Matetialjen z ur 5 Seicichte- Literatur, venthenn, Erkarung und Anwendung — des 1 gor NahonkSn. b hauptſäͤchlich 4 zum Gebrauch der praktiſchen Rechtegelchten in Deutſchland. ven Profeſſor Dabelow in Halle. Drittes Sruͤck. — — SHalle bei Hemmerde und Schwetſchke. 1808. ——————* = 2 2===2 5S 22= ————=——— .——————— 4—— ——— ————————— —— 1—— 4 2 5 . 3 8 8 1 5 —. 4 — 4 3 4 .— 2 4 —„. 86 4 Ar — 4— 4 4 h e 2 K. 1 8 8 3— 4— 18* 4 “—— - 3 9—) 1 3 1 8— 24— ν 4— 4**½ 6** 52 4 4 86 3 2*½ 1 . 4 8* 4 1 3. 99 r 2* 9 2 *— 5 4³ 4 5 .. 1 8 88* 2 e 5 4 — 4 „—* 3— 42 8 F. — 82„ 4„ 1 — Fe. 4 8. 2 Pee er—*. 8 4— nenf gr 8*. 1 S e— * Srrere 1 9 4 g —. 85 ₰ — 8 Hee 3— * 8 8*½ . 4 3 4 X8 1 ..— 8.— 5 3 9 8 Inhalt. 3 1. X. Zur Erklaͤrung des Code Napoléon. 1) Bemerkungen uͤber das zweite Kapitel des erſten Ti⸗ tels des erſten Buchs des Code 463 19 9. a) Ueber die Frage: was ſind droits civils? mit Hin⸗ 2 ſiccht auf den erſten Titel des eſten Buchs des Co- S de Napoléon 255 3) Geht nach dem Code Napoléon das Recht der Ver⸗ jaͤhrung durch den buͤrgerlichen Tod verloren?:? 262 NXI. Zur Literatur des Code Napolèéon. — 1) Fortſetzung von A, a, 2, Seite 1oo fgg. 264 2) Fortſetzung von A, b, Seite 10ra2 268. 3) Fortſetzung von B, a, Seite 1r z— 2706 4) Fortſetzung von B, b, Seite ovz 353 XII. Zur Anwendung des Code Napolbon. 1) Ueber lois transitoires 274 a) Ueber die Entſcheidung vergangener Säle, ſowohl in Frankreich als in auswaͤrtigen Staaten, in wel⸗. chen der Code Napoléon eingefuͤhrt worden it 2482 76. 3) Arréts de Cour de Callation 289 * 1 1 † X 4 — 1 5 1* 7 4 1 — 2 44 4* 1 — * 7 b 4— ¹ 1. y Mnät,, kͤhum r ä 1 ba 1s Anni Manni „ lin chr ))! Rs u X. Zur Erklaͤrung des Code Napoléon. 1. Bemerkungen uͤber das zweite Kavitel des erſten Titels des erſten Buchs des Code. Dies Kapitel handelt von der Privation der Civil⸗ rechte in zwei Sectionen. Nach dem Code Napo- 1éon ereignet ſich naͤmlich die Privation der Civilrechte entweder durch den Verluſt der Eigenſchaft eines Fran⸗ zoſen, oder als eine Folge gerichtlicher Verurtheilung. Den erſten Fall hat die erſte, den andern die zweite Section zum Vorwurf. Erſte Section. Der ſiebzehnte Artikel giebt die mehrern Arten an, wie ſich der Verluſt der Eigenſchaft eines Franzo⸗ ſen ereignen kann. Dieſe ſind: 1) la naturalilation acquiſe en pays étranger. 2) Lacceptation non autoriſée par lEmpereur, des fonctions pu- bliques conferées par un gouvernement étran- ger. 3) Tout établiſfement fait en pays étran- ger ſans eſprit de retour.— In der erſten Aus⸗ Heft III. 15 196 abe des Code ſtand noch eine vierte Art: laf jiation à toute corporation étrangère, qui exi- 2 gera des diſtinctions de naiffance, welche aber bei der Reviſion des Code weggelaſſen wurde.(Ver⸗ gleiche oben Seite 13 folg.) Ehe wir dieſe Arten, wie ſich der Verluſt der Ei⸗ genſchaft eines Franzoſen ereignen kann, naͤher unter⸗ ſuchen koͤnnen, muͤſſen folgende Fragen beantwor⸗ tet ſeyn: 8. 1) Findet auch freiwillige Abdication der Eigen⸗ ſchaft eines Franzoſen ſtatt? 2) Sind die angegebenen Arten des Verluſtes die alleinigen, oder kann man analogiſch deren noch mehrere annehmen? 3 3) Warum ſteht zu Anfang des Artikels das Fu⸗ turum: ſe perdra, und hat ſolches etwa noch einen beſondern und eigenthuͤmlichen Sinn? wir dem Leſer zeigen, wie der Artikel zu Stande kam. Die Geſetzkommiſſion wollte, daß der Verluſt der Eigenſchaft eines Franzoſen mit dem Verluſt des fran⸗ zöͤſiſchen Buͤrgerrechts in Abſicht der Urſachen voͤllig gleich ſtehen ſollte. Der in dem Projekt des Code auf⸗ genommene hierher gehdrige Artikel lautete daher ſo: La loi politique règle les cas dans lesquels un François doit étre regardé comme ayant abdi- qué cette qualité et les droits de citoyen.*) Da dadurch offenbar der einmal angenommene Unter⸗ ſchied zwiſchen Franzoſen und franzoͤſiſchen Staats⸗ buͤrgern, ſo wie der Unterſchied zwiſchen droits civils und droits politiqnes waͤre aufgehoben worden, ſo 4 *) Projet de Code eivil. Livr. E Titre I. Article II. Pag..— Ee „Es beantworten ſich dieſe Fragen am beſten, wenn lNran ſgit de tre pro delh DUſtaxerd di m ſan Bou Hnemiun ne daß ren.— ſc ange ds femn fadian uö DMRttehat 8 d lOran Hat 3 Kprel- MHattera tin hanbrue u dm Hd W NTerant NAleic und düih MUarnoäeg dragend eiea Itt: lal 3 dui ex. ſche aer d.(Ne duſ de her unr beanter de Ehn Verlates d dernn uh fes desh s etda nh Sinn! diſtn, dm Nande in rVerti luſt defts ſachen deh 6Coleti te daberſ esyebn hant jtoyen nwene Une en Staut roits cib worden, — Aücle l 197 —— X verwarf die Section der Geſetzgebung den Artikel, und brachte ihn in folgender neuen Faſſung in Vorſchlag: La qualité de Frangois ſe perdra par l'abdica- tion, qui en ſera faite. Cette abdication devra étre prouvéèée par des faits qui ſuppoſeront que le Frangçois fe ſera établi en pays étranger ſans eſprit de retour. Elle réſultera néceffairement, 10. de la naturaliſation etc.— Nach dieſem Vor⸗ ſchlage redueirte ſich alſo alles auf die Abdication, und die im Artikel angefuͤhrten einzelnen Faͤlle begruͤndeten, wie Boulay dabei bemerkte, blos eine praeſumtio- nem iuris et de iure der geſchehenen Abdication, oh⸗ ne daß andere Faͤlle und Analogie ausgeſchloſſen wa⸗ ren.— Stillſchweigend wurde dabei als Grundprin⸗- cip angenommen, daß ein Franzoſe ſeine Eigenſchaft als Franzoſe willkuͤhrlich abdiciren koͤnne, und daß die⸗ ſe Abdication ſowohl ausdruͤcklich durch eine daruͤber ge⸗ thane Erklaͤrung, als ſtillſchweigend durch Handlungen geſchehen koͤnne. In der Sitzung vom 14ten Thermi⸗ dor des Jahres 9 brachte man mit Beruͤckſichtigung die⸗ ſes Grundprincips den Artikel in dieſe Faſſung: La qualité de Frangois ſe perdra par l'abdication expreſſe qui en ſera faite: cette abdication rélultera en outre, Imo de la naturaliſation etc., von neuem in Vorſchlag. In der Sitzung vom 4ten Fructidor des Jahres 9, wo der Artikel wieder zur Propoſition und Discuſſion gebracht wurde, blieb das Wort: expreſſe, weg, ohne daß wir uͤber die Veranlaſſung zu dieſer Omiſſion Aufſchluß erhalten. Vielleicht wurde erinnert, daß es ſich von ſelbſt verſte⸗ he, und die Faſſung nur genire, nach welcher aus⸗ druͤckliche und ſtillſchweigende Abdication hier zuſam⸗ mengezogen, und unter dem Worte: abdication, ſtill⸗ ſchweigend begriffen werden ſollte.— Erſt nach den Konferenzen mit dem Tribunat erſchien der Artikel in . 15. 4 198 der gegenwaͤrtigen Faſſung: La qualité de François ſe perdra, 10. par la naturaliſation etc. Veranlaſſung zu dieſer Abaͤnderung gab nach Lo. eré die Beſorgniß, es duͤrften Franzoſen, wenn ih⸗ nen die Abdication ihrer Eigenſchaft als Franzoſen ge⸗ ſetzlich nachgelaſſen wuͤrde, n che als ein Mittel ge⸗ brauchen, ſich den oͤffentlichen Verbindlichkeiten in den Augenblicken zu entziehen, wo ſie zu deren Leiſtung auf⸗ gefordert wuͤrden. Cambacdères bemerkte auch noch, das Geſetz duͤrfe uͤberall nicht einmal vorausſet⸗ zen, daß ein Franzoſe im Stande ſei, ſeine Eigen⸗ ſchaft als Franzoſe aufzugeben: man koͤnne daher nur von dem Verluſt der Eigenſchaft eines Franzoſen, nicht von der Abdication dieſer Eigenſchaft ſprechen. Da die Redaktion des Artikels in dieſem Geiſte ge⸗ ſchehen iſt, ſo muͤſſen wir als Baſis des Artikels jetzt annehmen, daß ein Franzoſe durch eine freiwillige Ab⸗ dankung ſeine Eigenſchaft als Franzoſe nie aufgeben, ſondern daß er ſolche nur verlieren koͤnne, wenn mit ihm etwas vorgeht, was nach dem Geſetz dieſen Ver⸗ luſt nach ſich zieht; und da der Artikel eigene Hand⸗ lungen des Franzoſen durchweg vorausſetzt, daß das Seſeß den Verluſt der Eigenſchaft eines Franzoſen als Strafe mit dieſen Handlungen verknuͤpft. Die erſte oben aufgeworfene Frage iſt daher mit Nein zu beant⸗ worten, obgleich nach den gedruckten Discuſſionen uͤber den Artikel ſie unbedenklich bejahet werden zu muͤſ⸗ ſen ſcheint. Die Konferenzen mit dem Tribunat hat⸗ ten, wie oben bemerkt worden, den Erfolg, daß die Grundprincipien des Artikels ganz umgeſchaffen wurden. Schwerer ſind die beiden andern Fragen zu beant⸗ worten. Die Schwierigkeit entſteht beſonders daraus, daß von der urſpruͤnglichen Faſſung einiges beibehal⸗ en, das uͤbrige aber venboifen worden iſt. Wir woſ. — ated dacin Loc. um A üunſcu dühige nden me in tthen Pil zur defeen um ſte ſedcchim in Artie ſet de in Urusſh nr ha Nn uch nw rur ut won he ſen vn, aaruc ſas Fan dduan fräich w nitt a wo der 94 dl vV gen riſi 1 llehae i we h dan 8 ee Prangai nach Lo. wennij anzoſen e Minig eitn 1 1 eſtun di nerkte u verauſt ſine Ei e daßtt nn doſen, ut hen. Geſſe e Artkes ſ (äwilligelb ie aufgete wemit deſen B gene Huſ t, diß de ranzoſench Die in zu beun diseuſſi den zumi ſbunat i rfolg, d ngeſhhafe N zu beant is daraut vüt Wir woe 199 —2— tem ſie beide wegen der Verbindung, worin ſie ſteben, hier zuſammenfaſſen. 1 Locré ſcheint ganz der Meinung zu ſeyn, daß die im Artikel 17 angegebenen Faͤlle, in welchen die Eigenſchaft eines Franzoſen verloren geht, nicht die alleinigen ſind, ſondern deren mehrere angenommen werden muͤſſen. Er und andere franzoͤſiſche Juri⸗ ſten gehen dabei noch immer von dem anfangs dieſem Artikel zum Grunde gelegten, nachher aber ganz ver⸗ worfenen Princip der Abdicarion in ſo fern aus, daß, wenn ſie auch keine ausdruͤckliche Abdication geſtatten, ſie doch immer eine ſtillſchweigende annehmen, und die im Artikel angegebenen Falle als praefumtiones iuris et de iure dieſer Abdication betrachten, bei weſcher Vorausſetzung denn freilich praeſumtiones hominis oder kacti noch immer nebenbei beſtehen koͤnnen.— Allein nach den Konferenzen mit dem Tribunat, wo⸗ durch das anfangs bei dieſem Artikel zum Grunde ge⸗ legte Princip eine Ainaliche Umſchaffung erhielt, kann ja auch von ſtillſchwelgender Abdication nicht mehr die Rede ſeyn, ſondern der Artikel muß ſo genommen werden, als wenn die Geſetzgeber in den von ihnen ausgedruckten Faͤllen den Verluſt der Eigenſchaft ei⸗ nes Franzoſen angedroht haben. Der Artikel iſt alſo dadurch eine Art von Poͤnalgeſetz geworden. Nun iſt freilich bei Poͤnalgeſetzen die ausdehnende Erklaͤrung nicht ausgeſchloſſen; indeß da der Geſetzgeber die Faͤlle, wo der Verluſt der Eigenſchaft eines Franzoſen ſtatt finden ſoll, hier ſo genau beſtimmt, und ſchon durch dieſe genaue Beſtimmung alle ausdehnende Erklaͤrung ausſchließt, ſo ſehe ich nicht ab, wie man uͤber die Faͤlle hinausgehen, und noch andere annehmen koͤnn⸗ te, in welchen g leichfalls der Verluſt der Eigenſchaft eines Franzoſen eintreten muͤſſe. Es kommt hinzu, daß die Eisenſchaft eines Franzoſen in der Napoleoni⸗ 260 ſchen Geeſetzgebung als eine viel zu wichtige Sache er⸗ ſcheint, als daß man annehmen koͤnnte, die Geſetzge⸗ ber haͤtten hierbei irgend etwas der richterlichen Will⸗ kuͤhr uͤberlaſſen wollen.— Das in dem Artikel ge⸗ brauchte Futurum: le perdra, rechtfertigt gleichfalls eine Analogie und extenſive Geſetzerklaͤrung nicht. Aber deutet denn das hier gebrauchte Futurum noch nicht ſonſt etwas beſonderes an? Ich glaube: Nein. Es iſt zwar in unſerer deutſchen Sprache ein großer Unterſchied, ob man ſagt: geht verloren, oder: wird verloren gehen, allein in der franzoͤſiſchen 1 Sprache kommt dieſer Unterſchied nicht ſehr in Be⸗ tracht, und wird das eine dem andern haͤufig ſubſti⸗ tuirt. Man kann hoͤchſtens in dieſem Futurum zu⸗ gleich eine Erinnerung an Franzoſen finden, ſich ſol⸗ che Handlungen nicht zu Schulden kommen zu laſſen, nach ſich ziehen wuͤrden. welche den Verluſt der Eigenſchaft eines Franzoſen Beide letztere Fragen ſind aus dieſen Gruͤnden zu verneinen. 9 Wir kommen jetzt zu den einzelnen Arten, wie ſich der Verluſt der Eigenſchaft eines Franzoſen nach dem Geſetz zutragen kann. Wir bemerken daruͤber zuerſt noch im allgemeinen folgendes. Man hatte, wie bereits oben erwaͤhnt worden, der Geſetzgebungskommiſſion den Vorwurf gemacht, daß ſie in ihrem Vorſchlage den einmal angenommenen Unterſchied zwiſchen franzoͤſiſchen Staatsbuͤrgern und Franzoſen aus den Augen geſetzt habe. Man wieder⸗ holte dieſen Vorwurf gegen die Section der Geſetzge⸗ bung bei dem abzuaͤndernden Geſetzvorſchlag, mit Hin⸗ ſicht auf die einzelnen Arten, wie die Eigenſchaft eines Franzoſen verloren gehen koͤnne, weil man dabei auf den erſten Blick keinen Unterſchied antraf. Man be⸗ ruhigte ſich indeß, als bemerklich gemacht wurde, daß il trirni A Diſ Sache e eſß cen We⸗ Artite ge tglecful nich turun be: 5 ein gei ren, ranziſth ſehr in R dufgſiß uturum e en, ſcch n zu lſ Franzn Kindeg en, nieſt n nac d ribe un nt woude f gemnt enommen uͤrgern wi an wieder 1 „nit hi⸗ haſt eins dabei alf Man b ede, daj 201r 8 4—— das Eiwilgeſetz ſich dem Geiſte der Konſtitutionsacte conformiren muͤßte, und doch die Sache genau beſe⸗ hen, allerdings Unterſchiede vorhanden waͤren. Dieſe Unterſchiede ſind auch wirklich vorhanden. *) Die Konſtitutionsacte vom 22ſten Frimaire des Jahres 8 beſtimmt, daß die Eigenſchaft ei⸗ nes citoyen ohne Unterſchied durch die Annah⸗ me irgend einer Function ſowohl als Penſion von einer fremden Regierung verloren gehen ſoll. Der Art. 17 des Code aber laͤßt Einmal ſchon den Fall der Penſion ganz aus, und dann zwei⸗ tens knuͤpft er nur den Verluſt der Eigenſchaft ei⸗ nes Franzoſen an die Annahme auswaͤrtiger Funk⸗ tionen, welche ohne Autoriſation der franzoͤſi⸗ ſcchen Regierung geſchieht. 3 2) Die eben gedachte Konſtitutionsacte ſchweigt ganz uͤber den Fall, wo ein Franzoſe ſich im Auslande ohne die Abſicht der Ruͤckkehr nieder⸗ laͤßt, uͤbrigens aber ſich dort weder naturali⸗ ſirt noch oͤffentliche Aemter und Penſionen an⸗ nimmt. Der Code civil aber beſtimmt fuͤr die⸗ ſen Fall den Verluſt der Eigenſchaft eines Franzoſen. e genſchaft eines Franzoſen verloren geht, betrifft, ſo gehdren folgende Faͤlle hierher. Der erſte Fall iſt la naturalifation en pays étranger.— Wer ſich anderwaͤrts hat naturaliſi⸗ ren laſſen, von dem kann man nicht blos annehmen, daß er ſein bisheriges Vaterland aufgegeben habe, ſon⸗ dern er verdient es auch voͤllig, daß man ihn als ei⸗ nen betrachte, der damit nichts weiter zu ſchaffen ha⸗ ben will. Man machte dagegen zwar die Erinnerung, daß Was die einzelnen Arten ſelbſt, in welchen die Ei⸗ d 1 202 27 die naturaliſatton en pays èétranger doch wohl nur alsdann erſt die Eigenſchaft eines Franzoſen aufheben duͤrfte, wenn es gewiß ſei, daß der Naturaliſirte nicht dabei die Abſicht der Ruͤckkehr gehabt. Nicht jede Na⸗ turaliſation geſchehe ohne die Abſicht der Ruͤckkehr. Es gebe ja Faͤlle, wo ein Franzoſe ſich auswaͤrts na⸗ turaliſiren laſſen koͤnne, lediglich in der Abſicht, um ſich gewiſſe Gluͤcksausſichten zu erhalten, und mit dem Vorſatz, wenn er ſich ſolche zugeeignet, alsdann nach Frankreich zuruͤckzukehren, und das Erworbene zu ge⸗ nießen.— Alllein ſo wichtig auch die Modiſicationen waren, die man in dieſer Hinſicht vorſchlug, ſo gingen ſie doch nicht durch, aus dem hier nicht durchgreifen⸗ den Grunde, weil der Franzoſe, der nach Frankreich zuruͤckkehre, ja ſeine Civilrechte wieder erhalte. Ich ſage: aus dem hier nicht durchgreifenden Grunde, weil kein ius poſtliminii angenommen worden iſt, und al⸗ ſo der Franzoſe doch die in der Zwiſchenzeit und waͤh⸗ rend der Naturaliſation verlornen Rechte auf ewig ein⸗ buͤßt. Die von Locré hier vorgebrachten Beſtim⸗ mungsgruͤnde rechtfertigen die Verordnung des Ge⸗ ſetzes durchaus nicht. Der zweite Fall iſt l'acceptation non auto- riſée par le gouvernement, des fonctions publi- ques conférées par un gouvernement étranger. Ein Franzoſe, ſagt Locré,*) welcher oͤffentliche durch eine fremde Regierung ihm ertheilte Aemter an⸗ nimmt, uͤbernimmt zugleich gegen dieſe Verpflichtun: gen, welche durchaus mit der Subordination und Treue incompatibel ſind, die er ſeinem Vaterlande ſchuldig iſt. Dies Princip kann nur eine Ausnahme leiden, naͤmlich wenn eine mit Frankreich befreundete Macht Unterſtuͤtzung verlangt, die das eigene Inter⸗ — ) Eprit du Code Napolcon, Tom. 1. pag. 141 ſq. ihnt de ams u wiſ frbg Der Fül Ner ans Kviberb dePearch aphs6 DNantztu DMinnung. ſledi oüüraden 3mih ſmejn Frndlg Uigetung ditedi num,— de han Locr mldencr ele- WNanxoi rge wielee Mauk cher ſiies du dl jon blcg, Vnnce — er 203 neſm eſſe von Frankreich ihr nicht zu verweigern erläubt. aufßca Man muͤſſe daher die Einſchraͤnkung: non zutoriſée ſuenh par le gouvernement(ſc. frangois) hinzufuͤgen. ſede ⸗ Der dritte und nach dem revidirten Oode letze Näcktt te Fall iſt tout établiffement fait en pays étran- virs ger lans eſprit de retour. Bei den Discuſſionen ict, m daruͤber bemerkte man, es ſei gefaͤhrlich, dem Richter dmit dm die Beurtheilung zu uͤberlaſſen, ob das établilſement amn h en pays étranger mit oder ohne Abſicht der Ruͤckkehr ene nug. angelegt worden, und drang daher auf genauere Be⸗ feninn ſtimmung. Allein es wurde erwiedert, daß die gene⸗ 3 ſ Ingn relle Dispoſition des Geſetzes fuͤr den ſich auswaͤrts eta⸗ thgtin Plirenden Franzoſen um ſo weniger von nachtheiligen antach Folgen ſeyn koͤnne, als nie vermuthet werde, daß er te. Ih den eſprit de retour aufgegeben. Es muͤßten daher nde, dil Handlungen nachgewieſen werden, aus welchen dieſe „und Aufgebung unwiderſprechlich folge.— Da man im und wih Geiſte dieſer Erwiederung die Dispoſition des Artikels ewig en annahm, ſo entſteht die Frage: Welches ſind denn Veſin. ſolche Handlungen, aus welchen die Aufhebung des d 69 eſprit de retour unwiderſprechlich forgtt. Locré*) ſagt daruͤber: T'ablſence ſeule et la n auc. rêſidence en pays étranger quelque longue spoli qu'elle foit ne font pas perdre la qualité des rangr François.„L ahdication ne réſulte ni du ma- fentliht riage qu'on contracte chez l'étranger, ni du do- nter an micile qu'on y forme, mais ſeulement des actes fichun. qui ſuppoſent, qu'on Telt incorporòé à la nation on und chez laquelle on Leſt retiré.“ La preuve Ten erlande rire du titre des abſens, qui admet T'abſent, znahmt à la jouiſfance des droits civils pendant ſon ab- aundcte ſence, et après quelque laps du temps quiil ſe Inter⸗ réêpréſente, ſans ſenquerir, ouù il a réèſidé. 3*) EFprit du Code Napoléon, Tom. I. pag. 148 Heds — 204 Ie ſimple tabliffement en pays étranger ne a cauſe dont il eſt ici queſtion elt'aban- don aßlolu de la France. article 17 le fait réfulter de deux circon- ſtartes. dont le çoncours eſt effentiellement néceffaite: l'établiffement en pays étranger; la perte de Peſprit de retour.* 1 Ss fait P d'avantage perdre les droits civils. Ltablillement en pays étranger elt la trans- lation de ce que les Jurisconfultes appellent fummam rerum atque fortunarum. D'excluſion de l'eſprit de retour rélulte des faits particuliers, qui arnoncent l'intention de ne plus quitter le pays où l'on a transporté la mafſe de fes biens et de ſes affaires. Mais les établiffements de commerce ne doivent jamais érte conſidérés comme faits ſans eſprit de re- tour.„Les François que des raifons de com- merce et de fortune conduifent chez Pétranger, ne renoncent pas à leur patrie. Daus l'étran- ger même ils vivent ſous la domination frangoi- fe. II-y-a plus, on trouve dans les Echelles du Levant, des familles de négocians d'origine frangoiſe qui y font établis depuis un temps im- mémorial, qui Py regénèrent, qui n'ont jamais habité le territoire frangois, parce qu elles vi- vent ſous l'obéiflance des agens frangois et font conſidérées comme étrangers par la puil- fancé chez laquelle elles réſident. 38 II falloit guarantir toutes ces perſonnes, par une exception formelle, des vexations aux quelles pouvoit les expoſer une faulſe interpré- ration de la dispolition générale. En confée- nence, l'article 17 décide, que les établif- emens de commerce ne pourront ja- Rui Es wa MRlant une RWnniorm g 1 niis la Lex I. do ertrepn bs pe di rett 8”d Anger ne rils. It laba X circon. lellemet anger, k dlatran appelln arun. blalle des ention dt pont- Mais à nt jamd- rit dew 'de cun- Etrauge 1s Letrar n kangd- Echelle dorigre emps nt jamä relles nois 6 la pdl- nes, par ns d0X nterpro. conſé⸗ abliſ- nt ja⸗ 205 —,.,— mais étre conlidérées comme ayant 6té faits fans elprit de retour. L'exception faite en leur faveur eſt tout à-la- fois utile, puisqu'elle tend à multiplier les entreprifes commerciales, en conſfervant à ceux an les forment quelle que ſoit léur durée et dans quelques lieux éloignés qu'elles les por- tent une qualité dont ils font ſi jaloux: elle eſt conforme au caractère national, car, de tous les peuples de l'univers, le frangois eſt celui qui reſte le plus Rdèlement attaché à ſa Patrie. So weit Locré. Aber wir wollen doch wiſ⸗ ſen, welches die einzelnen Handlungen ſind, aus denen die Aufgebung des eſprit de retour unwiderſprechlich folgt, und dieſe erfahren wir von ihm nicht. Wir wollen verſuchen, ob wir ſie nicht ſelbſt naͤher anzuge⸗ ben im Stande ſind.“ Eiin Anhang des Artikels 17 beſtimmt zuvoͤrderſt: Les établiflemens de commere ne pourront ja- mais étre conſidérés comme ayant été faits ſans eſprit de retour. In Grundlage dieſer geſetzlich be⸗ ſtimmten Ausnahme laͤßt ſich alſo behaupten, daß bei allen Handelsetabliſſements, die ein Jranzoſe im Aus⸗ lande anlegt, niemals angenommen werden darf, er habe den eſprit de retour aufgegeben, moͤgen dabei Handlungen concurriren, welche da wollen, ſelbſt ſol⸗ chee, die in andern Verhaͤltniſſen die Aufgebung des eſprit de retour unwiderſprechlich beweiſen wuͤrden. Die Folge iſt, daß die Frage: ob der eſprit de retour aufgegeben worden oder nicht, uͤberall nicht bei Handelsetabliſſements, ſondern nur bei andern Eta⸗ bliſſements aufgeworfen werden kann. Locré erfordert, wie oben gezeigt worden, zweierlei, um den eſprit de retour auszuſchließen: 1) daß der Franzoſe ſein ganzes Vermoͤgen in die Fremde gebracht: 2) damit kaits partioulers ver⸗ bunden habe, qui annoncent l'intention de ne plus quitter le pays. Dieſe kajts ſind es gerade, die hier genauer betrachtet werden ſollen. Es kann nicht die Rede von ſolchen Handlungen feyn, die nach den vorhergehenden Faͤllen ſchon an und fuͤr ſich den Verluſt der Eigenſchaft eines Franzoſen nach ſich ziehen. Bloßer Ankauf von Guͤtern in dem fremden Lane de kann auch hierher nicht gehoͤren. Er kann ja aus Speculation und gewinnſuͤchtiger Abſicht geſchehen. Wie oft kaufen Fremde nicht Guͤter in einem Lande an, blos in der Abſicht, um dereinſt die Guͤter wieder für hoͤhere Preiſe zu verkaufen, und das Geld mit ſich zu nehmen! 