— 5 —— ti b Materialien b zur Geſchichte, Literatur, Venttheiun, Erklaͤrung und Anwendung . des 1 1 Co D E NAP OL E 0 N, yauptſaäͤchlich um Gebrauch der praktiſchen Rechtsgelehrten in Deutſchland. wVom Profeſſor Dabelow in Halle. 3 Erſtes Stuͤck. Halle bei Hemmerde und Schweiſchte, 1808.— — — 8 * 2 1 7 4 8.* 3 4 ₰ * 4* 4. 2 1¹ 4 4* 1 „ 4. 4 4 * 3 2 4 ——— 1eeneen 7 — Vorrede. Der Zweck des gegenwaͤrtigen Archivs iſt, unter einzelnen Rubriken Alles zu ſammeln und zuſammen⸗ zuſtellen 1 was zur Geſchichte, Beurtheilung, Erklaͤrung, Anwendung und Literatur des 5 Code Napoléon gehoͤrt, daher ſelbiges auch den Sia tel führt: Materialien zur Geſchichte u. ſ. w. Der Herausgeber glaubte dadurch den deutſchen Nechtsgelehrten,— beſonders den Peaktikern unter ihnen,— einen Dienſt zu erweiſen. Es iſt beriits⸗ 7* 2 . IV 1 in den verfloſſenen Jabren ſo manches Gute und t n ſelbſt Treffliche uͤber den Code Napoléon, thei ls lun in literaͤriſchen, theils in andern Bättern, geſaggg m worden, was aber in der Fluth der Schriften ent⸗ 1 weder untergegangen, oder, weil es derzeit noch nicht intereſſirte, unbeachtet geblieben iſt. Sai r. de Hauptſache bei dieſem Archive bleibt jedoch nrirlih immer die, den wahren Geiſt des Code Napo- n ad LEon, ſo⸗ wie er ſich aus den darüber gepflogenen rnichen authentiſchen Bethandlungen darſtellt, auf deut⸗ t ünd ſchen Boden zu verpflanzen, und den Code in NAaſutt allen ſeinen Umgebungen, und mit ſeinen durch u nun Kaiſerliche Dekrete erhaltenen Ergaͤnzungen und Er⸗ b ſs dich laͤuterungen darzuſtellen, Daher wird dieſes Archiv, Wa wenn es dereinſt geſchloſſen iſt, einen vollſtaͤndigen, tordenen wenn gleich regelloſen, Kommentar uͤber den Code.t m enthalten, und zugleich als eine eben ſo regelloſe tn.- 4 2 ———— zute nd 1, theis , geſagt ften et. eit noch Napo- 6 . 3 Jogenen din durch dE digen, Dode elloſe KRechts? und Literaͤr⸗Geſchichte des Code dienen 8 3 K n 516 32) 54 5 . 3 3 1 2 1. g Wenn der Saausxebe Phne Aenßerungen 9e r gen die Geießsehn eines Seaass, dem eer ſech⸗ n.ele zehn Jahr treu diente, in rieſe Archiv, wie z. B. Seite 17, aufnehmen mußte, ſo nimint er daran natuͤrlich nicht den geringſten unchei: und wenn er hier oder da dem Code MNapoléon auf Koſten der wreußiſchen Geſetgebung das Wort redete, ſo lei⸗ tete ihn dabei die Liebe zur Wahrheit,— nicht Tadelſucht.— Er zaͤhlt ſich nicht zu den ſogenann⸗ ten preußiſchen Patrioten, die durch ihr thatenlo⸗ ſes Geſchrei alles verdarben, noch zu den nichts⸗ wuͤrdigen Menſchen, die an einem ungluͤcklich ge⸗ wordenen Staate jeßt alles, und auch ſeine waht⸗ haft muſterhafte Geſetzgebung im allgemeinen tadeln.— Die Zeit, und das gerechte Gericht N der folgenden Generationen wird ſchon entſcheiden, welche Geſetzgebung die votzuͤglichſte war.— Dies zur Warnung fuͤr das kriechende Geſchmeiß unſers Zeitalters, welches damit umgeht, aus den unſchul⸗ digſten Dingen Gift zu ſaugen und zu verbreiten. 3 6 Halle den zten April 1808. . 4 3 ——— ¹) da Pohſceſt Nantvoenn de„ Inhalt. Dies 1. Zur Geſchichte des Code Napoléon Seite 1 nſ 1) Kurze Bemerkungen uͤber den ehemahligen Rechts⸗ nſeee zuſfaand in Frankreich . 2) In wie fern iſt der alte Rechtszuſtand in Frankreich chul⸗ K durch die Revolution abgeaͤndert worden? 3) Abfaſſung des Code Napoléon 7 en.— 3.., II. Zur Anwendung des Code Napolèon 20 1) Wie verhaͤlt ſich der Code Napoléon zu dem aͤltern franzoͤſiſchen Rechte? 20 2) Welches iſt das Verhäͤltniß des aͤltern Civilrechts 1 zu dem Code Napoléon, wean der gedachte Code in einem deutſchen Staate eingefuͤhrt i? 35 3) Wann kann behauptet werden, daß bei Anwendung des aͤltern Civilrechts, in Frankreich ſowohl, als 4 in einem deutſchen Staate, worin der Code Na ... polson eingeführt worden, die Richter ſich Miß⸗ griffe zu Schulden kommen laſſen? 36 43) Noch einige Zemerkungen uͤber den Artikel 7 des Geſetzes vom zoſten Ventole III. Zur Beurtheilung des Code Napoléon aa 1) Ueber die Quellen des Code 4² 2) Haͤlfsmittel des Code Napoléon 45 „ 30 Eigenheiten des Code Napoléon, in Vergleichung mit andern aͤltern und neuern Legislationen 3t 4) Darſtellung der Ordnung im Code Napoléon 86 IV. Zur Erklaͤrung des Code Napoléon 67 1) Allgemeine Grundſätze der Geſetzerklaͤrung, mit Hin⸗ ſicht auf den Code Napoléon 8 7 2) Bemerkungen uͤber den Tirre préliminaire des Code 78 Nachſchrift 39 Beantwortug 92 * 3 * 4. 13z 4 4 3 * . ₰ * 4 1 68 . 1 4 1 8 1 v 5. 1 1 84* 1 — * — rdemer laüeſe R eeniſſe th garage Erevoluti Py emfch jitung un. fdt mmi hui frans tunes ce d lecher frauuis b Loger, Vafaſe Nm nd in Cutumie tien dare imce R 11T I. Zur Geſchichte des Code Napoléon. I. Kurze Bemerkungen uber den ehemahligen Rechts⸗ zuſtand in Frankreich. Zur Ueberſicht der Veraͤnderungen, welche ſich mit dem franzoͤſiſchen Rechte vor der Revolution nach und nach zugetragen haben, iſt Bernardi Hai ſur les nevolutions du droit français. Paris 1785. 3. zu empfehlen.— Unterſuchungen uͤber die Ent⸗ ſtehung und Ausbildung des alrern franzoͤſiſchen Rechts findet man in den Cojeetanes fun. Uorigine du droit français, welche vor der Bibliothek des Cou- tunes de France. à Paris 1599. 4 ſtehen, und in den Recherches pour ſervir d? ire au groit français. à Paris 1752. 8. Von den erſtern wird Logen, von den letztern aber Gοsl gemeinhin als Verfaſſer angegeben. Man unterſchied mit Hinſicht auf den Rechts⸗ zuſtand in dem alten Frankreich Pays du droit coutumier, und pays du droit écrit In dem erſtern waren die Coutumes, in dem letztern das roͤmiſche Recht die Grundlage der franzoͤſiſchen Ju⸗ Heſt I. 1 52.. 4 1 7—'— 4 risprudenz.— Darnach beſtimmte ſich denn des tic droit commun in der neuern Geſetzgebung von uum ſelbſt, in ſo fern ſich ſolche nicht auf die eine oder die ium andere Provinz beſchraͤnkte. In der vorhin erwaͤhnten utiit gedoppelten Hinſicht wurde denn auch das practiſche m NReecht bearbeitet. Man ſchrieb Vergleichungen des man droit coutumier einer Provinz mit dem droit com-(tzi mun(vergl. Lipenli bibl. iurid. voc. Gal- Muf 722), auch Vergleichungen des droit coutumier mm uͤberhaupt mit dem Aroiĩt commun(z. B. Loiſel Punnm Inſtitutes coutumières aveo des renvois aua iin ordonnances ete. 2 Edit. par Eiſebe de Lau- Whay zlene. II Vol. a Paris 1783. 12.); und endlich urupy Wergleichungen des roͤmiſchen Rechts mit dem droit Habes commun(z. B. Loiëw civiles dans leur ordre Rü M naturel etc. par Mr. Domat. II Tom. a Pa- Nau ſu ris 1756. Fol.). fut an , wenn man das roͤmiſche Recht fuͤr Frankreich, in ſo Pe bin fern von dem Ganzen die Rede iſt, des oben gedachten in Annterſchiedes zwiſchen pays du droit coutumier iyn und pays du droit écrit ungeachtet, als ein in ſubs- ugnen. ſidium geltendes Recht betrachtet. Denn auch iln nn den Pays du droit coutumier trat daſſelbe in ſeinre deal Kraft ein, wenn die Coutumes ſchwiegen, in ſo fern minn! ſich nur die Anwendbarkeit des roͤmiſchen Rechts über⸗ veüg all mit dem, was Sitten und Gebraͤuche gegruͤndet hat⸗ bitm u 1 r(m. das roͤmiſche Recht in dem alten Frankreich als droit e 2 zug 8 meenme in der letztern Hinſicht nur als Huͤlfsrecht, da hinge⸗ n nra 6 Duader 42 he, u gegebenen Eintheilungen der pays, ausmachen, den hun lg 3 ——-—— 3 reich, oder in einem Theile deſſelben, oder endlich nur an einem Orte galten, und welche etwa mit unſerm ſogenannten allgemeinen und localen deurſchen Ge⸗ wohnheitsrechte verglichen werden koͤnnen.— Die Contumes generales gehoͤrten wieder zum droit commun, und bildeten mit dem, was durch die Geſetzgebung als fuͤr ganz Frankreich verbindliche MNorm feſtgeſetzt war, das eigentliche droit com- mun, dem das roͤmiſche Recht als ſubſidiariſches droit commun zur Seite ſtand. Am beſten uͤberſieht man dieſen Rechtszuſtand aus folgenden Schriften: Mal- lebay de la Motte queſtions de droits de Jurisprudence et duſage de provinces du droit écrit. nouv edit rev. et augment. à Pa- .„„.... ris 1782.— Analyſée raifonnée du droit fran- qais fuivant lordre des loiæ civiles de Do- mat avec un teaxte de la coutume de Paris— projettée par Mr. Doulcet, executée par Mr. Gin. Paris 1782.— Collection des de- eiſtons nouvelles et des notions nelatives d la jurisprudence, donnée par Mr. Deniſart;— augmentée par Mr. Camus et Bayard. IV Tom. Paris 1783— 1785. Die alte franzoͤſiſche Jurisprudenz hatte mit unſerer gemeinen deutſchen in ſo fern die groͤßte Aehnlichkeit, als die unſrige ein Gemiſch von fremden und einheimiſchen Geſetzen und Gewohnheiten aus verſchiedenen Zeital⸗ tern iſt. Auch in Frankreich gab es, wie bei uns, ein gemeines und beſonderes Recht, von dem auch bei uns vorkommenden localen Recht ganz abgeſehen. Nur in dem Material des Rechts, in der groͤßern Ausdehnung des particulaͤren Rechts, und darin ſteckte der Unter⸗ ſchied, daß bei uns das roͤmiſche Recht foͤrmlich in fubſidium recipirt war, und dort— in ſo fern von ſeiner allgemeinen ſuͤbſidiariſchen Anwendbarkeit die . 8 1* 3 4— 1 —,.,— Rede war— mehr als ein geſchriebenes Vernunftrecht 9 galt.*)— Die claſſiſche Beardeitung, welche dem 48 roͤmiſchen Rechte ehedem in Frankreich zu Theil gewore u den war, hatte auch fuͤr die folgenden Generationen f m vie heilſamſten Folgen, und trat in den Weg, daß d daſſelbe nie in einer ſo ſcheußlichen und verkehrten Ge⸗ 8 ſtalt dort erſcheinen konnte, als wir es in Deutſchland— un in den Schriften der Civiliſten von gewoͤhnlichem fw N Schlage antreffen, obgleich ſonſt die neuern franzoͤſi⸗ Rän ſchen Juriſten weit hinter den deutſchen zuruͤckſtehen iimn moͤgen. Die Praxis, in ſo fern von Anwendung des km roͤmiſchen Rechts die Rede iſt, blieb daher in Frank. inne reich von je her reiner als in Deutſchland, wo man oft rlach nur aus dem Citate erlernt, daß von Anwendung des dem roͤmiſchen Rechts die Rede iſt.— Audie g 3 ſi ufen ai 1 2 m Artvuna In wie fern iſt der alte Rechtszuſtand in Frank⸗ Gn reich durch die Revolution abgendetrt däxr worden? e Man ſollte glauben: Bei einer Nation, die itre t bisherige Regierungsform ganz veraͤndert, alle vorher un iſ heilig gehaltene Formen und Verhaͤltniſſe ganz zerſtoͤrt, intac und, mit Einem Worte, das bisherige geſellſchaft: iu liche Band ganz zerreißt, muͤßte auch die ganze Maſſe fn des bisher beſtehenden Rechts zugleich mit unterge⸗ inmt hen.— Noch viel mehr ſollte man glauben: In ei- ſiitn n nem Staate, welcher ſich ein und untheilbar uumd . nennt, koͤnnten keine Particulaͤrrechte und beſondernn ahſ Statuten einzelner Provinzen und Orte mehr beſte⸗ ren an —.. üite *) Ich bitte dieſen Umßand nicht zu uͤberſehen. Er wird un⸗ m nant ten bei dem Code Napoléon ſehr wichtig. une 5 ——— hen, ſondern alle Buͤrger muͤßten nothwendig einerlei Geſetzen folgen.— Allein dieſer Glaube iſt falſch, in ſo fern man ihn zur Beurtheilung der Veraͤnderun⸗ 1u mitbringt, welche ſich in dem alten Rechtszuſtande von Frankreich durch die Revolution ereignet haben.— Derſelbe Rechtszuſtand von Frankreich, den wir ſo eben geſchildert haben, blieb auch fortdauernd im Lau⸗ fe der Revolution. Es gingen blos diejenigen Theile des droit commun und particulier unter, die mit der neuen Ordnung der Dinge nicht beſtehen konnten. Bei einem Volke, das aus lauter Republikanern be⸗ ſtehen wollte, mußten natuͤrlich alle Geſetze uͤber die Ungleichheit der Staͤnde mit den letztern ſelbſt, und alle daraus abgeleitete Folgen verſchwinden. Da, wo die Gleichheit eines der erſten Staatsgrundgeſetze iſt, mußten alle ſolche Geſetze außer Kraft geſetzt wer⸗ den, die in andern Staaten darauf abzwecken, durch Fideicommiſſe, Majorate, und andere dergleichen Anordnungen, den Glanz einzelner Familien zu erhoͤ⸗ hen; es mußten auch alle Privilegien wegfallen, und alle Buͤrger vor dem Geſetze gleich ſeyn. So waren ferner die franzoͤſiſchen Vegriff von Freiheit mit den Lehnsverhaͤltniſſen, den Frohnen, dem Abzuge, und andern laͤſtigen Rechten, unvereinbar. Und endl lich, konnte auch ein Volk, das uͤber das Verhaͤl ltniß des Staates und der Kirche zu einander ſo belehrt war, als das franzoͤſiſche, die Eingriffe der letztern in die Nechte des erſtern, bei der Ehe und aͤhnlichen Gegen⸗ ſtänden, nicht laͤnger dulden. Alles alſo, was in den Loix und Coutumes mit dieſen Grundſaͤtzen in Wi⸗ derſpruch ſtand, ging unter, dem uͤbrigen that die Re⸗ volution an ſich keinen Abbruch. Es iſt eine hoͤchſt falſche Anſicht der Sache,, wenn man meint, daß in einem Staate, welcher ſich ein und untheilbar nennt, keine particularen Rechte und 1 beſondern Statuten einzelner Provinzen und Orte mehr beſtehen koͤnnten, welche lediglich daher zu ruͤh⸗ ren ſcheint, daß man dieſe particulaͤren Rechte und be⸗ ſondern Statuten als Privilegien betrachtet, die denn 3 6* 3 6 Iin dex freilich mit der franzoͤſiſchen Conſtitution— wie ſie wenigſtens derzeit verſtanden wurde— unvertraͤglich ſind. Wir erinnern uns auch noch geleſen zu haben, daß ſolche zu Anfange der Revolution von einzelnen exaltirten Koͤpfen aus dieſem Grunde angefochten wur⸗ den; ihre auf Aufhebung derſelben gerichteten Vor⸗ ſchlaͤge aber um deswillen kein Gehoͤr fanden, weil man eines Theils der ganz richtigen Meinung war, zwiſchen einem privilége und einem droit particu- lier ſei doch ein gar zu großer Unterſchied, andern Theils mit der Aufhebung des droit particulier und local auch eine allgemeine Anarchie in Abſicht des als die Anarchie in der Regierung, geweſen ſeyn wuͤr⸗ de; endlich dritten Theils auch ſehr gut wußte, daß es nicht wohl thunlich ſei, fuͤr eine Nation, deren Indivi⸗ greifendes und alle ausgleichendes Recht zu ſchaffen. Das alte franzoͤſiſche Recht erlitt alſo, wie geſagt, nur durch die Revolution in ſo fern einen Stoß, als deſſen Grundſaͤtze mit den neuen Grundſaͤtzen incompati⸗ bel waren. Dies auf der einen Seite; auf der andern geſchah demſelben aber auch durch die Geſetze Abbruch, welche im Laufe der Revolution auf einander folgten, und die Einheit des Rechts, in ſo fern das Privat⸗ recht mit dem Regierungsrechte zuſammen hing, zum Khiun hh iiu tii de e nd im, ehen s det udm! riatäche 91 ſe, Reechtszuſtandes fuͤrchtete, die noch viel gefaͤhrlicher, puen bisher nach ſo ganz verſchiedenartigen Geſetzen und Gewohnheiten gelebt hatten, ein allgemein durch⸗ Zweck hatten. Hier war zwiſchen aͤltern und neuern Verhaͤltniſſen der Unterſchied, daß in dem neuen droit Lommun zugleich mit dem alten droit commun auch das droit coutumier mit untergehen mußte, in ſo 4— Daupele aca uneine amnit en Ein 1 ti hiſt itn — 7 fern es damit im Widerſtreit ſtand, oder vielmehr, daß jenes die ausſchließende Norm fuͤr alles war, was einen Gegenſtand deſſelben abgab.. Die Aufhebung der alten franzoͤſiſchen Provinzial⸗ eintheilung, und die Subſtitution der neuen Einthei⸗ lung des franzoͤſiſchen Gebiets in Departements, wo⸗ bei die pays du droit coutumier mit den pays du droit écrit oder doch mehrere pays von einem ver⸗ ſchiedenen droit coutumier zuſammen geworfen wur⸗ den, und nothwendig zuſammen geworfen werden mußten, oder, deutlicher zu reden, oft ein Stuͤck von einem pays der einen Rechtsgattung mit einem pays der andern verbunden wurde, konnte bei ſo be⸗ wandten Umſtaͤnden auch auf die Sache ſelbſt keinen weſentlichen Einfluß haben.— Blos einen zufaͤlligen hatte ſie, als man jetzt nicht mehr von einem droit de Languedoc, d'Anjou etc., ſondern von dem droit eines oder des andern Departements ſprach, und dar⸗ unter ein nach den Stuͤcken, woraus das Departement componirt war, verſchiedenes droit verſtand, das im alten Sinne droit écrit, auch coutumier ſeyn, und im letztern Falle aus ganz verſchiedenen Coutumes, mit Hinſicht auf einzelne Diſtrikte des Departements, beſtehen konnte. 3. Abfaſſuns des Cade Napoléon. Wenn gleich ſchon in den erſten Jahren der fran⸗ zoͤſſchen Revolution die geſetzgebenden Verſammlun⸗ gen mit dem Plane einer neuen und einfoͤrmigen Civil⸗ geſetzgebung ſich beſchaͤftigten, ſo lag es doch weit von ihrer Abſicht entfernt, ein Geſetzbuch zu ſchaffen, wie etwa das allgemeine Landrecht fuͤr die preußiſchen ————— 1 4 ——6—— d r — 34. — Staaten iſt. Nach den Debatten, welche daruͤber 6 bekannt geworden ſind, ſollte ein ſolches abzufaſſendes a Civilgeſetzbuch, im Geiſte der neuen Ordnung der Din- bä ge en worfen, nur das Civilrecht in ſo weit befaſſen, tnn als die bisherigen Grundſaͤtze des droit civil com- 1,1 mun und coutumier durch die Revolution zerſtrtet rellit waren, oder man glaubte, daß ſie mit der neuen Ver⸗ nuch faſſung nicht wuͤrden beſtehen koͤnnen. Waͤre derzeit n au wirklich ein Civilcoder zu Stande gekommen, ſo wuͤr⸗ en de er gewiß hoͤchſt fragmentariſch ausgefallen ſeyn.— aucdi Den erſten Entwurf eines Civilcodex ließ der Na- ni tionalconvent durch einen beſondern Geſetzbuchsaus⸗ den Giſt ſchuß veranſtalten, denſelben auch hernach nochmahls m dr von dieſem Ausſchuß revidiren; er blieb aber, ohne ti au auch nur einmahl zur Discuſſion gebracht worden zu NAam Gi ſeyn, liegen. Im Jahre IV(1796) legte der dda deln mahlige zweite Conſul, jebiger Reichserzkanzler Cam- ia bacéres, der geſetzgebenden Behoͤrde einen zweiten äenn le Entwurf vor, welcher zwar gedruckt, an die Tribunaͤ⸗ letue) le verſendet, auch dem juriſtiſchen Publicum zur Pruͤ‚ ittun fung vorgelegt, aber bei der geſetzgebenden Behoͤrde Kllſtit nicht wieder zur Discuſſion gebracht wurde. Der drit⸗ imwan, te Entwurf endlich kam nach dem 18ten Brumaire u durch eine von dem damahligen erſten Conſul, jetzigen undih Kaaiſer und Koͤnige, ernannte Commiſſion von vier leit Rechtsgelehrten zu Stande, und erſchien am rſten min Pluvioſe des Jahres X im Druck. Zum Behuf der ſafi neuen Geſetzgebung wurden fruͤhere Geſetzbuͤcher her⸗ m r di beigeſchafft und ins Franzoſiſche uͤberſetzt, wie z. B. Knt das allgemeine Landrecht fuͤr die mmaufisce Staaten,“M iumi u. a., auch uͤbertrug Huͤlot*) die juſtinianeiſchen itg n ——— fäns * 9, Ear otaguantes livres du Digeſte ou les Pandeetes de fefad Empereur Juſtinien, traduits en frangois par Henri 1 Hulot. Tom. I— XXXV. à Meiz et Paris 1803— 1803. rädihte 3... ur in 9 Pandecten in die franzoͤſiſche Sprache. Obgleich man ſich von oben herab nirgends beſtimmt uͤber die neue Geſetzgebung erklaͤrt hat, ſo beweiſet doch die Muͤhe, welche man ſich um die Herbeiſchaffung der Materia⸗ lien gab, meines Beduͤnkens nur zu ſehr, daß es jetzt mehr Abſicht war, als ehedem, ein Geſetzbuch, wie et⸗ wa das allgemeine Landrecht fuͤr die preußiſchen Staa⸗ ten, oder ein anderes aͤhnliches Produkt unſeres Zeit⸗ alters, zu Stande zu bringen. Warum man vielleicht kbernach dieſe Abſicht fahren ließ, davon weiter unten; dier genuͤgt es, zu bemerken, daß kein Civilgeſetzbuch in dem Geiſie unſers Jahrhunderts zu Stande kam, ſon⸗ dern der Code Napoléon, von deſſen Abfaſſung gleich ausfuͤhrlicher geſprochen werden ſoll, einen ganz andern Geiſt athmet. 3 66 Die Commiſſion, welche zur Redaction des neuen Cioilgeſetzbuchs war ernannt worden, beſtand aus den Herren Troncher(Senator), Portalis(Miniſter des Cultus), Bigot de Préarmeneu(Praͤſidenten der Geſetzgebungscommiſſion), und Maleville(Praͤſidenten des Caſſationsgerichts), und der ihr gemachte Auftrag ging dahin, die bisherigen Projecte eines Civilgeſetz⸗ buchs zu vergleichen, und die Hauptgrundlagen der neuen Geſetzgebung zu discutiren. Dieſe Commiſſion vertheilte die verſchiedenen Titel des neuen Geſetzbuchs unter ihre Glieder zur Ausarbeitung, und vereinigte ſich an beſtimmten Tagen unter Tronchers Vorſit, um uͤber die gelieferten Contingente zu discutiren und das Ganze zur Einheit zu erheben. Schon nach vier Monaten uͤbergab ſie das Reſultat ihrer Arbeiten, welches, wie oben bemerkt worden, am Iſten Pluvioſe des Jahres 9 in Druck erſchien. Das Project wurde hierauf an die Caſſationstribunaͤle und an die Apyella⸗ tionsgerichte verſendet, welche aufgefordert wurden, daruͤber ihre Bemerkungen mitzutheilen. Nachdem —õõ—— —— dieſe, welche auch im Druck erſchienen ſind, reichlich tin? eingegangen waren, wurde die Discuſſion uͤber das u di Project im Staatsrath eroͤffnet, welche mit einiger rit be Unterbrechung vier Jahre dauerte. Die Ordnung da⸗ 1 di bei war folgende: Zuerſt wurde in der Geſetzgebungs⸗ usdin ſection die Sache vorgenommen. Die Geſetzgebungs⸗ tuin ſeetion unterſuchte jeden Titel in Gegenwart der Glie⸗ gath der der Geſetzgebungscommiſſion; und ward er gut ge⸗ betkde: heißen, oder waren die vorgeſchlagenen Abaͤnderungen iir u durch die Mehrheit der Stimmen genehmigt worden, ninin ſo ward er gedruckt, und an alle Glieder des lanmnd Staatsraths vertheilt. In dieſem wurde nun von den, T vereinigten Sectionen, unter dem Vorſitz des erſten unttns — Conſuls, oder, in deſſen Abweſenheit, des zweiten, die n in Discuſſion immer wieder mit Zuziehung der Commiſſͤa⸗ Ul dil rien von neuem aufgenommen, und wurde das Strei⸗ tige durch die Mehrheit der Stimmen regulirt. Was ſo zuerſt in der Geſetzgebungsſection des Staatsraths, und hiernaͤchſt im Pleno deſſelben durch die Mehrheit At der Stimmen durchgegangen war, wurde dem Tribu⸗ zt nat mitgetheilt, welches daruͤber gleichfalls in geheimen gütdiſe Sitzungen debattirte, und ſeine Bemerkungen daruͤber kinon, d machte. Die Section der Geſetzgebung des Staatse end raths unterſuchte ſodann dieſe Bemerkungen, und err f ſtattete daruͤber ihren Bericht an das Plenum des n ten Staatsraths, welches wieder uͤber die vom Tribunat mansine — gemachten Bemerkungen abſtimmte. Jetzt erſt war die anud I Sache zu einem Vorſchlage an den geſetzgebenden Koͤr⸗—— per reif, und wurden nun drei Staatsraͤthe er⸗ licnerra nannt, um demſelben den Vorſchlag zu uͤberbringen. üuhn Sie entwickelten demſelben die Grundfaͤtze des Vor: anſſn ſchlags, ſo wie auch die Gruͤnde, warum er in der hane Discuſſion den Vorzug erhalten hatte. Der geſetzge⸗ m diſ bende Koͤrper wies hierauf jeden Vorſchlag an das Tri⸗ ei bunat zuruͤck, welches eine Commiſſion niederſetzte, teg 4 7 1T —— um ihm Bericht baruͤber zu erſtatten, und ſtimmte nach Anhöͤrung des Referenten und der Redner, wel⸗ che ſich hatten einſchreiben laſſen, um fuͤr oder wider den Vorſchlag zu ſprechen, uͤber den Vorſchlag ab. Das Tribungt ernannte nun Redner, um dem geſetz⸗ gebenden Koͤrper daruͤber Vortrag zu thun, durch deſ⸗ ſen Genehmigung dann endlich der Vorſchlag zum Ge⸗ ſetz erhoben wurde. Geſammte, auf die vorbeſchriebe⸗ ne Art durch die verſchiedenen Pruͤfungen durchgegan⸗ gene einzelne Theile wurden zuletzt durch eine eigene Sanction vom zoſten Ventoſe des Jahres XII in Buͤ⸗ cher, Ditel und Artikel, und zwar letztere nach einer ununterbrochen fortlaufenden Zahlenreihe, eingetheilt, und zu einer einzigen Sammlung unter dem Titel: Code civil des Français, vereinigt. 