Hararataratntratararatararratr rr Leihbibliothek von Eduard Ottmann in Gießen. Sitict Leſepreis für ein deutſches Si 1Kr. „ franz. o8 engt Das Abonnement beträgt: für wöchentlich 6 Bücher: 4 Blcher: 2 Bücher: ————— auf 6 Monat: 2 fl. 30 Kr. 2 fl. Kr. 1 fl. 12 Kr. „„30„ —„ Irhphraraaarrr dm ararararara aunauunahhnhnhnhnhnhnhnhnnhr Taſchenbuch der allgemeinen Weltgeſchichte von Philipp Späth⸗ Königl. Württembergiſchen Ober⸗Finanzrath. Zweyte umgearbeitete und vermehrte Ausgabe⸗ Snttgat in der J. B. Metzler'ſchen Buchhandlung⸗ Die Wahrheit iſt in Gott. Der Sterbliche ſucht ſie zu er⸗ ringen, da ſchon durch die Achtung für ſie, das Ueble, was ohne ſie ſo haͤufig im Gefolge der ſo⸗ genannten Weltklugheit geſchieht, vermieden wird. Ihre Wirkungen— oft gehemmt— zarten und ſtillen Ganges erſtorkt, treten meiſtens ſpät aber ſicherlich ans Licht, und ſiegen immer am Ende uber die Feinheiten der verkehrten Weltklugheit, durch welche die Menge auf laͤngere oder kürzere Zeit hin⸗ geriſſen wird; das Alles lehrt die Wahrheit an ſich, und durch die Geſchichte, von Jahrtauſenden ber, bis auf uns⸗ Phil. Spaͤth. „ —.— — — Vorrede. Die Recenſi ion uͤber die erſte Ausgabe v. J. 1876., welche in der Hallenſer allgemeinen Litigiereget tung von 1816. Monat März Nr. 52. S. 414 bis 416. zu leſen iſt, lautet wie folgt: „Die Betrachtung, daß wir, ohne Geſchichte im Labyrinth der Unwiſſenheit und der Phantaſie herum irren, zu unſerm eigenen und zum Schaden anderer brachte den Verfaſſer auf den Gedanken, Vorrede. eine ſo viel möglich in chronologiſcher Ordnung ge⸗ ſchriebene Ueberſicht der allgemeinen Weltgeſchichte zu ſeinem Privat⸗Pergnuͤgen nach einem eigenen Plane zuſammen zu ſtellen; und aus dieſem Ma⸗ nuſcripte liefert er hiermit einen Auszug zum Ge⸗ brauche fuͤrs taͤgliche Leben, um ſo mehr, als es im geſelligen Leben oͤfters vorkommt, daß man uͤber dieſen oder jenen Gegenſtand in der Ge⸗ ſchichte, wo das ſchaͤrfſte Gedaͤchtniß nicht immer hinreicht, augenblicklich im Klaren zu ſeyn wuͤnſcht⸗ Von einer Schrift dieſer Art, welche gewiſſer⸗ maßen zu einem Repertorium dienen ſoll, fordert die Kritik vor allen andern Eigenſchaften Richtig⸗ keit der erzaͤhlten Thatſachen, gute chronologiſche Ordnung und zweckmäßige Kuͤrze im Vortrage. Dieſe drey Eigenſchaften werden die Leſer hier größ⸗ tentheils mit Zufriedenheit wohrnehmen. Der Ver⸗ faſſer hat ſich dadurch noch ein weiter 3 Verdienſt erworben, daß er in ein einziges Baͤndchen von 301 klein Octav⸗Seiten eine ungemein große Zahl von Thatſachen zuſammen zu draͤngen wußte, und die Geſchichte bis zum Jahr 48gr5. fortfuͤhrte⸗ Nicht keicht wird man etwas von Wichtigkeit ver⸗ wiſſen. Und doch ſind die Begebenheiten nichts —— —,———————— Vorrede.— weniger als iu trockener, aphoriſtiſcher Manier vorgetragen, und ungeachtet der Kuͤrze im Vor⸗ trage iſt die Verbindung einer Begebenheit mit der andern ſichtbar. Wir glauben daher, daß dieſes Taſchenbuch nicht blos als Huͤlfsmittel fuͤr das Ge⸗ dächtniß zur Wiederholung deſſen, was man reits zuvor ausfuͤhrlicher gehort oder geleſen hat, ſondern auch ſelbſt als Lefebuch gebraucht werden könne. Nur duͤrfte es manchen Leſer ein wenig ermuͤden, daß die Erzaͤhlung vom Anfange bis zum Ende ohne alle Eintheilung in Zeiträume, Abſchnitte, Kapitel, oder Paragraphen ununterbrochen fortlaͤuft. Doch verſchaft eine am Ende angehaͤngte Ueberſicht in dieſer Hinſicht einige Erleichterung. Darin iſt das Ganze nicht nur in drey Zeitabſchnitte, nämlſch in die alte, die mittlere und die neuere Geſchichte, ſondern jeder Zeitabſchnitt wieder in mehrere klei⸗ nere Perioden getheilt, mit Angabe der Jahrs⸗ zahlen von einem Abſchnitt zum andern, und von eiuer kleineren Periode zu andern. Den Beſchluß macht ein brauchbares Regiſter.“ In dieſer zweiten Ausgabe habe ich nun nicht nur jene Winke ſorgfaͤltig beachtet, ſondern durch chronologiſche Notizen, und andere Zuſaͤtze, dieſem VI Vorrede. neuen Werkchen mehr Vollkommenheit und Brauch⸗ 3 barkeit zu geben geſucht. Mdoge, ſtatt aller Empfehlung die Verſicherung hinreichen, daß ich in meinen Erholungsſtunden nicht ohne Rutzen für das gebildete Publikum gearbeitet zu haden glaube. Im Monat Juni 1820. Der Verfaſſer⸗ — 3——— Laſch A. Alte (3964 d), Chriſto). Ueberſicht zu dem enbuch der Weltgeſchichte. Geſchichte: Von Erſchaffung der Welt oder nach andern 5722 Jahre vor Chri⸗ bis auf Diokletian(254 Jahre nach I. Von der großen eſetee oder 3400 Jahre erſtö vor Chr.), bis auf die 3 Jahr vor Chr.). rung von Troja 71184 11. Von der Zerſtörung Troja's(1134 Jahr vor Chr.), bis auf Solon 578. vor Chr.). III. Von Solon(õ94), bis auf Alexander d. Gr.(33 ½ v. Chr.). IV. Von Alerander d. Gr.(322 Jahr v. Chr.), bis auf Auguſtus oder die Seburt Jeſu Chriſti. V. Von der Geburt Jeſu Chriſti, bis auf Diokletian E34 nach Chr.). B. Mitt lere Geſchichte: Von Diokletian (a8g nach Chr.), bis auf den Landfrieden zu orms(r495), unter Kaiſer Marimilian I. VI. Von Diocletian(294), bis auf das Ende der Rö⸗ merherrſchaft(476), oder bis auf Chlodwig(486). VII. Von Cblodwig(à66), bis auf Karl d. Gr.(763 bis 614.). VI Ueberſicht. VIII. Von Karl d. Gr.(314), bis auf Rudolph bon Habsburg(1273.). IX. Von Rudolph von Habsburg(12753.), bis auf den Landfrieden zu Worms, Kaiſer Maximlian I.(1495.). C. Neuere Geſchichte: Von dem Landfrieden zu Worms(rg951), bis auf die franzoſiſche Revolution(1789.), nebſt einem Anhang bis auf die neueſte Zeit. X. Von dem Laudfrieden zu Worms(1495.), bis auf den Religionsfrieden(1555.). XI. Von dem Religionsfrieden(1555.), bis auf den weſtphaͤliſchen Frieden(1648.). XII. Von dem weſtphaäliſchen Frieben(1648.), bis auf den Frieden zu Dresden(1745), Aachen(1748) und⸗ Hubertsburg(1763). III. Vom Hubertsburger Frieden(1763.), bis auf die franzoſiſche Revolution(1789.). XIV. Von der framzoͤſiſchen Revolution(1789.), bis Ende des Jahrs 1319. Anmerkungß. Wegen des Zuſammenhangs der Geſchichte verſchiedener Völker, welche in gewiſſen Perioden zuſammen trifft, kann oft einer und derſelbe Name an verſchiedenen Stelten vorkommen, daher zur möglichſten Vermeidung eines Mißverſtaͤndniſſes, nur im Regiſter nachgeſehen werden darf, ob es auch wirklich eine und eben die⸗ ſelbe Perſon ſey. Einleitung. E, iſt Pflicht des Geſchichtſchreibers, ſich fowohl die bürgerlichen Epochen und Jahrrechnungen, die bei ver⸗ ſchiedenen Voͤlkern uͤblich waren, als die hiſtvriſchen, die blos von den Geſchichtſchreibern zum Behuf der Methode im Vortrage der Geſchichte gewählt wurden, bekannt zu machen; auſſerdem iſt ſein Vortrag dunkel. Bei den Aegyptiern, Babyioniern und Perſern wiſ⸗ ſen wir nichts von buͤrgerlichen Epochen und Zeitrech⸗ nungen, ob es gleich ſehr wahrſcheinlich iſt, daß es ihnen daran nicht gefehlt hat Hiftoriſche Epochen fin⸗ den ſich ebenfalls nicht in der dunkeln alten babyloni⸗ ſchen Geſchichte, auſſer der einzigen des Nebukadnezar, dieſes furchtbaren Eroberers, der alle bis dahin beſtan⸗ denen Aſiatiſchen Staaten und unabhaͤngigen Voͤlker diſſeits des Euphrats bis zu Aegypten hin unter ſeine Fuͤße trat. Ein mit chronologiſcher Gewißheit beſtimm⸗ tes Jahr ſeiner Herrſchaft iſt das Jahr 538 vor Chrißti Geburt, wo er Jeruſalem eroberte. In der Aegyptiſnen Geſchichte gibt zwar Herodot hiſtoriſche Epochen an, aber zu unbeſtimmt und dunkel, als daß ſie ſich mit Zuverlaͤßigkeit auf Jahre vor Chriſti Geburt zurüchfüh⸗ ren ließen. Die einzige hiſtoriſch gewiſſe und chronolo⸗ giſch beſtimmte Epoche in der alten Geſchichte Aegyp⸗ k Spaͤth Taſchenb. d. Weltgeſchichte. 1 2 Einleitung. tens iſt der Verluſt ſeiner Selbſtſtaͤndigkeit, ſeiner Unter⸗ iochung von den Perſern, um das Jahr 526 vor Chr. G. unter Darius I. Hyſtapis Die alte Perſiſche Ge⸗ ſchite hat zwei hiſtyriſch gewiſſe, chronologiſch beſtimm⸗ te Epochen, nämlich: die, der Errichtung ihrer Mo⸗ narchie durch Cyrus um das Jahr 536 vor Chr. G. und die ihres Untergangs mittelſt der Eroberung durch Alexander den Großen 331. vor Chriſti Geburt In einem der Werke des Ptolemaͤus findet ſich ein Verzeichniß von Koͤnigen und Kaiſern, eine Regenten⸗ Cafel(navov Baotetwv). Bei den Namen dieſer Konige und Kaiſer ſtehen zwei Zahlenreihen, wodurch die Regierungs⸗Jahre ei⸗ nes jeden, und dann die Jahre der Regierungs Zeit ſeines Vorgaͤngers angedeutet ſind. Der erſte der Bäby⸗ loniſchen Koͤnige, mit velchem die Tafel anfängt, iſt Nabonaſſar, welcher 14 Jahr regiert hat. Die aſtrono⸗ miſchen Chronologen haben ausgerechnet, daß ſein Regie⸗ rungs⸗Antritt in das Jahr 747. dor Chr. G. gefallen iſt. Jenes Regenten⸗Verzeichnis, welches man gewoͤhnlich den Kanon des Ptolemaͤus nennt, iſt fuͤr die alte Chrono⸗ logie ſehr merkwuͤrdig geworden. Es hat den Forſchern zum ſichern Lettfaden gedient, um aus allen den Ver⸗ wirrungen und Dunkelheiten ſich herauszufinden, die da⸗ durch entſtanden waren, daß die alten Hiſtoriker ſich ſo ganz verſchiedener Methoden, die Zeiten zu berechnen, bedienten. Von den Griechen iſt bekannt, daß ſie lange keine andere Zeitrechnung hatten, als die drei Generationen, Großvater, Vater und Sohn. Pherecydes und Kadmus von Milet, die beiden aͤlteſten Geſchichtſchreiber der Grie⸗ chen, die ungefaͤhr 500 Jahre vor Chr. G. gelebt, ſollen die Zeiten der Begebenßeiten nach der Geſchichts⸗ folhe berühmter Familien angegeben haben. Auch Herodot rechnet ſo.„Die Koͤnigin Semiramis, ſagt er, „habe gelebt fuͤnf Generationen vor der Königin Nitoris.“ Dem Grundſatze des Herodots zufolge, gaben die Griechen Einleitung. 3 jeder Generation 33 /3 Jahre, weil hienach auf 100 Jahre 3. Generationen gezaͤhlt wurden. Die Geſchlechtsfolge der Könige von Lacedämon aus dem Hauſe der Herakliden, d i. aus den Nachkommen des Herkules, war beſonders durch Denkmaͤler bekannt; ſo ſuchten ſie z. B. die Zeit des Trojaniſchen Kriegs auf folgende Weiſe zu beſtimmen: König Leonidas von Lacedaͤmon, der fuͤr die Freiheit der Griechen bei Thermovylaͤ fiel, war der ſiebzehnte Ahkömmling des Herakliden Ariſtodemus, welcher das Königreich Lacedaͤmon für ſeine Familie erwarb. Auf je⸗ 3 den Koͤnig 33 1/3 Jahre gerechnet, waren 567. Jahre; da . Ariſtodemus der vierte Abkömmling von Herkules war, ſo kamen, dieſe vier Generationen von 130 Jahren zu jenen 567. hinzugethan, 697 Jahre heraus; und da der trojaniſche Krieg ungefähr eine Generation, d. i. ungefaͤhr 33. Jahre nach dem Herkules ſh wurde, ſo blieben 664. Jahre. So viele Jahre alſo ſagten die Griechen, waͤren ungefaͤhr dem trojaniſchen Kriege bis zum Leonidas verfloſſen Da nun Levnidas i. J. 430 vor Chr. 3 G. den Tod ſür ſein Vaterland ſtarb, ſo nahmen die * neuern ſh an, daß der wojaniſche Krieg ungeſ. 1144. vor Chr. G geführt worden ſei. Wenn gleich der Grundſatz, drei Generationen unge⸗ fähr fuͤr ein Jahrhundert zu rechnen, an ſich ſeine Rich⸗ „ tigkeit vat; ſo machte doch Newton die Bemerkung, daß die Griechen eine falſche Anwendung von dieſem Grund⸗ ſatze gemacht haben, indem ſie die Regierungszeit von drei Koͤnigen nach einander, drei Generationen gleich ſchäzten, und für ein Jahrhundert gelten ließen. Er zeigte, daß man im Durchſchnitt auf die Regierungs⸗ zeit eines Koͤnigs nur ungefaͤhr 18. hoͤchſtens 20. Jahre rechnen;irfe; hiernach wuͤrde die Regierungszeit jener 17. Heratliden nur ungefähr 340 Jahre betragen haben, der trojaniſche Krieg ungefäͤhr 800 bis 620 vor Chr. G. gefuͤhrt worden ſeyn. —— —2 1* 4 Einleitung, „ Eine gemeinſchaftliche bürgerliche Zeitrechnung hatten die Griechen nicht; in jeder Republik bezeichnete man das Jahr, wo etwas geſchehen war, blos mit dem Namen deſſen, der zu dieſer Zeit die höchſte Magiſtratsſtelle be⸗ kleidete. In Athen war es der erſte unter den 10. Ar⸗ chonten; zu Lacedamon waren es nicht die Namen der Kö⸗ nige, ſondern es war der Name des erſten dem Range nach unter den funf jaͤhrlich gewählten Ephoren. Es iſt wohl zu glauben, daß dieſer Mangel einer gemeinſchaftlichen burgerlichen Zeitrechnung es den alten Geſchichtſchreibern ſehr ſchwer gemacht hat, die Zeiten der Begebenheiten auf eine, allen Griechen verſtaͤndliche Art anzugeben. Timaͤus aus Sicilien nach den Zeiten Alexanders, (um 300 v. Chr.) ſoll zuerſt bemerkt haben, daß die Olymviſchen Spiele hiezu dienen könnten; er ſoll zuerſt in ſeinen Schriften, deren keine ſich erhalten, die Zeiten nach Olympiaden beſtimmt haben, worin ihm alle fokaende Geſchichtſchreiber nachgeahmt haben, obgleich die Olym⸗ piaden zu einer offentlichen buͤrgerlichen Zeitrechnung nie angenommen wurden. Man zählte aber die Olympiaden nicht von der er⸗ ſten Stiſtung dieſer Spiele an; der Urſprung dieſer ural⸗ ten Spicle fiel in die dunkeln Zeiten, wovon man nur un⸗ zuverläßige Sagen hatte. Erß ſpaͤter ſieng man an, den Kaͤmpfern zu Ehren, welche den Preis erhalten, Sta⸗ tüen und andere Denkmäler zu errichten. Coröbus ſoll der erſte Kaͤmpfer geweſen ſeyn, dem eine Statuͤe errichtet worden. Die vier erſten Jahre(allemal nach Ablauf von 4 Jahren wurden die olympiſchen Spiele gehalten) ſeit der Krönung des Coroͤhus waren die erſte Olympiade Bas Jahr, wo Corobus den Preis erhielt, mithin das erſte Jahr der erſten Olympiade, ſiel in das Jahr 776. vor Chr. G. Die Roͤmer hatten keine ändere bürgerliche Zeitrech⸗ nung als die Folge der beiden, jedes Jahr regicrenden Conſuln(Conſular⸗Aera.) Sie faͤngt an mit dem Jahr 245. nach. Erbauung der St. Rom= 503. v. Chr. G. Dieſe — Einleitung. 5 Conſular⸗Aera wurde ſelbſt unter den Kaiſern beibe⸗ halten. Tacitus bezeichnet die Jahre nie anders als mit dem Namen der beiden Conſuln. Selbſt nachdem von der Conſularwürde nichts mehr üdrig geblieben war, als der Titel, der Rang und die laͤſtige Pflicht dem Volke ein koſtbares Feſt zu geben, wurde das Jahr immer noch nach den Conſuln benannt. In den Conſtitutionen der Kaiſer, im Codice, werden immer noch die Conſuln genannt. Förmlich wurde das Conſulat erſt abgeſchaft durch eine Verordnung Kaiſers Lev, d. Phil., der 336 bis 911 regierte. Die Jahrrechnung; nach Erbauung der Stadt, an⸗ nus urbis conditae, iſt nie eine buͤrgerliche Zeitrechnung bei den Römern geweſen. Die Roͤmer ſelbſt waren in An⸗ ſebung des Alters ihrer Stadt lange ebenſo unwißſend als gleichguͤltig geblieben. Erſt der ältere Cato, welcher 143. v. Chr. ſtarb, und nachher Varto in den Zeiten Auguſts, hatten Unterſuchungen über Roms Erbauungs⸗ Jahr angeſtellt; nach Cato's Berechnung ſollte es das er⸗ ſte Jahr der ſiebenten, nach Varro's das vierte der ſechs⸗ ten Olympiade geweſen ſeyn. Die Chronologen haben Varro's Berechnung vorgezogen, und nach dieſer haben alle Geſchichtſchreiber d. I 234 v. Chr. G. angenommen. Newton bezweifelte die Richtigkeit dieſer Berechnung, weil beſonders die Regierungsjahre der Koͤnige hiebei viel zu hoch angenommen ſeyen. Nach ihm dürfte man der Regierung eines Koͤnigs im Durchſchnitt höchſtens 20 Jahre beilegen, wonach Rom etwa 626. v. Chr. erbaut worden wäre. Im Jahre 681. nach Chr. G. hatten die Theologen des griechiſchen Kaiſerthums auß der ſechsten oͤkumeniſchen (allgemeinen) Kirchenverſammlung als eine erwieſene That⸗ ſache angenommen, daß die Welt am. September 5508. Jahre, 3. Monate, 25. Tage vor Chriſti Geburt erſchaffen ſei. Dieſe Jahrrechnung wurde von allen vrientaliſchen Kirchen in Religions⸗Sachen angenommen. Sie wurde endlich auch von den Kaiſern zu Conſtantinopel, nach Einleit'ung: Abſchaffung der Conſular⸗Aera, in den Urkunden ge⸗ braucht, und in das bürgerliche Leben eingefuͤhrt. Unſere in der abendlaͤndiſchen, oder lateiniſchen Kirche erfundene und eingeführte Methode, die Jahre von der Geburt Chriſti an zu rechnen, iſt von den Griechen nie angenom⸗ men worden. Zwei feindſeelige Kirchen ſind ſehr geneigt, auch in Dingen, die die Religion kaum betreffen, das Beſſere des Gegners zu verwerfen. Von Conſtantinovel aus wurde mit dem Chriſten⸗ thum auch dieſe Zeitrechnung unter die Ruſſen eingefuͤhrt, hei welchen ſie im Gehrauch geblieben, bis Peter I. ſie im Jahr 1700 abſchaffte, und die in Europa allgemein uͤbliche Jahrrechnung nach Chr. Geb. einfuͤhrte. Zu verwundern iſt es, daß die Chriſten ſiebenhun⸗ dert Jahre lang jwar mehrere Feſitage batten zum Anden⸗ ken der wichtigſten Begebenheiten im Leben Jeſu; daß ſie die Tage, an welchen dieſe Begebenheiten vorgefallen, muühſam erforſchten, z. E den Bſtertag; daß ſie ſogar den Gehurstag Jeſu feierten, gleichwol aber in Anſehung ſeines Geburzs⸗Jahres ebenſo unwiſſend als gleichgültig blieben; daß ſeibſt die Thevologen im griechiſchen Kaiſer⸗ thum nie die Frage aufwarfen, in welchem Jahre Jeſus Chriſtus gehoren ſei? ſie, die doch gelehrte Unterſuchüngen dieſer Art liebten, die ſo fleißig Kirchengeſchichte ſchrie⸗ ben, ſie, die in einer großen Verſammlung das Schoͤ⸗ pfungs⸗Jahr feſtſezten. Ein Moͤnch, der zu Rom in Dun⸗ kelheit lebte, ungefaͤhr um das Jahr 530., der aus einem, damals ſo unbekannten Lande war, daß man ihn fuͤr einen Scythen hielt, der Moͤnch Dionyſius, mit dem Beinamen Exiguus(der Geringe) war es, der zuerſt in ſeiner Zelle das Geburts⸗Jahr Jeſu durch chronologiſche Berechnungen zu erforſchen ſuchte, und das Jahr, das er dafür angenommen, iſt eben dasjenige, nach welchem wir noch heut zu Tage rechnen. Aber erſt zweihundert Jahre ſpaͤter, um das Jahr 720, war es der Angelſächſiſche Moͤnch Beder, der Ehrwürdige, der den Chriſten empfahl, das Geburts⸗Jahr Jeſu, ſo Einleitung. 7 5 wie es Dfonyſius berechnet hatte, zur Anfangs⸗Epoche „ ihrer Zeitrechnung zu machen. Carl der Gr. war es, der⸗ nachdem er ſich im Jahr 300 zum roͤm. Kaiſer hatte kroͤnen laſſen, zuerſt dieſe Jahrrechnung in ſeinen Urkun⸗ den brauchte, ſeither iſt ſie die allgemein uͤbliche Zeitrech⸗ nung im ehriſtlichen Europa geworden. 2 In dieſer Zeitrechnung iſt angenommen, daß Chri⸗ ſtus 25 nach Erbauung der Stadt Rom geboren ſei. Allein neuere Forſcher behaupten, daß aus einigen Zeit⸗ Umſtaͤnden, welche in der Lebensgeſchichte Jeſu beſtimmt angegeben ſeien, ſich ergebe, Jeſus ſei im Jahr 250 nach Roms Erbauung geboren. 8. B. im Evang. Io⸗ hannis(2. Kap.) wird erzählt, im 30. Lebensjahre Jeſu hätten ihm die Juden geſast:„Dieſer Tempel iſt ſeit 46. Jahren erbaut“ u. ſ. w. Es iſt die Rede von dem Bau, den Herodes der Erſte befohlen hatte; das Geburts⸗Jahr Jeſu war alſo das 16. Jadr des Tempelbaues. Herodes defahl den Bau im 18. Jahr ſeiner Regierung; diefe . trat er 717 a. u. c. an, das 16te dieſes Tempelbaues alſo und folglich das Geburts⸗Jahr Jeſu war das 772. ue. Ferner, Jeſus feierte mit ſeinen Juͤngern dos Paſſah⸗ ſeſt an einem Donnerſtage im 34. Jahr ſeines Lebens. Die Aſtronomen haben ausgerechnet, daß das Paſſahfeſt in einer langen Reihe von Jahren, vor, und nach dem Tode Jeſu auf keinen Donnerſtag habe fallen konnen, als in dem einzigen Jahre 784 nach Roms Erbauung. Die⸗ ſes war alſo das 34. Lebensjahr Jeſu, und fein Geburts⸗ jahr folglich 750. a. u c. Die, in Europn nun allgemein übliche Jahrform wird das Julianiſch⸗Gregorianiſche Jahr, oder der J G. Kalender genannt. Der Name: Julianiſcher Kalender zeigt an, daß dieſe Jahrförm von dem römiſchen Dikta⸗ tor Julius Caͤſar eingeführt worden. Alle Voͤlker in Europa, die zum Chriſtenthum bekehrt wurden, nahmen dieſen Kalender an, und behielten ihn bei bis zum Jahr 582. nach Chr. G. Um dieſe Zeit wurden wichtige Einleitung. Verbeſſerungen auf Veranſtaltung des Pabſtes Gregor XIII. in ihm gemacht, und dieſen verbeſſerten nannte man den Gregorianiſchen Kalender. Von dieſer Zeit an nennt man den urſpruͤnglich von Julius Caͤſar herrühren⸗ den, auch wohl den alten Kalender, oder den Kalender alten Styls, und den vom Pabſt verbeſſerten auch wohl den neuen, oder den Kalender neuen Styls. In dem Kalender des Julius Caͤſar wurde angenommen, daß das Sonnen⸗Jahr 365. Tage, und 6. volle Stunden betrage; daher wurde, weil die 6 Stunden in 4 Jahren einen gan⸗ zen Tag ausmachten, alle vier Jahre Ein Lag einge⸗ ſchaltet, und das vierte Jahr war immer ein Schaltjahr von 366 Tagen. Der Anfona des Jahrs wurde mitten in den Winter geſezt; gegen dieſes war inſoweit nichts zu ſagen, da es gleichgultig iſt, ob man das Jahr im Winter oder Sommer zc. anfangen will. Aber, daß man nicht den kurzeſten Tag im Winter, das Winter⸗Solſtiz, ſondern erſt den achten Dag nach ihm, den erſten Januar, zum er⸗ ſten Taß des Jahrs machte, konnte als ein Fehler gegen die aſtronomiſchen Grundſaͤtze angeſehen werden; denn da die Bewegung und Ruͤckbeweguug der Sonne von ei⸗ nem Wendekreiſe zum andern der Masſtab des Jahres ſehn ſollte, ſo mußte man das Jahr da anfangen, wo dieſe Bewegungen anfangen. Dieſes Julianiſche Jahr wurde ferner, jedoch nicht mehr von Julius Cäſar ſelbſt, ſondern erſt lange nach ihm, ſeitdem das Chriſtenthum die herrſchende Religion geworden war, in zweiundfünfzig Wochen eingetheilt, jede Woche zu 7 Tagen. Da dieſe 52 Wochen zuſammen nur 364 Tage geben, ſo bekam das gemeine Zhr einen, und das Schaltjahr zwei Tage mehr als 52 Wochen, woraus die neue Unbeguemlichkeit entſprang, daß der Neujahrstag in jedem der 3 Jahre um einen und im vierten um zwei Tage ſpäter fiel, als in dem vorhergegangenen. Da ein Sonnenjahr genau 365 T. 5 St. 43“ 45 30“ betraͤgt, ſo war bei dem In⸗ lianiſchen Jahr die Dauer des Jahrs um 11“ 14“ 350“ groͤßer angenommen, als ſie wirklich betraͤgt, was nach Einleitung. 6 einigen Jahrhunderten ſchon ganze Tage ausmachte, ſo, daß man im ſechzehnten Jahrhundert insbeſondre an der Feier des Bſterfeſtes bemerkte, daß der Neujahrstag nach dem Kalender um zehen Tage ſpäter eintraf, als er nach dem Sonnenlauf eintreffen ſollte. Nach einem Schuſſe des Nicaiſchen Concilium(v. J. 325) ſoll nämlich Bſtern den erſten Sonntag gefeiert werden, der nach dem erſten Vollmonde nach dem Früh⸗ lings⸗Aequinoctium einfaͤllt. Das Fruͤhlingsäquinoctium ſollte, nach dem Julianiſchen Kalender, auf den 21. Maͤrz fallen. Allein im ſechszehnten Jahrhundert bemerkte man, daß das Fruͤhlingsäquinoctium ſchon 10 Tage fruͤher eingetreten war, als man nach dem Kalender den 31. Maͤrz ſchrieb. Pabſi Gregor XIII. übertrug einem damals in der Wiſſenſchaft der Aſtronsmie ſehr geachteten Manne, Aloi⸗ ſio Lili, den Kalender zu verbeſſern. Um nun das Jahr mit dem Sonnenlauf wieder uͤber⸗ einſtimmen zu machen, wurden damals aus dem Jahre 1562 zehen Tage, als um ſoviel der Neujahrstag des ſolgenden Jahrs zu ſpaͤt wuͤrde gekommen ſeyn, ausge⸗ worfen; man ſchrieb naͤmlich nach dem 4. Octb., ſtatt 5. gleich 15. Oetb.; dieſes Jahr hatte alſo nur 355 Tage⸗ Zugleich wurde, um künftige aͤhnliche Taganwuͤchſe zu verhüten, feſtgeſezt, daß je, drei Jahrhunderte nach ein⸗ ander, welche, nach dem Julianiſchen Kalender alle Schaltjahre ſeyn wuͤrden, nur gemeine Jahre, und dann nur das zum viertenmal eintretende hundertſte Jahr ein Schaltjahr ſeyn ſollte. Dieſer Regel zu Folge waren die Jahre 1700 und 1800 nach dem Gregor. Kalender gemei⸗ ne Jahre, nach dem Julianiſchen hingegen Schaltjahre, daher nach lezterem, z. B. die Ruſſen nun 12 Tage hin⸗ ter uns zurük ſind. Das Jahr 1900 wird auch ein gemeines, das Jahr 2000 aber, ein Schaltjahr ſeyn. Dieſer verbeſſerte Gregor. Kalender wurde auf Be⸗ fehl des Pabſtes von allen Katholiſchen Staaten, insbe⸗ Einleitung. ſondere auch bon denen in Teutſchland auf dem Reichs⸗ tage zu Regensburg 1582 angenommen. Aber ſowohl die keutſchen Proteſtanten auf dieſem Reichstage, als die Proteſtanten uberhaupt im ganzen Europa, nahmen ihn damals nicht an, weil ſie auch nicht den Schein haben wollten, ſich durch die Autorität des Pabſtes in irgend einer Sache beſtimmen zu laſſen. Doch endlich beſchloſſen die Proteſtanten in Teutſchland, den beſſern Kalender nicht laͤnger zu verſchmähen; ſie führten ihn ein mit dem Jahr 1700; der Februar, welcher nach dem Julianiſchen alender 29 Tage hätte haben ſollen, bekam nur 18, nach dem 18. Febr. ſchrieb man ſchon den 1. Maͤrz. Nun nah⸗ men auch Dänemark, Holland und die Schweiz dieſen Kalender an; in England wurde er erſt 1752 und in Schweden 1753 eingefuͤhrt. Die Ruſſen ſind die einzige chriſtliche Nativn in Europa, die den alten Kalender noch beibehält. Es iſt oben ſchon erwähnt, daß nach einem Beſchluß der allgemeinen Kirchen⸗Verſammlung im J. 631 von Erſchaffung der Welt bis zu Chriſti Geburt eine Zeit von 5506 Jahren 5. Mon. 25 Tagen feſtgeſezt wurde. In den gewöhnlichen Zeitrechnungen ſind aber 3084 Jahre angegeben; es iſt daher auf alle Faͤlle das An⸗ gemeſſenſte, in der allgemeinen Weltgeſchichtr nicht nach Jahren der Welterſchaffung, ſondern nach der Zeitrech⸗ nung vor und nach Chr. Geb. zu erzaͤhlen. —— —— — S— Seſchichte. Die Frage: Wie der Menſch entſtanden, oh er lange in unſchuldi⸗ ger Jugend gelebt, bis er feine Glückfecligkeit der Schlan⸗ genliſt eingeſchlichener Wolluſt aufgeopfert, oder ob er, nach langer Arbeit der Natur, aus dem Schlamme end⸗ lich ſo, wie er iſt, gehildet worden, und nach und nach zu der Kraft und Schönheit gelangt, wodurch er gllen andern Thieren überlegen iſt, findet darin ihre Berichti⸗ gung, daß der Erſte der Menſchen gut, ſchwach und ver⸗ dorben hingegen der war, welcher unter den Zwaüg der geſellſchaftlichen Anſtalten trat. Bei den meiſten alten Völkern finden ſich Spuren, daß lange vor ihnen die älteſten Menſchen richtig dach⸗ ten uͤber die Dinge von der hoͤchſten Wichtiakeit, über Gott, die Welt, die Unfterblichkeit, ja über die Bewe⸗ gungen der Geſtirne waͤhrend ſie in andern Dingen gani ungebildet, in Lebensgeſchäften Kinder waren. Jene reine ürbegriffe, jene geiſtigen Fertigkeiten, zu welchen der Menſch durch ſich ſelbſt nie ſich haͤtte empor⸗ ſchwingen koͤnnen, wie vat ſie der uns inwohnende Hauch der Gottheit, unſer Griſt, anders, als durch unmittel⸗ baren Unterricht eines höbern Weſens bekommen? Wohl mag durch den Lauf der Zeiten, durch die langwirrige Muͤhe der Urbarmachung eines oͤden Erdbodens, jener 72 Geſchichte. rein geiſtige hohere Eindruck nachmals ſich verdunkelt, und, indem der Gebrauch materieller Anlagen dem Men⸗ ſchen zu Uebung ſeiner Geiſteskraͤfte uͤberlaſſen blieb, ihn genoͤthigt haben zu mannigfaltigen ünſten. In den Gebirgen Kaſchmiriens, in Baſchkirien, im Tibet, im Norden von Sina waͤchst das Korn viele Jahre lang ohne Saat noch Bauz in den Bergländern ſinter dem Kaſpiſchen Meere, fand Theophraſtus die Gerſte wild wachſen. 3 Da, auf einer von Kaſchmiriens gluͤcklichen Auen, oder auf einer geſunden Höhe Tibets war es gewiß, wo Gott dem erſten Menſchen von Erde den Funken des götlichen Geiſtes einblies, aber wer vermag zu zaͤhlen, wie oft ſeitdem die Sonne aufgegangen? Denn die Zeit⸗ Fechnung aller Nationen ſteigt ungefaͤhr gleich weit hin⸗ auf, und die großen Zahlen der Sineſer, Indier und Vegyptier ſind nicht hiſtoriſch, ſondern aſtronomiſch zu deuten, ſo etwa, wie die Natur⸗Perioden von Buffon, wovon er eine von 60000 Jahren anzunehmen fuͤr gut fin⸗ det, die erforderlich geweſen ſei, bis die Erde ſo gewor⸗ den, wie wir ſie ſehen. Der Verfaſſer des aͤlteſten Sineſiſchen Geſchicht⸗ buches Tſchu⸗king, welches bis in die Zeiten unſers tro⸗ janiſchen Kriegs hinauf ſteigt, iſt junger, als unſere Griechen: Homer(1000.) und Heſiodus(900 b. Chr.) Von dem uns bibliſch bekannten Urſprung der Men⸗ ſchen bis zum Jahr 1320. nach Chr. Geb. kann man, nach der Ausrechnung der ſechsten oͤkumeniſchen Kirchen⸗ Verſammlung 7323 Jahre zaͤhlen, naͤmlich: vor Chr. 3246. 2262 J. bis zur Ueberſchwemmung; von da 2012. 1134. bis auf Abraham. 2037. 75. bis er nach Canaan aieng. 1836. 201. bis Jakob nach Aegypten zog. 1506. 330. bis auf Moſes. 1014. 492, bis auf Salomo's Tempelbau⸗ —— — ——— — Geſchichte. 13 dor Chr. 375. 139. bis den Fall des großen Aſſyr⸗ eichs. 600. 253. bis auf Nebukadnezar. 560. 40. bis auf Cyrus. z44. 116. bis auf Perikles. 334. 110. bis auf Alexander d. Gr. 146. 188. bis auf d. Zerſtörung von Karthage und Forinth. 60. 36. bis auf Julius Cäſar. 60. bis auf die Geburt Chriſti. J0h. Jahre. 1820. macht: 7328. Jahre⸗ A. Alte Geſchichte bis auf Diocketian. 3200 Jahre vor— bis 284 nach Chr. Geb. 1. Von der großen Waſſerfluth(3200.) bis auf die Zerſtdrung von Troja(1189.). Nach der großen Waſſerfluth wohnte Noah, der zweite Stammvater des menſchlichen Geſchlechts, mit 7 Perſonen von ſeiner Famitie, in der Arche gerettet, und niedergelaſſen auf dem Berge Ararat, am Fuße die⸗ ſes Gebirgs, und in der Folge in der Ebene Sinear, nachmals Chaldaa genannt, zwiſchen den Fluͤſſen Euphrat und Tigris Seine 5 Soͤhne hießen, Sem, Cham und Japhet Der Weinbau iſt ſchon bekannt. Die Truͤmmer der ait⸗perſiſchen Haupiſtadt Eſtakhar (Perſepolis,, wie die des ägpptiſchen Lakſor(Tyeben) tragen den Eindruck majeſtätiſcher Größe und eines edeln Triebs der Verewigung gewiſſer Warbeiten oder Ereig⸗ niſſe. Noch ſind Syuren von Zerduſeht's reinem Gottes⸗ dienſte kennbar Aber, katt jeuer hoſun Gefü, le von antiker Einfait und Groͤße in jeuen Laͤndern, zeigt ſich . 7 1. Von der großen Waſſerfluth(3200v. Ch. G.) ſpaͤterhin und jezt, mehr Vorliebe zum Sonderbaren und Gekünſtelten. Füblte ſich der ſeinem Urſprunge nä⸗ bere Menſch größer? dachte er weniger auf den Sinnen⸗ genuß, und mehr an die Ewigkeit? 2500. vor Chr. Voͤlker am Euphrat'und Tiaris, die Chasbim(Chaldäer) werden geftttet, und genießen unter 2eni bekannten Koͤnigen viele hundert Jahre lang ihres ücks. Syrien, zwiſchen dem Libanon, dem Taurusgebürge, dem Euphrat und Meer, beſonders aber ſeine Küſte, ſo weit ſie von den Phöniziern bewohnt war, hat auf alle Völker maͤchtig gewuͤrkt. Da war es, wo Belus, Mimrod)(2400) den großen Aſſyriſchen Staat, und 600 Jahre nachher(1000) Ninus und Semiramis das große ſſriſche Reich gegründet, wo der Thurmbau gewagt worden. Um dieſe Zeit(2300) lernen wir Menes als den er⸗ ſten Regenten von Aegypten kennen, Dheben, und die Ableitung des Nils nicht minder, Sternkundige(2200) in Babylon. 000. J. v. Chr. war Abraham, der Stammvater 2 der Hebräer in Paläſtina; er wurde geboren in Ur in Chaldaa. S Zur ſelbigen Zeit waren es die Phönizier, die Er⸗ finder des Glaſes, des Purpurs, der Muͤnze, der nach⸗ mals in Europa gewöhnlich gewordenen Vuchſtaben, welche alle Ufer der mittehaͤndiſchen See beſuchten, die Inſel Thaſos, und viele andere im griechiſchen Meere, Boͤotien, Nordaftika, die Küſten Spaniens bevoͤlkerten und kultivirten. Selbſt von den Inſeln und einem feſten Lande jen⸗ ſeits des Weltmeers hrachten ſie die Idee unter die Al⸗ ten.„Die größten Dinge“ ſagt Joh v. Muͤller„ſind durch kleine Völker geſchehen; ſie bedurften der Anſtren⸗ gung.“ Pharaonen, und Memphis, die Hauptſtadt des alten Aegypten(2000), ſodann(190c) Hebräer, Jakob mit ſei⸗ dis auf die Zerſidrung von Troja(T134. v. Ch. G.) 15 nen 12 Söhnen, Edomiten am rothen Meere Da, wo nun ein Theil des griechiſchen Meers fluthet, war Lek⸗ tonien; ſeine Reſte ſind die zahlreichen Inſeln(Archi⸗ pelaa), nachdem eine Erderſchuͤtterung ſeine Grundoeſten gebrochen und Waſſervogen vielleicht zu der Zeit alles bedeckt haben, als das uͤber die ſcytiſchen Gefilde ver⸗ breitete Meer im Bosporus Durchbruch erhielt, und mit dir Fluthen des mittellaͤndiſchen Meeres zuſammen uͤrzte. „ Inachus(1900) in der griechiſchen Geſchichte der aͤlteſte Name, ſoll Argos geſtiftet haben. Ihm folgt in Böͤotien(1500) Dgoges. Zu dieſer Zeit war Joſeph in Aegypten Ninus, und ſeine Gemalin und Nachfolgerin gruͤndet das große Aſſyriſche Reich. Iſraeliten⸗Colonie im Lande Goſen. Hieroglyphen. Mumien. Denotrus(1700) in Unter⸗Italien. Hiob(1600. Pflun, Muͤhlen, irdene Gefaͤße bekannt; Blcher, Him⸗ melskarten, Metallſpiegel. Zur ſelbigen Zeit bebaute Cekrops aus Aeaypten, in Griechenland die Gegend, wo nachmals die Burg von Athen(Akropolis) ſich ſo praͤch⸗ tig erhob. Nachmals nannten ſich die Voͤlkerſchaften von Grie⸗ chenland, Hellenen, von Hellen, dem Sohn des Theſ⸗ ſaliſchen Fuͤrſten Deukalion Hellen war der Vater von Dor, der Großvater Jon's, der Bruder Amphyktion's. Dieſer leztere iſt der Stiſter der veriodiſchen Verſamm⸗ lungen in den Thermopylen, deren Zweck Milderung der Sitten und Befoͤrderung der Gottesfurcht war, wohin Weiber und Kinder mitgebracht wurden. 1500. d. Chr. Kadmus aus Phönizien bringt die Buchftabenſchrifſt nach Bootien, wo er bei Fheben eine Burg aufrichtete. Zur ſelbigen Zeit war Moſeh's Auszug aus Aegypten; nach ihm(1420, drängte der Inden Feldherr Joſua die Phoͤniziſchen Stamme ans „ 46 I. Von der großen Waſſerfluth(3200 v. Ch.) 1400. Pelops, und nach ihm Perſeus, hatten ein äberwiegendes Anſehen ihrer Stadt Argos verſchaft, ſatt daß Athen ruhiger geblieben und beſſer kultivirt wurde, ſo wie des Arevpagus hohes Gericht ein ehrwuͤrdiges Muſter war. Von dem Unterdrückungsgeiſte und der Eitelkeit des Erbauers der großen Pyramide in Aegypten(Seſoſtris) wird viel geſprochen Aber die Denkmale des uralten Aegypten haben etwas Geheimnisvolles, was bewunderungswürdige Ideen verraͤth. Jede Seite des Fußes der Pyramide mit 500 multiplicirt, liefert einen geographiſchen Grad (— 57075 Toiſen(Klafter)); alſo betrug jede Seite 414 3/20 Toiſen= 776 Schuh wurtemb. und 733/3 A. Par. Lin. Genau daſſelbe Reſultat liefert der Cubus des Nilmeſſers 200,000 mal multiplicirt. Wahr iſt, daß Seſoſtris dadurch, daß er den Sol⸗ datenſtand von dem Bauernſtand trennte, beinahe die Verfaſſung erſchüttert hatz auch mag wohl die Prießter⸗ macht mitgewirkt haben, daß Aegypten uͤhertaupt nicht ſehr kriegeriſch war, ſo daß es bei der wachſenden Macht der Aſſyrier aͤthiopiſcher Hulfe bedurfte, und zulezt Aethiopier Pharao's Thron beſtiegen. 13500. Gordius in Phrygien, Tyrus, Labyrinth. The⸗ ſeus, vereintes Auika. Evonder in Latium. Minos 1I. Daͤdalus.„Argonauten. Jaſon, Orpheus, Herkules(Me⸗ dea, Muſaͤus.). 1200. Das italieniſche Urvolk, die Sikuler, nach⸗ dem ſie von den benachbarten Berohnern des Landes La⸗ tium, und den Pelösgern vertrieben worden aren, ner⸗ einigten ſich mit einem ſpaniſchen Stamm, den Sicanern am Fuße des Aetna, in Ler ſchoͤnen Inſel, welche no von ihnen, den Namen Sicilien führt Uebrigens ver⸗ loren auch die umherirrenden Pelasger, wilche frher ans Deſſalien, durch Denkalion vertrieben worden waren, bald alle Selblſtä di keit in Jtalien. (Menelaus, Helena, Aeskulap.) bis auf die Zerſtdrung von Troja(1184. v. Ch.) 17 1134. Zerſtörung von Jlion(Troja), Achllles, Odyſſeus, ieche Paris, Andromache.(Pyrrhus in Epirus⸗ Aencas. Herakliden im Peloponnes.) Simſon. Dreihundert Jahre nach dem, als die trojaniſche Macht in den Vorgebirgen des Ida ſich gebildet hatte, waren viele benachbarte aſiatiſche Voͤlker, und ſelbſt in Europa die thraziſche Kuͤſte und bis an Theſſaliens Grenze ein großes weites Land, theils freiwillig durch Verträge, theils durch Waffengewalt dem trojaniſchen Koͤnige zuge⸗ than worden. Jezt, als Paris, Sohn des Koͤnigs Priamus, dem Lacedämoniſchen Könige Menelaus, ſeine Gemahlin die Heiena entführte, vereinigten ſich wider jenen und fuͤr dieſen, die Fürſten der griechiſchen Voͤlker, unter Anfuͤh⸗ rung des Koͤnigs von Argos und Milenaͤ, Agamemnon, Bruders von Menelaus aus dem Gechlechte der Atriden. Nach tojaͤhrigem Kampfe war der troianiſche Thron geſtuͤrzt. Hundert fuͤnfzig Jahre nachher(1000) ſang Ho⸗ ſi Ilias und Odyſſee, die ſo alt ſind, als Davids almen⸗ II. Von der Zerſtorung Troja's(1184) bis auf Solon(†2½ vor Chr.). 0 1esg. Samuel Saul. David. Salomo's Tempelbau. Palmira(Tadmor) erbaut Smyrna. Mitylene. Milet Phocaͤa. Evheſus. Prokles und Euryſthenes in Eparta. Phönicier gruͤnden Gades. Kodrus. Archonten in Athen. Euboͤer erb. Kumaͤ. Achtzig Jahre nach der Zerſtorung von Sroja verlo⸗ ren die Atriden in dem Peloponnes die angeſtammte Ge⸗ walt. Nachkommen des Herkules, die Dorier, drangen in das Land. Da wurde Siſamenus, Agamemnon's En⸗ kel, Sohn des Hreſtes und der Hermione, erſchlagen⸗ 18 II. Von der Zerſtörung Troja's(tI84. v. Ch.) Nur Achaja blieb den Atriden, bis nach mehreren Jahr⸗ hunderten die Demokratie aufkam Temenus erwarb die ſchonen Gefilde von Argos. Die Hügel Meſßniens ſelen dem Fresphon zu. Des Ariſtodemus Zwillings⸗Söhne: Euryſthenes und Prokles wurden Könige von Lacedämon. Athen rettete Kodrus durch Aufopferung ſeines eige⸗ nen Lebens, nach ihm und ſeinem Andenken zu Ehren wurde die königl. Rezierung abgeſchafft und die Herr⸗ ſchaft der Archonten eingeführt, welche ſeinem Sohne Medon lebenslänglich aufgetragen nurde. Sie beſtand in der Aufſicht gewiſſer Gottesdienſte, dem Porſitz im Rathe und in der Gemeinde, ſo wie in der Anfuͤhrung der Armeen.. Schon blühten KHumaͤ und Smyrna, als der Gott don Delpben und der Rath der Impbicthonen dem Ne⸗ leus, einem Sohne des lezten attiſchen Koͤnigs, die An⸗ bauung Joniens auftrug. Dreizehn Colonien wurden in dieſem paradieſiſchen Lande ſchnell nach einander geſtiftet; ſie vertrieben die, an Mäanders Geſtaden weidenden, ka⸗ riſchen Hirten, und die Schwäne des Kayſttos freuten ſich des um die Ufer aufbluͤhenden Gartens. Bald zogen die herrlichen Berge, der ſanfte Erdſtrich u. ſ. w. eine ſo große Volksmenge an ſich, daß die glaͤnzenden Staͤdte ſelbſt wieder Kolonien ſenden mußten. er kennt nicht Ephoſus, Dejen, Kolophon, Pho⸗ kha, Priene, Samos, Chios, Miletos, als Staͤdte voll Geiſt, Ueberfluß und Kultur? Sie yatten einen Bund unter ſich, wozu kein Auslander zugelaſſen wurde. Zwey aͤhnliche Bundesſtaaten hatten ſich in der Nach⸗ barſchaft gebildet, nemlich: 12 Städte in Aeolien, wozu Fumä und Smyrna, 6 Städte auf Lesbos, 1auf der Inſel Tenedos, andere am Berg Ida, ein kleines Vene⸗ dig auf den ſogenannten bundert Inſeln; ſodann die do⸗ riſche Bundesrepublik im Suden Jonſens, ron 6 Staͤd⸗ ten, worunter Knidos, Halykarnaſſos u. ſ. w. Dieſe 0 oder 31 Städte in ihren 3 Conföderationen zierten ————— bis auf Solon(12½ von Chr. v. h.) 19 die' kleinaſiatiſche Füſte, vom ſiooſchen Vorgebirae, bis 6 zu Knidos alle Griechen die goͤttliche Venus bewun⸗ erten Von dieſen Staͤdten ſind geſtiftet die Kolonien in dem heutigen Taurien, an den Kuͤſten des Pontus, am Dniver und Dniſter; Seſtos und Abydos, ldie Darda⸗ nellen) ſind der Vevlier, die blühenden Städte: Hera⸗ klea, Sinope, Amaſtris, der Jonier Werk. Am wich⸗ tigſten für Handel und Herrſchaft lag Byzanz. 1922. Phoͤniciſcher Handel nach Ophir Staat von Da⸗ maskus Dorier auf Rhodus Homer. Salomo 975. Reich Juda und Iſrael. Sichem. Jeruſalem. Sa⸗ maria Handel von Tarſis Etrusker. 239. Joſaphat. Baaldienſt in Iſrael. Heſiodus. Erſte olymviſche Spiele. Lykurg. Carthago erb. Dido) und Carpaſia. Pyhmalion., Sardanapal † 335. Falt des großen aſſhriſchen Reichs. Jonas in Ninive⸗ Silbermuͤnzen auf Aegina.(Phidon.) Nach 2 Jahrhunderten, ſeit dem Einfall der Herakli⸗ den in den Feloponnes, gab Lykurg, Vormund des Kö⸗ nigs Leoborus den Lacedämoniern Geſetze. Um ſeinen Vortraͤgen Eingang zu verſchaffen, bediente er ſich der Huͤlfe Apollo's und anderer Götter, ſo wie nach ihm auch die Ephoren zu thun pflegten. Zwey Könige regierten zu⸗ ſammen, ſie waren der Eckſtein der Verfaſſung; ihr groß⸗ tes Intereſſe war, daß die 5 Ephoren nicht den Rath von XXVIII, und binwiederum, daß dieſer nicht das Volk unterdruͤcke. „ Alle Knaben waren in Rotten getheilt, welche von ihres gleichen angeführt wurden. Aber alle Alten wurden von ihnen als Vorſteher geehrt, ſo daß, wenn ſie ſich in den Gaſſen ſchlugen, das bloße Wort eines der gemein⸗ ſten Buͤrger mitten in der hitze des Streits ſie ausein⸗ ander brachte; denn Gehorſam wurde für die erſte Bür⸗ gertugend gehalten, die zweyte war die Beſcheidenheit? 20 II. Von der Zerſtörung Troja's CrI8ꝗ. v. Ch.) bey den Mahlzeiten ſieng nie ein Knabe an zu reden; gefragt, antwortete er kurz und gut(lakoniſch). Alle Buͤrger aßen zunftweiſe öffentlich, alte und junge mit einander, auf daß des Alters finſt'rer Ernſt, durch den Anblick der aufblühenden Jugend erheitert werde, und dagegen die Juͤnglinge aus den klugen Reden der Män⸗ ner ſich bilden moͤgen. Was geſund und muthvoll mach⸗ te, wurde als Weg zur Tugend betrachtet. Nur die nützlichen Wiſſenſchaften: Taktik, Sprachtenntniß und Geſchichte wurden mit Beyfall getrieben; dennoch geſchah, daß viele, die weder leſen noch rechnen konnten, durch ihren geſunden Verſtand den Witz beruͤhmter Philoſophen ſtumm machten. Als in der Folge Lacedämon ſelbſt un⸗ tergegangen, vermochten weder die roͤmiſche Kraft, noch die Vervirrung und Erniedrigung unter dem ſchwachen Reiche von Conſtantinopel, noch die Waffen der osmanni⸗ ſchen Tuͤrken die Buͤrger Lykurgs gaͤnzlich zu unterjochen. Nachdem ſie alles verloren, erhielten ſie ſich ſelber. Noch leben ſie im Gebirge von Maina(Mania) unter 2 Fuͤrſten, unzugänglich den Janitſcharen. Noch erinnern nach dritt⸗ halb tauſend Jahren die Mainoten(Manioten), geſunde ſchoͤne martialiſche Männer, an die Lacedamonier. Die Heloten von den Lacedämoniern ju Sklaven ge⸗ macht, und ſehr hart gehalten, waren die alten Bewoh⸗ ner ſumpfigter Gegenden auf der Seeſeite.. Homers Gedichte brachte Lykurg unter die Griechen. Um dieſe Zeit, 130 Jahre vor der Gruͤndung Roms, wurde Carthado in Afrika durch Phönicier erbaut, wo Dido vder Eliſa, Tochter des Muttinus, Kas bon Si⸗ don und Syrus, Gattin des Gychäus“, welchen ihr Bruder Pygmalion heimlich ermordet, zu Schiffe nach Afrika entflohen. Die Angabe, daß Dido und der vir⸗ giliſche Held Aencas zu einer Zeit gelebt haben, moͤchte wohl erdichtet ſeyn, da Lroja faſt 300 Jahrc vor der Erb. der Stadt Carthago zerſört worden wär. „ 300. Jahre nach Croja ſiel das alte Reich der Aſſp⸗ riet unter Surdanapal(355) durch Arbacer, den Statthal⸗ ——— bis zu Solon(194 vor Cht.) 27 ter von Mebien, welcher dieſes zu einem unabhängigen Koͤnigreiche erhob. 800. Argos bekam durch den Herakliden Phidon Ge⸗ ſetze; auf der Inſel Aegina ließ er Muͤnze praͤgen. 508. Olympiaden⸗Rechnung. Chaldaͤer in Meſopotamien. Phul, Neu⸗Aſſyrien. Jeſaias. Romulus, Gr. v. Rom. Nabonaſſars Aera in Babylon. Sparta⸗ Meſſeniſcher Krieg(743). Syrakus gegründet. Ar⸗ chias(7351). Salmanaſſar erob. Samaria. Ende von Iſrgel(721). Sonnenuhren. Aſtronomen in Sina. Babyl. aſſyr. Reich. Numa Pompilius(715). Tarent. XII Monate. Kupfergeld. 777. Ein wichtiger Gegenſtand von Griechenland war die Erneuerung der olympiſchen Spiele am Alpheus in Elis(Morea), bei einem Tempel des olympiſchen Jupiters, worinn 250 Jahre nachher dem Redner Gorgias die gol⸗ dene Statue dekretirt wurde. Unbemerkt von den Griechen erhob ſich nach und 146 durch Weisheit und Muth die gewaltige Republik Roms. In dem aten Jahr vor der chriſtlichen Zeitrech⸗ nung, in dem dritten der 6ten Dlympiade ſoll Rom ge⸗ gruͤndet worden ſeyn.) Viel aͤlter als Rom ſind die 30 Hrtſchaften auf und an den Bergen Latiums, deren die vornehmſte Alba longa geweſen. Sie erſte Verfaſſung Roms trug Spuren griechiſcher itte. *) Eine Olympiade macht 4 Jahre aus, alſo 5 Diympiaden= 20 in der 6. Ol. 35 J.— 3 23 Juhr,„bon abgezogen, leibt 754 42 II. Von der Zerſtörung Troja's(rI84. v. Ch.) 754. Argiviſche Herakliden legten in einem Thal Päoniens den Grund zu dem Konigreich Macedonien, welches binnen 4 Jahrhunderten die benachbarten wilden Völker ſich unterwarf und in dieſen Kriegen zur Welt⸗ eroberung ſich übte. 723. Pilolaus aus Corinth wurde Geſetzgeber des boötiſchen Thebens; ſein Grundſatz war, von der Bil⸗ dung der Jugend auszugehen. 2 715. Numa Pompilius, 2ter König von Rom, ver⸗ mehrte den Gottesbienſt und führte Wahrſager ein; von da an waren 5 Claſſen geweihter Manner oder Prieſter, wozu früher ſchon durch Romulus 60 wohlhabende recht⸗ chaffene Männer aus den erſten Geſchlechtern verordnet waren; ſie mußten über 50 Jahre ait ſeyn; das Volk, kurienweiſe verſammelt, jede Rurie, Compagnie je von 100 Mann, hatte ihren Schutzgort) erwahlte ſie nach der öffentlichen Meynung von der Tugend eines jeden. 3 Claſſen geweihter Maͤnner waren nun fol⸗ gende; 1. Curionen: für die Schutznötter der Curien. 2. Flamines: Prieſter hoher Gottheiten. 5. Der Lönig hatte gewiße Dpfer zu bringen, oder doch war ſein Beiſeyn erforderſich. 2 4 Augurn:(Ausleger der Zeichen) je ſechs edle Juͤng⸗ linge lernten ihre Kunſt dey den Tyrrheniern, deren Grundſätze, viele den Ahſichten der leitenden Ob⸗ rigkeit begueme Ausnahmen hatten. Die Augurn konnten Wahlperſammlungen(Comitien) auflöſen, Dekrete und Geſetze vernichten, die Macht öffent⸗ lich zu reden ertheilen und verſagen und, als nach⸗ her das Conſulat aufgekommen war, die Conſule zu Niederlegung der Wurde nöthigen. So lange noch Ler Augatn gehorcht wurde, beherrſchte Rom die elt. 5. Vier, nachmals 6 Veſtalinnen, aus edlen Huͤuſern durch Pontificeg gewaglt, berwahrten das ewige Feuer, die nnugaͤnglichen Schutzgottheiten der Stadt, und opfer⸗ — — bis zu Solon(†2½ vor Chr.) 38 ten im Hauſe eines oberſten Vorſtehers der„guten Söttin“, die kein Mann ſah, deren Namen Ge⸗ heimniß war. Ihr Tempel ſtellte die Erde, Veſta die allbelebende Näturwaͤrme vor; 30 Fahre dindurch mußten die Veſtalinnen heil. Jungfrauſ haft balten. 6. Die ſaliſchen Prieſter wareñ anfänglich Patricier, allzeit freye Männer; ſie tanzten in Waffen zur Ehre der Götter, wie die krerenſiſhen Kureten, und bis auf unſere Zeiten viele morgenlaͤndiſche Prieſter und Moͤnche. 7. Die Feciälen wachten über die Rechte der Kriege, hatten über Traktate und Bündniſſe die Aufſicht; ſie waren Familienſoͤhne von guten Haͤußern. 3. Pontiſites Nachten üher die ganze Geſetzaebung in goͤttlichen Dingen; ſie waren das angeſehenſte Col⸗ legium, weder dem Senate noch dem Volke waren ſie Rechenſchaft ſchuldig; ſie erſetzten ſich ſelbſt. 228.„ter meſſeniſcher Kr.(685). Tullus Hoſtilius. Ho⸗ ratier und Curigtier(672). Phraortes erobert Perſien. Pſammetich in Egypten, Wypſelos in Korinth, Va⸗ ter des Perianders. Meſſina, Byzanz erb. 656). Ankus Martius(640). Nabopalaſſar und Nebukad⸗ nezar(625 Drako. Pharag. Necho 617) Targui⸗ nius Priskus, Fter Koͤnig. Sieg über Ne ho. Baby⸗ loniſch kaldäiſches Reich(606). Thales von Milet. Lesbiſche Saͤnger Aleaus und Sapphv. Nebukad⸗ nezar erobert Jeruſalem 600, Zedekias J. Ende von Juda. Babyl. Exil. Ezechiel, Daniel. 672. In dem Zweykampf der Horatier und Curiatier ſind alt⸗nordiſche Sitten kenntlich. Burch den t des Zweykampfs gewann Rom den Vorſtand über die Bun⸗ desrevublik Latium, den bisher Alha longa hatte 670. Die Athenienſer ſchraͤnkten die Renierung des Archonten auf Jahre ein, endlich wurden 9 Archon⸗ ten je auf ein Jahr creirt. Ueber Criminalſachen richtete der Areopagus mit.3 andern Gerichten; in Civilſachen⸗ die Heliae. 24 III. Von Solon(594 v. Ch.) 656. Pſammetich ſtellte in Egypten das Koͤnigreich her; er öffnete dem Handel das verſchloſſene Land, aber Geſetze und Sitten verlohren dabey; da man die Urſache des Verfalls in dem perſönlichen Charakter der Koͤnige ſuchte ſo wurden nachmahls(617) an ihre Stelle 12 Häupter geſezt. Von Corinth wurde Kypſelus, des weiſen Perianders Vater, Volksfuͤhrer und Oberherr. 525. Der Archon Drako gab aus Auftrag der Ge⸗ meinde Athen ein geſchriebenes Criminalrecht. In Vabel, dieſem ſehr alten Sitz gelehrter Kennt⸗ niſſe, grundete Nabopglaſſar nach langen Staatszerrüt⸗ tungen das maͤchtihſte Reich. Nebukadnezar, deſſen Sohn, ſtreckte ſeinen Scepter vom Kaukaſus, wo er die Iberen ſchlug, bis in den Sand der lybiſchen Wuͤſten aus, ver⸗ brannte Jeruſalem(600), ſchlug Ammon, Moab und Edom, eroberte Tyrus, verwuͤſtete Egypten. Schwer iſt es übri⸗ dem, Dreytagereiſen langen Ninive noch Spuren zu ſinden. III. Von Solon(304) bis auf Alerander Gr. (334 v. Chr.) 504. Ein beſſeres Geſetzbuch als das des Drako, gab Solon den Athenienſern, einer der ſieben Weiſen, welche zwei ihrer Sprüche: kenne dich ſelbſ; uͤber⸗ treibe nichts; als die Summe und Blüthe des Wiſ⸗ ſens, im delphiſchen Dempel niederlegten. Die ſieben Weiſen waren: 1. Solon 2. Thales. 3 Chilon(Ephorus zu Lacedämon). 4. Vias(Staatsmann Joniens). 5. Pit⸗ takus(Aſymente oder Vorſteher bon Lesbos). 6. Perian⸗ der(Furſt von Korinth). 7. Cleobulus(Vorſteher zu Lin⸗ dus auf Rhodus). ein neues Geſetz konnte ſtatt des alten eher einge⸗ fuͤhrt werden, bis dieſes feyerlich abgeſchafft worden war. „ — —————————— bis auf Alexander Gr.(334 v. Chr.) 25 Vorher aber mußte das alte von 5 dazu ernannten Bür⸗ gern offentlich vertheidigt werden. Außer dem waren die Thesmotheten(die 6 lezten unter den 9 Archonten) beauf⸗ tragt, jaͤhrlich in dem Geſetzbuche ſelbſt zu unterſuchen, ob nicht über einerley Sache ein zweyfaches Geſetz ſich eingeſchlichen, und ob nichts veraltertes darinn ſey⸗ Scythenin Taurien. 5 800. Tyrus wird geſchleiſt. Aſtyages in Medien⸗ eſop. 578. Servius Tullius, Roms 6ter Koͤnig. Statt daß bey den alten Roͤmern, Vieh die Stelle des Geldes ver⸗ trat und jeder ſeine 2 Jucherte, das iſt ſo viel Land baute, als in 2 Tagen ein Züg Ochſen pflugen konnte, ließ Koͤ⸗ nig Servius Gold prägen, weſches den Werth eines dar⸗ auf gegrabenen Stuͤck Viehes bezeichnete(pecunia, Sil⸗ bermuͤnzen ſind viel junger(276 v. Chr., 561. Unter die Herrſchaft des Piſiſtrats fielen die Athenienſer nah zu Solons Lebzeiten, und er regierte 33 Jahre. Homers Gedichten gab er die Form. 560. In Perſien regierte Cyrus mit Weisheit; er iſts, den die Propheten nennen; ſeinen Großvater Aſtyages ſtürzte er vom Thron und brachte Medien unter perſiſche Hertſhaft(555) 550 beſiegte er den Croͤſus in Lybien. Phalaris Tyrann in Agrigent. Phocäer gründen Maſſilia(Marſeille). Pythagoras Philoſophie. Theſpis (Vater des Trauerſpiels). 533. Cyrus zerſtört Babylon.(Nabonidus.) Um die neueroberte Stadt Babylon der allzu großen Vols⸗ en zu entladen, ſandte er die Juden in ihr Vater⸗ an 534. Als Targuinius II.(Superbus) Roms ſieben⸗ ter König unrechtmaßig und auf verhaßte Art herrſchte, bewuͤrkte Brutus d. ä., daß er mit ſeinem Hauſe vertrie⸗ ben, und ein Conſulgt ſtatt Koͤnigsmacht errichtet wurde (510), ſo daß die hoͤchſte Gewalt dem Senat und Volk unter dem Vorſitze zweyer Konſuln zukam. Spaͤth Laſchenb. d. Weltgeſchichte. 2 26 III. Von Solon(504 v. Ch.) 531. Kriege in Sicilien. Sibilliniſche Bücher. 529. Cyrus. Cambyſes der jüngere, ſein Sohn wurde Thronfolger, aber durch Schmeichler verdorben. Eroberungsdurſt behielt er und einen gebietenden Geiſt. Eunſtvat Egypten, und ſtuͤrzte Pſamenit vom Tyron 4. 523. Hipparchus, der Sohn Piſiſtrats, hatte nicht weniger ſchoͤne Eigenſchaften ais ſein Vater; aber die Liebe verführte ihn, in dem ſchönen Harmodius den Ariſtogiton, deſſen Geliebter dieſer war, zu beleidigen, hier⸗ uͤber wurde Hipparchus in dem Getümmel einer großen Feſifeher von dieſen beyden ermordet. Hippias, ſein Bru⸗ det, dadurch ſorsfältiger gemacht, verdoppeite die Leibwache und wurde ſtrenge. Die Athenienſer, durch ſeine Wachſam⸗ keit erbittert, ruften den Lac. König Cleomenes, dieſer en Fuͤrſten Hippias, welcher an den perſiſchen o durch die Liſt ſeines Stallmeiſters und das Wiehern ſeines Pferdes zur Regierung; er ſchuf dem Reiche eine neue Verfaſſung, und ſuchte ihm durch große kriegeriſche Unternehmungen einen größern Umfang zu geben. Zum ernannte er ſeinen juͤngern Sohn erxes und arb 437. 510 Nach Vertreibung der Targuinier, welche ihre Eroberungen behielten, war Rom faſt ohne Land; mit Carthago ſchloß es(500) einen Handlungstraktat. 507. Porſenna, Fürſt von Ciuſium, Freund der Tar⸗ ninier, nöthigte, nachdem Brutus erſchlagen worden, die ömer zu einem Frieden, worinn ſie ſich verpflichten muß⸗ ten, kuͤnftig das Eiſen nicht anders, als zum Pfluge zu gebrauchen. 2 Horgtius Kokles. Mucius Skävola. 500. Sardes durch Griechen verbrannt. 4965. Milet durch Perſer zerſtört. 490. Den erftaunten Satrapen in Perſien, welche unter Hippias, der bey Darius Gehoͤr gefunden, fochten, 621. Darius I. Hyſtaſpis, König von Perſien, kam vis auf Alexander Gr.(334 b. Chr.) 27. zeigten die Athenienſer mit Beyſtand von tauſendPlatäenſern unter Miltiades, in den Gefilden von Marathon die Kraft eines freyen Volkes. Die ungeheuer große Armee der Perſer wiech der Bürgermiliz und floh in die Schiffe. 437. Ferxes, um die Schmäch der perſiſchen Waffen zu rächen, bewaffnete eine noch größere Menſchenzahl ge⸗ gen Griechenland. Athen hatte nur die Lacedämonier zu Hülfe. Die Perſer zogen über den Helleſpont durch das gehorſame Thracien und Macedonien, durch Theſſalien, das keinen Widerſtand wagte, ſchwer und langſam herab in den Thermopylen⸗Paß. Leonidas, der lacedamoniſche König, hielt ſie auf. Er ſandte alle, die nicht Lacedamo⸗ nier waren von ſich, damit jeder ſich ſeiner Stadt und andern dem Vaterlande drohenden Gefahren erhalten moͤge. Als er vernghm, wie die Perſer einen Fußſteig entdeckt, wodurch ſie auf die Höhe uͤber ihn gekommen waren, opferte er in ſeinem Koͤnigskleide den Goͤttern von Sparta, oß mit den 400. Krieger, alle beſtens ge⸗ ziert, und ſiel in die Feinde. Viermal trieb er die Per⸗ ſer zuruk, endlich ubermannte ihn die Menge. Levnidas ſiel mit den 400. und verdiente die Grabſchrift:„Wande⸗ ret, ſage an zu Lacedämon, daß wir alle hier gefallen ſind, um den vaterländiſchen Geſetzen zu gehorchen.“ 479. Hierauf zeigte Themiſtvkles, der Athenienſer, in den Gewäſſern von Salamis, was eine kleine Anzahl wohlgeführter Schiffe, gegen eine neitn große See⸗ macht vermag; es ergieng der Flotte es Perſers wie nach 2000 Jahren der„unüberwindlichen Armada“ Phi⸗ iipps U. Der Perſer⸗Konig eilte nach Suſg. Mardo⸗ nius, ſein Schwager, verlor nach ſeiner Pbreiſe bey Pla⸗ taͤa, gegen Pauſanias eine entſcheidende Schlacht und ſein Leben. Die Griechen verfolgten den Feind auf die aſigtiſche Küſte, ſiegten unter Eimon bey Mykale(Kl. Aſien), befreyten die joniſchen Stadte und Inſeln Griechenlands. Gelon in Syrakus gegen Hamilkar. 477 Hierd in Sprakus. Pindar. Zeſchylus⸗ 2* 28 III. Von Solon(504 v. Ch.) 470. Die Griechen vom feſten Lande legten den In⸗ ſeln und Jonien ein Joch auf, das verhaßter und nicht leichter wär, als das perſiſche. Selbſt Pauſanius, der Sieger von Platgaͤ, gab hiezu das Beyſpiel, und er wür⸗. de, wenn ſeine Aſchiet nicht entdekt worden wären, die Verfaſſung Lacebamons umgekehrt haben. Zur ſelbigen Zeit kamen die weniger gemäßigten eſer, die eine beträchtliche Flotte hatten, an die Spitze ailer griechiſchen Völeerſchaften. Zur See wur⸗ den allein ſie mächtig, die Bundesgenoſſen ihnen zinsbar. Sophokles. Sophiſten. Flor der Wiſſenſchaften. 466 In dem Zeitalter und in der ojaährigen Vor⸗ ſteherſchaft des Perikles war Athen groß(bis 426). 465 erxes †. Artarerxes I. Longimanus. 456. Moſaiſche Religion hergeſtellt. Eſra. 452. XII. Tafeln⸗Geſetze. Decemviri. u4. Herodot. Euripides. Phidigs. Miron. Skopgs. itheetie Ariſtophanes. Parmenides. Aſpaſia. Sokrates(399). 43. Der peloponneſiſche Krieg, d. h. Lacedaͤmon* mit dem ganzen Peloponnes wider Ithen, wozu Perikles gegen das Ende ſeines Lebens gerathen hatte, wurde für Athen verderblich; aber die Eiferſucht zwiſchen Laceda⸗ mon und Athen machte ihn unvermeiblich.. Ein Ungluͤck für Athen war vornehmlich die fürchter⸗ liche Peſt, welche im 2ten Jahre des Währigen Kriegs auch den Perikles hinraffte. 425. Darius II. Nothus. 420. Alcibiades, ein Zögling des Perikles, war ein Mann von außervrdentlich einſchmeichelnder Beredſam⸗ keit, aͤußerer Schönheit und reich an Ideen, ein vor⸗ trefflicher Feldherr, feiner Staatsmann, und in den klein⸗ ſten Dingen geſchickt, ſich Benunderung und Liebe zu er⸗ werben; aber ſeinen Leidenſchaften erlaubte er alles. Er bewog(4¹5) die Athenienſer während des Waffenſtillſtands mit Lacedaͤmon, zu einer Unternehmung in Sicilien. Voll von Begierde nach Ruhm und reich an Gefuͤhl innwoh⸗ „ — vis auf Alexander Gr.(333 v. Ch.) 29 nender Fraft, war er kaum mit Nikias und Lamachus an der Spitze der ſchönſten Flotte abgefahren, ſo verei⸗ nigten ſich wider ihn zu Athen ſeine auf ihn eiferſuͤchtigen Feinde. Er wurde der Religionsſpoͤtterey angeklagt und zuruͤckberufen. Aber Alcibiades ſtoh zu den Laredämv⸗ niern. Rikiäs, zwar ein Mann von Verſtand und gu⸗ ten Sitten, der reichſte Athenienſer, hatte jedoch nicht den erforderlichen großen Sinn und Muth, eine Stadt wie Syrakus, deren Hulfsguellen mit der Gefahr zu wach⸗ ſen ſchienen, unter ſeine Gewalt zu bringen. Lamachus ſtarb. Demoſthenes, ſein Nachfolger war nur in kleinen Rriegen geübt. Das Ende war, daß die 40,000 Mann⸗ welche Athen nach und nach auf Sicilien geſandt hatte, umkamen oder gefangen wurden und daß die Athenienſer⸗ auf einmal uͤberail geſchlagen,(410) Land⸗ und Seemacht einbusten. Auch Alcibiades fiel mit den Lacedämoniern in das attiſche Gebiet ein und beſezte Decelia, von wo aus er das ganze attiſche Gebiet beunruhigte. 409. Römiſch ſiciliſcher Krieg. Dionys der ältere. 406. Nachdem Aleibiades, abermals zurückberufen, mit mehreren Feldherrn zum zweytenmal vertrieben wor⸗ den war, ſiegte der lakoniſche Feldherr Lyſander, uͤher die aus Eitelkeit und Unerfahrenheit der attiſchen Anfüh⸗ rer im Fluſſe Argos ſtationirte Flotte(vergeblich warnte Alcibiades), wodurch die lezte Macht Athens, die herge⸗ ſtellte Flotte, zum zweytenmal verloren gieng. Von jener Seemacht, welche uͤber das ägaͤiſche Meer geherrſcht, wurden den Athenienſern nur 12 Schiffe gelaſ⸗ ſen, und die lange Mauer zwiſchen dem Hafen und der Stadt wurde gebrochen. In Jöſten Jahre nach der Schlacht bey Salamis nahm die attiſche Bbermacht dieß traurige Ende. Aber auf den öffentlichen Spaziergängen, in den Gaͤrten des Lyceums, in der Akademie war der Sitz ei⸗ nes feſtern und ſchoͤnern Reichs, als welches Waffen ge⸗ ben und nehmen. Iſokrates. 403. Artayerres II. Mnemon. Delhi erbaut. 30 M. Von Solon(304 b. Ch.) 402. Thraſphulus ſtürzte die, kaum vorher bon den Lacedaͤmoniern in Athen eingefuͤhrte Dligarchie der 30 ſo genannten Tyrannen. 2 400. Nachdem Athen gedemüthigt worden war, be⸗ ſchloßen die Spartaner auf der aſiatiſchen Kuſte die grie⸗ chiſche Freyheit herzuſtellen. Lyſander vornehmlich befoͤr⸗ derte dieſe Unternehmung. Zehntauſend Griechen in Dien⸗ ſten des Perſers Cyrus des juͤngern erſchütterten den Thron ſeines Bruders Artaxerxes 1I. Als Cyrus geblieben, mach⸗ ten die Griechen, obgleich verfolgt von des Konigs beſten Generalen, von einer Menge aſiatiſcher Völkerſchaften ſeindlich behandelt, im größten Proviantmangel, dennoch einen Rückzug unter Penophon, mitten aus Aſien, von 34,550 Stadien, d. h. da 32 Stadien, eine deutſche Meile betragen, beynahe 1,080 Meilen binnen 8 Monaten. Parrhaſius. Zeuxis. Ariftippus. 304. Aueſtlaus, Vönig von Sparta, trug nachher den Krieg mit gluͤcklicherem Erfolge nach den innern Probin⸗ zen Aſiens. Artaxerxes retiete ſich durch große Geldſum⸗ men, wodurch er innerliche Unruhen in Griechenland er⸗ regte, ſo daß Ageſilaus heimberufen werden mußte. Gleich wie er nun bey Coronea geſieat hatte, ſo wurde dage⸗ gen die lakoniſche Seemacht in den Gewäſſern von Kni⸗ dos durch den in perſiſchen Dienſten ſtehenden Athenienſer Konon geſchlagen. 3 4. Als die Gallier, welche die Lombardey, das Ve⸗ netianiſche und Bologneſiſche bewohnten, Krieg gegen die Stadt Ciuſium fuhrten, für welche die Römer ſich intereſ⸗ ſirten, und ſogar einer ihrer Vermittlungsgeſandten ſelbſt fuͤr Cluſium die Waffen ergrief, wurden die Gallier auf Rom erbittert, weil es die Auslieferung jenes Geſandten verweigerte und marſchierten gegen Rom. An dem Fluͤß⸗ chen Allia errangen die Gallier aus Unvorſichtigkeit eines Feldhauptmanns der Roͤmer einen Sieg, wodurch die Bluthe der roͤmiſchen Ingend fiel. Das Volk in Rum ſalnu ſich aus übergroßem Schrecken; doch die tapferſten Kamillus) kaͤmpften; aber die Stadt wurde berbrannt. Die — — vis auf Alerander Gr.(334 v. Ch.) 31 gallier zogen ab. Der Schrecken ihres Namens blieb. Polnbins zählt 89. Jahre, ehe die Römer einen Krieg wi⸗ der ſie wagten. 367. Antalcidas, der ſpartaniſche Geſanöte, unterban⸗ delte mit dem verſiſchen Konige Artaxerxes II. Mnembn, den für die Griechen ſo ſchimpflichen Frieden, wodurch die klein aſiatiſchen Griechen, fuͤr deren Freiheit ſeit bey⸗ nahe eineni Jahrtauſend gefochten worden war, dem per⸗ ſiſchen Joche wieder unterworfen wurden. Fphikrates in Egypten. 375. Mehr und mehr rieß Sittenverfall unter den Griechen ein. Da erhob ſich zu Theben Epaminondas. Durch ihn jiel die Macht Lacedamons und er brachte das vorherrſchende Anſehen an ſeine Landleute, die Voo⸗ tier Als nehmlich die Spartaner witten im Frieden unter Phöbidas durch Liſt und Khnheit ſich der Theba⸗ niſchen Burg bemaͤchtigten und die entſchloſſenſten Bür⸗ ger von Theben vertrieben wurden, befreyten dieſe nach⸗ der unter Pelopidas das Vaterland wieder von Archias, der ſich von der ſchlauen Behendigkeit der Thebaner nichts traͤumen ließ, ſo wie 371. in der Schlacht bey Leuktra und 365. bey Mantinta Epaminondas durch das Meiſter⸗ ſtüc der Kriegskunſt, die ſchiefe Qrdnung,*) ſiegte, wodurch der Fall der Spartaniſchen Macht entſchieden wurde. Epaminyndas ſelbſt ſtarb den Heldentod. Prätoren. Markus Curtius Des Epaminondas Tod war für die griechiſche Na⸗ *) Durch dieſes Meiſterſtück der Taktik haben Philipp und Alexander einige Jahre ſpaͤter(333) Griechenland und Aſten bezwungen. Dieſes entſchied für Caͤſar bey Pharſalus(48) und diefer Kunſt iſt Friedrich Hohenfriedbergs(wan. Chr.) und andere 19. — 32 MI. Von Solon(504 v. Ch.) tion ein unerſetzlicher Verluſt. Mit ihm verſchwand die Macht Böotiens wieder, und bald nach ihm ſtarb auch der lezte ſpartaniſche Heid Ageſilaus(36). Auch Teno⸗ phon, nachdem er kaum deſſen Lobrede vollendet, beſchloß ſeine lange ruhmvolle Bahn(359). 362. Artaxerxes 11I. Ochus. Sidon zerſtoͤrt. 360. Platp in Sicilien. Prapiteles. Plebejer. 3559. Philipp, Sohn des Amyntas, als er nach vie⸗ len Unruhen in Macedonien, den väterlichen Thron be⸗ ſtiegen, machte Gebrauch von dem Plan, den Reichthum Aſiens zu erobern. Er war waͤhrend der Unfaͤlle ſeines Hauſes Geiffel zu Theben und bon Epaminondas gebil⸗ det worden. Die Griechen hoͤrten den zu Athen lebenden Redner Demoſthenes, der ihnen alles Unglück, wozu ſie durch die Verſaͤumniß des gemeinen Wohls, und die Ver⸗ derbniß ihrer Grundſaͤtze und Sitten geführt werden muß⸗ ten, vorherſagte, eben ſo wenig, als früher die Trojaner die Weiſſagungen der Kaſſandra. An die Ewigkeit un⸗ glaubig, für ſpaͤten Ruhm gleichgültig, gaben die Grie⸗ chen damals allen militäriſchen Unternehmungen einen kraftloſen unzuſammenhaͤngenden Gang. Dagegen gab de it König Philipp ſeinem Heer einen einigen, einen Geiſt. Phorion, Apelles, Protogenes. 334. Zu ſpaͤt ergrif Athen für die ſterbende Freyheit die Waffen; in den Geſilden bon Chäronea in! Bövtien wurde die entſcheidende Schlacht geliefert. Die Atheni⸗ enſer und ihre Bundesfreunde, beſonders die Schaar der Liebenden(pon Dheben), ſtritten würdig des lezten Kampfs der untergehenden Freyheit; ſie wurden geſchlagen. 357. Philibp, in der Abſicht durch eine große That im griechiſchen Sinne die Nation von der Betrachtung)⸗ res Falls zu zerſtreuen, ßellte ſich an ihre Spitze und beſchloß die weiland von Perres, dem Perſer, beleidigten Götter der Griechen zu rächen und den Trotz, den bieſer gegen die Griechen geubt, an ſeinen Shronfolgern äu ßrafen. bis auf Alerander Gr.(334 v. Ch.) 33 6. ueber den Zurüſtungen hieu wurde er von ei⸗ nem jungen Menſchen, deſſen Reize er ſich preisgegeben hatte, umgebracht. Decius Mus. Darius III. Codomannus. 334. Alexander, Philipps Sohn, 20Jahre alt, zog hie⸗ rauf aus von Pella und überwand Aſien bis an den Gan⸗ ges. Wo wollte der Perſer Darius eine Kriegskunſt her⸗ nehmen, die der Macedoniſchen die Spitze bieten konnte? Drey Schlachten verlor er: Am Granikus, bey Iſſus (333) und bey Gangamela(331). Nach der dritten Schlacht und nach des Perſer⸗Königs Tod(329) betete Per⸗ ſien vor dem Macedonier die Götter an. Pyrrho. Lyſippus. 327 Alexander geht uͤber den Indus. Porus. Ale⸗ randrien nach dem Verfall von Neu⸗Tyrus. Me⸗ nander. Zenv. 323 Kaum hatte der Held nach uͤberſtandener Muͤhe ſeiner Eroberungsreiſen wenige Tage der Freude zu Ba⸗ bylon genoſſen, ſo toͤdtete ihn Gift oder erhitztes Gebluͤt, als er nur 32 Jahre vollendet hatte. Regenten und Statthalter. Perdikkas. Eumenes. An⸗ tigonus in Phrygien. Lyſimachus in Thracien. Ptole⸗ maͤus Lagi.*) *) Seit Sokrates(geb. 460 309 v. Ch.), der zuerſt wußte und bekannte, daß man uͤber die Natur der Dinge nichts weiß und daß die Summe der Weis⸗ heit, Selöſtkenntniß iſt, erreichte die Humanitaͤt ihre edelſte Blüthe. Von dem an wurden auf die Sit⸗ tenbildung und ihre Humaniſirung der höchſte Werth gelegt, und das Menſchenglück, zum Beyſpiel vnn Fvikur(323) in ſeinen Gaͤrten im Woblbebagen, von Zeno(in ſeiner Halle der Stoa) im Venußtſeyn der ugend, von Diogenes(362 in der Tonne) in der Einſchränkung derBegierden und Vedſfniſſe geſucht. Der Sieger am Argos(Lyſander) vernichtete zwar die 34 IV. Von Altrander Gr.(322 v. Chr.) bis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 322. Nach dem Tode Alexanders waltete in Aſien Perdikkas. Er verlor, da er unruhigen Ehrgeiz blicken ließ, ſein Leben, worauf Antigonus, auch Alexanders Feld⸗ herr, das vornehmſte Anſehen in Aſien erwarb(315); ver⸗ ſehlich ſtritt der redliche Eumenes für die Kinder des Hel⸗ en. Gegen deu Antigonus, als er ſchon bey 30 Jahre alt war, vereinigten ſich die Nebenbuhler ſeiner Groͤße und erſchlugen ihn bey Iſſus(304), wo er ſelbſt 32 Jahre zuvor den Darius ſchlagen half. Antigonus war der Vater des Demetrius Polystcetes. Hierauf herrſcht Se⸗ leukus uͤber Aſien, Ptolemaͤus über Egypten, Cyvern und andere griechiſche Inſeln, Demetrius über Macedonien, und nur wenige Jahre blieb in Macedonien dem Hauſe Alexanders ein Schatten von Gewalt. Eine Vergleichung der macedoniſchen Koͤnige mit den ſyriſchen und egyp⸗ tiſchen, beſtattigt den Erfahrungsſatz, daß es für den Men⸗ ſchen ein Unaluck iſt, allen ſeinen Willen thun zu koͤnnen. 321. Priſtoteles. 319. Demetrius Phalereus, Statthalter von Athen. 317. Agathokles bemächtigte ſich Syrakuſens. Dieſer Mann, deſſen Junglingsjahre aroßer Ausſchweifungen beſchuldigt werden, entwickelte als Fuͤrſt vorzügliche Ei⸗ genſchaften. Nach langer ruhmvoller Herrſchaft ſtarb Aga⸗ thokles in hohem Alter(277). 302. Kaſſander, Antigonus Neffe, mordete die Familie Aleranders Gr. Ihm folgten binnen 16 Jahren 12 Koͤnige. Herrſchaft, aber nicht die Groͤße Athens. Waffen und Glück vermogen nicht alles Ein aufgeklaͤrtes Volk, das ſeiner ſelbſt nicht vergißt, ſichert ſich einen von der Veränderlichkeit der politiſchen Verhaͤltniſſe un⸗ „hhaͤngigen Werth. — vis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Ehriſti. 35 3o1. Erbauung des Pharus. 300. Koloß von Rhodus. Euklides in Alcpandrien. Thevphraſt. 234. Demetrius Polyorcetes, berühmt durch die Er⸗ findung vortrefflicher Kriegsmaſchienen und eine Belage⸗ rung von Rhodus, vertrieb das Haus Kaſſanders, ihn der epirotiſche Konig Pyrrhus, dieſen der graue Lyſima⸗ chus, Soldat Aleranders, der ſich in Thräcien feſtgeſetzt hatte; der noch altere Seleukus erſchlus den Lyſimachus, ihm folgte ſein Moͤrder, der verraͤtheriſche Ptolemaͤus, die⸗ ſer wurde von einem galliſchen Volk, das am Fuße der pprenäiſchen Gebirge, Land ſuchend, oben vorbeh nach Aſi⸗ en zog, wozu das bereicherte Macedonien Reiz gab, er⸗ ſchlagen⸗ Zur ſelbigen Zeit erhob der Koönig Antigonus Go⸗ natas, Sohn des Demetrius, ein guter menſchlicher Herr, Macedonien aus dem Ruin, und war während einer 40⸗ jährigen Regierung ein wohlthätiger Beſchirmer der Griechen. 234. Egypten wurde durch Ptolemaͤus Philadelphus der Hauptſit griechiſcher Wiſſenſchaften, der Künſte, der Pracht und eines allgemeinen Wohlſtands. 280. Als die Römer des Pyrhus gelehrtere Kriegs⸗ manier und ſeine Elephanten noch nicht kannten, wur⸗ den ſie geſchlagen; doch, da er unerwarteten Muth an den Römern wahr nahm, bot er ihnen ſeine Freund⸗ ſchaft an; ſie erklaͤrten aber ſeinen Antraͤgen nicht eher Gehör zu geben, bis er Italien werde verlaſſen haben. Da lernte ſein Geſandter Cineas die Fabricier und Ku⸗ rier, unzugaͤnglich fuͤr Privatvortheile kennen. Pyrrhus wurde in weiteren Fortſchritten oöllig aufgehalten, er gab die Idee der Eroberung Itgliens auf, und gieng, als Eidäm des verſtorbenen Königs Agathockles, nach Syrg⸗ kus, von wo er nach dem Peloponnes eilte, und in ei⸗ nem Abentheuer, wodurch er in die Stadt Argos gekom⸗ men!, von einem Steine zerſchmettert wurde.(275. 36 Von Alexander Gr.(322 b. Chr.) 270. vyr Chr. Hiero der jüngere in Sprakus. Epi⸗ ur. Ariſtarch. Erſtes Silbergeld. 264.— 241. Erſter puniſcher Krieg. Karthago ge⸗ gen Rom. Regulus. Karthagv war im Verfall der Sitten; doch lebte noch ein Hamilkar, Hasbrubal, Hannibgl. In dieſem Kriege brachten die Römer, welche in Fuͤhrung der See⸗Kriege unerfahren waren, die Manier der Land⸗Kriege ſelbſt auf den Schiffen in moͤglichſte Anwendung. Es wurde vom Verdek aus geſtritten, in⸗ dem ſie durch Klammern die feindlichen Schiffe fortſchlepp⸗ ten, befeſtigten. Die Karthaginenſer hatten eine beſſere Kauffahrtei⸗ als Kriegs⸗Flotte. Duillius ſchlug ſie. Ihre chwachen Kolonien wurden eingenommen, Regulus ider ömer erſchien am Thor von Karthagv. Der in die Dienſte Karthago's getretene Lacedamonier Pantippus half dismal; der tapfere Conſul(Regulus) unterlag deſ⸗ ſelben beſſerer Kriegskunſt. Sonſt überall, wo die Kar⸗ thaginenſer für ſich ſritten, wurden ſie geſchlagen. Nur Hamilkar Barkas leiſtete Widerſtand. Eine entſcheidende Piederlage in den Gewaͤſſern der angatiſchen Inſeln, bei Trapani, nöthigte die Karthaginenſer zum Frieden. Sie mußten Sicilien räumen. VBald nahmen die Roͤmer auch Korſika und Sardinien ein., 256. Parthiſches Reich in Perſien. Arſaces. 254. Baktriſches Reich. Therdot. 246, In Aegypten folgte auf Ptolemaͤus Philadel⸗ phos, ſein Sohn Pt. Epergetes; beide waren Mußter weiſer Koͤnige. Aber die ſpäteren Ptolemaͤer entſprachen dieſen Vorbildern nicht. Das königl. Haus wurde mit jedem Geſchlechtalter ausgearteter. Eine Urſache davon glaubte man darin zu finden, daß die Ptolemaͤer gewöhn⸗ lich ihre Schweſtern heiratheten. 238. Sieg der Parther gegen Seleukus. 36 e in Spanien. Hamilkar und Has⸗ rubal. 224. Antiochus III. in Klein⸗Aſien, welcher den bis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 37 Achaͤus grauſam hinrichtete, ſtarb nicht in Beſitz der hie⸗ durch befiekten Eroberung; ſie wurde ihm im Alter durch die Roͤmer entriſſen, welche einen großen Theil Klein⸗Aſi⸗ ens dem Eumenes, Koͤnige von Pergamus, ſchenkten (i89). Die in Syrien von Seleukus I. geſtiftete Haupt⸗ ſtadt Antiochia blieb durch die Fruchtbarkeit Syriens und alle Niederlage des inner⸗aſiatiſchen Handels eine der reichſten Städte. S 221. Macedonien unter Philipp I. 2¹8. Zweiter puniſcher Krien, bis 202. Nachdem Hamilkur und der ſchone Hasdrubal, ſein Nachfolger, als Feldherr geſorben, und das Heer den 26 jährigen Sohn Hamilkars, Hannihal, gebildet durch ſeinen Vater zur Friegskunſt, zur Menſchenkenutnis, zur Wahl guter Stellungen, und zu bitterm Roͤmerhaß, uber welchen er in fruͤher Jugend ſeinem Vater einen Eid that, zum Feld⸗ herrn gusgerufen hatte, überzog Hannibal(220.) die den Römern verbündeten Saguntiner. Dieſe, von den Roͤmern nicht ſogleich kräftig unterſtüst, zuͤndeten nach langem vergeblichen Widerſtand die Stadt an, und gaben ſich haͤufig den Tod. Hannibal, immer mehr, und mehr entflammt, ſetz⸗ te durch, daß Hrieg den Römern erklaͤrt wurde, und faßte den Entſchluß, dieſen, wie ſie im lezten Kriege ſei⸗ nem Vaterlande gethan, in Italien ſelbſt zu ſuchen. Er gieng,(von Spanien aus,) uͤber die Pyrengen, zog durch Gallien, gieng die kaum gebahnten Pfade über den hohen Viſp, und erſchien in den Gefilden Turins. Er ſchlug die Roͤmer von den Ufern des Tirino bis nach Apulien, in vier Schlachten. Nach der Niederlage der Römer bei Cgnnä(216) folgte man dem alten Fabius, welcher den Feind blos beſchaftigte. 2 Syrakus, welches nach des weiſen Hiero, ihres vieljährigen Beherrſchers Tod, gegen die Roͤmer ſeyn wollte, wurde nach höchſt merkwuͤrdiger Belagerung durch Marcellus erobert. Sicilien wird römiſch. Archimedes F. 210. Doch, 38 IV. Von Alerander Gr.(322 v. Chr.) ſo ſchlecht Hannibal von Karthago unterſtuͤzt wurde, er⸗ bielt er ſich 17 Jahre hindurch, meiſtens auf Italiens Koſten. Aber Corn. Scipio vertrieb in Spanien die Feinde aus allen ihren Beſitzungen, ſezte über die Meerenge, und erſchien in Afrikg ſelbſt bei Maſſanaſſes, Fuͤrſt des erſten Landes um Karthago, Freund Scipios. 202. Da berief Karthagy den, in Italien ermatteten Hannibal, zur innern Vertheidigung zurück. Und nun geſchah, daß die beiden groͤßten Felbherrn damaliger Zeit,(Hannibal und Scipiv) in den Gefilden bei Zama, die Schlacht lieferten, welche uͤber den Vorzug der einen oder der andern Republik entſcheiden ſollte. In dem 555ſten Jahr der Erbauung Roms, beſiegte Publ. Corn. Scipiv bei Zama in entſcheidender Schlacht die einzige, wider Roms aufblühende Groͤße eines wur⸗ digen Kampfes faͤhige Republik Karthago. Die Fartha⸗ ginenſer baten um Frieden; ihre Schiffe mußten aus⸗ Beliefert, allem Kriege entſagt werden. Ganz Numidien wurde dem Feinde Karthago's Maſſanaſſes gegeben 193. Philipp H. von Macedonien, war, nach Hannibal, Roms wichtigſter Feind. Als die Roͤmer der griechiſchen Freiheit, wie ſie vorgeben, zu Huͤlfe kamen, wurde Philipp bei Kynoskephalaͤ geſchlägen, Priechenland frei erklärt. So wie Macedonien über⸗ wunden worden, weil der Koͤnig, anſtatt den roͤmiſchen Rrieg mit Hannibal gemeinſchaftlich zu führen, es hatte onſiehen laſſen, bis die Romer mit aller Macht über ihn herfallen konnten, eben ſo, und noch leichter wurde nach⸗ per auch Aſten bezmungen, weil es an dem Schikſal Macedoniens gleichfalls zu ſpaͤt Antheil genommen. 190. Von den Truͤmmern der alten Trvja bis an den Kaukaſus über Medien hin, ganz Syrien, Phöni⸗ zien, Palaͤſtina, Klein⸗Aſien, gehorchte alles dem„gro⸗ ßen Antiochus;“ ſeine erſte Seit war glänzend, und er bei weitem der machtigſte aſiatiſche Fuͤrft. Doch er ſchlum⸗ merte unter den Lorbeern ſeiner beſſern Jahre. Da war es, wo Hannihal zu ihm floh. Früher Fhn hatte Tho⸗ vis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 30 as, der Aetolier Haupt, der ſich für geleiſtete Dienſte von den Romern nicht genugſam belohnt glaubte, den ebengedachten Antiochus(den Seleuciden auf die Fort⸗ ſchritte der Roͤmer, der Feinde alles Königthums, auf⸗ merkfam gemacht. Honnibgl unterſtüzte den Thvas hierin⸗ Dieſe beiden brachten Aſien gesen die roͤmiſche Macht ins Gefecht. Aber Vlexanders Argyraspiden waren laͤngſt nur dem Namen nach noch ubrigz an der Stelle wahrhafter Groͤße herrſchte Procht. Mit Blumen be⸗ graͤnzt, von Verſchnittenen begleitet, bei Floͤte und Leier⸗ zog der„große Antiochus“ guf ſeinem prächtig geſchmuͤk⸗ te Elephanten, an der Spitze eines Heeres von 400000 ervor. Aber, durch die Schlacht in den Thermopylen aus Griechenland vertrieben, und bei Magneſia entſcheidend geſchlagen, mußte er um den Preis von Klein⸗Aſien, bis an den Taurus, önd um die Hälfte ſeiner Schiffe, den Frieden kaufen. Noch wollten die Roͤmer lieber Koͤnig⸗ reiche austheilen, als ſelbſt beherrſchen, ſie begnuͤgten ſich, Sieger zu ſeyn. Nachdem ſie in Gallatien die angeerbte Wildheit jener, vor 100 Jahren furchtbaren Gallier ge⸗ demuͤthigt hatten, ſchenkten ſie einen großen Dheil Klein⸗ Aſiens dem Konige Eumenes von Pergamus, ihrem Freund. So großmuͤthig indeß Rom gegen ſchwache Bundes⸗ genoſſen handelte, ſo aufmerkſam bevobachtete es alle Schritte Hannibals, der die Welt durchwanderte, um dem Namen Roms Feinde zu erregen. Hannibal war bey Pruſia, dem ſchlauen, habſüͤchti⸗ gen, fürchtſamen Koͤnige Bythiniens, als ſeine Auslie⸗ ſerung(160.) begehrt wurde. Da nahm er das Gift⸗ das er ſeit vielen Jahren bei ſich trug, um nie zu leiden, was Hannibals unwürdig wäre. Um dieſelbige Zeit wich ſein Keberwinder der Eiferſucht einer Parthei. Scipis verlies das durch ihn gerettete Rom, und lebte auf ſei⸗ nem Landhauſe bei Linternum.„ Den Aetoliern vergaben die Roͤmer. 40 IV. Von Alerander Gr.(322 v. Chr.) Philopömen der Achaer †. P. Cato. Bion und oſchus. 15. Indeß hatte König Philipp II. von Macedo⸗ nien den beſſern ſeiner Sohne der verleumderiſchen Liſt des Perſeus geopfert, über deſſen Betragen er in verlaſ⸗ ſenem Alter aus Gram ſich tödtete. S. Dieſer Perſeus, um den Macedoniern ſich zu empfeh⸗ len, erhob endlich 168 gegen die Roͤmer einen Krieg, wodurch er den alten Ruhm der Macedoniſchen Waffen herzuſtellen ſich ſchmeichelte.. 1Aber Roms Feldherr Paul Aemil heſiegte die un⸗ überſteiglich ſcheinenden Hinderniſſe, welche Waͤlder und erge ſeinen Fortſchritten enigegenſtellten. In dem entſcheidenden Augenblicke der Schlacht bei Pydna ergrif den König paniſche Furcht. Er wußte nicht zu ſterben, ſondern ͤberlieferte ſich. Macedonien wurde fur ein freies Land, unter Roms Schirmberrſehaft erkiärt. In dem 153ſten Jahre nach dem Tobe Aleranders d. Gr. wurde ſein lezter Thronfolger dem Triumph des Ueber⸗ winders folgend, in Rom gefangen eingeführt, wo er in der tiefſten Erniedrigung ſtarb. Das roͤmiſche Heer wurde fuͤr die Ordnung, die es in Macedonien hatte beobachten müſſen, durch das reiche Epyirus entſchaͤdigt. 3 Maccabäer befreien Paläſtina. Critolaus. Polybins. Terenz. Hipparch der Aſtronom. 462 Mittridat I. eroberte vom Euphrat bis zum Indus, das weite Land. Sechs und neunzig Jahre alt war Maſſanaſſes(Maſ⸗ ſiniſſa), als 40 von Farthago vertriebene Senatoren ihn baten, ihre Wiedereinſetzung zu bewürken. Er war Va⸗ ter von 4½ Sohnen, Koͤnig vieler umherziehenden Stäm⸗ me, Roms kluger und ſtandhafter Freund. Die Karthaginenſer verwarfen ſeine Einmiſchung. Zur ſelbigen Zeit beſtimmte der alte Cato den römi⸗ ſchen Senat, nie zu vergeſſen, wie Hannibal vor 70 Jah⸗ ren Rom bedroht. bis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 41 Cato verband mit der Strenge alter Tugend ſo viel Anmuth, als der Wurde eines roͤmiſchen Senators ge⸗ ziemte. Aber, wenn er gleich in vielen Dingen einen richtigen und ſcharfen Blick hane, ſo war er doch einer von den alten Maͤnnern, bei welchen die früheſten Jugend⸗ Eindruͤcke die ſtärkſten bleiben. Immer, bei allen Rath⸗ ſchlagen fuͤgte er am Ende hinzu?„Und überdis iſt mei⸗ „ne Meinung, daß Karthago zerſtört verden ſoll“ Scipio Aemilian, welcher nachmals dem großen Na⸗ men der Scivivnen neuen Glanz ertheilte, war ein Sohn Paul Aemils, den der Sohn des Siegers von Zama in ſeinem Alter adoptierte. Er vereinigte mit ſeincs leibli⸗ chen Vaters reiner Tugend die liebenswurdigen Tugenden des ältern Scivio; nicht minder Heldengeiſt, aber mehr Kenntniſſe und Eleganz der Manieren, als dieſen beiden in früheren Zeiten zu erlangen nicht möglich war Im Senat behauptete Scipio Naſika durch Weisheit und Se⸗ rechtigkeit großes Gewicht. Er war des Lflius zärtlicher Freund, er bewunderte den Polybius, der bey ihm lehte. Auch jene Meiſterſtücke, wodurch Terenz das lateiniſche Theater dem aniſchen näherte, ſind wir zum Theil dem Scipiv ſchuldig, der jenen liebte und unterſtüzte. Doch machte die alte biedere Art des Cato, welche mit vielen Leidenſchaften der Zuhörer zuſammentraf, in dem Senat noch größern Eindruck, als nas Scipio Na⸗ ſika oder der Jüngling Scipio tiefer bemerkten. 149. Unter dem Vorwande nun, daß die Karthagi⸗ nenſer friebbruͤchige Zuräftungen machen, wurde von ih⸗ nen die Auslieterung aller Schiffe begehrt, welche ſie, dem leiten Frieden zuwider, gebaut haͤtten. Als ſie dieſe gege⸗ ben hatten, wurden ſie vor ihren Augen verbrannt. Hierauf wurde ihnen angedeutet, Karthogo, ihr Vaterland, gänzlich zu verlaſſen, und weit von der See, im Innern des andes, eine neue Stadt außzubauen⸗ Jezt wurde die Gemeinde von der aͤuſerſten Verzweiflung ergriffen. Jeder beſchloß Krieg. Dhne ünterſchied des Standes, Alters * 44 IW. Von Alexander Gr.(322 v. Chr.) und Geſchlechts war niemand, der in dieſer außerſien Noth fur das Vaterland nicht alles angewendet hätte. Auf eine bewunderungswuͤrdige Weiſe widerſtanden die Karthaginenſer bis in das dritte Jahr. Mehr als einmal wurden die roͤmiſchen Legionen gefchlagen. Gegen die Erfindungen der Verzweiflung fand nur Scipio Mittel; bei naͤchtlicher Weile drang er in den lez⸗ ten Hafen; doch ſelbſt nach dieſem unerſetzlichen Verluſt ergaben ſich die Bürger nicht. Sechs Tage und ſechs Nächte ſtritten ſie am Ufer, und von den Gaſſen herab füͤr die offene Stadt. Endlich erklärte ſich eine Parthie für die Römer. 146. In dieſem Augenblick wurde die Stadt von der Hand ihrer eigenen Buͤrger angezündet. Als das Weib eines vornehmen Buͤrgers, Hasdrubal, ſah, daß ihr Mann zu den Roͤmern halte, umarmte ſie ihre Kinder, ſprach „ſo lebe denn Hasdrubal, wenn du das Heri haſt, Kar⸗ thago zu uͤberleben“ und warf ſich in die Glut ihres brennenden Pallaſtes. Siebenzehn Tage brannte die, von 700,000 Menſchen bevolkerte, 1000 Jahre blühende, gewaltige Stadt, und ſank in ſchaudervollen Schutt. Auch der erſten Plätze Griechenlands ſuchten die Rö⸗ mer, nach Stillung eines Verſuchs, den Andriskus zu Her⸗ ſellung des Macedoniſchen Reichs gemacht hatte, ſich zn verſichern; ſie begehrten von dem achäiſchen Bunde alle die Plaͤtze, welche die Könige ſonſt in dem Pelopennes beſezt hatten. Der roͤmiſchen Geſandſchaß, welche dieſen Antrag uͤberbrachte, wurde von dem Pöbel zu Korinth beleidigend begegnet. Dieſer Vorwand ſchien zu einem Kriege hinreichend.. Vergeblich ſtritt Achaja mit alt griechiſchem Helden⸗ ſinn. Der Bundes⸗Porſteher Kritolaus entging nur durch Selbſtmord einer ſchmaͤhlichen Urbergabe. Noch wagte ein Nachfolger Diaͤus, rin zweiter Leonidas, mit 614 Tapfern, die Behauptung der Korinthſchen Landenge. Aber alies wich endlich dem Strome des Glücks. Da bis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chrifti. 43 eilte Diaͤus hinauf in ſein Vaterland, berſammelte ſein Haus, vertheilte unter Weib und Kindern Giſt, nahm ſelbſt, und ſtarb mit und unter ihnen L. Mummius erv⸗ berte Korinth, geziert mit einer zahlloſen Menge vortref⸗ licher Werke. In dem o55ſten Jahr nach ihrer Erbauung, in demſelben Jahr, wie Karthago, wurde Korinth gepluͤn⸗ dert und verbrannt. 142 Maccabäer Fürſten in Alexandrien.. 140. Nachdem Karthago und Korinth gefallen, übte ſich vie römiſche Kriegskunſt in Spanien. Der Luſitanier Viriathus hielt 8 Jahre lang. Selbſt von Secipio wurde (133) Numantia nicht eigentlich bezwungen, ſondern aus Hungersnoth zuͤndeten die Einwohner die Stadt an, und ermordeten ſich ſo ſelbſt. In pielen andern Gegenden be⸗ hauptete Spanien die Unabhaͤngigkeit noch 100 Jahre. 