33 Eben ſo wenig kann Einheirarhen in eine Familie, und Succeſſion in das Gewerbe und die Wirthſchaft des Schwiegervaters, die Vermuthung der Abl legung b dieſes eſprit de retour begruͤnden. Dies auf der einen Seite; auf der andern kann auch wieder der Umſtand allein, daß ein Franzoſe ſein ganzes Vermoͤgen ins Ausland gebracht, nicht die Vermuthung bewirken, daß von Aum der eſprit de re- tour aufgegeben worden ſei. Er kann ja auch dazu ſeine gewinnſuͤchtigen Gruͤnde gehabt haben.— Und üͤberall iſt ja dies, daß man ſein Vermoͤgen nach dem Auslande zieht, noch kein établiſfement en pays étranger. Iſt es doch geſetzliche Vermuthung, daß ein Franzoſe zu ſehr an ſein Vaterland attachirt ſei, und daß er ſeine Eigenſchaft als Jranzoſe beibe⸗ halten wollen! Wie, wenn man alſo alle Ablegung des Lfrit de retour, welche durch Handlungen an den Tag gelegt wird, oder die ſtillſchweigende Ablegung ausſchloͤſſe, und lediglich die ansdrückliche annaͤhme? llei n ben Adeſ Dor Piſe rnſtat iideret tnunbi a ten Mluetdate Ei nan b retour Jhr d ſament rs bet, e ne Kerede dlungn hon an ft eins den Lan. N aus eſchehen. Lande rwieder mit ſch Hamiſ tſchat plegung kann ſſe ſein ſcht die dere ih deu . Und ch den 1 Paßs uthung, trachit beihe⸗ rit de gelegt hliſſe 22 Alllein dieſem ſteht wieder entgegen, daß, wie ich vben bemerkt habe, eine ſolche unerlaubt und dem Gei⸗ ſte des ſiebzehnten Artikels zuwider k ſt. Doch dieſer Umſtand ſteht nur auf eine ſcheinbate Weiſe entgegen. Denn es iſt etwas anderes, die Ei⸗ genſchaft eines Franzoſen ſo geradehin abzulegen, und wieder etwas anderes, ſie in Grundlage eines Etabliſ⸗ ſements im Auslande aufzugeben. Wenn das erſtere verboten iſt, ſo iſt darum noch nicht das letztere als verboten zu betrachten. Es iſt aber auch kein Grund vorhanden, warum man blos die ausdruͤckliche Aufgebung des eſprit de retour hier annehmen, und nicht auch die ſtill⸗ ſchweigende zulaſſen wollte. Denn ihre Zulaͤſſigkeit folgt doch zu deutlich aus dem, was uͤber das établil- fement de commerce verordnet iſt. 8 Ich glaube daher, daß der dritte im Artikel 17 be⸗ ſtimmte Fall nur dann eintritt, wenn ein Fran⸗ zoſe ſich auswaͤres etablirt, und dabei er⸗ klaͤrt hat, nicht nach Frankreich zuruͤck⸗ kehren zu wollen, oder ein Franzoſe ein Hauswaͤrts angelegtes nicht⸗commercia⸗ les Etabliſſement ſo feſt begruͤndet hat, daß man daraus den buͤndigſten Schluß ziehen kann, es ſei ſein feſter Vorſatz, nie wieder nach Frankreich zuruͤckzugehen. Die faits, welche hier in Betrachtung kommen duͤrf⸗ ten, ſind foͤrmliche haͤusliche Niederlaſſung mit Ge⸗ winnung des Buͤrgerrechts, nicht bloße Erwerbung von Grundſtuͤcken und Bewirthſchaftung derſelben, ſondern. auch Einrichtungen darauf, die anzeigen, daß man die Grundſtuͤcke zu ſeinem lebenslaͤnglichen Aufenthalt auf demſelben ſich zubereiten wollen, und Abneigung gegen das Vaterland, welche der ſich auswaͤrts nieder⸗ aſſende Franzoſe zu erkennen giebt. Nur hieraus al⸗ 4—.— lein laͤßt ſich mit Sicherheit annehmen, daß die Nie⸗ verlaſſung ſans eſprit de retour geſchehen ſei. Das geſetzlich feſtſtehende Princip, daß man von einem Franzoſen nicht vermuthen koͤnne, daß ihn die Vorlie⸗ be zu ſeinem Vaterlande verlaſſen habe, macht es noth⸗ wendig, ſolche kacta zu erfordern, aus welchen das Gegentheil mit Gewißheit gefolgert werden kann. Wir haben noch uͤber die Handelsetabliſſements et⸗ was zu bemerken, von welchen das Geſetz ſagt, daß ſie nie ſo angeſehen werden ſollen, als wenn ſie lans eſprit de retour geſchehen waͤren. Es fragt ſich: iſt darunter allein ein kaufmaͤnni⸗ ſches Etabliſſement, oder auch die Anlegung von Fa⸗ briken und Manufakturen zu verſtehen? Ich glaube, 8 die Frage muß aus der Bedeutung des Worts: com- merce, beantwortet werden. Dieſes Wort begreift aber nicht blos den kaufmaͤnniſchen Handel, ſondern auch jeden andern mercantiliſchen Verkehr in ſich, ins⸗ beſondere auch die Anlagen von Fabriken und Manu⸗ fakturen. Da auch die alleinige Tendenz der geſetzli⸗ chen Ausnahme die iſt, den Handel und Wandel zu beguͤnſtigen, ſo muß man ſo ſchon annehmen, daß das Wort; commerce, hier in der ausgedehn⸗ teſten Bedeutung zu verſtehen ſei. 1 Der achtzehnte Artikel verordnet, daß ein Franzoſe, welcher ſeine Eigenſchaft als Franzoſe ver⸗ loren hat, ſie immer dadurch wieder erlangen kann, wenn er nach Frankreich mit Autoriſation der Regie⸗ rung zuruͤckkehrt, erklaͤrt, daß er ſich dort niederlaſſen wolle, und zugleich auf alle den franzoͤſiſchen Geſetzen zuwiderlaufende Auszeichnungen Verzicht leiſtet.— Das Princip, daß ein nach Frankreich zuruͤckkehrender Franzoſe ſeine Eigenſchaft als Franzoſe wieder erlange, war bereits in der alten Geſetzgebung Frankreichs ange⸗ nommen worden. Man war anfangs daruͤber unei⸗ antzt JuSt. ſas d DSun Qdor us 5 4 Er dſſben geinne ſt 16 dhnen, nd m ll uig penw twn pathat gli Ande ar en da Aed Tevon di Ne ſi. d on ein die Vorie t ont (lchen de ann. ſementst⸗ ſagt, di mſelma aufmim: g don ſ Sch glate ts: con. dt beei l, ſordm ſch, i nd Mau⸗ der giſ Wande men, di gedehr⸗ daß d nzoſebe⸗ gen ken er Raiie ederlaſſn Geſeza ſtet.— kehrender erlange, ſs ange⸗ er une . A 299 —0— nig, ob man es, oder nicht vielmehr ein entgegenge⸗ ſetztes Prineip in der neuen Geſetzgebung adoptiren ſoll⸗ te. Endlich behielt die Meinung fuͤr die Adoption deſſelben, als eines fuͤr Frankreich ſehr nutzbaren Princips, die Oberhand. Die Verfuͤgung des Arti⸗ kels 18 laͤßt ſich aber nicht auf die Emigrirten aus⸗ dehnen, welche als buͤrgerliche Todte zu betrachten ſind, und deren Verhaͤltniſſe nach beſondern Geſetzen beurtheilt werden muͤſſen. Allein der Franzoſe, der ſich einmal Handlungen zu Schulden kommen laſſen, welche ſeine Eigenſchaft als Franzoſen aufheben, hat einmal das Zutrauen des Staats ſowohl als ſeiner Mitbuͤrger verwirkt. Es iſt daher natuͤrlich, daß er nicht durch ſeine Ruͤckkehe nach Frankreich allein auch die Eigenſchaft eines Fran⸗ zoſen wieder erlangen kann, ſondern nur erſt durch ei⸗ ne von der Regierung autoriſirte Ruͤckkehr. Bei der zu ertheilenden Autoriſation unterſucht die Regierung zugleich, ob die Ruͤckkehr aufrichtig iſt, und ob das Individuum nicht vielleicht nur aus bloßen politiſchen oder gewinnſuͤchtigen Abſichten zuruͤckkehren will. Daß der Zuruͤckkehrende ſeine Verbindung mit dem Auslande aufgehen muͤſſe, verſteht ſich von ſelbſt. Aber die Limitation, welche der Artikel enthaͤlt: qu'il renonce à toute diſtinction contraire à la loi frangoile, haͤtte aus dem revidirten Code billig weg⸗ bleiben ſollen, da der Fall daraus weggeblieben iſt, auf welchen ſie ſich doch eigentlich bezieht. Von dem 19ten Artikel gehoͤrt die erſte Parthie eigentlich zu Ar⸗ tikel 17, denn es wird hier beſtimmt, daß eine Fran⸗ zoͤſin, welche einen Auslaͤnder heirathet, die Eigen⸗ ſchaft ihres Mannes annehmen, folglich die einer Fran⸗ zoͤſin verlieren ſoll. Man konnte jedoch dieſen Fall nicht wohl zu den Faͤllen zaͤhlen, in welchen zur Stra⸗ fe die Eigenſchaft eines Franzoſen verloren geht, und 8 1 210. „—— 6 4 4- daher wurde er hier abgeſondert von jenen hinge⸗ ſtellt. Nach dem aͤltern franzoͤſi iſchen Rechte waren Franzoͤſinnen, die ſich an Auslaͤnder verheiratheten, mehr beguͤnſtigt; allein da man bei der neuen Geſetzgebung das Princip einmal zum Grunde gelegt hatte, daß die Frau immer die Eigenſchaft des Mannes annehme, und dies Princip bereits fuͤr den Fall, wo eine Aus⸗ laͤnderin einen Franzoſen heirathet, anerkannt war, ſo mußte man ſich auch conſequent bleiben. Als Wittwe kann nach der zweiten Parthie des Art. 19 die Franzoͤſin, welche ſich mit einem Auslaͤn⸗ der verheirathet hat, die Eigenſchaft„ welche ſie durch die Ehe eingebuͤßt hatte, auf eine doppelte Art wieder erlangen: 1) wenn ſie zur Zeit des Todes ihres Man⸗ nes in Frankreich domieilürt iſt(réfide);*) 2) wenn ſie mit Autoriſation der Regierung dahin zuruͤckkehrt und erklaͤrt, daß ſie ſich in Frankreich fixiren will. Fuͤr den erſten Fall bedarf es alſo gar keiner weitern Foͤrmlichkeit. Man warf bei Abfaſſung dieſes Artikels die Frage auf: was Rechtens ſei bei einer Franzoſin, die einen Franzoſen geheirathet hat, und demſelben in ſeiner Ex⸗ patriation folgt? Eine Franzoͤſin, die einen Auslaͤn⸗ der heirathet, gebe doch freiwillig ihre Rechte als Franzoͤſin auf; wogegen die, welche ihrem Mann, der ſich expatriirt, folgt, nichts als ihre Schuldigkeit thue.— Man ſchlug vor, zu Gunſten ſolcher Frauen Ausnahmen in dem Artikel 19 keſnſeben 1 aber der 2) Die Herauggeher der Dasgtar Feroe2n. Tom. I. 9. 153 ſagen ſehr richtig: Obſervez que la loi ſe ſert terme réſide. Ainſi la préſence caſuelle et paſſagère de la femme en France, lors de la mort de ſon mari, com- me ſi elle étoit en voyage ne ſuffiroit pas pour opérer tn effet. II faut qu delle 7 air ſa demeure habituel- 8 ebe. v 1 —,— (G ara dw iennt ai Naanten, ſate. A Hſeaume Rahasm ifet k urm: Anhe ſlmi btus [vdh pauſ dr hnuen, whu r a am de d wända, ſat⸗ de m' del manng Ra nen ginhr chte vorn heten mi eſegge / daß d annemn, eine 1e kannt ver 4 Parthie d em Ausu he ſe da Art wiet ure Ne 7) 2) ten zurücktt iritm ul ner weem sdießun „dieiin ſeinere en Jubtr Rechte d m Mem chudut zer Ftaun aber de — om. I. pa. ſe ſelt du allagere de narl, com- ur opéret habituét- 211 Vorſchlag wurde ajournirt, und bernach war von ihm nicht weiter die Rede. Was nimmt man nun aber fuͤr dieſen Fall an, von welchem das Geſetz ſchweigt? Ich glaube, eine ſolche Franzoͤſin verliert ihre Civilrechte als Franzoͤſin. Obgleich die in Vorf ſchlag gebrachte Ausnahme zu ih⸗ ren Gunſten nicht gemacht worden, ſo folgt zwar dar⸗ um noch nicht, daß ſie verworfen worden, und man koͤnnte alſo auch das Gegentheil aünehmen, und be⸗ haupten,, ſie verliere ihre Ciilrechte als Panluſn in nicht. Allein dann wuͤrde man gegen den Satz: 4 femme fuivera la condition de ſon mari, ven Theils anſtoßen, andern Theils auch die von Tron⸗ chet bei der Discuſſion des Artikels gemachte Erin⸗ nerung: qu'une telle exception(naͤmlich die in Vorf ſchl ag gebrachte) donneroit lieu a à des fraudes. Le mari expatrié et les enfants profteroient des biens de la kemme, nicht genug beruͤckſichtigen, die doch gerade z zum Ajautmieen des Vorſchlags die Veranlaſſ ſung gab. Der zwanzigſte Artikel bekiamt, daß die I In⸗ dividuen, welche die Eigenſchaft der Franzoſen in den durch die Artikel 10, 18 und 19 vorgeſehenen Faͤllen wieder erlangen wuͤrden, davon nicht eher ſollen Ge⸗ brauch machen koͤnnen, als nachdem ſie die ihnen durch dieſe Artikel aufgelegten Bedingungen erfuͤllt haben wuͤrden, und allein fuͤr die Ausuͤbung der ſeit dieſer Ehoche zu ihrem Vortheil eroͤffneten Rechte. Die letztere Verfuͤgung des Geſetzes verdient hier 3 88 noch etwas naͤher erwogen zu werden. Das aͤltere fransbſüche Recht war gegen diejeni⸗ gen, welche ihre Rechte als Franzoſen durch die Aus⸗ wanderung eingebuͤßt haceen, viel gelinder als der Co⸗ Hett u III. 16 1 1 * 212 1 3.. de. Sie erhielten die durch die Auswanderung ver⸗ lornen Rechte wieder zuruͤck, wenn ſie ſich ſpaͤterhin in Frankreich niederließen und eine Rehabilitation nachſuchten. Es fand daher fuͤr ſie ein ius poſtlimi- Ke 5 nii— wenigſtens in Anſehung der droits civils— ſtatt, welches ihnen bei inzwiſchen eingetretenen Suc⸗ ceſſionsfaͤllen, bei welchen ſie haͤtten uͤbergangen wer⸗ den muͤſſen, von großem Nutzen war. Der Code verwirft dies ius poſtliminii durchaus. Individuen, welche die Eigenſchaft der Franzoſen verloren haben und ſie nachher wieder erlangen, haben ſich derſelben nur fuͤr Faͤlle, die ſich in der Folge ereignen, zu er⸗ freuen, nicht fuͤr ſolche, die ſich inzwiſchen zugetragen haben! Erbſchaftsanfaͤlle, die ſich in der Zwiſchenzeit ereignet haben, und bei welchen ſie haͤtten concurriren muͤſſen, wenn ſie die Eigenſchaft der Franzoſ n nicht verloren gehabt haͤtten, kommen ihnen bei erlangter Rehabilitation nicht weiter zu ſtatten. Der zwanzig⸗ ſte Artikel geht von dem doppelten Geſichtspunkt aus, daß ein Individuum, welches ſeine Eigenſchaft als Franzoſe verloren hat, in Abſicht der in der Zwiſchen⸗ zeit eingetretenen Faͤlle als Fremder betrachtet werden muͤſſe, und daß ein ius poſtliminii nur zu Unordnun⸗ gen und Aufhebung guͤltig von andern erworbener Rechte die Veranlaſſung gebe. Es kann ja auch uͤber: haupt nur dieſe geſetzliche Vorſchrift demjenigen nach⸗ theilig werden, welcher ſich in einem Lande angeſiedelt hatte, deſſen Geſetze ein droit daubaine gegen Fran: zoſen enthalten, indem alle Auslaͤnder ſich ſonſt der droits civils in Frankreich eben ſo wie Einheimiſche zu erfreuen haben.““ Es fragt ſich: was iſt in Anſehung der Kinder ſol⸗ cher Individuen anzunehmen, welche die Eigenſchaft der Franzoſen eingebuͤßt haben und ſolche jetzt wieder erlangen? /4 A derun en th ſetn habliai s pollin sciib- etenen Eu⸗ gangen ne Der Cai Indidden loren ai ſchdek gnen, zue n zugennn Jwichan concutin anzoſ n i bei elun Der ſuu htopunkte. Kuber Eienſchi ſtht winn 21 —— „Locrà*) unterſcheidet, ob die Kinder vor oder ſtern berrifft, ſo wird weiter von ihm unterſchieden, ob dieſe Kinder in Frankreich zuruͤckblieben oder dem Vater ins Ausland folgten. Blieben ſie in Frankreich zuruͤck, ſo behielten ſie unſtreitig ihre Eigenſchaft als Franzsſen bei. Wanderten ſie mit aus, ſo waren ſe entweder ſchon großjaͤhrig oder noch minderjaͤhrig. Ue⸗ der kann das Benehmen des Vaters nichts entſcheiden. Sie wanderten ja mit der Eigenſchaft eines Franzoſen aus. Die Handlung ihres Vaters konnte ihnen dieſe ſen geboren waren, es nicht anders zu ſeyn aufhoͤren — Was die letztern, naͤmlich die nach der Er 5 / 214 ——— triation erſt erzengten, Kinder betrifft, ſo ſind auch ſie im Geiſte des zwanzigſten Artikels eben ſo 6 Vater von allem ius poltliminti auszuſchließen. Kann ihr Vater auf kein ius poſtliminii Anſptuch machen, ſo koͤnnen ſie daſſelbe um ſo viel weniger an⸗ ſprechen. Ueberall ſind ſie ja gar keine Franzoſen ge⸗ weſen, denn es wird vorausgeſetzt,, daß ſie erzeugt wurden, als der Vater bereits die Eigenſchaft eines Franzoſen eingebuͤßt hatte. Sie erlangen, wenn ſie nach Frankreich zuruͤckkehren, ja keine verlorne Eigen⸗ 1 en wieder, ſondern ſie uͤberkommen erſt eine Eigen⸗ ſchaft durch die Aufnahme als Franzoſen 1 die ſie üie⸗* dahin gar nicht gehabt hatten. In dieſer von Locré angegebenen Unterſchei dung iſt auch die Frage wegen der Kinder eines Fran⸗ zoſen, der ſich expatrürt hat, wirklich verhandelt, und die Beſtimmungen des Art. 20 darin angenommen worden.*) Die letzee Beſtimmung dieſes Artikels: et ſeulement pour Pexercice des droits ouverts à leur pre ofit depuis cette époque, fonnte und durfte auf die nach der Expatriation von einem Fran⸗ zoſen erzeugten Kinder ſchon um deswillen nicht na⸗ mentlich extendirt werden, weil hier allein von ge⸗ weſenen Franzoſen die Rede war, ſie aber nie Franzoſen geweſen waren. Der ein und zwanzigſte Artikel iſt ſolchen Franzoſen gewidmet, welche ohne Autoriſation des Gouvernements Kriegsdienſte bei Auslaͤndern genom⸗ men oder ſich einer auelzndiſchen miliraͤri ſchen Corpo⸗ ration affilirt haben. Sie ſollen nicht nur ihre Eigen⸗ ſchaft als Seunh ſen erleren, pndem obendrein iniche 3 — ) Aus den gebruekten Diseuſionen ergießt ch das zwar nicht; wir muͤſſen aber hier Locré trauen, der auch die ungedruckten eingeſehen und benutzt hat. — 19 uc ü zu ai i Aiſnu weniget ranzoſnx ſſe cef ſchaft in 1, wimſ lorne Et eine Emn di ſeh U eines S andelt, o ngenorne es Arh jts ourers konnte h einem zu en nict w in von ee eaber ſ ſt i ſſation d ern gellen hhen Coo üre Gha drin 4 1. zwat er uuch 215 e anders nach Frankreich zuencls kommen und die Eigen⸗ ſchaft der Franzoſen wieder erlangen duͤrfen, als nach⸗ dem ſie die Verbindl ichkeiten, welche das Geſetz dem Auslaͤnder, wenn er citoyen werden will, auferlegt, mit Vorbehalt der Strafe, welche die Eriminalgeſetze gegen die Franzoſen verfuͤgen, we ſche die Waffen ge⸗ gen ihr Vaterland entweder ſchon getragen haben oder noch tragen wuͤrden. Dieſer Artikel ſpricht blos vom Miltaͤrdienſt und von militaͤriſchen Corporationen des Auslandes. Es iſt das eigene Intereſſe Frankreichs ,ſich nachſichtig gegen denjenigen Franzoſen zu zeigen, welcher ſeine Eigen⸗ ſchaft als Franzoſe auf eine der im Artikel 17 angege⸗ benen Arten eingebuͤßt hatte. Nicht ſo nachſichtig konnte das Geſetz gegen einen Franzoſen verfahren, welcher Militaͤrdienſte im Auslande genommen, oder ſich einer militaͤriſchen Corporation des Auslandes ein⸗ verleibt hatte. Wenn auch nicht gegen Frankreich ſelbſt, ſo kann er doch gegen eine M Lacht Krieg fuͤhren, mit welcher Frankreich im Bunde ſteht, oder die zu er⸗ halten, es deſſen Intereſſe gebietet;— kurz, da er mit dem politiſchen Syſtem unbekannt iſt, ſo kann er etwas gegen das Intereſſe ſeines Vaterlandes unter⸗ nehmen.— Ein ſolcher kann daher nicht ſo leicht da⸗ von kommen„ als ein Franzoſe, der ſich in den Faͤllen des Art. 17 befindet.„Ce(naͤmlich, das Nehmen der Kriegsdienſtei im Auslande zc.) n'elt plus(ſagt Lo⸗ er) un limple acte de légèreté, une démar- che lans conſéquence; c'eſt un acte de déevoue- ment. particulier à la défenſe d'une nation„au- jourd; hui notre alliée ſi l'on veut, mais qui dé- main peut être notre rivale et meme notre enne- mie. Le Frangois a du prèvoir, qu'il pouvoit fexpoler par fon acceptation, à porter les ar- mes contre ſa patrie.—— Man wollte die * 215 2 Gleichguͤltigkeit, mit welcher ſich ein ſoſches Indivi⸗ duum der Gefahr ausſetzt, Frankreich zu ſchaden, nicht mit dem Tode beſtrafen, ſondern dieſe Strafe nur dem vorbehalten, der wirklich das Verbrechen voll⸗ endet und die Waffen gegen das Vaterland getragen hat. Aber es war gerecht, wenigſtens mit dieſem Individuum zu vergeſſen, daß es als Franzoſe gebo⸗ ren war, ihm ohne Ruͤckkehr dazu die droits civils zu entziehen, und es zu dem Genuſſſe derſelben nur mit eben den Bedingungen wieder zuzulaſſen, als womit man einen Auslaͤnder zum Buͤrgerrecht laͤßt. 2e Die Herausgeber der pandectes françoiſes*) bemerken, wie der Artikel 21 vorausſetze, 1) daß ein Franzoſe Kriegsdienſte im Auslande foͤrm lich uͤbe nommen, und folglich nicht hiether gehdͤre, wenn er als Volontair einen Feldzug bei einer fremden M acht mitgemacht. Dies zeigten die Worte: prendroit du ſervice militaire. 2) Was den Ausdruck: corporation militaire, betreffe, ſo wuͤrden darunter vorzugsweiſe der Orden von Malta verſtanden, 4 deſſen franzoͤſiſche Zunge ſupprimirt worden; naͤchſtdem aber zoſe einen bloßen Verdienſtorden angenommen ,der fuͤr Wiſſenſchaften und Kuͤnſte geſtiftet worden, ſo fude 89 die Vorſchrift des Artikels auf ihn keine Anwendung. Das zu 2 geſagte hat ſeine Richtigkeit. Aber die Bemerkung Nr. koͤnnen wir nicht beguͤnſtigen. Wahr iſt es allerdings, das: prendre ſervice mili- aire, geht zwar nur auf die foͤmmliche lUebernahme der Kriegsdienſte; aber damit iſt noch nicht geſagt, daß die im Artikel 21 enthaltenen Beſtimmungen den .) Tom, II. pag. 158. — auch alle Ritterorden, welche faſt durchgaͤngig nach ihrer Inſtitution militaͤriſche Orden waͤren und Auszeich⸗ nung der Geburt erforderten. Habe daher ein Fran⸗ e ge nnd ni mant Gten roit dil ben nan , als pn angahſet 48 dit 2 ae, nn enden N 217 —— nicht treffen ſollen, der als Volontair dient. Dieſelben Graͤnde, welche die Geſetzgeber beſtimmt haben, ge⸗ gen den foͤrmlichen Uebernehmer auslaͤndiſcher Kriegs⸗ dienſte ſo hart zu verfahren, treten auch bei dem Vo⸗ lontair ein; und wo eine gleiche ratio legis vorhanden iſt, da muß auch eine gleiche Dispoſition des Geſetzes eintreten. 4 Wwcoorin liegt denn nun aber die beſondere Haͤrte dieſes Artikels und der Unterſchied deſſelben von den voorhergehenden Artikeln? Darin, daß hier der Fran⸗ zoſe gleichſam aus ſeinem Vaterlande verbannt wird, und nicht anders als mit Erlaubniß des Gouverne⸗ ments zuruͤckkehren darf, auch alsdann, wenn er dieſe Erlaubniß zur Ruͤckkehr erhalten hat, die Eigenſchaft eines Franzoſen nicht eher wieder erlangt, als bis er die Pflichten erfuͤllt hat, die der Auslaͤnder erfuͤllen muß, wenn er citoyen werden will. In den oben gedach⸗ ten Faͤllen brauchte er die Erlaubniß zur Ruͤckkehr nicht, ſondern nur die Autoriſation,— die nicht leicht abgeſchlagen wird,— und es war genug, wenn er erklaͤrte, daß er ſich in Frankreich fixiren und auf alle Diſtinctionen Verzicht leiſten wolle, welche den franzoͤſiſchen Geſetzen zuwider laufen.— Der Un⸗ terſchied iſt alſo ſehr bedeutendn. gZweite Section. Hiierin iſt von dem Verluſt der Civilrechte, als ei⸗ ner Folge richterlicher Verurtheilungen, die Rede. Wir finden uns zum Theil wieder in das alte Rom und ſeine Geſetzgebung verſetzt. Wird gleich des buͤrgerlichen Todes(mort civil) hier allgemein gedacht, ſo ergiebt doch die Beſtimmung des zwei und zwanzigſten Artikels, verbunden mit den Artikeln 25 und 26, daß der mort civil hier nichts 4 218 weiter als die Ausſchließung von der Theilnahme an be⸗ ſtimmten droits civils in ſich begreift, folglich einge⸗ * ſchraͤnkter iſt, als der roͤmiſche mors civilis. Der buͤrgerliche Tod oder die gaͤnzliche Beraubung dieſer droits civils ereignet ſich 1. durch die Verurtheilung zu einer Todesſtrafe; II. durch die Verurtheilung zu peines afflictives perpétuelles, wenn die Geſetze den buͤrgerlichen Dod damit ausdruͤcklich verbinden. 