8 Wir haben noch Nachricht von dem zu geben, was nach Publication des Code civil des Français in Hiinſicht deſſelben geſchehen iſt. Wir gehen hierbei aus Gruͤnden, die ſich von ſelbſt ergeben, ſogleich auf die neueſte und letzte Zeit uͤber.— Im abgewichenen Jahre 1807, wo eine neue Ausgabe des Code Na- poléon veranſtaltet werden ſollte, wurde dem geſetzge⸗ benden Koͤrper durch die von dem Kaiſer zur Ueberbrin⸗ gung und Vertheidigung beauftragten Staatsraͤthe Bi- gor-Préameneu, Réal und Janbert ein projet de loi concernant le Code Napoléon vorgelegt, wel⸗ ches auch in der Sitzung des geſetzgebenden Koͤrpers vom 24ſten Auguſt 1807 der Verfaſſung gemaͤß an das Tribunat verwieſen wurde. In den Motiks zu dieſem Geſetze heißt es: DSeeit der Promulgation des Code ſei die kaiſer⸗ liche Regierung an die Stelle der conſulariſchen ge⸗ 1 —— — 7 — ————— à 4 12 —— treten; auch ſei der Code:, der urſpruͤnglich nur fir Frankreich beſtimmt geweſen, ein gemeines Recht⸗ der Voͤlker eines Theils von Europa geworden. Der Code ſei an ſich ein geſchloſſenes Werk. Man wuͤrde zwar die menſchliche Schwaͤche verken⸗ nen, wenn man glauben wolle, er ſei keiner Verdeſ⸗ ſerungen faͤhig, ſo, daß nicht quelques expli- ten.*) Schon einige Decrete**) des Kaiſers haͤtten dieſen; Zweck; aber gerade aus dem Grunde,. weil ſie weiter nichts als eine explication waͤren, und nur die moyens d'exécution enthielten, ha⸗ be man es fuͤr gut gefunden„(bei einer neuen offi⸗ ciellen Ausgabe) nichts in dem Texte des Code abzuaͤndern, welcher, weit entfernt davon irgend eine Abaͤnderung zu erleiden, am ſicherſten in ſeinem wahren Geiſte werde angewendet werden koͤnnen. Es koͤnnte der Fall ſeyn, daß noch andere kaiſer⸗ lihe Decrete von gleichem Gehalt erlaſſen wuͤrden. Dies ſei aber noch lein hinlaͤnglicher Grund, ,einen neuen Code zu promulgiren. Die gegenwaͤrtige préſentation habe keinen an⸗ dern Zweck, als die aͤußern Formen des Code mit den durch die Actes des conſtitutions de l'Em. pire zu analogiſiren. 1) Der Titel: Code Civil de Frangçais, paſſe jeßt nicht mehr ſ recht, da der Code auch in in rungen, nach welchen eine Reviſion des Code entweder gar nicht, oder doch in langer Zeit nicht, zu erwarten ſeyn 3 duͤrfte. cations fuͤr die Zukunft ihn in ein helleres Licht ſetzen, und die Anwendung deſſelben foͤrdern koͤnn⸗ *¹) Dies ſind, unſerer Meinung nach, ſehr merewürdige Aeuße⸗ **) Wir werden von dieſen Decreten theils beſonders, theils 3 bei der Erklaͤrung einzelner Stellen des Sode Näpelson zu reden Gelegenheit nehmen. 8* Indeen Kft äit a dea un ſſ ſtm. ) Bt Nruno ale werre kanmu undft vite- pel, ns(C Pnl itr derali Ghreun Intan des re dn wi ui de“ drR nen, ) Mt de Varu diſe larin ten den. 7— ———— r für andern Laͤndern, außer Frankreich, geſetzliche Neiht Kraft erhalten, auch werde dadurch demſenigen b nicht genug gehuldigt, dem doch eigentlich das Derk. große Werk ſeinen Urſprung zu verdanken habe; rten⸗ deshalb ſei der Titel: Code Napoléon, nicht erbee unur zweckmaͤßiger, ſondern auch gewiß den Wuͤn⸗ -pl. ſchen Aller gemaͤß. Lict. 2) Braͤchten es die inzwiſchen eingetretenen Veraͤn⸗ konn⸗ dderungen mit ſich, daß man an die Stelle der äſets alten Benennungen: premier Conſul, Gou- unde, vernement, République, Nation, die Be⸗ uͤren/ nennungen: Empereur, Empire, Etar ſetze; ha⸗ und fuͤr tribunal de caffation, d' appel, cri- off⸗. mine]l,— cour de callation, cour daß. Dode pel, oour de juſtice er iminelle, und ihre gend Entſcheidungen arréts nenne. Der Ditel ei⸗ inen nes Commiſſaire du Gouvernement bei den 1 Aupellationserichten ſowol als bei den Gerichten ier⸗ erſter Inſtanz ſei durch die Titel: procureur gé- den. neéral Veei en la cour d'appel und pro- einen cureur impérial au tribunal de première 3 inſtance zu erſetzen.— Der commiffaire a des relations commerciales moͤge nun immer⸗ mit hin wieder Conſul, und das Commiſſariat der k naͤmlich en Verhaͤltniſſe das Conſulat heißen.— Die Armeen der Republik, die Schiffe u. ſ. w. der Nation, muͤßten gleichfal ls von nun an Ar⸗ vaſſe meen, Schiffe u. ſ. w. des Kaiſers heißen. hin 3) Nach einer der Verfuͤgungen des Code uͤber — die Beraubung der buͤrgerlichen Rechte durch den leuße⸗ Verluſt der Eigenſchaft eines Franzoſen, ginger a en dieſe Eigenſchaften auch verloren durch die ufi 8 5 liation an eine auswaͤrtige Corporalion, wel⸗ theils che Ausz zeichnung i in Anf ſehung der Geburt erfor⸗ eu B dere. Nun koͤnnten aber Affiliationen an aus⸗ 4 t 14. —S— wäͤrtige Corporationen uͤberall ohne Conſens und 3 Autoriſation des Kaiſers nicht ſtatt finden: der 1 ganze Gegenſtand gehdre alſo zu den auswaͤrti⸗ 3 gen Angelegenheiten, und koͤnne fortan nicht 1 mehr in einem Civilgeſetzbuch ſeinen Platz finden. M Die hierher gehoͤrige Dispoſition des Code muͤßs M te daher ſupprimirt werden. 6 4) Der erſte Paragraph des Artikels 427 enthalte in eine Aufzaͤhlung derjenigen Perſonen, welchen det weegen der wichtigen Staatsaͤmter, die ſie beklei⸗ lin den, keine Vormundſchaft auferlegt werden koͤn⸗ ii ne. Es ſeien das diejenigen, deren im 2ten, ch, i Zten und aten Artikel der Conſtitution fuͤr die ah conſulariſche Regierung vom Jahr 8 Erwaͤhnung lges ne gethan worden. Nach Aufhebung der Conſu-⸗ larregierung muͤſſe nun die in jenen Artikeln ere⸗ li theilte Dispenſation denen zu ſtatten kommen,* welche in den Titeln 3, 5, 6, 8, 9, 10 und 8 I1 der Conſtitutionsacte vom 18ten Mai 1804 eu penannt waͤren. am 5) Einer der wichtigſten Gegenſtaͤnde der neuen 5 Geſetzgebung betreffe die Subſtitutionen. Sie 4 i ſeien bekanntlich im Code civil verboten. Aber he dies generelle Verbot werde durch die kaiſerliche 4 Acte vom zoſten Maͤrz 1806, und durch das 14 Senatusconſult vom 14ten Auguſt d. J. modiſi⸗ doh cirt. Die Motive zu dieſer Modiſication waͤren enh in dem Senatusconſult ſelbſt ausgedruckt, deſſen 4 4 öter Artikel ſo laute: 13 Wenn Se. Majeſtaͤt es fuͤr dienlich erach⸗ 9 ten werden, entweder zur Belohnung wich⸗— uu tiger Dienſte, oder zur Erweckung einer nuͤtz⸗ 1 b lichen Nacheiferung, oder endlich, um den nn Glanz des Throns zu verherrlichen, ſo ſteht es 9 15 4 4 3— 3nd Danenſelben frei, ein Familienhaupt zu auto 5. : der ſiren, in ſeinem freien Vermoͤgen zu ſubſtitui⸗ witctaza ren, um eine Dotation mit einem erbl lichen nicht Sdittel zu bilden, welche Seine Majeſtaͤt zu ſei⸗ inden. nen Gunſten errichten werden, fallend auf muß⸗ deen gegenwaͤptigen oder kuͤnftigen erſtgebornen Sohn und ſeine maͤnnlichen Deſcendenten in thal geerader Linie nach dem Rechte der Erſtgeburt. elche Dies beſondere Geſetz ſchraͤnt e nun zwar nur die belli AReegel ein, und zwar auf wenige Faͤlle von der hoͤch⸗ on⸗ ſten Wichtigkeit; indeß ſei es doch nicht mehr ſchick⸗ atn, lich, in eine neue Ausgabe des Code ein abſolu⸗ ür die tees Verbot der Subſtitutionen aufzunehmen, da ſel⸗ nung üigis modificirt worden. eonſu⸗ in er⸗ 6) Sei auch noch in den aͤußern Formen des Code eine Abaͤnderung unerlaͤſſig. Bei dem Oode du Napoléon ſei naͤmlich der republikaniſche Kalen⸗ 1g0s der von 1793, da, wo es auf Zeitrechnung an⸗ komme, zum Grunde gelegt, der aber nunmehr ddurch ein Senatusconſult abgeſchafft, und dafuͤr jeuen 1 der gregoriaviſche Kalender ſubſtitulrt worden. Sie Jedes im Code Napoléon begriffene Geſetz Aber ſei daher nunmehr nach dieſem zu daltiren. Auch riche öohnne jetzt der Artikel 2261 nicht mehr zur An⸗ das Wenduang kommen, nach welchem bei Verjaͤhrun⸗ ediſ gen, die in einer beſtimmten Zahl von Tagen voll⸗ voren endet wuͤrden, die jours complémentaires deſſen mmitgezaͤhlt werden ſollten, und fuͤr die Verjaͤh⸗ rungen, welche in monatlichen Friſten vollendet erach⸗ mwouͤrden, der Monat Fructidor die jours com- wich plémentaires i in ſich begreife.— Es ſei klar, niüt⸗ daß, vom Iſten Januar 1806 an zu rechnen, der den gregorianiſche Kalender dieſe Verfuͤgungen durch⸗ (ht aaus unanwendbar mache, und daß ſolche nicht an⸗ 16 —.,— ders ſtatt finden koͤnnten, als fuͤr die Verjaͤhrun⸗ gen von einer gewiſſen Zahl von Tagen, und fuͤr die Verjaͤhrungen in Monatsfriſten, welche ſchon vollendet waͤren, als der republikaniſche Kalender ſich noch in wirkender Kraft befunden 174 die Suppreſſion dieſes Artikels keine ruͤckwirkende Kraft haben koͤnne. 8 In den ausgezogenen Motiks, welche auch der franzoͤſiſchen Ausgabe des Code Napoléon, Leipzig bei Gerhard Fleiſcher 1807, vorgedruckt worden ſind, kommen auch noch merkwuͤrdige Aeußerungen uͤber die bisherigen Verſuche eines Civilgeſetzouchs vor, auf welche wir um deßwillen aufmerkſam machen zu muͤſſen glauben, weil ſie uͤber den Geiſt der neuen Geſetzgebung(wovon dereinſt die Rede ſeyn wird,) vieles Licht verbreiten.— Es wird noͤm⸗ lich in der Einleitung zu den vorgeſchlagenen Ab⸗ aͤnderungen, wo von der Veranlaſſung zu der Einfuͤh⸗ rung des Code Napoléon bei andern Nationen ge⸗ ſprochen, und die Urſache davon allein in die Vor⸗ treff geſagt: Bis zum Code Napoléon habe es noch kein Ci⸗ vilgeſetzbuch im eigentlichen Sinne gegeben. Juſti⸗ nians Compilation koͤnne nicht dafuͤr angeſehen wer⸗ den, ſondern ſei nur eine Sammlung von geſetzli⸗ chen Beſtimmungen, welche man fuͤr die vorzuͤglich⸗ ſten gehalten. Das roͤmiſche Recht habe ſeine gro⸗ ßen Unbequemlichkeiten wegen der Geſetze aus ver⸗ ſchiedenen Zeitaltern und der darin herrſchenden Widerſoruͤche. Niemals ſei es gebracht worden & la portée de la genéralité des citoyens. 3 iiſen u- habe, und aus welchen etwa noch geklagt werden daurfte. Uebrigens verſtehe es ſich von ſelbſt, daß lichkeit dieſes Geſetzbuchs geſetzt wird, zugleich gniſt 34 Iha J a mit h Lrra Nnn taaric m mi nden ne amnen mten, m, at ſim. d wim ii lu ann p ſer Flcteſſ t, m dhal Wia uich Ades tſenen hrun⸗ und velche niſche unden eerden 3 daß rende h der eirjig ſind, üͤbet vor, jachen t der ehn noͤm⸗ t⸗ nfuͤ⸗: 1 ge⸗ Vor⸗ gleich n Ci⸗ Inſte wer⸗ cſezli⸗ glich⸗ gko⸗ z ver⸗ denden vorden fens. 17 Inndeß ſei doch Juſtinians Compilation das am we⸗ nigſten unvollkommne Werk, welches je aus menſſch⸗ lichen Haͤnden hervorgegangen.— Das ſei auch wohl mit der Hauptgrund, warum man ſie allgemein in Europa ſpaͤterhin angenommen. Allein der Mangel ſolcher Principien, als eine Civilgeſetzgebung eigentlich haben muͤßte, die Widerſpruͤche, die in dem roͤmiſchen Rechte herrſchten, und die daraus entſtandenen Controverſen unter den Rechtsgelehr⸗ ten, wozu noch die Praxis der Gerichtshoͤfe hinzu⸗ gekommen waͤre, haͤtten die Anwendung ſo ſchwierig machen, und die Zabl der Advocaten ſowohl vermeh⸗ ren, als ihnen zu Chicanen Spielraum laſſen maͤſ⸗ ſen. Der einzige Verſuch eines Civilgeſetzbuchs, der in neuern Zeiten gemacht worden, ſei der vo n Friedrich, Koͤnig von Preußen. Obgleich die Be⸗ muͤhung nicht von gluͤcklichem Erfolg begleitet gewe ſen, ſo werde ſein Andenken doch dadurch geehr 8 Er habe ſich auch wohl eines Theils nicht ſtark genn 93 gefuͤhlt, ſel bſt an der Arbeit Theil zu nehmen, an⸗ dern Theils haͤtten ihn die Zeitumſtaͤnde behindert, 7 4 daß er nicht fuͤglich alte Geſetze und Gebraͤuche ſeines Landes umaͤndern koͤnnen. Das Geſetzbuch, dem der ſeinen Namen gegeben, ſei eine Compilation in der Manier des Juſtinian, und obgleich die Ordnung der Materien methodiſcher ausgefaſlen, ſo ſei es doch keinesweges das Modell einer ein⸗ fachen und ſo genuͤgſamen Geſe zgebung, d daß die Maſſe der Unterthanen es faſſen, und ſich deſſen mit Leichtigkeit bedienen konnen. Ers ſetze vielmehr dieſes Geſetzbuch tief gelehrte Kenntniſſe, ſowohl in den aͤltern Landes⸗ geſetzen, als in dem roͤmiſchen Rechte, voraus, und gebe folglich von neuem alles wieder in die Haͤnde der Juriſten.—— Bei dem Code Napoléon Heſt I. 1 2 —— 18 —— habe man vor allen Dingen den Umſtaid berächſi ch⸗ tigt, daß nicht blos die Franzoſen, ſondern auch an⸗ dere Nationen, ſich deſſelben bedienen moͤchten, und um zu dieſem Zweck zu gelanden,; habe man dahin gearbeltet„ 8) que le syſtéme général de ce 2Lode puͤt ſe concilier avec les divers Syſtémes du Gou- vernement, welche ſchwere Aufgabe noch kein Geſetzgeber zu loͤſen gewagt haͤtte. b) Die roͤmiſche Contractslehre, die ſelbſt mit ih⸗ ren von den Juriſten bineingebrachten Spitzfin⸗ 8 igeeiten Jahrhunderte lang die Bewunderung des civiliſirten Europa auf ſich gezogen habe, ſtehe jetzt entkleidet von dieſen ſcholaſtiſchen Spitz⸗ findigkeiten in dem Code Napoléon da, und enthalte in dieſer ihrer Reinheit nichts weiter, als ein von dem Schoͤpfer ſelbſt den Menſchen ins Herz geſchriehenes und daher unabänderli⸗ ches Recht. c) In den beiden andern Partien des Oode, „ 27⸗ X die Uebertragung des Eigenthums zum Cyegen⸗ ſtande haͤtten, leiſte weder das roͤmiſche Recht, noch irgend eine andere Civil⸗Legislation von Eu⸗ ropa Genuͤge, und ſichere dieſe Lehren gehdrig gegen allen Wechſel der Regierungsform. Der Kaiſer habs erwogen, daß die am wenigſten von der natuͤrl ichen Ordnung entfernten Einrichtun⸗ gen auch in der politiſchen Ordnung am wenig⸗ ſten einer Veraͤnderung unterworfen, und ſeibſt bei Staatsumwaͤlzungen der Vernichtung nicht aaausgeſetzt waͤren. In der Organiſation der Familien nichts weiter zu ſuchen, als die hoͤchſt⸗ moͤglichſte Wohlfahrt derſelben, und die genaue⸗ “ 4 b Frmi iu Kä g an rd nt dem Aüin ſeda ſäha, ns ixi e Lu dm t d N natur unget und di rlt „ d rd ſt gegn, m tumnt Palbon, mm vonde deneue A beleste tnnan fi kſich⸗ han hten, nan dt ſe Gou. ˖kein it ih⸗ Vr erung habe, Sdiß⸗ und eiter, ſchen derli⸗ ode, und egen⸗ echt, Eu⸗ ddrig Der nvon htun⸗ venig⸗ ſälſt nicht der zchſe naue⸗ 19 —— ſte Vereinigung der Glieder, aus welchen ſie he⸗ ſtehen, und ſich der vermutheten Affection des Familienhaupts bei der Ueberlaſſung des Vermoͤ⸗ gens zu conformiren: dies ſeien die natuͤrlichen Principien, welchen der Kaiſer nur da eine Mo⸗ dification gegeben habe, wo es die Conſtitution nothwendig mache, nach welcher er der allgemei⸗ ne Vater und Erhalter der Familien ſei. In dem roͤmiſchen Rechte mache dei dieſer Materie das Syſtéme politiqtie die Baſis, und nur in den Modificationen naͤhere man ſich dem ordre natureél. In dem Code Napoléon herrſche umgekehrt de der ordre naturel vor, ſei die Regel, und leide nur da Müodiſicnrignen, wo ſolche un⸗ erlaͤßlich waͤren. Das projet de Loi concernant le Code Na Töleon iſt auf dem conſtitutionsmaͤßigen Wege durch⸗ gegangen, und ſind darnach die vorgeſchlagenen Abaͤn⸗ derungen in der neuen officiellen Ausgabe des Oode Napoléon: welche gegen Ende Oktobers des vorigen Jahres im Druck erſchi ienen iſt, g gemacht worden. Wir werden von dem Proſekte ſelbſt, und den Abaͤnderun⸗ gen ,welche es in der Discuſſion erlitten hat, weiter unten zu reden Gelegenheit nehmen, da wir es hier blos mit dem Geſchicht! tihen des Code Napoläort zu thun haben.. Die neue Ausgabe des Code Napoléon mit den darin beliebten Abaͤnderungen, und die vor derſelben er⸗ ſchienenen kaiſerlichen Decrete, welche blos explica- rions und moyens d'exécution, mit Hinſicht auf einzelne Vorſchriften des Code, enthalten, und im franzoͤſiſchen Geſetzbuͦ lletin ſtehen, der neuen Ausgabe des Code aber nicht einverleibt worden ſind,*) ma⸗ *) Herr Spielmann verdient allen Dauk, daß er olche in ſeiner Ueberſetzung des Code Napoléon(Strasburg. und Pa⸗ 2 20 ——— chen nun ein geſchloſſenes Ganzes aus, und geben mit den noch zu erwartenden kaiſerlichen Decreten gleichen oder andern Inhalts den alleinigen Gegenſtand die⸗ ſes Archivs ab. 1 8 1 Zur Anwendung des Code Napoléon. 4 Wie verhaͤlt ſich der Code Napoléon zu dem al⸗ tern franzoͤſiſchen Rechte: Die Frage iſt fuͤr uns um ſo wichtiger, als von ihr die folgende lub No. 2 ganz abhaͤngt. Es herrſchen daruͤber im deurſchen Publicum verſchiedene Meinun⸗ gen, und es ſcheint, als wenn man ſelbſt in Frankreich anit unſerer Frage noch nicht ſo im Reinen waͤre, als man damit doch ſeyn ſollte. In den Recenſionen des Code Napoléon in zweien der beruͤhmteſten litera⸗ riſchen Blaͤtter Deutſchlands ſind die Urtheile ſogar einander ſchnurſtracks entgegen geſetzt. In der ei⸗ nen*) wird angenommen: der Code Napoléon ha- be nicht nur alle uͤbrige bisher in Frankreich geltende ris gos) vollſtaͤndig in den muten afgefährt hat. Ob die⸗ ſe Decrete auch fuͤr andere Laͤnder auger Frankreich, in wel⸗ cben jetzt der Code Napoléon eingefuͤhrt worden iſt, von 8 verdindicher Kraft ſeyn koͤnnen, ſoll in der Folge unterſucht werden. 8— *) Allgemeine Literaturzeitung vom Jahr 1805, S Nr. 59 folg. 3 m bii nätbugt „ N anae tit elne ſtn ach di Rech en ittit ſ Franit dt Nape „di then E ben En ud Nr auc duc acfämm tne zül deögfüt n ſech un prze rit eis ne em laiette rde n, ine dr dei ln di Imn nend Narey nah unar — zensit -hr u 21 —”e— n mit alttere Geſetze, ſondern auch ſelbſt das roͤmiſche Recht eichen verdraͤngt. In der andern*) heißt es dagegen: 3„ Man glaube nur ja nicht, daß unter dem auf⸗ gegangenen Code Napoléon die vorigen Rechte mmit einem Male in Maſſe untergegangen ſind; ſie ſind vielmehr ſaͤmmtlich, ſo wohl die allgemeinen, als auch die provinziellen und localen, durch das ganze Reich an ihrem Platze und in ihrer bisherigen Thäͤ⸗ tigkeit ſtehen geblieben, ſofern ſie nicht nur ſolche Gegenſtaͤnde betreffen, wobei ihnen durch den Co⸗ de Napoléon derogirt worden iſt.“ „Die franzoͤſiſche Legislation iſt von dem ſehr rich⸗ tigen Satze ausgegangen, daß es an der erforderli⸗ chen Einheit des Staats fehle, wenn die Principien n: und Maximen der Conſtitution und Regierung nicht auch durch die civiliſtiſchen Verhaͤltniſſe, und zwar gleichfoͤrmig im ganzen Umfange des Staats und n ih ohne Zulaſſung einer Ausnahme oder Abweichung, rſche durchgefuͤhrt werden; wenn alſo das Civilrecht in anun⸗ aallen ſolchen Dingen, die auf regierungsrechtlichen, kreich 3 den ganzen Staat angehenden, Gruͤnden beruhen, als nicht eins und daſſelbe durch das ganze Reich iſt. ndes Jene vom Regierungsrecht abhaͤngigen Normen des ſtera⸗ Civilrechts, nach einer eben ſo tief gegangenen, als ſogar fuͤr die Jurisprudenz ergiebig gewordenen Revolu⸗ er ei— tion, in eine Sammlung zuſammen zu faſſen, das n ha⸗ war dringend noͤthig; und dieſem Beduͤrfniß hat vor lteude aallen Dingen durch den Code Napoléon abgehol⸗ — fen werden ſollen. Alles Alte, das durch dieſe dh die⸗ Maaßregel nicht getroffen worden, iſt der Regel 17 nach unangetaſtet und unverdraͤngt geblieben. ux———— 1og, 5) Jenaiſche allgemeine Literaturzeitung vom Jahr 1807, Nr. 4 folg. 22 —— „Das Geſeh vom zoſten Ventoſe XII, durch wet⸗ ches die einzelnen im Code Napoléon begriffenen Geſetze zu einem Buche, zu einem Corpus iuris conſtituirt, und dieſem Buche ſeine Verhaͤltniſſe zu dem bisherigen Rechtszuſtande angewieſen worden ſind, verfuͤgte auch weiter nichts, als daß die roͤmi⸗ ſchen Geſetze, die Ordonanzen, die allgemeinen und beſondern Local⸗Gewohnheiten, die Statuten und Verordnungen,„in den Materien, welche der Gegenſtand der Geſetze ſind, wor⸗ aus der Code beſteht,“ keine verbind⸗ — liche Kraft mehr haben ſollen. Außer⸗ dem alſo bleibt das vorige Rechtsgebaͤude in allen ſeinen Theilen unveraͤndert und unerſchuͤttert ſtehen. Der Aode Napoléon erſcheint wie eine große neue und ſchoͤne Bauanlage, welche dem laͤngſt geſtande⸗ nen Hauptgebaͤude blos einverleibt worden iſt, und mit letzterm unter einem Dache ſteht. Daſſelbe gilt von dem allgemeinen preußiſchen Landrechte, ja von allen Legislationen der neuern Zeiten. Wenn daher Deutſchland ſich durch Adoption den Code Napoléon zueignen wollte, ſo wuͤrde daſelbſt das gemeine Recht mit ſeinen Anſtalten des Unterrichts, ſo wie mit ſeiner Literatur, im Ganzen eben ſo ſicher an ſeiner jetzigen Stelle und in ſeiner bisherigen Wirkſamkeit bleiben, als ſolches bei einer Reception des allgemeinen preußiſchen Landrechts der Fall ge⸗ weſen ſeyn wuͤrde. In gewiſſem Betrachte wuͤrde mit dem Code Napoléon ſogar noch weniger, als mit dem preußiſchen Landrechte, die alte Lage der Dinge geſtoͤrt werden. Denn in dem Plane der neuern preußiſchen Legislation, wenn er ſeinem gan⸗ zen mfange nach ausgefuͤhrt werden ſoll, liegt auch eine totale Reform der provinziellen und localen Rechte und ihres Verhaͤltniſſes zu den allgemeinen; uldm jitund n, Code N 1i der aiu d aunhe ndm ul nhe vider uumi lannte fnn, de hn als erſſce itt und üit dſb ffdosgme urund, nuede äütehir aadüfen, Me demm un Rcht Narrder Ps de Iätttst rſch ſen eude ge in effze wu bäſit „N 1 dünule d Lchsge dül 8 d guin wel⸗ fenen iuris ſſe zu orden roͤmi⸗ n und n und elche wor⸗ dind⸗ lußer⸗ allen ſtehen. e neut ande⸗ „und iſſelbe e, ja Wenn Code ſt das richts, erigen eption all ge⸗ wuͤtde t, ab ge der ne der n gan⸗ t auch ocalen einen; — 23 ———— nach dem Code Napoléon aber bleibt das provin⸗ zielle und locale Recht nach wie vor ſich ſelbſt uͤber⸗ laſſen, und erliſcht nur in ſo fern, als es mit dem Code Napoléon im Widerſpruche ſteht.