Jahrgang 
4 (1863)
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Das Schickſal des Entdeckers der Californiſchen Goldlager.

Von

R. Leonhardt.

Wie das Schickſal oft wunderbar ſpielt und das wirkliche Leben Situationen ſchafft, wie ſie die ausſchweifendſte Phantaſie des Roman⸗ dichters kaum zu denken wagt, zeigt uns ein Blick in das Leben des Ka⸗ pitäns Sutter, dem es bekanntlich gelang die erſten Spuren der in der Tiefe Californiens ſchlummernden Schätze zu entdecken. Dieſer Mann iſt nach Verlauf von kaum fünfzehn Jahren ein armer, von allen Gütern entblößter Menſch, der die Wohlthätigkeit ſeiner Freunde und die Barm⸗ herzigkeit derer in Anſpruch nehmen muß, denen er zu Reichthümern verhalf.

Wie bekannt, war er durch die Juli⸗Revolution aus Europa ver⸗ trieben, nach Amerika gegangen, wo er ſich zuerſt in Miſſouri angeſtedelt hatte und darauf nach Californien ausgewandert war. Obgleich er dort ſelbſtverſtändlich mehrere Jahre hindurch mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, ſchuf er ſich doch allmälig aus der Wildniß eine behag⸗ liche Heimſtätte. Da ſandte er eines Tages einen auf ſeiner Beſitzung beſchäftigten jungen Engländer Namens Marſhall in das Sacramento⸗Thal um Fichten fällen zu laſſen, und dieſer entdeckte bei ſeiner Arbeit das Gold im Sande des Thales. Kurze Zeit genügte, um enorme Reich⸗ thümer zuſammen zu bringen, da man die Erde nur eben aufzulockern brauchte, um große Mengen Goldes zu Tage zu fördern; ebenſo kurzer Zeit bedurfte es aber auch, um die Nachricht von der Goldentdeckung wie

ein Lauffeuer durch das damals noch ſpäxlich bewohnte Land und weit