geſetz⸗ geber war, daß aller der vorgeſchriebenen Foͤrmlichkeiten und ihrer Beobachtung noch beſonders in der Urkunde Meldung geſchehen ſollte, und dies, daß einer der Notarien das Teſta⸗ ment niederſchreiben ſoll, gehoͤrt doch wohl gewiß mit zu dieſen Formalitaͤren. Man erklaͤrt auch in Frank⸗ reich. wegen des Artikels 1001 die Teſtamente fuͤr nich⸗ ) Jurisprudenee du Code Cixil. Tem. 1, Imicre Parts Pag. 149““. 300 G—,.,.—— tig, wenn irgend etwas von den vorgeſchriebenen Foͤrm⸗ lichkeiten in der Urkunde unangemerkt geblieben iſt, ob es ſich gleich aus der Urkunde 4* von K ſtlbß entneh⸗ . men lußt.) V M. 3. Bemerkungen zu Artikel 396. In dieſem Artikel ſind die Subſtitutionen verbo⸗ ten. Aus dem Begriffe, welchen der Artikel von der Subſtitution enthaͤlt, verbunden mit den Verfuͤgun⸗ gen des Art. 398, erhellt, daß die Franzoſen unter Subſtitutionen das verſtehen, was wir fideicommiſſa⸗ riſche Verfuͤgungen nennen, denn die eigentliche Sub⸗ ſtitution(fubſtitutio vulgaris) wird im Art. t. 898 ausdruͤckl ich nachgelaſſen. Seeite 28) des Archivs iſt behauptet worden. das Geſetz, welches die fideicommiſſariſchen Dispoſitionen verbiete, habe ruͤckwirkende Kraft, ſo daß, wo der Code Napoléon mit der franzöͤſiſchen Verfaſſung zu⸗ gleich eingefuͤhrt werde, auch alle ehedem errichtete und bereits zur Ausfuͤhrung gekommene Fideicommiſſe zu Grunde gehen muͤſſen. Allein gilt denn nun das von allen ſideicommiſſariſchen Dispoſitionen ohne Unter⸗ ſchied, und ſind uͤberall fideicommiſſariſche Dispoſitio⸗ nen ohne Unterſchied in dem Verbote des s Artikels 895 begriffen: Wir kennen eine doppelte Art von Fideicommiſſen:. Fſdeicommiſſe des deutſchen Rechts, oder, deutlicher zu reden, Fideicommiſſe, welche die Stammguͤter ſurro⸗ giren ölen; und Sdeicommiſſe des rhmüüſchen Rechts. — 4*) 9n n der angefuͤhrten risprud. d coa ivil 3 ehrere derleuniniſe durlhar aeeen R ede ee 1 ae — — ——)ꝰ“ ⸗-—-'--—- — 368 — 0 3 baahe Zu dieſen kommen noch Dispoſitionen in Geſtalt der üßm 6 Fideicommiſſe. Ich will mich deutlicher erklaͤren.“) ) Es hinterlaͤßt jemand Guͤter mit der Vor⸗ d ſchrift, daß ſie zur Erhaltung und Vermehrung des Anſehens der Fa⸗— milie ſtets bei derſelben verbleiben 2 ſollen, verbietet alle Veraͤußerung derſelben au⸗ niu e. ßer der Familie, und ſchreibt zugleich eine der Ab⸗ lr und ſicht ſeiner Dispoſition angemeſſene Erbfolge n Trig vor, z. B. daß nur Mannsperſonen darin ſucce⸗ monm diren ſollen, Primogenitur ſtatt haben ſoll, u. ſ. w. deſ h.— fdeiammi— Hiier haben wir die eigentlichen ſo genannten petest FSamilienfideioommiſe. Lu h 2) Jemand beſchwert ſeinen im Teſtamente 1 ernannten Erben oder Legatar mit der Re⸗ ſtitution des von ihm Erhaltenen an werdn, einen Dritten.— Hier haben wir die Fi⸗ Daſten ddeeicommiſſe des roͤmiſchen Rechts. Der dritte d, ur(LFideicommiſſar) kann weiter mit der Reſtitution Veffſun an einen vierten ꝛc. beſchwert werden. arna 3) Es wird im Teſtamente verordnet, daß die Erb⸗ diionrſi ſchaft zum Beſten der Familie aufbe⸗ n nuwu wahrt und verwaltet, und aus den Reve⸗ n ohne lmr nuͤen derſelben die Glieder der Familie ſo wohl ſche datit Furr jett als fuͤr die Zukunft unter ſtuͤtzt wer⸗ dle delri de ſollen, entweder allgemein oder unter gewiſ⸗ ſen Vorausſetzungen und Einſchraͤnkungen; oder . der Deſtirer verordnet, daß eine gewiſſe Sa⸗ deiamſt cche, z. B. eine Bibliothek, Naturaliencabinet ꝛc., N dutttt in ſeiner Familie unveraͤußerlich ſeyn, und nngätr ſe ddie Benutzung dieſer Sache demjenigen ge⸗ nſchn Ru. ſtattet werden ſoll, der ſich dazu qualificirt.— 4) Ver i: 1 ae luris munis ni Wxhn”. Mergl, Aeanane ar. Aalen un. tijenae 1745. K 64 1 39u9g9— 4.—.— S Solche Werfögungen nenne ich Dispoſitionen in Geſtalt der Fideicommiſſe.— Denn als wah⸗ re Fideicommiſſe koͤnnen ſie doch nicht betrachtet werden. Sehen wir auf den Begriff, den der Art. 396 von Gubſtitutionen giebt, und welcher ſo lautet: Toute dispoſition par la quelle le donatai- re, Phéritier inſtitué ou le légataire, ſera chargé de conſerver et de rendre à uun tiers, ſera nulle, mèême à'égard du dor nataire de Phéritier inſtitué, ou du légataire. und verbinden damit die Ausnahmen, welche von der Regel: les ſubſtitutions ſont prohibées, im Art. 897 gemacht und Chapitre VI des Titr. II naͤher be⸗ ſtimmt werden, ſo iſt es klar„ daß unter dem Verbot des Geſetzes ſtehen.1 1) Alle ſo genannte deutſhe damilienſdeicom⸗ mmiſſe; 2 Alle eigentliche Fideicommiſſe des roͤmiſchen Rechts, diejenigen ausgenommen, welche Cha- pitre VI den Aſcendenten und Geſchwiſterm nach⸗ ¹ gelaſſen worden ſind 1 jist aber 3) Die diepoſtionen in eanat der Sozien⸗ miſſe, denn dieſe paſſen weder unter den Begriff, den das Geſetz von der Subſtitution giebt, noch koͤnnen ſie nach der Abſicht der Geſetzgeber und dem Zwecke, den das Geſetz beabſichtigt, hierher gezogen werden. Wir glauben ſogar,, daß das Geſetz nicht ein⸗. mal alle roͤmiſche Fideicommiſſe ohne Unterſchied verbietet, ſondern nur die, wobei das conſerver vor- Haeo d. h. wo der Erbr oder egatar vergllichter 1 ſtunm wi dürſitm Denn as R nihtimn r r gin utet. le de tohat gatite, ſ e rendke egan doh dalegrun wechem ibées,nk tr. türt ter den di enütafti des rit n, welhelh cwiim grif, m weck 1” 1 den. t nict u Anai vonſerver uir tanjth — 3⁰³ ———.. wird, das Empfangene aufzubew ahren und zu erhalten, und es bei ſeinem Ableben ei⸗ nem Dritten zu reſtituiren. Dispoſitionen wie dieſe: Cajus ſoll mein Erbe ſeyn, ſoll aber die Erb⸗ ſchaft ſog n d ſtituiren, ſind gar nicht unter dem Verbot des Geſetzes begriffen. S in v folgenden „ leich oder nach einigen Jahren dem Titius re⸗ 7 8 Die vorſtehenden Grundſatz kommen bei dem nach⸗ Rlechtsfanan in beſondere Betrachtung: Licent. Carl Heinrich Reichhelm zu Halle errichtet im Jahr 1708 ein Teſtament, in welchem er ſeine Ehefrau Marie S ophie geborne Koͤnigin — zur Univerſalerbin ernennt, und hiernaͤchſt verordnet: §. 1r(des Teſtaments):„Wenn nun ob⸗ gedachte meine— Ehefrau— auch dieſe Zeitlichkeit wird geſegnet haben, fodann ſoll dasjenige, was nach Abzug meiner Mobilien und Moventien, item nach Abzug derer§. 9 und 10 ihr zuſtehenden und beſchiede⸗ nen 5½ Rthlr. noch in meiner Verlaſſenſchaft ſeyn wird, auf meine lieben Bruͤder, als Hrn. Cammerrath C hri⸗ ſtian Friederich und Hrn. Magilter Johann Jeremias, ſo auch meine lieben Vettern, als Hrn. Dr. Augult Theodor, Hrn. Licentiat Frid. Arnoldt, Hrn. Dr. Jeremias Gottlieb, ingleichen auf des ſel. Herrn Amtmanns 8 ie gmund Siegfried nachgelaſſene Soͤhne, als Johann Siegmund, Auguft Siegmund sSieg- fried, und Augult Friederich, und auf alle deren maͤnnliche Leibes⸗ und Leh nserben iu 304 re fideicommifſi zuruͤckfallen, welche ich denn des⸗ halben allerſeits hiermit, wiewohl nicht individuali- ter, ſondern in corpore als meine heredes fiducia- rios und fideicommiſlarios in beſtaͤndiger Form Rechtens in⸗ und ſubſtituiret haben will; jedoch derge⸗ ſtalt und alſo, daß ſie von allem meinem Nachlaß nicht das geringſte veralieniren, auch in ihren Particularnutzen wenden, ſondern daſſelbe als ein pium Corpus legatorum oder als ein fideicommil- 1 fum familiae perpetuum achten, und davon gewiſſe Stipendia an die wohlge⸗ zogene Jugend unſerer Familie anwenden ſollen.“ v“ In den folgenden§§. des Teſtaments hat noch der Teſtator verordnet, wie es mit der Adminiſtration die⸗ ſes von ihm errichteten Fideieommiſſes gehalten werden ſoll, und welche Unterſtuͤtzungen die Soͤhne und Toͤch⸗ dann§. 20 und 21 hinzugefuͤgt: „ Dafern auch fuͤr noͤthig erachtet werden moͤchte, Sr. Koͤnigl. Majeſtaͤt von Preußen Conſens uͤber dieſe meine Dispoſition, abſonderlich wegen des Fidei⸗ commiſſes auszubitten, welches ich bei meinem Leben zu ſuchen aus gewiſſen Urſachen Bedenken getragen: So erſuche und ermahne hiermit meine Herren Vet⸗ tern, weilen ihnen doch ratione ihrer Kinder am mei⸗ ſten daran gelegen, daß ſie, ſolches zu bewerkſtelligen, weder Muͤhe noch Koſten zu ſparen, ſondern moͤg⸗ lichſten Fleiß allenthalben anwenden ſollen, damit dieſe meine gute chriſtliche Intention nicht moͤge gehindert werden, wie ich denn daran nicht zweifle, weilen es cauſa pia iſt, auch dem hohen Koͤnigl. Intereſſe nichts abgehet.— Und da auch uͤber alles Vermuthen Sr. Koͤnigl. Majeſtoͤt allergnaͤdigſter Conſens nicht zu er⸗ 4 ter in ſeiner Familie daraus genießen ſollen, und ſo⸗ 7 “ fn N a i ung d me innde ticht Küien dee daen mi ohne G 7 35 3 tülau palren ſtͤnde, ſu ſolldoch diefes mein Raejedmmillum ſo lane unverrück beſtehen, ſo lande at noch ein 5 15 Reichhelm von dieſen meinen in⸗ und ſubſtituirten dn heredibus fideicommiffariis und deren Deſcenden⸗ anth ten am Leben ſeyn wird ꝛc. c.. aetn Die woͤrtlich ausgezogenen Stellen des Teſtaments eraſnta ergeben, daß der Teſtator en danne goßune “ 1) prineipaliter eine Stiftung zur Unterſtuͤtzung um Cor 1 ef 4—. 2 7. deideu der Soͤhne und Toͤchter in ſeiner Familie in per- t n a peraagg,„öü dit ißg 2) eventualiter und wenn der landesherrliche Con⸗ le anden ſens dazu nicht zu erlangen ſeyn ſollte, ein ge⸗ woͤhnliches roͤmiſches Fideicommiß,— aber in Rtsetuh. perpetuum,— nitſſuin errichten wollte. dPh. An Errichtung eines ſo genannten deutſchen Fami⸗ iſemt lienfideicommiſſes iſt von dem Erblaſſer auch nicht ent⸗ ſelen, n fernt gedacht worden, ob er gleich in ſeinem Teſtamen⸗ 3 te die Weibsperſonen ausſchließt. Denn die Einfuͤh⸗ wadn n rung des Primogeniturrechts oder einer andern beſon⸗ Cane dern Succeſſion, die das Weſen der deutſchen Fami⸗ degen däſ lienfideicommiſſe ausmacht, kommt in dem Teſtament meinn li nicht vor. Zur Errichtung eines ſolchen deutſchen Fa⸗ enken gtu milienfideicommiſſes bedurfte es aber nur allein des lan⸗ hmat d desherrlichen Conſenſes. Fuͤr ſeine Dispoſition war zu Kindn mn deren Guͤlrigkeit derſelbe gar nicht vonnothen, und ſei⸗ bewerſiln ne im Teſtament daruͤber geaͤußerte Beſorgniß daher ſenden a ohne allen Grund. 1 e 4 1 inis Es wird jetzt gefragt: 8 5 1. Gehoͤrt das Reichhelmſche Fideicommiß,(welches unßtt. bisher in der von dem Teſtator angeordneten znnuten principalen Eigenſchaft beſtanden hat,) zu de⸗ nen, welche in Gemaͤßheit der im Koͤnigreiche a nictut 3 305 Weſpoalen eingefuͤhrten franzöſſchen Verfaſ⸗ ſung und der Anordnungen des Code Nalio- léon nicht ferner beſtehen koͤnnen? II Was iſt im Falle der Aufhebung drſelben Rochtens?. 8 Die erſte Frage iſt, glaube 39,. mit den Sfs ſten Gruͤnden zu verneinen. Es kommt hier nicht auf den Namen, ſondern auf die Sache an. Darnach aber gehoͤrt dieſes ſo genannte Fideicommiß in der prin⸗ cipalen vom Teſtator angeordneten Eigenſchaft gar nicht unter die Subſtitutionen, welche der Code Napoléon verbietet, ſondern iſt ein bloßer Unterſtuͤtzungsfond fuͤr die Jugend der Reichhelmſchen Familie. Nur in ſei⸗ ner eventuellen Qualitaͤt wuͤrde es unter dem Verbot des Code uͤber die Subſtitutionen ſtehen. Die ratio legis, warum die fideicommiſſariſchen Dispoſitionen verboten wurden, paßt hier nicht. Sie iſt von Bi⸗ got de Preameneu in ſeiner Rede an das ge⸗ ſetzgebende Corps entwickelt: 3 1 „Die Erfahrung hat bewieſen,((ſagt er) daß in reichen Familien dieſe Einrichtung,(naͤmlich die Fami⸗ lienfideicommiſſe) die keinen andern Zweck hat, als eins ihrer Mitglieder durch Beraubung der uͤbrigen zu bereichern, ein unvergaͤnglicher Keim zu Zwietrachten und Prozeſſen war; denn was blieb den zahlreichen Verwandten, die das Schlachtopfer davon waren und die die Noth druͤckte, wohl fuͤr eine andere Quelle abrig, als entweder uͤber die Auslegung der Willens⸗ verordnung, oder uͤber die Zuſammenſetzung der Ver⸗ moͤgensmaſſe, oder uͤber den Theil, den ſie von den dem Södelroenmiſſ unterworfenen Guͤtern abziehen konnten, oder endlich uͤber die Unterlaſſung oder die Unregelmaͤßigkeit der vorheſchriehenen Foimſen Strei⸗ tigkeiten nu erheben?“ — nſteiter ode dat düͤßungin 2 Mi ter den le den. din en Dioyin die ſt iml Rede u w ent t u den ütet von waund andere A n der Vh ttung drs den ſe uen Rtern it nſung dde 1 Fornen 11 397 Jeder, der mit einer Subſtitution belaſtet war, hatte, da er bloßer Nießbraucher war, gar kein Inter⸗ eſſe, die Guͤter zu verbeſſern; im Gegentheile beſtrebte er ſich nur, die daraus zu ziehenden Einkuͤnfte zum Nachtheile derer, die nach ihm berufen waren, zu ver⸗ vielfaͤltigen und vor der Zeit in Empfang zu nehmen, wogegen dieſe, wenn die Reihe an ſie kommt, ihre Entſchaͤdigung in neuen Verſchlimmerungen ſuchen mochten.. Eiine ſehr große Maſſe von Eigenthum blieb beſtaͤn⸗ dig dem rechtlichen Verkehr entzogen: dieſer nachthei⸗ ligen Folge hatten die Geſetze, welche die Subſtitutio⸗ nen auf zwei Grade einſchraͤnkten, gar nicht abgehol⸗ fen; wenigſtens ermangelte derjenige, der auf Koſten ſeiner ganzen Familie alle einem ausgezeichneten Na⸗ men und einem großen Vermoͤgen anklebende Vorzuͤge genoſſen hatte, nicht, die naͤmliche Dispoſition zu er⸗ neuern, und ſo geſchah es denn, daß Subſtitutionen, deren jede von Rechts wegen auf eine beſtimmte Zeit eingeſchraͤnkt war, durch ihre Erneuerung immerwaͤh⸗ rend wurden. amüchdeirß Zweck hi g der ührnſ zu Zwihug Jene, die mit dem Raube ihrer Familie ſchon be⸗ laden waren, mißbrauchten uͤberdies die Subſtitutio⸗ nen, um ebenfalls ihre Glaͤubiger zu berauben; ihr großer Aufwand ließ großen Reichthum vermuthen: der Glaͤubiger, der nicht im Stande war, die Eigen⸗ thumsurkunden ſeines Schuldners zu unterſuchen, oder dies zu thun vernachlaͤſſigte, war das Schlachtopfer ſeines Zutrauens, und in den Familien, die durch Subſtitutionen die groͤßten Vermoͤgensmaſſen unge⸗ kraͤnkt behielten, zeichnete ſich ſehr oft jede Generation durch einen ſchaͤndlichen Banquerout aus. Und— wie erhielten die Subſtitutionen Guͤter in einer Familie? Blos durch Aufopferung aller ih⸗ rer Glieder, um fuͤr einen einzigen den Glanz des Heſt IV. 25 ͤ——ͤͤͤͤͤͤ² 5⁰8 —— Reichthums ſicher zu ſtellen. Eine ſolche Vertheilung ließ ſich nur mittelſt Erſtickung aller Gefuͤhle jener Zu⸗ neigung machen, die die erſte Baſis einer gerechten Theilung des Vermoͤgens unter die Kinder ausmacht. Keinen groͤßern Fehler kann es wohl in einer Familie geben, als wenn man alle ihre Mitglieder darben aͤßt, um nur einem allein ein großes Daſeyn zu verſchaffen, wenn man diejenigen, die die Natur ſich einander gleich gemacht hat, noͤthigt, Huͤlfe und Wohlthaͤtig⸗ keit von dem Beſitzer eines Vermoͤgens zu erflehen, das gemeinſchaftlich ſeyn ſollte; ohnehin floͤßt Ueber⸗ fluß hauptſaͤchlich dann, wenn ſeine Quelle unrein iſt, ſehr ſelten Gefuͤhle fuͤr Wohlthaͤtigkeit und Billig⸗ keit ein.“ e So weik Bigot de Preameneu. Wuͤrde man nach dieſen Aeußerungen, und nach dem, was das franzoͤſiſche Gouvernement uͤberall in den oͤffentlichen Verhandlungen uͤber das Geſetz niedergelegt hat, nicht wirkuch ganz den Geiſt des Geſetzes uͤberſehen, wenn man behaupten wollte, das ſo genannte Reichhelmſche Fideicommiß muͤſſe aufgehoben werden? Wo werden hier einzelne Mitglieder der Familie dadurch berei⸗ chert? Wo iſt hier ein einzelner Uſufructuar des Gan⸗ zen? Woſ erſcheinen hier die uͤbrigen Glieder der Fa⸗ milie als Schlachtopfer?— Es iſt eine wohlthaͤtige Fundation zum Beſten der geſammten Jugend der Reichhelmſchen Familie, keiner der urſpruͤnglich Subſti⸗ tuirten, keiner ihrer Nachfolger bekommt die Stif⸗ tungsguͤter in die Haͤnde, und genießt ſie;— die Sub⸗ ſtituirten ſind blos die Stammhalter— die Lehnstraͤ⸗ ger der Fundation;— der Teſtator hat fuͤr die Fun⸗ dation ja eine beſondere Adminiſtration angeordnet.— Wanhr iſt es freilich, daß das Reichhelmſche Vermoͤgen dem Verkehr entzogen wird. Allein das iſt ja nur ein ſecundarer Grund des Geſetzes, welches die Subſtitu⸗ teVrnin fühe ſg in enn Fn der duia zu arich üt ſch eanh. ſeas uait hin ſaßt ue duele u tit u dh Vihn dem, na den ifftt gelect her n überſchn n te Rechi 1 Wexh e deduchn uctuardo Glide eine weith ten Jaheh. rrünjihe omnt de e;— de — die leh dt frde angeordon⸗ nche Vm as it ſin. s de Sui 309 —B— tionen verbietet. Denn ſonſt muͤßten in Frankreich uͤber⸗ all keine wohlthaͤtigen Stiftungen geduldet werden, die doch die Regierung gerade recht beguͤnſtigt. Bigot de Preameneu ſpricht ja davon, daß durch die Fami⸗ lienfideicommiſſe eine große Maſſe des Eigenthums dem Verkehr entzogen wird; und wie paßt das auf Stiftungen, wie die Reichhelmſche iſt? Wie viel ſol⸗ cher Stiftungen ſind vorhanden, und wie viel wer⸗ den noch gemacht werden? Gewiß ſehr wenige. Und ſoll denn im Geiſte der neuen Geſetzgebung auch gar kein Vermoͤgen mehr dem Verkehr entzogen werden? Wem duͤrfte es einfallen, ſo etwas ungereimtes zu be⸗ haupten? Muͤßte doch etwas nach der neuen Verfaſſung und Geſetzgebung an der Reichhelmſchen Stiftung aufgeho⸗ ben werden, ſo wuͤrde es allein die— hier ſo nichts bedeutende— fideicommiſſariſche Ei⸗ genſchaft ſeyn. Die Stiftung als Stif⸗ tung, unter der von dem Teſtator angeordneten Ad⸗ miniſtration und mit den ihr auferlegten Leiſtungen, kann nicht aufgehoben werden. Die zweite Frage ſollte eigentlich ganz unbeant⸗ wortet bleiben, denn es iſt nach dem vorhin Geſagten nicht denkbar, daß die Reichhelmſche Stiftung aufge⸗ hoben werden koͤnnte. Wir wollen indeß den undenk⸗ baren Fall ſetzen. Es moͤchte ſcheinen, als wenn zur Theilung des Fideicommißfonds,(ſo will ich hier den eigentlichen Fundationsfond nennen,) nur die maͤnnliche Deſcen⸗ denz der urſpruͤnglich Subſtituirten berufen werden aͤooͤnnte, indem dieſe nach dem Deſtament nur ein ius quaeſitum auf das fideicommiſſariſche Vermoͤgen hat. Es duͤrfte dies noch mehr ſo ſcheinen, wenn die even⸗ tuelle Reichhelmſche Dispoſition zur Ausuͤbung gekom⸗ men waͤre. Allein das Folgende wird zeigen, daß die 1 23 31⁰ ——ſ—0—. 3 1 weibliche Deſcendenz ſo gut als die maͤnnliche zur Theil⸗ nahme an dem Fideicommiß, wenn ſolches aufgehoben werden ſollte, gelangen muß. Indem der ꝛc. Reich⸗ helm nach ſeiner principalen Dispoſition die von ihm Subſtituirten nur zu Stammhaltern der von ihm ge⸗ ſtifteten Fundation ernannte, und ihnen alle Verwen⸗ dung in ihren Particularnutzen unterſagte, erklaͤrte er ja ausdruͤcklich, daß die Revenuͤen des Vermoͤgens ſei⸗ ner geſammten Familie zu ſtatten kommen ſollten;— er erklaͤrte dadurch deutlich, daß die Subſtituirten und deren maͤnnliche Deſcendenten nicht durch ſeine Fun⸗ dation beſonders beguͤnſtigt werden ſollten. Bei der Aufhebung des Fideicommiſſes wuͤrden daher nach dem praͤſumtiven Willen des Erblaſſers,(der doch hier al⸗ lein entſcheiden kann,) die maͤnnlichen ſo wohl als weib⸗ lichen Abkoͤmmlinge der urſpruͤnglich Subſtiuirten zur Theilung des Fideicommißfonds berufen werden muͤſ⸗ ſen. Man wende mir nicht ein, daß auf den Fall des Wegfallens der principalen Dispoſition die eventuelle eintreten muͤſſe. Denn dieſe ſoll ja nur nach der aus⸗ druͤcklichen Verfuͤgung des Erblaſſers eintreten, wenn wegen Verſagung des landesherrlichen Conſenſes die principale nicht eintreten konnte, und iſt alſo in diem Augenblicke erloſchen, wo die principale eingetreten iſt. Aber auch davon abgeſehen, wuͤrde die eventuelle auch darum nicht als Baſis zur Beurtheilung der Frage: Wer iſt zur Theilung des Fideicommiſſes berufen? an⸗ genommen werden koͤnnen, weil es Zweck der Reich⸗ helmſchen Dispoſition war, ſein Andenken durch ein Fideicommiß in ſeiner Familie zu erhalten, und zwar ſo, daß das Vermoͤgen entweder in Geſtalt einer Fami⸗ lienfundation, oder doch in Geſtalt eines wahren Fi⸗ deicommiſſes bei ſeinen Nachkommen bleiben ſollte. Nur um den einen oder den andern Zweck zu erreichen, entſchloß er ſich zu der fuͤr die uͤbrigen Familienglieder 5 am mlan die iit ex, iits sCol wuß D jt gin a tüiten, b Nr, d henn e jſitie 1 at es fortda hne U Vanig 5 inmer i uütt bſers b duntic iniü ſjchn eingeruni . Seſeb ſind uns zur Zeit erſt bekannt: 311 harten eventuellen Verfuͤgung.— Kann nun aber die eventuelle Verfuͤgung gewiß gar nicht beſtehen, wenn die principale Verfuͤgung nicht beſtehen kann, ſo tritt ex praeſumta teſtatoris voluntate ein voͤllig gleiches Recht unter den Abkoͤmmlingen der Subſti⸗ tuirten, ſo wohl maͤnnlichen als weiblichen Geſchlechts, ein, da aus ſeiner principalen Dispoſition erhellt, daß, wenn er vorausſehen koͤnnen, keine ſeiner Dis⸗ poſitionen werde zur Ausuͤbung kommen, oder es werde doch die Ausuͤbung nicht fortdauernd ſeyn, er gewiß ſeine Verwandten ohne Unterſchied des Geſchlechts zur Erbfolge in ſein Vermoͤgen wuͤrde berufen haben. 7 Hier kommen auch noch beſonders die Verfuͤgungen des Code Napoléon zur Anwendung, nach welchen immer in Succeſſionsfaͤllen, die durch ein Teſtament regulirt werden, der vermuthete Wille des Erb⸗ laſſers beruͤckſichtigt werden ſoll, ſo wie die Praxis in Frankreich, nach welcher bei der Aufhebung der Fidei⸗ commiſſe maͤnnliche und weibliche Deſcendenten der ur⸗ ſpruͤnglich Subſtituirten vollig gleiche Rechte an dem aufgehobenen Fideicommiß haben.“ 4. Kommentar äber das Geſetz vom 441 März 1805 von den Aeten des Civilſtandes.(Code Napo- 16on, Livr. 1. Arr. 44— 101 inel.) Von franzoſiſchen Schriften uͤber dies merkwuͤrdige Code de?'dtat civil, ou traité complet des dispoſitions du Code civil, relatives aux naiſ- fances, mariages, décès etc. eto., avec des for- 312 —.— mules redigés d'après les régles Préſorites 1 par le Code civil par A. G. D. 8. Le ꝗuide de Tofficker de ꝰ'tat osnif. ou méê thode ſimple et facile pour diriger la marche qu'il doit fuivre dans la redaction des actes de fon Miniſtère avec des tableaux ou mo⸗ 1 deoles par Charvillac, un Vol. 12. Den Inhalt beider Werke charakteriſirt ſchon ihr Ditel. Das erſte liefert die Verfuͤgungen des Code unnd der ſpaͤter erſchienenen(nachtragenden) Geſetze über die Civilacten mit den dazu gehdrigen Formularien. Das letztere iſt eine bloße Anweiſung fuͤr die Civil beam⸗ ten bei Geſchaͤften, welche ihnen das Geſetz zur Pflicht macht. Von aͤhnlichem Gehalte ſind die im Koͤnig⸗ reiche Weſtphalen ſeit der Einfuͤhrung des Code Na- poléon erſchienenen Schriften: Verordnung des Napoleoniſchen Ge⸗ ſetzbuchs uͤber die Fuͤhrung der Ge⸗ hurts. ⸗, Heiraths⸗ und Sterberegiſter n jeder Gemeinde. Zum noͤthigen Gebrauch fär ſammtliche Prediger und Geiſtliche im Koͤnig⸗: reiche Weſtphalen allgemein faßlich dargeſtellt und mit Formularien erlaͤutert vom D. C. Venturi⸗ ni. Helmſtaͤdt 1808. 8. Von der Fuͤhrung der Regiſter des Civilſtandes und von dem rechtlichen Verhalten bei Trauungen nach den Verordnungen des Geſetz⸗ buchs Napoleon, von J. C. F. Witting. Braun⸗ ſchweig 1808. 8. Tabellariſche Darſtellung auesdegenen was die Beamten des Civilſtandes im Koͤnigreiche Weſt⸗ phalen in Anſehung der Acten des Eivilſtandes zu beobachten haben, von Seoh Wilh. Heinr. Banf. Helmſtaͤdt 1808. fole denna un Hah 1r. gadem 6 ilk Knce ge ötat ars ahs andee dvih dn. er l na on des i a ol ah 2. ri hn zen des(M nden) ohh nFernuan diepihm ſtt urgit de in ge des Calb niſchen d g de h erberegſt igen Gine ihe in ge dargefät §. Penu tegiſter d ten Vatz igrich M Lviſtands, 313 Anweiſung zur Führung der Regiſter des Ci⸗ vilſtandes. Caſſel 1808. gr. 8.(bereits zweite 8* Auflage.). 6 47 4 Vollſtaͤndige Anweiſung zur Fuͤhrung der Resgiſter des Civilſtandes. Ebendaſ. 1808. gr. 8. , Hauptauellen des Geſetzes ſind der Titel 20 der Ordonnanz vom Jahr 1667, die Declaration vom 9ten April 1736 und das Geſetz vom 20ſten September 1792. Man findet daruͤber naͤhere Auskunft in fol⸗ gendem Werke: IA eet cCode conjugal ou Collection des lois fran- gaiſes lur Tétat civil des citoyens, leur naiſ- lance, leur mariage et leur décòs etc.; ouvra- ge précédé du rapport de Muraire ſur Fétat civil et de celui de Monſ. Robin etc. Paris, Dubosquet. 1792. 12., welches anch von den Quellen des Geſetzes uͤber die Ehe und die ehelichen Rechte Nachweiſungen enthaͤlt. Man bemerkte bei der Abfaſſung des Geſetzes, „der Civilſtand der Buͤrger ſei doch zu enge mit dem Wohl des Ganzen verknuͤpft, als daß er nicht die groͤß⸗ te Aufmerkſamkeit der Geſetzgeber verdienen ſollte. Nur auf folgende Weiſe konne jemand uͤber ſeinen Ei⸗ vilſtand Auskunft geben: 1) durch den Beſitz des Ci⸗ dilſtandes; 2) durch Zeugen; 3) durch Privatur⸗ kunden; 4) durch öͤffentliche Urkunden. Die letztere jen andern Beweiſen der erſte Platz eingeraͤumt, und muͤßten dieſe nur zugelaſſen werden, wenn es an dem 314 Beweiſe durch oͤffentliche Urkunden mangele. Die Ge⸗ ſetzgeber haͤtten es aber dabei nicht bewenden laſſen duͤr⸗ fen, den oͤffentlichen Urkunden hier vorzuͤgliche Beweis⸗ kraft beizulegen, ſie haͤtten weiter gehen und auch die Haltung dieſer Urkunden naͤher beſtimmen muͤſſen. Dreier lei Urkunden, und zwar uͤber die drei wichtigſten Begebenheiten im Menſchenleben,— die Geburt, die Ehe und das Ableben,— waͤren es, die hier in Be⸗ tracht kaͤmen und die Acten des Civilſtandes ausmachten. Die conſtituirende Verſammlung habe die Regiſter des Civilſtandes ſehr natuͤrlich in den Haͤnden der Pfar⸗ rer vorgefunden, weil dieſe die Perſonen waͤren, an welche man ſich wegen der religioͤſen Ceremonien bei Geburten, Ehen und Sterbefaͤllen zu wenden habe. Der Staat, welcher ihnen die Haltung dieſer Regiſter anvertraut, ſei auch nicht in dieſem Vertrauen getaͤuſcht worden; nur die durch die Revolution auch in Reli⸗ gionsſachen herbei gefuͤhrte Umwaͤlzung habe die ge⸗ ſetzgebende Verſammlung zur Ernennung eigner Beam⸗ ten des Civilſtandes(officiers de l'état civil) be⸗ ſtimmen muͤſſen, welchen die Fuͤhrung und Haltung der Regiſter des Civilſtandes anvertrauet worden ſey, bis daß hernach nach mehrern Veraͤnderungen durch das Geſetz vom 28ſten Pluviofe VIII dies Geſchaͤft zu den Functionen der Maires regelmaͤßig geſchlagen worden. Die Pfarrer waͤren indeß nicht immer gluͤcklich durch die eigenen Beamten des Civilſtandes und deren Re⸗ praͤſentanten erſetzt worden, und bleibe es noch dahin geſtellt, ob man ihnen nicht dereinſt wieder die Hal⸗ tung der Regiſter des Civilſtandes anvertrauen werde. Vor der Hand muͤſſe es noch beim Alten bleiben, und beſtimme daher das Geſetz lieber gar nicht, wer die Regiſter halten ſolle, ſondern ſpreche blos in allgemei⸗ nen Ausdruͤcken von den Civilbeamten, denen das Ge⸗ ſchaͤft uͤbertragen worden.