Jahrgang 
01-25 (1864)
Seite
215
Einzelbild herunterladen

denn, Pre⸗

Bodenſtück zum Hen⸗ u, den ich

wieder⸗ uct glau⸗ jen ſtlech⸗

t, aber es Camerad. er Lieute⸗

atte keine

t, ſo daß

ach Hobſe, Majoru

teyer vor⸗ leiden be⸗ jeſten, die

geſchick

ſie doi ch donät leich den

eſah drau⸗ c einmal

ifStumpf

H warten, d einem batte domi eInkob, iichteſten e außer⸗ iglernen e Front. Premiet und exer⸗ mas der iuexui

ſenkanz

4

Pierte

noch im Bette es war gerade Sonntag als ſein Burſche ſchmunzelnd das Stubenmädchen von Majors meldete.

Was will ſie von mir, Käſemeyer?

Sie hat ein Buch abzugeben, Herr Lieutenant,

und eine Rolle Papier; ich habe ihr geſagt, daß Sie

noch im Bette liegen, aber ſie will Sie mit aller Ge⸗ walt ſprechen.

Das Buch iſt der erſte Band von Blum's Thea⸗ terſtücken, den ich der Majorin geſtern geliehen habe, ſagte ſich der Premier,was kann aber die Rolle zu bedeuten haben? Tinchen wird doch nicht

andern Sinnes geworden ſein und mir die Rolle zu⸗

wurde hereingelaſſen;

rückſchicken?

Er ſprang aus dem Bette und fuhr in Schlaf⸗ wock und Pantoffeln, wobei er brummte:

Nicht einmal am Sonntag hat man Ruhe!

Die Zofe, ein hübſches, rothwangiges Mädchen, ſie war ſehr verlegen. Der Premier konnte ſich nicht enthalten, ihr lächelnd in die Wangen zu kneifen, als ſie ihren Knicks machte. Aber Herr Lieutenant! Nicht doch! meinte ſie vorwurfsvoll.

Schon gut, liebes Lieschen! es war nicht böſe gemeint. Was bringen Sie mir denn eigentlich?

Die gnädige Frau läßt dem Herrn Lieutenant einen guten Morgen wünſchen und ſchickt Ihnen mit Dank das Theaterſtück zurück Es thäte der gnädi⸗ gen Frau auch ſehr leid, daß ſie die Rolle, die für das gnädige Fräulein beſtimmt geweſen, ebenfalls zurückſchicken müßte, nachdem ſie das Buch geleſen, der Herr Lieutenant möchten darüber anders verfügen.

Wa a 8 ſtammelte Herr von Roſenkranz, indem er Buch und Rolle nahm.Iſt Fräulein Tin⸗ hen denn krank geworden?

Nein, das gerade nicht, aber

Heraus mit der Sprache, Lieschen! Wiſſen Sie

vielleicht, warum das Fräulein nicht ſpielen will?

Ach, unſer Fräulein möchte ſchon ſpielen, aber die Mama erlaubt es ihr nicht; das arme Mädchen hat ſchon ganz rothe Augen vor Weinen. Ich darf es wohl eigentlich nicht dem Herrn Lieutenant ſagen, uher ich weiß wohl, was die Frau Majorin heute Morgen zu ihr geſagt hat, denn ich räumte in der Wohnſtube gerade das Kaffeegeſchirr ab.

Lieschen, ich bitte Sie. 4

Nun, die Mama ſagte, es wäre nicht die Haupt⸗ iolle, und die käme doch gewiß einer Majorstochter zu, und dann wäre dieſe Rolle auch zu zu Mein Gott, was ſagte ſte doch? ja, zu unmoraliſch.

Was? zum Teufel! Unmoraliſch?

Folge. 215

Ja, weil ſie die Frau von einem Andern wäre. Ich habe das nicht recht verſtanden, Herr Lieutenant.

Nun, das muß ich geſtehen! platzte der Pre⸗ mier ärgerlich heraus und ging heftig auf und nieder. Nun dachte ich es recht gut zu machen und habe auch noch die Majorin auf dem Halſe! Was fange ich da an? Hören Sie, Lieschen, meine ergebenſte Empfehlung an die Frau Majorin, und ich würde mir heute nochmals die Ehre geben, ihr meinen Beſuch zu machen.

Lieschen zögerte noch ein Bischen, da ſie aber ſah, daß der Lieutenant, ganz von ſeinen Gedanken in Anſpruch genommen, ſich nicht um ſie kümmerte, knickſte ſie wieder mit einem freundlichenGuten Morgen und verſchwand.

Die alte Megäre! brummte Herr von Roſen kranz vor ſich hin.Sie will wohl, daß ich die Hauptrolle Selma abnehme und ihrer Tochter geben ſoll? Nein, daraus wird im Leben nichts; ich werde das gute Mädchen doch nicht ſo kränken, damit mir die kleine Meerkatze, die Tinchen, das ganze Stück verdirbt? Es iſt fatal und wird böſes Blut ge⸗ ben, aber meinetwegen mag dann keine von den Fe⸗ ſtungsdamen mitſpielen.

Um die Mittagszeit begab er ſich wieder zu der Majorsfamilie. Dieſes Mal trat ihm Mamachen allein und zwar mit ſehr imponirender Miene entgegen; aber Herr von Roſenkranz war zu erboſt, um ſich dadurch einſchüchtern zu laſſen.

Mit großer Ruhe bat er die gnädige Frau um Entſchuldigung, daß er vor Vertheilung der Rollen nicht ihren geſchätzten Rath eingeholt habe, ſetzte aber auch hinzu, daß jetzt ein Wechſel derſelben nicht mehr möglich ſei, ohne geradezu zu beleidigen; daß Fräulein Tinchen nicht mitſpielen werde, erfülle ihn mit dem tiefſten Bedauern.

Die Majorin biß ſich auf die Lippen, denn ſie hatte ganz etwas Anderes erwartet; ſie ſelbſt hatte ihr Mädchen inſtruirt, den Lieutenant wiſſen zu laſſen, was der eigentliche Grund der Ablehnung ſei; ſie hatte nicht daran gezweifelt, daß Herr von Roſen⸗ kranz ſofort wieder gut, machen würde, was er ihrer Meinung nach verbrochen hatte, dafür war ihr Mann ja ſein Major. Die Frau Majorin hätte ihr Töchterchen doch gar zu gern auf der Bühne geſehen!

Wie der Regiſſeur nun aber ſo kalt und entſchie⸗ den blieb, da hielt es die gute Dame denn doch für gerathen, einzulenken; ſie wurde ſehr freundlich, be gann ein Geſpräch über die Rolle der Henriette, ließ ſich vom Premier ihre früheren Bedenken widerlegen, ſprach etwas von unrichtiger und zu ſcharfer Auffaſ⸗