4 Leihbibliothek deutſcher, engliſcher und franzöſiſcher Literatur Eduard Otftmann in Gießen, Schloßgaſſe Lit. A. Nr. 256. Leih- und JCeſebedingungen. 1. Offensein der Bibliothek. Die Bibliothek ſteht zur Em⸗ pfangnahme und Rückgabe der Bücher jeden Tag von Morgens 7 Uhr bis Abends 8 Uhr offen. 4 3 2. Lesepreis. Bei Rückgabe eines geliehenen Buches wird von jedem Tag 5 Pf. bezahlt. Die Zeit eines Tages iſt zu 24 Stun⸗ den angenommen. 8 3. Caution. Unbekannte Perſonen müſſen, bei Entgegennahme eines Buches, eine dem Werthe deſſelben entſprechende Summe hinterlegen, welche bei deſſen Zuruckgabe von mir zurückerſtattet wird. 4. Abonnement. Daſſelbe muß voraus bezahlt werden und beträgt: für wöcheutlich 2 Bücher: 4 Bücher: 6 Bücher: ——————— auf 1 Monat: 1 Mk. Pf. 1 Mk. 50 Pf. 2 Mk.— Pf. „ 3„„—„ 3„=„„—„ 5. Auswärtige Abonnenten haben für Hin⸗ und Zurückſendung der Bücher auf ihre eigenen Koſten und Gefahr ſelbſt zu ſorgen. 5. Schadenersatz. Für beſchmutzte, zerriſſene, verlorene und defecte Bücher(namentlich bei ſolchen mit Kupfern ꝛc.) muß der Ladenpreis erſetzt werden.— Iſt das zerriſſene, beſchmutzte, ver⸗ lorene und defecte Buch ein Theil eines größeren Werkes, ſo iſt der Leſer zum Erſatz des Ganzen verpflichtet. 7. Ausleihezeit. Dieſelbe iſt auf 14 Tage feſtgeſetzt und wird beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß das Weiterverleihen der Bücher nicht ſtattfinden darf, indem Diejenigen, welche die⸗ ſelben von mir geliehen, auch dafür zu ſtehen haben. u Q☛.+‿ 1+ Sn ced J. F. Cooper’'s ſaämmtliche Werke. 238ſtes— 240 ſtes Bändchen. Mark's Riff oder der Krater. Zweiter Theil. Frrankfurt am Main, 1848. „Sauerländers 4* Mark’s Niff oder der Krater. Erzählung aus dem ſtillen Meere von James Fenimore Cooper. Aus dem Engliſchen überſetzt. Zweiter Theil. 4* Frankfurt am Main, 1848. J. D. Sauerländer's Verlag. Gedruckt bei J. D. Sauerländer. Erſtes Kapitel. Rings um die Mauern hielt man Um Feuerſchluͤnde Wacht, Und Flammen auf den Thürmen Erhellten weit die Nacht, Und mancher Fiſcherkahn lief aus, Die Küſte zu erſpäh'n, Und mancher Bote kam, Dem Eile anzuſeh'n. Macaulay. Die Herrichtung des Hauſes und des Schoners beſchäftigter Alle eine geraume Zeit. Jenes wurde noch vor dem Beginne der Regenzeit fertig; dieſer war aber noch volle ſechs Monate nach⸗ der Legung des Kiels auf ſeinen Stützen. Das ſchöne Wetter war bereits zurückgekehrt und noch ſtand er nicht auf dem Waſſer. Ein langer Zeitraum war ſeit Waally's Beſuch auf der Rancocus⸗Inſel verſtrichen, ohne daß derſelbe irgend ein Ergebniß herbeigeführt hätte, und der„Rath“ überließ ſich der Hoffnung, die Indianer dürften ihr Unternehmen aufge⸗ geben haben, indem ſie einſähen, ſie ſeien nicht im Beſitze der Mittel, es durchzuführen. Alle Beſorgniſſe in dieſer Beziehung waren daher geſchwunden, und der Strom des Lebens floß auf dem Riff und der Vulkan's Kuppe ſo ſtill dahin, daß ihre Inſaſſen wahrſcheinlich am meiſten dadurch gefährdet waren, daß ſie in den gewöhnlichen, unſeligen Irrthum derer verfielen, welche ſich glücklich fühlen, oder ſich dem Gedanken hingeben, ſie verdienten allen den Segen, der über ſie ausgegoſſen iſt, und die Hand vergeſſen, durch welche er geſpendet wird. Als ſollten ſie zu einem beſſern Bewußtſein ihrer Lage aufgefordert werden, folgten nun Begebniſſe, zu deren Erzäh⸗ lung wir uns anſchicken, und welche die ganze Colonie aus der Art lieblichen Schlummers aufſchreckten, in den ſie durch den vereinten Einfluß der Sicherheit, des Ueberfluſſes und eines ſehr verführeriſchen Klima's gelullt worden waren. Vor Allem hatte ſich in dem Laufe der Zeit die Seelenzahl der Colonie in natürlicher Weiſe vermehrt. Freundin Martha hatte Freund Robert mit einem kleinen Robert beſchenkt, und Bridget machte Mark zum glücklichen Vater eines ſehr reizenden Mädchens. Dieſes letztere Ereigniß fand in dem Anfange des Sommers und gerade ein Jahr nach der freudigen Wieder⸗ vereinigung des jungen Paares Statt. Nach Mark's Prophezeihung war es Jones gelungen, Johanna's Herz zu erobern, und ſie wurden noch vor Ablauf der erwähnten ſechs Monate getraut. In Betreff der Trauungs⸗ feier ſtellte ſich keine Schwierigkeit heraus; Robert und Martha veranſtalteten eine eigene gottesdienſtliche Verſammlung der Freunde, um die Zweifel der Braut zu beſeitigen, obgleich ſie überzeugt war, daß dieſe Feierlichkeit nicht ausreichte, da der Bräutigam nicht zu den Freunden gehörte. Der Statthalter las überdieß die herkömmlichen Gebete, was nicht ſchadete, wenn es auch nichts nützte. Um dieſe Zeit bat der arme Peters, der das Glück Aller um ihn her beneidete und ſich ſtets um ſeine Pedrilla härmte, den Statthalter um die Erlaubniß, an Bord der Dido eine Reiſe nach Waally's Gruppe machen zu dürfen, um ſeine verlorne Wilde aufzuſuchen. Mark fühlte wohl, wie dem armen Burſchen zu Muth ſein müſſe, und konnte ſich nicht entſchließen, „ihn allein einen ſo gefährlichen Kreuzzug antreten zu laſſen. Lage rzäh⸗ aus durch eines azahl artha und enden e des leder⸗ ngen, blauf ungs⸗ artha g der ch ſie a der jalter adete, Aller rmte, eine ſeine urmen jeßen, aſſen. 2* Nachdem er die Sache überlegt hatte, beſchloß er ſelbſt die Rancocus⸗Inſel zu beſuchen,— er war jetzt ſeit Monaten nicht in jener Gegend geweſen,— und den Neshamony zu nehmen, um ein paar Grunzer überzuſetzen; denn man wünſchte längſt, dieſes nützliche Thier im wilden Zuſtande auf den Höhen jener unbewohnten Inſel ſich vermehren zu laſſen. Die Nachricht von einer Reiſe nach der Rancocus⸗Inſel verbreitete neues Leben unter dem männlichen Theile der Colonie und Jeder wünſchte, von der Geſellſchaft ſein zu dürfen. Der Statthalter hatte nichts dagegen, daß ihn ſo Viele begleiteten, als dieß eine kluge Vorſicht möglich machte; er ſah aber auch die Nothwendigkeit ein, dem Andrange Grenzen zu ſetzen. Nachdem die Sache in dem Rathe verhandelt worden war, kam man zu dem Entſchluſſe, außer Mark und Peters, die natürlich nicht ausgeſchloſſen werden konnten, Bob, Bigelow und Socrates an Bord gehen zu laſſen. Der Zimmermann wurde mitgenommen, damit er nach Bäumen ausſchaue, welche zu der Wiege des neuen Schoners geeignet waren, der nun in das Waſſer gelaſſen werden ſollte; den Letztern wählte man, da er als Koch nützlich zu werden verſprach. Betts ging als des Statthalters Rath und Gefährte mit. Bridget's kleines Mädchen war in der Cajüte des Schiffes zur Welt gekommen und in der Woche vor der, welche zur Abreiſe beſtimmt war, wurde ſie und das Kind auf Vulkan's Kuppe gebracht, damit ſie die Zeit, während ihr Gatte abweſend war, bei Anne in dem Garten von Eden hinbrächte. Dieſe Abweſenheit und kleinen Beſuche gaben einem Leben, das ſonſt leicht einförmig hätte erſcheinen können, neuen Reiz, und wurden ſtets eher ermuthigt, als vermieden. Es war viel⸗ leicht ein wenig ſeltſam, daß Bridget das Riff als dauernden Wohnſitz der Kuppe vorzog; allein ſie hatte dort das ihr ſo theure Schiff und den ihr noch theuren Gatten als Gefährten. Am beſtimmten Tage ſtach der Neshamony in See. Drei Schweine waren an Bord gebracht worden. Der Reiſeplan ſchloß einen Beſuch des Vulkans in ſich, welchen bis jetzt noch keiner der Coloniſten betreten hatte. Mark war bis auf eine Stunde an ihn heran gekommen und Bob hatte ſich ihm auf ſeiner Reiſe nach der Kuppe ziemlich genähert; noch Niemand aber hatte dort wirklich angelegt oder einen Ort genauer zu erforſchen verſucht, der im Allgemeinen ſchon von Intereſſe war, es aber in noch höherm Grade für die ſein mußte, welche ſich als ſeine nächſten Nachbarn anſehen durften. Mark beſchloß jetzt, dieſen Beſuch auf ſeinem Wege nach leewärts abzuſtatten. Der Umweg führte den Neshamony fünfzehn bis achtzehn Stunden ſeitwärts; man hatte jedoch Zeit genug vor ſich und der Bulkan durfte nicht länger ver⸗ nachläſſigt werden. Der Wind blies nicht ſo friſch wie gewöhnlich und der Neshamony näherte ſich erſt ſpät am Nachmittage der Abreiſe dem Vulkane. Die Geſellſchaft trat dem Orte mit gehöriger Vorſicht und nicht ohne eine Art Grauen nahe. Als man lothete, ergab es ſich, daß das Waſſer mehrere Stunden allmählich ſeichter wurde, je mehr das Boot an den Kegel heran lief,— einen runden, regelmäßigen Berg von ſechs bis acht hundert Fuß Höhe, mit einer Unterlage von trocknem Fels und Lava, die tauſend Acker umfaſſen mochte. Alles ſchien feſt und dauerhaft, und unſere Seemänner waren der Anſicht, es ſei nicht zu beſorgen, daß eine ſolche Maſſe je wieder unter der Oberfläche des Meeres verſchwinden werde. 6* mor Felt ohn näh Ste Aug und Lau wer The lag ihr Ste weg ſchi gen ang Me bei daf Fre bed wã jr ſo rten. Drei plan noch eine auf nand er zu ereſſe velche nach mony edoch ver⸗ d der breiſe öriger man unden Kegel s bis Fels änner ſolche iinden 20 Da der Vulkan in Thätigkeit war, mußte einige Sorgfalt bei dem Anlegen beobachtet werden. Mark nahm den Nesha⸗ mony nach windwärts und fand eine Ausbeugung in den Felſen, welche es möglich machte, an den Strand zu kommen, ohne daß das Boot in Stücke zerſchellt wurde. Er und Bob näherten ſich dann dem Kegel ſo weit, als die ausgeſchleuderten Steine es erlaubten, und faßten die Oertlichkeit ſo gut in das Auge, als es unter dieſen Umſtänden möglich war. Es war ziemlich gewiß, daß hier früher oder ſpäter Boden, und viel Boden erzielt werden könne; und daß die Inſel im Laufe der Zeit zu der Fruchtbarkeit und Anmuth gedeihen werde, welche ſo viele andere vulkaniſchen Urſprungs in jenem Theile der Welt auszeichnet, war wahrſcheinlich. Dieſe Zeit lag aber noch fern; und Mark hatte ſich bald überzeugt, daß ihr Nutzen darin beſtehe, daß ſie den mannigfachen gefährlichen Stoffen, welche ſich in der Tiefe ſtets anſammelten, einen Aus⸗ weg böte und ſie auf dieſe Weiſe minder bedrohlich mache. Die Geſellſchaft war etwa eine Stunde auf der Inſel und ſchickte ſich eben an abzuſtoßen, als man eine ſehr beunruhi⸗ gende Entdeckung machte. Bob ſah ein Canoe, das dicht an die Felſen leewärts angelegt hatte, und als man genauer zuſchaute, ſah man einen Mann in deſſen Nähe. Anfangs glaubte man Feindſeligkeiten befürchten zu müſſen, bei näherer Prüfung aber überzeugten ſich unſere Seemänner, daß nichts der Art zu beſorgen ſei. Man beſchloß, ſich dem Fremden ſofort zu nähern und zu hören, was ſein Hierſein bedeute. Ein Ausruf Peters', der in demſelben Augenblicke vor⸗ wärts und einer Perſon entgegen eilte, die das Canoe verlaſſen — 0— hatte und wie eine junge Antilope auf ihn zu ſprang, machte Alles eher klar, als man gehofft hatte. Niemand zweifelte, daß die ſo eifrig Anhereilende ein Weib,— Peggy, des armen Bur⸗ ſchen indianiſche Frau ſei. Und Peggy war es wirklich, und nachdem das Weinen und Lachen und das Liebkoſen der ſo lange Getrennten ſich ein wenig gegeben hatte, ließ Peters, welcher die Sprache ſeines Weibes ziemlich geläufig ſprach und den Dolmetſcher vertrat, folgende Erläuterungen hören. Nach den jetzt durch Pedrilla gegebenen Nachrichten war der Kampf zwiſchen Uruni und Waally mit neuer Wuth aus⸗ gebrochen, nachdem Jones und ihr Mann entflohen waren. Das Glück hatte ſich, wie es zu thun pflegt, wankelmüthig erwieſen, und Waally begann Sieger zu werden. Sein Feind kam in große Bedrängniß und ſah ſich genöthigt, auf einer der kleinſten Inſeln der Gruppe Zuflucht zu ſuchen, wo er ſich mit ſeinen Anhängern mit Mühe und nur durch die größte Wachſamkeit halten konnte. Waally erhielt dadurch freie Hand, ſeine Abſichten zu verfolgen und der Geſellſchaft weißer Menſchen nachzuſpüren, welche, wie er wußte, mit ſo viel koſtbarer Habe ſüdwärts geſegelt waren, und ſeine Eroberungen zumal auszudehnen, indem er den Berg in Beſitz nahm, welchen er das Jahr vorher beſucht hatte. Ein großer Zug wurde daher beſchloſſen, und hundert Canoe's, mit mehr als tauſend Krieger an Bord, waren bereits zu einem wichtigen Unternehmen abgeſegelt. Dieſem Zuge hatte ſich Unus, Peggy's Bruder, der ein ſehr geachteter Krieger war, anſchließen müſſen, und da gegen fünfzig India⸗ nerinnen ſich entſchloſſen hatten, mit auf die Inſel zu ziehen, folgte auch Peggy; der Rang der Geſchwiſter war überhaupt nicht der Art, daß man auf ihr Thun ſehr geachtet hätte. achte daß Bur⸗ und r ſo ters, und war aus⸗ aren. üthig Feind einer ſich rößte n zu üren, vwärts hnen, Jahr andert varen dieſem hteter India⸗ iehen, haupt e. — 11— Waally hatte dieſes Unternehmen, welches er als den Abſchluß eines ſehr ſtürmiſchen Lebens zu betrachten ſchien, bis zur günſtigſten Jahreszeit hinausgeſchoben. Jeden Sommer trat ein Zeitraum von wenigen Wochen ein, wo die Paſſat⸗ winde weniger heftig als gewöhnlich blieſen und wo es in der Regel leichte Böen gab. Alles dieß war den Indianern ſehr wohl bekannt; denn ſie waren, wenn man die Größe und die Eigenſchaften ihrer Fahrzeuge in das Auge faßte, verwegene Seefahrer. Wie es ſich ergab, wurde die Fahrt von der Gruppe zu der Rancocus⸗Inſel, eine Entfernung von vollen hundert Stunden, ohne Unfall zurückgelegt, und dieſe ganze furchtbare Macht landete wohlbehalten an derſelben Stelle, wo Betts bei ſeiner Ankunft mit den Coloniſten Anker geworfen hatte. Faſt ein ganzer Monat war damit verbracht worden, daß man den Berg, die erſte bedeutende Höhe, welche die Mehrzahl der Indianer je geſehen hatte, nach allen Richtungen durch⸗ ſuchte und Vorbereitungen zu weiteren Unternehmungen traf. Hunderte hatten während dieſer Zeit Vulkan's Kuppe, ſo wie den Rauch des Vulkans geſehen; das Riff aber und ſeine benachbarten Inſeln lagen zu tief, um von einer ſolchen Ent⸗ fernung aus geſehen werden zu können. Die Kuppe war jetzt das große Ziel, nach welchem Waally ſtrebte; denn man glaubte allgemein, Betto— nämlich Betts— und ſeine Geſellſchaft hätten ſich und ihre ſo ſehnlich gewünſch⸗ ten Schätze dort verborgen. Rancocus⸗Inſel war ein ganz guter Erwerb, und Waally traf ſeine Anſtalten, ſie zu coloniſiren; aber der andere, fernere Berg hatte ohne Zweifel viel mehr Anziehungskraft und ſein Beſitz war bei weitem wünſchenswerther, ſonſt hätten weiße ſelben anzuſiedeln. Natürlich erfuhren Unus und Pedrilla ſehr bald, was man im Schilde führte. Die Letztere hätte ſich wohl zufrieden gegeben, den ziemlich langſamen Fortgang des Zuges abzu⸗ warten, hätte ſie nicht gehört, daß man gedroht habe, die beiden Ausreißer, deren einer ihr Gatte war, auf das ſtrengſte zu ſtrafen,— eine Drohung, welche aus dem Munde des ſchrecklichen Waally ſelbſt kam. Sobald daher dieſes treue indianiſche Weib den beabſich⸗ tigten Plan erfahren hatte, ließ ſte ihrem Bruder keine Ruhe, bis er einwilligte, mit ihr in einem Canoe, das ſie mitgebracht hatte und das ihr Eigenthum war, in die offene See zu ſteuern. Wenn Unus mit ſeinem neuen Häuptlinge nicht unzu⸗ frieden geweſen wäre, hätte er dieſen Schritt wohl nicht ſo leicht gethan; der junge Indianer haßte Waally aber tödtlich und hing Uruni heimlich an, und dieſes Gefühl brachte ihn zu dem Entſchluſſe, den Häuptling bei der erſten günſtigen Gelegenheit zu verlaſſen. Das Geſchwiſterpaar ſchied von der Rancocus⸗Inſel mit Anbruch der Nacht und ruderte in der Richtung, welche ihrem Bedünken nach zu der Kuppe führen mußte. Man wird ſich erinnern, daß man die Kuppe vom Meer aus nicht eher zu Geſicht bekam, als bis man die Hälfte der Fahrt hinter ſich „hatte, obgleich man ſie, wie bereits erwähnt, von den Höhen der Rancocus⸗Inſel vollkommen ſehen konnte. Als der Tag grauete, zeigte ſich ihnen der Vulkan, aber die Kuppe war nicht zu ſehen. Ohne Zweifel hatte das Canoe eine zu ſüd⸗ liche Richtung genommen und lief auf dieſe Weiſe ſchräg von dem erſehnten Landungspunkt ab, ſtatt ſich ihm zu nähern. Männer ihre Frauen nicht ſo weit geführt, um ſich auf dem⸗ geger Arbe ſie n Wir! mußt Spie ihn Beg Kup ſicht für wiſſ der den bew Col wür En hat Ein ſo von wel zu reit fur — 13— Unus und ſeine Schweſter ruderten der Rauchſäule ent⸗ gegen und nach ſechs und dreißig Stunden faſt ununterbrochener Arbeit gelang es ihnen, an den Vulkan anzulegen, auf den ſie mit Beben und Zittern ſchauten, deſſen geheimnißvolles Wirken ſie nicht begriffen, wo ſie aber eine Zuflucht ſuchen mußten, wie der Landvogel ſeine müden Schwingen auf den Spieren eines Schiffes ausruht, wenn eine unerwartete Kühlte ihn meerwärts getrieben hat. Als man die Geſchwiſter entdeckte, waren ſie eben im Begriffe, von ihrem Ruheplatze wieder auszulaufen, da ſie die Kuppe im Geſichte hatten. Mark fragte dieſes Geſchwiſterpaar in Betreff des beab⸗ ſichtigten Zuges Waally's ſehr umſtändlich aus. Unus war für einen Wilden ſehr verſtändig und ſchien recht gut zu wiſſen, wie die Dinge ſtanden. Nach ſeiner Anſicht lag es in der Abſicht ſeiner Landsleute, den erſten ruhigen Tag, oder den erſten Tag, wo die Bö leicht blies, die Ueberfahrt zu bewerkſtelligen; und dieß war gerade die Zeit, in welcher unſere Coloniſten dem Feinde nicht draußen auf der See zu begegnen wünſchten. Nach ſeiner Schilderung war der Zug durch Anzahl und Entſchloſſenheit zumal furchtbar, obgleich ſte wenig Waffen hatten, die ausgenommen, welche Wilde zu führen pflegen. Ein halbes Dutzend alter Gewehre befand ſich in den Canoe's, ſo wie ein kleiner Vorrath von Pulver und Blei; ſeit ſie aber von Jones und Peters verlaſſen worden, hatten ſie Niemand, welcher es verſtand, von dieſen Waffen den rechten Gebrauch zu machen. Demungeachtet waren die Eingeborenen ſo zahl⸗ reich, hatten ſo viele Waffen, welche in ihrer Art zu kämpfen furchtbar waren, und fühlten ſich des Sieges ſo gewiß, daß — 14— Unus nicht anſtand, ſich dahin auszuſprechen, die Coloniſten würden klug handeln, auf eine andere Inſel zu flüchten, wenn ſie eine ſolche wüßten, wäre es auch mit Hinterlaſſung des größten Theils ihrer Habe. Unſer Statthalter dachte aber nicht daran, einem ſolchen Rath Gehör zu geben. Er kannte die Stärke ſeiner Stellung auf der Kuppe und fühlte ſich nicht geneigt, dieſe aufzugeben. Am beſorgteſten war er wegen des Riffes, wo ſein Gebiet viel zugänglicher war. Es war nicht leicht einzuſehen, wie er den Krater, das Schiff, den Schoner auf ſeinen Stützen, Schweine, Geflügel und die übrige weit und breit auf jener Gruppe zer⸗ ſtreute Habe durch die ihm zu Gebote ſtehenden Mittel gegen hundert Canoe's vertheidigen könne. Unus eingerechnet, welcher ſich ſogleich und mit Freuden ſeinen neuen Freunden anſchloß, waren ihrer acht,— nämlich: Mark, Heaton, Betts, Bigelow, Socrates, Peters, Jones und Unus. Zu dieſen könnte man füglich noch zwei bis drei Frauen zählen, die man vielleicht zum Herbeiſchaffen der Munition und als Wachen brauchen konnte, während die übrigen für die Kinder zu ſorgen, auf die Thiere zu achten hatten u. ſ. w. Alle dieſe Dinge wurden von Mark in Betracht gezogen, während Peters die Mittheilungen des Indianers Satz für Satz verdolmetſchte. Es war unerläßlich, ſofort einen Entſchluß zu faſſen. Peters war nun in ſeiner niedlichen kleinen Pedrilla glücklich und zufrieden, und es war daher nicht nöthig, ſeinetwegen die Reiſe fortzuſetzen. Was den Plan betraf, die Schweine auf die Höhen der Rancocus ⸗Inſel zu ſchaffen, ſo war dieſe Zeit gewiß nicht die günſtigſte, wenn es jetzt auch möglich geweſen wäre; wir ſagen„jetzt,“ denn der Beſuch der Wilden machte von nun an jede Art des Beſitzes auf der Inſel ſehr unſicher⸗ 2 lichſte dem fande. man ihrem eine trat d gewöl Cano unter 8 Bucht fürcht wilder ſeinen kleine konnt gewa heiml wirkli 4 die 3 ihn 1 welch war Bigel Kupp Heate wurde ſten denn des chen ung ben. viel den eine, zer⸗ ꝛegen cher loß, ow, nan eicht chen auf Man beſchloß daher, die Reiſe aufzugeben und in mög⸗ lichſter Eile auf die Kuppe zurückzukehren. Da ſich rings an dem Strande Spuren von Schellſiſchen, Meergras u. ſ. w. fanden, welche an den Vulkan geſchwemmt worden, brachte man zwei der Schweine hier an das Land und überließ ſie ihrem Schickſale. In Folge dieſes Entſchluſſes ging der Neshamony etwa eine Stunde vor Sonnenunntergang wieder unter Segel und trat die Rückfahrt an. In dieſer Enge blieſen die Paſſatwinde gewöhnlich ziemlich friſch und das Boot trat, obgleich es das Canoe der Indianer im Schlepptau hatte, ehe der Tag erſchien, unter die ſchauerlichen Klippenwände. Als die Sonne aufging, ſtand der Neshamony vor der Bucht und gleitete in aller Eile hinein. Der Statthalter fürchtete, die Segel deſſelben möchten von den Canoe's des wilden Häuptlings geſehen werden, bevor die Canve's von ſeinem Schiffe aus ſichtbar würden, und war froh, in ſeinen kleinen Hafen einzulaufen. War er einmal dort geborgen, ſo konnte Niemand außerhalb eines der verſchiedenen Fahrzeuge gewahren und es mußte ſich jetzt zeigen, ob ihr Verſteck ſo heimlich ſei, daß er einen feindlichen Verſuch, es zu finden, wirklich vereitelte. Die ſchnelle, unerwartete Rückkehr des Neshamony ſetzte die Zurückgebliebenen in nicht geringes Erſtaunen. Man hatte ihn nicht in die Bucht einlaufen ſehen, und die erſte Kunde, welche die Anſiedelung von einem ſolchen Begebniß erhielt, war das Erſcheinen Mark's vor der Thüre der Wohnung. Bigelow wurde augenblicklich mit einer Fernröhre auf die Kuppe geſchickt, um nach Canoe's auszuſchauen, während Heaton mit dem Muſchelhorn aus dem Walde anher gerufen wurde. 16— Nach zwanzig Minuten war der Rath in Thätigkeit, indeß die Männer ſich ſammelten und ihre Waffen unterſuchten. Peters und Jones erhielten Befehl, in das Magazin hinab zu gehen, Patronen und Kugeln zu holen und dann an die Bat⸗ terien zu eilen und die Kanonen zu laden. Kurz, der Befehl erging, alle Vorrichtungen zu treffen, welche die Gelegenheit nöthig machte. Bigelow's Bericht ließ nicht lange auf ſich warten. Er wurde durch ſein ſpaniſches Weib überbracht, welches ihn auf die Höhe begleitet hatte, und in aller Eile, halb athemlos, herabkam, um zu verkünden, das Meer ſei mit Flößen und Canoe's bedeckt, die auf die Inſel abhielten und noch etwa drei Stunden fern ſtünden. Obgleich man eine ſolche Nachricht erwarten konnte, ver⸗ breitete ſie doch in der kleinen Gemeinde ernſte Beſorgniß und düſteres Bangen. Mark fürchtete ſtets für das Riff, wo ſich in dieſem Augenblicke zufällig Niemand befand, als die ſchwarzen Frauen, welche gänzlich unzureichend waren, es unter den günſtigſten Umſtänden zu vertheidigen, jetzt aber eines Leiters und Nathgebers entbehrten. Indeſſen hoffte er, die Indianer würden jene niedrigen Inſeln nicht ſehen, die ihnen auch, ſo lange ſie in ihren Canoe's waren, verborgen bleiben mußten. Andrerſeits drohte die Gefahr, eine der Schwarzen möchte in dem Boote vom Riffe kommen, was in der Regel einmal wöchentlich zu geſchehen pflegte; in dieſem Falle konnten die Canve's Jagd auf das Boot machen und ſo gerade den Weg zu dem Orte finden, welchen man ſo ſehr vor ihnen zu ver⸗ bergen wünſchte. Juno führte ein Boot ſo gut, wie der Beſte unter ihnen; auch that ſie, wie es gewöhnlich zu geſchehen pflegt, das ſehr gern, was ſie, wie ſie wußte, ſo gut verſtand, indeß hhten. ab zu Bat⸗ Zefehl enheit Er n auf emlos, n und etwa „ ver⸗ iß und vo ſich varzen r den Leiters ndianer ich, ſo außten. chte in einmal ten die n Weg zu ver⸗ er Beſte eſchehen erſtand, — 17— und ſie war nun faſt eine Woche nicht anher gekommen. Die Kuh, welche auf dem Krater gehalten wurde, gab ſehr viele Milch, und die Butter, die man daraus machte, hatte friſch einen köſtlichen Geſchmack, hielt ſich aber in einem ſo warmen Klima nicht ſo gut, als dieß in einem kältern der Fall geweſen wäre, und Dido war ſtets beſorgt, ſie Miß Bridget, wie ſie ihre Herrin ſtets noch nannte, ſo oft und ſo ſchnell als möglich zu ſchicken. Das Boot, deſſen ſich die Negerinnen bei dieſen Gelegenheiten bediente, war die Dido, bei lindem Wetter ein ſehr ſicheres Fahrzeug, ſegelte aber unter allen Booten der Coloniſten am ſchwerfälligſten. Dadurch konnte überdieß eine Gefangennehmung erfolgen, wenn eine Jagd ſtattfand. Indem Mark alles dieß in Erwägung zog, beſchloß er, den Rath auf die Kuppe ſelbſt zu verlegen, denn das ſieber⸗ hafte Verlangen, ſelbſt auf die See Ausguck zu nehmen, machte ihn zu unbehaglich, als daß er hier die Berathung ruhig hätte fortſetzen können. Daher begaben ſich Alle, Bigelow, Peters und Jones ausgenommen, welche nun den regelmäßigen Dienſt bei den Kanonen zu verſehen und den Eingang in die Bucht zu bewachen hatten, auf die Kuppe. „Wenn wir ſagen„Alle,“ ſo wollen wir nicht allein alle Frauen, ſondern auch ihre Kinder eingeſchloſſen wiſſen. So lange die Coloniſten auf der Eden⸗Ebene blieben, war nicht die entfernteſte Gefahr vorhanden, daß man ſie von dem Meer umher ſehen könne. Die Wälder allein machten dieß ſchon unmöglich. Auch war nicht zu beſorgen, daß man in den Batterien geſehen würde, obgleich dieſe viel tiefer, und nothwendig auf der Seite des Berges lagen; denn die Männer hatten ſtrengen Befehl erhalten, ſich im Verſteck der Bäume 238— 240. 2 — 18— zu halten, wo ſie Alles ſehen konnten, was vorging, ohne ſelbſt geſehen zu werden. Auf der nackten Kuppe aber war es anders. So hoch ſie war, konnte man Jeden, der ſich dort umher bewegte, vom Meere aus ſehen, und der Beobachter war ziemlich in der Nähe. Bob hatte Mark geſehen, als der Knall der Vogel⸗ flinte ſeine Aufmerkſamkeit auf ihn zog, und der Statthalter hatte Bridget oft auf dem Ausguck nach ihm, wenn er die Inſel verließ, geſehen, obgleich ihr flatterndes Kleid ſie für das Auge leichter erkenntlich machte, als dieß bei Anderen der Fall geweſen wäre. Aus alle dem leuchtete es Mark ein, wie wichtig es ſei, die Schritte der Geſellſchaft, welche ihm folgte, zu leiten, und er nahm ſeine Maßregeln darnach. Als der Statthalter die Kuppe erreichte, zu welcher er auf der Oſtſeite hinan ſtieg, ſo daß er ganz verſteckt blieb, war die feindliche Flotte bereits mit bloßen Augen zu ſehen. Sie zog in drei ziemlich geraden Linien nach vorne; die Entfer⸗ nung der Linien betrug etwa eine Kabellänge. Sie ſteuerte gerade auf den Mittelpunkt der Inſel los, während die Bucht dem nördlichen Ende viel näher war, als dem ſüdlichen. Dieſer Cours bewies, daß die Canoe's auf Geradewohl heran kamen und nur die Inſet im Auge hatten. Mark's Auge war aber mit dem lebhafteſten Intereſſe nach nordwärts, oder in der Richtung des Riffes gewendet. Als ſie die Höhe hinanſtiegen, hatte ihn Bridget benachrichtigt, ſie erwarte Juno im Laufe des Tages, und nach dem, was ſie gehört habe, werde ſie ganz allein kommen. Bridget hatte nicht gewollt, daß die Schwarze ſich einer ſolchen Gefahr ausſetze; Juno hatte die Fahrt aber ſo oft glücklich zurück⸗ gelegt, daß wahrſcheinlich nur der ſtrengſte Befehl ſie von ihrem Mark und me er ſehe gleiche. Al und me es war etwa z Ankunf rücken des Be Stunde D eine Fr große U in Beti men we Nicht a ſondern war zu in der Do entfernt Bridget Boote abhalter aufſuche So doch im „ohne Jo hoch e, vom in der Vogel⸗ tthalter er die ſie für ren der in, wie folgte, icher er blieb, ſehen. Entfer⸗ ſteuerte Bucht Dieſer kamen utereſſe wendet. richtigt, was ſie et hatte Gefahr zurück⸗ ſie von — 19— ihrem Beginnen zurückgehalten hätte. Dieſer Befehl war, wie Mark jetzt erfuhr, unglücklicherweiſe nicht gegeben worden, und mächtig war in der That ſeine Unruhe, als Betts erklärte, er ſehe einen weißen Fleck nach nordwärts, der einem Segel gleiche. Alsbald wurde die Fernröhre nach jener Seite gerichtet und man konnte über die Sache nicht länger zweifelhaft ſein— es war die Dido. Sie ſteuerte vom Riffe her und ſtand noch etwa zehn Meilen fern; in zwei Stunden konnte man ihre Ankunft erwarten! Mit anderen Worten— nach dem Vor⸗ rücken der Canoe's konnte der Unterſchied zwiſchen der Ankunft des Bootes und der der Flotte kaum mehr als eine halbe Stunde betragen. Dieß war eine ſehr eruſte Sache; und nie war dem Rathe eine Frage vorgelegt worden, welche ſeine Mitglieder in ſo große Unruhe verſetzt oder ſie ſo dringlich zu einem Entſchluſſe in Betreff der Maßregeln aufgefordert hätte, welche jetzt genom⸗ men werden mußten, um dieſe drohende Gefahr abzuwenden. Nicht allein war Juno's Freiheit, vielleicht ihr Leben gefährdet, ſondern die Entdeckung der Bucht und des Riffes, oder beider, war zu beſorgen, und das Daſein der ganzen Colonie ſchwebte in der größten Gefahr. Da die Canve's noch mehr als eine Stunde von der Inſel entfernt ſtanden, glaubte Bob, es ſei noch Zeit genug, in der Bridget auszulaufen und der Dido entgegen zu ſteuern; beide Boote möchten dann, bis es dunkel würde, nach windwärts abhalten und entweder in die Bucht einlaufen, oder das Riff aufſuchen, je nachdem die Dinge ſich geſtalteten. So wenig dieſer Rath dem Statthalter zuſagte, war er doch im Begriffe, ſich ihm zu ſügen, als ein neuer Vorſchlag 2* laut wurde, welcher anfangs ſo ſeltſam klang, daß Niemand an ſeine Ausführung glauben mochte, dem aber zuletzt Alle beiſtimmten. Unus und Peggy waren mit auf der Kuppe anweſend. Die Indianerin verſtand das Engliſche ziemlich gut, und was ſie im Verlaufe der Unterhaltung über dieſen anziehenden Gegenſtand nicht verſtand, erklärte ihr Bob, welcher ſich ein wenig mit der Sprache der Inſelbewohner bekannt gemacht hatte, ſo gut er konnte.. Nach einer kurzen Weile lief die Indianerin in die Bat⸗ terien hinab und brachte ihren Mann anher, von welchem der Vorſchlag, der anfangs ſo ſeltſam geklungen, ausgegangen war. Peggy hatte Unus erzählt, was ſich begab, und ihm Juno's Boot gezeigt, welches ſich der Inſel jetzt merklich näherte, und Unus erbot ſich, der Negerin entgegen zu ſchwimmen und ihr mitzutheilen, was ſie zu thun habe. Obgleich Mark, und Heaton, und Bridget, und überhaupt alle Anweſenden ſehr gut wußten, daß die Eingeborenen der Südſee⸗Inſeln ganze Stunden in dem Waſſer hinbringen konnten und hinbrachten, kam ihnen dieſer Vorſchlag doch ſo ſeltſam, ſo unerhört vor, daß Niemand glaubte, Unus werde darauf eingehen. Kurzes Nachdenken that jedoch ſeinen gewöhn⸗ lichen Dienſt und man wurde andrer Auſicht. Peters ver⸗ ſicherte dem Statthalter, er habe Unus auf der Gruppe oft von einer Inſel zur andern ſchwimmen ſehen, und wenn man daher für ihn Beſorgniß fühle, ſo ſei dieß durchweg über⸗ flüſſig; nach ſeinem Dafürhalten könne der Indianer, wenn man es für nothwendig erachte, bis zum Riffe ſchwimmen. Als jedoch die erſte Schwierigkeit beſeitigt war, ergab ſich eine neue. Unus konnte nicht Engliſch ſprechen,— wie ſollte er daher Mitthei und krä konnte i der es dem Ru Di daß Ju geneigt retten, leſen. 2 gelehrt, ſen. S und gel einen kt benachri Juno und hat men. bei dieſ denn J eine zie nehmen Juno e Peters treu bli Geſchich Mädche zu ſage eines f Niemand etzt Alle nweſend. und was ziehenden ſich ein gemacht die Bat⸗ lchem der gegangen und ihm merklich gegen zu n habe. überhaupt prenen der zinbringen ag doch ſo nus werde n gewöhn⸗ Beters ver⸗ Gruppe oft wenn man hweg über⸗ ner, wenn vimmen. „ergab ſich wie ſollte er daher Juno, wenn er auch zu ihr an Bord gekommen, ſeine Mittheilungen machen? Ueberdieß war die Schwarze verwegen und kräftig, wie ihr Beginnen eben genügend bewies, und es konnte ihr wohl zu Sinn kommen, einem faſt nackten Wilden, der es ſich beigehen ließ, in ihr Boot ſteigen zu wollen, mit dem Ruder auf den Kopf zu ſchlagen. Dieſer letzten Anſicht war aber Bridget nicht. Sie wußte, daß Inno gutmüthig war und ſich, wie ſie glaubte, eher geneigt fühlte, einen Mann in der See aus dem Waſſer zu retten, als ihn zu verletzen. Juno konnte aber Geſchriebenes leſen. Bridget ſelbſt hatte ihre Selavinnen Leſen und Schreiben gelehrt, und beſonders Juno hatte ſich ſtets ſehr gelehrig erwie⸗ ſen. Sie hatte faſt alle Neger⸗Briefe zu Briſtol geſchrieben und geleſen, ehe man Amerika verließ. Bridget wollte jetzt einen kurzen Brief ſchreiben, ſie von dem Stande der Dinge benachrichtigen und ihr andeuten, daß ſie Unus vertrauen könne. Juno kannte die ganze Geſchichte von Peters und Pedrilla, und hatte an dem Schickſale der letztern großen Antheil genom⸗ men. Die Wahrheit zu ſagen, das ſchwarze Mädchen hatte bei dieſer Veranlaſſung ſich in ſehr ehrenvollem Lichte gezeigt; denn Jones hatte ſeinen Freund zu bereden geſucht, Juno, eine zierliche, flinke, leicht gefärbte Schwarze zum Weibe zu nehmen und Pedrilla zu vergeſſen, eine Anmuthung, welche Juno eifrig und ehrenhaft zurückwies. Wir ſind es überdieß Peters ſchuldig, hinzuzufügen, daß er ſeiner Inſulanerin ſtets treu blieb. Aber dieſes Begebniß hatte Juno mit der ganzen Geſchichte Peggy's bekannt gemacht, und Bridget ſchrieb dem Mädchen jetzt einige Zeilen, in welchen ſie nicht vergaß, ihr zu ſagen, Unus ſei Pedrilla's Bruder. Als ſolcher konnte er eines freundlichen Empfanges faſt gewiß ſein. Der übrige Theil des Brieſchens enthielt eine kurze Schilderung ihrer Lage und die Aufforderung, ſich in ihrem Thun von Unus leiten zu laſſen. Sobald dieſes bedeutſame Briefchen geſchrieben war, eilte Unus in die Bucht hinab. Mark, Peters und Pedrilla beglei⸗ teten ihn,— jener, um ihm ſeine Befehle zu geben, dieſe, um ſie zu dolmetſchen. Auch zeigte ſich die Schweſter bei dieſer Gelegenheit nicht ohne Gefühl für den Bruder. Sie nahm ſein Unternehmen allerdings nicht ſo hin, wie ein Weib in der geſittigten Welt es gethan haben würde, aber ſie ließ einen geeigneten Grad von Theilnahme an dem Erfolge gewah⸗ ren. Die letzten Worte, welche ſie an ihren Bruder richtete, waren der Rath, ſich gut nach windwärts zu halten, um deſto leichter, wenn er ſich dem Boote näherte, mit Hilfe der Wellen auf daſſelbe zuſchwimmen zu können. Der junge Indianer war bald bereit. Das Briefchen wurde in ſeinem Haare befeſtigt und er ſchwamm mit der Leich⸗ tigkeit, wenn nicht mit der Raſchheit des Fiſches aus der Bucht hinaus. Pedrilla klatſchte in ihre Hände, lachte und legte in anderer Weiſe eine Art kindiſcher Freude an den Tag, als gefiel es ihr, daß jemand aus ihrem Geſchlechte ſich den Landsleuten ihres Mannes ſo bald nützlich zu machen verſtehe. Sie und Peters begaben ſich in die Batterien, wohin den letztern der Dienſt rief, während Mark raſch die Treppe hinauf und der Kuppe zueilte. Und hier ſei uns vergönnt, im Vorbeigehen ein Wort über dieſes Auf⸗ und Niederſteigen einzuſchalten. Der Statt⸗ halter hatte ſich jetzt ſeit länger als einem Jahre daran gewöhnt und fand die Wirkung dieſer Bewegung auf die Muskeln ſeines Unterkörpers wahrhaft überraſchend. Er bedur ihm auf 1 einfal bei al began poetiſe Trepp 2 entſche noch gleichn 5 war o niedrig entfern lichen eben ſt etwa z Höhe d möglich Fi Intereſſ hinter Augen wogende Mi Bewegu mit ruh wärts, hrer Lage us leiten var, eilte la beglei⸗ n, dieſe, bei dieſer Sie nahm Weib in ſie ließ ge gewah⸗ richtete, um deſto er Wellen Briefchen der Leich⸗ aus der achte und den Tag, ſich den verſtehe. ohin den ſe hinauf in Wort r Statt⸗ te daran auf die nd. Er — 2— bedurfte jetzt zum Aufſteigen kaum die Hälfte der Zeit, welche ihm ſeine erſten Verſuche gekoſtet hatten, und konnte Laſten auf und nieder tragen, die er ſich im Beginne nicht hätte einfallen laſſen auf ſeine Schultern zu nehmen. Daſſelbe war bei allen Coloniſten, Frauen und Männern, der Fall, und ſie begannen die Klippen wie Ziegen— wie Gemſen würde poetiſcher klingen— entlang zu laufen, und ſich aus der Treppe ſo wenig zu machen, wie der Statthalter ſelbſt. Als Mark die Kuppe wieder erreichte, ſah er, daß der entſcheidende Augenblick ſtets näher rückte. Die Canoe's waren noch auf eine Stunde von der Inſel entfernt und zogen mit gleichmäßigem Ruderſchlage ſtetig in ihren Linien heran. Bis jetzt war ihnen das Segel der Dido entgangen. Dieß war ohne Zweifel dem Umſtande beizumeſſen, daß daſſelbe niedrig auf dem Waſſer ſtand und noch weit von den Canoe's entfernt war. Die Dido mochte fünf Meilen von dem nörd⸗ lichen Ende der Inſel fern ſtehen, während die Flotte ungefähr eben ſo weit von dem ſüdlichen Ende war. Demnach lagen etwa zehn Meilen zwiſchen ihnen, obgleich beide, von der Höhe der Kuppe geſehen, ſo nahe ſchienen, daß man es für möglich hätte halten können, ſie mit Kugeln zu erreichen. Für den Augenblick war Unus der Hauptgegenſtand des Intereſſes. Er hatte jetzt die Klippenvorſprünge der Inſel hinter ſich und konnte in jener reinen Atmoſphäre mit bloßen Augen geſehen werden,— ein dunkler Fleck, der auf der wogenden Fläche des Meeres ſich dahin bewegte. Mit Hilfe des Fernrohres war es leicht, ſeinen geringſten Bewegungen zu folgen. Der junge Wilde ſetzte ſeinen Weg mit ruhigem, kräftigem Armſchlage fort. Er hielt ſich wind⸗ wärts, wie ſeine Schweſter ihm gerathen hatte, und half ſich ——— — 24.— inmitten dieſer rollenden Wellen in einer Weiſe fort, welche in der That bewundernswürdig war. Der Wind blies nicht ſehr friſch, noch gingen die Wellen hoch; aber das ſtets bewegte Meer läßt ſelbſt in ſeinem Schlummer etwas der Ruhe des Rieſen Aehnliches gewahren, deſſen leiſeſter Athemzug furchtbar iſt und zur Vorſicht mahnt. Ein Umſtand kam unſeren Coloniſten vorzüglich zu Statten. Urſachen mannigfacher Art führten eine Strömung um das nördliche Ende der Inſel, die ſich auf der Weſtſeite ausdehnte und nach ſüdwärts hinzog. Dieß leitete die Canoe's von dem Boot und der Bucht ab und ſteigerte die Hoffnung, Juno ent⸗ kommen zu ſehen. Das Zuſammentreffen des Indianers und des Bootes fand Statt, als das letztere ſich dem Land auf eine Stunde genähert hatte. Da jedes Fahrzeug ſeinen Cours ſo nehmen mußte, daß es wegen der eben erwähnten Strömung ziemlich wind⸗ wärts von der Kuppe an die Inſel heran trat, zweifelten Mark und Betts, daß Jemand in den Canoe's wegen den zwiſchen ſie tretenden Höhen das Boot ſehen könne. Ziemlich gewiß war es, daß bis jetzt noch Niemand dieſe wichtige Ent⸗ deckung gemacht hatte; denn der ungeſtüme Charakter der Wilden hätte dieß augenblicklich durch ihr Geſchrei und ihren Eifer, Jagd zu machen, gewahren laſſen. Im Gegentheile blieb Alles ruhig und ſtill in der Flotte, die ſich dem Lande mit ſtetiger, geregelter Bewegung näherte, welche anzudeuten ſchien, daß ſich ein geheimes Bangen der Wilden bemächtigt hatte, wie ſie jener unbenamten, geheimnißvollen Welt näher traten. Für ſie waren die Enthüllungen, denen ſie entgegen gingen, ohne Zweifel von großer Bedeutſamkeit, und die ſtärk⸗ ſten Herzen mochten wohl von Gefühlen befangen ſein, wie ſie Colun Geſtat A wegen windw Canve beide J ſeitigen U Meilen windwe des Bo Unus genau borts d hatte, war er der Ueb ſchon de er konn bewohne denen C Faſſung jungen Monate Uruni's einander war, der der Inh welche Wellen ſeinem wahren, mahnt. Statten. um das isdehnte don dem ino ent⸗ es fand genähert mußte, h wind⸗ veifelten gen den Ziemlich ge Ent⸗ ter der d ihren entheile Lande udeuten nächtigt t näher ntgegen le ſtärk⸗ wie ſie — 25— Columbus und ſeine Gefährten überkamen, als ſie ſich dem Geſtade von Guanahani näherten. Mittlerweile zog Juno zuverſichtlich heran, indem ſie wegen des leichten Windes noch mehr als gewöhnlich nach windwärts ſteuerte. Dieſe zufällige Bewegung hinderte ſie, die Canoe's zu ſehen und verbarg auch dieſen das Boot; denn beide Theile näherten ſich, ohne das geringſte von ihren gegen⸗ ſeitigen Bewegungen zu ahnen, der Inſel in ſchräger Linie. Unus benahm ſich ſehr geſchickt. Nachdem er einige Meilen von dem Lande weg war, ſchwamm er gerade nach windwärts, und daran that er ſehr wohl, da der Cours des Bootes ihm gerade noch Zeit ließ, auf die Luvſeite zu ſchwimmen, als der Augenblick kam, an Bord zu gehen. In dieſem bedenklichen Theile ſeines Geſchäftes zeigte Unus einen großen Scharfblick. Er maß die Entfernung ſo genau ab, daß er mit ſeiner Hand an der Lupſeite des Dol⸗ borts der Dido war, ehe Juno auch nur eine Ahnung davon hatte, daß Jemand in ihrer Nähe ſei. Mit einem Schwung war er in dem Boot, und während das Mädchen einen Schrei der Ueberraſchung und des Schreckens ausſtieß, hielt er ihr ſchon den Brief hin und ſprach das Wort„Miſſus,“ ſo gut er konnte, aus. Das Mädchen war mit den Sitten der Inſel⸗ bewohner der Südſee durch ihren Aufenthalt in den verſchie⸗ denen Gruppen zu bekannt, als daß dieſe Erſcheinung ſie außer Faſſung gebracht hätte. Was mehr iſt,— ſie erkannte den jungen Indianer auf den erſten Blick; denn während den zwei Monaten, welche Heaton und ſeine Geſellſchaft bei dem Volk Uruni's weilte, hatten ſie mehreremale ziemlich vertraulich mit einander verkehrt. Offen geſagt, der erſte Gedanke Juno's war, der Brief, welchen er ihr darreichte, ſei ein Liebesbrief; mder Inhalt ſagte ihr aber ſogleich, daß ſie ſich geirrt habe. Der Ausruf, der wechſelnde Ausdruck der Züge des Mäd⸗ chens ließen Unus ſogleich gewahren, daß Alles ſei, wie es ſein ſollte, und er begab ſich ruhig daran, die Segel einzu⸗ nehmen,— das ſicherſte Mittel, das Boot den tauſend feind⸗ ſeligen, forſchenden Blicken in den Canoe's zu entziehen. Sobald Mark die Leinwand abnehmen ſah, rief er freudig aus:„Alles iſt gut!“ und ſtieg raſch von der Höhe herab, um an eine Stelle zu eilen, wo er den Bewegungen Waally’s und ſeiner Flotte die nöthige Aufmerkſamkeit zuwenden konnte. Zweites Kapitel. Ha, mit der Flagge auf, Herr Ritter, Ha, ſchöne Mädchen, Blumen geſtreut! Feuert Salven ab, ihr Kanoniere! Ibr Krieger, haltet die Schwerter bereit. Macaulay. Die Ausführung des Planes des Indianers hatte ſo viel Zeit weggenommen, daß die Canoe's dicht unter den Klippen waren, als der Statthalter und ſeine Geſellſchaft den Wald erreichte, welcher gerade über dem nördlichen Ende ihrer Linie die Höhen bekränzte. Aber ſelbſt dieſer Punkt war gegen zwei Meilen leewärts von der Bucht, und alle Fahrzeuge, die Flöße eingerechnet, trieben unter dem Einfluſſe der Strömung noch weiter nach Süden hin. So lange dieſer Stand der Dinge andauerte, war für die Coloniſten nichts zu beſorgen, denn ſie wußten, daß es unmög⸗ lich war, an einer andern Stelle zu landen, als in der Bucht. Die ſtrengſten Befehle waren ergangen, daß ſich Niemand blicken laſſe, was nicht ſchwer war, da ſich um die ganze Ebene über bloßſte mache ’ Canoe zeigten Federn wehten zeuge, geputzt welche keit ber des Or von Z31 Berges lag ein ihrdes 2 J Inſel g dem lar gedacht währen eine Ei nur du andeutet Die lich alle Einwirk Heaton, s Mäd⸗ wie es leinzu⸗ bfeind⸗ tziehen. freudig herab, aally's konnte. er, eſtreut! er bereit. alay. ſo viel Klippen Wald r Linie en zwei e Flöße ig noch für die unmög⸗ Bucht. iemand 2 ganze — 27— Ebene Waldung zog und ihre Höhe mehr als tauſend Fuß über dem Meere betrug. Kurz, man hätte ſich muthwillig bloßſtellen müſſen, um es denen auf dem Waſſer möglich zu machen, Jemand auf der Höhe anſichtig zu werden. Waally's Flotte bot einen großartigen Anblick dar. Seine Canoe's waren nicht nur groß und gut bemannt, ſondern ſie zeigten auch die gewöhnlichen Verzierungen wilder Pracht. Federn und Flaggen, Symbole des Kriegs und der Macht, wehten und flatterten an den Hintertheilen der meiſten Fahr⸗ zeuge, während die Krieger darin auf das bunteſte heraus⸗ geputzt waren. Es konnte jedoch den Gliedern des Rathes, welche jede Bewegung des Feindes mit der größten Wachſam⸗ keit beobachteten, nicht entgehen, daß ſie in Betreff der Natur des Ortes, zu deſſen Beſuch ſie ſich ſo weit gewagt hatten, von Zweifeln bedrängt waren. Der Rauch des feuerſpeienden Berges ſtellte ſich ohne Zweifel ihren Blicken dar, und hier lag eine mächtige Felswand zwiſchen ihnen und der Erfüllung ihres Wunſches, an das Land zu treten. In dieſer letztern Hinſicht war das Geſtade der Rancocus⸗ Inſel ganz verſchieden von dem der Kuppe. Jenes hatte neben dem langen, niedrigen Bergvorſprunge, deſſen wir ſchon öfter gedacht haben, einen mehr oder weniger zugänglichen Strand, während an dieſer die Wogen des ſtillen Meeres wie gegen eine Eiſenmauer anſtürzten und abſielen, und ihre Gewalt nur durch ein leichtes Bleichen der dunklen Felſenmaſſen andeuteten. Dieſe abergläubiſchen, unwiſſenden Weſen mußten natür⸗ lich alle dieſe ungewöhnlichen Umſtände mit übernatürlichen Einwirkungen irgend einer Art in Verbindung bringen, und Heaton, welcher ſich über Waally's Charakter einigermaßen ——— belehrt hatte, ſprach ſich bald dahin aus, dieſes abergläubiſche Gefühl halte ihn zurück und mache ihn ungewiß hinſichtlich deſſen, was zu thun ſei. Als der Statthalter dieß hörte, ſchlug er vor, eine der Karronaden abzufeuern, da man annehmen könne, das Gebrüll der Kanone und beſonders der an einer Stelle wahrhaft furcht⸗ bare Wiederhall könnten zur Folge haben, daß der ganze Zug ſich entferne. Heaton zog ein ſolches Ergebniß in Zweiſel, da Waally und ſeine Leute mit der Wirkung des Geſchützes nicht unbekannt ſeien, von dem Wiederhall aber freilich nichts wüßten. Auf den niedrigen Korallen⸗Inſeln ihrer Gruppe kannte man nichts von einem Wiederhall, oder von einem Hügel überhaupt, und die phyſiſchen Mittel, ſolche Töne hervorzurufen, fehlten ihnen ganz. Vielleicht hatten ſie etwas dem Wiederhall ähnliches auf der Rancocus-⸗Inſel gehört; er mußte aber ganz anderer Art ſein, als der, welchen Mark und Heaton zur Unterhaltung der Frauen zuweilen laut werden ließen, indem ſie ihre Vogelflinten die Treppe hinab abfeuerten. Bis jetzt war keine der Kanonen von dem eigentlichen Punkte aus, nämlich auf der äußern Batterie oder der Felsplatte, gelöſt worden, obgleich der Knall der Kanone, welche man früher verſuchsweiſe, um ſich zu vergewiſſern, wie weit ſie den Ein⸗ gang in den Hafen beſtreiche, abgefeuert hatte, von einem furchtbaren Gebrüll begleitet war. Nach längerer Berathung kam man zu dem Entſchluſſe, den Verſuch zu machen, und Betts, welcher alle Mittel kannte, die nöthig waren, um den ſtärkſten Wiederhall hervorzubringen, wurde auf die Platten⸗Batterie geſchickt, um ihre Kanone die Klippen entlang zu richten und ſie abzublaſen, indem er ſie nach Kräften donnern ließ. 1 als W um m der I Der denn war 0 ₰ konnte ſteiger die la gegen C die G wirre ihre S werder hafte der R. S Erwar Blutve freuen unwiſſe Kanon A Stand von de herab an dem äubiſche ſichtlich eine der Gebrüll t furcht⸗ nze Zug Zweiſel, eſchützes h nichts Gruppe n Hügel zurufen, ederhall der ganz ton zur „ indem zis jetzt te aus, , gelöſt früher en Ein⸗ neinem tſchluſſe, kannte, bringen, none die m er ſie — 29 Dieſer Vorſchlag wurde in dem Augenblicke ausgeführt, als Waally ſeine Häuptlinge um ſein Canoe verſammelt hatte, um mit ihnen über die Art zu berathen, wie die ganze Küſte der Juſel zu unterſuchen ſei, um die Landung zu bewerkſtelligen. Der Knall der Kanone kam den Wilden ganz unerwartet, denn das Echo, welches meilenweit die Klippen entlang rollte, war mehr als ſchrecklich! In Folge der Wälder und der zwiſchentretenden Felſen konnten die Eingeborenen keinen Rauch ſehen, was ihr Staunen ſteigerte und ohne Zweifel ein Grund war, daß ſie anfangs die langen, krachenden, donnernden Töne, welche gleichſam gegen ſie von der Inſel herrollten, nicht zu deuten wußten. Ein Geſchrei erhob ſich, die fremden Felſen ſprächen und die Gottheiten des Ortes zürnten. Dem folgte eine allgemeine wirre Flucht und die Canve's ruderten hinweg, als fürchtete ihre Bemannung unter den krachenden Felſen begraben zu werden. Eine halbe Stunde lang ſah man nichts als ſieber⸗ hafte Haſt zu entfliehen, hörte man nichts als den Einſchlag der Ruder und das Spielen der Wellen, wenn ſie ſich hoben. So weit war der Plan des Statthalters ſelbſt über ſeine Erwartungen geglückt. Wenn er ſich dieſer Wilden ohne Blutvergießen erledigen konnte, ſo mußte ihn dieß wahrhaft freuen; denn es widerſtrebte allen ſeinen Gefühlen, ſolche unwiſſende Menſchen unter dem mörderiſchen Feuer ſeiner Kanonen ſchaarenweiſe hingerafft zu ſehen. Während er und Heaton ſich über dieſen ermuthigenden Stand der Dinge gegenſeitig Glück wünſchten, kam ein Bote von der Kuppe, wo Bridget auf dem Ausguck geblieben war, herab und kündigte an, das Boot trete heran und nähere ſich an dem nördlichen Ende der Inſel bereits den Klippen, wodurch — 30— es thatſächlich dicht unter die Kuppe ſelbſt kam. Man hatte Juno ein Signal genannt, wenn ſie auf die Bucht abhalten ſollte, und Bridget wünſchte zu wiſſen, ob dieſes Signal aus⸗ zuſtellen ſei, indem das Boot bald zu nahe unter die Felſen treten würde, um es ſehen zu können. Der Statthalter hielt den Augenblick für günſtig; denn die Canoe's fuhren fort, in wirrer Eile und von der Stelle abzuhalten, wo das Gebrüll laut geworden war und ihr Cours führte ſie ſüdweſtlich, während Unus in nordöſtlicher Richtung heranzog. Bridget wurde erſucht, das Signal ſehen zu laſſen. Sofort wurde die Flagge aufgehißt, und faſt in derſelben Secunde ſetzte das Boot die Segel bei— man hatte das Signal verſtanden. Unus übernahm nun die Leitung des Bootes. Wahrſcheinlich begriff er die Wirkung des Schuſſes und des Wiederhalles,— die des erſtern war ihm völlig klar, die des letztern aber ein eben ſo großes furchtbares Geheimniß für ihn, wie für alle ſeine Landsleute. Dennoch ſchrieb er das ſeltſame, ſchreckliche Brüllen der Felſen irgend einer Gewalt der Weißen über die Klippen zu und nahm es für ein freundliches Getöſe, obgleich er es zitternd hörte. Er wußte wohl, daß dieß bei ſeinen Landsleuten anders ſein,— daß es ſie in die Flucht jagen würde; und da man das Signal in dieſem Augenblicke gab, war der junge Indianer nicht zweifelhaft über das, was er zu thun hatte. Unus wußte ein Boot trefflich zu führen. Er ſetzte die Segel bei und hielt in der Dido an, bis er wegen der Nähe der Klippen aufhohlen mußte; dieß brachte ihn den Klippen ſo nahe, daß kaum zu beſorgen war, man könne ihn ſehen. Wind und Strömung kamen ihm hier zu Statten; jener blies um die Spitze der Inſel, deren Küſte er eine Strecke weit in 1 einer Bucht Klipper U er auch Waallr nicht zi abhielte Gr Rettung der Ei⸗ worden reichend, halten; Rauch d übernati⸗ Wenn ſi daß ſie, man mel Unu und glüc jeder Hin verabſcher rich an u Anmuthu in hohem Freundin Dieſe allein mar gen, welc unerläßlich in hatte abhalten nal aus⸗ e Felſen g; denn r Stelle ör Cours Richtung u laſſen. derſelben atte das ung des Schuſſes lig klar, eheimniß hrieb er ad einer es für rte. Er ſein,— nan das Indianer ſetzte die ſer Nähe Klippen n ſehen. ner blies weit in einer Art Zickzack folgte, und die letztere wendete ſich der Bucht zu, welche weniger als zwei Meilen von dem nördlichen Klippenvorſprung entfernt war. Unus hatte kaum zwanzig Minuten die Segel geſtellt, als er auch ſchon in den kleinen ſtillen Hafen einlief, indeß Waally und ſeine Flotte in einem ſo niedrig gehenden Boote nicht zu ſehen waren und ſo raſch ſie fonnten nach Südweſten abhielten. Groß war das Frohlocken der Coloniſten über Juno's Rettung. Es überbot ſogar ihre Freude über den Rückzug der Eindringlinge. Wenn das Boot wirklich nicht geſehen worden war, glaubte der Statthalter, der Eindruck ſei hin⸗ reichend, die Wilden auf lange, wenn nicht für immer fern zu halten; denn ſie würden nicht verfehlen, das Gebrüll, und den Rauch des Vulkans, und alle die Geheimniſſe der Oertlichkeit übernatürlichen Einflüſſen und Kräften anheim zu geben. Wenn ſie das Boot aber geſehen hatten, ſo war es möglich, daß ſie, bei reiferem Nachdenken, neuen Muth faßten nund daß man mehr von ihnen erfuhr. Unus wurde von Allen gelobt und fühlte ſich ganz ſtolz und glücklich. Pedrilla lieh ſeinen Gedanken Worte, die in jeder Hinſicht zu Gunſten ſeiner neuen Freunde klangen. Er verabſcheute Waally. Er klagte ihn als einen herzloſen Wüthe⸗ rich an und erklärte, er würde lieber ſterben, als ſich ſeinen Anmuthungen unterwerfen. Juno billigte alle ſeine Gefühle in hohem Grad und galt bald allgemein für die vertrauteſte Freundin Pedrilla's. Dieſer Haß gegen Tyrannei iſt dem Menſchen eingeboren; allein man muß zwiſchen Bedrückung und jenen Beſchränkun⸗ gen, welche heilſam, wenn nicht für das menſchliche Glück unerläßlich ſind, wohl unterſcheiden. ſtlicher Richtung außer hren Segeln vor dem Winde dahin. Waally ſelbſt war zu kräftig und muthvoll, um ſich durch den Wiederhall ſo geängſtigt zu fühlen, wie ſeine Gefährten; der Schrecken, welchen dieſe Töne erzeugt hatten, war aber ſo allgemein und tiefgehend, daß er es nicht für räthlich hielt, in einem ſo entmuthigenden Augenblick auf ſeinen Abſichten zu beharren. Indem er ſich den Wünſchen aller ſeiner Gefährten fügte, hielt der Zug von der Inſel ab und eilte nach Kräften dahin zurück, wo er ausgelaufen war. Alle dieſe Einzelnheiten kamen den Coloniſten ſpäter zu Ohren, ſo wie die Gründe und die kleineren Begebniſſe, welche die künftigen Schritte bedingten. Für den Augenblick jedoch mußten Woolſton und ſeine Freunde ſich auf Vermuthungen beſchränken, welche ſich jedoch als ziemlich richtig ergaben. Juno und Unus waren ſeit einer Stunde wohlbehalten auf der Ebene angelangt, als der Ausguck auf der Kuppe endlich die Flotte aus dem Geſichte verlor, die einen Cours ſteuerte, welcher ſie zwiſchen den Vulkan und die Rancocus⸗ Inſel führte und ihnen in der kommenden Nacht wahrſcheinlich ernſte Schwierigkeiten bereitete. In ſüdweſtlicher Richtung war von den höchſten Punkten der Rancocus⸗Inſel kein Land, noch irgend eine Andeutung von Land ſichtbar, und wenn die Canve's die Inſel verfehlten, drohte ihnen offenbar allgemeines Verderben. Auf die offene See hinausgeſchleudert und ungewiß, welchen Cours ſie ſteuern ſollten, mußte ſich der Zug in der peinlichſten Lage befinden, und Niemand konnte ſagen, was das Loos der Wilden ſein würde. Waally entging jedoch der Gefahr, welche ihm drohte. Die Canoe's waren bald in ſüdwe dem Geſichtskreis und zogen unter i Er ließ klar zu wie der Glücke ten; ſie der Wie erreichen Der cocus⸗J Mark w bald zu Wer ließ, ſo denn es liegenden Ehe viele Inſel er habe, ur Kuppe de aus einen blickliche; und die 2 es war ei ſeligkeiten würden, machte ſich erlangten zurückzuwe bleiben, de Ueber 238—2 ung außer vor dem hvoll, um wie ſeine igt hatten, nicht für enblick auf Wünſchen r Inſel ab aufen war. ſpäter zu iiſſe, welche blick jedoch rmuthungen rgaben. vohlbehalten der Kuppe einen Cours Nancocus⸗ ahrſcheinlich ten Punkten 2 Andeutung e verfehlten, uf die offene rs ſie ſteuern age befinden, Wilden ſein ihm drohte. =— 33=— Er ließ ſtark abhalten, um vor dem geheimnißvollen Rauche klar zu bleiben, welcher ſeine Gefährten faſt eben ſo ſchreckte, wie der Wiederhall, und die Wilden bekamen zu ihrem großen Glücke die fernen Berge zu Geſicht, welche ſie zu ſehen wünſch⸗ ten; ſie änderten daher ihren Cours zeitig genug, um bei der Wiederkehr des nächſten Tages ihren Beſtimmungsort zu erreichen. Der Statthalter und ſein Rath gaben den Plan, Ran⸗ corus⸗Inſel zu beſuchen, für den Augenblick gänzlich auf. Mark war verſtimmt darüber; ſein Mißbehagen wurde aber bald zu ernſteren Beſorgniſſen geſteigert. 4 Wenn Waally einen Theil ſeiner Leute auf jener Inſel ließ, ſo mußte früher oder ſpäter ein Zuſammenſtoß erfolgen; denn es war eine moraliſche Unmöglichkeit, daß zwei ſo nahe liegenden Colonien lang in Freundſchaft untereinander lebten. Ehe viele Monate vergingen, konnte man auf der Ranrocus⸗ Inſel erfahren, welche Bewandtniß es mit dem Wiederhall habe, und dann ſchwand das heilige Grauen, welches die Kuppe den Inſelbewohnern eingeflößt hatte. Jeder Ausreißer aus einem Schiffe, jeder feile Abenteurer konnte eine augen⸗ blickliche Wichtigkeit erzielen, indem er die Vorgänge erläuterte und die Wilden anreizte, ihren Verſuch zu wiederholen. Kurz, es war eine moraliſche Gewißheit vorhanden, daß die Feind⸗ ſeligkeiten ſich vor dem Ablaufe weniger Monate erneuern würden, wenn Waally ihnen ſo nahe blieb, und die Frage machte ſich jetzt ernſtlich geltend, ob es beſſer ſei, den bereits erlangten Vortheil zu benutzen und ihn auf ſeine Inſelgruppe zurückzuwerfen, oder hinter einer Art Geheimniß verſteckt zu bleiben, das jetzt wenigſtens als Schirm dienen konnte. Ueber dieſe Punkte beſprach man ſich jetzt alles Ernſtes, 238— 240. 3 — 84= Coloniſten mit eben ſo großer Theil⸗ ß in Amerika mit den Banken, dem dem Freihandel oder und ſie wurden unter den nahme verhandelt, wie die Abolitionism,*) der Anti⸗Freimaurerei, anderen Häkchen der Zeit nur immer der Fall geweſen ſein Viele Rathsverſammlungen wurden gehalten, um dieſe wichtige Staatsfrage zu beſeitigen, welche doch, wie viele andere wichtige Fragen des Augenblicks, eher durch die Gewalt der Umſtände, als durch Erörterungen und Beweisführungen entſchieden werden ſollte. Die Schwäche der Colonie und die Gefahr, welche ihrem Daſein drohen konnte, beſeitigte die Frage in Betreff eines Angriffs. Waally war zu ſtark, als daß ein Dutzend Colo⸗ niſten etwas gegen ihn vermocht hätte, und die Klugheit rieth, ſich ruhig zu verhalten, wenigſtens bis Freund Abraham White mit in das Spiel gezogen werden konnte. Wenn man im Beſitz eines ſolchen Schiffes war, ſtanden die Dinge anders; und Mark hielt es für möglich, Waally zu verjagen, ja ſelbſt ihn ganz zu beſeitigen und Uruni wieder an die Spitze der Eingeborenen zu ſtellen. Er dachte daher vor allem darauf, den Schoner zu voll⸗ enden und auf das Waſſer zu ſetzen, und nachdem man eine Woche hin und her geſchwankt und Rath gepflogen hatte, wurde beſchloſſen, nachdrücklich an das Werk zu gehen. Man kann ſich leicht denken, daß es unter den jetzigen Umſtänden eine bedenkliche Sache war, den Abraham auf das Waſſer zu bringen. Die Enge zwiſchen der Kuppe und Süd⸗Cap dehnte ſich dreißig Meilen aus, und von dort hatte r— *) Die Freigebung der Selaveu und Aufhebung der kann. Selaverei. Der Ueberſetzer⸗ man no die Mät fünfzig und ihr ſollte. und den ſo wagt Eines d und kon Geſchütz ſich in überdieß Feldſtück Jed des Sche ſich der wurde ei man m den Fein Da gebieten Beiſtimn Ma fügen kor hielt es Beſchütze wurden z lich als Jones bi Martha, ßer Theil⸗ nken, dem andel oder veſen ſein um dieſe wie viele die Gewalt Fführungen 4 elche ihrem etreff eines tend Colo⸗ gheit rieth, Abraham Wenn man nge anders; en, ja ſelbſt ‚Spitze der ner zu voll⸗ m man eine hatte, wurde den jetzigen braham auf r Kuppe und on dort hatte averei. Ueberſetzer⸗ — 35— man noch zwanzig Meilen bis zu dem Krater. Dadurch wurden die Männer, welche an dem Schiffe beſchäftigt waren, volle fünfzig Meilen von dem Hauptwohnſitze der Geſellſchaft getrennt und ihr ganz entzogen, wenn ein neuer Einfall verſucht werden ſollte. Wollte man den Neshamony, die Dido, die Bridget und den Lichter oder das kleine Boot in den Kampf bringen, ſo wagte man, nach der Anſicht aller Coloniſten, viel zu viel. Eines der kleinen Feldſtücke befand ſich zwar auf dem erſtern und konnte nützlich werden; die Eingebornen waren aber mit Geſchütz bereits zu bekannt, als daß es klug geweſen wäre, ſich in einem Kampfe mit einer ſo zahlreichen Schaar, die überdieß einen ſo entſchloſſenen Führer hatte, auf ein einziges Feldſtück zu verlaſſen. Jeder Gedanke an einen Kampf zu See vor Vollendung des Schoners wurde daher aufgegeben, und alle Kräfte wendeten ſich der Erreichung dieſes wichtigen Zieles zu. Mittlerweile wurde eine Trennung der Kräfte der Colonie unerläßlich und man mußte es dem Schirme der Vorſehung anheim geben, den Feind fern zu halten, bis der Schoner vollendet wäre. Da die Arbeit alle phyſiſchen Kräfte, über welche man gebieten konnte, in Anſpruch nahm, ſo traf der Rath, mit Beiſtimmung des Statthalters, folgende Anordnung. Mark begab ſich mit allen Männern, über die man ver⸗ fügen konnte, und einem Theil der Frauen auf das Riff. Man hielt es jedoch nicht für rathſam, der Kuppe weniger als drei Beſchützer zu hinterlaſſen, und Heaton, Peters und Unus wurden zu dieſem wichtigen Poſten gewählt; der erſtere natür⸗ lich als Befehlshaber. Mark, Betts, Bigelow, Socrates und Jones bildeten die Geſellſchaft auf dem Riff, welcher Bridget, Martha, Thereſa und die Schwarzen beigegeben wurden. 