44 A Ddie erſtere Beſtimmung enthaͤlt Artikel 23, die leßtere Artikel 24. Hierbei iſt zu bemerken: das 3 1) dieſe geſetzlichen Beſtimmungen nicht blos die BPerurtheilung vorausſetzen, ſondern auch eine auf die Verurtheilung ſich gruͤndende Execution, wie ſich aus Artikel 26 und 27 zeigen wird; 2) daß es gleichguͤltig iſt, ob die Verurtheilung im Wcege des ordentlichen Criminalprozeſſes, oder des peinlichen Contumacial⸗Prozeſſes erfolgt iſt, wenn ſie nur von der hier durchaus noͤthigen Exe⸗ eution begleitet wirdd; u 3) ſich hier noch nicht fuͤlich beſtimmen ließ, wel⸗ che peines afflictives perpétuelles den buͤr⸗ gerlichen Tod nach ſich ziehen ſollen, ſondern dieſe Beſtimmungen dem noch zu erwartenden Straf⸗ Coder uͤberlaſſen bleiben muͤſſen. Es genuͤgte da⸗ 2 her, feſtzuſetzen, daß dieſe Scrafen in der Regel keinen buͤrgerlichen Tod nach ſich ziehen ſollten, es waͤre denn, daß ſelbiger ausdruͤcklich damit Ddaher der Artikel 24 zu ergaͤnzen. Der Artikel 24 enthaͤlt zugleich eine Regel fuͤr den verbunden worden. Aus dem Code pénal iſt Code pénal, in ſo fern, daß daxin nur mit peines — 2 d e N 1 nt leii n rer heles Frihei ens) uh al .pndenſ Ma helte rnlinde h eol Hgerpet m la RWtre ſa.iel Awd, „ HUNuaid eleme Tes nac 8 ingi 2pAn dan te lte und de aigen ſn, d n iſt deh diim me ane gich ein eruhm Kſrafe, afflictins ürgericn :133, R . da; ht bos R mauch u Errauie witd; theinny im eſſes, de dfotth tiigenEn ließ, u s den ndern diſ en Etnf⸗ enuͤgted der Ral en ſollen lich dami Pbnal ſ fär den peinen 219 affiictives perpétuelles ber buͤrgerliche Tod verbun⸗ den werden kann. Die peines afflictives perpé- tuelles begruͤnden hier nicht blos die lebenslaͤnglichen Freiheitsberaubungen, ſondern auch alle uͤbrige auf Lebenszeit dauernde Kraͤnkungen in ſich, ſolche mogen noch außerdem mit Leibes⸗ und andern Strafen ver⸗ bunden ſein oder nicht. Man discutirte daruͤber, ob und in wie fern mit der lebenswierigen Deportation der buͤrgerliche Tod zu verbinden ſei. Es war ein Artikel dieſes Inhalts: La condamnation judiciaire à la deportation perpétuelle dans un lieu dépendant du territoi- re frangois, hors du continent, emportera, contre le condamné la mort civile et la priva- tion de tous les droits enoncés en l'article 28 ci-deflus(25 du Code). Nèeanmoins le con- damné, lorsqu'il fera rendu au lieu de ſa dé- portation y pourra reprendre, et pour ce lieu ſeulement, T'exercice de ces mèmes droits, fans due les actes qu'il y aura faits, puiſſent produi- e aucun effet civil dans le ſurplus du territoire frangois, in Vorſchlag. Allein nach den Conferen⸗ zen mit dem Tribunat wurde dieſer Artikel in den Co- de pénal verwieſen.— Man kann indeß ſo viel daraus entnehmen, daß die Deportation, in ſo fern ſie eine lebenswierige iſt, zu den peines afflictives per- Pétuelles gehoͤrt, auf welche der buͤrgerliche Tod folgt. Der fuͤnf und zwanzigſte Artikel beſtimmt die Wirkungen des buͤrgerlichen Todes. Man kann und darf uͤber die geſetzlichen Beſtimmungen nicht hin⸗ ausgehen, und dem Buͤrgerlich⸗Todten Rechte entzie⸗ hen, die ihm hier nicht entzogen ſind. Denn eben dar⸗ um beſtimmt das Geſetz die Wirkungen des buͤrgerlichen Dodes hier ſo genau, damit man nicht die Grundſätze des römiſchen mors civilis anwenden ſoll. 220 —— Die droits civils, die hier verloren ſind, ſind denn freilich von allen die wichtigſten. Indeß bleiben dem Buͤrgerlich⸗Todten doch noch andere auch nicht unwichtige uͤbrig. Nach den Verhandlungen uͤber den Artikel 25 hat er das Recht auf Alimente, und die Befugniß, zu erwerben und zu beſitzen; in ſo fern nur nicht die Erwerbung durch eine der Erwerbsarten ge⸗ ſchehen will, von welchen er ausgeſchloſſen iſt. Wir wollen den Zuſtand des Buͤrgerlich⸗Todten, mit Hinſicht auf die Rechte, die ihm entzogen ſind, und mit Hinſicht auf die, welche man ihm gelaſſen hat, noch etwas genauer betrachten. 3“ 1) Entzogen iſt ihm das Eigenthum ſeines zur Zeit, wo er den buͤrgerlichen Tod erlitt, vorhan⸗ denen Vermoͤgens. Daſſelbe ſoll an ſeinen Er⸗ ben ſo veranfaͤllt werden, als es durch den na- tuͤrlichen Tod veranfaͤllt wuͤrde. Die Erbſchaftss klagen ſollen hier ſo eintreten, wie bei dem na⸗ ruͤrlichen Tode. Der Buͤrgerlich⸗Todte verliert alſo nicht den Beſitz ſeines Vermoͤgens und die Rechte, die ihm daruͤber als Beſitzer zuſtehen. Den Beſitz und die davon abhaͤngigen Rechte buͤßt er erſt durch den Ausſpruch des Richters ein, nach welchem die Ablieferung des Vermoͤgens an die ſich mel⸗ denden Erben geſchehen muß. In dieſer Ablie⸗ ferung ſind nun zwar auch die Fruͤchte des Ver⸗ mögens vom Tage des buͤrgerlichen Todes an ge⸗ rechnet, jedoch mit Vorbehalt der ihm zuſtaͤndi⸗ gen Alimente begriffen. In der Vermoͤgenseinbuße, welche der Buͤr⸗ gerlich⸗Todte erleidet, iſt aber das Eigenthum nicht begriffen, was er hinterher erworben hat, in ſo fern nur nicht der Titel der Erwerbung 22 1 ſid, ſ eeee ee e ſed 7 4 2,* 4 L 13 4 3 diß lein ſchon derzeit vorhanden war, als er den buͤrger⸗ auth iih liichen Tod erliit. AEnn4.— i ibeca 2) Der Buͤrgerlich⸗Todte iſt ausgeſchloſſen von ale e, undi len Erwerbungen durch das geſetzliche Erbrecht. dfenm Er kann auch weder durch Schenkungen unter deen Lebendigen noch des Todes wegen etwas er⸗ bäar werben, den Fall der Alimente ausgenommen. 44 Der Baͤrgerlich⸗Todte kann alſo erwerben ch⸗Ain durch die gemeinen und gewoͤhnlichen Erwerbar⸗ zegen ſ teen, als Kaufcontracte, Tauſch ꝛc. Das Ge⸗ zlhſin g ſettz ſchließt ihn blos von ſolchen Erwerbungen aus, die als beſondere Beneficien zu betrach⸗ finss enn ſind. t, vuſe 3) Der Buͤrgerlich⸗Todte kann uͤber ſein Vermoͤgen feinns weder ganz noch zum Theil verfuͤgen, ſei es durch nch dan eine Schenkung unter den Lebendigen oder durch ““ ein Teſtament 5 Dieſe Beſtimmung des Geſetzes geht freilich an N 14 ſowohl das zur Zeit, wo der buͤrgerliche Tod ein⸗ ſ mün eitt, vorhandene Vermoͤgen, in Anſehung deſ⸗ i Rih ſen die Succeſſion eroͤffnet wird, als dasjenige 3 cu aan, das erſt in der Folge erworben wird. In⸗ 5 deß ſind damit nicht die gemeinen und gewoͤhnli⸗ ran 6 chen Dispoſitionen, als Kauf, Tauſch ꝛc., uͤber ch uhn ſdas letztere ausgeſchloſſen. In Anſehung des er⸗ 6 c ſeern fallen zwar ſolche auch weg, aber nur als iſe 95 ine Folge der den Verwandten eroͤffneten Sue⸗ edada eeeſſion. ddesah% Der Buͤrgerlich Todte kann ſein nachher erwor⸗ m züſti benes Vermoͤgen auch nicht einmal ab inteſtato vererben, wegen des Artikels 33, wovon hernach edr Bi die Rede ſeyn wird. Ehzenthun DSDa ihm nach Nr.·z auch die Verfuͤgung dar⸗ orhen hah Aber durch eine Schenkung unter den Lebendigen Frwerdung— ſowohl als durch ein Teſtament entzogen worden 222 —.— , foniſt es Regel, daß in Anſehung dieſes Ver⸗ moͤgens weder ſucceſſio ab inteſtato noch te- ramentoria eintreten kann. Nurx fragt es ſich: kann der Baͤtgerlich Tod⸗ 3 t6 terhbevles Vermoͤgen wohl einen Leibrenten⸗ und Alimentationscontract errichten? Ich glau⸗ 8 be nicht, weil dadurch, wenn nicht directe, doch indirecte eine Succeſſion herbeigefuͤhrt wird. Das Geſetz will ſo einem Menſchen nur die ge⸗ aneinen⸗ und gewoͤhnlichen Dispoſitionsarten ge⸗ ſtattet wiſſen, ohne welche Eigenthum und Ver⸗ nkehr in der buͤrgerlichen Geſellſchaft nicht fuͤglich beſtehen koͤnnen. Dahin gehört aber der Leib⸗ renteneontratt nicht. Ueberall muͤſſen alle Dispoſt tionen a18 durch das Geſetz ausgeſchloſſen betrachtet werden, durch welche auf eine indirecte Weiſe eine Succeſſion hervorgebracht wird, ſie moͤgen Namen haben wel lche ſie wollen. Locré*) will auch i in dieſem Geiſte, und mit Hinſicht auf den Unterſchied zwiſchen droit naturel und civil, ſelbſt bei Schenkungen ei nen Unterſchied gemacht wiſſen. Obgleich alle Schenkungen unter den Lebendigen den Bärger lich⸗Todten unterſagt ſind, ſo, meint er, muͤſ⸗ ſe man doch unterſcheiden zwiſchen Schenkungen von geringfuͤgigen beweglichen Sachen, welche ſofort durch die Uebergabe conſumirt wuͤrden, und Schenkungen von unbeweglichen und uͤberall von ſolchen Sachen, wo die Donation nur aus ainem ſchriftlichen Aufſatz erwieſen werden koͤnn⸗ te. Der letztern, welche ihre Form von dem Ci⸗ vilrecht haͤtten, muͤſſe der Bürgerlich⸗ Dodte wohl ») gſſpri: du Code Napolebn, Tom. I. pag. 369 S== —— — —xz — — A 223 —— uſßs de. 8 entbehren,, nicht aber der erſtern„ bei welchen noch v. das droit naturel gelaſſen worden.— Ich denke, Locré hat Recht, wenn man den von dich⸗ de ihm gemachten Unterſchied zwiſchen droit natu- jeirmtn W rel und civil, der hier nicht ſo ſehr in Betrachtung Jhua kommen darf, bei Seite ſetzt, und die Sache nue, nh dahin modificirt, daß dem Buͤrgerlich⸗Todten rt una. ſolche Schenkungen nachgelaſſen werden, die ur de⸗ gleichſam mit zum Verkehr in der buͤrgerlichen datten ſe Geſellſchaft gehoͤren, und gewiſſermaßen durch uge MNothwendigkeit hervorgebracht werden, nicht ht füͤic aber als Folgen beſonderer Liebe und Zuneigung der dit zu betrachten ſiud, oder doch in dem letztern Fall 77 4 nicht mit den Schenkungen des Todes wegen un⸗ ds nh ter eine Kategorie gebracht werden koͤnnen; z. B. dn, na Schenkungen an ſeine Kinder aus bloßer Zunei⸗ Suueſſ gung, donationes ex more und remuneratori⸗ nn ia) ſche Schenkungen.— Denn, indem das Geſetz dem Buͤrgerlich⸗Todten unterſagt, durch Schen⸗ eiſe, m ungen unter den Lebendigen uͤber ſein Vermö⸗ hen dwi gen zu verfuͤgen„denkt es ſich ſolche Donationen, kunxun welche mit den Schenkungen des Dodes wegen 9aha, aran und uͤberall mit teſtamentariſchen Dispoſitionen Bür in Verbindung ſtehen.— Indeß duͤrfte doch a, ni aauch hier bei vorkommenden Faͤllen dahin zu ſe⸗ henkuge hen ſein, daß nicht in fraudem legis gehandelt vlc werde. Die Schenkungen ſind hier um ſo weni⸗ vine geer von dem Richter zu beguͤnſtigen, als das Ge⸗ d ibenl ſſetz ſie ſo wenig begnſtigt. nar 48, Der Buͤrgerlich⸗Todte kann nichte Vormund dn kin werden, iſt auch von aller Concurrenz bei den dm⸗ Geſchaͤften der Dutel ausgeſchloſſen.— Sehr de re natuͤrlich, denn die Vormundſchaft ſetzt als ein — munus und officium publicum ein buͤrgerliches — Leben, und oft nach dem Cods ſelbſt Eichreſhe 224 9 Verwandtſchaft voraus, und beides hat derjenige nicht, der den buͤrgerlichen Tod erlitt. 6) Er kann auch nicht Zeuge bei irgend einem feier⸗ llichen und authentiſchen Acte ſeyn, auch nicht zur Ablegung eines Zeugniſſes im Gericht zuge⸗ laſſen werden.— Dieſe Folge des buͤrgerlichen DTodes liegt gleichfalls in der Natur der Sache. Denn wie kann ein Subject Glauben in der buͤr⸗ gerlichen Geſellſchaft verdienen, welches das Ge⸗ ſetz fuͤr unwuͤrdig gehalten hat, laͤnger darin zu exiſtiren. Locré*) will jedoch eine Ausnah⸗ me gemacht wiſſen, in dem Fall ou le condam- né devient témoin nécefſaire, 3. B. wenn das Verbrechen im Gefaͤngniſſe begangen worden, wo es ſich ereignen koͤnne, daß man keine andern Zeugen als gerade ſolche habe, die den buͤrgerlichen Tod erlitten. Er geſteht indeß ſelbſt zu, die Sache habe auf der einen Seite ih⸗ re Schwierigkeit, indem hier ein Verurtheilter durch ſein Zeugniß die Verurtheilung eines an⸗ dern hervorbringen ſolle; wenigſtens koͤnne man doas Zeugniß nicht wie das eines andern rechtli⸗ chen Buͤrgers gelten laſſen. Auf der andern Seite, meint er indeß wieder, muͤßten der Juſtiz alle Mittel und Wege offen ſtehen, einem Ver⸗ brechen auf die Spur zu kommen.— Das Wahre von der Sache iſt, daß in Criminalfaͤl⸗ len— anders iſt es in Civilfallen— dem Rich⸗ ter beſtaͤndig frei ſtehen muß, um einem Verbre⸗ chen auf die Spur zu kommen, auch ſolche Sub⸗ jekte abzuhoͤren, welche uͤberall keine Zeugenfaͤ⸗ higkeit haben, uͤbrigens aber auf den Grund ſol⸗ cher Abhoͤrungen kein verdammendes Urtheil faͤl⸗ ,. 2 ——— *7 Rprit du Code Napoldon, Tom, I. Pag. 590. 8 — 225 ———— tdeſii 3 ſen darf.— Der temoin méceflaire, von dem Locré ſpricht, gehoͤrt uͤberall nicht hierher.. innm fin tu Wir haben uͤberall noch zu erwarten, in wie 4 rughuig fern die peinliche Geſetzgebung Frankreichs den eih iie b Buͤrgerlich⸗ Todten von der Abgabe eines Zeug⸗ dützeſßa n niſſes in Criminalfaͤllen ausſchließen wird. Die der Si Beſtimmungen im Code: ni étre admis à in d., per porter témoignage en jultice, ſchließt ihn hesde war bei ihrer Allgemeinheit ſowohl in Civil⸗ als ger drin CECriminalfaͤllen aus; indeß iſt bekanntlich der Co⸗ ine luanc de nur ein Civilgeſetzbuch, und muͤſſen ſeine Be⸗ e oinia ſtimmungen immer vorzugsweiſe auf Civilfaͤlle be⸗ 16, zogen werden.— Es bleibt auch noch die Frage: ſe begnnmn in wie fern der Code den Buͤrgerlich⸗Todten als , daß mr Bus Inſtrumentszeugen ausgeſchloſſen wiſſen wolle? e habe, Die hierher gehoͤrigen Worte ſind: Il ne peut geſtehrwi ttre témoin dans un acte ſolennel ou mn Sitza authentique. Aber giebt es denn auch Veunh’akh nicht andere Acte als dieſe?— Wir glauben m o daher behaupten zu koͤnnen: die Beſtimmungen fonne nu des Code Napoléon gehen hier nicht weiter, dern rchlt als daß der Buͤrgerlich⸗Todte nur nicht bei einem der ade feierlichen und authentiſchen Acte ſoll zugezogen, — undd in Civilprozeſſen nicht ſoll als Zeuge produ⸗ iinen Ar eirt werden koͤnnen. Was in andern nicht hier⸗ — d 4 her gehdrigen Faͤllen in Anſehung ſeiner Rechtens Crininift ſei, das muß aus den Beſtimmungen der uͤbrigen „den Rih franzoͤſiſchen Geſetzbuͤcher in Erfahrung gebracht um Velt werden. fihe e) Der Büuͤrgerlich⸗Todte oll nicht in eigner Per⸗ eZauxni ſon vor Gericht, ſei es als Klaͤger oder Beklagter, bmmt aͤͤauftreten koͤnnen, ſondern nur im Namen und Urrhilſ durch die Dazwiſchenkunft eines ihm von dem . Gericht, wo die Klage angebracht wird, ernann⸗ 9 ten Specialcurators.— Dieſe Beſtimmung des 226 Geſetzes iſt zwar auch eine allgemeine Folge des buͤrgerlichen Todes; allein da man dem Buͤrger⸗ lich⸗Todten noch die Erwerbung von Eigenthum für die Folge geſtattet, ſo iſt nicht abzuſehen, warum man die Wirkung des buͤrgerlichen Todes mit den Roͤmern ſo weit ausdehnte, daß man ihm perſonam ſtandi in iudicio entzog.— Es folgt uͤbrigens von ſelbſt, 1) daß der Antrag (requéte) bei Gericht um Beſtellung eines Spe⸗ cialcurators, wenn der Buͤrgerlich⸗Todte klagen will, doch von ihm ſelbſt und in ſeinem Namen eingereicht werden muß, ſo wie, wenn er be⸗ langt werden ſoll, der Klaͤger die Beſtellung zu beſorgen hat. 2) Daß in der Entziehung der perfonae ſtandi in iudicio feinesweges auch die Ausſchließung von allem perſoͤnlichen Erſchei⸗ nen im Gericht begriffen, ſondern darin nur ſo viel enthalten iſt, daß der Prozeß nicht uneer ſei⸗ nem Namen gefuͤhrt werden kann. In ſo fern alſo Faͤlle vorkommen, wo ſein perſon iches Er⸗ ſcheinen beim Prozeß Anumganglich nothwendig iſt, iſt daſſelbe keinem Bedenken unterworfen. Die Verfaſſer der Pandectes franoiſes*) werfen die Frage auf, vor welchem Richter denn der Antrag auf Beſtellung eines Curators ange⸗ bracht werden muͤſſe, wenn der Buͤrgerlich Todte verklagt werden ſoll, und beantworten dieſe fol⸗ gendergeſtalt: En matière réelle, pas de dif. ficulté; ce ſera le juge de la lituation de Limmeuble. En matière perſonelle, ou mixte, ce ſera celui du demandeur; car le condamné, mort civilement, ne peut point avoir de domicile. Aber wo ſtehr es ge⸗ — —— 8 2 Ten H. Es. og. remr inere e en x 4 NagAEAAENRTRnnnn 122— SARNBASAn 22 —.— 188 ſchrieben, daß der Boͤrgerlich⸗ Todte kein Domi⸗ V Eigethu eilium ſoll haben koͤnnen? Wenn er noch Eigen⸗ dögſc thum erwerben kann und noch andere Rechte ei⸗ chen din nes Lebenden genießt„ ſo folgt, glauben wir, 6 man h daß der buͤrgerliche Tod nach dem Code Na 9- 6— léon keinesweges dem natuͤrlichen Tode v voͤllig dn an. gleich geachtet werden kann. Nach unſerer Ue⸗ 9 berzeugung duͤrfen dem in der Napoleoniſchen Ge⸗ de ſſetzgebung eingefuͤhrten buͤrgerlichen Tode nicht 5 Aen mmehrere Wirkungen beigelegt werden, als im hamtn namentlich und ausdruͤcklich durch die Geſetze bei⸗ Adbh gelegt worden ſind. Denn wenn auch die Lehre k ung ddes roͤmiſchen Rechts vom buͤrgerlichen Tode üihan n— durch den Code wieder hergeſtellt worden iſt„ ſo negs mi ſſſt ſie doch nicht in ihrem ganzen Umfange, ſon⸗ den Eite deern nur unter und mit den Limitationen herge⸗ unaen ſſtellt worden, welche der Code enthaͤlt. Inſofe 8) Ein Buͤrgerlich⸗Todter ſoll 1 niches G. an) keine Ehe abſchließen koͤnnen, wels nothwende che irgend eine buͤrgerliche Rechts⸗ worfn. wirkung nach ſich zieht. nrohſer) Ddiieſe Vorſchrift des Code iſt eine Erneuerung ſcheer dem des 7ten Artikels der Deklaration von Ludwig tots onge KlII vom Jahre 1639. ih Ton Das Geſetz unterſagt dem Buͤrgerlich Tod⸗ diſe o een nicht die Abſchließung einer Ehe uͤberhaupt, as de dü- ſſoondern nur die Abſchließung einer Ehe, welche aation de beargerliche Wirkungen hervorbringt. Dem Buͤr⸗ elle, ou gerlich⸗Todten bleibt alſo unverwehrt, eine eheli⸗ r; c(arb che Verbindung des natuͤrlichen Rechts einzugehen, eut poit auch ſeine Ehe durch kirchliche Ceremonien ſanctio⸗ s. niren zu laſſen, aber ſie iſt nichtig in Anſehung — der buͤrgerlichen Rechtswirkungen. Er hat da⸗ 1 her nicht uͤber ſeine Frau die Rechte, welche die Heft III. 17. — 228 „—— 4 Geſetze den Ehemaͤnnern zugeſtehen, nicht uͤber ſeine Kinder die Rechte der vaͤterlichen Gewalt, u. ſ. w.; er kann nicht einmal ihr Vermoͤgen ver⸗ walten. ee andere Rechte, wie eheliche Kinder haben, kann nicht zweifelhaft ſeyn.— Aber als enfants naturels muͤſſen ſie doch betrachtet werden, und noch einen Grad hoͤher als dieſe ſtehen, wenn zu der Ehe kirchliche Ceremonie hinzugekommen iſt. Hier kommen die Fragen in Betracht: bedarf es bei ihnen, um auf Alimente und andere Rechte der Anerkennung von Seiten des Vaters? iſt die re- cherche de la paternité hier erſaubt? und kann man wohl gar die Praͤſumtion hier anwenden, welche die Geſetze bei den aus einer wirklichen buͤrgerlichen Ehe gebornen Kindern eingefuͤhrt haben? Wenn man in Grundlage des Begriffs und Weſens des buͤrgerlichen Todes ganz conſequent g verfahren wollte, ſo wuͤrde man ſolche Kinder als liberi ſine patre betrachten muͤſſen. Denn der Buͤrgerlich⸗Todte wird als nicht⸗exiſtent betrach⸗ hier jedoch nicht am rechten Orte, weil ſie der Cods ſelbſt nicht anerkennt. Wir glauben, der⸗ gleichen Kinder koͤnnen nur auf Alimente und ei⸗ ne den ehelichen Kindern gleiche Erziehung An⸗ ſoruch machen, denn dazu berechtigt ſie ſchon das Aber welche Rechte haben denn nun die aus einer ſolchen Ehe erzeugten Kinder?— Daß ſie nicht als eheliche Kinder betrachtet werden koͤn⸗ nen, und folglich auch keine Succeſſions⸗ und enkants naturels Anſpruch zu machen, einer tet, in ſo fern von droit civil die Rede iſt, und die aufgeworfenen Fragen gehen doch ſaͤmmtlich das droit civil an. Dieſe ſtrenge Conſequenz iſt „ 229 . 2——— , 4 dFroit naturel. Von ihrer Succeſſion als en- mig d fants naturels kann nicht die Rede ſeyn, denn Anngen e dies Succeſſionsrecht iſt ſchon ein Ausfluß des un. droit civil.— Aber um ihnen die Rechte zu 4 gewaͤhren, welche ihnen das droit naturel giebt, 4 843 ann nicht nur rechèrche de la paternité ſtatt fe Ri finden, ſondern auch, wenn kirchliche Ceremonie 1 ſune zu der ehelichen Verbindung hinzugekommen iſt, An 3 ddie Praͤſumtion angewendet werden, welche die als euian Geſetze bei Kindern, die aus einer wirklich buͤr⸗ dedmn cerlichen Ehe geboren ſind, eingefuͤhrt haben. n, wam Denn dieſe Praͤſumtion gruͤndet ſich nicht noth⸗ eiennni weendig auf die buͤrgerlich⸗guͤltige Ehe und iſt die⸗ N: bidat ſer nicht ausſchließend eigen; ſe gruͤndet ſich viel⸗ rRchux mmehr auf eine mit Publicitaͤt eingegangene eheli⸗ ſchen, t che Verbindung, und muß daher bei einer mit 1ſiaun kirchlicher Ceremonie abgeſchloſſenen Ehe des Na⸗ et! undie tturrechts angewendet werden koͤnnen.“*) Wir tandme a wuͤrden daher annehmen: 1) Bei einer bloßen Ge⸗ d nitit wiſſeensehe muͤſſe Anerkennung des Vaters oder in n eingfit deren Ermangelung recherche de la paternité vorkommen, um den Kindern die Rechte zu ge⸗ Baiſßy waͤhren, welche ihnen ſchon das droit naturel S ſſuunu eeinraͤumt. 2) Bei einer mit kirchlicher Ceremo⸗ de Küder nie abgeſchloſſenen Ehe genuͤge ſchon die Praͤſum⸗ Dan tion, welche die Geſetze bei der buͤrgerlich guͤlti⸗ ſent bec gen Ehe eingefuͤhrt haben. dede in 4— 8 i ſenmt*¹) Das Gegentheil wird von Locré l. c. pag. 402 behauptet. derzi. La filiation des enfants d'un condamné ſeroit presque tou- onſglenn jours incertaine, la prélomption: pater is eſt eic. 6tant weil ſed principalement fondee lur la cohabitation publique des uben d poun.— Allein iſt denn die cohabitation hier auch nicht lauben,— publique? Nur dann wuͤrde Looré Recht haben, wenn je⸗ rente undt⸗ ne Vermuthung mit dem buͤrgerlichen Ehecontraet ſo unzer⸗ jehung trennlich zuſammenhinge, daß ſie gar nicht davon getreunt ich 1 weerden koͤnnte neberall gruͤndet ſich ſolche ja mehr auf on di. Froit narurel als dxoit eivil.“ ſe x 7. 17 4 230 1 —.— Die franzoͤſiſchen Juriſten nehmen einen Fall aus, wo die von einem Buͤrgerlich⸗Todten abge⸗ ſchloſſene Ehe auch buͤrgerliche Rechtswirkungen hervorbringen koͤnne, naͤmlich wenn diejenige Per⸗ 1 ſon, die ſich mit einem Buͤrgerlich⸗Todten ver⸗ bunden, in bona fide geweſen iſt. Hier habe die Ehe wenigſtens die Wirkungen, daß die Kinder dem in bona fide ſich befindenden Gatten und deſſen Verwandten als wahre eheliche Kinder ſue⸗ cediren koͤnnten.