————'—.= Leihbibliothek deutſcher, engliſcher und franzöſiſcher Literatur von Eduard Oftmann in Gießen, Schloßgaſſe Lit. A. Nr. 256. Aeihß- und Jeſebedingungen. 1. Offensein der Bibliothek. Die Bibliothek ſteht zur Em⸗ pfangnahme und Rückgabe der Bucher jeden Tag von Morgens 7 Uhr bis Abends 8 Uhr- offen. 2. Lesepreis. Bei Rürkgabe eines geliehenen Buches wird von jedem Tag 5 Pf. bezahlt. Die Zeit eines Tages iſt zu 24 Stun⸗ den angenommen. 3. Caution. Unbekannte Perſonen müſſen, bei Entgegennahme eines Buches, eine dem Werthe deſſelben entſprechende Summe hinterlegen, welche bei deſſen Zurückgabe von mir zurückerſtattet wird. 4. Ahonnement. Daſſelbe muß voraus bezahlt werden und beträgt: für wöchentlich 2 Bücher: 4 Bücher: 6 Bücher: ———4———— auf 1 Monat: 1 Mk.— Pf. 1 Mt. 50 Pf. 2 Mk.— Pf. 3—— 5. Auswärtige Aornenten haben für Hin⸗ und Zurückſendung der Bücher auf ihre eigenen Koſten und Gefahr ſelbſt zu ſorgen. 6. Schadenersatz. Für beſchmutzte, zerriſſene, verlorene und deſecte Bücher(namentlich bei ſolchen mit Kupfern ꝛc.) muß der Ladenpreis erſetzt werden.— Iſt das zerriſſene, beſchmutzte, ver⸗ lorene oder deſecte Buch ein Theil eines größeren Wertes, ſo iſt der Leſer zum Erſatz des Hauzen veryflichtet⸗ Ausleihezeit. Dieſelbe iſt auf 14 Tage feſtgeſetzt und wird beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß das Weiterverleihen der Bücher nicht ſtattfinden darf, indem Diejenigen, welche die⸗ ſelben von mir geliehen, auch dafür zu ſtehen haben. ——— a 253 ſtes— 255 ſtes Bändchen. Der Bienenjäger oder die Eichen⸗— Lichtungen. Erſter Theil. Frankfurt am Main, 1850. J. D. Sauerländer’'s Verlag. Der Bienenjäger oder die Eichen⸗Lichtungen. — von James Fenimore Cooper. . Aus dem Engliſchen überſetzt. Frankfurt am Main, 1850. J. D. Sauerlä n d e r 1s Verl 4 g. Vorrede. . 8 Nicht ohne Staunen ſieht man Menſchen inmitten von Wundern leben, ohne daß ſie auch nur eine Ahnung davon zu haben ſcheinen. Die unbedeutendſte Störung ihres gewohn⸗ ten Ganges in dem politiſchen und geſelligen Leben regt ſie mächtig auf und bietet ihnen Monate lang Stoff zu Verhand⸗ I. lungen, während die Wunder, welche von Oben kommen, ſich ihren Augen täglich darſtellen und als Dinge, welche ſich von ſebſt verſtehen, ohne Staunen hingenommen werden. In einem gewiſſen Sinne mag dieß zu entſchuldigen ſein, da Alles, was unmittelbar aus der Hand des Schöpfers kommt, als ſo weit über das Begriffsvermögen des Menſchen erhaben gedacht werden kann, daß Nichts darüber zu ſagen iſt, in Wahrheit aber wird ders Grund dieſer Vernachläſſigung in unſerer Neigung zu ſuchen ſein, uns eher mit ſolchen Inter⸗ eſſen zu beſchäftigen, welche wir lenken zu können glauben, als mit ſolchen, die anerkannt unſer geiſtiges Vermögen über⸗ ragen. So iſt es ſtets mit dem Menſchen. Die Wunder der Schöpfung begegnen ihm auf jedem ſeiner Schritte, ohne ſein Nachdenken anzuregen, während ſein Geiſt ſich mit Gegen⸗ ſtänden beſchäftigt, welche nicht nur trügeriſch und vorüber⸗ — gehend ſind, ſondern auch keinen höheren Zielpunkt haben, als den, welcher ihnen das allergewöhnlichſte Intereſſe anweiſt. Wir ſelbſt leben der feſten Ueberzeugung, daß die Hand der Vorſehung allen Raſſen, Farben und Nationen den Weg andeutet, welche den Oſten und Weſten zumal ihrem großen Ziele zuführt. Böſe Geiſter umlagern die Pfade der Wan⸗ derer, und Millionen verlaſſen die wahre Richtung und ſtreifen im Irren umher; dem fehlt' der ernſte Wille, vorzuſcheiten, jener ſtürmt in ungemeſſener Eile voran, um raſcher an das Ziel zu kommen, als ſeine Genoſſen, alle aber ſind der wich⸗ tigen Gebote und Lehren uneingedenk, welche uns von Oben gegeben werden. Demungeachtet ſchreitet das große Ganze vor, und der Tag iſt gewiß nicht fern, wo die ganze Erde von der Erkenntniß des Herrn erfüllt iſt,„wie die Gewäſſer die See bedecken.“ Ein mächtiger Stein des Anſtoßes für die zahlreiche Klaſſe wohlgeſinnter aber beſchränkter Moraliſten iſt das ſcheinbare Unrecht, welches die Vorſehung in ihrem Walten über die Menſchheit zuläßt. Solche Menſchen faſſen die Dinge nur von einer Seite in das Auge und legen an alle Grundſätze das Maaß ihres eigenen Verſtandes. Wenn wir das Verhältniß der Gottheit zu uns begreifen könnten, wie wir unſer Verhältniß zu ihr begreifen, ſo dürfte ſich vielleicht ein ſcheinbarer Grund zu dieſen Zweifeln auffinden laſſen, da dieß aber nicht der Fall iſt, muß man jeden Verſuch, Dinge zu erklären, für deren Verſtändniß unſer Geiſt noch nicht hin⸗ reichend gereift und ertüchtigt iſt, nicht nur für eitel, ſondern für ſündhaft erklären. Werfen wir einen Blick auf Italien. Die Erniedrigung, welcher dieſe ſchöne Halbinſel ſich zu ent⸗ winden ſtrebt, iſt die Frucht lang genährter Zwiſte und des eiſernen Despotismus eines Eroberers, welcher unter der Maske und mit den Phraſen der Freiheit nur für ſich ſelbſt kämpfte. Wahrſcheinlich hat es nie eine höher geſteigerte Selbſtſucht gegeben, wie die Napoleon's war, und deunoch hinterließ ſie, gleichſam zufällig, manches fruchtbare Samen⸗ b korn geiſtiger Freiheit, welches vielleicht kräftige Wurzeln ſchlägt. So iſt es ſtets mit dem Fortſchritte der Geſellſchaft. Aus dem Uebel ſcheint Gutes zu euntſprießen und die uner⸗ forſchlichen Wege der Vorſehung werden eher durch allgemeine Ergebniſſe, als durch Einzelfälle gerechtfertigt, in welchen ihre Hand ſichtbar wird. Die Anwendung dieſer Bemerkungen 4 überlaſſen wir dem Scharfſinne derer, welche Geduld genug haben, das Werk, welches wir ihnen hier vorlegen, zu durchleſen. Die Ergiebigkeit unſeres Weſten iſt nichts eingebildetes. Perſönliche Beobachtung hat uns die Ueberzeugung gegeben, daß ſie, mit Ausnahmen, wo die Eigenthümlichkeit des Bodens oder große Sorgfalt und künſtliche Mittel ſich wirkſam zeigen, Alles übertrifft, was man in den atlantiſchen Staaten ſieht. Man fliegt jetzt faſt durch die Welt. Wir haben in den letzten wenigen Tagen wohl tauſend Meilen Landes durchreiſt und die Bilder der zwei äußerſten Punkte dieſer Reiſe in unſerem innern Auge in nahe Berührung gebracht. Jene wunderbare Fruchtbarkeit kann ſich mit der Zeit mindern und eine Art Gleichmäßigkeit in dem Lande an ihre Stelle treten, jetzt aber bietet ſie ſich als eine glorreiche Gabe Gottes, welche, wie man innig wünſchen muß, von denen, die berufen find, ſich ihrer zu erfrenen, mit gebührender Dankbarkeit und mit dem ſteten Hinblick auf Seine unerſchütterlichen Vorſchriften und Gebote angenommen zu werden verdient. Erſtes Kapitel. Wie fördern emſig, Stund' um Stunde, Die kleinen Bienen ihr Gedeih'n, Und ſammeln ſich in weiter Runde Von jeder Blume Honig ein! Watts. Wir haben den berühmten Waſſerfall von Niagara oft ein Wunder der Schöpfung nennen hören. Die Gewalt, welche nahe in die Sinne fallende Gegenſtände über manche Menſchen üben, beweiſt nur, daß die Phantaſie des minder Begabten durch neue, als durch weniger auffallende, obgleich unendlich erhabenere Bilder. leichter zu erregen iſt. So ſcheint es in der That ſeltſam, daß man eine der Erſcheinungen der Erde mehr bewundert, als die Erde ſelbſt, oder daß man die Macht deſſen anſtaunt, welcher die Erde geſchaffen hat, während jede Nacht uns ein mit anderen Welten, welche gleichfalls das Werk ſeiner Hand ſind, ausgelegtes Firmament vor Augen führt. Dennoch liegt in der genaueren Betrachtung der geringſten Werke der Weisheit und Allmacht Gottes ein Beweggrund zur Anbetung. Das Blatt iſt für uns in Bezug auf fern liegende Gründe etwas ebenſo Unbegreifliches, ein ebenſo würdiger Gegenſtand der Bewunderung, wie der Baum, an welchem es wächſt, der einzelne Baum läßt uns die Unzulänglichkeit unſeres Wiſſens und Forſchens ebenſo eindringlich gewahren, wie der ganze Wald, und obgleich eine Mannigfaltigkeit, —— ꝗ— 10 welche grenzenlos zu ſein ſcheint, überall vorherrſcht, ſehen wie doch in der Eichel, ſowie in dem knotigen Aſte, an welchem ſie wächſt, daſſelbe bewundernswürdige Verhältniß zwiſchen Zweck und Mittel, dieſelbe gütige Umſicht und dieſelbe wohl⸗ wollende Weisheit. Die amerikaniſchen Wälder ſind ſo oft geſchildert worden, daß man Anſtand nimmt, Scenen von Neuem zu malen, welche vielleicht ſchon zu oft da waren, um Bilder wieder aufzufriſchen, welche der Phantaſie der Leſer ſchon mehrfach vorgeführt worden ſind. Aber Gott hat die Wälder geſchaffen, und unerſchöpflich ſind die Gegenſtände, welche ſeine Güte uns bietet. Selbſt das Meer mit ſeiner grenzenloſen Waſſeröde hat ſich an Schönheiten und Wundern jeder Art reich erwie⸗ ſen, und wer ſich noch einmal mit uns in die jungfräulichen Wälder dieſes ausgedehnten Landes verſenken will, entdeckt vielleicht neue Gegenſtände der Bewunderung, neue Gründe das erhabene Weſen anzubeten, welchem Alles, das Weltall, wie deſſen kleinſtes Theilchen, das Daſein verdankt. Unſere Erzählung fällt in das Jahr 1812. Der ſchöne Julimonat war faſt zu Ende, die Sonne näherte ſich bereits den weſtlichen Grenzen einer Waldgegend, als die Perſonen der Eröffnungsſcene auf einer Bühne auftraten, die einer genauern Beſchreibung würdig iſt. Die Gegend war, in einem Sinne, wild, bot aber ein Bild dar, welches nicht ohne einige der lebendigſten, gefäl⸗ ligſten Züge der Civiliſation waren. Der Boden war ein „rollender,“ wie man es bei uns zu nennen pflegt, weil man darin eine Aehnlichkeit mit dem Meere finden will, wenn es ſich in bangen Wellen daher wälzt. Obgleich eine Waldgegend, war ſie nicht, wie die amerikaniſchen Wälder gewöhnlich ſind, — — 11— deren hohe, ſchlanke Bäume dem Lichte entgegenſtreben, ſondern ſie hatte Zwiſchenräume zwiſchen den niedrigen Cichen, welche ſich weit und breit hinzogen und mit jener Nachläſſigkeit zerſtreut ſchienen, die man wohl auf Geländer gewahrt, wo die Kunſt ſich dem Charakter der Natur zu nähern ſtrebt. Die Bäume waren, mit ſehr wenigen Ausnahmen, Bosquet⸗Eichen, eine kleine Varietät einer ſehr ausgedehnten Klaſſe, und die ſtets unregelmäßigen und oft ungemein ſchönen Zwiſchenräume haben den Namen Lichtungen(oöpenings) erhalten, von der Verbindung der beiden Ausdrücke leitet ſich der Name dieſer beſonderen Art heimiſcher Wälder ab, welche man„Eichen⸗ Lichtungen“ nennt. Dieſe Wälder, welche gewiſſen Landſtrichen ſo eigenthüm⸗ lich ſind, haben zwar im Ganzen einen ziemlich einförmigen Charakter, ſind aber nicht ohne eine wechſelnde Mannigfaltig⸗ keit. Die Bäume ſind ziemlich gleicher Größe, nicht viel höher als Birnbäume, mit welchen ſie überhaupt in Bezug auf die Form viel Aehnliches haben, während der Stamm ſelten mehr als zwei Fuß im Durchmeſſer hat. Die Abwechs⸗ lung beſteht in der Art der Vertheilung. Zuweilen ſtehen ſie ſo regelmäßig wie die Bäume in einem Obſtgarten, dann ſind ſte wieder mehr zerſtreut und ordnungslos, während man andererſeits weite Landſtrecken ſieht, wo ſie in einzelnen Schlä⸗ gen mit freien Räumen ſtehen, die mit künſtlichen Raſenplätzen große Aehnlichkeit haben und mit friſchem Grün bedeckt ſind. Dieſe Grasplätze ſollen von den Feuern herrühren, welche die Indianer von Zeit zu Zeit anmachen, um ihre Jagdgründe zu lichten.. Der Leſer wird jetzt gebeten, ſeine Blicke einem dieſer graſigen Lichtungen zuzuwenden, welche ſich an einer faſt —ſſſſſ unmerklich anſteigenden Höhe hinaufzog und vielleicht fünfzig bis ſechszig Morgen Land umfaßte. So weit in der Wildniß dieſer Fleck auch lag, ſah man vier Männer hier, von denen zwei ſogar der geſitteten Welt anzugehören ſchienen. Die Wälder ringsum waren das damals unbevölkerte Waldgebiet von Michigan, und ein kleiner, ſich ſanft ſchlän⸗ gelnder Waſſerſtreifen, welchen man in der Ferne eben noch ſehen konnte, war ein Ausbug des Kalamazoo, eines ſchönen, kleinen Fluſſes, welcher weſtwärts fließt und ſeinen Tribut in das große Becken des Michigan See's ergießt. Dieſer Fluß iſt jetzt durch ſeine Dörfer und Meierhöfe, durch ſeine Mühlen und Eiſenbahnen bekannt, damals aber hatte man außer dem Wigwam des Indianers oder der gelegentlichen Waldhütte eines weißen Abenteurers nie eine menſchliche Wohnung an ſeinen Ufern geſehen. In jener Zeit war dieſe ganze ſchöne Halbinſel, mit Ausnahme eines kleinen Landſtreifens dem Detroit⸗Fluß entlang, welcher ſchon am Ende des ſiebzehnten Jahrhunderts von den Franzoſen geklärt worden, im wört⸗ lichen Sinn eine Wildniß. Wenn man einen weißen Mann dort ſah, war er ein indianiſcher Kaufmann oder ein Jäger, oder ein Abenteurer, welcher an dem Grenzer⸗Leben und den Sitten der Wilden Gefallen fand und ſich nach der Weiſe der Hinterwäldler beſchäftigte. Dieſer Art waren zwei der oben erwähnten Männer in der Lichtung, während ihre Gefährten dem Stamme der Urbe⸗ wohner angehörten. Was merkwürdiger iſt,— die vier Männer waren einander durchaus fremd, denn ſie hatten ſich eine Stunde vor dem Beginn unſerer Erzählung nie geſehen. Wenn wir ſagen, ſie ſeien einander fremd geweſen, wollen 6 — 13— wir dadurch nicht andeuten, die Weißen hätten ſich gekannt und die Indianer ſeien ihnen fremd geweſen, ſondern keiner der Vier hatte je Einen aus der Geſellſchaft geſehen, ehe ſie ſich in jener Graslichtung begegneten, obgleich ſie durch ihren Ruf ein wenig miteinander bekannt waren. In dem Augenblicke, in welchem wir dieſe Gruppe der Phantaſie unſerer Leſer vorzuführen wünſchen, waren Drei derſelben ernſte, ſtumme Beobachter des Thuns des Vierten⸗ Dieſer Vierte war von mittlerer Größe, jung, rüſtig, von ungemein ſchönem Körperbau und einem gewiſſen offenen, freien Ausdrucke des Geſichtes, welcher es anziehend machte, obgleich es leichte Spuren der Blattern zeigte. Sein eigentlicher Name war Benjamin Boden, er war aber weit und breit in den nordweſtlichen Gebieten, wir ſagen weit und breit in Bezug auf den Raum, nicht auf die Bevöl⸗ kerung, unter dem Beinamen„Ben Buzz“ bekannt. Die BVoyageurs und andere Franzoſen jener Gegenden nannten ihn allgemein„le Bourdon“ oder„Drohne,“ nicht jedoch wegen ſeiner Trägheit und Unthätigkeit, ſondern weil es bekannt war, daß er Hand an das legte, was der Fleiß Anderer erzeugt hatte. Mit einem Worte, Ben Boden war ein„Bienenjäger,“. und wie er einer der erſten war, welche in jenen Wildniſſen dieſes Gewerbe betrieben, ſo war er auch bei weitem der geſchick⸗ teſte und glücklichſte. Der Honig des le Bourdon galt nicht nur für reiner und wohlſchmeckender, als der aller Anderen, welche mit dieſem Gegenſtande handelten, ſondern war auch in der größten Fülle vorhanden. Mehr als zwanzig achtungs⸗ werthe Familien an den beiden Ufern des Detroit kauften nie von irgend einem Andern, ſondern warteten geduldig auf die — 14 Ankunft des geräumigen Rinde⸗Canoes des Buzz im Herbſt, um ihre Vorräthe an dieſem ſchmackhaften Nahrungsmittel für den herannahenden Winter einzukaufen. Von der ſichern Ankunft le Bourdon's hing es allein ab, in welchem Grade die ganze Familie der Kuchen, den von Buchweizen⸗, indiani⸗ ſchem Reis⸗ und Weizen⸗Mehl nicht ausgeſchloſſen, bewill⸗ kommt und ſchmackhaft befunden ward. Zu Allem wurde Honig gegeſſen, und der wilde Honig hatte einen Ruf, mochte er ihn nun verdienen oder nicht, welcher ihn ſelbſt willkommener machte, als den, welcher durch die Arbeit und Kunſt der zahmen Biene bereitet war. Le Bourdon's Bekleidung war ſeinem Gewerb und Leben angepaßt. Er trug ein Jagdhemd und weite Beinkleider von dünnem Zeuge, das grün gefärbt und mit gelben Franzen beſetzt war. Dieß war die gewöhnliche Waldtracht des ameri⸗ kauiſchen Jägers, da man glaubte, dieſe Farbe verſchmölze der Art mit der des Waldes, daß der Schütze ſich leicht verſtecken könne. Auf dem Kopfe trug Ben eine Thierbalgmütze, welche ziemlich hübſch gemacht war und deren Wolle er, des warmen Wetters wegen, beſeitigt hatte. Seine Mocaſſins waren ganz gut gearbeitet, ſchienen aber in Folge weiter Märſche gelitten zu haben. Seine Waffen waren vortrefflich, aber ſeine ganze kriegeriſche Herrüſtung, ſelbſt das ſcharfe, lange Meſſer hing an dem Ladeſtock ſeiner Büchſe, welche in ſorgloſem Vertrauen an den Stamm der nächſten Eiche gelehnt war, als fühlte ihr Eigenthümer, daß er ihrer vorerſt nicht bedürfe. So war es nicht bei den drei Anderen. Nicht nur war jeder von ihnen gut bewaffnet, ſondern ſie hatten ihre verläſ⸗ ſigen Büchſen ſo umgehängt, daß ſie dieſelben im Nu zur Hand nehmen konnten, der andere weiße Mann unterſuchte ſogar n —-— 15— von Zeit zu Zeit heimlich, aber mit großer Achtſamkeit, den Stein und die Zündpfanne ſeiner Waffe. Dieſes zweite Blaßgeſicht war von dem eben geſchilderten ſehr verſchieden. Er war noch jung, ſchlank, muskelkräftig, mager, aber elaſtiſch und ſtark, ein wenig gebückt und rund⸗ ſchulterig, und auf ſeinem Geſichte brannte ein nicht zu ver⸗ kennendes Licht, gleich dem des berüchtigten Bardolph, des Kumpans Fallſtaff's. Kurz, Whiskey hatte das Geſicht Ger⸗ ſhom Waring's in einer Weiſe gefärbt, welche ſein Thun ebenſo zuverläſſig andeutete, wie ſeine Sprache, ſeine Abſtammung verrieth, denn nach dieſer war er offenbar in einem der Staaten von Neu⸗England heimiſch. Gerſhom war aber ſo lange in den nordweſtlichen Gebieten geweſen, daß er viele ſeiner urſprünglichen Anſichten und Gewohnheiten gegen andere ver⸗ tauſcht hatte. Von den Indianern war der eine, ein ältlicher, zurück⸗ haltender, erfahrner Krieger, ein Pottawattamie, Hirſchfuß genannt, welcher überall in den nordweſtlichen Gebieten— wo Waarenniederlagen oder Beſatzungen waren, Michigan bis Detroit hinab— eingerechnet, gar wohl bekannt war. Der andere Indianer war ein Chippewa oder O⸗jeb⸗ way, wie die geſitteten Eingebornen jenes Stammes das Wort aus⸗ geſprochen wiſſen wollen. Bei den Seinigen nannte man ihn gewöhnlich„Taubenflügel,“— ein Name, welchen er der Raſchheit und Weite ſeiner Ausflüge verdankte. Dieſer junge Mann, der kaum das fünf und zwanzigſte Jahr erreicht hatte, erfreute ſich bereits eines hohen Rufes bei den zahlreichen Steämmen ſeiner Nation als Bote oder„Läufer.“ Der Zufall hatte dieſe vier Männer, welche, wie bemerkt, einander ganz fremd waren, auf der Eichen⸗Lichtung, deren wir oben gedacht haben, eine kleine Stunde vor der Scene zuſammengeführt, welche wir im Begriffe ſind, dem Leſer zu ſchildern. Obgleich das Zuſammentreffen von den gewöhnlichen Vor⸗ ſichtsmaßregeln derer, welche ſich in einer Wildniß begegnen, begleitet war, hatte es doch ein ziemlich freundliches Aus⸗ ſehen,— ein Umſtand, welcher einigermaßen dem Intereſſe zuzuſchreiben war, das Alle an der Beſchäftigung des Bienen⸗ jägers nahmen. Die drei Anderen waren von verſchiedenen Seiten heran gekommen und überraſchten le Bourdon inmitten einer der erregendſten Scenen, welche ſein Beruf veranlaßte,— eine Scene, die das Intereſſe der Zuſchauer in ſo hohem Grade in Anſpruch nahm, daß ſie in der Spannung des Augen⸗ blickes alle anderen Rückſichten vergaßen. Nachdem ſich dieſe Männer kurz begrüßt und die Umge⸗ bung und deren lebendige Staffage ſorgſam in das Auge gefaßt hatten, wendete jeder Einzelne ſeine Aufmerkſamkeit dem zu, was vorging, und Alle vereinigten ihre Bitten, Ben Buzz möge ohne alle Berückſichtigung der Beſucher ſein Geſchäft fortſetzen. Die Unterhaltung wurde theils in engliſcher und theils in einer der indianiſchen Mundarten, welche zufällig Alle zu verſtehen ſchienen, geführt. „Laßt uns ſehen, laßt uns ſehen, Fremder,“ rief Gerſhom, und dieſe Art der Anrede ſowohl wie die Aus⸗ ſprache verrieth ſogleich ſeine Abſtammung,„was Ihr mit Euern Werkzeugen ausrichten könnt. Ich habe von ſolchem Thun ſprechen hören, nie aber ſelbſt Bienen ausnehmen ſehen,/ und fühle eine verzweifelte Luſt, alles Mögliche zu lernen, an der Rechenkunſt an bis zum Predigen.“ — 1 „Das kommt von Euerm puritaniſchen Geblüte,“ ant⸗ wortete le Bourdon mit einem ruhigen Lächeln und in einer für einen Mann ſeines Berufes und ſeiner Lebensweiſe unge⸗ mein reinen Sprache.„Wie ich höre, predigt ihr Puritaner aus innerm Triebe.“ „Ich weiß nicht, wie es ſich damit verhält,“ antwortete Gerſhom,„das aber weiß ich, daß ich zu Allem Geſchick habe. Man hat mir drüben zu Bob Ruly*) erzählt, daß hier ſolche Dinge vorgehen, und da entſchloß ich mich, Whis⸗ key Herz. auf eine Woche zu verlaſſen, um zu ſehen, wie Ihr die Sache anareift.“ „Whiskey Herz“ war ein Spitzname, welchen die Süß⸗ waſſermatroſen jener Gegend und die wenigen anderen weißen Abenteurer ſächſiſchen Urſprungs, welche den Weg in dieſe pfadloſen Gebiete gefunden, zuerſt Gerſhom ſelbſt und dann ſeiner Wohnung gegeben hatten. Die Voyageurs nannten den Ptlatz l'eau de mort,— eine ſcherzhafte Traveſtie auf die eau de vie ihrer fernen, aber in theuerm Andenken gehaltenen Brennereien an den Ufern der Garonne. Ben Boden ſchenkte jedoch den in ſchleppendem Tone her⸗ vorkommenden Bemerkungen Gerſhom Waring's wenig Auf⸗ merkſamkeit. Er hatte von„Whiskey Herz“ ſchon öfter ſprechen hören, den Mann ſelbſt aber ſah er jetzt zum erſten Male. Seine Aufmerkſamkeit war ſeinem Beruſe oder ſeiner augenblicklichen Beſchäftigung zugewendet, und wenn er ſich *) Das unglückliche hois der Franzoſen muß ſich die gräßlichſten Ver⸗ ſtümmelungen in dem Munde der weſtlichen Sprachgelehrten gefallen laſſen. Bob ruly heißt eigentlich Bois brulé, und Bobolo heißt Bois blanc. 253— 255. — 18— dieſer je entſchlug, ſo richtete ſie ſich vornehmlich auf die ſo Indianer, beſonders auf den Läufer. Von Hirſchfuß hatte er durch das Gerücht einig niß, und das Wenige, was er von ihm gehört hatte, machte fe ihn gegen ſein Gehaben bei weitem gleichgiltiger als gegen f das des jüngern Indianers. Von dieſer jungen Rothhaut hatte er nie etwas gehört, C und während er ſich bemühte, ſich ihm gegenüber ein ſorgloſes g Anſehen zu geben, regte ſich eine lebhafte Neugierde in ihm, v zu erfahren, was der Chippewa im Schilde führe. 2 Was Gerſhom betrifft, ſo hatte er ihn auf den erſten 3 n Blick durchſchaut, und als den befunden, der er wirklich war,— k heein umziehender, trinkſüchtiger, ſorgloſer Abenteurer, welchem ziemlich viele ſchlechte Eigenſchaften und Laſter beiwohnten, E denen ſich weniges zugeſellte, das den Widerwillen, welchen er ſonſt anſtändigen Leuten einflößen mußte, wenn nicht ganz vergeſſen ließ⸗ doch wenigſtens minderte. Mittlerweile nahm die Bienenjagd, an welcher alle Zuſchauer ſo lebhaften Antheil nahmen, ihren Fortgang. Da 4 die Mehrzahl unſerer Leſer mit dieſem Verfahren wahrſchein⸗ lich unbekannt ſind, wird es nöthig ſein, das Geſchäft ſelbſt und die dabei angewendeten Hilfsmittel näher in das Auge zu faſſen. Ben Buzz's„Werkzeuge,“ wie Gerſhom die Geräth⸗ ſchaften ſeines Berufes genannt hatte, waren weder ſehr zahl⸗ reich noch ſehr künſtlicher Art. Sie befanden ſich alle in einem kleinen hölzernen mit einem Deckel verſehenen Eimer, „denen ähnlich, in welchen Handwerker und Taglöhner hier zu Lande ihr Eſſen in ihre Werkſtätten mitzunehmen pflegen. Le Bourdon hatte dieſes Gefäß geöffnet und ſeine Geräth⸗ e Kennt⸗ ei ——— ½— 1 — 19— ſchaften herausgenommen, dieſe beſtanden in einem kleinen zinnernen B Becher, welcher durch einen Deckel geſchloſſen war, einer hölzernen Schachtel, einer Platte oder Teller, gleich⸗ falls von Holz, und einem gewöhnlichen großen Trinkgefäße von ſchlechtem grünlichem Glaſe. In dem Jahre 1812 gab es noch keine Scheibe oder Gefäß von klarem durchſichtigem Glaſe, das in Amerika gemacht worden wäre. Jetzt hat man es in dieſer, wie in vielen anderen Künſten bei uns zu einem hohen Grade der Vollendung gebracht, und unſere Fabriken liefern Gläſer, welche mit den ſchönſten, die die alte Welt erzeugt, wetteifern können. Der Becher Ben Buzz's war jedoch in mehr als einem Sinne ſein Landsmann. Er war nicht nur amerikaniſch, ſondern ſtammte aus dem Theile von Pennſylvanien, wo er ſelbſt heimiſch war. Unrein und von grünlicher Farbe, war das Glas das beſte, was Pittsburg damais hervorbringen konnte, und Ben hatte es erſt das Jahr vorher da gekauft, wo es geblaſen worden war.. Eine Eiche von mehr als gewöhnlicher Dicke ſtand dem offenen Grunde des Raſenplatzes näher, als die übrigen Bäume der Lichtung. Der Blitz hatte in dieſem Sommer dieſe Eiche getroffen und den Stamm bis auf vier Fuß von dem Boden geſpalten. Verſchiedene Bruchſtücke des Stammes und der Aeſte lagen zerſtreut umher, und auf dieſe ſetzten ſich die Zuſchauer und achteten aufmerkſam auf das Thun des Bienenjägers. Von dem Stumpfe hatte Ben die Splitter mit ſeiner Art abgehauen und ſich ſo eine Art Tiſch bereitet, auf den er jetzt die verſchiedenen Geräthſchaften ſeines Berufes legte, wie er ſie nach und nach bedurfte. 2*½ — 20— Der hölzerne Teller wurde zuerſt auf dieſen rohen Tiſch geſtellt. Dann öffnete le Bourdon die kleine Schachtel und nahm ein Stück von einer Honigſcheibe heraus, welche rund war und anderthalb Zoll im Durchmeſſer hatte. Zunächſt wurde nun der kleine Zinnbecher zur Hand genommen. Reiner, ſchöner Honig wurde aus dem Röhrchen in die Zellen der Wobe gegoſſen, bis ſte alle halb voll waren. Der Becher kam jetzt an die Reihe, wurde ſorgſam gereinigt und unter⸗ ſucht, indem der Bienenjäger ihn gegen das Licht hielt. Es war allerdings wenig an ihm zu bewundern, er war aber hinreichend rein, um ſeinen Zwecken zu entſprechen. Ben wollte nur durch das Glas ſehen, um zu beobachten, was in ſeinem Innern vorgehe. Nachdem Buzzing gleichfalls genannt zu werden pflegte— dieſe vo Anſtalten getroffen hatte, wendete er ſeine Aufmerkſamkeit der ſammetgleichen Fläche der graſigen Lichtung zu⸗ Während des letzten Frühlings hatte ſich das Jagdfeuer der Indianer über die ganze Gegend verbreitet, und das Gras war jetzt ſo friſch, anmuthig und kurz, als wenn der Platz abgeweidet worden wäre. Weißer Klee beſonders war in Fülle da und trat eben in volle Blüthe. Manchfache andere Blüthen hatten ſich auch erſchloſſen, und um ſie ſummten Tauſende von Bienen. Dieſe emſigen kleinen Thiere waren in großer Thätigkeit, um ſich mit Süßigkeit zu befrachten, ſie hatten keine Ahnung von dem Raub, auf welchen die Liſt des Men⸗ ſchen es abgeſehen hatte. Während le Bourdon ſummenden Beſuchern hinſtrich rothen Männer jeder kleinſten Bewegung, Ben— der ſummende Ben, wie er rbereitenden leiſe an den Blüthen und ihren , folgten die Blicke der zwei wie die Katze die ———'— Maus im Auge hat, Gerſhom war jedoch weniger aufmerk⸗ ſam, das Ganze ſchien ihm ziemlich merkwürdig, aber er zog den Whiskey allem Honig auf der weiten Erde vor. Endlich fand le Bourdon eine Biene, die ihm anſtand, er achtete des Augenblickes, wo ſie von dem weißen Kleekopfe die Süßigkeit in ſich ſchlürfte, deckte den fleckig⸗grünen Becher über ſie und machte ſie ſo zu ſeiner Gefangenen. Sobald die Biene ſich von dem Glaſe umgeben ſah, hob ſie die Flügel und ſuchte ſich aufzuſchwingen. Dadurch kam ſie in den. obern Theil ihres Gefängniſſes, und nun brachte Ben ſeine freie Hand ſorgfältig unter das Glas und kehrte zu dem Baumſtumpfe zurück. Hier ſtellte er den Becher ſo auf den Teller, daß er die Honigſcheibe bedeckte. Nachdem Ben Buzz dieß glücklich und ohne viele Mühe vollbracht hatte, ſah er einen Augenblick nach ſeiner Gefan⸗ genen, um ſich zu überzeugen, daß Alles in Ordnung ſei. Dann nahm er ſeine Mütze ab und bedeckte Teller, Honig⸗ wobe und Biene damit. Er wartete nun eine halbe Minute, und als er die Mütze ſorgfältig wieder aufhob, bemerkte er, daß die Biene, ſobald eine Dunkelheſt, wie die in ihrem Stock, um ſie herrſchte, auf die Wobe herabgekommen war und den Honig in ſich ſog. Als Ben die Mütze ganz wegnahm, waren der Kopf und der halbe Körper der Biene in der Zelle, und ihre ganze Aufmerk⸗ ſamkeit hatte ſich dieſem unerwarteten Schatze zugewendet. Da ihr Gefangennehmer mehr nicht wünſchte, betrachtete er dieſen Theil ſeiner Arbeit als beendigt. Es war jetzt augenfällig, warum ein Glas und nicht ein Gefäß von Holz oder Rinde gebraucht worden, um die Biene zu fangen. Die Durchſich⸗ tigkeit war nothwendig, um die Bewegungen der Gefangenen zu beobachten, ſowie die Dunkelheit nothwendig war, um ſie zu veranlaſſen, ihren Fluchtverſuchen zu entſagen und ſich auf die Wobe niederzulaſſen. Da die Biene nun emſig beſchäftigt war, ſich mit Honig. zu ſättigen, brauchte le Bourdon nicht zu zaudern, das Glas wegzunehmen. Er entfernte ſich ſogar wieder, brachte eine neue Gefangene ein und verfuhr mit ihr, wie mit der in eine Zelle verſenkt und das Glas wurde wieder entfernt. Le Bourdon winkte nun ſeinen Gefährten, näher heran zu kommen. „Hier ſind ſie und ſaugen emſig an dem Honig,“ ſagte er, indem er auf die Bienen deutete.„Indem ſie dieſe Wobe untergraben, ahnen ſie nicht, daß ſie ihren eigenen Stock untergraben. So iſt es aber mit uns Allen. Wenn wir auf dem Gipfel des Glückes zu ſein glauben, ſind wir vielleicht unſerem Falle am nächſten, und in den Augenblicken unſerer bitterſten Noth und Bedrängniß lacht uns vielleicht das ſchönſte Glück entgegen. Ich denke oft hier in der Wildniß, wenn ich allein bin und meine Gedanken thätig werden, an dieſe Dinge.“ Ben ſprach, wenn man ſeine Stellung im Leben in das Auge faßt, ſehr rein und richtig, und nur dann und wann entſchlüpfte ihm ein Wort, welches ziemlich deutlich gewahren ließ, daß er eben kein Gelehrter war. Die fehlerhafte Aus⸗ ſprache eines Wortes hat oft Einfluß auf das Geſchick eines Mannes, welcher in der Welt lebt, einem Ben Buzz aber, der in dem Laufe einer halben Sommerjagd oft kein halbes vorigen. Eine Minute ſpäter war dieſe Biene gleichfalls Dutzend menſchliche Geſichter ſah, konnte wenig an ſolchen Dingen liegen. Wir erinnern uns jedoch eines Engländers, — 23— welcher dem bekannten Burn jede geiſtige Befähigung abſprach, weil er nach der amerikaniſchen Sitte Euröpean und nicht Européan ſagte. „Warum Stock in Gefahr?“ fragte Hirſchfuß, der ein ziemlich praktiſcher Burſche war.„Ich ihn nicht ſehen, ihn nicht hören, ſonſt Honig nehmen.“ „Honig könnt Ihr für ein gutes Wort hier bekommen, denn ich habe deſſen bereits eine Menge in meiner Hütte, obgleich es noch ziemlich früh im Sommer iſt, um den Vor⸗ rath ſchon anzubrechen. Ihr müßt wiſſen, daß die Bienen⸗ jäger gewöhnlich erſt im Auguſt ausziehen, denn ſie halten es für beſſer, ihrem Berufe nachzugehen, wenn die Geſchöpfe Zeit gehabt haben, ihre während des Winters gleerten Zellen wieder zu füllen. Aber auch ein alter Stock iſt ſtets etwas werth, und was mehr iſt,— ich habe mich überzeugt, dieſer Sommer ſei kein gewöhnlicher, und ſo bin ich ziemlich zeitig aufgebrochen.“ 4 Bei dieſen Worten ſtreifte Ben's Auge das Antlitz Tau⸗ benflügel's, welcher dieſen Blick in einer Weiſe zurückgab, welche bewies, daß bereits ein geheimes Einverſtändniß zwiſchen ihnen herrſche, obgleich ſie ſich vor einer Stunde zum erſten Male geſehen hatten. „Gu— u—t!“ rief Gerſhom,„das iſt wunderbar, ich gebe das zu, ja, es iſt wunderbar, aber wir haben etwas zu Whiskey Herz, das über den ſüßeſten Honig geht, der je über eines Menſchen Lippe gekommen iſt.“ „Und von dieſem Etwas habt Ihr Euern Antheil zu Euch genommen, Freund, ich bin deſſen gewiß, wenn die Zeichen nicht trügen, welche ich zwiſchen den Fenſtern Eures Geſichtes ſehe,“ erwiederte Ben lachend,—„aber ſtill, ihr Leute, ſtill! Jene — 24— erſte Biene iſt ſatt und beginnt an ihren Stock zu denken. Sie wird ſich bald aufſchwingen, um nach„Honig Herz“ zu eilen, und ich muß ſie im Auge behalten. Stellt Euch jetzt ein wenig ſeitwärts, Freunde, und laßt mir Raum zu meinem Gewerbe.“ Die Männer traten abſeits und le Bourdon war nun mit allen ſeinen Sinnen bei ſeinem Geſchäfte. Die zuerſt gefangene Biene hatte ihren Honigſack jetzt vollſtändig gefüllt, und es ſchien ihr anfangs ſchwer zu werden, ſich auf ihren Flügeln zu erheben. Nach einigen vorbereitenden Augen⸗ blicken ſchwang ſie ſich jedoch auf und unkreiſte den Platz, als wäre ſie zweifelhaft, welche Richtung ſie einſchla⸗ gen ſolle. Ben ließ ſie nicht aus den Augen, und als ſie bald darauf in einer Luftlinie davon ſchoß, ſah er ſie noch eine große Strecke, nachdem ſie den Andern bereits aus den Blicken ver⸗ ſchwunden war. Ben blickte ihr ſchweigend nach und merkte ſich die Richtung, in welcher ſie dahin geflogen war. „ Jene Biene hat ſich wahrſcheinlich in der Ecke des Moors drüben niedergelaſſen,“ ſagte er endlich und deutete auf ein Stück niedrig gelegenes Land, wo der Baumwuchs weit ſtärker und kräftiger war, als auf der„Lichtung,“— oder ſie iſt über jene Waldſpitze weggeflogen und hat jenſeit der Prärie einen dichten Waldſaum aufgeſucht, welcher ſich etwa drei Meilen von hier nach Weſten hinzieht. In dem letztern Falle werde ich meine Zeit und Mühe verloren haben.“ „Was der Andere thun?“ fragte Hirſchfuß mit augen⸗ fälliger Neugierde. „Ganz recht, dieſer andere Herr muß beinahe reiſefertig chen“ ſo weit in der Luft zu folgen. ſein und wir wollen ſehen, welchen Weg er ein ſchlägt. Es iſt immer gut, wenn der Bienenjäger das eine Geſchöpf eine Strecke verfolgen kann, denn er iſt dann im Stande, ſeine Linie deſto ſicherer nach dem andern zu ziehen.“ Hirſchfuß ſchien ſehr geneigt, Ben um eine nähere Erklä⸗ rung dieſer Worte anzugehen, allein er ſah wohl, daß dieſer jetzt keine Zeit hatte, ſeine Wißbegierde zu befriedigen, denn die zweite Biene ſchickte ſich jetzt zum Auffluge an. Wie die erſte erhob ſie ſich in die Luft und umkreiſte den Baumſtumpf mehrere Male, ehe ſie in einer Luftlinie ihrem Stocke entgegen ſchoß. Dieſer Gegenſtand war ſo klein und ſeine Bewegung ſo raſch, daß nur der Bienenjäger das Thierchen ſah, als es ſeinen Flug ernſtlich begann. Zu ſeinem Leidweſen flog aber der kleine Burſche nicht in der⸗ ſelben Richtung, welche die erſte Biene genommen hatte, ſon⸗ dern ſchoß in einen rechten Winkel ab. Daraus konnte man deutlich ſchließen, daß zwei Stöcke in der Gegend waren und daß man ſie in ſehr verſchiedenen Richtungen zu ſuchen hatte.. Le Bourdon verlor keinen Augenblick mit nutzloſem Geplau⸗ der, ſondern fing eine neue Biene, mit welcher er gerade ſo verfuhr, wie er mit den zwei erſten gethan hatte. Als dieſes Thierchen ſich geſättigt hatte, ſtieg es empor, umkreiſte wie gewöhnlich den Stumpf, als wollte es ſich den Platz behufs eines zweiten Beſuches merken, und flog dann genau in der⸗ ſelben Linie davon, welche die erſte Biene eingehalten hatte. Ben folgte ihrer Richtung mit großer Sorgfalt und feſſelte den Blick auf ſie, bis ſie volle hundert Schritte von dem Baumſtamm entfernt war. Ein gutes Auge und lange Uebung allein konnten ihn in den Stand ſetzen, dieſem„Pünkt⸗ „Wir wollen unſern Aufenthaltsort ändern, Freunde,“ ſagte Buzzing Ben in der beſten Laune, nachdem er mit dieſer letzten Beobachtung im Reinen war, und packte ſein Geräthe ein, um aufzubrechen.—„Ich muß den Winkel dieſer Burſche nehmen, und faſt fürchte ich, er iſt jenſeit der Prärie geflogen und alſo für den heutigen Tag ganz aus meinem Bereiche.“ 3 Die hier erwähnte Prärie war einer jener kleinen natür⸗ lichen Wieſen⸗ oder Weidegründe, wie man ſie in Michigan häufig findet, und mochte vier bis fünf tauſend Morgen Land umfaſſen. Der kräftigere Wald, welcher auf dem Moorgrunde wuchs, drängte ſich in die Prärie herein, und die zu löſende Frage war, ob die Bienen über dieſe Bäume geflogen waren, — denn dieſe Richtung hatten ſie ohne allen Zweifel in einer Luftlinie eingeſchlagen,— oder ob ſie ihren Stock hier gefun⸗ den hatten. „Ich muß den Winkel dieſer Burſche nehmen,“ wieder⸗ holte le Bourdon,„und wenn Ihr mit mir gehen wollt, Freunde, ſo werdet ihr bald den kitzlichſten Theil des Berufes der Bienenjäger ſehen. Viele können die Linie einer Biene finden, aber von dem Winkel verſtehen ſie nichts.“ Da dieß für die Zuhörer ſo gut wie hebräiſch war, erfolgte keine Antwort. Man ſchickte ſich an, Ben zu folgen, der bald mit ſeinen Anſtalten fertig war und aufbrach. Der Bienenjäger ſchritt über den offenen Grund und ging auf eine Stelle zu, welche volle hundert Ruthen von ſeinem erſten Standpunkt entfernt war, und wo er einen andern Baumſtumpf fand, der ihm als Tiſch dienen mußte. Le Bourdon verfuhr nun in gleicher Weiſe wie früher und heftete ſein Auge bald auf zwei Bienen, welche ihre Köpft in die Zellen der Wobe verſenkt hatten. Hes verſchwinden zu ſehen glaubte. — 27— Nichts konnte den Ernſt und die Aufmerkſamkeit über⸗ treffen, mit welcher die Indianer dieſe ganze Zeit dem Thun des jungen Blaßgeſichts folgten. Sie hatten ſich ziemlich gut über die Bedeutung des Kunſtausdrucks„die Linie nehmen— verſtändigt, wie es ſich aber mit dem„Winkel nehmen“ ver⸗ halte, war ihnen bis jetzt noch ein Geheimniß. Das Erſtere hatte mit ihrem Verfahren auf der Jagd ſo viel Aehnlichkeit, daß ſie ſich bald eine ziemlich richtige Vorſtellung davon bil⸗ deten, das Letztere ſetzte aber eine Art Wiſſen voraus, welches ihnen gänzlich fremd war. Auch waren ſie nicht viel klüger, nachdem le Bourdon ſeinen„Winkel“ genommen hatte, denn ſie waren nicht daran gewöhnt, von den einzelnen Theilen ſeines Gehabens zu einer allgemeinen Schlußfolgerung fortzuſchreiten. Was Gerſhom betrifft, ſo gab er ſich das Anſehen, als ſei ihm Alles, was vorging, geläufig, Mbgleich er ebenſo wenig davon verſtand, wie die Indianer ſelbſt. Dieſe kleine Heuchelei war eine Huldigung, welche er ſeiner weißen Abkunft darbrachte, denn wie er die Sache anſah, war es eine Schmach für ein Blaßgeſicht, weniger zu wiſſen, als eine Rothhaut. Die Bienen ſaugten ſich in dem Honig nach Behagen voll. Endlich erhob ſich die eine aus ihrer Zelle und ſchickte ſich zum Auffluge an. Ben winkte den Zuſchauern, weiter auf die Seite zu treten, damit er ſeinen Standpunkt nach den Umſtänden wählen könne, dieß war kaum geſchehen, als das Thierchen ſich emporſchwang. Nachdem es einen Augenblick um den Baumſtamm geſummt hatte, ſchoß es davon und nahm eine Richtung, welche faſt einen rechten Winkel mit dem bildete, in welchen le Bourdon Ben brauchte eine halbe Minute, ehe er ſich erinnerte, daß dieſes kleine Geſchöpf in einer Linie geflogen war, die mit jener faſt gleichlief, welche die zweite Biene von ſeinem frühern Standpunkt aus verfolgt hatte. Dieſe Linie führte über die benachbarte Prärie, und es war nicht daran zu den⸗ ken, den Bienen dorthin nachzugehen. Die zweite Biene war aber auch bald bereit, ſich davon zu machen, und als ſie abſchoß, ſah le Bourdon, zu ſeinem gro⸗ ßen Vergnügen, daß ſie dem Punkte auf dem Moor zuflog, in oder über welchen bereits zwei ſeiner Gefangenen ihren Weg genommen hatten. Damit war der Zweifel beſeitigt. Wäre der Stock dieſer Biene jenſeit des Waldes geweſen, ſo hätte er den Durch⸗ ſchnittswinkel nicht da, ſondern bei dem Stock jenſeit der Prärie ſuchen müſſen. Der Leſer wi inſehen, daß Geſchöpfe, welche ihrem Inſtincte, oder de chen, was man bei Bienen Verſtand nennen kann, ohne enen ſehr wichtigen Grund nie von der geraden Linie in ihrem Fluge abweichen. So werden zwei Bienen, welche man auf Blüthen, die zweihundert Schritte von einer ſtehen, fängt, ſich auf ihrem Heimwege nie kreuzen und erſt an ihrem gemeinſchaftlichen Stocke zuſammentreffen, und da, wo der Durchſchnittswinkel ihrer gegenſeitigen Flug⸗ linie ſich findet, da wird auch ihr Stock ſich finden. Da le Bourdon eben dieſen Süßigkeitsbehälter ſuchte, denkt man ſich, wie groß ſeine Freude war, als die Richtung, welche dieſe letzte Biene nahm, ihm die nöthige Gewißheit gab, daß ihr Stock auf jenem Punkte des dichten Waldes ſich finden müſſe. zwei ritte uzen ffen, Flug⸗ ichte, tung, gab, ſich „Er wußte, daß der Baum, welchen er ſuchte, hohl ſein müſſe, — 29— Zweites Kapitel. Wie baut geſchickt ſie ibre Zelle, Wie niedlich formt das Wachs ſie aus, Schafft eifrig Sußigkeit zur Stelle Und füllt mit Winterkoſt das Haus. Watts. Zunächſt mußte nun ermittelt werden, welches der Baum ſei, in den ſich die Bienen geflüchtet hatten. Le Bourdon nahm ſeine Geräthſchaften zuſammen, machte ſich wander⸗ fertig und ſchritt raſchen, elaſtiſchen Schrittes, von ſeinen Gefährten gefolgt, dem Punkte des Waldes zu. Die Entfernung mochte eine halbe Meile betragen,— eine Kleinigkeit für Männer, welche gewöhnt waren, ihre Glied er zu brauchen. Nach zehn Minuten waren Alle dort und der Bienenjäger ſpähte emſig nach dem Baume um. Dieß war der Abſchluß des Tagewerks und Ben war nicht nur mit Allem verſehen, was hier erforderlich war, ſondern er kannte auch die verſchiedenen Zeichen, welche auf Wohnſitze von Bienen deuten konnten. Ein in dieſem Berufe Ungeübter hätte hundertmal durch dieſen Theil des Waldes wandern können, ohne auch nur zu ahnen, daß Geſchöpfe, wie Ben ſie jetzt ſuchte, hier zu finden ſeien. Im Allgemeinen fliegen die Bienen zu hoch, als daß man ſie vom Boden aus leicht bemerken könnte, vbgleich ein geübtes Auge ſie auf eine Entfernung hin ſieht, welche faſt wunderbar ſcheint. Ben hatte jedoch noch andere Hilfsmittel als ſeine Augen. — 30— und ſolche Bäume laſſen gewöhnlich außen ſchon gewahren, was ihnen im Innern fehlt. Dann bauen die Bienen in gewiſſe Baumarten lieber, als in andere, während der Inſtinct der emſigen, kleinen Thiere ſie gewöhnlich in den Stand ſetzt, ſich ſolche Wohnſitze zu waͤhlen, bei denen ſich nicht erwarten läßt, daß ein früher Umſturz ſie um die Früchte ihres Fleißes bringe. Mit allen dieſen Einzelnheiten waren die Bienen und der Bienenjäger zumal ſehr vertraut und Ben richtete ſich bei ſeinen Nachforſchungen danach. Unter ſeinen Berufsgeräthſchaften war anch ein kleines Perſpectiv, es war nicht viel größer als jene, deren man ſich in den Theatern zu bedienen pflegt, aber ungemein ſcharf und ſeinem Zweck in jeder Art entſprechend. Ben's Augen ſielen bald auf eine halb verwitterte Ulme, und es ſchien ihm, als könne dieſer Baum den Stock bergen. Mit Hilfe ſeines Glaſes ſah er auch, in einer Höhe von nicht weniger als ſiebenzig Fuß von dem Boden, Bienen um die abſterbenden Aeſte fliegen. Bei näherer Unterſuchung wurde ſeine Auf⸗ merkſamkeit auf eine knorrige Oeffnung gelenkt, durch welche er mit Hilfe ſeines Perſpectivs die Bienen Haufenweiſe aus⸗ und einfliegen ſah. Damit war die Sache entſchieden. Er legte alle ſeine Geräthſchaften bis auf die Axt bei Seite und begann ſofort den Baum anzuhauen. „Fremder,“ ſagte Gerſhom, als le Bourdon den erſten Span ausgehauen hatte,„Ihr thut vielleicht beſſer, dieſen Theil der Arbeit mir zu überlaſſen. Ich hoffe, Ihr verſagt mir meinen Antheil an dem Honizg nicht, und was ich bekomme, verdien' ich auch gern. Ich weiß von Jugend auf mit Aexten und Schnitzmeſſern umzugehen und nehme es im Gebrauche — 31— eines jeden ſolchen Werkzeuges mit dem Kräftigſten und Ge⸗ ſchickteſten in und außer Neun⸗England auf.“ „Ihr könnt den Verſuch machen, wenn Ihr es wünſcht,“ ſagte Ben und reichte ihm die Axt.„Ich kann einen Baum ſo gut fällen, wie Ihr, mache mir aber nicht ſo viel aus dem Geſchäft, um es ganz allein abthun zu wollen.“ „Nun, ich darf wohl ſagen, ich liebe dieſe Art Arbeit,“ ſagte Gerſhom, und prüfte zuerſt die Schärfe der Axt mit ſeinem Daumen, und ſchwang ſie dann in der Luft, um zu ſehen, wie ſie„zöge.“ „Ich wüßte nicht viel zum Lobe Euerer Art zu ſagen, Fremder, denn der Helm paßt nicht zu dem Eiſen, wie mir's ſcheint, wie dem aber auch ſein mag, ſtürzen muß dieſe Ulme, und wenn zehn Millionen Bienen mir um den Kopf ſchwär⸗ men ſollten.“ Dieß war keine eitle Prahlerei von Seiten Waring's. So wenig er in ſo manchen Beziehungen zu brauchen war, ſo trefflich wußte er mit der Axt umzugehen, wie er jetzt durch die Raſchheit bewies, mit welcher er den dicken Stamm der Ulme durchhieb. Er fragte Ben, wo der Baum fallen ſolle, und als er raſſelnd niederbrach, fiel er genau auf die angege⸗ bene Stelle. Mächtig war die Verwirrung und Beſtürzung der Bienen, als ihr lang werthgehaltener Wohnſitz ſo plötzlich nieder⸗ ſtürzte. Ihr Feind hatte nicht geahnt, daß ſie dieſen Baum ſeit langer Zeit bewohnt hatten, aber die Beute, welche ihm jetzt ward, erwies ſich als die reichſte, welche er jemals aus einem Baum ausgenommen hatte. Die kleinen Thierchen füllten wolkenartig die Luft, und die vier Männer hielten es für räthlich, eine Weile abſeits zu gehen, damit die gekränkten und gereizten Bienen ſie nicht angriffen und Rache nähmen. Wären ſie ſich ihrer Macht bewußt geweſen, ſo dürfte ihnen dieß leicht geworden ſein, denn Niemand iſt im Stande, ſich gegen dieſe unbedeutend ſcheinenden Thierchen zu ſchützen, wenn ſie erzürnt ſind und ernſtlich angreifen, und ihr Feind ſich nicht bedecken kann. Die Uebelthäter kamen jedoch bei dieſer Gelegenheit unver⸗ ſehrt davon. Der Stock war ſo raſch niedergeſtürzt, daß ſeine Bewohner ganz betäubt ſchienen und ſich in ihr Schickſal ergaben, wie der Menſch ſich vor der Gewalt von Stür⸗ men und Erdbeben beugt. Nach einer halben Stunde hatten ſie ſich faſt Alle auf einem nahen Baume geſammelt und hielten wahrſcheinlich in ihrer Weiſe Rath, was nun zu thun ſei. Die Indianer waren über die ſcharfſinnige Weiſe, mit welcher le Bourdon den Bienenſtock entdeckt hatte, bei weitem entzückter, als über den Reichthum der Beute, während Ben ſelbſt, ſowie Gerſhom ihre Freude über den Ertrag der Jagd laut an den Tag legten. Als der Baum mit Hozzkeilen auseinander getrieben wurde, ergab ſich, daß in den geräumigen Aushöhlungen der Honig ſeit Jahren aufbewahrt worden, und Bem ſchätzte den ihm zufallenden Antheil auf mehr als dreihundert Pfund guten Honig— die Wobe eingerechnet. Die beiden Indianer und Gerſhom erhielten ſo viel als jeder tragen konnte, was ver⸗ hältnißmäßig wenig war, da ſie ihren Antheil nicht anders als auf ihrem Rücken fortzubringen vermochten. Der Honig wurde dieſen Abend nicht mehr geſammelt, der Tag war dazu ſchon zu weit vorgerückt, und le Bourdon — nie hat gewiß Jemand dieſen Beinamen weniger verdient, als Frem ſie c Honi bring Zeite er ſe „und Von erwa wenn welch gewö Man Wäh Sha gewi nähe unſer Er n gebr zu a ten icht acht ein, end und ver⸗ eine kſal tür⸗ unde nelt nun mit item Ben Jagd urde, donig ihm guten und ver⸗ nders imelt, urdon dient, — 33— als unſer thätiger, junger Bienenjäger— erbot ſich, die Fremden in ſeiner Hütte zu beherbergen und verſprach, ſie am nächſten Morgen mit einem guten Vorrath von Honig in ihren Reiſeſäcken auf ihre verſchiedenen Pfade zu bringen. „Wie man hört, gehen wir wahrſcheinlich unruhigen Zeiten entgegen,“ fuhr er mit einfachem Ernſte fort, nachdem er ſeine gaſtfreundliche Einladung hatte laut werden laſſen, „und ich möchte gern vernehmen, was in der Welt vorgeht. Von Whiskey Herz kann ich, um offen zu ſprechen, kaum erwarten, viel zu erfahren, ich würde mich aber ſehr irren, wenn Taubenflügel hier nicht mit Neuigkeiten bekannt iſt, welchen wir Alle mit offenen Ohren lauſchen werden.“ Die Indianer nahmen die Einladung mit einem ihrer gewöhnlichen Ausrufe der Freude an. Gerſhom aber war der Mann nicht, der ſich kurz und bündig auszudrücken vermochte. Während der Bienenjäger die Gefährten ſeiner Hütte oder Shanty entgegen führte, leitete er das Geſpräch mit ſeinem gewöhnlichen Freimuthe. Ehe wir jedoch dieſer Unterhaltung näher gedenken, müſſen wir einen Augenblitk abſchweifen, und unſererſeits ein Wort über den Ausdruck„Shanty“ zu ſagen. Er wird jetzt in allen Schulen der vereinigten Staaten heimiſch gebraucht und bezeichnet eine Hütte, welche in der Eile und zu augenblicklichen Zwecken erbaut worden. Wie man bekann⸗ ten Gegenſtänden bekannte Beiwörter beizulegen pflegt, ſo hat man dann und wann auch dauernderen Wohnungen dieſen Namen gegeben, dieß jedoch ausnahmsweiſe. Es iſt ſehr zweifelhaft, woher dieſer Ausdruck ſtammt und die Sprach⸗ gelehrten konnten ſich bis jetzt nicht darüber vereinigen. Manche glauben, es ſei weſtlichen, oder nordweſtlichen, d. h. 253— 255. 3 s und komme von canadiſchen oder franzöſiſchen Urſprung Da aber chienté, ein Hundehaus, eine ſchlechte Wohnung. das Beiwort„Shanty“(Santy) etwas Eiliges, Flüchtiges bezeichnet und jede Nation lieber aus ihren eigenen, als aus fremden Hilfs quellen ſchöpft, ſo dürfte die letztere Herleitung der erſteren vorzuziehen ſein, dennoch ſtellen wir es dem Leſer anheim, nach Gefallen unter beiden zu wählen. Das Shanty oder die Hütte unſeres Bienenjägers ſtand ganz nahe an dem ufer des Katamazoo, und in einem ſehr ſchönen Wäldchen von Bosquet⸗Eichen. Ben hatte bei der Wahl der Oertlichkeit viel Geſchmack bewieſen, obgleich die Näbe einer Quelle des köſtlichſten Waſſers wahrſcheinlich einen bedeutenden Einfluß auf ſeinen Entſchluß gehabt haben mag. Vor Allem war es nothwendig, daß er in der Nähe des Fluſſes wohnte, denn er mußte alle ſeine Reiſen zu Waſſer machen, um ſeinen Honig abzuſetzen. Ein tüchtiges Rinde⸗ Canoe lag in einer kleinen Einbuchtung, außeralb des Bereichs der Strömung, vorn und hinten gut befeſtigt, damit es nicht an die Felſen anſchlug.. Die Wohnung war nicht ohne Rückſicht auf Sicherheit aufgeführt worden. Dieß war, wie Ben aus Erfahrung wußte, ziemlich unerläßlich, denn er mußte ſich gegen zwei Feinde ſchützen, gegen Menſchen und gegen Bären. Von den Erſteren hatte der Bienenjäger bisher freilich wenig zu fürchten gehabt. Jenes Gebiet war faſt ganz unbe⸗ wohnt. Die nördlichen Theile der edlen Halbinſel Michigan liegen entweder tief und ſind ſumpfig, oder ſie ſind zu zerklüf⸗ tet und wild, als daß ſie die eingeborenen Jäger von den Lichtungen und Prärien, welche ſich damals in reicher Fülle nach Süden und Weſten ausdehnten, hierher gelockt hätten. Nur der der denn für Zeit beka gewi groß Geſi ſippi liebe man denk uns n iſſe die irre eine ſoge ent! cher ver ihn der All bek von aber tiges aus itung Leſer ſtand ſehr ei der ch die einen mag. he des Waſſer Rinde⸗ b des damit herheit wußte, Feinde freilich 3 unbe⸗ ichigan zerflüͤf⸗ on den er Fülle hätten. Nur ſelten betrat der Fuß eines Menſchen die nördliche Hälfte der Halbinſel, wenn man die Ufer der Flüſſe oder das Geſtade der Seeen ausnimmt. Mit der ſüdlichen Hälfte verhielt es ſich jedoch anders, denn die Lichtungen, die Raſenplätze, die Waſſerſtraßen waren für den Wilden eben ſo anziehend, wie ſie es in der neuern Zeit für den weißen Mann geweſen ſind. Demungeachtet bekam man die Biſons oder Büffel, wie man dieſes Thier gewöhnlich, obgleich ganz irrig, zu nennen pflegt, nicht in ſo großen Heerden, wie man ſie zu ſchildern gewohnt iſt, zu Geſicht, bevor man die großen Prärien weſtlich vom Miſſi⸗ ſippi erreichte. Dort ſammelten ſich die Indianer mit Vor⸗ liebe, obgleich ihre Zahl niemals ſo bedeutend war, wie man es nach dem Umfange des Gebietes, das ſie beſaßen, denken ſollte. In jenen Tagen jedoch, welche in Bezug auf die Zeit uns noch ſo nahe liegen, während ſie in Bezug auf die Begeb⸗ niſſe bereits fern ſtehen, hatten die Chippewas, Ottawas und die Pottawattamies— verwandte Stämme, wenn wir nicht irren— noch Wohnſitze in dem eigentlichen Michigan, und eine beträchtliche Anzahl derſelben fand ſich in dem damals ſogenannten St. Joſeph's⸗Land, oder die Ufer des Fluſſes entlang, welcher dieſen Namen trägt,— ein Landſtrich, wel⸗ cher faſt den ſtolzen Namen„der Garten von Amerika“ verdient. 1 Le Bourdon kannte viele ihrer Krieger und wurde von ihnen ſehr geſchätzt, obgleich er nie einen von denen, welche der Zufall jetzt in ſeinen Weg führte, geſehen hatte. Im Allgemeinen hatte er ſich über die rothen Männer nicht zu beklagen, ſie ſtaunten über ſeine Beſchäftigung und achteten 3* — 86— ihn ſeines Charakters wegen, er hatte aber durch Geächtete jener Stämme, ſo wie durch landſtreicheriſche Weiße, welche ſich zuweilen in ſeine zeitliche Behauſung ſchlichen, Verluſte und ſelbſt thätliche Mißhandlungen erlitten. Bei der jetzigen Veranlaſſung fühlte le Bourdon ſich in Folge des Umſtandes, daß Gerſhom Waring, ein Landsmann und in gewiſſem Sinne ein chriſtlicher Glaubensgenoſſe mit ſeiner Wohnung bekannt geworden, weit unbehaglicher, als dadurch, daß der Chippewa und der Pottawattamie ſie kannten. Die Bären waren ſtete, gefährliche Feinde des Bienen⸗ Der gemeine, braune amerikaniſche Bär wird ſelten — und le Bourdon ging nie ohne ſeine Büchſe aus— Furcht einflößen, obgleich ein furchibar ausſehendes Thier, beſonders wenn er ganz ausgewachſen iſt, greift er doch höchſt ſelten ein menſchliches Weſen an, nur der Hunger oder die Sorgfalt für ſeine Jungen kann ihn reitzen, in einem ſolchen Grade von ſeinen herkömmlichen Gewohnheiten abzuweichen. Der Bär liebt aber den Honig leidenſchaftlich. Er ſinnt auf alle Arten bärenhafter Liſt, um zu dieſer Süßigkeit zu gelangen, und riecht ſie ſchon von Weitem. Eine dieſer brau⸗ nen Familien hatte eines Tages in eine Hütte Ben's geſchaut, die nicht mit hinreichender Sorgfalt gebaut war, und die Diebe zehrten ſeinen ganzen Vorrath bis auf die letzte Wobe Dieſer Unfall hätte den Bienenjäger, der damals noch einem Berufe war, faſt zu Grunde gerichtet. Seit bniß war er vorſichtig geworden, und hatte ſich ſtens Zähnen und Klauen jägers. einem bewaffneten Manne auf. jung in ſ dieſem Bege eine Feſtung gebaut, welche wenig trotzen konnte. Dieß war teine ſchwierige Aufgabe für den, welch denn Mea war tollk behit zu b bei etwo in zeich ſein eina ung geſe Mü zu ball Car ben in beſt nen⸗ lten ohne ibar 1 iſt, nur ihn ichen ſinnt eit zu brau⸗ chaut, d die Wobe 3 noch Seit tte ſich Klauen ir den, — 37— welcher eine Art und ſchöne Fichten in der Nähe hatte, wie denn auch die jetzige Wohnung unſeres Helden bewies. Le Bourdon brachte jetzt den zweiten Sommer im Caſtel Meal hin, wie er ſelbſt die Hütte benannte. Dieſer Name war verderbt aus„chateau au miel“(Honigſchloß), wie ein tollköpfiger Voyageur, welcher Ben im vorigen Sommer behilflich geworden war, ſeine Barke den Kalamazvo herauf zu bringen und lange genug bei ihm geweilt hatte, um ihm bei dem Baue zur Hand zu ſein, die Hütte getauft hatte. Das Gebäude hatte genau zwölf Fuß im Innern und etwas weniger als vierzehn von Außen im Geviert. Es war in der gewöhnlichen Art aus Fichtenblöcken zuſammengeſetzt, zeichnete ſich aber von ähnlichen Hütten dadurch aus, daß ſein Dach aus behauenen Balken beſtand, welche ſo gut an einander gepaßt waren, daß ſie den Regen abhielten. Dieſe ungewöhnliche Vorſicht war nothwendig, wenn er ſeinen Honig geſchützt wiſſen wollte, denn die Bären hätten mit leichter Mühe das herkömmliche Rindendach der Hütte abgedeckt, um zu ſo reichen Vorräthen zu gelangen, wie der Bärenjäger ſie bald in ſeiner Behauſung angeſammelt hatte. Die Hütte hatte ein Fenſter, das le Bourdon in ſeinem Canoe mitgebracht hatte, und welches aus ſechs kleinen Schei⸗ ben beſtand, das Aeußere war durch ſtarke Eiſenbarren, die in die Blöcke eingefügt worden, gut verwahrt. Die Thüre beſtand aus eichenen Brettern von dreifacher Dicke, die tüchtig vermacht waren, ſie lief auf ſtarken eiſernen Angeln, welche ſo feſt waren, daß man ſie nicht leicht ſprengen konnte. Die äußere Feſtigung beſtand aus einem ſtarken eiſernen Schub⸗ riegel, an welchem ein ſchweres Vorlegeſchloß hing. Nur mit einer Eiſenſtange, welche kräftig gehandhabt wurde, konnte — 38 dieſe Thüre geſprengt werden. Wenn Ben in der Hütte war, vermachte er ſie innen mit drei Eiſenbarren. „Gu— u— t, Ihr legt ziemlich viel Werth auf Euren Honig, Fremder, wie es mir ſcheint,“ ſagte Gerſyom, als le Bourdon das Schloß öffnete und den Riegel zurückſchob, Sorgfalt ſieht, mit welcher Ihr ihn einſchließt. Nun, drunten bei uns iſt man nicht halb ſo eigen. Dorchen und Blüthe legen nicht einmal eine Barre an die Thüre, wenn ich im Freien ſchlafe, was ich, wenn der Sommer ein⸗ mal wirklich gekommen iſt, faſt immer zu thun pflege.“ „Und wo liegt Euer„drunten bei uns,“ wenn man ſo frei ſein darf, dieß zu fragen?“ erwiederte le Bourdon, indem er die Thüre halb geöffnet ließ und dem Andern, einer Ant⸗ wort gewärtig, in das Geſicht ſah. „Nun, drunten zu Whiskey Herz, wie die Voyageurs und andere Bootsleute den Platz nennen.“ „Und wo liegt Whiskey Herz?“ fragte Ben ein wenig „wenn man die hartnäckig. 4 „Nun, ich dachte, alle Welt müßte das wiſſen,“ verſetzte Gerſhom,„denn der Whiskey iſt das Anziehendſte, was ich kenne. Whiskey Herz iſt eben da, wo ich zufällig bin, es iſt, wenn ich ſo ſagen darf, ein reiſender Name. Da ich jetzt an der Mündung des Kalamazoo wohne, ſo liegt auch Whis⸗ key Herz dort.“ 4 1 „Nun verſtehe ich die Sache,“ antwortete le Bourdon, und um ſeinen ſchön geformten Mund ſpielte ein verächtliches Lächeln. Da Ihr und der Whiskey innige Freunde ſeid, bleibt ihr auch ſtets beiſammen. Als ich in den Fluß einlief, was in der letzten Woche des Aprils geſchah, ſah ich an der Mündung nichts, das wie Whiskey oder wie ein Herz ausge⸗ ſehen hätte.“ 3 würde ſolche, dene? dieſe 7 letzter ihr ſt ſich d dieß mich folge der mein Nan ſie o und an hört Ger deut dier Abe ten, an ar, ren als bob, eßt. chen üre, ein⸗ n ſo ndem Ant⸗ geurs venig rſetzte as ich n, es h jetzt Whis⸗ à urdon, htliches e ſeid, einlief, an der ausge⸗ — 39— „Wäret Ihr vierzehn Tage ſpäter gekommen, Fremder, ſo würdet Ihr beides geſehen haben. Herzen, die reiſen, und ſolche, die ſtets auf derſelben Stelle bleiben, ſind zwei verſchie⸗ dene Dinge, ſollt ich denken. Jene findet man überall, und dieſe muß man aufſuchen.“ „Und wer ſind Dorchen und Blüthe? Ich hoffe, die letztere iſt keine Whiskey Blüthe?“ „Gewiß nicht, ſie rührt keinen Tropfen an, obgleich ich ihr ſtets ſage, daß er keinem Sterblichen ſchadet. Sie gibt ſich die größte Mühe, mich zu überzeugen, daß er mir ſchade, dieß iſt aber ein Irrthum, wie Jeder ſogleich ſehen kann, der mich gehörig anſchaut.“ Ben ſchaute ihn an und kam zu einer andern Schluß⸗ folgerung. „Iſt ſie ſo blühend, weil Ihr ſie Blüthe nennt?“ fragte der Bienenjäger,„oder iſt ſie ſo jung?“ „Das Mädchen iſt ein wenig von beidem. Dorchen iſt meine Frau und Blüthe iſt meine Schweſter. Der eigentliche Name der letztern iſt Margery Waring, alle Welt nennt ſie aber„Blüthe,“ und ſo habe ich mich in die Sache gefügt und halte es wie die Uebrigen.“ Wanhrſcheinlich minderte ſich das Intereſſe le Bourdon’s an dieſer Blüthe der Wildniß in hohem Grade, ſobald er hörte, ſie ſei mit dem Whiskey Herzen ſo nahe verwandt Gerſhom war nichts weniger als einnehmend und Vieles deutete augenfällig darauf hin, daß er den Spitzuamen ver⸗ diente, welchen, wie es ſich ſpäter herausſtellte, die weſtlichen Abenteurer ihm und ſeiner Wohnung zumal gegeben hat⸗ ten, ſo daß Niemand von anſtändig nüchternen Sitten leicht an etwas Gefallen finden konnte, das zu ihm gehörte. — 40— Mochte dem nun aber ſein, wle ihm wollte, der Bienen⸗ jäger trat in ſeine Hütte und die drei Fremden folgten ihm ohne nutzloſe Förmlichkeiten. Das Innere des Shanty⸗, um uns des landesüblichen Ausdrucks zu bedienen, war für eine Wohnung, welche ein Junggeſelle ſich in einem ſo entlegenen Theile der Welt ein⸗ gerichtet hatte, ungemein reinlich und anſprechend. Der Honig war in niedlichen, ſchön geformten Fäßchen auf eine Seite des Zimmers ſorgfältig aufgeſtapelt, ſo daß er möglichſt wenig Raum einnahm und das Gemach eher zierte als verunſtaltete. Le Bourdon hatte dieſe Fäßchen ſelbſt gemacht und man ſah, daß er ſich in dieſem Gewerbe das nöthige Geſchick erworben hatte. Die Wälder lieferten ſtets reichen Stoff und eine Menge Dauben, welche unter einem nahen Baum aufgearkt waren, bewieſen, daß er dieſen Theil ſeiner Arbeit noch nicht für abgeſchloſſen hielt. In einer Ecke der Hütte lagen drei ſchöne Bärenfelle, welche er ſeinen Feinden in den letzten zwei Monaten abge⸗ zogen hatte. Drei andere waren in der Nähe an jungen Bäumen zum Trocknen ausgeſpannt. Die Bärenjagd macht einen weſentlichen Theil des Berufs unſeres Helden aus, und die Trophäen ſeiner Kämpfe mit ihnen waren verhättnißmäßig zahlreich. Die oben erwähnten Bärenfelle waren des Bienen⸗ jägers Lager, wenn er in der Hütte ſchlief. Ein roher Tiſch,— eine einzige Diele, die auf Kreuz⸗ ſtöcken lag,— einige Bänke, eine ziemlich große hölzerne Kiſte waren das ganze Stubengeräthe. An den Wänden hingen Werk⸗ zeuge mancherlei Art und nicht weniger als drei Büchſen, überdieß ſtand in einer Ecke noch eine ſehr zierliche„Vogele flinte“ mit Doppelläufen. Dieſe Waffen hatte unſer Held — 41— auf ſeinen verſchiedenen Ausflügen zuſammengebracht und theils aus Neigung, theils aus Vorſicht oder als unentbehr⸗ lich behalten. Von Pulver und Blei war kein großer Vorrath ſichtbar, nur drei bis vier Pulverhörner und einige Kugel⸗ und Schrot⸗ beutel hingen an hölzernen Nägeln. Ben hatte aber einen geheimen Vorrath, ſowie noch eine Büchſe in einem natürlichen Magazin und Arſenal, in hinreichender Entfernung von dem Shanty, ſorgſam verſteckt, damit ſie nicht das Loos ſeiner Feſtung theilten, wenn dieſe von einem Unfalle bedroht wer⸗ den ſollte. Das Geſchäft des Kochens ging außerhalb des Hauſes vor ſich. Le Bourdon hatte für dieſen weſentlichen Theil eines behaglichen Waldlebens reichlich vorgeſorgt. Er hatte einen kleinen Ofen, einen hinreichend paſſenden Herd und eine Art Speiſekammer in der Nähe der Quelle und unter dem Schatten einer prachtvollen Ulme. In dem Vorrathshaus, wenn wir es ſo nennen dürfen, hatte er ſein Faß mit Mehl, ſein Faß mit Salz, gedörrtes und geräuchertes Rindfleiſch und— was der Hinterwäldler, wenn er ſich früh an das Siedlerleben gewöhnt hat, vor Allem liebt— ein halbes Faß eingepökeltes Schweinfleiſch. Das Ninde⸗Canoe war geräumig genug, um alle dieſe Dinge zu faſſen, welche nur als Ballaſt für dieſes empfind⸗ liche Boot dienten, und ſein Eigenthümer rechnete darauf, daß auf der Rückreiſe ſein Honig dieſelben Dienſte leiſten würde, wenn er die verſchiedenen, eben genannten Vorräthe verzehrt oder vertauſcht haben ſollte⸗ Der Leſer lächelt vielleicht, wenn er von Tauſch hört, und fragt, wo die wohl zu finden ſein möchten, mit welchen ein Tauſch abgeſchloſſen werden könne? Allein die großen Seeen und die zahlloſen Flüſſe jenes Gebietes, ſo fern es auch von den gewöhnlichen Wohnſitzen des geſitteten Menſchen war, boten mannigfache Verfehrmittel, welche dem regen Betriebsgeiſte nicht entgehen konnten. Die Indianer waren ſtets bereit, Felle und Pelz gegen Pulver, Blei, Büchſen, Blankete und leider— gegen„Feuer⸗ waſſer“ zu vertauſchen. Dann waren den weißen Männern, welche in dieſe Wildniſſe vordrangen, Vorräthe, wie unſer Held ſie beſaß, höchſt willkommen, und ſie boten Uhren, Büchſen, und was ſie ſonſt zufällig beſaßen, ſelbſt ihre Weiber und Kinder, zum Austauſche. Wir würden jedoch le Bourdon unrecht thun, wenn wir ihn in irgend einer Weiſe der ſchachernden Raſſe beigeſellten. Er war ein Bienenjäger, ebenſo ſehr aus Liebe zu der Wildniß, und aus Liebe zu Gefahr und Abenteuer, als aus Liebe zum Gewinn. Er hatte gewiß den Beruf ergiebig gefunden, ſonſt hätte er ihn ohne Zweifel wieder aufgegeben; mancher Mann aber, ja, wir dürfen ſagen, die meiſten, ſelbſt aus der Geſell⸗ ſchaftsklaſſe, welcher er angehörte,— hätten ſeinen reichlichen Verdienſt für zu mühſam erworben angeſehen, wenn er nur dadurch erkauft werden konnte, daß man allem Umgange mit ſeinesgleichen entſagte. Ben Buzz liebte aber dieſe ſeine Einſamkeit, ihre Gefahren, ihre Ruhe, welche durch kurze Augenblicke hoher Erregung gehoben wurde, und vor Allem das Selbſtvertrauen, welches ſeinen Erfolgen und zu ſeinem Glücke unerläßlich war. Das weibliche Geſchlecht hatte bis jetzt ſeine Zauberkraft noch nicht an ihm geübt, und jeden Tag wuchs und kräftigte ſich in ſeinem Herzen die Leidenſchaft für das einſame Leben — 43— und für die ſeltſamen, aber gewiß verlockenden Waldfreuden. Nur ſehr ſelten trat er ſelbſt mit den indianiſchen Stämmen in Verkehr, welche in der Nähe ſeiner gelegentlichen Jagd⸗ gebiete wohnten, und öfter hatte er ſeinen Aufenthalt geändert, um ſelbſt einem freundlichen Zuſammentreffen mit Weißen auszuweichen, welche den Geſtaden jener Binnenſeeen entlang, auf deren Waſſer bis jetzt uoch ſelten ein Segel geglänzt hatte, gleich ihm ein beſcheidenes Glück ſuchten. In dieſer Hinſicht waren Boden und Gerſhom wahre Gegenfüßler, denn der Letztere war, trotz ſeiner Anhänglichkeit an ein wan⸗ derndes Daſein und an das Grenzleben, ein eingefleiſchter Schwätzer. Die Pflichten der Gaſtfreundſchaft werden bei den Gren⸗ zern ſelten vexnachläſſigt. Der Stadtbewohner verliert viel⸗ leicht ſeine natürliche Neigung, jeden an ſeinen Tiſch zu laden, der ſich bei ihm einſtellt, da der Andrang der Geſell⸗ ſchaft zu groß iſt, eine außerordentliche Ausnahme aber wäre es, wenn man von einem Grenzer hörte, er ſei nicht gaſt⸗ freundlich. Er hat wenig zu bieten, dieſes Wenige aber wird ſelten verweigert. Unter dem Einfluſſe dieſes Gefühls— wir könnten auch ſagen dieſer Sitte— ſchickte le Bourdon ſich jetzt alsbald an, alles das, worüber er zu verfügen hatte, und was bereits gekocht war, heran zu ſchaffen. Das Mahl, zu welchem er ſeine Gäſte bald einlud, beſtand aus einem tüchtigen Stücke gekochten Schweinfleiſches, das Ben zufällig den Tag vorher über dem Feuer gehabt hatte, gebratenem Bärenfleiſch, dem Reſte eines Hirſchbratens und einer Ente, welche er am vorigen Morgen an dem Kalamazoo geſchoſſen hatte, nebſt Brod, Salz, und was in der Wildniß eine Seltenheit war, — 44— zwei bis drei rohen Zwiebeln. Gerſhom war entzückt über I die letztere Zugabe, Ben koſtete wenigſtens davon, aber die der Indianer ließen ſie mit kalter Gleichgiltigkeit an ſich vorüber hatt gehen. Der Nachtiſch beſtand aus Brod und Honig, und alle biſch Anweſenden ließen es ſich trefflich ſchmecken. Wirth und Gäſte waren ziemlich ſchweigſam, ſo lange ihm das Mahl währte, als es zu Ende war, verließen Alle die lich Hütte, um in der kühlen Abendluft und unter den ſtattlichen drüc Eichen, von welchen das Haus umgeben war, ihre Pfeifen dure wür zu rauchen. Die Unterhaltung begann über das Thun und den Cha⸗ rakter jedes Einzelnen einiges Licht zu verbreiten. „Ihr ſeid ein Pottawattamie, und Ihr ein Chippewa,“ der ſagte le Bourdon, als er ſeinen zwei rothen Gäſten ihre wäh Pfeifen höflich darreichte, die er mit ſeinem Tabak geſtopft gern hatte,—„ich glaube, Ihr ſeid eine Art Vettern, obgleich Eure Stämme verſchiedene Namen haben.“ aber „Nation— Ojebway,“ verſetzte der ältere Indianer und Ben hob einen Finger in die Höhe, um ſeinem Worte mehr Nach⸗ vom druck zu geben. ſagt „Stamm— Pottawattamie,“ fügte der Läufer in der⸗ ſelben bündigen Weiſe hinzu. jung „Baccy*)— gut!“ bemerkte der ältere, um zu zeigen, daß er mit dem, was Ben ihm bot, zufrieden ſei. mit „Habt Ihr nichts zu trinken?“ fragte Whiskey Herz, komt der auf nichts größern Werth legte, als auf das„Feuer⸗ waſſer.“ Tau „Dort iſt die Quelle,“ verſetzte le Bourdon ernſt,„ein Kürbisbecher hängt an dem Baume.“ Licht mich *) Der Tabak. — 15— Gerſhom verzerrte das Geſicht, rührte ſich aber nicht. „Gibt es etwas Neues unter den Stämmen?“ fragte der Bienenjäger, nachdem er eine paſſende Weile gewartet hatte, um ſich nicht den Schein zu geben, als treibe ihn wei⸗ biſche Neugierde. Hirſchfuß blies einige ſtarke Dampfwolken aus, ehe es ihm beliebte, zu antworten. Dann nahm er mit unerſchütter⸗ licher Ruhe die Pfeife aus dem Munde, blies die Aſche ab, drückte das Feuer ein wenig nieder, brachte den Tabak durch einige neue Züge friſch in Brand und ſagte dann würdevoll: „Fragen meinen jungen Bruder— er Läufer— er wiſſen.“ Taubenflügel ſchien aber kaum mittheilender zu ſein, als der Pottawattamie. Er dampfte in ruhiger Würde fort, während der Bienenjäger geduldig harrte, bis es ſeinem jün⸗ gern Gaſte gefallen würde, ihm zu antworten. Dieſer Augenblick ließ ſich einige Zeit erwarten, kam aber endlich. Faſt fünf Minuten nach des ältern Indianers Bemerkung brachte der Chippewa oder Ojebway ſeine Pfeife vom Munde, ſchaute ſich höflich nach ſeinem Wirthe um und ſagte mit Nachdruck: „Schlechte Sommerneuigkeiten bald. Blaßgeſichter rufen junge Leute zuſammen und graben Streitaxt aus.“ „Ich habe etwas davon gehört,“ verſetzte le Bourdon mit verdüſtertem Antlitz,„und fürchtete, es dürfte wohl ſo kommen.“ „Mein Bruder auch Streitaxt ausgraben, he?“ fragte Taubenflügel. „Warum ſollte ich dieß? Ich bin allein hier in den Lichtungen, und es wäre thöricht, wenn ich daran denken wollte, mich in einen Kampf einzulaſſen.“ — 46— Haben keinen Stamm, nicht Ojebway, nicht Pottawat⸗ 7 tamie, he?““ „Ich habe meinen Stamm, ſo gut wie jeder Andere, Chippewa, ſehe aber nicht, was ich ihm hier ſollte nützen können. Wenn die Amerikaner und Engländer ſich bekämpfen, müſſen ſie dieß weit von dieſer Wildniß thun,— auf dem großen Salzſee oder in deſſen Nähe.“ „Das nicht wiſſen— das nie wiſſen— bis es ſehen. Eng⸗ liſche Krieger Menge in Canada.“ „Das iſt möglich, aber es gibt hier nicht viel amerika⸗ niſche Krieger. Dieſes Gebiet iſt eine Wildniß, und es gibt keine Soldaten, die ſich einander die Kehlen 8 weit und nah abſchneiden könnten.“ „Für was Ihr ihn nehmen?“ fragte Taubenflügel, indem er einen Blick auf Gerſhom warf, der es nicht länger ausgehalten hatte, ſondern an die Quelle gegangen war, um einen kleinen Reſt Feuerwaſſer, das er von Haus mitge⸗ nommen, mit Waſſer zu miſchen.—„Haben ziemlich guten Scalp.“ „Sein Scalp iſt wahrſcheinlich ſo gut, wie der eines andern, er und ich ſind aber Landsleute und können die „Nicht ſo denken. Er viel Yankee, er!“ . flügens Scharffinn, ſo unbehaglich ihn auch der Sinn ſeiner Worte ſtimmte.* „Darin möcht Ihr wohl recht haben,“ erwiederte er, „aber ich bin auch„viel“ Yankee.“— „Nein, das nicht ſagen,“ antwortete der Chippewa, A Streitart nicht gegen einander aufheben.“ K Le Bourdon lächelte über dieſen Beweis von Tauben⸗ at⸗ ere, ten fen, dem ing⸗ rifa⸗ gibt hlen gel, nger um itge⸗ zuten eines u die uben⸗ ſeiner te er, pewa, — 47— „das nicht ſagen dürfen. Engliſch— nicht Nankee. Er ganz und gar nicht wie Ihr.“ „Nun, wir gleichen uns allerdings in manchen Bezie⸗ hungen ſehr wenig, demungeachtet ſind wir Landsleute. Mein großer Vater lebt, ſo gut wie der ſeinige, zu Waſhington.“ Der Chippewa ſchien verlegen, ja, es war, als ſenkte er ſein Haupt traurig, denn le Bourdon's offenes, mannhaftes Weſen Kimmte ihn eher freundlich, als feindlich, während das, was er eben zugeſtanden, ihn ziemlich auf die gegneriſche Seite ſtellte. Es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß der junge Indianer das Geſpräch in der freundlichen Abſicht fortſetzte, Ben mit dem wahren Stande der Dinge in dieſem Theile der Welt bekannt zu machen. „Viel Britiſch in Wäldern,“ ſagte er mit einem ſehr bedeutſamen Blicke.„Yankee noch nicht gekommen.“ „Laßt mich ſofort wiſſen, wie die Dinge ſtehen, Chip⸗ pewa,“ rief le Bourdon aus.„Ich bin, wie Ihr ſeht, nur ein friedlicher Bienenjäger und will keines Menſchen Scalp und keines Menſchen Honig, ſofern man mir nur auch mei⸗ nen Scalp und meinen Honig läßt. Iſt ein Krieg zwiſchen Amerika und Canada ausgebrochen oder nicht?“ „Der ſagen Ja, und der ſagen Nein,“ erwiederte Tauben⸗ flügel ausweichend.„Ich ſelbſt es nicht wiſſen. Jetzt gehen, zu ſehen. Aber viel Montreal Wampum⸗Gürtel bei Roth⸗ häuten, viel Büchſen, auch viel Pulver.“ „Ich habe etwas davon gehört, als ich die Seen herauf kam,“ verſetzte Ben,„und ein Handelsmann von Canada, ein alter Bekannter und überdieß ein guter Freund, obgleich er nach dem Geſetze jetzt mein Feind ſein ſoll, ſtieß mir unter⸗ — 48— wegs auf und gab mir zu verſtehen, dieſer Sommer werde nicht ohne Kopfnüſſe vorüber gehen. Doch ſchienen Alle zu ſchenf Machinaw*) zu ſchlafen, als ich dort vorüber kam.“ berech „Sehr bald aufwachen, ſie. Canada⸗Krieger nehmen von i Fort.“ hört, „Wenn ich das wüßte, Chippewa, würde ich noch dieſe B Nacht aufbrechen und Lärm ſchlagen.“ man „Nein, das nicht klug ſein.“ ſtreue „Ich würde gehen, und wenn ich in der nächſten Stunde ſterben müßte.“ den „Beſſer nachdenken, nicht ſo ein Thor ſein, ich Euch daß ſagen. Bee „Und ich ſage Euch, Taubenflügel, daß ich gehen würde, den und wenn mir die ganze Ojebway⸗Nation auf den Ferſen kenne wäre. Ich bin Amerikaner und werde zu meinem Volke halten, mag da kommen, was will.“ ergri „Glaubte, Ihr eben jetzt nur friedlicher Bienenjäger,“ daß erwiederte der Chippewa ein wenig ſpöttiſch.“ der a Unterdeſſen hatte ſich le Bourdon's Hitze ein wenig abge⸗ dag kühlt, und er ſah ein, daß er unvorſichtig geweſen. Er AMebel 1 kannte die Geſchichte der Vergangenheit hinreichend, um zu wiſſen, daß die Engländer und in dieſem Punkte auch die. der Franzoſen, ſo lange ſie Beſitzungen in dieſem Theile der won 4 Erde hatten, in keiner Periode der amerikaniſchen Geſchichte dls 3 Anſtand genommen haben, die Wilden bei ihren Kämpfen zu wird betheiligen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß dieſe hoch⸗ erhet gebildeten und, wie man mit Recht hinzuſetzen kann, men⸗ Nan — ren, *) Michilimachinac iſt damit gemeint. — 49— ſchenfreundlichen Nationen,— denn beide ſind ohne Frage berechtigt, ein ſolches Lob in Anſpruch zu nehmen, und jede von ihnen ſteht, wenn man ſie ſelbſt von der Sache ſprechen hört, an der Spitze der Civiliſation,— ſie würden, ſagen wir, trotz dieſer Anſprüche ihre amerikaniſchen Kriege mit Beihilfe des Tomahawk, des Scalpirmeſſers und des Feuer⸗ brandes führen. Der Weihrauch, welchen wir uns ſelbſt ſtreuen, kann die Blutſpuren nicht vernichten. Und ſelbſt noch in dieſer Stunde verdunkelt keine Wolke den politiſchen Himmel zwiſchen England und Amerika, ohne daß ſich ein ſolches Ereigniß in den fernen Prärien an den Bewegungen unter den Indianern gewahren läßt. Wenn man den wahren Stand der Dinge zwiſchen den beiden Theilen kennen lernen will, muß man dort den Puls fühlen. Alle Welt weiß, daß der Wilde, wenn er die Streitaxt ergriffen hat, keines Geſchlechtes und keines Alters ſchont, daß der Thürpfoſten der Grenzhütten mit dem Blute der Kin⸗ der gefärbt iſt, deren Gehirn dagegen geſchleudert wurde, und daß die rauchenden Trümmer des Blockhauſes gewöhnlich die Ueberbleibſel ihrer Inſaſſen bedecken! Aber Brutus bleibt ſtets„ein ehrenwerther Name“ und der Amerikaner, welcher unter ſeinen zahlloſen Vergehen wenigſtens dieſer Sünde nicht geziehen werden kann, wird als ein Halbbarbar in den Staub gezogen! Aber die Zeit wird bald kommen, wo der Löwe des Weſten auch ſeine Stimme erhebt, And glücklich dürfen ſich Manche ſchätzen, wenn ihre Namen nicht in dieſem Donner widerhallen! Das Gefühl, welches eine ſolche Art, den Krieg zu füh⸗ ren, erzeugen mußte, iſt das Geheimniß der tief gewurzelten Feindſchaft, welche die Bruſt des weſtlichen Amerikaners 253— 255. — 50— gegen das Land ſeiner Vorfahren erfüllt. Er ſieht die ſophiſti⸗ ſchen Blätter der„unparteiiſchen“ engliſchen Preſſe nicht und macht ſich nichts aus den Windbeuteleien und Lügen, welche jene Spalten füllen, aber er erinnert ſich, wo ſeiner Mutter der Kopf zerſchmettert worden, wo man ſeinen Vater und ſeine Brüder martete,— ja, und auf weſſen Geheiß dieſe Greuel⸗ thaten meiſtens verübt wurden. Der Mann von Welt weiß gar wohl, daß ſolche Schänd⸗ lichkeiten begangen werden können, ohne daß das Volk, dem ſie zur Laſt fallen, auch nur eine Ahnung davon hat und alſo gewiſſermaſſen als ganz unbetheiligt bei dieſer Schuld daſteht, der leidende Theil aber macht in ſeiner einfachen Denkweiſe keinen ſolchen Unterſchied, wirft in ſeinem Ingrimme Alle zuſammen und ſpricht den Fluch über Alle aus, welche den verhaßten Namen tragen. Es iſt etwas furchtbares, den Ingrimm einer Nation zu wecken, ſie zum Rachedurſt anzureizen, und dieſe Gefahr wird um das Dreifache geſteigert, wenn das ſo erregte Volk die Thatkraft, die Hilfsmittel, den Muth und den Unternehmungs⸗ geiſt der Amerikaner hat. Das was in Mexico geſchah, ſo wenig es auch geweſen, iſt im Vergleich mit dem, was geſchehen wäre, hätten die Feindſeligkeiten eine andere Richtung genommen, wird hinreichen, allen Großprahlern den Mund zu ſtopfen. Das Kind wächſt an Muskelkraft und Geiſtesſtärke, und das nächſte Geſchlecht wird über müßige, unüberlegte Drohungen gegen unſere Republik nicht einmal lachen, wie das jetzige, ſtark in dem Bewußtſein ſeiner Macht wird es die Windbeuteleien, wenn vielleicht ein künftiger Staatsmann ſich wieder ſo weit vergeſſen ſollte, wie ein jetzt lebender es vor noch nicht langer Zeit that, mit ſchweigender Gleichgiltigkeit behandeln. Weſt Kam Wen ſcheit ſchür und Beſo Alle⸗ ohne mög wag viel früh nach hiſti⸗ und belche utter ſeine reuel⸗ händ⸗ dem und Schuld fachen rimme welche on zu r wird olk die nungs⸗ ah, ſo „ was ichtung und zu ke, und hungen gſe, ſtark ateleien, ſo weit langer Le Bourdon wußte recht gut, daß man in dem fernen Weſten eines der ſicherſten Vorzeichen des herannahenden Kampfes zwiſchen England und Amerika zu ſuchen habe. Wenn die Indianer ſich in Bewegung ſetzten, ſtand wahr⸗ ſcheinlich eine Macht hinter dem Vorhang, um ſie aufzu⸗ ſchüren. Taubenflügel war ihm durch ſeinen Nuf bekannt, und der Mann ließ etwas gewahren, das die peinlichſten Beſorgniſſe weckte. Ben fühlte ſich von dem Wunſche gedrängt, Alles von ihm zu erfahren, was aus ihm herauszubringen war, ohne ſeine eigenen Gefühle weiter bloß zu ſtellen, wenn dieß möglich wäre. „Ich glaube nicht, daß die Britten Mackinaw anzugreifen wagen,“ bemerkte Ben, nachdem er ſo lange gewartet und ſo viel Tabaksdampf vergeudet hatte, daß er glaubte, ſeines früheren Gleichmuthes wieder habhaft geworden zu ſein. „Ihn haben, ich Euch ſagen,“ verſetzte Taubenflügel nachdrücklich. „Was haben, Chippewa?“ „Ihn,— Mac⸗naw— haben Fort— haben Soldaten — haben ganze Inſel.— Ich das wiſſen, denn ich dort geweſen ſein.“ Dieß war in der That eine Schreckensnachricht! Der Befehlshaber jener unglücklichen Beſatzung konnte kaum ſelbſt mehr ſtaunen, als er unerwartet aufgefordert wurde, ſich einem Feinde zu übergeben, welcher aus der Erde heraufgeſtiegen ſchien, als le Bourdon bei dieſer Nachricht ſtaunte. Nach den Begriffen des Weſten war Michilimackinae ein zweites Gibraltar, obgleich der Platz nicht ſehr feſt war und nur eine einzige Compagnie regelmäßiger Truppen als Beſatzung hatte. Aber die Gewohnheit hatte dem Fort in 4* — 52— ſtand und! den Augen der Siedler und Abenteuerer jenes Gebietes eine Art Heiligkeit gegeben, und ſein Fall klang, ſelbſt in den ange⸗ ſiedelten Theilen des Landes, wie der Verluſt einer Provinz. Man weiß jetzt, daß mehr als dreihundert Weiße, unter⸗ zur 9 lten Anzahl Indianer, Krieger aus faſt 3 ſtützt von einer doppe allen benachbarten Stämmen, den Platz am 17. Juli über⸗ ſeine raſcht und den Commandanten gezwungen hatten, ſich mit ſie at ſeinen fünfzig bis ſechszig Mann zu ergeben. Dieſer raſche heiten und von Seiten der Engländer ſehr gut berechnete Schritt Ruhe ſchnitt den Poſten von Chicago, vor dem Michigan⸗See, voll⸗ men, ſtändig ab, ſo daß er in einem Gebiete, welches damals eine Stur entlegene Wildniß war, ganz vereinzelt war. vorge Chicago, Mackinaw und Detroit waren die drei großen aufzu Standpunkte der Amerikaner an den oberen Seeen, und zwei derſelben waren jetzt auf einen Schlag verloren.„Ho nann in di Inſti Drittes Kapitel. dem — Ha, wer iſt da? Angt Iſt's ein geſittet Weſen, mag es ſprechen; Iſt es ein wildes, nun, ein ſolches wird er ſte Wohl nehmen oder geben.—— fen Shakſpegre.. er ir Weder le Bourdon noch der Chippewa ließ dieſen Abend das auch nur ein ferneres Wort in Betreff des wichtigen, eben frei erwähnten Begebniſſes laut werden. Beide vermieden es durc ſorgfältig, irgend ein weiteres Intereſſe an dieſem Gegenſtand an den Tag zu legen, aber das Rauchen wurde bis nach dem hier s j Untergange der Sonne fortgeſetzt. eine nge⸗ dinz. nter⸗ faſt über⸗ mit aſche chritt voll⸗ eine roßen zwei 2 prechen; hes wird peare. Abend n, eben eden es Zenſtand ach dem — 53— Als die Schatten des Abends dichter zu werden begannen, ſtand der Pottawattamie auf, klopfte die Aſche aus der Pfeife und ließ einige Worte hören, welche ſeine Geneigtheit, ſich zur Ruhe zu begeben, ausdrückten. Dieſem Winke zufolge begab ſich Ben in die Hütte, breitete ſeine Felle aus und bedeutete die Gäſte, ihr Lager ſei bereit, ſie aufzunehmen. Die Grenzer machen bei ſolchen Gelegen⸗ heiten nicht viel Umſtände, einer nach dem andern ſuchte die Ruhe und bald lagen Alle, den Herrn der Hütte ausgenom⸗ men, auf ihren Fellen hingeſtreckt. Dieſer blieb noch mehrere Stunden wach und überdachte den Stand der Dinge, bis die vorgeſchrittene Zeit auch ihn mahnte, ſein Lager und die Ruhe aufzuſuchen. Nichts ſtörte während dieſer Nacht die Inſaſſen des „Honigſchloſſes,“ wie le Bourdon ſeine Hütte ſcherzweiſe nannte, in ihrem behaglichen Schlummer. Wenn Bären in die Nähe kamen, wie dieß öfter der Fall war, mochte der Inſtinet ihnen ſagen, daß ſich eine bedeutende Verſtärkung in dem Shanty eingefunden habe und es gerathen ſei, ihren Angriff auf eine gelegenere Zeit zu verſchieben. Der Bienenjäger war am folgenden Morgen zuerſt wach, er ſtand auf und verließ ſeine Hütte, als eben die erſten Strei⸗ fen des kommenden Lichtes am Himmel aufſchoſſen. Obgleich er in einer Wildniß wohnte, hatten die Lichtungen doch nicht das Eigenthümliche gewöhnlicher Wälder. Die Luft ſtrömt frei unter den Eichen hin, die Sonne dringt an tauſend Stellen durch und das wilde Gras erwächſt in ſaftigem Grün. Von der Verdumpfung jungfräulicher Wälder ließ ſich hier nichts gewahren und die Morgenluft war zwar, wie ſie es in noch mit Wald bedeckten Gegenden ſtets, ſelbſt in der — 54— Mitte des Sommers iſt, kühl, aber wohlthuend und ſtärkend, und da, wo le Bourdon ſich angebaut hatte, kam ſie mit dei Dufte der weißen Kleeblüthe von den Raſenabhängen bela⸗ den herüber. Er hatte ſeine Hütte natürlich an einer Stelle aufgeführt, wo ſich das Inſekt, welches er ſuchte, mit Vorliebe aufhielt, und ein duftreicher Platz war es in der That, wenn der Wind von den Abhängen herwehte. Ben wußte alle die natürlichen Vorzüge ſeiner Wohnung zu ſchätzen und war eben in dem Genuſſe ihrer ſtillen Reitze vertieft, als Jemand ſeinen Arm berührte. Raſch wie der Blitz wendete er ſich um und ſah den Chippewa an ſeiner Seite. Dieſer junge Indianer hatte ſich mit dem, ſeinem Volke eigenen geräuſchloſen Schritte genähert und ſchien beeilt, ſich ungeſtört mit ihm zu beſprechen. „Pottawattamie ſehr weit hören— weiter kommen,“ ſagte Taubenflügel,„gehen an Kochhaus— glauben, wir brauchen Frühſtück.