8 — 36— Bigelow begab ſich einige Tage vor der Abfahrt der ganzen Geſellſchaft auf das Riff, um nach Dido umzuſchauen und ſeine Abfahrt ſo raſch als möglich zu fördern. Als Alles bereit war— und zwar waren zehn Tage ſeit der Entfernung Waally's verſtrichen, ohne daß man weitere Kunde von ihm erhalten— ſegelte der Statthalter in dem Neshamony, von der Bridget und dem Lichter begleitet ab, während die Dido zu Heaton's Verfügung zurückblieb. Man verabredete Signale, obgleich die Entfernung ſo groß war, daß man wenig Nutzen davon erwarten konnte, ſofern nicht ein Boot auf der Hälfte des Weges aufgeſtellt wurde. Mark brachte jedoch eine ſehr einfache, ſinnreiche Vor⸗ richtung in Vorſchlag. Ein einzelner Baum ſtand der Berg⸗ kuppe ſo nahe, daß man ihn weit von dem Meere her ſehen konnte; er war nicht groß, hatte aber einen günſtigen Platz, da er dem Riffe zugewendet war. Der Statthalter beſchloß, jeden Tag ein Boot in die Enge herabzuſenden, um zu ſehen, ob dieſer Baum ſtehe oder nicht; und Heaton erhielt Befehl, ihn fällen zu laſſen, ſobald er ſich gründlich verſichert hatte, daß Waally wirder in feindlicher Abſicht nahe. Auch über andere Signale verabredete man ſich, um die Bewegungen der Boote zu regeln, wenn es nöthig ſein ſollte, ſie zur Abwehr eines Einfalls auf die Kuppe zurückzurufen. Als alle dieſe Anordnungen getroffen und gründlich ver⸗ ſtanden waren, ſegelte der Statthalter im Geleite ſeines kleinen Geſchwaders nach dem Riff ab. Es war ein überaus ſchöner Tag,— ein Tag, an welchem ſich der ganze zauberhafte Reiz des Klima's entwickelte, und den Geiſt und Körper in gleich behagliche Stimmung verſetzte. Bridget hatte ihre Furcht vor den Eingeborenen faſt ganz verloren und konnte faſt ſo heiter, wie vor mit ihr heiterſte Ereigni genden Di der Nes die Lee Als das bemerkte Felſen b geſtiegen merkſam nach der hatte, der Sche hatte ſich Anzahl! war die faſt ungl wühlt un das Gan das Sal, das ihrig Fäulniß In ſah, daß⸗ früher ar Weidepläͤt Wieſen b pfahrt der nzuſchauen Als Alles entfernung e von ihm rony, von die Dido fernung ſo en konnte, aufgeſtellt reiche Vor⸗ der Berg⸗ her ſehen igen Platz, er beſchloß, n zu ſehen, ielt Befehl, cceert hatte, Auch über Zewegungen te, ſie zur n. ündlich ver⸗ eines kleinen kaus ſchöner erhafte Reiz her in gleich Furcht vor ſt ſo heiter, — 37— wie vor den letzten Begebniſſen, mit ihrem Gatten lachen und mit ihrem Kinde ſpielen. Die ganze Geſellſchaft war in der heiterſten Laune und der Ablauf des Schoners wurde als ein Ereigniß betrachtet, welches ſie zu völligen Herren der umlie⸗ genden Gewäſſer machte. Die Fahrt war kurz; denn es blies eine friſche Bö und der Neshamony trat vier Stunden nach ſeiner Abreiſe unter die Lee des Süd⸗Caps und hielt auf den Haupteinlaß ab. Als das Fahrzeug jetzt in ganz glattem Waſſer dahin gleitete, bemerkte Mark die Veränderungen, welche die Zeit auf dieſen Felſen bewirkt hatte, die erſt vor kurzem aus der See empor⸗ geſtiegen waren. Beſonders zeigte ſich die Prärie ſeiner Auf⸗ merkſamkeit werth. Eine Maſſe Meergras, das ſich unmittelbar nach der Ueberfluthung auf einer Art Schlammlager abgeſetzt hatte, war nun ſeit einem Jahre der Lieblings⸗Tummelplatz der Schweine geweſen. Die Zahl der ausgewachſenen Grunzer hatte ſich jetzt bis auf fünfzig vermehrt und wohl die doppelte Anzahl Friſchlinge jagte ihnen auf den Ferſen nach. Dann war die Arbeit, welche ſie auf der Prärie vollbracht hatten, faſt unglaublich. Sie hatten mehr als hundert Acker umge⸗ wühlt und das Meergras mit dem Schlamm vereinigt, ſo daß das Ganze ſchnell Bodengehalt bekam. Die Regengüſſe hatten das Salz weggeſpült oder in Dünger verwandelt und zumal das ihrige gethan, um die vegetabiliſchen Stoffe raſch in Fäulniß zu verſetzen. In jenem Klima iſt der Wechſel ſehr raſch und Mark ſah, daß ein bis zwei Jahre jenen weiten Raum, welchen er früher auf tauſend Acker angeſchlagen, in ſehr anſehnliche Weideplätze, wenn nicht in Wieſen, umwandeln würden. Der Wieſen bedurfte man jedoch in jener Breite kaum, da der -— 38— ewige Sommer, welcher hier herrſchte, das ganze Jahr Weide bot. Man hatte nicht Samen genug, um eine ſo weite Fläche mit Gras zu beſäen; aber der von Socrates ausgeſtreute Samen hatte tüchtig Wurzel gefaßt und man konnte gewiß ſein, daß er ſich früher oder ſpäter über die ganze Fläche ausbreiten würde. Trotz der Schweine und ihrer ſich ſteigernden Einbrüche ſtanden ſchon weite Strecken in dem herrlichſten Grün. Ueberdieß begannen ſich junge Bäume den Saum der Kanäle entlang zu zeigen. Heaton hatte von Betto's Gruppe mehrere große Körbe von grüner Weide mitgebracht, welche Socrates zerſchnitten und in den Schlamm geſteckt hatte. Faſt ohne Ausnahme hatten ſie Wurzel gezogen, waren Tag und Nacht gewachſen und hatten jetzt ſchon Manneshöhe erreicht. Nach vier bis fünf Jahren mußten ſie zu ſchönen, wenn nicht ſehr nützlichen Bäumen erwachſen ſein. Dieß war jedoch nicht Alles. Heaton, der ſeinen Gewohn⸗ heiten treu blieb, hatte ſich mit der Natur der verſchiedenen Baumarten, die er auf den anderen Inſeln geſehen, bekannt gemacht. Beſonders die Kokosnuß gedieh auf beiden Gruppen, und da er ſah, daß dieſer Baum niedriges Land und Salz⸗ waſſer liebte, hatte er Sorge getragen, gewiſſe kleine Inſeln in der Nähe dieſer Waſſerſtraße, wo Boden und Lage ihr Fortkommen zu begünſtigen ſchien, damit zu bepflanzen. Nach ſeiner Anſicht war Meerſand dem Aufwuchs dieſes Baumes ſehr günſtig, und mit Rückſicht auf dieſe Vortheile hatte er die Stellen für ſeine Anpflanzungen gewählt. Auf der Kuppe fanden ſich Kokosbäume, aber ſie waren weder ſehr ſchön, noch zahlreich. Bis jetzt hatte der Vorrath vollkommen ausgereicht; nun aber die Colonie ſich vermehrte, war auch eine größere Anzahl Bäume wünſchenswerth. Fünf bis ſechs Jahre waren nöthig, halter Jahre l den Kr herrlich geſpart Als dieſe beg falt mit des Mer Baumes Frucht t ihrer Tr anderer und zu zum Gel liche Ta dienen k welche a konnte. zu Beſen Dingen, als Bau Der Mark du der Gebr ſtellte M genoſſen zarten B Kokosnuf ihr Weide ite Fläche geſtreute nte gewiß zze Fläche teigernden ſten Grün. er Kanäle de mehrere Socrates Faſt ohne und Nacht cht. Nach nicht ſehr n Gewohn⸗ rſchiedenen u, bekannt Gruppen, und Salz⸗ eine Inſeln d Lage ihr azen. Nach es Baumes ile hatte er der Kuppe ſchön, noch ausgereicht; eine größere ſahre waren — 39— nöthig, um den Baum ertragbar zu machen, und der Statt⸗ halter ſah mit Vergnügen, daß der Aufwuchs eines dieſer Jahre bereits geſichert war. Die, welche er ſelbſt in und um den Krater gepflanzt hatte, waren in beinahe drei Jahren herrlich emporgewachſen, und da man weder Lehm, noch Guano geſpart hatte, waren viele jetzt ſchon dreißig Fuß hoch. Als er ſich dieſes Mal dem Krater näherte, blickte er auf dieſe beginnenden Früchte ſeiner frühern, vorſichtvollen Sorg⸗ falt mit großem Wohlgefallen, denn ſelten wurde die Mühe des Menſchen ſchöner belohnt. Mark kannte den Werth dieſes Baumes ſehr gut, welcher nicht nur eine köſtliche, geſunde Frucht trägt,— köſtlich und geſund, wenn man ſie bald nach ihrer Trennung von dem Baume genießt,— ſondern auch in anderer Weiſe ſehr nützlich iſt. Die Schale konnte geglättet und zu Trinkgefäßen verwendet werden, die als Zierrath und zum Gebrauche dienten. Die Faſern des Stammes gaben treff⸗ liche Taue und ganz gutes Segeltuch, da ſie ſtatt des Hanfes dienen konnten, obgleich der Hanf ſelbſt eine Pflanze war, welche auf der Prärie in der größten Menge gezogen werden konnte. Die Blätter waren trefflich zum Decken von Dächern, zu Beſen, Matten, Hängebetten, Körben und tauſend ähnlichen Dingen, während der Stamm ſelbſt zu Canve's, Rinnen und als Bauholz überhaupt verwendbar war. Der Baum bot noch einen andern Vortheil, von dem Mark durch Heaton Kunde erhielt. Während Bridget nach der Geburt ihres Kindes noch in das Schiff gebannt war⸗ ſtellte Mark ihr ein Gemüſe vor, wie ſie nie ein köſtlicheres genoſſen zu haben behauptete. Es beſtand aus den jungen zarten Blättern der erſten Sprößlinge, oder des Gipfels des Kokosnußbaumes und hatte viel Aehnliches mit der Artiſchocke, obgleich der Geſchmack viel feiner war. Aber das Bäumchen, welches dieſe Schüſſel geliefert hatte, ſtarb ab,— eine Sühne, mit welcher man ſtets den Genuß dieſes Gerichtes erkaufen muß. Sobald Bridget dieß erfuhr, unterſagte ſie es, für ſie wenigſtens je wieder ſolche Blätter zu pflücken. Alle Boote erreichten zur rechten Zeit den Hafen, das Riff wurde wieder der Schauplatz lebendiger Regſamkeit und Thätigkeit. Bald war der Schoner fertig, und man brauchte ihn nur noch vom Stapel zu laſſen. Dieſe Arbeit war von Bigelow bereits begonnen worden, und der Statthalter wies einen Jeden an, bei dieſem wichtigen Geſchäfte hilfreiche Hand zu leiſten. Bigelow hatte alle Vor⸗ bereitungen getroffen, und unſere Coloniſten arbeiteten mit ſolchem Eifer, daß der Schoner ſchon am zweiten Abend zum Ablaufe fertig ſtand. Man ſetzte dieſen jedoch bis zu dem folgenden Morgen aus. Mark war, von ſeiner Gattin begleitet, an jenem Nach⸗ mittag in der Bridget, ſeinem Lieblingsboot, ausgefahren, um nach dem Signal⸗Baume zu ſchauen. Er trat auf eine Strecke in die Enge ein, ehe er nahe genug war, um ihn mit dem Fernrohr anſichtig zu werden; dieſer Ausguck zeigte, daß er noch auf ſeiner alten Stelle ſtand. Sobald der Statthalter ſich dieſes Umſtandes vergewiſſert hatte, hob er das Ruder, wendete raſch um und führte das Boot mit möglichſter Eile dem Krater entgegen. Die Ent⸗ wie man ſich erinnern wird, nicht unbedeutend, und die Fahrt forderte Zeit. Die Sonne ging unter, als Mark die Straße, die zum Riffe führte, entlang lief, während der junge Mann ſeinem reizenden Weibchen den Aufwuchs der Bäume, die Tinten des Abendhimmels, die Ausdehnung ſeiner und fernung war, Wieſen ſolchen Da Schwein Thiere i Gewohn und ſein wunderl 5 auf der ſich gew „M doch ſcho wärts en Du für „Ni der ande Kanals! „SDr welche m Boote, n ſo wahr In gehalten etwa zwa Seite der Körpers achteten. aber dieſe ganze Sc Bäumchen, ne Sühne, 3Z erkaufen 3, für ſie afen, und Regſamkeit und man en worden, n wichtigen 2alle Vor⸗ eiteten mit Abend zum bis zu dem enem Nach⸗ rfahren, um eine Strecke hn mit dem gte, daß er vergewiſſert hführte das Die Ent⸗ unbedeutend, unter, als ief, während lufwuchs der hnung ſeiner = 41— Wieſen und ähnliche Gegenſtände zeigte, welche inmitten einer ſolchen Scene für Beide gleiches Intereſſe haben mußten. Das Boot wendete um einen Punkt, wo ein Theil der Schweine ſchlief, und wie es daher ſchoß, erhoben ſich die Thiere in Maſſe, ſchniffelten die Luft ein und begannen, ihrer Gewohnheit gemäß, davon zu jagen, während Mark lachte und ſeinen Finger hob, um Bridget's Aufmerkſamkeit auf ihre wunderlichen Sprünge zu ziehen. „Dort ſind mehr dieſer Thiere,“ ſagte Bridget,„drüben, auf der andern Seite der Prärie; die zwei Schaaren werden ſich gewiß vereinigen und gemeinſam ausreißen.“ „Mehr?“ rief Mark,„dieß iſt kaum möglich, haben wir doch ſchon gegen Dreißig geſehen, als wir mehrere Meilen ſüd⸗ wärts entlang trieben. Was magſt Du wohl ſehen, Liebe, das Du für Schweine nimmſt?“ „Nun, dort drüben— mehr als eine Meile von uns— auf der andern Seite der Prärie und an dem Waſſer des andern Kanals!“ „Dort iſt gar kein Kanal, es iſt eine bloße Buchtung, welche mit dieſem Fahrwege nicht zuſammenhängt; weder unſere Boote, noch unſere Leute können alſo dort ſein.— Die Wilden, ſo wahr ich dein Gatte bin, Bridget!“ In der That, das, was Bridget für bloße Schweine gehalten hatte, waren wirklich die Köpfe und Schultern von etwa zwanzig Indianern, welche an Stellen auf der andern Seite der Ebene, wo ſie ſich bis auf den obern Theil des Körpers verbergen konnten, die Bewegungen des Bootes beob⸗ achteten. Sie hatten zwei Canoe's, und zwar Kriegs⸗Cande's; aber dieſe Männer machten, an jenem Punkte wenigſtens, die ganze Schaar aus. Dieß war eine ſehr ernſte Entdeckung. Der Statthalter hatte gehofft, das Riff, welches für Canve's von allen Seiten ſo zugänglich war, würde, wenigſtens noch viele Jahre, für die Wilden eine terra incognita bleiben. Die Sicherheit der Coloniſten hing davon ab, daß die Eingeborenen nichts von dem Daſein dieſer Gruppe erfuhren; denn die vereinigten Kräfte unſerer Freunde waren kaum ausreichend, ſie gegen Waally's Macht zu vertheidigen. Wie die Sache ſtand, fühlte er ſeine ganze Thatkraft in Anſpruch genommen, und die raſcheſten Maßregeln mußten ergriffen werden. Vor allem andern mußte die Mannſchaft auf dem Riffe von der Nähe dieſer gefährlichen Gäſte benachrichtigt werden. Das Boot war ohne Zweifel von ihnen geſehen worden, denn die Segel erhoben ſich über das Land; es war daher kein Grund vorhanden, ſeinen Cours zu ändern oder ihn geheim halten zu wollen. Krater, Schiff und der Schoner auf ſeinen Stützen— Alles befand ſich in dieſem Augenblick Angeſichts der Fremden, obgleich ſie zwei volle Stunden fern ſtanden und ſich alſo nur in unbeſtimmten Umriſſen darſtellten. Das Schiff konnte in mehrfacher Weiſe ſeinen Einfluß Es konnte die Habgier Waally's reizen, indem es ihn reiche Beute hoffen ließ und ihn lockte, ſeinen Angriff zu beſchleunigen; es konnte ihn aber auch durch ſeine vermeinte Bemannung einſchüchtern, da ſelten Schiffe in das ſtille Meer kamen, ohne zur Vertheidigung ausgerüſtet zu ſein. Allerdings mochten die Wilden nicht ſofort den wahren Zuſtand des Schiffes durchſchauen, ſondern natürlich annehmen, es habe ſeine volle Bemannung und ſei im Beſitze der gewöhn⸗ lichen Mittel zur Abwehr der Feinde. Alle dieſe Erwägungen traten dem Statthalter in den äußern. erſten fü entgegen Bril ſie ein w Wärme beherrſch in ihr e Rathgebe wachſen, man es bald wir Theiles Muth, a Das oder eine Die Colt und da und erqu Entfernu ein, als oder Sch und erfre ſtand gan Waſſer w von ſamf außerhalk in welche Stelle we waſſer ha einen vol tatthalter en Seiten ahre, für erheit der nichts von dereinigten ſie gegen nd, fühlte „ und die dem Riffe gt werden. rden, denn daher kein ihn geheim auf ſeinen Angeſichts ern ſtanden lten. len Einfluß „ indem es Angriff zu ie vermeinte ſtille Meer 1. den wahren h annehmen, der gewöhn⸗ alter in den — 43— erſten fünf Minuten entgegen, während ſein Boot dem Hafen entgegen gleitete. Bridget benahm ſich bewundernswürdig. Anfangs bebte ſie ein wenig und preßte ihr Kind mit mehr als gewöhnlicher Wärme an ihren Buſen; bald aber gewann ſie ihre Selbſt⸗ beherrſchung wieder, und von dieſem Augenblick an fand Mark in ihr eine raſche, thatkräftige und nützliche Gehülfin und Rathgeberin. Ihr ſchien mit der Gefahr Geiſt und Muth zu wachſen, und weit entfernt, ſich hinderlich zu erweiſen, wie man es natürlich genug hätte erwarten können, machte ſie ſich bald wirklich nützlich und leitete das Thun des weiblichen Theiles der Geſellſchaft mit faſt eben ſo viel Geſchick und Muth, als Mark an der Spitze der Männer dieß bethätigte. Das Boot erreichte das Riff erſt mit anbrechender Nacht, oder eine Stunde, nachdem die Wilden geſehen worden waren. Die Coloniſten hatten noch nicht lange ihre Arbeit verlaſſen, und da der Abend, nach einem warmen Sommertage, kühl und erquickend war, nahmen ſie ihr Nachteſſen in nicht großer Entfernung von dem Schiffsbauplatze unter einem Zeltdache ein, als der Statthalter zu ihnen trat. Dieſes Sonnenzelt oder Schirmdach war zu ſolchen Zwecken aufgerichtet worden und erfreute ſich mehrerer empfeylenswerther Vorzüge. Es ſtand ganz nahe bei dem Rande der Quelle und kühles, friſches Waſſer war ſtets zur Hand. Es hatte überdieß einen Teppich von ſammetgleichem Raſen— etwas Seltenes auf dem Riff, außerhalb des Kraters. Es gab aber beckenartige Räume hier, in welcher ſich fremde Stoffe geſammelt hatten, und eine ſolche Stelle war dieß. Meergras, Lehm, todte Fiſche und Regen⸗ waſſer hatten allgemach einen Boden gebildet, welcher hier einen vollen Acker im Umfange hatte, und da der Regen dem 44— Wachsthume ſtets zu Statten kam, hatte der Grasſamen ſchnell Wurzel gefaßt, und Betts fand jetzt im zweiten Sommer bereits den Raſen vollkommen für ſeine Zwecke geeignet und ließ, das Gras in einen Teppich umwandelnd, das Zeltdach hier aufſchlagen. Man mochte jetzt auf dem Riff ein Dutzend ähnlicher Plätze haben,— Oaſen in einer Wüſte,— wo ſich Boden gebildet und Gras ausgebreitet hatte. Niemand zweifelte jetzt mehr, daß mit der Zeit und bei fortgeſetzter Sorgfalt die Ueberlebenden dieſe nackten Felſen mit Grün bekleidet ſehen würden; denn der Fortſchritt der Vegetation in einem ſolchen Klima und von jenen zufälligen Urſachen begünſtigt, welche jenen Himmelsſtrich ſtets vor Dürre bewahren, iſt faſt zauber⸗ haft und könnte im Laufe weniger Jahre eine Wildniß in einen Garten verwandeln. Mark unterbrach die glückliche Sicherheit ſeiner Leute nicht durch unnöthige Ankündigung von Gefahr. Er nunter⸗ hielt ſich, im Gegentheile, heiter mit ihnen, lobte ſie wegen des vorgerückten Standes ihrer Arbeit und nahm eine Gele⸗ genheit wahr, Betts bei Seite zu rufen, um ihm die wichtige Entdeckung, welche er gemacht hatte, mitzutheilen. Betts war anfangs faſt betäubt, denn er hatte, wie der Statthalter, geglaubt, das Riff ſei eines der heimlichſten Fleckchen der Erde, und nie war ihm in den Sinn gekommen, daß hier ein Einfall denkbar ſei. Nachdem er ſich jedoch wieder erholt hatte, war er bald in einer Gemüthsſtimmung, welche eine ernſte, offene Berathung möglich machte. „Wir müſſen alſo das Gewürm dieſe Nacht erwarten?“ fragte Betts, ſobald er wieder Herr ſeiner Stimme geworden. „Ich glaube kaum,“ erwiederte Mark.—„Die Canoe's welche und we lichen rechten dieß vo dazu n ſcheint, der Du finden. der Gr Hauptit ſchwieri jener E Betts, von der „T haben! „S weniger nehmen Die Vo mich ge Weitere ſchirmer zu ſage ziemlich kleine 3 anſchlot Lanſch n ſchnell r bereits nd ließ, ach hier ähnlicher ) Boden felte jetzt gfalt die det ſehen n ſolchen , welche t zauber⸗ ldniß in her Leute Ir unter⸗ ſie wegen ine Gele⸗ wichtige wie der Fleckchen daß hier der erholt elche eine varten?“ geworden. Canoe's — 45— welche ich geſehen habe, ſind in den falſchen Kanal eingelaufen, und wenn ſie zu uns kommen wollen, müſſen ſie an den weſt⸗ lichen Saum der Felſen zurückkehren und in eine von den rechten Waſſerſtraßen treten. Ich glaube nicht, daß ihnen dieß vor morgen gelingt. Das Tageslicht iſt ihnen durchaus dazu nöthig; und da die Nacht dunkel werden zu wollen ſcheint, duͤrfte es Fremden ſchwer werden, in dem Labyrinthe der Durchgänge, auf welche ſie ſtoßen, den Weg zu uns zu finden. Zu Land können ſie von keiner Inſel auf der Weſtſeite der Gruppe zu uns gelangen; und ſelbſt wenn ſie auf der Hauptinſel anlegen, führt nur ein Weg, und zwar ein ſehr ſchwieriger, ohne Beihilfe von Canoe's, hierher. Wir ſind auf jener Seite durch natürliche Mittel ziemlich gut verſchanzt, Betts, und ich beſorge nicht, daß wir vor Tagesanbruch mehr von den Burſchen ſehen.“ „Welch ein Mißgeſchick, daß ſie das Riff ausfindig gemacht haben!“ „Dieß iſt's allerdings,— und ich geſtehe, daß ich nichts weniger als dieß erwartet habe. Wir müſſen jedoch die Dinge nehmen, wie ſie ſind, Betts, und unſere Schuldigkeit thun. Die Vorſehung,— jene allwiſſende Macht, welche Euch und mich gerettet hat, als ſo viele unſerer Schiffsgenoſſen ohne Weiteres abgerufen wurden— die Vorſehung wird auch ferner ſchirmend über nus wachen.“ „Da erinnert Ihr mich daran, Herr Mark, Euch etwas zu ſagen, das ich erſt jetzt von Jones erfahren habe, welcher ziemlich viel mit den Wilden verkehrte, ſeit ſein Freund die kleine Pedrilla heirathete und ehe er entkam und ſich uns anſchloß. Nach Jones' Bericht kam vor etwa drei Jahren die Lanſch eines Schiffes in Betto's Land, wie wir es nennen— — 46— es ſoll jedoch heißen, in Waally's Gebiet; und dieß iſt ein Theil der Gruppe, welchem ich nie nahe zu treten wagte, da ich wußte, daß mein guter Freund Uruni mit Waally ſtets in bitterer Feindſchaft lebt— aber die Lanſch eines Schiffes lief dort vor ungefähr drei Jahren ein und hatte ſieben lebende Männer an Bord. Jones konnte nie einen dieſer Männer zu Geſicht bekommen, denn es hieß, Waally ließ ſie Alle tüchtig für ſich beſchäftigen; er erhielt aber ziemlich genauen Bericht über ſie und das Boot, in welchem ſie gelandet waren.“ „Und Ihr glaubt doch nicht, daß jene Lanſch die unſrige geweſen— und daß jene Leute zu unſerm alten Schiffsvolke gehört haben?“ rief Mark in einem Aufruhr der Gefühle, welchen er nicht mehr gekannt hatte, ſeit er Grund hatte zu hoffen, Bridget werde ihm wiedergegeben werden. „Allerdings glaub' ich das, Herr. Die Wilden erzählten Jones, auf den Spiegelſchooten des Bootes ſei ein Vogel und dieß war der Fall mit der Lanſch, Herr Mark, welche an dem bezeichneten Platze mit einem Adler, der ſeine Flügel ausbreitete, geziert war. Sodann ſollte einer der Männer einen rothen Fleck im Geſichte haben, und Ihr werdet Euch erinnern, daß Richard Brown ein natürliches Brandmahl dieſer Art hatte. Jones erzählte dieß erſt heute Nachmittag, als wir an der Arbeit waren, und ich beſchloß, Euch Alles bei der erſten Gelegenheit mitzutheilen. Verlaßt Euch darauf, Herr Mark, einige unſerer Burſche ſind noch am Leben.“ Dieſe unerwartete Nachricht ließ den Statthalter für einen Augenblick der Gefahr vergeſſen, von welcher die Colonie bedroht war. Er ließ Jones rufen und fragte ihn über alle Einzelnheiten ſeiner Erzählung genau aus. Die Antworten, gemalt geweſen, welche er dieſen Me Jone wie es hie ſeien, wie Es war worden, r Boot die ſich anfan Schiffe ge Der als ein ſ aufgetrage Kühlten d dem Beru Zimmerma Die. mager der hatte, her Mark aus ihn in den welche leen und befind wilden Hä Der 2 Nachforſcht die alten retten, be⸗ halter auf zuzuwenden ieß iſt ein wagte, da lly ſtets in Schiffes lief ben lebende Männer zu Alle tüchtig uen Bericht aren.“ die unſrige Schiffsvolke er Gefühle, und hatte zu den erzählten ein Vogel Lanſch, Herr n Adler, der ſollte einer en, und Ihr natürliches eß erſt heute ich beſchloß, len. Verlaßt che ſind noch lter für einen die Colonie ihn über alle ie Antworten, — 47— welche er erhielt, waren ziemlich geeignet, Betts' Anſicht von dieſen Männern zu beſtätigen. Jones war nie auf die Inſel gekommen, wo dieſe Leute, wie es hieß, lebten; aber man hatte ihm oft erzählt, wie alt ſie ſeien, wie ſie ausſähen, wie viele in der Lanſch geweſen u. ſ. w. Es war auch von ſolchen, die ſie geſehen hatten, berichtet worden, mehrere der Leute ſeien Hungers geſtorben, ehe das Boot die Gruppe erreichte, und nur die Hälfte davon, welche ſich anfangs in das Boot geflüchtet, das zu einem geſcheiterten Schiffe gehörte, hätten es erlebt, wieder an das Land zu treten. Der Mann mit dem Brandmahl in dem Geſichte wurde als ein ſehr geſchickter Schiffsbauer geſchildert, dem Waally aufgetragen, ein Canoe für ihn zu bauen, welches ſich in den Kühlten der See halten könne. Dieß paßte vollkommen zu dem Berufe und Ausſehen Brown's, welcher des Rancocus' Zimmermann war und jenes eigenthümliche Mahl hatte. Die Zeit, das Boot, der Bericht von dem Schiffbruche, ſo mager derſelbe ſich auch aus dem, was Jones davon gehört hatte, herausſtellte, und alle die übrigen Umſtände, welche Mark aus des Mannes Bericht entnehmen konnte, beſtärkten ihn in dem Gedanken, ein Theil der Mannſchaft der Lanſch, welche leewärts gegangen, ſei mit dem Leben davon gekommen und befinde ſich in dieſem Augenblick in der Gewalt deſſelben wilden Häuptlings, welcher ſeine Colonie zu verderben drohe. Der Augenblick war jedoch zu dringlich, als daß man die Nachforſchung hätte fortſetzen oder über die nöthigen Mittel, die alten Schiffsgefährten aus einer ſo kläglichen Lage zu retten, berathen können. Die Umſtände forderten den Statt⸗ halter auf, ſeine Aufmerkſamkeit der wichtigen Angelegenheit zuzuwenden, welche ſich unmittelbar darbot. ———— Drittes Kapitel. Wem mag das ſchöne Thal wohl ſein, Das dort in ſanften Schlaf gewiegt, Von milder Luft umgaukelt, liegt? Nichts athmet hier, als Blätter lind: Bewegt vom lauen Abendwind. Nichts tönt, als Bächlein an dem Rain, Das durch die grünen Wieſen rauſcht Und da und dort auf Vöglein lauſcht. Wilſon. Als der Statthalter ſeinen Leuten mittheilte, die Wilden hätten wirklich den Weg auf ihre Inſelgruppe gefunden, über⸗ kam ſie ein nicht geringer Schrecken. Wenige Minuten reichten jedoch hin, ihnen die nöthige Zuverſicht wieder einzuflößen, worauf man der Anordnungen gedachte, welche ihre unmittel⸗ bare Sicherheit forderte. Da man der Befeſtigung des Kraters ſchon früher einige Aufmerkſamkeit zugewendet hatte, wurde dieſer Platz jetzt mit Recht als die Citadelle des Riffes betrachtet. Manche glaubten, das Schiff ſei am leichteſten zu vertheidigen, theils wegen der Ausdehnung des Kraters, theils weil jenes von Waſſer umgeben war; allein in dem Krater und um denſelben befand ſich ſo viel Werthwolles, daß man ihn nicht ohne einen Verluſt auf⸗ geben konnte, dem ſich zu fügen der Statthalter nicht über ſich gewinnen konnte. Das Thor des Kraters bot freilich keine bedeutende Schutzwehr; man hatte aber eine der Karronaden ſo aufgeſtellt, daß ſie es beſtrich, und dieß wurde als genügend erachtet, um jeden gewöhnlichen Angriff abzuweiſen. Wie wir bereits geſagt haben, war die aͤußere Wand des Kraters Wellen bei Sti Dieſer aus den fläche d Höhe v‚ ausgeno Beſuche welche j man ſich ſam gen die Auff lichen C wo der empor k ganze ü die Baſi Fre Mittel beſeitigt bereitet Stützen das letzte Feinde n naden ar ſich nebſ und die ü waren ne Maꝛ 238— obl ſein, gewiegt, t, liegt? r lind em Rain, ſen rauſcht in lauſcht. Wilſon. die Wilden nden, über⸗ ten reichten einzuflößen, te unmittel⸗ üher einige atz jetzt mit he glaubten, wegen der ſer umgeben fand ſich ſo Verluſt auf⸗ cht über ſich reilich keine Karronaden ls genügend n e Wand des — 19— Kraters an ihrer Grundlage ſenkrecht, was wahrſcheinlich den Wellen des Meeres in jener frühen Zeit, wo das ganze Riff bei Sturmwinden von ihnen beſpült wurde, beizumeſſen war. Dieſer ſenkrechte Theil der Felsmaſſe war überdieß, und wohl aus demſelben Grunde, viel feſter, als die gewöhnliche Ober⸗ fläche des Gipfels. Er ſah wie geglättet aus und hatte eine Höhe von achtzehn bis zwanzig Fuß, zwei oder drei Stellen ausgenommen, an welchen Mark und Betts bei ihrem erſten Beſuche des Gipfels emporgeſtiegen waren. Dieſe Stellen, welche ſtets ſchmal waren und nur ſo viel Raum boten, daß man ſich nothdürftig empor helfen konnte, waren längſt unweg⸗ ſam gemacht worden, um Kitty fern zu halten, und als man die Aufmerkſamkeit darauf lenkte, den Platz gegen einen plötz⸗ lichen Einfall zu decken, da hier die einzigen Punkte waren, wo der Feind ohne Leitern oder andere künſtliche Vorrichtungen empor klimmen konnte, hatte man ihn ſo gut geſichert, wie die ganze übrige„äußere Wand,“ denn ſo nannte man gewöhnlich die Baſis des Kraters. Freilich würden kriegsgeübte Feinde, denen die nöthigen Mittel zu Gebote ſtanden, Hinderungen dieſer Art leicht beſeitigt haben; die Wilden konnten jedoch kaum darauf vor⸗ bereitet ſein, ihnen entgegen zu treten. Der Schoner, ſeine Stützen und die Wiege hatten alles vorhandene Holz bis auf das letzte Stück hingenommen und der Bauplatz lieferte dem Feinde nichts dieſer Art. Auf dem Gipfel waren zwei Karro⸗ naden an ſehr geeigneten Stellen aufgepflanzt; zwei befanden ſich nebſt einem der Sechspfünder an Bord des Abraham, und die übrigen Kanonen— drei auf dem Fels ausgenommen— waren noch an Bord des Schiffes. Mark vertheilte ſeine Mannſchaft für die Nacht. Da 238— 240. 4 — 50— Bridget gewöhnlich in der Cajüte des Rancocus wohnte, ließ er ſie ungeſtört dort, verſtärkte aber deſſen Bemannung, indem er Bigelow und Socrates mit ihren Familien dahin ſchickte, während Betts den Befehl über den Krater erhielt und Jones ihm beigegeben wurde. Dieſe Beſatzungen waren freilich klein; aber die Feſtungs⸗ plätze waren, wenn man alle Umſtände in das Auge faßte, ſtark, der Feind ungeſittigt und mit dem Gebrauch der Feuer⸗ waffen unbekanut. Um neun Uhr war Alles geordnet, und die meiſten Frauen und Kinder waren in ihren Betten, obgleich ſich dieſe Nacht Niemand der Kleider entledigte. Mark und Betts kamen, ihrer Verabredung gemäß, an dem Schoner zuſammen, ſobald ihre bezüglichen Pflichten andererſeits dieß erlaubten. Da das Riff eigentlich eine Inſel war, wußten ſie, daß kein Feind den Weg hierher finden könne, ohne zu Waſſer zu kommen oder die kleine Brücke zu überſchreiten, welche, wie bereits gemeldet, über die ſchmale Enge in der Nähe der Quelle führte. Dieß überhob ſie für den Augenblick ziemlich jeder Sorge, obgleich Mark ſeinen Gefährten bereits verſichert hatte, es ſei den Canoe's unmöglich, vor mehreren Stunden das Riff zu erreichen. Keiner der beiden Männer konnte jedoch ſchlafen und ſie zogen es vor, beiſammen und auf dem Ausguck zu bleiben, als ſich allein auf ihren Lagern oder in den Hänge⸗ matten herum zu werfen. Die Unterhaltung drehte ſich, wie man leicht denken kann, um ihre Ausſichten. „Es ſind unſerer ziemlich wenig, Herr, um dieſen Land⸗ ſtreichern entgegen zu treten,“ bemerkte Betts in Folge irgend einer Aeußerung des Statthalters.—„Ich habe hundert und drei Fa⸗ die Kup Burſche müſſen. fünfzehn „S ihrer ab denn wi „J Tabaksſe nicht ſo tigerweiſ Plat iſt Meergra beete ein jetzt Kri iſt Alles „W Ihr zuge Mühe Il zu komm „N ſind— „Sc in dem k Der gelegenen hing, abe „Un heißen, E öhnte, ließ ung, indem iin ſchickte, und Jones Feſtungs⸗ luge faßte, der Feuer⸗ len Frauen dieſe Nacht gemäß, an Pflichten eine Inſel her finden Brücke zu die ſchmale der Sorge, atte, es ſei as Riff zu ch ſchlafen Ausguck zu den Hänge⸗ ſich, wie eſen Land⸗ olge irgend undert und — 51— drei Fahrzeuge verſchiedener Art gezählt, als ſie neulich auf die Kuppe abhielten, und in keinem waren weniger, als vier Burſche, während die größten fünfzig an Bord gehabt haben müſſen. Alle gerechnet, Herr Mark, müſſen ſie zwölf bis fünfzehn hundert kampfgerechte Männer zählen.“ „So hoch ſchlug ich ſelbſt ihre Zahl an, Bob; wenn ihrer aber fünfzehn Tauſend wäxren, müßten wir ſie bekämpfen, denn wir fechten für Alles!“ „Ja, ja, Herr,“ antwortete Betts und entledigte ſich des Tabaksſaftes in der gewöhnlichen Weiſe,„man verzweifelt nicht ſo leicht, und ehe man ſich ergibt, feuert man vernünf⸗ tigerweiſe erſt ein paar volle Lagen ab. Welch ein anderer Platz iſt hier aus dieſen Felſen geworden, Herr, ſeit wir Meergras und Lehm anher brachten, um Melonen⸗ und Gurken⸗ beete einzurichten! Die Zeiten wechſeln, Herr, und wir haben jetzt Krieg. Damals war Alles Ruhe und Frieden, und jetzt iſt Alles Zwiſt und Hader!“ „Wir haben unſere Frauen jetzt hier, und das iſt, wie Ihr zugeben werdet, etwas; Bob, wenn Ihr bedenkt, welche Mühe Ihr Euch gegeben habt, um zu einem ſo großen Glücke zu kommen.“ „Nun ja, Herr, ich gebe zu, daß die Frauen etwas ſind— „Schiff ahoi!“ rief eine Stimme in gutem Engliſch und in dem bewährteſten ſeemänniſchen Ton an. Der Anruf kam von dem Saume der dem Riffe zunächſt gelegenen Inſel, welche mit dieſem durch die Brücke zuſammen⸗ hing, aber nicht von einem der letztern ſehr nahen Punkte. „Um des Himmels willen!“ rief Betts,„was ſoll das heißen, Statthalter?“ „Ich kenne dieſe Stimme,“ ſagte Mark haſtig,„und die ganze Sache ſcheint ſich mir aufzuklären.— Wer ruft den Rancocus an?“ „Iſt jenes Schiff alſo der Rancocus?“ rief die Stimme von der Inſel herüber. „Der Rancoeus und kein anderes,— ſeid Ihr nicht Richard Brown, ſein ehemaliger Zimmermann?“ „Allerdings! Gott grüß' Euch, Herr Woolſton, denn auch ich erkenne jetzt Eure Stimme. Ja, ich bin Richard, und von Herzen freue ich mich, daß ſich Alles ſo wendet. Ich ahnte halb die Wahrheit, als ich dieſen Nachmittag die Spieren eines Schiffes an jener Stelle ſah; aber ich hätte geſtern nicht gehofft, je wieder etwas von dem alten Cocus zu ſehen. Könnt Ihr mir über dieſes Stück Waſſer helfen, Herr?“ „Ihr ſeid allein, Nichard, oder wen habt Ihr bei Euch?“ „Unſerer ſind nur zwei, Herr,— Jim Wattles und ich. Sieben von uns haben ſich in der Lanſch gerettet, denn Herr Hillſon, der Superkargadeur und ein dritter Mann ſtarben, ehe wir das Land erreichten; wir Sieben kamen mit dem Leben davon, obgleich unſerer nur zwei hier ſind.“ „Sind Schwarze bei Euch, Leute von den Inſeln?“ „Nein, Herr. Wir haben ſie vor zwei Stunden, das heißt, ſobald wir die Maſten des Schiffes ſahen, im Stiche gelaſſen; denn wir ſehnten uns, an Bord irgend eines Fahrzeuges zu kommen und dieſer Wilden für immer los zu werden.— Nein, Herr Woolſton, Ihr habt dieſe Nacht Nichts von ihnen zu fürchten, denn ſie ſind viele Meilen fern von hier und haben ſich in den Kanälen verirrt, wo ſie gewiß die Nacht hinbringen müſſen; morgen aber werdet ihr von ihnen hören. Jim und ich hielten uns an unſere Landmarken, die wir zu unſerm Glück e Windes uns, bie ließen n nun hel Bord de menſchen Die teten A dadurch barer M hatte, ne er ſagte nern mit ſeit drei Die ihrem eh die reine halter fi an und! Es Tage zur ſache nac geworden Krater v zu Geſich Hill Boot vo zu ſchütze Die Lanf „„und die r ruft den die Stimme icht Richard denn auch d, und von Ich ahnte hie Spieren itte geſtern s zu ſehen. Herr?“ bei Euch?“ es und ich. denn Herr nn ſtarben, t dem Leben ſeln?“ das heißt, he gelaſſen; yrzeuges zu n.— Nein, n ihnen zu und haben hinbringen Jim und zu unſerm — 53— Glück aufgefunden hatten, und indem wir gerade in des Windes Auge liefen, kamen wir hier heraus. Wir verbargen uns, bis die Canoe's uns nicht mehr ſehen konnten, und dann ließen wir ſo viel Segeltuch fliegen, als möglich war. Und nun helft uns hinüber zu Euch und nehmt uns wieder an Bord des alten Schiffes, Herr Woolſton, wenn Ihr einen Mit⸗ menſchen und einen alten unglücklichen Schiffsgenoſſen liebt!“ Dieß war die ſeltſame Zwieſprache, welche dem unerwar⸗ teten Anrufe folgte. Die Dinge auf dem Riff erhielten dadurch ein ganz anderes Ausſehen. Da Brown ein acht⸗ barer Mann war und Mark ſich ſtets auf ſein Wort verlaſſen hatte, nahm er keinen Anſtand, ſeinem Wunſche zu entſprechen; er ſagte ihm, wo die Brücke ſei und ging den zwei Seemän⸗ nern mit Betts entgegen, nachdem beide Theile ſich gegenſeitig ſeit drei Jahren für todt gehalten hatten. Die zwei wiedergefundenen Männer des Rancocus hatten ihrem ehemaligen Offiziere, wie er es nicht anders erwartete, die reine Wahrheit geſagt; ſie waren allein und der Statt⸗ halter führte ſie zu dem Zeltdache, bot ihnen Erfriſchungen an und hörte ihre Geſchichte. Es fand ſich, daß der„Bericht,“ welchen Jones an dieſem Tage zum erſten Male hatte laut werden laſſen, der Haupt⸗ ſache nach richtig war. Als die Lanſch von dem Schiffe triftig geworden, lief ſie leewärts ab und kam nicht weit von dem Krater vorbei, welchen die Mannſchaft für einen Augenblick zu Geſicht bekam, ohne ihn jedoch erreichen zu können. Hillſon richtete ſein Augenmerk vorzüglich darauf, das Boot vor den überſtürzenden Wellen und den Klippenbänken zu ſchützen, und dieß gab der Mannſchaft Beſchäftigung genug. Die Lanſch wurde in eine der Waſſerſtraßen geworfen, und man gelangte, indem man die Richtung, welche faſt gerade von Oſten nach Weſten lief, im Auge behielt, endlich glücklich über alle Gefahren hinweg und trat leewärts aus den Fels⸗ bänken. Da Jedermann glaubte, das Schiff ſei unwiederbringlich verloren, gab man ſich keine Mühe, zu der Stelle zurück zu kommen, wo man es verlaſſen hatte. Nirgends war eine Inſel zu ſehen, Hillſon beſchloß alſo, nach weſtwärts zu ſteuern, wo er auf Land, welches es auch ſein mochte, zu ſtoßen hoffte. Vorräthe und Waſſer waren bald erſchöpft, und dann kamen die Schrecken, welche ſolche Scenen zur See gewöhnlich begleiten. Hillſon war einer der erſten⸗ die zu Grunde gingen, denn ſeine früheren Ausſchweifungen hatten ihn entkräftet und zu Ent⸗ behrungen untauglich gemacht. Sieben lebten aber noch, als die Lanſch eine Inſel auf der oft erwähnten Gruppe Waally'’s erreichte. Hier fielen ſie in die Hände dieſes unruhigen, krie⸗ geriſchen Häuptlings. Waally behielt die Seemänner als Selaven und behan⸗ delte ſie ziemlich gut, forderte aber von ihnen die ſtrengſte Beachtung ſeiner Intereſſen. Brown wurde als Schiffszimmer⸗ mann bald ſein Liebling und mußte Fahrzeuge für ihn fer⸗ tigen, mit welchen er, wie man glaubte, ſeinen ehrgeizigen Plan ausführen wollte. Man hielt die Männer auf einer kleinen Inſel gefangen und bewachte ſie wie koſtbare Schätze; ſte hatten ſomit keine Gelegenheit, mit irgend einem der Weißen zu verkehren, welche ſich auf anderen Inſeln der Gruppe zeigten. So kam es, daß ſie weder Betts, welcher zwei Monate bei Uruny verweilte, noch Heaton und ſeine Geſellſchaft, welche faſt eben ſo lange auf der Gruppe waren, zu Geſicht bekamen oder auch nur von ihnen hörten. Dieß hatte beiden — the er ſein dem S ſeine A E Krafter weile gewonn auch ſe übrigen den, an unbeſies Br furchtbe ſo hohe Wiedert ſie ſich Nachden Inſel a den Ple und ſo weit die kannten er ſeine Schlüſſe verloren tung zu Ri⸗ aſt gerade h glücklich den Fels⸗ eerbringlich zurück zu war eine zu ſteuern, oßen hoffte. ann kamen h begleiten. denn ſeine nd zu Ent⸗ noch, als de Waally's higen, krie⸗ und behan⸗ die ſtrengſte hiffszimmer⸗ ür ihn fer⸗ ehrgeizigen r auf einer are Schätze; einem der Inſeln der tts, welcher n und ſeine ruppe waren, örten. Dieß — 55— hatte theils ſeinen Grund in der Feindſchaft zwiſchen den beiden Häuptlingen,— Uruni hatte damals das Uebergewicht, — theils in den beſonderen Plänen Waally's, welcher, indem er ſeine Gefangenen emſig an ſeinen Canoe's arbeiten ließ, dem Siege bereits entgegenblickte, welcher auch in der That ſeine Anſtrengungen gegen ſeinen Nebenbuhler krönte. Endlich unternahm Waally den Zug, welcher in ſo großer Kraftentfaltung der Kuppe entgegenzog. Brown hatte mittler⸗ weile das Vertrauen des Häuptlings in ſo hohem Grade gewonnen, daß er Erlaubniß erhielt, Waally zu begleiten und auch ſeinen Schiffskameraden Wattles mitnehmen durfte. Die übrigen Fünf mußten zurückbleiben, um ein Fahrzeug zu vollen⸗ den, an dem ſie ſchon längere Zeit arbeiteten, und welches das unbeſiegbare Kriegscanoe jenes Meeres werden ſollte. Brown und Wattles waren in Waally's Canoe, als das furchtbare Echo die unkundigen Weſen, welche es hörten, in ſo hohem Grade ſchreckte. Sie beſchrieben es als den ſtäͤrkſten Wiederhall, der ihnen je zu Ohren gekommen; auch wußten ſie ſich ihn anfangs ſelbſt nicht zu erklären. Erſt bei genauerm Nachdenken kam Brown nach der Rückkehr auf die Rancocus⸗ Inſel auf den Gedanken, die Weißen, welche, wie man annahm, den Platz im Beſitz hatten, müßten eine Kanone abgefeuert und ſo den ungeheuern Lärm hervorgebracht haben, welcher ſo weit die Klippen entlang raſſelte. Da Brown ſich den unbe⸗ kannten Leuten ſeiner Farbe mächtig zugethan fühlte, behielt er ſeine Vermuthungen für ſich und ſuchte in Folge gewiſſer Schlüſſe hinſichtlich der Lage des Riffes, wo der Rancocus verloren gegangen, Waally's Beſtrebungen eine andere Rich⸗ tung zu geben. Richard Brown war für ſeinen Beruf und ſeine Stellung ein verſtändiger und begabter Mann; er kannte den Cours, welchen die Lanſch geſteuert hatte, und wußte ſich von den Entfernungen, welche ſie durchlaufen, Rechenſchaft zu geben. Nach ſeinen Berechnungen konnte das Riff nicht ſehr weit nördlich von der Kuppe ſein, und als er die Höhen der Ran⸗ cocus⸗Inſel beſtiegen, hatte er in jenem Theile des Meeres aufſtrebendes Land geſehen, oder es doch zu ſehen geglaubt. Auch kam Brown auf den Gedanken, vielleicht ſeien noch Theile des Schiffs auf dem Riffe zu finden, mittelſt deren es ihnen gelingen könnte, den Händen ihrer Tyrannen zu entkommen. Waally lauſchte ſeinen Berichten und Vermuthungen mit der größten Aufmerkſamkeit und die ganze Flotte ſtach am nächſten Tag in See, um dieſen Schatz aufzuſuchen. Nachdem man wieder windwärts gerudert hatte, bis man die Gruppe klar zu Geſicht bekam, hielt Brown nordöſtlich ab,— ein Cours, welcher ihn nach mühevollen vier und zwanzig Stunden unter die Lee der Riff⸗Gruppe brachte. Dieſe Entdeckung an ſich erfüllte Waally's Herz mit Stolz und Freude. Hier waren keine Klippen zu erſteigen, keine geheimnißvollen Berge ſchreckten, kein ſichtbares Hinder⸗ niß ſtellte ſich der Beſitzergreifung entgegen. Das neuentdeckte Gebiet ſchien freilich nicht ſehr werthvoll zu ſein; denn außer nackten Felſen und weiten Strichen, wo Meergras und Schlamm gemiſcht waren, ſah er anfangs wenig, das ſeine Bemühungen lohnen konnte. Man durfte aber Beſſeres hoffen. Es war für Männer, deren früheres Gebiet ſo ſehr von dem Meere begrenzt und umgürtet war, ſtets etwas, einen Raum gefunden zu haben, auf welchem ſie„ein neues Reich“ gründen kounten. Brown wurde jetzt bei jedem Schritt, den man that, zu Rath gezogen und man leiſtete ſeinen Anweiſungen den unbe⸗ dingte größe Richa galter 6 nicht Tauw hande führte einen ein, Waſſe ein Lo T dieſe T einen Gegen dem E Boot ſonder! um ſor zu wer D jener d beſproc Gebiet habe, geſehen nach al geweſen Cours, von den u geben. fehr weit der Ran⸗ 3 Meeres abt. 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Der Abend war jedoch noch nicht gekommen, als man dieſe vorbereitenden Anſtalten traf, und Brown ſchlug Waally einen Ausflug in einigen der beſten Canoe's vor, um die Gegend zu erforſchen. Die Bemannung dieſer Cande's war dem Statthalter auf ſeiner Fahrt zu Geſicht gekommen. Das Boot war bei jener Gelegenheit nicht nur geſehen worden, ſondern der Streifzug war dem Riffe nahe genug gekommen, um ſowohl des Kraters, als der Spieren des Schiffes anſichtig zu werden. Dieß war alſo eine Entdeckung, deren Wichtigkeit kaum jener der Kuppe ſelbſt nachſtand. Nachdem man alle Umſtände beſprochen, kam Waally zu dem Schluſſe, dieß müßte das Gebiet ſein, welches Heaton und ſeine Geſellſchaft aufgeſucht habe, und hier müſſe er jene Kühe finden, welche er einſt geſehen hatte, und nach denen er ſehnlicher verlangte, als nach allen Reichthümern der Erde. Uruni war ſchwach genug geweſen, Fremde, welche ſo ſchätzbare Dinge beſaßen, an — 58— ſeinen Inſeln vorbeizulaſſen; er aber, Waally, war der Mann nicht, welcher eine ſolche Thorheit nachahmte. Auch Brown gab ſich allgemach der Anſicht hin, die weißen Menſchen, welche man ſuchte, müßten hier zu finden ſein. Daß ſich Weiße auf der Gruppe befanden, deutete das Schiff hinreichend an; nach ſeiner Anſicht ſiſchten ſie entweder Perlen, Auſtern, oder ſammelten béche-le-mar, um damit Handel in China zu treiben. Es war auch möglich, daß ſich eine Colonie auf dieſen einſamen Inſeln niedergelaſſen hatte und daß die Geſellſchaft, von welcher er ſo oft hatte ſprechen hören, mit ihren Vorräthen, Heerden u. ſ. w. hierher gekom⸗ men waren. Nicht im entfernteſten war er voverſt auf den Gedanken gekommen, daß er die Spieren des Rancocus hier vor ſich habe; für ihn und Wattles war es aber hinreichend, daß dieſe Leute Chriſten und daß ſie wahrſcheinlich Angel⸗ ſächſicher Abſtammung ſeien. Sobald ſich unſere zwei Seemänner überzeugt hatten, daß der Streifzug in eine falſche Waſſerſtraße gerathen war und ſie in ihren Canoe's nicht weiter vorzudringen vermöchten, beſchloſſen ſie zu fliehen und ſich den Fremden anzuſchließen. Sie erwarteten natürlich ein bewaffnetes und bemanntes Schiff zu finden, das bereit ſei, in See zu ſtechen, ſobald ſeine Offiziere von der Gefahr, welche ihnen drohte, Nachricht erhielten, und wollten lieber deſſen Schickſal theilen, als länger bei Waally verweilen. Die Freiheit beſitzt einen Reiz, für welchen kein anderes Loos eine Entſchädigung zu bieten vermag, und dieſe zwei „alten Seehunde, welche in ihrem urſprünglichen Berufe ihr ganzes Leben wie Pferde gearbeitet hatten, wollten lieber zu ihrer alten Plackerei zurückkehren, als bei Waally in der rohen Fülle des wilden Lebens ausharren. ins imme nach dieß zwei mitth welch Geſch man Frag alten betro⸗ welch ſtand auf l ſpraca wenn bliebe Schri das 2 ließ k werde warer gehoff 6 Watt lings er Mann in, die zu finden utete das entweder um damit „daß ſich ſſen hatte e ſprechen er gekom⸗ ſt auf den cocus hier inreichend, ch Angel⸗ atten, daß war und hermöchten, zuſchließen. ntes Schiff⸗ bbald ſeine Nachricht als länger ein anderes dieſe zwei Berufe ihr n lieber zu in der rohen — 59— Die Flucht war, ſobald es dunkel geworden, ziemlich leicht ins Werk zu ſetzen; denn Brown und Wattles waren faſt immer an dem Lande geweſen, indem ſie vorgaben, ſie müßten nach dem Gehaben dieſer fremden Coloniſten umſchauen und dieß ſei nur durch Zeichen möglich, welche ſie allein verſtünden. Dieß iſt der kurze Umriß der Erläuterungen, welche die zwei wiedergefundenen Seemänner ihren früheren Offtzieren mittheilten. Der Statthalter erzählte ihnen dagegen, auf welche Weiſe das Schiff gerettet worden und gedachte kurz der Geſchichte der Colonie bis zu dem jetzigen Augenblicke. Als man ſich in dieſer Art ausgeſprochen hatte, kam natürlich die Frage, was nun zu thun ſei, an die Reihe. So ſehr ſich Brown und ſein Gefährte auch freuten, ihre alten Schiffsgenoſſen gefunden zu haben, fühlten ſie ſich doch betroſſen, daß kein ſegelfertiges Schiff vorhanden war, in welchem ſie in See ſtechen konnten. Sie nahmen keinen An⸗ ſtand zu erklären, ſie würden, hätten ſie den Stand der Dinge auf dem Riffe gekannt, die Wilden nicht verlaſſen haben; ſprachen ſich auch dahin aus, ſie würden ihren neuen Freunden, wenn ſte bei Waally und in ihren bisherigen Verhältniſſen blieben, ſich nützlicher erweiſen können, als dieß nach dem Schritte, den ſie jetzt gethan, möglich wäre. Die Reue oder das Bedauern kam aber zu ſpät; und da ſie einmal hier waren, ließ keiner der beiden Seemänner einen andern Entſchluß laut werden, als den, in dem Dienſte, in den ſie nun eingetreten waren, ehrlich, wenn auch nicht ſo frohen Herzens, als ſie gehofft hatten, zu verharren. Der Statthalter und Betts bemerkten, daß Brown und Wattles vor der kriegeriſchen Tapferkeit des indianiſchen Häupt⸗ lings große Achtung hatten. Sie bezeichneten ihn nicht nur als — 60— einen kühnen, ſondern auch als einen gewandten Krieger, voller Scharfſinn und Verſchlagenheit, wenn es galt, ſolche Gaben in das Spiel zu bringen. Die Anzahl ſeiner Begleiter belief ſich jedoch, wie Brown dem Statthalter verſicherte, nicht auf neunhundert, während man von der Kuppe deren über tauſend zählen zu müſſen glaubte. Wie es ſich jetzt ergab, waren viele Weiber in den Canoe's. Ueberdieß war Waally nicht ganz ohne Feuerwaffen. Er hatte ein Dutzend alte, ſchlechte Flinten und was mehr war, er hatte eine kleine Kanone, einen Vierpfünder. Die Munition war jedoch ſehr ſpärlich und Kanonenkugeln waren nur drei in ſeinem Beſitze. Dieſe Kugeln waren während ſeiner Kämpfe mit Uruni öfter abgefeuert worden, und man hatte Tage damit hingebracht, daß man ihnen, wenn ſie gebraucht worden, nachjagte, um ſie wieder in das Magazin des Häuptlings zu ſchaffen. Brown wollte nicht behaupten, daß ſie viel Unheil angerichtet hätten, denn ſie waren ſtets aus weiter Ferne abgefeuert worden und ohne daß man es verſtanden hätte, ſicher zu zielen. Vor einem halben Jahrhundert verſtand die große Maſſe der Chriſten noch wenig von der Kunſt, eine Kanone kunſtgemäß zu richten, und es iſt daher nicht ſehr überraſchend, wenn die Wilden wenig oder nichts davon wußten. Waally's Kanonire konnten, nach dem, was Brown von der Sache erzählte, nie dahin gebracht werden, zu begreifen, daß die Kugel nicht genau mit der Oberfläche der Kanone parallel laufe, und zielten ſtets zu hoch, indem ſie den Lauf der Kanone als ihr Richtmaaß annahmen. Dieß iſt auch bei der Büchſe u. ſ. w. in der Hand des Unerfahrenen oft der Fall, denn indem ſie zu eifrig nach dem Ende ihrer Waffe hinſehen, heben ſie dieſe zu hoch und ſchießen über ihr Ziel weg. „voller Gaben er belief icht auf tauſend waren fen. Er hr war, Nunition nur drei it Uruni gebracht, , um ſie Brown t hätten, den und or einem Chriſten u richten, e Wilden konnten, nie dahin enau mit lten ſtets Lichtmaaß der Hand ifrig nach hoch und — 61— Nach Brown's Anſicht war von den Feuerwaffen des wilden Häuptlings nur wenig zu beſorgen. Spieß und Keule waren die zu fürchtenden Waffen, und mit dem Gebrauche, dieſer Wehren waren die Inſelbewohner ſehr vertraut. Aber am meiſten mußte der große Abſtand in der Zahl beunruhigen⸗ Als Brown erfuhr, wie nahe man daran ſei, den Schoner vom Stapel laufen zu laſſen, bat er den Statthalter dringend, ihn und Bigelow ſogleich an das Werk gehen und ihn ablaufen zu laſſen. Alles Nöthige zu einem Kreuzzuge befand ſich bereits an ſeinem Bord, ſelbſt die Vorräthe und das Waſſer waren eingenommen worden, denn man hatte dieſe Anordnungen getroffen, da man ihn mit beſchlagenen Segeln in das Waſſer bringen wollte; war er in dem Waſſer, mußte er ſich nach Richard's Meinung als ein wichtiges Verthei⸗ digungsmittel erweiſen. In dem ſchlimmſten Falle konnten alle auf dem Riff Anweſenden an Bord genommen werden, und indem man durch eine der Waſſerſtraßen, wo keineé Canve's ſtanden, abhielt, ſich auf das offene Gewäſſer retten. Dort konnte Waally ihnen nichts anhaben, und ſie mochten ſich dann von den Umſtänden leiten laſſen. Woolſton theilte dieſe Anſicht nicht ganz. Er liebte das Riff; es war ihm in ſo vielen Beziehungen theuer geworden, daß er ſich mit dem Gedanken, es zu verlaſſen, nicht befreunden konnte. Er ſah zu viel Werthvolles gefährdet, von dem Schiffe nicht zu reden, welches ohne Zweifel ein Raub der Flammen wurde, wenn ſich die Indianer nur einen Tag hier hielten. In dieſem Schiffe war er zur See geweſen; in dieſem Schiffe war er getraut worden; in dieſem Schiffe war ſeine Tochter geboren worden; und in dieſem Schiffe wohnte Bridget ſo gern, lieber noch, als droben in dem herrlichen, reizenden Eden⸗Garten. Das Schiff durfte den Wilden nicht überliefert werden, ohne daß man kämpfte. Auch glaubte Mark nicht, daß etwas gewonnen würde, wenn man die Leute ihrer Nachtruhe beraubte und ſie in ſo ungewöhnlichen Stunden an die Arbeit ſtellte. Früh am Morgen, mit dem grauenden Tage, wollte er Bigelow unter des Schoners lebendigem Werke haben; er ſah keine Veran⸗ laſſung, daß er im Dunkeln ſich abmühe. Der Ablauf war ein bedenkliches Geſchäft, und in der Nacht konnte ſich leicht ein Unfall begeben. Nachdem man die Sache reiflich beſprochen hatte, begaben ſich Alle zur Ruhe, während eine der Frauen auf dem Krater, die andere an Bord des Schiffs auf dem Ausguck blieb; denn man zog die Frauen bei dieſer Gelegenheit den Männern vor, damit dieſe ſich für den bevorſtehenden Kampf Kräfte ſammelten. Am nächſten Morgen zur feſtgeſetzten Stunde und mit dem erſten Tageslichte war Alles auf dem Riff in Bewegung. Die Nacht war ohne Störung vorübergegangen, und die weib⸗ lichen Schildwachen hatten, was vielleicht bemerkenswerth iſt, keinen falſchen Lärm gemacht. Sobald ein Ausblick von dem Gipfel dem Statthalter Grund gab, zu glauben, Waally ſei ihm nicht ſehr nahe, befahl er, alle Anſtalten zu treffen, um Freund Abraham White vom Stapel laufen zu laſſen. Ein paar Stunden Arbeit waren noch nöthig, um dieſen erwünſchten Zweck zu erreichen und alle„Hände“ waren bald in lebhafter Thätig⸗ keit. Ein Theil der Frauen bereitete das Frühſtück, die andern trugen Pulver und Blei an die verſchiedenen Kanonen, während Betts die Runde machte und ſie lud; Andere endlich brachten alle die Gegenſtände von Werth in Sicherheit, welche in dem Eifer jetzt t wurde 2 Auger oder d Männ zu ſche wollte G J Arbeit Colon ſeit ein auf d war. ſehr z1 mann Ordnu D gefährl ſtückten platzes ſie ſich dem Kr. M der Qu von de wir ber ſich me platz de rliefert würde, in ſo üh am ) unter Veran⸗ nuf war h leicht begaben Krater, b; denn ern vor, nmelten. und mit wegung. hie weib⸗ derth iſt, atthalter )r nahe, Abraham Stunden Zweck zu Thätig⸗ e andern während brachten e in dem — 63— Eifer den vorhergehenden Abend vergeſſen worden waren und jetzt theils in den Krater, theils an Bord des Schiffes geſchafft wurden. Als der Statthalter die Befeſtigungen bei Tageslicht in Augenſchein nahm, beſchloß er, den Eingang in den Krater oder den Thorweg beſſer zu vermachen. Er rief auch einige Männer auf, die Enterhaken und Flechtinge aus dem Schiffe zu ſchaffen, das in dieſer Hinſicht gut verſehen war, denn man wollte ſich die Fejec's nicht zu nahe kommen laſſen. In Folge dieſer zwei Nebenbeſchäftigungen wurde die Arbeit an der„Wiege“ verzögert; und als ſich die ganze Colonie an das Frühſtück begab,— die Sonne mochte jetzt ſeit einer Stunde herauf ſein,— war der Schoner noch nicht auf dem Waſſer, obgleich dieſer Augenblick nicht mehr fern war. Mark kündigte an, es ſei kein Grund vorhanden, ſich ſehr zu beeilen, indem nirgends ein Canve zu ſehen ſei und man noch Zeit genug habe, um Alles mit Ruhe und in Ordnung abzuthun. Dieſes Gefühl der Sicherheit hätte der ganzen Geſellſchaft gefährlich werden können. Die Mehrzahl der Männer früh⸗ ſtückten unter dem Sonnenzelte, das in der Nähe des Arbeits⸗ platzes war, während die Frauen es da zu ſich nahmen, wo ſie ſich gewöhnlich aufhielten. Einige der letzteren waren in dem Krater, andere in dem Schiffe. Man wird ſich erinnern, daß das Sonnenzelt in der Nähe der Quelle aufgeſchlagen worden, und daß dieſelbe nicht weit von der Brücke entfernt war. Dieſe Brücke verband, wie wir bereits bemerkt haben, das Riff mit einer Inſel, welche ſich meilenweit ausdehnte und urſprünglich den Haupttummel⸗ platz der Schweine abgegeben hatte, nachdem die Ueberfluthung — 64 Sie beſtand bloß aus zwei langen Schiffs⸗ chszig Fuß weit war. Er vorüber war. planken, da die Kluft nur fünfzig bis ſe Der Statthalter aß jetzt ſelten mit ſeinen Leuten. war mit der menſchlichen Natur hinreichend bekannt, um zu wiſſen, daß man Vertraulichkeit vermeiden müſſe, wenn man gebieten wolle. Ueberdieß gibt es für den Gebildeten kein unangenehmeres Zuſammenſein mit Ungebitdeten und Rohen, als das am Tiſche. So konnte man von Bridget kaum erwarten, daß ſie mit den Frauen der Seemänner ſpeiſe, und Mark wünſchte natürlich, mit ſeiner Familie zu eſſen. Bei dieſer Gelegenheit hatte er, wie gewöhnlich, ſein Mahl in der Cajüte des Rancocus eingenommen, und war zu dem Sonnenzelte herangekommen, um zu ſorgen, daß die Arbeit ſogleich nach dem Frühſtücke wieder aufgenommen würde. Als er eben im Begriffe war, die nöthigen Befehle zu geben, hallte die Luft von furchtbarem Geſchrei wieder, und eine Fluth von Wilden ſtrömte aus einer Oeffnung in den Felſen über die Fläche der„Schweineweide,“ wie das anſtoßende Feld genannt wurde, und ſtürmte in vollem Haufen auf den Krater zu. Sie waren, einem der Kanäle folgend, an den Felſen entlang gekrochen und brachen nun auf zwei hundert Schritte vor dem Punkte, welchen ſie anzugreifen beabſichtigten, aus dem Verſtecke. Der Statthalter benahm ſich in dieſem bedrohlichen Augen⸗ blicke bewundernswürdig. Klar, ruhig, raſch erfolgten ſeine Befehle. Indem er Bigelow und Jones namentlich aufrief, befahl er ihnen, die Brücke zu beſeitigen, was leicht war, indem man mittelſt der Rollen, die zu dieſem Zwecke längſt bereit gehalten wurden, die Planken herüberholte. Wenn die Brücke die Ste Inſula ſchwim W nichts, ihnen n bauplat breiten trennte. um; b bindung ſeine C man ſie Schüſſe Lärm beträcht Di Gegelle waren Auf den mit Ka der Bru Meile; ſo weit auf dem Theil de beſtrich. wählte eine Ar 238- n Schiffs⸗ weit war. euten. Er nt, um zu wenn man ldeten kein uind Rohen, idget kaum ſpeiſe, und en. hnlich, ſein n, und war orgen, daß ufgenommen Befehle zu wieder, und sung in den as anſtoßende ufen auf den end, an den zwei hundert veabſichtigten, lichen Augen⸗ rfolgten ſeine ntlich aufrief, s leicht war, Zwecke längſt te. Wenn die — 65— Brücke abgeſchlagen war, konnte der Kanal in jeder Beziehung die Stelle eines Waſſergrabens vertreten, obgleich die Südſee⸗ Inſulaner ſich wenig daraus machten, über denſelben zu ſchwimmen. Waally's Mannſchaft wußte natürlich von dieſer Brücke nichts, noch ahnten ſie das Daſein eines Waſſerbeckens zwiſchen ihnen und ihrer Beute. Sie ſtürzten gerade auf den Schiffs⸗ bauplatz zu und wild war ihr Wuthgegelle, als ſie einen breiten Waſſerſtreifen gewahrten, welcher ſie von den Weißen trennte. Natürlich ſahen ſie ſich nach dem Verbindungspunkte um; bereits aber waren die Planken weggerollt und die Ver⸗ bindung aufgehoben. In dieſem Augenblicke ließ Waally alle ſeine Gewehre losſchießen und die Kanone auf dem Floß, wo man ſie aufgeſtellt hatte, löſen. Niemand wurde durch dieſe Schüſſe beſchädigt, obgleich der Lärm furchtbar war— und Lärm galt in der Kriegsführung jener Zeit und Gegend für beträchtlich viel. Die Reihe kam nun an die Coloniſten. Bei dem erſten Gegelle waren Alle zu den Waffen geeilt und in einer Minute waren alle Poſten, die der Männer, wie der Frauen, beſetzt. Auf dem Hintertheile des Schiffes war eine Kanone aufgepflanzt, mit Kartätſchen geladen und ſo gerichtet, daß ſie das Bereich der Brücke beſtrich. Die Entfernung betrug freilich eine volle Meile; Betts hatte aber die Kanone gehoben, um die Ladung ſo weit als nöthig fliegen zu laſſen. Die andern Karronaden auf dem Gipfel waren ſo gerichtet, daß ſie den zunächſt gelegenen Theil der„Schweineweide,“ welcher jetzt von Wilden wimmelte, beſtrich. Waally ſelbſt war an der Spitze ſeiner Leute und wählte eben eine Schaar aus, welche an das ſandige Ufer— eine Art verlornen Poſtens— ſchwimmen ſollte. 238— 240. 5 — 66— Keine Zeit war zu verlieren. Juno, eine wahre Heldin in ihrer Art, ſtand an der Kanone auf dem Hintertheile des Schiffes, während Dido jene auf dem Gipfel bediente; jede ſchwang eine brennende Lunte oder blies ſie an. Der Statt⸗ halter gab der letztern das verabredete Zeichen und ſie legte die Lunte an. Das Traubenfeuer raſſelte ungeſtüm die Fläche der gegenüber liegenden Felſen entlang und ſchlug wenigſtens ein Dutzend von Waally's Mannſchaft nieder. Drei blieben auf der Stelle und die übrigen waren ſchwer verwundet. Ein Gellen folgte und ein junger Häuptling ſtürzte mit wüthendem Gebrüll auf die Enge zu, als wollte er über den Abgrund ſetzen. Hundert Krieger folgten ihm. Mark gab jetzt Juno das Zeichen. Dieſes furchtloſe Mäd⸗ chen verlor nicht einen Augenblick, ſondern legte im Nu die Lunte an. Das Traubenfeuer pfiff dem Riff entlang⸗ flog über die Enge und ſchlug in den dichteſten Haufen der Angreifer. Dieſer Schuß machte abermals ein Dutzend kampfunfähig. Waally ſah jetzt, daß der entſcheidende Augenblick da war, und ſeine Anſtrengungen, den verlornen Grund wieder zu gewinnen, waren ſeines Rufes würdig. Er rief ſeine Schwim⸗ mer auf und ſie warfen ſich auf ſeinen Befehl dutzendweiſe in das Waſſer. Der Statthalter hatte ſeine Umgebungen auf ihren Poſten angeſtellt. Bigelow und Jones befanden ſich auf dem Abraham, wo zwei Karronaden durch die Spiegelpforten gerichtet waren und eine Batterie abgaben, welche die„Schweineweide“ beſtrich, die, wie vorherzuſehen, der Kampfplatz werden mußte, wenn der Feind zu Land herankam, da dieß die einzige Inſel war, die dem Riff nahe genug lag, um ſich zu einem ſolchen Zwecke zu eignen. M gewafft man il jungen war z lebendi Mark an die 2 ſchlagt ich die laſſen D zu rüh hören, inmitte löſten ganze von A Waallr ganze wo ihr mit ein und M So beſ gewach unter 2 N. ihre Heldin ertheile des diente; jede Der Statt⸗ ind ſie legte n die Fläche wenigſtens Drei blieben pundet. Ein wüthendem den Abgrund chtloſe Mäd⸗ im Nu die ug, flog über er Angreifer. ampfunfähig. blick da war, d wieder zu eine Schwim⸗ tzendweiſe in ihren Poſten dem Abraham, erichtet waren chweineweide“ werden mußte, einzige Inſel einem ſolchen — 67— Mark ſelbſt, von Brown und Wattles begleitet, alle gut gewaffnet, bildeten das Reſervecorps, um überall zu ſein, wo man ihrer bedurfte. In dieſem wichtigen Augenblicke kam dem jungen Statthalter ein glücklicher Gedanke ein. Der Schoner war zum Ablaufen fertig. Die Reſerve war unter ſeinem lebendigen Werke, wo der Bauplatz eine Art Schutzwehr bot. Mark war eben an einem der Balkenſtützen, als Brown bis an die Zähne gewaffnet, an den andern trat. „Legt Eure Waffen ab,“ rief der Statthalter,—„und ſchlagt Eure Stütze weg, Richard!— Nieder damit, während ich dieſe weghaue. Achtung! ihr auf dem Deck, denn wir laſſen Euch vom Stapel laufen.