*) ») Die vorher von einem Buͤrgerlich⸗ Todten abgeſchloſſene eheliche Ver⸗ bindung ſoll aufgeloͤſet ſeyn in Ab⸗ ſicht aller ihrer buͤrgerlichen Wir⸗ kungen. Dieſe Beſtimmung des Code fand, wie ſie in Vorſchlag gebracht wurde, ſehr vielen Wider⸗ ſpruch. Es ſei uns erlaubt, die Bemerkungen des damaligen erſten Conſuls, jetzigen Kaiſers, daruͤber mitzutheilen. Nach dieſem Syſtem(ſagte er) iſt es alſo der Frau, welche von der Unſchuld ihres Mannes noch ſo uͤberzeugt iſt, verboten, ihm in ſeine Ver⸗ bannung zu folgen,— einem Manne, mit welchem ſie ſo enge verbunden iſt; oder wenn ſie ihrer Ueber⸗ zeugung, ihrem Pflichtgefuͤhle folgt, ſo ſoll ſie nichts weiter als eine Concubine ſeyn. Warum will man dieſen Ungluͤcklichen das Recht entziehen, mit einander unter dem ehrenvollen Namen rechtmaͤ⸗ ßiger und geſetzlicher Ehegatten mit einander zu leben?—— Ifſt die buͤrgerliche Geſellſchaft 5 3 7 * . 2. Nr. 43⁰ Pothier Traite du Contraoct de Mariage. Past. 4. 3 einen z adten dhhe twiüttungn ejenigege. Todten ie Hie Gt ß die Kin Gatten uh Kinderſe itgerih liche Da yn in we hen Vir and, wii ielen Wn Bemerkenn gen Kaſt ) ii 6i zres Mune in ſeinede mit with eihrallii ſolſſenit Warun ntjiehen, n nen techne einander Geſfelihe — ege, P. 3* . 7. 231 —B— nicht genug geraͤcht, wenn dem Verurtheilten ſeine Guͤter u. ſ. w. entzogen werden? Muß man ſo weit gehen, auch die heiligſten und ſchoͤnſten Bande aaufzuldſen, und ihn von ſeiner rechtmaͤßigen Gat⸗ tin trennen? Wird dieſe nicht ſagen: Mieuc valoit lui 6ter la vie; du moins me ſeroit- il permis de chérir ſa mémoire, mais vous ordonnez qu'il vivra, et vous ne voulez pas que je le conſole. Dieſer Bemerkungen ungeachtet, die zugleich einen ſprechenden Beweis von den ſchoͤnen Geſin⸗ nungen des Kaiſers geben, ging doch der Geſetz⸗ vorſchlag durch, und man berief ſich zu ſeiner Vertheidigung darauf, daß das roͤmiſche Recht ein gleiches verordne, und daß man ſich conſe⸗ quent bleiben muͤſſe, gleichſam als wenn die Con⸗ ſequenz, die man doch ſchon verlaſſen hatte, nicht auch hier haͤtte verlaſſen werden koͤnnen. Das aͤleere franzoͤſiſche Recht war nach Lo- oré*) nicht ſo hart gegen diejenigen, welche den buͤrgerlichen Tod erlitten hatten. Nur die Abſchließung einer neuen guͤltigen und mit buͤrger⸗ lichen Rechtswirkungen verſehenen Ehe war ih⸗ nen unterſagt. Die bereits abgeſchloſſene dauer⸗ te, des buͤrgerlichen Todes ungeachtet, mit allen Rechtswirkungen fort. Es fragt ſich: welche Rechte treten denn in Anſehung der Ehegatten ein, welche, nachdem der eine von ihnen den buͤrgerlichen Tod erlitten khat, zuſammenbleiben, und in Anſehung der nachgebornen Kinder? Wir glauben, ganz dieſel⸗ ben, welche eintreten wuͤrden, wenn der Buͤr⸗ gerlich⸗Todte eine neue mit kirchlichen Ceremonien — 3 Eſprit da Code Nanolcon, Tom. I. pag. 596. 2 32 5—— 5 verbundene Ehe des natuͤrlichen Rechts abgeſchloſ⸗ ſen hat, und wovon oben die Rede geweſen iſt. Locré*) bemerkt, der Code beſchaͤftige ſich mit weiter nichts, als mit dem contrat ci- vil du mariage, und laſſe die natuͤrliche und kirchliche Vereinigung der Ehegatten in ihrer Kraft und Wuͤrde. Man ſei ſogar ſo vorſichtig geweſen, nichts davon zu ſagen, daß es dem an⸗ dern Ehegatten frei ſtehe, eine neue Ehe abzu⸗ ſchließen. Es verſtehe ſich von ſelbſt, daß er es koͤnne, aber haͤtte man es ausdruͤcklich ſanctioni⸗ ren wollen, ſo haͤtten aͤngſtliche Menſchen glau⸗ ben koͤnnen, das Geſetz wolle ſich uͤber die Ge⸗ wiſſen erheben, und auch die religioͤſen Bande vernichten, oder wenigſtens davon dispenſiren. c) Der Ehegatte und die Erben des Buͤrgerlich⸗Dodten ſollen befugt ſeyn, von allen Rechten und An⸗ ſpruͤchen Gebrauch zu machen, die ihnen auf den Fall des natuͤrlichen Todes zuſtaͤndig ſeyn wuͤrden. Mitt dem Eintritt des buͤrgerlichen Todes fal⸗ len alle dͤroits civils weg, die dem Buͤrgerlich⸗ Todten bisher, mit Hinſicht auf die Ehe, com⸗ petirten. Er wird in Anſehung ihrer als natuͤr⸗ lich⸗todt betrachtet. Der Buͤrgerlich⸗Todte ver⸗ liert daher die eheliche und vaͤterliche Gewalt, und alle davon abhaͤngende Rechte, ſie moͤgen Perſonen⸗ oder Vermoͤgensrechte ſeyn, als In⸗ ſtitute des droit civil.— Aber weder die Frau noch die Kinder des Buͤrgerlich⸗Todten koͤnnen durch ſein Schickſal leiden. Vielmehr muͤſſen *) 1. c. pag. 499.. dügeſtſe viſen i beſäfin ontrat di üriche m n in iine 9 d vorſchng es dem g Ehe ahn , daßtt ſontin ſchen ga der de be ſen Vad penſiren rben de befugt und A hen, die tuͤrlichn ſen. dodes fal⸗ ürgerlich⸗ he, com⸗ als natür⸗ Todte der⸗ e Gewel ſee mogn , a In rdie Fiau en konnen he müͤſin — 233 —..(— 3 5 jetzt fuͤr beide die Rechte ſtatt finden, welche ſie auf den Fall des natuͤrlichen Todes gehabt haben wuͤrden.— Fuͤr den Ehegatten insbeſondere muͤſſen daher auch alle Rechte des uͤberlebenden Theils eintreten und zur Ausuͤbung kommen, ohne Unterſchied, ob ſie aus den G eſetzen oder aus Vertraͤgen entſpringen. Das aͤltere franzoͤſiſche Recht unterſchied zwi⸗ 8 ſchen Vortheilen, welche den Ehegatten aus⸗ druͤcklich auf den Todesfall ſtipulirt waren, und Vortheilen, welche nur den Todesfall uͤberhaupt vorausſetzten. Blos die letztern wurden durch den buͤrgerlichen Tod, nicht aber die erſtern eroͤffnet. dan gruͤndete dieſen Unterſchied vorzugsweiſe auf L. 121.§. 2. D. de verb. ſignif. Bei dem erſten Entwurf war auch der Art. 25 in dieſem Geiſte abgefaßt, und uͤberall der Ehegatte von ſolchen Vortheilen ausgeſchloſſen, welche den na⸗ tuͤrlichen Tod vorausſetzen. Man war alſo noch uͤber das aͤltere franzoͤſiſche Recht hinausgegan⸗ gen, und hatte als Regel angenommen, daß alle Vortheile, welche den natuͤrlichen Tod voraus⸗ ſetzen, bis zu deſſen Eintritt unbezogen bleiben muͤßten. Allein man ging bei der Abfaſſung des Code von dieſen Principien darum ab, weil ſie ſich eines Theils nur auf den roͤmiſchen, jetzt nicht mehr anwendbaren Sprachgebrauch gruͤnden, an- dern Theils ſchon in Scheidungsfaͤllen dem unſchul⸗ ddigen Ehegatten Vortheile geſtattet werden, die eigentlich nur auf den Dodesfall eintreten ſollten; und endlich drittens es inconſequent geweſen ſeyn wuͤrde, mit dem buͤrgerlichen Tode die Wirkun- gen des natuͤrlichen hier zum Theil derbinden, und auch nicht verbinden zu wollen. Es fragt ſich jedoch: was iſt Rechtens, wenn 234 — einem Ehegatten nicht nur auf den Fall des natuͤre lichen Todes, ſondern auch mit namentlicher und ausdruͤcklicher Ausſchließung des buͤrgerlichen Todes gewiſſe Vortheile wa⸗ ren ausgeſetzt worden? Wir glauben, fuͤr die⸗ ſen Fall muͤſſe es doch nach der Verabredung ge⸗ hen und koͤnne die Verfuͤgung des letzten Abſatzes des Art. 25 nicht eintreten. Die Beſtimmung des Geſetzes iſt nicht eine ſolche, der durch einen Vertrag nicht Abbruch geſchehen kann. Sie tritt nur ein, wenn ihr nicht ausdruͤcklich durch Vertraͤge derogirt worden iſt. Fuͤr dieſen Fall verbleiben die Vortheile, welche dem Ehegatten des Buͤrgerlich⸗Todten auf den Fall des natuͤrli⸗ chen Todes ſtipulirt worden ſind, bis zum Eine tritt deſſelben in den Haͤnden der Erben, und koͤnnen dieſe nur zur Cautionsleiſtung wegen ihrer veerſteht ſich von ſelbſt, daß ihnen dabei die inzwi⸗ ſcchen percipirten Fruͤchte verbleiben. Die Artikel 26 und 27 beſtimmen, von welcher Zeit die Wirkungen des buͤrgerlichen Todes anfangen ſollen. Es werden hier zweierlei Verurtheilungen un⸗ dereinſtigen Reſtitution angehalten werden. Es — terſchieden: les condamnations contradictoires und les condamnations par contumace. Die erſtern begreifen alle Erkenntniſſe in ſich, wel⸗ che auf die gewoͤhnliche Art nach ordentlicher Verneh⸗ mung des Angeſchuldigten und deſſen Vertheidigung gefaͤllt worden ſind. Zum Weſen derſelben gehoͤrt, daß der Angeſchuldigte— wenigſtens bis zur voͤllig beendigten Unterſuchung— gegenwaͤrtig war.— Zu den letztern gehoͤren alle bei uns ſogenannte Con⸗ tumacial⸗Criminal⸗Erkenntniſſe. 4 Bei condamnations contradictoires ſoll der buͤrgerliche Tod erſt mit dem Tage ihrer Execution ein⸗ tum, n ones rrht hat Nach Vrkung in en, litibrn vtinit trlegal toedven t ke ſm ded in nih rict e N APaunge iin del Jökn ſelare eeenedr euit e a ſch n ANNffäzan te.). w de Kanio e, de Ntren bonnen. lm dir auf dhatte lnm, 1) Tn des nätiy entlicher ung des ttheile. 1 fur de redung g⸗ en Abſchs eſimnmg urch ein Sietit lich dur dieſen zil Ehegattn des natilt 5 zum En⸗ erben, und wegen ihr erden. 6. i die in⸗ don welher s anfanxa llungen ur adictoires ſich, we⸗ er Vernch rtheidigung ben gehor, zur vlll war.— annte Con⸗ es ſoll de zeution eir 8 255 —B— treten, mag ſolche nun eine wirkliche oder eine execu- tio in effigie,(wenn ſich der Verbrecher fluͤchtig ge⸗ macht hat,) ſeny. Nach dem aͤltern franzoͤſiſchen Rechte traten die Wirkungen des buͤrgerlichen Todes ohne Unterſchied ſo⸗ fort ein, wenn das Criminal⸗Erkenntniß in die Rechts⸗ kraft uͤbergegangen war. Man verfuhr hier im Geiſte des roͤmiſchen Rechts und der L. 15.§. 1 D. de interd. et relegat. Bei der Abfaſſung des Code ging man aber davon ab, und meinte, vor der Execution des Ur⸗ theils koͤnnte ſchon darum vom Eintreten der Wirkun⸗ gen des buͤrgerlichen Todes nicht die Rede ſeyn, weil ein noch nicht zur Execution gebrachtes Urtheil als gar nicht vorhanden betrachtet werden muͤßte. 8 Man wandte zwar dawider ein, daß, wenn die Wirkungen des buͤrgerlichen Todes erſt mit der Execu⸗ tion des Urtheils eintreten ſollten, der Verurtheilte die Gelegenheit nutzen, und uͤber ſein Vermoͤgen betruͤgli⸗ che Acte errichten koͤnnte. Allein dieſe Einwendung wurde damit abgefertigt, daß ja alle Acte, wodurch bereits erworbene Rechte beeintraͤchtigt wuͤrden, ſchon an ſich nichtig waͤren, und dieſe allgemeine geſetzliche Verfuͤgung jeden dabei intereſſirten ſchon hinlaͤnglich decke.“)— So wurde gewiſſermaßen angenommen, daß die Wirkungen des buͤrgerlichen Todes mit der Execution des Urtheils, und auch ſchon fruͤher eintraͤ⸗ ten, denn ſonſt haͤtte nicht von bereits erworbenen Rechten und deren Beeintraͤchtigung die Rede ſeyn oͤnnen.. Um den richtigen Geſichtspunkt zu faſſen, muͤſſen wir auf einen in Vorſchlag gebrachten, aber bei den Debatten daruͤber zuruͤckgewieſenen Artikel Ruͤckſicht nehmen, nach welchem alle Alienationsacte, die von 8 ) Vergleiche die Discuſians, T. I. P. 2360, 4 4 236. 8* —“¹(— 4. einem, eines Verbrechens, an welches die Geſetze eine Strafe knuͤpfen, die den buͤrgerlichen Tod zur Folge hat, Angeklagten, auf den Fall, wo wirklich die Ver⸗ urtheilung zu dieſer Strafe hernach erfolgt, fuͤr betruͤ⸗ geriſch erachtet und vernichtet werden ſollten. Die Zu⸗ Pa ſen geſchah aus dem Grunde, weil der Ver⸗ urtheilte bis zum Tage des jugement alle ſeine bisher gehabten Rechte beibehalte, und daher auch der Be⸗ fugniß, uͤber ſein Vermoͤgen zu verfuͤgen, ſich erfreuen muͤſſe. Dabei, ſagte man, verſtehe es ſich von ſelbſt, daß die Errichtung von actes frauduleux nicht geſtat⸗ tet werden duͤrfe. Bei den Verhandlungen uͤber Artikel 26 kam auch. die Wemerkung vor, daß, wenn man die Wirkungen des buͤrgerlichen Todes erſt von dem Tage der Execution des Urtheils an eintreten laſſen wolle, inzwiſchen ſich Beraͤnderungen mit den ſucceſſionsfaͤhigen Perſonen zutragen koͤnnten; man fertigte aber ſolche damit ab, daß dies freilich wahr ſei, aber hier nicht i in Vetracht kommen duͤrfe. Bei dieſer Colliſ on von Gruͤnden und Meinungen, die aus Verwechſelung des aͤltern und neuern Rechts entſtanden ſind, muß als Princip angenommen werden: Daß zwar mit der Execution des Urtheils erſt die Wirkungen des buͤrgerlichen Todes vollſtaͤndig eintreten, einige davon jedoch auch ſchon fruͤber ſich 9. aAußern, und zwar auf dieſe Weiſe: 1) Bis zum Tage der publicirten verdammenden Ur⸗ tel behaͤlt der Angeklagte die Befugniß, uͤber ſein Vermdͤgen zu verfuͤgen, und koͤnnen nur ſolche actes d'alienation, welche er errichtet hat, an⸗ gefochten werden, von welchen erhellt, daß ſie in betruͤgeriſcher Abſicht, d. h. um denen, welche auf den eintretenden Fall des bürgerlichen Todes WMathul mn au nüüd da diſo 41 durder vant, eliun Rndü Uumn. S Vaätn venn än ſ, unr dae 8o b taffe n et) Eſt wahe Aülllern af d enit w 91 enachſ 4 1 ) Erm dant 6 nemen/ e dra- t üri 68 ſhe dle zar Fogh ü de Ve⸗ fit deri⸗ n. De Ju eil der Ne ſeine büße ich der Re ſich aftan hvon iitt nichtgi 6 kmn uh Wriu kunun er Ereeuin zwiſchen n Jen damit — in Betut Meinunan, uern Rohth en berden eils en d llſtändi Kfäühe i meddnl z, über ſi nur ſolch tet hat, Al „daß ſe 1 4n wch hen Lode auf ſein Bermoͤgen Nchte erlangen, zu ſchaden, ſind unternommen worden. 2) Nach erfolgter Publication der Urtel geht dieſe Dispoſitionsbefugniß verloren, und koͤnnen nichts deſb weniger errichtete Alienationsacte geradezu ls unguͤltig und nichtig angefochten werden. Denn dara das Urtheil, welches den Angeklagten ver⸗ dammt, erlangen die intereſſirten Perſonen ein ius quaeſitum auf ſein Vermoͤgen, welches ihnen durch kei⸗ ne Handlung des Verurtheilten mehr entzogen werden kann. Es treten in Anſehung ihrer etwa dieſelben Verhaͤltniſſe ein, welche bei Glaͤubigern vorkommen, wenn ein Schuldner uͤber ſein Vermoͤgen zu deren Nachtheil disponirt hat, wo man Dispoſitionen, welche vor und nach dem Ausbruch des Concurſes geſchehen ſind, unterſcheidet, und in Anſehung derſelben, ver⸗ ſchiedene Rechte annimmt. So wenig Locré als die Verfaſſer der Pan- dectes françoiſes ſcheinen uns dieſe Umſtaͤnde geho⸗ rig beherzigt zu haben. Mehr iſt aſant von Bous- quet*) Ruͤckſicht genommen worden. Es ſei uns erlaubt, bei dieſer Materie noch einen Augenblick zu verweilen. Es iſt geſagt worden: die intereſſirten Perſonen haͤtten ſchon mit dem Dage der publicirten verdammenden Urtel ein ius quaeſitum auf das Vermoͤgen des Verurtheilten. Nichts deſto weniger koͤnnen doch nur diejenigen zur Sucreſſion ge⸗ langen, welche tempore executionis ſententiae als die näͤchſten ſucceſſionsfaͤhigen Perſomen zu berrachren 9 HxReat b du Code eiu 11 ganr és les motifs erprimes dans les discours pronondès par les orateurs du Gouver- nenient et du tribunatl avee la ſolution des hueſcions, tant de droit, que de forme, qui peuvent naicre du texte des arcioles; Tom. I. Pag. 2ao. 23838 ſind. Dieſen ſteht auch nur das Recht zu, zu ihrem Nachtheil errichtete Alienationsacte entweder ex capi- te fraudis, oder nullitatis nach den oben angegebe⸗ nen verſchiedenen Geſichtspunkten anzufechten und umzuſtoßen. So liegt alſo in dem Geiſte des Artikels 26 eine ſtren⸗ ge Abſonderung der uͤbrigen droits civils von der Be⸗ fugniß, uͤber das Vermoͤgen zu verfuͤgen. Jene dauern * bis zur Execution des Urtheils ungekraͤnkt fort, dieſe hingegen wird ſchon durch den erfolgten Urtheilsſpruh aufgehoben. Daß kein Unterſchied ſtatt finden kann, ob die Dispoſition durch Handlungen unter den Leben⸗ digen oder des Todes wegen geſchieht, verſteht ſich von ſelbſt.. Es fragt ſich: was iſt Rechtens, wenn der Ver⸗ urtheilte vor der Execution des Urtheils verſtirbt? Es iſt zu bemerken, daß der Tod der Execution in ſo fern nicht im Wege ſteht, als ſolche immer in effigie geſchehen kann, wenn keine wirkliche ſtatt findet. 1 Die Verfaſſer der Pandectes françoiſes haben ſich weitlaͤuftig uͤber die Frage erklaͤrt. Sie unterſchei⸗ den, ob der Angeklagte vor oder nach erfolgter verdam⸗ mender Sentenz ſtirbt. Im letztern Fall, meinen ſie, ſterbe er wohl en pofſefſion de ſon état, mais non integri ftatus. Durch den Tod werde hier blos die Execution des Urtheils behindert, aber das Uretheil doch nicht vernichtet. Daſſelbe beſtehe, und muͤſſe executirt werden in Abſicht aller uͤbrigen(direte⸗ ten und indirecten) Verfuͤgungen, die es enthalte; oder deutlicher: in Abſicht der rechtlichen Wirkungen und Folgen ſei es ſo gut, als wenn das Urtheil executirt worden waͤre.— Im erſtern Fall, wohin auch ge⸗ hore, wenn zwar die Sentenz geſprochen worden, aber noch nicht in die Rechtskraft uͤbergegangen ſei, werde durch den Tod die Anklage ſelbſt vernichtet und aufge⸗ u di den uita füdm ls han tin wen hWmux a dh lei Kid 0h de Rah da de Arit 1 de the mmthe, duhe ndiir hen ai Iu unt he R in.— ſchud 94 u, zu inm det 5 capr en angegebe feche u 2Leine tn⸗ von de Jene daun fort, d lrthelsſeu finden im er den Lahe derſtaͤt i enn derIr ii verſüt reeution uſ er in elige findet woiſes bi ie unteſge⸗ gter betde⸗ „meinenſe „ mai 10 werde h t, abtt di beſtehe, m igen(din es enthalt Wirkunn del ereun hin auhe orden, be ſei wende und aue 239 —,— hoben. Der Angeklagte ſterbe in dieſem Falle nicht al⸗ lein in dem Beſitz ſeines Civilzuſtandes, ſondern ſelbſt mit der fuͤr ſich habenden Vermuthung der Unſchuld.— Die Verfaſſer der Pandectes franboiſes berufen ſich bei Aufſtellung dieſer Principien auf den uſage und das roͤmiſche Recht*) und mehrere Artikel des ur⸗ ſpruͤnglichen Projects des Code civil, welche, wenn ſie gleich unterdruͤckt worden, doch in die Jurispru⸗ denz des Code aufgenommen werden mußten. Faͤr den erſten Fall wuͤrde alſo auch als Folge ſtatt finden muͤſſen, daß, wenn der Verſtorbene wirklich ac⸗ tes frauduleux errichtet haͤtte, ſolche nicht angefoch⸗ ten werden koͤnnten, weil als conditio ſine qua non vorausgeſetzt wird, daß die Wirkungen des buͤrgerli⸗ chen Todes hinterher vollſtaͤndig eintreten. Allein wie, wenn ſich der Angeklagte im Gefaͤng⸗ niß ſelbſt ermordet hat? Kann man hier annehmen, daß eben das Rechtens ſei, was auf den Fall des na⸗ tuͤrlichen Todes Rechtens iſt?. 7 Bei den Verhandlungen uͤber den Code kam zwar auch die Frage vor, allein ſie blieb unbeantwortet. Nach den Einwuͤrfen, welche man bei der Abfaſſung des Artikels 26 gegen die Suspenſion der Wirkungen des buͤrgerlichen Todes bis zur Execution der Urtel machte, daß naͤmlich die Verurtheilten der Execution durch Selbſtmord entgehen, ſo integri ſtatus ſterben, und ihr Teſtament zum Nachtheil ihrer geſetzlichen Er⸗ ben guͤltig machen koͤnnten, und der Antwort darauf zu urtheilen, wuͤrden die Selbſtmoͤrder mit denen glei⸗ che Rechte genießen, die des natuͤrlichen Todes ſter⸗ ben.— Denn es wird angenommen, daß der An⸗ geſchuldigte, nicht ſowohl um der geſetzlichen Strafe — „ 1. 5. P. Ae pull, iadio, I. 2. f. 3. D. As gpoenire 240 —— zu entgehen, als vielmehr um ſeine Ehre und ſeinen ſta⸗ tus oder um ſeinen Kindern die Succeſſion*) zu er⸗ halten, ſich umgebracht habe. Nimmt man dber das an, ſo kann man nicht fuͤglich zugleich annehmen, daß er ſich des begangenen Verbrechens gerade durch den Selbſtmord hoͤchſtverdaͤchtig gemacht habe. Ich glaube, bei ſo bewandten Umſtoͤnden muß man in A Abſicht des Selbſtinordes eben ſo unterſcheiden,, wie oben in Abſicht des natuͤrlichen Todes unterſchieden 1 worden iſt. Wenigſtens ſehe ich nicht ein, wie man dier beſondere Grundſtze aufſtellen koͤnnte. 31 Wir kommen jetzt zu den condamnations pa contumace, wovon Artikel 22 ſpricht. Bei ihnen tritt der buͤrgerliche Tod erſt nach dem Abl lauf von fuͤnf Jahren, we ſche auf die Execution in efligie folgen, ein, und waͤhrend welcher der Veruürtheilte ſich ſtellen Bhuei lwühhu kann. Die Ge eſetzgeber konnten mit dem Lunſinnen cial⸗Criminal⸗Verfahren aus einem doppelten Grun⸗ de nicht in Abſicht des buͤrger! lichen Dodes ſolche Wirkungen verbinden, wie mit dem ordentl ichen und eigentlichen Eriminalverf fahren. Einmal wird ja da⸗ bei der Angeſchuldigte nicht gehört, und dann zweitens iſt es ja ar uch moͤglich, daß ſeine Abweſenheit rechtmaͤ⸗ ßige Urſachen haben kann. So vernuͤnftig auch der Unterſchied iſt, den der Code hier gemacht hat, ſo wenig war er doch ehedem in Frankreich bekannt. Man ließ vielmehr auch bei Contumacial⸗ Erkenntniſ⸗ ſen, mit dem Tage, wo die Execution des Urtheils in effigie geſchah, die Wirkungen des buͤrgerlichen To⸗ des eintreten. Man geſtattete blos eine hadh— wenn ſich der in contumaciam Verurtheilte hernas ſtellte, oder in der ihm ſich i ſtelien noch nachgel iſe — 2) Wumiic in auua, wo die Confiseation alüha würde —— h zit mMWuithu lantume mih entern fadent de Wi dr En lufde Man NArm Dan rtee dea,d 4 1i uh ſ dnd dasgeid 8 tan —— de droi tim 6 ) Nar d dey Npend a, 1 ad fina man aberd nehman, 1 de durh i den mußnu ſchedn, unterchie in, wie m 1 * 1 nations M :. Di ihn dlauf wn i kligie fäcr (le ihfib * em Conimd. ppeten Gi Todes ſeh. dentlichn M lwid ud dann wiim deit nainb ftig euhn ncht bat, eich beiam Erkannni s Uhrtheibi gerichen d ben veite hermt nüchzälſt — ta rihe 24 5 nen Zeit*) eingezogen wurde. Hier wurde die Un⸗ terſuchung von neuen vorgenommen, und das ganze Contumacialverfahren mit allen ſeinen Folgen wurde vernichtet. Es war allerdings vernuͤnftiger, zu verord⸗ nen, daß die Wirkungen des bürgerlichen Todes uͤber⸗ all erſt nach dem Ablauf einer gewiſſen Zeit bei Contu⸗ macial⸗Erkenntniſſen eintreten ſollten, als ſie eintre⸗ ten zu laſſen, und hernach wieder aufzuheben. Die neue Geſetzgebung unterſcheidet ſich von der alten dar⸗ in, daß einmal kein délai de grace pour ſe repré- ſenter noch erſt beſonders ertheilt zu werden braucht, ſondern ſchon geſetzlich ertheilt iſt, und zweitens, daß die Wirkungen des buͤrgerlichen Todes nicht ſchon mit der Execution in ekßgie, ſondern erſt nach dem Ab⸗ lauf des délai de grace eintreten. Man wollte anfangs in Abſicht der Zeit, wo die Wirkungen des buͤrgerlichen Dodes eintreten, das alte 4 Nechtsſyſtem beibehalten; aber auf die Bemerkungen des Tribunats verließ man es nachher. . 