131. Attalus 11I. Philometer, der lezte König von Pergamus, da er ohne Erben ſtarb, gab ſein angeſtamm⸗ tes Koͤnigreich Kleinaſien, das Geſchenk zurück, welches ſein früherer Vorfahrer von Rom bekommen hatte. Der Polks⸗Tribun Tiberius Gracchus, Schweſter⸗ ſohn Scipio's, machte den Vortrag zn Vertheilung der Schaͤtze des Attalus, und daß permittelſt eines neuen Geſetzes dafür geſorgt werden moͤchte, daß die Buͤrger nie mehr als ein heſtimmtes Maas Ackerland beſitzen ſol⸗ len. Durch ein ſolches Geſe; wurde dem Armen gezeigt, wie er Alles erhalten, und dem Reichen, daß nur Ge⸗ walt ihn ſchützen koͤnne. Liberius Gracchus verſtieß einen gemäßigten Collegen vom Tribunat. Er trug damals auch vor, daß allen Ita⸗ lienern das romiſche Bürgerrecht zu geben ſei. Der Se⸗ nat fuͤrchtete, daß eine ſolche Menge zu den ſchaädlichſten Bewillinungen endlich zwingen konnte.. Da ſtellte Scipio Naſika, ein ehrwuͤrdiger Mann, ſich an die Treppe, wo man hinauf in das Capitolinm ging, und rief;„zu mir, wer das Vaterland retten will,“ und als der Senat, alle großen Bürger, die meiſten Rit⸗ ter und ein beträchtlicher Theil des Volks zu ihm trat, 44 IV. Von Alexander Gr.(322 v. Chr.) Spt ſich die Verwirrung, die dem Liberius das Leben öſtete. 122. Sein Bruder Cajus, noch beredter und geiſt⸗ reicher, erneuerte nach zehn Jahren aͤhnliche Plene: „daß gemäß dem alten liciniſchen Geſez kein römi⸗ „ſcher Buͤrger über 500 Morgen Landes beſitzen, das „ganze cisalpiniſche Gallien zu Italien gerechnet und „in dieſelben Vortechte eintreten, das Korn dem „Volk um einen aͤußerſt niedrigen Preis verkauft, „600 Ritter in den Senat aufgenommen, dieſem das „Richteramt abgenommen, und jenen aufgetragen „werden ſoll.“ Hiedurch wurde das ganze Gleichgewicht, welches die Verfaſſung zuſammenhielt, gebrochen. Der Conſul Opimius, ſein perſoͤnlicher Feind, ſezte einen Preis auf ſeinen Kopf, aber guch Latium, die Rit⸗ ter und die bundsverwandten Städte erkläͤrten ſich fuͤr die alte Verfaſſung. Cajus, verzweifeind, ließ ſich durch ei⸗ nen ſeiner Leute den Tod geben. Mord und Giftmiſcherei wurden gemein. Der edle Scipio, Held des dritten pu⸗ niſchen Kriegs, des Eerenz und Polybs Freund wurde ein Dpfer meuchelmörderiſcher Verwandten, welche fürchtet n, er moͤchte zur Diftatur erhoben werden. Metellus, Feind Seipios, ſchickte ſeine Kinder zu deſſen Leichenbrand mit den Worten:„gehet, ſehet ihn; einen ſolchen Roͤmer „werdet ihr nie wieder ſehen“ Die Macht der Bosheit war ſo furchtbar, daß man die Unterſuchung ſeines Todes nicht wagte. Von dem an kam es auf, Dolche unter den Kleidern zu tragen. Die Weltherrſcherin Rom, vom Blute der Nationen trunken, ſieng an, in ihrem Einge⸗ weide zu wüthen.. 113. Phngefaͤhr 9 Jahre nach des Cajus Gracchus Tod erſchienen an der Grenſe Italiens barbariſche Horden, unter dem Namen Cimbern oder Kymren bekannt. Vor Deuto⸗ Bojorich eriitterte Italien, wie zur Zeit Han⸗ niba . bis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 45 106. Das Conſulat wurde in dieſer Noth dem C. Marius, der kaum vorher den afrikaniſchen Furſten Ju⸗ gurtha, den einzigen damals bekannten oͤffentlichen Feind Roms, geſchlagen hatte, aufgedrungen. Marius von Ar⸗ guinum war ein den Edlen hochſt verhaßter Mann, der mehr von der Derbheit, als von dem würdigen Anſtand alter Conſuln hatte, ſtreng im Commando, wie immer, und in der Kriegskunſt vortrefflich. 102 Marius zog wider die von der galliſchen Pro⸗ vinz anziehenden Teutonen, Catulus ſein College im Conſulat, wider die aus den rhätiſchen Alpen Hervorſtrö⸗ menden Cimbern. Marius, nachdem er ſeinem Heer Selbſtgefuͤhl uns Vertrauen gegeben, brach endlich los, und vernichtete bei Aqua Septia(Alr in der Provence) die Teutonen. 101, Nun eilte er in die veroniſchen Geſilde, wo Ca⸗ tulus nicht zu widerſtehen vermochte. Dem Heer wußte er fuͤr eine entſcheidende Anſtrengung neuen Muth zu ge⸗ ben Beiderſeits wurde mit äußerſter Wuth, und von den Weibern der Barbaren nhch an der Wagenburg ver⸗ zweiflungsvoll geſtritten. 88 Nicht lange hernach entwarf der pontiſche Koͤnig Mithridat, an militäriſchen Talenten den groͤßten Feld⸗ herrn des Alterthums gleich, einen Plan, worin er auf die nordiſchen Voͤlker zät lte, mit welchen er auf Italien loszuſtürzen gedachte. Da er in Kleinaſien einen arken Anhang hatte, ſo machte er den Anfang ſeines Kriegs uit Ermordung von ohngefaͤhr 0,000, in den Städten ſich aufbaltenden Römern, gegen welche der abgeredete Rufſtand auf einmal überal ausbrach. Griechenland ge⸗ ſellte ſich zu ihm. Dieſe Nachricht und noch weiter, daß der pontiſche Koͤnig in Thrazien, daß er zu Athen ſey, daß er das ganze nordiſche Land in Bewegung ſetze, erhielt Rom zu einer Zeit, wo innere Gährung weit um ſich gegriffen hatte. Es war zu der Zeit, wo Marius mit dem Voikstribun Saturnius, der einen Competenten am Wahltag ermor⸗ 46 IV. Von Merander Gr.(322 v. Chr.) det hatte, die engſte Freundſchaft errichtete. Metellus fuͤrchtete die Gefahr, von einem ſolchen Mann erwürgt zu werden; er floh Rom. Das Volk führte ihn wie triumphirend zuruͤck. 8 Eine Privatfeindſchaft zwiſchen Caͤptio und Druſus veranlaßte einen Bruch zwiſchen dem Senat und den Rit⸗ tern, welche ſeit Cajus Gracchus, Richter 3900 an der Zahl waren. um fur alte Verfaſſung, die der edle Druſus herzu⸗ ſtellen vorhatte, das Volk zu gewinnen, mußte er ſich demſelben gefaͤllig erzeigen; er brachte die Errichtung ei⸗ niger Colonien, die Austheilung einiger Laͤndereien in Vorſchlag. Druſus, als er nach Hauſe zog, wurde von einem Unbekannten mit einem Meſſerhieb ermordet Ster⸗ bend ſeufzte er;„ich ſehe vor, daß nicht leicht noch einer „auftreten wird, welcher ſo rein denke, wie ich.“ Alſo unter ſolchen inneren Unruhen begann der mithri⸗ datſche Krieg. Der Feldherr L. Cornelius Sullg wurde u Führung deſſelben beſtimmt. Der ehrgeizige 0jaährige arius wüßte den ſonſt vortrefflichen Volkstribun Sul⸗ picius dahin zu misbrauchen, daß dieſer darauf antrug, die Ernennung des Sulla zu widerrufen, und Marius als Commandirenden zu ernennen. Sulla erhob auf dieſe Nach⸗ richt ſein vor Nola liegendes Heer. Zum erſtenmal zog die Armee eines Bürgers feindſelig nach Rom. Kaltbluͤtig forderte er Fackeln zu Anzündnung der Stadt. An der Spize von 26,000 Mann, denen nur ſein Wille Geſez war, zog er zum colliniſchen und esquiliniſchen Thor herein durch die auf das Capitolium führenden Gaſſen. Kaum vermochte ein Sklave den Marius zu retten. Sulla be⸗ gehrte, daß der alte Conſul nebſt ſeinem Sohn und zehn ſeiner Anhaͤnger als Feinde des Vaterlandes erklaͤrt wür⸗ den. Bevaffnete umringten den berathſchlagenden Se⸗ nat; da wanote ſich Scaͤpola, der Mann des Rechts, an den gebietenden Sulla und ſprach:„Nie werden die Werk⸗ „zeuge der Dyrannei den alten Mucius Scaͤvola, der „ut noch wenige Blutstropfen uͤbrig hat, vermoͤgen, den bis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 4 „fuͤr den Feind der Roͤmer zu erklaͤren, der Rom und „ganz Jtalien von den Cimbern gerettet hat.“ Der Volks⸗ tribun Sulpicius, auf deſſen Kopf ein Preiß geſeit war, wurde von einem ſeiner Sklaven getödiet; bieſer bekam den Preiß, wurde aber zugleich als Verrather ſeines Herrn von dem tarpejiſchen Felſen geſtürzt. Marins ſollte hierauf in dem Kerker von Minturnen umgebracht werden. Als der dazu beſtimnte Bewaffnete, ein Cimbre, hereintrat, rief der alte Feldherr mit jener Stimme, vor der die Legionen und die Barbaren gezittert: „Wer biſt du, o Menſch, der du gegen Cajus Marius deine Hand außzuheben dich nicht ſcheueſt!“ dem Mann fiel das Schwert aus der Hand, Marius wurde nach Afrika gerettet. Nachdem hierauf Sulla ſich in den mithridatſchen Krieg begeben hatt, nurde Rom durch den Conſui Lu⸗ cius Cornelius Cinna aufs neue verwirrt. Dieſen vertrieh ſein College Octavius. Einna, um ſein ungemein großes Heer furchtbarer zu mahen, berief den Marius zuruͤck. Marius, der jeden Schritt, ſeit er in Italien gelan⸗ det, mit Blut bezeichnet hatte, mit ihm Einna, Carbs und Sertorius zogen in die Stadt. Noch vertheidigte Detavins, mit Wenigen, auf weſche der Senat ſeine lezte Hoffnung baute, den vatikaniſchen Huͤgel. Aber bald wurde ſein Haupt auf einem Spieß durch die Stadt ge⸗ tragen. Dann gab Marius den Befehl zur Ermordung aller großen Senatoren Da geſchah, daß der Oberprie⸗ ſter Jupiters an dem Altar ſeines Goltes umgebracht, daß Catulus, der tugendhafte und aufgeklaͤrte Conſul, der mit Marius den Ruhm des cimbriſchen Sieges theilie, geno⸗ thigt wurde, in einem neu getuͤnchten Zimmer zu erſticken, daß der Kopf des Antonius, des groͤßten damaligen Red⸗ ners, über dem Eſſen dem Marius überbracht wurde, welcher frohlockend ihn betaſtete, und den bluttriefenden order umarmte. Dieſer Augenblick gab ihm die lezte Freude. Marius ſtarb(35.). Sulla ſchien alles zu ver⸗ 48 MW. Von Alerander Gr.(322 v. Ghr.) geſſen, um Rom an dem Könige des Pontus(Mithridah zu raͤchen. Er eroberte Athen; den Athenienſern ver⸗ gab er um ihrer Vaͤter willen. In dem entſcheidenden Dreffen bei Böotien wichen die Roöner der Tapferkeit und Kunſt des Mithridates Da ſtuͤrzte Sulla in die Feinde, und rief unter ſein Heer:„Soldaten, wenn man fragt, „wo ihr euern Heldherrn gelaſſen, ſo ſprecht: in der „Schlacht“ Dieſes beſchaͤmende Wort ermannte die Rö⸗ mer zur Pflicht und gab ihnen den Sieg. Kappadocien, Bythinien, Aſien, die Mithridates ſchon für ſein hielt, ein Theil ſeiner Flotte und eine grohe Summe Geldes mußten im Frieden den Römern üͤbergeben werden. Hierauf zog Sulla ruhig, als ob er im tiefen Frie⸗ den kame, zuri nach Italien. Er ſchien weiter nichts zu wollen, als die Wiedereinſezung des Senats in ver⸗ faſunssmäßige Rechte. Cinna, der gegenſeitige Maas⸗ regeln ausgeführt hatte, wurde, als er ſein Heer wider Sulla führen wollte, in einem Aufſtand der Soldaten erſchlagen. Ueber den Conſul Norbanus ſiegte Sulla. Das Heer, welches L. Scipio wider ihn anführte, gieng zu ihm über. Ein ſullaiſcher Offizier bemachtigte ſich der Inſel Sardinten, u, f w. er Praͤtor Damaſippus berief auf Befehl des jun⸗ gen Marius, den Senat, und machte Friedensvorſchläge. Alle in Rom noch vorhandene vornehme Bürger, alle, die der blutigen Rache jeden Frieden vorzogen, verſammelten ſich auf der hoſtiliſchen Ctria. Dieſen Augenblick wahl⸗ ten die Marianer 6 Vollendung ihrer Verbrechen, in⸗ dem ſie die ganze erſammlung umbrachten. Vor der heilgem Feuer ſiel ſelbſt der oberſte Pontifer Sca⸗ vola. Sulla, vor den Thoren der Stadt ſritt hierauf ſieg⸗ zaſeſeri den Pontius Teleſinus, einen Samniter, von es Marius Parthei. Achttauſend Mann, die ſich dem Sieger ergeben hatten, wurden n umgebracht. Das Wuthgeſchrei und das Geheul der Huͤlfloſen war ſo bis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 40 groß, daß der Senat auf der benachbarten Euria in ſei⸗ nen Berathſchlagungen nicht fortfahren konnte. Sulla's Rede war:„Es ſind einige Elenbe, die man um ihre „Verbrechen ſraft;“ der er Catulus erwiederte? „wir toͤdteten im Kriege die ewaffneten, im Frieden „die anderen; mit wem ſollen wir leben?“ Der Conſul Marius, Sohn des alten Marius, erſt 26 Jahr, hielt ſich lang heldenmuthig. Indeß befahl Sulla, ſeinen Bruder, den Prator, nach dem Grabe des alten Catulus zu ſchleifen: hier wurden ihm Zunge, Ohren und Au⸗ sen ausgeriſſen, ein Glied nach dem andern mit Keulen ſerſchmettert. M. Pletorius, der uͤber dieſem Schauſpiek in Ohnmacht gefallen, wurde hingerichtet. Als der Kopf des Prätors an die Mauer von Prä⸗ neſte, wo der Conſul Marius, ſein Bruder, ſich noch pielt, geworfen wurde, gaben ber Conſul unb des Tele⸗ ſimus Sohn, ſein Freünd, einander den Tod. Die ganze Büͤrgerſchaft der Stadt, nachdem ſie ſich ergeben hatte, wurde niedergemacht. Zur ſelbigen Zeit jiel auf Sicilien der Conſul Cnejus Carbo, mit vielen der Sei⸗ nigen, durch die Waffen des jüngeren Pompejus. Auß hodos wurde der dahin entflohene Conſul Vorbanus zum Selbſtmord genöthigt. Der Prätor Dfella, einer der eifrigſten Sullaner, Eroberer von Präneſte, als er ohne Sülla's Erlaubniß das Conſulat ſuchte, wurde auf dem Forum ermordet, und als das Volk zu zuͤrnen Fien⸗„tt Sulla auf und ſprach:„Ich habe es he⸗ Drei und dr ißig ehemalige Conſuln, ſieben Praͤto⸗ ren, ſechzig Aedilen, 200 Sengtoren, 150,000 roͤmiſche Bürger waren die Opfer des zwiſchen Marius und Sulla geführten Friegs. Da erneuerte Sulla die ſeit 120 Jah⸗ ren nie erſchienene Diktatur, nahm den Zunamen des Glücklichen an, vertheilte ſeinen 47 Legionen die Gäter der roſcribirten und Hingerichteten, annullirte das von den Volkstribunen ausgeubte Recht, Geſeze vorzutragen, ergänzte aus dem Ritterſtand den geſchwaͤchten Senat, Spaͤth Laſchenb. d. Weltgeſchichte. 5 5o IV. Von Alexander Gr.(322 v. Chr.) vermehrte, zu Belbhnung ſeiner Freunde, die Collegien der Pontifen und Augurn, und gab dem Volk, zu Erin⸗ nerung ſeiner Siege, die beruhmten circenſiſchen Spiele, uͤber welchen es nachmals die Freiheit vergas. 77. Nach ſolchen Thaten, wie ſie wenige Tyrannen (der alten Zeit, zu Befeſtigung einer Herrſchaft auf eine lange Reihe von Nachkommen gewagt, legte Sulla die Diktatur nieder, trat in das Privatleben zuruck, beſchaͤf⸗ tigte ſich mit Beſchreibung ſeiner Geſchichte, genoß alles geiſtigen und ſinnlichen Vergnügens, und ſtarb entkraf⸗ tet am zweiten Dag nach Vollendung des 22ſten Buchs ſeiner Geſchichte 74. Wider Mithridates nach Aſien, zog Lucullus, ein gebildeter an das Denken gewoͤhnter Mann. 72. Sertorius, ein Marianer, führte in Spanien den ſehr merkwürdigen 6jahrigen Krieg. Eben als er mit Mithridates gegen das Vaterland gemeine Sache machen wollte, verrieth ihn Perperna, deſſen er geſchont, als er ale andern, auf die er mißtrauiſch war, dem Tod uͤber⸗ gab. Auch dem Moͤrder(Sertvrius) koſtete ſeine That das Leben. 71 Licinius Craſſus, indem er Crixus und Spar⸗ takus, die Heerfuͤhrer entlaufener Fechterſchaaren, ſchlug, erwarb einen, durch den Gegenſtand ſchmählichen, fuͤr die oͤffentliche Ruhe maͤchtigen Triumph⸗ as frübe Glüͤck Pompejus war der Gegenſtand of⸗ fentlicher Bewunderuns; noch kaͤmpfte der jüngere Ju⸗ lius Cäſar, ohne ſich emporſchwingen zu konnen. Rom, in Wollüſte ſinkend, vergaß die erlebten Greuel, und reifte zum Untergang. Schon ſchwiegen die Geſeie vor der Präpotenz gewaltiger Männer. Der Unglaube pac Fiiſthtite Ehre, Anſtand, Freundſchaft wurden eil u. ſ. w. 66. Zur ſelbigen Zeit ſuchte Pompejus die Volksaunſt, vermitteiſt Herſtellung des Tribunats in die ihm von Sulla entriſſenen Rechte. Nachdem er triumphirt, ehe er ein öffentliches Amt bekleidet hatte, und Conſul geworden⸗ bis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 1 ohne daß er nach alter Sitte Quaſtor geweſen, wurde ihm zu PVertilgung der Seeräuber im mittellaͤndiſchen Meer und an allen Küſten deſſelben eine außerordentliche Macht ertheilt. Dennoch war Pomvejus auf jede Aus⸗ zeichnung ſo geizig, daß er fremde Lorbeere mit unerſätt⸗ licher Eitelkeit an ſich riß. So z. B. war er bemüht, den Metellus um die Ehre der Eroberung von Ereta zü bringen. Befonders zeigte ſich ſein Ehrgeiz in Anſehung des mithridatſchen Kriegs. Bieſer große Koͤnig behauptete ſich mit ſeinen Barbaren gegen die unter Lucullus wohl ungefuͤhrten Legionen, ſo lang er konnte; endlich unter⸗ lag er. In dieſem Augenblick raubte Pompejus dem Lucullus den Ruhm der Beendigung des Kriegs, den dieſer gleichwohl, vielleicht aus Eigennuz, verlängerte. Mithridates fiel ſeines Namens wuͤrdig; er wurde nicht das Opfer eines von ihm begangenen Fehlers, nicht einer Vernachläſſigung, ſondern der Verrätherey ſeines eigenen Sobnes, und ließ dem Römer nur ſeinen Leichnam. Ueber den Trümmern der Unabhaͤngigkeit ganz Vorder⸗ aſieng gab Mithridates ſich ſelber den Tod, und ſo Rom den Frieden. 3 63. Jeruſalem, durch innere Unruhen maccabaͤiſcher Fürſten geſchwächt, wurde dem Pompejus eine leichte Eroberung. Den Juden blieb Moſis Geſez. Zur ſelbigen Zeit war es, wo der parthiſche Phraa⸗ tes uͤber die Fortſchritte der Legionen ſich zu beunruhigen anfing, wo Rom durch die Wachſamkeit eines guten Burgers erhalten nurde, als es durch Catilin as Ver⸗ ſchwörung wider die beſtehende Verfaſſung in Gefahr gekommen war. Salluſt, dieſer ernſte Richter der Laſter, die er an ſich ſelbſt nicht zu überwinden vermochte, beſchreibt, wie der Conſul Cicero den Anſchlag entdeckt, niedergedon⸗ nert, vereitelt, und Catilina, die Waffen in der Hand, für die verdorbene Sache als Held gefallen. Unter denen, die im Verdacht waren, Catilina's Inſchlage heimlich zu begunſtigen, war Caius Julius 3 5 52 IV. Von Alerander Gr.(322 v. Chr.) Cäſar bei weitem der wichtigſte. Mit einer ihm eigenen Lebensfülle und Behendigkeit, verband er Beharrlichkeit, Kraft und Höhe eines vielumfaſſenden Geiſtes, wodurch er ſich zum Nang des Erſten in Rom nachmals erhob⸗ Er iſt der Mann, der in 14 Jahren das ganze von ſtreit⸗ baren Volkern ſtark bewohnte Gallien, und 2mal Spa⸗ nien unterwarf, Teutſchland und Britannien betrat, mit einem Heer Italien ſiegreich durchzog, die Macht Pom⸗ peius ſtuͤrzte, Aegypten zum Gehorſam brachte, den ver⸗ raͤtheriſchen Sohn des Mithridates, den Pharnaces ſah und ſchlug, in Afrika den großen Namen Cato's nnd die Waffen des Juba(in Numidien) beſiegte, fuͤnfzig Schlachten lieferte, worin 1,192,000 Mann geblieben ſeyn ſollen, überdieß nach Cicero der großte Redner, und ein unübertroffenes Muſter für Geſchichtſchreiber. Cäſar kannte die Macht der Leipenſchaften, er genoß der Luſt, aber er wurde nicht ihr Sklave. Seinen Reden zu ſeinen Soldaten giebt Cicero das Fenit daß ſie einem aus reiner Quelle ſilberhell flieſ⸗ enden Bache zu vergleichen ſeien, daß Cäſar, um ſeine Reden zu ſchmuͤcken, unverbeſſerliche Gemaͤlde in dem beſten Lichte darſtelle, daß der Charakter des Ausdrucks, der Stimme, der Action, edel und von ſachwalteriſchen Kuͤn⸗ ſten weit entfernt ſey⸗ 72. Als ein großes teutſches Heer unter dem Furſien Arioviſt einige Furcht verbreitete, hielt Caͤſar jene mei⸗ ſterhafte Rede, worin er am Ende bezeugt,„daß wenn alle ihn berlaſſen, er allein an der Spitze ſeiner zehnten Legion(die er im Anfang ſeiner Thaten ſchon gewonnen hatte), auf die er traue, den Feind angteifen werde“ Einen Soldaten⸗Aufruhr ſtillie er mit Einem Wort, als er, anſtatt der gewöhnlichen Anrede„Kriegsgeſellen““ (Cameraden), ſie hloß„Buͤrger“(Quirites) nannte. Dieſer Mann, der ſeinen Planen alles aufopferte, war, ſobald er geſiegt, die Güte ſelbſt. Wenn Pompejus durch⸗ aus nicht allein haͤtte ſtehen wollen, ſo wurde Cäſar, wens * his auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 53 gleich Niemand über ſich, doch gerade den Pompeius neben ſich haben leiden können. Pompejus verſtand die Kriegskunſt, aber er hatte nicht Cäſars erfinderiſchen Geiſt, nicht ſeine Kraft und jene mittheilende Begeiſterung, worin ganze Cohorten lieber ſich tödteten, als zuzulaſſen, daß Cäſarianer in ſr Haͤnde fallen. Pompejus redete in der Zuver⸗ icht eines mächtigen Partheihauptes, mit geziemender bopularität, und mit einem des inwohnenden Roͤmer⸗ innes wuͤrdigen Ernſt. In ſeinen Sitten war Adel und Anſtand; er war ein ſehr wohl unterrichteter Herr. 60. Craſſus, der dieſen beiden großen Männern ſich zugrſellte, war ein Mann von vielem geſunden Urtheil in Geſchaften, und beſaß großen Reichthum. Als dieſe drei mächtigen Männes ſich vereinigten, in Geſchäften gemeine Sache zu halten,(Triumvirat) blieb Cato(d. J.) füͤr die Geſetze. Dieſer, dem Ideal der Tugend ähnliche Mann, wirkte das Gute nud um des Guten willen. So viele Mübe ſich auch ſeine geiſtreichen Feinde gaben, ihn herabzuwürdigen, ſo blieb dennoch ſein Name gleichbedeutend mit der Rechtſchaffenheit. an rechnet es ihm für einen Fehler, daß er der herrſchenden Verderbniß auf gar keine Weiſe ſich fügen, und lieber ſelbſt etwas Gutes unterlaſſen, als auf eine nicht ganz ſtreng geſezmäßige Art handeln wollte. Von Cicero, dem Valer der Muſen Latiums, ur⸗ theilte Cäſar, einſt ſein Feind, ſelbſt und wahrhaft ſo: „daß ſein(des Cicero's) Lorbeer um ſo herrlicher ſey⸗ als der militäriſche, als es mehr heißen wolle, die Gren⸗ zen des menſchlichen Geiſtes als die eines vergänglichen Reichs erweitert zu hgben“ Haͤtte Cicero nach der Be⸗ freiung Roms von Catilina in weiſer Einſamkeit mit Attikus den Wiſſenſchaften gelebt, ſo würde mancher chwache Zug ſeiner ſchönen Seele nicht erſchienen ſeyn. icero wurde vertrieben, Cato unter dem Verwond ent⸗ Pint⸗ er ſollte das Konigreich Cypern dem romiſchem olke zueignen. 5u MW. Von Alexander Gr.(322 v. Chr.) Nachmals genehmigten die Triumvire die Zuruͤckbe⸗ rpfung Eicero's; dafür mußte er mit ihnen ſeyn. Waͤhrend dieſer 10 Jahre(60— 50) kam Cäſar nie nach Rum Er überwand, kaum dem Namen nach be⸗ kannte Barharen, er trug die roͤmiſchen Adler auf bis⸗ her verſchloſſene Küſten, und an Hercyniens Walder. Pompejus, der Grohe genannt, vergas, daß dieſer Name ſchwerer zu behaupten als zu gewinnen iſt. Nur die Vornehmern ſuchten bei ihm gegen Caͤſar den Schuz der Ariſtokratie. 55 Craſſus fiel in einem ohne genugſame Landes⸗ kenntniß wider die Parther unternommenen Krieg. Der Adel hielt ſich je laͤnger je mehr an Pom⸗ veius.. Julia, Cäſars Tochter, Pompeius geliebte Gemalin, ſtarb. Um eben dieſe Zeit machte der Wille des Senats den Pompejus zum Conſul ohne Collegen, und, indem ihm die Verwaltung Spaniens aufgetragen wurde, er⸗ hielt er(weil das gemeine Wohl es fordere) die Erlaub⸗ niß, das dortige Heer durch Stellvertreter commandi⸗ ren zu laſſen. 51. Caſar, nach vollendeter Eroberung des transal⸗ piniſchen Galliens, wurde in allen Staͤdten der vorigen Provinz und im cisalpiniſchen Gallien wie im Triumph empfangen u. f w Er fuͤr ſeine Thaten begehrte nur, daß man auch ihn, noch vor ſeinem Triumph zum zweiten⸗ mal zum Conſul erhebe. Da begehrte Pompezu von Eaͤſar 2 Legionen zurück, die er ihm ehemals überlaſſen hatte, und bald hernach wurde decretirt, Cäſar ſoll ſein Heer überhaupt auseinander gehen laſſen, und wie ein gewohnlicher Privatmann das Conſulat nach den ge⸗ meinen Formen ſuchen. Der Conſul Marcellus, voll Ahnenſtolz, war ganz wider Caͤſars populare Geſinnung. Lentulus, der andere Conſul, mußte dem Winke ſeiner Schuldglaͤubiger folgen. Scipio, des Pompejus nun⸗ mehriger Schwiegervater hatte gerichtliche Unterſuchun⸗ gen iu fürchten. Ciceru bemühte ſich vergeblich, durch bis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 55 Vermittlung den Frieden auf irgend eine Weiſe zu er⸗ halten., Unter den Volkstribunen war der geiſtreiche Curio, deſſen Verſchwendung nur mit ſeinen grenzenloſen Wol⸗ lüͤſten im Verhaͤltniſſe ſtand, auf der Seite Caͤſars, und mit ihm ſein College Antonius. Alle uͤbrige zu Rom in Aemtern und Wuͤrden ſtehende Maͤnner waren für Pom⸗ pejus. 28 Caͤſar erklaͤrte: Er wolle das Heer bis auf eine Le⸗ gion auseinander gehen laſſen, das Conſulat aber zu Rom nach den gewohnlichen Formen begehren⸗ 46. In dieſem für die Welt und für ihn entſchei⸗ denden Zeitpuncte, wo die gewaltſamſten Leidenſchaften erwachten, verbarg Caͤfar in ſich die große Bewegüng einer Seele. An dem Ufer des Baches Rubichn, jezt uſo, unweit Ariminum(Rimini), der Grenze des ei⸗ gentlichen Italiens, welche ohne Erlaubniß vom Senat kein Feldherr überſchreiten durfte, ohne fuͤr Feind des Vaterlands erklaͤrt zu werden, uberlegte Caſar bei licher Stille, vb er ſein Heer gegen die Hauptſtabt der Welt, gegen ſein Vaterland anführen wolle. Zu Pferdr fanden ihn bei Tagesanbruch die Soldaten gedankenvoll herumreitend; ſie ſelber auch aͤußerſt bewegt und unrt⸗ hig, beobachteten jeden Zug ſeines Geſichts, als plozlich Cäſgr, ſein Pferd ſpornend, rief:„der Würfel faͤllt“, hinuͤberſeite, ſie ihm folgten. Als alle an der adriati⸗ ſchen Seekuſte liegenden Staͤdte ihre Thore geoͤffnet, die Beſazungen übergetreten, und ihre Pffiziers entflohen waren, erzitterte Rom ſelbſt, in Erinnerung an Marius und Sulla, vor neu bevorſtehenden Proſcriptionstafeln. Pompejus, die Conſuln, der Senat, Cato, Piſo, Cicerv ergriffen eilig die Flucht. L. Domitius allein, in Er⸗ wartung eines Entſazes, widerſtand auf Corfinium. Die Beſazung gieng endlich über, Domitius mit allen Offi⸗ ziers wurde in das Lager geführt, und von Caſar in Freiheit geſezt. Dieſer ſchrieb an zween ſeiner Freunde: „Caͤſar gruͤßt den Oppins und den Balbus. Noch ehe 55 W. Von Alerander Gr.(322 v. Chr.) „ich eure Vorßellungen erhielt, hatte ich den Vorſaz, „gegen Jedermann die aͤußerſte Milde zu heobachten⸗ „durch dieſe wuͤnſchte ich, wenn es moͤglich iſt, die Her⸗ „en meiner Feinde zu erobern, und meinen Siegen „Dauer zu geben. Meine Vorgaͤnger ſollen mei⸗ „ne Muſter nicht werden; ſondern ich mochte eine neue „Kriegsmanier üben, durch Wohlthaten und Güte meine „Gegner gewinnen. Dieſe Gedanken beſchaͤftigen mich zut Nacht, und ich bin begierig, auch eure Ideen „ wiſſen. it Immer erneuerte Caͤſar Friedensantraͤge; aber da er ſäch. Brunduſium kam, entwich Pompeius aus Italien. 2 Gegen Cäſars Feldherrn ſtritt Maſſilir(Marſeille) mit jener von den alten Phocäern angeſtammten Behart⸗ lichkeit, boch am Ende vermochte es nichts. Z Spanien ſßritt Caͤſar gegen das Heer des Pom⸗ peln. e 47. Dieſer, nachdem Caͤſar ſchnell durch Gallien, Italien auf Rom ſich gewandt und ſich zum Biktator ernannt, zog in die Gefilde Theſſaliens. Bei Pharſa⸗ lus wurde geſtritten. Cäſars Heer marſchirte in ſtarken Schritten auf; Pompeius bewegte ſich nicht. 3 Als waͤhrend der Schlacht ein Theil der Pompeji⸗ ſce Reiterei zu ſiegen glaubte, indem ein Sheil der eindlichen floh, bemerkten die Verfolgenden unoerſehens ein viertes Treffen; es waren nur 6 Cohorten Zeutſche, aber es wirkte wie jede unerwartete Erſcheinung.— Pompeius floh, das Glüch des Tags war entſchieden. Cäfar, ſeiner Grundſäze eingedenk, durchrett die Li⸗ nien und rief:„Schone Krieger; es ſind Buͤrger.“ Als das Lager eingenommen wurde, brachte man ihm die Brieftaſche des Pompejus, alle Schreiben feindſeliger Großen und verſtellter Freunde. Er aber, ohne ſie zu oͤff⸗ nen, warf ſie ins Feuer. Den folgenden Tag ergaben ſich die übrigen vom Heer Rur Cato, neu begeißert, weil es offenbat vicht bis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 57 mehr die Prapotenz des Pompejus, ſondern die Geſeze floh nach der africaniſchen Kuͤſte zu Erneuerung des Kriegs. a7. Pompejus fand auf Lesbos ſeine Gemalin. Troſft ſuchte und fand er in den Grundſazen der Weiſen, deren Studium er immer fortſezte. Endlich begab er ſich zu dem König von Aegyyten, weil der junge Ptolemäus ihm Dankbarkeit ſchuldig war. Bei ſeiner Aukunft, unfern Peluſium, wurde er auf Befehl des ägyptiſchen Minilters enthauptet. Den Leichnam Pompejus verhrannte mühfam und feierlich ein armer Mann, den es rührte. Da Cäſar ſein aupt ſah, weinte er; es fehlte zu dem Glanze ſeines lüchs, daß er den großen Pompejus nicht retten konnte. Cato von Utica, Juba, Scipio, Labienus und die Kinder des Pomyejus warfen ich in Afrika, Sicilien und Spanien auf, und rüſteten ſich gegen Cäfar; ein Theil aſs Römer, andere um den Freund und Va⸗ ter zu rächen. Cäſar, nicht bloß, wie er. ſagte, durch wid⸗ rige Winde, ſondern wohl auch durch die Reize der Prin⸗ zeſſin Cleopatra, in Aegypten aufgehalten, kam daſelbſt in große Gefahr, in einem Aufruhr, welcher durch ſeine für dieſe Schweſter des Königs veranlaßt wurde. In einer hierauf gelieferten Schlacht, wo die Vegyp⸗ tier ohne Erfolg, doch nicht unrühmlich ſritten, verlor ſich Ptolemaͤus Dionyſius(Koͤnig in Aegypten, Bruder der Cleopatra) im Waſſer⸗ Caͤſar gab der ſchoͤnen Clevpatra das Reich ihrer Vä⸗ ter, ſie ihm 2 Soͤhne. Er zog nach Kleinaſien und ſchlug den pontiſchen Ko⸗ nig Pharnaces. Jenen andern Feinden wollte er Zeit laſ⸗ ir Macht ſo zuſammen zu bringen, daß Ein Tag eide. 47. Tapfer aber unglücklich wurde unter Seipio und⸗ Cato hei Tapſus in Aftika, gegen Caſar geſtritten. Cats 58 IV. Von Alcrander Gr.(322 v. Chr.) uͤberließ Rom dem Sieger, und entgieng durch freiwilli⸗ gen Tod aller Macht, welche die ſinnliche Welt darbietet. Hierauf aßen Juba und Petreius mit einander, und gaben ſich nach der Tafel den Tod. Scipiv entfloh zu Schiff. Als er es erreicht, und nach ihm gefragt wurde, ſprach er:„Stipio iſt hier, und es geht ihm wohl.“ Un⸗ ter dieſen Worten toͤdtete er ſich. Er war ſonſt kein gro⸗ ßer Mann, aber er war Römer von Gefühl. Bei Munda in Spanien geſchab zwiſchen Caͤſar und des Pompejus Söhnen die Schlacht, wo jener in groͤßter Gefahr war, endlich von ſeinem Gluͤck ſich verlaſſen zu ſehen⸗ 46. Aber Cäſar triumphirte uͤber Gallien, den Rhein, Brittanien, Aegypten, den Pontus, Mauritanien, Spa⸗ nien. Er wurde als lebenslaͤnglicher Diktator erkannt, unverlezbar erklaͤrt, und bekam den Zunamen„Vater des Vaterlandes.“ Er vergab dem Ligarius, und dem geweſenen Conſul Marcellus. Aber der altrepublikaniſche Geiſt war noch nicht erſtorben; Volkstribunen wagten über Caͤſarn zu klagen. Die gefaͤhrlichſten waren die, welche ſchwiegen. 44. Markus Brutus hatte Cato's Grundſaͤze mit ſanfteren Sitten. Für die Freiheit Roms glaubte er das Aeußerſte erlaubt. Er war ein Roͤmer, und glaubte keinen anderen Herren erkennen zu ſollen, als das Geſez. Caſ⸗ ſius, ſein Freund, war mißveranügt, weil er nicht Con⸗ ſul geworden. Die Tugend Brutus war nicht ſo furcht⸗ bar, wie ſeine Lebensverachtung. Wer den Tod nicht fürchtet, iſt immer furchtbar.— Caͤſar wurde im Senat mit drei und zwanzig Wunden ermordet. Hierauf ſuchte Markus Antonius, ein Mann von Kraft und Einſicht, aber allen erſinnlichen Ausſchweifun⸗ gen ergeben, von der Verwirrung des Staats für ſich ſelber den möglichſten Vortheil zu zieben. Den jungen Oetavius, welchen Cäſar, ſein Gros⸗Oheim, zum Erben eingeſezt hatte, behanbelte er als einen 19jährigen Jung⸗ ling, ohns ſonderliche Achtung, bis er einſehen lernte⸗ bis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 59 wie geſchickt Detavius war, alle zu Erwerbung und Er⸗ haltung der Macht noͤthig ſcheinenden Tugenden und La⸗ ſter anzunehmen. Zu dieſen beiden geſellte ſich nachmals Lepidus, ein reicher Mann pon edler Abkunft, aber in verſönlichen Eigenſchaften weit unter ihnen. Der junge Caͤſar, welcher das Teſtament ſeines Groß⸗ Oheims annahm, während ſeine Mutter und ſein Stief⸗ vater ihm daſſelbe aͤußerſt mißriethen, hatte auch die Flugheit, ſich dem Senate zu fügen, ſo lang er demſel⸗ ben beſſer als dem Antonius trauen konnte. 4. Der erſte Krieg hrach dadurch aus, daß Antoniu? den Decimus Brutus, einen der Verſchworenen aus dem cisalpiniſchen Gallien, ſeiner Provinz, vertreiben wollte, und in Mutina(Modena) belagerte. Caͤſar ſcheute ſich nicht, ſeine nne kleine Macht mit derjenigen, welche die Conſuln Hirtius und Panſa zum Entſas von Modeng fuhrten, zu vereinigen, und jenen Moͤrder ſeines Gros⸗Bheims befreien zu helfen. Antonius wurde zur Flucht genoͤthigt. Cicero erneuerte gegen ihn jene Beredſamkeit, womit er 20 Jahre vorher Rom von Catilina gerettet. Antonius floh von Modena in das transalpiniſche Gallien, wo Lepidus und Plankus Armeen hielten. De⸗ tavius gewann den Lepidus und Plankus für ſich. Man wollte wiſſen, die beiden vor Modena gebliebenen Con⸗ ſuln wären nicht ohne geheime Veranſtaltung des Dcta⸗ vius umgekommen. Das aufkeimende Mißverſtaͤndniß des jungen Caſars mit dem Senat, nahm zu. Bei dieſer Stimmung erhielt er von Antonius fol⸗ gende Anfrage;„ob er denn immer füͤr die, welche ihn „haſſen, und für die Moͤrder ſeines Vaters, gegen deſ⸗ „ſelben alten Freund, welcher ſeinen Tod rächen moͤchte, „Krieg führen wolle? In dieſem Fall ſaͤhe Antonius ſich „genoͤthigt, eben auch gegen ihn die Parthei des Brutus „und Caſſius zu ergreifen. Oetavianus mochte bedenken, „ob eine Vereinigung zur Fortſezung von Cäſars Werk⸗ — 60 W. Von Alerander Gr.(322 p. Chr.) „den Umſtänden, ihren Vortheilen und der Natur der „Sache nicht angemeſſener waͤre.“ Der junge Caͤſar, Antonius und Lepidus hielten hier⸗ auf unweit Bologna auf einer kleinen Inſel eine Zufam⸗ menkunft. Hier verabredeten ſie die Vertheilung der höchſten Gewalt, und beſchloßen deren Behauptung, nebſt tin zu Vertilgung der nun gemeinſamen einde. Dreihundert Senatoren, 2000 Ritter und noch Sai angeſehene Bürger wurden durch dieſes Ungluͤck be⸗ roffen. 4a. Antonius gab den Leidenſchaften der andern ſeinen Dheim Lucius Cäſar, Lepidus ſeinen eigenen Bruder Paulus Preis, und Ottabianus verrieth den Cicero, der ihn wider Antonius verfochten, den ſein Gros⸗Pheim und Vater geliebt und ausgezeichnet, der an der Verſchwö⸗ rung nicht den mindeſten Antheil hatte, und ohne Unter⸗ üzung nie furchtbar ſeyn konnte. Cicero wurde durch opillius Länas ermordet, dem er fruͤher durch eine Ber⸗ theidigungsrede Leben und Ehre gerettet hatte. In dem 6äſten Lebensiahre, des verdorbenen Zeital⸗ uers müde, ſtarb Tullius(Cicero) mit Standhafligkeit, und hinterließ beſſern Ruhm als die, welche ihn aufopfer⸗ tenz wie denn Octavianus in hohem Alter, da er jaͤngſt Auguſtus hieß, den Schmerz fühite, ſeine Lorbeeren durch dieſe That entweiht zu haben. „Auch Antonius ließ unter den Mahlzeiten, wie zu Zeiten Marius und Sulla geſchah, Köpfe ermordeter Se⸗ natoren vor ſich hringen, und Fulvia, ſeine Gemahiin, durch⸗ Kach mit Nadeln die Zunge, mit welcher Cicero den Cha⸗ vakter ihres Gemals ohne Schonung dargeſtellt hatte. Hierauf unternahmen die Friumvire die Verfolgung des Caſſius, der ſich Syriens bemächtigt hatte, und des Brutus, der Macedonien verwaltete. 44. Der Krieg fand ſeinen Ausgang bei Philippi in Macedonien. Prutus ſtritt mit der Entſchloſſenheit eines Mannes, der gewiß iſt, ſeine Niederkage nicht zu üherle⸗ ben. Et nahm des Detavianus Lager ein; das Glück * bis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 61 war für ihn. Caſſius, betrogen durch die Schwäche ſei⸗ nes Geſichts, daß er alles verloren glaubte, ehe er noch von Brutus etwas vernabm, eilte und gab ſich den Tod. Wenige Tage hierauf erlitt Brutus einigen Nachtheil; er fuͤhlte, daß die Feinde die Oberhand bekamen, verzwei⸗ felte an Rom, beſeußte das Schickſal der Tugend, be⸗ ſchloß den Krieg zu endigen, und ließ ſich den Tod geben. Auch jiel Cato's Sohn, Lucullus, mit ſeinem ge⸗ treuen Volumnius, und Varus, Hortenſins Sohn, in den Inſignien ſiüt Würde, Druſus Livius, der Livia Vater, und viele andere, die den Brutus und Caſſius und die Verfaſſfung Roms nicht überleben wollten. Noch war Sextus Pompejus, des Großen Sohn, in Waffen und führte meiſt zur See einen dem Cäſar Oeta⸗ vianus ungemein beſchwerlichen Krieg. Noch groͤßere Er⸗ ſchütterungen wurden durch die eigenen Leidenſchaſten der Triumviren veranlaßt. Einen Krieg erregte Fulvig, des Clodius Wittwe, Gemalin Antonius, durch ihren Schwa⸗ ger Lepidus, den ſie wider Oetavianus zu ſtreiten bewog. Dft wankte Lepidus, bis es dem Oetavian gluͤckte, deſſen Heer an ſich zu ziehen, und ihn von der hoͤchſten Ge⸗ ſchaͤftsfuͤhrung auszuſchließen. „40. Während dem fiel Pakorus, der Parther⸗Sohn des Röniges Herodes ſieghaft in Vorderaſien ein. Antonius, der, nach Veneditius, Rom rächen wollte, rettete ſich kaum mit dem Verluſt eines vierten Theils der Armee und des ganzen Troſſes. Von dem an ergab er ſich gaͤnzlich der Königen Cleopgtra; er beleidigte den weiſe⸗ ren Collegen Octavian, indem er ſich von deſſen, nach der Fulvia geheuratheten Schweſter Octavia ennte. Als Antonius rüſtete, wußte Octapianus den Waffen das Anſehen zu geben, als fuͤhre er ſie wider den Plan d Rom einer Aegypterin unterwuͤrfig zu Markus Agrippa, Freund Octavians, dieſer geſchickte Feldherr, welcher ſchon den Sextus Pompeius unterwor⸗ 65 IV. Von Alerander Gr.(322 v. Chr.) fen, war die Seele des Kriegs auf Caͤſars Seite. Er führte auf ungefähr 250 Schiffen 3 Legionen und 5 Co⸗ horten nach Griechenland, bemächtigte ſich verſchiedener Gewäſſer und Häfen, wodurch dem Antonius Zufuhr und Verſtärkung abgeſchnitten wurde. Antonius betrug ſich mit der Sorgloſigkeit eines ſonſt erfahrnen Kriegers, der im Schoobe der Luſt ſeine Kraft eingebußt hatte. 3. Aber die Koͤnigin war in der Seeſchlacht bei Ac⸗ tium die erſte, welche in der Flucht Sicherheit ſuchtc; er, ſobald er dieſes vernahm, folgte. So verlaſſen, er⸗ gaben ſich die Meiſten; Oetavian vergab. Hierauf gieng er nach Aegypten und beſiegte noch die Ueberreſte der Macht. Auf ein Gerücht vom Tode der Koͤnigin, gab Antonius ſich den ſeinigen. Sie aber lebte, und hoffte noch auf die Gewalt ihrer Reize; aber ſie fanden das Li des Ueberwinders verſchloſſen. Da verſchmaͤhte auch Tleopatra das Leben; ſiatt einem Triumphwagen zu jol⸗ gen,(ſie, die Tochter der Ptolomäer, ſie, von Julius Caſar geliebt, und von Antonius angebetet) gab ſie unver⸗ ſehens vermittelſt, wie es ſcheint, eines Schlangenbiſſes oder einer vergifteten Haarnadel, ſich den Lod. 29. In dem 205ſten Jahr nach dem Tode Alexanders des Großen, wurde das ägyptiſche Reich eine römiſche Pro⸗ vinz, in dem 4oſten von Einführung des Conſulats, in dem 7aäſten von Gründung der Stadt, wurde Cäſar De⸗ tavianus in ſeinem 35. Jahr(bald darauf Auguſtus, der Ehrfurchtwürdige, Unverlezliche) mit aller Gewalt, welche ſonſt von den Conſuln(deren Würde jedoch blieb,) und von den Volkstribunen geuͤbt worden war, und mit ober⸗ ſier Leitung der roͤmiſchen Waffen, und der militäriſch wichtigſten Provinzen, wahrer Alleinherrſcher. Unter ſei⸗ ner noch Ajaͤhrigen ſanften Regierung wurde die Repub⸗ lik vergeſſen. Selbſt Greiſe erinnerten ſich nur ihrer Ver⸗ derbniß, der Buͤrgerkriege und der Proſcriptionen. In ſeiner Verwaltung folgte Auguſtus dem Rathe des romiſchen Ritters Cilinus Maͤcenas, eines Mannes von größter Wachſamkeit und Behendigkeit in Ahndung bis auf Auguſtus oder die Geburt Jeſu Chriſti. 63 und Entdeckung gefaͤhrlicher Anſchlaͤge und deren Unter⸗ drückung, wozu ihm vorzuͤalich verhalf, daß er ſo gleich⸗ guͤltig, ruhigem Vergnügen ſo ergeben, und pon ſo ſorg⸗ loſem Charakter ſchien, daß Niemand ihn faͤhig glauhte, von ſo vielen Dingen ernſte Notiz zu nehmen Auguſtus lernte von ihm populaͤr und menſchlich ſeyn. Macnas umgab ihn mit den aufgeklaͤrteſten Männern jener Zeit. Auguſtus verbarg alles, was die ungewohnte Gewalt Verhaßtes haben mochte, eben ſo ſorgfaͤltig, als ein ge⸗ denkender Fürſt es vielleicht auffallend gemacht haben würde. Als der Senat nach den Geſezen den Egnatius und Muräna, welche die Thorheit hatten, wider Auguſtus eine Verſchwörung anzuſpinnen, ſrafte, ſchien er ſich ſelber zu vergeſſen. Selbſt ſeinen Vertrauteſten verbot er, ihn err zu nennen.. Taglich pflegte er zu leſen und irgend einen Aufſaz zu machen. Die Soldaten nannte er nicht mehr Kriegsgeſellen, ſondern Kriegerz er hielt ſie in Zucht, und geſtattete ih⸗ 3 nicht, ſich uber andere Menſchen viel heraus zu nehmen. „ Einen Cafar, der Kriege ſuche, verglich er„einem Fiſcher, der goldene Neze wirft,“ ſagte auch„von den Lorbeern, ſie wären ſchoͤn aber unfruchtbar.“ 10. Drei Dinge fehlten ſeinem Glück Daß er die Tha⸗ ten ſeiner Jugend, vornemlich die Proſcriptions⸗Tafein, aus dem Andenken der Geſchichte nicht tilgen konnte; daß geizige und ſorgloſe Feldhern, am niedern Rhein, dem keutſchen Herrmann einen großen Sieg wider die Le⸗ gionen ließen, und daß er keinen Nachfolger bekam, den er hätte lieben koͤnnen. In dem Jöſten Jahr ſeines Alters vollendete Augu⸗ ſius zu Nola in Camßanien die wohl geſpielte Rolle. Un⸗ ter ihm iſt Jeſus geboren. 64 V. Periode, von der Geburt Jeſu Chriſti, oder dem Kaiſer Auguſtus an, bis auf Diocletian, 284 Jahre nach Chr. Geb. 14. Dem Auguſtus folgte Tiberius, 58 Jahr alt, ſein Stiefſohn, den er adoptirt hatte, in der Regierung. Ti⸗ berius hatte nicht gelernt, die Menſchen ſchatzen. Er hatte alle Fehler des Auguſtus, keine ſeiner Tugenden. Tiberius erniedrigte das romiſche Volk durch die Abſchaf⸗ fung der Comitien. 37. Rach ihm Cajus Caͤſar Caligula kannte nur die Tyrannei, wußte nur, daß er alles vermochte, und be⸗ gieng die tollſten Ausſchweifungen, gleichſam um zu ver⸗ ſuchen, was alles die Menſchen ſich wohl gefallen laſſen. 41. Chäreg befreite die Welt von ihm. Da ſchalte⸗ Len die Prätorianer(die Leibwache) uͤber die Macht, in⸗ dem ſie den Claudius zum Cäſar ausriefen. Dieſer Fürſt war in allem, was Geſchaͤfte angieng, das Organ ſeiner Weiber und Freigelaſſenen. Zwar hatte er nicht, wie Caligula, zwei Verzeichniſſe der zum Code verurtheilten Senatoren und Ritter; ſelbſt den Giftkaſten, welchen je⸗ ner für rechtſchaffene Buͤrger hielt, befahl er in das Meer zu werfen; dennoch fielen in ſeinen 13 Jahren 35 Sena⸗ toren und 300 Ritter durch gewaltſamen Eod. 54. Nero folgte in der Regierung. Er war nicht ohne Talente, nicht fuͤhllos fur das Gute, und ſeine erſten 5 Jahre waren ein Troſt, der aber die 9 durch Greuelthaten um ſo empfindlicher machte. Sklaven, die ihres Geiſtes oder koͤrperlicher Reize wegen frei gelaſſen worden, waren die Gebieter über Hof und Reich, der Schirm und Schrecken der Provinzen. 63. Als Rero im zaſten Jahr ſeines Alters Mutter, Bruder, Vormünder, Lehrer, viele Senatoren und Bür⸗ ger ermordet, den größten Theil der Stadt leichtſinni verbrannt, und ſowohl die Werkzeuge ſeiner Leidenſchat⸗ bis auf Diocletian 284 Jahre nach Chr. Geb. 65 ten(Poppaͤa, Sabina), als die Tugend(in dem Sena⸗ tor Dhraſea) gleich blutdürſtig behandelt, endlich aber der Ungeduld der Welt durch Selbſtmord entgangen war, da erneuerten ſich Buͤrgerkriege. Dieſer Nero, der den ganzen Senat mit Gift aus⸗ zurotten gedachte, fand nach ſeinem Tod Freunde. Es war populaͤr, zu verſichern, daß man ihm nachahmen wollez er bekam Denkmaͤler. P Der verdorbene Menſch liebt beruͤhmte Beiſpiele zu Stillung ſeiner ſchwachen Gewiſſenszweifel, und Laſter ſcheinen entſchuldigt, wenn ſie Sitten⸗Ton werden. Sulpitius Galba, ein Greis von gutem Hauſe und vortheilhaftem Rufe, wurde kaum als Cäſar angenommen, da ermordete ihn Neros Parthei, und erhob Otho, den Gefährten ſeiner Luͤſte. Bei dem deutſchen Heere wurde Vitellius vom Schmauſe zum Throne berufen, und ſeine Feldherren wurden bei Bedrigcum vom Gluck begünſtigt. Dtho, um des Buͤrgerbluts zu ſchonen, gab ſich den Tod. 69. Vitellius bezahlte die kurze Luſt mit einem grau⸗ ſamen Tode, als Veſpaſian, von dem vor Jeruſalem lie⸗ genden Heere, als der Würdigſte znr Erhebung ausge⸗ wählt, im Anzug war. Den Rath der Vorſehung vollen⸗ dete Titus, ſein Sohn. Dreizehnmal hunderttauſend Inden koſtete der hartnäckige Irrthum in Behauptung einer, der Eitelkeit ſchmeichelnden Deutung alter Prophe⸗ ten, das Leben;(70) der Nation ihre herrliche Haupſtadt Jeruſalem, und ihren Mittelpunkt Jehovahs Tempel. Flavius Veſpaſianus, obwol er den Kaiſer⸗Thron dem Heer zu danken hatte, ließ ſich foͤrmlich durch den Senat die Vollmacht auftragen,„dieſen ſo oft als „nöthig zu verſammeln. Fuͤnferlei Materien in einer „Sitzung ihm vorzutragen; ſeine Beſchlüſſe zu beſtätigen „oder nicht; fuͤr bürgerliche und militäriſche Würden und „Aemter, die, welche er für die würdigſten halte, vorzu⸗ „ſchlagen; alle dem öffentlichem Wohl, dem allgemeinen „und Pribatglück, und goͤttlicher und menſchlicher Ord⸗ 65 V. V. d. Geburt J. Chriſti oder dem K. Auguſt an, „ung dienliche Maasregeln frei zu ergreifen; ſo wie Au⸗ „guſtus, Tiberius und Claudius, uͤber gewiſſe Geſetze „erhaben zu ſeyn; Krieg, Frieden, Bündniſſe zu machen, „und ſonſt alle Gewalt, wie Auguſtus, Tiberius und „Claudius, in ſolcher Maaße zu uben, daß kein Decret „bom Senat, keine Verordnung des Volks oder irgend „einer Behörde in Uehung aller ihm durch dieſes Edikt „aufgetragenen Rechte ihn zu hindern oder ihm diefelbe „zu unterſagen, vermögend ſeyn ſoll“ 70. Veſpaſtanus war gerecht. Titus, ſein Sohn, der Menſchheit Luſt, einer der vollkommenſten unter allen Si regierte nur 2 Jahre und ſtarb 40 Jahre alt. 81. Aber Domitianus, ſein Bruder, hatte nicht, wie er, den Mutb der Tugend. Er war eiferſüchtig auf große Senatoren. Gern ſah er den Tod Ahrikola's, ſeines beſten Feldherrn, des wahren Eroberers von Brittanien. Doch obſchon Domitian alle Neigungen Nero's hatte, wagte er nicht ſo viel wie dieſer. Indeſſen erbob ſich aus der alten republikani⸗ ſchen Tugendform ſtoiſche Größe, deren Pfeiler auf dem Grundſaz beruhte,„nichts leidenſchaftlich zu begehren, „und auf dem Wege der Tugend nichts zu fürchten.“ Die edelſten Senatoren waren Stoiker. Diefe Phi⸗ loſophie gab Würde, ohne furchtbar zu machen. 90. Nachdem Domitian ermordet worden, übertrug ehrwürdige Nerva(96.) die ihm zu ſchwere Laſt dem rajan. Mehr als 200 Jahre pßegte der Senat neuen Kaiſern ſrrufei„Herrſche gluͤcklich wie Auguſtus und gut wie „Trajanug. 105. Trajanus erweiterte die ſeit Auguſtus mühſam behauptete Reichsgraͤnze über Daciens(Moldau und Sie⸗ benbuͤrgen) fruchtreiche Gefilde und ſchönes Gebirge; im Kaukaſus bändigte er die Horden, welche Aſien beunru⸗ higten. Er eroberte die partiſche Reſidenz JKteſiphon. (i6.) Dem Oberſßen der Leibwache ſaste er bei Neberrei⸗ bis auf Dioeletian, 284 Jahre nach Chr. Geb. 67 chung ſeines Schwerts:„Für mich, wenn ich wohl re⸗ wider mich, wenn ich Tyrann werden ſollte.“ Waͤhrend ſeiner 1hjahrigen Regierung wurde ein einziger, von ſeinen eigenen Collesen des Todes ſchuldig erkann⸗ ter Senator hingerichtet. Man weiß, daß er griechiſcher Liebe ergeben war, und von zwei Zügen des Einfluſſes dieſer Neigung: daß er dem geliebten Tänzer Pylades Sviele erlaubt, und dem Emir von Edeſſa deſto freund⸗ ſicher verziehen, weil er durch deſſen ſehr ſchoͤnen Sohn darum gebeten wurde. In der Wahl ſeiner Miniſter und Freunde, gab er fleißigen Maͤnnern von einfachen Sitten den Vorzug. Die Geſezgebung wurde von ihm vervollkommnet. Er zierte Rom und das Reich mit prächtigen Gebaͤuden⸗ Er ſtiftete eine wichtige Bibliothek. 117. Von Seleucia in Cilicien, wo er ſtarb, wurde ſein Leichnam nach Rom gebracht, von dem Senat und ganzen Volk empfangen, triumphirend in die Stadt ge⸗ fuͤhrt, und auf dem von ihm benannten Forum unter jener 140 Fuß hohen Saͤule, an deren Seiten ſeine Dha⸗ ten eingegraben ſind, beerdigt. 117. Der Kaiſer Hadrian, welcher von Trajan adop⸗ tirt worden ſeyn ſoll, war, ohne ihm gleich zu kommen, wurdig auf ihn zu folgen. Er hatte einen, die groͤßten Intereſſen, wie die geringen Details der Geſchaͤfte und Belehrſamkeit, umfaſſenden Geiſt. Er war in allem lei⸗ denſchaſtlicher als Traianus; dieſer würde den ſchönen Antonins innig geliebt, aber nicht unter die Goͤtter ver⸗ ſezt haben. 38. Nach dem Abſierben ſeines geliebten Aelius Verus, adoptirte er den milden Antoninus, der ihm an Feuer und Geiſt zwar nicht gleich kam, der aber durch die Grazie kunſtloſer, wohlthaͤtiger Tugend, einen eigenen Ruhm erwarb. 161. Nach 3jahriger ſtiller, unſchuldboller Verwal⸗ muns machte Antonin der Redliche ſich das groͤßte Ver⸗ 63 V. V. d. Geburt J. Chriſti vder dem K. Auguſt an, dienſt, Roms Herrſchaft einem vollkommenen Weiſen, dem Mareus Aurelius Antonin zu hinterlaſſen. Die Regierungen von Veſpaſian bis auf Marc Au⸗ rel troͤſteten über den Verluſt der Republik. Die ein⸗ zige Ausſteilung kann man ihnen mit Recht machen, da ſie nicht mittelſt Einführung einer feſten und dauerhaf⸗ ten Verfaſſung fuͤr die Nachwelt geſorgt haben. Aber, wie im Caucaſus, gegen Derbert hin, Alerander gethan paben ſoll, die Gremzen wurden befeſtigt. Eine lange Verſchanzung, deren Spuren noch kenntlich ſind, hatte Trajan von Peterwardein his an den Don gezvgen. Mau⸗ ren mit vielen Thurmen führte Hadrian an der Grenze Germaniens, Antonin zwiſchen Brittanien und Cale⸗ donien(Schottland) auf. Indeſſen gab die ßviſche Moral Vorſchriften, die den meiſten Menſchen zu hoch ſind, und vcranlaßte da⸗ mit einerſeits viele Heuchelei und andrerſeits, daß man⸗ cher an der Möglichkeit einer eine ſolche Reinheit. hei⸗ ſchenden Tugend verzweifelte. Dieſe Weiſen verbreiteten mehr helles Licht, als ein die Keime des Laſters nach und nach verzehrendes Feuer. 180. Als Marcus Aurelius zu den Göttern ging, und ſein Sohn Commobus auf dem Thron folgte, wur⸗ den bald iugendhafte Maͤnner gefuͤrchtet, weil Commo⸗ dus ihnen ungleich war, er todtete den großen Kenner der Geſeze, Salbius Julianus, den ſein Vater verehrte. 105. Als er Tyrann ſeines eigenen Hauſes wurde, ermordeten ihn ſeine Leute. Dieſe, um ſich vor der Welt zu rechtfertigen, erhoben den Stadt⸗Präfekt Helvius Per⸗ tinax auf den Thron. Dieſer tugendhafte Mann wurde von den Soldaten, welche alte Tugend und Ordnuns ſcheueten, in Kurzem umgebracht. S Jezt überiſeß die Leibwache dem meiltbietenden Di⸗ gius einem reichen Sengtor, Neffen jenes Salvius Ju⸗ lianus, das Scepter. Da die Legionen verſchmähten, Herren von der Leibwache zu empfangen, ſo fand er ſchnelley Tod; ſe ernannten zur Regieruns in Aſien den bis auf Diocletian, 284 Jahre nach Chr. Geb. 69 Pescennius Niger, in Brittanien den Clodius Albinus, und in Pannonien(Ungarn) den Severus.(194.) Dieſer wußte ſeine Nebenbuhler abzuhalten, daß ſie ſich nicht ver⸗ einigten. Deſto leichter beſiegte er ſie beide.(193.) Aber die Kühnheit oder die Macht fehlte ihm, die Soldaten ur Subordination zu bringen. Er ſuchte ſich, und für ich und ſeine Söhne das Reich zu erhalten. Nach ihm 315. Baſſianus Caracalla mordete den Bruder und Mitregenten, den milderen Gela; nach dieſem führte er Krieg am Rhein und Euphrat. Er war wild und muth⸗ voll, Gehorſam gebietend; Buͤrger zitterten vor ſeinem Blutdurſt, und Feinde vor ſeinem Feuer. Das Heer liebte ihn, weil er nur Soldaten ſchäzte. 217. Makrinus, Oberſter der Leibwache, dem er un⸗ gnäͤdig wurde, ermordete den Cargcalla. Im Namen des Knaben Heliogabalus, welchen Caracalla erzeugt ha⸗ ben ſollte, wurde Makrinus umgebracht und mit ihm ſein i8jähriger Sohn, der ſchoͤne liebenswuͤrdige Diadu⸗ menianus. 5 Heliogahalus hatte jede Wolluſt vor dem 18ten Jahr in ſolcher Fuͤlle genoſſen, daß, da er ſonſt nichts zu ken⸗ Lebſcen e gewaltſame Tod, den er litt, ihn nicht zu früh traf. e. Der junge Alexander Severus, ſein Vetter, war liebenswuͤrdig, fleißig, und liebte den Umgang weiſer Mäͤnner; was von Brpheus bis auf Jeſus(den er als einen herrlichen Tugendlehrer ehrte,) die Weiſen aller Voͤlker den Menſchen und Fuͤrſten Gutes vorgeſchrieben war ohne Unterlaß ſein Studium. Indeß er als Menſe untadelhaft lebte, ſritt er als Herr mit Muth gegen bie aufbluͤhenden Saſſaniden und gegen unbändige teutſche Horden. Da er Ordnung im Heer wollte, wurde er unweit Mainz von den Soldaten ermordet.(255.) 235. Mgximinus, ein Gothe, wurde Kaiſer. Der ehrwürdige Senator Gordianus nebſt ſeinem Sohne, el⸗ nem Juͤngling voll Kraft und Geiſt, warfen ſich gegen ihn auf. Lezterer ſiel in einem Treffen; der Vater ver⸗ 70 V. V. d. Geburt J. Chriſti oder dem K. Auguſt an, kuͤrzt hierauf ſein verlaſſenes Alter durch Selbſtmord⸗ Maximinus zog nach Rom. Der Senat, in dieſer Ge 45 mit Muth geſtärkt, traute Balbinus und Pu⸗ vienus. Maximin und ſein Sohn, wurden von dem Heere, bewogen durch die Grauſamkeiten, die erſterer im Ver⸗ druß uͤber die Gegenkaiſer ſich erlaubte, ermordet. 238. Gordignus der dritte vereinigte de Partheien. Dieſer junge Kaiſer ſtritt muthig wider die Perſer; da gab ein treuloſer Oberſter der Leibwache, Philippus ein Araber, ihm den Tod.(244 247 Auf dem Stuhle der Cäſare ſaß jezt der Ara⸗ ber Philippus. 2 Dieſem geſchah bald darauf, was er dem Gor⸗ dianus gethan. 251. Decius wollte den Romern ein zweiter Traja⸗ Er fiel nach Siegen im Kriege wider die othen. 2 Binnen zwei Jahren fanden den Weg zum Throne und zum Tode, Gallus, Voluſtanus, Hoſtilianus, Ae⸗ milianus. 253. Valerignus wurde als Sittenrichter fuͤr tugend⸗ haft gehaltenz als Regent hatte er nicht die erforderliche Faͤhigkeit. Er wurde von Shapur, Koͤnig der Perſer, Ieſhlaen und litt die Schmach, welche der Perſer hm anthat, weil er nicht wie Cato zu ſterben gewußt⸗ 259. Sein Sohn Gallienus war Pti In PBrittanien, Gallien, Spanien, Rhätien, Illyrien, Aſien, Afrika, ſelbit in Italien ſtanden anmasliche Ge⸗ walthaber auf. Aureolus in Mailand ſchreckte ihn aus der wolluſti⸗ gen Ruhe. Ehe er jene Stadt einnahm, wurde er er⸗ mwordet.(263., Sterbend empfahl er zum Nachfolger den Vortrefflichſten. Dieſer war Claudius, welcher Italien von den Gothen befreite, in einer Schlacht, wie jene des alten Marius. vis auf Dioeletian, 284 Jahre nach Chr. Geb. 77 o. Nach ſeinem Tode erwarb Aurelign den Thron⸗ Dieſer führte alles auf Friede und Ordnung zuruͤck; durch ihn wurden die Barbaren zurückgedraͤngt; er zog bis an die Waͤlder der Deutſchen. Aurelian war der erſte Kaiſer, der ſein Haupt mil einem Diadem ſchmuͤckte. Aber nie verlor er eine Schlacht; er verbarg den Be⸗ kehe und heguͤnſtigte Volk und Heer; den Senat aßte er. Nach Ermordung Aurelians geſchah noch Einmal, daß ein Kaiſer, mit Genehmigung der Heere, vym Senat erwaͤhlt wurde. Tacitus in hohem Alter vom Hauſe des Geſchicht⸗ ſchreibers, regierte loblich, wenige Monate 265 Florianus, ſein unaͤhnlicher Bruder, hatte ſo wenig die Verehrung des Heers, als die Stimme des Senats, daß die Armee nach dem Tode Dacitus den gu⸗ ten Feldherrn Probus erhob. Dem Soldaten ſchien der vortreffliche Fuͤrſt ein zu ſeit Freund der Ordnung, daß er ermordet und bald eweint wurde. a82. Carus, ſein Nochfolger, war ein guter Feld⸗ herr, und nur zu nachſichtiger Vater Nümerianus, ſein älterer Sohn, wurde das Opfer eines Ehrgeizigen, er das Verbrechen des geliebten Juͤnglings mit ſchnel⸗ lem Tod bezahlte. Der jüngere Sohn Carinus wurde von einem unduldſamen Ehemann umgebracht. Der Vater fiel, vom Bliz geruͤhrt, wenn anders dieſes nicht Moͤrdern zum Vorwand gedient.(234.) 7² B. Mittlere Geſchichte vom 3Z. bis 15 Jahrhundert nach Chr. Geb. od. von Diocletian(284) bis auf Kaiſer Maximilian I.(Ta05). VI. Periode, von Diocletian(284) bis auf das Ende der Roͤmerherrſchaft(476) oder bis auf Chlodwig(q86). 284. nach Chr. Diocletian ein Dalmatier, aͤnderte die Form der Verwaltung. Von dem an wurde ihr Geiſt, der Chargkter der Fürſten, die Reſidenz(Pikomedia), die Religion, ganz anders. Hier faͤngt die Periode des Uebergangs der ältern Welt in das Mittelalter an. Diokletian, gab ſich ſelber einen Mitregenten in der Perſon ſeines Freundes Maximianus Herculius, den er nach Weſten beſtimmte, indeß er ſich ſelbſt in Aſien aufhielt. Um den Aufrührern die Hoffnung zum Throne zu vereiteln, ernannte Diokletian den Galerius, und ſein College Marimian den Conſtantius Chlorus, beide unter dem Namen Cäſar, zu Nachfoigern. Galerius war ein Mann ohne auszeichnende Abkunft, ohne Sitten⸗Cultur und ſoldatiſch; Conſtantius dagegen war eben ſo gütig und weiſe, als ein ehrwuͤrdiger Nacheiferer der Tapferkeit ſeines Gros⸗Oheims, Kaiſers Claudius. Die Caſare wurden auf die Grenzen die beſonders Diokletian, beſchäftigten ſich mit dem nnern. Das weltbeherrſchende Rom hörte auf Reſidenz zu ſeyn, da Diokletian in 20 Jahren es nur einmal beſuchte meiſtens zu Nikomedia, Maximianus aber zu Mai⸗ and war. Divkletian, durch fruͤhe Altersſchwaͤchen, oder wie einige glauben, durch des Caͤſars Galerius Ungeduld be⸗ d. Romerherrſchaft(q76), od. b. a. Chlodwig(a86). 73 wogen, legte nach 20 Jahren ſeine Regierung nieder.(304.) Märimianus folgte ſeinem Beiſpiel ungern Hierauf er⸗ nannte Conſtantius ſeinen Sohn Conſtantinus, und Ga⸗ lerius den Severus zum Caͤſar. 306. Bald beſchloß Conſtantius ſein ruhmvolles Le⸗ ben, und ſeine beliebte Verwaltung. Als Galerius den Römern verdächtig wurde, er moͤchte ſie mit einer Auf⸗ lage belegen, bentzte Maximian dieſes Mißbergnuͤgen, um ſeinen Sohn Maxentius zum Herrn von Italien auf⸗ zuwerfen, wodurch Severus unterdruͤckt wurde. Maxen⸗ tius regierte nach des Vaters Rathſchlaͤgen. Indeß ge⸗ wann der junge Conſtantinus die Herzen der brittiſchen und galliſchen Legionen, und nothigte hierauf den Gale⸗ rius und Maximian, ihn als Mitkaiſer anzuerkennen. Maximian, unzufrieden, unter ſeines Sohnes Na⸗ men zu regieren, ließ dem Diokletian die Wiederannahme der hoͤchſten Gewalt vortragen. Dieſer zeigte dafür den Geſandten, wie ſchön die Gaͤrten geordnet waren, worinn er bei Salona mit Würde des ruhigſten Lebens genoß. Maxentius wurde den Römern unerträglich, die Leib⸗ wache allein war ſeine Stüze; er lebte der Wolluſt, und war der Schrecken aller wohlhabenden Roͤmer. Selbſt ſein Vater, der alte Maximian fand urſache, vor dem gewaltthätigen jungen Mann zu Conſtantin, ſeinem Ei⸗ dam, zu fliehen. Aber da machte er ſelber Anſchlaͤge wider den Eidam, ſo daß Conſtantin, um nicht ſein Dyfer zu werden, ihn zwang, durch ſeibſt gewaͤhlte To⸗ desart ſein unruhiges Leben zu endigen. Conſtantin zog hierauf, von roͤmiſchen Großen gela⸗ den wider Maxentius, und ſchlug ihn in einem Treffen bei Rom, welches dieſem das Leben koſtete. Conſtantin verband ſich, nachdem nun auch Galerius geſtorben, mit Liciniuz. Sie theilten das römiſche Reich und ernannten ihre Soͤhne Crispus und Licinianes zu Cäſarn. Um dieſe Zeit ſtarb der aite Diokletian. Nachdem Licinius bald nach einem zweiten Krieg, den Spaͤth Taſchenb. der Weltgeſchichte. 4 74 VI. Von Diocletian(284) bis auf das Ende er wider Conſtantinus erhob, umgekommen, war das Reich aufs Neue in der Gewalt eines Einzigen. Die, 10 Jahre vorher durch ihn und ſeinen Colle⸗ gen gebotene Verfolgung der Chriſten bekam ihr Ende. 5330. Bald darauf verlegte Conſtantin die Kgiſerliche Reſidenz von Rom nach Byzanz, von wo an dieſe Stadt nach dem neuen Stifter Conſtantinopel genannt wurde. Dem Conſtantin will man einige Fehler, die er noch, ehe er Chriſt wurde, beging, nicht vergeben, beſonders nicht den Tod ſeines hoffnungsvollen Sohnes, des Caͤſar Crispus. Es hatte naͤmlich die Kaiſerin Fauſta für ih⸗ ren Gemal zwar eine ſolche Liebe, daß ſie ihm die eige⸗ nen Anſchlaͤge ihres Vaters Maximian verrieth, aber, gleich der Gemalin des Theſeus, ſoll ſie eine heftige Lei⸗ denſchaft füͤr den Stiefſohn gefaßt haben; als Crispus die Befriedigung derſelben verweigerte, habe ſie ihn ver⸗ leumdet, und Conſtantin ſei zu leichtglaͤubig geweſen; erſt nach der Hinrichtung des edeln Jinglnz⸗ habe er die ſchwarze Liſt vernommen und auch der Fauſta nicht eſchont. Ferner wird an ihm gemißbilligt, daß er ge⸗ angene Fuͤrſten der Allemannen und Franken im Thea⸗ ter dem Kampfe mit wilden Dhieren Preis gab. 337. Das Reich theilte er noch bei Lebzeiten unter ſeine 3 Soͤhne: 1.) Conſtantinus II., erhielt Brittanien und Gallien, 2.) Cynſtans: Italien, Illyrien und Afrika, 3.) Conſtantius: die Morgeñlaͤnder. Seine Neffen Dal⸗ matius und Hannibalianus machte er zu Cäſarn, und ubergab ienem die Verwaltung Thraciens, Mgcedoniens und Griechenlands, dieſem Armenien. Die Caäſare wur⸗ den von den Soldaten ermordet. 340. Als Conſtantinus II. ſeinem Bruder Conſtans Italien entreißen wollte, verlor er bei Aquileja Schlacht und Leben. Zehn Jahre nachher wurde Conſtans, wel⸗ cher ſonſt geprieſene Fuͤrſt in den Ausſchweifungen der Männerliebe lebte, durch Magnentius in einem Wald am Fuße der Pyrenaͤen, wo er manchmal Tage lang mit Lieblingen allein war, überraſcht und umgebracht.(350) d. Roͤmerherrſchaft(a76), od. b. a. Chlodwig(a86.) 75 350. Conſtantius uͤberließ ſeinem Vetter Gallus, dem er die Caͤſarswurde gab, die Fortſezung des unglücklichen Kriegs, den er wider den perſiſchen Koͤnig Sapor fährtte er ſelbſt zog in die Abendlande. Italien erkläͤrte ſich fuͤr Conſtantius; hiefür erlitt Rom durch Magnentius grau⸗ ſame Rache. Endlich ſiegte unweit Eſſek in Ungarn Con⸗ ſtantius; worauf der Gegenkaiſer(Magnentius) ſeine ei⸗ gene Mutter und einen ſeiner Bräder durch Ermordung, ſo wie ſich ſelbſt gleich ſeinem Bruder Decentius durch Selbſimord von der Schmach der Gefangenſchaft rettete. 354. Nachdem auch der Caͤſar Gallüs, der ſich zu einigen Gewaltthaͤtigkeiten hatte verleiten laſſen, auf Be⸗ fehl des Kaiſers hingerichtet worden war, war Conſtan⸗ tius Alleinherrſcher. Nun geſchah, daß Julianus, Bruder des Gallus, Theil an den Regierungsgeſchaͤften bekam. In Leſung der Alten hatte er Croſt und Geiſtesnahrung gefunden⸗ Er ſuchte ſich nach einem Alepander, Caͤſar, Trgjanus, Marcus zu bilden. Voll Geringſchaͤzung gegen Conſtan⸗ tius, ergriff Julian dieſem entgegengeſezte Maximen. Als die Allemannen, welche Conſtantius noch zu Lebzeiten Magnentius in Bewegung gebracht, jezt Gallien äußerſt beunruhigten, ſandte der Kaiſer den Julianus als Cäſar dahin. Er hielt ihn fuͤr einen Buͤchergelehrten, der für Geſchaͤfte und ſ nicht ſehr brauchbar wäre. Julianus ſehit uͤber die unter Chnodomar Lreitenden in der Schlacht nicht weit von Strasburg ein. Hierauf durchzog er das ganze Allemannenland, ſchlug die friedbrüchigen Franken und ſellte die Grenze und die Furchtbarkeit des Namens der Roͤmer her. Der Ernſt ſeiner Sitten und ſeine Mäßigkeit machten ſeine Ju⸗ gend ehrwurdig. „Wer würde unſchuldig bleiben, wenn Anklagen zur „Verdammniß hinreichten,“ ſo ſprach Julian. 361. Das Heer grüßte ihn Auguſtüs, gerade da, ws 4* 76 VI. Von Diocletian(289) bis auf das Ende der Neid ihm den Untergang drohte. Conſtantius, als er dieß vernommen, verſchied. Nachdem Julian den Thron beſtiegen, bekannte er ſich oͤffentlich zu der altromiſchen und griechiſchen Reli⸗ gion, nachdem er ſchon fruͤher abgefallen war vom Chri⸗ ſtenthum, und ſich nur verſtellt hatte, um durch keine Unvorſichtigkeit ſein Leben abzukürzen. Die Kirchen verſchloß er nicht, aber er oͤffnete die Tempel. Alle durch theologiſche Streitigkeiten abgeſezte Biſchöffe wurden zurück berufen, damit der geiſtliche Ge⸗ meinſinn durch Partheiungen geſchwächt werde. 364. Als Julian auf ſeinem Marſch in Aſſyrien nach der perſiſchen Hauptſtadt Kteſiphon durch einen Pfeil töd⸗ lich verwundet, ſich ſterben fühlte, ermahnte er ſeine vornehmſtenKriegsoberſten zur Tapferkeit und verſchied. Das Heer erhob den Jovianus(einen Pannonier) zum Kaiſer. Ehe er aber nach Conſtantinopel kam, ſtarb er. 364. Valentinian(ebenfalls ein Pannonier) wurde ſein Nachfolger Dieſer ernannte ſeinen eigenen Bruder Valens zum Mitregenten, und trug ihm die Verwaltung der morgenländiſchen Provinzen auf. Valentinian befe⸗ ſtigte das Rheinufer mit Burgen. Er führte wider die Fichlen Allemannen und ſarmatiſchen Stämme gluͤckliche riege. Valens war grauſam. 375. Um dieſe Zeit kam von hohen Schneegebirgen herab eine Menge unbekannter Staͤmme, die tapfern Hunnen, die Aviren,(Awaren?) die Hunuper, die Ulzyu⸗ gur;„Zauberinnen“— ſo verkünden die Roͤmer—„hätten ie in dem mitternächtlichen Walde in Begattung der Teufel erbohren; eine Furth durch den maͤotiſchen Sumpf habe den Wilden Europa eroͤffnet.“ Hermanrich, der Gothen Koͤnis, war Herr dieſer Lande vom ſchwarzen Meere hinab bis nach Lievland. Er ſah das Ungluͤck nicht. Zwei roxolaniſche Juͤnglinge, deren Schweſter Hermanrich zum Tode verurtheilt hatte, weil d. Roͤmerherrſchaft(76), od. b. a. Chlobwig(q86). 77 weil ſie die Defertion ihres Mannes veranlaßte, tödteten ihn in dem 110. Jahr ſeines Alters. Die Balten waren Fuͤrſten der Weſtgothen; dem Hauſe der Amaler gehorchten die Oſtgothen; gegen jene wagten die Hunnen ſelten ein ordentliches Gefecht, deſto gluͤckli⸗ cher raubten ſie Weiber und Kinder. 3. Die gothiſchen Fuͤrſten Safrach, Aleth und Fridigern verſprachen dem Kaiſer Valens, wenn er ihnen auf der Suͤdſeite der Donau Land gebe, daß ſie, vom Fluſſe ge⸗ deckt, allerdings dieſe Grenze behaupten wollten Der Kaiſer nahm ſie auf, und ließ ihnen durch Ulfila(Wolf) die chriſtliche Lehre nach arianiſchen Grundſazen verkuͤn⸗ digen. Von den Hunnen wurden ſie nicht verfolgt. Die Gothen verloren aus Mangel an Waiden, und durch den Druck der ſchaamloſen kaiſerlichen Statthat⸗ ter Lupicinus und Mapimus, ihre Heerden. Hungers⸗ noth bewog viele, um Brod ihre Kinder wegzugeben. Ihr Furſt Fridigern wurde von den Statthaltern zu Gaſt gebeten. Viele junge Leute, Waffenbräder und Freunde, begleiteten ihn. Waͤhrend er aß, wurden ſeine Leute draußen von den Roͤmern uͤberfallen. Er, des. Heldenmuths der Balten voll, mit rachefunkelndem Blick⸗ ſein Schwert in der Hand, auf, hinaus, rettet ſeine Freunde und ſprengt mit ihnen fort. Er trug hierauf den Gothen vor, daß die treuloſen Römer ihnen Verder⸗ ben geſchworen, welchem vorzukommen, Krieg das ein⸗ zige Mittel ſey. Da erfüllten die Gothen alle auf dem Marſch durch Möſien bis unweit Conſtantinopel gele⸗ genen Landſchaften mit Blut und Ruin. Der im Abend⸗ lande beſindliche Valentinianus ſoll ſeinen Beiſtand verſagt haben, weil Palens über die Perſon Chriſti grianiſch und nicht nicaͤiſch dachte. Der kaiſerliche Ge⸗ neral Zrajanus wurde geſchlagen. Von den Mauern Conſtantinopels ſah man die Flammen der Dorfer und Landhaͤuſer. Valens ſelbſt wurden in den Gefilden Ad⸗ rianopels geſchlagen. Verwundet verbarg er ſich in einer benachbarten Bauernhüͤtte. Bie, ſo ihn verfolgten, ſteck⸗ 78 VI. Von Dioeletian(280) bis auf das Ende ren wie andere, ſo auch dieſe Hütte, weit entfernt, den roͤmiſchen Kaiſer darin zu vermuthen, in Brand. Va⸗ jens fand ſeinen Tod. 378. 379. Gratianus, der nebſt ſeinem äjährigen Bruder Valentinianus II. in den Abendlaͤndern des Va⸗ rers Nachfolger worden, ernannte Tbeodoſins, einen Spanier, von einem alten, dem großen guten Traianus verwandien Geſchlecht, zum Mitregentenz er, nachdem ihm die Morgenlande, wo der gothiſche Krieg war, uͤber⸗ tragen worden, fand Fridrigern in Griechenland, Aleth und Safrach mit Panononiens Pluͤnderung beſchäftigt⸗ Als Fridrigern ſtarb, vermochte der kaiſerliche Mitre⸗ gent den Nachfolger Athgnrich zu einer Unterredung. In dieſer wurde Friede, und fuͤr die Gothen ein anſtandiges Subſidium an Naturalien ausgemacht. Bei dieſem Anlaß erneuerte Thevdoſius das von Conſtantin fruher ſchon errichtete Huͤlfs⸗Corps von 40,000 Mann. Gratianus wurde auf Veranſtaltung Maximus, den die Kriegsleute an ſeiner Statt erhoben, durch Hinter⸗ liſt ermordet. 383. Maximus, dem hierauf Gallien, wie Britta⸗ nien zuſiel, vertrieb den jungen Valentinian aus Italien. Theodoſius machte Gebrauch von der Bloͤße, die Maximus gab. Es koſiete dieſem das Leben. 333. Jezt gehorchte das Reich den zween Kaiſern ru⸗ hig, bis der Sekretär Eugenius, und Graf Arbogaſtes den jungen Valentinian, der kaum anfing, ſich zu ent⸗ wickeln, erwüͤrgten.(392.) Dieſe wurden am Fuße der Alpen von Theodoſins geſchlagen. 304. Er herrſchte hierauf allein, mit Maͤßigung, Tha⸗ tigkeit, Kenntniß des Zeitalters; aber nach wenigen Mo⸗ naten ſtarb Theodoſius, nachdem er das Reich zwiſchen ſeinen beiden Söhnen,(395.) in das morgenlaͤndiſche und abendlaͤndiſche Kaiſerthum vertheilt hatte. Seine beiden ſchwachen Soͤhne, Arkadius zu Con⸗ ßantinopel, und Honorins in Italien, überließen dis d. Rbmerherrſchaft(476), od. b. a. Chlodwig(q86). 79 Gewalt Miniſtern, und hatten die Menſchenkenntniß nicht, gute Wahlen zu treffen. 305—393. Dem Theodoſius hatten die Gothen verſpro⸗ chen, ſo lang er lebe, keinen andern Fürſten zu haben. Als ſie aber jezt die von jenem aſſignirten Subſidien unrichtig bekamen, und die von der vorigen ſehr ver⸗ ſchiedene Regierung entdeckten, da wählten ſie Alarich, den Balten, zu ihrem Fuͤrſten. 5 Fufinus, Miniſter zu Conſtantinopel, ließ ihnen rathen, die Waffen gegen. den abendlaͤndiſchen Kaiſe zu richten. Stilichn, Riniſter in Nalien, freute ich des Kriegs. 2 405. Rabegaſt, ein gothiſcher Furſt, wurde in den Bergen bei Flörenz umringt und geſchlagen. 40. Die Weſigothen brachen unter Alarich von ih⸗ ren Sizen in Moͤſien und in dem dieſſeitigen Dacien auf, zogen an den illyriſchen Grenzmarken ben, und kamen ohne Widerſtand nach Iſtrien, an den Eingang Italiens, über die lezten Alpen, durch das Venetiani⸗ 13 üͤber den Po, bis 3 Meilen von Ravenna, wo as kaiſerliche Hoflager war. Der Kaiſer Honvrius ließ dem Alarich auf ſein Be⸗ gehren um Land, ſagen:„er gebe den Gothen die Er⸗ iaubniß, in Gallien oder Spgnien das ihnen Gefaͤllige einzunehmen.“ Alarich ließ ſich die Antwort gefallen; er eilte nach denienigen Alpen, welche Frankreich von Italien trennen. 409. Als die Weſtgothen in den piemonteſiſchen Al⸗ pen das Dpferfeſt feierten, bemerkten ſie während des Gottesdienſtes mit Verwunderung, daß der roͤmiſche Ge⸗ neral Sarus, Alarichs perſoͤnlicher Feind, mit einem betraͤchtlichen Heer im Anzug war. Ploͤtzlich wurden ſie angefallen. Von Verachtung, Zorn und Rache ent⸗ brannt, ſchlugen ſie ibn. Jezt wandten ſie um nach Italien, verheerten Ligurien, die äͤmiliſche, die flami⸗ etin Toskana, das Picentiniſche. Sie eilten 80 VI. Von Diocletian(284) bis auf das Ende Am 25. Auguſt wurde die Stadt in dem 116 ½ſten Jahr der Erbauung, von Alarich dem Weſtgothen erobert. rpluͤnderte den kaiſerlichen Palaſt uud alle Haͤuſer der Großen, doch ließ er kein Blut bergießen, noch Rom anzünden. Einen Namens Attalus machte er zum Kai⸗ ſer, und ließ ſich von ihm bedienen. „Alarich zog weiter und nahm ohne Mühe Campa⸗ nien ein, kam durch Calabrien bis in die Naͤhe der Meerenge. In Coſenza übereilte ihn der Tod, da er 34 Jahre alt war. Die ganze weſtgothiſche Nation be⸗ klagte ihn liebevoll; hierauf gruben ſie dem dortigen Fluß einen andern Canal, begruben den Fuͤrſten mit dem Denkmal ſeiner Siege, und gaben dem Fluße ſeinen Lauf wieder, auf daß nicht römiſcher Geiz den großen Alarich in 7 ½ Grabe, wo er von ſeinen Siegen ruhet, entweihe und ſtore. 4 ½ An ſeine Stelle erwahlten ſie den Schoͤnſten ihrer Edeln, ſeinen Better, den Jüngling Athaulf(Adolf. Adolf zog zurück auf Rom. Da entführten die Weſtsvihen die koſtbarſten Zierden der öffentlichen Ge⸗ baͤnde und viele Wunder altroͤmiſcher Pracht, zerbrachen und verunſtalteten viele Weiſerſtuce der Kunſt. Ber Kaiſer Hynvrins wurde genöthigt, Adolfen ſeine Schwe⸗ ſter zur Gemalin zu geben. Da er Italien gezüchtigt, ſezte Adolf ſeinen Marſch nach Galllen fort. Gallier, Barbaren, Roͤmer, glles wich dem furchtbaren Heer. Die Weſtgothen nahmen den Fuß der Pyrenaͤen, das Land bis an die Rhone und Lotre, und jenes Gebirz ſelbſt ein, und nöthigten in Spanien die Wandalen, ſich mit dem Lande am Baͤtis zu begnügen. Die Alle⸗ mannen wurden gezwungen, ſich auf Gollicien und auf das portugieſiſche Berglond einzuſchraͤnken. Die Weſt⸗ sothen gründeten das Königreich Spanien.(419.) Um eben dieſe Zeit gingen Scoten aus Irrland nach Caledonien(Schotland) über, wo ein Theil ihrer Na⸗ tion von Alters her wohnte; ſie druckten Brittanien⸗ d. Rdmerherrſchaft(q76), od. b. a. Chlodwig(a86). 8 In den Niederlanden unternahm Warmund(Pha⸗ ramond) mit den Franken ſich feſtzuſezen. 4 Gundichar(Gänther), der Burgundier Fuͤrſt, nahm das Land am obern Rhein in Beſiz; Worms wurde ſein Heruler und Rügier zogen mehr und mehr burch Schleſien und Maͤhren dem Noricum(Deſterreich) zu, ſet die Langobarden Pannonien(Ungarn und ein Theil Niederöſtereichs), die Ottgothen aber viele Städte Thra⸗ ciens einnahmen, 4az. In dieſen traurigen Zeiten hinterließ Honorius den Thron einem fuͤnfjährigen Knaben, ſeinem Neffen Valentinian III. Kaum hatte die Verwendung des morgenlaͤndiſchen Kaiſers Theodoſius II. die wankende Krone auf dem Haupte des minderjaͤhrigen Vetters befeſtigt, ſo ging Afrika durch die boshafte Liſt des Aetius gegen des Kai⸗ ſers Valentin Mutter, Galla Placidia, und gesgen Boni⸗ facius, Statthalter von Afrika verloren. 427. Gen erich, der Wandalen Fuͤrſt in Andaluſien) ſezte über die Meerenge. Schrecken wandelte vor ihm her; alles verheerte und verbrannte er.(439.) Er eroberte end⸗ lich die Hauptſtadt Carthago. Da ließ er den ganzen Adel umbringen, die Stadt plundern c. Er und ſein Sohn Hunnerich(Heinrich) erneuerten gegen die Anhaͤn⸗ ger der nicaͤiſchen Glaubensform, Chriſtenverfolgungen; viele wurden lebendig verbrannt, vielen die Zunge aus⸗ geriſſen, andere durch langſame Martern getödtet. Gen⸗ ſerichs eine weſtgothiſche Prinzeſſin geheira⸗ thet. Genſerich, aus Argwohn, ſchnitt der Schwieger⸗ tochter Naſe und Ohren ab, und ſchickte ſie ſo in ihr Land. Aus Furcht vor der Rache der Weſigothen, und daß der römiſche Kaiſer ſich mit ihnen wider die wanda⸗ liſche Macht vereinigen möchte, ſchickte Genſerich eint Geſandtſchaft nach Ungarn zu Attila, Koͤnig der Hunnen⸗ 44t. Attila war ſchon Herr der Gepiden, Langobar⸗ den, Awaren, Oſtgothen, vieler Voͤlker im ſüdliche 82 V. Von Diocletian(284) bis auf das Ende Seutſchland; der Kaiſer Thevdoſtus gab ihm Cribut. Wit 700,000 Mann zog er aus; alle unter ihm, jedet Stamm unter ſeinem Fürſten; alle Fürſten zitterten bor Attila. Dieſen Herrn bat Genferich durch Ueberziehung der Abendlaͤnder die zu beſchäftigen, deren Vereinigung er zu befürchten hatte. König Attila ſuchte den Ausgang der Unternehmung durch Liſt zu erleichtern. Er ſchrieb nach Toulouſe, der Hauptſtadt des Königs der Weſtgothen, Dieterich: er „werde wohl nicht vergeſſen haben, wie viel Tretloſigkeit „die Roͤmer an ſeiner Nation bewieſen haben. Wenn „die Weſtgothen ein weniger tapferes Volk wären, ſie „würden längſt ausgerottet ſeyn; denn die Römer glau⸗ „ben ſich von alten Zeiten her, die Herren der Welt; „und nie werde die Welt Ruhe bekommen, bis dieſes „Reich zerſtort ſey, welches am beſten durch ein freund⸗ „ſchaftliches Einverſtändniß üͤber einen Theilungs⸗Tractat „ſich bewerkſtelligen jieße.“ Zugleich ſchrieb er an den römiſchen Kaiſer? „Daß die Hunnen von jeher gute Freunde und ge⸗ „treue Bundsgenoſſen der Romer geweſen, ſei ihm bekannt; „es werde ſich nicht finden, daß ſie je wider einander „Kriege gefuͤhrt. Von dieſer nemlichen Geſinnung ſei er, „da er eben Ruhe habe, geneigt, ihm dem Kaiſer einen „großen Beweis zu geben, wenn ihm beliebe, ſich mit „den Hunnen zu bereinigen, auf daß die Weſtgothen aus „Gallien und Spanien bertrieben und in jenen Landen „die Reichsgrenze in ihrer Integritaͤt hergeſtelit werde.“ Der kaiſerliche Hof eſideckte dieſe Liſt, und ſchrieb allen harbariſchen Fürſten im Abendlande, gegen die ge⸗ meinſchaftlich drohende Gefahr ihre Kräfte mit den Rö⸗ miſchen zu vereinigen.„Hütet euch wohl,“ ſchrieb er an die Weſtgothen,„der Hunnen König will alles unterjr⸗ „chenz alles, was er vermag, will er: um den brennen⸗ „den Durſt ſeines Ehrgeizes zu ſättigen, erlaubt er ſich „alles; Gerechtigkeit iſt ihm ein Scherz; er iſt der Feind. „des menſchlichen Geſchlechts; ſehe auf, edler Furß der d. Rðmerherrſchaft(476) od. b. a. Ehlodwig(496). 53 „Weſigothen; eine der ſchönſten Provinzen des Reichs iſt „dir gegeben, ſtreite für uns und fuͤr dich!“ Da antwortete Dieterich, der Weſtgothe: „Nie hat ein gerechter Krieg dem Koͤnise der Weſt⸗ „gothen zu ſchwer geſchienen, und nie hat einer Furcht „gekannt, wenn es auf eine glorreiche That ankam. Eben⸗ „ſo denken die Großen meines Reichs; das ganze Polk „der Weſigothen greift freudig zu ſeinen allezeit ſiegereichen „Waffen.“ Auch die Burgundier, mahnte Valemianus (welchen Rom durch einen ſeühern Vertrag das Land, Hoch⸗ und Nieder⸗Burgund, Dauphiné, Savoyen und die weſtliche Schweiz dafür abgetreten, daß ſie den Ro⸗ mern im Kriege beiſtehen). Ferner wandte ſich der Kaiſer an den König der Aianen, Sangipan, welcher an der Loire herrſchte, an die verbundeten Stadte von Armerika, (Bretagne) an das gemeine Weſen von Paris, an die zwiſchen dem Rbein und der Maus wohnenden ripuarier Franken, an ihre unter ſaliſchem Namen dem Fuͤrſten Merwey gehorchenden Brüder; auch jenſeits des Rheins warnte er die Sachſen; ſchon Thüringen war zum Theil dem Attila zinsbar. 450. Etzel oder Attila, nachdem er vorhin ſchon ſei⸗ nen Bruder Blet umbringen laſſen, damit er das Land waͤhrend ſeiner Feldzuge nie zu Partheiungen verleite, brach auf von den Ufern der Theiß, zog durch Deſterreich und Steiermark hervor, durch die Grenzen Rhätiens nach Allemannien, ging uͤber den Rhein, erſchlug bei Baſel den ihn an den Päſſen erwartenden Koͤnig Bürgundiens, und erſchien an der Marne, in den Gefilden von Croiſette, unweit Chalons. Hier ſand das Heer der Abendländer. Die Schlacht war ungemein wüthend. Bei einbrechender Nacht zog Attila ſich zuruͤck, und endlich nieder in ſein Land, weil die Verpflegung ſeines gewaltigen Heers in die Länge zu ſchwer wurde. 452. Nicht lange hierauf marſchirte er auf Italien⸗ Die Stadt Aquileja, welche vergeblich Widerſtand leiſtete⸗ „ 84 VI. Von Dioeletian(289) bis auf das Ende wurde von Grund aus zerſtört, alle erwachſene monnliche Einwohner wurden niedergemacht, Weiber und Kinder in Sklaverei geführt. Attila zog herab nach Ravenna. Lev 1. kam nun zu ihm, ein ſehr beredter, Ehrfurcht gebietender Lehrer der Chriſten, Pabſt zu Rom. Viele Große begleiteten Leo; er brachte Geſchenke. Attila wurde beſänftigt. Von dem Raube hundert e e Städte ſchwer beladen, zog er aus dem and. Nun wurde das morgenländiſche Reich von ihm be⸗ droht. Den Abendländern blieb er um ſo furchtbarer, weil die weſtgothiſche Macht ſich durch innere Partheiung ſchwaͤchte. Aber da er, ungeachtet ſeiner Menge Weiber, ſich auch die ſchöne Hildichunde zulegte, ſtarb er in der Hochzeitnacht. 453. Die ganze Nation ließ Lieder auf ſein Lob er⸗ ſchallen, und pries das Gluͤck, wie der große Attila nach unſterblichen Siegen, in der herrlichſten Fei ſeines Volks, ohne Schmerzen, im Vergnügen, feine Laufbahn beſchloſ⸗ ſen, und ſich hinüͤber zu den Geiſtern der alten Helden begeben. Da bewirthete Ellak, ſein Sohn, das PVolk. In der Nacht wurde Attila in einen goldenen Sarg ge⸗ legt, welcher in einen ſilbernen, und ſo beide wieder in einen eiſernen Sarg kamen. Pferdezeng, Waffen, koſtbare itnßn wurden mit ihm begraben, alle Arbeiter am Grabe, hernach umgebracht, auf daß kein Sterblicher verrathe, wo der Hunnen⸗Heſd ruhe. Als der Schrecken ſeines Namens die Völker nicht mehr zuſammenhielt, entzweiten ſie ſich; viele verſagten die Steuer. Sein Sohn Ellgk, ein tapferer Mann, fiel in einer großen Schlacht. Wit Attila verſchwand die Macht der Hunnen. 455— 476. Aetius wurde dem Kaiſer verleumdet, wie jener vormals den Bonifacius verleumdete. Valen⸗ tinianus ließ ſich verleiten, den Aetius zu tödten. Die keibwache, deren Praͤfekt et geweſen, wurde außerſt miſ⸗ — — d. Rdmerherrſchaſt(a76), od. b. a. Chlodwig(486). 85 Hranügt. Valentinian, da er bald darauf mit einigen „ fhnittenen ſich unier die Krieger wagte, wurde er⸗ tordet. er Urheber dieſer That, Maximus, deſſen Weib der Kaiſer Palentinian geſchändet, wurde Kaiſer, und Gemal der Kaiſerin Wittwe Eudocia. Einſt, von Wein und Liebe trunken, verrieth Maxi⸗ mus das Geheimniß ſeiner Theilnahme an Valentinians Tod. Eudocia verſtellte ihre Empfindung. Aber heimlich ſchrieb ſie dem Koͤnig der Wandalen:„der Kaiſer(Va⸗ „ientinian), welcher ihm Afrika ſo viele Jahre ruhig über⸗ „laſſen, verdiene, daß Genſerich ihn an ſeinem Mörder „raͤche und ſeine Wittwe befreie.“ Bei der bevorſtehenden Ankunft Genſerichs in Rom, nahmen alle angeſehene Bürger und Senatoren die Flucht. Genſerich, nachdem er Rom eingenommen, plünderte und wüthete nach ſeiner Art. Maximus wurde von den Römern umgebracht. Eu⸗ docia verhütete kaum noch, daß die Stadt nicht ver⸗ wurde. Vierzehn Tage waren die Wandalen zn dom. 457. Nach dieſem Ungluͤck, als in Gallien der tu⸗ genbhafie Avitus die Kaiferwuͤrde ſich kaum aufnöthigen ließ, und bald wieder nicderlegte, erhob Rom den Ma⸗ ivrianus. Die Alanen drohten mit einem Einfall. Maivrian zog ihnen zuverſichtlich entgegen, wurde aber von ſeinen eigenen Leuten ermordet und Severus folgte⸗ Der kaiſerliche Feldherr Richimer ſchlug die Ala⸗ nen bei Bergamo, uud erhob ſeinen Schwiegervater An⸗ themius zum Thron. Zur Zeit, als unter deſſen Namen Richimer herr⸗ ſchen wollte, und Partheigeiſt alles verwirrte, machten die Franken in Gallien, und die Allemannen im zwei⸗ ten Germanien unwiderſtehliche Fortſchritte. Endlich unweit Rom lieferte Richimer dem Kaiſer(ſeinem Schwie⸗ gervarer) eine Schlacht, ſiegte, nahm die Stadt ein⸗ 86 VI. Von Divcletian(284) bis auf das Ende ermordete den Anthimius, und plünderte ſo, daß Hun⸗ gersnoth und Peſt auf die Verwuͤſtung folgten. ſelbſt lebte noch 3 Monate. 456. Das nächſte Reich jenſeits der Alpen war Bur⸗ gund, unter deſſen Namen 1.) das Bllobrogenland(Sa⸗ voyen, Dauphine, Lyon) und 2.) die weſiliche Schweiz vereinigt waren. Die Burgundier hatten ſich mit den urſpruͤnglichen Landes⸗Einwohnern dahin verglichen, daß dieſe ihnen zwei Drittheile der Guͤter, die Hälfte der Waldungen, Gaͤrten und Haͤuſer, und ein Drittheil der Leibeigenen abgetreten. Auch die von ihren bursundi⸗ ſchen Herren Freigelaſſenen bekamen dieſes Lvos(Allv⸗ dium) fünßzig Jahre; ganz Burgund hieß„das große Loos der Burgundionen.“ Dieſe Guͤter waren erblich. Das Gewerbe der freien Maͤnner war Viehzucht und Lanbbau, andere Gewerbe, ſelbſt Kuͤnſte, blieben der knechtiſchen Claſſe. Die Weiber wurden gekauft. Das Gefühl des An⸗ kands hatte ſich nicht entwickelt. Wer z. B. einen Hund peſtohlen, mußte ihm vor allem Volk den Hintern kuͤſ⸗ ſen; dennoch gab es mehrere Menſchen⸗Claſſen: I. Des Königs Räthe, Hofleute, Meier und Canzlar, Graſen in Städten und Gauen, und andere zu dem erſten Adel(optimates nobilium) gehoͤrige Richter. II. Ein Mittelſtand,(medioeres.) IMII. Eine niedrige Claſſe freigelaſſener Leute(mino- ves personae, lidi, leudi) und angeborner Knechte. (originarii.) Nach dem Langobarden⸗Geſetz war, was dieſe 5 Artickel betrifft, der Unterſchied, daß des Königs Knechte freien Leuten, und ſeine Freigelaſſenen Edeln gleich ge⸗ ſchaͤzt wurden. Das Geſezbuch der Burgunder(502) iſt 130 Jahre älter, als das der Langobarden, und aus einem den Re⸗ ſien alter Cultur weniger zugänglichen Lande. Bei ihrem Eintriit in Gallien(an der Rhone) hat⸗ 4 d. Romerherrſchaft(q76), od. b. a. Chlodwig(486). 37 ten ſich die Burgunder 7 Tage lang in der chriſtlichen Lehre ünterrichten und am 3ten Tage tauſen kaſſen. Die Macht der burgundiſchen Furſten, wovon Gun⸗ degar(Gundaker, Günther) einer der erſten geweſen, wurde durch den allgemeinen Wunſch, das Eroberte zu erhalten, verlaͤngert, und durch die Ertheilung des Pat⸗ ricigts, d. i. einer Vertretung der Kaiſermacht uͤber die bisherigen Landes⸗Einwohner, bedeutend vermehrt. Durch das Uebergewicht, welches den Fürſten die Groͤße ihres Lvoſes gab, wurde ihre Macht erblich. 473. Olybrius, Gemal einer Tochter Valentianus, und begünſtigt von dem mworgenlaͤndiſchen Kaiſer Lev, regierte 7 Mongte und ſtarb. 474. Die Römer erhoben Glycerius, einen Herrn vom Hofe; aber der morgenlaͤndiſche Kaiſer, um ſeinen Einfluß zu behaupten, gab dem Jylius Nepos ſeine Nichte und den abendlänbiſchen Thron. Glycerius begab ſich in den geiſtlichen Stand, und wurde Biſchoff zu Portv. Julius Nepos ſandte gegen die barbariſchen Voͤlker, welche Italien bedrohten, den Feldherrn Dreſtes zu Si⸗ cherung der Alpenpaͤſſe. Dieſer zwang den Kaiſer zur Entſagung der Herrſchaft. 