“ 3 Dieſe Worte waren kaum heraus, als der Schoner ſich zu rühren begann. Alle Coloniſten ließen jetzt ein Hurrah hören, der Abraham lief ab und ſchoß, wie ein Sturmboot, inmitten der Schwimmer. Während er ſich am tiefſten ſenkte, löſten Bigelow und Jones ihre Karronaden, deren Kugeln das ganze Becken in Schaum hüllten. Einer ſolchen Verbindung von Angriffsmitteln konnten die Wilden nicht widerſtehen. Waally war augenblicklich in die Flucht geſchlagen. Seine ganze Schaar zog ſich in die Höhlungen am Kanale zurück, wo ihre Boote lagen, während die Schwimmer und Nachzügler ſich ſo ſchnell als möglich zerſtreuten. Kein Augenblick war zu verlieren. Der Abraham wurde mit einem dicken Troß, wie zu geſchehen pflegt, aufgebracht, und Mark, Brown und Wattles begaben ſich alsbald an Bord. So beſtand ſein Volk jetzt aus fünf Mann, die in jeder Weiſe gewachſen waren, ihn zu handhaben. Alle übrigen blieben unter Betts Befehl auf dem Riffe. Nach zwei Minuten waren die Segel beigeſetzt, der Schoner 5*½ ſchoß voran und wendete um die Lehm⸗Inſel, oder die ehe⸗ malige Lehm⸗Inſel; denn ſie hing jetzt mit der„Schweine⸗ weide“ zuſammen, um in das Waſſer zu treten, in welchem Waally's Canoe's hielten. Dieſe Waſſerſtraße war eine Viertel⸗ meile breit und bot Raum, ſich zu bewegen. Obgleich der Schoner in ſehr entſchiedener Weiſe auf einen Kampf abhielt, ſo war Mark doch kaum geſonnen, mit den Wilden handgemein zu werden. Der Abraham ſtand gut nach windwärts, und hatte viel Raum; Mark ließ ihn daher wenden, gieren, zur Seite ſchießen und andere ſeemänniſche Künſte dieſer Art ausführen, während ſeine Leute die Kanonen mit möglichſter Eile luden und abfeuerten. Wie es gewöhnlich bei ſolchen Gelegenheiten geht, war des Lärms und Dampfes mehr, als des vergoſſenen Blutes; es war deſſen aber hin⸗ reichend, um den Sieg zu ſichern. Die Wilden geriethen bald in einen paniſchen Schrecken und kein Befehl Waally's hielt ſie von der Flucht zurück. Sie ruderten nach leewärts davon und boten alle ihre Kräfte auf, um Verfolgern zu entgehen, welche, wie ſie glaubten, mörderiſch darauf erpicht waren, ſie bis auf den letzten Mann zu tödten. Nie folgte einem Kampfe eine weniger zweideutige Flucht. Obgleich der Statthalter alles Ernſtes handelte, war er doch keineswegs halb ſo blutdürſtig, als ſeine flüchtigen Feinde glaubten. Die Klugheit ſagte ihm, er dürfe ſich den Canve's nicht eher nähern, als bis er vollen Seeraum um ſich habe. Der Cours, welchen ſie ſteuerten, mußte ſie in drei bis vier Stunden ſämmtlich aus der Gruppe in die offene See führen, und er beſchloß, ſie in einer paſſenden Entfernung zu verfolgen, und nur durch gelegentliche Winke aus ſeinen Kanonen ihre Flucht zu beſchleunigen. D weitem rend d Schone aber il um vor einen r erwies. E wo die jedoch ſolchen Je denn er Beman war eit Wattles erkannte Di ihn. C ſandten, ſchlug il keit, mi die Spr Eine di gelehrt. Es werden führte i des Sch die ehe⸗ ſchweine⸗ welchem Viertel⸗ auf einen mit den gut nach )on daher nänniſche Kanonen ewöhnlich Dampfes aber hin— then bald ly's hielt rts davon entgehen, varen, ſie n Kampfe , war er gen Feinde n Canoe's ſich habe. ei bis vier ee führen, verfolgen, nonen ihre — 69— Die Bemannung des Abraham's war auf dieſe Weiſe bei weitem am beſten daran; denn ſie hatte nur zu ſegeln, wäh⸗ rend die Wilden alle ihre Ruder brauchen mußten, um dem Schoner aus dem Wege zu gehen; ſie ſetzten auch Segel bei, aber ihre Eile unter den Kokosnus-Segeln reichte nicht aus, um von Freund Abraham White klar zu kommen, der ſich als einen raſchen Segler und als leicht zu handhabendes Fahrzeug erwies. Endlich ſah Waally ſeine Flotte auf dem offenen Meere, wo die Jagd, wie er hoffte, ſich endigen würde. Er hatte ſich jedoch in dem Gange der Dinge geirrt, wenn er ſich einer ſolchen ſchmeichelhaften Hoffnung hingab. Jetzt erſt begann der Statthalter die Jagd alles Ernſtes, denn er bohrte drei Fahrzeuge in den Grund und machte die Bemannung eines derſelben zu Gefangenen. In dieſem Canoe war ein junger Häuptling, in welchem Richard Brown und Wattles ſogleich einen Lieblingsſohn des kriegeriſchen Waally's erkannten. Dieß war ein ſehr wichtiger Fang, und Mark benützte ihn. Er wählte unter den Gefangenen einen paſſenden Ge⸗ ſandten, ſchickte ihn mit einem Palmzweige zu Waally und ſchlug ihm eine Auswechſelung vor. Man fand keine Schwierig⸗ keit, mit den Wilden zu verkehren, da Brown und Wattles die Sprache der Eingeborenen mit großer Geläufigkeit redeten. Eine dreijährige Gefangenſchaft hatte ſie dieß wenigſtens gelehrt. Es dauerte geraume Zeit, ehe Waally dahin gebracht werden konnte, der Ehre ſeiner Feinde zu vertrauen. Endlich führte ihn die Liebe zu ſeinem Kinde wohlbehalten an Bord des Schoners, und der Statthalter ſah dieſen furchtbaren 70 Häuptling von Angeſicht zu Angeſicht. Er fand in ihm einen verſchlagenen, begabten Wilden. Er hatte jedoch das Herz nicht, ſeine Liebe zu dem Sohne zu verhehlen, und dieſe Liebe wollte Mark Woolſton benutzen. Waally bot Canoe's, Federngewänder, Wallſiſchzähne und alles, was in den Augen ſeiner Leute Werth hatte, für die Auslieferung ſeines Sohnes. Mark dachte aber nicht an einen ſolchen Austauſch. Er verſprach, den Sohn in die Arme ſeines Vaters zurück zu liefern, ſobald die fünf Seemänner, welche er noch auf ſeiner befeſtigten Inſel gefangen hielt, an Bord des Schoners gebracht würden. Wurde dieſe Bedingung nicht angenommen, ſo mußte der Jüngling ſich dem Schickſale fügen, das im Gefolge des Krieges iſt. In der Seele des wilden Häuptlings entſtand ein mäch⸗ tiger Kampf zwiſchen der Liebe zu ſeinem Sohn und dem Wunſche, die Gefangenen zu behalten. Nach vielen Ausflüch⸗ ten, Liſten und Kunſtgriffen ſiegte die erſtere, und der Vertrag wurde abgeſchloſſen. Den Bedingungen zufolge führte der Schoner die Flotte der Canve's bis zu Waally's Gruppe, was leicht war, da Mark nicht nur die Richtung im Allgemeinen, ſondern Länge und Breite kannte. Bei der Ankunft dort machte Waally ſich verbindlich, einen Boten nach den See⸗ männern abzuſenden, ſelbſt aber an Bord des Abraham bis zur Auswechſelung zu verweilen. Der Häuptling wünſchte Bedingungen einzuflechten, in Folge deren die Coloniſten ihm hilfreiche Hand liehen, Uruni, welcher eher eingeſchüchtert als beſiegt war, völlig zu Paaren zu treiben; Mark wies einen ſolchen Vorſchlag aber weit von ſich. Er war eher geneigt, den gutmüthigen Uruni zu unter⸗ ſtützen, als zu ſeiner Unterwerfung beizutragen, und beſchloß⸗ halt ſta ſtehender des Sch Nesham zu ſein. ſeine An den Abr es blieb Nacht a Na durch die unter ku Waally nung eit Der und brau bis er W hm einen das Herz ieſe Liebe gähne und ‚für die an einen die Arme eemänner, hielt, an Zedingung Schickſale ein mäch⸗ und dem Ausflüch⸗ er Vertrag führte der uppe, was lgemeinen, kunft dort den See⸗ raham bis echten, in en, Uruni, zu Paaren r weit von i zu unter⸗ d beſchloß, — 71—. ehe er von der beabſichtigten Reiſe zurückkehrte, eine Zuſammen⸗ kunft mit ihm zu veranlaſſen. Ohne Betts' eifrige Dazwiſchenkunft hätte einiger Aufent⸗ halt ſtattfinden müſſen, da Mark ſeine Gattin von der bevor⸗ ſtehenden Reiſe zu unterrichten wünſchte. Als Bob die Segel des Schoners nach leewärts verſchwinden ſah, bemannte er den Neshamony und folgte ihm, um nöthigenfalls bei der Hand zu ſein. Im Fall eines Schiffbruches, zum Beiſpiele, konnte ſeine Anweſenheit von dem größten Nutzen ſein. Er trat an den Abraham heran, als der Vertrag abgeſchloſſen war, und es blieb ihm volle Zeit, die Nachricht vor der einbrechenden Nacht auf den Krater zu bringen. Nachdem dieſe Angelegenheit abgethan war, kehrte Betts durch die Kanäle des Riffes zurück, und der Statthalter hielt unter kurzen Segeln in nordweſtlicher Richtung ab, während Waally's ſämmtliche Canoe's, Flöße u. ſ. w. in der Entfer⸗ nung einer kleinen Meile ihm ſpiegelwärts folgten. Viertes Kapitel. Dich ſchrecke nicht das Wort„Leb' wohl!“ Als kläng’s wie Todtenglocken bohl. Nur eitel iſt oft ſolches Bangen; So wechſelvoll ſind unſre Tage, Daß raſch zum Jubel wird die Klage, Und, lang getrennt, wir wieder uns umfangen. Bern. Barton. Der Abraham hatte einen Theil ſeiner Segel geborgen und brauchte, indem er todt vor dem Winde lief, drei Tage, bis er Waally's Inſeln zu Geſicht bekäm. Die kleinen Canoe's ——— hielten windwärts auf die Gruppe ab und traten alle in die für ſie beſtimmten Buchten, während der Schoner auf der hohen See blieb und, mit ſeinen Geißeln an Bord, der Erfül⸗ lung des Vertrages gewärtig war. Am nächſten Tag erſchienen Waally's Leute wieder, und in ihrem Geleite waren Dickinſon, Harris, Johnſon, Edwards und Bright, die fünf Seemänner des Rancocus, welche man ſo lang als Gefangene zurückgehalten hatte. Der wilde Häupt⸗ ling trennte ſich mit großem Widerſtreben von dieſen Männern, aber er liebte ſeinen Sohn mehr noch als die Macht. Das Entzücken der Leute ſelbſt läßt ſich nicht beſchreiben. Sie fühlten ſich nicht nur glücklich, ſich frei zu wiſſen, ſondern ihre Freude wurde noch geſteigert, als ſie hörten, in weſſen Hände ſie gefallen waren. Dieſe Männer waren alle unbeweibt geblieben und kehrten nun, durch kein Band zurückgehalten, zu ihrer„Farbe“ zurück, denn„zu ihrer Flagge“ würde ein nicht ganz geeigneter Aus⸗ druck ſein. Sie machten den Abraham ſofort zu einer wahren Macht in jenem Theile der Welt. Mit zwölf tüchtigen Seemännern, die ſtark, kräftig und geſund, das Schiff ohne Mühe handhaben konnten, und mit zwei Karronaden und einem langen Sechspfünder überkam den Statthalter ein Gefühl, als könne er ſich in die politiſchen Angelegenheiten der umliegenden Staaten mit der beſten Aus⸗ ſicht auf Erfolg miſchen. Wahrſcheinlich war Waally derſelben Anſicht; denn er bemühte ſich von neuem, den Vertrag dahin auszudehnen, daß Uruni ganz beſeitigt und die Herrſchaft über dieſes ganze Gebiet ihnen Beiden anheim gegeben würde. Woolſton fragte Waally, in wiefern er aus einem ſolchen Gehaben Nutzen ziehen Geſicht Riffe, T Wink ſich fü fernzul ein Zu⸗ Wohnn D Folge, und al heiterſte M Auge. Gebiet genomn erbeutet hatte, 1 Häuptli Jot zugethar Sorge, Kanonen ſechs St wackern zu ſchütt Jahren des wied das Dech lle in die auf der der Erfül⸗ der, und Edwards elche man de Häupt⸗ Männern, cht. Das ven. Sie ndern ihre ſen Hände nd kehrten e“ zurück, neter Aus⸗ er wahren räftig und „und mit berkam den politiſchen deſten Aus⸗ ; denn er szudehnen, ieſes ganze lſton fragte ben Nutzen — 73= ziehen könne? worauf der ſchlaue Wilde ihm mit dem ernſteſten Geſichte ſagte, er, Mark, könne, außer ſeinem Gebiet auf dem Riffe, Rancoeus⸗Inſel für ſich behalten! Der Statthalter dankte ſeinem Machtgenoſſen für dieſen Wink und nahm nun Veranlaſſung, ihn zu verſichern, daß ſich für die Zukunft alle Canoe's von der Rancocus⸗Inſel fernzuhalten hätten; die Inſel gehöre ſein, und wenn wieder ein Zug dort auf Beſuch erſchiene, würde er dieſen in Waally's Wohnungen zurück geben. Dieſe Antwort hatte eine ungeſtüme Verhandlung zur Folge, in welcher Waally ſich einigemal ein wenig vergaß; und als er Abſchied nahm, geſchah dieß nicht in der aller— heiterſten Laune. Mark faßte nun den Stand der Dinge um ihn in das Auge. Jones kannte Uruni genau; denn er hatte auf deſſen Gebiet gewohnt, bis dieſes von ſeinem mächtigen Feinde ein⸗ genommen wurde, und der Statthalter ſchickte ihn in einem erbeuteten Canoe, deren er mehrere an dem Schoner behalten hatte, um ſich ihrer gelegentlich zu bedienen, ab, um jenen Häuptling aufzuſuchen. Jones, welcher dem unglücklichen Häuptlinge von Herzen zugethan war, hatte den Auftrag zu unterhandeln. Man trug Sorge, ihn an der rechten Stelle und unter dem Schutze der Kanonen des Abraham an das Land gehen zu laſſen, und ſechs Stunden ſpäter hatte Mark die Freude, dem guten, biedern, wackern Uruni auf dem Hinterdecke ſeines Schoners die Hand zu ſchütteln. So viel der Häuptling auch in den letzten zwei Jahren gelitten und verloren hatte, überglänzte doch ein Strahl des wiederkehrenden Glückes ſein Antlitz, als er den Fuß auf das Deck des Schoners ſetzte. Der Statthalter empfing ihn — 22— , und die Scene hatte etwas wahrhaft rührendes. ehrenvoll Mark dankte ihm für ſeine Güte gegen ſeine Gattin, ſeine Schweſter, Heaton und ſeinen Freund Bob. Streng genommen wäre Mark Woolſton ohne dieſe Güte vielleicht noch der unglückliche Einſiedler, welcher der nöthigen Mittel entbehrte, um zu ſeinen Mitmenſchen zurückzukehren, und wohl ſein ganzes Leben in dieſer Lage zu bleiben verdammt geweſen. Er geſtand jetzt ſeine großen Verpflichtungen offen zu, und Uruni vergoß Thränen der Freude, als er hörte, daß man ſeines Wohlwollens eingedenk war, und es in ſo hohem Grade würdigte.— Die Philoſophen haben die Frage lange hin und her beſprochen, ob gute und ſchlechte Thaten noch in dieſem Zuſtande des Daſeins ihren Lohn und ihre Strafe zu gewär⸗ tigen haben. Während es gefährlich ſein möchte, dieſe viel beſtrittene Frage mit Ja zu beantworten, indem man dadurch denen, deren wirkliche Hoffnung und Furcht ſich hauptſächlich auf das Jenſeits richtet, die Zukunft und deren Folgen abſchneiden würde, ſo ſcheint es doch anmaßend, wenn man annehmen wollte, eine ſolche Anſicht ſei ſelbſt da, wo es ſich nur um unſere täglichen Betreſſe handelt, läppiſch. Wenn es wahr iſt, daß„Gott die Sünden der Väter in den Nachkommen ſelbſt des dritten und vierten Gliedes derer heimſucht, die ihn haſſen,“ und daß der Samen des Gerechten nie ſein Brod bettelt, ſo darf man ſich wohl der Anſicht hin⸗ geben, ein Theil unſerer Sünden finde ſchon hier auf Erden ſeine Strafe. Nach unſerm Bedünken iſt nicht wohl in Abrede zu ſtellen, daß ein ehrenhaftes, ſittenreines Leben, bloß von der weltlichen Seite betrachtet, eher zum Glüͤcke führt, als das Gegentheil, und wenn, trotz aller Liſten und Ränke der Habſuch: auch die den Wen Die und ſein hatte in als die dieſer un ſeine Kü ſeinem 4 Alle Häuptlin hänglichk dieſe rüh eine Ber Gruppe erörtert Wie und beli⸗ Regel— entlegener weniger zuzuſchrei mäßigen des unget Bevölkeru Einfluſſe ſo bereute alten Zuf Eine hrendes. , ſeine nommen och der ntbehrte, ohl ſein ſen. Er d Uruni n ſeines n Grade und her n dieſem u gewär⸗ dieſe viel n dadurch iptſächlich a Folgen denn man vo es ſich Väter in edes derer Gerechten nſicht hin⸗ auf Erden in Abrede bloß von führt, als Ränke der — 75— Habſucht,„die Biederkeit die beſte Staatskunſt“ iſt, ſo führt auch die Tugend unwandelbar hienieden zum Glücke, wie ſie den Weg zum Glücke des künftigen Lebens anbahnt.— Die ganze Bemannung des Abraham hatte von Uruni und ſeinen wohlwollenden Eigenſchaften gehört. Seine Güte hatte in der That ſeinen Sturz herbeigeführt; denn hätte er, als die Macht in ſeiner Hand war, Waally geſtraft, ſo würde dieſer unruhige Häuptling, der früher ganz von ihm abhing, ſeine Kuhnheit nie ſo weit geſteigert haben, daß er ſich faſt zu ſeinem Herrn aufwarf. Alle an Bord drängten ſich jetzt um den guten alten Häuptling, welcher nur Verſicherungen der Achtung und An⸗ hänglichkeit hörte und dem Jeder beizuſtehen verſprach. Als dieſe rührende Scene vorüber war, hielt Mark auf der Schanze eine Berathung, in welcher der ganze politiſche Zuſtand der Gruppe beſprochen, und das, was Uruni fehle und ihn bedrohe, erörtert wurde. Wie es überall zu ſein pflegt— und geſittigte Nationen und beliebte Regierungen machen keine Ausnahme von der Regel— war das Uebergewicht des Schlimmen auf dieſen entlegenen, wilden Inſeln eher der Thätigkeit und Keckheit weniger böswilligen Menſchen, als der Neigung der Maſſe zuzuſchreiben. Das Volk zog den milden Scepter ſeines recht⸗ mäßigen Häuptlings der Gewaltthätigkeit und den Erpreſſungen des ungeſtümen Kriegers weit vor; und wenn ein Theil der Bevölkerung abſichtslos und bloß unter dem augenblicklichen Einfluſſe der Sucht nach Wechſel ſeine Pläne unterſtützt hatte, ſo bereuten ſie jetzt ihren Irrthum bitter und hätten gern den alten Zuſtand der Dinge zurückgeführt geſehen. Eine der Inſeln der Gruppe konnte als Hauptſitz der — 76— Macht angeſehen werden. Uruni war auf ihr geboren worden, und ſie war lange der Wohnſitz ſeiner Familie geweſen; es gelang jedoch Waally, ihn von dort zu vertreiben und ihre Bevölkerung einzuſchüchtern, welche ſich heimlich nach der Rückkehr ſeiner alten Beherrſcher ſehnte. Wenn der gute Häuptling wieder in den Beſitz dieſer Inſel gelaugen konnte, ſo würde dieß allein ihm ſogleich einen Grad von Macht ſichern, welcher ihn ſeinem Nebenbuhler gleichſtellte, und ihn in den Stand ſetzte, den Kampf mit einiger Ausſicht auf Erfolg aufzunehmen. Konnte dieß mit dem Beiſtande des Schoners geſchehen, ſo würde die moraliſche Wirkung eines ſolchen Bündniſſes aller Wahrſcheinlichkeit nach Uruni's Ueber⸗ gewicht ſo lange ſichern, als dieſes Bündniß währte. Es würde nicht leicht geweſen ſein, die Wahrheit, daß „Wiſſen Macht iſt“ beſſer zu erläutern, als in dem vorlie⸗ genden Falle geſchah. Dieſes kleine Schiff mit einem Gehalte von weniger als hundert Tonnen, mit zwölf Mann und drei Kanonen an Bord, galt nicht allein, ſondern war thatſächlich hinreichend, einen Wechſel in der Dynaſtie bei einem Volke herbeizuführen, das tauſende von wackern Kriegern zählte. Die Mittel des geſittigten Lebens gaben dem Statthalter dieſes Uebergewicht und er beſchloß, ſich deſſen mit Gerechtig⸗ keit und Mäßigung zu bedienen. Er wünſchte, daß kein Blut vergoſſen würde, und nachdem er ſich aller Thatſachen ver⸗ ſichert hatte, deren er habhaft werden konnte, begann er ruhig und umſichtig an das Werk zu ſchreiten. Vor Allem ſtellte er den Schoner auf Kanonenſchußweite vor Waally's Hauptveſte auf, wo ſeine erſten Häuptlinge ihren Sitz hatten und etwa ein Hundert ſeiner angeſehenſten An⸗ hänger wohnten— Menſchen, welche die ganze Inſel in Furcht e Dieſem bedeutet, Inſel ſel Die Da bewilligt Aufforden zu unterf Freunde ners, ſä abgaben, See zu widerſtehe feuerte. obgleich Lärm, d herausſch Dieſ mehreren acht und? als Betts gute Mie ſeine Ver Die Folg daß Urun Hoffnung Frieden z Woche, 1 alles Ern worden, eſen; es und ihre nach der der gute n konnte, n Macht und ihn zſicht auf ande des ung eines s Ueber⸗ heit, daß m vorlie⸗ a Gehalte und drei hatſächlich nem Volke ählte. Statthalter Gerechtig⸗ kein Blut fachen ver⸗ ner ruhig iſchußweite linge ihren enſten An— Inſel in — 27— Furcht erhielten und ſie Waally's Wünſchen unterthan machten. Dieſem Fort oder, wenn man will, dieſer Feſtung wurde bedeutet, daß ihr Häuptling nicht nur die Veſte, ſondern die Inſel ſelbſt ſofort zu räumen habe. Die Antwort war eine trotzige Verweigerung. Da man eine Friſt für die Abgabe dieſer Antwort bewilligt hatte, waren Maßregeln getroffen worden, um die Aufforderung durch einen geeigneten Grad von Kraftentwickelung zu unterſtützen. Uruni landete perſönlich und trat unter ſeine Freunde auf der Inſel, welche, unter dem Schutze des Scho⸗ ners, ſämmtlich zu ihren Waffen griffen, und eine Macht abgaben, die an ſich geeignet war, Waally's Anhänger in die See zu ſprengen. Demungeachtet wollten dieſe verſuchen zu widerſtehen, bis der Statthalter ſeinen Sechspfünder auf ſie feuerte. Die Kugel durchbrach die hölzerne Bruſtwehr, und obgleich ſie Niemanden beſchädigte, machte ſie einen ſolchen Lärm, daß der befehlshabende Häuptling einen Palmzweig herausſchickte und ſich unterwarf. Dieſer blutloſe Sieg hatte ſofort eine Umwälzung auf mehreren der minder wichtigen Inſeln zur Folge, und nach acht und vierzig Stunden war Uruni wieder da, wo er geweſen, als Betts in dem Neshamony erſchienen war. Waally mußte gute Miene zum böſen Spiele machen. Er ſtellte ſich, geſtand ſeine Verbrechen zu, erhielt Verzeihung und bezahlte Tribut. Die Folge dieſer Unterwerfung von Seiten Waally's war, daß Uruni's Stellung geſicherter war als je, und er ſich der Hoffnung hingeben konnte, bis an das Ende ſeiner Tage in Frieden zu herrſchen. Alles dieß war in weniger als einer Woche, nachdem der Kampf durch den Ueberfall des Riffs alles Ernſtes begonnen, vollbracht worden. Der Statthalter wünſchte zu ſehr, die Beſorgniſſe derer zu beſchwichtigen, welche er ſo raſch verlaſſen hatte, als daß er die Einladungen zu den Feſtlichkeiten hätte annehmen können, welche man ihm und ſeiner Geſellſchaft zu bereiten gedachte. Er leitete einen kleinen Tauſchhandel mit Uruni's Volke ein und verſchaffte ſich gegen altes Eiſen und viele Gegenſtände von geringem oder gar keinem Werthe manche Dinge, die ihm nützlich werden konnten. Was mehr war— er erfuhr, daß auf der Nancocus⸗Inſel Sandelholz in geringer Menge, auf dieſen Inſeln aber in Ueberfluß zu finden ſei. Man ſchloß daher einen Vertrag ab, demzufolge eine bedeutende Menge dieſes Holzes gefällt und nach Verlauf von drei Monaten zur Ablieferung bereit gehalten wurde, wo der Schoner zurückkehren und es abholen ſollte. Als man ſich darüber vereinigt hatte, ſegelte Freund Abraham White heim. Statt in die Kanal-Gewinde leewärts einzutreten, hielt Mark gut nach Norden auf das Land ab und ſteuerte auf einer Straße in die Gruppe, welche ihn mit fliegenden Segeln ganz zu dem Riffe niederführte, wie jetzt die urſprüngliche Inſel allgemein genannt wurde. Wie es ſich von ſelbſt verſteht, ſah man den Schoner eine volle Stunde vor ſeiner Ankunft und Alles eilte heraus, um die Reiſenden zu begrüßen. Thränen miſchten ſich in die Freudensbezeigungen jeder Art, als das Ergebniß dieſer wich⸗ tigen Unternehmung bekannt wurde. Ein köſtlicher Augenblick war Mark bereitet, als er die ſchluchzende Bridget in ſeine Arme ſchloß, und Freundin Martha war in einer Weiſe bedrängt, wie ſich weibliche Schwäche nicht gewöhnlich kund zu geben pflegt. Der Sieg der Colonie verſetzte Alle in die größte Wonne und m ſo ruht Al anderen und der dem Ro gegen d lange e ſich ihre hatten; es heiſe Beſten! viel zu Um zu nehn zu beru Ankunſt Bord, 1 waren u Nachrich berichtet, lings be war abe. Die Abrahan taut, wie Das grö der Raut ein Dutz eher ein niſſe derer , als daß en können, gedachte. Volke ein zegenſtände dinge, die er erfuhr, ger Menge, Man ſchloß nde Menge konaten zur zurückkehren inigt hatte, reten, hielt ſteuerte auf nden Segeln rſprüngliche Schoner eine heraus, um ſich in die dieſer wich⸗ r Augenblick dget in ſeine einer Weiſe öhnlich kund rößte Wonne — 79— und man gab ſich der Hoffnung hin, die Zukunft würde eben ſo ruhig ſein, als ſie geſichert war. Aber neue Begebniſſe verurſachten dem Statthalter in anderen Beziehungen Unruhe. Die Vermehrung der Mannſchaft und der Umſtand, daß dieſe Leute Seemänner waren und zu dem Rancocus gehört hatten, veranlaßte ihn, ſeiner Pflichten gegen die Eigenthümer jenes Schiffes eingedenk zu ſein. So lange er ſich für einen Verſchlagenen halten mußte, hatte er ſich ihres Eigenthums ohne Bedenken bedient; die Verhältniſſe hatten ſich jetzt aber geändert und er fühlte, daß ſeine Pflicht es heiſche, ernſtlich über die Möglichkeit nachzudenken, zum Beſten derer etwas zu thun, welche, freilich unabſichtlich, ſo viel zu ſeiner Wohlfahrt beigetragen hatten. Um dieſe wichtige Angelegenheit in reifliche Ueberlegung zu nehmen, und zumal die auf der Kuppe Zurückgebliebenen zu beruhigen, ſegelte der Abraham den Morgen nach der Ankunſt auf dem Riffe der Kuppe entgegen. Bridget war an Bord, um Anne einen Beſuch abzuſtatten; auch die Männer waren meiſtens in dem Geleite. Der Neshamony hatte die Nachricht von Waally's Niederlage hinübergebracht und zugleich berichtet, daß der Abraham ſich nach der Inſel dieſes Häupt⸗ lings begeben habe; der Erfolg dieſes letzten Unternehmens war aber dort noch nicht bekannt. Die Fahrt wurde in ſechs Stunden zurückgelegt und der Abraham mit der Leichtigkeit in die Bucht gebracht und ver⸗ taut, wie dieß mit den kleineren Fahrzeugen zu geſchehen pflegte. Das größte Schiff fand hier die nöthige Waſſertiefe und nur der Raum mangelte, obgleich man deſſen genug hatte, um ein Dutzend ſchwere Schiffe aufzunehmen. Der Ort ſelbſt war eher ein hübſches natürliches Becken, als ein Hafen, aber die 8⁰ cherter und bequemer ſchaffen können. keinen beſſern Hafen wünſchen, daß der Verkehr hier hr Ausdehnung für Kunſt hätte ſie nicht geſi Eine ſo kleine Inſel konnte ſich da man nicht an die Möglichkeit dachte, ſich in einer Weiſe ſteigern könne, die me die Schiffe nöthig mache. Der Statthalter rief jetz Colonie zuſammen. Außer den übrigen, t einen allgemeinen Rath der von denen nur zwei waren, hatten ſich auch die ſieben und man zog die ſchwebende Frage nüchtern und nicht ohne eine gewiſſe Feierlichkeit in Berathung. Vor allem wurde die Verfaſſung und der Zweck der Coloniſten den ſieben Männern vorgelegt, und man fragte ſie in Betreff ihrer Wünſche für die Zukunft. Vier dieſer Leute, unter denen Brown war, unterſchrieben ſofort die Verfaſſung und leiſteten den Eid als Bürger. Sie äußerten den Wunſch, ihr Leben in dieſem köſtlichen Klima und in der Fülle dieſer reichen, fruchtbaren Inſeln hinzubringen.— Die anderen Drei traten zeitweiſe bei Mark in Dienſt, wünſchten aber nach Amerika zurückzukehren, wenn ſich dazu eine Gelegenheit böte. Es fehlte an Frauen, und der Statthalter ſah wohl, daß dieſe Schwierigkeit bewältigt werden müſſe, wenn die Colonie zufrieden bleiben ſollte. Nicht, als wenn eine Frau dem Manne das Leben nicht eben ſo verbittern, als verſchönern könnte; die meiſten Männer wollen aber an ſich ſelbſt den Verſuch machen, ſtatt von der Erfahrung Anderer Nutzen zu ziehen. Sobald die war, und man eine v der Statthalter dem gro Seit langer Zeit hatte man ſich der Anſicht hingegeben, der auf dem Krater geblieben Seemänuer eingefunden, Frage wegen des Bürgerthums entſchieden öllige Uebereinkunft getroffen hatte, legte ßen Rathe ſeine Gewiſſensfrage vor. Rancoc Erdbebe ſen, w währent ſtens zu des Sch ſpiegelm geweſen Ric das Sch über den es einme ſah, lei nach nor Faden ol dem Sta der Sach ſtraßen u ſtraßen a Gewäſſer Boote he als culs Als führen, d Das Sch Philadelp Pflicht ſe White un den Aſſek⸗ Bridget, 238—2 können. oünſchen, kehr hier nung für Nath der nur zwei die ſieben nde Frage herathung. Coloniſten in Betreff uter denen d leiſteten ihr Leben er reichen, drei traten h Amerika böte. Es daß dieſe ie Colonie Frau dem verſchönern ſelbſt den Nutzen zu entſchieden hatte, legte nsfrage vor. eegeben, der — 81— Rancocus könne nicht von der Stelle gebracht werden. Das Erdbeben hatte ihn in einem Becken oder einer Höhlung gelaſ⸗ ſen, wo eben Waſſer genug war, um ihn flott zu halten, während auf der Seite, wo der Kanal am tiefſten war, höch⸗ ſtens zwölf Fuß Waſſer zu finden waren. Nun war die Dracht des Schiffes, als es vom Stapel gelaſſen wurde, dreizehn Fuß ſpiegelwärts. Bob wußte dieß ſehr gut; denn er war anweſend geweſen, als man ihn in das Waſſer gelaſſen hatte. 8 Richard Brown deutete jedoch auf die Möglichkeit hin, das Schiff achtzehn Zoll oder zwei Fuß zu heben und es ſo über den Felſen zu bringen, welcher es gefangen hielt. War es einmal von dieſer Stelle klar, ſo konnte es, wie jeder ein⸗ ſah, leicht auf die See gebracht werden; denn in einem der nach nordwärts führenden Kanäle fand ein Schiff volle fünf Faden oder dreißig Fuß Waſſerdracht. Dieſer Kanal war von dem Statthalter ſelbſt ſorgfältig gelothet worden und er war der Sache ſehr gewiß. Ueberhaupt hatte er alle wahren Fahr⸗ ſtraßen um das Riff gründlich unterſucht. Unter wahren Fahr⸗ ſtraßen aber werden ſolche verſtanden, welche von dem offenen Gewäſſer herauf zu dem Krater führten, oder Schiffe und Boote heran treten ließen; während falſche ſolche waren, die als culs-de-sac galten, und keinen Durchgang boten. Als die Möglichkeit, den Nancocus in die offene See zu führen, dargethan war, erhob ſich eine ernſte Gewiſſensfrage. Das Schiff und was darin war gehörte gewiſſen Herren zu Philadelphia, und es entſtand die Frage, ob es nicht ihre Pflicht ſei, ihnen Alles zu überliefern? Freund Abraham White und ſeine Handelsgenoſſen hatten freilich ihr Geld von den Aſſekuranten zurück erhalten,— dieſen Umſtand hatte Bridget, wie ſie ſich erinnerte, erwähnen hören, ehe ſie die 238— 240. 6 — 82— ließ; aber daun konnten dieſe Aſſekuranten ihre Heimath ver Anſprüche geltend machen. Das Schiff ſelbſt war no der See halten. Seine oberen Werke fatern, und die Takelage konnte nicht die„ ch geſund und konnte ſich auf forderten neues Kal⸗ geſundeſte“ ſein; im Ganzen aber war der Nancoeus noch ein ſehr werthvolles Schiff und hielt eine Reiſe noch vortrefflich aus. Der Statthalter war der Anſicht, wenn man ſeinen untern Naum mit Sandelholz füllte und dieſe Fracht zu Canton gegen Thee vertauſchte, ſo dürften alle Theile mit dem Ergebniſſe des Endes der Reiſe zufrieden ſein, ſo unglücklich auch der Anfang geweſen. Ferner wurde Bridget demnächſt volljährig und kam ſo in den Beſitz eines Vermögens, welches beträchtlich dazu beitragen konnte, den Reichthum und die Macht der Colonie, ſo wie des Statthalters ſelbſt, zu ſteigern. Während Mark über allen dieſen Entwürfen brütete, kam ihm nicht der entfernteſte Gedanke, dem Anſiedelungsplane zu entſagen. Dieſer lag ihm jetzt mehr als je an dem Herzen. Nur er konnte das Schiff führen; er war in der That der Einzige, der geeignet war, es nach Hauſe zu bringen und ſeinen Eigenthümern, wer ſie auch ſein mochten, zu über⸗ liefern; und er konnte ſich es nicht verhehlen, daß es ſich nicht nur paſſe, ſondern nothwendig ſei, daß er ſelbſt an ſeinem Bord in die Heimath ſegle. Was konnten aber andererſeits nicht die Folgen ſeiner zwölfmonatlichen Abweſenheit für die Colonie ſein? In kürzerer Zeit war dieß keineswegs abzuthun. Konnte er Bridget mit⸗ nehmen,— oder es über ſich gewinnen, ſie zurück zu laſſen? Es war möglich, daß ihre Gegenwart in Amerika unerläßlich wurde, um über ihre liegende Habe gehörig zu verfügen, während Colonie ſchaffte, waren, Au eine ſeh alle Uel Intereſſe zurückkelh liche Lat dagegen eine hin deten At ſich die Eigentht Mark u brüchige durch d. gab ihne beſten F ihnen„ gefühl u hätten te Eigenthi tragen, bruch wi ihrer Pi Recht in volkes 9ö ſie in Fo en ihre ſich auf es Kal⸗ 2“¹ ſein; cthvolles n untern on gegen ergebniſſe auch der volljährig tträchtlich kacht der ttete, kam splane zu n Herzen. That der ngen und zu über⸗ s ſich nicht an ſeinem gen ſeiner In kürzerer ridget mit⸗ zu laſſen? unerläßlich verfügen, — 35— während ihr Weggehen hier das Signal werden konnte, die Colonie ganz aufzugeben, wenn ſich der Gedanke Geltung ver⸗ ſchaffte, die beiden Perſonen, welche am meiſten dabei betheiligt waren, könnten nicht zurückkehren. Auf dieſe Weiſe wurde die Löſung aller dieſer Fragen eine ſehr bedenkliche Sache. Heaton und Betts, und zuletzt alle Uebrigen waren der Anſicht, der Rancocus müſſe im Intereſſe derer, welchen er jetzt geſetzlich gehörte, nach Amerika zurückkehren. Wenn er irgend eine Fracht oder eine anſehn⸗ liche Ladung von Sandelholz nach Canton bringen und Thee dagegen eintauſchen konnte, ſo gab der Erlös aus dieſem Thee eine hinreichende Entſchädigung für die auf die Reiſe verwen⸗ deten Auslagen, und zumal für den Theil der Habe ab, den ſich die Coloniſten angeeignet hatten. Eine Verwendung des Eigenthums war jetzt etwas ganz anderes, als zur Zeit, wo Mark und Betts allen Grund hatten, ſich als bloße ſchiff⸗ brüchige Seeleute zu betrachten. Damals waren ſie nicht nur durch die bittere Noth dazu gedrungen, ſondern dieſe Noth gab ihnen ein Recht darauf; jetzt aber ließ ſich die Sache im beſten Falle damit entſchuldigen, daß eine ſolches Gehaben ihnen„anſtehe.“ Die Coloniſten hatten noch zu viel Rechts⸗ gefühl und geſunden Sinn, als daß ſie ſich in dieſer Hinſicht hätten täuſchen ſollen. Die meiſten von ihnen hatten ſich den Eigenthümern perſönlich verpflichtet, für ihre Habe Sorge zu tragen, und man konnte die Frage aufwerfen, ob ein Schiff⸗ bruch wirklich hier Statt gefunden habe, der die Bemannung ihrer Pflichten entband. Nach unſerm Bedünken will das Recht in ſolchen Fällen, daß die Verpflichtungen des Schiffs⸗ volkes gegen das Schiff dann endigen, wenn das Band, das ſie in Folge der ausbedungenen Löhnung an das Schiff bindet, 6* — 84— keinen Werth mehr hat. Wenn der Nancocus nach Amerika geführt werden konnte, ſo war keiner der Männer, die zu ihm gehörten, geſetzlich von ſeinen Pflichten entbunden. Nachdem man alle dieſe Punkte erwogen hatte, wurde ernſt und feierlich erklärt, daß vorerſt Alles verſucht werden müſſe, das Schiff aus ſeiner jetzigen Gefangenſchaft zu befreien, und daß die Frage über das künftige Gehaben in einer ſpätern Berathung entſchieden werden ſolle. Mittlerweile ſollten fernere und werthvollere Geſchenke an Uruni und Waally zumal— ein Theil der in dem Schiffe befindlichen Vorräthe an Glas⸗ korallen, Meſſern, Aexten u. ſ. w.— mit dem Wunſche geſchickt werden, ſie möchten ſo viel Sandelholz als möglich fällen und an das Geſtade ſchaſſen laſſen. Betts erhielt Befehl, in Begleitung Jones’, der die Sprache verſtand, die Geſchenke in dem Neshamony zu überbringen, und dann zurück zu kehren, um bei der Arbeit an dem Schiffe behilflich zu ſein. Der Dienſt, welchen dieſe Beſchlüſſe in Anſpruch nahmen, wurde ohne Aufſchub begonnen. Heaton und Unus blieben, wie gewöhnlich, auf der Kuppe, um hier Alles im Auge zu behalten und die Mühle nicht ruhen zu laſſen, während alle übrigen Männer auf das Riff zurückkehrten und die Schiffs⸗ arbeiten vornahmen. Der erſte Schritt, welcher gethan werden mußte, war, daß alle noch oben befindlichen Spieren und die ganze Take⸗ lage herabgenommen wurden, worauf man Alles in dem untern Raume heraufſchaffte und auf das Land trug oder rollte. An Fracht, im eigentlichen Sinne des Wortes, hatte der Rancocus nur wenig; aber er hatte ſehr viele Waſſerfäſſer, vier bis fünfmal mehr, als auf einer gewöhnlichen Reiſe eingenommen worden wären. Alle dieſe Fäſſer waren mit friſchem Waſſer gefüllt ſtets Ge Al⸗ ihres J mehrere wirkte d n. ſ. w. jetzige D daß er d aus ſein Die gingen m geweſen faten un gebracht Ziel hin unter ſeit habe etw Waſſer o anſchwoll die Schre Der glaubte, noch um ſah aber, Augenblic vorn in ſe Rancocus ſeit dem( Der Amerika c, die zu en. e, wurde tt werden befreien, er ſpätern en fernere zumal— an Glas⸗ Wunſche s möglich elt Befehl, Geſchenke zu kehren, ) nahmen, s blieben, n Auge zu hrend alle ie Schiffs⸗ äßte, war, anze Take⸗ dem untern rollte. An Rancocus , vier bis agenommen hem Waſſer — 85— gefüllt worden, theils um den Bedürfniſſen der Bemannung ſtets Genüge zu thun, theils als Schiffsballaſt zu dienen. Als man alle dieſe Fäſſer auf das Deck gebracht und ihres Inhalts entledigt hatte, ergab es ſich, daß das Schiff mehrere Zoll leichter ſchwamm als früher. In gleicher Weiſe wirkte die Entfernung der Spieren, Segel, Taue, Vorräthe n. ſ. w., und nachdem der Statthalter die Lothung und die jetzige Dracht des Schiffes ſorgfältig verglichen hatte, fand er, daß er das letztere nur acht Zoll zu heben brauche, um es aus ſeinem natürlichen Waſſerbecken zu ſchaffen. Dieſes Ergebniß ermuthigte die Arbeiter ſehr und ſie gingen mit neuem Eifer an das Werk. Da es ganz unnöthig geweſen wäre, die Takelage zu unterſuchen, das Deck zu kal⸗ faten und dergleichen, wenn das Schiff nicht aus ſeinem Kerker gebracht werden konnte, ſo arbeiteten Alle vorerſt auf dieſes Ziel hin. In dem Laufe einer Woche waren die Waſſerfäſſer unter ſeinem lebendigen Werke, und man glaubte, das Schiff habe etwa einen Zoll zuzuſetzen. Da eine Kühlte über dem Waſſer aufgegangen war, und die Fluth zu gleicher Zeit anſchwoll, beſchloß der Statthalter einen Verſuch zu machen, die Schranke zu kreutzen. Der Befehl kam den Leuten plötzlich zu, denn Niemand glaubte, daß man den Verſuch wagen würde, ehe das Schiff noch um einen oder zwei Zoll höher gehoben wäre. Mark ſah aber, daß der Wind für ſie arbeite und verlor keinen Augenblick. Das Schiff wurde in Bewegung geſetzt, nach vorn in ſeinen Cours gebracht und die Linien uͤbergehohlt. Der Rancocus ſchwamm entlang— ſeine erſte Bewegung wieder ſeit dem Erdbeben. Der Statthalter gab ſich eben der Hoffnung hin, das 86 ar zu werden, als es ſpiegelwärts aufſtieß. daß der Fuß ſeines Hinterſtevens auf einem Felsbuckel ſaß⸗ und daß es klar abgelaufen wäre, wenn man es auf einen Faden weit rechts oder links geführt hätte. Da der untere Raum jedoch ſehr leicht war, wurde das Schiff, indem man zwei ſeiner Anker an die Krahnbalken nahm, hin⸗ reichend gekentert, um es vorwärts zu bringen. Nun wurde das„Hurrah“ laut, und der Ruf—„Vor⸗ In hallte wieder. Noch deſſelben Tages wurde wärts mit ihm! der Rancocus an dem Riff angehohlt, gefeſtigt und ſo ſicher gemacht, als läg' er an ſeiner Werfte zu Pyiladelphia. Nun begannen die Kalfaterer ihre Arbeit. Nachdem es gekalfatet und geſchrapt war, wurde es gemalt, die Takelage überhohlt und an ihre Stellen gebracht, Maſten und Raaen hinauf geſchickt und alle Segel unterſucht. Eine Reihe Fäſſer, die man mit friſchem Waſſer gefüllt hatte, wurden als Ballaſt in den untern Raum geſchafft und alle zur Reiſe nöthigen Vorräthe an Bord geſchickt. Unter den Gegenſtänden, welche „überhohlt“ wurden, vergaß man die Mundvorräthe nicht. Faſt alles Fleiſch und ein großer Theil des Brodes waren unbrauchbar; doch blieb noch genug übrig, um bis zu einem geſittigten Hafen auszureichen. Der Statthalter faßte in Betreff der zu wählenden Be⸗ mannung ſo ungern einen Entſchluß, daß er ſogar die Segel beiſetzen ließ, ehe der Rath ſich wieder verſammelte. Allein jeder gute Grund zu einem fernern Aufſchub fehlte. Betts war längſt zurückgekehrt und hatte die Nachricht gebracht, das Sandelholz ſei in großer Menge an dem Geſtade aufgehäuſt, da beide Theile mit lobenswerthem Eifer thätig geweſen. In einem Monate konnte das Schiff geladen ſein und nach Ame⸗ rika ſegeln. Schiff fange an, kl Die Unterſuchung zeigte, verſar währe ſie ſel bemer ſtäblie 3 Gatti einen ein ſo Nachl ſo fre und d ſeine 6 Die Colon tüchti Steue gleich Schiff blindl ander dem 2 in di ſtarker Hand. 4 zu ſer übern aufſtieß. evens auf äre, wenn ihrt hätte. as Schiff, ahm, hin⸗ —„Vor⸗ ges wurde d ſo ſicher hia. tachdem es e Takelage und Raaen eihe Fäſſer, als Ballaſt ſe nöthigen den, welche räthe nicht. odes waren is zu einem hlenden Be⸗ ur die Segel elte. Allein ehlte. Betts gebracht, das aufgehäuft, geweſen. In d nach Ame⸗ — 87— Zu Aller Verwunderung erſchien Bridget in der Raths⸗ verſammlung und ſprach ihren Entſchluß aus, hier zu bleiben, während ihr Gatte das Schiff ſeinen Eigenthümern zuführte; ſie ſehe und fühle, daß die Pflicht ihn zu der Reiſe auffordere, bemerkte ſie, und ſie willige ein, daß er dieſer Pflicht buch⸗ ſtäblich nachkomme. Dieſes heldenmüthige, gewiſſenhafte Gehaben der jungen Gattin überraſchte Mark in hohem Grad, und es koſtete ihn einen harten Kampf, ſie zurückzulaſſen. Heaton war jedoch ein ſo umſichtiger Mann, und das jetzige Verhältniß zu ſeinen Nachbarn— Nachbarn auf beinahe zweihundert Stunden— ſo freundſchaftlicher Art, das Ganze war ſo ernſten Betreffs und die Pflicht ſo einleuchtend, daß er endlich nachgab und ſeine Beſorgniſſe in ſeiner Bruſt verſchloß. Die Wahl der Schiffsmannſchaft war die nächſte Frage. Die drei Männer, welche es abgelehnt hatten, Bürger der Colonie zu werden, Johnſon, Edwards und Bright, ſämmtlich tüchtige Seeleute, gingen natürlich mit. Betts mußte als Steuermann folgen, obgleich Bigelow ſich zu dieſer Stelle gleichfalls geeignet hätte. Betts verſtand nichts von der Schiffahrtskunde, während Bigelow den Weg in jeden Hafen blindlings, wie man zu ſagen pflegt, gefunden hätte; auf der andern Seite war Betts ein ausgemachter Seemann— in dem Berufe geübt, wie Wenige— während man von Bigelow in dieſer Hinſicht nicht mehr ſagen konnte, als daß er ein ſtarker, williger Burſche und viel beſſer ſei, als eine„rohe Hand.“ Der Statthalter ernannte Betts zu ſeinem erſten, Bigelow zu ſeinem zweiten Steuermanne. Brown blieb zuruͤck und übernahm in des Statthalters Abweſenheit den Befehl über — 88— die Flotte. Er wendete ſich jedoch an Mark und bat ihn unter vier Augen dringend,„er möge ihm eine Art Mädchen ausſuchen, die ein gutes, tugendſames Weib für einen Burſchen, wie er, abgäbe und ſie mit anher bringen, auf welche Weiſe er auch zurückkehren möchte.“ Mark verſprach zu thun, was in ſeinen Kräften ſtehe, und Brown gab ſich zufrieden. Man hielt es für rathſam, acht weiße Männer an Bord des Schiffes zu nehmen, während Mark ſich die übrige nöthige Mannſchaft von Uruni erbitten wollte; mit einer ſolchen Bemannung glaubte er ganz gut entlang zu kommen. Wattles zog es vor, bei ſeinem Freunde Brown zu bleiben; Dickenſon und Harris aber wünſchten die Reiſe mitzumachen, obgleich ſie ſich bereit und willig erklärten, zurückzukehren. Sie wollten, wie Brown, Frauen haben, aber ihre Wahl doch lieber ſelbſt treffen; in dieſer Hinſicht ſchwieg Wattles. Wir wollen hier ſogleich bemerken, das Unus und Juno ſich vor dem Abgange des Schiffes verbanden. Sie ſiedelten ſich auf der Kuppe an, wo Unus ſich eine ſehr hübſche Hütte baute. Bridget ſtattete das junge Paar aus, indem ſie ihm Hausgeräthe, ein Schwein, Geflügel und anderes Erforderliche zum Geſchenke machte. Endlich kam der Tag der Abreiſe heran. Mark hatte das Schiff ſchon früher durch den Kanal geführt, und es lag in einer guten, ſichern Rhede, von Allem klar, vor Anker. Der Abſchied fand an ſeinem Bord Statt. Bridget weinte lange in den Armen ihres Gatten, gewann aber endlich ſo viel Gewalt über ſich, daß ſie durch ihre Feſtigkeit den übrigen Frauen Muth und Vertrauen einflößte. Es hatte ſich mittlerweile klar herausgeſtellt, daß Mark's Anweſenheit in Amerika unerläßlich ſei, ſo daß ſeine Abweſen⸗ heit als eine unabwendbare Nothwendigkeit erſchien. Es war aber h mung Betts Abſchit warm gemach See w Welt z betrach geſchaff Z1 währen Betto's dem Ge halter verſamn den We Friſt ve bringen, bewillkon Ueberein ſegelte, kraft des ſeines N keine Be Der und das Mittelſt Wattles, dings eit bat ihn Mädchen urſchen⸗ ſe Weiſe in, was in Bord nöthige ſolchen Wattles dickenſon gZleich ſie wollten, der ſelbſt llen hier Abgange uppe an, ſtattete Schwein, ichte. hatte das slag in er. Der tte lange ſo viel übrigen Mark's Abweſen⸗ Es war — 89— aber hart, ſich für ein Jahr zu trennen, und die letzte Umar⸗ mung war nicht frei von bitterm Schmerz. Freundin Martha Betts nahm von Freund Robert mit viel ſcheinbarer Ruhe Abſchied, obgleich ſie die Trennung peinlich fühlte. Ein ruhiges, warm fühlendes Weib, hatte ſie ihren Mann ſehr glücklich gemacht und Bob fühlte ganz ihren Werth; ihm aber war die See wie eine Heimath und er betrachtete eine Reiſe um die Welt ziemlich wie ein Landmann einen Ausflug auf einen Markt betrachtet; er ſah ſein Weib ſtets in der von ſeiner Phantaſie geſchaffenen Fernſicht, aber ſie war an dem Ende der Reiſe. Zu der feſtgeſetzten Stunde ſtach der Rancocus in See, während Brown und Jones ihn in dem Neshamony bis nach Betto’'s Gruppe begleiteten, um die letzten Nachrichten von dem Gehaben des Schiffes nach Haus zu bringen. Der Statt⸗ halter veranlaßte Uruni, ſeine Prieſter und Häuptlinge zu verſammeln, und einen feierlichen Bann auf allen Verkehr mit den Weißen auf ein Jahr auszuſprechen; nach Ablauf dieſer Friſt verſprach er zurückzukehren und ihnen Geſchenke mitzu⸗ bringen, ſo daß ſie Alle ſich freuen ſollten, ihn wieder zu bewillkommen. Selbſt Waally war bei dieſer Anordnung und Uebereinkunft nicht ausgeſchloſſen; und als Mark endlich ab⸗ ſegelte, glaubte er ſich der Hoffnung hingeben zu können, daß kraft des Bannes, der Macht Uruni's und des Scharfblickes ſeines Nebenbuhlers die Colonie während ſeiner Abweſenheit keine Beläſtigung zu beſorgen haben werde. Der Leſer wird bemerken, daß ohne den Schoner die Kuppe und das Riff in einer ſehr ſchutzloſen Lage geweſen wären. Mittelſt dieſes Schiffes unter dem Befehle Browu's, welchem Wattles, Socrates und Unus zur Seite ſtanden, konnte aller⸗ dings eine Flotte von Canoe's beſeitigt werden; wenn den — 90— Abraham aber ein unfall traf, ſo konnte dieß im Falle eines Angriffes für die Colonie die bedenklichſten Folgen haben. Heaton war beauftragt, den Schoner in Bewegung zu halten, beſonders aber ihn wenigſtens alle zwei Monate einmal nach des Standes der Uruni's Gebiet ſegeln zu laſſen, um ſich Dinge dort zu vergewiſſern. Als Vorwand galt der Tauſch⸗ handel— man nahm gegen Glaskorallen, Aexte und altes Eiſen jedesmal Sandelholz ein; der Hauptzweck war aber, die Bewegungen der Wilden im Auge zu behalten und ihre Geſin⸗ nungen und Pläne genau kennen zu lernen. Nachdem der Rancveus eine beträchtliche Ladung Sandel⸗ holz eingenommen und acht tüchtige Gehilfen von Uruni erhal⸗ ten hatte, ſegelte er nach Canton ab. Mit dem Neshamony, der ihn in die offene See treten ſah, wurden Briefe auf das Riff geſendet, worauf der Statthalter ſeinem Hafen entgegen ſteuern ließ. Nach Verlauf von fünfzig Tagen erreichte das Schiff Canton, wo es ſeine Fracht eben ſo raſch, als gewinnbringend abſetzte. Dieſes Geſchäft ſiel ſo vortrefflich aus, daß Mark, nachdem er den Thee eingeladen, noch Ueberſchuß vorfand, und ſich daher gereehtfertigt fühlte, wenn er ſeinen Plan änderte. Eine kleine amerikaniſche Brig, welche man nicht mehr für tauglich hielt, die Vorgebirge zu umſegeln und an eine ſtürmiſche Küſte zu treten, war zu verkaufen. In einem ſo milden Gewäſſer, wie das ſtille Meer, konnte ſie noch viele Jahre ſegeln, und Mark kaufte ſie für eine Kleinigkeit. Er ließ der nützlichen Gegeuſtände ſo viele, als er konnte, unter anderen auch mehrere Kühe, an ihr Bord bringen. Engliſche Kühe, welche die Milch verloren hatten, waren nicht ſelten hier, da europäiſche Schiffe ſolche Thiere häufig mitnahmen und deren wicht beträ Kanc Brig ſieben wußte mit d wend Schif Kupf Caper zehn und Amer 4 wäre welch lände ſeine Saun vortre der C anzuſ Amer oder meln 8 Anor Ranc alle eines n haben. u halten, mal nach andes der r Tauſch⸗ und altes aber, die hre Geſin⸗ g Sandel⸗ runi erhal⸗ eshamony, fe auf das n entgegen das Schiff unbringend daß Mark, orfand, und an änderte. nicht mehr und an eine In einem ſo e noch viele nigkeit. Er aunte, unter u. Engliſche nicht ſelten zmitnahmen —— und ſie, wenn ſie nutzlos wurden, abgaben. Mark kaufte deren ſechs, welche ſich, wie er mit Recht annahm, als ein wichtiger Erwerb für die Colonie erweiſen mußte. Auch ein beträchtlicher Vorrath von Eiſen, Munition, Waffen und Kanonen wurde aufgekauft. Die ganze Auslage, die für die Brig bezahlte Summe eingerechnet, belief ſich auf weniger als ſieben tauſend Dollars,— eine Summe, welche Mark, wie er wußte, aus Bridget's perſönlicher Habe ziehen konnte, und mit der er, wenn die Betheiligten es verlangten, den ſo ver⸗ wendeten Erlös aus dem Sandelholz zu erſtatten dachte. Das Schiff ſelbſt ſegelte wie eine Hexe und war gekupfert und mit Kupfer beſchlagen, aber alt und ſchwach. Da es ehedem als Caperſchiff gedient hatte, hatte es ſeine Stückpforten und führte zehn Sechspfünder. Sein Gehalt war zweihundert Tonnen, und ſein Name„Seejungfer.“ Seine Papiere waren alle Amerikaniſch und in der beſten Ordnnng. Der Statthalter hätte dieſen Kauf vielleicht nicht gemacht, wäre ihm nicht zu Canton ein alter Bekannter aufgeſtoßen, welcher zu Calcutta eine ſchöne und ſehr wohlgeſittete Eng⸗ länderin geheirathet hatte— ein Schritt, welcher ihm jedoch ſeine Stelle an Bord eines Philadelphiſchen Schiffes koſtete. Saunders war zwei bis drei Jahre älter als Mark und von vortrefflichem Gemüth und Charakter. Als er die Geſchichte der Colonie gehört hatte, ſprach er den Wunſch aus, ſich ihr anzuſchließen und machte ſich verbindlich, eine Bemannung von Amerikanern, welche ſich in derſelben Lage befanden wie er, oder in dem Augenblick ohne Dienſt waren, um ſich zu ſam⸗ meln und die Brig nach dem Riffe zu führen. Dieſer Vorſchlag wurde angenommen und die nöthigen Anordnungen getroffen; und den Tag vor der Abreiſe des Rancocus nach Philadelphia ging die Seejungfer nach dem ——— — 22— Krater ab; Bigelow war als Lootſe und erſter Offizier an ihr Bord getreten, während Woolſton ſich als Offizier eintrug, um ſeinen Platz auszufüllen. Die beiden Schiffe trafen ſich in den chineſiſchen Gewäſſern wieder und ſegelten eine Woche mit einander, worauf jedes ſeinen Cours ſteuerte. Der Statthalter fühlte ſich in dem Gedanken glücklich, in dieſer Weiſe für das Beſte ſeiner Leute gehandelt zu haben. Die Ankunft der Seejungfer mußte, nach ſeinem Bedünken, ein in jeder Hinſicht merkwürdiger Tag für die Colonie ſein; und da Saunders ſich anheiſchig gemacht hatte, die Inſeln nicht vor Ablauf eines Jahres zu verlaſſen, trug ſeine Anweſenheit viel dazu bei, den Zuſtand der Colonie als doppelt geſichert zu betrachten. Wir halten es nicht für nöthig, bei der Reiſe des Ran⸗ cocus zu verweilen. Er ſteuerte zu gehöriger Zeit um die Vorberge des Delaware und ſeine Erſcheinung ſetzte alle Betheiligten in großes Staunen. Freund Abraham White war todt und die Geſellſchaft aufgelöſt. Aber das ganze Eigenthum war in Folge der Bezahlung der gezeichneten Summe an die Aſſekuranten übergegangen und Mark ſtattete in dem Geſchäfts⸗ locale ſeinen Bericht ab. Der Thee wurde ſehr vortheilhaft verkauft und die ganze Angelegenheit einer reiflichen Erwägung unterzogen. Nach Abzug der an die Eigenthümer bezahlten Summe— Koapital und Intereſſen— ſollte, dem Beſchluß der Verſicherungsgeſellſchaft zufolge, Capitän Woolſton das Schiff und den Ueberſchuß des Erlöſes aus der Fracht, als Lohn für ſeine Biederkeit und Umſicht erhalten. Mark hatte Nichts verhehlt, ſondern treu berichtet, was er hinſichtlich der Seejungfer gethan hatte, und ſeine ganze Geſchichte mit großer Einfachheit und völliger Wahrheit erzählt. Das Ergebniß war, daß der junge Mann außer dem Schiffe tauſen daß E E zu ein wurde empfan geneigt Rechnu viel bac tauſend Mi lieren, zurückzu in der Gefühl für den welche d merte B Die gefordert entſchloſſe an ihr ug, um ꝛwäſſern uf jedes in dem er Leute te, nach Tag für ht hatte, n, trug onie als es Ran⸗ um die tzte alle hite war genthum e an die zeſchäfts⸗ ttheilhaft rwägung bezahlten Beſchluß ſton das icht, als htet, was ne ganze Wahrheit ußer dem — 93— Schiffe, das ihm in aller Form übergeben ward, gegen eilf⸗ tauſend Dollars in hartem Gelde erhielt. So erwies es ſich, daß Ehrlichkeit die beſte Führerin iſt. Es iſt kaum nöthig zu bemerken, daß dieſes Glück Mark zu einem großen Mann in kleinem Maßſtabe machte. Er wurde nicht nur von all den Seinigen mit offenen Armen empfangen, ſondern auch Doctor, Yardley zeigte ſich jetzt geneigter und ſchüttelte ihm die Hand. Er legte gewiſſenhafte Rechnung ab und Mark empfing im Namen ſeiner Gattin ſo viel baares Geld, daß er ſich im Beſitze von mehr als zwanzig⸗ tauſend Dollars ſah. 3 Mit dieſem Gelde traf er, ohne einen Augenblick zu ver⸗ lieren, ſeine Anordnungen, um zu Bridget und dem Krater zurückzukehren, denn in dieſem glaubte er ſtets weit eher als in der Kuppe ſeine eigentliche Heimath zu ſehen. Dieſes Gefühl theilte auch ſein reizendes Weibchen, und Beide fühlten für den erſtern wahrſcheinlich in Folge der einſamen Stunden, welche der junge Gatte dort hingebracht, während die beküm⸗ merte Bridget in weiter Ferne war, ein geheimes Intereſſe. Fünftes Kapitel. Die Trauer ſchwindet, kehrt der Blick Sich nur nach oben, Der Himmel wandelt jedes Mißgeſchick In Freude goldumwoben; Uns zu beglücken iſt er ſtets bereit, Drum weiht ihm heitre Dankbarkeit. Anonymus. Die Schritte, zu welchen Mark Woolſton ſich jetzt auf⸗ gefordert ſah, forderten die größte Umſicht. Er war völlig entſchloſſen, ſeine Inſeln nicht zu verlaſſen, ſo leicht dieß auch — 91— denn er durfte das Schiff nur zu einer neuen es mit Sandelholz befrachten und alle die, leiben wollten, mit ſich nehmen. Woolſton Klima bezaubert, welches alle magiſchen hne deren erſchlaffenden Charakter den Körper kräftig und die mlich kühl, während auf der geweſen wäre; Reiſe ausrüſten, welche nicht dort b war aber von dem Reize einer niedrigen Breite d hatte. Die Seewinde erhielten Luft, ſelbſt auf dem Riffe zie Kuppe ſelbſt in den wärmſten Monaten kaum ein Tag war. an dem man nicht in den Mittagsſtunden hätte arbeiten können, In dieſer Hinſicht hatte das Klima viel Aehnlichkeit mit dem von Pennſylvanien, und der Unterſchied beſtand nur darin, daß ſeine neue Heimath keinen Winter hatte. Nichts feſſelt den Menſchen ſtärker, als ein köſtliches Klima. Er fühlt vielleicht in dem Genuſſe ſelbſt das Wohl⸗ thätige deſſelben nicht ganz; wenn es ihm aber abgeht, wird er es ſogleich inne und der Einfluß auf alle ſeine Freuden macht ſich bemerklich. Selbſt der Freund ſchöner Landſchafts⸗ ſcenen gibt ſich dem Zauber des Klima's hin, welcher über die untergeordneteren Naturſchönheiten Reiz verbreitet, wie ein ſtiller, ruhiger Charakter das Antlitz eines Weibes mehr verſchönert, als eine glänzende Haut oder der Schmelz ſchöner Augen. Die Alpen und Appenninen liefern einen augenfälligen Beweis von der Wahrheit dieſes Umſtandes. Was Erhaben⸗ heit, wunderbare Herrlichkeit und alles das betrifft, wodurch Auge und Geiſt überraſcht werden, haben jene bei weitem den Vorrang; wer aber Herz und Gefühl hat, wird kaum mit beiden längere Zeit bekannt geworden ſein, ohne ſich mehr zu dieſen hingezogen zu fühlen. Wir bewundern die Schweiz, aber wir lieben Italien. Der Unterſchied iſt lediglich dem Klima beizumeſſen, denn wenn ſich die Alpen in niedrigerer Breite erhöben, könnte ihnen nichts gleich geſtellt werden. Meo und die Inſeln Volksme heiten in überzutr ßere Se machte, wählen, und die werth w überlaſſe Die Leſer wi dem Ein das Glü vorzog. Unte ziemlich glaubte i für ſeine geheirath begann d er war war an erhalten Mar gen Bele niſſes, ſe Freund, in der Ci neuen e die, volſton giſchen arakter nd die iuf der gZ war. können, keit mit nd nur öſtliches 3 Wohl⸗ zt, wird Freuden dſchafts⸗ her über tet, wie des mehr z ſchöner enfälligen Erhaben⸗ wodurch ei weitem ird kaum ſich mehr Schweiz, glich dem niedrigerer erden. — 95— Mark Woolſton hatte aber nicht daran gedacht, den Krater und die Kuppe zu verlaſſen. Noch weniger wünſchte er ſeine Inſeln aufs Geradewohl zu bevölkern, um jeden Preis eine Volksmenge um ſich zu ſammeln, und ſo moraliſche Krank⸗ heiten in ſeinen politiſchen Körper, welchen er zu ſchaffen gedachte, überzutragen. Es war im Gegentheil ſein Wunſch, keine grö⸗ ßere Seelenzahl zu haben, als die Sicherheit nothwendig machte, dieſe aber ſo mannigfach geeignet und begabt zu wählen, daß Sittigung und Behaglichkeit gefördert würden und die Vermehrung der Colonie, die mit der Zeit wünſchens⸗ werth werden konnte, dem natürlichen Gange der Dinge zu überlaſſen. Dieſer Plan forderte offenbar Vorſicht und Klugheit. Der Leſer wird bemerken, daß Statthalter Woolſton nicht unter dem Einfluſſe des jetzt ſo thätigen Handelsgeiſtes ſtand, und das Glück dem Reichthume, das ſittliche Moment der Macht vorzog. Unter Woolſton's Bekannten war ein junger Mann, der ziemlich gleiches Alter mit ihm hatte und Pennock hieß. Mark glaubte in ihm einen Mann zu finden, welcher ſich vortrefflich für ſeine Zwecke eignete. Dieſer Pennock hatte ſehr jung geheirathet und war bereits Vater von drei Kindern. Er begann den Druck der geſelligen Verhältniſſe zu fühlen, denn er war arm. Er verſtand ſich ſehr gut auf den Ackerbau, war an Arbeit gewöhnt, während er auch eine gute Erziehung erhalten hatte, denn er war für einen höhern Beruf beſtimmt. Mark theilte Pennock ſeine Geſchichte mit, gab die nöthi⸗ gen Belege, und eröffnete ihm, unter dem Siegel des Geheim⸗ niſſes, ſeinen ganzen Plan; zugleich erbot er ſich, ſeinen Freund, deſſen Weib und Kinder, ſo wie zwei ledige Schweſtern in der Colonie aufzunehmen. Pennock erbat ſich Bedenkzeit, ging mit den Seinigen zu Rath, und nahm das Anerbieten ſo bereitwillig an, als es gemacht worden war. Von dieſer Zeit an überhob John Pennock den Statt⸗ halter in hohem Grade der Mühe, die übrigen Auswanderer auszuwählen, indem er ſich dieſem Geſchäfte ſelbſt unterzog. Mark gewann dadurch Zeit, ſeine Ankäufe zu beſtellen und das Schiff für die Reiſe auszurüſten. Zwei ſeiner Brüder ließen jedoch auch den Wunſch laut werden, der neuen Gemeinde beizutreten, und Charles und Abraham Woolſton wurden in die Colonie aufgenommen. In Folge unmittelbarer Anſprache wurden noch ſechs Andere in die Liſten eingetragen; den Ver⸗ handlungen und Maßregeln Pennock's war dieſes Geſchäft aber hauptſächlich anheim gegeben worden. Alles wurde ſehr geheim abgethan; denn Mark wünſchte aus vielen Rückſichten nicht, daß die öffentliche Aufmerkſamkeit ſich ſeiner Colonie zuwende. Die Gründe für eine ſolche Geheimhaltung waren mehr⸗ fach und ausreichend. Es war zu einleuchtend, daß er ſtreben mußte, das unbeſchränkte Recht auf einen Handelszweig zu behalten, welcher ſo mächtigen Gewinn abzuwerfen verſprach, als daß es der Beweiſe bedurft hätte. So lang es Sandel⸗ holz gab, ſtand es in der Macht der Coloniſten, große Summen Geldes zu verdienen; während es gewiß war, daß ſich Neben⸗ buhler in Menge finden würden, ſobald dieſe Goldmine bekannt würde. Der Statthalter fürchtete aber auch die Habſucht und den Ehrgeiz der europäiſchen Regierungen, wenn ſie von der Mög⸗ lichkeit eines neuen Gebietserwerbes hörten. Es war kaum möglich, daß Jemand einen Theil dieſer Erde mit größerm Rechte Inſeln gegenül ſo verf Gebiet mag. ſich Am unrechtn wenigſte im offen nicht en von Me hätte di Verkehr und Tre was jetz Der drohte, gab ſich Die Ank verbreitet Weiſe, Unfall l und rüh her; als geworden beendigt. Mar gemacht, die Welt 238— nigen zu , als es en Statt⸗ wanderer unterzog. ellen und r Brüder Gemeinde vurden in Anſprache den Ver⸗ Geſchäft durde ſehr Kückſichten r Colonie rren mehr⸗ er ſtreben szweig zu verſprach, s Sandel⸗ e Summen ich Neben⸗ ine bekannt ht und den n der Mög⸗ war kaum it größerm — 97— Rechte ſein nannte, als dieß bei Mark in Bezug auf die Inſeln der Fall war. Was iſt aber das Recht der Macht gegenüber? Wegen ſeines Vaterlandes war Mark unbeſorgt, ſo verſchrien es wegen ſeiner Habgier und der Sucht, ſein Gebiet auf jede Weiſe auszudehnen, in unſerer Zeit auch ſein mag. Unter allen mächtigen Nationen der Gegenwart hat ſich Amerika, obgleich es auch nicht makellos iſt, in Bezug auf unrechtmäßige und rein ehrgeizige Erwerbe wahrſcheinlich am wenigſten einen Vorwurf zu machen. Selbſt ſeine Eroberungen im offenen Kriege waren unbedeutend, und ihr Werth iſt noch nicht entſchieden. Es wird ſich zuletzt ergeben, daß Nichts von Meriko abgeſchnitten wird, das dieſes behalten kann, und hätte dieſe Nation gegen die vereinigten Staaten in ihrem Verkehr und in ihren Verträgen die gewöhnliche Gerechtigkeit und Treue beachtet, ſo hätte man auch nicht zu thun verſucht, was jetzt ſo raſch und kräftig gethan worden iſt. Der Statthalter kannte die Gefahr recht gut, die ihm drohte, wenn man von ſeinen Inſeln Kunde erhielt, und er gab ſich die größte Mühe, dieſen Umſtand geheim zu halten. Die Ankunft des Rancocus war in den Zeitungen natürlich verbreitet und beſprochen worden; es geſchah aber in einer Weiſe, welche die Leſer zu der Anſicht hinführen mußte, der Unfall habe das Schiff inmitten nackter Felſenriffe getroffen und rühre vorzüglich von dem Verluſte der Mannſchaft her; als man einestheils der verlornen Leute wieder habhaft geworden, habe man die Reiſe glücklich wieder angetreten und beendigt. Man hatte damals die große Entdeckung noch nicht gemacht, daß die Menſchen um der Zeitungen willen da ſind; die Welt war im Gegentheile ſo thöricht, anzunehmen, die 238— 240. — 98.