8 1 Wenn nun aber auch der in contumaciam Ver⸗ urtheilte und in efhgie Executirte, waͤhrend der fuͤnf Jahre, die ihm als délai de grace nach der Execution verwilligt ſind, ſeine droits civils beibehaͤlt, ſo ſoll er doch nach Art. 28 der Ausuͤbung derſelben beraubt ſeyn, und ſollen ſeine Guͤter und Rechte verwaltet und ausgeuͤbt werden, wie die eines Abweſenden. So ſcheint eigentlich der in contumaciam Ver⸗ urtheilte nicht groß durch die neue Geſetzgebung gewon⸗ nen zu haben. Denn was hilft es ihm, wenn er zwaͤr die droits civils nicht einbuͤßt, aber doch auch davon keinen Gebrauch machen kann? Kann er doch in der *) Man pflegte ehedem immer ein ſolches délai de grace pour ſe reprétenter nachzulaſſen. Dies délai war aber nach den Gegenden ſehr verſchieden. Vergl. die PLandectes frangoin ſer, Tom. II. pag. 213.— 242 —— Zwiſchenzeit keine von den Rechtshandlungen verrich⸗ ten, zu welchen die Eigenſchaft eines Menſchen, der droits civils hat, berechtigt! Kann er doch ſich nicht guͤltig verheirathen, kein Teſtament machen! ꝛc. Indes iſt dies nur ſcheinbar. Denn die Dispoſi⸗ tion des Artikels 28 enthaͤlt weiter nichts, als eine Se⸗ queſtration des Vermoͤgens und der Vermoͤgensrechte des Ungehorſamen, welche ſchon in dem aͤltern fran⸗ zoͤſiſchen Rechte ihren Grund hat, aus dem roͤmi⸗ ſchen Rechte originirt, und wieder in den Code in einer andern Geſtalt aufgenommen worden iſt. Mit den uͤbrigen droits civils hat ſie auch gar nichts zu ſchaffen. Nichts hindert alſo den Ungehorſamen, waͤhrend der fuͤnf Jahre eine Ehe abzuſchließen, die al⸗ le buͤrgerliche Rechtswirkungen zur Folge hat, und die in dieſer Zeit erzeugten Kinder muͤſſen fuͤr voͤllig legiti⸗ me Kinder gehalten werden. Nichts ſteht ihm ferner entgegen, in dieſer Zeit ein Teſtament zu errichten, welches alle geſetzliche Wirkungen hervorbringt, wenn er in dieſen fuͤnf Jahren ſtirbt. Stirbt er aber nach dem Ablauf derſelben, ſo verliert das Teſtament ſeine Kraft und Wirkung, nicht deshalb, weil hier eine Ruͤckwirkung ſtatt haͤtte, ſondern weil er unfaͤhig war, zur Zeit ſeines Ablebens zu teſtiren. Darum iſt zwiſchen letzten Willensverordnungen und andern Rechtsgeſchaͤf⸗ ten ein Unterſchied. Die letztern beſtehen ſammt und ſonders, und aͤußern ihre Wirkungen auch fuͤr die Fol⸗ ge, außer daß die abgeſchloſſene Ehe nach dem Ablauf der fuͤnf Jahre, wo der buͤrgerliche Tod eintritt, auf⸗ 4 hoͤrt, eine Ehe des buͤrgerlichen Rechts zu ſeyn, und in einer Ehe des natuͤrlichen Rechts fuͤr die Folge der Zeit verwandelt wird. Dieſer Erklaͤrung des Art. 28, welche nicht nur von den franzoͤſiſchen Juriſten allgemein angenommen „ n JSötan HA W Nerm V nüim: 1 ts dun ndd m Ge lnrfen Knggei a iploum tlin i Kcjeſ KNehen n die ntume ſer gu Rcelch — Jaas a. 8 2 Renſchn, n er 8 t machen. un die dae , als eineh ermögenat m aͤten zus den i den(ooh den iſ ) gar 8 ehat, un iruh ſeht ihn ſ⸗ it zu ent erbringt,n öt er abr Keſtamen weil hi r unfhn rum ſ7 Rhtegi hen un⸗ chf für d ch un einteit, S zu ſem tdie duh iche nihn j augenane 243 ——. wird,*) ſondern der auch bereits mehrere bei den fran⸗ zoͤſiſchen Gerichten gefaͤllte Urtheile zur Seite ſind, ſcheint doch entgegenzuſtehen, daß der Artikel 28½ deut⸗ lich ſagt, die in contumaciam Verurtheilten ſollen waͤhrend des délai der fuͤnf Jahre privés de lexer- cice des droits civils ſeyn, und zwiſchen den droits civils keinen Unterſchied macht, ſondern ganz allge⸗ mein redet, auch erſt in einem Nachſatze beſtimmt wird, daß ihre Guͤter und Rechte wie die der Abwe⸗ ſenden verwaltet werden ſollen, dieſe letztere Beſtim⸗ mung alſo mehr die Sicherung der vorhergehenden Dispoſition als deren Erklaͤrung zum Zwecke zu ha⸗ ben ſcheint. Es ſtimmen auch die Discuſſionen uͤber dieſen Artikel nicht mit jener Erklaͤrung ſo ganz uͤber⸗ ein, vielmehr laͤßt ſich daraus mehr wider als fuͤr die Erklaͤrung folgern. Wir wuͤrden die Dispoſition des Art. 28 daher ſo erklaͤren, daß, ſo viel zuvoͤrderſt die Vermoͤgensrechte des in contumaciam Ver⸗ urtheilten anbetrifft, die Ausuͤbung derſelben ſeiner⸗ ſeits durchaus und ohne alle Einſchraͤnkung waͤhrend der fuͤnf Jahre ceſſirt, moͤgen nun dieſe Rech⸗ te den Genuß oder die Verfuͤgung uͤber das Vermoͤgen betreffen. Es koͤnnen daher auch keine auf dieſe Aus⸗ uͤbung gerichtete Acte guͤltig von ihm unternommen wer⸗ den, als Schenkungen, Teſtamente ꝛc., ſondern ſind iplo iure nichtig. Ein gleiches gilt zweitens von allen uͤbrigen droits civils, welche nicht Vermoͤgens⸗ rechte ſind, als der vaͤterlichen Gewalt, den ehelichen Rechten ꝛc.— Nur verſteht es ſich von ſelbſt, daß, da die eheliche Verbindung fortwaͤhrt, wenn der in contumaciam Verurtheilte in der Aufſchubszeit mit ſeiner Frau ein Kind erzeugt haben ſollte, ſolches zu den helichen Kindern gehürt. Das tzengen el ehel üſcher *) Pandectes frangolſer, Tom⸗ Iſ. Pas. 2a1 fgg. Heft III. 18 1 244 —.— Kinder gehort an ſich nicht ſowohl zu den droits ei- wils, als vielmehr der Genuß der geſammten ehelichen Rechte, und man wuͤrde offenbar uͤber die Intention der Geſetzgeber hinausgehen, wenn man annehmen wollte, ſolche Kinder muͤßten als uneheliche betrachtet werden, da ſie doch in einer wirklichen Ehe erzeugt ſind. Wohl aber gehoͤrt das Recht, von der Frau das Beiſammenwohnen und den Beiſchlaf zu verlangen, zu den droits civils, deren Ausuͤbung dem in con⸗ tumaciam Verurtheilten, ſo wie die Ausuͤbung ande⸗ rer ehelichen Rechte, unterſagt iſ it. Da der in contumaciam Verurtheilte waͤhrend der fuͤnf Jahre alle droits civils beibehaͤlt, ſo muͤſſen ihm auch Erbſchaften und andere Vortheile, welche ihm anheim fallen, erworben werden. Nur verſteht es ſich von ſelbſt, daß er davon ſo lange keinen Genuß ter die verhaͤngte Adminiſtration fuͤgen muß. Der Art. 29 ſpricht von dem Fall, wo ſich der in hat, ſondern alles, was ihm erworben wird, ſich un⸗ contumaciam Verurtheilte in der ihm geſtatteten 3 Friſt von fuͤnf Jahren entweder freiwillig ſtellt, oder als Gefangener eingebracht wird. Hier ſoll 1) das ganze CEontumacialverfahren nebſt dem darauf gegrun⸗ deten Urcheil vernichtet werden. 2) Er ſoll wieder in den Beſitz ſeines Vermoͤgens eingeſetzt werden. 3) Es ſoll ein ordentlicher Criminalprozeß gegen ihn eingelei⸗ tet werden, und wenn er im Wege deſſelben zu eine Strafe,(entweder zu der naͤmlichen, wozu er im We⸗ ge des Contumacialverfahrens verurtheilt war, oder h einer andern,) verurtheilt wird, die den bürgerlichen Tod zur Folge hat, ſo ſoll derſelbe erſt vom Tage der Execution des zweiten Urtheils eintreten. Es kommen uns bei dieſem Artikel mehrere Bemer⸗ kungen und Fragen entgegen. Daß das Contumacial⸗ =. 4. 3 4 in Arcisz inten nah dc die Jhane 3 ſannäh lihe deunn n en en der Frang zu ver g ba u zusüͤdungah heitte tie etheile, d Nrh ekeinen 6⸗ wird, ſch 1 wo ſchw im geürn lig ſel er ſel)) darauf 3 1 er ſol wien eeden. z en ihn a 1 eſelbegu cſu ti g t war, in en blegtit n niret de⸗ Cont nuas . 245 2—“.(— verfahren i in ſeinem ganzen Umfange vernichtet werden ſoll, hat darin ſeinen Grund, weil ſolches nur uͤberall zur Huͤlfe ſtatt findet, und dabei fuͤr die Ausmittelung der Unſchuld des Angeklagten nicht gehoͤrig geſorgt wer⸗ den kann. Wenn nun aber das Contumacialverfah⸗ ren in ſeinem ganzen Umfange vernichtet wird, ſo fragt es ſich: Werden auch die Folgen, die daſſelbe hatte, naͤmlich die privation de'exercice des droits ci- vils, ſo vernichtet ,als wenn ſolche nie vorhanden ge⸗ weſen waͤren? Wollte man die Frage ſchlechthin be⸗ jahen, ſo wuͤrde folgen, daß in der Zwiſchenzeit aßge⸗ ſchloſſene Ehen, errichtete Teſtamente„ c., jetzt guͤltig wuͤrden und als buͤrgerlich⸗ rechesbeſtändige Handlun⸗ gen erachtet werden muͤßten. Dies laͤßt ſich aber durch⸗ aus nicht behaupten, und daher muß die Frage ver⸗ neint werden. Das Geſetz beſtimmt auch dadurch, daß es den in contumaciam Verurtheilten wieder in den Beſitz ſeines Vermoͤgens eingeſetzt wiſſen will, deut lich genug, daß die Folgen, welche die in Grund⸗ lage des Contumacialerkenntniſſes eingetretene Execu⸗ tion in efligie hatte, nicht eben ſo aneantirt werden ſollen, wie das Contumacialverfahren ſelbſt, ſondern daß erſt von der Zeit an, wo der contumax ſich ſtellt oder gefaͤnglich eingebracht wird, die Reſtitution der Ausuͤbung der droits civils anfangen; ſoll. Von die⸗ ſer Zeit an erſt ſoll der bisherige contumax wieder zum Beſitz ſines. Vermoͤgens und uͤberhaupt zur Aus⸗ uͤbung der droits civils gelangen. Was alſo waͤhrend der Zeit, wo er der Ausuͤbung der droits civils beraubt war, von ihm in Gemaͤßheit der droits civils ausge⸗ uͤbt wurde, iſt und bleibt unguͤltig. Die Verfaſſer der Pandeotes frangoiſes*) und andere franzoͤſiſche Jeriſte iind zwar der Entegengeſetten Meinung aus Tom. II. pPag. 226. 18* 246 —— den oben Seite 242 angefuͤhrten Gruͤnden; allein da „wir ihre Meinung bereits dort verlaſſen haben, ſo koͤn⸗ nen wir ihnen hier gleichergeſtalt nicht beipflichten.— Uebrigens verſteht es ſich von ſelbſt, daß mit dem Ver⸗ moͤgen, welches der contumax hinterließ, ihm jetzt auch die inzwiſchen, wo es von Seiten des Staates fuͤr ihn als abweſend verwaltet wurde, gezogenen Reve-⸗ nuen, ſo wie die ihm inzwiſchen anheim gefallenen Erb⸗ ſchaften und andere Vortheile zugleich mit extradirt wer⸗ den muͤſſen.— Wenn nun der bisherige contumax in die voͤllige Ausuͤbung der droits civils wieder eintritt, ſo muß er in Abſicht der von ihm von jetzt an errichte⸗ ten Dispoſitionen, wenn hernach der buͤrgerliche Tod er⸗ folgt, nach denſelben Grundſaͤtzen beurtheilt werden, welche oben bei der Ertlaͤrung des Artikels 27 angege⸗ ben worden ſind. 74 1. ͤ In dem Artikel 30 iſt von dem Falle die Rede, wo der in contumaciam Verurtheilte erſt nach dem Ab⸗ lauf des déelai von 5 Jahren ſich ſtellt oder gefaͤnglich eingezogen wird. Das Contumacialverfahren ſoll in dieſem Fall zwar auch vernichtet, und ein neues or⸗ dentliches Verfahren gegen ihn eingeleitet werden; Tod nicht zur Folge hatte, ſo kann er doch in Abſicht fuͤr die vergangene Zeit rehabilitirt werden. der droits civils nur fuͤr die Zukunft— nicht aber Die bereits eingetretenen Wirkungen des buͤrgerli⸗ chen Todes werden alſo nicht aufgehoben. Das Ver⸗ moͤgen eines ſolchen in contumaciam Verurtheilten, nebſt dem ganzen Zuwachs, den es in den fuͤnf Jahren des délai erhielt, iſt und bleibt fuͤr ihn verloren, und faͤllt dem anheim, welchem durch den buͤrgerlichen Tod die Succeſſion eroͤffnet wurde. Seine eheliche Ver⸗ bindung iſt und bleibt aufgeloͤſet, und muß von nenem 7 nid 1bd diaa dn weo NMhatuma uſt bunnt.. VNNahe aber wenn er auch in dieſem Verfahren abſolvirt, oder zu einer Strafe verurtheilt wird, die den buͤrgerlichen Aln fuaß i dund W Nuch ndt, bahe rnzäch urwit 31 ran, d drnac täled unden wig md ; allen en, ſoia Rlchimn. it dem Ne , in Staͤtszt genen Ra fallenengt etradite ontumaxj eder enn an eritt eiche do dilt vedg 527 an ie Rede,n ach dem! et geftnt ahren ſole in neudt tet weden ſolvitt, a baͤrgerltn hin Ahſt . nich i des bärne. Das N trurtheita anf Jahe loren, w richen d9 eliche Ir von lalus 1 247 —— mit den vorgeſchriebenen Foͤrmlichkeiten abgeſchloſſen werden, wenn er ſie wieder zu einer buͤrgerlichen Ehe machen will. Die inzwiſchen in der Ehe des natuͤrli⸗ chen Rechts oder der blos kirchlichen Ehe erzeugten Kin⸗ der muͤſſen jedoch als legitimati per ſubſequens matrimonium betrachtet werden. BViele duͤrften hier dem Code eine Inconſequenz vorwerfen, weil, da doch das Contumacialverfahren ſelbſt nach dem Ablauf der fuͤnf Jahre vernichtet wird, auch zugleich der eingetretene buͤrgerliche Tod mit ſei⸗ nen Folgen haͤtte aufgehoben werden muͤſſen, der ſich doch allein auf das Contumacialverfahren gruͤndet. Allein man erwaͤge nur, das ſchon der buͤrgerliche Tod auf die executio in effigie haͤtte erfolgen muͤſſen, und daß das délai von fuͤnf Jahren als eine bloße Wohlthat von dem Geſetz geſtattet wurde, man alſo gerade, um conſequent zu handeln, annehmen muͤßte, daß mit dem Ablauf deſſelben nun der buͤrgerliche Tod ſchlechterdings eingetreten ſei. Wenn man mit Aufhe⸗ bung des Contumacialverfahrens nach dem Ablauf der fuͤnf Jahre ein neues jugement erlaubte, ſo iſt das eine beſondere geſetzliche Wohlthat, welche dem in contumaciam Verurtheilten nur unbeſchadet deſſen, was jetzt nicht mehr abzuaͤndern war, geſtattet werden konnte.— Die durch das neue jugement erhaltene Abſolution muß daher als eine Art von Wiedergeburt angeſehen werden, bei welcher keine ruͤck⸗, ſondern nur vorwirkende Kraft ſtatt findet. Zu bemerken iſt uͤbrigens noch, daß der Code hier ganz von dem aͤltern franzoͤſiſchen Rechte abweicht. Darnach blieb, wenn der in contumaciam Verur⸗ theilte das délai de grace hatte verſtreichen laſſen, es unwiderruflich bei dem, was durch das Contumacial⸗ verfahren einmal war feſtgeſetzt worden, wenn er nicht von dem Regenten die Erlaubniß zur Reviſion des Un⸗ verlorne Rechte wieder, ſelbſt die Confiscation wurde 4 248“ —— 4 I terſuchungsprozeſſes— lettres pour eſter à droit— auswirken konnte. Hatte er aber dieſe ausgewirkt— was eben nicht ſchwer hielt— und wurde nun bei dem neuen Verfahren abſolvirt, ſo erhielt er zugleich alle 1 aufgehoben, und das noch vorhandene Vermoͤgen ihm wieder zuruͤckgegeben.— Da die lettres pour ef- ter à droit doch immer etwas Willlkuͤhrliches waren, ſo hielt man es bei der Abfaſſung des Code fuͤr gera⸗ thener, lieber dem in contumaciam Verurtheilten geſetzlich das Recht der Reviſion ſeines Prozeſſes zu geſtatten, dabei aber zugleich feſtzuſetzen, daß es fuͤr die Vergangenheit bei den einmal eingetretenen Folgen des buͤrgerlichen Todes ſein Bewenden behalten muͤſſe. Nach dem ein und dreißigſten Artikel ſoll es, wenn der in contumaciam Verurtheilte in der Guadenzeit von fuͤnf Jahren, ohne ſich geſtellt zu ha⸗ ben, oder ergriffen und in Verhaft genommen worden zu ſeyn, verſtirbt, ſo angeſehen werden, als ſei erim unverletzten Zuſtande ſeiner Rechte geſtorben. Das Contumacialerkenntniß ſoll hierdurch kraft des Geſetzes vernichtet ſeyn. Der Klage des beſchaͤdigten Theils ſoll jedoch dadurch kein Abbruch geſchehen, ſie ſoll aber nur durch einen Civilprozeß wider die Erben des Verur⸗ theilten angeſtellt werden koͤnnen. Von Maleville bemerkt, daß dieſer Artikel ganz mit der alten Prarxis uͤbereinſtimme, welche ſich auf einen aus dem Art. 29 Tit. 17 der Ordonnanz von 1670 hergeleiteten Schluß gruͤndete, und nach wel⸗ cher nicht nur dann der Stand des in contumaciam Verurtheilten unverletzt blieb, wenn er binnen der fuͤnf Jahre verſtarb, ſondern auch derjenige integri ſtatus verſtarb, welcher wuͤhrend des Laufes der Appellation verſtarb, die er gegen ein auf ein ordentliches Crimi⸗ nalverfahren erfolgtes Urtheil eingelegt hatte. 1 5 racian loert wihn Whuſ tudn Tſen nurde n Nin uufid ſamd ehde di an tenſcut F jKauneeii Drauſe richede Vüdd mömn täerf win E t vach Dtpen! nen kand N ſ n auh komm. funn end d rà drot. lsgewitt. nun bam zuglecha ſcgtion ne eenögn res pon; tlches dun ode fir 1 Verurtti Preiſſe i, dijt ſetenen halten i n Artt ttheitte geſtelt e. mmen dei „ab ſitt orben. d ft des Gſt gten Tdhibt eſoll abru n des Ne dieſe i e, waltt donnane nd mach ontumavin nnen derſi tegri ud er Vrclän ſiches Em te. 1 249 2 Die Gunſt, welche das Geſetz hier dem in con⸗ * tumaciam Verurtheilten zugeſteht, gruͤndet ſich, wie Locré*) bemerkt, 1) auf die Vorausſetzung, daß ihn unuͤberſteigliche Hinderniſſe abgehalten haben, ſich zu ſtellen; 2) auf die Vermuthung, daß er un⸗ ſchuldig war, weil die Gnadenzeit, binnen welcher er erſchien und ſich von dem, was ihm Schuld gegeben wurde, reinigen konnte, noch nicht verſtrichen war. Man duͤrfte auch hier wieder eine Inconſequenz darin finden wollen, daß, wenn das Contumacialver⸗ fahren durch den Tod vernichtet wurde, nicht auch zu⸗ gleich die actio civilis mit aufgehoben wurde, die ſich doch auf daſſelbe gruͤndet. Allein dieſe ſcheinbare In⸗ conſeguenz verſchwindet, wenn man erwaͤgt, daß das Geſetz die actio divilis hier gar nicht als auf das Con⸗ tumacialverfahren gegruͤndet ſoutenirt, ſondern der Priratſatisfaction, als einer von der dffentlichen ganz verſchiedenen Sache, nur ihren Lauf geſtattet. Der Beſchoͤdigte kann alſo gar nicht einmal ſeine Rechte auf den Grund des durch den Tod vernichteten Contuma⸗ cialverfahrens geltend machen, ſondern es bedarf zu dieſem Ende einer eigenen Ausfuͤhrung im Civilprozeß, bei welcher er ſich jedoch der in dem Contumacialver⸗ fahren vorgekommenen Beweiſe und Urkunden bedie⸗ nen kann.*) Wie wird die Gnadenzeit berechnet? Dieſe Frage iſt nicht nur mit Hinſicht auf dieſen Artikel, ſondern auch wegen der vorigen Artikel, in welchen ſie vor⸗ kommt, ſehr wichtig. Die Verfaſſer der Pandectes françoiſes***) ſagen daruͤber: Obſervez que les cinq armées accordées au contumax pour ſe re. ⸗) I. c. pag. 448. ) Locrél. c. pag. 45e. ***) Tom. II. pag. 252.. 250 —— Prelenten. ne courent qu'à compter du jour de Lexécution du jugement de contumace excluſi- vement. C'eſt à- dire, qu'elles ne commencent à courir que le lendemain de ce jour, ſuivant la maxime que dies termini non com- putatur in termino; et que le dernier jour de la cinquième année, en comptant de cette manière, eſt encore un jour utile. Ainſi par exemple, ſi un jugement par contumace à été exéeuté le premier Frimaire an 12, les cing années de grace ne commencent à courir que le 2; et li le condamné meurt le z Frimaire an 17, il meurt integri ſtatus, car il eſt décé- dé dans les cinq ans. Der Artikel 32 beſtimmt, daß in keinem Fall die Verjaͤhrung der Strafe den Verurtheilten fuͤr die Zu⸗ kunft in ſeine Civilrechte wieder einſetzen ſoll. Um dies richtig zu verſtehen, merke man: das roͤ⸗ miſche Recht kennt nur eine Verjaͤhrung der accula- tio, welche man in Deutſchland auf den Unterſu⸗ chungsprozeß uͤbergetragen hat. Sowohl bei dem Ac⸗ cuſations⸗ als dem Unterſuchungsprozeß kann daher nur immer von der Verjaͤhrung des Rechts, die aus Ver⸗ brechen entſpringende oͤffentliche Satisfaction zu ver⸗ folgen, die Rede ſeyn. Durch das Criminalverfahren, ſei es ein ordentliches oder ein Contumacialverfahren, wird alſo die Criminalverjaͤhrung immer aufgehoben. Wenn alſo nach beendigtem ordentlichen Criminalver⸗ fahren ſich der Verbrecher der Execution der Sentenz durch die Flucht entzieht, ſo kann er nie, wenn man ſeiner in der Folge wieder habhaft wird, ſich auf Ver⸗ jaͤhrung berufen. Ein gleiches gilt von dem, welcher in contumaciam verurtheilt worden iſt.*) Nach *) Dabelon uͤber die Verläͤhrung, Theil a. 198, 286. „Huadud . Wu. an br Au jom ce exclal. unna mntumace; 2, les ang. courir T rimairea Il elt dee nem Fal fur de T an: dt der acelb en Uutni bei dem ä nn daheru die aus de tion zuig alverfohrn alberfahtn aufgehe Lriminabe er Senn wenn n h auf Ve n, 4 *) Aa — 4 ¹93 1 251 —— unſern Begriffen von der Geiminalver ährung wuͤrde alſe Artikel 32 gar nicht die Verfuͤgung enthalten koͤn⸗ nen, die er enthaͤlt. Denn er ſetzt entweder ein im Wege des ordentlichen Criminalprozeſſes gefaͤlltes Ur⸗ theil voraus, deſſen reeller Execution aber der Verbre⸗ cher durch die Flucht entgangen iſt, oder ein Erkennt⸗ niß im Wege des Contumacialprozeſſes. In beiden Faͤllen kann aber nicht mehr von Verjaͤhrung die Rede ſeyn, wenn dernach; der Verbrecher wieder zum Vor⸗ ſchein kommt, weil die Urſachen, wegen welcher Cri⸗ minalverjaͤhrung fingefäͤh iſt, hier ganz wegfallen. Es muͤſſen a lſo in der franzoͤſiſchen Jurisprudenz andere Begriffe und Vorſtellungen von der Criminalver⸗ jaͤhrung herrſchen als bei uns. So iſt es auch wirklich. Von jeher nahm man in Frankreich noch eine eigene Ver⸗ jaͤhrung der Strafe an, und dieſe wird in dem Art. 32 vorausgeſetzt. Sie beſteht darin, daß einer, der der Exe⸗ cution des Urtheils durch die Flucht entgangen iſt, oder der in contumaciam verurtheilt worden, nach dem Ab⸗ lauf einer Zeit, die ſich nach der eigentlichen Criminal⸗ verjaͤhrung richtet, nicht mehr mit der ihm zuerkannten Strafe belegt werden kann, wenn er wieder erſcheint. So eine Verjaͤhrung der Strafe ſoll aber nie den Ver⸗ urtheilten weder fuͤr die Vergangenheit noch fuͤr die Zukunft in ſeine buͤrgerlichen Rechte wieder einſetzen. Er iſt einmal buͤrgerlich⸗todt und ſoll es auch bleiben. Der in contumaciam Verurtheilte kann auch, wie von Maleville*) behauptet, wenn die Stra⸗ fe verjaͤhrt iſt, nicht auf Aufhebung des Contumacial⸗ verfahrens, und Einleitung eines neuen ordentlichen Criminalverfahrens mehr antragen, indem ein Verfah⸗ ren ganz unnuͤtz ſeyn wuͤrde, deſſen Reſultat nicht mehr crecutirt werden konnte.