475. Dreſtes uͤbertrug ſolche ſeinem eigenen jungen Sohn Romulus Momyllus. Die Bſtgothen ſreiften bis vor die Thore Roms. Spanien und Gallien waren verloren; Hengiſt an der Spize der Angelſachſen ſezte ſich in Brittanien feſt. Ddvaker, der Heruler Furſt, begab ſich von den Ufern der Donau aus Deſtreich nach Italien. Viele ihrer Landslette dienten in der kaiſerlichen Leibwache.. In Pavia belagerten ſie den Dreſtes, Vater des Faiſers, eroberten die Stadt und enthaupteten Dreſtes. Schrecken ging vor ihnen her, alle Städte ergaben ſich⸗ Der junge Kaiſer legte Purpur, Krone und Waffen ab, 4 88 VI. Von Diocletian(284) bis auf das Ende ꝛc. und erſchien in Odoakers Lager. Rrmulus wurde auf das alte Schloß Lucullianum geſandt und verſchont. 76. In dem 1229. Jahr der Erbauung Roms, in dem 5hten nach der Schlacht bei Philippi, worin mit Marcus Brutus die Freiheit und die Republik fiel, im Jahr 476 nach Chriſti Geburt endigte mit Rumulus Momyllus durch ein von Pommern und Rügen ausge⸗ gangenes Volk, die Heruler, das Kaiſerthum Roms. Die Franken, wie wir wiſſen, überzogen ſchon im dritten Jahrhundert(233 zwiſchen Niederrhein und Elbe) aus den Haiden und Sumpfgegenden Teutſchlands, das beſſer kultivirte Gallien, nicht als Ration, blos als Kriegs⸗Genoſſenſchaft. Sie gaben beim Fall des abendländiſchen Kaiſer⸗ thums vieien galliſchen Staͤdten Schirm. 496. Chlodwig, vom Hauſe akter Heerfuͤhrer, die ſich in den Niederlanden feſtgeſezt und immer weiter nach Paris hinauf gezogen hatten, gründete durch einen bei Soiſſons erſochtenen Sieg uͤber den roͤmiſchen Statthal⸗ ter, die fraͤnkiſche Macht feſt und frei. Mit dem Willen der Gallier und durch ſiegreiche Waf⸗ ſeh vereinigte er hinnen 20 Jahren die Laͤnder von der Maas bis an die Pyrenaen. Von den Biſchoͤffen, welche durch die Einmiſchung der Kniſer Zeno und Anaſtaſius in theologiſchen Sachen beleidigt waren, wurde Chlodwig beguͤnſtigt, noch ehe er Chriſt war; wie viel mehr, da er an der Spitze von 3000 Franken ſich taufen ließ! 89 vn. Periode bis auf Carl den Gr. GöS.) Seit Attilas Tod hatten die Oſtgothen unter ih⸗ ren Fürſten vom Hauſe der Amgler, die alte Unab⸗ pängigkeit hergeßtelit. Sie wohnten nun zwiſchen der Donau und Sau. Von den murgenlaͤndiſchen Kaiſern bekamen ſie Geſchenke, dafür gaben ſie Geiſel des Frie⸗ dens. Ein ſolcher war Dietrich, Sohn des Fürſten Theudmir, von einem Kebsweib geboren.. 484 Als Dietrich, 13 Jahr alt, wieder unter ſein Volk kam, ſchlug er ohne des Vaters Wiſſen mit 6,000 ibmn durchaus ergebenen Kriegern einen ſarmatiſchen Theudmir ging über die Grenze Illyriens, verbrei⸗ tete ſich uber Macedonien, und eroberte Lariſſa(des Achilles Vaterſtadth. Nach Theudmirs Tod wurde ſein Sohn Dietrich ihm zum Nachfolger gegeben. Der morgenlaͤndiſche Kai⸗ ſer Zeno gab ſich Mühe, den jungen Dietrich zu gewin⸗ nen, und eignete ihm Italien zu. 40d. Alſobald zoßen die Oltgothen unter ihrem 2ujährigen Fürſten, von der Donan und Sau nach den Paͤſſen Italiens. Zweimal ſchlug Dietrich die mit keinem Eifer für Odoäker ſtreitenden Italiener. Der Koͤnig der Heruler floh nach Rom. Die Stadt verſchluß ihm die Thore. Er floh nach Ravenna und hielt da in das dritte Jahr. Nach Uebergabe derſelben und Ermordung Odoakers, [403) legte Dietrich die gythiſche National⸗Kleidung ab und nahm ben roͤmiſchen Purpur. Bbgleich Arianer, drückte er nicht die nicäiſch den⸗ kende Firche. Den Pabſt Johannes, welcher in einer Gefandſchaft gegen ſeine Auftraͤge gehandelt, ließ er da⸗ für im Gefängniß ſterben. Dietrichs Gemalin war die Tochter Childeberts, Königs der Franken, Schweſter des 90 VII. Von Chlodwig(486.) Chlodwigs, dem die Gründung der franzöſiſchen Mo⸗ narchie vornemlich zugeſchrieben wird. Seine Schweſter gab er Hunrich, Genſerichs Sohn, König der Wandalen; Amalberge, ſeine Nichte dem König der Thüringer; ſeine Töchter dem König Siegmund von Burgund, und Alarich dem Zweiten, Koͤnig der Weſtgothen. „Pavia, wo er oft reſidirte, und viele andere Staͤdte ließ er prächtig bauen. Auf Künſte und Wiſſenſchaften, war er mehr als auf Waſſen ſtolz. 3 Dem Ehlodwig ſandte er Muſikanten, dem Gonde⸗ bald(Koͤnig von Burgund) Waſſeruhren. Sein Canz⸗ ler, der Senator Caſſiodorius war der gelehrteſte Mann ſeiner Zeit;(526.) vor ſeinem Code empfahl et den ver⸗ ſammelten Großen und Grafen ſeine Tochter Amalas⸗ winde und ihren wiährigen Sohn Athalarich. Theudat, Neſſe Amalaswinde's, gab dieſer, als Athalgrich an einer Krankheit geſtorben, den Tod. 554. Dem Könige der Wandalen, Gelemir, hatte ein ähnliches Verbrechen einen Krieg mit dem morgen⸗ lindiſchen Kaiſer Juſtinian zugezogen. Beliſar, kaiſer⸗ licher Feldherr, ſchlug die Wandalen. Gelemir mußte ſich ergeben, und mit allen von Genſerich erbeuteten Schaͤzen wurde er gefangen im Triumph nach Conſtan⸗ tinopel gebracht. 535. Jezt wurde Theudats Verbrechen dem Kaiſer Juſtinian Urſache, das Haus Dietrichs, durch Beliſar zu rächen. Die Nation ſtieß den Koͤnig Theudat vom Thron.(536.) Er wurde ermordet, und Witig, ein guter Friegsmann, auf den Stuhl der Amaler geſezt. Er hei⸗ rathete Mathaswinde, Tochter der Amalaswinde. Nun ſchien dem Beliſar, daß die Oſtgothen, vhne Bewilligung des Kaiſers uͤber ein Land, welches urſprüng⸗ lich römiſch waͤre, keinen Koͤnig willkuhrlich wählen konn⸗ ten. Beliſar eroberte Neapel mit Liſt, und ließ alle Ein⸗ wohner umbringen. Er beſiegte die Gothen bei Peruſia, nachdem er vorher Roms Mauern noch mehr befeßigt vis auf Carl den Gr. G68.) 91 hatte.(538) Witia, in Verzweiflung, bewaffnete alle brauch⸗ bare Mannſchaft; vierzehn Monden lag er vor Rom.[539.) Belifar eniſezte Rom. Ravenna nahm er ein⸗ und Witig wurde nach Conſtantinopel gebracht.. su0. Nach Euthar und Hildebald, welche verſchie⸗ dentlich gewaͤhlt und geſuͤrzt wurden, ſuchte Totila Diet⸗ richs Werk zu erneuern. Dft ſiegte er. Er eroberte, im Angeſicht Beliſars, Nom.(546.) Totila, nun Herr Italiens, bevölkerte auch Rom wieder, und lebte väterlich unter dem ſich neu anbauen⸗ den PVolke. Der kaiſerliche Feldherr Beliſar wurde aus Hof⸗ Intriguen heim berufen, und dem Verſchnittenen Narſes die Fortſczung des nicht ganz aufgegebenen Kriegs aut⸗ etragen. 552. Narſes zog als Procynſul mit langobardiſcher Hülfe nach Italien. Nur ſierbend uͤberließ Totila ihm einen Sieg. Die gothiſchen Großen erhoben in Pavia den Teſa. Bei Nocera unterlag mit ihm die lezte vſtgo⸗ thiſche Macht.(553.). 566. Narſes ſtillte ohne Mäͤhe die Bewegungen, welche die Heruler in Toskana machten, Endlich fiel er in der Gnade des nicht immer gemaͤßigten Kaiſers Juſtinus II. Von Neapel aus, nachdem er Rom verlaſſen hatte, ſandte Narſes an den longobarbiſchen Konig Albwin einladende Briefe. Dieſer hatte unlaͤngſt einen andern Stamm ſeines Volks, die Gepiden uͤberwunden, trank aus dem Schaͤdel ihres Fürſten Kunimund, und ver⸗ nügte ſich in den Armen der Lochter ſeines Feindes, oſamunde. Am 2. April 568 brach der König Albwin, auf die Einladung Narſes, mit alien longobardiſchen Maͤnnern, Weibern, Kindern und von 20,000 Sachſen begleitet, von Pannonien auf. Die Eroberung von Pavia gab ihm entſcheidendes Rebergewicht. 92 VII. Von Chlodwig(a86.) 575. Den Roͤmern von Conſtantinopel(Roͤmer nannten ſie ſich noch 900 Jahre lang) blieb die guthi⸗ ſche Hauptſtadt Ravenna, Rom und einige Seeſtaͤdte. Ueber dieſe Provinzen wurden Exarchen(Proconſuln) geſezt. Roſamunden diente die Rache des Vaters zit Entſchuldigung einer Liebe, und nach Albwins Ermor⸗ dung bezahlte ein harter Herr Kleph den kaum erſtiegenen Thron mit ſeinem Leben. In der Minderjährigkeit ſei⸗ nes Sohnes Authar führten die Großen unter ſich nach gemeinſchaftlichem Rathe die Herrſchaft.(575) Authar und Agilulf, ſein Nachfolger, heiratheten nach einander die baieriſche Prinzeſſinn Dheudelinde, deren vorzügliche Eigenſchaften ſehr lange in verehrtem Andenken blieben. Die bei weitem furchtbarſten Feinde der langobardi⸗ ſchen Macht waren die Franken. Wenn die Kaifer ſie nicht vermittelſt ſchmeichelhafter Auszeichnung und Ge⸗ ſchenke zu Freunden ſich erhalten hatten, ſo würde das Erarchat nicht lange beſtanden haben. Hiedurch blieb Italien unvereinigt bie auf dieſen Tag. 305 Der longobardiſche Koͤnig herrſchte zu Pavia, wo⸗ ſelbſt Dietrich der Ofgothe am Zuſammenfluſſe des Ti⸗ cino und Po den reichen Pallaßt angelegt hatte. Mehr ſtark als praͤchtig, waren die longobardiſchen Stäͤdte. Dieſes Volk zerſörte nicht. Es liebte die Vieh⸗ zucht und den Feldbau. Auch der Zönig naͤhrte ſich vom Ertrag ſeiner Güter; er zog auf den Meiereien um⸗ her und jebte in der Einfalt eines Hausvgters mit der Wurde eines Heerführers. Wie bei den Römern, ſo ar⸗ heiteten die freien Maͤnner ſelbſt mit ihren Knechten, Freigrlaſſenen und Aldionen(Dienſtmannen) zu Urbar⸗ machung der erodeten Lande. Die Geſetze trug, nach genommenem Rathe mit den Großen, Se. Excellenz der Konig, der Gemeinde aller freien Longobarden, vor. Das Land war in Gaue ver⸗ theilt, jeder Gau hotte ſeinen Heermann(Ammann); der Schultheiß richtete uber Sachen, die das Eigenthuin bis auf Carl den Gr.(768.) 93 hetrafen. Ueber mehrere Heermanne und Schultheißen war ein Graf, über mehrere Grafen ein Herzog geſest; alle unter dem König. Die Reſidenz des kaiſerlichen Exarchen war prächtig, die Furcht vor den Longobarden hielt ihn ab, ſich unab⸗ haͤngig zu machen. Vach und nach wurde der Pabſt angeſehener in Rom, ſn Kaiſer, gegen die er Freiheit und Glauben ver⸗ eidigte. 502. Gondebald, um auf dem Haupte des ihm nicht gleichen Sohnes, Siegmund, die wankende Krone bei ſeinem Leben zu befeſtigen, hielt bei Quarre, unweit Genf einen Hof, worin ſein Sohn, nach alter Sitte, auf dem Schild als Koͤnig erhoben wurde. 515. Der conſtantinopolitaniſche Kaiſer Anaſtaſius gab auch dieſem das Patriciat, welches man kurz mit der vormaligen Cäſarswürde vergleichen kann. Siegmund hatte das Ungluͤck, ſeinen Sohn Sieg⸗ reich erſter Ehe mit der Tochter Dietrichs des Oſtgothen erzeugt, den Verleumdungen der zweiten Gemahlin auf⸗ zuopfern, woruͤber das Reich Burgund unterging. Chlotilde, Tochter Hilfreichs, welcher durch ſeinen Bruder Gondebald, Vater Siegmunds, auch das Leben eingebüßt hatte, war Mutter von Chlodwigs des Franken Sohnen. Dieterich der Ofigothe, um ſeinen Enkel zu rächen, ſandte den Feldhauptmann Lolonik wider Sieg⸗ mund, indem er zugleich in den Soͤhnen Chlodwigs den Entſchluß erregte, die von ihrer Mutter Chlotilde längſt gewüͤnſchte Rache an Gondebalds Sohn zu nehmen. 526. Siegmund floh in das von ihm am Eingange des Landes Wallis geſtiftete Kloſter St. Maurice. Bald fand er Niederlage und ſchmaͤhlichen Tod. Sein Bru⸗ der Godemar ſezte zwar die Landwehre noch fort, und erſchlug ſogar Chlodomir, einen der Söhne Chlodwigs. Aber die Franken, um gleichſam die Thränen Chlotil⸗ dens zu trocknen, wuͤtheten durch Burgund mit Feuer und Schwert, bis endlich Godemar und mit ihm das „— 34 VII. Von Chlodwig(a85.) aus ſeiner Väter, und das National⸗Konigthum det urgundier verſchwand.(534.) „ Burgund kam von dem an, an das Haus Chlod⸗ wigs, Koͤnigs der Franken. 511. Nach Chlodwigs Tod ſchien Frankreich fuͤr Ei⸗ nen ju groß. In den Kriegen der Dſtgothen mit den Römern wur⸗ de die ehemalige Provinz(Provence) den Franken zum Preiße des Beiſtandes uͤberlaſſen. 550. Waͤhrend drei Könige die Grenzen erweiterten, drang der vierte, Dieterich, Chlodwigs Sohn, von Au⸗ Fraſien immer tiefer in den germaniſchen Wald. Durch ſeine Waffen wurde Chüringen bezwungen. „ Das Roͤnigreich der Franken war erhlich in Chlod⸗ wigs Geſchlecht, nach der Wahl der Abkoͤmmlinge dieſes Hauſes. Von den Kaiſern hatte Dieterich die Conſul⸗ und Patricier⸗Wuͤrde. 456. Die ſaliſchen Geſeze wurden durch vier Herren verfaßt, welche auf drei Landsgemeinden über das Her⸗ kommen der Gerichte Kundſchaft eingezogen hatten. „ Dieſe Geſeze beſtätigte der Konig, und die Großen mit dem Priſtlichen Volke im Reiche der Merwin⸗ 6 bi Stamm der Könige, von Merovaͤus 457.) ekraͤftigten ſie. 5 Anfangs ſtand nicht überall der Name des Koͤnigs an der Spize der Verordnungen. Die älteſte bekannie, wo er vorkommt, iſt von Childebert, Konig der Franken, dem hohen Mann(vir illuster). Die Verſammlungen der Nation bekamen durch die Biſchoffe ein geheiligtes Anſehen. Da ſie ſich deſſelben ju ſolchen Verordnungen vornemlich bedienten, welche der Pflanzung des Chriſtenthums vortheilhaft waren, ſo geſchah, daß der Oberhirte, der Pabſt, wie Vater oder Vormünd der aufkeimenden Staaten wurde, welcher ſei⸗ ner Obliegenheit gemaͤs über dieſen Verſammlungen jeſt iu halten ſuchte. Von dieſen Zuſammenkünſten gingen bis auf Carl den Gr. GU68.) 95 3 S aus, wobon die erſten meiſtens Sitten⸗ geſeze ſind. Da alle barbariſchen Geſeze, ehe die Size durch lange Gewohnheit befeſtigt waren, keine Landes⸗, ſondern per⸗ ſonliche oder Volksgeſeze waren; ſo blieb bei den Romern in Gallien, die durch Theodoſius II. vor Chlodwigs Herr⸗ ſchaft veranſtaltete Sammlung in Anſehen. Sie erhielt ſelbſt bei den Weſtgothen, die ſich geſitteten Voͤlkern zu naͤhern ſuchten, und hei den Burgundiern, deren Koͤnige Stellvertreter der Kaiſer waren, Einfluß, und wurde in Zeiten der Unwiſſenheit Herkommens⸗Geſez, deſſen Codex man vergeſſen hatte. 406. Fruher ſchon führten die Allemannen, deren Wohnungen von der helvetiſchen Aare bis an die Lahn, und weiter gegen Colln herab, ſich erſteckten, die als Hirtenvolk die alten Tugenden und Mängel ſtandhafter behielten, die die Städte zu verbrennen pflegten, Vieh und Waffen nur kannten, deren Land eine ungetheilte Allmande(unvertheiltes Gemeingut) und deren Geſetz nicht geſchrieben war, einen Krieg mit Chlodwig dem Fran⸗ ken in Gallien, uͤber ſtreitige Grenze. Die Schlacht wurde bei Zuͤlpich im Juͤlichſchen geliefert; und als ſchon der Sieg für die Allemannen ſich zu entſcheiden ſchien, da erhob Chlodwig, mit ſeinen chriſtlichen Roͤmern und Galliern die Haͤnde zu ihrem Gott, und dieſe, entflammt für den gewaltigern Jeſus, als Thor und Wodan, der Allemannen Gott, kürzten in den Feind, warfen ihn nieder. Die Allemannen ergaben ſich⸗ 505. Doch zogen viele derſelben in entfernte Laͤnder. Widerwille der Allemannen gegen die Franken iſt in der Geſchichte aller Jahrhunderte kenntlich. 560. Schon zu Gontrams, Chlodwigs Enkel, Zeit, erhob ſich ein Patricier Burgundiens zu einer Gewalt, welcher der König durch große Gaben an Land und Leu⸗ ten, womit er die Großen gewann, kaum zu widerſtehen vermochte. 96 VII. Von Chlodwig(a86.) 587. Die Großen, welche hierdurch erhoben wurden, brachten durch ihren Einfluß auf den Landtagen ein Ver⸗ jaͤhrungsrecht, und nach dieſem eine pragmatiſche Sanc⸗ rionirung dieſer Gaben zu Stande. Von dem an erhob ſich ariſtokratiſche Mittelmacht zwiſchen dem Koͤnige und den freien Männern. Das Haus Chlodwigs verfiel durch Sittenloſigkeit, wodurch dieſe Fürkten ſo haͤufig das Dpfer der Partheien bei Hofe und unter den Großen wurden, daß man in 40 Jahren ſechs Könige durch Schwert oder Gift um⸗ kommen ſabh. S¹5. Als die Großen des Reichs ſich für Chlodwigs Urenkel, Chlotar, Feind der Königin Brunhild erklaͤrten, und dieſe einem grauſamen Tode überlieferten, da wurde das iich Frankreich unter Einem Herrn ver⸗ einigt. 615. Dieſer befeſtigt auf einer Verſammlung zu Paris die Grundverfaſſung.. „Von dem an wurde der Feldbau ruhiger, das Kö⸗ nigreich erhob ſich zu einem ſeit vielen Jahren nie geſe⸗ henen Glanz. 570. In den Zeiten der Unordnung, als die Waffen des Naguſch und Khosru Nuſirwans(Königs der Per⸗ ſer von 523 bis 578) die Freiheit Araiens ſchmaͤlerten, in dem 57oſten Jahr unſerer Zeitrechnung wurde Moha⸗ med geboren. Sein früh verſtorbefßr Vater Ahdallah hinterließ ſeiner Mutter der Judin E ina, fünf Cameele und eine Sklavin. In ſeinem 25ſten Jahr heirathete Mohamed, als Kaufmann in Damaskus, die reiche Wittwe Chadidſcha. 610. In dem doſten Jahr ſeines Alters erſchien die Nacht der Aathſchlüſſe Gottes,— wie die Moslemin ſie heißen,— worin der Engel Gabriel, wie er ſagte und glaubte, ihn zum Propheten des Höchſen berief. Dieſes erzaͤhlte er der Chadidſcha und ſeinem Vetter Waraka; ſeine Rede war voll Feuer, er entftammte, und ſie ſchwu⸗ ren:„Bei dem, in deſſen Hand die Seele der Chadid⸗ bis auf Carl den Gr.(768.) 97 „ſcha und Warakas iſt! Mohamed iſt Prophet.“ Ihm laubte zuerſt der junge Ali, Enkel des Fürſten Abu Tatet⸗ Mohamed gab ihm ſeine Tochter. Nach dieſem fiel Abubekr, der Gerechte, ihm bei. Dft, wenn die fallende Sucht ihn ergriff, vermeinte er den Engel zu hoͤren.— Aber der Partheigeiſt erhob einen ſeinen Ta⸗ gen drohenden Aufruhr. 522. Verkleidet, verfolgt entfloh Mohamed durch die Palmenwaͤlder vvn Mekka nach Jatreb. Von demſelben Tage, dem 16. Juli des 6 ½2 Jahrs(Hedſchra) werden bei en Moslemfin die Jahre gerechnet, welches Omar (659.) gebot. Jatreb wurde Propheten⸗Stadt(Medinat⸗ al⸗Nabi) genannt. Seine die Leibenſchaften nicht ſehr einſchränkende Lehre entbrannte durch hohe Einfalt. Ihte erſte Kraft wurde im Krieg offenbar, dunch die der Prophet ſeine Feinde zu Mekkg unterwarf. An dem Ort Bedr erhielt er den erſten Sieg, und ſelig wurde geprieſen, wer für ſeinen Glauben geſtorben.— Gingen ſie ja ein in die ewige Wollu ſchon bewaſſerter ſchattig⸗ ter Gaͤrten, zum unausſprechlichen Genuße der ſchwarz⸗ äugigen Jungfraun!— duftete ja das Waſſer der Para⸗ dieſes⸗Roſen ihnen aus den Perlmutterſchaalen der himm⸗ liſchen Jünglinge entgegen! 652. Mohamed, vergiftet wie man glaubt, ſtarb in ſeinem 65ſten Jahr. Ali, der erſte der Glaͤubigen, vermeinte dem Pro⸗ pheten, ſeinem Schwiegeryater zu folgen. Aber dieſes verhinderte Ajesha, ſo daß die meiſten Stimmen ihren Vater Abubekr zum Chalifen(Vachfolger) ernannten. Der Prophet wurde in einem Sarg von ſchneeweißem Marmor beigeſezt. Seine Geſichter und Offenbarungen wurben aufgezeichnet(Koran). 5. Nach dem Tode Abubekrz wurde Omar auch durch den Einftuß der Aeſha, Fuͤrſt der Gläubigen (Emir el Mumenin). o. Omar eroberte Perſien und Syrien, und der Feldherr Amru wandte ſich gegen Aegypten; dieſer wolſte Spaͤth Laſchenb. der Weltgeſchichte. 5 98 vn. Pon Chlodwig(486.) das vft berſuchte Werk vollenden, die das mittellaͤndi⸗ ſche Meer von der arabiſchen Bucht ſcheidende Landenge zu durchſtechen. Dmar verbot die Unternehmung da⸗ rum, weil durch ſie die Propheten⸗Städte den Flotten der Ungläubigen zugaͤnglich wurden. Amuu verbrannte die alte Memphis, und die Vücherſammlung der Pto⸗ lemaͤer. Es war Sitte der Araber, in ihren Erobe⸗ rungen das Andenken aller vorigen Dinge zu vertilgen, allem eine neue Geſtalt zu geben. Einem andern arabiſchen Feldherrn lieferte Jezded⸗ ſcherd der Saſſanide, Nachfolger jener. Saporn, jener Chosrus, welche den Roͤmern ſo oft furchtbar waten, die Schlacht bei Meru(o36.), worin er(der Koͤnig) gäni⸗ lich unierlag. 6 4 Unter Osman, Nachfolger Omars, wurde Cy⸗ pern Und Rhodus durch Amru erobert und geplünderti die Schagren drangen in den Taurus, in die nubiſche Wüſte. Als Amri zurüͤck berufen wurde, erklärten die Frieger,„ſo wie ſie in dem beſten Fürſten der Gläubi⸗ gen den Lehrer des Geſezes verehren, ſo folgten ſie im Kriege nur dem beſten Feldherrn.“ bgleich die meiſten Chalifen ſchwache Herren Wl⸗ ren, ſo blieh das Reich, gegründet auf einen der Na⸗ tion eingeprägten Glauben, durch ſich unüberwindlich ſo lange dieſer Kraft behielt. 3 655. Auf Osman foigte Ali, deſſen Stuhl durch ein Weib, die Wittwe Osmans, erſchüttert wurde, waͤhrend Römer und Perſer vor der Fahne des Propheten zitter⸗ ten.(661.) Ali wurde endlich zu Kufa ermordet. Die Shiiten ehren ſein Grab in einer Moſchee unweit Kufa Sie Shiiten ſind des Glaubens, daß aus dem von Ai abſtammenden Heiligengeſchlecht der lezte in dem 866ſte Jahr(unſerer Zeitrechnung) geborne Enkel Mohamed Runtatar verborgen lebe, um am Ende der Tage als Hert aufzutreten. Dieſes Glaubens iſt Perſien Den unzen Juni feiern die Shiiten den Tod Ali und ſeint Lözne: Haſſan und Hoſöin. Sie beweinen ihn bei Na 13 bis auf Carl den Gr. C68.) 99 das Schauſpiel der Schlachten und Ermordungen wird dargeſtellt, das Bild der blutenden Leichname durch die Gaſſen getragen; jeder lernt ihre Feinde, die Sunniten Fte von welcher Secte die vsmanniſchen Tuͤrken ind. 661. In dem Hauſe Ommia's, Ali's Pheim, wurde der Stuhl des Propheten erblich. Moawiah, Ommia's Enkel, und Sohn Abuſofians und der Henda, wurde nach Ali's Tod und Abdankung Emir el Mumenin. Moawiah unterſchied das Zufaͤllige vom Weſentlichen; er trank Wein, kleidete ſich in Seide, und verſezte den Stuhl der Lehre aus dem einſamen Mekka in das herr⸗ liche Damaskus. 710. Noch herſchte in Spanien und im ſuͤblichen Frankreich die Vativn der Weſtgothen Als aber Rod⸗ rigv den König Wititza vom Phrone geßoßen, lud ein ſpaniſcher Graf den arabiſchen Statthalter in Afrikg, Muſa Eln Naſir über die Meerenge, weil der Koͤnig Robdrigo des Grafen Schweſter geſchaͤndet haben ſoll. 7¹5. Muſa gab dem Feldherrn Tarif ein Heer von Arabern, Berbern(Afrikaner) und Mauren. Da, wo Tarif über die Meerenge ging, befeſtigte er den gegen die Spize von Europa ſich herabziehenden Fels, weicher Ge⸗ bet Tarif,(Gibraltar genannt ward. Von da verbrei⸗ tete er ſich durch das Land. Es wurde bei Ferez ge⸗ ſtritten. Don Rodrigo fuͤr die Krone und Freiheit und Religion der Weſtgothen, ſtritt gegen Tarif und Muſa, den Islam(ihre Religion) und die Gewalt der Araber; lang und hart war der Kampf, und heldenmü⸗ thig ſritt Rodrigo, bis der Verrätber der die Araber gerufen, und mit ihm Dppas, Erzbiſchoff zu Sevilla, i dem Feind uͤbergingen. Mit dem Köͤnige ſiel die Blute des Heeres, und ſo getrennt, ohne Herrn ſiel das Reich der Weſtgothen in die Herrſchaft der Araber. Dieſe beßätigten die Verfaſſung, nur daß der Fuͤrſt der Glaͤu⸗ 5* 100 VM. Von Chlodwig(q86.) bigen die Stelle des Koͤnigs einnahm. Die Landſteuer der Städte und Laͤnder, welche ſich ſelbſt überga⸗ ben, beſtand in dem i6ten Theil des Einkommens. Die Bezwungenen waren zu ein Fuͤnftheil verbunden. Die Weſtgothen vermochten das Gebot nicht zu er⸗ tragen, daß ſie den Glauben der Ueberwinder unwider⸗ legt Sſ und die Krone des Märtyrerthums nicht erwer⸗ ben ſollten. Arſena, das Gebürg in der aͤußerſten Graͤnze Galliziens, war die Zuflucht einer Schaar von ungefaͤhr tauſend Gothen, welche ſich in die Hoͤlen U. L. Frau von Labadongg retteten, und den Pelayo, einen vorneh⸗ men Kriegsmann, als Haupt ernannten. 584. Seit dem Regierungs⸗Antritt Authars, Sohn Klephs, erhielt das Reich der Longobarden mehr Feſtig⸗ keit. Authar regierte wohl und ßtritt als Held gegen die verbundenen Kräfte der Exarchen und fraͤnkiſchen Könige. 500. Theudelinde, die Wittwe Authari's, waͤhlte Agilulf, Herzog von Lurin, zu ihrem Gemal.(509.) Papſt Gregor I. vermittelte ben Krieg zwiſchen den Lon⸗ gobarden und griechiſchen Exarchen. Er klellte beiden vyr:„was anders koͤnnte aus der Fortſezung erfolgen, als der Verluſt vieler tauſend Meßſchen, deren Arm Longobarden und Roͤmern zum Landbau näzlich iſt.“ Agilulf machte hierauf auch mit den Franken und Awaren Friede. 3 Dheudelinde befeſtigte den chriſtlichen Glauben; ſie gab der Nation Geſchmack am friedlichen Leben. bo. Agilulf ließ ſeinen Sohn Abelwald, 12 Jahre vor ſeinem Tode, zum Nachfolger ernennen.(616.) Nach des Vaters Tod, als der junge Koͤnig wahnſinnig wurde, fam Ariwald ſein Schwager an ſeine Stelle.(625.) Nach ihm Rothari, ebenfalls Eidam Agilulfs.(636.) Fothar iſt der beruͤhmte Geſezgeber der Longobarden. Als Rod⸗ wald, Rothari's Sohn, von einem, deſſen Weib er ge⸗ mißbraucht, ermordet worden, erwahlte die Nation Ari⸗ bert, Neffen der Konigin Theudelinde.(653.) bis auf Carl den Gr.(768.) 101 661. Perthari und Godebert, ſeine beiden Soͤhne, follten die Regierung mit einander fuͤhren. Partheiungen entſtanden. Grimmwald, Herzog von Benevento, von Godeberts Parthei, erſchlug Sodeberten. Perthari floh nach Hungarn.(662.) Grimmwald heirathete die Schwe⸗ ſter dieſer Könige. Die Franken zogen dem Perthari zu uͤlfe. Grimmwald ſchlug ſie. 671. Nach Grimmwaids Kod eilte man, Perthari zu empfangen. Er herrſchte wohlthätig und milde, als der, der erfahren hatte, was Unglück iſt. 7 Perthari ſorgte dafür, daß Kunibert, ſein eige⸗ ner Sohn, 9 Jahre vor ſeinem Tode zum Nachfolger ge⸗ wählt wurde, um ſo mehr, als Grimmwald auch einen Sohn, den Herzog von Benevento, hinterließ. Der tri⸗ dentiniſche Herzog Alachis vertrieb Kuniberten. 700 Unter Lüthert, Kunibertens unmündihem Sohn, erbob Raimbert, Herzog von Turin, Perthari's Reffe innerlichen Krieg, erwarb den Thron, und brachte ihn auf den zweiten Aribert ſeinen Sohn.(601) Baiern unternahmen die Herſtellung Lütherts. Dieſer und Aribert verkoren dabei das Leben. 710 Ansbrand, ein weiſer Greis aus dem Baier⸗ lande(welches in dem Tiroler Gebirg an das Langobar⸗ diſche grenzte) wurde von der Nation, und mit ihm Luͤt⸗ brand, ſein Sohn, etwählt. Lütbrand leuchtete durch beſonders große Eigenſchaften herporz ſelbſt Karl Martelf, Gryshofmeiſter der fraͤnkiſchen Könige, ſandte dem Koͤnig Lütbrand ſeinen Sohn Pipin, auf daß der Koͤnig demſel⸗ ben die Haare abſchneide*). Lüthrand machte einen Bund mit Karl Martel gegen die Araber, vor welchen Conſtantinopel, wie Paris und Banares zitterten, und welche, nachdem ſie den Herzog *) Den Haarwuchs fraͤnkiſcher Herten berührte kein Ei⸗ ſen, bis ſie in die Jahre der Juͤnglinge traten, wo⸗ rauf der, wrlcher ihnen die Häare abſchnitt, in das Verhältniß eines zweiten Vaters trat. 102 VII. Von Chlodwig(486.) von Aquitanien, Eudes, geſchlagen, an die burgundiſche Grenze ſreiften und auf der Straße nach dem longobar⸗ diſchen Reich ſich Nizza näherten. Karl Martell, in Ver⸗ bindung mit dem gedemöthigten Heriog Eudes begann an einem Samſtag, im Detober 732, die Schlacht in den zwiſchen Tvurs und Poitiers ausgebreiteten Gefilden. Ab⸗ derrachmann fiel, und mit ihm die Blüthe des Heers. Das uͤbrige, noch ſtark, zog nach Spanien. Den König der Langobarden, der mit ſeiner Macht auf dem Weg nach Nizza ſtand, wagten die Araber nicht anzugreifen. 722. In den teutſchen Wald brachte ein vornehmer Engländer,(Winfried) nachmals Bonifaz genannt, den Schimmer des Lichts der Religion. Papſt Gregor II, gab ihm biſchoͤffliche Wuͤrde, und machte ihn zum Legaten. Er ſtiftete das Kloſter Fulda, eilichtete vie Bisthuͤmer Würzburg und Eichkädtz die zu Salzburg, Regensburg, Freiſingen und Paſſau, waren ſchon vorhanden. Er ſelbſt erwarb das für ihn er⸗ kichtete Erzſtift Mainz.(736.) 641. Nach Kaiſer Heraklius(in Conſtantinopel) be⸗ hauptete ſein Enkel Conſtans II, den Thron. 642 Er führte gegen die Langobarden einen Krieg, worin ſein Heer ſich durch Verheerung auszeichnete. Among, ein ſehr großer und ſtarker langobardiſcher Krieger hielt einen jungen griechiſchen Officier an ſeine Halibarde geſpießt, über die Reihen emvor, dieſer Anblick gab dieſem Heer einen ſolchen Schrecken, daß die Schlacht daruͤber verloren ging. Conſtans aber begab ſich hierauf nach Rom, und plünderte alle Meiſterſtüͤcke der Kunſt zwoͤlf Tage lang⸗ Da verließ er die Stadt, verwünſcht von ſeinem Vol verachtet von dem Feind. S 662. Gleichen Raub verübte er in vielen Städten Italiens, Sardiniens und Siciliens. Endlich kam et bis auf Carl den Gr.(768.) 103 mit der geraubten Pracht der Provinzen nach Syrakuſen. Aber die Schiffe, welche alles nach Conſtantinopel brin⸗ gen ſollten, wurden von den Arabern weggenommen. Der Stolz der alten Kunſt wurde nach Alepundria ge⸗ bracht, wo alles, niemand weiß wie, zerſtoͤrt worden. 663. Sechs Jahre blieb Conſtans in Sicilien, wo er umgebracht wurde. Unter Conſtantin VI., Sohn Conſtans II., ging Af⸗ rika verloren an die Araber. 675. Selbſt Conſtantinvpel würde, ohne das griechi⸗ ſche Feuer(eine Compoſitivn, wozu beſonders Raphta kam) erobert worden ſeyn.. 685. Unter ſeinem Sohn Juſtinian IM. geſchah die zunſtweiſe Meuterei. 591 Dieſem unbeſonnenen, rohen Leidenſchaſten dienſt⸗ baren Fuͤrſten wurde, nachdem er vom Thr geſtoßen, die Naſe abgeſchnitten.(595.) 705, Nachdem er wieder eingeſezt worden war, ließ er den Leontius und Agſimarus, welche indeſſen regierten, hinrichten, dem Patriarchen die Augen ausſtechen, Große vor ihren Thuͤren aufhaͤngen, oder in Säcken erſaͤufen, oder ihnen ſiedendes Blei in den Mund gießen. Johannicius, einem durch Geiſtes⸗Cultur ausgezeich⸗ neten Manne, wurde erlaubt, ſeinen lezten Willen mit Blut aufzuzeichnen; er ſchrieb:„Gott rette von dem Ty⸗ rannen!“ und zerſprengte an einem Stein den Kopf. 712. In dem römiſchen Volke, das ſchon lange da⸗ ruͤber unwillig war, von Ravenna, dem Siz der griechiſch kaiſerlichen Erarchen, Befehle zu bekommen und gleichſam einem ausländiſchen Hofe unterthan zu ſeyn, und unter Griechen zu ſtehen, weſche alle Auswaͤrtigen als Barba⸗ ren betrachteten, erwachte endlich die Begierde nach Be⸗ freiung. Die Gemeinde der Römer beſchloß, dem kezeri⸗ ſchen Kaiſer Philippikus,(der beide Naturen in dem Sohn Gvoites nicht genan genug unterſchied) nicht laͤnger zu gehorchen, ſeine Münze nicht anzunehmen, nicht zu geßtatten, daß bei St. Johann im Lateran ſein Bild aui⸗ — 104 VII. Von Chlodwig(a86.) geſtellt wuͤrde, und im Kirchengebet ſeiner nicht mehr zu erwaͤhnen. Die Geiſilichkeit, obgleich nicht gegen die Sa⸗ che ſelbſt geſtimmt, wußte kaum die Gemüther zu maͤ⸗ higen. 713. Nach Philippikus folgte Theodoſius, welcher aber den Purpur bald ablegte. „ 716. Auf Theodoſius folgte Leo, ein Iſaurier, der uͤber 2 Jahre lang Cynſtantinopel gegen die Araber ver⸗ theidigte, binnen welcher Zeit 300,000 Menſchen durch Peſt und Hunger das Leben verloren haben. Dieſer Kai⸗ ſer gab die zur Unſeit, mit geringer Menſchenkenntniß, wenn gleich gutmeinend abgefaßte Verordnung wider die Heiligenbilder in den Kirchen. Er, nicht zufrieden, alte mit Naturſchwaͤche zufammenhängende Mißbraͤuche zu tilgen, ließ die Bilder als Götzen mit Verachtung und Abſcheu zerghren(717.), und erneuerte dadurch jenen Ver⸗ ſuch der Befreiung bei den Roͤmern machtiger.. 766 Gregor II.,(ſ. oben) ein Romer, damals Papſt erließ an die abendlaͤndiſche Chriſtenheit Warnungen. Er ſtellte mit jener einem großen Manne eigenen Geiſtesge⸗ genwart vor:„daß, da die gottliche Gnäde den Weg jn Leo's Gemüth finden koͤnne, Nebereiluns ein Eingriff in ihre Rathſchluſſe ſeyn würde.“ Auf dieſe Art geſchah, daß Italien gar keinen Kaifer erkannte, und der Papſt, ſo ſang er lebte, das Haupt eines maͤchtigen Bundes blieb. Jezt räſtete der Longobarden Koͤnig Lüthrand(ſ. ohen) wider das Exarchat, und wollte die Vereinigung Italiens in Eine ſich ſelbſt genügſame Monarchie bereiten. Zwei Edle hatten ſich wider ihn verſchworen. Da führte er ſie auf einer Jagd, an einen Ort im Wald, wo er mit ih⸗ nen allein war, hielt ihnen den Anſchlag vor, warf die Waffen von ſich, und ſprach:„Hier iſt Lutbrant, euer Koͤ⸗ nig; tbut euern Willen.“ Sie aber warfen ſich zu ſeinen Fuͤßen. Zum Pfand der Vergebung beſchenkte er ſie. Panl Warnfried ſagt von ihm:„Er war kein Gelehr⸗ tir, aber weiſer als die Philoſophen.“ bis auf Carl den Gr.(768.) Te5 Gregor III. rettete Rom und Rabenna bor den Ar⸗ ſchlagen Lütbrands. Beiden Gregorn folgte Zacharias auf dem heiligen Stuhl, ein Mann von Muth und Kenntniſſen, dieſem der unternehmende Stephan, der wider die lango⸗ bardiſche Macht Hülfe bei den Franken ſuchte. Hernach Paulus, Stephans Bruder. Hernach Hadrian 1. Billig ſammelte Cark der Große ſeines Vaters und ſeinen eigenen Briefwechſel mit dieſen Paͤpſten; es ergiebt ſich aus demſelben, was für ein Uebergewicht Klugheit, Menſchenkenntniß und Beredſamkeit gab. — 52 In dem 266ſten Jahre nach Gründung des fräͤnkiſchen Reichs durch Chſodwig, den Merwinger(ſ. oben Merwey S. 33.) verſammelten ſich die Franken zu Soiſſons, und nahmen Childerich I1k, dem lezten Mer⸗ winger, die Inſignien des Konigthums ab. Das SHaus Chlodwigs, des Urhebers der Monarchie, ſties in den Pri⸗ vatſtand herab, und noch glaubt man die Enkel deſſelben im Hauſe der Montesquion zu erkennen Hierauf wur⸗ de Pipin(Grosbofmeiſter,, Sohn Carl Martells, und En⸗ kei des Pipins von Heriſtall des Alten, zum König der Franken erwaͤhlt. Papſt Steyhan IF bekräftigte mit apo⸗ Siſ Anſehen die neue Gewalt im Haufe der Caro⸗ inger Als der neue König durch die Erniedrigung der Gro⸗ ßen und den Ruin ſeiner Brüder Karlomann und Gri⸗ pbo) die Alleinherſchaft erworben, ſärkte er ſich durch inniges Einverſtaͤndniß mit den Paͤvſten, und gab iht durch Siege über die Langobarden blendenden Glanz 708. In dem 17ten Jahr ſeines Reichs berief er alle⸗ Herzoge, Grafen, Biſchoͤſſe und Aebte und theilte mit ihrer Genehmigung das frankiſche Reich unter ſeine beidem Soͤhne Kark und Karlmann. Lezterer farb(771.) in we⸗ nigen Jahren, und Karl war allein⸗ 706 VIII. Von Carl dem Großen(768.) bis auf Rudolf von Habsburg.(1273.) 240. Nach Lütbrands Tod(ſoben) und der kurzen Ver⸗ waltung ſeines Neffen Hildebrand, wurde der Stab im Reiche der Langobarden dem Herzog von Friaul, Rachis, bergeben. Auf ihn, nachdem er ſich mit der Königin Taſia und ihrer Cochter, aus Andachtstrieb in das Be⸗ nedictiner Kloſter guf Monte Caſſino verſchloſſen, wurde ſein Bruder Aiſtulf erwaͤhlt.(749.) 252. Dieſer eroberte das Exarchat; aber der Papſt Stephan ſuchte die Hülfe Pipins wider ihn. Einen Theit der Eroberung mußte Aiſtulf an den Papfßt zur Verwal⸗ tung abtreten. Nach Aiſtulfs Tod wurde Deſiderius, Herzog von S durch Verwendung des roͤmiſchen Hofs er⸗ oben., 7o. Deſiderius verfiel nachher mit Hadrian II. über Gegenden des Exarchats in Graͤnzirrungen, und als er zugleich die, vor Karl, Koͤnig der Franken, fliehende Fa⸗ milie Karlmanns ſeines Bruders aufnahm, ließ Kart ſ deſto leichter wider ihn durch den Papß zum Krieg ewegen. 2 Zu Genf hielt Karl den Tag, wo der langobardiſche Frieg beſchloſſen wurde⸗ Die Lombarden waͤhlten Pavia zum Mittelpunkt ihrer Vertheidigung. 77. Der tapfere Adalgis, Sohn des langobardiſchen Lönigs, hatte Papia verlaſſen und begab ſich nach Con⸗ ſantinopel. Pavia wurde übergeben, und das König⸗ in der Langobarden wurde mit dem Fraͤnkiſchen ver⸗ einigt. Paul Warnefried, Canzler des Deſiderius, Geſchicht⸗ ſchreiber ſeiner Nation, verſchwur ſich dreimal zu Wie⸗ derherſtellung ihrer Unabhaͤngigkeit und bekannte, daß der Wechſel des Glücks ſein Gemuͤth nicht aͤndere. Die bis auf Rudolf von Habsburg.(1273.) 107 Richter verurtheilten ihn, Augen und Hinde zu verlie⸗ lieren. Doch Karl, hierin ein Caͤſar, ſprach verzeihend: „wo würden wir Hände finden, welche die Geſchichte ſo beſchrieben, wie dieſe.“ 737. Bis an den Garigliano regierte Karl; wogegen Arichis, Herzog der Langobarden zu Benebento, das große und ſchöne Land bis Napoli, bis Brindiſt behaup⸗ tete. Karl begnüste ſich, daß Arichis dem Schein nach Unterwerfung bezeugte. In Salerno ſaß der Herzog, um⸗ geben von den Ebeln, in Gegenwart der Commiffarien Karls, auf dem bergoldeten Stuhl, er ſtand auf und ſchwur, dem König tren zu ſeyn und Friede zu halten. Adalberge, die Herzogin, ließ einen merkwürdigen Aus⸗ zug römiſcher Geſchichte verſertigen. An dieſer allem nahm die auf den Lagunen ſich bildende Stadt Venedig faſt keinen Antheil. 756— 300. Karl beſiegte die kultivirteſten wie die wildeſten Völker Weſt⸗Europens. Vergeblich erneuerten die Sachſen in Weſtphalen, im Niederſäͤchſiſchen bis Heſ⸗ ſen hinauf biele Jahre unter Wittekind den Krieg wider ſeine Waffen und Geſetze. 766. Die Untreue Herzoas Thaſſilo von Baiern er⸗ warb ihm die Vereinigüng des Baiecrlandes vom Lech bis an die Ems, von des Nordgaus weiten Gefilden bis wo in den Tyroler Alpen die Grenze ſeiner Langobarden anfina; dem Fürſten ſchenkte er das Leben, dieſer vergaß in klöſterlicher Einſamkeit den mühſeligen Ehrgeiz, und den übel berechneten Patriotismus. Karl verfolgte die Wilzen, Limonen und andere in den brandenburgiſchen Marken wohnende Slaven, auf daß die ungern gehorchenden Sachſen von bezwungenen Pölkern umgeben wären. Hiernächſt nahm er den diitten ſächſiſchen Mann, und verpflanzte ſie in das Innerſte ſei⸗ nes Reichs; auf die verlaſſenen Höfe ſezte er Franken und ordnete Biſchöfe auf den Marken. Auf Weihnachten des Jahrs 800. eilte er von Pa⸗ 108 VIII. Von Earl dem Großen G68.) derborn nach Rom, zu Stlllung eines wider Papſt Leo III. durch die Nepoten ſeines Var veſers erregten Aufruhrs. In der Feier des Gottes bienſtes auf Chriſi Geburts⸗ ſeſt(25. Dec.) brachte Ler plszlich eine Kniſerkrone her⸗ vor, und alles zahlreich verſammelte Volk ſchrie laut: „Cgrolus Auguſtus, von Gott gekrönter, großer, Friede „bringender Kaiſer! ihm langes Leben und Sjen““ Zu⸗ gleich ſiel der Papft vor ihm nieder. Alſo in dem 3ahſien Jahr, nachdem Romulus Momhllus die Kaiſer⸗ würde aufgegeben(476), wurde ſir durch Kark den Groſ⸗ ſen erneuert. Ueber Italien, Frankreich, Catalonien, die Balearen, Friesland, an die Elbe, an den bohmer Wald, an die Raab, an die Gebirge Crdatiens, erſtreckte ſich ſeine Gewalt. 50. Zwei Jahre vor Pipins Chronbeſteigung berlor Merwan II, voſn Hauſe Bmmiah, den Stuhl des Pro⸗ pheten der Moslemin fuͤr ſein Geſchlecht. Abu Abbas ei Saffah, Nachkomme eines Oheims Mahomeds beßtieg denſelben. Das Geſchlecht Ommiahs, mit Inbegriff der unmündigen Kinder, wurde ausgervitet, und in den Grüf⸗ ten entweiht. Aber Einer, der nicht, wie Childerich, der Fran⸗ ke, den Sinn der Voryater verloren, Abderrachmann Dacheli, Sohn Moawiah, rettete ſich in das äuſ⸗ ſerſe Abendland. Sein Name gah ihm Anhaänger. Er ging über die Merrenge nach Spanien, ſchlug den Statt⸗ halter Juſſuf, und ſonderte, als Emir el Mumenin(Fürſt der Gläubigen)(758.) dieſe große Provinz(Spanien) von dem Reich der Abbaſſiden(Anhaͤnger des Abbas Saffah). 285 Jahre(bis 1033) herrſchte über die 3 Provimen, in welche Spanien eingetheilt war, zu Cordovg das Om⸗ miadſche Haus. 762. Nach des Abbas Saffah frühem Tod erhob Abt Dſchajafar al Manſur, ſein Bruder und Nachfolger, die neue Reſidenz des Chalifen in einer fruchtburen anmu⸗ bis auf Rudolf von Habsburg.(r273.) 109 bigen Gegend auf beiden Seiten des Fluſſes Ligris, Liaup Pe Eh Heer trug ſieghafte Waffen nach Turkeſtan(Turfenland) an der caſpiſchen See. Eine Kö⸗ nigin regierte damals dorten. 825. Von Spanien aus eroberte der dort regieren⸗ de Abderrachmann ei Muzzafar die Inſel Creta(Can⸗ dia), die neue Hauptſtadt von den Frahken, und Corſitka, Sardinien, die balegriſchen Inſeln wurden zur Steuer an argbiſche Herren genöthigt, weil Cark der Große ( 814.) nicht mehr die fraͤnkiſche Macht begeiſterte. 766 609, Unter Harun al Raſchid(dem Gerechten), Enkel Almanſurs, und 23 Jahre Fürſt der Glaͤubigen, und noch mehr unter ſeinen Sohn Al Mamun, ent⸗ wickelte ſich die Liebe zu den Wiſſenſchaften bornemlich. Die tauſend und eine Nacht machten Harun berübmter, als daß er durch Aſien hervor bis in die Naͤhe von Con⸗ ſtantinopel furchtbare Waffen getragen. ie Araber vervollkommneten die von Conſtantinopel gekommene Uhrmacherei. Schon vor Karl dem Großen waren ſie die Lehrmei⸗ ſter der Franken in der Weberet. Sie brachten viele mor⸗ genlaͤndiſche Pflanzen. In der Baukunſt waren ſie Urhe⸗ ber des Geſchmacks, den wir den gothiſchen nennen, unſere Väter ihn in dem weſtgothiſchen Spanien ernten. ———————— 741 Kaiſer Conſtantin V. zu Conſtantinopel, ſezte den don ſeinem Valer Leo unternommenen Krieg wider die Vilder fort. Man hoffte dadurch den Arabern die Materie eines Hauptborwurfs, den ſie den Chriſten mach⸗ ten, worin man die Urſache ihrer entfernenden Denkungs⸗ art zu erkennen glaubte, zu benehmen. 775. Aber, als nach Conſtantin, Leo IW. die kurze Herrſchaft unverſehens beſchloſſen, berließ Irene, eine Athenienſerin, ſeine Witiwe, in der Minderjährigkeit Conßtantins IV.(790.) dieſe Unternehmung, das Chriſten⸗ 110 VIII. Von Carl dem Großen(768.) thum von der Bildnerei zu teinigen. Ohne Fiih hatte der Plan endlich durchgehen müſſen, weil auch Kark der Große dazu geneigt war.(787.) 797. Nachdem Irene ſich mit dem unſchuldigen Blut ihres Sohnes hefleckt, und einige Jahre das Bei⸗ ſpiel einer ſelbſtherrſchenden Kaiſerin gegeben, fiel ſie un⸗ verſehens durch die Kühnheit des Nicephorus, und farb im Gram über den Verluſt des Throns 802.) Der Nachfolger ſcheint dem zu Kraͤften gekommenen Bilderglauben nicht mit der gehörigen Behutſamkeit ſich widerſezt zu haben. 310. Weder ſein Sohn Stauratlus, noch ſeine Toch⸗ ter, die männliche Procopia(Gemahlin Michaels Rangabe)(31½.) erhielten ſich. 815. Leo Bardanes, ein Kriegsmann, kam an das Reich. Hof⸗Revolutionen und moͤnchiſche Partheiung hemmte den Fortgang der beſſern Politik; von beiden wurde auch Lev das Dpfer; beide ſchwächten Michaels von Armorium(des Stammlenden) ungluͤcktiche Herr⸗ ſchaft.(821.) 289. In den arßerſten Weſt entfloh aus Arabien, Edris, Nachkomme der Fatima, Tochter des Propheten. Es ſchien den Glaͤubigen unanſtaͤndig, daß die Enkel Mohameds auf ſeinem Stuhl Fremde ehren ſollen. Und Edris weigerte ſich, dieſes laͤnger zu thun. In ſchönen Wieſen gründete ſein gleichnamiger Sohn die Stadt Feß, und machte ſie zum Sitz eines bluͤhenden Staats. Feß wurde bald ungemein volkreich. 305. Auch der Statthalter von Hairwan, Ibrahim, der Sohn Aglab, verſaste dem Fuͤrſten der Glaͤubigen die Steuer, und richtete in ſeiner Stadt und im Gebiete der Carthaginenſer ein Reich auf, deſſen Hauptſitz in ſpaͤ⸗ tern Zeiten Tunis wurde.(313.) Ueberhaupt berſagten die Statthalter der indiſchen und perſiſchen Laͤnder den Gehorſam. Junge Tuͤrken⸗ bis auf Rudolf von Habsburg.(1273.) 111 deren Schonheit einige Chalifen gefeſſelt, benuzten die Gelegenheit, unabhaͤngige Regierungen fuͤr ſich herzu⸗ ellen. 322. Thaher, welchem al Mamun den Thron ſchul⸗ dig war, bemächtigte ſich ſchon unter ihm, Choraſans. 368. Achmed, Sohn Tuluns, Statthalter Aegyp⸗ tens,(auch ein Türke) ellte daſelbſt unabhaͤngige Re⸗ gierung her. Er gruͤndete unfern der alten Memyhis, Cataj, zierte ſie durch die Moſchee der Tulumiden, und reſidirte allda. Der Abfall der arabiſchen Statthalter zerſthrte die Macht, welche Abderrachmann für die lezten Ommia⸗ den in Cordoba(in Spanien) ertichtet hatte. Spaniens Heldenzeit begann, worin chriſtliche Ritter und Herrn um ſo mehr Ueberlegenheit bewieſen, je weniger ſie erweicht waren, je wärmer von jeher die Weſtgothen fuͤr den Glauben fuhlten. So bildete ſich die zu Burgos(033) entſtandene Grafſchaft, nach dem Abſterben der Nachkommen ihres Urhebers Ferrando Gonzalez in ein Koͤnigreich Caſtilien (10533.) zu Gunſten des Ferrando, Sohn des navarrſchen Königs Sancho. Die Enkel des tapfern Wasken, Graf Asnars, der über die PWrenden gekommen(831 um üͤber die Ungläubigen Land zu erſiegen, waren ſeit Gar⸗ eia imenez(357.) in und an dem Gebirge, Könige zu Navarra. In, dem großen Sancho vereinigte ſich die chriſtliche Macht in Spanien zu eben der Zeit, als die arabiſche ſich ihrer Auftöſung nahte. Er hinterließ dem Erſtge⸗ borenen nur Narvarra(035.), gab dem Ferrando(der durch Heirath Leon erbte), Caßtlien, und bildete aus den am Flüßchen Arragon und in den Bergen der Gegend liegenden Herrſchaſten für ſeinen unaͤchten Sohn Ramirez das Koͤnigreich Arragonien, welches durch große und glückliche Regenten zum Rang des erſten Staats in Spa⸗ nien⸗ der glle andere vereinigte, emporſtieg. 112 VIII. Von Carl dem Großen G768.) Graf Raymund Berengar erwarb durch Heirath das Konigreich Arragonien(1137). Zu Leon, zu Bürgos, zu Pamplona, Zaragoza und Barcellong druckten dieſe Könige und Grafen auf die getrennten Emirs. Der Kampf begann(1091) und war auf beiden Seiten hef⸗ tig. Der große Emir von Sevilla wurde gefangen über die Meerenge geführt. 814. Karl der Gryße hinterließ ſeinem Sohne Lud⸗ wig dem Gütigen, das Reich der Franken, in der Ver⸗ faſſuns, wie auch er es von Pipin erhielt. 617. Ludwig beſtimmte die Vertheiluns ſeiner Konig⸗ reiche unter ſeine jezt lebenden drei Soͤhne, uhne zu be⸗ denken, daß die Zahl der leztern ſich vielleicht noch ver⸗ mehren koͤnne 325. Nach 5 Jahren gebahr ihm ſeine zweite Ge⸗ malin, Judith, auch noch einen Sohnz dieſem beſtimm⸗ te er ein Lovs mitten unter ſeinen Bruͤdern, die rhaͤti⸗ ſchen und allemannſchen Lande auf beiden Seiten des Rheins.(827.) Die Brüder, begierig nach Selbſtherrſchaft, und ungeneist etwas abzutreten, rebellirten, beſchuldigten die Stiefmutter eines unerlaubten Umgangs mit Bern⸗ hart, Grafen von Bartellona, und entſezten den Vater des Reichs.(831.) Die zwiſchen ihnen ſelbſt entſtandene Eiferſucht veranlaßte die Wiedereinſezung des Vaters. (334.) Aber er ſtarb endlich, von Gram verzehrt und über ſein Beſchlecht ſeufzend.(840.) 541. Nach einer blutigen Schlacht bei Fontenay und auf das Andringen der fraͤnkiſchen Herren, wurde zu Verdün das Reich endlich getheilt, und ſonach das Reich der Franken auf immer aufgeloͤst(843.) 1.) Lothar, der Erſigeborne, dem die Kaiſer⸗Krone zukam erhiel Ftalien und einen langen Strich Herrſchaf⸗ ten zwiſchen Deutſchland und Frankreich. Sein Reich⸗ Lotharingien, war aber vermoͤg ſeiner Lage das ſchwaͤchſte⸗ bis auf Rudolf von Habsburg.(1273.) 773 2 Karl der Kahle wurde Konig von Carlingen. So hieß das Reich, auf welches der groͤßere Rame von Frankreich eingeſchraͤnkt wurde 3.) Ludwig hatte, als Konig der Leutſchen, den Hauptſiz der Herrſchaft in Baiern. Das Reich Lotha⸗ ringien gieng im erſten Geſchlechtsalter zu Grunde. Der Kaiſer Lothar, wie verfolgt von dem Schatten des Va⸗ ters, wider welchen vor Andern er die rebelliſche Hand erhob, ſtarb, ehe er 60 Jahr alt war, im Kloſter.(353.) Von ſeinen drei Soͤhnen erhielt durch den, nach geführten Waffen gemachten Vertrag von Brbe(in der Wadt) Ludwig: Italien(die Krone der Cäͤſare) und Rhätien, Italiens Vormauer, Lothar II.; das diesſeits dem Jurg hegende Burgund, Elſaß und Lotharingen, Karl; die altgalliſche Provinz und bis zum Zuſammen⸗ luß der Saone und Rhone. Keiner brachte ſein Reich auf Nochkommen. 863. Als Lothar II. das Dpfer einer unerlaubten Liebe, unglücktich und ohne rechtmaͤßige Erben ſein Le⸗ ben beſchloß, machten ſeine Bheime kudwig und Karl, zum Nochtheil Ludwigs des Kaiſers(Lothars II. Bruberz einen Theilungs⸗Tractat über die hinterlaſſenen Lande⸗ der nach einigen Fahren zum Vorctheil des maͤchtigern Königs der Teutſchen(Ludwig) entſchieden wurde.(79.) 363. Die Lande Karls von Provence hatte ſchon Lo⸗ thar H. nach deſſen unbeerbtem Tode mit dem Kaiſer Ludwig getheilt. Als dieſer Ludwig II., unter dem das kaiſer⸗ liche Anſehen ſo ſehr geſunken war, daß ein Herzog von Benevento es gewast hatte, ihn(den Kaiſer) gefangen zu halten, und daß die Römer ſich anmaßten, für nen erwaͤhlte Paͤpſte keine kaiſerliche Beſtaͤtigung mehr zu be⸗ gehren, den ältern Zweig der Carolinger beſchloß, be⸗ mächtigte ſich der Konig der Leutſchen des Londes Rha⸗ tien.(675. Aber die Kaiſer⸗Krone mit Italien wußte der lüngere Bruder Karl von Frankreich durch Liſt und Gewalt an ſich zu bringen. 114 VIII. Von Carl dem Großen(768.) 376. Als die beiden Bruͤder Ludwig(Koͤnig der Teutſchen) und Karl(der Kahle)(die Dheime der Soͤhne Lothars) beide ſtarben, und die teutſchen Printen ſich zur Einnahme Italiens ruͤſteten, erwarb Ludwig der Stammler, Karls Sohn, die Nachfolge des Vaters. (377. Er lebte aber nur halbes Jahr.(878.) Von nun an zerfiel die Macht der Carlowingen in Reichen, wie zuvor unter Brüdern, jezt an remde. 579. Boſo, Graf zu Vienne, Vetter der Koͤnige, Bruder Herzogs Richard von Burzund, der Irmen⸗ gard, Tochter Kaiſer Ludwigs 1I. entführt hatte, wurde Koͤnig der Burgunder von dem Erzbiſchoff zu Lyon gekrönt. Italien, yder das langobardiſche Reich zwiſchen teutſchen und franzoͤſiſchen Carlowingen, ſiel in lange Verwirrung. 360 Karl dem Dicken(Sohn Ludwigs des Deut⸗ ſchen gelang es, die Kaiſex⸗Krone mit der der lango⸗ ardiſchen Könige und der Teutſchen zu vereinigen. Er wurde nach dem Tode der altern Söhne Ludwigs des Stammlers, in der Minderjaͤhrigkeit ihres vierjaͤhrigen Bruders Karls des Einfaͤltigen, Koͤnig der Fransoſen⸗ Boſo empfieng ſein Reich von ihm zu Lehen(684.) Eudes, Graf von Paris, und Goſſelin, dortiger Bi⸗ ſchoff retteten dieſe Hauptſtadt vor dem Raub der Nor⸗ mannen, welche Karl eben ſo wenig, als die Araber von Beunruhisung Italiens abzuhalten vermochte. 387 Farl der Dicke wurde ron den Gewaltigen des „Reichs des Thrones entſezt, und lebte von der Wohl⸗ thätigkeit eines Kloſters und von der Gnade ſeines Nach⸗ folgers. Mit ihm endete gaͤnzlich die Einheit des fraͤn⸗ kiſchen Reichs.. g98. Arnolf, unaͤchter Sohn von Karls Bruder Karlmann, beſtieg den Thron der TDeutſchen. Eudes von Paris wurde von einem großen Dheil der Franzoſen sls Koͤnig erkangt. Nach Boſo's Sod erhoben ſich in ———— bis auf Rudolf von Habsburg.(1273.) 115 Burgundien zween Könige, naͤmlich: ſein Sohn Ludwig, und Rudolf, Sohn des maͤchtigen Grafen Conrad. In Italien wetteiferte der Herzog Widon von Spoleto mit Herzog Berengar von Friul, um die Herſtellung des Throns der Lombarden. Frühzeitiger Tod raubte die Fürſten vom Hauſe Spo⸗ der von Friul bekaͤmpfte fruchtlos den Parthei⸗ geiſt. 000. Arnolf hinterließ Ludwig, einem Fjaͤhrigen Prinzen, uͤber Leutſchlands unruhige Großen zweifel⸗ hafte Gewalt, indeß nachdem auf Eudes der franzs⸗ ſiſche Thron an den rechtmaͤßigen aber uhfaͤhigen Erben, Karl den Einfaͤltigen, gekommen, dieſes Reich die Beute aller Unordnung wurde. Ein von den Steppen zwiſchen Don und Wolga perziehendes, der europaͤiſchen Cultur fremdes Volk, warf ſich auf das Innere von Europa. Dieſe Einwandern⸗ den wurden Ugren, Ungarn, Hungaren, d. i. Auslaͤn⸗ der, genannt. 807. Kaum hatten die Fürſten vom Hauſe Urpad ihr eingenommenes Land vertheilt, ſo rief fie Arnulf, Kö⸗ nig der Teutſchen, wider den Loͤnig der Maͤhren, Zwen⸗ tibold, welcher die öſtlichen Marken Deutſchlands be⸗ unruhigte. Dieſe Fürſten, allen geſitteten Vöjkern fürch⸗ terlich, noͤthigten die Deutſchen, unter Ludwig IW., Ar⸗ nulfs Kind, zum Tribut. Nachdem die Hungarn hun⸗ dert Jahre der Schrecken Weſt⸗Europa's geweſen, hat⸗ ten ſie(1000) unter Geyſa Geſchmack an Feldbau und bürgerlichem Leben gewonnen. Stephan, ſein Sohn, fuͤhrte das Chriſtenthum und königliche Würbe ein⸗ Die Carlowingen vergaßen Italien und verloren die Krone der Teutſchen. 11. Auf Abſterben Ludwigs Iw. waͤhlten die Gro⸗ ßen, getreu den hergebrachten Grundſaͤzen, unter Ver⸗ wandten des koniglichen Hauſes zu bieiben, ſo gut es die Zeit erlaubte, Conrad, Herzog von Franken, welcher ſo wie faßt alle teutſchen Könige bis in die Mitte des 116 VIII. Von Carl dem Großen(768.) 13. Jahrhunderts, weiblicher Seits dem Hanſe Karls des Großen gewiſtermaßen zugehoͤrten. Conrad hatte Muͤhe, uber Heinrich, Sohn Otto', Herzog von Sachſen, und über Arnolf, Herzog der Vai⸗ ern, das königl. Anſehen zn behaupten⸗ 910 Auf den Rath des ſterbenden Koͤnigs wurde nicht ſein Bruder, ſondern der Herzog der Sachſen zum nig der Teutſchen erhoben. tetliet gehorchte dem Könige Bexengar. Rudolf II., König Burgundiens, wurde von ihm an der Lada geſchlagen. Aus einem Hinterhalt aber über⸗ ſiel Bonifacius von Spoleto, Nudvlfs Neffe, den Sie⸗ ger und ſchlug den Koͤnig Berengar. Bie Hungapen, it Freunde, nahmen in Burgund Rache, gingen über en Jurg, und verbreiteten ſich bis an bie gothiſchen Warken bei Tynlouſe. 375. Harald war auf der norwegiſchen Küſte Allein⸗ herrſcher geworden. 362. Die Nomgoroder ſandten zu einem Stamm der Waräger(Normannen) und erbaten Rurit, Sinaus und Truwor, drei heldenmüthige Pruder gegen die Ehazaren⸗ einen türkiſchen Stamm am ſchwarzen Meere. Die kriegeriſchen ruſſiſchen Horden waren kaum ver⸗ einigt, ſo gaben ſie den Eſthen und Liven Geſeze. Nicht zufrieden, daß ſie die Chazaren ſchlugen, machten ſie durch gewaltige Flotten den griechiſchen Kaiſer zittern. 912. Italien zweifelte, ob dieſe Seekrieger Waraͤger (Normannen) oder die Argber furchtbarer wären Einer aus ihnen, Roll, Sohn Rainwalds, Grafen von Sönd moͤr, eroberte das ſchoͤnße Land Renſtriens; Karl der Einfaͤltige vun Frankreich hatte ſich glücklich zu ſchaͤzen, daß Rokl ſich damit begnügte, und als Herzog Norman⸗ dien von ihm zu Lehen empfßieng.(949.) In dieſer Lage war es, als Heinrich der Sachſe Koͤnig der Leutſchen bis auf Rudolf von Habsburg.(1273.) 117 wurde. Er gab den Hungaren die Tribute, aber er um⸗ gab die Flecken der Teutſchen mit Mauern und Graben, und ordnete, daß der zehnte Mann eines jeden Gaues in deſſelben Stadt ziehen, ein Drittheil des Ertrags der Gegend in dieſer verwahrt, daſelbſt die Koͤnigl. Gerichte gehalten, gewiſſe Gewerbe den Bürgern überlaſſen und Würden und Lehen ihnen offen ſeyn ſollen. o24. Dieſem Koͤnig werden die Markgrafſchaften zu Pochlarn in Deſterreich, in der Lauſiz, zu en und Brandenburg zugeſchrieben; unter ihm wurden Namen und Geſchlechter bekannter. Nach neun Stiliſtandsjah⸗ ren erwartete er, daß die Hungaren den Tribut mit Waffen fuchten; er ſchlug ſie bei Merſeburg. 936. Als Heinrich I. geſtorben, wählten die Füͤrſten Dtto, ſeinen Sohnz das Volk hob die Hände auf, und gab dadurch ſeine Einwilligung. 3 Dtto entwickelte die Kraft eines über ganz Deutſch⸗ land gewaltigen Koͤnigs. Das Land ſeiner Vaͤter, Sachſen) welches der Gegenwart eines Fuͤrſten bedurfte, gab er Herrmann dem Billungen, einem tapferen Krieger, wahrend er viele innere Reichslande ſeinem Hauſe auftrug. So ſah man ſeinen Sohn Wilhelm, Erzbiſchoff zu Mainz, Fruno ſeinen Bruder, Erzbiſchof zu Kölln, ſeinen Bruder Heinrich, und deſſelben gleichnamigen Sohn, Herzog zu Baiern, Ludolf den Erſgebornen des Kaiſers, Herzog zu Schwaben, Conrad, des Kaiſers Eidam, Herzog zu Franken und Lothringen; ſo, daß die zwei vornehmſten Erzſtifte, und die vier großen Herzogthümer, theils in feinem Hauſe, theils in den Haͤnden ſolcher Maͤnner waren, von deren Treue er ebenfalls berſichert ſeyn mochte.(952.) Seine zweite Gemalin war Adelheit von Burgund. ————————— 113 VIII. Bon Carl dem Großen G68.) 926. Nachdem Rudolf, König von Burgund und F die Krone des leztern Reichs eingebuͤßt, eignete ich ſolche Hugo von Provence, der den Enkel Boſo's gus dem Königreich zu Arles vollends vertrieben, zu; Rudolf, von Hügo durch Abtretung der Ueberbleibſel des arelatenſiſchen Reichs befriedigt, bekuͤmmerte ſich nicht mehr um Italien(927.) 945. Ein Prinz von dem Hauſe der Markgrafen von Ibrea, Berengar II. riß nach Hugo das Reich an ſich, und führte eine noch druͤckendere Regierung als vorhin o ug Se Adelheit, Wittwe Lothars, des Sohns Hugo, mit Vorſchub des Hauſes Eſte, rief ben Koͤnig der Deut⸗ ſchen Otto zu Huͤlfe, dieſer heirathete ſie und nahm die Krone Itgliens an. Von dieſer Zeit an blieb die kaiſerliche Krone bei dem Chrone der Teutſchen. 964. Otto, von Papſt Johann XII, der von Beren⸗ ßar bedroht war, berufen, zog nach Italien; die Lango⸗ arden kroͤnten ihn. Berengar wurde geblendet und über die Alpen gefübrt. Albrecht, ſein Sohn floh zu den Ara⸗ bern nach Fresne. Die Teutſchen zogen Italien herab. 962. Otto wurde zu Rom, wie Karl der Große, em⸗ pfangen und gekroͤnt. Jezt, als Johann ſeine Macht ſah, bereute er, daß sr Leutſchen ſein Land uͤberliefert hatte. Otto vernahm die Bewegungen des Papſtes wider ihn. Selaste die Stadt, da entfloh der Papſt, wie Al⸗ recht. Otto beſtaͤtigte die Abſezung Johanns, und zugleich zie Wahi 2. 964 Eine ſtarke Parthei erhob ſich für Johann. „So lang ich,“ ſprach Otto,„oder die Meinigen dieſes Schwert führen, ſo lang habt ihr Pabſt Leo zu verehren, So nahm die Schirmvogtei der Koͤnige der Teutſchen über die Kirche von Rom den Urſprung. Otto 1. †(975). 974. Der griechiſche Kaiſer Nicephorus Phokas über⸗ trug Otto II., Sohn des I., der ſeine Stieſtochter Theo⸗ bis auf Rudolf von Habsburg.(1273.) 179 phane geheirathet, die Rechte und Anſprüche des Kaiſer⸗ thums in Unter⸗Italien. Doch die Vereinigung Italiens unterblieb. 935. Otto II. ßarb, ehe er den neuen Feldzug berei⸗ tet hatte. Seit der Regierung ſeines Grosbaters und 90 Jahre nach ſeinem Tod blieben die Koͤnige der Deut⸗ ſchen die groͤßten Herren der chriſtlichen Welt. Noch wa⸗ ren die Erbämter ünd Lehen der Reichsfürſten nicht erblich gemacht; ſie waren blos große gewaltige Vaſallen. Die Dttone beſchirmten Teutſchland vor der europaͤiſchen Anar⸗ chie. In Frankreich war leztere ſo groß, daß weder die Unſchuld Karls des Einfaltigen, noch die edleren Eigen⸗ ſchaften Ludwigs IV. und Lothars, die Ordnung zu er⸗ halten vermochten. 037. Nach dem Tod Ludwigs V. pon Frankreich ver⸗ meinte ſein Dheim Karl, Herzog von Lothringen, auf dem Thron zu folgen; haite nicht die Nation geſchworen, bei Königswahlen im Hauſe Pipins zu bleiben! Aber Hu⸗ go der Capete, des großen Hugo's Sohn, Bruder Hein⸗ richs, Herzog von Burgund, wurde zum König erwaͤhlt, Karl geſchlagen und gefangen. Das Geſchlecht Karls des Großen ging wie das Haus Chlodwigs, nicht durch Ty⸗ rannei, ſondern durch die Schwäche einiger Koͤnige unter. S Hugo ließ ſeinen Sohn Robert bei ſeinem Loben roͤnen. ————— 1002. Als nach Otto III. Kaiſer Heinrich II den Thron beſtieg, hatte er, obgleich Urenkel Heinrichs I. Partheien zu bekaͤmpfen. Er ſiegte und bereitete dem vor⸗ trefiichen Nachfolger, Conrad,(032.) von einem alten dem Kaiferhauſe verwanöten Geſchlecht in dem Bliesgau, die Erwerbung Burgundiens. Conrad machte, daß ſein Sohn bei ſeinem Leben erwahlt wurdez(1030.) Heinrich III. folgte auch hierin dem Beiſpiele ſeines Vaters. Die Zeit 120 VIII. Von Carl dem Großen(768.) Conrads und Heinrichs war die blühendſte teutſcher Kö⸗ nigsmacht Die Minderjaͤhrigkeit Heinrichs 1Ve,(10356.) die weibliche Verwaltung ſeiner Mutter Agnes von Guienne waren für die Wünſche der Großen die günſtigſten⸗ 1052. Rudolf II., nachdem II, das arelatiſche Reich mit Burgundien vereinigt hatte, hielt ſich an Heinrich IHI. und Conrad II, und ubertrug ihnen die Krone Burgun⸗ gundiens. Er(Rudolf HI.) beſchloß ohne rechtmaͤßige Erben eine lange verachtete Regierung, und Conrad II., nachdem er geſtegt, wurde zu Peterlingen in der Waadt als Koͤnis erkannt, in Genf gekrönt. Der neue burgundiſche Koͤnig vertraute dem Grafen Humbert die Statthalterſchaft in einigen Gegenden des arelatenſiſchen Reichs. Dieſe Grafen ſind die Stammher⸗ ren des Hauſes Saboyen. Von einem juͤngern Zweige des Hauſes Hochburgund ſtammen die Herren von Cha⸗ lons, nachmalige Erben der Prinzen bon Branien, Va⸗ ter der glücklichen Erbtochter, die alles Gut von Chalons⸗ Dranien dem Hauſe Naſſau zubrachte, welches jene Na⸗ men der Geſchichte der Menſchheit wichtig macht. 1044. Kaiſer Heinrich III. gab Albrechten und Ger⸗ karten Grafen von Elſöß, vas Herzogthum an der Mo⸗ el, das obere Lothringen.(1047.) Man leitet den Stamm dieſer Grafen auf die Herzoge der alten Allemannen, und guf Sticho, konigl. Commiffarius bei dieſer Nation, zur Zeit der Merwingen. Von einem Sohne Sticho's ſtammt das lothringiſche Haus, von dem andern die Grafen von Habsburg. Ihre Guͤter lagen in dein, weit bis an den Fuß der Alpen ſich erſtreckenden Elſaßgau, und in den benachbarten allemanniſchen Gegenden an der Aare und in Schwaben. Große Unfaͤlle trafen das Haus einmal, als Luitfried, Herzog der Allemannen ungluͤckliche Waffen wider Pipin, Vater Karl des Großen erhob(756.), und dann, als Guntram dem Sohne Btto I. gegen den Va⸗ ter beiſtand(955), wodurch derjenige Zweig des Hauſes, von welchem die Habsburger ſtammen, die Lehen verior, und kaum die Erbgüter zu retten vermochte. bis auf Rudolf von Habsburg(r273.). 127 Bald nach dieſem Ungluͤck wurde Habsburg erbaut (1020.). Die Habsburger, welche die Vorſehung zu⸗ lezt zu Herren der Lande an der Aluta, an der Donau, dem Po(Oeſterreich), zu Erben Burgunds und Spanien und Nachfolgern der Pncas beſtimmte, kommen fruͤher kaum bemerkt, in Floſterbriefen und unter der Menge derer vor, die auf Zuͤgen die Kaiſer begleiteten. Bluͤhender erhob ſich der lothringiſche Zweig, da zu⸗ gleich Gerhard, Herzog von Lothringen, und Bruno, ſein Vetter, unter dem Namen Leo IX einer der thätigſten Paͤpſte wurde. 371. Kaum hatte Alfred ſein Land, England, von däniſchen Abentheurern befreit, ſo wurde bürgerliche Ord⸗ nung, Kunſtfleiß, Handel und Seemacht ſein, wie nach⸗ . her Edwards, ſeines Sohns, und Athelſtans, ſeines Enkels, Hauptaugenmerk. S Unter den ſchwachen Königen Ethelred und Eduard, als das Verbrechen eines herrſchſuͤchtigen Weibes das Haus mit Eduards II. unſchuldigem Blut befleckte, ſiel das Glück und Anſehen dieſes Hauſes. Sweno, König der Dänen, benuzte dieſe Schwaͤche, und ſein großer Sohn Kanut bemachtigte ſich des angelfaͤchſiſchen Throns.(1044). Dänemark und England gehorchten nun Kanut. Auf der Nordweſtküſte Frankreichs herrſchten die Richarde, als Herzoge der Normandie. 2. Snorre Sturleſon, Richter in Island, ſammelte die Materialien nordiſcher Dichtkunſt, die Sagen der Vorzeit, die Edda(1241). 955. Olga, Regentin Rußlands, nachdem ſie den Glauben der aufgeklaͤrten Voͤlker angenommen, machte viele Verbeſſerungen. Nach ihr Wladimir,(980.) nach⸗ —dem er die Taufe empfangen, vermählte ſich mit Anna von Conſtantinopel, Schweſter der Theophane, Koͤnigin der Teutſchen. Dieſer Held, welcher unter freiem Himmel ſchlief, Swaͤth Taſchenb. der Weltgeſchichte. 6 ——— 122 VIII. Von Carl dem Großen G768.) nur hoͤlzernes Geraͤth kannte, und ſich 805 Weiber zuge⸗ kegt hatte, war ein Czar Peter des 10ten Jahrhunderts. Er vertheilte das Reich unter ſeine zwoͤlf Sohne. 1015. Jaroslaf, Wladimirs Sohn, unterließ nichts, um ſein Volk an Macht überlegen, und an Kenntniſſen den uͤbrigen gleich zu machen. Er brachte die Ruſſen mit allen civiliſirten Nativnen in Verbindung. Anna, ſeine Tochter, gab er dem Konig von Frankreich Heinrich I.; von ihr ſtammen alle bisherige franzoſiſche Könige. Dem Enkel Jaroslafs, Wladirnir Monomachus, gab Alexius Fomnenus, Kaiſer zu Konſtantinvpel, die Inſignien kai⸗ ferlicher Wuͤrde, und Kyow die Haupiſtaot ſchwur, in der Wahl der Czars bei dem Hauſe Wladimir zu bleiben⸗ 1070. Zu ſeiner Zeit lebte in der Peczera, einem Ky⸗ owſchen Kloſter, Reſtor, erſter Geſchichtſchreiber des ruſ⸗ ſiſchen Reichs. 829. Der griechiſche Kaiſer Cheophilus, Sohn Mi⸗ chael des Stammlers, war den Freunden des Vildet⸗ dienſtes verhaßt; er ſelbſt war ein gerechter Fürſt, Freund ſeines Volks, und Kenner der Künſte. 42 Die Wittwe Kaiſerin Theodora ſtellte unter der Minderjährigkeit Michgels III. die Bilder her. Bardas, der Caͤſar, hielt den Senat in Ordnung. Et erhob den gelehrten Photius zum Patriarchen der Kaiſerſtadt. 867. Baſilius, nachdem er Michgel III. und deſſen Oheim gemordet, beſtieg den Thron mit Eigenſchaften, die eines beſſern Rechtstiteis wuͤrdig waren, den er ſich durch ſeine verdienſtvolle Verwaltung in der Folge erwarb. 86. Leo, ſein Sohn, folgte in der Regierung. Die Vormundſchaft des unmündigen Conſtantins Porphyro⸗ genetes kam zuerſt auf Alexander, ſeinen Oheim. Von dieſen auf die Wittwe Faiſerin Sve,(912.) und von dieſer auf Romnus Lakobenus, der das Reich uſurpirte, aber mit Wuͤrde und Klusheit verwaltete(19). Indeß las Conßtantin bis auf Rudolf von Habsburg(1273.). 723 die Alten, unterrichtete ſich von der Vefaſunß und po⸗ litiſchen Lage des Reichs, und hinterließ hieruͤber ſchaz⸗ bare Schriften. Conſtantin ſtuͤrzte den Romanus durch deſſen eigene Söhne, worauf dieſe bald Dpfer ihrer Thorheit und Con⸗ ſtantin VII. Alleinherrſcher wurde. o59 Nach ihm erhielt Romanus II. den Thron. 964 Nirephorus Phokas ſtellte als Feldherr in Creta, und als Kaiſer in Kleinaſien und Syrien durch Siege uͤber Sarazenen und Bujiden die rsmiſche Herrſchaft her. 975. Vaſilius II. und Conſtantin VIII., die Brüder, theilten den Thron. Nach fünfzig Jahren, die Baſilius in allen Ruͤrkſichten vortrefflich auszeichnete, uͤberließ er dem Bruder die Alleinherrſchaft(1025). 1023. Sterbend ubertrug dieſer das Reich mit ſeiner Tochter Zoe dem Patricier Romanus Arghrus. 1034. Die Leidenſchaft der Zoe, welche ſich in einen jüngern ſehr ſchönen Mann verliebte, koſtete dem Ro⸗ manus das Leben. Aber kaum hatte jener Michael W. den Thron beſtiegen, ſo erwachte in ihm die Reue, und endlich verließ er den Pallaſt, um in einer Kloſterzelle Ruhe zu finden(1041). Die Kaiſerin erhob ſeinen Vetter Michael Kalaphates 1042). Dieſer Undankbare wurde entthront und geblendet. Zve kam zu der früheren Liebe zu dem edeln Conſtantinus Monachus zurück, und da ſie einwilligte, daß auch Skleraͤna, die mit großen Aufopfe⸗ rungen ſeine Liebe verdiente, bei ihm blieb, genoß ſie i Alter und das Reich eine anſcheinend gute Ver⸗ waltung. 1054. Nach Conſtantin folgte die herrſchſüchtige Schweſter der fruͤher verſtorbenen Zve, Theodora. Sie fuͤhrte die Verwaltung mit Einſicht und Muth kurze Zeit. 1056 Mit ihr erſtarb das von Baſilius I. abſtam⸗ mende Kaiſerhaus. 1057. Michael VI., ein Kriegsmann, wurde erboben; aber die beleidigten Großen ftͤrzten ihn durch Jſaac Komenus. Weiſe und löblich war Iſaacs kurze err⸗ 6* 124 VIII. Von Carl dem Großen(769.) ſchaft, die er bald wegen Krankheit niederlegte.(1059.) Conſtantinus Dukas folgte. Auf ihn erhob ſeine Wittwe den Romanus Diogenes zum Reich und ihrem Gemal.(1063) 1071. Durch Verrätherei ſeiner eiferſuͤchtigen Großen fiel er in die Haͤnde des ſeldſchuk. Sultans Alp Arslan. Gluͤcklich, wenn er bei dem grosmüthigen Türken geblie⸗ ben wäre! Befreit fand er im wieder betretenen Reiche Untreue, Abfall, grauſame Mörder. Sein unfaͤhiger Si Michael VII.,(1078.) fand endlich in der Kirche ettung. 4061. Nicephorus Votoniates, als Kriegsmann des Reichs wurdig, wich hierauf den Komnenen, welche eine neue Zeit herbeibrachten. 1053. Nobert Guiscard von Hauteville errichtete mit Payſt Nicolaus II. einen Verein, zu Gründung des weltlichen Fuͤrſtenthums fuͤr den päpſtlichen Stuhl. Leo IX. und Stephanus IX., Männer von hoher Geburt und vieler Geſchäftserfahrung, hatten ſeit dem durch Kaiſer Heinrich III. geſtiliten Schisma, dem Stuhl neue Wuͤrde gegeben. 4051. Nachdem Nikolaus geſtorben, wurde der Bi⸗ Bof von Lucca, ein Mailänder, Alexander II. ohne Einfluß des kaiſerlichen Hofs erwählt und behaupiet. Die Biſchoͤffe, Aebte, Prieſter, Helfer des Clerus, der Kirchen zu und um Rom(Cardinäle), waren noch unter Nicolaus ubereingekommen,„daß, da der heil. Stuhl von Laienhänden auf höchſtärgerliche Weiſe um HGeld vergeben, und durch Laien⸗Einfluß viele geheiligte Rechte unterbrückt worden wären, je nach Ableben des Papſtes die Cardinäle zuſammen kommen, und unter Bei⸗ wirhung des Canzlers der Lombardie, mit Vorbehalt der Rechte Königs Heinrich von Teutſchland, oder wen ſonſt ein Papſt in Rom zum Kaiſer gekrönt haben moͤße, die Wahl vornehmen ſollen.“ Das Polk wurde gefragt:„ge⸗ fllt er euch?“ und antwortete„er gefaͤllt uns.„Wollt ℳ bis auf Rudolf von Habsburg(1273.). 125 ihr ihn?“„Wir wollen ihn.“„Lobet ihr dieſen?“ „Wir loben ihn.“ 1075. Auf dieſe Manier wurde nach Alexander der Cardinal Hildebrand, ein Toscaner, welcher ſchon 1061. Archidiakon war, und unter den vorigen Regierungen den vornehmſten Einfluß hatte, als Gregor VI. zum Papſt gewählt. Gregor bat aus ſcheinbarer Beſcheiden⸗ heit den Koͤnig Heinrich, dieſer Wahl ſeine Genehmigung zu verſagen. Aber der Konig, der Hildebranden als ge⸗ lehrt und ſehr einſichtsboll kannte, ſandte den Canzler der Lombardei, Georg Biſchof von Vercelli, mit der Beſtaͤtigung der Wahl. Gregor war der Mann ſeiner Seit. Jezt wurde die Idee verbreitet,„daß die geiſtliche Welt nur Chriſtum, „und, ſintemal der Herr unſichtbar zur Rechten Gottes „throne, den Nachfolger des Erſten ſeiner Zeugen, auf „welchen und guf deſſen Zeugniß, als auf einen Fels die „Kirche gebaut ſei, zu einem väterlichen geheiligten Ober⸗ „haupt habe; daß die Geſeze der Nationen, Ausſpräche „der ewigen Weisheit, igeneſc bon dem Statthalter „Chriſti, der Kaiſer und Könige autoriſire, ihre Kraſt, „ihre Deutung und Anwendung bekommen; daß ſeit Je⸗ „ſus Chriſtus Petrum zur Grundveſte der Gemeinde er⸗ nſn u de Webfclo Gea uhe gi K „die Gewalt des Vaters und die Macht Jeſu Chriſti des⸗ „Richters der Erde.“ ct3 1074. Gregor, als er den Einbruck ſolcher Darſtel⸗ lungen bemerkte, ſuchte nun die Geiſtlichkeit von Rück⸗ ſichten auf die weltlichen Fürſten frei zu machen. Er nahm daher Lon einer vor Kurzem erneuerten Streitfrage uͤber geiſtliche Vollkommenheit Anlaß, dem Clerus das eheliche keben zu verbieten. Die Erfahrung lehrte, daß Gregor die Macht der⸗ Gewohnheit und Religioſität und den Eindruck der ho⸗ hen Vorſchrift nicht übel berechnet habe. Sie erhalt ſich bei der kathvliſchen Chriſtenheit feit mehr als 700 126 VIII. Von Carl dem Großen(768.) Jahren, und iſt bei dem proteſtantiſchen Theil nur mit der Prieſterſchaft ſelbſt gefallen. Hierauf verbot Gregor, die Inveſtitur geiſtlicher Be⸗ nefizien von weltlichen Händen zu empfangen. An Heinrich IV., Koͤnig der Teutſchen, erging von dem Pabſt das Begehren, daß er, in der teutſchen Kir⸗ che, indem der Cöoͤlibat viele Gegner fand, ſeine Verord⸗ nungen durchſeze und beobachtez da entſtand eine Tren⸗ nung. Meiſtens wurden die Voͤlker durch Moͤnchsor⸗ den und durch Caſteiungen, Faſten, Schweigen, Gebor⸗ ſam, zum Vortheile des Papſtes geſtimmt. Vergebli erklaͤrten ſich fur den König die großen Praͤlaten un ſuchten den Papſt zum Nachgeben zu bewegen. 1076. Nun wagte der Koͤnig auf einem Tag zu Worms die Entſezung des Papftes. Dieſer ſtellte den römiſchen Rittern, welche zu den Waffen griffen, vor, daß nur geiſtliche Waffen in dieſem Kampfe ſiegen muͤſſen. Er verſandte 140 Biſchöffe und that in den Bann: Siesfrieb, Erzbiſchoff zu Mainz, Berwirrer der teutſchen Kirche, und alle der Wormſer Verſammlung beifallenden Biſchoͤffe und Aebte, endlich auch den Koͤnig ſelbſt:„weil, wer die Ehre der Kirche „antaſte, die ſeinige zu verlieren, mehr als verdiene.“ „Friede,“ ſagte er,„werde ich dem Koͤnige geben, wenn „er mit Gott(mit mir) ihn ſucht; ich finde nicht, da „wo der Herr dem Apoſtel das Amt der Schluͤſſel auf⸗ „trug, er für die Konige eine Ausnahme gemacht habe.“ Machildis, die große Graͤfin vom Haus Eſte war dem Papit ergeben, ſo wie die normanniſche Macht im Süden. In Teutſchland traten Welf, Herzog zu Baiern, Rudölf von Rheinfelden, Herzog zu Schwaben, und Berchtold von Zaͤringen, Herzog zu Kaͤrnthen zuſammen, veranlaßten Reichstage, und, ſintemal der, welcher in⸗ ner Jahr und Tag von einem Bang ſich nicht löſe, Ehre und Gut verlor, boten ſie dem Koͤnig an, zu veranlaſ⸗ bis auf Rudolf von Habsburg(ra73.) 127 ſen, daß der Papſt ſich nach Teutſchland begebe. Aber der Kaiſer wollte die Zbſolutivn in Jtalien ſuchen⸗ 1077. Er fand Gregor auf Canoſſa, der ſtarken Burg der Graͤfin Mathildis Nachdem der Kaiſer drei Dage und Naächte im Ja⸗ nuar, unter dem Bußkleide, barfuß Vergebung erfleht, gab ſie Gregor unter dem Beding, daß er in beſtimm⸗ lem Ziel, und wie der Papſt es gut finde, mit den teut⸗ ſchen Fütſen und ihrer Parthei ſich ausſthne. Bei die⸗ er Erniedrigung der Majeſtät ſielen die Lombarden em Maͤchtigern zu; ſeine Feinde im Reich erhoben den Herzog Rudolf zum Koͤnig der Teutſchen. 1080. Dych das Gluͤck der Waffen war für Heinrich⸗ Der Gegenkoͤnig wurde erſchlagen⸗ Der Papſt wurde von Rom vertrieben; aber Heinrich wurde in dem Foſten Jahr ſeiner Herrſchaft genoͤthigt, ſeinem aufrühreriſchen Sohn Heinrich V. die Inſignien zu uͤbergeben. Elend und Gram verzehrten ſein Leben (1106.); nach ſeinem Tode blieb er 5 Jahre in der kleinen Capelle an der Domkirche zu Speier uber der Erde ſehen, bis vom Bann Pabſt Paſchalis II. zum zweiten mal) entlaſtet, er die Ruhe in geweihten Gruͤf⸗ ten bekam. 1006. Dem Papſt Gregor folgte urban HI. Dieſer bewog die abendiändiſche Chriſtenheit, das Vaterland, worin jeder Baron wie ein König herrſchte, zu verlaſ⸗ ſen, um Pruſalem von den aͤgyptiſchen Sultanen zu befreien. Indem Urban durch dieſen Kreuzsug, dem er Impulſion gab, die großen Landherrn entfernte und zu ihrem Ruin Anlaß gab, legte er wider Wiſſen und Willen den Grund zur Vergroßerung des Anſehens der Koͤnige, die ſeinen Nachfolgern Geſeze gaben. Er ge⸗ dachte ſeine Macht über Zion auszubreiten, und k diente ſich dazu eines Mittels, wodurch ſie ſeiner Zeit zu Rom erniedrigt wurde. Heinrich V., obgleich dem Papſt den Vater auf⸗ geopfert, erneuerte doch deſſen Krieg wider die An⸗ 128 VIMI. Von Carl dem Großen(768.) prüche des römiſchen Stuhls. Papſt Paſchalis II. wurde der Hauptkirche der chriſttichen Welt bei einer feier⸗ lichen Verſammlung von ihm gefangen.(1111). Widon, vom Hauſe Pochburgünd, Erzbiſchoff zu Vienne, da er als Kallixtus 1I, auf den romiſchen Stuhl ſtieg, verglich mit Heinrich V. die Fnheitinreicſhein dahin;„die Wahl ſoll den Capiteln überlaſſen ſen „die geilliche Belehnung mit Ring und Stab urch „den Papſt, die der Temporalien durch das Scepter von „dem Kaiſer geſchehen; dem Kaiſer wurde guch vorbe⸗ „halten, ſelbſt oder durch Commiſſarien Wahlen und „Weihungen heizuwohnen, und bei Verſchiedenheit der „Meinungen die gerechte Parthei zu unterſtuzen.“ 1081. In Friederich, Eidam Kaiſer Heinrichs IW., welcher ihm nach Rudolfs Rebellion das Herzogthunt Schwaben auftrug, erhob, ſich das große Geſchlecht der Hohenſtaufen, und zu geichet Zeit das Stlecht der Welfen, durch die Heirath tunigunde der Welfin, Erb⸗ tochter eines uralten 2berſaͤchliſchen Hauſes mit dem Markgrafen Azio von Eſte in Italien, welchem ſie den⸗ jenigen Welf gebar, der zur Zeit Heinrichs IV. einer der machtigſten Reichsfürſten und Stammvater des Hauſes wurde, welches jezt Braunſchweig, die Meere, die brit⸗ und Beſizungen in allen. Welttheilen be⸗ errſcht. 1106. Denn als mit Herzog Magnus das Haus der Billungen erſtarb, erheirathete der zweite Sohn Welſs⸗ Heinrich der Schwarze, die Billungſchen Allobien, wor⸗ unter auch Luͤneburg war. Sein Sohn Heinrich der Stolze, heirathete Gertrud, einzige Dochter des Grafen royn Supplingenburg. Diefe war durch ihre Mutter Er⸗ bin der Markgrafen von Sachſen, und namentlich des Landes Braunſchweig;(1125.) Lothar ihr Vater Graf von Spupplingenburg) wurde nach Heinrich V. König der Teutſchen. Dieſer befeſtigte die Gewalt ſeines Schwie⸗ bis auf Rudolf von Habsburg(1273.). 12 gerſohns ſowohl in Sachſen als in Baiern, und in den Braunſchweigiſchen Erblanden. Heinrich der Stolze und ſein heldenmüthiger Sohn, Heinrich der Loͤwe, verbrei⸗ teten zwiſchen der Weſer und Elbe und weit über die leztere nach der Oſtſee hin, Eroberungen über ſlaviſche Vöͤlker, denen ſie den Anfang der Cuktur und wohlthä⸗ tige Herrſchaft gaben. 1358. Nach dieſem ſupplingenburgiſchen Kaiſer kam Conrad von Hohenſtaufen, durch ſeine Mutter, Enkel Heinrichs IV.) auf den Kaiſerthron. 1152. Auf dieſen folgte deſſen Neffe Friderich, wel⸗ cher dem rothen Bart ſeinen Zunamen Barbaroſſa. trägt.* 1¹59. Rom hatte erfahren, was Friderich für oder wider den Papſt auszurichten faͤhig wäre; denn als nach⸗ dem Tode Hadrians IW. die Cardinaͤle Muͤhe hatten, ſich üͤber die Wahl ſeines Nachfolgers zu vereinigen, da ſchrieb ihnen der Kaiſer, er werde eine allgemeine Ver⸗ ſammlung der Chriſtenheit berufen. Die Eardinäle be⸗ haupteten, dieſes komme nur dem geißtlichen Oberhaupte zu, und vereinigten ſich meiſtens füͤr Alexander III.; an⸗ dere ſezten dieſem den milderen Oetavius, Victor 1W. entgegen; die von dem Kaiſer zu Pavig gehaltene Sy⸗ node erklärte ſich fuͤr leztern. Da ſprach Alexander wi⸗ der ſeine Gegner den Bannfluch, erklaͤrte den Kaiſer ſeiner Krone verluſtig, und bewegte von allen chriſtli⸗ chen Höfen, ſo viel er konnte Aber das Heer des Kai⸗ ſers, an deſſen Spize Chriſtian, Erzbiſchoff von Mainz, und Reinold, Erzbiſchoff run Coͤlln, ſtritten, zog nach⸗ Rom. Alexander entſtoh auf Montpellier. Der Koͤnig von Frankreich, Ludwig VII., vermittelte eine Zuſammenkunft in Dijon, Aber Ludwig ſelbſt blieb. aus; nebſt ihm erklaͤrte ſich König Heinrich von England für-Alerander und Koͤnig Stephan III. von Ungarn ſiet * Pfiſters Geſchichte von Schwaben. pag. 24. ff. 130 VIII. Von Carl dem Großen(768.) zu ſeinen Gunſten in benachbarte Reichs⸗Provinzen. Der Kaiſer beſtätigte die Abſezung Alexanders und be⸗ hauptete, daß in Sachen des roͤmiſchen Stuhls den Bi⸗ ſchöffen des roͤmiſchen Reichs das ausſchließliche Urtheit zukomme. Die Staͤdte waren fuͤr Alexander. Es bilde⸗ ten ſich die furchtbaren Parthien der paͤpſtlich geſinnten Welfen und der kaiſerlichen Gibellinen. Der Kaiſer zog nach Italien, verbrannte Crema, Tortong, Mailand. Burgen uͤbergab er gibelliniſchen Herren, und ſuchte den Bürgermuth durch teutſche Krieger nieder zu halten. Ve⸗ rona wurde Hauptſtadt des lombardiſchen Bundes. Lans und hart war des Kaiſers Kampf gegen Ale⸗ rander und gegen die lombardſchen Staͤdte. Die teutſche Kraſt warf die ubel gefuͤhrte Menge des römiſchen Volks in die Flucht, welche kaum ein Drit⸗ theil rettete. Der Kaiſer erſchien vor der Engelsburg. (1167). Fürchterlich ſchütterte der Belagerungszeug die Hallen St. Peters. Die Hauptkirche der Chriſtenheit wurde eingenommen; ſchon ſchmolz die Flamme das eherne Portgl U. L. Frauen vom Shurm. Der Papſt mit ſeinen Cardinaͤlen floh in die feſten Haͤuſer der Her⸗ ren Frangepani in der Gegend des Coliſeums. In dieſem Augenblick bot der Kaiſer unter der Be⸗ dingniß Friede, daß beide Paͤpſte ihre Anſprüche aufge⸗ ben, und eine freie Wahl die Chiiſten vereinigen ſoll⸗ Aber Alexander verſchwand Indeß tödtete der Einfluß der ungeſunden Luft die Herzoge von Schwaben und Baiern, den Erzbiſchoff von Coͤlln, die Herren von der Lippe und Naſſau. 1163. Die lombardiſchen Staͤdte ſtellten Mailand her, und hauten als Vormauer Aleſſandrig. Vergeblich trug der Kaiſer dem Biſchof von Bam⸗ berg auf, mit Alexander allein zu tractiren. Alexander erklärte in der Conferenz zu Veroli„ohne Beilehn der— „Cardinäle und aller Botſchafter der lombardiſchen Städte— „ſich in nichts einzulaſſen.“ Indeß er einen der größten Kaiſer gegen ſich hatte, noͤthigte er einen der groͤßten bis auf Rudolf von Habsburg(1273.). 131 engliſchen Koͤnige, ſich üͤber dem Grabe des Erzbiſchofs von Canterbury Thomas Beket, deſſen Ermordung dem Haß des Königs zugeſchrieben wurde, geiſſeln zu laſſen. 1174. Nochmals zog Friedrich über den Mont⸗Cenis, verbrannte Suze, eroberte Aſti und belagerte Aleſſandria. 1175. Der Cardinal von Dſtia erſchien in Pavia im Namen Alexanders. Des Bannes wegen grüßte er den Kaiſer nicht, und aͤußerte ſeinen Schmerz daruͤber. 1176. Unter dem Hauptbanner des H. Ambroſius von Mailand wurde bei Lignano dem Kaiſer von den lombardiſchen Stäͤdten die entſcheidende Schlacht gelie⸗ fert. Friedrich wurde verwundet. Die Teutſchen wur⸗ den zur Flucht genoͤthigt. Hierauf begehrte der Kaiſer den Frieden, und Alerander aͤußerte:„daß ihm nichts „erwuͤnſchter ſey, als von dem großen Helden der chriſt⸗ „lichen Welt Friede zu erhalten; er bitte um dasjenige, „daß er ihn auch den Lombarden ertheile, er ſelbſt wolle „ſich in jene Lande begeben.“ 1177. Die Reiſe des Papſts von Vieſte nach Vene⸗ dig war ein Lriumph. Da er bei St. Markus das Hochamt hielt, ſoll er bei Ueberreichung einer geweihten Roſe die Venetianer mit der Herrſchaft ihres Meers be⸗ ſchenkt haben, die ſie aber ſchon hatten. Der Kaiſer war hauptſächlich dadurch gebeugt wor⸗ den, daß Heinrich der Loͤwe, Herzog der Sachſen und Baiern, ſein Freund, bei weitem der gewaltigſte Reichs⸗ fürſt, ein tapferer ſtaatskluger Herr, in dem entſcheidend⸗ ſten Augenblicke dringender Noih, aller perſönlichen Vor⸗ ſtellungen ungeachtet, ihn verließ. Nun aber wurde in dem tten Jahr der Trennung, zu Venedig am großen Portal der Hauptkirche Kaiſer Friedrich mit dem Papſt Alexander verſöhnt. Jener küßte dieſem den Fuß, dieſer eilte, ihn zu umarmen, Un den Altar zu führen. 1191. Heinrich VI. ſein Sohn, bei ſeinen Lebieiten noch roͤmiſcher König, folgt. 132 VIII. Von Carl dem Großen(768.) Ueber den Trümmern der Macht Heinrichs des Lö⸗ wen ſtieg das Haus Anhalt zu merkwuͤrdiger Groͤße. 1130. Als Heinrich der Stolze geächtet und Baiern an Deſterreich uͤberlaſſen worden war, hatte Conrad III. 1 Herzogthum zu Sachſen, Albrechten dem Baͤr auf⸗ getragen Und als bei Wiedereinſetzung Heinrichs, Deſterreich von Baiern unabhäͤngig erklaͤrt wurde, ſo hatte Albrecht, bei Wiederabtretung Sachſens, zuvor erhalten, daß ſeine Erbgüter auf der Mark eine, bon dem Herzogthum un⸗ abhängige, gefurchtete Markgraſſchaft wurden(1442). Albrecht war ein Sohn Herrn Otto's von Ballenſtett und Aſchersleben, welchem ſeine Gemahlin Eilitk, Toch⸗ ter des lezten billungiſchen Herzogs zu Sachſen, Solt⸗ ſ und Brandenburg, billungiſche Allodien zugebracht atte. Die umliegende Mark um Brandenburg, einer alten Stadt an der Zavel, war eine weite Sandwüſte, zu Solt⸗ wedel der Hof. Aber dieſe Mark war der Urſprung der Macht, welche jezt unter Königen glänzt. Albrecht eroberte die mittlere, ſo wie die an dem Uckerſee gelegene Mark, nebſt der Prignitz, in dem Krieg, worin er Heinrich dem Löwen gegen den Fürſten der Wenden, Niklot von Mecklenburg, beiſtand. Zu der naͤmlichen Zeit, als der erſte Herzog zu Deſtetreich an dem Drt, wo Vindobona geſtanden, Wien gruͤndete, nahm durch den erſten unabhaͤngigen Mark⸗ grafen zu Brandenburg Berlin den Anfang.(1162). . 1130. Kaiſer Friedrich trug in dem Ungluͤck Heinrichs des Löwen das Herzogthum zu Sachſen, Bernhard dem zweiten Sohne Albrechts, auf. Der Erſtgeborne, Otto, 25 verwaltete die Marken und wurde Herzog zu aiern. Fltere, theilte ſich nachmals in die ſächſiſchen, Heinrich der jüngere in die alten anhaltſchen Erblande. 1212. Die Söhne Bernhards, namlich Albrecht det ₰ bis auf Rudolf von Habsburg(r273.). 133 1215. Kaiſer Friedrich II. gab dem Herzog Ludwig, Dtto's Erben, die von Heinrich, Sohn des Loͤwen, ver⸗ waltete Pfalz bei Rhein. 1260. Nach Albrechts Tod fiel das Herzogthum in der Gegend von Wittenberg ſeinem gleichnamigen Sohne, und Lauenburg dem Herzog Hanns zu.(Herzog war Familientitel). Den Erben Heinrichs des Loͤwen blieben die Allo⸗ dien, Braunſchweig und Lüneburg, ein damals nicht ſehr gebautes Land, welches in andern Fürſten die ver⸗ lorne Würde ſächſiſcher Herzoge ehren ſollte. Otto, Sohn Wilhelms, Enfel Heinrichs des Löwen befteite ſich von dieſer Abhaͤngigkeit 1235.), indem er auf einem ju Mainz gehaltenen Reichstage dem Kaiſer Friedrich II. das Eigenthum ſeiner Allodien abtrat, die er hiefür mit Herzogstitel zu einem auch auf Töchter erblichen Fürſten⸗ Lehen erhielt. Seinen Aeltervater Heinrich den Stolzen, hatte die Ungnade Kaiſers Conrad III., ſeinen Grosoater, Heinrich den Löwen, die Ungnade Kaiſers Friedrich 1., ſeinen Oheim Otto, der die Krone des Reichs trug, ſo wie ſei⸗ nen andern Oheim, den Pfaligrafen bei Rhein, Heinrich die Feindſchaft Friedrichs I geſtürzt. Otto hielt getreu an dem Kaiſer, und prachte ſein Land auf Nachkommen, das nun einen wenig bedeuten⸗ den Theil der Beſitzungen derſelben in allen Welttheilen ausmacht. 