“ Ben that, wie gewünſcht worden, und Beide hatten bald die Quelle erreicht, in deren klarem Waſſer ſie ſich wuſchen, n die Rothhaut war nirgends bemalt. Als dieſes ange⸗ denn lte jeder ſich zur Mitthei⸗ nehme Geſchäft abgethan war, füh lung aufgelegter. „Hirſchfuß haben Gürtel erhalten von Canada⸗Vater,“ begann der Chippewa und ſpielte damit in verſtändlicher Weiſe auf die Gewohnheit der Engländer an, den Wilden Sold zu reichen.„Wiſſen, hu behalten.“ „Und Ihr, Taubenflügel, nach Abend geſprochen, Indianer halten.“ er ihn bekommen,— wiſſen, er i der Art, wie Ihr geſtern muß ich Euch auch für einen Königs⸗ 7 Nanke 1„ Wam behalt 7 nicht 1h 7 Nein hinein 4 gewöl der b bar er be deſſen boner ten, kenne newl pewe Anre von reich er kend, dein bela⸗ Stelle rliebe wenn hnung Reitze h den te ſich nähert ſagte auchen en bald ouſchen, 3 ange⸗ Nitthei⸗ Vater,“ undlicher Wilden u, er ihn r geſtern Königs⸗ — 55— „Sprechen ſo— gar nicht fühlen ſo. Mein Herz Mankee.“ „Und hat man Euch nicht, ſo gut wie den Andern, einen Wampumgürtel geſchenkt?“ „Das wahr. Ich ihn bekommen— ich ihn nicht behalten.“ „Wie? Ihr hättet es gewagt, ihn zurück zu ſchicken?“ „Nicht Narr ſein, obgleich jung. Ihn behalten— ihn nicht behalten. Ihn behalten, weil Canada⸗Vater mächtig — ihn nicht behalten, weil Chippewa brav.“ „Was habt Ihr denn mit Euerm Gürtel angefangen?“ „Ihn begraben, wo Niemand ihn finden dieſen Krieg. Nein,— Waubkenewh kein Loch in ſein Herz, den König hineinzulaſſen.“ Taubenflügel, wie dieſer junge Indianer in ſeinem Stamme gewöhnlich genannt wurde, weil er, wie bereits bemerkt, einer der behendeſten jungen Männer, und als„Läufer“ ſehr brauch⸗ bar war, hatte einen weit achtenswertherern Namen, welchen er bei einem Streifzuge ſeines Volkes ehrenvoll verdient hatte, deſſen ſich aber ſein Stamm nicht gern bediente, wie die Bour⸗ bonen nichts von einem„Herzog von Dalmatien“ wiſſen woll⸗ ten, obgleich die Franzoſen ihn unter dieſem Titel beſſer kennen, als unter dem des„Marſchalls Soult.“ Waub⸗ke⸗ newh war jedoch eine Benennung, auf welche der junge Chip⸗ pewa ſtolz ſein durfte und ſtolz war, und er machte ſein Anrecht darauf oft eben ſo ernſt geltend, wie der alte Held von Toulouſe ſeine Anſprüche auf den Herzogstitel, als Oeſter⸗ reich ihn„le Maréchal Duc Soult“ zu nennen wünſchte. „Ihr ſeid alſo ein Freund der Yankee und ein Feind der Rothröcke?“ — 56— Waubkenewh faßte le Bourdon's Hand und drückte ſie kräftig, dann ſagte er vorſichtig: „Auf der Hut ſein— Hirſchfuß Freund von Amſel— blicken gern auf Canada⸗Gürtel.— Haben auch bekom⸗ men Medaille vom König— ſuchen Yankee Scalp, wenn möglich.— Acht geben— müſſen leis ſprechen, wenn Hirſch⸗ fuß nah.“ „Ich beginne, Euch zu verſtehen, Chippewa. Ihr wollt mir ſagen, ich könne in Euch einen Freund der Amerikaner ſehen, in dem Pottawattamie aber nicht. Wenn dem aber ſo iſt, warum habt Ihr geſtern Abend geſprochen, wie Ihr thatet, warum gabt Ihr Euch das Anſehen, auf einem Kriegs⸗ pfade gegen meine Landsleute zu ſein?“ „Das nicht das Beſte, he? Hirſchfuß mich dann für ſeinen Freund halten— das ſehr gut in Kriegszeit.“ „Iſt es aber wahr, oder nicht wahr, daß Mackinaw von den Britten genommen worden?“ „Das auch wahr— verloren, und Krieger alle gefangen. — Viel Winnebayo, viel Pottawattamie, viel Ottawa, viel Rothhäute dort.“ n „Und die Chippewa?“ Auch einige Ojebway,“ erwiederte Taubenflügel wider⸗ willig nach einer kleinen Pauſe.„Können dieſen Krieg nicht alle einen Pfad gehen. Streitaxt haben dießmal zwei Griffe, — einer treffen Yankee, ander trefſen König Georg.“ „Wenn Ihr aber ein Freund Amerika's ſeid, was führt Euch hierher und wohin geht ihr jetzt? Ich mache aus meinen Gefühlen kein Geheimniß, ich halte es mit meinem Volk und wünſche mich zu überzeugen, daß Ihr ein Freund und kein Feind ſeid.“ 3 / Chip Zung zwei amer habe Ben hat? wie Aug Fraf dieſe . Nan thut Sp iſt es wa e ſie el— kkom⸗ wenn irſch⸗ wollt kkaner ver ſo Ihr rriegs⸗ n für w von angen. , viel wider⸗ g nicht Griffe, s führt he aus meinem Freund — 57— „Zu viel Fragen in einem Augenblick,“ erwiederte der Chippewa ein wenig ungehalten.„Nicht gut, haben ſo lange Zunge. Fragen eins, antworten eins, fragen zwei, antworten zwei auch.“ „Gut denn, was führt Euch in dieſe Gegend?““ „Gehen nach Chicago— zu General.“ „Soll dieß heißen, Ihr hättet einen Auftrag von einem amerikaniſchen General an den Befehlshaber zu Chicago?“ „Das gerade, das mein Geſchäft ſein. Ihn gerathen haben, he, he!“ Es iſt etwas ſo ſeltenes, wenn ein Indianer lacht, daß Ben in der That erſchrack. „Wo iſt der General, welcher Euch dieſen Auftrag gegeben hat?“ fragte er. „Er zu Detroit, haben ganze Armee dort, Krieger viel wie Eichen in Lichtung.“ Dieß Alles war dem Bienenjäger neu und er mußte einen Augenblick inne halten, um nachzudenken, ehe er mit ſeinen Fragen fortfuhr. 8 „Wie heißt der amerikaniſche General, welcher Euch auf dieſen Pfad geſchickt hat?“ „Hell“(Hölle), erwiederte der Indianer ruhig. „Hell? Wahrſcheinlich haben die Indianer ihm dieſen Namen gegeben, um anzudeuten, daß er die, welche Unrecht thun, ſchrecklich ſtrafe. Wie heißt er aber in unſerer Sprache?“ „Hell! das der Name— guter Name für Soldat, he?“ „Ich glaube, ich verſteh' Euch, Chippewa,— Hull iſt der Name des Statthalters des Gebiets, und Ihr habt es mit der Ausſprache nicht ſehr genau genommen, nicht wahr?“ „Hull, Hell, nicht wiſſen, Namen ſein Namen, eine ſo gut wie andere.“— „Ja, der eine iſt allerdings ſo gut wie der andere, wenn man Euch uur verſteht. Statthalter Hull hat Euch alſo hier⸗ her geſchickt?“ „Nicht Statthalter, ſage, General. viel Krieger, eſſen Britiſch auf.“ „Nun, Chippewa, beantwortet mir etwas ſo, wie ich es gern höre, ſonſt betrachte ich Euch als einen Mann mit geſpaltener Zunge, obgleich Ihr Euch einen Freund der Yan⸗ kees nennt. Wenn man Euch von Detroit nach Chicago geſchickt hat, wie kommt Ihr ſo weit nördlich? wie kommt Ihr hierher, an die Ufer des Kalamazoo, während Euer Pfad mehr gegen den St. Joſeph hinführen ſollte?“ „Waren zu Mackinaw. General ſagen, erſt gehen nach Mackinaw, Augen weit aufmachen, wie es Beſatzung gehen, dann gehen nach Chicago, und ſagen Krieger dort, wie es ſtehen und wie er am beſten verfahren. Verſtehen das, Bourdon?“ „Ja, dieß Alles klingt ganz gut, ich geb' es gern zu. Ihr ſeid zu Mackinaw geweſen, um Euch dort umzuſehen, und nachdem Ihr Alles mit eigenen Augen geſehen, habt Ihr Euch nach Chicago auf den Weg gemacht, um dem Befehls⸗ haber jenes Platzes zu berichten, was Ihr geſehen. Habt Ihr aber einen Beweis, Rothhaut, daß Ihr die Wahrheit ſprecht?“ Es ſchien, als ſei dem Chippewa aus irgend einem Haben dicke Armee, Grunde, welcher dem Bienenjäger noch ein Geheimniß war, ſehr viel daran gelegen, ſein Vertrauen zu gewinnen oder ihn zu täuſchen. Worauf er es abgeſehen, war bis jetzt nicht zu ern war G der J daß ſeinen Blätt geroll den Aufſe Befel Wor dieſe ſager ſie n welch das auf verf aus betr Fre⸗ Ses hab blic ne ſo wenn hier⸗ rmee, ich es n mit Yan⸗ hicago kommt r Pfad n nach gehen, wie es n das, ern zu. zuſehen, abt Ihr Befehls⸗ Habt Jahrheit d einem niß war, n oder ezt nicht zu ermitteln; daß er aber mit dem einen oder andern umging, war Ben's feſte Ueberzeugung. Sobald jedoch die letzte Frage laut geworden, ſchaute ſich der Indianer ſorgfältig um, als wollte er ſich vergewiſſern, daß keine Zuſchauer da ſeien. Dann öffnete er vorſichtig ſeinen Tabaksbeutel, und zog aus der Mitte der geſchnittenen Blätter einen Brief hervor, welcher möglichſt klein zuſammen⸗ gerollt war, um ihn auf dieſe Weiſe zu verſtecken, und um den man einen Faden geſchlungen hatte. Der Faden wurde gelöſt, der Brief aufgerollt und die Aufſchrift dargezeigt. Dieſe lautete:„An Capitän Heald, Befehlshaber zu Chicago.“— In einer Ecke ſtanden die Worte:„Im Dienſte oes Landes, durch Taubenflügel.“ Alles dieß wurde dem Bienenjäger vorgezeigt und von dieſem ſelbſt geleſen. „Das gut?“ fragte der Chippewa mit Nachdruck.„Das ſagen die Wahrheit— ihm glauben?“ Le Bourdon faßte die Hand des Indianers und drückte ſie mannhaft. Dann ſagte er offen und mit einem Ausdrucke, welcher zeigte, daß er keinerlei Zweifel mehr hege.— „Ich glaube Alles, was Ihr ſagt, Chippewa. Dieß iſt das Schreiben eines Offiziers, und ich ſehe jetzt, daß Ihr auf der rechten Seite ſeid. Ihr habt geſtern Abend ein ſo verſtecktes Spiel geſpielt, daß ich nicht recht wußte, was ich aus Euch machen ſollte. Was nun dieſen Pottawattamie betrifft, ſo ſagt mir alles Ernſtes, ob Ihr ihn fur einen Freund oder Feind haltet?“ „Feind— nehmen Euern Sealp— nehmen meinen Scalp in Minute— nur ihn erſt bekommen können.— Er haben Gürtel von Montreal bekommen und er gern darauf blicken.“ — 60— „Welchen Pfad wird er nach Euerem Bedünken ein⸗ ſchlagen? Wenn ich recht gehört habe, kamt Ihr eine Meile von dieſer Stelle auf demſelben Pfade zuſammmen. War Eure Bewegung eine freundliche?“ „Ja, freundlich.— Aber fragen zu viele Fragen— zu viel Squaw. Fragen eins— dann warten auf Antwort.“ „Sehr wahr. Ich werde daran zu denken ſuchen, daß der Indianer ſich nicht mit zwei Dingen in derſelben Zeit beſchäftigen mag.— Welchen Weg alſo wird er nach Euerem Bedünken einſchlagen?“ „Nicht wiſſen— nur rathen.— Glauben, er gehen zu Amſel.“ „Und wer iſt Amſel, und was iſt's mit ihm?“ „Das zwei Fragen,“ erwiederte der Chippewa lächelnd und hielt zu gleicher Zeit zwei Finger in die Höhe, um ſeinem Verweiſe Nachdruck zu geben.„Amſel auf Kriegspfad. Wenn Krieger auf dieſem Pfad, er Scalp nehmen, wenn er ihn bekommen können.“ „Wo wären aber ſeine Feinde? Es finden ſich in dieſem Theile des Landes keine Weißen, als da und dort ein Han⸗ delsmann, oder ein Bieberfänger⸗ oder ein Bienenjäger, oder ein Poyageur.“ „Nehmen ſeinen Scalp, in Kriegszeit alle Scaly gut. Nicht ſehr eigen drunten zu Montreal, Beſatzung zu Chicago klein.“. „Ihr glaubt alſo, Amſel ziehe auf Chicago los? In einem ſolchen Falle müßtet Ihr dem Pottawattamie zuvorzu⸗ kommen und den Platz bei Zeiten zu erreichen ſuchen, um die Mannſchaft von der drohenden Gefahr zu benachrichtigen.“ „Sogleich nach Frühſtück aufbrechen. Aber nicht gradaus V gehen Müſſe ſchlag 3 wie ei hätte der J zur T haben he?“ jedoch darar Müh von bei 3 komn ſtück, dieſe gewe ausr ſchw that „Bi als ein⸗ Meile War — zu t.** , daß Zeit uerem jhen zu ichelnd ſeinem Wenn er ihn dieſem n Han⸗ r, oder lip gut. Chicago bs? In zuvorzu⸗ um die gen.“ gradaus — 61— gehen dürfen, ſonſt Pottawattamie ſehen Spur von Moeaſſin. Müſſen ihn von Spur abbringen.“ „Sehr richtig. Ich bin aber überzeugt, Ihr ſeid ver⸗ ſchlagen genug, dieß zweimal zu thun, wenn es nöthig iſt.“ In dieſem Augenblicke kam Gerſhom Waring gähnend wie ein Jagdhund und ſeine Arme dehnend und ſtreckend, als hätte ihn der Schlaf unendlich ermüdet, aus der Hütte. Als der Indianer dieſen Mann ſah, mahnte er durch einen Wink zur Vorſicht, während er halb leiſe ſagte „Wie ſein Herz? Yankee oder britiſch? Montreal gern haben, he? Sehr guter Scalp. König Georg gern haben, he?⸗ „Ich glaube kaum, weiß es aber nicht gewiß. Er iſt jedoch nur ein armſeliges Blaßgeſicht, und es liegt wenig daran, auf welche Seite er tritt. Es lohnte ſich kaum der Mühe, ſeinen Scalp zu nehmen, weder von engliſcher, noch von amerikaniſcher Seite.“ „Ihn zu Montreal verkaufen. Aber Augen offen haben bei Pottawattamie. Dieſen Inſchin nicht lieben.“ „Wir werden auf der Hut vor ihm ſein. Und ſieh, da kommt er! Er ſieht aus, als ſehnte er ſich nach dem Früh⸗ ſtück, und dächte bereits an den Aufbruch.“ Während le Bourdon und der junge Indianer ſich in dieſer Weiſe unterhalten hatten, war der Erſtere thätig geweſen, ein Frühſtück herzurichten, das für alle ſeine Gäſte ausreichen konnte, und nach wenigen Minuten war Jeder ſchweigend beſchäftigt, ſein Morgenmahl einzunehmen, Gerſhom that ſich abſeits, und wie er glaubte, unbemerkt, an ſeinem „Bittern“ gütlich. Dieß geſchah nicht ſowohl aus Knickerei, als weil er fürchtete, der knappe Vorrath des Getränkes, welches die Gewohnheit ihm bereits zum Bedürfniß gemacht hatte, möchte nicht ausreichen, bis er wieder zu den Fäſſern käme, welche er noch in ſeiner Hütte an dem Geſtade des See's hatte. Während des Frühſtückes wurde nur wenig geſprochen, denn nur in den Kreiſen der Gebildeten gibt die Unterhaltung einen weſentlichen Theil des Mahls ab. Als man ſich jedoch erhoben hatte und gewiſſe vorbereitende Anſtalten es augen⸗ fällig machten, daß die beiden Indianer aufzubrechen wünſchten, ging der Pottawattamie auf le Bourdon zu und ſtreckte eine Hand aus. „Dank,“ ſagte er in ſeinem kurzen, gebrochenen Engliſch. „Gut Nachteſſen, gut Schlaf, gut Frühſtück. Jetzt gehen, Dank. Wenn meine Freunde kommen in Pottawattamie⸗Dorf groß Wigwam dort und keine Thüre.“ „Ich dank' Euch, Hirſchfuß, und wenn Ihr je wieder dieſes Weges kommt, ſo hoffe ich, Ihr tretet in dieſes Shanty und thut, wie zu Haus, wenn ich vielleicht auf der Jagd ſein ſollte. Viel Glück und eine frohe Heimkehr. Der Pottawattamie wendete ſich jetzt zu den Uebrigen und reichte jedem die Hand, der ſo gebotene Abſchiedsgruß wurde, wie es ſchien, freundſchaftlich erwiedert. Der Bienenjäger bemerkte, daß keiner der Indianer dem andern etwas von dem Pfade geſagt hatte, welchen er einzu⸗ ſchlagen gedenke, und daß ſich jeder anſchickte, ſeinen eigenen Weg zu verfolgen, als ſei er ganz unabhängig und bedürfe keines Begleiters. Hirſchfuß verließ die Hütte zuerſt. Nachdem er ſich verab⸗ ſchiedet hatte, nahm er ſeine Büchſe auf den Arm, fühlte an ſeinen Gürtel, als wollte er ihn gehörig zurecht tücken, brachte 4 nacht ſſern des chen, tung doch gen⸗ hten, eine liſch. ehen, Dorf jeder anty ſein nund urde, dem einzu⸗ genen dürfe Herab⸗ te an rachte — 63— ſeine leichte Sommerkleidung in Ordnung, und ſchritt durch die offenen Raſenplätze und die faſt ebenſo offenen Eichen⸗ Lichtungen ſo ſtetig dahin, als würde er durch Inſtinet geleitet. „Dort geht er in einer Bienen⸗Linie,“ ſagte le Bourdon, als die ſtracke Geſtalt des alten Wilden endlich hinter einer Baumgruppe verſchwand.„In einer Bienen⸗Linie wandert er dem St. Joſephs⸗Fluſſe entgegen, wo er, wie ich nicht zweifle, bald unter Freund und Nachbar eintreffen wird.— Wie, Chippewa, wollt Ihr auch ſchon aufbrechen?“ „Müſſen gehen jetzt,“ verſetzte Taubenflügel in freund⸗ lichem Tone.„Bald einmal wieder kommen und Honig eſſen— bringen gute Neuigkeiten mit— keine Canada hier“— dabei deutete er mit dem Finger auf ſein Herz—„ganz Yankee.“ „Gott ſei mit Euch, Chippewa,— Gott ſei mit Euch. Wir werden einen unruhigen Sommer bekommen, und ich hoffe, in dem Kriege Euern Namen als den eines Häuptlings, der keine Furcht kennt, nennen zu hören.“ Taubenflügel winkte mit der Hand, warf einen halb freundlichen, halb wegwerfenden Blick auf Whiskey Herz und gleitete hinweg. Die Beiden, welche an dem verglimmenden Feuer ſtehen blieben, bemerkten, daß die Richtung, welche der Chippewa einſchlug, dem See zuführte und mit der des Potta⸗ wattamie faſt einen rechten Winkel bildete. Auch kam es ihnen vor, als ſei der Schritt des letztern kaum halb ſo raſch, als der des Chippewa. In weniger als drei Minuten war der Indianer in den Lichtungen verſchwunden, obgleich er einen ziemlich großen Raſenplatz zu überſchreiten hatte, um jene zu erreichen. Der Bienenjäger war jetzt mit dem einzigen ſeiner Gäſte allein, welcher ſeiner eigenen Farbe und Raſſe angehörte. — 64— Dieſer war von den drei Beſuchern der am wenigſten achtens⸗ werthe, aber die Pflichten der Gaſtfreundſchaft ſind bei Hinter⸗ wäldlern und in der Wildniß heilig, ſo daß er keinen Schritt thun konnte, um ihn los zu werden, und da Gerſhom ſich nicht geneigt zeigte, den Platz zu verlaſſen, begab ſich le Bourdon mit der Ruhe und dem Gleichmuth an ſeine gewöhn⸗ lichen Geſchäfte, als wäre der Andere gar nicht da. Vor Allem mußte Ben bedacht ſein, den am vorigen Tage gefundenen Honig in ſeine Shanty zu ſchaffen,— keine leichte Aufgabe, wenn man die bedeutende Entfernung des Baumes von der Hütte und die Menge der Woben in Anſchlag bringt, unſer Bienenjäger hatte aber die Mittel zur Hand, welche zur Erreichung ſeines Zweckes nöthig waren und beeilte ſich jetzt, Alles herzurichten. Da Gerſhom ſeine Beihilfe unaufgefordert antrug, wendeten ſie ihre Kräfte in Freund⸗ ſchaft und Vertrauen dem Tagewerk zu. Der Kalamazoo, überhaupt reich an Krümmungen, wand ſich von der Stelle, wo le Bourdon ſeine Hütte erbaut hatte, bis etwa hundert Schritt von dem gefällten Baume, in welchem die Bienen ihre Schätze niedergelegt hatten. Man kann ſich denken, daß Ben dieſen Umſtand benützte und ſein Canoe an den letztern Punkt zu bringen beſchloß, um den Honig auf dieſe Weiſe anher zu ſchaffen. Nachdem er Alles in und um die Hütte wohl verwahrt hatte, begab er ſich an eine, aus Holzblöcken erbaute Hunds⸗ hütte und ließ einen mächtigen Bullenbeißer los. Zwiſchen ihm und dem Hunde herrſchte das beſte Verſtändniß, und der Herr hatte ſeit ſeiner Rückkehr den Gefangenen mehrere Male beſucht, gefüttert und geliebkoſt. Groß war in der That die Freude dieſes ſchönen Thiers, als es ſich frei fühlte, es htens⸗ dinter⸗ Schritt n ſich ſich le wöhn⸗ origen keine g des ſchlag Hand, beeilte heihilfe reund⸗ wand hatte, elchem in ſich noe an ig auf rwwahrt Hunds⸗ viſchen nd der Male jat die te, es — 65— ſprang hin und her, und wußte nicht, wie es ſein Entzücken an den Tag legen ſollte. Es wurde in ſeiner Hütte gepflegt, und gut gepflegt, nichts aber erſetzt dem Thiere wie dem Menſchen, dem Einzelnen wie dem zahlreichen Verbande, die Freiheit. Nachdem man nicht weniger als vier Gewehre, unter welchen ſich, nach der Sprache des Weſten, ein„doppelläufiges Schießgewehr“ befand, in das Canoe gebracht und Alles zur Abfahrt hergerichtet hatte, beſtieg le Bourdon und Gerſhom die Barke, und Jener rief nun ſeinen Hund zu ſich, welchem er, ohne Zweifel mit Bezug auf ſeinen Beruf als Bienenjäger, den Namen„Stock“ gegeben hatte. Mit einem mächtigen Satze war der Hund in dem Canoe, Ben ſtieß ab, und das leichte Boot wurde von ihm und Gerſhom ohne große Mühe und ziemlich raſch ſtromaufwärts geführt. Nur wenig Treib⸗ holz trat der Fahrt hemmend entgegen, und nach einer Viertel⸗ ſtunde mäßiger Anſtrengung erreichten ſie den Waldvorſprung, wo der Bienenbaum geſtanden. 2 cchkeit gewahren, welche ſeinem Herrn tel. Er machte Gerſhom auf die Unruhe des Hundes eichane Wild im Winde,“ antwortete Whiskey Herz, llcher trotz ſeines unbeſiegbaren Hanges zum„Feuerwaſſer, dem Gewerbe des Grenzer⸗Lebens ſehr bewandert, und a9n atur ſchlau und zumal muthig und entſchloſſen war.— fs llte mich nicht wundern, wenn Bären um dieſen Honig hnnheele hen habe ich ſchon mehrfach erlebt,“ antwortete der Bienenjäger,„und zweimal mußte es mir beJeönem daß 253— 255. — 66— ich aus dem Felde ſchlugen und mich dieſe braunen Teufel m 1 5 7 7 n meinen Verdienſt zu überlaſſen. und n, ihner nwangn, damals hattet Ihr keinen Geſährten, Fremder⸗“ Flu verſetzte Gerſhom, nahm eine Büchſe auf und unterſuchte. Bar ſorgfältig den Stein und das Zündpulver.„Es muͤßte eine mac ſtarke Familie ſein, wenn ſie uns von dem Baume verjagte, denn ich bin entſchloſſen, Dorchen und Blüthe dieſen Honig dem koſten zu laſſen.“ die Wenn dieß nicht ſehr zartfühlend klang, ſofern eine Eie unpaſſende Verfügung über den Honig darin lag, ſo klang es hat muthig und mannhaft. Es bewies, daß Whiskey Herz nicht leie ohne Eigenſchaften war, welche einigermaßen mit dem Wider⸗ De willen verſöhnen konnten, den ſein Charakter ſonſt wohl kin⸗ ger flößen mußte. Der Bienenjäger wußte, daß es eine Art Uner⸗ ſchrockenheit gab, welche den Grenzern als Folge ihrer Sitten ſe eigenthuͤmlich war, und er hatte augenſcheinlich das größte de Vertrauen in Gerſhom's guten Willen, ihm beizuſtehen, wenn de ſtattfinden ſollte. ſa ein Kampf mit ſeinen alten Feinden RNachdem der Bienenjäger ſein Boot an das Land 9 en rin und gefeſtigt hatte, bemühte er ſich vor Allem S ch beruhigen. Da das Thier vortrefflich gezüchtet war, de ihm dieß bald und der Hund blieb hinter ſeinem Herrn, ihm bedeutet worden, obgleich er offenbar ſehr unged⸗ W war, loszubrechen. Hätte le Bourdon die Stelle, wox h T Baum gefallen war, und ſomit den wahrſcheinlichen Stal punkt ſeiner Feinde nicht genau gekannt,“ ſo würde er Thier als Späher vorausgeſchickt haben, unter den je Umſtänden aber hielt er es für das Gerathenſte, über verfügen zu können, wie der Augenblick es nöthig m. onnte. ch ,14 hte ine gte, nig eine g es nicht ider⸗ ein⸗ Uner⸗ Sitten größte wenn ezogen — — 67— Als dieſe Anordnung getroffen war, verließen le Bourdon und Whiskey, Jeder zwei Gewehre tragend, das Ufer des Fluſſes und ſchritten dem offenen Gelände zu, wo man den Baum ſehen konnte. Als ſie die gewünſchte Stelle erreichten, machten ſie Halt, um ſich umzuſehen. G Der Leſer wird ſich erinnern, daß die Bienen⸗Ulme an dem Saume eines dicht bewachſenen Moores geſtanden, wo die Bäume bei weitem größer und ſtärker waren, als die Eichen in den Lichtungen, und daß le Bourdon dafür geſorgt hatte, daß ſie auf den freien Grund ſiel, um auf dieſe Weiſe leichter mit dem Ausnehmen des Honigs fertig zu werden. Demzufolge konnten ſie von dem Punkte aus, wo ſie Halt gemacht hatten, den Stamm deutlich ſehen. Gerſhom ſah nicht ohne Verwunderung, daß Ben ſein Perſpectiv herausnahm und ſehr ernſt auf den Baum richtete. Der Bienenjäger kannte aber ſein Gewerk und ſah ſich nach den Bienen um, deren Glück er den vorigen Abend ſo gewalt⸗ ſam geſtört hatte. Die Luft wimmelte von ihnen, ſie flogen rings um den Stamm, und eine Wolke dieſer kleinen Thier⸗ chen ſchwärmte unmittelbar um die Oeffnung, als wollten ſie den darin geborgenen Schatz bewachen. „Gu— u— t,“ ſagte Gerſhom in ſeiner gezogenen Weiſe, als le Bourdon lange mit dem Glaſe ausgeſpähet hat„ich wüßte nicht, wozu man hier Perſpective braucht. Dr ußen auf dem See mögen ſie ganz nützlich ſein, hier allr in den Lichtungen ſind natürliche Augen eben ſo gut, dieſe, die man in den Läden und bei den Händlern ft.“ „Blickt einmal auf dieſe Bienen hin und ſeht, in welchem er ſie ſind,“ erwiederte Ben und reichte ſeinem Geſährten 5* * 68— das Glas.„So lange ich den Beruf verfolge, habe ich nie eine Colonie in einer ſol ieberhitze geſehen. Wenn die Bienen ihren, ziehen ſie gewöhnlich nach wenigen Stunden ab, ſchauen ſich nach einem neuen Wohnſitze um und gehen emſig daran, für den nächſten Winter Nahrung ſie um die Oeff⸗ zuſammen zu tragen, hier aber ſchwärmen nung, als wären ſie geſonnen, ihren Stock gegen jeden Angriff zu vertheidigen „In der That, ihr Heer ſcheint zahllos zu ſein,“ bemerkte Gerſhom,„und wenn Ihr ja die Abſicht habt, ſolche Feinde anzugreifen, müßt Ihr einen Andern als Gerſhom Waring aufſuchen, um Euch als Vortrab zu dienen. Was in aller Welt mag nur in dieſe kleine Geſchöpfe gefahren ſein? Sie werden doch nicht erwarten, daß ſich der Baum wieder auf ſeine Fuͤße ſtellt?“ „Seht Ihr jenen Schwarm d Waldes— dort drüben, mehr nach le Bourdon. „Ganz gewiß, ganz gewiß ſeh' ich ſie, und eine gehö⸗ rige Anzahl iſt's, und ſie eilen ab und zu, wie Leute, die bei einem Brande zu löſchen bemüht ſind. Wenn man dieſe es gehe mit ihrem dem meinigen der ort an dem Saume des Süden hin?“ fragte Unruhe ſieht, ſollte man faſt glauben, Getränk auf die Neige, wie es mit erwiederte der Bienen Ager ch eine Scene geſehen u d Die Bären ſind in 6 m ſo mächtigen 58* Bären erzählt, wW wenn dieſe Th „Die Bären ſind dort,“ „Ich habe ſchon früher ſol weiß, was ſie zu bedeuten hat⸗ Dickicht, treten aber nicht gern eine offen entgegen⸗ Meilen weit von Bienen verjagt wurden, chen in Zorn geriethen⸗“ nie die ach itze ung deff⸗ eden erkte einde aring aller Sie er auf ne des fragte e gehö⸗ die bei dieſe t ihrem gen der nen Aoer d — 69— „Alle Welt! Und doch haben ſie Pelz genug auf ſich für ſolche kleine Schlangen. Was werden wir aber begin⸗ nen, Bourdon? Denn Dorchen und Blüthe müſſen dieſen Honig koſten. Die Hälfte iſt mein, wie Ihr wißt, und ich bin nicht der Mann, der gern etwas aufgibt.“ Der Bienenjäger lächelte über die Ruhe, mit welcher Gerſhom einen ſo bedeutenden Theil ſeines Eigenthums für ſich in Anſpruch nahm, hielt es aber in dieſem Augenblicke nicht der Mühe werth, einer ſolchen Erklärung entgegen zu treten. Es beſtand eine Art Grenzgeſetz, demzufolge jede Waldbeute unter allen Anweſenden gleich vertheilt wurde, wie in Kriegszeiten jedes Schiff, das an dem Horizonte ſichtbar iſt, ſeinen Antheil an den Priſengeldern hat. Jedenfalls hatte der Honig eines einzigen Baumes nicht Werth genug, um deßwegen einen ernſtlichen Streit zu beginnen. Wenn mit dem Habhaftwerden der jetzigen Beute eine beſondere Mühe oder Gefahr verbunden war, hatte jeder Theilnehmer natür⸗ lich auch Anſpruch auf ſeinen Lohn. „Dorchen ſoll nicht vergeſſen werden,“ antwortete der Bienenjäger,„wenn wir unſern Honig nur nach Haus brin⸗ gen, und auch Blüthe nicht. Ich fühle bereits eine gewiſſe Vorliebe für dieſe Blüthe der Wildniß und werde alles Mög⸗ liche thun, um mich ihr gefällig zu zeigen. Man kann ſich einem Mädchen mit nichts Süßerem nähern als mit Honig.“ „Die Mädchen haben verzuckerte Worte lieber, ich will Euch aber etwas ſagen, Fremder—“ „Ihr habt Brod und Salz mit mir gegeſſen, Whiskey Herz, und beide Dinge ſind eine Seltenheit in der Wildniß, und Ihr habt unter meinem Dache geſchlafen,— wär’ es — 70— nicht endlich Zeit, mir einen andern Namen zu geben, als den eines Fremden?“ „Gu— u—t, Bourdon alſo, wenn Ihr dieß lieber hört. Fremder iſt aber ein Name, der mir gefällt, er hat ſo zu ſagen einen beweglichen Klang. Wenn man Jeden, den man ſieht, Fremder nennt, ſo iſt das ein Zeichen, daß man das Gras nicht auf der Straße wachſen läßt, ſondern ſich tüchtig bewegt, und wer ſich bewegt, der iſt mein Mann, mag von den Stillſtehenden nichts wiſſen. Ich bin an der Meeres⸗ küſte, in dem Baiſtaate, zur Welt gekommen, und hier bin ich jetzt, an den Süßwaſſer⸗Seeen, und fühle mich ſo heimiſch hier wie irgend ein Bieberjäger, der ſich am Huronſee oder in der Nähe von Mackinaw angeſiedelt hat.— Wenn mich meine Augen nicht täuſchen, ſo läßt ſich dort, gerade unter jener dicken Schirlingstanne, die Schnautze eines Bären ſehen— dort, wo die Bienen am wildeſten ſchwärmen.“ „Dieß iſt nicht zu bezweifeln,“ antwortete le Bourdon ruhig, war aber doch vorſichtig genug, nach dem Zündpulver ſeiner zwei Gewehre zu ſehen, als erwartete er, es dürfte der Augenblick nicht fern ſein, wo er ihrer bedürfe.—„Was wolltet Ihr aber eben von Blüthe ſagen? Es wäre nicht artig, wenn wir ſie wegen eines oder zwei Bären über⸗ gingen.“ „Ihr nehmt es leicht, Fremder— Bourdon wollte ich ſagen,— Ihr nehmt es leicht. Ich war im Begriffe, Fol⸗ gendes zu ſagen. Ich kenne die ganze Seegegend, und das iſt eine weite Strecke für einen Fußgänger, ſo ausgedehnt ſie aber auch iſt, ſo hat doch die ganze Seegegend kein Mäd⸗ chen aufzuweiſen, das Blüthe gleicht. Ich bin ihr Bruder und ſollte in ſolchen Dingen vielleicht ein wenig beſcheiden ſein, gerad Dian gibt, ſeinen nicht That komn habe von dahe wege men Thi und ſich Bu die — 41— ſein, aber Beſcheidenheit hin, Beſcheidenheit her, ich ſage gerade, was ich denke, Blüthe iſt ein Diamant, wenn es Diamanten auf der Erde gibt.“ „Und dort iſt ein Bär, wenn es Bären auf der Erde gibt,“ rief le Bourdon, welcher an Gerſhom's Schilderung ſeiner Familie nicht wenig Gefallen fand, dem es aber auch nicht entging, daß der Augenblick jetzt gekommen ſei, wo Thaten an die Stelle von Worten treten mußten.—„Dort kommen ſie in hellem Haufen und ſcheinen ernſte Abſichten zu haben.“ Dieß war ganz richtig. Nicht weniger als acht Bären, von denen vier jedoch noch ganz jung waren, trappten daher und näherten ſich dem gefällten Baume, als hätten ſie wegen des Angriffs der Bienenveſte Verabredung getroffen. Ihr Erſcheinen war das Signal zum allgemeinen Zuſam⸗ menſtrömen der Bienen, und als das vorderſte der plumpen Thiere den Baum erreichte, war die Luft über dem Bären und um ihn durch eine Wolke von Bienen verdunkelt, welche ſich ſammelten, um ihren Schatz zu vertheidigen. Der braune Burſche vertraute zu ſehr auf die Dicke ſeines Felles und auf die Wehren, mit welchen ihn die Natur verſehen hatte, auch war er auf den ſüßen Honig zu verſeſſen, um der kleinen Bienen zu achten, er ſteckte daher ſeine Naſe in die Oeffnung, wobei er ohne Zweifel hoffte, er würde zumal inmitten einer Maſſe von Süßigkeit ſchwelgen können. Ein wüthender Brummlaut, ein Zurückfahren und ein Umſichſchlagen mit den Vordertatzen, ſowie manchfaches Beißen in die Luft kündigten alsbald an, daß er größern Widerſtand gefunden, als er erwartet hatte. In einer Minute ſtanden alle Baren auf ihren Hinterfüßen, ſchlugen die Luft mit ihren Vordertatzen und ſchnappten mit ihrer Schnautze rechts und links, der Kampf mit ihren faſt unſichtbaren Feinden nahm eine ſehr ernſte Wendung. Der Inſtinct trat an die Stelle der Kunſt, und trotz der Felle und der langen Haare, welche ſte bedeckten, fanden die Bienen Mittel, ihre Stacheln an unbeſchützten Theilen einzudrücken, bis die Vierfüßler gezwun⸗ gen waren, ſich auf dem Graſe zu rollen, um ihre Peiniger zu erdrücken. Dieſes Auskunftmittel hatte einigen Erfolg, denn viele Bienen wurden durch das wüthende Rollen und Wälzen der Bären getödtet, allein wie in der Hitze der Schlacht wurden die Reihen der Gefallenen alsbald durch friſche Truppen erſetzt, bis die Menge den Sieg über die Kraft, wenn nicht über die Kriegszucht davon zu tragen ſchien. In dieſem entſcheidenden Augenblicke, als die Bären von ihrem faſt wahnſinnigen Tanze und den ungeſtümen Schlä⸗ gen nach Nichts erſchöpft zu ſein ſchienen, hielt le Bourdon es für gelegen, an dem Streite Theil zu nehmen. Gerſhom wurde von dieſem Vorhaben unterrichtet, und Beide feuerten in demſelben Augenblicke auf die Braunen. Jede Kugel erreichte ihr Ziel, die eine tödtete den größten der Bären auf der Stelle, während die andere einen zweiten ſchwer ver⸗ wundete. Eine zweite Ladung folgte unmittelbar, und aber⸗ mals wurden zwei Feinde verwundet. Als die getroffenen Thiere davon zu humpeln ſuchten, luden die beiden Schützen ihre Gewehre wieder, und bis ſie damit fertig geworden, waren Bären und Bienen verſchwunden, zwei der erſteren ausgenommen, von welchen der eine bereits todt, der andere aber dem Tode nahe war. Die Bienen verfolgten ihre fliehen⸗ den Feinde in hellen Haufen, indem ſie ſich einem Irrthume hin ſch⸗ we ihr der ein ren M die ein far un um zul und ahm telle elche an dun⸗ niger viele der rden ſetzt, r die von ſchlä⸗ erdon ſhom erten dugel auf ver⸗ aber⸗ ffenen zützen orden, ſteren undere iehen⸗ thume hingaben, in den zuweilen verſtändigere Weſen verfallen: ſie ſchrieben nämlich ſich und ihrer Tapferkeit einen Sieg zu, welcher durch Andere erkämpft worden war. Der Bienenjäger und ſein Gefährte ſchickten ſich nun an, ihre Vorbereitungen zum Empfange der Bienen zu treffen, deren Rückkehr in kurzer Zeit zu erwarten war. Jener zündete ein Feuer an, wozu er die Mittel ſtets zur Hand hatte, wäh⸗ rend Gerſhom dürres Holz zuſammen trug. Schon nach fünf Minuten ſchlug eine glänzende Flamme in die Höhe, und als die Bienen wieder kamen, fanden ſie ihren neuen Feind hinter einem Feuerwall verſchanzt. Tauſende der kleinen Thierchen fanden durch dieſe neue Erfindung des Menſchen ihren Tod, und die übrigen wurden bald von ihren Anführern abgerufen, um an einer andern Stelle die Früchte ihres Fleißes nieder⸗ zulegen. Viertes Kapitel. —— der Schmetterling, Verfolgt von Näſſ' und Kälte, hebt die Schwingen Und eilt behend in ſonnigere Thäler. Die Haſt, mit der er flieht, bedeutet uns, Nach beſſerm Wohnſitz und nach heitrern Scenen 1 Uns umzuthun, als heute Nacht die Grenze Uns bieten kann. Simms. Es ward Nachmittag, ehe Ben und Gerſhom es wagten, den Baum zu ſpalten, um ſich in den Beſitz des Honigs zu ſetzen. Die Bienen ſummten theilweiſe noch immer um den gefällten Baum, und es war gefährlich, aus dem Kreiſe der Flammen und des Rauches heraus zu treten, um die Arbeit zu beendigen. Le Bourdon kannte allerdings verſchiedene, mehr und minder wirkſame Geheimniſſe, um Bienen zu verſcheuchen, welche ihn anzugreifen beabſichtigten, keines aber war ſo zuver⸗ läſſig, wie ein tüchtiges Feuer und deſſen Geleiter, ein dich⸗ ter Rauch. Man behauptet, mehrere Pflanzengewächſe ſeien den Bienen ſo zuwider, daß man ſie durch dieſelben leicht verſcheuche, und der Bienenjäger hatte dieſes Mittel mehrere Male mit Erfolg verſucht, aber die rechten Pflanzen waren jetzt nicht in der Nähe zu haben und er mußte ſich dem Schutze der Flammen und des Rauches anheim geben. Da man Aexte, Keile und Schlägel in dem Canoe hatte und Gerſhom mit dieſen Werkzeugen ſo gut umzugehen ver⸗ ſtand, wie ein Fechtmeiſter mit ſeinem Rappiere, von der Geſchicklichkeit le Bourdon's gar nicht zu ſprechen, öffneten ſich der Baum und ſeine reichen Schätze bald. Im Verlaufe des Nachmittags wurde der Honig in Fäß⸗ chen gethan, dieſe in das Canoe gebracht und noch ehe es Abend war, gleitete das Boot über das ruhige Waſſer dahin Das Shanty wurde glücklich erreicht und die Beute in Sicher⸗ heit gebracht. Der Tag war ein arbeitſchwerer geweſen und als unſere Grenzer ſich an der Quelle niederſetzten, um ihr Abendmahl einzunehmen, freuten ſich Beide des vollbrachten Werkes. „Ich glaube, dieß muß der letzte Stock geweſen ſein, welchen ich dieſen Sommer ausgenommen habe,“ ſagte le Bourdon während des Eſſens.„Ich bin bis jetzt ziemlich glücklich geweſen, in unruhigen Zeiten thut man aber am beſten, nicht zu weit von ſeiner Heimath zu weilen. Es wundert mich, Warr habt, kennt die L ſo m vertr Bien kühn allm Solt ihrer Krie wer er ſ wort aber bleil in d Ern den den beza etw Sel heit wür Arbeit und ichen, zuver⸗ dich⸗ ſeien leicht ehrere varen dem hatte ver⸗ n der n ſich Fäß⸗ he es dahin zicher⸗ unſere dmahl . ſein, urdon ücklich nicht mich, — 75— Waring, daß Ihr Euch ſo weit von den Eurigen gewagt habt, während die Nachrichten ſo düſter lauten.“ „Wenn Ihr mich kenntet, und wenn Ihr Dorchen kenntet, würdet Ihr Euch nicht wundern, Bourdon. Was die Sorge für das Haus betrifft, während ich abweſend bin, ſo möchte ich wiſſen, wer geeigneter wäre, meine Stelle zu vertreten, als Dorchen Waring. Ich glaube, nicht einmal Bienen würden es wagen, ſich ihr zu nähern. Wenn ſie ſo kühn wären, ſollten ſie es hald bereuen. Ihre Zunge iſt allmächtig, von ihren Armen nichts zu ſagen, und wenn die Soldaten ihre Gewehre ſo gut zu handhaben wiſſen, wie ſie ihren Beſen, ſo bedarf es keiner neuen Regimenter, um dieſen Krieg zu Ende zu führen.“ Nichts konnte unrichtiger ſein, als dieſe Schilderung, wer aber das Feuerwaſſer liebt, berückſichtigt ſelten, was er ſagt. Ich freue mich, daß Eure Veſte ſo gut beſetzt iſt,“ ant⸗ wortete der Bienenjäger nachdenkend,—„die meinige iſt aber zu ſchwach, als daß ich länger hier in den Lichtungen bleiben dürfte. Whiskey Herz, ich beabſichtige, abzuziehen und in die Anſiedelungen zurückzukehren, ehe die Rothhäute alles Ernſtes losbrechen. Wenn Ihr bleiben und mir helfen wollt, den Honig und die Vorräthe einzuladen, und das Canoe den Fluß hinab zu ſchaffen, werd' ich Euch die Mühe gut bezahlen.“ „Gu— u—t! Ich thue das eberſo gern, wie irgend etwas anderes. Guter Taglohn iſt hier in der Wildniß eine Seltenheit, und wenn man ihn findet, muß man die Gelegen⸗ heit benützen. Als ich hier herauf kam, dachte ich wohl, ich würde Euch finden, denn ein Voyageur ſagte mir, Ihr jagtet — 76— hier in den Lichtungen nach Bienen, und es gibt nichts in der Natur, an dem Dorchen mehr Geſchmack fände, als an ſüßem, wildem Honig.„Verſuche den Whiskey,“ habe ich ihr tauſendmal geſagt,„und du wirſt ihn bald mehr lieben, als Alles andere in der Schöpfung,“ aber es iſt mir nie gelungen, ſie oder Blüthe zu vermögen, auch nur einen Tropfen zu nehmen. Allerdings bleibt auf dieſe Weiſe deſto mehr für mich übrig, ich bin aber ein geſelliges Weſen und habe wahrſcheinlich nie ſo viel, als nöthig iſt, getrunken, wenn ich es nicht der Geſell⸗ ſchaft wegen gethan habe. Das iſt ein Grund, warum ich Euch ſo zugethan bin, Bourdon, Ihr macht Euch nichts aus dem Getränk, aber Ihr fürchtet Euch auch nicht gerade vor einem Schluck.“ Der Bienenjäger freute ſich zu hören, daß nicht die ganze Familie dem Laſter dieſes Mannes ergeben war, denn er ſah mehr und mehr ein, daß die Wechſelfälle ſeiner Lage ihn mit dieſem Fremden, wenigſtens für einige Wochen, in nähere Berührung bringen würden. Obgleich ſich le Bourdon„ni fürchtete,“ wie Whiskey Herz ſich ausgedrückt hatte, war er entſchieden ein mäßiger Mann, er trank ſelten, und nie im Uebermaße. Er kannte die Gefahren zu gut, von welchen er umgeben war, um ſich Genüſſe dieſer Art zu erlauben, hätte er auch Geſchmack daran gefunden, dieß war aber nicht der Fall und ein kleiner Krug Brantwein gab für einen ganzen Sommer ſeinen Vorrath ab. In unſeren Tagen, wo man Alles übertreibt,— Politik, Religion, Mäßigkeit, Tugend, und ſelbſt die Erziehung leiden an dieſem Uebel,— würde ein kleiner Krug hinreichen, einen Jeden in übeln Ruf zu bringen, vor fünf und zwanzig Jdhren cht gerade vor einem Schluck erfreute jetzt, un Meinun Tage de Di le Bout Der M Mittel ganz pr blieb. gefühlt allein Grenze Anderr in den aber er Vertra ſich ei bar, fähig N gegeſſe ſich in ging der S einen wie g natür die C daß f hts in ils an ich ihr Alles en, ſie ehmen. übrig, lich nie Geſell⸗ um ich hts aus ade vor ie ganze mer ſah ihn mit nähere Schluck war er hnie im helchen er en, hätte nicht der n ganzen — Politik, ung leiden zen, einen zig Idres A ʒ. A aeen— erfreute man ſich aber einer größern Unabhängigkeit, als jetzt, und brauchte ſich nicht vor jenem Alp, der öffentlichen Meinung, in ſo hohem Grade zu fürchten, wie es heut zu Tage der Fall iſt. Die Geſellſchaft eines Whiskey Herz war nicht nach le Bourdon's Geſchmack, aber er hatte keine andere Wahl. Der Mann war ihm ganz fremd und er hatte kein anderes Mittel ſich gegen eine Plünderung ſeiner Habe, welche jenem ganz preisgegeben war, zu ſichern, als daß er ihm ſtets nahe blieb. Bei Vielen würde der Bienenjäger ſich unbehaglich gefühlt haben, wenn er gezwungen geweſen wäre, mit ihnen allein in den Wäldern zu bleiben, denn unter den verſchiedenen Grenzgerüchten erzählte man auch von Fällen, wo Einer den Andern in dieſen entlegenen Gebieten ermordet hatte, um ſich in den Beſitz ſeines Eigenthums zu ſetzen, Gerſhom hatte aber etwas in ſeinem ganzen Weſen und Thun, das Ben ganz Vertrauen gab, ſeine Verderbtheit gehe nicht ſo weit, daß er ſich eines Mordes ſchuldig mache. Ein Raub war denk⸗ bar, Mord war aber ein Verbrechen, deſſen er ihn nicht fähig hielt. Nachdem unſere zwei Wäldler mit einander zu Abend gegeſſen hatten, wurde Alles gut verwahrt und ſie begaben ſich in das Shanty, um ihr Lager aufzuſuchen. Die Nacht ging ruhig und ohne irgend eine Störung vorüber, nur war der Schlaf des Bienenjägers in Folge des Umſtandes, daß er einen Gefährten bei ſich hatte, nicht ſo ruhig und behaglich wie gewöhnlich. Ein ſolches Gefühl iſt bei einem Manne ſehr natürlich, der ſo lange gewohnt war, allein zu ſein, denn die Gewohnheit wird leicht ſo vollſtändig Herrin über uns, daß ſie oft ſelbſt das Uebergewicht über die Natur erringt. Am folgenden Morgen begann le Bourdon ſeine Vorbe⸗ bereitungen zum Abzuge aus der Waldhütte. Hätten nicht Fremde den Pfad zu ſeiner Wohnung gefunden, ſo würden die Nachrichten, welche er durch den Chippewa erhalten, ihn wahrſcheinlich nicht veranlaßt haben, ſeinen jetzigen Aufent⸗ halt ſo früh in der Jahreszeit zu verlaſſen, wie die Dinge aber jetzt ſtanden, ſchien ihm ein längeres Verweilen faſt zu gefährlich. Beſonders war der Pottawattamie für ihn ein Gegenſtand des Mißtrauens, und es kam ihm ſehr wahrſchein⸗ lich vor, daß einige aus dem Stamme des alten Häup tlings in den nächſten Tagen nach ſeinem Scalp ausſchauen würden. Gerſhom theilte die Anſicht, und da ſein Kopf jetzt weniger unter dem Einfluſſe ſtarker Getränke war, als dieß bisher der Fall zu ſein pflegte, ſchien er ſich gluͤcklich zu fühlen, mit einem Manne ſeine Farbe und Abſtammung eine Art Bund zu Angriff und Vertheidigung zu ſchließen. Die beſte Eintracht herrſchte jetzt unter den zwei Wäldlern, denn die beſſeren Eigenſchaften Gerſhom's traten raſch hervor, ſo wie ſein Verſtand und ſeine Gefühle ſich der Knechtſchaft des Feuerwaſſers entſchlugen. Sein eigener Whiskey⸗Vorrath war ganz erſchöpft, und le Bourdon foͤrgte dafür, daß er nicht erfuhr, wo er ſelbſt den kleinen Reſt, der ihm noch geblie⸗ ben war, verſteckt hatte. Dieſes Aufdämmern der rückkehrenden Vernunft und ſich wieder belebenden Grundſätze iſt bei Trunkgewöhnten nicht ſelten, und der Spruch:„ſo lange Leben da iſt, iſt auch Hoff⸗ nung da,“ iſt auf das moraliſche Weſen ebenſo gut anwendbar, wie auf das phyſiſche. Der Umſtand mußte ein wenig auf⸗ fallen, daß Gerſhom ſelbſt in ſeiner Sprache weniger gemein erſchien, ſobald er mäßiger wurde, wie er ſich denn in allen Beziehungen in einem beſſern Lichte zeigte. Un Canoe und Ble werden. weinkru einem le fellen, zufällig En und an der Au beſteige Bienen Erzähl genomt Baume ausgen fen kor Ben e gehen Nachm Weg K wo de weßha Tage, der af Strec Falle Geru nicht vürden n, ihn Aufent⸗ Dinge faſt zu ihn ein rſchein⸗ ptlings würden. pf jetzt als dieß klich zu ung eine Zäldlern, hervor, echtſchaft Vorrath daß er ch geblie⸗ und ſich ten nicht nuch Hoff⸗ nwendbar, enig auf⸗ ger gemein n in allen — 75— Unſere Wäldler brauchten mehrere Stunden, um das Canoe zu befrachten, denn nicht nur alle Vorräthe, Pulver und Blei u. ſ. w., ſondern auch der Honig mußte beigeſtaut werden. Es war dem Bienenjäger gelungen, ſeinen Brannt⸗ weinkrug, welcher jetzt nicht mehr zur Hälfte voll war, in einem leeren Pulverfäßchen zu verſtecken, und in einigen Bieber⸗ fellen, zu welchen er auf einem ſeiner Ausflüge, ſo zu ſagen zufällig, gekommen war, zu verpacken. Endlich war Alles in das geräumige Canve geſchafft und an ſeinem gehörigen Platze beigeſtaut, und Gerſhom war der Aufforderung von Seiten Ben's gewärtig, das Boot zu beſteigen. Es blieb aber noch ein Geſchäft abzuthun. Der Bienenjäger hatte erſt den Tag vor der Eröffnung unſerer Erzählung einen Bock erlegt und ein Viertel auf die Schulter genommen, die übrigen Theile des Wildes aber an einem Baumaſt in der Nähe der Stelle, wo er es geſchoſſen und ausgenommen hatte, aufgehängt. Da ſie des Wildprets bedür⸗ fen konnten, ehe ſie die Mündung des Fluſſes erreichten, hielt Ben es für rathſam, mit Gerſhom an Ort und Stelle zu gehen und den guten Biſſen abzuholen. Gegen zwei Uhr des Nachmittags verließen ſie daher das Canve und traten den Weg in den Wald an. Die Entfernung zwiſchen dem Shanty und der Stelle, wo der Bock erlegt worden war, betrug etwa drei Meilen, weßhalb der Bienenjäger auch das ganze Thier nicht an dem Tage, an welchem er es geſchoſſen, heimgebracht hatte, denn der amerikaniſche Wäldler trägt oft ſeine Beute lieber weite Strecken, als daß er ſie in dem Walde läßt. In dem letztern Falle iſt ſie ſtets von Raubthieren bedroht, welche durch den Geruch des Blutes herangelockt werden. Le Bourdon hielt — 89 es für möglich, daß ihnen Wölfe aufſtießen, er hatte aber die Ueberbleibſel des Bockes ſo hoch gehängt, daß ſie außer dem Bereiche der meiſten Thiere der Wildniß waren. Jeder von ihnen war jedoch mit einer Büchſe verſehen und Stock hatte, als beſondere Begünſtigung, die Erlaubniß erhalten, ſie zu begleiten. „Die erſte halbe Stunde verging, ohne daß ſich etwas Ungewöhnliches begeben hätte. Der Bienenjäger unterhielt ſich rückhaltslos mit ſeinem Gefährten, bei welchem er, zu ſeiner großen Freude, bei weitem mehr geſunden Menſchen⸗ verſtand fand, als er früher gezeigt hatte, und durch den er viele Einzelnheiten über das Thun an und auf den Seeen, die Zahl der Schiffe und deren Bemannung u. ſ. w. erfuhr,— Nachrichten, welche ihm, wie er glaubte, nützlich werden konn⸗ ten, wenn er Detroit erreichte. 3 Unter Geſprächen ähnlicher Art waren die Wäldler bis auf hundert Ruthen von der Stelle gekommen, wo der Bock gefallen war, als le Bourdon plötzlich auf die Bewegungen ſeines Hundes aufmerkſam wurde. Statt ſeine gewöhnlichen Kreuz⸗ und Querſprünge zu machen und nach allen Seiten. hin zu ſchnuffeln, zog Stock vorſichtig voran, ſenkte den Kopf und ſuchte, ſo zu ſagen, den Weg mit der Naſe, als wenn ein ſcharfer Geruch im Winde wäre. 3 „So gewiß ich Gerſhom heiße,“ rief Waring aus, als er und Ben Halt machten, um rings umher zu ſchauen,„dort iſt ein Inſchin. Das Geſchöpf ſitzt am Fuße der dicken Eiche, dort, mehr rechts vom Hunde, und Stock hat ihn längſt gewit⸗ tert. Der Burſche ſchläft, ſeine Büchſe liegt ihm über dem Schooß, und ſeine Angſt vor Wölfen und Bären ſcheint eben nicht groß zu ſein.“ „Ich raſcht mi finden. auf mein bis zum unbehagl her hat. nach vie giltig ſe bemerkte De einzuwe gingen, erwähnt des Be⸗ ſei, daf 77 zehn S in das „b feierlich Kopfes gegang B eine A über d empor Pottal Stund 25 te aber die außer dem Jeder von Stock hatte, ten, ſie zu ſich etwas unterhielt em er, zu Menſchen⸗ urch den er Seeen, die erfuhr,— verden konn⸗ Wäldler bis wo der Bock Bewegungen gewöhnlichen allen Seiten. kte den Kopf als wenn ein ing aus, als chauen,„dort dicken Eiche, längſt gewit⸗ ihm über dem n ſcheint eben — 81— „Ich ſeh' ihn,“ antwortete le Bourdon,„und es über⸗ raſcht mich ebenſo ſehr, als es mir leid thut, ihn hier zu finden. Es iſt in der That merkwürdig, daß ich gerade jetzt auf meinem Jagdgrunde ſo viele Beſuche erhalte, während ich bis zum geſtrigen Tage ganz allein blieb. Man fühlt ſich unbehaglich, Waring, wenn man ſo viele Menſchen um ſich her hat. Nun, nun, ich bin im Begriffe, abzuziehen, und nach vier und zwanzig Stunden kann mir all das gleich⸗ 8 giltig ſein.“ „Der Burſche iſt nach ſeiner Malerei ein Winnebayo,“ bemerkte Gerſhom,„wir wollen zu ihm gehen und ihn wecken.“ Der Bienenjäger hatte nichts gegen dieſen Vorſchlag einzuwenden und gab ſeinem Gefährten, während ſie entlang gingen, zu verſtehen, er glaube nicht, daß der Fremde zu dem erwähnten Stamme gehöre, obgleich er zugebe, daß die Sitte des Bemalens bei dieſen Kriegern ſo allgemein und regellos ſei, daß man ſich nicht darnach richten könne. „Das Geſchöpf ſchläft feſt,“ rief Gerſhom, indem er zehn Schritte von dem Indianer ſtillſtand, um ihn abermals in das Auge zu faſſen. „Er wird nie wieder erwachen,“ ſagte der Bienenjäger feierlich,„der Mann iſt todt. Seht, an jener Seite ſeines Kopfes iſt Blut, eine Büchſenkugel iſt ihm durch die Schläfe gegangen.“ Bei dieſen Worten ſchritt der Bienenjäger hinzu, hob eine Art Schürze, welche als Zierrath getragen und nachläſſig über den Kopf ihres frühern Beſitzers geworfen worden war, empor und ließ die wohlbekannten Züge Hirſchfußes, des Pottawattamie, ſehen, welcher vor kaum vier und zwanzig Stunden die Lichtungen verlaſſen hatte. 253— 255. 6 „Der Krieger war mit einer Büchſenkugel durch die Schläfe geſchoſſen und ſeines Scalps beraubt worden. Pulver⸗ horn und Kugelbeutel waren leer, ſonſt war nichts genommen worden. Den Körper hatte man ſorgfältig in ſitzender Lage an einen Baum gelehnt, die Büchſe über den Schooß gelegt und ihn ſo inmitten der Lichtung gelaſſen, damit er eine Beute der Raubthiere werde, und ſeine Gebeine in Schnee, Regen und Sonne bleichten. Den Bienenjäger überlief ein kalter Schauer, als er auf dieſes furchtbare Merkzeichen der Gewaltthätigkeit ſah, gegen welche ſelbſt eine Wildniß keinen hinreichenden Schutz bieten konnte. Le Bourdon zweifelte nicht, daß Taubenftügel den alten Häuptlina erſchoſſen habe, und dieſer Gedanke verdüſterte ſeine Seele. Obaleich der feindſelige Geiſt des Pottawattamie ihm ſelbſt Beſorgniſſe eingeflößt hatte, wünſchte er doch, dieſe That ungeſchehen machen zu können. Daß die beiden J dianer ein eiferſüchtiges Mißtrauen gegen einander hegten, war nicht zu verkennen geweſen, der Bienenjäger hätte aber nie daran gedacht, daß jenes Gefühl ſo bald zu einem ſolchen ſchrecklichen Ende führen würde. Als die Wäldler die Leiche unterſucht und den Stand der Dinge umher in das Auge gefaßt hatten, ſprach der Bienen⸗ jäger ſich dahin aus, daß ſie die Gegend raſch räumen und in dieſem entlegenen Gebiete mannhaft zuſammenhalten müß⸗ ten, nachdem die Feindſeligkeiten unter den Stämmen ſichtbar ausgebrochen ſeien. Ben hatte den Chippewa liebgewonnen und bedauerte daber um ſo mehr, daß er in ihm den Mörder des alten Häuptlings erkennen mußte. Es war allerdings ein Stand der Dinge denkbar, welcher einen indianiſchen Krieger nach den Begr aus einer aber, es friedliebe lichen W ſtets jene den, we vorkomm Menſche war. C. „Feuern der Gre das Pii gen wo M begrabe ſolchen liches 2 geweſen „S Warint Baum er unb ſchen, nur M ein I Biener Verſu der B durch die n. Pulver⸗ genommen ender Lage pooß gelegt jit er eine in Schnee, als er auf ſah, gegen chutz bieten uflüuel den verdüſterte ttawattamie doch, dieſe en Jndianer ,‚war nicht r nie daran ſchrecklichen u Stand der der Bienen⸗ räumen und halten müß⸗ men ſichtbar nd bedauerte er des alten 3 ein Stand Krieger nach — 83— den Begriffen jener Nation rechtfertigen konnte, wenn er einen aus einem feindlichen Stamme tödtete, le Bourdon wünſchte aber, es wäre nicht geſchehen. Als ein Mann von ſaufter, friedliebender Gemüthsſt mmung, obgleich in ſeiner eigenthüm⸗ lichen Weiſe von höchſt leidenſchaftlichem Charakter, hatte er ſtets jene Scenen der Gewaltthätigkeit und des Mordes gemie⸗ den, welche in den Wäldern und auf den Prärien ſo häufig vorkommen, und jetzt ſah er zum erſten Male die Leiche eines Menſchen, welche durch die Hand eines Menſchen gefallen war. Gerſhom, welcher in ſo naher Berührung mit dem „Feuerwaſſer“ geſtanden, kannte das eigenthümliche Leben der Grenzer beſſer, als ſein Gefährte, aber ſelbſt ihn erfüllte das Püötzliche und die Art und Weiſe, wie dieſer Mord began⸗ gen worden, mit Schrecken.— Man verſuchte nicht, die Ueberbleibſel des Indianers zu begraben, da unſere Wäldler die nöthigen Werkzeuge zu einem ſolchen Geſchäfte nicht zur Hand hatten, ein bloß oberfläch⸗ liches Begräbniß aber wäre eine Art Einladung für die Wölfe geweſen, die Leiche wieder auszuſcharren. „Laßt ihn ſo gegen den Baum gelehnt ſitzen,“ ſagte Waring, als ſie der Stelle zueilten, wo das Wildpret an dem Baumaſt aufgehängt worden,„und ich ſteh' Euch dafür, daß er unberührt bleibt. Es iſt etwas in dem Geſichte des Men⸗ ſchen, Bourdon, was das Thier zurückſchreckt, und wenn man nur Muth genug hat, ſie feſt in das Auge zu faſſen, ſo treibt ein Mann eine ganze Meute Wölfe vor ſich her.“ „Ich habe dergleichen bereits gehört,“ erwiederte der Bienenjäger,„möchte mich aber doch nicht zu einem ſolchen Verſuche genöthigt ſehen. Es iſt ganz wahrſcheinlich, daß der Blick des Menſchen dem Thiere Furcht einflößt, der Hunger 6* — 84— könnte aber leicht mächtiger ſein, als jene Furcht. Dort iſt unſer Braten, Waring,— unberührt an der Stelle, wo ich ihn aufhängte.“ Der noch übrige Theil des Bockes wurde getheilt, Jeder nahm ſeine Laſt auf die Schulter, und die beiden Wäldler kehrten an den Fluß zurück, indem ſie den Pfad vermieden, welcher an der Leiche des Indianers vorüberführte. Nach wenigen Minuten war Alles zur Abfahrt bereit und das Canoe ſtieß vom Ufer ab. Der Kalamazoo iſt im Allgemeinen kein ſehr raſcher, ungeſtümer Fluß, obgleich er Strömung genug hat, um ſeine Waſſer ohne irgend einen Schein von Schwerfälligkeit abwärts zu ſpülen. Dieſe Strömung iſt natürlich nicht überall gleich, denn man trifft Strecken, wo man die friedlichen Wellen kaum fortgleiten ſieht, während ſich an anderen wieder Stromſchnellen und ſelbſt Fälle finden. Im Ganzen aber, und namentlich in dem Theile des Fluſſes, den das Canoe jetzt entlang gleitete, ſtörte nichts das durch leichte Ruderſchläge fortgetriebene Boot. Der Bienenjäger verließ ſein Shanty nicht ohne Leid⸗ weſen. Luft, Schatten, Waſſer, Raſengrün und Laubbäume, ſowie die Möglichkeit, Honig zu ſammeln, waren bei der Wahl der Lage der Hütte zu Rath gezogen worden. In ſeinem regelmäßigen Berufe war er ungewöhnlich glücklich geweſen, und der kleine Haufen Fäßchen in der Mitte des Canves gab für ihn gewiß einen angenehmen Anblick ab. Ueberdieß hatte er gefunden, daß der in dieſem Sommer geſammelte Honig einen ungewöhnlich köſtlichen Geſchmack hatte, und einen hohen Preis, ſowie raſchen Abſatz hoffen ließ⸗ Dennoch verließ der Bienenjäger den Platz mit Leidweſen. Er liebte ſeinen Beruf, er liebte die Einſamkeit vielleicht nur zu ſehr, im Gefol Unte von den Bienenjä alle jene begleiten Ermüdur zuträglict ſie ſelten die Beob ten und, für die, blicken. So an ſein Somme geſchont angehö⸗ zu erfre ordnen. „ B hatte kränklit ſchöpfe kennt, ohne den w geordn geſtell Dort iſt e, wo ich ilt, Jeder Wäldler dermieden, bereit und r raſcher, um ſeine it abwärts all gleich, ellen kaum mſchnellen nentlich in g gleitete, bene Boot. ohne Leid⸗ aubbäume, n bei der In ſeinem h geweſen, anves gab rdieß hatte elte Honig inen hohen Leidweſen. elleicht nur im Gefolge ſeines Berufes war. — 85— zu ſehr, und er liebte die gelinde Aufregung, welche natürlich Unter allen Beſchäftigungen, welche mehr oder weniger von den Wechſelfällen der Jagd abhängen, bietet die des Bienenjägers den ruhigſten, friedlichſten Genuß. Er hat alle jene Erregungen, welche Zweifel und Ungewißheit zu begleiten pflegen, ohne die ſtörenden Beigaben der Unruhe und Ermüdung, und während die Bewegung ſeiner Geſundheit zuträglich iſt und den Genuß der freien Luft zuläßt, ſpannt ſie ſelten ſeine Kraft ab oder wird zu angreifend. Dann hat die Beobachtung des kleinen Thieres, welches er im Auge behal⸗ ten und, wenn man will, berauben muß, einen großen Reiz für die, welche gern in die wunderbaren Geheimniſſe der Natur blicken. So groß war das Intereſſe, welches le Bourdon zuweilen an ſeinen kleinen Waldgefährten nahm, daß er in dieſem Sommer bei drei Veranlaſſungen Stöcke, welche er aus geſpäht, geſchont hatte, weil er ſich vergewiſſerte, daß ſie jungen Bienen angehörten, welche eben begannen, ſich ihres emſigen Daſeins zu erfreuen und ihr Siedelgeſchäft mit unſäglichem Fleiße zu ordnen. Bei all dieſer liebevollen Theilnahme an ſeinen Opfern hatte Boden Nichts von jener überſpannten Thorheit, jener kränklichen Empfindſamkeit, welche die Beſtimmung der Ge⸗ ſchöpfe dieſer Erde und ihr Verhältniß zum Menſchen ver⸗ kennt, ſondern ſeine Gefühle waren einfach und praktiſch, ohne daß die ſanfteren Regungen dadurch ausgeſchloſſen wor⸗ den wären. Er wußte, daß die Bienen, wie alle andere unter⸗ geordneteren Weſen der Schöpfung, dem Menſchen zur Verfügung geſtellt ſeien, und nahm keinen Anſtand, eine Macht, welche ſich von der Güte des Schöpfers herſchrieb, mit Mäßigung und geeigneter Unterſcheidung zwiſchen Gebrauch und Miß⸗ brauch zu benützen. Keiner der beiden Männer ſtrengte ſich ſehr an, als das Canve den Fluß hinabging. Eine leichte Nachhilfe mit dem Ruder gab dem ſchwimmkräftigen Boote die rechte Richtung und an einzelnen Stellen die nöthige Raſchheit der Bewegung. Unter ſolchen Umſtänden hatten ſie Gelegenheit, ſich zu unter⸗ halten, während das Boot vorwärts gleitete. „Gewiß, Bourdon,“ rief Waring, welcher den Haufen kleiner Fäſſer lange ſchweigend betrachtet hatte,—„gewiß Bour⸗ don, Euer Beruf iſt ein ungewöhnlicher, ein ſehr ungewöhn⸗ licher und außerordentlicher?“ „Haltet Ihr ihn für ungewöhnlicher, als den, Morgens, Mittags und Abends Whiskey zu trinken?“ bemerkte der Bienenjäger mit einem ruhigen Lächeln. „Ah, das iſt kein regelmäßiger Beruf, nur eine Lieb⸗ haberei. Man kann aber an hundert Dingen eine Liebhaberei haben, ohne ſich ein Geſchäft daraus zu machen. Ich betrachte das nur als einen Beruf, wovon ein Menſch lebt.“ „Vielleicht habt Ihr recht, Waring. Es ſterben mehr vom Whiskey als von ihm leben.“ Ddieſe Bemerkung, welche ſo ganz natürlich kam und ſo ruhig laut wurde, machte auf Whiskey Herz einen tiefen Ein⸗ druck. Er blickte ſeinen Gefährten eine volle Minute ernſt an, ehe er das Geſpräch wieder aufzunehmen ſuchte. „Blüthe hat mir oft daſſelbe geſagt,“ erwiederte er end⸗ lich langſam,„und ſelbſt Dorchen hat mir etwas dieſer Art prophezeit.“ Dem Bienenjäger war der Eindruck nicht entgangen, 4 welchen es für g. zu laſſen ſaß, der und ſein men gel näher ir Be anzieher die Uel Seine es dure aber d wiſcht. Wange blaues war he ſiſchen Linien war ſiſche Maſſe gunge längſt vortre Kien zu ſe MNäßigung und Miß⸗ . als das mit dem Richtung Bewegung. zu unter⸗ en Haufen wiß Bour⸗ ingewöhn⸗ Morgens, nerkte der eine Lieb⸗ Liebhaberei h betrachte rben mehr am und ſo tiefen Ein⸗ ee ernſt an, rte er end⸗ dieſer Art entgangen, — 87— welchen ſeine Worte auf Gerſhom gemacht hatten, und er hielt es für gerathen, den bereits laut gewordenen Vorwurf wirken zu laſſen, ohne deſſen Kraft noch ſteigern zu wollen. Waring ſaß, den Kopf auf ſeine Bruſt gebeugt, in tiefen Gedanken, und ſein Gefährte faßte jetzt zum erſten Male, ſeit ſie zuſam⸗ men gekommen, die Züge und das Ausſehen des Mannes näher in das Auge. Beim erſten Anblick hatte Whiskey Herz freilich wenig anziehendes, eine genauere Erforſchung ſeiner Züge ließ jedoch die Ueberreſte eines ungemein ſchönen Mannes gewahren. Seine Sprache war roh und abſtoßend, wie auch ſein Geſicht es durch die Leidenſchaft geworden, der er ſich ergeben hatte, aber die Spuren einer beſſeren Zeit waren noch nicht ver⸗ wiſcht. Seine Geſichtsfarbe war einſt faſt weiblich zart, ſeine Wangen von dem Rothe der Geſundheit gefärbt und ſein blaues Auge glänzend und vielverſprechend geweſen, ſein Haar war hell,— Eigenthümlichkeiten, welche ſämmtlich auf den ſäch⸗ ſiſchen Urſprung deuteten. In den phyſiſchen Umriſſen und Linien dieſes Mannes, welcher ſich ſelbſt faſt aufgerieben, war mehr das Amerikaniſch⸗Sächſiſche, als das Angelſäch⸗ ſiſche vorherrſchend. Das Schwerfällige der Geſichtszüge, das Maſſenhafte der Glieder und das Unbehilfliche in den Bewe⸗ ohne Zweifel unter dem Einfluſſe des Klimas, längſt aus ſeiner Raſſe verſchwunden und ſeine Naſe war her⸗ vortretend und von huͤbſchem Schnitte, während Mund und Kien von dem Meißel eines geſchickten Bildhauers geformt zu ſein ſchienen. Es war in der That peinlich, dieſes ſo zu ſagen in Feuerwaſſer getauchte Geſicht, das raſch Alles zu verlieren ſchien, was ihm die Natur aufgeprägt hatte, ſchärfer in das Auge zu faſſen. gungen war, — 88— Dem Körper war bis jetzt noch ſeine Kraft geblieben, denn der Feind hatte ſich eher hinterliſtig in die Veſte geſchli⸗ chen, als ſie wirklich bewältigt. Der Bienenjäger ſeufzte, als er ſeinen verdüſterten Gefähr⸗ ten anſah, und fragte ſich, ob wohl Blüthe etwas von dieſer wundervollen Anmuth des Geſichts ohne deren empörende Geleitſchaft habe. Dieſen Nachmittag und die ganze folgende Nacht ſchwamm das Canoe mit der Strömung abwärts. Dann und wann ſtellte ſich der Fahrt wohl ein unbedeutendes Hinderniß ent⸗ gegen, im Ganzen aber wurde das Boot ſtetig und ſicher fortgetrieben. Der Fluß mußte natürlich der Geſtaltung des Landes folgen, daher ſein Lauf vielfach gewunden und unregel⸗ mäßig war, indeſſen blieb ſeine allgemeine Richtung die nord⸗ weſtliche, oder die weſtliche mit einer kleinen Abweichung nach Norden. Da die Ufergegenden ſtärker bewaldet waren, als die höher gelegenen Flächen, ſo war von den parkähnlichen Lichtungen nichts zu ſehen, obgleich man in der Ferne manche Raſenflächen und manches reizende Gehölz anſichtig wurde. Während das Canoe ſeinem Beſtimmungsorte entgegen⸗ ſchwamm, ſtockte die Unterhaltung zwiſchen dem Bienenjäger und ſeinem Gefährten nicht. Der Eine theilte dem Andern eine Art Umriß ſeiner Lebensgeſchichte mit, denn ſeit der Krug erſchöpft war, ſprach Gerſhom nicht nur vernünftig, ſondern mit Klarheit und Beſtimmtheit. Er war roh, und folglich nicht anziehend und oft ſogar abſtoßend, dennoch war ſeine frühere Erziehung jener Eigenthümlichkeit Neu⸗Eng⸗ lands nicht ganz fremd geblieben, welche ſeine Kinder ſelten ganz in der Nacht der Unwiſſenheit läßt, wenn ſie ſie auch nicht durchaus zu dem macht, wofür ſie ſich ſelbſt gern halten. Gerſ Menſchen im Leben ſich ange Stand, zu behau Er lichen od bunden r war, er Stone“ von eine er gern höhnte, war, zu Be⸗ rakter ſe iſt, daß und we und kle ziemlich geblieben, e geſchli⸗ n Gefähr⸗ don dieſer empörende ſchwamm nd wann erniß ent⸗ und ſicher ltung des d unregel⸗ die nord⸗ hung nach aren, als kkähnlichen ne manche wurde. entgegen⸗ zienenjäger em Andern ſeit der vernünftig, roh, und ennoch war Neu⸗Eng⸗ inder ſelten ſie ſie auch gern halten. — 39= Gerſhom hatte, wie dieß ſehr oft bei dieſem beſondern Menſchenſchlage der Fall iſt, für einen Mann ſeiner Stellung im Leben ziemlich viel gelernt, und dieſe Kenntniſſe, denen ſich angeborne Verſchlagenheit zugeſellte, ſetzten ihn in den Stand, ſeinen Platz in der Unterhaltung ziemlich ehrenvoll zu behaupten.„ Er hatte einen ſehr hoͤhen Begriff von all den— wirk⸗ lichen oder eingebildeten— Vortheilen, welche damit ver⸗ bunden waren, daß er in dem Lande der Puritaner geboren war, er glaubte, Alles, was von dem großen„Blarney Stone“*) komme, ſei allem Andern derſelben Art, ſobald er von einer andern Seite kam, weit überlegen, und während er gern über alle andere Theile des Landes ſpöttelte und höhnte, war er eben ſo ungeneigt, zu„wiſſen,“ als er geneigt war, zu„meinen.“**⁵) Ben Boden entdeckte dieſe Schwäche bald in dem Cha⸗ rakter ſeines Gefährten,— eine Schwäche, welche ſo allgemein iſt, daß man ſie ſcharfen Beobachtern kaum anzudeuten braucht, und welche ſich faſt immer in dem Gefolge der Halbwiſſerei und kleinſtädtiſcher Selbſtbewunderung findet, und Ben war ziemlich geneigt, ſich über Gerſhom luſtig zu machen, ſo oft er ſich in dieſer Beziehung offener als gewöhnlich ausließ. Im Ganzen war jedoch der Verkehr ein freundſchaftlicher, und da die Gefahren der Wildniß die Wäldler enger aneinander *)„Blarney⸗Stone“ würde man im Deutſchen vielleicht nicht unpaſ⸗ ſend mit„Münchhauſen’s Luſtſchloß“ wiedergeben. Der Ueberſetzer. **) Anſpielung auf das unbeſtimmte in der Sprechweiſe der Puri⸗ taner, welche ſtets„meinen, und„annehmen.“ Der Ueberſetzer. — 99— ſchloſſen, verfolgten ſie ihren Weg mit wachſendem Vertrauen in ihrem gegenſeitigen Beiſtande. Gerſhom, welcher jetzt ganz nüchtern war, konnte Ben manche nützliche Mittheilung machen, während Ben nicht wenig wußte, das ſelbſt ſeinem Gefährten, obgleich er einem auserwählten Volk entſtammte, willkommen ſein mußte. Wie bereits angedeutet worden theilte Jeder während des Verlaufes dieſer langen Fahrt auf dem Fluſſe dem Andern einen Umriß ſeiner Lebensgeſchichte mit. Die von Gerſhom Waring gehörte in die Klaſſe derer, die weniger ſelten ſind. Er ſtammte aus einer unbemittelten Familie in Maſſa⸗ chuſſetts,— einem Staate, welcher über die Erziehung der ärmern Klaſſe mit väterlicher Sorgfalt wacht. Die Gemeinde⸗ ſchulen hatten ihre Pflicht an ihm gethan, während ſeine einzige Schweſter, wie er berichtete, in die Hände einer Ver⸗ wandten gekommen war, die ihr eine Erziehung zu geben im Stande geweſen, welche ziemlich über der ſtand, die man in den gewöhnlichen Schulen erhält. Als dieſe Verwandte ſtarb und Gerſhom ſich verheirathete, nahm er die noch ſehr junge Schweſter zu ſich. Von dieſer Zeit an begann das Wanderleben der Familie. Neu⸗England gab, ehe es Manufacturen innerhalb ſeiner Grenzen hatte, ſeinen Zuwachs an Bevölkerung regelmäßig an die Staaten ab, welche weſtlich und ſüdlich von ſeinem Gebiete liegen. Ein Theil dieſes Zuwachſes wandert noch aus und wird wahrſcheinlich bis in die ſpäteſten Zeiten auswandern, aber die Fluth junger Mädchen, welche einſt ſo regelmäßig in die neuen Colonieen übertrat, hat ſich, wie es ſcheint, gewendet und bleibt als„Fabrikmädchen“ in der Heimath. Die Waring lebten jedoch in einer zu frühen Perioe, um den fühlen, u⸗ aus. Ge lebens zu „verſchwe wodurch weiblichen wurden. Als Geldſum und ſeine beſaß er waren a ſich ſtete mehr, näher ke an, wele ging, einem See’s ein kle Dearbo Al hatte in ſeirn gebrach in die D ſeinen ſie ſeit Vertrauen velcher jetzt Mittheilung ſelbſt ſeinem entſtammte, während des dem Andern on Gerſhom elten find. e in Maſſa⸗ rziehung der ſe Gemeinde⸗ ährend ſeine e einer Ver⸗ zu geben im man in den verheirathete, Von dieſer teu⸗England renzen hatte, die Staaten hebiete liegen. is und wird andern, aber lmäßig in die int, gewendet h. ühen Perio?, 912— um den Einfluß eines ſolchen Civiliſationsübergangs zu fühlen, und wanderten, als ob ſich dieß von ſelbſt verſtünde, aus. Gerſhom begann mit dem Anfange ſeines Wander⸗ lebens zu„trinken“ oder, wie man es in Amerika nennt, zu „verſchwenden.“ Zum Glücke blieb ſeine Ehe kinderlos, wodurch die Entbehrungen, denen ſich die zwei unglücklichen weiblichen Weſen bloßgeſtellt ſahen, einigermaßen gemindert wurden.. Als Gerſhom ſeinen Geburtsort verließ, hatte er eine Geldſumme von mehr als tauſend Dollars im Betrage,— ſein und ſeiner Schweſter Vermögen,— als er aber Detroit erreichte, beſaß er nicht den zehnten Theil mehr davon. Mehrere Jahre waren auf dieſer Wanderung hingegangen, ſeine Sitten hatten ſich ſtets verſchlimmert und das Geld ſchwand mehr und mehr, wie die Familie der Grenze der Wildniß näher und näher kam. Endlich ſchloß ſich Gerſhom einem Marketender an, welcher mit einer Truppenabtheilung nach Mickelimackinac ging, und als er zuletzt dieſen Ort verließ, beſchloß er, in Canoe an das äußerſte Ende des Michigan⸗ Hier war damals den Ort Fort einem eigenen See's zu ſchiffen, wo jetzt Chicago liegt. ein kleiner Grenzpoſten, und man nannte Dearborn. Als Waring von Mackinaw nach Chicago üherſiedelte, hatte er keinen beſtimmten Plan. Seine Sitten hatten ihn in ſeinem bisherigen Aufenthaltsorte in gänzliche Ungunſt gebracht, und eine gewiſſe Ruheloſigkeit trieb ihn, ſtets weiter in die Wildniß vorzudringen. Die zwei ergebenen Geſchöpfe folgten ihm auf allen ſeinen Wanderungen und theilten ſein Loos— die eine, weil ſie ſein Weib, die andere, weil ſie ſeine Schweſter war. — 92— Als das Canoe an der Mündung des Kalamazoo vor⸗ übertrieb, faßte es ein Sturm und warf es in den Fluß, und da Gerſhom eine verlaſſene Hütte fand, welche eigens zu ſeiner Aufnahme gebaut zu ſein ſchien, landete er und war die letzten vierzehn Tage— denn ſo lange wohnte er an dem Ufer— mit ſeiner Büchſe thätig. Als er von einigen Voya⸗ geurs, die den See hinabgingen, hörte, ein Bienenjäger halte ſich weiter am Fluſſe aufwärts auf, folgte er den Windungen dieſes Waſſers, bis er mit le Bourdon zuſammentraf. Dieß iſt der Umriß der Nachrichten, welche Waring von ſich mittheilte. Er ſprach freilich nicht viel von ſeiner Nei⸗ gung zum Trinken, aber ſein Gefährte konnte aus dem Zuammmenhange der Erzählung, ſowie aus dem, was er ſelbſt geſehen hatte, das Fehlende leicht ergänzen. Der Bienenjäger hielt es für zuverläſſig, daß ſeine ſowie Waring's Pläne für dieſen Sommer durch den Ausbruch der Feindſeligkeiten ernſtlich geſtört ſeien, und daß ſelbſt ihr Leben gefährdet werden könne, wenn ſie ſich nicht zu einem entſchie⸗ denen Schritt entſchlöſſen. Dieß theilte er Gerſhom mit, welcher ſeine Anſichten mit Theilnahme und mit einer Beſorg⸗ niß um ſeine Gattin und Schweſter anhörte, die ſeinem Herzen wenigſtens zu einiger Ehre gereichte. In der That war Gerſhom jetzt zum erſten Male ſeit mehreren Monaten völlig nüchtern,— ein Begebniß, welches nur darin ſeinen Grund hatte, daß es ihm ſeit acht und vierzig Stunden an Feuerwaſſer gebrach. Mit der Wiederkehr eines klaren Kopfes kam ihm auch eine klarere Anſicht von den Schwierigkeiten und Gefahren, in welche er die zwei treu ergebenen Weſen verwickelt hatte, die ihm ſo weit gefolgt waren und bereit ſchienen, ihm bis an das Ende der Welt zu folgen. „Es ſt ſein Gefähr legenheiten ehe es ihn Landes zur Zeiten! Je und weiß n all dieß vor Mißgriffes gen ebenſo „Mein „und Jeder dahin geher Eure Plän ſagt, habt „Gehe ziemlich lee Gut, ſeid. Was mit andert! mand da it men ſoll, ü kann ein 2 „Ihr Mackinaw, heraufgekor brachte, un aber dem gute Geſch kann man Faß anhri jazoo vor⸗ Fluß, und eigens zu und war er an dem gen Voya⸗ jäger halte Windungen nf. baring von ſeiner Nei⸗ aus dem , was er ſeine ſowie sbruch der ihr Leben m entſchie⸗ fhöm mit, er Beſorg⸗ die ſeinem der That Monaten rrin ſeinen tunden an ren Kopfes vierigkeiten nen Weſen und bereit — 93— „Es ſind unruhige Zeiten,“ rief Whiskey Herz, als ihm ſein Gefährte eine kräftige, anſchauliche Schilderung der Ver⸗ legenheiten mitgetheilt hatte, in welche ſie gerathen könnten, ehe es ihnen möglich wäre, in die bewohnteren Theile des Landes zurück zu kommen,—„wahrlich, es ſind unruhige Zeiten! Ich ſehe das Alles, was Ihr da ſagt, recht gut ein und weiß nicht, wie ich mich ſo weit wagen konnte, ohne an all dieß vorher zu denken. Aber der Beſte macht ſich oft eines Mißgriffes ſchuldig, und ich glaube, ich bin berufen, den meini⸗ gen ebenſo gut zu machen wie jeder Andere.“ „Mein Beruf rechtfertigt mich,“ antwortete der Bienenjäger, „und Jeder ſieht ein, daß der, welcher nach Bienen ausſchaut, dahin gehen muß, wo ſie zu finden find, aber ich muß geſtehen, Eure Pläne überragen mein Begriffsvermögen. Wie Ihr mir ſagt, habt Ihr zwei volle Fäßchen Whiskey—“ „Gehabt, Bourdon,— gehabt, das eine iſt, fürchte ich ziemlich leer.“ Gut, gehabt, bis Ihr Euer eigener Kunde geworden ſeid. Was wollt Ihr aber an dem Ausfluß des Kalamazoo mit anderthalb Fäſſern Branntwein, während außer Euch Nie⸗ mand da iſt, der ihn trinkt? Woher der Gewinn hier kom⸗ men ſoll, überſchreitet die Pennſylvaniſche Rechenkunſt, vielleicht kann ein Yankee es ſagen.“ „Ihr vergeßt die Inſchins. Ich fand einen Mann zu Mackinaw, welcher mit nur einem Faß in ſeinem Canpe heraufgekommen war und Felle genug nach Detroit zurück⸗ brachte, um dort einen Gewürzladen zu errichten. Ich folgte aber dem Pfade der Soldaten und glaubte in Fort⸗Dearborn gute Geſchäfte zu machen. Bei Soldaten und Rothhäuten kann man an einem Tag und zu guten Preiſen ein halbes Faß anbringen.“ 1 „Es iſt im beſten Falle ein trauriges Geſchäft, Whiskey Herz, und da Ihr jetzt völlig nüchtern ſeid, laßt Euch meinen Rath gefallen und bleibt nüchtern. Warum faßt Ihr nicht einen mannhaften Entſchluß und gelobt Euch, nie wieder einen Tropfen zu berühren?“ „Ich thu' es vielleicht, wenn jene zwei Fäßchen leer find. Ich habe oft daran gedacht, etwas dieſer Art zu thun, und tauſend Mal haben Dorchen und Blüthe mir gerathen, dieſen Weg einzuſchlagen, es iſt aber ſchwer, alten Gewohnheiten ſo auf einmal zu entſagen. Wenn ich nur auf ein oder zwei Jahre täglich ein Pint(Schoppen) ſchlürfen könnte, möchte ich es wohl allgemach lernen. Ich weiß ſo gut wie Ihr, Bourdon, daß die Nüchternheit etwas Lobenswerthes und die„Ver⸗ ſchwendung“ etwas Schlimmes iſt, es iſt aber ſchmer, auf einmal zu entſagen.“ Wir haben bereits darauf hingedeutet, daß, wenn von „Verſchwendung“ die Rede iſt,„Trunkenheit“ darunter zu verſtehen ſei, der unterrichtete Leſer wird ſich daher nicht wun⸗ dern, wenn Jemand in einer Wildniß von„Verſchwendung“ ſpricht. Dieß iſt amerikaniſche Sprechweiſe. Es kann Jemand ungemein verſchwenderiſch ſein, ohne je etwas anderes als Waſſer zu trinken, die halbe Bevölkerung des Landes würde aber dabei beharren, es ſei unrecht, einen ſolchen Mann einen Verſchwender zu nennen. Vielleicht liegt der Grund eines olchen Sprachgebrauchs darin, daß man in dem Lande kaum von einer Verſchwendung weiß, welche nicht mit ſtarkem Trin⸗ ken zuſammenhinge.— ce Bourdon fühlte ſich durch die Ausflüchte ſeines Gefähr⸗ ten mehr, als dieß ſonſt der Fall geweſen wäre, veranlaßt, über die Lage Waring's nachzudenken. Abgeſehen a von allen Rückſichten der Seinige des Landes waren. B Charakterfe Rechenſchaf hatte ihn welches ſei welches er gelehrt, ſe auszuführe Währe überdachte und die Ar was zu thl Er lit ſondern b⸗ Männer ir vermied, a Augenblick der Zufall fft, Whiskey Euch meinen ßt Ihr nicht wieder einen en leer ſind. thun, und athen, dieſen ohnheiten ſo r zwei Jahre nöchte ich es r, Bourdon, die„Ver⸗ ſchwer, auf wenn von darunter zu nicht wun⸗ chwendung“ ann Jemand anderes als indes würde Mann einen Grund eines Lande kaum arkem Trin⸗ nes Gefähr⸗ veranlaßt, n von allen Rückſichten auf des Mannes eigener Wohlfahrt und das Glück der Seinigen, gab es Andere, welche in dem jetzigen Zuſtande des Landes von der gemeinſchaftlichen Sicherheit unzertrennlich waren. Boden war ein Mann von Entſchloſſenheit und Cbarakterfeſtigkeit und wußte ſich über Urſachen und Folgen Rechenſchaft zu geben. Die Gewohnheit, allein zu leben, hatte ihn zum Nachdenken geführt, und das Selbſtvertrauen, welches ſein einſames Leben zur Folge hatte,— ein Leben, welches er faſt leibenſchaftlich liebte, hatte ihn längſt gelehrt, ſeine Entſchlüſſe vorſichtig zu faſſen, aber ſie raſch auszuführen. Während ſie daher miteinander den Fluß hinabfuhren, überdachte er mit großer Sorgfalt und Umſicht den Zuſtand und die Ausſichten Gerſhom Waring's und beſchloß bei ſich, was zu thun ſei, und in welcher Art es zu thun ſei. Er ließ jedoch von ſeinem Entſchluſſe nichts verlauten, ſondern beſprach die manchfachen Gegenſtände, welche für Männer in ihrer Lage anziehend ſein konnten, während er es vermied, auf den anzuſpielen, welcher wahrſcheinlich in dieſem Augenblicke für Beide wichtiger war, als jeder andere, welchen der Zufall ihnen darbieten mochte. 96— Fünftes Kapitel, Er war ein Jüngling von bohem Stand, Und du ſcheinſt von niederm mir; Der Stolz ſtürzt ſo tief das Vaterland, Drum hol'’ deinen alten Mantel dir. Shakſpeare Das Canoe erreichte die Mündung des Fluſſes erſt am Abende des dritten Tages nach der Abfahrt von dem Shanty. Nicht ſowohl die Entfernung, obgleich dieſe beträchtlich war, als die Hemmniſſe, welche ſich unterwegs fanden, ließen die Reiſenden das Ziel ihrer Fahrt ſo ſpät erreichen. Wie ſie ſich dem Platze mehr und mehr näherten, wo Gerſhom ſein Weib und ſeine Schweſter zurückgelaſſen hatte, gewahrte le Bourdon bei ſeinem Gefährten Zeichen einer Theilnahme an der Wohlfahrt der Seinigen, ſo wie eine gewiſſe fieberhafte Unruhe, als möchte ihnen ein Unglück begegnet ſein, welche ſeinem Herzen wenigſtens zur Ehre gereichten, was man auch gegen die Klugheit und Sorgfalt eines Mannes ſagen konnte, welcher zwei weibliche Weſen in einer ſolchen Wildniß allein ließ. „Ich fürchte, der Menſch vergißt ſeiner Pflichten leichter, als er ſollte, wenn er geiſtige Getränke zu ſich genommen hat,“ ſagte Whiskey Herz, als das Canoe eben die letzte Land⸗ ſpitze umſchiffte und die Waldhütte ſichtbar ward,„ſonſt hätte ich zwei weibliche Geſchöpfe nie an einem ſo einſamen Platze allein gelaſſen. Gott ſei gelobt! dort iſt jedenfalls das Shanty, und dort ſteigt auch Rauch daraus auf, wenn mich meine Augen nicht täuſchen. Seht doch hin, Bourdon, den mir iſt es, als ſeien meine Augen umnebelt.“ 1 „Do aus ihr „Da und Bru Bruſt zu ein Feuer ſonſt anz Jahresze leid ſein Frauenvui heit zu nicht.“ „Oi niß, Ger „De wäre nic reiſen ni Ger wie Jem Bienenja und daß Gefühle ſchaute f auf einen Ufer auf fällig de „d iſt Dorch der Zeit meines 253 bohem Stand, derm mir; Vaterland, Mantel dir. Shakſpeare iſſes erſt am dem Shanty. tächtlich war, n, ließen die hden. Wie ſie Gerſhom ſein e, gewahrte Theilnahme ſſe fieberhafte ſein, welche as man auch agen konnte, en Wildniß hten leichter, h genommen letzte Land⸗ ard,„ſonſt ſo einſamen denfalls das wenn mich urdon, denn — 97— „Dort iſt die Hütte, und es ſteigt, wie Ihr ſagt, Rauch aus ihr empor.“ „Das klingt tröſtlich!“ rief der pflichtvergeſſene Gatte und Bruder mit einem Seufzer, welcher eine ſchwer befaßte Bruſt zu erleichtern ſchien.„Ja, das klingt tröſtlich! Wenn ein Feuer dort brennt, fehlen gewiß auch die nicht, welche es ſonſt anzumachen pflegten, überdieß deutet ein Feuer in dieſer Jahreszeit an, daß etwas dort zu eſſen iſt. Es würde mir leid ſein, Bourdon, wenn ich denken müßte, ich hätte das Frauenvolk ohne Nahrung gelaſſen, obgleich ich mich, die Wahr⸗ heit zu ſagen, nicht erinnere, ob ich es gethan habe oder nicht.“ „Die Trinker haben gewöhnlich ein ſehr ſchlechtes Gedächt⸗ niß, Gerſhom.“ „Das iſt wahr,— ja, ich gebe das zu und wollte, es wäre nicht ſo wahr, als es iſt, aber Vernunft und Feuerwaſſer reiſen nicht weit miteinander— Gerſhom ſchwieg plötzlich und ließ ſein Ruder ſinken, wie Jemand, den eine todtliche Schwäche überfallen hat. Der Bienenjäger ſah, daß ihn etwas Unerwartetes bewältigt hatte und daß der Grund, welcher Art er auch ſein mochte, ſeine Gefühle im höchſten Grade aufgeregt haben mußte. Le Bourdon ſchaute ſich eifrig nach einer Erklärung um, und ſah ein Weib auf einer Landſpitze— von der aus man den Fluß und die Ufer auf eine weite Strecke hin überblickte— ſtehen, und augen⸗ fällig des Herankommens des Canoes harren. „Dort iſt ſie,“ ſagte Gerſhom in gedämpftem Tone,„das iſt Dorchen, und ich ſchwöre darauf, dort ſtand ſie die Hälfte der Zeit meiner Abweſenheit und wartete, um den erſten Blick meines unſeligen Selbſts zu erhaſchen, wenn es zu ihr zurück⸗ 253— 255. 7 — 95— kehrte. So ſind die Frauen, Bourdon, und Gott möge es mir verzeihen, wenn ich je ihre Natur vergeſſen habe, während ich verpflichtet war, derſelben zu gedenken. Aber wir haben Alle unſere ſchwachen Augenblicke und ich hoffe, die meinigen werden mir nicht ſtrenger angerechnet werden, als es bei Andern der Fall iſt.“ „So ſeh' ich Euch gern, Gerſhom, und dieſer Augen⸗ blick macht mich faſt zu Euerem Freunde. Der Mann, für welchen ein Weib ſo beſorgt ſein kann,— dem eine Frau— nein, Frauen, denn Ihr ſagtet mir, Eure Schweſter gelte gleichfalls als ein Glied Euerer Familie,— der Mann, dem anſtändige Frauen an einen Ort, wie dieſer, folgen können, muß gute Eigenſchaften haben. Jenes Weib weint, und gewiß weint ſie vor Freude über Euere Rückkehr.“ „Das würde Dorchen ſehr ähnlich ſehen, ſie hat dieß ſchon früher gethan und ich zweifle nicht, daß ſie es wieder thut,“ verſetzte Waring, und die Anſtrengung, welche es ihn koſtete, zu ſprechen, ohne ſeine Erregung zu verrathen, erſtickte ihn faſt.„Wendet das Canoe der Landſpitze zu und laßt mich dort ausſteigen. Ich muß hinauf und der armen Dor⸗ chen ein freundliches Wort ſagen. Ihr könnt indeſſen weiter rudern und Blüthe ſagen, daß ich in der Nähe bin.“ Der Bienenjäger willigte ſchweigend ein und während er fort ruderte, blickte er neugierig die Uferſteile hinauf, um zu ſehen, wie das Weib wohl ausſehe, das Whiskey Herz zur Gattin erkoren. Zu ſeinem Erſtaunen war Dorothea Waring nicht nur anſtändig, ſondern zierlich gekleidet und hatte das Anſehen, als wenn ſie— in der Hoffnung, ihren leichtſinnigen, unglücklichen Gatten bei der Rückkehr in ſeine Wald⸗Heimath zu bewillkommen— auf ihre aͤußere Erſcheinung viele Sorgfalt verwendet jäger, wa hielt ihn zu laſſen. Währ entgegen z telbar unt der er als Viell anderen( welcher de ihm nun angehörig Da d ten beina und da ſie von den erſcheinen, ſie le Bou Mar der Farbe Familien⸗ immer im jeder Witt durchſichtig finden ern ihrer Lipd geſchickteſt haben. Ihre tt möge es de, während wir haben ie meinigen als es bei eſer Augen⸗ Mann, für ne Frau— weſter gelte Mann, dem gen können, und gewiß ie hat dieß le es wieder elche es ihn hen, erſtickte u und laßt armen Dor⸗ deſſen weiter n.