“*) In der Behauptung: daß bei einer allgemeinen Reception des evreuſi iſchen Landrechts in Deutſchland das gemeine Recht lühdhert geblieben waͤre, duͤrften wir dem wuͤrdigen Verfaſſer dieſer Recenſion doch ge⸗ radezu widerſorechen. Denn das Publicationspatent des allgemeinen Landrechts vernichtet ausdruͤcklich das geſammte gemeine Civilrecht, ſo daß der Richter in Faͤllen, die in dem Landrechte nicht entſchieden ſind, allein aus der Analogie oder der Natur der Sache die Entſcheidung hernehmen, und auf das gemeine Recht durchaus nicht zuruͤckgehen ſoll. Daß man nichts deſto weniger zuweilen doch gezwungen war, auf das gemeine Recht zurüͤckzugohen, hatte darin ſei⸗ nen Grund, daß im Landrechte Lehren fehlten, wel⸗ che vor der Hand, und ſo lange die Reviſion der Pro⸗ vinzialrechte noch nicht vollendet war, nicht haͤtten feh⸗ len duͤrfen, z. B. die Lehre von Gewohnheiten, wo man es denn doch fuͤr gerathener hielt, lieber auf das aͤltere Recht zuriiizugehen, als den Richter aus der Natur der Sache philoſophiren zu laſſen. Was die oben aufgeworſene Frage ſelbſt betrifft, ſo iſt bereits bemerkt worden, daß durch die Revolution an ſich ſo wenig, als durch die im Laufe derſelben zu Stande gekommenen neuen Geſetze der alte Rechtszu⸗ ſtand aufgehoben worden. Wir ſind nicht im Stan⸗ de 1 an beſimmen, 38 fbn es anfangs die Intention des 84— —) Wir halten uns fuͤr verpflichtet, unſere Leſer auf dieſe geißvolle Recenfion eines unſerer verdienſtvolleſten deutſchen Rechtsgelehrten noch beſonders darum aufmerkſam zu machen, weil darin dieſe neue ſeaadſche Weſeharbung m lhten gan⸗ zen umfange gewuͤrdigt worden iſt. 24 2 8—.,— damaligen erſten Conſuls, jetzigen Kaiſers, geweſen, auf aͤhnliche Weiſe, wie durch das allgemeine Land⸗ recht fuͤr die preußiſchen Staaten geſchehen, die gan⸗ ze Maſſe des bitzherigen gemeinen und particulaͤren Rechts durch die neue Geſetzgebung zu vernichten; we⸗ nigſtens das droit commun in dem abzufaſſenden Code untergehen zu laſſen. Die großen Anſtalten, welche zur Anfertigung des Code getroffen wurden, laſſen wenigſtens dieſe Abſicht vermuthen. Sei dem wie ihm wolle, ſo iſt als ausgemacht anzunehmen, daß man hernach davon, wer weiß aus welchen Gruͤnden, abgegangen, und bei der neuen Civilgeſetzgebung Frankreichs das aͤltere Recht, ſowohl das droit com- mun als particulier, eben ſo wenig als durch die ihr vorhergehende republikaniſche Geſetzgebung ganz aufge⸗ hoben worden. In ſo fern alſo ſind wir mit dem Ver⸗ faſſer der Recenſion ganz einverſtanden, nur glauben wir noch an eine ſehr wichtige Modification, welche der Anwendung des aͤltern Rechts, nach dem Geſetz vom Zoſten Ventole und den Discuſſionen daruͤber, zu Theil werden muß.. Der Art. 7 des oben gedachten Geſetzes lautet ſo: A compter du jour où ces lois ſont exécu- toires, les lois romaines, les ordonnances, les coutumes générales ou locales, les ſta- tuts, les réglements ceſſent d'avoir force de loi générale ou particuliére dans les ma- tiéres qui lont l'objet des dites lois, compofant le prélent code. Bigot Préameneu erinnerte bei der Abfaſſung die⸗ ſes Artikels,*) daß, wenn man dem aͤltern Rechte ſeine bisherige Kraft laſſen wolle, daraus Streitigkeiten ent⸗ *) Vergl. die Discuſions du Code cztil danz le Conſeil d'Etat etc. par Jouauneau ce Solon, pag. 7 leq. du— N — awä den mng ädend flabe Na Ann 13. bendm. tet in nuded tu dm enitt a, pil biit gate Ganden In ſtend iagt tihenen uiſr Ge Fin ſen, ii dlig Rühdang anntime en. Ku riuum F mäonan. danri dones, w malerdi veſen, Land⸗ gan⸗ laren ; bwe⸗ ſenden alten, urden, i dem daß nden, ebung Comm. ie iht aufge Vet⸗ nuben he der vom „ u ſo: 6cu. nces, ſta- 25 —— ſtehen wuͤrden, ſelbſt in den vom Code Napoléon ent- ſchiedenen Faͤllen, deſſen Beſtimmungen alsdann weniger entſcheidend ſeyn duͤrften. In den Faͤllen, fuͤr welche der Code Napoléon keine Beſtimmungen enthalte, koͤn⸗ ne man z. B. dem roͤmiſchen Recht die Kraft, welche es bisher in den pays du droit éorit gehabt habe, durch⸗ aus nicht fernerhin laſſen, ohne eine große Verſchie⸗ denheit der Grundſaͤtze und der Jurisprudenz zugleich mit in dem Caſſationstribunal einzufuͤhren. Daſſelbe wuͤrde gendthigt ſeyn, Urtheile eines Tribunals zu caſ⸗ ſiren, weil ſie dem roͤmiſchen Rechte, das in ſeinem Bezirke goͤlte, zuwider liefen, und dieſelben Urtheile eines andern Tribunals, dem das roͤmiſche Recht von jeher fremd geweſen, zu erhalten.— Das roͤ⸗ miſche Recht werde allenthalben das Anſehen eines ge⸗ ſchriebenen Vernunftrechts behaupten, und in dieſer Grenze eingeſchloſſen, werde es von großem Nutzen ſeyn, indem man nun bei der Anwendung blos auf die billigen Grundſaͤtze Ruͤckſicht nehmen koͤnnte, ohne gezwungen zu ſeyn, auch von den Subtilitaͤten und Ierthuͤmern Gebrauch zu machen, die ſich darin aͤnden. Kurz, von dem roͤmiſchen Rechte her muͤſſe 1 7 in keinem Falle eine Veranlaſſung zur Caſſation kom⸗ men koͤnnen. Der zweite Conſul, jetziger Reichserzkanzler Cam- bacèéres, war gleichfalls der Meinung, daß das aͤl⸗ tere Recht keine Veranlaſſung zur Caſſation darbie⸗ ten duͤrfe, nur muͤſſe man den Richtern nicht die Be⸗ fugniß entziehen, ſich daſſelbe zum Fuͤhrer zu waͤhlen. Der Artikel wurde in dieſem Sinne ange⸗ nommen. e eht les Das iſt es alles, was uns in der Legislation ſelbſt uͤber das Verhaͤltniß zwiſchen dem aͤltern franzöſiſchen Recht und dem Code civil gegeben worden iſt. Es waͤre allerdings ſehr gut geweſen, wenn die franzoͤſi⸗ 26 — ſche Legislation ſich darauf eingelaf ſeen haͤtte, das Ver⸗ haͤltniß zwiſchen dem alten und neuen Recht genauer und fuͤr einzelne Faͤlle zu beſtimmen. Der Mangel dieſer Beſtimmung hat ſchon in der franzoͤſiſchen Rechtsſpre⸗ chung große Mißgriffe herbeigefuͤhrt, und wird gewiß deren noch mehrere herbeifuͤhren.— Man kann wohl in Grundlage des he der franzöſi⸗ ſchen Geſetzgebung eingefuͤhrten Verfahrens als ausge⸗ macht annehmen, daß jedes Geſetz nur in dem Sinne und mit den Modlfiallonen zu verſtehen und anzu⸗ wenden ſei, in welchen es bei den Discuſſionen dar⸗ uͤber durchge fochten und angenommen worden iſt. Darum ſind ja auch die Disculſions uͤber den Code ſelbſt auf Veranlaſſung der Regierung gedruckt und oͤf⸗ fentlich mitgetheitt worden, damit ſie dem Richter bei der Erklaͤrung und Anwendung des Geſetzes zur Richt⸗ ſchnur dienen moͤchten. Hiernach 1 kamm man nun als Grundſatz annehmen: Das roͤmiſche Res ht habe neben dem Code Na- poléon auch nicht einmal die Kraft eines ſcbſiöia⸗ riſchen droit commun. Noch mehr, man kann behaupten: — Selbſt in den ehemaligen pays du droit crit habe es nicht mehr eigentliche Geſetzeskraft. Denn der oben ſtehende Artikel 7, ſo weit er hier⸗ her gehoͤrt, wenn man ihn nicht blos nach den Wor⸗ ten, ſondern zugleich nach der Abſicht der Geſetzgeber erklaͤrt, erlaubt blos den Richtern, ſich i in Materien, die keinen Gegenſtand der geſehl ichen 2 Beſtimmungen, welche ſich im Code Napoléon finden„abgeben, an das roͤmiſche Recht, als an ein geſchriebenes Vernunftrecht, zu wenden, und daraus fuͤr die Entſcheidung zu ſchoͤpfen; verbindet ſie auch keines⸗ weges, ſich daran allein zu halten; ſo daß alſo der fran⸗ —— —— - 6 d wi rmu ſ A Dam „do tittalsſt i als nuite u Ar ilen vicwäeer rcte azpien u an jöündung hinzet utort rendes R dunan, i Nn che i Cod uita Ei ſenn, tün du Auun 3o L kit hnce: i hu) les n 1 en 27 1 4— 8—— 8 zoͤſiſche Richter in dergleichen Faͤllen ſich eben ſo gut an ein anderes Geſztzbuch, oder wohl gar an eine juriſti⸗ ſche Schrift wenden, und ſich daraus Raths erholen kann.*)— Im Grunde war es auch ſchon, was das roͤmiſche Recht betrifft, zum Theil ſo in dem alten Frankreich, indem dort, wie oben Seite 4 gezeigt worden, das roͤmiſche Recht nie als ein foͤrmliches ſubſidiariſches Jroit commun gegolten hat. Der Un⸗ terſchied zwiſchen dem ehemaligen und jetzigen Zuſtand der Dinge iſt und bleibt denn doch immer ſehr bedeu⸗ tend. Denn wenn auch, wie oben Seite 4 gezeigt wor⸗ den, das roͤmiſche Recht, in ſo fern von deſſen Anwend⸗ barkeit als ſubſidiariſchem droit commun die Rede iſt, mehr als geſchriebenes Vernunftrecht, als wie eine ei⸗ gentliche geſetzliche Vorſchrift galt; ſo hielt man es doch in den Faͤllen, wo andere und eigentliche Geſetzesnor⸗ men ſchwiegen, fuͤr die alleinige Quelle, aus welcher der Richter ſchoͤpfen durfte. Jetzt, nach dem Geſetz vom zoſten Ventoſe, ſteht es den Richtern frei, dar⸗ aus und auch aus andern beliebigen Quellen fuͤr die 5 Entſcheidung zu ſchoͤffen.— Noch eine andere Ver⸗ ſchiedenheit kommt in Betracht. Fuͤr die pays du droit écrit war das roͤmiſche Recht vorzugsweiſe ver⸗ bindendes Recht. Jetzt ſteht es fuͤr ſie in derſelben Kategorie, in welcher es fuͤr ganz Frankreich ſteht. Nun aber entſteht die Frage: wie iſt das Verhaͤlt⸗ niß des Code Napoléon und des uͤbrigen vorneapo⸗ leoniſchen Civilrechts zu einander beſchaffen? Es moͤch⸗ te ſcheinen, als wenn in Anſehung des letztern der Richter, durch den mehrgedachten Artikel 7 des Geſet⸗ zes vom Zoſten Ventole, gebunden waͤre, daſſelbe ») Lo droit romain n'aura pas l'autorité de la loi civile de France: il aura l'empire que donne la railon lur tous les peuples, Siehe Code civil contenant la lérie des lois qui le compolent, avec leurs molifs etc. III, 59. 28 — noch als wirklich verbindendes Geſetz in allen a Materien, die keinen Gegenſtand der geſetzlichen Bea⸗ ſtimmungen des Code Napoléon abgeben, zu befolgen. Denn in den Discuſſionen uͤber die Gaͤltigkeit des aͤl⸗ n tern Civllrechts, neden dem Code Napoléon, war frſer doch nur hauptſaͤchlich von dem roͤmiſchen Rechte Mlispe die Réde. Auch iſt es mit dem uͤbrigen vornapoleoni⸗ cds ſchen Civilrechte eine ganz andere Sache wie mit dem lech roͤmiſchen Rechte. Dazu kommt endlich noch, daß im ungenc Laufe der Revolution Geſetze uͤber einzelne Gegenſtaͤn⸗ uus 0r de des Civilrechts gegeben worden ſind, die man im Co- nenens de entweder vergeſſen, oder auch darum nicht daruͤber unle verfuͤgt hat, weil man dafuͤr hielt, daß ſchon genug⸗ nles ſame geſetzliche Beſtimmungen daruͤber verhanden waͤ au ren.— Nicchts deſto weniger getrauen wir uns zu nanzs behaupten, daß dem uͤbrigen vornapoleoniſchen Civil⸗ Ins de recht durch das Geſetz vom zoſten Ventoſe der Ab⸗ anr ſchied eben ſo gut ertheilt worden ſei, als dem römiſchen im! Rechte, in ſo fern naͤmlich von geſetzlicher Verbindlich⸗ mlutoi keit die Rede iſt, und daß der Richter daran nicht noth⸗ Baslui wendig gebunden ſei, ſondern es nur, wenn er will, ſich Imim zum Fuͤhrer, wie das roͤmiſche Recht, dienen zu laſſen maines brauche.— Das geſagte gilt nicht blos von dem Pro-⸗ mibtt vinzialrecht(coutumes), ſondern auch von den ihnde ordonnances, édits, und den uͤbrigen in dem Geſetz amn n genannten aͤltern Rechten, ſie moͤgen nun vor die Zei⸗ dunen ten der Revolution oder in ſelbige falen. Denn u ſ nach den Discuſſionen uͤber den Artikel des Geſetzees won vom zoſten Ventole war nicht blos von der fernern iig Gultigkeit des roͤmiſchen Rechts, ſondern allgemein alen von der des vornapoleoniſchen Civilrechts die Rede, aai ſ und es wurde ausgemacht, daß das geſammte vorna⸗ Anl poleoniſche Civilrecht nicht mehr Geſetzeskraft haben Thbo, ſollte, ſondern daß es blos dem Richter frei ſtehen ſol⸗ le, in Materien, welche keinen Gegenſtand der Be⸗ — lpiru 16. Loe, allen en Be⸗ folgen. des äl⸗ , war Rechte oleoli⸗ it dem daß in enſtaͤn⸗ m Co- aruͤber genug⸗ n waͤ⸗ ins zu Civil⸗ r Ad⸗ iiſchen ndlich⸗ noth⸗ l, ſcj laſſen Pro⸗ n den Geſe ie Ji Denn zeſehes ernern gemein Rede, vorna⸗ haben en ſol er De ſtimmungen des Code Napoléon abgeben, ſelbiges zum Fuͤhrer bei ſeinen Entſcheidungen zu nehmen. Wirr haben bei dieſer Behauptung auch die Auto⸗ ritaͤt eines angeſehenen franzöͤſiſchen Rechtsgelehrten auf unſerer Seite.*) Locré ſagt: le conſeil ôta aux dispoſitions anciennes, relatives à des cas non prévus par le Code ci- vil, le charactère de 70, et décida en conſéquence, qu'elles ne donneroient jamais ouverture à la cafſation des jugemens: mais il leur laifſa le charactère des rèégles de manière que les juges puf- fent les prendre pour guides au dé- faut du Oode civil. IIl en réfulte mème cet avantage, que les tribunaux ne ſont pas obligés de ſe conformer ſervilement à ce qu il peut y avoir de vicieux dans ces anciennes dis- poſitions. Le droit romain, par exemple, con- ferve l'autorité de la raifon écrite, et renfermé dans ces limites, il n'en ſera que plus utile en ce que dans Puſage, on pourra memployer que les maximes d'équité qu'il renferme, ſans étre forcé de ſe ſervir des ſubtilités et des erreurs, qui P'y mèêlent quelque fois: mais il faut, que ſur aucun point de la France il ne fourniſſe des moyens de caſſation.„Larticle 7 de la loi du 30. Ventoſe fut adopté en ce ſens. II porte: à compter du jour ou ces lois font exé- cutoires, les lois romaines, les ordonmances etc. etc. ceffent d'avoir force de loi dans les matié- res qui font Tobjet des dites lois compolſant le prétent Code.“ *) Bſprit du Code Napolcon, tireè de la direuſton etc. par J. G. Loerd, I, 142 leq. 30 —— Man kann alſo mit Sicherheit annehmen: 1) durch den Artikel 7 des Geſetzes vom Zoſten Ventole, in Verbindung mit den daruͤber gepflogenen Discuſſionen, ſei in Frankreich das roͤmiſche Recht, in ſo fern von deſſen geſetzlicher und verbindender Kraft die Rede iſt, gaͤnzlich abgeſchafft worden, man moͤge es als bisheri⸗— ges ſubſidiarij ſches droit commun(was es doch in dem Sinne, in welchem wir die Sache in Deutſch⸗ land nehmen, nie war,) oder als droit particulier in den pays du droit écrit betrachten. Es ſoll le⸗ diglich als Heſchriebenes Vernunftrecht neben dem Co- de Napoléon gelten, an welches ſich der Richter, im Fall ihm die eigentlichen ge eſetzlichen Entſcheidungs⸗ quellen abgehen, halten kann, h aber nicht nothwen⸗ dig halten muß. 2) Eben das gilt von allen übrigen Quellen des aͤltern franzoͤſiſchen Civilrechts, ſie moͤgen Namen haben welche ſie wollen,„ ſie moͤgen ihrem Ur⸗ ſorunge nach vor oder in die Zeiten der Revolution fallen. Von der Anwendung des roͤmif ſchen ſowohl als des ubrigene aͤltern franzoͤſiſchen Civilrechts, in dieſem Ver⸗ haͤltniß zu dem Code Napoléon, liefert auch die neueſte franz öſiſche Praxis ſchon eine Menge von Bei⸗ ſpielen.*) Man kann wohl mit Recht behaupten, daß bei ſo bewandten Umſtaͤnden gar nicht einmal die Rede davon ſeyn kann, ob und in wie fern der Code Na- poléon dem altern ſmazoſſſchen Cioilrechte derogire? denn ſonſt muͤßte das aͤltere franzoͤſiſche Civilrecht als geſetzliche Rorm och gelten, und der Code Napo- léon ihm im Falle des Widerſpruchs nur vorgehen. Aber hier iſt dem ganzen aͤltern Civilrecht ja die Geſe bes⸗ kraft entgegen, und dem Richter uͤberlaſſen, ob er ihm da, wo der Code ſchweigt„ fol gen will oder er nicht A *) Man ſehe Latfauſr) ournal fuͤr Geſetzkunde und N. gtezeldörſemdeit Band I. S. 180. ffi i tt aus tn, fage lüten, alxäa i geſhu teins hoban, hhe ethe rjaniſſh litſb erd duſſtz an ioc red Intt unſ m rict d giſ w imſe heiit f glin al, n . ritge lch nn tzen, 3 nt ters dn di durch le, ſionen, en bon ede iſ, iheri⸗ och il eutſch culier ol le n Co. ichter ungs⸗ — hwen⸗ brigen noͤgen m Ur⸗ fallen. ſs des Ver. ich die n Vei⸗ n, daß Rdde le Na- rogire! cht as Näpo. rgehen. eſehe⸗ er ihm cht. — tzkunde 0. — 7 Bei dem großen Anſehen, worin von jeher das roͤmiſche Recht in Frankreich geſtanden hat und noch jetzt ſteht, iſt es wirklich anfangs auffallend, wenn man es bei der neuen Legislation ſo zuruͤckgedraͤngt er⸗ blickt. Allein das Auffallende verliert ſich, wenn man erwaͤgt, daß gerade bei dem Verhaͤltniß, welches dem roͤmiſchen Rechte durch die neue Legislation angewieſen worden iſt, der Richter in den Stand geſetzt wird, das Treffliche jenes alten durch Jahrhunderte gepruͤften Rechts auszuheben und anzuwenden, ohne noͤthig zu haben, zugleich mit von den ſchielenden Beſtimmungen deſſelben, und den juriſtiſchen Spitzfindigkeiten, die darin enthalten ſind, Gebrauch zu machen, wozu er ſchon gezwungen war, wenn das roͤmiſche Recht die Kraft eines ſubſidiariſchen Rechts neben dem Code Napoléon ethalten haͤtte. Wenn man ehrlich zu Werke gehen will, ſo muß man hierin die Weisheit der franzoͤſiſchen Geſetzgeber loben; denn das roͤmiſche Recht ſo geradehin zu einem Huͤlfsrecht zu machen, wie in Deutſchland geſchehen iſt, iſt aus ſo mancherlei Gruͤnden hoͤchſt ungereimt, wenn man auch dabei mit dem Satze debuͤtirt: in ſo fern deſſen Beſtimmun⸗ gen nicht unſerer Verfaſſung zuwider ſind, was im Grunde nichts geſagt heißt. Die Geſetzgeber Frankreichs durften auch, indem ſie das romiſche Recht ſo gewiſſer Maßen zuruͤckſcho⸗ ben, nicht fuͤrchten, daſſelbe werde jetzt von den Rechtsgelehrten und Richtern vernachlaͤſſiat werden. Ein Mal, welcher geſcheute Mann wuͤrde wohl dieſe nnerſchoͤpfliche Quelle fuͤr rechtliche Entſcheidungen hintanſetzen, und ihr ein compendiariſches Machwerk des Zeitalters vorziehen; und dann zweitens muß ge⸗ rade das Verhaͤltniß, in welchem das roͤmiſche Recht zu dem Code Napoléon ſteht, zum gruͤndlichern Studium deſſelben anfeuern. Wir uͤbergehen hier K- 32— 3—— 4. den Umſtand, daß, wie ſich weiter unten zeigen wird, das roͤmiſche Recht eine Quelle, und zwar eine vor⸗ zuͤgliche Quelle des Code Napolcon iſt, woher der Curſus, welcher den jungen Juriſten in Frankreich vor⸗ geſchrieben iſt, und in welchem das roͤmiſche Recht den erſten Platz behauptet ,erklaͤrt werden muß. Eher koͤnnte man den Geſetzgebern Frankreichs noch den Vorwurf machen, daß ſie nicht. wohl gethan, das ubrige vornapoleoniſche Civilrecht mit dem roͤmiſchen Rechte zu dem Code Napoléon in g. leiches Verhaͤlt⸗ niß zu ſetzen, und daß es beſſer geweſen ſeyn wuͤrde, es hier bei dem Verhaͤltniß zu laſſen, in welchem daſ⸗ ſelbe vor dem Code vivil zu der neuen Geſetzge⸗ bung ſtand; beſonders wenn man erwaͤgt, wie ein großer Spielraum der richterlichen Willkaͤhr da⸗ durch gelaſſen worden iſt, daß der Richter das ge⸗ ſammte vornapoleoniſche Civilrecht ſich zwar zum Fuͤh⸗ rer bei Entſcheidungen, da, wo der Code ſchweigt, waͤhlen kann; aber nicht durchaus daran gebunden * iſt.— Wenn man indeß erwaͤgt, daß die alten Rech⸗ te zu dem neuen Rechte ſowohl, als zu der neuen Ver⸗ faſſ ung ſo haͤufig gar nicht paſſen, und daß die groͤßten Inconvenienzen daraus entſtanden ſeyn wuͤrden„ wenn man den Richter in den Faͤllen, wo der Code ſchweigt, zu ihrer abſol uten Befol gung haͤtte anweiſen wol⸗ len, und daß man, um dieſe Joconvenienzen zu heben, ſich zu einer Reform und Anpaſſung derſelben zu den neuen haͤtte entſchließen muͤſſen; ſo faͤllt auch die⸗ ſer Vorwurf dahin, beſonders wenn man erwaͤgt, daß auf der einen Seite man in Frankreich darauf Bedacht nimmt, tuͤchtige Subjecte zu Civilrichtern anzuſetzen, und auf der andern Seite es zu nichts taugt, wenn dem Richter durch die Geſetzgebung die Haͤnde zu ſehr ge⸗ bunden ſ nd, und er als uloße 1 Roſchine da ſteht. rſc at E zittim zale(i n kann is Der ninm tns bandut on müſer krſſan ſchtegt fts. E sriſh Vman ti.— rüiht ir mode ich Role Ne d)) zuwi Kud 4 1 tete vaniön if 1 9 viru hlsd imiin in ei tſid. znſthen 1Man ln ſid l 35 —— 6— wid Wir haben hier die Sache vorgeſtellt, wie ſie wirka⸗ e di⸗ lich iſt. Es hat uͤbrigens ſeine Richtigkeit, daß man e d. ſich ſelbſt in Frankreich oft in das Verhaͤltniß, worin ch dor⸗ das alte Civilrecht zu dem neuen ſteht, eben ſo wenig ht den finden kann, als man ſich in den preußiſchen Staaten in das Verhaͤltniß des ehedem geltenden Rechts zum 8 vocj allgemeinen Landrechte, wie dieſes eingefuͤhrt wurde, m, diß anfangs ſeeden konnte, obgleich man ſich hier nach der niſte bloßen Durchleſung des Publicationspatents ſchon haͤtte erhäͤlt finden muͤſſen. Belege zu dieſer Behauptung finden ſich wird, bei Laſſaulx Journal der Geſetzkunde und n di Rechtsgelehrſamkeit, Jahrg. II. Heft 4. S. 315, eſehg. Heft 6. Seite 515, und Heft 8. Seite 189, wo de ein das roͤmiſche Recht wirklich als ein ſubſidiariſches droit t da commun behandelt wird, was es doch fuͤr Frankreich 3 ge nicht iſt.— Es durfen uns indeß dergleichen Anſich⸗ Fäb⸗ ten nicht irre machen, da ſie dem Geſetz vom 30ſten weigt, Ventole nicht nur, ſondern auch dem ganzen Geiſte unden des Code Napoléon,(wie ſich weiter unten zeigen Rech⸗ wird,) zuwider laufen.— Zwiſchen Sinn des Ge⸗ Ver⸗ ſetzes und Abſicht des Geſetzgebers zu diſtinguiren, euͤßten und die letztere auf ſich beruhen zu laſſen,(wie ſelbſt wem von einigen franzoͤſiſchen Juriſten geſchehen iſt,) dazu hweig glauben wir uns um ſo weniger berechtigt, als wir ei⸗ n wi nes Theils dergleichen ſuperfeine Diſtinctionen gar heben, nicht begreifen köͤnnen, andern Theils aber ſolche der zuda deutlich erklaͤrten Intention des Geſetzgebers zuwi⸗ ch der ſind. 4 4 ee7e ise t, dai. ““ 4 4 ri Zum Schluſſe moͤgen hier noch folgende Bemer⸗ ihr kungen ſtehenn: 1. Man kann behaupten, in dem Code Napo- t. 9. 