— ft wegen da und ihren Geſetzen Die perſönlichen Rechte wurden und die Klatſchſucht hatte ihre Zeitungen ſeien der Geſellſcha und Intereſſen unterworfen. noch einigermaßen geachtet, Herrſchaft noch nicht begonnen. Auf dieſe Weiſe ſchenkte man Mark und ſeinen Inſeln keine weitere Beachtung. Er brauchte, zum Beiſpiele, den Aſſekuranten keine Sylbe von der Gruppe zu ſagen, und über⸗ ging daher auch klüglich dieſen Theil ſeiner Geſchichte mit Stillſchweigen. Kurz, von einer Colonie war überhaupt gar keine Rede. Die Art, wie die Schiffsmannſchaft nach leewärts abge⸗ trieben und dann wieder gefunden worden, berichtete Mark umſtändlich, ſo wie er den ganzen Hergang, wie man das Schiff gerettet hatte, erzählte. Das Eigenthum, welches er an ſich genommen, habe er, wie er ausſagte, zu ſeinen Bedürf⸗ niſſen verwendet, ließ ſich aber in keine näheren Einzelnheiten ein; und da die Hauptergebniſſe ſo ſehr befriedigend ausgefallen waren, fragten die Aſſekuranten nicht weiter. Sobald der Statthalter die Vorberge hinter ſich hatte, begann er den Stand ſeiner Angelegenheiten ernſt in das Auge zu faſſen. Was die Ladung betraf, ſo waren eine Menge Gegenſtände eingenommen worden, welche ſeinen Erfahrungen zufolge nützlich werden konnten. Er nahu alle Ackerbaugeräthſchaften mit, welche Freund Abraham White den Eingeborenen von Fejec zu überſchicken unterlaſſen hatte, ſo wie die Samenarten, die von dem umſich⸗ tigen Menſchenfreund überſehen worden waren. Ferner waren ein halbes Dutzend Kühe an Bord und eine beſſere Gattung Schweine. Auch einige Stuten nahm Mark ein; denn obgleich er viele Pferde auf ſeinen Inſeln nie brauchen konnte, mochten ſtets ſehr, das 3 brauch könnte herbei andere einen Dolla und. Anſied C untern ganz war n leichte Zwölff eiſerne hatte e denn d ihr Ge. wollte, verſchie A bekomn gebliebe kamen Waffen M Werth Geſetzen e wurden hatte ihre en Inſeln biele, den und über⸗ hichte mit thaupt gar därts abge⸗ htete Mark e man das welches er nen Bedürf⸗ inzelnheiten ausgefallen ſich hatte, enſt in das eine Menge Frfahrungen elche Freund überſchicken dem umſich⸗ Ferner waren ſere Gattung denn obgleich unte, mochten — 99— ſtets einige ſehr nützlich werden. Der Ochſen entbehrte man ſehr, Einer ſeiner neuen Coloniſten hatte aber ſeine Kühe an das Joch gewöhnt und man glaubte, ſie würden ſich möglichſt brauchbar erweiſen, bis ihre ſtärkeren Stellvertreter ſie ablöſen könnten Karren und Wagen waren in hinreichender Anzahl herbeigebracht worden. Außer dem Eiſen, das zu Nägeln und anderen nützlichen Artikeln verarbeitet worden, hatte man auch einen guten Vorrath von Barren eingenommen. Mehrere tauſend Dollars in geprägtem Silber, beſonders in kleineren Stücken und Kupfermünzen waren nicht vergeſſen worden und jeder Anſiedler hatte mehr oder weniger baares Geld bei ſich. Eine ziemliche Menge nützlichen Holzes wurde in dem untern Raume verſtaut, obgleich die Sägemühle jetzt einen ganz guten Vorrath zu liefern im Stande war. Das Magazin war mit Munition vollgepfropft und der Statthalter hatte vier leichte Feldkanonen, zwei Dreipfünder und zwei Haubitzen, Zwölfpfünder, mit ihrem Zubehör gekauft. Auch ſechs lange eiſerne Zwölfpfünder, Schiffskanonen mit ihren Naperten u. ſ. w. hatte er eingenommen. Dieſe waren für die Batterien beſtimmt; denn die Karronaden waren, wenn es galt, zu leicht und warfen ihr Geſchoß, wenn man auf eine gewiſſe Ferne hin ſchießen wollte, zu wild aus. Dieſe letzteren konnten an Bord der verſchiedenen Schiffe verwendet werden. Auch der Rancocus hatte eine ganz neue Bewaffnung bekommen; alle alten Kanonen, bis auf zwei, waren zurück⸗ geblieben. Zweihundert Gewehre und fünfzig Paar Piſtolen kamen dazu. Mit einem Worte, Mark hatte ſich ſo viele Waffen verſchafft, als er deren im Nothfall zu bedürfen glaubte. Mit allem Rechte aber ſchien der Statthalter den meiſten Werth auf den menſchlichen Theil ſeiner Ladung zu legen. Man 7*⅔ — 100— hatte auf die Auswahl die größte Sorge verwendet und keine Mühe geſpart, um ſich ſtets die verläſſigſte Auskunft über jeden Einzelnen zu verſchaffen. Vor allem berückſichtigte man den ſittlichen Charakter. Wer nicht ein durchaus günſtiges Zeugniß für ſich hatte, wurde nicht aufgenommen. Dann faßte man die verſchiedenen Gewerbe und Beſchäftigungen der Menſchen in das Auge. Man hatte Zimmerleute, Maurer, Schmiede, Schneider, Schuhmacher u. ſ. w.; wo man einen dieſer Handwerker nicht ausreichend hielt, hatte man mehrere angenommen. Alle waren verhei⸗ rathete Männer, jüngere Geſchwiſter ausgenommen, deren etwa ein Dutzend in dem Geleite ihrer Verwandten waren. Das ganze Zwiſchendeck des Schiffes war für die Aufnahme dieſer Auswanderer eingerichtet, deren Anzahl ſich, die Kinder ungerechnet, auf zweihundert ſieben belief. Der letzteren waren über fünfzig vorhanden; ſie waren aber in einem Alter, welches ein leichtes Unterbringen derſelben in den Nebenräumen geſtattete. Mark Woolſton war ein zu umſichtiger Mann, als daß er in eine der neueren Abgeſchmacktheiten in Betreff der Gleich⸗ heit oder einer Gemeinſchaft der Güter und Intereſſen verfallen wäre. Einige Individuen, welche ihn zu begleiten wünſchten, waren ſchon in jener Zeit auf den Einfall gekommen, eine Geſellſchaft zu bilden, in welcher das ganze Vermögen gemein⸗ ſchaftlich ſein und Nichts gethan werden ſollte, als was recht iſt. Mark hatte gegen dieſen letztern Vorſchlag nicht das Geringſte einzuwenden und würde ſich unendlich gefreut haben, ihn buchſtäblich ausgeführt zu ſehen; er wich aber von dieſen Männern, in Bezug auf die Weiſe, wie ein ſo wünſchens⸗ werthes Ziel zu erreichen ſei, bedeutend ab⸗ Er war der Anſicht, die Sittigung ſei ohne Vermögen nicht denkbar,— ohne rung hielte als it und verſch ſchiede 5 Stank ſchmel gungen nur d. gewöhr K die per welchen Dingen welche andern ſelbe iſ nichtet. und oft fällt in Wenigen Mann, tiche T Publikun zeigt ſich in deſſer laut wir d keine ft über arakter. wurde Hewerbe n hatte hmacher reichend verhei⸗ ten etwa ifnahme Kinder n waren welches eſtattete. als daß Gleich⸗ verfallen ünſchten, en, eine gemein⸗ recht iſt. icht das ut haben, on dieſen ünſchens⸗ war der kbar,— — 101— ohne Vermögen nämlich, bei deſſen Erwerbung und Vermeh⸗ rung eine perſönliche Theilnahme ausgeſchloſſen ſei. Sie aber hielten an dem Häckchen feſt, gemeinſchaftliche Arbeit ſei beſſer als individuelle Arbeit, und hundert Menſchen ſeien glücklicher und beſſer daran, wenn ſich ihre Individualitäten in eine verſchmölzen, als wenn ſie ſich in hundert Unterabtheilungen ſchieden, wie die Natur ſie geſchieden habe. Dieſe Theoretiker hätten ganz Recht gehabt, wenn ſie im Stande geweſen wären, hundert Indipiduen in eines zu ver⸗ ſchmelzen; dieß ging aber nicht an. Nach allen ihren Anſtren⸗ gungen würden ſie ſtets hundert Individuen bleiben, welche nur durch mehr Zwang und mit weniger Freiheit, als dieß gewöhnlich der Fall iſt, an einander gebunden wären. Kein Lehrſatz iſt trügeriſcher als der, welcher annimmt, die perſönliche Freiheit werde in dem Maaße geſteigert, in welchem die Macht des Staates ſich ausdehnt. In tauſend Dingen wird die Individualität durch die öffentliche Macht, welche bereits in dieſem Lande beſteht, wo ein Nachbar den andern ſchon deßwegen verfolgt, weil ihre Denkart nicht die⸗ ſelbe iſt, obgleich das Geſetz ſie ſchützen ſollte, gänzlich ver⸗ nichtet. Der Grund, warum dieſe Macht ſo ſehr furchtbar iſt und oft in ſo bedrückender und tyranniſcher Geſtalt auftritt, fällt in die Augen. In Ländern, wo die Macht in den Händen Weniger iſt, unterſtützt die öffentliche Sympathie oft den Mann, welcher ſich ihrer Ungerechtigkeit widerſetzt; keine öffent⸗ tiche Theilnahme kann aber den ſtützen, welcher von dem Publikum ſelbſt bedrängt und gedrückt wird. Dieſer Druck zeigt ſich nicht oft in der Form des Geſetzes, ſondern vielmehr in deſſen Verweigerung. Wenn das Geſchrei gegen Jemand laut wird, wendet er ſich vergebens an die Menge, um ſich —— — 102— ſeine Anſprüche darauf mögen noch ſo Die unter Viele ſich vertheilende Ver⸗ Gewiſſens, und das und Gewiſſensbiſſe Recht zu verſchaffen, offen zu Tage liegen. antwortlichkeit erſtickt jede Anſprache des herbſte Unrecht wird, ohne Nachdenken zumal, begangen. Mark Woolſton hatte zu lang über dieſen Gegenſtand dieſer phantaſtiſchen Theorien nachgedacht, um ſich durch eine zu glauben, man habe vor täuſchen zu laſſen. Weit entfernt, den letzten zehn Jahren des achtzehnten Jahrhunderts gar Richts gewußt, war er der Anſicht der weiſeſten Männer, die je gelebt haben,— daß es nämlich nichts Neues unter der Sonne gäbe. Er geſtand bereitwillig zu, daß„Umſtände das Ausſehen der Dinge ändern;““ auch hatte er die Anſicht nicht, den Krater ſtreng nach denſelben Geſetzen zu lenken, nach welchen er in Pennſylvanien oder auf Japan regieren würde; er begriff aber dennoch, daß es gewiſſe große moraliſche Wahr⸗ heiten gebe, welche dem Menſchengeſchlecht als Geſetz vorleuch⸗ ten müßten, und daß dieſe nicht von Träumern, am wenigſten aber ungeſtraft, bei Seite geſetzt werden dürften. Alles, was mit der Colonie zuſammenhiug, war ſtreng praktiſch. Die Entſcheidung gewiſſer Punkte hatte den Statt⸗ halter ohne Zweifel beunruhigt, im Ganzen aber war er damit ziemlich gut ins Reine gekommen. Ein paar junge Rechts⸗ gelehrte hatten ſich den Auswanderern anſchließen wollen; er war aber ſo klug geweſen, ſie zurückzuweiſen. Das Recht iſt, als Wiſſenſchaft, gewiß ein ſehr nützliches Studium; der Statthalter glaubte aber,— und er irrte ſich unſers Bedün⸗ kens nicht,— ſeine Leute könnten ſich noch einige Jahre ohne dieſe Wiſſenſchaft recht gut behelfen. Dann wollte auch noch ein Arzt ſeine Dienſte anbieten. Mark gedachte der Streitig⸗ keiten für be H Vor noch wurde eine ſe Gemei war je Coloni Freund Gebrät Zwiſtig anderes Geiſtlie W Hier ti innere gar au Un Namene ſchlechte laut we White, geweiht milderes Bezug *) Eig⸗ noch ſo de Ver⸗ und das ſensbiſſe genſtand Theorien habe vor erts gar iner, die inter der ände das cht nicht, en, nach würde; he Wahr⸗ vorleuch⸗ wenigſten ar ſtreng en Statt⸗ mer damit e Rechts⸗ vollen; er Recht iſt dium; der rs Bedün⸗ Jahre ohne auch noch r Streitig⸗ — 103— keiten zwiſchen ſeinem Vater und Schwiegervater und hielt es für beſſer, an einer Theorie als an zweien zu ſterben. Hinſichtlich eines Geiſtlichen war die Frage ſchwieriger. Vor einem halben Jahrhunderte hatte ſich das Sectenweſen noch nicht ſo ausgedehnt, wie in unſeren Tagen; indeſſen wurde die Sache verhandelt und beſprochen. Briſtol hatte eine ſehr alte, der anglicaniſchen Kirche angehörige geiſtliche Gemeinde, und Mark's Familie zählte ſich ihr bei. Bridget war jedoch Presbyterianerin, und kein kleiner Theil der neuen Coloniſten gehörte den ſogenannten Wet⸗Ouäkern*) oder den Freunden an, welche nicht ſehr ſtreng auf ihre Anſichten und Gebräuche halten. Nun hatte aber die Religion ſchon mehr Zwiſtigkeiten und Kämpfe hervorgerufen als irgend etwas anderes; dennoch war es unmöglich, für jede Secte einen Geiſtlichen mitzunehmen, und Einer mußte der Colonie genügen. Welcher Secte nun ſollte dieſer Geiſtliche angehören? Hier traten dem Statthalter ſo viele Vorurtheile vor das innere Auge, daß er im Begriffe war, ſeinen Plan ganz und gar aufzugeben, als der Zufall die Frage entſchied. Unter Heaton's Verwandten war ein junger Mann, Namens Hornblower(Hornbläſer)— nebenher bemerkt, kein ſchlechter Name für den, der ſo vielfache Warnungstöne mußte laut werden laſſen, welcher von dem wohlbekannten Doctor White, dem vieljährigen vorſitzenden Biſchofe von Amerika, geweiht worden war, und deſſen Geſundheit gebieteriſch ein milderes Klima heiſchte, als das, in welchem er, lebte. In Bezug auf ihn wurde die Frage eine rein menſchenfreundliche; *) Eigentlich naſſe Quäker, oder ſolche, die den Wein lieben, welcher dieſer Secte ehedem ganz unterſagt war. Der Ueberſetzer. — 104— denn er war zu arm, um auf eigene Koſten zu reiſen, und man nahm ihn mit ſeiner Gattin, ſeiner Schweſter und zwei Kindern an Bord des Rancocus, um ihu des Genuſſes, in einem tropiſchen Klima zu leben, theilhaftig werden zu laſſen. Die Sache wurde den übrigen Auswanderern vollſtändig auseinandergeſetzt, und ſie konnten Nichts einwenden, wenn ſie auch gewollt hätten, obgleich Niemand daran dachte, ſolchen einleuchtenden Beweggründen entgegen zu treten. Ein Theil der Leute ſagte ſich wahrſcheinlich, am Ende ſei ein episcopa⸗ liſcher Geiſtliche beſſer als gar keiner, obgleich es, die Wahr⸗ heit zu ſagen, nicht wenige gab, welche an der Liturgie Aerger⸗ niß nahmen. Das Vorleſen von Gebeten ſchien ihnen ſo unheilig, daß dieſe Leute ſich kaum entſchließen konnten, der⸗ gleichen Andachtsübungen beizuwohnen; auch wurde der Widerwillen gegen dieſen einleitenden Punkt nicht eher beſei⸗ tigt, bis der Statthalter einſt den Hauptwiderſacher fragte, wie er es mit dem Gebete des Herrn halte, das nicht allein geſchrieben und gedruckt ſei, ſondern auch gewöhnlich auswen⸗ dig gelernt werde? Trotz dieſer Schwierigkeit fanden ſich die meiſten Aus⸗- wanderer ohne große Gewiſſensnoth in dieſe Formen, gaben ſich ruhig der Gewohnheit hin und beteten einer Liturgie gemäß, als wohne derſelben nicht all das Unheilige bei, das Andere darin fanden. Auf dieſe Weiſe ſchwinden in neuen Kreiſen ſehr oft unſere ſchlimmſten und hartnäckigſten Vor⸗ urtheile. Wir haben die Abſicht nicht, den Rancocus Tag um Tag auf ſeiner Reiſe zu begleiten. Er legte zu Rio an und ſegelte nach acht und vierzig Stunden weiter. Die Fahrt um Cap Horn war günſtig, und das Schiff ſchoß, indem es ſich gut weſtwä dem C Hilfe le ſich abe machte, Bord n De die zu d Ungedul zu ſage halters zu ziehe Inſelben „riechen, obgleich auf eine Coloniſte Beobacht Eine ſeinem O Gläſer d das Schif bekommen getrieben, gegen Si Mittagsſtt ſich zu ver Da ſti von ſeinen Mittheilun n, und nd zwei ſes, in i laſſen. Uſtändig venn ſie ſolchen in Theil piscopa⸗ Wahr⸗ Aerger⸗ ihnen ſo en, der⸗ rde der er beſei⸗ — fragte, dt allein auswen⸗ en Aus⸗ n, gaben Liturgie bei, das in neuen ten Vor⸗ um Tag nd ſegelte um Cap ſich gut — 105— weſtwärts hielt, auf ſeinen Hafen los. In einem Sturme vor dem Cap erkrankte eine der Kühe und ſtarb, ehe man ihr Hilfe leiſten konnte; ein anderer bemerkenswerther Unfall begab ſich aber nicht. Einige Tage ſpäter ſtarb ein Kind, das Zähne machte, an Krämpfen; dieß minderte jedoch die Zahl derer an Bord nicht, denn in derſelben Woche kamen drei zur Welt. Das Schiff war jetzt hundert und ſechzig Tage unterwegs, die zu Rio hingebrachte Zeit eingerechnet, und eine allgemeine Ungeduld nach der Ankunfi herrſchte an Bord. Die Wahrheit zu ſagen,— einige der Auswanderer begannen des Statt⸗ halters Befähigung, die Inſeln wieder zu finden, in Zweifel zu ziehen, obgleich Niemand deren Exiſtenz bezweifelte. Die Inſelbewohner erklärten jedoch, ſie begönnen ihre Heimath zu „riechen,“ und es iſt ſeltſam genug, daß dieſe Erklärung, obgleich ſie von unwiſſenden Menſchen kam, welche ſie bloß auf eine Art Ahnung hin laut werden ließen, bei den meiſten Coloniſten mehr Glauben fand, als alle Inſtrumente und Beobachtungen des Siatthalters. Eines Tages gegen die Mittagsſtunde erſchien Mark mit ſeinem Quadranten auf dem Deck und ſprach, während er die Gläſer des Inſtrumentes reinigte, ſeine Urberzeugung aus, das Schiff würde in der Kürze die Krater⸗Gruppe zu Geſicht bekommen. Eine Strömung hatte ihn weiter gegen Norden getrieben, als er zu gehen beabſichtigte; nachdem er jedoch gegen Südweſten aufgehohlt hatte, erwartete er nur die Mittagsſtunde, um ſeine Breite zu bekommen und ſo der Lage ſich zu vergewiſſern. Da ſich der Statthalter ſtets in angemeſſener Entfernung von ſeinen Leuten hielt und nicht gewöhnt war, ihnen nutzloſe Mittheilungen zu machen, blieb ſeine jetzige Offenheit nicht ohne bedeutenden Eindruck, und eine allgemeine Aufregung war an Bord des Schiffes zu gewahren. Alle Augen waren auf dem Ausguck nach Land und ſo ſteigerte ſich auch die Hoffnung, es bald zu Geſicht zu bekommen. Nach den Beobachtungen, welche zur Mittagsſtunde, wie gewöhnlich, angeſtellt wurden, ſah ſich der Statthalter etwa dreißig Meilen nördlich von der Inſelgruppe, welche er auf⸗ ſuchte; die Berechnung ergab, daß er noch öſtlich von ihr ſtand, und er hohlte auf, in der Hoffnung, gut nach windwärts auf ſie anzulaufen. Nachdem er drei Stunden in der rechten Richtung abge⸗ erklärte der Ausguck auf den Sahlingen, kein Land ſei nach vorne ſichtbar. Einen Augenblick überkam Mark der ſchreckliche Gedanke, ein neues Erdbeben habe die Gruppe verſenkt— er gabe ſich dieſem Gedanken jedoch nur eine Minute hin. Denn jetzt ertönte der Ruf:„Segel, ho!“ um jedes Herz zu erfreuen und allen Gedanken eine andere Richtung zu geben. Dieß war das erſte Schiff, dem der Rancoeus ſeit ſeiner Abreiſe von Rio begegnete. Es ſtand windwärts und ſchien vor dem Winde nieder zu halten. Nach einer Stunde waren die Schiffe einander nahe genug, um von den Fernröhren Gebrauch machen zu können; und die Schanze an Bord des Rancocus war in voller Thätigkeit, nach dem Fremden auszu⸗ halten hatte, ſchauen. „Es iſt die Seejungfer,“ ſagte Mark zu Betts—„und Alles iſt, wie es ſein ſoll. Was aber dieſes Fahrzeug hier, windwärts von den Inſeln zu ſchaffen haben mag, iſt mehr, als ich mir denken kann.“ „Vielleicht kreuzt es nach uns, Herr!“ verſetzte Bob.—* „Die 3 es Mad Stück h männerr De ſchweige „S Mark.— in der K ner ein. „Ur nur das einen ga daß ſie f Der auf dem um auf ſehen. T „Laſ an ſeinen Dieſe Kinder w Männer, waren, 1 Stellen ei naden, A die neue 2 zurecht gel lichen Vor Währ ufregung n waren auch die nde, wie lter etwa e er auf⸗ ihr ſtand, värts auf ung abge⸗ gen, kein am Mark e Gruppe ne Minute um jedes Richtung ſeit ſeiner und ſchien ude waren Fernröhren Bord des den auszu⸗ 6—„und rzeug hier, iſt mehr, te Bob.— 4 — 107— „Die Zeit iſt da, wo man uns erwartet— und vielleicht iſt es Madame Woolſton und Freundin Martha eingefallen, ein Stück heraus zu treten und ſich nach ihren rechtmäßigen Ehe⸗ männern umzuſehen.“ 3 Der Statthalter lächelte über dieſen Einfall, ſetzte aber ſchweigend ſeine Beobachtungen fort. „Sie benimmt ſich ſehr ſeltſam, Betts,“ ſagte endlich Mark.—„Seht doch einmal hin.— Sie giert wie eine Galeere in der Kühlte, und nimmt den ganzen Weg wie ein Betrunke⸗ ner ein. Ich glaube nicht, daß Jemand an dem Steuer ſteht.“ „Und wie nachläſſig ihre Segel geſtellt ſind! Seht mir nur das große Tau⸗Segel, Herr; eines der Tücher iſt um einen ganzen Faden draus, während die Raa eingebraßt iſt, daß ſie faſt zurückliegt.“ Der Statthalter ging fünf Minuten in tiefen Gedanken auf dem Decke hin und her, blieb aber doch gelegentlich ſtehen, um auf die jetzt etwa eine Stunde entfernt ſtehende Brig zu ſehen. Dann rief er plötzlich aus: „Laſſet Alles zum Kampfe bereit halten und beordert jeden an ſeinen Poſten!“ Dieſer Befehl ſetzte Alle in Bewegung. Die Frauen und Kinder wurden in aller Eile unten geborgen und ſämmtliche Männer, welche nun ſeit fünf Monaten ſtets geübt worden waren, nahmen mit der Regelmäßigkeit alter Seeleute ihre Stellen ein. Die Stückpforten wurden geöffnet— zehn Karro⸗ naden, Achtzehnpfünder, und zwei Neunpfünder, aus welchen die neue Bewaffnung beſtand, wurden bemannt— Patronen zurecht gelegt— Kugeln herbeigeſchleppt und alle die herkömm⸗ lichen Vorbereitungen zum Kampfe getroffen. Während man all dieß vollbrachte, traten die beiden Schiffe ſich raſch näher und waren bald nur noch auf Kano⸗ nenſchußweite getrennt. Niemand aber an Bord des Rancocus wußte, was er zu den Bewegungen der Seejungfer ſagen ſollte. Die Mehrzahl ihrer gewöhnlichen Raaſegel waren beigeſetzt, aber an keinem derſelben die Schooten angehohlt oder recht in der Höhe. Ein Verſuch war gemacht worden, die Ragen in rechten Winkeln zu richten, aber ein Raaenarm war zu weit eingebraßt, ein anderer nicht weit genug, und überhaupt ſchien in der ganzen Einrichtung der Segel nichts in der gehörigen Ordnung zu ſein. Aber die Haltung der Brig war das merkwürdigſte. Ihr Cours im Allgemeinen ſchien blind vor dem Winde zu ſein; ſie gierte aber unaufhörlich und oft ſo ſtark, daß einzelne ihrer leichtern Segel zurückſchlugen. Die meiſten Schiffe nahmen ſich eiwas Raum heraus, wenn ſie vor dem Wind oder in einer ſchweren Deining*) niederlaufen; die Seejungfer nahm deſſen aber viel mehr als gewöhnlich, und man konnte kaum ſagen, daß ſie irgend einen beſtimmten Cours ſteure. Wie die Schiffe ſich mehr und mehr näherten, bemerkte der Statthalter natürlich alle dieſe Einzelnheiten, ſo wie das Gehaben des Schiffsvolkes, das in der Takelage war. „Ein Bugſtück**) klar gemacht!“— rief Mark Betts zu.—„Etwas Schreckliches muß ſich begeben haben. Die Brig iſt in den Händen der Wilden, und ſie wiſſen nicht, wie ſie ſie handhaben ſollen!“ Man kann ſich wohl denken, welche Bewegung dieſe Nach⸗ *) Eine ſtarke Bewegung der Wellen. Der Ueberſetzer. **) Die Kanonen, welche vorne auf der Back oder im Gallion ſtehen. 3 Der Ueberſetzer. richt au die Bri⸗ und wa Viertelſt Bord u Betts fi Waally' ſeines 2 ſuchung Statthal und theu „Iſt „Ja „Fer ſchrecken. Bett wortete d Aeußerun⸗ war der 2 faſt zu g einmal ve Tangenten kam zu S vier durch Soba Ordnung Schiff drel die Segel Mittl. da der Sto uaf Kano⸗ Rancocus ghen ſollte. beigeſetzt, recht in Naaen in r zu weit überhaupt s in der gſte. Ihr e zu ſein; eelne ihrer nahmen d oder in gfer nahm unte kaum bemerkte o wie das r. dark Betts ben. Die nicht, wie dieſe Nach⸗ herſetzer. on ſtehen. eberſetzer. da der Statthalter aber ſeine Leute, — 109— richt auf dem Schiffe hervorbringen mußte. Wenn die Wilden die Brig hatten, ſo hatten ſie wahrſcheinlich auch die Gruppe, und was war aus den Coloniſten geworden? Die nächſte Viertelſtunde verging in der höchſten Spannung für Alle an Bord und in dem peinlichſten Seelenkampfe für Mark. Auch Betts fühlte ſich ſehr beunruhigt; Waally's Leute gefährlich geweſen, wenn er ſich im Bereiche ſeines Armes befunden hätte. Konnte Uruni ſich der Ver⸗ ſuchung gefügt und ihnen einen Streich geſpielt haben? Der Statthalter mochte dieß nicht glauben, und Betts ſchwur hoch und theuer, dieß könne nicht ſein. 4 „Iſt das Bugſtück klar?“ fragte der Statthalter. „Ja,— ja, Herr— Alles fertig.“ „Feuert! Aber gut gehoben— wir wollen ſie erſt nur ſchrecken. Wehe ihnen, wenn ſie Widerſtand leiſten.“ Betts legte die Lunte an und zu Aller Erſtaunen ant⸗ wortete die Brig mit einer vollen Lage. Aeußerung der Thatkraft aber und es wäre für einen von Mit dieſer einzigen „ wenn man es ſo nennen darf, war der Widerſtand zu Ende. Obgleich fünf Kanonen, und faſt zu gleicher Zeit, gelöſt worden, hatte man doch nicht einmal verſucht, richtig zu zielen. Die Kugeln flogen alle in Tangenten⸗Richtung von der Lage des Schiffes, und Niemand kam zu Schaden, als die Wilden ſelbſt, von denen drei oder vier durch den Rückſchlag verwundet wurden. Sobald die Kanonen gelöſt worden waren, ſchwand alle Ordnung an Bord der Brig, die von Wilden wimmelte. Das Schiff drehte ſich an der Luvſeite um, kam an den Wind und die Segel fielen zurück. Mittlerweile zog der Rancocus ſtetig näher, um zu entern; welche im Kampfe nicht — 110— geübt waren, einem Handgemenge mit wilden Kriegern nicht bloßſtellen wollte, befahl er eine Kanone mit Traubenfeuer zu laden und gegen die Brig zu löſen. Dieß entſchied ſogleich den Kampf. Ein halbes Dutzend wurde getödtet oder verwundet; ein Theil lief in den untern Raum; Andere flüchteten auf die Maſten, die Meiſten aber ſprangen ohne Zaudern über Bord. Die Männer in dem Waſſer begannen, zum Erſtaunen Aller, die ſie ſahen, gerade nach windwärts zu ſchwimmen,— ein Umſtand, welcher andeutete, daß auf jener Seite des Meeres Land oder Canve's zu finden ſeien. Als Mark ſah, wie es mit der Brig ſtand, luvte er unter ihren Spiegel und legte an ſie an. In einer Minute waren zwanzig auserleſene Männer auf ihrem Deck, in der zweiten hielten die Schiffe wieder klar von einander ab, und die See⸗ jungfer war„unter Befehl,“ wie man es in der Seeſprache nennt. Sobald der Statthalter ſeinen Pflichten als Seemann Genüge gethan hatte, ging er in den untern Raum. In der Cajüte fand er Herrn Saunders— oder Capitän Saunders, wie ihn die Coloniſten nannten— an Händen und Füßen gebunden. Sein Proviantmeiſter be und Bigelow wurde, gleichfalls als Gefangener, in dem Heck*) gefunden. Dieß waren alle Coloniſten an Bord, und Alle, die, mit Ausnahme von zweien, an Bord geweſen waren, als das Schiff genommen wurde. Capitän Saunders konnte dem Statthalter nicht viel mehr —— rbeſteuerer befinden. *) Der Theil des Schiffes, wo ſich die Rude Der Ueberſetzer. fand ſich in derſelben Lage, ſagen, Thatſa ſtatt w hatte, Zweifel annehm unterga angehal Vorſche Da wohlbeh welche ſ guten U gegeben Unt lichen T Waally derſelbe welche er Eiſen un der Tha der unrt emporſchl Der aus, we ſchlagene niſſe, we darſtellte, hatte ſo ſchaffen l gern nicht enfeuer zu 6 Dutzend den untern eiſten aber Erſtaunen vimmen,— Seite des zte er unter nute waren der zweiten nd die See⸗ Seeſprache s Seemann im. In der Saunders, und Füßen rſelben Lage, dem Heck*) d, und Alle, n waren, als cht viel mehr vefinden. Ueberſetzer⸗ — 111— ſagen, als was er mit eigenen Angen ſah. Eine wichtige Thatſache jedoch war er im Stande zu berichten, nämlich: ſtatt windwärts vom Krater zu ſtehen, wie Mark angenommen hatte, war er leewärts davon, indem die Strömungen ohne Zweifel das Schiff ſchneller weſtwärts getrieben hatte, als man annehmen konnte. Die Rancocus⸗Inſel wäre gegen Sonnen⸗ untergang ſichtbar geworden, wenn das Schiff in dem Cours angehalten hätte, welchen es ſteuerte, als die Seejungfer zum Vorſcheine kam. Das Wichtigſte war jedoch die Gewißheit, daß die Frauen wohlbehalten waren. Sie befanden ſich alle auf der Kuppe, welche ſie in den letzten ſechs Monaten, oder ſeit der Tod des guten Uruni dem ruheloſen Waally wieder das Uebergewicht gegeben hatte, bewohnten. Unmittelbar nach dem Ableben Uruni's, der eines natür⸗ lichen Todes ſtarb, war deſſen Sohn überwältigt worden; Waally hatte den Bann gebrochen, indem er das Volk beredete, derſelbe ſei in Bezug auf Weiße nicht heilig. Die Beute, welche er den Letzteren abzunehmen hoffte,— ein Schatz von Eiſen und Kupfer, der ſich in ihren Schiffen fand,— war in der That das Hauptverlockungsmittel geweſen, mit welchem der unruhige, ehrgeizige Häuptling ſich wieder zur Macht emporſchwang. Der Krieg brach jedoch nicht ſogleich nach der Umwälzung aus, welche Waally auf ſeinen Inſeln bewirkte. Dieſer ver⸗ ſchlagene Politiker hatte im Gegentheile nach dieſem Begeb⸗ niſſe, welches er als unerläßlich für den Frieden der Gruppe darſtellte, ſo viele Freundſchaftsverſicherungen gegeben,— er hatte ſo viel Sandelholz geſammelt und es auf den Krater ſchaffen laſſen, wo bereits eine beträchtliche Ladung eingethan ch in anderer Weiſe ſo wohlgeſinnt und freund⸗ daß er die Coloniſten völlig täuſchte. Nie⸗ mand ahnte einen Ueberfall; man traf im Gegentheil auf der Kuppe Vorbereitungen zu dem Empfange Mark's, deſſen Rückkehr man ſeit zwei Wochen täglich erwartete. Die Seejungfer hatte eine kleine Ladung Holz von Betto's Gruppe herübergebracht und am Krater ausgeladen. Als dieß geſchehen war, ſegelte ſie ab, um nach dem Rancocus auszu⸗ ſchauen und ihm Nachricht von der Colonie zu bringen, die alle, mit Ausnahme der von dem Tode des Uruni und den neueſten Begebniſſen, günſtig waren; die Brig lag im Freien, in der Weſt⸗Enge, wie man es nannte, oder zunächſt der andern Gruppe,— und harrte der angeſetzten Stunde der Ab⸗ reiſe, welche eben an dem Morgen des Tages ſtattfinden ſollte, an welchem ſie mit dem Statthalter zuſammengetroffen war. Ihre Bemannung beſtand nur aus Capitän Saunders, Bigelow, dem Koch und dem Proviantmeiſter und zwei zu Canton angeworbenen Matroſen,— deren einer ein Tauge⸗ nichts war. Dieſe zwei Letzten hatten den Ausguck, betranken ſich und ließen in der Dunkelheit der Nacht eine Flotte von Canve's an das Schiff heran kommen. Zur Strafe für dieſe Nachläſſigkeit im Dienſte wurden ſie todtgeſchlagen und über Bord geworfen. Die Uebrigen hatten ihr Leben dem Umſtande zu danken, daß ſie im Schlaf überraſcht wurden und an Wider⸗ ſtand nicht denken konnten. Am Morgen wurde das Ankertau der Brig abgehauen, die Segel, ſo gut es ging, beigeſetzt und ein Verſuch gemacht, das Schiff nach Betto's Gruppe hinüber zu führen. Es iſt ſehr zweifelhaft, ob dieß je gelungen wäre; die glückliche Erſcheinung des Rancocus entſchied jedoch über dieſen Punkt. war, er hatte ſi ſchaftlich gezeigt, linge im ut mal, welche ein k Mach Aus glaubt den K wo S dern Beſatz befindl zu ſchi der Er Gebäut ein zie waren aber fi ſein. ausgede die Zu zweitau Krater den gri und all Widerſt konnten, freund⸗ te. Nie⸗ auf der , deſſen Betto's Als dieß s auszu⸗ gen, die und den n Freien, ächſt der der Ab⸗ een ſollte, en war. Saunders, zwei zu n Tauge⸗ betranken Flotte von für dieſe und über Umſtande an Wider⸗ abgehauen, h gemacht, n. Es iſt glückliche ſen Punkt. — 113— Saunders wußte über das ſpätere Gehaben der Eindring⸗ linge Nichts zu berichten. Er war während der ganzen Zeit im untern Raume feſtgehalten worden und wußte nicht ein⸗ mal, wie ſtark die Flotte der Canoe's war. Die Schaar, welche ſich der Seejungfer bemächtigt hatte, ſchien jedoch nur ein kleiner Theil der jetzt von Waally in Bewegung geſetzten Macht zu ſein, und derſelbe perſönlich den Oberbefehl zu führen. Aus gewiſſen halbverſtandenen Erklärungen ſeiner Beſieger glaubte Saunders abnehmen zu müſſen, daß die Uebrigen in den Kanal getreten ſeien, um bis zum Krater vorzudringen, wo Socrates, Unus und Wattles mit ihren Frauten und Kin⸗ dern wohnten und, als die Seejungfer abſegelte, die ganze Beſatzung des Platzes ausmachten. Der Werth der dort befindlichen Habe ſtand jedoch mit der Macht derer, welche ſie zu ſchützen beauftragt waren, in keinem Verhältniß. In Folge der Entfernung des Rancocus waren auf dem Riffe mehrere Gebäude aufgeführt worden, und auf dem Gipfel hatte ſich ein ziemlich geräumiges Wohnhaus erhoben. Dieſe Häuſer waren freilich nicht in ſehr zierlichem Styl erbaut, mußten aber für Leute in der Lage der Coloniſten von hohem Werthe ſein. Dann wühlten und gruben die Schweine noch auf der ausgedehnten Prärie und ſtreiften dort faſt wild umher. Da die Zucht ſich bedeutend vermehrt hatte, mußten jetzt gegen zweitauſend dieſer Thiere dort leben. Dann waren auf dem Krater eine Menge der von Canton geſchickten Gegenſtände, den größten Theil des Eiſens eingeſchloſſen, aufbewahrt,— und all dieß war Waally's Bande preisgegeben; denn der Widerſtand, welchen die drei Männer, die dort hauſten, leiſten konnten, war gewiß nicht hoch anzuſchlagen. Der Statthalter war, nachdem er die Sachlage begriffen 238— 240. 8 — 114— hatte, ziemlich raſch entſchloſſen. Vor Allem mußten die Schiffe dicht an den Wind gebracht werden, und ſo nahe als möglich in das Bereich der Schwimmer treten; denn Mark konnte es nicht über das Herz bringen, hundert ſeiner Mit⸗ menſchen inmitten des Meeres zu verlaſſen, obwohl ſie Feinde und Wilde waren. Nachdem die Coloniſten einige kurze Striche gemacht und zwei⸗ bis dreimal geviert hatten, ſahen ſie ſich in der Mitte der Schwimmer, und ohne dieß menſchenfreundliche Gefühl ihrer Feinde hätte wahrſcheinlich nicht Einer von Zehn je wieder Land geſehen. An der Seejungfer waren drei bis vier Canoe's, und dieſe ließ man in dem rechten Augenblicke, ohne lange Unterhandlung, triftig werden. Die Indianer begriffen ſehr raſch, was dieſes bedeuten ſolle, und ſchwammen von allen Seiten auf die Canve's los, obgleich ſie ſtets noch bemüht waren, den Schiffen fern zu bleiben. An Bord des letzten Canoe's brachte der Statthalter alle ſeine Gefangenen unter, worauf er der ganzen Bande glücklich los zu ſein glaubte. Der Rancocus konnte durch drei Waſſerſtraßen bis ganz an den Krater gelangen. Mark wählte die von Norden dahin führende, theils weil ſie die nächſte war, theils weil er dieſen Cours ſteuern konnte, ohne wiederholt wenden zu müſſen. Da er ſeine Lage jetzt genau kannte, ward es ihm nicht ſchwer, den Eingang in dieſen Kanal zu finden. Die Seejungfer bekam ein Dutzend„Hände“ an Bord und wurde in die weſtliche Enge geſchickt, um Waally's Flotte in Empfang zu nehmen, wenn er mit der Beute dort heraus⸗ kommen ſollte. Der Rancocus mochte ſeit einer Stunde ſeinen Cours geät Sor er eine das im 4 hielt, die V ſchaue und be wie es er ko Socra des be C regel? die zw und be zten die nahe als n Mark ner Mit⸗ e Feinde acht und er Mitte Gefühl Zehn je bis vier cke, ohne begriffen men von ets noch Bord des fangenen zu ſein bis ganz hen dahin er dieſen ſſen. Da t ſchwer, an Bord y's Flotte t heraus⸗ in Cours — 115— geändert haben, als er das Land zu Geſicht bekam, und die Sonne ging eben unter, als er ſo dicht an daſſelbe trat, daß er in der nördlichen Enge ankern konnte, wo er nicht nur eine Lee, ſondern auch guten Ankergrund hatte. Hier brachte das Schiff die Nacht zu, da der Statthalter ſich nicht gern im Dunkeln in jene engen Waſſerſtraßen wagte. Sechstes Kapitel. Die Phantaſie, das Herz beglückt Mehr, als der Modetand entzückt; Und tröſtlich iſt in Leiden, Und köſtlicher als alle Freuden Das edle Seelenband, Die Liebe zu dem Vaterland, Die da, wo ſie recht innig lebt, Das Herz mit ſüßer Ruh' umwebt. Percival. Obgleich der Statthalter es der Klugheit angemeſſen hielt, für die Nacht vor Anker zu gehen, verſäumte er doch die Vorſichtsmaßregel nicht, nach dem Stande der Dinge aus⸗ ſchauen zu laſſen. Betts wurde in einem gut bewaffneten und bemannten Boote dem Riff entgegen geſchickt, um zu ſehen, wie es dort ſtehe. Seinen Aufträgen zufolge ſollte er ſo weit er konnte vordringen und möglicherweiſe in Verkehr mit Socrates zu treten ſuchen, welcher jetzt als der Befehlshaber des bedrohten Platzes gelten konnte. Es war ein Glück, daß der Statthalter auf dieſe Maß⸗ regel verſtel. Da Betts in der Lanſch des Schiffes abging, die zwei Everſegel führte, gleitete er leicht und raſch dahin und bekam vor Mitternacht das Riff zu Geſicht. Zu ſeinem 8* — 116— Erſtaunen ſchien Alles ruhig zu ſein, und Betts glaubte anfangs, die Wilden hätten ihr Werk bereits vollbracht und ſeien abgezogen. Da er jedoch ein verwegener Burſche war, genügte ihm ein Ausguck aus der Ferne nicht, und er hielt an, bis ſein Boot völlig an dem natürlichen Kai des Riffes ſelbſt lag. Hier trat er mit ſeinen Leuten an das Land und ſie ſchritten auf den Eingang des Kraters zu. Das Thor ſtand ſaumſelig offen, und als ſie in den ausgedehnten Raum traten, fanden ſie Alles ruhig und ſtill— nirgends eine Spur neuerdings verübter Gewaltthätigkeiten. Betts wußte, daß die hier Wohnenden den Gipfel gewöhn⸗ lich als Schlafſtätte wählten und er ſtieg zu einer der Hütten empor, welche hier erbaut worden waren. Hier fand er die ganze Beſatzung der Gruppe in tiefen Schlaf verſenkt und ohne eine Ahnung der Gefahr, welche ihnen drohte. Kein Zweifel mehr,— Waally's Schaar hatte ſich noch nicht gezeigt, und Socrates wußte nichts von all dem, was ſich mit der Brig begeben hatte. Die Freude des Negers war groß, Betts' Hand zu ſchüt⸗ teln und zu hören, daß„Maſter Mark“ mit einer mächtigen Verſtärkung in der Nähe ſei. Man konnte die eben angelangte Schaar bereits ſo bezeichnen, denn der Statthalter hatte bei dieſer Gelegenheit mit ſeinem erſten Offizier nicht weniger als fünf und zwanzig gut bewaffnete Männer anher geſchickt. Mit einer ſolchen Beſatzung glaubte Betts den Krater geſichert und ſchickte die Lanſch mit vier Seemännern zurück, um über den Stand der Dinge zu berichten und Alles, was er erfahren, mitzutheilen. Nachdem dieß abgethan war, wendete er ſeine Aufmerkſamkeit der Vertheidigung des Platzes zu. Eig gege Abre eben zwei Küht Thier fande ſo w würd am e einfar als ft werde wegzu 9 thum wo ſic aufgeg der fa⸗ Hufen trefflich er wüt hellem Al Ohren ſo lang terra f ſein ſch glaubte ht und te ihm is ſein dſt lag. ſchritten umſelig fanden rerdings gewöhn⸗ Hütten d er die nkt und ſich noch m, was zu ſchüt⸗ nächtigen gelangte hatte bei niger als ickt. Mit hhert und über den erfahren, er ſeine — 117— konnte ein bedeutender Verluſt an wenn die Coloniſten das Riff ern im Stande waren. Der pe und in der Bucht geborgen, e meiſten Boote, da ſte nur ch hatten. Die Schweine und t, obwohl faſt die Hälfte dieſer Thiere jetzt auf die Kuppe gebracht worden waren. Dennoch t Grunzer auf der Prärie, .Der Verluſt der letzteren ud man durfte ihretwegen ſehr zahm waren und ſich leicht ete jedoch mehr für die Schweine jene konnten mit Pfeilen erlegt y, nach ſeinem Bedünken, dieſe lebendig als für das Hornvieh; denn werden, während Waall wegzuführen wünſchte. Nach den Mittheilungen des Schwarzen war das Wachs⸗ thum auf der ganzen Gruppe bedeutend fortgeſchritten. Ueberall, wo ſich nur etwas Bodenähnliches zeigte, war der Grasſamen aufgegangen und die Prärie war jetzt ein ausgedehnter Raum, der faſt ganz mit Raſen bedeckt und ſo feſt war, daß er den Hufen widerſtand. Auch die mannigfachſten Baumarten waren trefflich gediehen und Betts hörte mit Freuden die Verſicherung, er würde die Gruppe nicht mehr erkennen, wenn er ſie bei hellem Tage ſähe. Alles dieß waren wenigſtens Ohren der Coloniſten angenehme Nachrichten; ſie waren jetzt ſo lange an Bord des Schiffes geweſen, daß Alles, was wie terra firma nnd wie Grün ausſe ah, ihnen ein Paradies zu ſein ſchien. Betts hatte in dieſem Augenblicke aber an zu viel für die neugierig lauſchenden — 118— anderes zu denken, um auf Socrates' Lobſprüche ſehr zu achten, und ſeine ganze Aufmerkſamkeit wendete ſich bald den Verthei⸗ digungsmitteln zu. Da auf trockenem Lande nur ein Weg zum Krater führte, und zwar der„Schweineweide“ entlang und über die Planken⸗ brücke, ſo fühlte Bob, wie nöthig es ſei, ſofort von dem Paß Beſitz zu nehmen. Er trug Socrates auf, nach dem Thore zu ſehen und eine Wache dort aufzuſtellen, während er ſelbſt mit zehn Mann zur Brücke ſchritt, um ſich derſelben zu verſichern. Waally's Leute konnten allerdings ſchwimmen und hielten ſich wahrſcheinlich nicht lange vor dem Waſſerbecken auf; es war aber immer ein nicht von der Hand zu weiſender Vortheil, ſie in dem Waſſer zu bekämpfen. Ueberdieß wurden alle Karro⸗ naden geladen; und nachdem dieſe Vorſichtsmaßregeln getroffen und Wachen ausgeſtellt waren, erlaubte Betts ſeinen Leuten, auf ihren Waffen zu ſchlafen, wenn ſie ſchlafen könnten. Sie befanden ſich in einer ſo neuen Lage, daß nur Wenige von dieſer Erlaubniß Gebrauch machten, obgleich ihr Befehls⸗ haber bald ein ſehr muſikaliſches Schnarchen hören ließ. Wie man wohl erwarten konnte, begann Waally ſeinen Angriff mit dem anbrechenden Tage. Die Lanſch war jedoch ſchon vor dieſer Zeit zu dem Schiffe zurückgekommen; das letztere hatte ſich ſofort in Bewegung geſetzt und eilte raſch dem Krater zu. Mittlerweile war die Seejungfer, ohne daß es Jemand wußte, obwohl Mark eine Ahnung davon hatte, in den weſtlichen Durchgang getreten, hielt durch denſelben an und ſchnitt Waally auch hier raſch den Rückweg ab. So ſtanden die Dinge, als das Gellen der Angreifenden laut ward. Waally warf ſich zuerſt der Brücke entgegen, indem er erwart über fürchte ſehr g gedacht noch r Sein zeugen ein raſ wollte. richten erwarte glaubte Feinde darin h ſeine k gefallen angelan⸗ Das die Brü⸗ Wache, Dieß wa großer C Waally er bis j Richtung auf dem meiſtens Nach gab er B achten, zerthei⸗ führte, lanken⸗ m Paß hore zu lbſt mit eſichern. hielten nuf; es vortheil, Karro⸗ getroffen Leuten, nuten. Wenige Befehls⸗ ß. y ſeinen ir jedoch en; das aſch dem daß es atte, in elben an reifenden indem er — 119— erwartete, ſie ſei unbewacht und er könne ohne Widerſtand über ſie ſetzen. Er wußte, daß das Schiff fort war und fürchtete daher ſein Feuer nicht mehr; er wußte aber auch ſehr gut, daß auf dem Gipfel Kanonen ſtanden, und er gedachte ſich derſelben zu bemächtigen, während ſeine Leute noch von der Glut des erſten Angriffes hingeriſſen waren. Sein ganzes Volk hatte vor dieſen furchtbaren Kriegswerk⸗ zeugen die höchſte Achtung und Waally wußte, wie wichtig ein raſches Vorſchreiten war, wenn er des Sieges gewiß ſein wollte. Er hatte in Betracht des Zuſtandes des Riffes Nach⸗ richten einzuziehen gewußt, welche keinen großen Widerſtand erwarten ließen; und da er im Beſitze der Seejungfer zu ſein glaubte, gab er ſich der Anſicht hin, die ganze Anzahl der Feinde werde ſich kaum auf ſechs Perſonen. belaufen. Und darin hatte er Recht, und ohne Zweifel wären Socrates und ſeine kleine Schaar mit dem ganzen Riff in ſeine Hände gefallen, wäre die Verſtärkung nicht zu ſo gelegener Zeit angelangt. Das Gellen erhob ſich, als man ſich vergewiſſerte, daß die Brücke weggerollt worden; ihm folgte eine Salve von der Wache, welche in ihrer Nähe auf dem Riffe aufgeſtellt war. Dieß war der Beginn des Kampfes, welcher nun ſogleich in großer Erbitterung und unter mörderiſchem Geſchrei wüthete. Waally hatte auch alle ſeine Gewehre abfeuern laſſen, obgleich er bis jetzt keinen Feind ſah und nicht wußte, in welcher Richtung er zielen laſſen ſollte. Er ſah allerdings Männer auf dem Riff, aber nur auf einzelne Augenblicke, da ſie ſich meiſtens hinter ihren Verſtecken bargen. Nachdem der Häuptling ſeine Gewehre hatte raſſeln laſſen, gab er Befehl zu einem Angriff und mehrere hundert ſeiner — 120— Krieger warfen ſich in das Waſſerbecken und begannen auf die Stelle zuzuſchwimmen, welche angegriffen werden ſollte. Dieſe Bewegung ließ Betts gewahren, daß es klug ſein würde, wenn er ſich gegen das Thor zurückzöge, was er in guter Ordnung und ſehr ruhig ausführte. Dieſes Mal führte Waally ſeine Schaar wirklich, ohne Schrecken und ohne Verluſt, auf das Riff. Sie betraten in vollem Haufen das Land und zerſtreuten ſich, nach Beute lüſtern und blutdürſtig, nach allen Richtungen. Demungeachtet gelang es Betts, das Thor zu erreichen, in welches er ohne Zaudern trat, völlig überzeugt, daß alle Anſtrengungen der Seinigen, dem Strome draußen Widerſtand zu leiſten, ver⸗ geblich ſein müßten. Sobald ſeine Leute innerhalb des Kraters waren, wurde das Thor vermacht, und Betts konnte jetzt der Vertheidigung des Kraters ſeine ganze Aufmerkſamkeit zuwenden. Die große Ausdehnung der Veſte, welche, wie man ſich erinnern wird, einen Umfang von nicht weniger als hundert Acker hatte, machte die Beſatzung im Fall einer Belagerung ſehr ungenügend. Wahrſcheinlich hätte keiner dieſer Männer an eine Vertheidigung gedacht, wären ſie nicht der Nähe einer mächtigen Verſtärkung gewiß geweſen. Dieſe Gewißheit flößte der Beſatzung Muth ein und gab ihren Anſtrengungen mehr Sicherheit und heiteres Selbſtvertrauen. Betts ließ ſeine Leute je zwei ſich auf dem Gipfel aus⸗ dehnen und befahl ihnen, wachſam zu ſein und ſich gegenſeitig zu unterſtützen. Man wußte wohl, daß ein Eintritt nur durch das Thor oder mittelſt Leitern oder anderer ähnlicher Vorrich⸗ tungen möglich ſei. Die Zeit, welche die Beſchaffung der letzteren forderte, mußte das helle Tageslicht herbeiführen und die C kräftig Angre Karro C ſönlich ſeiner ſeien, ſeine L wo ſie nutzlos U Menge er wag da er Menge ſo hoch Blicken Zaubere Eil gewiſſer gelandet ſammelt Stunde lagen un Wa welchen war, daf andern z der Burf en auf die lte. Dieſe rde, wenn Ordnung lich, ohne etraten in ach Beute nungeachtet es er ohne ungen der iſten, ver⸗ es Kraters onnte jetzt nerkſamkeit 2 man ſich ls hundert Belagerung er Männer Nähe einer ßheit flößte ngen mehr Gipfel aus⸗ gegenſeitig nur durch er Vorrich⸗ affung der führen und die Coloniſten in den Stand ſetzen, den bedrohten Punkt ſo kräftig zu decken, daß ſie ziemlich ſicher ſein konnten den Angreifenden zu widerſtehen. Das Thor ſelbſt war von einer Karronade vertheidigt und durch eine Wache geſchützt. Groß war Waally's Zorn und Aerger, als er ſich per⸗ ſönlich überzeugt, daß die Gewandteſten und Kräftigſten aus ſeiner Schaar ohne künſtliche Vorrichtungen nicht im Stande ſeien, den Gipfel zu erſteigen. Er war umſichtig genug, alle ſeine Leute alsbald unter den natürlichen Wällen zu ſammeln, woo ſie zwar gegen das Feuer der Kanonen geſchützt, aber auch nutzlos waren. Unter einem ziemlich nahe gelegenen Schoppen waren eine Menge Eiſenbarren, dieſer ſo erſehnte Gegenſtand, aufgehäuft; er wagte es aber nicht, einen der Krieger dahin abzuſchicken, da er ihn dem Feuer des Feindes bloßgeſtellt hätte. Eine Menge anderer, vielleicht nicht weniger lockender, obgleich nicht ſo hoch gehaltener Gegenſtände, boten ſich auch ihren gierigen Blicken dar; ſie ſtanden aber alle unter dem Banne des Zaubers von Pulver und Blei.. Eilfhundert Krieger waren, wie man ſich ſpäter ver⸗ gewiſſerte, an dieſem denkwürdigen Morgen auf dem Riffe gelandet und jetzt unter den Felſenwänden des Kraters ver⸗ ſammelt. Hundert andere blieben in den Canoe's, welche eine Stunde entfernt, in den weſtlichen Durchfahrten, oder leewärts lagen und des Erfolges der Unternehmung harrten. Waally konnte nicht unthätig bleiben. Der erſte Verſuch, welchen er machte, um Mannſchaft auf den Gipfel zu bringen, war, daß er einen Theil ſeiner Krieger auf die Schultern der andern zu ſteigen befahl. Dieſer Anſchlag gelang theilweiſe; der Burſche aber, welcher zuerſt ſeinen Kopf über dem ſenk⸗ — 122— rechten Theile der Kuppe zeigte, erhielt ſogleich einen Schuß in den Kopf. Der Schütze war Soerates. Dieſer einzige Schuß vereitelte den ganzen Anſchlag. Die Wilden warfen ſich von der Höhe nieder, und viele der Stür⸗ zenden brachen Arme und Beine. Die ganz iſolirte Lage des Kraters, der ſich ſo zu ſagen von Allem, was ringsum war, ablöſte, vermehrte weſentlich ſeine Stärke im militäriſchen Sinn, und Waally war in Verlegenheit, wie er Schwierig⸗ keiten löſen ſollte, welche wohl einen geſittigten Krieger beun⸗ ruhigt hätten. Zum erſten Mal in ſeinem Leben ſtand dieſer Häuptling einer Art Feſtung gegenüber, welche nur auf regelmäßigem Wege betreten werden konnte, wenn man ſie nicht durch einen Handſtreich nahm. In den letztern waren die Indianer gewandt genug und hatten größtentheils auf etwas dieſer Art ihre Hoff⸗ nung geſetzt. Da ſie ſich aber getäuſcht ſahen, mußten ſie ihre Zuflucht zu Mitteln nehmen, welche der dringlichen Lage, in die ſie ſich verſetzt ſahen, bei weitem nicht angepaßt waren. Waally beſchloß zuletzt, der Unthätigkeit müde, eine ver⸗ zweifelte Anſtrengung zu machen. Der Schiffsbauplatz wurde ſtets noch zur Ausbeſſerung von Booten u. ſ. w. verwendet, und es lag dort ſtets mehr oder weniger Holz aufgehäuft. Er wählte eine Schaar von hundert entſchloſſenen Männern, ſtellte ſie unter den Befehl eines ſeiner tapferſten Häuptlinge und hieß ſie im Laufe dahin eilen und ſo viel Balken, Planken, Diele und dergl., als ſie tragen konnten, unter den Schutz der Kraterwand bringen. Betts hatte aber die Wahrſcheinlichkeit eines ſolchen Aus⸗ falles vorhergeſehen und eine ſeiner Karronaden, die bis an die Mündung mit Traubenfeuer geladen war, gerade auf den größten ſich dahe haufenw löſte. 6. ſchwande In Ruf, de den Kna Schuß, Ein und Bett jungfer. dieſer bei zwei Sch und ihn einer St einprägen Waa Anſtande Leute auf ſchwamme tödten kö⸗ zu vergiet oder weni ſobald der Wilden fl deten mitr die Brücke eilten. Es n n Schuß ag. Die er Stür⸗ lage des um war, täriſchen chwierig⸗ ger beun⸗ däuptling mäßigem rch einen gewandt ihre Hoff⸗ ußten ſie hen Lage, ßt waren. eine ver⸗ itz wurde erwendet, äuft. Er rn, ſtellte inge und Planken, Schutz der chen Aus⸗ le bis an e auf den — 123— größten Haufen von Planken gerichtet. Sobald die Wagehälſe ſich daher zeigten, legte er ſeine Lunte an. Die Wilden waren haufenweiſe um dieſe Planken geſammelt, als er ſeine Kanone löſte. Ein Dutzend der Leute ſtürzte und die Uebrigen ver⸗ ſchwanden, als hätte der Sturmwind ſie davon geweht. In dieſem Augenblicke hörte man den Gipfel entlang den Ruf, der Rancocus werde geſehen. Der Statthalter mußte den Knall der Kanone gehört haben, denn er erwiederte den Schuß,— ein ermuthigendes Zeichen ſeiner Annäherung. Eine Minute ſpäter donnerte ein dritter Schuß weſtlich und Betts erblickte über dem flachen Lande die Segel der See⸗ jungfer. Es iſt kaum nöthig hinzuzuſetzen, daß der Donner dieſer beiden Kanonen aus der Ferne und die Erſcheinung der zwei Schiffe Waally's Anſchlägen plötzlich ein Ziel ſetzten und ihn veranlaßten, zum zweiten Male den Rückzug von einer Stelle anzutreten, welche ſich ſeiner Erinnerung tief einprägen mußte. Waally zog ſich glücklich, wenn auch nicht mit großem Anſtande zurück. Auf ein gegebenes Zeichen ſtürzten ſeine Leute auf das Waſſer zu, warfen ſich in das Becken und ſchwammen hinüber. Betts hätte bei dieſem Rückzuge Viele tödten können; er war aber eben ſo abgeneigt, Menſchenblut zu vergießen, wie der Statthalter. Fünfzig Menſchen mehr oder weniger konnten weſentlich keinen Ausſchlag mehr geben, ſobald der Rückzug einmal beſchloſſen war; ſo ließ man die Wilden flüchten und ungehindert ihre Todten und Verwun⸗ deten mitnehmen. Das Letztere ward dadurch möglich, daß ſie die Brücke an ihre Stelle rollten und über die Planken davon eilten. Es war jedoch leichter für Waally, ſeine Canoe's zu — 12²4— erreichen, als zu ſagen, welchen Cours er zu ſteuern habe, nachdem er ſie erreicht hatte. Die Seejungfer ſchnitt ihm den Rückzug durch die weſtliche Durchfahrt ab, und der Rancocus kam raſch, die nördliche entlang, daher. Wenn er die öſtliche oder ſüdliche erreichen wollte, mußte er auf Schußweite an dem Riffe vorbei und was mehr war, zwiſchen dem Krater und dem Rancocus ſozuſagen Spießruthen laufen. Dieſer Gefahr mußte Waally ſich bloßſtellen, denn es blieb ihm kein anderes Mittel, ſeine Flotte abzuführen. Wenn er nach windwärts ruderte, verminderte er allerdings die Gefahr bedeutend, welche ihm von den beiden Schiffen drohte; denn es war nicht anzunehmen, daß ſie ihm in den engen Kanälen der Gruppe folgen könnten, ſo lange er in des Win⸗ des Auge lief. Aller Wahrſcheinlichkeit nach begriffen dieß die Wilden, und dieſer Umſtand mochte ſie ſehr ermuthigen, mit aller Kraftanſtrengung in die öſtliche Durchfahrt abzuhalten. Betts ließ ſie an dem Riffe vorbei, ohne nochmals auf ſie zu feuern, obgleich ein Theil der Canoe's dem Bereiche ſeiner Kanone wenigſtens eine halbe Stunde lang bloßgeſtellt war. Es war ein Glück für die Indianer, daß der Rancocus erſt eintraf, als die letzte Abtheilung der Canve's bis zu der Stelle windwärts ſtand, wo das Schiff Anker geworfen hatte, als es zuerſt durch künſtliche Mittel in dieſes Gewäſſer gebracht worden war. Betts eilte dem Statthalter entgegen, um ihm ſogleich von ſeinem Thun Nachricht zu geben. Die Gefahr war augen⸗ ſcheinlich beſeitigt, und es war Woolſton nicht unangenehm, daß der Feind ohne Beihilfe ſeiner Batterien in die Flucht geſchlagen worden. Das Schiff trat ſofort an das natürliche Kai und die Leute eit zu dieſen waren de das Gras hatte was leicht aus Um in dem To davon rul verfolgen. die Flucht abgehalten Art, denn ſein, um i zu verläng Groß Grund un hätten die leicht nicht aber mäch zu finden. Gruppe üb welche mar konnte. S man hatte Holzes, the allein hatte indem er e anvertraute. kaum zu ſj Amerika's u 125— Leute eilten ſchaarenweiſe an das Land, ſobald Laufplanken zu dieſem Zwecke ausgereicht waren. Nach einer Stunde waren die Kühe gelandet und graſten auf dem Krater, wo * das Gras ihnen bis an die Knie reichte, und Alles, was Leben hatte war aus dem Schiffe, die Ratten und Kelleraſſeln viel⸗ leicht ausgenommen. iern habe, t ihm den Rancocus die öſtliche ßweite an em Krater Um die Feinde bekümmerte ſich Niemand. Die Matroſen in dem Takelwerk ſagten, man könne ſie noch aus allen Kräften „denn es davon rudern ſehen, und ſie ſtänden ſchon zu weit, um ſie zu ren. Wenn 1 verfolgen. Es wäre den Schiffen ziemli rdings die die Flucht abzuſchneiden, wenn ſie wieder auf die offene See fen drohte; abgehalten hätten; Niemand ſehnte ſich aber nach etwas dieſer den engen Art, denn Alle fühlten ſich zu glücklich, der Burſche los zu des Win⸗ ſein, um irgend einen Schritt zu thun, den Verkehr mit ihnen en dieß die zu verlängern. higen, mit bzuhalten. chmals auf m Bereiche ch leicht geweſen, ihnen Groß war die Freude der Coloniſten, wieder auf feſtem Grund und Boden zu ſein. Unter gewöhnlichen Umſtänden hätten die neuen Ankömmlinge Riff, Krater und Prärie viel⸗ leicht nicht ſo reizend gefunden; ; fünf Monate zu See tragen bloßgeſtellt aber mächtig dazu bei, ſelbſt das ödeſte Fleckchen Erde ſchön r Ran dns zu finden. Oede war jedoch ein Vorwurf, welchen man der bis zu de Gruppe überhaupt, und am wenigſten jenen Theilen derſelben, welche man zu bebauen begonnen, nicht mit Recht machen konnte. Selbſt Bäume begannen zahlreich zu werden, denn . man hatte tauſende derſelben theils der Früchte, theils des hm ſogleich Holzes, theils auch des Schattens wegen, gepflanzt. Weiden war augen⸗ allein hatte Socrates eigenhändig mehr als fünftauſend geſteckt, nangenehm, indem er einfach das Ende eines Zweiges der Schlammerde die Flucht anvertraute. Von der Raſchheit des Aufwuchſes brauchen wir 3 kaum zu ſprechen, obgleich ſie die der ergiebigſten Gegenden kai und die Amerikg's um das Vierfache überbot. orfen hatte, ſer gebracht — 126— Mark war alſo, nach einer ſo langen und weiten Reiſe wieder„zu Haus“ angekommen. Auch ſein Schiff war da, mit tauſend Dingen gut befrachtet, welche alle zur Behaglich⸗ keit und Wohlfahrt beizutragen beſtimmt waren. Das Herz des Statthalters floß in dieſem Augenblicke von Dankbarkeit über, und hätte er Bridget und ſein Kind in dem Arme gehabt, ſo wäre ſein Glück vollſtändig geweſen. Bridget wurde aber nicht vergeſſen. Das Schiff war noch keine halbe Stunde vor Anker, als Betts in dem Neshamony der Kuppe entgegen ſegelte, um die frohen Nachrichten zu über⸗ bringen und des„Statthalters Gemahlin“ auf das Riff zu geleiten. Vor Sonnenuntergang konnte man ſeine Rückkehr erwarten, denn der Neshamony machte dieſen Ausflug gewöhn⸗ lich in kürzerer Zeit, als irgend eines der kleineren Boote. Betts brauchte jedoch nicht ſo weit zu ſegeln; denn er hatte kaum das Süd⸗Cap hinter ſich und war in die Enge getreten, als er den Abraham, der auf das Riff abhielt, auf ſich zukommen ſah. Es ergab ſich, daß man auf der Gruppe etwas von Waally's Canoe's, als er von Nancocus⸗Inſel abhielt, wahrgenommen hatte; man berieth ſich, und beſchloß⸗ den Abraham hinüber zu ſchicken, um die Mannſchaft auf dem Riffe von der drohenden Gefahr zu benachrichtigen und den Feind zurücktreiben zu helfen. Bridget und Martha waren an Bord des Schoners getreten,— jene, um nach den vielen werthvollen Gegenſtänden zu ſchauen, die in des„Statthalters Haus“ gelaſſen worden waren, dieſe aber, um ſie zu begleiten. Der Leſer wird ſich die Freude wohl denken, welche die an Bord des Abraham überkam, als ſie die Ankunft des Rancocus erfuhren! Bridget war außer ſich; ſie frohlockte über ihren Entſchluß, mit ihrem Kinde den Ausflug unter⸗ nomme und al berieth B. bemann See ur wünſche entfernt ſich dem in einer flüge in Zu niſten g paar„ war zu konnte, wußte, i nehmen Neshamo fen ließ. Brid was an daß dieſe halter ſal lichkeit üb gekommen aufgehalter holen. Jetzt gewändern beiten Reiſe ff war da, Behaglich⸗ Das Herz Dankbarkeit rme gehabt, ff war noch Neshamony ten zu über⸗ das Riff zu ne Rückkehr lug gewöhn⸗ n Boote. u; denn er in die Enge abhielt, auf der Gruppe ncocus⸗Inſel und beſchloß, haft auf dem gen und den artha waren ch den vielen „Statthalters zu begleiten. a, welche die Ankunft des ſie frohlockte usflug unter⸗ à nommen zu haben. Nach den erſten Ausbrüchen der Freude, und als die vorläufigen nöthigen Erläuterun berieth man, was zunächſt zu thun ſei. Brown hatte den Befehl über den Abraham, der gehörig bemannt war, und Betts ſchickte ihn windwärts in die offene See um nach dem Feinde umzuſchauen. Es ſchien allerſeits wünſchenswerth, daß man Waally nicht nur von der Gruppe entfernt wußte, ſondern ihn nach nordwärts drängte, damit er ſich dem Riffe nicht mehr nähere, und ihn auf dem Rückzuge in einer Weiſe beunruhige und ängſtige, die ihm ähnliche Aus⸗ flüge in Zukunft verleidete. Zu einem ſolchen Dienſte war keines der B niſten geeigneter, als der Schoner, paar„Händen“ gehandhabt werden und ſeine Ausrüſtung war zu allem, was von ihm gelegentlich verlangt werden konnte, völlig ausreichend. Brown war, wie Betts wohl wußte, in jeder Beziehung der Mann, der den Befehl über⸗ nehmen konnte; die Frauen begaben ſich daher an Bord des Neshamony, der umhielt und den Schoner windwärts ablau⸗ fen ließ. Bridget erreichte das Riff vor der Mittagsſtunde. Das, was an dieſem Tage geſchehen war, hatte ſo früh begonnen, daß dieſe zeitige Ankunft nicht auffallen darf. Der Statt⸗ halter ſah den Neshamony herantreten und große Unbehag⸗ lichkeit uͤberkam ihn. Er wußte, daß er nicht bis zur Kuppe gekommen ſein konnte, und glaubte, Waally's Flotte habe ihn aufgehalten und Betts komme wieder, um Verſtärkung zu holen. Jetzt kam das Boot näher, gewändern ward ſichtbar, gen gegeben waren, dote der Colo⸗ denn er konnte von ein — das Flattern von Frauen⸗ — und nun ließ ihn ſein zuverläſſiges — 128— Gattin in der Ferne Glas das liebliche Geſicht ſeiner jungen erkennen! Von dieſem Augenblick einen zuſammenhängenden, nützlich Bridget angekommen war. Schiffe, die von Süden herauf kamen, mußten durch den engen Paß zwiſchen dem Riff und der Prärie ſteuern, wo die ſo oft erwähnte Zugbrücke war. Hier war ſo viel Waſſer, daß eine Fregatte eintreten konnte, denn die Breite betrug über fünfzig Fuß; obgleich bis jetzt noch kein größeres Fahrzeug, als der Freund Abraham White den Verſuch gemacht hatte. An dieſer Stelle harrte Woolſton der Ankunft des Neshamony mit einer Ungeduld, die er ſich faſt ein wenig ſchämte, kund werden zu laſſen. Betts ſah den Statthalter zuerſt und zeigte ihn Bridget, welche ſich kaum an Bord des Bootes halten konnte, ſo lang⸗ ſam ſchien ihr jetzt deſſen Gang. Aber die zärtliche Liebe, welche dieſes junge Paar verband, ſollte bald belohnt werden; denn Mark ſprang, als der Neshamony durch den engen Ein⸗ gang ſteuerte, an Bord, und ſchloß Bridget an ſein Herz. Ausländer pflegen wohl zu behaupten, wir Kinder dieſer weſtlichen Welt gäben uns zärtlichen Empfindungen nicht ſo bereitwillig hin, wie die, welche der aufgehenden Sonne näher wohnen; unſere Herzen ſeien ſo kalt und ſelbſtſüchtig, wie unſer Benehmen, und wir lebten mehr den niedrigern, gemei⸗ nern Leidenſchaften, als den Gefühlen des Herzens. Wir wünſchten ſehr aufrichtig, jede Anklage, welche europäiſche Eiferſucht und europäiſcher Hochmuth dem ameri⸗ kaniſchen Charakter anheim gegeben hat, möge ſo falſch ſein, wie dieſe. Wir glauben allerdings, daß die Bewohner dieſes an war der Statthalter unfähig, en Befehl zu geben, bis Landes haltend keinesw Am me Geſtalt find,— Familie ſchmelze Sie iſt ſoll,— Ihre W Kreiſes, was ſie ihre klei Gefühle iſt dieſe auf häu niſchen anheim ergeben, ſeinen he zu entzie anderen am weni Erſt ſeinen Le und die 1 men und ſichten ge die Vorzi⸗ 238— der Ferne er unfähig, geben, bis n durch den rn, wo die Waſſer, daß betrug über s Fahrzeug, nacht hatte. Neshamony. hämte, kund ihn Bridget, nte, ſo lang⸗ ertliche Liebe, ohnt werden; n engen Ein⸗ ſein Herz. Kinder dieſer igen nicht ſo Sonne näher ſtſüchtig, wie rigern, gemei⸗ ens. klage, welche h dem ameri⸗ ſo falſch ſein, ewohner dieſts — 129— Landes in der Darlegung ihrer Regungen und Gefühle zurück⸗ haltender ſind, als die Völker jenſeit des großen Gewäſſers; keineswegs aber geben wir zu, daß die letzteren mehr fühlen. Am meiſten aber ſtellen wir es in Abrede, daß der weiblichen Geſtalt Herzen inne wohnen, welche allen ihren Gefühlen treuer find,— Gemüther, welche zärtlicher und hingebender an dem Familienhaupte hängen und ſich mit demſelben inniger ver⸗ ſchmelzen, als dieß bei dem amerikaniſchen Weibe der Fall iſt. Sie iſt wörtlich, was ſie nach dem Ausſpruche der Bibel ſein ſoll,—„Bein ſeines Beines und Fleiſch ſeines Fleiſches.“ Ihre Wünſche überſchreiten ſelten die Grenzen des häuslichen Kreiſes, welcher ihr die Erde ſelbſt iſt und alles das enthält, was ſie nur erſehnen mag. Ihr Gatte und ihre Kinder machen ihre kleine Welt aus, und über ſie und ihre Liebe werden ihre Gefühle wohl ſelten hinauszuſchweifen verlangen. Theilweiſe iſt dieſe Begrenzung der Exiſtenz des amerikaniſchen Weibes auf häusliche Intereſſen gewiß der Einfachheit des amerika⸗ niſchen Lebens überhaupt und der mangelnden Verſuchung anheim zu geben. Bei alle dem iſt das weibliche Herz ſo ergeben, ſeinen Gefühlen ſo treu und ſo wenig geneigt, ſich ſeinen häuslichen Pflichten und ſeinen häuslichen Empfindungen zu entziehen, daß die erwähnte Beſchuldigung unter allen anderen gerade die iſt, welche man den Frauen der Republik am wenigſten zur Laſt legen ſollte.. Erſt am Abend erſchien der Statthalter wieder unter ſeinen Leuten. Mittlerweile hatten die Einwanderer das Riff und die zunächſt liegenden Inſeln näher in Augenſchein genom⸗ men und ſelbſt die, welche am wenigſten mit überſpannten Aus⸗ ſichten gekommen waren, mußten zugeben, daß die Berichte über die Vorzüge der Oertlichkeiten der Wahrheit völlig entſprächen. 238— 240. 9 — 130— Vielleicht war es ein Glück, daß die tropiſchen Früchte in ſolcher Fülle vorhanden waren. Es gab jetzt eine Menge Orangen, denn mehr als tauſend Bäume waren von Zeit zu Zeit allein in und um den Krater gepflanzt worden. Auch auf den umliegenden Inſeln ſah man weite Anpflanzungen derſelben wie Wälder ſich erheben. Dieſe Bäume waren aller⸗ dings noch zu jung, um einen ſehr reichen Ertrag zu bieten; aber die goldenen Früchte glänzten ſchon aus dem dunkeln Laub, und die neuen Ankömmlinge von Pennſylvanien waren entzückt, in Orangenwäldern umher zu ſtreifen und ſich nach Belieben Früchte zu pflücken. Feigen, Melonen, Zitronen, Pomeranzen und ſelbſt Kokos⸗ nüſſe waren bereits da und zwar in einer Menge, welche für die Bevölkerung völlig ausreichte. Mit der Zeit ſehnten ſich die Coloniſten allerdings nach dem Apfel ihres Breitegrades und nach dem Pfirſich— zwei Obſtarten, die in ihrer ehemaligen Heimath ſo häufig und ſo köſtlich waren; die Neuheit übte aber noch ihren Reiz aus und ſie wurden erſt ſpäter inne, daß man des Apfels, des Pfirſichs und der Kartoffel weniger müde wird, als irgend einer andern, noch ſo ſeltenen Gabe der Natur. Was die Kartoffel unter den Knollenpflanzen iſt, das iſt der Apfel unter den Obſtarten, und wenn wir uns zu den feinern Erzeugniſſen der Gartenkunſt erheben, nimmt der Pfirſich — in ſeiner Vollendung— eine beſondere Stelle ein, und hat in Bezug auf köſtlichen Geſchmack ſeines Gleichen nicht, wäh⸗ rend er nicht ſättigt. Der Pfirſich und die Traube ſind in ihrer Art die zwei herrlichſten Gaben der Vorſehung. Dieſe Nacht ſchliefen die meiſten Einwanderer in dem Schiffe, faſt alle jedoch zum letzten Mal. Um zehn Uhr des nächſten Morgens kam Brown durch den öſtlichen Kanal an das R von de aller E zu den zu ma⸗ E von vie wieder Courſe Fahrwe große 1 ihre Fe Gelüſte gingen, De nicht w Lehre ge deren A Seite ei Die emſig be Ackerbau Land zu vierzig a der Abra einzelnen des Scho an dieſen einem Bi noch befe rüchte in ie Menge n Zeit zu 2en. Auch lanzungen ren aller⸗ zu bieten; keln Laub, entzückt, Belieben bſt Kokos⸗ velche für hnten ſich eitegrades hemaligen uheit übte inne, daß iger müde Gabe der n iſt, das ns zu den er Pfirſich „ und hat icht, wäh⸗ de ſind in J. r in dem n Uhr des Kanal an — 131— das Riff heran und berichtete, daß Waally weit fern ſtehe, von der Gruppe gut nach windwärts abgehalten habe und in aller Eile ſeinen Inſeln entgegen rudere, ohne auch nur daran zu denken, der Nancocus⸗Inſel einen vorübergehenden Beſuch zu machen. Es wurde bezweifelt, ob der Häuptling nach einem Weg von vierhundert Meilen im Stande ſein werde, ſein Bereich wieder zu finden; denn ein unbedeutendes Abweichen von ſeinem Courſe bei der Ausfahrt konnte ihn leicht weit aus ſeinem Fahrwege bringen. Die Coloniſten machten ſich jedoch keine große Unruhe deßhalb. Je mehr ſich die Verlegenheiten um ihre Feinde häuften, deſto wahrſcheinlicher verloren ſie das Gelüſte nach ferneren Beſuchen, und wenn einige zu Grund gingen, konnte ihnen dieß noch zum Nutzen ausſchlagen. Der Statthalter billigte es ſehr, daß Brown die Canoe's nicht weiter verfolgt hatte; denn ſie hatten an der erhaltenen Lehre genug und es war nicht wahrſcheinlich, daß die Coloniſten, deren Anzahl ſich jetzt ſo bedeutend geſteigert hatte, von dieſer Seite eine fernere Beläſtigung erfuhren. Dieſen und den folgenden Tag waren die Einwanderer emſig beſchäftigt, ihre Habſeligkeiten— Hausgeräthſchaften, Ackerbauwerkzeuge, Vorräthe aller Arten u. ſ. w. an das Land zu bringen. Da der Statthalter beſchloſſen hatte, ſogleich vierzig ausgewählte Familien auf die Gruppe zu ſchicken, wurde der Abraham an das Kai gebracht und das Eigenthum dieſer einzelnen Familien, wie es an das Land kam, ſofort an Bord des Schoners geſchafft. Männer und Frauen nahmen emſig an dieſem Geſchäfte Theil, und das Riff glich auf dieſer Seite einem Bienenfaß. Nichard Brown, der den Abraham immer noch befehligte, war natürlich gegenwärtig; er fand Gelegen⸗ 9* — 132— heit, in die Nähe des Statthalters zu kommen, und es ent⸗ ſpann ſich folgendes kurze Geſpräch: „Eine merkwürdige Schiffsgeſellſchafft, Herr, habt Ihr hier an das Land geführt, und theilweiſe ſind es, was ich Leute von der rechten Sorte nenne.