⸗ während er auf, um zu ey Herz zur hea Waring id hatte das eichtſinnigen, ald⸗Heimath iele Sorgfalt — 99— verwendet hätte. Dieß ſagte ein raſcher Blick dem Bienen⸗ jäger, während ſein Gefährte landete, denn das Zartgefühl hielt ihn ab, ſeinen Blick länger auf dem Weibe verweilen zu laſſen. Während Gerſhom das Ufer hinanſtieg, um ſeiner Frau entgegen zu gehen, ruderte le Bourdon weiter und legte unmit⸗ telbar unter dem Wäldchen an, in welchem die Hütte ſtand, der er alsbald entgegen ſchritt. Vielleicht ließ ihn ſeine lange Abſcheidung von dem anderen Geſchlechte, wenigſtens von dem Theile deſſelben, welcher den Bienenjäger anziehen konnte, das Weſen, das ihm nun entgegen trat, faſt als einer ihm unbekannten Welt angehörig erſcheinen. Da dieß Margaret Waring war, die von ihren Bekann⸗ ten beinahe übereinſtimmend die„Blüthe“ genannt wurde, und da ſie beſtimmt iſt, eine wichtige Rolle in dieſer Geſchichte von den„Lichtungen“ zu ſpielen, wird es nicht unpaſſend erſcheinen, wenn wir ſie in wenigen Zügen ſo ſchildern, wie ſie le Bourdon in dieſem Augenblick entgegen trat. Margaret Waring hatte hinſichtlich der Geſichtsfarbe, der Farbe des Haares und des Geſichtsumriſſes eine ſtarke Familien⸗Aehnlichkeit mit ihrem Bruder. Obgleich ſie faſt immer im Freien und während ihres langen Wanderlebens jeder Witterung bloßgeſtellt war, hatte ihre Haut jenes klare, durchſichtige Weiß, wie man es in dem Geſellſchaftsſaale zu finden erwartet, nicht aber in einer Wildniß, und die Farbe ihrer Lippen und Waugen wiederzugeben würde ſelbſt der geſchickteſte Maler für eine unerreichbare Aufgabe gehalten haben. Ihre Geſichtszüge hatten die feingeſchnittenen Umriſſe, 7* — 100— welche bei ihrem Bruder ſo ſehr auffielen, während in ihrem Geſichte neben dem ſanftern Ausdrucke ihres Geſchlechtes und ihres Alters Alles auf phyſiſche und moraliſche Geſundheit hindeutete, ſo daß Nichts die Regelmäßigkeit und den Zauber deſſelben ſtörte. Ihr Auge war blau und ihr Haar näherte ſich der Goldfarbe, ſo weit, als dieß nur bei menſchlichem Haare denkbar iſt. Ein wechſelvolles Leben, ſtete Bewegung und faſt ununter⸗ brochenes Leben im Freien hatte dieſem ungemein reizenden Mädchen nicht nur Geſundheit, ſondern auch alle ſichtbaren Zeichen derſelben verliehen. Dennoch konnte man durchaus nichts rauhes oder irgend eine Spur gewahren, welche dakauf hindeutete, daß ſie an die Arbeit gewöhnt ſei, obgleich ein aufmerkſamer Beobachter es den Händen vielleicht anſehen mochte, daß ſie dieſelben nicht zu ſchonen pflegte, wenn ſich eine Gelegenheit bot, ſie zu brauchen. In dieſer Beziehung war ihr vielleicht das umſchweifende Leben ihres Bruders zu ſtatten gekommen, da es ſie gehindert hatte, ſich in der Weiſe zu beſchäftigen, welche ihren Lebensverhältniſſen ange⸗ meſſen war. 3 Dennoch zeigte Margaret jene glückliche Miſchung von Zartheit und phyſiſcher Kraft, welche vielleicht bei amerika⸗ niſchen Mädchen ihres Standes öfter gefunden wird, als bei den Mädchen irgend einer andern Nation, und bei weitem öfter, als bei der jungen Amerikanerin, welche der Nothwen⸗ digkeit zu arbeiten überhoben iſt. 3 Das Geſicht dieſes ſchönen Weſens drückte, als ſich ihr ein Fremder näherte Erſtaunen und Freude aus,— Erſtaunen, daß Gerſhom in einer ſolchen Wildniß Jemanden begegnet ſein konnte,— und Freude, daß der Fremde ein weißer Mann war und, ſchaft für! „Ihr Hand des achtungsvo zweifelhaft ſo zu empf ſo oft und „Ihr Margaret Blicke mi daß er zu Schweſter wir für e „Die noch einen „Eir ich. Nier dem Bien den Lichtt „Ja⸗ hier in „W wir habe hier am ſo fürchte „Er Fäſſern nichte, e Ein ud in ihrem hlechtes und Geſundheit den Zauber Haar näherte menſchlichem faſt ununter⸗ ein reizenden lle ſichtbaren an durchaus velche darauf obgleich ein eicht anſehen te, wenn ſich eer Beziehung s Bruders zu ſich in der ltniſſen ange⸗ Miſchung von bei amerika⸗ wird, als bei id bei weitem der Nothwen⸗ , als ſich ihr — Erſtaunen, inden begegnet weißer Mann — 11= war und, wie der Augenſchein ergab, ihres Bruders Leiden⸗ ſchaft für das Feuerwaſſer nicht theilte. „Ihr ſeid Blüthe,“ ſagte der Bienenjäger und faßte die Hand des halb widerſtrebenden Mädchens ſo freundlich und achtungsvoll, daß ſie ſie nicht zurückziehen konnte, während ſie zweifelhaft war, ob es ſchicklich ſei, einen völlig Unbekannten ſo zu empfangen,—„die Blüthe, von welcher Gerſhom Waring ſo oft und ſo liebevoll ſpricht?“ „Ihr ſeid alſo meines Bruders Freund?“ Margaret mit einem ſo holden Lächeln, daß le Bourdon's Blicke mit Entzücken an ihr hingen.„Wie freuen wir uns, daß er zurück gekommen iſt! Fünf ſchreckliche Nächte ſind Schweſter und ich hier allein geweſen, und jeden Buſch haben wir für einen rothen Mann angeſehen.“ „Die Gefahr iſt jetzt vorüber, Blüthe, Ihr habt aber noch einen Feind hier, welcher beſiegt werden muß.“ „Einen Feind? Es iſt Niemand hier als Dorchen und ich. Niemand iſt in unſerer Nähe geweſen, ſeit Gerſhom nach dem Bienenjäger auszog, welcher, wie wir hörten, droben in den Lichtungen war. Seid Ihr dieſer Bienenjäger?“ „Ja, ſchöne Blüthe, und ich ſage Euch, es iſt ein Feind hier in Euerer Hütte, und er muß beſeitigt werden.“ „Wir fürchten keine Feinde als die rothen Männer, und wir haben einige von ihnen zu Geſicht bekommen, ſeit wir hier am Fluſſe wohnen. Wie heißt der Feind, welchen Ihr ſo fürchtet, und wo iſt er zu finden?“ „Er heißt Whiskey und iſt irgendwo in jener Hütte in Fäſſern verſteckt. Zeigt mir die Stelle, damit ich ihn ver⸗ nichte, ehe ſein Freund ihm zu Hilfe kommt.“ Ein Strahl plötzlichen Verſtändniſſes flog über das Ant⸗ antwortete litz des ſchönen, jungen Weſens⸗ Zuerſt ward ſie glühend roth, dann überzog Todtenbläſſe ihr Geſicht. Sie drückte die Hand krampfhaft auf ihre Bruſt, und ſtand unentſchloſſen da, jetzt den hübſchen und, wie es ſchien, wohlmeinenden Fremden vor ihr betrachtend, dann ernſt auf die noch fernen Geſtalten ihres Bruders und ihrer„Schweſter“ blickend, welche der Hütte langſam entgegen ſchritten. „Wagt Ihr es?“ fragte Margaret endlich, indem ſie auf ihren Bruder deutete. „Ich wage es, er iſt jetzt völlig nüchtern und man kann mit ihm ſprechen. Um unſer Aller willen laßt uns dieſen Augenblick benützen.“ „Er hat den Whiskey in zwei kleinen Fäſſern, die Ihr unter dem Schuppen hinter der Hütte finden werdet.“ Bei dieſen Worten bedeckte das Mädchen ihr Antlitz mit beiden Händen und ſank auf einen Stuhl, als fürchte ſie, Zeuge von dem zu ſein, was nun folgen ſollte. Le Bourdon zögerte keinen Augenblick. Er ſchritt durch eine zweite⸗Thüre, welche ſich auf der Hinterſeite der Hütte öffnete. Hier lagen die zwei Fäßchen und eine Axt daneben. Sein erſter Entſchluß war, den Boden der Fäſſer da, wie ſie lagen, einzuſchlagen, das Nachdenken eines Angenblicks aber ſagte ihm, daß der Geruch in ſo unmittelbarer Nähe der Hütte Allen unangenehm ſein und den Eigenthümer des Getränkes nur noch mehr erbittern müſſe. Er blickte daher nach Mitteln umher, die Fäſſer wegzuſchaffen, um ſie in einiger Entfernung von dem Shanty zu zertrümmern. Glücklicherweiſe ſtand die Hütte des Wäldlers auf der Klippe eines ſteilen Abhangs, an deſſen Fuß ein ſprudelnder Bach floß. Zu jeder andern Zeit würde der Bienenjäger daran gedacht hal aber, keine Er fa den Abhan Es war d Getränkes, rollte. Au ſtück, die? ſtock und Augenblich Der Freude, mit innig war das ſellte, und „Da raſch, es Der an den 2 haben, u bald ſch. Dieß zw ſprang i Gewichts zerſchmet Die Reife un mer des nicht we e glühend drückte die hloſſen da, n Fremden Geſtalten welche der dem ſie auf man kann uns dieſen n, die Ihr t.“ Antlitz mit fürchte ſie, de Bourdon beite Thüre, Hier lagen er Entſchluß nzuſchlagen, n, daß der unangenehm noch mehr umher, die ng von dem ers auf der ſprudelnder njäger daran gedacht haben, die Fäſſer zu ſchonen, der Augenblick drängte aber, keine Sekunde war zu verlieren. Er faßte das nächſte Fäßchen, rollte es ohne Mühe an den Abhang und gab ihm einen kräftigen Stoß mit dem Fuße. Es war das halbgeleerte Faß, Ben hörte das Spülen des Getränkes, welches es noch enthielt, als es raſch abwärts rollte. Auf der Hälfte des Abhanges ſtieß es wieder ein Fels⸗ ſtück, die Reife ſprangen, die Dauben flogen über den Klippen⸗ ſtock und das Waſſer des Baches brauſte in dem nächſten Augenblicke über alles das weg, was von dem Faſſe übrig war. Der Bienenjäger hörte hinter ſich einen leiſen Ausruf der Freude, und als er ſich umblickte, ſah er Margaret, welche mit inniger Theilnahme auf ſein Thun achtete. Ihr Lächeln war das des Entzückens, dem ſich ein leichter Schrecken zuge⸗ ſellte, und kaum hörbar flüſterte ſie: „Das andere,— das andere, es iſt das volle. Seid raſch, es iſt kein Augenblick zu verlieren.“ Der Bienenjäger ergriff das zweite Fäßchen und rollte es an den Abhang der Felſen. Es ließ ſich nicht ſo leicht hand⸗ haben, wie das erſte, ſeine Kraft war aber ausreichend, und bald ſchoß es den Abhang nieder, ſeinem Genoſſen nach. Dieß zweite Faß ſtieß, wie das erſte, an der Klippe an, ſprang über dieſe weg und wurde, in Folge ſeines größern Gewichts, an dem Fuße der Felſen in tauſend Stücke zerſchmettert. Dieſes Fäßchen zerſchellte nicht nur in Stücke, ſondern Reife und Dauben flogen in den Bach und trieben die Trüm⸗ mer des vorigen vor ſich hin, bis Alles in den von der Hütte nicht weit entfernten See geſpült wurde. „Dieſe Arbeit iſt glücklich abgethan!“ rief le Bourdon, — 104— als die letzten Faßtrümmer verſchwanden.„Dieſes Getränk wird keinen Menſchen mehr in ein Thier umwandeln.“ „Gott ſei gelobt!“ flüſterte Margaret.„Er iſt, wenn er getrunken hat, ein ganz anderer Menſch, Fremder, als wenn er nüchtern iſt. Die Vorſehung hat Euch geſendet, um uns dieſe Wohlthat zu erzeigen.“ „Ich glaube dieß gern, denn wir ſind Alle in ihrer Hand. Ihr dürft mich aber nicht„Fremder“ nennen, holde Margaret, denn da wir jetzt dieſes Geheimniß unter uns theilen, kann ich Euch nicht mehr fremd ſein.“ Das Maädchen lächelte und erröthete, dann ſchien ſie gewillt, eine Frage laut werden zu laſſen. Mittlerweile hatten ſie den Schuppen verlaſſen, traten in die Hütte und ſetzten ſich, der Ankunft Gerſhom's und ſeiner Frau gewärtig. Bald kam dieſe in die Wohnung, und das Geſicht des guten Weibes ſtrahlte von einer Freude, welche ſie nicht zu verbergen ſuchte. Dorchen war nicht ſo ſchön, wie ihre Schwägerin, dennoch war ſie ein hübſches Weib, obgleich Spuren des Kummers nicht zu verkennen waren. Sie war noch jung, und würde ſich jetzt in der vollen Blüthe des Lebens gezeigt haben, wenn Gerſhom's unſelige Leidenſchaft nicht ſchwer auf ihrem Herzen gelaſtet hätte. Die Freude jedoch, welche die Bruſt der Gattin erfüllte, ſtrahlte jetzt auf ihrem Antlitze wider, und ſie begrüßte le Bourdon herzlich, als fühlte ſie, daß er ſich ihrem Manne nützlich erwieſen. Seit Monaten ſah ſie Gerſhom dieſen Abend zum erſten Male wieder, ganz ſo, wie ſie ihn früher gekannt hatte. „Ich habe Dorchen alle unſere Abenteuer erzählt, Bour⸗ don,“ ſagte Gerſhom, ſobald die kurze Begrüßung vorüber war,„und wie ſie mir ſagt, ſteht hier herum Alles gut. Drei Canves m. herabgekor ſie haben brannte, wenn ſie „Da garet,„d Auge, ur gewiß get zu Geſick des Land ihnen eir wie der Gefühl z „Ho lich weit Canoe h nach ein „Er ſo vor. füllt, in zuletzt ke Meile v anderen Männer lich, daß Wi erglühte derbar f irgend s Getränk n.“ iſt, wenn als wenn t, um uns ee in ihrer inen, holde unter uns ſchien ſie weile hatten und ſetzten irtig. Bald uten Weibes rgen ſuchte. rin, dennoch 3 Kummers und würde haben, wenn hrem Herzen t der Gattin ſie begrüßte prem Manne dieſen Abend üher gekannt zählt, Bour⸗ ung vorüber es gut. Drei — 105— Canves mit Inſchins ſind erſt dieſen Nachmittag den Fluß herabgekommen und in den See eingelaufen, wie ſie mir ſagt, ſie haben aber den Rauch nicht geſehen, weil das Feuer nicht brannte, und müſſen die Hütte für verlaſſen gehalten haben, wenn ſie ſie überhaupt bemerkt haben.“ „Das Letztere iſt das wahrſcheinlichſte,“ bemerkte Mar⸗ garet,„deun ich hatte ſie von den Buchen am Ufer aus im Auge, und ſie ſahen weder, noch deuteten ſie herauf, wie ſie gewiß gethan hätten, wenn Einem aͤus der Schaar die Hütte zu Geſicht gekommen wäre. Gebände ſind in dieſem Theile des Landes nicht ſo häufig, daß Reiſende vorüberfahren, ohne ihnen einen Blick zuzuwerfen. Der Indianer iſt ſo neugierig, wie der weiße Mann, obgleich er ſich oft bemüht, ein ſolches Gefühl zu verſtecken.“ „Haſt du nicht geſagt, Blüthe, eines der Boote ſei ziem⸗ lich weit hinter dem andern geweſen, und ein Krieger in dieſem Canoe habe zu dieſem Wäldchen aufgeblickt, als ſehe er ſich nach einer Hütte um?“ fragte Dorothea. „Entweder war es ſo, oder meine Angſt ſpiegelte es mir ſo vor. Die zwei erſten Boote waren mit Indianern ange⸗ füllt, in jedem mochten ſich acht beſinden, in dem, welches zuletzt kam, waren nur vier Krieger. Sie ſtanden etwa eine Meile von einander, und das letzte Canoe war bemüht, die anderen einzuholen. Wie es mir ſchien, hielt nur die Eile die Männer in dem letzten Canoe ab, hier zu landen, es iſt aber mög⸗ lich, daß die Furcht mich verleitete, etwas dieſer Ark zu glauben.“ Wie die Wange des reizenden Mädchens in der Erregung erglühte und ihr Antlitz ſich belebte, erſchien Margaret wun⸗ derbar ſchön, wie es dem Bienenjäger vorkam, ſchöner, als irgend ein weibliches Weſen, das er je geſehen. Aber ihre — 106— Worte prägten ſich ihm ebenſo tief ein, wie ihre Blicke, denn er begriff ſogleich, wie wichtig ein ſolches Ereigniß für Leute in ihrer Lage ſein mußte. Der Wind erhob ſich vom See her und blies den Canoes „in die Naſe,“ wenn er die Wilden zwang, einen Hafen auf⸗ zuſuchen, kehrten ſie vielleicht an den Ausfluß des Kalamazoo zurück,— ein Schritt, welcher das Leben von ihnen Allen gefährden konnte, wenn dieſe Indianer zu denen gehörten, welche, wie man wohl Grund hatte anzunehmen, in brittiſchem Solde ſtanden.— In friedlichen Zeiten war der Verkehr zwiſchen den weißen Menſchen und den Rothhäuten gewöhnlich ein freundſchaftlicher und führte ſelten zu Gewaltthätigkeiten, das Feuerwaſſer hätte denn ſeine gewohnte Wirkung thun müſſen, da aber jetzt ein Preis auf Scalpe geſetzt war und die Feindſeligkeiten begonnen hatten, war der Stand der Dinge bedeutend geändert. Hier war alſo Vorſicht nöthig, und da der Abend herannahte, durfte man keine Zeit verlieren. Die Ufer des Michigan ſind im Allgemeinen niedrig und ſichere Buchten weder zahlreich noch leicht zugänglich. Es dürfte in der That ſchwer ſein, in irgend einem andern Theile der Welt einen ſo ausgedehnten Küſtenſtrich zu finden, welcher ſo wenig Schutz für den Schiffer bietet, wie der des Michigan. Allerdings ergießen ſich ziemlich viele Flüſſe in ihn, gewöhn⸗ lich aber haben ſie Sandbänke, und es iſt nicht leicht, einzu⸗ laufen. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat in tauſend Beziehungen eine unumſchränkte Gewalt, denn die Verfaſſung iſt ein dehnbarer Handſchuh, den man jeder Hand anpaſſen kann. Demzufolge kann ſie auch Häfen ſchaffen, wo * die Natur es verſäumte, eine ſolche nützliche Einrichtung zu treffen. plump, o keit, wel Gewohnh umherzuf uneigennt Gewalt, Häfen zu großen, phyſiſchen beſtellte und alle ſchmackte wenn ſie Seeen al nöthig it greß iſt erhalten Schiffe und zwo nicht zu Wenn u faſſen, n weisbar⸗ Ker De er für Es gal Zuflucht wurde, Blicke, denn ß für Leute den Canoes Hafen auf⸗ Kalamazoo ihnen Allen n gehörten, nbrittiſchem nden weißen ndſchaftlicher waſſer hätte ber jetzt ein ten begonnen indert. Hier nahte, durfte niedrig und änglich. Es undern Theile nden, welcher hes Michigan. ihn, gewöhn⸗ leicht, einzu⸗ aten hat in it, denn die n jeder Hand mſchaffen, wo inrichtung zu — 107— treffen. Die ſchaffenden Hände ſind aber zuweilen ein wenig ,oder beſitzen doch nicht jene Gewandtheit und Leichtig⸗ plump keit, welche man bei Leuten vorauszuſetzen pflegt, die die Gewohnheit haben, für ihre Sonderzwecke in fremden Taſchen umherzufahren. Jedenfalls dürfte es ſchwer halten, einen uneigennützigen, umſichtigen Mann zu bereden, eine politiſche Gewalt, welche das Handelsweſen zu ordnen hat, ſei dazu da, Häfen zu ſchaffen; dort handelt es ſich größtentheils von einem großen, moraliſchen Zwecke, hier aber von einem ausſchließlich phyſiſchen, denn ſonſt müßte die zur Förderung des Handels beſtellte Behörde auch für Waarenhäuſer, Krahnen, Wagen und alles das ſorgen, was den Handel berührt. Noch abge⸗ ſchmackter aber muß dieſer Mißgriff der Verfaſſung erſcheinen⸗ wenn ſich die Mittel, dem Mangel an Häfen auf den großen Seeen abzuhelfen, ſo zu ſagen, von ſelbſt darbieten und es nicht nöthig iſt, den Nationalſchatz deßhalb zu belaſten. Der Con⸗ greß iſt offenbar ermächtigt, eine Flotte zu ſchaffen und zu erhalten, folglich auch die nöthigen Zufluchtsorte für die Schiffe zu bereiten. Da ein Kriegsſchiff eines Hafens bedarf, und zwar eines beſſern Hafens als ein Handelsſchiff, ſo dürfte nicht zu zweifeln ſein, welche Behörde hier einſchreiten muß. Wenn unſere klugen Staatsmänner dieſe Frage in das Auge faſſen, werden ſich ihnen in dem Gefolge derſelben auch die unab⸗ weisbaren Gründe zu Gunſten der Leuchtthürme darbieten.— Kehren wir jedoch zu unſerer Erzählung zurück. Der Kalamazoo war für Canoes leicht zugänglich, obgleich er für größere Schiffe kaum einen ausreichenden Schutz bot. Es gab auf mehrere Meilen nach Süden hin keinen andern Zufluchtsort für die Wilden, und wenn der Wind ſtärker wurde, wozu alle Anzeichen vorhanden waren, ſo war es — 198— nicht nur möglich, ſondern ſehr wahrſcheinlich, daß die Canoes zurückkehrten. Nach der Erzählung der beiden Frauen waren ſie erſt vor zwei Stunden vorübergekommen, und ſeitdem hatte der Wind allmählich an Stärke zugenommen. In der That war es nicht unwahrſcheinlich, daß die Aufmerkſamkeit, welche die Krieger in den letzten Canoes dem Ufer bewieſen hatten, ſich auf dieſen Stand des Wetters bezog, und die Eile, mit welcher ſie ihre Begleiter einzuholen ſuchten, mochte wohl mit ihrem Wunſche zuſammenhängen, ſie zu veranlaſſen, einen ſolchen Zufluchtsort aufzuſuchen. Alles dieß ſtellte ſich dem Geiſte des Bienenjägers unmit⸗ telbar dar und wurde von der Geſellſchaft freimüthig und nicht ohne ernſte Beſorgniß beſprochen. Von einem Höhepunkt aus— wir bitten den Leſer, den Ausdruck„Höhepunkt“ vergleichsweiſe zu deuten— konnte man das Geſtade des See's auf eine bedeutende Strecke hin überſehen. Dahin eilte jetzt Margaret, um nach den Canges auszuſchauen. Boden begleitete ſie, und ſie ſchritten neben einander in kaum gebornem, aber innigem und wachſendem Vertrauen, das um ſo größer war, als ſie ein gemeinſchaft⸗ liches Geheimniß bewahrten, der Anhöhe zu. „Der Bruder muß viel beſſer ſein, als er ſeit langer Zeit war,“ bemerkte das Mädchen, während ſie entlang eilte, „denn er dachte noch nicht daran, den Schuppen zu beſuchen. Ehe er in die Lichtungen ging, kam er nie in das Haus, ohne zu trinken, und oft ſetzte er den Becher dreimal in der erſten halben Stunde an den Mund. Jetzt ſcheint er der kleinen Fäſſer ganz vergeſſen zu haben.“ „Das Beſte iſt, daß er Nichts finden wird, wenn er wieder in iſt eines Mittel ni „Ge getrunken Tone.„ auf dem „Zc ſchlechter los, ich Dorothe ihre Ve⸗ auf ſole Herz br „d garet, mein C oder he kommen „2 wir der Bosque Nähzeu 1 1 Zeit d geſeher komme zum A 7 die Canoes en ſie erſt hatte der That war welche die atten, ſich Eile, mit e wohl mit ſſen, einen gers unmit⸗ nüthig und a Leſer, den — konnte Strecke hin den Canoes ritten neben wachſendem gemeinſchaft⸗ ſeit langer entlang eilte, zu beſuchen. 3 Haus, ohne in der erſten r der kleinen rd, wenn er —-— 109— wieder in ſeine alte Gewohnheit ſollte verfallen wollen. Man iſt eines Trinkers nie ſicher, ſo lange man ihm nicht alle Mittel nimmt, ſeine Gelüſte zu befriedigen.“ „Gerſhom iſt ein ganz anderer Menſch, wenn er nicht getrunken hat,“ erwiederte die Schweſter in einem rührenden Tone.„Wir lieben ihn und thun alles Mögliche, um ihn auf dem rechten Wege zu erhalten, aber es iſt ſchwer.“ „Ich wundere mich, daß Ihr mit einem Manne von ſchlechten Sitten in die Wildniß wandern mochtet.“ „Warum nicht? Er iſt mein Bruder, und ich bin eltern⸗ los, ich habe Niemanden, als ihn. Und was ſollte aus Dorothea werden, wenn auch ich ſie verließe? Faſt alle ihre Verwandten haben ſich von ihr gewendet, ſeit Gerſhom auf ſolche Abwege gerieth, und es würde ihr vollends das Herz brechen, wenn ich ſie verließ.“ „Dieß Alles ſpricht ſehr zu Euern Gunſten, ſchöne Mar⸗ garet, es iſt aber dennoch überraſchend— ah, dort liegt mein Canoe Angeſichts eines Jeden, der den Fluß herauf⸗ oder herabkommt, das muß verſteckt werden, mögen Wilde kommen oder nicht.“ „Wir haben nur noch wenige Schritte zu der Stelle, wo wir den See überſchauen können,— gerade dort hinter jener Bosquet⸗Eiche. Manche Stunde ſaß ich dort mit meinem Nähzeuge, während Gerſhom in die Lichtungen gegangen war.“ „Und wo war Dorchen, während Ihr hier weiltet?“ „Das arme Dorchen! Ich glaube, ſie brachte die halbe Zeit drüben an dem Buchenbaume zu, wo Ihr ſie zuerſt geſehen, und blickte flußaufwärts, ob der Bruder noch nicht komme. Es iſt ſchrecklich für ein Weib, einen Müßiggänger zum Manne zu haben.“ — 110— „Ich hoffe, dieß wird nie Euer Loos ſein, ſchöne Mar⸗ garet, und ich glaube, es kann Euer Lvos nicht ſein.“ Margaret antwortete nicht, obgleich aber der junge Mann mit gedämpfterer Stimme ſprach, als er bisher geſprochen hatte, mußten ſeine Worte doch gehört worden ſein, denn das reizende Mädchen ſenkte die Blicke und erröthete. Zum Glück hatten ſie den Baum jetzt erreicht, und ihre Unterhaltung wendete ſich natürlich dem Gegenſtande zu, wel⸗ cher ſie hierher geführt hatte. Drei Canoes waren zu ſehen, ſie ſtanden dicht an dem Lande, aber ſo fern, daß es eine Zeit lang zweifelhaft war, in welcher Richtung ſie ruderten. Zuerſt ſagte der Bienen⸗ jäger, ſie hielten noch langſam nach ſüdwärts ab, da er aber ſein kleines Fernrohr ſtets bei ſich trug, richtete er dieſes auf die Boote, und überzeugte ſich alsbald, daß die Wilden vor dem Winde ruderten und auf die Mündung des Fluſſes abhielten. Dieß war ein ſehr ernſtes Begebniß. Blüthe eilte, die Entdeckung ihrem Bruder und Dorchen mitzutheilen, und le Bourdon ſuchte ſein Canve auf und ſah ſich nach einem ſichern Verſteck für daſſelbe um. Indem er überz die Candes verfügte,— denn das von Gerſhom mußte eben ſo wohl verborgen werden wie ſein eigenes,— war Mancherlei in Erwägung zu ziehen. Eine hohe Waſſerpflanze, welche man wilden Reis nennt, und die wahrſcheinlich die gewöhnliche, durch Pflege noch nicht ver⸗ edelte Reispflanze iſt, wächſt in dem Theile von Michigan, von welchem hier die Rede iſt, an den Mündungen und flachen Ufern der meiſten Flüſſe wild. Dieſer Reis fand ſich hier in üppiger Fülle, und der Bienenjäger brachte ſein Canoe, we einen zufäl in einer TW hätte finde ſehr zahlre und ſobald und gefeſti Windunget vollſtändig hatte. No eilte er in „Nur was zu t Hütte trat Noch bittet uns ſein müßt nachdem i „Da Recht. Alles, wa ſobald als der India ſtören, w wollen. ſtandes, unſere S Montreal Alles, w Dickicht chöne Mar⸗ ein.“ unge Mann geſprochen n, denn das , und ihre nde zu, wel⸗ cht an dem felhaft war, der Bienen⸗ da er aber r dieſes auf Wilden vor des Fluſſes he eilte, die heilen, und nach einem nn das von en wie ſein ziehen. Eine unt, und die ch nicht ver⸗ on Michigan, ndungen und deis fand ſich brachte ſein — 111— Canoe, welches das von Gerſhom im Schlepptau hatte, in einen zufällig gebildeten Flußarm, welcher ſich durch den Reis in einer Weiſe wand, daß man kaum ein ſicheres Verſteck hätte finden können. Dieſe„Waſſerpfade“ waren nicht nur ſehr zahlreich, ſondern in manchfacher Weiſe verſchlungen, und ſobald der Bienenjäger ſeine Canoes in Sicherheit gebracht und gefeſtigt hatte, beſtieg er einen Baum und prägte ſich die Windungen dieſer engen Durchläſſe ein, ſo daß er bald ein vollſtändiges Bild ihrer verſchiedener Nichtungen vor ſich hatte. Nachdem er dieſe Vorſichtsmaßregeln getroffen hatte, eilte er in die Hütte zurück. „Num, Gerſhom, habt Ihr einen Entſchluß gefaßt, was zu thun iſt?“ fragte der Bienenjäger, als er in die Hütte trat. Noch nicht, Bourdon,“ verſetzte der Wäldler.„Blüthe bittet uns, die Hütte zu verlaſſen, da die Indianer bald hier ſein müßten, die Frau glaubt aber, ſie ſei hier völlig ſicher, nachdem ich zurückgekommen.“ „Dann hat die Frau Unrecht, und die Schweſter hat Recht. Wenn ich einen Rath geben darf, ſo verbergt Ihr Alles, was Ihr habt, in den Wäldern und verlaßt die Hütte ſobald als möglich. Dieſe Wohnung kann den Späherblicken der Indianer nicht entgehen, und ſie werden gewiß Alles zer⸗ ſtören, was ſie darin finden und nicht mitnehmen können oder wollen. Ueberdieß wird die Entdeckung des geringſten Gegen⸗ ſtandes, der einem weißen Mann angehört, ſie veranlaſſen, unſere Spur zu verfolgen, denn die Scalpe werden bald zu Montreal gut bezahlt werden. In einer halben Stunde kann Alles, was ſich hier vorfindet, in das glücklicherweiſe ſo nahe Dickicht geſchafft werden, und wenn wir das Feuer ſorgfältig 1— 112— ge Vorſicht anwenden, können wir ausmachen und die gehöri Ausſehen geben, daß dem Platze ein ſo verlaſſenes und ödes die Wilden keinen Verdacht ſchöpfen.“ „Wenn ſie in den Fluß einlaufen, werden ſie ein ſo— nahes Wigwam nicht unbeſucht laſſen, und müſſen ſie nicht, wenn ſie hierher kommen, die Fußſtapfen ſehen, welche wir zurücklaſſen?“ „Die Nacht wird ſie hindern, dieſe zu ſehen,— nur die Nacht. Ehe der Morgen kommt, werden ihre eigenen Fuß⸗ ſtapfen ſo zahlreich ſein, daß ſie ſich nicht zurecht ſinden. Zum Glück tragen wir Alle Moecaſſins, was eben jetzt ein großen Vortheil iſt. Jeder Augenblick iſt jedoch koſtbar und wir ſollten uns rühren. Laßt die Frauen die Betten und das Weißzeug nehmen, während wir Beide dieſe Kiſte fortſchaffen⸗ Auf— und weg damit.“ Le Bourdon hatte allmählich ſo viel Einfluß über ſeinen Gefährten erlangt, das der letztere gehorchte, obgleich er eine Menge Einwendungen gegen dieſes Verfahren ausheckte und ſie während der Arbeit weitläufig auseinander ſetzte. Die Habſeligkeiten des Wäldlers hatten ſich an Zahl ſowie an Werth in den letzten drei Jahren bedeutend gemindert und waren jetzt in keinem Sinne von großer Bedeutung. Dennoch fanden ſich noch zwei Kiſten vor,— eine größere und eine kleinere. Die letztere enthielt Alles, was eine edle Rückſicht auf den ſich ſteigernden Mangel der Familie der guten Margaret übrig gelaſſen hatte, während die erſtere die Gat⸗ derobe des Ehepaars und einige wenige Gegenſtände enthielt, welche man als werthvoll betrachtete. Unter andern Dingen fanden ſich hier auch ein halbes Dutzend ſehr leichter ſilberner Theelöffel, welche Gerſhom bei der Theilung des Silbergeſchirres der Familie fältig in Se chen der K zugekommen Die Au bergeſchirr, Regel ſinde von ihrem der viel me Mitteln ve derſelben daß er faſt ſo ärmlich ſchlechter Seite muß ſie nicht r ſolche wür Durch die ſeiner Sch ſie wurder beſſere Ze Die Habſe Armuth, beſchränkt Ahornhol ſowie Be vor, Zin betrifft, i Vorrichtr verbreitet 253⸗ können wir geben, daß en ſie ein ſo ſen ſie nicht, , welche wir „— nur die eigenen Fuß⸗ t ſinden. Zun etzt ein großen tbar und wir etten und das ſte fortſchaffen, zuß über ſeinen e, obgleich er ahren ausheckte der ſetzte. an Zahl ſowie gemindert und itung. Dennoch ößere und eine e edle Rückſicht iilie der guten erſtere die Gar⸗ nſtände enthielt, andern Dingen leichter ſilberner Silbergeſchirres — 113— ren. Die andern Sechs waren ſorg⸗ ckt und lagen in dem Seitenläd⸗ welcher ſie bei jener Theilung der Familie zugefallen wa fältig in Seidenpapier verpa chen der Kiſte Margaret's, zugekommen waren. Die Amerikaner haben im Allgemeinen nur wenig Sil⸗ bergeſchirr, obgleich man zuweilen Ausnahmen von dieſer Regel findet, auch verwenden die niederen Klaſſen ſelten viel von ihrem Verdienſt auf Schmuckwaaren, während ſie für Klei⸗ der viel mehr ausgeben, als ſich verhältnißmäßig mit ihren Mitteln verträgt. In dieſer Beziehung beſitzt eine Europäerin derſelben Geſellſchaftsklaſſe häufig fo viel an Goldſchmuck, daß er faſt ein kleines Kapital ausmacht, während ihr Anzug ſo ärmlich iſt, als ihn eine Maſſe Röcke, grobes Tuch und ſchlechter Geſchmack nur machen können. Auf der andern Seite muß eine amerikaniſche Hausfrau ſehr arm ſein, wenn ſie nicht wenigſtens ein halbes Dutzend Theelöffel hat, eine ſolche würde man kaum zu den Hausfrauen rechnen dürfen. Durch die Fürſorge einer guten Mutter war Gerſhom und ſeiner Schweſter das erwähnte halbe Dutzend zugefallen, und ſie wurden eher als theuere Andenken an eine vergangene, beſſere Zeit, denn als brauchbare Gegenſtände aufbewahrt. Die Habſeligkeiten Waring's würden, wenn nicht durch ſeine Armuth, ſchon durch die Rückſicht auf die Koſten der Fracht beſchränkt worden ſein. Zwei gewöhnliche Bettſtellen von Ahornholz waren bald aus ihren Gurten und im Dickicht, ſowie Betten und Weißzeug. Töpferwaaren fanden ſich kaum vor, Zinn und Weißblech erſetzten ſie, und was die Stülhle betrifft, ſo war nur einer da, und dieſer hatte Kufen,— eine Vorrichtung, welche ſich von Neu⸗England über ganz Amerika verbreitet hat, und das der Satyre, dem vornehmen Seitenblick 8 — 114— der Mädchen aus der Koſtſchule, den Bemerkungen ältliche Frauen von der alten Schule, dem Spotte der Ammen und mit einem Worte, Allem, was die ehrwürdigen Anſichten vor Schicklichkeit und Anſtand nur geltend machen konnten, Hohr ſprach, und ſich nicht nur faſt in jedes amerikaniſche Haut eingeſchlichen, ſondern bereits auch den Weg nach Europe gefunden hat. Nach zwanzig Minuten hatte unſere Geſellſchaft Alle aus der Hütte gebracht, was die Indianer hätte veranlaſſe können, die Anweſenheit weißer Menſchen zu vermuthen. Daß Hausgeräthe wurde weit genug weggeſchafft, um vor jeden Nachſuchen geſichert zu ſein, ebenſo wurde Sorge getragen, daß die Wilden dem Orte nicht auf die Spur kamen, welchen man zur einſtweiligen Vorrathskammer gewählt hatte. Dieſ war bloß ein dicht verſchlungenes Gehölz, in welches man nur von einer Seite gelangen konnte und deſſen Zugang man ſorgſam verwahrte. Als Alles vollbracht war, begaben ſich die Vier an den erwähnten Vorſprung, um zu ſehen, wie weit die Canoet vorgerückt ſeien. Sie überzeugten ſich bald, daß ſie nur noch eine kleine Meile entfernt waren und vor einem ſtarken Winde und nachdrängenden Wellen anher trieben, und ſo viele Ruden ſpielen ließen, als lebende Weſen in den Booten waren. In zehn Minuten mußten ſie die Sandbänke und die Mündung des Fluſſes erreicht haben, und fünf Minuten ſpä⸗ ter in dem Fluſſe ſein. Die Frage entſtand jetzt, wo die Geſellſchaft ſich während der Anweſenheit der Wilden verbergen ſolle. Dorchen wünſchte bei ihrer weltlichen Habe zu bleiben, wie dieß von einer Haus⸗ frau nicht anders zu erwarten war, und die ſchöne Margaret fühlte eine thun. Kei Man wagt einigte. 2 ließ, fand Man einen mit und mit Punkte au unter alle Augenbli Nähe zu man die man für luft und Decken Boote bedurfte, in Ueber in ihrer zur Flu werde ſ überſeh⸗ ten, un etwas Flucht im So Sorge igen ältliche Ammen und Anſichten von onnten, Hohr kaniſche Hau nach Euroyr llſchaft Allet te veranlaſſen rmuthen. Daß um vor jeden orge getragen, amen, welchen t hatte. Dieſ welches man Zugang man ie Vier an den rit die Canos iß ſie nur noch ſtarken Winde ſo viele Ruden en waren. dbänke und die f Minuten ſpa⸗ aft ſich während dorchen wünſchtt von einer Haus⸗ ſchöne Margartt — 115— fühlte eine mächtige weibliche Hinneigung, ein gleiches zu thun. Keiner der Männer konnte jedoch dieſen Plan billigen. wenn man Alles auf einem Punkte ver⸗ Man wagte zu viel, einigte. Der Gedanke, welchen der Bienenjäger laut werden ließ, fand allgemeinen Beifall. Man wird ſich erinnern, daß le Bourdon die Canoes in einen mit wilden Reis umgebenen Arm des Fluſſes gebracht und mit großer Sorgfalt da gefeſtigt hatte, wo ſie von keinem Punkte aus geſehen werden konnten. Dieſe Canoes boten nun unter allen Umſtänden eine weit beſſere Zufluchtsſtätte für den Augenblick, als irgend ein anderes Verſteck, welches in der Nähe zu finden geweſen wäre. Sie waren trocken, und wenn man die Felle ausbreitete, deren Boden ſo Viele hatte, konnte man für die Frauen bequeme Lager ſchaffen, gegen die Nacht⸗ luft und den Thau⸗ ſchützte man ſie leicht, wenn man wollene Decken über das Dollbord legte. Sodann enthielten beide Boote mancherlei Gegenſtände, deren man wahrſcheinlich bedurfte, beſonders hatte das des Bienenjägers Speiſevorrath in Ueberfluß, ſo wie verſchiedene andere Dinge, welche Leuten in ihrer Lage höchſt willkommen ſein mußten. Was aber, nach le Bourdon's Anſicht, am meiſten für dieſes Verſteck ſprach, war die günſtige Gelegenheit, welche es zur Flucht bot. Er hoffte kaum, der indianiſche Scharfſinn werde ſich ſo weit blenden laſſen, daß er die vielen Fußſpuren überſehe, welche ihre eiligen Gänge zurückgelaſſen haben muß⸗ Anbruche des Tages ten, und er erwartete, daß ſich mit dem das ſie zwänge, in einer verſtohlenen etwas begeben würde, Er hoffte und glaubte, daß dieß Flucht ihr Heil zu ſuchen. im Schutze des Rei Sorge trugen, ſich nicht ſehen zu laſſen. ſes geſchehen könne, wenn ſie hinreichend Die Canoes hatte 8*½ — 116— er vorſichtig an einer Stelle befeſtigt, wo ſie weder von der Hütte und ihrer Umgebung, noch überhaupt von irgend einem Punkte geſehen werden konnten, welchen die Wilden während ihres Aufenthaltes wahrſcheinlich aufſuchten. Alle dieſe Gründe trug le Bourdon ſeinen Gefährten raſch vor und die ganze Geſellſchaft eilte ſlüchtigen Schrittes den Canves zu. Der Bienenjäger hätte kaum einen beſſeren Zufluchtsort wählen können, als den von wildem Reis umgebenen Waſſer⸗ arm. Die Pflanze war in dieſer Jahreszeit hoch genug gewachſen, um, einem Vorhange gleich, Alles zu verdecken, was die Höhe eines Mannes nicht erreichte, oder was man nicht von einer benachbarten Anhöhe ſah. Das Land um die Mündung des Fluſſes war faſt überall flach und die wenigen Punkte, welche als Ausnahme gelten konnten, waren berück⸗ ſichtigt worden, als Ben die Canoes in die Seitenkanäle brachte. Gerſhom war eben im Begriff, in ſein Canoe zu ſteigen, um es für die Aufnahme ſeines Weibes herzurichten, als er zurücktrat und wie einer, der plötzlich auf einen wichtigen Ein⸗ fall kommt, ausrief: „Alle Welt! Ich habe dieſe Fäſſer ganz vergeſſen. Sie werden den Wilden in die Hände fallen und furchtbare Scenen wird dieß zur Folge haben. Laß mich vorüber, Dorchen, ich muß augenblicklich nach den Fäſſern ſehen.“ Während das Weib ihren eifrigen Gatten mit ſanfter Gewalt zurück hielt, fragte der Bienenjäger ruhig, von wel⸗ chen Fäſſern er ſpreche.“ „Von den Whiskeyfäſſern,“ lautete die Antwort.„Unter dem Schuppen hinter der Hütte liegen deren zwei, und ſie enthalten W ruhr zu bri vergeſſen ko⸗ „Es iſ Freund Wo ſchlimmen „Ich ſah d hinab rolle die Flüſſia geſpült we Wari geführt, d reitungsle dieß war wäre, ohr Nach geklagt l einigen 2 räthlich, Le2 in den z0 jetzt die ſein Car er ſeine welches und für Alt an eine ſchien, Sandbe der von der gend einem en während Gefährten en Schrittes Zufluchtsort nen Waſſer⸗ hoch genug zu verdecken, er was man Land um die die wenigen varen berück⸗ Seitenkanäle de zu ſteigen, hten, als er vichtigen Ein⸗ rgeſſen. Sie htbare Scenen Dorchen, ich n mit ſanfter hig, von wel⸗ wort.„Unter zwei, und ſie die Flüſſigkeit i — 1— g, um den ganzen Stamm in Auf⸗ enthalten Whiskey genu wie ich den Whiskey ruhr zu bringen. Ich begreife nicht, vergeſſen konnte.“ „Es iſt ein Zeichen, daß ihr auf beſſeren Wegen ſeid, Freund Waring, und Eure Vergeßlichkeit wird zu keinen ſchlimmen Folgen führen,“ erwiederte le Bourdon ruhig. „Ich ſah die Gefahr voraus und ließ die Fäſſer den Abhang hinab rollen, wo ſie an deu Felſen in Stücke zerſtoben, und ſt längſt in der Geſtalt von Grog in den See geſpült worden.“ Waring ſchien verblüfft, war aber ſo vollſtändig irre geführt, daß er die Wanyrheit nicht ahnte. Daß ſein Wyiskey rettungslos verloren war, ſchmerzte ihn freilich, aber ſelbſt dieß war beſſer, als wenn er den Wilden in die Hände gefallen wäre, ohne daß er je etwas dafür erhalten hätte. Nachdem er einige Minuten über den Verluſt geächzt und geklagt hatte, geſellte er ſich den übrigen zu und war bei einigen Anordnungen behilflich, welche der Bienenjäger für räthlich, wenn nicht für nothwendig erachtet hatte. Le Bourdon war auf den Einfall gekommen, ſeine Ladung in den zwei Canoes zu vertheilen, und mit dieſer Arbeit war jetzt die ganze Geſellſchaft beſchäftigt. Er wollte dadurch ſein Canoe für den Fall einer Flucht erleichtern, und, indem er ſeine Fracht in zwei Theile theilte, denen in dem Boote, welches entkam, die Mittel bieten, ſich es behaglich zu machen und für das Verlorene zu tröſten. Als dieſe Einrichtung getroffen war, eilte le Bourdon welcher dem gewünſchten Zwecke zu entſprechen Aeſte und war bald hoch genug, um die Mündung des Fluſſes zu überſehen. Bei an einen Baum, ſchien, ſtieg in ſeine Sandbänke und die — 118— dem ſcheidenden Lichte des Tages ſah er deutlich vier Canoes den Fluß herauf kommen, folglich eins mehr, als nach Mar⸗ garet's Erzählung vorübergekommen waren. Sechstes Kapitel. Und lange wird er vor dem bangen Blick Den buntgemalten Häuptling ſehen; Im Geiſt bebt er vorm Kopfſchmuck ſcheu zurück, Und ſieht noch jetzt die farb'gen Federn weh'n. Die rubige Vernunft ſelbſt beugt das Knie Dem Trugbild der erregten Phantaſie. Freneau. Die Sonne war untergegangen und der Mond ſtand ſeit einer Stunde glänzend an dem Himmel. Mit ſeiner Hilfe konnte der Bienenjäger, welcher noch auf dem Baume weilte, die Bewegungen der Canoes der Indianer ſehen, die Männer aber, welche ſich darin befanden, waren nicht zu erkennen, und nur mit Mühe ermittelte er ihre Anzahl genau. Von drei Canves enthielt jedes fünf, in dem vierten waren ſechs, ſo daß die Geſammtzahl ein und zwanzig Perſonen betrug. Dieß war eine Macht, welcher man nicht wiederſtehen konnte, wenn ſie ſich als eine feindliche ergab, und die Kunde von der Ungleichheit der Kräfte mahnte unſere Flüchtlinge an die Nothwendigkeit, Vorſicht und Klugheit zu üben. Die Fremden landeten gerade unter der Hütte, oder an der Stelle, an der Whiskey Herz gewohnt war, ſein Cande anzulegen, und von welcher der Bienenjäger es erſt vor weni⸗ gen Stunden entfernt hatte. Wahrſcheinlich hatten die Wilden dieſen Platz und die nah einen behagl Mehrer als ſuchten machen, un Krieger ver und ein Du um daſſelbe Flüchtlinge Blüthe ihr von 30 den Ihrige Gehörte m ſcher in de Stimme zu unterhielten „Sche fragte Ma die Wilden „Manꝛ und vorſich und dieſe etwas auf um ein F Shanty a „Di nicht mehr ſie ſich der ſteckt habe ier Canoes nach Mar⸗ Blich eh'n; k ſcheu zurück, Federn weh'n. us Knie ſie. Freneau. d ſtand ſeit ſeiner Hilfe ume weilte, die Männer u erkennen, nau. Von varen ſechs, m betrug. wiederſtehen die Kunde Flüchtlinge aben. e, oder an ſein Canoe vor weni⸗ die Wilden — 119— weil das Ufer hier frei von Reis war dieſen Platz gewählt, Bodens einen guten Ausblick und und die nahe Erhöhung des einen behaglichen Lagerplatz darbot. Mehrere Wilde tappten ſich alsbald am Fluſſe empor, als ſuchten ſie einen paſſenden Platz, um ihr Feuer anzu⸗ nen entdeckte bald die Hütte. Der machen, und einer von ih Krieger verkündigte ſeinen Fund durch einen gellenden Ruf, im Nu in dem Shanty und und ein Dutzend Indianer waren um daſſelbe verſammelt. Alles dieß ließ gewahren, daß die Flüchtlinge ihre Maßregeln mit Umſicht getroffen hatten. Blüthe ſtand unter dem Baume und le Bourdon ſagte ihr von Zeit zu Zeit, was ſich begab, worauf das Mädchen den Ihrigen, die ganz nahe in einem der Canoes waren, das Gehörte mittheilte. Da nicht zu beſorgen war, daß ein Lau⸗ ſcher in der Nähe ſei, fand man es nicht für nöthig, die Stimme zu dämpfen und wenigſtens zwei aus der Geſellſchaft unterhielten ſich ziemlich ſorglos. „Scheinen ſie die Nähe der Inſaſſen der Hütte zu ahnen?“ fragte Margaret, als der Bienenjäger ihr geſagt hatte, wie die Wilden von ihrer bisherigen Wohnung Beſitz genommen. „Man weiß das nicht. Die Wilden ſind ſtets mißtrauiſch und vorſichtig, wenn ſie ſich auf dem Kriegspfade befinden, und dieſe ſcheinen umber zu ſchnuffeln wie Jaadhunde, die etwas auf der Spur haben. Sie leſen jetzt Holz zuſammen, um ein Feuer anzuzünden, was beſſer iſt, als wenn ſie das Shanty anſteckten.“ „Dieß werden ſie ſchwerlich eher thun, als bis es ihnen nicht mehr von Nutzen ſein kann. Sagt mir, Bourdon, nähern ſte ſich dem Erlen⸗Dickicht, wo wir unſere Habſeligkeiten ver⸗ ſleckt haben?“ — 12²0— „Bis jetzt nicht, aber eine plötzliche Bewegung iſt zu bemerken und das Gellen wiederholt ſich auffallend.“ „Der Himmel gebe, daß ſie nicht irgend etwas entdeckt haben, das wir überſahen. Der Anblick eines vergeſſenen Schöpfers oder Bechers würde dieſe Bluthunde auf unſere Spur locken, ſo gewiß wir Weiße— und ſie Wilde ſind.“ „So wahr ich lebe, ſie riechen den Whiskey. Jetzt ſtür⸗ men ſie auf den Schuppen zu, und ſchreien und gellen,— ja, ganz gewiß, ſie riechen den Whiskey. Als die Fäſſer die Höhe hinabrollten, mag wohl eine Daube geſprungen ſein, und ſie haben eine zu feine Naſe, als daß ihnen ein Duft entginge, welchen ſie dem der Roſen vorziehen. Nun, ſie mögen riechen, ſo lange ſie wollen, ſelbſt ein Indianer wird nicht vom Geruche trunken.“ „Ihr habt ganz recht, Bourdon, aber dieſer Geruch kann uns Unheil bereiten, denn ſie werden recht gut wiſſen, daß der Whiskey nicht von ſelbſt in den Wäldern wächſt, wie die Eichen.“ „Ich verſtehe, was Ihr ſagen wollt, Margaret, und muß Euch ganz recht geben. Es wird ihnen nicht einfallen, zu glauben, der Whiskey wachſe hier, wie die Stachelbeeren oder die Kaſtanien, obgleich der Ort Whiskey Herz heißt.“ „Es iſt traurig genug, wenn man weiß, daß eine Familie dieſen Namen verdient hat, ohne daß man von denen, die ſich Freunde nennen, daran erinnert wird,“ antwortete das Mäd⸗ chen nach einer Pauſe von faſt einer Minute mit Nachdruck, obgleich eher in betrüdtem, als gereiztem Tone. In einem Augenblicke war der Bienenjäger an der ſchönen Margaret Seite, und ſuchte ſie durch eifrige Entſchuldigungen und feurige Betheuerungen ſeiner Achtung und ſeines Leid⸗ weſens zu ließ ſich Sekunden Waring hatten. „De Feind ern betrat.„ Bewegun Indianer ſollte.“ „W gebracht ihm ſehr Mein Gl bis Fort ſetzten.“ „8 le Bourl den Srö Mangel daß er f Margare iſt es, Fäßchen. „G den, we nimmt,“ welcher entſchult egung iſt zu d.“ was entdeckt vergeſſenen auf unſere lde ſind.“ Jetzt ſtür⸗ ellen,— ja, ſſer die Höhe ſein, und ſie uft entgin ge, ögen riechen, dnicht vom Geruch kann wiſſen, daß hſt, wie die et, und muß einfallen, zu elbeeren oder ßt.“ eine Familie nen, die ſich e das Mäd⸗ t Nachdruck, der ſchönen huldigungen ſeines Leid⸗ — 121— Das gekränkte Mädchen und nachdem ſie ſich einige ſie in das Canoe, um Waring und ſeinem Weibe mitzutheilen, was ſie geſehen hatten. „Der Whiskey dürfte ſich leicht als unſer ſchlimmſter weſens zu beruhigen und zu verſöhnen. ließ ſich leicht beſchwichtigen, Sekunden berathen hatten, gingen Feind erweiſen,“ ſagte der Bienenjäger, als er das Canve betrat.„Wie es ſcheint, iſt ein Theil des Getränkes bei der Bewegung herausgeſtrömt, und der Geruch hat für den Indianer zu viel Anziehendes, als daß er ihm nicht folgen ſollte.“ „Wohl bekomm' es denen, die mich um den Whiskey gebracht haben,“ murrte Waring,„und ſie mögen ſich nach ihm ſehnen, ohne ihn zu bekommen, das ſei ihre Strafe. Mein Glück wäre gemacht geweſen, hätte ich dieſe zwei Fäſſer bis Fort Dearborn gebracht, ehe die Truppen ſich in Bewegung ſetzten.“ „Die Fäſſer wären vielleicht hingekommen,“ antwortete le Bourdon, welchen dieſes Mannes wiederholte Klagen um den Störenfried, der ihn und ſeine Familie bereits ſo ſehr in Mangel und Elend geſtürzt hatte, in einem Grad aufbrachte, daß er für einen Augenblick vergaß, was ſich ſo eben zwiſchen Margaret und ihm begeben hatte,—„eine andere Frage aber iſt es, ob irgend etwas in ihnen geweſen wäre. Eines der Fäßchen, die ich die Höhe hinabrollte, war bereits halb leer.“ „Gerſhom wird gewiß von dem Fieber heimgeſucht wer⸗ den, wenn er in dieſem neuen Lande keine Reizmittel zu ſich nimmt,“ ſiel das Weib in der beſchönigenden Weiſe ein, mit welcher die Frauen die Fehler derer, die ihnen theuer ſind, zu entſchuldigen ſuchen.„Was den Whiskey betrifft, ſo mache ich mir aus dieſem Verluſte nicht das Geringſte, denn es iſt ein jämmerlicher Weg zum Reichthum, wenn man ſolche Waare an die Soldaten verkauft, die all der Vernunft, welche der Branntwein ihnen gelaſſen hat, brauchen und noch mehr dazu. Dennoch bedarf Gerſhom der Stärkung, und man ſollte ihm nicht jeden Tropfen, den er getrunken haben mag, vorwerfen.“ 4 Le Bourdon ſah jetzt ein, daß er ſich abermals eines Fehlgriffs ſchuldig gemacht hatte, und ſuchte ſich, ſo gut er konnte, aus der Schlinge zu ziehen, beſchloß aber, ſich nicht mehr zwiſchen zwei Feuer zu wagen, und fortan dieſen zarten Punkt unberührt zu laſſen. Er ſah nun ein, daß es etwas ganz Anderes war, mit Whiskey Herz ſelbſt über ſein großes Gebrechen zu ſcherzen und auch nur entfernt darauf anzu⸗ ſpielen, während die anweſend waren, welche für die Schwäche eines Gatten und Bruders eine Empfindlichkeit des Gefühls an den Tag legten, welche der übermäßige Genuß in dem Gegenſtande ihrer Anhänglichkeit längſt verwiſcht hatte. Ben deutete daher auf die Gefahr hin, welche ihnen daraus erwachſen könne, wenn der friſche Geruch des Whiskey die Indianer zu dem ſehr einfachen Schluſſe führte, es müßten menſchliche Weſen in der letzten Zeit in der Hütte geweſen ſein. Dieß war Allen einleuchtend, obgleich Niemand außer dem Bienenjäger die Gefahr für ſo groß hielt. Er war mit dem Charakter der Indianer vertrauter, als ſeine Gefäyrten, in kannte, deſto mehr fürchtete er und je genauer er die Wilde ſeine die Schärfe ihrer Sinne. Er verfehlte daher nicht, neuen Freunde an die Nothwendigkeit, wachſam zu ſein, ein⸗ dringlich zu mahnen. „Ich will den Baum wieder erſteigen und noch einmal ich?“ nach dem ſeine Wo haben, u Vorhaber Der an deſſer fühlte ſi mädchenl aber die möglich „S ganze 3 Fackeln ſeines 2 eine Me wie es Abendm Geſtrüp iſt faſt haben e „C Tone n „J ich muf es ſogl „, gedacht und ie denn es n ſolche , welche ch mehr nd man en mag, ls eines b gut er ſich nicht n zarten 2s etwas n großes uf anzu⸗ Schwäche Gefühls in dem tte. che ihnen Whiskey es müßten 2 geweſen nd außer war mit Gefährten, ürchtete er yt, ſeine ſein, ein⸗ öch einmal ich?“ — 123.— nach dem Thun der Wilden ausſchauen,“ ſchloß le Bourdon ſeine Worte.„Sie müſſen unterdeſſen ihr Feuer angezündet haben, und mit Hilfe meines Glaſes hoffe ich, mich über ihr Vorhaben und ihre Geſinnungen beſſer zu unterrichten.“ Der Bienenjäger ſtieg nun wieder auf ſeinen Baum, an deſſen Fuß ihm Margaret langſam folgte, denn Blüthe fühlte ſich mächtig gedrungen, ihn zu begleiten, während mädchenhafte Schüchternheit ſie zurückhalten zu wollen ſchien, aber die Angſt und der Wunſch, das Schlimmſte ſobald als möglich zu erfahren, behielten die Oberhand. „Sie haben ein loderndes Feuer angezündet, und das ganze Innere der Hütte iſt ſo hell, als brennten hundert Fackeln dort,“ ſagte le Bourdon, welcher ſich in den Zweigen ſeines Baumes ſorgſam eingeniſtet hatte.„Es ſchwärmen eine Menge rothe Teufel um die Hütte und deren Nähe, und, wie es ſcheint, haben ſie Fiſche ſowie Wildpret, um ſich ein Abendmahl zu bereiten. Ha, da fliegt noch mehr trockenes Geſtrüpp auf das Feuer, um das Gemälde zu erleuchten, es iſt faſt heller als am Tage. Und ſieh, ſo wahr ich lebe, ſie haben einen Gefangenen bei ſich.“ „Einen Gefangenen!“ rief Margaret in dem ſanften Tone weiblichen Mitgefühls.„Doch keinen Weißen, hoff „Nein, es iſt eine Rothhaut, wie ſie Alle. Doch wartet, ich muß mein Glas beſſer richten. Ja, es iſt ſo, ich hatte es ſogleich gedacht.“ 1 „Was iſt ſo, Bourdon, und was hattet Ihr ſogleich gedacht?“ „Ihr werdet Euch erinnern, Blüthe, daß Euer Bruder und ich von zwei Indianern ſprachen, welche mich in den — 124— Lichtungen beſuchten. Der Eine war ein Pottawattamie, der Andere ein Chippewa. Den Erſteren fanden wir, bald nach⸗ dem er uns verlaſſen hatte, todt und der Hirnhaut beraubt, der Letztere iſt dort, vor jener Hütte, gefeſſelt, ein Gefangener. Er hat den Weg nach Fort Dearborn über den See genom⸗ men und iſt— trotz ſeiner Liſt und Entſchloſſenheit— in feindliche Hände gerathen. Glücklich mag er ſich preiſen, wenn ſeine Gefangennehmer nicht erfahren, was mit dem Häuptlinge vorging, der in der Nähe meiner Hütte getödtet wurde, und deſſen Leiche wir an einen Baumſtamm gelehnt fanden.“ „Glaubt Ihr, die Wilden würden den Tod ihres Bruders an dieſem unglücklichen Menſchen rächen?“ „Ich weiß, daß er im Sold unſeres Generals zu Detroit iſt, während die Pottawattamies in dem Solde der Engländer ſtehen. Dieß würde allein ſchon hinreichen, ſie feindſelig gegen einander zu ſtimmen, und iſt auch ohne Zweifel die Urſache ſeiner Gefangennahme, aber ich ſehe nicht ein, wie Indianer hier am See etwas von dem wiſſen können, was fünfzig bis ſechzig Meilen weit, in den Lichtungen, ſich begeben hat.“ „Vielleicht gehören die Wilden in den Canoes zu dem Stamm, des von Euch erwähnten Pottawattamie, und ſie fanden Mittel, ſeinen Tod und den Namen des Mörders zu erfahren.“ Der Bienenjäger war über den raſchen, ſcharfen Blick des jungen Mädchens erſtaunt, denn dieſer Gedanke war eben ſo verſtändig als ſinnreich. Die Art, wie die geiſtige Kraft durch die Wilduiß fliegt, hatte ihn oft überraſcht, und es war ſehr möglich, daß die Schaar, welche er jetzt vor ſich hatte, von dem Schickſale des Häuptlings, deſſen Leiche er in den Lie auch e D ſprach Augen Gefäht nicht treten Wilde gebiet ſo m ich w Feind Berei Es ihnen mach hattamie, der „ bald nach⸗ aut beraubt, Gefangener. See genom⸗ enheit— in preiſen, wenn m Häuptlinge at wurde, und fanden.“ ihres Bruders als zu Detroit der Engländer ſie feindſelig ne Zweifel die nicht ein, wie können, was chtungen, ſich anoes zu dem amie, und ſie es Mörders zu ſcharfen Blick Hanke war eben geiſtige Kraft raſcht, und es r jetzt vor ſich en Leiche er in — 125— den Lichtungen gefunden, gehört hatte, ſo raſch dieſe Nachricht auch einen ſo weiten Weg zurückgelegt haben mußte. Der Umſtand jedoch, daß die Canoes von Norden kamen, ſprach gegen dieſe Annahme, und nachdem le Bourdon einen Augenblick über die Sache nachgedacht hatte, theilte er ſeiner Gefährtin dieſen Einwand mit. „Wiſſen wir denn gewiß, daß dieß dieſelben Canoes ſind, welche ich dieſen Nachmittag habe vorüber kommen ſehen?“ fragte Margaret, welche die Schwierigkeit ſogleich durchſchaute. „Ich habe drei Canoes vorbei kommen ſehen, und hier haben vier angelegt.“ „Ihr mögt ganz recht haben, Margaret. Man kann nicht annehmen, daß die Canoes, welche Ihr hier in den See treten ſaht, die einzigen ſind, die dort ſchwimmen. Die Wilden mögen aber fein, wer ſie wollen,— die Klugheit gebietet uns, ihnen möglichſt ferne zu bleiben, und dieß um ſo mehr, als ich ſehe, daß ſie Taubenflügel, welcher, wie ich weiß, ein amerikaniſcher Indianer iſt, als einen ihrer Feinde behandeln.“ „Womit beſchäftigen ſich die Wilden jetzt, Bourdon? Bereiten ſie ihr Eſſen oder martern ſie ihren Gefangenen?“ „Dieß letztere iſt heute Nacht noch nicht zu fürchten. Es herrſcht eine große Unruhe und Unbehaglichkeit unter ihnen, als röchen ſie immer noch das Feuerwaſſer, einige aber machen ſich am Feuer zu ſchaffen und kochen. Ich wollte gern all meinen Honig darum geben, ſchöne Margaret, wenn ich Taubenflügel retten könnte. Er iſt ein guter Burſche für einen Wilden und widmet ſich uns mit Herz und Hand in dieſem neuen Kriege, welcher, wie er ſagt, zwiſchen Eng⸗ land und uns ausgebrochen iſt.“ — 126— „Ihr werdet doch gewiß Euer Leben nicht auf das Spiel ſetzen, um einen Wilden zu retten, der aufs Geradewohl tödtet und ſealpirt, wie dieſer Chippewa gethan hat.“ „Darin folgte er nur den Sitten ſeiner Farbe und Raſſe. Ich darf wohl ſagen, daß wir manches thun, das nach den Begriffen der Indianer eben ſo ſchlecht iſt. Ihr könnt über⸗ zeugt ſein, Margaret, ſähe mich dieſer Mann in den Händen der Pottawattamies, er würde mich zu retten ſuchen.“ „Aber was könnt Ihr, der Einzelne, thun, wenn Zwanzig gegen Euch kampffertig daſtehen?“ fragte Margaret in faſt vorwurfsvollem Ton und als nehme ſie an der Wohlfahrt des jungen Bienenjägers mehr Antheil, als ſie offen auszu⸗ ſprechen für gut hielt. „Niemand kann ſagen, was er zu thun vermag, bevor er einen Verſuch gemacht hat. Ich habe keinen Gefallen an der Art, wie ſie den Chippewa behandeln, ſie deutet darauf hin, daß ſie noch Schlimmeres mit ihm vorhaben. Man gibt ihm weder zu eſſen, noch läßt man ihn in die Hütte treten, dort ſteht der arme Burſche in der Nähe des Shanty an⸗ Händen und Füßen gefeſſelt, an einen Baum gebunden. Sie haben nicht einmal ſo viel Erbarmen, daß ſie ihm erlauben, ſich zu ſetzen.“ Margaret's ſanftes Herz erbebte, als ſie hörte, wie man den Gefangenen behandelte, und ſie erkundigte ſich über andere Einzelnheiten ſeines Gehabens mit viel herzlicherer Theil⸗ nahme, als ſein Zuſtand ihr früher eingeflößt hatte. Der Bienenjäger beantwortete jede einzelne ihrer Fragen, und ſo erhielt das Mädchen ein treues Bild der Art, wie Taubenflügel behandelt wurde. Odgleich die Wilden wahrſcheinlich die Abſicht nicht hatten, ſte ihn Marter. gebunde waren d Um der chem d wurde, und faf platze Glaſes D Gefang bekümn darauf für die A von ſ niedere L le Bo⸗ Entſch Nacht Blick Schla mache Anſich allger leicht das Spiel Heradewohl t.“ und Raſſe. s nach den könnt über⸗ den Händen u.“ un Zwanzig rret in faſt Wohlfahrt ffen auszu⸗ ag, bevor er allen an der darauf hin, an gibt ihm treten, dort an Händen Sie haben uben, ſich zu rte, wie man hüber andere cherer Theil⸗ ate. ihrer Fragen, der Art, wie Abſicht nicht — 127— hatten, den Chippewa vorerſt zu martern, ſo war die Art, wie ſie ihn gefeſſelt und gebunden hatten, an ſich ſelbſt ſchon eine Marter. Seine Arme waren an den Ellbogen auf den Rücken gebunden und die Hände vornen feſt angezogen⸗ Die Füße waren doppelt, über den Knieen und an den Knöcheln, gefeſſelt. Um den Körper lief ein ſchwerer Strick von Baſt, mit wel⸗ chem der Gefangene an einem Buchenbaume feſtgehalten wurde, welcher gegen dreißig Fuß von der Thüre der Hütte und faſt in einer Linie mit dem Feuer drinnen und dem Lug⸗ platze le Bourdon’s ſtand, ſo daß dieſer mit Hilfe ſeines Glaſes alle dieſe Einzelnheiten genau ſehen konnte. Die Wilden, welche ſich auf die Art, wie ſie ihren Gefangenen geknebelt hatten, ſowie auf ihre Hunde verließen, bekümmerten ſich wenig um den Chippewa, jeder ſchien nur darauf bedacht, ſich ein gutes Mahl und ein trockenes Lager für die Nacht zu verſchaffen. All dieß ſah und merkte ſich der Bienenjäger, ehe er von ſeinem Baume ſtieg und leicht an Margaret's Seite niedergleitete. Ohne eine der koſtbaren Minuten zu verlieren, begab ſich le Bourdon ſofort zu den Canves und theilte Waring ſeinen Entſchluß mit. Der Mond war jetzt untergegangen und die Nacht begünſtigte die Abſichten le Bourdon's. Auf den erſten Blick ſchien es rathſam, zu warten, bis die Wilden ſich dem Schlafe überlaſſen hätten, und dann erſtz einen Verſuch zu machen, ſich der Hütte zu nähern, Boden war jedoch anderer Anſicht. Sobald die Wilden ihr Lager aufgeſucht, mußte eine allgemeine Stille erfolgen, und dann hörten ſte ſeine Schritte leichter, als ſo lange Zungen und Füße und Zäyne noch in Bewegung waren. Wer ſich nach einem langen Marſche oder Die wendet ſeine Auf⸗ mochte ein mem Rudern zu Tiſche ſetzt, nach mühſa merkſamkeit gewöhnlich dem Eſſen zu, wie le Bourdon aus ſumpfig, langer Erfahrung wußte, und der Augenblick, wo der Hungrige konnte ma und Müde ſich ſättigt, ſchien zu einem Ueberfalle weit geeig⸗ welcher di neter, als der, wo er ſich dem Schlafe überließ, vorausgeſetzt, welche für daß eine Wache ausgeſtellt wurde. Daß die Pottawattamies in der Ne. dieſe letzte Vorſicht verſäumen würden, glaubte le Bourdon Flüchtling nicht, und er beſchloß, nicht nur einen Verſuch zu machen, verließen, ſeinen Chippewa Freund zu retten, ſondern dieſen Verſuch nicht nah auf der Stelle zu machen. len mache Nachdem er ſeinen Plan in kurzen Worten dargelegt die Fami und Waring um ſeinen Beiſtand gebeten hatte, nahm er von Da der Geſellſchaft feierlich Abſchied und ſchritt in die Nacht und ſeine hinaus. Um die Bewegungen des Bienenjägers zu verſtehen, hatte, g wird der Leſer ſich von der Lage des Shanty und der Umge⸗ ſeinen W bung, auf welcher der junge Mann nun handelnd auftritt, Der ein klares Bild machen müſſen. an den Die Hütte ſtand auf einer kleinen, ziemlich abſchüſſigen, Augenbli Höhe, welche von allen Seiten von ſo flachem Lande umge⸗ ſehen, al ben war, daß dieſes viele naſſe und ſumpfige Stellen hatte. Ra Die Höhe war ziemlich bewaldet und der flache Boden ihm die da und dort mit Erlen und anderm Buſchwerk bedeckt, im die Zeit Ganzen aber waren die Moorgründe von ſogenanntem„ſchwe⸗ trennen ren Holze“ faſt ganz entblößt.. ſie fins Zwei Seiten des Hügels waren abſchüſſig, nämlich die, daher il über welche die Fäſſer in den See gerollt worden waren, und Wahrhe die gegenüberliegende, welche dem Baume zunächſt war, von liehen, dem aus le Bourdon das Thun der Wilden ſo lange beobachtet müſſen. 1 wenige hatte. 25³ ſche oder ne Auf⸗ don aus Hungrige eit geeig⸗ usgeſetzt, hattamies Bourdon machen, Verſuch dargelegt imm er von die Nacht verſtehen, der Umge⸗ d auftritt, abſchüſſigen, unde umge⸗ ellen hatte. che Boden bedeckt, im tem„ſchwe⸗ nämlich die, waren, und ſt war, von ge beobachtet Die Entferung zwiſchen der Hütte und dieſem Baume mochte eine kleine Meile betragen, und der Boden war meiſtens ſumpfig, wenn man jedoch einer gewiſſen Richtung ſolgte, konnte man dieſes Moor überſchreiten. Zum Glücke war der, welcher die Gegend kannte, durch gewiſſe Bäume und Büſche, welche für den Wanderer eine Art Wegweiſer abgaben, ſelbſt in der Nacht in den Stand geſetzt, dieſer Richtung, welche die Flüchtlinge auch eingeſchlagen hatten, als ſie das Shanty verließen, genau zu folgen. Wenn man jedoch dieſen Pfad nicht nahm, mußte man einen Umweg von drei bis vier Mei⸗ len machen, um von der Hütte zu der Stelle zu gelangen, wo die Familie eine Zufluchtsſtätte gefunden hatte. Da le Bourdon dieſen feſten Boden bei Tag überſchritten und ſeinen Pfad vom Baume ſorgfältig in das Auge gefaßt hatte, glaubte er, mit Hilfe der eben erwähnten Merkzeichen ſeinen Weg im Dunkeln finden zu können. Der Bienenjäger war auf ſeinem Pfad zu der Hütte bis an den Raud des Moores gekommen und machte hier einen Augenblick halt, um nach der Zündpfanne ſeiner Büchſe zu ſehen, als er leichte Fußtritte hinter ſich zu hören glaubte. Raſch wie der Gedanke wendete er ſich um und ſah, daß ihm die ſchöne Margaret bis hierher gefolgt war. Obgleich die Zeit drängte, konnte er ſich doch nicht von dem Mädchen trennen, ohne ihr zu ſagen, wie ſehr er die Theilnahme, die ſie ſeinetwegen bethätigte, zu würdigen wiſſe. Indem er daher ihre Hand nahm, ſprach er mit einer Einfachheit und Wahrheit zu ihr, welche ſeinem Weſen eine Anmuth ver⸗ liehen, um die ihn der an Höfen Erzogene hätte beneiden müſſen. Was mehr war, mit einem Zartgefühle, welches wenige Hofleute unter dieſen Umſtänden für nothwendig 253— 255. 9 — 10o gehalten hätten, gaben ſeine Worte dieſen Schritt des Mäd⸗ chens nicht ſowobl ihrer Beſorgniß um ihn, als der um ihren Bruder und ihre Schwägerin anheim, obgleich ſich in ſeinem tiefſten Herzen die ſüße Hoffnung zu regen begann, er ſei dabei nicht unbedacht geblieben. „Beruhigt Euch wegen Gerſhom und ſeines Weibes, denn um ihret⸗ ſchöne Margaret,“ ſagte der Bienenjäger,„„ willen ſeid Ihr, wie ich ahne, vorzüglich hierher gekommen, was mich betrifft, ſo ſeid überzeugt, daß ich nicht vergeſſe, wen ich hier zurücklaſſe und wie ſehr ihre Sicherheit von mei⸗ ner Umſicht abhängt. Margaret war glücklich, Andeutungeu dieſer Art waren ihr ganz neu, jedoch dem Gefühle nach, ſie zu würdigen. „Wagt Ihr nicht zu viel, Bourdon?“ ſagte ſie.„Wißt Ihr gewiß, daß Ihr den Pfad durch das Moor in einer ſo dunkeln Nacht findet? Vielleicht hat mich der lange Ausblick nach der hell erleuchteten Hütte geblendet, aber es ſcheint mir, als hätte ich nie eine dunklere Nacht erlebt.“ Die Dunkelheit nimmt zu, denn das Sternenlicht iſt ver⸗ ſchwunden, ich kann aber meinen Pfad ſehen, und ſo lange dieß der Fall iſt, brauche ich nicht zu fürchten, ihn zu ver⸗ lieren. Ich möchte Euch keiner Gefahr ausſetzen, aber—“ „Seid ohne Sorge, Bourdon, ſagt mir, in welcher Art ich Euch nützlich werden kann,“ rief das Mädchen eifrig. „Nun denn, Margaret, Ihr könnt Folgendes thun: kommt mit mir bis an den großen Baum in der Mitte des Moores und ich will Euch etwas zu thun geben, was mir vielleicht das Leben rettet. Wenn wir an Ort und Stelle ſind, werde ich Euch ſagen, was ich meine.“ aber ſie war auch verwirrt. die Natur half Marg ſich Beide ſtanden ſie große Ulm ihren Aeſt welche no ſehen. Ei Scene, da Weiſe ſie Wen ſo ſchwer ſchwierige Hüttek zerſtreut rechte ver wieder z bloßſtellt kleine B untern 2 eine Art da das! dienen k übernehr ziehen, Licht a begriff Allem 2,2 jäger h Familie des Mäd⸗ um ihren in ſeinem r ſei dabei 8 Weibes, um ihret⸗ gekommen, ht vergeſſe, it von mei⸗ ) verwirrt. Natur half ſie.„Wißt in einer ſo uge Ausblick es ſcheint licht iſt ver⸗ nd ſo lange ihn zu ver⸗ aber—“ welcher Art n eifrig. thun: kommt 2 des Moores mir vielleicht ie ſind, werde — 131— Margaret ſolgte leichten, ungeduldigen Schrittes, und da ſich Beide nicht aufhielten, um zu ſprechen oder umzuſchauen, ſtanden ſie bald unter dem erwähnten Baume. Es war eine große Ulme, welche einen weiten Umfang feſten Bodens mit ihren Aeſten bedeckte. Man konnte von hier aus die Hütte, welche noch hell erleuchtet war, deutlich und ziemlich nahe ſehen. Eine Minute blickten Beide ſchweigend auf die ſeltſame Scene, dann erklärte le Bourdon ſeiner Begleiterin, in welcher Weiſe ſie ihm hilfreich werden könne.“ Wenn man die Ulme einmal erreicht hatte, war es nicht ſo ſchwer, den Weg durch das Moor zu finden, als es ſchwieriger war, dieſe Stelle zu erreichen, wenn man von der Hütte kam. Da in der Mitte des Moores mehrere Ulmen zerſtreut ſtanden, fürchtete der Bienenjäger, er möchte die rechte verfehlen, in welchem Falle er genöthigt geweſen wäre, wieder zurückzukehren, ein Schritt, welcher ihn der Gefahr bloßſtellte, gefangen zu werden. Er hatte gewöhnlich eine kleine Blendlaterne bei ſich und war entſchloſſen, ſie in den untern Aeſten dieſer Ulme aufzuhängen, ſo daß ſie ihm als eine Art Signal diente, er nahm aber Anſtand, dieß zu thun, da das Licht den Feinden ebenſo gut wie ihm zum Wegweiſer dienen konnte. Wenn Margaret die Sorge für dieſe Laterne übernehmen wollte, durfte er hoffen, von ihr Vortheil zu ziehen, ohne ſich der Gefahr auszuſetzen, für längere Zeit ein Licht an einem Baum aushängen zu müſſen. Margaret begriff raſch, was von ihr verlangt wurde und verſprach, Allem genau nachzukommen, was ihr angedeutet worden. „Nun, Gott ſei mit Euch, Margaret,“ ſetzte der Bienen⸗ jäger hinzu.„Die Vorſehung hat mich und Eures Bruders Familie in unruhigen Zeiten zuſammengeführt, wenn ich wohl⸗ 3 9* rückkehre, betrachte ich es als behalten von dieſem Wagniß zu meine Pflicht, Alles aufzubieten, um Gerſhom behilflich zu werden, ſein Weib und ſeine Schweſter jeder Gefahr zu entziehen.“ „Gott geleite Euch, Bourdon,“ ſagte dieß erregte Mäd⸗ chen halb flüſternd.„Ich weiß, daß es eines Wagniſſes werth iſt, das Leben eines Menſchen zu retten, wär' es auch das eines Wilden, und werde Euch nicht von dieſem Unter⸗ nehmen abzuwenden ſuchen, wagt aber nicht mehr, als uner⸗ läßlich iſt und verlaßt Euch darauf, daß ich mit der Laterne verfahren werde, wie Ihr mir es geſagt habt.“ Dieſe jungen Leute kannten ſich erſt ſeit wenigen Stunden, und doch fühlten Beide jenes Vertrauen, welches in dem 3 Gedränge der Welt gewöhnlich erſt Jahre zu erzeugen im Stande ſind. Der Grund der Sympathie, welcher Herz an Herz feſſelt, welcher Freundſchaft, Liebe und leidenſchaftliche Anhänglichkeit gebiert, iſt nicht Allen einleuchtend, die vielleicht davon ſprechen. Er iſt noch ein tiefes Geheimniß unſeres Weſens, das den Forſchungen der Philoſophen und Natur⸗ kundigen bisher entgangen iſt, und welches der Schöpfer uns auch vielleicht nicht eher durchſchauen laſſen will, bis wir, früher oder ſpäter, das große Ziel erreicht haben, das dem Menſchengeſchlechte vorbehalten iſt, wo die Fülle der Erkennt⸗ niß uns aufgeht und wir unſer Weſen und deſſen Beſtimmung beſſer durchſchauen, als dieß uns in den Tagen unſerer Blind⸗ heit vergönnt iſt. Während uns aber die Urſachen ſo vieler Dinge unbekannt bleiben, kennen und fühlen wir ihre Wir⸗ kungen. Zu dieſen Geheimniſſen unſerer Natur gehört auch jene plötzliche, innige Sympathie, welche den Mann zu dem Manne, das Weib zu dem Weibe hinzieht und Vertrauen und Freundſch tern jene unſer ga⸗ Der grof vielen w entworfer gelegt, a bare Lie welche d Familier ten, eine ten, All glauben geſchloſſ eine ſol uns gez unſerer zu glau W dern bl rein m mit jen in der A Geling laſſen zu erſſ Allem ob das beruhi der H ch es als ilflich zu defahr zu gte Mäd⸗ Wagniſſes »ees auch em Unter⸗ als uner⸗ er Laterne Stunden, s in dem zeugen im r Herz an nſchaftliche die vielleicht niß unſeres und Natur⸗ chöpfer uns ,„bis wir, , das dem her Erkennt⸗ Beſtimmung ſſerer Blind⸗ en ſo vieler r ihre Wir⸗ gehört auch tann zu dem ertrauen und — 133— Freundſchaft erzeugt, und welche zwiſchen den beiden Geſchlech⸗ tern jene leidenſchaftliche Anhänglichkeit hervorruft, die auf unſer ganzes künftiges Leben mehr oder weniger Einfluß hat. Der große Zeichner der menſchlichen Natur hat in keinem der vielen wundervollen Gemälde, welche er von dem Menſchen entworfen, eine tiefere Kenntniß ſeines Vorwurfs an den Tag gelegt, als in jenem, welches die plötzliche und faſt unbezwing⸗ bare Liebe zwiſchen Romeo und Julie ſchildert,— eine Liebe, welche der Vernunft, der Sitte, dem Vorurtheile und der Familien⸗Feindſchaft Trotz bietet. Wir wollen nicht behaup⸗ ten, eine ſolche Neigung ſei zu loben, wir wollen nicht behaup⸗ ten, Alle könnten ſie fühlen, eben ſo weit ſind wir entfernt zu glauben, daß Verbindungen, welche unter ihrem Einfluſſe geſchloſſen werden, immer wünſchenswerth ſind, daß es aber eine ſolche Liebe gibt, glauben wir eben ſo gewiß, als wir auſend andere unbegreifliche Geſetze uns gezwungen ſehen, an t undernswerthen Natur unſerer launenhaften und doch ſo bew zu glauben. Wir haben jedoch hier keine veroneſiſche Geſchichte, ſon⸗ dern bloß eine einfache Erzählung zu berichten, in welcher das rein menſchliche Gefühl zuweilen eine beſcheidene Aehnlichkeit mit jenem weltberühmten Gemälde haben mag, deſſen Scenen in der ſchönen Stadt an den Ufern der Etſch ſpielen.— Als le Bourdon ſeine Gefährtin, welche jetzt an dem Gelingen ſeines Wagniſſes ſo innigen Antheil nahm, ver⸗ laſſen hatte, um den Pfad durch das Moor in der Dunkelheit zu erſpähen, begab ſich Margaret hinter den Baum, um vor Allem ihre Laterne zu unterſuchen und ſich zu überzeugen, ob das Licht gehörig brenne. Als ſie ſich in dieſer Hinſicht beruhigt fühlte, wendete ſie ihre Blicke beſorgt der Richtung der Hütte zu. Von dem Bienenjäger war mittlerweile jede Spur ver⸗ loren, denn der Hügel bildete hier einen zu dunkeln Hinter⸗ grund, als daß ſie le Bourdon hätte ſehen können. Aber das Feuer brannte noch hell in dem Shanty,— ein Beweis, daß die Wilden mit ihrem Kochen noch nicht fertig waren, obgleich mehrere ihre Eßluſt geſtillt und bereits Plätze ausgeſucht hatten, wo ſie die Nacht hinbringen wollten. Margaret freute ſich, als ſie bemerkte, daß dieſe Letzteren ſich in der Nähe des Feuers gelagert hatten, ſo warm auch die Nacht war. Wahrſcheinlich thaten ſie dieß, um den Mosquitos zu entgehen, welche man gewöhnlich in größerer oder geringerer Anzahl in den niedrigen Gegenden der neuen Länder und in der Nähe der Flußufer findet. Margaret ſah den Chippewa, aufrecht ſtehend und an den Baum gebunden, auf ihn waren ihre Blicke vorzugsweiſe gerichtet, denn in ſeiner Nähe hoffte ſie den Bienenjäger zuerſt wieder anſichtig zu werden. In der That war es nicht mög⸗ lich, Jemanden zu ſehen, der ſich ſozuſagen unterhalb des von der Hütte ausgehenden Lichtkreiſes befand, denn die Spitze des Abhanges warf über Alles unter ihr einen tiefen Schatten. Dieſer Umſtand war jedoch für le Bourdon von der größ⸗ ten Wichtigkeit, denn, von der Dunkelheit, welche ſich noch geſteigert zu haben ſchien, begünſtigt, fonnte er ganz nahe an ſeinen Freund heranſchleichen. Wir verlaſſen Margaret, um uns wieder zu dem Bienenjäger zu geſellen, welcher jetzt ſeinem Ziele nicht mehr fern war. Le Bourdon hatte nicht wenig Mühe, über das Moor wegzukommen, indem er ſich aber durch die Hemmniſſe ſort⸗ arbeitete und ſeine Richtung im Auge zu behalten ſuchte, kam er ſo zei mußte na Die wie dieß waren zu Gefanger geſehen, ihm, als Zeit bed wohl, y ſich die als daß men. leicht Lo hin verf es an, Geſchön De beſonder Er hat Lichts ſtand b nen Fl D obgleie ſchiene die ihr auf ſe le Bo nun z Spur ver⸗ keln Hinter⸗ Aber das heis, daß die en, obgleich ausgeſucht Margaret ſich in der ch die Nacht Nosquitos zu eer geringerer änder und in hend und an vorzugsweiſe enjäger zuerſt es nicht mög⸗ unterhalb des d, denn die —r einen tiefen von der größ⸗ elche ſich noch er ganz nahe ſen Margaret, , welcher jetzt ber das Moor Hemmniſſe fort⸗ ten ſuchte, kam — 135— er ſo zeitig, als er berechnet hatte, auf feſten Grund. Er mußte natürlich mit der größten Vorſicht zu Werke gehen. Die Indianer hatten, ihrer Sitte gemäß, Hunde bei ſich, wie dieß auch bereits bemerkt worden. Zwei dieſer Thiere waren zu ſehen, ſie lagen faſt in der Mitte zwiſchen dem Gefangenen und der Thüre der Hütte. Le Bourdon hatte geſehen, wie ein Wilder dieſe Hunde fütterte, und es ſchien ihm, als hätte er bemerkt, wie der Indianer ſie zu gleicher Zeit bedeutete, den Chippewa gut zu bewachen. Er wußte wohl, wie klug und dienſtbefliſſen dieſe Thiere waren, deren ſich die Indianer eher als Vorpoſten und Wächter bedienen, als daß ſie ihre Dienſte auf der Jagd ſehr in Anſpruch näh⸗ men. Ein indianiſcher Hund iſt ſehr aufmerkſam und macht leicht Lärm, ſo wie er eine Spur raſch und auf weite Strecken hin verfolgt, ſelten aber nähert er ſich dem Wilde oder greift es an, er müßte es denn mit einem ſehr furchtſamen, ſchwachen Geſchöpfe zu thun haben. Demungeachtet machte die Gegenwart dieſer Hunde eine beſondere Vorſicht in dem Gehaben des Bienenjägers nöthig. Er hatte den Hügel ein wenig abſeits von dem Bereiche des Lichts erſtiegen, das noch aus der offenen Thüre ſtrömte, und ſtand bald ſo hoch, daß er den Stand der Dinge auf der klei⸗ nen Fläche um die Hütte genau überſehen konnte. Die Hälfte der Wilden war noch auf und in Bewegung, obgleich ſie mit dem Kochen und Eſſen nun fertig zu ſein ſchienen. Die Sinne dieſer Leute waren faſt ſo ſcharf wie die ihrer Hunde, und es war ſehr nothwendig, auch vor ihnen auf ſeiner Hut zu ſein. Mit der größten Vorſicht gleitete le Bourdon an dem Saume des Lichtkreiſes heran und ſtand nun zehn Schritte von dem Gefangenen. Hier lehnte er ſeine — —. Büchſe an einen jungen Baum und zog ſein Meſſer, um Taubenflügel's Bande ſogleich zerſchneiden zu können. Während der Bienenzäger dieſe Vorbereitungen traf, hoben die Hunde ihre Köpfe drei Mal in die Höhe und ſchno⸗ ben die Luft, und der älteſte ließ einmal ein dumpfes, unheil⸗ verkündendes Knurren hören. So ſeltſam es ſcheinen mag, war doch dieſe letzte Andeutung einer möglichen Gefahr für le Bourdon und den Chippewa von großem Nutzen. Der Letztere börte das Knurren des Hundes und ſah, wie er zwei⸗ mal den Kopf bewegte, woraus er ſchloß, hinter ihm müſſe ein lebendes Weſen ſein oder irgend eine Gefahr drohen. Dieß veranlaßte ihn natürlich, ſeine Aufmerkſamkeit dorthin zu wenden, und da er weder den Kopf noch eines ſeiner Glieder bewegen konnte, war der Gehörſinn ſeine einzige Zuflucht. Während Taubenflügel mit der größten Spannung lauſchte, glaubte er, ſeinen Namen ſo leiſe flüſtern zu hören, wie man Jemanden anruft, dem man aus einer kleinen Entfernung mit dem geringſten Aufwande der Stimme einen Wink zu geben wünſchte. Augenblicklich folgte den Worten:„Taubenflügel“ und „Chippewa“ die„Bienenjäger“ und„Bourdon.“ Dieß war genug. Der indianiſche Krieger ließ einen leiſen Ruf hören, welcher wohl für ein halb unterdrücktes Murren über den Schmerz der gebundenen Glieder gelten konnte, den aber der, welcher ſeine Bewegungen ſcharf im Auge hatte und mit ihm zu verkehren bemüht war, für ein Zeichen nehmen durfte, daß ſeine Aufmerkſamkeit rege ſei. Kein Laut wurde mehr vernehmbar, und der Gefangene harrte des Ausgangs mit der ſtoiſchen Geduld des amerika⸗ niſchen Indianers. Eine Minute ſpäter fühlte der Chippewa⸗ daß die 2 frei ware Feſſeln de In d „Se hier. Koö „Nie gebunden In Kniee de eine Feſſ Baum bewährte er dieſer da er n geſtürzt gehemm die Folg Ta⸗ das letz und Fa Bienenj und den De mittlern gleiten begreife W ruhig ſich N. deſſer, um en. ngen traf, und ſchno⸗ fes, unheil⸗ einen mag, Gefahr für utzen. Der vie er zwei⸗ rihm müſſe rohen. Dieß dorthin zu iner Glieder Zuflucht. ung lauſchte, n, wie man tfernung mit ink zu geben flügel“ und 2 r ließ einen unterdrücktes lieder gelten en ſcharf im var, für ein rege ſei. er Gefangene des amerika⸗ ſer Chippewa, — 137— daß die Bande nachgaben und ſeine Arme an den Ellbogen frei waren, dann kam eine Hand zum Vorſchein und die Feſſeln der Handgelenke wurden zerſchnitten. In dieſem Augenblicke hörte er es flüſtern: „Seid wohlgemuth, Chippewa, Euer Freund Bourdon iſt hier. Könnt Ihr ſtehen?“ „Nicht ſtehen,“ antwortete der Indianer leiſe,„zu viel gebunden.“ In dem nächſten Augenblicke waren die Füße und die Kniee des Chippewa der Stricke baar. Jetzt war nur noch eine Feſſel zu löſen,— die, welche den Gefangenen an den Baum band. Indem der Bienenjäger dieſe nicht zerſchnitt, bewährte er ſeinen ruhigen, beſonnenen Geiſt, denn hätte er dieſen ſtarken Baſtſtrick gelöſt, ſo würde der Indianer, da er nicht im Stande war zu ſtehen, wie ein Klotz nieder⸗ geſtürzt ſein. Seine Feſſeln hatten den Umlauf des Blutes gehemmt und die gewöhnliche, augenblickliche Lähmung war die Folge davon. Taubenflügel begriff ſehr gut, warum ſein Freund zögerte, das letzte Band zu zerſchneiden, und bemühte ſich, die Hände und Fauſtgelenke gegen einander zu reiben, während der Bienenjäger mit ſeinen beiden Armen um den Baum reichte, und den Fußgelenken den gleichen Dienſt erwies⸗ Der Leſer denkt ſich wohl, in welcher Angſt Margaret mittlerweile ſchwebte, denn ſie hatte le Bourdon an den Baum gleiten ſehen und konnte das nun folgende lange Zögern nicht begreifen. Während dieſer Zeit waren die Hunde nichts weniger als ruhig und ſtill. Ihre Herren jedoch, welche gewöhnt waren, ſich Nachts von Wölfen, Füchſen und anderen Thieren umgeben 4 — 138— zu ſehen, achteten wenig auf die Unruhe ihrer Wächter, welche in ihrem Lager ſelten zu knurren aufhörten. Der Bienenjäger war, während er die Fußgelenke des Indianers rieb, wegen der Hunde faſt ganz unbeſorgt, allein der Chippewa war beinahe noch nicht im Stande, auf ſeinen Füßen zu ſtehen, geſchweige ſich mit der frühern Behendig⸗ keit bewegen zu können, als ſich eine neue Quelle der Unruhe zeigte. Die Art, wie die Wilden in der Hütte zuſammentraten, und die Geberden ihres Häuptlings ließen ziemlich deutlich gewahren, daß ſie damit umgingen, eine Nachtwache auszu⸗ ſtellen. Da dieſe Wache ohne Zweifel ihren Platz in der Nähe des Gefangenen nahm, war der Bienenjäger in Ver⸗ legenheit, ob er mit dem Chippewa ſogleich flüchten ſolle, oder nachdem die übrigen Wilden ihr Lager aufgeſucht hätten. Er näherte ſeinen Mund dem Ohre ſeines Freundes ſo weit, als dieß möglich war, ohne ſeinen Kopf in den Licht⸗ kreis zu bringen, und es entſpann ſich folgendes Geſpräch zwiſchen le Bourdon und dem Gefangenen. „Seht Ihr wohl, Chippewa,“ begann der Bienenjäger, „der Häuptling ſagt einem ſeiner jungen Männer, daß er die Wache bei Euch übernehmen ſoll.“ „Sehen ihn, ganz gut. Machen zu viel Zeichen, um nicht zu ſehen.“ „Was glaubt Ihr, ſollen wir warten, bis die Krieger ſchlafen, oder zu fliehen ſuchen, ehe die Wache anherkommt?“ „Unter den zwei, beſſer warten.— Ihr haben Büchſe,— haben Tomahawk,— haben Meſſer,— he?“ „Ich habe all das, aber meine Büchſe ſtellte ich in einiger Entfernung an einen Baum.“ „Das ſchlimm,— nie eine Büchſe weglegen auf Kriegs⸗ pfad.— dieß ein C „Ich gezwunger befreien, Euch übe „Ge „Nie ohne eine „W Grund v axt gege Grund, Der ſolchen ihren V Faf und ſeir der jun und ſcht Hi Schneid Indiau⸗ dieſem halte. die Er obgleich einen Hütte eilte re ter, welche elenke des rt, allein auf ſeinen Behendig⸗ der Unruhe amentraten, ich deutlich ache auszu⸗ atz in der ger in Ver⸗ chten ſolle, ucht hätten. Freundes ſo n den Licht⸗ es Geſpräch Bienenjäger, „daß er die zeichen, um die Krieger herkommt?“ n Büchſe,— tellte ich in 1 auf Kriegs⸗ — 239— — ich ihn ſcalpiren,— pfad.— Nun, Ihr ihn tomahawken, dieß ein Ende machen.“ „Ich werde Niemanden tödten, wenn ich nicht dazu gezwungen bin. Wenn es kein anderes Mittel gibt, Euch zu befreien, werde ich dieſen letzten Strick durchſchneiden und es Euch überlaſſen, für Euch ſelbſt zu ſorgen.“ „Geben Tomahawk alſo,— geben auch Meſſer.“ „Nicht zu einem ſolchen Zweck. Ich ſehe nicht gern ohne einen guten Grund Menſchenblut fließen.“ „Was Ihr ein guter Grund nennen, he? Der beſte Grund von der Welt da. Pottawattamie graben aus Streit⸗ art gegen großen Vater zu Waſch'nton,— das nicht guter Grund, ihm Scaly zu nehmen, he?“ Der Chippewa flüſterte dieſe letzten Worte mit einem ſolchen Nachdrucke, daß die Hunde ihre Köpfe wieder von ihren Vorderpfoten emporhoben und knurrten. Faſt in demſelben Augenblicke warfen ſich der Häuptling und ſeine wenigen, noch wachen Gefährten auf ihr Lager, und der junge, als Wächter bezeichnete Krieger verließ die Hütte und ſchritt langſam auf den Gefangenen zu. Hier war nicht zu zögern, le Bourdon zog die ſcharfe Schneide ſeines Meſſers kräftig durch die Feſſel, welche den Indianer an den Baum band, nachdem er ihn vorher von dieſem Vorhaben unterrichtet hatte, damit er ſich aufrecht halte. Als dieß geſchehen war, ließ der Bienenjäger ſich auf die Erde nieder und kroch aus dem Bereiche des Lichtes, obgleich faſt in demſelben Augenblicke der Gipfel des Hügels einen Vorhang abgab, welcher ihn vor Allem, was um die Hütte war, verbarg. Bald hatte er ſeine Büchſe wieder und eilte raſch dem Pfade zu, welcher über das Mvor führte. — 140— Siebentes Kapitel. Ihr nennt ſie Wilde,— o, ſeid doch gerecht! Betrachtet dieſes Volk, das bart bedrängte, Erforſchet ſein Gefübl, das ſchwer gekränkte! Ein Grab bedeckt faſt das Geſchlecht, Und aus der Tiefe tönt es milde, „Ein Menſch war auch der Wilre.“ Sprague. Sobald le Bourdon die Stelle erreicht hatte, wo der Pfad über das Moorland zu führen begann, blieb er ſtehen und ſchaute zurück. Er war jetzt von dem niedrigen Abhange fern genug, um die Gegenſtände auf der Fläche oben zu ſehen und Alles zu unterſcheiden, was das erlöſchende Feuer beleuchtete. Dort ſtand der Chippewa aufrecht an dem Baume, als feſſelten ihn die Bande noch an die Stelle, während die Wache langſam auf ihn zuſchritt. Die Hunde waren aufge⸗ ſprungen und bellten einige Male laut, in Folge deſſen fünf bis ſechs Wilde die Köpfe vom Lager erhoben. Einer ſtand ſogar auf und warf einen Arm voll trockener Zweige auf das Feuer, das nun wieder hell emporloderte und Alles weit und breit glänzend erleuchtete. Der Bienenjäger ſtaunte über die unbewegliche Ruhe, mit welcher Taubenflügel an ſeinem Baume ſtehen blieb und die Annäherung der Wache erwartete. Anfangs bemerkte der Pottawattamie nicht, daß der Gefangene entfeſſelt war. Er ſtand ſich ſelbſt im Lichte, und erſt bei genauerm Zuſchauen gewahrte er den Umſtand. Boden war zu fern von der Stelle, um alle Bewegungen der Betheili daß ein K Gefangener cher verrier ſeiner Bar Soba nach des ſich, ſtürz ſie verhül ſtieß er e Schaar ein laute und zu h Le Zweifel. an Mare dieſe klus er mocht verlaſſen ſeines F Woͤ thun ſei den Kre der ſich Fußtrite zu ihm faßte d welcher ſeinen zeigte gerecht! edrängte, gekränkte! e.