Jahrgang 
1
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II.

Die Tafel war aufgehoben; man hatte nach dem Kaffee Spaziergänge in den Park gemacht und der Graf mahnte zur Rückkehr nach Hauſe.Meine Frau wird uns erwarten, ſagte er, ſie hat mir die Zuſicherung ge⸗ geben, zum Thee zu erſcheinen, und ſie wird nun wünſchen, den Gaſt zu ſehen, der ihr durch unſre Erzählungen und Berichte kein Fremder mehr iſt, wenngleich ſie durch eine kleine Nachläſſigkeit Paula's bis heute Ihren Namen nicht gewußt hat. Als man das kleine Blumengärtchen betrat, ſaß die Gräfin ſchon ihrer harrend auf der Terraſſe. Sie erhob ſich und ging dem Fremden mit ſicherm Anſtande einige Schritte entgegen und keine Wimper zuckte, als der Graf die unterbrochene Vorſtellung vom Mittage wieder⸗ holte. Nur ein wenig bleicher noch wurde ſie, als ſie ihn willkommen hieß und ſeine Augen ſich tief in die ihren ſenkten, als wollten ſie leſen auf dem Grunde dieſer armen, gequälten Seele. Marie war noch immer eine ſchöne Frau und wie groß auch das Leid geweſen ſein mochte, was in den Tagen der Jugend ihre Bruſt durchzogen hatte, daß es noch immer nachzitterte, es hatte keine Spuren gelaſſen in dieſen milden, edlen Zügen, keine Furchen gezogen auf der klaren Stirn, die das goldige