Jahrgang 
1
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tauſendmal dargebracht in Reue und Thränen, aber ſchütze Du den Frieden dieſes Hauſes und die Ehre des Gatten. Erweiche meines Feindes Herz, daß er mich liegen läßt an dem Rande des Abgrunds, wohin ſein Fuß mich ge⸗ ſtoßen, daß er mich nicht hinabſtürzt, daß ich meines Mannes Glück nicht begrabe in dem tiefen Fall. Marie erhob ſich; das Gebet, was aus der Tiefe ihres angſt⸗ erfüllten Herzens voll leidenſchaftlicher Innigkeit emporge⸗ ſtiegen war, hatte ſie doch geſtärkt. Allmälig legte ſich der Sturm, der durch Kielsky's unerwartetes Erſcheinen und durch die Erinnerung an ihre Jugend, an lang ber⸗ gangenes Leid heraufbeſchworen war. Sie überſah ihre Lage gefaßter und überdachte, was zu thun ſei, um den Schein zu retten. Den Schein, Marie lächelte bitter, ſo zieht eine Sünde die andere nach ſich und die Lüge iſt die erſte, die ihr folgt.