“ prague. , wo der b er ſtehen n Abhange en zu ſehen ende Feuer gaume, als ährend die aren aufge⸗ deſſen fünf Einer ſtand eige auf das es weit und e Ruhe, mit ieb und die bemerkte der lt war. Er m Zuſchauen Bewegungen — 441— der Betheiligten zu ſehen, bald aber konnte er nicht verkennen, daß ein Kampf begonnen hatte. Als der Pottawattamie den Gefangenen unterſuchte, ließ er einen Ruf laut werden, wel⸗ cher verrieth⸗ daß er plötzlich entdeckt habe, der Chippewa ſei ſeiner Bande baar. Sobald dieſer Ton laut geworden, griff Taubenflügel nach des Wächters Meſſer, dieſer Griff mißlang, beide faßten ſich, ſtürzten und rollten den Abhang hinab, wo die Nacht ſie verhüllte. Als der Pottawattamie den Chippewa faßte, ſtieß er einen gellenden Ruf aus, welcher natürlich die ganze Schaar auf die Beine brachte. Die Krieger ſtimmten nun ein lautes Kampfgeſchrei an, die Hunde begannen zu bellen und zu heulen, ſo daß ein wahrer Höllenlärm entſtand. Le Bourdon war anfangs wegen ſeines Gehabens in Zweifel. Er fürchtete die Hunde in hohem Grade und mußte an Margaret und die wahrſcheinlichen Folgen denken, wenn dieſe klugen Thiere ihm über das Moor folgen ſollten. Aber er mochte dem Gedanken nicht Raum geben, Taubenflügel zu verlaſſen, wenn ein Schlag ſeiner Fauſt oder ein Tritt ſeines Fußes ihm zur Freiheit verhelfen konnte. Während er in peinlicher Ungewißheit ſchwankte, was zu thun ſei, ward es plötzlich ſtill, und er ſah den Wächter in den Kreis des Lichtes treten und entlang hinken, wie jemand, der ſich bei einem Sturze ſchwer verletzt hat. Dann hörte er Fußtritte in der Nähe, und als er leiſe rief, trat Taubenflügel zu ihm. Ehe der Bienenjäger ſeine Abſicht gewahr geworden, faßte der Chippewa ſeine Büchſe, richtete ſie auf den Wächter— welcher noch an dem Rande der Anhöhe ſtand und in all ſeinen wilden Umriſſen ſich deutlich in dem Lichte der Flammen zeigte— und gab Feuer. Der Schrei, der Sprung in die Luft und der Sturz beſagten, daß die Kugel ihr Ziel gefun⸗ den. Der Getroffene ſtürzte über den Rand des ſchroffen Abhangs, und man hörte ihn an deſſen Fuß niederrollen. Le Bourdon fühlte, wie wichtig es war, die koſtbaren Augenblicke jetzt zu benutzen, und wollte eben in ſeinen Gefährten dringen, ihm zu folgen, als dieſer einen Arm um ſeinen Leib ſchlang, ſein Meſſer aus Gürtel und Scheide zog und raſch wie der Gedanke in der Richtung verſchwand, in welcher er ſeinen Feind zu finden hoffte. Man konnte ſich über all dieß nicht irren, der Chippewa, von ſeinem eigen⸗ thümlichen Ehrgefühle geleitet, wagte Alles, um das gewöhn⸗ liche Siegeszeichen zu erlangen. Indeſſen hatten ſich ein Dutzend Wilde an dem Rande der Höhe geſammelt und ſchauten in das Dunkel hinaus, ſie konnten augenfällig nicht begreifen, was aus den Kämpfenden geworden wäre. Als der Bienenjäger dieß bemerkte, benutzte er die Zögerung und lud ſeine Büchſe wieder. Da ſich Alles faſt ſo raſch begab, wie der electriſche Funke dahin fliegt, war der Pottawattamie noch keine Minute gefallen, als ſein Sieger auch ſchon ſein Blutigelgeſchäft abgethan hatte. Le Bourdon warf ſeine Büchſe eben in den hohlen Arm, da trat ſein rother Freund wieder zu ihm, der dämpfende Scalp ſeines Feindes hing an ſeinem Gürtel, glücklicherweiſe ſah der Bienenjäger dieſe Trophäe in der Dunkelheit nicht, ſonſt würde er nicht gewillt geweſen ſein, mit einem ſo grauſamen Verbündeten fortan gemeinſam zu handeln. Ein ferneres Verweilen war nicht rathſam, denn die Indianer hatten ſich nun ſämmtlich auf dem Gipfel der Anhöhe zuſammen gefunden, und der Häuptling gab raſch ſeine B und All gefährlie welches erſcholl nicht, k wildes C daß ein Le Bou ſchritt a Schwier W unmögl Auge g zugs v in der jedoch ſich du ihr plü ganz t A von de als ſie Spur Pfades l gefun⸗ ſchroffen Uen. koſtbaren n ſeinen Arm um heide zog dand, in unte ſich m eigen⸗ gewöhn⸗ Rande naus, ſie aimpfenden „benutzte electriſche ne Minute gelgeſchäft hen in den ihm, der n Gürtel, ie in der veſen ſein, reinſam zu denn die Gipfel der gab raſch — 143— ſeine Beſehle. Nach einer Minute theilte ſich die Schaar und Alle verſchwanden in der Nacht, als fühlten ſie, wie gefährlich es ſei, in dem Bereiche des Lichtes zu bleiben, welches die lodernde Flamme ringsum verbreitete. Dann erſcholl das Gebell der Hunde, und der Bienenjäger zweifelte nicht, daß ſie die Leiche des Getödteten aufgeſpürt. Ein wildes Gellen erhob ſich in derſelben Richtung,— ein Beweis, daß einige Indianer den Körper bereits entdeckt hatten. Le Bourdon bedeutete ſeinem Gefährten, ihm zu folgen, und ſchritt auf ſeinem Pfad über das Moor ſo raſch entlang, als Schwierigkeiten des Weges es erlaubten. Wir haben bereits bemerkt, daß es nicht leicht, ja ſogar unmöglich war, dieſes Moorland in gerader Richtung zu durchſchneiden. Man fand da und dort wohl feſten Grund, allein dieſer zog ſich unregelmäßig über die Niederung, und man erkannte ſeine Richtung nur an dem Baumwuchs. Le Bourdon hatte ſeine Landmarken ſehr ſorgſam in das Auge gefaßt, denn er ſah die Möglichkeit eines raſchen Rück⸗ zugs vorher, und eine kleine Weile ward es ihm leicht, ſich in der rechten Richtung zu halten. Die Hunde verließen jedoch bald die Leiche und brachen in das Moor ein, ohne ſich durch die Schwierigkeiten abſchrecken zu laſſen, obgleich ihr plötzliches Einſtürzen und Belien ahnen ließ, daß ſie nicht ganz trockenen Fußes davon kamen. Was die Wilden betrifft, ſo ſtürzten ſie in vollem Haufen von der Höhe nieder und folgten der Spur der Hunde, welche als ſichere Führer gelten konnten, ſo weit es ſich von der Spur handelte, obgleich ſie mit den Schwierigkeiten des Pfades nicht beſonders vertraut ſchienen. Endlich machte le Bourdon Halt und hieß auch ſeinen — 144— Gefährten ſtill ſtehen. In der Eile und Verwirrung der Flucht hatte Ben ſeine Landmarken verloren und ſah ſich inmitten eines Buſchwerkes, das, wie ihm nun klar ward, nicht in ſeiner Richtung liegen konnte. Es war nicht mög⸗ lich, einen Ausweg aus dieſem verwachſenen Gebüſche zu finden, er mußte denn auf ſeinen Pfad zurückkehren, und die Hunde bellten bereits in nicht großer Entfernung hinter ihm. Dieſe Thiere kamen allerdings nicht näher, denn ſie konnten ſich in dem Schlamm und Waſſer nicht fortarbeiten, aber ihr Gebell reichte vollkommen hin, den Verfolgern die Fährte zu zeigen, und der leiſe Ruf, der von Mund zu Munde ging, ließ die Fliehenden gewahren, daß die Pottawattamies ihnen folgten, wenn ſie auch nicht auf ihrer Spur waren. Die bedenkliche Lage forderten Klugheit und Entſchloſſen⸗ hiet zumal,— Eigenſchaften, an welchen es dem Bienenjäger, der in den Wäldern geſchult worden, nicht fehlte. Er ſah ſich nach dem Pfad um, auf welchem er in dieſes unglück⸗ liche Dickicht gekommen war, und trat, als er ihn gefunden, ſogleich ſeinen Rückzug an. Es gehörte Muth dazu, faſt in gerader Linie den Hunden und ihren Herren entgegen zu gehen, aber dieſer Muth fand ſich, und die Beiden ſchritten vor, wie erprobte Soldaten, welche dem Feuer einer verſteckten, aber gut bedienten Batterie entgegen blicken. Nach wenigen Sekunden machte le Bourdon Halt und unterſuchte den Boden, auf welchem ſie ſtanden. „Hier müſſen wir uns wenden, Chippewa,“ ſagte er mit gedämpfter Stimme,„dieß iſt die Stelle, wo ich von meinem Pfade abgekommen ſein muß.“ „Kein guter Platz umzuwenden!“ antwortete der India⸗ ner,„Hunde zu nah.“ — „Wir drängen,“ Richtung in dieſem allein ſo Moor.“ „An flügel ru ohren do „Dr le Bourd wird Al Der wiſſerte ein wen ſchüttete Margar war, Stahl dete ſei tung w auf, u bar zu S umher jetzt ſe C Der 2 mit d wünſe 25 ung der ſah ſich rward, öt mög⸗ iſche zu und die ter ihm. konnten aber ihr ährte zu de ging, es ihnen chloſſen⸗ eenjäger, Er ſah unglück⸗ efunden, faſt in egen zu ſchritten rſteckten, dalt und ſagte er ich von r India⸗ — . — 145— „Wir müſſen die Hunde erſchießen, wenn ſie uns zu ſehr drängen,“ verſetzte der⸗ Bienenjäger und ſchritt, nun er ſeiner Richtung gewiß war, raſch voran.—„Sie ſcheinen gerade in dieſem Augenblicke tief in den Schlamm gerathen zu ſein, allein ſolche Thiere finden leicht ihren Weg durch dieſes Moor.“ „Am beſten Pottawattamie todtſchießen,“ verſetzte Tauben⸗ flügel ruhig.„Pottawattamie haben guten Scalp— Hunde⸗ ohren doch zu gar nichts gut.“ „Dort iſt, glaube ich, der Baum, welchen ich ſuche,“ rief le Bourdon freudig.„Wenn wir jenen Baum erreichen können, wird Alles noch gut gehen.“ Der Baum wurde erreicht und der Bienenjäger verge⸗ wiſſerte ſich, von dieſer Stelle aus, ſeiner Richtung. Er nahm Horn, feuchtete es an und ein wenig Pulver aus ſeinem ſchüttete es auf einen niedrigen Aſt, welcher der Seite, wo Margaret ſeiner harrte, zugewendet war. Als dieß geſchehen war, ließ er ſeinen Gefährten abſeits treten, und mit ſeinem Stahl und Stein ein Stückchen Schwamm anſtecken und zün⸗ dete ſein Pulver an. Natürlich brannte dieſe kleine Vorrich⸗ tung wie ein Kinderfeuerwerk ab, flammte aber doch hell genug auf, um in einer ſo dunkeln Nacht auf eine Meile hin ſicht⸗ bar zu werden. Sobald dieß angefeuchtete Pulver ziſchte und ſeine Funken umher warf, ſchaute der Bienenjäger ſcharf in die, wie es jetzt ſchien, greifbare Dunkelheit des Moores.“ Ein helles Licht erſchien und verſchwand. Es war genug. Der Bienenjäger warf ſeine Lunte zur Erde und verlöſchte ſie mit dem Fuße, und Margaret’s Laterne ward, wie er es wünſchte, nicht mehr ſichtbar. 253— 255. 10 — — 146— Da le Bourdon nun ſeiner Stellung gewiß war und die Richtung kannte, welche er zu verfolgen hatte, brach er mit ſeinem Begleiter auf und eilte über das Moor fort. Bald zeigte ſich ein Baum und flüchtigen Schrittes wendeten ſie ſich dieſem zu. Er ward erreicht. Im nächſten Augenblicke trat Margaret heran und der Bienenjäger konnte ſich in dem Uebermaaße ſeiner Freude nicht enthalten, ſie zu küſſen. „Das iſt ein ſchreckliches Hundegeheul!“ ſagte Margaret, welche in einem Augenblicke, wie dieſer, ſich durch eine ſolche Freiheit nicht verletzt fühlte,—„und es ſcheint, als komme ein ganzer Stamm dicht hinter den Hunden drein. Um des Himmels Willen, Bourdon, laßt uns zu den Canoes eilen, Bruder und Schweſter müſſen uns für verloren halten.“ Die Umſtände drängten und der Bienenjäger legte Mar⸗ garet’s Arm in den ſeinigen und ſein entſchloſſenes, ſchutzbe⸗ reites Weſen erfüllte das Herz des Mädchens mit Gefühlen, welche in keinerlei Weiſe mit der Furcht in Verbindung ſtan⸗ den und ſelbſt in dieſem gefahrvollen Augenblicke etwas Süßes hatten. Die Entfernung war nicht groß und die Drei hatten bald die Buche erreicht, in deren Nähe die Canoes hielten. Hier fanden ſie Dorathea, die allein, und wie im tiefen Kummer auf und nieder ging. Ohne Zweifel hatte ſie das Geſchrei gehört, und ahnte, daß die Wilden ihrer Geſellſchaft nachſpürten. Als Margaret zu ihrer Schwägerin trat, ſah ſie, daß ſich etwas Ungewöhnliches begeben haben müſſe und in dem Eifer der Angſt nahm ſie keinen Anſtand, zu fragen, was vorgefallen ſei. „Was iſt aus dem Bruder geworden? Wo iſt Gerſhom?“ fragte das Mädchen ſofort. Die Antwort wurde mit leiſer Stimme gegeben, wie wohl d deſſen, „0 Weib ſam, u dieſe u war di wein Ich t Vorſe ſeine etwas Nach ihm Frau fende Wen gera ſolch die ner r und die ſch er mit rt. Bald en ſie ſich blicke trat in dem en. Margaret, eine ſolche ls komme Um des oes eilen, en.“4 gte Mar⸗ b ſchutzbe⸗ Gefühlen, ung ſtan⸗ as Süßes rei hatten hielten. im tiefen e ſie das heſellſchaft trat, ſah müſſe und zu fragen, erſhom?“ ben. wie — 141— wohl die Gattin ſich ſträubt und zögert, die Vergehungen deſſen, der ihr theuer iſt, einzugeſtehen. „Gerſhom iſt eben nicht ganz bei ſich,“ flüſterte das Weib zaudernd,„er iſt wieder in ſeine alten Wege gerathen.“ „In ſeine alten Wege?“ wiederholte die Schweſter lang⸗ und ihre Stimme wurde ebenſo wie jene, welche ſchwach Nachricht eben mitgetheilt hatte.—„Wie da all unſer Whiskey in den See lief?“ „Wie es ſcheint, hatte Bourdon einen Krug mit Brannt⸗ wein unter ſeinen Vorräthen und Gerſhom fand ihn auf. Ich tadle Niemanden, denn Bourdon, welcher die Gaben der Vorſehung nie mißbraucht, hatte wenigſtens ein Recht, auf ſeine Behaglichkeit bedacht zu ſein, es iſt aber Schade, daß etwas dieſer Art in den Canvoes war.“ Der Bienenjäger fühlte ſich durch dieſe unwillkommene Nachricht ſehr beunruhigt, denn ihre Wichtigkeit ſtellte ſich ihm lebhafter dar, als ſeinen Gefährtinnen. Sie fühlten als Frauen, er aber ſah, als Mann, der gewöhnt war, in ergrei⸗ fenden Lagen zu handeln, in welcher Gefahr man ſchwebte. Wenn Whiskey Herz wirklich wieder„in ſeine alten Wege“ gerathen war, ſo daß er eher läſtig als hilfreich in einem ſolchen Augenblicke wurde, ſo war dieß zu beklagen, aber nur die Zeit konnte hier helfen. Zum Glücke hatten ſie den India⸗ ner bei ſich, und dieſer fonnte das eine Canoe rudern, während er ſelbſt die Sorge für das andere übernahm.“ Da keine Zeit zu verlieren war,— denn das Bellen der Hunde und das Geſchrei der Wilden ließen nur zu deutlich gewahren, daß der Feind Mittel gefunden hatte, durch das Moorland vorzurücken,— beeilte er den Abzug und trat ſofort in das Boot des Wäldlers. ſam, dieſe unangenehme war dieß möglich, 10* — 148— Le Bourdon fand Whiskey Herz in Schlaf verſunken,— es war der bleierne Schlaf der wüſten Trinker. Dorchen hatte den Krug bei Seite gebracht und verſteckt, ſobalb der Zuſtand ihres Gatten einen ſolchen Schritt zuließ, obne daß ſie ſeinen Ungeſtüm fürchten mußte, denn ſonſt würde der unglückliche Mann ſich durch ein Getränk zu Grunde gerichtet haben, welches, beſonders nach einer ſo langen, gezwungenen Enthalt⸗ ſamfeit, ſeinem Gaumen viel mehr zuſagte, als der Whisfey, welchen er g⸗wöhnlich trank. Der Krug ward ſofort beigeholt und le Bourdon goß zur großen Freude der Frauen, obgleich nicht ohne ſehr lebhafte Einſprache des Indianers, den Inhalt in den Fluß, und das feurige Gascogner Getränke miſchte ſich bis auf den letzten Tropfen mit dem Waſſer des Kalamazoo. Als dieß geichehen war, bat der Bienenjäger die Frauen, an Bord zu kommen und hieß den Cbippewa ein gleiches thun.“ Es war augenſcheinlich, daß ſie, wenn ſie in den Canves flüchteten, die Hoffnungen ihrer Verfolger, für den Augeublick wenigſtens, am ſicherſten täuſchten, denn dieſe mußten wieder über das Moor zurück, wenn ſie ihrer Boote habhaft werden wollten, und ohne dieſe war jede fernere Verfolgung fruchtlos. 8 Dem Chippewa wurde ſeine Stelle in dem Spiegel des Bootes Gerſhom's angewieſen, während Margaret— ſei es nun in Folge geheimnißvoller Sympathie oder des Zufalls— in Ben's Canve Platz nahm. Whiskey Herz lag wie ein Klotz auf dem Boden ſeines leichten Fahrzengs, wo er der Pflege ſeines liebevollen Weibes anheimgegeben war, die ihm ein Kopffiſſen bereitete, zum Glücke ward er ſo kein weſent⸗ liches Hemmniß, wenn man auch auf ſeinen Beiſtand verzich⸗ ten mußte. Als nommen Hunde u ſowie ein der öſtlic ſcharfen Wilden Bienenje ihm zu drei na vereinia Schritte nördlich ſich auf Wendu ſelbſt a denn it Le man n langſa ner, e die Fl Hunde ten, y 1 ihrer benfli — es hatte uſtand ſeinen ickliche haben, nthalt⸗ hiskey, igeholt bgleich Inhalt hte ſich mazoo. ien, an thun.“ Canves genblick wieder habhaft folgung 8 gel des ſei es falls— wie ein er der die ihm weſent⸗ verzich⸗ = 149— Als le Beurdon und der Cöippewa ihre Plätze einge⸗ en und die Canoes abſtießen, ließ der Lärm der der Wilden es nicht mehr bezweifeln, daß jene, Moor gearbeitet und auf Bei dem daß ſie die nommen hatt Hunde und ſowie ein Theil dieſer ſich durch das der öſtlichen Seite feſten Boden gewonnen hatten. ſcharfen Spürſinne der Hunde war zu erwarten, Wilden bald zu dem Landungsplatze führen würden. Der Bienenjäger, dem dieß nicht entging⸗ befahl dem Cyippewa ihm zu folgen, und trieb ſein Canve raſch in einen der drei narürlichen Canäle, welche ſich an dieſem Punkte vereiniaten. Das Geſchrei wurde lauter und die Verfolger näherten ſich ſchneller, als dieß früher der Fall war, da ſie jetzt nicht mehr mit dem Sumpfboden zu fämpfen batten. Etwa vierzig Schritte von dem Landungsplatze wendete ſich jedoch der Kanal nördlich, denn Alles, was wir bisber berichtet haben, begab ſich auf der nördlichen Seite des Fluſſes. Wenn man dieſe Wendung des Waſſerarmes hinter ſich hatte, waren die Canoes ſelbſt am hellen Tage vom Ufer aus nicht zu ſehen, geſchweige denn in einer Dunkelheit, wie ſie jetzt ringsum waltete. cher fürchtete, Le Bourdon, dem dieß nicht eutging u d wel man möchte das Schlagen der Ruder hören, ließ ſein Canoe Waſſer hingleiten und bedeutete dem India⸗ langſam auf dem ner, ein Gleiches zu thun. In Folge dieſer Vorſicht waren die Flüchtlinge noch ganz nahe an dem Ufer, als zuerſt die Hunde und dann eine Schaar Wilden auf die Stelle losſtürz⸗ ten, welche ſie zwei Minuten früher verlaſſen hatten. Da die Pottawattamies es nicht für nöthig hielten, in ihrer gewöhnlichen heimlichen Weiſe zu verfahren, hatte Tau⸗ benflügel, welcher die Sprache der großen Ojebway⸗Nation — 150— vollkommen verſtand, Gelegeuheit, Alles zu hören, was ſie ſagten. Le Bourdon ließ das Canoe des Chippewa an das ſeinige treten, und der Indraner überſetzte jetzt auf ſeinen Wunſch ſolche Theile des Geſpräches der Feinde, welche ihm der Mittheilung werth ſchienen. „Sagen jetzt, Niemand da,“ begann der Indianer ruhig,— „denken, er nicht weit weg,— wollen nach ihm ſehen,— glau⸗ ben, Hund unruhig,— wundern, warum Hund ſo unrubyig.“ „Dieſe Hunde wittern uns wa rſcheinlich hier in den Canves, da wir ihnen ſo nahe ſind,“ flüſterte le Bourdon. „Glauben das,— können uns nicht fangen,“ antwortete Cbippewa rubig.„Ueberdieß ihn todt ſchießen,— nichts daran gelegen,— ſchlimm für Hund, Krieger zu ſehr drängen.“ „Jetzt ſcheint Einer in befehlendem Tone zu ſprechen.“ „Ja, er Häuptling,— kenne ſeine Stimme,— hören ihn zu oft,— er ſagen, Taubenflügel martern. Gut, er erſt Tau⸗ benflügel fangen, ſchneller Vogel, der das thun, he?“ „Was ſagt er aber? Es dürfte wichtig ſein zu erfahren, was der Häuptling jetzt ſagt.“ „Was daran liegen, was er ſagen,— kann nichts thun.— Vielleicht ein Gelegenheit kommen, auch ſein Scalp zu nehmen.“ „Das glaub' ich Euch gern, er ſpricht aber ſehr ernſt und mit leiſer Stimme, hört und laßt uns wiſſen, was er ſagt. Ich verſteye in dieſer Entfernung nicht eine Sylbe.“ Der Cyippewa lauſchte und beobachtete ein ernſtes Schwei⸗ gen, ſo lange der Häuptling redete. Dann berichtete er, ſo gut er es vermochte, was er gehört hatte, und begleitete ſeine Ueberſetzung mit Bemerkungen, wie ſie ſich einem Manne ſeiner Art natürlich darboten. „Häup Chippewa, ſagen ihm, aber keine ſchwimmen es aber n ſagen könn „Gut thun?“ „Nic nach. He nehmen, er ſchwin hinab un Theil zu was er „d faſt zu Canves In Fol ſo weit Entferr 6 77 ich fol D in Be hinreit würde haben macht was ſie an das ſeinen che ihm uhig,— — glau⸗ rruvig.“ in den irdon. twortete is daran en.“ hhen.“ ören ihn rſt Tau⸗ e2ie, rfahren, n nichts n Scalp hr ernſt was er hlbe.“ Schwei⸗ eer, ſo ete ſeine Manne — 151— „ ſagte der ſprechen zu jungen Männern,— ſſen fort ſein in Canoe,— ſehen Canoe oder mehr als ein Inſchin hier herum,— — nicht „Häuptling ſprechen zu jungen Männern, Chippewa,„alle Häuptlinge ſagen ihm, Taubenflügel mü aber keine Canoe,— aber müſſen fort ſein in ſchwimmen.— Glauben, es aber nicht wiſſen,— vielleicht, vielleicht nicht, ſagen können, bis ſehen Spur morgen früh.“ „Gut, gut, was heißt er aber die jungen Männer thun?“ fragte der Bienenjäger ungeduldig. „Nicht Squaw ſein, Bourdon,— ſagen Alles nach und nach. Häuptling jungen Männern ſagen, wenn er Canoe hmen unſer Canve und es foriſchaffen, wenn er ſchwimmen, der Chippewa⸗Teufel ſchwimmen den Fluß hinab und nehmen unſer Canoe auch ſo. Am Beſten ein Theil zurückkehren und ſehen nach unſerm Canvoe,— und was er ſagen, die jungen Männer thun müſſen.“ „Das iſt ein glücklicher Gedanke!“ ſagte der Bienenjäger faſt zu laut.„Wir wollen ſogleich hinabrudern und alle ihre Canves hinwegnehmen, ehe ſie an das Waſſer kommen können. In Folge dieſer Wendung des Kanals haben wir kaum halb ſo weit zu Waſſer, als ſie zu Land, und das Moor wird die Entfernung noch verdoppeln.“ „Das guter Rath,“ ſagte Taubenflügel.—„Ihr gehen, ich folgen.“ Dieß war kaum geſagt, als die Canoes auch ſchon wieder ſchon ein Die Dunkelheit wäre jetzt hinreichender Schutz geweſen, auch ohne den Reis, dieſer aber würde ſelbſt am hellen Mittage jeden Späherblick vereitelt haben. Das Feuer in der Hütte diente als Landmarke, und machte es le in Bewegung waren. Bourdon leicht, die Canves zu finden. — 152— Als er den Landungsplatz erreichte, hörte er die Hunde noch in dem Moore bellen und die Stimmen von Wilden laut dareinſchreien, indem ſie die zwei Indianer, welche als eine Art Lagerwache in der Hütte geblieben waren, anriefen. „Was ſagen jene Burſche?“ fragte der Bienenjäger den Chippewa.„Sie brüllen, als ſollten die zwei an der Thüre des Shanty ſie hören. Könnt Ihr verſtehen, was ſie wollen?“ „Sagen zwei Kriegern, herabkommen und für Canoe ſorgen,— das Alles. Laſſen ſie fommen,— finden Zwei hier, die für Canoe ſorgen. Haben guten Scalp, die zwei Potta⸗ wattamie⸗Schurken.“ „Nein, nein, Taubenflügel, wir wollen heute Nacht nichts mehr dieſer Art thun, jetzt gilt es, dieſe vier Canves in größter Eile vom Ufer wegzurudern. Habt Ihr Eure zwei aneinander gehabt?“ „Feſt genug,— ſo feſt, er folgen,“ erwiederte der India⸗ ner, welcher ſich zwar anſchickte, die Canoes wegſchaffen zu helfen, die Stelle aber augenſcheinlich ſehr ungern verließ, ohne einen ſeiner Feinde noch einmal getroffen zu haben.— „Jetzt gute Zeit für die Schurken, Scalp zu laſſen.“ „Dieſe Schurken, wie Ihr ſie nennt, fangen an zu ver⸗ ſtehen, was ihre Freunde in dem Moor ihnen zurufen, und ſehen nach dem Pulver auf ihren Zündpfannen. Wir müſſen fort, ſonſt ſehen ſie uns und richten ihre Büchſen hierher. Abgeſtoßen, Chippewa, und ſogleich hinaus in die Mitte der Bai.“ Da le Bourdon ſehr ernſt ſprach, fügte ſich Taubenflügel. Hätte er eine Büchſe oder auch nur ein Meſſer gehabt, ſo wäre er ohne allen Zweifel auf das Ufer geſprungen und hätte Mittel gefunden, über einen ſeiner ſorgloſen Feinde her⸗ zufallen der Bie pewa n denn le ſondern Tomahe hatte, D ſchwier dieſer! Manne von g. getrieb und di jedoch weit v mittle ihren Das daß ſ herüb Moor Kenn jäger ſich weni Ufer ſo b le Hunde den laut als eine en. äger den er Thuͤre vollen?“ r Canoe wei hier, ei Potta⸗ cht nichts anoes in ure zwei er India⸗ haffen zu verließ, aben.— n zu ver⸗ fen, und ir müſſen hierher. Mitte der benflügel. habt, ſo igen und einde her⸗ — 133— Aber zufallen und ſich ein neues Siegeszeichen zu ſichern. der Bienenjäger ſprach in entſchloſſenem Tone und der Chip⸗ obgleich widerwillig, gezwungen, zu gehorchen, denn le Bourdon hatte nicht nur ſeine Büchſe an der Seite, ſondern war auch vorſichtig genug geweſen, ſein Meſſer und Tomahawk, welche er, wie die Rothhäute, gewöhnlich bei ſich hatte, an ſicherm Orte zu verwahren. Das Fortſchaffen der Canoes war jetzt eine. ziemlich ſchwierige Arbeit. Der Wind blies noch friſch, und jede dieſer leichten, tüchtig beladenen und nur von einem einzigen Manne geruderten Barken mußte, mit zwei anderen Booten von gleicher Größe im Schlepptau, völlig gegen den Wind getrieben werden. Die Wucht der vorangehenden Fahrzeuge und die Leichtigkeit derer im Schlepptau machten dieſe Arbeit jedoch leichter, als man anfangs geglaubt hatte. Nach Verlauf weniger Minuten waren alle Boote ſo weit von dem Ufer entfernt, daß die beiden Indianer, welche mittlerweile an das Waſſer nieder gekommen waren, um nach ihren Canves zu ſehen, vergeblich nach ihnen ausſchauten. Das Gellen, welches dieſe Wilden erhoben, als ſie bemerkten, daß ſie zu ſpät gekommen, tönte bis zu unſeren Flüchtlingen herüber und ſetzte ihre Freunde, welche ſich noch in dem Moor herumtrieben, von der Größe ihres Verluſtes in Kenntniß. Der große Vortheil, welchen die Geſellſchaft des Bienen⸗ jägers jetzt errungen hatte, mußte Allen einleuchten. Da ſie ſich im Beſitze aller Canoes befand, waren ihre Feinde, wenigſtens für einige Zeit, gezwungen, auf dem nördlichen Ufer des Fluſſes zu bleiben, welcher an ſeiner Ausmündung ſo breit war, daß er als eine nicht zu bewältigende Schranke pewa war, — 154— n auf dem andern Ufer gelten konnte. ſchwächern Theil auch in den Stand, einſchließlich der nach allen Seiten hin, wie während die Indianer, ihrer t waren, ihre Reiſe zwiſchen ibnen und dene Die Canoes ſetzten den ſich mit Allem, was ſie an Bord hatten, ganzen Habe des Bienenjägers, es ihnen zuſagte, zu bewegen, Fahrzeuge beraubt, wahrſcheinlich genöthig zu Land fortzuſetzen. Ueber den Zweck dieſer Reiſe boffte der Bienenjäger durch den Chippewa nähere Auskunft zu erhalten und verfehlte nicht, ihn deßhalb zur Rede zu ſtellen, ſobald er ſeine Geſell⸗ ſchaft an dem nördlichen Ufer in Sicherheit wußte. Auch hier liefen ſte in einen von wildem Reis umgebenen Arm des Fluſſes ein, legten an und wählten eine trockene Uferſtelle, welche ihren Zwecken entſprach. Hinter einer kleinen Erhe⸗ bung des Bodens, wohin kein Blick von dem andern Ufer dringen fonnte, zündete Margaret ein Feuer an, um die Mosquitos fern zu halten, die hier in großer Menge über ihre Beute herfallen zu wollen ſchienen. Mit dem anbrechen⸗ den Morgen mußte dieſes Feuer freilich wieder ausgelöſcht werden, da der Rauch ſonſt ihr kleines Lager verrathen hätte. Während man mit dieſen Dingen beſchäftigt war, und nachdem le Bourdon das nöthige Holz herbeigeſchafft hatte, um das Feuer der ſchönen Margaret zu nähren, fragte er den Chippewa, wie er in die Hände der Pottawattamies gekommen. „Ja, Alles ſagen von ihnen, bereitwillig.„Nicht gut, dem F Ihr noch wiſſen, als ich ſagen Bourdo tung?“ „Gewiß;— ich erinnere mich noch d „antwortete der Indianer reund Spur zu verbergen. n Lebewohl in Lich⸗ er Stelle, wo Ihr mir Lebew einen Pfad zu ſehen, halten.“ .„Ja, manchmal mal aber verlieren.“ „Ich mir leid. gelehnt, weſſen H „N. „N keinen T gewinnt führt u unſicher dieſe F führt, H1„, Ihr zu und ihf ſchrecke F/ Reiſen land Friede genom onnte. Stand, ch der 1, wie „ihrer e Reiſe r durch derfehlte Geſell⸗ Auch Arm des fferſtelle, n Erhe⸗ hern Ufer um die nge über nbrechen⸗ usgelöſcht hen hätte. war, und afft hatte, fragte er wattamies Indianer verbergen. hl in Lich⸗ 2e, wo Ihr Der Pottawattamie ſchlug den Ich freute mich, dieß unſeren Freund zu mir Lebewohl geſagt habt. einen Pfad ein und Ihr den andern. zu ſehen, denn Ihr ſchient ihn nicht für halten.“ „ Ja, gut, manchmal Streit, mal aber doch Pfad zu verlieren.“ „Ich habe all dieß wo mir leid. Ich fand die Leiche des Hirſchfuß' gelehnt, nachdem Ihr mich verlaſſen hattet, weſſen Hand er gefallen war.“ „Nicht finden Scalp, he?“ „Nein, der Scalp war bereits fort, obgleich ich darauf keinen Werth legte, da des Mannes Leben fort war. Man gewinnt nicht viel, wenn man den Krieg auf dieſe Weiſe führt und die Wälder, die Lichtungen und die Prärien unſicher macht. Ihr ſeht hier, in welche unglückliche Lage dieſe Familie durch die Art, wie ihr Indianer den Krieg füyrt, verſetzt worden iſt.“ „Wie Ihr ihn denn führen, he?— Das gern hören.— Iyhr zu Feind gehen, und ihm Wildpret geben, oder gehen und ihm Scalp nehmen, he? Welches die beſte Art, ihn zu ſchrecken und euch zu Herrn machen?“ „Man kann alle dieſe Zwecke erreichen, ohne einzelne Reiſende zu tödten und Frauen und Kinder zu morden. Eng⸗ land und Amerika werden deßwegen keinen Augenblick früher Frieden ſchließen, weil Ihr den Scalp des Poitawattamie genommen habt.“ „Ihn nicht mehr hab nicht zu reiſen einen Pfad mit Feind, weil „¹,erwiederte der Indianer ruhig.„Dieß⸗ ſammenlaufen und Poitawattamie Scalp hl geahnt, Chipvewa, und es that s an einen Baum und wußte, durch en— gern wieder haben! Pot⸗ — 156— tawattamie ihn wegnehmen und ſagen, ihn begraben. Gut, — mögen ihn begraben, tief wie weißen Mannes Brunnen, können aber nicht auch Taubenflügel's Ehre dort begraben, die ſo ſicher, als Kerbe am Stock machen kann.“. Dieſer Einſchnitte an einem Stabe war die indianiſche Weiſe, einen Krieger öffentlich zu ehren, und eine gewiſſe Anzahl ſolcher Einſchnitte verſchaffte ihm ſtets eine Art wilder Rangerhöhung, welche ſeinen Zwecken eben ſo gut entſprechen mochte, als unſere Art zu Waſhington, Titularrang zu ertheilen, unſeren Zwecken entſpricht. Weder jene noch dieſe iſt mit Sold oder einer andern Auszeichnung verbunden, mit der ein weſentlicher Vortheil im Zuſammenhange ſtünde. „Um ſo beſſer, Chippewa,“ antwortete der Bienenjäger. „Ich wollte, ich fönnte Euch überreden, dieſes widerliche Ding an Euerm Gürtel wegzuwerfen. Bedenkt, Taubenflügel, daß Ihr jetzt unter Chriſten ſeid und auch handeln ſolltet, wie Chriſten handeln.“ „Was Chriſten thun, he?“ verſetzte der Indianer mit einem ſpöttiſchen Lächeln.„Werden trunken, wie Whiskey Herz da? betrügen armen rothen Mann? dann liegen auf Knie und beten zu großen Geiſt. Das, was Chriſten thun, he?“ „Die, welche dergleichen thun, ſind nur dem Namen nach Chriſten,— Ihr müßt beſſer von denen, welche der That nach Chriſten ſind, denken lernen.“ „Euch ſagen das. Jedermann ſich Chriſten nennen,— alle Blaßgeſichter Chriſten, ſagen ſie. Nun, hören auf Chip⸗ pewa. Eines Tages viel ſprechen mit Miſſionär,— ſprechen Alles von Chriſten,— was Chriſten thun,— was Chriſten ſagen,— wie Chriſten eſſen, wie er ſchlafen, wie er trinken, — Alles g an Soldat wie Chriſte betrügen, Chriſten, h „Nein ich fürchte, ſo, als wo welcher we „Ger Miſſionär finden— zu Mack'n wenn Inſ ſchildern? „Ich wortet ho „Gu tauſend i ſten nenn „Es über das wir woll über die erfahren mies ger „D halb ſo wir ihn ſein So . Gut, Zrunnen, degraben, dianiſche gewiſſe rt wilder tſprechen rrang zu noch dieſe den, mit nde. enenjäger. widerliche benflügel, in ſolltet, ianer mit Whiskey liegen auf Chriſten amen nach That nach nennen,— auf Chip⸗ — ſprechen 1s Chriſten er trinken, — 157— — Alles gut. Wünſchen, Taubenflügel Chriſt. Dann denken an Soldat in Fort,— nicht eſſen, nicht ſchlafen, nicht trinken, wie Chriſten,— thun Alles, wie Soldaten,— fluchen, ſtreiten, betrügen, werden trunken,— ſchlechter als Inſchin,— das Chriſten, he?“ „Nein, das heißt nicht in chriſtlicher Weiſe handeln, und ich fürchte, wenige von uns, die ſich Chriſten nennen, handeln ſo, als wären ſie in Wahrheit Chriſten,“ ſagte le Bourdon, welcher wohl fühlte, daß der Chippewa recht habe. „Gerade das,— ſo ſagen wollen Chippewa. Fragen Miſſionär eines Tages, wo alle Chriſten ſein, daß Inſchin ihn finden— kein in Wald, kein auf Prärie, kein in Fort, kein zu Mack'naw, kein zu Detroit,— wo dann all hingehen, wenn Inſchin ſuchen wollen Chriſten, wie Miſſionär Chriſten ſchildern?“ Ich bin neugierig, wie der Miſſionär dieſe Frage beant⸗ 8 wortet hat.“ „Gut! Euch ſagen. Er ſagen, einer unter zehn⸗ tauſend wahrer Chriſt bei Blaßgeſichter, aber all ſich Chri⸗ ſten nennen. Das Inſchin ſeltſam ſcheinen müſſen, he?“ „Es iſt nicht leicht, Taubenflügel, einen rothen Mann über das Thun und Treiben der Blaßgeſichter zu belehren, wir wollen aber ein anderes Mal, wenn wir mehr Zeit haben, über dieſe Dinge ſprechen. Jetzt wünſche ich von Euch zu erfahren, auf welche Art Ihr in die Hände der Pottawatta⸗ mies gerathen ſeid.“ „Das ziemlich einfach,— wünſchen, Chriſten ſprechen halb ſo einfach. Ihr ſehn, Bourdon, Hirſchfuß Spion, als wir ihn finden, droben an Fluß. Ich das wiſſen und nehmen ſein Scalp. Die Pottawattamies ſein Freund,— als ſie fommen, Häuptling zu treffen, ihn nicht finden, aber finden Taubenflügel, finden Chippewa, als er müd ſein und ſchlafen, haben Hirſchfuß's Scalp bei mir,— das nicht gut,— kennen Scalp an Scalp⸗Locke, der grau Haar und Zeichen haben. So ſetzen mich in Canve und wollen Chippewa führen nach Chicago, dort ihn martern— aber zu viel Wind. So ſie treffen Freund in andern Canoe und kommen hierher, wollen warten ein wenig.“ Dieß war die einfache Erklärung, wie der Chippewa in die Hände der Pottawattamies gefallen war. Wie es ſchien, war Hirſchfuß in einem Canoe von der Mündung des St. Joſeph⸗Fluſſes bis zu einer gewiſſen Stelle halbwegs zwiſchen dieſem Fluſſe und der Mündung des Kalamazoo gekommen und hatte da angelegt. Was die Schaar eigentlich im Schilde führte, war nicht zu ermitteln, obgleich faſt nicht zu zweifeln iſt, daß ſie den Bienenjäger überfallen und ſich ſeiner Habe bemächtigen wollten. Le Bourdon war dem alten Häuptling perſönlich nicht bekannt, allein die Nachrichten fliegen auf eine außerordent⸗ liche Weiſe durch die Wildniß und es war gar nicht unwahr⸗ ſcheinlich, daß die Kunde, ein weißer Mann halte ſich in den Lichtungen auf, mit der Neuigkeit, die Streitaxt ſei wieder ausgegraben worden, die Wilden erreichte und daß eine Schaar ſich aufmachte, um ſich ſeines Scalps und der Beute zu bemächtigen. Wie es ſcheint, hatte der natürliche Scharfſinn des Chip⸗ pewa in dem Gehaben des alten Häuptlings etwas entdeckt, das auf feindſelige Abſichten hindeutete und war in der ſehr kurzen Weiſe, welche wir angedeutet haben, mit ihm verfah⸗ ren, ſowohl um ſich in den Beſitz ſeines Scalps zu ſetzen, als auch um und in einem F All⸗ gewöhnl auseinai machte. merkſam Wechſel welchen W ihr Fer ein wa nach ſe oft zw ihren Schickſ V ſeinen Verack auf de India Umſtã ſchickt an, d oder Der rothe zu th der finden ſchlafen, — kennen n haben. hren nach So ſie , wollen ippewa in es ſchien, dung des halbwegs dalamazoo eigentlich faſt nicht n und ſich nlich nicht ußerordent⸗ ht unwahr⸗ ſich in den ſei wieder daß eine der Beute des Chip⸗ as entdeckt, in der ſehr ihm verfah⸗ ſetzen, als — 159— auch um es ihm unmöglich zu machen, einem Verbündeten und in Folge eben ſtattgehabter, vertraulicher Zwieſprache einem Freunde zu ſchaden. Alles dieß ſetzte der Indianer ſeinen Gefährten in ſeiner gewöhnlichen, gebrochenen Sprache, aber mit einer Klarheit auseinander, welche es ſeinem Zuhörer völlig verſtändlich machte. Der Bienenjäger lauſchte mit der geſpannteſten Auf⸗ merkſamkeit, denn er fühlte wohl, wie wichtig es ſei, alle Wechſelfälle ſeiner Lage genau zu kennen und zu wiſſen, von welchen Gefahren er bedroht ſei. Während dieſes Geſpräches war es Margaret gelungen, ihr Feuer anzuzünden, und ſie war geſchäftig, ihrem Bruder ein warmes Getränk zu bereiten, deſſen er, wie ſie wußte, nach ſeiner unſeligen Ausſchweifung bedurfte. Dorothea ging oft zwiſchen dem Canoe und dem Feuer ab und zu, und in ihren Zügen drückte ſich die lebhafteſte Beſorgniß um das Schickſal ihres Gatten aus. Was den Chippewa betrifft, ſo war die Trunkenheit in ſeinen Augen ein ſehr verzeihliches Vergehen, obgleich er mit Verachtung auf den Mann blickte, welcher ſich, während er auf dem Kriegspfade war, ſo weit vergaß. Der amerikaniſche Indianer hat das Verdienſt, daß er ſein Benehmen den Umſtänden anpaßt. Wenn die Streitarxt ausgegraben iſt, ſchickt er ſich gewöhnlich auf die ruhigſte, umſichtigſte Weiſe an, dem Feinde zu begegnen und nur in müßigen Augenblicken oder wenn er ſich völlig ſicher weiß, macht er ſich's behaglich. Der ſogenannte Geiſt des Fortſchritts ändert freilich auch des rothen Mannes Charakter ſehr raſch, und er beginnt jetzt auch zu thun, wie er die„Chriſten“ um ſich her thun ſieht. Nachdem die Unterhaltung mit dem Chippewa beendigt — 160— war und der Bienenzäger ſeine ſchöne Gefährtin in wenigen Worten von dem, was er gehört, in Kenntniß geſetzt hatte, nahm er ſein Canvoe und ruderte es durch die Reispflanzen in das offene Waſſer des Fluſſes, um den Stand der Dinge zu erſpähen. Die Breite der Strömung verleitete ihn, vor dem Winde nieder zu treiben, bis er einen Punkt erreichte, wo er die Hütte wieder in dem Auge hatte. Was er hier ſah und was er hier that, ſoll in dem nächſten Kapitel berichtet werden. 22 Achtes Kapitel. Von ſeinem Rößlein ſprang der Elfe Und ſchaute um nach allen Seiten, Begann dann ſeine Flügel feſt zu binden Und an des Stromes Rand zu ſchreiten. Er ſtieg auf einen Fels, er ſah gen Himmel Und rings auf die vuftige Au; Schlug dann einen Bogen in der Luft Und ſtürzte ſich köpflings in die Waſſerblau. Drake. Eine kleine Stunde mochte zwiſchen dem Augenblicke, wo le Bourdon die Canoes der Pottawattamies weggenommen, und dem, wo er allein auf die nördliche Seite des Fluſſes zurückkehrte, verfloſſen ſein. Im Verlaufe dieſer Stunde hatten die Häuptlinge der Wilden Zeit, ſich der weſentlichen Vorfälle, welche wir eben erzählt haben, zu vergewiſſern und ihre Mannſchaft in der Hütte und deren nächſten Umgebung zu einer kurzen Berathung zu verſammeln. Der bedurfte geraucht Berathun der Zwei Gehör z Bei etwas d vorſteche falſche? greift, nur des Umſicht abgemü zu laſſe geſchütz auf Se — der dieß ſe T daß d die La Ohr, ſcheint ſich fi die U um d Lehre Gege kenne eenigen hatte, flanzen Dinge , vor reichte, n dem 2 en, nden ſchreiten. Himmel ift aſſerblau. rake. licke, wo ommen, Fluſſes Stunde entlichen ſern und mgebung .— 161— Der Augenblick forderte zu Handlungen auf und es bedurfte keiner Förmlichkeiten. Die Friedenspfeife wurde nicht geraucht und alle Gebräuche, welche ſonſt bei den großen Berathungen des Stammes beobachtet wurden, fielen hier weg, der Zweck war bloß, Thatſachen zu ſammeln und Anſichten Gehör zu verſchaffen. Bei allen Stämmen dieſes Theils von Nordamerika iſt etwas dem demokratiſchen Prinzip ſehr nahe kommendes ein vorſtechender Zug ihrer Politik. Es iſt jedoch nicht jener falſche Demokratismus, welcher bei uns immer mehr um ſich greift, und das„Volk“ glauben machen will, die Welt ſei nur des„Volkes“ wegen geſchaffen und der Thätige, der Umſichtige, der geiſtig Begabte habe ſich ſein Lebenlang nur abgemüht, um das„Volk“ die Früchte ſeines Fleißes genießen zu laſſen,— nur das„Volk“ habe Rechte und müſſe in dieſen geſchützt werden, daß der Gutsbeſitzer eben ſo viel Anſpruch auf Schutz hat, wie der Pächter, der Herr wie der Diener, — der Reiche wie der Arme, der Vornehme wie der Troßbube, dieß ſcheint man gänzlich vergeſſen zu wollen. 3 Die Indianer verſtehen dieß beſſer. Es leuchtet ihnen ein, daß die Häuptlinge auf mehr Achtung Anſpruch haben, als die Landſtreicher in ihren Bezirken, und jenen öffnen ſie das Ohr, während ſie es dieſen verſchließen. Ihr geſunder Sinn ſcheint ihnen zu ſagen, daß die Uebertreibungen derer, welche ſich für hochgeboren halten, ebenſo fern zu halten ſind, wie die Uebertreibungen der Troßbuben. Da ſie ſich dem Wechſel, um des Wechſels willen, nicht hingeben, müſſen ihnen die Lehren unſerer„neuen Männer“ abgeſchmackt erſcheinen. Im Gegentheile, während ſie einen eigentlich erblichen Rang nicht kennen, halten ſie auf erbliches Anſehen, und wir zweifeln, ob 253— 255. 1 in gauz Amerika ein rother Mann gefunden wird, welcher ſo einfältig iſt, unter den Gründen, die einen Mann zu einer wichtigen Stelle empfehlen, auch den anzuführen, daß er in den Pflichten derſelben nicht unterrichtet worden ſei. Man kann ſie nicht des Widerſpruchs beſchuldigen, daß ſie Männer erheben, weil ſie ihre Bildung ſich ſelbſt verdanken, während Millionen für Schulen verwendet werden. Sie haben ohne Zweifel Demagogen und Cäſare in ihrer Art, aber ſie werden in beſcheidenen Schranken gehalten, und nur in ſeltenen Fällen fündigen jene wie dieſe gegen die Rechte des Stammes. Da die menſchliche Natur überall dieſelbe iſt, darf man nicht annehmen, daß die reine Gerechtigkeit ſelbſt bei den Wilden ſtets Geltung erhalte, dieß aber ſcheint gewiß, daß in der ganzen, weiten Welt der Menſch in ſeinem einfachſten, wil⸗ deſten Zuſtande ſeine eigenen Anordnungen mehr achtet, als wenn er ſich zu der ſogenannten höchſten Bildungsſtufe empor⸗ geſchwungen hat. Als le Bourdon den Punkt erreichte, wo er die Thüre der durch das Feuer noch hell erleuchteten Hütte im Auge hatte, ließ er das Ruder nur leicht ſpielen, ſo daß das Canoe faſt nicht von der Stelle kam. Er war völlig im Bereiche einer Büchſenkugel, glaubte ſich aber durch die Dunkelheit der Nacht hinreichend geſchützt. Die Späher hatten, wie er bemerkte, die Umgebungen der Hütte im Auge, und er zweifelte nicht, daß auch einige an dem Ufer des Kalamazoo umher⸗ ſchweiften und nach den verlorenen Booten, oder nach denen, welche ſie weggenommen hatten, ausſchauten. Dieß mahnte ihn, vorſichtig zu ſein und ſein Canoe nicht zu ſehr bloßzuſtellen. Es war augenfällig, daß die Wilden ſich wegen der Zahl ihrer Feinde in großer Ungewißheit befanden. Wäre die Büchſe nicht abgei beraubt wi geben, ihr löſen und daß der C ihre eigene noch in i von Auße ſowohl vo erhalten, oder den Vorfällen drei bis gebaut u und die Vermuth⸗ als wäre Nur der Vore geſäubert konnte, ſorgſam muthung ihrer Ar für vere das Ge Wären Hütte g geſehen Zwang elcher ſo zu einer aß er in ei. Man Männer während ven ohne e werden en Fällen nes. Da an nicht Wilden ß in der ſtten, wil⸗ chtet, als afe empor⸗ die Thüre im Auge das Canoe a Bereiche kelheit der „ wie er er zweifelte oo umher⸗ ach denen, nahnte ihn, oßzuſtellen. a der Zahl die Büchſe — 163— nicht abgefeuert und ihr Krieger getödtet und ſeines Scalps beraubt worden, ſo hätten ſie ſich vielleicht der Anſicht hinge⸗ geben, ihr Gefangener habe Mittel gefunden, ſeine Bande zu löſen und auf dieſe Weiſe zu entfliehen, ſie wußten aber, daß der Chippewa weder Gewehr, noch Meſſer hatte, und da ihre eigenen Waffen, ſowie die des getödteten Indianers ſich noch in ihren Händen befanden, war es klar, daß er Hilfe von Außen gefunden hatte. Nun hatten die Pottawattamies ſowohl von dem Bienenjäger, wie von Whiskey Herz Kunde erhalten, und es war ziemlich natürlich, daß ſie den einen oder den anderen als Theilnehmer an dieſen unvorgeſehenen Vorfällen betrachteten. Freilich wußte man, daß die Hütte drei bis vier Jahre früher von einem indianiſchen Händler gebaut worden, und Keiner aus der Schaar hatte Gerſhom und die Seinigen in dem Beſitze derſelben geſehen, aber ihre Vermuthungen in dieſer Hinſicht kamen der Wahrheit ſo nahe, als wären die Indianer täglich hier vorübergekommen. Nur über einen Punkt waren die verſchmitzten Berechner der Vorgänge im Irrthume. Das Shanty war ſo gründlich geſäubert, und die Spuren alles deſſen, was darauf hindeuten konnte, daß es in der letzten Zeit bewohnt geweſen, waren ſo ſorgſam beſeitigt worden, daß keiner von ihnen auf die Ver⸗ muthung kam, man habe die Hütte erſt eine Stunde vor ihrer Ankunft geräumt. Ueberdieß hielt ſich der Bienenjäger für vergewiſſert, daß die Wilden das Wäldchen, in welchem das Geräthe verſteckt worden, noch nicht betreten hatten. Wären ſie dort eingedrungen, ſo hätten ſie Alles an die Hütte geſchafft, und man hätte es bei dem Lichte des Feuers geſehen, denn die Wilden thun ſich gewöhnlich nicht viel Zwang an, wenn ihnen eine ſolche Beute zufällt. 11* — 164— eſe mit ſcharfen Sinnen en in Verlegenheit, und Sicherheit wegen auch Der Geruch des Whiskeys ſetzte di begahten Kinder des Waldes am meiſt ſo entfernt ſich der Bienenjäger ſeiner halten mußte, entging ihm doch keineswegs die daraus hervor⸗ gehende Unruhe und Unbehaglichkeit der Wilden. Dieſer Geruch war in dem Shanty und deſſen Nähe ſo ſtark, daß die Pottawattamies ſich dieſe Erſcheinung nicht erklären konn⸗ ten, daß ſich ein ſo eigentbümlicher Geruch— ein fur die, welche ein ſolches Getränk leidenſchaftlich liebten, ſo lieblicher, anziehender Duft— in der Hütte fand, war ziemlich natürlich, allein die Wilden konnten nicht begreifen, woher er am Ab⸗ hange rühre, über welchen Ben die Fäſſer hatte rollen laſſen. Nachdem ſie die Sache eine Zeitlang beſprochen hatten, nahmen ſie Brände und faſt die ganze Schaar folgte einem grimmen alten Krieger, welcher eine ungemein ſcharfe Naſe für Whiskey zu haben ſchien, und ſie geraden Wegs an die Stelle führte, wo die beiden Fäſſer an dem Felſen aufſchlugen und ihren duftigen Inhalt ausgoſſen. Hier war der Boden an einzelnen Stellen noch feucht und der Geruch ſo ſtark, daß kein Zweifel mehr blieb, das Begebniß, in deſſen Folge ein in den Augen der Pottawattamies ſo köſtliches Getränk zufällig vergeudet worden, mußte vor kurzer Friſt Statt gefunden haben, denn die Wilden konnten nicht annehmen, daß ein vernünftiger Menſch das Getränk abſichtlich vernichtet habe. Alle dieſe Bewegungen, Geberden und Kniebeugungen der Wilden entgingen dem Bienenjäger nicht. Wir ſagen„Knie⸗ beugungen,“ denn faſt alle Indianer ließen ſich auf ihre Kniee nieder und brachten ihre Naſen an den Boden, um den Duft des geliebten Whiskey in ſich zu ziehen,— einige aus Neu⸗ gierde, andere um wenigſtens dieſen Tantalus⸗Genuß zu haben, wenn ein beſſerer ihnen verſagt war. Le Bo⸗ ſei damit zwar mit tränke beſch mit all der hier hätte Whiskey Stunden d liche Händ einem ſolt haben, un dar. Ma vernichtet und ihne Weiſe, w der Häupt Thatſache tigen Sch ſchungen Folgerun gehüllt, ten, wür denſelben Le davon, d Ergebnit konnte. Feuer d Stand lich zu Sinnen eit, und en auch hervor⸗ Dieſer irk, daß en konn⸗ für die, ieblicher, natürlich, am Ab⸗ i laſſen. n hatten, gte einem arfe Naſe gs an die ufſchlugen der Boden ſtark, daß Folge ein nf zufällig den haben, ernünftiger gungen der een„Knie⸗ ihre Kniee n den Duft 2 aus Neu⸗ ß zu haben, — 165— Le Bourdon hatte aber recht, wenn er annahm, die Sache ſei damit noch nicht abgethan. Die meiſten Indianer waren zwar mit dem Geruche des Whiskeys aus Liebe zu dem Ge⸗ tränke beſchäftigt, einige wenige dachten aber über den Vorfall mit all der Schärfe nach, welche den gewandteſten Naturforſcher hier hätte leiten können. Ihnen war es klar, daß dieſer Whiskey vor nicht langer Zeit, vielleicht erſt vor wenigen Stunden ausgegoſſen worden ſein konnte, ſowie daß menſch⸗ liche Hände ihn dahin gebracht und ausgegoſſen hatten. Zu einem ſolchen Schritte mußte man einen wichtigen Grund haben, und dieſer Grund ſtellte ſich ihrem Scharſſinne ſofort dar. Man mußte ihre Annäherung bemerkt und das Getränk vernichtet haben, weil man es nicht raſch genug beſeitigen und ihnen ſo die Beute entziehen konnte. Selbſt die genaue Weiſe, wie man mit dem Whiskey verfabren, leuchtete einigen der Häuptlinge ein, welche, an dieſe Art Geiſtesübung gewöhnt, Thatſachen folgerecht an einander reihten und zu ebenſo rich⸗ tigen Schlüſſen gelangten, wie der Gelehrte in ſeinen For⸗ ſchungen über Fragen höherer Art. Aber ſie behielten dieſe Folgerungen für ſich, auch waren ſie noch ziemlich in Zweifel gehüllt, ſo daß man annehmen konnte, die, welche ſie mach⸗ ten, würden ſich leicht wieder neuen Eindrücken in Bezug auf denſelben Gegenſtand zuwenden.. Le Bourdon ſah und verſtand all dieß, oder doch ſo viel davon, daß er ſich von der Gedankenfolge der Wilden und der Ergebniſſe ihrer Schlüſſe ziemlich genaue Rechenſchaft geben konnte. Die Indianer zündeten an der bezauberten Stelle ein Feuer an, wodurch der Bienenjäger in dem Canoe in den Stand geſetzt wurde, ſe ſelbſt und alle ihre Bewegungen deut⸗ lich zu ſehen. Seine Neugierde war bald in hohem Grade — 166— rege, und er wagte ſich näher an das Ufer, um ſo gut als möglich zu ſehen, was vorging. Er löſte gewiſſermaßen ein Räthſel und fühlte jene Art Veranügen, welches wir wohl Alle empfinden, wenn wir unſeren Scharfſinn an Schwierigkeiten dieſer Art üben. Die Spannung, welche ſich des jungen Mannes bemächtigt hatte, ließ ihn die Richtung überſehen, welche ſein Canoe nahm, das vor dem ſtarken Wind abtrieb, bis er gewahr wurde, daß er gerade am Saume des wilden Reiſes hielt, welcher an dieſem Punkte nur einen ſchmalen Streifen entlang des Ufers bildete. Dieſe Pflanze hatte viel dazu beigetragen, daß le Bourdon auf ſeine Abtrifft kaum achtete, denn er hoffte, eben der Reisgürtel würde ihm als eine Art Landmarke dienen und ihn in dem rechten Augenblicke an die Rückkehr mahnen. An keiner andern Stelle aber das ganze ufer entlang, wo dieſe Pflanze wuchs, war der Streifen ſo ſchmal wie hier, dem Fuer der Wilden unmittelbar gegenüber und faſt in dem Bereiche ſeines Lichtes. Zu des Bienenjägers Erſtaunen und einigermaßen zu ſeinem Schrecken kamen die Geſtalten zweier ſtämmiger Krieger, als ſein Canoe eben den äußerſten Rand des Reiſes erreichte, zwiſchen ihm und dem Feuer ſo nahe an dem Ufer vorüber, daß ihre Füße das Waſſer faſt berührten. Dieſe zwei Krieger waren ihm ſo nahe, daß er nicht nur ihre Stimmen und einzelne Worte, welche ſie miteinander wechſelten, ſondern den Tritt ihrer mit Moeaſſins bekleideten Füße auf dem Sande hörte. Unter dieſen Umſtänden würde es kaum räthlich geweſen ſein, an den Rückzug zu denken, denn er hätte dieſen unter der Mündung der Büchſen bewerkſtelligen müſſen, es blieb ihm daher ſtenael, h Abtrifft d Le 2 Standpur hatte. G Vorbedach hier war heit, das können, einen glü Er Cande ar heit hatte genug, u und er h Durchbli Als Canves geräuſcht wie ſchm drei Fuß kaum ze erwähnt, Ihre G Licht zu überglär Al worden, zu flieh pgut als jene Art venn' wir den. Die igt hatte, de nahm, urde, daß helcher an des Ufers , daß le offte, eben bienen und hnen. An wo dieſe hier, dem ſt in dem maßen zu er Krieger, s erreichte, er vorüber, vei Krieger mmen und ondern den dem Sande ich geweſen dieſen unter u, es blieb — 167— ihm daher nur ein Ausweg möglich. Er faßte einige Reis⸗ ſtengel, hielt ſich au ihnen feſt und hinderte ſo eine fernere Abtrifft des Canves. Le Bourdon überzeugte ſich ſehr bald, daß ſein neuer Standpunkt beſſer ſei, als er in dem erſten Augenblicke gedacht hatte. Er würde es für Wahnſinn gehalten baben, ſich mit Vorbedacht ſeinen Feinden ſo weit zu näbern, da er aber jetzt hier war und der Reis ihn ſchirmte, freute er ſich der Gelegen⸗ heit, das Gehaben der Wilden in der Nähe beobachten zu können, und glaubte den Zufall, welcher ihn hierher geführt, einen glücktichen nennen zu dürfen. Er fand einen Riemen von Hirſchleder und befeſtigte ſein Canve an den Stengeln der Pflanze, während er ſo Gelegen⸗ heit hatte, ſich frei darin zu bewegen. Der Reis war hoch genug, um ihn, ſelbſt wenn er aufrecht ſtand, zu verbergen, und er hatte ſogar Mühe, Stellen zu finden, welche ihm einen Durchblick zu ſeinen Beobachtungen geſtatteten. Als der Bienenjäger aber an das Vordertheil ſeines Cavoes kam, was mit einem mit Mocaſſins bekleideten, geräuſchloſen Fuße geſchah, erſchrack er, denn er ſah jetzt erſt, wie ſchmal ſein Verſteck war. Er war in der That jetzt nur drei Fuß von dem äußerſten Rande der Reispflanzen, welche kaum zehn Fuß von dem Ufer wuchſen, wo die zwei bereits erwähnten Krieger ſtanden und leiſe mit einander ſprachen. Ihre Geſichter waren dem Feuer zugewendet, deſſen grelles Licht zuweilen ſelbſt das Canoe mit Allem, was darin war, überglänzte. Als le Bourdon ſah, wie nahe er an das Ufer getrieben worden, war ſein erſter Gedanfe, zum Ruder zu greifen und zu fliehen, bald aber mußte er ſich überzeugen, daß es ſicherer ſei, zu bleiben wo er war. Er ſetzte ſich daber auf ein quer über das Canoe gelegtes Stück Brett und harrte geduldig des Verlaufs der Dinge. Mittlerweile hatte der Pottawattamies auf de des Hügels verſammelt. begann niederzubrennen un ſich die bei weitem größere Mehrzahl r erwähnteu Stelle, an dem Abhange Die Hütte war verlaſſen, ihr Feuer d Dunkelheit herrſchte um das Shaniy. Dagegen nährten die Indianer ihr neues Feuer mit Maſſen von Reiſig, bis die ganze Seite des Hügels, der Bach an deſſen Fuß und die Schlucht, durch welche er floß, pracht⸗ voll erleuchtet waren. Wie es ſich von ſelbſt verſteht, konnte man Alles, was innerhalb dieſes Lichtkreiſes ſiel⸗ deutlich ſehen, und der Bie⸗ neujäger war bald in dem Anvblicke vertieft, welchen ihm die wilden Feinde unter ſo eigenthümlichen Umſtänden darboten. Die Indianer ſchienen von der ſonderbaren, den meiſten von ihnen unbegreiflichen Thatſache, daß die Erde in einer ſo entlegenen, unbekannten Gegend den Geruch friſchen Whiskeys ausſtrömte, ganz entzückt. Während zwei oder drei, wie bereits angedeutet, eine ferne Ahnung von der Wahrheit hatten, war ſie für den größten Theil der Schaar ein tiefes Geheimniß, das ihnen auf eine unerklärliche Weiſe mit dem eben erfolgten Ausgraben der Streitart in Verbindung zu ſtehen ſchien. Unwiſſenheit und Aberglauben gehen ſtets Hand in Hand und es war leicht begreiflich, daß ein ſo ungewöhnlicher Duft, an einer ſolchen Stelle, für Viele, vielleicht für die Meiſten dieſer Kinder des Waldes etwas geheimnißvoll⸗zauberiſches hatte. Der Whiskey hat leider eine Gewalt über den rorhen Mann dieſes Feſtlandes erlangt, welchen alle Mäßigkeits⸗ Apoſtel n verglicher pflegt. welche N ſind, abe Leidenſch mal hin Der woher komme, Haufen und er Krieger Gefähr Zauber 8 le Bo Scene Grupe war in d Alles warer nenjo neber Einz den zu d aber Spr ein quer uldig des Mehrzahl Abhange ihr Feuer um das Feuer mit der Bach , pracht⸗ llles, was d der Bie⸗ n ihm die n darboten. den meiſten de in einer ich friſchen i oder drei, r Wahrheit ur ein tiefes jiſe mit dem rbindung zu and in Hand nlicher Duft, die Meiſten „zauberiſches er den rothen Maäßigkeits⸗ — 169— nnen und die nur mit dem Einfluß verglichen werden fkann, welchen man der Zauberei zuzuſchreiben pflegt. Der Indianer weiß ebenſo gut wie der weiße Mann, welche Nachtheile mit dem Genuß des Feuerwaſſers verbunden ſind, aber wie der weiße Mann findet er es ſchwer, ſich einer Leidenſchaft zu entwehren, wenn er ſich ihrer Herrſchaft ein⸗ mal hingegeben. Der Theil der Schaar, welche ſich nicht erklären konnten, woher der Geruch ihres Lieblingsgetränks an dieſem Orte komme, ſtanden in ſtummem Staunen da, nur drei aus dem Haufen beſprachen den Gegenſtand mit großer Lebhaftigkeit und erſchöpften ſich in Vermuthungen jeder Art. Die zwei Krieger an dem Ufer ſchienen ſich mehr als irgend einer ihrer Gefährten dem Gedanken zuzuneigen, hier müſſe ein geheim er Zauber walten. 3 „Der Leſer wird ſich nicht wundern, wenn er hört, daß le Bourdon mit der geſpannteſten Aufmerkſamkeit auf die Scene vor ihm blickte. Er ſchien den Wilden, welche in Gruppen um das Feuer ſtanden, ſo nahe zu ſein,— ja, er war ihnen in der That ſo nahe, daß er glaubte, er könne in dem Ausdruck ihrer grimmen, ſchwarzbraunen Geſichter Alles, was ſie verhandelten, leſen. Seine Vermuthungen waren theilweiſe richtig, und dann und wann errieth der Bie⸗ nenjäger den Inhalt ihrer Reden ſo genau, als ſtünde er. neben den Sprechenden. Das öfter vorkommende Niederknieen Einzelner, um den, dem rothen Manne ſtets ſo lieblich duften⸗ den Geruch in ſich zu ziehen, würde allein ſchon einen Schlüſſel zu dem allgemeinen aber die bedeutſamen, Sprache, die Art, wie Apoſtel nichts anhaben kö Charakter des Geſprächs gegeben haben, ausdrucksvollen Geberden, die raſche die Sprechenden ſich von den Geſichtern — 170— umher zu der ſo zu ſagen vom Whiskeydufte geheiligten Stelle wendeten, waren ziemlich treue Dolmetſcher. Während der Bienenjäger ſich in dieſer Weiſe bemühte, den ſeltſamen Eindruck zu beobachten, welchen eine Erſchei⸗ nung— die ganz außer dem Bereich ihrer Erfahrung lag— auf die Mehrzahl dieſer wilden Geſchöpfe machte, ſah er plötzlich, daß der Schnabel ſeines Canoes aus dem Saume ds Reiſes gleitete und bis auf zehn Fuß von der Stelle, wo die zwei nächſten Wilden noch mit einander ſprachen, in das offene offene Waſſer trat. Der Hirſchleder⸗Riemen, welcher als Feſtigung diente, hatte ſich gelöſt und das leichte Boot trieb wieder vor einem ſtarken Südwinde abwärts, der fortwährend kühlteartig blies. Der Bieneujäger würde verſucht haben, zu entfliehen, wenn dieß irgend möglich geweſen wäre. So raſch und uner⸗ wartet ſah er ſich auf das offene Waſſer getrieben, daß die zwei Wilden faſt nach ſeinem Canoe greifen konnten, ehe er ſie nur gewahr geworden. Sein Ruder lag im Spiegel des Bootes und ſelbſt bei der größten Behendigkeit wäre ſein Canve auf das Ufer gelaufen, ehe er Zeit hatte, es zu faſſen. In dieſer Lage wäre er daher lediglich auf ſeine Häͤnde beſchränkt beweſen, um das Canoe aufzuhalten, wenn er dazu noch Zeit gehabt hätte. Le Bourdon begriff ſeine Lage völlig, ohne daß er ſich lange mit Nachdenken aufhielt, und obgleich ſein Herz einen Augenblick mächtig klopfte, als er ſich auf dem offenen Waſſer ſah, hatte er ſogleich ſeinen Entſchluß gefaßt, wie er zu ver⸗ fahren habe. Es wäre höchſt gefährlich geweſen, wenn er Unruhe ver⸗ rathen oder einen Verſuch gemacht hätte, zu entfliehen. Da der Zufal hatte, be eines bea ſen Vorw und Zau um ſo a in deren Sol faſt in Reiſes t Indiane „Sage! Eit Gefährt überraſe zweiten Kunde die Wi Indian D herrſch der in auf de Kriege welche gänzli 2 die ſch und d zumal Stelle mühte, Frſchei⸗ — auf Reiſes e zwei offene er als zt trieb ährend fliehen, d uner⸗ daß die ehe er gel des re ſein faſſen. Hände er dazu er ſich z einen Waſſer zu ver⸗ ahe ver⸗ n. Da — 171— der Zufall ihn, ſo zu ſagen zu einem Beſuche, hierher geführt hatte, beſchloß er ſofort, ſeinem Hierherkommen den Anſchein eines beabſichtigten kurzen Zuſpruchs zu geben, und, um die⸗ ſen Vorwand noch mehr zu beſchönigen, ein wenig den Wahrſager und Zauberer zu ſpielen, wenn ſich die Gelegenheit dazu böte, um ſo auf die Phantaſie der abergläubiſchen Weſen zu wirken, in deren Hände ihn der Zufall gefüyrt hatte. Sobald das Canoe das Ufer berührte— und dieß geſchah faſt in demſelben Augenblicke, wo es aus dem Schirme des Reiſes trat— ſtand der Bienenjäger auf, reichte dem nächſten Indianer die Hand und grüßte ihn mit dem herkömmlichen „Sage!“ Ein leiſer Ausruf dieſes Kriegers benachrichtigte ſeinen Gefährten von einem Beſuche, welcher den Indianern ebenſo überraſchend kam, wie ihrem Beſucher ſelbſt, und durch dieſen zweiten Krieger erhielt die ganze Schaar an der Hügelſeite Kunde von dieſem Begebniß. Nicht ohne einigen Lärm eilten die Wilden herbei und der Bienenjäger ſah ſich ſofort von den Indianern umgeben. Die Zuſammenkunft zeichnete ſich durch die Selbſtbe⸗ herrſchung und wundervolle Ruhe aus, welche das Benehmen der indianiſchen Krieger zu charakteriſiren pflegen, wenn ſie auf dem Kriegspfade ſind und die Pflichten des mannhaften Kriegers fühlen. Der Bienenjäger gab Mehreren die Hand, welche ſeinen Gruß mit vollkommener Ruhe, wenn nicht mit⸗ gänzlichem Vertrauen und mit Freundſchaft hinnahmen. Dieſe kleine Förmlichkeit bot unſerem Helden Gelegenheit, die ſchwarzbraunen Geſichter, von denen er ſich umgeben ſah, und die theilweiſe grimmig bemalt waren, zu beobachten und zumal über ſein Verhalten nachzudenken. Er kam auf den glücklichen Einfall, in der Rolle eines „Medizin⸗Mannes“*) aufzutreten und ſeine Weiſſagungen und Gaukelkünſte mit dem willkommenen Geruche des Whiskey in Verbindung zu bringen. Demzufolge fragte er, ob einer der Anweſenden Engliſch ſpräche, denn er kannte die Ojebway⸗ Sprache, welche von allen den zahlreichen Stämmen jener weit verbreiteten Nation geſprochen wird, zu wenig, als daß er es hätte wagen dürfen, ſeine Ausſagen in ihr laut werden zu laſſen. Mehrere verſtanden das Engliſche ziemlich gut, einer aber ſprach es geläufig genug, um leicht, wenn auch nicht ſehr angenehm mit ihm zu verkehren. Da die Wudden jedoch darauf drangen, das Canoe zu unterſuchen und zuzuſehen, was es enthielt, ehe ſie ihres Beſuchers Ausſagen hören wollten, mußte le Bourdon ſich fügen und den jungen Männern erlauben, ihre Neugierde zu befriedigen. Der Bienenjäger hatte ſeinen gefährlichen Ausflug in ſeinem eigenen Canoe unternommen. Ehe er jedoch das ſüd⸗ liche Ufer verließ, hatte er ſein kleines Fahrzeug erleichtert, indem er Alles an das Land ſchaffte, was ihm bei ſeinem jetzigen Vorhaben entbehrlich ſchien. Da ſich faſt die Hälfte ſeiner Habſeligkeiten in Gerſhom's Boote befand, war dieſe Arbeit bald abgethan, und ein Glück war es für unſern Hel⸗ den, daß er dieſe Vorſichtsmaßregel nicht überſehen hatte. Sein einziger Zweck war, ſein Boot raſcher und leichter zu machen, wenn man ihn vielleicht verfolgen ſollte, wie die Dinge aber ſich geſtalteten, rettete er einen nicht geringen Theil ſeiner Habe, indem er ſo umſichtig verfuhr. *) Als Zauberer und Wahrſager. Der Ueberſetzer. Di Büchſe, keiten, und der und die Pulver waren Der g war de den K. Waſſer B Feindſ ſeine 2 zu bec nebſt Beſuch ebenſo S Unter! cher C der A kürzt: obgle war, eines Jema men! e eines gungen Vhiskey b einer jebway⸗ n jener aß er es rden zu , einer cht ſehr anoe zu le ihres don ſich lerde zu sflug in das ſüd⸗ leichtert, i ſeinem e Hälfte dar dieſe ern Hel⸗ n hatte. ichter zu wie die geringen erſetzer. — 173— Die Judianer fanden nichts in dem Canoe, als eine Büchſe, ein Pulverhorn, einen Kugelbeutel, einige Kleinig⸗ keiten, welche zu des Bienenjägers häuslichem Bedarfe gehörten und deren Beſeitigung er nicht für nothwendig gehalten hatte, und die Ruder. Honig, Felle, Levensmittel, Vorräthe an Pulver und Blei, kurz alle übrigen Habſeligkeiten le Bourdon'’s waren noch auf dem andern Ufer des Fluſſes in Sicherheit. Der größte Gewinn, welcher den Pottawattamies erwuchs, war der Beſitz des Canves ſelbſt, mit welchem ſie nun über den Kolamazoo ſetzen, oder jeden andern beliebigen Weg zu Waſſer einſchlagen konnten. Bis jetzt aber war von keiner Seite ein Zeichen von Feindſeligkeit bemerklich geworden. Der Bienenjäger ſchien ſeine Büchſe und das Pulver und Blei, ſelbſt ſein Canoe nicht zu beachten, während die Wilden, nachdem ſie das letztere nebſt deſſen Inhalt ſorgfältig unterſucht hatten, zu ihrem Beſucher zurückkehrten und ihn mit einer Neugierde, welche ebenſo rege als mißtrauiſch war, umgaben. Jetzt begann eine Art zuſammenhängender, verſtändlicher Unterhaltung zwiſchen le Bourdon und dem Häuptlinge, wel⸗ cher Engliſch ſprach und in den meiſten nordweſtlichen Forts der Amerikaner unter dem Namen„Donnerwolke,“ oder abge⸗ kürzt:„Wolke,“ wegen ſeines düſtern Ausſehens, bekannt war, obgleich er für einen Mann, dem ſchweres Unrecht geſchehen war, und welcher der Verleumdung gewiß ſein konnte, ſich noch eines ziemlich guten Rufes erfreute. Man hat noch nie Jemanden Unrecht gethan, ohne ihn auch zu verleumden. „Wer tödten meinen jungen Mann und ihm Scalp neh⸗ men?“ fragte Donnerwolke ein wenig kurzab. „Hat mein Bruder einen Krieger verloren?“ lautete die — 174— 1 ruhige Antwort.—„Ja, ich ſehe, es iſt ſo. Ein Medizin⸗ Mann kann das ſehen, wenn es auch dunkel iſt.“ Wer ihn tödten, wenn ſehen kann? Und wer ihm Scalp nehmen?“ „Ein Feind hat Beides gethan,“ antwortete Boden mit dumpfer Stimme.„Ja, es war ein Feind, der ihn getödtet, und der ihm den Scalp genommen hat.“ „Wer es thun, he?— Warum kommen hierher, nehmen Pottawattamie Scalp, wenn nicht Kriegspfad offen, he?“ „Pottawattamie, einem Medizin⸗Mann muß man ſtets die Wahrheit ſagen. Vergebliche Mühe wär's, vor ihm die Wahrheit verbergen zu wollen. Der Kriegspfad iſt offen, und ein langer, verwickelter Pfad iſt es. Mein großer Vater zu Waſhington hat die Streitaxt gegen meinen großen Vater zu Quebec ausgegraben. Feinde nehmen immer Scalpe, wenn ſie deren bekommen können.“ „Das wahr,— das recht auch,— Niemand über das zornig ſein,— aber wer Feind? Blaßgeſicht oder Roth⸗ haut?“. „Dieſes Mal war es eine Rothhaut,— ein Chippewa,— einer von Eurer Nation, wenn auch nicht von Euerm Stamme. Ein Krieger, Taubenflügel genannt, welchen Ihr gebunden hattet und am Morgen martern wolltet, er zerriß ſeine Bande und erſchoß Euern jungen Mann,— darauf nahm er ihm den Scalp.“ „Wie das wiſſen?“ fragte Donnerwolke ein wenig unge⸗ geſtüm.„Ihr dabei, und ihm helfen tödten Pottawattamie, he?“ „Ich weiß es,“ antwortete le Bourdon ruhig,„weil Medizin⸗Männer faſt Alles wiſſen, was geſchieht. Seid nicht — ſo haſtig, Whiskey Ein die klare, Bienenjät hörer mac ſein Gehe Wie oder fün ſeiner B ihre übri ſobald m Selbſt d halb und vollen G über dieſ in jenem von einer Der welcher e er ſich er ſchmieden wolke zu leicht erk den der näher au „Ja Herz“ g hier die umher zu Nedizin⸗ Scalp den mit getödtet, nehmen he?“ ſtets die hm die ſt offen, er Vater en Vater pe, wenn ber das er Roth⸗ pewa,— Stamme. gebunden ine Bande n er ihm enig unge⸗ wattamie, ig,„weil Seid nicht ſo haſtig, Häuptling, denn dieß iſt eine Medizin⸗Stelle,— Whiskey wächſt hier.“ Ein lauter Ruf entfuhr allen rothen Männern, welche die klare, beſtimmte, orakelgleiche Sprache und Geberde des Bienenjägers verſtanden. Er wollte einen Eindruck auf ſeine Zu⸗ hörer machen, und es gelang ihm wunderbar,— vielleicht wirkte ſein Gehaben eben ſo ſehr, als die Sache, auf die er hindeutete. Wie geſagt, Alle, die ſeine Worte verſtanden— vier oder fünf aus der Schaar— gellten bei dieſem Beweiſe ſeiner Bekanntſchaft mit den Geheimniſſen des Platzes, und ihre übrigen Gefährten ſtimmten in dieſes Freudegebrüll ein, ſobald man ihnen die Worte des Blaßgeſichts erklärt hatte. Selbſt die erfahrnen, umſichtigen alten Häuptlinge, welche halb und halb die Wahrheit in Bezug auf dieſen geheimniß⸗ vollen Geruch des Whiskeys ahnten, fühlten ihre Anſichten über dieſen Gegenſtand ziemlich ſchwankend werden und ſchienen in jenem Zuſtande zu ſein, wo man nicht weiß, was man von einer Sache zu halten hat. Der Bienenjäger, deſſen Sinne die Gefahr ſchärfte, in welcher er ſchwebte, ward ſchnell des Vortheils gewahr, welchen er ſich errungen hatte, und fuhr ſogleich fort, das Eiſen zu ſchmieden, das er heiß gemacht. Er wendete ſich von Donner⸗ wolke zu dem erſten Häuptling, einem Krieger, welchen er leicht erkannte, nachdem er deſſen Thun in den früheren Stun⸗ den der Nacht ſo lange im Auge gehabt, und ging ein wenig näher auf den Gegenſtand ein. „Ja, dieſer Ort wird von den weißen Männern„Whiskey Herz“ genannt,“ ſetzte er hinzu,„womit man ſagen will, daß hier die Quelle iſt, wo der Whiskey des ganzen Landes rings umher zuſammenfließt.“ — 176— „Das wahr,“ ſagte Donnerwolke raſch,„ich hören Soldaten zu Fort Dearborn ihn nennen Whiskey Herz.“ Dieſer unbedeutende Umſtand ſteigerte das Geheimuiß, und le Bourdon bemerkte, daß er auf keine glücklichere Erklä⸗ rung hätte verfallen können. „Soldaten nah und fern,— Soldaten nüchtern und — Soldaten mit Scalpen, oder ohne Scalpe,— dieſem Namen. Ihr braucht Augen und zugeſtopften Naſen zu glauben, Häuptling, denn Ihr habt die Mittel, Euch von der Wahrheit deſſen, was ich Euch ſage, zu überzeugen. Kommt mit mir und ich werde Euch zeigen, wo Ihr am Morgen nach der Whiskey⸗Quelle graben müßt.“ Dieſe Mittheilung erregte eine ſtürmiſche Freude unter den Wilden, als man der ganzen Schaar den Inhalt aus⸗ einanderſetzte. Abgeſehen von der außerordentlichen, wunder⸗ baren Natur einer ſolchen Quelle, welche an ſich ſelbſt hinreichend war, die Erwartung rege zu halten und die Neu⸗ gierde zu befriedigen, war es ein ſo behaglicher Gedanke, einen unerſchöpflichen Vorrath des Getränkes zu haben, wel⸗ ches aus den Eingeweiden der Erde floß, daß man ſich nicht wenn dieſe Kunde mit unendlichem Entzücken trunken, Alle kennen den Platz unter jedoch nicht mit geſchloſſenen wundern darf, aufgenommen wurde. Selbſt die wenigen Häuptlinge, welche die Art, wie der Whiskey ausgegoſſen worden, ſo ſcharfſinnig geahnt hatten, wurden durch des Bienenjägers feierliches und ruhiges Gehaben irre geleitet, vielleicht theilten auch ſie die Gefühle ihrer Gefährten hinreichend, um ſich ein wenig mit der Menge fortreißen zu laſſen. Dieſer Einfluß der Mehrzahl auf unſer Thun und Laſſen iſt eine ſo gewö hnliche Erſcheinung, daß ſie kaum ein ſicht iſt ſich verh die Wah ihr gege ſchaffe Ma von wel zu entd dringend Die allen S die jung Schatz Un abhing, ruhig f blick we befriedie Kunſt; ſondern M chen W Da er wurden Rande Tauber ch hören rz.“ eheimuiß, re Erklä⸗ gztern und kcalpe,— or braucht ten Naſen Euch von berzeugen. „ Ihr am reude unter uhalt aus⸗ n, wunder⸗ ſich ſelbſt nd die Neu⸗ er Gedanke, haben, wel⸗ an ſich nicht m Entzücken Art, wie der ahnt hatten, iges Gehaben Hefühle ihrer der Menge ahl auf unſer nung, daß ſie 10ds e — 177— GlL- e kaum einer Erklärung bedarf, unſere Scoicpe in feſe⸗ Hin⸗ ſicht iſt die Quelle vieler Uebel, die das Geweinweſen über ſich derhängt. Es fehlt nie an Männern, die fähig ſind, die Wahrheit zu ſehen, aber an ſolchen, die fähig ſind, ihr gegen Geſchrei und Uebermacht Geltung zu ver⸗ ſchaffen. Man kann ſich leicht denken, daß ein Medizin⸗Mann, von welchem man glaubte, er beſitze die Mittel, eine Quelle zu entdecken, die von reinem Whisfey überfließt, ſich bald dringend aufgefordert ſieht, ſeine Kunſt raſch zu bewähren. Dieß war jetzt der Fall bei le Bourdon, welcher von allen Seiten aufgefordert wurde, die Stelle anzugeben, wo die jungen Männer zu graben anfangen ſollten, um den Schatz zu erſchließen. Unſer Held wußte, daß ſeine Rettung lediglich davon abhing, daß er die Rolle, in welcher er aufgetreten war ruhig fortſpielte und zugleich etwas that, das, für den Augen⸗ blick wenigſtens, die Ungeduld ſeiner nun geſpannten Zuhörer befriedigte. Als man ihn daher aufforderte, eine Probe ſeiner Kunſt zu geben, ging er nicht nur mit Ruhe und Faſſung, ſondern mit nicht gewöhnlichem Scharfſinn an das Werk. Man wird ſich erinnern, daß le Bourdon die zwei Fäß⸗ chen Whiskey eigenhändig über den Abhang hatte rollen laſſen. Da er einſah, wie wichtig es war, daß ſie gänzlich vernichtet wurden, hatte er aufmerkſam zugeſchaut, wie ſie von dem Rande der Anhöhe zu dem Fuße derſelben niederrollten, und Tauben, Reife und Böden zuletzt in dem Bache verſchwanden, der unten vorüberſchoß. Der Zufall fügte es ſo, daß das halb volle Fäßchen an einer Stelle platzte, welche von dem Bache entfernter lag, als die, wo das volle Fäßchen ſeinen 253— 255. 12² hielt zuſammen bis es über deſſen Whis⸗ Inhalt ausgoß. Dieſes letztere kleinen Felsvorſprung rollte und an Bache zerſprang, wo der mit den Faßſtücken von den erwähnten Fuß, wenige Schritte von dem key theilweiſe ausſtrömte, theilweiſe dem Bach aufgenommen und in den See geführt wurde. An der duftreichen Stelle nun, welche den Geruchſinn der Wilden angezogen und in deren Nähe ſie ihr Feuer angezün⸗ det hatten, war der geringere Theil des Whiskey ausgeſloſſen. Le Bourdon folgerte in dieſer Weiſe: wenn ein halbes Fäßchen Whiskey einen ſo ſtarken Geruch hervorbringen kann, muß ein volles einen noch weit ſtärkeren hervorbringen, ich werde daher meine Macht als Medizin⸗Mann zu bewähren ſuchen, indem ich für den Augenblick die Stelle an der Hügel⸗ ſeite ganz unbeachtet laſſe, und ſofort der an dem Fuße des Felſen zuſchreiten. Dieſem letzteren Punkte ſchritt er daher entgegen, als er Bitten der Pottawattamies nachgab und es er Whiskey⸗Quelle anzugeben. Charakter der Indianer zu den dringenden unternahm, die Lage d Der Bienenjäger kannte den gut, als daß er vergeſſen hätte, ſein Thun mit all den gau⸗ kelhaften Förmlichkeiten zu umgeben, welche ihren Eindruck auf den Wilden nie verfehlen. Zufällig hatte er in dem Canoe eine Art buntfarbigen Kittel gelaſſen, welchen er ſelbſt gefertigt hatte, um ihn im Herbſte als Jagdhemd in den Wäldern zu tragen, indem er ſich dachte, in einem ſolchen Gewande, deſſen Farben mit denen der Herbſtblätter zuſam⸗ menfielen, würde er ſich dem Wilde leichter nähern können. Dieſer Kittel, welchen er jetzt überwarf, erregte die Bewunde⸗ rung der jungen Männer und ſie drückten ihr Entzücken über die bunten Farben in einem lauten Ausrufe aus. Dann zog er ſein Pe⸗ er es nicht ließ. Dieſes vielleicht bemerkte etwas Nei den könne. Er n Inſtrumen vor das 2 Einer ſehr liebt können we und wurd mengeſchr geſehen. Ein Macht d meiſten K „We Wolfsaug ſo weit, „Di Blaßgeſie ner heißt keys. D Alle den Wil linge ſa⸗ es über in deſſen er Whis⸗ icken von rde. hſinn der angezün⸗ sgefloſſen. in halbes gen kann, ngen, ich bewähren der Hügel⸗ Fuße des en, als er ab und es n. zudianer zu ll den gau⸗ n Eindruck er in dem en er ſelbſt md in den nem ſolchen ätter zuſam⸗ zern können. ie Bewunde⸗ ttzücken über Dann zog — 179— er ſein Perſpectiv in ſeiner ganzen Länge auseinander, wobei er es nicht an geheimnißvollen Zeichen und Geberden fehlen ließ. Dieſes Perſpectiv erwies ſich ſehr nützlich und flößte vielleicht allein den Zweiflern Ehrfurcht ein. Le Bourdon bemerkte ſogleich, daß es ſelbſt für den älteſten Häuptling etwas Neues war, und er fühlte, wie hilfreich es ihm wer⸗ den könne. Er winkte Donnerwolke, wendete das kleine Ende ſeines Inſtrumentes gegen das Feuer, und hielt das größere Glas vor das Auge dieſes Judianers. Einer der Wilden, welcher den Duft des Whiskeys zu ſehr liebte, als daß er ſich von der Stelle hätte losreißen können wo das Feuer brannte, ſtand innerhalb des Lichtkreiſes und wurde folglich von dem Häuptlinge, zum Zwerge zuſam⸗ mengeſchrumpft und ſcheinbar in eine weite Ferne entrückt, geſehen. Ein viel ſagender Ausruf folgte dieſer Darlegung der Macht des Zauberers, und allen Häuptlingen, ſowie den meiſten Kriegern, wurde ein Blick durch die Gläſer geſtattet. „Was das bedeuten?“ fragte Donnerwolke ernſt.„Sehen Wolfsauge ganz gut— warum er ſo klein?— Warum er ſo weit, he?“ „Dieß ſoll Euch beweiſen, was ein Medizin⸗Mann der Blaßgeſichter thun kann, wenn es ihm beliebt. Jener India⸗ ner heißt Wolfsauge und iſt ein zu großer Freund des Whis⸗ keys. Dieß weiß ich, ſo wie ich ſeinen Namen weiß. Alle dieſe Beweiſe eines unerklärlichen Wiſſens entlockten den Wilden Ausrufungen des Staunens. Einige der Häupt⸗ linge ſagten ſich allerdings, das Blaßgeſicht könne den Namen 12* — 180— er wußte der Medizin⸗Mann daß Wolfsauge ein Trunkenbold war? Dieſes letztere cklich geſagt worden, für die aber, welche reichte das Geſagte hin, um ſte edeutet worden war, als die durch Wolke erfahren haben, woh aber, war nicht ausdrü ſeine Leidenſchaft kannten, fühlen zu laſſen, daß mehr ang Worte ausdrücklich beſagten. Ehe die Wilden jedoch Zeit hatten, dieſen Beweis geheim⸗ nißvollen Wiſſens näher in das Auge zu faſſen und zu zer⸗ gliedern, drehte le Bourdon ſein Perſpectiv um, gab ihm die frühere Richtung und hielt das kleine Glas an das Auge Donnerwolke's. Der Indianer gellte theils vor Schrecken, theils vor Entzücken, als er Wolfsauge in Lebensgröße und ſo nahe ſah, das er ihn mit ſeiner Hand faſſen zu können glaubte. „Was das bedeuten?“ Schrecken und Freude ihn in ſprechen.„Erſt er klein, dann er dann er nah bei,— was das bedeuten, he?“ „Es bedeutet, daß ich ein Medizin⸗Mann bin, und daß dieß Medizin⸗Gläſer ſind, und daß ich damit in die Erde ſehen kann, tiefer als die Brunnen und höher als die Berge.. Dieſe Worte wurden überſetzt und allen Anweſenden erklärt. Vielfache Ausrufungen des Staunens, und manches Gellen der Bewunderung und der Freude wurden laut. Wolke berieth einen Augenblick mit den vornehmſten Häuptlingen, dann wendete er ſich eifrig an den Bienenjäger und ſagte: „Alles gut,— wollen aber mehr hören,— wollen mehr erfahren,— wollen mehr ſehen.“ „Sagt nur geradezu was Ihr w rief Wolke, ſobald Staunen, den Stand ſetzten, wieder zu dick,— erſt er weiten Weg, Fünſcht, Pottawattamie,“ antwortet erfüllt we „Wr ſehen nic „Gr hernach große M Ind ſchritt er De Gemütt war, z myſtiſch gleichen Unterh Deutſe im All in⸗Mann es letztere r, welche , um ſe r, als die eis geheim⸗ und zu zer⸗ ab ihm die das Auge Schrecken, sgröße und n zu können (d Staunen, , wieder zu weiten Weg, in bin, und damit in die höher als die Anweſenden und manches n laut. Wolke Häuptlingen, und ſagte: — wollen mehr zottawattamie,“ — 181— antwortete le Bourdon mit Würde,„Eure Wünſche ſollen erfüllt werden,“ „Wollen ſehen,— wollen koſten Whiskey⸗Quelle,— ſehen nicht genug,— wollen koſten.“ „Gut! zuerſt ſollt ihr riechen, dann ſollt ihr ſehen,— hernach ſollt ihr koſten. Macht Platz und ſchweigt,— eine große Medizin iſt nahe.“ Indem le Bourdon ſich auf dieſe Weiſe Raum ſchaffte, ſchritt er in ſeinem Zauberwerke vor. Neuntes Kapitel. Er wandte ſich und eilte nieder; Sah bald ſich an dem Ufer wieder; Er warf ſich in die wilden Wellen, Die um ſein lockig Haupt nun ſchwellen, Den Arm ſieht man mit Wogen ringen; Den Fuß ſieht man ihn kräftig ſchwingen; Doch Waſſergeiſter ſchwärmen rings um ihn; Er kann ſich ibrem Zauber nicht entziehn. 3 Hemſton. Der Bienenjäger mußte vor Allem bedacht ſein, ſich der Gemüther der ungeſchulten Weſen, von welchen er umgeben war, zu bemächtigen, indem er zu jeder Art Gaukelſpiel und myſtiſcher Spiegelfechterei ſeine Zuflucht nahm. Er war in der⸗ gleichen nicht ganz unerfahren, da er ſich als Knabe zu ſeiner Unterhaltung mit ähnlichen Poſſen beſchäftigt hatte. Die Deutſchen und deren Nachkommen in Amerika zeichnen ſich im Allgemeinen nicht durch eine hohe Bildungsſtufe aus, und der alte Aberglaube ihrer teutoniſchen Vorfahren hat ſich noch auf Viele vererbt. Obgleich le Bourdon ſelbſt von rein eng⸗ liſcher Herkunft war, hatte er in ſeiner Jugend vielfach in Verkehr mit deutſchen Familien geſtanden und ſich mit ihren Anſichten und Sagen von Zauberei und Hexenwerk bekannt gemacht,— Dinge, welche ihm jetzt ſehr zu Statten kamen. Was den Ernſt der Mienen, das Feierliche der Geberden und Bewegungen und das unverſtändliche Gemurmel betraf, ſpielte le Bourdon ſeine Rolle bewundernswürdig und als er die Hälfte des Weges, welchen er die Wilden zu führen gedachte, hinter ſich hatte, war unſer Zauberer oder„Medizin⸗Mann“ unbeſchränkter Beherrſcher der Phantaſie ſeines rothen Gefol⸗ ges, die zwei oder drei bereits erwähnten Häuptlinge allein ausgenommen. Auf dieſem Theile des Weges ereignete ſich ein kleiner Vorfall, welcher bewies, wie ſehr der Menſch geneigt iſt, ſich ſelbſt zu täuſchen, und der le Bourdon in der Durchführung ſeines angenommenen Charakters bedeutend unterſtützte. Man wird ſich erinnern, daß die Stelle, wo der Duft des Whiskeys die Indianer am ſtärkſten anzog, an der Hügel⸗ ſeite, oder da war, wo das halb volle Fäßchen ſich ſeines Inhaltes entleert hatte. In der Nähe dieſes Platzes flammte ihr Feuer noch glänzend auf und da weilte Wolſsauge und erfreute wenigſtens einen ſeiner Sinne mit dem Wohlgeruche, der ihm ſo theuer war.. Der Bienenjäger wußte aber, daß er das Staunen der Wilden ungemein ſteigern würde, wenn er ſie an eine neue Duftſtelle führte, wo kein Aufſchluß über eine ſolche Erſchei⸗ nung ſichtbar und der Geruch wahrſcheinlich viel ſtärker als an der Hügelſeite war. Dem wendete im Einfl ſo fern Dämmer Als über war Winke, einem f „Medizir und ſchre Hügels; Inhalt a ſo viel à Zwecken Die glaubten, dem vor beſeitigen geſchritte der friſch ſich unte chem ſich „N ſagte de Anhöhe Whiskey zu ſehe Ein zuſamme ſich noch rein eng⸗ ielfach in mit ihren k bekannt en kamen. herden und raf, ſpielte ils er die gedachte, n⸗-Mann“ hen Gefol⸗ inge allein ein kleiner igt iſt, ſich irchführung tzte. o der Duft der Hügel⸗ ſich ſeines zes flammte ſsauge und Zohlgeruche, Staunen der in eine neue lche Erſchei⸗ l ſtärker als — 183— Demgemäß näherte er ſich dem Feuer nicht, ſondern wendete ſich um den Fuß des Hügels und blieb hinreichend im Einfluſſe des Lichtes, um ſeinen Weg zu finden, und doch ſo fern davon, daß er von einer Art geheimnißvoller Dämmerung umhüllt, entlang ſchritt. Als er jedoch der den Wilden bekannten Duftſtelle gegen⸗ über war, bemühte ſich die Schaar, ihn durch Geberden und Winke, und endlich durch unmittelbare Anſprache, er ſei auf einem falſchen Wege, an jenen Platz zu führen. Unſer „Medizin⸗Mann“ ließ alle dieſe Zumuthungen unbeachtet und ſchritt ruhig und feierlich der Stelle an dem Fuße des Hügels zu, wo das volle Fäßchen, wie er wohl wußte, ſeinen Inhalt ausgegoſſen hatte, und wo er mit ziemlicher Gewißheit ſo viel Spuren des Whiskeys zu finden hoffte, als zu ſeinen Zwecken nöthig waren. Dieſe Hartnäckigkeit reizte anfangs die Wilden, welche glaubten, er irre ſich, wenige Worte aber von Krähenfeder, dem vornehmſten Häuptlinge, reichten hin, jene Unruhe zu beſeitigen. Nachdem le Bourdon noch einige Minuten fort⸗ geſchritten war, machte er an der fraglichen Stelle Halt. Da der friſche Geruch des Whiskeys hier ſehr auffallend war, erhob ſich unter dem Geleite ein Murmeln der Bewunderung, wel⸗ chem ſich freudiges Entzücken ſehr vernehmbar beigeſellte. „Nun laßt die jungen Männer mir ein Feuer anzünden,“ ſagte der Bienenjäger feierlich,„kein Feuer, wie es auf der Anhöhe brennt, ſondern ein Medizin⸗Feuer. Ich rieche die Whiskey⸗Quelle und muß ein Medizin⸗Licht haben, um ſie zu ſehen.