“ Jonſtte anntu 6n eGe 315 —— e dih Hiernach iſt es noch immer nicht ausgemacht, von da lſatz. wem kuͤnftig in Frankreich die Regiſter des Civilſtan⸗ üüüen des werden gehalten werden, und es iſt hoͤchſt wahr⸗ àn undaht ſcheinlich, daß dies Geſchaͤft an die Pfarrer zuruͤckkeh⸗ mm niſ ren werde, fuͤr die es auch auf jeden Fall am beſten äntun paſſen duͤrfte.“) Im Kdͤnigreich Weſtphalen iſt die de Gtan, Haltung der Regiſter des Ciyilſtandes durch das Kd⸗ deiand nigl. Decret vom 22ſten Januar 1808 Art. 1 den Geuemea Pfarrern— wiewohl nur proviſoriſch— zur Pflicht beieg gemacht, und ſind ſie daruͤber mit einer eignen Inſtru⸗ damſt ction verſehen worden.“*) 4 nen wari, a 1 Lennvin vnaß. Muß der Beamte des Civilſtandes die Arbeit um⸗ deſeah. ſonſt verrichten, oder genießt er dafuͤr gewiſſe Emolu⸗ maungith mente und welche? 4 naug ull Ein Kaiſerliches Decret vom 12ten Jul. 1807 ſetzt 1 d die Gebuͤhren der Beamten des Civilſtandes ſo feſt: ag eloner Vo 3“ 4 9 etat cilſt 1) Im Allgemeinen: gudheh a) Fur jede Ausfertigung eines net un Geburts⸗, Sterbe⸗ und Verr: unge diſ Aundigungsactes der Heirath.— Ft. 30 Cent. eſtin Niaͤchſidem fuͤr Stempelgebuͤh⸗ chagen uin xen und das Zehntel mehr fuͤr die Aur Kriegsſteuer.— 33.— und den e—— 1 Fr. 13 Cent. 164x e riar u*) Daß es ſich fuͤr die mit ſo mancherlei Geſchaͤften behelligten Ntrauen un Maires gar nicht paßt, ſteht man jetzt in Frankreich mehr R bleiben, h. ddeenn zu wohl ein. 3 19*) Dieſe an die Praͤfecten addreſſirte Inſtruction iſt auch be⸗ ſicht, we ſonders abgedruckt unter dem Titel: Abdruck der von kos in alom Coaſſel erlaſſenen und den Behoͤrden mitge⸗ du theilten Inſtruction in Räckſicht der Aufnah⸗ denen do me der Urkunden und Fuͤhrung der Regiſter des Civilſandes. 1803. 39 Seiten,. 316 —.,— 45) Fur die Ausfertigung der Hei⸗ raths⸗, Adoptions⸗ und Eheſchei⸗ ni; dungetcie.. Fr. ean Naͤchſtdem fuͤr Stempelpapier und Kriegstaxe.—— 83— 1 Fr. 43 Cent. 1 5 39 Staͤdten von 50,000 Seelen und deriber⸗ 82) Fuͤr jede 2 Ausfertigung eines Geburts⸗, Sterbe⸗ und Verkuͤn⸗ digungsactes der Heirah.— Fr. So Eent. Naͤchſtdem fuͤr Srampelgebhr und Kriegstaxe:—— 83— 8 1 Fr. 33 Sen ) Fuͤr die Ausfertigung der Hei⸗ raths⸗, Adoptions⸗ und Eheſchei⸗ dungsacte.. em Naͤchſtdem fuͤr Stempelyapier und dRriehatart 83— Fr. 83 Tent. 3) In Paris hier ſind beſondere Taxen feſtgeſetzt, die uns nicht weiter intereſſiren). In dem Decret iſt zugleich unter den auf die Con⸗ cuſſion geſetzten Strafen verboten worden, andere Ta⸗ xen und Gebuͤhren zu fordern. Fuͤr die Anfertigung der Aete und ihre Eintragung in die Regiſter ſoll nichts an beſondern Gebuͤhren genommen werden. Wir brauchen wohl nicht erſt zu bemerken, daß dieſe Taxe fuͤr das Koͤnigreich Weſtphalen durchaus nicht paßt. Sie wuͤrde auch gewiß fuͤr Frankreich an⸗ ders ausgefallen ſeyn, wenn dort noch das Geſchaͤft in den Haͤnden der Pfarrer ſich befaͤnde. Sie iſt— beſonders fuͤr Pfarrer auf dem Lande, welche mehrern ayüie Wrowai 3 hda Viññ 18 g dund dwihe -d ohn en aufdile en, wend die Pfetim gier i 3 den. verbundenen, bisweilen weit aus einander gelegenen Kirchen vorſtehen,— viel zu geringe.— Noch iſt fuͤr das Koͤnigreich Weſtphalen keine eigne Taxe er⸗ ſchienen. Unſer Geſet, ſo wie es im Code Napoléon da ſteht, zerfaͤllt in ſechs Kapitel. Ein chapitre préli- minaire enthaͤlt die allgemeinen Verfuͤgungen fuͤr die Acten des Civilſtandes. Dann folgen die drei Kapitel uͤber Geburt, Verheirathung und Tod als Hauprkg⸗ pitel. Einen Anhang dazu giebt ein Kapitel uͤber die Acten des Civilſtandes der Militaͤrperſonen, welche ſich außer dem Gebiete des Reichs(Frankreich) befin⸗ den, wobei die Regel ſich nicht fuͤglich anwenden ließ. Damit ſteht die Inſtruction du Miniſtre de la guer- re ſur lexéecution des dispoſitions du Code civil applicables aux militaires de toute arme, du 24¼ Brumaire an 12(16 November 1803) in Verbin⸗ dung.*) Den Beſchluß macht das Kaxitel uͤber die Rectification der Acten des Civilſtandes. ——2 1 Die dispolitions générales in dem chapitre réliminaire oder prémier beſchaͤftigen ſich mit dem Inhalte der Acten des Ciyilſtandes, ihrer Form und ihren Foͤrmlichkeiten, und ſind als gemeinſchaftliche Verfuͤgungen fuͤr alle Acten des Cipilſtandes zu be⸗ trachten. Wir wollen ſie unter Nummern, der leichtein Ueberſicht wegen, zuſammenfaſſen. — tt in RordonnAu Suppyähnene ie, Codes Wa. *») Abgedruckt poleon et de procedure oivlle ero.(Ausgabe bei Vols, Delk- lau und Leipzig 1308. Seife 75.) 318 —“.— 1. Die Acten des Eivilſtandes muͤſſen das Jahr, den Tag und die Stunde, in welchen ſie aufgenommen worden, die Vornamen, die Geſchlechtsnamen, das Alter, das Gewerbe und den Wohnort aller derjenigen ausdrucken, die darin genannt werden.(Art. 34.) Eine Inſtruction des Großrichters Juſtiminiſters an n die Kaiſerl. Procuratoren gerichtet, vom zten Jun. 1807, weiſt die Civilbeamten noch beſonders an, wenn jemand Mitglied der Ehrenlegion war, ſolches in ſeinen Heiraths⸗ und Sterbeacten, ſo wie auch in den Geburtsacten ſeiner Kinder zu bemerken. Da in der Inſtruction die Ehrenlegion nur allein genannt worden, auch die Gruͤnde, warum die oben gedachte Bemerkung eingeſchaltet werden ſoll, nicht auf andere Orden paſſen,*) ſo hat auch der Civilbeamte nicht noͤthig, wenn jemand Mitglied eines andern ſonſt noch ſo wichtigen Ordens war, ſolches in den Civilacten zu bemerken. Obgleich die gedachte Inſtruction fuͤr das Koͤnigreich Weſtphalen keine verbindliche Kraft hat, ſo wuͤrden doch die Civilbeamten klug thun wenn uuch ſie ihr Genuͤge leiſteten.— Was der Artikel 34 anordnet, war ſchon fruͤ⸗ her in der Declaration vom Jahr 1736 verfuͤgt wor⸗ den, und iſt in ſo fern nichts Neues. Nur iſt hier zu einer dispoſition générale erhoben worden, was die Pezacht⸗ Declaration eigentlich fuͤr beſtimmte Acten des Civilſtandes vorſchreibt. Locré*) bemerkt, man muͤſſe bei dem Artikel ja nicht den Geſichtspunct der All⸗ gemeinheit aus den Augen verlieren; denn jede Civilacte 2²¹) Sie ind von der Wichtigkeit dieſes Sls ur Venien. e Ordens hergenommen. 6 1 ) Eſprie du Code Napolcan, L. II. n. 1a. 1 1 mbeer ats⸗ dn bber dähnu kpi tit ge lid Qboonden, ni dui un de d ſhamnd An e ud 41 1 kunde Aedru raͤmii 1d aiß die Sn men doe lechsnent de udu dauährutg k.(.z, Jllimin allin gem ie oben zun nicht auf he Läbibennt undennſeuit en Cuilden drucot ſin liche Kuf kun, vn war ſcu 6 nfgn Nr üt oorden, vi mmte Aetnd bentti n teunnwi m idelltie — Rr Baünte 89 — muͤſſe außer dem, was hier vorgeſchrieben worden, noch beſonders die Thatſachen und Umſtaͤnde enthalten, die ſie zu beweiſen beſtimmt ſei, z. B. die Geburtsacte die Thatſache der Geburt und die Umſtaͤnde, welche das Daſeyn eines neugebornen Kindes und ſeine Filia⸗ tion bewieſen;— die Eheſtandsacte, die Erfuͤllung aller der Bedingungen, wovon die Guͤltigkeit und das We⸗ ſen der Ehfe abhange;— die Sterbeacte, den Tod und wer der Verſtorbene geweſen. Der Artikel ſei alſo aus den beſondern nachfolgenden Verfuͤgungen uͤber die Ge⸗ burts⸗, Eheſtands⸗ und Sterbeacten zu ergaͤnzen. Saſt ſollte man glauben, das Geſetz verlange eine zu uͤbertriebene Puͤnctlichkeit, indem es ſogar die Er⸗ waͤhnung der Stunde vorſchreibt, in welcher ſich die Thatſache ereignete. Fuͤr die Geburten iſt das freilich von großer Wichtigkeit, und war auch ſchon im Arti⸗ kel 5t der Ordonnanz vom Jahr 1530 vorgeſchrieben worden,— nicht ſowohl um der Zwillingsgeburten, wie einige franzoſiſche Juriſten meinen, als vielmehr um der Großjaͤhrigkeit und anderer wichtigen Epochen des Alters willen. Bei der Ehe und dem Ableben ſcheint die Stunde dagegen um ſo weniger zu releviren. Indeß koͤnnen auch hierbei Faͤlle vorkommen, wo es ſehr wichtig iſt, zu wiſſen, in welcher Stunde ſich die Thatſache ereignete, z. B. wegen der Guͤtergemeinſchaft und der Sucreſſion..uu Sall Warum der Artikel die Vornamen der in der Ur⸗ kunde benannten Perſonen genau und vollſtandig aus⸗ gedruckt wiſſen will, ſpringt ſogleich in die Augen, naͤmlich um alle Ungewißheit, die aus der Aehnlichkeit oder unrichtigen Bezeichnung der Namen entſtehen koͤnnte, zu verhuͤten. Die Angabe des Alters iſt noͤthig, um daraus zu erſehen, ob die Intereſſenten voll⸗ oder minderjaͤhrig 320 —— ſind, und darnach zu beurtheilen. ob. ale srſeßi he 1 Sdemüchkeiten beobachtet worden. Eine beſondere Genauigkeit iſt bei den Heiraths⸗ acten mit Hinſicht auf den Wohnort der Parteyen zu beobachten, um beurtheilen zu koͤnnen, ob auch alles vorauf gegangen ſei, was der Schließung der Ehe vor⸗ aufgehen mußte.— Der Wohnort beider Parteyen, welche ſich in die Ehe begeben wollen, iſt nicht nur aus⸗ zudrucken, ſondern auch der vorige Wohndrs, wenn er erſt ſeit kurzem verlegt war. In Die Beamten des Eivilſtandes vür. fen in die Civilacten, welche ſie auf⸗ nehmen, nichts einruͤcken, weder durch Anmerkungen noch durch irgend eine Art des Ausdrucks, als was von den Erſcheinenden erklaͤrt werden muß. 80(Art. 35.) 4 Wmas von den Erſcheinenden erklart werden muß, iſt in den folgenden Diteln bei jeder Gattung der Civil⸗ acten beſonders vorgeſchrieben worden. Die Geburts⸗, Heiraths⸗ und Sterbeurkunden ſind dazu beſtimmt, den einfachen Vorgang, und allein die durch das Ge⸗ b vorgeſchriebenen Umſtaͤnde anzuzeigen. Jede in Hinſicht auf dieſen Vorgang und dieſe geſetzlichen Um⸗ ſtaͤnde fremdartige Erklaͤrung iſt daher unzulaͤſſig. Noch viel weniger ſind daher ſolche Erklaͤrungen zu⸗ laͤſſig, die gegen die Geſetze anſtoßen, z. B. daß je⸗ mand Vater eines Kindes ſei, der weder durch ſeine mit der Mutter des Kindes beſtehende Ehe, noch durch ſein eignes Geſtaͤndniß als ſolcher gewiß iſt L.ocré ³) bemerkt, der Artikel enthalte zwei Re⸗ geln. Die erſte ſei, daß ein Civilbeamter nichts zu der kEreirungs der Purtehen binzufäden le„ die Lrei⸗ 6 8 1 eGeſe dä dürra l b fun 49 4 Atuns tn 1 Qnne Pn ani da a du gin we i; d uth unsach beide gun iſ nit nn ohnut, de ſſtandesy elche ſien wedet w itgend was deni verde ai rt wendn attung da Daein dazu dir ie durchdu ſigen. I egeſtite aher unai Erklätungn „, B9 dder duh Ehe, uh hiſ. anhalteſrid enmter ni ſolle, de 4* , 4 321 —— te, daß er ſelbſt ſolche Erklaͤrungen der Parteyen nicht den Acten des Civilſtandes einverleiben duͤrfe, welche die Geſetze nicht als nothwendig erfordern.) Ddiie erſte Regel gruͤnde ſich auf den individuellen Charakter der Civilbeamten. Sie waͤren mit keiner Gerichtsbarkeit verſehen, ſie haͤtten blos ein miniſtère pafſiv à remplir,— ſie ſollten blos die vor ihnen gemachten Erklaͤrungen aufzeichnen. Daher ſtehe ih⸗ nen auch nicht das Recht zu, einzureden oder Unter⸗ ſuchungen anzuſtellen über die Wahrheit der Thatſa⸗ chen, welche vor ihnen erklaͤrt wuͤrden. 348 Die zweite Regel habe theils in der Sache ſelbſt, theils darin ihren Grund, damit die Comparenten nicht zu leidenſchaftlichen Erklaͤrungen veranlaßt wer⸗ den moehten.. Locré meint jedoch, die Eivilbeamten haͤtten al⸗ lerdings das Recht, zu unterſuchen, ob auch die Com⸗ parenten diejenigen ſind, fuͤr die ſie ſich ausgeben. Wir glauben, es koͤnne ihnen auch das Recht nicht ſtreitig gemacht werden, die Wahrheit und Richtigkeit der ganzen Erklaͤrung, ſo weit ſie naͤmlich geſetzlich ge⸗ ſchehen muß, zu unterſuchen. Denn es kann ihnen, als öffentlichen Perſonen, nicht zugemuthet werden, Erklaͤrungen der Comparenten aufs Gerathewohl auf⸗ zuzeichnen. Es laͤßt ſich dieſe Befugniß auch gar wohl mit den Gruͤnden, die Locré fuͤr die erſte Regel an⸗ fuͤhrt, vereinbaren. Denn es iſt etwas anderes, eine gerichtliche Unterſuchung anſtellen und die Wahrbeit und Richtigkeit von Thatſachen auf die gewoͤhnliche Art zu erforſchen. III. In Filtene wis die bei der Sache Intereſſirten nicht verbunden ſind, in Perſon zu erſcheinen, duͤrfen ſie — ſich durch einen andern, der mit ei⸗ 322 ner Specialvollmacht in authentiſcher 7 .Soem verſehen iſt, vertreten laſſene Hau (Art. 36.) giſch Es giebt Fäͤlle, wo durchaus die Intzreſſenten in bun Pee erſcheinen muͤſſen, wie z. B. bei der Ehe. Wo m, ſ das Geſetz aber das perſoͤnliche Erſcheinen nicht durche un, aus erfordert, da kann es auch durch Gevollmoͤchtigte acmm geſchehen. Nur muß der Gevollmaͤchtigte aae ) mit einer Specialvollmacht„ d. h. einer ſolchen, N ddie auf den zu verrichtenden Civilact beſonderes lautet, verſehen ſeyn. Ein Generalmandat gee⸗ 5 nuͤgt nicht. Sa)s Muß die Vollmacht authenriſche Form haben. 86 Ehedem begnuͤgte man ſich, wenn die Vollmachh ten oder deren Unterſchrift nur beglaubigt warern, 1 und man wollte es anfangs, um den Parteyen 6 die Koſten zu erſvaren, beim Alten laſſen. In⸗ Phm deß hatten mehrere Tribunaͤle darauf angetragen, San daß die Vollmachten in authentiſcher Form abe: au gefaßt werden moͤchten, und man fand auch bei ſen genauer Unterſuchung, daß die Koſten ſehr un; Pn ehedentend. waren. un Die Vollmacht hat authentiſche F Form. wenn ds ſie von einem Notar aufgenommen worden iſt, 4 mit Beohachtung der Foͤrmlichkeiten, welche das u Geſetz uͤber die Organiſation des Notariats vom 3 25ſten Ventoſe an X(16ten Maͤrz 1803) f die Notariatsinſtrumente vorſchreibt.)“ nel hen Der Civilbeamte muß den Gevollmaͤchtigten zurück⸗ 4 nn weiſen, wenn er nicht mit gehoͤrigen und foͤrmlichen ür 4 Vollmachten verſehen erſcheint. Fuͤr die Prediger lm 5₰ Abgedruckt in KRon ennean Sondee. du cod= Na- 1 e pol. ot de prsetdure eivile, 2äh. P.4 ſe4. zW 325 —— uthenſte im Koͤnigreich Weſtphalen als proviſoriſche Civilbeam⸗ teten ſt te iſt zu bemerken, daß ſie die authentiſche Form der Specialvollmacht nicht nach den in dem angefuͤhrten Vüneinn Geſetz vom 16ten Maͤrz 1803 bei Notariatsinſtrumen⸗ ldr c 3 ten vorgeſchriebenen Foͤrmlichkeiten zu beurtheilen ha⸗ ien iſe ben, ſondern nach den bisher beſtehenden Geſetzen, ſo Gatlatt lange, bis entweder das Geſetz vom 16ten Maͤrz 1803 auch im Koͤnigreich Weſtphalen eingefuͤhrt, oder ein it eigne Notariatsordnung publicirt ſeyn wird. 4 hr IV. Nur Perſonen maͤnnlichen Ge⸗ “ ſchlechts, die wenigſtens 21 Jahr alt meralnade A ſind, duͤrfen bei den Acten des Civil⸗ 3 ſtandes als Zeugen zugezogen werden. heßmmnß Sie werden von den Parteyen ſelbſt mdedn gewaͤhlt. Ob ſie Verwandte oder aglautia Fremde ſind, iſt gleichguͤltig. Art. 37. n da Jer Ehedem waren in Frankreich bei den Acten des Ci⸗ ]z ei vilſtandes keine Zeugen noͤthig. Das Geſetz vom 2oſten . 1 September 1792 fuͤhrte ſie zuerſt dabei ein, und be⸗ itha n ſtimmte zugleich, daß Mannsperſonen allein als Zeu⸗ an fndat gen zulaͤſſig ſeyn ſollten. Man behielt dieſe Beſtim⸗ Kaſtn ſhe mung bei der Abfaſſung des Code bei, weil die Er⸗ ecichtung der Civilacten gewiß eben ſo wichtig ſei, als hezun n. die Errichtung der Teſtamente. Daher laͤßt es ſich nmn unni auch erklaͤren, warum hier Weibsperſonen als Zeugen ten, uhth unzulaͤſſig itnd. Narriubn I. Ocr 6*) bemerkt: La vocation des témoins ur ey n'elt pas une acte d'autorité, ni une requiſition tt.) permife aux particuliers Par qui les témoins chtgemmat font préſentés. Die Zeugen bei den Civilacten ſind und fimchh daher ganz freiwillige, und kann niemand gezwungen ärdi gui werden, ſich hier als Zeuge herzugeben. Auch werden neu du(ui-lh-) Eſprie Au Code Napoldon, Tom. II, pag. 24. u,, Heft 1V. 24 324 —,— die Zeungen von den Intereſſenten ſelbſt gewaͤhlt.—— Man hatte in Vorſchlag gebracht, zu den Worten des Artikels: ſeront choiſis par les perſonnes inter- efſées, noch hinzuzufuͤgen: ou appelés par lofficier civil. Allein der Zuſatz wurde darum verworfen, weil ſcch leicht Colliſionen zwiſchen den Intereſſenten und den Civilbeamten erheben koͤnnten, wenn man den letz⸗ tern die Befugniß zugeſtehen wollte ſelbſt Zeugen her⸗ bei zu rufen. Die Parteien, meinte man, wuͤrden auch ſchon fuͤr die Zeugen ſorgen, weil ſie ohne dieſe den Act nicht verrichten konnten.— Man er⸗ innerte zwar, es koͤnnten doch Faͤlle vorkommen, wo gar niemand bei der Errichtung des Civilacts intereſſirt ſei, z. B. es wuͤrde ein ausgeſetztes Kind gefunden, oder es ſterbe ein Fremder an einem Orte, wo er ganz unbekannt ſei. Indeß es blieb bei den angenommenen Grundſätzen. Es tritt hier der Fall ein, wo die Jurisprudenz er⸗ gaͤnzen muß, was der Code Napoléon unbeſtimmt gelaſſen hat. Daß der Civilbeamte in keinem Falle be⸗ rechtigt ſeyn ſollte, ſelbſt Zeugen herbeizurufen, laͤßt ſich doch nicht behaupten. Der Vorſchlag wurde ja nicht verworfen; man wollte ſich nur nicht auf Diſtin⸗ ctionen einlaſſen,, und fuͤrchtete, eine generelle Verfuͤ⸗ gung moͤchte zu Mißdeutungen Veranlaſſung geben. Man meinte auch, die vorhin angezogenen Faͤlle, wo niemand bei der Sache intereſſirt ſei, gehoͤrten zu den ungewoͤhnlichen, und auf ungewohnliche Faͤlle koͤnne kein Geſetz Ruͤckſicht nehmen. Von Maleville*) behauptet daher ſehre recht, daß, wenn dergleichen ungewoͤhnliche Faͤlle ſich ereig⸗ neten, und die Perſonen, welche die Anzeige von dem Tode eines unbekannten Menſchen oder von einem ge⸗— —.— *) L. c., ad Auno dreiet fen uf. nan,i auf d nice Fole tein ſLibe db uug chen 6R 8 funſ da ahet ſt ent. den Wonan rlonnes in spar on derworfn, nteriſene enn mandal ſli Junn e man, ni ni ſet n.— N. vorkonna dvilactz inn⸗ Knnd gir kte, w en angenubnn Jarisptide löon und feinen gu tdeigrn, orſchlag van rich ufdi e generlege randaſſun h dpene 9 dotn g) üch Säle dahe ſter eFileſhn Anzeizevvn et von in — 325 —.,.,— fundenen Kinde machten, keine Zeugen mitbringen wollten, ohne Zweifel der Civilbeamte berechtigt ſei, ſelbſt Zeugen herbei zu rufen, und niemand deshalb ſeine Acte anfechten koͤnne. Ich glaube noch weiter gehen und als Grundſatz an⸗ nehmen zu koͤnnen, daß der Civilbeamte auch in allen uͤbri⸗ gen Faͤllen, wo die Parteien keine Zeugen mitbringen zu wollen ſich erklaͤren, ſelbſt ſolche herbeirufen und den Act verrichten koͤnne. Denn die Verrichtung des Actes iſt eine oͤffentliche Angelegenheit, die nicht unterbleiben darf. Daß die Parteien die Zeugen ſelbſt waͤhlen koͤn⸗ nen, iſt eine ihnen von den Geſetzen geſtattete Wohlthat, auf die ſie Verzicht leiſten koͤnnen. Es iſt alſo gar nicht abzuſehen, warum der Civilbeamte nicht in jedem Falle ſelbſt die Zeugen waͤhlen koͤnne, wenn die Par⸗ teien ſie nicht waͤhlen wollen. Es kann daher auch der Civilbeamte in dergleichen Faͤllen die Parteien nicht als ungehorſam der Obrigkeit denunciiren, denn ſie be⸗ gehen dadurch, daß ſie ein ihnen geſetzlich eingeraͤum⸗ tes Recht decliniren, wirklich keinen Ungehorſam. Faͤr das Koͤnigreich Weſtphalen ſcheint dieſe Be⸗ fugniß des Civilbeamten darum zweifelhaft zu ſeyn, weil es in der Inſtruction fuͤr die Prediger heißt: Nie aber darf er(naͤmlich der Civilbeamte) ſich er⸗ maͤchtigen, ſelbſtgewaͤhlte Zeugen zuzu⸗ ziehen. Allein wenn man erwaͤgt, daß die Inſtru⸗ ction ganz auf die Beſtimmungen des Code gegruͤndet iſt, und mit dem Geiſte deſſelben durchgaͤngig genau zuſammenhaͤngt, ſo kann man dieſe ihre Verfuͤgung gleichfalls nichr anders als dahin erklaͤren, daß der Pre⸗ diger, außer i in den oben ausgenommenen Fällen, kei⸗ ne ſelbſtgewaͤhl ten Zeugen zuziehen duͤrfe, und wird die⸗ ſe Erklaͤrung noch beſonders durch die unmittelbar vor⸗ hergehende Stelle, in welther es heißt:„Der Beamte 24* des Swvilſtandes kann ſie(die von den Peartaſen vor⸗ geſchl agenen Zeugen) nicht anders verwerfen, als wenn ihnen die nach dem Geſetze noch erforderlichen Ei⸗ genſchaften fehlen“, gerechtfertigt. Es kommt hinzu, daß in dieſer kurzen Inſtruction nur die Regel, und die⸗ ſe allein, ins Auge gefaßt werden konnte. Es muß alſo auch im Koͤnigreich Weſtphalen bei den oben angenom⸗ menen Grundſaͤtzen ſein Bewenden behalten. Warum beſtimmt der Artikel 37 noch beſonders, daß die Zeugen, Verwandte ſo wohl als andere Perſo⸗ nen ſeyn koͤnnen? Man ſollte alauben, das verſtehe ſich ja von ſelbſt, und im Code Napol. ſoll doch nichts Ueberfluͤſſiges ſtehen.— Wohl wahr, aber dieſe Be⸗ ſtimmung iſt auch blos zufaͤllig entſtanden. Es war naͤmlich in der erſten Redaction des Artikels nichts da⸗ von geſagt worden, daß auch? Verwandte als Zeugen zulaͤ ſſig ſeyn ſollten, und doch war dies ein durch den 3 Arrikel 19 Tit. 20 der Ordonnanz von 1667 gebilligter Gebrauch. Die Tribunale erinnerten dies und trugen darauf an, daß ausdruͤcklich nachgelaſſen werden moͤch⸗ te, auch Verwandte als Zeugen mitzubringen. So kam bei der zweiten Redaction des Artikels 37 die Stel⸗ le mit hinein. Ob man die Verwandten bei der erſten Redaction ausließ, weil man glaubte, es verſtehe ſich von ſelbſt, daß man ſie auch als Zeugen mitbringen koͤnnte, oder weil man glaubte, daß ſie nicht immer tuͤchtige ſeyn duͤrften, b bleibt dahin geſtellt. Es iſt noch zu merken: die Zeugen, welche bei der Errichtung der Civilacten zugezogen werden muͤſſen, ſind Inſtrumentszeugen. Darum erfordert auch das Geſetz, ,daß es Mannsperſonen, und zwar großjaͤh⸗ rige ſeyn muͤſſen. We eibsperſonen ſind hier als Zeugen durchaus unzulaͤſſig.— Die Zeugen ſind von den Er⸗ klaͤrenden(déclarans) wohl zu unterſcheiden„wobei 4 ſ W rau w teme Auüt inen. älaa 4 tid Dds wene lare Sdda ſ us ſei 1 db auch und f dſonden boke unta tede A 7 5 ———„ 32) —— 1 uhn es natuͤrlich auf das Geſchlecht nicht ankommen kann. raaant Darin liegt eben der Unterſchied zwiſchen dem aͤtern 3 Wind und neuern franzoͤſiſchen Rechte. Jenes unterſchied 3 ih die témoins und déclarans nicht, weil es keine be⸗ ae,mt ſondern Inſtrumentszeugen fuͤr noͤthig erachtete. Die te Gno déclarans waren zugleich die Zeugen des Vorgangs, uin naa der erklaͤrt werden ſollte, und der Declaration ſelbſt. Mta. Dieſes— das neuere Recht— welches Inſtruments⸗ noch binn deugen erfordert, unterſcheidet beide, die tLémoins und s anm ſe déclarans, genau, jene als Zeugen der zu machenden den, Rx Declaration und als feierliche Inſtrumentszeugen„ die⸗ l ſilvozn n ſehe Zruen des zu erklaͤrenden Vorgangs t, odardi elchththt. 7 anden. Der Beamte des Civilſtandes hat zu unterſuchen, Artikes nit ob auch die Zeugen die geſetzlichen Eigenſchaften haben, ndte d* und findet ſich hier ein Mangel, kann er ſie nicht nur, dies einuud ſondern er muß ſie auch verwerfen. Außer den Eigen⸗ 11667 g ſchaften des maͤnnlichen Geſchlechts und der Großjaͤh⸗ Idis udn rigkeit kommen hier noch alle uͤbrige in Betracht, wel⸗ ſen vedan che die Geſetze erfordern, wenn jemand ein tuͤchtiger zutrinn Inſtrumentszeuge ſeyn ſoll. 13 ites ud v. Der Beamte des Civilſtandes ſoll dim diih den erſcheinenden Theilen oder ihren M Bevollmoͤchtigten und den Zeugen die eugmn nitn Acte des Civilſtandes vorleſen. Es ſeuta ſoll darin Meldung von der Erfuͤllung adt. dieſer Formalitaͤt geſchehen. Es ſoll , waſcheitb dieſe Acte von den Beamten des Ci⸗ vadi nij vilſtandes, von den erſcheinenden forder ant Theilen und den Zeugen unterzeichnet for 9 werden, oder es ſollen die Urſachen Suh angeſoͤter werden, welche die Archee, iinefnt enen oder die Zeugen an der Unter⸗ ſindimndit zeichnung behinderten.(Art. 38 und 39.) eſceän, A 328 ——— Jede Gattung der Acten des Civilſtandes hat ihre eignen Foͤrmlichkeiten, wovon weiter unten die Rede ſeyn wird. Die hier vorgeſchriebenen Foͤrmlichkeiten ſind allen Acten des Civilſtandes gemein. Sie beſte⸗ hen in dem Vorleſen der Acte(welches deutlich und vernehmlich geſchehen muß), dem Melden dieſes Vor⸗ leſens in derſelben, und der Unterzeichnung der Acte, oder wenn einer des Schreibens unerfahren iſt, oder wegen koͤrverlicher Verſtuͤmmelung nicht unterſchreiben kann, der Meldung der Urſache, welche ihn an der Unterzeichnung behinderte. Ifſt des Vorleſens in der Acte Meldung geſchehen, ſo kann wegen der hinzu gekommenen Unterſchriften, die ſolches mit bezeugen, dawider weiter kein Zweifel erhoben werden. Eben ſo wird durch das Gezeugniß der Civilbeam⸗ ten allein hinlaͤnglich conſtatirt, daß einer der Com⸗ parenten nicht unterſchreiben koͤnne. Ob auf den⸗Fall, daß derſelbe nur des Schreibens unerfahren war, doch die bei uns gewoͤhnliche Unterzeichnung durch Kreuze (†⁴ † †) geſchehen muͤſſe, bleibt zweifelhaft. Ich glaube, nothwendig iſt ſie nicht, doch aber als nuͤtzlich zu empfehlen. Will einer der Comparenten nicht unterſchrei⸗ ben, ſo bleibt dem Civilbeamten nichts uͤbrig, als ſol⸗ ches gleichfalls in der Urkunde zu bemerken, und der competenten Behoͤrde davon Anzeige zu thun, welche uͤber die Renitenz die noͤthige Unterſuchung anzuſtellen befugt iſt. Man hatte vorgeſchlagen, daß alle Civilacten in franzoͤſiſcher Sprache aufgeſetzt werden ſollten. Allein der Vorſchlag wurde, in Erwaͤgung, daß noch nicht in allen Theilen des Reichs die franzoͤſiſche Sprache w ſ 4 ülat e) n Snut anlſ d dides he 1 untn de gh denithi i. Se h es duic 1 den diſsh umg w ſahren ſß, N. t uneſtni ſche in an dung giöhn lurrtrn ter kin pe der liie ſdiner der le d auf dugt ren ur, g durch gm defflhaft. 3 aber abnh. ceion des Innern ſolche Formulare entworfen, die it un übrig, d6 natten, un Nthun, ooh hung nzſt l Cilern’ ſolten. Mü dof nec ut ſihe Enah 329 /———-0—. ſo gelaͤufig ſei, noch vor der Hand bei Seite ge⸗ Man wollte auch den Beamten des Civilſtandes Formulare geben, allein die Erwaͤgung, daß eines Theils auch das aͤltere Recht dergleichen Formulare nicht vorſchreibe, daß dadurch der Civilbeamte nur ge⸗ nirt werde, und daß endlich mit der Vorſchrift beſon⸗ derer Formulare, eine Verfuͤgung uͤber Nullitaͤt der Civilacten(welche man doch ſo gern umgehen woll⸗ te) in unzertrennlicher Verbindung ſtehe, bewirkte, daß man davon abſtand. Sh B Nach Anfertigung und Publication des Code Na. poléon kam jedoch die Sache wieder von neuem im Staatsrath zur Sprache, und zwar auf folgende Ver⸗ anlaſſung. 