4137 1151. Der Abt Segür, ein Mann aus nie⸗ drigem Privat⸗Sſande, war Miniſter Ludwigs des Dicken VI.) und Ludwias des Juͤngern(VII.), und i Vil Grund 6 nener Ent⸗ 1 der franzöſiſchen Nation roͤßerer — e un 4¹52. Ludwig VII, als er Eleonore pon Guienne verſtieß,(weil ſie auf einem Kreuzzug ſich in einen jun⸗ 134 VIII. Von Carl dem Großen G68.) gen Tuͤrken berliebte) gab ihr doch ihr Erbgut Guienne zuruͤck. Nach wenigen Wochen heirathete ſie Heinrich Plantagenete bon Anjou,(1154.) welcher bald nach die⸗ ſem König von England wurde. 1042. Die Englaͤnder bekamen nach dem Tode der unbeerbten Sohne Kanuts durch Edward III, eine Samm⸗ lung ihres Nationalgeſezes. 1056. Aber nach deſſen Hinſcheiden erhob ſich Un⸗ ruhe, welche der Freiheit und Verfaſſung eine auf Jahr⸗ vunderte fuͤhlbare Wunde beibrachten 1067. Wilhelm, Herzog der Normandie, eroberte England und erſchlug den König Harald, welcher von dem lezten angelſaͤchſiſchen Wittenagemote(Nationalrath) erwaͤhlt worden war. Seine Geſeze, die er gab, waren ein Gemiſch angenommener Feudal⸗Pbſervanzen und der Staatsraiſon eines Eroberers. Alles wurde neu; ein unbekanntes fremdes Recht herrſchte. 1100. Nach Wilhelm II., Sohn Wilhelms des Er⸗ obers, beſtieg Heinrich I. deſſen Pruder den Thron; er milderte das Joch, das den Charakter der Nation nie⸗ dergedruͤckt haben wuͤrde. 1135. Der Thronfolge⸗Streit zwiſchen dem Neffen Heinrichs I.(Stephan von Boulogne) und zwiſchen ſei⸗ nem Enkel, Herzog von Aniou, war der Nation bor⸗ theilhaft.(1154.) Heinrich II. beſtieg den Thron, ein Fuͤrſt von ausnehmenden Eigenſchaften, durch die widrig⸗ ſten Unfaͤlle gebeugt. Heinrich II. machte den Thron durch Gerechtigkeit ehrwürdig. Er vertheilte England in 6 Diſßtricte, begün⸗ ſtigte die Städte, den Kunſifleiß und Handel. Von vie⸗ len Fremden wurde die Londner Meſſe beſucht Sechzig ren die Milü. 117. Irrland eroberte Heinrich H. leicht. Richard I, ſein Sohn, gab bei ſeinem Aufenthalt auf der Inſel Bleron, das erſte Seegeſez. tauſend Mann zu Fuß und zwanzig tauſend Reuter, Nae. bis auf Rudolf von Habsburg(1273.). 135 1138. Sanoyt, Curland, Lievland, lernten die Weſt⸗Europäer durch Kaufleute von Bremen, welche ein Si auf di unwirthbaren Kuͤſten warf, genauer ennen. 1147. In dem ruſſiſchen Reich war Nowgorod bor allen uͤbrigen Staͤdten groß, freigeſinnt, blühend. Nach und nach erhob ſich an den Ufern der Moskwa die Stadt gläches Namens, zur Zeit Czar Georg Dolgoruky. Eine höterne Wohnung, worin der Czar in anmuthiger Ein⸗ ſankeit einer verbotenen Liebe pflegte, gaben den Anlaß des Baues von Moskwa. Andreas Bogolubsky, ſein Sohn, zu Susdal und Roſow Czar,(das Reich war getheilt) eroberte auf der Seie der Wolga die Lande wilder Tſcheremiſſen, Tſchu⸗ waſhen und Mordwinen, tartariſcher Stämme. Noch verehren die Mordwinen die Götter der Vater, und neben denſelben St. Nikolaus. Doch kurz iſt ihr Geht:„Naͤhre Gott alles Land!“ Noch hat bei den Tſchuwaſchen Dor ſeine Anbeter, hten ſie den im r wohnenden böſen Geiſt, noch fü bei bnen ſind Hexen ſehr angeſehen, Pferdeſleiſch iſt Lieb⸗ lingsſpeiſe. —— 081. Alerius Komnenus gah dem Thron waͤhrend ſeiner Zjährigen Regierung die nöthige Haltung. Mit dem Gluͤck einer neuen Dynaſtie erhob ſich die Seld⸗ ſchukſche Macht. Alles erſchutterte der Kreuzzug, die Ruſſen drälgten auf das griechiſche Reich. Allem wider⸗ ſtand Alepius. Seine Tochter Anna wurde Geſchicht⸗ „eiber indem ſie das Leben ihres Vaters beſchrieb. Zür ſelbigen Zeit wurde das uralte Buch indi Zlt gen Seit u das uralte Buch indiſcher Weisheit, Bidpai, zu Conſtantinopel überſezt. Johannes der Schoͤne, des Alexius Sohn, und Manuel, Sohn 6 2— 136 VIII. Von Carl dem Großen(768.) Johanns bekamen an Einnamus einen lobredneriſchen Geſchichtſchreiber, der bei den Kaiſern löte. In den Abendländern war die Geſchichtſchreibung meiſtens in den Häͤnden der Aebte und Moͤnche; unter leztern zeichnet Otto, Biſchof zu Freiſugen lein Prinz von Deſterreich) ſich durch eine ausgebreſtete Gelehrſam⸗ keit, geſundes Urtheil und Unpartheilichkit aus⸗ 1113. Kaiſer Johann, Sohn des Alezius, behauptete mit Edelmuth, Klugheit und Tapferkeit die vielfaͤltig be⸗ drohte Grenze. 1143. Manuel, ſein Sohn, brachte durch pylitiſches St das Reich mit Ruhm und ungeſchwacht uf 1206. Von einem Theil Perſiens bis Ikonium re⸗ gierten die Tuͤrken unter den Enkeln Kutlumjſch, Sohns Arslan Japgu, des Sohns Seldſchuk. Syrien und Aegypten erkannten die fatimidiſhen Sultane zu Kahira. 1006. Kaum hatte in den Fehden, welche die ſati⸗ midiſchen Sultane mit den Seldſchucken führten, der Weſſir des Kayptiſcher Sultans Abul Kaſem Moſtali Jeruſalem aufs Neue ſeinem Herrn behauptet, als Eu⸗ ropa ſich uber Aſien ergoß. Papſt Urbanus entflamnte auf der Synode zu Clermont die durch Peter den Ein⸗ ſiedler vorbereiteten Chriſten zur Befreiung des heili⸗ gen Grabes. Gottfried, Herzog zu Niederlothringen und Brabant, Erbe zu Vouillon, mit ſeinen Herren Bruͤdern Euſtach und Baldwin, ferner Robert, Herzog der Normandie, älterer Sohn Wilhelms des Eroberers, Hugo pon Frank⸗ reich, Bruder Philipps I., Raymund von St. Gillis, Graf zu Toulouſe, mit einer großen Menge Herren und— Ritter, ſofort Walſer von dem Thurm zu Limoges mi ſeinem Löwen,(nie verließ ihn dieſer, den er von einer fuͤrchterlichen Schlange gerettet;) tauſend andere Fuͤrſten bis auf Rudolf von Habsburg(rarz.). 137 aus allen Landen der Chriſtenheit, mit Dienſtmännern⸗ eigenen Leuten und Kriegsgeſellen brachen im 1096ſten Jahr auf, ohne König, ohne allgemein erkanntes Com⸗ mando zu Waſſer und zu Land vom äußerſten Weltmeer nach Jeruſalem, zu ſtreiten und anzubeten an den Prten, i der Sohn Gottes durch Gegenwart und Leiden gehei⸗ igt hat. Rachdem ſie den Kaiſer Alexius in Verlegenheiten geſezt, eroberten ſie Nicäa, Laodicea. Aber unfaͤhig, dem Muth durch Ordnung Nachdruck zu geben, hinterließen ſie das Land einer deſto heftigern Rache der Turken. Robert, Guiscards Sohn, Bonmond, nurde zu Antiv⸗ chia, Baldwin zu Odeſſa Fürſt, Bertrand, Sohn Ray⸗ monds von St. Gillis, Graf zu Tripoli. 1009. Bei Tyrus vereinigten ſich die, welche von Antiochig weiter gezogen. Sie ſahen Jeruſalem. Sie lagen 39 Tage iang vor der Stadt. Am 7. Juni erſiie⸗ gen ſie dieſelbe. Noch hielt die Hoͤhe, wo der Tempel geſtanden. Aber alles wich der Wuth, und 70,000 Men⸗ chen ſollen das Bpfer gewurden ſeyn; alle Juden wur⸗ en in der Synagoge verbrannt. Die Schaaren erwählien Gottfried zum Koͤnig bon Paläſtina, aber er bediente ſich nie dieſes Namens, weik nur dem Sohn Davids das Königreich auf Zion zukom⸗ me Doch gab er dem Reich Brdnungen(Aſſiſſes) im Geiſt franzoſiſcher Gebräuche. „4120. Baldwin, Gottfrieds Bruder und Nachfolger als König zu Jeruſalem, ordnete die, welche ſich ſchon vor dem Freuzzuge in Berbrüderung zu Beſorgung der kranken Pilgrimme in St. Johanns Hoſpital zuſammen begeben hatten, zu Johanniter⸗Rittern; Raymund du Puy(de podio) wurde Großmtiſter. Hugo des⸗Payens, bom Hauſe der Grafen von Cham⸗ pagne, Gottfried von St. Adhemar und andere fieben Brüder bildeten die Tempelberrn,(1122.) welche dem Patriarchen von Jerufalem gelobten, die Pilgrimme ge⸗ gen Räuber zu ſchtzen, im chelvſen Leben, im Gehor⸗ 138 Von Carl den Großen(768.) ſam und ohne Privateigenthum zu bleiben. Spaͤter tra⸗ ten die teutſchen Herren zuſammen.(1191). u. Als Atabek von Mauſel Edeſſa erobert, erregte die Furcht vor den Fortſchritten der Unglaͤubigen den Eifer des heiligen Abtes von Elairvaux. Er vermochte die Fürſten zu dem zweiten Freuzzuge⸗ 1147. Kaiſer Conrad III., König Ludwig VII., ſehr viele Große von beiden Reichen, von Niederlanden und aus England nahmen das Lreuz Aber die Unternehmung wurde vereitelt, das Köͤ⸗ nigreich Jeruſalem nahm ab. Die Belagerung der ſeldſchukſchen Hauptſtadt Iko⸗ nium ſchwaͤchte Conrads Heer; nicht gluͤcklicher war der franzöſiſche Koͤnig, wider deſſen Schaaren Mogir⸗eddin Abek Damaskus behauptete. 1119. Den Morabethen, welche ſeit Juſſuf über Ma⸗ rokko und in dem grabiſchen Spanien herrſchten, brachte der Mahdi Mohamed, Sohn Abdallah, den empfind⸗ lichſten Schaden bei. Dieſer, als er von Marokko ver⸗ trieben worden, errichtete mit Unterſtützung Abd⸗el⸗ Mumens die Verbruderung der Mowaheddin⸗ Abd⸗el⸗Mumen belagerte Marokkv. Die Maro⸗ bethen vertheidigten die Hauptſtadt. Aber die Belage⸗ rung fraß 100,000 Menſchen. Nach der Einnahme von Marokko breieten(11470) die Mowaheddin ihre Macht uͤber ganz Nordaftika von Aegypten bis an die Meerenge aus, gingen hinuber, eroberten Algarvien, Sevilla, Gre⸗ da, Murcia, und behaupteten das nehe Reich wider na ure die gedemüthigten Morabethen, und wider die Normaen und Spanier. ——— ——ꝓÜ 7 bis auf Rudolf von Habsburg(1273.). 139 1079. Alfonſo, Koͤnig zu Leon, war von Sancho, König von Caſtilien, ſeinem Bruder, vertrieben worden. Da nahm ihn der arabiſche Fuͤrſt bon Toledo ſo auf, wie es in den Geſetzen und Sitten der Araber, beſon⸗ ders gegen Nothleidende, angenommen war. Als Alfonſo nach dem Tod ſeines Bruders zur Herr⸗ ſchaft Caſtitiens und Leons heimkehrte, ſchwur er dem Araber unverbrüchliche Freundſchaft. Aber als dieſer (Alamun), und ſein Sohn geſtorben, und ſein Enkel Ja⸗ hia⸗ al⸗Kabir⸗Billah ſich berbaßt und verächtlich mach⸗ ie, da lud Alfonſo die beruͤhmteſten Ritter der chriſtlichen Welt auf den Kampf wider Soledv. 1000 Die alte Ahetrilch⸗ Hauptſtadt fiel in die Haͤnde der Chriſten zurück. Alfonſo gab Heinrich, vom Hauſe burgundiſcher Grafen, einem vor Toledo gedienten Ritter die Statt⸗ halterſchaft der Eroberungen, welche die Koͤnige von Leon gemacht. Heinrich heirathete Alfonſo's(unächte) Tochter Thereſia Guzmann. Raymund, Heinrichs Vet⸗ ter, heirathete die Erbtochter Urraca. Von dem an wohnte Graf Heinrich 3n Guimaraens, in dem Lande zwiſchen dem Duero und Minho. 1109, Als der Koͤnig, ſein Schwiegervater, ſtarb, wurde ſeine Statthalterſchaft ihm eigen, und auf ſeine Gemalin erbte Kdnigswuͤrde.(1112). Sein Sohn, Graf Alfonſo, als dieſer zu maͤnnli⸗ chen Jahren kam, ſezte das Heidenleben Heinrichs, ſeines Vaters, fort. Die Fürſten der Araber vereinisten ſich und ſtanden wider ihn mit Uebermacht bei Durigue. Da ſuchte der Graf Muth in Erinnerung der Thaten, welche Gott füͤr die Beftriung Iſraels durch Gideon mit unver⸗ hältnißmaͤßigen Kräͤften gewirkt(1139). Ermüdet jiel er in Schlaf, und ſah im Traume einen ehrwürdigen Greis. Des Morgens kam wirklich ein ſolcher ehrwürdiger Einſiedler zn ihm, welchem der Graf die naͤchſte Nacht gern in ſeine Zelle folgte. Als der Graf herausging, er⸗ dob ſich von Den eine Lichtfigur, die, ſich nähernd— 140 VIII. Von Carl dem Großen(768.) den Glanz des Geſtirnhimmels verdunkelnd— ſprach: „ich bin der Herr, Jeſus Chriſtus; deine Waffen, Alfonſo, „ſind geſegnet; ich ſeie dich deinem Volke zum König; „ſechzehn Geſchlechtalter hindurch wird mein Erbarmen „bon deinem Hauſe nicht weichen— noch weiter wird es „gehen.“ Alfonſo, durch das Feuer der Einbildung ent⸗ Kammt, oder geleitet von dem weiſen Einſiedler, theilte dem Heer ſeinen Glauben mit und ſiegte. Auf dem Schlachtfeld rief das Volk ihn zum Konig von Portugall aus. Er brachte das Reich nach eigenen Geſezen auf ſein Geſchlecht. So wurde nemlich auf dem Reichstag zu Camego die Thronfolge beſtimmt:„Jedem König folge „ſein Sohn; ſeine Tochter, wenn er keinen Sohn hat; „ſein Bruder, wenn die Tochter außer Lands verheirathet „l⸗ 11836. Die Herzoge zu Deſterreich, Nachkommen Leo⸗ polds, Grafen von Babenberg, tapfere Fürſten, erwarben die Steiermark durch das Teſtament Httokars, der ſie vorher mit berzoglichem Litel verwaltete, und, als nach dem babenbergſcben Stamm der König von Boͤ⸗ heim, durch Genehmigung der Staͤnde über Deſterreich herrſchte, wurde das Herzogthum Kärnthen, in dem alten Slawenlande, mit jenen Erblanden verkinigt.(1246). 1100. Friegeriſcher Muth hatte die Macht von Beßter⸗ reich gebjldet. Die milde Weisbeit Markgraf Leopolds, welcher die Tochter Heinrichs IV., die Mutter der Hohen⸗ ſtaufen, nach dem Dode ihres erſten Gemals heirgthete, gab dem Hauſe das Anſehen, welches unter ſeinem(Sohne, Heinrich Jaſomirgott den Markgrafen den herzoglichen Hut erwarb,(1156) und ihn ſelbſt in die komneniſche Ver⸗ wandtſchaft brachte. 1147. Dieſen Glanz behauptete Leopold, welcher den Kreutzug that, durch perſönliche Tavferkeit, ſo wie ſein gleichnamiger Sohn durch den ſanſten Glanz einer wohl⸗ — thaͤtigen und ſanften Regierung. bis auf Rudolf von Habsburg(rayʒ.). 14t 1231. Mit Friderich, einem Fürſten, der die Tugen⸗ den und Fehler der Heiden hatte, ging der Stamm un⸗ ter; worauf nach mehrjähriger Verwirrung Koͤnig Dittokar von Boͤheim Deſterreich und Steiermark an ſich riß.(1246). Auf Abſterben Heinrich des Raſpen, Landgrafen von Thuͤringen, welcher von den Feinden Kaiſer Friderichs H. zur Koͤnigswuͤrde erhoben worden war, wurde das Land unter ſeine Neffen vertheilt. 1247. Heinrich von Brabant wurde Herr von(Nie⸗ der⸗) Heſſen, und Heinrich, Markgraf zu Meiſſen, wurde Landgraf zu Thüringen. Heinrichs Voreltern, die ten Markgrafen zu Meiſſen, errichteten(1157.) die Leipziger Meſſe, mit Frei⸗ heiten, welche Bürger und Kaufleute anlockten. Unter Heinrich wurden die Bergwerke ſo ergiebig, daß man glaubt, er wuͤrde das Königreich Böheim haben bezahlen können. Auch glaͤnzte auf dem Tournier, den er zu Nordhauſen hielt, ein maſſiv ſilberner Vaum mit goldenen Aepfeln.(1263). „ 4. Unter Sbirakuh, dem Sohne Sahdi, eroberten die Tuͤrken Aegypten. Hierauf wurde Sehla⸗eddin Jo⸗ ſeyh, den wir Saladin nennen, Neffe des Shirakuh, von dem Heer zum Regenten ausgerufen, und von dem Sultan zum Statthalter des Landes geſezt, worauf er endlich, unter dem Ramen el⸗Maleck⸗en⸗Naſr, ſelbſt ultan wurde. Er eroberte ſofort Syrien, über das Haus Nureddins, das glückliche Trabien üͤber ſeine ſchwachen Regenten, und Dripoli und Tunis über die Mowaheddin. as Königreich Jeruſalem war ſeit dem lezten Kreuz⸗ ug und ſeit König Amauri(Almerich) ſehr geſchwacht⸗ amals regierte nach der Vergiftung Valdwins W. deſſen Stiefpater Wido von Luſignan. Als der Sultan Sala⸗ din in das Land ſiel, und an dem galilaͤiſchen Meere 142 VIII. Von Carl dem Großen G68.) Diberias belagerte, zog Wido mit der Cempel⸗Miliz und allen Großen ihm entgegen. Sultan uberraſchte die Chri⸗ ſten, und waͤhlte hiczu die Hize des Tages, und eine ſol⸗ che Stellung, worin die Sonne ſie blendete Da wurden die Temvelherrn und Johanniter meiſt all⸗ erſchlagen; Wido ſiel in die Haͤnde der Feinde Als der Sultan Askalon erobert, wandte er ſich gegen die Hauptſtadt; neun Tage lag er an dem Deiberg, hierauf erſchuͤtterte er die Mauern der mitternaͤchtlichen Seite, und am 14ten Tage eroberte er Jeruſalem.(1137). Seinen Einzug ielt Selaheddin mit natürlicher Milde; er überließ den Chriſten das Grab Chriſti, nie⸗ manden geſchad Gewalt, er gab freien Abzug. Der Patriarch Heraklius, die Geiſtlichkeit und Or⸗ den, mit Vielen vom Volke, zogen zum Theil nach den Abendlandern, zum Theil in wenige treu aebliebene Städte der Küſte. Ber Biſchof Wilhelm von Tyrus, Geſeicht⸗ ſchreiber dieſer Zeit, brachte die Trauerpoſt nach Roh wofelbſt Papſt ürban III. vor Gram und Schrecken ſtarb⸗ . Jammervolle Briefe forderten hierauf die occidenta⸗ liſchen Fürſten auf zur Befreiung der heiligen Stadt. Alſo ſchifften vor allen die durch Europa zerſtreuten Dem⸗ pelherren und Johanniter ein. Die Italiener ſammelte ſich unter den Erzbiſchoͤffen von Ravenna und Piſa; waffnete die Macht der Normannen, von Wund Fries⸗ land und Flandern. Richard Löwenherz, König in Eng⸗ land, Pbilipp Auguſt von Frankreich,(1190), und vor allen Friderich Barbaroſſa, und die Fuͤrſten der Teutſchen⸗ 1191. Die kalten reißenden Fluten des Salph, un⸗ weit wo Plexander der Große durch unvorſichtiges Ba⸗ den in Todesnoth gekommen war, gaben dem darin ba denden Kaiſer Friderich den Cod. Sein zweiter gleich⸗ namiger Sohn fuͤhrte das Heer nach dem heiligen ande Der König von England eroberte die Inſel Cypert⸗ welche nachmals an den von Jeruſalem vertriebenen nig Wido verkauft wurde. dem heiligen Lande wurde Ato(Ptolemais) erobert; aver durch die Trennungen in⸗ 7 bis auf Rudolf von Habsburg(1273.). 143 ter den Fuͤrſten wurden alle weitere Fortſ hritte vereitelt; der Koͤnig von Frankreich zog heim, und ſiel dem Konig Richard in die Normandie; dieſer auf ſeiner Heimreiſe, wurde bei Wien zu Erdberg von dem Herzog zu Deſter⸗ reich gefangen genommen. Von dieſem Kreuzug ruͤhrt der Orden der teutſchen Herren. Es hatten nemlich Kanfleute von Bremen und Luͤbeck fuͤr kranke Pilgrimme zu Jeruſalem ein teutſches Haus gegründet, und als Friderich, des Kaiſers Barbaroſſa Sohn, vorAko lag(1191), erhielt er von ſeinem Bruder, Lai⸗ ſer Heinrich VI., daß der Papſt Cöleſtinus III dieſer Bruͤ⸗ derſchaft wie den Johannitern das Spital⸗Amt, und, wie den Temvelherrn, Ritterſchaft gab, worauf Heinrich Wal⸗ pode aus einem wohlverdienten Geſchlecht, in der Gegend von Mainz, erſter Grosmeiſter wurde. 1195 Der große Sultan Saladin ſtarb in dem 57. Jahr ſeines Alters auf der Burg zu Damaskus. In Italien wurde Kaiſer Heinrich VI. maͤchtiger als keiner ſeiner Väter. Conſtantia, Ruggieros Tochter, hatte Heinrich VI. geheirathet(4166). 1139. Als nach Wilhelms Tod ein unächter Prinz⸗ Säncred, und nach dieſem deſſelben unmündiger Sohn Wilhelm IIM. zum Koͤnigreich erhoben wurde, eilte der Kaiſer nach Sicilien, und ſchlug, beſonders durch den Arm des Marſchalls Markward von Anwyler alle ſeine Feinde; den jungen Koͤnig führte er gefangen nach Teutſch⸗ land. Als ein anderer Tancred ihm entgegengeſezt wur⸗ de(1405.), ließ er dieſem und allen Theithabern die Au⸗ gen gusſtechen; er ließ einige auf Stühle von glühendem Eiſen martern. Er ſchreckte ſie ſo, daß ſie nicht nur ihm, ſondern, als er bald hierauf 32 Fahr alt ſtarb,(1197.), ſeinem kuum gebornen Sohn allen Gehorſam leiſteten. 5 Von dem Herzog von Heſterreich erhielt er die Aus⸗ lieferung Richards, den er nicht eher los ließ, als gegen — I43 VIII. Von Carl dem Großen(768.) ein Löſegeld von 20,000 Mark Silber*). Einen großen Theil der Reichsfürſten hatte er vermocht, porläufig ein⸗ zu villigen, daß der Thron Teutſchlands fur erblich er⸗ klaͤrt Lurde. Allein nach ſeinem Code wählten die Fuͤt⸗ ſten nicht ſeinen 3jäl igen Sohn Friderich, ſondern Phi⸗ lipp, ſeinen Bruder, dem andere einen Sohn Heinrichs des Lowen, Otto IV.(1198) entgegenſezten. Indeß dieſe das Reich zerruͤtteten, erkannte Neapel und Sicilien den noch nicht getauften Friderich. Dieſen unterſtüzte als Vormund Innvcentius III., der in ſeinem 37. Jabr Papſt wurde, ein wohl unterrichteter beredter Herr, voll Standhaftigkeit, aͤußerſt einfach und ſparſam in ſeiner Lehensart, in Wohlthaten aber bis zur Ver⸗ ſchwendung freigebig Es gluͤckte ihm, auch zu Conſtan⸗ tinopel als oberſter Vorſteher der Kirche erkannt zu wer⸗ den; er berief das wichtige Concilium zu St. Johann im Lateran. Zu ſeiner Zeit, und mit ſeiner Begünſti⸗ gung erneuerten Franz von Aſſiſi und Dominik von Bp⸗ ma, Htifter der Franciscaner Barfüßer) und Dominic⸗ ner(Prediger) die alternde Andacht fowohl durch freiwil⸗ lige Armuth, als populäre Predigten; eben diefer Domi⸗ nik legte den Grund zu der Glaubens⸗Inguiſition; In⸗ nocentius brachte noch die kaiſerl. Krone auf das Haupt ſeines Mändlings Friderich(1217. Er ſtarb 57 Jaht aü, in dem toten Jahr einer großen Regierung. In dem abendlaͤndiſchen Reich war Philipp kaum erkannt, ſo fiel er durch Meuchelmord, worauf Otty IV. angenommen wurde. Innocentius zürntez; die Fürſten verließen Otto, für Friderich, Sohn Heinrich VI. als er 17 Jahr alt war(1212). * 70,000 Mark iſt nach unſerm jezigen Geld 1,630,00 aber der Vergleichungswerth gegen jezt mag wohl 7,000,000 jl. betragen. ofl. uber — bis auf Rudolf von Habsburg(rayz). 135 Kaiſer Friderich II. war an Heldenſinn den alten großen Caͤſarn gleich, an Aufklaͤrung den meiſten uͤber⸗ legen. Bei ſeiner Erhabenheit war er von Gnade und Anmuth, äußerſt einnehmend, weil er in jedem, wer, woher, welches Glaubens er war, den Menſchen ſah. Die Paͤpſte nöthigten ihn zu dem Verſprechen einer Befreiung des heil. Grabes; er zauderte vergeblich. Manchmal war dieſes Abentheuer ein Vorwand für Steu⸗ ern. Da er nicht länger ausweichen konnte(1229), zog er nach Sprien, und ſchloß mit Maleck⸗el⸗Kamel(Mele⸗ din) Sultan Aegyptens, einen Vertrag, durch welchen dieſer ihm die Bberherrſchaft Jeruſalems, Bethlehems, Nazareth und andere beilige Derter 5ne Krieg uͤberließ. Als ſeine Feinde Italien verwirrten, eilte er zuruck und ſchlug ſie. Gregor 1X., der in ſeinem 85ſten Jahr den heiligen Stühl beſtieg, und, in immerwährendem Kampf mit Friderich, ihn 14 Jahre(bis in ſein 99. Jahr) heſaß, ſodann Innocentius 1W. vereitelten alles, was Friderich hätte vollbringen mögen, und verbitterten ſeine Regierung. Friderich ehrte die Jmunitäten ſo wenig, daß er Prieſter verſchneiden, hängen, verbrennen ließ. Er baute den Moslemin eile Stadt, und wohnte bei ihnen. Alle Lande des Papſts nahm der Kaiſer in Beſiz. 1244. Innocentius IV. begab ſich nach Frankreich, und berief zu Lyon eine Kirchenverſammlung, die von Geſandten aus Frankreich, Spanien, England, vielen teutſchen Fürſten, Grafen und Herten beſucht wurde. Hier wurde der Kaiſer eines Plans zu Ausrottung des chriltlichen Glaubens, der frechſen Läſterungen und vie⸗ ler andern Laſter beſchuldigt, worauf nach Anfuͤhrung älterer Beiſpiele, der Pap an der Spize des Eoncili⸗ iuhs ihn für gebannt und ſeiner Kronen verluſtig er⸗ rte. Teutſchland war Friederich getreu, bis ſelbſt Hein⸗ rich, ſein Erſtgeborner, abfiel, welcher gieichwohl das Opfer ſeines Leichtſinns wurde. 1246. Nach den Ausſpruchen der Kirchenverſamm⸗ Spaͤth Taſchenb. d. Weltgeſchichte. 7 146 VIII. Von Carl dem Großen(768.) lung wurde der Landgraf zu Thuͤringen, und auf deſſen ſchnellen Tod, Wilhelm, Graf zu Holland, ihm als Koͤ⸗ nig entgegengeſezt 1247). Friederich unerſchrocken wi⸗ derſtand, bis das Gluͤck in allen Laͤndern ihm ungetren wurde. Der Schmerz verzehrte ihn. 1250.). 1254. Weder Lonrad*, ſein Sohn, welcher in Behauptung ſeiner Erblande ſtarb, noch Wilhelm(1256. den ein anderer Unfall fortriß, noch der von einigen er⸗ wählte Richard(1257.)(Herzog zu Cornwall, des eng⸗ liſchen Koͤnigs Bruder), noch Alfonſo von Caſtilien, dem andere das Reich antrugen, noch irgend ein Fürſt, war in der Lage und Kraft, in Teutſchland die konigliche, in Eurppa die kaiſerliche Macht ſo herzuſtellen, wie die Kaiſer ſeit 400 Jahren ſie geubt hatten. Der erſte Vor⸗ ſtand des gemeinen Weſens fiel in eine ſolche Schwaͤche, daß die 25 Jahre nach Friderichs Tod(bis 1273.) ein eine Periode erledigten Throns, genannt worden. 1255. In dieſer Zeit vereinigte Walpode, ein Haupt der Buͤrger von Mainz, die oberteutſchen und rheiniſchen Staͤdte vom Fuße der Alpen bis zum Ausfluß des Mains in einen Bund gemeiner Vertheidigung ihrer Gewerbe und Handelſchaft, auf Straßen und Waſſern, gegen Judenwucher, ungebuͤhrliche Zolle und Raub. 1241. Klrz zuvor veranlaßte das Beiſpiel von Ham⸗ burg und Lübeck den Zuſammentritt aller niederteutſchen und nordiſchen Handelsſtaͤdte in die große Hanſa. 1251. Dieſe Einungen der Staͤdte, wodurch Bür⸗ ger und Kraͤmer ſich furchtbar machten, mißſielen den Großen. Partheiung zwiſchen Gibeilinen und Welfen, Edein iichi in jedem nie nnungen der Gewerbe bildeten ſich, und bemaͤchtigte 1 der oberſten Macht. ſ *) Pfiſters Geſchichte von Schwaben p. 32. ff. bis auf Rudolf von Habsburg(r273.). 147 Wien, Turin, Rom und Paris waren gefaͤhrliche Reſidenzen. Die Tſchecher(Name der Nation) wurden, ſeit ſie das von Bojern verlaſſene Bojoheim eingenommen, von ſchechiſchen Fürſten regiert, unter welchen Przemysl Staminherr einer lang herrſchenden Dynaſtie wurde. Die Tſchechen litten viele harte Anfaͤlle von den Köni⸗ gen der Ceutſchen, ſie mußten ihnen mehrmals ſteuerbar werden(1100.). Nach dem Tod Kaiſers Heinrich V. gaben ſie unter dem Herzog Sabieslaf die Verordnung, daß nie ein Fremder in Böheim herrſchen, oder ein Amt verwalten ſolle, und daß nach dem Tode des Herzvas der Buͤrger⸗ meiſter von Prag die Landboten zuſammen zu berufen habe, um mit Rath und Beiſtand der Prager Stadtob⸗ rigkeit in drei Tagen einen andern Herzog zu wählen; dennoch blieb unter den ſchwaͤbiſchen Kaiſern ein abhän⸗ giges Verhältniß 1200. Herzog Przemysl Ottokar war ſo glücklich, die königliche Wuͤrde nicht bloß fuͤr ſich, ſondern fuͤr glle Nachfolger zu erverben. Nebſt Voheim war auch Morawien(Maͤhren) unter ſeiner Herrſchaft. 1253, Wenzeslaf bewog die öſterreichiſchen Geſand⸗ ten, ſeinen Sohn Przemysl Hitokar II. zum Herrn, und zargarethen zum Gemal zu empfehlen. Die Herren Künring,(ein vor Alters vom Rhein her vach Heſterreich gebommenes Geſchlecht) unterſtuͤzten die Werbung um ſo lieber, da die Gunſt des Prinzen(er war in ihre Schwe⸗ ker verliebt) ihnen Vortheile hoffen ließ. Voͤheim, Maͤh⸗ ren, Heßterreich, die ſteierſche Mark und Krain(Er⸗ werbung des lezten Herzogs) wurden vereinigt, auch Kaͤrnthen brachte der neue Fürſt nachmals an ſich⸗ Der weiſe Markgraf zu Meiſſen, Gemal der Cyn⸗ ſantia(Margarethens Schweſter), zufrieden, daß er 8 7 148 VIII. Von Carl dem Großen(768.) Thüringen erwarb, ließ dieſe Anſpruͤche fallen. Der Prinz Friderich von Baden, Sohn Herrmanns, war minderjährig. Dieſer hielt ſich an Conrad(Conradin), Herzog zu Sibin⸗ Enkel Kaiſer Friderichs II., Sohn Con⸗ ra. 1268. Conradin wurde von den Italienern zu Be⸗ ſiznehmung ſeiner Erblande, der normannſchen Koͤnig⸗ reiche, eingeladen, deren Karl von Anjou, Bruder Lud⸗ wigs des Heiligen, Koͤnig von Frankreich, auf Einla⸗ dung der Papſte ſich bemaͤchtigt hatte(1265), und deſſen Verwaltung mißfiel. Als Conradin mit Friderich von Baden, ſeinem Jugendfreund, nach Italien kam, wurde er von den Freünden ſeines Hauſes und vielen, die ſein unwürdiges Schickſal rührte, wohl aufgenommen, Zu Rom ging ihm der Senator Prinz Heinrich von Caſti⸗ lien Königs Alfonſo Bruder) mit vielen Großen entge⸗ gen. Sicilien erklärte ſich für ihn. Viele napolitani⸗ ſche Herren verſtärkten ſein Heer⸗ Bei Tagliacogza wur⸗ de unglücklich geſtritten. Conradin und Friderich wur⸗ den gefangen. Karl von Anjou, gefuhllos und ungerecht, ſcheute ſich nicht, mit Billigung des Papſts, Conradin von Hohenſtaufen, den Enkel drei großer Kaiſer, der in ſein väterliches Erbe gekommen, und Friederich, ſeinen Freund, in der Stadt Negpolis oͤffentlich enthaupten zu laſſen.(Forderten die Schatten der normannſchen Herren, die ſein Aeltergater Heinrich IV. grauſam hin⸗ richten ließ, dieſes unſchuldige Blut²¹) In dem älteſten Vaterlande der Hiongnu beherrſchte an den Ufern der Selinga ein großer Chan 30,000 Fa⸗ milien. Er ſtarb, ehe Temudſchin, ſein Sohn, erwa ſen war. Als dieſer Jüngling geworden, hielt die Na⸗ tion an der Selinga eine Verſammlung. Ein Chodſcha Name von Gelehrten), durch Alter und Tugenden ehr⸗ wurdig, erhob ſich, und ſprach:„Brüder, ich ſab im bis auf Rudolf von Habsburg(1273). 149 „Traumgeſicht; der große Gott des Himmels, auf ſei⸗ „nem flammenden Thron, umgeben von den hohen Gei⸗ „Rern, ſaß zu Gericht über die Nativnen der Erde; ein „Spruch ging aus, und er gab die Herrſchaft der Welt „unſerm Fürſten Temudſchin, daß er allgemeiner Herr „(Dſchingis⸗Chan) ſei“(1206.). Da hoben alle Mogo⸗ len(Mungalen) die Haͤnde auf, und ſchwuren Temud⸗ ſin dem Dſchingis⸗Chan, in allen Unternehmungen zu oigen. „ Er brach auf aus der rauhen kalten Wüſte, ſiel ein bei den Sineſern, ſchlug die Dynaſtie Summ, eroberte die Hauptſtadt Yenking(Peking,, die Halbinſel Korea, zog durch das Gebirge, unterwarf Ti⸗ bet, kam bis Faſchimirien und erſchien an der Grenze des gewaltigen Sultans der Chowaresmier, welcher die Dynaſtie von Ghaur uͤberwunden und einen großen Oheil Hinduſtans, Perſien aber faſt ganz beherrſchte. Der Sultan Alg⸗ eddin⸗Mohamed wurde mit 400,000 Mann geſchlagen, ſein Land unterjocht. Maͤchtig zog der Czar des benachbarten Rußlands an die Kalka, ſtritt und wurde zur Flucht genoͤthigt. Als der Dſchingis⸗Chan ganz Aſien mit Ruhm und Schrecken ſeines Namens erfuͤllt, den Mogolen Geſeze und Kriegsordnung gege⸗ ben, ſtarb er in dem 6äſten Jahre ſeines Alters(12270. 1241. Oktai, Duſchi, Tuli und Dſhagatai ſeine Soͤhne, Guluch, Bati, Hulaki und Koblat⸗ ſeine En⸗ kel, ſezten ſeine Unternehmungen fort; vergeblich wider⸗ ſtanden die Summ, vergeblich der ruſſiſche Grosfürſt Alexander Newsky, Sieger von Lievland, vergeblich der Förſt der mohamedaniſchen Glaͤubigen. Von dem öſt⸗ lichen Meere, das die Kuſten Perſiens von Sina ſchei⸗ det, bis an die ſchleſiſche Oder war die Welt in Be⸗ wegung, in banger Erwartung der mogoliſchen Waffen. Der Nachfolger des Czars, Alexander Newsby, floh durch Lithauens Wälder zu bem König von Polen. Der Thron Ruriks, äber 360 Jahre der groͤßte dieſes Pordens, fiel in eine ſolche Abhaͤngigkeit von den Mu⸗ 130 VIII. Von Carl dem Großen G68.) golen, daß der„Chan der goldenen Horde“ 220 Jahre von dem Czar Steuern bezog und uͤber Ehre, Vermoͤ⸗ gen und Leben ſein Herr war. Batu, der Sohn Duſchi, da er dieſe That vollen⸗ det, zog an der Spize eines unermeßlichen Heers an die Grenze der weſtlichen Chriſtenheit. Zur ſiei Zeit lag der Kaiſer Friderich II. in großen Haͤndeln mit den Päpſten. In Frankreich ſaß Ludwig IX. auf dem wenig gefuͤrchteten Thron. Daͤnemark und Schweden waren unmaͤchtig. In Polen vermochte Boleslaf gegen ſeinen Dheim, den Her⸗ zog von Maskvvien ſich kaum zu erhalten. Alfo ver⸗ brannte Batu ohne Widerſtand Cracau. Bela IV., Koͤnig von Ungarn, Andreas Sohn, lie⸗ ferte den einbrechenden Mogolen(Tartaren) eine ent⸗ ſcheidend unglückliche Schlacht. Die Horden zogen aus olen hervor, verbrannten Breslau, und wurden zu erlin und Meiſen gefuͤrchtet. Bei dieſer plozlichen Gefahr mahnten Kaiſer und Cardinäle die Nationen zum Beiſtand der ſchleſi⸗ ſchen Fürſten. Viele Herren und Ritter eilten dem Her⸗ zog Heinrich zu Huͤlfe, der Nieder⸗Schleſien beherrſchte. Bei Wolſtatt unweit Liegnitz, geſchah die Schlacht,(1242.), eine der blutigſten, welche gegen öſtliche Barbaren ver⸗ loren worden. Alles Volk floh in die Berge. Der Feind ging nicht weiter. Indeß vollendete Kob⸗ lai, Sohn Tuli, der Mogole, die Einnahme von Sina. Japan wurde durch die Meereswellen gerettet. Zur ſelbigen Zeit ſaß auf dem Stuhle der Fürſten der Glaͤubigen vom Hauſe Abbas, Moſtaſem, Sohn Moſtanſers. Verloren war die Macht, groß der Glanz von Bagdad. Naſir⸗Eddin, der Erdbeſchreiber, deſſen gelehrte Ar⸗ beit der Chalife zerriſſen, weil jener aus Choraſan ge⸗ bürtig war, beredete den Hulaku, Enkel Dſchingis Chans, daß die Zerßoͤrung des Chalifats eine ſeiner wuͤrdige, bis auf Rudolf von Habsburg(1273.). 151 fär die Horden belohnende Unternehmung ſeyn wuͤrde. Gulaku belagerte und eroberte Bagdad(1256.). In dein 656ſten Jahr der Hedſchra wurde der Söſte Nachfolger des großen Propheten im Laͤrm der Eroberung ſeiner Hauptſtadt unter Pferden zertreten. Vierzig Tage wurde der alte Siz abbaſidiſcher Groͤße von den Mo⸗ golen geplündert; ihr Schwert raubte 200,000 Einwoh⸗ nern das Leben. Da zogen die Mogvlen mit großer Macht an das mittelländiſche Meer. Zum andernmgl erzitterte die europaiſche Chrißtenheit. Schon jiel Haleb, fiel Damuskus, Mogolen kamen bis in das heilige Land. Doch der Malekel⸗Modaſter Seif⸗ eddin⸗ Kothuz, Sul⸗ tan der Mamelucken in Aegypten, ſchlug ihr Hier bei dem Goligthsbrunnen(1260.) Sein Nachfolger, der Malek⸗ ed⸗Daher Abalfath Bibars Vondokdari entriß ibnen Syrien. Zu ihm floh Hakein Beamvillah Achmed Myſtaſer, vom Hauſe der Chalifen 11262.). Der Sultan gab ihm ehrfurchtsvoll zu Kahirg eine Freiſtaͤtte und ge⸗ nugſames Einkommen. Der Fluchtling beiehnte ihn im Namen des Propheten. Dritthalbhundert Jahre lebten die Titular⸗Fürſten eines Weltreichs von Wohlthaten der Mameluken. Philipp Auguſ., welcher die Normandie erworben, brachte durch die Heirath mit Iſabellen von Hennegau br130.) das Land Artvis zur Kryne, und eroberte na Abgang des Hauſes Vermandvis dieſe alte Grafſchaft nebſt Amiens(1135.. Ludwig IX., Koͤnig von Frankreich, hatte für ſei⸗ nen Kreuzzug gegen die Mohamedaner, den er im 13ten Jahrhundert unternahm(ta48.), ſelbſt Kinder ſo einge⸗ nommen, daß im Anfange des Jahrbunderts bei 60,000 aus mehreren Ländern Eltern und Schulmeiſter verlie⸗ ten, um nach dem heiligen Lande zu ziehen: in großen Haufen kamen ſie bis Marſeille und Brindiſt(1249). Kälte, Hunger und Frankheiten rafften die meiſten weg⸗ 152 VIII. Von Carl dem Großen(768.) S n an, die ägyptiſche Grenzfeſtung Damieta zu erobern. Robert, ſein Bruder, Graf von Artois, zog(gegen den Rath der Dempelherren) tiefer in das Land. Die neu befeſtigte Manſura wurde eingenommen. Der Feind führte den Nil in ihr Lager, und ſchnitt ihnen den Rück⸗ marſch ab. Der König wurde, ſtreitend, gefangen, ſein Bruder nie wieder gefunden, Ludwig zu einem ſehr ſtar⸗ ken Loſegeld und Ruͤckgabe der eroberten Städte geno⸗ thigt(1240). Dieſer Friede, welchen der Sultan Malek⸗el⸗ Moattam Turan⸗Sha ihm gab, erzuͤrnte die bahritiſchen Mamelucken, ohne deren Rath er geſchloſſen wurde(1250). Sie tödteten den Sultan, bemachtigten ſich der hoͤchſten Gewalt unter muthvoller Anführung des Malek⸗el⸗ Moez Az⸗ed⸗din Ibeck Gaſchnekir, ihres Hauptmanns, und gaben ihm die ſchöne Shagr⸗ed⸗Dorr, Stiefmutter des lezten Sultans. Ueber dritthalbhundert Jahre regierten in 43 Regie⸗ rungsveränderungen die Sultane der Mamelucken. Im⸗ mer durch ſchoͤne Jünglinge vom Caucaſus erfriſcht, be⸗ hielten die Mamelucken ihre Kraft. Als Ludwig die Freiheit erkauft hatte, begab er ſich nach Acco(Ptolemais), der einzigen feſten Stadt, welche im heiligen Lande den Chriſten noch blieb, Viele Ge⸗ fangene wurden durch ſein Geld befreit. Er ſelbſt blieb 4 Jahre in dieſen Gegenden. 1250. Um dieſe Zeit aͤrkte ſich im Libanon die Macht und Religion der Druſen. Ein Perſer, Mo⸗ hamed Ebn Jomael, war mehr als 200 Jahre zuvor (10200, Urheber des Glaubens:„daß Gott ſich den „Menſchen viermal in allen Zeiten, einmal zur Zeit „Jeſu, einmal zur Zeit Mohameds, endlich durch Ha⸗ „kem, einen Fatimiden, Herrn Aegyptens, geoffenbaret „habe, Hakem aber der getreueſte Ausleger ſeines Wil⸗ „lens ſei, indem Jeſus von Gott verlaſſen, und einem „ſchwaͤblichen Tode uͤbergeben, Mohamed von einem boͤ⸗ bis auf Rudolf von Habsburg 61273 „ſen Geiſt beſeſſen worden, Hakem Gott ſelber ſei; ewig „werden die Druſen, immer im Verborgenen ihm die⸗ „nen; es ſey ihnen erlaubt, Moſcheen und Firchen „verſtellter Weiſe zu beſuchen“ Im übrigen halten ſie ſich frei von Geboten, welche den Genuß der Sinnenluſt einſchränken. Alle Freitage leſen ſie ihre Buͤcher und eſſen etwas Brod mit gedörrten Weintrauben; ſie ſollen eine eherne Idole haben. An einer Frage erkennen ſie ſich. Ihr Geheimniß halten ſie ſo feſt, daß man erſt in neuerer Zeit(1732.) etwas grund⸗ licheres daruͤber zu wiſſen anfaͤngt. 1233. Ludwig IX. erwarb durch Kauf die wichtige Grafſchaft Macon, Vier große Vogte(Baillis) empfin⸗ gen ſchon unter Philipp Auauſt(dem Großvater Lud⸗ wigs) im Vermandois, zu Sens, zu Macon, zu St. Pierte⸗le⸗Mouſtiere die Appellation von den Gerichten der Großen Der König war der anerkannte Waͤchter der Gerech⸗ tigkeit: wem Recht verſagt wurde, der ſand es bei des Koͤnigs Vogten. Als Dberlehensherr nahm er Kenntniß von alten Klagen, wobei die Lehenspflichten intereſſirt. ſeyn mochten. Ludwig IX., in ſeiner Sitten⸗Einfalt ſo liebenswürdig, wenn er nach der Meſſe auf dem Ra⸗ ſen unter einer Eiche des Waldes bei Pincenncs jedem Franzoſen Gehör und Gericht gab, dieſer durch ſeine Gortſeligkeit ſo vexehrungswuͤrdige König, deſſen gerech⸗ tem Urtheil auswaͤrtige Fürſten unde dächtig ihre Händel unterwarfen, der in ſeinem Noth rüche der Weisheit⸗ redere, und unter ſeinem Vols wie Vater und Hirte er⸗ ſchien, gab Geſetze(Ptablissemens), deren Ueb⸗ rretung eine Suͤnde ſchien. Bie der koͤniglichen Entſcheidung. vorbehaltenen Faͤlle(cas royaux) vervielfaͤltigten ſichs: welcher Franzoſe hätte nicht wollen von dem heiligen Lubwig Urtheil nehmen? Vorwals wurde das Reich durch Waffen, nun das Könisthum dy ch Tugend gegründet. 1230 Koͤnig Ludwig IX. ſchlug die kaiſerliche Krone⸗ aus, und ſuchte nichts jenſeits der Pyrenäen. Er nahmt 154 VIII. Von Carl dem Großen(768.) die aͤlteſte Tochter des Grafen Raymund von der Pro⸗ vence; doch ließ er geſchehen, daß Raymund ſeine vierte Tochter zur Erbin der Grafſchaft einſezte, welche Karln, des Königs Bruder, zum Gemahl hatte; durch die Hei⸗ rath ſeines Sohnes, des Grafen Robert von Clermont, mit Beatrix von Bopurbon, deren Mutter ihrem Gemahl (dem Prinzen Johann von Burgund) Bourbon zuge⸗ bracht hatte, kam der Name und die Herrſchaft Bour⸗ bon in das koͤnigliche Haus. 1270. Ludwig unternahm, 16 Jabre nach ſeiner Zu⸗ rückkunft aus Paläſtina, einen zweiten Kreuzzug wider die Abuhaſſier zu Tunis. Den 16. Juli 1210 wurde in Syanien die Pber⸗ hand der Chriſten uͤber Araber oder Mauren fuͤr immer entſchieden: an dieſem Tage ſritt Alfonſo VIII., König von Caſtilien, mit Hülfe der Fuͤrſten ſeines Glaubens, un⸗ ſern Ubeda, im Reiche Jaen, auf der Wahlſtatt las Na⸗ vas di Toloſa wider das unermeßliche Heer des Malek⸗en⸗ Naſr⸗Mohamed, mowaheddiſchen Fuͤrſten von Maroeco, und erkaͤmpfte vollkommenen Sieg. 1230. Da Alfonſo's einziger Sohn ohne Erben ſtarb, folgte Ferdinand(1236.), der Sohn ſeiner Tochter, wel⸗ cher Caſtilien und Leon vereinigte. 1248 Hierauf eroberte dieſ rBanza, Cordova und Se⸗ villa. Im Kaſr(Pallaſt der grabiſchen Fürſten zu Se⸗ villa) ſchlug Ferdinand ſeine Reſidenz auf, ging aus von da und eroberte Cadiz(1250). Die Hauptmacht der Ara⸗ ber reducirte ſich auf Grenada. In Spanien begünſtigte die Kirche das Königthum; ſie trus bei, Koͤnige von einer freien Denkungsart um Thron und Leben zu bringen, aber die Grundfeſte der Macht wurde erbalten. Auch die weſtgothiſchen Könige hatten ſich des Ditels„katholiſcher, rechtglaͤubiger, allerchriſt⸗ —— bis auf Rudolf von Habsburg(1273.). 155 lichſter Konige und Freunde Gottes“ geruͤhmt; ſo erſchie⸗ nen ihre Nachfolger am liebſten als Hauptleute des hei⸗ ligen Krieges für die Kirche und den Glauben. Chron und Altar unterſtuͤzten ſich zu andern Dingen, als wozu dieſe Vereinigung heilſam iſt: Quo fonte derivata clades In patriam populumqne fluxit. Anmerkung. Noch zur Zeit Ludwigs VII., Kö⸗ nigs von Frankreich, ſchrieben kaiſerliche Miniſter von wegen„ihres durchlauchtigſten und auguſten Herrn, Sei⸗ „ner Epcellenz dem Konig von Frankreich“ wie einem untergeordneten Fürſten. Aber zur Zeit Kaiſers Frie⸗ drich I. ſchon, war in der ganzen Chriſtenheit, nach dieſem, der Koͤnig von Frankreich der gewaltigſte Fürſt. Dieſe Koͤnige gründeten durch Zuſammenbringung der Provinzen feſtere Gewalt in ihrem eigenen ſchönen Lande, als daß ſie jene Univerſal⸗Macht geſucht haͤt⸗ ten, wydurch die Kaifer in große Unfaͤlle gerathen waren⸗ X. Von Rudolf von Habsburg(1273.) bis auf Kaiſer Marximilian I.(1403.). 1250— 1273. In der Interregnums⸗Zeit nach Kai⸗ ſer Friedrich 11. Tode hatten über 60 von den Atpen dem Rheine nach bis Cölln gelegene Stäͤdte den rheini⸗ ſchen Bund errichtet, welcher zu Mainz, Worms und Strasburg ordentlich Tage hielt. Ichtzig Handelsſtaͤdte im Norden, wovon Bremen, Hamkurg, Lübeck, Braun⸗ ſchweig, Erfurt und Danzig die vornehmſten waren, mit welchen London, Brügge, Bergen und Nowgorod ſich vereinigt hatten, bildeten den hanſeatiſchen Bund. Beibe Syſteme hatten Handels⸗Intereſſen zum Grund. 156 IX. Von Rudolf von Habsburg(r273.) Waͤhrend das Reich ſelbſt ſchwach war, blühtem maͤchtige Reichsfuͤrſten Hiedurch veraͤnderte ſich der Nationalſinn; je mehr die Herrſchaften i verein⸗ zelten, deſto mehr nahm der Gemeingeiſt ab. Das Bild alter Freiheit erhielt ſich nur in den Probinzen, wo keine mächtigen Fürſten waxen, in Franken, Schwaben⸗ den Rheinlanden. Mit dem Hauſe Hohenſtaufen erloſch das Herzogthum zu Franken und Schwaben. Hierauf traten die Reichsritter in einen Verein. Die Reichsfürſten wünſchten einen Kaiſer, der weiſe genug wäre, um Ordnung einzufähren, und nicht ſo muaͤchtig, daß er Priogtabſichten gefährlich ſeyn könnte. Jezt vereinigte Graf Rudolf aus dem Hauſe Habs⸗ burg durch Muth, Klugheit und populäre Manieren die Achtung der Großen und Bürger(1273). Ihn erhoben die Fürſten auf den Thron des teutſchen Reichs. Zwiſchen den Grafen von Habsburg unb Würtemberg(Eberhard) herrſchte Eiferſucht, welche in der Folge(1309) durch Kaiſers Heinrich VII. Dhronbeſtei⸗ aung wieder gehemmt wurde. Die neuen Reichs⸗Land⸗ vogte, Graf Hugo von Werdenberg und Graf Albrecht von Hohenberg traten(1275.) in ein neues Buͤndniß un⸗ ter Graf Eberhard von Wuͤrtemberg, der nür viel⸗ leicht einige Jahre zu ſpät auftrat, um ſich an Rudolfs. Statt zu jener Größe des teutſchen Kaiſers zu erheben. An Scharfblick, an Muth und Entſchloſſenheit wurde er von keinem uͤbertroffen, und es gelang ihm, bei dm Sinken der meiſten alten Grafenhuͤuſer, fein Land be⸗ trächtlich zu vermehren. Nachdem Rudolf den Przemysl Ottokar, König von Boͤheim, Herzog zu Deſterreich, zu Erkenntniß der Le⸗ henspflichten genöthiget, lezterer aber Krieg erneuert, erhielt Rudulf auf dem Marchfelde in Beſterreich ent⸗ ſcheidenden Sieg(1273).. 1270 Im Frieden überließ Rudolf dem jungen Wen⸗ zeslaf das angeſtanmte Königreich und gab ihm ſeine ſchoͤne Tochter; Deſterreich, die Steiermark, Kärnthen den von bis auf Kaiſer Maximilian I.(1495.). 157 und Krain wurden als erledigte Reichslehen eingezogen, und 4 Jahre lang zu des Rei s Handen verwaltet. 1252 Hierauf belehnte Rudolf mit Einwillizung der Churfürſten auf dem Reichstage zu Augsburg ſeine bei⸗ den Söhne, die Grafen Albrecht und Rudolf mit dem Herzogthum zu Deſterreich, der Steiermark, Windiſeh⸗ mark und Frain, wovon das habsburgiſche in der Folge auch das öſterreichiſche Haus genannt wurde; ſeinem Freunde, dem Landgrafen Meinhard von Tirol, aus dem Hauſe der Grafen von Goͤrz, gab erdas Herzogthum Kärnthen. Albrecht heirathete deſſen vortrefliche Tochter. Die Land⸗ grafſchaft in dem obern Elſaß war dem Hauſe Habshurg angeſtammt, nebſt Gütern in Schwaben, welche König Rudolf durch die Erbſchaft ſeiſer Mutter, die Grafſchaft Kiburg, und mancherlei Verträge, wodurch Lucern, Frei⸗ urg im Uechtlande, die Kaſtvogtei zu Sekingen und einzelne Güter erworben worden, betraͤchtlich bermehrte. 1291. Rudolf ſtarb, nachdem er die Größe ſeines Hauſes befeſtiget, im hohen Atter. Die Churfürſten, aus Abneigung und Eiferſucht ge⸗ gen ſeinen Sohn Blbrecht, erwätlten Graf Adolf von Paſſau zum Koͤnig 1204.), aus dem Geſchlecht Otto's, Bruder desjenigen Conrads, der. nach den Carlowingen Koͤnig der Teutſchen geworden. Adolf warf ſein Aug auf Thüringen Der Markgraf Albrecht von Meiſſen Lab es ihm zu kaufen. Adylf, um die hiezu noͤthigen Gelder zu erwerben, trat mit Kö⸗ nig Edward von Enaland in einen Subſißien⸗Traktat. 1298. Albrecht von Oeſterreich bildete ſich eine ſtarke Parthie. Er wurde an Adolfs Stelle erwählt⸗ Dieſer, ein tapferer Herr, ſtritt wider ihn ungluͤcklich, er fiel, man ſagt durch Albrechts Hand. 1305. Albrecht, da er mit ſeinem Schwager, dem König Wenzeslaf, mehrmals gebrochen; bediente ſich des Anlaſſes der, mit deſſen Sohn erfolgten Erlöſchung des böhrimiſchen Känigs⸗Geſchlechts, um die Stande zu nö⸗ thigen, ſeinen Sohn Rudolf auf den Thron zu ſeten. 158 IX. Von Rudolf von Habsburg(173.) Albrecht beunruhigte ſogar in den Alpen die an ſeine Stammguͤter grenzenden kleinen Voͤkkerſchaften. Unter ſeinem Arm erlag der Erzbiſchof Rudolf zu Salzburg. Aber er wurde, wie man glaubt nicht ohne Wiſſen meh⸗ rerer Fürſten, von Johann, ſeinem Nefſen, dem er ſein Erbtheil vorenthielt, umgebracht(1303.). Nach ſeinem Tode wurde, bis in das vierte Geſchlecht, keiner von ſeinem Hauſe Koͤnig der Teutſchen. Graf Heinrich von Luremburg, der nur perſoͤnliches Verdienſt für ſich hatte, folgte auf dem Thron der Teut⸗ ſchen. Dieſer wußte die boͤheimiſchen Herren zu vermo⸗ gen, daß ſie ſeinen Sohn Johann erwählten. So ßel dieſe Krone nach der Ermordung Wemzeslafs, lezten Sproßlings der alten Könige, nach Rudolfs von Beſter⸗ reich kurzer und Heinrichs von Kaͤrnthen ſchwacher Ver⸗ waltung an die Grafen von Luxemburg. Johann heira⸗ thete die Primeſſin Eliſabeth, Schweſter Wenzeslafs. 1204— 1303. Nie hatte das Papſftthum großere Er⸗ ſchutterung erlitten, als durch die Haͤndel Bonifaz VIII. mit Philipp dem Schönen, Konig v. Frankreich. Cardi⸗ naͤle vom Hauſe Colonna, flohen vor der Verfolgung des gegen ſie aufgebrachten Papſtes zu dem König. Er, im Streit mit Rom, weil er einen Biſchoff gefanglich einge⸗ zogen, und einen Zehenden auf die Güter der Geiſtlichkeit gelegt hatte, nahm ſie auf. Bonifaz behauptete den Grund⸗ ſaz allgemeiner Dberherrſchaft ſeines Stuhls über alle geiſtliche und weltliche Macht und erinnerte den Koͤnig, daß er durch ihn herrſche. Dieſe Bulle ließ Philipp vor einer Verſammlung der geiſtlichen und weltlichen Großen ſeines Reichs ver⸗ brennen. Als Philipp zugleich vernahm, wie der Papßt 2 ſuchte, den Koͤnig der Teutſchen, Albrecht, wider ihn zum Rriege zu reizen, ſandte er den verbannten Sciarra Cv⸗ lonna, und den franzöſiſchen Hrn. Wilhelm Nogaret bis auf Kaiſer Maximilian 1.(rg95.). 159 ach Italien. Sie fanden den Papſt ohne Bedeckung in 1eelu Stadt Anagei, in dem Drnat ſeiner Wuͤrde, entſchloſſen eher zu Kerben, als nachzugeben. Sie miß⸗ handelten ihn und ſchloſſen ihn ein Benachbarte Herren waffneten für ſeine Befreiung. Daruͤber verließen jene die Stadt Anagei am zten Tage. Er ſtarb nach 35 Ta⸗ gen von Gram und wuͤthenden Zorn verzehrt(1503.). Benedikt Xl. vergab dem König 1505. Als Clemens V. mit des Königs Genehmigung Papſt wurde, hielt dieſer ſich immer in Frankreich, mei⸗ ſtens zu Avignon auf. Sechs auf einander folgende, aus franzoſ. Geblüt entſproſſene Papſte folgten dieſem Beiſpiel. In dem 13ten Jahrhunderte trug ſich in Toskana zu, daß eine reiche Wittwe vom Hauſe Donati ihre ein⸗ zige ſehr ſchoͤne Tochter einem Buondelmonti zu berheirg⸗ then gedachte. Dieſer junge Ritter hatte aber ſchon frü⸗ ber einer Tochter vom Hauſe Amedei ſein Wort gegeben⸗ Er nahm es auf Bitten der Donati zurüͤck. Die Amedei traten hierauf mit ihren Verwandten, den Uberti, zuſam⸗ men, und, als der Ritter Buondelmonti ſeiner Gewohn⸗ heit nach an der amedeiſchen Burg einsmals vorberitt, und an ſeinem Schneeweiſen Pferde von ferne erkannt worden, brachen 4 entſchioßene Maͤnner hervor, und i fiel bei einer dortigen Statüe des Mars 1240). Der Kaiſer Friderich war für die Uberti. 1250 Silveſter von Medicis mit einer ſarken Par⸗ thei unter den Bürgern vertrieb die Uberti, und führte eine Stadt⸗Regimentsform ein. Bald wurde Florenz die mächtigſte Stadt in Los⸗ d. Die berwieſenen oder verſtoßenen Gibellinen unterlie⸗ ßen keinen Anlaß zu Störung der innern Ruhe. „Da geſchah, daß in einem Waffenſpiele Geri Can⸗ tellieri, von gutem Hauſe aus Piſtoja, durch ſeinen Vet⸗ kan 160 IX. Von Rudolf von Habsburg(12730) ter Lore üͤbel verwundet wurde. Als dieſer auf ſeines Vaters Befehl zu Geris Vater kam ihn um Vergebung zu pitten, ſprach dieſer:„nicht Worte, ſondern Eiſen hei⸗ let, was das Eiſen fuͤr Wunden ſchlug,“ und ließ ihm die Hand abhauen. Die Factionen der Schwarzen(Guelfen) und der Weiſſen(Gibellinen) bildeten ſich. Dieſe wurden durch die Staͤrke der Guelfen vertrieben. 1200. Bei dem allem wurde Florenz immer volkrei⸗ cher und ſchöner. In dieſen Zeiten erhob die kunſtreiche Hand des Giotto den Roberts⸗Thurm. Auch die Verfaſſung von Venedig bildete ſich im 13ten Jahrhundert. 1297. In dem sten Jahr der Verwaltung des Doge Pedro Gradenigo geſchaß die große Serratura del Con⸗ ſiglio, wodurch alle diejenigen, die in felbigem Jahr und in den vier vorhergehenden dem großen Rath einſt beigezogen worden waren, von demſelben ſamt ihren Nach⸗ kommen ausgeſchloſſen wurden. 1310. In dem vorletzten Jahre dieſes Doge faßten die Edlen: Ba monte, Tiepolo, Baſeggi und Guerini den Entſchluß, die neue Regierung umluſtürzen. Man erzählt ſich, ein Weib, die an ihr Fenſter eilte, weil ſie den erhobenen Lerm ſehen wollte, warf einen darvor ſie⸗ henden Blumenſtock um, welcher auf den Kopf des vor⸗ übergehenden Tiepolo fiel und ihn tödtete. Allein dieſe Nachricht ſcheint ungegruͤndet. Denn die Urkunden am Ende der danduliſchen Annalen zeigen, daß er wenigſtens 1513. noch lebte Die Verſchwörung wurde verraten; einen ganzen Dag wurde hart geſtritten; endlich erhielten die Verſchworenen Erlaubniß, auf Uhrfehde Venedis ver⸗ laſſen zu dürfen. 1311. Ein Jahr ngch der Verſchwörung in Venedis kam Heinrich VII, König der Teutſchen, nach Italien. Mailand fand er getheilt zwiſchen der Parthei des Hau⸗ ſes della Torre(meiſtens Guelfen), und den gibelliniſches bis auf Kaiſer Maximilian 1.(1405.). 167 Visconti. Die Leutſchen erregten bei den Buͤrgern Miß⸗ vergnügen.. In einem Aufruhr erſchlug Visconti, durch Hülfe der Seutſchen, die meiſten Torre; die übrigen wurden ver⸗ wieſen, ihre Güter eingezogen, und bald nach dieſem wurde Matteo Visconti zu des Reichs General⸗Vikarius ernannt. Dieſer nahm nach einigen Jahren(1317) den Titel eines Oberherrn von Mailand än., Amadeus, Graf von Savoyen, rieth dem Koͤnig Heinrich bei ſeiner Ankunft in Italien, an der Partheiung der Guelfen und Gibellinen keinen großen Antheil zu nehmen. Aber ſeine Ankunft erregte die Beſorgniß aller, die ſich unabhängig gemacht. Florenz verbündete ſich ei⸗ lends mit König Robert von Neapel. Heinrich bereitete gegen ſeine Feinde kraftvollen Widerſtand; aber er ſtarb iu Piſa(man glaubt von Gift) unvermuthet. Sein Sohn Johann bekuͤmmerte ſich weder um die Reichs⸗Krone, noch um Italien, indem er ſich allein da⸗ mit beſchaͤftigte, ſeine Macht in Boͤheim zu gkänden. Intwiſchen begünſtigte er doch den Herzog von Baiern Ludwig, der von einem Theil der Kurfürſten zum König er⸗ wählt wurde(314.), während die Stimmen anderer auf den Herzog Friderich von Beſterreich fielen. 1322 Hicraus entſtand im Reich eine gjaͤhrige Un⸗ rube, welche durch die Schlacht bei Müͤhldorf für Lud⸗ wig, entſchieden wurde, und zwar vornehmlich durch die unerwartete Ankunft des Burggrafen Friderich von Nürn⸗ berg. Dieſer bekam den König Friderich und viele Groſ⸗ ſen von Beſterreich gefangen. Auch Heinrich, Herzog von Kärnthen, wurde von dem Koͤnig Johann gefangen, mit welchem er zuvor über die Krone vön Voͤheim geſtrit⸗ ken hatte, Doch Ludmig fürchtete die Eiferfucht der . Reichsfürſten und den Einfluß des ihm unguͤnſtigen Pap⸗ ſes; ſeine Abſicht war auf Italien gerichtet, als ſchon Fohann ihm unter den Lofbarden Feinde zu erregen trachtete. Dieſes zuſammen bewog ihn zu einem Frieden, 162 M. Von Rudolf von Habsburg(1273.) der auch Friderich von Deßterreich anßtaͤndig war(1325.), welcher als Mitregent erkannt wurde.. 1322. Als in Brandenburg der herrſchende Zweig vom Hauſe Anhalt erſtarb, erwarb Ludwig dieſes Land feinem erſtgebornen Sohne gleichen Namens. Dem König Johannn wurde nebſt Eger die Lauſitz abgetreten. Die Politik des Hauſes Luxemburg und der Einfluß des Papſtes ließen dem Koͤnig Ludwig und ſeinem Hauſe keinen rußigen Genuß. Er nahm nach einer muͤhevollen Renierung(auch ſeinen Bruder Rudolf, Kurfürſten von der Pfalz, hatte er lange wider ſich) plotzlichen Tod. Nach ſeinem Tod wurde Karl von Luxemburg, Sohn und Rachſolger Königs Johann von Böheim, allgemein als Kaiſer verehrt. Karl hatte ſich auf der Univerſität Paris und am Hofe der franz. Koͤnige gebildet. Meklenburg und Ellwangen erhob er in den Reichs⸗ fürſtenſtand. Den Markgrafen von Meiſſen, den Gra⸗ ſen von Schwarzburg, ertheilte er Erbaͤmter. Seinem Bruder Wenzeslaf, Grafen von Luremburg, dem Grafen von Bar, dem Markgrafen von Juͤlich, gab er den her⸗ zoglichen Titel. 1356. Er ordnete jenes unter dem Namen dtr golde⸗ nen Bulle pefannte Rrichs⸗Grundgeſez über die Wahl teutſcher Könige. Er ſiftete für die Boͤhmen, Polen, Sachſen, Baiern eine Univerſität zu Prag, und erkaufte mit ſeinem geſammelten Schatz ohne Bedrückung des Lan⸗ des die obere Pfalz von Ruprecht, nebſt Brandenburg von Otto, Ludwigs Sohn. Karl bediente ſich dabei der unfurſtlichen Gemuthsſtim⸗ mung Bttos, ſeines Eidams, Sohnes Koͤnigs Ludwigs, um die brandenburgiſchen Marken an ſich zu bringen, ſo wie ſite ſein Pater gewußt hatte, Schleſien von der erbindung mit Polen ab und an ſich zu ziehen(1335.). 1373. So herrſchte Karl IW. erblich von der öſterrei⸗ hiſchen bis an die pommeriſche Grenze. Als er ſeinen Tod näͤhern ſah, trat er dem Churfürſten Rheinzolle ab⸗ bis auf Kaiſer Maximilian 1.(1405.). 163 gewann jeden auf ſeine Weiſe, endlich durch ein Geſchenk S 100,000 fl., auf daß bei ſeinem Leben Wenzeslaf, ſein ohn, zum König erwählt wurde.. 3. Aber Wenzeslaf äußerte früh ſolche Grundſaͤze, welche weder der Geiſtlichkeit noch den Reichsſtaͤnden ge⸗ ſielen. Jener ließ er keinen bedeutenden Einfiuß; ein S. Herzog Przemysl von Leſchen wurde Reichs⸗Vice⸗ anzlet. Er begünſtigte die Anfänge der Kreis⸗Verfaſſung. Die Großen Vöheims, die ihn dem Volk zu gunſtig fanden, nahmen ihn, unter dem Vorwand gewalithati⸗ ger und ſittenloſer Handlungen gefangen, und gaben ihn in Verwahrung der Herzoge von Deſterreich(1394.). Nach 6 Jahren, als er bereits wieder entkommen wat, wurde er von den geiſtlichen Churfürſten, und von dem Pfalzgrafen(der bald ſein Nachfolger ward) des Reichs entſezt(1400.). Er ftellte ohne vicles Bedenken die Ent⸗ aus, und begnuͤgte ſich mit der Krone öheims. Nachdem der an ſeiner Statt erwaͤhlte Herzog Fride⸗ rich von Braunſchweig auf dem Rükweg ermordet wurde 1400)., erwarb hierauf Ruprecht, Pfalzgraf bei Rhein, die Krone. Nach deſſen Tode vereinigten ſich ale Stimmen auf Siegmund, König von Hungarn(Wenjeslafs Bru⸗ der)(1411). Hungarn, Dalmatien, Bosnien, hatte er durch ſeine Gemalin, Maria bon Anjon, erworben. Acht Fahre nach ſeiner Wahl zum König der Teutſchen hinter⸗ ließ ihm ſein Bruder Boheim. Von dem Pabſt erhielt er die Kaiſer⸗Krone(1419). Er regierte in Maͤhren, Lau⸗ ſitz, Schleſien und Brandenburg. 4 er aber eingewilligt hatte, daß an Johann Huß ſein nigliches Geleit gebrochen, und dieſer populäre böheimiſche Lehrer zu Coſtanz lebendig verbrannt wurde, da wurde Sigmund dem Volke ſo verhaßt, daß er einen ehiähr. Krieg wider Ziska, Prokopius und andere huſſti⸗ ſche Heerfüͤhrer zu beſtehen hatte(1414). Der Geldmangel vöthigte ihn, daß er dem tapfern und klugen Burggralen ¹9 162 M. Von Rudolf von Habsburg(1273.) Lon Nuͤrnberg, Friderich von Hohenzollern, das Churfuͤr⸗ ſtenthum Brandenburg um 400,000 Mark(9,600,000 fl. unſres Gelds) verkaufte(1417). Ebenſo trug er dem Markgrafen von Meiſſen, Friderich, nach Abgang der ſaͤchſiſchen Churfürſten vom Hauſe Anhalt, ohne Ruͤkſicht auf die zu Lauenburg reſidirende Linie, den Churhut Sachſens gegen 100,000 Mark(2,400,000 fl.) auf(1422). 1437. An die Schweizer verauſſerte er die Habsbur⸗ giſche Stammguͤter. Er ſtarb 1437.. Albrecht, Herzog zu Heſterreich, war ſein Eidam. Dieſem machten die Hungarn bei der Krönung zur Be⸗ dingniß, daß er die Krone des teutſchen Reichs nicht an⸗ nehme Doch nachdem die Churfuͤrſten den Markgrafen von Brandenhurg vergeblich zur Annahme der Krone ge⸗ kaden, geſchah, daß nach endlich erfolgter Einwilligung der Hungarn(1438.), doch auch dieſe auf dem Haupt Albrechts vereinigt wurde. Bald nachher ſtarb er(143099. In ſeinem Antheil der teutſchen Erblande, in ſeinem Rechd auf die Wahl zu den Königreichen Hungarn und Boͤheim, ſolgte der, nach des Vaters Tod geborne Sohn⸗ Ladislaf(1440). Während deſſen Minderjährigkeit erwaͤhl⸗ ten die Hungarn den Koͤnig in Polen Wladislaf. Die teutſche Krone wurde dem Herzog Friderich III. von Heſterreich aufgetragen. In Boͤheim vereinigte Ge⸗ ora Podinbradsky die Wuͤnſche der herrſchenden Faction und der unpartheiiſchen Wohlßeſinnten⸗ 1343. Robert von Anjou, Koͤnig von Neapel, war einer der großten Fuͤrſten, welche nach dem Untergang der Kaiſermacht in Italien regiert haben. Er ſtarb 1485. 1345. Nach ihm ließ Johanna, ſeine Enkelin und Nachfolgerin, ihren Gemal Andreas(von dem hungari⸗ ſchen Zweige ihres Hauſes erwürgen. Hiedurch zog ſie ſich und ihrem Staat die Rache ſeines Bruders, Koͤnigs Eudwig I. von Hungarn, zu. 332 Ihr Vetter Karl, Herzog von Duratz, nahm das Koͤnigteich ein, und erwürgte ſie(1566.) bis auf Kaiſer Maximilian I.(rg93.). 165 Auch dieſer Se er ſi den hungariſchen ron zu ſchwingen ſuchte, ermordet. i Anzn, Bruder Karl IW.(Königs von Frankreich, der unglücklichen Johanna adoptirter Sohn, nahm Negpel in Anſpruch, aber vergeblich. Lanzelot, Sohn Karls von Durazzo, ließ Ludwig bloß den Koͤnigs⸗ titel. Lanzelot, im Lauf ſeiner Siege, ehe er noch ſein Loſtes Jahr erreicht, als er vyr Perugia lag, verliebte ſich in die Tochter eines dortigen Arztes, welche nach dem Genuß der Wolluſt den Helden vergiftete(4140). 1414. Seine Schweſter und Nachfolgerin Johanna II. hatte Ungang mit Pandolfello Alop, einem Juͤngling von geringer Geburt, welches Aergerniß und Neid erreg⸗ te. Endlich gab ſie, genoͤthigt, ihre Hand dem franzs⸗ ſiſchen Prinzen, Grafen Jacob de la Marche.(1415.). i im Vertrauen auf ſie, ließ ſich zum Koͤnig aus⸗ rufen. Jacob Sforza vpn Contignuola, im Einverſtaͤndniß mit der beleidigten Fürſtin, vertrieb den Grafen de la Marche. 1420. Hierauf itiiehStr⸗ um der Koͤnigin wich⸗ tiger zu werden, ihren Dienſt, welche Alfonſo den Wei⸗ k König von Arragonien und Sicilien, zum Erben einſezte. Der Widerſtand jener Titular⸗Könige bom Hauſe Anjou war zu ſchwach; ſie vermochten nur die nähere Provence zu behaupten. Alfonſo ſuchte ſich der Vurgen zu verſichern, welche die Stadt und Meeresbucht be⸗ herrſchen. Als Johanna dieſes merkte, verſoͤhnte ſie ſich mit Sforzg(1424.), vertrieb die Arragonier, und be⸗ rief den Titular⸗König Ludwig. 135. Nach dieſem gewann Alfonſo ihre Gunſt wie⸗ der, ſie ſtarb, und er behauptete ſein Recht mit Ge⸗ walt. Neapel und Sicilien wurden auf dieſe Weiſe nach 175jaͤhriger Trennung vereinigt. 166 IX. Von Rudolf von Habsburg(1273.) 1347. Die Colonna und Orſini ſtritten um die Ober⸗ hand in Rom. Nikolgus Rienzi verſuchte indeß die Be⸗ freiung Roms durch Errichtung eines Volks⸗Tribunats. Das römiſche Volk, für einen ſo geliebten Namen, er⸗ griff die Waffen; das Capitolium wurde eingenommen, die Feinde der Freiheit vertrieben. Rienzi, ſonſt ein Mann von Muth und gerecht, nahm unverſehens, als wenn die Anſtrengung ihn erſchöpft, als wenn die Groͤße des Gedankens ihn niedergedruͤckt hatte, die Flucht. Karl IV. ſandte ihn dem Papſt gefangen nach Abig⸗ non. Nachdem hierguf Francescb Baryncegli das Werk zu behaupten verſuchte, ſandte der päpſtliche Hof den Rienzi ſelber zuruͤck, worauf er den Baroncegli, ihn aber die Colonna erſchlugen. Papſt Clemens VI. ſandte in dieſer äußerſten Verwirrung vier Cardinaͤle zu Herſtellung der Ordnung. Iralien ſeufzte endlich nach der Gegenwart eines Papſtes, deſſen humaner Einfluß die Graͤuel mindere, Dieſes bewog Gregorius IX.(Neſfe Clemens VI.) 11376.) ſich nach Rom zu begeben. Er ſtarb bald hierauf(1373). Die Cardinaͤle konnten ſich nicht vereinigen, ob⸗ nach dem Willen des drohenden Volks, ein Italiener, oder ob, nach dem Wunſch der mehreren Wahlherren, ein Franzoſe zu erhoͤhen ſei. Donato von Venedig, ein ſehr alter Mann, wurde als Urbanus IV. dem Volke gezeigt. Mehrere, ihm verdaͤchtige Cardinaͤle ꝛc., welche er gefangen nehmen ließ, entkamen, verſammelten ſich zu Fondi und ſchritten ju einer neuen Wahl, welche auf obert, lezten Sproßling des alten Geſchlechts der Gra⸗ fen von Genevois fiel. Er nannte ſich Clemens VII. und begab ſich nach Pvignon, welche Stadt nicht nur von 1306— 1376 die Reſidenz der Päpſte, ſondern auch durch Kauf⸗Contract. nun ihr Eigenthum war. 4. Urbanus ließ die noch geſangenen Cardinäle fürch⸗ terlich foltern, die meiſten hinrichten. Die abendlän⸗ bis auf Kaiſer Marimilian I.(1495.). 167 biſche Chriſtenheit zertheilte ſich; ein Papſt verfluchte den andern, und erkannte ſeinen Anhang zu hoͤlliſchen Flammen Lang und vergeblich erhoben die rechtſchaf⸗ fenſten und einſichtsvollſten Männer ihre Stimme wider das Verderbniß der Kirche(1373— 1417.). Endlich war ein Teutſcher, Heinrich von Langenſtein aus Heſſen, Lehrer zu Wien, einer der erſten, welche auf ein allgemeines Concillum antrugen DOft ernann⸗ ten beide Räpſte für dieſelbe Kirche verſchiedene Perſo⸗ nen, der eine dieſen, der andere jenenz gern wurde je⸗ des Laſter vergeben, wenn die Suͤnder ſich der Dbedienz des einen vder andern fügten. 3 1409. Das zu Piſa gehaltene Concilium entſezte beide Papſte und erwählte den alten aus Kreta gebuͤrti⸗ gen Praͤlaten Alexander V. S Die andern Paͤpſte und ihre Anhaͤnger weigerten ſich, dem piſaniſchen Ausſpruch zu gehorchen, ſo daß nun 3 Paͤpſte die Verwirrung vergrößerten. 40 Alexander ſtarb, und ihm folgte Johann XXIII. Des Königs Langelots Schaaren noͤthigten ihn, Rom zu verlaſſen. Von Feinden verfolgt, von einem großen Theil der Kirche verworfen, wandte er ſich an den teutſchen Koͤ⸗ nig Sigmund. Sie fahen einander zu Mantua, und beſchloſſen hierauf das zu Conſtanz verſammelte Conci⸗ chiſche er vorderöſterreichiſche Herzog Frideri„Freund Johanns, gewährte dieſem Shheih3 ſeiber 476 In ganz Italien, im Reich, in Frankreich, in Eng⸗ land, im Norben, in Polen, Böheim, Hlngarn, zu Conſtantinopel, wurden Repräſentanten ber Kirche, und ihe der i Städte und Uni⸗ verſttäten für die allgemeine Ver ammlung der chrißtli⸗ chen Welt zahlreich ernannt. 3 Man rechnete die vorhandenen Cardinaͤle, Erzbi⸗ ſchöffe und Biſchoͤffe auf 345, die Praͤlaten, Lehrer und Meiſter verſchiedener Wiſtenſchaften und freien Kuͤnße jegung ſeiner Regierung zu Ripaille am Genfer See in 168 KK. Von Rudolf von Habsburg(1273.) zu 564, auf 1600 die Menge der Fürſten, Grafen, Her⸗ ren und Ritter. Bald, nachdem die Berathſchlagungen eingeleitet worden, vffenbarte ſich die Unmoͤglichkeit einer Kirchen⸗ vereinigung, wenn die Paͤpſte nicht alle drei die Wuͤrde aufgeben, und eine freie neue Wahl vorgenommen werde. Zu erſterem Schritt wollte ſich keiner entſchließen⸗ Gregor XiI, war zu Rimini, Benedict KlII, in Spa⸗ nien; am härteſten war die Lage des dem Concilium beiwohnenden Johanns. Dieſer rettete ſich, waͤhrend ein Ritterſpiel die ganze Stadt beſchäͤftigte, heimlich nach Schafhauſen, einer oͤſterreichiſchen Stadt. Abends eilte der Herzög ihm 1. In der Nacht entwichen alle Italiener und Deſter⸗ reicher. An den Papſt und Herzog wurden Geſandte geſchickt. Da ſie nicht wieder kamen, erklaͤrte das Concilium, daß ſeine Schluſſe nichts deſto weniger die Stimme der Kir⸗ che wären. Gegen den Herzog wurde der Bann geſpro⸗ chen; der Koͤnig erklaͤrte ihn in die Acht. Friderich, aller ſeiner Lande verluſtig erklärt, ſelbſt die Stammgüter in Thurgau und Aargau verloren, wo⸗ durch die Macht von Habsburg in dieſem Land ein Ende genommen, unterwarf ſich. Papſt Johann, ein zuͤgel⸗ loſer Mann, kam, nachdem er abgeſezt worden war, in die Verwahrung des Churfürſten von der Pfalz. Nach einigen Jahren in Freiheit geſezt, erwarb er von ſeinem Nachfolger einen Cardinalshut, und ſtarb zu Florenz. Gregor KII. unterwarf ſich; Benediet, deſſen Ei⸗ genſinn nicht zu baͤndigen war, wurde vom Eoncilium entſezt, und Otto Colonna ſtieg als Martinus V.(4170) auf den heiligen Stuhl. Als Eugen IV. mit dem Concilium zu Baſel in Uneinigkeit ſiel, ſezte ihm dieſes einen andern Papſt ent⸗ gegen, den erſten Herzog von Savoyen, der nach Nieder⸗ bis auf Kaiſer Maximilian I.(r495.). 169 e Einſamkeit wohnte. Er nannte ſich Felix V. (6459). 1433. Eugenius iſts, der mit Genehmigung des con⸗ ſtantinopolitaniſchen Kaiſers, Johannes alävlogus, die Vereinigung der griechiſchen und roͤmiſchen Kirche be⸗ wirkte; von dem an beſteht, beſonders in den weſtlichen Laͤndern, eine der griechiſchen Kirche zugethane Parthie, welche die unirte genannt wird. Das Concilium zu Baſel wurde durch Kriegsun⸗ ruhen genothigt, nach Lauſanne zu fliehen; der Kaiſer entzog ihm den Schirm ſeines Iee Dennoch er⸗ lebte erſt Nicolaus V.(1449.), daß die Trennung auf⸗ hoörte durch die Mäßigung des Gegenpapſtes Felir(1451). Dieſer farb als Becanus des Cardinal⸗Cvilegiums. Von dem an wurden die Concilien unterlaſſen. —— In Florenz, wo Bürgergeſchlechter mehr und mehr uͤber die Edlen ſiegten, nahm die Eiferſucht der Parthien ſo ſehr über Hand, daß zu Rettung des gemeinen We⸗ ſens erforderlich ſchien, ſeine Verwaltung einem Aus⸗ länder aufzutragen. Die Wahl ſel auf Walther, von dem franzöſiſchen Hauſe Brienne(1342.). Walther ließ ſich bereden, daß wenn er die machti⸗ gen Bürger⸗Familien demuthige, er unumſchraͤnkte Macht erwerben koͤnne. Dieſe forderte er förmlichz es wurden ihm Vorſtellungen von der Regierung dagegen gemacht. Als die Gemeinde berufen wurde, und die Regierung vortrug, dem Herzog unumſchränkte Gewalt auf ein Jahr in übertragen, rief der Pobel:„für immer!“ Der Her⸗ ze erhoͤhte die Abgaben; geringe Leute wurden von ihm eſchenkt und erhoben. Vald aber entſtand ein Aufeuhr. Die Großen kamen mit dem Herzog uͤberein, daß er ſchnell, doch die Stadt verließ. 1428. Endlich erhob ſich Coſimo von Medicis, des Johanns von Medicis Sohn, weicher ſeinen beiden Söh⸗ Spaͤth Taſchenb. der Weltgeſchichte. 8 170 IX. Von Rudolf von Hahsburg(1273.). nen Coſimo und Lvrenzo ſterbend ſagte;„ich hinterlaſſe euch einen allgemein verehrten und geliebten Namen, nebſt einem wohl erworbenen Reichthum; haltet euch in Entfernung von Staatswuͤrden, worin man glauben könnte, daß eure Macht oder euer Geld das Recht beu⸗ gen moͤchte; nehmt an, was euch aufgetragen wird, ohne etwas zu ſuchen; hutet euch vor aller Theilnehmung an den Partheiungen.“ 423. Nach des Vaters Tode war Coſimo der reichſte Privatmann in Italien. 128 Handelshäuſer in Europa, Aſien und Afrika wurden auf ſeinen Namen gefuͤhrt. Die ganze Chriſtenheit vernahm den Ruhm ſeiner Wohlthätigkeit, als er fur die zu dem heil. Grab wall⸗ farthenden Pilgrimme zu Jeruſalem ein Spital bauen ließ. Rinaldo Degli Albizi ſann auf Mittel, ihn zu ſtür⸗ zen. Coſimo wurde unter verſchiedenem Vorwand vor die Regierung citirt, und ſobald er in den Pallaſt kam, arretirt. Er, da er die Sturmglocke, das Waffengeklirr hoͤrte, fuͤrchtete nicht ſowohl Hinrichtung als Gift. Vier Tage enthielt er ſich aller Speiſe. Dft wurde Francesco Malevolti, der ihn in Verwahrung hielt, von ſeinen Feinden im Namen der Regierung erſucht, mit ſchnellem Gift Florenz vor großen Gefahren und den Gefangenen von laͤngerer Furcht zu befrelen; er aber ſprach:„ich „bin ein guter Edelmann von Siena, der Gedanke „einer ehrloſen That iſt meiner Seele fremd.“ Er ging zu Coſimo, fand ihn erſchoͤpft und betrübt, da ſprach er zu ihm:„Bedenket, mein Herr Coſimo, daß ich Ma⸗ „lebolti bin, ſo unfaähig ſchlecht zu handeln, als die zu „fuͤrchten, welche es mir zumuthen möchten; ſeid unbe⸗ „ſorgt, bin ich nicht der Neffe des frommen Ritters Or⸗ „lando, den ihr gekannt habt?“ Coſimo, mit naſſen Augen, ſah ihn an, umarmte ihn, und aß. Ein beluſtigender Mann, Vetter des Bernardo Gua⸗ dagni, welcher Gonfaloniere war(Bannerträger), erhielt die Erlaubniß, mit Coſimo und Malevolti einmal zu bis auf Kaiſer Maximilian 1.(ra95.). 171 ſpeiſen. Dieſen gewann Coſimo, in Abweſenheit Male⸗ dolti's, durch große Zuſagen, und einen Zettel von 1100 Scudi, den er ihm ſogleich ausſtellte. Der Gonfaloniere berief das Volk, und Coſimo wurde von der Lodesgefahr gerettet, und auf gewiſſe Jahre mit allen Medicis bon Florenz verwieſen(1429.. Coſimo machte ſich nach Venedig, wo er mit der großten Ehrerbietung empfangen und behandelt wurde. 1434. Als er zuruͤckberufen wurde, zeigte er ſich ſo edel, wie in ähnlichen Umſtänden einſt Metellus. Das ganze Volk nannte ibn Vater des Vaterlandes, Italien und die Nachweit Coſimo den Großen. Er wirkte bon dem an in allen Geſchäften mit der groͤßten Behutſamkeit. Er war Herr zu Florenz, und ſchien ein Burger, andern gleich; Fürſten ſuchten ſeine Töchter, er verheirathete ſie in vaterländiſche Haͤuſer. Dieſen Anfang nahm zu Flo⸗ renz die Herrſchaft der Medicis⸗ „Anmerkung. Dante, bon dem edlen Hauſe der Alighieri, ſchrieb die Divina Comedia; er lebte 66 Jahre; 20 nachdem er von Florenz bertrieben worden war, ſtarb er zu Rabenna(132). 1327. Don Frangesco Petrarca begeiſterten die Alten, und bald Laura, die Tochter des Ritters von Nopes⸗ Gemahlin Hugons von Sade, deren Liebe er im Thal Vaucluſe im einſamen Hauſe an der herrlichen Quelle durch unßterbliche Geſaͤnge verewigte. 1540. In dem 37%ten Jahr ſeines Alters wurde er auf dem Cäpitolium mit Lorbeer gekrönt. Zu Mantua fand ihn Kaiſer Karl IV und bat ihn, auf dem Zug nach Rom ihn zu begleiten;„es iſt mir nicht genig,“ ſagte Karl(1346.),„daß ich Rom ſehe; mit deinen Lu⸗ „en will ich es ſehen“ Die Florentiner, in deren fruͤ⸗ heren Unruhen ſeinr Familie vertrieben worden, ließen ihm durch Boccgccio ſagen, daß die Republit ihm das eingezogene Vermögen zurückgebe. Petrarca Karb 74 Jahr 172 M. Von Rudolf von Habsburg(r273.) Auch Boccaccio war der Sohn eines florentiniſchen Kaufmanns. Conſtantinus Lagcaris urtheilt mit Recht⸗ daß Voccaccio in Beredtfamkeit keinem Griechen nach⸗ ſiehe, und daß die bundert Maͤhrchen die Werke von hundert Dichtern aufwiegen⸗ Die Anfaͤnge der Buchdruckerkunſt waren langfam und ſchwach; in Guttenbergs(eines mainziſchen Edel⸗ manns) Contract mit den Strasburgern, kommt ſie un⸗ ter dem Ramen des„wunderbaren Geheimniſſes“ vor (430). Guttenberg verſchuldete dabei ſein Vermögen, und gleichwie ihn ſeine Geſellen damals übervortheilten⸗ ſo geſchah, daß t bei der Nachwelt lang ein ande⸗ rer, als er, für den Erſinder gehalten worden. 6s. Amadeus, Graf von Savoyen, von ſeiner Lieblingsfarbe der grune Graf genannt, erwarb von Kai⸗ ſer Karl IV. in 12 Diöceſen ein ſo ausgedehntes Reichs⸗ Vicariat, daß nicht nur die lezte Entſcheidung der Ap⸗ pellationen an die Reichsgerichte ihm zukam, ſondern daß er auch alle verjährte Rechte des Reichs zu jeder Zeit nach Gutdunken geltend machen könne. 1416. Sein Enkel, Amadeus VIII., erhielt von Sigmund, Karls IV. Sohn, den Herzogs⸗Litel. Viel älter, als die Geſchichte Wilhelm Tells und der drei Maͤnner iſt die Freiheit und Eidgenoſſenſchaft von Uri, Schwiz und Unterwalden. Dieſe Thäler ſtanden in unmittelbarem Schuz des Reichs. Koͤnig Albrecht von Habsburg, deſſen Vater in unruhigen Zeiten ihr Schirm⸗ vogt geweſen, machte ipnen den Antrag, daß ſie ſich dem etblichen Schuge ſeines Hauſes unterziehen möchten. Sie — bis auf Kaiſer Marimilian 1.(1493.). 173 weigerten ſich. Daher ließ der König deſto lieber geſche⸗ hen, daß ſeine Voͤzte, die er uͤber habsburgſche Privat⸗ güter in dieſen Landen ſezte, auch die Reichsrechte, und zwar ohne Schonung, über ſie verübten. Dieſes Bergvolk, unerſchocken, vertrieb die Voͤste, brach die Burgen, taſtete von den habsburgſchen Pribat⸗ gütern damals nichts an, und(außer daß Wilhelm Lell an dem Vogt Herrmann Geßler ſich ſelbſt gerochen, (1306.)) ſo geſchah dieſe That überhaupt ohne Blutber⸗ gießen. Der König, ehe er öber das, wenig Aufſehen machende Geſchäft Maßregeln ergreifen mochte, wurde von ſeinem Neffen ermordet. 1302. Heintich VII. ſein Nachfolger, beſtaͤtigte den Waldſtaͤdtern ihre alte Verfaſſung. 1314. Als nach deſſen Tod Friedrich, Sohn Al⸗ brechts, und Ludwig von Baiern gegen einander ge⸗ waͤhlt wurden, erklärten die Schweizer ſich für den leztern. Dieſes gab hierauf Leopolden, Friedrichs Bruder, Anlaß zu einer zwiſchen Schwiz und dem Floſter in den Einſiedeln, deſſen Schirmbogt er war, entſtandenen Feindſchaft, um wider dieſe Waldſtaͤtte ein Herr zu füh⸗ ren. Dieſes wurde in dem engen Paſſe Morgarten ganz⸗ lich geſchlagen(1345). Gleiches Schickſal traf die Schaar, wit welcher Graf Otto von Strasburg an demſelben Tag in Unterwalden einbrach. 1532. Nach 17 Jahren wurde die bisher öſterreichi⸗ ſche Stadt Luzern in den Bund aufgenommen. 1539. Die Verner bliehen von dem Sieg an, den ſie unter Rudolfen von Erlach(einem Waldſtaͤdter) erfoch⸗ ten, in der ſchweizeriſchen Eibgenoſſenſchaft. nebri⸗ gens bildete Vern in den weſtlichen Gegenden eine eigene Bundesrepublit, theils durch Verein mit Solothurn, Biel, Freiburg und Wallis, theils durch die Aufnahme des Thals Hasli, der Herren im Oberlande und vieler Edlen und Landlente in Schuz und Bürgertecht(1555.). 174 IX. Von Rndolf von Habsburg(1273.) Rudolfbrun von Zürch, in Gefahr eines Kriegs mit den habsburgſchen Prinzen, ſuchte und erhielt bei den Seuern die Aufnahme ſeiner Stadt in den ewigen Bund. 1352. Die Glarner, unter andern öſterreichiſchen Un⸗ terthanen, wurden wider Zürch aufgemahnt. Sie wei⸗ gerten ſich dieſes Kriegs, erſchlugen den Vogt Stadion, der ſie dazu zwingen wollte, und ſchwuren, mit Vorbe⸗ halt der Rechte Sekingens, zu den Schweizern.(Glarus war ein vor Jahrhunderten dem Kloſter Sekingen ver⸗ gabtes Gut.) Hierauf wurde Zug von den Schweizern eingenom⸗ men, eine Stadt, welche von den Grafen von Lenzburg und Kiburg erblich auf das Haus Habsburg gekommen war. Da die Eidgenoſſen keine Unterthanen, ſyndern Brü⸗ der wollten, ſo machte jezt mit jenen 3 Walbſtahten⸗ Lucern, Bern, Zürch und Glarus auch Zug die Eidge⸗ noſſenſchaft der acht alten Orte aus(1354.). Der Herzog Albrecht bekagerte Zürch, und bewog Kark 1V. zu einem Neichskrieg wider die Eidgenoſſen (1356). Aber die Heerfarth wurde ſchwach gefährt und endigte ehne Folgen. Der Kaiſer konnte der oͤfentlichen Meinung in der Länge nicht widerſtehen. Pon dem an entſchlief die Feindſchaft des Hauſes Habsburg wider die Schweiz auf 30 Jahre. „Die Schweiz“ ſagt Johannes von Müller„beßteht „und wird beſtehen, bis Revolutionen, wpran ſie un⸗ „ſchuldig iſt, mit andern minder maͤchtigen Staaten auch „dieſe friedſame Verfaſſung verſchlingen werden. Dann „wird ein redlicher, fleißiger und ruhiger National⸗ „Chgrakter entweder die Achtung der Eroberer gewinnen, „und eine Wendung im Vaterland abwarten, oder das „Polk bemegen, ein anderes PVaterland jenſeits dem „Weltmeer oder in andern Gegenden zu ſuchen.“ Die Habsburgiſche Macht war vertheilt, Unordnun⸗ sen, Drück der Beamten, Erbitterung der Unterthanen bis auf Kaiſer Marximilian I.(r493.). 175 und der Nachbarn riſſen ein, und veranlaßten endlich in dieſen oberen Porlanden einen heftigen Krieg, der pon den Großen uͤberhaupt gegen die Demokratie geführt wurde(1366). Dieſer Kriez wurde durch die Siege der vier Waldſtatte(mit Lucern) bei Sempach, der Glarner bei Nafels entſchieden(1336). Dieſe Tage hinterließen der Nation die Freiheit nebſt großen Beiſpielen; ſie werden noch gefeiert. Die folgenden Kriege hatten weniger die Freiheit als S oder Behauptung von Herrſchaften zum Ge⸗ genſtand. 1435. Als Friderich, der lezte Graf von Loken⸗ burg ſtarb, erhob ſich ein burgerlicher Krieg zwiſchen Zurch und Schwyz, welche beide Brte daruͤber wettei⸗ ferten, die Unterthanen des geweſenen Herrn, durch ei⸗ nige Bürger⸗Rechte, ſchirmweiſe oder gaͤnzlich ſich zu verbinden, und einzuverleiben. Schwyz war das älteſte, uͤrch damals das mächligſte Ort, welchem die Stifter er Freiheit den erßen Rang üͤberlaſſen hatten. Der Krieg nahm eine fur Zuͤrch ungunßtige Wen⸗ dung. Alle Cibgenoſſen waren der Stadt entgegen Ste chloß einen Bund mit dem Hauſe Deſterreich. Aber es wirde unglüchlich geſtritten; ſic mußte in die Vor⸗ ſchlage einwilligen, weſche ihr fruͤher geſchehen waren, ehe ſie zu jenem äuſſerſten Mittel gegriffen hatte. Die verſchiedenen Zweige des habsburgiſchen Hauſes ſtammten von Aibrecht(S. 174.).Rubolf, ſein Erſtgeborner, der den Erzherzogs⸗Titel zuerſt fuͤhrte, hatte die Grafſchaft Dirol durch Margaretha des Landesfrau, erworben. Er ſtarh ohne Erben in bluhender Ingend(1365.). 1365— 1575. Albrecht III. und Leopold, ſeine Brü⸗ der, theilten die Lande. Deſterreich erhielt Albrecht, al⸗ rige Lerpold, welcher viele Soͤhne hatte. brecht I11 führte in dem Staat Ruhe und Ord⸗ huns ein. Hiezu wurde ihm nothwe eben; 400,000 Pfunb waren der ndie eine Landßeuer 6 Ertrag derſelben⸗ 176 1XK. Von Rudolf von Habsburg(1273.) 1395. Albrecht W., ſein frommer Sohn, zog in das heilige Land. Dieſer Herzog ließ auf der Seiermark hundert Ketzer verbrennen. 140 z. Seinem Sohn Albrecht V. gab der lezte Lu⸗ xenburg'ſche Kaiſer Sigmund, ſeine Erbtochter. Albrecht wurde am Reich der Teutſchen und in Boͤheim und Hun⸗ garn Nachfolger ſeines Schwiegervaters, unter dem Na⸗ men Albrecht II.(1438.). 1330. Er ſtarb bald, und ſeine Wittwe gebar La⸗ dislaf, ſeine Völker erkannten ihn als Koͤnig, kurz zu⸗ vor ehe dieſer ſchoͤne und gute Jüngling unberheirathet ſtarb(1453.). Hiemit erloſch der von Albrecht III. her⸗ ßammende Zweig des Hanſes Habsburg. 1336. Leopold, Albrechts 1II. Bruder, verlor nach tapfern Thaten bei Sempach gegen die Schweizer Schlacht und Leben Sein Haus iſt ihm die Erwerbung des Breis⸗ gauiſchen Freiburg ſchuldig. Leopold hinterließ 4 Soͤh⸗ 3 uſter Wilhelm, 2ter Levpold, 3ter Ernſt, ater Fri⸗ erich. eide leztern brachten die Levpoldiniſchen Erblande auf uche hnender ungtücktich Frtund 5 Friderich iſt der ungluͤckliche Freund Papſts Johann XXIII., der durch die Coſtanziſche Väter it Aurgaui⸗ ſche Stammgüter verlor. Später zeugte er Sigmund (1460.), welcher nach langer Verwaltung, Tirol und alle übrigen Vorlande Kinderlos dem einzig uͤbrigen Erz⸗ herzog hinterließ. Ernſt hatte 2 Soͤhne, Friderich(den Kaiſer) und Albrecht. Jener überlehte dieſen, und Ladislaf deſſen Sohn. Friderich ſah ſeinen Sohn Maximilian zum Koͤ⸗ nige der Deutſchen(1495.), und nachher zum Erben des tiroliſchen Vetters erklaͤrt, und Gemal der Erbtochte der Herzoge Burgundiens. —— bis auf Kaiſer Maximilian I.(1495.). 177 1ui. Waͤhrend der Kirchengerſammlung zu Coſtanz ſandte Koͤnig Sigmund, Heinrichen von Leffl nach Prag, um Huß und ſeinen gelehrten Freund Hiervnimus, unter Zuſage ſichern Geleits, dahin einzuladen. Da die Prä⸗ laten den Sittenrichter Huß haßten, gedachten ſie die emporkeimende Kuͤhnheit niederzuſchlagen, und Koͤnig Sigmund wurde hingeriſſen, ihrem Eifer beizuſtimmen. Huß wurde verurtheilt; vergeblich beriefen ſich die Boͤh⸗ men auf das Koͤnigl. Verſicherungswort. Er wurde von den Biſchoͤffen dem weltlichen Arm, der Seele nach dem Teufel ubergeben;„und ich“ ſprach Huß,„uber⸗ „gebe meine Seele in die Hand meines Gottes und Hei⸗ ands.“ Betend wurde er verbrannt(1414.) Eben dieſen Tod nahm Hieronimus. Poggiv, erhob dieſen Tod über den, den Sokrates litt. Das niedrige Nachgeben Sigmunds koſtete ihm das Koͤnigreich Boͤheim. Denn mit einer Standhaftigkeit, die der beſſern Sache gebührt, behaupteten Ziska und Prokop, Feldherrn der Huſſiten, die Rechte ihres Lan⸗ des und der beleidigten Menſchheit. Ihre Waffen wa⸗ ren der Schrecken Heſterreichs, Frankens und Sachſens. 1435. Wenige Mynate vor ſeinem Dod wurde Sig⸗ mund wieder als Koͤnig der Bohmen erkannt. 1417. Friderich, Burggraf zu Nuͤrnberg, Conrads Sohn erkaufte von Sigmund die Mark Brandenburg. Der Burggraf war von einem jüngern Zweige des Hau⸗ ſes Hohenzollern, welches aus dem guelfiſchen Stamm von Thaſſilo von Altorf hergeleitet wird. Raiſer Sigmund, in deſſen Namen der Burggraf Friderich zu Nürnberg für den Preiß von 100 000 hun⸗ gariſchen Gulden die Beruhigung der Marken über ſich nahm, gruͤndete auf dieſe Weiſe in Brandenburg die Macht von Hohenzvilern, indeß ſeine einzige Tochter Kronen in das Haus Heſterreich brachte. Beide Häuſer ſtammen von jenem alten Grafen, Albrecht der Weiſe von Habsburg. Deſterreich durch den Koͤnig Rudolf, ſeinen Sohn, die Burggrafen durch Clementia, ſeine Tochter⸗ 178 1X. Von Rudolf von Habsburg(1273.) Die, ſeit dem Unglück Heinrichs des Loͤwen, regierenden Churfürſten von Sachſen vom Hauſe Anhalt, ſtarben in den Jahren aus, da Sigmund im Huſſiten⸗Kriege(0419) der Hülfe des maͤchtigen und ſtreitbaren Friderichs, Mark⸗ grafen zu Meiſſen, Landgrafen zu Thuüringen, vornem⸗ lich bedurfte. Mitwerber um den ſichſiſchen Churhut waren der neue Churfuͤrſt von Brandenburg(Friderich von Hohenzollern) und der Herzog zu Lauenburg. Auf die erſte Nachricht vvn Erledigung der Chur Sachſen, ſandte der Churfürſt von Brandenburg, Se⸗ kendorf an den Kaiſer, und bat um Belehnung mit der⸗ elben; aber es fand ſich, daß der Markgraf zu Meiſſen urch den Kaiſerlichen Protv⸗Notarius Michet von Prieſt, Probſt zu Bunzlau ebenfalls mit einer Anwartſchaft verſehen war.. 1435. Der Churfürſt von Brandenburg ſchloß eine Erbverbrüͤderung mit dem neuen Lyurpauße von Sach⸗ ſen(Friderich, Marksraf zu Meiſſen ꝛc.), zu Folge wel⸗ cher der zuerſt ausſterbende Stamm alles dem andern hinterläßt. Eine ältere Verbrüderung in Betreff der Thüringi⸗ ſchen Lande beſtand mit Heſſen. Judith, aͤlteſte Schwe⸗ ſer des lezten Landgrafen vun Thuͤringen, war die Stamm⸗Mutter des Hauſes Meiſſen, und von ſeiner Nichte Sophia ſind die Landgrafen von Heſſen ent⸗ ſprungen⸗ Nach Abgang der luxemburgſchen Fuͤrſten, deren Mannsſtamm mit Sigmund erloſch(1436.), wuͤrde das Haus Wittelsbach in Baiern und in der Pfalz bei Rhein das maͤchtigſte in Teutſchland leicht haben ſeyn konnen, wenn nicht Fehler und Unfaͤlle es behindert haͤtten. Der zu Pavia geſchloſſene Tractat Kaiſer Ludwigs, Herzog zu Baiern, mit ſeinem Neffen, dem Pfalzgrafen Rudolf(1329.) war gleichſam die Vollendung der bis⸗ herigen Laͤnderabſonderung. Rudolfs Vgter war bei der ſreitigen teutſchen Koͤnigswahl ſeinem Bruder zuwider⸗ bis auf Kaiſer Maximilian I.(r405.). 179 wie im 17ten Jahrhundert Maximilian von Baiern dem Pfalzgrafen Friderich, als Boͤheim ihn zum Koͤnig waͤhlte Die luxemburgſchen Kgiſer drückten das Haus Ludwigs. Dieſer hatte zu Schwaͤchung deſſelben ſelbſt beigetragen, indem er, der endlich ganz Baiern vereinigte, das Land unter vier Söhne theilte. Endlich blieben Stephan zu Muͤnchen in Bberbaiern, und Albrecht zu Straubing in Niederbaiern, allein Herzoge. 1424. Späterhin wurde Niederbaiern mit Oberbaiern vereinist, aber nicht ohne große Irrungen; denn Sig⸗ mund erklaͤrte Niederbaiern für ein heimgefallenes Reichs⸗ lehen, und vertraute ſeinem Eidam, Albrecht von Deſter⸗ reich, die Verwaltung deſſelben. Als die damaligen vier oberbaierſchen Fuͤrſten uͤber die Frage ſtritten, ob der Erſtgeborne, oder ob alle vier Herzoge Niederbaiern erben ſollen, da entſchieden die Landesſtände, daß Nie⸗ derbaiern an den geſammten oberbaierſchen Zweig zuruͤck⸗ falle, indeß aber, bis eine andere Einrichtung beliebt werde, von einem Statthalter und Einnehmer insgemein verwaltet werden ſoll. Der Herzog pon Deſterreich trat endlich ſein Recht ab, und nun beſtaͤtigte der Kaiſer die Erbfolge der Fomilie von Wittelsbach. Zwar blühte das Haus, ohne vereinte Macht, nach und nach auf, noch weit mehr aber die Churpfalz bei Rhein, und zwar vornemlich unter Ruprecht, dem Stif⸗ ter der Univerſität Heidelberg, unter ſeinem gleichnami⸗ gen zweiten Nachfolger(1346), welcher den Thron des⸗ teutſchen Reichs beſtieg, unter dem weiſen Churfüͤrſten ₰ Ludwig(1400.), und beſonders unter jenem Fridtrich dem Sieger bei Seckenheim*)(1462.). *) Das Haus Löwenſtein zu Werthheim iſt von ſeiner nicht ebenbuͤrtigen Heirath mit Elarg von Dettingen entſproſſen. 