“ „Ich verſteh' Euch, Richard,“ antwortete Mark lächelnd. „Euer Auftrag iſt gehörig beſtellt worden, und Phöbe iſt hier und ſteht bereit, bei der erſten günſtigen Gelegenheit ihr Tau mit dem eurigen zu ſplitzen.“ „Das iſt leicht abzuthun, wenn man ſolche Geſinnungen hegt,“ ſagte Richard ein wenig beunruhigt.—„Wolltet Ihr wohl die Güte haben, mir das junge Mädchen zu zeigen, ſo könnte ich einſtweilen anfangen, ſie lieb zu gewinnen.“ „Jung? In dem Auftrage war Nichts der Art enthalten, Richard. Ihr wünſchtet ein auf Euch facturirtes und conſig⸗ nirtes Mädchen, und demgemäß iſt eines an Bord genommen worden. Ihr müßt den Zuſtand des Marktes ins Auge faſſen und bedenken, daß die Waare in dem Grade geſucht iſt, als ſte jung iſt.“ „Gut, Herr, ich werde ſie nicht zurückweiſen, wäre ſie ſo alt, wie meine Mutter, obgleich ich gehofft hätte, Herr Woolſton, Ihr würdet einen alten Schiffsgenoſſen in dem fremden Lande gehörig vertreten und ihm eine Gefährtin wählen, welche zu ſeinen zwei und dreißig Jahren paßt.“ „Darüber könnt Ihr ſelbſt urtheilen, Richard.— Da kömmt ſie und trägt ein Perſpectiv, als ſollte man ihr hübſches Geſicht damit beſchauen; und wenn ſie wirklich ſo gut iſt, als ſie aus ſieht, ſo werdet ihr ganz zufrieden ſein können. Was mehr iſt, Richard,— Eure künftige Frau kommt nicht mit leeren Händen, denn ſie hat eine Menge Gegenſtände bei ſich, welche werden B und in Geſchm gehabt. zufriede der Co ſegnete und zw der Ste und jel Colonif Al Rancoc An ſeir lich der De Familie ſeine S theilten Do ungeme viel beſ Genuß Colonie He Früchte war, er mit ſeit getrennt d es ent⸗ habt Ihr was ich lächelnd. be iſt hier t ihr Tau eſinnungen volltet Ihr zeigen, ſo n.“ enthalten, und eonſig⸗ genommen Auge faſſen ht iſt, als , wäre ſie hätte, Herr en in dem Gefährtin paßt.“ rd.— Da ihr hübſches ſo gut iſt, ſein können. nt nicht mit nde bei ſich, — 133— welche Euch zu einem behaglichen Hausleben ſehr nützlich ſein werden.“ Brown war über die Wahl des Statthalters ſehr erfreut, und in der That hatte Mark dabei die Intereſſen und den Geſchmack des fernen Schiffsgenoſſen ſehr glücklich im Auge gehabt. Auch Phöbe ſchien mit dem ihr beſtimmten Gatten zufrieden, und das Pärchen wurde noch deſſelben Tags in der Cajüte des Abraham getraut. Bei dieſer Gelegenheit ſegnete der Geiſtliche auch den Bund zwiſchen Unz und Juno und zwiſchen Peters und ſeinem indianiſchen Weib ein; denn der Statthalter hielt es für paſſend, daß der Anſtand gewahrt und jeder Form Genüge gethan werde, ſofern die Lage der Coloniſten dieß erlaubte. Als die Sonne am dritten Tage nach der Ankunft des Rancocus unterging, ſegelte der Abraham nach der Kuppe ab. An ſeinem Bord waren gegen hundert Einwanderer, einſchließ⸗ lich der Frauen und Kinder. Der Neshamony war mit dem Statthalter und ſeiner Familie mehrere Stunden vorher abgegangen. Mark ſehnte ſich, ſeine Schweſter Anne wieder zu ſehen, und ſeine zwei Brüder theilten dieſen Wunſch, wenn möglich, in noch höherm Grade. Das Wiederſehen dieſer Glieder derſelben Familie war ungemein rührend. Die jungen Männer fanden ihre Schweſter viel beſſer, als ſie erwartet hatten, eingerichtet und in dem Genuß einer Behaglichkeit, welche ſie kaum in einer ſo jungen Colonie zu finden hoffen konnten. Heaton hatte ſich in einem reizenden Wäldchen, wo Waſſer, Früchte und alles, was die Bequemlichkeit forderte, zur Hand war, eine eigene Wohnung gebaut, und war auf dieſe Weiſe mit ſeiner Familie von dem übrigen Theile der Gemeinde getrennt. Dieſe Auszeichnung war ihm mit allgemeiner Bei⸗ — 134— ſtimmung kraft ſeiner nahen Verwandtſchaft mit dem Statt⸗ halter, deſſen Stelle er damals vertrat, und aus Achtung gegen ſeine Bildung und Stellung im Leben, zugeſtanden worden. Seeleute ſind gewöhnt, Rang und Stand zu achten, und fühlen ſich dabei nur um ſo glücklicher; und der Gedanke an eine Eiferſucht in Betreff dieſes Vorrechts, welches ſich bis jetzt auf Mark und Heaton und ihre Familien beſchränkte, war noch Keinem in den Sinn gekommen. Um die Mitternachtsſtunde trat der Abraham in die Bucht. So ſpät die Stunde auch war, ſo nahmen doch alle Einwan⸗ derer eine ihren Kräften angemeſſene Laſt auf und ſtiegen, von dem holden Lichte des Vollmondes begünſtigt, die„Treppe“ hinan. Die Mehrzahl der neuen Ankömmlinge brachte dieſe Nacht in dem Laubwerke, unter Zelten oder Laubhütten zu, welche für ſie hergerichtet worden waren; und ſüß war die Ruhe, die ſich in einem ſo lieblichen Klima zu Glück und Sicherheit geſellte. 1 Als die Einwanderer am nächſten Morgen aus ihren zeit⸗ lichen Wohnungen traten und auf die ſchöne Scene blickten, welche ſich vor ihren Augen ausbreitete, konnten ſie kaum glauben, daß dieß Alles Wirklichkeit ſei. Freilich begegnete ihren Blicken nichts Merkwürdiges und Unerwartetes in der Geſtalt künſtlicher Bauwerke; aber die reichen Gaben der Vor⸗ ſehung und die natürlichen Schönheiten des Platzes übertrafen alle ihre Erwartungen; ja, Keiner hätte eine ſolche Herrlich⸗ keit ſich nur denken können! Die Verſchmelzung des Sanften und Erhabenen bildete ein Ganzes, das ſie noch in keinem andern Theile der Erde geſehen hatten, und Alle fühlten und ſprachen in dieſem Augenblick, als wären ſie plötzlich in ein irdiſches Paradies verſetzt worden. D mit Er Grund halter Verthe daß un welche wenn Wechſel es Wec Gelüſte ſollten Bi⸗ man ſie Stattha Bodens war jedo Verſtank durfte. Die dungen, zu jener Anſehen. iſt für a n Statt⸗ ng gegen worden. ten, und danke an ſich bis ſchränkte, die Bucht. Einwan⸗ d ſtiegen, „Treppe“ chte dieſe ütten zu, war die Hlück und ihren zeit⸗ e blickten, ſie kaum begegnete es in der der Vor⸗ übertrafen 2 Herrlich⸗ s Sanften in keinem üͤhlten und lich in ein — 135— Siebentes Kapitel. Ihr habt geſagt, ſie ſeien Menſchen; Als ſolche iſt ihr Herz Etwas. Lord Byron. Die Colonie hatte jetzt einen Punkt erreicht, wo es galt, mit Ernſt und Vorſicht voran zu ſchreiten. Gewiſſe leitende Grundſätze mußten aufgeſtellt werden, über welche der Statt⸗ halter lange nachgedacht hatte, und zu deren Erörterung und Vertheidigung er völlig gerüſtet war, obgleich er wohl wußte, daß unter einigen Wenigen ſeiner Leute Anſichten vorherrſchten, welche ſie geneigt machen könnten, ſeine Pläne zu bekritteln, wenn nicht ihnen entgegen zu treten. Der Menſch liebt den Wechſel,— faſt immer aus keinem andern Grund, als weil es Wechſel iſt; und nicht ſelten läßt er dieſes eigenſinnige Gelüſte Intereſſen vernichten, die ihm ſehr am Herzen liegen ſollten und deren Andauer eben einer ihrer größten Vorzüge iſt. Bisher war mit ſolchen unbedeutenden Ausnahmen, wie man ſie der Stellung, um nicht zu ſagen, den Rechten des Statthalters gern zugeſtand, der Ertrag des Grundes und Bodens unter den Coloniſten gemeinſchaftlich geweſen. Dieß war jedoch ein Stand der Dinge, welcher, wie Mark's geſunder Verſtand ihm ſagte, nicht andauern konnte und nicht andauern durfte. Die Anſichten über den Werth oder Unwerth der Verbin⸗ dungen, wie ſie in unſern Tagen Mode geworden ſind, waren zu jener Zeit wenig gekannt und noch weniger ſtanden ſie in Anſehen. Die Geſellſchaft, wie ſie in geſetzlicher Form beſteht, i*ſt für alle nützlichen Zwecke Verbindung genug, und oft zu — 136— viel, und der Statthalter ſah nicht ein, was ein Rad in einem andern nützen ſolle. Wenn die Menſchen gegenſeitig Veran⸗ laſſung haben, ſich beizuſtehen, ſo laſſe man ſie ſich zu dieſem Zwecke verbinden; Mark war aber völlig entſchloſſen, daß nur eine Regierung in ſeinem Lande ſein ſollte, und daß dieſe Regierung ſich der Art geſtalten müſſe, daß ſie die Thatkraft ermuntere und unterſtütze, nicht aber ſie niederhalte. So lang ein Mann für ſich und die arbeitete, welche ihm die Nächſten und Liebſten waren, hatte die Geſellſchaft eine Sicherheit, daß er tüchtig arbeite, welche da fehlen mußte, wo der Ertrag der ganzen Gemeinde in gemeinſchaftliche Theile ging; und auf die Kenntniß dieſer einfachen, augenfälligen Wahrheit gründete der junge Geſetzgeber ſeine Regierungstheorie. Alle in gleicher Weiſe in ihren Rechten zu ſchützen, dann aber Jeden ſeinen Weg zum Glücke nach ſeinem Gutdünken ſuchen zu laſſen; von ſeinen natürlichen Rechten nicht mehr abzugeben, als die großen Zwecke des Friedens, der Sicherheit und des Geſetzes durchaus forderten,— dieß war Mark's Theorie. An die Grille der Neuzeit, der zufolge der Menſch der Regierung kein natürliches Recht zugeſteht, ſondern Alles erhält und Nichts dafür zu geben hat, war der Statthalter nicht thöricht genug zu glauben. Er ſah ganz gut ein, daß der Mann, zum Beiſpiel, welcher der Geſellſchaft Gewalt gibt, ihn als Zeugen vor Gericht zu rufen, der Geſellſchaft eben ſo viel von ſeinem natürlichen Recht einräumt, als nothwendig wäre, wegbleiben zu dürfen, wenn es ihm beliebte. Mark begriff, daß es nicht der Aufſtellung von Theorien bedürfe, welche durch jede neue Thatſache Lügen geſtraft werden, ſondern daß der Punkt, wo die Zugeſtändniſſe zu Gunſten der Regierung endigen und wo die ſelbſtſtändige individuelle Frei⸗ heit ar menſchl zu glau fühlte, gegen g Macht geneigt und hä als er geeignet frühe C welche durch e — und ganzen ein Rech jedes Ne Trotz ge ner der zu ſehen Der Abrahan hatte Ar Dienſte: Macht u Menſcher Amerika und behe letzten J und nich in einem Veran⸗ dieſem daß nur aß dieſe ehatkraft So lang Nächſten heit, daß trag der und auf gründete gleicher n ſeinen laſſen; als die Geſetzes nſch der n Alles atthalter in, daß Gewalt ſellſchaft nt, als beliebte. Theorien werden, aſten der lle Frei⸗ — 137— heit anfangen müſſe, ſo genau feſtzuſtellen ſei, als dieß der menſchlichen Gebrechlichkeit möglich iſt. Er war nicht ſo eitel zu glauben, er habe dieſe Entdeckung zuerſt gemacht; aber er fühlte, daß er dem Verſuche mit den reinſten Abſichten ent⸗ gegen gehe. Unſer Statthalter fand an der Macht, um der Macht willen, keinen Geſchmack. Er war vielmehr von Natur geneigt, das Glück in einem ſehr kleinen Kreiſe zu ſuchen, und hätte einem Andern eben ſo gern die Zügel überlaſſen, als er ſie ſelbſt führte, wäre nur ein Anderer, zu dieſer Stelle geeigneter, dageweſen. Dieß war aber nicht der Fall. Seine frühe Gewohnheit zu gebieten,— die beſonderen Verhältniſſe, welche ihn in den Beſitz des Gebietes ſetzten, als ſei es ihm durch eine beſondere Gnade der Vorſehung anheim gegeben, — und ſein Vermögen, das ſich höher belief, als das der ganzen Colonie zuſammen genommen, vereinigten ſich, um ihm ein Recht auf die Herrſchaft zu geben, welches den Anſprüchen jedes Nebenbuhlers, wenn ein ſolcher vorhanden geweſen wäre, Trotz geboten hätte. Es war aber kein Nebenbuhler da; Kei⸗ ner der Anweſenden wünſchte einen Andern an ſeiner Stelle zu ſehen. Der Statthalter begann damit, daß er ſeinen Bruder Abraham als Secretär der Colonie beſtellte. In jener Zeit hatte Amerika ganz andere Anſichten von dem öffentlichen Dienſte und deſſen Würde, von der Achtung, welche man der Macht und deren Inhabern ſchuldete, als ſie jetzt unter den Menſchen gäng' und gäbe ſind. Die Coloniſten, welche aus Amerika herüber kamen, brachten die Anſichten ihrer Zeit mit und behandelten ihre Vorgeſetzten denſelben gemäß. In dem letzten Jahrhundert war ein Statthalter„der Statthalter“ und nicht„unſer Statthalter,“ und ein Seeretär„der — 138— Secretär“ und nicht„unſer Secretär;“ denn die Leute glauben ſich jetzt mehr Freiheiten mit dem herausnehmen zu dürfen, was ſie ihr eigen nennen, als ſie mit dem zu thun. pflegten, was nach ihrer Meinung zu ihrem Beſten über ſie geſetzt worden war. Herr Secretär Woolſton wurde demzufolge bald ein ange⸗ ſehener Mann, und daſſelbe war mit den übrigen höheren Beamten der Fall, welche der Statthalter beſtellt hatte. Abraham Woolſton begann, nachdem er eingeſchworen war, ſeine Amtshandlungen damit, daß er eine Liſte über die ganze Bevölkerung aufſtellte. Wir werden hier eine Ueberſicht derſelben folgen laſſen, damit der Leſer die Art des Stoffes kennen lerne, welchem der Statthalter ſeine Thätigkeit zuzu⸗ wenden hatte; nämlich: Männer.—... 147 Frauen.... 158 Unverheirathete Männer... 113 Jungfrauen... 3. 121¹ Kinder(männliche)..—. 34 „(weibliche).... 37 Verheirathete.... 3 101 Wittwen—. 3 3. 4 1 Seeleute—.. 3.. 38 Handwerker..... 26 Arzt....... 1 Deſſen Gehilfe.—... 1 Rechtsgelehrter... 4 1 Geiſtlicher.... 3. 1 Geſammtbevölkerung.. 3⁰⁵ Die Gemeinde beſtand alſo bereits aus dreihundert und fünf S durch f ausgen: fahren werden ſorgfält von ne⸗ machen. vorgeleg ſtimmur In Wort e neue B Gewähl ſollten. dem ſch derblichf Ueberger neue Ra H 15 Die Colonie ſeine An — 139— die Leute fünf Seelen. Der Statthalter wünſchte dieſe Seelenzahl nicht ehmen zu durch fernere Einwanderungen zu vermehren— einzelne Fälle zu thun ausgenommen, in denen jedoch mit reifer Ueberlegung ver⸗ über ſie fahren und der Charakter der Perſonen gründlich erforſcht werden ſollte. Man hatte bei der Auswahl der jetzigen Siedler ein ange⸗ ſorgfältig auf ihren Ruf geachtet; ein nachläſſiges Einbringen höheren von neuen Gliedern konnte jene Bemühungen raſch fruchtlos te. machen. Dieſe Angelegenheit wurde dem neuen Nathe bald eſchworen vorgelegt, und der Statthalter fand die ungetheilteſte Bei⸗ über die ſtimmung. 3 Ueberſicht In Betreff des Rathes ſehen wir uns veranlaßt, ein 3 Stoffes Wort einzuſchalten. Die Zahl war auf neun geſteigert, eine eit zuzu⸗ neue Wahl vorgenommen und feſtgeſetzt worden, daß die Gewählten ihre Stellen auf die Dauer des Lebens behalten 7 ſollten. Dieſe letztere Anordnung war getroffen worden, um 8 dem ſchlimmſten Theil der Staatseinrichtung und ihrem ver⸗ 13 derblichſten Einfluſſe— die Wahlen nämlich— kein zu großes 21 Uebergewicht über den Volksgeiſt gewinnen zu laſſen. Der 34 neue Rath beſtand aus folgenden Gliedern: 37 Herr Heaton. 3 91„ Pennock. 1„ Betts. 38„ C. und A. Woolſton, des Statthalters Brüder. 26„ Charlton. 1„ Saunders. 1„ Wilmot und 1„ Warrington. 1 Dieſe Namen gehörten den einſichtsvollſten Männern der 95 Colonie an, wenn man Betts vielleicht ausnimmt, obgleich ndert und ſeine Anſprüche zu augenfällig waren, um ſie von der Hand — 140— zu weiſen. Betts hatte überdieß einen ſehr praktiſchen Ver⸗ ſtand und ziemlich viel Beſcheidenheit. Die übrigen Raths⸗ glieder hatten alle mehr oder weniger Anſpruch auf den Cha⸗ rakter von„Gentlemen,“ welchen Bob ſich nie anmaßte. Er kannte ſeine Befähigungen und ſeine geſellſchaftliche Stellung und machte ſich nicht lächerlich, indem er mehr ſein wollte, als er wirklich war; ſein praktiſches Wiſſen aber machte ihn dennoch zu einem ſehr nützlichen Gliede des Rathes, wo ſeine Anſichten ſtets mit Aufmerkſamkeit und Achtung gehört wurden. Charlton und Wilmot waren Handelsleute und beab⸗ ſichtigten, ſich ihrem Berufe regelmäßig zu widmen, während Warrington, welcher, mit Ausnahme des Statthalters, unter allen Coloniſten der reichſte war, ſich einen Landwirth nannte, obgleich er eine ſehr achtenswerthe, allgemein wiſſenſchaftliche Bildung hatte und in der ſchönen Literatur ſehr beleſen war. Warrington wurde zum Richter mit einem kleinen Gehalte, welchen er jedoch dem Getſtlichen, Herrn White, überließ, erkoren. Er that dieß, weil er ſelbſt das Geld nicht brauchte, und außer freiwilligen Beiträgen dem Prediger kein Gehalt zuſtand. Charles Woolſton, welcher die Rechte ſtudirt hatte, wurde zum General⸗ oder Colonial⸗Anwalt, wie man die Stelle beſcheiden benannte, erwählt; auch die Stelle eines Oberlandvermeſſers ſiel ihm zu. Charles ließ ſich einen Jah⸗ resgehalt— zweihundert und fünfzig Dollars— zuſprechen, da er deſſen bedurfte. Auch die Frage wegen des Gehalts des Statthalters wurde beſeitigt. Mark bedurfte des Geldes nicht, denn alle Schiffe und faſt die ganze Ladung des Rancocus gehörten ihm; auch hatte er nicht weniger als fünf tauſend Dollars— größtentheils in halben und Viertelsdollars, Shilling und Sechspences— mitgebra faſt der war ohn war die der Stat gut, daß leichtfert feſt entſe ren und Amerika und ehe begonner dieſen C Der Zw dem beſt ſeiner F niedergel ſeine Th und nied zu Tag halter. beſchätd eine Ent Sta ſein Eig nach de Harris l und kein Frieden iſchen Ver⸗ gen Raths⸗ den Cha⸗ naßte. Er e Stellung ein wollte, nachte ihn „ wo ſeine ert wurden. und beab⸗ „ während ers, unter th nannte, nſchaftliche leſen war. n Gehalte, überließ, brauchte, in Gehalt dirt hatte, man die telle eines inen Jah⸗ zuſprechen, ters wurde Ule Schiffe hm; auch ßtentheils pences— — 141— mitgebracht. Dann konnte die Frage entſtehen, ob ihm nicht faſt der ganze Viehſtand gehörte; der größte Theil wenigſtens war ohne Zweifel ſein Eigenthum, hinſichtlich des Reſtes aber war die Entſcheidung nicht ſo leicht. In dieſer Beziehung faßte der Statthalter einen ſehr weiſen Entſchluß. Er wußte ſehr gut, daß Nichts das Volk mehr entſittlicht, als wenn man es leichtfertig über das Mein und Dein denken lehrt. Er war feſt entſchloſſen, dem Eigenthume die ſtrengſte Achtung zu wah⸗ ren und ein Beſcheid, welchen er kurz nach ſeiner Rückkehr aus Amerika in ſeiner Eigenſchaft als erſte obrigkeitliche Perſon, und ehe der neue Gerichtshof ſeine regelmäßige Thätigkeit begonnen hatte, abgab, war der Art, daß man ſah, wie er dieſen Gegenſtand in das Auge faßte. Der Fall war kurz folgender: Zwei Coloniſten, Warner und Harris, lebten nicht in dem beſten Vernehmen mit einander. Warner hatte ſich mit ſeiner Familie in einer Laubhütte innerhalb eines Wäldchens niedergelaſſen, und um ihn zu„beläſtigen“ kam Harris vor ſeine Thür, und ſtolzirte wie ein Truthahn vor derſelben auf und nieder, ſo daß ſeine Abſicht, Warner zu ärgern, offen zu Tag lag. Dieſer brachte ſeine Beſchwerde vor den Statt⸗ halter. Harris behauptete, Warner's Eigenthum ſei nicht beſchädigt worden, er habe alſo auch keine Anſprüche auf eine Entſchädigung. Statthalter Woolſton entſchied, eines Mannes Rechte auf ſein Eigenthum dürften nicht auf beſtimmte Beſchädigungen nach deſſen allgemein geltendem Werthe beſchränkt werden. Harris habe durch ſein Auf⸗ und Niedergehen zwar kein Gras und kein Gemüſe beſchädigt, er habe aber Warner in dem Frieden ſeiner Behauſung, zu deſſen Genuß jeder Bürger auf ſeinem Beſitzthume geſetzlich berechtigt ſei, beläſtigt; das Vergehen ſei kein geringes und folglich müſſe Schadenerſatz geleiſtet werden. Bei dem Ausſpruche des Urtheils nahm der Statthalter Veranlaſſung darzuthun, daß bei der Handhabung des Geſetzes die Rechte eines Jeden, nicht nur in Bezug auf Geldangelegenheiten, ſondern auch hinſichtlich aller jener mora⸗ liſchen Handlungen und Gefühle, welche auf das menſchliche Glück zielen, im weiteſten Sinne geſchützt werden würden. Dieſe Entſcheidung fand den allgemeinſten Beifall und war auch an ſich ohne Zweifel richtig. Sie wurde gebilligt, weil die wohlgeſinnten Coloniſten nicht gelernt hatten, Freiheit und Frechheit mit einander zu verwechſeln; in jener laſſen ſie aber den Schutz des Bürgers in dem Genuſſe aller ſeiner unſchul⸗ digen Freuden und perſönlichen Rechte, während er der Regie⸗ rung alle Zugeſtändniſſe machte, welche zu ihrer Aufrechthaltung nöthig waren. Es wäre ein großes Glück für alle Länder— mag ihre Regierung despotiſch oder demokratiſch genannt wer⸗ den— wenn ſie die Richtigkeit dieſer Erklärung gründlich einſehen und ihr Thun darnach bemeſſen wollten. Der Rath verſammelte ſich den Tag nach der Wahlhand⸗ lung. Nachdem einige einleitende Fragen beſeitigt waren, wurde ihm die große Frage über die Theilung des Eigenthums und die Uebergabe von Grund und Boden vorgelegt. Warrington und Charles Woolſton ſprachen die Anſicht aus, der Statt⸗ halter ſei, durch die Gnade der Vorſehung, in dem Beſitze alles Landes, und ſeine Einwilligung und Unterſchrift ſeien nothwendig, wenn das Recht in andere Hände übergehen ſollte. Dieſe Anſicht kam der des gemeinen Rechtes nahe, welches den Fürſten zum Oberlehnsherrn macht, und alle heimfallenden Güter auf ihn vererben läßt. Aber Mark's Beſcheidenheit, um nich vorne h ihre Ree der Colc Betheilig welche ge Das La ausgedeh Betts, a ſtanden, Weiſe a Die tauſend dreißigta Umfang und eine ein Gut andere C ſeinen u dem Nes und Guc ganze tr als Mat darauf z vertheilte Andere l außerte. Hea auf der Gruppe, — 143— gt; das um nicht zu ſagen ſeine Gerechtigkeit, trat dieſer Anſicht von adenerſatz vorne herein entgegen. Er geſtand die Oberherrlichkeit und nahm der ihre Rechte zu, ſie ſollten aber nicht ihm, ſondern dem Körper ndhabung der Colonie inne wohnen. Da der bei der Sache am meiſten Zezug auf Betheiligte ſich dieſer Anſicht hingab, ſo fügten ſich die gern, ner mora⸗ welche geneigt waren, ſeine Rechte als umfaſſender zu betrachten. nenſchliche Das Land wurde daher als Staatseigenthum erklärt. Ein würden. ausgedehntes Beſitzthum wurde jedoch dem Statthalter und nd nei Betts, als urſprünglichen Eigenthümern oder Entdeckern, zuge⸗ igt, wei ſtanden, und es galt als billig, daß ihre Anſprüche auf dieſe eiheit und Weiſe ausgeglichen würden. n ſie aber Die Beſitzung des Statthalters Woolſton umfaßte volle r unſchul⸗ tauſend Acker auf der Kuppe, welche eine Oberfläche von faſt der Regie⸗ dreißigtauſend Acker hatte; ſodann eine Inſel von gleichem Behalnun Umfang in der Gruppe, welche in der Nähe des Mittelpunktes änder— und eine kleine Stunde von dem Krater lag. Auch Betts erhielt annt wer⸗ ein Gut in der Nähe des Kraters von hundert Acker. Jedes gründlich andere Gelände wies er zurück, und äußerte ſich in Bezug auf ſeinen urſprünglichen Beſitz in folgender Weiſe: Als er in Vahlhand⸗ dem Neshamony abtrifftig wurde, machten das Riff, Lehm⸗ en, wurde und Guano⸗Inſel und zwanzig bis dreißig Klippenbänke das hums und 6 ganze trockne Land aus. Die Kuppe bekam er erſt zu Geſicht, zarrington als Mark ſie im Beſitze hatte, und es ſtand ihm kein Recht der Statt⸗ darauf zu.— Als der Rath den Grund und Boden im Ganzen en Beſitze vertheilte, zeigte er ſich geneigt, ſeinen Antheil wie jeder hrift ſeien Andere hinzunehmen; mehr aber brauche er nicht, wie er ſich ehen ſollte. außerte. delches den Heaton bekam ein beſonderes Loos von zweihundert Acker mfallenden auf der Kuppe, und ein zweites von gleichem Umfang in der heidenheit, Gruppe, als Lohn für ſeine langen, wichtigen Dienſte. — 144— Ueber dieſe verſchiedenen Länderverleihungen wurden Ur⸗ kunden ausgefertigt und mit dem großen Siegel der Colonie beſiegelt; denn der Statthalter, welcher der Zukunft ſtets ein⸗ gedenk war, hatte Pergament, Siegelwachs und ein gemein⸗ ſchaftliches Siegel beſorgt. Die übrigen Ländereien wurden nach einem allgemeinen Grundſatze vertheilt, ſo daß fünfzig Acker auf der Kuppe und hundert in der Gruppe auf den Antheil eines jeden Bürgers kamen, welcher das ein und zwanzigſte Jahr erreicht hatte; die noch nicht Volljährigen mußten warten. Die Vermeſſung fand alsbald Statt, die verſchiedenen Looſe bekamen ihre Nummern, und dieſe Nummern wurden eingetragen. Dann kam die Verlooſung. Der Name jedes Bürgers kam in ein Gefäß, die nöthigen Nummern in ein anderes. Die Nummer, welche einem beſondern Namen gegen⸗ über gezogen ward, war das Loos des fraglichen Mannes; die Ziehung wurde in beſter Form eingetragen und man fer⸗ tigte gedruckte Uebergabsurkunden aus, die unterzeichnet, geſiegelt und den bezüglichen Perſonen behändigt wurden. Wir ſagen„gedruckte Uebergabsurkunden,“— denn der Ran⸗ cocus hatte eine Druckerei und einen Drucker zumal an Bord genommen. Auf dieſe Weiſe wurden alſo jedem Volljährigen hundert und fünfzig Acker Land als Eigenthum übergeben. Da die Verloſung auf die Wünſche Einzelner keine Rück⸗ ſicht nehmen konnte, fanden vor der Ausfertigung der Patente mehrere Austauſchungen Statt, um ſo die Looſe von Freunden und Verwandten einander näher zu rücken. Manche ver⸗ kauften, indem ſie gegen einen kleinen Gewinn ſich anderswo ankauften; Andere verkauften Alles auf der Kuppe oder in der Gruppe, um ihr Beſitzthum auf einen oder den andern dieſer„ Warring wurde, d Kuppe, Nach de der Acke der Gru einen hö einkomm Ma Grundſä unter Ar obgleich größte S Gruppe, man des worden Schlamn die Miſch haben n Abweſen. und man ein ſo be Da war die Sand la machten Alle Loo ſo konnte Koſten e 238— urden Ur⸗ er Colonie ſtets ein⸗ n gemein⸗ Ugemeinen duppe und Bürgers cht hatte; rſchiedenen en wurden ame jedes rn in ein nen gegen⸗ Mannes; man fer⸗ terzeichnet, t wurden. der Ran⸗ an Bord olljährigen ergeben. keine Rück⸗ der Patente n Freunden tanche ver⸗ ‚anderswo pe oder in den andern — 145— dieſer Punkte zu vereinigen. Auf dieſe Weiſe kaufte Herr Warrington, oder Richter Warrington, wie er jetzt genannt wurde, drei Fünfzig⸗Acker⸗Looſe neben ſeinem Antheil auf der Kuppe, und verkaufte ſein Hundert⸗Acker⸗Loos in der Gruppe. Nach den durch dieſe Erſtverkäufe feſtgeſtellten Preiſen galt der Acker Land auf der Kuppe zehn Dollar, und in der der Gruppe drei Dollar. Manche Looſe erreichten jedoch einen höhern Preis, da alle dieſe Verhandlungen dem Ueber⸗ einkommen der Coloniſten unter ſich anheim gegeben wurden. Man war in dieſer Angelegenheit nach allgemein gültigen Grundſätzen verfahren, und die Ziehung hatte öffentlich und unter Aufſicht Statt gefunden; Niemand war daher unzufrieden, obgleich manche Looſe gewiß beſſer waren, als andere. Die größte Werthverſchiedenheit zeigte ſich bei den Looſen in der Gruppe, wo es oft an gutem Boden und Waſſer fehlte, obgleich man des einen wie des andern zuletzt mehr fand, als erwartet worden war. Es fanden ſich dort große Ablagerungen von Schlamm und andere von Sand, und Heaton deutete an, daß die Miſchung dieſer beiden Stoffe große Ergiebigkeit zur Folge haben würde. Ein Verſuch dieſer Art war während der Abweſenheit des Statthalters auf ſeinen Befehl gemacht worden, und man hatte das Ergebniß ſehr befriedigend gefunden, denn ein ſo bearbeiteter Acker gab den reichſten Ertrag. Da der Sand zu dem Schlamme gebracht werden mußte, war die Arbeit viel leichter, als man ſich gedacht hatte. Der Sand lag gewöhnlich am Waſſer und die zahlloſen Kanäle machten es möglich, ihn in Booten weithin zu verfahren. Alle Looſe lagen mit ihrer Vorderſeite an dem Waſſer, und ſo konnte Jeder, indem er dieſer Anleitung folgte, ohne große Koſten einige Acker in den beſten Stand ſetzen; ſobald daher 238— 240. 10 — 146— die Verloſung abgethan und die Austauſchungen beſeitigt waren, eilten Alle an die Arbeit, um den zähen, zuſammen⸗ gebackenen Schlamm, welchen das zurückgetretene Meer abge⸗ ſetzt hatte, fruchtbar und ergiebig zu machen. Kleine Boote wurden zu dieſem Zwecke gebaut, die Coloniſten bildeten ein⸗ zelne Rotten, welche gemeinſchaftlich arbeiteten, trugen den Sand an die geeigneten Stellen und vertheilten ihn Heaton’'s Anweiſung gemäß auf der Oberfläche. Dann wurden die Spaten zur Hand genommen und die beiden Stoffe tüchtig gemiſcht. Die meiſten Looſe in der Gruppe waren in der unmittel⸗ baren Nachbarſchaft des Riffes. Da die Zahl derſelben ſich auf ein volles Hundert belief, ſo wurden ſofort mehr als tauſend Acker auf den Inſeln in Angriff genommen. Nach einer oberflächlichen Berechnung breitete ſich jedoch die Gruppe nach Oſten und Weſten drei und ſechszig(engliſche) Meilen aus, nach Norden und Süden etwa fünfzig— das Riff, lag ziemlich ſüdweſtlich von dem Mittelpunkte. Von dieſem Flächenraume waren, wie man annahm, drei Viertheile trock⸗ nes Land oder nackter Fels. Dieß betrug über anderthalb Millionen Acker Landes; von dieſem ausgedehnten Gebiete konnten aber nicht mehr als zwei Drittheile für den Anbau geeignet gemacht werden, da der Boden, oder die Elemente des Bodens, fehlten. Es gab Stellen, wo die Schlamm⸗ ablagerung ſehr tief ſchien, während ſte an anderen nicht über drei Zoll betrug. Daſſelbe galt von dem Sande, obgleich dieſer ſelten ſo tief lag wie der angeſchwemmte Schlamm. Ein Monat wurde damit verbracht, daß man die Looſe vermaß und die verſchiedenen Eigenthümer in ihre bezüglichen Güter einwies. Dann zeigten ſich ſofort die Ergebniffe des Eigenth ſeiner U Loos ſe Belieben Nachdru Der er ſich ſ durch E ſeine M daß Jed im Auge ſchränkte Alle kleinen Pferden ders da da er die hielt; S Gebrauch einem T nahm zu Sand w regelmäß nach an Monats die Entf wurden, Alle an Holz ſah ſich beſeitigt ammen⸗ er abge⸗ e Boote ten ein⸗ gen den Heaton's den die tüchtig unmittel⸗ ben ſich iehr als Nach Gruppe Meilen Riff, lag dieſem ile trock⸗ nderthalb Gebiete n Anbau Elemente zchlamm⸗ icht über ich dieſer die Looſe züglichen niffe des Eigenthums⸗Syſtems. Sobald der Einzelne in dem Beſitze ſeiner Urkunde war, und man ihm geſagt hatte, das betreffende Loos ſei ſein freies Eigenthum und er könne darüber nach Belieben ſchalten, ſo begann er die Arbeit mit Eifer und Nachdruck, um ſein neues Beſitzthum erträglich zu machen. Der Ungebildete und Unwiſſende kann allerdings, wenn er ſich ſeiner Aufgabe mit uneigennütziger Ehrlichkeit hingibt, durch Erziehung und Umſicht dahin geleitet werden, daß er ſeine Mittel benützen lernt; die Erfahrung zeigt uns aber, daß Jeder in der Regel ſeine eigenen Intereſſen am meiſten im Auge hat und daß das Syſtem, welches ihm die unbe⸗ ſchränkteſte Gelegenheit bietet, dieß zu thun, das klügſte iſt. Alles ging an die Arbeit; die Männer vereinigten ſich zu kleinen Rotten und unterſtützten einander; der Mangel an Pferden und gezüchtetem Hornvieh wurde ſehr gefühlt, beſon⸗ ders da Heaton rieth, vor allem an die Sandſtellen zu gehen, da er dieß für den erſten Schritt zu einem einträglichen Anbaue hielt; Schiebkarren kamen jedoch an der Stelle der Wagen in Gebrauch, und es ergab ſich, daß vier und zwanzig Hände an einem Tage mit dieſem Geräthe ſehr viel förderten. Man nahm zu allen Arten von Erfindungen ſeine Zuflucht, um den Sand weiter zu ſchaffen; der Statthalter machte jedoch eine regelmäßige Einrichtung, nach welcher das Boot der Reihe nach an jedem Gut eine Ladung ablegte. Nach Verlauf eines Monats ſah man, daß bereits ſehr viel geſchehen war; denn die Entfernungen waren gering, und je mehr Boote fertig wurden, deſto leichter ging die Arbeit von Statten. Alle Arten von Wohnungen wurden gebaut. Der Mangel an Holz in der Gruppe war ein großer Mißſtand, und man ſah ſich genöthigt, andernorts nach dieſem Material umzu⸗ 108 — 148— ſchauen. Einzelne Theile der Rancocus⸗Inſel waren gut bewaldet, und unter anderen Baumarten fanden ſich dort edle gelbe Tannen in großer Menge. Bigelow wurde in dem Abra⸗ ham hinüber geſchickt, um eine Sägemühle zu errichten und Bauholz zu fällen. Bei der Menge Waſſerkraft, welche ſich dort fand, konnte die Mühle bald in Thätigkeit geſetzt werden, und nach kurzer Zeit brachte der Schoner eine Ladung vor⸗ trefflicher Planken, Dielen u. ſ. w. auf den Krater. Bei der großen Menge von Cedern konnten auch die Schindelmacher ihre Arbeit beginnen. Auf der Rancocus⸗Inſel, ſo wie an anderen Orten, war der Transport bis zum Geſtade der ſchwierigſte Punkt; denn das Hornvieh war zu jung, als daß man es hätte brauchen können. Socrates hatte ein Geſpann zweijähriger, und drei Geſpann einjähriger Stiere; aber es war zu früh, ſie in das Joch zu ſpannen. Mit dem Letztern ließen ſich wohl leichtere Arbeiten abthun, und ſie wurden auch in dieſer Weiſe benützt, allein lediglich, um ſie an das Joch zu gewöhnen. Auf Rancocus⸗Inſel hatte Bigelow jedoch einen ſehr ſinnreichen Kanal gemacht, welcher ſich zum Flößen des Holzes bis zur Mühle ſehr nützlich erwies. Der Mühlendamm ſtand mit einem langen, ſchmalen Waſſerſtreifen in Verbindung, welcher zwei bis drei Meilen in einer Bergſchlucht fortlief. In dieſes Waſſer wurden die Bäume über die Abhänge nieder⸗ gerollt und an die Mühle geflößt. Nachdem die Mühle ihre Pflicht gethan hatte, wurden unter derſelben kleine Flöße zuſammengeſetzt und bis an das Meer gebracht, wo der Schoner vor Anker lag. Während man ſich in dieſer Weiſe rührte und die Colonie thätig und eifrig am Werke war, vergaß der Statthalter die großen hungen Sohn ſtimmig Colonie Nachba ſei. N die See ein Sch ſollten. cocus ſ und m in der einen S Hand D holz, 1 laſſung faſſen, näher l gen wi ſteinen die In tauſend Schätze De und eir den Co Arbeiten Regel i en gut ert edle Abra⸗ en und he ſich verden, g vor⸗ Bei der lmacher n, war ; denn rauchen nd drei in das leichtere benützt, en ſehr Holzes n ſtand indung, fortlief. nieder⸗ hle ihre 2 Flöße Schoner Colonie alter die — 149— großen Intereſſen nicht, welche ſich an ſeine äußeren Bezie⸗ hungen knüpften. Man mußte nach Waally ſehen und den Sohn Uruni's in ſeine Rechte einſetzen. Der Rath war ein⸗ ſtimmig der Anſicht, die Klugheit fordere unbedingt, daß die Colonie eine Kraftentwickelung zeige, die auf ihre unruhigen Nachbarn einen dauernden Eindruck zu machen im Stande ſei. Man rüſtete ſich daher zu einem Kreuzzuge, zu welchem die Seejungfer, der Abraham und das neugebaute Lootſenboot, ein Schoner von fünfzehn Tonnen Gehalt, verwendet werden ſollten. Dieſer neue Schoner war bei der Rückkehr des Ran⸗ cocus ſo weit fertig, daß man ihn in das Waſſer laſſen konnte, und man ließ ihn jetzt vom Stapel laufen. Man hatte ihn in der Bucht aufgeſchlagen, wo Bigelow Raum genug für einen Schiffsbauplatz vorfand, und wo das Bauholz näher zur Hand war als auf dem Krater. Die Rancocus⸗Inſel lieferte das nächſte und beſte Bau⸗ holz, und der Rath hatte beſchloſſen, eine dauernde Nieder⸗ laſſung dort zu gründen, theils um daſelbſt feſten Fuß zu faſſen, theils um Schiffe zu bauen. Als man mit dieſer Inſel näher bekannt wurde, fand man ſie auch in anderen Beziehun⸗ gen wichtig. Man fand vortreffliches Material zu Ziegel⸗ ſteinen und Kalkſtein in Hülle und Fülle. Zum Ackerbau war die Inſel faſt gar nicht verwendbar, denn ſie hatte nicht tauſend Acker guten Landes; die Berge aber boten wahre Schätze an allen Gegenſtänden, deren wir erwähnt haben. Der Raum zu einer Ziegelbrennerei wurde ſogleich geklärt und eingerichtet und ein Kalkofen gebaut. Man fand unter den Coloniſten leicht Leute, welche mit ſolchen gewöhnlichen Arbeiten vertraut waren. Der Amerikaner weiß ſich in der Regel in ein Dutzend verſchiedener Handwerke zu finden, und — 150— wenn er auch in keinem gerade das Höchſte zu leiſten vermag, ſo wird er ſich doch in allen nützlich und ziemlich gewandt erweiſen. Ehe der Statthalter ſeinen Zug gegen Waally antrat, war die Ziegelbrennerei und der Kalkofen fertig, und eine große Menge Bauholz war auf das Riff gebracht worden. Auch der Nancocus war mit dem Sandelholz, das man nun ſeit einem Jahre geſammelt hatte, befrachtet worden und rüſtete ſich allmählich zu einer neuen Reiſe nach Canton. Der Statt⸗ halter hatte die Abſicht nicht, ſelbſt dieſes Mal den Befehl über ſein Schiff zu übernehmen, ſondern übertrug dieſen Saun⸗ ders, welcher dieſes Vertrauens in jeder Hinſicht würdig war. Nachdem Alles in Bereitſchaft geſetzt war, ſegelten der Rancocus, die Seejungfer, der Abraham und die Anne, wie man den neuen Schoner genannt hatte, nach Betto's Gruppe ab; denn es lag in dem Plane des Statthalters, das große Schiff im Vorbeigehen zu benützen, um ſeine Feinde einzu⸗ ſchüchtern. In Folge der Umwälzung, welche Waally wieder an das Ruder gebracht hatte, war Keiner der Eingeborenen, die den Rancocus auf ſeiner letzten Reiſe begleitet hatten, zu bewegen, nach Hauſe zurück zu kehren, da ſie wußten, daß ſie ſogleich zu Waally's Dienſt gepreßt würden; und ſie ließen ſich jetzt Alle mit Freuden zu einer zweiten Reiſe nach fremden Ländern anwerben. Dieſe Leute hatten ſich mittlerweile nützlich zu machen gewußt; und der Statthalter beabſichtigte, eine Anzahl „Jünglinge von den Inſeln erziehen zu laſſen und ſie für das Gemeinwohl brauchbar zu machen. Dieſer Plan hing mit dem Zuge, welchen er eben unternahm, zuſammen, und hatte den Beifall aller derer gefunden, welche davon Kenntniß erhielten. D gegen Häuptl von de Kühlte getrenn oder, nach w halb leewärt waren, gegang D wandte Ausgar noch g⸗ und wi welchen In die andern zu eine ſich nie den Ho jedoch, Shakſp Mißgeſ vermag, gewandt antrat, ind eine worden. nan nun ad rüſtete r Statt⸗ u Befehl n Saun⸗ dig war. lten der nne, wie Gruppe s große e einzu⸗ an das die den dewegen, ſogleich ſich jetzt Ländern blich zu Anzahl für das mit dem atte den rhielten. — 151— Die Erſcheinung einer ſo furchtbaren Macht, wie ſte jetzt gegen Waally aufgeboten worden, machte dieſen ruheloſen Häuptling raſch und ohne Kampf gefügig. Bei ſeiner Rückkehr von dem verunglückten Angriff auf den Krater waren in einer Kühlte gegen zwanzig ſeiner Canoe's von der übrigen Flotte getrennt worden, und man hatte nie wieder von ihnen gehört; oder, wenn man davon hörte, waren es unſichere Gerüchte, nach welchen drei bis vier Canve's, mit einer kleinen Anzahl halb verhungerter Krieger an Bord, an einer weit nach leewärts gelegenen Inſel gelandet ſein ſollten. Alle übrigen waren, wie man allgemein glaubte, in der See zu Grunde gegangen. Dieſer Unfall hatte Waally bei den Freunden und Ver⸗ wandten der Verunglückten unbeliebt gemacht, und der unſelige Ausgang des Unternehmens ſelbſt hatte dieſe Unbeliebtheit nur noch geſteigert. Das Glück iſt in den Augen der Menge Alles; und wir ſehen die große Maſſe täglich dem mit Jubel folgen, welchen ſie bei dem erſten Glückswechſel zu kreuzigen bereit iſt. In dieſem unſerm guten Vaterlande führt Beliebtheit, der andern werthloſen Gaben in ihrem Gefolge nicht zu gedenken, zu einem weſentlichen Vortheile— zur Macht, und man darf ſich nicht wundern, wenn viele in ihrem Beſtreben, dem Volke den Hof zu machen, ihren Gott vergeſſen. Die Zeit kömmt jedoch, wo alle dieſe Opfer eines falſchen Ehrgeizes mit Shakſpeare’s Wolſey ausrufen: „Hätt' ich mit balb dem Eifer meinem Gott Gedient, mit dem ich meinem König diente, Er hätte meinen Feinden mich nicht nackt In dieſem Alter preisgegeben!“ Waally's Anſehen, welches bereits durch den Einfluß ſeines Mißgeſchicks ins Schwanken gekommen war, brach vollends — 152— zuſammen, als Statthalter Woolſton jetzt mit einer ſolchen Macht gegen ihn auftrat. Obgleich Mark nur zwanzig Weiße an Bord hatte, kam er in Schiffen und gebot über Kanonen; und kein Häuptling dachte daran, bei dem Uebelthäter in der Stunde der Noth auszuhelfen. Waally war klug genug, um ſeine Lage zu begreifen und ſich ſeinem Schickſale zu fügen. Er ſchickte einen Boten mit dem Palmzweig an den Statthalter und erbot ſich, den jungen Uruni in alle Rechte ſeines Vaters einzuſetzen, und ſich auf ſein ererbtes Gebiet zu beſchränken. Dieß war die Grundlage des Vertrages, welcher jetzt abge⸗ ſchloſſen wurde und zu deſſen Erfüllung man Geißeln verlangte. Waally bewilligte dieſe Bedingung und Alles wurde zur vollen Zufriedenheit der Weißen und zur Ehre und Genugthuung des jungen Uruni beigelegt. Das Ergebniß ſoll im Weſentlichen hier berichtet werden. Vor Allem wurden hundert Jünglinge ausgewählt und dem Statthalter übergeben, welche das Seeweſen erlernen ſollten. Dieſe jungen Wilden— Kannakas in ihrer Sprache genannt— waren eben ſo viele Geißeln für das gute Ver⸗ halten ihrer Eltern, während die Eltern, welche ſtets im Bereiche der Macht der Coloniſten waren, als Geißeln für das gute Verhalten der Kannakas dienten. In Betreff der Letzteren war der Statthalter jedoch nicht ſehr beſorgt, denn er hatte beſchloſſen, ſie ſo zu erziehen und zu behandeln, daß ſie bald ſeine Freunde werden ſollten. Indem er ſie daher an Bord der verſchiedenen Schiffe bringen ließ, erhielten ihre Offiziere den ſtrengſten Befehl, dieſe jungen Leute freundlich zu behandeln; auch ſorgte er dafür, daß ſie Unterricht im Leſen erhielten und mit den Lehren Hornbl zu Herz Ge dieſen h zeigten Sitten, Lebensw deutende denn me wahrhaf Lande v⸗ Auf Männer traten a korallen dieſer Ar ab, und kleiner T Selaven welche a laſſen. 2 geiſtige u ſie thätit Colonie die Hand gewiß abe Denrn unter geh von groß r ſolchen ig Weiße danonen; er in der eifen und oten mit n jungen ſich auf itzt abge⸗ erlangte. ur vollen ung des entlichen ihlt und erlernen Sprache ute Ver⸗ ſtets im ßeln für treff der t, denn n, daß Schiffe Befehl, orgte er mit den — 153— Lehren des Chriſtenthums bekannt gemacht wurden. Herr Hornblower, der Geiſtliche, nahm ſich den letztern Auftrag ſehr zu Herzen, und die Hälfte der Frauen der Colonie nicht minder. Gerechtigkeit und freundliche Behandlung hatten auch bei dieſen hundert Jünglingen den gewöhnlichen Erfolg; denn alle zeigten zuletzt viel mehr Anhänglichkeit an das Riff und ſeine Sitten, als an ihre eigenen Inſeln und die dort geltende Lebensweiſe. Die See hatte ohne Zweifel einen nicht unbe⸗ deutenden Einfluß auf dieſen Fortſchritt in der Sittigung; denn man wird ſtets finden, daß der, welcher dieſes Element wahrhaft liebgewonnen hat, es nicht gern mit dem feſten Lande vertauſcht. Außer dieſen jungen Seeleuten wurden hundert tüchtige Männer aus Betto's Gruppe in die Colonie verſetzt. Sie traten als Tagelöhner und nicht als Geißeln über. Glas⸗ korallen und altes Eiſen, Angelhaken und andere Kleinigkeiten dieſer Art, auf welche ſie Werth legten, gaben ihre Löhnung ab, und ihre Dienſtzeit war auf zwei Monate beſchränkt. Ein kleiner Theil der Coloniſten ſchien geneigt, aus dieſen Leuten Selaven zu machen und ihre Ländereien durch phyſiſche Kräfte, welche aus Betto's Gruppe bezogen würden, bearbeiten zu laſſen. Der Statthalter wußte aber wohl, daß die körperliche, geiſtige und moraliſche Kraft ſeiner Leute davon abhing, daß ſie thätig waren, und er wollte das dauernde Glück der Colonie nicht dadurch untergraben, daß er zu einem Mittel die Hand bot, welches eine kurze Zeit Vortheile verſprach, gewiß aber zuletzt ſeine Strafe mit ſich führen mußte. Dennoch konnte eine Vermehrung der phyſiſchen Kräfte, unter gehöriger Leitung, in dieſer erſten Periode der Colonie von großem Nutzen werden. Die Arbeiter wurden demnach in Dienſt genommen; allein dieß geſchah durch die Regierung, und ſie übernahm nicht nur die Beaufſichtigung der Leute, ſondern ſorgte auch dafür, daß ſie den verſprochenen Lohn ferhielten. Dieſe Einrichtung ließ auch noch einen andern Vortheil hoffen. Das Verhältniß zwiſchen den beiden Gruppen mußte ein freundliches oder ein feindſeliges ſein. So lange der junge Uruni herrſchte, glaubte man auf das erſtere mit Sicherheit rechnen zu können, und man hoffte, der Verkehr, welchen dieſe Einrichtung herſtellte, und zumal der Handel mit Sandelholz dürften die Eingeborenen fühlen laſſen, daß ihr Vortheil die Fortdauer des freundlichen Verhältniſſes unbedingt heiſche. Die Schiffe blieben vierzehn Tage vor Bettv's Gruppe liegen, und man ordnete in dieſer Zeit alles durch den Vertrag Bedungene; der Rancocus aber trat ſeine Reiſe an, ſobald man wegen des Vertrags übereingekommen war, und die Anne kehrte mit der Nachricht von dem Ergebniß des Kreuzzuges nach dem Riffe zurück. Waally betreffend, ſo mußte er ſeinen Lieblingsſohn an den jungen Uruni ausliefern, der den jugend⸗ lichen Häuptling als Geißel für ſeines Vaters gutes Ver⸗ nehmen behielt. Nach Schiffe ver begeben h zum Vater das vierte ungemein; weniger al heitszuſtan ſenen kam Ungefähr welche geg belief ſich mit der ab Kannakas. In Be kegierung, der Leute, nen Lohn Vortheil ven mußte der junge Sicherheit lchen dieſe Sandelholz ortheil die jeiſche. s Gruppe n Vertrag n, ſobald die Anne dreuzzuges er ſeinen en jugend⸗ ures Ver⸗ Achtes Kapitel. Geh hin und ſuche den ſand'gen Strand, Wo das Waſſer umgürtet das Elfenland, Und ſenk' in die Fluth das Auge dein, Bis der Stör aufſteigt im Mondenſchein; Flugs dann den Pfeil abgeſchoſſen Und nimm eine ſeiner Silberfloſſen. Die Waſſernixen werden ſich mächtig rühren Und ſchrein in Wuth und Ungebühren; Auch die Waldgeiſter üben ihre Macht, Denn von ihnen wird die Welle bewacht⸗; Doch ſei du nur deines Rechtes bedacht, Und iſt dein Herz ſtark und rein, So glaube mir, der Sieg iſt dein. Drake. Nach der Rückkehr der gegen Betto's Gruppe ausgeſchickten Schiffe verſtrich ein Jahr, ohne daß ſich etwas Denkwürdiges begeben hätte. Während dieſer Zeit machte Bridget Mark zum Vater eines ſchönen Knaben und Anne übergab Heaton das vierte Kind. In der That vermehrte ſich die Seelenzahl ungemein; denn im Laufe dieſes einzigen Jahres kamen nicht weniger als acht und ſiebenzig Kinder zur Welt. Der Geſund⸗ heitszuſtand der Inſel war vortrefflich, und unter den Erwach⸗ ſenen kam nur ein Todesfall vor, der durch ein unglückliches Ungefähr herbeigeführt worden war. Nach einer Zählung, welche gegen den Schluß des Jahres vorgenommen wurde, belief ſich die Seelenzahl auf dreihundert neun und ſiebenzig mit der abweſenden Mannſchaft des Rancocus und ohne die Kannakas. In Betreff dieſer Kannakas hatte der Statthalter allen — 156— Grund zufrieden zu ſein. Sie arbeiteten freilich nicht, wie der Amerikaner arbeitet; auch war es nicht leicht, ſie mit Geräthſchaften und Werkzeug umgehen zu lehren; bei allen ſchweren Arbeiten aber, oder da, wo phyſiſche Kraft entſchied, waren ſie trefflich zu brauchen. Der Statthalter hatte vor Allem im Auge, daß alle ſeine Leute behaglich eingewohnt, von guten Dächern geſchützt und gegen den Regen verwahrt wären. Zum Glücke fanden ſich in der Gruppe keine in Fäulniß übergegangene Stoffe mehr, welche Fieber erzeugen konnten, und ſo lange man ſich vor Näſſe zu ſchützen wußte, war die Geſundheit nicht gefährdet. Man baute vier Arten oder Klaſſen von Wohnungen, und die Wahl ſtand jedem Einzelnen frei; dabei war beſtimmt, daß der Staat einen gewiſſen Beitrag zu leiſten habe, welcher entweder in Baumaterial, oder in Beihilfe bei der Arbeit beſtand. Alles Andere mußte der Betheiligte bezahlen. Der Ausgleichung wegen wurde der Werth der Arbeit und der Bauſtoffe in Geld beſtimmt. Dieſe Bauſtoffe beſtanden aus Bauholz, Schindeln mitgerechnet, Steinen, Kalk und Ziegelſtei⸗ nen— gebrannte und ungebrannte— oder Lehmſteinen. Auch Nägel wurden umſonſt aus dem öffentlichen Vorrathe geliefert. Niemand dachte natürlich anfangs an größere Bauten. In dem Beginne begnügte man ſich mit kleinen Wohnungen, welche an Ausdehnung eben ſo verſchieden waren, als hin⸗ ſichtlich des Materials, mit welchem man baute. Der Eine baute von Holz, der Andere von Stein, der Dritte von Ziegel⸗ ſteinen, die Vierte von Lehmſteinen. Alle dieſe Arbeiten wurden tüchtig befunden, aber man gab bald dem Steine den Vorzug. Dieſe Steine kamen von der Rancocus⸗Inſel; ſie waren eine Art Tuffſtein und fanden ſich dort in unerſchöpflicher Menge. Die gröf Arbeit di die kleine nach den Land geſe Meh weniger I gebaut we Kuppe, di war groß Hauptzwee dächer vorn Theil der beſchlagen. vorzogen. geſichert w feuchter ſe aufgeführt Die hatten drei letzteren ha getrennten Backöfen, wenn auch waren. Nur 6. John Penn aufzuführen bauen, bis er die Gru nicht, wie t, ſie mit bei allen tentſchied, hatte vor ingewohnt, verwahrt 2 keine in r erzeugen zen wußte, zohnungen, r beſtimmt, be, welcher der Arbeit hlen. Der t und der anden aus Ziegelſtei⸗ nen. Auch he geliefert. re Bauten. Bohnungen, „als hin⸗ Der Eine von Ziegel⸗ ten wurden en Vorzug. waren eine her Menge. Die größten wurden an dem Riff ausgeladen, bei welcher Arbeit die Kannakas ſich beſonders hilfreich erwieſen, während die kleineren an verſchiedenen Punkten die Kanäle entlang, je nach den Wünſchen der Eigenthümer des Bodens, an das Land geſchafft wurden. Mehr als hundert Wohnungen waren in dem Verlaufe weniger Monate, unmittelbar nach der Ankunft der Einwanderer, gebaut worden. Die Hälfte dieſer Wohnungen ſtanden auf der Kuppe, die andere in der Gruppe. Kein einziges dieſer Häuſer war groß; aber ſie waren behaglich und entſprachen alle dem Hauptzwecke— ſie ſchützten vor dem Regen. Die Schindel⸗ dächer von Cedernholz waren dicht und zumal dauerhaft. Ein Theil der Häuſer waren auch auf den Seiten mit Schindeln beſchlagen, obgleich die meiſten Coloniſten den Dielenbeſchlag vorzogen. Die Lehmſteine wurden, wo das Dach gehörig geſichert war, ausreichend befunden, obgleich dieſe Wohnungen feuchter ſein mochten als jene, die aus gebrannten Steinen aufgeführt worden waren. Die größten der in dieſer Weiſe erbauten Wohnungen hatten dreißig Fuß im Geviert, und die kleinſten fünfzehn. Die letzteren hatten ihre Küchen jedoch unter einem, von dem Hauſe getrennten Schuppen. In dieſer Weiſe baute man die meiſten Backöfen, und das Kamin ſtand häufig außerhalb des Hauſes, wenn auch Herd u. ſ. w. nicht von dem Hauſe getrennt waren. Nur Ein Haus hatte zwei Stockwerke, nämlich das von John Pennock, der vermögend genug war, einen ſolchen Bau aufzuführen. Der Statthalter ſelbſt begann nicht eher zu bauen, bis faſt alle anderen Coloniſten fertig waren, worauf er die Grundſteine zu zwei Gebäuden legte,— eines auf der ——— — 158— Kuppe inmitten ſeines Beſitzthums; und das andere auf dem Riffe. Dieß letztere war zum Regierungs⸗ oder Colonie⸗Haus beſtimmt. Jenes war von Ziegelſteinen, dieſes von Stein und ſehr maſſiv, da es eine Art Veſte abgeben ſollte. Seine Privatwohnung war nur anderthalb Stock hoch, aber ver⸗ hältnißmäßig ſehr geräumig, denn ſie hatte ſechszig Fuß im Gevierte. Das Regierungsgebäude war viel größer, denn es war zweihundert Fuß lang und ſechszig Fuß tief. Dieſes ausgedehnte Gebäude war jedoch nicht bloß für den Statthalter beſtimmt, ſondern das untere Geſchoß war ſo eingerichtet, daß ein großer Theil des öffentlichen Eigenthumes da verwahrt werden konnte, und überdieß noch Raum für die Sitzungen des Gerichtshofes, für die öffentlichen Bureau's und dergleichen übrig blieb. Der obere Stock blieb Jahre lang un⸗ vollendet und unbewohnt, obgleich er alles Nöthige enthielt, was zur Vertheidigung des Platzes erforderlich war. Glücklicher⸗ „weiſe bedurfte man in jenem Klima keiner Keller, denn es wäre nicht leicht geweſen, einen ſolchen in der Gruppe zu bauen. Pennock ließ allerdings unter ſeiner Wohnung Felſen ſprengen und einen ſolchen bauen; man ſagte ihm aber allgemein, er würde bald unter Waſſer ſtehen. Er blieb jedoch trocken und erwies ſich gegen die Hitze ſehr nützlich, gegen die Kälte aber war hier keine Vorſicht nöthig. Das Colonie⸗Haus ſtand der Zugbrücke gerade gegenüber; man hatte dieſe Lage gewählt, weil ſie einen wichtigen Punkt beſtrich, und weil man der Quelle nahe war. Der Mangel an Waſſer war ein Mißſtand auf dem Riffe; die Sandlager gaben zwar einen reichen Vorrath, und zwar von der köſtlichſten Beſchaffenheit, aber man mußte es unverhältnißmäßig weit herſchaffen. Im Allgemeinen gab es in der Gruppe Waſſer genug, Riff war halter ſei den Plan man es arbeiten. geſprengt vom Dac Behälter er einma den gewö Der Riffe gen Der Kra⸗ Bäume br empor. 2 ſeinen H. anderen(. Fels beſta reiner Lar gen der C Art Boden Mit von Erde vereinigt, und ſolche daſelbſt ar ließen. Au und ſehr of wo ſich hit e auf dem onie⸗Haus Stein und te. Seine aber ver⸗ ig Fuß im , denn es t bloß für oß war ſo genthumes um für die reau's und e lang un⸗ he enthielt, Glücklicher⸗ nn es wäre zu bauen. n ſprengen gemein, er rocken und Kälte aber gegenüber; gen Punkt er Mangel Sandlager köſtlichſten ßig weit ppe Waſſer — 159— genug, auch waren die Quellen gehörig vertheilt; nur das Riff war in dieſer Hinſicht ſchlecht bedacht; und da der Statt⸗ halter ſeinen Bruder, den Ober⸗Landvermeſſer, veranlaßt hatte den Plan zu einem Flecken auf dem Riffe zu entwerfen, hielt man es ſchon frühe für nöthig, dieſem Uebel entgegen zu arbeiten. Ein paſſender Platz wurde ausgeſucht und Felſen geſprengt, um eine Ciſterne anzulegen, in welche das Waſſer vom Dache des Colonie⸗Hauſes geleitet werden ſollte. Dieſer Behälter konnte viele tauſend Maaß Waſſer faſſen, und wenn er einmal gefüllt war, reichte das zufließende Regenwaſſer für den gewöhnlichen Bedarf vollkommen aus. Der wichtigſte Fortſchritt jedoch, welchen man auf dem Riffe gewahrte, bezog ſich auf die Geſtaltung des Bodens. Der Krater war jetzt eine Maſſe von Grün, und tauſend Bäume breiteten bereits ihre Aeſte aus, andere ſproßten herrlich empor. Dieß galt eben ſo gut von ſeiner Fläche, wie von ſeinen Höhepunkten. Der Krater beſtand aber aus ganz anderen Elementen, als das Riff. Jener war, ſo weit er aus Fels beſtand, Tuffſtein; das letztere beſtand größtentheils aus reiner Lava. Demungeachtet begann, in Folge der Bemühun⸗ gen der Coloniſten, ſelbſt auf dem Riffe ſich allmählich eine Art Boden zu bilden. Mit der größten Sorgfalt wurde Alles, was zur Bildung von Erde beitragen konnte, geſammelt und in großen Haufen vereinigt, und dieſe Maſſen ſchaffte man dann in Aushöhlungen und ſolche Unebenheiten der Oberfläche der Felſen, die den daſelbſt ausgebreiteten Stoff am erſten zu bewahren hoffen ließen. Auf dieſe Weiſe hatte man viele grüne Stellen gebildet und ſehr oft waren ſelbſt Bäume an Plätzen angepflanzt worden, wo ſich hinreichende Nahrung für ſie zu finden ſchien. — 160— Der Statthalter hatte jedoch kaum beſchloſſen, das Riff zu bebauen und ſeine Hauptſtadt dort zu gründen, ſo dachte er auch ſogleich an die regelmäßige Verſchönerung des Platzes. Wo ſich in den beabſichtigten Gärten des Colonie⸗Hauſes paſſende Stellen fanden, wurde auf einen Raum von zehn Acker hinter dem Gebäude der Bohrer gebraucht und der Fels geſprengt. Die Felsſtücke wurden bei dem Gebäude verwendet und der weite Raum war bald eine rauhe, gebrochene Fläche, aus welcher man nicht hoffen konnte, viel zu machen. Durch Beharrlichkeit jedoch, und mehr noch durch Geſchick und Umſicht gelang es, den ganzen Platz um einen, und an Stellen, wo die Natur zu Hilfe kam, um mehrere Fuß abzutragen. Hier machte ſich ſofort die Frage geltend, ob man durch Sprengen, die Steine zu dem Gebäude nicht wohlfeiler und leichter bekommen würde, als wenn man ſie von der Rancocus⸗ Inſel herüberſchaffte. Man kam auf dieſe Weiſe ſchnell zu dem nöthigen Baumaterial, ſo wie zu den Steinen, welche zu einer Mauer um die Gärten erforderlich waren. Als die Garten⸗Räume in der bezeichneten Weiſe abge⸗ tragen waren, kamen die Kannakas mit Böten voll Schlamm⸗ erde und Sand und füllten die Stellen damit aus. Dieß war für eine ſo geringe Menſchenzahl eine ſchwierige Arbeit; es ging aber doch raſcher damit, als man anfangs geglaubt hatte. Das herbeizuführende Material war leicht zugänglich, und die Entfernungen nicht bedeutend, wodurch denn die Arbeit ſehr erleichtert wurde; nur das Ausladen verurſachte große Mühe. Sechs Monate nach dem Beginne der Arbeit ſtanden die Mauern und das Gebäude war bedacht; aber die in dem Garten Beſchäftigten hatten nach Ablauf der erwähnten Zeit noch nicht zwei Acker ausgefüllt, obgleich ſte ihre Arbeiten begonnen hatten, ſobald die Steine weggeſchafft worden. Der raſch bef Uruni u dem Wu an der 6 behilflich zahlreiche ehe der entließ er tungen, Viele hie berufen, das Gege er die bei Der Stat gehen. C ten, ſond Thätigkeit dieſer Col als drei ſ ſie währen förderten. Auch gefährliche nicht mäch wurden, u auf jener Schiffe hit oft dorthi⸗ auf dem R 238— 2 „das Riff ſo dachte es Platzes. ie⸗Hauſes von zehn d der Fels verwendet ne Fläche, n. Durch ſchick und an Stellen, ragen. man durch lfeiler und Nancocus⸗ ſchnell zu en, welche Veiſe abge⸗ Schlamm⸗ Dieß war Arbeit; es laubt hatte. ch, und die Arbeit ſehr rvoße Mühe. ſtanden die die in dem ähnten Zeit re Arbeiten orden. — 161— Der Statthalter wollte dieſes wichtige Geſchäft möglichſt raſch beſeitigen; er ſchickte daher den Abraham zu dem jungen Uruni und bat um Beiſtand. Dieſer Häuptling beeilte ſich, dem Wunſche ſeines Wohlthäters zu entſprechen; er kam ſelbſt an der Spitze von fünfhundert Arbeitern, um ſeinem Freunde behilflich zu werden, ſein Werk zu vollenden. Selbſt dieſe zahlreiche Schaar von Gehilfen brauchte noch zwei volle Monate, ehe der Statthalter die Arbeit als geſchloſſen erklärte. Dann entließ er ſeine Nachbarn mit ſolchen Geſchenken und Vergü⸗ tungen, die jeden Einzelnen in vollem Maaße zufrieden ſtellten. Viele hielten den Verſuch, ſo viele Wilde auf das Riff zu berufen, für ziemlich bedenklich; der Erfolg bewies aber gerade das Gegentheil. Dieſer Verkehr hatte die beſte Wirkung, indem er die beiden Nachbarvölker beſſer mit einander bekannt machte. Der Statthalter verſtand es trefflich, mit dieſen Wilden umzu⸗ gehen. Er wußte ſie nicht nur ſtets in guter Laune zu erhal⸗ ten, ſondern, was weit ſchwerer war, er verſtand es, ſie an Thätigkeit zu gewöhnen. Sie wurden gewiſſermaßen die Irländer dieſer Colonie. Ein geſittigter Mann arbeitete allerdings mehr als drei ſolche Kannakas, aber ihre Anzahl war ſo groß, daß ſie während ihres Aufenthalts in der Gruppe viel Nützliches förderten. Auch würde der Statthalter es nicht gewagt haben, ſolche gefährliche Nachbarn in die Gruppe zu laſſen, hätte die Kuppe nicht mächtigere Geheimniſſe, in welche ſie nicht eingeweiht wurden, umſchloſſen. Selbſt der junge Uruni erfuhr nie, was auf jener gefürchteten Inſel zu finden ſein möge. Er ſah Schiffe hin und her gehen; er wußte, daß der Statthalter ſich oft dorthin begab; er ſah dann und wann fremde Geſichter auf dem Riff erſcheinen, welche, wie er hörte, dem unbekannten 238— 240. 11 — 162— Lande und einem Volke angehörten, welches viel mächtiger ſei, als das, mit welchem er und ſeine Leute in unmittelbarem Verkehre ſtanden. Der Statthalter feſſelte ſeine Kannakas dadurch an die Arbeit, daß er ſie an dem Sprengen der Felſen Theil nehmen ließ und ihnen die Freude machte, ein mächtiges Felsſtück ſich von ſeinem Lager losreißen zu ſehen. Dieſe Leute arbeiteten den ganzen Tag an dem Bohrer und trugen, wenn ſie ſich an dem Knall und deſſen Wirkung ergötzt hatten, die Felsſtücke willig dahin, wo ſie gebraucht wurden. Sie ſchienen des Scherzes gar nicht müde zu werden und es fragt ſich, ob ſie bei jeder andern Arbeit auch nur halb ſo fleißig und bereit⸗ willig geweſen wären. Man wendete viele Sorgfalt darauf, den Boden des Colonie⸗Gartens ergiebig und zumal tief zu machen. An den flachſten Stellen hatte er über einen Fuß Tiefe, und da, wo die natürlichen Zerklüftungen das Sprengen erleichtert hatten, betrug die Ausfüllung vier bis fünf Fuß. Dieſe tieferen Stellen wurden alle bezeichnet und zu Baumpflanzungen beſtimmt. Man miſchte nicht nur Sand und Schlamm gehörig unter einander, ſondern ſetzte auch eine große Menge Meergras zu und bedeckte das Ganze mit Erde. Auf dieſe Weiſe legte man den Grund zu einem Gar⸗ ten, welcher mit Hilfe der wohlthuenden Wärme und der häufigen Regen üppig und herrlich zu gedeihen verſprach. Der Statthalter wollte jedoch in dieſen öffentlichen Gärten nichts weiter als Buſchwerk, Blumen, Gras und Zierbäume gepflanzt wiſſen; denn die flacheren Theile des Kraters erzeugten an Obſt und Gemüſe jeder Art eine Fülle, welche bis jetzt weit über das Bedürfniß der ganzen Colonie hinausging. In der That beunruhi⸗ ſeine Leut Volk faſt müſſe. 