1 Das Arrété vom 19ten Floreal VIII wegen Er⸗ nennung der Maires und ihrer Adjoints enthielt un⸗ ter andern Art. 10: daß der Miniſter des Innern den Praͤfecten Formulare fuͤr die Acten des Civilſtandes zuſenden werde, um ſie durch die Unterpraͤfecten den Maires und ihren Adjoints zuſtellen zu laſſen, damit dadurch fuͤr die Acten des Civilſtandes eine Einfoͤrmigkeit in allen Theilen des Staats erreicht werden moͤchte. In Gemaͤßheit dieſes Artikels hatte auch die Se⸗ nach ihrer Genehmigung den Beamten des Civilſtandes mit dem eben gedachten Arrété zugefertigt wurden. Als im Jahr XII das Arrèeté vom 19ten Floreal VIII in Ausuͤbung geſetzt werden ſollte, machte der Miniſter des Innern die Bemerkung, daß die den Be⸗ amten des Eivilſtandes zugefertigten Formulare mit der neuen Geſetzgebung nicht ganz in Einklang ſtaͤnden. ⸗) Im Koͤnigreiche Weſtphalen ſollen, nach dem Deerete vom 22ſten Jan. Art, 6, bie katholiſchen Geiſtlichen die Acten des ivilſtandes in lateiniſcher Sprache, wie es in Deutſchland in den meiſten katholiſchen Kirchſpielen gebrauchlich iſt, aufneh⸗ — 350 —-— 4 Er entwarf daher neue Formulare, die den zaſken ſubſtituirt werden ſollten, und erſtattete daruͤber dem Staatsrath Bericht, in welchem er bemerkte, daß, da die Erfahrung zeige, daß die Acten des Civilſtandes o verſchieden und zum Theil unordentlich abgefaßt wuͤr⸗ den, Formulare gewiſſer Maßen unerlaͤßlich waͤren. Vom Staatsrath erfolgte hierauf unterm 12ten Ther⸗ midor XII(31ſten Jul 1804) das folgende vom Kai⸗ ſer genehmigte Gutachten: Der Staatsrath uͤber die Faaxe Ob die von dem Miniſter des Innern vorgelegten Formulare der Acten des Civilſtandes an die Stelle der vor⸗ bhin den Beamten des Civilſtandes mitgetheilten, zur Vorſchrift uͤberſendet werden ſollen, in Er⸗ waͤgung, daß, wenn es vorzuͤglich bei dieſem Ge⸗ genſtande gefaͤhrlich ſeyn kann, buchſtaͤblich dieſe oder jene Redaction vorzuſchreiben, ſo daß jede andere unterſagt waͤre, wodurch die Subſtanz des Actes ſelbſt gefaͤhrdet werden koͤnnte,(welchem Nachtheile man dadurch hat vorbeugen wollen, daß man keine beſondern Formulare in das Ge⸗ ſetzbuch Napoleons aufgenommen hat,) es doch fuͤr eine zahlreiche Claſſe von Beamten, welche nicht alle einen gleichen Grad von Erfahrung ha⸗ ben, ſehr vortheilhaft iſt, einen Leitfaden zu ge⸗ ben, daß aber dieſes kein Gegenſtand eines Ge⸗ ſetzes oder eines Kaiſerlichen Decrets ſeyn kann, 2e wei wenn man Formulare annehmen will, ſie blos lals Rathſchia aͤge, nicht als Vorſchriften gel⸗ ben koͤnnen ,als Beiſpiele und nicht als verbinden⸗ erfuͤgungen; iſt der Meinung, daß die vor⸗ de Benſ Formulare weſentlich gut, und nach obigem Geſichtsvunkte nuͤtzlich ſind, allein daß men. Die uͤbrigen nicht⸗katholiſchen Prediger ſollen die Acten des Civilſtandes in der Landes⸗ oder deutſchen Syrache auſe nehmen. 5 m 3 unn de fem dn em werd Eben da ſtd zwer ularen! iihten, ictde l N' borj Haddurch an der 8eiſ Pfſun bacte tölle, widerd helat der de nn mante bäen nich. zwari Fohe Jlchet ſriebe (oißu 1g8 ſbe dan edriben rir, dh Cöriſtande, dügeit naßlch vin m lamn de hende vn e: Oden zten Fernin Stele dru s mitgeteln ſolen, u bei diſen ucſttäch n, ſo dijſ eSuhſtmn nte,(väh beugen deh are in dad ha)en amten 3 Erfaheun Leitfaden oe and äinst. ees ſeyn ir hmen vih drſchrffn als deöih daß dew t, und , allen u uu ſolen di len 1 Enue an der Glaubwuͤrdigkeit? 1— 3 1. T„ 1. ſie nur im Wege des miniſteriellen Unterrichts, dden Befehlen gemaͤß, welche der Kaiſer zu erthei⸗ len fuͤr zweckmaͤßig finden mag, bekannt gemacht werden koͤnnden. Eben dieſen Geiſt athmet die Inſtruction fuͤr die Prediger als Civilbeamten im Koͤnigreich Weſtphalen in den dieſer Inſtruction beigefuͤgten Formularen. Das Reſultat iſt: die Beamten des Civilſtandes ſind zwar ſchuldig, ſich nach den vorgeſchriebenen For⸗ mularen bei Abfaſſung der Acten des Civilſtandes zu richten, die Vernachlaͤſſigung derſelben zieht aber doch nicht die Nichtigkeit der Acten nach ſich. Aber wie nun, wenn etwas von den im Art. 38 und 39 vorgeſchriebenen Foͤrmlichkeiten mangelt? Wird dadurch die errichtete Acte nichtig, oder verliert ſie nur Es iſt ſchon oben bemerkt worden, daß man bei der Abfaſſung des Code Napoléon die in Vorſchlag ge⸗ brachte Vorſchrift von Formularen darum umgehen wollte, weil man befuͤrchtete, ſich dadurch in die Fra⸗ ge uͤber die Nullitaͤt der Civilacten zu verwickeln. Der Appellationshof zu Lyon hatte darauf angetragen, uͤber die Nichtigkeit der Civilacten etwas im Allgemei⸗ nen zu beſtimmen. Das wollte man aber nicht, und meinte, aus den jedesmaligen Umſtaͤnden laſſe ſich am beſten beurtheilen, ob eine Civilacte nichtig ſei oder nicht. Die Vernachlaͤſſigung der Foͤrmlichkeiten habe zwar in der Regel die Nichtigkeit eines Geſchaͤfts zur Folge. Allein wolle man ſich zu ſtrenge an die Joͤrm⸗ lichkeiten, welche bei Errichtung der Civilacten vorge⸗ ſchrieben worden, binden, ſo werde im Grunde der Civilzuſtand der Buͤrger dadurch nur mehr gefaͤhrdet als gedeckt, und gehe der Zweck, den das Geſetz beab: ſichtige, verloren. Z. B. es ſei das Datum nicht rich⸗ tig ausgedruckt, laſſe ſich aber durch die Regiſter nach⸗ 4 332 ..—.— weiſen, u. ſ. w. Es ſei beſſer, die Acte zu berichtigen als zu annulliren. Wenn nur die Civilacte nicht als falſch und untergeſchoben erſchiene, ſo koͤnnte ihre Unvollkom⸗ menheit ihr nicht alle Kraft entziehen, ſie werde auch in der Unvollkommenheit dem Buͤrger doch noch einen Titel verleihen. 9 Man kann aus dieſen Aeußerungen und daraus, — daß der Code uͤber die Nullitaͤt der Civilacten ganz ſchweigt, ſo viel entnehmen, daß 1) eine abſolute Nulitaͤt der Civilacten nur in dem einzigen Falle ſtatt findet, wenn die Civilacten als falſch und untergeſcho⸗ ben erſcheinen; 2) bei dem Mangel ſolcher vorge⸗ ſchriebenen Foͤrmlichkeiten, als der Zuziehung der Zeu⸗ gen u. ſ. w., welche ſich nicht ergaͤnzen laſſen, dieſe Urkunden zwar die geſetzliche Beweiskraft verlieren, doch aber dem Buͤrger noch immer einen Titel verleihen, der nur der Unterſtuͤtzung durch andere Beweismittel bedarf, um das zu erreichen, was ſchon allein durch die Urkunden ſelbſt erreicht werden koͤnnte, wenn die⸗ ſe mit den gehoͤrigen Foͤrmlichkeiten verſehen waͤren. 3) Wenn ſolche Foͤrmlichkeiten fehlen, die ſich ergaͤn⸗ zen laſſen, erlangt durch die Ergaͤnzung die Urkunde eben die Beweiskraft, als wenn von Anfang an alle vorgeſchriebenen Foͤrmlichkeiten dabei genau und voll⸗ ſtaͤndig beobachtet worden waͤren. Zu den Foͤrmiich⸗ keiten, welche ſich ergaͤnzen laſſen, gehoͤrt die mangeln⸗ de Unterſchrift der Zeugen und der Parteien, der Mangel der geſchehenen Vorleſung und die unrichtige Angabe des Datums. Die beiden erſtern Stuͤcke laſ⸗ ſen ſich durch Vernehmung der Zeugen und Parteien, das letztere laͤßt ſich durch die Regiſter ergaͤnzen. Hiiernach findet nun ein großer Unterſchied zwiſchen den Urkunden des Civilſtandes und andern Urkunden, bei welchen gewiſſe Foͤrmlichkeiten vorgeſchrieben ſind, ſtatt. Bei den letztern vernichtet der Mangel dieſer 1 ait ha it diee Eiiß t eit nnittt zmſch Gears m tten un „Seende lih ue perden! en und ire Cbiann ) iin ti iin un ind unn 1 ſaen iehung ug en loſſn,i Kraft tin Titt telh te Bewen hon älenn nte, vm verſehn ne „dieſtha ng dieli Anfem ui genau me dun zin rt di na Pattin, d die unt ten Ett und pen taäͤnzn. rſcie wi dern Ueine eſchnehn f Narzi i 3855 Foͤrmlichkeiten die Urkunden ganz, ſo daß nichts dar⸗ aus bewieſen werden kann; bei den erſtern hingegen tritt dieſe totale Vernichtung nicht ſo allgemein ein. —Es iſt zu dem bisher Geſagten noch zu bemerken, daß eine Acte des Civilſtandes ſogleich vollſt aͤndig ͤerrichtet werden ſoll, und es nicht erlaubt iſt, vor der Hand ſich auf kurze Aufzeichnungen uͤber die gemachten Geburts⸗ und Todeserklaͤrungen zu beſchroͤnken, und hernach bei gelegener Zeit die Urkunde gehoͤrig zu redi⸗ giren und zu vollziehen. Ferner daß die Urkunde auf Stempelpapier und in dem Format, in welchem oͤffent⸗ liche Urkunden abgefaßt zu werden pflegen, errichtet werden muß.“*) VI. Die Acten des Civilſtandes ſollen in jeder Gemeinde in ein oder mehre⸗ re Regiſter, die doppelt gefuͤhrt wer⸗ den, eingetragen werden.(Art. 40.) Es ſollen dieſe Regiſter von dem Praͤſidenten des Gerichts erſter In⸗ ſtanz, oder von dem deſſen Stelle vertretenden Richter auf dem erſten und letzten Blatte mit der Seiten⸗ zahl verſehen, und auf jedem Blatte mit ſeinem Handzuge beglaubigt wer⸗ den.(Art. 41.)— Die Civilacten ſol⸗ len 1) hinter einander, ohne einen Zwiſchenraum zu laſſen(ſans aucun blanc), in die Regiſter eingetragen werden. 2) Raſuren und Zuſaͤtze muͤſſen auf dieſelbe Art, wie der Act ſelbſt, gut geheißen und unterzeichnet *) Loert. c. pag. 335. „ tik. g ſollte ein doppeltes Regiſter fuͤr die Taufen, Hei⸗ rathen und Begraͤbniſſe gefuͤhrt werden, wovon das eine als Urſchrift in den Haͤnden des Pfarrers bleiben, das andere aber in der Gerichtsregiſtratur als vidimirte Abſchrift niedergelegt werden ſollte. Eben dieſe Vor⸗ ſchrift enthaͤlt die Declaration vom Jahr 1736. Die geſetzgebende Verſammlung ließ es dabei, nur ordnete ſie fuͤr jede Acte des Civilſtandes ein eignes doppelt zu fuͤhrendes Regiſter an. Das Geſetz vom 22ſten Sep⸗ 5 * Datum mit Ziffern ausgedruckt wer⸗ den.(Art. 42.) Nach der Ordonnanz vom Jahr 1667 Tit. 20 Ar⸗ tember 1792 verfuͤgte daher, daß gehalten werden ſoll⸗ te ein Regiſter fuͤr die Geburten, eins fuͤr die Ehen und eins fuͤr die Sterbefaͤlle. Man glaubte durch die Aoſonderung die Sache mehr in Ordnung zu bringen, und brachte ſie dadurch nur in Verwirrung.— Das gedachte Geſetz verfuͤgte noch weiter: daß von den dop⸗ pelt zu haltenden Regiſtern die Urſchriften bei der Mu⸗ meipalitaͤt verbleiben, und die beglaubigten Abſchriften an die Departementsverwaltung geſchickt werden ſoll⸗ ten, und daß alle zehn Jahre eine Liſte von allen in die Regiſter eingetragenen Acten gefertigt werden ſollte.*) Der Artikel 40 des Code Napoléon beſtimmt nur definitiv, daß die Regiſter doppelt gehalten werden ſollen. Das Geſetz hat dahei zur Abſicht, die Erhal⸗ tung der Urkunden deſto mehr zu ſichern.— Daß be⸗ ſondere Regiſter uͤber die verſchiedenen Arten der Acten des Civilſtandes gehalten werden ſollen, ſagt er nicht. Er uͤberlaͤßt es der Regierung, bei einzelnen Gemeinden, wo es thunlich iſt, die Haltung beſonderer Regiſter fuͤr -) von Maleville ad Ari. 40. 1 1 werden. 3) Nichts darin darf mit Ab⸗ breviaturen geſchrieben, und 4) kein 1 1 — Vmch Wen, u dd w NA beit ümüt irider th ſi fe uie gäoken Dr baludi⸗ n lüb. Aad in de oden den außuͤt dieR ms i w G Nhn und oleſt M kas) verworf Coder dud hal di bieher ter gen E. hitel dnrſch dn di darf mit n und 4)ſ3 edruckt de 66 Rh e daufn,z A n, woben w Hfatrain dur abs hüre Eben diſed rn! ei, nutim iones drni —n aaftn kten edni s für de „ laubte drt ung zu ten 3 5 ung. aß von mw ten beidrh geen Aöirir t wadait von aland erdendk lbon bim ehalin un ct, debit — d lrtm de ne „ ſagta en Gemälde tr Ryüiri — * 335 die verſchiedenen Arten der Acten des Civilſtandes vor⸗ zuſchreiben. Die Regel iſt, daß dies gerade nicht noͤ⸗ thig ſei; daß fuͤr alle Acten auch ein einziges Regi⸗ ſter gehalten werden koͤnne, wenn es nur doppelt gehalren wird. Der Gebrauch, die Regiſter des Civilſtandes auf dem erſten und letzten Blatt mit der Seitenzahl zu ver⸗ ſehen, und ſie auf jedem Blatt durch den Handzug zu beglaubigen, iſt ſchon ſehr alt, durch die Ordonnanz von 1667 Art. 8 eingefuͤhrt und durch die von 1736 Art. 2 beſtaͤtigt worden. Dieſe Foͤrmlichkeit knuͤpft ſich an die folgende an, und hat den Zweck, den Urkun⸗ den den Charakter der vollkommenſten Glaubwuͤrdigkeit aufzudruͤcken, und die Einſchaltung von Blaͤttern in die Regiſter zu verhuͤten. Die Declaration vom Jahr 1736 uͤbertrug dies Geſchaͤft den Tribunaͤlen, allein das Geſetz vom 20ſten September 1792 nahm es ih⸗ nen und gab es den Adminiſtrationsbehoͤrden. Der Code ſtellte die alte Verfaſſung wieder her. Man hatte in Vorſchlag gebracht, hinzuzufuͤgen, daß das Cotiren und Paraphiren unentgeldlich(fans frais) geſchehen ſollte. Allein der Vorſchlag wurde verworfen, eines Theils darum, weil es ſich fur den Code nicht ſchicke, uͤber die Gebuͤhren der gerichtlichen Handlungen etwas feſtzuſetzen, andern Theils darum, weil es ſich von ſelbſt verſtehe, daß die Regiſter unent⸗ geldlich cotirt und paraphirt wuͤrden, indem es ſchon bisher immer ſo gehalten worden, und es fuͤr den Rich⸗ ter gewiſſer Maßen unanſtaͤndig ſei, ſich fuͤr eine ſolche Arbeit bezahlen zu laſſen. 8 Es ſind vier verſchiedene Verfuͤgungen, welche der Artikel 42 enthaͤlt, und welche wir daher durch Zahlen unterſchieden haben. Die Geſetzeommiſſion harte ſie von einander abgeſondert und an verſchiedenen Orten 1 à S 336 anfüeſelt, allein die Section ver Geſezgebung d. verei⸗ nigte ſie wieder als zu einem Ganzen gehdrig„ und ſtellte ſie an den Or, wo wir ſie jetzt im Code an⸗ treffen. Saͤmmtliche Verfüͤgungen hatzen keinen anderm — Zweck, als Einſchaltungen und Verfaͤlſchung der Re⸗ giſter zu verhuͤten, wovon man im Laufe der Revolu⸗ tion bereits mehrere Beiſpiele gehabt hatte, deren Ruͤck⸗ kehr man fuͤr die Zukunft verhuͤten wollte. VII. Am Schluſſe eines jeden Jahres ſollen die Regiſter von den Beamten des Civilſtandes foͤrmlich abgeſchloſfe ſen, und ſoll den Monat darauf eins der Exemplare in das Archiv der Ge⸗ meinde, das andere in die Kanzlei des Gerichts erſter Inſtanz niedergelegt werden.(Art. 43.) Mit dem Dupli⸗ cat der Regiſter, das bei der Kanz⸗ lei des Gerichts niedergelegt werden muß, ſollen auch die Vollmachten und andern Urkunden, die den Acten des Civilſtandes beigefuͤgt werden muͤſ⸗ ſen, nachdem ſie vorher mit dem Handzuge des Producenten und je⸗ nem des Beamten des Civilſtandes verſehen ſind, auf gedachter Kanzlei deponirt werden.(Art. 44.) Der Artikel 15 des zweiten Ditels des Geſetes vom 22 ſten September 1792 verordnete, daß alle zehn Jah⸗ re eine allgemeine Liſte verfertigt werden ſollte, worein alle waͤhrend dieſes Zeitraums in die Regiſter einge⸗ tragene Acte ſummariſch aufzunehmen waͤren. In dem Code Napoléon iſt daruͤber nichts beſtimmt worden, 337 ſhraag obgleich bei dem Artikel 43 dazu der ſchicklichſte Ort mehn,“ geweſen wäre. Aber ein Kaiſerliches Decret uͤber die tin(as; alphabetiſchen Tabellen des Civilſtandes vom 20ſten Jul. 1807, welches aus 10 Arrikeln beſteht, ent⸗ 5 haͤlt daruͤber eine weitlaͤuftige Verfuͤgung. Darnach einen an ſollen. 84 lſchun a 4 lhein 1) Die alphabetiſchen Tabellen des Civilſtandes te, dann kuͤnftig alle Jahr verfertigt und alle zehn Jahr t. zuſammengeſchmelzt werden, damit ſie fuͤr jede Gemeinde nur ein Einziges bilden, und zwar eden za vom letzten Ergaͤnzungstage des Jahres 10(22ſten den Ja. September 1802) anzufangen, bis zum erſten a6zih IJan. 1813, und ſo weiter von 10 zu 10 Jahren. dauit 2.) Die Beamten des Civilſtandes ſollen die jaͤhr⸗ 1 A lichen Tabellen in dem Monate verfertigen, der die Ku 4 auf die Schließung des Regiſters der vorherge⸗ nitd henden Jahre folgt, und ſolche einem jeden Du⸗ den d pliate der Regiſter beifuͤgen, und ſollen die Kai⸗ i der d ſerlichen Procuratoren daruͤber wachen, daß in tlegt nat der Zeitfriſt von drei Monaten eine doppelte Aus⸗ machtint fertigung von den Maires an die Kanzlei des n lin Gerichts abgeſchickt werde. 9In 5 1 1 3) Die jaͤhrlichen ſo wohl als Decennal⸗Tabellen ten un ſſollen auf Stempelpapier gefertigt und von den Civilku reſpective Depoſitaren beſcheinigt werden. Von ter S den Decennal⸗Tabellen ſollen fuͤr jede Gemeinde drei Ausfertigungen gemacht werden, wovon eine auf der Gerichtsſchreiberei zuruͤckbleiben, die 66ℳ6 weite dem Praͤfeeten des Departements zugeſen⸗ aleztnd det, und die dritte der Mairie uͤberlaſſen wer⸗ ſolle, nn den ſoll.“ 14 Nagſt ar Es iſt auch fuͤr die Decennal⸗Tabellen eine eigne 1 1;. harun Form vorgeſchrieben worden, naͤmlich dieſe: 33s —.— 9 mariage de la commune — 32%ds3d du 2 Sept. 1802 au Arrondiſement Ir. Janvier 1813, dreſlée en 4 exécution du décret impérial du 20 Juillet 18077.. Départemene Table décennale des actes de Noms et Prénoms Dates des Actes des Mariés. ou des Régiltres. Aubert Claude, ma- Le a Vendemiaire rié à Frangoiſe Cha-ſ an r ou le 3 Jan- lois. vier 1806 etc. , Locré*) ſagt: La oléture des régiſtres tient à leur confection et non à la ſurveillance ni à la vérification; elle doit donc être faite par Tofficier de l'éètat civil: c—'eſt pour cette raiſon qw'on m'a pas en égard à l'oblervation qui fut faite, qu'il étoit inconvenant de confier la clo- ture des régiſtres à celui qui les tient. Die Deelaration vom Jahr 1736 wollte: daß eins der Exemplare in der Tribunalsſchreiberei niedergelegt werden ſollte. Das Geſetz vom 2oſten September 1792 dagegen wollte die Aufbewahrung den admini⸗ ſtrativen Behoͤrden anvertrauet wiſſen. Die Geſetz⸗ commiſſion wollte beide Geſetze mit einander vereinba⸗ ren, und ſchlug daher ein Triplicat der Regiſter vor, 1 wovon ein Exemplar in der Schreiberei des Civiltri⸗ bunals des Diſtricts niedergelegt, das zweite der ad⸗ miniſtrativen Behoͤrde zum Behuf ſtatiſtiſcher Nach⸗ weiſungen überliefert, und das dritte endlich bei der „ L. e. T.II. 4ax —= — Sa pſſtm rchüch lbdie Srri Fur har dn, d und di niniter Mldllen it tiſche udbed d kanden nit w des acns ommone degt 1hnt i, Grelle 07. NTDonenäh) des dees Régitea V — endemä du lezl od ete V —; des rigt la lurreila etre käte r cette li zation qui confter bi ent. vollte: dit erei niäen ien Son ng da un de bi ander deut er Ragiten ei des Oid weite di ſüiſtee endlih b — ret inn 339 —.— Gemeinde verbleiben ſollte, damit die Buͤrger ohne Umſtaͤnde Nachweiſungen daraus erhalten koͤnnten, wenn ſie ſolche beduͤrften. Allein die Section der Ge⸗ ſetzgebung wollte nur ein Duplicat der Regiſter; und da ihr Vorſchlag war angenommen worden, ſo konnte nur noch davon die Rede ſeyn, ob der adminiſtrativen oder nicht vielmehr der richterlichen Behoͤrde eins der Regiſter anvertrauet werden ſollte. Auch hier ging der Vorſchlag der Section durch, welche der richterlichen Behoͤrde darum den Vorzug gab, weil einmal die De⸗ poſition bei den Gerichten ſicherer ſei, indem die ge⸗ richtlichen Archive ſich in beſſerer Ordnung befaͤnden, als die Praͤfecturarchive, zweitens die Gerichte bei den Streitigkeiten uͤber den Civilſtand die Regiſter immer zur Hand haben muͤßten, und dabei Veranlaſſung faͤn⸗ den, die eingeſchlichenen Maͤngel kennen zu lernen, und die Regiſter zu ergaͤnzen. Man meinte, die ad⸗ miniſtrativen Behoͤrden koͤnnten, um die Derennal⸗ tabellen der Population anzufertigen, und die noͤthigen ſtatiſtiſchen Nachweiſungen zu geben, nur dieſe Regiſter einſehen, die ihnen nicht vorenthalten werden duͤrften, und beduͤrften dazu nicht erſt eigner Regiſter.. Die Beifuͤgung der Vollmachten und anderer Ur⸗ kunden zu den Regiſtern des Civilſtandes, welche depo⸗ nirt werden, war unerlaͤſſig, weil man ſonſt uͤber die Gultigkeit der Civilacte ſelbſt nicht urtheilen konnte.— Indeß bedurfte es nur dieſer Beifuͤgung bei dem Re⸗ giſter, welches in der Schreiberei des Tribunals erſter Inſtanz niedergelegt wird; bei dem bei der Commune niederzulegenden war ſolche ganz unnoͤthig, indem bei dieſer Niederlegung kein anderer Zweck als der war, die Buͤrger in den Stand zu ſetzen, ſich Auszuͤge aus dem Regiſter mit leichter Muͤhe zu verſchaffen. Man hatte vorgeſchlagen, daß ſaͤmmtliche Urkun⸗ den dem Regiſter angehaͤngt werden ſollten. Allein der Heſt IV. 25 340 Vorſchlag wurde, der daraus entſtehenden Unbequem⸗ lichkeiten halber, verworfen, und fand man am gera⸗ thenſten, ſich auf die bloße Beifuͤgung einzuſchraͤnken. terung des Auffindens dienen. VIII. Jedermann iſt befugt, bei denje⸗ nigen, bei welchen die Regiſter ſind — Die Numerirung der Urkunden duͤrfte zur Erleich⸗ 4 deponirt worden, um Auszuͤge aus denſelben nachzuſuchen. Solche Aus⸗ zuͤge, welche als: gleichlautend mit den Regiſtern ausgeliefert, und von dem Praͤſidenten des Gerichts erſter Inſtanz, oder von dem ſeine Stelle vertretenden Richter beglaubigt wor⸗ den ſind, haben ſo lange volle Be⸗ weiskraft, bis ſie durch eine foͤrmli⸗ che Inſeription als falſch angegriffen werden.(Art. 45.) 1 Der: Jedermann(toute perſonne), iſt nach dem Geſetz nicht grade ein ſolcher, der ein Intereſſe haben und nachweiſen kann, aus den Regiſtern einen Auszug zu verlangen, ſondern ein jeder, der ihn verlangt. Die Behoͤrde hat ſich nicht darum zu bekuͤmmern, zu wel⸗ chem Zweck der Auszug begehrt wird. Darum ſind die Regiſter und Acten des Civilſtandes oͤffentlich nieder⸗ gelegt worden, um von jedermann benutzt zu werden, der ein Intereſſe hat oder zu haben glaubt, ſie zu benut⸗ zen. Die franzoͤſiſche Geſetzgebung weiß davon nichts, daß in Faͤllen dieſer Art erſt das Intereſſe nachgewieſen und beſcheinigt werden muß. Der damalige Tribun Siméon ſagte:„Les actes de l'état civil map- partiennent pas ſeulement aux parties et à leurs Paumlles; ils ſont à la ſociété entiéère. Les ré- giſtres ou ils ſont inſcrits et conſervés, ſeront dräber Mreures nd der den uöe dnmmg ſdanzuſteun fe ur Gi „ bei de kegiſt ſi luszüge Solche h lautend n. t, undg richs ſeine E aubigt w ge bolleh. eine füun angeztift dey ſt uhh Interſett mn eine hi nveileng d nmen, ur Darun ſo) ffatich un rütt u ö, ſiäuir iß dren t ſekatzat amalge d nt ciul- ties ttäbe. ere. LAl ertis, lnt 341 ————y—— donc ouverts à tout le monde; chacun en pour- ra prendre communication et en demander extrait.ö“ Es iſt hier der Ort, von der Beweiskraft der Regi⸗ ſter und der dieſen zum Grunde liegenden Acten des Civilſtandes zu ſprechen. Damit iſt die Frage uͤber die Beweiskraft der Auszuͤge zu verbinden, von welchen der Artikel 45 ſpricht. Von der Beweiskraft der Re⸗ giſter ſelbſt enthaͤlt er nichts. Nach Locré*) liefern die Regiſter und die ihnen zum Grunde liegenden Civilacten(wenn nichts in den Foͤrmlichkeiten verſehen iſt) uͤber den Civilſtand der Baͤrger einen unwiderſprechlichen Beweis, und duͤrfen die Gerichte durchaus keinen Beweis des Ge⸗ gentheils gegen den Inhalt derſelben zulaſſen. Tron⸗ chet bemerkte in dem Procès verbal vom éten Fru- ctidor IX, die Geſetzgebung habe ſich darum hier nicht daruͤber erklaͤrt, weil die Materie in den Titel des preuves gehoͤre. Was dort von actes publiques und deren Beweiskraft im Allgemeinen geſagt worden, das muͤſſe auch hier von den Regiſtern und Acten des Civilſtandes insbeſondere gelten.— Giltt aber das, was uͤber die Beweiskraft der oͤf⸗ fentlichen Acten allgemein in dem Titel des preuves verordnet iſt, auch hier, ſo muß auch die Vorſchrift des Artikels 1319 gelten, nach welcher erlaubt iſt, df⸗ fentliche Acten als falſch anzugreifen, und dadurch ihre Beweiskraft zu hemmen. Darauf wird auch in dem Artikel 45 angeſpielt, obgleich dieſer eigentlich nur von den Auszuͤgen redet. Die in geſetzlicher Vorſchrift gefertigten Auszuͤge muͤſſen unter der Vorausſetzung, daß es mit dem Ori⸗ ginale ſeine Richtigkeit hat, eben ſo gut als dieſes einen 3) Z. G. pag. 564 4 25* - 4 342 vollen Beweis geben. Das Geſetz ſagt das auch aus⸗ druͤcklich, und fuͤgt als alleinige Einſchraͤnkung hinzu: bis ſie durch eine foͤrmliche Inſcription als falſch ange⸗ griffen werden. 39. Aber es fragt ſich: was will dieſe Einſchränkung ſagen, und wie koͤnnen die Auszuͤge durch eine foͤrm⸗ liche Inſecription als falſch angegriffen werden; Von Maleville*) erklaͤrt das ſo:„die Aus⸗ zuͤge waͤren in Beziehung auf die Regiſter das, was die Copien der Acte in Beziehung auf die Originalien ſind. Waͤre das Original eines Acts verloren gegan⸗ gen, ſo werde nach dem Arrikel 1335 der regelmaͤßi⸗ gen Abſchrift volle Glaubwuͤrdigkeit beigelegt; ſei aber das Original vorhanden, dann habe man freilich nicht 3 nöthig, durch Inſcription die Copie als falſch anzu⸗ greifen, um zu beweiſen, daß ſie unvollſtaͤndig ſei, ſondern man brauche nur das Original ſelbſt zur Hand zu nehmen. Eben ſo ſolle es ſich mit den Auszuͤgen der Regiſter verhalten, und in dieſem Sinne muͤſſe der Ar⸗ tikel verſtanden werden.“ Es fällt in die Augen, daß dieſe Erklaͤrung nicht richtig ſeyn kann. Das Geſetz ſpricht ganz deutlich von dem Falle, wo die Auszuͤge aus den Regiſtern durch die Inſcription als falſch angegriffen werden, oh⸗ ne daß die Originalien weiter in Betrachtung kommen, und ohne daß unterſchieden wird, ob ſie ſelbſt noch, oder nur regelmaͤßige Abſchriften davon, vorhanden ſind. Es iſt, meiner Meinung nach, hier blos von dem Falle die Rede, wo uͤber die Originalien und de⸗ ren Richtigkeit gar kein Zweifel obwaltet, ſondern nur uͤber die Richtigkeit der Auszuͤge geſtritten wird. Da die Auszuͤge, wenn ſie in der geſetzlich vorgeſchriebenen Art angefertigt worden ſind, gleichfalls vollen Beweis *) Comment. ad Att. 46. giſtt da, die diha verlorn ga der mnti gelegt; ſit nan ftelche als fſcha nvollſändtt ſebſt uſe en Auesiötſ. ne wiſſenl Etklörune ht oonz dn Bden Nait en wern htung kenn ſeſths i, datt. hier bie inalen udl , ſondme een wid) rrgihrin volln Be — durchaus nichts beweiſen. 