180 IX. Von Rudolf von Habsburg(1273.) In Arragonien erwarb Pedro(1232.) durch die ſici⸗ Veſper ein eben ſo ſchoͤnes Reich, als welches die Waffen des Eid ſeinen Vaͤtern gegeben hatten. Jay⸗ ma II., ſein Sohn, vereinigte Sardinien mit den arra⸗ goniſchen Reichen(1326.). Unter den ſpaniſchen Koͤnigreichen blieb Navarrg das kleinſte, weil weibliche Erbfolge ihm oft auslaͤndi⸗ ſche Herren gab? es ſiel vom Hauſe Bigorre an die Gra⸗ fen von Champagne(1234.), von dieſen an die Koͤnige von Frankreich. T Spanien waren die Mauren vder Axaber auf den Beſiz Andaluſiens eingeſchraͤnkt. Vier Koͤnige, ei⸗ ner im Lande Navarra, einer in Arragonien, einer zu Caſtilien und Levn, und einer in Portugali regierten das übrige(chrißtliche) Spanien.. Als Habu Hafs, der Merinide, Fürſt von Marocco, die ganze mauriſche Macht für die Rettung Algeziras vereinigte, hielt Algezira wider Koͤnig Alfonſo XI. drei Jahre lang(1340.). Die Nicderlage, welche Abu Hafs bei Tariffa am üfer des Salado erlitt, entſchied ihr Schickſal. Stolz wie Zerxes, zog der Merinide nach Spanien, und erſchrocken floh er in einem Kahn⸗ Alkeßhe wurde zerſtört. Die Fortſchritte Caſtiliens wurden durch die inner⸗ lichen Unruhen aufgehalten, welche gegen Pedro, Sohn Alfonfo's erregt, und nach großen Kriegen durch ſeine Ermordung und durch die Herrſchaft ſeines unaͤchten Bruders, Heinrich von Translamara, geendigt wurden⸗ Von dem an befeſtigte ſich der Thron Caſtiliens(1369. 1357. In Portugall trachtete Don Pedro mit Gerech⸗ tigkeit und Weisheit nach jenem Anſehen, welches auch ſeinem Grosvater Deinz das perſoͤnliche Verdienſt gegeben hatte. Er war ſparſam fuͤr ſich und wohlthätig gegen andere, ſtandhaft, wachſam und ſo ſtreng, daß er mehr bis auf Kaiſer Maximilian I.(1405.). 187 gefürchtet als geliebt wurde, und man von ihm ſagt:„er hätte nie regieren ſollen oder ewig.“ Er war fuͤr die Gleichheit aller Stände. Als einſt ein Domherr, wel⸗ cher einen Schuſter ermordet, von ſeinen Collegen nur auf1 Jahr vom Chor ausgeſchloſſen worden, und nach⸗ her des Schuſters Sohn die Blütrache an ihm nahm, verurtheilte der Koͤnig dieſen, 1 Jahr lang keine Schuhe zu machen. 1367. Ferdinand, Pedro's Sohn, hinterließ eine Tochter, durch deren Heirath mit Koͤnig Johann von Caſtilien, Portugall in die größte Gefahr des Verluſts ſeiner Unabhaͤngigkeit kam(1363). „ Leonore Lellez de Meneſes, verwittwete Foͤnigin, fuͤhrte die Regentſchaft. Graf Durem hatte praͤdomini⸗ renden Einfluß. Das caſtilianiſche Joch wurde verhaßt (1365). An die Spize von vierzig Risvergnügten ſtellte ſich Konigs Pedro unächter Sohn Johann, Großmeiſter des geiſtlichen Militärordens von Aviz. Die Verſchwornen rannten auf die Burg, drangen in die Zimmer der Kö⸗ nigin; Durem ſiel vor ihren Augen durch den Arm Don Nuy Pereyra. Indeß wurden die Zugaͤnge verſchloſſen, und um das Volk zu prüfen, das Gerücht verbreitet, der Grosmeiſter ſei durch den Grafen Hurem umgebracht worden. Das Volk, in grimmiger Wuth, ſtärmte den Pallaſt. Auf einmai zeigte ſich Johann. Es erhob ſich Freudengeſchrei mit Flüchen über die Caſtilianer. Der ſie begunſtigende Biſchoff von Lisboa wurde vom Thurm der Domkirche herabgeſtürzt; am Taio lekten Hunde ſein Blut. Die Königin nahm in dieſer Noth die Flucht. Ihre und ihrer Tochter Partei wurde verlaſſen. Die Nation trug dem Grosmeiſer das Obercommando aller Macht von Portugall und die Regentſchaft auf. Als hierauf der König von Caſtilien mit einein großen Heer wider Portugall zog, erklaͤrten die zu Coimbra verfam⸗ melten Reichsſtaͤnde ihn ſchon hiedurch ſeines Rechts ver⸗ luſtig, indem er ſein Verſprechen: keine Armee in das Land zu führen, übertreten hätte. 182 IX. Von Rudolf'von Habsburg(1273.) In der Berathſchlagung uͤber die zu ergreifenden Masregeln, ſtand Don Alvarez Pereyra auf und ſprach alſo:„Meines Orts halte ich dafür, daß der Grosmei⸗ „ſter Koͤnig ſenn ſoll; iſt jemand hier oder anderswo, „der nicht ſo denkt, ſo iſt Alvarez Pereyra bereit, in ge⸗ „ſchloſſenem Kampf vor Richter und Zeugen ſeine Mei⸗ „nung und des Grosmeiſters Recht zu behaupten.“ 1385. Johann wurde als König ausgerufen. In den Gefilden von Aljubarotta behaupteten unter Don Run Pereyra 7,000 für das Vaterland begeiſterte Portu⸗ gieſen den Sieg uͤber 30,000 Caſtilianer. Don Jvannes 4sjaͤhrige Regierung war glaͤnzend und glücklich. Nicht nur eroberten ſeine Söhne unter Pereyra, an der Spize der ganzen Ritterſchaft, jenſeits der Meerenge die große und feſte Ceuta(1425.) ſondern Prinz Heinrich, ſein dritter Sohn, gab durch Entdek⸗ kungen den erſten Stoß zu einer ganz neuen Ordnung der Dinge in aller Welt. 1459. Indeß Alfonſo V., Don Joanns Enkel, in dem heil. Nrieg wider die Mauren zü Fez den Alcaſſar von Cugu, indeß er Arzilla eroberte, und ihm Tanger erſchrocken die DThore öffnete, ſuchten andere Helden die Straße der Charthaginenſer(ꝛ471.), der Pharaone und Ptolemaer: ſchon zü Heinrichs Zeiten war St. Thomas entdeckt wordenz es wurde eine Niederlaſſung auf der Goldküſte gemacht; nun war Diegv Canne weit hinunter bis Congo gerathen. Von den Venttianern erhielt der Koͤnig Seekarten, deren Wichtigkeit jene nicht fühlten. Die Suͤdſee ſchien ihnen zu fürchterlich, um ein Handels⸗ weg zu werden; Cabo⸗Tormentoſo ſchien die Morgenlande zu verſchließen. Aber eben dieſes Vorgebirge nannte der kühnere Held, der Portugieſe Vasko di Gama,„von der guten Hoffnung,“ umſchiffte es, kam nach Bſtindien, und er⸗ öffnete fuͤr den europaͤiſchen Handel und alle Cultur eine bisher unbekannte herrliche Bahn(1498.). bis auf Kaiſer Maximikian I.(1495.). 183 1235 Philivp der Schöne, Koͤnig von Frankreich, Enkel des heil. Ludwigs, vergroͤßerte das Reich durch die Heirath der Erbtochter von Champagne und Navarra. Eben dieſer König verordnete, daß die Herrſchaften, wel⸗ che koͤniglichen Prinzen zu erblichen Appanagen gegeben wurden, nicht auf Prinzeſſinnen erben. Dadurch wurde die Conſolidation Frankreichs zu Einem Lande befoͤrdert. Philipp verordnete, daß fünftig nach Oftern und Al⸗ lerheiligen, jährlich auf zween Monate, zu Paris ein Parlament ſizen ſoll. Nach kaum 50 Jahren ließ Karl der Weiſe(1335.), noch Dauphin, durch die General⸗ ſtasten verordnen, daß das Parlament das ganze Jahr beiſammen bleibe; ein andermal wollte er, daß es ſich nie eher trenne, bis neue Raͤthe für das naͤchſte beſtimmt ſeien. Dieſen Urſprung nahm das Parlament(der Rath des oberſten Königsgerichts), das den König ſelbſt vorzu⸗ ſtellen hatte. Eine der merkwürdigſten, obgleich der Art und Weiſe nach nicht ganz tadelloſen Thaten Philipps des Schönen, war die Aufyebung des Dempelherrnordens. Ein falſcher Bruder, der mit einem Bürger von Beziers gefangen lag, erzählte dieſem viele für gottlos und ſchändlich ge⸗ haltene Dinge, die im Orden vorgingen. Es kam an den König. Die Tempelherrn waren ungemein reich. Auf einmal ergingen geheime Befehle an die königlichen Beamten, ſie im ganzen Reich in Einer Nacht gefangen zu nehmen. Ihre Guͤter wurden eingezogen, dieſe waren ihre Hauptverbrechen. Wahr iſt, daß nachdem das hei⸗ kige Land von den Unglaͤubigen wieder erobert worden, die Dempelherren ſich mit dieſen in Tractate einließen, wodurch ſie den Pilgrimmen mehr als dürch eitle Wuth nüzlich ſeyn kongten. Aber, daß ſie Chriſtum verlengnet haben ſollen, deſſen Grab ſie bewahrten, iſt nicht ſo glaub⸗ lich, als daß unwiſſende und partheiiſche Richter gewiſſe Ausdrücke und Gebräuche, die ſie von einer muſtiſchen Eecte im Drient angenommen haben mochten, übel ge⸗ deutet haben. Es iſt unwahrſcheinlich, daß ſie Mohamed 184 XI, Von Rudolf von Habsburg(1273.) in einem PVilde verehrt haben; die Araber verehren ihn ſelbſt nicht in einem Bilde. Aber es mag ſeyn, daß ei⸗ nige oder mehrere Tempelherren die Männerwolluſt in Aſien oder bei den Griechen, oder von ſelbſt lieben ge⸗ lernt, hingegen iſt nicht erwieſen, daß dieſelben von den Obern förmlich eingefuͤhrt, oder daß die Ritter dazu er⸗ muntert worden wären. Aber ſelbſt ihr Bruderſinn, ihr aͤußerlicher Anſtand, ihre Almoſen, wurden fuͤr Heuchelei erklaͤrt und als Verbrechen angerechnet. Daher wurde durch den zu Avignon wohnenden Papft, welcher dem König alles zu danken hatte, der Brden⸗ in dem Concilium zu Vienne, aufgehoben(1312). Die vornehmſten Herren und Meiſter des Ordens wurden, während ſie ihrr Unſchuld bezeugten, und den yochſten Richter aller Dinge anriefen, mit acht und ſechzig Bri⸗ dern verbrannt. Der Grosmeiſter rief Philipp den Scho⸗ nen vor den Richterſtuhl Gottes. Der König ſtarb noch in demſelben Jahr. Die Guͤter, welche durch das Con⸗ cilium dem Johanniterorden zuerkannt wurden, hatte er groͤßtentheils bercits eingezogen. In Arragonien wiherſtanden die Tempelherren, in Caſtilien wurden ſie befreit, in Portugall gingen ſie in den Chriſtorden über. Zu Mainz erſchien Hugo Wildgraf mit 20 vollrüftigen Rittern plözlich in dem Saal der Sy⸗ node, proteſtirte, appellirte, und Niemand wagte, ſie zu verurtheilen. Nachdem Philipp der Schöne und Papſt Clemens V. bald nach dieſen Unthaten geſtorben, herrſchten in Frankreich nach einander die drei Söhne Philipps, als Foͤnige ohne Anſehen, als Gatten ungluͤcklich(i3). Ludwig X. ließ Margarethen von Burgund, ſeine der Un⸗ treue überführte Gemglin, erwürgen, Philipp der Lange war nicht minder unglücklich mit Johanna von Burgund (1316), und eben ſo Karl der Schöne mit Blanka aus eben dieſem Hauſe(t322.). Binnen 13 Jahren erloſch ſ drei Prinzen befeſtigte Geſchlecht Philipps des nen. vis auf Kaiſer Marimilian I.(1495.). 185 1328. Hierauf folgte Philipp von Valvis, Sohn des Bruders von Philipp dem Schoͤnen. 132. Jſabella, Tochter des leztern, grauſame Moͤr⸗ derin des Königs von England, Edward 1l., ihres Ge⸗ mals, verurſachte durch ihre Anſpruche auf die Thronfolge Frankreichs einen 100jährigen Krieg, welcher alle Fort⸗ ſchritte der buͤrgerlichen Ordnung und Geſeze in Frank⸗ reich hemmte. Philipp von Valvis erwarb von Humbert de la Lour du Pin, Dauphin zu Vienne, welcher, der Geſchaͤfte und des Lebens müde, Ruhe und Stille ſuchte, das Dau⸗ phiné(1340). Von dieſem Lande trug von nun an der Kronprinz von Frankreich den Namen. 1346. Pbilipp von Volvis verlor die große Schlacht bei Crech, gegen Edward, Koͤnig von England. König Johann fiel an dem noch unglücklichern Tag bei Poitiers in die Hände der Englaͤnder(1356). Dhne den Dauphin Karl, war Frankreich der Anarchie nahe. Dieſer weiſe Mann rettete das Reich. Eingewurzelte Misbrauche heilte er, und er war ſo See daß, nachdem er die Englaͤnder durch Welsheit ohne Schlacht beſtegt, er den Schaz in ſolchen Zuſtand brachte, daß ein Theil der Ab⸗ gaben werden konnte. gorb 1361. er leite Herzog von Burgund geſtorben deſſen Erbe Johann der Gute, König von Frankreich(Va⸗ ter Karls,) war, hielt leztern ſein Edelſinn ab, zu ver⸗ hindern, daß Johann ſeinen juͤngern Sohn Philipp, der in England mit ihm gefangen war, mit Burgund belehnte (1363.). Philipp erwählte ſich Margaretha, die Frau der burgundiſchen Freigrafſchaft, welche nach ihrem Recht an weibliche Erben fiel. Sie war Erbtochter Ludwigs von Me⸗ cheln, Grafen von Flandern, Artois, Mecheln und Ant⸗ werpen; denn ihr Bruder ſtarb ohne Erben. 1330, Karl dem Weiſen folgte ſein noch minder⸗ lühriger Sohn Karl W., welcher nachmals den groͤßern Theil ſeines Lebens wahnſinnig war. Dieß entflammte die Prinzen vom Geblüte. Veſonders partheieten ſich 186 K. Von Rudolf von Habsburg(rayg.) Ludwig von Drleans und Johann, Sohn Philipps von Burgund. 1404. Als der Herzog von Brleans ermordet, und nach 15 Jahren unter Beiwirkung des Dauphins Karl (nachmals Karl! VII.) an dem Burgunder gerochen wurde(1419.), erhob ſich das vieljaͤhrige Ungluck der Verbindung Philipps II. von Burgund mit Fönig Heinrich V. von England wider den Dauphin Kart, Sohn Karls VI. 1415. Der Sieger bon Azincvurt(Heinrich) war mit Bewilligung des alten Koͤnigs(Kark VI.) in Paris 5 zum Konig der Franzoſen ausgerufen worden. Der Dauphin irrte verurtheilt umher; nur Drleans blieb ihm, als er König ward(1422.). 1404. Philipp I. Herzug von Burgund, war als veicie Landherr, an Gold aber gaͤnslich arm, ge⸗ orben Johann ſein Sohn, gegen Törken und in Parthei⸗ ungen durch unerſchrockenen Ruth beruͤhmt, brachte durch Heirath mit Margarecha vun Baiern, Anſprüche in ſein Haus, welche zu Erwerbung der Grafſchaften Holland, Zeeland und Hennegau benuzt wurden. 1410. Nie ßiieg die burgundiſche Macht hoͤher, als unter Philſpp dem Guten, Sohn Johahns. Er' war Herzog zu Burgund, Herr der Freigrafſchaft, Graf zu Artois und Flandern, Markgraf zu Antwerpen, Herr der Stadt Mecheln; er kaufte die Grafſchaft Ramuk. Durch eines andern Philipps Fod wurde er Herzog von Lothier, zu Brobant und Limburg, von ſeiner WMutter und durch Geld, Graf zu Holland, Zeeland, Hennegau, vertrogsweiſe Herzog zu Luremburg. Viele Jahre fuͤhrte er wider Karl VII. die Blutrache ſeines Vaters(1455. Karl erkaufie endlich Frieden durch Ver⸗ pfänbung der an der Seine liegenden Städte. Karl von Brlegns, Sohn des Erbfeinds von Bur⸗ gund, war bei Philipp sefangen. Dieſer gab ihm die und ſeine Nichte. Er naherte ſich die Vor⸗ ehmſten durch den Drden des goldenen Vlieſſes. ber vis auf Kaiſer Maximilian I.(1405.). 187 auch den tapfern und maͤchtigen Herrn Johann von Granſon ließ er erwuͤrsen, da ihm vorgebracht wurde, daß er pflichtvergeſſen gehandelt habe. Nach faſt 50jaͤhriger Regierung hinterließ Philipp ſeinen Staat bluͤhend. Sein Silber⸗Service und gol⸗ dene Gefaͤße betrugen an Werth uͤber zwei Millionen. Karl VII. gluͤckte die Herſtellung der franzoͤſiſchen Monarchie Die Engländer, welche ſie ſich zueignen wollten, büßten den Preis ihrer Siege ein. Talbot wurde aus Guienne vertrieben Der unruhige ſtolze Sinn des Hauſes Bretagne wurde gebeugt. In England hatte unter Johanns und Heinrichs III. ſchwachen NRegierungen der Freiheitsgeiſt aufgeblüht. Siechte der it Ssi(1190— 1272.), ihn in Schranken zu halten 1272). Dieſer König bt⸗ feſtigte ſeine Macht in Irland, ſchlug und untwatt 8 Wales die Britten, und war der Schrecken der Scolen. 1307 Sein Sohn, Edward II., wurde als Stlah der Guͤnſtlinge, Dpſer ſeiner Schwaͤche und ſamkeit einer Gemalin, Iſabelle, Edwards 111 (neberwinders der Franzoſen) Mütter. Schon Richard II„Sohn des ſchwarten Print Siegers von Poitiers, Edward III.) 6. denit Nation in den Schranken des Geßorſams zu Fatten (1577% Durch Heinrich von Volingbroke verlor der Jüng⸗ ling Thron und Leben. Dieſer Heinrich, Sohn Iv⸗ kanns von Genth, Edwards dritten Prinzen, leitete fein Recht von ſeiner Mutter, und durch ſie von Egmund Lancaſter her(1399.), der Koͤnig Heinrichs I11 Sohn und älter als Edward I. geweſen ſeyn foilte Edward Mortimer, Graf de la Marche, Gemal der Philippa von Clarence ware naͤher geweſen. 138. IR. Von Rudolf von Habsburg(1273.) Was das vierzehnte Jahrhundert für Frankreich, das war für die brittiſchen Inſein das fünfzehnte, eine Unterbrechung des öfentlichen Wohls durch Partheiwuth. Nachdem Heinrich IW.(1415.) das Haus Lancaſter auf den Thron, nachdem Heinrich V. ſein Polk in den Ge⸗ ſilden von Azincvurt und durch Benuzung der franzoͤ⸗ liſchen Unruhen zum größten Kricgsrühm erbvben, eit⸗ ſanden unter des guten Heinrichs VI. langer Verwal⸗ tung die fürchterlichſten Factivnen, die alle Ordnung im Reich aufgelsſt hatten, und es büßte endlich der un⸗ ſchuldige Koͤnig Thron und Leben ein(1471.). Wodans Geſchlecht in Schweden war im zwölften Jahrhundert erloſchen. Im ſetieſ erſtarben die Haͤu⸗ ſer der vergoͤtterten Helden in Daͤnemark und Norwegen, mit Woldemar und Plaf. Margaretha, Tochter des er⸗ ſtern und Mutter des leztern, Erbin von beiden, ſchlug den Koͤnig von Schweden, Albrecht von Mecklenburg, noͤthigte ihn zur Niederlegung der Krone, und vereinigte die drei ſcandinaviſchen Reiche durch die Union von Calmar(1308.). Margaketha hinterließ keine Kinder. Ihr Vetter und Nachfolger, Erich, vum Hauſe der Herzoge von Pom⸗ mern, wurde von den drei Königreichen verſtoßen(1439.), worauf Daͤnemark Chriſtoph, einen Herzog von Baiern⸗ berief, den auch, Schweden und Norwegen erkannten. 1446. Nach Chriſtophs Tod erwarb das noch regie⸗ rende Haus die Krone der Daͤnen und Normannen⸗ Chri⸗ ſtian 1. a. d. oldenb. Hauſe. 1368. Graf Dieterich brachte erbbereinigungsweiſe Delmenhorſt und Oldenburg zuſammen. Dieſer Graf hatte von Hedevig, Schweſter des lezten Grafen von Hol⸗ kein⸗ zwei Söhne, deren einer, Gebhard, ihm in Ol⸗ enburg folgte; der andre, Chriſtian, wurde König der Daͤnen, und ſtritt mit Karl Knulſon und mit Stene Sture um die Hertſchaft Schwedens⸗ Dieſen Urſprung his auf Kaiſer Marximilian I.(r495.). 139 nahm das Haus Oldenburg, welches einen großen Theil der Erde beherrſcht. Die Grafen von Holſtein, aus dem Hauſe der Gra⸗ fen von Schaumburg, hinterließen ihr fruchtbares Land den Söhnen der Prinzeſſin Hedwig. Die Landſtände er⸗ klaͤrten ſich für Chriſtian. Holſtein wurde zu ſeiner Zeit zum Herzogthum erhoben 1293. Polen, ein Königreich ſeit Przemysl, führte Kriege wider die Koͤnige Böheims, wider die Herzoge von Pommern⸗Stettin, wider die Churfürſten von Bran⸗ denburg ꝛc.(131¹). Danzig wurde behauptet; nach Ab⸗ gang des böheimiſchen Koͤnigshauſes blieb Krakau pol⸗ niſe Schleſien wurde dem Hauſe Luremburg uͤber⸗ aſſen.. 1370. Der Stamm der Piaſten, welcher in einem halben Jahr tauſend Polen zu einiger Kultur und groſ⸗ ſer Macht erhob, erſtarb mit Caſimir dem Großen, demt Eroberer, dem Geſezgeber, dem Stifter der Univerſität Krakau. Seiner Schweſter Sohn, Ludwig von Anjou, König von Hungarn, folgte ihm. Aber auch Ludwig hatte nur Töchter(i352). Der Erſtgebornen(Maria) Gemal, war Sigmund von Luxemburg, dieſer wurde Foͤnig der Hungaren. Hedwig behielt nicht nur Polen, Volhynien und Nothreuſſen, man gab auch ihre Hand Jagellen, dem Großfurſten von Litthauen(1356). Da⸗ it e er und ſein Volk ſich den chriſtlichen Glauben gefallen. 410. Der Koͤnig Wladislaf Jagell brachte der teutſchherriſchen Macht in der Schlacht bei Tanneberg den erſten Stoß bei. 2 1437. Durch ſeinen Sohn Wladislaf und deſſen Wahl zum König von Hungarn wurde dieſes Reich aber⸗ mal mit Polen bereinigt. 1au. Allein Wladislaf, 20 Jahre alt, verlor bei Parea gegen Sultan Morad, Schlacht und Leben. vprruſir, ſein Bruder, folgte auf dem polniſchen 1 190 IX. Von Rudolf von Habsburg(1273.) Im Anfange des vierzehnten Jahrhunderts ſtarb das Haus des erſten Heerführers, der die Hungaren 400 Jahre zuvor in das Land geführt, das Geſchlecht Arpads mit Andreas III. aus(1301.).. 1310. Karl Robert, von dem zu Neapolis regieren⸗ den Hauſe Anjou, gab dem mehrere Jahre wankenden Thron durch Kraft und Weisheit neuen Glanz, und bereitete ſeinem Sohne, Ludwig, Zeiten ausnehmenden Glücks und Ruhms 1343) 1302. Nach 40iähriger Regierung ſtarb Ludwig, und Hungarn bekam hierauf an Sigmund einen z war thati⸗ gen aber etwas regelloſen Koͤnig(1336.), der ein Aus⸗ 6. kaͤnder war. 437. Sigmund regierte über ein halbes Jahrhun⸗ dert Hierauf, nach kurzer Verwaltung des öſterrelchi⸗ ſchen Albrechts, beherrſchte in Ladislafs ſchwacher Kind⸗ heit, der Konig Wladislaf von Polen zugleich auch Hun⸗ garn, bis auf den unglücklichen Tag bei Varea(1444.). er Statthalter der königl. Macht, Johann Hunyad, nachdem er bei Belgrad gegen den Eroberer Conſtanti⸗ nopels unſterbliche Lorbeern geſammelt, ſtarb(1436.). Nach dem Tode des jungen Ladislaf k145.) erhob die Nation den Sohn des Helden Hunyad, Matthias. Auf dieſes großen Mannes LDod wählte Hungarn den Sohn des polniſchen Caſimir, Wladislaf, ſchon König von Boͤheim(1490.). ——————— „ Die Lürken ſind ein uralter Völkerſtamm, welcher in den öſtlichen Gegenden jenſeits der eaſpiſchen See herum zu irten pflegte. Aus ihrem Lande waren die Scythen, welche Aſten 23 Jahre vor Cyrus, in Unter⸗ wuͤrfigkeit hielten(550 v. Thr.). Hier herrſchten im fünften und ſechten Jahrhundert gewaltige Chane; nach⸗ dem Curkeftan dem Glauben und Geſez Mohameds ſich gefügt, blühte allda die herrliche Jugend. 1055. Von dieſen Lürken ging Seldſchuks Geſchlecht bis auf Kaiſer Maximilian I.(1493.). 19r aus, und eroberte Aſien von der perſiſchen und indiſchen bis an die vhrygiſche Grenze. Die ſeldſchukſchen Suitane in Kleinaſien führten 200jährigen Krieg wider die abend⸗ laͤndiſchen Kreuzfahrer und wider die griechiſchen Kai⸗ ſer. Aber nur die mogoliſche Macht brach den Thron von Ikonium. 3 1209. Unter den Tuͤrken entwickelte ſich die fruͤhe Tapferkeit Oßmanns, Sohn Erdogruls. Oßmann be⸗ geiſterte durch Heldenmuth und Religion(1304). Das Reich Oßmanns wurde in dem innern Bythinien errich⸗ tet; Pruſa, am Fuße des myſiſchen Olympus, wurde Reſidenz(1305. 1360 Die Tuͤrken unter Morad, dem Sohn Dr⸗ chans, eroberten Adrianvpel den Schlüſſel Bulgariens und Serviens. Von dem an war Adrianvpel der Siz einer weſtlichen Macht, welche ſich im Laufe eines Jahr⸗ hunderts zu der Groͤße der eurbpäiſchen Türkei bildete. C ſn edler ſerviſcher Juͤngling toͤdtete Morad bei aſſowa. 1389. Dimur bewog den mogoliſchen Chan Dſcha⸗ gadai, welcher wie er ſelbſt von Dſchingis⸗Chan ſtammte, daß er ihn zum Nowian lerſten Miniſter) ernannte. Timur ging aus, unter dem Vorwand: ungetreue Statthalter unter die Geſeze ihres Herrn, des Chans Dſchagadai zuruͤck zu bringen, die mogoliſche Macht her⸗ zuſtellen. Bald wurde Perſien bezwungen. 1399. Ueber den Sultan Bajeſſid erhielt Dimur bei Arcyra in den Gefilden Galgtiens einen entſcheidenden Sieg. Bajeſſid Fritt verzweiflungsvoll für Freiheit oder Heldentod; die Mogolen warfen einen Deppich uͤber ihn, und führten ihn ſchmaͤhlich zu dem Ueberwinder, dem er Verachtung bezeugte. 1401. Timtt wandte ſich nach Morgen und nach Nordoſt. Auch Sieger über die ägyptiſchen Mamelucken ſandte er, da er wieder in ſein Land kam, ein Heer von 200,000 Mann wider die in Sina herrſchende Dynaſtie Sing. Er ſarb im 7uſten Jahr(14069. 192 IX. Von Rudolf von Habsburg(1273.) 1451. Von dem Anfange der Regierung Mohammeds AI., Sohn Morads, war der Untergang des morgenlaͤn⸗ diſchen Kaiſerthums ſein herrſchender Gedanke. 1453. Er belagerte Conſtantinopel in dem 1123ſten Jahr ihrer Erbauung Pber nicht wenigerthätig war der damalige Kaiſer Conſtantinus, der genueſiſche Held Giuſtiniani, der große Dur Lukas Notaras. Der Sultan lag 50 Tage vor der Stadt und erſchütterte ihre gewaltigen Mau⸗ ern durch unerhört mächtige Maſchinen. Die Lürken kamen durch ein verſaͤumtes Pfortchen in die Stadt, während ſolche zu gleicher Zeit von einer andern Seite erſtiegen wurde. Conſtantinus fiel auf dem Wall, helden⸗ müthig ſtreitend. Der große Dux wurde mit ſeinen Söh⸗ nen hingerichtet, als er den jüngſten der Wolluſt des Siegers nicht Preis geben wollte. Anderthalbtauſend Jahre nach der Schlacht bei Pharſalus nahm das römi⸗ ſche Kaiſerthum dieſes Ende. Mohammed zierte Conſtantinopel mit neuer Pracht, und führte groͤßere Hof⸗Ordnung ein. 1303. In Oſtindien befeſtigte der große Mogol(Li⸗ murs Geſchlecht) ſeine Macht. „ 1461. Auf Karl VII., Koͤnig der Franzoſen, folgte ſein Sohn Ludwig XI. Ludwig XI., Koͤnig von Frankreich, machte ſich im⸗ mer mehr und mehr unabhängig, indem er die Krongüter merklich vermehrte, nachdem die Nation ſchon unter ſei⸗ nem Vater ſich hatte gefallen laſſen, daß die Steuer (taille) füͤr immer eingefüͤhrt worden. Er beobachtete eine große Genauigkeit, ſowohl in der Einnahme als im Auſwand. Vier Millionen 700,000 Pfund hob er jähr⸗ lich, eine Summe, die unter Ludwig XV. 23 Millionen gleich kommen mochte. Ludwig ſchloß die erſten Subſidien⸗ Tractate mit den Schweizern, wodurch die Könige das Recht erhielten, in den Cantonen zu werben. Inner drei Jahrhunderten ſollen über eine halbe Millivn Schweizer bis auf Kaiſer Maximilian I.(1495.). 193 in franzöſiſche Kriegsdienſte getreten ſeyn. Die Kriegs⸗ manier bekam einc neue Geſtalt. Endlich blieben in Frankreich nur drei Grundmaximen: ¹)„daß die könig⸗ „liche Macht nie auf ein Weib fallen koͤnne, 2) daß „die Kronguͤter unveraͤußerlich ſeien, 3) daß die Volljaͤh⸗ „rigkeit des Koͤnigs mit dem vierzehnten Jahr anfange.“ Philipp der Gute, Herzog von Burgund, welcher zu ſeines Vaters Zeit(mit welchem Ludwig meiſt in Mis⸗ helligkeit lebte) ihn an ſeiſem Hof aufgenommen, hinter⸗ ließ einen Sohn Namens Karl(1467.) Dieſer Fürſt, ſo herrſchbegierig als der König, hatte wildere Leidenſchaften, aber größere Anlagen zu einer ho⸗ hen und edlen Denkungsart; die ſchoͤnſten Laͤnder dieſſeits dem Alpengebirge, beide Burgund und beinahe ganz el⸗ gien waren ſein Eigenthum. Damit vereinigte er Geldern und die Grafſchaft Zütphen. Schon zuvor hatte Sigmund von Beſterreich, Herr der Vorlande, die Grafſchaft Pfirt und viele Städte in Elſaß und Schwaben dem Herzog verpfaͤndet(1469.). aiſer Friderich war geneigt, dem Herzog Karl eine Königskrone zu geben, wenn er ſeine Erbtochter Maria dem Erzherzog Maximilian verlobe. „Karl beleidigte durch ſeinen Stolz den Kaiſer, und druckte die verpfaͤndeten Vorlande ſo, daß das Haus De⸗ ſterreich jede Gelegenheit willig ergrif, wodurch dieſer Sruz und Hohn gerochen werden konnte. Da vermittelte Koͤnig Ludwig eine„ewige Richtung“ der langen Feindſchaft Habsburgs gegen die Eidgenoſſen, und ſchoß dem Erzherzog Sigmund Loſungsgeld für ſeine Luͤnder vor(1474). Karl weigerte ſich, von Sigmund das Loſegeld an⸗ zunehmen. Hierauf hrauchte dieſer Gewalt, und ließ mit Rath und Urtheil ſchweizerſcher Geſandten dem tyranni⸗ ſchen Vogt, Peter von Hagenbach, den Karl uͤber die Vorlande geſezt hatte, den Kopf abſchlagen. Der Herzog ſchwur, den Mann zu rächen. Späth Laſchenb. der Weltgeſchichte. 3 100 1K. Von Rudolf von Habsburg(1273.) Nun begann der burgundiſche Krieg. Die Freigraf⸗ ſchaft wurde verheert; bei der Ankunft Karls zogen ſich die Schweizer auf die oͤſtliche Seite des Jura zurück, und eroberten die Herrſchaften des Prinzen von Dranien Cha⸗ teau⸗guyon, der in burgundiſchen Dienſten kommandirte. Der Herzog von Burgund verbreitete ſeine Macht aus den mittleren Päſſen des Jura nach dem neufchatel⸗ ler See. Hier belagerte und eroberte er die von den Schweizern beſetzte Burg zu Granſon, und ließ die Gar⸗ niſon aufhängen. Bald wurde dieſe Beleidigung durch die Schlacht gerochen(1476.) Ein prächtiges Lager, üͤber 300 Stücke Artillerie, ſechshundert Banner und Fab⸗ nen jielen in die Hände der Sieger. In wenigen Monaten erſchien der Herzog vor Mur⸗ ten, welche kleine Stadt Habrian von Bubenberg helden⸗ müthig hehauptete. Langfamer zogen ſich die Eidgenoſſen zuſammen; der aus ſeinem Land vertriebene Herzog von Lothringen kum mit nur 200 getreuen Rittern Und 4 Grafen von Leiningen, der gemeinen Sache zu Huͤlfe. Den Sieg vor Murten entſchied Hans von Hallwyll, Ritter, Anfuhrer der Vortruppe und Artillerie. Bewun⸗ derungswuͤrdige ſchweizerſche Kraft noͤthigte den Herzog, Lager und Artillerie mit betraͤchtlichem Verluſt zu verlaſ⸗ ſen, und aufs ſchnellſte ſein Leben zu retten. Das Un⸗ glück nahm dem Herzog die Gegenwart des Geiſtes. Das Sh geſchwaͤchte Heer zerſtreute ſich, und litt noch mehr⸗ ie Herzogin von Sovoyen, ſeine Verbündete, ſandte Karl gefangen in ſein Land. Mit Muͤhe erwarb das ſa⸗ voyſche Haus von den Ueberwindern den Frieden; ſie be⸗ hielten ſich Murten und andere Grenzorte vor. Karl belagerte Nanch, die Hauptſtadt des Herzogs Renatus von Lothringen. Dieſer bat die Ueberwinder flehentlich um Hülfe und Wiedereinnahme ſeines Landes. Achttauſend Mann zogen muthig bei hartem Win⸗ ter uͤber das wasgauer Gebirge. Am 6. Jänner 1477. keſch die Schlacht bei Nanch, wo die Schweizer bon ein durchſchnittenen Erdreich ſo geſchickten Gebrauch bis auf Kaiſer Maximilian 1.(T495.N. 105 machten, daß ſie dem Feinde im Ruͤcken erſchienen. Als die Burgunder flohen, verlor der Herzog ſein Leben, in⸗ dem er durch einen italieniſchen Rottenführer, Campo⸗ baſſo, verrathen wurde. Das Haus Burgund ging unter Ludwig Xl. bemaͤchtigte lich hierauf des Herzog⸗ thums, als eines, theilt verwirkten, theils offenen Le⸗ hens*). Die Freigrafſchaft aber und die Niederlande blieben der Erbtochter Maria. Nun heirathete ſie den Erzherzog Maximilian. P . Raria gebar ihm Philipp, und ſtarb. Ma⸗ rimilian verwaltete die Laͤnder vormundſchaftweiſe. Er erbte von ſeinem Vetter, dem Erzherzog Sigmund, auch die öſterreichſchen Vorlande. Die vier Herrſchaften vor dem Arlenberg; Bregenz, Pludenz, Feldkirch und Son⸗ nenberg wurden unter Deſterreich zuſammen gebracht, zu⸗ gleich der Welfen Erbtheil, ein Reſt der herzoglich ſchwa⸗ biſchen Macht, die Landvogtei in Schwaben zu Altdorf, die Grafſchaft Nellenburg im Hegau, die Vereinigung der Biſchoͤffe von Trident und Brixen zu dem Lunde Tirol, die Grafſchaft Goͤrz und die welſchen Confinen gegen Vendig. Maximilian, nach dem Code ſeiner erſten Gemalin⸗ war im Begriff, die Erbtochter von Bretagne zu hei⸗ rathen. Aber die franzöſiſche Liſt vereitelte Lolches, und Anna gab ihre Hand Karln ViII.(i491). Dieſer, und *) Er brachte Fourbin, Miniſter Karls von Aniot, Grafen von Provence, Neffen und Erben des Ti⸗ tular⸗Koͤnigs Renatus, auf ſeine Seite. Dieſer Karl ſezte den Koͤnig zum Erben ein. Nach Ver⸗ einigung der Provence(t81.) war von den großen Vaſallen nur noch Franz, Herzog von Bretagne, i fürchten. 5 106 IX. Von Rudolf von Habsburg(1273.) nach ihm Ludwig XII., ſein Nachfolger auf dem Thron und im Ehebett, hinterließen keine maͤnnliche Nachkom⸗ menſchaft, worauf König Franz I., Enkel des Vaters Bruders Ludwig KII. die Einverleibung von Bretagne vornahm, wodurch dieſes Land unveraͤhßerlich mit der Krone verbunden wurde. Damals wurde feſtgeſezt, daß eine jede Provinz als einverleibt anzuſehen ſei, welche der Koͤnig zehn Jahre mit ſeinen alten kanden zugleich wuͤrde verwaltet haben. Galeazzo, Sohn des Francescv Sforza, wurde zwar ermordet, aber Bona von Savoyen, ſeine Wittwe, be⸗ hauptete ihrem unmuͤndigen Sohne, Johann,(1473.) das Herzogthum Mailand. Dieſen Johann Galeazzo tödtete Lobovico Moro(14o4.), ſein Oheim, Bruder des frůher ermordeten Vaters, durch langſames Gift. Nun fuͤrchtete der neue Herzog den König zu Rea⸗ polis, deſſen Tochter Wittwe des unglucklichen Johann Galeazzo war. Er ſandte den Cardinal Ascanio Sforza nach Frankreich, um vorzuſtellen, daß wenn Karl VIII. die vom Hauſe Anjou auf ihn geerbten Rechte an das Koͤnigreich Veapel gelten machen wollte, er und andere italieniſche Fürſten geneigt wären, ihn zu unterſtüzen. s war nemlich das Koͤnigreich Neapel in der Macht einer Neben⸗Linie von Arragonien: Alfonſo der Weiſe, Koͤnig Arragoniens und Siciliens, welcher die Königin Johanng II. verdrängt hatte, war ohne legale Erben geſtorben, da fiel Arragonien ſeinem Bruder zu (1456.), indeß er Sicilien und Neapel einem natürlichen Sohn Don Ferrando zuwandte. 1492. Alexander VI, von dem ſpaniſchen Geſchlecht Borgia, ſaß auf St. Petri Stuhl. Dieſer hatte den Plan, den unternehmendſten ſeiner Soͤhne, Cäſar, in Italien greß zu machen. Caͤſar Borgia war ein Mann von ſehr lebhaftem Geiſte und großer Kraft des Chargkters. Dyrch Ver⸗ bis auf Kaiſer Maximilian I.(1403.). 197 raͤtherei und Meuchelmord erwarb Caͤſar die Herrſchaft vieler italieniſchen Städte, die er hierauf mit Gerechtig⸗ keit und Guͤte verwaltete. Als Coſimo de Medicis von Florenz, der Vater des Vaterlandes, in ſeinem 25. Jahre geſtorben war(1464.), bezeugte nicht nur der Kaiſer, ſondern auch König Ludwig XI., der Papſt und alle benachbarten Fuͤrſten und Städte den Flvrentinern über den Verluſt cines ſolchen Buͤrgers durch Geſandtſchaften ihr Beileid. Sein Sohn, Pedro de Medicis, ein Mann von Geiſt und feinen Sitten, wurde durch die Schwache ſei⸗ Geſundheit abgehalten, in den Geſchäften thätig zu ſeyn. 1472. Pedro hinterließ zwei Soͤhne, deren der aͤltere Lorenzv durch glaͤnzende Eigenſchaften des Geiſtes, und ſchonen Literatur, den Zunamen des Vaters der Muſen erwarb. Nicht weniger war der jüngere Bruder Julian ein liebenswürdiger Juͤngling. 2 In Florenz war damals das Geſez, das die Loͤch⸗ ter, wenn keine beſondere Diſpoſition vorhanden ſei, von dem Erbe des Vaters ausſchloß. Auf dieſe Weiſe verlor eine in das Haus Patzi verheirathete Dame die großen Erbguter ihres Geſchlechts. Da die Pazsi glaub⸗ ten, daß die Medicis die Sache anders haͤtten wenden konnen, machten ſie mit Francesco Salviati, Erzbi⸗ ſchoff zu Piſa, und einigen Edlen von Florenzeine Ver⸗ chwoͤrung, beide Medicis an dem 256. April(1473.), a der Cardinal Riario, Nepote des Papſtes Sixtus W⸗ ſeinen Einzug halten ſollte, zu ermorden. Zu dem Ende begaben ſie ſich fruh in die St. Reparatenkirche, wo dieſe dem Gottesdienſte beizuwohnen pflegten. Im Augenblicke der Brodverwandlung trat Francesco Paizi zu dem juͤn⸗ gern Medicis, und, indem er lum zu füͤhlen, ob er ge⸗ panzert waͤre) ihn vertraulich umfing, frug er ihn um ſeine Geſundheit. Inlian wurde umgebracht, indeß Lu⸗ 198 IX. Von Rudolf von Habsburg(1273.) renzo von den Verſchworenen verwundet wurde. Her⸗ beieilende Prieſter retteten dieſen in die Sakriſtei. In der ganzen Kirche war Waffengetuͤmmel. Pazzi, der Erzbiſchoff von Piſa, und viele andere, welche ſich in den Staats⸗Pallaſt eingedrungen hatten, wurden aus den Fenſtern des großen Saals gehangen. Einer der Verſchworenen, Bandini, der nach Conſtan⸗ tinopel floh, wurde von dem Padisha Mohammed aus Ruͤckſicht für Lorenzo ausgelie fert. Der(fuͤr unächt ge⸗ haltene, Sohn Julians beſtieg nach 45 Jabren als Clemens VII. den heiligen Stuhl(1525.). Es war ein großes Glück fuͤr Itglien, daß Lorenzo gerettet wurde. Als, nach der Hinrichtung des Erzbi⸗ ſchoffs von Piſa, Papft Siptus die Stadt in Bann that, und jenem Herzog Alfonſo von Calabrien, Erſtgebore⸗ nen des Königs Don Ferrando von Neapel, die Vollzie⸗ hung auftrug, dieſer aber die Verbannung der Medicis zur Friedensbedingniß machte, erklaͤrte Lorenzo, er weit entfernt ſei, ſeine Große oder ſein Leben dem Wohl des Vaterlandes porzuziehen, und daß er mit Gefahr des erſtern fuͤr das leztere eben jezt einen entſcheidenden Schritt vornehmen wolle. Lorenzo erwarb nicht nur ſo viele und maͤchtige Freunde, daß der Papſt einen ſeine Tage verkürzenden Verdruß daruͤber ſchöpfte, ſondern Lorenzo wagte es auch an den Hof des Königs Ferrando zu reiſen, der ſeinen Untergang gefordert hatte. Hier gewann er Don Ferrando ſo, daß dieſer immer Freund von Florenz wurde. Von dem an regierte(der Gros⸗ maäͤchtige) Lvrenzo mit dem groͤßten Glanz. Ludwig XI. ließ ihn durch den Geſchichtſchreiber Philipp von Canines um ſeine Freundſchaft bitten; der Papſt Innocenz VMI. freute ſich, fuͤr den Fürſten Cibv, ſeinen Neſſen, ſeine Sochter zu bekommen, Mathias Hunyad bediente ſich ſeines Raths, der aͤgyptiſche Sul⸗ tan ehrte ihn durch Geſchenke, der vsmanniſche durch Proben der Achtung. Er ſtarb 44 Jahr alt(1492 vis auf Kaiſer Maximilian 1.(1495.). 199 P ſein Sohn, erbte Alles, nur nicht den Geiſt des aters. Jakob II., König von Cypern, heirathete Katharing Cornaro, Tochter eines venetianiſchen Senators. Nach des Vaters Tod gebar ſie Jakob III.(1436.), der in zar⸗ ter Kindheit geſtorben.. Katharina übergab das Koͤnigreich Cypern der Re⸗ publik Venedig. Die vertriebene Koͤnigin Charlotte, Erbtochter des Hauſes Poitiers⸗Luſignan ſtarb arm zu Rom, nachdem ſie ihrem Gemal vom Hauſe Saooyen ihre Rechte abge⸗ treten. Schon vorher hatte Herzog Ludwig von Savoyen durch Anna von Lufignan, Tochter Koͤnigs Janus, eint⸗ ges Recht auf Cypern ervorben. Seine Nachkommen nennen ſich immer noch Koͤnige von Eypern und Jeruſalem. Der Beſiz von Eypern blieb der venetianiſchen Macht. Die Unterhandlungen des Herzogs von Mailand reit⸗ § e König von Frankreich zu einem Feldzug wider Keapel. Nichts vermochte der alles niederwerfenden Wuth der Franzoſen, nichts der Standhaftigkeit der Schweizer (Karl VIII. hatte eine ſtarke Schweizerſchaar) zu wider⸗ ſtehen. Don Ferrando war tod; Alfonſo legte die kaum angetretene Regierung erſchrocken nieder. In den erſten Tagen Don Ferrando II., ſeines Sohns, vollendeten 20,000 Franzoſen und 6000 Schweizer die Eroberung des Koͤnigreichs Neapel(1405.). ber die Sitten der Franzoſen mißfielen zu Neapo⸗ lis. Es war felbſt in des Königs Charakter keine Ge⸗ horſam gebietende Groͤße, ſondern beleidigende Eitelkeit, welche alle Staaten aufſchrekte. So entſtand in Kurzem ein Bund wider die Franzoſen, zwiſchen dem Papſt Ale⸗ rander, dem Kaiſer Maximilian, dem Koͤnig Ferdinand von Arragonien und Caſtilien, und den Venetianern. „ Eine traurige Folge dieſer mehrfachen Verbindung iſt die Mittheilung des veneriſchen Giftes, welches unter 200 IX. Von Rudolf von Habsburg(1273.) den Herren in dem italieniſchen Kriege die erſten auffal⸗ lenden Wirkungen aͤußerte. Chriſtoph Colombo war von der zweiten Reiſe nach Amerika, wo die Spanier es bekommen haben ſollen, noch nicht zuruͤck, noch hatten die Spanier in Neapolis nicht gelandet, als das Uebel ſich daſelbſt bei den Franzoſen ſchon entwickelte. Es iſt ſehr wahrſcheinlich, daß das veneriſche wie das Pocken⸗Gift aus den heißeſten Gegenden Africa's kommt, und von der Küſte von Guinea nach Europa gebracht worden iſt. Nach dem Tode Karls VIII. verſuchte Ludwig XII. wider Mailand, was Karl gegen Neapolis. Aber die Machtverhaältniſſe hatten ſich zum Vortheil Deßterreichs gewaltig verändert, nachdem nemlich Philipp der Schoͤne, Sohn Mapimilians und der burgundiſchen Moria, die Erbin von Ferdinand und Iſabella, der katholiſchen Koͤ⸗ nige, heirathete. Ferdinand, welcher den alten Titel„katholiſcher Koͤ⸗ nig“ wieder annahm, war Sohn Don Juans II., wel⸗ chem Alfonſo der Weiſe, ſein Bruder, das Königreich Arragonien mit Valenza, Catalonien, den baleariſchen Inſeln und Sicilien, hinterlaſſen hatte. Iſabella(4457.), Ferdinands Gemalin, war Schweſter des lezten Königs von Caſtilien, Heinrichs IV. Durch Veranſtaltung des Erzbiſchoffs Carillo von. Toledo und Herrn Ferrando Gonzalez di Mendoza wurde jener Heinrich IV. für unfähig erklärt, Kinder zu zeugen, daß alſo Johanna, ſeine Tochter, nicht von ihm, ſondern mit Bernhard von Cueva, Grafen von Ledesma und er⸗ ſtem Herzog von Albuquerque in ehebrecheriſcher Verbin⸗ dung mit der Koͤnigin erzielt worden ſei. So und durch die Niederlage der Portugieſen behauptete Iſabella die Thronfolge von Caſtilien. Von der arabiſchen Macht in Spanien war noch das mauriſche Reich Grenada übrig. Um dieſen Thren ſtritten Mohammed el Zagal und ſein Neffe Abu Ab⸗ vis auf Kaiſer Maximilian I.(1495.). 201 dalah. Dieſe Umſtände benuten die caſtilianiſchen Kö⸗ nige, Ferdinand und Iſabella. Die Mauren übergaben endlich, nach Erbauung der Stadt Santa Fe, welche zeigte, daß Ferdinand Grenada in immerwahrender Belagerung halten würde, die Haupt⸗ ſtadt ihres Reichs(1402.); ſie bedungen ihren Glauben, was vormals ihre Väter auch den Spaniern gelaſſen⸗ Doch traten mehrere Große voin Iölam zu dem Evange⸗ ſium; und indeß Zagals Geſchlecht noch im afrikaniſchen Lelemſan beſteht, biühen die Abdallahs( Albencerrages) in Spanien als Marqueſe von Campoteiar. Dieſes En⸗ de nahm im Joſten Jahr die Gewalt der Mohammeda⸗ ner in Spanien. 5 Nach dieſer Eroberung gab auch Karl VIII., König von Frankreich, dem Könige Ferdinand, Cerdagne und Rouſſillon, pyrenälſche Gegenden, welche Don Juan II. an Frankreich verpfaͤndet hatte, zuruͤck. Ehe die Mauren uͤberwunden waren, entwarf der Staaisminiſer Mendvza mit. Herrn Alfonſo de Salez⸗ Biſchoff zu Cadiü, während ſeines Aufenthalts zu Sevil⸗ la den Plan einer Glaubens⸗ Inquiſition(1477.). Ein ſolches Gericht unterdrückte ſchon ſeit dritthalbhundert Jahren anderwarts den Geiſt bieler europäiſchen Völker. In Spanien war ſeine erſte That die Hinrichtung und Vermögens⸗Einziehung vieler, eines Hanges zum Judenthum angeklagten Bürger von Sevilla, welche von Juden abſtammten. Bruder Thomas von Torguemada, ein Dominikaner, Prior bei dem heiligen Kreuz zu Segovia, wurde erſter Glaubens⸗Inquiſitor(494.); er unterhielt 200 Familia⸗ ren, eine Garde von 50 Pferden diente ihm zur Sicher⸗ heit, auch kamen im erſten Jahr 17,000 Menſchen in Unterſuchung. Zweitauſend wurden lebendig verbrannt. Aus den Gütern der Unglücklichen gründete Torguemada das St. Thomas Kloſter zu Avila; keiner, deſſen Vor⸗ ure oder Mauren geweſen, wird in dalſelbe zu⸗ 20n IXK. Von Rudolf von Habsburg(1273.) 1492. An die juͤdiſche Ration erging der Befehl, Caſtilien hinnen 6 Monaten zu verkaſſen; Gold, Silber und ESdelſteine durften ſie mitnehmen, die uͤbrigen Güͤter wurden eingezogen, und Chriſten beim Banne verboten, einem Juden Brod oder Waſſer zu geben. Hundert und ſiebenzig tauſend Familien emigrirten. 3 „Arragonien, um der Plage der Inguiſition frei zu bleiben, bot eine große Summe Geldes. Vergeblich. Als aber Peter von Arbues, erſter General⸗Inguiſitor Arragoniens, in der Domkirche zu Zaragoza erſchien, wurde er von einem Volksauflauf umgebracht. Der Koͤ⸗ nig, als er Geld und Widerſtand ſah, wankte. Da trat Forquemada mit einem in Mantel gehüllten Crucifix in das Zimmer, wo Ferdinand und Iſabella ſaßen, raffte es hervor, und ſprach:„Majeſtäten! der, den ihr hier „ſehet, iſt fuͤr dreißig Silberlinge verkauft worden; wollt „ihr ihn wieder verkaufen? Er wird wiſſen, ſich zu ra⸗ „chen;“ ließ das Crucifir ſtehen, und ging hinweg. Die Glaubens⸗Inguiſition wurde in Arragonien mit Gewalt der Waffen eingefuͤhrt. Obgleich die Mauren Grenada unter Zuſage der Glaubensfreiheit übergeben hatten, ſo wurde ihnen doch Emigration oder Taufe geboten. Geiſtliche und Rechtsgelehrte, unter dem Vorſiz der Erzbiſchoͤfe bon Toledo und Grenada, hatten ihr Gut⸗ achten dahin gegeben:„daß Ferdinand und Iſabella „nicht verbunden ſeien, dieſen Unglaͤubigen Wort zu hal⸗ „ten.“ Es wurde hierüber viel Blut vergoſſen, viele ka⸗ men um ihre Freiheit, viele um ihr Vermsgen. Pime⸗ nes, General⸗Commiſſarius der Franziskaner, Beicht⸗ vater der Königin, wuthete auch gegen die Literatur der Mauren. Er ließ die agrabiſchen Buͤcher berbrennen⸗ Die Kraft dieſer Verordnungen wurde durch Karl V. (1520.) erneuert. Anm. Unter dem Koͤnige Alfonſo XI. von Caſtilien und Leon, in dem Kriege, den er bei Algezira wider die merinidiſchen Fuͤrſten Ahu Hafs fuͤhrte, kam die bis auf Kaiſer Marimilian I.(1495.). 203 Alcavala, die große Steuer pon allem was verkauft wird, mit Bewilligung der Reichsſtaͤnde anf⸗ Dieſer Abgabe ſind alle Producte der Erde und menſchlicher Kunſt unterworfen; ſie ſoll zehn Procent ertragen. Die Einnahme hat unzaͤhlige Beamten und oͤftere Durch⸗ ſuchungen veranlaßt, welche der Freiheit im Privat⸗ leben aͤußerſt beſchwerlich ſcheinen. Ein Theil der Al⸗ cavala iſt der Salzhandelz jedes Dorf iſt genöthigt, eine gewiſſe Menge zu kaufen, was nicht verbraucht wird, darf nicht wieder verkauft werden; um den Preiß hoch zu halten, ſind Salzgruben zerſtört worden; von andern wurden die Zugaͤnge bewacht. Unter König Manvel, der 1521 ſtarb, hatte Vascv di Gama nach zehnmonatlicher Fahrt, mit 4 Schiffen⸗ auf der oſtindiſchen Küſte bei Calecutta gelandet; bald nach dieſem hatte der Florentiner Amerigo Veſpucci, wel⸗ cher der von Colomb(1405.) gefundenen Welt(Amerika) ſeinen Namen gab, das reiche Braſilien entdeckt(1498.)3 von da aus fuhr auch Pedro Alyarez de Cabral nach dem Lande des calecuttſchen Zawonin, indeß Goma und ſeine Nachfolger die Kuſten von Moſambik, Zofala und Oſtindien überall erforſchten, wo bald Albuguergue, Goa zum Siz eines portugieſiſchen Reichs erbob. Jede neue Erpeditiun brachte neue Geſtirne, fremde Sitten, Tbiere, Pflanzjen, Geſtalten der Natur und Menſchheit in den Kreis der europäiſchen Kenntniſſe. In der. Schweiz ſtieg die Eiferſucht zwiſchen den Staͤßten und Ländern ſehr, als Vern ſich bemuͤhte, So⸗ lothurn und Freiburg in die ewigen Bünde zu bringen⸗ Freiburg war, wie Bern, von den Herzogen von Zaͤringen, auf eigenem Erbaute gegründet worden(117505 hierdurch fiel dieſe Stadt erbſchaftweiſe an die Grafen von Kiburg(1277.), welche ſie dem Hauſe Habsburg⸗ Beſterreich verkauften, von dieſem kam ſie ebenſo an 204 IX. Von Rudolf von Habsburg(ra73.) die Herzoge bon Saboyen(1452). Aber nach und nach kaufte die Stadt Freiheiten, und endlich Unabhängigkeit(1475). Solothurn war urſpruͤnglich freier; Deßterreich hatte hier keine Rechte, und verſuchte nur, aber vergeblich, einmal mit gewaffneter Hand(1318.) und das andere mal durch geheime Verſtaͤndniß(1332.) der Stadt ſich zu bemaͤchtigen. Freiburg fuhrte wider Bern viele bittere Kriege, So⸗ lothurn war von jeher mit Bern verbündet. Als durch Partheiungen eine Erbitterung der Ge⸗ müther eintrat, die ſelbſt die Aufloſung der Eidgenoſſen⸗ ſchaft befuͤrchten ließ(1460.), vernahm Nikolaus von der Flue dieſe Gefahr, und der Bruder Klaus(ſo wurde er nun genannt) begab ſich ſelber nach Stanz, wo die Eid⸗ genoſſen verſammelt waren, und redete alſo an ſie: „wie Gott, der den alten Schweizern Siege und Frei⸗ iiiteebrn auch ihm geoffenbaret habe, auf welche „Weiſe ſie ſolche behaupten koͤnnen; nemlich nur durch „die Einigkeit. Unmäßige Begierden ſeien die furchtbar⸗ „ſen Feinde. Freiburg und Solothurn verdienen ohne „Mißtrauen aufgenommen zu werden; dagegen ſoll es „Grhndgeſez ſeyn, daß nie ein Drt auf Unkoſten des an⸗ „dern ſich vergroͤßere, keines die Verfaſſung des andern „gewaltſam veraͤndere.“ Beides geſchah, und es wurde feſigeſezt, daß im Fall innerlicher Unrühen, Solothurn und Freiburg, wie nachmals Baſel, Schaffhauſen und Appenzell, anſtatt durch Theilnahme an den Partheiun⸗ gen dieſe zu vermehren, einig zu ihrer Vermittlung ſich verwenden ſollen. Vaſel und Schaffhauſen, welche 20 Jahre hernach (1501) in die Eidgenoſſenſchaft aufgenommen wurden, hat beide unter dem flillen Schirm geiſtlicher Stifte gebildet. Appenzell iſt eine ſehr hohe Gegend an dem Alpen⸗ ſtock, der ſich um den Berg Hohen⸗Sentis gebildet hat. Dieſe Wülte wurde anfangs von Hirten durchwandert, welchen der Abt von St. Gallen Schuz und Gottesdienſt bis auf Kaiſer Maximilian I.(ràoʒ.). 205 gab. Als ihre Hab und Wohlhabenheit ſtieg, die Vogte des Abts aber drückend wurden, ſtand das Land wider ihn auf(1403.). Der Abt wurde genöthigt, ihre Rechte zu ehren. Dieſe und andere Verlegenheiten, in die er mit der Stadt St. Gallen kam, bewogen den Abt, ein Bur⸗ gerrecht oder einen Schirmbund mit Zuͤrch, Lucern, Schwiz und Glarus zu ſchließen(1451.). Die Stadt St. Gallen und das Land Appeniell pielten nun auch für nöthig, ihre äiteren Verbindungen mit den Schweizern enger und feſter zu machen. Nach und nach wurde die Stadt St. Ballen und das Land Appenzell unabhaͤngig, und jenes Land endlich, das dreizehnte Ortder ſchweizeriſchen Eidgenoſſenſchaft(1343.), ſo wie die Stadt und der Abt die erſten im Rang unter denienigen Brten, welche durch mancherlei Vertraͤge den Schweizern„zugewandt“ worden ſind. Auch erhielt ſich noch mitten in Schwaben eine mehr als toojährige Verbindung der Schweizer mit der Stadt Rothwyl(Rothweil)(644.), bis es im 3ojährigen Krieg unmöglich ſchien, das eidgenoſſiſche Neutralitats⸗Syſtem an einem ſo entlegenen Orte zu behaupten. 1604. Neuſchatel übertrug Wilhelm von Dranien, König von England, Friedrich dem Erſten, Koͤnig von Preußen(1701.). „ 1462. Das ruſſiſche Reich erhob Iwan Waſiljiwitſch. Sophia, ſeine Gemahlin, war der Zves Tochter, deren Manuel Paläologus der lezte griechiſche Kaiſer geweſen. 1505. Waſiliiwitſch trat mit Kaiſer Maximilian in gute Verbaͤltniſſe(dieſer nannte ihn Bruder), er gab „den LXXIII. Staͤdten“(hanſeatiſcher Bund) anlockende Handelsfreiheiten. Er ſchloß einen Cheilungs⸗Tractat, nach dem Beiſpiel der von Italien, gegen Schweden, mit Chriſtian II. König der Dänen Der Arm des Czars wurde der Macht Polens fühlbar. Unter Sigmund, 206 IX. Von Rudolf von Habsburg(1273.) Sohn Caſimirs, der ſeinen Brödern, Johann Albrecht und Alexander auf dem Thron Polens folate, und der ſonſt ein großer Koͤnig war, ging Smolensko und Ples⸗ kow verloren(15060). 1461. In England erwarb Edward W., vom Hauſe York, durch Waffen den Thron des wilden Heinrichs von Lancaſter, und befleckte ihn mit deſſen Blut. Die Sohne Ednards, denen er den Thron hinterließ, ver⸗ draͤngte ſein Bruder, der grauſame Richard, und tödtete ſie, oder einen von ihnen(1433). 1405. Heinrich von Richmond, als er den verhaßten Pichard in der Schlacht bei Bosworth erſchlagen, wur⸗ de von dem Parlament als Koͤnig erklaͤrt. Heinrich ſtammte väterlicher Seits von der franzöſi⸗ ſchen Prinzeſſin Eatharing, welche nach dem Lode Hein⸗ richs V., Konigs von England, einen Edelmann im Lande Wales, DOwen Tudor, geheirathet hatte, deſſen Mutter von einem unaͤchten Sohne Jobanns von Genth (Sohns Edward IHI.) ſtammte Hefnrich, obwol er eine Tochter Königs Edward IV. zur Gemalin hatte, wolite keinen Anſpruch hievon herleiten, vielleicht weil er von ſe Dode des einen ihrer Bruͤder keine ſichere Kenntniß atte. Was dieſes Koͤnigs(Heinrichs VII.) Politik berei⸗ tete, wurde durch die Fraft ſeines leidenſchaftvollen Soh⸗ nes, Heinrichs VIII.(1509.) weiter getrieben. In den europaͤiſchen Kriegen hatte Ensland zwar einiges, aber nichts weniger als ein praͤponderirendes Gewicht. Das Reich der Teutſchen im 15ten Jahrhundert hatte die ſonderharſte Verfaſſung. Es war eine Vundes⸗ republik unter einem Oberkaubte, aber von ſo ungleich⸗ artigen Gliedern daß allgemeine Geſitze weder jeicht einzufuͤhren, noch die Nation für gemeinſchaſtliche Maß⸗ vis auf Kaiſer Marimilian I.(14935.). 207 regeln zu vereinigen war. Dieſem Mangel, welcher bei dem Emporkommen der benachbarten franzöſiſchen Macht in ſeiner ganzen Gefahr erſchien, ſuchte der vatriotiſche Kaiſer Maximilian 1, abzuhelfen. Alle nichtchurfürſt⸗ lichen Lande wurden in 5 Kreiſe getheilt in den baieri⸗ ſchen, ſchwaͤbiſchen, rheiniſchen, weſtphaͤliſchen, nieder⸗ ſaͤchſiſchen und fränkiſchen. Dieſe 6 Kreiſe wurden nach⸗ her, ais bei dem Fortgang der Verwicklungen Europa⸗s die Nothwendigkeit der Oronung und Vehendigkeit fuͤr Teutſchland insbeſondere immer einleuchtender wurde, mit vier neuen vermehrt, nemlich: dem Churkreife,(der die vier am Rhein gelegenen Churfürſtenthümer begreift), dem oberſaͤchſiſchen(für Sachſen und Brandenburg), dem öſterreichiſchen(fur die oſterreichiſchen Erblande), und dem burgundiſchen(für die Laͤnder, die das Haus Mapimilians durch ſeine Gemalin erworben hatte). Fuͤr jede Abtheilung des Reichs wurde ein Kreisoberſter ge⸗ ſezt. Was die Reichsverfaffung im Ganzen, das ſollte im Einzeinen jede Kreisverfaſſung ſeyn. Dieſer Gedanke war ſehr gut, wenn er nicht durch die bald nach dieſem entſtandene Religions⸗ Partheiung in ſeiner Entwicklung gebemmt worden waͤre; dieſe ſchuß eine Dppoſition, welche eine von der gemein vaterlaͤndi⸗ ſchen verſchiedene Kraft und eigene, dem Reichsoberhaupt ſelbſt meiſt entgegenwirkende Bberhaͤupter bekamn, und ſo der National⸗Einheit und dem Gemeinſinn den Unter⸗ gang bereitete. Außer dieſem geſchah, daß 5. B. Boͤheim und die damit vereinigten Provinzen zwar mehr germa⸗ niſirt wurden, aber die A reisverfaſſung nicht wirklich be⸗ kam; daß in manchem Kreiſe Ein Stand Alles oder das Uebergewicht erhielt, wodurch die Beobachtung der Ge⸗ ſetzr auf mehr als eine Weiſe gefährdet, auch die Kreis⸗ tage unterlaſſen wurden, waͤhrend andere Kreiſe, welche die alte Geſtalt beibehieiten, von ihrem politiſchen Anſe⸗ hen einhuͤßten. Vor Zeiten wurden die Streithändel der teniſchen gürſten und Volker in leiter Inſtanz von Richtern ent⸗ 208 IX. Von Rudolf von Habsburg(1273.) ꝛc. ſchieden, welche dem kaiſerlichen Hofe zu folgen pflegten. Als durch die italieniſchen Kriege die Kaiſer in entfern⸗ ten Laͤndern beſchaͤftigt wurden, delegirten ſie die Beſor⸗ gung der Juſtizangelegenheiten an Hof⸗ und Landgerichte. Aber die Syruͤche dieſer wurden nur von ſolchen ge⸗ ehrt, die weder Kraft noch genug Anhang hatten, um ſich dagegen zu ſezen, oder für ſich die Sachen auszu⸗ machen. Daher kam es, daß beſonders nach dem Ver⸗ fall des reichsoberhauptlichen Anſehens, nach wildem Fauſtrecht unaufhoͤrliche Fehden geübt, und hierdurch der Fortgang des oͤffentlichen Wohls unterbrochen wurde. kange beſchäftigte ſich Marimilian mit Berchtold von Henneberg, Churfuͤrſten zu Mainz, und anderen wohl⸗ geſinnten Ständen, uͤber die Gegenmittel; bis endlich feſtgeſezt wurde, für alle Reichs⸗Juſtiz ein hochſtes Cam⸗ mergericht, in einer freien Reichsſtadt ein fuͤr allemal einzuführen(1405.). Anfaͤnglich wurden die Beiſizer von dem Reichstage erwaͤhlt. Nachmals verordnete der Kaiſer von wegen der ihm zugehörigen 2 Kreiſe zwei Aſſeſſoren; dieſem Bei⸗ ſpiel folsten die Churfuͤrſten(1507), andere gcht wurden von den ſechs älteren Kreiſen ernannt. Nun wurde ein ſeſter Landfriede promulgirt(1495.), alle Fehden ver⸗ boten, und ein Reichsregiment eingeführt, um, wenn Flandern oder Italien des Kaiſers Anweſenheit forder⸗ ten, an der Spize der Reichsgeſchaͤfte ſchnellen Emer⸗ genzien die unſchädlichſte Leitung zu geben. Die Veraͤnderungen in der Kriegsmanier wirkten auch darin auf das deutſche Reich, daß nicht mehr Heer⸗ fahrten, ſondern verhaͤltnißmäßige Geldbeitraͤge begehrt wurden. Dieſe dienten dem Kaiſer, Landsknechte zu he⸗ ben; bald bildete ſich ein Georg von Frundſperg, der 5 ſch den beſten Grundſaͤzen damaliger Kriegskunſt ordnete⸗ 209 c. Neuere Geſchichte dom 16ten bis auf das 19te Jahrhundert. X. Perlode von dem Landſrieden zu Worms(1495.) vis auf den Raſtadter Frieden(15550. In dem nemlichen Jahr, wo dem roͤmiſchen König Philipp, Sohn Maximilians, und Eidam Königs Fer⸗ dinand und Iſabella von Spanien, Karl V. geboren wurde, erwars Ludwig XII., Koͤnig von Frankreich, das Herzogthum Mailand. Valentina Visconti, Gemahlin Ludwigs von Dr⸗ leans, ſeines Stammvaters, Bruders Karl des Weiſen, hatte bei ihrem Leben viel Unglück geſtiftet, und ihr Name veranlaßte den mailaͤndiſchen Krieg, zu Vertrei⸗ bung des Hauſes Sforza. Der König ſowohl als der Herzog zaͤhlten beſonders auf die Schweizer. In beiden gegen einander ſtehenden Heeren dienten Schweizer. Der Herzog wurde in ſeiner Noth bei No⸗ vara von einem Urner, Namens Turmann, verrathen⸗ Zwoͤlf Jahre war Mailand franzoͤſiſch. 1505. Kaum hatte Ludwig XII. dieſe Eroberung vol⸗ lendet, ſo ſchloß er mit König Ferdinand von Spanien einen Theilungs⸗Vertrag über das Koͤnigreich Neapel. Friedrich, Sohn des Don Ferrando K., hatte gegen beide Unterdrücker nur ſein Recht. Er unterlag. Aber die Armee Ludwigs ſchwächte ſich in der ungewohnten Luft und bei unordentlichen Sitten durch ungemeine Mortali⸗ tät, auch mißſiel den Italienern der gebieteriſche Hohn und die Verſäumniß des Anſtands. Alles dieſes hatten die Spanier nicht ſo wider ſich. Daher, als die theilenden Mächte über dem Preis ihrer Ungerechtigkeit zerfielen, blieb der Vortbeil auf ſpa⸗ niſcher Seite. 2ro Von dem kandfrieden zu Worms(1495.) 1503. Die Franzoſen wurden zum andern mal aus der Eroberung vertrieben, ſie blieb dem Spanier und ſeinem Geſchlechte bis zum 30. Merz 1306 und nun wie⸗ der bis auf dieſen Tag. 15090 Hierauf trat Ludwig KII. mit dem Kaiſer, mit dem Foͤnig von Spanijen und mit Papſt Julius II.(ſei⸗ nen Feinden) zu Cambray in einen Bund wider die Ve⸗ netianer. Der Senat ſeite der Uebermacht Standhaftig⸗ keit entgegen. 1512. Ludwig ſah in Kurzem den Kaiſer, den Papſt und Spanien mit Venedig und den Schweizern in Ver⸗ bindung, um ihn aus Italien zu vertreiben. Dieſes ge⸗ ſchah; Maximilian Sforza, des gefangenen Lodovico Moro Sohn, wurde in Mailand hergeſtellt. Nicht nur vollendete der Sieg der Schweizer bei Novara den Ver⸗ luſt dieſes Herzvas, ſelbſt in Frankreich fielen ſie ein und der Koͤnig mußte bei Dijon einen Frieden ſchließen (6513.), der, obſchon er ihn nicht hielt, bewieß, in welche Verlegenheit der franzoͤſiſche Hof gekommen war. Nach Ludwigs XII. Tod eroͤffnete Franz I.(1515.) ſeine kriegeriſche Regiorung durch einen Marſch uͤber die Alpen. Er trennte die Schweizer, und ſchlug die, wel⸗ che dem Horzog Sforza ſtandhaft blieben, in der ötägi⸗ gen Schlacht bei Marignanv. Der Koͤnig wurde aufs neue Herzog zu Mailand Mit den Venetianern und Schweizern erneuerte er Buͤndniſſe(1516.). Die Schweizer ſchloßen mit Franz I einen Frieden, der bis auf die neueſten Zeiten beſtanden hat, und ei⸗ nen Bund, welcher ſieben mal erneuert wurde(1321). Das große Problem, worüber 20 Jahre geſtritten worden, ob dieſe oder jene Macht durch die Eroberung Italiens vor allen andern das Uebergewicht erlangen ſoll, blieb unentſchiedenz die Spanier herrſchten zu Nea⸗ pel, die Franzoſen zu Mailand. 1516. Bald nach der Schlacht bei Marignano ſtarb König Ferdinand der Fatholiſche, nachdem er ſowohl ſeine Gemalin als ſeinen Eidam überlebt hatte. Kurz ————————————— vis auf den Raſtadter Frieden(1355). ar1 vorher hatte er ſeine Macht mit Ober⸗Navarra vermehrt⸗ Denn Johann von Albret, welcher in den Rechten ſei⸗ ner Geſalin Catharina von Fvir das Konigreich Na⸗ varra regierte, war in den Kriegen gegen die groͤßeren Mäͤchte, mit Ludwig KII. Dafür wurde er von dem Papſt Julius in den Bann gethan, und von dem ka⸗ choliſchen Koͤnig, dem gehorſamen Sohn der Kirche, (1612.) vertrieben. Die untern Gegenden und Bearn behielt Johann. Karl von Deſterreich(nachmals V.), Sohn Phi⸗ lipps, Enkel des Kaiſers Maximilian und Ferdinands von Spanien, erbte hierauf alle Macht Ferdinands in Spanien, Italien und Amerika. Johanng, ſeine Mut⸗ ter, Tochter Ferdinands, war dürch aͤußerſte Liebe zu dem Gemal ihrer Jugend, Philipp dem Schoͤnen, da er in dem L6ſten Jahr ſeines Alters ihr durch den Tod ent⸗ riſſen worden, um den Gebrauch bes Verſtandes gekom⸗ men, in welchem Zuſtand ſie beinahe 50 Jahre lebte⸗ Drei Jahre nach dieſem wurde Karl Nachfolger ſeines Grosvaters an dem Kaiſerthum(510). Glücklichr Abentheurer eroberten ihm das weite, bluͤhende, an Gold und Polk reiche Amerika, unterjochten die maͤchtigen Navatlaken zu Mexicd und brachen den unſchuldigen, oldenen Thron der Sohne der Sonne der Pncas von eru. Er war auf der afrikaniſchen Küſte gewaltig. Er vertrieb die Franzoſen aus Mailand, ſein Bruder er⸗ warb Hungarn und Boͤhmen. So hoch ſtieg die Macht von Beſterreich einige dreißig Jahre nach dem Tode i 1II., der nicht einmal im Stand geweſen war, ien zu behaupten. Franz I. war von der Sparſamkeit ſeines Vorfahren (Ludwigs XII.) anfänglich abgegangen. Leidenſchaften verführten ſeinen ſonſt guten Blick. Er erhoͤhte die Steuer Hlaille.) dieſe betrüa dem Könige Franz neun Millionen. Beizunehmendem Alter erbolte ſich Franz durch genauere i e und hinterließ 1,700,000 Shaler im 212 Von dem Landfrieden zu Worms(14951) . Kurz vor Luther wurde von Seiten des Papſts mit König Franz über die Freiheiten der gallicaniſchen Kirche tranſigirt. Das Recht, Provincial⸗Synoden zu halten, wurde von dem Hofe behauptet und ausgeuͤbt. In der⸗ ſelben beſtaͤtigte ſich der Grundſatz: daß wenn der Papſt in Dogmen von den angeführten Formeln weicht, kezeriſch oder ſchismatiſch wuͤrde, oder eine Reform bedürfte, die Concilien uͤber ihn ſind. Selbſt die Moͤnche wagien nicht die Behauptung ſeiner Unfehlbarkeit, ſondern blos, daß unter verſchiedenen Syſtemen doch wohl das das ſicherſte ſey, welches den Ketzern am entgegengeſetzteſten wäre. Die gemeine Meinung blieb dieſe, daß die Unfehl⸗ barkeit nur der Kirche zukomme. 1519. Um in Kürze einen Begriff, ſowohl von den Churfürſten, als von der Kaiſergewait zu geben, ſcheint die Wahl Karls V.(1519.) vorzüglich geeignet. Im Anfang wurden die Könige der Teutſchen durch die Uebereinkunft der groͤßten Prälaten und Herzoge dem haͤufig verſammelten Volke genannt, von dieſem ange⸗ nommen, unb auf dem alten Königsſtuhle unfern von Renſe am Rhein, oder in Karls des Großen Reſidenz⸗ ſtadt Aachen, oder zu Frankfurt am Main, oder wo ſonſt die Umſtände es ſchicklich machten, inthroniſirt. Nach der jedesmaligen Lage der Zeiten wurden mehrere oder wenigere Fuͤrſten zu der Wahl beigezogen, bis nach und nach ohne Geſez herkommlich wurde, daß die drei Ert⸗Canzlare des teutſchen, des italiſchen und des im elften Jahrhundert erworbenen arelgtiſchen oder burgun⸗ diſchen Reichs, ferner, der Pfalzgraf bei Rhein, als des Kaiſers urſprünglicher Stellvertreter, der Herzog zu Sach⸗ ſen(welcher allein von den großen Herzogen des alten Deutſchlands bei genugſamer Macht geblieben wgr), als⸗ Böheim, als die maͤchtigſten Herren an der Graͤnze, wo teutſche und ſlawiſche Voͤlker ſich miſchen, zur Kaiſer⸗ wahl nothwendig wären. dann der Markgraf zu Brandenburg und der Koͤnig bon bis auf den Raſtadter Frieden(1555). 273 Dieſe Beſtimmung war mehr das Werk zufälliger umſtande, als das Reſultat eines Plans von National⸗ repraͤſentantſchaft; wenigſtens war für Baiern, Deſter⸗ reich und andere Völker nicht geſorgt. In Wahrheit wurden die Herzoge von Bgiern wegen ihrer Landesthei⸗ lungen und der Partheilichkeit Karls IV. gegen ſie, die Herzoge von Deſterreich wegen der urſprünglich geringen Racht, und dem Umſtande, daß nach Kaiſer Friderich II. Tod ihr erſtes Haus erloſch, das zweite aber unter Al⸗ brecht I. ſich vielen Widerwillen zuzog und nachmals in Theilungen zerfiel, in der goldenen Bulle ͤbergangen. Dieſes, von Rarl IV.(13556.) gegebene Geſez ſollte nichts einführen, ſondern nur die Uebung darſtellen; aber es blieb ſo wenig, als andere Werke der Menſchen, ohne Anſtrich von den perſonlichen Verhaͤltniſſen ſeiner Urheber. Es ſcheint der Zeit und dem Geiſte Karls IW. nicht un⸗ gemäß, aber an ſich eitel, den Grund der Etzaͤmter in dem Aberglauben an die 7 Zahl zu ſuchen, da die Urſache, warum Etzaͤmter dieſen und jenen Wülden anhaͤnglich geblieben, ſelbſt in Gruͤnden zu ſuchen iſt, die mit den 6 oben angefuhrten wohl am beſten übereinſtimmen duͤrften. Die Form der Kaiſerwahl, wie ſie in der goldenen Bulle Karls IV. und durch den Gebrauch beſtimmt wor⸗ den, iſt folgende: Sobald der Tod eines Kaiſers dem Erikanzler durch Germanien,(dem Churfürſten von Mainz) angezeigt worden, werden durch dieſen alle Churfürſten in feſtge⸗ ſeztem Termin zu einem Wahlconvente, meiſt nach Frank⸗ furt, eingeladen. Dieſes hat in Monatsfriſt, ſo wie die Wahl ſelblt ordentlich binnen drei Monaten, zu geſchehen. Leztere wird durch die Churfurſten ſelber vder durch Be⸗ vollmächtigte der Abweſenden vollzogen. An dem Wahl⸗ tage reiten ſie in dem Churhabit von dem Rathhauſe der Stadt nach St. Bartholomai Stiftskirche. Nach der Meſſe und nach dem Eide wird in einem verſchloſſenen Cynclave gewaͤhlt. Wenn die Mehrheit oder die Einmi⸗ 214 Von dem Landfrieden zu Worms(1403.) thigkeit entſchieden hat, ſo wird von einer Bühne vor dem Chor der neue Kaiſer dem Volk proklamirt. Die Reichs⸗Inſignien beſtehen in einer goldenen Krone, in einem Scepter, einem ſogenannten Reichsapfel (der an die Weltherrſchaft, aber auch an das Nichts menſchlicher Dinge erinnert; wie er denn im griechiſchen Kaiſerthum mit Erde gefullt war), dem Schwerte Karls des Großen, dem in deſſen Grabe gefundenen Evangelien⸗ buch, und einem durch arabiſche Fuͤrſten einem Kaiſer zu⸗ geſandten, damals koſtbaren Mantel. Der Kaiſer ſchwoͤrt auf den katholiſchen Glauben, auf Beſchirmung der Kirche und Juſtiz, Herſtellung der dem Reiche zukommenden Rechte, und getreue Deferenz fur den Pavſt und für die roͤmiſche Kirche. Dann erklä⸗ ren die Umſtehenden,„gemaß dem apoſtoliſchen Befehle, „der will, daß jedermann ſeiner Dbrigkeit unterthan ſei, „dieſem Kaiſer zu gehorchen.“ Die Ordnung dieſer Hand⸗ lung iſt eine Abkuͤrzung der Byzantiniſchen. Der Kaiſer pflegt hierauf eittige Ritter zu ſchlagen. Endlich zießt er in vollem Drnate wieder auf das Rathhaus, wo er Ta⸗ fel haͤlt und wo von den Churfuͤrſten die Erzämter in großer Pracht geuͤbt werden. Sonſt geſchah die Kroͤnung zu Aachen, welches zu Erſparung der Zeit und der Koſten abgekommen ſeyn mag. Die Konige der Teutſchen empfangen auch nicht mehr zu Monza die Krone der Lombarden, oder durch den Papſt die kaiſerliche. Den kgiſerlichen Titel, ohne die päpſtiiche Feierlichkeit, füͤhren ſie erſt ſeit Maximilian, Die Churfurſten ſind geborne geheime Räthe des Kaiſers. Nach der Sprache Karls IW ſollen ſie„ wie „ſieben herrliche Lichter in der Einheit des ſiebenfaltigen „Geiſtes das heilige Reich erleuchten.“ Eben ſo nennt er ſie„vornehmſte Glieder des Reichskörvers.“ Die Rechte, welche der Kaiſer ohne ſie, oder mit ihnen ohne. die uͤbrigen Stände, oder die er nur nach einem allge⸗ meinen Reichsſchluſſe ausüben kann, ſind verſchiedentlich beſtimmt worden: Ueber alle neue Geſeze, uͤber den zwei⸗ bis auf den Raſtadter Frieden(r555.) 215 felhaften Sinn der alten Geſeze, über Krieue, Steuern⸗ Volkshebungen, Befeſtigungen, Friedensſchlüſſe und Bund⸗ niſſe ſoll vhne Churfürſten, Furſten und Stände nichts beſchloſſen werden. Doch da die eigentliche Form der PVerfaſſung erſt in dem weſthäliſchen Frieden beſtimmt worden iſt, ſo wird hienach das Weitere dießfalls vor⸗ kommen. Zur Zeit der nach dem Tode Maximilians erfolgten Wahl war Albrecht vyn Brandenburg, ein Herr von guten Einſichten und fürſtlichen Sitten, zu Mainz, Ri⸗ chard von Greiffenclau, der ſich das Wohl des Vater⸗ lands in der That zu Herzen nahm, zu Trier, in Colln Graf Herrmann von Wied, ein der Wahrheit vffener⸗ in allem gemaͤßigter Herr, Erzbiſchoff und Churfuͤrſt. Ludwig, von dem jagellaniſchen volniſch litthauiſchen Hauſe, führte den Ramen von Boͤheim, unter Vormund⸗ ſchaft; die Pfalz bei Rhein verwaltete Friderich, ein Herr von vielem Geiſt; Churfuͤrſt Friderich von Sach⸗ ſen hatte den Zunamen des Weiſen verdient; auch Jva⸗ chim von Brandenburg war durch Kenntniſſe ausge⸗ zeichnet. Es bewarben ſich um die teutſche Kaiſerkrone: ¹) Koͤnig Franz von Frankreich, der Sieger bei Ma⸗ rignano, als Held die Bewunderung, als Menſch durch edles und offenes Betragen die Liebe aller, die ihm nahe waren, und 2) Karl von Deſterreich⸗ Koͤnig von Spanien, Enkel Maximilians: Die Wahl wurde für den aus teutſchem Geblüt ent⸗ ſproſſenen Fürſten entſchieden. Die kgiſerliche Macht wurde durch eine Wahl⸗Capi⸗ mlation beſtimmt, welche ſeither bei jedem Falle nicht nur erneuert, fondern oft mit weſentlichen Zuſäzen ver⸗ mehrt worden iſt. Die Hauptpunkte dieſes Geſezes waren folgende Kaiſer ſchlaͤgt ſeine Reſidenz in Teutſchland 216 Von dem Landfrieden zu Worms(1495.) 2) u oder lateiniſch werden die Geſchaͤfte be⸗ andelt. 3) Den Staͤnden bekraͤftigt er die Regalien, Privile⸗ gien, Rechte und Herkommen. 4) Freinde Heere fuͤhrt er nicht ohne Bewilligung in das Reich, noch geſtattet er dieſes anderen. 5) Gegen Staͤnde, die dem Rechts vege ſich fügen, werden keine anderen Mittel gebraucht. 6) Kriege oder Bündniſſe, in oder außer dem Reich⸗ ſoll er ohne Einwilligung, wenigſtens der Churfuͤr⸗ ſten, von Reichs wegen keine vornehmen. 2 Reichstage hindert er nicht. 3) Er ehrt in allem die geſezgebende Macht der ver⸗ ſammelten Stände. 9) Gegen den heil. Stuhl zu Rom beobachtet er die Concordate und Nationalubereinkuͤnfte. 10) Erledigte Lehen werden dem Reichs⸗Domaine ein⸗ verleibt, und nicht willkührlich ſonſ. rpwn⸗ 11¹) Sollte der Kaiſer ſelbſt e ehen unrecht⸗ maßig beſizen, ſo wird f Mahnung der Churfuͤrſten herausgeben. 12) Alle Auflagen wird ehne die Churfuͤrſten weder uber die feſigeſezte verlaͤngern noch erhoͤhen⸗ viel weniger neue anordnen. 13) Der Wahl eines romiſchen Koͤnigs hat er ſich nicht zu widerſezen, doch ſoll ſie nur dann geſchehen, wenn der Kaiſer durch phyſiſche Unvermoͤgenheit oder allzulange Entfernung vom Reiche zu eigener Verwaltung unfaͤhig wuͤrde. 14) Die Vereine der Churfürſten und die rheiniſche beſtätigt er, und betrachtet die Churfürſten als des Reichs Grundpfeiler, ohne die er weder Anwart⸗ ſchaften ertheilt, noch in Lehens⸗Sachen Aenderung. trifft, noch die Reichs⸗Einkünfte veraͤußert oder zu fremdem Gebrauche verwendet, auch erhält er ſie bei den Zollfreiheiten. bis auf den Augsburger Frieden(1555). 217 15) Er ſoll ſich mit den Churfuͤrſten verwenden, eine neue und feſte Muͤnzordnung einzufuͤhren. 16) Er erhaͤit die Churfurſten bei ihrem Range, un⸗ mittelbar nach den gekroͤnten Haͤuptern und ver⸗ wittibten Königinnen; ſo, daß ſelbſt ihre Botſchafter bloßen Fuͤrſten vorgehen. 17) Nie wird er von Reichs⸗Vaſallen die Einſicht ih⸗ rer Haus⸗Vertraͤge fordern, nie Lehenspflichten zu Gunſten ſeines Hauſes neu beſtimmen. 18) Er ſoll nicht geſchehen laſſen, daß das Reich durch Subſidien⸗Tractate mit auswaͤrtigen Fuͤrſten von Mannſchaft entbloͤst werde⸗ 19) In dem verſammelten Churfuͤrſten⸗Collegium er⸗ kennt er proviſionelle Macht. 20) Die Kreisverfaſſung will er in Aufnahme bringen und nie die Stände abhalten, ſich zu Tagen zu verſammeln. 20) Ohn n des Reichs nimmt er keine Truppenht 2¹) Die Reichsgenrat iſt dem Reich ſo gut als ihm pflichtig. 23) Rachbarn wird erenzauf eine Art beiſtehen, wo⸗ durch der Reichsfriede Whrdet werden koͤnnte. —— arl V., unter welchem Spanien, Neapel, Sici⸗ lien, Beßterreich, Burgund, die Krone des teutſchen Reichs, Mexico und Peru, und bald auch Boheim und Hungarn im Hauſe Habsburg vereinigt worden waren⸗ fehlte, um der groͤßte Fürſt von Europg zu werden, nur eben das, was ein Moͤnch aus dem Mannsfeldſchet, Doctor Martin Luther, Profeſſor bei der Univerſität Wittenberg, ein Mann von Verſtand und Muth, ihm entgegenſezte, naͤmlich der unerſchrockene Muth, welchen das Gefühl reiner Abſichten giebt und hält. Karl entwarf ſehr wohl combinirte Plane, aber es fehlte an der Ausführung. Wenn er aber auch in lans Spaͤth Laſchenb. d. Weltgeſchichte. 10 218 X. Von dem Landfrieden zu Worms(1495.) vedachten Planen irrte, ſo kam es großentheils daher, weil er die entgegenſtehenden moraliſchen Kräfte nicht ſo gut berechnete, wie die phyſiſchen, und uneigennüiger Heldenmuth ihm unerwartet kam. Er lernte in der Ge⸗ ſchichte hauptfächlich die Verſiellungskunſt, die er mit der Staatskunſt verwechſelte. Der Papſt war wie ein Vormund und Vater der abendlaͤndiſchen Furſten und Volker. Als er es unter⸗ nahm, die Kgiſer der TDeutſchen zu erniedrigen, begun⸗ ſtigte ſeinen Plan der Ehrgeiz der Fuͤrſten und die Frei⸗ heitsliebe der Städter. Bald aber wurden die eicht⸗ mer der Kirche, beſonders die nach Rom fließenden, da⸗ Summen, mit neidiſchen Blicken be⸗ trachtet. Nachdem auf der einen Seite, die Koͤnige an Her⸗ unterſezung der Großen, und auf der anderen, dieſe an Gründung einer unabhängigen Macht Jahrhunderte lang gearbeitet hatten, wurde es endlich beiderlei Regen⸗ ten unertraͤglich, daß ein geiſtlicher und ausländiſcher Fürſt, neben ihnen, ja über ſie herrſchen ſollte Die tationen fanden ſich ihrerſeits geärgert, durch die Un⸗ wiſſenheit, aͤrgerlichen Sitten, ungereimten Uebungen und den tyranniſchen Stolz vieler Prieſter. Im Gottes⸗ dienſte ſelbſt war vieles vom Heidenthum heruntergeerbte oder in alter Barbarei erfundene, durch die Laͤnge der Luhre ſinnlos und abgeſchmackt en Daher fand tüfe in England, Huß in Böheim in dem Angrif ſolcher Thorheiten und Laſter großen Beifall. Auch ih⸗ nen war der Weg von fruheren bereitet, von Berengar von Tours, Heinrich von Autun, Arnold von Drleans, von vielen muthigen Rednern bei den Kirchenverſamm⸗ lungen u. ſ. w. Im a5ten Jahrhundert, nach dem ärgerlichen Schis⸗ ma, nach den lauten Reden der Kirchenverſammlungen iſenaut und Baſel, gab die Wiederauflebung der Biſſenſchaften des Alterthums dem menſchlichen Geiſte eine neue Bewegung. Rikvlaus V., der edle Gei bis auf den Augsburger Frieden(1555). 279 Pius II., Kaiſer Friderich III., der weiſe Alfonſo, der freigebige Matthias Hunyad, vor gllen die Medicis, die, j. Wurzburg, Roßtock, Loͤwen, Ingolſtadt, Baſel, Tu⸗ ingen, Turin, Poitiers, Toledo, Kopenhagen, Upſala aufbluhenden veie u. ſ. w. gaben der neuen Den⸗ kungsart einen durch veralterte Schreckniſſe nicht mehr aufzuhaltenden Einfluß. Der Kaiſer Maximilian beklagte, daß aus Teutſch⸗ land jaͤhrlich eine halbe Million Dukaten nach Rom floß. Es trug ſich zu, daß zu Augsburg ein Prieſter, dem ſeine Metze genommen worden, auf oͤffentlicher Straße einen Mord beging. Wer weiß nicht von den falſchen Erſcheinungen Unſerer lieben Frau, und den fünf Wun⸗ den, welche unter dieſer Maske vermummte Dominika⸗ ner zu Bern dem Schneidergeſellen Jezer gaben. Endlich begab ſich, daß zum Bau der Peterskirche in Rom des Wunders der Baukunſt) vielleicht auch zu Beſtreitung minder heiliger Ausgaben, wofür Papſt Ley X.(1513.)(Medicis) von dem augsburgiſchen Wech⸗ ſharſe Fugger große Summen erhielt, ein ganz un⸗ Ablaß der Sünden um Geld angetragen wurde. Natürlich wurden die glucklichen Ablaßkrämer, die ſich ſelbſt wohl auch nicht vergaßen, von andern Moͤn⸗ chen, und der Papſt ſelbſt, von Fürſten, die oft weit geringere Summen von ihrem Volke nicht erhalten konn⸗ ten, beneidet. Hiezu kam der ärgerliche Ablaßprediger Tezel, welcher öffentlich lehrte, für alle und jede Suͤnden, wie ſie nur immer heißen moͤgen,„und wenn einer die Mutter Gottes geſchaͤndet haͤtte,“ um baares Geld Ver⸗ gebung zu haben. 1517. Dieſe Dinge bewogen in Sachſen den Doctor Martin Luther, über die Gültigkeit einer ſolchen Suͤn⸗ denvergebung und die damit verknüpften Aergerniſſe eine freie Stimme zu erheben, welche nichs als Nachhall der allgemeinen Empfindung war. 10* 220 X. Von dem Landfrieden zu Worms(r405.) Luther hatte nicht jene Univerſalgelehrſamkeit, wu⸗ mit Erasmus gläͤnzte, aber eine feurige, kraftvolle Ima⸗ gination, eine ſehr populare Veredſamkeit, eine große Gewalt im Gebrauch der teutſchen Sprache, er war voll PVaterlandsliebe, und ein Held in Behauptung erkann⸗ ter Wahrheit. Dieſer heftige Mann war, ſo lange er lebte, der Schuzengel des Friedens. Kaum war er todt, ſo brach der Religionskrieg aus. Den ſanſten Melanchton, ſeinen Mitarbeiter, liebte er und bewunderte deſſen groͤßere Gelehrſamkeit. Seine Gegner mochte er wohl verdammen, aber er erlaubte ſich nicht, ſie zu verfolgen, wie Calvinus that. Meiſter ulrich Zwingli von Wildenhaus im Toggen⸗ burg, Pfarrer bei U. I. Fr. Stilt im Einſiedeln und nachmals zu Zurch, hatte ſchon früher gegen die herrſchenden Mißbrauche gezeuget(1516.) aber ohne Luthers verzehrenden Eifer würde der Schweizer der Wahrheit unbemerkt, oder doch ohne revolutionäre Wir⸗ kung geblieben ſeyn⸗ 1535. Später erhob ſich auch der Reformator der franzöſiſchen Kirche, Meiſter Johann Chauvin(Calvi⸗ nus) von Noyon in der Picardie, Lehrer zu Genf. Luther wurde, hauptſaͤchlich durch Widerſpruch und Wi⸗ derſtand, viel weiter gebracht, als er anfangs gehen woll⸗ te, und ſeine Sache wurde unüberwindlich, ſobald ſie Sache der Nation wurde. Im übrigen war ſein Werk, wie alle gute Religionsſtiftungen, eigentlich negativ; er lehrte nichts Neues, hingegen zerſtörte er einen großen Theil der fremden Hülle, womit in finſteren Zeiten die verſchleiert und wirkiich faſt unſichtbar gewor⸗ ar. Friedrich der Weiſe, Churfürſt von Sachſen, ſchüzte ſeine aufkeimende Parthei mit Mäßigung. 1529. Dieſe Lehre bekam unter Johann, ſeinem Bru⸗ der und Nachfolger, durch eine dem Kaiſer zu Augsburg überreichte Confeſſion eine beſtimmte Form, und durch bis auf den Augsburger Frieden(1535.). 221 die Verbindung, welche die Fuͤrſten dieſer Parthei zu Schmalkalden ſchloſſen(1331.), ein politiſches Gewicht. 1546. Erſt nach 15 Jahren, um die Zeit, als König Franz und Doctor Luther bald nach einander ſtarben, brach der Krieg los(1547.), welcher von Johann Frie⸗ drich, Churfuͤrſt von Sachſen, Philipp, Landgraf zu Heſſen und anderen proteſtantiſchen Fuͤrſten, gegen Kai⸗ ſer Karl V. kraftlos und unzuſammenhängend gefuͤhrt wurde. Der Churfurſt, welcher andaͤchtig Wunder er⸗ wartete, ſtatt als Held Wunder zu wuͤrken, wurde bei Muͤhlberg geſchlagen und gefangen. Das leztere wider⸗ ſi bald hierauf auch dem Landgrafen, als er zutrau⸗ ich ſich unterwarf. Karl, frei von dem franzoſiſchen Nebenbuhler, frei don der teutſchen Bppoſitivn, vergaß in der Freude die Mäßigung. Er däuchte ſich nun Herr des Reichs (i543.), und verbarg dieſe Meinung nicht. Aber Heinrich II.(Sohn Franz 1.) murde dem Kai⸗ er gefäͤhrlicher, als ſein Vaterz er ſezte ſich in Verbin⸗ ung mit Moriz, Herzog von Sachſen, der zu des Kai⸗ ſers Sitg das meiſte beigetragen hatte. Moriz war, wie der Churfurſt, ein Urenkel des Churfurſten Friedrich des Sanften; Ernſt hatte die Churwürde auf ſeine Soͤhne⸗ Friedrich den Weiſen und Johann den Standhaften, Pater Johann Friedrichs, gebracht. Moriz hatte von ſeinem Broßvater, dem Herzog Albrecht(Ernſts Bruder)⸗ von ſeinem Oheim Georg und von Heinrich, ſeinem Va⸗ ter, das Land Meiſſen ererbt. Er war, wie der Chur⸗ fürſt, der Lehre Luthers zugethan. Da er aber die Staatsfehler Johann Friedrichs bemerkte, und in den⸗ ſelben füͤr ſich die Hoffnung eines Vortheils ſab, vder gar befurchtete, es möchte das ganze ſaͤchſiſche Haus das Dyfer dapon werden, hielt er ſeh an den Kaiſer. Die⸗ ſer, nach dem Sies bei Muhlberg, ertheilte ihm die Cburwürde(1546.), welche von dem an bei dem Chur⸗ Rreiſe der juͤngern kinie geblieben iß⸗ X. Von dem Landfrieden zu Worms(1495.) Als der Kaiſer als Deſpote ſeiner Parthie verdächtig und verhaßt wurde, beſchloß Moris bei den Proteſtanten o vielen Ruhm zu erwerben, gls er aus der bisherigen erbindung Vortheil gezogen hatte. Ueber die Abſicht ſeiner Bewaffnung wurde der Kaiſer getäuſcht. Moriz brach ſo ploͤzlich los, daß Karl ohne Widerſtaänd auf das eilfertigſte foh, und auch das zu Trident verſammelte Concilium auseinander geſprengt wurde(1552.), Hierauf wurden die gefangenen Fürſten in Freiheit geſezt, und die Unruhen im Reich vorerſt durch eine zu Paſſau ge⸗ ſchloſſene Transaction, und endlich durch einen ordent⸗ lichen Religionsfrieden zu Augsburg beigelegt(1555, welchen Moriz nicht erlebte, da er in blähender Jugend an erhaltenen Wunden geſtorben war(1553). Sein Bru⸗ der, der weiſe Auguſt, ſchloß mit dem Hauſe des hald auch verſtorbenen Johann Friedrich, zu Naumburg einen Vertrag(14z.), bermöge deſſen er Churfürſt blieb, die erneſtiniſche Linie aber zu ihren uͤbrigen Erblanden in Thuͤringen Altenburg kam. 1552 Während Moriz den Kaiſer vertrieb, hatte Koͤ⸗ nig Heinrich II. von Frankreich die geiſtlichen Reichs⸗ fürſtenthuͤmer Metz, Toul und Verdun erobert. Hiedurch erhielt Frankreich in Lothringen feſten Fuß. 1535. Das Herzogthum Mailand, welches Karl V. dem König Franz entriſſen, war nach dem Tode Fran⸗ cescv Sforza dem Sohn des Kaiſers aufgetragen wor⸗ den, und nur die Markgrafſchaft Saluzzo in Italien den Franzoſen geblieben. Kari V. trat ſchon in ſeiner Jugend ſeinem Bruder Ferdinand(1324.) die teutſchen rbjande ab, und ließ dieſen, nicht ſeinen eigenen Sohn Philipp, zum römi⸗ ſchen Konig oder praͤſumtiven Nachfolger am Reich er⸗ klären(153¹), endlich trat er alles übrige Philipp ſei⸗ nem Sohne(1555) und ſodann die teutſche Reichskrone wirklich an Ferdinand ab 1556.). Vergeblich ſuchteman das vbere Elſaß und Breiſach fuͤr Philipp auszubedingen, damit ihm doch als Beſüer der Freigrafſchaft Burgund vis auf den Augsburger Frieden(1555.). 223, ein Weg auf eigenem Grunde nach dem Rheine, und ſo von dieſer Seite die naͤhere Verbindung mit den Nieder⸗ landen offen bleibe. Hieruͤber und über andere Sachen erhob ſich eine lange Trennung des Syſtems der Hoͤfe zu Wien und Madrid. 1826. Längſi vorher, nemlich nach der Schlacht bey Mohacs, worin Ludwig, der Hungaren und Bohmen Fönig, untergieng, war Ferdinand zum Könige Boheims erwaͤhlt worden(1527.). In Hungarn hingegen, wo gleiches geſchah, behauptete der Padjsha Sulejmann den ſiebenbürgiſchen Woiwoden Johann Zapolya, alſo daß, wenn gleich weder die Belagerung Wiens(1529.), noch einige andere Unternehmungen ihm glückten, Ferdinand, ſo lang Johann lebte, nie zum alleinigen Beſiz der hungariſchen Königswuͤrde, und auch nach deſſen Tade (1540.) weder zum Beſiz der Hauptſtadt Ofen, noch des Fuͤrſtenthums Siebenbürgen kam. Jene brachte Su⸗ ieimann auf ſeine Nachfolger, dieſes blieb dem Sohne Johanns und einer Folge von Fuͤrſten, welche meiſt in gutem Verſtaͤndniß mit der osmanniſchen Pforte, den Koͤnig von Hungarn vielfaͤltig beunruhigten. Bei allem dieſem ſtieg die innere Macht Ferdinands und ſeiner Nachfolger. Hiezu diente die weiſe und loͤb⸗ liche Verwaltung Ferdinands, und noch mehr Maximi⸗ ſians II., Sohn Ferdinands(1564— 1576), welcher alle Unterthanen ſeines Reichs, ohne Unterſchied ihrer Glaubensartikel, wie ſeine Kinder hielt. Indeß in ſchoͤnen Kuͤnſten und jedem Betriebe, der eine deiche Phantaſie erfordert, andere es ihnen zuvor thaten, waren Künſte des Gewinns und ernſte Wiſſen⸗ ſchaften die Hauptfache bei den Schülern Lutbers. Für die Freiheit waren ſie, inſofern dieſe die Menſchen bei Eigenthum und Leben ſichert, jedoch weniger warm für Veränderungen, als ſtandhaft in Vertheidigung ererbter oder zugeſtändener Rechte. Sie brachten Sachſen auf einen Grad von Flor, ſowohl in Anſehung der Induſtrie, als wiſſenſchaftlicher Beſtrebungen, wodurch dieſes Chur⸗ 224 X. Von dem Landfrieden zu Worms(1493.) fürſtenthum vor den meiſten teutſchen Laͤndern in dem Geſchmacke des Wahren und Schoͤnen gleichſam geſez⸗ gebende Vorzuge erhielt. Dieſer verſchiedene Ton, wel⸗ chen jede Religionsparthei annahm, machte die Teutſchen einander ſo fremd, als ſie kaum den Franzoſen ode Spaniern waren; ein gewiſſer Gemeinſinn konnte in die Laͤnge nicht beſtehen. Vornemlich trugen die Jeſuiten bei, zu verhindern, daß die Grundſaze der Glaubens⸗ nicht uͤberall Eingang und Oberhand be⸗ amen. 1540 Ignatius Loyola war ein Spanier von ſehr warmer Einbildungs⸗Kraſt und Empfindung. Dieſer wurde Stifter einer religiöſen Geſelſchaft. In dem Kloſter Montſerrat in Catalvnien, ſchrieb er die Regeln eines geiſtlichen Lebens ab, welche ein hei⸗ liger Abt, Vetter des Staats⸗Miniſters und Cardinals Fimenez, vorgeſchrieben hatte. Sein entflammtes Ge⸗ müth erblickte in naͤchtlichem Geſicht, die Maria, Mut⸗ ter Jeſu, von der er die Gabe der Keuſchheit erhielt. In der Geſtalt eines Werb⸗Officiers erſchien ihm Jeſus hriſtus und der Satan; er, wie Herkules am Scheid⸗ Fiie Tugend und Wolluſt, erklaͤrte ſich fuͤr die gute arthie. Der erſte Plan des Jeſuiterordens war einfach, ſal⸗ bungsvoll und unſchuldig. Ausgebildet wurde er nach des Urhebers Tod durch Lainez, und nachmals Agua⸗ viva, Maͤnner von der groͤßten Menſchenkenntniß und unverrücktem Blick auf Einen Zweck. Dieſe Geſellſchaft gab ihren Mitgliedern eine außerordentliche Thätigkeit und ſo genauen Gehorſam, daß der ganze Orden Einem geſunden, von einer feſten Seele regterten Köͤrper glich⸗ Wereintrat, entſagte ſeinem ganzen Weſen, um nur dem General, als wenn Chriſtus ſelbſt durch dieſen redete, mit Leib und Seele ſich zu fügen. Er wurde im Orden Sohn und Bruder, und hörte auf, in den vorigen geſellſchaftlichen Verhaͤltniſſen ju tehen. Aemter mochte er zwar annehmen, aber nicht SS *⁸ bis auf den Augsburger Frieden(1555.). 