— Alllein es iſt ja auch da⸗ *) Analyſe nagennce de 1 Debeon du Code ete. ad h., art. 252 —,,— 8 bei die voͤllige Abſolution moͤglich, und ich ſehe daßer nicht ein, wie dem in contumaciam Verurtheilten durch etwas,, was zu ſeinen Gunſten abzwecken ſoll, wie bei der Verjaͤhrung offenbar der Fall iſt, ein Nachtheil erwachſen kann. Der Arrikel 32 ſchließt auch weder ausdruͤcklich noch ſtillſchweigend hier den in contumaciam Verurtheilten von der Wohlthat der Reviſion des gegen ihn verhaͤngten Unterſuchungspro⸗ zeſſes aus, und daher muß es in Anſehung dieſes Punkts bei der allgemeinen Vorſchrift des Art. 30 nach unſerer Meinung ſein Bewenden behalten. Der drei und dreißigſte Artikel enthaͤlt Be⸗ ſtimmungen uͤber das Vermoͤgen, welches von dem Buͤrgerlich⸗Todten erworben worden iſt, ſeitdem er den buͤrgerlichen Tod erlitt, und in deſſen Beſitz er ſich bei ſeinem Ableben befindet. Oben Seite 220 iſt bemerkt worden, daß des buͤrgerlichen Todes ungeach⸗ tet doch noch Vermoͤgen von dem Buͤrgerlich⸗ Todten erworben werden kann. Dorr iſt auch gezeigt worden, in wie weit der Baͤrgerlich⸗Todte daruͤber verfuͤgen kann, und daß alle Erbfolge ſchon von ſelbſt ausgeſchloſ⸗ ſen iſt. Was nun von ſolchem neu erworbenen Ver⸗ moͤgen zur Zeit ſeines Ablebens vorhanden iſt, das ſoll dem Staate par droit de déshérence anheim fallen. Doch ſoll es dem Kaiſer frei ſtehen, zum Vortheil der Wittwe, der Kinder oder der Verwandten ſolche Verfuͤgungen zu treffen, die ihm die Mien ſchlichkeit eingeben wird Der Artikel enthaͤlt nicht, wie es auf den erſten Blick der Fall zu ſeyn ſcheint, eine Confiscation, ſon⸗ dern was er verfuͤgt, iſt eine natuͤrliche Folge des buͤr⸗ gerlichen Todes. Der Buͤrgerlich Todte buͤßt ja, wie oben gezeigt worden, das Recht der activen ſowohl als paſſiven Succeſſion ein. Sein Vermoͤgen muß! daher bei ſeinem Ableben als bonum vacans dem Staate anr 84 i en s 4 oh nſc Dvence funt le u e Jw üch MWn iin ud änes nan vidiſ *dm ber ſhu e Fvab Ntdd fan, ſi wr erurthäl wecken ſ all ſt„A 32 ſti hier dni Johſthrr ſuchumen hung d des Ar. alten. enthät 9 es don da „ſeidem ſen Bit Seite nwi des unaet rich⸗din zeigt wem der deffn taueet orbenen De it, dot heim faln um Vor tt andtrnſi kenſtlht f den tit cation, di ige deth dßtid, dn li nuſj di em Slu 253 —-—. anheim fallen. lim alle Gedanken an Conftsearion auszuſchließen, bediente man ſich des Ausdrucks: dés- hérence. Merkwuͤrdig i iſt die dem Kaiſer ertheilte Be⸗ fugniß, uͤber die dem Staate anheim gefallenen Guͤ⸗ ter zu verfuͤgen. Das aͤltere franzoͤſiſche Recht geſtat⸗ tete ſolche nur bei Confiscationen„ we ics dem n Nehet⸗ ten eigenthuͤm ich deſdrten. — Nahtr a. Da der buͤrgerliche Tod allemal nach Art. 26 und 22 die Execution des Urthe ils, ſei ſolche eine reelle oder eine executio in effigie, vorausſetzt, und die Wir⸗ kungen deſſelben nicht eher eintreten, ſo verſteht es ſich, daß dieſe Execution, da ſie etwas factiſches iſt, von dem bewieſen werden muß, welcher durch den buͤrger⸗ lichen Tod gewinnen will. In der Regel kann dieſer Beweis nur durch den uͤber die Execution eerrichteten Verbalprozeß gefuͤhrt werden. In der beruͤchtigten Sache des Desverneis,(vergl. v. Maleville g. —*— .— 41 4 a. O. ad Art. 26), hat jedoch der Caſſationshof er⸗ klaͤrt, daß auch auf andere ſichere Weiſe der Beweis der tErsrullon ſolle gefuͤhrt werden koͤnnen. L. Ueber die Frage: was ſind droits civils? mit Hin⸗ ſicht anf den erſten Ditel des erſten Buch⸗ des Code Napoléon. In dieſem Titel iſt von den droits eFvils. deren Sywerbung und Verluſt die Rede, ohne daß beſtimmt wird, welche Rechte denn zu den droits civils im Sinne der neuen franzoͤſiſchen Geſetzgebung gehoͤren. Daß man eine ſolche Beſtimmung im Art. 25, wo die 254 —“.—. droits civils aufgezaͤhlt werden, welche einer durch den erlittenen buͤrgerlichen Tod einbuͤßt, nicht finden duͤrfe, braucht wohl kaum erinnert zu werden. Denn es ſpringt i in die Augen, daß, da der mors civilis des Code nicht alle droits civils aufhebt, ſondern nur die im Art. 25 benannten, die Verordnung dieſes Ar⸗ tikels nicht den Zweck haben kann, die droits civils vollſtaͤndig aufzuzaͤhlen. Bei der Abfaſſung dieſes Ditels des Code kam die Bemerkung vor, daß die Rechtsgelehrten uͤber die Fra⸗ ge, welche Rechte zu den droits civils gehorten, nichts weniger als einverſtanden waͤren.“*) Man umging deswegen hoͤchſtwahrſchein lich in der neuen Ge⸗ ſetzgebung die Aufzaͤhlung der droits civils, und woll⸗ te auch nicht einmal eine Regel geben, nach welcher in vorkommenden Faͤllen gepruͤft werden moͤchte, ob ein Recht; zu den droits civils gehore oder nicht. Die Frage bleibt nichts deſto weniger von der aͤu⸗ erſten Wichtigkeit. Zachariä*) ſagt:„Wenn daruͤber, ob ein gewiſſes Recht zu den droits civils zu zaͤhlen ſei, Streit entſteht,(z. B. das Recht, durch Verjaͤhrung die Klage eines andern auszuſchließen, wel⸗ ches im Staatsrath ausdruͤcklich als ein Recht ange⸗ fuͤhrt wurde, deſſen Natur ſtreitig ſei); ſo wird 1) auf die Analogie,(ob es unter einem der im 28ſten Artikel angefuͤhrten Rechte mitbegriffen ſei): 2) auf allge⸗ meine Rechtsprincipien Ruͤckſicht zu nehmen ſeyn.— Eben ſo wenig kann man daher auf der andern Seite den Umfang der natuͤrlichen Rechte durch eine allge⸗ meine Regel beſtimmen. Nur ſo viel laͤßt ſich daruͤber im Alarmeinen feſtſetzen, daß im Zwaſal ein Recht — 3 Locra Epne du Code Napolcon, Tom. I. pag. 175. **½) In ſeinem ſchaͤtzbaren Handbuche des teanzsjifgen 4 Eiotlrechts, Th. 1. Seite 28. tb NJle Rnnn: unde: uc ir ſii 9 nC himn Naalt Kſul ar mn. A da dem fr tuor qunt di w ſh r woi ii gm lm ¹ at ſ daht teſind. Jdaits( känich da hter de da da Bächs he, we trete uch de Kean kentem mdn üch äne dnh ſicht fida en. Dan cirilshe ondetn m Jdieſs. voits diil de tem ber deh gchen n neuen Ge und vel von drß. 1.„P 1 roits cinl Recht, drh ließen a Recht un⸗ wird) ſten Ani auf ale nſen.- dem Eit eine alhe ich drü ein Rch — pag. 75 azuͤſiſch 255 —1— nicht als ein bürgetliches betrachtet werden kann, I. 25 D. de Legib. Beiſpiele von natuͤrlichen Rechten ſind M thene das Recht, durch belaſtende Vertraͤge zu er⸗ werben; das Recht, auf eine jede andere Weiſe als durch Schenkungen und letzte Willensverordnungen uͤber ſein Vermoͤgen zu verfuͤgen; das Recht, Scha⸗ dens⸗ Erſatz zu fordern.“ Hiernach ſcheint es, als wenn der ſchätzbare Ver⸗ — faſſer alle Regeln uͤber die Sache ausgeſchloſſen wiſſen will, oder daran zweifelt, ob ſie gegeben werden lenf nen. Wir ſind anderer Meinung. Das man die im Artikel 2 544 genannten Rechte, von deren Genuß der Buͤrgerlich⸗ Todte ausgeſchloſſen iſt, fuͤr droits eivils halten muß, wenn ſie auch nicht alle unter die Regel paſſen ſollten, wuͤrde ſich ſchon darum von ſelbſt verſtehen, weil das Geſetz ſie ausdruͤcklich fuͤr droits civils erflaͤrt, und ſie daher zu droits ci- vils gemacht worden ſind, wenn ſie es auch ſonſt nicht waͤren. Da es aber außer dieſen noch viele andere giebt, ſo muß durch eine Regel beſtimmt werden, wel⸗ che Rechte als droits civils uͤberhaupt zu betrach⸗ ten ſind. An dieſe Regel muͤſſen als Ausnahmen die droits civils geknuͤpft werden, welche im Art. 25 etwa als nicht unter die Regel paſſend vorkommen ſollten. Bei Auffindung einer ſolchen Regel duͤrfte einen aber die Analogie des Art. 25 gewiß nicht leiten. Denn bei den Discuſſionen uͤber den erſten Titel des erſten Buchs legte man ja zum Grunde, daß uͤber die Fra⸗ ge, welche Rechte alle droits civils waͤren, es ge⸗ theilte Meinungen gebe. Darum enthielt man ſich auch daruͤber aller geſetz! ichen Vorſchrift und verwies die Sache ſtillſchweigend in die Jurisprudenz. Eher koͤnnte man die Analogie des Art. 25 dazu gebrauchen, um den Buͤrgerlich⸗Todten 8 vom Genuß anderer Civilrechte asziſchljeßen, als wovon er hier ausdruͤck⸗ 256 4 —(— lich ausgeſchloſſen wird, wenn ſich hier übetali eine Analogie annehmen ließe. Wcoher nehmen wir denn nun aber die; zu gebenbe Regel? Doch wohl allein aus dem roͤmiſchen Rechte und den etwanigen Modiſicationen der alten franzoͤſi⸗ ſchen Jurisprudenz. Die ganze Lehre von droits ci- vils und naturels originirt doch allein aus dem roͤmi⸗ ſchen Rechte, und es erhellt aus den Discuſſionen, daß die Geſetzgeber ſich auf das römiſche Recht und die Lehrſaͤtze der alten franzoͤſiſchen Jurisprudenz, die das roͤmiſche Recht in ſich aufgenommen hatte ge⸗ ſtuͤtt haben. Wir wollen zuerſt die römiſchen Geſehe uͤber Hroits eivils reden laſſen. Eine Regel daruͤber ſtellen ſie uns eben ſo wenig als der Code Napoléon auf. Aus den iuribus civis romani, die wir aus dem roͤmi⸗ ſchen Rechte hoͤchſt unvollkommen kennen, kann ſie ſchon nicht abgezogen werden, denn etwas anderes war es bei den Roͤmern, iura civis Romani und iura ci- vilia zu haben, wenn gleich die iura civilia an den civis aufs engſte geknuͤpft waren; auch unterſcheidet der Code Napoléon zwiſchen droits eines citoyen und droits civils uͤberhaupt, und will die letztern gar nicht ausſchließend an den citoyen gebunden wiſſen. Aber auch nirgen ds im roͤmiſchen Rechte kommt eine Aufzaͤhlung der iura civilia oder nur der wichtigſten vor, ſondern nur in zerſtreueten Stellen erfahren wir, daß dies oder jenes Recht zu den inribus civilihus gehoͤre. Aus den Begriſfen und Grundſaͤtzen allein, welche man in dem roͤmiſchen Rechte von ins natura- le gentium und civile antrifft,*) muß beſtimmt wer⸗ den, welche Rechte als iura naturalia und welche als „) E. 1 D. de Iuſt. ce Iur.. 1 I. de Iure Nat. Gem. e eivil. 8 1 ſ 1 herich Wpeſte Narn ve. Kas nun degewel Nr d 1Sad in dur Hun er Heele n Sit nn tem öth, Was rendi und aud ner bon fäber u W Wa tn nd e n Qlla a ſten n ſdu da uisn a ſcthen m ſten ir tricher überal 1 zu gbene chen Rit ten franit 1 droisa. den zi ſſionen i echt unh ruden, d uͤberäroh er ſitla nauf h s den iie n, kami andertsw und iont jvilia mw. unterſte nes ciſä elebten nden diſ komat in rwichit rfahen s cisilhe ſätzen älcn ins natuft ſtinmt w d welchet — Nat, Geudt 25⁵⁷ iurà civilia betrachtet werden foͤnnen, und muß darauf die Regel gebauet werden. Doch iſt auch hier zu beden⸗ ken, daß das, was uns in Juſtinians Compilation uͤber die Sache zugekommen iſt, nicht immer aus den rein⸗ ſten Quellen ſioß, und daß daher, wenn wir auf der einen Seite den Grundſaͤtzen, welche uͤber ins natu⸗ rale etc darin aufgeſtellt ſind, folgen, wir auf der an- dern Seite die zu ſklaviſche Anhaͤnglichkeit an die Do⸗ ctrin vermeiden, und mehr nach dem Kern als nach der Schale, die ihn umgiebt, fragen muͤſſen. Was in dem roͤmiſchen Rechte uͤber modi adqui- rendi domirium naturales und civiles vorkommt, und auch auf den Begriffen und Vorſtellungen der Roͤ⸗ mer von jius naturale gentium und civile beruht, fuͤhrt uns ſchon einen Schritt naͤher zur Erkenntniß des Wahren, als die geſetzliche Generaltheorie uns fuͤhren duͤrfte. An der Donation, in ſo fern ſie zu den buͤrgerlichen Erwerbungsarten gezoͤhlt wird, finden wir hier ein leitendes Princip aufgeſtellt, das uns ganz die ältere roͤmiſche Rechtstheorie uͤber iura naturalia und civilia aufſchließen kann. Nur duͤrfen wir auch dem⸗ ſelben nicht allein anhaͤngen, wir muͤſſen es vielmehr mit der Generaltheorie zu combiniren ſuchen. Der Roͤmer gruͤndete ſein ius naturale auf das phyſiſche und nothwendige Beduͤrfniß des Menſchen. Nicht nur, was das phyſiſche Beduͤrfniß dictirte, war juris naturalis, ſondern auch alles andere, ohne wel⸗ ches der Menſch im Naturzuſtande durchaus nicht be⸗ ſtehen kann. Ein Rechtsinſtitut alſo, das ſchon in dem phyſiſchen und nothwendigen Beduͤrfniß des Men⸗ ſſchen im Naturzuſtande ſeinen Grund hatte, war na⸗ tuͤrlichen Rechtens; was hingegen ſchon Voͤlkerſchaften und Staatsverbindungen vorausſetzte, oder wohl gar eerſt aus poſitiven Einrichtungen und Geſetzen erkannt 258 —'”“— werden konnte„ war von dem iure naturali aus⸗ geſchloſſen. So laͤßt es ſich erklaͤren, warum Ehe„ Kauß, Tauſch,„Beſitznehmung und andere dergleichen Ge⸗ ſchaͤfte, ohne welche auch der Menſch im Naturzuſtam de nicht wohl beſtehen kann, zum ins naturale ge⸗ zaͤhlt wurden, und warum man ſogar ſolche Sätze, als, daß durch accelſio, occupatio, ete., Eigenthum erworben werden koͤnne, ſo wie das Eigenebum ſeloſt zum ius naturale rechnete. Nicht alſo alles, was nach den Ideen und Vorſtel⸗ lungen unſerer Weltweiſen ſchon aus ihrem Natur⸗ recht erkannt werden kann und iuris naturalis iſt, war es auch bei den Roͤmern, ſondern das allein, was das phyſiſche und nothwendige Be⸗ duͤrfniß des Menſchen im Naturzuſtande erheiſchte. Daher waren die Schenkung,*) das Teſtament, die Erbfolge, die Verjaͤhrung, und noch hundert andere Dinge von dem iure naturali ausge⸗ ſchloſſen, und entweder iuris gentium oder iuris civilis.. Was ſchon iuris marurals iſt, kann durch ius gentium und ius civile auf mancherlei Weiſe modi⸗ ficirt werden, als Ehe„Kauf, Dauſch ꝛc. Aber es iſt etwas anderes, wenn ein Rechtsinſtitur von ſeinem Urſprung her iuris civilis oder gentium iſt, und wenn es urſpruͤngl ich iuris naturalis war, und nur durch ius gentium und civile iſt modificirt worden. 2 Wer im roͤmiſchen Staate lebte„ konnte im All⸗ gemeinen nur zweierlei Rechte haben, iura naturalia und inra civilia. Die erſtern wurden zwar als die — ) Nach allen modernen Lebrbüͤchern uͤber das Naturrecht 19 ewiß die Schenkung iuris naturalis, aber darum doch ni im Geitte des rämiſchen Rechts. / — — anol Rrrali tnage Nihfan miunt enin Moabein irim N nẽim rantön a Mad Dſenge (Lad u ien dewi lw v Neira, t Mei d Jne bin rraed Ejen Diifhen Wmau Ach a id ac 8 ſid ſe rden Mlnfen N numd Vut. MRm. nr khe, 1 as Krnrg oiche 8 Eig a und d ren Nun turäls h as allein ddige N rzuſtand ing,))n , mduf drali it oder in n durhi Wäſe n e. Aber von ſim n iſt, u t, und tworda. 4 nne im 1 natundi var ab d —— 4 nunacti rnß n 259 —'”.— Grundlage der letztern angeſehen, waren aber doch von 7 ihnen getrennt, wenn ſie gleich auf der andern Seite, in ſo fern ſie nicht abgeaͤndert oder modiſicirt waren, in den iuribus civilibus begriffen waren. Was iuris gentium war, konnte den Roͤmer nicht angehen, denn er lebte ja in einer eigenen Staatsverbindung und un⸗ ter eigenen Geſetzen. Man kann alſo behaupten, iura civilia begreifen im Sinne des roͤmiſchen Rechts alles in ſich, was als ei⸗ genthuͤmliches Rechtsinſtitut des roͤmiſchen Staats, oder als Modification des natuͤrlichen Rechts aus der Ver⸗ faſſung und Geſetzgebung der Roͤmer ſich erkennen laͤßt. Wer Theil daran nimmt— ſolches fuͤr ſich gebrau⸗ chen kann, und gegen ſich gebrauchen laſſen muß— der hat iura civilia. Wer nicht Theil daran nehmen darf, dem muͤſſen doch im Geiſte des röͤmiſchen Rechts die iura naturalia uͤbrig bleiben. Sie muͤſſen ihm als Menſchenrechte und darum uͤbrig bleiben, weil ſie ihres Zuſammenhangs mit den iuribus civilibus un- geachtet doch davon getrennt ſind, und als fuͤr ich be⸗ ſtehende Rechte betrachtet werden muͤſſen. Eigentlich duͤrften die iura civilia im Geiſte des ro⸗ miſchen Rechts alles in ſich begreifen, was die Staats⸗ verfaſſung und Geſetzgebung des Staats eigenthuͤm! ich an Rechten darbietet. So gehen ſie alſo ſowohl auf ius publicum als privatum. Vorzugsweiſe werden ſie jedoch auf das letztere bezogen. In jeder Ruͤck ſicht ſind ſie mit der Civitaͤt unzertrennlich verbunden, und werden durch den buͤrgerlichen Tod in ihrem ganzen Umfange aufgehoben. Wir haben unterſucht, was iura civilia und na- turalia im Geiſte des roͤmiſchen Rechts ſind; wir wol⸗ len nun auch noch ſehen, was daruͤber bei den Franzo⸗ , ſen galt. Man hing von jeher in Krankreich an den vor⸗ Heſt III. 19 * 260 ſichenden Grundſͤtzen des roͤmiſchen Rechts, ſo daß man auch ſogar den Genuß der iura civilia an die Ci⸗ vität knuͤpfte. Ehedem war man auch daruͤber nicht uneinig, was iura civilia und was inra naturalia waren, und kannte die Grenzen von beiden ſehr gut. Aber die neuen philoſophiſchen Ideen uͤber Naturrecht und deſſen Grenzen brachten auch in Frankreich Ver⸗ wirrung hervor, wenn gleich nicht in einem ſo hohen Grade wie in Deutſchland.— Man ſtritt beſonders daruͤber, in wie weit donatio und Verjaͤhrung zum ius civile oder naturale gehdre. Der Code Napoléon gruͤndet ſich bei ſeinen Be⸗ ſtimmungen uͤber den buͤrgerlichen Tod auf das roͤmi⸗ 1 ſche Recht. Er hat blos zwei Abaͤnderungen gemacht. Die eine iſt, daß nach ihm die iura civilia nicht mehr unzertrennlich an die Civitaͤt geknuͤpft ſind; die andere, dichn daß der mors civilis nicht mehr alle iura civilia, ſon⸗ dern nur die im Code beſonders genannten raubt. Was droits civils ſind, laͤßt er unbeſtimmt, und uͤber⸗ traͤgt dem Rechtsgelehrten das Geſchaͤft, dies aus der Quelle— dem roͤmiſchen Rechte— aufzufinden. Ei⸗ nen Fingerzeig erhalten wir in dem 26ſten Artikel, daß die Geſetzgeber ganz im Geiſte des roͤmiſchen Rechts aͤber droits civils dachten. Denn hier kommt auch nicht ein einziges Recht vor, das nicht im ſtrengſten Sijnne bei den Roͤmern zu den iuribus civilibus ge⸗ hoͤrt haͤtte. Der Code bezieht die droits civils ausſchließend * auf ius privatum. Dies folgt daraus unwiderſprech⸗ lich, weil der Nicht⸗Citoyen in Frankreich ſchon ſo an droits publics und politiques keinen Antheil nimmt, und dem Nicht⸗Citoyen doch die droits ci- vils eben ſo gut als dem Citoyen zuſtehen, und ſelbſt dem Auslaͤnder nicht fehlen ſollen.. Da die franzoͤſiſche Jurisprudenz in Abſicht der gridat ötaate giſtti 1, ſe d an dei niter itz. natorali en ſeht a dens nireich da em ſo hi it beſondn ührung e i ſinen d f das im gen geuech a nicht nt zdie ande cirilia, unten me n., und h dies aat finden, 5 Artitt di be d komm an Win ſtenie rivilibusg uiſn mwiderpet ſih ihnn inm Autt e droitsd „un ſtß uptv 26 1 4—— Begriffe von droits civils und naturels nicht fixirt iſt, ſo duͤrfen wir uns auch an die Meinungen und Vorſtellungen einzelner franzoͤſiſchen Juriſten uͤber die⸗ ſtellung einer Regel dreiſt den Roͤmern folgen. ſen Gegenſtand nicht kehren, ſondern konnen bei Auf⸗ Das Reſultat iſt: Droits civils im Sin⸗ Privatrechtliche in ſich, was aus der Staatsverfaſſung und Geſetzgebung als poſitiv erkennbar iſt, mag es rein⸗poſitiv ſeyn, oder in einer Modification des Na⸗ turrechtlichen beſtehen.— Ich ſage: aus der Staatsverfaſſung und(Staats⸗) Geſetzgebung.— Das Kirchliche kommt nicht in Betracht, ſondern ſteht auch hier, wie bei den Roͤmern, im Hintergrunde. Darum kann ein Buͤrgerlich⸗Todter keine mit buͤr⸗ gerlichen Rechtswirkungen verſehene Ehe abſchließen. Die mit dem matrimonio iuris civilis verbundenen Rechte, als vaͤterliche Gewalt, legitime Geburt der Kinder ꝛc., ſind doch rein⸗poſitiv. Nichts hindert ihn, nen, die nach natuͤrlichem Rechte aus einer ſolchen Ver⸗ bindung entſtehen. Nichts hindert ihn ferner, eine ne des Code Napoléon begreifen alles eine Ehe abzuſchließen, und ſich die Rechte zuzueig⸗ Ehe nach kirchlichen Grundſäͤtzen einzugehen, und ſich Rechte zuzueignen, welche die Kirche damit verbindet, in ſo fern ſie nur nicht droits civils ſind, c. Was droits naturels ſind, folgt aus dem Vor⸗ hergehenden nun von ſelſſſt. Man noͤchte mir entgegenſetzen: die von droits civils gegebene Regel reiche doch nicht aus, indem, nach Locré und andern franzoſiſchen Juriſten, dem Buaͤrgerlich⸗Todten das Recht zuſtehe, von dem neu erworbenen Vermoͤgen unbedeutende donationes ſim- plices, und donationes remuneratorias und ex 1 more zu machen, und die donatio ſei doch iuris civi- 19 262 1is. Aber was kuͤmmern mich die Behauptungen der franzoͤſiſchen Juriſten? Ich halte mich an den Code ſelbſt, und dieſer verbietet dem Buͤrgerlich⸗Todten al⸗ le Schenkungen ohne Unterſchied, ſie moͤgen donatio- nes inter vivos oder mortis cauſa ſeyn.— Aber wenn auch der Code ſolche Donationen dem Buͤrger⸗ lich-Todten nachgelaſſen haͤtte, ſo wird dadurch noch gar nicht die Regel uͤber droits civils entkraͤftet. Oben iſt ja bemerkt worden, daß der Buͤrgerlich Tod⸗ te nach dem Code nicht alle, ſondern nur die im Art. 26 namentlich aufgefuͤhrten droits civils einbuͤßt. 8 1 3. Geht nach dem Code Napoléon das Recht der Verjaͤhrung durch den buͤrgerlichen Tod verloren? 5. Wer den buͤrgerlichen Tod erlitten hat, kann nach roͤmiſchem Rechte nicht durch die Verjaͤhrung erwerben. Dies iſt unbeſtreitbar, da die Verjaͤhrung unſtreitig mit zu den iuribus civilibus gehoͤrt, die ſaͤmmtlich durch den buͤrgerlichen Tod verloren gehen.— Im Gode Napoléon ſteht nichts davon, daß das Recht der Verſaͤhrung durch den buͤrgerlichen Tod eingebuͤßt werden ſoll. Es iſt alſo nach den oben Seite 260 auf⸗ geſtellten Behauptungen anzunehmen, daß dem Buͤr⸗ gerlich⸗Todten noch die Verjaͤhrung zu ſtatten komme, indem der buͤrgerliche Tod des franzoͤſiſchen Rechts nicht den Verluſt aller droits civils, ſondern nur der⸗ „ nannt worden ſind.*) 5) In den oben ſtehenden Bemerkungen uͤber das zwei⸗ te Kapitel des erſten Buchs des Code, Seite 22½ dieſes Stuͤcks, iſt zwar behauptet worden, daß der Buͤrger⸗ lich⸗Todte von ſolchen Erwerbungen ausgeſchloſſen ſei, dir Si ie de um jenigen nach ſich zieht, die ausdruͤcklich im Art. 26 ge⸗ tuni Fanee Wlkee M Der MWhüanſcur d, ſ nn an Nob. Wiin 1 Aft dungen de den Codt „dodta n donati- — 4 em Bün. adurch yij z entttii erich d nur den llsaidiß. Redt en dh „fan u ng erwa ng unſte wie ſonuit — 9 ß das N d eingei ite2bouj den A tten komn hen Ach ern nur de Att. 26 — : das znü Geitt ul 263 Die Frage kann jedoch nur ͤberall in Hinſicht auf zukuͤnftige Rechte und zukuͤnftiges Vermoͤgen des Buͤr⸗ gerlich„Dodten intereſſiren. Denn da durch den buͤr⸗ gerlichen Tod die Erbfolge eroͤffnet wird, derſelbe auch keine ruͤckwirkende Kraft hat, ſo verſteht es ſich von ſelbſt, daß die Erben die bereits angefangene erwerben⸗ de Verjaͤhrung fortſetzen, und eben ſo ſich der erlö⸗ ſchenden Verjaͤhrung in der Perſon des Buͤrgerlich⸗ Todten als natuͤrlich Verſtorbenen zu erfreuen haben. Mit Hinſicht auf das zukuͤnftige Vermögen und zukuͤnftige Rechte des Buͤrgerlich⸗Todten hat aber die Frage auch ein deſto groͤßeres Intereſſe. Geſetzt, man wollte annehmen, dem Buͤrgerlich⸗Todten komme kei⸗ ne Verjaͤhrung zu ſtatten, ſo wuͤrde man, wenn man conſequent ſeyn will, ihn nicht nur von der erwerben⸗ den, ſondern auch ſogar von der erloͤſchenden Verjaͤh⸗ rung ausſchließen muͤſſen. Beide ſind aber nicht ſo⸗ ſich ihrer bedient, als mit Hinſicht auf das allgemeine Beſte eingefuͤhrt worden.— Der Buͤrgerlich⸗Todte ſollte doch wohl nur eigentlich ſolche Rechte einbuͤßen, wohl als Beneficien, mit Hinſicht auf denjenigen, der die zum alleinigen Vortheil einzelner und ohne weitere b Ruͤckſicht auf das Ganze durch die Geſetze des Staats eingefuͤhrt worden ſind! Bei der Verjaͤhrung kommt auch noch in Betracht, daß, wenn man den Buͤrgerlich⸗Todten davon ausſchlie⸗ ßen wollte, bei vorkommenden Rechtsſtreitigkeiten in ſo fern eine Ungleichheit der Rechte daraus entſtehen wuͤrde, als man ſeinem Gegner, wenn dieſer nicht et⸗ wa auch den buͤrgerlichen Tod erlitten haͤtte, die Wohl⸗ als beſondere Benefieien zu betrachten waͤren, und dahin duͤrfte auch die Verjaͤhrung gehoͤren; allein ich glaube, man kanu ihn nur von ſolchen Erwerbarten ausſchließen, wovon ihn der Code ausdruͤcklich ausſchlietzt. 