343 —'6S— wirken, ſo liegt es in der Natur der Sache, daß ſie, wie die Originalien ſelbſt, durch eine foͤrmliche Inſcri⸗ ption als falſch angegriffen werden muͤſſen, wenn dieſe Beweiskraft wegfallen ſoll. Es kommt hinzu, daß das Geſetz von dem Falle ſpricht, wo die Auszuͤge au⸗ ßerhalb des Diſtricts zum Beweiſe producirt werden ſollen, in welchem nur eigentlich die vorgeſchriebene Le⸗ galiſirung erfordert wird. Es fragt ſich noch: Koͤnnen aus den bei der Com⸗ mune niedergelegten Regiſtern und Acten des Civilſtan⸗ des beglaubigte Auszuͤge durch die Maires und uͤbrigen bei der Mairie angeſtellten Perſonen angefertigt werden, welche mit den Auszuͤgen gleiche Beweiskraft haben, die in Gemaͤßheit des Artikels 45 zu Stande gekom⸗ men ſind? In Grundlage eines vom Staatsrath unterm 6ten Jun. 1807 abgegebenen und vom Kaiſer unterm 2ten Jul. genehmigten Gutachtens iſt dieſe Frage zu ver⸗ neinen. Nur in Anſehung ſolcher Auszuͤge, die vor der Verkuͤndigung des gedachten Gutachtens unter der Beglaubigung und Unterſchrift von Angeſtellten, die man Sekretaͤre oder Generalſekretaͤre der Mairie nennt, gemacht worden ſind, ſoll eine Ausnahme ſtatt finden.. Fuͤr das Koͤnigreich Weſtphalen iſt anzu⸗ nehmen, daß Auszuͤge, welche nicht in Gemaͤßheit der Vorſchrift des 45ſten Artikels gemacht worden ſind, 4 IX. Wenn keine Regiſter vorhanden ge⸗ weſen oder verloren gegangen ſind, ſo ſoll der Beweis durch Urkunden ſo wohl, als durch Zeugen zugelaſſen werden, und in dieſen Faͤllen kͤnnen die Heirathen, Geburten und Ster⸗ befaͤlle eben ſo gut durch Aufzeich: 344 nungen und Papiere, welche von den verſtorbenen Eltern herruͤhren, als durch Zeugen bewieſen werden. (Art. 46.) 1 4 Es iſt keinem Zweifel unterworfen, daß, wenn Re⸗ giſter und dieſen zum Grunde liegende Acten des Civil⸗ ſtandes vorhanden ſind, die ſo genannten papiers do- meltiques entweder gar nicht zum Beweiſe des Civil⸗ ſtandes gebraucht werden koͤnnen, oder doch den oöffent⸗ lichen Urkunden nachſtehen muͤſſen. Die Glaubwuͤr⸗ digkeit der offentlichen Urkunden kann auch durch die papiers domeſtiques nicht untergraben werden, wenn den Urkunden, wie hier vorausgeſetzt wird, nichts von der geſetzlichen Form abgeht. 4 Der Artikel 46 iſt aus dem Artikel 14 Tit. 20 der DOrdonnanz vom Jahr 1667 genommen worden. Es wird vorausgeſetzt, daß entweder gar keine Regiſter exiſtirten, oder daß, wenn ſie exiſtirten, ſie ſo verlo⸗ ren gegangen ſind, daß auch keine legaliſirten Abſchrif⸗ ten und Auszuͤge davon beigebracht werden koͤnnen; denn ſonſt treten dieſe an die Stelle der Regiſter, und beweiſen wie ſie. Es ſcheint, als wenn der Artikel, da er zu den dispoſitions générales gehört, auch fuͤr alle Faͤlle entſcheidend ſei, wo die Regiſter entweder nicht exiſti⸗ ren, oder verloren gegangen ſind. L. ocré*) iſt in⸗ deß der Meinung, daß er auf die Faͤlle einzuſchraͤnken ſei, wo die Regiſter uͤber die Geburts⸗ und Sterbe⸗ acten fehlen. Auf den Fall, daß die Regiſter uͤber die Eheſtandsacten mangeln, gehe er nicht. Wir wer⸗ den weiter unten ſehen, in wie fern dieſe Meinung Grund hat. 1 ²) L. e, pag. 60. 345 e Es fragt ſich noch: Schraͤnkt der Artikel auf den ſen v Fall, daß die Regiſter nicht exiſtiren oder verloren ge⸗ ea gangen ſind, die ſubſidiariſchen Beweismittel auf die papiers domeſtiques ein, oder laͤßt er auch andere daß nng. Beweismittel zu? Die Discufſions liefern uns dar⸗ Attendst über das Nachfolgende. en papen Der Artikel 46 wurde zuerſt in dieſer Faſſung in neſedst Vorſchlag gebracht:*) dchnh Sill ma pas exiſté des régiſtres, ou Pils lont dir üine perdus, la preuve en eſt regue tant par titres aut art que par témoins; et dans ces cas, les maria- zraden nn ges, naiſſances et décès pourront étre jufti- ſeit vid Rés tant par les régiſtres ou papiers domeſti- lqques des pères et mères décédés, que par té- mnh moins, fauf la vérification du contraire par n wona les parties intereſlées. t heine Rhh In dieſer Faſſung wurde er auch anfangs ange⸗ en, ſieom nommen, und die wenigen Modificationen, welche er ſirn Aue erlitt, betrafen mehr die Worte als den Sinn. Bei verdn ia der Communication mit dem Tribunat bemerkte aber -Regſia, dieſes, daß es nicht hinreichend ſei, den zu beweiſen Verbundenen im Allgemeinen auf Zeugen und Urkun⸗ den zu verweiſen, ſondern daß man ihm die Beweis⸗ nan mittel noch genauer angeben muͤſſe. Das Tribunat dder nitch wollte, daß man namentlich verweiſen ſollte vorzugs⸗ uf weiſe auf die papiers domeltiques, hiernachſt aber cré)i auf alle écritures publiques et privées, und glaub⸗ 5. te, daß ſich dieſe Weitſchweifigkeit ſehr gut mit der und 7 Wichtigkeit des Gegenſtandes entſchuldigen laſſe. Al⸗ daſtn t lein man hielt dies fuͤr unnothig, weil es ſich ſchon von . Per ſelbſt verſtehe. So wurden auch bei der endlichen Re⸗ iſ Yan daction die Worte: ſauf— intereſſées, aus eben dem Grunde weggelaſſen. *) Projet du Cod. eiv., Livr. 1. Tit. 2. Art. 19. 546 — N Darnach beantwortet ſich nun die Frage von ſelbſt. Daß die hier vorzuͤglich entſcheidenden Urkunden die papiers domeſtiques— genannt worden ſind, dadurch ſind andere Urkunden nicht ausgeſchloſſen wor⸗ den. Man kann ſich alſo in den Faͤllen, wo die Re⸗ giſter nicht vorhanden waren oder verloren gegangen ſind, aller und jeder Urkunden zum Beweiſe bedienen. Eine andere hier noch in Betrachtung kommende Frage iſt die: Ob man ſich der Zeugen bloß zur Unter⸗ ſtuͤtung beim Beweiſe durch Urkunden bedienen, oder ob man auch durch ſie allein den Beweis fuͤhren koͤnne? Nach dem Aufſchluſſe, den der Redner der Regierung uͤber den Artikel giebt, iſt allerdings anzunehmen, daß der Zeugenbeweis nur zur Unterſtuͤtzung gebraucht, nicht aber allein etwas dadurch dargethan werden kann. Il n'y a(ſagt derſelbe) que l'autorité des titres pu- blics et de la poffeſſion, qui rende L'état civil inébranlable. La loi naturelle a établi la preusve, qui nait de la pofſefſion; la loi civile a établi la preuve qui nait des régi- ſtres; la preuve teſtimoniale leule meſt pas d'un poids ni d'un caractère qui puifſent ſuppléer ces eſpèces des preuves, ni leur étre oppoſés. Toutes les ordonnances, animées de cet eſprit, Sont donc voulu, que la preuve de la naifſan- ce füt faite par les régiſtres publics; et en cas de perte des régiſtres publics, que Pon ait re- Lcours aux régiſtres et papiers domeſtiques des Pores et mères décédés pour ne pas faire do- pendre uniquement l'dtat, la filiation, P'ordre et l harmonie des familles, de preuves 4 qui- voques et dangereuſes telles que la preuve teltimoniale ſeule, dont l'incer- titnde a toujours effrayé les législateurs. L'or- donnance de 1767 avoit, par une dispoſition — hb efat ele. b e bu i MGnrag tatli agn ihw hatm formelle, conſacré ces principes, la jurispruden ltundn. it worden aiſenn en, wo dih loin zen weiſebimn tung konnan boß zl bedienn, füten i tder Roim zunehn, gebrauch u erden kam des tire) de Lotzta 2 à ttahi Lion, ki ait des i rreſt puta tlupplban dtre oppus de œt eji de lä miln cs; et endd ge Pon ain neltiqusst vas fain tion, lori- Lde 3ou les quel- dont linr- teurs. Loo düpollim 347 ce y a toujours éêté conforme et Tarticle les rap- pelle. Indeß ſtimmen dieſe Aeußerungen nicht mit der Faſſung des Artikels uͤberein. Die Worte: que par témoins, laſſen den Zeugenbeweis unabhaͤngig von den Beweiſen durch Urkunden zu. 8 Unſer Artikel beruͤhrt die Faͤlle gar nicht, wo die Eintragung eines Actes in die Regiſter entweder ganz unterblieben iſt, oder doch derſelbe nicht richtig iſt einge⸗ tragen worden. Wie es im letztern Falle zu halten ſei, iſt jedoch aus dem Chapitre VI de la rectification des actes de'état civil zu erſehen. Nur uͤber den er⸗ ſten Fall mangelt es an allen geſetzlichen Beſtimmungen. Der Appellationshof zu Lyon machte auf dieſe Luͤ⸗ cke in der Geſetzgebung aufmerkſam, allein man glaub⸗ te im Staatsrath, es ſei gefaͤhrlich, Regeln fuͤr dieſen beſondern Fall vorzuſchreiben, und ſei es beſſer, den Tribunaͤlen daruͤber die Entſcheidung nach den Umſtaͤn⸗ den zu uͤberlaſſen. Somit iſt der Fall ganz der Jurisprudence uber⸗ laſſen geblieben.— Wir wollen zuerſt die franzöͤſi⸗ ſchen Juriſten daruͤber hoͤren. Lder é*) meint, man muͤſſe unterſcheiden, ob die Eintragung von den Beamten des Civilſtandes ab⸗ ſichtlich und par malveillance iſt unterlaſſen worden, oder nur durch Nachlaͤſſigkeit unterblieben iſt. Im er⸗ ſtern Falle finde gegen den Civilbeamten ein Criminal⸗ verfahren ſtatt, und das hier gefaͤllte Urtheil ſetze auch zugleich den Civilſtand des Betheiligten in Gewißheit ar- gumento des Artikels 198. Im letztern Falle muͤſſe man auf die Verfuͤgungen des Geſetzes uͤber einzelne Acten des Civilſtandes Ruͤckſicht nehmen. Wo dieſe abſolut zur Conſtatirung eines Civilzuſtandes den *) 1. c. Paz. 65, 348 4 1—,— Beweeis durch die Regiſter erforderten, da ſei auch nicht zu helfen, indem andere Beweismittel,, deren man ſich ſonſt bedienen koͤnne, unzulaͤſſig waͤren, obgleich der 4'éſte Artikel ſich allgemein ausdrucke. Locré gruͤn⸗ det ſich hier auf die von dem 46ſten Artikel angenom⸗ mene bereits oben erwaͤhnte eingeſchraͤnkte Erklaͤrung. — Eben dieſer Meinung ſind von Maleville,*) die Herausgeber der Pandectes françaiſes, u. a. Alles kommt hier darauf an, ob der Artikel 46 ei⸗ ne generelle Vorſchrift fuͤr alle Faͤlle, wo die Regiſter des Civilſtandes fehlen, oder nur fuͤr die von Locré bemerkten enthaͤlt. Denn es leidet wohl keinen Zwei⸗ fel, daß einer Partei auf den Fall, daß die Eintra⸗ gung ihres Civilacts in die Regiſter unterlaſſen worden ſit, dieſelben Beweismittel zuſtehen muͤſſen, welche ihr zuſtehen, wenn die Regiſter nie vorhanden geweſen, oder doch gaͤnzlich verloren gegangen ſind. Ich glaube gegen Locré und andere franzoſiſche Juriſten mit Recht behaupten zu koͤnnen, daß der Ar⸗ tikel 46 eine Vorſchrift fuͤr alle Faͤlle enthaͤlt, wo die Regiſter der Civilacten entweder fehlen oder verloren gegangen ſind. Bei der Ehe will man doch nur eigent⸗ lich die Ausnahme gemacht wiſſen. Allein der Artikel 194 verweiſet ja namentlich auf den Artikel 46. Nul ne peut reclamer C(heißt es daſelbſt) le titre d'epoux et les effets civils du mariage, s'il ne re- préſente un acte de célébration inſcrit ſur le ré- giſtre de l'état civil, sauf les cas prévus par l'ar- ticle 46 au titre des actes de l'état civil. Wozu alſo die vielen Bedenklichkeiten bei dem Falle, wenn die Eintragung in die Regiſter von den Beamten des Cioilſtandes unterlaſſen worden iſt? Dieſelben Beweis⸗ *) Ad Art. 46. 2) Tom,. I. peg. 113 ſq. 2 biach venn gewiee ſchim fn 249 —— ſiah mittel muͤſſen hier der Partei geſtattet werden, die ihr an nt zuſtehen, wenn die Regiſter fehlen. Daß des Falles 1 dllih nicht beſonders in den Geſetzen gedacht worden iſt, thut ant nichts zur Sache. Ließ man ihn doch nur, wie aus ſilmnmn den Discufſions erhellt, darum weg, weil man glaub⸗ nie En te, er werde nicht leicht vorkommen, indem die Unter⸗ Raleuilt kaſſung des Eintragens in die Regiſter durch den Arti⸗ zils,ut kel 50 hart genug verpoͤnt worden. er Pi: X. Jeder Act des Civilſtandes, er mag — un de i Franzoſen oder Auslaͤnder betreffen, dienn welcher im Auslande angefertigt wor⸗ dil kin den iſt, ſoll volle Beweiskraft haben, diß ece wenn er in der in dem Lande, wo er terliſenme zu Stande gekommen, hergebrachten iſen, uitx Form abgefaßt iſt.(Art. 47.) Alle im ponden ge Auslande gefertigte Acte des Ci⸗ ſid pilſtandes der Franzoſen ſollen guͤltig dere fimii ſeyn, wenn ſie von den diplomatiſchen ten, daß! Agenten oder von den Conſuln, den enthäl, ad franzoſiſchen Geſetzen gemaͤß, aufge⸗ m an, nommen worden ſind.(Art. 48.) dechm. Beide Artikel ſind ganz den im Auslande errichteten Aleinden Civilacten gewidmet, und kommen zur Anwendung, rii 6 1 wenn aus denſelben in Frankreich der Civilzuſtand nach⸗ bſt) k geewieſen werden ſoll. Auslaͤnder und Franzoſen, die age, arn ſich im Auslande aufhalten, ſind hier zuſammengewor⸗ lcritbrb fen worden. Die im Auslande uͤber ihren Civilſtand rérus pu errichtete Acte, wenn ſie nur mit den landesuͤblichen cid. Formlichkeiten iſt aufgenommen worden, beweiſet in m Fͤle, ne den franzoͤſiſchen Gerichten eben ſo buͤndig, als wenn n Bamſ ſie nach franzoͤſiſchen Geſetzen errichtet worden waͤre. iſain en Die im Auslande befindlichen Franzoſen haben je⸗ — ddooch die Wahl, ob ſie in der landesuͤblichen Art ihre Civilacten errichten, oder ob ſie den franzoſiſchen diplo⸗ 35 —— 8 matiſchen Agenten und Conſuln die Errichtung derſel ben uͤbertragen wollen. Waͤhlen ſie das letztere, ſo iſt die Civilacte nur in ſo fern guͤltig, als ganz die Vor⸗ ſchriften des Code Napoléon bei deren Steichruyn 9 be⸗ obachtet worden ſind. Xl. So oft es noͤthig ſeyn wird, am Rande eines ſchon eingetragenen Ac⸗ tes eines andern, der ſich auf den Civilzuſtand bezieht, zu erwaͤhnen, ſoll dieſes auf Anſuchen der intereſ⸗ ſirten Perſonen durch den Beamten des Civilſtandes auf den laufenden oder auf den im Archive der Gemein⸗ de aufbewahrten Regiſtern, und durch den Gerichtsſchreiber bei dem Tribu⸗ nale der erſten Inſtanz, auf den bei der Gerichtsſchreiberei hinterlegten Regiſtern geſchehen. Zu dem Ende ſoll der Beamte des Civilſtandes in den drei naͤchſten Tagen den Kaiſer⸗ lichen Procurator bei den beſagten Gerichten hiervon benachrichtigen, und dieſer hat dafuͤr Sorge zu tra⸗ gen, daß die Erwaͤhnung in beiden Regiſtern glelchlaukend geſchehe.(Ar⸗ tik. 49.) In den Faͤllen, wo die Erwͤhnung eines auf den Civilſtand ſich beziehenden Acts am Rande eines ſchon in die Regiſter eingetragenen geſchehen muß, ſind zwei Faͤlle zu unterſcheiden. Die Regiſter ſind entweder noch nicht geſchloſſen, oder ſie ſind bereits geſchloſſen und an den vorgeſchriebenen Aufbewahrungsorten ab⸗ geliefert worden. Im erſten Falle kann der Civilbeam⸗ te die Annotation ohne alle weitere Sormiichkei auf ri ſ lue ffrder u rdm aalc weunita ndem i Nah ſe Abar u bime aeum W ih Aeezut deſlng tbervon mſe dichun dslten, 8 au ih n Errchun t in dem in der Gerichtsſchreiberei deponirten hingegen n vitd, 1 tragenen! ſich uf u erpitne der inte den Duame en laufen der Gemn n, und w den di auf den hinterten au den vilſtande den Koſt enn biſe achrichtinn arge zu n g in behe eſchehe g einesud ande iniſte muß, ſid ſind eune reits gſtiſ rungeenn der Cbihie rrnichtät u — 35 3——6— Anſuchen der Intereſſenten ſelbſt bewirken, und zwar in beiden Exemplaren. Im letztern Falle kann die er⸗ forderliche Annotation nur in dem im Gemeindearchiv deponirten Regiſter von dem Civilbeamten geſchehen, muß ſie durch den Gerichtsſchreiber bewirkt werden. In beiden Faͤllen ſoll dem Kaiſerlichen Procurator da⸗ von binnen der im Artikel beſtimmten Friſt davon An⸗ zeige gemacht werden, damit dieſer dafuͤr Sorge trage, daß die Erwaͤhnung in beiden Regiſtern gleichlautend geſchehe. Es bedarf bei dieſen Annotationen nicht der im Artikel 42 vorgeſchriebenen Formalitaͤten, welche nur bei Ausſtreichungen, Zuſaͤtzen und Verweiſungen er⸗ fordert werden, und bei allem, was als ein Theil der Aete zu derſelben hinzukommt. Hier iſt bloß von Ver⸗ weiſungen einer Civilacte auf die andere die Rede, nicht aber von Verweiſungen, die in der Civilacte ſelbſt ent⸗ halten ſind. 3 XII. Jede Uebertretung der vorherge⸗ henden Artikel, welche von den darin genannten Beamten geſchieht, wird bei den Gerichten der erſten Inſtanz eingeklagt und mit einer Geldbuße belegt, die nicht uͤber hundert Francs detragen darf.(Art. 50.)— Jeder Be⸗ wahrer der Regiſter iſt fuͤr alle darin vorkommende Verfaͤlſchungen, ſo viel den Schadenserſatz betrifft, verant⸗ wortlich, jedoch mit Vorbehalt ſeines ihm etwa noch zuſtehenden Regreſſes gegen die Urheber der beſagten Ver⸗ faͤlſchung.(Art. 51.)— Jede Veraͤn⸗ derung, jedes Falſum in den Aeten 352 —— des cisitſtandes, jede Einſchreibung dieſer Acte, wenn ſie auf ein fliegen⸗ des Blatt, und anders ass in den da⸗ zu beſtimmten Regiſtern, geſchehen iſt, giebt den dabei intereſſirten Per⸗ ſonen ein Recht auf Schadenserſatz, mit Vorbehalt der im peinlichen Ge⸗ ſetzbuche beſtimmten Girofen. LArel⸗ t kel 52.) In dieſen Artikeln iſt von der Verantwortlichteit bewahrung der Regiſter beauftragt ſind, die Rede. Wir koͤnnen hier fragen: 1) Welche Beamten ſind denn verantwortlich und woruͤber ſind ſie verantwort⸗ lich? 2) Wel lches ſind die Wirkungen dieſer Reſpon⸗ ſabilitaͤt? Was die erſte Frage betrifft„ſo ſind vor zugsweiſe die Civilbeamten verantwortlich, in ſo fern von ihnen etwas bei der Anfertigung der Civilacten und deren Eintragung in die Regiſter, oder endlich bei der Nie⸗ derlegung*) der letztern verſehen worden iſt.— Hier⸗ naͤchſt trifft die Verantwortlichkeit auch diejenigen, wel⸗ chen die Aufbewahrung der Regiſter zur Pflicht ge⸗ macht worden iſt. Dieſe ſind verantwortlich, nicht nur fuͤr alle erwieſene Verfaͤlſchungen der Regiſter,**) ſon⸗ dern auch dafuͤr, wenn die Regiſter durch ihre Schuld verloren gegangen ſind. Die zweite Frage betreffend ſind hier zweierlei Wir⸗ kungen zu unterſcheiden: 1) die Verbindlichkeit zum Schadenserſoß; 2) die Strafe. » 3. B. der Civilbeamte hat nicht alle a9f die e Regſter ſich be⸗ ziehende Urkunden beigefuͤgt. Er wird daher wohl thun, ſich zu ſeiner Legitimation immer ein Recepille geben zu laſſen. **) Welche bei ihnen ſich ereignet haben, nicht fuͤr die von den Civilbeamten begangenen Fäͤlſchungen. b nghe piche der Beamten, welche mit der Haltung ſo wohl als Auf: n 3 dis unn änniih conne Ryiih äun i läungen bon an Erwa was gan NArtal ft, i! Scteh Wu ſie die s hä ec anend i ehi nh ſ gehat Gran Aeten fiegen ſit ein ſchreizu ein flüt s in dan ; Keſch heite adensen inlichen afen.(t rrantweri w wehl ind, den „Beamni ſie bernnn dieſer h ad vorjuh fern wyie ten undy ich bei e iſ.- dieſeniin, ur Pi rtich, nän dgiſet rc ir et weielil indichftt — ie Tenſin i e woll hen, eden zü uſa efh veme 353 Zum Schadenserſatz iſt jeder Beamter, welcher mit der Haltung oder Aufbewahrung der Regiſter beauf⸗ tragt iſt, verpflichtet, mag er dolo oder culpa in ſei⸗ nen Pflichten etwas vernachlaͤſſigt haben. Es iſt durch⸗ aus unrichtig, wenn Locré“) und andere die Ver⸗ bindlichkeit zum Schadenserſatz nur fuͤr die Faͤlle an⸗ genommen wiſſen wollen, wo ihrer die Geſetze aus⸗ druͤcklich erwaͤhnen. Die Verbindlichkeit zur Entſchaͤ⸗ digung iſt eine allgemeine Folge widerrechtlicher Ver⸗ letzungen des andern und Uebertretung der geſetzlichen Pflichten, und wird als ſolche auch im Code Napo- léon anerkannt. Daß hier nur bei einem Falle ihrer Erwaͤhnung geſchieht und bei dem andern nicht, iſt et⸗ was ganz Zufaͤlliges, und kommt daher, weil in einem Artikel die Geſetzgeber ſich vorzugsweiſe mit der Stra⸗ fe, in dem andern wieder ſich vorzugsweiſe mit dem Schadenserſatze beſchaͤftigten.— 1 Was die Strafe betrifft, ſo unterſcheidet der Co⸗ de die amende oder Geldbuße von den peines éta⸗ blis par le Code criminel. Auslaſſungen, began⸗ gene Irrthuͤmer und uͤberall Verſehen, ziehen nur eine amende nach ſich, und die Unterſuchung iſt buͤrger⸗ lich. Faͤlſchungen hingegen und uͤberall jede vorſaͤtzli⸗ che Hintanſetzung der Pflicht ziehen wirkliche Strafen nach ſich, und das Verfahren dabei iſt peinlich. Auch gehoͤrt hierher, obwohl nicht gorade dolus dabei zum Grunde liegt, die Hintanſetzung der geſetzlich bei den Acten des Civilſtandes und den Regiſtern vorgeſchriebe⸗ nen Foͤrmlichkeiten, naͤmlich wenn die Acten auf ein fliegendes Blatt geſchrieben und gar nicht in die Regi⸗ ſter eingetragen worden ſind. XIII. Der Kaiſerliche Procurator bei dem Gerichte der erſten Inſtanz ſoll ) L g. P. 73. 354.. —,— die Regiſter, wenn ſie bei der Ge⸗ richtsſchreiberei niedergelegt werden, verificiren. Ueber dieſe Verification muß er einen ſummariſchen Verbal⸗ prozeß aufſetzen, die von den Civil⸗ beamten begangenen Contraventionen und Verbrechen denunciiren, und auf Verurtheilung in die Strafen gegen ſie antragen.(Art. 53.)— Es fragt ſich hierbei zuvoͤrderſt: Sind die Kai⸗ ſglchan Proeuratoren wegen Unterlaſſung der Ver⸗ bindlichkeit, welche ihnen das Geſetz auferlegt, den in den vorhergehenden Artikeln enthaltenen Strafen gleichfalls unterworfen? Bei den Verhandlungen uͤber den Artikel wurde uͤber dieſe Frage fuͤr und wider ge⸗ ſprochen. Man fuͤrchtete, es wuͤrde ihrem Anſehen nachtheilig ſeyn, wenn man ſie mit den Strafen bedro⸗ hen wollte, womit die uͤbrigen bei den Civilacten und Regiſtern coneurrirenden Perſonen waren bedrohet worden, und erklaͤrte ſich daher nicht daruͤber. Indeß war man allgemein einverſtanden, daß kein geſetzlicher Grund vorhanden ſei, die Kaiſerlichen Procuratoren von dieſer Strafe auszunehmen. Die Frage iſt alſo dahin zu beantworten, daß ſie allerdings den in den vorigen Artikeln fuͤr die Faͤlle des dolus und der cul- 4 Pa angedroheten Strafen unterworfen ſind. Eine zweite Frage iſt: Welches Gericht in Sa⸗ chen, die die Uebertretung der Geſetze von den Acten des Civilſtandes betreffen, competent ſei? Nach der franzoͤſiſchen Juſtizverfaſſung wuͤrden bei Contraven⸗ tionen der Civilbeamten und derer, welchen die Auf⸗ bewahrung der Regiſter uͤbertragen worden iſt, in ſo fern ſolche peinlich zu behandeln ſind, die Tribunaux Erininel?; in ſo fern ſolche aber von der Beſchaffen⸗ 8 K 8 tten i e Nbun in St Ir I (iuige riht a m acj die gtbrde zin Staat nunmet Nd i (tiſt ciüe Küibe hun, de im ſl arann ürih iiſt; ſähen un ſreng AM Kaſe Kaſſe N, ma lagen Tfend M tne dei dah. egt deade Verifitai hen Pu mden eh raventitn en, und taftn zent Sud as ſſung de ufig ltenen En handüuyn t und ui ihren 1 Striat Chblor waren bin aruͤbet. kann gſc n Auns t Fraxe ngs dn us und a ſind. Gerictié von den d i dh bei Conte eichn dl nden ii,u ſe Trbman ꝛshß 355 —8—— heit ſind, daß nur auf eine Geldbuße zu erkennen, die Tribunaux correctionels, und endlich, wenn nur von Schadenserſatz die Rede iſt, die Civilgerichte er⸗ ſter Inſtanz die competenten ſeyn. Da der Code die Civilgerichte erſter Inſtanz allgemein fuͤr competent in nicht peinlich zu behandelnden Contraventionen der Ci⸗ vilbeamten erklaͤrt, ſo blieb es zweifelhaft, ob ihnen auch die fuͤr die Tribunaux correctionels eigentlich gehoͤrigen Sachen mit uͤbertragen worden. Durch ei⸗ ne Inſtruction des Großrichters Juſtizminiſters vom 13ten November 1805 an die Kaiſerlichen Procura⸗ toren iſt jedoch, nach vorgaͤngigem Gutachten des Staatsraths und deſſen Genehmigung von dem Kaiſer, nunmehr deutlich beſtimmt worden, daß die Vergehen der Civilbeamten und der uͤbrigen bei den Regiſtern des Civilſtandes concurrirenden Beamten nicht vor die ror⸗ rectionellen Gerichte gebracht, ſondern daruͤber von dem Civilgericht erſter Inſtanz, und zwar mit Beobach⸗ tung der Formen des Civilprozeſſes„ abgeurtheil t wer⸗ den ſoll. In einem Ofſicio, wie das der Kaiſerlichen Pro⸗ curatoren iſt, haͤlt es ſehr ſchwer, allenthalben das ge⸗ hörige Maaß zu halten, und nicht zu viel und auch nicht zu wenig zu thun. Einige dieſer Procuratoren ſahen in Frankreich den Beamten des Civilſtandes zu viel nach, andere hingegen nahmen es mit ihnen deſto ſtrenger. Durch eine Inſtruction des Großrichters Juſtizminiſters vom 10ten September 1806 an die Kaiſerlichen Procuratoren, welche ſich auf ein vom Kaiſer genehmigtes Gutachten des Staatsraths gruͤn⸗ det, ſind ſelbige angewieſen worden, wenn ſie Unre⸗ gelmaͤßigkeiten, Nachlaͤſſigkeiten und ſonſtige Uebertre⸗ tungen des Geſetzes entdecken, welche Beamte des Ci⸗ vilſtandes ſich haben zu Schulden kommen laſſen, und die ihnen von der Art zu ſeyn ſcheinen, daß 3 den Ge Heſt IV. 26 258— richten denunciirt und nach den Verfuͤgungen des Co⸗ de Napoléon beſtraft werden muͤſſen, davon zuvoͤr⸗ derſt dem Großrichter Juſtizminiſter Anzeige zu thun, und deſſen Belehrung abzuwarten. 1 4 XIV. In allen Faͤllen, wo ein Gericht erſter Inſtanz uͤber Acte urtheilt, die auf den Civilſtand Bezug haben, koͤn⸗ nen die dabei intereſſirten Parteien wider den Ausſpruch die uͤblichen Rechtsmittel einwenden.(Art. 54.) D Dieſer Artikel kam durch die alleinige Veranlaſſung in den Code, weil man fuͤrchtete, es koͤnnte geglaubt werden, die Tribunaͤle der erſten Inſtanz haͤtten das Recht der erſten und letzten Entſcheidung in Sachen, welche die Acten des Civilſtandes betreffen. Denn oh⸗ ne dieſe Befuͤrchtung verſteht ſich der Inhalt des Arti⸗ kels von ſelbſt. S e(Die Fortſetzung folgt.) Angen do Runn ſ hege du ten tin ouii ttheit, haben, ie n Peri ie aͤdli (Ar h de Veranehn konmte goe canz htmd ung in Ei fen. Dmi Iuhatt da rtſezun 357 —'ſ—— XIV. Zur Anwendung des Code Napoléon. L * Kann die atutartice Portion der Ehegatten, welche nach mehrern Provinzialgeſetzen im jetzi⸗ gen Koͤnigreiche Weſtphalen ehedem ſtatt fand, hei den Vorſchriften des Code uͤber die Vermo⸗ gensrechte und Gucceſſion der Ehegatten beſteheas. Deß die Frage, ſo allgemein ſie auch zefaßt 6,. doch die Ehen„ welche nach dem erſten Januar 1808 als dem rerminus a quo der Geſetzeskraft des Code Na- poléon im Koͤnigreich Weſtphalen geſchloſſen wor⸗ den ſind, uͤberall nicht angeht, wird keder Rechtsfun⸗ dige auch unerinnert begreifen. Sie geht vielmehr allein ſolche Ehen an, welche vor dem iſten Januar 1808 abgeſchloſſen wurden. Auch bei dieſen hat ſie mit Succeſſionsfuͤllen nichts zu thun, welche ſi ſich ſchon vor dem erſten J Januar 1808 ereignet haben. Sie iſt einzuſchraͤnken auf die, welche ſchon nach dem mehrgedachten Termin üngelreten ſind/ oder noch erſt eintreten werden. on„. Aus einer vor uns liegenden Abdandlung: 1ds Darſtellung der Rechte uͤberlebender ebaren auf das Vermoͤgen des zu⸗ erſt verſtorbenen Garten im Koͤnigreiche 4 Weſtphalen„ vom Juſtzammmann C. H. G. 3eiz. Halle 1808. 8. 26* 558⁸ —— wuͤrden wir zuerſt in Erfahrung gebracht haben, daß die Frage unter den Praktikern recht ſtreitig zu werden anfaͤngt, wenn wir ſolches nicht ſchon aus andern un⸗ gedruckten Ausfuͤhrungen wuͤßten. Der Verfaſſer der angefuͤhrten, mit Kenntniß ab⸗ gefaßten Schrift iſt der Meinung, der uͤberlebende Ehe⸗ gatte koͤnne, des Code Napoléon und der darin ent⸗ haltenen Vorſchriften uͤber die Vermoͤgensrechte und die Succeſſion der Ehegatten ungeachtet, auf die ſtatuta⸗ riſche Portion Anſpruch machen. Eben dieſe Meinung iſt in einem Gutachten der halliſchen Juriſtenfacultaͤz, angenommen worden..) Der Verfaſſer dieſer Abhandlung iſt nun der entge⸗ gengeſetzten Meinung, und will ſeine Gruͤnde hier nie⸗ derlegen. Die Vermögensrechte der Ehegatten und die Suc⸗ ceſſion derſelben werden beurtheilt, vorzugsweiſe nach den Verabredungen derſelben, und in deren Ermange⸗ lung nach den Geſetzen. Iſt nichts bedungen worden, ſo treten in Abſicht der Vermoͤgensrechte jetzt im Koͤ⸗ die Beſtimmungen der Artikel nigreich Weſtphalen 1400— 1519 ein, welche durch den Artikel 1393 zur Regel erhoben worden ſind, und in Abſicht der Suc⸗ deſſion die Beſtimmungen des Artikels 767, welche, wie Herr 3. ſehr gut dargethan hat, auch bei der im Codé Napoléon ſanctionirten Guͤtergemeinſchaft be⸗ ſtehen koͤnnen, und nicht gerade einen Dotalzuſtand vorausſetzen.. 