225 ohne Bewilligung und Leitung des Generals, deſſen ihm bekannte Abſicht, wenn er ſie auch nicht formlich aus⸗ geſprochen, ſein einziges Geſetz ſeyn mußte. Unter dem General ſtand der Briefwechſel, ſo wie die gelehrten Ar⸗ beiten der Ordensglieder Es war nicht erlaubt, uͤber ſeine Vorſchriften, oder über etwas, das er gethan, oder thun wuͤrde, Deutungen, Einwendungen oder Muth⸗ maßungen zu aͤuſſern. Alle waren Jeſuiten, nicht mehr Teutſche, oder Franzoſen, oder Spanierz keiner. ſollte für Einen Fuͤrſten, Ein Land partheiliche Zuneigung haben. Die Jeſuitiſche Verfaſſung hatte Theile, die geheim blie⸗ ben, ſelbſt dem Papſt war nur ihr Geift bekannt. Paul III hatte erlaubt, Veraͤnderungen zu machen, ohne irgend anzufragen. Die erſte Congregation war das Werk des Claudius Aguaviva; bald hatte der Orden in allen Laͤndern, Bruͤ⸗ derſchaften von beiderlei Geſchlecht; alle hatten Ablaß, Antheil an den guten Werken der Geſellſchaft. Der Orden war in 6 Aſſiſtenze vertheilt, dieſe in 40 Probin⸗ Er bekam 1538 Collegien, 22,500 oͤffentliche Mit⸗ glieder. 39. Im Anfange der Regierung Karl V. machten die Spänier einen unglücklichen Verſuch zu Herſtellung politiſcher Freiheit, dann aber gehorchten ſie. Karl V. hatte Fürſten und Völker weder durch Furcht noch durch Liebe zu feſſeln gewußt. Seine Lebens⸗ weiſe war einfach, wie die eines jeden Edelmanns. Er ſand früh auf, aß um 9 Uhr, Canz⸗Parthien gab er von 1 bis 5 Uhr, und aß alsdann zu Nacht. 1356. Dieſer Herr, da er in ſeinem 56 Johr alle Kronen abgelegt, und ſich in das Kloſter St. Juſt be⸗ geben hatte, lebte nun mit ſeinen Schweſtern, den ver⸗ wittweten Koͤniginnen von Frankreich und von Ungarn. In dieſer Stille ſtarb er nach 2 Jahren( 1555.). * 226 X. Von dem Landfrieden zu Worms(1495.) Don Inan III. von Portugall, war unter allen. Koͤ⸗ nigen der erſte, welcher die Jeſuiten aufnahm; Simon Rodriguez nahm den Koͤnig ſo ein, daß Don Juan ſich den Litel des beſondern Schirmvogtes der Geſellſchaft beilegte, und alle von derſelben eingereichte Vortraͤge ſte⸗ hend und ohne Berathſchlagung unterzeichnete. Dieſer Fürſt, von weichem der Verfall Portugalls datirt wird, wußte ſich auch durch die Inguiſitionsge⸗ richte des Reichthums der Juden zu bemeiſtern. Indeß aber die Municipalitat von Porto verbot, un⸗ ter Perluſt des Buͤrgerrechts Kinder bei den Jeſuiten er⸗ ziehen zu laſſen, indeß ſelbſt Cardinal Heinrich, des Kö⸗ nigs Sohn, wider ſie war, blieben der König, die Kö⸗ nigin, der Hof, Rodriguezen und ſeinem Nachfolger Gon⸗ galez eifrig ergeben. 1553. Don Juan unterwarf ſich der Obedienz ihres Generals und wurde im Ordenskleide begraben. Foz. Papſt Julius II entriß die reiche und freie Stadt Bologna dem herrſchenden Hauſe Bentivogliz er hiieb Herr von Ravenna, ſeinen Nevoten Francesco Ma⸗ ria Rovera machte er zum Herzog von Urbino(154.). 1545. Piero Ludovico Farneſe, Sohn Papſt Pauls III., erhält Parma und Piacenza, welcher ſchon Caſtro und Ronciglione mit herzoglicher Würde beſaß(1547). Er wurde noch bei Lebzeiten des Vaters ermordetz aber Kaiſer Karl V. batte dem jungen Ottavio Farneſe ſeine natürliche Tochter gegeben, und hatte ihn in ſeinem Schutz. Dttavio befeſtigte binnen faſt 40 Jahren die Herrſchaft ſeines Hauſes, und brachte ſie auf Alaſſandro, ſeinen Sohn. Die zu Modena, Reggiv und Ferrara herrſchenden Eſte, bereicherte Karl V. mit der Herrſchaft Carpi. Genua hatte den Schirm Frankreichs angenommenz aher es war kein Friede im Innern, die Adorni und bis auf den Augsburger Frieden(1555). 227 Fregoſi wuͤtheten gegen einander. Andreas Doria faßte endlich den Entſchluß, Genuas Timoleon zu werden, und im Vaterlande Freiheit und Geſetze einzufuͤhren. 1528. Er ſetzte ſich in Verſtändniß mit Kaiſer Karl V. Er erſchien vor der Vaterſtadt, ſieng wie Thraſybu⸗ lus, mit einer Amneſtie an. Nie wurde er Doge. In ſeinem 67ſten Jahre kom⸗ mandirte er die Flotte, welche den Genueſern den Be⸗ ſis von Corſika, ſicherte(1560). Er ſtarb in dem gäſten Jahr ſeines Alters. 1569. Eoſimo de Medieis, ein Nachkomme von dem Bruder desſenigen Coſimo, welcher Vater des Vaterlan⸗ des hieß, wurde der erſte Grosherzog von Toscana, wel⸗ chen Sitel ihm Papſt Pius V gab. Das Haus Savvyen ſchien durch verſchiedene Unfälle endlich unier Karl III. geſtürit. Denn, als dieſer Her⸗ zog wider König Franz I. in dem Burgundiſchen Kriege die Verbindung des Kaiſers ergrif(1536.), verſtändigte ſich der König mit Bern, eroberte Savoyen, und ließ den Schweizern das ganze Ufer des Genferſees und alle Gegenden der Wadt(pays de vaud). Das Herzogthum Savoyen wurde ſofort der Krone einverleibt, und in Chambery ein Parlament errichtet. Nach der Niedertage der Franzoſen bei St. Quentin, ſchloſſen Heinrich II. und Philipp II. den Frieden von Cateau Cambreſis(1564), wodurch Emanuel Pbilibert von Savoyen, der eiferne Kopf, in das angeſtammte Herzogthum wieder eingeſezt wurde.. Vern mußte das jenſeitige Seeufer, Chablais, unb das Laͤndchen Gey dem Herzoge wieder einräumen; die Schweizer die Wadt behielten, blieb unvergeſſen⸗ 1438— 1509. In England war es, wy waͤhrend der Erſchütterungen der chriſlichen Welt, die Koͤnigliche Will⸗ kühr auf die Entſcheidung der größten Gewiſſens⸗Fragen 228 X. Von dem Landfrieden zu Worms(1495.) ganz launiſch zu wuͤrken ſchien. Die Grundſätze Hein⸗ richs VII. und die niederwerfende Leidenſchaftlichkeit ſeines Sohns, hatten dem entkräfteten Parlament ihren Willen zum Geſez gemacht. König Heinrich VIII. war mißvergnügt uͤber den Papſt, welcher ſich weigerte, ſeine Ehe mit Karls V. Schweſter zu trennen; in der Wuth ſeiner Leidenſchaft machte er Gebrauch von Reformations⸗Ideen, und er⸗ lärte ſich zum ſichtbaren Haupt ſeiner Kirche. In die⸗ Ly Augenblick ſiel das Anſehen der kanoniſchen Rechte oms. 1534. Heinrich VIII. erklaͤrte alle brittiſche Staaten für eine Selbſtberrſchaft Gmperium) und gab auch Irr⸗ land königliche Würde⸗ 547. Unter ſeinem Sohn Edward VI. wurden die Kloſter⸗Biblivotheken zerſtoͤrt, Schiffladungen voll Manu⸗ ſeripte wurden den Kramern in Flandern verkauft, andere dienten zum Stiefel⸗putzen, oder Staub vom Silberge⸗ ſchirr zu reiben(1553). Nach ſeinem fruͤben Tod verbot Maria, ſeine Schweſter, alle ſeit 19 Jahren aufgekom⸗ mene Neuerungen, ſandte dem Payſt eine Dbedienz⸗Ge⸗ ſandſchaft, behauptete mit Feuer und Schwerdt Rom, hei⸗ rathete den katholiſchen Konig Philipp, Sohn des Kaiſers. In Scandinavien wurde der lange Kampf von Chri⸗ ſtian 1. an(1450.) zwiſchen Dänemark und Schweden durch einen Hauptſtreich, wodurch Chriſtian II. das leztere Reich für immer zu bezwingen vermeinte, gegen das Haus Olden⸗ burg entſchieden. Alle ihm furchtbare Großen, die Verfech⸗ ter der ſchwediſchen Rechte, hatte er auf einmal gegen Treu und Glauben hinrichten laſſen(1520.); zugleich druͤckte er beide Reiche durch geſezwidrige Auflagen. 1523. Da erhob ſich Guſtav Waſa, und ſtand vor der Haupißadt. Chriſtian I. wurde von den Daͤnen und Schweden des Reichs entſeit. Er, Karls V. Schwager⸗ bis auf den Augsburger Frieden(1555.). 229 brachte 36 Jahre im Elende, und in Gefängniſſen zu, während das Däniſche Reich von ſeinem Dheim Friderich I. und nachmals von deſſen Sohne Chriſtian III glück⸗ lich regiert wurde. Schweden verehrte 40 Jahre lang ſeinen wohlthätigen und weiſen Guſtav; ganz Scandina⸗ vien ergrif die Glaubensform Luthers. 1525. Albrecht von Brandenburg, der teutſchen Her⸗ ren Grosmeiſter in Preuſſen, erklaͤrte ſich lutheriſch, hei⸗ rathete die Tochter des daͤniſchen Friderichs und nahm Preuſſen als erbliches Herzogthum von Polen zu Lehen. Nachdem er dem Oberlehensrechte Livlands um eine Geld⸗ ſumme entſagt hatte, wurde Walther von Plettenberg freier Heermeiſter im Lande der Liven und Eſthen. Et wurde hürt des teutſchen Reichs. 1560. Aber der ruſſiſche Czar Jwan Waſiljiwitſch, ſiel zur Zeit Gotthard Kettlers mit Frauſamer Wuth in Sthland ein. Im allgemeinen Schrecken ergriffen die Eühen ſchwediſchen Schuz, der Heermeiſter trat ſein Recht an Sigmunden Koͤnig von Polen ab, und nachdem er ſich die Lutheriſche Lehren hatte gefallen laſſen, und eine Mecklenburgiſche Prinzeſſin heirathete, empfing er Kur⸗ land mit Sencgallien als ein erbliches Herzogthum(1561.). XI. Periode bis auf den weſtphaͤliſchen Frie⸗ den(1648). 1356. Philipp II., Karls V. einziger ehelicher Sohn, war ungefaͤhr 29 Jahr alt, als die Kronen Spaniens, Veapolis, als MHiland, Sicilien, Hochburgund, alle Niederlande, Mepicv und Peru ihm zufielen; ſchon war * durch ſeine Gattin, Maria, König von England und Irrland. Ferdinand, ſein Oheim, war Kgiſer, König ſite und Hungarn, Herr der öſterreichiſchen Erb⸗ 30 Rl. Von dem Ausburger Frieden(1555.. 4558. Bald nach Philipps Regierungs⸗Anttitt ſtarb die Königin Maria, und er hatte ſich den Engländern zu ſehr verhaßt gemacht, um die Hand ihrer weiſeren Schweſter Eliſabeth zu hoffen. Er verlor Calais an die Englaͤnder, und verſchloß ſich in ſein Spanien. Philipp liebte die vffene Sitteneinfalt der Niederlaͤnder nicht, er war zu ſtolz um ihnen beſondere Achtung zu zeigen. Zu Aemtern waren ihm die Spanier lieber. Hiedurch beleidigte er die Grafen Egmont und Horn⸗ und den Prinzen von Dranien. Es gab eine Oppoſition. Da beſchloß der König, durch die Grauſamkeiten des Herzogs von Alba(welcher binnen 6 Jahren üͤber 48,000 Menſchen hinrichten ließ,) die Niederländer zum Gehor⸗ ſam zu ſchrecken. Graf Wilhelm bon Naſſau, Prin; von Dranien, hatte in der Frei⸗Grafſchaft Burgund die großen Güter von Chalons, und in Flandern andere, zugleich war er Königlicher Statthalter in den Provinzen Holland, Zee⸗ land und Utrecht. Sein Freiheits⸗Sinn entſezte ſich bei dem Vorgefühle der Bande, welche der Koͤnig dem Adel wie den Bürgern bereitete. Seine Klugheit, ſeine Tu⸗ gend erwatb ihm Vertrauen unter den Parthien; er war nun gleich unüberwindlich durch Verheißungen, wie Lu des Hofs; er zitterte nicht vor Alba's wert. 1529. Es glückte ihm endlich, durch die zu Utrecht geſchloſſene Union, 7 Provinzen in eine Republik zu ver⸗ einigen. Er blieb an ihrer Spitze. Ehe die Republik befeſtigt war, wurde der Prins er⸗ mordet(1584.). 1537. Moriz ſein Erſtgeborner, hatte die römiſche Friegskunſt begierig gefaßt. Zwar, als er anſieng, die Holländer zu kommandiren, Potteten ergraute Officiers der gelehrten Regeln, die der Jüngling anwenden wollte⸗ Allein er, der Alten voll, nahm ſeinen Schvung weit äher Baſta, Meliv, Croce, die damals berühmteſten Leh⸗ bis auf den weſtph. Frieden(1695). 231 rer des Kriegs, und fſieng, wie die Römer an, mit Ein⸗ fuͤhrung der Kriegszucht und einer beſſern Lagerkunſt. Er, eigentlich der erſte Stabthouder oder Verwalter politiſcher Macht in der neuen Republik, wußte die Ver⸗ haͤltniſſe mit England und Frankreich ſo weislich abzu⸗ wägen, daß er die Abhängigkeit von dieſen beiden Kronen gluͤcklich vermied, dagegen in dem ſpaniſchen Kriege ſich 5 i von der einen wie von der andern ver⸗ icherte. 1359. Nach dem zu Cateau⸗Cambreſis geſchloſſenen war die franzsſiſche Nation muthlos, der Schatz erſchoͤpft; die Königin Catharina von Medicis, Wittwe Heinrichs II., Mutter Franz II. Karls IX. und Heinrichs III. hatte die Frechheit eines ſchwachen Geiſtes⸗ Der Gemeinſinn war noch nicht erßorben, aber fac⸗ tiöſe Verblendung täuſchte uͤber das Wohl des Staats. Der Kanzlar Hoſpital benuzte das Anſehen, wel⸗ ches die elende Zeit der National⸗Stimme(den General⸗ Faaten) gab, um eine vollkommene Juſtiz einzuführen. Dieſer Kanzier war der erſte, welchet den Aemterkauf als nützlich behauptete, und Catharina war awider. 562— 1303. Die Prinzen vom Hauſe Bourbon und die Lothring'ſchen Fuͤrſten, Ducs de Guiſe, führten un⸗ ter Karl 1X. und Heinrich III., dem leiten Valvis, acht Religionskriege, deren Urſache die Schwäche der Koͤnige und das bevorſtehende Abſterben der Dynaſtie Valois war. Dieſe beiden Könige, denen es ſonſt nicht an guten Eigenſchaften fehlte, hatten einen Leichtſinn, der ſie meiſtens verieitete, boͤſen Rathſchlüſſen Gehör zu geben. So entehrte Karl M. die Jahrbuͤcher E Monarchie durch die Bluthochzeit(1572.), einen taatsſtreich ge⸗ Als Guiſe, auf den ein großer Theil der Nativn boffte, auf Befehl des Konigs, wiber den er unaufpor⸗ lich rebellirte, ermordet worden, glaubte Philipp von gen die Hugenotten. 232 XI. Von dem Augsburger Frieden(1555). Spanien ſich die Nation dienſtbar zu machen, nachdem er auf die Unterhaltung der Unruhen in Fronkreich den großten Theil der Summen, welche ihm die Niederlaͤndi⸗ ſchen Händel übrig licßen, verwendet hatte. Aber jeder Partheiführer ergab ſich doch lieber dem rechtmaͤßigen Nron⸗Erben. 1559. Heinrich IW, aus dem Hauſe Bourbon, be⸗ durfte einer einzigen Nachgiebigkeit für Volksoorurtheile (ſein Katholiſch werden), um bald alle Partheien zu ſtil⸗ len, und nach 30 traurigen Jahren innerlichen Kriegs, Frankreich dem Spanier ſelbſt furchtbar zu machen. heinrich II. hinterließ 42 Millivnen Schulden, Heinrich 1I. 333 Millivnen, Heinrich IW bezahlte die Schulden, ungeachtet des großen Aufwands, den er machen mußte, um ſeine Gegner zu ſchlagen, vder zu erkaufen, und hinterließ einen Schatz nebſt einem für die großten Unternehmungen geſchickten Heer. Suͤlly, Heinrichs Miniſter, ein ſo großer Held gegen die Hof⸗Intriguen, als Heinrich gegen die Spanier, ſellte durch das Anſehen ſeiner Tugend und ſeinen Verſtand in ſo kurzer Zeit alles her. Philipp don Spanien wurde durch ſeinen unglück⸗ lichen Ehrgeiz der Abſchen von Europa, katt daß er deſſen Vater und Schiedrichter geweſen wäre, wenn er ſeine Macht zu Erhaltung des Friedens angewendet hätte Heinrich IW, im Krieg vortreflich, errans durch ſeine gute Liebenswürdigkeit, ſeinen geraden Sinn, ſeine Uner⸗ ſchrockenheit über alle hinterliſtigen Erfindungen Phi⸗ lipps den Sieg. Eliſabeth, Konigin von England, war oͤfters in dem Falle, zum Krieg wider Philipp, von ihren treuen Gemeinen Steuern zu fordern, aber ſie wurden ohne Widerſpruch bewilligt. vis auf den weſtph. Frieden(643.). 233 Die Englaͤnder waren zur See dem Spanier, was der Prinz Moriz und Koͤnig Heinrich IV. zu Land. Nie erholte ſich ſeine Seemacht von dem Ungluͤck, das durch die Hollander und Englaͤnder(Drake und Ef⸗ fingham) ſeine„unüberwindliche Armada“ traf(1563.). Die Koͤnigin war mit Mäßigung proteſtantiſch, e hatte ſo viel Verſtand, und ſogar Gelehrſamkeit, daß ſie wohl unterſcheiden mochte, was in den Religions⸗Strei⸗ tigkeiten Wahres lag. Zugleich behauptete ſie die ihrer Lage zukommende Würde mit ausnehmender Klugheit. In großer Noth erhob ſie ſich zu unerſchuͤtterlicher Standhaftigkeit. 1550. Eir Francis Drake that eine Reiſe um die Welt, und ſeit Richard Grenoille das Land Vingandes⸗ caow man nannte es von der unyermaͤhlten Koͤnigin: Virginien, Junsgfernland) entdeckt, gruͤndeten Raleigh und Schmitß die Nordamerikaniſchen Colonien. In Scotland hatte die Koͤnigin Maria Stuart weit mehr Reitze und Geiſt, als unter den rohen Baronen und pebantiſchen Predikanten juͤr ſie gut war. Sic fand Geſchmack an Intriguen. Von langer Weile geguält, mag ſie vergeſſen haben, was ſie ihrem Rang ſchuldig war. Sie entfloh der Fien Rache, aber ihr Un⸗ ſiern war ſo ſchrecklich, daß liſabeth ihre Hinrichtung für die Erhaltung und Ruhe Englands noͤthig erachtete(687). 1355. Nach dem Tode Koͤnigs Don Iuan III. wollte der Miniſter Aleſſio Menezes den unmundigen Koͤnig, Don Sebaſtian, den Moͤnchen wegnehmen, die ihn bil⸗ den ſollten. Aber die Jeſuiten gewannen den Cardinal Heinrich, des Koͤnigs Bheim. Mit ſeiner Hülfe brach⸗ ten ſie es dahin, daß ihre Feinde und felbſt die verwit⸗ tibte Koͤnigin den Hof verlaſſen mußten. Gegen Abdallah, des Scheriffs Mohammeds Sohn⸗ Scheriff heiſſen die Nachkommen des großen Propheten der Araber) rüſtete der König Seboſtian. Er hatte den Gedanken ſich nach Oſtindien zu begeben, ynd zum Kai⸗ 234 XI. Von dem Augsburger Frieden(1555.). 6 der Morgenlande ſich kroͤnen zu laſſen, als ein Pru⸗ ef des Scheriffs, von dieſem vertrieben, ihn zu Hülfe rief. Da die alte Königin, Grosmutter Sebaſtians, Karls V. Schweſter, den Entſchluß des afrikaniſchen Feldzugs nicht hindern konnte, kraͤnkte ſie ſich und ſtarb. Der Koͤnig, ohne alle Kriegskunſt, voll Eifer, zog uͤber das Meer. Abdallah, 60 Jahr alt, ordnete die Schlacht: in dem Feuer derſelben ſarb er, und, indem ſich ſein Auge ſchloß, legte er den Finger auf ſeinen Mund, zum Zeichen, daß man ſeinen Dod verbergen müſſe. Das Heer der Afrikaner ſiegte(1573). Der Koͤnig der Portu⸗ gieſen verſchwand. Die Liſt und Waffen des Herzogs Alba gegen den Herzog von Braganza, der Catharina, Don Edwards Tochter, zur Gemalin hatte, welcher nach den Geſezen der Thron gebuhrte gaben Portugall dem Koͤnig Phi⸗ lipp vyn Spanien(1550.). Selim II. war Padisha der osmaniſchen Tuͤrken 2000 Weiber zierten ſeinen Hgrem. Hof⸗Intriguen uns der edle Wein von Cypern bewogen ihn züm Krieg wider die Venetinner, Koͤnige dieſer Inſel. Nach heldenmuthigem Widerſtand eroberte Muſtapha die Hauptſadt Kamggolta und ließ den edlen arbarigo fürchterlich hinrichten(1571. Unter dem Namen des heil. Papſtes Pins V. ver⸗ einigten die Chriſten von Süden, eine Flotte, deren Eommando dem Don Iuan d⸗Auſtria(Sohne Karls V⸗ von Barbara Blomberg) übertragen wurde. Er, 26 Jahr alt, lieſerte 91s Admiral der geiſtlichen Flotte, den Türken die berühmte Sbitſ von Lepanto, worin er ihrer Seemacht einen Streich beibrachte, den ſie viele Jahre gefühlt(1574.). Don Juan, nachher durch unzaͤhligen Verdruß ge⸗ ſchwacht, Karb als Statthalter in den belgiſchen Pro⸗ vis auf den weſtph. Frieden(1648.). 233 vinzen(1576). Dieſen Ausgang nahm auch der Herzog von Parma(1592.).. 1568. Don Carlos, Infant von Spanien, war ſchon zuvor, auf des Vaters Sefehl hingerichtet worden. In Italien nahm Franz I1, Grysherzog von Tos⸗ kana, ein ſonderbares Ende. Ein Florentiner Pedro Vonaventuri, lernte zu Venedig den Handel; da er nahe an dem Pallaſt der Familie Capello wohnte, entſtand ein Liebesverhältniß mit Bianca, Tochter des Senators⸗ Der Florentiner ſchwängerte ſie. Sie entſlohen in ſein Baterland, lebten daſelbſt in Armuth. Bei einem feier⸗ lichen Anlaß fielen dem Grosherzog die Reitze der Biancg in die Augen; ſein Vertrauter Mondragone veranſtal⸗ tete, daß er in ſeinem Hauſe ſie ſprechen konnte. Von dem an nurde Bonaventuri reich und in Würden erho⸗ benz dieſer misbrauchte die Gunſt zu Unterdruͤckung der Brüder einer Wittwe, in die er verliebt warz dieſes ver⸗ wies ihm der Grosherzog. Er drohte dem Fürſten. Da erlaubte dieſer den Beleldigten, Rache zu nehmen; Bo⸗ naventuri wurde ermordet. Die Grosherzogin, Kaiſer Ferdinands Tochter, war geſtorben. „ Franz heirathete die geliebte Bianca. Nach einiger Zeit ſol Bianca, Feindin ihres Schwagers⸗ des Cardi⸗ ſals Ferdinands, dieſen haben vergiften wollen; der Cardinal wollte von der verdaͤchtigen Speiſe(vielleicht gewornt) nicht eſſen. Der, von dem Anſchlag ununter⸗ richtete Grosherzog, um ihm den Argwohn zu nehmen, aß. Verzweilungsvoll aß auch ſie. Miteinander ſtar⸗ ben ſie und Franz.„ 56— 1387 Der Cardinal Ferdinand wurde Gros⸗ herzog, Stammvater des Hauſes; in Regierungs⸗Geſchaͤf⸗ ten ein Herr von ausnehmender Klugheit. a559. Als Emanuel Philibert in Savoyen, vermoge der Tracfaten zu Cateau Cambreſis und Nyon in ſeine 236 Xl. Von dem Augsburger Frieden(1355.) Lande eintrat, hatte er nur 900,000 Unterthanen und nicht uͤber 200,000 Scudi reine Einkünfte. Er vervierfachte das Einkommen. 1587— 1609. Sein Sohn, Karl Emanuel hatte den hohen Geiſt eines großen Fürſten(1601). Das ihm wohl gelegene Saluszo tauſchte er gegen Breſſe und Begey ein 1631.), und bereitete dem Herzog Viftor Amadeus 1. die Einnahme eines Theils des Montferrat. 53— 1586. Im teutſchen Reiche war Churſachſen der bluhendſte Staat. Der einſichtsvolle Auguſtus ord⸗ nete ihn durch Geſetze. Er ſezte ein Ober⸗Appellativns⸗ gericht nieder, um daruber zu wachen; in der Staats⸗ wirthſchaft benuzte er die Einſichten Bernhards von Ar⸗ nim; er vertheilte die Kammerguͤter, der Feldbau und Gewerbfleiß kamen in Aufnohme Nicht minder merkwurdig iſt die damalige Epoche Wuͤrttembergs unter Herzog Chriſtoph, dieſem großen, entſchloſſenen, durch nichts in ſeinem feſten Charakter wankenden Herrn. Die Reformativn, die durch das Interim zu ſeines Vaters Zeiten ins Stocken gerathen Far, fing er wieder an, und vollendete ſie. Er ctrichtete die Fioſterſchulen, und dehnte das thevlogiſche Stift zu Tübingen mehr aus, fuͤhrte ein allgemeines Landrecht ein, gab den kandſtänden eine eigene Organiſativn, machte das oͤftere kandtagen durch Anurdnung eines Landtags⸗ ausſchuſſes überfluͤſſig und beſtaͤtigte dadurch dem Lande ſeine Verfaſſung. Er baute eine neue Reſiden;(ieit das alte Schloß genannt), eine Hof⸗Kapelle, eine Kanz⸗ lei, und ein Archiv zu Stuttgart, brachte Gros⸗ und Flein⸗Sachſenheim mit mehreren Orten ſ Lande und trat ſeinem Bheim Georg, Ulrichs Halbbruder, Möm⸗ pelgardt mit den burgundiſchen und elſaßiſchen Herr⸗ e ab, nachdem er den ſchon 57 Jahr alten Georg, och einmai ſich noch zu vermälen, beredet hatte. Wie weife in die Zukunft blickend dieſe von Herzug Chriſtonh veranlaßte Vermälung geweſen ſei, hat ſich 25 Jahre bernach erwieſen, da das Land an Deſterreich ge allen vis auf den weſitph. Frieden(1638.). 237 wäre, wenn eben dieſer Georg nicht einen Sohn hinter⸗ laſſen haͤtte. 569. In Polen war eine leite Wohlthat des jagel⸗ laniſchen Königshauſes, die Vereinigung Litthauens mit olen Der Geiſt der Freiheit erleichterte den Fortgang neuet Meinungen: in Kurzem hatten die Proteſtanten auf Gü⸗ tern des Adels über 30 Kirchen. Und mehr als ſonſt ir⸗ gendwo vermehrten ſich in Polen die Arianer und Soci⸗ nianer, die in weſentlicher Vereinfachung des Chriſten⸗ thums noch weiter als die Chriſten gingen. Rakau in dem Sindomirſchen wurde der Hauptort der ſoriniani⸗ ſchen vder unitariſchen Gemeinden. Als zu Einverleibung Litthauens die Bewilligung proteſtantiſcher und griechiſcher Großen erforderlich war, wurde die Glaubensform auch den leztern beſtätigt, jene aber wurden dem katholiſchen Adel ſo vollkommen gleichgeſezt, daß, wenn ſie nur Chri⸗ ſten bleiben, ſie in den Senat und hohe Wuͤrden, wie andere, eintreten koͤnnen. 1572. Bald nach dicſem ſtarb Sigmund Auguſt, der lezte vom Mannsſtamm Jagellans. Ber aus 152 Land⸗ boten beſtehende Reichstah confoͤderirte ſich und beſchloß, daß kein Koͤnig je bei Lebenszeit ſoll einen Nachfolger ſich wählen laſſen koͤnnen. In dieſer Conföderation wurden alle Religionspar⸗ thien unter dem Namen der Diſſidenten hegriffen. Der großere Theil der Senatoren, und der Reichstags⸗Mar⸗ ſchal Firley waren den neuen Glaubensformen ergeben. Sepafranico, ein Proteſtant, wurde zur Thronfolge vor⸗ geſchlagen, doch die Stimmen vereinigten ſich auf Hein⸗ rich von Valois(1573.), Duc dAniou, Bruder Karls IX., einen durch Heldenmuth in Frankreich berühmten rinzen(nachmals König Heinrich III. von Frankreich.) „574. Nach dem Tode Karls IX. eilte Heinrich, ſein Bruder, zur Regierung des ſchönern, obgleich unglückli⸗ chern Reſchs der Franzoſen, ſo daß er mit Verlezung des Anſtands den Poien entlief. Sie erwählten Ste⸗ 233 FI. Von dem Augsburger Frieden(1535.) phan von Bathori, Fuͤrſten von Siebenbürgen(1575.) Dieſer heirathete Anna Jagello, Schweſter des lezten Königs. Anna bewog Bachori zur katholiſchen Religivn. 1537. Ihm folgte Sigmund Waſa, Fronprinz von Schweden, Enkei des erſten polniſchen Sigmunds. Auf dem ſchwediſchen Thron war Guſtav Waſa von Schweden und Europa verehrt. 1568. Sein Erſtgeborner, Erich XIV., wurde wegen ſeiner thoͤrichten Handlungen vom Thron geſtoßen, und der liſtige Bruder deſſelben, Johann, wurde Koͤnig. Er hatte die polniſche Catharina zur Gemalin, die ihm eine Vorliebe fuͤr den katholiſchen Glauben beibrachte. Er war Vater Sigmunds, nund erlebte, dieſen auf dem pol⸗ niſchen Thron zu ſehen. Den Schweden, welche kaum dem Vater eine ſtille PVorliebe des Katholicismus vergeben hatten, wurde ein König wie Sigmund unertraͤglich, der allen ſeit Guſtab Woſa eingefuͤhrten Begriffen und Sitten mit unweiſem Eifer entgegen arbeitete. Sie entſezten ihn des Reichs (597). Die Verwaltung trugen ſie ſeinem Pheim Karl, Herzog von Suͤdermannland(1604.), als Protector, end⸗ lich als König auf. Karl IX. hatte oft kaum 1000 Tha⸗ in ſeinem Schaz, aber ſeine Klugheit befeſtigte ſeine acht. 1598. In dem Jahre des Friedens von Vervies(der Epoche des Wiederauflebens der franzoͤſiſchen Groͤße), in dem Jahr, welches für das ruſſiſche Reich durch den Abgang der achthalbhundertjährigen Dynaſtie Ruricks des Waraͤgen, traurig und erſchütternd war, ſtarb an ki⸗ ner ſchrecklichen Krankheit Philipp II,, nachdem er die vereinigten Niederlande eingebüst, Frankreich und Eng⸗ land in den Händen ſeiner Feinde befeſtigt geſehen, zu dem Perfall ſeiner Monarchie den Grund geſegt, das er⸗ ſte Beiſpiel einer Bankerute gegeben und in ajahriget vis auf den weſtph. Frieden(16 8.). 239 Verwaltung den Haß aller Zeitgenoſſen und die Verach⸗ tung oder den Fluch der Nachwelt geſammelt hatte. Erſchoͤpft an Geld und großen Maͤnnern trat Spa⸗ nien in das ſiebzehnte Jahrhundert. Philipp III. war ein ſchwacher Herr, den ſein erſter Miniſter Dugue de Lerma, mit dem Vorurtheil der Nothwendigkeit eines immerwaͤhrenden Mistrauens ſo erfüllt hatte, daß er nicht nur mit keinem Unterthan, ſondern auch ohne Ver⸗ abredung mit ihm, nicht mit der Koͤnigin ſprach. 1510. Er verbannte den ſleißigſten Dheil der übrig gebliebenen Unterthanen, 200,000 Mauren. Zwei Mäͤnner erhielten das politiſche Gewicht Spa⸗ niens: Ambroſius Spinola und Bedmar. Der ſtille Kaiſer, Rudolf II., wurde durch ſeinen Bruder, den Erzherzvs Matthias zu Abtretung der hunggriſchen und boͤheimiſchen Krone genöthigt(1608.). Matthias(1619.), wie Rudolph(1612.) hinterließen keine Soͤhne. Ferdinand II.,(1610 Kaiſer), Enkel des Kaiſers Ferdinand des Erſten, war in Spanien erzogen worden. Er ſchien uͤber die Pflicht eines Regenten den Grundſaz zu haben:„daß er nämlich bewuͤrken müſſe, nur eine „Glaubensform, und in weltlichen Sachen unbeſchraͤnkte „Macht in ſeinem Lande zu haben.“ Es waren aber in den Erblanden ſowohl, als in Boͤheim und Hungarn, ſehr viele dem proteſtantiſchen Lehrbegriff ergebene, und auf alte Freiheiten eiferſuͤchtige Menſchen. 6t6. Gegen den ſtaniſchen Hof erloſch die Bojährige Eiferſucht, indem man für noͤthig fand, die Intereſſen und Kraͤfte beider Liuien von Habsburg wieder zu ver⸗ einigen.. 1601— 1603. Indeß Philipp III. mit Verluſt von 80— 100,000 Menſchen in einer Zjaͤhrigen Belagerung Oſtende bezwang, entriſſen die Hollaͤnder ſeinen portu⸗ gieſiſchen Unterthanen die moluckiſchen Inſeln. 1610. Koͤnig Heinrich IV. in Frankreich, der gute und große, von ſeiner Zeit perkannte Heinrich, wurde er⸗ a40 Xl. Von dem Augsburger Frieden(1535). mordet: ſein Sohn Ludwig XIIi war ein Kind. Die Wittwe Heinrichs, Marig Medicis, opferte das allge⸗ meine Wohl perſoͤnlichen Neigungen auf. Dieſes Frank⸗ reich, von dem in Heinrichs lezter Zeit eine allgemeine Staats⸗Revolution für Europa erwartet worden, verfiel in politiſche Nullität. 1602— 1609. Mitten in dem Freiheitskampf erhob die Republik Holland eine maͤchtige Herrſchaft in Bftin⸗ dien; ihre Schiffer durchiogen die Meere und eigneten ſich den Häringfang zu, deſſen Gewinn Raleigh auf 1,700,000 Pfund Sterling berechnete. Clara Iſabella Eugenia, Philipps II. Tochter, wel⸗ che mit Albrecht von Peſterreich, Maximilians II. Sohn, das erbliche Gouvernement der ſpaniſchen Niederlande beſaß, verſuchte die mehr als 4jährige Unruhe zu en⸗ digen(1600). Der Gemeinderath Ludwig von Verheyk ſchloß den t2jährigen Waffenſtillſtand(1621.); Spinola legte die lezte Hand daran. Von dem an wurde Holland als ein unabhaͤngiger Staat anerkannt, Der ſeit ſieben Jahrhunderten zuſammengebrachte Reichthum der Grafen von Teiſterbant, welche in Weſt⸗ phalen zwei Herrſchaften gruͤndeten, die zulezt unter dem Namen Hezogthum Cleve und Mark erſcheinen, wurde durch den Tod eines wahnſinnigen Herrn, des Herzogs Johann Wilhelm, der Gegenſtand vieler Anſpruche. 71609). Eine alte Anwartſchaft hatten, auf den Fall, daß das Haus erloſchen, die Churfuͤrſten von Sachſeh⸗ Aber es entſtand der Zweifel, ob die Tochter der älteſten Schweſter, Gemahlin des Churfürſten von Brandenburg⸗ Johann Sigmunds, oder ob die noch lebende zweite Schwe⸗ er, Herzogin zu Pfalz⸗Neuburg, alsznähſte Erbin z. be⸗ trachten ſei. Die Hauptvraͤtendenten vereinigten ſich nicht⸗ Man griff zu den Waffen. Der Prinz Wolfgang zt Reuburg wurde katholiſch(613.), um ſich des Beiſtands der Prinzeſſin Clara Iſabella und ihres Gemahls, Eri⸗ berzogs Albrecht, zu verſichern; der Churfürſt zu Vran⸗ denburg erklaͤrte ſich fuͤr die reformirte Glaubensform vis auf den weſtph. Frieden(1648.). 247 des Prinzen von Hranien(1614). Dieſer Erbfolgeſtreit war eine Veranlaſſung des dreißigjaͤhrigen Kriegs. 1505 James Stuart, Koͤnig der Scoten, Sohn der unglücklichen Marig Jakob I.), vereinigte nach dem Tode der Koͤnigin Eliſabeth, als Erbe, zwei Reiche un⸗ ter einen Koͤnig. Aber er hatte nicht die Kraft der Koͤ⸗ nigin Slifabeth. Regiert wurde er don dem Herzog von Burkingham. Friderich von Simmern, Churfürſt von der Pfalz, war ſein Eidam. DiePfalzgrafen von Simmern ſtamm⸗ ten von Stephan, Sohn des Churfuͤrſten Ruprecht, wel⸗ er(1400.) Koͤnig der Teutſchen geweſen war. Dieſes aus bewies einen vorzüglichen Eifer für die reformirte laubensform. Der heideibergiſche Katechismus war von pfälziſchen Theologen geſchrieben worden. Die Wiſſenſchaften blüh⸗ ten in keiner teutſchen Stadt beſſer als zu Heidelberg. Friderich, angetrieben von Glaubenseifer, voll Be⸗ gierde nach Ruhm, und überredt von der Königstochter Eliſabeth, ſeiner Gemalin, nahm die von den Boͤh⸗ men ihm angetragene Krone Böͤheims an. Dieſes, an ſanfte Regierungen Reich entſeite ſich nämlich bei der Ausſicht auf die intolerante Herrſchaft, welche Ferdinand, als noch Matthias lebte, ankündigte. Der König, meinten die Boͤhmen, habe den Vertrag gebro⸗ chen, ſie ſeien hiedurch frei von ihm. Der Herzog von Baiern Mapimilian, Friderichs Vetter, ein Herr von großer Thätigkeit und feſter Ka⸗ tholicität, ergriff die Parthei des Kaiſers. Friderich ge⸗ chlagen und hülſlos, verlor nebſt der boͤheimiſchen Krone as Cpurfurſtenthum(1621.. 2 Geſtaͤrkt durch Sieg und Schaze wandte Kaiſer Fer⸗ dinand das wohlgefuͤhrte Schwerdt ſeines Wallenſtein, des bairiſchen Diliy und des ſpaniſchen Spinola gegen die Dppoſitivn im Reich Die geiſtlichen Churfürſten im Reich waren von Standeswegen ſeiner Sache zugethan; der weiſeſte, Jo⸗ Spaͤth Taſchenb. der Weltgeſchichte. 41 242 XI. Von dem Augsburger Frieden(1555.) hann Swikard von Cronberg, Erzbiſchoff zu Maini, fügte ſich der Zeit. Johann Georg I., Churfürſt von Sachſen, deſſen Vorweſer den Religionsfrieden erſiegt hatten, war voll Haß gegen die Calviniſten, eiferſuͤchtig auf das Anſehen der Pfalzgrafen, und in den Haͤnden des Hofpredigers Hoe von Hyenegg, der(von Ferdinand gewonnen, ſagt man) ſeinem bittern Eifer gegen die Reformirten und die boͤhmiſchen Bruͤder freien Lauf ließ. Der Churfürſt Georg Wilhelm von Brandenburg und Herzog von Preuſſen, war von ſeinem vornehmſten Miniſter, dem Grafen von Schwarzenberg eben ſo bedientz er blieb re⸗ formirt, aber er aͤußerte keine Kraft. Die Zahl der ſtehenden Truppen uͤberſtieg unter ihm nie 2000 Mann. Braunſchweig und Heſſen waren durch Theilungen geſchwaͤcht, wozu die noch ſchaͤdlichere Entzweiung der Landgrafen zu Darmſtadt und Caſſel kam, deren jener lutheriſch blieb, dieſer den reformirten Begriffen folgte. Noch ſchlimmer war es, daß die Lutheraner ſich freuten, ans Licht zu bringen, in wie vielem die Refor⸗ mirten mit den Tuͤrken ubereinſtimmen, und wie dieſe doch noch beſſer ſeien als jene, wogegen die Reformirten meinten:„daß wenn Feuer und Waſſer ſich vereinigen, „ſo daß jenes dieſes nicht mehr trockne, und dieſes jenes „nicht mehr loͤſche, alsdann, eher nicht an eine Ver⸗ „einigung mit den Lutheranern zu denken ſei.“ Hier⸗ üͤber, da jeder Theil einzeln ſtritt, wurde es den Katho⸗ liſchen leicht, beide zu uberwinden. 1623. Ferdinand gab, ohne Rath und Willen der Stände, das Herzogthum Mecklenburg dem General allenſtein. Indeß in wenigen Jahren zwanzig Millionen von Brandenburg, zehn von Pommern, ſieben von Heſſen erpreßt wurden, und Ferdinands Miniſter in reichen⸗ Fleidern mit großem Pomp das Elend verarmter Fürſten zu hoͤhnen ſchienen, war die Oppoſitions⸗Parthei ent⸗ waffnet und Wallenſtein ſchrieb ſeine Einfaͤlle und die bis auf den weſtph. Frieden(r648.). 243 Beſehle des Hofs als Geſeze vor. Eggenberg, ſein Freund, Ferdingnds vornehmſter Miniſter, wurde in der öffent⸗ lichen Meinung als kunftiger Herzog zu Württemberg, ein lothringiſcher Prinz als Herzog zu Sachſen betrachtet. Guſtav Adolph, Koͤnig von Schweden war gut, wohl⸗ thaͤtig, fuͤr Freundſchaft und Liebe empfindlich, beredt, popuiär, voll Vertrauen auf die Vorſehung(6350). Die⸗ ſer noͤthigte durch eine unerwartete Erſcheinung im Neich, durch unaufhaltbares Vordringen, durch den Sieg bei Leipzig, die proteſtantiſchen Reichsfuͤrſten, das Gefühl ihrer ſelbſt in ſich aufßzufriſchen(165). Durch ſie ver⸗ ſtärkt, ſchlug er die beſten Feldherrn des ſieghaften Kai⸗ ſers, durchzog triumphirend ganz Niederteutſchland, hin⸗ auf bis an den Rhein und an die Donau, und nahm bei Luͤtzen(1632.) ſiegend einen Tod, wie 3 der groͤßte Feldherr dem laͤngſen Leben vorziehen moͤchte. Guſtav Adolphs Feldherrn(Bernhard von Weimar, Vanner, Torſtenſohn) behaupteten nach ſeinem Tode und nach dem Sepgratfrieden des Churfuͤrſten von Sach⸗ ſen(1635.), den Ruhm der ſchwediſchen Waffen, und die ergriffene Parthie noch 16 Jahre bis auf den weſ⸗ phäliſchen Frieden⸗ 1634. Nach der Schlacht bei Nördlingen, als Schwe⸗ dens Lage in äußerſter Gefahr ſchien, erklärte ſich der Cardinal Richelieu, allvermogender Miniſter Ludwigs XIII. der eines ſolchen Mannes bedurfte. 1635. In dem Jahr nach der Schlocht bei Noͤrd⸗ lingen, griffen die Franzoſen alle Berüh. ungs⸗Punkte der öſterreichiſchen Monarchie an. Frankreich, welches Richetien unruhig, mit erſchöpf⸗ tem Schaz und vhne politiſches Gewicht gefunden hatte (624.), pinterließ er nach 7 Kriegsjahren(1642.) weit reicher, als es nach den 17 Friedensjahren zwiſchen Sii und ſeinem Miniſterium geweſen war. as verheerte teurſche Reich bedurfte des Friedens⸗ aber die Schwäche der Minderlährigkeit Ludwigs KIV. 11* 244 XI. Von dem Augsburger Frieden(1555.) Fien Hoffnung zu geben, daß er ſpaͤter mit geringerm erluſte fuͤr Beſterreich geſchloſſen werden koͤnnte. Friedensunterhandlungen wurden angefangen, aber mit groͤßter Langſamkeit gefuhrt. Jezt fingen die Helden Conds und Türenne an, ihren glaͤnzenden Lauf zu zeigen; jener brachte in den Gefilden von Rocroy der iſch Infanterie einen Hauptſtreich bei(1643); alle Kunſt Mercys wurde er⸗ fordert, im Schwarzwald Türenne aufzuhalten. Die Schweden beſchleunigten den Frieden durch den Einfall in Boͤheim und die Eroberung eines Theils von Prag, mehr, als durch die beſten Unterhandlungen⸗ Hier, wo der 30 jaͤhrige Krieg anfing, endigte er. Der Friede wurde in den weſtphäliſchen Staͤdten Muͤnſter und Osnabruͤck, unter Vermittlung des Pap⸗ ſtes und der Venetianer, zwiſchen a.) Kaiſer Ferdinand dem Dritten, Philipp IV. von Spanien, und den Reichsfürſten, die es mit ihm hielten, einerſeits und b.) andrerſeits Ludwig XIV.(damals 10Jahr alt), der ſchwediſchen Koͤnigin Chriſtinä, den General⸗Staa⸗ ten der vereinigten Niederlande, und den in fran⸗ zoſiſcher und ſchwediſcher Verbindung ſtehenden, meiſt proteſtantiſchen Fürſten geſchloſſen, und nur zwiſchen Frankreich und Spanien blieb Krieg(1643. wiſchen Frankreich und Spanien wurde der Krieg noch 11 Jahre fortgeſezt; es erhoben ſich in der Minder⸗ jaͤhrigkeit Ludwigs XIV. Unruhen, welche ſelbſt Conde und Türenne verleiteten, zu den Spaniern überzugehen⸗ Endlich ſchloß der Cardinal Mazarin perſönlich mit Don Louis de Harv(Nachfolger des Grafen Duc ———— von Bliogrez), Staatsminiſter von Spanien, auf der Faſanen⸗Inſel, den von dem benachbarten Pyrenaenge⸗ buͤrge benannten Frieden(1659.). 640. Der Herzog von Braganza, Don Juan IV. ſtuͤrzte, faſt ohne Blutvergießen, die ſpaniſche Dynaſtie ————— vis auf den weſtph. Frieden(1648.). 245 3 Portugall, durch die bloße Erklärung: er ſei rechtmaͤ⸗ iger Konig. Die Jefuiten erwarben über ihn und die Koͤnigin Luiſe Gusmann, vom Hauſe Medina Sidonia, ein ſol⸗ ches Anſehen, daß eigentlich ſie regierten(1642). Der Koͤnig verſprach den Holländern einen Theil Braſiliens⸗ 1625 König Karl von England, James Sohn, wur⸗ de durch die Anordnung ſeines Finanzweſens in Verle⸗ ſheit rec und wollte ſich durch Auflagen helfen, ie das Parlament nicht genehmigte. Er hatte in allem eine nicht auf Syſtem und Menſchenkenntniß geſtuͤzte Bcharrlichkeit; daher bei erſcheinendem Widerſtand vft Furchtſamkeit und Unentſchloſſenheit, wie ſie mit dun⸗ keln Begriffen verbunden ſind⸗ Edelmüthig war Farl, liebenswuͤrdig und gelehrt, aber ohne ſtanbhaften Fleiß, ohne die Gabe eines geſunden urtheils, ohne die erfor⸗ derliche Wuͤrde und Kraft. 1625 Samuel Vaſall, der nachmals in Neu⸗Eng⸗ land Boſton gegruͤndet, war als Parlamentsglied der erſte, welcher ſich unbefugter Hebung einer Abgabe, von jedem Pfund oder Faß gewiſſer Einfuhren, widerſezte. Ueberhaupt hob der Koͤnig 15 Jahre lang die Zoͤlle ohne Autoriſirung vom Parlament 71640). Eine willkührliche Aufiage wurde auf die Schiffe beſtimmt, viele Feudal⸗ rechte und alte Misbraͤuche drückender geubt, freiwillige Beitraͤge und Anlehen erzwungen, Frohndienſte will⸗ kuhrlich angelegt, und uͤbel vertheilt, Rechte des Vor⸗ kaufs und der Verpflegung auf eine beleidigende Weiſe vollzugen; die perſoͤnliche Freiheit das Recht von ſeines⸗ gleichen gerichtet zu werden, und im eigenen Hauſe ſicher zu ſeyn) mannichfaltig verlezt zc., überhaupt Rechte und Vorſtellungen unter die Fuͤße getreten und ver⸗ ſchmaht. Es entſtand bürgerliches Krieg. Bei der Gaͤhrung aller Gemüther erſolgte auf die Staatsverhandlungen 6 246 Xl. Von dem Augburger Frieden(1555.) und gemeines Kriegsrecht die Auflöſung aller Unterwür⸗ ſigkeit, die Unterdrückung des herrſchenden Gottesdienfis, des Adels, aller herkommlichen Forinen und Autoritäten. Schwärmer, gleich unzugaͤnglich fuͤr Vernunft, für Dffenbarung, Anſtandsgefühl und ohne irgend eine Scheu, riſſen alles unaufhaltbar fört. Die hohe Kirche ſank lin Elend, der alte Adel unter den Pöbel, alle Verfaſſung in Ruin, das Haupt des Koͤnigs unter des Scharfrich⸗ ters Beil(1649.). 1593. Fedor, Sohn des Czars Jwan Waſiliiwitſch, war ohne maännliche Erben, der lezte vom Hauſe des Warägiſchen Rurik(ſ. oben) geſtorben. Die Boja⸗ ren wählten zur Nachfolgerin ſeine Gemalin, Irene Gu⸗ denov. Da dieſe die Krone nicht annahm, Sereinigten ſich die Stimmen der Patriarchen von Moskow, des Erzbiſchoffs zu Nowgorod, der Fürſten vom Hauſe, der Bojaten und des ganzen Adels auf Boris Gudenob, Ire⸗ nt's Bruder. Mit Weisheit und verehrt herrſchte Czar Boris, als Gregory Atrepieff, ein junger Mönch, ſich einfallen ließ(1604.), den ruſſiſchen Täron einzunehmen. Atrepieff gab ſich für jenen Demitri, Bruder Fedors, aus, deſſen Ermorbung man Boris beſchuldigte, und beredete hiezu den Woiwoden von Sendomiers und viele andere volni⸗ ſche Herren. Er verſprach, wenn er durch ihre Waffen bergeſtellt werde, ſie groß zu machen, und die römiſch katholiſche Glaubensform zu begünſtigen. Viele Bvjaren entzogen ſich dem Czar; er, von Gram getödtet, hinter⸗ ließ den Thron ſeinem Sohn Fedor. Moskow wurde don den Polen erobert(1605.). Demitri beſtieg(wie man glaubte) den Stuhl ſeiner Väter. Er heirathete die Toch⸗ ter des Woiwoden von Sendomiers. Ein Aufruhr koſtete ihm das Leben(1606.). Als Waſilef Suskoj an ſeine Statt erhoben wurde, zeiate ſich ein anderer Demitri, welcher auch der ungluͤckliche Czar ſeyn wollte. Aber⸗ vis auf den weſtph. Frieden(1648.). 247 mals wurde von den Polen Moskow belagert(1607). Der Fürſt Gallizin nöthigte den Czar, ſich an ſie zu er⸗ geben. Er ſtarb bei ihnen.. Die Stimmen der Meiſten waren für die Wahl des polniſchen Prinzen Wladislaf Waſa. Aber der Eifer fuͤr die romiſch katholiſchen Formen, der Abſiand der Sitten, der polniſche Stoiz, erregte den Unwillen der Ruſſen. Verſchwörungen, Verraͤthereien und Ermordungen füll⸗ ten Moskow mit Mißtrauen und Blut. Noch drei fal⸗ ſche Demitri oͤfften die Nation. 1613 Endlich verſammelten ſich die Großen und Ed⸗ len zu feſter Beſtimmung, wer Rußiand beherrſchen ſolle. Sie vereinigten ſich fur einen 1Fjährigen Knaben: Mi⸗ chaila Romanow, Sohn des Erzbiſchoffs Philaretus, Enkel des Ctiars Jwan Waſilijiwitſch(mutterlicher Seits). Michaila grheitete an Herſtellung der Macht. Um dieſe Zeit fingen die Koſaken an, zu den Ruſſen zu treten. 1645. Unter Alexei Michailowitſch, des Michaila Sohn und Vater Peter des Großen bereitete Rußland naͤher die plözlich hervorleuchtende Größe. Noch dunkel wußte Rechelien(635.), da im Nor⸗ den ein Kaiſer und Grosherzog von ganz Rußland, Fa⸗ ſan, Aſtrachan und Sibirien“ herrſche, und jandte Tal⸗ leyrand als Boiſchafter in deſſen Reich. 1616. Den ſanften Achmed I. tödtete in ſeinem 2ſten Jahr der Mißbrauch der Wolluſt. Muſtafa, ſein Bru⸗ der, murde als bloͤdſinnig vom Thron geſtoßen(1617.) Oßmann, Sohn Achmeds, erwürgt(1673.). Zulezt hielt Morad 1W. die Janitſcharen in Drd⸗ nung, er eroberte Bagdad; zu jrüh tödtete ihn der Miß⸗ brauch des Weins und uͤberttiebener Genuß ſchoͤner Juͤng⸗ linge(1640.). 1648. Sein Bruder Ibrahim wurde erwürgt. ————— 243 XI. Periode bis auf den Frieden zu Huberts⸗ burg(1763.). oͤnig Ludwig XIV war zu der Zeit des pyrenäiſchen Feiedens, welcher den ſpaniſchen Krieg Leinen Anhang zum Zojährigen) endigte, in dem Liſten Jahr ſeines Al⸗ ters(1659.). Ludwig XIV. hatte Sinn ſuͤr eine Art von Grosheit. 1665 Nach Philipps IV., Koͤnigs von Spanien, Tod, 60 it unter Karls II. lange factioſe Minder⸗ ährigkeit. 1654. In Portugall folgte Don Alonzo dem Vater (Don Juan) nur zu früͤh. Der Pater Vieira weiſſagte bald, ſein Reich würde nicht beſtehen. Don Petro, des Alonzo kluͤgerer Bruder, wurde, unter dem Vorwand heimlicher Nachſtellungen, wider ihn aufgebracht. Die Jeſuiten durften nicht hoffen, ihn zu beherrſchen. Der Graf Caſtellomelhor, erſter Miniſter, ein Mann von Tunend und Einſicht, wurde angeklagt, er habe Don Pedro vergiften wollen; er, und Heinrich von Mi⸗ randa, ſein wuͤrdiger Freund, mußten aus Portugall. entfliehen. Hierauf wurde der erſte Kammerherr Don Manuel Antunas aus dem Wege geraͤumt Der Staats⸗ Secretaͤr Souza⸗Macedo wurde von der Königin, die fuͤr den Infanten Pedro war, ſo mißhandelt, daß felbſt der Staatsrath Vorſtellungen machte. Die Städte traten in Confoͤderation gegen die Ver⸗ waltung des Koͤnigs. Die Königin begab ſich in ein Kloſter; Aerzte und feile Dirnen wurden gewonnen, aus⸗ zuſagen, daß Alonzo nicht fähig ſei, Kinder zu zeugen. Don Petro wurde in einem Volksaufruhr zum Regenten des Reichs ausgerufen⸗ bis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.). 240 1667. Der verlaſſene Konig wurde zu Unterzeichnung einer Akte genoͤthigt, wodurch er„in Kraft ſeiner unum⸗ ſchränkten Gewalt“ der Krone entſagte. Der Jeſuit Fer⸗ nandez wollte ihn bereden, daß der Infant in bruͤderlich⸗ ſier Geſinnung, eigentlich fuͤr die Erhaltung des Reichs, auftrete, daß das Unglück von dem Volk herruͤhre, die Zeit der Rache aber ſchon kommen werde.„Ja“ ſprach der König,„fuͤr euch wird ſie kommen die Rache, und einſt wird man einſehen, daß ich dieſes Schickſal nicht verdient habe.“ Der entthronte Fürſt lebte noch 16 Jahre auf Schloͤſſern, wo er bewacht wurde; ſein Bruder hieß Regent, alle Macht war in den Händen des Paters Acunha. Sieben Tage nach der Thronentſezung Alon⸗ zo's heirathete ſeine Gemalin(aus dem Hauſe Saboyen) ſeinen Bruder Pedro. 1653. Nach dem weſtvhaͤliſchen Frieden verſammelte ſich der Reichstag Ferdinands III. Die meiſten Fürſten erſchienen in dem Pomp und Aufwand neu erhobener Souveraine. Ferdinand ſelbſt war krank und muthlos. Der Churfürſt von Mainz, Johann Philipp von Schön⸗ born, thaͤtig in Uebung der Rechte des Erz⸗Canzella⸗ riats; der Churfürſt von Trier, Karl Caſpar von der Leyen, dem Kaiſer devot, ohne die erforderliche Geiſtes⸗ größe in der Kriſe Germaniens; Chur⸗Koͤlln, ein bairi⸗ ſcher Prinz, furchtſam; ein ſchwacher Greis, Regent Lon Baiern in der Minderjährigkeit Ferdinand Mariaͤz Jo⸗ hann Georg von Sachſen, in hohem Alter, zwiſchen Devotion für den Kaiſer und Eifer für das Lutherthum wankend; Friedrich Wilhelm von Brandenbutg, wegen Pommern auf die Schweden eiferſüchtig, und bedacht, wie er genugſame Gelder heben könne, um ſeinen Kriegs⸗ ſtaat zu vergroßern; Karl Ludwig von der Pfalz, begie⸗ rig nun einmal zu genieſſen, und in der Kunſt zu gefal⸗ len ein Meiſter. Die Menge der Fürſten und Herren mit Ausmarkung des Ceremoniels und Beluſtigungen beſchäftigt. 230 XII. Von dem weſtph. Frieden(1649.) Von dieſem Reichstas erhielten die Staͤnde das Recht, ihren Unterthanen alle Daxen außulegen, welche fuͤr Feſungen und Heere, die fuͤr das Deſenſionalweſen er⸗ fordert wuͤrden, nothwendig waͤren. 1662. Auf dem folgenden Reichstag begehrten ſie, gegen Landſtände und Unterthanen in allen herkomm⸗ lichen Machtuͤbungen Schuz; daß dieetben auch zu Er⸗ füllung aller Vertraͤge und Buͤndniſſe der Landesherrn gehalten ſeyn, weder am Reichskammer⸗ Gericht noch an dem Reichshofrath mit Klagen uͤber ſolche Dinge ange⸗ nommen werden, und keine alten Rechte noch Reichs⸗ abſchiede hiewieder gelten ſollen. Zwar berweigerte Kai⸗ ſer Leopold I. dieſem Anbringen die B eſtätigung; aber unter dem Schuz la ndeshoheitlicher Grundſatze wurde nach und nach dieſes alles, und noch mehr, wenigſtens in den betraͤchtlichern Territorien, Uehung. Daher die ſtehenden Truvpen, der Frſ des Anſehens der Landſtaͤnde, willkuͤhrliche Erhoͤhung und unbillige Austhetlung der Abgaben, Untergang der Vaterlands⸗ ziebe und des Gemeinſinns. 6t. Als Chriſtian IW, Konig der Daͤnen, in hohem Alter ſich gegen Schweden zu einem Frirg halte berleiten laſſen, wurde in dem Frieden pon Bremſebron, zu Abtretung mehrerer Probinzen genothigt(1655.). Dieß, und noch mehrere Dinge trugen ſich zu unter der ſchwe⸗ Sie Königin Chriſtina, der Thron⸗Erbin Guſtav ido Aus langer Wejle vder Begierde ſich auszutzeichnen⸗ faßte Chriſtina den Entſchluß, die Regierung niederzule⸗ gen(1554.). Vergebiich baten die redlichen Dalen, daß ſie ſich gefallen laſſe„fernerhin das Vorroß zu ſeyn.“ Sie wurde katholiſch, um in Rom zu leben. Auf den Thron ihres Vaters ſtieg hierauf der Sohn ſeiner Schweſter, Karl Guſtav, Pfalzgraf in Swei⸗ — vis auf den Frieden zu Hubertsburg( 3.). 251 bruͤcken⸗Klecburg. Johann Caſimir Waſa, Knig von Polen, proteſtirte gegen ſeine Thronbeſteigung. König ſnic III. von Dänemark hielt nun den Augenblick füͤr guͤn⸗ ſtig, wieder zu erobern, was ſein Vater verloren hatte. Aber Karl Guſtav vertrieb den volniſchen König Jvhann Caſimir, belagerte Coppenhagen(6550. 1658. In dem Frieden zu Roſchild und Coppenhagen entſagte Friedrich den Provinzen Bahus, Blekingien⸗, Schonen und der Inſel Ruͤgen, und Johann Caſimir war noch getroſtet 71660.), in den Tractaten von Dliva, den Reſt von Lifland, und die Oberherrlichkeit Preußens und ſeinen Anſpruchen auf Schweden iu entſagen. Der Churfuͤrſt von Brandenburg, Friedrich Wilhelm, wurde durch den Krieg Karl Guſtavs(welcher 53 Jahr alt ſtarb, und nach deſſen Tod erſt jene Dractaten ge⸗ ſchloſſen wurden) unabhaͤngiger Herzos in Preußen; von dem an wurde dieſes Land ſo blühend und volkreich, als es kaum in den beſten Zeiten des teutſchen Ordens ge⸗ weſen war. 2 1660 Karl Kl., König von Schweden, im Bten Jahr ſeines Alters, wurde unter Vormundſchaſt ſeiner Mutter, Hedwig von Holſtein, übel erzogen. 1650. Däs polniſche Reich verfiel mehr und mehr- Der Koͤnig Johann Caſimir legte die Krone nieder, um angenehmer und ruhig zu leben; er, der lezte vom Mannsſtamm Waſa, ſtarb in einem Klocter bei Paris, worauf ein Singeborner, ein Piaſte, Michgel Wies⸗ nowitzty erwaͤhlt wurde. Den Curken mußte König Michael einen Tribut von jährlich 22,000 Dukaten ver⸗ ſprechen(1672.). 1661— 1664. In dem Krieg des Padisha Moham⸗ med VI. gegen Kaiſer Leopold, errang der kaiſerliche Feldherr Montecuculi an den Ufern der Raab bei St. Gotthard über Mehmed Kiuperli, Grosweſſyr, den beſten türkiſchen Feldherrn einen entſcheidenden Sieg(1654), 252 XII. Von dem weſiph. Frieden(1698.) wodurch die Pforte zum Frieden von Temeswar genothigt wurde 1655. Die ſchweizeriſche Eidgenoſſenſchaft ſchloß einen Bund mit König Ludwig XIV. fuſ Die Holläͤnder naͤherten ſich der ſchweizeriſchen Ver⸗ aſſung. Nach dem Lode des alten Prinzen von Dranien, Friedrich Heinrich, reducirten die Generalſtänten das Mi⸗ litär auf weniger als 30,000 Mann. Dieß mißfiel dem Stadthozder Wilhelm II., Sohn Friedrich Heinrichs (1647). Er wagte, ſechs zit den Generalſtaaten gehende Deputirte gefangen zu nehmen, und verſuchte, ſich der Stadt Amſterdam zu bemaͤchtigen. Waͤhrend dieſes eitlen und unwurdigen Strebens nach Tyrannei, ſtarb der Prinz. Wilheim UII. wurde ihm nach ſeinem Tod geboren(1650.) 1655. Olivier Cronwell, der in England den Thron geſturzt hatte, und als Protector gewaltiger regierte als ein König, überwand Holland, und noͤthigte die hol⸗ Schiffe vor den engliſchen die Flagge zu reichen. Cronwell, der bis in ſein 40ſtes Jahr in der Menge von Landedelleuten kaum bemerkt worden, war Potenta⸗ ten gleich, und ihr Schfecken. Als Cronwell, dezen ruhiges Gemuͤth den großen Geſchaͤften ſich nicht gewachſen fand, das Protectorat niederlegte, wollte Lambert ſich der höchſten Gewalt be⸗ mäſchtigen(1659.). Da erklaͤrte der General Monk ſich wider ihn.. Der akte Feldherr der Freiheit, Thomas Fairfax, trat mit ganz Porkſhire wider Lambert aufz er beſtimmte den Genergl Monk, ſich für die Herſtellung einer or⸗ dentlichen Verfaſſung zu erklaͤren. Karl II., Sohn des Enthaupteten, und jenes beide Brüder, Herzoge zu Gloceſter und Fork, wurden durch eine Deputation eingeladen, aus dem Haag nach Eng⸗ land zu kommen. vis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.). 233 1660. Das Parlament erkannte ſofort in Karl II. das geſezmaͤßige und angeſtammte Erbfolge⸗Recht. Vald nach dem Tode Philipps IV., Königs von Spa⸗ nien, deſſen Dochter Maria Dhereſia, Ludwig XIV. un⸗ ter der Bedinaniß geheirathet hatte, daß er ihrentwrcen nie Anſpruch auf die ſpaniſche Erbfolge machen ſoll, fie. der Koͤnig von Frankreich in die ſpaniſchen Niederlande ein(1665), unter dem Vorwand, daß das eigenthümli⸗ che Civilgefe; Brabants ihn dort mehr beguͤnſtige, als in den übrigen Theilen der ſpaniſchen Monarchie. Aber eine Eroberung von ſo großer Wichtigkeit er⸗ regte die Eiferſucht Grosbrittaniens; der Ritter William Temple wurde an die Hollaͤnder abgeordnet, welche da⸗ mals mit England im Frieg begriffen wgren. In 3 Ta⸗ gen machten die Generalſtaaten mit England Friede, ſchloſfen einen Vund, vermochten den ſchwediſchen Mi⸗ niſter zum Beitritt und bezeugten: der Zweck ſei, in Flandern die Ruhe herzuſtellen. 1668. Dieſes noͤthigte Ludwig XIV. die Waffen nie⸗ derzulegen. So behielt, durch die Tugend eines Britten, Spanien die Niederlande, Holland ſeine Vormauer. 1663 In dem zu Aachen geſchloſſenen Frieden er⸗ warb zwar Frankreich einige Pläze, aber der Verluſt in politiſchem Betracht übertraf den Gewinn. Holland, nun überzeugt, wie ſehr der Koͤnig von Frankreich zu fuͤrchten war, entzog ſich der, ſeit Stiftung der Repub⸗ lick perpetuirten Verbindung mit dem franzöſiſchen Hofe⸗ Europa lernte die Ungerechtigkeit des lezten kennen. 1672. Ein Donnerſchlag bei bellem Himmel, wie William Temple ſich ausdrückt, ſchreckt nicht mehr, als 4 Jahre nach dem Frieden von Aachen, der Einfall Koͤ⸗ nigs Ludwig XIV. in Verbindung mit Koͤnig Karl I. von England, mit mehr als 80,000 Mann in die verei⸗ nigten Provinzen. In vier Wochen eroberte der Koͤnig uͤber 40 feſte 254 RlI. Von dem weſtph. Frieden(468.) Plaͤze, die Generalitaͤtslande, Geldern, Utrecht, Oberyſſel⸗ und ſtand wenige Stunden Lon Amſterdam. Es war damals kein Buͤndniß zwviſchen Holland und dem Hauſe Deſterreichz die größten Staatsmänner waren auſſer Faſſung. Die ganze Braniſche Parthie, von vielen warmen Freunden des Vaterlands unterſftuzt, erhob Wilhelm III. in die Statthalterſchaft ſeiner Väter, erblich auf ſeine maͤnnliche Vachkommen. Seine Erhöhung ſchien den vereinigten Niederlanden neues Leben zu geben; in kurzem wußte er den Feind aufzuhalten. Wilhelm hatte einen großen Geiſt. 1674. Karl II. wurde zu einem Separatfrieden und Anerbietung ſeiner Vermittlung genoͤthigt. Das ganze Haus Deſterreich in Spanien und in Teutſchland griff für die Sache der hollaͤndiſchen Freiheit zu den Waffen. Am allererſten zog der große Churfuͤrſt Friderich Wilbelm von Brandenburg, dem jungen Statt⸗ halter, Reffe ſeiner Gemalin, Freund Karl Aemils, ſei⸗ nes Sohnes, zu Hülfe. Darch die franzöſiſchen Miniſter wurde Wilhelmen die Souveranetät in Holland angetragen, er aber zog Arbeit und Ruhm der glänzenden Sclaverei vor.„ Ludwig XIV. gab alles zurück, was er den Hollän⸗ dern abgenommen hatte. Wider den Willen des Statt⸗ halters ſchloſſen ſie zu Nimmwegen jenen Frieden(1673.), der ihren Alliirten ſehr nachtheilig war. Spanien verlor. die Franche⸗Comte(Hochburgundy. Am ſpäteſten legte Friderich Wilhelm die Waffen nieder, welche gegen Karl XI. bon Schweden(1679), den Frankreich in ſein Intereſſe gezogen hatte, ſortgefuhrt wurden, der durch die Schſacht bei Fehrbellin dem ſchWe⸗ diſchen Ruhm den empfindlichſten Stoß beigebracht hatte⸗ Nach dem Frieden zu Nimmwegen errichtete Koͤnig Ludwig zu Metz und Breiſach Unions⸗Kammern, Um angebliche Rechte gewiſſer Herrſchaften, die ihm cedirt worden waren, aufzufriſchen(1630. vis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.). 235 Indem er hiedurch das teutſche Reich in Allarm ſezte, beleidigte er zugleich den ſpaniſchen Stolz, damit, daß er erzwang, daß ihre Schiffe vor den ſeinigen die Flagge ſtreichen muſſen. Ploͤtzlich bemaͤchtigte er ſich der Stadt Strasburgz er beſezte Caſal, die Hauptſtadt Mont⸗ ferrats; er beunruhigte die Schweizer durch die Errich⸗ tung der Veſtung Huͤningen bei Baſel. Mitten im Frieden ließ er Luxemburg bombardiren. 1035. Er widerrief das Edikt von Nantes, wodurch Heinrich IW. den Reformirten Religions⸗Freiheit gah⸗ Dadurch kam er bei den Proteſtanten in die Categorie eines Biokletians. Achtmal hunderttauſend fleißige Un⸗ terthanen wanderten aus nach Holland, Brandenburg und andere europaͤiſche Laͤnder. Wilhelm von Dranien zog aus dieſem allem den größten Vortheil. Er zeigte dem Wiener Hofe, daß die Luͤrken, welche damals Wien belagerten, eyſt alsdann erniedrigt werden koͤnnten, wenn der Koͤnis(v. Frankr.) nicht mehr durch Diverſionen und Aufreizung der Hun⸗ i welche auch im Auſſtand waren, ſie beguͤnſtigen önnk. Emerich Tököly und andere hungariſche Herren, be⸗ ſonders durch Bedrückung proteſtantiſcher Glaubensſor⸗ men zum außerſten Misvergnuͤgen getrieben, riefen näm⸗ lich Mohammed W. zum Schuz der hungariſchen Ver⸗ faſſung. Kara Muſtapha zog mit einem ſehr großen Heer nach Hungarn, und lag in kurtem vor Wien. Heldenmüthig behauptete ſich unter Ruͤdiger von Star⸗ hemberg die Beſazung und Buͤrgerſchaft. Hierauf entſezten Wien: Johann Sobieskn, Koͤnig von Polen, Karl von Lothringen, einer der beſten Feld⸗ herrn ſeiner Zeit, der von Ludwig aus ſeinem Lande ver⸗ trieben war, mit Johann Georg III., Churfürſt von Sach⸗ ſen, Marimilian Emanuel, Churfürſt von Baiern, und einige andere Reichsfuͤrſten. 16. Mohammed W. perlor den Thron. Dieſer wurde für erblich erklaͤrt. Zugleich tat Kaiſer Leopold 256 XlI. Von dem weſiph. Frieden(1648.) dem durch Wilhelm ren Dranien zuſammengebrachten Bund für europäiſche Freibeit bei, der 1664 zu Augs⸗ burg eigentlich wider Ludwig XIV. geſchloſſen worden war. 1685. Nach Karl II, Koͤnigs von England, Tode kam zur Regierung deſſen Bruder, James 1I., ein eifriger Pro⸗ ſelyte der katholiſchen Glaubensform, dem Jeſuiterorden aggregirt. Er hatte ein Einkommen von 1,000,000 Pfund Sterling, 30,000 Mann, eine ſchöne Flotte, und den König von Europa(Ludwig XIV.) zum reunde. James ſandte dem Papſt eine Dbedienz⸗Geſandſchaft; er beeintraͤchtigte die engliſche Kirchenverfaſſung, verlezte verfaſſungsmaͤßige Urkunden und die Formen des Rechts. Jezt leuchtete bei den Englaͤndern eine hellere Flamme der Freiheit als vormals um Cronwells Zeit. James hatte viele Große misvergnügt gemacht, Hof⸗ leute brachte er auf Sie wandten ſich an den Erbſtatt⸗ haiter, des Konigs Neffe und Schwiegerſohn, den prä⸗ ſumtiven Thronfolger. Die Königin von England gebar um dieſe Zeit ei⸗ nen Sohn; dieſer Zufall wuͤrkte verſchiedentlich auf die Hoffnungen der Katholiſchen und Proteſtauten; der Erb⸗ fatthalter, unerſchütterlich, ſtärkte ſich in dem Entſchluß, Grosbrittanien zu befreien. Aber er ſchhieg; unerforſch⸗ lich, ruhig, verſchloſſen, ließ er dem Lerblendeten König Zeit, ſeine beleidigenden Unternehmungen immer weiter zu treiben. Viele engliſche Herren kamen in den Hagg. Wilhelm beklagte ſie. Er ruͤſtete, wußte aber ſeine Ab⸗ ſicht ſo wohl zu verbergen, daß kaum Ludwig XIV. ſie änet und James auch dann ſie nicht glanben wollte. 1633. Am 15. Nov. 1633 landete der Erbſtatthalter, nachdem kaum zuvor James ſicheren Bericht von des Erbſtatthalters Plan bekommen hatte. vis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.). 257 Es war ein Augenblick grauenroller Stille. Miß⸗ vergnügen und Mitleiden ſtritten fuͤr und wider den un⸗ glücklichen Konig. Der Erbſtattholter, immer feſt und undurchdringiich, ſchien, wenn die Nation ſich nicht er⸗ kläre, zur Heimreiſe entſchloſſen. In diefem Augenblick endinte die Herrſchaft der Stu⸗ arts. James nahm die Flucht. Der Erbſtatthalter veranlaßte eine National⸗Con⸗ ventſon. Zieſe erklärte:„rasgeſtalten, da Konig James „II. den Urvertrag eines Reuenten mit ſeinem Volk uͤber⸗ „treten, den Umſturz der geſczmaͤßigen Verfaſſung zu of⸗ „ſenbarem Zweck gebabt, und endlich das Reich vollends „verlaſſen, der Thron erledigt ſei“(1609.). Eben dieſe Convention, in die ordentliche Form eines Parlaments konſtituirt, beſchloß:„daß Koͤnig Wilbelm III. und die „Konigin Maria 17, ſeine Gemalin, lebenslänglich und Herblich die Regierung innhaben; daß nie ein katholiſcher „Prinz, oder Gemal einer katholiſchen Prinzeſſin, Koͤnig „von Grosbrittanien und Irrland ſeyn, ſondern für todt „gehalten, und ſein Recht weiters an die nächſten Er⸗ „ben uͤbergehen ſoll“ Den folgenden Dag übergab das Parlament Foͤnig Wilhelmen die„Bill der alten wahren und unzweifel⸗ „haften Rechte des engliſchen Volks;“ dieſe Akte, welche den 47zjäprigen Kampf der Herren und Gemeinen für die engliſche Freiheit herrlich kroͤnte. 1688. Zwei Monate vor jener engliſchen Revolution war am Rhein der Krieg der Alliirten vom Augsburg⸗ ſchen Bund ausgebrochen, wozn die Fürſtenthümer Kolln und Pfalz den Anlaß gaben. Ludwig XIV. wollte Ego von Fürſtenberg zum Churfuͤrſten von Koͤlln haben Die Gemalin ſeines Bruders, des Hertzogs bon Drleans, machte Anſpruche auf die Pfalz. Es war naͤmlich Karl Ludwig, des ungluͤcklichen Koͤnigs Friderich Sohn, 1660 geſtorben; ſein Sohn, der 258 XII. Von dem weſtph. Frieden(1648.) Churfuͤrſt Karl war der lezte von dem Hauſe der Pfali⸗ grafen von Simmern.. 1685. Ein anderer Zweig des pfalzgräflichen Stam⸗ mes bluͤhte zu Zweibruͤcken. Die Lande deſſelben waren meiſtens Erbſtuͤcke der Grafen von Sponheim und Vel⸗ denz. Einer dieſes Hauſes, Wolfgang, ein angeſehener Fürſt im 16ten Jahrhundert, hinterließ Philipp Ludwig, ſeinem Sohne, bas Fürſtenthum Neuburg an der Donauz dem zweiten Sohne, Johann, Zweibruͤcken, und dem drit⸗ ten Sohne, Karl, das Schloß und die Gegenden von Bir⸗ kenfeld. Leiterer iſt Stammvater des nun von Zwei⸗ brüͤcken und Birkenſeld genannten Hauſes; von Johann ſtammen die Helden, die ſchwediſchen Koͤnige, Karl Gu⸗ ſtav und Kari LII.; von dem älteſten, Philipp Ludwig, der Pfalzgraf Wolfgang, welchen der Streit über die Erbſchaft Julichs zur katholiſchen Religion brachte und deſſen Sohn Philipp Wilhelm in hohem Alter nach obi⸗ gen Churfurſts Karl Tode die Churpfalz bei Rhein er⸗ erbte. Charlotte Eliſabethe, Schweſter Churfurſt Karls, Herzogin zu Orleans, diente ihrem Schwager, dem Koͤ⸗ nige, jum Vorwand, in die Pfalz einzufallen(1639.). * Alle Staͤdte wurden von Grund aus umgekehrt, und — Henault bemerkt kaltbluͤtig:„der Koͤnis habe die Pfalz „verbrennen laſſen, um durch eine Wuͤſte die Grenze ſei⸗ „nes Reichs zu bedecken“ 3 Noch ſah man 50 Jahre ſpäter(1769.) zu Heidel⸗ berg, Speier, Frankenthal, Worms, Ruinen, halb ein⸗ geſtürzte Rinzmauern. Heidelberg wurde mit Feuer und Schwerdt verwüſtet, man ſchonte die Gruft der Churfuͤr⸗ ſien nicht, die Todten wurden beraubt, und in Speier die Aſche der Kaiſer zerſtreut. Auf der Nieeuwburg, Wil⸗ helms von Dranien(Koͤnig von England) Luliſchloß⸗ unfern dem Haag wurde endlich der Friede gemacht, welcher von dem daranſtoßenden Dorfe Ryswyk genannt wird(1697). Wilheim wurde als Koͤnig erkannt, Johann Wil⸗ helm, Sohn Philipps Wilhelm von Neuburg, als Chur⸗ bis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.). 239 fürſt von der Pfalz; Leypold Karl, Sohn des Helden, der Wien befreien half, in das Herzogthum Lothringen wieder eingeſezt; Pignorol dem Herzog von Savoyen, Kehl dem Markgrafen zu Baden, das breisgauiſche Freiburg dem Hauſe Deſterreich, allen Fürſten das durch die Reunions⸗Kammern uſurpirte, meiſtens(außer Elſaß) zuruͤck gegeben, der Koͤnig durch Saar⸗Louis, Longwy „ Und Landan für dieſe Aufvpferungen entſchaͤdigt. Konig Wilhelm, Schiedsrichter der ſi⸗ Politik, wuͤnſchte, Europa vor neuen Kriegen zu ſichern. Die grosbrittaniſche Nativnal⸗Schuld beſtand in a1,515,000 Pf. Sterling, aber ſie wurde durch Abga⸗ ben bald ſo ſehr reducirt, dat England nur mit 16 Mil⸗ lionen Schulden in das 18te Jahrhundert trat⸗ 1605. Wilhelm vermittelte auch den 16jährigen Krieg des kaiſerlichen Hofs wider die Pforte. Der Friede wurde zu Cariowiz in Slavonien geſchloſſen. In dem 5oſten Jahre der Herrſchaft Ludwigs XIV., in dem asſten der Wrwaltung Leopoids, roͤmiſchen Kai⸗ ſers, in dem aoſten ſeit Koͤnig Wilbelm auf dem Schau⸗ plaz der Staatsgeſchäfte auftrat, als im Eskurial Don Carlos II., Don Pedro II. in Belem die Scepter Spa⸗ niens und Portugalls mit matter Hand zu tragen ſchie⸗ nen, im Anfang der Herrſchaft Karls XII., Koͤnigs von Schweden, und Friderichs VI., Koͤnigs von Dänemark, als in Polen Friderich Auguſt dem Helden Sobiesky ge⸗ folgt, Czar Peter aber mit Rußlands Macht gewaltig aus der Barbarei emporſtrebte, trat Europa in das 18te Jahrhundert ganz friedſam. Zu Ryswyck(1697.) wurde der Thronfolge Spaniens nicht erwähnt. Die älteſte Schweſter Karls II., Sohn Philipps IV., Marig Thereſia, war Gemalin Ludwigs XIV.; die jün⸗ gere Margaretha hatte den Kgiſer Leypold geheirathet⸗ 260 KII. Von dem weſtph. Frieden(1633.) und ihre einzige mit demſelben erzeugte Tochter wak Churfürſtin von Baiern. Philipps III. von Spanien aͤlleſte Tochter, Anna, Muhme Karls II., war Mutter Ludwigs XIV. und Mon⸗ ſeines Bruders, Herzogs vyn Drleans. Marig, hre Schweſter, war Mutter Kaiſer Levpolds, Gros⸗ mutter des roͤmiſchen Koͤnigs Joſeph und Erzherzogs Karl Chatharina, Tochter Philipps II.(alſo Schweſter Philipps III.) war Aeltermutter des Herzogs von Sa⸗ voyen, Viktor Amadeus. 1699. Abermals wurden die Maͤchte durch Wilhelm vermocht, ſich in London zu vergleichen, dahe da die Koͤ⸗ niginnen von Frankreich Anna und Maria Thereſia dem ſpaniſchen Throne förmlich entſagt, Karl von Deſterreich, (1700.) zweiter Enkel der Infsntin Maria, dem ſpani⸗ ſchen Zweige des habsburgſchen Stammes als Koͤnig folgen, nie aber die Erblande im Reich, Voͤheim und Hungarn, mit der ſpaniſchen Monarchie unter Ein Haupt vereinigt werden ſollen. neber dieſe Vorgaͤnge wurde weder der kinderloſe Karl II, noch die ſpaniſche Nation befragt. Endlich unterzeichnete Karl M. ein Seſtament, wo⸗ durch Plilpy von Anjon, Enkel Koͤnigs Ludwigs XIV, weiter Sohn des Dauphin, mit der Bedingniß zum Er⸗ en eingeſezt wurde, daß Spanien eine unabhängige Monarchie und ungetheilt bleibe; wenn er dieß nicht ein⸗ gehe, ſo ſoll der Erzherzog Karl Erbe ſeyn. Dieſes Deſtament nahm Ludwia XIW. an, wodurch alle Tractate, in die er ſich mit den europäiſchen Mäch⸗ ten uber die ſpaniſche Thronfolge eingelaſſen hatte, ver⸗ nichtet wurden. Wilhelm III. zeigte ſich geneigt, ab dieſe neue Wendung der Dinge ſich gefallen zu laſſen, wenn Philipp V. ſeinem Recht auf die franzoͤſiſche Krone entſage. 104. Nun ßarb der vertriebene König von Englanb, James Ii., zu St. Germain bei Paris, und hinterlie bis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.) 261 vorgeblich einen Sohn, deſſen Geburt jedoch von einem großen Theil der Englaͤnder für Betrug angeſehen wur⸗ de, welchen das Pariament von der Thronfolge ausge⸗ ſchloſſen, und der Friede von Ryswyck nicht wieder ein⸗ geſeit hatte Dieſen Prätendenten erkannte Lndwig XIV als Ja⸗ mes III, Konig von Grosbritannien und Jrrland. Hie⸗ durch beieidigte er den Nativnalſtolz der Pritten, und den Koͤnig Wilhelm, der in Holland alles vermochte, und die Seele der europäiſchen Polirik war. 0— 7t. Kaiſer Lebpold fand Beifall mit ſeinem Widerſpruch gegen Philipp V. Der Erzherzog Karl, ſein zweiter Sohn, urde als Karl Ill zum Koͤnig Spaniens erklärt. Der Succeſſionskrieg nahm den Anfang⸗ ot. Die Heere Ludwigs wurden von Eugen und Malborvugh bei Hoͤchſtadt Blenheim) geſchlagen. Nach dieſer Niederlage, nach der Niederlage bei Ramillies, nach der Schlacht bei Malplaquet, nach dem Ruin der Allürten des Konigs, des Churfuͤrſten Mapi⸗ milian Emanuel vun Vaiern und des Hauſes Gonzaga zu Mantua, half dem Könis Ludwig der ploͤzliche Tod Kaiſer Se 1. 6713.) 1705. den vaͤterlichen Thron beſtiegen hatte,) und alboroughs Entfernung vom Heere, zu dem in utrecht, Roſtadt und Baden ge⸗ ſchloſſenen Frieden(713. Vermöge deſſen blieb der Enkel Ludwigs XIV, König von Spanien, aber Italien und Flandern gingen verloren. Mailand, Mantua die Gonzaga wurden aufgeopfert,⸗Neapel und die ſpaniſchen Niederkande wurden Karln, Sohn Levpolds, überlaſſen, der nun nicht mehr der Dritte von Spanlen, ſondern der VI. unter den Kaiſern hieß. Sicilien und königliche Würde erhielt Victor Amadeus von Savohen. Philipp V mußte Gibralter den Englaͤndern üͤber⸗ laſſenz da er der Shernſilhe in Frankreſch entſagen muß⸗ te, wurde die in Frantreich übliche Ordnung derſelben in Spanien eingefüͤhrt. 262 LII. Von dem weſtph. Frieden(1698.) 1706. In Portugall herrſchte Don Pedro auf dem Thron, den er ſeinem Bruder entriſſen, bis um die Mitte des ſpaniſchen Kriegs. 3 17 Michael Apafp, der lezte Fürſt von Sieben⸗ buͤrgen, ſarb, und hinterließ, dem Carlowitzer Frieden gemas, das Land Karl VI. 1701, Friderich ll., Churfürſt von Brandenburg, ſezt ſich die preuſſiſche Koͤnigskrone auſs Haupt. Er be⸗ mächtigte ſich als Herzog zu Cleve des Herzogthums Geldern, welches ihm im Utrechter Frieden abgetreten wurde. Zugleich erwarb er einen Theil der Erbſchaft Draniens, naͤmlich die Grafſchaften Lingen und Meurs, die Herrſchaft Heriſtall und viele andere Güter in Weſt⸗ phalen und Holland, als Enkel Friderich Heinrichs, Prih⸗ zen von Dranien, Stadthouder der vereinigten Pro⸗ vinzen. Die Grafſchaft Neufchatel erhielt König Fride⸗ rich ebenfalls als Erbe von Dranien. „Braunſchweig⸗Lüneburg, das Haus Heinrichs des Löwen, erwarb die Churwuͤrde und die Anwartſchaft auf die Krone Großbrittaniens. Kaiſer Leopold ernannte naͤmlich Ernſt Auguſt, Herzogen zu Hannover, welcher ſeine Stimme zur Kaiſerwuͤrde immer einem Erzherzog zu geben(1695.) zugeſagt hatte, zum neunten Churfür⸗ ſten, wogegen die Reichsſtaͤnde und der Papſt ſich zwar widerſezten(1708.), endlich aber doch zu Regensburg Georg, Ernſt Auguſts Sohn, als Churfuͤrſt unter dem Beding erkannten, daß er ſeine Stimmen frei wie die älteſten ertheilen, und künftig nie ein Churhut ohne Ein⸗ Churfuͤrſten, Fuͤrſten und Staͤnde bergebrn werden ſoll. 1797; Friedrich Auguſt, Churfuͤrß von Sachſen nurde Koͤnig in Polen. —— bis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.). 263 Karl XII., König von Schweden, hatte Daͤnemark zu Wiedereinſezung des Herzogs von Holſtein, den Chur⸗ fürſten von Sachſen zu Niederlegung der polniſchen Kro⸗ ne, den Kaiſer zu Herſtellung der proteſtantiſchen Reli⸗ ionsübung in Schleſien, den Czar zu Vertheidigungs⸗ aßregeln genöthigt, und konnte dem ſpaniſchen Suc⸗ ceſſionskrieg den Ausſchlag geben, oder die kriegfuͤhren⸗ den Mächte zum Frieden noͤthigen. Da ließ er ſich in die Steppen der Ukraine verleiten, wo er gegen den Czar und deſſen Uebermacht unter Umſtaͤnden, die dieſem am günſtigiten waren, ſreiten mußte. Heldenmuͤthig fiel das Heer bei Pultawa(1709). Karl entfloh in die Türkey. Fuͤnf Jahre perweilte er dort, und kam dann in ſeine erſchöpften Staaten zurück, um gegen Danemark, Preuſ⸗ en, Rußland, und England, neuen Krieg zu erheben⸗ er Koͤnig von Preußen hatte Pommern bis an die Penne eingenommen; Gevorg I.(Koͤnig von England) Bremen und Verden von den Dänen, welche in Abwe⸗ ſenheit Karls dieſes Land eroberten, gekauft. Vier Jahre kämpfte Karl XI. ruhmvoll und vergeblich gegen das Gluͤck, welches ihn ſtrafen wollte, weil er es mißbrauch⸗ te Eben war er im Begriff, mit dem Czar verſohnt, und mit dem ſpaniſchen Mihiſterium in gutem Verneh⸗ men, neues Feuer anzuzuͤnden, als der Held vor Frie⸗ drichshall durch eine Kugel ſiel, welche durch einen ſei⸗ ner eigenen Leute losgedruͤckt worden ſehn dürſte(1718.). 1719. Auf ihn folgte ſeine Tochter Ulrika Eleonora, welche ſich an den Erbprinzen von Heſſen vermahlte bri Sie übergab die Regierung ihrem Gemahl Frie⸗ ich. Der Reichstag beſtätigte das Königthum ihr und ihm, und ihren Kindern. Auf den Fall einer Kinder⸗ loſen Ehe wurde das Wahlrecht der Nation vorbehalten⸗ 719. Mit Daͤnemark wurde zu Stockholm Friede seſchloſſen, worin Schweden der Zollfreibeit in dem Sund ütſagen mußte. 264 XII. Von dem weſtph. Frieden(638.) 17a1. Weſentlicher verlor das Reich durch den Frie⸗ den zu Nyſtädt, worin dem Czar das kornreiche Lifland und Ehſtland ſammt Wiburg und Ingermannland abge⸗ treten wurde.. Geld wurde die eimige Entſchädigung: 600,000 Reichsthaler bezahlte der doniſche, 2 Millivnen der preuſ⸗ ſiſche Hof, Hannover: Million, 2 der Czar. Auch ge⸗ ſtattete vieſer, wenn die Kornerndte in Sehweden miß⸗ linge, zollfreie Ausfuhr um 30,000 Rubel Werth liflaͤn⸗ diſchen Getreides⸗ 1676. Alexei, Rußlands Czar, ein großer Fürſt, bin⸗ terließ 5 Söhne: iſtens Fedor, und 2tens Jwan, von Misloslafsky; 3tens Peter, von Natalig Natiſchkin: ztens Sophia war eine Tochter der erſten Gemahlin⸗ Fedor regierte 7 Jahre mit Nachdruck(162). Sterbend ernannte er, da er keine Kinder hatte, ſeinen juͤngſten Bruder, den iciährigen Peter zum Thronfolger, wei JZwan blind, und von ſehr eingeſchränkten Gemuüths⸗ fraͤften war. Aber Sophia, unterſtuͤzt von den Stre⸗ lizen, erregte einen Aufſtand, worin, nebſt Peter, Jwan als Czar ausgerufen wurde. Sie ſelbſt erkiaͤrte ſich zu⸗ erſt Regenun, hierauf Selbſtherrſcherin zu ſeyn. Ng dieſem, einverſtändlich mit Tſedeglovitoj, Commandanten der Strelize, ihrem Geliebten, beſchloß Sophia den Ruin Zi(1669). Dieſer entfloh in das Dreyfaltigkeits⸗ oſter. An dieſem Lag, den achten Auguſt 1639. lernte Peter den Hauptmann Leſort von Genf kennen, und ver⸗ nahm durch deſſen Erzähiung, wie die Laͤnder Eurovens ausſehen. Lefort entwickelte in feinem jungen Gemuͤth eine außerſte Begierde nach Ordnung, Cultur, und ben Haß der Barbarei. Seine erſte That war der Stur der Hertſchaft Sophiens(1696.), die er in ein Kloſter verſchloß. bis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.). 265 In dem zweiten Jahr, nachdem er die Macht Karls XII. gebrochen, wurde er von den Tuͤrken beſiegt. Es geſchah, daß der Czar an dem Pruth von einem unermeßlichen Heere, und 450 Kanonen, eingeſchloſſen wurde. In dieſer Noth erwarb er durch Geſchenke und Vorſtellungen kaum folgenden Frieden: 25 Jahre lang ſoll er weder gegen die Krimm noch in Polen ungewoͤhn⸗ liche Werke errichten, oder Einfluß ſuchen; Bogoroditz⸗ koj, wodurch er zwiſchen der Ukraine und Krimm die Communikation zu erleichtern gedacht, Tagonrok, Aſow, und alle feſte Pläze bis Tſcherkaskvj ſollen demolirt wer⸗ den.„Weiterhin“(plus uitra) pflegte er vft zu ſagen⸗ Die Tochter eines gemeinen Lifländers, Samuel, Wittwe eines ſchwediſchen Dragoners, mit welchem ſie zu Ma⸗ rienburg gelebt, hatte den Czar(der ſehr wolluͤſtig war,) durch Reize gewonnen, durch Geiſtesgegenwart und männ⸗ lichen Verſtand gefeſſelt, ſo, daß er ſie als Kaiſerin Catharina l. krönen ließ. Daß Catharina gegen das Ende ſeines Lebens die Gnade ihres Gemahls durch die Liebſchaft des Kammer⸗ herrn Mons verlor, und jedermann ihrem Sturz entge⸗ gen ſah, findet man in Miniſterialberichten. Da ſtarb Peier der Große, 53 Jahr alt, unter heftigen Schmerzen, welche man dem Stein zuſchrieb(1725.). Noch wollte er ſchriftlich ſeinen Thronfolger ernennen; es war ihm gber nicht möglich, mehr als die 3 Worte zu ſchreiben; onnez tout . Fürſt Menzikoff, der Kaiſerin Freund, verſammelte in der Nacht die Großen von Hoſe und die vornehmſten Officiers der Leibwache. Die Kaiſerin erſchien in der Verſammlung, ſprach von Rechten, die die Kroͤnung ihr auf die Thronfolge ertheilt, bezeugte aber nur zu dem. Zweck die Regierungslaſt übernehmen zu wollen, auf daß das Reich Peter II., Enkel Peters des Großen, Sohn des unglücklichen Alexei(den ſein Vater(Peter I.) hatte hiutichen laffen), bis zu ſeiner Grosjaͤhrigkeit erhalten Späth Laſchenb. ber Weltgeſchichte. 12 266 KlI. Von dem weſtph. Frieden(1646.) Da erhob ſich der gelehrte Erzbiſchoff von Nowgorod, und ſchwur, die kaiſerliche Wuͤrde allein in Catharina 1. zu erkennen. Dieſem Beiſpiel folgten die uͤbrigen. Das Mädchen von Marienburg, von welcher aber der Erzbiſchoff von Nowgorod verſicherte:„wie der ver⸗ „Korbene Kaiſer ihm bezeugt habe, daß er die Nachfolge „auf die Kaiſerin beſtimme, ſie verdiene das Reich, „welches in der Noth an dem Pruth durch ihre Weis⸗ „heit gerettet worden,“ beſtieg den Thron Ruriks und Peters des Großen. Ein Baͤckerjunge, deſſen Geſicht Petern gefiel, der durch Geiſt und Muth ſeine Gnade verdiente, in die hoͤchſten Stellen des Staats und Heers gekommen, eigennuͤtzig und ſtolz, aber ein Mann war, der durch Kuhnheit und Verſtand ſich in allem zu helfen wußte, Fuͤrſt Menzikoff, half ihr dazu. Nach Wilhelm ll, Königs von England, unbeerbtem Tod regierte Anna Stuart, Schweſter ſeiner Gemalin, Tochter des vertriebenen James. Noch zu Wilhelms Zeit wurde die proteſtantiſche Erbfolge durch eine Parlaments⸗Acte zu Gunſten der Pfalzgräfin Sophia(1701.), Herzogin zu Hannover, Ge⸗ malin des erſten Churfürſten, Ernſt Auguſt, und Mutter Georg 1., entſchieden(144.). Sie ſtarb kurz vor der Koͤ⸗ nigin Anna. Georg 1. ſchwur:„die Behauptung und „Veobachtung der brittiſchen Geſeze und Rechte: daß er „das Reich nie, auch nicht vercheidigungsweiſe, für ſeine „im Reiche liegende Herrſchaften im Kriege verwickeln, „und in Geſchaͤften keine andere, als brittiſche Miniſter „und Geheimeraͤthe brauchen wolle.“ 1707, Unter Anna war das Koͤnigreich Scotland mit England in Einen Staat unter dem Namen Gros⸗ brittanien foͤrmlich vereinigt worden. 1713. In dem utrechter Frieden erwarb Grosbritta⸗ nien guſſer Gibraltar und Minorca, die Inſel St. Chri⸗ ſtoph in Weſtindien, in Amerika Neuſcotland(Acadien)⸗ Neuland, Hudſonsbucht und Landenge. bis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.). 267 . Im Jahr des Todes Ludwig XIV. war die Staats⸗Schuld in Frankreich 2600 Millionen, die Volks⸗ menge 19 Millionen. Von großen Feldherrn lebte noch Villars und der Marſchall von Berwick(James Il. na⸗ türlicher Sohn). 3. In der Minderjahrigkeit Ludwig XV. war Philipp Duc d'»Orleans, Regent(1715.— 1723.). Zwei Jahre nach dem ſpaniſchen Succeſſionskrieg, welchen der franzoͤſiſche Hof geführt hatte, um Philipp V. auf den ſpaniſchen Thron zu erheben, war der näm⸗ liche Hof mit England gegen Philipp V. verbunden. Es war nämlich Ludwig XV. ein ſchwacher Knabez⸗ es ließ ſich befurchten, daß, wenn er fürbe, Philipp V⸗ ſeiner Entſagung ungeachtet ſuchen wuͤrde, Koͤnig von Frankreich zu werden, wozu ſonſt der Duc d'Orleans das nächſte Recht hatte. Hiewider war Georg 1. um ſo geneigter ſich mit jeztem zu verbinden, da die Vereini⸗ gung beider Monarchien unter Einem Haupt eben das was man durch den Krieg abzuwenden geſucht atte. Philipp V. hatte die Prinzeſſin von Parma, Eliſa⸗ beth Farneſe, geheirathet. Durch dieſe erwarb Alberoni, ein Mann von geringer Herkunft, hohem und kühnem Sinn, die erſte Stelle in dem Staats⸗Miniſterium und alles Vertrauen. Dieſer faßte den Anſchlag, die vornehm⸗ ſien Länder, weiche durch den lezten Frieden von der ſpa⸗ niſchen Monarchie getrennt worden waren, mit derſelben aufs neue zu vereinigen. 1716. Der Krieg brach in Italien aus: Frankreich, England und Holland vereinigten ſich gegen ihn. Die verbundenen Maͤchte rüſteten. Da Spanien weder an ſich ihnen Fark genug, noch ſeine auswärtigen Verhält⸗ niſſe mit Schweden und Rüßland zur Reife gediehen waren, ſah die Koͤnigin Farneſe ſich genöthigt, den Car⸗ lnal Alberoni der Staats⸗Raiſon aufzuopfern. Nach ſeiner Entfernung trat Spanien zu London einer freund⸗ ſchaftlichen Uebereinkunfi bei, wodurch der dreifache in 4 258 KII. Von dem weſtph. Frieden(1648.) einen vierfachen Bund für die Erhaltung des Friedens und Gleichgewichts verwandelt wurde. Es zeigte ſich, daß Viktor von Savoyen, Koͤnig von Sicilien, alle Maächte zu hintergehen geſucht hatte, daher er als der ſchwächſte, das Dpfer ihres Unwillens wurde. Er verlor Sicilien und bekam die ungleich ge⸗ ringere Inſel Sardinien. Hingegen wurde ausgemacht, daß wenn der ſpan'ſche Zweig von Bourbon ausſtuͤrbe, das Geſchlecht Viktors ihm folgen, und alsdann die ſavoy'⸗ ſchen Erblande dem älteſten Prinzen von dem eben⸗ zweige abgetreten werden ſollen. 17n. Kaiſer Karl VI. erklärte burch eine„pragma⸗ tiſche Sanction“ als Hausgeſez, daß, wenn er Söhne oder in deren Ermanglung Töchter hinterlaſſe, die oͤſter⸗ reichiſchen Erblande und Kronen ungetheilt beiſammen bleiben ſollen; auf den Fall, daß ihn ſeine Tochter nicht uberlebten, berief er die Töchter ſeines aͤltern Bruders, Kaiſer Joſephs I., welche in die Churhäuſer Sachſen und Baiern derheirathet waren; dieſen, wenn auch ſie unbeerbt ſtürben, ſollten ſeine Schweſtern und nach und nach die Erben aͤlterer Erzherzoginnin in gleichem Rechte folgen. Karl bewog die Churfürſten zu Sachſen und Baiern, ih⸗ re Einwilligung zu geben. Spanien hatte eingewilligt; wuͤnſchte bei dieſem Anlaß die öſterreichiſche Macht in Italien zu vermindern; ſie erſtreckte ſich daſeibſt uͤber Mailand, Mantua, Neapel und Sicilien(1726— 1743.). Zu dieſem Zweck wußte der Cardinal Fleury in Frankreich der Koͤnigin von Spanien uͤber die Sicherheit ihres Sohns Beſorgniſſe zu geben, und man kam uͤberein, daß es rathſam ſeyn würde, Toskana und die farneſiſchen Lande voraus zu beſezen. Dieſe Annaͤherung der Hoͤfe von Verſailles und Ma⸗ drit veranlaßte, mit Zuziehung Englands, einen Vertrag, der zu Sepilla geſchloſſen und wobei verabredet wurde, daß Spanien ſich der feſten Pläͤze in Toskana und Pal⸗ vis auf den Frieden zu Hubertsburg(I763.). 269 ma durch 6000 Mann verſichern moͤge. Dem kaiſerlichen Hofe ſchienen die Abſichten des Hauſes Bourbon ſo be⸗ denklich, daß er dem Könige Victor die erbliche Statthal⸗ terſchaft in Mailand und eine ſtarke Geldſumme bot, wenn er 12,000 Mann aufſtelle, dieſes zu verhindern. Der ſpaniſche Hof, hievon belehrt, verſprach dem Könige Victor das Eigenthum eines groten Theils des Herzog⸗ thums Mailand, wenn er ſich verbinde, die Teutſchen aus der Lombardei uͤberhaupt vertreiben zu helfen. Vic⸗ tor hatte ſich mit beiden Parthien eingelaſſen. Er er⸗ ſchrack, als er die Conferenzen von Sevilla vernahmm, wo er leicht vermuthen konnte, daß die verſchiedenen Hoͤfe ſich auf F berufen wüͤrden. Vor zehn Jahren zoltee durch ähnliche Verwicklungen Sicilien ein⸗ ebüst. Hierauf übergab Victor Amadeus die Regierung ſei⸗ nem Sohn Karl Emanuel; er ſelbſt ſtarb als Gefange⸗ ner ſeines eigenen Sohns auf einer Citadelle(1732.). 1733. Friderich Auguſt, König von Polen, Churfurſt zu Sachſen, ſtarb. Dieſer ißts, den Karl XII.(1706.) dom Throne geſtoßen, an deſſen Statt Stanislaus Les⸗ czynsky König geworden war. Noch lebte bei ſeinem(Fri⸗ derich Auguſts) Tode, Stanislaus, deſſen Eidam Lud⸗ wig XV. war. Eine große Parthei waͤhlte ihn wieder zum König. Deſterreich aber und Rußland und die An⸗ hänger des vorigen Hofs waren fuͤr den jungen Friderich Auguſt(Sohn des Verſtorbenen), Man ſcheute die Fol⸗ gen des Einfluſſes von Frankreich. Man wollte einen König von Polen, der fuͤr die benachbarten Hoͤfe, oder der ganz abhängig von ihnen ware. Der Petersburger Hof wünſchte den Krieg. Es war dem dominirenden Günſtling der Kaiſerin(Bſtermann) daran gelegen, den angeſehenen freimüthigen General Munnich, der ſeit Pe⸗ ter d. Gr. ruſſiſche Heere führte, im Auslande iu be⸗ ſchaͤftigen. a70 TlI. Von dem weſtph. Frieden(1648.) Stanislaus war zu Danzig; Münnich belagerte die Stadt. Nachdem der König ſich gerettet, ergab ſich Danzig an dem 156ſten Tage der Belagerung; mit 1 Million Thaler kaufte ſie ſich von der Plünderung los⸗ Indeß die Franzoſen den Schwiegervater Ludwigs im Norden ſchlecht unterſtüzten, erhob ſich am Rhein und in Italien der Krieg wider Karl VI. Der Cardinal Fleury ſah ſich genöthigt, mittelſt ei⸗ niger Aufopferung den Hof zu Madrid und den zu Tu⸗ rin in das franzöſiſche Intereſſe zu ziehen. Der 80jäh⸗ rige Marſchall von Villars zog mit einem betraͤchtlichen Heer nach Italienz der Marſchall von Berwick belagerte Philippsburg am Rhein; der Dugue de Montemar that einen Angriff auf Neavel und Sicilien. Zwar gluͤckte es den Engländern, die mit Deſterreich waren, bei Peſ⸗ ſaro zu ſiegen; aber das feſte Land, ſowohl im Neagpoli⸗ taniſchen, als in der Lombardei, wurde von den Spani⸗ ern und Franzoſen erobert(1734.). Karl Emanuel von Savoyen ſtritt wider Deſterreich mit dem kalten Blut und mit der Geiſtesgegenwart eines alten Feldherrn. In Kurzem wurden(mit Ausnahme von Mantua) die öſterreichiſchen Länder in Italien von 50,000 Franzoſen, 20,000 Spaniern und 15,000 Piemonteſern, alle einge⸗ nommen; in Teutſchland ſiel Philippsburg, Trarbach und Kehl in die Hände der Franzoſen. 