3 8 e 8 2. 4 léon ſei die geſammte Maſſe des altern franzoſie Heft ä. 3 2 34 ſchen Civilrechts untergegangen, und auch nicht un⸗ tergegangen, wie man naͤmlich die Sache anſieht. Iſt naͤmlich von noch fortdauernder geſetzlicher und verbindender Kraft deſſelben die Rede, ſo iſt es allerdings im Code Napoléon untergegangen. Wird hingegen davon geſprochen, daß der Richter ſich deſſelben noch als Fuͤhrer bei Entſcheidungen da, wo der Cods ſchweigt, bedienen koͤnne, ſo be⸗ ſteht es allerdings noch, und wird auch vielleicht noch lange ſo beſtehen.. II. Zieht man Parallelen zwiſchen dem aͤltern und neuern Civilrechte, mit Hinſicht auf das allge⸗ geemeine Landrecht fuͤr die preußiſchen Staaten und den Code Napoléon, ſo muͤſſen dieſe ganz ver⸗ ſchieden ausfallen. Das Publicationspatent des allgemeinen Landrechts ſchafft naͤmlich das geſammte aͤltere Civilrecht,(in ſo fern ſolches gemeines Recht iſt,) gaͤnzlich und ſo ab, daß die Richter ſelbſt in JFaͤllen, wo das Landrecht ſchweigt, nicht nach dem altern Rechte entſcheiden duͤrfen, ſondern lediglich nach den in dem allgemeinen Landrecht angenom⸗ menen allgemeinen Grundſaͤtzen, und nach den wegen aͤhnlicher Faͤlle darin vorhandenen Verord⸗ nungen ihrer beſten Einſicht nach erkennen ſollen. Der Code Napoléon hingegen laͤßt in Faͤllen, wooruͤber er nicht entſchieden hat, dem roͤmiſchen Recht die Kraft einer ſubſidiariſchen, jedoch nicht den Richter abſolut verbindenden, geſchriebenen Vernunft, und erlaubt dem Richter, ſich daſſelbe ſowohl, als uͤberhaupt das aͤltere Civilrecht, zum Fuͤhrer zu waͤhlen, ohne daß jedoch ein richterlicher Mißgriff bei Entſcheidungen nach dieſen ſich ge⸗ waͤhlten Fuͤhrern zum Caſſationsprozeß berechti⸗ gen fann. —yͤ Ales in en Lole de Fn anm, taft antrang weclend m eit Konirech dait teſe as iſes,l in ſem alhehalb mss den ucen! Kin da ij Wher nätern dichen E däent we A u iftheun b tan den baxrtieu f a ewrm m Coc dt, ſe dian. ir t un anſieht er und iſt e gangen. Richter dungen ſo be lellacht alter s alge⸗ en und nz ver nt des aammte Recht elbſt in ich dem lediglic genom⸗ ach den Verord⸗ ſoleen. Fälen wwiſchen ch wich riebene daſſelh tt, zun terliche ſich ge berechl⸗ 7 8 8 4. 1 6 1.** 7 4 2. 1 1 Welches iſ das Verhaͤltniß des aͤltern civilrechte zu dem Code Napoléon, wenn der gedachte Code in einem deutſchen Staate einge: fährt worden ik Die Frage intereſſirt nun ſchon fuͤr einige deutſche Staaten, und wird unſtreitig bald fuͤr mehrere, wenn nicht gar fuͤr alle, intereſſiren. Ich ſetze bei ihrer Be⸗ antwortung voraus, daß die Einfuͤhrung des Code ohne alle naͤhere Beſtimmung des Verhaͤltniſſes des aͤl⸗ tern Civilrechts zu ihm geſchehen ſei, wie z. B. im Konigreiche Weſtphalen der Fall iſ. Daß wir die Beantwortung dieſer Frage vorzugs⸗ weiſe aus der Beantwortung der vorigen hernehmen muͤſſen, leidet wohl keinen Zweifel. Das Geſetz vom Zoſten Ventoſe muß mit dem Code Napoléon als ein Untheilbares und Ganzes betrachtet werden. Daß man es den Ausgahen des Code nicht immer mit hat vordrucken laſſen, iſt ein großer Fehler, der uns aber nicht in den Weg treten darf. Aus dieſem Geſetz muß daher auch analogiſch das Verhaͤltniß zwiſchen dem aͤltern Rechte und dem Code Napoléon in den deutſchen Staaten, worin er eingefuͤhrt worden iſt, beſtimmt werden. 4 Dem zufolge wuͤrde anzunehmen ſeyn, daß mit Einfuͤhrung des Code Napoléon in einem deutſchen Staate dem aͤltern bisher geltenden, ſowohl gemeinen als particulaͤren, Civilrechte zugleich in ſo fern der Ab⸗ ſchied ertheilt worden, daß beides nicht mehr als Ge⸗ ſetzesnorm gelten kann, welche der Richter in Faͤllleen, wo der Code Napoléon ſchweigt, zu befolgen ſchul⸗ dig iſt, ſondern es ſich nur zum Fuͤhrer dienen laſ⸗ ſen kann. 3 Es iſt daher eine ganz falſche Anſicht der Sache, 2 36 G—.— wenn man glaubt, der Code Napoléon trete, wenn er in einem deutſchen Staate eingefuͤhrt wird, nur au die Stelle des bisher geltenden gemeinen Rechts, und blieben alle Provinzialrechte dabei in ihrer ehemaligen Kraft und Wirkung; oder wenn man meint, er er⸗ ſetze blos die Stelle der fremden ſubſidiariſch recipirten Rechte, als des roͤmiſchen und canoniſchen Rechts. Nein! in ihm geht gleichfalls, wie in Frankreich, die ganze Maſſe des gemeinen und beſondern Rechts, welches bisher in den deutſchen Staaten, worin er eingefuͤhrt wird, galt, unter, in ſo fern von verbind⸗ licher Norm deſſelben die Rede iſt.“ So wie in Frankreich die Nichtbefolgung des aͤl⸗ tern Rechts, oder Mißgriffe in der Anwendung deſſel⸗ ben, keinen Grund zur Caſſation der richterlichen Ent⸗ ſcheidungen abgeben, ſo muß das auch in einem deut⸗ ſchen Staate der Fall ſeyn, in welchem der Code Napoléon eingefuͤhrt worden iſt. Denn analogiſch muß hier alles das ſtatt finden, was in Gemaͤßheit des Geſetzes vom zoſten Ventoſe fuͤr Frankreich gilt, in⸗ dem ſich keine Gruͤnde angeben laſſen, andere Grund⸗ ſaͤtze fuͤr Frankreich, und andere fuͤr Deutſchland an⸗ zunehmen. Wann kann behauptet werd en, daß bei Anw endung des aͤltern Civilrechts, in Frankreich ſowohl, als in einem deutſchen Staate, worin der Code Na. poléon eingefuͤhrt worden, die Richter ſich Mißgriffe zu Schulden kommen aſſen; Ich muß hier eine Frage aufwerfen und beantwor⸗ ten, die, ſo wichtig ſie auch iſt, doch bisher ganz iſt Nlgje Rr mmm, nöttſ ruütich b däimg d uune, s aſfd igich uun d wenn nur au un nalige er er⸗ eipirte Rechte ntreic Rechts orin erbind⸗ des ir J deſſe⸗ en Ent⸗ m deut⸗ Oode glogiſh heitda Geund⸗ and a⸗ endunt hl, alt de Na- üic ntrer anz it 57 berſehen worden, auch gewiſſer Maßen hat uͤberſehen werden muͤſſen, da man mit der Vorfrage: in wel⸗ chem Verhaͤltniß das aͤltere Civilrecht zu dem Code Napoléon ſtehe? wie ſich in den vorigen Abhandlun. gen gezeigt hat, noch nicht im Reinen war. Es ſteht, wie wir oben geſehen haben, den Rich⸗ tern, ſowohl in Frankreich als auch in den deutſchen Staaten, wo der Code Napoléon eingefuͤhrt worden, frei, in Faͤllen, woruͤber der Code Napoléon nicht entſchieden hat, ſich bei den Entſcheidungen das aͤltere Civilrecht zum Fuͤhrer zu waͤhlen, oder auch die Gruͤn⸗ de zu den Entſcheidungen anders woher zu nehmen. Mißgriffe, die hier von ihnen begangen werden, be⸗ gruͤnden nie eine Caſſation der Urtheile, ſie koͤnnen nur eine Reform derſelben bewirken. In ſo fern der Rich⸗ ter die Gruͤnde zu ſeiner Entſcheidung anders woher nimmt, als aus dem aͤltern Civilrechte, z. B. aus der Analogie der im Code Napoléon enthaltenen Be⸗ ſtimmungen, oder ſich Grundſaͤtze, die in einer juriſti⸗ ſchen Schrift u. ſ. w. enthalten ſind, aneignet, muͤſ⸗ ſen natuͤrlich etwa begangene Mißgriffe allein der Be⸗ urtheilung des hoͤhern Richters uͤberlaſſen bleiben. Die Frage, welche hier zu beantworten iſt, muß da⸗ her blos auf die Faͤlle eingeſchraͤnkt werden, in welchen ſich der Richter das aͤltere Civilrecht bei der Entſchei⸗ dung zum Fuͤhrer gewaͤhlt, und alſo dadurch erklaͤrt hat, daß die Sache von ihm lediglich nach dieſem ent⸗ ſchieden werden ſolle. Dergleichen Mißgriffe wuͤrden ſich hier nur auf ei⸗ ne doppelte Art denken laſſen. Einmahl, wenn der Ricchter die Subordination des aͤltern Civilrechts aus den Augen geſetzt, und wo er ehedem nach Provinzial⸗ rechten haͤtte erkennen ſollen, nach gemeinem Recht er⸗ kannt haͤtte. Zweitens, wo er mit Beobachtung die⸗ ſer Subordination eine Beſtimmung des aͤltern Civil⸗ 38 5 rechts entweder uͤberſehen oder unrichtig verſtanden und angewendet haͤtte.— Im Koͤnigreiche Weſtpha⸗ len ließe ſich noch ein dritter Fall denken. In denjeni⸗ gen zum Koͤnigreiche Weſtphalen gehoͤrigen Laͤndern, welche ehedem unter preußiſchem Zepter ſtanden, galt das allgemeine Landrecht fuͤr die preußiſchen Staaten ausſchließend als ius commune; in den uͤbrigen Pro⸗ vinzen hingegen vertrat die Stelle des iuris commu- nis das ſogenannte gemeine deutſche Recht,— ei⸗ ne Miſchung aus roͤmiſchen, canoniſchen u. ſ. w. und forenſiſchen Rechtsnormen, bei welchen das ius ro⸗ manum bald oben ſchwamm, bald den Bodenſatz aus⸗ machte, bald aber auch als fuͤr die Zeit und Verfaſ⸗ ſung nicht mehr paſſend ganz zuruͤckgeſchoben wurde. Im Koͤnigreich Weſtphalen wuͤrde ſich daher auch noch in ſo fern ein Mißgriff des Richters denken laſſen, als er z. B. in einer ehemaligen preußiſchen Provinz, mit Hintanſetzung des allgemeinen Landrechts, dem gemei⸗ nen deutſchen Civilrecht, oder in einer nicht ehemals preußiſchen Provinz, mit Hintanſetzung des gemeinen deutſchen Rechts, dem allgemeinen Landrecht den Vor⸗ zug bei ſeiner Entſcheidung eingeraͤumt haͤtte. Es iſt jedoch das beſte bei der Sache, daß mehrere dieſer Mißgriffe blos ſcheinbare ſind, und ſich im Gei⸗ ſte des Code Napoléon eigentlich gar nicht denken laſſen. Denn da nach dem Geſetz vom zoſten Ven- toſe dem geſammten aͤltern Civilrecht die geſetzliche Kraft entzogen iſt, ſo braucht auch der Richter, wenn er von dem aͤltern Civilrechte Gebrauch machen will, ſich an die bisherige Subordination des Rechts nicht zu kehren, ſondern er kann aus der ganzen Maſſe des aͤl⸗ tern Civilrechts dasſenige ausgreifen und anwenden, was er nach ſeiner individuellen Einſicht fuͤr die Ent⸗ ſcheidung am tauglichſten und zweckmaͤßigſten haͤlt. Wirkliche richterliche Mißgriffe laſſen ſich, mit b ghiht n an imum rlunſt . ausu uvih tunn wim thfiht rbihen An itterice Pyllcto fon nuͤh fn, d, ur Men m an hvetm des femit, 1 läreter m ui feectia thrict Bedite 4 kn, ſ Aund gen Kna ihm hahe de Wöüttte 3 dudme niedand dmaun, ande ſtpha⸗ enjeni⸗ meinen n Vor⸗ nehrere m Gu⸗ denken n Ven. ſehlice wem en wil, nicht zu des ül wenden, de Ent lt. h, m 39 —— 4 Hinſicht auf das aͤltere Civilrecht, nur in folgenden Faͤllen annehmen. 1) Wenn der Richter eine Be⸗ ſtimmung des aͤltern Civilrechts anwendet, welche mit der Conſtitution und dem Geiſte des Code Napoléon durchaus unvertraͤglich iſt, oder uͤberall nicht mehr, nach den gewoͤhnlichen von der Anwendung aͤlterer Rechte geltenden Regeln, fuͤr die Zeit paßt. 2) Wenn von ihm eine Beſtimmung des aͤltern Rechts unrichtig aufgefaßt und angewendet wird, oder er aus einer un⸗ richtigen Analogie des aͤltern Civilrechts entſcheidet. Ob wohl nicht bei dieſer Lage der Dinge der richterlichen Willkuͤhr, ſowohl in erſter als in der Appellationsinſtanz, ein zu großer Spielraum gelaſſen ſeyn moͤchte? denn ſo wie der Richter in der erſten In⸗ ſtanz, da, wo der Code Napoléon ſchweigt, unter einer Menge Entſcheidungsnormen waͤhlen kann, ſo kann es auch der Appellationsrichter bei der Abfaſſung des zweiten Urtheils. Sollte man, beſonders bei der Sucht des Reformirens, die dem menſchlichen Gemuͤthe ſo eigen iſt, nicht faſt immer abaͤndernde Erkenntniſſe in zweiter Inſtanz zu erwarten haben, ſo wie, bei ei⸗ nem weniger ſcharfen Blick der Unterrichter, fehler⸗ hafte Erkenntniſſe in der erſten Inſtanz? Ich glaube doch nicht, weil einmahl die Richter an die Normen des Civilrechts zu regelmaͤßig gewoͤhnt ſind, und daher auch in Faͤllen, in welchen der Code Napoléon ſchweigt, ſowohl in erſter als zweiter Inſtanz, dem al⸗ ten und gewohnten Gange bei ihren Entſcheidungen ge⸗ wiß treu bleiben werden. Eher kann ſich in ſolchen deutſchen Laͤndern, wie das Koͤnigreich Weſtphalen iſt, eine doppelte Rechtsſprechung, mit Hinſicht auf das aͤltere gemeine Civilrecht, bilden, indem die Rich⸗ ter in den ehemals preußiſchen Provinzen ſich das allge⸗ meine Landrecht fuͤr die preußiſchen Staaten als droit commun, die in den uͤbrigen Provinzen hingegen ſich = N das gemeine deutſche Recht in dieſer Eigenſchaft wer⸗ den zur Richtſchnur dienen laſſen. 1 4. f 1 Noch einige Bemerkungen uͤber den Artikel 7 des 1 Geſetzes vom Zoſten Ventole. Koͤnnte der Artikel ⸗ des Geſetzes vom zoſten Ven- toſe woͤrtlich genommen, und ſo die geſetzliche Kraft des aͤltern Civllrechts fuͤr Faͤlle, von welchen der Code Napoléon ſchweigt, behauptet werden,(was aber, nach dem oben Geſagten, nicht geſchehen darf„ ſo wuͤrden freilich die Sachen, in Frankreich ſowohl als in Deutſchland, anders ſtehen. Man wuͤrde als⸗ dann behaupten muͤſſen, daß, mit Ausſchließung der allen den Materien, welche keinen Gegenſtand der geſet ichen Beſtimmungen des Code Napoléon abge- ben, verpflichtet waͤren, das aͤltere Civilrecht noch in der Ordnung und auf die Weiſe anzuwenden, als es vor Einfuͤhrung des Code Napoléon iſt angewen⸗ det worden. Es moͤchte ſcheinen, als koͤnnte man nach dem Ar⸗ tikel 7 des Geſetzes vom 3oſten Ventole, und den ſich darauf beſehenden Discuſſionen auch noch ein Me⸗ dium annehmen, welches darin beſtuͤnde, daß, wenn auch die Geſetzeskraft des aͤltern Civilrechts in ſo fern aufgehoben worden, daß mit Hinſicht auf daſſelbe kei⸗ ne Caſſationen mehr ſtatt finden, ſolche doch noch in ſo fern beibehalten ſei, daß ſie zu reformatoriſchen Ur⸗ theilen berechtigte. Daraus wuͤrde denn folgen, daß in Faͤllen, wo⸗ der Code Napoléon ſchweigt, der Nichter das aͤltere Eſpilrecht in der Ordnung und in der Art, wie es ehedem angewendet worden, bei ſei⸗ ſeb ſtatt findenden richterlichen Willkuͤhr, die Richter s meld iait mwük, Mutu lür age mm onr a h aarenden enisthat Minade nü nir ianda m Knr, ger hdwin . A N rmiſt mͤn de nenne in, 1r tas n 1 r ui mnCode I ſann t wer 7 des Ven. etzliche en der (was darf,) owohl e als⸗ g der ichter nd der abge⸗ ch in als es gewen⸗ zm Ar⸗ en ſic Me⸗ wenn o fern be kei noch in en Ur⸗ , daß 6 der nd it bei ſei 4* 1—— uen Entſchedungemz zu befolgen verbunden waͤre, und daß wegen Nichtbeobachtung dieſer Obliegenheit, wenn nicht auf Caſſation, doch auf Reformation des Ur⸗ theils angetragen werden koͤnnte.— Allein aus den iscuſſionen uͤber den Artikel 7 des Geſetzes vom Zoſten Ventole erhellt doch zu deutlich, daß das aͤlte⸗ re Civilrecht in Faͤllen, wo der Code Napoléon ſchweigt, auch gar keine geſetzliche Auctoritaͤt hinfuͤhro behaupten, und nur der Richter nicht behindert wer⸗ den ſoll, ſich daſſelbe zum Fuͤhrer dienen zu laſſen. Man wuͤrde aber demſelben doch offenbar wieder ein geſetzliches Anſehen einraͤumen, wenn man das oben erwaͤhnte Medium annehmen, und behaupten wollte, daß ein in erſter Inſtanz geſprochenes Urtel reformirt werden koͤnnte, wenn der Unterrichter, das aͤltere Ci⸗ vilrecht nicht in der gehoͤrigen Subordination und auf die bisher angenommene Weiſe angewendet haͤtte. Man koͤnnte auch noch gegen die obenſtehende Er⸗ klaͤrung des Artikels 7 des Geſetzes vom 30ſten Ven- tole einwenden, warum man denn dieſen Artikel nicht ſo abgefaßt habe, als er nach den daruͤber gepflogenen Discuſſionen verſtanden werden ſoll, da Geſetze ſo be⸗ ſtimmt als moͤglich abgefaßt werden ſollen und abge⸗ faßt werden muͤſſen, und aus dem Artikel, wie er vor uns liegt, gerade das Entgegengeſetzte von dem hervor⸗ geht, was in Verbindung deſſelben mit den Discuſſio⸗ nen folgt. Allein dies iſt nun einmal die Manier der neuen franzoͤſiſchen Geſetzgebung, daß di⸗ Geſetze nur mit und in den daruͤber gepflogenen Discuſſionen, und in dem Sinne, in welchem ſie zuletzt angenommen wor⸗ den ſind,— verſtanden und angewendet werden muͤſſen, und was von dem Geſetze vom zoſten Ventole gilt, gilt, wie wir weiter unten ſehen werden, von dem ganzen Code Napoléöon.— Wir koͤnnen herbe den Wunſch nicht unteti- 2 42 .—“.— cken, daß es den deutſchen Geſetzgebern, bei der Ein⸗ fuͤhrung des Code Napoléon in ihren Staaten, doch gefallen moͤchte, ein anderes und beſtimmteres Regu⸗ lativ wegen der Anwendung des aͤltern Civilrechts zu entwerfen, als der Artikel 7 des Geſetzes vom „Zoſten Ventole enthaͤlt. Denn was in Frankreich 1 vielleicht gar keine, oder doch nur geringe Verwirrungen veranlaßt, duͤrfte in Deutſchland zu den groͤßten Un⸗ ordnungen und Willkuͤhrlichkeiten ſo leicht den Weg bahnen. Es duͤrfte in der Folge wohl gar ein Edict, in dem Geiſte jenes praͤtoriſchen: quod quisque iu- ris in alterum ſtatuerit, ut ipſe eodem iure uta- tur, noͤthig werden!!! 3 III. b Zur Beurtheiluug des Code Napoléon. Ueber die Quellen des Code. Der ſcharfſinnige Recenſent des Code Napoléon in der Jenaer allgemeinen Literaturzeitung vom Jahr 1807, Nr. 4, ſagt von den Quellen deſſelben fol⸗ gendes: Vor allen Dingen iſt es das roͤmiſche Recht, wel⸗ ches dabei zum Grunde liegt, und es behaͤlt als ei⸗ nes der vorzuͤglichſten Huͤlfsmittel zur Interpreta⸗ tion des Code Napoléon auch in dieſer Ei⸗ genſchaft ein großes Intereſſe fuͤr Frankreich. So z. B. iſt der Artikel 2 des C. N. aus L. 7 de — 1506. n Dui riſhe Lilt chu ef de H Sthts o r he üiſt dom de nnftn tulen, diel in der bo lußer tüna en Nr newe h/ zur öhtöeg K9n8 an an An er Ein 1, doch Regu⸗ ilrechtt es bom unkreich rrungen ten Un⸗ n Wa Edia, ſue iu. re uta. on. poléon n Jahr ben fob ht, ve⸗ tals ei⸗ terprets⸗ er Ei⸗ mnkreic. L. 7 de 45 —— 4 II. der Artikel 6 aus L. 45 D. de R. 1. und 1.6 C. de pactis gefloſſen. Im zweiten und drit⸗ ten Buche des C. N. herrſchen die Grundſaͤtze des roͤmiſchen Rechts durchaus. Aber nicht blos don Stelle zu Stelle und von Buch zu Buch zeigt ſich die Uebereinſtimmung; ſondern es iſt auch die auf das voͤmiſche Recht doctrineller Weiſe durch ganz Europa gegruͤndete Wiſſenſchaft des Rechts, worin der Geiſt der Geſetze ruht, welche deen Code Napoléon ausmachen. Es laͤßt ſich da⸗ her eben ſo, wie vorher, eine Wiſſenſchaft des fran⸗ zoͤſiſchen Civilrechts nicht wohl anders darſtellen, als voom roͤmiſchen Rechte her. Selbſt i in der Methode trifft man das roͤmiſche Recht, vorzuͤglich die Inſti⸗ tuten, Juſtinians wieder. Es handelt z. B. ein Citel im C. N. von den Quaſi⸗Contracten, ein an⸗ derer von den Quaſi⸗Delicten.——— Außer dem roͤmiſchen Rechte ſind aber auch die eigenen fruͤhern Geſetze Frankreichs, vorzuͤglich die⸗ jenigen, in welchen ſich im Verlaufe der Revolution der neue Zuſtand der Dinge bereits ausgedruckt hat⸗ te, zur Brganlſation des C. N. vorzuͤglich mit her⸗ bceigezogen und benutzt worden. So ſind z. B. Ar⸗ tikel 976 und 977 des C. N. aus dem Artikel 9 der Ordonanz vom Jahr 1735 bis auf einige Abaͤnde⸗ rungen gefloſſen. Eben ſo entſpricht im C. N. der Art. 113 dem Geſetze vom IIten Februar 1791, und Art. 114 dem Art. 3 Dit. 8 des Geſetzes vom aaſten Auguſt 1790. Dieſe Abſtammung findet ſich vorzuͤglich bei ſolchen Materien, die in das Re⸗ gierungsrecht einſchlagen, namentlich bei denen, die ſeit der Revolution eine Andere Geſtalt angenom⸗ men haben. Dagegen iſt nicht. lhen wahrzunehmen, daß auf n die neuern Verſuche der Deutſchen im Fache der 44 —— L b pylkan Legislation bei der Organiſation des C. N. Ruͤckſicht in genommen waͤre. Zwar hat das Bureau der Ge⸗ ert ſetzgebung zu Paris, in der Zeit, als die Bearbei⸗ liim n tung des C. N. im Werke war, das allgemeine Land⸗ recht fuͤr die preußiſchen Staaten in das Franzoͤſiſche htſcht 4 uͤbertragen laſſen, und es iſt dieſe Ueberſetzung im Mmg Druck in fuͤnf Baͤnden erſchienen. Auch in den u lrit Discuſſionen uͤber den Code Napoléon ſind die k 8 . Beſtimmungen des allgemeinen preußiſchen Land⸗ öüisr rechts hin und wieder ausdruͤcklich mit gewuͤrdigt 4 worden. So viel wir aber bemerkt haben, iſt das nhaua Reſultat der Discuſſion nie fuͤr das preußiſche Land⸗ recht ausgefallen, bisweilen ſogar, z. B. bei der Lehre von der Abweſenheit, mit ziemlich harter Ab⸗ fertigung ausdruͤcklich gegen daſſelbe.—— iiitwit Es laͤßt ſich wohl ſchwerlich etwas buͤndigeres unnd zugleich ſo genuͤgendes uͤber die Quellen des Code Na- Küuffl poléon ſagen, als von dem oben gedachten Recenſen⸗ tplrce ten geſe chehen iſt.— Wirr geben hier etwas fremdes, sd weil wir nichts beſſeres eigenes geben koͤnnen, und fuͤ ini gen demſelben noch folgende Bemerkungen hinzu: dubem I. Wenn auch gleich das koͤmiſche Recht bei allen imß. neuern Legislationen, bei der einen mehr, bei ünih der andern weniger, als Quelle angeſehen werden larnn kann, ſo iſt doch von allen neuern Legislationen larind bei dem Code Napoléon am meiſten, und faſt(i moͤchten wir behaupten, am reinſten daraus ge⸗ iaſte Re ſchopft worden; wenn wir naͤmlich von den in sl das roͤmiſche Recht durch die Juriſten hineinge⸗ edeni tragenen Spitzfindigkeiten ab, und auf den Geiſt via Reht der roͤmiſchen Geſetzgebung ſelbſt ſehen. 4- G II. Alle neue Geſetzgebungen haben ſich mehr oder umde weniger aus den verſchiedenen philoſophiſchen itan Syſtemen des iereehe angeeignet, und ſind dih R recht eigentlich auf ſel ige gebauet. Beim Code dei drſich er Ge⸗ earbei⸗ Land⸗ ſſſe ng in in den nd die Land⸗ urdigt iſt das Land⸗ ei der er Ab⸗ 3 und 2Na- enſen⸗ mdes, nd fuͤ⸗ jallen 2, bei verden tionen nd faſt us ge⸗ den in neinge⸗ Geiſ t oder dſchen d ſind Code —— Napoléon hingegen iſt das durchaus nicht der Fall. Man kann daher auch eigentlich das Naturrecht gar nicht zu ſeinen Quellen zaͤhlen, in ſo fern man darunter ein Syſtem dieſes Na⸗ mens aus unſerm Zeitalter verſteht. Denn ſonſt gruͤndet ſich allerdings auch der Code Napoléon auf die ewigen und unveraͤnderlichen Principien des natuͤrlichen Rechts und der geſunden Ver⸗ nunft. Es wird ſich dies bei der Entwickelung des Geiſtes des Code Napoléon weiter unten noch genauer zeigen laſſen. .. 