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Um die Colonie ſtets in Thätigkeit zu erhalten und den Geiſt des Fortſchreitens kräftig zu nähren, wurde von vorn herein ſo viel Aufmerkſamkeit auf Beſtrebungen gerichtet, die ſonſt als rein geiſtig gelten konnten und, indem ſie neue Bedürfniſſe ſchufen, die Veranlaſſung werden möchten, daß man auch auf Mittel dachte, ſie zu befriedigen. Der Statthalter urtheilte richtig; denn in der Regel ahmt man das Beiſpiel Anderer in jener Art von Genüſſen nach, und wenn dieſe ſich des Menſchen bemächtigt haben, halten ſie auch feſt an ihm. Die Wirkung, welche die Colonie⸗ oder öffentlichen Gärten hervorbrachten, vergalt die darauf verwen⸗ deten Koſten und Arbeiten zwanzigfach. Der Anblick einer ſo ſchönen Anlage verſetzte die ganze Gruppe in Thätigkeit, und wo ein Haus emporſtieg, da war auch der Bohrer rührig, die Felſen verſchwanden, Sand und Schlammerde traten an deren Stelle und ein ſchöner Garten dehnte ſich vor dem Hauſe aus. Der Statthalter beſchränkte aber ſeine Gartenanlagen nicht auf die„öffentlichen Gründe;“ ehe er ſeine fünfhundert Kan⸗ nakas abziehen ließ, wurden noch viele Felſen auf dem Riffe geſprengt und an allen den Stellen, welche ſich dem Anbau günſtig zeigten, Erdreich aufgehäuft. Hier wurden Bäume, beſonders Kokos⸗ und andere dieſer Lage angemeſſene Bäume geſetzt und ſorgſam darüber gewacht, daß jede Pflanze die nöthige Nahrung hatte. Durch eine ſolche Thätigkeit und Umſicht mußte das Riff bald einen ganz andern Anblick gewähren. Nicht nur hatte 11* — 164— ſich in dem Bezirke des Fleckens oder der„Stadt,“ wie man es nannte, Wohnungen erhoben, die von ſchönen Gärten umgeben waren, ſondern die ganze Oberfläche der Inſel hatte ſich mehr oder weniger verändert. An Stellen, welche bisher dem Auge nacktes Geklipp darboten, trat jetzt liebliches Grün hervor, und Bäume begannen ihren Schatten auf den jungen herrlichen Raſen zu werfen. Was die„Stadt“ ſelbſt betraf, ſo bedeutete ſie nicht viel; denn ſie beſtand aus ungefähr zwanzig Häuſern und machte überhaupt, den Namen abge⸗ rechnet, keine großen Anſprüche. Die hier Anſäſſigen waren größtentheils Handwerker, wie man ſie gern in dem Mittelpunkt einer Anſiedelung zu ſehen pflegt,— ein halbes Dutzend Leute, welche in den Waaren⸗ häuſern der Kaufleute beſchäftigt waren,— einige Bedienſtigte der Regierung— und die Familien derer, welche wegen ihres Unterhaltes hauptſächlich auf die See verwieſen waren. Alle⸗ dieſe Familienhäupter hatten ihre Looſe auf der Kuppe und in der Gruppe gezogen, manche aber ihre Rechte verkauft, um ihrem beſondern Berufe ſich deſto beſſer widmen zu können. Die Handelsleute waren genöthigt, ſich auf dem Riffe niederzulaſſen, wo ſie Waarenlager mit Krahnen und alle dem Zubehör, das ihr Beruf heiſchte, an dem Waſſer aufführten. Auch ihre Wohnhäuſer lagen ganz nahe. Alle dieſe Leute waren mit dem ausgeſtattet anher gekommen, was der indianiſche Handel forderte; denn ſie hatten große Vorräthe wohlfeiler roher Gegenſtände, welche die Eingeborenen liebten, und der Verkehr war bereits lebhaft und einträglich, indem ſie gegen ihre Güter eine große Menge Sandelholz eintauſchten. Es verdient erwähnt zu werden, daß Statthalter und Rath nicht lange ſäumten, eine Art Schifffahrtsgeſetz zu erlaſſen, Der Grr Schranke zur See In Gruppe Erlaubni regeln, ke ten Tagen vollzogen brachten. hatte Se kaufen, d feilen Ge von Kühe kehren ſo der Haus unter Alle ſpieligſte. in der An aber es r nicht viel ten dachte man auf! ſich entſchl und auswe Die 9 zwei Stute und man der Zeit ni wie man n Gärten nſel hatte che bisher hes Grün en jungen bſt betraf, ungefähr nen abge⸗ erker, wie zu ſehen Waaren⸗ edienſtigte igen ihres ren. Alle pe und in auft, um fönnen. dem Riffe alle dem aufführten. zute waren indianiſche wohlfeiler „ und der ſie gegen en. alter und sgeſetz zu — 165— erlaſſen, um den Handelsverkehr der Colonie ſicher zu ſtellen. Der Grund war jedoch eher, die Eingeborenen in heilſamen Schranken zu halten, als den Coloniſten allein den Gewinn zur See zu ſichern. In Folge dieſes Geſetzes konnte kein Canoe von Betto's Gruppe an einer der Inſeln anlegen, ohne dazu beſondere Erlaubniß vom Statthalter zu haben. Um den Verkehr zu regeln, kam man überein, daß die Betheiligten ſich an beſtimm⸗ ten Tagen in Uruni's Dorfe verſammelten und ihren Austauſch vollzogen, worauf Fahrzeuge das Sandelholz nach dem Riffe brachten. Wegen des Transportes des letztern auf den Markt hatte Saunders Auftrag erhalten, ein paſſendes Schiff zu kaufen, das mit einer Fracht von ſolchen ſchweren und wohl⸗ feilen Gegenſtänden, wie die Colonie ſite brauchte, beſonders von Kühen und Stuten, in Geſellſchaft des Rancocus zurück⸗ kehren ſollte. Man entbehrte vorzüglich die phyſiſche Kraft der Hausthiere, und die Beſchaffung derſelben war vielleicht unter Allem, was in die Colonie gebracht worden, das Koſt⸗ ſpieligſte. Man hatte jetzt fünf und zwanzig Stück Hornvieh in der Anſtedelung,— genug, um eine Nachzucht zu erzielen; aber es waren entweder Kühe oder junge Stiere, die noch nicht viel gebraucht werden konnten, oder Kälber. An Schlach⸗ ten dachte natürlich Niemand; aber es dauerte ſo lange, bis man auf die nöthige Hilfe rechnen konnte, daß der Statthalter ſich entſchloß, die Koſten und Mühewaltungen nicht zu ſcheuen und auswärts für eine Vermehrung der Heerde zu ſorgen. Die Pferde betreffend, ſo hatte man nur drei, worunter zwei Stuten, mitgebracht. Die letzteren hatten zweimal gefohlt, und man war jetzt im Beſitze von vier Fohlen, welche mit der Zeit nützlich zu werden verſprachen. Alle dieſe Thiere ließ. — 166— man vorerſt auf der Kuppe, um ſie gegen Eindringlinge zu ſichern, und die alten Thiere, ſelbſt die Kühe, wurden zur Arbeit gebraucht und leiſteten, ohne daß man ſie ſehr beläſtigte, ziemlich viel. Es war ſo augenfällig, daß dieſe phyſiſche Kraft geſteigert werden mußte, daß Saunders den gemeſſenen Befehl hatte, das erwähnte Schiff zu kaufen und ſo viele Thiere mit⸗ zubringen, als er nur irgend einſtauen konnte. Zu dieſem Zwecke wurde er beauftragt, weſtlich vom Cap Horn zu landen und ſeine Ankäufe in Süd⸗Amerika zu bewerkſtelligen. Viel⸗ leicht war das Hornvieh in jenem Theile der Welt eben nicht das vorzüglichſte; man vermied aber gern das ſtets gefährliche Umſegeln des Caps. Indem wir in dieſer allgemeinen und ſkizzenartigen Weiſe über die Fortſchritte der Colonie berichten, dürfte es geeignet ſcheinen, auch der Rancocus⸗Inſel kurz zu erwähnen. Die Einrichtungen, welche dort nothwendig geworden waren, um die Mühlen, die Ziegel⸗ und Kalköfen und die Steinbrüche im Gange zu erhalten, veranlaßten den Statthalter, ein kleines Fort zu errichten, in welchem die in jener Außen⸗Colonie Beſchäftigten Zuflucht ſuchen konnten, wenn man einen Angriff verſuchen ſollte. Dieſer Plan wurde durchgeführt und das Fort mit zwei Kanonen beſetzt; auch Nichts vernachläſſigt, um die übrigen Punkte zu befeſtigen. Auf der Kuppe durfte man der Natur nur ein wenig nachhelfen, indem die Colonie jetzt zu zahlreich war, als daß ſie die Bucht nicht gegen jeden Feind hätte ſchützen können, welcher den Eingang in die verſteckte Bucht vielleicht gefunden und eine Landung verſucht hätte. Mit dem Riffe verhielt es ſich jedoch ganz anders. Es war eben ſo zugänglich, als die Kuppe geſichert war. Die Erbauung ſo vieler maſſiver Stein⸗ häuſer Stattha um die ſtraßen, führten ſüdliche Colonie breiter, der umli von wele konnten, und Zw Kanonen der Hoffi dieſe Sie Krater a⸗ ausgeſpre ihm auch Alle hatten di tigen zwo Die beide der älteſte Pennock's Herrn Ho es in der wird,— ehelichen konnte der klaſſe Am nglinge zu vurden zur beläſtigte, ſiſche Kraft nen Befehl Thiere mit⸗ Zu dieſem zu landen gen. Viel⸗ eben nicht gefährliche igen Weiſe es geeignet pdnen. Die daren, um Steinbrüche ein kleines n⸗Colonie ten Angriff und das ääſſigt, um ein wenig , als daß en können, t gefunden verhielt es h, als die ver Stein⸗ — 167— häuſer trug zur Sicherung der„Stadt“ weſentlich bei; der Statthalter ſah aber ein, daß er für Mittel ſorgen müſſe, um die Waſſerwege zu beherrſchen. Vier verſchiedene Waſſer⸗ ſtraßen, deren jede einem Hauptpunkte des Compaſſes entſprach, führten von dem Krater in die offene See hinaus. Da der ſüdliche Durchgang an der Brücke auslief, war er durch das Colonie⸗Haus hinreichend gedeckt. Alle übrigen aber waren breiter, leichter, zugänglicher und weniger unter der Aufſicht der umliegenden Inſeln. Der Gipfel bot jedoch Punkte dar, von welchen aus ſie alle mit Kanonen kräftig beſtrichen werden konnten, und auf dieſen Punkten wurden Batterien errichtet und Zwölfpfünder aufgepflanzt. Jede Batterie hatte zwei Kanonen, und als Alles fertig war, gab der Statthalter ſich der Hoffnung hin, der Poſten ſei gehörig befeſtigt. Um jedoch dieſe Sicherheit noch zu erhöhen, wurde der Zutritt zu dem Krater allen Kannakas verboten, und der heilige Bann darüber ausgeſprochen, ſo daß ihn keiner von ihnen betreten, oder ſich ihm auch nur nahen durfte. Allein dieſe Befeſtigungen, die Bauten und Gartenanlagen hatten die Aufmerkſamkeit der Coloniſten während dieſer wich⸗ tigen zwölf Monate nicht ausſchließlich in Anſpruch genommen. Die beiden Brüder des Statthalters hatten ſich verheirathet; der älteſte, oder der Staatsanwalt, mit der älteſten Schweſter Pennock's, und der jüngere mit einer Schweſter des guten Herrn Hornblower. Es war in dieſer einfachen Colonie, wie es in der geſittigten Geſellſchaft immer war und immer ſein wird,— gleich geſellt ſich gern zu gleich, wenn es ſich von ehelichen Verbindungen handelt. Keine Familie auf dem Riffe konnte der höchſten oder auch nur der zweithöchſten Geſellſchafts⸗ klaſſe Amerika's beigezählt werden; demungeachtet beſtanden — 168— Abſcheidungen, welche als zweckmäßig galten und an deren Beſeitigung Niemand dachte. Die Anſicht, daß Geld allein dieſe Abſcheidungen in Klaſſen, die man überall findet, und wahrſcheinlich überall finden wird, ſo lang es überhaupt eine Geſellſchaft gibt, erzeuge und ausmache, iſt eine ſehr gemeine, trügeriſche Anſicht. Sie rührt von der Schwierigkeit her, jene Bildung, Geſchmacksverfeinerung und jene Eigenſchaften zu würdigen, die auf Jeden, der nicht in ihrem Beſitz iſt, einen ſo geheimnißvollen, unbekannten Einfluß ausüben. Als Charles Woolſton Sarah Pennock heirathete, fühlte er ganz gut, daß er in jener Hinſicht ein kleines Opfer bringe; ſie war aber ein ſehr hübſches, beſcheidenes Mädchen, von paſſendem Alter— und der Kreis, in welchem man wählen konnte, war, wie man ſich erinnern wird, äußerſt beſchränkt. In Amerika wäre dieſe Ehe wahrſcheinlich nicht abgeſchloſſen worden, auf dem Krater aber war Alles, wie es ſein ſollte, und die Verbindung ergab ſich zuletzt als eine ſehr glückliche. Wäre das Opfer, welches der Bildung und den Sitten gebracht wurde, größer geweſen, ſo würde dieß nicht der Fall haben ſein können; denn es iſt nicht in Abrede zu ſtellen, daß unſer Glück weniger von Grundſätzen ſelbſt, als von untergeordne⸗ teren Eigenſchaften und uns werthgewordenen, Gewohnheiten abhängt. Es iſt kaum anzunehmen, daß zum Beiſpiel ein gebildetes Mädchen wahres Wohlgefallen an einem Manne finden kann, welcher die Gewohnheit hat, die Finger ſtatt des aſchentuches zu brauchen, ſo wie ein gebildeter Mann ſelbſt bei ſeiner Gattin den Mangel jener tauſend kleinen, nur Frauen von Stand eigenen Sitten, die vielleicht noch anzie⸗ hender ſind als ihre perſönlichen Reize, ſchwerlich überſehen wird. Me geringe machte; nicht lan Erlaubn zu überg ſie ſich jetzt bal denn na von Bett richt auf lichen E Der Betts an ab, um führen. welche, r konnten, man ſich um jedes Als ſchon vor erſchien C den herkit gut“ ver große Laf Sinn iſt die Unger Alles zum Erſt an deren eld allein ndet, und aupt eine gemeine, her, jene haften zu iſt, einen te, fühlte er bringe; hen, von n wählen deſchränkt. geſchloſſen in ſollte, glückliche. i gebracht all haben daß unſer ergeordne⸗ vohnheiten iſpiel ein n Manne ſtatt des ann ſelbſt ien, nur öch anzie⸗ überſehen Mehrere andere Heirathen wurden abgeſchloſſen, da die geringe Anzahl heirathsfähiger Perſonen Zögerungen bedenklich machte; wo keine große Auswahl möglich iſt, braucht man ſich nicht lange zu bedenken. Wie verlautete, hatte Capitän Saunders Erlaubniß erhalten, gewiſſen Freunden von Coloniſten Briefe zu übergeben, und dieſe Freunde an Bord mitzunehmen, wenn ſie ſich der Anſiedelung anſchließen wollten. Es mußte ſich jetzt bald entſcheiden, welchen Erfolg dieſe Aufträge hatten; denn nachdem der Rancocus eben ein Jahr und ſieben Tage von Bettv's Gruppe abgeſegelt war, verbreitete ſich die Nach⸗ richt auf dem Riffe, das gute Schiff nähere ſich dem nörd⸗ lichen Eingange nnd ſchicke ſich an vor Anker zu gehen. Der Statthalter begab ſich alsbald in dem Geleite von Betts an Bord der Anne und hielt auf den bezeichneten Punkt ab, um ſein Schiff durch die Waſſerſtraße an das Riff zu führen. Der Statthalter und Betts waren die einzigen, welche, wie man glaubte, ein ſo großes Schiff anher führen konnten, obgleich man ſich ſpäter durch Lothen überzeugte, daß man ſich nur vor den Klippenvorſprüngen klar halten dürfe, um jedes noch ſo große Schiff ſicher herein zu bringen. Als die Anne die Rhede erreichte, war der Rancocus ſchon vor Anker gelegt und vertaut. Bei ihrer Annäherung erſchien Capitän Saunders auf dem Hinterſchiff und ließ auf den herkömmlichen Anruf die willkommene Antwort„Alles gut“ vernehmen. Dieſe verſtändlichen Worte wälzten eine große Laſt von dem Herzen des Statthalters; denn in einem Sinn iſt die Abweſenheit die Mutter der Ungewißheit, und die Ungewißheit die der Unruhe und Beſorgniß. Alles um das Schiff hatte jedoch ein gutes Ausſehen, und zum Erſtaunen der Mannſchaft der Anne ließen ſich viele ——— Unwetters. Ueberhaupt war dieſe Oertlichkeit in jeder Hinſicht — 170— Köpfe von Leuten, welche nicht zu dem Rancocus gehörten, über den Regelingen ſehen. Ueberdieß näherte ſich ein Schiff und hielt auf die Gruppe an,— nach Capitän Saunders' Bericht die Brig Henlopen, welche auf Koſten der Regierung gekauft worden war und Hornvieh, Pferde und mannigfachen andern Bedarf für die Colonie an Bord hatte. Als der Statthalter an Bord des Rancocus kam, erfuhr er, daß hundert und eilf neue Einwanderer eingenommen worden waren! Die verſchiedenen Freundeskreiſe hatten ſich thätig erwieſen, und Einer hatte den Andern veranlaßt, ſich dem Wagniß anzuſchließen, bis es ſich ergab, daß man mit einer kleinern als der erwähnten Anzahl nicht loskäme. Die Sache war nicht mehr ungeſchehen zu machen, und die Unbe⸗ haglichkeit des Statthalters minderte ſich bedeutend, als er hörte, daß die neuen Ankömmlinge ohne Ausnahme junge, geſunde, geſittete Leute ſeien und mit mehr oder weniger weſentlichen Vorzügen, in Geſtalt weltlichen Beſitzes, anher kämen. Durch dieſen neuen Zuwachs ſtieg die Bevölkerung auf mehr als fünfhundert Seelen, von denen jedoch gegen hundert und fünfzig das vierzehnte Jahr noch nicht erreicht hatten. Mit großer Freude wandelten die neuen Ankömmlinge an einer kleinen Niederlaſſung auf einer der Rhede gegenüber liegenden Inſel, wo ſich ein ſehr paſſender Hafen fand, den man aber jetzt noch nicht benutzte, da die Rhede trefflichen Ankergrund bot und gegen die in jener Gegend vorherrſchenden Winde vollkommen geſichert war. In der That hatte der Wind, ſo lange die Inſel bewohnt war, hier nur einmal Strand-an geblaſen, und dann nur während eines kurzen für ein⸗ die Paſſc Bö, wie von und Ein Dunks, Außenha gewußt, ihr erloon der Grup dieſe äuße Jahre die Da hatte mar Geſellſcha gerammt, verſucht n men. De laſſen und der Colon fähige Me Die( der Fall i wieder auf Pflanzenw erde bedeck hatte, in noch; aber hatten ſän daß ſie ba⸗ gehörten, n Schiff aunders' egierung nigfachen „erfuhr enommen tten ſich aßt, ſich nan mit ne. Die ie Unbe⸗ als er e junge, weniger „ anher ung auf hundert atten. linge an egenüber nd, den reefflichen ſchenden atte der einmal kurzen Hinſicht — 171— für ein⸗ und auslaufende Schiffe ſehr günſtig gelegen; denn die Paſſatwinde boten auf der Hin- und Herfahrt eine leitende Bö, wie dieß überhaupt auf allen Straßen der Fall war, die von und zu dem Riffe führten. Ein in die Zukunft blickender Einwanderer, Namens Dunks, hatte die wahrſcheinliche einſtige Wichtigkeit dieſes Außenhafens vorhergeſehen und den Rath zu veranlaſſen gewußt, ihm und drei bis vier ſeiner Verwandten zu geſtatten, ihr erlooſtes Land gegen eine gleiche Ackerzahl in dieſem Theile der Gruppe umzutauſchen. Sein Wunſch wurde gewährt, und dieſe äußere Anſiedelung nahm jetzt ſeit einem vollen halben Jahre die Thätigkeit der Colöniſten in Anſpruch. Da dieſe Oertlichkeit einem Einfalle ſehr bloßgeſtellt war, hatte man ein ſteinernes Haus gebaut, in welchem die ganze Geſellſchaft Platz fand und ringsum ſtarke Weidenſtämme ein⸗ gerammt, welche hinreichenden Schutz gewährten, wenn je verſucht werden ſollte, dieſes kleine Fort mit Gewalt zu neh⸗ men. Der Statthalter hatte ihnen ein Feldſtück verabfolgen laſſen und man hielt die ganze Vorrichtung zur Sicherſtellung der Colonie für genügend, da nicht weniger als eilf kampf⸗ fähige Männer hier bereit waren, jeden Angriff zurückzuweiſen. Die Einwanderer fanden Alles reizend, wie dieß gewöhnlich der Fall iſt, wenn man nach einer langen Seefahrt den Fuß wieder auf feſtes Land ſetzt. Die Saaten ſtanden herrlich, und der Pflanzenwuchs befand ſich, da die Inſel mit reicher Schlamm⸗ erde bedeckt war und man die nöthige Sandmaſſe eingearbeitet hatte, in der That bewundernswerth. Bäume fehlten freilich noch; aber die Palliſaden oder die eingerammten Weidenſtämme hatten ſämmtlich Zweige getrieben und man konnte hoffen, daß ſie bald das ganze Gebäude waldartig umſchließen würden. Gegen fünfzig Acker waren mehr oder weniger gründlich umge⸗ arbeitet und das Gras ſtand bereits drei Fuß hoch. Auch der Klee ſah gut aus, wie überhaupt Alles und Jedes, denn der Guano hatte ſeine Kraft noch nicht verloren. Der Statthalter ſchickte die Anne mit dem Befehle zurück, den Einwanderern in dem Regierungs⸗Gebäude, das zum Glücke geräumig genug war, ſie Alle zu faſſen, Wohnungen zu bereiten. Er ſelbſt blieb an Bord des Rancocus, um die Ankunft des Henlopen zu erwarten. Er begab ſich dann auf dieſe Brig und nahm die Thiere in Augenſchein. Saunders, ein kluger, umſichtiger Mann, begriff die Wichtigkeit ſeiner Aufträge in dieſer Beziehung ſo gut, daß er Alles aufgeboten hatte, um ſo viele dieſer nützlichen Thiere, als er nur einnehmen konnte, zuſammen zu bringen. Er hatte zu Valparaiſo fünf und zwanzig Kühe und zwanzig Stuten angekauft. Das Wetter war ſo mild geweſen, daß kein Unfall dieſe Thiere betroffen hatte; die lange Reiſe aber hatte die Vorräthe in dem Grade erſchöpft, daß dieſe armen Geſchöpfe ſeit den letzten vier und zwanzig Stunden keinen Mund voll Nahrung mehr erhalten hatten. Auch das Waſſer war knapp und nichts weniger als angenehm. Seit vier Wochen war Alles auf ſchmale Koſt geſetzt worden, und die armen Weſen mußten entzückt geweſen ſein, als ſie Land rochen. Und ſie hatten es in der That„gerochen,“ denn als der Statthalter in die Nähe der Brig kam, hörte er ein ſolches Brüllen, Wiehern, Stampfen und Schlagen, daß er den Anblick ihres Jammers nicht ertragen konnte, ſondern ihm ſogleich abzu⸗ helfen beſchloß. Die Brig lag auf zwei hundert Ellen vor einem ſchönen ſandigen Strande vor Anker, aus dem einige köſtliche kleine Quellen wo das( ſofort ein Rancocus was an die Schlir gehen unld des Schiff ſehr einfe ſchwamm war das Schwäche Schiffes. war jedock es dem G In g ihrem Jan fand ſich i zur Hand Henlopen! Inſaſſen v Die 2 das Land Herzlichkeit ders waren entbehrt he Inſel, bis Gras abger wieder auf ſich aber ich umge⸗ Auch der denn der le zurück, das zum ohnungen „ um die dann auf egriff die gut, daß n Thiere, Er hatte g Stuten n Unfall hatte die Geſchöpfe und voll ar knapp hen war n Weſen Und ſie atthalter Brüllen, ick ihres ch abzu⸗ ſchönen he kleine Quellen niederraſſelten und der unmittelbar an eine Wieſe ſtieß, wo das Gras den Leuten bis an die Bruſt reichte. Man ſchloß ſofort einen Vertrag mit Dunks ab und die Mannſchaften des Rancocus und der Brig wurden ohne Zögern beauftragt, Alles, was an Bord des Henlopen Hufe hatte, emporzuhiſſen. Da die Schlingtaue bereit lagen, konnte man alsbald an das Werk gehen und ein Pferd erhob ſich aus den Luken, wurde über des Schiffes Seite geſchwenkt und in das Waſſer gelaſſen. Eine ſehr einfache Vorrichtung entledigte es der Schlingtaue, es ſchwamm fort und eilte dem Lande zu. Nach drei Minuten war das arme Thier auf dem Strande, ſchwankte aber vor Schwäche und in Folge der lange gewohnten Bewegung des Schiffes. Vor allem lief es nach dem ſüßen Waſſer. Dunks war jedoch bereit, es an dem„zu viel“ zu hindern, worauf es dem Graſe zueilte und gierig fraß. In gleicher Weiſe wurden alle übrigen Vierfüßler von ihrem Jammer erlöſt und die Brig, welche wie ein Stall roch, fand ſich ihrer klar. Beſen und Waſſer wurden augenblicklich zur Hand genommen, es dauerte aber einen Monat, ehe der Henlopen den eigenthümlichen Geruch ſeiner früheren zahlreichen Inſaſſen verlor. Die Menſchen freuten ſich nicht weniger als die Thiere, das Land wieder zu betreten. Dunks bewillkommte ſie mit Herzlichkeit und bot ihnen, was er hatte. Die Melonen beſon⸗ ders waren für die Reiſenden ein Genuß, welchen ſie lange entbehrt hatten. Die Pferde und Kühe blieben auf Dunks' Inſel, bis der Statthalter benachrichtigt wurde, daß ſie alles Gras abgeweidet hätten und, wenn man ſie nicht wegbrächte, wieder auf ſchmale Koſt geſetzt werden würden. Es fanden ſich aber bald Mittel, ſie zu entfernen; der Beſuch hatte — 174— jedoch den Wieſen oder vielmehr den Weideplätzen mehr genützt als geſchadet, da ſie in jenem Klima ſelten in dieſer Weiſe „geſchoren“ worden waren. Die Thiere ſelbſt wurden auf den verſchiedenen Gütern vertheilt und die Coloniſten kamen zu etwas mehr Milch und ſahen ihre phyſiſche Kraft geſteigert. Geflügel und Schweine waren kurz vorher auch vertheilt wor⸗ den, ſo daß jeder Inſaſſe der Gruppe jetzt einige Grunzer und eine Anzahl junger Hühner hatte. Dieſe Thiere mehrten ſich ſo raſch, daß es nur geringer Sorgfalt bedurfte, um bald Eier und Schweinfleiſch in Fülle zu haben. Indianiſches Korn oder Mais wuchs ſo zu ſagen von ſelbſt, obgleich ein wenig Aufmerkſamkeit eben nicht ſchadete. Nachdem man die nöthigen Vorbereitungen getroffen hatte, ſegelten die Schiffe mit den Einwanderern dem Riffe zu. Freunde und Bekannte begrüßten ſich hier mit der lebhafteſten Freude. Die Neuangekommenen hatten denen, welche ihnen ſeit anderthalb Jahren vorausgegangen waren, viel zu erzählen, und die, welche ſich jetzt als alte Anſiedler betrachteten, unter⸗ hielten die neuen von den Wundern ihres jetzigen Daſeins. Die 3 das künftig raſch verm ſchlagen, a⸗ und der R Kuppe war Bezug auf Anzahl auf wenn man weit übergre der ackerbau auf ihrer w Bodens vor Einwanderer der einzige 6 Werth hatte Colonie, ſon hr genützt ſer Weiſe auf den kamen zu geſteigert. eilt wor⸗ nzer und erten ſich um bald dianiſches gleich ein een hatte, Riffe zu. hafteſten he ihnen erzählen, n, unter⸗ ſeins. Neuntes Kapitel. Ja, wälze, mächt'ge Seeſchlang', auf den Waſſern Dich und beſchreib' im Meere deine Bogen; Kehr’ Wind und Sonne deine Schuppen zu Und ſchlage mit den Floſſen laut die Wogen; Dein Athmen eine ſich des Meeres Bruͤllen; Erhebe ſtolz dich auf dem Kamm der Wellen, Und tauche ein dich in die tiefſten Gründe, Und ſuch' die Höblen auf, die wunderhellen, Wo ſich des Meeres Ungebeuer recken Und an den Felſen ihre mächt'gen Glieder ſtrecken. Brainard. Die Zeit war gekommen, wo die Klugheit es heiſchte, an das künftige Geſchick der Colonie zu denken. Wenn ſie ſich raſch vermehren ſollte, mußte man einen andern Weg ein⸗ ſchlagen, als den man bis jetzt verfolgt hatte. Der Statthalter und der Rath betrachteten die Sache jedoch nüchterner. Die Kuppe war jetzt allerdings in einem Sinne, das heißt in Bezug auf Boden und Ertrag, geeignet, Coloniſten in größerer Anzahl aufzunehmen; ſie hatte aber auch ihre Grenzen, und wenn man der Zukunft eingedenk war, durfte man nicht zu weit übergreifen. In der Gruppe hatte man für die Aufnahme der ackerbauenden Coloniſten das Land ſchaffen müſſen, da ſich auf ihrer weiten Oberfläche kaum mehr als die Elemente des Bodens vorfanden. Handel und Verkehr betreffend, ſo konnten Einwanderer ſich kaum ſehr angezogen fühlen, da Sandelholz der einzige Gegenſtand war, der auf fremden Märkten einen Werth hatte. Ueberdieß gehörte dieſes Sandelholz nicht der Colonie, ſondern einem Volke, welches jeden Augenblick feind⸗ — 176— ſelig auftreten konnte und das jetzt ſchon klagte, das Holz beginne knapp zu werden. So ſchien es unter allen Umſtänden wünſchenswerth, die Bevölkerung der Colonie nicht auf andere, als die natürliche Weiſe vermehrt zu wiſſen. Die Ladungen der eben angekommenen Schiffe wurden nach einem billigen Maßſtabe unter dem kleinen Staate und dem Statthalter getheilt. Der Statthalter hatte als Eigen⸗ thümer des Rancocus, ohne den Nichts hätte geſchehen können, eine Hälfte des Gewinnes, während die andere dem Gemein⸗ weſen zufiel, ſowohl in Folge der Bemühungen ſeiner Bürger als kraft ſeines Rechtes, Ein⸗ und Ausfuhr zu beſteuern. Von dem, was dem Staate zuſiel, übergab man den Coloniſten einen Theil zu ſofortigem Gebrauche, der andere wurde zu künftiger Verfügung aufbewahrt. Die Reiſe war, wie die meiſten Unternehmungen jener Zeit, die ſich mit Sandelholz, Thee und dergleichen befaßten, ungemein vortheilhaft ausgefallen und hatte den wohlthätigſten Einfluß auf den Glückszuſtand und die Behaglichkeit der Niederlaſſung. Eine gut ausgewählte Ladung roher, wohl⸗ feiler Gegenſtände, wie eine ſolche Colonie ihrer vorzugsweiſe bedarf, war um eine weit geringere Summe zu erſtehen, als die betrug, welche man aus dem, gegen Sandelholz zu Canton eingetauſchten Thee erlöſt hatte. Saunders hatte demgemäß die unteren Räume beider Schiffe mit Gegenſtänden dieſer Art vollgeſtopft; überdieß brachte er eine beträchtliche Summe in baarem Gelde mit, das zur Hälfte in die öffentliche Kaſſe floß⸗ während die andere Hälfte dem Statthalter zukam. Seit den letzten zwölf Monaten war Geld in der Colonie in Umlauf gekommen; man war aber ſehr vorſichtig, es von Hand zu Hand ge die jetzt Vertraue hörte, we Wir namhaft waren; j des geſitt Karren. nicht über Jahren in niſſe ga ſo wie vie welche ſie abzuſetzen, Seit öffnen, und wo man konnte, die Einfuhr h Dinge; der dukten, ode hinſichtlich ein Mauthl Zu jen Frage unſer gebilde, über während kei⸗ lich iſt. W etwas ander 238— 240 das Holz verth, die natürliche fe wurden taate und Is Eigen⸗ en können, Gemein⸗ er Bürger ern. Von Coloniſten wurde zu gen jener befaßten, lthätigſten chkeit der er, wohl⸗ zugsweiſe ehen, als zu Canton demgemäß dieſer Art Summe in Kaſſe floß⸗ Seit den n Umlauf Hand zu 177 Hand gehen zu laſſen. Man ſchien geneigt, es aufzuſpeichern; die jetzt angekommenen Summen erweckten aber ein gewiſſes Vertrauen und das Silber wurde etwas„flüſſiger,“ als man hörte, welch eine große Summe der Rancocus mitgebracht hatte. Wir ſind kaum im Stande, alle die einzelnen Gegenſtände namhaft zu machen, welche in den beiden Schiffen verſtaut waren; ſie umfaßten alles zu den gewöhnlichen Bedürfniſſen des geſittigten Lebens gehörige, vom Schleifſteine bis zum Karren. Auch Spezereien, Thee, Zucker und ähnliches waren nicht überſehen worden, obgleich dieſe Gegenſtände vor fünfzig Jahren in Amerika nicht in dem Grade wie jetzt als Bedürf⸗ niſſe galten. Die dem Gemeinweſen zufallenden Spezereien, ſo wie viele andere Artikel wurden den Kaufleuten übergeben, welche ſie entweder ganz an ſich kauften, um ſie im Kleinen abzuſetzen, oder ſie zu demſelben Zweck in Auftrag übernahmen. Seit dieſer Zeit ſah man regelmäßige Kaufläden ſich öffnen, und zwar drei auf dem Riff und einen auf der Kuppe, wo man faſt alles Nöthige, und zwar zu Preiſen kaufen konnte, die nichts weniger als übertrieben waren. Die freie Einfuhr hatte einen großen Einfluß auf den Preis dieſer Dinge; denn das Gemeinweſen zog ſeine Einkünfte in Pro⸗ dukten, oder unmittelbar aus der Arbeit ſeiner Bürger, ſtatt hinſichtlich ſeines Antheiles zum Beſten des Ganzen ſich auf ein Mauthhaus anweiſen zu laſſen.— Zu jener Zeit hatte man noch nicht viel über Frage unſerer Zeit, den Freihandel, geſchrieben, gebilde, über welches die Leute reden, während kein lebender Sterblicher ſag lich iſt. Wir Amerikaner, etwas anderes als freien Ha 238— 240. die große — ein Trug⸗ zanken und faſt kämpfen, en kann, was es eigent⸗ die, nach der neuern Anſicht, nie ndel hatten, thun ſehr klug, wenn 12 — 178— wir die Sophiſtereien ein wenig näher in das Auge faſſen, welche jetzt ſo ſehr in Schwung kommen, und die nur von unſeren hohen Vorfahren Großbrittaniens herzuſtammen brau⸗ chen, um auf die Phantaſie eines Theiles unſeres Volkes ziem⸗ lich in der Weiſe zu wirken, wie rieſelnde Quellchen und wald⸗ umgebene Waſſerfälle mit der Phantaſie gewiſſer junger Damen von fünfzehn Jahren zu ſpielen pflegen. Freihandel in ſeiner wahren Bedeutung, oder in der ein⸗ zigen, in welcher er keine Täuſchung iſt, heißt nur der Handel, welcher von keiner Art Abgaben, Beſchränkungen, Hemmungen und Auflagen beſtrickt iſt. Wenn man die Wilden ausnimmt, ſo hat die Welt nie einen ſolchen Stand der Dinge gekannt, und wird ihn wahrſcheinlich nie kennen lernen. Selbſt in Freihäfen gelten Beſchränkungen, welche theilweiſe dem angeb⸗ lichen Freiheitsprinzip entgegenſtehen; es gibt keinen Freihafen, der in Wahrheit mehr wäre als eine Art Niederlage, welche die Regierung beaufſichtigt. So lange die Güter als Depot und unbenützt dort bleiben, werden ſie nicht beſteuert; ſobald ſie der Conſument aber an ſich nimmt, muß die feſtgeſetzte Abgabe bezahlt werden. Was freierer Handel ſei— nämlich ein Handel, der weniger behindert iſt, als dieß früher der Fall geweſen ſein mag— ſieht Jeder leicht ein; dieſe Erklärung ſchließt aber keine allgemeine Theorie irgend einer Art in ſich, ſondern ſie läßt uns nur gewahren, daß man bei der Handhabung der oder jener Intereſſen nicht mit der nöthigen Umſicht verfahren iſt,— welchen Mangel an Umſicht man jetzt, ein wenig ſpät, gut machen will. Man kann Behinderungen— die unmittel⸗ baren, ſo wie die in der Form von Zöllen und Auflagen, welche der Handel ſich nicht aufbürden laſſen will— ganz gut beſeitigen oder jene dem öffe große Ha Verkehr ein unab aus; die ſich im 2 Erzeugnif Getreiden Dinge ar Prozent b Es thätig he Man ner lichſten C verderblich geſchlecht Gege ſchwache Handel he erweitert behaupten einem ſolc haft zu ſ beimeſſen hat, der anheim ge des Hande Lehren ta ge faſſen, nur von nen brau⸗ lkes ziem⸗ ind wald⸗ er Damen mder ein⸗ r Handel, mmungen usnimmt, gekannt, Selbſt in :m angeb⸗ Freihafen, e, welche als Depot rt; ſobald feſtgeſetzte ndel, der veſen ſein ließt aber ſondern ſie abung der verfahren venig ſpät, unmittel⸗ Auflagen, ganz gut beſeitigen, ohne daß der Handel dadurch frei wird. Dieſer oder jener Artikel wird vielleicht ohne Zoll oder andere Abgabe dem öffentlichen Verkehre preisgegeben, und doch kann der große Handelskörper des Landes ſo beſtrickt ſein, daß ein freier Verkehr ganz unmöglich iſt. Nehmen wir an, Virginia wäre ein unabhängiges Land. Es führt Tabak, Mehl und Mais aus; die Summe des Tabaks, welchen es erzeugt, beläuft ſich im Werthe wahrſcheinlich höher, als die beiden anderen Erzeugniſſe zuſammen genommen. In England herrſcht Getreidemangel, und man hebt dort alle Abgaben auf eßbare Dinge auf, während man den Tabak mit mehreren hundert Prozent beſteuert. Heißt dieß freier Handel? Es gibt noch einen andern Punkt, welchen die Neuzeit thätig hervorhebt und gegen den wir uns verwahren wollen. Man nennt den Handel, welcher auf das Leben den verderb⸗ lichſten Einfluß äußert— vielleicht iſt nur der der Politik verderblicher— den großen Hebel, durch welchen das Menſchen⸗ geſchlecht gehoben, erleuchtet, frei gemacht und veredelt wird! Gegen dieſen mächtigen Mißgriff möchten wir gern unſere ſchwache Stimme erheben. Daß der Verkehr, welcher aus dem Handel hervorgeht, in gewiſſer Weiſe die Blicke des Menſchen erweitert und ſeinen Geiſt veredelt, geben wir gern zu; wir behaupten aber zugleich, daß es beſſere Wege gibt, um zu einem ſolchen Ziele zu gelangen. Es ſcheint uns jedoch frevel⸗ haft zu ſein, dieſem ſchwachen, feilen Einfluß eine Macht beimeſſen zu wollen, welche, wie man allen Grund zu glauben hat, der Allmächtige der chriſtlichen Kirche, und ihr allein anheim gegeben hat;— einer Kirche, welche den Kunſtgriffen des Handels entgegentritt, welche ſie in faſt jeder Zeile ihrer Lehren tadelt, und welche allein, wenn ſie ihre Neinheit 12* — 180— bewahrt, der Welt jene Freiheit und jenes Glück geben kann, die ein knauſeriſcher Geiſt der Habgierde ſo gern dem Wunſche, Gold aufzuhäufen, beimeſſen möchte.— Glücklicherweiſe bot das Riff keine Gelegenheit dar, über Handelstheorien zu ſtreiten. Der kleine Verkehr, welcher hier herrſchte, war wahrhaft ohne alle Beſchränkung; man glaubte aber nicht, daß darum irgend Jemand Gott näher ſtünde, ausgenommen, ſofern er der Verſuchung, Böſes zu thun, ferner ſtand. Der Regierungs⸗Grundſatz war aber richtig, demzufolge man von den Wohlthaten und dem heiligen Ein⸗ fluſſe des Handels ganz ſchwieg, und jedem Einzelnen ſeine Individualität ließ oder ſie nur in ſo weit beſchränkte, als die öffentliche Wohlfahrt es unerläßlich machte. Statt ſich den Handel der Colonie allein anzumaßen, was dem Statthalter bei ſeinem größern Reichthum und ſeiner amtlichen Stellung leicht geweſen wäre, bewährte er den freiſinnigſten und groß⸗ müthigſten Geiſt gegen die Coloniſten. Mit Ausnahme der Anne, welche von der Colonie gebaut worden war, ſprach der Rath dem Statthalter, gewiſſermaßen gegen ſeinen Willen, aber in genaueſter Uebereinſtimmung mit dem, was Recht war, alle Schiffe als perſönliches Eigenthum zu. Nach dieſer Ent⸗ ſcheidung übermachte Mark die Seejungfer und den Abraham dem Staate; jene ſollte vorzüglich zum Kreuzen und als Packet⸗ boot verwendet werden, dieſer aber zu dem täglichen Gebrauche dienen und Coloniſten, Waaren, Briefe und dergleichen von einer Inſel zur andern bringen. Der Neshamony wurde mit Allem, was dazu gehörte, als Geſchenk in Betts' Hände gegeben, der manchen Dollar damit verdiente, indem er ihn durch die mannigfachen Waſſer⸗ ſtraßen mit Fracht aller Art laufen ließ und von einer Pflan⸗ zung zur nennen p Beſchäftig Zuneigung der immer eine Schl Packet⸗ ur etwa fünf genommen Bob fühlt Der dem Rath Stelle war und feiner⸗ hatten. T nicht; er man Nicht auferlegte, Die n der tugend⸗ thümers. ganz Cajüt war auf d verſehen. dieſem Klir mit Hilfe nach Belieb oder zur R ſtets nützlie ſogar mehr ben kann, Wunſche, dar, über elcher hier un glaubte er ſtünde, zu thun, er richtig, igen Ein⸗ nen ſeine te, als die ſich den tatthalter Stellung und groß⸗ ahme der ſprach der u Willen, lecht war, ieſer Ent⸗ Abraham ls Packet⸗ Gebrauche ichen von gehörte, 2n Dollar n Waſſer⸗ er Pflan⸗ V zung zur andern fuhr, wie dieſe guten Leute ihre Höfe zu nennen pflegten. In der That machte dieß Betts' ganze Beſchäftigung aus, bis der Statthalter, der ſeine ſtets gleiche Zuneigung zu dem Waſſer bemerkte, und ſich überzeugte, daß der immer wachſende Verkehr einen ſolchen Schritt rechtfertige, eine Schluppe für ihn zu bauen beſchloß, die zugleich als⸗ Packet⸗ und als Markt⸗Boot dienen ſollte. Ein Fahrzeug von etwa fünf und vierzig Tonnen wurde demgemäß in Arbeit genommen und nach zwei Monaten in das Waſſer gelaſſen. Bob fühlte ſich am Ziele aller ſeiner Wünſche. Der ehrliche Burſche hatte mittlerweile ſeinem Sitz in dem Rath entſagt; denn er fühlte, daß er da nicht an ſeiner Stelle war, wo nur Männer von mehr oder weniger Bildung und feinerer Erziehung, als die ſeinige war, Sitz und Stimme hatten. Mark widerſetzte ſich dieſem Schritte ſeines Freundes nicht; er ermuthigte ihn vielmehr dazu; denn er wußte, daß man Nichts dabei gewann, wenn man einem Manne Pflichten auferlegte, die er kaum geeignet war zu erfüllen. Die neue Schluppe erhielt den Namen Martha, zu Ehren der tugendhaften, thätigen und liebreichen Gattin des Eigen⸗ thümers. Sie(die Schluppe, nicht Miſtreß Betts) war faſt ganz Cajüte, denn ſie hatte vorn und hinten Verſchläge und war auf den Flügeln mit Sitzen, nach Art der Dampfboote, verſehen. Das Segelwerk war ſehr leichter Art, da man in dieſem Klima ſelten ſtürmiſches Wetter hatte; ſo konnte Bob mit Hilfe eines Knaben und eines Kannaka das Fahrzeug nach Belieben handhaben. Er führte es oft an die Kuppe oder zur Nancocus⸗Inſel hinüber und wußte dieſe Fahrten ſtets nützlich zu machen; in den erſten Monaten machte er ſogar mehrere Ausflüge mit ihr bis zu Betto's Gruppe. Die letzteren Reiſen hatten den Zweck, Kannakas und verſchiedene kleine Gegenſtände, Angelhaken, altes Eiſengeräthe, ſelbſt Aexte und dann und wann Tabak hinüber zu ſchaffen. Dieſe letzteren Artikel vertauſchte er gegen Kokosnüſſe, die auf der Gruppe im Verhältniß zu der Zahl der Coloniſten noch knapp waren, ſo wie gegen Körbe, indianiſche Zeuge, Ruder, welche die Inſelbewohner ſehr ſchön und mit großer Sorgfalt fertigten, Brodfrucht und andere Gegenſtände dieſer Art, welche in Betto's Gruppe häufiger waren, als auf dem Riff und ſelbſt auf der Kuppe. Seine wichtigſte Reiſe aber machte er in dieſem Sommer mit einer Ladung Melonen, welche jetzt in der Colonie in Fülle vorhanden waren, ſo daß man ſie ſogar den Schweinen gab, während die Eingeborenen außer der Kunſt, ſie zu eſſen, nichts von ihnen wußten. Sie waren große Freunde von Melonen, und Bob füllte die Cajüte der Martha mit Gegen⸗ ſtänden, die er gegen ſeine Fracht eingetauſcht hatte. Unter anderen Dingen, in deren Beſitz er bei dieſer Gelegenheit kam, war auch ſoviel Sandelholz, daß der Eigenthümer der Schluppe ſich in den Stand geſetzt ſah, ſeine Familie auf ein ganzes Jahr mit Spezereien zu verſehen, obgleich, wie man ſich denken kann, Spezereien auf dem Riff einen hohen Preis hatten. Betts gab ſtets gern zu, daß dieſe Reiſe, welche er ohne alle Beſorgniß vor Waally und ſeinen nie endigenden Kniffen und Seitenwegen unternommen, den Grund zu ſeinem Ver⸗ mögen gelegt habe. In der That hatte er faſt ausſchließlich mit dieſem verſchlagenen, thätigen Häuptlinge verkehrt, und war ſehr geneigt, ſein Gehaben zu loben. Der Rancocus lag während dieſer ganzen Zeit müßig, da keine Fracht für ihn vorhanden war. Der Statthalter war einmal g laſſen, w Walker, anderes 7 nehmen, ſchen The Die erſten Fa zwei ſpäte Pottwallf wärts vo⸗ war früh geweſen bekannt ge Dutzend 2 geübt wa Walker's, cocus dier ſolches Ge u. ſ. w. T Faßdauben Da j erhalten w noch nach dieß ſei ei jedoch ruhi daß ſich di währe, daß wenn ſie die Das Sand erſchiedene elbſt Aexte ſe letzteren r Gruppe pp waren, welche die fertigten, welche in und ſelbſt Sommer Colonie in Schweinen e zu eſſen, eunde von nit Gegen⸗ tte. Unter nheit kam, Schluppe ein ganzes ſich denken hatten. he er ohne en Kniffen inem Ver⸗ sſchließlich kehrt, und müßig, da halter war einmal gewillt, ihn in See ſtechen und eine Ladung ſuchen zu laſſen, wo er eine fände; der Rath eines Seemannes, Namens Walker, brachte ihn jedoch, wie man zu ſagen pflegt, in ein anderes Fahrwaſſer, und gab Veranlaſſung zu einem Unter⸗ nehmen, welches bald die ganze Aufmerkſamkeit des ſeemänni⸗ ſchen Theiles der Colonie auf ſich zog. Die Mannſchaft des Rancocus hatte nicht nur auf ihrer erſten Fahrt in dieſen Gewäſſern, ſondern auch während ihrer zwei ſpäteren Reiſen von Amerika herüber bemerkt, daß der Pottwallſiſch in jenem ganzen Theile des Meeres, der wind⸗ wärts von der Gruppe lag, ſehr häufig vorkomme. Walker war früher zweiter Steuermann eines Nantuketer⸗Schiffes geweſen und hatte ſich mit dem Wallfiſchfang regelmäßig bekannt gemacht. Unter den Coloniſten befanden ſich ein halbes Dutzend Andere, welche in demſelben Berufe mehr oder weniger geübt waren; und Capitän Saunders hatte auf den Rath Walker's, welcher als erſter Steuermann an Bord des Ran⸗ cocus diente, Alles eingekauft und eingenommen, was ein ſolches Geſchäft heiſchte,— Taue, Harpunen, Lanzen, Fäſſer u. ſ. w. Dann hatte man in dem untern Raume des Henlopen Faßdauben, Eiſen zu Haken und anderes verſtaut. Da jetzt nur noch kleine Vorräthe von Sandelholz zu erhalten waren, mußte man jeden Gedanken, in dieſem Jahre noch nach Canton zu reiſen, aufgeben. Anfangs glaubte man, dieß ſei ein großer Verluſt; als der Statthalter die Sache jedoch ruhig überlegte, ſah er, und der Rath zumal, wohl ein, daß ſich die Gnade der Vorſehung in höherm Grade darin be⸗ währe, daß ſie die Leute dieſem neuen Erwerbszweige zuwende, als wenn ſie dieſelben ihren bisherigen Weg hätte verfolgen laſſen. Das Sandelholz hatte einen bloß zufälligen Werth, obgleich — 184— es, zu jener Zeit, einen ungeheuern Gewinn abwarf,— einen ſo übermäßigen Gewinn, daß die bei dieſem Handel Bethei⸗ ligten der unmittelbaren Gefahr der Entſittlichung bloßgeſtellt waren. Der Wallfiſchfang dagegen verſprach nicht nur bedeu⸗ tenden Ertrag, ſondern nahm auch Fleiß, Muth, Ausdauer und ein ziemlich großes Kapital in Anſpruch. An Schiffen, wie dieſer Beruf ſie nöthig machte, fehlte es den Coloniſten nicht; Saunders' Umſicht und Walker's Rath hatten die nöthi⸗ gen Mittel beſchafft, und Vorräthe konnte die Gruppe jetzt in Ueberfluß liefern. Es war ein großes Glück, daß eine ſolche Beſchäftigung den Eifer und Muth der Coloniſten aufregte und thätig erhielt. Der Menſch muß etwas zu thun haben,— er muß einen Lebenszweck vor ſich ſehen, ſonſt artet ſein Ehrgeiz gar leicht aus und er geht rückwärts, ſtatt vorwärts zu gehen. Sobald ſich die Nachricht verbreitete, daß Wallſiſche gefangen werden ſollten, blickten ſelbſt die Frauen mit der lebhafteſten Theil⸗ nahme dem Erfolge des Unternehmens entgegen; dieſes Gefühl wurde dadurch rege erhalten, daß der Statthalter die öffent⸗ liche Erklärung abgab, jeder Coloniſt ſolle an dem erwarteten Ertrag einen Antheil oder Quote haben, für welchen Antheil er Vorräthe lieferte. Die bei dem Geſchäfte ſelbſt Betheiligten ſollten ſo viele Quoten haben, als jedem nach ſeinen Leiſtungen zukam; die Colonie als Ganzes hatte auch eine gewiſſe Anzahl von Quoten als Erſatz für ſolche Gegenſtände, die aus den öffentlichen Vorräthen kamen; und der Statthalter empfing als Eigenthümer der Schiffe, welche man brauchte, ein Fünf⸗ theil des ganzen Ertrages. Dieß war ein ſehr geringer Erſatz für das Kapital, welches in den Schiffen ſteckte, und ſo urtheilten auch die, welche von des Eigenthümers Freigebigkeit den Nutzen zogen. De rüſtet, an ſeine man es abgetake gereinigt in jeder ſeinem liegen, hier auf Der geräumi als Wa als Kreu waren ir Die man nal mit. At die Reiſe waren zr mannigfe Eine der Henle Frauen, hätten di ſo dringl einige fro ſo viele die offene ihrer Frer — einen Der Rancocus wurde nicht für den Wallfiſchfang ausge⸗ del Bethei⸗ rüſtet, ſondern als Niederlage für das Oel benützt, welches bloßgeſtellt an ſeinem Bord geſammelt und aufbewahrt werden ſollte, bis nur bedeu⸗ man es nach Amerika verſchiffte. Zu dieſem Zwecke wurde er G Ausdauer abgetakelt, das Tauwerk gründlich überhohlt, die Räume n Schiffen, gereinigt und gegen die Ratten ausgeräuchert und das Ganze Coloniſten in jeder Hinſicht dienſttauglich hergerichtet. So blieb er an die nöthi⸗ ſeinem natürlichen Kai, einer Reihe Schuppen gegenüber, pe jetzt in liegen, welche man als Schutz gegen die Hitze des Klima's hier aufgerichtet hatte. ſchäftigung Der Henlopen, eine maſſive, tüchtige Brig, die an Deck ttig erhielt. geräumig war und ſtarke Maſten und Takelage hatte, wurde muß einen als Wallfiſchfänger ausgerüſtet und die Anne begleitete ihn gar leicht als Kreuzer. Fünf Wallſiſchboote mit der nöthigen Mannſchaft n. Sobald waren im Geleite; zwei folgten der Anne und drei der Brig. gen werden Die Kannakas waren an den Rudern unermüdlich und ſten Theil man nahm bei dieſer Gelegenheit eine gute Anzahl derſelben ſes Gefühl mit. Auch zwanzig der ſtärkſten Knaben der Colonie machten die öffent. die Reiſe mit, um ſich an die See zu gewöhnen. Dieſe Knaben erwarteten waren zwiſchen acht und ſechszehn Jahren alt und konnten auf en Antheil mannigfache Weiſe verwendet werden. betheiligten Eine mächtige Theilnahme wurde in der Colonie rege, als Leiſtungen der Henlopen und die Anne auf dieſe Fahrt auszogen. Viele iſſe Anzahl Frauen, Töchter, Schweſtern oder Verlobte der Wallſiſchfänger aus den hätten die Fahrt gerne mitgemacht, und dieſes Gefühl wurde er empfing ſo dringlich, daß der Statthalter beſchloß, den Coloniſten ein Fünf⸗ V einige frohe Tage zu bereiten. Er erbot ſich, in der Seejungfer ger Erſatz ſo viele beiderlei Geſchlechts, als mitzugehen wünſchten, auf , und ſo die offene See zu bringen und ſie Zeugen von dem Erfolg reigebigkeit ihrer Freunde bei dieſem neuen Unternehmen werden zu laſſen. — 186— Auch Betts nahm einen Theil der Leute an Bord der Martha. Der Abraham war gleichfalls in dem Geleite, während der Neshamony leewärts geſchickt wurde, um ein Auge auf jene Gegend zu richten, damit es ſich die Eingeborenen nicht ein⸗ fallen ließen, einen Beſuch abzuſtatten, während ſo viele kampf⸗ fähige Männer— wenigſtens hundert— abweſend waren. Die Zurückbleibenden waren allerdings im Stande, Waally und ſeine Schaar abzuweiſen; der Statthalter hielt es aber für klug, einen Ausguck aufzuſtellen. Eine ſolche Verſchiedenheit der Anſichten hatte die Gewohn⸗ heit hervorgebracht. Als die ganze„Macht“ der Colonie kaum aus zwanzig Mann beſtand, hielt man ſie, ſofern ſie auf einen Punkt vereinigt werden konnte, zum Schutze für mehr als zureichend, während man es jetzt, da die Zurückbleibenden zehnmal ſtärker waren, für nothwendig hielt, ungewöhnliche Vorſicht zu brauchen, weil die Colonie durch dieſen Ausflug um ſo viele ihrer Glieder geſchwächt wurde. Als Alles bereit war, ſegelten die Wallfiſchfänger ab; der Statthalter an Bord der Seejungfer, auf der ſich nicht weniger als vierzig Frauen— Bridget und Anne eingerech⸗ net— befanden, führte den Zug an. Die Schiffe liefen durch den ſüdlichen Kanal aus, zu welchem Zwecke ſie durch die Enge an der Brücke ſteuerten. Man wählte dieſen Cours, weil es leichter war, in dem offenen Gewäſſer zwiſchen dem Süd⸗Cap und der Kuppe windwärts zu wenden, als in den engen Fahrſtraßen zwiſchen den Inſeln der Gruppe. Die Seejungfer bewegte ſich ſtattlich voran und ſparte dem Henlopen ſeine großen Segel, ſo wie die fliegenden Bramſegel. Selbſt der Abraham konnte dem letzten Schiffe ſeine Fockſegel entbehrlich machen, da es ſich ergab, daß das neu geke Die Fre Wallfiſe Die unter d wimmelt wollten. faſt zu Zufällig! machen, wo ihm anderen Jed ſeine geh Henlopen hatten ft theoretiſc Bett Augen tr ihrer zu ſtieß mit Jagd zu ſich auf d Es l wenn der bringen, drohenden ſchaft der Bette fiſch ab; Martha. neu gekaufte Schiff nichts weniger als ein guter Segler war. rend der Die Frauen wunderten ſich, wie ein ſo träges Schiff je einen auf jene Wallfiſch ſollte fangen können. nicht ein⸗ Die Richtung, welche die Flotte ſteuerte, führte dicht le kampf⸗ unter die Luvſeite der Kuppe, deren Gipfel von Menſchen pwaren. wimmelte, die ein ſo ungewöhnliches, ſchönes Schauſpiel ſehen Waally wollten. Die Martha, welche im Verhältniß zu ihrer Größe es aber faſt zu viel Segeltuch führte, ging voran. Durch eine jener Zufälligkeiten, welche ſo oft die beſten Berechnungen zu nichte Gewohn⸗ machen, begab es ſich, daß ein Waſſerſtrahl in dem Augenblicke, nie kaum wo ihm die Schluppe etwa eine Stunde näher war, als die 3 ſie auf anderen Schiffe, windwärts von den Klippen geſehen wurde. ür mehr Jedes Schiff in der Flotte hatte ſein Wallfiſch-Boot und leibenden ſeine gehörige Bemannung, obgleich nur die Mannſchaft des vöhnliche Henlopen in dem Geſchäfte bewandert und geübt war. Sie Ausflug hatten freilich Alle die Kunſt, einen Wallfiſch zu fangen, theoretiſch gelernt; aber die Uebung fehlte ihnen gänzlich. ger ab; Betts war jedoch nicht der Mann, dem die Beute vor die 6 ich nicht Augen treten durfte, ohne daß er einen Verſuch machte, ſich ingerech⸗ ihrer zu bemächtigen. Im Nu war ſein Boot bemannt und en durch ſtieß mit Socrates im Bug ab, um auf ein mächtiges Thier urch die Jagd zu machen, das in einer Art ſchwerfälliger Behaglichkeit Cours, ſich auf dem Waſſer wälzte. hen dem Es begibt ſich öfter, daß ſehr junge Krieger, beſonders in den wenn der militäriſche Geiſt in ihnen wach iſt, Dinge voll⸗ bringen, vor denen ältere Soldaten, in dem Bewußtſein der d ſparte drohenden Gefahr, zurückbeben. So erging es mit der Mann⸗ iegenden ſchaft der Martha. Schiffe Betts, der am Steuer ſtand, hielt gerade auf den Wall⸗ daß das ſiſch ab; Socrates, deſſen Geſichtsfarbe unter dem Einfluſſe — 188— des Schreckens, des Eifers, zum Angriff zu ſchreiten, und der gänzlichen Neuheit der Lage in das Grünliche ſpielte, warf die Harpune, als das Bug des gebrechlichen Fahrzeuges wört⸗ lich über der mächtigen Körpermaſſe des Thieres war. Der Neger hatte ſeine ganze Kraft in dieſen Wurf ver⸗ einigt, denn es war ihm, als handle es ſich hier um Leben oder Tod; und der Wallfiſch ſpeite ſogleich einen Blutſtrahl aus. Es gilt bei den Wallfiſchfängern für eine Heldenthat, dem Thiere mit der Harpune eine tödtliche Wunde beizubringen, obgleich dieſer Fall eben nicht ſelten vorkommt; die Harpune dient eigentlich bloß, den Wallſiſch in der Nähe des Bootes zu feſſeln; um ihn zu tödten, bedient man ſich hernach der Lanze. Soerates tödtete aber den erſten, nach welchem er je eine Harpune geworfen, durch dieſen Wurf, und von dieſem Augenblick an wurde er eine wichtige Perſon bei dem Fiſchfang in dieſem Meere. Dieſer Wurf war für ihn eine Art Palo Alto⸗Handel,— ein Vorläufer vieler anderen Thaten gleicher Art. Man begann bald allgemein zu ſagen,—„ein Wallfiſch ſei ſchlimm daran, wenn Bob Betts am Steuer ſtehe und der alte Soc die Harpune werfe.“ Freilich wurden noch in dieſem Sommer manche Boote umgeworfen und zwei Kannakas ertranken in Folge dieſer Taktik; aber die Wallſiſche wurden getödtet und Betts und der Schwarze kamen mit heiler Haut davon. Bei dieſem erſten Angriffe brachte der Wallfiſch das Waſſer in Aufruhr, füllte das Boot halb mit Waſſer und hätte es in den Abgrund geriſſen, wäre des Negers Arm nicht ſo kräftig, und der Wurf nicht ſo„ungeſchlacht“ geweſen; ſo hob ſich das Thier empor und verathmete, ehe es Zeit hatte, ſich eine größere Strecke weit zu bewegen. De Wallfiſ faſſen 1 Schiffe Stattha die Wol weilen auserkor ging mi die Stur Wit den Kan brachte, und ſeine Arbeit g reiche, w Thranes dieſer Na ſah man Thran ar gebracht, einzige W unter wel Dieß Betts bra die unterſ alles zur Als welche in d etwa hund und der e, warf es wört⸗ zurf ver⸗ m Leben lutſtrahl ldenthat, ibringen, Harpune 3Bootes nach der em er je n dieſem iſchfang Art Palo gleicher Wallfiſch und der he Boote ge dieſer etts und s Waſſer hätte es nicht ſo beſen; ſo eit hatte, Der Statthalter erreichte die Stelle, als Bob eben den Wallfiſch gefeſtigt hatte und im Begriffe war, den Wind zu faſſen und dem Süd⸗Cap⸗Kanal entgegen zu halten. Die Schiffe gingen unter Hurrahruf an einander vorüber und der Statthalter warnte ſeinen Freund, die Beute nicht zu nah an die Wohnungen zu bringen, indem ſonſt Niemand dort würde weilen können. Betts hatte aber ſeinen Ankergrund ſchon auserkoren, und mit dem Wind auf der Seite lief er ab und ging mit dem Fiſche im Schlepptau vier bis fünf Knoten die Stunde. 3 Wir wollen hier ſogleich bemerken, daß die Martha in den Kanal trat, und daß man den Wallfiſch in ſeichtes Waſſer brachte, wo an ein Sinken nicht zu denken war, worauf Bob und ſeine Kannakas— etwa zwanzig an der Zahl— an die Arbeit gingen, um ſich auf eine ſehr nachdrückliche und erfolg⸗ reiche, wenn auch nicht eben auf die kunſtgemäßeſte Weiſe, des Thranes zu bemächtigen. Sie nahmen dem Thiere noch in dieſer Nacht ſeinen Fettwamms ab, und am nächſten Morgen ſah man eine Reihe Keſſel auf der Martha, in welchen der Thran ausgekocht wurde. Auch Fäſſer wurden in die Schluppe gebracht, und als Alles fertig war, ergab es ſich, daß dieſer einzige Wallſiſch hundert und eilf Tonnen Oel geliefert hatte, unter welchen drei nnd dreißig Tonnen Wallrath waren. Dieß war ein herrlicher Beginn in dem neuen Berufe! Betts brachte ſeine ganze Beute auf das Riff, wo das Oel in die unterſte Fäſſerlage des Rancocus wanderte, an deſſen Bord alles zur Aufnahme dieſer Gegenſtände hergerichtet war. Als der Statthalter acht Tage ſpäter in der Seejungfer, welche in dem Geleite des Abraham's und des Henlopen kreuzte, etwa hundert(engliſche) Meilen windwärts von der Kuppe — 190— nach Wallfiſchen ausſchaute, ohne etwas zu Geſicht zu bekom⸗ men, ſtieß Betts in der Martha wieder zu ihm. Nach ſeinem Berichte war auf dem Riff Alles im beſten Zuſtande. Der Neshamony war eingelaufen, um Vorräthe einzunehmen und wieder in See gegangen, und der Rancocus ſaß felſenfeſt mit ſeinen hundert und eilf Oelfäſſern in dem untern Raume. Der Statthalter äußerte ſich ſehr zufrieden mit Betts' Gehaben, und da er aus„alter Zeit her“ wußte, daß er weiter und ſchärfer ſah, als die Meiſten im Schiffe, ließ er ihn an Bord der Brig kommen und auf die Sahlingen ſteigen, um nach Wallſiſchen auszuſchauen. Der ſcharfäugige Burſche war keine zehn Minuten oben, als der Ruf:„Waſſerſtrahl! Waſſerſtrahl!“ durch das Schiff erſchallte. Man zeigte dem Abraham und dem Henlopen die gehörigen Signale, und Alles ſteuerte in der angedeuteten Richtung entlang. Bei Sonnenuntergang ſah man eine große Anzahl von Wallfiſchen, und da Capitän Walker ſich dahin äußerte, ſie fütterten an dieſer Stelle, verſchob man den Angriff bis zum nächſten Morgen. Mit dem erſten Grauen des neuen Tages waren ſechs Boote in dem Waſſer und ruderten der Jagd entgegen. Bei dieſer Gelegenheit war Walker, wie es ſeinem Rang und ſeiner Erfahrung zuſtand, an der Spitze. In weniger als einer Stunde war ein ſehr großer Wallſiſch, ein Bruder des von Betts erlegten, am Schlepptau, und die weibliche Zuſchauerſchaft erfreuten ſich des erregenden Schauſpiels, ein Boot mit einem ungeheuern Fiſch am Tau mit einer Geſchwin⸗ digkeit von nicht weniger als zwanzig Knoten in der Stunde dahin ſchießen zu ſehen. Die Wallfiſchfänger pflegen das Boot, während der Fiſch gefangen Stellung getödtet es Thorl zu komm darauf ei Thier der bis zwan dem Boo abzukomn Letztere tl auch mel ſelten, da Harpunern nach ſich Zum bemerken, Wurfſpief Wallſiſchl Bug vorc gemacht,“ kann; den des Thier Nähe zien ihn die 4 muß weit Der Wall ſchneller e kommen. den Fiſch bekom⸗ h ſeinem he. Der men und nfeſt mit ume. t Betts' daß er ließ er ſteigen, een oben, as Schiff lopen die edeuteten ne große ch dahin n Angriff es neuen erten der em Rang weniger n Bruder weibliche diels, ein Geſchwin⸗ r Stunde der Fiſch — 191— gefangen wird, nach windwärts zu halten, um in die beſte Stellung gegen die anderen Boote zu kommen, wenn er getödtet iſt. So lang das Thier aber noch Leben hat, wäre es Thorheit, etwas Anders erzielen zu wollen, als windwärts zu kommen; denn der Fiſch kann jetzt hier, und einige Minuten darauf eine Stunde weiter ſein. Zuweilen kommt das erſchreckte Thier dem Schiffe ganz aus dem Geſicht und ſchießt fünfzehn bis zwanzig Meilen in gerader Linie dahin, und dann bleibt dem Boote keine andere Wahl, als von dem Schiffe ganz abzukommen, oder den Wallfiſch aufzugeben. Wenn man das Letztere thut, verliert man nicht nur die Harpune, ſondern oft auch mehrere hundert Faden Tau; und es trifft ſich nicht ſelten, daß, in Folge ſolcher früheren Angriffe, Wallfiſche mit Harpunen im Fleiſch und hundert bis zweihundert Faden Tau nach ſich ſchleppend, getödtet werden. Zum Beſten des nicht eingeweihten Leſers wollen wir bemerken, daß die Harpune ein mit Widerhaken verſehener Wurfſpieß iſt, an welchem ein dünnes aber ſtarkes Tau, die Wallſiſchleine genannt, befeſtigt wird. Das Boot nähert ſich, Bug voran, dem Thiere; wird aber an beiden Enden„ſcharf gemacht,“ damit es, wenn dieß nothwendig wird, raſch zurück kann; denn die Annäherung iſt oft gefährlich, und der Schrecken des Thieres, wenn es getroffen iſt, macht ſeine unmittelbare Nähe ziemlich bedenklich. Der Fiſch geht gewöhnlich, wenn ihn die Harpune getroffen hat, in die Tiefe und die Leine muß weit auslaufen können, ſonſt zieht er das Boot nach ſich. Der Wallfiſch muß aber, wie der Menſch, athmen, und je ſchneller er niedertaucht, deſto eher muß er wieder empor⸗ kommen. Die Harpune und die Leine dienen zunächſt bloß, den Fiſch zu feſtigen, obgleich es zuweilen ſich trifft, daß der — 42— Fiſch durch den Wurfſpieß getödtet wird. Sobald der Wall⸗ fiſch ſich wieder auf dem Waſſer zeigt und ſich nicht weiter entfernt, oder auch nur in ſeiner Eile ein wenig nachläßt, fängt die Mannſchaft an, die Leine einzuhohlen und tritt dem Thier allgemach näher. Zuweilen nimmt der Wallfiſch einen neuen Anlauf, dann muß wieder Leine ausgegeben werden; dieſes Geſchäft des Einhohlens und Ausgebens von Leine wird bei dem Fange eines einzelnen Fiſches oft mehreremal wieder⸗ holt. Wenn das Boot nahe genug anlaufen kann, ſchleudert der befehlhabende Offizier die Lanze in den Wallſiſch, wobei er das Herz oder die Lunge zu treffen ſucht. Wenn das Thier „Blut ſpeit,“ iſt alles gut; wenn es aber nicht tödtlich ver⸗ wundet iſt, ergreift es die Flucht, und dann heißt es wieder— „Tau ausgeben!“— und„Tau einhohlen!“ Bei der jetzigen Gelegenheit hatte Walker's Harpunier eine„gute Hand“ gezeigt, und der Fiſch war„feſt an dem Boot.“ Er ſchoß auf eine Entfernung von dem Schiffe, welche die an Bord Alles bemerken ließ, was vorging, im Kreiſe um die Seejungfer. Als er der Brig am nächſten war, und das Waſſer in Folge der tollwilden Bewegungen des Thiers in Kämmen, die zwei Fuß über den Dollbord gingen, von dem Bug niederfloß, ſchmiegte Bridget ſich enger an ihren Gatten und dankte zum erſten Mal in ihrem Leben dem Himmel, daß er Statthalter war, denn als ſolcher war er nicht genöthigt, auszuziehen und Wallſiſche zu fangen. In demſelben Augen⸗ blick aber glühte Mark vor Begierde, an dem Abenteuer Theil zu nehmen, obgleich er gewiß einige Zweifel hegte, ob eine ſolche Beſchäftigung mit ſeinem Amt in Einklang ſtünde. Walker trat auf eine halbe Meile von den zwei Brigs und leewärts von beiden, an ſeinen Wallfiſch heran. In Folge dieſer gü aufgehakt ſtreifen. ſtarken H einen St dem Krü Werkzeug Oel wird Körper g anderen fen werde ſind, ode worauf n das Deck geſchnitten Keſſel getl und in di das Oel, war, in! port zulief Dieſe Entdeckung fing ſelbſt Bob aber tödteten z Martha, dieſer Wal lichen Kan wurde. H getrocknet“ 238—2 der Wall⸗ cht weiter nachläßt, tritt dem fiſch einen werden; keine wird al wieder⸗ ſchleudert ch, wobei das Thier dtlich ver⸗ wieder— Harpunier ſt an dem fe, welche Kreiſe um und das Thiers in von dem n Gatten imel, daß genöthigt, n Augen⸗ buer Theil ob eine ünde. pei Brigs In Folge — 193— dieſer günſtigen Stellung hatte der Henlopen ſeine Beute bald aufgehakt und die Mannſchaft begann ſofort den Speck abzu⸗ ſtreifen. Dieß geſchieht, indem man den untern Balken eines ſtarken Hebebaums an einem Theile des Körpers anhakt, dann einen Streifen von beliebiger Größe abſchneidet und ihn mit dem Krüppelſpill aufhißt. Dieſer Streifen wird mit einem Werkzeug abgeſchnitten, das man„Spaden“ nennt, und das Oel wird durch die ſtarke Spannung und Dehnung aus dem Körper gepreßt, worauf die Seiten des Streifens von den anderen Theilen des Thiers abgeſchnitten werden. Die Strei⸗ fen werden oft ſo hoch, als die Spitzen der unteren Maſten ſind, oder ſo weit es das Hebewerkzeug zuläßt, aufgezogen, worauf man einen Quereinſchnitt macht, und das Ganze auf das Deck niederläßt. Der Streifen wird dann in Stücke geſchnitten und in einen großen auf dem Deck angebrachten Keſſel gethan, um„auszutrocknen,“ worauf das Oel„gekühlt“ und in die Fäſſer gebracht wird. Bei dieſer Gelegenheit wurde das Oel, ſobald es an Bord des Henlopen„ausgetrocknet“ war, in den Abraham geſchafft, da das Wetter den Trans⸗ port zuließ. Dieſer Wallſiſch war aber nicht die einzige Frucht der Entdeckung des wackern Betts. Der alte Delaware⸗Seehund fing ſelbſt noch zwei Wallfiſche, wobei Soe die Harpune führte, Bob aber die Lanze„abſchoß.“ Auch die Boote des Henlopen tödteten zwei, und die des Abraham einen. Betts in der Martha, und der Statthalter in der Seejungfer nahmen vier dieſer Wallfiſche ins Schlepptau und brachten ſie in den ſüd⸗ lichen Kanal, welcher von jetzt an die Wallfiſchbucht genannt wurde. Hier hatte Betts den zuerſt gefangenen Fiſch„aus⸗ getrocknet“ und der Ort ſchien für das Geſchäft wie geſchaffen. 238— 240. 