1735. Bald wurden Unterhandlungen angefangen, welche unter oftmaligem Waffenſtillſtand fortgeſezt wur⸗ den, bis nach 3 Jahren der Wiener Friede zu Stande kam(1753,). Don Carlos von Spanien wurde Koͤnig von Nea⸗ pel und Sieilien; es murde feſtgeſezt, daß wenn ſein Erbrecht ihn auf den ſpaniſchen Thron berufen ſollte, jenes Koͤnigreich abgetreten werden muͤſſe. Wie denn, als jenes ſich zutrug(1739.), König Ferdinand, ſein drit⸗ ter Sohn, den Thron beider Sicilien beſtieg, während dem aͤltern Bruder, Don Carlos, Spanien beſtimmt wurde, der zweite Sohn, Don Philipp, wurde fuͤr unfaäͤhig er⸗ bis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763). 271 kannt zu regieren. Dem Hauſe des Don Carlos wurde in allen nachgebornen Zweigen der Beſiz dieſs Koͤnigreichs echeheſe und erſt auf ihren gaͤnzlichen Abgang die achkommen ſeiner Brüder dazu beſtimmt. Hingegen entſagte er der mediceniſchen und farneſiſchen Erbſchaft, ſo daß das Grosherzogthum Toskana nach Abſterben des lezten Medieis, dem Herzoge von Lothringen, Franz Ste⸗ phan, Gemal der Erbtochter von Deſterreich, Erzherzogin Maria Thereſig, das Herzogthum Parma ihrem Vater und dem Hauſe Deſterreich überlaſſen wurde. 1706. Dem Koͤnige Stanislaus wurde die Verwal⸗ mung des Herjogthums Lothringen aufgetragen, welches 1h. ſeinem Tode für immer mit Frankreich vereinigt wurde. 168 Hierauf ordnete ein Grenzvertrag mit Naſſau⸗ Saarbruͤck die Reichsgrenze; der Reichstag beſtatigte ihn. Die Herrſchaft Reichspofen im Elſaß derkaufte Franz einem franzoͤſiſchen Bürger(1761). Andere Grensberich⸗ tigungen wurden mit der Verwaltung der iseeichtſce Niederlande, dem Biſchoff zu Lüttich und den rafen von der Leyen verabredet(1769). Die Verhaͤltniſſe Frank⸗ dem Reiche der Teutſchen ſchienen beſtimmt 1772.). — . Nach dem Wiener Frieden, wo unter andern für den Preiß der Koͤnigreiche Neapel und Sicilien, fuͤr die Abtretung Lothringens, Karl VI. bewurkte, daß nebſt Spanien, Frankreich die pragmatiſche Sanction feiner Erbfolge Gewaͤhr leiſtete, und dieſelbe auch der neue Hof zu Negpel, der Koͤnig von Sardinien, Gros⸗ brittanien, Holland und Preüſſen erkannte, endigte Karl VI. auch den Krieg wider die Tuͤrken. Als ganz Europa beruhigt, und fur die Abwendung neuer Sucteſſionskriege alles geſchehen war, in dem 467ſten Jahr, ſeit Graf Rudolph von Habsburg(1273.) den Thrdn des teutſchen Reichs beſtieg, ſtarb zu Wien 273 XII. Von dem weſtph. Frieden(16383.). der lezte ſeines Mannsſtamms, Karl Vl., der 16te Kaiſer ſeines Geſchlechts, wenige Monate nach Friderichs Wil⸗ helms, Koͤnigs von Preuſſen(1740.), wenige DTage vor der ruſſiſchen Kaiſerin Anna Jwanowna Tod.(ſ. pag. 274) 1727. Die ruſſiſche Kaiſerin Catharina 1, gewohnt, nachdem ſie Morgens die Geſchaͤfte geordnet, den Nach⸗ mittag und die Nacht dem Vergnuͤgen zu weihen, ſarb im zöſten Jahr ihres Alters. Nach ihrem lezten Willen wurde der Czarewitſch Kaiſer, die Vermaͤlung mit Menc⸗ zikoffs Tochter ihm eipfohlen, und feſtgeſezt, daß wer ein anderes Reich beſize, oder nicht griechiſchen Glau⸗ bens ſei, nie ruſſiſcher Kgiſer werden könne. Der Fürſt Menczikvff, gewaltiger gls je, zweifelte nicht, ſeine Toch⸗ ter bald neben dem(aͤhrigen) Kaiſer zu ſehen. Kaum war die Verlobung vollbracht, als Peter, nach dem Rath ſeines Freundes Dolgorukvi, den Füͤrſten ſeiner Würden und Reichthuͤmer beraubte und nach Sibirien verwies. Die Dolgoruky folgten ſeiner Macht. Eben hatten ſie ihm ihre Schweſter getraut, als Peter unverſehens ſtarb(1730.), der Mannsſtamm Romanow erloſch. Die Dolgoruky, der Senat und die Generalität fandten Waſilis Dolgvrukoi, Michgel Gallitzyn, und den Generalmajor Levntjeff mit dem Auftrag an die verwitt⸗ wete Herzogin von Kurland, Anna, Tochter des blinden Czars Jwan, Nichte Peters des Großen:„Man wollte „ſie als Kaiſerin erkennen, wenn ſie urkundlich verſichere, „ohne den Rath keinen Krieg oder Frieden zu ſchlieſſen, „Auflagen auszuſchreiben, in hohe Wuͤrden zu ernen⸗ „nen, etwas von dem Reich zu veräußern, einen Nach⸗ „folger zu beſtimmen, einen Edelmann zu verbannen, „oder ſeine Guͤter einzuziehen.“ Anna unterſchrieb. Die wahre Macht beſaß der Kurtaͤnder, Johann Ernſt von Biren, welchen Anna liebte. vis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763). 273 Der Padisha AchmedIll hatte, bald nach der Ab⸗ reiſe Karts i. aus der Türkei, wider die Venetianer den pelvponneſiſchen Krieg geführt Karl VI. nahm bundesmäßig Theil daran. Der Prinz Eugen ſchiug die Turken bei Peterwardein und Belgräd(1716.). England und Holland vermittelten den Frieden, wel⸗ cher zu Paſſarvwitz in Servien auf 24 Mondenjahre ge⸗ ſchloſſen wurde(1718.). 1723. Nachmals wurde Achmed in die perſiſchen Un⸗ ruhen verwickelt. 1730. Es entſtand Aufruhr. Der Kopf des Gros⸗ weſſyrs Ibrahim wurde begehrt und gegeben. Bald ſandten die Rebellen den Imam der großen Moſchee nach dem Pallaſt; er kam am Abend des 16. Oet. 4750. Er bezeugte den Großen, daß daß Volk eine neue Regierung fordere; ſie ſchwiegen. Der Imam ſprach zu dem Pa⸗ disha:„Dein Reich, o Achmed, iſt vorüber; ſie wollen „dich nicht mehr!“ Der Kaiſer ſtand auf, und ſprach: „Warum ſagtet ihr es nicht cher?“ ging hin, wo ſeit 2) Jahren, ſeit Entthronung ſeines Brubers, der Sul⸗ tan Mahmud, deſſen Sohn, gefangen ſaß, führte ihn zu dem Thron, nannte ihn Padisha und ſprach:„Dein „Vater Muſtafa verlor die Regierung, weil er, dem „Pufti Feiz Allah blindlings folgte; ſo habe ich zu „diel dem Ibrahim Paſcha geglaubt; wache uͤber deine „Miniſter, herrſche glücklich.“ Er ſelbſt begab ſich in die verſchloſſenen Zimmer, wo zuvor Mahmud war⸗ Daſelbſt lebte er noch 6 Jhe 1736. Wider dieſen Mahmud waffnete Biren(Anna's Geliebter) die ruſſiſche Macht. Der Krieg nahm den Anfang durch einen Einfall der Ruſſen in die Krimm⸗ Dreißigtauſend Ruſſen waren beſchäftigt, das Eis des Bneprs zu brechen, damit nicht die Tataren, die das Land i ſchnellen Roſſen durchfliegen, hinuͤber kommen, beunruhigen, und den Troß berauben öchten. 1750. In drei Tagen wurde Oetakow erobert. Rün⸗ 274 Kll. Von dem weſtph. Frieden(1648.) nich(ruſſiſcher Feldherr) ſchonte ſein Volk nicht. Die Piken der Ruſſen, unter Commando Stoffels, vermoch⸗ ten mehr als die Säbel der Janitſcharen. 1735. Kaum die Haͤlfte der teutſchen Reichsſtaͤnde und nur ein Drittheil derſelben ezahlten ſie. 1759. Mit 63,000 Mann eroͤffnete der Genera Mün⸗ nich den lezten Feldzug. Chotin ging über. Die Staͤnde der Moldan unterwarfen ſich dem ruſſiſch geſinnten Für⸗ ſen Kantemir; aber die Deutſchen, unter Wallis und Hildburghauſen, welche in Kraft des Buͤndniſſes zwiſchen Rußland und Deſterreich wider den gemeinſchaftlichen Feind gezogen waren, verloren die Schlachten bei Ba⸗ nialuka und an dem Cimok. Hierauf wurde mit den Teutſchen, und nachmals, unter Vermittlung des franzöſiſchen Botſchafters Ville⸗ neuve, mit den Ruſſen Friede gemacht. Die Schweſter der Kaiſerin(Anna Iwanowa) Ca⸗ tharina, Herzogin zu Mecklenburg, hatte eine Tochter, Anna, welche an den Herzog Anton Ulrich von Braun⸗ ſchweig⸗Wolfenbuttel verheirathet war. Er zeugte von der Prinzeſſin Anna den Czarewitſch Jwan. Dieſen Knaben ernannte die Kaiſerin zum Nachfolger, und, auf den Fall, wenn Jwan unbeerbt ßürbe, wurde deſ⸗ ſen Vater nebſt Ernſt von Biren, dem Cabinet, dem Senat und den Feldherrn die Kaiſerwahl aufgetragen⸗ Die Kaiſerin ſtarb(1740.). 1740. Karl VI. ſtarb den 20. Oet. 170. Europa hatte die Untheilbarkeit ſeiner Erbſchaft gewahrleiſtet, und am 15. Dec. 1740 fiei Friderich, Koͤnig von Preuſ⸗ ſen, in Schleſien ein. Damals hatte eiſn 2,200,000 Unterthanen, ſein Einkommen ſtieg nicht uͤber 14 Milliv⸗ nen Thaler(25 Mill. fl.). Da der König wider einen Tractat handelte, der vis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.). 275 ein Grundgeſez des europaͤiſchen Staatsrechts geworden war, ſo hatte er weder von England noch von Frankreich Unterſtüzung zu hoffen⸗ Schleſien war von anderthalb Millivnen bevolkert⸗ die Auflagen an ſich waren nicht drückend, nur die Aus⸗ theilung mangelhaft.. Friberichs Vorwand waren die unveräußerlichen Rechte ſeines Hauſes an das Fürſtenthum Jaͤgerndorf Er ſtellte den Grundſaz auf, daß im Hauſe Brandenburg jede Veraͤußerung der Beſizungen oder Anſpruͤche, fuͤr die Rachfolger keine Verbindlichkeit habe. Der König unterwarf ohne Muͤhe Offriesland⸗ Hierauf erbot er der Erbtochter Karls VI. für die Ab⸗ tetung Schleſiens 2 Millionen Gulden, Hülfe zu Er⸗ haltung ihrer übrigen Staaten und ſeine Verwendung fuͤr die Wahl ihres Gemals an das Kaiſerthum. Der Wiener Hof ſezte jeder Trennung der oſterreichiſchen Erb⸗ ſchaft, die Verfaſſung des Reichs und die gewaͤhrleiſtete pragmatiſche Sanction entgegen. Es kam in den Gefilden von Mollwiz zu einem ent⸗ ſcheidenden Treffen. Die Reuterei unter dem oͤſterrei⸗ chiſchen General Roͤmer hielt den Sieg lang unentſchie⸗ denz nur wußte Römer ſein Keuer nicht genugſam zu maͤßigen, und General Neipperg wich der Oberhand, welche dem Feind ſeine Fertigkeit im Handgriff, und in ſchnellem richtig viſirtem Feuer gab⸗ Die Koͤnigin Ma⸗ ria Thereſia bot hierauf dem Koͤnig Friderich die Ab⸗ tretung eines Theils der von ihm eroberten Länder. Friderich forderte Erſaz der Kriegskvſten, und trat hier⸗ auf in ein Buͤndniß mit Baiern und Frankreich.„ Cardinal Fleury hatte einen friedliebenden Sinn. Allein dieſer wurde durch eine kriegsluſtige parttir an deren Spize der Marſchall Belleisle und ſein Bruder ſtanden, bekaͤmpft.„Weſteuropa“ ſagten ſie,„von Ca⸗ „lais pis nach Gibraltar und halb Ftalien, gehorcht „den Byurbons; die Zeit iſt gekommen, nach des gro⸗ „jen Heinrichs Plan, die aite Macht der Ne enbuhler, 276 KII. Von dem weſtph. Frieden(1648.) „das Haus Deſterreich, niederzuſchlagen, St. Quentin⸗ „Pavia, Höchſtedt und Ramilles zu raͤchen, und unbe⸗ „ſtreitbares lebergewicht in Europg, für immer den „Franzoſen zu ſichern; der Wiener Hof iſt durch Kriege „erſchöpft; das Reich der Teutſchen hat an der Enkelin „der Ferdinande viel zu rächen; Hungarn hat urglte „Rechte vor noch nicht 60 Jahren eingebust; es erhebe „der Koͤnig den Sohn des durch franzoͤſiſche Freundſchaft „einſt unglücklichen Churfüͤrſten von Baiern; auf dem „Throne der Cäſare wird er dem Konige dienen: ein „Wort, eine Demonſtration, die Verwendung eines ge⸗ „ringen, Theils der Macht reicht hin für das große „Wert.“ Der Cardinal faßte vorerſt den Entſchluß, daß man bei der Kaiſerwahl den Churfürſten von Baiern, Kark Albrecht, unterſtuͤzen wolle. Hierauf wurde mit dem Koͤ⸗ nig von Preuſſen tractirt. Karl Philipp, Churfürſt von der Pfalz, der lezte von dem erſten Zweige des Hauſes Neuburg, ſtarb um dieſe Zeit. Ihm folgte Karl Theodor, Pfalzgraf von Sulzbach, Nachkomme Auguſts, des zweiten Sohns des Herzogs zu Neuburg Philipp Ludwigs(1742.). oder der König von Grosbrit⸗ tanien, Georg II., war mit der Konigin Marig There⸗ 2 Holland ebenfalls. Schweden dachte franzöſiſch; zu etersburg praͤdominirte Deſterreich Der hliſce Hof ſuchte Rußland durch Schwe⸗ den zu beſchaͤftigen. Dieſes erklärte an Rußland den Prieg auf Unbeſtimmte Beſchwerden, und den Verdacht einer Theilhabung an Ermordung des Generalmajors Sinclair. Mit 10,000 Mann vermeinte der Reichsrath S Wiborg und ſelbſt Petersburg leicht einzu⸗ nehmen. Die Baiern, von den Franioſen unterſtüzt, ſielen indeß in Oeſterreich ein. Kar! Albrecht, Sohn von Karls VI. Schweſter, trat mit Anſprüchen an die Erb⸗ Khaft ayf. Oberößerreich huldigte dem Churfürßen⸗ —— vis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.). 277 Poheim wurde eingenommen; Maria Thereſia nannte man nur die Grosherzogin von Toskana. In dieſer grofen Gefahr jeigte ſie ſich und den Säug⸗ ling Joſeph dem Reichstage der Hungarn, entflammte ihren Edelmuth, erwarb von ihnen den hohen Entſchluß, Gut und Leben für die Koͤnigin aufzucpfern, und er⸗ ſchien denen, die ihre Macht vernichtet geglaubt, furcht⸗ bar. Von Hungarn, Sclavonien, Dalmatien, Krya⸗ tien, Siebenburgen, erſchien eine mannigfaltige Menge tapferer Schaaren, die mit aͤußerſter Schnelle dem Feind eten ihm die Zufuhr abſchnitten, und ihn ſchon urch den Anblick ihrer fürchterlichen Geſtalt erſchreckten. Bald ſchwand das Hülfocorps der Baiern von 30,000 M. auf die Haͤlfte. 1743. Der König von Sardinien, nachdem er ſeine Inſprüche auf das Herzogthum Mailand bekannt ge⸗ macht, ſchloß zu Worms mit Beſterreich und Groß⸗ brittanien den Vertrag, worin er ſich verbindlich mach⸗ te, zum Dienſt beider Höfe 45,000 Mann in ber Lom⸗ bardei zu unterhalten. Hiezu unterſtuͤzten ihn die Eng⸗ länder mit 200,000 Pfund Sterling. Der Koͤnigin von Spanien ſchien der Augenblick gunſtig, auch ihrem zweiten Sohne, Don Philipp eine Hertſchaft in Italien zu erwerben. Friedrich Auguſt, Churfürſt zu Sachſen, Koͤnig von Polen, erkläͤrte ſich, nach langer Unentſchloſſenheit, für den Hof zu Wien, welchem er ſeine Krone großentheils iu danken hatte. Während der Bewegung der Höfe fuhr Friedrich fort⸗ zu ſiegen. Hierauf ſchioß die Königin den Frieden in Bresiau(1F2). Karl, Churfürſt von Baiern, war nun Kaiſer, unter dem Namen Karl VII., aber von ſei⸗ nen Vundesfreunden ſchlecht unterſtist, und ganz ohne die ſeiner Lage zukommende perſoͤnliche Kraft des Gei⸗ ſtes. Pberoſterreich und Boͤheim giengen für ihn bald verloren, er wurde aus Baiern vertrieben. In Mangel und Verachtung lebte er zu Frankfurt, wo er mit auſ⸗ 278 XlII. Von dem weſtph. Frieden(16g8.) ſerordentlicher Pracht gekrönt worden war. Vierzig Mil⸗ lionen Schulden häufte er auf ſein Haus, und ſtarb nach 3 unglücklichen Jahren(1745.). 1744. Noch vorher hatte Friedrich die Waffen ergrif⸗ fen, indem er Schleſien deſto ſicherer zu beherrſchen ge⸗ dachte, wenn er Karln VII. Boͤhmen verſchaffte. Bei Hohenfriedberg entwickelte er die hohe Kunſt ſeiner Tak⸗ tik, bewieß in dem Paß bei Sorr, wie wenisg ihm, auch in der nachtheiligſten Lage, anzuhaben ſei, und nöthigte durch Deſſau's Sieg bei Feſſelsdorf den Churſaͤchſiſchen Hof, um Frieden zu bitten, welcher von Beſterreich und Sachſen zu Dresden mit Preußen geſchloſſen wurde, wozu insbeſondere auch Georg II. Koͤnig von England beitrug(1745.), indem er durch Beilegung dieſer Fehde alle Macht Deſßterreichs gegen Bourbon zu iiſe ſuchte. So geſchah, daß die Koͤnigin(Maria Thereſia) zum Frieden(von Breslau) genöthigt, und von Georg 11. dem preußiſchen Hofe ſeine Eroberung Schleſiens be⸗ ſtaͤtigt wurde. Franz, Gemal der Konigin, wurde hier⸗ auf zum Kaiſer gewählt. 747. Zwiſchen Frankreich und England war das Glück der Waffen unentſchieden, Georß hatte bei Det⸗ tingen, Ludwig bei Fontenoy Siege errungen, der See⸗ krieg war Grosbrittanien guͤnſtig. Der Friedens⸗Congreß zu Breda wurde durch dieſe Lage vereitelt. Die Fran⸗ zoſen ſielen in Holland ein, welche Republik eine den Englaͤndern günſtige Neutralität vergeblich laͤnger zu er⸗ halten wuͤnſchte. Bergen⸗op⸗Zoom fiel. 1747. Acht Dage nach der franzoͤſiſchen Kriegs⸗Er⸗ klaͤrung wurde von der Zeelaͤndiſchen Stadt Ter Veer die Herßellung der Stadthouderſchaft in der Perſon Wil⸗ helm Heinrich Friſe vorgeſchlagen. Dieſer war der fünfte Nachkomme von Johann, Grafen zu Naſſau⸗Dillen⸗ burg, dem Bruder des oraniſchen Wilhelms, des Frei⸗ heitſtifters. Johann Wilhelm, ſein Vater, war bon Kö⸗ nig Wilheim IIi., als Enkel der Schweſter ſeines eigenen Vaters, zum Erben vraniſcher Allodien eingeſezt worden⸗ vis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.). 279 Wilhelm VI. ſelbſt war zu Friesland und Geldern, Stadthouder. Grosbrittanien bemühte ſich, die verei⸗ nigten Provinzen durch Friede zu retten, welcher zu Aachen geſchloſſen wurde(1748.). Durch ihn wurde in Anſehung Schleſiens der zu Dresden und Breslau uͤber⸗ eingekommene, ſo wie die dem Koͤnig von Sardinien in dem Wormſer Vertrag zugeſtandenen Vortheile beſtätigt. Der ſpaniſche Hof wurde durch Parma und Piacenza be⸗ friedigt, welche Herzogthümer Thereſia dem Infant Don Philipp abtrat. Nachdem der franzoͤſiſche Hof vorhin Lothringen erhalten hatte, um den Krieg nicht zu fuͤhren, erwarb er durch die Zjäͤhrigen Waffen, durch eine Staats⸗ ſchuld von 1330 Millionen Libres nichts weiter. Georg II. errang um den Preis von 31 Millionen Pfund Sterling, als um ſo viel die Nativnalſchuld ſtieg, das Gleichgewicht Europens. Schleſten, Parma, Pia⸗ cenza, und ein Theil des Mailaͤnd'ſchen hatte Thereſia eingebuͤst, und doch zum Beweis, daß nicht die Aus⸗ dehnung der Staaten, ſondern ihre Verwaltung, die Macht beßtimmt, wurde Deßterreich unter der weiſen Re⸗ gierung dieſer guten und großen Frau biühender und ſie als je in den alten Perioden habsburgiſcher röße. Aus der fürchterlichſten Kriſe, und nach dem größern Zaͤhrigen Krieg erhob Maria Thereſia in 40jähriger Herrſchaft ihre Monarchie zu einer vor allen andern in Europa hervorleuchtenden Bluͤhe und Kraft. 14 In Rußland führte das Kind, Jwan, den Titel Faiſerliche Majeſtaͤt, Ernſt bon Biren die Regent⸗ ſchaft, Anton Altich, des Kaiſers Vater, den Stab des Oberbefehlhabers der Truppen. Anton Ulrich war in den Händen des General⸗Feldmarſchalls Grafen von Wünnich. Diefen wichtigen und ehrgeizigen Mann be⸗ leidigte der Regent(Ernſt von Biren). Muͤnnich ver⸗ ſprach der Kaiferin Mutter, ſie von Biren zu befreien. 280 RlI. Von dem weſtph. Frieden(1648.) Es war ihm leicht dieſen einzuſchläfern. Hierauf begab ſich Muͤnnich eines Morgens um 2 Uhr in ihre Zimmer. Sie befahl den Garden, ihm zu folgen⸗ Er brach her⸗ ein, wo Ernſt von Viren mit ſeiner Gemalin in der tiefſten Ruhe ſchlief. Biren fuhr auf, verſuchte Gegen⸗ wehr, aber der Mund wurde ihm zugeßopft, er gebunden in den Pallaſt der Prinzeſſin Mutter gebracht. Ehen da⸗ hin trugen ſie auch ſeinc Gemalin, die ſie, weil ſie zu ſchwer war, halb nackt in den Schnee warfen. Den folgenden Tag wurde der Regent auf Schluͤſſelburg ge⸗ fangen gelegt. Die Prinzeſſin Mutter, Anna, folgte als Regentin; Muͤnnich wurde Kriegsminiſter. Aus Verdruß und Un⸗ willen ſuchte Münnich ſeinen Abſchied, und es über⸗ raſchte ſeine Eitelkeit ſehr, ihn wirklich zu bekommen. In der Folge geſchah, daß Leſtocg, Wundarzt von der franzoſiſchen Colonie zu Celle im Hannöver'ſchen, jezt in Dienſten der Prinzeſſin Eliſabeth, Tochter Peters des Großen, dem General Münnich that, wie dieſer dem Ernſ von Biren. Er ſtürzte die öſterreichiſche Parthie, und aͤnderte das Geſez der Thronfolge. Er gewann durch Geld für Eliſabeth die Liebe der Preobraſchenskiſchen Leibwache. Die Regentin wurde gewarnt; ſie aber, träg und romantiſch, verfuͤgte nichts, ſondern beluſtigte ſich mit der Fraͤulein von Mengden über Plane, wie ſie einſt ais eine ungluckliche Prinzeſſin ſich betragen würde; ſie ſagte ihrem Gemal nichts. In der Nacht des 25. Win⸗ termonats(1742.) gelobte die Prinzeſſin Eliſabeth, Un⸗ ſerer lieben Frauen,„wenn ſie Kaiſerin würde, niemals „Biut zu vergieſſen,“ zierte ſich mit dem Orden Catha⸗ rina 1., ihrer Mutter, ſeite ſich auf einen Schlitien, und fuhr mit Leſtocq und mit dem Kammerherrn Woronivn nach der Probraſchenskiſchen Garde. Leſtocg rief laut: „Es lebe die Tochter Kaiſers Peter des Großen, es lebe „die Kaiſerin Eliſabeth.“ Alle Stimmen wiederholten den Ruf. Die Cabinets⸗Miniſter wurden gefangen⸗ 30 Mann bemächtigten ſich der Eltern des jungen Kaiſers⸗ . vis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.). o81 Den folgenden Morgen ſchwuren alle anweſenden Regi⸗ menter der Kaiſerin Eliſabeth. Der ungluͤckliche Jwan mit Vater und Mutter wur⸗ den bald auf dieſe bald auf jene Feſtung gebracht. Nach 6 Jahren trennte man ſie. IJwan wurde in ein Genölb auf Schluͤſſelburg verſperrt. Lange ſah er den Tag nicht. Es bewachten ihn 2 Pfficiers, die mit dem Knaben nicht reden durften. Die Mutter ſtarb. Der Vater Anton Ul⸗ rich lebte noch 30 Jahre im aͤußerſten Nord in einer Wüſte. Der Canzler Oſtermann und der General Muͤn⸗ nich wurden, jener zur Enthauptuna, dieſer zur Vervier⸗ theilung verurtheilt. Auf dem Richtplaz wurde ihnen das Leben geſchenkt. Sie bewieſen auch hier die Standhaf⸗ tigkeit, welche ihres Namens wuͤrdig war. Dſtermann ſtarb nach einigen Jahren in der Ein⸗ ſamkeit zu Bereſow in Sibirien, wobin er vexwieſen wor⸗ den war. Muͤnnich, der Eroberer von Danzig und Okza⸗ kow, brachte über 20 Jahre in dem elenden Dorfe Pelim, an einem Strome zu, der jahrlich 7 Monate zugefroren iſt. Ihre Reichthuͤmer, der Preiß jahriger Dienſte, wurden konfiscirt. Jedem war nur Eine Bitte geſtattet worden. Muͤnnich begehrte ſeinen Hauskaplan, Dßter⸗ mann hungariſchen Wein. Leſtocg, nun Geheimerath und unter dem baieriſchen Kaiſer Karl VII. Reichsgraf, behauptete die Gunſt 7 Jahre. Als Nachfolger am Thron und zu Befeſtigung deſ⸗ ſelben, wurde Karl Peter Ulrich, Herzog zu Holſtein, Sohn von Anna(der Kaiſerin Schweſter,, zum Gros⸗ fuͤrſten ernannt(17420), und mit Anguſta, Prinzeſſin von Anhalt Zerbſt, welche den griechiſchen Namen, Catha⸗ rina Alexiemna bekam(CatharinaII.), vermaͤhlt(1744.). Der Canzler Beſtuſcheff, auf den Günſtling Leſtoeg eiferſuͤchtig, brachte der Kaiſerin bei, daß Leſtveg ſich nur an den Grosfürſten halte, und lezterem rinfallen dünfte, ſich bei ihrem Leben auf den Thron zu ſchwingen. Alſo in dem öten Jahre, nachdem Leſtoeg ſie auf denſelben erboben, unmittelbar nach einer ſehr gnaͤdigen Audienz⸗ 232 KII. Von dem weſtph. Frieden(1648.) erließ Eliſabeth den Befehl, daß er verwieſen, und ſein Vermoͤgen ihm genommen würde. Von Seite Schwedens war, um ſich den ruſſiſchen Hof geneigter zu machen, der oben erwaͤhnte Herzog zu Hoiſtein, Kar! Peter Ulrich, Neffe der Kaiſerin, zum Thronfoiger in Schweden beſtimmt worden, Dieſer hatte aiſo zwiſchen zwei Kronen zu wählen, ſein Unſtern wollte, daß er die Ruſſiſche vorzog. Hierauf vereinigten ſich die ſchwediſchen Stände zu der Wahl Adolph Friderichs, ſeines Vetters, Neffen desjenigen Herzogs iu Holſtein, für den Karl KII. urſprünglich ſeine Kriege erhob⸗ 1756. Den ſiebenjahrigen Krieg begann Friderich, Koͤnig von Preußen, mit den Siegen bei Lowoſiz und Prag, und das bei Kollin ereignete Unglück machte er gut bei Roßbach und Liſſa. Auf Kollins Höhen ſab er die Beſterreicher vor ſich, vernahm, daß die ruſſiſchen Schaaren Preuſſen eroberten, und Frankreichs Heer, nicht länger mit den Engländern beſchäftigt, in Vereinigung mit der Reichsarmee durch Thüringen auf ihn ziehe. Pommern wurde von den Schweden eingenommen, In dieſer Kriſe wurde bewieſen, daß das Schickſal der Stag⸗ ten weniger von ihren phyſiſchen. Kraͤften abbaͤngt, als von großen Menſchen, welche dieſelben zu gebrauchen, zu vermehren, und Nationen eine Seele zu geben wiſſen⸗ Denn, ohne baß Preuſſen oder England einen Feind we⸗ niger oder einen Freund mehr bekommen hätten, geſchah durch Friderich, durch Prinz Heinrich, ſeinen Bruder, und Ferdinand von Braunſchweig, durch William Pitt und General Wolfe, daß in kurzer Zeit der Koͤnig und die engliſche Nation aus einem tiefen Grade von unglück zu einer Groͤße und einem Glanz emporſtiegen, wie ihn kein voriges Jahrhundert an England oder Preußen ſo hoch bewundert hatte. 1763. Der allgemein gewünſchte Friede wurde zu Ver⸗ ſailles in 10, Februar 1765 zwiſchen Grosbrittanien auf vis auf den Frieden zu Hubertsburg(1763.). 283 der einen, und Frankreich und Spanien auf der andern Seite, und fünf Tage hernach den 15. Februar zu Hu⸗ in Sachſen zwiſchen Heſterreich und Preuſſen 8e 0 en⸗ 6* e„*„ Dieſer, fuͤr viele teutſche Laͤnder ſeit dem 30jahrigen verderblichſte Krieg, welcher ſo große Opfer erzwungen, dieſer Krieg halb Europens wider Friderich und England, endigte ohne irgend eine Veränderung in Teutſchland, für die Englaͤnder aber mit Erwerbung einiger Provinien. XII. Bis auf die franzoſiſche Revolution(1789.). 1758. Zur Zeit Papſt Clemens XIII. Rezzonico, ein frommer Mann, kam die Spannung zum Bruch, welche zwiſchen dem portugieſiſchen Staatsminiſter Pombal und den Jeſuiten war. s. In der Nacht des 3. Sept. kam der König Joſeph von einem Liebes⸗Abentheuer zuruͤck, als zwei⸗ wal in ſeinen Wagen geſchoſſen wurde. Auf dieſes Er⸗ eigniß erfolgte tiefes Stillſchweigen, der König wurde unzugaͤnglich. Plözlich wurde der Herzog von Abeiro, das ganze Haus Taoora und acht Jeſuiten eingezogen. Vald wurden ſie beſchuldigt, nur den regierenden Herrn, bald ſein ganzes Haus haben ausrotten zu wollen. Eine außerordentliche Commiſſion richtete ſie. Der Herzog wurde degradirt, Arme und Beine ihm zerſchmettert, und er auf dem Rade verbrannt, ſeine Güter eingezogen, ſeine Palläſte zerſtoͤrt, ſeine Wappen getilgt, die Marguiſin enthauptet, der Name Dabora unterdruͤckt, ihr Gemal geviertheilt, ihre Soͤhne, ihr Eidam, drei vertraute Be⸗ diente erwuͤrgt, Ferreria, der die Schuͤſſe gethan, mit dem Blutgeruͤſte verbrannt.. Unter den Jeſuiten lebte damals der ſchwaͤrmeriſch fromme Malagrida; dieſer hatte kurz zuvor bezeugt, daß 283 VlII. Von dem Frieden zu Hubertsburg(1763.) dem Koͤnig, wenn er ſich nicht beſſere, ein unglück be⸗ rorſtehe. Andere waren Freunde von Tavora und Aveirs. Dieſes reichte hin, um zu begehren, daß Papſt Clemens Rezzonicv den Orden aufhebe. Da er zauderte, ſo ver⸗ trieb der Hof die Jeſuiten, ſandte den Nuntius zurück, und pob alle Gemeinſchaft mit Rom auf: achthundert Jeſuiten wurden unter außerſt übler Behandlung nach Italien transportirt. 8 In Paris war der Staatsminiſter Dur de Choiſeul dem Brden zuwider. Dieſer ließ die Conſtitutionen des Ordens nach den(ſogenannten) Geſeien und nach den Freiheiten der gallicaniſchen Kirche prüfen Es war nicht ſchwer, ſie verwerflich zu finden. Alſo wurde den Jeſuiten verboten, Schuͤler und Novizen aufzunebmen 2c. 1762. Der Drdenshabit wurde unterſagt und alle Collegien geſprengt, ſo daß nirgend mehr als 5 beiſam⸗ men bleiben dürfen, die Verbindung mit dem Ordensge⸗ neral aufgehoben, das Vermogen eingezogen, die Mit⸗ glieder aͤrmlich penſtonirt, endlich der Brden in Frank⸗ reich ganz und fuͤr immer abgeſchafft(1767.). 1760. Unter den inzwiſchen eingetretenen Gährungen ſtarb Elemens XIII. Retzonico. Als die große Glocke des Capitoliums den Tod dieſes ungluͤcklichen Herrn ver⸗ kuͤndigte, war Niemand unter dem roͤmiſchen Volke, der nicht Leid bezeugte. Clemens XIV. verſuchte die Jeſuiten zu retten; er wandie vor, daß das tribentiniſche Concilium— und Coneilien waren ja über den Papſt— ſie beſtaͤtigt habe. Als endlich ſelbſt Maria Thereſia die Aufbebung der Jeſuiten begehrte, erwog Clemens die Zeiten, fuͤhlte das vom Schickſal geſeite Ziel der bisherigen Ordnung der Dinge, und gab, ohne Zuziehung der Cardinäle, die Bulle der Aufhebung(1773.. ———— bis auf die franzoſiſche Revolution(1789.). 285 162. Nach dem Abſterben der ruſſiſchen Kaiſerin Eliſabeth Petrowna wurde von Peter III. der General Muͤnnich, Leſtocg, Baſtuſcheff und Ernſt von Biren, die Günſtlinge und Opfer der vorigen Resierungen, zu⸗ rückberufen. Peters III. Lieblingsidee war der umſturz der Macht von Dänemark; er wolite das Haus Holſtein, aus dem er entſproſſen war, rächen. Er beleidigte die Großen und die Geiſtlichkeit, durch Beſchrankung ihrer Gewalt und durch Berordnungen wider die Bilder und langen Bärte. Sein Gedanke war, Catharina zn verſtoßen, und man war ungewiß, ob er ihren Sohn, Paul Petro⸗ witſch, zum Thronfolger erklaͤren vuͤrde. So geſchah, daß Maͤnner von ganz verſchiedenem Charakter, Graf Panin, der Koſaken⸗Atamann Raſumowsky, der Gene⸗ ralprocurator Glebow, die Brüder Hrlow, der Fürſt Barjatinsey und andere ſich wider ihn vereinigten. Sie gewannen den Senat und die Synode. Gegen Ende des Junius wurde Kaiſer Peter III. des Reichs entſezt. Ca⸗ Sharina redete zu den Garden, ſie wurde als Selbſtherr⸗ ſcherin aller Reußen proclamirt, ihr huldigten Geiſtlich⸗ keit und Adel. Dieſe Dinge erfuhr Peter auf dem Luſt⸗ ſchloſſe Hranienbaum. Ber General Münnich rieth, er ſoll ſich an die Spize treu vebliebener Garden ſlellen, er ſelbſt wolle mit ihmm nach der Hauptſtadt marſchiren⸗ Der Kaiſer, edier Entſchlüͤſſe unfäbig, floh, kam von elbſt wieder, unterſchrieb die Erkiärung ſeiner Unfähig⸗ eit, übergab ſeinen Degen und nahm in wenigen Dagen den weltbekannten Tod. 1764. Jener unſchuldige Jwan, der in der Wiege ruſiſcher Kaiſer genannt worden war, lebte jeht im z4. ahr, in dem Gefaͤngniß auf Schlüſſeiburg. Es ſiel der Synode ein, der Kaiſerin dieſen ungluͤcklichen Juͤngling zum Gemal vorzuſchlagen. Hiedurch wurde ſie guf die Möglichkeit aufmerkſam, daß Jwans Recht noch ins An⸗ denken kommen könnte. Der Koſake Mirowitſch, von einigen ermuntert, wollte 286 XIII. Von dem Frieden zu Hubertsburg(1763.) prachen ſie ein. Der junge Jwan ſchlief; als die beiden Dffiziers, die ihn bewachten, dieſes ſahen, erinnerten ſie ſich des Befehis, den ſie hatten, in einem ſolchen Fall ihn zu toͤdten. Zwar ſprang er auf, wehrte ſich um ſein Leben, ſiel durch bier Wunden. Als Morawitſch ſein Blut ſah, weinte er laut und ergab ſich. Die Kaiſerin belohnte die Morder, aber ſie wurden verabſcheut, der gute Morawitſch wurde hingerichtet.. 1763. Kurz nach der Thronbeſteigung Catharing II. ſtarb Auguſt IiI. vom Hauſe Sachſen, Koͤnig in Polen⸗ Damals war die Kaiſerin in ein Ziaͤhriges Bündniß mit Preuſſen getreten(1264.), worin beide Maͤchte einander in allen Kriegen Bundeshülfe von wenigſtens 10,000 Mann zu Fuß und 2,000 Pferden mit dem Beiſaz ver⸗ ſprachen, daß keine ohne die andere Frieden ſchließen ſoll. Daher mußte Deſterreich die polniſche Krone einem ſächſiſchen Prinzen wünſchen. Allein die weit groͤßere ruſſiſche Parthie, und beſonders das Haus Czartorisky beguͤnſtigte den Stolnik Stanislaus Poniatowsky, der die Zuneigung der Kaiſerin verdient hatte. i Der polniſche Reichstag, auf dem anfangs viel Lär⸗ mens war, ſezte endlich feſt, daß der König ein Piaſte (Landeseingeborner), in Polen beguͤtert, jung, ſtark⸗ ſchoͤn, und ein Freund vaterlandiſcher Sitten ſeyn muͤſſe⸗ Stanislaus wurde erwählt. Jwan er gewann einige Soldaten. Bei Nacht 1és. Die Ruſſen gehen üͤber die Donauz die Janit⸗ ſcharen weichen(1775.. 124. Muſtafa IIi. ſtirbt und hinterläßt das Reich nicht Selim, ſeinem noch minderjährigen Sohne, ſon⸗ dern ſeinem Bruder Abdulhamed. Den 21. Juli Friebt von Rutſchuk Kaͤnardſchy⸗ — bis auf die franzoſiſche Revolution(1789.). 237 WMit dem Tode Maximilian Joſephs, lezten Chur⸗ fürſten von Baiern, Sohn Kaiſer Karls VII., erloſch dieſer Zweig des Hauſer Wittelsbach, der ſeit beinahe 500 Jahren in Baiern mit Glanz geherrſcht(1777). Karl Theodor von Sulzbach, Churfürſt von der Pfals bei Rhein, Haupt des naͤchſten Zweiges vom wittelsbach⸗ iſchen Stamm, wurde hierauf als Nachfolger procla⸗ mirt, wozu ihn die reichsgeſezmaͤßigen Hausverträge be⸗ rechtigten. Er begab ſich ſoſort nach Muͤnchen. Als er kaum allda eingetroffen war, wurde ihm angekundigt, wie das Haus Beſterreich alte Rechte auf Niederbaiern geltend zu machen entſchloſſen ſei. Der Churfurſt ließ, in der Ueberzeugung verhältnißmäßiger Unmacht, ſich einen Dractat gefallen, durch den er ſich das übrige der Erbſchaft ſicherte. Das Haus Beſterreich nahm von Niederbaiern Beſiz. Ueber dieſe und andere Vorgänge war weder an die Agnaten des Hauſes, noch an die baie⸗ riſchen Landſtaͤnde irgend etwas gebracht worden. Aber Koͤnig Friderich von Preuſſen betrachtete dies alles als eine die Machtberhaͤltniſſe weſentlich aͤndernde Verhandlung, bezeugte Erſtaunen, doß ſie ohne Verab⸗ redung mit ihm durchgeſezt worden, und gab dem Her⸗ zog von Zweibrüͤcken, dem präſumtiven Nachfolger des kinderloſen Churfuͤrſten, den Rath, in Dinge, die den Reichsverfaſſungen und dem weſtphaͤliſchen Frieden ſo offenbar widerſprechen, obne Benehmen mit andern Reichsfürſten, oder mit der Krone Frankreich, der Ge⸗ währleiſterin des weſtpbäliſchen Friedens, durchaus nicht einzugehen. Dem öſterreichiſchen Hofe machte er nach⸗ drückliche Vorſtellungen u. ſ. w. Friderich begehrte die Herſtellung des Churfuͤrſtenthums in die ganze Erbſchaft Maximilian Joſephs. 1778. Fünf Monate wurde das Geſchaͤft guf diplo⸗ matiſchem Wege betrieben, bis endlich im Juli der Koͤ⸗ nig bei Nachod in Voͤheim einrückte, und wider einen andern Paß der Prinz Heinrich, ſein Bruder, im An⸗ iuge war. Friedrich und Lasch, Heinrich und Laudon 238 XIII. Von dem Frieden zu Hubertsb.(1763.) 1c. entwickelten die Früchte lang anhaltender Reflerivn und Uebung in der Kriegskunſt. Der preußiſche General Moͤllendorf unter Hrinrich, nahm den unverſuchteſten Weg nach Boͤheim. Aber ehe dureh Thaten entſchieden wurde, vermittelten Rußland und Frankreich, daß die friedbegierige Kaiſerin Koͤnigin ſich mit einem kaum vierzis Quadratmeilen großen Land⸗ ſirich zwiſchen der Donau, Inn und Salza begnugte . Der Friede wurde in Oberſchleſien zu Zeſchen geſchloſſen; Rnßland und Frankreich garantirten ihn⸗ So wie der öſterreichiſche Hof das Innviertel erwarb, ſo verſprach er dagegen dem Preußiſchen, daß er der Vereinigung der Fürſtenthümer aireuth und Anſpach, auf den Tod des regierenden Markgrafen, nicht entgegen ſeyn wolle. 1775. Ein Scharmutzel eines von Genetal Gage zu Aufhebung des Magazins zu Lexinaton abgeordneten Truppen⸗Corps wurde Veranlaſſung öffentlichen Kriegs⸗. 733. Nachdem Elliot gezeigt, was in dee Verthei⸗ digung brittiſcher Geiſt und Muth vermag, und Rodney, daß am Tage einer Schlacht dieſe Nation ihrer Väter noch würdig iſt, handelten die Englaͤnder weislich, lie⸗ ber Amerika für unabhängig zu erkennen, als üͤber einem Frieg, wobei nichts zu gewinnen war, die Staatskräfte vollends zu verzehren. „ dis auf die franzöſiſche Revolution(1789.). 239 1733. Der Friedezu Verſgilles und PariszwiſchenEngland, Frankreich(welches einen Allianz⸗ und Kommerzien⸗Traktat mit den 13 vereinigten nordamerikaniſchen Provinzen im Jahr 1773 geſchloſen), und Spanien(welches an dieſem Triege im Jahr 1779 Theil genommen) endigte dieſe Frankreich erhalt die freye Schifffahrt nach Terreneuf, auch St. Luci und Tabako; in Afrika erhaͤlt es Senegal und Gorse, in Oſtindien alles verlorne, und einen Dheil von Pondichery; der Hafen von Duͤnkirchen wird frey gege⸗ ben: Spanien beählt Minorka, Oſt⸗ und Weſt⸗Flo⸗ ndn gibt aber Providence und die Bahama⸗Inſeln zurück. Die Krimm und Kuban kommen unter ruſſiſche Bott⸗ maͤßigkeit nach der Abdankung des Chan. 1784 Durch den Friedenstraktat zu Conſtantinopel zwiſchen Rußland und der Pforte wird erſterem die Be⸗ ſiznahme der Krimm beſtaͤtigt(3. Jan.). In dem Definitivfrieden zwiſchen England und Hol⸗ land zu Paris erhaͤlt erſteres Negavatnam(30. May.). 1735. 23. Jul. Gegen den Vorſchlag einer Um⸗ tauſchung Bayerns für die öſterreichiſchen Niederlande unterzeichnet der teutſche Fuͤrſtenbund zu Berlin. 1786. Koͤnig Friederich II. von Preußen ſtirbt (. Aug.). Ihm folgt ſein Neffe, Friederich Wilbelm II. 787. Die niederlaͤndiſchen Unruhen nehmen uͤberhand, welchen König Friederich Wilhelm II. von Preußen durch Rriegsgewalt ein Ende macht und die Erbſtatthalterſchaft wiederherſtellt. 1783. Der Turkenkrieg mit Rußland und dem Kai⸗ ſer nimmt den Anfang. Koͤnig Guſtav III. von Schwe⸗ den, verbunden mit der Pforte, greift Rußland uner⸗ wartet an. Aber die Ruſſen nehmen die Feſte Ociakov ein(17. Dec.). Spaͤth Taſchenb. der Weltgeſchichte. XIV. Periode von der franzoſiſchen Revolution bis zu Ende des Jahrs 1819. D König Ludwig XVI. von Frankreich verſam⸗ melt, um den Klagen ſeines Volks über die eingeriſſenen Misbräuche in der Regierung abzuhelfen, und der Noth ſeiner Finanzen zu ſteuren(4. Mai 1739.), die Stände ſeines Reichs zu Verſailles, nachdem der fruͤher (1737.) gemachte Verſuch, das Uebel durch Einberufung der Rotabeln zu heilen, fehlgeſchlagen hatte. Die Beſtrebun⸗ gen des Hofs, die Macht des dritten Stands zu beſchränken⸗ erregen allenthalben Mißbergnuͤgen und Unruhe; es ent⸗ brennt der Aufruhr in Paris; die Baſtille wird zer⸗ ſtört(14. Juli)z die Prinzen und andere Großen waſ⸗ dern aus; die Empoͤrung geht durch das ganze Reichi das Feudalſyſtem wird geſtürzt, alles geiſliche Gut für Eigenthum der Nation erklaͤrt, die Moͤnchsorden aufge⸗ hoben, und der Erb⸗Adel abgeſchafft. Indem der Koͤnis umſonſt verſucht, dem Volke zu entfliehen, das ihn ge⸗ fangen hält(18. April 1791.), bearbeiten die Ausgewaͤn⸗ bis zu Ende des Jahrs 1879. 291 derten alle Hoͤfe, um ſie zu Wiederherſtellung der verletz⸗ ten Rechte des Throns und Altars, und zur Bekaͤmpfung des aus Frankreich ſich verbreitenden Syſtems der Frei⸗ heit und Gleichheit zu vermoͤgen Deſterreich, Preuſ⸗ ſen und Rußland erklären ſich laut gegen die fran⸗ zoſiſchen Machthaber; aber dieſe kündigen dem teutſchen Kaiſer den Krieg an(20. April 4792.), und ungeſäumt erhebt ſich ein großes Heer von K. Deſterreichern, Preuſ⸗ ſen, Heſſen und Ausgewanderten, und dringt, ſchnellen und ſicheren Sieg verheiſſend, in Frankreich ein(17. Auguſt.). Der Dolch eines Meuchelmoͤrders hatte den Koͤnig Guſtav III. von Schweden(20. Merz 1793.) ge⸗ hindert, an der zweideutigen Ehre dieſer Unternehmung Antheil zu nehmen. Ungunſt der Witterung und zweckmaͤßige Gegenanſtal⸗ ten treiben die Verbuͤndeten, mit großem Verlüſte, aus Frankreich zurück; die Franzoſen nehmen Mainz, ſo wie ſie, nach dem Siege bei Gemappes, die Nie⸗ derlande bis gegen den Rhein hin erobern. Auch Savoyen und Niiza unterwerfen ſich ihnen. Der Nationalconvent erklärt Frankreich fuͤr eine Republik (21. Sept 1792.), und berdammt Ludwig XVI. zum Tode, welches grauſame Urtheil an dem Monarchen öf⸗ fentlich vollzogen wird(24. Jan. 1793.) Die Nation fällt unter die ſcheußliche Tyranney der Jakobiner, und beinahe alle europaͤiſchen Regierungen ergteifen die Waf⸗ fen gegen ſie, denen die Framoſen ungehetere Anſtren⸗ gungen und ungewöhnliche Miitel entgegenſezen. Die Verbundeten eroͤffnen zwar den Feidzug auf al⸗ len Seiten mit Glück und Vortheilen; auch eroßern die Englaͤnder nach und nach die meiſten franzoͤſiſchen Colonien. Aher am Ende des Jahrs entſcheidet ſich der Gang des Kricas uberall wieder zum Vortheil des Fein⸗ des; er wird Meiſter des Oberrheins; das abgefal⸗ lene Doulon liefert ſich feiner Rache aus; ja im fol⸗ genden Feldzuge erobert er das ganze linke Rheinufer (794.), und zwingt ſogar die Republick der vereinig⸗ 13* 292 XIV. Von der franzöſ. Revolution(1780.) ten Niederlande ſich ſeinem Schutze zu unterwerfen. Solche glaͤnzende Erfolge brachten den Begriff in Gang, daß es umſonſt ſey, dem franioͤſiſchen Volke einen frem⸗ den Willen außudringen, ſo wie Robespierres Sturz (28. Jul 1794.) die Ausſöhnung mit dieſem Volke zu erieichtern ſchien, wodurch es geſchah, daß erſt Preuſ⸗ ſen(5. April), dem Heſſen Caſſel ſich anſchließt la8. Auguſt.), und endlich auch Spanien(22. Jul⸗ 1795.) durch beſondere Friedensverträge ſich von der Coalition trennen. Von dieſem Augenblicke an iſt die Ueberlegen⸗ heit der Franzoſen entſchieden, und wenn ſie dieſelbe in dem ſpaͤtern Glücke ohne Mäßigung benuͤzen, ſo befolgen ſie eine Maxime, zu der ihnen Rußland(1795.), Preuſſen und Beſterreich(1795.), durch die gewalt⸗ ſame Theilung von Polen ein recht auffallendes Bey⸗ ſpiel gegeben hatten. 1796. Die Macht und das Glück der franzoͤſiſchen Republik erſchien in dem folgenden Feldzuge im herrlich⸗ ſten Glanze. Moreau und Jourdan dringen ſiegreich in das Herz des teutſchen Suͤdens ein, und erfuͤllen das Land mit Schrecken und mannichfaltiger Noth. Zwar vereitelt der Erzheriog Karl ihre Plane; aber noch be⸗ haupten ſie mehrere Punkte auf dem rechten Rheinufer, und hindern dadurch den Feind, Hulfe nach Italien zu ſchicken, wo man ihrer ſo ſehr bedurfte. Denn hier hatte Bonaparte den König von Sardinien zum Frieden gezwungen, beinahe den ganzen Norden des Lan⸗ des erobert, und den Papſt und den König von Sici⸗ lien von der Cvalition getrennt. Nachdem er dann Mantua genommen, und die cizalviniſche Repub⸗ lit gegründet hatte, drang er unwiderſtehlich in das In⸗ nere der öſterreichiſchen Staaten ein, und erzwang den Vertrag von Leoben(18. Apr. 1797.), welcher den Deſinitiv⸗Tractat von Campo Formio(17.Oet. 1797.) zur Folge hatte, vermoͤge deſſen Frankreich, Belgien. und das linke Rhein, ufer, und Deſterreich den venetianiſchen Staaterwirbt, und die cisalpiniſche Republik anerkannt wird⸗ (3. Dec. 1800.) auch in Teutſchland die oͤſte . bis zu Ende des 1793. Der Angriff, den die Franzoſen Jahrs 1819. 293 auf Aegyp⸗ ten machen, und ihre Gewaltthaten gegen die Schweiz und andere benachharten Staaten, erzeugen, wahrend man in Raſtadt über die Anordnung der teutſchen An⸗ gelegenheiten handelt, eine neue Coalitivn, der auch die Pforte und der Kaiſer Paul von Rußland beitre⸗ ten, welcher leitere ſeiner Mutter Ca Throne gefolgt war(27. Nov. 1706.). In Teutſch⸗ ſand und Italien beginnt der Feldz nſlen für die Frarzoſen(4769. und im nwi Republik ſchickt ſich alles zu einer allgemeinen Aufloſung an. Da kommt unerwartet Bon apa zuruͤck, ſtuͤrzt das Directorium(9. Nov. 179 rte aus Aegypten 9.), und be⸗ maͤchtigt ſich unter dem Namen eines erſten Conſuls der Dictatur. Die Schlacht bei Marengo(17. Jun⸗ 1800.) ſtellt die militäriſche Ueberlegenheit der Franzoſen der her, und als nach der Schlacht bei Hohenlinden wie⸗ rreichiſche Macht ſich auf das äußerſte gebracht ſieht, ſo wird end⸗ lich der Friede zu Lüneville(9. Febr. 1801.), auf die Grundlagen des Tractats von Campo Formio geſchloſſen Zugleich vereinigen ſich aber Ru den, Dännemark und Preuſſen⸗ gen, die ſich England auf d zu weiſen, und es beſezen, in Verabredungen, die Dänen die Preuſſen Hannover. Aber der gewaltſame Kaiſers Paul von Rußland die Seeſchlacht, welche die Engl« gen liefern(2. April.), machen d tion ein ſchnelles Ende. Auch im Suͤden von ſcheint ſich alles zu einem allgemeinen ken. Es verſöhnt ſich der König von Frankreich 28. Maͤrz.), indem er den S ßland, Schwe⸗ um die Anmaßun⸗ em Meere erlaubte, zuruck Gemaͤsheit der getroffenen Hamburg und Luͤbeck, und Tod des (23. Merz 1801.), und — er nordiſchen C nder vor Koppenha⸗ o a li⸗ Europa Frieden anzuſchik⸗ Reapel mit tato Degli Pra⸗ ſidii, Piombino und Elba zum Bpfer bringt(29. Sept.). Ohne bedeutenden Nachtheil endet Portugall den 293 XIV. Von der franzoſ. Rebolution(1789.) Streit mit der Republik. Selbſt Grosbrittanien reicht ihr, nach bitterm Kampfe, wieder die Hand(1. Det.), wobei es ſich, troz der im Kriege behaupteten Veberlegenheit mit Trinidad und Ceylon und dem Deffnungsrechte auf dem Cap begnugt. Auch Ruß⸗ land endigt die Fehde(8. Oct.), und zulezt unterzeich⸗ net noch ein türkiſcher Botſchafter zu Paris den Frieden. umſtaͤndlichere Vorbereitungen und weitlaͤufigere Ver⸗ handlungen erfordert die durch den Frieden von Luͤne⸗ ville nothwendig gewordene neue Anordnung der teut⸗ ſchen Territoriat⸗ und Verfaſſungs⸗Verhaͤltniſſe. Die Behandlung des Geſchaͤftes wird einer Reichs⸗Deputation aufgetragen, die ſich zu Regensburg verſammelt(18. Aug. 1802.). Ruß land und Frankreich treten als vermittelnde Maͤchte auf, und dictiren das Reſultar nach ihrem Sinne. Beſonders iſt der Einfluß Frankreichs entſcheidend, wie denn die wichtigſten Erwerbungen zu Paris ſchon gemacht worden waren, ehe man zu Re⸗ gensburg zuſammen trat. Das Reſultat der Verhand⸗ lung, in der weniger auf den Grundſaz der Entſchaͤdi⸗ gung, als auf politiſche Convenienz geſehen ward, kommt in dem Hauptreceß der Reichsdepntätion zu Tage(23. Nov.). Die ſämtlichen geiſtlichen Staaten Teutſchlands, mit Ausnahme des teutſchen und Maltbeſer⸗Ordens und des churerzkanzleriſchen Erzſtifts, ſo wie die meiſten Reichs⸗ ſtädte, werden den Erbfürſten zu Theil, von denen die mächtigern eine oft auffallende Beguͤnſtigung des Gluͤcks waͤhrend man die minder mächtigen vernachläſ⸗ igt. Es ſinkt, durch die Erfolge der Bperation, das Anſehen des Kaiſers; die Staͤnde erheben ſich zu höherer Selbſtſtaͤndigkeit, während ſie dem Einfluſſe fremder Maͤchte preis gegeben werden; die Aufloͤſung der Reichs⸗ verfaſſung wird, bei der erſten neuen Erſchutterung, un⸗ vermeidlich. Unterdeſſen benuzt Napoleon das Anſehen, dat er ————— bis zu Ende des Jahrs 18719. 295 durch ſeine Siege erworben, um ſich immer mehr zu er⸗ heben, und Frankreichs Uebermacht immer mehr auszu⸗ breiten Erſt laͤßt er ſich zum Präſidenten der it a⸗ lieniſchen Revublik(25. Dec. 1801.) und dann zum erſten Conſul auf Lebenslänge(2. Aug. 1502.), er⸗ nennen; und als die Schweizer über die Anordnung ihrer innern Verhaͤltniſſe nicht einig werden konnten, tritt er als ihr bewaffneter Vermittler auf(30. Sept. 1802.), ſchickt Truppen in das Land, beruft ihre Repräſentanten nach Paris(19. Febr. 1303.). giebt ihnen eine Conſtitu⸗ tion, und ſchließt ein Bündniß und eine Militaͤrcapitula⸗ tion mit ihnen(27. Sept.). Der mit England wieder ausbrechende Krieg(21 Mai. 1o04,) eroffnet ſeinem Ehr⸗ geize eine neue Laufbahn; die Hoffnungen der Teutſchen, im Frieden ihre Wunden zu verbinden, werden vereitelt, indem ein franzoͤſiſches Heer den Churſtaat Hannober überzieht, während zugleich die Gebrechen der teutſchen Verfaſſung durch Angriffe, welche mehrere Staͤnde auf die Reichsritterſchaft machen, offenbar werden. Zu derſelben Zeit glaubt. Napoleon, daß er mit der Aus⸗ übung der unumſchränkten Gewalt, auch noch die Zeichen derſelben verknüpſen durfe. Er nimmt die kai ſerliche Wurde an(15. Mai.). Der Papſt kommt herbei, unt ihm die Krone aufzuſezen(2. Dec. 1804.), und die fran⸗ zöſiſche Republik, auf ſo viel Blut und Verbrechen ge⸗ baut, verſchwindet wie ein Traum. Dieſe Erhebung war die Vorbedeutung großer Ereigniſſe; in der erblichen Kaiſerwuͤrdev. Deſterreich aber, die Franz II. (it. Aug. 1904.) annahm, ſah die Welt das Geſtaͤndniß, daß man ſelbſt in Wien nicht mehr auf einen langen Beſtand der römiſch⸗teutſchen Frone rechne. Der neue Imperator verräth Eurova fruhe genug, auf weichem Wege er den Glanz ſeines Namens und ſei⸗ nes Hauſes ſuche, indem er, ohne Achtung für Verträͤge und natürliches Recht ſeine Arme ausbreitet, um Italien mit ſeinem Reiche zu vereinigen⸗ Er ſeit die eiſerne 296 XIV. Von der franzdſ. Revolution(1789.) Krone auf ſein Haupt(26. Mai 1805.), unterjocht die alte Republik Genua(1. Juni.) und übergiebt ſeinem Schwager Bactiochi den Freiſtaat Lucca als ein erb⸗ liches Fürſtenthum(25. Juni.). Darüber ergreift Deſter⸗ reich die Waffen, und große ruſſiſche Heere erheben ſich, um die bedrohte Freiheit von Europg zu retten; aber die wunderſamſten Erfolge führen die boͤſe Sache zum herr⸗ lichſten Siege(Betober 1805.). Es wird die öſterreichi⸗ ſche Armee in Schwaben, ohne daß eine Hauptſchlacht geliefert worden wäre, vernichtet; im Sturme vordringend erobern die Sieger Baiern und Zeſterreich; und kaum hatte der Krieg einen Monat gedauert, als ihnen die Hauptſtadt der Monarchie die Thore öffnete. Zwar ward Napoleons Freude über ſo großes Gluck, durch die Nachricht von der großen Seeſchlacht am Cap Drafal⸗ gar(21 Oet.), in der Nelſon gefallen, geſtort; aber das Schickſal trſtet ihn durch eine neue Gunſt, indem er in der Schlacht bei Auſterliz(2. Dec.) auch die Macht der Ruſſen zertrümmert. Dieſe raͤumen darauf einen Kriegsſchauplaz, auf welchem ihnen keine Lorbeern hlühen, und Deſterreich rettet, was noch zu retten ſeht, durch den Frieden von Preßburg(26. Dec.). Durch denſelben verliert das Hau Habsburg die venetia⸗ niſchen Staaten, das Lirol, ſämtliche Beſizungen in Schwaben und die Reſte von Eichſtaͤdt und Paſſau, wo⸗ gegen es blos das Herzogthum Wuͤrzburg fuͤr den Chur⸗ fürſten von Solzburg und das Hoch⸗ und Teutſchmeiſter⸗ thum erwirbt. In die Eroberuns theilen ſich das Koͤnig⸗ reich Jtalien, und dann die Regenten von Baiern, Württemberg und Baden, die in dieſem Kriege Napoleons Bunosgenoſſen geweſen. Mit dem Länderer⸗ werbe erlangen die leztern auch noch die Souverainetat, und die beiden erſtern die Königswuͤrde. Der preußiſche Hof, tritt(15. Febr. 1806.) An⸗ ſpach, Neuchatei und Eleve an Frankreich ab, und läßt ſich dafuͤr durch Hannoper entſchadigen, worüher ihm, unter dem Murren von ganz Europa uͤber eine — bis zu Ende des Jahrs 1879. 297 ſolche Art von Erwerbung, der Koͤnig von England den Krieg erklaͤrt. Anſpach wird, gegen das Herzogthum Berg an Baiern abgetreten; wogegen Napoleon ſeinen Schwager, den Fuͤrſten Mürat,(15. Maͤrz 1306.) mit Berg und Cleve ausſtattet. Da bald darauf der Churerzkanzler den Cardinal Feſch zu ſeinem Cvadjutor poſtulirt(27. Mai), ſo ſahen die Teutſchen unerwartet zwei franzöſiſche Prinzen in der Reihe ihrer Fürſten. Aber der gewaltige Sieger war nicht des Sinnes, ſich damit zu begnügen; mit raſcher Eile enthullte er ſei⸗ nen Plan, Teutſchland von ſeinem Oberhaupte loszu⸗ reißen, und es ſeiner mittelbaren Herrſchaft zu erwerben. Während ſeine Heere Schwaben, Baiern und Franken erfullen, ſchließt er(12. Juli) mit Baiern, Wuͤrttemberg, Churerzkanzler, Baden, Berg, Heſſen⸗Darmſtadt, Naſſau⸗ üſingen und Weilburg und einigen kleinern Ständen des teueſchen Südens den rheiniſchen Bundesver⸗ trag zu Paris, erklärt dem Reichstage(. Aug.), daß er die teutſche Verfaſſung nicht mehr anerkenne, ſo wie die genannten Fürſten ſich von dem tentſchen Ver⸗ bande losſagen. Den leitern wird die Zuſage voller Souverainetät, unter franzoͤſiſchem Protectorate, dieLaͤn⸗ der ihrer ſchwächern Mitſtände aber werden ihrer Hoheit unterworfen(6. Aug). Da wenige Dage ſpaͤter der Kai⸗ ſer Franz, der in ſeiner Erſchöpfung unvermögend iſt, dieſen Acten der Gewalt zu widerſireben, die Reichsre⸗ gierung niedergeſegt, nachdem ihm die Krone bereits ent⸗ riſſen war, ſo faͤllt der alte Staat in Trüm⸗ mern; der Suͤden fügt ſich— ſeutzend unter dem Jo⸗ che,— der Weltmonarchie an, Auf deren Bildung Na⸗ poleon ausgeht; in ſorglicher Ungewißheit ſchwankt das Schickſal des Nordens. Pber auch hier bringt die ſiegende nebermacht die Sachen bald zur Entſcheidung. Preußen— zu ſpät zu der Einſicht gelangt, wie Napoleon ihm ſchoͤne Worte gegeben, um es dann zulezt einzeln aufzureiben— erhebt ſich gegen den treuloſen Freund. Seine Macht 298 XIV. Von der franzdſ. Revolution(1789.) verſtaͤrkt der Churfürſt von Sachſen. Die ruſſiſchen Heere ziehen ihm zur Huͤlfe. Aber ehe dieſe noch herbei kommen konnten, erfolgt der ſchreckliche Schlag bei Je⸗ na(14. Det. 1306.. Schon zehn Tage ſpäter ruͤcken die Sieger in Berlin ein; die Armee loͤßt ſich auf; die Feſtungen egpituliren; die Fürſten des teutſchen Nor⸗ dens ergeben ſich in den rheiniſchen Bund; der Chur⸗ fürſt von Heſſen wird aus ſeinem Lande vertrieben; Sachſen verſoͤhnt ſich mit dem Ueberwinder, und em⸗ pfängt die Koͤnigskrone; ſchnell geht der Sturm üͤber die Oder; den Polen wird die Wiederher⸗ ſtellung ihrer Selbſiſtändigkeit verheißen(8. Febr. 1007.). Zwar bewährt die Schlacht bei Eilau, und ſo mancher blutige Kampf, der auf ſie folgt, die Kraft und Sapfer⸗ keit des ruſſiſchen Heeres. Aber da auch Danzig ſich ergiebt(z0. Mai 1307.), da die Schlacht bei Fried⸗ land das beſagte Hrer durch eine große Niederlage lähmt, und der König von Preußen ſich in den auſ⸗ ſerſten Winkel ſeines väterlichen Erbes zuruͤckgedrängt ſieht, finden die verbundeten Monarchen kein Heil mehr in den Waffen, und ſie unterzeichnen den Vertrag zu Tilſit(7 und 9. Jul.). Nie hat eine Staats⸗Verhand⸗ lung weitgreiffender und zerruͤttender in die Verhaͤltniſſe von Eurvpa eingegriffen. Der Koͤnig von Preußen bringt die Hälſte der Monarchie zum Dpfer, und ergiebt ſich mit dem Reſt in eine dröckende Abhaͤngigkeit von dem Ueberwinder. Der Churfuͤrſt von Heſſen, de Her⸗ zog von Braunſchweig und das Haus Nau⸗ Dranien werden ihrer Länder entſezt. Aus den Er⸗ oberungen wird für den Prinzen Jerome Napoleon ein Khnigreich in Teutſchland geblldet, zu beiden Seiten der Weichſel das Herzogthum Warſchau geſchaffen, und dein Könige von Sachſen verliehen. Zugleich wer⸗ den die Bruͤder Napolevns, Jo ſeph und Ludwig⸗ von welchen er jenen zum Koͤnige von Neapel und die⸗ ſen zum Koͤnig von Holland gemacht hatte, in ihrer Würde anerkannt. Danzis wird fur eine kreie Stadt „ ———— bis zu Ende des Jahrs 1819. 299 erklaͤrt. Die Unterjochung und das ungluck des euro⸗ paͤiſchen Continents konnte nun für vollendet gelten. Tief ſeuften alle Voölker deſſelben unter der von Napo⸗ leon angeordneten Sperre des Handels mit England, da nun auch(2. Sept.) Preußen und Ruſſen in ein feindſeliges Verhältniß mit dieſem Staat treten(26. Bkt.), der kurz zuvor eine Flotte in den Sund geſchickt hatte/ die nach einem heftigen Bombardement Koppen⸗ hagen hinwegnahm(8. Sept.), und ſich der daͤniſchen Marine bemächtigte. Trozig und unwiderſtehlich ſezt Napvleon ſeinen Weg zur allgemeinen Weltherrſchaft fort. um immer offene Thore nach Deutſchland zu haben, nimmt er Wefel, Caſſel und Kehl: der König von Holland tritt ihm Bliſſingen ab(42. Nov.); die Koͤnigin von Hetrurien, auf eine unſichere Entſchädigung verwie⸗ ſen, raͤumt ihm ihr Land(10. Dec); derGeneral Ju⸗ notzieht in Liſſabon ein(30. Nod.), und vertreibt den Regenten von Portngall von dem väterlichen Thro⸗ ne: von dem Kirchenſtaate werden(2. April 1008.) die Provinzenrbino, Ancona, Macerata und Came⸗ rino abgeriſſen, und dem italieniſchen Reiche einberleibt⸗ * Dieß alles war aber noch nicht das ärgſte; es ſollte auch — dem Koͤnige von Spanien die Krone vom Haupte ge⸗ ſtoßen, und ſein Reich zu einem Erbtheile der Napoleo⸗ niden gemacht werden. Mit ſinnreicher Argliſt wird der Pl angelegt, mit Energie und Grauſamkeit ausge⸗ führi. Elſt taͤuſcht man den König durch ſchmeichelnde Freundſchaftsbezeugungen, und Verſprechungen in dem Tractate von Fontainebleau; man lockt den Kern ſeiner Kriegsmacht ins Ausland; Innot umgeht ihn auf der Seite von Portugall; Mürgt führt unter täuſchendem Vorwande ein Heer in ſein Reich; es wird der Same der Zwietracht zwiſchen ihm und dem Prinien von Aſturien geſtreut, und eine Repolution veranlaßt, durch die der lettere den Thron beſteigt; wan lockt den Sohn und Vater nach Bsyonne und zwingi hier bey⸗ 300 XIV. Von der franzdſ. Revolution(1789.) de, durch Troz und Schrecken, den Rechten auf ihr Erb⸗ land zu entſagen; die ledig gewordene Krone ſezt Napo⸗ leon auf das Haupt ſeines Bruders Joſeph, wogegen er Neapel dem Großherzoge von Berg verleiht(15. Jul.). Zwar erhebt ſich kuͤhn und edel der ſpaniſche Volks⸗ geiſt gegen ſolches Unrecht, und vertreibt den neuen Koͤ⸗ nijs aus dem Reiche(3. Nob.). Aber Napoleon dringt an der Spize einet mächtigen Heers uber die Grenze, wirft die Macht des Volks über den Haufen, vertreibt die Engländer, die demſelben zu Hülfe gekommen waren, aus dem Lande, und führt ſeinen Bruder wieder in die Hauptſtadt ein(22. Jan. 1309.). Da Gußas III, König von Schweden, unberſoͤhn⸗ lich verharrt in dem gerechten Haß, den er Napoleon auf ewig geſchworen, und ſich ſtaßdhaft ſraͤubt, dem Bunde mit England zu entſagen, ſo ergreiffen Daͤnen und Ruſſen die Waffen gegen ihn. Nach tapferm Widerſtande erliegt er der Kebermacht. Die Ruſſen erobern Finnland, und ſprechen ſogleich die Vereini⸗ gung deſſelben mit ihrem Reiche aus(20. Maͤrz 1608.). Vorpommern bleibt im Beſize der Franzoſen.— Hef⸗ tige Erſchuͤtterungen erfuͤllen zu derſelben Zeit den vs⸗ maniſchen Staat. Selim III. war vom Throne eſtoßen(28. Mai 1807.), Muſtapha IV. auf denſel⸗ en erhoben worden. Gegen dieſen bildet ſich eine Ver⸗ ſchworung, an deren Spize der Paſcha von Rusciuk, Muſtapha Bairaktar, ſteht. Dieſer, umgeben von einer großen bewaffneten Macht, fordert vor dem Serail Selims Auslieferung und Wiederherſtellung(28. Jul. 105) der Sultan unterſchreibt, nachdem er ſeinen Vor⸗ fahrer getödtet, ſeine Entſagung; Mahmud Han wird auf den Thron erhoben(16. Nov. 1608.), und Bai⸗ raktar beherrſcht das Reich. In einer Empoͤrung der Janitſcharen, endigt dieſer Herrſchaft und Leben, nach⸗ dem er erſt Muſtapha hatte ſranguliren laſſen; kaum erhaͤlt ſich Mahmud auf dem Throne. Während die⸗ ſer Stürme in der Hauptſtadt, waren die Ruſſen Mei⸗ bis zu Ende des Jahrs 1810. 307 ſter der turkiſchen Provinzen jenſeits der Donau; ein tapferes und gut geleitetes Heer von Rebellen beherrſchte Servien; die Wechabiten halten die heilige Stadt innez eine engliſche Flotte verſchloß Con⸗ Kantinopel die Zufuhr. Wittlerweile bereitet ſich Heſerr eich, um die verlorene Selhſtſtandigkeit wieder zu erlangen, und der Gefahr des gaͤnzlichen Untergangs, die das Anwachſen der Napoleoniſchen Weltherrſchaft drohet, vorzubeugen. Kaum hemerkt Frankreich die Ruͤſtungen, als es auch ſich waffnet, und ſo entbrennt ein neuer Krieg(10. Ap⸗ rit 1809.). Muthig ergreifen die Deſterreicher die Offen⸗ ſive und eroffnen die Feindſeligkeit in den Laͤndern der franzöſiſchen Bundsgenoſſen. Aber noch immer iſt das Gluͤck der böſen Sache getreu. Durch die Schlachten bei Abensberg(20. April.) und Eckmüh!(22. April.) wird Baiern wieder erobert, und das oͤſterrei⸗ chiſche Heer flieht auf dem linken Donau⸗Ufer, in das Innere der Erbſtaaten. umſonſt waren nun die Tirv⸗ ſer aufgeſtanden; umſonſt hatte Schill ſein edles Abentheuer gewagt. Napoleon empfängt zum zweiten⸗ mal die Schlüſſel der Kgiſerſtadt(22. Mai 1309.). Zwar gewährt die Schlacht bei Eßling den Deſterreichern große Vortheile; aber ſie werden nicht benuͤzt. Dagegen rroͤfnen nun auch 63. Juni.) die Ruſſen die Feindſelig⸗ keiten gegen Deſterreich; auf allen Seiten werden die Heere der lezteren Macht zuruck getrieben und bedrängtz ſie raffen ihre lezte Kraft auf nnd erdulden die Nieder⸗ lage bei Wagram 6. Jul.), der erſt der Woffenſtill⸗ ſtand, und dann der demſhigende und verderbliche Friede von Wien folgt(14. Oct.). Es greift dieſer Friede furchtbar in das alte Erbe von Habsbur ein. Der Koͤnig von Baiern nimmt Salzburg, Berchtols⸗ gaden und einen Theil ob der Ens, der Sieger Na⸗ poleon Gorz⸗ Montefalcone, Trieſt, Krain, den Villacher Kreis, und alles Land auf dem rech⸗ ten Ufer der Sau, bis an die Grenien von Bosnien, 302 XIV. Von der franzoſ. Revolution(1789.) der Koͤnig von Sachſen die böhmiſchen Enclaven in ſei⸗ nem Lande, und dann als Herzog von Warſchau Weſt⸗ gallicien, einen Bezirk um Krakau und den Za⸗ mosker Kreis, und der Kaiſer von Rußland einen Landesſtrich in Alt⸗Gallicien. Nach ſolchem Laͤn⸗ der⸗Verluſte, und auf dreien Seiten von dem Feinde umſchlungen, konnte von nun an auch von Deſterreichs Sebſtſtaͤndigkeit keine Rede weiter ſeyn. Waͤhrend die Augen von ganz Europa auf den Gang der Kriegsereigniſſe an der Donau gerichtet waren, vol⸗ lendete Napoleon durch einen Federſtrich die Unterjoch⸗ ung von Italien. Ein Decret aus dem Feldlager bei Wien erklärte(i3. Mai 1809.), daß die päpſtlichen Staaten mit dem franzoͤſiſchen Reiche auf ewig vereinigt werden ſollten. So ſtürzte auf Einen Schlag die welt⸗ liche Macht von Rom, nachdem ſie einen Cyklus von tauſend Jahr durchlaufen hatte. Pius VII., der ſtand⸗ haft ſich weigerte, zu dieſer Entfremdung des alten Guts der Kirche ſeine Zuſtimmung zu geben, wurde als Ge⸗ fangener nach Frankreich abgeführt.— Zuoor ſchon war Napoleon die Genugthuung geworden, ſeinen erbittert⸗ ſten Feind, im Norden von Europa, vym Throne ſür⸗ zen zu ſehen. Da naͤmlich Guſtav III. noch immer fortfährt, von ſeinem aͤußerſt erſchöpften Volke, zur Stil⸗ lung ſeiner Kriegsluſt, das Unmoögliche zu verlangen, ſo bildet ſich eine Verſchworung gegen ihn(43. 29. Merz. Er wird verhaſtet und dann gezwungen, dem Throne zu entſagen; die Reichsſtaͤnde aber erklaͤren ihn und ſeine Descendenten des Reiches verluſtig(10. Mai.); der Her⸗ zog von Sübermannland wird zum Koͤnige, und der Prinz Chriſtian Auguſt vonHollſtein⸗Auguſten⸗ burg zum Thronfolger ernannt(6. Jun. 18. Jul.). Bald darauf kommt der Friede mit Rußland und dann mit Daͤnnemark zu Stande(17. Sept. 10. Dez der erſtere koſtet das theuere Dpfer von Finnland. In Spanien dauerte, indem die Waffen an der Donau ertönten, der Widerſtand immer fort, durch 304 XIV. Von der franzdſ. Revolution(1789.) das holländiſche Brabant, Seeland, Schou⸗ wen und ein Theil von Geldern zum Dpfer gebracht, und noch andere laͤſtige Bedingungen uͤbernommen wer⸗ den. Aber die Mißbelligkeiten dauern fort. Ludwig legt die Krone(2. Jul.), zu Gunſten ſeiner Soͤhne, nie⸗ der. Ein kaiſerliches Delret aber vereinigt ganz Hol⸗ land mit dem franzoͤſſiſchen Reiche(9. Jul.). Doch be⸗ gnügt ſich Napolcon auch hier nicht mit der alten Gren⸗ je. Gleich wie er Teutſchland im Suͤden umklammerte, ſ wollte er es auch im Norden. Er ſtrekte ſeinen Arm is an die Trave aus, zog die Hanſeſtädte, ſo wie die Muͤndungen des Ems, der Weſer und der Elbe, famt dem vorliegenden Lande(10. Dez.) zu ſeinem un⸗ mittelbaren Gebiete, und beraubhte durch dieſe Operation mehrere der Rheinbuͤndiſchen Fürſten ihres Beſizthums. In Spanien dauert unterdeſſen der hartnäckige Kampf fort. Umſonſt drinst die franzoͤſiſche Macht bis Cadix vor, indem es ihr unmoglich iſt, die Stadt zu bezwingen; und wenn Maſſena gleich ſeine Waffen bis vor die Thore von Liſſabon trägt, muß er doch wieder zurück weichen. Die ganze iberiſche Halbinſet gleicht einem Schlachtfelde Es zeigt ſich die Unmög⸗ lichkeit, ein Land zu unterwerfen, in dem jeder Bewoh⸗ ner heimlich oder öffentlich als Feind handelt. Indem aber die Krone des Königs Joſeph in dieſem Züſtande von Unſicherheit wankt, wird einem der Furſten von Na⸗ poleons Heere die Anwartſchaft auf den ſchwediſchen Thron ertheilt. Der Kronprinz war, wie es ſcheint an einer Vergiftung, eines ploͤzlichen Todes geſtorben(28. Mai 110.). Es verfammelt ſich der Reichstag. Der Koͤnig ſchlaͤgt den Prinzen von Ponte Corvo als Throhfolger vor(21. Aug.). Der Vorſchlag wird ein⸗ nüthig angenommen. Der Gewaͤhlte hält ſeinen feier⸗ lichen Einzug in der Hauptſtadt des Reichs(2. Nov.). Die Schweden überlaſſen ſich der Hoffnung beſſerer Zeiten⸗ Dieſe Sffüunz geht nicht in Erfuͤllung. Schwer drückt auf Schweden das franzoſiſche Geſei, das al⸗ bis zu Ende des Jahrs 1819. 305 len Verkehr mit England verbietet, und die Regierung kann nicht verhindern, daß es umgangen werde Dar⸗ uber entfiehen Mißhelligkeiten mit Frankreich, die bald von Napoleons Seite zu kraͤnkenden Erklaͤrungen führen Zugleich fühlt auch Rußland immer mehr bas Drückende und Demüthigende der Handelsſperre, und man läͤßt die Bande derſelben nach. Dieß hat die Folge, daß das bisherige gute Benehmen mit Frank⸗ reich aufhoͤrt; und mit Vergnügen ſieht Napoleon in dieſen Erſcheinungen die Keime eines Kriegs, durch den er die einzige Macht, die auf dem Continent noch ſelbſtſtaͤndig war, zu brechen, und die aͤußerſten Zwecke ſeiner Herrſchſucht zu erreichen hoffte. Ganz Eurvpa geraͤth in Bewegung. Franzoſen, Jtgliener, Lolländer, Teutſche, Preuſſen, Polen, und ſelbſt auch Deſterreicher erheben ſich, um den Koloß des Nordens zu bekriegen. Dagegen ſtehen Rußland, England und Schweden fuͤr Einen Mann. Mit dem besinnenden Sommer gehen Napoleons Heere über den Niemen(25. Jun. 1312.). 3 Es erfolgen häuſige Gefechte; aber immer ziehen ſich die Ruſſen zuruͤck, und ſo gelangt das Heer nach Wilng, Witepsk, Smolen sk, und nachdem es die Schlacht bei Borvdino geſchlagen G. Sept.) zieht es in das brennende Moskau ein(14. Sept.). Hier zerſtören die Flammen dieHoffnungen des Eroberers. Die Noth zwingt ihn, den Ruckzug wieder anzutreten(18. Dot.). Die Armiec leidet furchterlich durch Mangel und Kaͤlte. Al⸗ les geräth in eine gänzliche Auſioͤſung. Den Jammer dieſer Tage erreicht keine Veſchreibnng. Napoleon ver⸗ läßt die Seinen und cilt nach Paris(5. Dec.) Es kom⸗ en nur eitzelne traurige rümmer dieſes ſchoͤnen Heers in Teutſchlond an. Raſch und triumphirend folgen ihnen die Ruſſen nach, die, nachdem ſie Friede mit den Turken geſchloſſen, ihre Macht auf dem Kriegsſchau⸗ plaze beträchtlich verſtärkt hatten. Am Anfange des Jahrs hatte Nevvleon ihren Untergang geweiſſagt; öm Anfange des folgenden Jahrs ſah man die Spiten — — . zob LIV. Von der franzdſ. Revolution(1789.) een vor den Thoren von Berlin(17. Febr. 1815.). Preuſſen wirft nun das lange mit Sträuben getra⸗ z Joch ab, und es verkündigt der Koͤnig, daß er ich zum Schutz und Trus mit ſeinem Freunde Ale⸗ kander vereinigt habe(20 Merz., Ein edler Enthu⸗ ſiasmus ergreis die ganze preufſiſche Nation; Freiheit oder Tod wiro die ullgemeine Loſung. Die vereinten Pee rücken über die Elbe vor; aber die Schlacht bei ützen(2, Mai 1815.) zwingt 4. wieder uͤber den Strom zuruͤck zu gehen Auch bei Bauzen und Wur⸗ ſchen[20. 21 Mai.) erklaͤrt ſich der Sieg fuͤr Napo⸗ leon. Das verbündete Heer geht nach Schleſien(4. Juni.). Ein Waffenſtillſtand hemmt das Blutvergieſſen; äber er führt nicht zum Ziele des Friedens. Vielmehr erklärt nun auch Heſterreich dem Feinde der allgemeinen Ruhe den Krieg(12. Aug.). Es erfolgen heftige Kaͤmpfe um Dresden und an der boͤhmiſchen Grenie: Na⸗ polcon wird immer mehr eingeenst und von der Ue⸗ permacht bedruckt. Die Schlacht bei Leipiig(18.Det.) ſeinem Sſch die Entſcheidung. Er räumt eutſchland und geht mit den Reſten ſeines Heers zber den Rhein. Die Souoeraine des Rheinbundes ſuchen Friede bei den vereinigten Mächten, und verbin⸗ den ſich mit ihnen fur die Sache der Freiheit und des Rechts Waͤhrend die Feſtungen in Polen und im Norden von Teutſchland fallen,(unter denen jedoch Hamburg fortdauernd des Feindes Geiſſel fühlt,) das hollandi⸗ ſche Volk ſich zur Freiheit erhebt, und der Konig von Daͤnnemark der Coglition beitritt, brechen die alliir⸗ ten Heere uber den Rhein: ihre Hauptmacht dringt durch die Franche Comté vor; ſie liefern die gluͤcklichen Treffen bei Brienne und la Rothiere(23. Jah. 1. Febr. 1314.). Das Glük erklärt ſich wieder gegen ſe (26. Fehr.); ſie weichen bis Ehaumont zurück. In den Trefen vei Bar kur Aube(27. Sebr) wendet ſich bis zu Ende des Jahrs 1819. 307 abermals der Gang der Ereigniſſe. Alles dringt aufs Neue vor(10. Merz.). Blücher ſiegt bei Lavn(0. Ferz), Schwarzenberg bei Arcis ſur Aube (20. Merz.) Der lezte Verſuch, das Blutvergieſſen auf dem Wege der ftiedlichen Verhandlung zu endigen, der zu Chau⸗ mont gemacht wird(22. Merz.), zerſchlaͤgt ſich. Na⸗ poleon, in der Abſicht gegen den Rhein vorzudringen, wendet ſich gegen Vitry; die Alllirten ruͤcken geraden Wegs auf Paris los. Sie öffnen ſich die Bahn durch den Sies bei Fere Chamvenviſe(25. Merz.). Der Feind vertheidigt die Zugänge der Hauptſtadt 30 Merz.). Er wird zuruck geworſen und capitulirt 354. Merz.). be Hauptſtadt ergiebt ſich. Die Sieger ruͤcken in die⸗ elbe ein. Waͤhrend ſich dieſe großen Ereigniſſe in Frankreich vegaben, wurde der Krieg auch in Jtalien lebhaft geführt Doch gewahrte er keine beſonders glaͤnzenden Reſuitate, bis der Konig Jvachimebon Neapel dem Vunde der Mächte beitrat(il. Jan. 1814.). Er nahm ſogleich Rom, Florenz und Bologna in Be⸗ ſiz, wogegen aber die Schlacht am Minciv(. Febr.) die Bewegungen der Beſterreicher laͤhmte. Es trat ein langer Zuſtand der Unthätigkeit ein, den vermuthlich der Koniz Jo'achim durch die Sweideutigkeit ſeines Be⸗ nehmens verſchuldete. Der große umſchwung der Dinge in Paris ſtellte auch hier die Ruhe, durch einen Waf⸗ fenſtillſtandsvertras, her(17. Apr.), dem bald eine wei⸗ tere Uebereinkunft folgte(23. Apr.), vermoͤge deren die noch uneroberten Theile des Koͤnigreichs Italien, ſo wie Savohen und Piemont der oͤſterreichiſchen Ar⸗ mee übergeben wurde(21. Apr.). Zuvor ſchon waren die Engländer in Genua eingeruckt. Ueber das Schickſal von Spanien hatte die Schlacht bei Vfttpria entſchieden(21. Jul. 1813.), in der die franzöſiſche Armee eine furchtbgre Niederlage litt. umſonſt bemühte ſich Soult die Sachen wieder berzuſtellen; er war genothigt, ſich auf die franzoͤſiſche 308 XKIV. Von der franzdſ. Revolution(1769.) Grenze zurück zu ziehen, wohin ihm Wellington nachfolgte F. Oet.). Nach der Ruhe des Winters eroͤff⸗ nete der Held den Feldzug wieder durch den Sieg bei Drthes(27 Febr. 814.), drang dann nach Bor⸗ deaur und Tpulvuſe vor, und ſchlug den Feind bei der leztern Stadt abermals 10. Apr.). Do kamen die Boten von Paris und meldeten, was ſich dort be⸗ geben hatte, und Soult erklaͤrte ſeine Unterwerfung unter die proviſpriſche Regierung(19. Apr.). Mittlerweile iſt Paris der Schauplaz erſtaunlicher Ereigniſſe. Einer Auffoderung des Kaiſers Alexander ge⸗ mas, verſammelt ſich der Senat(2. Apr.). Er ſpricht die Thronentſezung des Kaiſers Napoleon und ſeiner Fami⸗ lie aus. Caulincourt, geſandt von dem leztern, kommt mit Friedensvorſchlaͤgen in das Hauptquartier Alexanders, wo er aber zurück gewieſen wird(4. Apr.). Napoleon entſagt dem Throne, nachdem er ſich von ſeiner Armee verlaſſen ſieht. Der Senat entwirft eine Conſtitutionsacte, durch welche die Bourbons wieder auf den Thron gerufen werden(6. Apr.). Eine zwiſchen den Miniſtern der verbündeten Mächte und den Abgeord⸗ neten Napoleons abgeſchloſſene Convention(11 Apr.) beſtimmt das Schickſal des Leztern und Jeiner Familie; die Inſel Elba wird ihm als ein eigenes Fuͤrſtenthum uͤberlaſſen, wohin er ſich begiebt(20 Apr. 1314.). Ei⸗ nen Dag fruͤher, als er daſelſt ankommt, haͤlt Ludwig XVIII. ſeinen Einzug in Paris(3. Mai.). Durch einen mit ihm abgeſchloſſenen Friedenstractat(30. Mai,) legen die verbundeten Mächte den Grund zu dem kuͤnftigen Staotsrechte vvn Euxvpa. Vermoͤge dieſes Tractats behaͤlt Frankreich ſeine In⸗ tegrität auf den Stand vom 1. Jan 1792, jedoch wit mehreren nicht unbetraͤchtlichen Vergroͤßerungen, unter denen beſonders Avignon und Mömpelgard bemer⸗ kenswerth ſind. Die Schiffahrt auf dem Rhein ſoll frei ſeyn.— Holland ſoll, mit einem Gebietszuwachſe, unter die Souverainetät des Hauſes Dranien kommen⸗ — vis zu Ende des Jahrs 1519. 309 — Die teutſchen Staaten ſollen unabhängig und durch ein foͤderatives Band. unter ſich vereinigt ſeyn.— Die Schweiz ſoll glrichfalls ſeibſtſtaͤndig bleiben.— Ita⸗ Kien, außer den Laͤndern, die an Deſterreich fallen, ſoll aus ſouverainen Staaten befehen Malta wird Ei⸗ gentzum des Koͤnigs von England, welcher alle ſeine Er⸗ oberungen an Frankreich zurück giebt, jedoch mit Aus⸗ nahme von Tabago⸗, St Lucie und Jsle de France. — Auch Guadelouve wird an Frankreich, der im Basler Frieden aber von Frankreich erworbene DTheil von St. Domingo an Spanien zurück gegeben— Des⸗ gleichen erhält Frankreich ſein Guyana wieder.— Antwerpen ſoll in Zukunft blos ein Handelsafen ſeyn.— Innerhalb zweier Monate ſollten allt Maͤchte, weiche in dieſen Kries verwickelt waren, Bevollmaͤchtigte nach Wien ſchicken, um auf elnem General⸗Congreſſe die Anordnungen zu treffen, welche die Verfügungen die⸗ ſes Tractats vervollſtändigen mußten.— 1814. 10 May. Antwerven mit der Flotte wird von Karnvt den Englaͤndern(Graham) uͤbergeben. 7 Jul. Die Feindſeligkeiten zwiſchen Schweden und Rorwegen eröffnen ſich.(Prin Chriſtian gegen den Kronprinzen von Schweden.) 1. Aug. Friederichsſtadt und Konſteen kapitulieren. 1z. Aug. Durch die Konvention von Moßl wirdi der norwegiſche Krieg beendigt. 23. Aug. Feldzug der Englaͤnder in Nordamerika. Brand von Washington.(Kockburne. Roß.) ⁰ 10. Sept. Die Englaͤnder werden bey Plattsburg geſchlagen und ihre Flotte wird auf Champlainſee zernich⸗ tet.(Igart gegen Prevoſt.) § Noo Die Schweden ziehen in Chriſtiania ein. 2 ½. Dec. Niederlage der Engländer bey Neu⸗Or⸗ leans Pastingham gegen Jackſon.. 1315. 1. Maͤrz. Napoleon gelüſtet wieder nach Frank⸗ geich und landet auf franzoſiſchem Boden. Er iieht(4⸗ 310 XIV. Von der franzb. Revolution(1789.) Maͤrz) in Lyon ein, die franzoſiſche Armee geht zu ihm über, und er hält ſeinen Einzug in Paris(20. März.). 3. April. Mürat beſezt den Kirchenſtaat und rückt nach Coskana und Pberitalien; aber in dem Treffen von Dchiobello(10. April) geſchlagen, nimmt er ſeinen Rück⸗ zug(14. Apr. verfolgt von den öſtreichiſchen Feldherrn Nügent und Bianchi. 2. u. 3. Mai Liefert er bey Tolentino den öſtrei⸗ chiſchen Feldherrn Bignchi unb Neipperg eine Schlacht. 11. May. Erſcheint eine engliſche Flotte vor Nea⸗ pel. Mürat flieht(23 Mai.) und die Deſtreicher beſetzen unter Neipperg Neapel. 15, Jun. Die Feindſeligkeiten und ein neuer Krieg gegen Frankreich oder vielmehr gegen Napoleon brechen aus. Zwar wird(16. Jun.) Bluͤcher in der Schlacht von iany zuruͤckgeſchlagen aber er und Wellington liefern apoleon ſelbſt die Schlachten pon Belle Aliance und Waterloo, in welchen das franzoſiſche Heer eine totale Nie⸗ derlage erleidet(17. u. 13. Jun.). 20. Jun. Krieg der Nordamerikaner gegen Algier⸗ 23. Jun. Kronprinz(ſeit 30. Oct. 1316. König Wilhelm) von Würtemberg liefert dem franzoͤſiſchen Ge⸗ neral Rapp das Treffen bey Strasburg. 20. Jun. Quesnoy kapituliert(Prinz Friedrich von Hranien); die Deſterreicher rucken über Chambery in Frankreich ein. 4. Jul. Blücher liefert das Treffen vor Paris. 7. Jul. Dieſes kapitulirt, und die Preußen und Englaͤnder halten ihren Einzug in Frankreichs Hauptſtadt. 11. Jul. Maubeuge kapitulirt(Prinz Auguſt von Preußen); deßgleichen Landreci(derſelbe.). 8. Aug. Ebenſo Philippeville und Marienburg(derſ.); ferner Longwy(15. Aug.)(Prinz von Homburg), 13. Aug. Rocroy(Prinz Auguſt von Pr.). 26 Aug. Hüningen(Erzh. Johann.). 11. Sept. Ginet(Prinz Aug. von Pr.)⸗ 21. Sept. Montmedy(derſ. bis zu Ende des Jahrs 1819⸗ 311 Nachdem Bonaparte nach St. Helena abgefuͤhrt (2. Aug.), der heilige Bund zwiſchen Heſtreich, Vreußen und Rußland geſchloſſen(26. Sept.), und die alliirten Heere zum Theil Frankreich verlaſſen(18. Det. u. Nov.), und nur gewiſſe Biſtrikte und Feſtungen beſezt gehalten, kam der zte Pariſer Friede zu Stand(20—21. Nov.. 4316. Die vereinigten Provinzen von Buenos Ahres erklären ſich für ungbhaͤngig. 2 2. Aug. Algier wird von den Englaͤndern und Holländern bombardirt. Die teutſche Bundesverſammlung halt ihre erſte Si⸗ zung zu Frankfurt(1. Okt.). 1317. Verbot des Sklavenhandels nach den fran⸗ zöſiſchen Kolonien. Unerhörte Theurung, nicht nur in Teutſchland, ſondern beynahe in ganz Europa auf den im Jahr 1816 allgemein erlittenenen Miß wachs Ein Schfl. Dinkel wuͤrtb. Maaſes kam bis auf 30 jl. zu ſtehen⸗ und war am Ende ſelbſt um dieſen und noch weit hoͤhern Preis kaum mehr zu haben. 5. Jun. Koncordat zwiſchen dem Papſt und Bay⸗ ern, mit Frankreich 14. Jun., mit Sicilien 16. Febr. 1818. 5 10. Jun. Spanien tritt der Wiener Kongreßakte ey. Vereinigung der lutheriſchen und reformirten Kirchen im Raſſauiſchen, Preußiſchen und Kurheſſiſchen(1. Aug⸗ und 27. Sept⸗ 28. Aug. Das franzoͤſ. Guyana wird an Portugal abgetreten. 23 Sept. Vertrag zwiſchen England und Spanien, den Sklavenhandel betreffend, zwiſchen England und Niederlande(4. May. 1818). 5. Jan. 1818. Karl Johann(Bernadotte) beſteigt den ſchwediſchen Koͤnigsthron. 28. Apr Verträge zwiſchen den verhündeten Mäch⸗ ten und Frankreich die Entſchaͤdigungs⸗Forderungen an leßteres betreffend. 312 XIV. Von der franzoſ. Revolution(1789.) Fortdauer der Inſurrektion der amerikaniſchen Koloni⸗ en gegen Spanien und des Kriegs jwiſchen den Englän⸗ dern und den oſtindiſchen Fuͤrſten. Auswanderung aus Deutſchland nach Rußland und Amerika. May. Eine Kolonie vertriebener und ausgewander⸗ ter Franzoſen laͤßt ſ am Fluſſe Trinité in der Provinz Texas auf den Graͤnzen von Louiſiana und Neumepiko nieder, und giebt ſich den Namen Champ d'Aſile, geht aber nach einigen Monaten und nach einem Angriff der Spanier auf ſie, wieder auseinander. 1813. Jul. Spanien ratifieirt einen, mit den verei⸗ nigten nordamerikaniſchen Staaten im Auguſt 1802. ge⸗ ſchlsſſenen, von lezteren ſchon 1804. genehmigten Ver⸗ trag uber Entſchaͤdigung der beiderſeitigen Staatsbuͤrger wegen deſſen, was ſie in dem, dem Vertrage vorherge⸗ gangenen Kriege erlitten hatten. Aug. Zwiſchen Preußen und Rußland wird die Greniberichtigung dem Verlrage vom 30. Det. u 11. Nob. 1317. gemaͤß beendigt. Der Hof von S. Petersburg macht den, am 12. Oct. 13135. mit Perſien geſchloſſenen Ftie⸗ den, und die neue. Grenzbeſtimmung mit dieſem Reiche oͤffentlich bekannt. 7. Sept. Koͤnig Carl Johann von(Schweden und) Nor egen wird in Drontheim gekroͤnt. Die Kaiſer von Heſtreich und Rußland, und der Koͤnig von Preußen, nebſt Miniſtern der meiſten mit ihnen verbündeten Maͤchte verſammeln ſich in Aachen. 9. Oct. Ueber die Zahlung des Ueberreſtes der franz⸗ Contributions⸗Gelder wird zwiſchen Frankreich und den verbündeten Mächten ein Vertrag geſchloſſen. Nov. Die Decupations⸗Armee der verbuͤndeten Maͤchte raͤumt Frankreich zufolge der auf dem Congreſſe zu Aachen genommenen Verabredungen. 13. Dec. Die verbündeten Machte ſchließen mitFrank⸗ reich eine neue Convention wegen Zahlung der Contri⸗ butions⸗Gelder, wodurch die auf dem Congreſſe 30 — — bis zu Ende des Jahrs 13r9. 313 n genommenen Verabredungen einige Abaͤnderung eiden. „ 31. Dec. Der Staats⸗Sekretaͤr der vereinigten nordame⸗ rikaniſchen Staaten erklaͤrt die Annahme der Bedingun⸗ gen, unter welchen die beiden Florida von Spanien ab⸗ getreten werden ſollen. 9. Jan. 1319. Die edelſte der Fürſtin, Koͤnigin Ca⸗ tharina von Württemberg, Großfurſtin von Rußland, ſirbt unerwartet ſchnell. 19. März. Der Prinz Regent von England, auf den Antrag des Bureau der Meereslunge, ſezt Preiſe auf das WVordringen in die nordlichen Pokargegenden. 23. Maͤrz. Der Schauſpiel⸗Dichter und Schrift⸗ tiller Auguſt von Kotzebue wird zu Mannheim von einem Studierenden der Theologie ermordet.. Der teutſche Bund ſchickt eine Geſandtſchaft nach Rom, um uͤber die Verhältniſſe der kathvliſchen Kirche in den evangeliſchen Bundesſtaaten zu unterhandeln. 25. Sett In dem Koͤnigreich Würtemberg wird die auf vertragsmaͤßigem Wege zwiſchen dem König Wil⸗ heim, dem Vater ſeines Volks, und den Abgeordneten von dieſem errichtete Verfaſſungs⸗Urkunde oͤffentlich be⸗ kannt gemacht. Uueberſchauen wir noch einmal die Geſchichte mit füchtigem Blicke, welch' ein unermeßliches Meer der ewigen Weisheit liegt vor unſern Augen, wie maͤchtig ergreift und erhebt uns der Gedanke, daß der, der üͤber den Sternen thronet, Macht hat, zu erheben und zu ſurzen, zu lohnen und zu Krafen, wann und wie ſein unergründlicher Wille gebeut*), und welche beiſpielloſe *) Mancher ſchreibt und betet in unſern Tagen dieſe Worte vor und nach, ohne für den Gegenſtand ſelbſt rein zu fühlen. Aber auch dieß iſt ein Grund zur Ermunterung fur die, die ſich vor dem unſaubern Geiſte zu hüten wiſſen. Spaͤth Laſchenb. der Weltgeſchichte. 1½ — ———— 314 XIV. Von der franzdſ. Revolution(1789.) ꝛc. Aufopferung, welche Großmuth, welche Energie bezeich⸗ net in unſern Tagen die Namen eines Franz, Ale⸗ randers und Friederich Wilhelms, verbunden mit dem edelmüthigen Grusbrittanien Und wie herzlich froh nennen wir, und behalten ſie auf, unſern Enkeln, die Namen der würdigen Heerführer und Män⸗ ner des Rechts, einen Schwarzenberg, Bluͤcher, Wellington, Wrede, Kronprinz von Wuͤrt⸗ temberg nebſt vielen anderen, einen Metternich, Hardenberg, Neſſelrode, Caſtlereagh u. [w. Ja! es bleibt wahr, daß die Wurde der Menſch⸗ heit nur durch die gediegenen, mit Nachdruck E 6. tenen Grundſaze des moraliſchguten, reinen, von ſach walteriſchen Künſten weit entfernten Rechts, aufrecht erhalten und behauptet werden kann und wird, und daß Stagten und Voͤlker nur unter dem, dieſem Rechte gls Einheit entſprechenden Geſeze ihr Wohl ſinden. Friede ſey mit uns! „ Regiſter. ———— (Anm. Die vordere Zahl zeigt das Jahr, die, nach dem Worte aber, die Seite des Werkchens an.) Vor Chr. 2000. 1550. 1200. 640. 500. 572. 77. 465. 444. 420. 404. Abraham, 14. Amphyktion, 15. Aeskulap, 15. Achilles, 17. Aeneas, 17. Andromache, 17. Agamemnon, 17. Arbaces, 20. Ancus Martius, 23. äter Koͤnig Roms. Aſthages, 25. Aeſop. Aeſchylus, 27. Artaxerxes I. manus, 23. Ariſtophanes. Aſpaſia. Alcibiades, 28. Artaxerxes II. mon, 30. Longi⸗ Mne⸗ Vor Chr. 400. 394. 362. 340. 3354. 320. 317. 294. 270. 256. 224. 210. 168. 142. 131. Ariſtippus. 30. Ageſilaus, 30. 32. Artaxerres III. Dchus. Apelles. Alerander, 33. Ariſtoteles. Antigonus, 34. Agathokles. Antigonus Gonatas, 35. Ariſtarch, 36. Arſaces. Antiochus III. 36. 33. Achäus, 37. Archimedes, J. Aemil, Paul 40. Andriskus, 42. Attalus III. Philo⸗ meter, 45 3Z16 Re Vor Chr. 52. Arioviſt, 52. 44. Antonins Markus, à0. Agrippa, M. 61. Nach Chr. 133. Antrnin d. Redliche, 7. 161.—— Marc. Aurel, 68. Aurelian, 71⸗ Aleth, 77. Athanaſius, Arkadius, 78. Alarich, 79. 80. Attalus, 80. . Athaulf,(Adolf) 80. „Aetius, 81. 84. . Pitila, 81.(Etzel.) Avitus, 85. Anthemius, 35. Anaſtaſius, 88. 93. Amalberge, 90. Alarich 11., 00. Amalaswinde, 90. Athalarich, „Albwin, 91. Authar, 92. 100. Agilulf, 92. 100. Adelwald, 100. Abubekr, 97. Ali; 97. Ariwald, 100⸗ Aljesha, 97. Amru, 97. . Aribert, 100. gi ſi er⸗ Nach Chr. 677. Alachis, 101. 701. Aribert II., 101. 710. Ansbrand, 101. 732.„102. 108. 749. Aiſtulf, 106. 755. Abbas Saffah, 103. 763. Abu Dſchajafar, 103. N. Adalgis, 787. Arichis, 107. — Adelberge, 368. Achmed, 111. 871. Alfred von England, 883. 121. Arnolf, 11 4. Karl⸗ manns unaͤchter S. 115. Arnolfv. Baiern, 116. Adelheit v. Burgund, 2te Gemablin Bttol. 117. 118. Albrecht v. Italien, S. Berengar's, 113. Anna, Gemalin Wla⸗ dimirs, Schweſter der Theophane, 1214. Anna, Tochter Jaros⸗ laf, Gemalin K.b. Frankr. Heinr. 1. 1044. Albrecht, Gr. v.Elſaß⸗ 120. Abköm̃l. Eticho. im hten Jahrh. 1056. Agnes von Guienne⸗ Mutter Heinr. W⸗ 120. 1061. Alepxander Il. P. 12⸗ 911. 952. 963. 980. 1015. Nach Chr. 1070. Alexius Komnenus, Kaiſer zu Conſtant. 122. 135. 137. 1079. Alfonſo, 159. 1081. Anna, T. Alexius Komnenus, 135. 1139. Albrecht d. Bär, 132. 1139. Alfonſo, S. Heinr. v Burgund, 139. Kv. Portugal. 1144. Atabek, 133. 1159. Alexander II. P. 129. 1212. Albrecht, Enkel d. B. 132.. 1256. v. Caſtilien. 1 46. 1241. Alexander Newsky, 1 0. 1210. Alfonſo VIII. 154. 1276. Albrecht von Hohen⸗ erg, 156. 1282. Arbrecht v. Deſtreich, Rudolfs v. Habsb. Sohn, 157. und K. 158. T. 1503. Wit von Naſſau, ie Meiſſen, Aniedei, 159. Amadeus v. Savoyen, 1292. 1292. 1240. 1311. Johanna v. Anjou, . Aiſp d. Weiſe, 165. Regiſter⸗ v. 1395. Albrecht W. 161. Andreas, Gemahl d. Nach Chr. Alexander. V. P. 467. 1365. Amadeus d. gruͤne Graf, 172. 1416. Enkel d. gr. Gr. Herzog, 172. 1356. Albrecht von Deſtr⸗ 174. 175 176. 1404. Albrecht V. 176. 