“ Ein Dutzend junger Männer begannen Geniſt und Zweige zuſammen zu tragen, und in einer Minnte erhob ſich ein —-— 184— Holzhaufen von ziemlicher Größe auf einem flachen Fels, kaum zwanzig Fuß vou der Stelle, wo, wie le Bourdon wußte, das Fäßchen geplatzt war. Als ihm der Holzſtoß groß genug ſchien, ſagte er Krähen⸗ feder, man könne ihn anſtecken, indem man einen Brand von dem andern Feuer herbeihole. „Dieß wird kein Medizin⸗Licht ſein, denn ein ſolches kann nur von Medizin⸗Lunten kommen,“ fügte er hinzu, „ich muß aber ein Feuer haben, um die Form des Bodens zu ſeyen. Werft den Brand in das Geniſte,— laßt uns eine Flamme ſehen!“ Der Wunſch des Bienenjägers wurde erfüllt und der ganze untere Theil des Hügels, wo das Fäßchen geſprungen war, ſtand plötzlich in glänzender Beleuchtung da. „Nun laßt alle Pottawattamies zurücktreten,“ begann le Bourdon ſehr ernſt.„Es könnte einem Krieger das Leben koſten, wenn er zu früh vorträte,— oder, wenn auch ſein Leben nicht gefährdet würde, möchte er einen Rheumatismus bekom⸗ men, welcher nie geheilt werden kann, was noch ſchlimmer iſt, als der Tod. Wenn der Augenblick kommt, wo meine rothen Brüder vortreten ſollen, werden ſie gerufen werden.“ Da der Bienenjäger ſeine Worte mit den geeigneten Geberden begleitete, gelang es ihm, die ſchweigenden, aber lebhaft erregten Wilden auf drei Seiten ſeines Feuers hin⸗ zudrängen, während er auf der allein blieb, welche der geheim⸗ nißvollen Quelle zunächſt war. Als Alles geordnet war, ſchritt le Bourdon langſam und ohne Begleitung an die Stelle hin, wo das Fäßchen zerſprun⸗ gen war. Hier fand er den Geruch des Whiskeys ſo ſtark, daß er nicht zweifeln konnte, ein Theil des Getränkes müſſe noch vorhe ſich auch, Fels, wo von der N nöthig ha⸗ Währt ſich nach konnten. begünſtigt fürchtete o die Ruhe ihn Kräh Schickſal ſollten, v Wäl beugte, 1 in das herrſchte, ſämmtlich Seite, u konnte, werk zu Der ladend, ſeine Re das lock rückwär vertraut trauten Di n Fels, mwußte, Krähen⸗ and von ſolches r hinzu, Bodens aßt uns und der ſprungen begann has Leben ein Leben is bekom⸗ ſchlimmer wo meine verden.“ geeigneten den, aber zuers hin⸗ er geheim⸗ gſam und zerſprun⸗ ſo ſtark, ukes müſſe — 185— Bei genauerer Nachforſchung ergab es noch vorhanden ſein. ſich auch, daß mehrere ſchüſſelartige Höhlungen auf dem flachen Fels, wo das Fäßchen zerſchmettert worden, noch ziemlich viel von der Flüſſigkeit enthielten,— wenigſtens ſo viel, als er nöthig hatte, um ſeine Rolle als Medizin⸗Mann fortzuſpielen⸗ Während dieſer ganzen Zeit vergaß der Bienenjäger nicht, ſich nach Mitteln umzuſchauen, welche ſeine Flucht fördern konnten. Er zweiſelte nicht, daß er, von ſo vielen Umſtänden begünſtigt, die Wilden eine Zeitlang zu täuſchen vermöchte, er fürchtete aber den anbrechenden Tag, ſowie das Nachdenken und die Ruhe nach einer aufgeregten Nacht. Beſonders beunruhigte ihn Krähenfeder, und er ſah vorher, daß ihm ein ſchreckliches Schickſal bevorſtehen würde, wenn die Wilden den Betrug ahnen ſollten, welchen er ihnen ſpielte. Während er ſich über die kleinen Felsaushöhlungen nieder⸗ beugte, welche einen Theil des Whiskeys enthielten, blickte er in das Düſter, das auf der nördlichen Seite des Hügels herrſchte, und berechnete die Möglichkeit einer Flucht. Die ſämmtlichen Pottawattamies waren auf der entgegengeſetzten Seite, und ein Dickicht, welches wohl als Schirmwehr dienen konnte, war ſo nahe, daß er hoffen konnte, ſich in deſſen Laub⸗ werk zu bergen, ehe eine Büchſe ſchußfertig war. Der Augenblick ſchien ſo günſtig, die Gelegenheit ſo ein⸗ ladend, daß le Bourdon eine Sekunde ſeine Vorſicht und ſeine Rolle vergaß und bereits den Fuß gehoben hatte, um in das lockende Gehölz zu fliehen, als er einen unruhigen Blick rückwärts werfend bemerkte, wie Krähenfeder und ſeine zwei pertrauten Rathgeber ihre Büchſen heimlich ſpannten, als miß⸗ trauten ſie ſeinen Abſichten. Dieß hatte ſofort einen Wechſel des Planes zur Folge, — 186— und mahnte den Bienenjäger an ſeine bedenkliche Lage und an die unerläßliche Nothwendigkeit⸗ mit der größten Behutſamkeit zu verfahren. Le Bourdon’'s Aufmerkſamkeit ſchien jetzt den Felſen, auf denen er ſtand, und aus welchen das heiß erſehnte Getränk fließen ſollte, ausſchließlich zugewendet, obgleich ſeine Gedanken geſchäftig mit einem Plan umgingen, ſich durch die Flucht zu retten. Während er ſich über die verſchiedenen Aushöhlungen beugte und über die Fortſetzung ſeines Medizin⸗Werkes nach⸗ dachte, ward er gewahr, wie nahe er daran geweſen, ſich eines großen Verſehens ſchuldig zu machen. Es war faſt ebenſo wichtig, das Canoe wegzuſchaffen, als ſich ſelbſt zu retten, denn wenn das Canoe hier blieb, war nicht nur ſeine ganze Habe, ſondern die ſchöne Margaret nebſt Dorothea und Gerſhom den Pottawattamies preisgegeben, war er aber in dem Beſitze des Bootes, ſo konnte der breite Kala⸗ mazoo eine faſt unüberſchreitbare Schranke abgeben, bis die Weißen Zeit hatten, zu flüchten. Dieſer Gedanke änderte ſeinen ganzen Plan, und er dachte nicht mehr an das Dickicht und die Flucht landeinwärts. Wäh⸗ rend er in ſeinem Geiſte beſchäftigt war, einen Entſchluß in Betreff ſeines künftigen Verfahrens zu faſſen, überſah er die ſehr weſentliche Erforſchung der Mittel nicht, welche nöthig ſein mochten, ſeinen Einfluß auf die Gemüther der abergläu⸗ biſchen Kinder des Waldes, welche der Verwirklichung des Verſprechens des Medizin⸗Mannes entgegenſahen, zu ſteigern und zu verlängern. Seine Gedanken wendeten ſich dem Canve wieder zu, und er verfiel auf einen Plan, welcher ihn, wie er glaubte, in den Beſitz ſeines kleinen Bootes ſetzen mußte. Wenn er einmal darin war, hoffte er es durch einen kräftigen Stoß bis gegen die es ihm ſchmalen halten. Nack winkte er Schaar e er ſelbſt Boot da bracht, von ziem Stabe d namhaft an dem nahe ger „3 wolke, Bienenj digen R hat der könne, „C man— „ der Po „ Naſen, „0 riechen 2e und an utſamkeit lſen, auf Getränk Gedanken Flucht zu höhlungen rkes nach⸗ ſich eines zuſchaffen, blieb, war garet nebſt geben, war reite Kala⸗ n, bis die ad er dachte irts. Wäh⸗ atſchluß in rſah er die lche nöthig r abergläu⸗ lichung des zu ſteigern dem Cande ihn, wie er tzen mußte. en kräftigen — 18— Stoß bis in den Schirm der Reispflanzen zu drängen, wo er gegen die Kugeln der Wilden ziemlich geſichert war. Wenn es ihm nur gelang, das Canve an den äußern Saum des ſchmalen Reisgürtels zu bringen, konnte er ſich für gerettet halten. Nachdem er über ſein Verfahren mit ſich einig geworden, winkte er Krähenfeder zu ſich heran, und lud zumal die ganze Schaar ein, ſich bis auf wenige Schritte von der Stelle, wo er ſelbſt ſtand, zu nähern. Der Bienenjäger hatte von dem Boot das größere Ende einer Angelruthe von Rohr mitge⸗ bracht, welches ihm als eine Art Zauberſtab diente. Es war von ziemlicher Dicke und gegen acht Fuß lang. Mit dieſem Stabe deutete er auf die verſchiedenen Gegenſtände, welche er namhaft machte, auch konnte er damit manche Veränderungen „an dem Boden umher vornehmen, ohne daß neugierige Augen nahe genug herankamen, um ſeine Kunſtgriffe zu entdecken. „Jetzt öffnet Eure Ohren, Krähenfeder, und Ihr, Donner⸗ wolke, und Ihr andern Alle, junge Tapfere,“ begann der Bienenjäger feierlich und mit einer wahrhaft bewundernswür⸗ digen Ruhe,—„ja, öffnet Eure Ohren weit. Der große Geiſt hat dem rothen Mann eine Naſe gegeben, damit er riechen könne, riecht Donnerwolke etwas Ungewöhnliches?“ „Gewiß,— riechen Whiskey,— das Whiskey Herz, ſagen man— natürlich, daß ſo hier riechen müſſen.“ „Riechen alle hier anweſenden Häupllinge und Körper der Pottawattamies denſelben Duſt?“ „So glauben,— warum nicht riechen, he? Haben gute Naſen,— können riechen Whiskey weiten Weg, gewiß.“ „Es iſt einfach, daß ſie den Duft des Getränkes hier riechen, denn aus dieſem Felſen wird bald eine Whiskey⸗Quelle niederfließen. Sie wird im Anfange nicht ſehr reichlich fließen, bald aber wird die Flüſſigkeit in einem Maaße kommen, daß Jeder zufrieden geſtellt werden kann. Der große Geiſt weiß, daß ſeine rothen Kinder trockne Kehlen haben, und er hat einen Medizin⸗Mann der Blaßgeſichter geſchickt, um ihnen eine ſolche Quelle zu zeigen. Nun wohlan,— ſeht hier auf dieſes Felsſtück,— es iſt trocken,— ſelbſt der Nachtthau hat es nicht befeuchtet.— Seht, es iſt geſtaltet, wie ein hölzernes Becken, damit es die Flüſſigkeit der Quelle bewahren kann! Laßt Krähenfeder hier riechen,— Wolke mag riechen,— alle meine jungen Männer mögen riechen und ſich überzeugen, daß Nichts hier iſt.“ Auf dieſe Einladung, welche von mehreren Schwenkungen des Stabes begleitet und in einem hohlen, feierlichen Tone vorgebracht worden war, hatte ſich die ganze Schaar der Indianer um die kleine beckenartige Aushöhlung, auf welche der Bienenjäger gedeutet hatte, im Nu geſammelt, um zu ſehen und zu riechen. Die Meiſten ließen ſich auf ihre Kniee nieder, und Alle brachten ihre Naſe ſo nahe an das Becken, als dieß thunlich war. Selbſt der würdevolle, mißtrauiſche Krähenfeder konnte nicht umhin, ſich mit dem großen Haufen zu bücken und zu riechen. Dieſen Augenblick hatte le Bourdon herbeizuführen gewünſcht, und er ſchickte ſich alsbald an, ſeinem Ziele näher zu rücken. Ehe er jedoch zur Ausführung ſeines urſprünglichen Pla⸗ nes ſchritt, gewann ein augenblickliches Gefühl die Oberhand und drängte ihn, einen Verſuch zu machen, ſeine Flucht auf eine neue Art zu bewerkſtelligen. Die Wilden waren alle auf ihren Knieen oder beugten ſich über das Felſenbecken, drängten und drückten einander, da 8 jeder ſo 1 ſämmtlich Umſtänden wie der dem Cant Hätte gehandelt, allein dae raſcher d des Menf und der denn Wo Nähe er möchte a er ſeinen So raſch, a merkſam Planes Wi Stabe ſich eifr an die umgab ſigkeit Becken J. ſigkeit Donne dieſer hfließen, nen, daß jiſt weiß, d er hat im ihnen hier auf tthau hat hölzernes ren kann! 1,— alle ugen, daß wenkungen chen Tone Schaar der auf welche lt, um zu ihre Kniee das Becken, nißtrauiſche ßen Haufen le Bourdon dan, ſeinem glichen Pla⸗ le Oberhand e Flucht auf oder beugten einander, da — 189— jeder ſo nahe als möglich herankommen wollte, und ſchienen ſämmtlich auf den einen Gegenſtand erpicht. Unter dieſen Umſtänden glaubte der Bienenjäger, der faſt ſo rührig war, wie der Panther in den amerikaniſchen Wäldern, er könne dem Canoe zueilen und ohne weitere Gaukelkünſte entfliehen. Hätte es ſich hier nur von menſchlicher Behendigkeit gehandelt, ſo wäre dieß vielleicht die klügſte Auskunft geweſen, allein das Nachdenken eines Augenblickes ſagte ihm, wie viel raſcher die Kugel einer Büchſe ſei, als der behendeſte Fuß des Menſchen. Die Entfernung mochte hundert Ellen betragen, und der Pfad war durch die beiden Feuer glänzend erleuchtet, denn Wolfsauge war bedacht, das ſeinige zu nähren, in deſſen Nähe er gebannt ſchien, als fürchte er, die köſtliche Flüſſigkeit möchte aus der Erde aufſprudeln und verloren gehen, wenn er ſeinen Poſten verließe. So mußte le Bourdon auch dieſen Entſchluß faſt ebenſo raſch, als er ihn gefaßt hatte, wieder aufgeben und ſeine Auf⸗ merkſamkeit ſogleich der Ausführung ſeines urſprünglichen Planes zuwenden. Wir haben berichtet, daß der Bienenjäger mit ſeinem Stabe mehrfache Schwenkungen machte. Während die Wilden ſich eifrig bemühten, an dem Felſen zu riechen, ſtieß er leicht an die Erde, welche den Whiskey in der größern Aushöhlung umgab und öffnete ſo eine kleine Rinne, in welcher die Flüſ⸗ ſigkeit an der Seite des Felſens niederträufelte und in das Becken floß. Jetzt war das Wunder vollbracht! Man konnte die Flüſ⸗ ſigkeit nicht nur riechen, ſondern man konnte ſie auch ſehen. Donnerwolke begnügte ſich nicht, zwei ſeiner Sinne in Betreff dieſer Entdeckungen zu befriedigen, er beugte ſich über das Becken und begann wie ein dürſtiger Jagdhund mit ſeiner Zunge zu ſchlappen, um die edle Flüſſigkeit zu koſten. „Der große Geiſt wendet ſein Autlitz nicht von den Potta⸗ wattamies!“ rief dieſer Wilde den Seinigen zu und richtete ſich erſtaunt empor,„dieß iſt Feuerwaſſer, wie die Blaßgeſich⸗ ter es uns gegen Felle zu vertauſchen pflegen!“ Ander folgten ſeinem Beiſpiel, und Ausrufungen des Erſtaunens und Entzückens flogen von Mund zu Mund, der Strom der wildeſten Freude ſchien plötzlich ſeine Schleußen durchbrochen zu haben, ſo ungeſtüm machte die Schaar ihren Gefühlen Luft. Eine ſolche„Medizin,“ ein ſolcher Zauber war dieſem Stamme, war in dieſer Gegend unbekannt, und eine willkommenere„Medizin“ konnte es nicht geben. Ohne allen Zweifel, dieß war Whiskey, freilich nicht in großer Menge, aber von vortrefflichem Geſchmacke, wie Viele behaup⸗ teten, und der kleine Strom floß nach und nach reichlicher! Dieß kam daher, daß le Bourdon einen unbewachten Augen⸗ blick wahrgenommen hatte, um die Oeffnung der obern Aus⸗ höhlung zu erweitern und eine größere Menge in die kleine Rinne ſließen zu laſſen. Der Augenblick zu einem entſcheidenden Schritte war jetzt Der Bienenjäger wußte, daß ſein köſtliches Bäch⸗ gekommen. ßen und daß er den erſten lein bald aufhören würde zu flie Eindruck, welchen ſein Zauber hervorgebracht hatte, benützen müſſe, um ſeinen Plan auszuführen, widrigenfalls er wahr⸗ ſcheinlich genöthigt ſein würde, ihn ganz aufzugeben. In dieſem Augenblicke ſchien ſelbſt Krähenfeder von dem, was er geſehen hatte, völlig betäubt, ein ſo ſcharf blickender Häuptling konnte aber der Wahrheit leicht auf die Spur kommen, und die Enttäuſchung würde ſeine Lage gewiß nur verſchlimmern. Le Bo berührte me merkſamkeit ſeinem Felſ Harz aus Geige zu eine Violin den in den ſo daß es klein, um bringen. „Ich ſich zu der ſich, währ zerſtören ſ dürfen ſie am beſten und unter das den 2 Der Richtung rufen, ob⸗ zu bezeich Erhöhung Kräl wo ſie ſte Mitt ſeinen St murmeln Als t ſeiner n Potta⸗ richtete laßgeſich⸗ igen des und, der Schleußen aar ihren er Zauber unnt, und n. Ohne in großer le behaup⸗ reichlicher! en Augen⸗ bbern Aus⸗ mdie kleine te war jetzt ſches Bäch⸗ den erſten te, benützen s er wahr⸗ ggeben. In em, was er er Häuptling ommen, und eſchlimmern. — 191— Le Bourdon ließ ſeinen Stab in der Luft kreiſen und berührte mehrere Stellen der Klippe damit, theils um die Auf⸗ merkſamkeit der Wilden rege zu erhalten, theils um dieſe von ſeinem Felſenbecken abzulenken, dann nahm er ein kleines Stück Harz aus ſeiner Taſche, mit welchem er den Bogen ſeiner Geige zu ſtreichen pflegte, denn der Bienenjäger hatte ſtets eine Violine bei ſich und erheiterte damit ſeine einſamen Stun⸗ den in den Lichtungen. Er zerrieb dieſes Harz über einer Kohle, ſo daß es ziſchte und aufſlammte, das Stückchen war aber zu klein, um das„Medizin⸗Feuer,“ deſſen er bedurfte, hervorzu⸗ bringen. „Ich habe mehr in meinem Canoe,“ ſagte er, indem er ſich zu dem Dolmetſcher wendete,„die rothen Männer dürfen ſich, während ich es hole, nicht von der Sielle rühren, ſonſt zerſtören ſie das Thun des Blaßgeſichts. Am wenigſten aber dürfen ſie ſich der Quelle nähern. Die Häuptlinge würden am beſten thun, wenn ſie ihre jungen Leuten abſeits führten und unter jener Eiche aufſtellten, wo nichts geſchehen kann, das den Medizin⸗Zauber vernichtet.“ Der Bienenjäger deutete auf einen Baum, welcher in der Richtung des Canves ſtand, um keinen Argwohn hervorzu⸗ rufen, obgleich er darauf Bedacht genommen hatte, eine Stelle zu bezeichnen, von welcher aus das Boot wegen einer kleinen Erhöhung des Bodens nicht geſehen werden konute. Krähenfeder führte ſeine Krieger an den angegebenen Platz, wo ſie ſich ſchweigend und in großer Spannung auſſtellten. Mittlerweile ſetzte le Bourdon ſeine Zauberkünſte fort, ſeinen Stab ſchwingend und allerlei Kauderwetlſch vor ſich hin murmelnd, ſchritt er langſam, feierlich ſeinem Canoe zu. Als unſer Held an dem Baume vorüberkam, ward er — 192— r durfte ſich nicht umſchauen, wenn er ſich daß die Häuptlinge ihm folgten,— ein durfte, obgleich es alle gewahr, denn e nicht verrathen wollte, Thun, dem er ſich nicht widerſetzen ſeine Hoffnungen plötzlich zu vereiteln ſchien. Ohne jedoch in Folge dieſes widrigen Umſtandes lang⸗ ſamer oder raſcher zu gehen, ſetzte er ſeinen Weg fort und ſchweukte nur dann und wann ſeine Angelruthe nach hinten, um ſich zu verſichern, daß ſeine Verfolger ihm nicht auf den Ferſen wären. Krähenfeder und ſeine Gefährten hlieben aber ſtehen, als ſie auch die erwähnte Bodenerhöhung, welche das Canoe verbarg, erreicht hatten, und ließen den Medizin⸗Mann allein weiter ſchreiten. Dieſen Umſtand gewahrte le Bourdon, als er ſtch dreimal im Kreiſe dreyte und dabei mit ſeinem Stab gegen den Himmel deutete. Es war ein ergreifender Augenblick, als der Bienenjäger ſein Canve erreichte. Er konnte ſich nicht entſchließen, abermal windwärts zu ſchauen, damit die Häuptlinge nicht Verdacht ſchöpften, und wenn er mit dem Boote vom Ufer abſtieß, war vielleicht eine feindliche Büchſe nur drei Schritte vor ihm ſchußfertig. Es war jedoch keine Zeit zu verlieren, denn jeder Verzug von ſeiner Seite mußte die Annäherung der Wilden zur Folge hahen, mochte nun Neugierde oder Mißtrauen ſie heranlocken. Er trat daher unverweilt in ſein leichtes Boot, indem er fort⸗ während ſeinen Stab ſchwang und ſeine Zauberformeln her⸗ murmelte. Er eilte ſogleich in den Spiegel de ſeine Wucht das Vordertheil vom Ufer abzuheben, ſowie um einen ausreichenden Grund zu haben, daß er ſich wendete und nochmals nach den Indianern ausſchaute. s Canoes, um durch So bedenklich war die Lage u erregt, daf in dem let Als 6 die zwei v genähert h vielmehr 2 hielten ſie machen. Dieſe Bourdon ſcheidender blickte, b⸗ gelaſſen h Dieſe Gelegenhe behrlichen Als ſank ſein Wucht a eine Art Stabes i Drucke d So ſchienen Häuptlir hatte da ſchon zu eine Kr Herzueil 253 er ſich n,— ein h es alle des lang⸗ fort und h hinten, t auf den jeben aber velche das zin⸗Mann Bourdon, mit ſeinem Zienenjäger n, abermal zt Verdacht ſtieß, war te vor ihm eder Verzug in zur Folge heranlocken. dem er fort⸗ formeln her⸗ s, um durch , ſowie um wendete und edenklich war — 193— die Lage unſeres Helden, und in ſo hohem Grade war er ſelbſt erregt, daß er auf den Stand der Dinge in dem Canoe erſt in dem letzten Augenblick aufmerkſam ward. Als er ſich jedoch umwendete, vergewiſſerte er ſich, daß die zwei vornehmſten Häuptlinge ſich bis auf zwanzig Schritte genähert hatten, obgleich keiner die Büchſe auf ihn anſchlug, vielmehr Beide ſich ſorglos auf dieſe ihre Waffe lehnten, als hielten ſie es nicht für nöthig, ſofort Gebrauch davon zu machen. Dieſer Zuſtand der Dinge konnte nicht andauern und le Bourdon nahm ſeinen ganzen Muth zuſammen, um den ent⸗ ſcheidenden Schritt zu thun. Als er aber nach ſeinen Rudern blickte, bemerkte er, daß von dreien, die er in dem Canoe gelaſſen hatte, nicht ein einziges vorhanden war. Dieſe vorſichtigen Wilden hatten ohne allen Zweifel die Gelegenheit wahrgenommen, um jene einfachen, aber faſt unent⸗ behrlichen Mittel zur Flucht wegzuſchaffen und zu verſtecken. Als der Bienenjäger ſich von dieſem Verluſt überzeugte, ſank ſein Muth, und er ſiel faſt bewußtlos mit ſeiner ganzen Wucht auf den Spiegelſitz des Canoes. Dann überkam ihn eine Art Verzweiflung, und indem er das eine Ende ſeines Stabes in den Uferſand ſtieß, drängte er mit einem kräftigen Drucke das Canoe im Nu nach hinten und windwärts. So raſch dieſer Verſuch, ſo ſchnell dieſe Bewegung war, ſchienen die argwöhniſchen Blicke und die bereiten Hände der Häuptlinge nichts Anderes erwartet zu haben. Das Canve hatte das Ufer noch keine zwei Sekunden verlaſſen, als auch ſchon zwei Büchſenſchüſſe fielen. Der Knall der Büchſen war eine Kriegserklärung, und ein allgemeines Gellen und das Herzueilen der ganzen Schaar kündigten an, daß die Indianer 253— 255. 1³ — 194 Kunde von einer Täuſchung hatten, die auf ihre Koſten geübt worden. So raſch auch die beiden vorderen Häuptlinge geweſen, ſo waren ſie doch gegen die reißende Bewegung des Bootes nicht ſchnell genug. Die Entfernung zwiſchen dem Spiegel des Canves und den Reispflanzen war ſo gering, daß der erſte verzweifelte Stoß, welcher Ben ſeinem Boote gab, hin⸗ reichte, ihn hinter dem Reis zu verſtecken, ehe die bleiernen Boten ihn erreichten. Le Bourdon, welcher auf Alles gefaßt war und wußte, daß die Wilden nach dem Spiegel zielen würden, beugte ſich weit über den Rand des Bootes, zugleich faßte er die Reis⸗ ſtengel und zog ſein kleines Fahrzeug„überhand,“ wie die Seeleute es zu nennen pflegen, entlang. Wahrſcheinlich rettete er auf dieſe Weiſe ſein Leben. Während er ſich über den Rand des Bootes lehnte, hörte er das Krachen der Büchſen und das Pfeifen zweier Kugeln, welche hinter ihm vorbeizu⸗ fliegen ſchienen. Jetzt war das ganze Canve im Schirme der Pflanzen. In einem Augenblicke, wie der eben geſchilderte, gehen die Begebniſſe ſo raſch vorüber, daß die Erzählung ihnen kaum zu folgen vermag. Kaum waren zwanzig Sekunden— von dem Augenblicke an, wo Ben ſeinen Stab auf den Grund geſtemmt hatte, um das Canoe vorwärts zu drängen— ver⸗ gangen, als er auch ſchon auf der Luvfeite des Reiſes aus ſeinem Schirme trat. Hier war er nicht nur durch die Reis⸗ pflanzen, ſondern auch durch die Dunkelheit völlig geborgen, denn das Licht der beiden Feuer reichte nicht weit genug, um Gegenſtände auf dem Fluſſe zu erleuchten. Dennoch boten ſich neue Schwierigkeiten dar. Als er 8. aus dem in einer deſſen n quer ge Stab b. erreichte Ruder z genug f ward ih auf ein Reiſes auf eine hinzoge mal er von der ſelig au M Canoe blick m Gellen, klangen nur dr Aufſchl mern v jäger k ſie ſich zuholer Dutzen furchtb von de ſten geübt geweſen, es Bootes n Spiegel „daß der gab, hin⸗ bleiernen nd wußte, beugte ſich die Reis⸗ „ wie die lich rettete über den er Büchſen i vorbeizu⸗ ſchirme der rte, gehen ung ihnen ekunden— den Grund en— ver⸗ Reiſes aus die Reis⸗ geborgen, genug, um „ Als er aus dem Reiſe war, drückte der Wind, der noch ſtark blies, in einem ſolchen Grad auf das Canoe, daß er nicht nur deſſen weiteres Abtreten von dem Ufer hinderte, ſondern es quer gegen jenes Ufer antrieb. Als der Bienenjäger ſeinen Stab brauchen wollte, fand er, daß er den Grund nicht mehr erreichte. Jetzt verſuchte er, das Rohr der Angelruthe als Ruder zu brauchen, ſah aber bald, daß es das Waſſer nicht genug faßte, um in dieſer Weiſe dienſtbar zu werden. Es ward ihm nur in ſo weit hilfreich, daß er damit das Canoe, auf eine kurze Strecke hin, entlang des äußern Saumes des Reiſes hielt, bis er eine Stelle erreichte, wo die Pflanzen ſich auf eine beträchtliche Entfernung gegen die Mitte des Fluſſes hinzogen. Wenn er dieſes kleine Dickicht wilden Reiſes ein⸗ mat erreicht hatte, konnte er das Canoe weiter und weiter von dem nördliächen Ufer wegdrücken, ſo langſam und müh⸗ ſelig auch bei dem widrigen Wind eine ſolche Fahrt ſein mußte. Mittlerweile waren die Wilden nicht müßig. Bevor das Canoe ſeinen neuen Schirm erreichte, war es keinen Augen⸗ blick mehr als fünfzig Ellen von dem Ufer entfernt und das Gellen, das Brüllen und die Anordnungen der Häuptlinge klangen ſo nahe, daß le Bourdon glaubte, die Wilden ſeien nur drei Schritte von ihm entfernt. Bald verkündigte ein Aufſchlag in dem Waſſer, daß unſer Flüchtling von Schwim⸗ mern verfolgt würde. Da die Wilden wußten, daß der Bienen⸗ jäger kein Ruder hakte und der Wind friſch blies, konnten ſie ſich wohl der Hoffnung hingeben, ihn auf dieſe Weiſe ein⸗ zuholen und wieder in ihre Gewalt zu bringen. Ein halbes Dutzend rüſtige, junge Männer mußten in einer ſolchen Lage furchtbare Feinde abgeben, beſonders ſo lange unſer Held ſich von dem Irrgewinde des wilden Reiſes umgeben ſah. 13 † — 196— war dieſes Umſtandes ſo gewiß, daß er, Der Bienenjäger ſer warfen, ſeine ſobald die Schwimmer ſich in das Waſſ Anſtrengungen, das Canoe weiter von dieſer Stelle zu drängen, verdoppelte. Allein er rückte nur langſam vor und überzeugte ſich bald, daß er ſeine Sicherheit nicht der Schnelligkeit ſeiner Flucht, ſondern dem Umſtande zu danken hatte, daß ſeine Verfolger nicht wußten, wo ſie ihn finden ſollten. Trotz der Anſtrengungen und des Vorſprunges, welchen le Bourdon gewonnen hatte, konnte er ſich es nicht verhehlen, daß die Schwimmer kaum noch hundert Fuß von ihm entfernt waren, denn er hörte ſie an dem äußern Saume des Reiſes, welcher ihn jetzt barg, über die Richtung Rath pflegen, welche ſie einſchlagen wollten. Er hatte ſein Canoe ruhig lie die Wilden möchten ihn hören, obgleich das Sauſen des Windes und das Rauſchen des Reiſes ihn darüber hätten daß das unbedeutende Anſchlagen der Wellen ahrſcheinlich von jenen Tönen ver⸗ gen laſſen, denn er fürchtete, beruhigen können, gegen das kleine Boot w ſchlungen werde. Die Stimmen der Schwimmer und das mit ihren Bewe⸗ gungen verbundene Geräuſch näherte ſich allmählich mehr und mehr, ſo daß der Bienenjäger ſeine Büchſe aufnahm, ent⸗ ſchloſſen, den erſten Wilden, welcher herankäme, zu opfern, wodurch er die übrigen einzuſchüchtern hoffte. Zum erſten Male kam er jetzt auf den Gedanken, der Kolben ſeiner Büchſe könne ihm als Ruder dienen, und er war entſchloſſen, ihn als ſolchen zu brauchen, ſobald es ihm gelungen wäre, ſich von den Feinden, welche ihn umgaben, zu befreien und aus den Windungen des wilden Reiſes in das offene Waſſer zu treten. Le Be ſei gekomn Feind anz Fluſſe eine nach dem Unſer merkſamke menden wi hörte er Seite eine Konr die Pottaf entgangen er hatte überzeugt Fluſſes ge Aber und jetzt benflügel So er doch die Wild nutzt laſſ drängen, der ſich j und ſo die woge Dur nicht gat blick Ru welcher daß er, , ſeine drängen, berzeugte eit ſeiner daß ſeine welchen derhehlen, nentfernt s Reiſes, en, welche fürchtete, auſen des ver hätten der Wellen Tönen ver⸗ )ren Bewe⸗ mehr und nahm, ent⸗ zu opfern, danken, der en, und er bald es ihm imgaben, zu eiſes in das — 197— Le Bourdon glaubte aber, der entſcheidende Augenblick ſei gekommen, und er würde ſich genöthigt ſehen, auf ſeinen Feind anzuſchlagen, als ein Indianer nicht ſehr fern in dem Fluſſe einen Ruf hören ließ, auf welchen einer der Schwimmer nach dem andern ein lebhaftes Geſchrei ausſtieß⸗ Unſer Held lauſchte jetzt mit der angeſtrengteſten Auf⸗ merkſamkeit. Die Stimmen und das Geräuſch der Schwim⸗ menden wurde ſchwächer und ſchwächer, und zu ſeinem Schrecken hörte er einen Ton, als wenn ein Ruder ungeſchickt an die Seite eines Canoes angeſchlagen würde. Konnte der Chippewa herüber gekommen ſein oder hatten die Pottawattamies ein Boot, welches ſeiner Aufmerkſamkeit entgangen war? Das letztere war nicht wahrſcheinlich, denn er hatte ihre kleine Flotte mehrere Male gezählt und war überzeugt, daß er alle ihre Canves auf die andere Seite des Fluſſes geſchafft hatte. Abermals ward aber der Klang des Ruders vernehmbar, und jetzt gab ſich der Bienenjäger dem Gedanken hin, Tau⸗ benflügel möchte nach einem neuen Scalp ausſchauen. So unangenehm le Bourdon dieſer Gedanke war, wollte er doch die Gelegenheit, welche das fremde Canoe, das auf die Wilden Jagd zu machen ſchien, ihm darbot, nicht unbe⸗ nutzt laſſen, um ſein eigenes, leichtes Boot nach vornen zu drängen, er arbeitete ſich immer tiefer in den wilden Reis, der ſich jetzt auf eine beträchtliche Strecke von dem Ufer hinzog und ſo dicht wurde, daß er faſt keine Möglichkeit ſah, durch die wogende Maſſe weiter zu dringen. Durch dieſe Anſtrengung erſchöpft und ſeiner Stellung nicht ganz gewiß, gönnte unſer Held ſich endlich einen Augen⸗ blick Ruhe und lauſchte aufmerkſam auf irgend einen Ton, welcher ſeine künftigen Bewegungen leiten könnte. — 193— Anruf der Wilden, weil ſie wahr⸗ üchtling daraus Vortheil ziehen dürfte. Der Bienenjäger begriff vollkommen, daß ſeine Ver⸗ wie wenig Hoffnung er habe, wind⸗ er ſelbſt, des Fluß⸗ früher oder Unterdeſſen ſchwieg der ſcheinlich ahnten, daß der Fl folger wiſſen mußten, wärts zu fommen, und daß ſie ſich, wie entlang halten würden, in der Hoffnung, Boot vom Winde auf den Sand geſchleudert zu hatte ihn geſpornt, ſein Canve möglichſt weit ern Saum des Reiſes zu drängen, und nach dſtößen, welche er dann und wann fühlte, hoffte er, ſeine Abſicht ziemlich erreicht zu haben. Dennoch war er der Wilden wegen ſtets noch in Beſorg⸗ denn dieſe konnten leicht auf den Gedanken kommen, inaus zu ſchwimmen, nicht nur, um nach ſondern auch, um ſich in dem Irrgewinde Nur in den natürlichen Oeff⸗ deren es viele gab, konnte ein Schwim⸗ und ſich geborgen wiſſen. Auch hielt arten für das beſte Mittel, ſe Weiſe ihrer los zu ufers ſpäter ſein ſehen. Dieß gegen den äuß den einzelnen Win niß, ganz in den Fluß h. ihm auszuſchauen, des Reiſes nicht zu nungen der Pflanzen, mer voran kommen der Bienenjäger ein längeres W ſeine Verfolger zu ermüden und auf die werden. Der Bienenjäger geben, er habe den letzte nach windwärts leiſe Stimmen un als ob mehrere Männer an Stengel der Pflanzen bei Seite drängten. Er faßte ſeine Büchſe und ließ das Canoe abtreiben, wobei ihm die Gewalt des Windes ſehr zu ſtatten kam. Die Schwimmer drängten ſich durch die Stengel, er gewahrte aber ſogleich, daß ſie mit etwas Anderem, als mit dem Ausſchauen nach ihm, beſchäftigt waren⸗ verlieren. begann eben ſich der Hoffnung hinzu⸗ rwähnten Zweck erreicht, als er gerade d ein Platſchen des Waſſers hörte, ihn heran kämen und die Alsb Winde ge links am jäger noc tung aus ein Boot beugte ſie der Spieg ſah er N Seir Anfangs getödtet war, n Canoe ir Gerſhom licher St Ohne jer zu verlie führte ei daß das die Reis rückwärt Alle in wenitg nahm, dreißig „B ihre St „N mein vo ie wahr⸗ eil ziehen line Ver⸗ e, wind⸗ des Fluß⸗ üher oder leudert zu lichſt weit und nach un fühlte, in Beſorg⸗ kommen, „um nach Irrgewinde lichen Oeff⸗ n Schwim⸗ Auch hielt heſte Mittel, ihrer los zu nung hinzu⸗ uls er gerade des Waſſers men und die de abtreiben, en kam. Die gewahrte aber m Ausſchauen — 199— Alsbald ſchoß ein Canoe durch den Reis daher, vom Winde gedrängt und von zwei Wilden gezogen, die rechts und links am Bug ſchwammen. Dieſe ſahen weder den Bienen⸗ jäger noch ſein Canoe, da ſie zufällig nach einer andern Nich⸗ tung ausblickten, Ben aber ſah ſie deutlich. Erſtaunt, daß ein Boot ſo geräuſchlos ſollte weggenommen worden ſein, beugte ſich le Bourdon vor, um genauer zuzuſchauen, und als der Spiegel des fremden Canves faſt unter ſeinen Augen ſtand, ſah er Margaret auf dem Boden ausgeſtreckt. Sein Blut erſtarrte bei dieſem Anblick, denn er gab ſich Anfangs dem Gedanken hin, das reizende, junge Weſen ſei gerödtet und ſcalpirt worden, da aber keine Zeit zu verlieren war, nahm er ſeine Büchſe und ſprang leicht aus einem Canoe in das andere. Als ſein Fuß den Boden des Bootes Gerſhom's berührte, hörte er ſeinen Namen in ſüßer, weib⸗ licher Stimme nennen und wußte nun, daß Margaret lebte. Ohne jedoch mit irgend einer Frage die koſtbaren Augenblicke zu verlieren, eilte er an das Vordertheil des Canoes und führte einen ſtarken Schlag auf die Finger der Wilden, ſo daß das Boot ihren Händen entgleitete. Dann faßte er die Reispflanzen und zog das kleine Boot ſchnell wieder rückwärts. Alles dieß geſchah ſozuſagen in einem Augenblicke, und in weniger Zeit als die Erzählung dieſer Begebniſſe in Anſpruch nahm, waren die Wilden und das Canve auf zwanzig bis dreißig Fuß getrennt. „Bourdon, ſeid ihr verwundet?“ fragte Margaret und ihre Stimme bebte vor Angſt. „Nicht im geringſten, theuere Margaret!— und Ihr, mein vortreffliches Mädchen?“ 200— „Sie nahmen mir das Canve und ich ſtarb faſt vor Schrecken, ſie eilten aber nur dem Ufer mit ihrer Beute zu.“ „Gott fei gelobt! Habt Ihr ein Ruder in dem Canoe?“ „Mehrere,— eines iſt zu Eueren Füßen, und hier hab⸗ ich ein zweites.“ „Dann laßt uns mein Canve aufſuchen und aus dem Reis treten. Wenn wir nur mein Boot finden, können wir uns für ziemlich ſicher halten, denn es fehlt den Wilden an Mitteln, über den Fluß zu ſchiffen. Schaut ſorgfältig aus, Margaret, das andere Boot kann nicht weit abgetrie⸗ ben ſein.“ Man ſuchte lange und mit geſteigerter Angſt. Endlich ſah Margaret das verlorene Boot, als es eben an ihnen vor⸗ übertrieb und le Bourdon feſtigte es an Gerſhom's Canoe. Nach zehn Minuten war es ihm gelungen, die zwei Fahr⸗ zeuge auf das offene Waſſer zu drängen, wo er ſie ohne Mühe windwärts rudern konnte. Der Leſer denkt ſich wohl, daß le Bourdon nicht viele Minuten verſtreichen ließ, ohne ſeine Gefährtin über Alles auszufragen, was ihr begegnet war. Auch zögerte Margaret nicht mit ihrer Erzählung. Die lange Abweſenheit le Bourdon’s erfüllte ſie mit Angſt, und als Taubenflügel die Ruhe ſuchte, benutzte ſie die Gelegenheit, leerte ihres Bruders Canoe und ruderte auf den Fluß hinaus, um ſich nach dem Abweſenden umzuſehen. Wie es ſich von ſelbſt verſteht,— ein echt amerikaniſches Mädchen in dieſer Beziehung, und doch ganz weiblich und ohne den entfernteſten Anſchein von rauhen Sitten,— verſtand Mar⸗ garet es vortrefflich, ein Rinde⸗Canve zu lenken. Ihre Lebens⸗ weiſe hatte ſie in den letzten Jahren mit dieſer einfachen Kunſt bekannt g von Geſt beliebigen und Mar jägers 30 Sob in ſeine dem äuß Durchfal feſtgenon eine„S in das es von ten es ſ der eine feſthielte „ ſagte le fache C man kat „Kein eines jt „ es wür! , Wir v heit zu was i War Verſte⸗ faſt vor eute zu.“ Canoe?“ hier hab' aus dem önnen wir in Wilden ſorgfältig t abgettie⸗ . Endlich ihnen vor⸗ n's Canoe. zwei Fahr⸗ ohne Mühe nicht viele über Alles te Margaret llte ſie mit enutzte ſie die derte auf den uſehen. Wie ches Mädchen und ohne den derſtand Mar⸗ Ihre Lebens⸗ einfachen Kunſt — 201— a es ſich hier weniger von Kraft als bekannt gemacht und d von Geſchicklichkeit handelte, konnte ſie ihr Boot an jeden beliebigen Ort rudern. Die Feuer dienten ihr als Landmarken, und Margaret war eine ferne Zuſchauerin von des Bienen⸗ jägers Zauberkünſten und ſeiner Flucht geweſen. Sobald ſie ihn das Canoe betreten ſah, bemühte ſie ſich, in ſeine Nähe zu kommen, und während ſie unvorſichtig an dem äußeren Saume des Reiſes entlang ruderte, um eine Durchfahrt zu ſuchen, wurde ihr Boot von zwei Schwimmern feſtgenommen. Sobald ſich dieſe vergewiſſert hatten, daß ſie eine„Squaw“ gefangen genommen, bemühten ſie ſich nicht, in das Canoe zu kommen,— ein ſehr ſchwieriges Thun, wenn es von Rinde gebaut und nicht geladen iſt,— ſondern führ⸗ ten es ſozuſagen im Schlepptau dem Ufer zu, indem ſie mit der einen Hand ſchwammen und mit der andern am Bug feſthielten. „Ich werde dieſe Eure Güte nie vergeſſen, Margaret,“ ſagte le Bourdon mit Wärme, als das Mädchen ihre ein⸗ fache Erzählung geendigt hatte,— eine Erzählung, welche man kaum kunſtloſer und natürlicher hätte vortragen können.— „Kein Mann kann ein ſo großmüthiges Wagniß von Seiten eines jungen Mädchens um ſeinetwillen vergeſſen.“ „Ich hoffe, Ihr findet nichts Unrechtes dabei, Bourdon, es würde mir leid thun, wenn Ihr Schlimmes von mir dächtet.“ „Schlimmes, theuere Margaret?— doch ſtill davon!— Wir wollen aus dem Bereiche der Indianer und in Sicher⸗ heit zu kommen ſuchen, dann werde ich Euch ehrlich ſagen, was ich von der Sache und von Euch obendrein denke.— War Cuer Bruder wach, theure Margaret, als Ihr unſer Verſteck verließt?“ — 262— „Ich glaube nicht,— ſein Schlaf iſt nach einer ſolchen Ausſchweifung lang und ſchwer. Er kann aber jetzt nicht mehr trinken, bis er die Anſiedelungen erreicht.“ „Er müßte denn die Whiskey⸗Quelle auffinden,“ ver⸗ ſetzte der Bieuenjäger lachend. Der junge Mann erzählte jetzt tin die Geſchichte der Gaukeleien und„Medizin⸗Künſte,“ welche ſie aus der Ferne mit angeſehen hatte. Le Bourdon’s Herz war nach den glücklich beſtandenen Gefahren leicht und ſeine Heiterkeit ſtieg, wie er in ſeiner Erzählung fortfuhr. Auch die ſchöne Margaret war nicht in der Stimmung, ſeine gute Laune zu beeinträchtigen. Als der Bienenjäger erzählte, wie er es angefangen, die Wilden zu überliſten und vornehm⸗ lich als er auf die Einzelheiten einging, wie er Whiskey aus dem lebendigen Fels gezaubert, ſtimmte das Madchen in ſeine Heiterkeit ein und das kleine Boot hallte von jenem Wohl⸗ klange des Gelächters ihrer Jahre und ihres Geſchlechtes wieder, welches unſer Dichter Halleck ſo ſchön geſchildert hat. ſeiner ſtaunenden Gefähr⸗ Le 2 das ſüdl als ſie 2 angſtvoll ten nicht Alle ſuch Anſtreng jäger ſch fell ihrer Da völlig ſt mers, de auf, ent der ab lich zu gebadet des ge er zu führten ſolchen cht mehr n,“ ver⸗ Gefähr⸗ Künſte,“ Bourdon's leicht und fortfuhr. ung, ſeine r erzählte, vornehm⸗ hiskey aus en in ſeine nem Wohl⸗ Geſchlechtes jildert hat. — 293— eten Zehntes Kapitel. nen Was ſie einſt liebte, iſt daſſelbe noch, Und doch iſt ſo geändert das Gefühl, Daß ernſt ſie nun auf manches ſchaut, Das früber ibr gedient als Spiel. Doch mag ſie ernſt, mag ſcherzend ſie Auf Unbedeutendes auch blicken, Es ſtrablet ibr in einem neuen Licht Und füllt ihr Herz mit wonnigem Entzücken. Waſhington Alſton. Le Bourdon's Erzählung nahte eben ihrem Ende, als ſie das ſüdliche Ufer erreichten. Groß war Dorothea's Freude, als ſie Beide glücklich zurückkehren ſah, denn ſie hatte eine angſtvolle Stunde allein hingebracht, da ſie ihre beiden Gefähr⸗ ten nicht hatte wecken wollen. Es war jetzt Mitternacht und Alle ſuchten die Ruhe, deren ſie bedurften, um ſich für die Anſtrengungen des nächſten Tages zu ſtärken. Der Bienen⸗ jäger ſchlief in ſeinem Canve, während Margaret das Büffel⸗ fell ihrer Schwägerin theilte. Da ſich die Schlafenden, für den Augenblick wenigſtens, völlig ſicher wußten, erfrenten ſie ſich eines geſunden Schlum⸗ mers, der bis zum Morgen währ Dann ſtand le Bourdon auf, entfernte ſich auf eine geeig Strecke, warf ſeine Klei⸗ der ab und ſprang, wie er in jener warmen Jahreszeit täg⸗ lich zu thun pflegte, in den Fluß. Nachdem der junge Mann gebadet hatte, beſtieg er eine Anhöhe, wo er einen Tyeil des gegenüberliegenden Ufers überſchauen konnte und wo er zu erſpähen hoffte, was die Pottawattamies im Schilde führten. 3 — 204— Der Vienenjäger war bei allen ſeinen Bewegungen ſorg⸗ Ausig darauf bedacht, ſich nicht ſehen zu laſſen, denn es war twon der größten Wichtigkeit, daß die Wilden nicht erfuhren, wo er ſich befand. Um verſteckt zu bleiben, hatte man das Feuer ausgehen laſſen, denn der Rauch iſt ein Signal, wel⸗ ches dem Indianer ſelten entgeht. In Betreff der Canves und des Lagers unſerer Freunde konnte man außer Sorge ſein, da der Reis und eine zwiſchenliegende Anhöhe das Verſteck hinreichend ſicherten, ſo lange nichts über jener zu ſehen war. Der Bienenjäger hatte von der Höhe, welche er erſtiegen, Whiskey Herz und deſſen Umgebungeu deutlich vor Augen und ſein Perſpectiv kam ihm hier auch ſehr gut zu Statten. Die Wilden waren bereits in Bewegung und lagen den manch⸗ fachen Geſchäften des rothen Mannes auf einem Kriegspfade ob. Eine kleine Abtheilung brachte die Leiche ihres Gefährten in ſeine Ruheſtätte, andere kochten oder rupften das wilde Geflügel, welches ſie den Fluß entlang geſchoſſen hatten, während eine Gruppe ſich um die Stelle ſammelte, wo die erſehnte Whiskey⸗Quelle ſpringen ſollte, in demſelben Augen⸗ blicke, wo ſie beriethen, wie ſie des Scalps des„Medizin⸗ Mannes“ habhaft werden könnten, gaben ſie ſich der ſüßen Hoffnung hin, ſein Zauber könne ſich doch noch wirkſam erweiſen. Das geliebte Feuerwaſſer, welches ſo Viele, die ſich der Vortheile einer geiſtigen und ſittlichen Bildung erfreuen, zum Verderben führt und auf den rothen Mann dieſes Feſtlandes wie ein Fluch wirkte, hatte ſeinen Einfluß noch und das ſehn⸗ ſüchtige Verlangen lockte mehrere Trunkenbolde der Schaar zur Stelle, ſobald ſich ihre Augen dem neuen Tage erſchloſſen hatten. Der und gleich Felſenhöhl anſtrengte cher das Le B bei den V ihn wiede Haͤuptling Gelegenhe um die I beſchloß Obg geläufig Er verſta gangenen Häuptlin Weißen Scalpir⸗ Ruf inc ließ. Aus don ſchlit unter ſei erfreuen. Der man die wichtig ſo ſchlin nicht ol Beinam een ſorg⸗ es war erfuhren, nan das nal, wel⸗ Canoes r Sorge höhe das jener zu erſtiegen, ugen und ten. Die in manch⸗ riegspfade Gefährten das wilde n hatten, 2, wo die en Augen⸗ „Medizin⸗ der ſüßen h wirkſam die ſich der teuen, zum Feſtlandes d das ſehn⸗ Schaar zur erſchloſſen — 205— Der Bienenjäger ſah, wie Einige auf die Felſen knieten und gleich Jagdhunden die koſtbaren Tropfen in den kleinen Felſenhöhlungen aufleckten, während Andere ihren Geruchſinn anſtrengten, in der Hoffnung, den Vogel noch zu finden, wel⸗ cher das goldene Ei gelegt hatte. Le Bourdon durſte jetzt kaum mehr hoffen, ſeine Rolle bei den Wilden länger fortſpielen zu fönnen, wenn der Zufall ihn wieder in ihre Gewatt bringen ſollte. Er wußte, daß die Häuptlinge nie ſehr gläubig geweſen, ſondern ihm nur eine Gelegenheit bieten wollten, ſeine Ausſagen zu bewahrheiten, um die Neugierde ihrer jungen Männer zu befriedigen. Er beſchloß daher weislich, ſeinen Feinden fern zu bleiben. Obgleich le Bourdon ſich in der Sprache der Ojebways geläufig ausdrücken konnte, bediente er ſich ihrer nur ungern. Er verſtand faſt Alles, was ſie ſagten, und hatte in der ver⸗ gangenen Nacht bemerkt, daß die Krieger wiederholt eines Häuptlings gedachten, welchen ſie Onoah nannten, den die Weißen an jenen Grenzen aber, wie er wußte, gewöhnlich den Scalpir⸗Peter nannten. Dieſer Wilde hatte einen furchtbaren Ruf in allen Forts, obgleich er ſich nie in einem ſolchen blicken ließ. Aus den Aeußerungen der Pottawattamies glaubte le Bour⸗ don ſchließen zu dürfen, daß ſie hofften, ihn bald zu ſehen und unter ſeinen Oberbefehl zu treten oder ſich ſeines Rathes zu erfreuen. Der Bienenjäger hatte ſtets aafmerkſam zugehört, wenn man dieſen gefürchteten Namen erwähnte, denn er fühlte, wie wichtig es ſei, einem Feinde fern zu bleiben, welcher einen ſo ſchlimmen Ruf hatte, daß ein Weißer, ſelbſt in Friedenszeiten, nicht ohne Gefahr in ſeiner Nähe weilen konnte. Seinen Beinamen hatte dieſer Häuptling, welcher keinen beſondern — 206— Stamm anzugehören ſchien, während er auf Alle großen Ein⸗ fluß ausübte, in Folge des Umſtandes erhalten, daß er bei mehreren Gelegenheiten die Blaßgeſichter, welche ihm in die Hände ſielen, ermordet und dann ſcalpirt haben ſollte. Das Gerücht ſetze hinzu, er habe bereits vierzig Kerben an ſeinem Stab, um die Zahl der Scalpe zu bezeichnen, welche er den verhaßten Weißen genommen⸗ Kurz, dieſer Indianer, ein Häuptling von Geburt, obgleich Niemand ſeinen Stamm anzugeben vermochte, ſchien nur da zu ſein, um das Unrecht zu rächen, welches ſeiner Farbe durch die Eindringlinge angethan worden, welche von der aufgehen⸗ den Sonne hergekommen waren, um ſein Volk in den großen Salzſee auf der andern Seite des Felſengebirges zu treiben. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß ein großer Theil dieſer Erzäh⸗ lungen in Zweifel gezogen werden mußte, denn Gerüchte in den Lichtungen und auf den Prärien haben im Allgemeinen das mit denen in Städten, Geſellſchaften und Zeitungen gemein, daß man keines derſelben als ſtreng wahr und ver⸗ läſſig annehmen darf. Le Bourdon war aber noch jung und mußte erſt lernen, wie wenig von dem, was man hört, wahr, und wie ſehr Vieles unwahr iſt. Wie jedoch gewöhnlich eine indianiſche Ueberlieferung genauer iſt, als eines weißen Mannes gedruckte Geſchichte, ſo haben auch die Gerüchte des Waldes weit mehr Anſpruch auf Achtung, als das ewige Geplauder von ſogenannten Gebildeten. Der Bienenjäger ſtand noch auf der Höhe und ſetzte ſeine Beobachtungen fort, als Margaret zu ihm trat. Das Mäd⸗ reut und kam jetzt chen hatte ſich eines geſunden Schlafes erfr aus ihrem Toiletten⸗Gemach in einem Gebüſch und an einer ſprudelnden Quelle des friſcheſten, klarſten Waſſers, ſo daß ſie ungeme und gedan Soba Dank für ausgeſpros der volle weinen. „Der gen war, lich nach ſo betäubt in welchen vielen In und ſie viel Whis „Se wenn er jungen le Bourd ſondern ſchien.— und doch Mann g in ſeinen hätte, die „O mit leiſe ſtandes aus uns ßen Ein⸗ iß er bei m in die lte. Das an ſeinem che er den t, obgleich en nur da arbe durch aufgehen⸗ den großen zu treiben. Lſer Erzäh⸗ Berüchte in Aügemeinen Zeitungen hr und ver⸗ h jung und hört, wahr, öͤhnlich eine zen Mannes des Waldes Geplauder d ſetzte ſeine Das Mäd⸗ ind kam jetzt und an einer ſers, ſo daß — 207— . ſie ungemein friſch und ſchön erſchien, ſie war aber traurig und gedankenvoll. Sobald le Bourdon ihr die Hand gedrückt und ſeinen Dank für ihren Beiſtand in der verfloſſenen Nacht wiederholt ausgeſprochen hatte, floß Margaret's volles Herz über, wie der volle Strom über ſeine Ufer ſchwillt, und ſie begann zu weinen. 3 „Der Bruder iſt erwacht,“ ſagte ſie, ſobald es ihr gelun⸗ gen war, ihr Schluchzen zu erſticken,„er iſt aber, wie gewöhn⸗ lich nach einem ſolchen übermäßigen Genuſſe des Feuerwaſſers, ſo betäubt, daß Dorothea ihm nicht begreiflich machen kann, in welcher Gefahr wir ſchweben. Er ſagt, er habe mit zu vielen Indianern zu thun gehabt, als daß er dieſe fürchtete, und ſie würden einer Familie nichts zu leid thun, welche ſo viel Whiskey in ihr Land gebracht habe.“ 3 „Seine Geiſteskraft muß in der That ſehr ſchwach ſein, wenn er auf indianiſche Freundſchaft rechnet, weil er den jungen Männern Feuerwaſſer verkauft hat,“ antwortete le Bourdon, welcher nicht nur den Charakter der Indianer, ſondern dieß menſchliche Natur genau beobachtet zu haben ſchien.—„Wir können die Sünde wohl lieben, Margaret, und doch den Verführer haſſen. Ich habe noch nie einen Mann geſehen, ſei er Blaßgeſicht oder Rothhaut, welcher in ſeinen nüchternen Augenblicken die Hand nicht verwünſcht hätte, die ſeine Gelüſte nährte, während er trunken war.“ „Dieß mag wohl ſehr wahr ſein,“ verſetzte das Mädchen mit leiſer Stimme,„allein man muß im Beſitze ſeines Ver⸗ ſtandes ſein, um es zu begreifen.— Ich weiß nicht, was jetzt aus uns werden ſoll.“ r als geſtern, Margaret, oder als vor⸗ „Warum jetzt meh geſtern?“ keine Wilden in unſerer Nähe, und „Geſtern waren Gerſhom hatte uns wiederholt Forts oben am See zu gehen, in den Lichtungen zurückkehre. er iſt nicht in dem Zuſtande, geſagt, er beabſichtige, in die ſobald er von ſeinem Beſuche Er iſt zurückgekommen, aber daß er Weib und Schweſter vor den Wilden zu ſchützen vermöchte, die nach uns ausſchauen werden, ſobald ſie ſich ein Canoe oder irgend etwas gebaut haben, in dem ſie über den Fluß ſetzen können.“ Wenn ſie auch ein Canoe hätten,“ erwiederte le Bourdon 77 ruhig,„würden ſie doch nicht wiſſen, wo ſie uns aufſuchen dieß würde ſie manche Stunde ſollten. Dank dem Himmel, „Cauoe nicht ſo ſchnell gebaut. koſten, und dann iſt ein Rinde Wenn aber Euer Bruder, Margaret, nach ſeiner Ausſchwei⸗ fung träg und ſchwerfällig iſt, ſo bin ich nüchtern und ſo hell wach, wie ich es in meinem Leben war.“ „O, Ihr habt keine Schwäche, wie die meines Bruders iſt, welche das Weſen des ganzen Menſchen verunſtaltet und verkehrt. Aber, Bourdon, Ihr werdet natürlich Euch und Eure Habe in Sicherheit zu bringen wünſchen und uns ver⸗ laſſen, ſobald ſich eine gute Gelegenheit dazu findet. Wir haben gewiß kein Recht, zu erwarten, daß Ihr eine Minute länger bleibt, als Euer Intereſſe dieß heiſcht, auch wüßte ich nicht, daß ich dieß wünſchte.“ „Ihr wünſcht es nicht?“ rief der Bienenjäger in dem meine Geſellſchaft ſei Tone der Enttäuſchung.„Ich glaubte, Euch nicht unerwünſcht, nun ich aber das Gegentheil weiß⸗ wird es mir gleichgiltig ſein, in welche Hände ich falle.“ wann ich von hier ſcheide oder Es iſt Gedanken garet hatte nie geſeher ſeiner Kur thätigen 2 wenige un von Leut beachten kennt ihre auch von ihn gleich ſein eige ſiſchen kei ſie auf i hatte, w als einer ſprechen Sprache was„B gewiß n Bienenja war, daß kränkte4 gewünſch ihn nur einen jn in der 253 als vor⸗ ihe, und e, in die n Beſuche nen, aber weſter vor ausſchauen das gebaut le Bvurdon aufſuchen che Stunde nell gebaut. Ausſchwei⸗ tern und ſo nes Bruders inſtaltet und 9 Euch und und uns ver⸗ findet. Wir eine Minute ich wüßte ich jäger in dem Geſellſchaft ſei gentheil weiß⸗ er ſcheide oder — 209— Es iſt auffallend, wie leicht ſich die mißverſtehen, deren Gedanken und Gefühle ſo harmoniſch geſtimmt ſind. Mar⸗ garet hatte vier und zwanzig Stunden früher den Bienenjäger nie geſehen, obgleich ſie von ihm und ſeiner Geſchicklichkeit in ſeiner Kunſt oft gehört hatte, denn der Ruf eines tüchtigen, thätigen Mannes verbreitet ſich weit an den Grenzen. Wo wenige und weit getrennte Anſiedelungen ſind, ſpricht man von Leuten, die man in einer bevölkerten Gegend kaum beachten würde, hundert Stunden von ihrem Wohnort und kennt ihre Eigenſchaften. Auf dieſe Weiſe hatte Margaret auch von dem Bienenjäger oder„Bourdon“ gehört, wie ſie ihn gleich vielen Anderen nannte, welche glaubten, dieß ſei ſein eigentlicher Name. Margaret hatte von dem Franzö⸗ ſiſchen keine weitere Kenntniß, als die wenigen Wörter, welche ſie auf ihrem langſamen Zuge die Grenze entlang gelernt hatte, wo man ſich damals dieſer Sprache allerdings mehr als einer andern bediente, ſie hatte ſie aber unter Umſtänden ſprechen hören, welche für die Erlernung einer fremden Sprache eben nicht ſehr günſtig waren. Hätte ſie gewußt, was„Bourdon“ eigentlich bedeutet, ſo würde ſie Boden gewiß nie bei dieſem Namen genannt haben, obgleich der Bienenjäger ſelbſt an ſeinen canadiſchen Beinamen ſo gewöhnt war, daß er ſich nichts mehr daraus machte. Aber Margaret kränkte Niemand abſichtlich, und am allerwenigſten würde ſie gewünſcht haben, dem Bienenjäger wehe zu thun, obgleich ſie ihn nur ſeit wenigen Stunden kannte. Dennoch hatte Margaret nicht Muth genug, ihrem neuen Freunde zu ſagen, wie ſehr er ſich täuſche, und daß ſie nie einen jungen Mann gekannt habe, welchen ſie lieber als ihn in der Nähe ihres Bruders und ihrer Schwägerin wünſche, 253— 255. 14 ſo lange dieſe von Gefahren manchfacher Art bedroht waren, während der junge Mann, von einer reinen, aufkeimenden Leidenſchaft durchdrungen, gerade in der Gemüthsſtimmung war, in welcher er das Schlimmſte von ſich und ſeinen Anſprüchen auf die Aufmerkſamkeit derjenigen glaubte, welche ſeine Gedanken in ſo hohem Grade beſchäftigte. Da ſich keine Gelegenheit zu einer Erklärung darbot, ſtieg unſer junges Paar von der Anhöhe nieder, Eines miß⸗ deutete des Andern Worte und Wünſche, und Jedes fühlte ſich unter dem Einſluſſe einer ſelbſtgeſchaffenen Quelle von Ungemach unglücklich, während die augenblicklichen Verhält⸗ niſſe deren ſo viele weſentliche und wirkliche hervorriefen. Sie fanden Gerſhom wach, aber, wie ſeine Schweſter geſagt hatte, betäubt und kraftlos. Der Bienenjäger ſah ſogleich, daß Whiskey Herz in ſeinem jetzigen Zuſtand eher hinderlich als irgend brauchbar ſei, wenn die Umſtände zu einer ungewöhnlichen Kraftanſtrengung aufforderten. Mar⸗ garet hatte darauf hingedeutet, daß es gewöhnlich vier und zwanzig Stunden hinnähme, ehe ihr Bruder nach einer ſol⸗ chen Ausſchweifung wieder ganz zu ſich zu kommen pflege, während welcher Zeit das Schickſal der Familie wahrſcheinlich entſchieden wäre. Le Bourdon dachte während des Frühſtücks ernſt über die Lage der Geſellſchaft und die geeignetſten Schritte für die nächſte Zukunft nach, während das blaſſe, bekümmerte Weſen an ſeiner Seite glaubte, er ſinne nur über die beſten Mittel, ſich und ſeinen Honigvorrath den Wilden auf dem andern Ufer zu entziehen. Hätte das junge Paar ſich länger gekannt, ſo wuͤrde Margaret ſich keinen Augenblick einem Gedanken hingegeben haben, welcher für den Bienenjäger ſo kränkend ſein muß Geringſch ganz fren und ſeine Wäl war gewi Grams. obgleich Indianer Zeit. Je des Spre konnte ſie das Mac brachte. als vielle an einem gleich an den amer leicht ver Genuſſe d Als was nun keine neue rothen M davon ha „Wi errungen, ſetzten. Krähenfel er es len⸗ ht waren, keimenden ſtimmung ud ſeinen te, welche g darbot, fines miß⸗ des fühlte n Quelle n Verhält⸗ rvorriefen. Schweſter jäger ſah ſtand eher ſtände zu en. Mar⸗ hvier und einer ſol⸗ en pflege, örſcheinlich ernſt über te für die erte Weſen en Mittel, em andern r gekannt, Gedanken » kränkend ſein mußte, dennoch war es weder Leidenſchaftlichkeit, noch Geringſchätzung, wenn ſie annahm, ein Mann, welcher ihr ganz fremd war, werde in ſeiner jetzigen Lage zuerſt an ſich und ſeine Intereſſen denken. Während des Mahles wurde wenig geſprochen. Dorothea war gewöhnlich ſchweigſam,— eine Folge der Sorge und des Grams. Ihr Mann war zu geiſtesſtumpf, um zu ſprechen, obgleich er gewöhnlich ein wenig geſchwätzig wurde, was den Indianer betrifft, ſo that er ſelten zwei Dinge zu gleicher Zeit. Jetzt war die Zeit des Handelns gekommen, folgte die. des Sprechens, ſo blieb er gewiß nicht zurück. Taubenflügel konnte ſich des Eſſens enthalten und ſich dieſem Genuß über das Maaß hingeben, wie es eben die Gelegenheit mit ſich brachte. Er war oft Tagelang gegangen, ohne etwas Anderes als vielleicht einige Beeren zu genießen, ſowie er acht Tage an einem Lagerfeuer ſich hinſtreckte und einer Rieſenſchlange gleich an Wildpret ſättigte. Es iſt vielleicht ein Glück für den amerikaniſchen Indianer, daß dieſes Fleiſch ſo ungemein leicht verdaulich iſt, denn es iſt bekannt, daß er ſich dem Genuſſe deſſelben im Uebermaße hingibt. Als das Frühſtück vorüber war, mußte berathen werden, was nun zu thun ſei. Bis jetzt hatten die Pottawattamies keine neueren Entdeckungen gemacht, die Verſchlagenheit des rothen Mannes war aber ſtets zu fürchten, wenn es ſich bloß davon handelte, ſeinen Feind in einem Wald aufzufinden. „Wir haben einen Vortheil über die Pottawattamies errungen,“ ſagte le Bourdon,„indem wir über den Fluß ſetzten. Das Waſſer läßt keine Spur zurück, und wenn Krähenfeder auch ein Boot hätte, würde er nicht wiſſen, wohin er es lenken ſollte, um uns aufzuſuchen. — 212— „Das nicht ſo,“ ſiel der Chippewa ein wenig ſpöttiſch ein,„er wiſſen, wir haben Canoe,— er wiſſen, wir in ihm überſchiffen.“ 3 „Wie ſollte er dieß wiſſen, Taubenflügel? Wir könnten auf der See hinausgetreten, wir könnten in die Eichen⸗Lich⸗ tungen zurückgekehrt ſein, warum ſollten die Pottawattamies etwas Anderes annehmen?“ „Euch ſagen, nicht ſo. Er wiſſen, wir nicht auf See gehen, weil Wind ſtark.— Er wiſſen, wir nicht den Fluß hinauf⸗ gehen, weil das ſchwere Arbeit,— er wiſſen, wir hierher kommen, weil das leicht. Inſchin gern thun, was leicht, und Blaßgeſichter darin gerade wie Inſchin.— Krähenfeder machen Floß ſehr bald, dann er kommen und nach Scalp ſehen.“ „Ja,“ ſagte Margaret ſanft.„Ihr werdet am Beſten thun, Euer Canoe alsbald zu laden und auf den See zu gehen, ſolange die Wilden Euch nicht erreichen können. Der Wind begünſtigt die, welche nach Norden ſteuern, und ich habe Euch ſagen hören, Ihr wolltet nach Mackinaw.“ „Ich werde mein Canoe laden und auch das Eurige, Margaret, aber ich werde dieſe Familie nicht verlaſſen, ſo lange eines ihrer Glieder meines Beiſtandes bedarf.“ „Gegen Mittag wird der Bruder im Stande ſein, ſich hilfreich zu erweiſen. Wenn er ſeiner ſelbſt Herr iſt, handhabt er ein Boot ſehr geſchickt. Setzt Eure Reiſe fort, während es Zeit iſt. Ihr habt gewiß eine Mutter zu Haus, oder eine Schweſter,— vielleicht ein Weib!—“ „Nichts von all dem,“ fiel der Bienenjäger mit Nach⸗ druck ein.„Niemand erwartet mich,— Niemand hat ein Recht, mich zu erwarten.“ Eine glühende Röthe überflog die Wangen der ſchönen Margare Freude i letzten S wollte de der Bien auf ihn zu mahn „Ih begann können b aber kein der Wint ſcheint. 28 der Wind er geſpr. bin erſta zu thun für mick zurückkeh Doll, w „D ſetzte das Du wür bereits wird, w ſind Bo ihm daf Wl des Da g ſpöttiſch dir in ihm ir könnten chen⸗Lich⸗ wattamies See gehen, aß hinauf⸗ iir hierher leicht, und der machen ſehen.“ am Beſten / See zu unen. Der nd ich habe Eurige, rlaſſen, ſo ſein, ſich „handhabt , während aus, oder mit Nach⸗ nd hat ein der ſchönen — 213— Margaret, als ſie dieſe Worte hörte, und ein Strahl der Freude überglänzte eine Phantaſte, auf welcher ſich in der letzten Stunde nur düſtere Bilder gemalt hatten. Dennoch wollte der Gedanke ihrem edeln Gemüthe nicht zuſagen, daß der Bienenjäger ſich für die opfere, welche ſo wenig Anſpruch auf ihn hatten, und ſie fühlte ſich gedrungen, ihn wiederholt zu mahnen, keine Zeit zu verlieren. „Ihr werdet Euch eines Beſſern beſinnen, Bourdon,“ begann das Mädchen wieder.„Wir gehen ſüdwärts und können bei dieſem Winde den Fluß nicht verlaſſen, Ihr könnt aber keine günſtigere Zeit finden, um nach Norden zu gehen, der Wind müßte denn ſtärker blaſen, als dieß der Fall zu ſein ſcheint. „Der See iſt ein ſchlimmes Waſſer für ein Canoe, wenn der Wind ſtark weht,“ bemerkte Gerſhom und gähnte, nachdem er geſprochen, als hätte ihn die Anſtrengung ermüdet.„Ich bin erſtaunt, was wir Alle hier auf dieſer Seite des Fluſſes zu thun haben! Whiskey Herz iſt ein ganz guter Aufenthalt für mich, und ich werde, nun ich gefrühſtückt habe, dahin zurückkehren, um nach meinem Fäßchen zu ſehen. Komm, Doll, wir wollen laden und abſtoßen.“ „Du biſt noch nicht ganz bei Beſinnung, Gerſhom,“ ver⸗ ſetzte das bekümmerte Weib,„ſonſt würdeſt du nicht ſo ſprechen. Du würdeſt beſſer thun, dem Rathe Bourdon's zu folgen, der bereits ſo viel für uns gethan hat, und welcher dir ſagen wird, wie wir uns den Krallen der Indianer entziehen. Wir ſind Bourdon das Leben ſchuldig, Gerſhom, und du ſollteſt ihm dafür danken.“ Whiskey murmelte einige kaum halb verſtändliche Worte des Dankes, und verfiel dann wieder in ſeinen Zuſtand ſchläf⸗ — 214— riger Gleichgiltigkeit. Der Bienenjäger ſah jedoch, daß er allmählich zu ſich kam, er fand eine Gelegenheit, ihn abſeits zu nehmen, und vermochte es über ihn, ſich ſogleich in den Fluß zu werfen. Das Bad that Wunder an dem armen Burſchen, welcher bald wieder ſein volles Bewußtſein hatte und ſich nützlich erweiſen konnte, während er früher nur eine Beläſtigung war. Gerſhom war in ſeinem nüchternen Zuſtande, beſonders wenn dieſer mehrere Tage andauerte, ein Mann von nicht geringer Thatkraft, Körperſtärke und Rüſtigkeit, obgleich er ſich durch ſeine Ausſchweifungen bereits ſehr geſchwächt hatte. Wir haben bereits angedeutet, welch ein anderes Weſen er, von dem moraliſchen Geſichtspunkte aus, wurde, wenn er eine Zeit lang nüchtern blieb. Bald geſellte le Bourdon ſich wieder zu den Frauen. Margaret hatte geweint, ſie lächelte aber freundlich, als ſie zu ihm aufblickte, und ſchien weniger an ſeine Abreiſe zu denken, als eine Stunde vorher. Da der Tag vorrückte und die Wilden nichts von ſich ſehen ließen, begannen die Frauen ſich von dem Gefühle größerer Sicherheit beſchleichen zu laſſen, und Margaret hielt es nicht für ſo nöthig, daß ihr neuer Freund ſich entfernte. Er kam allerdings um den günſtigen Wind, aber der See war rauh, und das Gerathenſte ſchien, noch zu warten. Mit einem Worte, da keine unmittelbare Gefahr vorhanden zu ſein ſchien, ſah Margaret die Dinge, wie ſie ſie zu ſehen wünſchte, iſt dieß doch bei der Jugend und Unerfahrenheit ein anderes! Der Bienenjäger gewahrte dieſe Veränderung in dem Gehaben ſeiner ſchönen Freundin und gab ſich der Hoffnung hin, er dürfe ſie zu ſeinen Gunſten deuten. Der Theilnahr gewahren Erregung geſchlafen kommen k ken, wie Mög Beweiſen abwenden Vieles, k Secalpirer welche di auf die deten Läu zu rechtf Vor Kunſtgri Macht a ihn durch Mittel, Kartätſch hölliſche Feindes Zerſtöru iſt, will zuweilen ein Son Dutzend in die fe „ daß er on abſeits ich in den m armen ſein hatte nur eine beſonders von nicht bgleich er icht hatte. Weſen er, in er eine Frauen. b, als ſie lbreiſe zu rückte und ie Frauen zu laſſen, ihr neuer günſtigen te ſchien, mittelbare ie Dinge, er Jugend gewahrte Freundin n Gunſten — 215— Der Chippewa hatte während dieſer Zeit nur wenig Theilnahme aan der Geſellſchaft, der er ſich angeſchloſſen, gewahren laſſen. Der vergangene Abend war fruchtbar au Erregung und Genuß geweſen und ſeitdem hatte er nach Luſt geſchlafen und gegeſſen. Er war auf Alles gefaßt, was nun kommen konnte, und begann über Mittel und Wege nachzuden⸗ ken, wie er ſich mehr Scalpe verſchaffen könne. Möge der Gebildete ſich nicht mit Abſcheu von dieſen Beweiſen des natürlichen Hanges eines amerikaniſchen Wilden abwenden. Das geſittigte Leben bot und bietet jetzt noch ſehr Vieles, das ſich weniger entſchuldigen läßt, als die Sitte des Scalpirens. Ohne der Tauſend und einer Sünde zu erwähnen, welche die Geſellſchaft entſtellen und ſchänden, dürfen wir nur auf die Art und Weiſe blicken, wie in den ſogenannten gebil⸗ deten Ländern der Krieg geführt wird, um unſere Behauptung zu rechtfertigen.— Vor Allem ſehen wir, daß es für einen der edelſten Kunſtgriffe des Kriegsgewerkes gilt, die möglichſt größte Macht auf den ſchwächſten Theil des Feindes zu werfen und ihn durch die Maſſe zu erdrücken. Dann nimmt man zu jedem Mittel, das der Scharfſinn nur erfinden kann, ſeine Zuflucht,— Kartätſchen, Raketen, gefüllte Bomben und hundert andere hölliſche Mordwerkzeuge werden zur Hilfe gerufen, um eines Feindes Herr zu werden, welchem es an ſolchen wirkſamen Zerſtörungsmitteln fehlt. Und wenn die Schlacht geſchlagen iſt, will gewöhnlich jeder Theil für den Sieger gelten,* zuweilen, weil auf einem kleinen Theile des Schlachtfeldes ein Sondererſolg erfochten wurde; zuweilen weil ein halbes Dutzend Pferde mit einer Kanone Reißaus genommen und dieſe in die feindlichen Reihen geführt haben,— und dann wieder, — 216— weil einem Erſchlagenen ein Fetzen von einer Fahne aus der Hand fiel und von einem ſeiner Gegner aufgegriffen wurde. Wie oft iſt es ſchon geſchehen, daß ein verſchlagener Feldherr ſeine Fahnen ganz aus dem Kampfe gelaſſen, und ſich dann gerühmt hat, er habe keine derſelben verloren! Der Indianer weiß von ſolchen ſchmachvollen Kunſtgriffen nichts. Er ſetzt ſeine Ehre nicht in ein Stück Fahnentuch, ſondern in ein Stück Hirnhaut. Er ſcheert ſeinen Kopf, weil ihn das Haar beläſtigt, aber er läßt ritterlich die Sealplocke fliegen, mittels welcher ſein Sieger die erſehnte Trophäe des Kämpfers leichter in Sicherheit bringt. Der Gedanke an eine Ueberliſtung in ſolchen Dingen kommt dieſem einfachen Kinde des Waldes nicht in den Sinn, und den Gedanken, ſeine Fahne zu Haus zu laſſen, während er in den Kampf zieht, würde er verachten,— ja, er kann ihm in der That nicht Raum geben, da er ſeinen Kopf bei der Scalplocke laſſen müßte.— So war es mit Taubenflügel. Er hatte ſeine Toilette für den Kriegspfad gemacht und ſah in ſeiner Malerei grimmig aus, aber er war in jeder andern Hinſicht ehrlich und redlich. Wenn er ſeine Feinde zu ſchrecken vermochte, indem er ſich als Skelet oder als Teufel malte, ſo war es gut, ſein Feind konnte ihn durch gleiche Mittel ſchrecken, keinem aber würde es im Traum einfaln, auch nur ein Haar von dem abzuſchneiden, was man für das Wimpel ſeines Scalps nehmen könnte, wenn er die Locke ergriff, gehörte die Beute ihm, wenn er aber die des Feindes faſſen konnte, hielt ihn kein Zartgefühl, kein Bedenken des Anſtandes ab, nach ihr zu greifen. 3 3 In dieſer Stimmung kam jetzt Taubenflügel an das Canoe, w mit Marg Geiſt beſc „Jet ſagte der „Die Chippewa lang, als darnach „Nic Aber imn „Ja flügel, di Schlimm und Pap „Ke ſchaute ſi Der Frage die bedeckte, rend ſell blieb. Charakte „ am weni „W der einfe gen,— ſ haben, y ne aus der fen wurde. er Feldherr h ſich dann dunſtgriffen fahnentuch, Kopf, weil Sealplocke vophäe des edanke an einfachen Gedanken, den Kampf n der That locke laſſen ne Tollette r Malerei cht ehrlich vermochte, ſo war es een, keinem Haar von les Scalps die Beute hielt ihn ach ihr zu l an das Canoe, wo le Bourdon in einer kleinen vertraulichen Beſprechung mit Margaret begriffen war, und gab dem Worte, was ſeinen Geiſt beſchäftigte. „Jetzt gute Zeit, mehr Scalp zu nehmen, Bourdon,“ ſagte der Chippewa, in ſeiner kurzen, gebrochenen Sprechweiſe. „Die Zeit iſt auch gut, auf Euern eigenen zu achten, Chippewa,“ lautete die Antwort.„Eure Sealplocke iſt zu lang, als daß Pottawattamie⸗Augen ſie nicht ſehen und ſcharf darnach ausſpähen ſollten.“ „Nichts an ihm liegen,— wenn fort, fort, wenn bleiben. Aber immer gut für Krieger, Scalp nach Haus bringen.“ „Ja, ich kenne Eure Sitten in dieſer Hinſicht, Tauben⸗ flügel, die unſrigen ſind aber ſehr verſchieden. Wir gehen dem Schlimmſten gern aus dem Wege, wenn wir unſere Squawen und Pappuſe bei uns haben.“ „Keine Pappuſe hier,“ erwiederte der Indianer und ſchaute ſich um.„Das Eure Squaw, he?“ Der Leſer kann ſich leicht denken, daß dieſe plötzliche Frage die Wangen der ſchönen Margaret mit hohem Purpur bedeckte, ſo daß ſie zehnmal ſchöner ausſah, als vorher, wäh⸗ rend ſelbſt le Bourdon bei dieſem Verhöre nicht ganz ruhig blieb. Dennoch antwortete er mannhaft, wie es ſeinem Charakter zuſtand. „Ich bin nicht ſo glücklich, eine Squaw zu haben, und am wenigſten dieſe,“ ſagte le Bourdon. „Warum ſie nicht haben,— ſie gute Squaw,“ erwiederte der einfache Indianer,„ſchön genug für Häuptling, Ihr fra⸗ gen,— ſie Ja ſagen,— kennen Squaw ſehr gut,— immer gern haben, wenn Krieger erſt fragen,— dann ſagen, Ja.“ „Nun, dieß mag wohl bei den Squawen der Rothhäute angehen,“ verſetzte le Bourdon haſtig, denn er ſah, daß Marzaret nicht nur unruhig, ſondern ein wenig unwillig zu werden begann,—„aber nicht bei den jungen Frauen der Blaßgeſichter. Ich habe Margaret geſtern Abend zum erſten Male geſehen, und ein Blaßgeſicht⸗Mädchen will Zeit haben, einen jungen Mann kennen zu lernen.“ 3 „Gerade ſo bei Rothhaut,— mauchmal zu ſpät kennen lernen. Sehen das oft in Wigwam.“ „Dann iſt es in den Wigwams ziemlich wie in den Häu⸗ ſern. Ich habe mir von dergleichen erzählen laſſen.“ „Warum nicht gerade ſo? Hant machen nicht Unter⸗ ſchied,— Blaßgeſichter auch Squaw verwöhnen,— machen zu viel aus ihr.“ „Nimmermehr, Chippewa,“ rief le Bourdon ernſt. „Wenn ein ſchönes, beſcheidenes, gefühlvolles, junges Weib einen jungen Mann als Gatten annimmt, kann er nie genug aus ihr machen.“ Margaret ſchlug die Augen nieder und ihr Herz bebte vor Wonne, als ſie dieſe Worte hörte, welche in den Ohren des Weibes ſo lieblich klangen. Taubenflügel nahm die Sache ganz anders, und da er eine Art Vorliebe für das häusliche Leben hatte, dachte er nicht daran, ſich bei einer ſo wichtigen Frage überflügeln zu laſſen. Es darf daher nicht überraſchen, wenn er im Ver⸗ laufe dieſer Verhandlung Anſichten äußerte, welche in man⸗ chen weſentlichen Punkten denen des Bienenjägers geradezu entgegen ſtanden. „Leicht genug, Squaw zu verwöhnen,“ erwiederte der Chippewa.„Wozn ſie gut, wenn ſie nicht ihre Arbeit thun? — Könne men Scal jagen,— ten.— D „Die ter ſinden wir lieben vor Kälte Leben ſo „Das wortete de die große Unerſchros ihn zieml. geben. T geſicht ſag „Iſt über des „Ich daran iſt wie Nicht Wort zu als ſie irn Der Indi ſeine Gat ſollte.“ „Wi Wärme e übrig, h⸗ Wenn G Rothhäute ſah, daß nwillig zu rauen der zum erſten heit haben, bät kennen den Häu⸗ 77 icht Unter⸗ machen zu don ernſt. iges Weib ie genug Herz bebte den Ohren und da er dachte er rflügeln zu r im Ver⸗ de in man⸗ s geradezu iederte der beit thun? — 219— — Können nicht gehen auf Kriegspfad,— können nicht neh⸗ men Scalp,— können nicht tödten Hirſch,— können nicht jagen,— können nicht tödten Krieger,— alſo müſſen arbei⸗ ten.— Dazu Squaw gut.“ „Dieß mag bei den Rothhäuten angehen, wir Blaßgeſich⸗ ter finden aber die Squawen noch zu etwas Anderem gut,— wir lieben ſie und ſorgen für ſie,— ſchützen ſie im Winter vor Kälte und im Sommer vor Hitze, und ſuchen ihnen das Leben ſo leicht und freundlich zu machen, wie wir können.“ „Das ſchön Wort für das Ohr junger Squawen,“ ant⸗ wortete der Chippewa in etwas wegwerfendem Ton, obgleich die große Achtung vor dem Bienenjäger, deſſen mannhafte Unerſchrockenheit er vor wenigen Stunden erſt erprobt hatte, ihn ziemlich in Schranken hielt,„aber gut, nicht viel darauf geben. Was Inſchin Squaw ſagen, er thun,— was Blaß⸗ geſicht ſagen, er nicht thun.“ „Iſt dieß wahr, Bourdon?“ fragte Margaret, indem ſie über des Indianers Ernſt lachte. „Ich will ehrlich ſein und zugeben, daß etwas Wahres daran iſt, denn der Indianer verſpricht Nichts, oder ſo gut wie Nichts, und in einem ſolchen Falle wäre es ſchwer, ſein Wort zu halten. Daß weiße Männer mehr unternehmen, als ſie immer auszuführen pflegen, mag ziemlich wahr ſein. Der Indianer hilft ſich dadurch, daß er nicht daran denkt, ſeine Gattin zu behandeln, wie ein Weib behandelt werden ſollte.“ „Wie Squaw behandeln ſollen?“ ſiel Taubenflügel mit Wärme ein.„Wenn Krieger Wildpret eſſen, geben ihr, was übrig, he? das nicht gut,— was Ihr alſo gut nennen? Wenn Gatte guter Jäger, ſie genug bekommen,— wenn nicht — 220— guter Jäger, ſie nicht genug bekommen. Gerade ſo bei Inſchin,— manchmal hungrig, manchmal ſatt. Das die Art zu leben.“ „Nun, das mag die Art der Rothhäute ſein, es iſt aber nicht die Art, wie wir unſere Frauen zu behandeln wünſchen. Fragt die ſchöne Margaret hier, ob es ihr anſtünde, zu war⸗ ten, bis der Gatte ſein Mahl zu ſich genommen hat, um ſich dann mit den Ueberreſten zu begnügen?— Nein, nein! Tau⸗ benflügel, wir geben unſern Frauen und Kindern zuerſt, und daun denken wir an uns ſelbſt.“ „Das gut für Pappus,— er klein, müſſen haben Wild⸗ pret, Squaw ſtark, müſſen warten. Das ihr gut thun.“ Margaret lachte jetzt herzlich über dieſen Beweis india⸗ niſcher Artigkeit, welcher dem Sitten⸗Geſetze des rothen Mannes nur zu ſehr entſprach. Ohne Zweifel hat das Herz ſelbſt unter dem wildeſten Volke ſeinen Einfluß, denn die Natur läßt die Gefühle und Leidenſchaften, welche ſie in unſere Bruſt legt, in keinerlei Zuſtand beſeitigen. Aber kein Ver⸗ theidiger des amerikaniſchen Indianers iſt jemals im Stande geweſen, zu behaupten, das Weib nehme den ihr gebührenden Platz ein und erfreue ſich der Rechte, welche ſie anzuſprechen hat. Was Margaret betraf, ſo hatte ſie, obgleich ſie ſich den Launen, Leidenſchaften und dem Eigenſinn eines Trunkenbol⸗ des fügen mußte, aus dem Umſtande, daß ſie in jenem Frauen⸗ Paradieſe, in Neu⸗England, geboren war, manchfachen Vor⸗ theil gezogen. 4 Wir haben keinen Grund, das Vermächtniß, welches die Puritaner ihren Nachkommen hinterließen, wenn man es als eine Erbſchaft in Bezug auf Moral, Sitten und Gebräuche betrachtet, ſehr zu bewundern, es gibt aber einzelne Beſtim⸗ mungen d Vorbilde Achtung zollt. D die Anmt davon nur ſehr Beſſeres ganz zu geſelligen wo es Weib ha Welt die Sorgfalt ſeinem 2 Schweſte Ger diges B. nüchterne und zuv Leben ge auf ihn zumal li des Abe ſtürzen Band zu1 der unſ unter de cher We Mutter de ſo bei Das die es iſt aber wünſchen. e, zu war⸗ t, um ſich nein! Tau⸗ zuerſt, und aben Wild⸗ hun.“ weis india⸗ des rothen at das Herz „ denn die ie in unſere r kein Ver⸗ im Stande gebührenden anzuſprechen ſie ſich den Trunkenbol⸗ nem Frauen⸗ fachen Vor⸗ welches die man es als d Gebräuche elne Beſtim⸗ mungen darin, welche jedem Theile der chriſtlichen Welt zum Vorbilde dienen könnten. Beſonders weiſen wir auf die Achtung hin, welche man dort dem weiblichen Geſchlechte zollt. Damit ſoll jedoch nicht geſagt ſein, als herrſche dort die Anmuth und feine Sitte eines gebildeten Verkehrs, denn davon hat der Wunderfels von Plymouth ſeinen Kindern nur ſehr wenig hinterlaſſen, und man kann vielleicht nichts Beſſeres thun, als von dieſem Theile der Familien⸗Erbſchaft ganz zu ſchweigen, wenn man aber einige Stufen auf der geſelligen Leiter herabſteigt und ſich in dem Bereiche umſchaut, wo es ſich bloß von dem Verhältniß zwiſchen Mann und Weib handelt, dürfte es ſich fragen, ob man in der weiten Welt die männliche, ruhige, vernünftige und weiſe abgewogene Sorgfalt wieder findet, welche der Gatte in Neu⸗England ſeinem Weibe, der Vater ſeiner Tochter, der Bruder ſeiner Schweſter in der Regel zu widmen pftegt. Gerſhom war ein lebendiges und im Ganzen merkwür⸗ diges Beiſpiel dieſes ehrenvollen Charakterzugs. In ſeinem nüchternen Zuſtande war er gegen Dorothea ſtets freundlich und zuvorkommend, und für ſeine Schweſter hätte er das Leben gelaſſen. Die Letztere hatte in der That mehr Einfluß auf ihn, als ſelbſt ſeine Gattin, und durch ihre ernſte und zumal liebevolle Zuſprache wurde er häufig von dem Rande des Abgrundes zurückgeführt, in welchen er ſich ſo oft zu ſtürzen geneigt war. Sie wußte ihn durch ein geheimnißvolles Band zu leiten, wenn ſie ihn an die Tage der Jugend und der unſchuldigen Freuden erinnerte, welche ſie miteinander unter dem väterlichen Dache verlebt hatten, wo Beide in glei⸗ cher Weiſe der Gegenſtand der Liebe und Sorgfalt derſelben Mutter geweſen. Seine Anhänglichkeit an Dorothea war auf⸗ — 222— richtig und, trotz ſeiner Leidenſchaft für das Feuerwaſſer, unwandelbar, aber Dorothea konnte ſeine Erinnerungen nicht ſo weit zurückführen, wie die einzige Schweſter, welche in derſelben einfachen aber behaglichen Hütte den Morgen des Lebens mit ihm verbracht hatte. Bei der freundlichen Behandlung, an welche Margaret gewöhnt war, mußte die Lehre des Chippewa über den Umgang mit Squawen ihre Heiterkeit in hohem Grade anſprechen, obgleich auch ihr Unwille ſich regen mochte, wie aus ihren Bemerkungen hervorging. „Ihr verdient kein Weib zu haben, Taubenflügel,“ ſagte ſie, halblachend, aber doch augenfällig ihres Geſchlechtes ſehr eingedenk,„denn Ihr habt kein Gefühl für eines Weibes Zärt⸗ lichkeit und Sorgfalt. Ich würde mich wundern, wenn ſich ein Chippewa⸗Mädchen fände, das Euch nehmen möchte.“ „Ihn nicht brauchen,“ antwortete der Indianer ruhig und traf Anſtalten, ſeine Pfeife anzuzünden,„haben ſchon Winnebayo⸗Squaw, gut genug für mich. Ihren andern Mann erſchießen und Scalp nehmen, dann ſie kommen in mein Wigwam.“ „Die Elende!“ rief Margaret. Dieß war aber ein Wort, welches der Wilde nicht ver⸗ ſtand, und er fuhr mit dem ganzen Eifer eines Rauchers fort, aus ſeiner ebenangezündeten Pfeife den Dampf auszublaſen. Als die Pfeife gehörig brannte, fand er Zeit, den Gegenſtand weiter zu verfolgen. „Ja, das guter Kriegspfad,— bekommen Büchſe,— bekommen Squaw,— bekommen zwei Sralp.— Nicht jeden Tag ſo gut gehen.“ „Un Wildpret „Ge — mache Nicht Al Schul.“ „Ha ſein Wei „Ge ihn in w ihm Wil und oft, „Sd Margare ſolltet.“ 8 then?“ Ma ihrer B zu Bod Indiane die Aug⸗ All wurde p wie und Kapitel Feuerwaſſer, ungen nicht welche in Norgen des e Margaret den Umgang anſprechen, aus ihren gel,“ ſagte hlechtes ſehr Veibes Zärt⸗ , wenn ſich möchte.“ ianer ruhig haben ſchon ren andern kommen in de nicht ver⸗ auchers fort, auszublaſen. Gegenſtand Büchſe,— Nicht jeden „Und dieſes Weib behackt Eueren Mais und kocht Euer Wildpret?“ fragte der Bienenjäger. „Gewiß,— ganz gut zu hacken,— nicht gut zu kochen, — machen Hirſchfleiſch zu trocken. Nach und nach ſie lehren. Nicht Alles auf einmal lernen, wie Blaßgeſicht Pappus in Schul.“ „Habt Ihr nie beachtet, Chippewa, wie der weiße Mann ſein Weib behandelt?“ fragte le Bourdon. „Gewiß,— ſehen ihn viel aus ihr machen,— ſetzen ihn in warmen Winkel,— werfen Blanket um ihn,— geben ihm Wildpret, ehe er ſelbſt eſſen,— ſehen alles das,— oft und oft,— aber was das? das es nicht recht machen.“ „Ich gebe Euch auf, Taubenflügel, und ſtimme mit Margaret darin überein, daß Ihr gar keine Squaw haben ſolltet.“ „Denken alſo gleich,— warum nicht einander heira⸗ then?“ fragte der Indianer ohne Umſchweif. Margaret wurde feuerroth, dann ſänftigte ſich die Glut ihrer Wangen zur Farbe der Roſe, und ſie blickte verlegen zu Boden. Des Bienenjägers Verwunderung konnte dem Indianer nicht entgehen, aber das Mädchen wagte es nicht, die Augen aufzuſchlagen und gewahrte alſo nichts davon. Allein dieſes halb ernſte, halb ſcherzhafte Geplauder wurde plötzlich auf eine ſehr unerwartete Weiſe unterbrochen, wie und warum dieſes geſchah, werden wir in dem folgenden Kapitel pflichtgetreu berichten. Elftes Kapitel. So war es dort beſchloſſen, Wo man des Menſchen Schickſal wägt: Denn ſeine kalte Bruſt Ward vom Gefüble nicht erregt; Er hörte nie die Stimme, Die uns empor zum Himmel trägt; Ihm hatte nie die Liebe Das ſtumme, ſtarre Herz bewegt. Peabody. Die Unterbrechuug wurde durch Dorothea herbeigeführt, welche die kleine Erhöhung erſtiegen und ein Canoe entdeckt hatte, das ſich der Mündung des Fluſſes näherte, und ſie kam nun athemlos vor Angſt und Eile heran, dem Bienen⸗ jäger dieſe Neuigkeit mitzutheilen. Le Bourdon begab ſich alsbald auf die Höhe und ſah nun ſelbſt den Gegenſtand, welcher das Weib mit Recht in ſolche Unruhe verſetzt hatte.. Das Canve kam von dem See herein, wo es vor dem Winde lief, welcher jetzt weniger ſtark zu blaſen begann. Augenſcheinlich war es auf dem Wege nach Norden, und wenn es in den Fluß einlief, konnte dieß aus keinem andern Grunde geſchehen, als um der Geſellſchaft Mittel zu bieten, ihr Morgenmahl zu kochen, denn der See wurde von Minute zu Minute ruhiger und für ein ſo leichtes Fahrzeug ſicherer. Le Bourdon ſah zu ſeiner großen Beſorgniß, daß die Wilden auf dem nördlichen Ufer dieſem fremden Canoe durch Rauch Zeichen gaben, und mußte fürchten, ſeine Feinde möchten in den Stand geſetzt werden, uͤber den Fluß zu kommen, w Signale fol! Um die wo keine Re winkte ihnern bei weitem Landen eber des Fluſſes. Bald l Zuſtimmung augenblicklie Als da ſchaft, Taul um die Fr Perſonen, das Ruder, nichts. Da de Beſucher do Gefährten gefragt. „Wer garet,„und „Das worten mü Canoes rut halber Sol Mitte des eine Art P ich ſehe, ſe 253—2 ſſen, hickſal wägt: erregt; me, iel trägt; e hewegt. Peabody. erbeigeführt, noe entdeckt tte, und ſie dem Bienen⸗ hhe und ſah nit Recht in es vor dem iſen begann. Corden, und einem andern tel zu bieten, von Minute eug ſicherer. iß, daß die Canoe durch ſeine Feinde den Fluß zu 225— kommen, wenn die Fremden dem in die Höhe qualmenden Signale folgten. 3 Um dieſen Plan zu vereiteln, eilte er an eine Uferſtelle, wo keine Reispflanzen wuchſen, zeigte ſich den Fremden und winkte ihnen, auf die Südſeite des Fluſſes abzuhalten, welche bei weitem die nächſte und in jeder andern Hinſicht zum Landen eben ſo geeignet war, wie das entgegengeſetzte Ufer des Fluſſes. Bald hob einer der Fremden den Arm als Zeichen der Zuſtimmung, und das Bug des fremden Canves wendete ſich augenblicklich der Stelle zu, wo der Bienenjäger ſtand. Als das Canoe näher heranzog, kam die ganze Geſell⸗ ſchaft, Taubenflügel eingeſchloſſen, an den Saum des Waſſers, um die Fremden zu empfangen. Die Barke enthielt drei Perſonen, eine führte an jedem Ende des leichten Canves das Ruder, und eine dritte ſaß in deſſen Mitte und that nichts. Da der Bienenjäger ſein Perſpectiv hatte und dieſe Beſucher damit in das Auge faßte, wurde er bald von ſeinen Gefährten über ihr Ausſehen und ihre möglichen Abſichten gefragt. „Wer ſind ſie, Bourdon?“ fragte die ungeduldige Mar⸗ garet,„und warum kommen ſie hierher?“ „Das Letztere iſt eine Frage, welche ſie ſelbſt beant⸗ worten müſſen, aber der Mann, welcher in dem Bug des Canoes rudert, iſt ein Weißer und ein Soldat, oder ein halber Soldat, wenn ſeine Kleidung nicht trügt. Der in der Mitte des Bootes iſt gleichfalls ein Weißer, dieſer ſcheint eine Art Paſtor zu ſein,— ja, er iſt ein Geiſtlicher, wie ich ſehe, ſo ſehr ſeine Kleidung auch in der Wildniß gelitten 253— 255. u haben mag. Der dritte Mann iſt ohne Zweifel eine Roth⸗„Der haut.“ für dieſe „Ein Geiſtlicher?“ wiederholte Margaret erſtaunt.„Was Bri 2 könnte ein Geiſtlicher hier zu thun haben?“ rief 84 „Ihr habt gewiß gehört, daß Miſſionäre von einem leichr eine indianiſchen Dorfe zum andern wandern, und zu dieſer Zahl einer Uebe gehört der fromme Mann dort. Man kennt dieſe Paſtore„Sch ſchon von weitem an ihrem Aeußern. Der arme Mann hat all todt, ohne Zweifel von dem Ausbruche des Krieges gehört und will ſagen.“ in die Anſiedelungen zurückkehren, ſo lange ſein Scalp noch„Iſt ſicher auf ſeinem Kopf iſt.“ hexeits de „Ihm nichts thun,“ fiel der Chippewa mit Nachdruck thätig ger ein.—„Wiſſen, er es gut meinen,— ſprechen von großen„Ger Geiſt,— Inſchin nicht ſcalpiren ſolche Medizin⸗Männer,— Jemand wenn nichts daran liegen, was er ſagen, wir doch ſeinen ſprechen.“ Scalp nicht nehmen.“„Die „Ich freue mich, dieß zu hören, Taubenflügel, denn ch da komm zweifelte faſt, ob irgend eines Menſchen Sealp vor Eueren ſein möge Fingern ſicher ſei. Was mag aber der Soldat in dieſer Das Gegend wollen? Man ſollte denken, in den Forts droben man, ar am See ſei für alle Soldaten Arbeit genug.— Nebenher Tracht le bemerkt, Taubenflügel, was iſt aus dem Brieſe geworden, war, ein welchen Ihr dem Befehlshaber des Forts Dearborn über⸗ bald erre bringen ſolltet, um ihn von dem Ausbruche der Feindſelig⸗ tigten ſie keiten zu benachrichtigen?“ hung. 2 „Ihn verkauen wie Stück Bacei,“ verſetzte der Chip: ſcheinlich pewa,— ja, ihn verkauen, daß Pottawattamie ihn nicht zwiſchen finden und einen von König Georg's Leutan kommen laſſen rung den und ihn leſen. Nicht gut, Brief haben in ſolchen Zeiten.