Jahrgang 
2 (1850)
Seite
1485-1486
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Falt.

Bücherſchau.

Die Staatsberedtſamkeit der neueren Völker. Nach der Entwickelung ihrer Staatsformen dargeſtellt von Theodor Mundt.(Berlin, Auguſt von Schröter. 1846).

Man hat dem Verein der deutſchen Literatur, welche in den zwanziger Jahren unſers Jahr⸗ hunderts zuerſt bekannt und bald vielbenannt wurde, und beim Ausbruch derglorreichen, jetzt bielverſpotteten Julius⸗Revolution auf dem raſch errungenen Gipfel ihres Ruhmes ſtanden, dem ſogenannten und damals ſelbſt ſich ſo nennenden jungen Deutſchland, hat man von verſchiedenen Seiten her wohl den Vorwurf gemacht: die Her⸗ ten, welche in ihrem Kampfe gegen die damals freilich ſchon veraltete, verblichene, ja beinah ver⸗ ſchimmelte Tieck⸗Schlegelſche romantiſche Schule tine ſcharfe Feder und ein lautes Wort führten, hätten doch im Grunde nur ein paar Ideen, an denen ſie nur hin und her kaueten ſie zeigten auch Alle mehr eine kritiſche als eine productive Griſteskraft, und ein ſehr mittelmäßtger ſchwacher Wein gebe immer noch einen ſcharfen Weineſſig man würde bald gewahren, daß ſie gar nicht iut Stande wären, etwas Neues zu ſchaffen, und daß ſie den geringen Vorrath ihres Wiſſens bald erſchöpfen, ihre Geiſtesſchärfe bald abſtumpfen und ihr kritiſches Talent ſogar bald abnutzen würden; und was dann überbleibe? Sehen wir jetzt, und nehmen wir den Anfang des Jahres 1848 als den Punkt an, von wo wir zurückblicken, auf dieſe Vorausſagung, ſo ſehen wir ſogleich, daß Einige unter ihnen, welche ſich zu dem Li⸗ trariſchen jungen Deutſchland ſo mitzählten und doch nur die Nachtreter und Nachſprecher der Coryphäen, eines L. Wienbarg, eines H. Heine waren, faſt ſchon verſchollen ſind und, um doch was zu ſein und eine Stellung zu gewinnen, ſch an die Hoftheater drängen; daß Andere unter pnen Das und Jenes für das Theater geſchrie⸗ len und durchdie Ihrigen auch auf die Bretter ju bringen gewußt haben, bei deren Aufführung (8 noch Niemandem warm geworden iſt; daß end⸗ ſch noch Andere unter ihnen ſo abgenutzt und musgenutzt find, daß ſie einer ausgebrannten Schiacke gleichen und ſchon todt ſind, ehe einmal zeſtorben. Fragt man nach dem Grunde dicſer Erſcheinung, ſo wird man bald finden, daß dieſe Henen, welche mit Ansnahme eines Einzigen ntweder keinen deutſchen Geiſt, oder keinen heutſchen Geiſt hatten, ſeit der Zeit, als ſie die Aniverſität verlaſſen, zwar Vieles vergeſſen, aber Wenig zugelernt haben: ſie haben meiſtens nicht vachgelernt, ſie haben nicht nachſtudirt, ſie haben Fre wenigen, gerade nicht neuen, aber neuaufge⸗

ſchmückten Ideen ſo lange hin und her gezerrt und ausgeſponnen, bis ſie vollkommen abgenutzt waren und Niemand mehr darnach fragte.

Eine rühmliche Ausnahme jedoch von Dieſen, welche ihre Studien mit dem Trimeſter der Uni⸗ verſität abſolvirt haben, macht der Verfaſſer der Staatsberedtfamkeit der neueren Völker. Herr Theodor Mundt, von dem man auch ſagen kann, was Göthe von ſich ſelbſt ſagt,daß er deutſch (zu ſchreiben) verſtehe, hat durch dieſes Werk von Neuem bewieſen, daß er ſeinem kritiſchen Talente durch die neue Nahrung, welche er ſei⸗ nem Geiſte aus dem tiefen und reichen Brunnen deutſcher Wiſſenſchaft zu ſchöpfen verſteht, jede Sache eine neue Richtung zu geben weiß. Um jedoch dieſes Buch, oder vielmehr den Verfaſſer recht zu verſtehen, darf man nicht vergeſſen, daß es ſchon 1848 gedruckt, dem größten Theile nach wahrſcheinlich 1847 ausgearbeitet und wohl nur Einiges erſt nach der Februar⸗Revolution nieder⸗ geſchrieben iſt. Vieles erſcheint dann, wenn man die Zeit ſeiner Abfaſſung im Auge behält, freilich anders, als man es jetzt am Schluß von 1850 zum Druck niederſchreiben würde. Dem Verfaſſer iſt jedoch erſt vor ein paar Monaten das Buch zu Geſicht gekommen. Am Schluſſe von 1847 und im Anfang von 1848 klang es freilich wah⸗ rer, als jetzt:daß zu allen Zeiten die Staaten vorzugsweiſe und weſentlich durch das Wort re⸗ giert worden ſind; jetzt aber wird Mancher wie⸗ der meinen, daß wir freilich genug geſprochen (und geſchrieben) hätten und zu wenig gethan, daß das Wort nur zu leicht zur Schönrednerei werde und in ein faul Geſchwätz ausarte; daß hingegen das Wort, mit welchem der von Aegyp⸗ ten zurückgekehrte General Bonaparte am Abende vor dem 18. Brumaire den General Lefebre, ihm auf die Schultern klopfend, genommen habe: Helft mir dieſes Advokaten⸗Geſchmeiß(das Di⸗ rectorium, den Rath der Alten und den Rath der Fünfhundert) auseinander jagen! auch Frank⸗ reich die Rettung und ihnen ſelber die Krone ge⸗ wonnen habe.

Der Herr Verfaſſer behandelt ſeinen Gegen⸗ ſtand in fünf Abſchnitten, ven denen der erſte ſich im Allgemeinen mitder Anwendung der Rede auf den Staat beſchäftigt; der zweitedie An⸗ fänge der modernen Publiciſtik in Italien ent⸗ hält; der dritte und für den Zweck des Buches anziehendſte:das engliſche Parlament und ſeine Redner darſtellt; der viertedas parlamentariſche Frankreich beſchreibt; und der fünfte winzigſte von dem(winzigen) parlamentariſchen Deutſch⸗ lend gern Einiges ſagen mögte.

(Schluß folgt.)