Jahrgang 
2 (1857)
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ein lieber, Aber drum in meinem er dir war e, liebe den Engeln

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von dieſer Böchſt nach⸗

das gehört

Eine Fahrt durch Rügen.

Von

Friedrich Lampert. (Schluß.)

So ziemlich ſechs Stunden mochte ich ohne längeres Ausruhen ge⸗ macht haben, als ich den Buchenforſt der Stubbenitz betrat, die der einzige, aber bedeutende Ueberreſt der einſt ganz Rügen bedeckenden Waldungen iſt, der edelſte Stein in dem Schmucke, der die Felſenſtirne Jasmunds krönt. Ob es wohl noch einen zweiten ſolchen Wald auf deutſchem Grund und Boden gibt? Aehnlich an Pracht und Macht der Stämme, an Ueppigkeit des Bodens, an dem eigentlichen Waldeszauber mögen ihm wohl viele ſein. Allein dieſen raſchen Kontraſt des Uebergangs von einer dürren Sand⸗ in eine blühende und reiche Waldregion, dieſe innige man möchte ſagen: Verſchmelzung zwiſchen Fels und Meer, dieſes wahre Anſehen eines myſti⸗ ſchen Heiligthums iſt nur der Stubbenitz zu eigen; nur durch ihre Rieſen⸗ buchen und deren faſt ein undurchdringlich Schattendach wölbende Wipfel weht der Geiſterhauch einer mehr als tauſendjährigen Götterſage. Sie iſt wahrhaft dercastum nemus, wie ſie Tacitus nennt.

Und wie friſch und erquickend wandelte es ſich in dieſem Walddom, wie war alle Ermüdung ſchon beim Eintritt in ihn verſchwunden! Seine hohen grünen Säulenreihen mündeten bald auf das ziemlich weite Plateau aus, auf welchem das Schweizerhaus verkündet, daß man auf Stubben⸗ kammer angekommen iſt. Wie ein gr dar Schleier ſchimmert es durch die etwas gelichteten Bäume, das iſt der G der See zum Wald. Auf den Bänken ſitzend, die vor dem Hauſe aufgeſchlagen ſind, kann man ſie immer vor Augen haben, aber immer nur als ein gebrochenes, nur halb und fern gezeigtes Bild, das ganz enthüllt zu ſchauen man die wenigen Schritte weiter vor bis zum Königsſtuhl thun muß. Um den romantiſchen Ein⸗

Hausblätter. 1857. II. Bd. 30