Jahrgang 
3 (1799)
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Ach! es war wohl Liebe! Warum ſoll ich das Wort nicht nennen gegen Sie? Es war Liebe, was mich zu Beruheim zog, mit allen Wun⸗ ſchen und Gedanken. Nicht mit Wuͤnſchen, ihn je mein zu nennen; dies hab' ich ja nie ge⸗ dacht. Ich glaube, er iſt nicht froh, ſo kommt er mir vor. Wenn er auch ſein Herz und ſeine Hand einer Andern geben ſollte, ich wuͤrde frei⸗ lich wohl einige Thränen vergießen, aber doch mein Gluͤck in dem ſeinen finden. Nur nicht, das geſtehe ich, einer meiner Couſinen, denn da wuͤrde er nicht lange glͤcklich ſeyn, ſo gefaͤl⸗ lig auch jetzt beide gegen ihn ſind.

Doch vielleicht entſtand dieſe Liebe m nur aus Mangel an einem Herzen, das mich verſtand, an Mitgefuͤhl. Jetzt, da ich dies Gluͤck in des Oheim Ludwigs Geſellſchaft finde, werden jene Bilder wieder verſchwinden. Nicht wahr, lie: be Mutter?

Und ſollten Sie ſie nur ganz kennen die verſchwiegene Großmuth und Guͤte des guten Oheims, wie er im Stillen fuͤr mein Vergnuͤ⸗ gen