Jahrgang 
2 (1857)
Einzelbild herunterladen

24 Die Kriegskaſſe.

Wällehaus faſt lieber waren als im großen Rothengut. Die Eine be⸗ ſonders, die auch Marie hieß und das vollkommene Ebenbild ihrer Mutter war, hing mit ganzer Seele an der Matrone, und es war oft ſchwer, ſie von ihr fortzubringen. Babet war auch ihre erſte Lehrerin, ſie lehrte ſie beten und leſen. Und wie das Kind ſchon anfing verſtändig zu werden, lauſchte ſie der alten Frau manches ab, was ihr beſonders wohl that.

Nichts aber ging der guten Mutter über eine Unterhaltung von ihrem fernen Sohn. Der ſtand in Wälſchland, zu Ancona, bei demſelben Jägerbataillon, wo unſer gnädiger Herr Hauptmann war. Er hatte ſich mit ſeinem Stand befreundet und war bald Oberjäger geworden. Er ſchrieb alle Monate einen Brief, und die Ankunft eines ſolchen Briefes war im Wällehaus ein Feſt. Die gute Babet konnte aber nicht Geſchriebenes leſen, da ſchickte ſie denn allemal nach mir, und ich mußte den Brief vorleſen. Dabei durfte die kleine Marie nicht fehlen. Wie geſpannt horchte das kleine Weſen! Wie unverwandt hingen ihre großen Augen an meinem Mund! Und was für entzückte Blicke wechſelte ſte mit der Mutter Babet, wenn eine beſonders ſchöne und freudige Stelle kam!

Man ſah es an den Briefen, daß der Mundl ſeine Zeit bei dem Militär gut anwendete. Jeder Brief ward ſchöner in Schrift und Stil. Natürlich konnte Frau Babet auch nicht ſchreiben; ſo mußte ich auch die Briefe für ſie beantworten. Dann ſaß die Kleine auch wieder dabei und folgte mit ihren Augen regungslos den Zügen meiner Hand. Auch mußte ich den Mundl von ihr ſchön grüßen und ihm ſagen, welche Fortſchritte ſie im Lernen machte. Und ſie lernte brav. Eh ich's mich verſah, war ich von meinem Schreiberpoſten abgeſetzt, und ſie verſah ihn ſelbſt, ein zehn⸗ jähriges Kind.

Mittlerweile war der Meier Hannes immer größer geworden, weit umher hieß er nur der Rothſchild von Grünwald. Und er wuchs noch immer; er ſchlug einen Acker zum andern und machte ſich eine Hand nach der andern dienſtbar. Aber auch die Seufzer über ihn häuften ſich zu Ber⸗ geshöhe. So vergingen Jahre, Jahre des Gedeihens für den Wucherer, Jahre des Druckes für viele hundert arbeitſame Menſchen. So lange Frau Marie lebte, fand der Druck noch Linderung und die Seufzer wurden nicht zu lauten Flüchen; aber im fünfzehnten Jahre ihrer Ehe ſtarb Frau Marie im Kindbett, und mit ihr der Engel der Armen, aber auch der gute Engel des Meier Hannes. Ein mildthätiges Weib hält den Zorn Gottes lange

von de was er ihrem mitſpi in ſic dem im ri

an ſt beſue Kind Die trete die, laſſer den, rieth ſie Abe Ste M.

ath Mu uns