“ 3 Der eine Roth⸗ unt.— von einem dieſer Zahl ieſe Paſtore Mann hat ört und will Scalp noch it Nachdruck von großen Männer,— doch ſeinen gel, denn ich vor Eueren at in dieſer Forts droben — Nebenher efe geworden, arborn über⸗ er Feindſelig⸗ zte der Chip⸗ nie ihn nicht ommen laſſen en Zeiten.”“* „Der General, welcher Euch den Brief gab, wird ſich für dieſe Sorgfalt kaum dankbar erweiſen.“ „Ja, er thun,— danken eben ſo,— bezahlen eben ſo,— Brief jetzt nicht mehr nöthig.“ „Wie könnt Ihr dieß wiſſen? Der Brief konnte viel⸗ leicht ein Mittel werden, die Beſatzung zu warnen und vor einer Ueberraſchung ſicher zu ſtellen.“ „Schon überraſchen,— ſchon Fort nehmen. Beſatzung all todt, ſcalpirt oder gefangen. Pottawattamie mir das ſagen.“ „Iſt es möglich! Mackinaw und Chicago ſind alſo bereits verloren! John Bull muß lange unter den Wilden thätig geweſen ſein, da dieſe ſo raſch bei der Hand waren. „Gewiß,— thätig ſein, ſo lang ich leben. Immer Jemand bei rothen Menſchen für großen Montreal Vater ſprechen.“ „Dieß iſt wohl nicht anders möglich, Chippewa,— doch da kommt unſer Beſuch heran, wir wollen ſehen, wer ſie ſein mögen.“ Das Canoe war mittlerweile ſo nahe gekommen, daß man, auch ohne Beihilfe des Perſpectives, Geſichter und Tracht leicht erkennen konnte,— ſo nahe, daß zu erwarten war, ein ſo raſches Boot, wie jenes Canoe, werde das Ufer bald erreicht haben. Wie die Fremden ſich näherten, beſtä⸗ tigten ſich die Bemerkungen des Bienenjägers in jeder Bezie⸗ hung. Der Mann in dem Buge des Canoes war augen⸗ ſcheinlich ein Soldat in der Hausuniform, und das Gewehr zwiſchen ſeinen Beinen war eines von jenen, welche die Regie⸗ rung den Linientruppen liefert. Der Mann in der Mitte des Bootes war ſo wenig zu 15* verkennen, wie der in dem Bug. Jeder war gewiſſermaßen in Uniform, denn der abgetragene, ja faſt bis auf die Fäden abgeſchabte ſchwarze Rock bezeichnete eben ſo gut den Mann des Friedens, wie die Stubenjacke und die Mütze ſeines rauhen, durchwetterten Gefährten den Mann des Krieges. Was die Rothhaut betraf, ſo erklärte Taubenflügel, er könne noch nicht angeben, welchem Stamm er angehöre, obgleich er etwas in ſeinem Weſen, in ſeiner Tracht und Haltung habe, das ihn als einen Häuptling bezeichne,— und als einen angeſehenen Häuptling, wie der Chippewa bald hinzuſetzte. Noch einige Minuten und der Bug des leichten Bootes lief knarrend auf den Uferſand auf. „Sago! Sago!“ rief der Soldat und ſtand auf, um an das Land zu treten.„Sago Allen,— Freunde, wir hoffen, wir hoffen, in Euerm Lager willkommen zu ſein!“ „Ihr ſeid willkommen!“ erwiederte der Bienenjäger, „willkommen als Freunde, welche der Zufall in der Wildniß zu uns führt,— willkommener noch, da ich ſehe, daß Ihr ein Veteran in Oheim Sam'’s Dienſten ſeid.“ „Ganz richtig, Herr Bienenjäger, denn dieß iſt Euer Beruf, wie ich an dem Perſpectiv, das Ihr in der Hand habt, und an manchen anderen Zeichen ſehe. Wir wollen nach Mackinaw und hoffen, Freunde in Euch zu finden, ſo lange wir in Eurer guten Geſellſchaft ſind.“ „Erwartet Ihr zu Mackinaw eine amerikaniſche oder eine engliſche Beſatzung zu finden?“ „Natürlich eine unſeres Landes,“ erwiederte der Soldat und ſah le Bourdon an, als ob die Frage ihn erſchrecke. „Mack engliſche B „Dan rief der S „Wenn de nicht auf d „Ame ſondern eir ten, weil ausſprach, kein Wort Gebrauchs keinen An bedienen. Dieſer in jener Z hatte, die ſchaftsklaſſ trächtigund oder gewol eindringlie waren, r „Wölfe in den übrige tägliche C Schlimmſt unermüdli ſermaßen ie Fäden n Mann ge ſeines eges. lügel, er angehöre, racht und ,— und ewa bald en Bootes ff, um an ir hoffen, henenjäger, r Wildniß aß Ihr ein iſt Euer der Hand Lir wollen finden, ſo iſche oder der Soldat hrecke. 8 N 6 — 229— „Mackinaw iſt gefallen und hat jetzt, wie Chieago, eine engliſche Beſatzung.“ „Dann müſſen wir unſere Pläne ändern, Herr Amen!“ rief der Soldat, indem er ſich an den Geiſtlichen wendete. „Wenn der Feind Mackinaw genommen hat, dürfen wir uns nicht auf die Inſel wagen.“ „Amen“ war nicht der wahre Name des Miſſionärs, ſondern ein Beiname, welchen ihm die Soldaten gegeben hat⸗ ten, weil er dieſes Wort gewöhnlich mit großer Salbung ausſprach, vielleicht auch, weil ſie nach einer langen Predigt kein Wort ſo gern hörten, wie dieſes. In Folge langen Gebrauchs hatte man ſich ſo daran gewöhnt, daß die Leute keinen Anſtand nahmen, ſich deſſen in ſeiner Gegenwart zu bedienen. Dieſer Miſſionär war ein Methodiſt,— eine Sekte, welche in jener Zeit nur wenige Geiſtliche von Bildung aufzuweiſen hatte, die Mehrzahl ihrer Seelſorger ſtammte aus einer Geſell⸗ ſchaftskl aſſe, die es ihnen nicht ſchwer machte, kleine Beein⸗ trächtigungen ihrer Würde zu überſehen, und welche wirkliche oder gewohnheitsmäßige Selbſtverleugnung gelehrt hatte, ſich eindringlicheren perſönlichen Demüthigungen zu fügen, als die waren, welche bloß von der Zunge herrührten. Daß es „Wölfe in Schafskleidern“ unter den Methodiſten, wie unter den übrigen religiöſen Sekten dieſes Landes gibt, lehrt die tägliche Erfahrung, man muß aber ſehr geneigt ſein, das Schlimmſte von Anderen zu glauben, wenn man in den unermüdlichen Bemühungen dieſer chriſtlichen Sekte nichts als Schwärmerei und Heuchelei entdecken will. 6„Ihr habt recht, Korporal,“ antwortete der Miſſionär, „wenn die Dinge ſo ſtehen, wüßte ich nicht, was wir Beſſeres — 230— Di 7 thun könnten, als uns ganz in Onvah's Hände zu geben. Er Dieſem hat uns bisher gut gerathen und wir werden mit ihm beſſer Rennung die daran ſein, als mit jedem andern Führer, welchen wir hier hgtie, Der rung in dem in der Wildniß finden könnten.“ Le Bourdon traute kaum ſeinen Ohren! Onoah war der das unheilver indianiſche Name des ſchrecklichen, ſo ſehr gefürchteten Wilden, V ſchien er nich welcher weit und breit bei allen weißen Bewohnern jener ſein Freund Grenze, ſowie in allen amerikaniſchen Garniſonen unter dem als er über Namen„Scalpir⸗Peter“ oder„Scalpir⸗Pete ¹I bekannt war. hieelt ſich der In der That ſollte„Onoah“ in mehreren Mundarten des als er bisher Irokeſiſchen„Scalp“ bedeuten. Vielleicht iſt es auch nicht und weniger überflüſſig, hier zu bemerken, daß der Ausdruck Garniſon Le Bour (garrison) in der Sprache jener Gegend nicht nur die Truppen, Freundes ein welche einen Poſten beſetzt halten, ſondern weit öfter den Poſten Beſorgniſſe So werden alte, leere, beſchwichtige ſelbſt, als deſſen Beſetzung bezeichnet⸗ 8 einſame Forts, welche ſeit langer Zeit aufgegeben worden und Mittler die man verfallen läßt, faſt allgemein„Garniſonen“ genannt, Miſſionär u Keiner von obgleich vielleicht ſeit einem Viertel⸗Jahrhundert kein Soldat dort geſehen worden iſt. Dieß iſt ein Beweis der wandelbaren einſehe, als Natur unſerer Sprache, wie dieſes Land deren ſo viele aufzu⸗ einflößen m. weiſen hat, und der zufolge man die kleineren„Flüſſe“ in„Ja, „Creeks“(Buchtungen),„Seeen“ in„Teiche,“„öffentliche Plätze“ in„Parke“ u. ſ. w. umwandelt. aber wir l Waͤhrend le Bourdon ſo ſehr erſchrack, als er den ihm uns zu un bekannten Namen Onoah's nennen hörte, ließ er und Beruf, ſeinen übrigen weißen Gefährten nicht die geringſte Unruhe ich zu mein gewahren. Hätte man den Indianer„Scalpir⸗Peter“ genann v„Ah, würden Dorothea und Margaret wahrſcheinlich laut aufge; ſchrieen oder gar die Flucht ergriffen haben, von dem Namein aber, welchen man dieſem geheimnißvollen Häuptling bei den Rothhäuten gab, wußten ſie nichts. Führer und ziemlich Kriegsleute alver und n ſchten We ben. Er zm beſſer wir hier war der Wilden, ern jener inter dem unnt war. arten des auch nicht Garniſon 2 Truppen, den Poſten alte, leere, vorden und 4 genannt, ein Soldat handelbaren piele aufzu⸗ Flüſſe“ in „öffentliche er den ihm te, ließ er gſte Unruhe r“ genann. d laut aufge dem Namen ling bei den Dieſem Umſtande war es daher beizumeſſen, daß die Nennung dieſes Namens keine allgemeine Erregung zur Folge hatte. Der Bienenjäger bemerkte jedoch eine große Verände⸗ rung in dem Gehaben des Chippewa, ſobald der Miſſionär das unheilverkündende Wort hatte laut werden laſſen, dennoch ſchien er nicht zu erſchrecken. Im Gegentheil, Boden glaubte, ſein Freund Taubenflügel ſchien eher erfreut, denn erſchreckt, als er über die Perſon ihres Beſuchers Gewißheit erhielt, doch hielt ſich der junge Krieger von jetzt an mehr im Hintergrund, als er bisher gethan hatte, und ſein Benehmen ſchien gefügiger und weniger zuverſichtlich, als früher. Le Bourdon war über dieſes unerwartete Verhalten ſeines Freundes ein wenig erſtaunt, obgleich es geeignet war, ſeine Beſorgniſſe vor einer unmittelbaren Gefahr einigermaßen zu beſchwichtigen. Mittlerweile ſpann ſich die Unterhaltung zwiſchen dem Miſſionär und dem Korporal ruhig und gemeſſen fort, als ob Keiner von ihnen einen Grund zu einer andern Unbehaglichkeit einſehe, als die war, welche der Fall von Mackinaw ihnen einflößen mußte. „Ja, Herr,“ verſetzte der Soldat,„Onoah iſt ein großer Führer und ein großer Mann an einem Berathungs⸗Feuer, aber wir leben jetzt in kriegeriſchen Zeiten und wir müſſen uns zu unſeren Waffen halten, jeder nach ſeinem Charakter und Beruf,— Ihr, Herr, zu Euerm Predigen und Beten⸗ und ich zu meinem Gewehr und Baggonet.“ „Ah, Korporal, das Predigen und Beten würde bei euch Kriegsleuten ebenſo wirkſam werden, wie eure Waffen und 4 alver und Blei, wenn man euch nur lehren könnte, den u ſchten Werth darauf zu legen. Blickt auf Fort Dearborn! Es wurde durch menſchliche Mittel vertheidigt, hatte ſeine bewaffnete Beſatzung, ſeine Kanonen und Schwerdter, ſeine Hauptleute und Korporale, dennoch habt ihr ſeinen Stolz ſich beugen, ſeine Vertheidigungsmittel zerſtören und einen großen Theil eurer Kameraden niederhauen ſehen. Alles dieß wurde durch bewaffnete Männer vollbracht, während der Herr mich, einen armen, waffenloſen Diener ſeines Wortes aus den Hän⸗ den der Philiſter gerettet und hierher, an die Ufer des Kala⸗ mazoo, in Sicherheit geführt hat.“ „Was dieß betrifft, Herr Amen, ſo hat der Herr an mir, mit dem Gewehr auf meiner Schulter und dem Baggonet an meiner Seite, dieſelbe Gnade geübt,“ erwiederte der Soldat unbefangen.„Predigen mag auf manchen Wegen gut ſein, auf anderen ſind Waffen und Pulver und Blei auch ziemlich gute Dinge. Laßt nur den Hebräer ſprechen, welcher alle Pfade der Wildniß kennt, und ſeht zu, ob er nicht derſelben Anſicht iſt.“ „Der Hebräer iſt Einer, den der Herr verworfen hat, ſowie er Einer iſt, den der Herr auserwählt hat,“ erwiederte der Miſſionär.„Ich ſtimme Euch jedoch bei, daß man, wenn es ſich von menſchlichem Rathe handelt, kaum einen beſſeren Rathgeber ſinden kann, daher will ich ſeinen Rath hören.— „Kind des Samens Abraham's,“ ſetzte er hinzu, indem er ſich zu Onvah wendete,„Du haſt die Nachricht von Mackinaw gehört, wir können nicht daran denken, unſere Reiſe in jener Richtung fortzuſetzen, wohin räthſt Du uns, unſere Schritte zu lenken? Ich richte dieſe Frage zuerſt an Dich, als einen erfahrenen nnd ſcharfſinnigen Bewohner der Wildniß, zu einer gelegeneren Zeit werde ich mich an den Herrn wenden un göttlichen Beiſtand zur Leitung unſerer Fußtritte erflehen.“ h „Ja ein weni ſicher hit ziehen,, kann me Feldherr Ich weißt Mawnee brechen bleiben ſeine Fl Nun, w De gen un Perſon als die was me der We trug di Sitten bald, bekleide des hei einer l dieſer bei der Geſtad ſelten Damp bekann hatte ſeine dter, ſeine Stolz ſich nen großen dieß wurde Herr mich, s den Hän⸗ des Kala⸗ er an mir, Zaggonet an der Soldat n gut ſein, uch ziemlich welcher alle icht derſelben rworfen hat, erwiederte z man, wenu einen beſſeren ith hören.— indem er ſich zu Mackinaw Keiſe in jener re Schritte zu ), als einen dniß, zu einer wenden un 1 erflehen.“* 233 „Ja,“ bemerkte der Korporal, welcher den eifrigen, aber ein wenig ſchwärmeriſchen Miſſionär achtete, es aber ſtets für ſicher hielt, bei Fragen dieſer Art einen Indianer zu Rath zu ziehen,„verſucht Beides,— wenn der eine Stab brechen follte, kann man ſich vielleicht auf den andern ſtützen. Ein guter Feldherr hat ſtets einen Theil ſeiner Truppen im Rückhalt. Ich weiß noch, wie wir, als der tolle Anthony den Feind bei Mawnee anzugreifen befahl, gleich wüthenden Teufeln los⸗ brechen wollten, aber der alte Mann ſagte:„Nein, jene Leute bleiben im Rückhalt,“ ſagte er,„denn Niemand weiß, ob man ſeine Flanke nicht umgeht, oder ihn von hinten angreift.“— Nun, was ſagt Euch Onvah, Herr Amen?“ Der fremde Indianer war mittlerweile an das Land geſtie⸗ gen und hatte dem Bienenjäger Gelegenheit gegeben, ſeine Perſon und ganze Erſcheinung genauer in das Auge zu faſſen, als dieß bisher möglich geweſen. Dieſer berühmte Wilde— was man an den Grenzen berühmt nennen kann, wo die Forts der Weißen damals hundert Stunden von einander lagen— trug die Sommertracht der Wälder, und Jeder, der mit den Sitten der nordamerikaniſchen Indianer bekannt war, ſah als⸗ bald, daß er mit den Zeichen der Macht und des Ranges bekleidet war. Die Ordenszeichen des goldenen Vließes oder des heiligen Geiſtes ſind in Europa keine untrüglicheren Zeichen einer hohen, perſönlichen Stellung, als die Embleme, welche dieſer Wilde trug, auf das Anſehen deuteten, in welchem er bei dem Volke ſeiner Farbe und Abſtammung entlang der Geſtade der wilden Binnenland⸗Seeen ſtand, welche damals ſelten ein Fahrzeug durchfurchte, die aber ſeitdem mit dem. Dampfboot, der Brigg, dem Schoner und dem Kriegsſchiffe bekannt geworden, und aller Wahrſcheinlichkeit nach, ehe dieſes e geht, wie das Mittelmeer von den weißen werden, welche der Jahrhundert zu End Segeln vieler tauſend Schiffe erglänzen Verkehr ihrer Geſtade fordern wird.*) Um ſeinen Hals trug Onoah eine Art Ringkragen von Röhren, von der rothen Thonerde des Weſten, mit Sorgfalt, wenn nicht mit großer Kunſt ausgeſchnitten und gemodelt. Darüber war mit gelber Farbe das Bild einer Klapperſchlange auf ſeine Bruſt gemalt zu ſehen. Dieß galt als das„Tolem“ oder„Wappen““ ſeines Stammes, obgleich, wie Rothhäute und Blaßgeſichter jener Gegend allgemein glaubten, Niemand außer ihm wüßte, welcher Stamm dieß ſei, woher er gekommen, und wo er wohne. Auf einer kleinen ſilbernen Schaumünze, welche über den Ringkragen hing, war das Bild des Kreuzes eingegraben, an welchem der Sohn Gottes in menſchlicher Geſtalt für die Erlöſung der Menſchen den Tod erlitt. Wie es ſchien, hatte dieſer Wilde, der mit Scharfſinn und durchdringender Beobachtungsgabe ausgeſtattet war⸗ aber nicht an die Lehren der heiligen Schrift glaubte, nicht jenen frommen Schauer vor dem heiligen Sinnbilde, welches die Phantaſie derer ſo wunderbar ergreift, die ihre ganze Hoffnung auf das Opfer ſetzen, das an dem erhabenen, urſprünglichen Kreuze gebracht worden. Dieſe Schaumünze rührte von den Jeſuiten her und hatte ſich von Geſchlecht zu Geſchlecht in —— *) Als der Verfaſſer vor einigen Monaten über den Erie⸗See fuhr, zählte er während einer vier und zwanzigſtündigen Fahrt nicht weniger als drei und ſechzig Schiffe, denen er begegnete, die er einholte oder ſah. Er erinnert ſich, daß in den erſten zehn Jahren dieſes Jahrbunderts ein einziges Segel ein Gegenſtand des In⸗ tereſſes und der Neugierde war. Man muß Zeuge dieſes Wechſels geweſen ſein, um ihn gehörig zu würdigen. 5 Der Verfaſſer. ſeiner Fam Symbol ve es ſeinen ſcheinlich, während e Widerwille einen wen Verlegenh Unter — ) Von G ut C w 8 f. n 1 4 d 1 1 weißen che der en von orgfalt, emodelt. ſchlange Tolem“ äute und nd außer kommen, numünze, Kreuzes nſchlicher tt. ſcharfſinn dar, aber icht jenen elches die Hoffnung rünglichen e von den eſchlecht in e⸗ See fuhr, Fahrt nicht egnete, die er zehn Jahren and des In⸗ heſes Wechſels — 235— ſeiner Familie, eher als ein politiſches, denn als ein religiöſes Symbol vererbt, obgleich er wohl wußte, in welchem Sinne es ſeinen Vorfahren zuerſt geboten worden. Er ſah wahr⸗ ſcheinlich, daß eine Klaſſe von Miſſionären das Kreuz verehrte, während ein Anderer ſich kaum die Mühe nahm, ſeinen Widerwillen dagegen zu verbergen,— ein Umſtand, welcher einen weniger ſcharfſinnigen Neophyten, als er war, leicht in Verlegenheit hätte ſetzen können.*) Unter der Klapperſchlange, oder dem Tolem ſah man ——xãx *) Von den Zeiten der Kreuzzüge an wurde das Kreuz allgemein als Glaubensſymbol gebraucht, und man ſchmückte alle Schlöſſer und Kirchen mit dieſem rührenden Andenken an den Urſprung des Chriſtenthums, als ſchönes Erinnerungszeichen an den Preis, welcher die Erlöſung der Menſchen gekoſtet. Die ſteinernen Fenſterrahmen erbielten die Form eines Kreuzes, daher das franzöſiſche croisée. Eben ſo die Thüren, deren Füllungen man nur wegzunehmen brauchte, um eben ſo viele Kreuze zu ſehen. Tieſer letztere Gebrauch wurde allgemein, und ein Kreuz, oder Kreuze, werden noch beute in faſt jeder alten mit Füllung ver⸗ Tbüre ſelbſt in den ärmſten Häuſern der Nachkommen der Puritaner und Quäker gefunden. Die Unwiſſenbeit bebhielt dieſe Symbole in demſelben Augenblicke bei, wo man die from⸗ men, gewiſſenhaften heiligen Chorröcke und Prieſterhemden, Kirchen⸗Muſik und Kniebeugung abſchaffte und Alles beſeitigte, was der verkehrte Scharfblick des Menſchen als nicht überein⸗ ſtimmend mit der Einfachheit des menſchlichen Glaubens betrach⸗ tete. Es iſt in der That ergötzlich, dieſe kleinen weſentlichen Sinnbilder der Kreuzigung ſelbſt in den Schlafzimmern und an llence zu finden, während den Schränken der Heiligen par exce ſie ihre Stimmen und ihre Hände erheben, ſie von der paſſend⸗ ſten Stelle, ſtillen, zum Himmel deutenden Finger— zu Hahn an ihre Stelle zu 4 ſehenen entfernen, um einen Der Verfaſſer,. von der Spitze der Kirchentbürme— von dieſem cht zu mahnen ſchien, dieß „gare eine Hand gemalt, welche zur Vorſt konnte als Deviſe ſeines Wappens gelten, es war das à qui la touche“ oder„noli me tangere.“ Der Kopf war, nach der Sitte der indianiſchen Krieger, kahl geſchoren und nur die ritterliche Sealplocke war geblie⸗ ben. Der Häuptling war jetzt ohne alle Malerei. Der Umriß der Züge dieſes berühmten Wilden waren kühn und adlerähnlich,— eine Vergleichung, welche auch ſein feſtes, ruhiges, durchdringendes Auge rechtfertigte. Das Kinn war voll und breit, die Lippen zuſammengedrückt und feſt, die Zähne kurz, aber gleichmäßig und geſund, und ſein Lächeln freundlich, zuweilen ſogar einnehmend. Was die Kopfzierde und die Kleidung angeht, trat Onoah einfach auf, wie die Jahreszeit und das Bedürfniß der Reiſe es nöthig machte. An ſeiner Scalplocke war eine einzige Adlerfeder befeſtigt, ſein Wampumgürtel war ungewöhnlich koſtbar, Meſſer und Tomahawk hingen darneben, ein leichtes, verziertes und mit Franzen geſchmücktes Jagdhemd von Baum⸗ wollenzeug bedeckte ſeinen Körper, während Strümpfe von Hirſchleder und der einfache Mocaſſin von demſelben Stoffe bis an ſein Knie reichten. Dieſes und der untere Theil des muskelkräftigen Beines waren unbekleidet. Er hatte auch Pul⸗ verhorn, Kugelbeutel und eine Büchſe bei ſich, welche eher die amerikaniſche, als die militäriſche Form hatte,— das heißt, ſie war lang, ſicher und das Korn haarſcharf gerichtet. Als Peter auf feſtem Boden ſtand,— denn„Peter“ nann⸗ ten ihn gewöhnlich die Weißen, wenn ſie Grund zu haben glaubten, die zwei vorderen Sylben ſeines Beinamens zu unter⸗ drücken,— grüßte er höflich, die um dem Bug des Candes Verſammelten. Er that dieß mit ernſter Miene, wie ein echter Amerikaner liches Auge Männern l nur einen auf ein ſo hatte, wie Antlitz vo⸗ blaues Au ſich in St „Sag und in zie alten,— Wigwam, Wir wortete le konnte, die der ſchaud kreiſten.— mit Auftr des Honig Ihr brau tendern ir um ſich z reiſe nach aufzuſucht „We ſanft.„ „Die art ausge ſicher iſt. hien, dieß as„LSare b n Krieger, har geblie⸗ rei. Der kühn und ſein feſtes, Kinn war d feſt, die lin Lächeln trat Onoah ß der Reiſe eine einzige ngewöhnlich ein leichtes, von Baum⸗ rümpfe von elben Stoffe re Theil des te auch Pul⸗ welche eher — das heißt, eichtet. geter“ nann⸗ nd zu haben ens zu unter⸗ des Canoes wie ein echter — 237— Amerikaner, aber mit biederer Einfachheit, ſo weit ein menſch⸗ liches Auge ſeine geheimen Gefühle ergründen konnte. Den Männern bot er die Hand und den beiden Frauen warf er nur einen Blick zu, obgleich es ſich fragte, ob er je vorher auf ein ſo vollendetes Bild weiblicher Liebenswürdigkeit geblickt hatte, wie in dieſem Augenblicke Margaret es darbot, deren Antlitz von Erregung höher gefärbt war, deren geiſtvolles blaues Auge neugierig umher irrte, und deren ſchöner Mund ſich in Staunen leicht öffnete. „Sago! Sago!“ ſagte Peter in ſeinen tiefen Kehltönen und in ziemlich gutem Engliſch.—„Sago Allen, jungen und alten,— Freund kommen, euch zu beſuchen und eſſen in euerm Wigwam,— wer Häuptling, he?“ Wir haben hier weder Häuptling noch Wigwam,“ ant⸗ wortete le Bourdon, obgleich er es kaum über ſich gewinnen konnte, die Hand eines Mannes zu faſſen, welcher der Held der ſchauderhaften Erzählungen war, die unter den Wäldlern kreiſten.—„Wir ſind niedrige Leute und keiner von uns iſt mit Aufträgen des Staates betraut. Ich lebe vom Einſammeln des Honigs, und es ſteht Euch deſſen ſo viel zu Dienſten, als Ihr braucht. Dieſer Mann hier iſt Gehilfe bei den Marke⸗ tendern in den Forts. Er war auf dem Wege nach Süden, um ſich zu den Truppen oben am See zu geſellen, und ich reiſe nach Norden, Mackinaw zu, um die Anſiedelungen aufzuſuchen.“ „Warum mein Bruder in ſolcher Eile?“ fragte Peter ſanft.„Bienen müd ſein, Honig zu bereiten?“ „Die Zeiten ſind unruhig und der rothe Mann hat die Streit⸗ art ausgegraben, die Blaßgeſichter wiſſen nicht, ob ihr Wigwam ſicher iſt.“. — 238— „Wo meines Bruders Wigwam?“ fragte Peter und ſchaute ſich vorſtchtig um.„Sehen, es nicht hier ſein,— wo er ſein?“ „Droben in den Lichtungen, weit am Kalamazoo hinauf. Wir verließen den Ort in der letzten Woche und hatten uns in die Hütte auf dem andern Ufer begeben, als eine Schaar Pottawattamies von der See herauf kam und uns zwang, unſerer Sicherheit wegen hierher zu flüchten.“ „Als Peter dieß hörte, wendete er ſich langſam zu dem Miſſionär und hob einen Finger empor, wie man wohl zu thun pflegt, wenn man ſeinen Worten Nachdruck geben will. „Sagen Euch das,“ bemerkte der Indianer.„Wiſſen, daß Pottawattamies hier. Wiſſen, wo ſie ſein, wenn noch ſo weit.“ „Sie ſchrecken uns, da wir Frauen bei uns haben,“ ſetzte der Bienenjäger hinzu,„und glauben, unſere Scalpe möchten ihnen anſtehen.“— „Das ſehr wahſcheinlich, alle Inſchin lieben Scalp in Kriegszeit. Ihr Yankee, ſie brittiſch, können jetzt nicht gehen auf demſelben Pfad ohne zu kämpfen. Müſſen nicht laſſen Pottawattamies euch fangen.“ „Wie ſollen wir dieß verhüten, da Ihr jetzt hierher kamt? Wir hatten alle Canoes auf dieſer Seite des Fluſſes und waren ziemlich ſicher, wenn Ihr aber jetzt über⸗ ſetzt und Euer Canoe in ihre Hand gebt, kann ſie nichts hin⸗ dern, nach Gefallen mit uuns zu verfahren. Wenn Ihr uns verſprechen wollt, nicht eher über den Fluß zu ſetzen, als bis wir weit genug auf dem See ſind, können wir vielleicht flüch⸗ ten, ohne daß wir eine Spur zurücklaſſen.“ I „M wattami ſollen C „W Ihr ſeid Als richtete er betre Mann, Weſten, der des der Not ſamen dieſe P „9 nen Piß auruͤhrt ( 77 in Ge⸗ 0 7, Manch Ojebwe Alle J öffnen Hand E Art, n ſonder! wie Je tung z geter und in,— wo oo hinauf. nd hatten als eine und uns r.“ angſam zu wie man Nachdruck „Wiſſen, enn noch ſo aben,“ ſetzte lpe möchten n Scalp in nicht gehen nicht laſſen jetzt hierher Seite des er jetzt über⸗ he nichts hin⸗ enn Ihr uns etzen, als bis jelleicht flüch⸗ — 239— „Müſſen überſetzen,— ja, müſſen überſetzen, ſonſt Potta⸗ wattamies es auffallend ſinden,— ja, müſſen hinüber. Aber ſollen Canoe nicht anrühren.“ „Wie wollt Ihr es hindern, wenn ſie darauf beſtehen? Ihr ſeid allein, und ihrer ſind zwanzig.“ Als Korporal Flint dieß hörte, ſpitzte er die Ohren und richtete ſich noch ſtracker empor, als er gewöhnlich that, denn er betrachtete ſich wenigſtens als einen Theil von einem Mann, und überdieß als einen, der in all den Kriegen des Weſten, von der großen Schlacht von St. Clair an bis zu der des tollen Anthony gedient hatte. Peter überhob ihm jedoch der Nothwendigkeit einer Antwort, indem er ihm einen bedeut⸗ ſamen Wink gab, der ihn verſtehen ließ, er ſelbſt wolle dieſe Pflicht über ſich nehmen. „Nicht brauchen zu fürchten,“ ſagte Peter ruhig.„Ken⸗ nen Pottawattamies,— kennen alle Häuptling. Niemand aurühren Onoah's Canvoe, wenn er ſagen, es nicht anrühren.“ „Sie ſind aber brittiſche Indianer und ich ſehe Euch hier in Geſellſchaft eines Soldaten des Oheims Sam.“ „Das nichts thun,— Onoah hingehen, wohin er wollen. Manchmal zu Pottawattamie, manchmal zu Irokes. Alle Ojebways kennen Onoah. Alle ſechs Nationen ihn gut kennen. Alle Inſchin ihn kennen. Selbſt Irokes ihn jetzt kennen und öffnen Ohr, wenn er ſprechen. Müſſen über Fluß ſetzen und Hand drücken Krähenfeder.“ Es war nichts prahleriſches oder prunkſüchtiges in der Art, wie Peter von ſeinem Anſehen oder ſeiner Macht ſprach, ſondern er deutete in der ruhigen, einfachen Weiſe darauf hin, wie Jemand, der gewöhnt iſt, ſich als einen Mann von Bedeu⸗ tung zu betrachtet ſehen. Der Menſch hat im Allgemeinen wenig e der Gewohnheit, die Empfindlich⸗ die natürlichſten und unver⸗ lche über ihm ſtehen, ebenſo oft gereizt, wie durch ſolche, die abſichtlich zu Vergleichungen auffordern. In dem vorliegenden Falle konnte jedoch von einem ſolchen Gefühle keine Rede ſein, denn der Indianer äußerte nicht mehr, als ſein ausgebreiteter Ruf völlig zu recht⸗ fertigen verſprach. Nachdem Peter ſich in obiger Weiſe geäußert hatte, hielt der Miſſionär es für paſſend, einige erläuternde Worte hinzu⸗ zufügen. Er that dieß jedoch abſeits, indem er den Bienen⸗ jäger zu ſich winkte. Was Gerſhom betraf, ſo hielt ihn Nie⸗ mand für wichtig genng, um ſich irgend um ihn zu bekümmern oder ſich mit ihm zu befaſſen. „Ihr könnt Peter vertrauen, Freund Bienenjäger,“ bemerkte der Miſſionär,„denn er wird leiſten, was er verſpricht. Ich kenne ihn genau und habe zmich ihm ganz anheimgegeben. Wenn er ſagt, die Pottawattamies ſollten ſeinen Canoe nicht bekommen, ſo werden die Pottawattamies es nicht bekommen. Er iſt ein Mann, auf dem man ſich verlaſſen kann.“ „Iſt er denn nicht der Sealpier⸗Peter, welcher dieſe ganze Grenze entlang einen ſo ſchrecklichen Namen hat?“ fragte le Bourdon. Derſelbe,— aber laßt Euch nicht durch Namen ſchrecken, ſie thun Niemandem etwas zu leid und werden bald vergeſſen. Die Hand der göttlichen Allmacht hat nicht vergebens einen Abkömmling Abraham's, Iſaal's und Jakob's in dieſe Wildniß geführt,— da er hier iſt, könnt Ihr verſichert ſein, daß dieß einen guten Zweck hat.“ „Ein Abkömmliing Abraham's, denn Peter nicht eine Rothhaut und Nachſicht mit dem Einfluſſ keit des Eiteln ſelbſt wird durch holenſten Aeußerungen derer, we Iſaak's und Jakob's? Iſt ein Indianer?“ Alllerdin Ich kenne i Lande weit gegeben wo es ſcheint m um ihn, we „Wollt ten? Ich haut viel T angehört. Nein, gar keinen „Auch einer Art? Nichts ſproſſen, al Vielle ich höre, h hierher gef „Dieß weder den Ojebways. „Er das Ausſ Gebiet.“ „Nich Geheimniß Sohn Iſr Judäa, n ſage nicht findlich⸗ unver⸗ „ebenſo ichungen och von Indianer zu recht⸗ ntte, hielt te hinzu⸗ Bienen⸗ ihn Nie⸗ ekümmern bemerkte licht. Ich imgegeben. anoe nicht bekommen. elcher dieſe nen hat?“ n ſchrecken, d vergeſſen. ebens einen eſe Wildniß n, daß dieß Jakob's? Iſt 2 — 241— Allerdings, aber Niemand kennt außer mir ſeinen Stamm. Ich kenne ihn, Freund Bienenjäger, und werde bald dem Lande weit und breit Kunde davon geben. Ja, mir iſt es gegeben worden, dieſe wichtige Entdeckung zu machen, aber es ſcheint mir zuweilen, als wiſſe Peter ebenſo wenig wie Alle um ihn, welchem Stamm er eigentlich angehört.“ „Wollt Ihr Eure Entdeckung auch vor mir geheim hal⸗ ten? Ich geſtehe, daß ich bei der Beurtheilung einer Roth⸗ haut viel Werth darauf lege, zu wiſſen, welchem Stamm er angehört. Iſt er ein Winnebagoe? Nein, mein Freund, die Winnebagoes haben ganz und gar keinen Anſpruch an ihn?“ „Auch kein Pottawattamie, Ottawa oder Ojebway irgend einer Art?“ Nichts von all dem. Peter iſt einem edlern Stamm ent⸗ ſproſſen, als alle die genannten.“ Vielleicht iſt er ein Indianer von den ſechs Nationen? Wie ich höre, haben Viele ſeit den Zeiten der Revolution den Weg hierher gefunden.“ „Dieß mag ganz wahr ſein, aber Peter entſtammte weder den Pottawattamies, noch den Ottawas, noch den Ojebways.“ „Er wird doch kein Sac oder For ſein? er hat nicht das Ausſehen eines Indianers aus einem ſo neſtlichen Gebiet.“ „Nichts von all dem,“ antwortete Paſtor Amen, den ſein Geheimniß jetzt faſt erſticken zu wollen ſchien.„Peter iſt ein Sohn Iſraels,— eines der verlorenen Kinder des Landes Judäa, wie ſo viele ſeiner rothen Brüder,— gebt acht, ich ſage nicht, wie alle, ich ſage, wie viele ſeiner rothen 253— 255. 16 ſelbſt nicht weiß, aus welchem letztere Frage hat mich ſehr chte lang habe ich über Alles Brüder,— obgleich er vielleicht Stamm er entſproſſen. Dieſe beſchäftigt und Tage und Nä nachgedacht. Nehmet Geneſis Kapitel XLIX, 13. und Ihr werdet alle Beweiſe finden, die nöthig ſind:„Sebulon wird am anfurt des meeres wohnen.“ Dieß bezieht ſich augen⸗ ſcheinlich auf einen andern rothen Bruder, näher an der Küſte.—„Iſaſchar wird ein beinern eſel ſein und ſich lagern zwiſchen zwei laſten, und iſt ein zinsbarer kuecht worden.“ zu verkennen iſt, auf den ſchwarzen und iſt nicht auf Peter zu deuten.—„Dan wir werden auf dem wege und iſt euer rother Mann, wie er leibt und lebt.—„Gad, ein reiter, wird ihn befiegen.“— Holla, Korporal, kommt hierher und ſagt unſerem neuen Freunde wie der tolle Anthony die Nothhäute zuletzt mit ſeinen Reitern in die Flucht ſchlug. Ihr wart dabei und kennt die ganze Geſchichte. Man kann nicht einfacher ſprechen. Der rothe Mann blieb in Frieden, bis die„Langmeſſer und Lederſtrümpfe Gegen dieſe konnte er ſich nicht halten⸗ „Ja,“ erwiederte Korporal Flint, der nur zu gern von dem Kriege ſprach,„es war ziemlich ſo, wie Paſtor Amen ſagt. Die Wilden ſpielten uns Anfangs durch ihre Behendig⸗ keit und Liſt ſchlimm mit, und wenn wir an waren ſie verſchwunden, bis der General auf den Einfall ko Reiterei in die Wildniß zu ſchicken. Niemand hatte je etwas gedacht, ehe der alte Anthony es erfand. Sobald die Wilden bei Mawmee ihre Büchſen losgeſchoſſen hatten, griffen wir ſie mit dem Baggonet an und ſie flohen, und ſobald Dieß geht, wie nicht Mann der Südſtaaten 11 er hat ſeine ſchultern geneiget zu tragen d eine ſchlange eine natter auf dem ſteige.“ Das „¹Iin die Wälder kamen. greifen wollten, ſie flohen, ſ „lange Meſſe in die Seiter „Schrift gefur unſeren Sien in den Berie 3 Prär triumph 4„Das ein Ende ge men laſſen, Verſtecken geſtehen, de Paſtor Ame „Höret hinzu, wele jedem ander glaubte,— hat:„Ben raub freffe Keine men 9 4 die amerik Stämme viel rühm gllänzendſt hatten, von dem us welchem mich ſehr über Alles und Ihr bulon wird ſich augen⸗ — 243— ſie flohen, ſtäubte die Reiterei auf ſie ein und ſchwang das „lange Meſſer“ und drückte die Ferſe ihrer„Lederſtrümpfe“ in die Seiten der Thiere. Herr Amen hat einen Vers in der Schrift gefunden, welcher der Geſchichte nahe kommt und faſt unſeren Sieg weiſſagt, und zwar ſo deutlich, wie es hernach in den Berichten aus dem Hauptquatiere zu leſen war.“ d, ein Neiter, wird ihn beſiegen!“ rief der Miſſio⸗ her an der it R ſich lagern Har triumphirend.— 7 t zu tragen t, wie nicht Südſtaaten eine ſchlange eige.“ Das „Gad, ein ommt hierher Anthony die Flucht ſchlug. Man kann b in Frieden, gälder kamen. zu gern von Paſtor Amen. hre Behendig⸗ reifen wollten, a Einfall kan hatte je am z. Sobald die hatten, griffen n, und ſobald 1 „Das iſt's, das iſt's, gerade die Reiter haben der Sache ein Ende gemacht. Der tolle Anthony hatte die Reiter kom⸗ men laſſen, und als wir die Wilden aus ihren Büſchen und Verſtecken herausgejagt hatten, hieben ſie ein. Ich muß geſtehen, daß ich mehr denn je auf die Schrift halte, ſeit Paſtor Amen mir dieſen Vers vorgeleſen hat.“ „Höret dieß Freund Bienenjäger,“ ſetzte der Miſſionär hinzu, welcher jetzt ganz auf ſeinem Steckenpferde ſaß und in jedem andern Indianer des Weſten einen Iſraeliten zu ſehen glaubte,—„und ſagt mir, ob es je prophetiſchere Worte gegeben hat:„Benjamin iſt ein reißender wolf, des morgens wird er raub freffen und des abends wird er den raub austheilen.“ Keine menſchliche Kunſt könnte dieſe Indianer wahrer und treuer zeichnen.“ „ Ben Boden war in der Bibel nicht ſehr bewandert, und ußte kaum, was er von all dem halten ſollte. Der Gedanke, die amerikaniſchen Indianer ſeien Abkömmlinge der verlornen Stämme Iſraels, war ihm ganz neu, auch wußte er nich viel rühmenswerthes von dieſen Stämmen, ſelbſt in ihrer glänzendſten Zeit und während ſie das gelobte Land inne hatten, dennoch waren ihm manche dunkle Erinnerungen von dem geblieben, was er als Knabe geleſen hatte,— und 16* 3 TD) AJ A 35 welcher Amerikan wünſchte die eben erhaltene Beleh auszudehnen. fragte er. Stammes z A= Pren aphlhall iſt ein ſchüe er hirſch und gibt ſchöne vede. ſchnell wie „Hirſch, denn er gi nehmen wollte, — 17 Verſuches zweiſelte. 4 — 221— el nicht geleſen?— und er hätte die Bib rung durch einige Fragen „Wie, Ihr haltet die Wilden Amerikas für Juden?“ als Ihr hier ſteht. Freund Bienenjäger, Ihr dürft jedoch nicht glauben, daß ich Onoah dem Stamme Ben⸗ jamin's beizähle. Nein, ich wende mich, in Betreff ſeines u Vers 21. Naphthalis iſt die wurzel ſeines „So gewiß⸗ „ Was kann deutlicher ſein? Onvah iſt ilt für einen berühmten Jäger, und die ſetzt dem Bilde die Krone auf und beſeitigt ede Einrede, wenn eine ſolche noch möglich wäre, denn Onvah iſt der beredetſte Redner, welchen man it gehört hat. Keiner, der ſeiner Rede jemals gelauſcht hat, wird es in Zweifel ziehen⸗ daß er ſchöne vede gibt.“ dern Beweis⸗ —s iſt unmöglich anzugeben, zu welchen an Miſſionär in dem Verlaufe ſeiner für die er ſehr eingenommen war, vorgeſchritten wäre, hätte ſich der Indianer nicht ſelbſt genähert und der Unterhaltung ein Ende gemacht. Peter hatte ſich entſchloſſen, alsbald über den Fluß zu ſchiffen, und theilte dieß ſeinen Begleitern mit, welche er Beide hier zurückzulaſſen beabſichtigte. Le Bourdon konnte ſich einem ſolchen Schritte nicht entgegen ſtellen, wenn er ſeine Zuflucht nicht zur Gewalt und Gewalt wollte er nicht gern brauchen, da er zumal an der Gerechtigkeit und Klugheit eines ſolchen Stelle„er gibt ſchöne vede“ mitteln der wohlmeinende Entwickelung einer Anſicht, Das u ben Peter's bieten. Le der Miſſion und daß ei lich ſei. 2 zwei Gefät ſähe der ei Sohn des prieſter ſel Peter was dem? Canoe ge Indianere er ruhig raſch vor Als jäger und n?— und nige Fragen r Juden?“ enjäger, Ihr gtamme Ben⸗ Betreff ſeines purzel ſeines d gibt ſchöne hnell wie der ger, und die die Krone auf noch möglich delchen man i uſcht hat, wird udern Beweis⸗ Verlaufe ſeiner genommen war, ſelbſt genähert zeter hatte ſich und theilte dieß r zurückzulaſſen ſolchen Schritte nicht zur Gewal gern brauchen, heit eines ſolchen 5 1 4 — „ 5. 7 A0 auv, 9 I nun 6 Phu u h Zwölſtes Kapitel. Dir muß ich meine ganze Liebe weihen, Mein tbeures Heimathland; Du biſt der kräft'ge Schirm des Freien, Der Pfeiter ſtolzer Unabbängigkeit, Der Hafen, der dem Unglück Rettung beut, Der Unſchuld ſchutzbereite Hand! Sprech' ich der Heimath jemals Hohn, Dann fluche, Mutter, du dem Sobn, Der deinem Schooße ſich entwand. Percival. nicht zu ſagen gebieteriſche Geha⸗ prache oder Widerrede Trotz zu d Gelegenheit zu bemerken, daß der Miſſionär wie der Korporal ſich ſeinen Wünſchen fügten und daß ein Widerſpruch gegen das, was er wollte, vergeb⸗ lich ſei. In Allem handelte er, wie es ihm geſiel und ſeine zwei Gefährten fügten ſich ſeinem Willen ſo unbedingt, als ſähe der eine in dieſem angeblichen Kinde Iſraels Joſua, den Sohn des Nun, und der andere ſogar Aaron, den Hohen⸗ prieſter ſelbſt. Peter war mit ſeinen Vorbereitungen bald fertig. Alles, was dem Miſſionär und dem Korporal gehörte, wurde aus dem Canoe geſchafft, welches nun nur noch das Eigenthum des Indianers ſelbſt enthielt. Sobald dieß abgethan war, ruderte er ruhig und furchtlos weg und ließ ſein Canve leicht und raſch vor dem Winde niederlaufen. Als er aus dem Reisgewinde trat, eilten der Bienen⸗ jäger und Margaret auf die Anhöhe, um zu ſehen, was er Das unabhängige, um ben Peter's ſchien jeder Einſ bieten. Le Bourdon hatte bal — 246— 3 Bravo del werde. Wir laſſen dieß junge Paar hier und begleiten das Thaten dene Canoe auf ſeiner Fahrt nach dem nördlichen Ufer. nen, ſich der beginnen und wie er von den Pottawattamies aufgenommen Anfangs ruderte Peter ruhig fort, als ob er keinen andern ihm Beifall Zweck hätte, denn über den Fluß zu kommen. Als er jedoch ein, mit wel den Reisſaum hinter ſich hatte, ließ er das Ruder fallen und der ſeine S öffnete einen Soldaten⸗Schnappſack, welcher ſeine Habſelig⸗ Der Name keiten enthielt. Aus ihm nahm der Häuptling vorſichtig ein denn viele kleines Päckchen, und als er es aufmachte, wurden nicht che er es er weniger als ſieben friſche Menſchen⸗Scalpe ſichtbar. Dieſe Kräher befeſtigte er auf einen Stab, und ergriff, mit der Anordnung um den Beſ zufrieden, wieder zu dem Ruder. in ehrfurcht Es war vom erſten Augenblick an nicht zu verkennen, Peter verlie daß die Pottawattamies auf dem nördlichen Ufer das fremde aus der Se Canoe in den Fluß hatten treten ſehen, und ſie ſammelten Er gab Je ſich jetzt in einer Gruppe an dem gewöhnlichen Landungsplatz— ein Ber unter dem Shanty, um ſeine Annäherung zu erwarten. Sobald dann bega Peter auf hundert Schritte von dem Ufer gekommen war, der Pottan ließ er das Ruder ruhen, nahm den Scalpſtab in die Hand, Gelegenhei erhob ſich und ließ das Canve vor dem Winde niedertreiben, daß unſere denn da er es genau windwärts von dem Landungsplatze lich in de geſtellt hatte, konnte er gewiß ſein, daß es die gewünſchte dieſe Schw Richtung nehmen werde. Ein⸗ oder zweimal bewegte er den welche wir Stab, als wollte er auf die Scalpe aufmerkſam machen, die möglich zu an deſſen Ende ſo befeſtigt waren, daß man jeden Einzelnen„Me deutlich ſehen konnte. welcher a Als Napoleon von der Schlacht bei Auſterlitz zurückkehrte, überragte. — als Wellington in das Haus der Gemeinen trat, um nach viele Scat ſeiner Rückkehr aus Spanien den Dank des Vaterlandes hin⸗ icch täͤglie zunehmen,— als der Heerführer in allen Kämpfen am Rio fgenommen gleiten das inen andern ls er jedoch fallen und ne Habſelig⸗ orſichtig ein urden nicht tbar. Dieſe Anordnung u verkennen, r das fremde ie ſammelten Landungsplatz irten. Sobald kommen war, in die Hand, niedertreiben, andungsplatze die gewünſchte ewegte er den m machen, die jden Einzelnen tz zurückkehrte, trat, um nach aterlandes hin⸗ mpfen am RNio — 247— Bravo del Norte oder in dem Thale von Mexico, deſſen Thaten denen des Fernando Cortes gleichgeſtellt werden kön⸗ nen, ſich der Menge zeigte, welche ſich verſammelt hatte, um ihm Beifall zuzujauchzen, flößten ſie kaum die Begeiſterung ein, mit welcher die Pottawattamies dieſen berühmten Wilden, der ſeine Scalpe in ſtolzem Triumphe ſchwenkte, empfingen. Der Name„Onvoah“ ging bewundernd von Mund zu Mund, denn viele an dem Ufer hatten den großen Häuptling lange, ehe er es erreichte, erkannt. Krähenfeder und die übrigen Häuptlinge traten heran, um den Beſucher zu empfangen, während die jüngeren Krieger in ehrfurchtsvoller Bewunderung in dem Hintergrunde blieben. Peter verließ jetzt ſein Canoe und begrüßte die Angeſeheneren aus der Schaar einzeln mit dem höflichen Ernſte der Wilden. Er gab Jedem die Hand, nannte einen oder zwei bei Namen, — ein Beweis, daß ſie ſich bereits früher geſehen,— und dann begann folgendes Geſpräch. Da Alle in der Sprache der Pottawattamies redeten, wir aber, wie bei einer ähnlichen Gelegenheit ſchon bemerkt worden iſt, kaum annehmen können, daß unſere Leſer das Geſagte verſtünden, wenn wir es wört⸗ lich in der Originalſprache wieder gäben, werden wir, um dieſe Schwierigkeit zu heben und zumal aus anderen Gründen, welche wir hier nicht anzuführen brauchen, Alles ſo treu als möglich zu überſetzen bemüht ſein. „Mein Vater iſt ſehr willkommen!“ rief Krähenfeder, welcher alle ſeine Gefährten au Rang und Anſehen weit überragte.„Wie ich ſehe, hat er, nach ſeiner Gewohnheit, viele Scalpe genommen und die Zahl der Blaßgeſichter mindert ich täglich. Wird die Sonne je über den Tag aufgehen, an kalchem ihre Wigwams ausſehen wie die Aeſte der Eiche — 248.— im Winter? Kann mein Vater uns Hoffnung geben, dieſe Stunde je zu erleben?“ „Es iſt ein langer Pfad von dem Salzſee, aus dem die Sonne aufſteigt, bis zu dem andern Salzſee, in welchen ſie ſich Nachts verbirgt. Die Sonne ſchläft jede Nacht in dem Waſſer, ſie iſt aber ſo heiß, daß ſie bald trocken wird, wenn ſie des Morgens aus ihrem Bette kommt. Dieß iſt das Thun des großen Geiſtes, nicht das unſrige. Die Sonne iſt ſeine Sonne, die Indianer können ſich in ihren Strahlen wärmen, aber ſie können ihre Reiſe nicht um die Länge der Handhabe eines Tomahawks abkürzen. Daſſelbe gilt von der Zeit, ſie gehört dem Manitou, und er verlängert und verkürzt ſie, wie es ihm gefällt. Wir ſind ſeine Kinder und müſſen uns fügen. Er hat uns nicht vergeſſen. Er bildete uns mit ſeiner Hand und wird uns ſo wenig aus dem Lande vertreiben, wie ein Vater ſein Kind aus dem Wigwam vertreibt.“ „Wir hoffen, daß dieß Alles ſo iſt, es erſcheint unſeren armen ſchwachen Augen aber nicht ſo. Wir zählen die Blaß⸗ geſichter, und jeden Sommer wachſen ſie raſch, wie das Gras auf den Prärien. Wir ſehen ihrer mehr, wenn die Blätter fallen, als wenn der Baum in der Blüthe iſt, und wenn die Blüthen kommen, wieder mehr, als wenn die Blätter fallen. In wenigen Monaten iſt da eine Stadt, wo die Fichte ſtand, und Wigwams treiben die Wölfe aus ihren gewohnten Lagern. In einigen Jahren werden wir nur noch Hunde zu eſſen haben, wenn die Blaßgeſicht⸗Hunde uns nicht eſſen.“ „Squawe ſind ungeduldig, Männer aber verſtehen es, warten. Dieſes Land iſt von dem großen Geiſte dem rothen Manne gegeben worden, wie ich Euch oft geſagt habe, meinet Kinder, wenn er die Blaßgeſichter einige Winter herein gelaſſe 1 zu hat, geſche Da uns werden, wieder get von unſer mies eing „Si Ich weiß uns umg waſſer iſ trefflich, des Aber Der rot mehr al Scalpe wachſen „„L ſenkte, konnten Die At keiner muß uns zu C Schaa Scalr ſie Al erkenr Gerü nißvr geben, dieſe aus dem die welchen ſie acht in dem wird, wenn iſt das Thun ne iſt ſeine hlen wärmen, der Handhabe der Zeit, ſie fürzt ſte, wie en uns fügen. t ſeiner Hand iben, wie ein ſcheint unſeren hlen die Blaß⸗ wie das Gras un die Blätter und wenn die Blätter fallen. ie Fichte ſtand, vohnten Lagern. Hunde zu eſſen eſſen.“ verſtehen es, zu eiſte dem rothen agt habe, meiu er herein gelaſſen — 249— weil wir unrecht gethan. wird er uns behilflich und uns die Wälder Sind nicht Boten den Pottawatta⸗ hat, geſchah es, um uns zu ſtrafen, Da uns jetzt das Gethane leid thut, werden, die Fremden zu vertreiben, wieder geben, um allein darin zu jagen. von unſerem großen Vater zu Montreal bei mies eingetroffen, um ihre Herzen zu kräftigen?“ „Sie flͤſtern unſeren Stämmen ſtets in die Ohren. Ich weiß die Zeit nicht, wo nicht Geflüſter aus Montreal bei uns umgegangen wäre. Ihre Blankete ſind warm, ihr Feuer⸗ waſſer iſt ſtark, ihr Pulver iſt gut und ihre Büchſen ſchießen trefflich, aber alles dieß hält Oheim Sam's Kinder nicht ab, des Abends zahlreicher zu werden, als ſie des Morgens waren⸗ Der rothe Mann wird müde, ſie zu zählen. Es ſind ihrer mehr als Tauben im Frühjahre. Mein Vater hat viele ihrer Scalpe genommen, aber das Haar muß nach dem Meſſer wachſen, ſo viele bleiben noch übrig.“ 1 „Seht!“ antwortete Peter, indem er den Stab ſo weit ſenkte, daß Alle die empörenden Trophäen geuau betrachten konnten,„dieſe gehörten Soldaten oben an dem See an. Die Amſel iſt mit ihren jungen Männern dort geweſen, aber keiner von ihnen hat ſo viele Scalpe erbeutet. Auf dieſe Art muß man die weißen Tanben abhalten, in Schaaren über uns zu fliegen, welche die Sonne verdunkeln und bedecken.“ Ein neues Murmeln durchlief die der Bewunderung Schaar, als jeder der jungen Krieger ſich vorbeugte, um die Scalpe zu zählen und a uf die Zeichen zu achten, an welchen ſie Alter, Geſchlecht und Stand der verſ chiedenen Opfer zu erkennen pflegen. Hier geſellte ſich den hundert durch das Gerücht verbreiteten Beiſpielen von der Kü nißvollen Onvah ein neues hinzu, hier zeigte ſich ihnen aber⸗ hnheit des geheim⸗ — 250— mals ein Beweis von ſeinem unvertilgbaren Haſſe gegen das Geſchlecht, welches ſich langſam, aber unaufhaltſam in ihr Gebiet eindrängte und ſie aus den Wäldern vertrieb, wo ihre Väter gejagt hatten. Sobald dieſer kurze Ausbruch des Gefühls beſchwichtigt war, wurde das Geſpräch wieder aufgenommen. „Wir haben ein Blaßgeſicht, einen Medizin⸗Mann bei uns gehabt, Onoah,“ fuhr Krähenfeder fort,„und er hat unſere Augen ſo geblendet, daß wir nicht wiſſen, was wir von ihm denken ſollen.“ Der Häuptling erzählte nun die Hauptbegebniſſe, welche den Beſuch des Bienenjägers begleitet hatten, berichtete Alles einfach, wie er es aufgefaßt, und geſtand offen, daß ſelbſt die Häuptlinge nicht wußten, was ſie von dem Vorfalle denken ſollten. Nach dieſer Darlegung theilte er dem geheimniß⸗ vollen Onvah die Geſchichte von ihrem Gefangenen, von dem Morde des Hirſchfußes, ihrer Abſicht, den gefangenen Chip⸗ pewa am Morgen zu martern, und ſeiner Flucht, ſowie von dem Verluſte ihres jungen Kriegers und dem Entkommen ihrer unbekannten Feinde, welche ihnen alle Canoes geraubt, mit. Inwiefern der Medizin⸗Mann bei den übrigen Begeb⸗ niſſen der Nacht betheiligt geweſen, bekannte Krähenfeder offen, wiſſe er nicht und ſei noch im Zweifel, ob er den Zau⸗ berer für einen Betrüger oder für einen wirklichen Wahrſager halten ſolle. Peter war jedoch weniger leichtgläubig, als ſelbſt dieſe Häuptlinge. Er war, wie jeder Ungebildete, nicht frei von abergläubiſchen Meinungen, ein klarer Kopf aber und ein raſcher Verſtand erhob ihn weit über die Schwächen der meiſten rothen Männer. Als man ihm das Ausſehen des unbekannt ſogleich d ein India ausbleiber Obg Männer cher beſon vollkomm andern 1 bei den wohl, ſeine eig und Zu behielt; Brüder ſich ſell viele F ſeiner O ſtänden Interef D findend linge? einem den H charak zogen einand waren ſprach gen das n in ihr wo ihre zichtigt kann bei her hat wir von , welche eete Alles ſelbſt die le denken eheimniß⸗ von dem nen Chip⸗ ſowie von ntkommen 3 geraubt, en Begeb⸗ rrähenfeder den Zau⸗ Wahrſager ſelbſt dieſe t frei von er und ein vwächen der ssſehen des — 251— nes näher ſchilderte, erkannte er Wenn ein Judianer ſchildert und r deutet, wird die Entdeckung ſelten unbekannten Medizin⸗Man ſogleich den Bienenjäger. ein Indianer vergleicht ode ausbleiben. Obgleich Onoah oder der Stammloſe, wie die rothen Männer ihn auch häufig nannten, weil Niemand wußte, wel⸗ cher beſondern Abtheilung der indianiſchen Familie er angehöre, vollkommen einſah, daß der Bienenjäger, welchen er auf dem andern Ufer geſehen, derſelbe ſei, der die Rolle des Zauberers bei den Pottawattamies geſpielt hatte, hütete er ſich doch wohl, Krähenfeder dieſen Umſtand zu entdecken. Er hatte ſeine eigene Politik und wußte ſehr gut, wie wichtig Geheimniß und Zurückhaltung oft ſind. Bei der jetzigen Veranlaſſung behielt Peter ſeine Entdeckung für ſich und ließ ſeine rothen Brüder in Zweifel und Ungewißheit, er war aber bemüht, ſich ſelbſt der Wahrheit zu vergewiſſern und ſtellte daher ſo viele Fragen, als dieſer Zweck nothwendig machte. Als er ſeiner Sache gewiß war, wendete er ſich zu anderen Gegen⸗ ſtänden, welche für ihn und ſeine Gefährten von noch höherm Intereſſe waren. Die nun zwiſchen dem Stammloſen und Krähenfeder ſtatt⸗ findende Unterredung wurde abſeits gehalten, da ſie Häupt⸗ linge von zu großem Anſehen waren, als daß ſich Jemand in einem ſolchen Augenblick ihnen hätte nahen dürfen. Die bei⸗ den Häuptlinge boten während dieſer Berathung ein ſehr charakteriſtiſches Gemälde dar. Sie ſetzten ſich auf eine Bank, zogen ihre Beine theilweiſe unter ſich, wendeten die Geſichter einander zu, wobei die Köpfe weniger als zwei Fuß getrennt waren, und bewegten den ſprach nach dem Andern mit ernſtem Anſtande. Krähenfeder Arm zuweilen würdevoll, aber Einer — 252— war grell gemalt und hatte ein kühnes, kriegeriſches Ausſehen, Onoah aber hatte, mit Ausnahme des bereits erwähnten Schmuckes, nichts Außerordentliches an ſich, man müßte denn ſein bemerkenswerthes Geſicht dahin rechnen. Das Antlitz dieſes Indianers hatte gewöhnlich einen gedankenvollen Aus⸗ druck, wie man ihn bei Wilden nicht ſelten findet, zuweilen aber leuchtete es, ſo zu ſagen, von der Glut eines innern Feuers auf, wie ein Krater dann und wann Flammen an einem dunkeln Himmel emporwirft. Vielleicht würde der, welcher die menſchlichen Geſichtszüge zu erforſchen und ihren Ausdruck zu deuten verſteht, in dieſem Antlitze die Züge tiefer Verſchlagenheit und einer innern, angebornen Schwärmerei entdeckt haben. Sein Geiſt war in dieſem Augenblick in einen Plan vertieft, welcher des erhabenſten Charakters würdig geweſen wäre,— er dachte über die Wiedergeburt und Ver⸗ einigung des Volkes ſeiner Raſſe und zumal die Mittel nach, die Beſitzungen wieder zu erlangen, welche ſie den Blaßgeſich⸗ tern überlaſſen hatten, den Gedanken geſellte ſich aber die Grauſamkeit und der Rachedurſt eines Wilden bei,— er war edel, aber grauſam. Nicht umſonſt hatten die Weißen, welche jener Grenze entlang zerſtreut wohnten, dieſen Häuptling„Sralpir⸗Peter“ benannt, wie ſein Stab jetzt zeigte, hatte er dieſen Namen in hundert Scenen blutiger Rache verdient, und ſeine Erfolge waren der Art geweſen, daß der Krieger, Wahrſager und Rathgeber— denn alle dieſe Eigenſchaften vereinigten ſich in dieſem Manne— die Erreichung ſeines Zieles für möglich zu halten begann. Wie man ſich wohl denken kann, war dieſen Anſichten und Hoffnungen eine große Unkenntniß der Macht der angel⸗ ſächſiſcher ſenheit n höheren wohnen was mit dung ſtel Pete hin, als tapfern, baren Ff den Rüc Vernicht jetzt nich Ach, der Kraft zu ſelbſt, u wird er Hoffnun ſchlechte⸗ Die eine vol in nicht Krähenf Bruder, „Stam hier Ge Wir we verhüll einige werden Ausſehen, erwähnten üßte denn as Antlitz llen Aus⸗ zuweilen es innern mmen an ürde der, und ihren üge tiefer zwärmerei enblick in rs würdig und Ver⸗ ittel nach, Zlaßgeſich⸗ aber die — er war r Grenze r⸗Peter“ Namen in e Erfolge ſager und en ſich in nöglich zu Anſichten der angel⸗ ſächſiſchen Raſſe auf dieſem Feſtlande beigemiſcht, dieſe Unwiſ⸗ ſenheit war aber kaum größer, als die gewiſſer Leute von höheren geiſtigen Anſprüchen, die auf einer andern Halbkugel wohnen und oft als unfehlbare Richter in Allem auftreten, was mit dem Menſchen und ſeinen Eigenſchaften in Verbin⸗ dung ſteht. Peter, der Stammloſe, gab ſich keinem größern Irrthume hin, als die, welche die Macht dieſer großen Republik in der tapfern, kleinen Schaar ſahen, die ſich unter ihrem unbezähm⸗ baren Führer in Corpus Christi verſammelten und beharrlich den Rückgang, die Niederlage, die Unfälle und die endliche Vernichtung vorausſagten, welche die göttliche Vorſehung bis jetzt nicht geruht hat über den jungen Herkules zu verhängen. Ach, der Feind, welcher dieſe neue und ſonſt unbezwingbare Kraft zu bewältigen droht, iſt ein innerer, er ſitzt in der Veſte ſelbſt, und man muß ihn ſcharf in dem Auge behalten, ſonſt wird er ſeinen boshaften Vorſatz ausführen und die ſchönſten Hoffnungen zerſtören, welche je dem Looſe des Menſchenge⸗ ſchlechtes gelächelt haben! Die Berathung zwiſchen den beiden Häuptlingen währte eine volle Stunde. Krähenfeder beſaß das Vertrauen Onoah’s in nicht geringem Grad, und was Peter betraf, ſo achtete Krähenfeder ihn ſelbſt noch mehr, als Termuthe oder ſeinen Bruder, den Propheten. Manche flüſterten ſich ſogar zu, der „Stammloſe“ ſei überall die rechte Hand und die anderen hier Genannten handelten bloß nach ſeinem Rath oder Befehle. Wir werden dem Leſer den Schleier, welcher die nächſte Zukunft verhüllt, ſo weit es jetzt nöthig iſt, lüften, wenn wir ihm einige Bemerkungen mittheilen, welche die zwei Führer laut werden ließen, ehe ſie wieder zu der übrigen Schaar traten. „Mein Vater will ſeine Blaßgeſichter alſo auf einen gewundenen Pfad führen und ihre Scalpe nehmen, wenn er ſeine Zwecke mit ihnen erreicht hat,“ ſagte Krähenfeder, welcher mit geſpannter Aufmerkſamkeit auf das hörte, was Peter hinſichtlich ſeiner künftigen Pläne äußerte,—„wem ſoll aber der Scalp des Chippewa zu Theil werden?“ „Einem meiner jungen Pottawattamie⸗Krieger, aber nicht eher, als bis ich mich ſeiner zu meinen Abſichten bedient habe. Ich habe zwei Blaßgeſichter bei mir, einen Medizin⸗ Prieſter und einen Krieger, werde aber ihre Scalpe nicht an meinen Stab befeſtigen, bis ſie mich weiter gerudert haben. Unſere erſte Rathsverſammlung wird unter den Eichen⸗Lich⸗ tungen— wir überſetzen dieſes Wort frei, denn Peter's Aus⸗ druck lautete ungefähr„in den offenen Wäldern der Prärie“— ſtattfinden, und ich wünſche, unſere Gefangene den Häuptlingen zu zeigen, damit ſie ſehen, wie leicht es iſt, mit allen Yankees fertig zu werden. Ich habe jetzt vier Männer dieſes Volks und zwei Squawen in meiner Gewalt, wenn jeder rothe Mann ſo viele vernichtet, wird das Land bald von ihnen geſäubert ſein.“ Bei dieſen Worten überſtrahlte eine ſolche wilde Grau⸗ ſamkeit Onvah's Geſicht, daß deſſen Ausdrnck ſchrecklich war. Selbſt Krähenfeder ſchrack vor dieſem grimmigen Anblicke zurück, Alles aber ging ebenſo raſch vorüber, als es ſich gezeigt hatte, und an ſeine Stelle trat ein freundliches, trügeriſches Lächeln, welches eher dem verſchmitzten Aſiaten als dem ÜUrbe⸗ wohner Amerikas anzugehören ſchien. 1 „Die Zahl der Weißen iſt unüberſehbar,“ begann der Pottawattamie⸗Häuptling wieder, ſobald das minder ſchreck⸗ liche Ausſehen ſeines Gefährten ſeine Unruhe ein wenig . beſchwichti Die Amſe zahlreich überwältig „Es der Beiden befeſtigt l vorübergel ſein Geſie weiß jetzt darf kein Hand ber ſein Meſſe zurückerha uns in d finden. C gern in je Männern der Hirſch zu werden Die Rach Kräh ihm lauſ mögen. eine gene den gegel war der( loſen,“ und ſo gr ſams, de auf einen wenn er r, welcher das Peter ſoll aber ger, aber en bedient Medizin⸗ nicht an ert haben. hen⸗Lich⸗ er’'s Aus⸗ rärie“— iuptlingen n Yankees ſes Volks the Mann geſäubert lde Grau⸗ cklich war. 1 Anblicke ſich gezeigt rügeriſches dem Urbe⸗ egann der der ſchreck⸗ ein wenig — 255— beſchwichtigt hatte,—„wenn Alles, was ich höre, wahr iſt. Die Amſel ſagt, ſelbſt die Squawen der Blaßgeſichter ſeien zahlreich genug, um alle noch übrigen rothen Menſchen zu überwältigen.“ „Es werden deren Zwei weniger ſein, wenn ich die Scalpe der Beiden auf der andern Seite des Fluſſes an meinen Stab befeſtigt habe,“ antwortete Peter, und abermals flog der vorübergehende, aber markerſchütternde wilde Racheblick über ſein Geſicht.„Doch für jetzt genug davon. Mein Bruder weiß jetzt Alles, was er zu thun hat. Jenen Blaßgeſichtern darf kein Haar auf dem Haupte durch eine andere als meine Hand berührt werden. Wenn die Zeit reif iſt, hat Onoah ſein Meſſer bereit. Die Pottawattamies werden ihre Canoes zurückerhalten und uns Fluß aufwärts folgen. Sie werden uns in den Lichtungen und in der Nähe des Prärie⸗Ringes finden. Sie kennen die Stelle, denn der rothe Mann jagt gern in jener Gegend. Geht nun und ſagt dieß Euern jungen Männern und laßt ſie wiſſen, daß der Mais nicht wächſt und der Hirſch nicht wartet, um von Einem Eures Volkes erlegt zu werden, wenn ſie zu thun vergeſſen, was ich geſagt habe. Die Rache wird kommen, wenn es Zeit iſt.“ Krähenfeder theilte alles dieß ſeinen Kriegern mit, welche ihm lauſchten, wie die Alten ihren Orakeln gelauſcht haben mögen. Jeder Einzelne aus der Schaar war bemüht, ſich eine genaue Kenntniß von ſeiner Pflicht zu verſchaffen, um den gegebenen Vorſchriften pünktlich zu entſprechen. So tief war der Eindruck, welchen die früheren Schritte des„Stamm⸗ loſen,“ den Nationalgeiſt zu beleben, hervorgebracht hatten, und ſo groß war ihre Furcht vor den Folgen zines Ungehor⸗ ſams, daß jedem anweſenden Krieger zu Muthe war, als ſei — 256— ſein Leben bedroht, wenn er zu gehorchen verſäume oder widerſtrebe. Sobald Krähenfeder ſeinen Auftrag vollzogen hatte, wurde der Wunſch allgemein laut, das Räthſel in Betreff der Whis⸗ key⸗Quelle möge Onoah zur Löſung anheimgegeben werden. Trotz Allem, was ſich begeben hatte, hofften die jungen Män⸗ ner ſtets noch, dieſe Quelle dürfte ſich zuletzt doch als eine Wirklichkeit erweiſen. Der Geruch war noch dort, ſtark und duftreich, und ſie konnten ſich von der Anſicht nicht trennen, daß dort„Feuerwaſſer“ wachſe. Allerdings hatte die Art, wie der Medizin⸗Mann ſich entfernte, und das Ausbleiben des ſprudelnden Stromes, welchem ſie entgegenſahen, während ihre Erwartungen nur durch ein ſchwaches Tröpfeln befriedigt wurde, ihren Glauben ein wenig erſchüttert, dennoch hatten ſie kleine Felſen⸗Höh⸗ lungen mit Whiskey angefüllt gefunden, und mehrere hatten ihn gekoſtet und für ſchmackhaft erklärt. Wie gewöhnlich war dadurch der Wuunſch nach„mehr“ rege geworden,— ein Wunſch, welchem ſich ein indianiſcher Gaumen ſelten ent⸗ ſchlägt, wenn es ſich von dem Genuſſe ſtarker Getränke handelt. Peter hörte die Bitte mit ernſter Würde und willigte ein, ihr zu entſprechen. Er war, wie wir bereits bemerkt haben, von Aberglauben nicht ganz frei, hielt es jedoch für unmöglich, daß Whiskey in Strömen aus einem lebendigen Felſen hervorſprudeln ſollte. Dennoch war er gewillt, die bezauberte Stelle in Augenſchein zu nehmen, den Duft zu riechen und ſich Aufklärung über die Liſt zu verſchaffen, durch welche der Bienenjäger die unerfahrenen Weſen, in deren Hände der Zufall ihn geworfen, getäuſcht hatte. Wäͤhrend die jungen Männer die Stellen, wo der Geruch am Stärkſte Peter den ur übrigen Häu angebornes Würde, er niſcher Aufn welcher ihn Ehrfurc und ſchaute einer moral zu verſichern Gebieten be wußten nich von ſeinem Schleier des Dieſe U in Erſtaunen geſchweige d und des Wo kaniſchen Vr Charakter ſ Bildung un Dunkeln dar den. Der 2 Fähigkeiten aus eine ge fortwährend Zuſammenſt Ein anderer ſchen ſo we 253— 2 ume oder tte, wurde der Whis⸗ n werden. igen Män⸗ h als eine ſtark und ht trennen, Mann ſich Stromes, ungen nur n Glauben elſen⸗Höh⸗ rere hatten hnlich war n,— ein ſelten ent⸗ nke handelt. nd willigte its bemerkt jedoch für lebendigen ewillt, die in Duft zu affen, durch deren Hände der Geruch — 257— am Stärkſten war, mit großem Eifer andeuteten, bewahrte Peter den unerſchütterlichſten Ernſt. Er kniete nicht, wie die übrigen Häuptlinge, nieder, um den Duft zu riechen, denn ein angebornes Schicklichkeitsgefühl ſagt ihm, dieß ſei gegen ſeine Würde, er beobachtete aber ſcharf und faßte mit echt india⸗ niſcher Aufmerkſamkeit jeden kleinſten Umſtand in das Auge, welcher ihn der Entdeckung der Wahrheit näher führen konnte. Ehrfurchtsvoll und bewundernd ſtand die Schaar umher und ſchaute auf Onoah's Thun. Es war ihm gelungen, ſich einer moraliſchen Gewalt über die Indianer des Nordweſten zu verſichern, wie ſie nie ein rother Mann in jenen weiten Gebieten beſeſſen hatte. Die Weißen hörten kaum von ihm, wußten nichts von ſeiner Lebensgeſchichte und noch weniger von ſeinem wahren Charakter, denn Beide waren in den Schleier des Geheimniſſes gehüllt. Dieſe Unkunde der Blaßgeſichter jener Zeit darf uns nicht in Erſtaunen ſetzen. Sie verſtanden ihre eigenen Führer nicht, geſchweige die Führer der Kinder der Lichtungen, der Prärien und des Waldes. Und was weiß die große Maſſe des ameri⸗ kaniſchen Volks in unſeren Tagen Verläſſiges über den wahren Charakter ſeiner Staatsmänner? Keine Näaätion, welche auf Bildung und Oeffentlichkeit Anſpruch macht, iſt ſo ſehr im Dunkeln darüber, und aus mehreren ſehr einleuchtenden Grün⸗ den. Der Mangel einer Hauptſtadt, in welcher die geiſtigen Fähigkeiten der Nation ſich zeitlich vereinigen und von der aus eine geläuterte, öffentliche Anſicht über alle ſolche Dinge fortwährend ausſtrömen ſollte, da die Wahrheit aus dem Zuſammenſtoß der Geiſter hervorgeht, iſt einer dieſer Gründe. Ein anderer iſt die Ausdehnung des Landes, welche die Men⸗ ſchen ſo weit trennt, daß keine Thatſache ſie erreicht, ohne daß 253— 255. 17 ſie der Gefahr preisgegeben iſt, unterwegs entſtellt zu werden. Der unſeligſte aller Einflüſſe aber, welche dazu beitragen, das Urtheil der amerikaniſchen Bürger zu mißleiten, iſt der Miß⸗ brauch eines Mittels geiſtigen Verkehrs, welches die ganz entgegengeſetzte Wirkung hervorbringen ſollte. Wenn die Sprache dem Menſchen gegeben iſt, damit er ſeines Gleichen Gedanken mittheile, ſchildert der bittere Spott ſte als„die Gabe, ſeine Gedanken zu verſtecken.“ Wenn die Preſſe beſtimmt war, die Wahrheit zu verkünden, iſt ſie in ein Mittel vnde wandelt worden, Lügen zu verkünden. Dieſe laſſen ſich leichter in die vier Winde des Himmels ausſtreuen, als jene. Die Wahrheit fordert Biederkeit, Unpartellichkeit, Ehrenhaftigkeit, Ergründung und Fleiß, eine Lüge, ſei ſie eine abſichtliche oder nicht, bedarf alles deſſen nicht. Was am Leichteſten zu beſchaf⸗ fen iſt, bekommt das Land in Fülle, und man würde vergeb⸗ lich annehmen, daß ein Volk, welches ſich in Betreff aller ſeiner öffentlichen Charaktere der Lüge blindlings fügt, im Stande wäre, ſich eine genaue Anſicht von denen anderer Nationen zu bilden. So war es mit Onvah. Die Weißen wußten nichts von ihm, als daß er ein ſchrecklicher, unerbittlicher Rächer des Unrechts ſei, welches an ſeiner Raſſe verübt worden. Bei dem rothen Manne war dieß anders. Da gab es keine„doppelt⸗ geſpaltete Zungen,“ welche die Wahrheit an die Stelle der Lüge ſetzten, oder, wenn es ſolche gab, glaubte man ihnen nicht. Die hier anweſenden Pottawattamies wußten Alles, was Tecumſch*) anging, und auch die Weißen hatten manch⸗ —Qͥ *) Der Tieger, der zuſammengekrümmt auf ſeine Beute lauert. fache, ausfü ling war l hatte ſich w ein kühner, ſtand er ſie rothen Män damals leb die Perſon f Name in die Dieſe kaum bei ir pflegten, 2 geſchichte u was ihren taske ²r) Aber: war ebenſor ner wußte worden. gehörte Ke und Alles, und Famil eitle Sage Die 2 weniger T ſie von ein *) Die o **) Ich fli *r) Die S zu werden. jtragen, das iſt der Miß⸗ es die ganz Wenn die nes Gleichen ſie als„die teſſe beſtimmt Mittel umge⸗ n ſich leichter ls jene. Die vrenhaftigkeit, ſichtliche oder een zu beſchaf⸗ würde vergeb⸗ Betreff aller gs fügt, im denen anderer ten nichts von er Rächer des den. Bei dem teine„doppelt⸗ die Stelle der pte man ihnen wußten Allls, hatten manch⸗ ute lauert. — 259— fache, ausführliche Kunde von ihm. Dieſer Shawanee⸗Häupt⸗ ling war lange bei ihnen thätig geweſen und ſein Einfluß hatte ſich weit und breit unter ihnen ausgedehnt. Er war ein kühner, ruheloſer, ſcharfblickender Krieger, vielleicht ver⸗ ſtand er ſich auf die Kunſt des Krieges, wie er unter den rothen Männern geführt ward, beſſer, als irgend einer der damals lebenden Indianer. Sie kannten auch den Namen und die Perſon ſeines Bruders Elkswatawa,*) des Propheten, deſſen Name in die Geſchichte jener Zeit verflochten iſt. Dieſe zwei Häuptlinge waren ſehr mächtig, obgleich ſie kaum bei irgend einem Stamme ſich regelmäßig aufzuhalten pflegten, Alle aber kannren ihre Abſtammung, ihre Lebens⸗ geſchichte und ihren Charakter ſo genau, wie ſie über Alles, was ihren Vater Pukeesheno**) und ihre Mutter Meethe⸗ taske***) betraf, unterrichtet waren. Aber mit Onoah war dieß anders. Seine Vergangenheit war ebenſowohl ein Geheimniß, wie ſeine Zukunft. Kein India⸗ ner wußte auch nur zu ſagen, in welchem Stamm er geboren worden. Das Tolem, welches er auf ſeiner Bruſt trug, gehörte Keiner jetzt auf dem Feſtlande lebenden Nation an, und Alles, was mit ihm, ſeiner Geſchichte, ſeiner Nation und Familie in Zuſammenhang ſtand, war Vermuthung und eitle Sage. Die Indianer ſollen Ueberlieferungen haben, welche nur weniger Begünſtigten mitgetheilt werden, und welche durch ſie von einem Geſchlechte zum andern ſich fortpflanzen. Ein *) Die offene Thüre. **) Ich fliege abwärts. **s) Die Schildkröte, welche ihre Eier in den Sand legt. 17* aufgeklärter, gebildeter rother Mann hat uns erſt vor ſehr kurzer Zeit perſönlich geſagt, man habe ihn zum Bewahrer ſtab 3 den mancher ſolcher Ueberlieferungen erkoren und er ſei dadurch kein Indian, mit der Geſchichte ſeiner Raſſe hinreichend bekannt geworden, Häuptlings um zu wiſſen, daß ſie nicht von den verlorenen Stämmen Wäre Iſraels herrühren, er lehnte es jedoch ab, mehr mitzutheilen. Aufgeklärter Geſichtsaus! Es iſt ganz natürlich, daß man zum Geheimniß ſeine Zuflucht 1 nimmt, wenn man ſeinen Einfluß ausdehnen will, ſo daß wir dem Whiske recht gern glauben, jene Sitte habe wirklich beſtanden, wahr⸗ welche eine ſcheinlich haben auch Roſenkreuzer und Freimaurer nur darum Schlüſſel zu ihre Zuflucht zu dieſer Auskunft genommen, weil man durch ſehr beunru die Phantaſie leichter lenkt und herrſcht, als durch den b den haben, Verſtand. gen Wilden Peter erfreute ſich aller Vortheile des Geheimniſſes. Man 7 Wenn ſagte, ſelbſt ſein eigentlicher Name ſei unbekannt, den Namen dieſer Gele Onoah ſollte er wegen der vielen Scalpe, die er genommen, Gefährten erhalten haben, Wa⸗wa⸗noſh aber, wie er ſich auch zuweilen genheit⸗ ba nannte, war eine Benennung, welche ein berühmter Ojebway ewähm 6 als Beweis ſeiner Gunſt auf ihn übertragen hatte, während u der Name„Peter“ offenbar von den Weißen herrührte. ſer angen Einige ſeiner größten Bewunderer gaben zu verſtehen, beruhigt. wenn man den wahren Namen des„Stammloſen“ erführe, 3 Es pa würde jeder rothe Mann ſogleich mit ſeinem Urſprunge, ſei⸗ mies das nem frühern Leben, und Allem, was ſich auf ihn bezöge, geworden. bekannt ſein, für dieſen Augenblick müßten die Indianer ſich n die Aug jedoch mit dem begnügen, was ſie ſähen und begriffen. Die ens zu ve Klugheit des Wa⸗wa⸗noſh trete in den Berathungen hervor, Er Nachd ſeine Beredſamkeit überbiete die aller Redner ſeit Jahrhun⸗ rnſte voll⸗ ſobald ſie derten, und in Betreff ſeines Eifers, den rothen Mann an an, wied ſeinen Feinden zu rächen, habe man einen hinreichenden Maß⸗ 4 69 d3, 6 t vor ſehr Bewahrer ſei dadurch t geworden, Stämmen nitzutheilen. eine Zuflucht ſo daß wir uden, wahr⸗ nur darum man durch durch den niſſes. Man den Namen r genommen, auch zuweilen nter Ojebway atte, während rrührte. zu verſtehen, ſen“ erführe, rſprunge, ſei⸗ f ihn bezöge, Indianer ſich degriffen. Die zungen hervor, ſeit Jahrhun⸗ ihen Mann an ichenden Maß⸗ — 261— ſtab in den Scalpen, die er genommen. Mehr als dieß brauche kein Indianer zu wiſſen, bis die Sendung dieſes Orakels und Häuptlings erfüllt ſei. Wäre ein durch den Verkehr mit der gebildeten Welt Aufgeklärter anweſend geweſen, um das Gehaben und den Geſichtsausdruck Peter's zu beobachten, wie ſeine Naſe nach dem Whiskey ſpürte und wie er vergeblich nach der Urſache, welche eine ſolche Wirkung hervorbrachte, und nach dem Schlüſſel zu einem Räthſel ſuchte, das die Pottawattamies ſo ſehr beunruhigte,— ſo würde er wahrſcheinlich Grund gefun⸗ den haben, die Aufrichtigkeit der Zweifel dieſes merkwürdi⸗ gen Wilden in Frage zu ſtellen. Wenn Peter je ein Schauſpieler war, ſo war er es bei dieſer Gelegenheit. Er gab ſich keiner der Mißgriffe ſeiner Gefährten hin, aber der Geruch ſetzte ihn anfangs in Verle⸗ genheit, bald aber kam er zu dem natürlichen Schluſſe, dieſe ungewöhnliche Erſcheinung müſſe in irgend einer Weiſe mit der Familie in Verbindung ſtehen, welche er auf dem andern ufer angetroffen, und von dieſem Augenblick an, fühlte er ſich beruhigt. Es paßte jedoch nicht zu Peter's Plänen, den Pottawatta⸗ mies das zu erklären, was ihm ſelbſt nur ſo augenfällig geworden. Er ſtreute im Gegentheile den Häuptlingen Sand in die Augen, um auch ſie in die Irrgewinde des Aberglau⸗ bens zu verlocken.. Nachdem er ſeine Beobachtungen mit unerſchütterlichem Ernſte vollendet hatte, verſprach er, die ganze Sache zu erklären, ſobald ſie ſich in den Lichtungen wieder fänden, und ſchickte ſich an, wieder über den Fluß zu ſetzen. Ehe Peter das Ufer verließ, verſtändigte er ſich mit —,— 5 — 262— Krähenfeder über ihr wechſelſeitiges Gehaben, und ſobald jener gegen den Wind zu rudern begann, rief dieſer ſeine jungen Männer zuſammen, hielt eine kurze Anrede an ſie, und führte ſie in die Wälder, als ſeien ſie im Begriffe, einen weiten Marſch anzutreten. Die Schaar entfernte ſich aber nicht weiter als anderthalb Meilen von dem Ufer des Kalamazoo, machte Halt und zündete ein Feuer an, um ſich aus dem unter⸗ wegs erlegten Wilde ein Mahl zu bereiten. Als Peter das ſüdliche Ufer erreichte, fand er die ganze Gruppe verſammelt, um ihn zu empfangen. Er war bald mit ſeinem Geſchäfte fertig. Er hatte mit den Pottawattamies geſprochen und ſie waren abgezogen. Die Canves mußten jedoch auf das andere Ufer geführt und dort gelaſſen werden, damit ihre Eigenthümer bei der. Rückkehr das ihnen Zuſtehende wieder fänden. Das hatte Peter verſprochen und ſeine Blaßgeſichtfreunde mußten ihm behilflich werden, ſein Wort zu halten. 1 Dann bezeichnete er die Lichtungen, als den jetzt geeig⸗ netſten Zufluchtsort. Dort, ſagte er, ſeien ſie fern von jeder unmittelbaren Gefahr, und er würde ſie begleiten und durch ſeine Anweſenheit und ſeinen Namen ſchützen, auf dem See nach Süden zu ſchiffen, ſei unmöglich, ſo lange der Wind anhalte, und wenn die Fahrt auch möglich wäre, ſei ſie ver⸗ geblich, da alle Truppen Chicago verlaſſen hätten und das Fort zerſtört worden. Paſtor Amen und Korporal Flint willigten augenblicklich in dieſen Vorſchlag des verſchmitzten Wilden, denn Peter hatte ſie vollkommen getäuſcht und ſie Hielten ihn, in Folge ſeiner eigenen Verſicherungen und der wenigſtens ſcheinbaren Dienſte, die er ihnen bereits geleiſtet hatte, für einen geheimen Freund der Weißen. einzige Weg, ſo gut wie erreichen ſue den bequem nehmen. Gerſho zumal von urſprünglich Geſellſchaft Bei le wollte und Wind günſt anzulegen. auf dieſer einen Theig Beſuche, ſo er den O. das Fort umherſchwe täuſchen. Mit räthlich, in Geſellſchaf Waſſer in er ſeinen gerufen ha mit Wärm Aber alte Geme ſobald jener eine jungen und führte inen weiten aber nicht Kalamazvo, 3 dem unter⸗ er die ganze er war bald ttawattamies noes mußten aſſen werden, en Zuſtehende und ſeine u, ſein Wort n jetzt geeig⸗ ern von jeder ten und durch auf dem See ge der Wind e, ſei ſie ver⸗ itten und das augenblicklich nn Peter hatte n Folge ſeiner nbaren Dienſte, heimen Freund — 263— der Weißen. Nach ihnen war dieß der beſte, klügſte, ja der einzige Weg, welchen man einſchlagen konnte. Mackinaw war, ſo gut wie Chicago, verloren und man mußte Detroit zu erreichen ſuchen, indem man die Halbinſel durchſchnitt, ſtatt den bequemern, aber weitern Weg über die Seeen zu nehmen. Gerſhom war ziemlich leicht von der Möglichkeit und zumal von der Nothwendigkeit einer ſolchen Aenderung ſeines urſprünglichen Weges zu überreden und willigte bald ein, die Geſellſchaft zu begleiten. Bei le Bourdon war dieß anders. Er wußte, was er wollte und ſollte, und kannte die Wildniß. Für ihn war der Wind günſtig, und er brauchte in keinem Falle zu Mackinaw anzulegen. Er brachte allerdings gewöhnlich mehrere Tage auf dieſer angenehmen, geſunden Inſel hin und ſetzte oft einen Theil ſeines Honigs dort ab. Er konnte jedoch dem Beſuche, ſowie dem Verkaufe entſagen. Es war möglich, daß er den Ottowas in die Hände fiel, welche, nachdem ſie das Fort von der Seeſeite angegriffen, auf dem Waſſer umherſchwärmten, aber es gab Mittel, ihre Wachſamkeit zu täuſchen. Mit einem Worte, der Bienenjäger hielt es nicht für räthlich, in die Lichtungen zurückzukehren, ſondern glaubte, die Geſellſchaft könne nichts Beſſeres thun, als möglichſt raſch zu Waſſer in die Anſiedelungen zurückzukehren. Alles dieß trug er ſeinen weißen Gefährten, welche er zu dieſem Zwecke abſeits gerufen hatte, während er Peter und Taubenflügel allein ließ⸗ mit Wärme vor. Aber Paſtor Amen hätte eben ſo leicht geglaubt, ſeine alte Gemeinde in Connecticut beſtehe aus Philiſtern, als er von ſeiner Anſicht abgegangen wäre, die rothen Menſchen ſeien die verlornen Stämme Iſraels und Peter abſonderlich ſei in dem alten Teſtamente genau und ſorgfältig geſchildert. Er hatte ſich in dieſe Idee ſo verſtrickt, daß er Alles, was er ſah, las oder hörte, zu einem mittelbaren oder unmittelbaren Beweiſe der Wahrheit ſeiner Anſichten umgeſtaltete. In dieſer Hinſicht konnte die Schwäche des guten Miſſionärs nichts Auffallendes haben, denn es iſt ein herkömmlicher Irrthum der Anhänger einer Lehre, daß ſte Beweiſe ihrer Wahrheit in tauſend Dingen finden, in welchen der Unbefangene gar keinen Zuſammenhang mit der Frage zu finden vermag. Bei dieſer Gemüthsſtimmung hätte der Miſſionär eben ſo ö gut ſeinen Anhalt an der Bibel aufgegeben, als er ſich von einem Indiauer getrennt hätte, welcher eines Tags als der unmittelbare Stellvertreter Abraham's, Iſaak's und Jakob's auftreten konnte. Jedenfalls wollte der wohlmeinende Miſ⸗ ſionär die Sache bis in ihre Wurzel ergründen. Auch Korporal Flint hatte großes Vertrauen auf Peter. Es gehörte mit zu den Plänen des Wilden, den ehrlichen Kriegsmann als Mittel zu gebrauchen, ſich in den Beſitz vieler Scalpe zu ſetzen, und obgleich er von vornherein beſchloſſen hatte, ſein blutiges Amt ſelbſt an dem Korporal zu üͤben, ſollte dieß doch erſt dann geſchehen, wenn er ihn lange genug als Helfershelfer gebraucht hütte. Der wilde Häuptling hatte hier hunnls vier Blaß⸗ geſichter in ſeine Gewalt bekommen, und dieß war ihm vor⸗ züglich dadurch gelungen, daß er ſich das Vertrauen des Miſſionärs und des Soldaten erworben, und eben dieſes Ver⸗ trauen konnte ein Mittel werden, dieſe Zahl noch zu ſteigern. Peter war ein ſcharfblickender, ja, er war ſelbſt ein weit⸗ blickender ihm. Hä das Trüg eingeſehen Wir Während und Peter entgegenb welche üf konnten, vorherf gedieh m wahrlich land hab Colonieer und in ſe dieſe Gef das verei ſeine Lag wir ſtets gehört, Vergang alle die zu fürch gewachſe ihn in U Die Onoah zöſiſcher Lande a Menſchen abſonderlich geſchildert. les, was er mittelbaren In dieſer närs nichts her Irrthum Wahrheit in e gar keinen dnär eben ſo ger ſich von ags als der und Jakob's einende Miſ⸗ en auf Peter. den ehrlichen n den Beſitz n vornherein dem Korporal wenn er ihn s vier Blaß⸗ war ihm vor⸗ Vertrauen des en dieſes Ver⸗ cch zu ſteigern. lbſt ein weit⸗ — 265— blickender Wilde, aber der Fluch der Unwiſſenheit ruhte auf ihm. Hätte er ausgedehntere Kenntniſſe beſeſſen, ſo würde er das Trügeriſche ſeines Planes, die Weißen ganz zu vertilgen, eingeſehen und ihm wahrſcheinlich eniſagt haben. Wir wollen hier einer auffallenden Thatſache erwähnen. Während Männer, wie Tecumthe, ſein Bruder, der Prophet, und Peter von Seiten der Wälder dem Sturze der Republik entgegenblickten, gab es jenſeit des atlantiſchen Meeres Viele, welche über einen ſolchen Vorwurf beſſer unterrichtet ſein konnten, und die ihn ſehnſüchtig erwarteten, ja, zuverſichtlich vorherſagten. Trotz dieſen Unglückspropheten wuchs und gedieh mit der Hilfe der Vorſehung die Nation, und es iſt wahrlich keine Anmaßung, wenn wir behaupten, ſelbſt Eng⸗ land habe die Hoffnung aufgegeben, dieſes Land unter ſeine Colonieen zu rechnen. Amerikas Schickſal ruht in Gottes und in ſeiner eigenen Hand. Amerika kann Amerika ſtürzen, dieſe Gefahr iſt nicht in Abrede zu ſtellen, gewiß aber würde das vereinigte Europa ihm nichts anzuhaben vermögen. Durch ſeine Lage begünſtigt nnd bei einer Bevölkerung, welche, wie wir ſtets behauptet haben, zu den kriegeriſcheſten der Neuzeit gehört,— eine Wahrheit, welche die Begebniſſe der letzten Vergangenheit hinreichend bewährten,— überragt es an Macht alle die Feinde ſeiner Inſtitution zu ſehr, als daß es etwas zu fürchten hätte. Der Feind, welchem es vielleicht nicht gewachſen iſt, wohnt in ſeiner Bruſt, und Gott allein vermag ihn in Unterwürfigkeit zu erhalten und unſchädlich zu machen. Dieß waren jedoch Dinge, welche Wa⸗wa⸗noſh oder Onoah ſo wenig wußte, als wär' er ein engliſcher oder fran⸗ zöſiſcher Staatsminiſter und ſchöpfte ſeine Kunde von dem Lande aus den Schriften engliſcher oder franzöſiſcher Reiſen⸗ — 266— der, welche das wünſchten, was ſie vorherſagten. Er hatte von den Städten ünd der Bevölkerung der Republik gehört, man erhält aber durch Berichte dieſer Art eine nur ſehr unvollkommene Anſicht von Thatſachen, wenn frühere Erfahrung den Geiſt nicht vorbereitet hat, die nöthigen Ver⸗ gleichungen anzuſtellen und das Mitgetheilte in ſeiner wahren Farbe zu ſehen. Kein Wunder daher, wenn Peter in einen Irrthum ver⸗ ſiel, welchem ſich ſelbſt die hinzugeben pflegen, welche beſſere Gelegenheit haben, ihre Anſichten zu bewähren und zu Wahr⸗ heiten zu gelangen, die Jedem einleuchten, der ihnen ſeine Augen nicht abſichtlich verſchließt. 9 Dreizehntes Kapitel. Hörſt du Stimmen an dem Meergeſtade? Ach, ſie ſterben in dem Sturme wild, 3 Der den boben Felſenſtrand umbrüllt. Wie das Schickſal dich auch ſchmerzlich prüfe, Wabhr' in deiner Bruſt der Jugend Fächeln, Und auf deiner Lipp' der Wahrheit Lächeln. Longfellow. Nach Allem, was wir berichtet bae, wird der Leſer nicht überraſcht ſein, wenn er hört, daß es Boden nicht gelang, Gerſhom und die übrigen Chriſten zu bereden, ihn auf ſeiner Fahrt über den Huron⸗See zu begleiten. Korporal Flint war verſtockt und Paſtor Amen ver⸗ trauensvoll. Gerſhom konnte ſich nicht entſchließen, ſobald zurückzukehr Gatten und „Ihr Canves no und le Bo die Berath⸗ daß die Z Ihr ganz habt.“ „Ich es iſt, daß zurückzukon er hat in mich ungl Gewalt ko „Der Bruder ſe zwei Frau Dingen ſe „Jen ſchöne M dieſem Pet und ich be behalten; Dieß nicht hint lichen Ree Augen n Ihre Ant Raſchheit ten. Er Republik eine nur in frühere higen Ver⸗ ner wahren rthum ver⸗ lche beſſere zu Wahr⸗ ihnen ſeine eergeſtade? wild, brüllt. merzlich prüfe, ugend Fächeln, hrheit Lächeln. gfellow. rd der Leſer Boden nicht bereden, ihn en. Amen ver⸗ eßen, ſobald — 267— zurückzukehren, und die Frauen waren verpllichtet, bei dem Gatten und Bruder zu bleiben. „Ihr würdet den Fluß am beſten verlaſſen, ſo lange alle Canves noch auf dieſer Seite ſind,“ ſagte Margaretz als ſie und le Bourdon miteinander auf die Boote zugingen, denn die Berathung war zu Ende und Alles deutete darauf hin, daß die Zeit zum Handeln heranrücke.„Vergeßt nicht, daß Ihr ganz allein ſeid und eine lange, lange Fahrt vor Euch habt.“ „Ich denke an all dieß, Margaret, und ſehe, wie nöthig es iſt, daß wir Alle ſo raſch als möglich in die Anſiedelungen zurückzukommen ſuchen. Dieſer Peter gefällt mir gar nicht, er hat in den Forts einen ſchlimmen Namen, und ich fühle mich unglücklich, wenn ich daran denke, daß Ihr in ſeine Gewalt kommen könntet.“ „Der Miſſionär, und der Korporal, ſowie auch mein Bruder ſcheinen ihm vertrauen zu wollen,— was können zwei Frauen thun, wenn ihr männlicher Beſchützer in ſolchen Dingen ſeinen Entſchluß gefaßt hat?“ „Jemand, der mit Freuden Euer Beſchützer würde, ſchöne Margaret, hat es noch gar nicht räthlich befunden, dieſem Peter zu vertrauen. Gebt Euch meinem Schutze anheim, und ich bürge mit meinem Leben dafür, daß ich Euch wohl⸗ behalten zu Euern Freunden zu Detroit bringe. Dieß mochte für ziemlich deutlich gelten, dennoch war es nicht hinreichend deutlich, um weiblichen Zweifeln oder weib⸗ lichen Rechten zu genügen. Margaret erröthete und ſchlug die Augen nieder, aber ſie ſchien eben nicht beleidigt zu ſein. Ihre Antwort erfolgte jedoch in feſtem Tone und mit einer Raſchheit, welche zeigte, daß ſie entſchloſſen ſei. — 268— „Ich kann Dorothea in ihrer jetzigen Lage nicht ver⸗ laſſen, und es iſt meine Pflicht, mit dem Bruder zu ſterben,“ ſagte ſie. „Habt Ihr dieß wohl überlegt, Margaret? Könnte das Nachdenken Euern Entſchluß nicht ändern?“ „Ueber eine ſolche Pflicht hat ein Mädchen keinen Beruf nachzudenken, ſie muß in Gewiſſensſachen fühlen.“ Ein lauter Seufzer entrang ſich der Bruſt des Bienen⸗ jägers, und aus einem entſchloſſenen Manne wurde ein ſehr unentſchloſſener. Wie es in ſeiner Lage natürlich war, ließ er in den Bemerkungen, welche jetzt folgten, die geheime Richtung, welche ſeine Gedanken genommen hatten, laut werden. „Die Art, wie Peter und Taubenflügel jetzt miteinander ſprechen, gefällt mir gar nicht,“ ſagte er.