2. Haͤlfsmittel des Code Napolson. Es iſt auffallend, wenn wir hier unter den Huͤlfs⸗ mitteln des Code wieder zuerſt das roͤmiſche Recht auffuͤhren, das doch, wie oben gezeigt worden, Quel⸗ le deſſelben iſt. Wie kann aber das roͤmiſche Recht zugleich Quelle und Huͤlfsmittel des Code ſeyn? Und doch iſt dem ſo. 4 Da naͤmlich aus dem roͤmiſchen Rechte ſo viele ein⸗ zelne Verordnungen des Code nicht nur, ſondern auch ganze Materien deſſelben geſchoͤpft ſind, und ſogar das Syſtem des Code roͤmiſch iſt, ſo muß natuͤrlich auch das roͤmiſche Recht ein vorzuͤgliches Huͤlfsmittel zum Verſtehen des Code abgeben, beſonders wenn, wie oben bemerkt worden iſt, bei dieſer Geſetzgebung reiner aus dem römiſchen Rechte, als bei irgend einem andern geſchoͤpft wurde.— Sehr richtig iſt daher die Bemerkung, daß das Studium des Code recht eigentlich von dem roͤmi⸗ ſchen Recht ausgehen muͤſſe.— Darum ſteht auch das roͤmiſche Recht in Frankreich jetzt mehr als je an 8 der Spitze des Unterrichts in der Jurisprudenz, und ——- 46 —— nimmt der Curſus auf den Rechtsſchulen damit ſeinen Anfang. Auch bemuͤhen ſich die franzoͤſiſchen Juri⸗ ſten, durch Vergleichungen des Code Napoléon mit dem roͤmiſchen Recht das Studium deſſelben zu er⸗ leichtern. Es iſt aber hier die Rede von dem reinen roͤmiſch⸗ juſtinianeiſchen Recht, deſſen Geſchichte und Alterthuͤ⸗ mern, nicht von dem mixtum compoſitum, was man in Deutſchland auch wohl roͤmiſches Recht zu nen⸗ nen pflegt. Fuͤr das Selbſt⸗Studium des Code Na- poléon, von der Seite des roͤmiſchen Rechts her, werden daher dem deutſchen Rechtsgelehrten Commen⸗ tarien und Schriften uͤber das reine roͤmiſche Recht, z. B. Huberi praelectiones iuris ci vilisy, Do- mat loia civiles, Pothier Pandectae uſti- nianeae, Woltaer Commentarii iuris rom. no viſf. ete. mehr zu empfehlen ſeyn, als die bisheri⸗ gen Noth⸗ und Huͤlfsbuͤcher, z. B. Hoͤpfners Commentar uͤber die Inſtitutionen, u.a. d. Auch verdienen in der gedachten Hinſicht die ver⸗ gleichenden Schriften, naͤmlich des roͤmiſchen Rechts mit dem Code Napoléon, die Aufmerkſamkeit des deutſchen Rechtsgelehrten. Wir uͤbergehen bier dieje⸗ nigen, welche von franzoͤſiſchen Juriſten herruͤhren, und wovon in der Rubrik: Zur Literatur des Code Napoléon, in dieſer Zeitſchrift noch hin⸗ fuͤhro die Rede ſeyn wird, und machen unſere Leſer auf eine Schrift aufmerkſam, die eigentlich recht fuͤr den praktiſchen Juriſten im Koͤnigreiche Weſtphalen geeig⸗ net iſt, naͤmlich auf Fr. Schoͤmann's Erlaͤu⸗ terung der Civilgeſetzgebung Napoleons und Juſtinians, aus ſaͤmmtlichen Quellen und nach ihrem Subſidiaritaͤts⸗Verhaͤlt⸗ niſſe, in Vergleichung mit dem preußi⸗ ſchen Landrechte, wovon bereits das erſte 1 Müric defaſ Aepobbor mdiiſe uſchid n Jitzg zp dad 1 ſähes bl Dali ta fache diſh uusde faneois ſirre. Pa Mmuence duume n u a ſeinen Juri- on nit zu er⸗ dmiſch⸗ ſterthi⸗ 1, was zu nen⸗ de Na. ds hit ommem⸗ Rechk, 5, Do. e luſti- g rom. bisheri pfners u.a.d. die ver⸗ Rächte keit des ier dieſ⸗ rrüͤhren, ur des noch gir⸗ zeſer uf fuͤr de en geig⸗ Erlaͤu⸗ oleons uellen erhaͤlt⸗ reußi⸗ z, erſe Heft, Gießen und Wetzlar 1808, bei Taſcheé und Muͤller, erſchienen iſt.“ Ein zweites, nicht minder wichtiges Huͤlfsmit⸗ tel fuͤr den Code Napoléon iſt die aͤltere franzoͤſi⸗ ſche Geſetzgebung, beſonders die des republikaniſchen Frankreichs. Sie iſt gleichfalls oben als Quelle des Code Napoléon angegeben worden, und kommt hier wieder aus gleichem Grunde, wie das roͤmiſche Recht, als Huͤlfsmittel in Betracht. Da aber dieſe Geſetzge⸗ bung ohne Kenntniß der franzoͤſiſchen Geſchichte und der Verfaſſung des aͤltern Frankreichs nicht verſtanden werden kann, ſo muͤſſen naruͤrlich die franzoͤſiſche Ge⸗ ſchichte und die Kenntniß von der alten Verfaſſung Frankreichs, ſo wie von dem revolutionaͤren Zuſtande deſſelben, und die Geſchichte der Geſetzgebung Frank⸗ reichs hier wieder als untergeordnete Huͤlfsmittel ein⸗ treten. Natuͤrlich iſt damit wieder die neueſte Ge⸗ ſchichte, Verfaſſung und Geſetzgebung von Frankreich zu verbinden, theils wegen der Modifſcation, die der Code Napoléon ſchon erfahren hat, oder noch erſt erfahren duͤrfte, theils wegen der Verbindung, worin er, wie ſich in der Folge noch zeigen wird, mit der uͤbrigen Geſetzgebung Frankreichs ſteht. Es genugt indeß, ſo viel das aͤltere franzoͤſiſche Recht betrifft, nicht, ſolches blos im Allgemeinen zu kennen, ſondern eben das Detail iſt es, wovon wir hier unter den Huͤlfs⸗ mitteln ſprechen. Eine kurze Ueberſicht davon kann man ſich aus dem Etude du droit oivil et coutu- mier françois par Coquelay de Chaufſe- Pienne. Paris 1789. 4. und den Eomens de lu- risprudence ſui vant les lois romaines et celles de Royaume par J. Julien, nouv edit. Aix et Paris 1788. 4. verſchaffen. Aber recht dringt man doch erſt in den Geiſt des aͤltern franzoͤſiſchen Rechts durch den Gebrauch ſolcher Schriften ein, wel⸗ 2 48 2 G—.,— che einzelnen Materien gewidmet ſind, und die man in Jenichens bibl. iur., voce Gallia, und in dem Repertorium der allgemeinen Literatur⸗ zeitung unter der Rubrik: Jurisprudenz, voc. Frankreich, aufgefuͤhrt findet. Wir werden davon in der Folge bei der Erklaͤrung einzelner ſchwieriger Stellen des Code Napoléon Gebrauch machen. Außer dieſen beiden Huͤlfsmitteln, die auch Quel⸗ len zugleich ſind, kommt aber noch ein drittes, und zwar ſehr vorzuͤgliches, Huͤlfsmittel bei dem Code Napoléon in Betracht. Es beſteht in den authenti⸗ ſchen Actenſtuͤcken, welche von der Regierung als Ve⸗ hikel zur Ausmittelung der Grundſaͤtze und des Gei⸗ ſtes der einzelnen im Code Napoléon enthaltenen Verfuͤgungen bekannt gemacht worden ſind. Hier⸗ her gehdren: 1) die Vorſchlaͤge der Geſetzgebungscom⸗ miſſion, welche ſie in dem Project des Code niederge⸗ legt hat. 2) Die daruͤber von den Juſtizhoͤfen gelie⸗ ferten Beurtheilungen. 3) Die Protocolle und Acten⸗ ſtuͤcke uͤber die mancherlei Pruͤfungen und Diseuſſio⸗ nen, die der Code bis zu der definitiven Abfaſſung, worin er jetzt vor uns liegt, hat durchlaufen muͤſſen. Am beſten findet man dieſe Huͤlfsmittel verarbeitet in dem Werke: Eſprit du Code Napoléon, tire de la discuſſion ete. par J. G. Looré, Secrétaire géndral du conſeil d'tat etc., wovon unter der Ruhrik: zur Literatur des Code Napoléon, noch ausfuͤhrliche Anzeige geſchehen ſoll, und deſſen In⸗ halt wir unter der Rubrik: zur Erklaͤrung des C. N., unter den deutſchen Praktikern gemeinnuͤtzig zu machen ſuchen werden.. * * Der Recenſent des Code Napoléon in der Je⸗ naer allgemeinen Literaturzeitung ſagt von dieſem Huͤlfsmittel ſehr wahorr:: —y hicn ih fte Scauie wmh mene uued 86 ℳ) ſee tten, piſen, tons h 16 lec Ma Ohmeche hun zſta Pornen ws Ranſ Glt i We taui ünden l fändig döerie ſer wo Hurrtech kormer dn diſ mn de d Unter üm dGjſ dent aus 1 rch (KMuuſe itl 49 ——— man in Hiierdurch iſt,— der Geiſt der Legislation poſi⸗ in dem iv fixirt,— das Geſetz gegen willkuͤhrliche atur⸗ Schranken und Verdrehungen, bald nach dieſen, „ Voc bald nach jenen Hypotheſen, geſichert, und den J Juri⸗ ddan. ſten ein Stoff geliefert worden, der,(wie Nou- pleriger gareéde in der geſetzgebenden Verſammlung mein 1 te,) ſie abhalten wird, ſich den vains ſ[yltémes zu Qual ergeben, von welchen man bisher hat wahrnehmen a, und muͤſſen, 3 iils avaient décrié toutes les no- Coſe tions poſitives et fait dédaigner Texpérience then=i des ſiécles pallés. 1is Ve Man kann auch, ohne den Vorwurf niedriger 8 Gi Schmeichelei zu fuͤrchten, den man jetzt denen zu ma⸗ altennn chen pflegt, welche der franzoͤſiſchen Geſetzgebung das Hier⸗ Wort reden, in das bald hernach folgende Urthei jee zscom⸗ nes s Recenſenten einſtimmen, welches dieſes iſt: eerge⸗ 1 ge Es laͤßt ſich wohl nicht daran zweifeln, daß auf Acten⸗ dieſe Weiſe,(naͤmlich durch die Mittheilung der vor⸗ ruſſc. hin gedachten, auf die neue Geſetzgebung ſich bezie⸗ nſſung henden Urkunden,) der Geiſt des Geſetzes viel voll⸗ nüͤſſen. ſtaͤndiger und zuverlaͤſſiger dargelegt, und itet in daß er insbeſondere auch fuͤr die Folge viel beſſer ge⸗ „ a ſichert worden iſt, als durch Aufſtellung eines Na⸗ heaine turrechts, ſo wie es einſt der Großkanzler von ter der Carmer fuͤr das allgemeine preußiſche Landrecht, Bnt um dieſem als Schluͤſſel vorangeſchickt zu werden, u voon der Bearbeitung der Rechtsgelehrten erwartete. 0.N, Unter ſolchen Umſtaͤnden iſt es daher nirgends machen leicht weniger bedenklich als in Frankreich, den Geiſt des Geſetzes, oder irgend ein doetrinelles Raiſonne⸗ der Je⸗ ment aus demſelben, als eine Quelle, aus welcher diſe ſich rechtliche Erkenntniſſe ſchoͤpfen laſſen, behan⸗ 1 delt zu ſehen. Heft J. 4 — fuͤr die richtige Erklaͤrung und Anwendung der Geſetze 50 Denn es iſt wohl ausgemacht, daß eine Regierung nicht beſſer ſorgen kann, aſs wenn ſie dem Rechtsge⸗ ſehrten die uͤber die Geſetzgebung verhandelten Acten Geſetzgebung bei der Anwendung des aͤltern Civilrechts fuͤr die Ausſchließung der richterlichen Willkuͤhr ſo ſehr vollſtaͤndig in die Haͤnde giebt und ihn an dieſe allein verweiſet. Es waͤre zu wuͤnſchen, daß die franzoͤſiſche geſorgt Latte, als ſie bei der Anwendung des neuern, beſonders des Code Napoléon, dafuͤr geſorgt hat. Denn es koͤnnen nach den vorhandenen authentiſchen Huͤlfsmitteln nicht leicht Mißgriffe bei der Anwendung des Code Napoléon vorkommen, wenn dieſe au⸗ thentiſchen Huͤlfsmittel gebdrig benutzt werden. Da⸗ gegen ſind aber auch wieder deſto mehrere und recht grobe Mißgriffe faſt unvermeidlich, wenn man ohne dieſe Huͤlfsmittel den Code ſo erklaͤren will, als man andere Geſetzbuͤcher bisher erklart hat.*) Wir hal⸗ ten es fuͤr Pflicht, auf dieſen Umſtand beſonders dieſe⸗ nigen unſerer Leſer aufmerkſam zu machen, welche bis⸗ hex als Richter oder Sachwalter mit der preußiſchen Geſetzgebung Umgang gehabt haben.— Ob uͤberall ein Geſetzbuch in der Manier abgefaßt werden ſollte, in welcher der Code Napoléon abgefaßt iſt, iſt eine Frage, die wir, als zur Kritik gehoͤrig, hier ganz uͤbergehen muͤſſen. 2 dieſen Artikel, ohne die Diseuſſionen, auf die gewoͤhnliche Art erklaͤren, ſo wuͤrde er offenbar den ganz d gendhailche ten Sian geben. So wie der gedachte Artikel aber ſind ſehr viele Dispofitionen des Code abgefaßt. A LH unce 9. Lol *) Man vergleiche hier, was oben uͤber den Artikel ⸗ des Ge ſetzes vom zoſten Ventoſe geſagt worden iſt. Wollte man 64 Lie 1 . Li Aile Li etla! uteittn t ande dr(o fene tnnich riede Stone ſbü fen u pung Venn 8 ſous. big An lLa tinn, gou, de 70¹ 4 ie cile „ Lole de Loi iage. dd Loi de ga 3 gierung ö Geſete 2 8 jhtege eigenheiten des Code Napolghn. in Vergleichung Acten mit andern ältern und neuern Legislationen. eolka Der Code Napoléon iſt ſiſſtſe 1. keine zuſammenhaͤngende Beehheung, wie das lrects'oͤmiſch juſtinianeiſche Recht, oder noch mehr, ſoſche wie das allgemeine Landrecht fuͤr die preußiſchen neuer, DStaaten, ſondern eine Vereinigung mehrerer Ge⸗ ot hat. 1 ſetze uͤber verſchiedene Gegenſtände zu einem Gan⸗ niſchen zen und zu einem Codex nach einer gewiſſen Ord⸗ enbung nung. Der erſte Artikel des Geſetzes vom 3oſten eſe au⸗ vVentole verordnet naͤmlich: Da⸗ Seront réunis en un ſeul oorps de lois,— recht ſous le titre de Code civil des Frangçois les ohne lois qui ſuivent; ſavoir: men 0. Loi du 14. venroſe an Ir. fur la euplica. 6, ir hal ion, les effets et! application des lois en 3 dejſx.. gendral. hye bis⸗ 20. Loi du 17. Ventoſe an rr. fur la jouiſ- fiſſen jfance et la privation des droits civils. uͤberal 30. Loi du 20. Ventoſe an rr, fur les actes follt,* del'ètat ci‿vil. iſt eine 4. Loi du 30. Ventoſe an rr, fur Ie domi- tr ganz aweile.. 50. Loi du 24. Ventoſe an rr, ſur les abſens. — 60. Loi du 26. Ventole an rr, Jſur le ma- des G iage.. lte man 70. Loi du 30. Ventoſe an rr, ſur le divorce. u 4 8⁰. Loi du 2. Germinal an 11, 6 la Pater- dud ſ ſehr nité et la filiation.. 9⁰. Loi du 2. Germinal an I1, ſer Tadoption et la tutelle officieufe. 10⁰°. Loi dus Germinal an II, fuur la echſhan. ce pater nelle. 43 4 4 8 52 . Loi du 5. Germinal an 1I„ fur la mino- 12d2„la tutelle et lémanoipation. 12⁰. IL.oi du 8. Germinal an r, ſur la minori- té, l'interdiction et le conſeil judiciaire. 130. Loi du 4. Pluvioſe an 12, 88 la diſtino- tion des biens. — 140°. Loi du 6. lusiofe; an 12, ſur la pro- pritò. 150. Loi du 9. Pjvvioſe an 12, far Tuſa ud, Puſage et l habitation. 16°. Loi du ro. Pluvioſe an 12, ſior les ſer- vitudes ou ſervices ſonciern s. 170. Loi du 29. Germinal an I1, ſur les ſue. ceſſions. 130. Loi du 13. Florsal an 11, ſe les qona- tIions entre vifs et les teſtamens. 190. Loi du 17. Pluvioſe an 12, ſur les con- tracts ou les obligations conventionelles 2n géndral. 5. J.i du 19. Pluvioſe an 12, ſur les enga- Sgennet qui ſe forment ſans convention. 219. Loi du 20. Pluviole an 12, ſisr le con- tract de mariage et les droits reſpectifs 242 poua, . Loi du 15. ventoſe an 12, ſur 72 vente. . e5. Loi du 16. Ventoſe an x2, ſur! échange. . Loi du 16. Ventoſe an 12, ſur le con- eyes de louage. 25⁰ Loi du 17. Ventoſe an 12, ſur le con- tract de ſocit. 260. Loi du 18. Ventoſe an 12, ſur le prot. 270. Loi du 23. Ventoſe an 12, Jur le depot et le ſequeſtre. 289. Loi du 19. Ventoſe an 12, ſur les con- tracts alsatoires. 4 G wä de dreuf w m dt bä E nang im Ge Hurnmni ufine ean Mher Ge Mfit ſ u ſe einzeſten aice b ſr be mino. ninori- iaire. liſtino. a pro- u e ſer. es ſuc· dana- ; con- Melles enga. ation. e con- ectifs eente. Lange. je con- le con- pret. e deépot es Col- 315. Loi du 29. Ventoſe an 12, ſur les trans- nſement. 4 55 29⁰. Loi du 19. Veritoſe an 12, ſur la mandat. 300. Loi du 24. Pluvioſe an 12, ſur le cau- fionnement. 1 actions. 320. Loi du 23. Pluvioſe an ra, ſur la con- trainte par corps en matière civile. 33⁰. Loi du 25. Ventoſe an 12, ſur le nan- 34⁰°. Loi du 28. Ventoſe an 12, ſur les pri- ildges et hypothéques. 7 35⁰. Loi du 28. Ventoſe an 12, ſur Texpro- priation forcde et les ordres entre eré- anciers. 360, Loi du 24. Ventoſe an 12, ſur la pré- Koription.— Es fehlen daher in dem Code Napoléon ganz, die Verfuͤgungen uͤber die allgemeinen Gegenſtaͤnde des Rechts, die in dem allgemeinen Landrecht fuͤr die preußiſchen Staaten ſo ausfuͤhrlich enthalten ſind, und iſt nur das hierher gehdͤrige hin und wie⸗ der bei einzelnen Materien mitgenommen worden. Es mangelt dem Code Napoléon ferner die zu ei⸗ nem Geſetzbuche erforderliche Vollſtaͤndigkeit und „Harmonie der einzelnen Theile ganz. Dies letztere darf indeß nicht auffallen, da der Code kein Ge⸗ ſetzbuch, ſondern blos eine Sammlung mehrerer ein⸗ zelner Geſetze ſeyn ſoll. Die mangelnde Vollſtaͤn⸗ digkeit laͤßt ſich auch damit entſchuldigen, daß nach dem franzoͤſiſchen Zuſchnitte die Civilgeſetzgebung eingeſchraͤnkter iſt, als bei uns, und Materien, weilche bei uns Gegenſtaͤnde der Civilgeſetzgebung ſind, bei den Franzoſen vor eine abgeſonderte Ge⸗ ͥ‧‧‧‧‧‧́‧́‧́Ö 56 a ſetzgebung gezogen werden, z. B. Code du com · merce, etc. Man kann daher nur beim Code Napoléon von Unvollſtaͤndigkeit ſprechen, wenn man ihn ohne dieſe Ruͤckſicht mit dem allgemeinen Landrecht fuͤr die preußiſchen Staaten vergleicht, und in ihm die ganze Civilgeſetzgebung als erſchoͤpft betrachtet. Mit nichts anderm laͤßt ſich dagegen der Mangel der Geſetzgebung uͤber die allgemeinen Ge⸗ genſtaͤnde des Rechts entſchuldigen, als damit, daß der Code Napoléon kein eigentliches Geſetzbuch ſeyn ſolle, obgleich es wieder von den Franzoſen da⸗ . füͤr gehalten, und auch allgemein dafuͤr erklaͤrt wird, unb erkſaͤrt werden muß,. II. In dem Code Napoléon iſt alle Jurisptudenz ausgeſchloſſen, und ſchraͤnkt ſich der Inhalt deſſel⸗ ben blos auf das Legislative ein; dagegen in dem roͤmiſchen Recht und dem allgemeinen Landrecht u fuͤr die preußiſchen Staaten, ſo wie in allen uͤbri⸗ gen neuern Geſetzbuͤchern, die Jurisprudenz mit dem Legislativen ſich mehr oder weniger verbun⸗ 1 2 Was wir hier ſagen, und was auch ſchon von in andern vor uns bemerkt worden iſt, verdient die groͤßte Aufmerkſamkeit des Leſers, und beſtimmt aan uns daher zu einer groͤßern Ausfuͤhrlichkeit. Zur Jurisprudenz, als einer geordneten Wiſſenſchaft von dem, was natuͤrlichen oder po⸗ ſitiven Rechts iſt, rechnen wir alle De⸗ finitionen und Eintheilungen der Rechtsinſtiture, z. B. des Eigenthums, der Verſjäaͤhrung un ſ. f. inebſt der ſyſtemati⸗ ſchen Darſtellung und Ableitung der Rechtswahrheiten. Unter dem 2 egisla⸗ tiven hingegen begreifen wir die nackten und Nepo. os au iche htthern daneue Kan d fundri M duſchu lefanne Ji ſau duffnde eſen ennſchl Dau com. Code wenn feinen leich, hayft en der 1Ge⸗ „ daß hbuch en da⸗ wird, udenz eſſel⸗ dem recht uͤbri⸗ mit rdun⸗ nvon t die immt dneten der po⸗ De⸗ der 6, der nati⸗ gdet isla⸗ n und 4 55 —j4— 7 Zeinfachen V erfuͤgungen der Ge ſetz e, wobei die Rechtsinſtitute, welche ſie betreffen, als bekannt vorausgeſetzt, und die Folgerungen aus dieſen Ver⸗ fuͤgungen, ſo wie die Verbindung derſelben mit einander zu einem ſy⸗ ſtematiſchen Ganzen, dem Rechtsge⸗ lehrten uͤberlaſſen werden. So ſehr ſich auch die franzöſiſchen Geſetzgeber voor der Vermiſchung des Legislativen mit der Ju⸗ risprudenz gehuͤtet haben, ſo mußten ſie ſich hin . Hund wieder,— wenn nicht zu einer eigentli⸗ cchen Definition,— doch zu einer Beſchreibung des Rechtsinſtituts, in Anſehung deſſen ſie ver⸗ fuͤgen wollten, darum entſchließen, weil ſonſt ih⸗ re Verfuͤgungen leicht haͤtten mißverſtanden, und auf andere Gegenſtaͤnde und Rechtsinſtitute haͤt⸗ ten bezogen werden koͤnnen, 6. B. in dem Titel vom Societaͤts⸗Contracte und an meh⸗ rern Orten. Wo hingegen dergleichen Mißver⸗ ſtaͤndniſſe nicht eintreten konnten, da ließen ſie das Rechtsinſtitut unbeſtimmt, und verfuͤgten in Aunſehung deſſelben als⸗ einer den Rechtsgelehrten bekannten Sache.— Bei ſcharfer Critik ließen ſich freilich wohl hin und wieder Stellen im Code auffinden, wo ein bischen Jurisprudenz mit ein⸗ gefloſſen iſt; allein wo giebt es ein fehlerfreies. ii menſchliches Werk, auch bei dem beſten Willen? Daraus, daß die Jurisprudenz bei dem Code Napoléon ganz ausgeſchloſſen iſt, und er ſich blos auf das Legislative beſchraͤnkt, entſpringt zwiſchen ihm und allen aͤltern und neuern Geſetz⸗ buͤchern eine ſehr große Verſchiedenheit. Die einzelnen Geſetze des Code Napoléon, die hier zu einem Ganzen verbunden ſind, und doch in ſich kein Ganzes ausmachen, gleichen den alten roͤmiſchen Geſetzen und Edicten der roͤmiſchen 1 Magiſtratsperſonen, wenn man dieſe ſich in eine Sammlung gebracht denkt. Wir wuͤßten kei⸗ nen paſſendern Vergleich, als den des Code Na- poléon mit Hadrians beruͤhmter Sammlung, dder, wenn man will, Reviſion, unter dem Ti⸗ tel: Edictum perpetuum: dagegen gleicht die roͤmiſch⸗ juſtinianeiſche Geſetzgebung einem un⸗ geheuern Repertorium des Rechts und der recht⸗ lichen Entſcheidungen, und das allgemeine Land⸗ recht ſowohl, als die ihm aͤhnlichen neuern Ge⸗ ſetzbuͤcher, gleichen einem großen ſchoͤnen ſyſtema⸗ tiſchen Handbuch des buͤrgerlichen Rechts. Bei dem roͤmiſchen Rechte wird die Jurispru⸗ denz, die Definitionen ausgenommen,(woran das roͤmiſche Recht, bekanntlich aus Gruͤnden, die hier nicht weiter in Betracht kommen, großen, und faſt moͤchte man ſagen, gaͤnzlichen Mangel hat,) allein durch daſſelbe ſchon begruͤndet; das etwa ausgenommen, was, als zur Jurisprudenz ggeehdrig, aus fruͤhern Zeiten und aus dem ganz alten Rechte hiſtoriſch abgeleitet, oder aus dem lure naturae et gentium der Roͤmer entnom⸗ men werden muß.— Bei dem allgemeinen Landrecht fuͤr die preußiſchen Staaten giebt es außer der im Geſetzbuche ſteckenden Jurispru⸗ denz faſt keine, man mag eine poſitive oder na⸗ turrechtliche ſuchen, und es iſt auf der einen Sei⸗ te gar kein uͤbler Gedanke, eine preußiſche Na⸗ turrechtswiſſenſchaft ſo gut als eine preußiſche Kriegswiſſenſchaft anzunehmen, wenn man ſich gleich auf der andern Seite fuͤrchten muß, dabei — pru⸗ r na⸗ Sei⸗ Na⸗ jiſche rſch dabei KE5 —(— das ganze Heer der Philoſophen gegen ſich zu em⸗ poͤren; und auch wirklich gegen den bon ſens aanzuſtoßen.— Bei dem Code Napoléèon hin⸗ gegen liegt die eigentliche Jurisprudenz ganz drau⸗ ßen, und entlehnt nur die nackten geſetzlichen Be⸗ ſtimmungen aus dem Code Napoléon; das üͤbrige fuͤr ſie gehoͤrige Material aber muß anders woher genommen werden. nas 8 3 Aber woher denn? Etwa aus den Syſtemen des Naturrechts? oder aus der neu gewonne⸗ nen Wiſſenſchaft, welche man Rechtsphiloſophie tauft? oder endlich etwa aus unſern juriſtiſchen Schriften und Syſtemen des Civilrechts?— Aus keinem von allen dieſen. Der Code Napoléon nimmt die Rechtsge⸗ 8 ſchaͤfte, in Anſehung welcher und fuͤr welche er verfuͤgt, in dem Sinne, in welchem man ſie in Frankreich bisher genommen hat. Die Juris⸗ prudenz des Code muß daher auch ihre Defini⸗ tionen und Eintheilungen vorzugsweiſe aus dem alten franzoͤſiſchen Rechte entlehnen, wobei es ſich deenn freilich oft ereignen kann, daß ein Rechts⸗ geeſchaͤft in der Jurisprudenz des Code Napo- 1on in einer ganz andern Geſtalt erſcheint, als man es in der gemeinen deutſchen und in der preußiſchen Jurisprudenz wahrzunehmen gewohnt iſt.— Wo der Code Napoléon ſelbſt das MNReechtsgeſchaͤft definirt, oder auch nur beſchrieben hat, da iſt er freilich immer der ſicherſte und be⸗ ſte Fuͤhrer.