Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
49
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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen.

Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 18 Sgr. zu beziehen. Kann im Wege des Buchhandels auch in Mon atsheften bezogen werden.

III. Jahrgang.

Ausgegeben am 27. Ottober 1866. Der Jahrgung läuft vom Ortober 1866 bis duhin 1867. 1867 N. 4.

Das Meib des Karaiten.

Novelle von M. Ben Aron. (Fortſetzung.)

V.

Länger als eine Woche iſt ſeit den letzterzählten Vorfällen ver⸗ floſſen, und Ragiwen iſt in dieſer Woche ebenſo ruhig, ebenſo lang⸗ weilig geblieben, wie in der früheren Zeit, und das trotz der Anweſen⸗ heit der Berliner Gäſte im Hauſe Reb Iſaak Bentheims.

Dieſe Anweſenheit hatte vielleicht dazu beigetragen, um eine noch gedrücktere Stimmung, welche im geſellſchaftlichen Leben der Juden des Städtchens eine ganz neue war, hervorzurufen; denn nach der Scene am vergangenen Freitag Abend war eine gewiſſe Spannung zwiſchen der Familie des jungen Bentheim und den übrigen Juden⸗ familien eingetreten, die alle freundſchaftlichen Beziehungen ausſchloß. Man hatte ſich einige höfliche Viſiten gegenſeitig gemacht, man grüßte ſich, wenn man ſich auf der Straße begegnete, und dabei war es ge⸗ blieben! Wo waren die Luftſchlöſſer Reb Iſaaks, wo die Freude und der Friede und der Stolz, den er ſich für ſich und die ganze Gemeinde von der Ankunft ſeiner Kinder verſprochen hatte? Das Phantom des verhaßten Karaiten hatte ſie verſcheucht! Er hatte die Scene im Hauſe ſeiner Schweſter erfahren, und ſein Herz hatte ſich ſchmerz haft zugeſchnürt! Sein Sohn, ſein Erſtgeborener, ſein Abgott, war mit harten Worten gegen die Aelteſten der Gemeinde aufge⸗ treten, hatte ihre Autorität, die ein jeder Jude ſo hoch achtete, ver⸗ leugnet und ſich auf die Seite der von allen Verurtheilten als ihr Vertheidiger geſtellt! Und wer anders, als er ſelbſt, war der Grund zu alledem? Weſſen Vertheidigung nahm denn die Kille, wenn nicht die ſeine? Sein betrübter Geiſt arbeitete ohne Unterlaß in ſeinem Leiden, und nach und nach kam er zu dem logiſchen Schluſſe, daß in dieſer Angelegenheit die Kille und Rahel eigentlich Nebenſachen wären und daß faktiſch er ſeinem Sohne gegenüberſtände... ſeinem Eleazar!

Auch hatte dieſer, ſeiner Paſſion für die Landwirthſchaft nach⸗ gehend, ſich bald mit den Beſitzern umliegender Güter in Verbindung geſetzt, und dieſe ſuchten mit Begier die Geſellſchaft des vielgereiſten Mannes, der die Cultur des Bodens unter allen Erdſtrichen beobach⸗

tet hatte und der ihnen den beſten Rath ertheilen konnte über die neuen Erfindungen in der Agricultur, von denen die damals noch ſo ſparſamen Zeitungen von Zeit zu Zeit nur einen meiſtentheils un⸗ vollſtändigen Bericht brachten. Die Folge dieſer neuen Bekannt⸗ ſchaften war, daß Eleazar wenig im Hauſe des Vaters weilte und ſich die Gelegenheit nie darbot, eine offene Erklärung zwiſchen Vater und Sohn herbeizuführen, welche zu vermeiden beide übrigens ſich alle Mühe zu geben ſchienen.

In den kurzen Zwiſchenräumen, in welchen Eleazar im Hauſe anweſend war, waren die Beziehungen zwiſchen beiden immer ebenſo freundlich und herzlich wie vordem. Nichts war verändert, nur das Herz des alten Iſaaks blutete.

Auch ſeine Schwiegertochter war ihm halb entriſſen, ſie verbrachte die größte Zeit des Tages am Krankenbett Rahels, die ſich von der Scene des vergangenen Freitags immer noch nicht erholen wollte, und half Rebekka ihre Mutter pflegen. Wenn ſie dann ins elterliche Haus zurückkehrte, ſetzte ſie ſich neben ihren ſtillen Schwiegervater, nahm irgend eine Handarbeit und erzählte ihm von ihren Reiſen und wie ſie ſo glücklich mit ihrem Manne ſei, wie dieſer ein ſo tief, ſo rich tig fühlendes Herz mit einem ſo hohen, ſo thatenkräftigen Geiſte ver⸗ eine! Wie litt der arme, alte Mann bei dieſen Worten, die ſein Vater⸗ herz mit ſo unendlicher Freude erfüllten! Jede Silbe war ja ein Vorwurf für ihn, der einen ſolchen Sohn beſaß und mit ihm nicht einig war! Und wenn manchmal ſeine Augen naß wurden und Jo⸗ hanna, die innere Rührung des alten Mannes wohl bemerkend, auf⸗ ſprang und ſeinen ehrwürdigen Kopf in ihre Arme nahm und ihn mit Küſſen bedeckte, dann ſeufzte der Arme laut auf, denn dieſe Küſſe waren ja ebenſo viele ſtumme Vorwürfe!

Auch Frau Mirjam war misgeſtimmt; die erſte Kranke ihres Elias war in Ragiwen die Schwägerin, die ihr ſchon ſo viel zu leiden gemacht hatte, und als ſie ihn einmal fragte, wie jene ſich befände, hatte er unmuthig mit dem Kopfe geſchüttelt und geſagt:

Meine Medicinen thun wenig Hannchens liebevolle Pflege und Eleazars und meine aufrichtige Freundſchaft thun ihr wohler