3 e n32l Sitt Sc 156i2 buK Der Code Napoléon beſtimmt das Succeſſions⸗ * beſtelender beſonderer Verabredungen daruͤber dahin: recht des Ehegatten allgemein auf den Fall nicht — Das hier gedachte Gurachten wied in dem nachſten Stuͤcke des Archivs mitgetheilt werden.. D. H. t dön, d dtig u a aus andernn t Kantit berlindec dder deine rechte uf ii imn diſe er urſtnjui nun dew ͤrndezi und die ugznſ deren En⸗ dungnnt hte jttn en dr rtite 1t lſch ud⸗ 767, 16 Ehegatten ſo deutlich beſtimmt? 359 ——.,— daß, wenn der Verſtorbene keinen Verwandten in ſucceſſionsfaͤhigem Grade und keine natuͤrlichen Kinder zuruͤcklaͤßt, ſeine Hinterlaſſenſchaft dem 10 ihm nicht geſchiedenen Ehegatten gebuͤhren olle. Niun aber ſollen nach dem Geſetz vom 3oſten Ven- toſe, Art. 7, welches als Richtſchnur fuͤr die Anwen⸗ dung des Code Napoléon gilt, von dem Tage an, wo der Code Napoléon geltende Kraft erhaͤlt, alle bisher beſtehende allgemeine und beſondere Ge⸗ ſetze ihre Kraft verlieren„dans les matières qui lont l'objet des— lois compoſant le— Code.“ Was iſt alſo natuͤrlicher, als daß im Koͤnigreich Weſt⸗ phalen auch die Provinzialgeſetze, welche bisher alten, uͤber den in Frage ſtehenden Punkt wegfallen, da der Code die Vermoͤgensrechte und die Succeſſion der Doocch das alles wird auch nicht von den Gegnern gelaͤugnet; ſie meinen nur, die Vorſchriften des Code über die Succeſſion der Ehegatten faͤnden darum auf die Ehen, die vor dem erſten Januar 1808 abgeſchloſ⸗ ſen worden, keine Anwendung, weil 1) Art. 2 ver⸗ ordnet ſtehe, daß die Geſetze keine ruͤckwirkende Kraft haben ſollten; 2) in Ehen, welche vor dem erſten Januar 1808 abgeſchloſſen worden ohne weitere Ehe⸗ bedingungen, das damals geltende Recht in ſeinem gan⸗ zen Umfange ſtillſchweigend aufgenommen worden ſei, folglich auch das Succeſſionsrecht in der ſtatuta⸗ riſchen Portion; daß alſo der Ehegatte, welcher den andern uͤberlebt, nicht ſowohl ex lege, als vielmehr ex pacto, auf die ſtatutariſche Portion Anſpruch ma⸗ chen koͤnne. 3 Miit dem aus Art. 2 des Code hergenommenen Ar⸗ aumente bedeutet es an ſich doch auch gar nichts. Es wird ja hier ein Succeſſionsfall vorausgeſetzt, der ſich — 36⁰ nach dem erſten Januar 1808 ereignet. Wie kann al⸗ ſo, wenn man darauf die Geſetze des Code anwenden will, dieſer Anwendung entgegen ſtehen, daß man neuere Geſetze nicht auf aͤltere Faͤlle anwenden duͤrfe? Nur in Verbindung mit dem zweiten Argument, und unter der Vorausſetzung, daß daſſelbe richtig iſt, kann das erſte Argument von Erheblichkeit ſeyn. Wichtiger ſcheint das zweite Argument zu ſeyn, aber es ſcheint auch nur ſo. Unſere Juriſten haͤngen an einem auf gaͤnzliches Mißverſtehen der roͤmiſchen Geſetze uͤber die Interpretation dunkler Vertraͤge ge⸗ bauten Lehrſatz, der zwar eben ſo, wie der Glaube an Geſpenſter, die Verjaͤhrung fuͤr ſich hat, aber darum nicht weniger wahr iſt, als dieſer. Zufolge deſſelben ſollen alle Contrahenten, die ohne naͤhere Verabredung paciſeirt haben, die ganze Maſſe des an dem Orte, wo ſie abgeſchloſſen, geltenden Rechts, in ſo fern ſolches ihre gegenſeitigen Verhaͤltniſſe betrifft, ſtillſchwei⸗ gend in den Vertrag aufgenommen haben; zufolge deſſelben ſtiehlt und hurt*) man ſogar auf den Grund des beſtehenden Rechts, und nimmt ſolches ſo wohl in Anſehung der oͤffentlichen als Privatſatisfaction in Anſpruch,— und das alles ex pacto tacito, vel vere vel quaſi tali. Wiol aber reden die Geſetze von einem ſolchen ſtill⸗ ſchweigenden Vertrage? Der Richter wird darin blos angewieſen, wenn keine beſondern Verabredungen vor⸗ handen ſind, bei der Entſcheidung uͤber die rechtlichen Verhaͤltniſſe der Parteien, die aus dem Vertrage ent⸗ ſicht zu nehmen, wo der Vertrag abgeſchloſſen worden ſtehen, auf die Geſetze und Gebraͤuche des Orts Ruͤck⸗ iſt.**) Und warum? Weil angenommen werden ) Man ſehe die bereits in dieſem Archiv beruͤhrte Frage aͤber die recherche de la paterni 6. 8) L. 34 D. de R. 7 Faie nen de! 361 1—,— 8 Dehm muß, daß ſich die Parteien die Anwendung der Ge⸗ ſods ondend ſetze, unter welchen ſie paciſcirt haben, gefallen laſſen — en, dhm— wollen, weil ſie ſonſt etwas anderes wuͤrden verabredet wendn haben. Es macht aber einen himmelweiten Unterſchied, lruunm, ob man annimmt, die Parteien haͤtten alle geſetzliche ichigit, n Beſtimmungen des Orts, wo ſie contrahirt, die irgend T auf ihre Verhaͤltniſſe Beziehung haben koͤnnen, ſtill⸗„ umm a ſch weigend ihrem Vertrage einverleiben wollen, odet durita he ob angenommen wird, ſie haͤtten ſich blos die Beur⸗ drr inh cheilung nach denſelben gefallen laſſen. Denn im r Vertig, erſtern Falle werden dieſe geſetzlichen Beſtimmungen ja der Gan ein Theil des Vertrags, und ſind den ausdruͤcklichen t, ahe im Verabredungen gleich zu achten; im letztern Falle lau⸗. ufetgedſä fen ſie nur bei dem Vertrage her. Im erſtern Falle re Verahnie ſind ſie mit Hinſicht auf den Vertrag u nabaͤnder⸗: den oan lich, im letztern aber abanderlich. ſo fenſtt Beſehen wir das roͤmiſche Recht etwas genauer, als ſillſte man ſonſt Geſetze zu beſehen pflegt, ſo will ſelbiges auch jaben;. gar nicht einmal, daß der Richter, wenn er uͤber recht⸗ auf dae liche Verhaͤltniſſe der Parteien, die aus dem Vertrage pichs b entſpringen entſcheiden ſoll, durchweg auf die Geſetze fſrifitn des Orts, wo contrahirt worden, Ruͤckſicht nehmen o taciw, ſoll. Nur in ſo fern die Frage iſt: quid aotum ſit? ſoll er darauf ſehen. Alſo in ſo fern gefragt wird: was en ſicht iſt nach dem Vertrage in der Hauptſache zu praͤſtiren, in welchem Maaß und Gewicht ꝛc. iſt zu leiſten? enst 4 Daß bei der Frage: Sind die gehdrigen Foͤrmlich⸗ dieth keiten bei dem Vertrage beobachtet worden, und koͤn⸗ Vetut nen daraus rechtliche Wirkungen entſtehen die Geſetze des Ded. des Orts, wo contrahirt worden iſt, ausſchließend zur Gſſaa. Anwendung kommen muͤſſen, verſteht ſich ohnebin von 1 ri ſelbſt, und hat dieſer Satz mit dem, wovon hier die anne Rede iſt, auch gar nichts gemein. ränn eu Wir wollen aber den Vertheidigern des pacti ta- eiti gerade recht viel einräumen. Wir wollen ihnen NR „ 362 —— N einmal zugeben, daß die Parteien, indem ſie den Ver⸗ trag ohne weitere Nebenverabredungen abſchloſſen, ſtillſchweigend alles das in den Vertrag aufgenommen haben, was die Geſetze des Orts, wo ſie abſchloſſen, in Anſehung der rechtlichen Wirkungen des Vertrags verfuͤgten. Weiter kann man doch nicht gehen„ ohne zu deraͤſonniren. 8 Was wuͤrde denn nun bei Abſchließung einer Ehe ohne naͤhere Eheberedungen daraus folgen, als daß die Parteien ein Recht ex pacto erworben haͤtten, in Ab⸗ ſicht der unmittelbar aus der Ehe als Vertrag entſprin⸗ genden Rechte nach den derzeit, als ſie die Ehe ab⸗ ſchloſſen, beſtehenden Geſetzen beurtheilt zu werden, und daß, wenn neue Geſetze in der Folge gegeben wuͤr⸗ den, welche dieſe Rechte anders beſtimmten„ſolche ſie nicht angehen koͤnnten? Was die Geſetze uͤber die ſo⸗, genannten Vermoͤgensrechte der Ehegatten verfuͤgen, liegt ja außer dem Ehevertrage, und wird dabei die Ehe nur als conditio ſine qua non voraus geſetzt. Eben das iſt der Fall mit andern Nichtvermoͤgensrechten der Ehegatten, die aus dem Ehevertrage, als ſolchem, nicht fließen, ſondern unter Vorausſetzung der Ehe von den Geſetzen eingefuͤhrt worden ſind, als Standes⸗ rechte ꝛc.— Laßt uns einmal an einem recht auffallen⸗ den Beiſpiele ſehen, was heraus kommt, wenn man annimmt, die Ehegatten hatten in ihrer ohne weitere Verabredung geſchloſſenen Ehe die ganze Maſſe des dermalen geltenden Rechts, verſteht ſich, ſo weit es die Ehe tangirt, ſtiliſchweigend darein aufnehmen wol⸗ len. Der Code Napoléon verordnet Art. 2 30, daß Ausſchweifungen eines Ehemannes keine Eheſcheidungs⸗ urſache abgeben ſollen, wenn er nur nicht die Concu⸗ bine im Hauſe haͤlt. Sempronius ſchließt jetzt im Koͤ⸗ nigreich Weſtphalen eine Ehe ab, ohne alle weitere Eheberedung. Die Geſetzgeber des Koͤnigreichs Weſt⸗ X ** nſt nuk — iain hdie u Rch rühr, cte de ſte, di Das Fheutie tyeid ut Mant bei det ſchen. e nir m. nit de wſſ in ſe dn we en a iſcene Jaufgenome ſie aſzuſ de N 1 t gehn, 8 ſung im d haum, nh ertrag enfm ſe di Gh eit zw wen ge guten mten, ſete ſete üͤberde niten veffin— ddabeides geſett. 6 gensrechtn) „ ab ſübe tzung de „als Etr recht auffd t, vem u tohne ni ge Nuſt ſ nnt wineymn Ar. 230, Bibae ht die eim ft ct inc e ale wimn grihi 363 —— 1 phalen faͤnden etwa in der Folge, der Artikel 2 30 duͤrf⸗ te, nicht ſo ganz mit unſern Sitten und Gebraͤuchen uͤberein ſtimmen, und ſtellten wieder die alte Gleichheit der Rechte zwiſchen Mann und Frau her. Nicht wahr, was kuͤmmert das den Sempronius? er hat ta⸗ cite die damals, wie er die Ehe abſchloß, beſtehenden Geſetze in ſeinen Vertrag aufgenommen, und er hat daher ein Recht, nach Art. 230 des Code fortzuleben. Man wird mir einwenden, das ſei wieder zu weit gegangen;— ein Einwand, den die Juriſten gewoͤhn⸗ lich zu machen pflegen, wenn man ſie mit ihren Auf⸗ ſtellungen ad abſurdum bringt. Allein wo will man denn die Graͤnzen finden, wenn man uͤber das hinaus geht, was der Vertrag nothwendig und unmittelbar mit ſich bringt? wenn man alle Dispoſitionen der Ge⸗ ſetze, die nur die Ehe voraus ſetzen, mit dem Ehever⸗ trage ſelbſt uͤbrigens aber nichts zu thun haben, in den: ſelben mitbegriffen wiſſen will? So gut man das, was die Geſetze uͤber die Succeſſion der Ehegatten verord⸗ nen, als mit in dem Ehevertrage ſtillſchweigend begrif⸗ fen und darein aufgenommen betrachten kann, eben ſo gut laͤßt ſich auch darein eine ſtillſchweigende Begreifung und Aufnahme des Art. 230 des Code Napolgon! ver⸗ theidigen. Das Vernuͤnftigſte iſt daher wohl, daß wir eine Theorie aufgeben, die einmal gar nicht in den Geſetzen gegruͤndet iſt, und die zweitens dadurch, daß man ſie mit Conſequenz durchfuͤhrt, zu Ungereimtheiten bringt. Man unterſcheide, wie bei allen Vertraͤgen, ſo auch bei der Cbe, Rechte, welche durch den Ehevertrag als ſolchen unmittelbar begruͤndet werden, von denen, wel⸗ che mittelbar und unter Vorausſetzung der Ehe entſte⸗ hen. Man nehme in Anſehung der erſtern an,— nicht daß die Contrahenten, was in Anſehung dieſer das Geſetz vorſchreibt, in ihren Ehevertrag ſtillſchwei⸗ N 364 gend aufgenommen haben,— denn mit der ſtillſchwei⸗ genden Aufnahme iſt es uͤberall eine ſehr mißliche Sache — ſondern daß ſie nothwendig darnach beurtheilt wer⸗ den muͤſſen, und in dieſem Betracht die zur Zeit der Abſchließung der Ehe beſtandenen Geſetze unveraͤnder⸗ lich ſind. Dagegen in Anſehung der letztern werde an⸗ genommen, daß zwar auch ſolche, wie natuͤrlich, bei ei⸗ ner ohne naͤhere Verabredung abgeſchloſſenen Ehe ein⸗ treten, ader ſich mit einer Geſetzveraͤnderung gleichfalls veraͤndern. Denn wer einen gewiſſen ſtatus erwirbt, ſei es durch Vertrag oder auf andere Weiſe, erlangt damit noch nicht fortdauernde Anſpruͤche auf alle Rechtsverhaͤltniſſe, die derzeit, als er dieſen ſtatus er⸗ warb, damit verknuͤpft waren, wenn er ſolches nicht zur ausdruͤcklichen Bedingung gemacht hat.*) Er muß ſich vielmehr gefallen laſſen, was daruͤber in der Zukunft durch die geſetzgebende Gewalt verfuͤgt werden wird. Darum iſt ja nachgelaſſen worden, beſondere Verabredungen zu treffen, wenn man ſich nicht den Geſetzen und den Veraͤnderungen, welchen ſie noth⸗ wendig unterworfen ſind, unterziehen will.— Es gehoͤrt nicht hierher, uͤber die Graͤnzen ſolcher beſon⸗ dern Verabredungen zu ſprechen, ſo viel ſi ſi 9) auch dar⸗ uͤber ſagen laſſen moͤchte. Will man aber dennoch durchaus bei der alten haͤltniſſe in Ruhe, die ſo entfernt liegen, als das Suc⸗ ceſſionsrecht der Ehegatten, woran auch ſelbſt bei ei⸗ ) Wer duͤrfte wohl behaupten, daß ein offentlicher Beamter vermoͤge des Amtsvertrages und des daraus entſpringenden ſia. tus ein fortdauerndes Recht auf die derzeit uͤbliche Uniform ha⸗ be, und ſolche nicht abgeſchafft werden koͤnnte, wenn er ſich die Fortdauer nicht ausdruͤcklich bedungen?— Das iſt ein ande; rer Fall, wird man ſagen, wenn man ſonſt nichts zu ſagen weiß.— Das Schlimmſte iſt nur dabei, daß ich mich dur Keczieichen apoeryphiſche Argumente nicht zurecht elſen offs Theorie bleiben, ſo laſſe man wenigſtens Rechtsver⸗ mm Ahte in kau 2 ſtr 4 ſegen, 4 anneh üͤnm 1 Nhxu in leg n p ſec — RFttver bl Nateit w daß dukt, E W neuen aa beur älnn nt (ode di ſwit, ¹ de Nap aa nit de ilen he michs ch n die un zi ſſche mwan letten wen eneiie 1 hloſſum ki derung jet. en ſtatos m te Waſt, n ſpräͤche af rdieſen ten mn er ſuchsn ct hrt. das dariüt ait derfügm. vorden, bin nan ſch nit welchen ſer en wil.- zen ſolhent riſſcat aus bi de gſtens Nt gen, a6du auch ſehtt — zffentlche 39 us ettſttugehn, t uͤblich Uin e, denn-it un das tc 1 ſant i 46 i, daiic nihn lnttnu „——. nem untergeſtellten ſtillſchweigenden Vertrage die Ehe⸗ zaraen kaum denken konnten— gewiß nicht dachten. Man ſchraͤnke ſie ein auf Rechtsverhaͤl tniſſ e, die ſo na⸗ 43 liegen, daß man wenigſtens vernuͤnftiger Wei⸗ ſe annehmen kann, die Ehegatten haͤtten daran denken koͤnnen und muͤſſen, z. B. auf die gegenſeitigen Ver⸗ moͤgensrechte waͤhrend der Ehe. Denn auf die ſo ent⸗ fernt liegende Succeſſion der Ehegatten wird ſicher eben ſo wenig die Ehe ſtillſchweigend abgeſchloſſen, als auf die caulae divortii und die dabei eintretenden Rechtsverhaͤltniſſe, und auf das Privilegium des Man⸗ nes, welches ihm im Art. 230 des Code Napoléon ertheilt worden iſt. Daß man wenigſtens in n Frankreich nicht daran denkt, Succeſſionsfaͤlle bei Ehegatten, die ſich unter der neuen Geſetzgebung erſt ereignen, noch nach der alten beurtheilen zu wollen, erhellet aus mehrern Bei⸗ ſpielen in dem bekannten Werke: Jurisprudence du Code civil, welches fuͤr den Praktiker uͤberall wichti⸗ ger iſt, als die dickleibigen Hemmentarien uͤber den Co- ds Nepoleon. £—„¶.. Wa⸗ haben die Tribunäle fuͤr Rittel iin dn, den, den Artikel a14 lzur Ausuͤbuns zu bringen? Der Art. 214 des Code Napoléon verordnet: La femme eſt obligée d'habiter avec le ma- ri, et de le ſuivre partout, ou il juge à pro- pos de réſider. Das Geſetz bedarf keines Kommentars, es 6 an ſich deutlich genug. Es ſran ſich nur: Was haben die 366 Tribunaͤle fuͤr Mittel in Händen,, wenn die Srau dem Manne nicht folgen will? Die Frage iſt in Frankreich bereirs bei mehrern Veranlaſf ſungen aufgeworfen worden, beſonders wenn die Maͤnner darauf antrugen, die widerſpenſtige Frau beim Kopfe nehmen und zu ihnen bringen zu laſſen. Vorraͤufig bemerke ich, daß das: habiter, nicht ſo 2 zu verſtehen iſt, als duͤrfe ſich die Frau auch gar nicht von dem Manne entfernen. Eine Frau, welche 1é⸗ parèe des biens iſt, iſt allerdings befugt, wenn es die Verwaltung ihres Vermoͤgens erfordert, ſich eine Zeit lang von dem Manne zu entfernen, ohne daß er etwas wider dieſe Entfernung einwenden kann. Die Frage iſt hier alſo auf den Fall einzuſchraͤnken, wo ſich die Frau, auch ohne daß es fuͤr die Verwaltung des Vermdͤgens noͤthig iſt, von dem Manne entfernt, oder uͤber die Gebuͤhr ihre Entfernung verlaͤngert. Bei den Disculſlons uͤber den Artikel 214 kamen auch die Executionsmittel zur Sprache. Man ſcheute ſich aber, daruͤber etwas feſtzuſetzen, und uͤberließ viel⸗ mehr alles aux moeurs et aux circonſtances. Die franzoͤſiſchen Tribunaͤle fangen mit der Be⸗ ütoüung ſchlagnahme und Sequeſtration des Vermoͤgens der un⸗ ge horſamen Ehefrau an, und ſchreiten, wenn dieſe fruchtlos iſt, zu haͤrtern Zwangsmitteln. 4) Zur con- trainte par corps wird von ihnen nur im außerſten Falle geſchritten. Da nach den Discuſſions in Abſi Et der Exeku⸗ tionsmittel alles aux moeurs et aux circonſtances uͤberlaſſen worden iſt, ſo muͤſſen die Gerichte in aus— waͤrtigen Ländern, wo der Code Napoléon einge⸗ fuͤhrt iſt, auch zu verfahren berechtigt ſeyn, wie in der⸗ gleichen Faͤllen bisher verfahren wuͤrde, und haben 4*) Tarinmudence do Code aivil, Tom. IV. 2 Part⸗ Pag. 599. X m uül tanenl jdea an anſteid umm nans n worten, nsnit ienie darm uuj nn en de weiter dcfal de nd, ir Er des jp al. Pafſne der Er Dal 1 corc teſta dare 8ſnd Qluuesi unndießu reits b 1 e bojondenn derpenin ngen zullſe la rau auchgr. Krau, n defugt, forder) ſt. den, oheh nden kamn. hraͤnke, n Verwalnſ ne entfen ſanger. lrtitalamt he Mai und übei onſtaness gen mi r emäͤgerr. in rend hſe 15 in 1 lſich drb K circonlé- Sentti ſapolbon ſeyn, wien 1 1n h — f a ur ſhh 367 ——. nicht gerade noͤthig, ſich an die franzöſiſche Gerichts⸗ praxis zu binden. Die Frage 3 alſo dahin zu beant⸗ worten, daß den Tribunaͤlen alle hier densbare Exeku⸗ tionsmittel frei ſtehen, und daß ſie nur vorzugsweiſe diejenigen zu waͤhlen haben, welche bisher gebraͤuchl lich waren. Die contrainte par corps bleibt aber i im⸗ mer das außerſte und lebte Erekutionsmittelra⸗ 3. Koͤnnen Coneubinen etwas aus Teſtamenten und Schenkungen unter den Lehendigen erhalten? 1 Daß bei dieſer Frage das Wort: Teſtament, in der weitern Bedeutung im Geiſte der franzdſiſchen Ge⸗ ſetzgebung und fuͤr jede Willenserklaͤrung, die den To⸗ desfall des Gebers zur Bedingung macht, Denommen wird, verſteht ſich von ſelbſt. Es wird auch dabei vorausgeſeht, daß der Concubi⸗ nat voͤllig erwieſen iſt, oder doch nach den vorwal⸗ tenden Umſtaͤnden als ausgemacht angenommen wer⸗ den kann. Die Meinung des Poͤbels kann hier nichts entſcheiden. Die franzöſiſchen Tribunaͤle ſchließen beſon⸗ ders zwei Faͤlle von dem Verdachte des Concubinars aus: 1) den Fall, wo das naͤmliche Ungluͤck zwei Perſonen einander genaͤhert hat; 2) den Fall, wo der Satz gilt: les beaux eſprits ſe rencontrent. Der Art. 902 des Code Napoléon ſagt: 8 Toutes perfonnes peuvent dispoler et re- cevoir, foit par donation entre vifs, ſoit par teitament, excepté celles due la loi en dé clare incapables. Es ſind aber nirgends die Concubinen unter rden per fonnes incapables aufgefuͤhrt worden. * 8 368 Niach dem roͤmiſchen Rechte koͤnnen bekanntlich tttii Concubinen aus letztwilligen Verordnungen und Schen: b. kungen unter den Lebendigen mit Einſchtaͤnkungen et: lt un was empfangen. In Frankreich hatte der Haß, wel⸗ A wie chen das kanoniſche Recht gegen den Concubinat hegt, dnes auch auf die buͤrgerliche Geſetzgebung Einfluß gehabt. umn Die Ordonnanz Ludwigs XIII vom Jahr 1629, Arti⸗ K kel 132, erklaͤrte alle Schenkungen und letztwillige Zu⸗ ſimih! wendungen an Concubinen fuͤr null und nichtitzg. Altk Dies Verbor galt noch, als zu der neuen Geſetz⸗ ümd gebung geſchritten wurde. Das erſte Project des Co- Auihtle de civil enthielt ein ausdruͤckliches Verbot aller Schen⸗ uni kungen unter Lebendigen und letztwilligen Zuwendun⸗ ftnna 1 gen an Coneubinen. Allein es wurde bei der Redaction Anm 3 des Geſetzes die Stelle unterdruͤckt.— Aus dem Ex- uuhg pofé des Motiks erhellt, daß die Stelle darum un⸗ ſuh n terdruͤckt worden, um nicht zu autoriſiren des inqui- u hinu ſitions(wie ſich der Redner Bigot de Preame-(nii neu ausdruckt) qui pourroient étre également biiſ injuſtes et odieules. Damit alſo nicht der Inte- wom ſtat⸗ oder Teſtamentserbe Veranlaſſung finden moͤchte, uin eine Erbenseinſetzung oder ein Vermaͤchtniß, das ei- Jufene ner Frauensperſon hinterlaſſen worden, als unguͤltig, u und unter dem Vorwande, daß ſelbige mit dem Erblaſſer iſm, im Concubinat gelebt habe, anzugreifen, wollte man un üt nicht in das neue Geſetz hineinbringen quelques cau- mndn ſes regues cependant dans le droit romain, ſtoyng — comme par exemple celles qui ſeroient EFondées hu fur des habitudes criminelles entre le défunt et M Theéritier, wohin denn auch der Concubinat gehoͤrt. iiti Ausgemacht iſt hiernach, daß Schenkungen und ißtsd letzte Willensverordnungen zu Gunſten einer Frauens⸗ iln,“ perſon nicht unter dem Vorwande angefochten wer⸗ tloi den koͤnnen, daß ſie mit dem Verſtorbenen im Concu⸗ wcde binat gelebt habe, wenn irgend der Concubinat zwei⸗ an deten heim. ungen undes ſcheinimn te der 96 Eenainn, g Eufußg Jahr 16e9, und lezri ind nich der neun eProjet a erbor ilee lligen Jun bei derAa — Aumm. Stele dm ſſeen desn t de Pran Etre Cgin o nicht de in findnn nächini, en, as u nit dm ei fen, wulr qvelquet droit onl roient i ro le dein ubinat git Schentunget neinet Frw angefochn bere irr ancubint 389 — 0— felhaft iſt, und gar nicht in den Faͤllen, wo die Fran⸗ zoſen, wie oben gezeigt worden, auch einmal den Ver⸗ dacht eines Concubinats angenommen wiſſen wollen. Aber wie nun, wenn jemand die Frauensperſon, det er etwas zuwendet, ausdruͤcklich ſeine Concubine ge⸗ nannt, wenn er notoriſch mit ihr im Concubinat gelebt, Kinder mit ihr erzeugt, und ſolche als die ſeinigen foͤrmlich recognoſcirt hat Verworfen iſt doch nicht bei der neuen Geſetz⸗ gebung das Princip der Ordonnanz vom Jahr 1629. Ausgelaſſen iſt bloß der Fall des Concubinats, da⸗ mit er nicht zu fuͤr den Verſtorbenen entehrenden Unter⸗ ſuchungen Veranlaſſung geben moͤchte, und Geheimniſſe, die man ſo gern verborgen wiſſen will, zur Publicitaͤt dadurch gebracht werden moͤchten. Man haͤtte ihn nun freilich wohl aufnehmen, und die noͤthigen Limitatio⸗ nen hinzufuͤgen koͤnnen, aber die Franzoſen lieben nun bekanntlich einmal dergleichen Weitlaͤuftigkeiten nicht. Es iſt hier der Fall vorhanden, wo im Code et⸗ was weggelaſſen und doch wieder darein aufgenommen worden iſt. Daß die Concubinen nicht mit unter den Perſonen aufgefuͤhrt worden ſind, die sus Schenkun⸗ gen und letzten Willensverordnungen nichts erhalten duͤrfen, thut nichts zur Sache. Notoriſche Concubi⸗ nen gehoͤren nichts deſto weniger dahin, ſo bald nur, um den Concubinat auszumitteln, keine weitere Unter⸗ ſuchung noͤthig iſt. Denn nur um dieſe zu verhuͤten, nahm man die projectirte Stelle nich auß. Man koͤnnte einwenden, die Dispoſition des Ar⸗ tikels 902 ſtehe doch entgegen, nach welcher nur die nichts durch Schenkungen oder Teſtamente erwerben ſollen, que la loi en déclare incapables, und un⸗ ter loi koͤnne man doch nichts anderes, als die Artikel des Code ſelbſt hier verſtehen, die nun einmal die Con⸗ cubinen nicht fuͤr unfaͤhig erklaͤrt hätten. 370 —.— Allein man fehlt gar ſehr, wenn man bei der neuen franzöſiſchen Legislation eine Geſetzertlaͤrung zulaſſen will, wie wir ſie gewohnt ſind. Schon an mehrern Beiſpielen iſt ſolches in dieſem Archiv gezeigt worden, und an noch mehrern wird es in der Folge dargethan werden. Was aus Gruͤnden ausgelaſſen iſt, iſt dar⸗ um noch nicht verworfen worden. Die Jurisprudenz und das vernuͤnftige Ermeſſen des Richters ſoll allent⸗ halben bei der neuen Legislation eintreten. Zwei Faͤlle ſtehen in der 3 urisprudence du Code cicil, wo in Frankreich Vermaͤchtniſſe wegen des Con⸗- cubinats angefochten wurden, die Klaͤger aber abge⸗ wieſen wurden. Aber beide Faͤlle gehoͤren auch nicht zu denen, wo der Concubinat ansgemacht iſt. In dem erſten wollten die Erben den Concubinat durch aufge⸗ fundene Liebesbriefe, in dem zweiten daraus beweiſen, daß ein ungluͤrklicher Ehemann und eine ungluͤckliche Ehefrau, beide nachdem ſie von ihren reſpectiven Bett⸗ genoſſen geſchieden waren, zuſammen zogen, und mit einander in der engſten Freundſchaft lebten, ohne daß weiter etwas vorgefallen war, was nur auf den Con⸗ cubinat haͤtte ſchließen laſſen koͤnnen. Daß hier die Klaͤger abgewieſen werden mußten, verſtand ſich nach . dem, was oben bemerkt worden iſt von ſelbſt. Ein deitter Fall, der auch in dem angefuͤhrten Werke Tom. II part. I pag. 93 vorkommt, iſt ent⸗ ſcheidender, ob er ſich gleich vor der Publikation der neuen Geſetze zugetragen hat. Ein gewiſſer Cheva. lier Fayart d'Hendicourt machte mit einer Demoi- ſelle Victoire Halatte Bekanntſchaft, auf welche ei⸗ ne ſehr genaue Verbindung folgte. Er kaufte ein Haus in Laon, in welchem er ſich mit ſeiner Geliebten nie⸗ derließ und mit ihr ein Kind erzeugte. Im Monat Floreal X wurde er gefaͤhrlich krank, und errichtete ein eſamanr, in welchem er der Demioilelle. Ha- 4 371 .—,— in iiin latte ſein Haus in Laon nebſt andern ſehr anſehnli⸗ lunn i chhen dort nach und nach angekauften Grundſtuͤcken hin⸗ hen mag terließ. Den 17ten Prairial d. J. erkannte er das et⸗ gezeime zeugte Kind fuͤr das ſeinige an. Nicht lange nachher Fohemn ſtarb er, und die Demoiſelle Halatte verlangte hierauf ſen ſtte von den Erben die Auslieferung der Vermaͤchtniſſe. de Inn Das Civiltribunal zu Laon verwarf aber den Antrag ihts ila mit Hinſicht auf den notoriſchen Concubinat und die eten. Ordonnanz von 1629, und erklaͤrte die Vermaͤchtniſſe dencehe fuͤr nichtig. Allein in der Appellationsinſtanz wurden ewon’ ſie fuͤr zulaͤſſig erklaͤrt, vorzugsweiſe aus dieſen Gruͤn⸗ ger den: 1) weil die Ordoönnanz von 1629 nie zur Aus⸗ tönn ah uͤbung gekommen ſey; 2) weil die Geſetze vom 17ten chtſt. Nivoſe II und Aten Germinal VIII die Coneubinen anttauze nicht namentlich ausgeſchloſſen haͤtten, etwas aus 2 daraus bel Schenkungen oder Deſtamenten zu empfangen; 3) weil eine mt der Teſtator doch nur eigentlich die Freundſchaft und rehen. Liebe der Demoiſelle Halatte durch das geringfuͤgi⸗ ge(*) Vermaͤchtniß haͤtte belohnen wollen. 3 ran e e S„. eitn h. Kdoͤnnten die Entſcheidungen eines Gerichts uͤberall nur uufde etwas beweiſen, ſo wuͤrde man nach dieſer letzten Ent⸗ dee ſcheidung allerdings auch den notoriſchen Concubinen derſtndbt das Recht zugeſtehen muͤſſen, etwas durch Schenkun⸗ an ſitt gen oder Teſtamente von ihren Beiſchlaͤfern zu erwer⸗ dem uniit ben. Allein ſo kommt es nicht darauf an, wie ent⸗ rfonm il ſchieden worden iſt, ſondern wie die Gruͤnde der Ent⸗ Jatiuun ſcheidung beſchaffen ſind. Das lrtheil uͤber den drit: geviſt G ten Entſcheidungsgrund zu faͤllen, wollen wir dem Le⸗ it eine e ſer gern ſelbſt uͤberlaſſen. Der erſte Entſcheidungs⸗ 7,aifet grund iſt durchaus falſch. Wir haben eine Menge huuft un von Erkenntniſſen aus der aͤltern Zeit vor uns, daß die rGetugt. Ordonnanz von 1629 wohl zur Ausuͤbung gekommen iſſt. Nur da, wo der Concubinat nicht erwieſen war, wath ſprach man zu Gunſten der angeblichen Concubi⸗ ea. Seen a,„. — 2 ——— nen.