„Wenn ein Indianer ſo ernſt iſt, brütet er gewöhnlich über Unheil. Seht Ihr Peter's Gehaben?“ „Er ſcheint dem jungen Krieger etwas zu ſagen, das Beide in hohem Grade in Anſpruch nimmt. Ich habe nie zwei Männer geſehen, welche die Welt um ſich her ſo ganz zu vergeſſen ſchienen, wie dieſe Wilden. Was mag ſolch ein grimmiger Ernſt bedeuten, Bourdon?“ „Ich gäbe die Welt darum, wenn ich es wüßte. Viel⸗ leicht kann ich es durch den Chippewa erfahren. Wir ſtehen auf ziemlich gutem Fuße miteinander, und er hat mir, als Ihr eben redetet, ein geheimes Zeichen gegeben, welches, wie ich ein Recht habe zu hoffen, auf Freundſchaft und Vertrauen deutet. Der Wilde iſt ſtets, entweder ein verläſſiger Freund, oder ein Erzſchurke.“ „Darf man einem derſelben unbedingt vertrauen, Bour⸗ don? Wie thun, als nach Detro auch Euer „Ich einem Bru ich, und zurückfallen mich vermi „Der denn Fäſſe einige Tag er ein gu dem Weni beurtheilen „Ich Margaret. Whiskey. Weiſe, eb garet,— zu denken Feuerwaſſ Soldat ol Soldat, n „Die und die 6. „Die ihnen ver aber auck nichts m nicht ver⸗ ſterben,“ Lönnte das nen Beruf es Bienen⸗ de ein ſehr war, ließ die geheime atten, laut miteinander in Indianer Seht Ihr ſagen, das ch habe nie her ſo ganz nag ſolch ein büßte. Viel⸗ Wir ſtehen hat mir, als welches, wie nd Vertrauen ſiger Freund, rauen, Bour⸗ — 269— don? Wie dem aber ſein mag, Ihr könnt nichts Beſſeres thun, als die Seeen hinabſchiffen und ſobald als möglich nach Detroit zurückkehren. Nicht nur Eure Habe, ſondern auch Euer Leben iſt in Gefahr.“ „Ich ſollte Euch hier verlaſſen, Margaret,— hier, bei einem Bruder, deſſen Schwäche Ihr eben ſo gut kennt wie ich, und der jeden Augenblick wieder in ſeine alte Sünde zurückfallen kann! Ich wäre kein Maun, wenn ich dieß über mich vermöchte.“ „Der Bruder kann aber jetzt kein Feuerwaſſer erhalten, denn Fäſſer und Krüge ſind leer, und wenn Gerſhom ſich einige Tage nüchtern gehalten, iſt er ein guter Beſchützer, wie er ein guter Marketender iſt. Ihr dürft den Bruder nach dem Wenigen, was Ihr von ihm geſehen habt, nicht zu hart beurtheilen, Bourdon.“ „Ich will ganz und gar kein Urtheil über ihn fällen, Margaret. Jeder hat ſeine Schwäche, und die ſeinige iſt Whiskey. Ich behaupte, die meinige iſt, nur in einer andern Weiſe, eben ſo ſchlimm. Gerſhom iſt Euer Bruder, Mar⸗ garet,— dieß allein ſchon veranlaßt mich, gern gut von ihm zu denken. Aber wir können nicht darauf bauen, daß kein Feuerwaſſer mehr bei uns zu finden wäre, denn wenn jener Soldat ohne einen Vorraty dieſer Art iſt, ſo iſt er der erſte Soldat, welchen ich ſo entblößt geſehen habe.“ „Dieſer Korporal iſt aber ein Freund des Geiſtlichen, und die Geiſtlichen trinken gewiß nicht.“ „Die Geiſtlichen ſind wie andere Leute, und wer viel mit ihnen verkehrt, wird dieſe Erfahrung bald machen. Wie dem aber auch ſei, Margaret,— wenn Ihr bleiben wollt, iſt nichts mehr darüber zu ſagen. Ich muß meinen Honig ver⸗ — 270— bergen und das Canoe bereit machen, um thalauf zu ſchiffen. Wohin Ihr geht, Margaret, werde ich auch gehen, Ihr müßtet mir denn ſagen, Ihr wünſchtet meine Geſellſchaft nicht.“. Dieß wurde ruhig, Margaret wußte kaum, wie ſi ſie ſich in ihrer Seele freute, eben ſo gewiß iſt es aber auch, haft beſorgt war. Da Gerſhom ſie in dieſem Augenblicke heran rief, um ihre Hilfe bei dem Einladen in Anſpruch zu nehmen, hatte ſie keine Zeit zur Abmahnung von einem ſolchen Entſchluſſe, auch wiſſen wir nicht, ob ſie den Bienenjäger ernſtlich von ſeinem Vorhaben abzuwenden wünſchte. Es wurde bald Allen klar, daß man ü müſſe, um vor dem Beginne der Fahrt thalauf die Habſelig⸗ keiten Gerſhom's abzuholen. den Chippewa ausgenommen, und mißtrauiſch zu ſein ſchien. Da le Bourdon eine Arbeit zu vollbringen hatte, welche ihn wahrſcheinlich ein paar Stunden beſchäftigte, waren die Andern lange, ehe er ſein„cache“ ³⁴) ausgehöhlt hatte, zur Ueberfahrt bereit. Man kam daher überein, daß der Bienen⸗ jäger ſeine Arbeit zu Ende bringen ſollte, während die Andern über den Fluß ſetzten, um Gerſhom’s Eigenthum aus dem Dickicht, wo man es verſteckt hatte, an das Waſſer zu ſchaffen. —— *) Das Verſteck; dieſes von den Candiern herr den weſtlichen Gebieten häufig gehört. aber in entſchloſſenem Tone geſagt. e es aufnehmen ſollte. Daß kann nicht geleugnet werden, daß ſie um le Bourdon leb⸗ der dem Bienenjäger wachſam über den Fluß ſetzen Dieß ſetzte Alle in Thätigkeit, üührende Wort wird in Der Verfaſſer. Tau gends zu le Bourd Uebrigen dem Bier ein neug ſeine Ha ſtande ar Der Krieger eigentlich daß ihn hätte üt derte, Zwiegeſt 23 gegen g ſtammlo Euere um das „L 8 „ Arbeit „2 Ihr G C 778 nicht a nicht g . Ir zu ſchiffen. zehen, Ihr Geſellſchaft Tone geſagt. ſollte. Daß gnet werden, Bourdon leb⸗ an rief, um ehmen, hatte Entſchluſſe, ernſtlich von en Fluß ſetzen die Habſelig⸗ in Thätigkeit, äger wachſam hatte, welche gte, waren die hlt hatte, zur aß der Bienen⸗ während die n's Eigenthum an das Waſſer ude Wort wird in er Verfaſſer. — 271— Taubenflügel war jedoch, als man abfahren wollte, nir⸗ gends zu ſehen und Peter ließ ohne ihn abſtoßen. Auch le Bourdon ſah nichts von ſeinem rothen Freunde, bis die Uebrigen das nördliche Ufer erreicht hatten. Jetzt kam er zu dem Bienenjäger heran und ſetzte ſich auf ein Stück Holz,— ein neugieriger Zuſchauer bei den Vorrichtungen des letztern, ſeine Habe zu verbergen, aber nicht gewillt, zu ſeinem Bei⸗ ſtande auch nur die Hand zu rühren. Der Bienenjäger kannte die Abneigung der indianiſchen Krieger gegen Arbeit jeder Art, welche nicht mit ihrem eigentlichen Berufe in Verbindung ſtand, zu gut, als daß ihn ſeines Gefährten Gleichgiltigkeit bei ſeinem Thun hätte überraſchen können. Während er ſeine Arbeit för⸗ derte, entſpann ſich zwiſchen Beiden ein freundſchaftliches Zwiegeſpräch.. „Ich glaubte, Ihr wärt vor uns den Lichtungen ent⸗ gegen gezogen, Taubenflügel,“ bemerkte le Bourdon.„Dieſer ſtammloſe, alte Indianer machte ziemlich viel Lärm über Euere Abweſenheit, ich denke, er wünſchte Euern Beiſtand, um das Hausgeräthe in die Canves zu ſchaffen.“ „Squaw gut,— wozu ſie da, als das zu thun?“ „Ihr wolltet alſo Dorchen und Margaret eine ſo ſchwere Arbeit aufbürden?“ „Warum nicht, he? Beide Squaw,— Beide wiſſen das. Ihr Geſchäft, zu arbeiten für Krieger.“ „Ihr habt Euch alſo verſteckt, damit der alte Peter Euch nicht an eine Arbeit rufe, welche für Eure Mannhaftigkeit nicht geeignet iſt?“ „Bleiben aus dem Weg Pottawattamie,“ erwiederte der — 2 Chippewa.„Nicht wollen ve nehmen.“ „Peter ſagt aber, alle wir hätten keinen Grund, ſie Medizin⸗Prieſter behauptet, Wahrheit nehmen.“ „Das ein guter Medizin ben, er ſehr, ſehr viel wiſſen, denn obgleich ich ſelbſt erſt v Mann geweſen andern Fache, als in dem de Als der Bienenjäger die letztes Honigfäßchen in das vollbrachten Arbeit erhebend ihm aus den Begebniſſen d „Wenn Ihr Medizin⸗ Peter ſein? Winnebayoe, Nationen,— Alle ſagen, „Ich bin nicht Medizir beantworten zu können, Whiskey⸗Quelle, oder irge und ich weiche keinem and dieſer ganzen Grenze, was ihn in den Forts den Sca Indianer iſt, Chippewa?“ „Ihr fragen,— Ihr was Peter „Nun, darüber kann ich Euch keine Cache und lachte, laut und herzlich, als träten Bilder entgegen, Mann müſſen wiſſen, wer er Taubenflügel. außerhalb des Bereichs meiner Weisheit. 72 rlieren Scalp,— lieber ſeinen Pottawattamies ſeien fort und länger zu fürchten, und jener ſage, könne man für „Mann ſein, he?— Ihr glau⸗ he?“ Auskunft geben, or ganz kurzer Zeit ein Medizin⸗ bin, Taubenflügel, war ich dieß in einem ganz s Paſtors Amen.“ ſe Worte endigte, brachte er ſein ſich von ſeiner 7 er letzten Nacht welche ihn ergötzten und erheiterten. Mann, Ihr können ſagen, wer ſechs Medizin⸗ Fox, Ojebway, nicht kennen. Mir ſagen können, he?“ Sioux, ſie ihn ſein. n⸗Mann genug, aber Peter angeht, lpir⸗Peter, antworten. um Euere Frage Gebt mir auf, eine ud etwas dieſer Art aufzufinden, ern Whiskey⸗Quellen⸗Finder au ſo liegt der Warum nennt man wenn er ein ſo guter Nichts wiſſen, als er viele Sealp finden können „Ihr ne Taubenflügel Peter nicht t „Nicht Taubenflügel „Ich h Wann habt „Glaul weil er kein vor dieſem! „Ich b ſter und de Paſtor Ame können, der ſei eben nr daran geda berühren u Paſtor hat gion, und „Das trauen Bl wahrſchein „Den bis jetzt h Der Bienenjäg erinnerte die Beſor 253 — 273— ber ſeinen viele Scalp nehmen. Hören, er alle Sralp nehmen, die er finden können,— dann hören, er das nicht thun.“ „Ihr nehmt aber auch Alle, die Ihr bekommen könnt, fort und und jener Taubenflügel, und was Ihr Euch erlaubt, werdet Ihr an le man für Peter nicht tadelnswerth finden.“ „Nicht nehmen Scalp von Freund.— Wann Ihr hören, Ihr glau⸗ Taubenflügel von Freund Scalp genommen, he?“ „Ich habe dieß nie gehört, und hoffe, es nie zu hören. unft geben, Wann habt Ihr aber Peter ſo ruchlos ſchildern hören?“ in Medizin⸗„Glauben, er keinem Blaßgeſicht⸗Freund Sealp nehmen, einem ganz weil er kein Blaßgeſicht⸗Freund haben. Am beſten aber, ſich vor dieſem Manne hüten.“ „Ich bin ſelbſt dieſer Anſicht, Chippewa, was der Prie⸗ achte er ſein h von ſeiner ſter und der Korporal auch von ihm halten mögen. Als ich als träten Paſtor Amen fragte, wie er ſich zu einem Manne habe geſellen können, der einen ſo ſchrecklichen Namen führe, ſagte er, es ſei eben nur ein Name, Peter habe ſeit ſeiner Jugend nie ſagen, wer daran gedacht, die Hirnhaut eines Menſchen auch nur zu bway, ſechs berühren und alle ſeine Anſichten verriethen den Hebräer. Der 1. Medizin⸗ Paſtor hat faſt ſo viel Vertrauen in Peter, wie in ſeine Reli⸗ nnen, he?“ gion, und vielleicht noch mehr.“ Euere Frage„Das nichts thun. Am beſten immer, Blaßgeſicht ver⸗ nir auf, eine trauen Blaßgeſicht, und Inſchin vertrauen Inſchin. Das aufzufinden, wahrſcheinlich recht ſein.“ n⸗Finder auf„Demungeachtet vertraue ich Euch, Taubenflügel, und ſo liegt der bis jetzt habt Ihr mich nicht getäuſcht.“ Der Chippewa warf einen Bienenjäger, daß dieſer faſt zurückſchrack. Viele, viele Tage dieſes Blickes und peinlich waren rege machte. Bis zu 18 er entgegen, m nennt man ein ſo guter eerinnerte le Bourdon ſich die Beſorgniſſe, welche derſelbe in ihm 253— 255. wiſſen, als er ſo drohenden Blick auf den 274 dieſem Morgen war der Verkehr zwiſchen Beiden freundlich und vertraulich geweſen, in jenen Blick aber miſchte ſich Etwas, das grimmigem Haſſe glich. Sollte der Chippewa Geſinnungen und Gefühle geändert haben? und ſtand viel⸗ leicht Peter in irgend einer Verbindung mit dieſer plötzlichen Sinnesänderung? Dieſe und ähnliche Gedanken beſtürmten den Bienen⸗. jäger, Seele mit peinlichem Mißbehagen. 4 der Nordſeite des Fluſſes zu. Peter hatte ſich gegen die, welche ihn begleiteten, ziemlich ehrlich erwieſen. Die Pottawattamies waren nirgends zu ſehen und Gerſhom führte den Korporal ſo vertrauensvoll zu der Stelle, wo er ſeine Habſeligkeiten geborgen hatte, daß beide Männer ihre Waffen zurückließen. W Ufer erreichte. Der junge Mann erſchrack, als er die Büchſen erblickte, indem er aber umher ſchaute, über⸗ zeugte er ſich, daß kein hinreichender Grund vorhanden war, ſie nicht für einige Minuten bei Seite zu legen. Das Boot des Bienenjägers, der allen ſeinen Honig ver⸗ graben hatte, war jetzt faſt ganz leer und er nahm einen Theil der Habſeligkeiten Gerſhom's, die alle wohlbehalten von dem Verſteck an das Ufer gebracht worden waren, in ſeinem Canoe auf. Der Wäldler erholte ſich allgemach körperlich und geiſtig von ſeiner letzten Ausſchweifung, obgleich er noch ein wenig ſchwerfällig war. Die Frauen vertraten jedoch in vielen Beziehungen ſeine Stelle, und zwei Stunden nach der Lau⸗ während er ſein Cache vollendete, und erfüllten ſeine Die Verhältniſſe ließen jedoch eine Aenderung des Planes nicht mehr zu, und nach wenigen Minuten waren Beide in dem Canoe und ruderten jeß war der Stand der Dinge, als auch le Bourdon dung der anzutreten Canves be⸗ fertig. 4 In abſeits, ſogleich u wilden Fi lang, bie der verga zündet ha⸗ Hier er ſeinen ringsum i charakteriſ „Mei wiſſen, r Quelle zu Die trat ſo frit daß er, ſ ein herzlic Da finden, we ſchuldigen, des Verſtä ſchien:„, „Gut deutung a⸗ Schnur u 1 1 1 1, „ G 5 dung der Geſellſchaft, war ſie bereit, ihre Reiſe in das Innere anzutreten. Die letzten Gegenſtände wurden in einem der Canves beigeſtaut und Gerſhom erklärte, er ſei zur Abfahrt fertig. In dieſem Augenblicke führte Peter den Bienenjäger abſeits, nachdem er den Uebrigen geſagt hatte, er werde ſogleich wieder zu ihnen kommen. Unſer Held folgte ſeinem wilden Führer den Fuß der Höhe hinter dem Shanty ent⸗ lang, bis dieſer an der Stelle ſtehen blieb, wo man in der vergangenen Nacht das erſte oder größere Feuer ange⸗ zündet hatte. 2 Hier ſchwenkte Peter ſeine Hand im Halbkreiſe, als wollte K er ſeinen Begleiter einladen, die verſchiedenen Gegenſtände ringsum in das Auge zu faſſen. Nachdem der Indianer dieſe e charakteriſche Bewegung gemacht hatte, nahm er das Wort. „Mein Bruder iſt ein Medizin⸗Mann,“ ſagte er.„Er wiſſen, wo Whiskey wachſen, er Peter ſagen, wo die Quelle zu finden.“ Die Erinnerung an die Scene der vergangenen Nacht trat ſo friſch und lebendig vor die Phantaſte des Bienenjägers, daß er, ſtatt die Frage des Häuptlings zu. beantworten, in ein herzliches Gelächter ausbrach. Da er jedoch fürchtete, der Wilde möchte ſich beleidigt finden, war er im Begriff, eine ſo unzeitige Heiterkeit zu ent⸗ ſchuldigen, als der Indianer lächelte und— während ein Strahl des Verſtändniſſes über ſein dunkles Geſicht flog, der zu ſagen ſchien:„ich begreife dieß Alles“— fortfuhr. „Gut,— der Häuptling mit den drei Augen,“ eine Hin⸗ deutung auf das Perſpectiv, welches le Bourdon ſtets an einer Schnur um den Hals hängen hatte,„iſt ein ſehr großer 276— Medizin⸗Mann, er wiſſen, wann lachen,— er wiſſen, wann 4 ernſt ſein. Die Pottawattamies trockne Kehlen,— und er zuladen: finden wollen Whiskey für ſie, aber nicht finden können,—„Tragſtel unſer Bruder in Cande haben ihn all getrunken. Gut!“ zu ſchaffe Der Bienenjäger lachte abermals, obgleich Peter nicht in Sennse ſeine Heiterkeit einſtimmte, war es doch augenfällig, daß er ſic ant den Grund derſelben begriff. Mit dieſer Art friedfertigen V nicht ht Beide zu den Canves zurück und der nederdees Einverſtändniſſes kehrte der Indianer habe ſeinen Zweck erreicht, ihn befät ä Bienenjäger nahm an, lndem ihm, wenn auch nur mittelbar, zugeſtanden worden, kräftige. die Scene der vergangenen Nacht ſei bloß eine geſchickte Gau⸗ eides 1 pkelei geweſen. Sedeim Peter war jedoch in ſo hohem Grade Höfling und hatte famen 3. ner Gewalt, daß er bei keiner ſpätern Obg ſich ſo ſehr in ſei „Gelegenheit auch anſpielte. Die Reiſe ſtromaufwärts begar auf dieſen Vorfall zahlreich . aber nicht un jetzt. Le Bourdon fand ſtrecken ſe es nicht ſehr ſchwierig, Margaret zu überzeugen, ihres Bru⸗ große A ders Boot ſei für eine ſolche Fahrt zu ſchwer geladen, wenn kommen ſie es nicht mit dem ſeinigen vert. te. Taubenflügel nahm die gelten d keiſtete weſentliche Beihilfe, Wah den Platz des Mädchens ein un ge Boot ſtroman zu rudern. Die drei fand ma n nur mit einer Sylbe das leichte, aber tüchti Uebrigen blieben in dem Canoe, in welchem ſie den See den Geda heraufgekommen waren. d Der Leſer wird leicht begreifen, daß es zwei weſentlich Gandere Dinge waren, einen Fluß, wie den Kalamazoo, denen J halab zu befahren. Das Vorſchreiten war lang⸗ beiinmee anchen Stellen mühevoll. An mehreren„Strom⸗ Stämm ßte man die Canoes hinaufziehen, und an ein⸗ 3 plieb kein anderer Ausweg übrig, als ſie aus⸗ wird,/ ſ verſchiedene thalauf und t ſam und an m ſchnellen“ mu zelnen Punkten en, wann — und er önnen,— zut!“ r nicht in g, daß er tiedfertigen ick und der eck erreicht, en worden, chickte Gau⸗ g und hatte iner ſpätern eſen Vorfall ourdon fand ihres Bru⸗ Qladen, wenn uflügel nahm liche Beihilfe, ern. Die drei ſie den See zei weſentlich in Kalamazoo, iten war lang⸗ reren„Strom⸗ u, und an as ig, als ſie aus zuladen und die Boate ſowohl, als die Ladung den ſogenannten „Tragſtellen“ entlang auf den Schultern der Männer weiter zu ſchaffen. Bei Arbeiten dieſer Art erwies der Korporal ſich höchſt brauchbar und dienſtfertig, aber auch die Indianer weigerten ſich nicht, hilfreiche Hand zu leiſten, da ſolche Bemühungen nicht gegen ihre Begriffe von männlicher Würde anſtießen. Ueberdieß war Gerſhom jetzt wieder in einem Zuſtande, der ihn befähigte, den Pflichten zu genügen, welche hier jede kräftige Hand in Anſpruch nahmen. Wenn der Korporal über geiſtiges Getränke zu gebieten hatte, hielt er dieß klüglich geheim, denn kein Tropfen kam während dieſer ganzen müh⸗ ſamen Fahrt über irgend eines Andern Lippe. Obgleich die beſchwerlichen Stellen in dem Fluſſe ziemlich zahlreich waren, hatten die meiſten Zwiſchenſtrecken eine ſtetige, aber nicht raſche Strömung dem See zu. In dieſen Strom⸗ ſtrecken ſetzten die Ruder die Reiſenden in den Stand, ohne große Anſtrengung ſo raſch, als ſie wünſchten, weiter zu kommen, und ſolche ſtillere Waſſer konnten als Ruheplätze für die gelten, welchen die Führung der Canoes oblag. Während man über dieſe leichten Waſſerwege hingleitete, fand man Zeit, ſich zu unterhalten, und jeder Sprechende ließ den Gedanken, welche ihn am meiſten beſchäftigten, freien Lauf. Der Miſſionär ſprach viel von den Juden, und wenn die Canoes einander näher traten, ließ er ſich mit ihren verſchie⸗ denen Inſaſſen weitläufig auf die Gründe ein, welche ihn beſtimmten, die rothen Menſchen Amerikas für die verlornen Stämme Iſraels zu halten. „Schon der Umſtand, daß das Wort„Stämme“ gebraucht wird,“ ſagte dieſer gutmüthige, aber nicht ſehr ſcharfſinnige 2 ries Gottes,„iſt ein Beweis der Wahrheit Man ſehe doch, Niemand denkt daran, Amerikas in„Stämme“ zu theilen. Wer hat je von dem Stamme Neu⸗England, oder dem Stamme Virginia, oder dem Stamme„ ittel⸗Staaten“ gehört?*) Selbſt unter den Schwarzen gibt es keine Stämme. In dem ſechs und achtzigſten Pſalm iſt eine äußerſt merkwürdige Stelle, welche mir ſehr aufſiel, ſeit ich mich der Unterſuchung dieſer Frage zugewendet habe:„Gott wird den Kopf ſeiner Feinde zerſchmeißen,“ ſagt der Pſalmiſt,„und den Haarſcaly der⸗ jenigen, die ſortfahren in der Sünde.“ Hier haben wir eine ſehr einleuchtende Anſpielung auf eine wohlbekannte un d, wie uns dünkt, barbariſche Sitte des rothen Mannes, aber Ihr könnt überzeugt ſein, Freunde, es geſchieht nichts auf Erden ohne höhere Zulaſſung und ohne einen höheren Zweck. Wer das vom Geiſte erleuchtete Buch durchgeht, wird viele Stellen finden, die als eine Stütze dieſer neuen Auſicht von den ver⸗ lorenen Stämmen dienen können, und ich zweiſle nicht, daß der Tag kommen wird, wo die Menſchen ſtaunen, daß die Wahrheit ſich ihnen ſo lange verbergen konnte. Ich bin kaum im Stand, ein Kapitel in dem Alten Teſtament aufzuſchlagen, ne auf eine Stelle zu ſloßen, welche geeignet iſt, meine und die Verwandiſ chaft zwiſchen den n Menſchen zu beweiſen. Wenn man elte und drucken ließ, Ausleger des Wo deſſen, was ich ſage. die weißen Menſchen oh Anſicht zu kräftigen Hebräern und den rothe alle dieſe Stellen ſamm würde die Welt — daß wir bier mit zu grellen Farben malen. Die Unwiſſenheit und Thorheit der Sekten und Parteien gebt in das Unendliche, wenn der religiöſe oder politiſche Eifer 8 mit in das Spiel kommt. er Verfaſſer. *) Der Leſer darf ja nicht glauben, über die das Sca aber in habe Eue in welch droht.§ des Sea Knechtſch verfallen ſeiner C wegwerfe und gen demüthig ſchwache Wir Amen'’s lächerlich Male die hört. W aus betr mahnen, merkſam zu halter unbegreit gut merk welcher das Ver der Quãä liche Be komme Jahrheit t daran, theilen. Stamme hört?*) In dem ge Stelle, ung dieſer ner Feinde caly der⸗ i wir eine e und, wie aber Ihr auf Erden weck. Wer jele Stellen ſon den ver⸗ e nicht, daß ten, daß die Ich bin kaum zufzuſchlagen, et iſt, meine zwiſchen den Wenn man ürde die Welt zu grellen Farben kten und Parteien eer politiſche Eifer Verfaſſer. — 279— über die Klarheit und das Gewicht der Beweiſe ſtaunen. Was das Scalpiren betrifft, ſo iſt es in unſeren Augen ſcheußlich, aber in den Angen der Nothhäute iſt es ehrenvoll, und ich habe Euch die Worte des Pſalmiſten angeführt, um darzuthun, in welcher Art die göttliche Weisheit die Sünden zu ſtrafen droht. Hier haben wir eine einfache, vollgiltige Rechtfertigung des Scalpirens, vorausgeſetzt, daß der Beſtrafte wirklich der Knechtſchaft der Sünde und ſomit der göttlichen Strafgewalt verfallen iſt. Möge ſich daher Jeder hüten, in dem Stolze ſeiner Gelehrſamkeit und vielleicht ſeines zeitlichen Glückes wegwerfend von Dingen zu ſprechen, welche ſo klar gelehrt und geweiſſagt wurden, ſondern neigen wir uns Alle in demüthiger Hingebung vor dem Weſen, welches für unſeren ſchwachen Verſtand ſo völlig unerfaßlich iſt.“ Wir hoffen, keiner unſerer Leſer wird geneigt ſein, Paſtor Amen'’s Unterſuchungen über dieſen anziehenden Gegenſtand lächerlich zu finden, wenn er auch vielleicht hier zum erſten Male die Sitte des Scalpnehmens durch die Bibel rechtfertigen hört. Wenn man dieſe Beſtrebungen vom rechten Geſichtspunkt aus betrachtet, ſind ſie ganz geeignet, uns zur Demuth zu mahnen, indem ſie auf die weiſe, ja nothwendige Lehre auf⸗ merkſam machen, uns in den Grenzen unſerer Befähigungen zu halten; der Puſeyit mit ſeinen Anſichten, die ihm ſelbſt ſo unbegreiflich ſind, wie Anderen, kann ſich dieſe Winke ebenſo gut merken, wie der hochfliegende und doch ſtarre Calviniſt, welcher inmitten⸗ſeines Feuereifers vergißt, daß die Liebe allein das Verhältniß zwiſchen Gott und Menſchen vermittelt,— oder der Quäker, welcher den Schnitt ſeines Rockes für eine weſent⸗ liche Bedingung hält, um ſelig zu werden,— oder der Nach⸗ komme der Puritaner, ſei er nun Socimianer, Calpviniſt, — 280— Univerſaliſt oder ein Anderer„iſt,“ welcher ſich dem Glauben hingibt, der„Fels,“ auf welchem Chriſtus ſeine Kirche zu gründen erklärte, könne kein anderer ſein, als der„Fels,“ von Plymouth 41 und endlich der Ungläubige, welcher jedes Glaubens ſpottet und ſich vergeblich nach einem Erſatz oder Haltpunkt umſieht. Die Demuth iſt in Dingen dieſer Art die große Lehre, welche man ſich aneignen und verbreiten muß, denn ſie iſt das Thor, das zur Liebe und zum Glauben, und mittelſt dieſer zur Hoffnung, ttelſt dieſer aller zum Himmel führt.— Die Fahrt den Kalamazoo Anſpruch, denn es waren viele Schwierigkeiten zu überw und Niemand ſchien ſehr beeilt zu ſein. Peter wartete der Zeit, welche er zur Berathung beſtimmt hatte, und blieb ebenſo gern in ſeinem Canve, als er in den Lichtungen„lagerte.“ Gerſhom war nie in Eile, während der Bienenjäger mit Ver⸗ gnügen den ganzen Sommer auf eine ſo angenehme Weiſe hingebracht hätte, denn Margaret ſaß ja den größten Theil der Zeit in ſeinem Canoe. Bei ſeinen gewöhnlichen Ausflügen war Stock ſtets au ſeiner Seite, jetzt aber war dieſer Platz beſſer beſetzt, und das treue Thier durfte die Wälder durch⸗ faſt überall begrenzten, und nur von und zuletzt mi hinauf nahm viele Tage in inden ſtreifen, welche das Ufer Zeit zu Zeit, an den Tragſtellen oder Landungsplätzen, fand es ſich bei ſeinem Herrn ein. Korporal betraf, ſo war Was den Miſſionär und den ihrer jetzigen Stimmung nichts ferner als Ungeduld. Der Erſtere war durch den verſchmitzten Wa⸗wa⸗noſh veranlaßt worden, von der Verſammlung der Häuptlinge, welche in den Lichtungen zuſammenkamen, große Ergebniſſe zu Gunſten ſeiner Theorie zu erwarten, und der leichtgläubige Paſtor ſchritt, in einem Si einem anl Schickſale Auch Dieſer M geſtanden, er anfang Geſellſcho er ſah ſ überall v und der E Vorurthei wie es i Als der bemächtig zu berücke Als berichtet! Biederkeit völlig üb Tag und der ganz’ gewidmet So Wilden, ten zu ve ſchenkenne um nicht Wäl eine eitle blauben rche zu 3,“ von er jedes ſatz oder Art die en muß, zen, und eſer aller Tage in berwinden artete der lieb ebenſo „lagerte.“ mit Ver⸗ hme Weiſe ßten Theil Ausflügen dieſer Platz lder durch⸗ nd nur von zen, fand es raf, ſo war geduld. Der ſh veranlaßt welche in den Gunſten ſeiner tor ſchritt, in einem Sinn, ebenſo blind dem Untergang entgegen, wie, in einem andern, ſo mancher Sünder, welchen er ſchon vor ſeinem Schickſale gewarnt hatte, dieſelbe Richtung verfolgte. Auch der Korporal war von Peter's Netzen umſtrickt. Dieſer Mann hatte in den verſchiedenen Forts, in welchen er geſtanden, ſo viel zum Nachtheile des Indianers gehört, daß er anfangs nichts weniger als geneigt war, die Reiſe in ſeiner Geſellſchaft zu machen. Allein ſeine Lage war bedenklich und er ſah ſich, nach dem blutigen Gemetzel in Fort Dearborn, überall von Gefahren umgeben, ſo daß die Liebe zum Leben und der Einfluß des Miſſionärs ihn veranlaßten, ſeinen früheren Vorurtheilen zu entſagen und Anſichten aufzugeben, welche, wie es ihm jetzt vorkam, auf falſchen Gerüchten beruhten. Als der liſtige Peter ſich des unerfahrenen Soldaten einmal bemächtigt hatte, war es leicht, ihn völlig zu umgarnen und zu berücken. Als das Canoe die Mündung des Kalamazoo, wie wir berichtet haben, erreichte, waren dieſe beiden Männer von der Biederkeit, dem Wohlwollen und der Freundſchaft des Mannes völlig überzeugt, deſſen ganzes Leben, deſſen Gedanken bei Tag und bei Nacht nicht allein ihrem Verderben, ſondern dem der ganzen weißen Naſſe auf dem amerikaniſchen Feſtlande gewidmet waren. So einſchmeichelnd war das Gehaben dieſes ſchrecklichen Wilden, wenn es in ſeine Pläne paßte, ſeine grauſamen Abſich⸗ ten zu verſtecken, daß ſchärfer blickende und erfahrnere Men⸗ ſchenkenner, als ſeine zwei Gefährten waren, ſein Spielball, um nicht zu ſagen, ſein Opfer geworden wären. Während ſich der Miſſionär durch ſeine blinde Begierde, 3 eine eitle Theorie zu ſtützen und der religiöſen Welt zu ver⸗ — 282— chen ſeien, hinreißen bei, ſich in hatte Peter Stämme zu ſu lalles Mögliche dazu u laſſen. Mit ihm wo die verlornen kündigen, ch der Korpora ließ, trug au einer andern Weiſe täuſchen 3 ſich heimlich von einem Krieg unterhalten und zu verſtehen in ſeinem Herzen ſeinem großen Vater zu großen Vater zu gegeben, er ſei Waſhington ergeben Montreal drunten. mächtig fördern zu könt der Haß gegen Beide da Flint glaubte jedoch ehrlich, einem verdeckten Marſche begriffen, ſamſten Feinde ſeiner Naſſe begleitete. Man darf Peter nicht zu ſtreng beurtheilen. Es iſt ſtets V achtenswerth, ſeinen Herd, die Heimath ſeiner Väter, zu ver⸗ theidigen, wenn auch Umſtände und Verhältniſſe ein ſolches Thun zuweilen nicht zu rechtfertigen vermögen. Dieſer India⸗ ner wußte nichts von den Grundſätzen der Coloniſation und hatte keinen Begriff davon, daß, außer dem urſprünglichen Eigenthümer des Landes,— urſprünglich, ſo weit ſeine Ueber⸗ lieferungen reichten,— noch Jemand einen Auſpruch auf ſeine Jagdgründe haben könne⸗ Von den langſamen, aber ſicheren Schritten, durch welche eine höhere Vorſehung die Erkenntniß des wahren Gottes und der großen, durch den Tod ſeines erhabenen Sohnes bewirkten Sühne ausbreitet, hatte Peter keine Vorſtellung, auch würde ſein beſchränkter Sinn wahr⸗ ſcheinlich die richtige Anſicht nicht erfaßt haben, wenn er ſelbſt dieſe allgemeine Richtung der Dinge eingeſehen und verſtanden hätte. Für ihn waren die Blaßgeſichter nur räuberiſche Ein⸗ dringlinge, nicht aber Geſchöpfe, welche dem großen Geſetz ihrer Beſtimmung gehorchten, deren andern die Intereſſen des Erſtern nen, in ſeiner innerſten Seele aber war 8 vorherrſchende Gefühl. Korporal er ſei mit einem Verbündeten auf während er einen der grau⸗ und haſſe den Er betheuerte, Endziel ohne Zweifel dahin geht, die wie die ſtets rege zu, ſein, Rache wi In und deſſe mit einer thätige 8 ſchrift ſi Eigenſche Dichtern Mit des Miß ſchwächer Vertraue ner es n ſicherung kund un Gefährte geheimen aber hät nicht das Seine K Taubenfl Geſellſch Folge 9. ihm, als Wa der krieg nreißen ſich in te Peter derſtehen zater zu Vater zu Erſtern aber war Korporal deten auf der grau⸗ s iſt ſtets r, zu ver⸗ ein ſolches eſer India⸗ ſation und prünglichen ſeine Ueber⸗ ch auf ſeine aber ſicheren Erkenntniß Tod ſeines hatte Peter Sinn wahr⸗ venn er ſelbſt nd verſtanden uberiſche Ein⸗ großen Geſetz Zweifel dahin 1 — 283— geht, die Erkenntniß zu fördern, bis ſie„die ganze Erde erfüllt, wie die Gewäſſer die See bedecken.“ Faſt unauslöſchlicher, ſtets reger Haß ſchien das Geſetz des Daſeins dieſes Mannes zu, ſein, und der Förderung ſeiner beſchränkten, kurzſichtigen Rache widmete er all ſein Streben, all ſein Denken und Thun. In all dieſem handelte er gemeinſchaftlich mit Tecumthe und deſſen Bruder, aber ſeine durchtriebene Liſt umgab ihn mit einem geheimnißvollen Schleier, während jene als offene, thätige Feinde ſich ankündigten und auftraten. Keine Druck⸗ ſchrift ſpricht von dieſem Peter und kein Redner zählt ſeine Eigenſchaften auf, während die beiden anderen Häuptlinge Dichtern wie Malern zum Gegenſtand ihrer Kunſt dienten. Mit jedem dahin ſchwindenden Tage wurde das Gefühl des Mißtrauens in der Bruſt des Bienenjägers ſchwächer und ſchwächer, und es gelang Peter allgemach, ſich auch in ſein Vertrauen einzuſchleichen. Dieß geſchah, ohne daß der India⸗ ner es nur zu wollen ſchien. Er ließ keine Freundſchaftsver⸗ ſicherungen laut werden, gab keine beſondere Aufmerkſamkeit kund und ſchien ſich nie darum zu bekümmern, wie ſeine Gefährten ſein Benehmen beurtheilten. Er verſchloß ſeine geheimen Abſichten allerdings ſorgfältig in ſeiner Bruſt, ſonſt aber hätte ſelbſt der, welcher ſeine Pläne und Zwecke kannte, nicht das entfernteſte Zeichen einer Falſchheit entdecken können. Seine Kunſt war ſo vollendet, daß ſie Natur zu ſein ſchien. Taubenflügel allein ahnte die Gefahr, welche ſich an die Geſellſchaft dieſes Mannes knüpfte, und er ahnte ſie nur in Folge gewiſſer halbvertraulicher Mittheilungen, welche Peter ihm, als rother Mann, gemacht hatte. Wa⸗wa⸗noſh hatte keineswegs die Abſicht, ſich einer der kriegführenden Mächte anzuſchließen. Im Gegentheil,— es war ſein glü möchten, und eben ſeine Hoffnungen geſtachelt, da er durchzuführen. Er kannte kommen und wu ſo wie gegen geſtimmt war. flüͤgel den Sca daran, vb gefallen. Man darf ſi Geſinnungen flüͤgel auf eb Eine Vorſicht aber Krähenfeder, erſtern. nach Yankee⸗ Betreff ſeiner weiße den Chippew wagte, er Kopfe gewachſen w ar. hender Wunſch, der plötzliche neu belebt, dieſe Zeit für den Zuſtand der Gefühle des daß dieſer Mann gegen die Michigan Wenn Tauben⸗ lag ihm nichts ßie, die meiſten St Dieß galt ihr (v eines weißen auf einem enſo Scalpen ausſchaute, theilte während er Gefäh dieſes Indianers Verhältniß freundſchaftliches, daß ſich konnte. der Grund, wißheit hin hatte entſchieden Peter ſah mit dieſem Wilden genug erfahren, Einmal, und ſich da ſehr au warum um zu handeln. nur e 284— ch nicht wundern, und Abſichten unabläſ gutem Fuße beachtete er der jetzt auf daß ſie ein ander zerfleiſchen Ausbruch dieſes Krieges hatte und ſeine Anſtrengungen neu die gü⸗ ämme des m jedoch gleich. Mannes nahm, engliſchen oder In beiden Fällen wa ſtand, in dem wenn Peter, ſig geleitet, wie mit Krähenfeder. Verkehre mit dem dem Kriegspfa ünſtigſte hielt, ſeine Pläne Chippewa voll⸗ Pottawattamies, feindlich amerikaniſchen r ſein Feind von ſolchen mit Tauben⸗ de war und rten mit, a in dieſes Geheimni zu dem Bie er ſeine Abſichten in ß einzuweihen, nenjäger w es nicht denn ar ein ſo ſchen der Chippewa i ſichtlich der Abſichten des her genöthigt, f der zu mißtrauen, in kein Beobachter darüber täu in ſeinem Verkehre Hut zu ſein, u einer ſo pei Andern ſchwebte. aber nicht genug⸗ um mal auf der ganzen, und dieß war inlichen Unge⸗ Er langſamen Fahrt den Peter auf Am vierte Fluſſes, a ruhte, we Held die Geſichte z ſo teufliſt ſchlagen f ſolchen B Und wah die einge ſeiner Br. wo ſich ſe drückung inmitten Sicherhei Aber Bienenjät von dem hätte find Es anſchloß Häuptlin einen Vo in dem Wilden. Der volle, zu der roth leiſchen 3 hatte en neu e Pläne va voll⸗ ittamies, feindlich Tauben⸗ )m nichts ikaniſchen in Feind n ſolchen t Tauben⸗ rähenfeder. e mit dem de war und Abſichten in er es nicht eihen, denn war ein ſo ber täuſchen eem Verkehre ud dieß war ulichen Unge⸗ chwebte. Er ht genug⸗ um n, langſamen — 285— Fahrt den Kalamazoo herauf, ſiel dem Bienenjäger etwas an Peter auf, das ſeine früheren Beſorgniffe wieder rege machte. Am vierten Tage nach ihrer Abreiſe von der Mündung des Fluſſes, als die ganze Geſellſchaft eben von den Arbeiten aus⸗ ruhte, welche eine„Tragſtelle“ veranlaßt hatte, ſah unſer Held die Augen dieſes ſtammloſen Wilden von einem weißen Geſichte zu dem andern mit einem Ausdrucke ſchweifen, welcher ſo teufliſch war, daß er ſein Herz raſcher als gewöhnlich ſchlagen fühlte. Der Bienenjäger erinnerte ſich nicht, je einen ſolchen Blick in einem menſchlichen Antlitze geſehen zu haben. Und wahrlich, er ſah Peter in einem jener Augenblicke, wo die eingeſchloſſenen Feuer des Vulkans, der unaufhörlich in ſeiner Bruſt wüthete, ſchwer zurück zu drängen waren, und wo ſich ſeiner Phantaſte unwiederſtehliche Scenen der Unter⸗ drückung und der Schmach darſtellten, deren der weiße Mann inmitten der Behaglichkeit des geſitteten Lebens und der Sicherheit ſeiner Macht nur zu leicht vergißt. Aber der Blick, ſowie der Eindruck, welchen er auf den Bienenjäger gemacht hatte, gingen bald vorüber und wurden von dem vergeſſen, der darin eine ſehr nützliche Warnung hätte finden können. Es war ziemlich merkwürdig, daß Margaret ſich an Peter anſchloß und oft Aufmerkſamkeit und Gefühle gegen dieſen Häuptling an den Tag legte, wie eine Tochter ſie wohl gegen einen Vater zu bethätigen pflegt. Dieß hatte ſeinen Grund in dem ſtolzen, höflichen Benehmen dieſes außerordentlichen Wilden. Der indianiſche Krieger behält wohl jederzeit das würde⸗ volle, zuvorkommende Benehmen bei⸗ welches man ſo oft bei der rothen Naſſe bemerkt hat, ſelten aber läßt er ſich bewegen, — 286— Aufmerkſamkeie zu beweiſen. Dieſen Männern chliches Gefühl bei, und ſie lieben, wie wir, es macht aber einen ſo weſentlichen ſolche Gefühle nicht zur Schau egenheit den Sauaiven wohnt gewiß menſ ihre Frauen und Kinder, Theil ihrer Erziehung aus, zu ſtellen, daß oberflächliche Beobachter ſelten Gel haben, etwas dieſer Art zu ſehen. Peter hatte jedoch weder Weib noch Kinder, oder, wenn dieß der Fall war, wußte Niemand, wo ſie ſich befanden. Dieſen Theil ſeiner Geſchichte umhüllte daſſelbe Geheimuiß, welches ſonſt über dem Schickſale dieſes Mannes hing.— Auf der Fahrt hatte er manchfache Gelegenheit, den Frauen Aufmerk⸗ ſamkeiten zu beweiſen, wie ſie dem Charakter des Mannes ange⸗ meſſen waren,— er bot ihnen die ausgeſuchteſten Stücke Wild⸗ pret oder machte ſie mit der bewährteſten indianiſchen Art, Fleiſch zu kochen— ſo daß es nichts von ſeinem ſaftigen, ſchmackhaften Eigenſchaften verlor— bekannt. Anfangs that er dieß ſelten und mit großer Zurückhaltung, mit jedem Tage mit jeder Stunde aber näherte er ſich, beſonders Margaret, angelegent⸗ licher und unbefangener. Das Natürliche, Saufte und doch weiblich Muthige, ſowie die unſchuldige Heiterkeit des Mädchens ſchien dieſen faſt herzloſen Wilden anzuziehen, ſo ſehr er ſich auch bemühte, dieſem Einfluſſe zu widerſtehen. Vielleicht trug auch die Schönheit der jungen Amevifanerin dazu bei, in der Bruſt eines ſo ſtarren Mannes neue Gefühle hervorzurufen. Wir wollen nicht behaupten, Peter ſei von Gefühlen beſchlichen worden, welche mit der Liebe verwandt waren, ſolcher war er faſt unfähig, ein Maun kann ſich aber zarten Rückſichten gegen Frauen frei ſein. 3 widmen und von jeder Leidenſchaft Dieſe gegen Ma erzeugt, iſ Theilnahm lichen Ind Alleit kleinen Zy das Werk andern un jede unter windenden des Michit Da l Fluß oft b als Lootſe, und der C galt die A benflügel! und geſchit Erſt dung des Bucht an, pflegte, 1 das friedli ſich den B fortgeſprun befand, u erreicht ho bewillkomn Die 6 dännern vie wir, entlichen Schau legenheit er, wenn befanden. eheimniß, — Auf Aufmerk⸗ anes ange⸗ icke Wild⸗ lrt, Fleiſch mackhaften dieß ſelten mit jeder angelegent⸗ Muthige, hien dieſen ch bemühte, g auch die a der Bruſt fen. zn Gefühlen andt waren, aber zarten Leidenſchaft Dieſe Art rückſichtsvoller Achtung begann Peter gewiß gegen Margaret zu fühlen, und da Gleiches ſtets Gleiches erzeugt, iſt es nicht anffallend, wenn das Vertrauen und die Theilnahme des Mädchens ſelbſt ſich zu Gunſten dieſes ſchreck⸗ lichen Indianers ſteigerte. Allein dieſer Wechſel der Gefühle und die manchfachen kleinen Zwiſchenfälle, welche wir angedeutet haben, waren nicht das Werk eines Augenblickes. Ein Tag verſtrich nach dem andern und noch arbeiteten ſich die Canoes ſtromauf, und jede untergehende Sonne legte weitere Strecken dieſes ſich windenden Fluſſes zwiſchen die Neiſenden und die breite Fläche des Michigan Sees. Da le Bourdon während ſeiner vielfachen Ausflügen den Fluß oft befahren hatte, diente er der kleinen Canoes⸗Flotte als Lootſe, obgleich ſich Niemand, nicht einmal der Miſſionär und der Chippewa, der Arbeit entzog. Auf ſolchen Reiſen galt die Arbeit nicht als entehrend für den Krieger, und Tau⸗ benflügel handhabte das Ruder und den Fahrbaum ſo willig und geſchickt, wie ein Auderer aus der Geſellſchaſt. Erſt am eilften Tage nach der Abfahrt von der Mün⸗ dung des Kalamazoo legten die Canves in der kleinen Bucht an, wo le Bourdon ſeine leichte Barke zu befeſtigen pflegte, wenn er in den Lichtungen war. Honig⸗Schloß, das friedlich in ſeiner lieblichen Einſamkeit daſtand, zeigte ſich den Blicken, und Stock— welcher in mächtigen Sätzen fortgeſprungen war, ſobald er ſich in ſeinem alten Bereiche befand, und die Stelle ſchon am vorhergehenden Abend erreicht hatte— ſtand jetzt an dem Ufer des Fluſſes und bewillkommte ſeinen Herrn und deſſen Freunde. Die Sonne war dem Untergange nah, als die Reiſenden 2 .,* landeten und die ſcheidenden Stralen glänzten die manchfachen offenen Raſ und färbten die Gräſer und Blumen mit raſcher Ueberblick ließ dem Bienenjäger gewahren, daß nicht einmal ein Bär ſeine Waldbehauſung während ſeiner Abwe⸗ ſenheit beſucht hatte. Als er ſeine Wohnung erreichte, die Feſtigung unterſuchte und in die Hütte, das Vorrathshaus u. ſ. w. trat, überzeugte er ſich, daß Alles, was er hier gelaſſen hatte, unberührt geblieben war und in den letzten vierzehn Tagen feines Menſchen Fuß die Stelle beſucht hatte. des Weltlichtes über⸗ enplätze der Lichtungen ſanftem Lichte. Ein Vierzehntes Kapitel. Setzt nur alles Hoffen Auf eurer Berge Segen; Seht nur dem Gewinne Aus euern Strömen entgegen; Baut auf eure Kraft, Und glaubt an eure Träume,— Ein Windhauch verweht Dieß Alles wie Brainard. Die erſten acht Tage nach der Ankun ſchaft in dem„Chateau au miel,“ wie le Bourdon ſeine Wohnung zu nennen pflegte, ware regſten Thätigkeit gewidmet. Die Beſucher muß und Fach gebracht werden und die kleine, Behauſung war zu einem ſolchen Zwecke vö Sie wurde den Frauen überlaſſen, welche eitle Schäume. oder dem„Honigſchloß⸗ n der ten unter Dach bereits gebaute llig unzureichend. ſie als ihr abge⸗ V V ft unſerer Geſell⸗ 4 ſchloſſenes Bäumen de betraf, auch Bald zwar nicht wie das H einer Wild Bequemlich ſich in die geſittete Le weibliche 2 Härteres inmitten de iſt, ſcheint zu ändern während n. nur als ei Im 1 dieſer ſow werden be Frauen, n waren, der ihre Spitze freudig ve niß gefolg die Nahrr entringen. Für greller At Scenen, 253— tes über⸗ chtungen hte. Ein daß nicht ner Abwe⸗ eichte, die rathshaus z er hier den letzten zucht hatte. Segen; e ten entgegen; ure Träume,— eht eitle Schäume. rainard. anſerer Geſell⸗ Honigſchloß“ gte, waren der en unter Dach vereits gebaute 3 unzureichend. als ihr abge⸗ — 289— ſchloſſenes Eigenthum gebrauchten, während man unta de Bäumen der Lichtungen kochte aß und, was die Männer betraf, auch ſchlief. Bald war aber ein neues Shanty aufgeführt, welches zwar nicht ſo völlig ausgebaut und bequem eingerichtet war, wie das Honigſchloß, aber für die Bedürfniſſe derer, die in einer Wildniß lebten, ausreichte. Es iſt auffallend, wie vielen Bequemlichkeiten man mit leichtem Herzen entſagt, wenn man ſich in die weſtlichen Wildniſſe verſetzt ſieht, während das geſittete Leben ſie uns als unerläßlich betrachten ließ. Das weibliche Weſen, deren Fuß ſeit ihrer Kindheit vielleicht nichts Härteres betreten hat als einen weichen Teppich,— die inmitten des Lurus und behaglichen Ueberfluſſes aufgewachſen iſt, ſcheint mit ihren Gewohnheiten plötzlich auch ihre Natur zu ändern und wird oft eine Heldin und thätige Helferin, während man ſo ſehr Grund hatte zu fürchten, ſie möchte ſich nur als eine Beläſtigung erweiſen. Im Verlaufe eines Lebens, das jetzt an Erfahrungen in dieſer ſowie in mancher andern Beziehung ziemlich reich zu werden beginnt, ſind uns hundert Fälle vorgekommen, daß Frauen, welche in Fülle und Ueberfluß geboren und erzogen waren, den Schauplatz ihrer Jugend, ihre Seide, ihren Atlas, ihre Spitzen, ihr Porzellan, ihr Silbergeräthe, ihren Mahagony freudig verlaſſen haben und Gatten oder Vater in die Wild⸗ niß gefolgt ſind, um dort behilflich zu werden, den Wilden oft die Nahrung, ſtets aber den endlichen Beſitz des Brodes zu entringen. Für Dorothea und„Blüthe“ war der Wechſel nicht ſo greller Art, und die Gewohnheit hatte ſie längſt auf wildere Scenen, als die waren, in welche ſie ſich nun verſetzt ſahen, 253— 255. 19 das heißt, hund ent⸗ nen erfah⸗ t ſtehenden halb ent⸗ vier und Weſen wie deln, welche grden. Von hmackhafter, ttt befunden. ka ſo ſeltene er in Fett ſchnitten that h im Beſitze B. Beeren richte zu ver⸗ ſei unendlich was in ſeinen „Comptoir“ zweiten Batel brigen Beſchäf⸗ täglich dh. kacher Art und als die Wärme lnderen an dem n Baue, welcher umfangreicher werden ſollte, als das Gonigſchlaß, zu ſetlangen, ging Ben eine halbe Meile an dem Kalamazoo hinauf, wo er eine hinreichende Anzahl junger Fichten fällte, deren Stamm etwa einen Fuß im Durchmeſſer hatte, und die er in einer Länge von zwanzig und dreißig Fuß abſägte. Dieſe Stämme rollte er in den Fluß, in welchem ſie langſam thalab floſſen, bis ſie vor Honigſchloß anlangten, wo Peter ſie in ſeinem Canove in Empfang nahm und an den Landungsplatz ſchaffte. Auf dieſe Weiſe war nach zwei ziemlich mühevollen Tagen alles Bauholz herangebracht, und man konnte ſogleich mit dem Baue ſelbſt beginnen. Blockhäuſer ſind jetzt eine ſo bekannte Erſcheinung, daß wir auf eine nähere Beſchreibung des nun aufgeführten nicht einzugehen brauchen. Es war nicht ganz dreißig Fuß lang und zwanzig Fuß tief. Die Blöcke waren eingeſchnitten und die Zwiſchenräume mit klein geriſſenen Fichtenſtücken ausge⸗ füllt. Das Dach war auf die einfachſte Art mit Rinde belegt, für die Thür und zwei Fenſter waren Oeffnungen gelaſſen worden, und Korporal Flint übernahm es, nicht nur für Thür und Fenſterläden zu ſorgen, ſondern beſchloß auch, das Gebäude einzupfählen. Als le Bourdon es für thöricht erklärte, ſich eine ſolche Mühe aufzubürden, entſpann ſich ein Geſpräch, an welchem auch der Miſſionär Theil zu nehmen ſich gemüßigt ſah. „Wozu all dieß? Wozu ſo viele Arbeit?“ rief der Bienenjäger ein wenig ungeduldig, als er ſah, daß es dem Korporal mit ſeinem Vorſchlag ernſt war.„Ich habe zwei Sommer hier in dem Honigſchloſſe gewohnt, ohne an Ver⸗ pfählung und Palliſadirung zu denken, und Ihr wollt dieß neue Haus zu einem Fort umwandeln?“ 19 † —.„ d/ „ Ah, Bourdon, das war in fried Ich lichen Zeiten, jetzt habe Fort Dearborn leben wir aber fallen ſehen, und mö in Kriegszeiten. chte in dieſem Die Pottawattamies ſind, Kriege kein wie J Fort mehr wie ſelbſt Peter hr ſelbſt ſagtet, fallen ſehen. zugibt, feindlich ſchon einma Male kommen.“ „Der drüben in fürchten.“ „Seine „und was mehr hörte, ſeine Bü um die auf dem Kampfp meln, fand aber des Häuptlings i wohl wieder in jetzt den Weg wiſſen.“ Mittheilung Dieſe wie die Folgerun nach einer kurzen zeigte, geſinnt, l hier waren, einzige jemals hierher kam, den Lichtungen. Leiche iſt iſt, chſe ſei zurückgela latze zurückgelaſſenen Ohne Zweifel h erbrannt un Landes umſchauen, und da ſie, Pottawattamie 2 iſt todt und verſchwunden, ſeine Büchſe iſt nichts. hn begraben oder v dieſem Theile des 98, Pauſe antw daß er unſchlüſſig geworden können ſie au welcher mei Man braucht ih ſſen wo ſeine Gebeine „¹ verſetzte der Korporal, auch verſchwunden⸗ rden, und ging ch leicht zum zweiten nes Wiſſens bleichen n daher nicht zu Ich hin, fiel dem Bienenjäg welche der Soldat ortete er in einer Waffen zu ſam⸗ er eben ſo ſehr auf, daran knüpfte, und Weiſe, welche 3 mit Pfählen „ zu umgeben s wird eine Woche „ ſagte er, hinnehmen, das Hau „und ich wünſchte, Bienen wieder „Geht zu Eu das Verpfähle bringt. Iſraels oft bl darf.“ Paſtor zuzuwenden.“ ren Bienen, n und Befeſtigen, Amen hier wir utdür Bourdon, wie es me d Euch ſagen, ſtig ſind, und daß ma in Beruf mit ſi und überlaßt mir daß die Kinder n wohl an ſie denken mich meinen „BDer Korporäl deutet auf Tarſus we Gottes ſic Ende mac ſolchen Ge zuzugeben, „Iſt und ließ als er ein „Ich Ich habe ſeiner Se Wenn es ganze Ge „Na dieſer Häu es ihm b⸗ „Es und von anziehend ſagt, bel werden, Häuſer ir „Da „Gewiß, werden m leicht mi während n, jetzt dearborn rt mehr t Peter ſt ſagtet, zweiten Wiſſens bleichen r nicht zu Korporal, nden. Ich ging hin, en zu ſam⸗ die Freunde werden ſich wen, da ſie ſo ſehr auf, nüpfte, und Weiſe, welche mit Pfählen mich meinen überlaßt mir Beruf mit ſich daß die Kinder l an ſie denken 7* Korporäl hat ganz recht. Die ganze alte jüdiſche Geſchichte deutet auf dieſen ihren Charakter hin, und ſelbſt Saul von Tarſus war auf Verfolgung und Mord erpicht, bis die Macht Gottes ſich unmittelbar zeigte und ſeinem gottloſen Thun ein Ende machte. Ich ſehe bei Peter ſchwache Schimmer eines ſolchen Geiſtes und zwar in Augenblicken, wo er faſt bereit iſt zuzugeben, er ſei ein Abkömmling Iſraels.“ „Iſt Peter geneigt, dieß zuzugeben?“ fragte le Bourdon und ließ gewahren, daß er auf die Antwort geſpannter war, als er einzugeſtehen geſonnen ſchien. „Ich ſollte es faſt glauben, ja, es will faſt ſo ſcheinen. Ich habe bemerkt, daß Peter ein ſchweres Geheimniß auf ſeiner Seele hat, früher oder ſpäter werden wir es erfahren. Wenn es kund wird, mag die Welt ſich bereit halten, die ganze Geſchichte der zehn Stämme zu erfahren.“ „Nach meiner Anſicht,“ bemerkte der Korporal,„könnte dieſer Häuptling die Geſchichte von zwanzig erzählen, wenn es ihm beliebte.“ „Es hat nur zehn gegeben, Bruder Flint, nur zehn, und von dieſen zehn könnte er uns die ausführlichſten und anziehendſten Mittheilungen machen, wenn es ihm, wie Ihr ſagt, beliebte. Aber in kurzer Zeit wird alles dieß bekannt werden, und bis dahin dürfte es gerathen ſein, eines dieſer Häuſer in eine Art Fort zu verwandeln.“ „Dann wählt Honigſchloß dazu,“ rief le Bourdon.— „Gewiß, wenn Jemand in dieſer Weiſe geſchützt und geſichert werden muß, ſo ſind es die Frauen. Ihr könnt jene Hütte leicht mit Pfählen umgeben, denn ſie iſt kleiner als dieſe, während ſie bei weitem ſtärker iſt.“ — 42 — A 184 In Folge dieſes gegenſeitigen Verſtändniſſes wurde die Arbeit begonnen. Der Korporal grub um das„Schloß“ einen vier Fuß tieſen Graben und fühlte ſich glücklich wie ein Fink, denn er hatte zum erſten Male eine ſolche Arbeit vor und Berufe ange⸗ ſich und betrachtete ſte als ſeinem Charakter Der junge Ingenieur, welcher eben vom Point Mittelpunkte der Militärwiſſenſchaften, wel⸗ f die glücklichen Erfolge in Mexico in noch höherm Grade zu danken hat, als dem kriegeriſchen Geiſte ſeiner Bevölkerung,— dieſer nach Ruhm ſtrebende junge Mann, der eben die erwähnte nützliche Schule verläßt, würde kaum mit größerm Entzücken ſeine erſte Baſtion anlegen oder ſeine erſte Bruſtwehr oder Umwallung aufwerfen, als Korporal Flint bei der Befeſtigung des Honigſchloſſes fühlte. erſten Male an der Spitze Flint war aber auch jetzt zum des Genieweſens. Bisher war es ſein Loos geweſen, gehor⸗ chen zu müſſen, jetzt war es ſeine Pflicht, zu befehlen. Da keiner der Geſellſchaft früher Gelegenheit gehabt hatte, ſich mit Arbeiten dieſer Art zu beſchäftigen, ließ der Korvoral ſich es gar nicht in den Sinn kommen, ſeine Ueberlegenheit in der Wiſſenſchaft, aſt überfloß, verbergen zu wollen. In Gerſhom hatte er einen thätigen, nützlichen Gehilfen, denn der Geiſt des Whiskey war ganz von ihm gewichen, und er arbeitete mit deſto größerer Bereitwilligkeit, je mehr er fühlte, daß die Palliſaden zur Sicherheit ſeiner Gattin und ſeiner Schweſter weſentlich beitragen würden. Auch Paſtor Amen ver i Pike und Schippe zur Hand zu nehmen, denn während der vollen Ueberzeugung hingab, ſeien die wahren Abkömmlinge meſſen. kommt,— dieſem chem die Republi Miſſionär ſich der te dieſer Gebiete betrachtete er ſie als Zorne Gott fluſſe jener Paulus als Mit ei Vertrauen Kinder des wilden Zuſt nicht. Er nützlich wie ihn zu meh Was herab, ein That kaun zeigen, der untergehend Geſellſchaft mit Nachd Wa⸗wa⸗n geringe Au irgend eine Gewalt ſte machen, 0 verließ, we Wenn warf, war ſeine Falſc gab, was chenen Eng daß ſie Y urde die Schloß“ wie ein rbeit vor ufe ange⸗ m Point ften, wel⸗ o in noch hen Geiſte ende junge äßt, würde alegen oder s Korporal der Spitze ſſen, gehor⸗ efehlen. Da t hatte, ſich Koryoral ſich erlegenheit in verbergen zu eu, nützlichen anz von ihm zereitwilligkeit, ſcherheit ſeiner en würden. ike und Schippe ſſſionär ſich der dieſer Gebiete gels, betrachtete er ſie als einen Theil des erwählten Volkes, welcher dem Zorne Gottes verfallen und mehr als gewöhnlich dem Ein⸗ fluſſe jener böſen Geiſter preisgegeben wäre, deren der heilige Paulus als luftiger Mächte gedenkt. Mit einem Worte, während der gute Miſſionär mit vollem Vertrauen der endlichen Bekehrung und Begnadigung dieſer Kinder des Waldes entgegenblickte, überſah er ihren jetzigen wilden Zuſtand und ihre Neigung zum Raub der Hirnhäute nicht. Er war zwar bei dieſer neuen Beſchäftigung nicht ſo nützlich wie Gerſhom, aber ein gewiſſer angeborner Eifer trieb ihn zu mehr als gewöhnlicher Handthätigkeit an. Was die Indianer betrifft, ſo ließ ſich keiner von Beiden herab, eine Schippe zu berühren. Taubenflügel hatte in der That kaum Gelegenheit, ſich in dieſer Weiſe hilfreich zu zeigen, denn er war gewöhnlich von der aufgehenden bis zur untergehenden Sonne auf der Jagd, um für den Tiſch der Geſellſchaft Sorge zu tragen, während Peter ſeine meiſte Zeit mit Nachdenken und einſamen Spaziergängen⸗ verbrachte. Wa⸗wa ⸗noſh widmete der Arbeit um das„Schloß“ nur geringe Aufmerkſamkeit, entweder weil er wußte, daß es durch irgend einen verrätheriſchen Schritt jeden Augenblick in ſeiner Gewalt ſtehe, alle dieſe Vorſichtsmaßregeln zu nichte zu machen, oder weil er ſich auf die Uebermacht der Indianer verließ, welche ſich bald in den Lichtungen ſammeln mußten. Wenn er je einen Blick auf den Fortſchritt der Arbeit warf, war es der der größten Gleichgiltigkeit, ja er trieb ſeine Falſchheit ſo weit, daß er dem Korporal einige Winke gab, was zu thun ſei, um, wie er ſich in ſeinem gebro⸗ chenen Engliſchen ausdrückte,„die Inſchin nicht einzulaſſen, daß ſie Meſſer und Tomahawk brauchten.“ Dieſe anſchei⸗ nende Gleichgiltigkeit von Seiten Peter's entging dem Bienen⸗ jäger nicht, deſſen Mißtrauen gegen den geheimnißvollen Wilden ſich in dem Maaße minderte, als er ſein Benehmen hinſichtlich der Schutzvorrichtungen gewahrte. Le Bourdon gab nicht zu, daß man in der Nähe ſeiner Wohnung irgend einen Baum fällte. Während der Korporal und ſeine Gehilfen beſchäftigt waren, den Graben aufzuwerfen, ſuchte er eine ziemlich entlegene und von dem Honigſchloß aus nicht ſichtbare Stelle auf, wo er die nöthige Anzahl Bosquet⸗Eichen fällte und zu Palliſaden herrichtete. Boden hatte mehrere Gründe, ſich dieſer Arbeit mit Eifer und freu⸗ digem Muthe zu widmen. Er ſah ein, daß dieſe Schutzwehr ihm ſpäter gegen die Bären wie gegen die Indianer nutzlich werden könne, dann kam aber auch ihrem Näh⸗ oder Strickzeug und ſetzte fällten Baumſtämme, wo des Lachens und Ende war, Gelegenheiten war auch Geſellſchaft und benahm ſich bei ihren ſchelmiſchen, Launen in der Auswahl von Blumen mit ei keit und Artigkeit, welche einem Manne von höherer Ehre gemacht haben würde. Der Leſer quawen ſelt l oder mann ſich auf einen der Plauderns kein , wie bemerkt, en aufmerkſam erweiſt, haften Charakter. Ergebenheit gegen nicht glauben, gegen S ſei ohne Gefüh Beziehungen ſteht ſeine ritterliche wiſſen Klaſſe Männer, welcht t über dem einer ge aus Eitelkeit oder weil es die Sitte ſo mit Geſchlecht wei ſolche Gefühle bringt, zur Schau ſtellen. lle Frage noch ein Wilder Der rothe Mann iſt ohne a während die Axt ihre Pflicht that. Bei mehreren iſtete„Bluͤthe“ kleinen ner Aufmerkſam⸗ Bildung Margaret täglich mit der Indianer ſich er In manchen wenn er weißer P erniedrigt und man ſeine Sel Benehmer Häuptlin⸗ Weltman gehört u Pflichten nicht den Unt Zeit in angeblich Geltung Gefühles ſei, mi man au zu habe Sprachr führen, Ausdrue wird, a No einem( ſehr vi Chriſter wenig ſich in nicht i m Bienen⸗ mnißvollen Benehmen Nähe ſeiner er Korporal aufzuwerfen, Honigſchloß hige Anzahl tete. Boden fer und freu⸗ e Schutzwehr dianer nüͤtzlich t täglich mit auf einen der glauderns kein Bei mehreren gete„Bluͤthe“ niſchen, tleinen er Aufmerfſam⸗ Föherer Bildung 1 eer Indianer ſich nicht glauben, er d. In manche gegen das ſchöne Männer, weloht Sitte ſo mit noch ein Wilden wenn er aber in dem Verkehre mit der ſchlechteſten Klaſſe weißer Menſchen nicht verderbt oder durch große Armuth erniedrigt worden, iſt er ein Wilder, dem ſo viele der edleren und mannhafteren Eigenſchaften inne wohnen, daß er durch ſeine Selbſtachtung, ſeine Würde und die Einfachheit ſeines Benehmens unſerer Bewunderung würdig iſt. Der indianiſche Häuptling iſt gewöhnlich ein Gentleman(Ehrenmann und Weltmann), obgleich er vielleicht nie von der Offenbarung gehört und von dem großen Sühnopfer und den heiligen Pflichten, welche es dem Menſchengeſchlechte auferlegt, auch nicht den entfernteſten Begriff hat. Unter den zahlloſen Uebertreibungen, welche in unſerer Zeit in Amerika gäng' und gäbe ſind, hat ſich die über den angeblichen Charakter eines Gentleman in weiten Kreiſen Geltung verſchafft. Wer Alles vermittelſt des religiöſen Gefühles ſieht, gibt ſich wohl der Anſicht hin, wer ein Chriſt ſei, müſſe nothwendig auch ein Gentleman ſein, wämend man auch ohne alle Eigenſchaften des chriſtlichen Charakters zu haben, ein ächter Gentleman ſein kann. Gedanken⸗ und Sprachverwirrung kann zu keinem gedeihlichen Ergebniſſe führen, während der Geiſt Vieler dadurch unſicher und der Ausdruck unſerer Gedanken weniger genau und verſtändlich wird, als es ſonſt der Fall wäre. Nach unſerm Bedünken kann ein Mann ſehr viel von einem Chriſten und ſehr wenig von einem Gentleman, oder ſehr viel von einem Gentleman und ſehr wenig von einem Chriſten haben. Mit anderen Worten, beide Charaktere haben wenig miteinander gemein, obgleich es möglich iſt, daß ſie ſich in einer und derſelben Perſon vereinigt finden. Es iſt nicht in Abrede zu ſtellen, daß die Leutſeligkeit, die Zuvor⸗ — 298— überhaupt die verfeinerten Sitten des civiliſirten Lebens viele Aehnlichkeit mit jenem Wohlwollen haben können, welches den Chriſten veranlaßt, ſeinen Nächſten wie ſich ſelbſt zu lieben, aber die Beweggründe beider Theile ſind ſo ver⸗ ſchieden, daß ſie alle Aehnlichkeit unter ihnen aufheben. Der leitende Grundſatz des Gentleman iſt Selbſtachtung⸗ der des Chriſten aber Demuth. Jener iſt bereit, ſein Leben zu opfern, um eine eingebildete Beſchimpfung zu ſühnen oder einen Andern zu ermorden, dieſer wird gelehrt, ſeine andere Wange zu reichen, wenn er geſchlagen worden. Mit einem Worte, jener hat ſtets die Welt, deren Anſichten und Urtheil vor Augen, dieſer lebt nur, um Gott zu dienen und ſeinen Gewiß hat das verfeinerte Gehaben Geboten zu gehorchen. eines Mannes, deſſen Geiſt und Sitten in der Schule der Welt geglättet worden, eben ſo viel Anziehendes als Achtens⸗ werthes, es ſtreitet ab ſchöne Demuth des ächt chriſtlichen Charakters, beide in moraliſcher Beziehung auf gleiche Linie ſtellen will. Peter hatte natürlich keine der Eigenſchaften deſſen, der brechen ſieht und fühlt und auf die Wirkung ühnopfers vertraut, um ſeinen Platz bei den einzunehmen, während er viele jener die von dem Werthe abhängen, den der ne eigenen Verdienſte ſetzt. kommenheit, er gegen die edle, wenn man ſeine eigenen Ge des erhabenen S Kindern des Lichtes Eigenſchaften beſaß, Menſch ſo gern auf ſei letztern Sinne hatte der Indianer viele ſchaften des Gentleman, denn und Artigkeit bezeichnete ſeinen g. wenn Leidenſchaften oder P vorzeichneten. Selbſt dem Miſſionär ſiel Milde in dem Benehmen dieſes geheimnißvolle anzen Verkehr In dieſem weſentliche Eigen⸗ eine ſtolze Zuvorkommenheit mit Andern, olitik ihm nicht plötzlich neue Wege das Sanfte und u rothen Men⸗ ſchen gegen aufkeimende ſeiner Squ er jedoch d wiederfahre Weſen deut trauen der daß des 2 Margaret wenigſtens tigte,— der Eiferſu daß der er Währ ihre Stric menden A nißvolle 2 eine Stat ſie. Es wollen, n die Empff Auge zu rachſüchti achter we da geweſ Gedanker Augen z ſolchen2 That ſchr waren je viliſirten können, ich ſelbſt hſo ver⸗ en. Der der des zu opfern, der einen ere Wange em Worte, artheil vor und ſeinen te Gehaben Schule der als Achtens⸗ Demuth des moraliſcher deſſen, der die Wirkung Platz bei den cviele jener igen, den der t. In dieſem utliche Eigen⸗ workommenheit r mit Andern, lich neue Wege 1s Sanfte und en rothen Men⸗ — 299— ſchen gegen Margaret ſo ſehr auf, daß er es anfangs dem aufkeimenden Wunſche beimaß, dieſe Blüthe der Wildniß zu ſeiner Squaw zu machen. Bei näherer Beobachtung mußte er jedoch dem Indianer in dieſer Hinſicht mehr Gerechtigkeit wiederfahren laſſen. Nichts in ſeinem ganzen Thun und Weſen deutete auf die Unbehaglichkeit, die Unruhe, das Miß⸗ trauen der Leidenſchaft hin, und als Paſtor Amen bemerkte, daß des Bienenjägers unverkennbare Neigung zu der ſchönen Margaret eher eine wohlwollende, freundliche Theilnahme— wenigſtens ſo weit der äußere Schein zu einem Urtheile berech⸗ tigte,— als etwas, das den ungeſtümen, wilden Ausbrüchen der Eiferſucht gleich kam— hervorrief, fühlte er ſich überzeugt, daß der erſte Eindruck ihn getäuſcht hatte. Während le Bourdon ſeine Axt ſchwang und Margaret ihre Stricknadeln ſpielen ließ und der Bedürfniſſe des kom⸗ menden Winters vorſichtig eingedenk war, ſtand der geheim⸗ nißvolle Indianer oft eine Viertelſtunde lang, unbeweglich wie eine Statue, und heftete ſeine Augen bald auf ihn, bald auf ſie. Es geht über den menſchlichen Scharfblick, ſagen zu wollen, was in dieſer verſchloſſenen Bruſt vorging, daß aber die Empfindungen und Gefühle dieſes Herzens, welches kein Auge zu ergründen vermochte, nicht immer grauſamer und rachſüchtiger Art waren, würde einem aufmerkſamen Beob⸗ achter wahrſcheinlich nicht entgangen ſein, wäre ein ſolcher da geweſen, um auf die Zeichen deſſen zu achten, was 3 Gedanken des Häuptlings beſchäftigte. Dennoch ſchoſſen dieſe Augen zuweilen einen Strahl wilder Grauſamkeit, und in ſolchen Augenblicken war das Geſicht dieſer Rothhaut in ber Chat ſchrecklich. Solche Ausbrüche des unbezähmbaren Gefühles waren jedoch ſelten und ſtets vorübergehend. 4 8 — 301— auf die Kinder Iſraels ein Phantaſt war, hielt er doch mit ar, hatte ſtrengem Eifer an ſeinen Pflichten feſt. An Sonntagen ver⸗ ren genau ſäumte er nie, ſeinen Tabernakel, und wär' es auch in der llte damit heulenden Wildniß geweſen, aufzuſchlagen und den Gottesdienſt regelmäßig in den Formen der Sekte, zu welcher er gehörte, als daß es abzuhalten. ßten daher Sein Einfluß war bei der jetzigen Veranlaſſung bedeutend nb gebracht genug, um die Geſellſchaft dahin zu vermögen, daß man ſich en, wurden jeder Arbeit enthielt, obgleich der Korporal gegen ein ſolches „Stelle zu Gehaben lebhafte Einſprache that. Er behauptete, in militä⸗ Arbeit hin, riſchen Angelegenheiten wiſſe man vom Sonntage nichts, man lſchaft, den müßte denn im tiefſten Frieden leben, und er habe nie davon widmen. gehört, daß Belagerer oder Belagerte ſich am Sabbat der hetag knüpft, Arbeit enthalten hätten. Solche„Werke,“ ſagte er, müſſen in bewohnten Tag und Nacht mittelſt Ablöſungsmannſchaften fortgehen, und em Meer und ſiatt inne zu halten und dem Gottesdienſte beizuwohnen, hatte ht die Wieder⸗ er bereits ſeine Pläne entworfen, wie nicht nur dieſen Tag, e Weiſe lang⸗ ſondern auch die folgende Nacht die Arbeit unter den Einzelnen dem erhabenen vertheilt werden ſollte. Ehre wie zum Peter ließ nie die geringſte Einſprache gegen Paſtor Amen's Predigten und Gebete vernehmen. Er hörte beiden üchtig auf ſeine mit unbewegtem Ernſte zu, obgleich ein ſichtbarer Eindruck wir eine ſolche auf ſein Gefühl dadurch nicht bewirkt zu werden ſchien. Der ten menſchlichen Chippewa jagte Sonntags, wie jeden andern Tag, und dieſer daran denken, Umſtand rief folgende kurze Unterhaltung zwiſchen Margaret ir den Schöpfer und dem Miſſionär hervor, als die Geſellſchaft unter den ehren, uns dem Eichen ſaß und ſich des ruhigen Sommerabends erfreute. tfernen. Wahr⸗„Wie kommt es, Herr Amen,“ ſagte Margaret, welche, zu ſeinem Beſten ohne zu wiſſen wie, ſich an den Beinamen des Paſtors gewöohnt hatte,„daß die rothen Menſchen den Sabbat nicht r und in Bezu 8 — 302— 2„Du ſollſt den ſteu Gebote, und s dieſem Volke Juden herſtammen es der hochgehalten daß Jemand au llte.“ Margaret, daß die deuſelben Tag wie Sie halten wenn ſie von den „, iſt ein cht natürlich, uhe ganz vergeſſen ſo t entgangen, Ländern, nicht derte der Miſſionär.„ feiern, Sabbat heiligen, es ſcheint mir ni des Tages der R „Es iſt Euch vielleich Juden, ſelbſt in geſitteten die Chriſten feiern,“ erwie ihren Gottesdienſt am Samſtag, wie wir am Sonntage thun. Nun kam es mir in der That vor, als hätte ich Peter geſtern i Fort beſchaͤf⸗ heimlich beten ſehen, tigt waren. Ihr habt viet kenvoll und ſtumm der Häuptling in den Nachmittagſtunden geweſen.“ „J habe es bemerkt,“ ſagte der Bienenjäger,„muß daß es mir nicht ſchien, als ob ſeine Gedanken b r Weiſe Gott zugekehrt geweſen wären. GS Augenblicke, wo das Benehmen und Verhalten s mir am wenigſten gefallen.“ iß das nicht,— viel⸗ Böſen. — man wei leicht kämpfte ſein Geiſt mit den Verſuchungen des Mir’ſchien er in Andacht verſunken zu ſein, und ich betrachte dieß als einen daß die Rothhäute den jüdiſchen Sabbat feiern.“ „Ich wußte nicht, ſonſt wär' ich jedoch mein wie gedan aber geſtehen, in irgend eine waren gerade des Indianer „Man weiß das nicht, Beweis, daß die Juden einen andern Tag wohl auf denſelben Gedanken feiern als wir, es Wiſſens nie einen Juden gekommen. Ich habe geſehen, und Ihr, Margaret?“ „Nicht daß ich wüßte!“ antwortete das Mädchen. eecht haben, Vor fünf und dreißig Beide mochten ganz r Jahren waren die Amerikaner vorzugswe chriſtliche, ſondern eine proteſtantiſche Nation. iſe nicht nur eint — Es mocht Juden in d und ſie m daß man ſ Was ihre Kirche nicht auf d Mönche ho wir ſagen trächtigen ſte heimiſch die Bemer verehrung ſten ebenſo finden könr geordneten wo ſo viel teſten ſich Perſon ein Alles von Römi vor einem Welt für ſchienen, l wieder. Alles ſchmelzung lichen Ve vorangeht, An d ließ der f ſollſt den ote, und em Volke daß die Tag wie Sie halten ntage thun. eter geſtern kort beſchäf⸗ ſkenvoll und eweſen.“ aäger,„muß ne Gedanken wären. Cs ud Verhalten nicht,— viel⸗ n des Böſen. d ich betrachtt den jüdiſchen n andern Tag elben Gedanken nie einen Juden Mädchen. 4 ünf und dreihig nicht nur eint .— Es mocht n — 303— Juden in den Städten geben, allein es waren ihrer ſo wenige und ſie miſchten ſich der Art mit der übrigen Bevölkerung, daß man ſie kaum als eine eigene Sekte beachtete. Was die Römiſch⸗Katholiſchen betrifft, ſo hatten auch ſie ihre Kirchen und Diöceſen, aber welcher Amerikaner, wenn er nicht auf Reiſen geweſen, hatte je eine Nonne geſehen? Die Mönche hat der Himmel bis jetzt fern von uns gehalten, und wir ſagen dieß, ohne den Stand, welchem ſie angehören, beein⸗ trächtigen zu wollen. Wer lange in Ländern gelebt hat, wo ſie heimiſch ſind, und einigermaßen freiſinnig iſt, wird wohl die Bemerkung gemacht haben, daß Frömmigkeit und Gottes⸗ verehrung und ein tiefes Gefühl für alle Pflichten eines Chri⸗ ſten ebenſo gut, ja beſſer, in einem Geſellſchaftszuſtande ſich finden können, wo eine wahre Unterwerfung unter geſetzlich geordneten Dogmen herrſcht, als in einem Geſellſchaftszuſtande, wo ſo viel politiſche Freiheit herrſcht, daß ſelbſt die Gelehr⸗ teſten ſich der Anſicht hingeben, Jeder ſei in ſeiner eigenen Perſon eine Kirche und eine Hierarchie. Alles dieß wechſelt raſch. Wir haben eine große Anzahl von Römiſch⸗Katholiſchen unter uns, und Gegenden, welche vor einem halben Jahrhundert die unpaſſendſten Orte von der Welt für die gottesdienſtlichen Gebräuche der römiſchen Prieſter ſchienen, hallen jetzt von den Geſängen und Gebeten der Meſſe wieder. Alles dieß deutet auf die Hinneigung zu der großen Ver⸗ ſchmelzung der Gläubigen hin, welche ohne Zweifel der end⸗ lichen Vereinigung aller Sekten und dem geweiſſagten Ziele vorangeht. An dem Montage, welcher dem erwähnten Sabbat folgte, ließ der Korporal ſeine Mannſchaft früh zur Arbeit ſchreiten, — 3304— Da Alles zu vorbereitet war, ging die Arbeit raſch ſtlichen Horizonte nen zugeſpitzten Wehren um⸗ Querhölzern beſchlagen, und ieder auszufüllen und die um die Palliſaden aufzuſtellen und zu richten. dieſem Zwecke bexeits von Statten, und als die Sonne ſich dem we näherte, Honigſchloß von ſei zäunt. Das Ganze ward mit man brauchte nur den Graben w Erde um die Pfähle feſtzuſtampfen. Die Palliſaden trugen auf dieſe Weiſe bedeutend zur Sicherheit derer in dem Shanty bei und beide Frauen drück⸗ ten ihren Freunden ihren Dank dafür aus, daß ſie ſich ſo viele Mühe gegeben, ſie, gegen den Feind zu ſchützen. Als wurde Verabredung getroffen, wo man ſich zur Ruhe begab, die verſchiedenen Glieder der Geſellſchaft ſich innerhalb der „Werke“ zu ſammeln hatten, wenn Gefahr drohen ſollte. Unter den Geräthſchaften Gerſhom's war ein Muſchelhorn und ein Blechhorn, wie man deren bei den amerikaniſchen Landbewohnern überall findet, um die Arbeiter vom Felde abzurufen. Das Muſchelhorn erhielten die Männer, um im Nothfalle draußen ein Zeichen zu geben, während man das Blechhorn an der Thüre des Shanty aufhängte, damit die Frauen davon Gebrauch machten, wenn ſie es für nöthig hielten. Die ganze Geſellſchaft war längſt zur Ruhe gegangen, die Mitternachtſtunde nahte und die tiefſte Stille herrſchte weitum in den Lichtungen, als der Bienenjäger durch einen ungewohnten Ton aus ſeinem Schlafe geweckt wurde. Anfangs traute er kaum ſeinen Sinnen, ſo klagend und doch ſo wild war der Ton. Es war jedoch kein Irrthum möglich,— es war das Horn des Shanty und im Nu war er auf den Füßen. Mittle Männer er Gelegenhei Herzen un Erſte, we le Bourdo Als geſchloſſen ſehen, bis bekannten Das groß, als hatte das an dem worden w Als blickte er abweſend eine Ahnn men ſein „Das keit auf d „Fal kommt, be Flint ruh den laſſer alle in e rufen, ich Nacht zu Die Manꝛ 253— Alles zu veit raſch Horizonte hren um⸗ gen, und und die utend zur uen drück⸗ ſie ſich ſo tzen. Als roffen, wo jerhalb der ohen ſollte. Nuſchelhorn erikaniſchen vom Felde rer, um im d man das , damit die für nöthig e gegangen, ille herrſchte durch einen de. Anfangs doch ſo wild uöglich,— es er auf den Mittlerweile war auch der Korporal zur Hand und alle Männer erſchienen unverweilt. Gerſhom bethätigte bei dieſer Gelegenheit einen Eifer und eine Thätigkeit, welche ſeinem Herzen und ſeinem Muthe zumal Ehre machten. 1. war der Erſte, welcher Gattin und Schweſter zur Hilfe eilte, obgleich le Bourdon ihm dicht auf der Ferſe folgte. Als man das Palliſaden⸗Thor erreichte, fand man es geſchloſſen und von innen vermacht, auch ließ ſich Niemand ſehen, bis Dorothea, auf mehrmaligen Anruf in der wohl⸗ bekannten Stimme ihres Gatten, zum Vorſchein kam. Das Staunen und die Unruhe der beiden Frauen war groß, als ſie aus dem Shanty traten. Keine von ihnen hatte das Horn berührt, es hing noch ſo ruhig und ſtumm an dem Kloben, als wenn ihm niemals ein Ton entlockt worden wäre. Als der Bienenjäger dieſe auffallende Nachricht hörte, blickte er ſich ängſtlich um, um ſich zu vergewiſſern, wer wohl abweſend wäre. Niemand fehlte, Niemand ſchien auch nur eine Ahnung zu haben, woher dieſer unerklärliche Ton gekom⸗ men ſein könne. „Das habt Ihr gethan, Korporal, um unſere Wachſam⸗ keit auf die Probe zu ſtellen,“ rief endlich le Bourdon. „Falſcher Lärm iſt nützlich, wenn er nicht zu oft vor⸗ kommt, beſonders bei neuen, ungeubten Truppen,“ antwortete Flint ruhig,„aber ich habe dieſe Nacht keinen Ton laut wer⸗ den laſſen. Ich geſtehe gern, daß ich im Sinne hatte, euch alle in einer der nächſten Nächte auf dieſe Weiſe herauszu⸗ rufen, ich hielt es jedoch nicht für paſſend, es ſchon dieſe Nacht zu thun. Wenn das Fort fertig iſt, wird es Zeit ſein, hie Mannſchaft im Dienſte zu üben.“ 253— 255. 20 — 306— „Was iſt Euere Anſicht, Peter?“ fuhr le Bourdon fort.„Ihr kennt die Wildniß und das Leben darin. Woher kam dieſer außerordentliche Aufruf? Warum hat man uns in dieſer Stunde aufgeſchreckt?“ „Wahrſcheinlich Jemand Horn geblaſen„“ verſetzte Peter in ſeiner unregſamen, ſtoiſchen Weiſe.„Glauben, es nicht wiſſen, alſo auch nicht ſagen können. Krieger oft Horn hören auf Kriegspfad.“ „Dieß iſt ein unerklärlicher Vorfall! Wenn ich je ein Horn gehört habe, habe ich es dieſe Nacht gehört, und doch iſt dieß das einzige Horn, das wir haben, und Niemand hat es berührt. Das Muſchelhorn war es nicht, der Unterſchied in dem Tone des Muſchel⸗ und des Blechhorns iſt zu groß, als daß man beide verwechſeln könnte, auch trägt Gerſhom das Muſchelhorn an dem Halſe, wie er ſich es geſtern um⸗ geſchlungen.“ „Niemand hat das Muſchelhorn berührt, dafür bürge ich,“ ſagte Gerſhom, und legte die Hand auf die Muſchel, als wollte er dadurch ſeine Ausſage erhärten. „Dieß iſt ſehr auffallend! Ich habe das wenn jemals ein ſolches Inſtrument zu meinen Oh gen iſt.“ Alle weißen Männer beſtätigten dieß, den Ton deutlich gehört. Dennoch wußte keiner zu löſen. Die Indianer ſchwiegen, Charakter der Rothhäute, ſich ſchweigſam zu verhalten, w ungewöhnliche Vorfälle die Gefühle Anderer aufregten, ſn daß man ihr Benehmen nicht auffallend fand. Was Peter angeht, ſo hätte eine ſteinerne Bildſäule kaum kälter ausſehen Horn gehörtt, ren gedrun⸗ denn jeder hatte dieſes Räthſel enn es lag jedoch ſo ſehr in dem Iiunnen, als Gefühl erha wenig verbli ſtellen, jetzt ſehnen, wele riſſen worde phyſiſchen u keine Vermt hegen und wieder in il ſelben Gleie in das She der Palliſad bei den Sei Als die der Bienenj entſpann ſie „Seid ſeinen Freu fühlte. „Ja, i „Nein higen Stun einſt in bed wir werden „Ja, laſſen,— „Chip könnt Ihr „War Bourdon Woher man uns tzte Peter es nicht V orn hören ich je ein und doch emand hat Unterſchied 1 zu groß, t Gerſhom geſtern um⸗ a für bürge ie Muſchel, dorn gehört, pren gedrun⸗ jeder hatte ieſes Räthſel ſehr in dem halten, wenn aufregten, ſe Was Peter alter ausſehe 1 — 307— können, als dieſer Häuptling, welcher über jedes menſchliche Gefühl erhaben zu ſein ſchien. Selbſt der Korporal ſah ein wenig verblüfft aus und konnte ſeine Erregung nicht in Abrede ſtellen, jetzt aber ſchien er ſich wieder nach dem Schlafe zu ſehnen, welchem er ſo plötzlich und in der beſten Stunde ent⸗ riſſen worden war, Peter aber war in dieſer Nacht für alle phyſiſchen und moraliſchen Eindrücke unzugänglich. Er ließ keine Vermuthung laut werden, ſchien keine Beſorgniß zu hegen und äußerte keine Neugierde, und als die Männer ſich wieder in ihre Wohnung begaben, begleitete er ſie mit dem⸗ ſelben Gleichmuth und derſelben Ruhe, mit welcher er ihnen in das Shanty gefolgt war. Gerſhom blieb jedoch innerhalb der Palliſaden und verbrachte die übrigen Stunden der Nacht bei den Seinigen. Als die Männer langſam auf ihre Hütte zuſchritten, kam der Bienenjäger zufällig mit dem Chippewa zuſammen und es entſpann ſich folgendes kurze Geſpräch. „Seid Ihr es, Taubenflügel?“ rief le Bourdon, als er ſeinen Freund wie durch Zufall ſeinen Elbogen berühren fühlte. „Ja, ich es,— brauchen beſſern Freund, he?“ „Nein, ich bin ſehr zufrieden, wenn ich in einer unru⸗ higen Stunde Euch mir nahe weiß, Chippewa. Wir hielten einſt in bedrängten Augenblicken treu zuſammen und ich denke, wir werden auch künftig ſo handeln.“ „Ja,— halten zu Freund, das Ehre. Nie Freund ver⸗ laſſen,— das mein Pfad.“ „Chippewa, wer hat dem Horne dieſen Ton entlockt?— könnt Ihr mir dieß ſagen?“ 3„Warum nicht Peter fragen?— er weiſer Häuptling,— 20* — 308— en alten Inſchin, wenn Blaßgeſicht auch fragen wiſſen Alles.— Jungen Inſchin frag nicht wiſſen,— warum nicht jungen alten Mann, he?“ „Taubenfluͤgel, w ügt, ſcheint Ihr zu enn nicht Alles tru⸗ glauben, Peter habe bei dieſer Sache die Hand im Spiele.“ Dieſe Worte waren für die Faſſungskraft des Indianers faſt zu bildlich, denn er antwortet nach der Art, wie er ſie deutete. „Doch nicht Horn blaſ Horn blaſen mit Mund, wie Blaßgeſicht.“ Der Bienenjäger antwortete nicht, aber ſeines Gefährten iner Bruſt wieder unan⸗ 1 Bemerkung war ganz geeignet, den geheimnißvollen „Inſchin en mit Hand?“ ſagte er. genehme, mißtrauiſche Gefühle gegen Wilden zu wecken, welche die Begebniſſe und der Verkehr der letzten zwei Wochen faſt ganz eingeſchläfert hatten. ———— Fünfzehntes Kapitel. ſein Nam“ und Alter Sein Stamm iſt unbekannt, Locken, Dem Schnee des Montblanc gleichen ſeine Die Weisbeit von Jabrhunderten erglänzt In ſeinen Augen, friſch und jugendkräftig Siebt er,— ſo ſagt man.— zablloſe Geſchlechte An ſich vorüber geh'n wie Herbſtes Früchte, Die auſgeſpeichert und genoſſen werden, Um wieder neu zu Leben aufzugeh'n— Und zu verfallen. H illhouſe. e Nacht Statt und die nere Störung fand dieſ als wäre nichts vor⸗ Keine fer Man unter lichen Bege chen. Le als gewöhr deuteten da auszubleibe Die 2 weder müh des Tages „Fort“ ne das„Wer! „ein ſo geſehen ha „Der ſte zu ein Quelle ne ſchaffte Fl ſeligkeiten in dem„ Nach ſein erſten Wo dieſes wie Das feſten Ple Wildniß! der weſtl Bogen ur Fall iſt, ſchütze, w aufſtellte, Morgen ruhig⸗ Männer begaben ſich am um den Graben wi gefallen, an die Arbeit, eder auszufuͤllen. )in, wenn uch fragen int Ihr zu Spiele.“ Indianers wie er ſie r.„Inſchin s Gefährten wieder unan⸗ geimnißvollen Verkehr der n. dam' und Alter hen ſeine Locken, eglänzt kräftig oſe Geſchlechte Früchte, rden, n Hillhouſe. Statt und die wäre nichts vor⸗ eder auszufüllen. — 309— Man unterhielt ſich wohl vorübergehend von dem ungewöhn⸗ lichen Begebniß, allein es wurde mehr gedacht, als geſpro⸗ chen. Le Bourdon bemerkte jedoch, daß Taubenflügel früher als gewöhnlich auf die Jagd ging, und ſeine Vorbereitungen deuteten darauf hin, daß er länger als die gewöhnliche Zeit auszubleiben gedenke. Die Arbeit, welche man noch zu beſeitigen hatte, war weder mühſam noch langwierig, und lange vor dem Schluſſe des Tages erklärte Korporal Flint, der in Allem, was er „Fort“ nannte, ſehr bedenklich und ſchwer zu befriedigen war, das„Werk“ ſei nun vollendet und er müſſe geſtehen, daß es „ein ſo ſchönes Stück Palliſadirung“ ſei, wie er je eines geſehen habe. „Der„Garniſon“ fehlte jetzt nur noch das Waſſer, um ſie zu einem furchtbaren„Poſten“ zu machen. Da weder Quelle noch Brunnen innerhalb ihrer engen Grenzen war, ſchaffte Flint einige leere Fäſſer, die zu le Bourdon’s Hab⸗ ſeligkeiten gehörten, herbei, wies ihnen einen paſſenden Platz in dem„Werke“ an und ließ ſie mit ſüßem Waſſer füllen. Nach ſeinem Bedünken hatte man, wenn die Fäſſer in den erſten Wochen einige Mal geleert und wieder gefüllt wurden, dieſes wichtige Lebensbedürfniß in hinreichender Menge. Das Shanty fonnte in Wahrheit jetzt für einen ziemlich feſten Platz gelten, wenn man bedenkt, daß man in jener Wildniß noch keine Kanonen geſehen hatte. Ueber die Hälfte der weſtlichen Indianer kämpften in jener Zeit noch mit Bogen und Speeren, wie es bei den Meiſten noch jetzt der Fall iſt, wenn man die großen Prärien erreicht. Der Büchſen⸗ ſchütze, welcher ſich hinter dem Stamm einer Bosquet⸗Eiche aufſtellte, war gegen das Geſchoß eines Indianers ziemlich — 310— geſichert, und wenn er zu ſeinem perſönlichen Schutze von ſei⸗ ner tödtlichen Waffe Gebrauch machte, mußte er ſich als einen furchtbaren Gegner erweiſen. Auch that die räumliche Beſchränktheit des Forts ſeiner Sicherheit keinen Eintrag. Ein einziger gut bewaffneter Mann reichte hin, fünf und zwanzig Fuß Palliſaden zu ver⸗ theidigen, während er eine größere Ausdehnung unmöglich allein hätte ſchützen können. Dann hatte le Bourdon auf drei Seiten der Hütte Schießſcharten angebracht, um auf Bären und zuweilen auch auf Hirſche zu ſchießen, welche an ſtillen, ruhigen Tagen ſich dem Shanty oft näherten, auf der vierten Seite diente das Fenſter zu ſolchen Zwecken. Mit einem Worte, die ganze Geſellſchaft überkam ein Gefühl geſtei⸗ gerter Sicherheit, als ſie dieſe Arbeit vollbracht ſah. Dennoch war noch eine Vorrichtung nöthig, um jede Beſorgniß zu beſeitigen. Eine Ueberraſchung war ſteis wirkliche und die ſogenannte Garniſon ſich Nachts trennten. Der Korporal ſann jetzt, da er mit ſeinen Befeſtigungen fertig war, über einen Plan nach, wie man einer ſolchen Gefahr zuvorkommen könne. Sein Auskunftsmittel war ſehr einfach und erinnerte an das Kaſernenleben. Entlang der einen Seite des Shanty legte Korporal Flint eine Art Terraſſe an, indem er Fichtenblöcke, die auf einer ihrer Seiten behauen waren, hier anbrachte. Auf Manneshöhe über dieſer Terraſſe lief ein auf Pfählen ruhendes Rindendach hin, und Prärieengras nebſt Fellen und Blanketen gaben ganz behagliche Kaſernenbetten ab. Da die Männer mit dem Kopfe gegen die nach auswärts lagen, wa noch möglich, wenn die r Raum genug für eine doppelte Wand der Hütte und mit den Füßen Anzahl vor für die Na Nacht!“ d Shanty ſch des geheim Die e Schlimmſte Taubeuflüg gang der maßen be⸗ Morgen e Auch kam hatte auf einen Bä Forellen Die dieſes M ſchaft und pret und Schaar jäger und ließen die deln mu Peter vr Hoffnung Anſicht Der Baumes von der ſtets zu e von ſei⸗ als einen orts ſeiner bewaffneter den zu ver⸗ unmöglich durdon auf um auf welche an en, auf der ecken. Mit efühl geſtei⸗ h. Dennoch heſorgniß zu 7 ,wenn die hts trennten. gzungen fertig lchen Gefahr ſehr einfach gte Korporal öcke, die auf rachte. Auf hlen ruhendes ud Blanketen die Männer nit den Füßen eine doppelte 8 1 — 311— Anzahl vorhanden. Hierher wurde Alles gebracht, was man für die Nacht bedurfte, und als Margaret das herzliche„Gute Nacht!“ des Bienenjägers erwiedert hatte und die Thüre des Shanty ſchloß, fühlte ſie ſich jeder Beſorgniß wegen der Töne des geheimnißvollen Horns überhoben. Die erſte Nacht, welche man, in dieſer Weiſe auf das Schlimmſte gefaßt, hinbrachte, ging ohne Störung vorüber. Taubeuflügel kehrte gegen ſeine Gewohnheit nicht nach Unter⸗ gang der Sonne zurück und man war ſeinetwegen einiger⸗ maßen beſorgt, als er ſich aber ziemlich früh am nächſten Morgen einſtellte, fühlte man ſich in dieſer Hinſicht beruhigt. Auch kam der Chippewa nicht mit leeren Händen, denn er hatte auf ſeinem Ausfluge nicht nur einen Bock, ſondern auch einen Bären erlegt und überdieß ein halbes Dutzend ſchöne Forellen in einem fernen murmelnden Bache gefangen⸗ Die Fiſche wurden zum Frühſtücke bereitet, und ſobald dieſes Mahl eingenommen war, brach ein Theil der Geſell⸗ ſchaft unter der Anführung des Chippewa auf, um das Wild⸗ pret und das Bärenſleiſch anher zu ſchaffen. Dieſe kleine Schaar beſtand aus dem Korporal, Gerſhom, dem Bienen⸗ jäger und Taubenflügel ſelbſt. Als ſie das Fort verließen, ließen die Frauen unter dem Schatten der Eichen ihre Spin⸗ deln munter ſpielen und der Miſſionär unterhielt ſich mit Peter von den Sitten ſeiner rothhäutigen Brüder, in der Hoffnung, manche Einzelnheiten zu erfahren, welche ſeine Anſicht von den zehn verlornen Stämmen ſtützen konnten. Der Bock wurde, wie gewöhnlich an den Aeſten eines Baumes hängend, in einer Entfernung von nur drei Meilen von der„Garniſon,“ wie der Korporal das Honigſchloß jetzt ſtets zu nennen pflegte, gefunden. Hier trennte ſich die Geſell⸗ — 312— ſchaft,— Flint und Gerſhom nahmen das Wildpret auf die Schultern und Taubenflügel führt den Bienenjäger weiter von der Hütte, um Meiſter Braun aufzuſuchen. Als Beide durch die parkähnlichen Bäume und Raſen⸗ plätze der Lichtungen hinſchritten entſpann ſich ein Geſpräch, deſſen wir gedenken müſſen, da es mit den Begebniſſen unſerer Erzählung in genauem Zuſammenhange ſteht. „Ihr habt geſtern lange gejagt, Taubenflügel,“ bemerkte le Bourdon, ſobald er ſich mit ſeinem alten Verbündeten allein ſah.