13 — 194— Die Bucht gab einen völlig ſichern Hafen ab, und der Ufergrund war nicht nur ſeicht und ſandig, ſo daß der Fiſch nicht weggeſpült werden oder ſinken konnte,— ein Unfall, der ſich zuweilen ereignet,— ſondern man hatte auch ein natür⸗ liches Kai ganz in der Nähe, wo ſelbſt der Rancocus hätte anlegen können. Auch friſches Waſſer war in Ueberfluß vor⸗ handen, und die nahe Inſel bot alle nöthigen Räumlichkeiten, um die Wallſiſche zu zerlegen u. ſ. w. Dieſe Inſel erhielt alsbald den Namen Speckinſel. Der größte Mißſtand war die gänzliche Abweſenheit eines Bodens und folglich jeder Art von Gras. Die Oberfläche war jedoch ſo glatt, wie die eines künſtlichen Kai's, und man konnte Fäſſer mit der größten Leichtigkeit entlang rollen. Sobald ſich der Statthalter überzeugt hatte, daß die Stelle zweckdienlich ſei, und von der Fahrſtraße nach der Kuppe entfernt genug lag, um keine Beläſtigungen fürchten zu müſſen, beſchloß er, ſie zu ſeinem Wallſiſchhafen zu machen. Der Abraham wurde an die Rancocus⸗Inſel geſchickt, um eine Ladung Bauholz zu holen, und große Schuppen wurden raſch genug gebaut, um bei der Ankunft des Henlopen bereit zu ſein, tauſend Tonnen Oel, die er an Bord hatte, und drei Wallfiſche, welche er ſo eben noch zwiſchen der Kuppe und dem Süd⸗Cap gefangen hatte, aufzunehmen. Mittler⸗ weile war der Rancocus in Bewegung geſetzt und unter ſeinen großen Segeln an die Speckinſel heran gebracht worden. Dieſe Bewegungen der Schiffe zwiſchen den Inſeln der Gruppe waren ziemlich leicht zu bewerkſtelligen, wenn ſie nicht nach windwärts gebracht werden ſollten; und eine genauere Bekanntſchaft mit den Kanälen hatte die Seeleute das Geheim⸗ niß gelehrt, gegen die Paſſatwinde und innerhalb der Inſeln zu wend dem W nicht nä es heiſch Die unſere(. Der Er Kreuzzug ſich, Alle ganzen u die Hälft auf den Preiſen! Thran 1 hundert: ertrag, erwarten So g ausgefalle eorus ſein „ und der der Fiſch infall, der ein natür⸗ deus hätte rfluß vor⸗ nlichkeiten, ſel erhielt tand war jeder Art die eines r größten daß die nach der fürchten u machen. geſchickt, Schuppen Henlopen ord hatte, der Kuppe Mittler⸗ ter ſeinen den. nſeln der wenn ſie genauere Geheim⸗ er Inſeln zu wenden, indem ſie ſich in ſolchen Strecken hielten, wo ſie dem Winde ſo nahe als nöthig treten konnten, während ſie nicht näher zu gehen brauchten, als die Laſtigkeit des Schiffes es heiſchte. Dieß war der Beginn einer Beſchäftigung, welche für unſere Coloniſten von der größten Wichtigkeit werden ſollte. Der Ertrag, welchen dieſer erſte Kreuzzug lieferte,— ein Kreuzzug, welcher weniger als zwei Monate dauerte,— belief ſich, Alles in Allem, auf zweitauſend Tonnen Oel, welche den ganzen unteren Raum des Rancorus ausfüllten und mehr als die Hälfte einer vollen Ladung ausmachten. Nach den damals auf den europäiſchen und amerikaniſchen Märkten geltenden Preiſen ließ ſich berechnen, daß dreitauſend fünfhundert Tonnen Thran und ein verhältnißmäßiger Theil Wallrath nahe an hundert tauſend Dollar abwerfen könnten— ein reicher Arbeits⸗ ertrag, wie man ihn nur unter den günſtigſten Umſtänden erwarten kann. Zehntes Kapitel. Im Urwald hört man laut Die Axt der Wäldler ſchallen, Der weiße Mann wird Herrſcher hier, Und ſeine Saaten wallen, Und Blumen, Obſt und gold'ne Aehren Umgeben da den Wald, den hehren, Wo ſonſt der Wilde hauſte. Paulding. So glücklich auch der erſte Verſuch, Wallſiſche zu fangen, ausgefallen war, dauerte es doch ſechs Monate, ehe der Ran⸗ cocus ſeine volle Ladung hatte und in Bereitſchaft war, nach 13* — 196— Hamburg abzuſegeln. Dießmal ſteuerte das Schiff ſogleich öſtlich, ſtatt wie ſonſt weſtwärts abzuhalten. Die Mannſchaft beſtand theils aus Coloniſten, theils aus Kannakas. Auch ſechs Knaben, die Söhne achtbarer Eltern, gingen an Bord, und der Statthalter hoffte, ſie würden ſich ſpäter zu Offizieren an Bord der Colonie⸗Schiffe eignen. Um wegen der nöthigen Ausweiſe nicht in Verlegenheit zu kommen, hatte Capitän Saunders, als er Amerika zum letzten Male verließ, für das ſtille Meer und einen Markt klarirt; durch dieſen letztern Vorbehalt glaubte er ſein Schiff gedeckt zu wiſſen, mochte es laufen, wohin es wollte. Zuletzt erzeugte die Frage in Betreff der Nationalität doch einige Verlegenheit, und der Rath ſah vorher, daß künftig Unan⸗ nehmlichkeiten mannigfacher Art daraus hervorgehen könnten; da aber alle Coloniſten geborene Amerikaner waren, und Amerika damals ein neutraler Staat war und alle in Amerika gebauten Schiffe amerikaniſche Papiere hatten, hielt man es für das Klügſte, unter den jetzigen Umſtänden den Dingen ihren Lauf zu laſſen, bis ſich etwas ereignete, das einen andern„Cours“ nöthig machte. Sobald der Rancocus fort war, lief auch der Henlopen wieder aus, um zweihundert Stunden nach windwärts zu kreuzen, während Betts in der Martha der Fiſcherei um die Inſeln mit Eifer und dem größten Erfolge oblag. Der Gewinn und der Reiz dieſer Art Beſchäftigung wirkte ſo mächtig auf die Leute, daß man in der ganzen Colonie Boote baute, ſo daß oft zwölf verſchiedene Geſellſchaften auszogen, um in der Nähe der Küſte Wallfiſche zu fangen. Dieſe Leidenſchaft war auf der Kuppe nicht minder rege als auf dem Flachland, und Bridget und Anne konnten ſich nicht ge Wäldche Gartens und un⸗ auf dem Abe halter ſe Wallfiſch öffentlich Hin der Colo ſich der leben un nicht gee Heat Woolſton leicht En daß er ei ſchweigen Bootes ei Ehe tung erfi Booten— Boote— wegen au einen. Di auf und fangs im Geſchäft Knaben ba ff ſogleich Nannſchaft as. Auch an Bord, Offizieren erlegenheit herika zum n Markt ſein Schiff e. Zuletzt och einige ftig Unan⸗ könnten; d Amerika Amerika lt man es en Dingen das einen Henlopen dwärts zu rei um die er Gewinn ächtig auf baute, ſo um in der linder rege onnten ſich nicht genug wundern, daß Leute die köſtliche Kühle, die ſchönen Wäldchen, und die Stille, Pracht und Ergiebigkeit des Eden⸗ Gartens verlaſſen mochten, um in kleinen, gebrechlichen Booten und unter einer heißen Sonne auf das Meer zu gehen und auf dem Wallſiſchfang ihr Leben preis zu geben! Aber die Coloniſten thaten dieß dennoch, und der Statt⸗ halter ſelbſt hielt es zuletzt für räthlich, ja nothwendig, einen Wallfiſch zu b, ſchießen,“ wenn er ſeine geeignete Stelle in der öffentlichen Meinung behaupten wollte. Hinſichtlich des Statthalters und der übrigen Oberbehörden der Colonie urtheilte man ziemlich nachſichtig. Das Volk gab ſich der Anſicht hin, Männer, welche ſo viel in den Häuſern leben und deren Hände ſo zart werden mußten, ſeien gerade nicht geeignet, ſich an dem Ruder ſehr nützlich zu machen. Heaton und die Kaufleute, Pennock, die zwei jüngeren Woolſton und der Geiſtliche fanden in den Augen des Volkes leicht Entſchuldigung; von dem Statthalter aber wußte man, daß er ein Seemann erſten Grades war, und Jeder erwartete ſchweigend, man würde ihn eines Tages in dem Bug eines Bootes einen Wallſiſch ſpießen ſehen. Ehe der erſte Sommer zu Ende ging, wurde dieſe Erwar⸗ tung erfüllt. Statthalter Woolſton ſtach mit vier Colonie⸗ Booten— ſo nannte man die dem Gemeinweſen gehörigen Boote— in See, machte der Ehre und zumal des Gewinnes wegen auf Wallſiſche Jagd und tödtete bei jeder Gelegenheit einen. Die Thaten des Statthalters ſetzten der Sache die Krone auf und der Gemeingeiſt war jetzt in Betreff des Wallfiſch⸗ fangs im Klaren. Niemand konnte mehr zweifeln, daß das Geſchäft ehrenvoll unb nützlich zumal ſei, und ſelbſt die Knaben baten um Erlaubniß, in See zu ſtechen. — 198— Die Kannakas, deren ſtets eine größere oder geringere Anzahl in den Schiffen diente, ſtiegen ſehr in der öffentlichen Meinung und kein junger Mann konnte auf Beachtung Anſpruch machen, wenn er nicht wenigſtens einmal dem Fange eines Wallfiſches beigewohnt hatte. Die, welche einen Fiſch mit der Harpune oder der Lanze getroffen hatten, erfreuten ſich eines verhältnißmäßigen Grades von Anſehen. In dieſer Gruppe machte ſich die Sitte, daß kein junger Mann den Vortritt beim Tanze haben durfte, wenn er ſeinen Fiſch nicht „geſchoſſen“ hatte, zuerſt geltend, und nicht in Nantucket, wie man irrig angenommen hat. In einem Gemeinweſen, wo ein ſolcher Geiſt rege gewor⸗ den, mußte das Ergebniß des Fiſchfanges natürlich überraſchend ſein. Der Henlopen that das ſeinige, denn er brachte acht⸗ hundert Tonnen ein; aber er fand ſechshundert mehr, welche ſeiner warten, und von den Küſtenfiſchern eingebracht worden waren, deren einige den Abraham, andere die Martha, andere die Anne, andere ſelbſt nur die Boote gebraucht hatten, um auf ihre Beute Jagd zu machen. In den letzteren Fällen wurde jedoch, wenn man einen Fiſch fing, gewöhnlich ein Schiff gebraucht, um das Thier in die Bucht zu ſchaffen. Auf dieſe Weiſe ſammelte man den Thran, welcher eine Ladung für den Henlopen abgeben ſollte. Der Statthalter war zweifelhaft, ob er dieſe Brig eine ſo weite Reiſe unternehmen laſſen ſollte, da ſie ſo träg ſegelte; es blieb jedoch keine Wahl übrig— ſie mußte ſegeln, oder die Ladung noch lange verbleiben, wo ſie war. Die Brig wurde demnach mit ſiebenhundert Tonnen Thran belaſtet und ſegelte unter dem Befehle eines jungen Mannes, Namens Thomas, nach Hamburg ab. Walker blieb zurück, da er es vorzog, den Wallfiſchfang zu Hauſe zu überwachen. Un Schiffe Tonnen gebrauch gelegt n Zum G mitbring Fahrzeu Der lange m die Anne in See. bracht, 1 daſſelbe: ſeinem F des Color heit ſich Wir des Stat jetzt eine Philadelp Gefallen Inſel wa liefern, d Matten, 1 und gebra Stühle un geweſen, Kurz, der alle begüt geringere ffentlichen Beachtung dem Fange inen Fiſch erfreuten In dieſer Nann den Fiſch nicht Nantucket, ge gewor⸗ erraſchend ſchte acht⸗ r, welche ht worden a, andere tten, um en Fällen onlich ein ffen. Auf ie Ladung Brig eine g ſegelte; eln, oder Die Brig aſtet und Namens da er es Schiffe zu bauen beſchloß, deren jedes hundert und achtzig Tonnen Gehalt hatte und die ausſchließlich zum Wallfiſchfang gebraucht werden ſollten. Sechs Monate, nachdem ihre Kiele gelegt waren, wurden dieſe kleinen Brigs vom Stapel gelaſſen. Zum Glück hatte der Statthalter Kupfer zu einem Schiffe mitbringen laſſen; dieſes kam jetzt ſehr gelegen, um die beiden Fahrzeuge zu beſchlagen. Der Wallfiſchfang wurde jedoch nicht vernachläſſigt, ſo lange man an dem Jonas und dem Drachen arbeitete; denn die Anne, die Martha und die kleineren Boote waren faſt immer in See. Fünfhundert Tonnen wurden auf dieſe Weiſe einge⸗ bracht, und Betts beſonders gewann ſo viel Geld, oder, was daſſelbe war, er gewann ſo viel Oel, daß er eines Morgens ſeinem Freunde, dem Statthalter, in dem Audienz⸗Zimmer des Colonie⸗Hauſes einen Beſuch machte, bei welcher Gelegen⸗ heit ſich folgendes anziehende Geſpräch entſpann. Wir wollen hier bemerken, daß die häusliche Einrichtung des Statthalters ſich bedeutend erweitert hatte und daß er jetzt eine Reihe von Gemächern bewohnte, welche ſelbſt zu Philadelphia für anſehnlich hätte gelten können. Bridget hatte Gefallen an ſchönen Möbeln, und das Holz der Rancocus⸗ Inſel war ganz geeignet, elegante Arbeiten aller Art zu liefern, die jedem Palaſt zur Zierde gereicht hätten. Schöne Matten, wie ſie in Amerika gewöhnlich gebraucht worden ſind und gebraucht werden, kamen aus China; niedliche, zierliche Stühle und Seſſel waren gleichfalls unter den Beſtellungen geweſen, von alle den Porzellanwaaren nicht zu ſprechen. Kurz, der Statthalter begann reich zu werden und war, wie alle begüterten Leute, geneigt, ſich in den Beſitz alles deſſen Unterdeſſen ging das Fieber ſo weit, daß man ein paar — 200— zu ſetzen, was die Behaglichkeit und Eleganz des geſittigten Lebens fordert. „Kommt herein, Capitän Betts,— tretet ein, Herr, und habt die Güte, Platz zu nehmen,“ ſagte der Statthalter und winkte ſeinem alten Freunde, einen Stuhl zu nehmen.—„Ihr ſeid immer willkommen hier; denn ich verſichere Euch, ich ver⸗ geſſe alte Zeiten nicht, mein Freund!“ 3 „Dank Euch, Statthalter, Dank Euch von ganzem Herzen. Wenn ich die Wahrheit ſagen ſoll, ich finde jetzt Alles ver⸗ ändert, Euch ſelbſt ausgenommen. Für mich ſeid Ihr immer Herr Mark und Herr Woolſton, und wir ſcheinen gemeinſam entlang zu ſegeln, ziemlich wie damals, als Ihr zuerſt unter die Fockmaſt⸗Burſche tratet und ich Euch den Unterſchied zwiſchen einem Lichter und einem Prahm lehrte.“ „Nein, nein, Bob, Alles hat ſich nicht ſo ſehr geändert, wie Ihr denkt,— vor Allem habe ich mich nicht geändert.“ „Ich geb' es zu, Ihr ſeid derſelbe, Statthalter, bläſt es hoch oder bläſt es niedrig.“ „Dann iſt Martha noch dieſelbe, oder noch faſt dieſelbe. Ein wenig gealtert vielleicht,— nicht mehr ganz, wie ſie als Mädchen war, da Ihr zuerſt ihre Bekanntſchaft machtet,— aber immer noch Martha. Und was ihr Herz betrifft, ſo bürge ich dafür, daß es dieſelbe Farbe noch hat, die es in ihrem ſechszehnten Jahre gehabt haben mag.“ „Nun ja, Statthalter, ziemlich wie Ihr ſagt. Marthy iſt jetzt Mutter von vier Kindern, und das ändert das Aus⸗ ſehen einer Frau ſtets mehr oder weniger, verlaßt Euch darauf. Aber Marthy iſt Marthy; und in dieſer Hinſicht iſt Miß Bridget Miß Bridget, wie eine Erbſe der andern gleicht. Madame Woolſton macht dem Klima alle Ehre, Statthalter, und ſieht achtzehn Jahren ähnlicher als je.“ „M Betts, iſt. Abe ſeeluftar⸗ Salz un der Kupt „Je getroffen weiß nic Kinder o „Be unſere B am erſten Kinder un als hund terianer, „Es Anfang; fang eben Beſchützur ihre Reihe als Rumd „Da reich werd Woche wi „Die und auch Lehm und Bohnen z9 geweſen, gehabt hät geſittigten Herr, und alter und —„Ihr „ich ver⸗ n Herzen. Elles ver⸗ or immer emeinſam erſt unter nterſchied geändert, eändert.“ bläſt es dieſelbe. ie ſie als chtet,— ſo bürge in ihrem Marthy das Aus⸗ h darauf. iſt Miß gleicht. atthalter, — 201— „Meine Frau erfreut ſich einer trefflichen Geſundheit, Betts, und ich bin dem Himmel dankbar, daß dieß der Fall⸗ iſt. Aber ich glaube, alle unſere Frauen haben ein geſundes, ſeeluftartiges Ausſehen,— eine heitere Friſche, welche ich dem Salz und den Seekühlten zuſchreibe. Ueberdieß haben wir auf der Kuppe auch Bergluft.“ „Ja, ja, Herr, da habt Ihr den Nagel auf den Kopf getroffen, wie ihr dieß immer thut. Nun, Statthalter, ich weiß nicht, was in der Colonie am raſcheſten gedeiht, die Kinder oder die Wallfiſche.“ „Beide, Freund, beide,“ antwortete Mark lächend,„wie unſere Berichte erweiſen. Dieſen zufolge zählte die Colonie am erſten des verfloſſenen Monates drei hundert und achtzehn Kinder unter zehn Jahren, und unter dieſen ſind nicht weniger als hundert ſieben und neunzig hier geboren,— reine Kra⸗ terianer,— Eure und meine Kinder eingerechnet.“ „Es iſt ein ſchöner Anfang, Statthalter,— ein ſehr ſchöner Anfang; und obgleich die Kleinen bis jetzt bei dem Wallfiſch⸗ fang eben nicht ſehr behilflich ſein können, noch auch bei der Beſchützung der Inſel zu brauchen ſind, ſo wird doch auch ihre Reihe kommen, und ſie werden nützlich werden, wenn wir als Rumpfe in den Docken liegen, Herr.“ „Da wir von Wallſiſchen ſprechen,— Ihr müßt allgemach reich werden, Capitän Betts. Wie ich höre, habt ihr die letzte Woche wieder einen Hundert⸗Tonnen⸗Herrn eingebracht?“ „Die Zeiten haben ſich bei mir geändert, Statthalter; und auch bei Euch haben ſich die Zeiten geändert, ſeit wir Lehm und Seegras flößten, um einige Gurken, Melonen und Bohnen zu ziehen. Damals wären wir glücklich wie Prinzen geweſen, wenn wir nur ein gutes Dach über unſeren Köpfen gehabt hätten.“ „Ich denke, wir ſind für alles dieß dem dankbar, dem der Dank gebührt, Betts?“ „Nun ja, Herr, ich bemühe mich, es zu ſein, obgleich die Leute verzweifelt gern glauben, ſie verdienten Alles, was ihnen zu Theil wird— das Unglück ausgenommen. Ich und Marthy beſtreben uns, ſtets an den zu denken, der uns Alles in Allem iſt, und ich glaube, Marthy findet ſich da, in der Weiſe der Freunde, am beſten zurecht; ich aber bin in Religionsſachen oft in der Klemme, und wie ich beinahe glaube, Herr, bloß weil ich nicht frühe daran feſtgehalten habe.“ „Ohne Zweifel, Betts,— das Chriſtenthum erwächſt in dem Menſchen, wie das Böſe in ihm erwächſt, und in Allem iſt der natürlichſte Wuchs der der Jugend. Vieles muß unge⸗ ſchehen und ungelernt gemacht werden, wenn wir die wichtige Stunde auf ein ſpäteres Alter hinausſchieben.“ „Nun, was das„ungelernt machen“ betrifft, ſo wird dieß, glaube ich, einem Burſchen leicht, der, wie ich, ſo wenig Erziehung erhalten hat,“ verſetzte Betts mit der größten Ein⸗ fachheit und Aufrichtigkeit;„denn faſt all mein Lernen wurde im Salzwaſſer ertränkt, als ich zwölf Jahre zählte.“ „Was mich ſehr freut, Betts,“ warf der Statthalter halb ſelbſtzufrieden, halb fragend ein,„iſt, daß Herr Horn⸗ blower ſich ſo gut in die Leute zu ſchicken weiß. Jedermann ſcheint mit ſeinem geiſtlichen Wirken zufrieden zu ſein, und ich ſehe nicht ein, warum Jemand ſchlimmer daran ſein ſollte, weil er zur biſchöflichen Kirche gehört.“ Bob machte eine Bewegung auf ſeinem Stuhle und ſchien anfangs nicht antworten zu wollen; ſeine natürliche Offenheit aber, uud ſein langes vertrauliches Zuſammenleben mit Mark Woolſton als Knabe und als Mann, vereitelten jeden ernſtlichen Verſuch, ihm etwas zu verheimlichen. „N Sinn,“ glaube, in Bezug Männer einſchreib und ein „Di wie auf ſich aber müſſen w „Auf den „Vo bange, E man nich Freunde umkleiden Bücher ſe „Und und Chor lieſt, ſta Es l halters, d von irgent lich in ſie unbekannt, halbes Du Die 2 und gerade „Allei ,dem der ggleich die vas ihnen d Marthy in Allem Weiſe der onsſachen err, bloß wächſt in in Allem nuß unge⸗ e wichtige ſo wird ſo wenig ßten Ein⸗ en wurde tatthalter err Horn⸗ edermann ein, und ein ſollte, uhle und natürliche imenleben vereitelten . „Nun, Statthalter, man ſagt:„ſo viel Köpfe, ſo viel Sinn,“ antwortete er nach einer kurzen Pauſe;„und ich glaube, dieß iſt eben ſo richtig in Bezug auf Religion, wie in Bezug auf Schiffe oder die Wahl einer Frau. Wenn alle Männer dieſelbe Frau heirathen und ſich in demſelben Schiffe einſchreiben laſſen wollten, ſo würde eine ruheloſe Haushaltung und ein überfülltes, ungeſundes Schiff die Folge ſein.“ „Die Vorſehung hat uns ſowohl in Bezug auf Schiffe, wie auf Frauen die Wahl gelaſſen, Capitän Betts; wenn es ſich aber von Religion handelt, haben wir keine Wahl. Darum müſſen wir uns an den Matroſenſpruch halten, der da ſagt: „Auf den Befehl gehört, wenn auch Alles zu Grunde geht.““ „Vor dem„Zugrundegehen“ iſt mir eben nicht ſehr bange, Statthalter. Aber die Schwierigkeit liegt darin, daß man nicht recht weiß, was Befehl iſt. Zum Beiſpiel, die Freunde halten gar Nichts auf das Umkleiden und Wieder⸗ umkleiden während des Gottesdienſtes; und ich ſelbſt meine, Bücher ſeien nicht an ihrer Stelle, wenn man zu Gott redet.“ „Und ſprechen die Leute viel von des Geiſtlichen Chorrock und Chorhemd, Betts? und davon, daß er die Gebete vor⸗ lieſt, ſtatt ſie auswendig zu lernen?“ Es lag ein wenig Bosheit in dieſer Frage des Statt⸗ halters, denn er wußte zu gut was vorging, als daß er ſich von irgend Jemand hätte täuſchen laſſen, der„den Geiſt plötz⸗ lich in ſich erwacht fühlen“ wollte; auch war ihm nicht unbekannt, daß jede Secte ihre Liturgie hat, obgleich nur ein halbes Dutzend ſo ehrlich iſt, ſie drucken zu laſſen. Die Antwort ſeines Freundes war, wie gewöhnlich, offen und geradezu. „Allerdings ſpricht man davon, Herr Mark. Was die — 204— Kleider betrifft, ſo werden die Frauen davon ſprechen müſſen, das bezweifelt Ihr nicht, Herr; denn es iſt einmal ihre Natur, daß ſie ſich putzen. Was aber das Gebet aus den Büchern betrifft, ſo iſt es, nach der Anſicht der Hälfte unſerer Leute nicht beſſer als gar kein Gebet. Vielleicht noch etwas ſchlim⸗ mer, wenn man die Wahrheit ſagen ſoll.“ „Es thut mir Leid, dieß zu hören. Nach der Art, wie man den Gottesdienſt beſucht, gab ich mich der Hoffnung hin, die Vorurtheile würden ſchwinden, und Jeder ſich zufrieden geben.“ „Ich glaube nicht, Statthalter, daß Ihr eine Meuterei zu beſorgen habt, wenn auch mein früheres Wort„ſo viel Köpfe, ſo viel Sinn“ ſich hier geltend macht. Aber ich habe mittlerweile vergeſſen, was mich hierher führte; und ich weiß wohl, daß es mit'r Gnaden jetzt nicht iſt, wie ehemals mit uns Beiden, als wir an Nichts zu denken hatten, als wie wir von hier wegkämen und einen andern Platz fänden, der uns beſſer anſtünde. Ich wünſche Euch Glück, Herr, daß Ihr die zwei neuen Brigs in das Waſſer gebracht habt.“ „Dank' Euch, Capitän Betts. Bezieht ſich Euer jetziger Beſuch auf eine dieſer Brigs?“ „Nun,— um zur Sache zu kommen, ja, Herr. Ich finde Gefallen an dem Drachen und möchte ihn gerne kaufen.“ „Kaufen? Wißt Ihr wohl, Betts, was ein ſolches Schiff koſtet?“ „Nicht viel mehr und nicht viel weniger als achttauſend Dollar, denk' ich, Statthalter, nun auch das Kupfer daran iſt. Manches zu einem Schiffe gehörige iſt in dieſem Theile der Welt theuer, anderes dagegen wohlfeil. Wenn man das Kupfer abrechnet, kommen beide Schiffe bedeutend wohlfeiler zu ſtehen.“ „un Freund, „W nein! Jo theil iſt „Ich Ihr ſollt leute verk hier ſie derſelben ſollt den „Geſ als wenn halter, al Geſellſcha zu haben. iſt. Und mir lieb z lauten. 3 halben Kn „Ich Abend die geneigt, d für mich b gebaut hab „Nun ich mich fre Mann, wie Sachverſtän Auf d n müſſen, re Natur, Büchern erer Leute is ſchlim— Art, wie nung hin, zufrieden Meuterei „ſo viel ich habe ich weiß mals mit wie wir der uns Ihr die er jetziger err. Ich kaufen.“ n ſolches httauſend er daran m Theile man das vohlfeiler — 205— „Und habt Ihr über achttauſend Dollar zu verfügen, mein Freund, um die Brig zu kaufen?“ „Wenn Thran Geld iſt, ja; wenn Thran kein Geld iſt, nein! Ich habe dreihundert Tonnen geſammelt und ein Dritt⸗ theil iſt Wallrath.“ „Ich freue mich, dieß zu vernehmen, Capitän Betts, und Ihr ſollt die Brig haben. Ich wollte beide an unſere Kauf⸗ leute verkaufen, denn ich glaubte nicht, daß jemand anders hier ſie bezahlen könnte; es iſt mir aber viel lieber, eine derſelben in den Händen eines alten Freundes zu wiſſen. Ihr ſollt den Drachen haben, Betts, da er Euch gefällt.“ „Geſchehen und abgemacht zwiſchen Gentlemen, Herr; nicht als wenn ich mich für einen Gentleman geben wollte, Statt⸗ halter, aber ich habe zu lange und zu viel in Eurer geehrten Geſellſchaft gelebt, um nicht ein wenig von der Sache gelernt zu haben. Die Brig iſt mein, wenn ſie mit Thran zu kaufen iſt. Und nun, Herr, da der Handel abgeſchloſſen iſt, wär' es mir lieb zu wiſſen, ob Euer Urtheil und das meinige gleich lauten. Ich ſage, der Drache ſchlägt den Jonas um einen halben Knoten, wenn der Jonas im beſten Laufe iſt.“ „Ich glaube, Ihr habt ganz Recht, Betts. Als ich geſtern Abend die beiden Schiffe in das Auge faßte, fühlte ich mich geneigt, den Drachen vorzuziehen, obgleich ich meine Anſicht für mich behielt, um die nicht zu kränken, welche den Jonas gebaut haben.“ „Nun, Herr, ich freue mich mehr, dieß zu hören, als ich mich freue, die Brig bezahlen zu können. Ein einfacher Mann, wie ich, weiß es zu ſchätzen, wenn das Urtheil eines Sachverſtändigen mit dem ſeinigen übereinſtimmt.“ Auf dieſe freundſchaftliche und völlig vertrauliche Weiſe — 206— verkehrte Mark Woolſton ſtets mit ſeinem alten, lange bewähr⸗ ten Freund Robert Betts. Der Drache war für den erwähnten Preis wohlfeil und der Statthalter nahm all den Thran des alten Seemannes zu dem höchſten Marktpreiſe. Dieſer Ankauf ſteigerte das Anſehen Betts' in der Colonie plötzlich in einer Weiſe, daß man ihn den„Gentlemen“ zunächſt ſtellte, wenn ſeine Beſcheidenheit es abzulehnen ſchien, ihnen durchaus gleichſtehen zu wollen. Was mehr war,— er ſetzte ihn in den Stand, große Summen zu verdienen. Es ergab ſich, daß die erkaufte Brig ſo raſch ſegelte, als er erwartet hatte; überdieß verleugnete ſie den Ruf eines„glück⸗ lichen“ Schiffes, welchen ſie ſich bei ihrem erſten Kreuzzuge erwarb, auch ſpäter nicht, und ihr Befehlshaber nnd Eigen⸗ thümer hatte ſtets die beſten Matroſen zur Hand. Der Statthalter verkaufte den Jonas an die Kaufleute und nahm Betts die Martha ab, welche er jetzt als Packetboot regelmäßig und in beſtimmten Stunden von einem Punkte der Inſeln zu dem andern laufen ließ. Dreimal wöchentlich ging ſie vom Riff in die Bucht der Kuppe, und einmal alle vierzehn Tage nach der Rancocus⸗Inſel. Außer ihren übrigen Dienſt⸗ leiſtungen hatte dieſe Schluppe auch die Briefe zu befördern. Eine Verordnung in Bezug auf das Poſtweſen wurde vom Rathe entworfen und von dem Statthalter beſtätigt. In jener Zeit, und in einem ſo einfachen und praktiſchen Gemeinweſen durften neugebackene Theorien über angebliche Menſchenrechte ſich nicht in Anordnungen miſchen, welche die Wohlfahrt und die Bequemlichkeit des Volkes unerläßlich machten. Glücklicherweiſe gab es noch keine Zeitung hier,— eine Art Luxusartikel, welcher, wie der Galgen, erſt kommt, wenn die Geſellſchaft ihrem Verderbniß entgegen ſchreitet, oder, wenn er einem in das V Oeffentli haben ſo Oeffentlie Wenn wi behalten dem tägli man ihm heit, in e entgegenge Hätte ſie unter k Bildung e lich alsbal Coloniſten durch bezal Poſtamtes konnte der Unwiſſenhe daß man z welchen Pu war, um d könne, daf Poſtanſatzes vermöchte. Kuppe und allgemeines, ſtützten, mel wenn ſie ſo e bewähr⸗ rwähnten ehran des r Colonie ntlemen“ en ſchien, dar,— er nen. Es „ als er 8„glück⸗ Kreuzzuge nd Eigen⸗ Kaufleute Jacketboot unkte der tlich ging vierzehn n Dienſt⸗ befördern. zurde vom In jener neinweſen chenrechte fahrt und „— eine nt, wenn her, wenn — 207— er einem ſolchen Zuſtand ein wenig vorhergeht, ſie gewiß bald in das Verderben führt. Ohne allen Zweifel iſt die unbehinderte Oeffentlichkeit unerläßlich, wenn die Wahrheit freien Umlauf haben ſoll; und eben ſo gewiß iſt es, daß die unbehinderte Oeffentlichkeit der Verbreitung von Lügen ſehr zu ſtatten kommt. Wenn wir ohne den Beſitz eines dieſer Vortheile nicht wohl⸗ behalten leben können, ſo können wir dieß auch nicht unter dem täglich, ſtündlich wachſenden Einfluſſe des andern— gebe man ihm einen Namen, welchen man will. Wenn die Wahr⸗ heit, in einem Sinne, höchſt wichtig iſt, ſo iſt die Lüge, im entgegengeſetzten Sinne, gleichfalls höchſt wichtig. Hätte man eine Zeitung auf dem Krater gehabt, und ware ſie unter der Leitung irgend eines Weltweiſen ohne Talent oder Bildung erſchienen, ſo hätte dieſes Allerweltskind wahrſchein⸗ lich alsbald entdeckt, daß eine Beeinträchtigung der Rechte der Coloniſten darin liege, daß man ſie zwinge, ihre Briefe nicht durch bezahlte Boten, ſondern auf dem Wege des regelmäßigen Poſtamtes zu verſenden. Da ein ſolcher Mann nicht da war, konnte der Gemeingeiſt in dem Genuſſe ſeiner hausbackenen Unwiſſenheit verbleiben, die ſich mit der Thatſache begnügte, daß man zwar einen Brief von dem Riff in die Bucht, zwiſchen welchen Punkten der Verkehr regelmäßig und ununterbrochen war, um die Hälfte des Geldes, das die Poſt forderte, bringen könne, daß man ihn aber nicht für das Zwanzigfache des Poſtanſatzes an manche andere Orte der Colonie zu ſchicken vermöchte. Es iſt daher wahrſcheinlich, daß die Leute auf der Kuppe und auf dem Krater einſahen, daß ſie, indem ſie ein allgemeines, auf das Gemeinwohl berechnetes Syſtem unter⸗ ſtützten, mehr für die Ausbreitung der Sittigung thaten, als wenn ſie ſogleich die Henne todt geſchlagen hätten, um auf — 208— die kürzeſte Weiſe zu dem Neſt mit den goldenen Eiern zu kommen. „Kurz, die Kratermänner waren froh, als ſie die Martha ſo regelmäßig von einem Orte zum andern laufen ſahen, um Briefe und Päcke zu beſorgen; denn man hatte der Erſparniß wegen keine Trennung der Geſchäfte zugelaſſen, und am Jahres⸗ ſchluſſe fand man, daß die Colonie keinen beſondern Zuſchuß zu leiſten hatte. Im Ganzen konnte man das Unternehmen als gelungen betrachten, und da die Uebung in ſolchen Dingen gewöhnlich förderlich iſt, verſicherte man ſich nach wenigen Monaten, daß wieder ein wichtiger Schritt auf dem Wege der Civiliſation gethan worden ſei. Die, Coloniſten waren im Ganzen gewiß kein briefſchreibendes Volk zu nennen; aber die Leichtigkeit des Verkehres half bald nach und die Einführung der Poſt äußerte mit der Zeit einen wohlthätigen Einfluß auf die ganze Colonie. Die zwei Brigs waren noch nicht lange verkauft und die Martha kam eben in den Beſitz der Regierung, als die Ober⸗ behörden einen Ausflug in ſämmtliche Anſiedelungen an Bord der Schluppe zu machen beſchloſſen. Man beabſichtigte, ſtatiſtiſche Notizen zu ſammeln; der Hauptzweck war aber perſönliche Beobachtung mit Rückſicht auf künftige Schritte der Geſetzgebung. Der Statthalter, der Secretär, der Staatsanwalt und die Mehrzahl der Rathsmitglieder nahmen Theil, und da man Geſchäfte und Erholung vereinigen wollte, wurden die Frauen nicht ausgeſchloſſen. Da man die Nacht nicht an Bord der Martha zubringen mußte, wurde dieſes Schiff hin⸗ ſichtlich aller übrigen Zwecke für hinreichend geräumig befunden, obgleich die Reiſe volle vierzehn Tage dauern ſollte. Eine reichende geben, wi wir geder und das was ſie t Die Bucht; ſe Perſonen auf die R jedoch nich dem Vulk thätig war Wichtigkeit Die A in einer k Anlegen n Anker. Der§ erſtiegen. nahm ihn mannigfach zeigte ſich des Statthe Inſel hatte und da ſie Meilen bere Durchmeſſer Fuß über de gedehnten S 238— 246 Eiern zu Martha hen, um Erſparniß Jahres⸗ Zuſchuß ternehmen n Dingen wenigen Wege der varen im aber die inführung nfluß auf t und die die Ober⸗ an Bord bſichtigte, war aber Schritte walt und und da urden die nicht an Schiff hin⸗ befunden, — 209— *Eine kurze Skizze dieſer Reiſe wird dem Leſer eine hin⸗ reichende Vorſtellung von dem jetzigen Zuſtande des„Landes“ geben, wie die Coloniſten ihr Gebiet nun zu nennen begannen; wir gedenken daher den Reiſenden Tag für Tag zu folgen und das Weſentliche von dem zu berichten, was ſie ſahen und was ſie thaten. Die Martha ſegelte um acht Uhr des Morgens aus der Bucht; ſie hatte ſiebenzehn Reiſende an Bord, zwei bis drei Perſonen nicht gerechnet, welche ihr regelmäßiges Geſchäft auf die Rancocus⸗Inſel hinüber führte. Die Schluppe hielt jedoch nicht unmittelbar auf jene Inſel ab, ſondern ſteuerte dem Vulkane zu, welcher in der letztern Zeit nicht mehr ſo thätig war, wie früher, und deſſen nähere Unterſuchung von Wichtigkeit ſchien. Die Martha war ein ſehr raſches Fahrzeug und lag bald in einer kleinen Bucht, auf der Leeſeite der Inſel, wo ein Aulegen nicht nur thunlich, ſondern leicht war, ruhig vor Anker. Der Krater wurde zum erſten Male ſeit ſeinem Beſtehen erſtiegen. Alle in dem Geleite gingen hinauf und Heaton nahm ihn mittelſt ſeiner Inſtrumente auf. Die Anhäufung mannigfacher Stoffe, beſonders Aſche und Schlacken— Lava zeigte ſich nur in wenigen, kleinen Streifen— hatte ſich ſeit des Statthalters erſtem Beſuche ſehr bedeutend vermehrt. Die Inſel hatte jetzt gegen zwei(engliſche) Meilen im Durchmeſſer, und da ſie faſt rund war, konnte man den Unkreis auf ſechs Meilen berechnen. Der Krater ſelbſt maß eine halbe Meile im Durchmeſſer und erhob ſich in jenem Augenblicke volle tauſend Fuß über die Oberfläche des Meeres. In der Mitte dieſes aus⸗ gedehnten Schlundes waren drei kleinere Krater oder Kamine, 238— 240. 14 — 210— durch welche das innere Feuer ſich Luft machte. Innerhalb des Kraters, vierhundert Fuß etwa unter ſeinem Gipfel, hatte ſich eine Fläche gebildet, welche bereits jene ſchwefelige, unheim⸗ liche Farbe annahm, die man in der unmittelbaren Nähe von thätigen Vulkanen gewöhnlich zu ſehen pflegt. Dann und wann hörte man es im Innern wie verlornen Donner brüllen und murren; dann folgte ein ziſchender Ton, wie wenn man das Ventil eines Dampfkeſſels raſch öffnet, und nun pflegte ein Knall im Geleite von Rauch und Steinen zu kommen; die letzteren flogen zuweilen mehrere hundert Ellen in die Höhe und fielen dann auf die Fläche des Kraters. Dieſe Ausbrüche waren jedoch jetzt viel ſeltener als ehemals. Alle Beobachtungen, welche man hier anſtellte, führten zu der Anſicht, daß die unterirdiſchen Feuerherde ſich einer Zeit näherten, wo ſie unthätig wurden und wo ſich die einge⸗ ſperrten Kräfte einen andern Ausweg bahnen mußten. Nachdem man einen halben Tag in und um den Vulkan hingebracht hatte, faßten ſelbſt Bridget und Anne ſich ein Herz und ſtiegen von den bereiten Armen ihrer Gatten unter⸗ ſtützt, empor. Sie ſahen ſich für ihre Mühe belohnt, obgleich Beide erklärten, ſie würden der Inſel, nach dem nähern Anblick ihrer Schrecken ſowohl, wie ihrer Schönheiten, ſtets mit großer Achtung gedenken. Nachdem die Martha von dem Vulkan abgehalten hatte, lief ſie unmittelbar nach leewärts und erreichte gegen Sonnen⸗ untergang die Rancocus⸗Inſel. Hier trat die Schluppe in den gewöhnlichen Hafen, und die Reiſenden gingen, mit Aus⸗ nahme der Schiffsmannſchaft, an das Land. Wegen der klei⸗ nen Anzahl Menſchen, welche hier wohnten, war das Fort ſtets im Stand erhalten worden, obgleich man wegen der Beſuche denn mi ſchiedene fuhren, Uruni, anher g behilflich Colonie verſchiede in dieſen Niemand gezogen r Die als fünfz der letzter bis ſechs hielten di auch bere Menge, u Anfal Arbeiter l von welche regelmäßig welche ma neuen Gebe jedoch in ſü wurden, eb Die 2 Gemüſe u. wendeten, Innerhalb pfel, hatte „ unheim⸗ Nähe von verlornen nder Ton, ſch öffnet, d Steinen hundert Kraters. ehemals. „ führten ſich einer die einge⸗ 1. n Vulkan ſich ein en unter⸗ „obgleich n Anblick nit großer en hatte, Sonnen⸗ luppe in mit Aus⸗ der klei⸗ das Fort egen der — 211— Beſuche von Eingeborenen nicht ſehr beſorgt zu ſein brauchte; denn mit Ausnahme der Kannakas, welche an Bord der ver⸗ ſchiedenen Schiffe, auf denen ſie dienten, ſtets hin und her fuhren, hatte ſich ſeit dem öffentlichen Beſuche des jungen Uruni, welcher, wie ſich der Leſer erinnern wird, Arbeiter anher geführt hatte, um bei der Anlage der Colonie⸗Gärten behilflich zu ſein, kein Eingeborner auf irgend einer Inſel der Colonie blicken laſſen. Die Macht, und zumal die Menge der verſchiedenen Schiffe ſchien die Frage wegen des Uebergewichts in dieſem Theile des Ozeans dauernd beſeitigt zu haben, und Niemand dachte mehr daran, daß dieſer Punkt in Zweifel gezogen werden könne. Die Bevölkerung der Rancocus⸗Inſel betrug nicht mehr als fünfzig Köpfe, Frauen und Kinder eingerechnet. Die Zahl der letzteren war jedoch noch gering; jedes Jahr kamen fünf bis ſechs zur Welt, und kaum ein einziges ſtarb. Die Männer hielten die Mühle in Thätigkeit und lieferten Holz jeder Art; auch bereiteten ſie Ziegelſteine und Kalk in hinreichender Menge, um für den Bedarf der anderen zwei Inſeln zu ſorgen. Anfangs hatte man es für nothwendig erachtet, mehr Arbeiter hier zu beſtellen; lange aber vor dem Augenblicke, von welchem wir ſprechen, hatten die Coloniſten ſich in ihren regelmäßigen Wohnungen eingeniſtet, und die Baumaterialien, welche man jetzt brauchte, wurden nur zu Anbauten und zu neuen Gebäuden verwendet. Dieſe letzteren erhielten die Leute jedoch in ſteter Thätigkeit, obgleich ſie ſich, da ſie gut bezahlt wurden, eben nicht beſchwerten. Die Martha kam nie herüber, ohne Obſt, Früchte, Gemüſe u. ſ. w. mitzubringen; denn die Rancocuſaner ver⸗ wendeten, wie die Holzſchneider überall zu thuu pflegen, auf 14* Gärtnerei und Ackerbau nur wenig Sorgfalt. Die Inſel war nicht unergiebig und ertragfähiger Boden für einige tauſend Köpfe fehlte nicht; wer aber den Krater und die Kuppe kannte, für den hatte dieſe Inſel nur wenig Anziehendes in Bezug auf Landbau, und Niemand dachte daran, hier die gewöhnlichen Bedürfniſſe des Lebensunterhalts erzielen zu wollen. Die„Beſucher,“ wie ſich unſere Geſellſchaft nannte, erkundigten ſich nach dem Zuſtande der Thiere, welche man an den Bergſeiten und Weideplätzen der Inſel frei umherlaufen ließ, um ihre Nahrung zu ſuchen. Die Schweine hatten ſich, wie gewöhnlich, bedeutend vermehrt; man zählte deren zwei⸗ hundert und darüber, obgleich die Hälfte vielleicht Friſchlinge waren. Die Arbeiter ſchlachteten gelegentlich eines dieſer Thiere; ſie vermehrten ſich aber ſo raſch, daß man vorherſah, man müſſe jährlich eine Jagd anſtellen, um ſie nicht überhand nehmen zu laſſen. Den Ziegen ſchien der Aufenthalt ſehr zu behagen; ſie ſuchten aber mit Vorliebe die hohen Klippen⸗ kämme auf und ließen ſich ſelten in der Nähe des Forts ſehen. Die Zahl der Kühe war auf fünf geſtiegen, und die Leute hatten Milch die Fülle. Das Geflügel war, wie in dem ganzen Gebiete, in dem erfreulichſten Zuſtande; der große Ueberfluß an Früchten, Würmern, Inſecten u. ſ. w., machte die Fütterung unnöthig, obgleich indianiſches Korn in dem ganzen„Lande“ faſt umſonſt zu haben war. Dieſes Korn wurde ſelten eingethan, wenn man es nicht brauchte, und man ſchickte die Maſtſchweine ohne Weiteres auf die Felder hinaus. Uebung und Erfahrung hatten die Coloniſten in Betreff der Mäſtung ihrer Schweine bedeutend gefördert. Man behielt die Thier und bra Waldung obgleich und ange indianiſch nen die ſie wurd und dann Folge die hafter, d hatten. Von Gruppe, Niederlaſſ Colonie le delungen machen. Bei überarbeite kommen fo auf die He einnimmt, tiger, geſit ſein,— ol es ſei nich Kinder, be und Vorzüt Es gi menſchlicher Inſel war ge tauſend die Kuppe ehendes in „hier die rzielen zu ft nannte, he man an nherlaufen atten ſich, eeren zwei⸗ Friſchlinge nes dieſer vorherſah, überhand lt ſehr zu Klippen⸗ erts ſehen. die Leute 2 in dem der große „ machte in dem ſes Korn hte, und die Felder n Betreff in behielt die Thiere in der Gruppe, bis ſie anderthalb Jahr alt waren, und brachte ſie dann in zahlreichen Heerden in die reichen Waldungen der Kuppe. Hier hatten ſie Eicheln im Ueberfluß, obgleich die Kannakas, welche man zu dieſem Geſchäfte beſtellt und angewieſen hatte, ihnen regelmäßig ihre Hauptnahrung, indianiſches Korn, gaben. Wenn die Schlachtzeit kam, erſchie⸗ nen die Coloniſten und nahmen ihre Schweine in Anſpruch; ſie wurden alle auf der Kuppe geſchlachtet und eingeſalzen, und dann in Fäſſern auf die„Pflanzungen“ gebracht. In Folge dieſes Wechſels war das Fleiſch ſchöner und ſchmack⸗ hafter, da die Thiere hier kühlere Luft und reinere Nahrung hatten. Von der Rancocus⸗Inſel ſegelte die Martha nach der Gruppe, und der Statthalter und die Räthe beſuchten alle Niederlaſſungen. Die Grundſätze, welche die Regierung der Colonie leiteten, wichen in Betreff der Ausdehnung der Anſie⸗ delungen von denen ſehr ab, welche ſich in Amerika geltend machen. Bei uns wird ein großer Strich Landes oberflächlich überarbeitet, wodurch die Sittigung raſch, aber ſehr unvoll⸗ kommen fortſchreitet Wenn das Volk der vereinigten Staaten auf die Hälfte des Gebietes beſchränkt wäre, welches es jetzt einnimmt, ſo würde es ohne allen Zweifel glücklicher, mäch⸗ tiger, geſittigter, und in Sitten und Gefühlen minder roh ſein,— obgleich es Hochverrath wäre, andeuten zu wollen, es ſei nicht in ſeiner Geſammtheit, Männer, Frauen und Kinder, bereits auf dem Höhepunkt aller dieſer Eigenſchaften und Vorzüge. Es gibt jedoch eine„richtige Mitte“ in der Dichtheit menſchlicher Bevölkerung, wie in allen anderen Dingen, und — 214— dieſe iſt vielleicht ſelbſt in den am meiſten bevölkerten dreizehn alten Staaten bis jetzt noch nicht erreicht worden. Nun hatte aber Mark Woolſton in Europa die Vortheile der Vereinigung phyſiſcher Kraft zu genau kennen gelernt, um ihren Werth nicht zu würdigen; und er bemühte ſich früh ſchon, dem oberflächlichen Gehaben entgegen zu treten. Er war entſchloſſen, die Anſtedelungen ſich nicht raſcher ausdehnen zu laſſen als nothwendig war, und daß mit dieſer Aus⸗ dehnung die der Geſittung möglichſt gleichen Schritt halten ſolle. In Folge dieſes Verfahrens erhielt das Land, ſo weit ſich die Anſiedelungen erſtreckten, bald ein dem Auge wohl⸗ thuendes Anſehen. Es gab vier oder fünf Punkte, welche eine Ausnahme von dieſer Regel machten, da man es für geeignet gehalten hatte, beſonders der Wallfiſchfänger wegen, dort Niederlaſſungen zu gründen. Eine, und zwar die ausgedehnteſte dieſer Niederlaſſungen lag in der Wallſiſchbucht, in der unmittelbaren Nähe der Speckinſel, wo ein Dorf entſtanden war, in welchem ſich Werkſtätten von Kupferſchmieden, Seilern, Zimmerleuten u. ſ. w. fanden, und wo Leute mit Faßbinden, Netzemachen, Bootbauen und dergleichen beſchäftigt waren. Auch drei bis vier Schiffsmeiſter und Steuermänner, und verſchiedene Boot⸗ ſteuerer wohnten hier. Im Ganzen mochte dieſer Punkt gegen fünfzig Häuſer zählen, von denen zwei Drittheile ſich zu einem zerſtreut liegenden Dorfe vereinigten, während die übrigen aus etwas entfernteren Höfen beſtanden. Alles deutete hier auf Thätigkeit und gedeihliche Geſchäfte. Die Kaufleute nahmen den Thran, ſobald er bereit war, und gaben Eiſenſtangen, Hanf, Reife und andere ſolche Gegenſtände dafür hin; der Schmied arbeitete emſig an ſeinem Ambos, und na bedurfte, Mi ſeine für geben. verkauft Er lag Bord zu melt wor Sau Saundere gekommen ſein, fühl nie müde die Geſche Was eine unge Wallfiſchf zogen hatt Straßen, reinlich ur gewachſen hundert F Lava ruhte Dieſe dert, ſo da junger Bä welche die Fuß nicht! für das Au en dreizehn Vortheile elernt, um ſich früh reten. Er ausdehnen ſer Aus⸗ ritt halten , ſo weit uge wohl⸗ belche eine r geeignet gen, dort rlaſſungen Nähe der ſcchem ſich merleuten bemachen, h drei bis ene Boot⸗ nkt gegen zu einem rigen aus Geſchäfte. var, und genſtände Ambos, und nahm für ſeine Mü he jene Artikel, deren er zunächſt bedurfte, um ſein Geſchäft mit Erfolg zu betreiben u. ſ. w. Mittlerweile war der Rancocus zurückgekehrt und hatte ſeine für das„Binnenland“ beſtimmte Ladung am Riff abge⸗ geben. Der nach Hamburg geſendete Thran war vortheilhaft verkauft worden und die Rückfracht erwies ſich als trefflich. Er lag jetzt in der Wallſiſchbucht, um den Thran wieder an Bord zu nehmen, welcher während ſeiner Abweſenheit geſam⸗ melt worden war.. Saunders war geſchäftig wie eine Biene; und Miſtreß Saunders, welche von ihrer Wohnung auf der Kuppe herüber gekommen war, um ſo lange als möglich um ihren Gatten zu ſein, fühlte ſich ſo glücklich als der Tag lang war, und ſchien nie müde zu werden, den übrigen Bewohnerinnen der Bucht die Geſchenke vorzuzeigen, welche ihr die Reiſe zugeführt hatte. Was das Riff ſelbſt angeht, ſo erhob ſich hier allmählich eine ungemein ſchön gebaute Stadt. Seitdem alles auf den Wallfiſchfang bezügliche Gewerke ſich in die Bucht zurückge⸗ zogen hatte, waren alle Unannehmlichkeiten beſeitigt, und die Straßen, Kaie und öffentlichen Spaziergänge waren überaus reinlich und niedlich. Die Bäume waren wundervoll empor⸗ gewachſen und die Gärten ſo grün und friſch, als hätten ſie hundert Fuß Lehm unter ſich, während ſie doch auf bloßer Lava ruhten. Dieſe Gärten hatten ſich an Zahl und Ausdehnung gemin⸗ dert, ſo daß die ganze Stadt in Raſengrün und den Schatten junger Bäume gebettet zu ſein ſchien. Dieſe Räume, auf welche die Sonne einſt ſo heiß brannte, daß man den bloßen Fuß nicht darauf ſetzen konnte, waren jetzt kühl, friſch, und für das Auge und das Herz zumal erquickend. ——— Die Straßen waren enge, wie man es in warmen Kli⸗ maten liebt,— denn ſie geben auf dieſe Weiſe Schatten und vermehren den Luftzug. Die Hinterſeiten der Wohnungen boten Raum für Bewegung in der freien Luft und für den Pflanzenwuchs. Die Zahl der Häuſer auf dem Riffe war jetzt auf vier und ſechszig geſtiegen, während die Waarenhäuſer, die öffentlichen Gebäude u. ſ. w. die Zahl der Dächer bis auf hundert ſteigerten. Wenn man das Colonie⸗Haus und die Waarenlager abrechnet, waren dieſe Gebäude allerdings nicht ſehr groß; ſie hatten aber doch eine anſehnliche Ausdehnung und waren zierlich und anſprechend gebaut. Das Colonie⸗ Haus war, wie bereits erwähnt, groß, und obgleich es einfach war, ſo hatte man doch gewiſſe Verzierungen angebracht, welche ihm ein ſtattliches Ausſehen gaben. Jedes Gebäude, ohne Ausnahme, hatte irgend eine Art Veranda,*) und da die meiſten jetzt von Buſchwerk und Weinlaub umhüllt waren, gaben ſie liebliche Nuheplätze für die heißen Stunden des Tages ab. Durch eine ſehr einfache Vorrichtung wurde Waſſer mit Luftſegeln aus der reichſten Quelle des Platzes gepumpt und mittelſt hölzerner Röhren in alle Wohnungen der jungen Stadt geführt. Dieſe Röhren liefen durch die Gärten, wo ſie nicht im Wege waren und zugleich das nöthige Waſſer zur Erfriſchung der Pflanzen lieferten. Außerhalb der Stadt hatte man ein regelmäßiges Ver⸗ fahren eingeführt, durch welches der Boden ſtets weiter aus⸗ gebreitet wurde. Wenn man Steine brauchte, wurden Felſen geſprengt, wobei nur das natürliche Kai um die Inſel ver⸗ *) Altan mit Gittergeländer. Der Ueberſetzer. ſchont b das auf jedes D dieſem der Lehn nur geeb Auf baren N konnte v von einer hendem Der wahrer J und ſeine ten nicht die köſtlich Baumgru Grün, als tor läge, im Geleit ſtreifen, d eben ſo vie Die. als gemein Jeder muß Arbeitslohn ſeines Arbe gewiſſe Me war durch Gartenaufſ armen Kli⸗ hatten und Vohnungen d für den e war jetzt renhäuſer, er bis auf 3 und die ings nicht isdehnung Colonie⸗ es einfach ngebracht, Gebäude, ) und da lt waren, nden des zaſſer mit umpt und gen Stadt ſie nicht friſchung ges Ver⸗ iter aus⸗ n Felſen nſel ver⸗ erſetzer. ſchont blieb. Die ſo entſtandenen Aush das auf, was der Bodenbildung zuträglich war, und Ein Tag jedes Monates war zu gemeinſamer Arbeit beſtimmt. An dieſem Tage geſchah wenig anderes, als daß man Erde von der Lehminſel, welche nichts weniger als erſchöpft, oder auch nur geebnet war, anher ſchaffte und in dieſen Räumen vertheilte. Auf dieſe Art war eine bedeutende Strecke in der unmittel⸗ baren Nähe der Stadt bereits beſäet und bepflanzt, und man konnte von der Stadt bis zum Krater— eine Entfernung von einer Viertelmeile— auf grünem Raſen und. unter blü⸗ hendem Gebüſch und jungen Bäumen luſtwandeln. Der Krater ſelbſt war, was die Vegetation betraf, ein wahrer Juwel. Seine Kokosbäume trugen reichliche Früchte, und ſeine Feigen⸗, Orangen⸗ und Citronen⸗Wäldchen gewähr⸗ ten nicht nur den herrlichſten Anblick, ſondern lieferten auch die köſtlichſten Gaben. Der Gipfel war theilweiſe mit reichen Baumgruppen bedeckt, und die Durchgänge boten ein ſo dunkles Grün, als ob der Platz zwanzig Grade ferner von dem Aequa⸗ tor läge, als dieß wirklich der Fall war. Hier durfte Kitty im Geleit einer zahlreichen Nachkommenſchaft noch frei umher⸗ ſtreifen, denn der Statthalter ſchien anzunehmen, ſie habe eben ſo viel Recht auf dieſen Platz, als er ſelbſt. Die Krater⸗Ebene war faſt g als gemeinſchaftlicher Garten für alle Jeder mußte hier eine be öhlungen nahmen alles anz angebaut und wurde Stadtbewohner betrachtet. ſtimmte Anzahl Tage arbeiten, oder Arbeitslohn bezahlen, dagegen konnte Jeder, nach dem Belaufe ſeines Arbeitsbeitrages, täglich kommen oder ſchicken, und eine gewiſſe Menge Früchte, Gemüſe u. ſ. w. holen. Alles dieß war durch eine ſtädtiſche Verordnung ſtreng geregelt, und der Gartenaufſeher hatte Befehl, über den Vollzug dieſer Einrich⸗ ——— — 218— tungen ſorgfältig zu wachen; der Statthalter hatte ihm jedoch bedeutet, daß er, ſo lange die Bevölkerung noch ſo gering und der Ertrag ſo reich ſei, ſich keiner unnützen Härte ſchuldig zu machen habe. Die ganze Bevölkerung des Riffes belief ſich, wie dieſer Beſuch ergab, auf dreihundert ſechs und zwanzig Seelen; ein Drittheil etwa hatte jedoch das zwölfte Jahr noch nicht erreicht. Während man die Kannakas bei dieſer Zählung ausſchloß, rechnete man die abweſenden Seeleute ein, deren Familien hier ihren dauernden Wohnſitz hatten. Der Anſiedelung an Dunks' Bucht haben wir ſchon erwähnt, und wir wollen nur noch bemerken, daß der Anbau dort vorgeſchritten war und ſich ausgedehnt hatte, und daß die Bevölkerung ſich mehrte, wie die Bäume ſich ſchattiger ausdehnten. Eine andere ähnliche Niederlaſſung war an der Oſt⸗Bucht gegründet worden, wo Mark Woolſton einſt den Weg in die offene See gefunden hatte, indem er durch eine ſchmale, halb verſteckte Mündung ausgelaufen war. Dieſe Einfahrt wurde jetzt häufig von den Wallſiſchfängern benützt, welche in dem Freien draußen auf viele Wallfiſche ſtießen und es bequem fanden, ſie am Schlepptau in dieſes große Waſſerbecken zu bringen und hier zu zerlegen. Von hier wurde der Speck in Lichtern zur Wallſiſchbucht befördert, um dort ausgetrocknet zu werden. Dieſe Einrichtung machte es unnöthig, den Fiſch fünf und zwanzig Meilen im Schlepptau zu verführen, und kam oft dem Verluſte des Thieres zuvor; denn heftige Stürme wurden den Fahrzeugen in den äußeren Durchgängen und an der eiſenumgürteten Küſte zuweilen gefährlich. Dieſe Benützung des Platzes hatte eine Niederlaſſung in der Näh und tägl jetzt in i zurückſta⸗ Die hafen, w im Auge leiſten kö Hof, eine ein befeſt Die widmete, Riff umg Beſchaffen aber fand Hauptwaf bindung ſ pfade, wel den Kanäl ſelbſt aber einzelnen handen un Hier, wie üppig und welche an um zu dieſ Der„ ſo paſſend auch häufig kaum, um jm jedoch rring und huldig zu vie dieſer eelen; ein t erreicht. zusſchloß, ilien hier iir ſchon r Anbau und daß ſchattiger ſt⸗Bucht eg in die lle, halb rt wurde in dem bequem decken zu Speck in getrocknet den Fiſch en, und Stürme und an ſſung in der Nähe zur Folge, welche bereits ſehr vorgeſchritten war und täglich ein geſittigteres Ausſehen erhielt, obgleich ſie bis jetzt in dieſer Beziehung hinter allen übrigen„Pflanzungen“ zurückſtand. Die Weſt⸗Bucht war eine Art Schiffsſtation und Ausguck⸗ hafen, wo man das Gebahren der benachbarten Inſelbewohner im Auge hatte. Man hatte jedoch hier noch nichts Bedeutendes leiſten können; Alles, was man hier fand, war ein einzelner Hof, eine kleine Batterie, welche die Einfahrt beherrſchte, und ein befeſtigtes Haus, das zugleich als Schenke diente. Die Bevölkerung der Gruppe, welche ſich dem Landbau widmete, wohnte den verſchiedenen Kanälen entlang, die das Riff umgaben. Man hatte bei der Wahl der Höfe auf die Beſchaffenheit des Bodens Rückſicht genommen; im Ganzen aber fand man auf eine Stunde von dem Riff und an den Hauptwaſſerſtraßen, die mit den verſchiedenen Inſeln in Ver⸗ bindung ſtanden, jetzt keinen herrenloſen Raum mehr. Fuß⸗ pfade, welche auch von Pferden benutzt werden konnten, führten den Kanälen entlang von einem Hofe zum andern; die Kanäle ſelbſt aber dienten als Hauptverbindungsmittel zwiſchen den einzelnen Nachbarn. Boote aller Art waren in Ueberfluß vor⸗ handen und man ſah ſie ſtets nach allen Seiten hin rudern. Hier, wie überall in der Colonie, war der Pflanzenwuchs üppig und wundervoll. Man ſah Bäume um die Häuſer, welche an anderen Orten die dreifache Zeit gebraucht hätten, um zu dieſer Höhe empor zu wachſen. Der„Beſuch“ endigte an der Kuppe. Dieſer Ort, der ſo paſſend mit dem Eden⸗Garten verglichen worden war und auch häufig ſo genannt wurde, bedurfte der Hand des Menſchen kaum, um ſein er maleriſchen Schönheit irgend etwas hinzuzu⸗ — 220= fügen. Verſchiedene Stellen waren freilich angebaut worden, um ſeine etwa dreihundert Köpfe zählende Bevölkerung zu nähren; bei weitem der größere Theil der Inſel war aber zu Weideplätzen beſtimmt. Die meiſten Häuſer waren von Steinen erbaut, welche man an den Seiten gebrochen hatte; ſie waren kühl und zumal feſt und tüchtig, aber nicht von bedeutender Höhe. Auf dem Hofe, welcher des Statthalters perſönliches Eigen⸗ thum war, erhob ſich ein ziemlich anſehnliches Haus; es war niedrig, wie alle übrigen, aber von bedeutendem Umfange. Hier brachte Bridget jetzt faſt ihre ganze Zeit hin, denn dieſer Aufenthalt ſchien für die Kinder der zuträglichſte. So kühl und geſund war die Luft auf der Kuppe, daß hier zwei Schulen entſtanden, denen ein großer Theil der Kinder der Colonie, wenn ſie das paſſende Alter erreicht hatten, übergeben wurde. Der Unterricht war anſpruchlos und man hatte vor⸗ züglich die praktiſche Seite der Erziehung im Auge. Der Statthalter hielt vor Allem darauf, dieſe jungen Geſchöpfe lehren zu laſſen, daß der Menſch ein fehlbares Weſen ſei, und der Täuſchung der Neuzeit entgegen zu arbeiten, der zufolge man annimmt, fehlbare Theile könnten ein unfehlbares Ganze bilden. Dieſes iſt ein ſchwacher Umriß des Zuſtandes der Colonie zu der Zeit, welche wir hier erreicht haben. Alles ſchien in dem beſten Fortgange zu ſein. Der Henlopen kam an, lud aus, nahm ein, ſtach wieder in See und fuhr mit allem Thran, der in der Bucht war, von dannen. Die Wallſiſchfänger begingen einen frohen Tag, denn ihre Wagniſſe lieferten einen reichlichen Ertrag, und das Geſchäftewurde mit neuem Muthe aufgenommen. Die erreicht, ein Star leicht in das Ung. Nach Woche bei die Gewoh theilen; N ſo unentbe behrlich wo war ganz§ art— zwe Werth legte ſich auf ihr wollen erſtr war ihr a hätte ſich v ut worden, lkerung zu ar aber zu on Steinen ſie waren bedeutender hes Eigen⸗ s; es war Umfange. denn dieſer So kühl hier zwei Kinder der übergeben hatte vor⸗ uge. Der Geſchöpfe Weſen ſei, eiten, der nfehlbares er Colonie ſchien in an, lud m Thran, fiſchfänger rten einen 2m Muthe 221 Die Colonie hatte, um es kurz zu ſagen, einen Höhepunkt erreicht, wo man jeden Schritt glückfördernd nennen konnte,— ein Stand der Dinge, wo Staaten, ſo wie der Einzelne, viel⸗ leicht in der größten Gefahr ſchwebte, durch ihre eigene Schuld das Unglück herauf zu beſchwören. Eilftes Kapitel. Von Herzen grauſam, ſtarken Arms, Gefahren trotzend, ſtolz und kühn, Im Glück und in der Noth derſelbe; Recht oder nicht— was kümmert'’s ihn? Doch konnt'er, wie der Hund, auch ſchmeicheln, Wollt' es ſein Vortheil, ſein Gewinn, Mit ſanfter Stimme Mitleid heucheln Und klug verſtecken ſeinen Tigerſinn. Dana(der Seeräuber.) Nach beendigtem Beſuche brachte der Statthalter eine Woche bei Bridget und ſeinen Kindern hin. Bridget hatte die Gewohnheit, ihre Zeit zwiſchen den beiden Wohnſitzen zu theilen; Mark war ihr aber als Gefährte in geiſtiger Hinſicht ſo unentbehrlich, wie ſie aus demſelben Grunde Mark unent⸗ behrlich war, ſo daß ſie nie lange getrennt blieben. Bridget war ganz Herz, und nie gab es ein Weib von ſanfterer Gemüths⸗ art— zwei Eigenſchaften, auf welche ihr Gatte weit höhern Werth legte, als auf ihre Schönheit. Ihre Wünſche beſchränkten ſich auf ihren kleinen Familienkreis; aber ihre Güte, ihr Wohl⸗ wollen erſtreckten ſich wohl über Alle, die ſie umgaben. Anne war ihr als Schweſter und Freundin theuer; aber Bridget hätte ſich vielleicht auch glücklich gefühlt, wenn das Schickſal ſie nur mit Mark und ihren zwei Kleinen auf das Riff geſchleu⸗ dert hätte. Die Kuppe, im eigentlichen Sinne, war allmählich eine Art öffentlichen Spazierganges für alle in ihrer Nähe Wohnen⸗ den geworden. Beſonders pflegte der Statthalter am frühen Morgen, ehe die Sonne zu heiß wurde, mit Vorliebe hier zu luſtwandeln und, indem er ſeine mannigfachen Pflichten erwog, auf das Meer auszuſchauen. Dieſe Stelle war wegen der Schönheit und Ausdehnung der Ausſicht ſtets einladend gewe⸗ ſen; aber der Wallſiſchfang in der Umgegend gab ihr jetzt einen neuen Reiz. Bridget und Anne begaben ſich oft hierher, um einen Wallfiſch ſchießen zu ſehen; denn es war nichts Ungewöhn⸗ liches, daß ein Knabe von der Kuppe herab eilte und den Ruf—„ein Fiſch! ein Fiſch!“ hören ließ. Auch war es kein ſeltnes Begebniß, daß die Boote einen Wallſiſch unmittel⸗ bar unter den Klippen fingen, ſo wie man die Schiffe oft windwärts ihre Beute verfolgen ſah. Dieſe Regſamkeit gab der Scene Leben und Mannigfaltigkeit und trug viel dazu bei, daß dieſer Ort mit Vorliebe beſucht wurde. Mark und Bridget beſtiegen an dem Morgen des Tages, welchen der Statthalter nach ſeiner Rundfahrt oder dem „Beſuche“ zur Rückkehr auf das Riff beſtimmt hatte, die Kuppe, als die Sonne eben aus dem Meere ſtieg. Der Morgen war ungemein lieblich, und nie hatten ſich die Herzen unſeres Ehepaares von edlerm Wohlwollen gegen ihre Mitmenſchen und von tiefer Dankbarkeit gegen Gott für alle ſeine ihnen erwieſene Güte und Gnade durchdrungen gefühlt, als in dieſem Augenblicke. Der junge Mark hielt die Hand ſeiner Mutter feſt, wäh⸗ rend der pflegten zu theile! dem Klei zu ſehen Brid die Vorſe die ihre L niſſe der warf einer gedehnt, c konnte. Alle großen Re aber dem werden. T häufen, g der blinder Daſeins ve begehrliche Götzen des entfernt, annimmt, dem Zuſtan dem des bli⸗ Bei un ſeinen recht ihrem Geſer Man ſuchte ſteigern, no . ff geſchleu⸗ ählich eine e Wohnen⸗ am frühen ebe hier zu dten erwog, wegen der dend gewe⸗ b ihr jetzt um einen Ungewöhn⸗ 2 und den ch war es unmittel⸗ Schiffe oft mkeit gab dazu bei, des Tages, oder dem hatte, die er Morgen en unſeres itmenſchen eine ihnen „als in feſt, wäh⸗ rend der Vater ſeine kleine Tochter führte. Auf dieſe Weiſe pflegten ſie ſich bei ihren täglichen Ausflügen in ihre Kinder zu theilen, da der Vater, ſo wie die Mutter, ohne Zweifel in dem Kleinen, das jedes führte, das Miniaturbild des andern zu ſehen glaubte. Bridget ſprach dieſen Morgen von der Güte, mit welcher die Vorſehung ſie überhäufte, und von den unzähligen Freuden, die ihre Lage darbot. Allüberall herrſchte Ueberfluß; die Erzeug⸗ niſſe der Inſeln mehrten ſich von Jahr zu Jahr; der Handel warf einen reichlichen Ertrag ab und der Verkehr war ſo aus⸗ gedehnt, als eine weiſe Verwaltung dieß nur immer wünſchen konnte. Alle ſolche Intereſſen ſind als Zwiſchenfälle in dem großen Rahmen des menſchlichen Glückes vortrefflich; wehe aber dem Volke, bei welchem ſie der Hauptgeſichtspunkt werden. Wie der Menſch, welcher nur lebt, um Schätze aufzu⸗ häufen, gewiß aller ſeiner edleren und beſſeren Gefühle in der blinden Habgier baar wird und der großen Zwecke ſeines Daſeins vergißt, ſo entarten auch Nationen in verderbte, feile, begehrliche Maſſen aus, wenn ſie ſtatt des ewigen Gottes dem Götzen des Handels Altäre bauen und ihn anbeten. Weit entfernt, auf ein geſundes Gedeihen, wie man gewöhnlich annimmt, hinzudeuten, gibt es kein ſchlimmeres Zeichen von dem Zuſtande eines Volks, als wenn alle anderen Intereſſen dem des bloßen Geldzuſammenſcharrens weichen müſſen. Bei unſeren Coloniſten hielt ſich der Handel bis jetzt in ſeinen rechten Grenzen; er war ein bloßer Zwiſchenfall in ihrem Geſellſchaftszuſtand, und galt auch nur als ſolcher. Man ſuchte nicht nach allen erdenklichen Mitteln, ihn zu ſteigern, noch lebte man in einem ſteten Fieber wegen ſeiner . 224 Ergebniſſe. Die Gegenſtände, welche man einführte, waren ſämmtlich für die Behaglichkeit und Sittigung der Nieder⸗ laſſungen nothwendig, und die, welche man ausführte, errang man durch eine geſunde Thätigkeit. Als ſie auf einem ſauft ſich windenden Pfade zur Höhe hinan ſtiegen, unterhielt ſich der Statthalter mit Bridget über die Rundfahrt und das, was jedes von ihnen Anziehendes oder Auffallendes geſehen hatte. In Colonial⸗Angelegenheiten mußte Mark ſeinen Rath hören; am liebſten aber tauſchte er ſeine Anſichten mit denen des lieblichen jungen Weibes an ſeiner Seite aus. Bridget war in allen ihren Gefühlen ſo wahr, in ihrem Urtheile ſo gerecht und wohlwollend, daß der, in deſſen Hand die Macht gegeben war, keinen beſſern Rath⸗ geber in ſo unmittelbarer Nähe hätte finden können. „Ich bin in Betreff des Religionsweſens in unſerm kleinen Staate beſorgter, als wegen irgend etwas Anderm,“ bemerkte der Statthalter, indem er ſeinem Töchterchen an einer ziemlich ſteilen Stelle emporhalf.—„Ich habe mich auf unſerm Beſuche bemüht, die Leute deßhalb zu erforſchen, und ich fand eine größere Mannigfaltigkeit der Anſichten, oder vielmehr der Gefühle, unter ihnen, als ich es nach den bisherigen ruhigen Zeiten für möglich gehalten hätte.“ „Die Religion iſt nach allem doch eher eine Sache des Ge⸗ fühls, als des Verſtandes, Mark,— oder ſie ſollte es ſein.“ „In einem Sinne gewiß ſehr wahr; das Gefühl müßte aber der Klugheit und Umſicht untergeordnet ſein.“ „Dieſen zwei Eigenſchaften ſollte Alles untergeordnet ſein, obgleich dieß ſelten der Fall iſt. Ich habe ſchon lange bemerkt, daß eine ziemliche Anzahl unſerer Leute die Amts⸗ thätigkeit des Herrn Hornblower ſich nur gefallen läßt. Du kann ſo genau men; vr andern S gegen mi „Un in Kenn ganz ohn „We ich dir di nicht leich Geheimni Henlopen presbyteri wanderun neulich ge „Das die Einwi und beſtim „Du ſchwerlich nicht in der zuſagt.“ „Da es auffalle geben ſoll. „Dieß du bedenkſt Beziehunge hat aber ei 238— 24 e, waren r Nieder⸗ te, errang zur Höhe idget über aziehendes egenheiten auſchte er Zeibes an fühlen ſo daß der, ern Rath⸗ :/m kleinen bemerkte r ziemlich n Beſuche fand eine mehr der n ruhigen de des Ge⸗ es ſein.“ ihl müßte ergeordnet hon lange die Amts⸗ len läßt. Du kannſt, als der biſchöflichen Kirche angehörig, dieß nicht ſo genau beobachten, und man nimmt ſich auch vor dir zuſam⸗ men; von meiner Familie aber weiß man, daß ſie einer andern Secte angehört, und man äußert ſich demgemäß offener gegen mich.“ „Und du haſt mich von dieſem wichtigen Umſtande nicht in Kenntniß geſetzt, Bridget?“ ſagte der Statthalter nicht ganz ohne Vorwurf. „Warum hätte ich deine Sorgen vermehren ſollen, indem ich dir dieſe noch aufbürdete, Mark?