*) Bei den Discuſſions uͤber die neue Geſetz⸗ gebung wußte man auch ſehr gut, daß die Ordonnanz von 1629 zur Ausuͤbung gekommen ſei, nur wollte man den Inhalt derſelben aus den oben bemerkten Gruͤnden nicht aufnehmen.— Von dem zweiten Entſcheidungsgrunde gilt eben das, was oben von der generellen Dispoſition des Art. 902 des Code geſagt worden iſt. Nach unſerer leberzengung hat alſo der Code das ältere Recht gegen die Concubinen ſtillſchweigend ſou⸗ stenirt, in ſo fern der Concubinar unwiderſprechlich con⸗ ſtirt, notoriſch iſt, und es keiner Unterſuchung daruͤber bedarf. Daß unter Notorietaͤt keine Stadtklaͤtſche⸗ reien zu verſtehen ſind, braucht dem tJuriſten niche erſt geſagt zuw werden.— 4 unter der neuen Geſetgebung ohne alle Wirkung. Dieſet Satz wird a Ugemein in den franzöſi ſhen Gerichten angenommen. Man ſehe die Arréts der Appellationshoͤfe von Poitiers, Montpellier, Agen, Amiens, Belangon etc., und insbeſondere des Cour de Caflation i in der vukop udense au Code civil, II, pag. 352. IV, pag. 282, 287„ 330, 491. V, pag. 153. IX, pag. 85. Man gruͤndet ſich dabei auf das Princip des Co- de, daß alle Anerkennung unehelicher Kinder eine voͤllig 4 fraie und unerzwungene ſeyn muͤſſe. Wo alſo ehedem 8 —— *) Eben dies Princip ſcheint euc wieder die neuere Rachu⸗ 1 vrechum zu befolgen. 5. Auf irgend eine Art erzwungene Anerkennungen nnehelicher Kinder zur Zeit des alten Rechts ſind — — maßte verſe gen feiwe ſa Iherke tiner fallen dere de neut hi ß di Ordm ſii, nr n oben henee oon den e vas oon de des Cole ſo dr Ce Alſchwei derſwrtgtt rſuchug ne Sendt Guriſenicßt Anerkenn iten Aeohh ag ehte den ferni die Arsi pellier, n onderrdot au Codeii 55⁰, Princpde under imth Wo dſp t — jie num 3 373 4.—— 1 jemand durch einen Prozeß oder durch Androhung ei⸗ nes Prozeſſes zur Anerkennung eines unehelichen Kin⸗ des deſtimmt worden iſt, da wird dieſe Anerkennung, wenn daraus geklagt wird, fuͤr nichtig erklaͤrt, und werden ihr alle Rechtswirkungen entzogen. Das gilt, nach der ausdruͤcklichen Erklaͤrung des Cour de Cafſation, nicht nur fuͤr die uͤbrigen rechtli⸗ chen Wirkungen der Anerkennung, ſondern auch ins⸗ beſondere der Verbindlichkeit zur Entrichtung der Ali⸗ mente. Es fragt ſich: wie paßt dieſe franzoͤſiſche Praxis zu der, welche ſich bei einigen Gerichten im Koͤnigreich Weſtphalen bildet, nach welcher man auch noch nach Einfuͤhrung des Code eine Anerkennung des uneheli⸗ chen Kindes erzwingen will, wenn das Kind nur vor dem Iſten Jan. 1808, als dem terminus a quo der Einfuͤhrung des Code Napol., iſt concipirt worden? Die Frage beantwortet ſich von ſelbſt. Aber wir ollen hier die Gruͤnde eines franzoͤſiſchen Appellations⸗ erkenntniſſes ausheben. 4 „ Die neue Geſetzgebung(heißt es darin) ſoll auch die Schaͤden heilen, welche jemand unter der Herr⸗ ſchaft der alten auf eine ungerechte Weiſe erlitten hat. Dies iſt beſonders der Fall mit der Anerkennung un⸗ ehelicher Kinder Rechtliche Maͤnner, die von lieder⸗ lichen Weibsperſonen mit Prozeſſen bedrohet wurden, mußten ſich zu Abfindungen und andern Aufopferungen verſtehen, und ſelbſt die Kinder iasgeheim fuͤr die ihri⸗ gen anerkennen. Der Code Napoléon will allein eine freiwillige Anerkennungt unehelicher Kinder reſpektirt wiſ⸗ ſen. Es wuͤrde eben ſo arg ſeyn, ehemals erzwungene Anerkennungen gelten zu laſſen, als wenn man bei einer vor der neuen Geſetzgebung vorge⸗ fallenen Schwaͤngerung noch jetzt die re- cherche de la paternité zulaſſen wollte. 27 7 374 Das hieße den Geiſt der neuen Geſetzgebung ganz ver⸗ fehlen, die da will, daß von nun an alle Stoͤrungen des haͤuslichen Gluͤcks und der Ruhe der Buͤrger durch ſeandaldſe Hurenprozeſſe aufhoͤren ſollen, u. ſ. w.“ Man nimmt alſo in Frankreich nicht an, daß alle Frauensperſonen, welche vor der Einfuͤhrung der neuen Geſetze geſchwaͤngert worden ſind, ſich auf den Grund der alten Geſetze haben ſchwaͤngern laſſen, und daß die Mannsperſonen, die mit ihnen concumbirten, den Beiſchlaf auch auf den Grund jener Geſetze vollzogen haben. 1 f Ueber die Exeeptio litis iam alibi pendentis mit Hinſicht auf Art. 14 des Code Napoléon. Der Art. 14 des Code Napoléon ſagt, daß ein Auslaͤnder wegen der gegen einen Franzoſen eingegan⸗ genen Verbindlichkeiten vor den franzoͤſiſchen Gerich⸗ ten ſowohl cité als auch traduit werden kann. Aber wie, wenn nun der Franzoſe bereits im Auslande ge⸗ klagt hatte, hernach den Prozeß dort liegen laͤßt und in Frankreich von neuem klagt, kann ihn da nicht ex- ceptio litis iam alibi pendentis entgegen geſetzt wer⸗ den, und muß der franzoͤſiſche Richter auf dieſe Er⸗ ception Ruͤckſicht nehmen? Einn gewiſſer Herz Reinach von Mainz hatte gegen ſeinen auswaͤrtigen Schuldner in Aſchaffenburg Klage erhoben. Er ließ hernach den Prozeß liegen, und brachte die Klage von neuem in Mainz an. Der Be⸗ klagte wollte ſich nicht darauf einlaſſen, weil die Sache ſchon auswaͤrts rechtshaͤngig ſei. Allein die Einrede wurde ſowohl in Mainz, als hernach auf eingewandtes Rechtsmittel von dem Appellationshofe zu Trier ver⸗ worfen, und er zur Einlaſſung verurtheilt. Als Entſcheidungsgruͤnde ſind angenommen: in da mn Gru was at dm. I Rey adewo Pren. ugW Fäger n ang de fem ſmg d haun gehire de Na ittet te icter ſoden; — 1 lh il atin Saͤrunn r Värhe m n, uſne ct a, di hrung drm auf d bi en, ud M eunditm, Geſthe ug den ennet Napolian, n ſcgt,i anoſen aung dſſchn an den kann. d im Aublen liegm itn hm dante zegen gſte r auf dis ſainzhettt afenunt eß ligen en. Des nelde— in di En ff äüngedund zu Tii it. onmen. 375 —.,— 1) Daß im Auslande gegen einen Franzoſen ge⸗ faͤllte Erkenntniſſe doch in Frankreich nicht anders zur Execution gebracht werden koͤnnten, als wenn ddie Sache dort von neuem verhandelt und der Prozeß revidirt worden. 5 2) Daß daher, wenn ſelbſt die rechtskraͤftige Ent⸗ ſcheidung im Auslande die franzoͤſiſchen Gerichte nicht behindern koͤnne, die Sache von neuem vor⸗ zunehmen, um ſo viel weniger die Litispendenz ihnen entgegen ſtehen koͤnne..) Den in dem Appellationserkenntniſſe angenomme⸗ nen Grundſatzen duͤrfte doch entgegen ſtehen, daß es etwas anderes ſei, im Auslande geſprochene Urtheile ei⸗ ner Reviſion zu unterwerfen, und den einmal im Aus⸗ lande von dem Klaͤger ſelbſt eingeleiteten Rechtsgang zu ſoͤren. Ich glaube daher, daß der Richter im Koͤnig⸗ reich Weſtphalen, wenn ihm der Fall vorkommt ,den Klaͤger anweiſen muß, die Sache da, wo er ſie ein⸗ mal angebracht hat, zu beendigen, denn die Gruͤnde des franzoͤſiſchen Appellationsgerichts fuͤr die Verwer⸗ fung der exceptio litis iam alibi pendentis uͤber⸗ zeugen mich nicht, und ich kann auch ſelbſt keine dafuͤr finden. 7 Gehoͤrt es unter das Verbot des Art. 396 des Co. de Napoléon, wenn der Erblaſſer ſeine Erben hittet, bei ſeinem Ableben einen Theil des ererb⸗ ten Vermoͤgens einer von ihm beſtimmten 8 Perſon zu uͤberlaſſenk⸗ Ein gewiſſer Biourge hatte ein Teſtament er⸗ richtet, worin ſich unter andern folgende Dispoſitionen fanden: */ Praescien frangoi⸗„ Tom. II. pag. 23⸗ Jwrisoud. An Gode civil, Tom. IX pag. 114, 376 7—.— g. Ich ſetze in mein geſammtes Vermoͤ⸗ gen, wemagſichas ſowohl als unbewegliches, koͤrperli⸗ ches ſowohl als unkoͤrperliches, meine Ehefrau Mi⸗ chelle Martine Delrue ein, und will, daß ſie nach meinem Ableben vollkommene Eigenthuͤmerin deſ⸗ ſelben werde, und daruͤber verfuͤge, wie es ihr beliebt. Art. 7. Ich bitte meine Univerſalerbin, bei ih⸗ rem Abieben zu Gunſten meines Schwagers Nico⸗ laus Delrue, oder wenn dieſer nicht mehr am Le⸗ ben ſeyn ſollte, zu Gunſten von deſſen Kindern uͤber die Haͤlfte des von mir eretbten Vermoͤgens zu ver⸗ fuͤgen. Die Inteſtaterben des Biourge verlangten die Caſſation dieſer Dispoſition, weil ſie eine ausdruͤck⸗ lich durch den Art. 896 des Code civil verbotene Sub⸗ ſtitution in ſich begreife. Sie nahmen dem zu Folge die Haͤlfte der Verlaſſenſchaft, welche den Gegenſtand dieſer angeblichen Subſtitution ausmachte, in An⸗ ſpruch. Das Tribunal der erſten Inſtanz wies ſie a aus 3 dem Grunde ab, weil Monſ. Biourge ja ſeine Frau zur Univerſalerbin ernannt habe„ und der Art. 7 des Te⸗ ſtaments weiter nichts als eine Bitte enthalte, deren Erfuͤllung ja ganz von dem Willen der Erbin abhaͤnge. In der Appellationsinſtanz ſuchten die Inteſtater⸗ ben des Biourge dawider auszufuͤhren, daß wirklich in dem Artikel 7 des Teſtaments eine fideicommiſſari⸗ ſche Verfuͤgung enthalten ſei, indem nach dem roͤmi⸗ ſſchen Rechte, das hier, da ſich der Code nicht genau uͤber das Weſen der Sideicommiſſe erklaͤrt habe, zur Anwendung kommen müſſe, es gerade ein Fideicom⸗ miß ſei, wenn der Teſtirer ſich der Ausdruͤcke: peto, rogo, fidei tuae committo, cupio des, opto des, deſidero uti des eto., bedient haͤtte. Die k. 83 — — S — anntes Ah ihs, ken eEhefm d wil, d genthümen ie titit rſoerdn, d hwagets gie cht mehren. e Kaden nögens u e derlenmm je eine hr lverbote een den u eden Geue macht, u wies ſe Jſeine pu tr At.. enthalk, Ettu dtn ndie Jit n do in. ſdeiunii nach dmt fode nictn tlärt ben ein geii nsdrüͤcke: Ne io des, I an Dell 377 .—.— F. 16 D. de legat. 2 enthalte einen Fall, der mit dem in Frage ſtehenden ganz gleich ſei.— Allein das Ap⸗ pellationsgericht beſtaͤtigte das vorige Urtel aus folgen⸗ den Gruͤnden. 6 1) Die Verfuͤgung im Art. 7 des Teſtaments ſei nicht in befehlenden Ausdruͤcken abgefaßt, und gebe daher demjenigen gar kein Recht, zu deſſen Gunſten ſie gemacht worden. 2) Wenn man darin eine Subſtitution finden wollte, ſo wuͤrde ſolches offenbar mit der deutlich erklaͤrten Intention des Teſtirers im Art. 3 des Teſtaments contraſtiren, nach welchem ſeine Er⸗ bin volle und uneingeſchraͤnkte Dispoſition uͤber das ererbte Vermoͤgen haben ſolle. Eine Subſti⸗ tution und eine dabei den Erben ertheilte unein⸗ geſchraͤnkte Dispoſition uͤber die Erbſchaft koͤnn⸗ ten aber nicht zuſammen beſtehen. Da der Art. 7 des Teſtaments nicht die Auf⸗ gabe enthalte: de conferver et de rendre, ſo ſei auch deſſen Inhalt nicht unter dem Verbot des Code Napoléon uͤber die Subſtitution be⸗ griffen.“) Der dritte Entſcheidungsgrund duͤrfte wohl der wichtigſte ſeyn. Bei dem zweiten hat das Appellations⸗ gericht offenbar nicht an das Rideicommiffum eius quod fuperfuturum erit gedacht. Der erſte Ent⸗ ſcheidungsgrund iſt gleichfalls ſehr wichtig. Um zu be⸗ urtheilen, ob jene teſtamentariſche Verfuͤgung eine nach dem Code Napoléon verbotene Subſtitution iſt, muß man nicht zu den roͤmiſchen Geſetzen ſeine Zuflucht neh⸗ men, ſondern allein auf die Beſtimmungen des Code und auf den Grund derſelben ſehen. Se — 2) Jurisprudence du Code eivil, Tom. VIII Pag. 376.. Darf vermuthet werden, daß die Foͤrmlichkeiten, welche der Artikel 972 bei Teſtamenten vorſchreibt, beobachtet worden, oder muß, deren Bebbachtung nothwendig aus dem Notariatsinſtrumente erhel⸗ len, und findet kein anderer Beweis daruͤber⸗ als nur etwa aus dieſem, ſtatt: Die Frage iſt doch von der aͤußerſten Wichtigkeit. Wir ſind, ſie aufzuwerfen, durch die oben von einem Mitarbeiter dieſes Archivs Seite 292 gegebenen Er⸗ klaͤrungen des Artikels 972 veranlaßt worden. Wir haben uns auch dort in einer Anmerkung daruͤber er⸗ klart, wie wir das: il doit en étre donné lecture au. teſtateur, verſtehen moͤchten. Alles uͤbrige iſt klar. ZWweierlei Foͤrmlichkeiten muͤſſen wohl zum Behuf unſerer Frage hier unterſchieden werden: die Foͤrmlich⸗ keiten, welche das Deſtament, als ſolches, angehen, und die Formalitaͤten, welche das Notariatsinſtrument Notarien und Zeugen, das! Oiktiren des Teſtaments, und das Vorleſen deſſelben, nachdem es niedergeſchrie⸗ ben worden. Zu den letztern wird von mir ausſchlie⸗ kunde ausdruͤcklich Meldung thun muß. Wenn der Art. 1001 die Nichtigkeit des Teſta⸗ ments bei verabſaͤumten Foͤrmlichkeiten annimmt, ſo fragt es ſich: Gilt das nur von den eigentlichen Foͤrm⸗ lichkeiten des Teſtaments, oder auch von denen, wel⸗ ßend gezaͤhlt, daß der Notar von allem in der Ur⸗ che der Notariatsurkunde vorge chrieben worden ſind? 9 1 Von der Beantwortung dieſer Praͤliminaͤrfrage haͤngt hier doch alles ab.“ Die franzoͤſiſche Gerichtspraxis iſt daruͤber noch nicht ganz fixirt. Bei den meiſten Gerichten wird je⸗ betreffen. Zu den erſtern 3 ich die Gegenwart der 3 4 cht u C Jmennte ſat, d = ſcde I nit ena Dengen a neh de R tm mit tſtpo 4 ſehen fine ß die vor vorden — ) 2 iv/ Antt dieulizun ten derſon en eoittn trunente n neis ſanhe, fatt ſten Mihin. eoben wman hegebene worden 1 ng drribe, dommkw ürgeät vohl zun n: dehim⸗ ſches, un toriarinſter eGexennm, des Tifenr es niedegſt i mit aut llem inh gket da n manninm, entichn on denn,n R wonnft nurfte e drit n ſch wih . 379 doch angenommen, und der Caſſationshof ſelbſt iſt die⸗ ſer Meinung beigetreten, daß die Vernachlaͤſſigung der fuͤr das Notariatsinſtrument vorgeſchriebenen Form⸗ lichkeiten eben ſo gut die Nichtigkeit des Teſtaments nach ſich ziehe, als wenn die fuͤr das Teſtament ſelbſt vorgeſchriebenen Foͤrmlichkeiten verabſäumt worden fino..) Man erklaͤrt ſogar Teſtamente fuͤr nichtig, bei wel⸗ chen der Notar in der Urkunde zwar bemerkt hat, daß ſie dem Teſtator vorgeleſen und von ihm genehmigt wor⸗ den ſind, nicht aber, daß das Vorleſen in Gegenwart der Zeugen geſchehen ſei, obgleich der Notar am Ende hinzugefuͤgt hat, daß das Teſtament angefertigt und geſchloſſen ſei(kait et clos) in Gegenwart der unten benannten Zeugen, wo es ſich gleichſam von ſelbſt ver⸗ ſteht, daß es auch in ihrer Gegenwart verleſen worden. — Aber es war doch moͤglich, daß gerade beim Vor⸗ leſen die Zeugen ſich entfernt hatten. 3 Vergleichen wir die Artikel 972 und 1001 genau mit einander, und nehmen zugleich auf die Verhand⸗ lungen bei der neuen Geſetzgebung Ruͤckſicht, ſo duͤrfte es wohl keinem Zweifel unterworfen ſeyn, daß die fuͤr das Notariatsinſtrument vorgeſchriebenen Foͤrmlichkei⸗ ten mit denen, welche fuͤr die Teſtamentserrichtung ſelbſt vorgeſchrieben worden ſind, unter Einer Kategorie ſtehen. Die einen laſſen ſich von den andern durchaus nicht trennen. Iſt aber das der Fall, ſo muß die oben aufgewor⸗ fene Frage dahin beantwortet werden, daß daruͤber, ob die vorgeſchriebenen Teſtamentsfeierlichkeiten bedachtet worden ſind, nur allein durch das Notariatsinſtru⸗ *) Diconſtons du Code ciwil, Tam. II pag. 196 nat. 3. Jar⸗ ris prudenge du Code eivil, Tom. NI pag. 49, wo ſich em Arrer des Caſſationshofes vom 19ten Frimaire XIV findet, und pag. 57, Tom. VIII pag. 41.. 380 ment der Beweis gefuͤhrt werden kann, und kein außer demſelben liegender Beweis zulaͤſſig iſt. Es iſt anzu⸗ nehmen, daß eine vorgeſchriebene Foͤrmlichkeit, uͤber welche das Notariatsinſtrument keine Auskunft giebt, auch nicht beobachtet worden, wenn man auch das Ge⸗ gentheil noch ſo buͤndig beweiſen wollte und beweiſen koͤnnte. Steht aber das Gegentheil juriſtiſch gar nicht zu erweiſen, ſo ſind Vermuthungen um ſo weniger zu⸗ laͤſſig, als man uͤberhaupt nicht annehmen kann, daß Formlichkeiten, die das Geſetz bei einem rechtlichen Ge⸗ ſchafte vorſchreibt, erfuͤllt worden ſind, wenn das Ge⸗ 1 ſetz zugleich mit Ausſchließung aller Vermuthungen ſie nur durch eine Urkunde erwieſen wiſſen will. 7 4 1 9. zur Ausuͤbung gebracht werden, wenn es von einer dabei intereſſirten Perſon iſt eroͤffnet worden, ehe es dem Praͤſidenten des Gerichts eingehaͤndigt wurde, und ohne daß das Couvert, worines ein⸗ geſchloſſen war, mit iſt uͤbergeben worden: Ein gewiſſer Delort ſtarb den 28ſten Fructi⸗ dor XII mit Hinterlaſſung eines teſtament ologra- ppe, in welchem er ſeine Nièce, die Frau eines Mr. Boutarel, zur Univerſalerbin ernannt hatte. Die Inteſtaterben des Erblaſſers— ſeine leiblichen Geſchwiſter— waren gerade nicht anweſend, als er ſtarb. Mr. Boutarel begab ſich daher in das Ster⸗ behaus, und ſuchte in dem Schreibepulte des Verſtor⸗ benen nach einer Dispoſition. Er fand, ſeiner Angabe nach, ein verſiegeltes Paket, auf deſſen Umſchlage 1 4 Iſt ein teſtament elographe güͤltig und kann es 8 de(o Joutà Kr. darin d ſtion aA ſclag gr luf Alt der mn laſe 3 h berden n dier MWHrunde ie di ſt zuri QNorſch A Kri Giſtan A 1 und fina ſ. Eün dmichfät, AWuöin nau auch de lte un be urſtiſ gen im ſo nngn, hmen fon, m rcclliha ) benn d Zermutznn. nwil. tis und km. un es tun et wotden ein ziſthi Worit h erzebel 128fin de ament ul Frau inl nnt hate „ſeinh mweſen, 3” r in ds e ſteds t „fein l ſſan luütt . 381 1 3—,—— die Worte ſtanden: pour remettre à Madame Boutarel. 8 Mr. Boutarel eroͤffnete das Paket, und fand darin die zu Gunſten ſeiner Frau errichtete Dispo⸗ ſition. Das Teſtament wurde von ihm dem Praͤſidenten des Civilgerichts zu Aurillac— aber ohne Um⸗ ſchlag— eingeliefert, der es ſofort einem Notar zur Aufbewahrung uͤberlieferte, nachdem er uͤber den Act der Praͤſentation einen Verbalprozeß hatte errich⸗ ten laſſen. L 5, Jetzt erhob ſich ein Rechtsſtreit zwiſchen den Inte⸗ ſtaterben und der Madame Boutarel. Jene verlang⸗ ten die Nichtigkeitserklaͤrung des Teſtaments aus dem Grunde, weil es nicht in dem Zuſtande dem Gerichte waͤre eingehaͤndigt worden, in welchem es der Erblaſ⸗ ſer zuruͤckgelaſſen haͤtte, und ſtuͤtzten ſich dabei auf die Vorſchrift des Art. 1007 des Code Napoléon. Allein ſie wurden ſowol bei dem Civiltribunal zu Aurillac, als in der darauf ergriffenen Appellations⸗ inſtanz mit ihren Antraͤgen abgewieſen. Als Gruͤnde der Entſcheidung werden angegeben: 1) Nach Artikel 970 des Code Napoléon ſei eein teltament olographe gar keinen Foͤrmlich⸗ keiten unterworfen. Es genuͤge, daß es ganz von der Hand des Erblaſſers geſchrieben und unter⸗ ſchrieben worden, und das ſei bei dem Teſtament ddees Delort der Fall. 2) Die Vorſchrift des Artikels 1007 beziehe ſich allein auf die Vorſichtsregeln bei der Publication der Teſtamente, und koͤnne alſo deren Ver⸗ nachlaͤſſigung keine Nichtigkeit des Teſtaments wirken. 3 2 5 2) Däͤrf die Dame Boutarel nicht durch das Wer trwn gehen ihres Mannes leiden.) an Uns ſcheint gegen dieſe Entſcheidungsgräͤnde dec va noch manches eingewendet werden zu koͤnnen. anaih Die Geſetze unterſcheiden offenbar die Foͤrmlichkei⸗ vanj ten des Teſtaments an ſich von den Formalitaͤten, wel⸗ 05! che bei der Publication und Execution deſſelben ſtatt ſa finden ſollen. Was die erſtern betrifft, ſo hatte das inn Teſtament des Mr. Delort daran keinen Mangel. t u Aber an den letztern fehlte es ihm dagegen ſehr. atuten Das Teſtament war in ein verſiegeltes Couvert ein⸗ mud geſchloſſen. Mr. Boutarel hatte es eroͤffnet, und auade konnte das Couvert nicht produciren. Es kam nun auf die Frage an: Was war in dem Couvert geweſen das producirte Teſtament oder ein anderes? denn der Erblaſſer donnte ja auch noch ein zweites Teſtament gemacht haben.— Ferner, war das produeirte Te⸗ dun i ſtament allein darin, oder etwa noch eine nachtra⸗ uh. gende und ergaͤnzende Dispoſition, die Monſ. Bou⸗ tarel/ weil ſie ihm nicht anſtand, unterdruͤckte? a Der Artikel 1007 ſchreibt vorr. 8 eema Tout teſtament olographe ſera, avant ihe d'ètre mis à exécution prélenté au préſident 6 du tribunal de première inſtance de l'arron- un 3 diflement dans lequel la ſuccefſion eſt ou- am verte. Ce teſtament fera ouvert. lil ntt elt cacheté, etc.— Nun iſt zwar nirgends geſagt, daß eine Nullitaäͤt En des Teſtaments daraus entſtehen ſoll, wenn das ver⸗ iie un ſiegelte teſtament olographe entſiegelt den Gerichten nn(w uͤbergeben wird, und es kann auch den Umſtaͤnden nach cetil, 3 eerje .) Vergl.— b Bnerkdence A cod. oivil, Tom. VIII b. 416 ſq. m uac — 1 . 7 eie uugspineg onnen t die Fient ermaltan, on deſt ff ſeten keinn Na agegin ſh eltes Cachne es arifun, Es imm. Loupett zai deres! in weites din as produen! ch eine ut die Mand nterdeicn e ſera, il. te au gtin nee de lun vellion tit ourerh,l sß ine du” wwenn dal ſt den Git Unftindet — dn fllt 385 hier von Nichtigkeit nicht die Rede ſeyn. Aber es iſt eine andere Frage, ob daſſelbe zur Ausuͤbung gebracht werden köͤnne Die Gerichte koͤnnen doch nur demjenigen Huͤlfe angedeihen laſſen, der ſich in der geſetzlich vorgeſchrie⸗ benen Art an ſie wendet. That das aber Mr. Bouta- rel? Anſtatt das Teſtament zu uͤberliefern, wie er es fand, eroͤffnete er das verſiegelte Paket, nahm das Teſtament heraus und uͤbergab es den Gerichten. Wer ſteht dafuͤr, ob das Deſtament allein in dem Paket enthalten war, oder ob demſelben nicht noch mehrere andere Dispoſitionen des Erblaſſers entweder als nach⸗ tragende oder abaͤndernde beilagen? 10. Kann die Anerkennung eines natuͤtlichen Kindes auch noch auf andere als in dem Artikel 334 vorgeſchriebene Art geſchehen: Nach der Vorſchrift des Artikels 334 ſoll die An⸗ erkennung eines natuͤrlichen Kindes durch einen authen⸗ tiſchen Act geſchehen, wenn ſie nicht ſchon durch die Geburtsacte geſchehen li1iitit. Es ſpringt in die Augen, daß das Geſetz von ei⸗ nem eignen zu dieſem Behuf errichteten authentiſchen Acte ſpricht. Nun iſt aber von dem Ap⸗ pellationshofe zu Bruͤſſel bei folgendem Falle das Ge⸗ gentheil angenommen worden. M Eine gewiſſe Romiguon gebahr im Jahr 1776 eine uneheliche Tochter, welche in der Taufe die Na⸗ men Caroline Paſteele erhielt. Die Geburtsacte enthielt, daß die Mutter dieſes Kindes in den Geburts⸗ ſchmerzen erklaͤrt habe, der Vater ſei Carl Paſteele, von welchem ſie unter dem Verſprechen der Ehe ver⸗ faͤhrt worden. Die Romiguon, welche ſich hernach mit einem andern verheirathete, und ihr uneheliches Kind zu ſich genommen und erzogen hatte, erklaͤrte &⸗. demſelben auf dem Todtenbette, wer ihr eigentlicher Vuater ſei. Dieſe Erklaͤrung veranlaßte das junge Maͤdchen, zu Carl Paſteele, der unverheirathet ge⸗ blieben war und mit ſeinen beiden Schweſtern wirth⸗ ſchaftete, zu gehen, ſich ihm zu Fuͤßen zu werfen, und ihn zu bitten, daß er ſie doch fuͤr ſeine Tochter aner⸗ kennen moͤchte. Bei dem alten Hageſtolz ließ die Stim⸗ me der Natur ſich vernehmen, und er erkannte die jun⸗ ge Caroline unter den heftigſten Ausbruͤchen der Freu⸗ de fuͤr ſein Kind an. Er nahm ſie zu ſich und wollte ſie auch foͤrmlich fuͤr ſein Kind anerkennen. Dies behinderten jedoch die beiden Hyaͤnen von Schweſtern, und es blieb bei einer durch einen authentiſchen Act be⸗ kraͤftigten Vereinbarung zwiſchen dem Vater und ſei⸗ ner natuͤrlichen Dochter, in welcher feſtgeſetzt wurde: 1) daß der Paſteele das von der Mutter ererbte Ver⸗ moͤgen der Caroline verwalten ſollte; daß 2) dieſe ohne ſein Wiſſen und Willen weder etwas von ihrem Vermoͤgen ſollte veraͤußern noch ſich verheirathen koͤn⸗ nen; und daß 3) endlich ſelbige nicht befugt ſeyn ſollte, Alimente von ihm, dem Paſteele, zu fordern. Der une term 7ten Thermidor VII errichtete authentiſche Act war uͤberſchrieben:„entre Charles Palſteele l'ainé et Caroline Paſteele Ia fille naturelle. Die ſaubern Schweſtern des Paſteele ſuchten es hinterher einzuleiten, daß er ſeine natuͤrliche Tochter verſtieß und ſich eine Beiſchlaͤferin beilegte. Die junge Caroline klagte darauf aus Verdruß gegen den Paſteele auf Alimente. Sie gruͤndete ſich auf Art. 334 des Code Napol. in Abſicht der Anerkennung, und auf Art. 2046, nach welchem ein Vergleich uͤber Alimente unterſagt worden ſei. Sie gewann in der erſten Inſtanz, und . wu n 4 hüßte, (ode! ſtan te m emn richtwe Auf ei uiccen Nalic ſchen i, wor giir we adſer Wa Rtennar RNäbt JAntone fen d eend Aaee m der auu donn da tfede dce ſt dit uath han a rih um laßte de d mver derit Scweim nzu nei ſne Luhtrn ol leßder erkama bruͤhhnd ru ſchmn nerkennn. von Etht⸗ entiſhenk n Vaur w feſgätn utter aeten z daß 1) etwos wn verhent befugrſri forden d dautzen Pabtesbél- turelle. Hten ann cter uiſ funge Can en Patteeké uu dauf inn mente unin e Jrſan 385 ——— der Appellationshof zu Bruͤſſel, an welchen die zweite Inſtanz ging, ſprach auch zu ihrem Vortheil. Daß der Vergleich uͤber die Alimente caſſirt werden ¹ mußte, verſtand ſich nach der duͤrren Vorſchrift des Code nun wohl von ſelbſt. Aber ob die in der zwi⸗ ſchen Carl Palteele und Caroline errichteten Acte geſchehene reconnoilfſance fuͤr genuͤg! ich geachtet wer⸗ den konnte, und damit die Abſicht des Arr. 334 er⸗ reicht war, iſt die Frage. Auf eben die Art duͤrfte auch ſchon die Anerken⸗ nung eines natuͤrlchen Kindes vorhanden ſeyn, wenn zwiſchen dem Schwaͤngerer und der Geſchwaͤngerten ein Vergleich uͤber die Alimentation des Kindes durch Da⸗ zwiſchenkunft eines authentiſchen Actes errichtet worden iſt, worin die Ausdruͤcke ſich befinden: der Schwoͤn⸗ gerer wolle fuͤr das von ihm erzeugte Kind ſo und ſo viel Alimente jaͤhrlich geben. Das Geſetz ſcheint doch nur in zwei Fäͤllen die An⸗ erkennung eines natuͤrlichen Kindes mit buͤrgerlichen Rechtswirkungen zuzulaſſen: 1) wenn ſi ie in der Ge⸗ burtsacte, und 2) wenn ſie in einem eignen zu die⸗ ſem Behuf errichteten authentiſchen Acte geſchehen iſt. In dem vorliegenden Falle hatte Paſteele ſogar nirgends erklaͤrt, daß die Caroline ſeine natuͤrliche Tochter ſei. Die Ueberſchrift der Acte konnte ja blos von dem Notar herruͤhren und von ihm ganz unzeech⸗ itet geblieben ſeyn. Eine ſtillſ ſchweigende Anerkennung lag freilich in dem Vergleiche, indem der Paſteele ſich darin Rechte uͤber die Caroline und ihr Vermoͤgen ſtipulirte, die ſich nur eigentlich ein Vater ſtipuliren kann, und ſie, die Caroline, darin auf ein Recht Verzicht leiſtete, das ihr auch nur als Kind zukommen konnte. Aber läͤßt denn das Geſetz die reconnoiſſance tacite zu, und erfordert es nicht vielmehr die exprefſe? 