— Und da, wo er ganz dem roͤmi⸗ ſchen Rechte gefolgt iſt; wo es deutlich erhellt, daß er das Rechtsgeſchaͤft, in Anſehung deſſen er verfuͤgte, ganz im Geiſte des roͤmiſchen Rechts * 58 —— genommen hat,*) da koͤnnen wir auch dreiſt mit den Roͤmern definiren und eintheilen. an Die Hauptſache bei der Jurisprudenz des Co- de Napoléon, naͤmlich die Entwückelung der Lehren ſelbſt, muß gleicher Geſtalt, theils aus dem Jaltfranzoͤſiſchen, theils aus dem roͤmiſchen Rech⸗ ate und aus dem Code ſelbſt, mit Zuziehung der von der Regierung uͤber denſelben bekannt ge⸗ „ machten authenriſchen Actenſtuͤcke, geſchehen. Ein Crvilrecht in deutſcher Manier conſtruirt, dem die Beſtimmungen des Code Napoléon eingeflickt wuͤrden, duͤrfte daher keine Jurispru⸗ denz des Code enthalten, ſondern eine deutſche Ciiljurispruden;z mit franzoſiſchen Beinen ſeyn. Ein Lehr⸗ und Handbuch des Napoleoniſchen Eivilrechts iſt daher keine ſo leichte Sache, ſon⸗ dern erfordert eine tiefe und anhaltende Forſchung in den Quellen und dem Geiſte der Geſetze.— Von einem Lehrbuche ſcheint auch ſelbſt die Re⸗ gierung nichts wiſſen zu wollen, indem nach aus⸗ druͤcklicher Vorſchrift des Geſetzes vom 22ſten Ventoſe an XII Tit. 1 Art. 2*) die Lehrer Fauf den Rechtsſchulen bei dem Unterrichte nicht nur der Ordnung der Quellen folgen ſollen, und ein zwar nicht blos von Ditel zu Ditel und Artikel 2m zu Artikel, ſondern ſo, daß der Vortrag nach ei⸗ em ſpaͤtern kaiſerlichen Decrete vom 4. jour complémentaire an XII Sect. 8 Art. 70**) m recht eigentlich von Wort zu Wort gehen ſoll; 4, **) Abgedruckt bei Laſſaulr g. a. O. I, 6. Seite 277f. ) Bei Laſſauly a. a. O. 1, 9. Seite 287. woraus folgt, daß durchaus kein Lehrbuch, ſon⸗ * Dies iſt z. B. der fall mit en Quaſſcontracten und Quaſi⸗ delicten. 3 J. de 5 1 1 a d ſe 4 Dal⸗ dreſſ 3 Co. g der s dem Rech⸗ ag der at ge⸗ hehen. ruurt, léon epru⸗ itſche yn. ſchhen ſon⸗ hung Re⸗ aus⸗ eſten ehrer nicht und ertikel 39 —,— dern vielmehr der Code ſelbſt, beim Unterricht zum Grunde gelegt werden ſoll.*)— Ein Handbuch dagegen, welches den Code Napo- éon in der Umgebung ſeiner jurisprudence darſtellte, wuͤrde von dem groͤßten Rutzen fuͤr den peactiſchen Juriſten ſeyn. In Frankreich hat man bereits an Penneauls Principes gené- rauæx du droit civil privé den Anfang zu ei⸗ 1 neem ſolchen Handbuche. Wir haben oben bemerkt, daß man bei der neuen Legislation in Frankreich anfangs die Idee gehabt habe, ein Geſetzbuch in der Manier des aligemeinen preußiſchen Landrechts zu perfaſſen, hernach aber davon zuruͤckgekommen ſei, und die DJurisprudenz von dem Legislativen ausgeſchloſ⸗ 6 ſen habe.— Mit Hinſicht auf dieſe Idee erhielt en auch die Geſetzgebungscommiſſion den Auftrag, bei der Abfaſſung des Projeets zum jetzigen Code eine Reihe allgemeiner Lehrſaͤtze an die Spitze der Arbeit in einem eigenen Proͤliminaͤrbuche zu ſtellen. Hernach, wie man von jener Idee zuruͤckkam, wurde dieſes von Pontalis in ſechs ausfuͤhr⸗ lichen Titeln ausgearbeitete Praͤliminaͤrbuch un⸗ terdruͤckt, und durch den jetzt blos aus ſechs Ar⸗ ikeln beſtehenden Praͤliminaͤrtitel des Code er- ſetzt, ſo daß ſelbſt, mit Hinſicht auf die Grund⸗ n rrincipien der neuen Geſetzgebung, alle Jurispru⸗ denz rein ausgeſchloſſen wurded. III. Der Code Napoléon begreift blos das allgemei⸗ ne Civilrecht im Gegenſatze desjenigen, bei welchem un kirchliche oder beſondere buͤrgerliche 1 A 1 *) In Dentſchland, wo man einmal an Lehrbuͤcher gewoͤhnt iiſt, werden gewiß bald kehthdchen uͤber den Code Napoléon Wicnen Wehigſens ſind ſchon einige in den oͤffentlichen Blaͤrtern ang ekuͤndigt.— 60 —— Verhaͤltniſſe zum Grunde liegen, worin er ſich von der roͤmiſch⸗juſtinianeiſchen Geſetzgebung ſo⸗ woohl, als dem allgemeinen Landrecht fuͤr die preu⸗ ßiſchen Staaten, und den uͤbrigen in dem Geiſte deſ⸗ ſelben gearbeiteten neuen Geſetzbuͤchern, unterſchei⸗ det Er kann daher ſchon aus dieſem Grunde kein ſo vollſtändiges Eivilgeſetzbuch ſeyn, als das allge⸗ maeine Landrecht; aber ſeine anſcheinende Duͤrftig⸗ keit muß auch lediglich von der angegebenen Seite her beurtheilt werden. Fuͤr die von dem allgemei⸗ 44 nen Civilrecht abgeſonderten Zweige der Geſetz⸗ gebung ſollen, wie bereits bemerkt worden, be⸗ 8 ſondere Codes veranſtaltet werden, und ſind zum Theil ſchon veranſtaltet, welche, in ſo Afern ſie auch eigentliche Gegenſtaͤnde des Civil⸗ rechts umfaſſen, zu dem Code Napoléon gehoͤ⸗ ren und mit ihm ein Ganzes ausmachen. Man 4 darf alſo in dem Code Napoléon keinesweges die ganze Eivilgeſetzgebung Frankreichs ſuchen, ſondern ſelbige iſt erſt in der Verbindung des Co⸗ de Napoléon mit den uͤbrigen Codes vorhan⸗ den, welche gleichfalls Gegenſtände des Civil⸗ cechts in ſich begreifen. Wir brauchen wohl nicht erſt zu bemerken, daß bei ſo bewandten Umſtaͤnden der Juriſt eines deut⸗ ſchen Staats, in welchem der Code Napoléon iſt eingefuͤhrt worden, ſich nicht auf das Stu⸗ dium deſſelben beſchraͤnken darf, ſondern ſich, ſolite es auch nur des Zuſammenhangs wegen ſeyn, von der uͤbrigen neufranzoͤſiſchen Jurispru⸗ denz Kenntniſſe zu verſchaffen ſuchen muß. An mehrern Orten des Code Napoléon wird auch aausdruͤcklich auf die uͤbrige Civilgeſetzgebung ver⸗ wieſen, und mehrere Stellen dieſes Gode erhal⸗ en erſt durch die üͤbrigen Codes iir volles Licht. — 6 —— zerſich e Ueberhaupt ſcheint es uns, als wenn durch die ung ſ. Einffuͤhrung des Code außerhalb Frankreich ge⸗ epre. wiſſer Maßen ein nothwendiger Grund dazu ge⸗ ſſedeſ⸗ legt werde, auch die uͤbrige franzoͤſiſche Civil Uige. erſhi⸗ ſetzgebung zugleich zu adoptiren. 15 lv. Die Ordnung des Code Napoléon iſt eine ürfi durchaus willkuͤhrliche, wogegen die des roͤmiſch⸗ Seit juſtinianeiſchen Rechts durch das edictum per- geni⸗ hetuum, und die Ordnung des preußiſchen Ge⸗ Geſc febuchs; durch das demſelben zum Grunde lie⸗ n, be gende Syſtem beſtimmt wird. Man hat dabei d ſid lediglich darauf Ruͤckſicht genommen, dem Ge⸗ 7 1 daͤchtniſſe zu Huͤlfe zu kommen, und ſich ſo we⸗ El nig als moͤglich von der den Juriſten gelaͤufigen ehi⸗ Drdnung zu entfernen. Es konnte auch darum den ſchon keine ſo ſtreng⸗ ſyſtematiſche Ordnung, wie weges in einem eigentlichen Geſetzbuche, in dem Code Wegez Napoléon beohachtet werden, weil hier blos ache mmehrere nach und nach erſchienene Geſetze zu ei⸗ dän nem Ganzen vereinigt werden ſollten. Cioi⸗ V. Wenn es durchaus nothwendig iſt, bei andern neuern Geſetzgebungen, beſonders bei dem alige⸗ en, daß mmeinen Landrechte, ſich mit einem oder dem an⸗ s deut⸗ deern Syſteme des Naturrechts bekannt zu ma⸗ ollon chhen, und ſich darein einzuſtudiren, um in dieſe Suau Geſetzgebung ſelbſt einzudringen, ſo ſindet bei u ſch dem Code Napoléon dagegen dieſe Nothwen⸗ wegm ddigkeit auch i im geringſten nicht ſtatt, weil derſel⸗ rispru⸗ bbe, wie auch ſchon oben beilaͤufig bemerkt worden 4 Ar ſiſt, von allen Syſtemen des ſogenannten Natur⸗ dach rechts unabhaͤngig da ſteht. Der Code Napo- ng ber léon iſt daher keine philoſophiſche Geſetzgebung erhal in dem Sinne, welchen man Hewhdnhh mit die⸗ h ſen Worten verbindet. 6³ 84 ——— Wir haben hier die Hanprunterſchiede des Code 2. Napoléon von andern aͤltern und neuern Geſetzgebun⸗ gen angedeutet. Noch andere ergeben ſich aus 8 dem, be was bereits oben geſogt worden 6 von felbſt.⸗ a 1 * ih enit, 44. udi Darfellang der Ordnung in Co Je Napolson. lpalon Der Artikel 4 des Geſehes vom zoſten Ventoſe nüiche ſ beſtimmt die Ordnung im Code Napoléon ſo: Pma kine Le Code civil fera divifé en un titre Preli linsf minaire et en trois livres. La Loi du 14. Ventoſe an rr, ſur la pubi- ſ hr cation, les effets et l'application des lois en Vens 1 gndral, eſt le titre préliminaire. 4 E Le livre prémiern ſera compoflé des onze 6 lois fuivantes, ſous le ritre des per. Jonnes. f tenng Le fecond livre lera compol ſé des quatre Umaü lois fuivantes, fous le titre des biens et des 1 difs rentes modiſications de la propridté. kengm Le troiſième livre lera compoſé de vingt döane dernières lois fous le titre des diffsrentes aus lm, Te manières dont on aoguie, t la proprieté. L Axrt. 5. II ny aura ponr tous les articles amf 8 du Code civil qu'une feule lérie de numéros. 6 b Code Nach dieſer durch das Geſetz vom zoſten Ventoſe euzi getroffenen Einrichtung beſteht alſo der Code Napo- u ndi léon aus einem Praͤliminaͤrtitel von der Verkuͤndigung, u iin den Wirkungen und der Anwendung der Geſetze im All. unnni gemeinen, und aus drei Buͤchern: das erſte, von den äämett Perſonen, in eilf Geſetzen; das zweite, von den Gaͤtern ldearn und den verſchiedenen Modificationen des Eigenthums,“H üſhm in vier Geſetzen;; und das dritte„ von den verſchiede⸗ un Nad — 63 ——— Code nen Arten, das Eigenthum zu erwerhen⸗ in zwanzig ggebur Geſetzen. Alle Artikel haben eine durchlaufende Zah⸗ d den, lenfolge. Als der Gode zuerſt in einzelnen Theilen, und ſo wie er bei den Discuſſionen durchgegangen war, im Druck erſchien, hatte er dieſe durchlaufende Zahlen⸗ folge nicht, und wurden im dritten Buche die Artikel wieder von Nr. 1 an gezaͤhlt. Es ergiebt ſich auf den eerſten Blick, daß bei dieſer Einrichtung des Code leon Napoléon auch nicht auf die entfernteſte Weiſ ean ei⸗ Fentole gentliche ſyſte matiſche Ordnung und an einen Zu⸗ . ſchnitt gedacht worden iſt wie ſich beides in dem allge⸗ meinen Landrecht fuͤr die preußiſchen Staaten findet. 16on. eprir Allein es ſollte ja auch kein eigentliches Geſetzbuch ver⸗ zull. faßt, ſondern es ſollten nur, wie bereits oben bemerkt 9 6. worden iſt die mehrern nach und nach uͤber das allgemei⸗ M e ne Civilrecht er ſchienenen Geſetze zu einem Ganzen ver⸗ Sonn aiugt, und in einer dem Richter und andern Rechts⸗ gelehrten gelaͤufigen Ordnung zuſammengeſtelt twerden. her Die gewaͤhlte Einrichrung muß daher mehr von einem mare Nepertorium der Geſetze, als von einem Geſetzbuche 19 de her beurtheilt werden. ete Eigentlich liegt bei der Einrichtung des Oode die e rin bekannte Eintheilung des Privatrechts in ius perſo- 54 eue narum, rerum, obligationum und actionum zum t Grunde. Nur mußte der letzte Theil darum von ſel bſt aricls wegfallen, weil fuͤr das gerichtliche Verfahren ein ei⸗ meros gener Code beſtimmt wurde. Auch hat man, wie gentoe das auch ſchon in Deutſchland bei mehrern Rechtsſ ſyſte⸗ Napo men, und ſelbſt in dem allgemeinen Landrechte fuͤr die ndigun preußiſchen Staaten geſchehen iſt, das Recht der Obli⸗ ein Al gationen mit unter das Sachenrecht geſteckt, und das vondd Sachenrecht, welches eigentlich den zweiten Theil des Guͤen Cogde ausmacht, in zwei Buͤcher gehracht, wovon das ntzunz erſte ſich mit den Sachen uͤberhaupt und den verſchie⸗ ſchide⸗ denen Modificationen des Eigenthums, das zweite 64 —— hingegen ſich mit den Erwerbungsarten des Eigenthums beſchaͤftigt.— Ueberall will es uns ſo vorkommen, als habe hier die Einrichtung des Landrechts dem Ur⸗ heber dieſer Ordnung vorgeſchwebt.— Die Buͤcher 8 ſind wieder in Titel, Kapitel, Abſchnitte u. ſ. w. getheilt. 1 Es iſt noch uͤber die Einrichtung des Code im All⸗ gemeinen zu bemerken: 1. Der Praͤiiminaͤrtitel iſt aus dem weitlaufigen Praͤliminaͤrbuche, deſſen oben gedacht worden iſt, und welches an die Spitze des Code geſtellt zu wwerden anfangs beſtimmt war, allein uͤbrig ge⸗ blieben.— Er beſteht jetzt nur aus 6 Artikeln. Ein ſiebenter iſt, obgleich er in den Sitzungen vom 14ten Thermidor und 4ten Fructidor des Jahres IX genehmigt worden war, dennoch her⸗ ach verſchwunden, und zwar ſo, daß man die Vrſache des Verſchwindens nicht aus den Proto⸗ kollen entnehmen kann. Der Inhalt deſſelben war: daß, wenn das Geſetz gewiſſe Acte, in Nuͤckſicht der Umſtaͤnde, fuͤr betruͤgeriſch erkennt, * kein Beweis zulaͤſſig ſei, daß dennoch kein Be⸗ — trug dabei ſtatt gefunden habbe. II. So duͤrftig auch der titre préliminaire beim erſten Anblick zu ſeyn ſcheint, ſo enthaͤlt er doch alles, was nach dem Zweck der neuen franzoͤſiſchen Geſetzgebung darin geſagt werden konnte. Man khat geruͤgt, daß nichts uͤber das Gewohn⸗ heitsrecht darin beſtimmt worden, da doch der GOoäde ſelbſt an mehrern Orten auf den Brauch (ufance) verweiſe.— Allein, da in dem Co- de die ganze Maſſe des aͤltern Civilrechts, und folglich auch das ganze Gewohnheitsrecht unter⸗ gegangen war, ſo durfte ſchon uͤber das Ge⸗ — 65 —(— 8 nthums woohnheitsrecht darin nichts verfägt werden.*) onna, Ueber den uſage aber, der von dem Gewohn⸗ dem Ur. heitsrechte ſehr verſchieden iſt, wuͤrde eine geſetz⸗ Büche liche Beſtimmung ganz uͤberfluͤſſig geweſen ſeyn, u.. ſa ſich alles hier von ſelbſt findet.**) Dem 8 prreußiſchen Landrechte konnte man den Vorwurf, in Au doaß darin uͤber das Gewohnheitsrecht nichts be⸗ ſtimmt war, mit Recht machen, da dieſes die “ provinziellen Gewohnheiten aufrecht erhielt, die dnh Anwendung des gemeinen Rechts aber dem? Rich⸗ ſilt ter durchaus unterſagte, und folgl ich nun der Nichter keine Grundſaͤtze hatte, nach welchen er bih beurtheilen konnte, ob etwas Gewohnheit war 8 , der nicht, indem ſich aus dem Naturrecht wohl 3 35 ſcchwerlich die Theorie des Gewohnheitsrechts ent⸗ h er nehmen laſſen duͤrfte. 76 1 III. In den drei Buͤchern, welche das Perſonen⸗ 38 und Sachenrecht in ſich begreifen„ findet man 5 öüu ber die gewoͤhnlich hierher gezogenen Gegenſtaͤn⸗ deſt de disponirt. Nur fehlen Verfuͤgungen uͤber ſol⸗ ne,n che Gegenſtaͤnde, die man auch ſchon bei den Roͤ⸗ erimi mern zur jurisprudence zaͤhlte, und daher von AdA dem Legislativen ganz ausſchloß, z. B. die in⸗ terpzetaio. legum, die Pofſefſio, die P er⸗ ire bein— 3 doc— Es kann ja in Laͤndern, wo der Code Napoléoa gilt, von t er de. amahyhetzanch gar nicht die Frage entſtehen. Keiner darf zoͤſiſchen ſich darauf ſo wenig als auf das geſchriebene alrere Civil⸗ 3 M reecht ſo berufen, daß der Richter die Gewohnheit zu pru⸗„ . Ma fen und zu befolgen ſchuldig waͤre. Will er dennoch darnach 3 ewohn⸗ erkennen, ſo hat er an den Beſtimmungen des roͤmiſchen c de Nechts uͤber die conſuerudo ſchon einen hinläͤnglichen Pruͤf⸗ dochd. teein füͤr ſich. Brauch**) Der ulage iſt nämlich weiter nichts, als eine bloße Hand⸗ 0 3— lungsweiſe an einem Orte in Geſchaͤften des buͤrgerlichen Le⸗ dem Co⸗ ben, wobei es lediglich auf das Factiſche,— nicht auf das ts, und Rechtliche ankommt, z B. daß bei einem Wechſel ſo und ſo viele Reſpeitsrage zugeſtanden worden ſind, u. ſ. w. Der t unter⸗ ulage iſt eigentlich das Herkommen, die Lonluedndo. aber das Ge⸗ ſdas wirkliche Gewohnheitsrecht. Heft l. 35 66 inenzien, u. a. m. Es werden dieſe Gegenſtuͤnde, auf die ſich mehrere Verfuͤgungen des Code Na- poléon gleichwohl beziehen, als aus der juris- Prudence ſchon bekannt, oder durch dieſelbe erſt auszumitteln, voraus geſetzt.— Was z. B. uͤber Pertinenzien etwa haͤtte verfuͤgt werden koͤn⸗ nen, ergiebt ſich auch ſchon von ſelbſt, und konnte im Geiſte der franzoͤſiſchen Geſetzgebung ſo die Sache nur mit einer generellen Verfuͤgung abgethan werden.— Und der Befitz iſt da, wo ihn die Verfuͤgungen des Code Napoléon vor⸗ ausſetzen, eine ſo einfache Sache, daß noch be⸗ ſondere Verfuͤgungen daruͤber Verſtoße gegen den geſunden Menſchenverſtand geweſen ſeyn Zin wuͤrden. IV. Bei dem Unterſtecken des Rechts der Verbind⸗ lichkeiten unter das Sachenrecht konnte es nicht fehlen, daß im dritten Buche, wo von der Er⸗ werbung des Eigenthums die Rede iſt, auch zu⸗ gleich uͤber die Erwerbung anderer Rechte mit verfuͤgt werden mußte, und, da das ganze allge⸗ meine Civilrecht zum Gegenſtande der Geſetzge⸗ bung einmal genommen war, unter einer nicht paſſenden Rubrik auch zugleich die Verfuͤgungen uͤber den Verluſt des Eigenthums ſowohl, als. anderer Rechte mit hinein gezogen werden muß⸗ ten.— Daher laͤßt es ſich denn auch erklaͤren, wmarum in dem Schlußtitel von der Verjaͤhrung uͤber die erwerbende ſowohl als erloͤſchende Ver⸗ jaͤhrung verfuͤgt wird. Hier kommen auch ein paar Verfuͤgungen uͤber den Beſitz vor, in ſo fern er zur Veraͤhrung, als dem faſt einzigen Rechtsinſtitut, wobei er noch nach neufranzdſi⸗ 3 ſchem Recht in Betrachtung kommt, gehoͤrt. 5 So viel uͤber die Einrichtung des Code Napo- 3 lyaläon 1 9 T = erge, w bus aan mmi „ an) d o NUneys in * eunſgene u angen ſorine! 3 dſe duthe da De läcken ſällr l n üser Anel Aatt zu m u NUunat ths dou —= b N lé6on. Von dem Geiſte deſſelben ſowohl als von der d.. Frage, welche Verfuͤgungen darin vermißt werden unnd noch ergaͤnzt werden muͤſſen, wird im folgenden 4 Stuͤcke dieſes Archivs die Rede ſeyn. kon⸗ 3. und tbung 8 ühung 9 IV. a, wo G 4. nvor⸗ Zur Erklaͤrung des Code Napoléon. ih be⸗. gegen 8 4 ſogh r. bind⸗ Algemeine Grundſäͤtze der Geſetzerklaͤrung, mit nicht Hinſicht auf den Code Napoléon. E In dem Discours préliminaire, welcher dem Pro- ch zu⸗ jet des Code civil vorgedruckt ſteht, und den auch e mit Loeré in ſeinen Fprit du Code Napolòon wie⸗ allge⸗ der aufgenommen hat, wird eine zwiefache Geſetzerklaͤ⸗ ſetzge⸗ rung angenommen, die interprétation par voie de nicht doctrine und die interprétation par voie d'auto- ungen rité; daſſelbe, was wir bisher unter doctrineller als und authentiſcher Geſetzerklaͤrung verſtanden ha⸗ muß⸗ ben. Die erſte Interpretation beſteht nach den in dem laren, gedachten Discours enthaltenen Aeußerungen darin, ahrung à ſailir le vrai ſens des lois, à les appliquer e Der avec discernement, et à les ſuppléer dans les uch ein cas qu'elles wont pas reglés. Ohne in dieſe ein⸗ in ſo geweitt zu ſeyn, heißt es, koͤnne man kein Richteramt ſinigen bekleiden und die Pflichten eines Richters erfuͤllen. tanöäſ Die zweite beſteht darin, à réſoudre les quelſtions et les doutes, par voie des réglemens ou des n. 4 Napo. dispolſitions générales. Dieſe Art der Geſetzerklaͤ⸗ 1 1 5 3 8 1 1 68 —— rung ſoll dem Richter durchaus unterſagt ſeyn. Wenn das Geſetz deutlich iſt, ſo ſoll er den deutlichen Geſetzen folgen. Iſt es dunkel, ſo ſoll er durch die do⸗ ctrinelle Erklaͤrung den Inhalt des dunkeln Geſetzes zu ergruͤnden ſuchen. Fehlt es ganz an geſetzlicher 5 V Vorſchrift uͤber einen Fall, ſo ſoll er das Herkommen (Tuſage) oder die Billigkeit(l'’équité) zu Rathe zie⸗ hen. L'quité, heißt es, eſt le retour à la loi na- turelle dans le ſilence, l'oppolſition, ou l'obſcu- rité des lois poſitives.— Ueber die authentiſche Erklaͤrung wird geſagt: forcer le magiſtrat de re- courir au législateur, ce ſeroit admettre le plus funeſte des principes; ce ſeroit venouveler par- mi nous la déſaſtreuſe législation des réſcrits.. 4 Car lorsque le législateur intervient pour pro- noncer ſur des affaires nées et vivement agi- tées entre particuliers, il m'eſt pas plus à Pa- bri des furpriſes que les tribunaux. On a moins à redouter Jarbitraire régle, timide et circonſpect d'un magiſtrat qui peut être réformé et qui eſt foumis à l'action en forfaiture, que Tarbitraire abſolu d'un pouvoir indépendant qui mweſt jamais reſponſable, etc. etc.— Die authzentiſche Geſetzerklaͤrung, oder vielmehr Anfrage uͤber den Sinn des Geſetzes bei der hoͤchſten Behoͤrde, ſoll alſo durchaus nicht ſtatt finden.*)— Dieſe Grundſaͤtze von der Geſetzerklaͤrung waren auch in dem sten Titel des Livre préliminaire du droit et des lois, welches vor dem Project des Code ſteht, zu Ge⸗ *) Eine grobe Verſchiedenheit zeigt ſich hier zwiſchen der fran⸗ zoͤſiſchen und preußiſchen Geſetzgebung. Bei dieſer ging au⸗ fangs alles auf authentiſche Geſetzerklärung aus, und wurde nur erſt in der Folge der Richter ermaͤchtiget, bei dunkeln Ge⸗ ſetzen, um die Entſcheidung nicht aufzuhalten, ſo lche doetri⸗ nell zu erklaͤren, alsdann aber war derſelbe verbunden, uͤber den Sinn des Geſetzes bei der hoͤchſten Behoͤrde anzufragen. nn des Trr dſeu oaxen d rden tt, tder axen 8 ſglaie V anten J s iber ru gli Uarics d mha it faite des Une pre NicR ſin Ge lie n 4 rnict lir jſrr tiſche beſchraͤnkt. 69 „—»— 4 ſetzen erhoben worden, wurden aber nebſt andern in dieſem Praͤliminaͤrbuche enthaltenen Beſtimmungen bei der Abfaſſung des Code ſelbſt weggelaſſen. Daß nichts deſto weniger eine doctrinelle Erklaͤrung bei dem Code Napoléon ſowohl, als bei der uͤbrigen franzoͤſiſchen Geſetzgebung ſtatt findet, und der Rich⸗ ter vor allem daran verwieſen iſt, iſt keinem Zweifel wegen des Artikels 4 des titre préliminaire des Co- de Napoléon unterworfen. Die Frage bleibt nur: ob er eine authentiſche Erklaͤrung nachſuchen duͤrfe, wenn das Geſetz ihm dunkel und zweideutig erſcheint? Wir glauben, vor Abfaſſung des Urtheils gewiß nicht, wegen eben dieſes 4ten Artikels, nach welchem ein Richter, der ſich weigert, ein Urtheil zu ſprechen, un⸗ ter dem Vorwande des Stillſchweigens, der Dunkel⸗ heit, oder der Unzulaͤnglichkeit des Geſetzes, als der verſagten Juſtiz ſchuldig, vor Gericht gezogen werden kann. Mit dieſer Meinung ſtimmt auch die Beobach⸗ tung von Portalis uͤber dieſen Artikel in den Discul- ſions uͤberein. Uebrigens iſt noch zu bemerken, daß, wenn gleich nach dem Discours préliminaire des Proſects die authentiſche Erklaͤrung ganz verworfen worden iſt, in dem 5ten Titel des Livre prélimi- naire des Projects doch kein Verbot derſelben vor⸗ kommt, ſondern das Project ſich auf die bloße Ein⸗ theilung der Geſetzerklaͤrung in doctrinelle und authen⸗ Die beſondern Regeln fuͤr die doctrinelle Erklaͤrung 4 des GCode Napoléon, welche in dem 5ten Ditel des Livre préliminaire des Projects ſtehen, und welche zugleich Regeln fuͤr die Erklaͤrung aller uͤbrigen franzoò⸗ ſiſchen Geſetze waren, ſind bei der Abfaſſung des Code nebſt andern Parthien dieſes Praͤliminaͤrbuchs unterdruͤckt worden,— wahrſcheinlich deswegen, weil ſie zur jurisprudence gehoͤrten.