Jahrgang 
1 (1850)
Seite
273-274
Einzelbild herunterladen

egrüßen, ſo ſeh goiömus zeiſe das eigenes N. 8.

ſocialer ändiges ko, mit , nach id am⸗ Dr. A. göbuch⸗

Mexiko Nadame Her⸗ ſnd die Maie pikanter iſt dos ſoriſche heſtellt ehung Aufſatz

Da⸗ echal⸗ n, mit ein ie ge⸗ ilen machen ſunt ab s Ende nur das bgleich uſagen s ſihr H.

n Au⸗ ler von oldneten

1849.

Oehlel⸗

Röbler Mihe devaht Wahl⸗

höchſ ng oder ſimmie⸗ en, daß Rull iſt⸗

Feuilleton.

Correſpondenz.

Aus Porto Plata. (Hriginal⸗Correſpondenz.)

Januar 1850.

Ein ganzes Jahr wäre denn ſeit meiner Ankunft hier verfloſſen und meine unveränderte Geſundheit läßt es mich nicht bereuen, dies herr⸗ liche Clima gefunden zu haben. Schade, daß dieſes Land mit dem üppigſten Boden, mit der reinen, geſunden Luft, mit der ſchwachen Bevöl⸗ kerung, bisher ſo ſehr durch Unruhen gelitten hat, welche die Haitianer alljährlich ſeit der Unab⸗ hängigkeits⸗Erklärung der Dominicaner wieder⸗ holen. Wie Ihnen nämlich aus der Geſchichte dieſer Inſel nicht unbekannt ſein wird, waren in früherer Zeit der öſtliche und weſtliche Theil unter einer Regierung; als aber die den jetzigen haitianiſchen Antheil bewohnenden Neger durch Grauſamkeiten und Frevelthaten gegen die weiße und farbige Bevölkerung, letzterer ein Zuſammen⸗ leben mit ihnen unmöglich machten, riſſen ſich die die hieſige Republik bewohnenden Spanier von ihnen los, erklärten ihre Unabhängigkeit und gründeten eine eigene Republik. Hieher kamen auch in großer Anzahl die Farbigen, ſo daß we⸗ nige oder gar keine Schwarze von der echten Ne⸗ gerrace in dem weſilichen Antheil leben, während Haiti ein Negerſtaat im vollen Sinn des Wortes iſt. Im Anfange gelang es den thätigen Spa⸗ niern, den dankbaren Boden zu ihrem Vortheil zu cultiviren; dies war aber den Haitianern, die zu ſaul zum Bebauen ihres Landes ſind, nicht recht und ſeit fünf Jahren drangen ſie gerade zu der Zeit über die Grenze, wenn die hieſigen Pflanzer alle Sorge und Aufmerkſamkeit auf ihr hauptſächlichſtes Produect, den Taback, zu verwen⸗ den hatten. Mit bedeutendem Verluſte mußten ſich die Neger ſtets zurückziehen, wurden aber von den Dominicanern nie verfolgt, die, um zu ihrer Arbeit ſchnell zurückzukehren, ſich ſtets begnügten, die Angriffe des Feindes abzuwehren. Auch im Anfange vorigen Jahres führte der damalige Prä⸗ ſident Soulouque ſie gegen unſere Grenzen, aber die Tapferkeit der Dominicaner ließ ſie mit be⸗ trächtlichem Verluſt ſchnell von dem Unternehmen abſtehen. Prahleriſche Proclamationen verkünde⸗ ten jedoch den Haitianern, daß, obgleich der Sieg auf ihrer Seite ſei, Soulouque von der Benutzung deſſelben abſtehe, bis ſeine Mittel dazu gehörig verſtärkt ſeien. Die Cataſtrophe der Haitiani⸗ ſchen Kaiſerkrönung ſetze ich, als Ihnen bekannt, voraus; zu derſelben Zeit, wo man in Europa die Fürſten mit Recht nicht als Landesväter, ſondern als Landesplagen anſah und ſich ihrer zu entledigen ſuchte, verwandelte ſich die Republik

Jahreszeiten I.(Nfo. 9. Den 27. Februar.)

Hahti in ein Kaiſerreich, Präſident Soulouque wurde Kaiſer von Hahti unter dem Titel Fauſtin I. Die bei und nach ſeiner Krönung ſtattgefundenen Lächerlichkeiten ſind ſchon durch den Pariſer Cha⸗ rivari in Bildern verherrlicht und ich verſchone Sie mit deren Beſchreibung. Das einzige Ernſt⸗ hafte bei der Geſchichte war, daß Soulouque jetzt unumſchränkter ſeinen Launen fröhnen konnte, und wirklich rüſtete er ſich für das nächſte Früh⸗ jahr zu einem neuen Einfalle in das hieſige Ge⸗ biet. Durch ſeine Zeitungen ließ er furchtbare Drohungen veröffentlichen, und wenn man dieſen glauben wollte, ſo befände ſich die dominicaniſche Republik in wirklicher Gefahr. Die hieſige Regierung jedoch, an deren Spitze der neue Prä⸗ ſident Buenaventura Bacz ſteht, iſt endlich müde, dieſe ewigen Unruhen immer zu bekämpfen, rüſtete eine kleine Flotte aus, welche unter dem Commando eines Franzoſen, Fagalde, unter Segel ging, und ſah ſich dieſe Expedition bereits mit günſtigem Erfolge gekrönt. An die Hattianer richtete Präſident Baez zu gleicher Zeit eine An⸗ ſprache, die ich Ihnen ebenfalls in Ueberſetzung beilege. Seit dieſer Zeit haben ſich die dominica⸗ niſche und haitianiſche Flotte getroffen und wurde letztere mit Verluſt einiger kleiner Schiffe em⸗ pfindlich geſchlagen. Auch zu Lande ergreift un⸗ ſere Regierung die thätigſten Maßregeln, um die Haitianer in ihrem eigenen Gebiete anzugreifen, und die Generäle Santana, welcher den ſtolzen Beinamender Löwe von Seybo führt, Pelletier und andere ſammeln die Truppen, um den Hai⸗ tianern für ewig die Luſt zu benehmen, friedlich lebende Nachbarn zu beunruhigen.

Wie Sie ſich denken können, haben bei ſolchen jährlich ſich wiederholenden Unruhen weder Civi⸗ liſation noch Boden⸗Cultur bedeutende Fortſchritte gemacht, ein Mißverhältniß der geringen Beyöl⸗ kerung, die doppelt ſo viel weibliche als männ⸗ liche Individuen zählt, iſt ebenfalls kein unerheb⸗ licher Grund für den Rückſtand, in dem ſich die⸗ ſer Theil der Inſel befindet. Wie ich Ein⸗ gangs ſagte, iſt kaum ein üppigerer Boden zu denken; bei meinen verſchiedenen Touren in's Innere ward mir erſt der Reichthum ſichtbar, mit dem die Natur dieſe ſchöne Inſel ausgeſtattet hat. Die vorzüglichſten hier wachſenden Früchte, Apfelſinen, alle Arten Citronen, Guaven, Me⸗ lonen verſchiedener Gattungen, Avagados, eine Frucht wie die deutſche Birne, welche, mit Salz und Brod gegeſſen, einen reinen, der Butter ähnlichen Geſchmack hat, ſowie unzählige andere ſproſſen wild aus dem Boden hervor, gleich der Banane, die die vorzüglichſte Nahrung der Ein⸗ gebornen bildet. Aber auch jede andere europäi⸗ ſche Frucht würde hier ihr Fortkommen finden, wenn man ſich die Mühe des Pflanzens nehmen wollte. Was das Leben eines Dominicaners

18