386 —.,— 4. Dieſer bedeutenden Zweifel ungeachtet glaube ich imn doch der Meinung der franzoͤſiſchen Gichte veitreren zu muͤſſen. Denn KMlh 1) erfordert das Geſetz nicht gerade zur reconndil dogn fance einen zu dieſem Behuf eigends errichteten authentiſchen Act. Es genuͤgt, wenn ſolche nur in einem authentiſchen Acte geſchehen iſt. u Der Paſteele machte durch die Unterſchtift die tr an Leberſchrift des authentiſchen Acts eben ſo gut uati als den uͤbrigen Inhalt deſſelben„ zu ſeinem Wil⸗ nens len und zu ſeiner Erklaͤrung. ihit 3) Da das Geſet fuͤr die reconnviflance keine beſondere Formel vorſchreibt, ſo muͤſſen alle Aus⸗ druͤcke genuͤgen, aus welchen erhellt, daß jemand — = — — —2ꝛẽũ ein Kind fuͤr das ſeinige anerkenne. ziet 4) Es kommt hinzu, daß ein Vergleich, wie der vorliegende war, nur unter Vorausſehung der ur Anerkennung abgeſchloſſen werden konnte. Ich wuͤrde ſogar die in einem Vergleiche zwiſchen unthet 8 dem Sugenan und der Geſchwaͤngerten auf die zugd oben beſchriebene Art geſchehene Anerkennung fuͤr hin⸗ r laͤnglich halten, wenn nur bewieſen werden kann, daß RN die Anertennung nicht durch Vorſpiegelung einer Klage i, oder auf andere Weiſe erzwungen worden ſſt. w bi Daß Anerkennungen ohne Dazwiſchenkunft eines du authentiſchen Acts, wenn ſie auch noch ſo beſtimmt ge⸗ ulis ſchehen ſind, nichts wirken, verſteht ſich von ſelbſt. iund Es iſt hier lediglich von Anerkennungen die Rede, die Alben in einem authentiſchen Acte geſchehen ſind, mag uͤbri- iinahe gens dieſer Act eigends fuͤr die Anerkennung, ſtuu oder fuͤr einen andern Zweck errichtet worden iih ſeyn, wenn nur im letztern Falle darin die Anerkennung im 39à mit vorkommt. Wer duͤrfte z. B. die Guͤltigkeit der— . häa. 4 aütt za dain itn 3 Fur non igendz mir wenſc ehen ſt d Uüri Aets än zuſm nnoillane mſſen an helt, dia ne. derglech Jorauzitn en koune ergläch e üngertn u riemnuuit derden ir ddunz ung rden it hſſo bümn t ign en diee ſind, n ltnerkennn trrihtt u die neimm ie Güni iſtaimit —.B— in einem Teſtamente par acte public geſchehenen re- connoifſance eines natuͤr lichen Kindes bezweifeln!— Wie aber, wenn die Anerkennung in einem teſtament olographe geſchah? Ich glaube mit von Male⸗ ville,*) ſie iſt, wie jede Anerkennung, die in einer Privaturkunde geſchieht, ohne alle Wirkung. Ein authentiſcher Aet iſt hier uͤbrigens jeder, der vor einem oͤffentlichen Beamten verrichtet wird, wel⸗ cher einen Verbalprozeß daruͤber abfaßt. Es iſt alſo einerlei, ob die Anerkennung vor einem Notar, Frie⸗ densrichter, oder vor dem Beamten des Civilſtandes geſchieht. 11. Bemerkungen zu Artikel 172 des Code Napoléon, das Eheverloͤbniß betreffend. Nach dem Artikel, 172 hat nur die Perſon. welche mit einem der beiden Contrahenten ſchon verhei⸗ rathet iſt, das Recht, QOppoſition wider die Schlie⸗ ßung der Ehe einzulegen. Der verlobten Perſon ſteht dieſes Recht nicht zu. Mag ſich alſo jemand mit noch ſ vielen verlobt ha⸗ ben,„keine der früher mit ihm verlobten Perſonen kann die Abſchließung der Ehe hindern. Durch das Geſetz vom z0ſten September 17 92, welches, ſo zu reden, die Ehe ſeculariſirte, iſt die Erfuͤl⸗ lung der Verloͤbniſſe ganz dem Gewiſſen und der Ver⸗ antwortlichkeit derjenigen uͤberlaſſen worden, welche ſie eingehen. Es entſpringt daraus keine Klage auf Voll⸗ ziehung der Ehe, und fol glich auch kein Recht, Ein⸗ ſpruch zu thun.— Der Code Napoléon geht von den naͤmlichen Grundſaͤtzen ſtillſ chweigend a aus. *) In ſeinem Commentar zu Artikel 354. pes WV. 28 388 4 1 ——-— Nun fragt es ſch aber: Entſpringt denn doch nicht aus einem gebrochenen Verl dniß die Verbindlich⸗ keit zum Schadenserſatz? Der Artikel 1382 des Code verurtheilt jeden, der dem andern ungerechter Weiſe einen Schaden zugefuͤgt hat, zum Erſatz deſſelben. Auf den Grund dieſes Artikels faͤngt ſch chi in Frank⸗ reich die folgende Praxis zu bilden an. Es laͤßt ſich gegen das Verloͤbniß einwenden, daß es an ſich unguͤl⸗ tig ſei, z. B., daß es ohne die Einwilligung oder Re⸗ quiſition der Eltern abgeſchloſſen worden, oder nicht. Im erſtern Falle findet gar keine Entſchaͤdigungsklage Statt. Im letztern, und wenn ſich gegen die Guͤltig⸗ keit des Verloͤbniſſes an ſich nichts einwenden laͤßt, wird zwar die Entſchaͤdigungsklage zugelaſſen, aber aandege bahra fm.. ft w n i b ſcar nur in ſo fern, als die Verlobte de damno vitando, (z. B. ſie hat ſchon Vorbereitungen zur Hochzeit ge⸗ macht, Kleider, Juwelen ꝛc. gekauft nicht aber, in ſo fern ſie de lucro captando,(d. i., eine Summe Gepes fuͤr den Abſtand haben will„) ſtreitet.*) Dieſe Praxis ſcheint ganz mit dem Geiſte der neuen Geſesgebung uͤberein zu ſtimmen. Denn auf ein Ab⸗ ſtandsgeld wuͤrde die Verlobte nur unter der Voraus⸗ ſetzung klagen koͤnnen, wenn ſie aus dem Verloͤbniß ſelbſt auf Vollziehung der Ehe zu klagen berechtigt ware. Aber auf Erſtattung des ihr verurſachten Schadens kann ſie ohnedies auch ſchon propter dolum et iniu- ſtitiam des andern Theils antragen. Es giebt indeß auch franzoſiſche Juriſten, valche behaupten, daß eine hintergangene Verlobte auch eine eigentliche Enrſchaͤdigungsſumme zu fordern berechtigt ſei. Wenn das Geſetz(ſagen ſie) auch der Verlob⸗ ten das droit d' oppoſit irion und das Recht, auf Voll⸗ — 4) Jenenes A cod⸗ ervil, Tom. V part. pa, 9 ſag. 8 Mkalb in rün md 2 c nnterdin iiß met im ale daſſ fn u I iih l a nuiche Hni him um ft vürdei hmnmen. A fumüt e ſi Letztts 1 t 4 od, deDae 6 hait de, Schaden uae utſchu 1 n. Eölh smim ligung chn den, in ſchädiun gegen de c einwanar zugelaſen, 1 lamno rita dun Hrhht ) nict ti l, einele ſteitt. Geſſe den denn auf ul ter der he⸗ Vertberi bercctn tren Eßet dolumau- üriten, u9 riobte auc ndern bntt 1 ich de a echt, uft — rpart Das. 4 ſation, vor uns liegen. 389 ziehung der Ehe zu klagen, abſpricht, ſo erklaͤrt es dar⸗ um doch noch nicht das Verloͤbniß fuͤr einen durchaus unverbindlichen Vertrag. Man muß alſo das Verloͤb⸗ niß nach der Theorie von Vertraͤgen beurtheilen, und ihm alle die Rechtswirkungen beilegen, welche durch die Geſetze demſelben nicht ausdruͤcklich entzogen worden ſind; und dahin gehoͤrt offenbar die Entſchaͤdigung we⸗ gen nicht erfuͤllter Contractsverbindlichkeit. So viel ſcheint mir ausgemacht zu ſeyn, daß die hintergangene verlobte Perſon allerdings auch eine ei⸗ gentliche Entſchaͤdigungsſumme fordern kann, wenn ſie mit Hinſicht auf die zu erwarrende Ehe andere ihr vor⸗ theilhafte Parthien ausgeſchlagen hat, denn hierbei wuͤrde ihr die Theorie vom Schadenserſatz zu Statten kommen. Ob ſie aber ein eigentliches ſogenanntes Ab⸗ ſtandsgeld als ein Surrogat fuͤr die nicht erfolgte Ehe begehren koͤnne, ſcheint mir doch ſehr zweifelhaft zu ſeyn. Denn wo die Klage aus dem Vertrage ſelbſt fehlt, wo auch ſogar das droit d'oppoſition verwor⸗ fen iſt, da ſehe ich nicht ein, wie auf ein Surrogat geklagt werden koͤnnte. MNur dann, glaube ich, wenn dieſes Surrogat foͤrmlich ſtipulirt worden iſt, kann es ſo, wie jede an⸗ dere ſtipulirte Conventionalpoͤn, gefordert werden. 12. Letztes Wort uͤber die Reconnoiflance bei un⸗ ehelichen Kindern und uͤber die Schwän⸗ gerungsklage. Der Anerkennung von unehelichen Kindern iſt mehr⸗ mals in dieſem Archive Erwaͤhnung geſchehen. Wir haben jetzt eine Menge von Entſcheidungen der franzoͤ⸗ ſiſchen Gerichte, und insbeſondere des Cour de caf 28* 390 3—— Nach dieſen bewaͤhrt ſich die vom Herrn Profeſſor Wol ltaͤr Seite 1 80 fg. aufgeſtellte Theorie voͤllig. Man unterſcheidet in Frankreich die vollkommne und unvoll⸗ kommne Anerkennung. Jene, welche alle in den Ge⸗ ſetzen den natuͤrlichen Kindern ertheilte Rechte ver⸗ leiht, kann nur durch die Dazwiſchenkunft eines au⸗ thentiſchen Acts geſchehen, und findet nur bei ſolchen 7 Kindern Statt, die nicht ex damnato coitu erzeugt worden ſind. Dieſe, weiche blos das Recht auf Ali⸗ mente giebt, bedarf keines authentiſchen Acts, ſon⸗ dern kann quovis modo muͤndlich, auch ſchriftlich ge⸗ 4 ſchehen, erſtreckt ſich aber dagegen auch auf alle natuͤr⸗ iche Kinder ohne Unterſchied, ſelbſt auf die, welche ex damnato coitu erzeugt worden ſind. Darin kommen erſtens beide Anerkennungen jedoch uͤberein, daß ſie ganz freiwillige ſeyn muͤſ⸗ ſen, und der geringſte Zwang, er ſei nun ein gericht⸗ licher oder außergerichtlicher, die Anertennung ungaͤl⸗ tig oder unwirkſam macht. Dann iſt auch zweitens eine Uebereinſtinmung beider Anerkennungen darin vorhanden, daß ſo wohl die vollkommne als unvollkommne eine ausdruͤckliche ſeyn muß. Stillſchweigende Anerkennungen durch Ali⸗ mentationsleiſtung und Abfindung iſt unzulaͤſſig, den Fall ausgenommen, wo ſich jemand eines Kindes durch⸗ weg ſo angenommen hat, und von ſeiner Geburt an ſo angenommen hat, daß man auf nichts anderes als die Puaterſchaft ſchließen kann, bis das Gegentheil, und daß er ſich des Kindes aus andern Verhaltniſſen, als dem der Vaterſchaft, angenommen habe, bewieſen wird. Wenn ſich auf der einen Seite Herrn Prof. Wol⸗ taͤrs Theorie von vollkommner und unvollkommner Anerkennung durch die franzoͤſiſche Rechtsſprechung be⸗ waͤhrt, ſo erſcheint dagegen durch eben dieſe Rechts⸗ ſprechung ſiine Seite 190 vorgetragene Theorie von ewe Periu ſet ar m iſe nd 46 Sit ſtzesbon n NMa riten wünft af da odem! nungeklas ſattet ind, Hanvoll tennun, ſendie Nrf zenz dem d bieher taunt wi Kenn iſ keſtamen ter deſſt Vern Mr. in Fr — Ma. Iim. y dan guin terali N nne und ma ale indaß le Ntt kunft anse nun la f do cota ta Rett afl hen Ae, it ti Hauf alen auf de, ah d. Aherfenen llige ſenn nun en rkennang e ſebereiner n, dibn ausdtücſt dungen dil unzuliſ,) 6s Kindeshe er Geduta s anderss ent a. riſen, ih ewieſen di mn Ju unvolkone zrrehunt n diſe e ne Theltei 39t .—“— 4 der Anwendung des Code Napoléon im Koͤnigreiche Weſtphalen auf Schwaͤngerungen, welche ſich vordem iſten Jan. 1808 ereignet haben, in ſo fern daraus nach dem Iſten Jan. geklagt wird, als durchaus unrichtig, und als eben ſo unrichtig ſtellt ſich dar, was von mir Seite 93 uͤber die ausdehnende Erklaͤrung des Ge⸗ ſetzes von dem Vorrechte der Entfuͤhrten geſagt worden iſt. Man nimmt in Frankreich nicht,(wie deutſche Juriſten thun,) an, daß bei Schwaͤngerungen, die vor der Einfuͤhrung des Code Napoléon vorgefallen ſind, auf den Grund der aͤltern Geſetze geſchwaͤngert worden, ſondern mit Verwerfung aller eigentlichen Schwaͤnge⸗ rungsklagen, den Fall der Entfuͤhrung ausgenommen, geſtattet man blos den Antrag auf Alimente fuͤr das Kind, auf den Grund einer vollkommnen oder unvollkommnen ganz freiwilligen Aner⸗ kennung. Wo dieſe nicht vorhanden iſt, erfolgt ſo⸗ fort die Zuruͤckweiſung des Antrags. Mir ſcheint dieſe Praxis der franzoͤſiſchen Gerichte ganz dem Geiſte der neuen Geſetzgebung angemeſſen. Daß auf Fortleiſtung der Alimente, wenn ſolche bisher geleiſtet worden ſind,(vergl. Seite 289) er⸗ kannt wird, iſt von dieſer Theorie ganz unabhaͤngig.) 4 13. Wenn jemand einem Minderjaͤhrigen etwas im Teſtamente hinterläßt, kann er zugleich den Va⸗ ter deſſelben von der Verwaltung des vermachten Vermögens ausſchließen, und ſolche einem andern uͤbertragen? Mr. de Magnoncourt hatte in einem unterm 9ten Fructidor XI errichteten Teſtamente Flavien .) Man vergleiche die Jurisprudence du Code eivil. beſonders Tom. V 1 parr. pag. 135 ſeq., und den Praticien frangois. . 392 Henryon, Sohn von Gabriel Henryon Magnon- court, zu ſeinem Univerſalerben ernannt. Er unterſag⸗ te dem gedachten Gabriel Henryon Magnoncourt, Vater des eingeſetzten Erben, und jedem andern ſeiner Familie den Genuß, die Nutznießung und Verwal⸗ tung des hinterlaſſenen Vermögens, und verordnete, daß bis zur Großjaͤhrigkeit des eingeſetzten Erben die Erbſchaft verwaltet werden ſollte durch einen Rechts⸗ gelehrten Mr. Pierre Gabriel Magny, der ſein Con⸗ ſulent war, und den er ausdruͤcklich zum curator ad hoc und executor teſtamenti ernannte. Nach ſeinem Ableben erhob ſich ein Rechtsſtreit zwiſchen dem Vater des eingeſetzten Erben und dem curator und executor teſtamenti. Jener hatte zwar nichts dagegen zu erinnern, daß er von dem Genuſſe der Erbſchaft ausgeſchloſſen war, weil der Artikel 387 des Code Napoléon dieſe Aus⸗ ſchließung erlaube. Aber von der Adminiſtration des Vermoͤgens, glaubte er, habe er nicht ausgeſchloſſen werden duͤrfen, weil der Art. 389 des Code dem Va⸗ ter, ſo lange die Ehe beſtehe, die Adminiſtration der biens perſonels der minderjaͤhrigen Kinder einraͤume, der Art. 390 nach Aufhebung der Ehe die Tutel mit vollem Rechte dem Ueberlebenden der Eltern deferire, und der Art. 397 verordne, daß das Recht, einen Vormund zu ernennen, keinem als dem Ueberlebenden der Eltern gebuͤhren ſolle. Da nun dieſe Dispoſitio⸗ nen des Code die ordre public angingen, ſo koͤnnten ſie auch durch Privatverfuͤgungen nicht aufgehoben wer⸗ den. Hiernaͤchſt komme auch noch in Betracht, daß die Clauſel des Deſtaments, welche ihm als Vater die Adminiſtration entziehe, mit dem Art. 450 des Co- de durchaus unvereinbar ſei, nach welchem der Vor⸗ mund den Pupillen in allen und jeden buͤrgerlichen Recheshandlungen repraͤſentiren ſolle; auch ferner un⸗ 7 4 zrinber nchet d uinit urerän he lus dein? d Miß u enti nüſed wendun DW ſen de ͤiunaho nälaner do Nr. G. tung de eifit — mch ben onmen goſten ſte Re chmupri houlſiand Une lyellr La llinn Fon Mam t. Erungd lagnoncon m andenſe und und deude zten Ette h einn git „ derſin um carator, te. ein Rahei Erben 4 Kerinnen, geſchleſcrn bon diß niniſraie t ausgſti Code dn minſſtaten inder eiir edi dalr Ettern dimn Rett, u llebetcim eſe Ddämi en, ſo im ufgezotnt Berract,3 rals Van hen drl n bürgeit uch fernt 1 395 —— 5 vereinbar ſei mit dem Geiſte und Inhalte des Code, welcher ausdruͤcklich die Faͤlle beſtimme, in welchen die Adminiſtration dem Vater entzogen werde; endlich auch unvereinbar ſei mit den guten Sitten, indem eine ſol⸗ che Ausſchließung des Vaters von der Verwaltung, wie die im Teſtamente enthaltene ſei, dem Kinde nothwen⸗ dig Mißtrauen gegen ſeinen Vater einfloͤßen muͤſſe. Der im Teſtamente ernannte Curator entgegnete: die ſtreitige Teſtamentsclauſel ſei durch kein Geſetz ver⸗ boten, und ſo wie der Erblaſſer in Grundlage des Ar⸗ tikels 389 dem Vater den Nießbrauch von dem dem Kinde legirten Vermoͤgen entziehen koͤnne, ſo muͤſſe er auch das Recht haben, demſelben die Adminiſtration zu entziehen. Die Novella 117 erlaube das, und muͤſſe dieſe, da der Code daruͤber ſchweige, zur An⸗ wendung kommen. Das Tribunal der erſten Inſtanz erkannte zu Gun⸗ ſten des teſtamentariſchen Curators; allein der Appel⸗ lationshof zu Beſangon reformirte das Urthel und erklaͤrte die Clauſel fuͤr nicht geſchrieben. Ddie Entſcheidungsgruͤnde ſind ganz die, welche Mr. Gabriel Henryon Magnoncourt zur Vernich⸗ tung der Teſtamentsclauſel anfuͤhrte, und die wir oben angefuͤhrt haben. Nur wird in Abſicht der Nov. 117 noch bemerkt, daß ſelbige darum nicht zur Anwendung kommen koͤnne, weil der Artikel 7 des Geſetzes vom 3oſten Ventoſe ausdruͤcklich ſage: daß das roͤmi⸗ ſche Recht keine Kraft haben ſolle dans les matières comprifes dans le Code, und der Code hier eine vollſtandige Geſetzgebung enthalte.) Uns will jedoch die Richtigkeit der Entſcheidung des Appellationshofes zu Beſangon nicht einleuchten. Es ) Vergl. Sirey urisprud. de la Cour de Calſation, 4 Cab. 1 ILiyrail. pag. 96 ldqꝗ. 394 ——— iſt nicht wahr, daß der Code hier eine vollſtändige und geſchloſſene Geſetzgebung enthalte. Er ſagt nicht einmal, daß der Erblaſſer dem Vater den Nießbrauch der ſeinen Kindern hinterlaſſenen Guͤter entziehen kann, ſondern fuͤhrt nur gelegentlich unter dem Vermoͤgen der Kinder, wovon dem Vater der Nießbrauch nicht zu⸗ ſteht, diejenigen Guͤter mit auf, an welchen dem Va⸗ ter der Nießbrauch durch ein Teſtament ausdruͤcklich unterſagt worden. Nun koͤnnte man freilich behaup⸗ ten, wenn die Geſetzgeber gewollt haͤtten, daß der fremde Teſtator auch dem Vater die Adminiſtration ſolle entziehen koͤnnen, ſo haͤtten ſie bei dem Adminiſtrations⸗ rechte des Vaters die Ausnahme hinzufuͤgen muͤſſen, daß davon ausgeſchloſſen ſeyn ſollte das Vermoͤgen, fuͤr welches von dem Teſtator eine eigne Adminiſtration waͤ⸗ re angeordnet worden. Allein theils verſtand ſich das von ſelbſt, theils war dazu im Code keine ſchickliche Gelegenheit. Von getheilten Adminiſtrationen des Vermoͤgens der Kinder enthalten Art. 417 und Art. 1055 Beiſpie⸗ le, und iſt alſo die Verfuͤgung des Art. 430 des Code Napoléon damit nicht unvertraͤglich. Ueberall iſt auch nicht abzuſehen, wie eine ſolche Teſtamentsclauſel, als die oben ſtehende iſt, die ordre public und die guten Sitten ſtoͤren koͤnne.* 1 4 1 3 8 14. Wie in der Artikel 23° des Code Napoléen anzuwenden: Es heißt in dem gedachten Artikel. La femme pourra demander la divorce pour cauſe d'adultére de ſon mari, lorsquil 7 83 8u 3 1 amA lon¹ n lon com üels d d fl tag ſit hvänge ſende Ade F Ao Flau Nerſon, Haich zu uvund den gene maetat zulſtände 1 di nit Naſteus iha 4 ermüägen d chnict en den g auärütt lich ber , dißw traton t ſiniſtriie den 1 iſe mägn ſ ſratetg. andſchw e ſchute Vrnim— 55 Büür des(ult rnl ik uj Clauii, d di aun poliut digord rsqul 395 —¹(— eihura tenu ſa concubine dans la mai- fon commune. Auf die Worte: tenu ſa concubine und mai- ſon commune, kommt bei der Anwendung dieſes Ar⸗ tikels alles an. Es liegt klar zu Tage, daß der Artikel nicht auf den Fall angewendet werden kann, wo ein Ehemann etwa ſein Dienſtmaͤdchen oder ſeine Hausjungfer ſchwaͤngert; auch nicht auf den Fall, wo von ihm eine fremde Perſon in ſeinem Hauſe geſchwaͤngert wird. Beide Faͤlle gehoͤren unter die Exceſſe, wegen welcher die Frau nicht auf Scheidung antragen kann. Eine Perſon, die man ſchwaͤngert, wird darum noch nicht⸗ gleich zur Concubine oder regelmaͤßigen Beiſchlaͤferin. Das Geſetz iſt ausſchließend auf den Fall an⸗ zuwenden, wo der Ehemann ſich eine Beiſchlaͤferin in dem gemeinſchaftlichen Hauſe gebaltn„ d. h. ordentlich— unterhalten hat. Es gehoͤrt alſo hierher: 18 1) Wenn er eine Beiſchlaͤferin, die er ſich bisher außer dem gemeinſchaftlichen Hauſe hielt, zu ſich in daſſelbe nahm, und hier den Umgang mit ihr fortſetzte. 2) Wenn er eine ſchon im gemeinſchaftlichen Hau⸗ ſe befindliche Frauensperſon ordentlich als ſeine Beiſchl aferin gebraucht. Das: mailon commune, iſt hier nicht blos der regelmaͤßige gemeinſchaftliche Aufenthaltsort der Ehe⸗ gatten, ſondern auch jedes andere Gebaͤude, wo ſie ſich ab und zu befinden. Z. B. Ehegatten, die regel⸗ maͤßig in der Stadt wohnen, beſitzen auch Landhaͤuſer— und Gartenhaͤuſer„ wo ſi e ſich eine Zeit lang im Jahre aufhalten. Aber das Halten der Concubine in dem mailon 596 —,— commune qualſficirt nur zur Scheidung, wenn die Concubine mit der Frau zuſammen in dem gemein⸗ ſchaftlichen Hauſe gehalten wird. Wer z. B. ſei⸗ ne Concubine auf ſeinem Landhauſe unterhaͤlt, und ſie von da entfernt, wenn er es mit ſeiner Frau bewohnt, ſteht nicht unter der Vorſchrift des Geſetzet. Die Entfernung der Frau aus dem gemeinſchaft⸗ lichen Hauſe berechtigt uͤbrigens den Ehemann nicht, ſich unterdeß darin eine Beiſchlaͤferin zuzulegen. So lange die Ehe noch beſteht, darf ſich in dem mai- ſon commune nichts einniſten, was nicht darein gehoͤrt.*) 3 Die Tendenz des Artikels 230 iſt allein die. daß der Mann keine Maitreſſe im gemeinſchaftlichen Hauſe haben ſoll, welche die Ruhe und das Gluͤck der Familie ſtoͤrt. Er mag ſie ſich außer dem Hauſe halten, wenn er ohne Maitreſſe nicht fertig werden kann. 4 *) Man ſehe das Erkenntniß des Apvellationshofes von Poitiers in der Jurisprud, du Tribun. de Caſſation, XII, im Anhan⸗ IBe, Pas. 139. 4 1 4 „ 4 ü lih Jergfen llüſchw 05 6 tragen! kocnnt. hart an fonn, die iſ (it Lur Jnend heüigm! dſe d Nas deſto w geworde mab ge n bom terbot und bei e Prod lcen z ſen gem tten Oe ddurch , wen. iten dre benn d n gemen 1ſt t, ud uhbentg. rmauſchi donn nice (egen. G dem m. ſicht dun in di, i lichm han der gii ilen, vm aualfem e dr un 3 Haui i och dͤwd e. Ujm gental groß, den rag, de lergt doß ar von Nte n nict d änniſn unſet de nicht ni in ten gein lüha 397 ——— wie bisher, als eine Verſorgungsanſtalt fuͤr abgelebte Jungfern, oder als eine retraite fuͤr Koketterie und Ausſchweifung zu betrachten, oder endlich zu glauben, daß es vom Tage der Hochzeit an erlaubt ſei, ſich zu tragen und zu benehmen, wie es ihnen in den Kopf kommt. Der Gedanke an die Concubine, die etwa hart an der maiſon commune zu wohnen kommen koͤnnte 1 wird ſie ſchon in Ordnung halten. 15. Bie iſt der Zinsfuß nach der euen franiöfiſchen Geſetzgebung beſchaffen? (Mit beſonderer Anwendung auf das Koͤnig⸗ reich Weſtphalen.) Carl der Große hatte in ſeinen Capitularien die Zinſen durchaus verboten. Die Ordonnanzen von dem heiligen Ludwig und Philipp dem Schoͤnen erneuerten dieſes Verbot. Der Artikel 202 der Ordonnanz von Blois iſt gleichfalls in dieſem Geiſte abgefaßt. Nichts deſto weniger war das Leihen auf Zinſen ſo allgemein geworden, daß Heinrich IV fuͤr noͤthig fand, es noch⸗ mals geſetzlich zu unterſagen. Durch die Declaratio⸗ nen vom 17ten Februar 1605 und 14ten Maͤrz 1606 verbot er das Leihen auf Zinſen fuͤr die Zukunft ganz und bei namhafter Strafe. Mehrere Staͤdte und gan⸗ ze Provinzen wußten aber in der Folge dagegen Privi⸗ legien zu erhalten; indeß blieb doch das Verbot der Zin⸗ ſen gemeines Recht in Frankreich. Das Geſetz vom 2ten Oktober 1789 derogirte endlich dieſem Verbote dadurch, daß es allgemein auf Zinſen zu leihen erlaub⸗ te, wenn nur der geſetzliche Zinsfuß dabei nicht uͤber⸗ ſchritten wuͤrde. Der Zinsfuß. auf welchen ſich dieſes Geſet bezieht, * 398 iſt der durch das Edict vom Jahr 1770 feſtgeſetzte, in welchem die Zinſen der Kapitalien da, wo ſelbige in Gemaͤßheit der ertheilten Privilegien Statt fanden, zu s pro Cent regulirt wurden. Darauf bezieht ſich auch ein Circular des Großrichters Juſtizminiſters vom Zoſten Frimaire XI, nach welchem 5 pro Cenr die re⸗ gelmaͤßige und 6 pro Cent die unregelmaͤßige und au⸗ ßerordentliche Handelszinſe(en matière de com- merce) iſt, und wer mehr bezahlt hat, das zu viel Bezahlte mit der condictio indebiti zuruͤck fordern kann. 3 Bei der Abfaſſung des Code Napoléon wurden ddie Zinſen durchgaͤngig als erlaubt zum Grunde gelegt, und es iſt darin uͤber geſetzliche ſo wohl als conventio⸗ nelle Zinſen verfuͤgt worden. Allein als die Rede da⸗ von war, den Zinsfuß zu beſtimmen, meinte man, daß ſich dieſe Beſtimmung fuͤr ein permanentes Geſetz⸗ buch nicht paſſe, dem wohl zukomme, feſtzuſetzen, in welchen Faͤllen Zinſen(ulurae legales) gefordert werden koͤnnten, das auch erlauben koͤnne, Zinſen (ufurae conventionales) zu ſtipuliren, nicht aber uͤber den Zinsfuß, als eine veraͤnderliche, nach Zeit und Umſtanden ſich richtende Sache, zu verfuͤ⸗ gen. So blieb alſo der Muͤnzfuß im Code unbeſtimmt, und diente vor der Hand das oben gedachte auf die aͤl⸗ tere Geſetzgebung ſich gruͤndende Circular des Groß⸗ richters Juſtizminiſters zur Richtſchnur.— Der Umſtand, daß der Code Napoléon den Zinsfuß unbeſtimmt gelaſſen hatte, brachte auf den Ge⸗ danken, als koͤnne man ſich ſo hohe Zinſen verſprechen laſſen, als man wolle. Das Circular des Großrich⸗ ters Juſtizminiſters war ſo nur den Richtern bekannt. Unterm 3ten September 1807,(ſogleich nach der Ruͤck⸗ kehr des Kaiſers von dem preußiſch⸗ruſſiſchen Kriege,) d duuff miehſte ber 19 dander. berlinde maant luemnach iir dar duchd dm wir de dhin a eced ähr in h dai a man Cenrden fite udd e de Cn dasau rüct fin Son dut runde gi ls conwen. die Naw neinn i ente d Runize, ) gtan ne, gn „rich i nach zei „u uſß unbeſtnne euf des Gi oléon d auf daoe vetprate Grint mn beimmt ded Krigs 399 ——— eawe daher ein aus fuͤnf Artikeln beſtehendes fuem⸗ liches Geſetz, deſſen weſentlicher Inhalt iſt: 1) Daß die conventionellen Zinſen en matiére civile nicht 5 pro Gent und en matière de commerce nicht 6 pro Cent uüberſteigen ſollen, und kein Abzug vom Kapital Statt finden ſolle. Auf ein hoͤheres Zinsquantum ſolle auch bei geſetz⸗ lichen Zinſen nicht erkannt werden. 2) Daß, wenn jemand bei conventionellen Zinſen ſich auf einer uſuraria pravitas betreten laſ⸗ ſen, er zu einer Geldſtrafe, die aber die Haͤlfte des geliehenen Kapitals nicht uͤberſteigen darf, verurtheilt werden ſoll, und wenn er ſich ſogar eine Betruͤgerei(escroquerie) zu Schulden kommen laſſen, zu einer Gefaͤngnißſtrafe oben⸗ drein, welche aber die Zeit von jwei Jahren nicht uberſteigen darf. Da weder die aͤltern unzſſſchen Geſeße, noch das darauf ſich gruͤndende Cireular des Großrichters Juſtiz⸗ miniſters, noch endlich das Geſetz vom 3ten Septem⸗ ber 1807 fuͤr das Koͤnigreich Weſtphalen von verbin⸗ dender Kraft ſind, ſondern allein der Code Napoléon verbindende Kraft fuͤr daſſelbe hat, und alle vorhin genannte Geſetze keinen integrirenden Theil des Code ausmachen, ſo fragt es ſich: welcher Zinsfuß iſt denn fuͤr das Koͤnigreich Weſtphalen anzunehmen, bis durch die Geſeboebung etwas daruͤber beſtimmt wer⸗ den wird?. Die Antwort auf die Frage kann nicht anders 413 dahin ausfallen„ daß bis zur end lichen Regulirung der Sache derjenige Zinsfuß beibehalten werden muß, der bisher in den verſchiedenen das Koͤnigreich Peſtpzalen ausmachenden Provinzen Statt fand. 1 400 2 ————— uUeber die Acquiſitiv⸗ Verjäͤhrung beweglicher Sachen nach dem Code Napoléon. Giebt es eine eigentliche und regelmaͤßige Verjaͤh⸗ rung beweglicher Sachen nach dem Code Napo- léon?— Dies iſt die Frage, die hier unterſucht werden ſoll. Zachariaͤ*) beantwortet die Frage mit Nein, indem er als Grundſatz annimmt, daß bewegliche Sa⸗ chen in der Regel uͤberall nicht von dem dritten Beſitzer vindicirt, ſondern nur mit einer perſoͤnlichen Klage nach dem bekannten Sprichwort: Hand muß Hand wahren, in Anſpruch genommen werden köͤnnten; der Beſitz einer beweglichen Sache alſo in der Regel die Stelle der rechtmaͤßigen Erwerbung ſchon vertrete. Nur in ſo fern(meint er) ſei die Verjaͤhrung zur Be⸗ ſtaͤrigung des Eigenthums an dieſen Sachen erforderlich, als die Geſetze in gewiſſen Faͤllen eine Ausnahme von jener Regel machten, d. h. eine⸗Vindication einer be⸗ weglichen Sache zuließen. Eine ſolche Ausnahme trete aber ein: 1) wenn einer eine Sache verloren haͤtte; 2) wenn einem eine Sache geſtohlen worden(Art. 2279.).