— Nur zwei Ver⸗ 8 70 — fuͤgungen davon ſind mit den ihnen bei den Discuſſio⸗ nen uͤber die neue Geſetzgebung zu Theil gewordenen Modificationen in die Artikel 4 und z des titre pré- liminaire des Code aufgenommen worden. Wir ſind alſo genoͤthigt, dergleichen beſondere Regeln im. Geiſte der neuen Legislation ſelbſt zu finden und auf⸗ zuſtellen. Er ſte Regel. Wenn der Wortverſtand des Artikels mit dem Sinne, in welchem derſelbe bei den Discuſſionen daruͤber angenommen worden iſt, im Widerſpruche ſteht, ſo iſt allemal der letztere vorzuziehen, wenn er auch dem erſtern gerade zuwider ſeyn ſollte. Dieſe Regel wird durch das vollkommen gerecht⸗ fertigt, was oben uͤber die Manier der neuen fran⸗ — zoͤſiſchen Geſetzgebung uͤberhaupt geſagt worden iſt. Uebrigens verdient noch bemerkt zu werden, daß der Artikel 5 des 5ten Ditels in dem unterdruͤckten, vor dem Project des Code ſtehenden, Praͤliminaͤrbuche dieſem durchaus zuwider iſt. Er lautet ſo: Quand une loi eſt claire, il ne faut point en éluder la lettre, ſous prétexte d'en pénétrer l'eſprit etc. Die obenſtehende Regel macht es dem Rechtsge⸗ lehrten, welcher es mit dem Code Napoléon in theo⸗ — retiſcher ſowohl als practiſcher Hinſicht zu thun hat, faſt unerlaͤßlich, beſtaͤndig die Diseuſſionen uͤber den Code zur Hand zu haben, weil er ſonſt nicht wiſſen kann, ob nicht ein dem Wortverſtande nach voͤllig kla⸗ rer Artikel in einem ganz entgegengeſetzten Sinne an⸗ genommen worden iſt. Wir haben bereits oben an dem Artikel 7 des Geſetzes vom 30ſten Ventoſe davon 1Sii h m janen d nneano konmet ſind, a s dem dls dem arr Ar du d e d ſantt ſceine gfſe l mäſß: tinn bit aur ſühſ g euch u deri Ad Nurs Dr nan n tann ein Beiſpiel gegeben, and es werden deren in der Fol⸗ in einem dem Wortverſtande gerade entgegengeſetzten Artikel des Code Napoléèéon genau dar⸗ enthaͤlt, von aller jurisprudence entbloͤßt da ſtehen, j—S— ge noch mehrere vorkommen, wo ein Artikel des Code Sinne angenommen worden iſt. Zweite Rezel. Es iſt bei der Erklaͤrung der einzelnen auf zu ſehen, welche aus dem alten, vor der Revolution geltenden, Rechte, und welche aus dem neuern, waͤhrend des Laufes der Revolution zu Stande ge⸗ kommenen, Rechte genommen worden ſind, und bei den erſtern wieder, welche aus dem droit coutumier, und welche aus dem droit crit originiren, und iſt jeder Artikel nach der ihm eigenthuͤmli⸗ chen Quelle zu erklaäͤren. Dieſe Regel wird wieder dadurch gerechtfertigt, daß der Code kein Geſetzbuch, wie das allgemeine Landrecht fuͤr die preußiſchen Staaten iſt, ſondern blos eine Sammlung von mehrern an ſich verſchiede⸗ nen Geſetzen, und daß die Disvoſitionen, welche er man alſo nicht blos aus dem Zuſammenhange, und unbekuͤmmert um die Quellen, ſolche erklaͤren kann. Es iſt auch ſo ſchon keine Frage, daß man bei einem noch ſo geordneten und ziſammenhaͤngenden Geſetzbu⸗ che berechtigt iſt, auf die Quellen zuruͤckzugehen, wenn man daruͤber vollſtaͤndige Gewißheit hat. In dem vor dem Project des Code ſtehenden Dis- cours préliminaire heißt es aber ausdruͤcklich: daß, da man nicht nur aus den neuern, im Laufe der Re⸗ volution zu Stande gekommenen, Geſetzen, ſondern 7² auch aus dem aͤltern Rechte, und zwar hier ſowohl Ata aus dem droit romain, als dem droit coutumier, 4,b und aus den ordonnances royales geſchoͤpft habe, nunm man bei der Erklaͤrung der einzelnen Artikel des Code fümg auch vorzugsweiſe auf die Quellen zuruͤckgehen muͤſſe. zan — 8. l Dritte Regeltl phi Wenn indeß der Wortverſtand eines erue Artikels des Code der Quelle, woraus an, e der Artikel genommen iſt, widerſpricht, uude und auch die Discuſſionen uͤber den Ar⸗ udlerat tikel kein Licht geben, ſo iſt man ſchuldig, rellelui anzunehmen, daß von den Geſetzgebern axciens eine willkuͤhrliche Abweichung von der tdrl Quelle beliebt worden.— Es heißt in dem mehrgedachten Discours préli- minaire bei der Angabe der Quellen, aus welchen. bei Abfaſſung des Projects geſchoͤpft worden: man ha⸗ In be nur das noch fuͤr die Zeit Brauchbare aus den alten n Atti Geſetzen aufgenommen, und daher auch mehreres modi⸗ unc, ficiren muͤſſen. Fuͤr die Erklaͤrung des Code Napo-' den 16on, in Grundlage dieſer Regel, ſind nun gerade die u ba Schriften wichtig, welche eine Vergleichung deſſelben aſioner Artikel fuͤr Artikel mit den Quellen enthalten. Ein d Aus vor kurzem in Frankreich erſchienenes Werk unter dem a Art Titel: Code Napolson avec des notes indica- dnn blo tives des lois romaines, coutumes, ordonnan- danſſ des, édiits et declarations qui ont rapport d Lid chaque article, ou conférence du Code Napo- idem léon avec des lois anciennes par Henri— ult Jean Babtiſte Dard(de P'iſére) Juriscon- dn fulte et Profefleur de droit romain, à l'acade- mie mie de legislation; ſuivie d une table gendrale Aes matières par ordre alphabèetigue etc. à Pa- 4 ſan de ſhen e 32 .—=—— ris chez Leop. Collin, libraire. 1808. 4. leiſtet, ſo viel es auch dem Anſchein nach verſpricht, doch darum den Rechtsgelehrten wenig Nutzen bei der Erklaͤrung des Code Napoléon aus den Quellen, weeil es blos bei einzelnen Artikeln auf die Quellen ver⸗ weiſet, ohne den Inhalt derſelben ſelbſt anzugeben. Vorzuͤglicher iſt in jeder Hinſicht ein fruͤher erſchienenes Werk unter dem Titel: Les Pandectes Pnaege ou Recueil complet de toutes les lois en vi- gueur, contenant le Code civil avec les dispo- ſitions des lois romaines, coutumières, ditv, déclarations et décrets, que la léègislation nou- velle laute ſicbſiſter, par J. B. D. et N. R. C., anciens Jurisconfultes des univerſités de Paris et d' Orleans. Bierte Regel. Im Fall des Widerſpruchs verſchiede⸗ ner Artikel des Code dem Wortverſtan⸗ de nach, muß dieſer Widerſpruch allein aus den Discuſſionen gehoben werden, und zwar ſo, daß das Reſultat der Dis⸗ cuſſionen uͤber den ſpaͤtern Artikel allein den Ausſchlag giebt. Iſt uͤber den ſpaͤ⸗ tern Artikel nichts discutirt worden, ſon⸗ dern blos uͤber den fruͤhern, ſo ſind dieſe Discuſſionen allein zu befolgen, und iſt der Widerſpruch in dem ſpaͤtern Artikel, in dem Geiſte des fruͤhern zu heben. Fehlt es hingegen bei beiden Artikeln an den noͤthigen Discuſſionen, ſo tre⸗ ten die allgemein bekannten Grundſaͤtze uͤber den Widerſpruch zwiſ ſchen zwei Ge⸗ ſetzen ein. A aſth„ ——— Es bedarf wohl nicht erſt einer e nahern Rechtferti⸗ gung dieſer Regel, da man die Grundſaͤtze, worauf ſie gebauet iſt, aus dem Obigen als bekannt vorausſetzen kann. Ein Theil dieſer Regel beruht auch auf allge⸗ meinen, den Rechtsgelehrten bekannten und gelaͤufigen Principien.— Nur moͤchte man fragen: ob ſich denn wohl uͤberall im Gode Napoléon einander widerſpre⸗ chende Artikel faͤnden, da doch eines Theils der Code du ſolchen Widerſpruͤchen wirklich zu duͤnn ſei, andern Theils bei der Aufmerkſamkeit, welche auf die Abfaſ⸗ ſung Verwendet worden, ſich Widerſorüthe faſt nicht denken ließen? Wohl ſoll te man ſo fragen, und zugleich vernei⸗ nend antworten. Allein es kommen wirklich in dem Code ſolche Widerſpruͤche vor, die wir uns dar⸗ aus erklaͤren, daß man von dem Projekt an meh⸗ rern Orten abg geſchnitten, an andern zugeſetzt, und dann wieder einen Artikel in einem andern Sinne ange⸗ nnommen hat, als eigentlich ſein Wortverſtand iſt. Wir wollen hier nur, zur Celenkern der vorſte⸗ hende n Regel, einen der ſtaͤrkſten Widerſpruͤche aus⸗ heben; mehrere werden in den ſolgenden Stuͤcken die⸗ ſes Archivs vorkommen. Nach dem Arritel 340 des Code iſt die Erfor⸗ ſchung(recherche) der Vaterſchaft bei unehelichen Kindern, den Fall der Entfuͤhrung, und wenn der Zeitpunkt der Entfuͤhrung mit dem der Empfaͤngniß uͤbereinſtimmt, ausgenommen, unterſagt worden, und nach Artikel 335 findet keine Anerkennung unehelicher Kinder, welche ſonſt in Abſicht der Paternitaͤt die Re⸗ gel usmacht, zu Gzunſten eines in ehebrecheriſcher oder biutſchänderiſcher Umarmung erzeugten Kindes ſtatt.— Durch Erforſchung und Anerkennung al⸗ lein kann aber nur die Paternitaͤt und das daraus entſoringende Recht der unehelichen Kinder auf Alimen⸗ — am Kt3. üßn K mmt, n n diſer ue u t einet unten dewütte ruothan Ab kce d ante alb Kul, dace mi a il denau rtnid i 1 4 rdi mmibe. und mn van dung a fi tiſett cäe 1 iſ dkan im an 6 en gus henten Rr hun dr Faunnyen 6 75 et tation und Erbfolge beſtimmt werden.— In den rauf Artikeln 757 und 758 wird nun die Erbfolge der un⸗ ten ehelichen Kinder in das Vermogen ihrer Eltern be⸗ ge⸗ ſtimmt, und im Artikel 762 heißt es: daß die Dispo⸗ ſigen ſition dieſer beiden Artikel nicht anwendbar waͤre auf denn diejenigen unehelichen Kinder, die aus einem Ehebruch pre⸗ oder einer Blutſchande erzeugt worden. Dieſe ode koͤnnten weiter nichts als Alimente for⸗ dern dern, welche nach dem Betrag des vaͤterlichen faſe oder muͤtterlichen Vermoͤgens, und nach der Qualitaͤt ſicht der vorhandenen legitimen Erben zu beſtimmen waͤren. In ſo fern der Artikel 762 den aus einem Ehe⸗ bruche oder Inceſte erzeugten unehelichen Kindern Ali⸗ d mente aus dem Vermoͤgen der Mutter verabreicht wiſ⸗ ni⸗ ſen will, iſt alles klar, und kann von keinem Wider⸗ ünd ſpruche mit den vorhin erwaͤhnten Artikeln die Rede ge.. ſeyn, weil die Erforſchung der Mutterſchaft nicht nur, ſondern auch die Anerkennung von Seiten der Mutter ſe⸗ durchgaͤngig, und in Anſehung aller Kinder ohne Un⸗ 13 terſchied nachgelaſſen worden iſt. In ſo fern er ie aber dieſen Kindern auch aus dem vaͤterlichen 1 Vermoͤgen Alimente zuſpricht, ſteht er mit den Artikeln . 335 und 340 in dem offenbarſten Widerſpruche. V Denn wenn nach dieſen Artikeln, den Fall der Ent⸗ zen fuͤhrung ausgenommen, keine Erforſchung der Vater⸗ der ſchaft ſtatt findet, und auch die Anerkennung zu Gun⸗ niß ſten ehebrecheriſcher und inceſtuoſer Kinder verboten und iſt, ſo kann ja die Paternitaͤt nicht rechtlich ausgemit⸗ che telt und angenommen werden, folglich kann auch von Ro⸗ keinen aus dem vaͤterlichen Vermoͤgen zu entrichtenden q Alimenten die Rede ſeyn. al⸗ Wir wiſſen aus den Motiks, warum die Erfor⸗ aus ſchung der Paternitaͤt, den Fall der Entfuͤhrung aus⸗ den⸗ genommen, unterſagt worden iſt, naͤmlich damit lis⸗ 76 derliche Weibsperſonen hinfuͤhro nicht metr das Gluͤk ſtene — der Familienvaͤter ſowohl als einzelner Perſonen ſtoͤ⸗ hus. reen und untergraben ſollen. Wir wiſſen aus eben a denſelben, warum die Anerkennung der aus einem Ehe: 4 tat bruch und Inceſt erzeugten Kinder von Seiten des Va⸗ 88 ters verboten iſt, naͤmlich theils aus Haß gegen Kinder 8 aus ſolchen verbrecheriſchen marmungen, theils um die⸗ ſten ſe Verbrechen ſelbſt uͤberall nicht laut werden zu laſſen. 4 d Aus den Discuſſionen uͤber den Artikel 762, welcher 4 dun mit den Artikeln 335 und 340 in ſo großem Wider⸗ Ktgeden ſpruche ſteht, erfahren wir, daß Einwendungen geg3en ſit 3 deen Artikel 762 dahin gemacht wurden, daß nach den ennih vorhin durchgegangenen Geſetzen, naͤmlich Art. 335, i aus einem Ehebruch und Inceſt erzeugte Kinder nicht Dhe .— 7 7 anerkannt werden duͤrften, es alſo unbegreiflich ſey, S va wie man ihnen Alimente aus dem vaͤterlichen Vermoͤgen tit den zubilligen koͤnnte, da auf der einen Seite die Paterni⸗ malätfe taͤt nicht geſetzlich conſtatirt werden kann, und auf nutnif der andern Seite nicht ſo natuͤrlich gewiß ſei als die amß. Maternitaͤt. Man wandte aber dagegen ein, daß nn un d man den Art. 762 in der Erwaͤgung ſo gefaßt habe, grennit 4. 8 4.. e daß die Erforſchung der Maternitaͤt doch Künce auch in gewiſſen Faͤllen die Vaterſchaft Whe nachweiſe, wie in der Annahme bei der tdeſül Entfuͤhrung der Mutter.*=) 4 ee Erklaͤrr man nun bei dieſem Widerſpruche der ge⸗ m *) Discuione du Code eivil, Tom. II. pag. a9.— M. de Troncher rapelle, que d'après les dispoſitions antérieu-. fitna rement arrétées les enfans aqulterins er inceſtueuax ne d peuveut stre reconnus. II fſemble donc impolſible de 7* Lomprendre le pere dans cet article, puisque, d'un côte.,., at la paternité ne ſaurait etre légalement avouée, et que f dde Pautpe, elle n'elt pas. comme la maternité, naturelle- ment certaine.— M. Treilhard dit, que la Section— Vo Feſt dérerminée par la conſidération que la rscherche de m la maternité donneroit aufli, en certains gas, la ae 8 preuve de la paternité, oomme dand lhypothéfe de l'en- Kwhau 14 Pewenenn de la mere.— 1 — u——— inder n die⸗ iſſen. ider⸗ egen den 335 nicht ſen, lcher 77 —,,— dachten Artikel des Code das fruͤhere Geſetz ans den Discuſſionen uͤber das ſpaͤtere, ſo faͤllt das Reſultat dahin aus: daß außer dem Fall der Entfuͤhrung zwar keine eigentliche Recherche der Paternitaͤt geſchehen darf, daß jedoch der Richter, wenn ſich bei der Recher⸗ che der Maternitaͤt,(die nach dem Code ex officio zu veranſtalten iſt,) ſolche Thatſachen ergeben, daß man eben ſo gut, wie bei der Entfuͤhrung, jemanden als Vater annehmen kann, gegen ihn auf Alimen⸗ tation des Kindes erkennen koͤnne. Dabei verſteht es ſich von ſelbſt, daß der angebli⸗ che Schwaͤngerer uͤber dieſe Thatſache vernommen und gehöͤrt werden muß, ſo wie bei dem Fall der Entfuͤh⸗ rung gleichfalls üͤber die Thatſachen, aus welchen die Pa⸗ ternitaͤt praͤſumirt wird, erſt ſeine Vernehmung geſche⸗ hen muß. Daß das hierher gehoͤrige Verfah⸗ ren von der eigentlichen Erforſchung der Paternitaͤt himmelweit unterſchieden ſei, bauchr wohl nicht erſt den Juriſten geſagt zu werden. Wohl aber duͤrfte es noͤthig ſeyn, die Ri chter noch auf die Faͤlle aufmerkſam zu machen, wo die Voraus⸗ ſetzung des Erkenntniſſes auf Alimentarion der unehe⸗ lichen Kinder eintreten kann. Dieſe wuͤrden ſeyn: 11) Der im Geſetz ſelbſt enthaltene Fall der Ent⸗ uͤhrung. 2) Der, wo jemand mit einer Frauensperſon als eigentlicher Concubine oder Beiſchlaͤferin noto⸗ riſch gelebt hat. 35 Wo durch Zeugen die Handlung des Beiſchlafs dargethan, oder bereits zugeſtanden worden iſt, vorausgeſetzt, daß dier, 7 mie bei der Enrfuͤhrung, 78 . 1.—“— 3 die Zeit des Beiſchlafs mit der der Conception vollkommen uͤbereinſtimmt.*) 2. 8 Bemerkungen über den Titre prélimimaire — des Code. 2 Von dem Livre préliminaire du droit et des wis, welcher dem Project des Code vorgedruckt iſt und aus 6 Titeln beſteht, ſind bei der Redaction des Code nur eben ſo viele Paragraphen uͤbrig geblieben, welche den Titre préliminaire ausmachen.— Der erſte Titel des vorhin gedachten Praͤliminaͤr⸗ buchs enthielt dénnitions geénérales vom Recht und Geſetz ſowohl uͤberhaupt als deren Gattungen, droit naturel er politif, und Untergattungen des letztern, droit coutumier und écrit. Von ihm iſt nichts in den Präliminaͤrtitel des Code gefloſſen, weil ſein Material ſich ganz gut fuͤr ein Lehrbuch, aber nicht fuͤr ein Geſetzbuch paßt. In dem zweiten Ditel kam die Eintheilung der Ge⸗ *) Ueber dieſe Faͤlle hinaus darf man keine Paternitaͤt zum Behuf der Alimentation praͤſumiren. Denn Abfindungen, verdaͤchtiger Umgang u. ſ. w. ſind ausdruͤcklich in den Dis⸗ euſſionen verworfen worden, und wuͤrde man im entgege: geſetzten Fall den Huren⸗Prozeſſen, welche die neuere Ge⸗ ſetzgebung in Deutſchland ſo ſehr beguͤnſtigt hat, wieder freien Spielraum laſſen. Ich muß auch hierbei noch bemerken, daß in allen drei Fällen von keiner Schwaͤngerungsklage,(wie bisher bei uns,) die Rede iſt. Im erſten Falle iſt die recherche der Paterni⸗ taͤt eine offieielle, zum Behuf nicht blos der Alimente, ſondern auch der Suecceſſion und der Anſpruͤche der Entfuͤhrten. In den beiden letztern Faͤllen iſt von gar keiner eigentlichen re- cherche der Paternitaͤt die Rede, ſondern nur von Aus⸗ mmiittelung der Thatſachen, um die Alimentations⸗Verbind⸗ lichkeit erkennen zu koͤnnen. Der Richter hat ſich alſo in. Acht Au nehmen, die Gyenzen ſeines Amts zu uͤberſchreiten. da K iit brümn ſöhrra, att zu wilataü imma lois ei detätm rlenil u tliße llca R) Tlra d dn! n ute roeo- fäthe utt de (de a mm m de ption ire zum ngen, Dis⸗ gegen⸗ e Ge⸗ wieder 1 dee uns,) aternis ondern 1. It en re- Aus⸗ erbind⸗ 1 Acht 79 —2— 1 7 ſetze vor. Auch ihn hat man, als zur urisprudence gehoͤrig, ganz weggelaſſen. Er iſt indeß doch fuͤr den deutſchen Juriſten darum wichtig, weil man aus ihm 1 die verſchiedenen Beziehungen lernen kann, in welchen die Frnenoi die Geſetze darſtellen, worauf ſich die Abfaſſung der verſchiedenen Codes einder Seir wollen daher den Inhalt hier im Kurzen geben. 2 Es giebt verſchiedene Arten der Geſetze. Die ei⸗ nen beſtimmen die Verhaͤltniſſe der Regierer zu den Regierten, und die Verhaͤltniſſe eines Mitgliedes des Staats zu den uͤbrigen Mitgl iedern deſſelben e lois conftitutionelles et politicueés. Die andern be⸗ ſtimmen die Verhaͤltniſſe der Buͤrger unter ſich,— 1015* ννl es. Eine dritte Gattung beſtinmnt die Verhaͤltniſſe des Menſchen zum Geſetz. Dieſer Theil der Legislation iſt die Garantie und die Seeon aller Geſetze, und begreift alle Geſetze in ſich, welche zum ordre judiciaire gehoͤren, die Cri iminalgeſetze, die Polizeigeſetze, und, mit einem Worte, alle andere Ge⸗ ſetze, welche die Sitten und die oͤffentl iche Ruhe zum Gegenſtande haben. Die vierten verfuͤgen uͤber Ge⸗ genſtaͤnde, we lche zu keiner der vorigen Eintheilungen ausſchließend gezaͤhlt werden koͤnnen. Dies ſind die lois fifcales, commerciales, maritimes, militai- res, rurales.—— Die Geſetze unterſcheiden ſich von den réglements, denn dieſe ſind der Veraͤnde⸗ rung unterworfen, dagegen iſt la perpétuité dans le voeu des lois. Der dritte Ditel handelte von der Publacatjon der Geſetze. Der ſehr abgeaͤnderte Inhalt dieſes Titels macht den erſten Artikel des titre préliminaire des Code aus. Von dem fuͤnften d Ditel„ welchrr von den Wirkun⸗ 4 gen der Geſetze handelte, ſind Bruchſuabe in die Arti⸗ ———ͤ————— 30 ———— 1 kel 2 und 3 des titre préliminaire aufgenommen thinen worden.. axkſ Eben ſo finden ſich Bruchſtuͤcke des fuͤnften Titels ments/ von der Anwendung und Erklaͤrung der Geſetze in den nee dar Artikeln 4 und 5 des titre préliminaire des Code, anuts wogegen aus dem ſechsten Titel von der Abrogation niſche der Geſetze darein nichts aufgenommen, ſondern der 1 wd Artikel 6 des titre préliminaire erſt neu hinzugekom⸗ ina men iſt. zit Die Gruͤnde, warum bei Abfaſſung des titre pré- fi r liminaire von dem Livre préliminaire des Projects ſo K vnt viel weggelaſſen wurde, waren, weil ein Theil davon anna, zur jurisprudence gehoͤrte, welche nun einmal bei dlig it Abfaſſung des Code ganz ausgeſchloſſen bleiben ſollte, ſu wer und ein anderer Theil offenbar die Regierung in ihrem ſul Wirkungskreiſe bei der Geſetzgebung beſchrankt ha⸗ unt ⸗ ben wuͤrde. 1“ Der erſte Artikel des titre préliminaire des Era Code Napoléon kam erſt nach einer dreimaligen Re⸗ dtxti daction zu Stande. Die Art und Weiſe der Geſetz⸗ ein Inn und promulgation mußte hier unbeſtimmt bleiben, weil ſie zum Froit public gehoͤrte. Der Artikel mußte ſich umnas daher auf die verbindende Kraft der Geſetze und die uoz Zeit dieſer verbindenden Kraft beſchraͤnken. Die urache Hauptfrage dabei war: ob uͤberall ein Aufſchub der düieg vperbindenden Kraft der Geſetze nach ihrer Bekanntma⸗ t, und . chung ſtatt finden ſollte oder nicht, und im erſtern Fall, ienett 8 ob man dafuͤr einen Termin im allgemeinen beſtimmen a, R ſollte. Man entſchied fuͤr den Aufſchub, zugleich aber mm fad auch dafuͤr, daß kein Termin im allgemeinen feſtgeſetz ummn werden duͤrfte.— So entſtand denn die Faſſung des un A Artikels dahin: daß die durch den Kaiſer geſchehene ntgi Prdmulgation in dem Departement der kaiſerlichen Re⸗ Fman h nen ditel n den dode, gation en der pré- ſeels davon al bei ſolt, ihrem gekom⸗ g1 8 ſidenz einen Tag nach jenem der Promulgation als be⸗ kannt angeſehen werden; und in iden der andern De⸗ partements, nach Verlauf der naͤmlichen Zeitfriſt, um ſo viele Tage verlaͤngert, als der Hauptort des De⸗ partements je zehn Myriameter(ungefaͤhr 20 alte Franzoͤſiſche Meilen, lieues) von der Stadt enrfernt beht, wo die Promulgation geſchehen iſt. Man erinnerte bei den Discuſſionen, daß die feſt⸗ gef tzte Zeitfriſt ſchon uͤberhaupt zu kurz ſei, und ſich auf die Colonien gar nicht anwenden ließe. Nichts deſto weniger wurde der Artikel, ſo wie er iſt, ange⸗ nommen; jedoch blos in Anſehung des Continents fuͤr guͤltig erklart. Fuͤr die Colonien ſoll die Zeit, der verbindenden Kraft der Geſetze in der Folge noch durch ein eigenes Regle⸗ ment beſtimmt werden. Es war vorauszuſehen, daß dieſer Artikel bald zu Streitigkeiten die Veranlaſſung geben mußte, indem die Entfernung aller Hauptorte der Departements von Paris unbeſtimmt geblieben war. Es erfolgte daher unterm 25ſten Thermidor des Jahres XII(13ten Au⸗ guſt 1803) ein kaiſerliches Decret uͤber die Epoche, von welcher an die Geſetze in jedem Departement ver⸗ bindliche Kraft haben, welches aus zwei Artikeln be⸗ ſteht, und dem ein Verzeichniß der Entfernung aller Hauptorte der Departements von Paris, in Kilome⸗ tern, Myriametern und alten lieues beigefuͤgt iſt. Man findet dieſes Decret nebſt dem Verzeichniß bei mehrern Ausgaben des Code Napoléon, z. B. der neuen Ausgabe von Laſſaulx, bei den meiſten aber iſt es weggelaſſen, beſonders bei den in Deutſchl and er⸗ ſenenen„ da es nur für Frankreich allein intereſſirt. Heft 6 82 —“,— Wie ſieht es nun aber mit der verbindenden Kra der Geſetze in den Staaten außer Frankreich aus, i. weichen jetzt der Code Nahohcs eingefuͤhrt worden iſ, z. B. im Koͤnigreich Weſtphalen?