Jahrgang 
1-26 (1867)
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Stuhle

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Vierte Folge. 27

So fiel ich, leider! dieſem Frauenjäger zur Beute; ſo wurde dieſes heilige Verhältniß als ein gemeines Ueberein⸗ kommen der Convenienz verſpottet und entehrt; aber ich bin dabei von jeder Schuld rein. Ich liebte ihn.

Gott hat den Frauen zärtliche Herzen gegeben und des⸗ halb dürfen wir uns nicht beklagen, obwohl es ſcheint, als ob das halbe Elend aus dieſer Zärtlichkeit der Frauenherzen entſpringe.

Wie konnte ich wiſſen, daß ſeine Worte nicht ächt, ſeine Zärtlichkeit erkünſtelt war? Wie konnte ich errathen, wenn er ſo ernſt um meine Liebe bat, um ſein Haus zu erwärmen und ihn glücklich zu machen, daß er nur eine Näh⸗ und Koch⸗ maſchine ſuchte?

Ich war ſo jung und hatte keine Mutter. Während ich in dieſem Traume war und jeder Puls ſich vor Freude hob, dachte ich ſtolz:

Ich bin nun kein Kind mehr. Jetzt will ich mein Buch ſchreiben. Ich habe gelitten und bin aus meinen Leiden verklärt hervorgegangen. Jetzt laß mich dieſe glückliche Zeit ergreifen und ſchreiben!

Ich ſchrieb ganz insgeheim, wozu ich gerade damals eine gute Gelegenheit hatte, denn Herr Barnes wurde durch die Krankheit ſeines Vaters fortgerufen und blieb Monate lang entfernt.

Ich ſchrieb des Morgens, Mittags und in der Nacht. Ich füllte mein Buch mit einem Herzen voll Freude und köſtlicher Erwartungen.

Nun ſuchte ich einen Verleger leider! war der Erfolg davon:

Mit Dank, uns den Vorzug gegeben zu haben In der Wirklichkeit mit ſo vielen Geſuchen überhäuft Es ſei ſo ſchwierig, Werke neuer Autoren zu übernehmen u. ſ. w. So wurde die Antwort mit Blumen(Lhetoriſch) bedeckt, aber die häßliche Thatſache war nicht verſteckt.

Mein Unternehmen war mißglückt.

Man braucht mich aber deshalb nicht zu beweinen denn hatte ich nicht Liebe? Und wenn die ganze Welt mich verlaſſen ſollte, er, der König meines Herzens, konnte mich nie verlaſſen, an ſeiner lieben Seite würde ich mich nie wieder nach literariſchen Ehren ſehnen; in unſerer durch die Liebe verſchönerten Wohnung würde die Stimme der Welt mich nie erreichen. Ich hatte den Schutz eines Felſens in einem Lande voller Mühſeligkeiten gefunden und dort ſollte ich leben und blühen, meine grünen Blätter entfalten, meine einſamen Blüthen vervollkommnen und nie von rauhen Winden oder heftigen Stürmen leiden.

So malte ich mir meine Zukunft aus und mit dieſen Gefühlen legte ich an einem ſchönen Morgen vor dem Altar freudig meine Hand in die ſeinige.

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Der Felſen war ein unglückliches Gleichniß, denn der Felſen iſt auch kalt und hart und der Felſen hält ebenſowohl den wärmenden Sonnenſtrahl wie den befruchtenden Regen⸗ ſchauer und den Wind ab, und ich fand auch gar bald die harte Seite meines Felſens heraus.

Ich hatte einen lieblichen Traum von einer Heimath für zwei einander liebende Herzen, in der Alles reizend und die äußern Umgebungen nur der Wiederſchein des inneren Glücks ſein ſollten, wo Bücher, Gemälde, Blumen und jede auserleſene Sache von der Schönheit unſerer Herzen und Ich wählte im Voraus mit Entzücken die Einrichtungen und Verzierungen aus, die meinem eignen Geſchmack und dem ſeinigen natürlich

konnten wir darin nicht verſchieden ſein entſprechen würden, und ich dachte mit Vergnügen daran, durch meine Börſe keine Beſchränkung zu erleiden, denn er, mein Wohlthäter, war im Beſitz eines großen Vermögens und hatte mich ver⸗ ſchwenderiſch ebenſowohl mit Luxusartikeln wie mit nützlichen Sachen beſchenkt.

