Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
773
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jefand ſich in ſeinem Arbeitszimmer und war nicht twa, wie die Leſer wahrſcheinlich glauben, damit teſchäftigt, einen Vertheidigungsplan gegen den Feind zu entwerfen, welcher bereits vor dem ihm anvertrau⸗ ſen Platze ſtand, ſondern er berathſchlagte vielmehr nit ſeiner noch ziemlich jugendlichen Haushälterin, deren Einfluß ſogar ſo weit reichte, die Dienſtangelegenheiten miſchte, den Küchenzettel, md war bei dieſem wichtigen Geſchäft eben dahin gelangt, ſich für den Mittag einen fetten Kapaun mit einer ſchönen holländiſchen Sauce zu beſtellen, uls die Ordonnanz hereintrat und meldete, daß ein ffemder Officier, der Leutenant von Schill, vorgelaſ⸗ ſen zu werden wünſche.

Herr von Loucadou zog ein verdrüßliches Geſicht, und indem er den Soldaten bedeutete, den Angemel⸗ jeten eintreten zu laſſen, ſagte er, zu ſeiner Haus⸗ ſälterin gewendet:

Gebe Sie acht, Friederike, das wird wieder ſo lin Großſprecher ſein, der die Franzoſen mit Haut und Haar auffreſſen will und mir ſeine Dienſte an⸗ ſietet. Seit acht Tagen kann ich mich dieſer Leute nicht erwehren; Alles ſtrömt hierher, als wann nur noch in Colberg der preußiſche Stagt au retten väre. W 1

Und Sie wiſſen doch allein, was Sie zu thun jaben, entgegnete die Haushälterin.An Ihrer Stelle ließèom die Thore ſchließen, und keiner dieſer Lusreißer di. er mehr herein.

In dieſem tmigenblick öffnete ſich die Thüre, und berr von Schill, deſſen Stirn noch mit einem brei⸗ in Verbande bedeckt war, trat ein.

Was wünſchen Sie? fragte Herr von Louca⸗ ſou, indem er mit der Miene unverhohlenen Mißmuthes en Helden beobachtete.

Ich komme, um Ihnen meine Dienſte anzubie⸗

ſen, antwortete der Befragte.Ihre Garniſon iſt ſchwach, Herr Oberſt, und Ihre Vertheidigungswerke ind noch ſchwächer; unter dieſen Umſtänden, denke ch, werden Ihnen einige muthige Herzen willkom⸗ nen ſein. Herr von Loucadou wechſelte mit ſeiner Haus⸗ ſäſterin einen Blick, als wenn er hätte ſagen wollen: Da haben wir's iſt es nicht gerade ſo, wie ich vorhin behauptet habe? Dann wendete er ſich zu Schill und fragte in ſpöttiſchem Tone:

Nun, wie viel Tauſend Mann führen Sie nir denn zu? Laſſen Sie doch hören, ich bin ſehr r etgierig.

Von Tauſenden iſt hier nicht die Rede, ant⸗ portete der Befragte, indem ſich ſeine Stirn in Falten s⸗das Ganze, was ich Ihnen für den Augenblick

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Vierte

daß ſie ſich in

Folge.

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anzubieten vermag, ſind außer mir noch fünf tapfere Gefährten, aber auch wir Sechs werden im Stande ſein, Ihnen gute Dienſte zu leiſten, und wenn der Plan in Erfüllung geht, welchen ich entworfen habe...

Ah, Sie haben einen Plan entworfen! rief jetzt Herr von Loucadou gereizt.Es iſt Ihnen alſo nicht bekannt, daß es hier einen Commandanten giebt, der allein zu befehlen hat und der ſchon wiſſen wird, was er thun oder laſſen ſoll?

Ein naſeweiſes Gelächter, welches Friederike aufſchlug, zollte dieſen Worten

Darf ich bitten, ſagte Schill, den Kopf ſtolz emporhebend,daß der Herr Oberſt die Gewogenheit haben, dieſer Frauensperſon den Befehl zu ertheilen, das Zimmer zu verlaſſen?

Frauensperſon? rief Friederike, indem ſie herausfordernd die Arme in die Seite ſtemmte,ei ſeh' doch Einer, ſeit wann iſt denn hier von Frauens⸗ perſon die Rede?... Gerade jetzt bleibe ich vecht:.. und zog ſchnippiſch die Naſe in die Höhe.

Verächtlich wandte ihr Schill den Rücken fuhr, zu Herrn von Loucadou gewendet, fort:

Der Herr Oberſt haben mich vorhin jedenfalls falſch verſtanden. Was mich mit meinen Cameraden hierher führte, war der Glaube, Ihnen nützlich ſeim zu können, und der Wunſch, in einem Augenblick, wo der König und das Vaterland ſo ſchwer geprüft wor⸗ den, unſer Blut die letztesKraft unſeres Lebens für Beide zu opfern. Alle für Einen und Einer für Alle Jeder auf ſeinem Poſten! ſo dachte ich, und ich zweifle nicht, daß Sie dieſe Geſinnungen ihrem ganzen Umfang nach mit mir theilen.

Jungfer Beifall.

erſt

und

Herr von Loucadou, dem es im Grunde genom men an Muth nicht mangelte, welchen aber das Alter abgeſtumpft und pedantiſch gemacht hatte, ant⸗ wortete jetzt milder:

Und in dieſer Annahme haben Sie ſich auch nicht getäuſcht, Herr von Schill ich werde das Vertrauen, welches der König in mich geſetzt hat, zu rechtfertigen wiſſen, und habe dies auch erſt noch vor wenigen Tagen durch die Antwort bewieſen, welche ich ertheilte, als ich durch einen franzöſiſchen Parla⸗ mentair zur Uebergabe aufgefordert wurde. Welche Pflicht mir als Commandant obliegt, das weiß ich; ich bin auf Wall und Mauern angewieſen und dieſe werde ich zu vertheidigen wiſſen, was indeſſen darü⸗ ber hinausgeht, das kümmert mich nicht und das habe ich auch nicht zu verantworten.

Nun gut, antwortete Schill,ſo geſtatten Sie mir, ſo viel ich vermag, außerhalb der Feſtung thätig

und ſie warf ſich übermüthig in einen Seſſel