— Die Ant⸗ wort iſt, es muß erſt ein ahnliches Verhaͤltniß der Entfernung aller Hauptorte der Departements von der Hauptſt jadt angefertigt und bekannt gemacht wer rden, ehe jener Artikel des Code ſeine volle Anwendung fin⸗ 7 den kann. Bis dahin muß man ſich zu helfen ſucha, wie man ſich in Frankreich vor dem gedachten kaiſethi⸗ chen Decrete half. Die Beſtimmungen des erſten Artikels des titre préliminaire, uber die Zeit der verbindenden Kraft der Geſetze, gelten nur von den eigentlichen ſo⸗ genannten Geſetzen. Sie ſind daher nicht auf die kaiſerlichen Decrete menda In dem Gutachten des Staatsraths vom 25ſten Prai⸗ rial des Jahres XIII(14ten Januar 1805) uͤber die Frage, von welchem Tage an die kaſſerli⸗ chen Decrere verbindliche Kraft haben? heißt es:„der Staatsrath, in Erwaͤgung, daß die oͤf⸗ fentliche Vorlage und Discuſſion der Geſetze erlaubt haben, durch den Art. 1 des Civilgeſetzbuchs eine Zeit⸗ friſt zu beſtimmen, nach welcher ſie in jedem Departe⸗ ment verbindliche Kraft haben, weil ihre Promulga⸗ tion daſelbſt fuͤr bekannt erachtet wird; daß dir kai⸗ ſerlichen Deerete mit weniger Publicitaͤt verbreitet und erlaſſen werden, daß daher die naͤmliche Vermuthung der Publi icitaͤt nicht auch bei ihnen eintritt, und daß ſie auch in der That in der werden ſollen, eine wirt iihe Kenitniß derſelben erfor⸗ —, Verfuͤgung des Art. 1 be Geſetzbuchs nicht begriffen bra worden ſind, daß daher, um damit ſie obligatoriſch 4 uß wſde Add kar hen i, hn — Aüle 1 d un Pleni unrit k ene 8 n u asi Wa mate n lw ntha l uf thoni Ir u dei Kn 3, à vorden e Ant⸗ iß dr on der derden, ing ſi⸗ ſuchh aſeti 3 titrd Kuft en ſo— iht auf zu den iPrai⸗ ber die ſerli⸗ ben! die üf⸗ laubt Zeit⸗ parte⸗ nulga⸗ kai⸗ citaͤt daher ich bii in der grifen toriſh etfol⸗ A 8 5 —,— 4 velich iſt, welche ſowohl durch ihre Verkuͤndigung als duh jede andere Art von derſelben Wiekung erlangt werdn kann: iſt der Meinung, daß diejenigen kaiſerlchen Decrete, welche ins Geſetzbuͤlletin eingeruͤckt ſind, vim Art. 12 des Geſetzes vom 12ten Vende- miaire V gemaͤß, in jedem Departement von dem Tage an erbindliche Kraft haden, an welchem das Buͤlletin in den Hauptorten vertheilt worden iſt, und daß, was vejenigen betrifft, welche nicht ins Buͤlletin eingeruckt werden, oder deren Titel ſich blos in demſel⸗ ben angezeig finden, ſolche von dem Tage an verbind⸗ liche Kraft baben, woo ſie den ſie betreffenden Perſo⸗ nen durch Vrrkuͤndigung, Anheftung, Notification oder Zuſtellung, oder durch die von den mit deren Voll⸗ . 8 A.. 3 8. 8 7. zug beauftragten öͤffentlichen Beamten geſchehene oder anbefohlene Uebe;ſendung bekannt gemacht worden ſind. Was von den kaiſerlichen Decreten gilt, zuß um 3 1 3₰ 15 1 3 ſo meht von allen uͤbrigen von der Regierung gemach⸗ ten Anordnungen gelten, ſie moͤgen Namen haben, welchen ſie wollen, indem der mehrgebachte Artikel ſich blos auf die eigentlichen lols beſchränkt. Daß man analoziſch das hier geſagte auch in den Landen, wo außer Fraukreich der Code Napoléon eingefuͤhrt worden iſt, anwenden koͤnne und auch an⸗ wenden muͤſſe, verſteht ſich von ſelbſt. — Bei dem zweiten Artikel des titre préliminai- re iſt es ſehr wichtig, zu wiſſen, in welcher Geſtalt er proponirt, und in welcher er bei den Diseuſſionen dar⸗ uͤber angenommen wurde. Prrsponirt wurde er ſo: La loi ne dispole que pour Tavenir, elle ma point d effet rétroactif: néanmoins, la loi nau 10 n 34 G —.,— interprétative d'une loi précédente aura on effet, du jour de la loi qu'elle explique, Ians préjudice des jugemens rendus en crnier reffort, des transactions, déciſions rbitra- les et autres paffées en force de chob jugée. Angenommen wurde hingegen blos die erſte Par⸗ thie. Die letztere von den Worten: néammoins— jugée, wodurch ausnahmsweiſe den blos erklaͤrenden Geſetzen eine ruͤckwirkende Kraft, jedod unbeſchadet den Erkenntniſſen in letzter Inſtanz, den Vergleichen, ſchiedsrichterlichen Urtheilen u. ſ. w. zugſſtanden wur⸗ de, wurde weggelaſſen. Warum? des erfaͤhrt man aus den Discuſſionen und uͤbrigen authentiſchen, die Geſetzgebung betreffenden Acten nich. Man weiß daraus nur ſo viel, daß die Meinungen uͤber die letz⸗ tere Parthie des Artikels ſehr getheilt waren, und daß darunter ſich mehrere befanden, welche auch den inter⸗ pretativen Geſetzen keine ruͤckwirkende Kraft zugeſtan⸗ den wiſſen wollten, weil es ſich uͤberall ſchwer beſtim⸗ rt Wf men laſſe, welches Geſetz eine loi purement inter- prétative zu nennen ſei.— Man iſt alſo eigentlich nicht im Stande, zu ſagen, ob nach dieſer Meinung oder nach einer andern, welche die letztere Parthie des Artikels fuͤr unnuͤtz, weil ſich ihr Inhalt von ſelbſt ver⸗ ſtehe, erklaͤrte, ſolche verworfen worden. Dies auszumitteln, darauf kommt aber gar viel an, und kann man nicht mit Herrn Schoͤmann*) ſo geradehin ſagen:„der Code civil erwaͤhne der Ein⸗ ſchraͤnkung, welche in der letztern Parthie der Propo⸗ ſirion vorkam, als einer ſolchen, die ſich von ſelbſt ver⸗ ſtehe, nicht.“— Nimmt man naͤmlich an, daß die 5.) Am oben angefüͤhrten Orte Seite o. 8 — letzte Parthie der Propoſition darum verworfen ſei, — Ale ſc ange üteE Wi! tens n diher ld dig ſti lüimmen rewufen r dds Mr numer Inigen n, und ) E tere — weil ſie ſ ch von ſabſ efede: ſo iſt der Hecein⸗ 3 xechtliche Satz, 4 daß die Anwendung eines neuen Geſetzes auf das Vergangene ſtatt finde, wenn das neuere Geſetz ein aͤlteres nur hermeneutiſch erklaͤrt, ſtillſchweigendi im Code Napoléon genehmigt worden, und daher in deſſen jurisprudence aufzunehmen, Wird hingegen angenommen, es ſei dieſe Parthie der Propoſition aus dem Grunde, weil es ſo ſchwer ſei, zu beſtimmen, was ein interpretatives Geſetz zu nennen, verworfen worden, ſo faͤllt jener mersfechn iche Satz ganz aus der Ardepen lenies des Code Napoléon weg, und haben uͤberall nach derſelben ſowohl als nach der namentlichen Dispoſition des Code die Geſetze, ſie moͤgen ſeyn we khe ſie wollen, keine ruͤckwirken⸗ de Kraft. Wir finden uns ſehr geneigt, das legtere anzuneh⸗ men, und zwar aus den folgenden Gruͤnden: 1) Es ſcheint uns nicht denkbar, daß man die letz⸗ tere Parthie der Propoſition aus dem Grunde verworfen habe, weil ſie unnuͤtz ſei und ſich von ſelbſt verſtehe, beſonders da auch unter den fran⸗ dſiſchen Juriſten von jeher nicht nur ſehr uͤber den Begriff und Umfang eines interpretativen Geſetzes, ſondern auch uͤber die ganze Frage, in wie fern durch ein ſolches Geſetz eine Ausnahme von der Regel und die ruͤckwirkende Kraft be⸗ gruͤndet werden? geſtritten worden iſt, die Sa⸗ che alſo wohl werth war, durch die Geſetzgebung Lirhen beſtimmt zu werden, wenn man nicht lie⸗ ber durch allgemein durchgreifende Ver⸗ ordnungen, welche jetzt der Art. 2 enthaͤlt, dieſe Beſtimmung ganz zu Angehen dachte. ——ÿõÿ— 3 2) Iſt wirklich die Ansnohne oder Einſchraͤnkung mit dem ſogenannten interpretativen Geſetze ein Unding, was blos in den Koͤpfen der Juriſten ſpukt, und als Ausnahine von der Regeli in dem roͤmiſchen Rechte gar nicht vorkommt.*) 3) Iſt in dem Code Napoléon manches Andere, wmas ſich auch wohl von ſelbſt verſtanden haͤtte, durch die Geſetzgebung 3 zum Ueberfluß be⸗ ſtimmt worden. Wir begreifen wohl, daß dies Argument fuͤr ſich allein nichts beweiſt, ‚aber in Verbi indung mit den belden andern beweiſt es de⸗ ſto mehr. lz 12n34: 15 Uebrigens iſt der Artikel 2 Abfßs iht des gaͤnz⸗ lichus und abſ oluten Verbots der ruͤckwirkenden Kraft der Geſetze, eben ſo zu verſtehen, als⸗ man bisher ſolche Geſetzverfüͤgungen eſenden hat, d. h. ſchon fruͤher guͤltig zu Stande gekommene Rechtsgeſchaͤfte, als: Teſtamente, Vertraͤge u. ſ. w. Richterliche Ent⸗ ſcheidungen und andere menſchliche Handlungen, wo⸗ hin auch Verbrechen gehoren, ſo wie uͤberhaupt alle be⸗ reits begruͤndete Rechte und Verbindl lichteiten und Zu⸗ ſtande der Menſchen u. ſ. w., duͤrfen nicht nach dieſen Aeuern Geeſetzen beurtheilt werden. Wo indeß die Nechte und Verbindl ichkeiten noch nicht feſt begruͤndet waren, da kommt das neue Geſetz zur Anwendung, wenn auch gleich die Handlung, aus we elcher ſie ent⸗ ſprinpeu⸗„bereits vor dem Geſetze geſchah. Man kann, mit Hinſicht auf dieſe Priteivien, ei⸗ ne Srage auſmerfen,„ die für d das Könngreich Weſtoba⸗ 3 tſe be —— gs ir pier zwar nicht den Ort, dies leßters zu bewe⸗ ſen, lndeß bedarf es auch eiges Beweiſes da nicht, wo das roͤ⸗ miſche Recht ſo de ntlich ſpricht. Daß ein juriſtiſches Miß⸗ verſtehen des roͤmiſchen Rechts in andern neuern Geſetzbu⸗ We Seſetz erhoben worhen i⸗ kaan mich weiter aiht — tſtt rin hn des rii 3 5 umi n in abfnd 1 CHd M 1 ri nd f rän iin Frur den da iihe W mm bſſe fdandtt dat, unx r ariich ſſen dins, A Rdh üärnn nit de tade Nhe Aim Fe In, u a Kaxen kw ahd 7——,⸗— ung len ſehr intereſſant iſt. Daſſelbe beſteht doch aus Pro⸗ en vinzen des preußiſchen Rechts und des gemeinen deut⸗ iſen ſchen Rechts. Nach beiden Rechten finden Schwaͤn⸗ dem gerungs⸗ und Abfindungsklagen nicht nur ſtatt, ſon⸗ dern das preußiſche Recht beguͤnſtigt auch bekanntlich das weibliche Geſchlecht hier ſo ſehr, daß liederliche 5 Dirnen in der letzten Zeit mit den Schwaͤngerungs⸗ be⸗ und Abfindungsklagen ein eigentliches Gewerb trieben. dies Der Code Napoléon hingegen will von beiden Kla⸗ dir gen gar nichts wiſſen, und geſtattet ſelbſt nur in einem de einzigen Falle die Erforſchung der Paternitaͤt als offi⸗ de ficiell zu betreibende Sache.— Wie, wenn ſich nun eine Frauensperſon vor dem 1ſten Januar d. J., als nz⸗ dem Termin, wo der Code Napoléon im Koͤnig⸗ enden reiche Weſtphalen eingefuͤhrt worden iſt, hat ſchwaͤn-⸗ ihr gern laſſen, muß ihr da die Schwaͤngerungs⸗ und Ab⸗ ſchoen findungsklage noch geſtattet, oder muß ſie damit eben pafte, ſo gut, als wenn die Schwaͤngerung nach dem 1ſten Ent⸗ Januar geſchehen waͤre, abgewieſen werdenn wo⸗ Ich werfe dieſe Frage vorzuͤglich deshalb auf, weil ebe⸗ ich ſie von mehrern praktiſchen Juriſten als eine ſehr zu⸗ Pedenkliche Frage vorgeſtellt gefunden habe. Uebrigens jeſen ſſt ſie nicht ſo ſchwer zu beantworten. Wahr iſt es al⸗ die lerdings, die Verbindlichkeiten des Schwaͤngerers und ndet die Rechte der Geſchwaͤngerten wurden vor der Ein⸗ ung, fuͤhrung des Code Napoléon begruͤndet, und zugleich ent⸗ mit dem den Rechten der Geſchwaͤngerten korreſpondi⸗ 4 reenden Klagerechte. Nichts deſto weniger darf der , d Richter nur in den von dem Code Napoléon beſtimm⸗ h. ten Faͤllen zur Erforſchung der Vaterſchaft ſchrei⸗ ten, und muß folglich, wo dieſe Faͤlle nicht gleich beim Antrage der Geſchwaͤngerten klar vorliegen, die — 3e, Klage abweiſen. Denn die Beſtimmungen des Code 8 uͤber die recherche der Paternitaͤt betreffen nicht ſo⸗ —— ſa woohl die Rechte der Geſchwaͤngerten und die Verbind⸗. ——e 6 893 3—.,.— lichkeiten des Schwoͤngerers, als vielmehr das Verfah⸗ ren des Richters, wenn dergleichen Sachen an ihn gee e! langen. So wenig ſich behaupten laͤßt, es muͤßte der amai Richter in allen Rechtsſachen, die vor den iſten Ja- p uurg nuar d. J. ihrer Entſtehung nach fallen, auch das alte im Prozeßverfahren beobachten, eben ſo wenig läßt ſich rum annehmen, er ſei verbunden, bei Antraͤgen aus Schwaͤn⸗ 1 inr gerungen, die vor dem rſten Januar d. J. geſchehen mit ſind, eine recherche der Paternitaͤt ſo anzuſtellen und ipele zuzulaſſen, als ſie etwa nach dem gemeinen oder preu⸗ unn ßiſchen Rechte geſchehen darr.— anaſ Am richtigſten wird alſo die aufgeworfene Frage da⸗ w hin zu beantworten ſeyn: Bei Schwaͤngerungen, welche vor dem 1ſten Januar d. J. geſche: 3. hen ſind, muͤſſen im Koͤnigreiche Weſtpha⸗ 4 7 len zwar noch Antraͤge auf Alimentation und Abfindung zugelaſſen werden, aber in Abſicht der Erforſchung der Vaterſchaft, als einer zum Prozeß gehoͤrigen Angelegen⸗ heit, geht es nach der Vorſchrift des Co⸗ de. Werden daher in den Antraͤgen ſolche Thatſaa⸗ chen angefuͤhrt, die nach den oben entwickelten Grund⸗ ſätzen eine recherche der Paternitaͤt geſtatten, ſo iſt der Richter die Klage anzunehmen verbunden; im Ge⸗ gentheil muß ſelbige ſofort von ihm zuruͤckgewieſen werden. Dieſe Zuruͤckweiſung muß namentlich bei al⸗ len Schwaͤngerungsklagen ſtatt finden, welche auf blo⸗ ße Angabe des Beiſchlafs gebaut ſind, und wobei die Geſchwaͤngerte zu gemeinen Vermuthungen und zur 1 Eidesdelation ihre Zuflucht nimmt. Man kann hoͤch⸗ ns annehmen, daß der Richter ſchuldig ſei, ſie dem 3 Verklagten, zur Erklaͤrung daruͤber, mitzutheilen, ob 4 er den Beiſchlaf zu der von der Geſchwaͤngerten ange⸗ 4 gebenen Zeit zugeſtehe, oder nicht (die Foriſetzung im folgenden Stuͤck) 4 erfah⸗ in ge⸗ te der n Ja⸗ alte t ſic zwan⸗ hehen n und preu⸗ ze da⸗ gen, ſche⸗ pha— tion nber 89 Nachſchrift. Der Herausgeber hatte die vorſtehenden Erdͤrte⸗ rungen einem feiner gelehrten Freunde zur Beurthei⸗ lung vorgelegt, und erhielt von ihm die nachſtehenden Bemerkungen, weiche er dem Publikum um ſo weni⸗ ger vorenthalten zu muͤſſen glaubt, als ſelbige eine von ſeiner Anſicht ganz verſchiedene Anſicht von ein paar hier nur beilaͤufig erklaͤrten Stellen des Code Napoléon enthalten. Die Sache iſt zu wichtig, als daß man nicht gleich zwei verſchiedene Meinungen zu⸗ ſammenſtellen ſollte.— „—— Mit Ihrer Erkiaͤrung der Artikel „340 und 762 des Code Napoléon bin ich „durchaus nicht einverſtanden, und noch weni⸗ „ ger mit der Anwendung, die Sie davon auf „ das Koͤnigreich Weſtphalen machen. „Ich glaube: Die Erforſchung der Vaterſchaft iſt auf den Fall der Entfuͤhrung abſo⸗ lut eingeſchraͤnkt: in allen andern Faͤllen kann nur die freiwillige An⸗ erkennung der Paternitaͤt bei un⸗ ehelichen Kindern die Anſpruͤche der⸗ ſelben auf Alimente und Erbfolge begruͤnden. „Aus dem Vortrage von Duveyrier*) „erhellt das deutlich: Ces procs(naͤmlich die „Hurenprozeſſe) étoient la honte de la „justice et la désolation de la so- „Ciété. Les présomptions, les „indices, les conjectures érigées — — 3 —. 360. 9. — 4 7 3 68 4 1 *) Code civil eontenand la ſärie dos Noir. Tam, I. pag. 359: — ——— —õ mõẽäüyy „ayant derobé le mystère de la paternité à „la connoissance de Ihomme, à ses facul- 9⁰0 *—,— „en preuves, et l'arbitraire en „principe; le plus honteux trafic cal- „culé sur les plus doux sentimens; tou- „tés les classes, tonutes les familles, li- „vrées à la honte ou à la crainte! A cô- „té d'une infortunée qui reclamoit secours „au nom et aux dépens de l'honneur, mil- „le prostituées spéculoient sur la publici- „té de leurs désordres, et mertoient à l'en- „chèré la paternité, dont elles disposoient. „On cherchoit un père à l'enfant, que „vingt pères pouvoient reclamer, et on „le cherchoit toujours, autant que possi- „ble, le plus vertueux, le plus honoré, „le plus riche, pour taxer le prix du si- „lence au taux du ſcandale— la nature „tés morales et physiques, aux percep- „tions les plus subtiles de ses sens comme „aux recherches les plus pénétrantes de „sa raison; et le mariage étant établi pour „donner à la société, non pas la preuve „materielle, mais à défaut de cette preu- „ ve la présomption légale de la paternité; „il est évident, lorsque le mariage n'exis- „te pas, qu'il my a plus ni signe matériel „ni signe légal. Il m'y a plus rien qui puis- „se faire supposer, méème la fiction con- „ventionelle et sociale. La paternité res- „te ce qu'elle étoit, aux yeux de la loi „comme aux yeux de Ihomme, un mystère „impénétrable; et il est en mème tems in- „juste et insensé de vouloir, quun homme „Soit convaincu, malgré lui d'un fait, dont 2 4 91 X „ la certitude n'eſt, ni dans les combinai- „ſons de la nature, ni dans les inſtitutions „de la fociété— d'eſt ainſi qu'en remon- „ tant à une verité fondamentale, nous ar- „rivons naturellement 7 ſans efforts à „cette régle première, à l'impolſibilité de „Ces déclararions de paternité conjectu- „vrales et arbitraires, à la repreſſion irré- „vocable de ces inquilſitions ſcandaleuſes, * pni peu ſecourables pour l'enfant aban- „donné portoient toujours la discorde „ dans les familles et lé trouble dans le „Corps ſociall Wiaenn Tronchet bei Art. 762 meinte, es koͤnne auch Faͤlle geben, in welchen die bei der Ent⸗ fuͤhrung angenommmene Vorausſetzung auch den aus dem Ehebruch und Inceſt erzeugten unehelichen Kiin8ndern zum Behuf der Alimente zu ſtatten kaͤme, ſo dachte er dabei ſicher allein an die Faͤlle, wo Ehebruch oder Inceſt mit der Entfuͤh⸗ rung concurrirten. 3 Dank dem Code Napoléon, daß er uns von den ſchmaͤligen Hurenprozeſſen befreiet hat, welche die Quelle der Immoralitaͤt waren, und dazu das Glauͤck und die Ruhe ſo vieler Tauſenden untergru⸗ ben. Die preußiſchen Geſetzgeber, welche dieſe Ppreozeſſe ſo ſehr beguͤnſtigten, hatten einen ſehr einge⸗ ſchraͤnkten Blick. Ihnen kam es nur darauf an, etwa den Mord eines unehelichen Kindes, das ſo meh⸗ rentheils verkruͤppelt, zu verhuͤten: der Nachtheil, der fuͤr das Ganze daraus entſtand, daß man lie⸗ derliche Weibsperſonen ſo beguͤnſtigte, kuͤmmerte ſie nicht. Wenn Sie mit Hinſicht auf das Koͤnigreich ——— 92 —.,— Weſtohalen Schwäͤngerungen, die vor dem erſten Januar dieſes Jahres vorgefallen ſind, von ſpaͤtern unterſcheiden, ſo bin ich auch Ihrer Meinung nicht.— Sie werden doch nicht annehmen, daß Schwäͤngerer und Geſchwaͤngerte einen Contract mit einander durch den Beiſchlaf auf das Privile⸗ gium des preußiſchen Geſetzbuchs abgeſchloſſen ha⸗ ben.— Alle Schwaͤngerungsflagen, die nach dem Iſten Januar dieſes Jahres im Koͤnigreich Weſt⸗ phalen angeſtellt werden,(den im Geſetz deutlich beſtimmten Fall ausgenommen„) muͤſſen abgewie⸗ ſen werden, und irgend ein richterl iches Verfah⸗ ren, im Stil des alten Närhte⸗. begruͤndet Caſ⸗ ſation.. 4. Deantwortung. Nach dem Vortrage von Duveyrier iſt zwar allerd die recherche der Paternitaͤt bei uneheli⸗ chen Kindern hochſt eingeſchraͤnkt, und kann nicht mehr auf den Grund bisheriger Vermu⸗ thungen und Anzeigen geſchehen. Aber es iſt unrichtig, daß ſie auf den Fall der Entfuͤhrung einge⸗ ſörankt ſei. Man ſehe doch nur ja nicht i in dan Code das all⸗ gemeine Landrecht ſuͤr die preußiſchen Staaten, wo zu⸗ erſt der Algemeide Satz ſteht, und hernach die Aus⸗ nahmen folgen, uͤber welche man eigentlich nicht hin⸗ ausgehen darf. Im Code Napoléon heißt es zwar auch ganz generell: die Erforſchung der Va⸗ terſchaft iſt unterſagt, aber es folgt nicht: nur im Fall der Entfuͤhrung u. ſ. w. ſoll ſie ſtalt finden, fondern es heißt blos im Rachſetze ganz einfach: Im Fall der Entfuͤhrung, wenn die Zeir. der Enkführung und die faſtik, Iedr lrent aii K dl 4 93 ——S— der Conception zuſammentreffen, kann der Enrfuͤhrer, auf den Antrag der inter⸗ eſſirten Perſonen,(naͤmlich der Mutter und des Kindes,) fuͤr den Vater des Kindes erklaͤrt werden. 1 44 5 Das Verbrechen der Entfuͤhrung allein kann dieſe geſetzliche Dispoſition nicht rechtfertigen, ſondern der Umſtand, daß hier eine Thatſache concurrirt, die s hoͤchſt wahrſcheinlich macht, daß der Entfuͤhrer Vater zum Kinde ſei. Ni la preuve de l'enléve- ment ni la coincidence de ſon 6po- que avec celle de la conception, ſagt Du- veyrier, ne fuffiront pour conſtater la pater- nité encore incertaine: elles fuffiront feu- lement pour autoriſer le juge à chercher fa conviction dans tous les rapports, tou- tes les circonſtances, tous les faits qui ont précédé et fuivi le crime.— Alſo nur eine Un⸗ terſuchung ſoll dadurch begruͤndet werden, wobei der Entfuͤhrer noch mit Gegenbeweiſen gehoͤrt werden kann.“ 1 Das Geſetz ſtatuirt alſo keine abſolute ein⸗ zige Ausnahme von der Regel, ſondern giebt blos einen Fall an, wo von der Regel abgewichen werden kann, und uͤberlaͤßt es dem Richter, in ſeinem Geiſte andere aͤhnliche Ausnahmen zu fin⸗ den. Daraus folgt:“. daß die Erforſchung der Vaterſchaft ſo oft im Geiſte des Code Napo- léon zulaͤſſig iſt, als Faͤlle eintre⸗ ten, wo man eben ſo gewiß auf die Vaterſchaft ſchließen kann, als bei der Entfuͤhrung.— Solche Faͤlle allein ſind auch nur von mir angenom⸗ men worden. Ich verwerfe ja ausdruͤcklich mit Du⸗ 2 veyrier alle gemeine und gewößnliche Anzei⸗ gen, worauf ſonſt Schwaͤngerungsklagen begruͤndet wurden. Es iſt falſch, daß Tronchets Aeußerung bei Art. 762 blos von der mit Ehebruch oder Inceſt con⸗ eurrirenden Entfuͤhrung zu verſtehen ſei. Ich habe ſelbige oben in der Note abdrucken laſſen. Er ſagt ja ausdruͤcklich: es ließen ſich mehrere Faͤlle denken, in welchen man die Vorausſetzung, welche man bei der Entfuͤhrung angenommen,(naͤmlich daß der Beiſchlaf eirtlic geſchehen,) gleichfalls annehmen koͤnne. Er ſagt alſo nicht: wenn Entfuͤhrung mit Ehebruch und Inceſt concurrirt, ſo ſoll u. ſ. w.— Denn das verſtand ſich ſchon von ſelbſt. Daß ich bei der Anwendung des Code Napoléon auf das Koͤnigreich Weſtphalen, und den bei dieſer Anwendung gemachten Unterſchied Zwiſchen Schwaͤn⸗ gerungen, welche vor dem erſten Januar d. J. und nach demſelben vorgefallen ſind, bei dem erſtern nicht an einen Contract zwiſchen Schwaͤngerer und Ge⸗ ſchwaͤngerter auf den Grund eines Hurenprivilegiums.. gedacht habe, liegt wohl in meiner Eroͤrterung klar zu Tage. Aber es iſt doch wohl nicht zu laͤugnen, daß Rechte ſelbſt, die einmal begruͤndet waren, durch den Code Napolgon unangetaſtet bleiben. Darum habe ich auch ſorgfaͤltig zwiſchen dieſen Rechten ſelbſt und dem gerichtlichen Berfahran bei Ausfͤbruns derſelben unretſchieden ———— 8 1 am