4 that der Verjaͤhrung nicht ſtreitig machen kann.— 1 X 264 — 1“»— 3 4 Doch dieſe Imparitaͤt allein wuͤrde michte in der Sache entſcheiden, man kann nur daher einen Grund mehr nehmen, die oben gegebene Gebläͤrung des Chd⸗ Na- polson zu kechiferngen Zur Literatur des Code Napoléon. 4 3 1. 85. 2 Fortſetzung von A. a, 2 8 Seite 100 fgg. Ausgaben des aͤltern Code ſind: 1) Code civil des François. Edition origi- nale et leule officielle. Davon giebt es Ab⸗ druͤcke in verſchiedenem Format, in 4, 8, 12 5 und ſogar in 32. Vorauf gingen folgende blos von Privatperſonen veranſtaltete Sammlungen von den einzelnen decretirten und promulgirten Geeſſetzen, welche den Code ausmachen. Recueil des lois, compaſant le Code eivil, avac le discours des orateurs du gouyvernement, les rapports de la com- milſion du tribunat, et les opinions émiſes pendant le cours de la discuſſion tant au tribunat, qu'au corps législatif, II Vol. 3. cCoòde civil, contenant la ſérie des lois qui le compoſent, avec leurs motifs et un extrait des rapports 1 au tribunar, et rund ri Code oléon 100 ſg. ltion ann gibt s5 n 4, N folgendelt Sammünn promugmn chen. nt'e(il rateurs d- de lä cho ions émis lon tanta II Vol.5 rie des l notis et ibunat, 1 365 es discours prononcés au corps législa- tif, un Vol. 8. 4 8 2) Code civil des François. Edition du dé- pot des lois, conforme à Pédition originale et feule officielle, avec la table alphabeti- que des matières, un Vol. 8.— So viel — wir wiſſen, die erſte von Privaten unternomme⸗ ne Auszgabe nach der officiellen. 3) Code civil des François, ſuivi de Texpoſè des motifs fur chaque loi, préſente par les orateurs du gouvernement; des rapports faaits au tribunat au nom de la commiſſion de législation; des opinions émiſes dans le cours de la discuſſion; des discours pro- noneés au corps législatif par les orateurs du tribunat, et d'une table alphabetique et raiſonnée des matières, 8 Vol. in 12. Paris an XII. 3) Code civil des François, contenant la ſé- Fie des lois, qui le compoſent, avec leurs motifs, les rapports faits au tribunat, et jes discours prononcês au corps législatif ertc. etc. Strasbourg, 6 Vol. an XII. 5) Code civil plus étendu, indiquant les ſources, où toutes les dispoſitions ſont pnuilées, avec des obſervations et explica- tions par Delaporte, 4 Vol. g8. 6) Code civil des François, avec les ſources, ou toutes ſes dispoſitior's ont été puiſées; ouvrage, ouù ſont établis les différences et les rapports des nouvelles lois civiles avec les anciennes, les différences et les rap- ports des lois romaines avec les lois fran- goiſes etc. par Dufour. 4 forts Vol. 8. P 8 8. 4266 7 —'”.— 7) Code Napoléon avec des notes indicati- ves des lois romaines, coùtumes, ordon- nances, 6dits et déclarations qui ont rap- port à chaque article, par J. B. Dard, Immivi d'une table alphabetique des matié- *½ res, un Vol. 4.„. 8) Code civil des François dans une ſeule Iéè- rie de numero— comprenant 2281 arti- cles. Edit. ſtéréotyp. in 12. Paris an XII. Ausgaben des revidirten Code ſind: 7 1) Code Napoldon, édition driginale et ſeule coklicielle. A Paris de limprimerie impé- riale 1807. Davon giebt es wieder Abdruͤcke in verſchiedenem Format, in 4, 8, 12 und 32. 2) Cocde Napoldon, précédé des expofés des mmootiks par les orateurs du conſeil d'état, et ſuivi des Iois transitoires, des pluſieurs arrétés et des lois réglementaires et inter- pprétatives, rendues par le corps législatif pendant la ſeſſion de 1807, et d'une table analytique et raiſonnée des matièéres; édi- tion des archives du droit frangois, con- forme pour le texte, à l'édition officielle, un Vol. 9. 3 3) Code Napoldon, fuivi de Texpoſe des mo- 3 tiks ſur chaque loi, préſenté par les ora- teurs du gouvernement; des rapports faits au tribunat au nom de la commifſion de législation; des opinions émiles dans le cours de la discuflion; des discours pro- noncés au corps législatif par les orateurs du tribunat; et d'une table analytique et raiſonnée des matières etc. à Paris chez Didot, 3 Vol. in 12. Janü u lta tede 267 ae 4 Dieſe Anegaben des revidirten Code ſtam⸗ ſamw men alle von franzoſif ſchem Grund und Boden 3 Dan ber. In Deutſchland haben Georg Voß(Leip⸗ zig 1808, in gr. 8.), Gerhard Fleiſcher(Leipzig, 4 hees 1808, 8.) Abdruͤcke des franzöſiſchen Textes ver⸗ e kaleh Manfetee W n ie 4 den Ausgaben des codei in der l rſorache ſind Sall eiſche beneundm deſſetben in Adere Sorachen Zu un⸗ e Deutſche U herſegungen des aͤltern Code ſi nd: 8 8 1) Siblasſenhuch der franzoͤſiſchen Re⸗ iſt du lik, uͤberſetzt und mit Anmerkungen begl ei⸗ 3 tet von Fr. Laſſaulx, 4. Baͤnde, Coblenz Jde 1803— 1805, 8.— Die in dem Geſetz vom ll 3oſten Ventoſe vorge ſchriebene Einrichtung faͤngt hier erſt mit dem dritten Bande an, indem die hhde hen einen Baͤnde noch vor dieſem Geſetz er⸗ he 2) Buͤrgerliches Geſetzbuch der Fran⸗ lu 1 zoſen, von Cremer, Duͤſſeldorf 1804, 8. 3) Civilgeſetzbuch der Franzoſen, aus vee dem Franzoͤſiſchen, von Daniels. Nach Vor⸗ oflichele orhen des Geſetzes vom Zoſten Ventoſe. Koͤln 1 3 ei Keil 180 6 desm z95, 5 4 f les e. Deutſche Ueberſehungen des revidirten Cole ſind: 8 81) Codeæ Napoléon, uͤberſetzt von Fr. Laſ⸗ niſtion de ſaulx— zweite nach dem Geſetz vom 3ten Sep⸗ s dans 1 tember 1807 geordnete und mit allen bis zur Ver⸗ dius hi kuͤndigung dieſes Geſetzes erſchienenen, ins Civil⸗ orateurs reecht einſch laͤgigen Ge ſetzen und Verordnungen hüien vermehrte Ausgabe. Coblenz bei Pauli und ars er Compagnie 1807. 8. 4 2) Codea Napoléon. Ueberſetzt nach der neuen 268 coßfficiellen Ausgabe von einer Geſellſchaft Rechts⸗ gelehrter, und durch Noten erlaͤutert von L. Spielmann. Strasburg und Paris bei Treuttel und Wuͤrtz 1808. 8. * 3) Code Napoléon, aus dem franzoͤſiſch⸗officiel⸗ en Text uͤberſetzt von Herrn Daniels, zweite Auuflage, welcher die Geſetze, kaiſerlichen Decre⸗ te, Gutachten des Staatsraths, und Inſtructio⸗ naen des Großrichters, Juſtizminiſters, wodurch mmehrere Verfuͤgungen des Geſetzbuchs Napoleons naͤber beſtimmt oder erlaͤutert werden, an den geehörigen Orten beigefuͤgt ſind. Koͤln in der Keeilſchen Buchhandlung 1808. 8. (SDie Fortſetzuns in den folgenden Stücken.) Fortſetzung von A. b. Seite 1a. Außer der hier angezeigten indication de chan- gements etc. ſind noch mehrere andere erſchienen, und den aͤltern Ausgaben des Code beigelegt worden, um ſelbigem Kaͤufer zu verſchaffen. Wir halten uns da⸗ bei nicht weiter auf, ſondern ſchreiten zur Anzeige der uͤbrigen legalen Werke. Hierher zaͤhlen wire Verordnungen des Code enthalten: Supplèément de Code Napolson et de pro- eddure civile, ou recueil des ſenatuscon- fultes, des lois, des décrets impériaux, des avis du conſeil d'état, des circulaires et inſtructions miniſtérielles, contenant des explications de ces deux Codes, ou des moyens d'exécution des articles qui *pPpräſentoient des difficultés dans leur ap- à I. Die Schriften, welche die ergaͤnzenden Geſetze und ſaſtRen utert von d Jas ſch ßu niels, ni erichen do ind Inſtri ſers, dide chs Nalin rden, up Kihi uden Eiita) 6 102. on dèecah erſchien n t wotd, halten wid or Anin wit en Gte et den ſenatuscc- inperun s cirolläns M contera Codes, U articles Gi ans leur a 269 1 plication; publiés depuis an XI;— par Rondonneau. à Paris 1808, in mehre⸗ ren Abdruͤcken von verſchiedenem Format, in 4, 8, 16 und 332. ll. Die Schriften, welche die Verhandlungen uͤber den Code Napoléon bei ſeiner Abfaſſung ent; 3 halten. Obſervations de la cour de caſſation et des cours d'appel ſur le projet de Code Napolèon, èdition originale et officielle, à Paris aux archives du droit frangois, 4 vol. 4.— Cruſſaire hat daruͤber eine . Analyſe, Paris 1804, geliefert. PBrooꝛs verbauæ du Conſeil d etat, con- tenant la discuſſion du projet de Code ci- vil décréré en lan XII, édition originale et feule officielle de l'imprimerie impéria- le— ſous la direction du citoyen Locrè etc. V Vol. in 4.— Dies Werr liefert die Ddiscuſſionen des Code im Staatsrath in der Drdnung, wie die einzelnen Geſetze, die den Code Napoléon ausmachen, zum Vortrag und zur Abſtimmung daruͤber kamen. Discuſſions du Code civil dans le con- ſeil d'εtat, precédées des articles corre- ſpondans du texte et du projet; avec des notes principalement puiſées dans les ob- ſervations et la jurisprudence des cours de * callſation et d'appel; fur le plan donné par Mr. Regnaud de Saint Jean d'Angely, conſeiller d'état, préſident de la ſection de l'intérieur, procureur général de la haute Cour impériale etc. par Mr. Jouanneau, L., C., et Solon. II Tom. 8.„ 2760 —.,— in gr. 4. à Paris an XIII, 1805. Die Dis⸗ euſſion wird in dieſem Werke nach der Ordnung 1 des Code Napoléon mitgetheilt, auch iſt dahei das Project des Code zuſammt den Bemerkun⸗ gen der Tribunaͤle und ihrer jurisprudence ver⸗ glichen worden. Dies zuſammengenommen macht dieſe Ausgabe der discufſions vorzuͤglich brauch⸗ bar bei der Erklaͤrung des Code, und iſt ſolche daher den practi ſchen Juriſten vorzugsweiſe zu empfehlen.— Discours des orateurs du gouverne- ment, rapports de la omniſſ zon du tri- bunat, et les opinions dmiſes pendant le cours de la discuſſion du Code Napoldon, fkant au tribunat qu aut 0-s. legisl atif, II Vol. 8. S SDie duttſetuns in den kolgenden Stüͤcken.) 2, “ 8 der 3 Fortſetzung von B, 4. Seite 1a. 3) confsrenoe du code 2 nno avec la iseu ſion particulibre du conſeil d'etat et au tribunat avant la redaction definitive AA de chaque projet de loi, par un juriscon- lulte qui a concouru à la confection du Code, Mr. Favard etc. etc. 3 Vol. in 12. Es iſt darin auch von den ungedruckten Discuſ⸗ ſionen im Tribunat Gebrauch gemacht worden, unnd iſt das Werk bei der Erklaͤrung des Code mit Nutzen zu gebrauchen. 4) Analyeſe raiſonnde de la arseuſfs zon au co. de civil au conſeil d'e d4. par J. de Ma- leville, 4 Vol. 8. Wir haben auch ſchon eine Ueserſeßun dieſes Werks unter dem Ditel: 271 . 8—— 8 ded Commentar uͤber das Geſetzbuch de dinn Napoleons, oder gruͤndliche Entwickelung der auch ſtdi Dezardiaden dieſes Geſetzbuchs im Staatsrath n Benaii von Jacob von Maleville, Praͤſi⸗ 6 denten des Caſſationshofes ꝛc., aus dem Franzoͤ⸗ omnanh ſiſchen uͤberſetzt, mit practiſchen Erlauterungen, dalch drt ddeen Meinungen beruͤhmter Rechtsgelehrten, ſo und ſt wwie mit vielen Urtheilen vermehrk ꝛc. ꝛc., von zuenee, Wilhelm Blanchard, Praͤſidenten des Ci⸗ 1 vilgerichts zu Coͤln. Cöm in der Kalſchen gannea Buchhandlung 1808. ſon utt 5) Iurisprudenoe du code Nopoltom ou re. penaut, cueil des arréêts rendüs par la cour de caf. e Nannin ſation et les cours d'appel, depuis la pro. s. giuu mulgation du Code Napoléon, ouvrage dans lequel on trouve fur chaque matière da Stlia la conférence du droit romain, de l'ancien et du nouveau droit, par Bavoux et — Loifeau; années XII, XIII et XIV, bis jetzt 9 Vol. 8.— Es ſoll von dieſem Werke 1044 jedes Jahr ein Band von wenigſtens 1000 Sei⸗ kon erel ten erſcheinen. el dao 6) Analyſe raiſonnde du droit franois, par n deiunnu la comparailon des dispoſitions des lois mm juräeur romaines, de celles de la coùtume de Paris nkection d et du nouveau Code des Frangois, par Svol n Gin. 6 Vol. 8. 7 419 cten du 7) Explication dlu code ci vil, d- après les mo- acht votd tiks exprimés dans les discours pronongçés g dos(oi„ par les orateurs du gouvernement et du tribunat, avec la folution des queltions, ſonald tant de droit que de forme, qui peuvent J. de Na naitre du texte des arricles Par Bous- rauhj ch* Auet, 5 Vol. 44 14. 2..24197. dem diui 272 —0— 8) Pandectes frangçoiſes, ou recueil com ld plet des lois compoſant le Code civil avec 1= Weia des obfervations tirées des lois romaines, und codúdtumiers, édits etc. 18 Vol. 8. ante 9) Eprit du Code Napoldon, tirè de la dis. kung, cullion, ou conféèrence hiſtorique, analy- d5 tique et raiſonnée du projet de Code civil, uüſin des obſervations des tribunaux, des pro- dn cèés verbaux du conſeil d'état, des obſer- N¹ vations du tribunat, des expoſéês de motifs, Un des rapports et discours etc. etc. Dediéaà üih Sa Majeſté l'Empereur et Roi, par J. G. derz Locré, Sécrétaire général du conſeil d'é Nay⸗ tat etc. à Paris de limprimerie impériale. Mt en XIV= 1305. V Tom., in verſchiedenemn mit goeormat in 4 und 8.— Obgleich dieſes Werk imn bhiier erſt angefuͤhrt wird, ſo verdient es doch n duuß der Spitze aller doctrinellen Schriften uͤber den han Code zu ſteheeen. (Die Fortſetzung in den folgenden Stuͤcken.) 4 Zortſetzung von B, b. Seite wz. I Handbuch des franzoͤſiſchen Civil⸗ mac rechts, von Dr. Karl Salomo Zachari, ima großherzoglich⸗badenſchem Hofrath und oͤffentlichen ſia, ordentl. Rechtslehrer zu Heidelberg. Heidelberg bee Mohr und Zimmer, 1. B. 1808, in gr. 8.— In ſyſtematiſcher Ordnung. Einleitung in das Geſetzbuch Napo⸗ leons, oder Bemerkungen deutſcher Gelehrten uͤber die neue franzoͤſiſche Geſetzgebung, zu mehrerer Ver ſtaͤndlichkeit derſelben fuͤr die Bewohner der rheini- 275 —.—. ndn ſchen Bundesſtaaten, aus einigen gelehrten Zeit⸗ anl an ſchriften beſonders abgedruckt, nebſt einem voll⸗ ronämn ſtäͤndigen Handbuch des Codexr Napoleon fuͤr 1 G Steaatsdiener und Buͤrger in alphabetiſcher Ord⸗ id deh nnung. Duͤſſeldorf bei J. H.C. Schreiner 1808.— rdue, di Das Handbuch iſt hier weiter nichts als ein ziemlich de Colte voollſſtaͤndiges Sachregiſter. Das uͤbrige beſteht aus , ia den zuſammengedruckten Recenſionen des Code in t, destte der Jenaiſchen und Halliſchen Litteraturzeitung. 8. les demi Uneterricht zur Kenntniß der vorzuͤg⸗ ete. M lichſten und wichtigſten Abweichungen 1, pr! der geſetzlichen Vorſchriften des Code lu conch Napoléon von den in den neuerlich rie ina abgetretenen preußiſchen Provinzen, ſo⸗ deiſhin wohl den deutſchen als polniſchen, bisher guͤltig ge⸗ hiſß weſenen, von F. A. F. von Greveniz, Koͤnigl. dent sn Preuß. Kammergerichtsrathe. Leipzig 1808, bei tftn E’ Heinrich Graͤf. 8. S(Die Fortſetzung in den folgenden Stuͤcken.) eaden Ett 3 8 44 3 Nachſchrift. 1as Wenn die Literatur des Code Napoléon erſt completirt ſeyn wird, ſoll in dieſer Zeitſchrift eine ge⸗ ſchen Li naue Claſſification und Kritik derſelben mit Verwei⸗ * Zachet ſung auf die hier abgedruckten Titel der Schriften nd ifenuh folgen. 8 Haddaa n gr..- zh WhH ſ“ Gäſten v ne der thin — 4 Zur Anwendung des Code Napoléon. b 9 . 6 8— S I. Ueber lois transitoires, Zu den Geſetzen, welche zwar außer dem Code Na- Poléon liegen, aber mit ihm in eben der innigen Ver⸗. bindung ſtehen, wie das Geſetz vom Zoſten Ventoſe IX, gehoren die ſogenannten lois transitoires. Sie ſind, ſo wie das Geſetz vom 3oſten Ventoſe, mehrern Ausgaben des Code hinzugefuͤgt, und ſollten in kei⸗ ner Ausgabe deſſelben fehlen. Man kann, ohne Wi⸗ derſpruch zu fuͤrchten, behaupten, daß ſie in Laͤndern, wo der Code Napoléon eingefuͤhrt worden iſt, ohne ihrer beſonders zu erwaͤhnen, doch eben ſo gut als die⸗ ſer verbindliche Kraft haben muͤſſen. Denn eben der Grund, warum man dieſe verhindliche Kraft dem Ge⸗ ſetz vom Zoſten Ventole zuſprechen muß, tritt auch . bei ihnen ein. 8 e trareit Was verſteht man denn unter transitoriſchen Geſet⸗ tfg zen? Die Franzoſen begreifen darunter diejenigen, Kict welche beſtimmen, wie es wegen der ver⸗ iun gangenen Faͤlle mit der Anwendung der mada neuen Geſetzgebung gehalten werden ſoll. neun a Sie heißen darum ſo, weil ſie eimnal den Weg bei igens dem Uebergange von dem Alten zum Neuen bahnen, und zweitens von ſelbſt aufhoͤren,(und alſo nur vor⸗ 18 uͤbergehend ſind,) ſobald keiner von den Faͤllen mehr 48 zuruͤck iſt, auf die ſie eigentlich gehen. S. Die neuern Geſetzgebungen haben mehr oder weni⸗- tn ger dergleichen transitoriſche Dispoſitionen und Geſete e äl dem Codb er innign n oſten enn zitoires 9 ntole, ne ſollen a unn, almul ſiein bo orden it, t g ſo gat at Den ü Kraft dmd nuß, tita toriſched diejenine gen detn endung) wetdeu ſ den Wg deuen bin walſo urw en Fälenn thr ödr n an und öſt 275 —— aufzuweiſen. Sehr ausfuͤhrliche transitoriſche Verfuͤ⸗ gungen enthaͤlt das Publicationspatent des allgemeinen Landrechts fuͤr die preußiſchen Staaten. Es koͤnnen auch dergleichen trausitoriſche Dispoſitionen und Ge⸗ ſetze nicht genug kommen. Denn wenn auch bei Ein⸗ füͤhrung neuer Geſetzbuͤcher der Termin, von welchem ſie zu gelten anfangen ſollen, noch ſo genau beſtimmt wird, ſo reichen dieſe Beſtimmungen doch ſo wenig als der Satz: daß Geſetze keine ruͤckwirkende Kraft haben ſollen, hin, um uͤber vergangene Faͤlle und deren Ent⸗ ſcheidung nicht in Zweifel zu gerathen. Welche Zwei⸗ fel erheben ſich z. B. nicht im Königreiche Weſtphalen. wegen der unehelichen Kinder, die vor dem erſten Ja⸗ nuar 1808 entweder ſchon geboren oder doch ſchon con⸗ ripirt ſind, und der Klagen, die auf eine aus jener Periode herruͤhrende Schwaͤngerung ſich gruͤnden!*) Die neue franzoͤſiſche Geſetzgebung hat nur einzel⸗ ne transitoriſche Dispoſitionen aufzuweiſen, naͤmlich in dem Geſetz vom 25ſten Germinal Xl, wegen ver Ado⸗ ption; in dem Geſetze vom 26ſten Germinal XI, wegen der Eheſcheidungen; in dem Geſetze vom 14ten Flo⸗ real XI, wegen der natuͤrlichen Kinder. Es ſollen dieſe transitoriſchen Dispoſitionen bei den Materien, wozu ſie gehoͤren, mit erlaͤutert und erklaͤrt werden. Es liegt nicht in dem Plane der franzoͤſiſchen Ge⸗ ſetzgebung, ein allgemeines transitoriſches Geſetz, wie erwa das vorhin gedachte Publicationspatent des allge⸗ meinen preußiſchen Landrechts iſt, zu geben. Durch die Proris ſoll ſich vielmehr die Entſcheidung vergan⸗ — 5,8 it wegen dieſes Punkts wirklich ein transitoriſches 3 es fuͤr das Koͤnigreich Weſtphalen ein gar großes Beduͤrf⸗ 15 5 die Prarls der Trihunaͤle daruͤber ſo verſchieden 10 bei einigen die recherche de la paternité durchgehends verworfen. bei andern aber in Anſehung der Schwaͤngerun⸗ gen, welche vor den erſten Januar d. J. fallen, nbsdent, lich zugelaſſen wirrd. Heft I11. 20 276 gener Fälle bilden, und ſollen die Entſcheidungen des Caſſationshofes hier gewiſſermaßen die Stelle einzelner transitoriſcher Geſetze vertreten. 2 Faͤr Frankreich kann ſich dieſe Praxis ſchon leichter bilden als fuͤr auswaͤrtige Staaten, in welchen der Oode Napoléon entweder ſchon eingefuͤhrt iſt, oder noch erſt eingefuͤhrt werden ſollte. Fuͤr dieſe bedarf es unſers Beduͤnkens entweder eines allgemeinen transitori⸗ ſchen Geſetzes, oder doch mehrerer einzelner transitori⸗ ſcher Geſetze, indem der Uebergang vom Alten zum Neuen ſchon dadurch, daß der Code als ein fremdes Geſetzbuch nicht mit den bisherigen Geſetzen, Sitten und Gebraͤuchen zuſammenpaßt, ungemein erſchwert Im Konigreich Weſtphalen giebt es außer dem Cir⸗ cular des Juſtizminiſters vom 23ſten Januar 18089 noch kein transitoriſches Geſetz, ſo ſehr auch das Be⸗ duͤrfniß eines allgemeinen transitoriſchen Geſetzes von den Prakrtikern gefuͤhlt wird. Ob in andern Laͤndern, zwo auch der Code Napoléon neuerdings eingefuͤhrt worden iſt, dergleichen Geſetze vorhanden ſind, iſt uns zur Zeit noch unbekannt. Ueber die Entſcheidung vergangener Fälle, ſo⸗ wohl in Frantreich als in auswaͤrtigen Staaten, in welchen der Code Napoléon eingefuͤhrt flias worden iſt. 2 Vergangene Faͤlle koͤnnen, ſowohl in Frankreich als in auswoͤrtigen Staaten, in weichen der Code Napoléon eingefuͤhrt worden iſt, nur auf dreierlei es detnftt die Teſtamente, und ſteht in Weſohali⸗ ſchen Moniteur von d. J., Nr. 25. 1n HE 7 Süis Iin. ltel en un,— IIation, u dis vnllcat K18 dahf vyplica nten iar Ba 1d, n Si de heſt ten loi kende icr af dedemn ötelle taß 8 teith in vethn füün he dieſe beu einentenui ner tuna om Atng als in fa ſſchen, 6 ennein aſh außer de anuar ii t auch de en Geſtzs andern bhn dings eins mnſch ner Fun tigen Etau einstiüſ l in put chen der ur af nc —. n Rehnt 1 277 —— Weiſe eniſchieden werden: 1) nach einem loi trans- itoire, wenn ein ſolches vorhanden iſt; 2) nach dem Urtheil eines Caſſationshofes, wo ein ſolcher vorhan⸗ den iſt,— in Frankreich ſteht das Urtheil des cour de caffation ganz dem loi transitoire gleich, und leitet wie dieſes die Entſcheidung; 3) nach dem ſyſtème Tapplication, welches ſich von dem Princip im Ar⸗ tikel 2 des Code Napoléon aus bilden ſoll. Das ſyſtéme d'application ſoll ſich alſo erſt bil⸗ den— iſt noch nicht gebildet. Indeß verlohnt es ſich wohl der Muͤhe, zu unterſuchen, wie es ſich bilden muͤſſe, beſonders da die franzoͤſiſche Geſetzgebung ſich ſelbſt ſo wenig um die Entſcheidung vergangener Faͤlle bekuͤmmert, ſondern alles der Jurisprudenz uͤberlaſ⸗ ſen hat. 3 1 Etwas iſt ſchon oben Seite 83 fag. daruͤber geſagt worden. Wie wenig aber das Geſagte befriedige, ſieht man ſchon aus der Verſchiedenheit der Meinun⸗ en über die recherche der Paternitaͤt bei unehelichen Kindern. Wir wollen daher verſuchen, ob wir die rincivien, aus welchen das oben gedachte ſyſtème d'application hervorgehen muß, nicht genauer ent⸗ wickeln koͤnnen. Wir gehen von dem oben Seite 85 aufgeſtellten, und, wie wir glauben, hinlaͤnglich dort bewieſenen Satz: daß die Geſetze, ſie moͤgen ſeyn wel⸗ che ſis wollen, folglich auch die ſogenann⸗ ten lois interprétarives, keine ruͤckwir⸗ kende Kraft haben, aus, und ſtellen mit Hin⸗ ſicht auf dieſen Satz folgende Regeln auf: 1) Alle nach den bisher geltenden Ge⸗ ſetzen guͤltig errichtete Rechtshand⸗ lungen werden durch die neue Legis⸗ lation auch im geringſten nicht alte⸗ 73 —.