Die erſte Wunde, welche die Härte meines Felſens mir verurſachte, war, als ich bei der Zurückkehr von unſerer Hochzeitsreiſe fand, daß er insgeheim für uns ein Haus gekauft und möblirt hatte, wie er ſagte, um mich zu über⸗ raſchen. Nun, Gott vergebe es ihm, wenn er es that, um zu verhindern, daß ich meinem Geſchmacke folgte, und um Allem ſeine Individualität aufzudrücken; denn für mich war es ein großer Schmerz, ein ſtereotypes Haus zu finden, elegant möblirt, aber ganz wie das der Mißriß Jones oder Mißriß Brown, das von einem Polſterer nach Auftrag, das Zimmer zu einer beſtimmten Summe, hergerichtet war. Es war ein ſchreckliches Zuſammenſtürzen meiner Luftſchlöſſer, denen andere Schlöſſer folgten, bis mein Leben voller Ruinen und jeder Schritt voll getäuſchter Hoffnungen und todter Träume war.

In meinem erſten Kummer tröſtete ich mich mit dem Gedanken, er habe mir die Verzierung unſerer Wohnung überlaſſen und ich dachte bereits an freundliche Bilder an den tapezirten Wänden, hier und dort Armleuchter, Bücher auf jenem Tiſche und an die tauſend kleinen Dinge, welche machen, daß man ſich in ſeinen Zimmern heimiſch fühlt.

Aber hier ſtieß ich auf die harten, rauhen Ecken meines Felſens. Er brauche in ſeinem Hauſe keinen unnützen Plunder. Bilder verdärben die Wirkung der Tapeten und Nägel beſchädigten die Wände; Bücher ſähen läppiſch aus; er habe kein Geld, das er für Bücher ausgeben wolle.

Ich machte große Augen.

Ich glaubte, Du liebteſt die Bücher.

Bücher ſind gut genug für ſentimentale Mädchen, aber eine Hausfrau hat andere Dinge, mit denen ſie ſich be⸗ ſchäftigen muß. Meine Mutter verſchwendete ihre Zeit nie mit Büchern.

Das war das erſte Mal, wo er mir ſeine Mutter als Muſter aufſtellte, und ich wurde ganz muthlos, denn ich wußte, daß ſie ein häuslicher Packeſel geweſen war, daß ihre Ge⸗ danken ſich einzig mit ihrem Haushalt beſchäftigt hatten und ſie in keiner andern Stellung ſich hätte glücklich fühlen können. In dieſer harten Schule hatte er ſeine früheſten Lectionen ge⸗ lernt. War ich wahnſinnig, daß ich hier eine freundliche, zärtliche Sorgfalt erwartete?

Ich bat um einige Blumen. Er wollte nichts davon wiſſen, daß der wohlgeordnete Roſenplatz durch ſolche Thor⸗ heiten in Unordnung gebracht werde.

Eines Tages ſagte er zu mir:Dora, Du mußt ein⸗ für allemal wiſſen, daß ich nicht ſentimental bin, daß ich mein Geld nicht für nutzloſe Gegenſtände verſchwenden will. Ich habe mein Geld zu ſauer verdienen müſſen, um es zu ver⸗ ſchwenden. Du ſcheinſt zu vergeſſen, daß Du gar nichts haſt.

O, Gott, der Schlag war ſcharf, aber er traf ſicher. Er machte meinen Träumen und meiner Liebe mit einem bittern Weh ein Ende. Konnte ich jemals den Mann wieder achten, der mich in Betreff ſeines Geſchmackes und ſeiner Wünſche ſo grauſam getäuſcht, der ſich meiner unbeſchützten Stellung bedient hatte, um mich in ſeine Dienſte als Packeſel zu locken? Er bedurfte keiner Gattin er brauchte blos eine Haus⸗ hälterin.

Die letzte Verſtellung legte er in folgender Art ab, denn

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