— Daruͤber iſt Zacharia doch ſelbſt zwei⸗ felhaft: ob die beiden Ausnahmen die einzigen ſind, welche die Regel leidet.„Die Art,(ſagt er in der Anmerkung,) wie der Art. 2279 gefaßt iſt, ſpricht al⸗ lerdings fuͤr die bejahende Meinung. Allein aus den Artikeln 1238, 1599 und 2102 ſcheint der Satz deutlich hervorzugehen, daß auch in andern Faͤllen be⸗ wegliche Sachen vindicirt werden koͤnnen, z. B. wenn einer wiſſentlich eine fremde Sache verkauft hat. Die⸗ ſer Widerſpruch duͤrfte ſo zu heben ſeyn, daß in dieſen *) Handhuch des franz. Eivilr., 1 Bb.§. 30. 3 gütm vulietj üiht ges ſcgen d caitebe den E. durfta Pn an aict der a äonen 80 mſch dnt:. ij dem mn bewe tna n L dmande mnti kanat w Auts nannta en ſid ſtenn lor . derezlit Con. ige Dah ode N- er uneris e ni N wegſihe ittn B e Klaxm uß on en md in de de hon dmm rung ir effeddet uenaüme ion ürt tsnahmn erlnn in otde(„. d ſtm ennin i at aun ſ ſrii lein uun t dr n Flnb „dm thar A cß äſt — .93. 401 —— Geſetzen nur von einer perſoͤnlichen Klage(von einer condictio ex lege f. ſine cauſa) die Rede iſt, die nicht gegen einen jeden dritten Beſitzer, ſondern nur gegen den angeſtellt werden kann, der die Sache un⸗ mittelbar aus den Haͤnden desjenigen erhalten hat, der dem Eigenthuͤmer perſoͤnlich verpflichtet war. Daher durfte auch auf die Verjaͤhrung dieſer Klage, in ſo fern jene Artikel daruͤber etwas beſonderes nicht feſtſetzen, nicht der 2279ſte Artikel, ſondern der 22 62ſte Artikel anzuwenden ſeyn.” So ſcharfſinnig auch dieſe Darſtellung iſt, ſo draͤn⸗ gen ſich doch dagegen dieſe Zweifel auf. Das Sprich⸗ wort: Hand muß Hand wahren, kann unmoͤg⸗ lich dem Satze zum Grunde liegen, daß der Beſitz ei⸗ ner beweglichen Sache ſchon in der Regel die Stelle einer rechtmaͤßigen Erwerbung vertrete, denn jenes Sprichwort geht ausſchließend auf den Fall, wo einer dem andern ſeine Sachen anvertrauet hat. Der Satz ferner iſt ſelbſt nirgends ausdruͤcklich im Code aner⸗ kannt worden, er ſcheint nur aus den Ausnahmen des Artikels 2279 zu folgen, wenn anders die hierin ge⸗ nannten Fäͤlle als Ausnahmen von der Regel zu betrach⸗ ten ſind. Daß es nicht die alleinigen Ausnahmen ſind, ſcheint ſich ferner aus den Artikeln 1238, 1599 und 2102 zu ergeben, und die Faſſung dieſer Artikel ſcheint wieder ſo viele Ausnahmen zuzulaſſen, daß die Regel dadurch deſtruirt, zum mindeſten auf die natuͤrliche und gewoͤhnliche Erklaͤrung des Sprichworts: Hand muß Hand wahren, eingeſchraͤnkt wird. Das altere franzoͤſiſche Recht weiß nichts von dem Satze, daß der Beſitz einer beweglichen Sache ſchon in der Regel die Stelle der rechtmaͤßigen Erwerbung vertrete. So weit meine Huͤlfsmittel reichen, nimmt ſolches vielmehr gerade das Gegentheil an. Indeß kann man wohl als ausgemacht annehmen, daß jener * / 402 Satz im Code Napoléon zum Grunde gelegt wor⸗ re den, weil ſonſt die Ausnahmen des Art. 2279 nicht N haͤtten gemacht werden köͤnnen. n ls Die Discuſſionen ſowohl als alle andere authentiſche 51 Urkunden der franzoͤſiſchen Legislation laſſen uns dar⸗ ulh uͤber in gaͤnzlicher Unwiſſenheit. Auch in dem Werke m von Dunod de Charnaye: Traitd des pré- hjT ſoriptions, von welchem Zacharia behauptet, ſtin daß ihm die Geſetzgeber in der Lehre von der Verfah⸗ m llſc rung am meiſten gefolgt waͤren, finde ich keine Auf⸗ anand ſchluͤſſe. Vielleicht duͤrfte ich doch im Stande ſeyn, ſie Fanen l in einem der folgenden Stuͤcke des Archivs zu geben. u iſ Darin durften wohl alle Rechtsgelehrte mit mir eii di. nig ſeyn, daß die Lehre von der Verjaͤhrung im Co- Kalſ He bei einer dereinſtigen Reviſion einer Umarbeitung d bedarf. mni Kii . ale 17.““ jenxeſ Ueber Art. 2276 des Gode Napoléon. m Der vierte Abſchnitt des Ften Kapitels des 20ſten dign, Titels des Code Napoléon iſt uͤberſchrieben: Von Kend einigen beſondern Verjaͤhrungen. Schon Ig Nfu aus der Ueberſchrift geht hervor, daß das, was hiern Achn verordnet iſt, nicht die Verjaͤhrung im Allgemeinen an, Zic gehen kann, ſondern nur die in dem Abſchnitte nament: dad lich aufgefuͤhrten Verjaͤhrungen. duchdie Drei beſondere Verjaͤhrungen gehen in den Arti: lunn keln 2271, 2272, 2273 und 2274 voraus, und dann r, 1 folgt im Artikel 2275 der Nachſatz: 15 Noͤanmoins ceux auxquels ces prêſcripti- danu ons ſeront oppoſées, peuvent deéférer le— ferment àA ceux qui Poppoſent, ſur la ques nun geug n aay h tautin ſen usd dem W cer 1n- 4 b daunt der d h kein 4¹ ande enſ à zu gahe te mimei rung Unattn Aléon. :ie de u eben: A en. ete w ht gemenna nitte ume in da 5 und 3 präbiji térerh Pr A qush 4⁰³ 2 1 dion de favoir ſi la chole a été réellement payée. Le ferment pourra étre déféré anx veuves et héritiers ou aux tuteurs de ces derniers, Fils font mineurs, pour qu'ils aient à décla- yer, ſ'ils ne ſavent pas que la choſe ſoit due. Um die Frage beantworten zu koͤnnen, ob die Dis⸗ voſttion des Arrikels 2275 auch auf die in dem gedach⸗ ten Abſchnitte noch ſol genden beſondern Verjaͤhrungen anwendbar ſei, muͤſſen wir ſie ſelbſt noch erſt genauer kennen lernen, und unterſuchen, wie es eigentlich da⸗ mit zuſammenhaͤngt. Die Artikel 2271— 2275 reden ſaͤmmtlich von der erloͤſchenden Verjaͤhrung, und beſtimmen in Anſe⸗ hung der darin genannten Forderungen die Verjaͤh⸗ rungsfriſt ganz genau. Gleichwohl ſollen nun diejenigen, welchen die voll⸗ endete Verjaͤhrung,(dies wird hier vorausgeſetzt,) ent⸗ gegengeſetzt wird, ihren Schuldnern uͤber die Zahlung noch den Eid deferiren koͤnnen. Dies iſt eine fuͤr den deutſchen Juriſten ganz neue Lehre, der nicht anders weiß, als daß, wenn einer Klage die Verjaͤhrung entgegengeſetzt, und ſolche rich⸗ tig befunden wird, der Klaͤger mit ſeiner Klage gaͤnz⸗ lich abgewieſen werden muß. Zachariaͤ) ſagt:„durch die Verjaͤhrung wird in der Regel eine rechtliche Vermuthung begruͤndet, wo⸗ durch die Klage ſchlechthin ausgeſchloſſen wird,(prae⸗ umtio iuris et de iure.) Jedoch haben die Glaͤu⸗ biger, deren Klage in Gemaͤßheit des 2271— 2274ſten Artikels verjaͤhrt iſt, das Recht, dem Gegentheile dar⸗ uͤber, daß die Zahlung wirklich geſchehen ſei⸗ noch den Eid anzutragen.“ — N. g. O., 5ν. Heſt I 1 4⁰4 —.— , Aber wenn nun die Verjaͤhrung durchweg ei eine Praeluruen iuris et de iure begruͤndet, ſo wollen wir doch wiſſen, warum fuͤr die Art. 2271— 2274 genannten Glaͤubiger eine Ausnahme, und zwar eine Ausnahme Statt finden ſoll, die ganz den Grund⸗ ſaͤtzen, die von der praeſumtio iuris et de iure gel⸗ ten, zuwider iſt— und auf welchen Gruͤnden dieſe Aus⸗ nahme beruht. Hiernaͤchſt wollen wir auch wiſſen, warum denn blos die Eidesdelation, und nicht auch an⸗ dere Beweismittel nachgelaſſen worden ſind. Vergebens ziehen wir hier die Discuſſionen zu Ra⸗ the. Der Artikel, welcher auch ſchon im Prdſecbe ſtand, wurde ohne Discuſſion angenommen. Die NAlotikfs des Geſetzes geben gleicher Geſtalt nich den mindeſten Aufſchluß. Waren es die Waaren⸗Schulden allein, wel che unter der Dispoſition des Artikels 2275 ſtehen, ſo ließe ſich noch wohl aus der Sache kommen. Man koͤnnte alsdann annehmen, es ſei nicht ſowohl das ius fich Faau re Be dudan ſhrung * di Ede th gen 8 da Mtio l d dem reh on r Val ſagthen ſein d uim agendi als vielmehr das Privilegium der Handelsbu⸗ cher, welches verjaͤhrt worden, und dabei wuͤrde ein Eidesantrag ſehr wohl beſtehen.— Damit wuͤrden denn auch freilich andere Beweismittel ſehr gut vertraͤg⸗ lich ſeyn.— Aber ſo ſind in den Artikeln 2271— 2274 eine Menge ganz beterogener Berſihrungen du ſammengefaßt. IZch glaube, gler tritt der Satz ein: non omnium ratio reddi poteſt, oder wenn wir doch eine ratio legis angeben wollen, ſo iſt es die, weil die Forderun⸗ gen, die in den gedachten Artikeln zuſammengefaßt wor⸗ den, ſchon bisher immer zu den privilegirten gehoͤrten, und man daher glaubte, ihre Privilegien auch ſelbſt auf die Verjaͤhrung ausdehnen zu muͤſſen. Daß der Artifel 2275 blos von der Edesdelatie — . rünn 6 (ſe na 1=n nd zwar n den Gmn de iun en diſelh ruch wi nict auhe d. ſone ag in gin anen. d cat nihe allen 75 ſtchn men. N swohl den äheumpng on omin ch int n die Fodn engeftftw ten gäin uh ſthe Fdedius 4⁰5 ſpricht, ſcheint mir daher zu kommen, weil uͤber die Forderungen, worauf er ſich bezieht, hoͤchſt ſelten an⸗ dere Beweismittel zu haben ſind, oder wenn ſie vor⸗ handen ſeyn ſollten, man angenommen hat, die Vere jahrung erſtrecke ſich auch daruͤber mit. Daß die Ge⸗ ſetzgeber dies letztere angenonmen haben, iſt mir hoͤchſt wahrſcheinlich, und deshalb glaube ich auch, daß nur die Eidesdelation, mit Ausſchluß anderer Beweismit⸗ tel, ganz allein zulaͤſſig ſei. Da es uns an hinreichenden Nachrichten uͤber die ratio legis fehlt, wir auch nicht im Stande ſind, ſie auf dem gewoͤhnlichen Wege zu finden, ſo duͤrfte es wohl am ſicherſten ſeyn, den Artikel 2275 ſtrenge in der Verbindung zu nehmen, in welcher er mit den vor⸗ hergehenden Artikeln ſteht, und ſeine Dispoſition auf die in dieſen Artikeln enthaltenen Forderungen einzu⸗ ſchraͤnken. 9 11, 8 18. Aeber die Auwenduns des Artifels 1a4 des Go do Napoléoen. Der Artikel 1244 des Code Napoléon erlaubt den Richtern, ruͤckſichtlich auf die Lage des Schuld⸗ ners, gemaͤßigte Zahlungsfriſten, und fuͤr den Vollzug der Execution einen Aufſchub zu bewilligen, weiſet ſie aber zugleich an, von dieſer Erlaubniß nur mit großer Zuruͤckhaltung Gebrauch zu machne Es fragt ſich: iſt die Dispoſition dieſes Artikels von allen Schuldforderungen ohne Unterſchied zu ver⸗ ſtehen, die beigetrieben werden, und von jedem Voll⸗ zuge einer nachgeſuchten Execution? Als ausgemacht kann man 1) annehmen, daß die Dispoſition des gedachten Artikels gar keine An⸗ 1 29 4 . 406 wendung findet bei Handelsſchulden(dettes commerciales), wenn daruͤber bei dem Handelsge⸗ richt erkannt worden iſt, und die Execution bei einem Civiltribunal nachgeſucht wird. In einem Arrèét des Appellationsgerichts zu Colmar vom 12ten Frimaire XiV iſt dies mit Hinſicht auf den Artikel 1 5 des Ti⸗ tels 12 der Ordonnanz vom Jahr 1673 angenommen worden, welcher verbietet, à peine de nullité de caſſer ou lurſeoir les procédures et les pourſui- tes en exécution des ſentences des juges con- fuls etc., und welchem durch den Code Napoléon, der nur die Regel aufſtellt, nicht derogirt worden iſt*) Der neue Code de commerce beſtaͤtigt auch vollig die Anſichten des Appellationsgerichts zu Colmar. Man kann auch wol 2) ohne Widerſpruch zu befuͤrchten, die Anwendung dieſes Artikels verwerfen bei allen Abgaben der Unterthanen und Buͤrger, wenn dieſe eingeklagt werden, oder nach geſchehener Verur⸗ theilung die Execution nachgeſucht wird. Dagegen erhebt ſich nun aber 3) eine Bedenk⸗ lichkeit, wenn von gewoͤhnlichen Leiſtungen die Rede iſt, ob der Artikel auch auf die Faͤlle anwendbar ſei, wenn nach unſerm Sprachgebrauch der Executivprozeß 1. SSch bitte, zu bemerken, daß in dem Geſetz zweier⸗ lei Befugniſſe des Richters unterſchieden werden: die Befugniß, Zahlungsfriſten zu geben, und die, Auf⸗ ſchub der Execution zu bewilligen. Daraus ſchließe ich, daß die Anwendung deſſelben durch keine Prozeßart be⸗ dingt ſei. Die Geſetzgeber konnten bei Ertheilung der letztern Befugniß nicht etwa die Executionsrequiſitionen von andern Gerichten, bei welchen die Rechtsſachen verhandelt und entſchieden worden ſind, im Auge ha⸗ Juriuprudenee du Code civil, Tom- V apart. pag. 3386. 7 , dd ſiſegt e gal ſiht,- dan 3 thalle bulzi tur nit nn. T Iles üt ſünden auch de lichtwe hnzaf ſub, 3 d(dets Handä in beitn Arräth in Fim 1s ds angenoumn rolite es honri ſuges en Napla uut woch eſttiu zuColm derſnnt is dernei ürger, in hener Dw eine n ſen di ni deauu iiar werdin. d die 1 407 —“.(— ben, oder wenn ſie ſolche im Auge hatten, ſo hatten ſie ſie gewiß darin nicht allein. Sie nahmen auch auf die Faͤlle mit Ruͤckſicht,— gewiß vorzugsweiſe Ruͤck⸗ ſicht,— wo die Prozeßart an ſich zwar keine Geſtattung von Zahlungsfriſten zulaͤßt, der Beklagte und Verur⸗ theilte aber doch durch den Aufſchub der Execution noch ſoulagirt werden kauanuu. Der Richter ſoll von der ihm geſtatteten Befugniß nur mit großer Zuruͤckhaltung Gebrauch machen kon⸗ nen. Der richterlichen Willkuͤhr iſt ſomit dabei nicht alles uͤberlaſſen, ſondern nur, wenn ſich aus den Um⸗ ſtaͤnden ergiebt, daß der Verurtheilte es verdient, und auch der Zuſtand des Glaͤubigers durch den Aufſchub nicht verſchlimmert wird, iſt der Richter befugt, Zah⸗ lungsfriſten zu ertheilen, und fuͤr die Execution Auf⸗ ſchub zu geſtattee. zu Artikel aus des Code Napeléen, Luypothéque iudiciaire rélulte des juge. mens, ſoit contradictoires, ſoit par Jefaut. déünitits ou proviloires, en faveur de celui qui les a obtenus. Elle réfulte aulſi des re- connoilfances ou vérifications fai: tes en jugement des lignatures op- pofées à un acte obligatoire fous feing privé. 3 ää Das Geſetz unterſcheidet nicht zwiſchen obliga- 1 tions pures et ſimples und ſolchen, welche à terme oder fous condition eingegangen ſind; es unterſchei⸗ det auch gar nicht zwiſchen reconnoiſſances faites en 408 jugement avant und après l'échéance. Mehrere Gerichtshoͤfe erkannten daher, daß der Glaͤubiger be⸗ rechtigt ſeyn ſolle, auch fuͤr das Urtheil eine Hypothek⸗ Inſcription zu nehmen, welches ſeinen Titel unter Pri⸗ vatunterſchrift noch ſelbſt vor der Verfallzeit der Schuld anerkennt. Enn Man kann naͤmlich in Frankreich noch vor der Ver⸗ fallzeit der Schuld die Anerkennung der Urkunde durch einen gerichtlichen Antrag, und proviſoriſch erwirken, und von der Anerkennung, die auf dieſen Antrag erfolgt iſt, iſt hier allein die Rede. Man fand die oben gedachten Erkenntniſſe der Ge⸗ richtshoͤfe dem Geiſte des Code zuwider, und es er⸗ folgte daher unterm zten September 1807 ein Ge⸗ ſet.) in Gemaͤßheit deſſen nur dann erſt eine Hy⸗ pothekar⸗Inſcription genommen werden kann, wenn die Zahlung nach der Verfallzeit, oder nach der Zeit, wo die Erfuͤllung der Ver⸗ pflichtung verlangt werden konnte, nicht erfolgt iſt.— Eine Ausnahme macht das Geſetz fuͤr den Fall, wenn etwas anderes, und daß auch ſchon auf den Grund der proviſoriſchen Anerkennung der Urkunde hypothekariſche Inſcription ſoll genommen werden koͤn⸗ nen, ausbedungen worden iſt(à moins qu'il n'y ait eu ſtipulation contraire). In den Motits zu dem Geſetze heißt es:„Ohne die Jurisprudenz, welche ſich durch die Erkenntniſſe der Ge⸗ richtshoͤfe bereits gebildet habe, und den Artikel 2123 des Code kritiſiren zu wollen, komme es allein darauf an, die Verfuͤgungen des Code zu complettiren, und *) Abgedruckt in Rondonneau Supplement des Code⸗ Napol. et de Froced. civile, pag. 237, auch im Auszuge in Laffaulx Ueberſetzung des Code Napoléon, àX A. im Anhange Nr. XV pag. Och. teienni hein C inem Shud Don di aten ye ihr. dntiid ſe Anr htkarſ um di birden anre ſil Un dr w däten d dſſ ke tuiten nach de ſche S V Glaad ung dtion; alledi d ſeſes. Ein 40 b Män luüt e dyxrh lunte ſ ꝛder Ehh vor an dundede ch emad ntrag ef iſſ dec und b ſo, en d ann, pi eit, der Ja nte, nih ir en hon afn der Uimd verde mnoins :„Omi wiſſdeb Artilan allin dan ettien, u rſt inh b nach dem Artikel 2 123 dieſes: 4 4⁰9 —'— den Text deſſelben mit ſeinem Geiſte in die dollkom⸗ menſte Harmonie zu bringen.— Vielleicht habe ſich der Code abſichtlich nicht beſtimmt uͤber die Sache aus⸗ drucken wollen, um erlaubten Vereinbarungen der Par⸗ teien nicht zu nahe zu treten.— Im Grunde ſei doch kein Glaͤubiger bis zur Verfall⸗ oder Zahlungszeit zu einem eigentlichen gerichtlichen Antrage gegen den Schuldner und Unterzeichner der Urkunde berechtigt. Von dieſer Zeit an koͤnne daher auch nur eigentlich die Anerkennung der Urkunde gefordert, oder ſolche veri⸗ dein werden. Wenn man nun auch dem Glaͤubiger das Recht zugeſtehe, dieſe Anerfennung oder Verification zu nticipiren, ſo duͤrfe man ihm doch auf den Grund die⸗ G 4 Anticipation nicht das Recht zugeſtehen, eine hypo⸗ thekariſche Inſcription zu verlangen, zumal dadurch ei⸗ nem Dritten geſchadet und ihm die Prioritaͤt entzogen werden koͤnnte. Selbſt der Schuldner wuͤrde durch eine ſolche Befugniß des Glaͤubigers verlieren, indem ihm daran gelegen ſeyn muͤſſe, ſein Vermoͤgen ſo lange als moͤglich von hypothekariſcher Inſcription frei zu er⸗ hatten ceͤwc Das Geſetz vom 3ten September 1807 verwirft alſo keinesweges das aus einer proviſoriſchen oder anti⸗ cipirten gerichtlichen Anerkennung oder Verification des Code entſpringende gericht⸗ liche Hypothekenrecht, ſondern nur die Befugniß des Glaͤubigers, auf den Grund dieſer antieipirten Anerken⸗ nung oder Verification ſchon die Hypothekar⸗ Inſeri⸗ ption zu verlangen, wozu er nach Artikel 2148 ſonſt allerdings qualificirt wate. Das Reſultat dieſer ver zundenen Geſetze iſt nun Eine gerichtliche Hypothek entſpringt auch aus anticipirten oder proviſori⸗ 410 1 ſchen Anerkennungen oder Verifieativ⸗ nen von Privatſchuldverſchreibungen, aber Hypothekar⸗Inſcriprionen zu nehmen iſt der Glaͤubiger erſt befugt, wenn die Zahlung nach der Verfall⸗ zeit, oder nach der Zeit, wo die Er⸗ fuͤllung der Verpflichtung verlangt werden konnte, nicht erfolgt iſt, es ſei denn, daß eine entgegengeſetzte Verabredung beſtuͤnde. Es fragt ſich: Was gilt hieruͤber zur Zeit im Kö⸗ nigreich Weſtrhalen, in welchem der Code Napolèéon zwar eingefuͤhrt iſt, die auf denſelben ſich beziehenden uͤbrigen franzoͤſiſchen Geſetze aber keine eigentliche ver⸗ bindliche Kraft habe?n: Es iſt zu bemerken: die Disculſions uͤber die Ar⸗ tikel 2123 und 2143 des Code enthalten nichts, aus welchem ein anderer eiprit hervorginge, als welcher ſchon in den Worten der gedachten Artikel anzutreffen iſt. Aber das Geſetz vom zten September 1807 ſoll nach der eignen Erklaͤrung des Geſetzgebers nichts neues enthalten, es ſoll nur die Verfuͤgung des Code ergaͤnzen, den Geiſt des Geſetzes mit den Worten deſ⸗ ſelben in Harmonie bringen, und alſo den Code im ei⸗ gentlichen Sinne authentiſch interpretiren. Wirr ſtoßen hier auf die Frage: Ob authentiſche Interpretationen, die in Frankreich in Anſehung des Code vorkommen, auch fuͤr auswaͤrtige Staaten ver⸗ bindlich ſind, die den Code Napol. recipirt haben? jIch glaube: die Frage iſt ſchlechthin zu verneinen. Jeder auswaͤrtige Staat, welcher den Code Napo- léon recipirt hat, iſt allein berechtigt, denſelben au⸗ thentiſch zu interpretiren, wie es ihm beliebt, und nicht an franzoͤſiſche authentiſche Interpretationen gebunden. 1„ ſch ne teſch in zu ganire Discul- teddm he G lht um m fen wo w i itliche ſe co ü dt, 16,— 1 h. N umGe aher er 411 —,— tifin Auch die dockrinelle Erklaͤrung in ſolchen Staaten tädungn hat ſich nicht um franzoͤſiſche authentiſche Interpreta⸗ ſonen etion zu kuͤmmern, ſo wie ſie die Uſualerklaͤrung in Rideft 39 Frankreich nichts angeht. Sie hat ſich lediglich an die „Verfu⸗ Discufſions und andere Huͤlfsmittel zur Erklärung d die des Code zu halten. derlen Es fragt ſich indeß: ob wir nicht auch vernüͤnftiger gt ii, Weiſe den Artikel 2123 des Code ſo erklaͤren muͤſſen, engeſet als er in dem Geſetz vom 3ten September 1807 erklaͤrt⸗ worden iſt; oder vielmehr, wenn wir in dieſem Geſetze Zätin keine Geſetzerklaͤrung finden wollen, ob wir ihn und 1 den Artikel 2148 nicht mit den Modificationen anneh⸗ bethm men muͤſſen, die in dem gedachten Geſetze angenom⸗ 4— men worden ſind?— Ich glaube, Nein. Denn der Artikel 2123 ſagt doch ganz deutlich, daß eine ge⸗ üir un richtliche Hypothek entſtehen ſoll aus jedem jugement, 1 ſei es contradictoire oder par défaut, ſei es défini- uin 4 tif oder,(worauf hier alles ankommt.) Pr. ovifoi- 4 nt re.— Dies iſt der Hauptſatz des Geſetzes. Der Nach⸗ mmn ſatz: Elle réfulte etc., der nun eigentlich die Sache er on zum Gegenſtande hat, wovon hier die Rede iſt, bezieht edes nt ſich nothwendig auf den Hauptſatz. Der Artikel 2 148 gdelh aber erlaubt nun jedem, der ein jugement oder einen Wennti acte qui donne naifſance au privilége ou à l* hy- Cote pothéque fuͤr ſich hat, die Hypothekar⸗Inſeription bei dem conſervateur des hypothéques nachzuſuchen. authatbhe Man wuͤrde alſo offenbar den Worten des Code ſſchanie. Gewalt anthun, wenn man in ſeinen Disvoſitionen Stoatm t die Modificationen finden wollte, die das Geſetz vom t boln. Zten September 1807 annimmt. Es iſt aber bekannt, verein daß man auf Koſten der grammatiſchen Interpretation dee keine logiſche verſuchen darf, wenn nicht die triftigſten nſäbnn Gruͤnde dazu vorhanden ſind. S. „und ich gehundan 4¹½ —.— Zur Geſchichte des Code Napoléon. ie———yö Theils vor der Publication des Code Napoléon, oder vielmehr der einzelnen Geſetze, welche denſelben ausmachen, theils nach derſelben ſind einzelne Geſetze, Gutachten des Staatsraths und Circularien des Groß⸗ richters Juſtizminiſters in Frankreich erſchienen, well che, obgleich ſie bei der Reviſion des Code im Jahr 1807 nicht in denſelben aufgenommen worden ſind, theils auch, weil ſie erſt in die Zeit nach der gedachten Reviſion fallen, in den revidirten Code nicht aufge⸗ nommen werden konnten, doch mit den Dispoſitionen des Code in der innigſten Verbindung ſtehen. Fuͤr auswaͤrtige Staaten, in welchen der Code allein eingefuͤhrt worden iſt, haben nun ſelbige zwar keine ver⸗ bindende Kraft; indeß da das Geſetz vom zoſten Ventoſe es dem Richter erlaubt, in allen Materien, die nicht im Code beſtimmt ſind, aus der ganzen Maſ⸗ ſe des vorhandenen poſitiven Rechts auszugreifen und anzuwenden, was er nach vernuͤnftiger Einſicht fuͤr das zweckmaͤßigſte haͤlt, ſo wird auch der auswaͤrtige Rich⸗ ter immer ſehr wohl thun, die franzoͤſiſchen leges ex- travagantes, welche mit dem Code Napoléon in Verbindung ſtehen, ſo lange anzuwenden, bis ihm von ſeiner geſetzgebenden Behoͤrde etwas anderes zugekom⸗ men iſt. Wir glauben daher den Dank der Praktiker zu verdienen, wenn wir hier eine hiſtoriſche Notiz die⸗ ſer Geſetze ꝛc. mit einer kurzen Anzeige ihres Inhalts liefern. Vollſtaͤndig findet man ſie abgedruckt in Ron⸗ donneau Supplément des Codes Napolson et de procédure civile, ou Recueil des ſenatuscon- Phaud ins de m Le t. 1 un léon,, Fr hſi , in h da Drum hye ext der ni ann auc dah ram! dnct a de VNi(ode ur ansd mn da achtet und abe itiigen eetden en diſe flbſt m rtlärur bon be d8R Fur Ef f ſcrr i den dung waa hete oléon. Napola lche dei Kälne o den de ei ſcinan odè in 9 wordn der gäui e rich en Dünin ſahn Code alel war käun z von zin len Narn t enadh ugräfu h inſckiri wäͤrtzegi irs at ntt in Von Napol uutunt 413 —.— jultes, des loĩs, des décrets impòriauæ etc., pu- pliés depuis Pan XI, wovon auch Voſs, Deffau und Leipzig, 1308, einen Abdruck in 8. geliefert hat. Auch hat Laflaulx ſelbige zum Theil in ei⸗ nem Anhange zu ſeiner Ueberſetzung des Code Napo- léon, 2te Ausgabe, im Auszuge abdrucken laſſen. Wir bevorworten hier, daß man ſchon bei der Abfaſſung des Code Napoléon von der Idee aus⸗ ging, ein Geſetzbuch entweder fuͤr ganz Europa, oder doch den betraͤchtlichſten Theil deſſelben abzufaſſen. Darum mußte vieles daraus wegbleiben, und fuͤr ein⸗ zelne extravagante Geſetze aufgehoben werden, was ent⸗ weder nicht allgemein gepaßt haben wuͤrde, oder was man auch nicht allgemein noͤthig und nuͤtzlich fand. Daher laͤßt es ſich auch auf der einen Seite erklaͤren, warum dieſe Extravaganten bei der Reviſion des Co⸗ de nicht darein aufgenommen wurden, wenn ſich gleich auf der andern Seite, wo dieſe Extravaganten bloß den Code erlaͤutern und erklaͤren, ſich die Weglaſſung nur aus dem alleinigen Grunde vertheidigen laͤßt, weil man den Code zur Zeit als ein geſchloſſenes Werk be⸗ trachtete, und ihn daher nicht gleich wieder ergaͤnzen und abaͤndern wollte. Wenn wir den Richter in aus⸗ waͤrtigen Staaten, in welchen der Code eingefuͤhrt woorden iſt, oder noch eingefuͤhrt werden wird, vorher an dieſe Geſetze verwieſen, ſo verſteht ſich ſolches von ſelbſt nur von ſolchen Geſetzen, die Erlaͤuterungen, Erklaͤrungen und Modiſicationen der im Code Napo⸗ 1éon begriffenen Beſtimmungen enthalten. Daß von dieſen Geſetzen ꝛc. hier unter der Rubrik: Zur Geſchichte des Code Napoléon, gehandelt wird, iſt ſehr natuͤrlich, da alles unter dieſe Rubrik gehört, was den Code ſowohl ſelbſt, als die mit ihm in Ver⸗ bindung ſtehenden Geſetze oder Capitularia ad Codi- cem betrifft. 1 414 —.— 1 Wir werden hier die Zeitfolge beshachran ,welche ſ ch fuͤr die Geſchichte des Rechts uͤberall am beſten ſchickt. Im Jahr XI erſchienen folgende auf d Code Napoléon Beziehung babende Geſetze, Kaiſerhihe Dekrete ꝛc. 1) Das Geſe 6 vom 11ten Germin al, zten April 1803, üᷓber die Vornamen und Na⸗ mensveraͤnderungen, welches aus 2 Titeln und 9 Artikeln beſteht.— In der Revolutions⸗ zeit war es Gebrauch geworden, daß jeder ſeinen Vor⸗ und Zunamen nach ſeiner Phantaſie veraͤn⸗ dern konnte, wodurch natuͤrlich große Verwirrung entſtehen mußte. Mit Verwerfung der Fami⸗ liennamen hatte man ſich Namen von beruͤhmten und großen Maͤnnern aus der alten Zeit beige⸗ legt. Andere hatten wieder Familiennamen als Vornamen uſurpirt. Dazu kamen noch Beina⸗ men, welche noͤthig wurden, um Perſonen, die eeinen und eben denſelben Namen als Zunamen an⸗ genommen hatten, von einander zu unterſcheiden. Das Geſetz erlaubt nur, die Namen, welche in den verſchiedenen Kalendern gebraͤuchlich ſind, und die bekannter Perſonen der alten Geſchichte als Vornamen in die Regiſter des Civilſtandes aufzunehmen, und verbietet den Eibicheamten, 1 irgend andere in ihren Acten zuzulaſſen. DOhne Erlaubniß der Regierung ſoll niemand mehr ſei⸗ nen Namen dfeindeen konnen.— Bei Erthei⸗ lung dieſer Erlaubniß ſollen beſoudere Sormen be⸗ I baahtet werden. ꝛc. 7 (Die Fortſetzung folgt.— 1 — he