—„Warum kamt Ihr den Abend nicht nach Haus, wie Ihr ſonſt zu thun pflegt?“ „Zu viel ſehen,— zu viel thun. Das guter Grund, he?“ lautete die Antwort. 3 „Euer Thun beſtand darin, daß Ihr einen Bock und einen Bären tödtetet, was keine große Mühe koſten mochte, und Euer Sehen konnte die Sache eben nicht ſehr ändern, denn wenn Ihr ein ganzes Regiment ſolcher Geſchöpfe geſehen hättet, würde dieß einen Mann, wie Ihr ſeid, nicht erſchreckt haben.“ 4 „Nicht ſagen, erſchrecken,“ erwiederte der Chippewa ſcharf.„Squaw erſchrecken, nicht Krieger.“ „Ihr werdet mir wohl verzeihen, Taubenflügel, wenn ich etwas dieſer Art für möglich hielt, obgleich Ihr wiſſen müßt, daß ich es bei Euch nicht für wahrſcheinlich halte. Ich will Euch einen kleinen Rath geben, Chippewa, ſpringt nicht ſogleich Jedem an die Kehle, der es für möglich hält, daß Ihr ein wenig ſcheu werdet, wenn Eure Feinde zahlreich ſind. Eben die, welche in ſolchen Beziehungen die ſtärkſten Nerven haben, fühlen ſich am wenigſten beleidigt, wenn ſie eine zufällige Bemerkung dieſer Art hören. Solche hitzige Teufel la hören, wei treffen. T Chippewa „Nic Nicht erſe „Ihr Freund, iſt. Ich da iſt, u läuft dar die Gefa Hier ſtumm w „Ie gut hör beunruhi zugeben „S ſie oft ſ müſſen „H da Ihr 8 warum 85 mehr a ßen, C d „Wolle et auf die er weiter ad Raſen⸗ Geſpräch, een unſerer bemerkte erbündeten nach Haus, ter Grund, Bock und een mochte, hr ändern, pfe geſehen öt erſchreckt Chippewa l, wenn ich Ihr wiſſen nlich halte. va, ſpringt öglich hält, de zahlreich die ſtärkſten gt, wenn ſie olche hitzige — 313— Teufel laufen oft davon, ſobald ſie einen Hahn knacken hören, weil ihnen etwas heimlich zuflüſtert, der Schuß könne treffen. Das iſt Alles, was ich Euch jetzt ſagen wollte, Chippewa.“ „Nicht wiſſen,— nicht verſtehen, was Ihr ſagen wollen. Nicht erſchrecken, das Euch ſagen,— und das genug.“ „Ihr braucht nicht wie eine Stahlfeder aufzuſpringen. Freund, ich verſtehe, wenn dieß nicht bei Euch der Fall iſt. Ich gebe zu, daß ich erſchrecke, wenn ein Grund dazu da iſt, und Alles, was ich zu meinen Gunſten ſagen kann, läuft darauf hinaus, daß ich nicht eher flüchte, als wenn ich die Gefahr vor Augen habe.“ Hier ſchwieg der Bienenjä ſtumm weiter, dann ſetzte er hinzu: „Ich muß jedoch bekennen, daß man die Gefahr ebenſo gut hören, als ſehen kann. Jenes Hören hat mich mehr beunruhigt, als ich Dorothea und der ſchönen Margaret gern zugeben möchte.“ „Immer am beſten, Squaw ſagen, wie Dinge ſtehen, ſie oft ſo gut helfen, wie Krieger. Bourdon, Ihr recht,— müſſen das Horn fürchten.“ „Ha, Ihr wißt alſo etwas von der Sache, Taubenflügel, da Ihr Euch in dieſer Weiſe äußert?“ „Ihn gerade ſo hören, wie die Anderen. warum nicht hören, he?“ „Die Art, wie Ihr eben geſprochen habt, deutet auf mehr als dieß. Vielleicht habt Ihr ſelbſt in das Horn geſto⸗ ßen, Chippewa?“ „Ihn nicht berühren,“ erwiederte der Indianer ruhig. „Wollen ſchlafen,— nicht wollen blaſen Trompet.“ 4 ger und ſchritt eine Strecke Haben Ohr,— — 314— „Wen habt Ihr in Verdacht? iſt es Peter?“ „Nein,— er ihn auch nicht berühren. Liegen nieder bei mir dort, als Horn blaſen.“ „Ich freue mich, dieß von Euch zu hören, Taubenflügel, denn, die Wahrheit zu ſagen, mein Verdacht wendete ſich dieſem unerklärlichen Indianer zu, und ich glaubte, er ſei aufgeſtanden und habe zum Horn gegriffen.“ „Ihn ganz und gar nicht anrühren,— feſt ſchlafen, als Horn blaſen. Warum Peter in Lichtungen kommen, he? Ihr das wiſſen?“ „Ich weiß nicht mehr, als was er mir ſelbſt geſagt hat. Nach ſeiner Ausſage ſoll eine große Rathsverſammlung rother Männer auf der Prärie, nur wenige Meilen von hier, ſtatt⸗ finden, er harrt hier des feſtgeſetzten Tags, um ſich den übri⸗ gen Häuptlingen, welche kommen werden, anzuſchließen. Iſt dieß nicht ſo, Chippewa?“ „Ja, das wahr,— warum dieſer Rath um Feuer⸗Pfeife rauchen, he? Ihr das wiſſen?“ „Ich weiß es nicht, und würde mich freuen, es von Euch zu hören, Taubenflügel. Vielleicht verſammeln ſich eure Stämme, um zu berathen und zu beſchließen, welcher Seite ſie ſich in dieſem Kriege zuwenden ſollen?“ „Das ganz und gar nicht. Wiſſen ganz gut, auf welche Seite wenden. Haben Boten und Wampum von Canada⸗ Vater bekommen und faſt alle Inſchin hier herauf nach Yankee⸗ Scalp ſchauen.— Nein, das ganz und gar nicht.“ „Dann wüßte ich nicht, was man mit dieſer Rathsver⸗ ſammlung will. Peter ſcheint große Dinge davon zu erwarten, dieß ſehe ich an der Art, wie er ſpricht und blickt, wenn die Rede darauf kommt.“ 1 „Pes bei vielen „We Rund z1 unbefang⸗ Tau ihn auf Ben wir Indianer es ſei, 1 der recht der Lichtn „Ni wollen V in Blafß kehren, So Jäg „u in des r graben, ſich ruhr „3 während — er Krieger aus Sq 8 ein, Ch fertig n iſt Pete nieder bei benflügel, ndete ſich e, er ſei lafen, als he? Ihr eſagt hat. ung rother jier, ſtatt⸗ den übri⸗ eßen. Iſt uer⸗Pfeife von Euch ſich eure ſcher Seite auf welche Canada⸗ ich Yankee⸗ Rathsver⸗ erwarten, wenn die — 315— „Peter ungeduldig ſein, er kommen. Peter rauchen Pfeife bei vielen ſolchen Rathsfeuer.“ „Werdet Ihr bei dieſer Berathung auf dem Prärieen⸗ Rund zugegen ſein?“ fragte der Bienenjäger ziemlich unbefangen. Taubenflügel wendete ſich zu ſeinem Geſährten und blickte ihn auf eine Weiſe an, als wollte er ihn fragen, in wie fern Ben wirklich das Spiel des verſchlagenen, geheimnißvollen Indianers ſei, plötzlich aber ſchien er zu fühlen, wie wichtig es ſei, nicht Alles zu verrathen, was er ſelbſt wußte, bevor der rechte Augenblick gekommen wäre, wendete ſeine Augen der Lichtungen zu, ſchritt weiter und autwortete ausweichend: „Nicht wiſſen, Bourdon,— Jäger nie ſagen. Häuptling wollen Wildpret, und Jäger müſſen jagen. Grade wie Squaw in Blaßgeſicht⸗Wigwam,— arbeiten, arbeiten,— kehren, kehren,— kochen, kochen,— nie wiſſen, wann Arbeit fertig. So Jäger jagen,— jagen,— jagen.“ „Und in dieſer Hinſicht iſt's gerade auch, wie die Squaw in des rothen Mannes Wigwam. Hacken, hacken,— graben, graben,— tragen, tragen,— ſo daß ſie nie weiß, wann ſie ſich ruhig hinſetzen kann.“ „Ja,“ erwiederte Taubenflügel und nickte ruhig Beifall, während er weiter ſchritt.„Das der rechte Weg mit Squaw, — er dazu da,— das ganz gut für ihn,— arbeiten für Krieger und kochen ſein Eſſen. Blaßgeſicht machen zu viel aus Squaw.“ „Das ſtimmt nicht mit Euerer früheren Aeußerung über⸗ ein, Chippewa. Wenn unſere Squawen mit ihrer Arbeit nie fertig werden, können wir ſie kaum hoch genug halten. Wo iſt Peter's Squaw?“ — 316— „Nicht wiſſen,“ antwortete Taubenflügel.„Niemand V wiſſen. Nicht einmal wiſſen, wo ſein Stamm.“ „Dieß iſt auffallend, wenn man bedenkt, wie groß ſein Einfluß auf die rothen Männer iſt. Wie war es möglich, daß er das Ohr aller Indianer nah und fern gewonnen hat?“ Auf dieſe Frage gab Taubenflügel keine Antwort. Peter hatte den Chippewa in ſo weit in ſeiner Gewalt, daß dieſer nicht gern mehr ſagte, als er für klug hielt. Er kannte den Häuptling hinreichend, um zu wiſſen, daß er vor Allem beſchloſſen habe, die weiße Raſſe ganz auszurotten und den rothen Mann wieder in ſeine Rechte einzuſetzen, mehrere Gründe hielten ihn aber ab, ſich dem Plane mit Herz und Hand anzuſchließen. Vor Allem war er den Yankees zugethan, von denen er perſönlich viele Beweiſe der Gunſt erhalten, und die ihm nie ein Unrecht zugefügt hatten, dann war der Stamm, oder der Halb⸗Stamm, welchem er angehörte, ſeit dem Frieden von 1788 von den Geſchäftsträgern der amerikaniſchen Regierung häuſig als Läufer und in andern Eigenſchaften gebraucht worden, endlich hatte er ſich in vielen Forts längere Zeit auf⸗ gehalten, wo er ſein Engliſch lernte und ſich an den Gedan⸗ ken gewöhnte, in den Amerikanern Freunde zu ſehen. Man darf noch hinzufügen, daß der Chippewa, obgleich von der Natur minder begabt als der geheimnißvolle Peter, eine richtigere Vorſtellung von der Macht der Yankees hatte, und ſich dem Glauben nicht hingab, es würde ſo leicht fein, ſie zu vernichten. Wir wiſſen nicht, wie dieſer Indianer zu einem Schluſſe gelangt war, welcher der Wahrheit ſo viel näher kam, als der Peter’'s, wahrſcheinlich lag der Grund darin, de gelebt ha Der achtung, ſteigern Einfluß Chippewe rege ma einer W Augen r nur Aug Sei mit ihr durch ih Heiterker ihn bege Phantaf ihm inn We hat, der ſeiner Grad n übergeh nicht n wayrſch hätten. ur war au ſam, a Niemand vie groß war es und fern ct. Peter daß dieſer annte den or Allem und den mehrere Herz und u denen er ie ihm nie , oder der rieden von Regierung gebraucht e Zeit auf⸗ den Gedan⸗ n. a, obgleich volle Peter, akees hatte, leicht fein, zndianer zu heit ſo viel der Grund S h, 8 Shuy Lf?— 317— darin, daß er lange in ſo innigem Verkehre mit den Weißen gelebt hatte. Der Bienenjäger hatte von Natur die Gabe der Beob⸗ achtung, und ſeine Lebensweiſe und ſein Beruf mußten dieſe ſteigern und ſchärfen. Hätte Margaret keinen ſo mächtigen Einfluß auf ihn ausgeübt, ſo würde er in dem Benehmen des Chippewa längſt Manches gewahrt haben, das ſein Mißtrauen rege machen mußte, nicht als ob Margaret ſich in irgend einer Weiſe bemüht hatte, ihn gegen das, was vor ſeinen Augen vorging, blind zu machen, aber er begann allmählich nur Augen für ſie zu haben. Seine Gedanken waren jetzt wachend und träumend nur mit ihr beſchäftigt, und wenn ſie nicht wirklich vor ihm ſtand— durch ihre Schönheit ihn bezaubernd, durch ihre unbefangene Heiterkeit ihn belebend, durch ihre unſchuldige, gute Laune ihn begeiſternd,— glaubte er, ſie vor ſich zu ſehen und die Phantaſie ſteigerte vielleicht noch alle die Vorzüge, welche ihm inne wohnten. Wenn die Liebe ſich eines Mannes wahrhaft bemächtigt hat, denkt er ſelten an etwas Anderes, als an die Erreichung ſeiner Wünſche. So war es auch bis auf einen gewiſſen Grad mit le Bourdon, welcher Dinge unbeachtet an ſich vor⸗ übergehen ließ, die er vor ſeiner Bekanntſchaft mit Margaret nicht nur nicht überſehen haben würde, ſondern die ihn wahrſcheinlich zu raſchem, entſchloſſenem Handeln veranlaßt hätten. Unter dem, was unſer Held auf dieſe Weiſe überſah, war auch das Benehmen des Chippewa. Peter hatte lang⸗ ſam, aber ſicher, dieſen Indianer in ſein Netz zu ziehen gewußt, — 318— deſſen Anſichten von Grund aus umgewandelt und ihn gelehrt, in jedem Blaßgeſicht einen Feind zu ſehen. Dieſe Aufgabe war keine leichte, denn Taubenflügel hatte— neben ſeiner allgemeinen Hinneigung zu den Yankees,— das Ergebniß bloßen Zufalls,— eine wahre, innige Anhänglich⸗ keit an le Bourdon, und es war ſchwer, ihn für irgend Etwas zu gewinnen, das auf ſeines Freundes Nachtheil hinzielen konnte. Der Kampf in dem Gemüthe des jungen Kriegers war ein herber, und zwanzigmal war er im Begriffe, ſeinen weißen Freund vor der Gefahr zu warnen, welche der ganzen Geſellſchaft drohte, allein Peter hatte ihm das tiefſte Schwei⸗ gen zur Pflicht gemacht, und er ſchwieg, wie er verſprochen hatte. Dieſer Kampf der Gefühle war nun ſtets in der Bruſt des jungen Wilden rege⸗ Taubenflügel hatte einen andern Grund zu Beſorgniſſen, welcher ſich jedoch nicht auf die Fremden bezog. Während er auf der Jagd war, hatten ſeine ſcharfen Augen die Anweſen⸗ heit von Kriegern in den Lichtungen entdeckt. Er hatte frei⸗ lich nicht einen einzigen zu Geſicht bekommen, er wußte aber, daß die Zeichen, welche er aufgefunden hatte, ihn nicht täuſch⸗ ten. Es waren nicht nur Krieger in der Nähe, ſondern Krie⸗ ger in beträchtlicher Anzahl. Er hatte ein Lager gefunden, das erſt wenige Stunden, bevor er es entdeckte, verlaſſen wor⸗ den ſein konnte. Mittels jenes aufmerkſamen Scharfblicks, welcher bei den amerikaniſchen Indianern in der früheſten Jugend geweckt und ausgebildet wird, ſah Taubenflügel ſich in den Stand geſetzt, ſich zu vergewiſſern, daß dieſe Schaar aus ſiebenzehn Köpfen, ſämmtlich Männer und Krieger, beſtan⸗ den hatte. Das erſte war vielleicht ziemlich leicht zu ermit⸗ teln, denn es waren genau ſtebenzehn verſchiedene Fußſpuren in dem Ge. waren, er Meiſten w An d wachſene 2 überzeugte nommen, denen, we und die erſcheinen die Gewif Speeren r Als erreichten le Bourde „Wit Eurem B Büchſe ar „Nie flügel in nicht gut. „Lär „Was ka oder ſchal können, hat mein Gefahr d „Ve wenn nie langen 2 gelehrt, el hatte— 3,— das ahänglich⸗ end Etwas hinzielen Kriegers fe, ſeinen der ganzen te Schwei⸗ verſprochen der Bruſt eſorgniſſen, Lährend er 2 Anweſen⸗ hatte frei⸗ wußte aber, nicht täuſch⸗ dern Krie⸗ r gefunden, rlaſſen wor⸗ Scharfblicks, er früheſten enflügel ſich dieſe Schaar eger, beſtan⸗ ht zu ermit⸗ e Fußſpuren — 319— in dem Graſe bemerklich, daß aber alle dieſe Leute Krieger waren, erkannte Taubenflügel an Merkmalen, welche den Meiſten wohl entgangen wären. An der Länge der Lagerplätze ſah er, daß nur ausge⸗ wachſene Männer da geweſen, und bei näherer Nachforſchung überzeugte er ſich, daß alle dieſe Männer, nur vier ausge⸗ nommen, mit Feuerwaffen verſehen waren. So auffallend es denen, welche nicht wiſſen, wie ſehr die ſtets rege Vorſicht und die Gefahren des wilden Lebens die Sinne ſchärfen, erſcheinen mag, iſt es doch außer Zweifel, daß Taubenflügel die Gewißheit erhielt, daß jene vier mit Bogen, Pfeilen und Speeren verſehen waren. Als der Bienenjäger und ſeine Gefährten die Stelle erreichten, wo der Indianer den Bären erlegt hatte, rief le Bourdon erſtaunt: „Wie iſt dieß, Chippewa? Ihr habt dieſes Thier mit Eurem Bogen getödtet!— Seid Ihr geſtern nicht mit Eurer Büchſe auf der Jagd geweſen?“ „Nicht gut, jetzt mit Büchſe feuern,“ antwortete Tauben⸗ ſtügel in ſeiner kurzen Weiſe.„Machen Lärm,— Lärm nicht gut.“ „Lärm?“ widerholte der ganz argwohnloſe Bienenjäger. „Was kann der Knall einer Büchſe in dieſen Lichtungen nützen oder ſchaden, wo weder Berge einen Wiederhall hören laſſen können, noch ein Ohr dadurch erſchreckt wird? Hundertmal hat meine Büchſe in dieſen Räumen geknallt und nie iſt mir Gefahr daraus erwachſen.“ „Vergeſſen, jetzt Kriegszeit. Am Beſten, nie feuern, als wenn nicht anders möglich. Pottawattamies haben Ohr auf langen Pfad.“ — 320— „Ah, iſt es das? Ihr fürchtet, Euere alten Freunde, die Pottawattamies möchten uns finden und gewillt ſein, uns für Alles das zu danken, was ſich drunten an der Mündung des Fluſſes begeben hat? Nun,“ fuhr le Bourdon lachend fort, „wenn ſie eine neue Whiskey⸗Quelle wünſchen, habe ich noch einen kleinen Krug übrig, der für einen naſſen Tag gut auf⸗ gehoben iſt, wenige Tropfen werden hinreichen, eine ganz erträgliche Quelle zu ſchaffen. Ihr Rothhäute wißt nicht Alles, Taubenflügel, obgleich ihr auf einer Fährte unüber⸗ troffen ſcharfe Sinne habt.“ „Am beſten, Pottawattamies nichts mehr ſagen von Quell,“ erwiederte der Chippewa ernſt, denn er betrachtete jetzt den Stand der Dinge in den Lichtungen als ſo bedenklich daß er kaum aufgelegt war, in den Scherz ſeines Freundes einzugehen.—„Warum Ihr nicht nach Haus gehen, he? Warum nicht auch Medizin⸗Mann nach Haus gehen? Am Beſten für Blaßgeſicht, bei Blaßgeſicht ſein, wenn rother Mann auf Kriegspfad. Am Beſten, Farbe bei Farbe bleiben.“ „Ich ſehe, Ihr wollt uns gern los ſein, Taubenflügel,— der Paſtor denkt aber nicht daran, dieſen Theil der Welt zu verlaſſen, bevor er alle Rothhäute überzeugt hat, ſte ſeien Juden.“ „Was er meinen, he?“ fragte der Chippewa mit mehr Neugierde, als der indianiſche Krieger ſonſt an den Tag zu legen pflegt.—„Was Art Menſchen Jude, he? Warum nen⸗ nen rothen Mann Jude?“ „Ich weiß kaum mehr davon, als Ihr ſelbſt, Tauben⸗ flügel, ſoweit aber mein armes Wiſſen reicht, ſteht es Euch zu Dienſten. Ihr habt gewiß ſchon von der Bibel gehört?“ „Aller Sollen gut „Ja, ten habe ie Lichtungen unſerem G wir ihn er kein ſolches „Med helfen, ſpä Juden?“ „Nun, Amen ſchei Ihr wißt „Nicht! „Nein fehlgeſchoſſe mit dem 2 Geſchichte aber eine unberührt, nen wir ur ich Euch u Ende mitth und es leb Cichhörnche „Schl ruhig, wäh wiſchte un kurze Zeit! 253—2 „ , uns für ndung des chend fort, de ich noch g gut auf⸗ eine ganz wißt nicht rte nnüber⸗ V zunde, die V ſagen von betrachtete bedenklich s Freundes gehen, he? gehen? Am rother Mann eiben.“ benflügel,— der Welt zu at, ſie ſeien wa mit mehr n den Tag zu Warum nen⸗ böſt, Tauben⸗ ht, ſteht es on der Bibel — 321— „Allerdings,— Medizin⸗Mann ihn leſen Sonntag. Sollen gut Buch ſein zu leſen, ſo hören.“ „Ja, es iſt ein herrliches Buch und einen guten Gefähr⸗ ten habe ich an meiner Bibel gefunden, wenn ich hier in den Lichtungen allein mit den Bienen war. Sie ſpricht von unſerem Gott und lehrt uns, wie wir ihm gefallen und wie wir ihn erzürnen. Es iſt ſehr ſchade, daß ihr Rothhäute kein ſolches Buch habt.“ „Medizin⸗Mann ihn bringen,— jetzt noch nicht viel helfen, ſpäter vielleicht beſſer. Wie das machen rothen Mann Juden?“ „Nun, ich habe etwas der Art früher nicht gehört, Paſtor Amen ſcheint aber von dem Gedanken ganz beſeſſen zu ſein. Ihr wißt doch, was ein Jude iſt?“ „Nichts von ihm wiſſen. Art Nigger, he?“ „Nein, nein, Taubenflügel, dieſes Mal habt Ihr weit fehlgeſchoſſen. Damit wir aber einander verſtehen, wollen wir mit dem Anfang anfangen, und ſo wird Euch die ganze Geſchichte der Blaßgeſicht⸗Religion klar werden. Da wir aber eine gute Strecke gegangen ſind und das Bärenfleiſch unberührt, wie Ihr es hier gelaſſen habt, vor uns liegt, kön⸗ nen wir uns ein wenig auf dieſen Baumſtamm ſetzen, während ich Euch unſere Ueberlieferung ſozuſagen von Anfang bis zu Ende mittheile. Zuerſt, Chippewa, wurde die Erde geſchaffen, und es lebte keine Art Geſchöpf darauf,— nicht einmal ein Eichhörnchen oder ein Waſſerhuhn.“ „Schlecht Land für Jäger, das,“ bemerkte der Chippewa ruhig, während le Bourdon ſich den Schweiß von der Stirne wiſchte und ſeine Mütze bei Seite legte.„Ojebways nur kurze Zeit da bleiben.“ 253— 255. 21 „ 7 ———— ——õ—õ ß vor den Zeiten der„Gera „Nach unſerem Glauben war die Ojebways. Endlich ſchuf Gott einen Mann aus Lehm, und Kopfe.— bildete ihn, wir wir den Mann jetzt gebildet ſehen, und wie„Gut, er über die Erde wandelt.“ kommen, g „Ja,“ erwiederte der Chippewa und nickte Beifall. einem ſolche „Dann goß der Manitou ihm viel Blut ein,— das machen Millionen i rothen Krieger. Bibel gut Buch, wann dieß ſo ſagen.“ klein, Mänd „Die Bibel ſagt ganz und gar nichts von Farben, wir„Wie nehmen aber an, daß der erſte Menſch ein Blaßgeſicht gewe⸗ chen von S ſen. Jedenfalls haben die Blaßgeſichter von den beſten„Nun, Theilen der Erde Beſitz genommen, und werden ihn, wenn riſch geſtim mich nicht Alles täuſcht, auch behalten. Wer zuerſt fkommt, mit euerm mahlt zuerſt, heißt das Sprichwort. Die Blaßgeſichter ſind Alles in A zahlreich und ſtark.“ ner ſich ſte „Halt!“ rief Taubenflügel auf eine bei den Indianern heißt, eine ſehr auffallende Weiſe, denn dieſe unterbrechen nie die Rede in den Kri eines Andern:„müſſen Frage thun.—„Wie viel Blaßge⸗ Taube ſichter, Ihr glauben, hier ſein? Sie jemals zählen?“ jäger ſtand „Sie zählen!— Nun, Ihr könntet eben ſo gut die Bie⸗ Fortſchaffen nen zählen, wenn ſie um einen gefallenen Baum ſchwärmen. in Gedanke Ihr habt den Baum, welchen ich neulich fand, fällen ſehen, begann die und müßt das Gehaben der kleinen Weſen bemerkt haben, und„Was beurtheilen können, ob Zunge oder Auge im Stande wären, daten zu D wenn man verſuchen„Eine ſie zu zählen, gerade ſo iſt es aber, men in de wollte, die Blaßgeſichter dieſer Erde zu zählen.“ „Brauchen nicht Alle zu zählen,“ antwortete Tauben⸗ des Bienen flügel.—„Brauchen nur zu wiſſen, wie viel dieſſeit großen—„ja, n Salzſees wohnen.“ Eine Millie „Nun, dieß iſt leichter abzuthun. Ich verſteh! Euch jetzt, eine Reihe u dem Str Ihr wollt wiſſen, wie viele Blaßgeſichter in dem Chippewa. das wir Amerika nennen?“ Lande leben, 1 zeiten der ehm, und und wie 2 Beifall. as machen ſagen.“ urben, wir eſicht gewe⸗ den beſten ihn, wenn nerſt kommt, eſichter ſind n Indianern nie die Rede viel Blaßge⸗ en?“ gut die Bie⸗ n ſchwärmen. fällen ſehen, :t haben, und ttande wären, nan verſuchen ortete Tauben⸗ dieſſeit großen ſteh' Euch jetzt, eſichter in dem — 323— „Gerade das,“ verſetzte Taubenflügel und nickte mit dem Kopfe.—„Das es ſein, was Inſchin wiſſen wollen.“ „Gut, wir zählen von Zeit zu Zeit unſer Volk und kommen, glaube ich, der richtigen Zahl ſo nahe, als dieß in einem ſolchen Falle möglich iſt. Es müſſen unſerer etwa acht Millionen in Allem ſein, das heißt alt und jung, groß und klein, Männer und Frauen.“ „Wie viel Krieger Ihr haben? nichts zu wiſſen brau⸗ chen von Squaw und Pappuſe.“ „Nun, ich bemerke, Ihr ſeid dieſen Morgen ſehr kriege⸗ riſch geſtimmt und wollt wiſſen, wie viele an dieſem Kampfe mit euerm großen Canada⸗Vater Theil nehmen werden. Alles in Allem möchten faſt eine Million kampffähiger Män⸗ ner ſich ſtellen,— gute, ſchlechte und Mittelgattung, das heißt, eine Million der Unſeren von geeignetem Alter werden in den Krieg ziehen.“ Taubenfluͤgel ſchwieg faſt eine volle Minute. Der Bienen⸗ jäger ſtand auf und begann ſeinen Theil an der Laſt zum Fortſchaffen herzurichten, während ſein Gefährte bewegungslos, in Gedanken verloren daſtand. Plötzlich ſammelte er ſich und begann die Unterhaltung wieder, indem er ſagte: „Was Million meinen, Bourdon? Wie vielmal Sol⸗ daten zu Detroit,— wie vielmal Soldaten auf Seeen?“ „Eine Million iſt mehr als alle Blätter auf den Bäu⸗ men in den Lichtungen,“— vielleicht waren die Anſichten des Bienenjägers ein wenig übertrieben, aber er ſagte dieß, —„ja, mehr als die Blätter aller Bäume, nah und fern. Eine Million iſt eine unberechenbare Zahl und würde, glaube ich, eine Reihe Männer ausmachen, welche von dieſer Stelle hier bis zu dem Strande des großen Salzſees, wenn nicht weiber, reichte.“ Es iſt möglich, Begriff von der Entfernun Zahl der Menſchen hatte, g, dere ſolchen Raum auszufüllen, geeignet, einen tiefen ners zu machen, welcher l Weib zur Gefährtin zu geben. „Gut, erzählen das,“ Theilnahme,—„ſagen, wie „Der Bibel tiefen Schlaf verfallen, nah daraus eine Squaw für ihn. ſehr ſchönen Garten, in we daß le Bourdon ſelbſt keine zufolge ließ n ſehr klaren oder von der wünſchen ko n er gedachte, Lichtungen; welche erforderlich waren, um einen Biene ſeine Antwort war aber ganz Viel 5 Eindruck auf die Phantaſie des India⸗ 7 Dafi e Bourdon nun ſchweigend behilflich da bas en d von ihm beſtimmt wa ward, ſeine Laſt auf die Schultern zu heben un den gleichen Dienſt erfuhr. wüßte, wün Als Jeder ſeine Laſt auf der Schulter hatte, nahmen ſie Bienen an ihre Büchſen und traten den Rückweg nach dem Shanty an, Waru während ſie unterwegs den Gegenſtand, welcher ſie eben he? Warur beſchäftigte, weiter beſprachen. Der Bienenjäger nahm die Jagdgrund? Geſchichte der Schöpfung wieder auf, um von unſerer gemein⸗ Warum Blo ſamen Mutter zu ſprechen. o jöhzu, he „Ihr werdet Euch erinnern, Chippewa,“ ſagte er,„daß Gott ich noch nichts von irgend einem Weibe geſprochen habe. mit Scham Was ich Euch bis jetzt mittheilte, bezog ſich nur auf den waten gegen erſten Mann, welcher aus Lehm gebildet worden, dem Goitt Als ſie 1. den Lebenshauch einblies.“ Kinder auf „Das gut,— machen Krieger zuerſt. Das recht. Was und f ihm einhauchen? Kraft, zu nehmen Scalp, he?“ machen 6 8 „Nun, was das betrifft, ſo wär' es ſchwer einzuſehen, haben, die W wenn er einen Scalp hätte nehmen ſollen, denn er war ganz„Ich allein auf der Welt, bevor es dem Schöpfer geſiel, ihm ein men ünd, u 4 mehr oder ntwortete der Chippewa mit gelandet iſt. a er Squaw bekommen.“ ind unſerer Gott dieſen Mann in einen Stämme ſie ihm eine Rippe und madit„Glaub m Dann verſetzte er ſie in einm fragte der( lchem Alles war, was man unt er in ſeinem 1 ehr klaren er von der um einen aber ganz des India⸗ d behilflich d von ihm nahmen ſie Shanty an, er ſie eben r nahm die erer gemein⸗ gte er,„daß vrochen habe. nur auf den n, dem Got 3 recht. Was 2⸗ ver einzuſehen, n er war ganz geſiel, ihm ein Chippewa mit men.“ Rann in einen ppe und machte er ſie in einen nur . was man — 325— wünſchen konnte,— ich glaube, es war ein Ort, der dieſen Lichtungen ziemlich ähnlich ſah.“ „Bienen dort?“ fragte der Indianer in großer Unſchuld. —„Viel Honig dort, he?“ „Dafür ſteh' ich Euch. Es konnte kaum anders ſein, da das erſte Menſchenpaar vollkommen glücklich zu werden beſtimmt war. Gewiß, Chippewa, wenn man die Sache recht wüßte, würde ſich finden, daß in jenem entzückenden Garten Bienen an jeder Blume Honig nippten.“ „Warum Blaßgeſichter nicht in jenem Garten bleiben, he? Warum hierher kommen, armen Inſchin fortzujagen von Jagdgrund? Bourdon, mir das ſagen, wenn er wiſſen. Warum Blaßgeſichter je dieſen Garten verlaſſen, wenn er ſo ſchön, he?“ „Gott verjagte ſie daraus, Chippewa,— ja, ſie wurden, mit Scham auf ihren Geſichtern, daraus verjagt, denn fie waren gegen die Befehle ihres Schöpfers ungehorſam geweſen. Als ſie den Garten verlaſſen hatten, zerſtreuten ſich ihre Kinder auf der Oberfläche der Erde.“ „Und ſo kommen hierher, Inſchin zu verjagen. Ja, ſo machen es Blaßgeſicht. Ihr je von rothen Männern gehört haben, die Blaßgeſicht vertreiben?“ „Ich habe oft gehört, daß Eure rothen Krieger gekom⸗ men ſind, unſere Sealpe zu nehmen, Chippewa. Dieß geſchah mehr oder weniger jedes Jahr, ſeit unſer Volk in Amerika gelandet iſt. Mehr als dieß haben ſie nicht gethan, denn es ſind unſerer zu viele, als daß einige zerſtreute Indianer⸗ Stämme ſie zu weit zurück hätten treiben können.“ „Glauben alſo, mehr Blaßgeſichter als Inſchin, he?“ fragte der Chippewa mit ſo augenfälliger Spannung, daß er in ſeinem Halb⸗Trabe anhielt und dem Bienenjäger ernſt — 326— in das Geſicht ſah.—„Mehr Blaßgeſicht⸗Krieger als rothe Männer?“ „Mehyr!— Ah, tauſendmal meh einen Krieger aufſtellt, können wir tauſe Dieß war vielleicht nicht der ſtrengen Wahrheit gemäß, entſprach aber vollkommen der Abſicht, den Cyippewa auf das Nutzloſe der Pläne Peter’s aufmerkſam zu machen, und trug, neben ſeiner frübern Vorliebe für die Yankees, dazu bei, ihn in dem entſcheidenden Augenblicke, welcher herannahte, auf der rechten Seite zu erhalten. Das Geſpräch ſpann ſich ziemlich in derſelben Weiſe fort, bis ſie mit ihrem Bärenfleiſche das Shanty erreichten, Uebrigen mit dem Wildpret bereits mehrere Stunden vorher angekommen waren. Es muß nicht wenig auffallen, daß weder die Fragen, noch das ganze Gehaben des Cyippewa irgend einen Argwohn in dem Bienenjäger hervorriefen. Im Gegentheile,— dieſem ſchien Alles, was vorgegangen war, ganz natürlich und dem Verlaufe des Geſprächs angemeſſen, das den Wilden ſo zu e Welt einführte und ſeinen Geiſt lebhaft r, Chippewa. Wenn Ihr nd aufſtellen.“ wo die ſagen in eine neu ſpannte. war abſichtlich in Allem, was er ſagte und Taubenflügel that, zurückhaltend, denn er war bis jetzt noch nicht ent⸗ ſchloſſen, welcher Seite er ſich zuwenden wolle, wenn der große Plan zur men ſollte. Er hegte den, bei einem rothen Manne natürlichen Wunſch, das Unrecht, das an ſeiner Raſſe begangen worden, zu rächen, allein dieſen Wunſch lebte in ihm in einer durch ſeinen Verkehr mit den Yankees und ſeine Anhänglichkeit an Einzelne ſehr gemilderten Form. Wie jedoch dieſer junge Kri nach ſeinen wilden Begriffen in da Ausführung kom eger den Stand der Ding 3 Auge faßte, ſchien ihn ein Ausweg abnahm, w den Amerika befand ſich Laſten an d lich aufbewo Nähe der den Räume genug, um Folge einer war für gepöckeltem in ausreiche war man verſehen, e geſitteten W aber ſo allt Schwein⸗ u Der Al Die Sonne ſanfte Lüft der ſchönen der Tagesa eines Aufer junge Man das Mädch einer Weiſe Zuhörers g züͤcken von von ſeinem „Fühl als rothe Wenn Ihr ſtellen.“ zeit gemäß, va auf das und trug, zu bei, ihn inahte, auf elben Weiſe y erreichten, tere Stunden die Fragen, nen Argwohn ile,— dieſem rlich und dem Wilden ſo zu Geiſt lebhaft s er ſagte und noch nicht ent— lle, wenn de Er hegte den, h, das Unrecht, een, allein dieſt Verkehr mit den ſehr gemilderten Stand der Dinge aßte, ſchien ihn — 327 ein Ausweg möglich, demzufolge er den Canadiern Scalpe abnahm, während Peter und ſeine Leute nach Belieben umiit den Amerikanern verfuhren. In dieſem wirren Geiſteszuſtande befand ſich Taubenflügel, als er und ſein Gefährte ihre Laſten an der Stelle ablegten, wo ähnliche Vorräthe gewöhn⸗ lich aufbewahrt wurden,— nämlich unter dem Baum, in der Nähe der Quelle und der Küche,— denn hier waren ſie den Räumen, wo die Geſellſchaft wohnte und ſchlief, fern genug, um Niemanden zu beläſtigen. Wenn man ſich in Folge einer Belagerung in das„Fort“ zurückziehen mußte, war für einen gehörigen Vorrath von getrocknetem und gepöckeltem Fleiſch geſorgt, das letztere hatte der Miſſionär in ausreichender Menge in ſeinem Canoe mitgebracht. Auch war man mit einem Dutzend Büffel⸗ oder Biſon⸗Zungen verſehen, ein Leckerbiſſen, welcher der beſten Tafel in der geſitteten Welt Ehre machen würde, bei den weſtlichen Jägern aber ſo alltäglich war, daß ſie das gewöhnliche eingeſalzene Schwein⸗ und Rindfleiſch der Anſiedelungen vorzuziehen pflegten. Der Abend dieſes Tages war ungemein mild und lieblich. Die Sonne ging an einem wolkenloſen Himmel unter und ſanfte Lüfte aus Südweſten fächelten die warmen Wangen der ſchönen Margaret, die an le Bourdon's Seite ſitzend von der Tagesarbeit ausruhte, während dieſer von den Freuden eines Aufenthalts in einer ſolchen Einſamkeit ſprach. Der junge Mann war beredt, denn er fühlte, was er ſagte, und das Mädchen war entzückt. Boden konnte von Bienen in einer Weiſe ſprechen, welche die Aufmerkſamkeit eines jeden Zuhörers gefeſſelt hätte, und Margaret hörte ihn mit Ent⸗ zuͤcken von ſeinen Abenteuern mit dieſen kleinen Geſchöpfen, von ſeinem Glücke, ſeinem Verluſte, ſeinen Reiſen erzählen. „Fühlt Ihr Euch aber nicht oft einſam, Bourdon, wenn — 328— Ihr einen ganzen Sommer in dieſen Lichtungen hinbringt,“ gewiſſeſten? ohne mit einer lebenden Seele fprechen zu können?“ fragte Margaret ſe Margaret und wurde, ſobald ihr dieſe Worte entſchlüpft garet ſelbſt waren, bis an die Augen roth, denn ſie fürchtete, die Frage Mann ſich könnte ſo gedeutet werden, als wünſchte ſie das Geſpräch auf ſo tief geſr die Mittel zu leiten, dieſer Einſamkeit künftig abzuhelfen,— ſinken könn eine Deutung, gegen welche ſich ihre Beſcheidenheit empörte. gekommen z gefühlt,“ antwortete Aber „Bisher habe ich mich nicht einſam der Bienenjäger mit einer Offenheit, Zartgefühl ſeiner Gefährtin beruhigte,„ die Zukunft ſtehen kann. Ich bin jetzt von ſo Vielen umgeben, daß ich Einige von ihnen viellei Wohlgemerkt,— einige, ſag Gäſte. Wenn ich die Wahl hätte, ſpräche meine jetzige Geſellſchaft und drüber. Ich würde nicht daran denken, welche alsbald das Bangen fü obgleich ich nicht füͤr V gerten die Liebe in de ſeinem Geſe lichen Errö ſchöne Margaret, ſo ent⸗ b dem ſchücht allen meinen Wünſchen ihr ganzes nach Detroit zu Währe cht nicht mehr entbehren kann. ich, nicht alle meine jetzigen gehen, um mir dieſe Gefährtin zu ſuchen, denn ſie iſt viel ſammen ſa näher zu finden.“ tiefen Gede Margaret erröthete und ſenkte ihr Auge, dann blickte ſe Bienenjäger ben ſo dankbar als erfreut. porſchenden, wieder empor, lächelte, und ſchien e Sie war jetzt an Bemerkungen dieſer Art bereits gewöhnt velcher ihm und hatte die Wünſche ihres Verehrers ohne viele Mühe ent⸗ ſtets ein 6 deckt, obgleich er ſich nie deutlicher ausgeſprochen hatte. V Neugierde Das in ihrer Lage ſehr natürliche Nachdenken warf einen Unſere Schatten milden Ernſtes über ihr Antlitz und machte ſie— naͤmlich reizender als je, ſo daß der junge Mann tiefer und tiefer in erwarten i die Netze gerieth, mit welcher weiblicher Einfluß ihn umgeben auf und Terraſſe a hatte. Bei all dem ward der eine Theil von einer mannhaften V Seit Biederkeit, der andere von jungfraulicher Unſchuld und Unbe⸗ le Bourdor ſaden zu fangenheit geleitet. Mangel an Selbſtvertrauen, einer der inbringt, fragte ntſchlüpft die Frage präch auf helfen,— empörte. antwortete zbald das nicht für numgeben, ehren kann. eine jetzigen et, ſo ent⸗ Wünſchen Detroit zu ſie iſt viel un blickte ſie als erfreut. its gewöhnt e Mühe ent⸗ hatte. n warf einen d machte ſie und tiefer in ihn umgeben r mannhaften ald und Unbe⸗ en, einer der — 329— gewiſſeſten Begleiter reiner Liebe, hielt allein le Bourdon ab, Margaret ſeine Hand anzutragen; andererſeits zweifelte Mar⸗ garet ſelbſt zuweilen, ob es möglich ſei, daß ein achtbarer Mann ſich und ſein Glück einer Familie anheimgebe, welche ſo tief geſunken war, wie Menſchen in dieſem Lande nur ſinken können, ohne gerade um Ehre und guten Namen gekommen zu ſein. Aber alle dieſe Zweifel, dieſe Schüchternheit, dieſes Bangen führten das junge Paar ſich raſch näher und ſtei⸗ gerten die keimende Neigung, der Bienenjäger verrieth ſeine Liebe in der innigen, hingebenden Anhänglichkeit, wie dieß ſeinem Geſchlechte angemeſſen iſt, und Margaret in dem plötz⸗ lichen Erröthen, dem gedankenvollen Ausdrucke des Geſichtes, dem ſchüchternen Blick und einer zärtlichen Anmuth, welche ihr ganzes Aeußere, ja, ihr ganzes Daſein überſtrahlte. Während unſere jungen Liebenden in dieſer Weiſe bei⸗ ſammen ſaßen und ſich bald munter unterhielten, bald in tiefen Gedanken verſenkt und verloren ſchienen, blickte der Bienenjäger zufällig um und ſah, daß Peter ihn mit jenem forſchenden, geheimnißvollen Ausdrucke des Geſichtes betrachtete, welcher ihm bereits mehr als einmal aufgefallen war, und ihm ſtets ein Gefühl eingeflößt hatte, in welchem ſich Zweifel, Neugierde und Beſorgniß ſeltſam miſchten. Unſere Geſellſchaſt begab ſich zur gewöhnlichen Stunde — nämlich früh, wie dieß bei ihren einfachen Sitten zu erwarten iſt— zur Ruhe, die Frauen ſuchten das Shanty auf und die Männer breiteten ihre Bärenfelle auf der Terraſſe aus. Seit man mit der Verpfählung fertig geworden, hatte le Bourdon ſteis die Gewohnheit, Stock innerhalb den Palli⸗ ſaden zu laſſen, wo er ſich frei und nach Belieben herum⸗ dnung war der Hund damit er nicht auf die Witterung eines Hirſches oder in zu nahe Berührung mit während ſein abweſender Herr einem Bären gerathen möchte, von dieſen Bemühungen keinen Nutzen ziehen konnte. Da die Palliſaden zu hoch waren, um über ſie hinweg zu ſetzen, bot dieſe Freiheit innerhalb derſelben den doppelten Vortheil, daß es dem Hunde nicht an geſunder Bewegung fehlte und daß man an ihm einen aufmerkſamen Wächter gegen Gefahren jeder Art hatte. An dieſem Abende jedoch fehlte der Hund, und nachdem der Bienenjäger ihm einige Mal gerufen und gepfiffen hatte, blieb ihm nichts übrig, als das Thor zu vermachen und ihn draußen zu laſſen. Nachdem dieß abgethan, legte er ſich zur Ruhe und entſchlief bald. Gegen Mitternacht fühlte le Bourdon eine Hand auf ſeinem Arm. Es war die des Korporals, welcher ihn weckte. Im Nu war der junge Mann auf ſeinen Füßen und hatte die Büchſe in der Hand. „Habt Ihr es ni poral ſo leis, daß der Ton ein blo „Ich habe nichts gehört. Ich ſchlief ſo ge Biene im Winter.“ „Das Horn,— das Horn iſt zweimal laut geworden und wahrſcheinlich werden wir es auch zum dritten Male hören.“ „Das Horn hing an der Thüre des Shanty und die Muſchel ebenſo. Wir können leicht ſehen, ob ſie noch an ihrer Stelle ſind.“ Man brauchte nur auf die entgegengeſetzte Seite der Hütte zu gehen, um ſich dieſes Umſtandes zu vergewiſſern. Le Bour⸗ don, von dem Korporal begleitet, begab ſich an Ort und Stelle, treiben konnte. Vor dieſer neuen Anor regelmäßig in ſeine Hütte geſperrt worden, cht gehört, Bourdon?“ fragte der Kor⸗ ßes Flüſtern war. ſund, wie eine und als 2 an ihrem gegen das Dieſe Sti holt, wel Thor und von eina erſtern zu in den H Der ſein Bell und mut ſollen, w Starke Klaſſe de ſchen, kle Gelegen! nicht zu nutzlos! ſeine tie klang ſe St demſelbe hatte, n recht gi deutete, Na Tauben dem Th einen A De der Hund nicht auf hrung mit ender Herr 2. Da die ſetzen, bot rtheil, daß e und daß Gefahren ad nachdem fiffen hatte, hen und ihn er ſich zur 2 Hand auf rihn weckte. nd hatte die gte der Kor⸗ var. aud, wie eine geworden und Male hören.“ anty und die hſie noch an Seite der Hütte ſern. Le Bour⸗ Ort und Stelle, — 331— und als Beide eben die Hand an die Inſtrumente legten, welche an ihrem Kloben hingen, hörten ſie einen ſchweren Anprall gegen das Thor, als wollte man die Feſtigungen ſprengen. Dieſe Stöße wurden mehrere Male mit einem Ungeſtüm wieder⸗ holt, welches das Thor zu ſprengen drohte. Das Palliſaden⸗ Thor und die Thüre des Shanty waren natürlich nicht weit von einander entfernt, und die beiden Männer eilten dem erſtern zu und bemerkten ſogleich, daß der Hund ſich den Weg in den Hof erzwingen wollte. Der Bienenjäger ließ Stock ein, der abgerichtet war, ſein Bellen zu unterdrücken, obgleich das Thier ſich zu ſtark und muthig fühlte, als daß es ſeinen Athem hätte vergeuden ſollen, wenn er hoffen konnte, ſich durch ſeine Kraft zu helfen.⸗ Starke Thiere dieſer Art ſind ſelten lärmend, denn nur die Klaſſe des Geſindels, unter den Hunden wie unter den Men⸗ ſchen, kläfft und läßt ihre Galle zu jeder Stunde und bei jeder Gelegenheit aus. Stock war jedoch, ſeiner natürlichen Würde nicht zu gedenken, gelehrt worden, ſeine Anweſenheit nicht nutzlos durch Bellen zu verrathen, und nur ſelten öffnete ſich ſeine tiefe Kehle unter den Wölbungen der Eichen, dann aber klang ſeine Stimme wie das Brüllen des Löwen in der Wüſte. Stock war kaum in das„Fort“ eingelaſſen, als er mit demſelben Ungeſtüm, mit welchem er den Einlaß gewünſcht hatte, wieder hinauszukommen verlangte. Le⸗ Bourdon wußte recht gut, daß dieß auf die Anweſenheit von irgend Etwas deutete, das nicht in die Nähe des Shanty gehörte. Nachdem er mit dem Korporal Rath gepflogen, wurden Taubenflügel und Gerſhom aufgerufen, als Schildwache an dem Thor aufgeſtellt, und die beiden weißen Männer machten einen Ausfall, wie der Korporal es nannte. Der Korporal war tapfer wie ein Löwe und liebte alle — 332— er war der feſten Ueberzeugung, auf Wilde ſein Gefährte einen tüchtigen Bären zu ſolche Abenteuer, zu ſtoßen, während ſehen erwartete. Da dieſer„Ausfall“ dem Wunſche Stock's zufolge unter⸗ nommen wurde, beſchloß man klüglich, ihn als eine Art Vor⸗ trab vorausgehen zu laſſen. Unſere beiden Weißen ſahen jedoch, ehe ſie die Palliſaden verließen, ſorgfältig nach ihren Waffen. Jeder unterſuchte ſeine Zündpfanne, ſah nach, daß ſein Pulverhorn und ſein Kugelbeutel zur Hand waren und ließ das Meſſer in der Scheide ſpielen. Der Korporal pflanzte überdieß ſein„Baggonet“ auf, wie er die furchtbare, ſchim⸗ mernde Wehr nannte, welche gewöhnlich das obere Ende ſeines Gewehres zierte,— denn ein Gewehr war die Waffe, welche er ſich gewählt hatte, während der Bienenjäger ſelbſt mit einer langen, weſtlichen Büchſe bewaffnet war. Sechszehntes Kapitel. Des Erobrers ungeſtümer Muth Kocht in ſeinem ungezähmten Blut; Und die behre, grüne Einſamkeit Steigert nur den innern Streit. Wild ſchweift er dahin durch die Wüſte, Ging der Tag auch raſch zur Küſte, Wo die goldnen Strahlenwellen Sanft röthen des Niles Quellen. Mrs. Hemans. Als der Bienenjäger mit Korporal Flint das Fort oder Honigſchloß verließ, erwartete er, wie bemerkt, kaum einen finden, obgleich der andern, als einen vierfüßigen Feind zu Korporal wiederholt verſicherte, er habe zweimal die Töne des Hornes geh Das Gehab beſtätigen. vorauszuſch Die be Mißbehagen Der Hund und offenbe dieſer Richt ſtand ſo ente „Es ſ des Hundes geſehen, de gehen. St uns auf ih „Vorr Weg ein, m wir uns ve Ausfalle d Hauptheer Eure Pflie ſcharmützel zurück. J laſſen, den zu werfen, müſſen wi Da wir k Front und „Pah riſchen Ge f Wilde ären zu ge unter⸗ lrt Vor⸗ en ſahen ich ihren ach, daß aren und lpflanzte e, ſchim⸗ nde ſeines fe, welche mit einer Muth aten Blut; amkeit Streit. ch die Wüſte, zur Küſte, wellen Aauellen. .Hemans. 3 Fort oder kaum einen obgleich der die Töne des — 333— Hornes gehört und ſehe einem ganz andern Abenteuer entgegen⸗ Das Gehaben des Hundes ſchien die Anſicht ſeines Herrn zu beſtätigen. Le Bourdon fand es rathſam, Stock nicht weit vorauszuſchicken, und rief ihn bald ganz nahe an ſich heran. Die beiden Männer ſchritten erſt, zu Stock's großem Mißbehagen, auf das Gehölz zu, welches die Küche umgab. Der Hund blieb mehrere Male ſtehen, winſelte und murrte, und offenbarte in jeder Weiſe ſeinen großen Widerwillen, in dieſer Richtung vorzuſchreiten. Endlich that ſich ſein Wider⸗ ſtand ſo entſchieden kund, daß ſein Herr zu ſeinem Begleiter ſagte: „Es ſcheint mir das Beſte, Korporal, uns der Führung des Hundes zu überlaſſen, ich habe ihn nie ſo darauf erpicht geſehen, den einen Weg zu gehen, und den andern nicht zu gehen. Stock hat eine treffliche Witterung und wir können uns auf ihn verlaſſen.“ „Vorwärts!“ verſetzte der Korporal und ſchlug ſofort den Weg ein, welchen der Hund andeutete,—„über eins aber müſſen wir uns vereinigen, Bourdon, nämlich: Ihr müßt bei dieſem Ausfalle die leichten Truppen vorſtellen, während ich das Hauptheer bilde. Wenn wir auf den Feind ſtoßen, wird es Eure Pflicht ſein, ſo lange als möglich auf der Front zu ſcharmützeln, und dann werft Ihr Euch auf Eure Reſerve zurück. Ich werde mich vorzüglich auf mein Baggonet ver⸗ laſſen, denn dieß iſt das beſte Werkzeug, um einen Indianer zu werfen, und während er vor meinem Angriffe zurückweicht, müſſen wir ihn mit Pulver und Blei möglichſt warm halten. Da wir keine Reiterei haben, kann der Hund ſich vor der Front und auf den Flanken nützlich erweiſen.“ „Pah, pah, Korporal, Ihr laßt Euch von Euern kriege⸗ riſchen Gelüſten ebenſo raſch fortreißen, wie Paſtor Amen ſich Betreff der verlornen Stämme fort⸗ im Bedünken werden wir in dieſen Lichtungen, bevor noch der Sommer vorüber iſt, mehr Stämme ſinden, als wir zu ſehen wünſchen. Laßt uns dem Hunde folgen und es wird ſich zeigen, was er aufſtöbert.“ Man folgte Stock, und die Richtung, welche er einſchlug, führte zu einem entlegenen Punkt in den Lichtungen, wo die Bäume nicht nur viel dicker als gewöhnlich waren, ſondern wo ein kleiner Bach, welcher ſich in den Kalamazoo ergoß,⸗ von dem nahen höhern Land durch eine Schlucht floß, um ſich mit der Hauptader aller benachbarten Gewäſſer zu vereinigen. Der Bienenjäger kannte dieſe Stelle ſehr gut, denn er hatte ſeinen Durſt oft an dieſem Bache geſtillt und ſeine Stirne in dem dichten Schatten dieſer Schlucht gekühlt, wenn er ſich lange in den offenen Gründen umhergetrieben hatte. Man konnte auf viele Meilen um Honigſchloß keine Stelle finden, welche ein ſo ſicheres Verſteck, ſo angenehme Kühlte und ſolch reines Waſſer bot. Die Baäume bildeten ringsum eine Art geräumigen Doms, und wenn man das Ufer entlang in die Tiefe der Schlucht niederſtieg, gab das volle, üppige Laubwerk einen undurchdringlichen Vorhang ab. Sobald le Bourdon ſah, daß der Hund der großen Quelle, welche am Anfange der Schluch eilte, fühlte er ſich überzeugt, hatte Zeichen an der Stelle wahrgenommen, daß ſie als Lagerplatz gedient hatte, und wenn er den Klang des Hornes mit dem Gehaben des Hundes in Zuſammenhang brachte, konnte es ſeinem geübten Scharfblicke nicht entgehen, daß hier ziemlich viel Grund vorhanden ſei, mit Umſicht zu Werke zu gehen. Mit großer Behutſamkeit gleitete von ſeinen Anſichten in reißen läßt. Nach meine t den Bach bildete, entgegen⸗ daß Indianer dort ſeien. Er welche andeuteten, er daher mit dem Kor⸗ voral in den Stück freien vor ihm aus Stock n er auch zu „Ich g. Stimme,„I Wir wollen Gehölz, das das geſehen „Ich g keit eines 8 Feuer geſeh „So iß Feuer an je um ſich zu gegenſeitig weder Nutze „Ich r Hauptoffizie weiß, ob d darüber zu geſtürmt we das Schlim „Ich Rothhaut uns verwei jedoch dem möglich dr Stock ſich Die 2 me fort⸗ in dieſen tämme n Hunde einſchlug, , wo die „ſondern zoo ergoß, ß, um ſich vereinigen. , denn er eine Stirne enn er ſich keine Stelle hme Kühlte en ringsum ifer entlang olle, üppige oßen Quelle, ee, entgegen⸗ tt ſeien. Er e andeuteten, r den Klang iſammenhang 8.₰ο icht entgehen, lit Umſicht zu mit dem Kor⸗ — 335— voral in den Wald, welcher die Quelle und ein kleines eirundes Stück freien Raſens umgab, das ſich wie eine künſtliche Wiefe vor ihm ausdehnte. 1 Stock wurde an ſeines Herrn Seite gerufen, ſo ungeduldig er auch zu ſein ſchien, in das Dickicht zu brechen. „Ich glaube, Korporal,“ ſagte der Bienenjäger mit leiſer Stimme,„wir ſind dem Lager einiger Wilden auf der Spur. Wir wollen uns um das Becken ſchleichen und in das dichte Gehölz, das die Schlucht umgibt, niederſteigen. Habt Ihr das geſehen?“ „Ich glaube, ja,“ antwortete der Korporal, der die Feſtig⸗ keit eines Felſen zu haben ſchien.„Ihr meint, ob ich das Feuer geſehen habe? „So iſt's. Die rothen Männer haben ihr Berathungs⸗ Feuer an jener Stelle angezündet und ſich um daſſelbe gelagert, um ſich zu beſprechen. Nun, ſie mögen ihre langen Reden gegeniſeitig anhören, wenn es ihnen beliebt, dieß wird uns weder Nutzen, noch Schaden bringen.“ „Ich weiß das nicht. Wenn der Oberbefehlshaber ſeine Hauptoffiziere zuſammenruft, geht gewöhnlich Etwas vor. Wer weiß, ob dieſe Berathung nicht gerade den Zweck hat, ſich darüber zu vereinigen, ob unſer neues Fort belagert oder geſtürmt werden ſoll? Umſichtige Kriegsleute ſollten ſtets auf das Schlimmſte gefaßt ſein.“ „Ich bin ohne Furcht, ſo lange Peter bei uns iſt. Jede Rothhaut hört auf dieſen Häuptling, und ſo lange er unter uns verweilt, iſt gewiß nichts zu beſorgen. Wir nähern uns jedoch dem Thalgrund, und müſſen uns ſo geräuſchlos wie möglich durch jene Büſche drängen. Ich werde ſorgen, daß Stock ſich ruhig verhält. Die Art, wie dieſes kluge Thier ſich jetzt benahm, war — 336— in der That wundervoll. Stock ſchien ſo gut, wie die beiden Männer, zu fühlen, wie nothwendig es ſei, mit der größten Vorſicht zu Werk zu gehen, und machte nicht den geringſten Verſuch, ſeinem Herrn auch nur um einen Schritt voranzu⸗ ſchreiten. Mehrere Mal entdeckte er den beſten Abſteig und leitete ſeine Gefährten mit faſt menſchlichem Verſtande, Nicht der geringſte Laut entſchlüpfte ihm, ſogar das abgeſetzte Athmen eines ungeduldigen Hundes ward nicht gehört, als ob das Thier wüßte, wie nahe es den wachſamſten und ſchärfſten Ohren der Welt ſei. Mittelſt der größten Vorſicht gelang es endlich dem Bienen⸗ wie ſie ihn eben jäger und dem Korporal, einen Platz zu erreichen, venige Fuß von dem Saume wünſchten. Dieſe Stelle war nur u des Gehölzes, aber völlig verſteckt, während kleine Oeffnungen ſie in den Stand ſetzten, Alles zu ſehen, was ſich vor ihnen begab. Ein gefallener Baum— in den Lichtungen des Michigan eine ziemlich ſeltene Erfcheinung— bot ihnen nicht nur einen Sitz, ſondern diente auch, ſie noch beſſer zu verſtecken. Stock ließ ſich an ſeines Herrn Seite nieder und verließ ſich hin⸗ ſichtlich deſſen, was vorging, auf andere Sinne, als das Auge, denn er konnte von Allem, was ſich vornen begab, nichts ſehen. Sobald die beiden Männer ihre Sitze eingenommen hatten und um ſich zu blicken begannen, miſchte ſich ihrer Neugierde ein Gefühl des Sch darbot, war in der That ſo merkwür ſelbſt der Unerſchrockenſte einem ſolch entgangen wäre. Das Feuer war keineswegs groß oder war aber hinreichend, um ein düſteres Licht auf die Gegen⸗ ſtände in dem Bereiche genau in der Mitte eines freien Raſenplatzes, dig und auffallend, daß en Eindrucke ſchwerlich ſeiner Strahlen zu werfen. Es brannte der einem hal⸗ auers bei. Der Anblick, welcher ſich ihnen beſonders hell, es ben Morgen umgeben wa eines großen In den und zwar de gegenüber, Weg in den hingen faſt allen Pflan; ſchönen gri die kurze B⸗ überraſchten Aber je jägers und den Perſone ihrer Kleidr Erſcheinung fünfzig bela Alle waren waren That Sitten läng gewiſſerten. alle Anweſe daß eine be ſcheinlich n Währe und darüh dieſe große er mittern nahe abgel 2538— die beiden r größten geringſten voranzu⸗ bſteig und nde, Nicht zte Athmen ls ob das ſchärfſten em Bienen⸗ ſie ihn eben dem Saume fffnungen ſie ynen begab. es Michigan öt nur einen icken. Stock eß ſich hin⸗ ls das Auge, nichts ſehen. ymmen hatten rer Neugierde her ſich ihnen uffallend, daß icke ſchwerlich nders hell, s uf die Gegen⸗ n. Es brannte der einem hale 1 —— 337— ben Morgen im Umfang haben mochte, und ſo geformt und umgeben war, daß er viele Aehnlichkeit mit dem Bühnenraum eines großen Amphitheaters hatte. In dem ſich hebenden Umkreis war nur eine Oeffnung, und zwar dem Standpunkte le Bourdon's und Flint's gerade gegenüber, wo der aus der Quelle ſprudelnde Bach ſich einen Weg in den offenen Thalgrund gebahnt hatte. Bäume über⸗ hingen faſt die ganze Anhöhe, nur der Naſenplatz war ohne allen Pflanzenwuchs, den ausgenommen, welcher den dichten, ſchönen grünen Teppich bildete, der jenen bedeckte. Dieß iſt die kurze Beſchreibung der natürlichen Scenerie, welche unſere überraſchten Freunde vor ſich hatten. Aber jenes Gefühl des Schauers, das ſich des Bienen⸗ jägers und des Korporals bemächtigte, hatte ſeinen Grund in den Perſonen, welche ſie dort erblickten, in ihrem Ausſehen, ihrer Kleidung, ihrem Thun,— überhaupt in ihrer äußern Erſcheinung. Die Zahl der Anweſenden mochte ſich auf fünfzig belaufen,— eine an ſich ſchon beunruhigende Menge. Alle waren Krieger, und jeder Krieger war bemalt. Dieß waren Thatſachen, deren ſich unſere zwei mit den indianiſchen Sitten längſt vertrauten weißen Männer nur zu ſchnell ver⸗ gewiſſerten. Noch auffallender aber erſchien der Umſtand, daß alle Anweſende Häuptlinge zu ſein ſchienen,— ein Beweis, daß eine bedeutende Anzahl Rothhäute irgendwo, und wahr⸗ ſcheinlich nicht ſehr entfernt, in den Lichtungen waren. Während der Bienenjäger alles dieß in das Auge faßte und darüber nachdachte, kam er zuerſt auf den Gedanken, dieſe große Berathung werde auf Peter's Veranlaſſung in die⸗ er mitternächtlichen Stunde und ſeiner eigenen Wohnung ſo nahe abgehalten, und von dieſem Augenblick erwartete er die 253— 255. 22 — 338— Erſcheinung des geheimnißvollen Wa⸗wa⸗ noſh inmitten der rothen Krieger. Die bereits anweſen Sie ſtanden in einzelnen Gruppen, ſchritten wie ſchwarze, ſtattliche Geſpenſte und her. Kein Ton wurde unter ihnen l welcher den wilden, faſt übernatürlichen Anblick der Scene nicht wenig ſteigerte. Wenn Einer ſprach, war es ſo leiſe und flüſternd, daß der Ton nicht weiter als bis zum Ohre des Lauſchenden reichte, Zwei redeten nie zu gleicher Zeit und in derſelben Gruppe, während das Mocaſſin keinen Fuß⸗ Es war in der That etwas mehr als Irdi⸗ älde, welches die kleine, waldumgürtete, Bühne in ihrer ländlichen Schönheit dar⸗ theils wandelnden, halb, wenn nicht mehr als halb nackten Geſtalten, ihre ſchwarzgebranntt Haut, die Geſichter, ſchrecklich in ihren manchfachen wilden Formen, welche erfunden waren, um die Bruſt der Feinde mit Furcht zu erfüllen, und die glänzenden Augen, welche Funſen zu ſprühen ſchienen,— Alles trug dazu bei, den Ein⸗ druck dieſer Scene zu ſteigern, welche le Bourdon für die merkwürdigſte erklärte, die ſich ſeinem Auge je dargeboten. Unſere Freunde mochten ihren Platz auf dem gefallenen Baume ſeit einer Stunde inne haben, während welcher ſie auf das, was ſich vor ihnen begab, geſchaut hatten, ohne daß irgend ein menſchlicher Laut dieſes geiſterartige Gemälde belebt hätte. Niemand ſprach, huſtete, lachte oder ließ wäh⸗ rend dieſer ganzen Zeit einen Ruf hören. Plötzlich ſtanden alle Häuptlinge ſich derſelben Richtung— nämli zu, durch welche der Bach den Indianer ſetzten ſich nicht nieder ſprachen unter ſich oder r auf dem Raſen hin aut,— ein Umſtand, tritt hören ließ. ſches in dieſem Gem ſammetgleiche Raſen⸗ bot. Die theils ſtehenden, wendeten ch der kleinen Oeff⸗ ſich drängte. nung in dem Kreiſe ſtill und alle Geſichter Dieſe von jäger und faſt ganz i dieß jedoch geſpannter Sie b halbe Mir und näher der Mitte Als flackernden und den gebieteriſe er ſah, n Wir dieſen V Miſſionär don und Gefährter zu leiſten Der man Pet ob dieß die Achtt Ueberraſ Blaßgeſi gen, als Als der ſich Gezweig nitten der cht nieder ſich oder Raſen hin Umſtand, der Scene es ſo leiſe zum Obhre eicher Zeit keinen Fuß⸗ als Irdi⸗ dumgürtete, hönheit dar⸗ wenn nicht arzgebrannte ichen wilden der Feinde igen, welche bei, den Ein⸗ don für die urgeboten. m gefallenen d welcher ſie hatten, ohnt tige Gemälde der ließ wäh⸗ alle Geſichter kleinen Oeff⸗ ſich drängte. 339 Dieſe von Bäumen überhangene Oeffnung lag dem Bienen⸗ jäger und dem Korporal am entfernteſten und war für ſie faſt ganz in Nacht gehüllt. Für die rothen Männer mußte dieß jedoch nicht der Fall ſein, denn ſie ſchienen Alle in geſpannter Erwartung nach jener Seite auszuſchauen. Sie brauchten auch nicht lange zu warten, denn eine halbe Minute ſpäter traten zwei Geſtalten aus dem Dunkel und näherten ſich mit würdevollen, entſchloſſenen Schritten der Mitte des Raſenplatzes. Als dieſe zwei neue Ankömmlinge in das Bereich des flackernden Feuers traten, erkannte le Bourdon in ihnen Peter und den Paſtor Amen. Der Erſtere ſchritt langſam und gebieteriſch einher, während ihm der Andere, von dem, was er ſah, nicht wenig verblüfft, folgte. Wir wollen hier ſogleich bemerken, dieſen Verſammlungsort allein zu beſuchen beabſichtigte, Miſſtonär unter den Eichen herumirrend fand, wo er le Bour⸗ don und den Korporal ſuchte, und ſtatt ſich des unerwarteten Gefährten zu entledigen, ihn ruhig einlud, ihm Geſellſchaft zu leiſten. Der Bienenjäger überzeugte ſich auf den erſten Blick, daß man Peter erwartet hatte, es war ihm jedoch weniger klar, ob dieß auch in Beziehung auf ſeinen Begleiter der Fall war, die Achtung vor dem großen Häuptling aber hinderte jede Ueberraſchung oder Mißbehagen und der Medizin⸗Mann der Blaßgeſichter wurde mit ebenſo würdevoller Höflichkeit empfan⸗ gen, als wär' er ein geladener Gaſt. Als die Beiden in den düſtern Kreis eingetreten waren, der ſich um ſie bildete, warf ein junger Häuptling trockenes Gezweig auf das Feuer, welches jetzt licht empor flammte 22* daß der Indianer⸗ den — 340— und ein grelleres Licht auf eine Reihe Geſichter warf, wie man ſie vielleicht nie ſchrecklicher geſehen hatte. Dieſe plötzliche Helle, welche das furchtbare dieſer Seene bedeutend ſteigerte, erfüllte die weißen Zuſchauer mit Bangen und Schrecken, Peter aber blickte auf das Ganze mit einer Ruhe, welche der des lebloſen Baumes glich, wenn der Winter ihn umſtarrt und in der eisgetränkten Luft die Stille des Grabes herrſcht. Ihn ſchien nichts zu bewegen. Er bekümmerte ſich nicht darum, ob man ihn erwartet hatte oder nicht. Wahrſcheinlich aber hatte ſein Auge ſich auch längſt an den Anblick all der grimmigen Formen gewöhnt, in welchen der Wilde ſeinen Feinden entgegen zu treten pflegt. Er lächelte ſogar als er die ganze Gruppe durch eine Handbewe⸗ gung begrüßte, welche als ein Erkennungszeichen gelten konnte. In dieſem Augenblicke, wo das Feuer am Hellſten auf⸗ flackerte und die Häuptlinge ſich in deſſen Bereich herandräng⸗ ten, bemerkte le Bourdon ſeinen alten Bekannten, den Häupt⸗ ling der Pottawattamies, unter den übrigen Kriegern, welche ſich in ſolcher unheilverkündenden Weiſe auf dem Gebiete ver⸗ ſammelten, welches er ſo lange ganz allein inne gehabt hatte. Einige der älteſten Häuptlinge näherten ſich jetzt Peter und eine leiſe Unterhaltung entſpann ſich unter ihnen. Le Bour⸗ te natürlich nichts von dem, was man ſprach, hören, ſtern Kreiſe der Wilden, welche Dieſes geheime Geſpräch tlinge auf dem Raſen don konn denn es wurde ſelbſt in dem dü das Feuer umgaben, nicht vernommen. hatte jedoch zur Folge, daß alle Häup und kreisförmig um das Feuer Platz nahmen. Es entſprach le Bourdon's Wünſchen, daß Peter und ſein Gefährte ſich ſeinem Sitze gerade gegenüber niederließen, denn auf dieſe Weiſe war er im Stande, jeden Zug des merkwür⸗ digen Geſichtes dieſes merkwürdigen Häuptlings zu beachten⸗ waren, u Farbe abg braucht ol jäger konn dunkle, u ſeiner Sel Auch einer der Holzſtücke ringsum hätte. D Zweck, es die Pfeife Häuptlin thungsfer Da lichkeit v der Raue den Rau ſind Muß lichen K Zügen g Da angezüng Förmlick der Ung Häuptlit gezollt! f, wie Seene Bangen lit einer Winter ille des n. Er atte oder ch längſt hnt, in flegt. Er handbewe⸗ en konnte. lſten auf⸗ randräng⸗ en Häupt⸗ en, welche hebiete ver⸗ habt hatte. jetzt Peter . Le Bour⸗ ach, hören, den, welche me Geſpräch dem Raſen ter und ſein lließen, denn les merkwür⸗ zu beachten⸗ — 341— Während die Geſichter aller rothen Männer umher bemalt waren, war es das Peter's nicht, von der natürlichen Farbe abgeſehen, welche wie Kupfer war, das ein wenig ver⸗ braucht oder von der Luft angegriffen ausſah. Der Bienen⸗ jäger konnte jeden Zug ganz deutlich ſehen, und auch das dunkle, umſtreifende Auge war nicht außerhalb des Bereiches ſeiner Sehkraft. Auch das Feuer wurde nicht ganz vernachläſſigt, denn einer der jungen Häuptlinge warf dann und wann einige dürre Holzſtücke auf, mehr um die Flamme rege zu erhalten und ringsum Helle zu verbreiten, als weil man der Wärme bedurft hätte. Das Feuer entſprach jedoch auch noch einem andern Zweck, es bot nämlich den jungen Häuptlingen das Mittel, die Pfeifen anzuzünden, welche man jetzt darreichte, denn die Häuptlinge verſammeln ſich nur ſelten, ohne um ihr Bera⸗ thungsfeuer zu rauchen. Da dieſes Rauchen faſt nichts mehr als eine bloße Förm⸗ lichkeit war, ſo genügten jedem Häuptling einige Züge und der Rauchende übergab ſeinem Nachbarn die Pfeife, ſobald er den Rauch ein⸗ oder zweimal eingeſogen hatte. Die Indianer find Muſter des Anſtands, und jedem in dieſem dunkeln, bedroh⸗ lichen Kreiſe ward der Reihe nach geſtattet, ſich mit einigen Zügen gütlich zu thun, ehe man zu etwas Anderem überging⸗ Da für eine ſo große Anzahl Krieger nur zwei Pfeifen angezündet worden waren, verging einige Zeit, ehe man dieſe Förmlichkeit beſeitigt hatte. Es ließ ſich jedoch kein Zeichen der Ungeduld gewahren, und dem Gefühle des niebrigſten Häuptlings wurde ebenſo viel Achtung und Aufmerkſamkeit gezollt wie dem höchſten. Endlich hatten die Pfeifen die Runde gemacht und ſelbſt Paſtor Amen war weder übergangen worden, noch hatte er = 342— die Pfeife mit den Wilden zu rauchen verſchmäht. Eine tödt⸗ liche Stille folgte nun. Sie glich der einer Quakerverſamm⸗ lung, und wurde erſt dadurch unterbrochen, daß einer der erſten Häuptlinge ſich erhob, um das Wort zu nehmen. Man bediente ſich bei dieſer Veranlaſſung der Sprache der großen Ojebway⸗ Nation, da die meiſten anweſenden Häuptlinge einem der Stämme dieſes Volks angehörten, mehrere ſprachen jedoch auch andere Sprachen, die engliſche und franzöſiſche eingerechnet. Unter den drei Weißen, welche gegenwärtig waren, ver⸗ ſtand nur Paſtor Amen Alles, was geſprochen wurde, voll⸗ ſtändig, denn er hatte ſich in dieſer Hinſicht geſchickt gemacht, den Stämmen jenes Volkes zu predigen, aber auch le Bourdon verſtand faſt Alles, und ſelbſt der Korporal wenigſtens ziem⸗ lich viel. Der Name des Häuptlings, welcher in dieſer nächtlichen Berathung, die ſpäter unter den Ojebways den Namen der „Rathsverſammlung im Thalgrund an der vollen Quelle“ erhielt, zuerſt als Redner auftrat, hieß„Bärenfleiſch,“ eine Benennung, welcher eher auf einen ausgezeichneten Jäger, denn auf einen großen Redner hinzudeuten ſchien. „Brüder der vielen Stämme der Ojebways!“ begann dieſer Häuptling,—„der große Geiſt hat uns geſtattet, zur Berathung zuſammenzutreten. Der Manitou unſerer Väter iſt jetzt unter dieſen Eichen, hört auf unſere Worte und blickt in unſere Herzen. Weiſe Indianer werden wohl erwägen⸗ was ſie in einer ſolchen Gegenwart ſagen, ſie werden wohl erwägen, was ſie denken. Was wir ſagen und denken, darf nur das Rechte und Gute ſein. „Brüder, wir ſind eine zerſtreute Nation und die Zeit iſt gekommen, wo wir unſere Schritte feſſeln müſſen, wenn wir nicht ſo weit auseinander gejagt werden ſollen, daß Keiner mehr des A Gehörs und Sprachen le Die Mutter Worte. Kei Sees geſpr aufgehender jungen Krie Seeen unte Jagdgründ in unſerer hier berath „Brüt dieſes Ratt Ottawas, nen, und art gegen zwiſchen 2 Die Propl Einer derf Verſamml des Gehöt Inder und würd Schweiger bindung pfeln, m lichen Me Krieger druck ma gewoͤhnlig ne tödt⸗ erſamm⸗ her erſten bediente Djebway⸗ nem der doch auch gerechnet. ren, ver⸗ re, voll⸗ gemacht, Bourdon tens ziem⸗ nächtlichen tamen der Quelle“ iſch,“ eine Fäger, denn 1“ begann ſtattet, zur ſerer Väter ee und blickt wägen, was ohl erwägen, arf nur das hdie Zeit iſt , wenn wir daß Keiner — 343— mehr des Andern Ruf hört. Wenn wir aus dem Bereiche des Gehörs unſeres Volkes gehen, werden unſere Söhne balb Sprachen lernen, welche das Ohr des Ojebway nicht verſteht. Die Mutter ſpricht mit dem Kind, und das Kind lernt ihre Worte. Kein Kind kann aber hören, was jenſeit eines großen Sees geſprochen wird. Einſt wohnten wir in der Nähe der aufgehenden Sonne. Wo ſind wir jetzt? Einige unſerer jungen Krieger ſagen, ſie hätten die Sonne in den Süßwaſſer⸗ Seeen untergehen ſehen. Jenſeit dieſer Plätze kann es keine Jagdgründe geben, und wenn wir leben wollen, müſſen wir in unſerer Fährte ſtill ſtehen. Wie dieß geſchehen kann, ſoll hier berathen werden. Darum ſind wir jetzt beiſammen. „Brüder, viele weiſe Häuptlinge und Tapfere ſitzen um dieſes Rathsfeuer. Mein Auge erfreut ſich, auf ſie zu ſchauen,— Ottawas, Chippeways, Pottawattamies, Menominees, Huro⸗ nen, und Alle! Unſer großer Vater zu Quebec hat die Streit⸗ art gegen die Yankees ausgegraben. Der Kriegspfad iſt offen zwiſchen Detroit und allen Dörfern der rothen Menſchen. Die Propheten ſprechen zu unſerem Volk und wir lauſchen. Einer derſelben iſt hier, er iſt im Begriffe zu ſprechen. Die Verſammlung wird nur einen Sinn haben, und es wird der des Gehöres ſein.“ Indem Bärenſleiſch ſo ſchloß, ſetzte er ſich eben ſo ruhig und würdevoll nieder, wie er ſich erhoben hatte, und ein tiefes Schweigen folgte. Die Stille war ſo groß, daß ſie, in Ver⸗ bindung mit den dunkelen Geſichtern, den funkelnden Aug⸗ äpfeln, welche das Licht des Feuers zurückwarfen, der ſchreck⸗ lichen Malerei und den bewaffneten Händen aller anweſenden Krieger ein Bild darboten, welches einen weit tieferen Ein⸗ druck machte, als Verſammlungen in der geſitteten Welt gewöhnlich hervorzubringen pflegen — 344— Inmitten dieſes allgemeinen, aber bedeutſamen Schwei⸗ gens erhob ſich Peter. Die Krieger holten tiefer Athem, ſo daß man es hörte,— die einzige Art, wie die allgemein geſpannte Erwartung ſich kund that. Peter war ein geübter Redner und verſtand es, auch von 6 den unbedeutendſten Umſtänden Nutzen zu ziehen. Jede ſeiner Bewegungen war wohl erwogen, ſeine Haltung höchſt wür⸗ devoll,— ſelbſt ſein Auge ſchien beredt. Welche Macht wohnt der Beredſamkeit inne! Dieſelben Worte, welche ſich geſchrieben oder gedruckt unbedeutend dar⸗ ſtellen oder ganz überſehen werden, erſcheinen in dem münd⸗ lichen Vortrage, von den Gefühlen der Theilnahme und der Erregung der großen Menge unterſtützt, wie von dem Zauber höheree Weisheit umkleidet. So iſt es auch mit den Leiden⸗ ſchaften, dem Gefühl erlittenen Unrechts, dem Aufrufe zur Rache und jeder andern Anſprache an das menſchliche Herz. Man richte ſeine Worte in Form der Schrift an das kalte Auge des Verſtandes und der Urtheilskraft, und der Geiſt wird die Kraft der Beweiſe, die Gerechtigkeit der Anforderung, die Wahrheit der Thatſachen abwägen und ergründen wollen, wenn ſie aber mit der ganzen Gewalt der Kunſt und mit der ganzen Kraft des Gefühls an das Ohr ſchlagen, iſt der wilde Waldſtrom oft weniger zerſtörend in ſeinem Laufe, wie der des Sturmes, den die Beredſamkeit hervorruft. „Häuptlinge der großen Ojebway⸗Nation, ich will Euer Beſtes,“ ſagte Wa⸗wa⸗noſh, und breitete ſeine Arme gegen den Kreis aus, als wollte er alle Anweſenden umarmen.— „Der Manitou hat ſich mir günſtig erwieſen. Er hat mir den Pfad zu dieſer Quelle und zu dieſem Rathsfeuer gelichtet. Ich ſehe rings um niich die Geſichter vieler Freunde. Warum ſollten wir nicht Alle Freunde ſein? Warum ſollte ein rother Mann jen Der große uns dieſel! ſchaftlich viele Krie Wer hat ihrer, wär geſichter i Hier kaum ver um dem laſſen, ir Daß Wa Art, wie ein Auge welche de laut wert Sob Wirkung indem er ließ, wie „ der Mar Indianer gründe, das Wi iſt zu f Sterner H donnert wird, en Schwei⸗ Athem, ſo allgemein s, auch von Jede ſeiner höchſt wür⸗ 2 Dieſelben deutend dar⸗ n dem münd⸗ ihme und der dem Zauber t den Leiden⸗ Aufrufe zur nſchliche Herz. an das kalte und der Geiſt Anforderung, künden wollen, ſt und mit der , iſt der wilde aufe, wie der ich will Euer ne Arme gegen n umarmen.— . Er hat mir psfeuer gelichtet. ſeunde. Warum ſollte ein rother — 345— Mann jemals den Arm gegen einen rothen Mann erheben? Der große Geiſt ſchuf uns Alle mit derſelben Farbe und wies uns dieſelben Jagdgründe an. Er wollte, wir ſollten gemein⸗ ſchaftlich jagen, nicht den Scalp einander nehmen. Wie viele Krieger ſind in unſeren Stamm⸗Zwiſtigkeiten gefallen! Wer hat ſie gezählt? Wer kann es ſagen? Vielleicht würden ihrer, wären ſie nicht gefallen, genug da ſein, um alle Blaß⸗ geſichter in den großen Salzſee zu jagen.“ Hier hielt Peter, welcher bis jetzt nur mit leiſer und kaum vernehmbarer Stimme geſprochen hatte, plötzlich inne, um dem Gedanken, welchen er eben hingeworfen, Zeit zu laſſen, in den Gemüthern ſeiner Zuhörer Wurzel zu faſſen. Daß Wa⸗wa⸗noſh ſeinen Zweck erreichte, ſah man aus der Art, wie ein ernſtes Antlitz ſich dem andern zuwendete, und ein Auge in dem andern die Antwort auf eine Frage ſuchte, welche der Geiſt ſtellte, obgleich die Zunge ſich hütete, ſie laut werden zu laſſen. Sobald der Redner jedoch fühlte, daß jener Gedanke ſeine Wirkung nicht verfehlt hatte, fuhr er in ſeiner Rede fort, indem er ſeine Stimme nach und nach kräftiger anſchwellen ließ, wie ſein Gegenſtand ihn erwärmte. „Ja,“ ſagte er,„der Manitou war ſehr gütig. Wer iſt der Manitou? Hat irgend ein Indianer ihn geſehen? Jeder Indianer hat ihn geſehen. Niemand kann auf die Jagd⸗ gründe, auf die Seeen, auf die Prärien, auf die Bäume, auf das Wild ſchauen, ohne ſeine Hand zu ſehen. Sein Antlitz iſt zu ſehen in der Sonne am Mittag, ſeine Augen in den Sternen zur Nachtzeit. „Hat ein Indianer den Manitou je gehört? Wenn es donnert, ſpricht er. Wenn das Krachen am lauteſten gehört wird, zürnt er. Manche Indianer haben Unrecht begangen. — 346— ein rother Mann den Scalp eines andern Vielleicht hat rothen Mannes genommen!“ Eine zweite, kürzere und weniger bedeutſame Pauſe folgte, Zuhörer von neuem auf dennoch war ſie ganz geeignet, die den Zwi⸗ das große Unheil aufmerkſam zu machen, das aus ſtigkeiten der Indianer unter ſich hervorgehen mußte. „Ja, Niemand iſt ſo taub, daß er die Stimme des großen Geiſtes, wenn er zürnt, nicht vören könnte,“ begann Peter wieder.„Zehntauſend Büffel⸗Bullen, deren Brüllen ſich vereinigt, machen keinen ſolchen Lärm, wie ſein Flüſtern. Dehnt die Prärien, die Lichtungen und die Seeen um das Zehnfache aus, und er kann überall und von Allen zu gleicher Zeit gehört werden. „Hier iſt ein Medizin⸗Prieſter der Blaßgeſichter, er hat die Stimme des Maniton reiche bis in die olks unter der aufgehenden Sonne, Mann über den großen Seeen und e niedergeht, gehört werde. ,der dieß ver⸗ Volke, Stamm mir geſagt, größten Dörfer ſeines V wenn ſie von dem rothen auf den Felſen, wo die Sonn „Es iſt eine laute Stimme, wehe dem gißt. Sie redet zu allen Farben, zu jedem und Geſchlecht. „Brüder, ſagt, es gebe einen es iſt eine lügneriſche Ueberlieferung, welche Manitou für einen Sac, und einen andern Maniton für den Ojebway,— einen Manitou für den rothen Mann und einen andern für das Blaßgeſicht. Darin ſind wir Alle gleich. Ein großer Geiſt hat Alles geſchaffen, regiert Alles, belohnt Alles, beſtraft Alles. „Der große Geiſt kann die glücklichen Jagdgründe des Indianers trennen von dem Himmel desn weißen Mannes, denn er weiß, daß ihre Sitten verſchieden ſind, und daß das, was dem Krieger gefällt, dem Kaufmann mißfallen kann, und daß das, was kann. Er ha für die Guten „Iſt es glaube, nein ſammen bleib Indianer und Nachbarſchaft ſammen laſſen „Brüder guten Blaßge auf dieſer zu aller Farben ſollen ſie hie Platz für ſe ſein. Dieß „Brüder wünſcht zu: Worie hörer mehr ſagen. Prieſter der ein großes( werde auch geſprochen i Lehms nahe Nachde gebahnt hat fühlten ſich ſie ſehr ge einer ſo wi Die J s andern daß das, nuſe folgte, neuem auf den Zwi⸗ e. stimme des ,“ begann en Brüllen in Flüſtern. en um das n zu gleicher zter, er hat bis in die den Sonne, n Seeen und werde. der dieß ver⸗ lke, Stamm rrung, welche einen andern ür den rothen Darin ſind es geſchaffen, agdgründe des ißen Mannes, und daß das, len fann, und was dem Kaufmanne gefällt, dem Krieger mißfallen Er hat an dieß gedacht und hat verſchiedene Plätze welche Farbe ſie auch haben mögen. Plätzen für die Böſen? Ich glaube, nein. Mir ſcheint es das Beſte, wenn ſie bei⸗ ſammen bleiben, damit ſie einander quälen. Ein ſchlechter Indianer und ein ſchlechtes Blaßgeſicht machen eine ſchlimme Nachbarſchaft aus. Ich glaube, der Manitou will ſie bei⸗ ſammen laſſen. „Brüder, wenn der Maniton die guten Indianer und die guten Blaßgeſichter in einer andern Welt trennt, was hat ſie auf dieſer zuſammen geführt? Wenn er die ſchlechten Geiſter aller Farben in einer andern Welt zuſammen bringt, warum ſollen ſie hier, vor ihrer Zeit, zuſammen kommen? Ein Platz für ſchlechte Geiſter ſollte auf Erden nicht zu finden ſein. Dieß iſt unrecht, es muß geändert werden. „Bruͤder, ich habe nun geſprochen, dieſes Blaßgeſicht wünſcht zu reden, und ich habe geſagt, Ihr würdet auf ſeine Worte hören. Wenn er fertig iſt, werde ich Euch vielleicht mehr ſagen. Höret jetzt auf den Fremden. Er iſt ein Medizin⸗ Prieſter der weißen Menſchen, und ſagt, er habe unſerm Volke ein großes Geheimniß mitzutheilen,— wenn er es geſagt hat, werde auch ich ihm ein anderes ſagen. Das meinige muß geſprochen werden, wenn nur die Ohren der Kinder des rothen Lehms nahe ſind.“ Nachdem Peter auf dieſe Weiſe dem Miſſionär den Weg gebahnt hatte, ſetzte er ſich höflich nieder, ſeine Bewunderer fühlten ſich in ihren Erwartungen ein wenig getäuſcht, obgleich ſi ſehr geſpannt waren, was dieſer Medizin⸗Prieſter bei einer ſo wichtigen Veranlaſſung vorzubringen habe. Die Indianer der großen Gebiete der Seeen waren ſeit kann. für die Guten geſchaffen, „Iſt es eben ſo mit den * — 348— nimmt mir di langer Zeit an Miſſionäre gewöhnt, und es iſt wahrſcheinlich, u ſehen, euc daß ſelbſt ein Theil ihrer Ueberlieferungen, ſo weit ſie ſich„Deßha auf religiöſe Gegenſtände bezogen⸗ durch Männer dieſer Art gekommen. 4 unmerklich umgeſtaltet wurden, wenn ſie nicht völlig von ihnen zu enthüllen, herſtammen ſollten, denn die erſten Weißen, welche, ſo viel in dem Wer bekannt iſt, in jenen Theil des Feſtlandes vordrangen, waren eingegeben h Jeſuiten, deren Symbol und Friedens⸗Sinnbild das Kreuz„Es if war. Den Jeſuiten folgte die weniger förmliche und feier⸗ liebt die Ueb liche Geiſtlichkeit Amerikas, wie Amerika ſich in den erſten ſich auf eur Jahren nach der Revolution eigenthümlich geſtaltet hatte. Man Herzen erfre darf annehmen, daß der Geiſt Gottes mehr oder minder mit eure Nation Allen war, denn ſie waren Alle ganz Eifer und Selbſtver⸗ Liebe und C leugnung, obgleich die Früchte ihrer faſt zweihundertjährigen meine Kinde Bemühungen kaum höher anzuſchlagen ſind, denn als die Hier 1 Hoffnung einer ergiebigen Erndte in künftigen Tagen. Man eines Zeich kannte jedoch die Miſſionäre und ihre Anſichten im Allge⸗ weiter fortz meinen hinreichend, um auf das Auftreten des neuen Rednerz verſuchte, ſe wenigſtens einigermaßen vorbereitet zu ſein. öͤffentlich u Paſtor Amen hatte ſich in ſeinem vieljährigen Verkehrt mal von ei mit den Indianern mit ih iemlich bekannt gemacht philoſophiſe ren Sitten zi Er hat gelernt, in ſeinem Aeußern abgemeſſen, ruhig und genommen würdevoll zu ſein, wie ſie, und, wie ſie, hatite er ſich eint hätſchelten kurze, gedrängte Sprachweiſe angewöhnt. bereit ſein, „Meine Kinder,“ ſagte er, denn er hielt es für das Beſte, zu erläuter bei einer ſo bedeutſamen Veranlaſſung in dem väterlichen Tont als die zw zu ſprechen,„der Geiſt Gottes iſt, wie Peter geſagt hat, bä ſie verſtehe euch. Die Geiſter wiſſen, daß ihnen verſprochen wurde, Gott liebe werde ſtets bei ſeinem Volke ſein, und ich ſehe Geſichter in wir ſoller dieſem Kreiſe, welche, wenn mich nicht Alles täuſcht, zu denen begreift di gehören, die vor langen Tagen mit mi r gebetet haben. Wen viel ſittlich eure Seelen nicht durch die göttliche Liebe gerührt worden ſind, * — 349— nimmt mir dieß die Hoffnung nicht, auch euch das Kreuz nehmen ahrſcheinlich, zu ſehen, euch noch den Namen des Erlöſers anrufen zu hören. weit ſie ſich„Deßhalb bin ich jedoch dieſe Nacht nicht mit Peter hierher er dieſer Art gekommen. Ich bin jetzt hier, um euch eine wichtige Thatſache lig von ihnen zu enthüllen, welche die Vorſehung mir als Lohn langer Arbeit elche, ſo viel in dem Weinberge der Wiſſenſchaft und der Bibelforſchung angen, waren eingegeben hat. ld das Kreuz„Es iſt eine Ueberlieferung,— und der rothe Mann che und feier⸗ liebt die Ueberlieferungen,— es iſt eine Ueberlieferung, welche in den erſten ſich auf eure Geſchichte bezieht und deren Mittheilung eure t hatte. Man Herzen erfreuen wird, denn ſie wird euch lehren, wie lange der minder mit eure Nation, eure Stämme der Gegenſtand der abſonderlichen und Selbſtver⸗ Liebe und Sorgfalt des großen Geiſtes geweſen ſind. Wenn hundertjährigen meine Kinder mich ſprechen heißen, bin ich bereit zu ſprechen.“ denn als dit Hier ließ der Miſſionär ſich nieder und harrte klüglich Tagen. Man eines Zeichens von Seiten des Rathes, ehe er es wagte, hten im Allge⸗ weiter fortzufahren. Dieß war das erſte Mal, daß er es je neuen Redners verſuchte, ſeine Lieblingsanſicht von den„verlornen Stämmen“ öffentlich und unverholen darzulegen. Wenn der Menſch ein⸗ hrigen Verkehrt mal von einer beſonderen Idee, ſie mag religiöſer, politiſcher, bekaunt gemacht. philoſophiſcher oder ſonſtiger Art ſein, recht erfaßt und ein⸗ ſſen, ruhig und genommen iſt, ſieht er kaum etwas Anderes als den ver⸗ hatte er ſich ein hätſchelten Gegenſtand ſeines Nachdenkens, und wird ſtets bereit ſein, ihn in das beſte Licht zu ſtellen, zu vertheidigen es für das Beſte, zu erläutern und eindringlich zu machen. Nichts iſt einfacher, väterlichen Tom als die zwei großen Lehren des Chriſtenthums,— Jeder kann r geſagt hat, bi ſie verſtehen und ihre Wahrheit fühlen. Nach ihnen ſollen wir rrochen wurde, ii Gott lieben,— der ſicherſte Weg, ihm zu gehorchen,— und ſehe Geſichter in wir ſollen unſern Nächſten lieben, wie uns ſelbſt. Jeder täuſcht, zu denen begreift dieß, Jeder kann fühlen, wie gerecht dieß iſt und wie etet haben. Wem viel ſtttliche Erhabenheit darin liegt. Wenige aber begnügen rührt worden ſind, 4 —öäöäöä—— — 350— ſich mit dieſer Lehre des Erlöſers, ſie verwickeln ſich in Anſich⸗ ten und Meinungen, welche den Stempel der menſchlichen Phantaſie an ſich tragen und ſtellen das göttliche Wort der eiteln Ausgeburt ihres Gehirns nach. Wir wollen jedoch damit nicht ſagen, daß Paſtor Amen ſehr unrecht gethan habe, einen Theil ſeiner Aufmerkſamkeit jenem wunderbaren Volke zu widmen, welches von dem Schöpfer ſo früh zu ſeinen Zwecken auserkoren ward,— das ſtets eine ſo große Rolle in der Geſchichte der Nationen geſpielt hat und, wenn wir die Offenbarung nicht mißverſtehen, ſeinen Antheil an dem erhabenen Drama der menſchlichen Begebniſſe noch haben wird. Die verſammelten Häuptlinge fühlten ſich von mehr als gewöhnlicher Neugierde ergriffen, zu hören, was der Miſſionär ferner zu fagen haben würde, obgleich es allen Anweſenden wunderbar gelang, jede Aeußerung eines ſolchen Gefühles, das für ſchwach und weibiſch galt, zu unterdrücken. Nach einer paſſenden Pauſe erhob ſich daher Bärenfleiſch und theilte dem Paſtor mit, die anweſenden Häuptlingt würden ſeinen ferneren Worten gern lauſchen. „Meine Kinder, ich habe euch eine große Ueberlieferung mitzutheilen,“ begann der Miſſionär wieder, ſobald er aufge⸗ ſtanden war,—„eine ſehr große, göttliche Ueberlieferung,— keine, die von Menſchen herrührt, ſondern eine unmittelbar von dem Manitou ſtammende Ueberlieferung⸗ „Peter hat die Wahrheit geſagt,— es gibt nur einen großen Geiſt, er iſt der große Geiſt aller Farben, und Stämme, und Nationen. Er ſchuf alle Menſchen aus demſelben Lehm.“ Hier machte ſich eine leichte Erregung der Zuhörerſchaft bemerklich, denn die Meiſten waren über dieſe naturgeſchicht⸗ liche Frage entſchieden anderer Anſicht. Der Miſſionär war aber jetzt von ſeinem Gegenſtande ſo ergriffen, daß er dieſe unbedeut ſeine Zu „Ur Jetzt gat derte. C ſtellte e ſchwarz. für ihre Nationer Hie Frage zu würde ke durfte n dieſer A haben, dem düf „R „ich we „2 den Ind es aus „ gibt vie Theilen ſelben 7 Lilie, u ſich kau großen je ein5 einem „0 ſich in Anſich⸗ r menſchlichen liche Wort der wollen jedoch unrecht une n wunderbaren er ſo früh zu eine ſo große hat und, wenn Antheil an dem och haben wird. ) von mehr als s der Miſſionär len Anweſenden dichen Gefühles, kücken. aher Bärenfleiſch uden Häuptlinge ße Ueberlieferung ſobald er aufge⸗ leberlieferung,— eine unmittelbar 3 gibt nur eintmn hen, und Stämmt, demſelben Lehm.“ der Zuhörerſchaft ieſe naturgeſchicht⸗ er Miſſionär war iffen, daß er dieſe — 351— unbedeutende Unterbrechung überſah und fortfuhr, als hätten ſeine Zuhörer ihren Beifall an den Tag gelegt. „Und er ſchied ſie hernach in Nationen und Stämme. Jetzt gab er zu, daß ſich die Farbe ſeiner Geſchöpfe verän⸗ derte. Einige blieben weiß, wie er ſie geſchaffen hatte. Einige ſtellte er hinter eine dunkle Wolke und ſie wurden ganz ſchwarz. Unſere weißen Menſchen glauben, dieß ſei zur Strafe für ihre Sünden geſchehen. Einige malte er roth, wie die Nationen auf dieſem Feſtlande.“ Hier erhob Peter einen Finger, als Zeichen, daß er eine Frage zu ſtellen wünſche, denn ohne vorhergegangene Erlaubniß würde kein Indianer einen Redner unterbrechen. In der That durfte nur ein Mann von Peter's Anſehen es wagen, Etwas dieſer Art zu thun, und auch er würde ſich dieß kaum erlaubt haben, hätte er nicht in den funkelnden Augen ſo Vieler in dem düſtern Kreis eine brennende Neugierde geleſen. „Redet, Peter,“ ſagte der Miſſionär auf dieſes Zeichen, „ich werde antworten.“ „Möge mein Bruder uns ſagen, warum der große Geiſt den Indianer roth gemalt hat? zürnte er ihm? oder that er es aus Liebe?“ „Dieß iſt mehr, als ich euch ſagen kann, Freunde. Es gibt viele Farben unter den Menſchen in den verſchiedenen Theilen der Welt, und viele Schattirungen unter Völkern der⸗ ſelben Farbe. Es gibt Blaßgeſichter, die weiß ſind, wie die Lilie, und es gibt Blaßgeſichter, welche ſo dunkel ſind, daß ſie ſich kaum von Schwarzen unterſcheiden. Die Sonne hat dabei großen Antheil, keine Sonne jedoch und kein Schatten wird je ein Blaßgeſicht zu einer Rothhaut, oder eine Rothhaut zu einem Blaßgeſichte machen.“ „Gut,— das ſagen wir Indianer auch. Der Manitou — 352— er wollte nicht, daß wir auf „ erwiederte ohne die daß hat uns verſchieden geſchaffen,— denſelben Jagdgründen beiſammen leben ſollten, Peter, der ſelten eine Gelegenheit vorübergehen ließ, Gemüther ſeiner Anhänger eindringlich fühlen zu laſſen, die Schlange zertreten werden müſſe. „Niemand kann dieß ſagen,“ antwortete Paſtor Amen. „Wenn mein Volk nicht in dieſes Feſtland gekommen wäre, könnte ich das Wort Gottes nicht an der Küſte dieſer Seeen predigen. „Ich will jedoch nur von unſerer großen Ueberlieferung ſprechen. Der große Geiſt ſchied die Menſchen in Nationen und Stämme. Als dieß geſchehen war, wählte er ſich eine Nation zu ſeinem erkornen Volke. Die Blaßgeſichter nennen dieſes erkorne und lange Zeit begünſtigte Volk die Juden. Der Manitou hat ſie durch eine Wildniß und ſelbſt durch einen Satzſee geführt, und ſie erreichten ein verhießenes Land, wo er ſie viele hundert Winter wohnen ließ. Ein großer Sieg ſollte aus dieſem Volke hervorgehen,— der Sieg der Wahr⸗ heit und des Geſetzes über Sünde und Tod. Im Verlaufe der Zeit—“ Hier erhob ſich ein junger Häuptling, legte den Finger auf die Lippe, ſchritt raſch durch den Kreis und verſchwand in der Kluft, durch welche der Bach floß. Nach einer Minute kehrte er zurück und führte einen Mann in die Mitte der Rathsverſammlung, welchen alle Anweſenden an Kleidung und Ausſehen ſogleich als einen Läufer erkannten. Wichtige Nachrichten waren zur Hand, keiner aber von der ganzen Schaar ſah ihnen ſo ungeduldig entgegen, daß er ſich erhoben oder geſprochen hätte. 565