— 4 rirt, in ſo fern nicht etwa die Auf⸗ hebung derſelben darin dausbrücklich vorgeſchrieben iſt. Dieſe Regel gilt nicht nur von der Sorm,— ſondern auch von der Materie eines ſolchen Rechtsgeſchaͤfts. Iſt daher uͤber die Guͤltigkeit eines Teſtaments, Vertrags ꝛc. zu erkennen, welches in fruͤhere Zeiten und vor die 1 Einfuͤhrung der neuern Geſetzgebung faͤllt, ſo ſind al⸗ lein die aͤltern Geſetze anzuwenden, und ſind Hannaih dieſe Faͤlle zu beurtheilen. 42) Was von der Guͤltigkeit der Rechts⸗ handlungen gilt, das muß auch gelten voon den Wirkungen, welche ſie her⸗ vorbringen; desgleichen von allem, was mit dieſen Wirkungen auf ei⸗ ne naͤhere oder entferntere Weiſe in Verbindung ſteht. Denn man muß annehmen, daß die perſonen, welche die Rechtshandlungen verrichtet haben, dabei auf die Wirkungen Ruͤckſicht nahmen, welche ſolche nach den zu der Zeit, wie ſie unternommen wurden, beſtehenden Geſetzen hatten. Man muß weiter anneh⸗ men, daß ſie auch dabei alles das beruͤckſichtigten, was nach den damals beſtehenden Geſetzen auf eine naͤhere oder entferntere Weiſe mit dieſen Wirkungen in Ver⸗ bindung ſtand.— Muß nun Form und Materie des Rechtsgeſchäfts nach damals, wie daſſelbe zu Stande kam, beſtehenden Geſetzen beurtheilt werden, ſo iſt auch, wenn man conſeqient handeln will, die Wir⸗ kung deſſelben, und alles, was darauf naͤhere oder ent⸗ ferntere Beziehung hat, der Beurtheilung nach einem voͤllig gleichen Maaßſtabe unterworfen. Entſteht alſo die Frage: Welche Wirkungen ent⸗ ſpringen aus der ſeqde zund wie die alten Geſeße noch er Jeth ruch ait he ſie ſ on al 279* W galten, errichteten Rechtshandlung?(wenn naͤmlich ſelbige, wie hier vorausgeſetzt wird, nicht ſchon in der Rechtshandlung ſelbſt beſtimmt ſind); ſo muß ſelbige ausſchließend nach aͤltern Geſetzen beurtheilt werden. Eben ſo die Frage uͤber Gegenſtaͤnde, welche mit die⸗ ſen Wirkungen auf eine naͤhere oder entferntere Weiſe zuſammenhaͤngen. 3) Wenn jedoch die neue Geſetzgebung fuͤr die Fortdauer der Wirkungen ei⸗ ner Rechtshandlung gewiſſe Regeln worſchreibt, 3. B. die Erneuerung dieſer Neechtshandlung nach Ablauf einer Zeit, ſo iſt die Frage: ob die Wirkungen der fruͤher errichteten Rechtshandlung nooch fortdauern, nach der neuen Ge⸗ ſetzgebung, ſie, die Wirkungen ſelbſt aber, ſind nach der alten Geſetzge⸗ bung zu beurtheilen. Denn die bei der Rechtshandlung intereſſirten Per⸗ ſonen waren um ſo mehr ſchuldig, die Vorſchriften der neuen Geſetzgebung zu beobachten, als ſie ſolche beob⸗ achten konnten und beobachten mußten, wenn die ehe⸗ dem errichtete Rechtshandlung fortdauernde Guͤltigkeit haben ſollte. Um ihretwillen allein wurde doch der Satz eingefuͤhrt, daß Geſetze keine ruͤckwirkende Kraft haben ſollten. Aber die Wirkungen— auch in der Fortdauer der Rechtshandlung— muͤſſen darum nach der alten Geſetzgebung beurtheilt werden, weil ſie die⸗ ſelben ſind, welche die Intereſſenten von vorn herein 4) Neu e Geſetze, wel che blos beſtim⸗ men, wie dunkle und zweideutige Nechtshandlungen erklaͤrt werden ſol⸗ len, koͤnnen unbedenklich auf ver⸗ ** 3 . 2380 —(— gangene Faͤlle angewendet werden, wenn gleich alte Geſetzgebung auch ſchon Beſtimmungen daruͤber und gar baͤlt. 1 Man moͤchte gegen dieſe Regel einwenden, die Parteien haͤtten doch bei Errichtung der Rechtshand⸗ lung auf die damals geltenden Geſetze geſehen, und ſie ſtillſchweigend darein aufgenommen. Allein die Par⸗ teien konnten, da, wo ſie uͤber gegenſeitige Rechte und Pflichten nichts beſtimmten, weiter nichts wollen, als daß das daruͤber ſtatt finden ſolle, was die Geſetze vor⸗ ſchrieben. Dies iſt auch ganz die Meinung der roͤmi⸗ ſchen Juriſten, von welchen der Satz von der ſtill⸗ ſchweigenden Aufnahme der Geſetze in die Vertraͤge herſtammt. Man wuͤrde aber ſicher uͤber die Inten⸗ 3 tion der Contrahenten hinausgehen, wenn man be⸗ haupten wollte, daß ſie auch die in den Geſetzen uͤber dunkle Willenserklaͤrungen enthaltenen Interpreta⸗ tionsregeln mit in ihre Vereinbarung aufnehmen wol⸗ len. Was von Verrraͤgen gilt, muß auch von einſei⸗ tigen Willenserklaͤrungen, als Teſtamenten, ꝛc., gelten. 5) Verbrechen muͤſſen, in ſo weit von der oͤffentlichen Genugthuung die Rede iſt, allein nach den damals wie ſie begangen wurden, beſtehen⸗ den Geſetzen beurtheilt werden, wenn eine beſtimmte Strafe vorgeſchrieben iſt. Ein gleiches gilt von der Pri⸗ „„atgenugthuung. In Abſicht ande⸗ rer Punkte des Verbrechens ſteht nichts der Anwendung der neuern Seſetze entgegen, in ſo fern nur nicht dem Verbrecher oder dem Verletzten entgegengeſetzte Beſtimmungen ent⸗ Murr d tig d hein. gr iruſt den aͤber ih ricte de neue artöubend fam, faben ol ſe keue rh e w ſ —— rtete in damad tzn Geſe ſei Arwendo werden ung au t und ga agen em wenden, Rechen hen„ wi lein degg e Rchteu welen, ie Geſche ing der n don daſß de Ve er die Ih enn mn! Geſtzat Irtena ffnehna uch benu en,u gin d weit huung n dana beßehe den, ve zeſtri der N ſicht ant hens 0 er neuun rnut rh Verleze 261 —— indirecte daraus ein Nachtheil er⸗ waͤchſt.. Daß bei Verbrechen die oͤffentliche Genugthuung nur nach den zur Zeit, wie ſie begangen wurden, be⸗ ſtehenden Geſetzen beurtheilt werden kann, folgt noth⸗ wendig, wenn angenommen wird, daß einer nur nach den Strafgeſetzen gerichtet werden kann, welche er kannte, als er ſie uͤbertrat. Ich habe indeß wohlbe⸗ daͤchtig die Regel auf beſtimmte Strafgeſetze einge⸗ ſchraͤnkt. Erklaͤrten die Geſetze eine Handlung nur fuͤr ſtrafbar, beſtimmten aber die Strafe nicht, ſon⸗ dern uͤberließen ſie dem arbitrio des Richters, ſo ſehe ich nicht ein, was dieſen behindern koͤnnte, auch die in den neuern Geſetzen beſtimmt vorgeſchriebene Strafe anzuwenden. Denn da der Verbrecher das Uebel nicht kannte, welches der Uebertretung des Strafgeſetzes folgen ſollte, ſo kann auch fuͤr ihn aus der Anwendung des neuern Strafgeſetzes kein Praͤjudiz entſtehen. In Abſicht der Privatſatisfaction ergiebt ſich auch al⸗ les von ſelbſt. Durch das Verbrechen erlangte der Verletzte ein Recht auf die Genugthuung, welche in den damals, wie das Verbrechen begangen wurde, guͤl⸗ tigen Geſetzen beſtimmt war. Dieſes Recht kann ihm wider ſeinen Willen nicht entzogen werden, und die Anwendung neuerer Geſetze, welche etwa eine geringe⸗ re Genugthuung enthielten, wuͤrde eine Verletzung ſei⸗ nes wohlerworbenen Rechts ſeyn. Enthielten ſie eine groͤßere Genugthuung, ſo wuͤrde aus der Anwendung derſelben wieder eine Laͤſion des Verbrechers folgen, der nicht mehr zu leiſten braucht, als was ihm derzeit guͤltige Geſetze auferlegten.— Andere Geſetze, wel⸗ cche mit der oͤffentlichen ſowohl als Privatſatisfaction nichts zu ſchaffen haben, koͤnnen fuͤglich auf fruͤhere Verbrechen angewendet werden, weil die Gruͤnde weg⸗ fallen, warum die Anwendung eines neuern Geſetzes 282 —— e„.,‧—⸗ auf altere Handlungen nicht geſchehen darf. Doch ha⸗ be ich bemerkt, in ſo fern nicht indirecte dadurch dem Verbrecher oder dem Verletzten ein Nachtheil zugefuͤgt wird, z. B. in der neuern Geſetzgebung waͤre eine ſtren⸗ gere Imputationstheorie enthalteen. 8 6) Was in Abſicht der Vertraͤge und Verbrechen gilt, das muß auch gelten in Abſicht aller andern erlaubten und unerlaubten Handlungen, wodurch dert werden 5 Ddie Frage: ob dergleichen Handlungen Rechte und Verbindlichkeiten hervorbringen? nicht nur, ſon⸗ dern auch die, welche ſie hervorbringen? muß nach den damals, wie dieſe Handlungen vorfielen, gelten⸗ den Geſetzen beurtheilt werden. Denn es wuͤrden of⸗ fenbar wohlbegruͤndete Rechte und Verbindlichkeiten aufgehoben werden, wenn man neuere Geſetze, die entweder uͤberall dieſe Rechte und Verbindlichkeiten nicht mehr, oder doch mit Modiſicationen entſtehen 4 Es liegt in der Natur det Sache, daß, wenn je⸗ mand Rechte hat, ihm auch die zur Verfolgung und Ausfuͤhrung derſelben dienlichen Rechtsmittel geſtattet werden muͤſſen.— Dies fuͤhrt auf die Frage: Muͤſ⸗ ſen dieſe Rechtsmittel gleichfalls nach aͤltern Geſetzen beurtheilt werden, oder koͤnnen darauf auch die neuern Geſetze angewendet werden? In der folgenden Regel iſt die Beantwortung dieſer Frage enthalten. 7 Die Rechtsmittel, wodur ch Rechte und Verbindlichkeiten, die aus aͤl⸗ ern Handlungen entſtanden ſind, verfolgt werden, muͤſſen gleichfalls nach bisher geltenden Geſetzen be⸗ uͤrtheilt werden, und koͤnnen neue⸗ *“ I 1 & f. dij 3 ed durch 1 9 theli unn arecie 1 ttkäͤgt u auch zetn aubtenw „ vodun ten begui fkungen d ſicht nu. en! 5 rfelen, a es wüda, erbindich 4 Geſ A etidlät one aif daß, um erfohgunt mitte zdu Saaz 1 tern G uch dare la 1 nen zui 233 —.— re Geſete darauf nur in ſo fern an⸗ gewendet werden, als ſie dieſe Rechts⸗ mittel im Weſentlichen nicht alteri⸗ ren. In Abſicht des gerichtlichen Verfahrens bei dieſen Rechtsmitteln hingegen finden allein die neuern Geſetze Anwendung, wenn ſie nach dem Eintritt der verbindlichen Kraft derſelben gebraucht werden. Man kann wohl den erſten Satz dieſer Regel als unbeſtreitbar annehmen. Denn was in Abſicht der Rechte gilt, die jemand aus vergangenen Handlungen nach damals geltenden Geſetzen erworben hat, das muß auch von den damit zuſammenhaͤngenden Rechtsmit⸗ teln gelten. Verweiſet etwa das neuere Geſetz nur die Klage vor einen andern Richter, ſo kann es ohle Nachtheil des Klaͤgers angewendet werden; entzieht es aber dem Rechtsmittel ſelbſt etwas von ſeinem aͤl⸗ tern Umfange, ſo wuͤrde das Recht ſelbſt dadurch alte⸗ rirt werden, wenn man es anwenden wollte. Anders verhaͤlt es ſich mit dem gerichtlichen Ver⸗ fahren in Abſicht des zu gebrauchenden Rechtsmittels. Dies iſt eine Angelegenheit, welche mit dem Rechte und dem darauf ſich beziehenden Rechtsmittel auch gar nicht zuſammenhaͤngt, und worauf daher auch niemand ein wohlgegruͤndetes Recht erhalten kann. Neue Pro⸗ zeßvorſchriften koͤnnen nur nicht auf bereits rechts⸗ haͤngige Sachen ſo angewendet werden, daß das, was nach den bisher guͤltigen Geſetzen bereits geſchehen waͤ⸗ re, wieder aufgehoben und vernichtet wird. Man wuͤrde aber offenbar die Grenzen des Satzes, daß neue Geſetze keine ruͤckwirkende Kraft haben ſol⸗ len, uͤberſchreiten, wenn man behaupten wollte, alle vergangene Faͤlle muͤßten auch nach ehedem geltenden Prozeßgeſetzen beurtheilt, und muͤßte in Anſehung ih⸗ 284 rer das ehedem uͤbliche gerichtliche Verfahren beobach⸗ ter werden. Der Umſtand, daß etwa durch die Anwendung W an des neuern Prozeßverfahrens der Klaͤger zufaͤllig liden Khh koͤnnte, darf nicht in Betracht kommen;— eben ſe nan wenig als der, daß vielleicht durch einen in der neuern — Geſetzgebung enthaltenen laͤngern Verjaͤhrungstermin teſ „des Rechtsmittels der Beklagte praͤjudicirt wird. ss6 iſt ja, wenn die Sache genau genommen wird, nicht rnzain von Anwendung neuer Geſetze auf vergangene Falle,) di ſondetn von der auf gegenwaͤrtige die Rede. Das ge⸗ Kde richtliche Verfahren, als erwas, was jetzt erſt eintritt, da kann ja nicht zu den vergangenen Faͤllen gerechnet wer: uuß den; nur die Handlung, aus weſcher das Recht ent⸗ tha cohäarirende Rechtsmittel gehoͤrt dahinä. Man koͤnnte einwenden: wenn das auch in Anſe⸗ fitn hung der Form des rechtlichen Verfahrens gelten ſollte, iiſ⸗ ſo duͤrfte es doch nicht in Abſicht der Materie gelten, an d. h. der Ausfuͤhrung des Rechts, und der Beweismit. ſilt tel ꝛc. Denn auf dieſe habe der aus vergangenen Zei⸗ nae ten Berechtigte eben ſo ein wohlgegruͤndetes Recht, als an auf das Recht ſelbſt, und das damit cohaͤrirende ſtru Rechtsmittel. Wenn alſo etwa das neuere Geſetz die ie, Beweismittel einſchraͤnke, ſo koͤnne der aus aͤltern Zei⸗ aun ten Berechtigte nicht durch dieſe Einſchraͤnkung leiden. 6 Allein wenn dieſe Einwendung gelten ſollte, o 9 duͤrfte ſich nie ein feſter Uebergang vom Alten zum Neuen ui 3 finden. Jeder, der aus einem noch nicht verjährten aenn Rechte klagte, oder eine noch nicht verjaͤhrte Klage an⸗ 9) 8 ſtellte, wuͤrde verlangen koͤnnen, daß der Prozeß nach nn, den ehemals geltenden Prozeßgeſetzen eingeleitet, und it ihm alles das geſtattet werden ſollte, was das alteer bee MRecht uͤber die Beweismittel und den Gebrauch vor⸗ nuj ſſchreibt. Der Verwirrung, die daraus entſtehen muͤß iſ ſprang, das Recht ſelbſt, und das mit dieſem Rechte Unda. 4 d ein Arein gnüäg 6— he in de mn ürunzäm it did. u wid, t anh de de ht eit ine gerethnar N das Rehlt dieſem aä auchul ns getenin Naterit ni der Beitd uunn⸗ eles Aht . 285 —,.,— te, wuͤrde kein Eude ſeyn. Dies von der einen Seite; von der andern; wie kaͤme der Beklagte dazu, zu lei⸗ den, daß alte Prozeßgeſetze auf ein Verfahren, das erſt jetzt gegen ihn anhaͤngig gemacht wird, angewendet werden ſollten? 2 Er hat nicht noͤthig, zu leiden, daß von dem alten Recht etwas zur Entſcheidung der Sa⸗ che herbeigezogen wird, als was mit der ihm angeblich obliegenden Verbindlichkeit, der das Recht des andern Hreſäsndti, 7,1 in unzertrennlicher Verbindung ſtebt. Die geſetzliche Erbfolge, ſobald Dat Erbanfall ſich vor der Sinfuhrung der neuen Geſetzgebung ereignet hat, muß allein nach altern Geſetzen beur⸗ u. deei werden. Einggleiches gilt von den Wirkungenender Antretung der Erbſchaft, wennſſolche vor der Ein⸗ fuͤhrung der neuen⸗ Geſetzgebung ge⸗ ſchehen iſt, ſo wie von allen rechtli⸗ ſchen Verhaͤltniſſen, die vor der Ein⸗ er fuͤhrung der neuen⸗ Geſetzgebung ent⸗ weder durch unmittelbare Vorſchrift der Geſetze oder durch die Dazwi⸗ 3ſchentunft einer Handlung, 3. B. Ehe, Eheverloͤbniß, ꝛc., begrundet worden ſind. Es bedarf dieſe Regel keines Beweiſes, da i ie ſich uut das aus der alten Geſe Bgebung erworbene ius — 4* 4 ¼ — Aaeliein gruͤndet. Sr388 428 5)5 Bei⸗ Verjaͤhrungen kommt es darauf „wan, ob die Verjaͤhrung bereits vor Einfuͤhrung der neuen Geſetzgebun g beendigt war oder nicht. Die erſtere muß allein nach den bisher geltenden bus e Weſeken beuxtheilt. Herben. 4B der — 386 ——— 4 letztern kommt die alte und neue Ger ſetzgebunz zur Anwendung) in ſo fern beide Geſetzgebungen compatibel ſind. Im Falle der Incompatibilitaͤt kann blos die neue Geſetzgebung angewen⸗ 8 8 der werden. Der erſte Satz dieſer Regel ergieht ſich von ſelbſt. es iſt zu bemerken: die In Anſehung des zweiten Satzes erken: di a Geſetzgebung kann 1) einen laͤngern, auch ei⸗ nen kuͤrzern Verjaͤhrungstermin anordnen, als die aͤlte⸗ rree. In dieſem Fall ſind beide Geſetzgebungen incom⸗ patibel. Die neuere muß hier blos zur Anwendung kommen. Denn keiner von den Intereſſenten hat ein ius quaeſitum auf den Verjaͤhrungstermin der alten Geſetzgebung. 2) Die neuere Geſetzgebung kann in Abſicht der Erforderniſſe der Verjaͤhrung andere Grundſaͤtze, wie die aͤltere haben, z. B. keine bona fides erfordern, wenn ſie die aͤltere erfordert. Hier ſind beide Geſetzgebungen eompatibel, und koͤnnen fuͤg⸗ lich zuſammen angewendet werden. Aber, wenn ſich nun der Fall umgekehrt verhaͤlt? Hier entſteht wieder eine Jucompatibilitaͤt, welche bewirkt, daß der Fall ausſchließend nach der neuen Geſetzgebung beurtheilt werden muß. 6 6 111 Wir behalten uns vor, dieſe Regel in den fol⸗ genden Stuͤcken fortzuſetzen, und bemerken hier nur noch, daß mit Hinſicht auf die franzoͤſiſche Ge⸗ ſetzgebung 1. 3. die oben Nr. 1 gegebene Regel eine Ausnahme far ſolche Willenserklaͤrungen leiden muß, die ge⸗ geen die Verfaſſung des Staates laufen, wie das mit den fideicommiſſariſchen Dispoſitionen der Fall iſt, welche im Code Napoléon nicht nur fͤr zukuͤnftige aͤlle unterſagt ſind, ſondern auch 4 287 ann Fär vergangene, als der Verfaſſung des Staats wotien uwider laufend, erloͤſchen. deltttte Wenn man es jedoch genau mit der Sache ng inget nimmt, ſo geſchieht das nicht ſowohl, weil hier n. das Geſetz ruͤckwirkende Kraft haͤtte, ſondern 3 t ut vielmehr um deswillen, weil alles Civilrechtliche, 1 1 ſelbſt das vergangene, nach in Frankreich ange⸗ menn nommenen Grundſaͤtzen, immer unter dem ſtreng⸗ 1 un ſten Einfluß der Staatsverfaſſung ſteht. en Das Geſagte verſteht ſich jedoch nur fuͤr t T. Frankreich und diejenigen auswaͤrtigen Staaten, riſetn, in welchen mit dem Code Napoléon zugleich kernig. M franzoſiſche Verfaſſung eingefuͤhrt worden iſt, gaun z. B. im Koͤnigreich Weſtphalen. Denn bei der ittun 4 bloßen Einfuͤhrung des Code, z. B. im Ahrem⸗ Bh bergiſchen, bleiben die ſchon vorhandenen Fidei⸗ nin; commiſſe unangetaſtet, weil ſie der Staatsver⸗ ud 4 1 9 faſſung nicht zuwider laufen, und dies allein der e nni Grund ihres Wegfallens ſnſtt. tenfn Es laͤßt ſich auch nicht behaupten, daß, da dßn jetzt wieder in Frankreich Adel, Lehn und Ma⸗ bung ket jſorat eingefuͤhrt worden, die franzoͤſiſche Verfaſ⸗ 2 ſung den Fideicommiſſen nicht mehr im Wege 1en, ſtehe. Denn bei der Wiedereinfuͤhrung dieſer ·80 1. Inſtitute iſt ausdruͤcklich erklart worden, daß ſie bemein als kaiſerliche Beneficien unabhaͤngig von ranziſt deem droit civil ſeyn ſollen, woraus denn folgt, 1 daß das bisher in der franzoͤſiſchen Verfaſſung an⸗ nedht genommene Princip in Abſicht der Subſtitutio⸗ en müß d nen im mindeſten dadurch nicht veraͤndert wor⸗ aufet, deh deen iſt, vielmehr noch nach wie vor beſteht, wel⸗ aaatt ches auch beſonders noch daraus erhellt, daß in gon niu dem revidirten Code das generelle Verbot der Subſtitutionen beibehalten worden iſt, und nur M; Heft III. 1 21 288 —— ausnahmsweiſe dem Kaiſer vorbehalten bleibt, mi das Recht, dergleichen Subſtitutionen zu errich⸗ pu ten, als ein Benefiz zu verleihen. 3 II. Daß eine gleiche Ausnahme in Anſehung der Regel fub Nr. 9 ſtatt findet, indem nach Artifel 2281 des Code die Verjaͤhrungen, welche zur Zeit der 3 Publication des neuen Verjaͤhrungsgeſetzes ſchon 1 ihren Anfang genommen haben, noch nach den du alten Geſetzen beurtheilt werden ſollen. rntzeit III. Daß aus dem Iuh Nr. 7 Geſagten unwiderſprecch⸗ in N lich dasjenige folge, was oben Seite 88 uͤber die telaur recherche de la paternité in Anſehung der Ris — voor der Einfuͤhrung des Code Napoléon vorge- mans fallenen Schwaͤngerungen geſagt worden iſt. öitan Wir koͤnnen uns daher auch nicht davon lal uͤberzeugen, daß im Koͤnigreiche Weſtphalen bei miun Hurenprozeſſen, wie Herr Profeſſor Woltaͤr Seite 190 behauptet, wo das Kind vor dem er⸗ ſien Januar 1808 geboren war, der Rechtsſtreit—im dwii naach eben den Grundſätzen entſchieden werden üm ar mmuͤſſe, welche ihre Anwendung gefunden haben tr uh wuͤrden, wenn die Filiationsklage vor dem erſten Un ui Kamer 1808 erhoben worden waͤre, in ſo Vegai fern naͤmlich davon die Rede iſt, daß dabei fitia auch das alte Verfahren und die alten nakthm Beweismittel ſtatt finden ſollen. Denn der n.— Prozeß faͤllt ja offenbar in die Zeit, wo der Co⸗ Aünme de Napoléon ſchon geſetzliches Anſehen erhalten n Aa hatte, und muß daher auch allein nach den dardin d wea enthaltenen Beſtimmungen beurtheilt werden. iſin gar Mag das uneheliche Kind ſeine Anſpruͤche immer⸗ V Na. hin in dem aͤltern Rechte begruͤndet finden, das bw alte Verfahren und die ehemals geltenden Be⸗ i N weismittel kann und wird es nie in Anſpruch neh⸗ dh halmn z nan ui dung drd ˖Arit 9 de zur 3 sgeſchs len. unw detitt ite ds le Anſehent poléon n vorden ij h richt de Weſyhalnt ſſor Weli ind vordmt der Rachit hieden utk. efundn thr vor du wäre, 1 ſt, din und die ann n. Dend „ wo d iiece nach den d heit went grüche im tfnden, d 1 ban Außracht noch lah 289 ——— meen koͤnnen. Und was von ihm gilt, muß um ſo mehr von der Geſchwaͤngerten ſelbſt gelten. (Die Vortſezung folgt.) 4. Arréts de Cour de Calſation. Durch die Arréèts de Cour de Callation ſoll ſich vorzugsweiſe die Jurisprudenz des Code Napoléon bilden. Wir werden aus Siregs Jurisprudence de Cour de Caffation zum Behuf des deutſchen Praktikers daher von Zeit zu Zeit den Inhalt derjeni⸗ gen Arréts liefern, welche auf den Code Napoléon Beziehung haben. Nach den beim Cour de Callation angenomme⸗ nen Grundſützen 4 4 1.— kann derjenige, welcher ſich zwar nicht ausdruͤck⸗ lich zum Vater eines natuͤrlichen Kindes bekennt, ſich aber doch zur Alimentation deſſelben auf irgend eine Wieiſe verbindlich gemacht hat, angehalten werden, dieſe Verbindlichkeit zu erfuͤllen. Dieſe Verbindlich⸗ keit wird auch ſchon dadurch begruͤndet, daß die Ali⸗ mente ohne ein beſtimmtes Verſprechen geleiſtet worden ſind.— Uebrigens wird durch das Anerbieten der Alimente ſelbſt vor dem Bureau de conciliation noch kein Recht zur recherche de la paternité begruͤndet, ſo wie auch Maͤdchen und Frauen wegen Verfuͤhrung kein Klagerecht auf Entſchaͤdigung haben. Man ſieht hieraus, wie die franzoͤſiſchen Gerichts⸗ hoͤfe und insbeſondere der Cour de Caſſation dem Code Napoléon nachzuhelfen ſuchen. Ohne daß der Richter eine recherche de la paternité anzuſtel⸗ „ 290 len braucht,(wozu er in der Regel nicht befugt iſt,— kann er den natuͤrlichen Kindern dadurch helfen, daß er den Punkt der verſprochenen oder geleiſteten Alimen⸗ te ausmittelt, und den, welcher ſie bisher geleiſtet hat, 1 zur fernern Leiſtung verurtheilt. Er iſt dazu auf den Rxöit Antrag der Mutter und des Kindes ſogar verbunden. Daß auf keine hoͤhern Alimente, als bisher geleiſtet Er oder verſprochen worden ſind, erkannt werden darf, verſteht ſich von ſelbſt. Zur Ausmittelung der Frage: ob die Alimente geleiſtet oder verſprochen worden ſind, und auf wie hoch, muͤſſen alle zu laͤſſige Beweismittel 8 10D geſtattet werden. Das verfuͤhrte Frauenzimmet ſoll nicht auf Ent⸗ ſchaͤdigung klagen koͤnnen.— Aber warum denn nicht? Weil dadurch offenbar wieder den ſcandaldſen n g Hurenprozeſſen Thor und Thuͤr geoͤffnet wuͤrde. Al⸗ in E lein, wenn nun eine Abfindung verſprochen worden iſt! Wir glauben, auch da nicht; denn was propter favo- rem alimentorum angenommen worden iſt, kann ein⸗ mal nicht ausgedehnt werden, und dann zweitens wuͤr⸗ de die Abfindung den Beiſchlaf vorausſetzen, den 3 das Berſprechen d der Alimente nicht nothwendig vor⸗ ausſeßt. (die vautſazunn folgt.) ſe