164. (Kſr. M. 1433.) 190. Shtub Eidam, 1340. Wnſo Kl. 180.(Ca⸗ ſtilien) 202. — 3 Baſs der Mere⸗ 1459. ie v. Portugal 1398. v. Mecklen⸗ 1494 u 1492. unavr P. 196. 1478. Aenſo H. v. Cala⸗ brien, S. K. Fer⸗ i Neapel, 198. 1492. abnlah, 201. 234. 1408. Amerigo Veſpucci, 203. Alvarez, 203. 1519. Albrecht v. Branden⸗ burg, 215. 229. 1553. Auguſt von Sachſen⸗ 221. 236 317 318 Regiſter. Nach Chr. 1568. Aquabiva, Claudius, 224. 225. Alba, 230. 234. 675. Amadeus Victor, v. Savoyen 1554. Bernhardt, 1575. Anna Jagello, 228. 1609. Albrecht b. Deſt. 240. 160 4. Atrepieff. 246. 1645. Alexei Richutiomltſch, 1616. Achmed 1. 1634. K. Port. Don J.. 1660. S Don nuel,(Port.) 2 1667. Acunha, 249. 1636. Anna, T. Philipp II. von Stun„Mutter Ludw. XIV. K. bon Engl. 26 1745. eti⸗ Span. Min. 1716. Achmed 1l. Padisha, 273. 1730. Anna, K. b. Rußl. 273.(. 1740.) 1740. Anna, T. v. Cathar., H. zu Meklenburg, Schw. von vor. 274. — Anton Ulrich, H. v. Braunſchweig⸗Wol⸗ fenböttel, Gemahl Nach Chr. dieſer Anna, 274. 279. 280. 1751. nn Friderich, K Schweden, 282. 16 Sriin. 283. ——— Vor Chr. 180. Pion. 113. Bojorich, 44. 44. Brutus M., 58. 42.— Decimus, 59. „ Nach Chr. 215. Se 424. Lriſrs 81. 534. Beliſar, 90. 722 Beni faz, 102.(Win⸗ fried). 379. Boſo, 114. 923. Berengar, 116. von Spo⸗ eto. 936. Billungen, Herrmann, 117. 952. Bruno, Bruder Otto 14 21. o45. Berengar M. 842 Bardas, 867. Baſilius, 122. 975. Baſilius Il. 125. Regiſter. 3¹9 Nach Chr. Nach Chr. 4076. Berchtold zu Zahrin⸗ 1745 Marſchall . 10. Se i S. Albr. d. 176. Bonaparte, 292. 295. Bären, Hzu Sachf⸗ 1096. S 8 3 1099. Bertran R 2 munds, 137. N Vor Chr. 1241. Batu, 149. 150. 1600. Cekrvps, 15. — Bela W., K v. Un⸗ 560. Cyrus, 25. garn, 150.— Croͤſus, 25⸗ 1270. Bourbon, Beatrix, 529. Cambyſes, 26. 154. 400. Eyrus, d. J. ö0. 1294. Bonifaz VMI. 158. P. 180. Cato, P. 40. 41. 1305. Benedikt Kl. 15 142. Critolaus. 42. 1240. Buondelmonti, 159. 02. Cgtulus, 45 47. 1414. Benedikt XII., 168. 88. Caͤpiv, 46 1351. Bocacciv, 172.— Einna, L. Com. 47.43. 1399. Bajeſſid, 4914.— Carbo, 49. 1452. Borgia, Caſar, 196. g0. Catulus, d. J. 49. 1587. Baſea, 230. 71. Eraſſus Licin⸗ 50. 55. 1580. Braaanza, 234. 63. Catilina, 51. 1571. Barbarigv, 234.— Cicero. 1570. Bianca, 235.— Cato, d. J, 51 — Bonaventuri, 255. 46. Caſſius, 58. — Blomberg, Barbgra, 234.(Maitreſſe Nach Chr⸗ Karls V.) 1603. Burkingham, 24 4 S 1632. Bernhard von Wei⸗— Claudius, 64. t 243. 80. Commodus, 6. 268. Elaudius, 70. 1715. Beriack, Marſchall, 207 82. Carus, 71 1736. Biren,(Biron) 273. 279. 2 2 4 Eonſtantius Chlorus, 72. 3ol, Conſtantin, 73. Nach Chr. Conſtantin II., 74. Conſtans, Conſtantius. Chlodwig, 83.(Lud⸗ wig) Childeberts Sohn 337 466. Caſſiodorius, 90. Chlotar, 96. Conſtans II., 102. Conſtantin IV., 103. Childerich III., 105. Conſtantin V., 109. 780 Conſtantin VI., 109. 911. Conrad von Franken, S Kg. 115. 952. Conrad, H. zu Fran⸗ ken u. Lothr., Eidam Otto I., 117. Conrad, t. K. u9. (II Conſtantin(VII.), Porphyrogene⸗ es. Conſtantin VMI. Conſtantinus Mona⸗ chus, 123. Conſtantinüs Dukas, 124 526. 613. 641. 668. 752. 741. 1032. 9¹9. 975. 1042. 1059. Cinnamus, 136. Conrad v. Hohenſtauf⸗ fen 129. t. K. III. 133. Coͤleſtinus III. P. 13. Conſtantig, K. Hein⸗ richs VI. Gemalin, 143. 1120. 1133. 1¹91. 1166. Regiſter. Nach Chr. 1250. Conrad, IV. 146. S. Fridrich II. 1268. Conradin, 148. 1305. Clemens V. 159. 184. 1347. Colonna, von Rom, 166. Clemens VI., 166. 13783. Clemens VII., 166. 1440. Chriſtof v. Baiern, K. v. Schweden, Daͤn. und Norw⸗ 138. 1448. Chriſtian I., K. von Dän. 2c. 188. 223. 1370. Caſimir d. Gr. 189. 1444. Caſimir v. Polen, 169. 1453. Conſtantinus, Gr. K. 192. 1523. Clemens VIII. P. 198. 1495. Colombo, 205. 1505. Chriſtian II. Daͤn. 205. 228. 1536. Calvinus, 220. 1554. Chriſtian III., K. v. Dän. 229. 1537. Croce, 230. 1559. Catharina v. Medi⸗ cis, Gemalin Heinr. 11. v. Frkr. 231. 1566. Carlos(Don) 235. 1550. Chriſtoph, Herz. von Württemberg, 1609. Clara, Iſabella Eu⸗ genia, T. Phil. II. v. Spanien, Gem. Regiſter. ach Chr. a ee S. Max. 1643. gonte 6 1646 Chriſtina, Koͤn. von Schwed, 244. 250. 1660. Caſtellomelhor Port. Min. 248. 1643 Chriſtian IV. 250. 1653. Cromwell, 252. 2689. Charlotte Eliſabethe, Schw. Karls v. der Pfalz, Gemalin Leti von Drle⸗ ns, 253. 1713. Cathurinn I., ruſſiſche Kaiſerin, 265. 1740. Catharina, Herz. zu ecklenburg. 274. 1744. Etcharinn(1I.) 281. e (. 179 1758. gEh XIII. P. 1762. Chviſeul, Duc. 284. 1769. Clemens XIV. 294. ———— Vor Chr. 1600. Deukalion, 15. 1500. Dor. 15. 1300. Daͤdalus, 16. 1100. David, 17. 900. Dido, 19. 617. Drakv, 25. 24. 305 Vor Chr. 521. 5 Hißtaspis, 423. Dais II. Nothus. 409. Divnys d. A. 356. Decius Mus. Darius III. Kodo⸗ mannus. 3oo. Demetrius Polyorce⸗ tes. 35. 264. Durtiu 36. 142. Diäus, 42. 38. Druſus, 46. 8a. Damaſippus, 48. Nach Chr. 31. Domitian, 66. 103. Didius, 68. Darius, 70. 4. Diocletian, 72. „Dieterich, 82. Dieterich, 89. 9o. Deſiderius, 106. Dolgbruky, Czar, 135. . Dſchingis⸗ Chan, 149* 1250. Druſen. 152. 1240. Donati. 159. 1386. Durszzo, 164. 1324. Dante †. 1389. Dſchagadai, 101. 1528. Dartä⸗ Andreas, 227 1588. Drake, 235.(Armada v. Spanien.) 1604. Demitri, 246. 3²² Vor Chr. 1300. Evander, 16. 1100. Euryſthenes, 17. 13. 465. Esra, 28. 444. Euripides. 378. Epaminondas, 31. 320. Eumenes, 34. 300. Euklides, 55. — Epikur, 36. 189. Eumenes, 37. 39. Nach Chr. 453. Ellak, 34. 455. Eudocia, 85. 540. Euthar, 91. 710. Eudes, 102. 789. Edris, 110, 367. Eudes, 144. 1006. Euſtach, 1356. 1276. Eberhard von temberg, 156. 4310. Eliſabeth, 158. 1356. Eduard III., 185. Engl. 127. 157. 1307. Eduard II., 167. 1 39. Erich, 188. 161. Eduard IV. 206 Regiſter. 10 42. Eduarb, v. Engl. 134 Würt⸗ Gemalin Johanns v. Luxemb. 1338. Eugen W. P. 168. 169. 1339. Erlach Rudolf, 1753. 187. 1272. Eduard I., Koͤn. von Engl⸗ Nach Chr. 1517. Erasmus, 220. 1540. Eſte, 226. 1564. Emanuel Philibert v. Savoyen, 227. 235. 1547. Eduard VI. 22. 1553. Eliſabeth, Kv. Engl.⸗ chw. d. aria, 230. 1576. Egmont, Gr. 230. 1568. Erich XIV., S. Gu⸗ ſtav Waſa, 233. 1620. Eliſabeth, Gemahlin Fridr. v. d. Pfalz, Jakobs I. (Engl.) 241. 1628. Eagenberg, 243. 1688. Ego Fuͤrſtenberg, 27. 1704. Eugen, 261. 273. 1695. Ernſt Auguſt, Braun⸗ ſchweig Lünneburg, Herzog zu Hañover, 262. 1742. Eliſabeth, Prinzeſ., D. Peters d. Gr. 260 (Kaiſerin.) — Vor Chr. 216. Fabius, 37. 42. Fulvia, 60. Nach Chr. 286. Florian, 71 Regiſer⸗ Rach Chr. 375. Fridigern, N. Friderich, Herzos zu Schwaben, 128. Hohenſtaufen. S Barbarvſſa, 142. Frirerich II. Kaiſer, 133. 142. 144. 145. 150. Fatimiden, 135. i v. Deſtreich Fabinand v. Caſti⸗ lien u. Levn, 134. Friderich, H. v. Deſtr. 151. 162. 173. S. Albrechts⸗ Friderich, Burggr. v⸗ Nuͤrnberg, 161. Friderich, Herz von Braunſchweig, 163. Friderich v. Hohen⸗ zollern, 164. 177. 173. 1422. Friderich, Mgr. von Meiſſen, 164. 173. 1439. Felir V. P. 169. 14356. Friverſch⸗ Gr. v. Tok⸗ kenburg, 175. 1460. Friheie IM. v. S. S 176. t K. 1 1362. eih v. d. Pfalz, 1567. erd aib S. v. Portug⸗ 181. 1031. 1152. 12¹5. 1096. 12351. 1256· 1514. 1322. 1400. 1417. 1559 3²3 Nach Chr. 1478. Franz Herz. v. Bre⸗ 195. 1515. Franz I., K. v. Frkr. 106. 210. 215. 1474. Ferrando, K. v. Near pel, 108. Ferrando II. 199. Ferdinand v. Arra⸗ gonien und Caſti⸗ lien 109.(† 1515.) (der Kätholiſche.) Frundsberg Georg', 208. Fewe Ferran⸗ b 1. Friederich B. 2¹5. v. d. Pfalz Friderich III., Weiſe, 215. 9. Sachſen“ Stihand p erdinan eſtr⸗ (t. K. 1556.)(K. 4 S 54 Fargeſ Piero Ludo⸗ vicb, 226.(unehel⸗ Sohn P. Pauls) Dttavib, 226. Friderich 1., Koͤn. Daͤn Franz ü., S. Heinr. II. Frkr.) Franz Il. Grhrzg. v⸗ Toskang, 2 235. Ei⸗ dam Sin t. K. ² 1495. 150 ½ 1500. 1519. 1521. 1545. 1547. 1523. 1570. 324 Re Nach Chr. 4576. Frsant, Grvprig. 4572. Firley, 237. 1619. Ferdinand Il. t. K. (Erzh. Karl v. Graz Sohn) Enkel Ferd. 1. 239. 244. 1603. Set Shf. Pfalz, 1637. gertteandm, ſ K., S. d. 11. 2 4. (1048. 1593. Feodor, Sohn Jwan Waſiliiwitſch 246. Fedor, S. Boris Gu⸗ denov, 246. 1667. Fernandez, 249. 1653. Friderich Wilhelm v. Brandenburg, 249. 251.(1660.) 254. K. v. Pr.) 4654. srio 254. 4646. Fribetich Heiſrich, Pr. v. Dranien, 253. 262. 1659. Fairfar 252. 1697. Frigich VI, N. 9 259. 1701. Friderch1 v. Bran⸗ denburg. 1720. Friderich v. Heſſen, v. Schweden. 1605. 1677. gebr 8. Alexei. 264. giſter. Nach Chr. 1715. Farneſe Eliſabeth, Pr. huhs S ilipp 26 S„ Cardinal, 268. Friderich Auguſt, K⸗ († 1732.) ehne, K. v. Nea⸗ Philipps V. Span. 270. 1740. rüri IM., K. v. Pr. 27 4. 275. — Fuurh Carbinal, 275. 1742. Friderich Auguſt, Ch⸗ F. v. Sachſen, 277. 1745. Franz, Gem. Mar⸗ Ther., Kaiſer, 273. —— 1726. 1755. 1759. Vor Chr. 1300. Gordius, 16⸗ 500. Gorgias, 477. Gelon, 27. 131. Gracchus Siberius, 6. 122. Cajus, 44. Nach Chr. 68. Galba Sulpieius, 65 235. Gordianus, 69. 259. Gallienus, 70. 234. Galerius, 72. 350. Gallus, 75. 379. Gratianns, 78. Regiſter. 325 Nach Chr. Nach Chr. 419. Gundichar,(Guͤnther) 1630. Guſtav Adolph. 61. 37. 1642. Gusmann Luiſe, K. 47. Geuſtrih, 31. 35. v Port. 245. 474. Glycerius, 37. 1598. Gudenov, Irene, Ge⸗ 502. Gondebald, 93. malin Fedors, 246. 554. Gelemir, 90. Boris, 246. 526. Godemar, 93. Ende 1607. Gallizin, Fürſt, 245. Burgund:(534.) 1714. Sonzaga, 261. 560. Gontram, 95. 1703. Georg I. von Hanno⸗ 599. Gregor I. P. 100. ver, S. Ernſi Auguſts 651. Godebert, 101. 262. 266. — Grimmwald, 1742. Georg II., K. v. Engl., 722. Gregor II. 102. 104. S. Georg I., 276. 884. Goſſelin, 114. 1000. Geyta, 115. 10 44. Sſtitt Gr. v. El⸗ aß, 120. 1073. Gregot VIL., 125. 127. Vor Chr. 1152. Guienne, Elevnore, 1600. Hiob, 15. 134. 1550 Hellen, 15. 1096. Gottfried von Bouil⸗ 1300 Herkules, 16. lon, 136. 1200. Helena, 1229. Gregor IX. 145.— Hektor, 1290. Givtto. 160. 1000. Homer, 19. 1576. Gregor XI. 166. 900. Heſiodus, 19. 1414. Gregor XII., 168. 528. Hipparchus, 26 1439. Guttenberg, 172.— Hippias, 6505. Geßler, 173. 500. Horatius, Gonzalez, ſ. Mendoza, 477. Hamilkar, 27. 1495. Gama, Vasco, 203.— Hiero, N. 1519. S nklau, Richard, 444. Herodot, 23. — Hidpokrates, 6523. guh Waſa, 228. 270. Hiero, d. J. 36. 1562. Guiſe, 231. 264. i6ꝛl. Georg Wilhelm von— Hasdrubal, Brandenburg, 242. 2148. Hasnibe 56. 37. 39. —— 32⁵ 162. Hipvarch d. Aſtronom. 42. Hirtius, 59. Nach Chr. 117. Hadrian, 67. 217. Heliogabalus, 69. 375. Hermanrich, 76. 395. Honoriüs 73. 79. 439. i(Heinrich) 1 453. Hildichunde, 34. 475. Hengiſt, 37. 403. Hunnerich, 90 Genſe⸗ richs Sohn. 840. Hildetald, 91. 641. Heraklius, 102. 770 Hadrian, 106. 766. Harun al Raſchid, 109. 911. Heinrich v. Sachſen, S.Otto's, 116(919) Kg. der Teutſch en, 117. 375 Harald, 116. 952. Heinrich, Bruder Dt⸗ to I. 117. Nſr. 926. Hugo von Provence, 113. 937. Huzo Capet, 119. 1002. Heinrich II., Kſt. 110. 1039. Heinrich III. S. Con⸗ rads⸗ 119. 4056. Heinrich IV., S. des III 120. 125. 126. 127. 1020. Hahsburg, 121, von Regiſter. Nach Chr. Eticho abſtammend, 203. 1015. Heinrich I., Konig. v. Frankr. 122. 1106. Heinrich W, 127. d — Heinrichd Schwarze, Sohn Welfs, 123. 1125. Heinrich der Stolze, 138 132 1156. Heinrich d. Löwe, 123. 1159 Hadrian IV. P., 129. 1154 Heinrich II, K, v. Engl⸗ 129. 134.(Planta⸗ genete v. Anjou.) 1057. Harald, 134. 1191 Heinrich VI., t. Kſr. 131. 143. 1212. Heinrich, Enkel Albr. D. B., Anhalt., 1215. Heinrich, S. d. Lo⸗ wen, 133. 1100. Heinrich I, K. b. Eng⸗ land. 134. 1006. Hugo, v. Frankr. 136. 1109. Heinrich, von Bur⸗ gund, 139. 1156. Heinrich, H. v. Deſter⸗ reich 10 12 47. Heinrich, von Thuͤrin⸗ gen, 141. 1187. Heraklius, 142. 1246. Heinrich, S Friedrich II. 145. 150. 1258. Hulaku, 150. 151. Regiſte Nach Chr. 1276. n. von Werden⸗ er 156. 1308. Sunhſe entur (VII.) 160. 1314. zen ch, H. d. Kärn⸗ then, 161. 1409. Heinrich von Langen⸗ ſtein, 167. 1414. Huß, 177. — Hieronimus, 1440. Heinrich, Pr v. Port., S. Sritſe 182. G 66 1312 Hugo, Wügraf, 184. 1349. Humbert, de la Tour du Pin, 185. 1419. Heigri h V., Koͤnig v. Engl. 136. Gemal v. Eatharina von Frankreich. 1216. Heinrich HI., K. von Engl. 137 13599. Hr inrie V., Enkel Eduards m. 1 4 1472. Heinrich VI., Sohn V Eng) (E 1457. Suri ie v. Caſti⸗ 1435. Heinc.(Engl.) 206. 228. 1509. Heinrich VIII., Engl. 206. 228. 1547. Zeſnch II., Frankr. 2 221. 222. 227. 1576. Horn, Gr. 250. r. 327 Nach Chr. 1574. Heinrich III., K. von Frkr. 230½ 237. Hoſpital, Canzler in Frkr. 251. Heinrich IV. 232. 250. Hars, Span. Mini⸗ ſiet, 244. Hebwig von Holſtein, Wittwe Karl X. v⸗ S weden, 251. 1739. Hildburghauſen, 274. 1560. 15³9. 1550 1009 1660. —— Vor Chr. 1000. Jakob, S. 14. 1900. Srachle 4 100. Joſe ph⸗ 1480. Jon, 1470. Inſua, 15. 1300. Jaſon, 16. 900 Pnas, 19. 800. Jeſaias, 21. 404. Itrateg⸗ 66. Julius Cäſar, 50 » Nach Ch r. 354. Jullan, 75. 364. Jovtanus, 76. 534. Juſtlnian, 90. Mor⸗ genl. Kaiſer 568. Juſtin II., 91. 685. Juſtinian, 103, 705. Iohannicius, 103. 775. Irene. 109. 805. 110 ** i ſter. Na Sun KII., Pabſt 1015. Jurkiuf 122. 1057. Ji Komnenus, 123. 1090. Johann der Schoͤne, S. Alexius, 134. 136. 1198. ge III. P., 1244. Ineentus IV. 145. 1308. Johann v. Deſtr. S. Rudolfs, Enkel v. Habsb., 153. — Johann, S. Heinrichs v. Luxemburg, 153. 161. 162. K. b. Bö⸗ heim. 1345. Johanna von Neapel (Aniou, 164. 165. 1414. Johaña II. Lanzelot's Schweſter, 165. ihr Gemal. Jakob de la Marche, 165. Johann XXKIII., P. 167. Jayma II., 1415. 1410. v. Arra⸗ gonien, 180. Jögn v. Caſtilien, 181. 41326. 1383. 1355. Vhann K. v. Por⸗ tugall,(d. Gros⸗ meiſter), 132. Iſabella, D. Phil⸗ d. Sch. v. Frkr., Ge⸗ malin Eduards II. 1327. Nach Chr. 1356. Setoöß L. Frkt. Lni VI.„ 185. Johann, S. Philipp's v. Burgund, 186. Johann ohne ññd, (Engl.) 187. Johann, H. v. Mai⸗ land, 196. Ziht VIII., P. Jul 5 K. v. Ch⸗ pern. 199. Iſabella, Bem. Ferdi⸗ nands v. Arrago⸗ nien. 200. Iwan Waſiljiwitſch, 205. Johanna v. Spanien, Gemalin Philivps ⸗ S. Mapim. 1. Fuliusll. p 210. 226. 1404. 1409. v. Navarra, Wan Chf. b. Sach⸗ 220. hnn Frider., Chrf. v. Sachſen, 221. Johann 1ll., v. Portu⸗ gall. 226. Zwah Waſiljiwitſch U⸗ Ju d'Auſtria, 254. Johann, S. Guſtas Waſa, 238. Stuart,( 1.) 244. (J⸗ 2 Nach Chr. 1521. Johann Swikard, Chrf v. Mainz, 242. — Joh. Georg l., Chf. b. Sachſen, 242. 249. Juan IV v. Port., H. von Braganza, 244. 1648. Ibrahim, 247. 1653. Joh. Philippv. Schoͤn⸗ born, Chrf von Mainz, 249. Joh. Caſimir Waſa, König von Polen, 251. 1669.) .Joh. Georg Ul., von Sachſen, 255. James ll.,(Jakob, K. v. Engl.) 256. 260. Johann. v. Pfalzzwei⸗ brücken, S. Wolf⸗ gangs. Joh. Wilhelm, Chrf o. d. Pfalz, S. Phi⸗ lipp Wilh. 259. 1701. James lIl, Prätend. v. Engl. 261. 1713. Joſeph I.(S. Leopolds .) 261 1676. 1740. 1697. 2614. Jwan, S. Alepei, 263. Jwan, S. der Anna, von Braunſchweig (ſ. Anton.) 274 279. Joſeph, K. v⸗ Portu⸗ gall, 285 1796. Jourdan, 292. 1759. Regiſter. 3²9 Vor Chr. 1500. Kadmus, 15. 1100. Kodrus, 17. 18. 656. Kypſelus, 235. 24. 394. Konon, 30. 391. Kamillus. 30. 302. Kaſſander, 34. 40. Kleopatra, 61. Nach Chr⸗ 575. Kleph, 92. 677. Kunibert, 101. 710. Karl Martel, 101. 768. Karl,(der Gr. nach⸗ her) 105. 107. 843. Karl d. Rahle, 1135. 855. Karl. S. Lothars 113. Frankr. 860. Karld. Dike, S.Ludw. d. teutſchen, 114. 900. Karl d. Einfältige, S. Ludw. d. Stamm⸗ lers, 115. 115. 987. Karl von Lothringen, Dheim Ludw. V. 119. 1014. Kanut, 121. 1111. Kalixtus Il. P. 128. — Komnenus, ſ. Alexius. 1268. Karl von Anjou, 143. 1346. Karl von Luxemburg, t. K.(IV) 162. 166. 171. S. K. Johanns v. Böheim. 1364. Karl V. der Weiſe, (Dauphin) 185. 185. S. Johanns. Spaͤth Laſchenb. der Weltgeſchichte. 15 Nach Chr. 1322. Karl d. Schoͤne, 184. 1380. Karl VI. 185. Frkr. 1419. Karl VII. Frkr. 136. (Kg. 1422.) 192 1435. Karl vonOrleans, S Brle⸗ 1457. Karl, S. Phil.v. Bur⸗ gund, 193. 1491. Karl VIII. S. Ludwig XI. 195. 196. 199. 1520. Karl V.(t. K.) 202. (geb. 1. Februar 1500.) 211. 2145. 225. 1477, Kiburg, Gr. 203. 1430. Klaus, 203. 1460. Karl LX. v. Frkr. 231. 1675. Karl Emanuel v. Sa⸗ voyen, 236. 1604. SatlſX⸗(Schweden) 1609. Jopönn Wilhelm, H. v. Clebe, 240. — Joh. Sigmund, Chrf . Brandenb. 240 1625 Karl 1., K. v. Engl., 1 S. Jakobs 1. 245. 1665. S v. Span. 248. 1653. Kutt aſpant. d. Ley⸗ 3 Chrf v. Trier, — Ka Leupnig von der Pfalz, 249. 257. Regiſter. Nach Chr. S b. Sim⸗ 1654. Kart X., Guſtav(K. v. Schweden) Pfai⸗ räf Zweibruͤk⸗ 1660. sh Kr Schneben) 254. 254. 1661. Kiuperli, 251. 1660. Karl I.(Engl.) 232. 1683 Lothringen, 1680. Kart 8. KarlLudwigs; 256.(†. 1683.) Chrf v. Pfalz⸗Baiern⸗ 1550. Kari von bruͤcken, S. Wolf⸗ ganas 1. 1697. Karl Xl., K.b. Schwe⸗ den. 259. 263. 1711. Karl VI. K., S. Leo⸗ polds 1. 260. 261. 263.(1. 1740. 1732. Karl Emanuel v. Sa⸗ oen, 269. 734. Karl, K. v. Neapel, nachh. UI. K. von Spanien, 270. S. hilipps V.. 1742. Karl Albrecht, Chrf b. Baiern, 276.(Karl p 8c. 1742. Karl Philipp, v. der Pfalz, 276.(1) Regiſter. 331 1777. Karl Theodor, 276. 888. Ludwig b. Burgund, 287.(1777 Chf. v. Sohn Boſo's, 115. Baiern) 900. Ludwig 1V., Arnolf' 1796. Karl, Erzherzog, 292. Sohn, 115. 952. Ludolf, S. Dtto 1. 117. 950. Lothar, S. Hugo von Vor Chr. Italien, 118. 900. Lykurg, 19. 964. ge IIl. Papft, 118. 480. Leonidas, 27. 987. Ludwig V. v. Frankr. 406. Lyſander, 29. 30. 550. Lyſippus. 886. Lev, gr. Kſr. 122. 320. kſhachn 55. 1125. Lothar, Graf v. Sepp⸗ 74. Lucullus, 50. 51. lingenburg, K. der 44. Lepidus, 58. T. 128. 42. Fänas Popillius, 60. 1137. Ludwig V.(Dicke.) 41. Livius, Druſus, 61. 1152.— 1159. Ludwig V 1, Nach Chr. K. 129 452. Lev 1. 84. Pabſt. 12¹5. uiig Albr. 473. Leo, morgenl. Kaiſer. d. 700. Lüthert, 101. 1100.— 11 7 Mark⸗ 710. Luͤtbrand, 101. v. Beßtr. 140. 716. Leo, Kaiſer, 104.(1156. Herzogstitel.) 800. Lev II. P. 108. 1241. Z IX. 150. 151. 775. Leo IV. K. 109. 913. Leo Bardanes, 110. 1344. eubi 614. Ludwig d. Gute, 643. Lothar, 112.(Reich 173. theil. zu Voi 1322. Ludwig in Branden⸗ — Ludwig, S.d. Guten, burg, Sohn Ludw. 113. der Deutſche. v. Baiern, 162. 855. Ludwig, S. Lothars, 1440. Ladislaf, S. Abtecht 113. t. Kaiſer(11).* t. K. 164. — Lothar 1l. 877. Ludwig d. Stammler, 0 euſine. Anjou, 165. 114. Karls d. Kah⸗ 89. 164. Kg. bon len S. Hungarn. ch Chr. Vt Lanzelot, 1327. Laura, 171. 1314. S H. v. Deſtr., Br. Fridrichs, 173. 1386. Levpold v. Deſtr. 176. 1400..„ von der Pfalz, — uhien Wertheim, 179. 1314. Ludwig X. v. Frank⸗ reich, 184. 1461. Ludwig Xl. 192. 1496. Shui XII. 196. 200. 1519. von wöhein, 2¹5 223. — Luthe Martin, 217. 1513. S 5 Medicis) 1540. zt Ignatius, 224. 1556. Lainez, 224. 1598. Lerma, Span. Mini⸗ ſter, 239. 60 LuniKi, S. Heinr. IV. 240. 245. 1643. Ludwis L. 245. 244. (1648.) 252. 255. (J. 1715.) 1662. 0 Ftrrindnd IIM. S 255. 1659. Lambert, 252. 1697. Leopold Karl v. Ltt⸗ ringen, S. Karls, 359. Regiſter. Nach Chr. 1639 Lefort, 264. 1715. Ludwig XV.(Frkr.), i Ludw. XIV. 1742. gihree, 260. Vor Chr 2300. Zienes 1.(Minos.) 1500. Moſes, 15. 1300. Minos 1l. 16. — Medea. — Muſaus. 1200. Menelaus. 1100. Medon, 18. 3 500. Mucius Scävola, 26 † 400. Miltiades, 27. 365. Markus Curtius. 327. Menander. 212. Marcellus, 37. 202. Maſſanaſſes, 38. 40. 180. Moſchus. 162. Mithridat, 40. 142. Mummius L. 43. 122. Metellus, 44. 46. 106. Marius C. 45. 46. 47. 88. Mithridat, 45. 48. 50. 34 Marius, d. T 48. 49. 3 66. Metellus d. J. 51. 46. Marcellus, 58. 29. Mäcenas, 62. Nach Chr. 217. Makrinus, 69. ——— Regiſter⸗ 333 Nach Chr. Nach Chr.. 235. Maximinus, 69. 1417. Martin V. P. 165. 284. Mapimian, 72. 1428. Medicis, Coſimo, 306. Maxentius, 75. 169. 197.(C†. 14641.) 340. Magnentius, 74. 75.— Malevolti Franzesko, 44. Merwey,(Merovaus) 170. 835 1493. Maximilian, t. K. 455. Maximus, 35. 176. 199. 457. Majorianus, 85. 1363. Margaretha, Erbt. 5356. Mathaswinde, 90. Ludwigs v. Burgund, 570. Mohamed geb. 96. 185. 661. Moawiah, 99. 1398. Margarethap. Schwe⸗ 713. Muſa Eln Naſir, 99. den und Daͤnnemark, 1 750. Merwan 11. 103. 8. 321. Michael der Stamm⸗ 1458. Matthias, Hunyad, lende 110. K. v. Hungarn, 190. 842. Michael 1ll. 122. 198. 1034. Michael 1V. 125. 1360. Morad, 191. 1042. Michgel Kalaphates, 1454. Mohamed I. 192. 1460. Maria, Erbt. Karls b⸗ 125. 1057. Michael VI. 123. Burgund, 193. 1076. Michgel VII. 124.— Maximilian 1., S. Fri⸗ 1076. Mathildis,v. Eſte, 126. derichs UI. 193.(S. 1140. Manuel, S. Johann oben) 207.(† 1519.) Komnenus 135. 136. 1494. Moro Ludvviko, H. 1147. Mowaheddin, 133. v. Mailand, 196. 141. 1464. Medicis, Pedro, 197. 1253. Margaretha v. Oeſtr. 1472. Medicis Lorenzo, 197. 4 198.(h. 1492.) 147. 1253. Moſtaſem, 150— Medicis Julian. 1260. Malek, 151. 1492. Medicis Pedro, S. Lo⸗ 1210. Malek, Naſt, 154. renzo's, 199 1232. Meinhard, Ldgrf. v. 1477. Mendvza, 204. Tirol, 157. 1517. Melanchton, 220. 1259. Medicls, Silveſter, 1346. Morizv. Sachſen⸗ 224. 159. 1564. Maximilian 11., S- ut1. Mariav. Aniou, Gem. Ferd. b. Deſtr. 223. Siegmunds, 163. 334 Regiſter. ach Chr. a Medicis, Coſimo, Großh. b. Toskana, 325 1553. Maria, K. von Engl., T Heinr. VIII., Ge⸗ mahlin Phil. IU. v. Spanien, 230. 1584. Moriz v. Naſſau, 230. 1537. Melzo, 230. 1560. Maria Stuart, 233. Gem. Franz 1. von Frankr. 1603. Matthias b. Ungarn u. Boͤhmen, B. Ru⸗ dolphs II.(1612. t. K.) 239. 1610. Maria Medicis, Gem. Heinr. IV.(Frankr.) 240. 1621. Mapimilian b. Baiern, 241. 16 ½3. Mercy, 244. 1659. Mazarin, 244. 1617. Muſtafa, 247. 1640. Morad IV., 247. 1669. Michael Wiesnowitzky, K. v. Polen, 251. 1661. Mohamed VI. Pa⸗ disha, 251. — Montecuculli, 251. 1659. engl. General, 252. 1659. Marig Thereſia, Ge⸗ Pn Ludwigs XIV. 253. Nach Chr. 1633. Maximilian Emanuel, 255. 261. 1689. Maria 11, K. b. Engl., Gem. Wilhelm. Ul. 0 257. 1697. Margaretha, T. Phil. V Span., Gem. Leopolds 1. 259. 1660. Maria, D. Phil. II., Gem. K. Levpolds⸗ 260. 170. Malborough, 261. 1724. Myns, ruſſ. Kammer⸗ herr, 265. 1724. Menzikoff, 265. 1753. neral, 269.279.(1747. †. 281.) 281.) 1733. Montemar, Düc, 270. 1730. Mamud, 273. 1740. Maria Thereſig, 275. 1759. Malagrida, 283. 1796. Moreau, 292. ——— Vor Chr. 3200. Npah, 13. 2400. Nimrod,(Betus) 14. 1600. Ninus 14. 15. 1100. Neleus, 18. 800. Nabonaſſar, 21. 715. Numa Pompil 22. 2er Koͤnig. 625. Nabopalaſſar, 23. 24. 625. Nebucadnezar 23. 1. Munnich, ruſſ. Ge⸗ — — Regiſt e Vor Chr. 420. Nikias, 29. Nach Chr. 54. Nerv, 64. 90. Nerva, 66. 474. Nepos, Julius, 37. 546. Narſes, 91. 302. Ntcephorus, 110. 974. Nicephorus Phokas, 118. 123. 1079. Neſtor, 122. 1053. Vikolaus 1l. P. 124. 1449. Nikolaus V. P. 169. 1480. Nikolaus v. d. Flüe. 204. Vor Chr. 1300. Ogyges. 15. 1700. Derbtrus. 15. 1500. Prpheus. 16. 1200. Odyſſeus. 1100. Dreſtes, 17. 122. Dpimius, 44. 86. Octavius, 47. 30. Dfella, 49. 4u. Octavius d. J.(Oc⸗ tavianus) 53. 40. Octavia, 61. Nach Chr. 68. Otho, 65. 473. Dlybrius, 87. 475. Oreſtes, 87. r. 335 Nach Chr. 475. Ddvaker. 87. 89. SOmar, 9. 64 Osmann, 93. 661. Omnig, 99. 715. Dppas 99. 9355. Btto, Heinr. Sohn 117 974. Dtto Il. 118. 1000. Otto II. 119. 955. Blga, Regentin Rußl. 121. 1197. Dtto, S. Albr. des Baͤren, Hzu Baiern, und Markg. von Brandenburg, 132. 1235. Otto, Enkel Heinrichs d. Löwen, 133. 1186. Deſterreich Herzoge, achk. Leopolds, Gr. v. Babenberg, 140. 1200. Diieti Przemysl, 2 1 47. 1246. Ottokar, von Steier⸗ mark 1l. 140. 144. s. Ois iy., Heigrich 1193. Dtto 1V. einrichs des Löwen Sohn, 144. 1278. Ottokar Przemysl 1ll, K. von Boͤhmen, 156. 1356. Otto v. Brandenb., Ludw. Sohn, 162. Eidam Karls V⸗ 335 Regiſer. Vor Chr. Nach Chr. 1347. Prſini in Rom, 166. 1315. Ri v. Stras burg 173. 1385. Dürem, Gr. 181. 1404. Drleans, Ludwig, 186. 1366. 228. 1299. Oßmann, 191. 1645. Olivarez, gen. Comte Duc, Span. Min. 1622. Oßmann, 247. 1688. Otrleans Herzog, Br. Ludw. XIV. 257. 1733. Dſtermann, 269.(†⸗ 1747.) Vor Chr. 1400. Pelbps, 16. — Perſeus, 16. 1184. Paris. — Pyrrhus, 17. 1100. Prokles, 17. 18. 900. Pygmalivn, 19. 300. Phidon, 21. — Phul, 21. 728. Philvlaus, 22. 672. Phraortes, 25. 655. Pſammetich, 23. 24. 617. Phgrao. Nechv. 235. 561. Piſiſtrat, 25. 524. Pſamenit, 26. 507. Porſenna, 26. 479. Pauſanias, 27. 28. 477. Pindar, 27. 468. Perikles, 28. 444. Phidias. 400. Parrhaſius. 360. Platv. — Praxiteles. 559. i v. Macedon⸗ 2 340. Phocivn. — Protogenes. 330. Pyrrho.. 320. Perdikkas, 34. — Ptolemaͤus, 35. 294. Pyrrhus, 35. 264. Philadel⸗ phus, 35. 246. Ptl. Evergetes, 36. 221. Philipp II. 36. 150. Pruſia. 59. — Philopoͤmen, 40. 178. Philipp UI. 40. — Perſeus. 162. Pölypius. 80. Pompejus, 49. 50. 72. Perperra, 50. 63. Phragtes, 50. 42. Panſa, 59. 41. Pompejus, Seytus 61. Nach Chr. 193. Pertinax,Selvius, 68. 244. Philippus der Araber, 70. 286. Probus, 71. 713. Pelayo, 100. 661. Perthari, 101. — — ———Ü—ꝓÜ˖· 2—— Regiſter. Nach Chr. 612. Pyilippikus, 103. 752. Pipin, 105. 310. Procopia, 110. 842. Photius, Patriarch v. Conſtantinvpel, 122. 1111. Paſchalis II. P. 127. 1096. wrip1⸗„K⸗ v. Frkr. 337 Nach Chr. S Warinilia 1473. Prt 197. 1547. Philipp, Landgr. zu Heſſen, 221. 1555. Philipp, S. Karls (Philipp II., K. Span.) 235. 227. 1190. Phil. Aug., K. b. Frkr. 228. 220. 142. 143. 151. 1547. Paul II. F. 226. 1197. Philipp, t. K. 144. 1560. Pius V. P. 227. 234. 1294. Philipp d. Schine W. 1560. Walther, v. Frkr. 153. 133. 134.(† 1312.) Procopius, 163. 177. 1327. Petrarca, 171. 1282. v. Arragonien, 180. 1369. Pedro v. Caſtilien, 8 Alfonſo Kl. 1357. pet Portugall, 1 130. 1385. werchra, 131. 1516. i ie der lange, 1328. pyithpo. Valvis VI., Sohn v. l. d. Schönen, 185. 1361. Philipp v. Burgund, jünz S. Johann d. Guten, 135. 1t9. Philipp d. Gute, S. Zo Burgund, 1414. 1478. pyin 6 Schoöne), W. 1598. xpitio II. o. Spa⸗ nien, 239. 1629. Wi W. 244. 48.) 1613. Philaretus, ruß. Erz⸗ biſchof, 247. 1667. D. Pedro I., K. v. Port. 243. 259. 1550. Philipp Ludwig v. Pf. Zweibrücken, S. Wolfgang 1 1695. Philipp Wilhrlm von Pf. Neuburg, S. Gr. Woifgang 1700. Phili p Aniou, Enkel Ludw. XIV. 260.(Phil. V. v. Span.) 261. 267. 1676. 1., S. Alexei, 2 1725. Peter U. 36 4715. Philipp, ans,% v. Drle⸗ 338 Regiſter. Nach Chr. Nach Chr. 1742. Peter II., S. von 1032. Rudolph IM., Anna, Schweſter 919. Romanus Lakobenu, der Kaiſerin Eliſa⸗ 122. eihi 56(1762. Ftit 123. Kaiſer. 1026. Romanus. Argyrus 1758. Pombal, 233. 23 2 123. 1706. Paul, K. v. Rußl. 1063. Romanus Diogenes, 124. 293. 1058. Robert Guiscard, 124. 1076. Rudolf von Rheinfel⸗ Vor Chr. den, H. zu Schwa⸗ 300. Romulus, 21. 1er Koͤ⸗ ben, 120.(127. K. . er T. S6 1189. Richard].(Löwenherg⸗ 2 S. Heinrichs U. v. Nach Chr. 2 Engl. 134. 142. 145. 303. Rufinus, 79. 1096. Robert, H. der Nor⸗ 405. Nadegaſt, 79. mandie, 136. Guis⸗ 475. Romulus Momyllus, cards Sohn. 87.— Raymund, 136. 139. 563. Roſamunde, 91. 1256. Richard, 146. t. K⸗ 710. Ziodrigo, 99. Zerfall 1248. Robert, Gr. v. Ar⸗ d. weſigoth R. 715. tois, 152, in die Haͤnde der 1270. Robert von Clermont⸗ Araber. 154. 636. Rothari, 100. 1273. Rudolphv. Habsburg, — Nodwald, 156.(† 1291.) 700. Raimbert, 101. 1282. Rudolf v. Deſtr., S⸗ 740. Rachis, 106. d. Habsb. 157. 883. Rudolph, 115. S. Con⸗ 1306. Rudolf, Erzbiſchoff zu rads v. Burgund. Salzburg, 158. 923. Rudolph Il., 116 4146. 1314. Robert, K. v. Reapel⸗ 362. Rurik, 116. 161. 164· 912. Roll, 146. 1322. Rudolf, Churf. v. d. 0. Robert, S. Hugo Ca⸗ Pfalz, Br. Ludwig pets, 119. v. Baiern, 162. 175⸗ — —— — — Regiſter 330 Vor Chr. Nach Chr. 1356. Ruprecht v. d. Pfalz, 162. 163. 179. 1347. Rienzi, 166. 1429. Rinaldo, 170. 1365. Rudolf von Deſtt., 1r i 175. 1377. Richard I., RI., 195. 1433. Richard III. 206. 1558. Rodriguez Simon, 226. 1534. Raleigh, 233. 1610 Ravaillac. 1603. Rudolph U. 1654. Richelieu, 243. 1615. Romanow, Michaila, 247. 1794. Robespierre 53 ——— Vor Chr. 1800. Semiramis, 14. 1500. Seſoſtris, 16. 1200. Simſon, 17. 1100. Samuel, 17. 1000. Salomo, 19. 000 Sardanapal, 19. 20. 504. Solon, 24. 578. Seroius Tullius, 25. 6r Konig. 470. Sophokles, 28. 440 Sokrates, 28. 300 Seleucus, 34. 35 Voz. S Corn. 35 39. S. Eduard (t. H.) 149. 88. S Aemil, 41. 42. Scipjo Naſika, 41. Sulla L. Corn. 46. 47. 50. — Sulpicius, 46. Nach 193. 294. 250. 304. 375. 363. 444. 457. 493. 862. 1060. 1076. Scaͤvola, 46. 48. Sertorius, 47. 50. Chr. Salvius Julianus, 68. Severus, 69. —— Alepander, 69. Severus, 25. Safrach, 77 Stilichon, 79. Saugipan, 83. Severus, 85. Siegmund bon Bur⸗ gund, 00. 93. Sinaus, 116. Stephan, IX. 124. Siegfried, E. B. zu Mainz⸗ 125. . Stephan I. von Un⸗ garn, 129. Segür, 133. 6. Seldſ⸗ uken, 136. 191. Sancho, 159. Shirakuh, 141. Saladin, 141 143. Siegmund, Wenzels Br. 163. 167. (†. 1436.) 190 Sforza, 165. 196. 340 Nach Chr. 1352. Stadion, Deſtr. Vogt, 174 2460. Sigmund von Deſtr. 176. 193. 1410. Seckendorff, 173. 1469. Siit von Beſtr. 193. 195. 1494. Sforza Wanie, 196. 1476. Sixtus W. P. 197. 1462. Sophia, Gemalin Iwan Waſilj., T. d ve. 205. 1506. von Polen, S. Caſimirs, 206. 229. 151. Sſoria Maximilian, „ SulininPadisha,223. 1593. Sülly, 232. 1559. Sebaſtian, K. b. Por⸗ tugall, 255. 1571. Selim M., 254. 1572. Sigmund Auguſt bon Polen,(Il. †.) 1575. S v. Polen, 238 1387. S Waſa, „Polen, 238. 1640. Stin 259. 240. 2414. 1621. Schwarzenberg Gr.„ 242. 1660. Souza· Macedo. 248. 1630. Rudiger, 1633. Srhin, Johann, S. Regiſter. Nach Chr⸗ Polen(1674.) 1676. ere, T. Alexei⸗ 264 17¹4. Sophia v v. Hannober, 266. Enkelin Jakobs 1. v. Engl. 1706. Stanislaus, Kg. von Sie 3% 1764. Stanislau onia⸗ towsky), F b. Po⸗ len, 286. Vor Chr. 1300. Theſeus, 16. 1100. Liſamenus, 17. Semenus, 13. 700. Lullus Hoſtilius, 23. Zr Konig. 600. Furguini Priskus, 23. 5r König. Thales, 23. 534. Tarquinius U. perbus, — Su⸗ 23. . Themiſtoeles, 27. Phraſybulus, 30. Theophraſt. Theodot. 100. Thvas, 39. 162. Derenz- 113. Teutobach, 44. 80. Teleſinus, Pontius⸗ 43. 49 7er König, * Nach 14. 79. 484. 528. 546. 553. 575. 7¹3. Lä9. 738. 362 2. 829. 6⁴2 05 1189. 1242 1311. 1303. 1599. 1481. 1517. 1621. 1632. 1643. 16355. 1673. Regiſter. Chr. Tiberius, 64. Titus, 66. . Trajan, 66. Cheodoſius, 78. Theodoſius Il., 81. Theudmir, 89. Dheudat, 90. Totila, 91. Teja, 91. Ende d. vſt⸗ goth. Macht. Theudelinde, 92. 100. Sarif, 09. Theodoſius. 104. Taſia, 106. Thaſſilo, 107. Truwor, 116. Theophane, 119. Fheuvhiluz, 122. Theodora, 122. Theobora, Conſtantins VIII. Tancred, 143. Tuli, 150. Torre 160. TDell, 173. Dimur, 191. Thomas, Lezeh 219. Tilly, 241. Tichtenbart, Gr. 240⸗ Torſtenſen, 245. Tuͤrenne, 24 4. Talleyrand, 247. S Emmerich, 123 T. sar Nach Chr. 375. Ulphila, 77.(Wolff.) 1096. Urban ll. P. 127. 156. 1137. Urban III. P. 142. 1240. Uherti, 159. 1376. Urban 1V. 166. 1504. Ulrich, H. v. Wuͤrt⸗ temberg. 1719. Ulrica Eleonora, T. Karl XIl. v. Schwe⸗ den, Gemalin Fridr. von Heſſen. 263. Vor Chr: 140. Viriathus, 45. Nach Chr⸗ 69. Vitellius, 65. — Veſpaſian, 65. 253. Valerianus, 70. 36 ½, Valentinian. 76. — PValens, 76. 379. Valentinian 1. 78. 424. Valentinian U“, 81. 84. 1¹59. Pietor NW. P. 129. 1311. Bisconti, 160. 1438. Vasco di Gama, 182. 1621. Verheyk, 240 1628. Vaſall, Samuel, 245. 1654. Vicira. 248. 1714. Victor Amadeus, 261. v. Savoyen. 263. 1735. Villars, franz. Mar⸗ ſchall, 270. —— 242 Regiſter⸗ Nach Chr. 410 Warmund, 81. 536. Witig, 90. 710. Witißa, 99. 74. Warnefried, Paul, . 106. 7836. Wittekind, 107. 950. 6 S. Dtto 1. 980. nn Reg. Rußl. 1070. Wluimir Monoma⸗ chus, 122. 1076. Welf, H. zu Baiern, 126. 1067. Pütim v. d. Nor⸗ mandie, 134. 1037. Wilhelm 1l. 134. 1187. Wido, 142. 1191. Walpode, 143. 146. 1257. v. Holiand, 1 1253. Vibeslaf, 1279. Wenzeslaf, S. Otto⸗ kars, 156. 157. 1347. Wenzeslaf, H. v. Lu⸗ Br. Karl V. 1358. pe S. Karls 1440. Wladislaf, K. Pol. 164. 189. 1 1490. Wladislaf, Könia. v. n. Böheim, 1576. Wihem v. Naſſau, Nach Chr. Pr. von Dranien, 250. 1613. Wolfgonn zu Neu⸗ hurg, 240. 1621. Wallenſtein, 241. 242. 1606. Waſilej Sustoj, 246. 1607. Wladislaf Wafs, 2 7. 1607. Wilhelm ll. v. Naſſan, Pr. v. Dranien, S⸗ des 1. 252. 1650. Wilhelm IMl. S. d. vor. 252 254. /1672.) 256.(†. 1702.) 1667. William Demple, 253. 1550. Wolfgang v. Pfalz⸗ Zweibruͤcken, 253. 1739. Wallis, 274. 1747. Whzein Heinr. Friſe 2* Vor Chr. 437. Ferpes, 26. 27. 400. Penophon, 30. 32. Nach Chr. 143 ½. Pimenei, 202. Vor Chr. 600. Zedekias, 23. 400. Zeupis. 327. Zeno⸗ ——— — Regiſter. 343 Nach Chr. Nach Chr⸗ 474. Zeno Kaiſer. 1173. Zaͤringen, 203. 897. Zwentibold, 15. 1440. Zoe, T. Manuel Pa⸗ 912. Zoe, Kaiſerin Winne, i gr. Kſr. 122. 1028. Zoe, Gemalin d. Ro⸗ 1516. Zwingli, Ulrich, 220. manus, 123. 1527. Zapolya Johanh von 1414. Ziska, 163. 177. Ungarn, 225 1492. Zagal, 201. Chronologiſche Ueberſicht des Merkwuͤrdigeren der allgemeinen Weltgeſchichte bis Ende des Jahrs 1819. Die bezeichneten Welttheile haben je unter ihrer mit einem Strich— bezeſchneten Stelle die, in jedem vorgekommenen Begebenheiten. Alte Geſchichte, 3000 Jahre vor, bis 300 Jahre nach Chr. Geb. I. Periode bis auf die Zerſtörung von Troja (rco. vor Chr.). Aſien. Afrika. Europa. Vor Chriſtus. 3000. Poah, Weinbau. 2500. Poͤlker am Euphrat und Tigris, die Chasdim. Land Sinear, nachmals Chaldäa genannt. 2400. Alt⸗Aſſyriſcher Staat, Belus(Nimrod), Thurmbau 2500. Menes, erſter hekannter Regent von Aegypten. — Theben. Ableitung des Nils. 2200. Sternkundige in Babylon. 2000. Abraham, Stammvater der Hebraͤer in Pglaſtinn, geb. aus Ur in Chaldäa. Phoͤniciſche Seefahrer. Damaskus. Glas, Purpur, Buchſtaben. — Memphis, die Hauptß. d. a. Aegypten. 348 Aſien. Afrika. Europa⸗ Vor Chr. 1900. Hebraͤer. Jakob. Edomiter am rothen Meere. — Phoͤnicier in Argos. Inachus. —— Pelasger im Peloponnes. 1800. Ninus. Gr. Aſſyriſches Rei Semiramis, Ge⸗ malin und Nachfoigerin des Ninus. — Joſeph in Aegnhten. Iſraeliten⸗Kolonie in Goſen. Hieroglyphen. Mumien. 1700.—— Penotrus in Unter⸗Italien. 1600. Hiob. Pflug, Muͤhlen, irdene Gefaͤße bekannt. Buͤcher, Hinmelskarten, Metallſpiegel. —— Cekrops aus Aegypten, gründet Athen. . Kaukaſer in Theſſalien. Deukalion, Vater von Hellen. Amphiktion, Br. des Hellen, Stifter der Verſamml. in den Thermopylen. 1500.— Moſeh's Auszus aus Aegypten. Iſtaeliten am Sinai. Jehovahdienſt. X. Geſetze⸗ XII. Staͤmme. Leviten⸗Ka ſte. —— Fadmus gründet Theben. Aegypter in Argos. Danaus vertreibt die Nachkom⸗ men des Inachus. 1420. Joſua in Canaan, drängt die Phoͤnizier ans Meer⸗ 1400.—— Minos F. Koͤnig v. Kreta. Berſches Drakel. Tyrrhener in Ober⸗ vepn der Salbinſel. — Seſoſtris in Aegypten, große Pyramide. 1300. Gordius in Phrygien. Dyrus. Labyrinth. —— Theſeus. Vereintes Attika. Evander in Latium. Minos II. Dädalus. Argo⸗ nauten: Drpheus, Herkules, Medea, Muſaͤus. 1200.—— Menelaus. Helena. Aeskulap. Sikaner. 349 Aſien. Afrika. Europa. Vor Chr. 1184. Zerſtörung von Flion(Troja.). Achilles. Odyſſeus. Hektor. Paris. Andromache. —— Pyrrhus in Epirus. Aeneas. Herakliden im Peloponnes. 5 Simſon. II. Periode bis auf Solon 378. v. Ehr. 1100. Samuel. Saul. David. Salomo's Tempelbau. Palmyra(Tadmor, erbaut. 3 Smyrna. Mitylene. Milet. Phocaͤa. Epheſus. —— Prokles und Euryſthenes in Sparta. Phönicier gründen Gades. Kodrus. Ar⸗ 3 chonten in Athen. Euböer erbauen Cumd. 1000. Phönic. Handel nach Bohir. Staat von Damask. Dorier auf Rhodus. Homer. Salomo † 9)5. Reich Juda und Iſraei. Sichem. Jeruſalem⸗ Samaria. —— Handel von Tarſis. Etrusker. 900. Joſaphat. Baaldienſt in Iſrael. Athalia. —— Heſiodus. Erſte olympiſche Spiele. Lykurg. Geſezgeb in Sparta 335. — Karthago erhaut 885.(Dido,) und Karpoſta auf Cypern(Pygmalivn.). Sardanapal F. 835. Fall des großen aſſyr. Reichs. Jonas in Ninibt. 00.—— Silber⸗Münzen auf Aegina. Phidon. Olympiaden⸗Rechnung. 271 Chaldaer in Meſopotamien. 754. Phul. Neuaſſyrien. Jeſaias. —— Gruͤndung don Rom. Romulus. 247 Nabonaſſars Aerg in Babylon., 5.—— Sparta⸗Meſſeniſcher Krieg. öt.—— Syrakus gegruͤndet. Aſien. Afrika. Europa. Vor Chr., 521. Scimanaſſer erob Samariag. Ende b. Iſrael. Son⸗ 1e in Sing. Babyloniſch⸗ yr. Reich.. 715.—— Pi Pompilins. Tarent. XII Monate. upfergeld. 700. Medien unabhängig. Arbaces. Perdikkas in Macedonien. 635.—— 2ter Meſſeniſcher Krieg. Heloten. 672.—— Tullus Hoſtilius. Horatier und Curiatier. 656. Phraortes erobert Perſien. — Pſammetich in Aegypten. — Srpleo in Korinth, Vater d. Perian⸗ er.. Meſſina, Bhanz erbaut⸗ 6 ½0.—— Ankus Martius, 4ter Kg⸗ 625. Nabopalaſſar. Nebukadnezar. —— Brako, Athens Geſetzgeber. 617. Pharav Necho. —— Targuinius Priscus, 5ter Kg. 606. Sieg uͤber Nechv. Babyloniſch⸗chaldaiſches Reich Dhales von Milet 601.—— Lesbiſche Saͤnger. Alcäus, Sappho. 600, Nebukadnezar erob Jeruſalem Zedekias †. Ende von Juda. Babyl. Exil. Szechiel. Daniel. III. Periode bis auf Alerander d. Gr. 323. v. Chr. s06.—— Solon, Geſeigeber, Scythen in Taurien. 590. Tyrus geſchleift. Aſtyages in Medien. Aeſop. 378.—— Servius Tullius. 6ter Kg. pecunia⸗ VII. Weiſt: Solon, Thales, Chilon, Bias, Pittakus, Periander, Kleobulus. „* Aſien. Lfrika. Eurspa. Chr. —— Piſiſtrat. 560. Cyrus, Herrſchaft der Perſer. 550. Kröſus in Lydien beſiegt, Perſepolis. —— Phalgris in Agrigent. Phocäer gründen Maſſilia(Marſeille.) Pythagoras. Phi⸗ loſophie. Thespis. Urheber d. Trauerſpiels. 538. Babylon zerſtoͤrt. Rückkehr der Iuden. 554.— Carthag. afrikaniſche Kriegen Targuinius Superbus, Fter Koͤnig. Capitolium. 531.—— Friege in Sicilien, ſybillin⸗ Büͤcher. 529. Cyrus. —— Hipparch. Simonides. Hippias. Cambyſes erobert Egypten. — Pſammenit von Cambyſes entthront. Alt⸗ Dheben zerſtort. —— Roͤm. Ritterſtand. Lucretia. Darius I. Hoſtaspis. 20 Satrapen. Zug nach Thracien und Indien. — Karthag. ſicil Kriege bis 276. —— Rom eine Republik. Brutus und Col⸗ latinus. — Carthago's Traktat mit Rom. —— Porſenna vor Rom. Boratius Kokles. Mucius Skaͤvvla. Sardes durch Griechen verbrannt. Milet durch Perſer zerſtört. Hippias Niederlage bey Marathon. —— Sieg beh Marathon. Miltiades. erxes. —— Gelon, Tyrann von Syrakus. —— Kerrrs beſiegt bey Salamis(Tzemiſtokles). —— bey Plataͤa Pauſaniäs, Ariſtides). — Schlacht bey Thermopyla(Leonidas). — Gelon g. Hamilkar.. * 352 Aſien. Arika. Europa. Vor Chr. 477.—— Siero in Sprakus.(Pindar. Aeſchhlus.) 470.—— Paufanias Verrath. Commandoan Athen. Herodot. Sophokles. Sophiſten. Flor der Wiſſenſchaften. Proconſuln. Cin⸗ einnatus. 365. Terxes. Artaxerxes 1 Longimanus. 456. Moſaiſche Religion hergeſtellt. Eſra. 452.—— XII Tafeln⸗Geſeßze, decemviri. 450.—— Cimons Sieg bey Cypern. 444.—— Zeitalter des Verikles †. 428. Herodot. Euripiges, Phidias, Miron, Skopas, Hippokkates Ariſtophanes, Parmenides, Aſpaſa, Sokrates,. 309. Meta's 2 Sonnenuhr a31.—— Peloponneſiſcher Krieg.(Thucydides.) 423. Darius II. Nothus. 420.—— Alcibiades. 416.—— Diokles Geſezgeber von Sprakus. 409.—— Roͤm. ſicil. Krieg(Dionys der ältere.)⸗ 405.—— Lyſander ſiegt bey Regospotamos. Iſokrates. 4o4. Artaxerpes II. Mnemon. Delhi erbaut. —— Achens üebergabe 30 Bligarchen. Thra⸗ ybul der Befreier(402.). 400. Ri er 10,000 Griechen. enophon. — Parrhaſius. Zeupis. Ariſtipp⸗ 394. Konon ſiegt bey Knidos. —— Filzu ſiegt bey Koronea gegen Arta⸗ rerpes. 301.—— Brennus, der Gallier im Kapitol. Ca⸗ millus.(dies alliensis) 387. Antalcidiſcher Friede mit Lacedämon. — Iphikrates in Aegypten⸗ 373.—— Thebaniſcher Krieg. Pelopidas. 371.—— Sieg bey Leuktra(ſchiefe Hrdonung) und 353 Aſien. Afrika. Etropa. or Chr.. 365.—— Sieg bey Mantinea burch Epam inondas †. Prätvren. M. Eurtius. 362. Artaxerxes III. Ochus. Sidon zerſtort. 360.— Plato in Sicilien. Praxiteles. Plebejer. 350.—— Philipp, König von Macedonien. 555.—— Heil. Krieg bis 346. Phocivn. Factionen und Sittenverfall der Griechen. Apel⸗ les. Protogenes. 543.—— Samnitiſcher Krieg. 538.—— Schlacht bey Chaͤronea. Maedoniſche Pha⸗ Seben Iſokrates freiwilli⸗ ger Tod. 357.—— Philipp, Obergeneral d. Griechen † 336. Decius Mus †. 336. Darius IIHI. Codomannus. 329. 354. Alexander in Aſien Pyrrho. Lyſtppus⸗ 333. Siege am Cranikus, bey Iſſus, und 331. Gangamela. 327. Alexander geht uͤber den Indus. Porus. — i nach dem Verfall von Net⸗ yrus. —— Menander. Zenv. 325. Alergnder †. zu Bäbylon. Regenten und Statt⸗ halter; Perdikkas, Eümenes, Antigonus inPhrz⸗ gien, Lyſimachus in Thracien⸗ — Ptolemaͤus Lagi. 1v. Periode vis auf die Geburt Ehriſti. 321.—— Ariſtoteles. 519.—— i Phalereus, Statthalter von then. 317.—— Aogathokles König in Sicilien. 515. Aſiatiſches Reich des Antigonus⸗ Späth Laſchenb. der Weltgeſchichte. 16 354 5 Afrika. Europa⸗ or C 312. SPrieucus in Babplon und Medien. — Alexandriniſche Biblivthek. —— Pyrrhus II. in Eyirus. 302.—— Caſſander, König in Macedonien. 301.—— Schlacht bey Iſſus, Antigonus F. Erbauung des Pharus. 300. Coloß von Rhodus. Euklides in Alexandrien. —— Menander. Theophraſt. — Demetrius Polyorcetes, Konig von Mace⸗ donien. Sti Ptolemaͤus Philadelphus — Aetoliſcher und achäiſcher Bund. Thev⸗ kritus. Ziegeldächer in Rom. 232. Reicer von Pergamus, Bithynien, Pontus, und appadocien. 280.—— Celten in Thracien. Hetru⸗ rien t 275.—— u Roͤmiſchaͤgyptiſcher Ver⸗ 350.—— Lie der jüngere in Syrakus. Epikur izn Erſtes Silbergeld. 264. erſter Puniſcher Kries 1 arthiſce Reich ieien Arſaces. 25 4 Pattiſch ches Theodot. 946.— Ptolemaͤus Evergetes. Attalus von Pergamus. —— Hamilkar wird bei Trapani mit ſeiner Pn Ende des un Pun⸗ Krie 238. Sieg der vůriht g. Seleuku 230. wrie t uzamilkar und Has⸗ 324. Antiochus m in Syrien⸗ Europa. Aſten. Afrika. Amerita. Vor Chr. 1791. Erſte Koalition geg. Frankreich. Geſezgebende National⸗Verſamml. 1. Oct⸗ Hubertus⸗Schlüſſel in München. 1792. Viertes Jahr der Freiheit⸗ Fieht zu Jaſſy mit Rußland. 9. Jan. eopold II. F. 1. März.— Jakobiner⸗Miniſterium. 10. Maͤrz. Guſtav III. ſtirbt. 16. Maͤrz. Kriegs⸗Erklaͤrung geg. Ungarn und Böhmen. 20 April. Guillotine. Angriffe bei Bruntrut und in Belgien. 29. April. Luckners Einnahme v. Menin. 19. Jun. Freiheits⸗Baum. Jakobiner⸗Auflauf in den Luilerien 20. Jul. Reſignation aller Miniſter. 10. Jul. Dekr., daß das Vaterl. in Gefähr ſey. 11. Jul. Franz II. Kaiſer⸗Kronung. 14. Jul Jul. Deſterr. Preuß. Manifeſt 25. Jul. Beitritt des Turiner Hofes. Rhein⸗Uebergang der Alliirten. 1. Aug. 3 Aug. Stüruns d. K. Pallaſtes. Suſpenſion . oͤnigs. aſter Feldzug, 11. Aug.— 6 Nov. Temple Arreſt der K. Familie 13. Aug. Lafayette's Flucht. 20. Aug. Du Mourier. Franz. Buͤrger⸗Titel. 24 Aug. Nativnal⸗Konvent. Frankr. e. Repnblik. 22. Sept. Ruͤckzug aus Champagne. 29. Sept. Cuſtine erobert Mainz. 21. Oct. Schlacht b. Gemaupe d. du Mourier. 6. Nob⸗ Eroberung d. oͤſterr. Niederlande. Verhoͤr Ludwigs XVI. 11. Dec. 195. Enthauptung Ludwigs XVI. 21. Jan. Kriegs⸗Etklaͤrung geg. Georg ill. c. 1. Febe, 400 Eurspa. Aſien. Afrika. Amerika. Nach Chr. 1793. 2ter Feldzug 6. Febr. bis 28. Dec⸗ Blokade v. Maſtricht. 6. Febr. Einnahme v. Breda. 25. Febr. du Mourier. Friegs⸗Erklaͤrung geg. Spanien. 7. März. Revolutions⸗Tribunal. 10. Maͤrz. Terrorism. Aufſtand in der Vendée. Pit Beſitznahme v. Danzig. 3. April. u Mourier's Flucht nach Mons. 4. Apr. Wohlfarths⸗Ausſchuß. 6. Apr. Ratiſikativn des Reichs⸗Kriegs. 30. Apr. Schlacht bei Famars, d. Coburg. 25. Mai⸗ Revolution. Sieg der Berges uͤber die Gironde. 31. Mai. Robespierre herrſcht. Marat †. Charl. Corday. 13. Jul. Uebergabe v. Mainz an Kalkreüth. 22. Jul. Zweite Theilung von Polen. Eroberung v. Valencienne, d. York u. Ferraris. 28. Jul. Stu des Volks in Maſſe dekr.(Barrére.). 16. Aug. Schlacht bei Hondscoote, d. Houchard. 8. Sept. Beffentliche Sitzungen d. Jakob. Klubs. 10. Spt. Schlacht b. Pirmaſens d. Braunſchweig. 14. Spt. VNavigations⸗Akte. 21. Spt. Peuer Kalender v. 22. Sept. 1792. an; 5. Oct. Eroberung d. Weiſſenburger Linien, d. Wurmſer⸗ 13. Ockt. Schlacht b. Wattigny d. Jourdan. 46. Oct. Maria Antvinette guillotinirt. ufilladen und Noyaden in Lion. 27. Nob. ieg b. Kaiſerslautern, d. Braunſchweig. 30. Nb⸗ Lie wider den Regenten zu Stockholm⸗ 17. Dee. 401 Europa. Aſien, Afrika. Amerika⸗ S Chr. 1793. Dec. 19. Wihereroberung von Toulon, d. Dugommier⸗ Buonaparte Artill. Kommandeur.) 22. Sieg an der Motter d. Hoche. 6 Brittiſche Nat⸗Schuld 240 Mill.(Pfund.) Maͤrz 25. Neue Revolution in Polen. Kosciusko⸗ April 5. Danton guillotinirt. 17. Blutbad in Warſchau. Igelſtroͤm. 23. Franz II. Huldigung in Brüſſel. 26. Dritter Febing. bis 19. Jan. 1705. Pichegruͤ's Einbruch in Weſt⸗Flandern. Bo. Sieg bei Ceret d. Dugommier ⸗ Mai 10. Eliſabeth guillotinirt. Jun. 1. Seeſchlacht bei Queſſant, d. Howe. 26. Schlacht bei Fleurus, d. Jvurdan. Wiedereroberung der Niederlande. Jul. 27. Rerolution vom 9. Thermidor. Ende des Terrorism. 23. Max. Robespierre guill. Aug. 12. Ruſſ. Einnahme von Willna. 15. Eroberung v. Lequesnoy d. Scherer. (Telegraphen⸗Gebrauch.) Sept. 18. 19. Schlacht am Bug, bei Briesz, durch Suworow.. Det. 5. Clairfait und Kerpen Ruckzug uͤber d. Rhein⸗ 9. Eroberung v. Herzogenbuſch, d. Pichegrü. 10. Suworow Sieg bei Matſchiewiz. Kosciusko gef. Nob. 4. Suworow erſtürmt Praga. Kapitulativn von Maſtricht d. Kleber. 3. Einnahme von Nymwegen, d. Pichegrü⸗ Dec. 27. Daendels geht uͤber die Maas. Spaͤth Taſchenb. der Weltgeſchichte. 463 402 Europa. Aſien. afrit. Amerita. Chr „ Nach 1795. Jan. 19. Pichegruͤ's Einzug in Amſterdam. Eroberung v. Holland. Maͤrz 18. Kurland ruſſiſch. April 5. Friede zu Baſel. Jun. 5. bis Nov 23. IV. Feldzug. Kapitulation v. Luxembourg d. Hatry. 3. Tod des Dauphin.. ul. 22. Friede zu Baſel mit Spanien. ept. 6. Kleber's Rhein⸗Uebergang. 20. Kapitulativn v. Mannheim. 23. Direktorial⸗Regierung. 23. Triple⸗Allianz zu S. Petersburg. 24. Dritte Theilung Polens. 1796. Marz 30. Buonaparte, Dbergeneral in Italien. V Feldzug(i2. April.— 2. Febr. 1797.) Apr. 12. Schlacht bei Montenotte d. Buonap. 15. Schl. b. Milleſimo d. Buonap. Mat 10. Schl. b. Lodi d. Buongp. 14. Einzug in Mailand. Erob. bon Pber⸗Italien. Jun. 5. Moreau ſiegt an der Murg und 9. S. Cyr bei Herrenalb. Deſtr. Rückzug aus Schwaben. Jul. 17. Waffenſtillſtand mit Wuͤrttemberg. 25. ditto mit Baden, und 27. mit dem Schwaͤb. Kreiſe. 31. Wurmſer entſezt Mantua. Aug. 3. Buonav. ſiegt bei Lonato, und 5. auf den Höhen v. Caſtiglione. 7. Friede mit Württemberg. 22. Friede mit Baden. 24. Schl. b. Amberz d. Erzh. Karl. Moreau in Baiern. Sieg bei Friedberg. Sept. 3. Schl. b. Würzburg d. Karl. 7. Waffenſtillſt. mit Baiern. Nach 1796. Sept. Octob. Nob. 4797. Jan. Febr. Maͤrz. Apr. Vob. Dot. 1798. ebr. Marz Apyr. 403 Europa. Aſten. Aftika. Amerika. Chr. 3. Schl. b. Baſſano d. Buonap. 20. Moreaus Ruͤckzug ber d. Lech. 2. Schl. b. Biberach. 19. Schl. b. Emmendingen d. Karl. 25 Moreau's Rückzug über den Rhein. 1. Guſtav(IV., Adolphs Regier. Antritt. 17. Katharina II.. Paul I. 15— 17. Schl. b. Arcole, d. Buonap. 1a. Schl. b. Rivoli, d. Buonap. und 2. Kapitulation v. Mantua. 19. Friede zu Tolentinv. Tiroler Landſturm. VI. Feldzug(März 16.— Oct. 1317.) 16. Sreſen am Tagliamento, d. Buonap. 23. Treffen b. Tarris, d. Maſſena. 16. Grundgeſez der ruſſ. Thronfolge. 16. Hoche's Rhein⸗Uebergang und Schlacht bei Neuwied. Friedens⸗Präliminarien zu Leoben. 20. Morenus Rhein⸗Uebergang, und Schlacht bei Diersheim. Paswan Dolu in Widdin. 13. Neues Miniſterium. Talleyrand. 17. rſebe zu Campo⸗Formiv. 16. Fridrich Wilheim III. 1. Militaͤr⸗Konvention zu Raſtatt d. Buongp. 9. Eroͤffnung des Kongreſſes zu Raſtatt⸗ 19. Rheingraͤnze als Friedens⸗Baſis. 10. General Berthier in Rom. 11. Gen. Schauenburg beſezt Bern. ¹5. Grundſaz d. Säkulariſationen. 15. Volksaufſtand in Wien. Bernadotte. 13* Aſien. Afrika. Amerika. Nach Chr. 1798. Mai 19. Buonap. Abſeglung aus Loulon. Jun. 12. Eroher. Malta's d. Sa Aug. 23. Landung Sin Killala, d. Humbert. Sept. 1. Kriegs⸗Erklärung d. Pforte geg. die franz⸗ Republik. Jul. 1.—— Bnongp. vor Alexandrien. Landung in Aegypten. 21 Schl. bei d. Piramiden g. Murad Bey. 22.—— Einzug in Cairo. Aug. 1.—— Seeſchlacht bei d. Nelſon. Sept. 9. Gefecht der Schweizer b. Stanz. Dct. 7.—— Schlacht b. Sedimann, d. Deſſaix⸗ Eroberung von Aegypten. Oet. 21.—— Aufſtand in Cairv. Dupuis F. 26. Ruſſ. Huͤlfs⸗Armee in Gallizien. Nob. 6. Paul I. Großmeiſter. Dec. 22.—— Si bricht zur Eppedition nach hrien a — Van Diemens Inſel d. Flinders entd. 1799. Jan. 4. Beheie Discuſſion über den ruſſ. Truppen⸗ 24. ulie bon Ehrenbreitſtein. Maͤrz 1. Ruſſ. Türk. Landung auf Corfu⸗ 1. Rhein⸗Uebergang. 7. Erober. v. Graubündten d. Maſſena. 12. Kriegs⸗Erklärung geg. Ungarn, Boͤhmen und Toskana. 13. Beſetzung der 25. Schl. 3 Stockach d. Karl. Schl. b. Magnano d. Kray⸗ Ende des Reichsfried. Kongr. 16. Suworow, Ober⸗General in Italien. 27. Schlacht b. Caſſano d. Suworow. SnS Apr. 405 Europa. Aſien. Afrika. Amerika. Nach Chr. 1799. April Mai Jun. Jul. Aug⸗ Sept. Det. Nob. 28. General Melas in Mailand. Geſandten⸗Mord bei Raſtatt. 14. Erober. des Lucienſteigs d. Hotze u. Jellachich. 5. Karl ſiegt bei Zürch. 13. Karl Ruffo in Neapel. 13. Revolution v. 30. Prairial. 17— 19. Schlacht an der Trebia, d. Suworow und Melas. 15. Prinz v. Braſilien, Souveraͤn von Portugal. 11.—— Tuͤrkiſche Landung b. Abukir. 25. Ruſſ. Kriegs⸗Erklaͤrung geg. Spanien. 25.—— Türken⸗Niederlage auf der Halb⸗Inſel. a. Buonav. geg. Muſtapha. Paſch 23. Kapitulation v. Mantua, d. Kray. 15. Schlacht bei Novi, d. Kray, Suworow und Melas 27. Abercromby land. beim Helder. 22.—— Buonap. verlaͤßt Aegypten. Kleber D. General. 30. Uebergabe der Lexel⸗Flotte, d. Mitchel. 19. Sieg der franz. holländ. Armee bei Bergen, d. Bruͤne. 25. Schlacht an der Limmat, durch Maſſena, und bei Uznach, d. Soult.(ruſſ. Ruͤckzug uͤber den Rhein.) 30. Roms Uebergabe. Franz. Raͤumung des Kir⸗ chenſtaats. 9. Buonap. Landung bei Frejns. 20—— Niederlage der Janitſcharen bei Damiette, und 1. Nov. am Nil. 4. 5. Schlacht bei Savigliano und Genola, durch Melas und Kray.(Franz. Raͤumung Italiens.) 9. Revolution vom 18. Brumaire. Dimiſſion des Directoriums. Buonaparte Befehlshaber der Garde⸗ —— — Eurvpa. Aſien. Afrika. Amerika. Chr. Novy. 9. Achard's Runkelrubenzucker. Chaptals Bleichmetbode. Chladni's Clavicylinder. Erdmandel als Kaffee⸗Surrogat. Schellings Naturphiloſophie. 10. Verſammlung der Raäthe S. Clond. 13. Capitulation v. Ancona, d. Froͤ hlich⸗ 22. Calleyrand, Miniſter der auswärtigen Ange⸗ legenheiten. Dec. 1. Conſular⸗Garde. Mürat Commandeur. 3. Capitulation v. Coni, d. Lichtenſtein. 13. Conſtitution v. 22. Frimaire. Bonaparte Ober⸗Conſul. (Cambaceres 2er, Lebrun 3er Conſul.) 50.— Wiedereroberung von El⸗Ariſh, d. Türken und Britten. 1800. Jan. 8.— Keiths Erklaͤrung zu Minorca über unbe⸗ dingte Kriegsgefangenſch. —— 25. Jul. Konvention von El Ariſh uͤber die Raͤumung Aegyptens. 26. Rückmarſch der ruſſ. Hulfs⸗Trüppen. Maͤrz 13. Pius VII. Chiaramonti. 16. Britt. Subſid. Vertrag mit Pfalz⸗ Baiern, 20. Apr. mit Württ. 20.—— Kleber's Sieg bei Heliopolis, und 24. Wiedererob. von Cairv. April 6. Eroͤfnung des Feldzugs in Italien⸗ 16. Schlacht bei Voltri, d. Mlas 5 von Goree d. Ha⸗ milto 23. whſenn bei Breiſach, Kehl und Mai 1. Fapitulation v. Hohentwiel, d. Vandamme⸗ Nach 1800. Mai Jun. Jul. Aug⸗ Dct. Dec. Sept. 20. 407 Europa. Aſien Afrika. Amerika. Chr. 3. 5. 15. 2 4 9. 44. 1. 16. 19. 20 d. 28. 15. 4 8. — O1 50 Schlacht bei Engen und — bei Moͤskirch, d. Moreau. nebergang der Reſerve⸗Armee uͤber den St. Bernhard. Einnahme v. Mailand, d. Murat. Kapitulgtion v. Genua, d. Dtt und Keith g⸗ aſſena. Schl. bei Montebello d. Berthier. Schlacht bei Marengo d. Bonap, Deſſaix. —— Kleber ermord.(Menou.) —— Waffenſtillſtand zu Aleſſandria. Dynau⸗Uebergang. Schlacht bei Hoͤchſtaͤtt, d. le Courbe. . Britt. Subſ. Vertrag zu Wien. Wieder⸗Einnahme von Graubuͤndten, d. le Courbe. Friedens⸗Praliminarien zu Paris d. St. Julien. Rußlands Einladung zur bewaffneten Neutra⸗ lität. Waffenſtillſt. zu Hohenlinden. Gr. Cobenzl, Hof⸗ und Staats⸗Kanzler fuͤr Thugut. Carnot's Reſignation. Alexander Berthier, Kriegs⸗Miniſter. Komplott zur Ermord. d. D. Konſul entd. 25. Friedens⸗Congreß zu Luͤnneville. Uebergang über den Spluͤgen, d. Macdonald. Schlacht bei Hohenlinden, d. Moreau und Richepanſe. Uebergang uber den Inn. Moreau, Lecourbe, und Grenier. Beſitznahme von Lienz. Deſtr. Rückzug hinter die Ens. „Attentat durch Pulver⸗Exploſton⸗ Europa. Aſien. Afrika. Aneriks. Chr. S 4300. Dec. 25. Waffenßtillſt. zu Steyer. Fot 26. Schl. am Mincis, d. Brune⸗ Jan. 1. Vereinigtes Reich Großbritannien u. Irrland. Uebergang über die Etſch.* 8. Fi Karl, Hofkriegsr. Präſ. 11. Uebergang über d. Brenta. Febr. 9. Friede zu Lunneville. 12. Preuß. Beitritts⸗Erklaͤrung zur Rordiſchen k Convention. Maͤrz 23. Paul I. †. Alexander I. April 2. Seeſchl. bei Koppenhagen, d. Nelſon⸗ 3. Preuß. Oecupation v. Hannover. 5. Daͤn. Beſetz. Lubeck's. 12. Preuß. Beſetz. Bremens. 15. Ludwig v. Parma, Souveraͤn von Toskana. 6.—— Einnahme v. Roſette, Oſtind. Trup⸗ pen in Sucz. Jun. 28.—— Kapitulat, v. Cairo d. Hutchinſon, u. Zuſſ Pnſcha. Jul. 6.— 12. Stetreffen bei Algeſiras. 15. Konkordat zu Paris, mit Pius VII. 26. Ludwig vyn Parma, Koͤnig von Etrurien⸗ Aug. 4.— 15. Britt. Verſuch geg. Boulogne. 24. Vertrag zu Paris mit Baiern. 31.—— Kapitulation von Alexandrien. Sept. 25. Einfuͤhrung des Decimal⸗Syſtems. Det. 1. Friedens⸗Präliminarien zu London. 4. Seſe zu Paris, zw. Rußland und panien. 6. Portalis, Miniſter d. offentl. Kultus. 8. Friede zu Paris mit Rußland. 9. Kongreß zu Amiens. 1802. Jan. 26. Bonaparte Praſident der Italiſchen Repnblik⸗ . ——— 409 Europa. Aſien. Afrika. Amerika. Nach Chr. Maͤrz 25. Definitit⸗Friede zu Amiens. Wai 8. Vonaparte's Wahl auf neue zehen Jahre. 10. Beſchluß wegen lebensl. Wahl. 10. Errichtung der Ehren⸗Legion. 20. Entſchädig. Vertr. mit Württbrg. 25. S und Indemniſations⸗Vertrag mit reußen. Jun. 4. Konvention zu Paris mit Nußland über den allgem. Entſchaͤdig.⸗Plan. Karl Emanuel reſihnirt. Viktor Emanuel I. K. d. Sar⸗ * dinien. 25. Definitiv⸗Friede zu Paris mit der Pforte. 16.—— Reſtitutivn Aegyptens d. den Pariſer Frieden. Jul. 50. Preuß. Beſetzung von Hildesheim und Goslar. Aug. 2. Bonaparte erſter Konſul auf Lebenszeit⸗ 17. Deſtr. Beſetzung Paſſau's. 24. Auſſerord. Reichs⸗Deputation zu Regensburg. Det. 21. Einmarſch in die Schweiz. Nov. 23. Erſter Deputat. Hauptſchluß Heinrich von 66 Preuß. †. Gen. le Clerc †. 1. Febr. 11. Veues Supplement zum Entſchaͤdigungs⸗Plan. 10. Mediations⸗Akte der Schweiz. 25. Neuer Reichs⸗Deput. Hauptſchluß. 21.—— Die Englaͤnder raͤumen das Kap. Maͤrz 1. Verweigerung der Uebergabe Malta's. 31. Einmarſch in Holland.. April 5. Seii Regensburg wegen des Elsfle⸗ ther Zolls. Mat 18. Britt. Kriegs Erklaͤrung. 20. Einmarſch in Bentheim. Invaſion von Han⸗ nover. Eurspa. Aſien. Aftika. Amerika. Noch Chr⸗ 1503... Jun. 22. Einmarſch in die Staaten von Neapel d. St⸗ yr. 2. Britt. Blokade der Elb⸗Mündung. Jul. 26. Blokade der Weſer⸗Mündunz und Aug. 13. der Haͤfen von Genug und Spezzia⸗ 3. Jtalien. Truppen nach Frankreich beordert. Sept. 6. Blokade von Havre, u. a. Haͤfen der Seine. Flotillen⸗Verſammlung zu Boulogne. Nov. 29. Branien⸗Fulda'ſches Hkkupat. Patent wider die Reichs⸗Ritterſchaft. Ludwig pon Etrurien. Straße uͤber den Simplon. 180 4. Jan. 15. Gen. Mürat, Gouverneur v. Paris. 27. Inſurgenten in Serbien. Gevorg Czerney. Ruſſ. Truvpen⸗Transport nach Corfu. Febr. 15. Entdekte Verſchwoͤrung wider den erſten Kon⸗ ſul.(Pichegru. Lajolais, Georges,— Mo⸗ reau.) Maͤrz. 15. D'Enghien's Verhaftung. 27. Addreſſe des Senats, wegen Vollendung der Staats⸗Verfaſſung. Apr. 30. Antrag im Tribunat, wegen eines erblichen Kaifers⸗ Mai. 7. Ruſſ. Note zu Regensburg üͤber die Infraktion im Baden'ſchen. 18. Napoleon, Kaiſer der Franzoſen. Jun. 18. Piti's Reichs⸗Vertheid. Bill.. Jul. 21. Ruſſ. Note wegen der Ital. Angelegenheiten und Reutralität Teutſchlands. Aug. 11. Franz II Erb⸗Kaiſer v. Deſtreich. 14. Ppoſtrophe des Moniteurs an den König bon chweden. Sha Ax Afrika. Amerika. Nach C 1804. Stpt. 11. 3ehnjbrige Preiße fuͤr in Werke, und Etabliſſements. 26. Preußen erklärt den Schutz für die Ruhe Nord⸗ Deutſchlands. Nov. 25. Pius VII. zu Funngttat. Necker T. Kant †. Weiſſe. S 3. Harding entd. die Juno. 1905. Maͤrz. Napoleon Koͤnig von Italien. Eliſa Fürſtin von Piombino. Apr. Siiſt che Ligue, dritte Koalition geg. Frank⸗ eich⸗ Mai. 11. Rarſt der Rhein⸗Schiff.⸗Oktroi. Deſtr. Kriegslaͤger. Jun. 5. Eugen, Vice⸗Koͤnig v. Italien. Drden der eiſernen Krone. 21. Brittiſche Subf. Bewilligung fuͤr beitretende Mächte. 23. Felix Baccivecht, Fürſt v. Lucca. Aug. 27. nt in Voulogne. Große Armee. VII. Korps Ruſſ. Mediations⸗ und Dbſerbations⸗Corps dektarirt. Sept. 8. Mack geht uͤber den Inn. Einmarſch in Bai⸗ ern Unterhandlung. 24— 25. Rhein⸗Nebergang der Gr. Armee. Oct. 1. Kriegs⸗Erklärung. 2. Allianz zu Ludwigsburg. 3. Vernadottes Marſch durch Preuſſ. Gebiet⸗ 5. Ruſ. Landung in Pommern. 10. Allianz zu Ettlingen. 14. Allgem. Ansgriff bei Zit Treffen bei Elchingen, d. Ney. 1805. Nob. Seb Aſten. Afrika. Amerika. Dct. 14 Hardenbergs Note wegen der Gewaltthaͤtigkeiten in Franken. 16. Ruſſ. eſtr. Vereinigung bei Braunau. 17. Kapitulation von Ulm. 13. Treffen von Verona, d. Maſſena. Etſch⸗Uebergang. k 19. Kapitulation zu Trochtelfingen und Bopfingen⸗ 21. Seeſchlacht bei Cap Trafalgar. Nelſon. 23. Ruſſ. Marſch durch Schleſien. 26. Preußen in Hannover. 27. Inn⸗Uebergang. 29. Beſetzung v. Braunau d. Lannes, p. 30. von Salzburg d. Bernadotte, und Wrede. Treffen bei Caldiero, d. Erzh. Karl. 2. Eroberung der Höhen v. Caldiero, d. Maſſens. Beſtr. Rückzug hinter die Piave. 4. Uebergang über die Ens. §. 10. Einnahme v. Scharnitz und Kufftein. 3. Errichtung der Nordarmee unter Pr. Louis⸗ 10. 12. Elb⸗Uebergang der Ruſſen nnd Schweden. 12. Uebergang über den Tagliamento. 15. Mürats Einzug in Wien, Kaiſer Napoleon in Schönbrunn. 13. Deſtr Rückzug nach Kroatien. 19. Beſetzung von Trieſt. 20. Ruſſ. Britt. Landung in Neapel. 23. Preuß. Beſetzung Bremen's. 3. Schlacht bei Auſterlitz. Napolevn gegen Kaiſer Alexander u. Franz. 6. Waffenſtillſtand zu Auſterlitz. 8. Ruckmarſch der ruſſ. Hülfs⸗Truppen. 12. Franz. Staats⸗Vertrag mit Kur Wuͤrtemberg, 20. und, mit Kur Baden. Europa. Afien. Aftika. Amerika. Nach Chr. 1305. Dec. 15. Wiener Traktat mit Preußen. 26. Friede zu Presburg. 1806. Jan. 1. Marimilian, Koͤnig v. Baiern. Friderich, König v. Wuͤrtemberg. 12. Räumung von Wien. Eugen, Vice⸗Koͤnig u adoptirter Thronfolger v. Italien.(Vermählt mit Augüſte Amalie v. Baiern, Jan. 14.) 16. Karl Friderich v. Baden, ſoub. Kurfuͤrſt. Franz. Kantonirung in Baiern und Schwahen. Febr. 10. Erzh. Karl. Generaliſſ. d. Kriegsmacht. 15. Joſephs Einzug in Negpel. Maͤrz. 2. Steei n⸗ Italien zum großen Kaiſer⸗ reiche. 4. Adoption der Stephanie Beauharnvis(g. Apr. Vermaͤhlg mit d. Kurpr v. Baden.) Die Ruſſen beſetzen Cattarv. 15. Mürat, Erbherzog von Cleve und Verg. 30. Jvſeph Napoleon, Kg. v. Neapel und Sicilien. Apr. 1. Preuß. ECivil⸗Beſtznahme von Hannover. 20. Kur Braunſchw. Deklaration gegen Veraͤuße⸗ rung des Kurfürſtenthums. Mai. 13. Britt. u. Schwed. Blokaden in d. Oſtſee, und 16. Blokadeſtand aller Häfen von Breß bis an die Vernichtung der Seerechte der Neu⸗ tralen. 28. Kard. Feſch, Koadjutor und Nachfolger des Kur Erz⸗Kanzlers. Jun.§. Louis Napoleon, König v. Holland. Talley and, Fuͤrſt und Herzog v. Benevent. Bernadotte, Furſt und Herzog v. Ponte Corvo. Inl. 12. Grund⸗Vertrag des Rbeinbundes. Aug. 1. Notiſikativn des Rheinbundes in Regensburg. Nach 1006. Aug⸗ Europa. Aſien. Afrika. Amerika. Chr. 6. Franz II. Abdankung. Aufloſung der T. Reichs⸗ Konſtitution.. 25. Palms Verurtheilung zu Nuͤrnberg. 26. Aufhebung der Adelsvorrechte in Staats⸗ emtern. Sept. 11. Rußland verweigert d. Beſtätigung d. Pariſer Dct. Friedens. 21 Aufgebot der Rheinbunds⸗Kontingente. 25. Wuͤrzburg's Beitritt zum Rheinbunde. 1. Preuſſ. Ultimatum in Paris, durch Knobelsdorf. 6. Napoleons Proklamation an die Armee⸗ 9. Preuß. Friegs⸗Manifeſt. Preuß. Franz. Krieg⸗ 10. Treffen bei Saalfeld, Pr. Louis. 14. Schlacht bei Jena,(Napoleon) und Auerſtaͤdt (d'Avoust.). 15. Kapitulation zu Erfurt, und der Sachſen“ ena. grctr v. Halle, d. Ponte⸗Cörbo. Nob. 25. Kapitulation v. Spandau, d. Lannes. D'Avoust in Berlin. Thiard beſezt Dresden⸗ 27. Napoleon's Einzug in Berlin. 28. Kapitulativn v. enztn(Berg), und 29. von Stettin, d. Laſalle, und bei Paſewalk. d. Milhaud.. 29—5. Nov. Blücher's Rückzug. 31. Kapitul. v. Kuſtrin, d. D'Avoust. Kapitul v. Wichmansdorf und Anclam. Bülletin zu Berlin geg. Heſſen⸗Caſſel u.(6. Nob.) geg. Dranien⸗Fulda. 3. D'Avvuſt Avantgarde in Poſen. 4. Entwafnung der Heſſen d. Mortier. 6. Schlacht von Lübeck durch Berg. Pontecorvo, Sult⸗ Nach 41306. Nob⸗ 1807. Jan⸗ 475 S Aſien. Afrika. Amerika. Chr. 7. Kavitulation zu Ratkan Nivaud aeg. Bluͤcher. 8. Kapithlarion v. Mondeburg, d. Ney. 12. Mortiers Beſitz von Hannover. 19. Beſiznahme von Hamburg, 20. Bremen, 28 Lübeck. 20. Kapitulation von Hameln Savary. Schill's Streifcorps. 21. Blokade⸗Dekret zu Berlin geg. die brittiſchen Inſeln. 23. Ruſſ. Uebergang uͤber den Dnjeſter. 25. Kapitulation v. Nienburg, d. Savary. 23. Einmarſch in Warſchau, d. Berg. Beſiznahme Mecklenburgs, d. Michaud. Ruſſ. Kriegs⸗Manifeſt. Kamenskij. Erſter Polniſcher Krieg. 29. Beſetzung von Jaſſy und Bender d. Michelſon. 2. Kapitulation v. Glogau, d. Seckendorf und Vandamme. 6. Beſiznahme v. Oldenburg, Varel und Knip⸗ hauſen. Gen. Ney beſezt Thorn. Uebergang, üͤber die Weichſel. 11. Friedens⸗Vertrag zu Poſen, m. Sachſen. 19. Napoleyn in Warſchau. 20. Fried. Auguſt, König v. Sachſen. 2 ½. Uebergang über d. Werg, d. Nanſouty. 25. Baron Bennigſen, Ruſſ D.⸗General. 26. Treffen bei Pultusk(Lannes) u. Golomyn d⸗ DAbouſt 27. Michelſons Einzug in Bukareſt. g. Lürk.⸗Ruſſ. Krie 5. Kapitulativn v. Breslau, d. Hedouville und Vandamme. 10. IX. Armee⸗Korps unter Jerome Napoleon. Nach 1307. Jan. Europa. Aſien. Afrika. Amerika. Chr. 16. Uebergabe v. Brieg.(Deroy.) 25. Treffen bei Mohrungen, d. Pontecorob. 23. Einmarſch in Schwed. Pommern. VIII. Korys d Mortier. Febr.. Kapitulativn v. Schweidnitz, d. Vandame. Maͤrz. Apr. Jul. Aug. 8. Schlacht bei Preuſſ. Eilau.(Napoleon gegen Bennigſen u. Leſtocg.) 16. Treffen bei Oſtrolenka. Savah⸗ 19. Dukvorth dringt durch die Dardanellen. Jü⸗ diſch. Sanhedrin zu Paris(10. Febr.). 20. Fuͤnf Reſerve⸗Legionen errichtet. 18. Zraktate zu Warſchau mit Anhalt, Schwarzburg, Reuß, Lippe, Waldeck. 19. Obſero.⸗Korps an der Elbe, 24. Faiſctn d. Danzig.(kefebre, Herzog. 28. Rat.) 26. Einnahme v. Weichſelmuͤnde. 23. Treffen bei Mileto d⸗ Regnier. 1. Kapitulation v. Neiſſe.(Vandamme.) 6. Treffen bei Deppen: 3 Uebergang über d. Paſſarge. 11. Juſſ. Raͤumung d. Lagers bei Heilsbers. 12 Maſſena ſiegt bei Oſtrolenka. 1 4. Schlacht bei Friedland.(Napolevn.). 16 Einnahme v. Königsberg, d. Soult. 18 Favituſation d. Koſel, d. Raglovich⸗ 21— 25. Woffenſtillſtand zu Tilſit. 25. Fapitulativn v. Glaz.(Jerome.) Zuſammenkunft auf dem Niemen⸗ 7. 9. Friede zu Tilſit. 17 Napoleon in Presden.. 27. Deſſen Ruckkunft in S. Cloud. 6 Dekr. wider engl. Fabrik⸗ und Handelswaaken. 13. Raguſa mit Itälien vereinigt⸗ Europa. Aſien. Pfrika. Amerika. Nach Chr. 1607. Aug. 17. Britt. Flotte vor Koppenhagen. 23. Vermaͤhl. d. K. Jerome m. Przſſ. Katharina. 28. Einmarſch in Ligorno, d. Dumotiins. Beſiznahme v. Etrurien.) Oct. 10. Gränz⸗Fynvention m. Beſßr. zu Fontainebleau. 25. Einmarſch in Spanien, unter Laborde. Noo, 13. Heronimus Napoleon, Konig b⸗ Weſtphalen. 19. Einmarſch in Portugall, unter Junot. 27. Flucht des Hauſes Braganza aus Portugall. 50. Einmarſch in Liſſabon. Dec. 10. Die Königin Regentin v. Etrurien reſignirt. 1803. Jan. 21. Sen. Konſ. uͤber die Einverleibung v. Kehl, Caf⸗ ſet Weſel u. Piſeſingen Febr. 2. Beſiznahme von Rom, b. Miollis. 21. Sinmarſch der Ruſſen in Finnland. 29. Daͤn. Deklar geg. S weden. Miärtz. 13. Friderich VI., K v. Daͤnnemark. 18. Revolutivn in Aranjuez. Ferdinand VII. Fönig. 2. Einzua der Ruſſen in Abo, 23. Einmarſch in Madrid(Grh. v. Berz.). April. 1. Vereiniaung Schwed. Pommern mit Rußland. Mai. 5. F in Vayonne uber die Ceſſion Spa⸗ niens. Jun. 5. Joſeph Napoleon, K. v. Spanſen L. Indien. Jul 15. Jvachim Napoleon, K. v. Neapel u. Sicilien. Sept. 8. Tractat mit Preußen, zu Paris. 27. bis 14. Oet. Kongreß zu Erfurt. Oct. 12. Friedens⸗Einladung aus Erfurt an Georg III. Rhein⸗Armee unter H. v. Auerſtaͤdt. 29. Navoleons Abreiſe näch Spanien. Rob. 10. Sieg über das Centrum der Spanier hei Ga⸗ monal, d. Dalmatien. 5—— —. 318 Europa. Aſlen. Afrika. Ameriks. Nach Chr. 5 1303.. Nov. 11. Sieg über den l. Flügel, bei Esponiſa, d. Bek⸗ luno, Danzig u. Dalmgtien. 4. Kapitulation v. Madrid.(Beſieres.). Jan. 7. Navoleons H. Quartier in Valadolid. März. Z. Eliſa, Grosherzogin v. Toskana. Eleve u. Berg an Kronprinz v. Holland. 9. Aufruf des Erzherzogs Karl an die Wiener Freiwilligen. 29. Ruſſ. Huldigung in Finnland. Guſtao IV. Thron⸗Entſagung. April 8. Proklamation an die Voͤiker Deßtr⸗ 9 Deſtr. Inn⸗Uebergang. Deſtr. Franz. Krieg. 10. Inſurrektion im Puſterthal. 15. Napoleons Abreiſe aus Paris.. 17. Proclam. zu Donauwerth an die Armee. 18. Chaſtellers Aufſtand in Tirol.. 20. Schlacht bei Abensberg.(Napoleon.). Fapitulation v. Regensburg. Klenau. 21. Treffen bei Landshut. 21. Treffen b. Warſchau, d. Ferdinand. 22. Schlacht bei Eckmuhl, Napoleon.. 23. Einnahme von Regensburg. 24. Beſtr. Ruckzug nach Boͤhmen. Tagshefehl uͤber d. Marſch nach Wien. Aufhebung des T. Drdens. 26. 27. Rivoli, u. Montebello. Inn⸗Uebergang. 20. Einmarſch in Salzburg, Wrede⸗ Mai. 4. Montebello geht uͤber die Ens, und 8. die Ital. Armee uͤber bie Piabe. 10. Naphleons Hauptquartier in Schoͤnbronn. 12. Kapitulation von Wien. 17. Aufhebung der weltl. Herrſchaft von Rom⸗ 5 Euevpa. Aften. Afrika. Amerisa Nach Chr. 1309. May 20. Uebergang über die Donau. 21. 22. Schlacht hei Eßling.(Napolevn.) Schlacht bei Aſpern(Carl.). Jun. 6. Karl XIII., K v. Schweden proclamirt. 14. Treffen bei Raab(Eugen), und 22. Kapitul. v. Raab(Laurifon.). Jul. 5— 6. Schlacht bei Wagram, d. Napoleon. 10. Treffen bei Hollabronn, d. Rivoli. 12. Waffenſtillſtand im Lager vor Znaym⸗ 13. Pius VII. Abreiſe aus Rom. 14. Kapitul. v. Krakau, d. Poniatowsky. 29. Landung der Englander auf Walchern. 31. Kapitul. v. Middelburg, d. Eyre Coote. Abdankung des Erzh. Kark. Aug. 11. Schlacht bei Almonacid d. K. Joſeph. 14. Errichtung des Staats der Illhriſchen Pro⸗ vinzen⸗ 15. Orden der 3. Gold. Vließe. 17. Kapitul. v. Vließingen, durch Chatam und Strachan. 23. Schwed. Wahlakte für den Prinz Chriſtian „Auguſt v. Auguſtenburg. Sept. 17. Ruſſ. Schwed. Friede zu Friderichsham. 21. Cannings und Caßtlereaghs Zweikampf. Oct. 14. Friede zu Wien. 16. Napolevns Abreiſe v. Schoͤnbrunn. Dec. 10. Dän. Schwed. Friede zu Joͤnköping. 16. Sen. Conſult uͤber Aufhebung d. Ehe Na⸗ 6 poleons. 10. Jan. 1. Neue Organiſ. des Ruſf Reichsraths. 5. Friede zw. Frankr. und Schweden zu Paris. 14, Konvention zu Paris uber die Abtretung Hah⸗ novers an Weßphalen⸗ — 1310. Febr. 17. Vereini 2 1 ² reinigung des röm. Staats. Foͤnig von Rolt. 28. Tractat zu Paris über die Ceſſonen und Ent⸗ 8 ſchädigungen Bagierns. Maͤrz 1. Grosherzogth. Frankfurt. Eugen Napoleon erb⸗ licher Nachfolger. April 2. Napoleons Vermahlung mit Marie Louiſe. au. Jonvention zu Compiegne, über Baier. Cel⸗ ſionen an Württemberg. Mai 13. Ceſſions⸗Vertrag zu Paris zwiſchen Baiern und Württemberg. 28. Tod des Kronprinzen Ausuſt v. Schweden. Jun. 6. Hardenberg, Preuß. Staats⸗Kanzler. l. 1. Thron⸗Entſagung d. K. Ludwig v. Holland⸗ 9 Vereinigung Hoüands mit Frankreich. 10 Louiſe, Konigin von Preußen Aug. 3. Tarif von Trianon für die Kolonialwaarenz Erweitert am 12. Sept. 21. Wahr des Pr. Pontecorvo, zum Schw⸗ Thron⸗ olger. Dct. 19. Dekr. zu Fontainebleau auf Verbrennung der engl. Fabrikate. Nobv. 5. Adoption des Schwed. Thronfolgers Karl Jo⸗ hann. Dec. 13. Reunion der Mündungen der Schelde, Maas, des Rheins, der Eins, Weſer und Elbe. 29. Dekr. uͤber eine Tabaks⸗Regie. Jan. 10. Prinz von Wallis, Regent d⸗ britt. Reichs. ärz 15. Reduction der Wiener Bankzettel. Annullirt: 843 1/2. Mili. Gulden.) 20. Geburt des Franz Carl Napolegn. Mai 7. Preis 1. Mill. für die beſte Flachs⸗Spinn⸗ Maſchine. Jun. 17. Gallicaniſche Kirchenverſammlung. Det.. Ruſſ. Sieg bei Rutſchſchuk, d. Markof. Nach 1812. Febr. 421 Europa. Aſien. Afrika. Amerika. Chr. 24. Allian; mit Preußen. Maͤrz 14. Allianz mit Heſtreich. Mai Jun. Jul. Aug. Sept. Dct. Nob. „Napoleons Abreiſe b. St. Cloud, und 17. Reſidenz in Dresden bis 20. Mai 22 Proklamation an d. Armee aus Wilkowisky. 24. Uebergang uͤber den Niemen. 25. Ruſſ. Gegen⸗Proklam. zu Wilna. 23. Napoleon in Wilna. Treffen bei Mohilew, d. Eckmül. — 15— 20. Uebergang über d. Düna.(Reggio uns ärat.) 19. Einnahme von Liebau und Dreffen bei Eckau. 22. Schlacht bei Salamanca.(Wellington.) 25—27. Gefechte bei Oſtrowna, d. Mürat und⸗Eugen. 30. Einnahme v. Dunaburg, d. Tarent. 1. Ereffen an d. Briſſa, d. Reggio.. 6. Fwiit des Friedens mit England in St. Pe⸗ ersburg. 12. Treffen beiKrasnoj, d. Märat, und Elchingen bei Podubnie, d. Schwarienberg. 16— 13. Gefechte bei Polozk, d. Reggio und Gou⸗ „ bion St. Cyr. 17. Schlacht bei Smolensk, d. Napoleon. 19. Treffen bei Valontina, d. Elchingen. 27. Conferenz zu Abo zw. Kaiſer Alexander und Krpr. v. Sweden. 7. Schlacht an der Moskwa. 14. Napolebn's Einzug im Kreml. 16. Rückzug der Franzoſen. Gefechte von Winkowo,(Muͤrat. Bennigſen) und Polozk.(Wittgenſtein, St. Eyr.) 20. Treffen an der Düng(Wittgenſtein. St. Cyr.) 22. Wellington zieht ſich nach Portugal zurük. 1. Die Franzoſen wieder in Madrid. Nov. — Dec. 1813. Jan. Febr. März April Mai 22. Ruckzug der Aliirten Suropa. Aſſen. Afrika. Amerika. hr⸗ 15. Gefechte von Wilkowitz(Regnier. Sacken 17. Ereffen bei Krasnvj. Rapoieon. Kutuſow) 19. Die franz. Armee geht uber den Dniepr. 24 Gefecht bon Boriſow.(Dudinot.) 28— 25 Schlacht an d. Bereſina. Napoleon ber⸗ laͤßt das zertruͤmmerte Heer g. Flucht der Franzoſen durch Wilng. 29. Kynvention des Gen. York,(unter Macdo⸗ nald,, der die franzoſiſche Armee verläßt⸗ (Diebitſch). s. Konigsberg von den Franzoſen geräumt. 11 Die Franzoſen räumen das r. Weichſelufer. 8. Die Ruſſen in Warſchau.(Miloradvwitſch.) 15. Treffen bei Kaliſch.(Regnier. Winzingerode.) 3. Die Auſſen in Berlin.(Repnin.) 17. Die Ruſſen in Hamburg.(Tettenborn.) Aufruf und neue Rüſtung Preußens⸗ 27. Erklaͤrt den Krieg an Frankreich⸗ 2. Sieg bei Lünneburg. Dörnberg geg. Morand. 5. Sieg bei Moͤckern. York geg. Eugen B.) 18. Kapitulativn vvn Thorn. 25. Kapitulgtion von Spandau. 27. Gefecht bei Halle.(Kleiſt.) 2. Schlacht b. Gr. Goͤrſchen.(Napoleon. Witt⸗ genßein) 7. Die Aliirten gehen bei Dresden uͤber die Elbe zurͤk, und beziehen 14. das Lager bei Bautzen. 19. Treffen bei Weiſſig und Königswartha. (Barklai und Pork, geg. Lauriſton.) 20. 21. Sihe hei Bautzen,(Napoleon. Witi⸗ genſtein.. uropa. Afien. Afrika. Amertka. Wai 26 Sieg bei Hainau.(Blücher. Maiſon.) ellington bei Salamanca. Ruͤkzug der Franzoſen. 1. i beziehen das Lager v. Puͤlzen bei Schweidnitz. 4. Sieg bei Luckau.(Bülow. Dudinot.) Waffen⸗ Aug. 10. Auff ſtillſtand. 21. Schlacht von Vittoria. Wellington beſiegt Jourdan. ündigung d. Waffenſtillſtands. 17. Anfang der Feindfeeligkeiten fecht bei Lauenburg.(Luͤzow's Korps.) fecht bei Hainau.(Ney. Sacken.) e Ruſſen erſtuͤrmen d. franz. kager bei irna. 25. Schlacht v. Gr. Beeren.(Buͤlow. Regnier.) 26. Dresden von den Alirten angogriffen. Moreau †.) S an d. Katzbach.(Bluͤcher. Macds⸗ nald. 29. Treffen bei Plagwitz.(Puthaud.) 50. Schlacht von Eulm.(Rapoleon. Vandame. Schwarzenberg. Kleiſt. Oſtermann). chlacht von Dennewitz.(Buͤlow und Tauen⸗ zien gg. Ney und Budinvot.) 16. Gefecht an der Goͤrde.(Wallmoden. Pecheut). Gefecht bei Nollendorf.. 22. Gef bei Biſchofswerda.(Blücher. Macdonald.). 350. Czernitſchef in Caſſel.. 1. 2. Merkwurdiger Eilmarſch von Blücher aus der Lauſitz nach Elſter über die Elbe. effen v. Wartenburg. York. Bertrand.) chlacht bei Moͤckern und Wachau.(Blücher⸗ Napolecon)⸗ 4 Europa. Aſien⸗ Afrikg. Amerika⸗ Nach Chr⸗ 1315. n Dei. 13. Schlacht von Leipzig.(Schwarzenberg⸗ Bark⸗ lai. Bennigſen. Pr. v. Schweden, geg. Na⸗ poleon.) 19. Erſtürmung von Leipzig. 22, Daͤniſche Kriegserklaͤrung geg. Preußen und Rußland. 23. Gefecht bei Hanau.(Wrede⸗ Napoleon.). Poo. 1. 2. Die franz. Armee geht über den Rhein zurück. Hochheim v. d⸗ Deſtr. erſtuͤrmt. 11. Kapitulation v. Dresden.(Goupion S. Cyr.) 15. Gefecht von Caldiero.(Hiller. Eugen B.) 21. Kapitulation von Stettin⸗. 23. Die Preußen rücken in Holland ein. Doͤsburg und Zutphen genommen.(Oppen) Die Koſaken in Amſterdam, 26. Kapitilation von Danzig.(Rapp. Kr. Pr. b⸗ Wuͤrtemberg.* 30. Arnheim erſtürmt.(Oppen,). Dec. 5. Kapitulation v. Lubeck. CAllemand, i0. Geecht bei Rieſtadt, zw. Dänem und Schweden. 12. Bie Ruſſen nehmen Breda.(Benkendorf). 13. Wellington am Fuße der Pyrenäen⸗ Gefecht am Adour geg. Soult 49. Kapithlation v. Fridrichsort. 20. Die Alliirten gehen über den Rhein, bei Schaf⸗ hauſen, Baſel und ruͤcken durch die Schweiz. S 26. Kapitulativn v. Torgau.(Tauentien.). 14. Jan. 1. Uebergang der Preuſſ. und Ruſſen über d. Rhein bei Maint. S 6 g. Die Franche⸗Comtè von den Deſtr. beſezt; Tri⸗ von den Preußen. 13. Sin Einnahme v. Wittenberg.(Tau n⸗ zien-) Europa. Aſien. Afrika. Amerika. Nach Chr. 1914. Jan. 13. Vergebl. Angriff der Preußen und Englaͤnder auf Antwerpen.(Graham und Buͤlow.) 14. Nanch v. d. Preußen beſezt 24. Schlacht v. Bar Sur Auhe.(Napoleon. Gin⸗ lai. Kr.⸗Prinz v. Württemberg. 29. Schlacht v. Brienne.(Napolevn. Bluͤcher. Kr.⸗ Pr. v. Württemberg.) Febr. 1. Schlacht von Larothiere. Bröſſel v. d. Preußen und Ruſſen beſezt.(Büͤ⸗ low und Herzog v. Weimar.). 10— 15. Blutige Gefechte bei Montmirail, Chateau⸗ Thierry, Champ⸗Aubert 13., Laferte.(York, Fleiſt, Sacken unter Bluͤcher, Kr.⸗Pr. von Württemberg. Marmont. Macdonald.) 14. Soiſſons v. d. Ruſſen erſtuͤrmt. 17. Ruckzug der großen allüirten Armee, unter Schwarzenberg hinter Trojes. 26. Großes Hauptquartier der 3. Monarchen in Chaumont. 27. Treffen bei Bar Sur Aube.(Wittgenſtein. Wrede.) Rückzug Blüchers auf die Nord⸗Armee⸗ Schlacht von Brthes.(Wellington geg. Soult dringt in Frankreich ein.) Kapitulation v. Lafére.(Thümen.). Maͤrz. 3. Kapitulation v. Spiſſons.(Buͤlow. Wintingerode). 3 Einnahme von Brescia.(Grennier. Eugen B⸗ geg. Bellegarde.) Ankunft Engl. Truppen in Livornv. 6. Großes Haupt⸗Quartier wieder in Troyes, nach mehreren glücklichen Treffen von Kr.⸗Prinz v. Wüͤrttemberg und Wrede, geg. Marmont, und Macdonald. 3. Küſtrin wieder erob.(Tauenzien.) Spaͤth Laſchenb. der Weltgeſchichte. 19 426 Europa. Aſien. Afrika. Amerika. Chr. 1814. 3 März 9. 10. Schlacht von Laon.(Napoleon geg. Bluͤ⸗ 4 cher.). Napoleons Rückzug auf Paris. 12. Rheims v. d. Ruſſen erſturmt.(St.⸗ Prieſt.) Bordeaux v. d. Engl. beſeit.(Beresford.) 20. 21. Schlacht v. Ircis sur Aube.(Schwarzen⸗ 5 berg. Wrede. Napoleon.). 3 22. Marſch der Alliirten auf Paris. Lion von den Deſtr beſezt.(Prinz von Heſſen⸗ Homburg. Augereau. Auvergne und Dau⸗ phiné beſezt.) 23. Schigcht von Fere Champenoiſe.(Blücher). ½ 256. Gefechte von Seſanne.(York. Kleiſt. Marmont. Macdonald.) Kavallerie⸗Gefecht bei Vitry.(Winzingerode. Napoleon.) 3 30. Schlacht von Paris(Schwarzenberg, Blücher, Barclat. Marmont.), wäßtend Napoleon auf Fontainebleau marſchirt.. 31. Einzug der Alliirten in Barts.(Alexander. Fri⸗ 6 derich Wilhelm III. Schwarzenberg Bluͤcher.) April 10. Kapitulation d. Glogau.(Blumenſtein.) 11. Schlacht v. Toulouſe.(Wellington. Suult.) 6 apoleon reſignirt. 17. Waffenſtillſtand der Alliirten mit dem Grafen Artois, in deſſen Verfolg die Franz. Trup⸗ pen im Mai 52. Feſtungen raͤumen: Man⸗ tna, Alleſſandrig, Kehl, Mainz, Berg Bp Zoom(39, Weſei, Erfurt(10.), Magdeburg (23.), Hamburg(26. Mai) ꝛc. 18. Kapitulation 9. Genua.(Bentink.) Mai 10. Antwerpen mit der Flotte, von Carnot den Engl. übergeben(Graham. 3o. Friede zw. Frankr. und den Verbuͤndeten, zw. —— Europa, Aſien. Afrika. Rmerika⸗ Nach Chr. 1814. Schweden und Norwegen.(Pr. Chriſtian geg Krpr. von Schweden.) Aug. 14. Konvention von Moß. Norweg. Krieg bendigt. 8 25.——— Neuer Feldzug der Englaͤnder in Nordamerika. Brand von Was⸗ hington.(Cockburn. Roß.) Sept. 10.——— Die Englaͤnder bei Plattsburg ge⸗ ſchlagen, und ihre Flotte auf dem Cham⸗ plain⸗See vernichtet.(Igard. Prevoſt.) Oet. 20. Norwegen mit Schweden vereinigt. PVov. 1. Kongreß zu Wien. 8 Dec. 24.——— Niederlage der Englaͤnder bei Neu⸗ Drleans.(Paskingham. Jackſon.) 13¹5. Maͤrz 1. Landung Napoleons in Frankreich. 11. Er zieht in Lion ein, und die franz. Armee geht zu ihm über: 20. Nſpoleons Einzug in Paris. April 8. Mürat beſezt den Kirchenſtaat, und ruͤckt nach Toskang und D.⸗Italien 10. Treffen von Ochio⸗Bello. Muͤrat geſchlagen. 14. Röckzug von Mürat.(Nugent und Bianchi.) Mai 2. 3. Schlacht von Tolentinv.(Mürat geg. Bianchi und Neipperg.) 11. Engl. Flotte vor Neapel. Mürat flieht. 18. Preußen erhält einen Theil van Sachſen. 23. Die Deſtr. beſetzen Neapel.(Neipperg.) Jun. 15. Wt eeeſettts⸗ und neuer Krieg geg. Frankreich. 16. Schlacht von Ligny.(Blücher zuruͤckgeſchlagen.) 17. 13. Schlachten von Belle⸗Alliance und Water⸗ lov.(Blücher und Wellington geg. Napy⸗ levn. Totale Niederlage des franz. Heers.) 19* Eurpn Aſien. Afrika. Amerika. Nach Chr. 1815. 8 Jun. 20.——— Krieg der Nordamerikaner gegen Algier. 28. Sreffen bei Strasburg.(Krpr. von Wuͤrttem⸗ berg. Gen. Rapp.)„ 29. Sieen von Quesnoy.(Pr. Friderich von ranien. 8 . Die Deſtreicher ruͤcken uͤber Chambecy in Frankr. ein. Jul. 4. Treffen vor Paris.(Blächer.) 7. Kapitulation von Paris, und Einzug der Preußen und Engländer. Wafſfenſtillſtand⸗ 3 11. Kapitulation von Maubeuge.(Pr. Auguſt von. 1 Preußen.) i 21. Kapit. von Landreci.(Derſelbe.) Aug. Kapit. von Philipeville und Marienburg. (Berſelbe.) 12. Vongparte nach St. Helena abgeführt. 15. Kapitulation von Longwy.(Pr. v. Homburg.) 18. Kapit. von Rocroy.(Pr. Auguſt.) 26. Kapit. von Hüningen.(Erzh. Johann.) 1 Sept. 17. Kapit. von Givet.(Pr. Auguſt.) 4 21. Kapit. von Montmery.(Derſ.) 26. Errichtung des heil. Bundes zw. Deſt. Preuß. und Rüßland. Oct. 15. Joachim Mürat erſchoſſen. 13. u. Nov. Die alliirten Heere verlaſſen zum Theil Frankreich und behalten nur gewiſſe Diſtricte und Feſtungen beſezt. No. 20— 21. Allgem. Friede der Verb. mit Frankreich. 13 Vom Jahre 1816 an ſind die Begebenheiten im Haupt⸗ werke ſelbſt Seite 311 bis 313 ſo dargeſtellt, daß wir uns hier begnügen koͤnnen, dorthin zu verweiſen. In der J8 Metzler'ſchen Buchhandlung in Stuttg.t iſt ebenfalls erſchienen und in allen Buchhandlegen Deutſchlands zu haben: Allgemein⸗e mathematiſhe Erdbeſchreibung; dem Verſtͤnsutſſe ah der Ungeübteren in den gev⸗ metriſchen Wiſſenſchaen nahegebracht durch Pro⸗ feſſor E. F. Hochſteer. Mit Kupfern. gr. 8. Preiß 1fl. 12 kr. oder Ie Ggr. ſaͤchſ. Allgemeine phyſikaliſche Erdreſchreibung; zu gemeinnutzlicher Belehrung äber die natuͤrliche Beſchaffenheit des Erdkorpers, urd zu Befoͤrderung eines lebendigen Sinnes fuͤr die Natur uͤberhaupt. Von Profeſſor E. F. Hochſtetter. Erſter Theil. gr. 8. Preiß 2 fl. 12 kr. oder 1 Rthlr. 6 Ggr. ſaͤchſ. Die Abſicht dieſes Werkes iß zunaͤchſt, die mathem. und phyſikal. Erdbeſchreibung mit jener beſſern Art von Popularitat vorzutragen, deren Sprache jedem Gebilde⸗ teren angenehm und verſtändlich iſt. Schon die raſchen Fortſchritte der Raturkunde machten laͤngſt eine ſolche neuere Darſtellung wünſchenswerth: der Hr. Verfaſſer benutzte und beachtete daher ſorgfaͤltig auch die Entdeckun⸗ — gen und Beobachtungin der neueſten Rebeſchreiber— äthe des Be⸗ Wie aber die Natur auch mit dem Gei obachters in ſehr nahe und vielfache'ciehungen tritt, was eben ihrer Betrachtung jenen ur derſteblichen Reiz verleiht, ſo war der Hr. Verf. nooweiter bemüht, die Natur auch von dieſer Seite verſtolich iu machen, und ihre Sprache an das Gemüth beſchicklichen Gelegenhei⸗ ten wieder zu geben, ſo gut ſelbſt ſie verſtanden iu haben glaubt. Der Innhalt der mathmathiſchen Erdbeſchreibung iſt ölgender: Einleitung. I. Kap. Von der kugelſormigen Geſtalt der Erdeim Allgemeinen. II. Kap. Von der ſcheinbaren taͤgli⸗ chen Umdrehung der himmelskugel. U Kap. Von der gev⸗ graphiſchen Ortsbetimmung. W. Kap. Von dem jähr⸗ lichen ſcheinbaren Umlaufe der Sonne⸗ V. Kap. Von der wahren Zeſchaffenheit der in Kap. U. und W. be⸗ ſchriebenen Erſcheinungen; oder von der umdrehuns der Erde um ſich ſelbſt, und ihrer jaͤhrlichen Bewegung um die Sonne. Vl. Kap. Von der Groͤße der Erde, und naͤhere Beſtimmung ihrer Geſtalt. V. Kap. Von der aſtronomiſchen Strahlenbrechung und der Daͤmmerung⸗ Der Innhalt des erſten Theils der phyſikaliſchen Erdbeſchreibung iſt: Einleitung. Von der Naturkunde überhaupt. Begriff und Innhalt der mathematiſchen und phyſikaliſchen Erd⸗ — beſchreibung⸗ Einiges Vorläͤufige aus der allgemeinen Phy⸗ ſik. Naturgemaͤße Anordnung der allgemeinen phyſikaliſchen Erdbeſchreibung. Erſter Haupttheil. Von dem feſten Lande. Erſter Abſchnitt. Von der Be⸗ ſchaffenheit des feſten Landes im Allgemeei⸗ nen. Begriff von Land uͤberhaupt, und vom feſten Lande insbeſondre. Flaͤchen⸗Innhalt des feſten Landes. Lage und Vertheilung des Erdlandes. Db noch irgendwo ein großeres feſtes Land zu vermuthen ſey? Einiges Gele⸗ gentliche von der phyſikaliſchen und hißoriſchen Bedeu⸗ tung des Meeres. Geſtalt des feſten Landes. Geſtalt und Beſchaffenheit des feſten Landes im Innern, ſofern die Bildung ſeines Umriſſes davon abzuhaͤngen ſcheint. Gebirgsarten; Urgebirge. Erſter Unterſchied zwiſchen den Gebirgen älterer und jüngerer Formation. Zweyter Un⸗ terſchied aͤlterer und neuerer Gebirge, Verſteinerungen. Aufgeſchwemmtes Land. Allgemeine Folgerungen aus dem Vorkommen der orgamiſchen Reſte in den Flözen. Drappgebirge. Baſalt. Zuſammenhang der Gebirge auf der Erde. Muthmaßliche Haupt⸗Gebirgs⸗Gliederung von Afrika. Haupt⸗Gebirgs⸗Gliederung von Aſien. Haupt⸗ Gebirgs⸗Gliederung von Europa. Haupt⸗Gebirgs⸗Glie⸗ derung von Amerika. Problematiſche, unter dem Meere fortgeſezte Bergzüge. Oberflaͤche des feſten Landes im All⸗ gemeinen. Höhen der Berge. Vergleichung der hoͤchſten Berge der Erde mit denen(muthmaßlichen) andrer Pla⸗ neten. Merkwuͤrdigſte Hochlaͤnder der Erde. Laͤnder⸗Ab⸗ dachungen und Waſerſcheiden. Haupt⸗Waſſerſcheibe von Eurbpa. Hannt⸗Waſſerſcheiden von Aſten, Afrika, Ame⸗ rika, ob es welche gebe? Hiſtoriſche Bemerkungen über Waſſerſcheiden, Trageplätze, und Kanaͤle Des erſten Haupitheiles, odervon dein feſten Lande, zwey⸗ ter Abſchnitt. Von den beſondern merkwür⸗ digen Eigenſchaften des feſten Erdreichs. Aeußere Bildung der Gebirge. Gemüthliche Bedeutung der Gebirge. Von den Eisbergen. Schneeſtuͤrze. Lawi⸗ nen. Innere Merkwürdigkeiten der Berge. a) Von den-— Höhlen. b) Von den Erzgängen. Von den vulkaniſchen Bergen. Erdbrände. Erdbeben. Im zweiten Theile der phyſikaliſchen Erdbeſchreibung (der ſpater erſcheinen wird und das Werk ſchließt, bleibt alſo noch übrig von den fließenden und ſtehenden Ge⸗ wäſſern des Erdbodens, dem Luftkreis, dem Klima, und zulezt von den an der Erdoberflaͤche vor⸗ gegangenen, oder ſich noch ijetzt und vielleicht künftig tragenden Veränderungen zu reden. J. B. Metzler'ſche Buchhandlung in Stuttgart. ———