— Die Sache ließ ſich nicht leicht abwenden; aber ich will dir es jetzt ſagen, da das Geheimniß doch nicht lange mehr zu bewahren iſt— der Henlopen wird von ſeiner Reiſe einen Methodiſten⸗ und einen presbyterianiſchen Geiſtlichen mitbringen, wenn ſich aus⸗ wanderungsluſtige Herren dieſer Art finden; auch habe ich neulich gehört, die Freunde erwarteten einen Prediger.“ „Das Geſetz gegen die Zulaſſung von Einwanderern ohne die Einwilligung des Statthalters und Rathes iſt ſehr klar und beſtimmt,“ antwortete der Gatte mit ernſter Miene. „Du magſt Recht haben, mein Lieber; es wird aber ſchwerlich möglich ſein, den Leuten zu ſagen, ſie ſollten Gott nicht in der Weiſe verehren, welche ihrem Gewiſſen am meiſten zuſagt.“ „Da es nur einen Gott und nur einen Erlöſer gibt, iſt es auffallend, daß es mehr als eine Art, ſie zu verehren, geben ſoll.“ „Dieß iſt gar nicht auffallend, mein lieber Mark, wenn du bedenkſt, welche große Meinungsverſchiedenheit in anderen Beziehungen unter den Menſchen herrſcht. Herr Hornblower hat aber einen Fehler, und es iſt ein ſehr großer Fehler bei 238— 240. 15 — 226— einem Manne, welcher, wie er, keinen Mitbewerber in ſeinem Wirkungskreiſe hat. Er legt zu viel Gewicht auf ſeine abſon⸗ derliche Sendung, indem er von ſeinem apoſtoliſchen Amt als Geiſtlicher zu viel ſpricht und predigt.“ „Die Menſchen ſollten die Wahrheit nie bemänteln, Bridget; und am allerwenigſten in einer ſo ernſten Angele⸗ genheit, wie die Religion iſt.“ „Ganz richtig, Mark, wenn es nöthig iſt, überhaupt etwas von der Sache zu ſprechen. Genau genommen iſt aber die apoſtoliſche Nachfolge nur ein Mittel, und wenn man das Ziel erreichen kann, ohne bei ſolchen Mitteln zu verweilen, ſo ſcheint es mir beſſer, wenn wir die Vorurtheile der Leute ſchonen, auf welche wir wirken wollen. Bedenke,— es gibt nicht fünfzig Anhänger der biſchöflichen Kirche in der ganzen Colonie, und wir haben nur einen Geiſtlichen und er gehört dieſer Secte an.“ „Sehr wahr; aber Herr Hornblower wünſcht natürlich ſie Alle zu Anhängern der biſchöflichen Kirche zu machen.“ „Mir ſcheint es, er ſollte ſich begnügen, ſie Alle zu Chriſten zu machen.“ „Vielleicht hält er Beides für gleichbedeutend— ſich gegenſeitig ergänzend,“ ſetzte der Statthalter hinzu und lächelte über ſein reizendes junges Weib, die ſich ſelbſt der prieſterlichen Gewalt des Geiſtlichen ihres Gatten ruhig gefügt hatte, obgleich ſie nichts weniger als ganz in all das eintrat, was ſeine Secte von der ihrigen unterſchied. „Beſonders in ſeiner Lage ſollte er nicht vergeſſen, daß Andere vielleicht nicht in dieſer Weiſe denken. Ich glaube, daß nur ſehr Wenige nach den Gründen deſſen fragen, was man ſie in Bezug auf Religion gelehrt hat, ſondern die Dinge hinnehmen, wie ſie ſie finden.“ l ſollten D „‿ meiſten kamen. ſeine An Biſchöfli Die das Geſſ ſeine hüb Zukunft beſproche! Geſtalt d beſchleiche Allei alsbald a falt der auf der§ Bridget er ließ ſich e — nicht n die je in man die abrechnete. maſter un Größe, bej ſie liefen Einklang; zu finden Sübdoſten a in ſeinem ine abſon⸗ Amt als hemänteln, n Angele⸗ überhaupt mmen iſt ind wenn ditteln zu orurtheile edenke,— he in der en und er türlich ſie n.⸗ Alle zu — ſich nzu und ſelbſt der in ruhig n all das ſſen, daß glaube, gen, was die Dinge — 227— „Und hier finden ſie einen Biſchöflich-Geſinnten, und ſollten ihm mit Vertrauen entgegen kommen.“ „Dieß würde bei Kindern leicht ſein; die Anſichten der meiſten unſerer Leute ſtanden aber ſchon feſt, als ſie hierher kamen. Ich wünſchte, Herr Hornblower wäre weniger auf ſeine Anſichten erpicht, denn ich bin mit dir recht gern eine Biſchöflich⸗Geſinnte, mein lieber Mark.“ Die Geſellſchaft hatte den Gipfel erreicht und man ließ das Geſpräch für den Augenblick fallen. Der Statthalter und ſeine hübſche Gattin dachten jedoch kaum daran, wie ſehr die Zukunft ſich an den Gegenſtand knüpfte, welchen ſie eben beſprochen hatten, noch ließen ſie ſich träumen, in welcher Geſtalt die alte Schlange ſich anſchickte, dieſes neue Eden zu beſchleichen. Allein Begebniſſe andrer Art zogen ihre Aufmerkſamkeit alsbald auf ſich und nahmen die ganze Thätigkeit und Sorg⸗ falt der Colonie in Anſpruch. Die Geſellſchaft war kaum auf der Höhe, als die ſcharfen, lebhaften Augen der jüngern Bridget eines fremden Schiffes anſichtig wurden; und alsbald ließ ſich ein zweites und ein drittes ſehen. Mit einem Worte, — nicht weniger als drei Schiffe wurden ſichtbar— die erſten, die je in dieſem Theile des Meeres erſchienen waren, wenn man die gewöhnlichen, wohlbekannten Fahrzeuge der Colonie abrechnete. Die fremden Schiffe beſtanden aus einem Drei⸗ maſter und zwei Brigs, augenſcheinlich Schiffe von einiger Größe, beſonders das erſtere; ſie ſegelten in Geſellſchaft, denn ſie liefen in einer Art Linie, die auf mehr Ordnung und Einklang zu deuten ſchien, als man dieß bei Kauffahrteiſchiffen zu finden pflegte. Sie waren Alle in dem Winde, da ſie nach Südoſten abhielten, und traten, als man ihrer anſichtig wurde, 15* — 228— gerade in die Enge zwiſchen der Kuppe und der Gruppe, für beide völlig ſichtbar, obgleich von jedem dieſer Punkte noch ſechs bis ſieben Stunden entfernt. Wenn der Wind in dieſer Richtung anhielt, konnte er die fremden Schiffe mit Leichtigkeit ſo weit nach windwärts treiben, daß ſie unmittelbar an den weſtlichen Klippen, und folglich unmittelbar vor der Bucht vorbeiliefen. Der frühen Stunde ungeachtet waren glücklicherweiſe meh⸗ rere junge Burſche auf dem Gipfel, welche hierher gekommen waren, um die Beeren gewiſſer Pflanzen, die hier wuchſen, zu pflücken. Der Statthalter ſchrieb mit ſeinem Bleiſtift einige Zeilen an Heaton, in welchen er ihn bat, ſogleich einen Boten in die Bucht zu ſchicken und den Fiſchern zu verbieten auszu⸗ laufen; denn viele Knaben pflegten leewärts im Schatten der Klippen zu fiſchen, ſo lange die Sonne nicht ſo hoch geſtiegen war, daß die Hitze unerträglich wurde. Dieſes Briefchen ſchickte er durch eines der Bürſchchen hinab. Wie man annahm, wußten bis jetzt ſelbſt die Kannakas nichts von dem Daſein dieſer Bucht, und man hatte den ſtrengſten Befehl gegeben, daß kein Boot einlaufen ſollte, ſo lange ein Fahrzeug in der Nähe war, an deſſen Bord ſich Eingeborene befanden. In der That war die ganze Kuppe jetzt noch für alle Fremde ein eben ſo großes Geheimniß, wie zur Zeit, als Waally und ſeine Begleiter durch ihre aber⸗ gläubiſche Furcht weggeſcheucht worden waren. Nachdem der Statthalter dieſe Vorſichtsmaßregel getroffen und die übrigen Burſche bedeutet hatte, in ſeiner Nähe zu bleiben, wenn er vielleicht weitere Befehle abgehen zu laſſen wünſchte, widmete er den Fremden ſeine ganze Aufmerkſamkeit. Einige Gläſer waren ſtets auf der Kuppe, und er hielt bald das beſte in der Hand und richtete es auf die Schiffe. Br Spannu wo Maꝛ Augenbl den Gat „W der Antn „Iſt es „W nicht in und ſchei noch nich „Es weißt, da brachte, n wurden, a „Es aber dieſe entlegenen deckungsſch immer zur ein Beweig nichts wiſſ iſt dieß nic dieſer aber „Wen natürlich 3 kommen.“ „Du l der Befehls ippe, für nkte noch in dieſer eichtigkeit an den er Bucht eiſe meh⸗ gekommen ichſen, zu fft einige en Boten n auszu⸗ atten der geſtiegen Briefchen dannakas atte den ollte, ſo Bord ſich e Kuppe niß, wie re aber⸗ getroffen Nähe zu zu laſſen kſamkeit. ielt bald Bridget ſtand an ihres Gatten Seite und harrte mit Spannung, aber auch mit weiblicher Geduld des Augenblickes, wo Mark ſeine Meinung laut konnte werden laſſen. Dieſer Augenblick kam endlich, und die halb erſchreckte Gattin befragte den Gatten über ſeine Entdeckungen. „Was iſt es, Mark?“ fragte Bridget und ſchien faſt vor der Antwort zu bangen, die ſie doch ſo ſehnlich erwartete.— „Iſt es der Rancocus?“ „Wenn es der Rancocus wäre, Liebe, ſo würde er gewiß nicht in dieſer Richtung ſteuern. Das Schiff iſt ziemlich groß und ſcheint bewaffnet zu ſein; welcher Nation es angehört, iſt noch nicht zu ſehen.“ „Es iſt nicht auffallend, daß es bewaffnet iſt, Mark. Du weißt, daß die Zeitungen, welche uns Capitän Saunders mit⸗ brachte, mit Berichten von Kämpfen, die in Europa gefochten wurden, angefüllt waren.“ „Es iſt wahr, die ganze Welt iſt in Waffen; dadurch wird aber dieſes ſeltſame Erſcheinen jener drei Schiffe in dieſem entlegenen Erdenwinkel nicht erklärt. Es ſind vielleicht Ent⸗ deckungsſchiffe, denn Kriege halten ſolche Unternehmungen nicht immer zurück. Sie ſcheinen auf die Kuppe abzuhalten,— faſt ein Beweis, daß ſie von den Anſiedelungen in der Gruppe nichts wiſſen. Dort könnten ſie vor Anker gehen; hier aber i*ſt dieß nicht möglich, ohne daß ſie in die Bucht laufen; von dieſer aber können ſie nichts wiſſen.“ „Wenn es Entdeckungsſchiffe wären, würden ſie wohl natürlich zuerſt an die Kuppe, als den anziehendſten Punkt, kommen.“ „Du haſt ohne Zweifel Recht, Bridget; aber ich glaube, der Befehlshaber dieſer Schiffe würde ſeine Macht theilen und — 230— wenigſtens Ein Schiff in die Gruppe ſchicken, wenn er auch mit den beiden übrigen hierher käme. Nur die engliſche Nation jedoch würde in einem ſolchen Kriege Schiffe dieſer Art in die fernen Meere gehen laſſen, und dieſe ſehen nichts weniger als Engländern ähnlich. Ueberdieß hätten wir etwas von einem ſolchen Unternehmen durch die Zeitungen erfahren, wenn es wirklich ausgeführt worden wäre. Ein Beſuch von Reiſenden wäre ſchlimm genug; ich fürchte aber, dieſe ſind ſchlimmer als alle Naturforſcher.“ Bridget begriff ihres Gatten Beſorgniſſe in Betreff ſolcher wiſſenſchaftlicher Forſcher völlig. Bisher war die Colonie wegen der Nationalitätsfrage noch nicht behelligt worden; dieſe Niederlaſſungen waren aber in ſofern wichtig geworden, als ſte, freilich erſt im Kleinen, eine Schule für Seeleute abgaben; und man konnte fürchten, die rückſichtsloſe Politik des Stärkern würde ſie, im Fall einer Entdeckung, das gewöhnliche Schickſal des Schwächern theilen laſſen. Dieſe Furcht vor fremder Einmiſchung war der Grund, warum man ſich ſo viele Mühe gegeben hatte, die Geſchichte und den Zuſtand dieſes kleinen Staates zu verbergen; denn die Seeleute, welche nach Europa gingen, hatten den ſtrengſten Befehl, vorſichtig und verſchwiegen zu ſein. Was die Kanna⸗ kas anbelangte, ſo wußten ſie nicht genug, um ſehr gefährlich zu ſein, und konnten überhaupt von der genauen Lage der Inſeln keine Nachricht geben, wenn ſie auch mit ihrem Ver⸗ hältniſſe zu anderen Staaten beſſer bekannt geweſen wären, als dieß der Fall war, und wenn ſie daran gedacht hätten, ſie zu verrathen... Der Statthalter ſchickte jetzt ein zweites Blatt an Heaton und beauftragte ihn, die Klippen entlang Befehl zu geben, daß Nie Hütten Die Männer Vertheid ob nicht auslaufen dem Riff mahnen, Mar bereit, u trefflich g Boot, we für nöthi Die müßig, ſo liche Kauf anzuſegelr dieſe Sch Statthalt, zu geübtes Als! ſtanden, Laſtigkeit und gut b aus urthei und ein r waren in ſo oft in ausgelegten n er auch che Nation Art in die eniger als don einem wenn es Reiſenden ſchlimmer eff ſolcher Colonie den; dieſe rden, als abgaben; Stärkern Schickſal r Grund, Geſchichte en; denn ſtrengſten e Kanna⸗ gefährlich Lage der rem Ver⸗ n wären, ht hätten, n Heaton u geben, daß Niemand ſich ſehen laſſe und daß kein Feuer in den Hütten angezündet werde. Dieſem Befehle folgte ſchnell ein anderer, welcher alle Männer zuſammenrief und die gewöhnlichen Vorbereitungen zur Vertheidigung anordnete. Der Statthalter ließ auch anfragen, ob nicht raſch ein Wallſiſchboot unmittelbar unter den Klippen auslaufen und ſtark nach windwärts abhalten könne, um mit dem Riff in Verbindung zu treten und die Leute dort zu mahnen, auf ihrer Huth zu ſein. Man hatte in der Bucht gewöhnlich einige Wallfiſchboote bereit, und unter den Bewohnern der Kuppe waren einige trefflich geſchulte Ruderer. Der Statthalter befahl ein ſolches Boot, wenn es da wäre, bereit zu halten, da er es vielleicht für nöthig erachten könnte, ſelbſt in die Gruppe zu gehen. Die fremden Schiffe blieben während dieſer Zeit nicht müßig, ſondern näherten ſich der Kuppe immer mehr. Gewöhn⸗ liche Kauffahrteifahrer pflegten nicht ſo kräftig gegen den Wind anzuſegeln und ſo raſch durch das Waſſer zu gehen, wie dieſe Schiffe. Von der bedeutenden Höhe, auf welcher der Statthalter ſtand, ſchienen ſie klein zu ſein; er hatte aber ein zu geübtes Auge, um ſich in ſeiner Berechnung zu täuſchen. Als die Schiffe auf eine Stunde von den Klippen entfernt ſtanden, hielt er ſich überzeugt, daß das große Schiff eine Laſtigkeit von ſechshundert Tonnen hatte und daß es bewaffnet und gut bemannt war. So weit er von ſeiner Vogelperſpective aus urtheilen konnte, ſchien es fregattenartig gebaut zu ſein und ein regelmäßiges Kanonendeck zu haben. Solche Schiffe waren in jener Zeit ſehr gewöhnlich, da Kriegsſchluppen eben ſo oft in dieſer Art gebaut wuren, wie die neueren, tiefer ausgelegten Schiffe. Was die Brigs betraf, ſo waren ſie viel kleiner als ihr Genoſſe; ihr Gehalt betrug, wie es ſchien, weniger als zweihundert Tonnen; aber auch ſie waren bewaffnet und ſtark bemannt. Die Bewaffnung war jetzt deutlich zu erkennen und auch die Mannſchaft; denn man ſah auf den Maſten aller Schiffe eine Menge Leute, welche, wie ſie der Inſel näher zogen, die Segel zu bergen begannen. Ein Umſtand beruhigte den Statthalter in hohem Grade. Die Fremden hielten gut nach vorne ab, als wären ſie geneigt, windwärts von den Klippen vorbei zu laufen, was ihm anzu⸗ deuten ſchien, daß Niemand an Bord von dem Daſein oder dem Zuſtande der Kuppe Kunde habe. In der That hatte man ſo viel Sorgfalt darauf verwandt, die Bucht ſelbſt vor den Kannakas geheim zu halten, daß man nicht ſehr beſorgt zu ſein brauchte, das Geheimniß ſei außerhalb des Kreiſes der Coloniſten irgend einem Sterblichen bekannt. Wie das große Schiff näher zog und mehr unter die Klip⸗ pen trat, ſah ſich der Statthalter in den Stand geſetzt, ſeinen Bau und die Art ſeiner Bewaffnung beſſer in das Auge zu faſſen. Daß es Fregattenbau hatte, war jetzt gewiß, und die Stärke der Mannſchaft ſtellte ſich noch deutlicher dar, da die Leute faſt unmittelbar unter ſeinen Augen beſchäftigt waren, Segel zu bergen und beizuſetzen. Man war beſorgt, daß ſich Niemand auf der Kuppe ſehen ließ. Der Gipfel war der einzige Punkt, wo man vom Meere aus leicht geſehen werden konnte, denn der Waldſaum rund um die Klippen war nie von der Art berührt worden. Der Gipfel war aber, mit Ausnahme des einzigen, bereits erwähn⸗ ten Baumes, völlig nackt; und in jener klaren Atmoſphäre konnte man einen Menſchen ſelbſt auf ſo bedeutender Höhe leicht unterſcheiden. Ma von dier und die keit der werden. Ent unmittel konnte. Ende der viel nähr Wã des Schi in das 2 erkennen. Kannaka Bei gene dort anw ſchaffen h linge in Statthalt Waally war nicht eine Geſte die Stellt herab eine ſich aber auch ſeine Mitt! der Statt! Heaton he es ſchien, n bewaffnet deutlich zu ah auf den vie ſie der em Grade. ſie geneigt, ihm anzu⸗ daſein oder verwandt, lten, daß heimniß ſei Sterblichen r die Klip⸗ etzt, ſeinen 3Auge zu , und die r, da die gt waren, ppe ſehen om Meere num rund den. Der 3 erwähn⸗ moſphäre der Höhe Man hatte jedoch längſt für gedeckte Stellen geſorgt und von dieſen aus waren die Gläſer auf die Fremden gerichtet, und die Ausgucke, welche ihre Befehle hatten und die Wichtig⸗ keit der Vorſicht kannten, waren ohne Beſorgniß, geſehen zu werden. Endlich kamen die Schiffe ſo nahe, daß man die Gläſer unmittelbar auf das Oberdeck des Dreimaſters beſonders ſenken konnte. Die Fremden fanden es ziemlich ſchwer, das nördliche Ende der Inſel zu umſchiffen, und um dieß zu thun, traten ſie viel näher an die Klippen, als dieß ſonſt der Fall geweſen wäre. Während der Statthalter bemüht war, ſich der Nation des Schiffes zu verſichern, indem er die Mannſchaft ſchärfer in das Auge faßte, glaubte er, Eingeborene auf dem Decke zu erkennen. Anfangs gab er ſich der Anſicht hin, man habe Kannakas oder Mowries unter das Schiffsvolk aufgenomme. Bei genaueren Unterſuchungen aber ergab es ſich, daß die dort anweſenden Indianer mit dem Matroſendienſte nichts zu ſchaffen hatten. Sie ſchienen Häuptlinge zu ſein,— Häupt⸗ linge in ihrem Kriegsſchmucke. Dieſer Umſtand veranlaßte den Statthalter, noch ſchärfer auszuſchauen, und er glaubte nun, Waally unter ihnen deutlich zu erkennen. Die Entfernung war nicht ſo bedeutend, daß man nicht mit Hilfe des Glaſes eine Geſtalt, ſelbſt ein Geſicht erkannt hätte; indeſſen machte die Stellung Aller an Bord für den Beſchauer von der Höhe herab einen ſichern Blick ſchwierig. Der Statthalter überzeugte ſich aber jeden Augenblick mehr, daß Waally dort ſei, und auch ſeinen Sohn glaubte er zu erkennen. Mittlerweile war einer der Männer, welche wußten, daß der Statthalter auf der Kuppe war, mit einer Botſchaft von Heaton heraufgekommen und ſtimmte, nachdem er eines der — 234— beſten Gläſer zur Hand genommen, dem Statthalter bei. Auch Bridget hatte den furchtbaren Waally geſehen und ſprach ſich beſtimmt dahin aus, er ſei dort an Bord. Dieß konnte als eine wichtige Entdeckung gelten. Wenn Waally dort war, ſo kam er nicht in einer freundlichen Abſicht. Der Groll, welchen er gegen die Coloniſten hegte, war ein dauernder, tödtlicher. Nur der ſtarke Arm der Macht konnte ſeinen Ausbruch dämpfen; nur durch ihn war Waally in den letzten fünf Jahren in Unterwürfigkeit gehalten worden. Der Verkehr zwiſchen den beiden Inſelgruppen war in der letzten Zeit nicht ſehr bedeutend geweſen und ſchon ſeit mehreren Monaten hatte kein Fahrzeug die Fahrt nach Urnni's Inſeln gemacht. Man hatte demnach hinreichende Zeit gehabt, große Pläne zu entwerfen und ins Werk zu ſetzen, ohne daß die Colonie etwas davon erfahren hätte. Es war aber unmöglich, in dieſes Geheimniß weiter einzudringen, ſo lange die Fremden von dem Lande abhielten. Dieß thaten ſie denn auch, gingen windwärts von der Kuppe in einer Linie nach vorne und ſteuerten in einer leichten Bulinie die Klippen entlang. Der Statthalter ſchickte jetzt ein Wallſiſchboot unter Segeln aus der Bucht, mit dem Auftrage, gerade auf das Riff abzu⸗ halten und Pennock, ſo wie den dort anweſenden Mitgliedern des Rathes Verhaltungsbefehle zu überbringen. Der Brief des Statthalters war kurz, deutete aber auf die Wahrſcheinlichkeit hin, daß man Feindſeligkeiten beabſichtige, obgleich man noch nicht wiſſen könne, wohin ſie zielten. Man möge auf jeden Fall wachſam ſein und die Mannſchaft der Colonie zuſammen⸗ rufen. Der Statthalter verſprach ſelbſt hinüber zu kommen, ſobald die Fremden aus der Nähe der Kuppe wären. Mi Geſchwa Zeit ent Gehaben Unt Beſchäft Vertheid um die hinreiche war ſelb Heaton habe das und ſteur Es von den lich, daß unterſuch mit Han Unterſuch Ohne die Wilden i ſich Waa jetzt der chern Nie Es nach der war, vor brennerei lich zu ſe Sob bei. Auch prach ſich n. Wenn n Abſicht. war ein cht konnte ly in den den. Der der letzten mehreren 's Inſeln bt, große daß die ß weiter abhielten. er Kuppe n Bulinie er Segeln Kiff abzu⸗ itgliedern Brief des einlichkeit nan noch auf jeden uſammen⸗ kommen, Mittlerweile beſtieg Heaton ein Pferd und begleitete das Geſchwader auf ſeiner Rundfahrt um die Inſel. Von Zeit zu Zeit entſandte er Boten an den Statthalter, um ihn von dem Gehaben der Fremden in Kenntniß zu ſetzen. Unterdeſſen waren alle Coloniſten von ihren mannigfachen Beſchäftigungen abgerufen worden und die vorgeſchriebenen Vertheidigungsmaßregeln wurden getroffen. Da die Rundfahrt um die Inſel mehrere Stunden in Anſpruch nahm, hatte man hinreichende Zeit, Alles zu beſchaffen, und das Wallſiſchboot war ſelbſt ſchon von der Kuppe aus nicht mehr zu ſehen, als Heaton einen Boten mit der Nachricht ſchickte, das Geſchwader habe das ſüdliche Ende der Inſel erreicht, halte ſüdöſtlich ab und ſteure augenſcheinlich auf den Vulkan zu. Es wurde jetzt ungewiß, ob die Coloniſten noch Etwas von den Fremden würden ſehen können. Es war ganz natür⸗ lich, daß Seefahrer unbekannte Inſeln, wenigſtens oberflächlich unterſuchten; daraus folgte aber nicht, daß ſie, wenn ſie ſich mit Handel befaßten, ihre Weiterreiſe verzögerten, um ihre Unterſuchungen über eine ſehr beſchränkte Grenze auszudehnen⸗ Ohne die nicht mehr in Zweifel zu ziehende Anweſenheit von Wilden in den Schiffen, und die große Wahrſcheinlichkeit, daß ſich Waally unter dieſen befände, würde der Statthalter ſich jetzt der Hoffnung hingegeben haben, daß er von ſeinen Beſu⸗ chern Nichts mehr ſehen werde. Es blieb jedoch noch die Möglichkeit, daß dieſe Schiffe nach der Rancocus⸗Inſel niederliefen, wo es nicht nur leicht war, vor Anker zu gehen, ſondern wo die Mühlen, die Ziegel⸗ brennerei und die ganze Häuſergruppe von der See aus deut⸗ lich zu ſehen waren. Sobald es daher außer Zweifel war, daß die Fremden — 236— nach Südoſten geſteuert hatten, wurde ein zweites Boot aus⸗ geſchickt, um die Holzſchneider, Ziegelſteinbrenner, Steinmetzen und Holzhauer zu benachrichtigen, daß ſie Beſuch bekämen und bei deſſen Empfang die nöthige Vorſicht anwenden möchten. Das Geheimniß, dieſer ſo wichtige Punkt in der Politik des kleinen Staates, war augenſcheinlich ſehr bedroht. Es war nicht leicht zu ſagen, wie das Daſein der Colonie geheim gehalten werden ſollte, wenn die Schiffe eine Zeitlang in der Gruppe blieben; der Statthalter und Heaton, welche das größte Gewicht auf dieſes Geheimniß legten, ſahen mit Leid⸗ weſen, daß es kaum länger bewahrt werden könne. Keiner dieſer Männer ließ es ſich jedoch einfallen, ſelbſt in dieſem Punkte zu weichen, ſo lange es nicht zum Aeußerſten käme und die Umſtände es unerläßlich machten; denn man hatte dieſem, ſo wie jedem andern Intereſſe der Colonie ſo viel Sorgfalt gewidmet, daß es nicht leicht war, irgend einen ihrer Pläne zu erſchüttern. Wenigſtens dachten Mark und Heaton ſo. Man ſchaute dieſen ganzen Tag nicht nur von der Kuppe, ſondern auch von der Südſpitze der Inſel ſcharf nach dem Geſchwader aus. Man ſah die Schiffe, bis ſie dem Vulkane ganz nahe waren, wo man ihr plötzliches Verſchwinden dem Umſtande zuſchrieb, daß ſie ihre Segel eingenommen haben müßten. Vielleicht waren ſie vor Anker gegangen. Dieß war jedoch nur eine Vermuthung, da man es nicht wagte, ein Boot auslaufen zu laſſen, um ihre Bewegungen zu beobachten. In der Nähe der Kuppe war kein Ankergrund; um den Vulkan aber konnte ein Schiff leicht Anker werfen. Die Kuppe ſchien wie eine feſte, ſenkrechte Felswand aus der Tiefe des Meeres plötzlich emporgehoben worden zu ſein, und rings um ſie war kein flack faſt über Gruppe achtet kor Gruppe wöhnlich und San Der Tages u Von den auf die Bootes 1 Kuppe at Das ward, da geſchickt alle Fiſc Wallſiſch Gefährten in der C Der Nachricht Meilen mehrfache der fremd Der beſonders ſolchen 2 Berges u Vortheile Boot aus⸗ Steinmetzen kämen und möchten. der Politik roht. Es nie geheim ung in der velche das mit Leid⸗ e. Keiner in dieſem rſten käme man hatte ie ſo viel einen ihrer Heaton ſo. der Kuppe, nach dem n Vulkane inden dem nen haben Dieß war vagte, ein deobachten. en Vulkan ppe ſchien es Meeres m ſie war kein flaches Waſſer; an den übrigen Inſeln lief aber die Küſte faſt überall allmählich ab, und nur der öſtliche Saum der Gruppe machte eine Ausnahme von dieſer Regel. Demunge⸗ achtet konnten große Schiffe in allen Buchten und Rheden der Gruppe vor Anker treten, und dort war der Ankergrund unge⸗ wöhnlich gut, denn er beſtand in der Regel aus Schlamm und Sand und hatte keinen Fels. Der Statthalter und ſeine Freunde brachten den Reſt des Tages und die ganze folgende Nacht in großer Unruhe hin. Von dem Riff erhielt man, als der Tag anbrach, Antwort auf die dahin entſendete Botſchaft; nach dem Berichte des Bootes war die Küſte nach nordwärts klar; auch von der Kuppe aus war nichts von den fremden Schiffen zu ſehen. Das Boot brachte ein Schreiben mit, in welchem gemeldet ward, daß man Nachrichten in die verſchiedenen Niederlaſſungen geſchickt habe, und daß die Anne windwärts geſegelt ſei, um alle Fiſcher herein zu rufen, und dann auf den nächſten Wallfiſchgrund abzuhalten und Capitän Betts und ſeine Gefährten, die draußen waren, von dem Stande der Ding⸗ in der Colonie in Kenntniß zu ſetzen. Der Drache und der Jonas kreuzten, nach den letzten Nachrichten, die man von ihnen erhalten hatte, etwa hundert Meilen windwärts von der Gruppe, und man hielt es, aus mehrfachen Gründen, für wichtig, ſie ſofort von der Ankunft der fremden Schiffe zu benachrichtigen.. Der Statthalter war ſehr erfreut, alles dieß zu vernehmen, beſonders da es ihn der Nothwendigkeit überhob, in einem ſolchen Augenblicke die Kuppe zu verlaſſen. Die Höhe des Berges war zu einem Ausguck ſo geeignet, daß er von dieſem Vortheile Nutzen zu ziehen wünſchte, bis die Zeit des Beob⸗ — 238— achtens vorüber und die des Handelns an ihre Stelle getreten wäre. Natürlich waren ſtets zuverläſſige Leute auf dem Gipfel, welche nach den fremden Schiffen ausſchauten; aber der Tag verging, ohne daß man eines derſelben geſehen hätte. Am nächſten Morgen kam jedoch ein Wallfiſchboot von der Rancocus⸗Inſel mit vier kräftigen Ruderern an Bord. Sie hatten die Inſel mit einbrechender Nacht verlaſſen und faſt die ganze Zeit gegen die Paſſatwinde zu kämpfen gehabt. Die Nachrichten, welche ſie mitbrachten, waren nicht nur beunruhigend, ſondern auch ziemlich überraſchend. Wie es ſchien, waren die drei fremden Schiffe ſehr früh am Morgen des vergangenen Tages an dem uns bekannten Bergvorſprung der Rancocus⸗Inſel erſchienen. Sie waren ohne Zweifel, nachdem man ſie auf der Kuppe aus dem Ge⸗ ſichte verloren hatte, in der Dunkelheit von dem Vulkan abge⸗ gangen und vor dem⸗Winde hinüber geſegelt. Sobald es hell ward, gewahrten die Coloniſten ihre unbekannten Nachbarn. Ihr Gehaben war ſehr umſichtig. Zufällig war Bigelow auf der Inſel, und da er jetzt bei ſeinen Mitbürgern in bedeutendem Anſehen ſtand, übernahm er die Leitung der Dinge. Alle Frauen und Kinder gingen in die Berge hinauf, wo für einen ſolchen Fall bereits heimliche Orte zu ihrem Aufenthalt eingerichtet waren; man hatte nämlich da, wo Nahrung und Waſſer zur Hand waren, einige Grotten ausgeräumt und wohnlich gemacht. Hierher wurden auch alle leichteren Gegenſtände von Werth gebracht. Zum Glück hatte Bigelow alle Sägen in der Mühle abnehmen und verſtecken laſſen; denn eine Säge war, ohne eine Reiſe nach Europa, etwas unerſetzliches, da man in jener Zeit keine Sägen, und überhaupt faſt gar nichts dieſer Art in Amerika fertigte. Nack er allein hatten un gegangen hundert? wie es ſe Als und führ nach ein Dieſer N ſuchte es konnte er muthete, Endl liſch ſpra darüber n rikaner ſe zwiſchen k Man die Zahl Zahl ihr dieſer Sch wo die würden, lichen Bei Das Fremden zu thun. oft in gro hatte nich ee getreten im Gipfel, der Tag hboot von an Bord. aſſen und n gehabt. nicht nur ſehr früh bekannten bie waren dem Ge⸗ kan abge⸗ ld es hell Nachbarn. er jetzt bei ernahm er gingen in heimliche nan hatte ten, einige er wurden cht. Zum hmen und Reiſe nach Zeit keine Amerika b V — 239— Nachdem Bigelow ſeine Anordnungen getroffen hatte, ging er allein an die Küſte, wo die fremden Schiffe Anker geworfen hatten und ein großer Theil der Mannſchaft an das Land gegangen war. Als er ſich der Küſte näherte, fand er gegen hundert Mann gelandet, die Alle gut bewaffnet waren und, wie es ſchien, unter einer Art militäriſcher Zucht ſtanden. Als man Bigelow anſichtig wurde, nahm man ihn feſt und führte ihn vor den Befehlshaber, welcher dem Anſehen nach ein Seemann und von rauher, wilder Gemüthsart war. Dieſer Mann konnte nicht Engliſch ſprechen. Bigelow ver⸗ ſuchte es mit dem Spaniſchen; aber auch in dieſer Sprache konnte er ihm keine Antwort abgewinnen, obgleich er ver⸗ muthete, das Geſagte ſei recht gut verſtanden worden. Endlich brachte man einen Burſchen heran, welcher Eng⸗ liſch ſprach, und zwar ſo gut, daß Bigelow nicht in Zweifel darüber war, er müſſe entweder ein Engländer, oder ein Ame⸗ rikaner ſein. Dieſer Dolmetſch vermittelte die Unterhaltung zwiſchen beiden Theilen. Man bedrängte Bigelow angelegentlich mit Fragen über die Zahl der Leute auf den verſchiedenen Inſeln,— über die Zahl ihrer Schiffe,— die jetzige Verwendung und die Lage dieſer Schiffe,— die Art ihrer Befrachtung, und die Orte, wo die in den Schiffen überbrachten Waaren aufbewahrt würden,— kurz, über Alles, was die Habe und den beweg⸗ lichen Beſitz der Coloniſten unmittelbar anging. Das Auffallende dieſer Fragen und das Ausſehen der Fremden ließ Bigelow annehmen, er habe es mit Seeräubern zu thun. In den öſtlichen Gewäſſern wurde die Seeräuberei oft in großem Maßſtabe getrieben, und die Anſicht Bigelow's hatte nichts Unwahrſcheinliches. Ueberdieß machte der auf⸗ — 240— geregte Zuſtand der Welt es viel leichter, Seeräuberei unge⸗ ſtraft zu treiben, als dieß zu unſrer Zeit möglich wäre; auch war es bekannt, daß in dieſen entfernten Theilen der Welt oft mehrere Schiffe gemeinſchaftlich kreuzten, um dieſes geſetz⸗ loſe Gewerbe deſto nachdrücklicher üben zu können. Endlich waren dieſe Männer ſichtbar von verſchiedenen Raſſen, obgleich Bigelow ſich der Anſicht hingab, die Mehrzahl ſtamme von den Inſeln oder der Küſte Oſtindiens. Die Offiziere waren großentheils geborene Europäer oder Nachkommen von Euro⸗ päern; zwei Drittheile der Leute aber, welche er ſah, waren im Oſten zu Haus; einige ſchienen Lascaren,*) andere ſogenannte„Chinamänner“**) zu ſein. Bigelow war in ſeinen Antworten ſehr vorſichtig, ſo zwar, daß die Fragenden ihm ihren Unwillen bald zu erkennen gaben. In Bezug auf die Kuppe äußerte er ſich auf eine äußerſt geheimnißvolle Art und bemerkte, nur Vögel könnten dorthin gelangen; zuweilen höre man ein Donnern die Klip⸗ pen entlang; Menſchen aber könnten nicht dahin kommen, um zu ſehen, was es dort gebe. Dieſe Nachricht wurde mit großem Intereſſe vernommen. und zu Bigelow's großem Erſtaunen weckte ſie durchaus nicht das Mißtrauen, auf welches er beinahe gefaßt war. Man erſuchte ihn im Gegentheile, das Geſagte zu wiederholen, und obgleich er ſeine Erzählung dieſes Mal bedeutend ausſchmückte, ſchienen doch Alle geneigt, ſeinen Worten Glauben zu ſchenken. Durch dieſen Erfolg ermuthigt, verſuchte es der wackere Burſche, auch in Betreff des Riffs ein wenig ins Blaue zu *) Indiſche Matroſen oder Kanoniere. Der Ueberſetzer. e*) Europäiſche Matroſen, die auf eigene Hand in China u. ſ. w. ſich umhertreiben. Der Ueberſetzer. malen; zu überzer man ihn Sob tig wurde dieſem An heimlichen men,— ſeine Zuft Er Größe der der Wah größtenthe ließ er au Der Titel eine betreten u wahr ann weder bej Coloniſten kampffähi⸗ angeben. und unter beſäßen, rüſten. T die Grupp faſt jeder Der nöthig, f ſcheinlich 238—2 erei unge⸗ äre; auch der Welt ſes geſetz⸗ Endlich ,, obgleich amme von ere waren on Euro⸗ h, waren ) andere ichtig, ſo merkennen auf eine I könnten die Klip⸗ nmen, um rnommen. aus nicht ar. Man polen, und ſſchmückte, ſchenken. er wackere Blaue zu rſetzer. u. ſ. w. ſich rſetzer. — 241— malen; hier aber ſtieß er auf rauhen Widerſpruch. Um ihn zu überzeugen, daß Täuſchungen hier zu nichts führten, geleitete man ihn abſeits und ſtellte ihn Waally gegenüber. Sobald Bigelow das dunkle Antlitz des Häuptlings anſich⸗ tig wurde, wußte er, daß er in ſchlimmen Händen war. Von dieſem Augenblick an entſagte er jedem Verſuch, etwas zu ver⸗ heimlichen,— den Zuſtand der Kuppe natürlich ausgenom⸗ men,— und beſchloß, zu dem entgegengeſetzten Verfahren ſeine Zuflucht zu nehmen. Er übertrieb jetzt Alles;— in Betreff der Zahl und Größe der Schiffe gab er eine lange Namenreihe, die ziemlich der Wahrheit gemäß war, obgleich er nicht ſagte, daß er größtentheils Boote im Auge habe; und die Macht der Colonie ließ er auf mehr denn zweitauſend waffenfähige Männer ſteigen. Der Anführer der Seeräuber, welchem ſein Geleite den Titel eines Admirals beilegte, war über dieſe Nachricht ziemlich betreten und ließ Waally fragen, ob man dieſe Auskunft für wahr annehmen könne oder nicht. Waally konnte dieſe Frage weder bejahen, noch verneinen. Er hatte gehört, daß die Coloniſten jetzt weit zahlreicher ſeien, als ehedem; wie viele kampffähige Männer man jetzt dort zähle, konnte er nicht angeben. Er wußte, daß ſie über alle Maßen reich wären und unter anderen werthvollen Gegenſtänden Material genug beſäßen, um ſo viele Schiffe, als ſie nur wollten, auszu⸗ rüſten. Dieſe letztere Auskunft hatte die fremden Schiffe in die Gruppe gelockt, denn es fehlte ihnen an Schiffsvorräthen faſt jeder Art. Der Admiral hielt es in dieſem Augenblicke nicht für nöthig, ſeine Nachforſchungen weiter auszudehnen; augen⸗ ſcheinlich erwartete er eben nicht viel von der Rancocus⸗Inſel, 238— 240. 16 — 242— da Waally ihn ohne Zweifel benachrichtigt hatte, wozu man ſie benützte. Die Häuſer und Mühlen wurden durchſucht und geplündert; einige Schweine und ein Stier niedergeſchoſſen; zum Glück aber waren die meiſten Thiere in ein entlegenes Thal getrieben worden. Die Sägemühle wurde aus bloßem Muthwillen angeſteckt und bis auf den Grund abgebrannt. Eine neue Mahlmühle entging dem gleichen Schickſale bloß, weil man ihre Lage nicht kannte. Ein großer Theil der Niederlaſſung wurde, nur um Unheil anzuſtellen, beſchädigt, und ein Ziegelſteinofen in die Luft geſprengt, lediglich um die Freude zu haben, die Ziegelſteine in der Luft tanzen zu ſehen. Kurz, die Anſiede⸗ lung wurde, in einem Sinne, faſt zerſtört; Bigelow geſchah jedoch kein Leid. Im Gegentheile, man bewachte ihn kaum, und ſobald es dunkel ward, rief er einige ſeiner Leute heran, beſtieg ſein Wallfiſchboot und eilte nach windwärts, um dem Statthalter zu melden, was ſich begab. Zwölftes Kapitel. Sieh nur, entflohen iſt die wilde Bande Und unſer ſind die ſegenvollen Lande. Durchſtreife frei die Eb'nen weit, Steig' auf die Berg' und ſieh, wie mannigfalt Auf Klippen, Flüſſe, Thal und Wald Sich deinem Blick die Ausſicht beut Und wenn du dann kannſt, bleibe kalt. Sprague. Nachdem der Statthalter die ganze Erzählung Bigelow's angehört und erwogen hatte, konnte er nicht mehr zweifeln, daß er es mit einem jener ſeeräuberiſchen Geſchwader zu thun habe, we niere, die ſich mit denen No Gemüths machte e erhalten riſche Ho Beute vo Es die Abſich Cours ſie ſie hier Unterneh Weg Schiff ko Bucht zu entdeckten ſie mit E Flucht zu Der Riff zu g ſelbſt zu konnten wurde; o konnten f lichen Tr Sta⸗ mittages einem W ozu man ucht und eſchoſſen; ntlegenes angeſteckt ahlmühle hre Lage urde, nur inofen in aben, die Anſiede⸗ v geſchah hn kaum, ate heran, um dem Bande de. mannigfalt Jald ut kalt. Sprague, Bigelow's zweifeln, r zu thun habe, welche, gewiſſermaßen die Nachfolger der alten Bucca⸗ niere, die öſtlichen Gewäſſer beunruhigten. Die Männer, welche ſich mit dieſem Gewerbe befaßten, gehörten gewöhnlich verſchie⸗ denen Nationen an und waren ſtets von wilder, grauſamer Gemüthsart. Der Umſtand, daß Waally in ihrer Mitte war, machte es ziemlich klar, wie ſie von der Colonie Nachricht erhalten hatten, und es blieb kein Zweifel,— dieſer verräthe⸗ riſche Häuptling hatte ſich ſeinen Antheil an der zu hoffenden Beute vorbehalten. Es war ſehr wahrſcheinlich, daß dieſe Freibeuter zunächſt die Abſicht hatten, die Perlenfiſcherſchiffe zu plündern; daß ihr Cours ſie in die Nähe der Gruppe Betto's führte, und daß ſie hier auf Waally ſtießen, welcher ſie zu ihrem jetzigen Unternehmen anreizte. Wegen der Kuppe war man nicht ſehr beſorgt. Ein Schiff konnte wochenlang in ihrer Nähe halten, ohne je die Bucht zu finden; und wenn die Piraten die Einfahrt auch entdeckten, ſo waren die Vortheile der Bewohner der Art, daß ſte mit Sicherheit darauf rechnen konnten, ihre Feinde in die Flucht zu ſchlagen. Der Statthalter beſchloß nach reifer Erwägung, auf das Riff zu gehen und die Vertheidigung dieſes wichtigen Punktes ſelbſt zu leiten. Wenn das Riff in feindliche Hände fiel, ſo konnten Jahre vergehen, ehe der Verluſt wieder gut gemacht wurde; oder was noch betrübender geweſen wäre, die Freibeuter konnten ſich auf dem Riffe feſtſetzen und es bei ihrem ſchmäh⸗ lichen Treiben als eine Art Sammelplatz benützen. Statthalter Woolſton nahm daher im Laufe des Nach mittages von Gattin und Kindern zärtlichen Abſchied, lief in einem Wallſiſchboot, das ein Segel führte, aus der Bucht 16* 244— und eilte auf das Riff. Bridget hätte ihren Gatten gern begleitet, dieſer wollte aber in keiner Weiſe ſeine Zuſtimmung dazu geben; denn er mußte erwarten, ernſten Geſchäften entgegen zu gehen und hielt es für ſehr wahrſcheinlich, daß alle Frauen auf die in jeder Hinſicht ſo ſichere Kuppe geſchickt werden dürften. Als Miſtreß Woolſton ſah, daß ihr Wunſch nicht erfüllt werden könne und daß die Entſcheidung ihres Gatten den Umſtänden völlig gemäß ſei, beherrſchte ſie ihre Gefühle ſo weit, daß ſie, wie es ihrer Stellung zukam, den übrigen Frauen mit dem beſten Beiſpiele voranging. Als das Wallfiſchboot etwa in der Mitte des Kanals war, ſah man ein Schiff vor dem Winde hernieder kommen und augenſcheinlich, wie das Boot ſelbſt, auf das Süd⸗Cap abhalten. Bald erkannte man die Anne, welche windwärts gegangen war, um die Fiſcher hereinzurufen, und nun ſelbſt einlief. Sie hatte ſo viele Boote gewarnt, daß man ſicher ſein konnte, die Nachricht werde ſich bald verbreiten; auch den Drachen hatte ſie geſprochen, welcher den Jonas und den Abraham aufſuchte, die einige Stunden weit nach windwärts ſtanden. Capitän Betts war aber an Bord der Anne gekommen und begab ſich jetzt, etwa vier Stunden von dem Süd⸗Cap, zu ſeinem alten Freunde, dem Statthalter. Mark Woolſton war ſehr erfreut, der Anne begegnet zu ſein und an ihrem Bord einen ſo guten Nathgeber zu finden. Dieſer Schoner, der wie ein regelmäßiges Lotſenboot gebaut war, galt als das raſcheſte Schiff in der ganzen Gruppe, und es war ein günſtiger Umſtand, daß man das Hauptquartier an ſeinem Bord auf⸗ ſchlagen konnte. Die Martha kam nach ihm und man ſchickte das Wall⸗ fiſchboot dem Bef Pennock Gruppe, Allem, w keit und wurde, y Als der Wallfiſch vergewiſſ Die Anne ih verſamm Aber die nakas, hier beſe herzurich Männer ihre eig obgleich zu durfe beſtand niſten ur dieſe He Arbeit te es ſich a nur geri noch kei glaubten und legt ten gern timmung zeſchäften ich, daß geſchickt Wunſch ng ihres e ſie ihre am, den rals war, men und Süd⸗Cap bindwärts nun ſelbſt nan ſicher en; auch und den vindwärts gekommen Süd⸗Cap, Woolſton an ihrem Schoner, lt als das günſtiger Bord auf⸗ das Wall⸗ fiſchboot nach dieſer Schluppe, die vor dem Riffe hielt, mit dem Befehle ab, ſie ſolle alsbald zu dem Statthalter ſtoßen. Pennock war nach dem Statthalter die erſte Behörde in der Gruppe, und an ihn erging ein Schreiben, welches ihn von Allem, was vorgefallen, benachrichtigte, und ihn zu Wachſam⸗ keit und Thätigkeit ermahnte, indem ihm zugleich angedeutet wurde, was er zu thun habe, damit keine Zeit verloren werde. Als der Statthalter dieß beſeitigt hatte, hielt er auf die Wallſiſchbucht ab, um ſich des Standes der Dinge dort zu vergewiſſern. Die ganze Gruppe war bereits benachrichtigt, und als die Anne ihren Beſtimmungsort erreichte, waren die Leute ſchon verſammelt und gewaffnet und alle Vorbereitungen getroffen. Aber die Wallfiſchbucht war der Haupt⸗Sammelplatz der Kan⸗ nakas, und nicht weniger als vierzig dieſer Leute waren eben hier beſchäftigt, Thran auszutrocknen und Boote zum Fiſchfang herzurichten. Niemand konnte wiſſen, welchem Theile ſich dieſe Männer anſchließen würden, wenn ſie ſich überzeugten, daß ihre eigenen Häuptlinge in dem Geleite der Fremden wären, obgleich die Coloniſten im Uebrigen auf ihren Beiſtand rechnen zu dürfen Grund hatten. Bei allen gewöhnlichen Gelegenheiten beſtand ein ziemlich freundliches Verhältniß zwiſchen den Colo⸗ niſten und den Kannakas. Freilich waren jene faſt zu geneigt, dieſe Halbwilden um den möglichſt geringen Lohn ſo viel Arbeit thun zu laſſen, als ſie nur zu leiſten vermochten; da es ſich aber hier immer noch von Gegenſtänden handelte, welche nur geringen innern Werth hatten, ſo hatte dieſe Art Verkehr noch keine ernſten Zerwürfniſſe zur Folge gehabt. Manche glaubten, die Kannakas begännen ihre Forderungen zu ſteigern, und legten keinen ſo großen Werth mehr auf Stückchen altes 246— Eiſen, wie ſie zu thun pflegten, ehe ſo viele ihrer Landsleute wiederholt in fremden Welttheilen geweſen waren,— ein Umſtand, welcher nicht anders zu erwarten war. Der Statt⸗ halter kannte aber die Menſchen zu gut, um nicht zu wiſſen, daß der Verkehr zwiſchen Menſchen von ſo ungleichartigen Sitten und Gewohnheiten ſtets zum Unfrieden führe. Der Menſch gewöhnt ſich wohl in ſo weit an eine untergeordnetere Lage und deren Pflichten und Gefühle, daß er ſie als ein Ergebniß natürlicher Geſetze betrachtet; wenn er aber nur ein wenig von der Freiheit gekoſtet hat, ſo erzeugt dieß Schel⸗ ſucht und Mißtrauen, und zwiſchen dem Herrn und dem Diener entſteht ſofort eine Kluft, welche ſie und ihre Gefühle mehr und mehr von einander trennt. Als die Coloniſten ihre Augen öffneten und darüber nach⸗ dachten, ob dieſe Miethlinge ſie wohl in dem bevorſtehenden Kampfe unterſtützen würden, fühlten nur wenige ſich verläſſigt, daß man ſich in einem bedenklichen Augenblicke auf eben dieſe Leute verlaſſen könne, welche nun, theilweiſe ſeit Jahren, ihr „Brod“ und ihr„Salz“ gegeſſen hatten. In der That, die Menge dieſer Kannakas beunruhigte den Statthalter in hohem Grade. In dieſem Augenblicke waren wenigſtens zweihundert dieſer Wilden oder Halbwilden, entweder auf den Höfen und Pflanzungen, oder auf den verſchiedenen Ein⸗ und Ausſchiff⸗ plätzen beſchäftigt oder windwärts gegangen, um Wallſiſche zu fangen. Die Zahl der waffenfähigen Coloniſten aber belief ſich, ſelbſt die Abweſenden eingerechnet, auf dreihundert und drei und ſechszig Köpfe. Von dieſen konnten Dreihundert in einem dringenden Falle auf jedem beſtimmten Punkte vereinigt werden, während die Uebrigen zu Beſatzungen verwendet wurden. fünfzig dem Riff Cokoniſte dem Gei Er Dienſte hindern mache. Big eilen, al tigen Fa jetzt gen dieſe au zu ſchaff vier und tigkeit er darin wo Bigelow aufzuruft zu mache Ung trauen g der Sta Theil de weiſe w ausgenor Kannaka lich in zwei Wo andsleute „— ein er Statt⸗ u wiſſen, ichartigen re. Der kordnetere eals ein nur ein ß Schel⸗ m Diener ihle mehr ber nach⸗ erſtehenden verläſſigt, eben dieſe hren, ihr That, die in hohem eihundert döfen und Ausſchiff⸗ Wallſiſche ber belief ndert und undert in vereinigt verwendet wurden. Aber eine landſtreicheriſche Schaar von hundert und fünfzig dieſer Kannakas, welche in den Pflanzungen, oder auf dem Riff, oder in der Nähe des Kraters blieben, während die Cokoniſten dem Feinde entgegen zogen, war kein Bild, das dem Geiſte des Statthalters anſprechend entgegen trat. Er ſah ein, daß er dieſe Leute ſammeln und ſie in dem Dienſte der Colonie thätig beſchäftigen müſſe, wenn er es hindern wolle, daß Waally ſeinen Einfluß auf ſie geltend mache. Bigelow wurde beauftragt, unverweilt auf das Niff zu eilen, alle Kannakas in der Wallſiſchbucht an Bord der dor⸗ tigen Fahrzeuge— Schoner, Schluppen, Lichter u. ſ. w., deren jetzt gewöhnlich acht bis zehn dort lagen— zu nehmen und dieſe auf den inneren Waſſerſtraßen der Gruppe windwärts zu ſchaffen. Dieß war eine Beſchäftigung für die nächſten vier und zwanzig Stunden, die nicht nur einen jeden in Thä⸗ tigkeit erhielt, ſondern auch alle dieſe Fahrzeuge und was darin war, rettete, ſofern die Seeräuber das Riff beſuchten. Bigelow hatte alle Kannakas, die er ſah, zu ſeinem Beiſtand aufzurufen, in der Hoffnung, ſie auf dieſe Weiſe unſchädlich zu machen. Ungeachtet dieſes Verfahrens, welches ein kluges Miß⸗ trauen gegen dieſe indianiſchen Verbündeten bethätigte, zeigte der Statthalter einen gewiſſen Grad von Vertrauen in einen Theil derſelben, das in einer andern Weiſe wieder eben ſo weiſe war. Ein Theil der Mannſchaft jedes Schiffes, die ausgenommen, welche an die Kuppe gingen, beſtand aus Kannakas, und nicht weniger als zehn derſelben waren gewöhn⸗ lich in der Anne beſchäftigt, welche, wenn es nöthig war, zwei Wallſiſchboote bei ſich hatte. Keiner dieſer Leute wurde entfernt oder ſeinen gewöhnlichen Beſchäftigungen entzogen. So viel Vertrauen hatte der Statthalter auf ſein Anſehen und auf den Einfluß, welchen er über dieſe Menſchen aus⸗ übte, daß er keinen Anſtand nahm, ſie in ſeiner Nähe zu behalten und ihrer Sorgfalt gewiſſermaßen die Sicherheit ſeiner Perſon anzuvertrauen. Die Kannakas der Anne ſowohl wie der Martha waren allerdings Matroſen, auf die man bauen konnte, da ſie ſchon mehrere Jahre in der Colonie arbeiteten und an den Sitten der Coloniſten Geſchmack fanden. Als dieſe Anordnungen getroffen waren, lief der Statt⸗ halter in der Anne aus der Wallfiſchbucht und geſellte ſich zu Betts in der Martha, die vor dem Süd⸗Cap hielt. Beide Schiffe ſteuerten jetzt auf das Geſtade der Gruppe zu und hielten einen ſcharfen Ausguck in der Richtung der Rancoceus⸗ Inſel oder nach Südweſten. In ihrem Geleite waren zwei bis drei kleinere Fahrzeuge, welche unter dem Befehle von zuverläſſigen Männern ſtanden. Unter andern hatte der alte Neshamony die Ehre, ſich auf dieſe Weiſe benutzt zu ſehen. Die Südweſtſpitze der Gruppe bildete einen langen, niedri⸗ gen Felsvorſprung und gab auf ihrer Nordweſtſeite oder lee⸗ wärts eine ganz erträgliche Rhede ab. Dieſer Klippenvorſprung hatte von den Coloniſten den Ramen„Rancocus⸗Nadel“ erhalten, weil er mit mathematiſcher Genauigkeit auf die frag⸗ liche Inſel hindeutete. Die Küſtenfahrer pflegten bis an die Spitze dieſes Felſens zu laufen und dann ihren Cours gerade⸗ wegs ſüdweſtlich zu halten, überzeugt, daß ſie in den nächſten Stunden die Berge ſehen würden, auf welche ſie losſteuerten. Unter den Männern, welche dieſe Hin⸗ und Herfahrten machten, waren manche, die von der Schifffahrtskunde kaum einen Begriff hatten und denen eine ſo einfache Andeutung ſehr zu Statten kam. Vor Befehl d ſechs in tigte er beſtand o ſondern Freunde eingedrur unter Ra der frem anders z2 Die erſchien, keine S. Martha man Ca abhalten Wer die Klipn mußten das Lan chen ihn geneigt Die ſammlun unter der und nied *) Klein ſche entzogen. Anſehen hen aus⸗ Nähe zu Sicherheit ne ſowohl die man Colonie k fanden. er Statt⸗ ſellte ſich lt. Beide zu und kancocus⸗ ren zwei fehle von der alte ſehen. n, niedri⸗ oder lee⸗ »vorſprung ⸗Nadel“ die frag⸗ s an die s gerade⸗ mnächſten öſteuerten. machten, im einen g ſehr zu — 249— Vor Rancocus⸗Nadel ſollte ſich nach des Statthalters Befehl die kleine Flotte ſammeln. Indem er dieſe Fahrzeuge, ſechs in allem, vier Boote eingerechnet, vereinigte, beabſich⸗ tigte er keinen Widerſtand,— denn die ganze Bewaffnung beſtand aus ſechs Drehbaſſen*) und einigen Gewehren,— ſondern Wachſamkeit. Er war überzeugt, daß Waally ſeine Freunde auf die weſtliche Einfahrt leiten werde, wo er ſelbſt eingedrungen war und die er am beſten kannte; und die Stelle unter Rancocus⸗Nadel war die geeignetſte, um die Annäherug der fremden Schiffe zu beobachten, wenn ſie, wie es nicht anders zu erwarten war, aus Südweſten heranliefen. Die Anne war das erſte Fahrzeug, das vor der Nadel erſchien, und ſie fand die Küſte klar. Bis jetzt war noch keine Spur von Eindringlingen zu gewahren, und da die Martha in einer paſſenden Entfernung gegen Oſten hielt, gab man Capitän Betts ein Signal, er ſolle auf die Kuppe abhalten und in jenem Theile Ausguck nehmen. Wenn es ſich die Fremden einfallen ließen, wieder unter die Klippen zu laufen und dann auf die Gruppe loszuſteuern, mußten ſie windwärts von dem Beobachtungsgeſchwader an das Land herantreten und ſo einen Vortheil erringen, wel⸗ chen ihnen der Statthalter zuzugeſtehen nichts weniger als geneigt war. Die übrigen Fahrzeuge kamen allmählich an dem Ver⸗ ſammlungsplatz an und gingen unter kurzen Segeln dicht unter den Felſen, ſo daß ſie das glatteſte Waſſer hatten, auf und nieder. *) Kleine Schiffskanonen, von einem Boſtoner Kaper im nordamerikani⸗ ſchen Freiheitskriege erfunden. Der Ueberſetzer. — 250— Dieß war der Stand der Dinge, als die Sonne ſich in das Meer tauchte. Die kleine Flotte der Coloniſten blieb die ganze Nacht in derſelben Ungewißheit in Betreff der Bewegungen ihrer ver⸗ dächtigen Beſucher. Gegen Mitternacht lief die Martha um die Nadel und meldete, die Küſte nach ſüdwärts ſei klar. Sie war bis an die Bucht gelaufen und hatte ſich mit den Inſaſſen jener Inſel beſprochen. Nichts war von dem Dreimaſter und ſeinen Begleitern geſehen worden, ſeit der Statthalter abge⸗ ſchifft war, noch hatte man ſeit Bigelow's Ankunft von lee⸗ wärts weitere Nachrichten erhalten. Als der Statthalter dieß vernahm, ließ er ſeine Fahr⸗ zeuge in verſchiedenen Richtungen auf ſieben Stunden weit ablaufen und dort den Tag erwarten. Der Befehl wurde vollſtreckt, und die Anne und die Martha ſchoſſen mit ihrer gewöhnlichen Schnellkraft durch die Waſſer. Der Tag kam und der Ausguck in der Höhe der Anne meldete, die Martha ſtehe zwei Stunden nördlich, der Nesha⸗ mony eben ſo weit ſüdlich, obgleich eine Stunde weiter nach windwärts. Von den anderen Fahrzeugen wußte man, daß ſie nördlich von der Martha hielten, aber nicht geſehen werden konnten. Der Neshamony kam bald mit einem fliegenden Segel nieder, um den Statthalter zu ſprechen. Die Sonne war bereits über dem Horizonte, als der Nes⸗ hamony auf die Luvſeite der Anne niederkam; denn beide Fahrzeuge hielten jetzt nach nordwärts ab. Der Neshamony hatte Nichts geſehen. Der Statthalter trug ſeinem Befehls⸗ haber auf, gerade auf Rancocus-⸗Inſel loszuſteuern. Wenn er Nichts ſähe, ſollte er an die Küſte gehen, landen und hören, was es Neues dort gebe. Wenn die auf dieſe Art erhaltener ſollte er guck halte hier hatt einem an in aller Die unter kur Land wa Oſtbord die Kupp jetzt von Um fragte ne dieſelbe 2 wärts ge auf uner Dieſ der Colof Gruppe nicht nur Allem, konnten, ſchwächſte und kame oder den Jede greifen, ſ darauf b⸗ zu nahen ie ſich in Nacht in ihrer ver⸗ artha um klar. Sie Inſaſſen aſter und ter abge⸗ von lee⸗ ne Fahr⸗ den weit l wurde mit ihrer der Anne r Nesha⸗ eiter nach nan, daß en werden fliegenden der Nes⸗ enn beide eshamony Befehls⸗ n. Wenn nden und dieſe Art erhaltenen Nachrichten kein anderes Verfahren nöthig machten, ſollte er ſeinen Cours nach dem Vulkane nehmen, dort Aus⸗ guck halten und dann der Bucht zuſteuern und einlaufen; von hier hatte er auf das Riff abzuhalten, er müßte denn auf einem andern Punkte von dem Statthalter hören, worauf er in aller Eile zu ihm zu kommen habe. Die Anne ſteuerte jetzt auf die Martha zu, welche Schluppe unter kurzen Segeln nordwärts von der Gruppe ſtand. Kein Land war zu ſehen, obgleich man den Nebelduft auf dem Oſtbord ſah, wo, wie man wußte, die Gruppe lag; aber weder die Kuppe, noch der Vulkan, noch Rancocus⸗Inſel konnten jetzt von den Schiffen aus geſehen werden. Um zehn Uhr braiete der Statthalter bei Capitän Betts und fragte nach Neuigkeiten. Die Martha hatte Nichts geſehen; dieſelbe Meldung kam von den drei Booten ein, welche nord⸗ wärts geſchickt worden waren. Die fremden Schiffe ſchienen auf unerklärliche Weiſe plötzlich verſchwunden zu ſein. Dieſe Ungewißheit verurſachte dem nachdenkenden Theile der Coloniſten große Unruhe. Wenn die Seeräuber ſich der Gruppe auf einer ihrer Luvſeiten näherten, fanden ſie dort nicht nur alle in jener Richtung ſtehenden Schiffe, die ſie mit Allem, was an Bord war, leicht zu ihrer Beute machen konnten, ſondern ſie griffen die Niederlaſſungen auch auf ihrer ſchwächſten Seite an, machten es ſchwierig, Beiſtand zu leiſten, und kamen in eine Stellung, wo ſie am leichteſten herantreten oder den Coloniſten ausweichen konnten. Jeder, der die Oertlichkeiten und die Leichtigkeit, ſie anzu⸗ greifen, ſo wie ihre Vertheidigungsmittel kannte, mußte natürlich darauf bedacht ſein, ſo gut als möglich windwärts der Gruppe zu nahen; Waally hatte aber nie etwas dieſer Art verſucht, — 252— und da er mit den inneren Waſſerſtraßen nicht bekannt war, ſchien es nicht wahrſcheinlich, daß er ſeinen neuen Freunden einen andern Cours anrathen würde, als den, welchen er ſelbſt geſteuert war. Schon der Umſtand, daß er ſich ſtets in dex⸗ ſelben Richtung genähert hatte, ſprach dagegen; denn wenn ſein Scharfſinn ihm keinen beſſern Weg eingegeben hatte, konnte man nicht erwarten, daß er Andere geſchickter leiten würde. Dennoch ließ ſich immerhin annehmen, daß erfahrene See⸗ männer die von den Wilden überſehenen Vortheile begreifen würden, und der Statthalter und Betts vor allen begannen in dieſer Hinſicht ſich ernſtlichen Beſorgniſſen hinzugeben. Man konnte jedoch nicht mehr thun, als zwei Boote mit dem Befehl entſenden, auf der nördlichen Einfahrt in die Gruppe zu treten und bis zu dem Riffe zu ſteuern. Das dritte Boot blieb zurück, um vor Rancocus⸗Nadel zu kreuzen und jedes Fahr⸗ zeug zu braien, das mit einer Meldung an dieſen Sammelplatz käme; zugleich aber auch ſcharf nach den Seeräubern auszu⸗ gucken. Der Befehlshaber dieſes Bootes hatte zumal Auftrag, alle die, welche mit Nachrichten an den Statthalter vor der Nadel einträfen, zu bedeuten, welchen Cours ſie zu ſteuern hätten. Die Anne und Martha hielten miteinander ab, ſobald dieſe Anordnungen getroffen waren; auch ſie wollten nun nach den fremden Schiffen ſehen. Der Statthalter hatte beſchloſſen, die Seeräuber, wenn er ſie einmal anſichtig geworden, nicht mehr aus den Augen zu laſſen und ihnen nahe genug zu bleiben, um ſich zu vergewiſſern, was ſie im Schilde führten. In einem ſolchen Falle mußte ein tüchtiger Ausguck ſtets in der Höhe der Maſten ſein, da man dadurch Zeit gewann und alle wurde. Sier Rancocu einander wie es d ſich ausb nach der theils he nicht zu Der in Verleg ab, bis Dinge do auf dem Wäl Anne ſch Gipfel de Uhr des halter eil dort Alle⸗ gehört od Vulkans war nicht Die noch war, ſtellten ſi fragen. T. hatte, und klopfende ut war, Freunden er ſelbſt in dex⸗ n wenn n hatte, er leiten ene See⸗ begreifen ſegannen a. Man a Befehl zu treten ot blieb s Fahr⸗ melplatz auszu⸗ Auftrag, vor der ſteuern ſobald un nach ſchloſſen, u, nicht enug zu führten. ſtets in gewann — 253— und aller Ungewißheit und Unentſchloſſenheit ein Ziel geſetzt wurde. Sieben Stunden lang liefen die Anne und Martha auf Rancocus⸗Inſel an, indem ſie auf etwa zwei Stunden aus⸗ einander traten, ſich auf dieſe Weiſe„klares Waſſer“ machten, wie es die Seeleute nennen, und ein ſchönes Stück Meer vor ſich ausbreiteten. Bald ſah man die Spitzen der Berge, und nach der angegebenen Zeit traten die unteren Klippen größten⸗ theils hervor. Demungeachtet konnte man die fremden Schiffe nicht zu Geſicht bekommen. Der Statthalter, der wegen ſeines fernern Verhaltens in Verlegenheit war, ſchickte jetzt die Martha mit dem Befehle ab, bis vor die Nadel zu laufen, ſich nach dem Stande der Dinge dort zu erkundigen und die Anne am nächſten Morgen auf dem bezeichneten Verſammlungsplatze zu erwarten. Während die Martha vor dem Wind ablief, hohlte die Anne ſcharf auf die Kuppe an, wo man vielleicht von dem Gipfel die fremden Schiffe geſehen haben konnte. Um vier Uhr des Morgens trat die Anne in die Bucht und der Statt⸗ halter eilte auf die Ebene, um Heaton zu ſprechen. Er fand dort Alles ruhig. Nichts war von dem fremden Geſchwader gehört oder geſehen worden, ſeit man es im Schatten des Vulkans aus dem Geſichte verloren hatte; auch der Neshamony war nicht eingelaufen. Die Ankunft des Statthalters wurde, ſo früh es auch noch war, bald bekannt, und die Hälfte der Frauen der Inſel ſtellten ſich ein, um nach ihren abweſenden Männern zu fragen. Der Statthalter theilte jeder mit, was er mitzutheilen hatte, und dieſe kurze Zwieſprache beruhigte manches ängſtlich klopfende Herz. — 254— uUm acht Uhr ſegelte die Anne wieder ab und nach zwei Stunden bekam ſie die Nadel zu Geſicht, vor welcher drei Boote kreuzten und fleißig Ausguck hielten. Dort waren alſo endlich Nachrichten zu vernehmen; der Statthalter mußte jedoch ſeine Ungeduld zügeln, um den„Charakter“ eines Schiffes kennen zu lernen, das man unter einer Wolke von Leinwand die Enge hernieder kommen ſah. Nach kurzer Zeit ergab es ſich, daß es der Abraham war, und die Anne hohlte jetzt auf, um zu erfahren, was es Neues gebe. Die zwei Schoner ſprachen ſich um zwölf Uhr; der Abraham hatte aber nichts Neues zu melden. Bigelow hatte ihn durch den öſtlichen Kanal hinaus geführt und die ganze Luvſeite der Gruppe beſtrichen, um die Wallfiſchfänger zu bedeuten, wohin ſie ſteuern ſollten; auch hatte er den zwei Brigs Nachricht gegeben, daß ſie windwärts gehen und in der Luvbucht bleiben ſollten, wohin man alle nicht raſchen Fahr⸗ zeuge gebracht hatte, um ſie in Sicherheit zu wiſſen; dann war er leewärts geeilt, um zu dem Statthalter zu ſtoßen. Da der Abraham nur ein erträglicher Segler war, hielt man es nicht für klug, ihn den fremden Schiffen ſehr nahe treten zu laſſen; wohl aber konnte er ausſchauen, wie die Dinge nach oſtwärts ſtanden. Wenn er ſich auf der Luvſeite und dem Lande ſehr nahe hielt, daß man ihn nicht davon abſchneiden konnte, ſo durfte dieß von großem Nutzen werden, denn der Feind konnte ſich auf jener Seite nähern, ohne daß man ihn ſah; und Bigelow's genaue Bekanntſchaft mit der Küſte ſetzte ihn in den Stand, nicht nur den Schoner zu retten, indem er ihn einlaufen ließ, ſondern auch die Nachricht von der Stellung und den muthmaßlichen Abſichten der fremden Schiffe auf allen Theilen der Gruppe zu verbreiten⸗ Der auf ſeine losſteuerte Hier rend. D hatten ſei und niede den fremt Es hatten; d Coloniſter theidigung nichts die Dieſe halters. zu erhalte lediglich! Der Martha! der Beſor nakas kön treten. 2 denn man genauer l den Indic Booten g allen Wir wußten, n obgleich waren ſie ach zwei her drei ren alſo te jedoch Schiffes einwand am war, 2s Neues hr; der ow hatte ie ganze unger zu den zwei d in der en Fahr⸗ n; dann oßen. ir, hielt ehr nahe wie die Luvſeite ht davon werden, ohne daß mit der zu retten, richt von fremden Der Abraham hohlte daher bei dem Winde auf und kehrte auf ſeine Station zurück, während die Anne auf die Nadel losſteuerte. Hier fand der Statthalter faſt alle Fahrzeuge ſeiner har⸗ rend. Der Neshamony fehlte noch; alle anderen Schiffe aber hatten ſeine Befehle vollzogen und gingen vor der Nadel auf und nieder, um ihre Meldungen zu machen. Nichts war von den fremden Schiffen geſehen worden! Es war gewiß, daß ſie ſich der Gruppe nicht genähert hatten; denn zwei Boote kamen erſt dorther und meldeten, die Coloniſten ſeien emſig daran, ihre Vorbereitungen zur Ver⸗ theidigung zu vollenden, in anderen Beziehungen aber habe nichts die Ruhe geſtört. Dieſe Nachricht ſteigerte die Unbehaglichkeit des Statt⸗ halters. Seine Hoffnung, von den Seeräubern zeitig Nachricht zu erhalten, um ihnen entgegen treten zu können, hing jetzt lediglich von den Nachrichten ab, welche er von leewärts erhielt. Der Neshamony mußte bald hereinkommen und auch die Martha konnte nicht mehr lange ausbleiben. Die Hauptquelle der Beſorgniß war jetzt die Vermuthung, ein Theil der Kan⸗ nakas könnte gemeinſchaftlich mit Waally als Seeräuber auf⸗ treten. Wegen Waally's ſelbſt war man nicht in Unruhe, denn man hatte ihm nie geſtattet, die Durchfahrt der Gruppe genauer kennen zu lernen; anders aber verhielt es ſich mit den Indianern, welche die Coloniſten auf ihren Schiffen und Booten gebraucht hatten. Manche dieſer Leute waren mit allen Windungen und Seitenarmen der Kanäle vertraut; ſie wußten, welche Tiefe man in den einzelnen Straßen fand, und obgleich ſie keine ſehr zuverläſſige Lotſen ſein mochten, ſo waren ſie doch geübt genug, um die Schiffe mit ziemlicher Sicherheit in den Kanälen zu handhaben. Wenn einige dieſer Burſche es unternommen hatten, die fremden Schiffe nach wind⸗ wärts zu führen und ſie auf jener Seite der Gruppe in eine der Waſſerſtraßen zu bringen, ſo konnten ſie, ehe man es vermuthete, vor den verſchiedenen befeſtigten Punkten halten und Alles verheeren und zerſtören. Allerdings hatte man dieſe Gefahr gewiſſermaßen vorher⸗ geſehen und einzelne Coloniſten waren beauftragt, in jener Richtung Ausguck zu halten; die Unruhe des Statthalters war aber jetzt um ſo peinlicher, da er durchaus nicht wußte, wo er ſeinen Feind aufſuchen ſollte. Der Neshamony erſchien ſüdlich und hielt von der Kuppe her ab; zu derſelben Zeit ließ ſich die Martha ſüdweſtlich ſehen und ſchien geraden Weges von der Rancocus⸗Inſel zu kommen. Da das erſtere Schiff Befehl hatte, an der Kuppe zu landen, auch um den Vulkan zu ſteuern, eilte ihr die Anne entgegen, denn der Statthalter war ungeduldig, zu vernehmen, was es Neues bringe. Nach einer halben Stunde lagen die beiden Schiffe Bord an Bord. Aber der Neshamony wußte nur wenig Neues! Die Seeräuber waren, nachdem Bigelow ſich entfernt hatte, nur noch kurze Zeit auf der Inſel geblieben und hatten ſo viel Unheil angeſtellt, als in ſo wenigen Stunden nur möglich war. Als ſie abzogen, lag ſchwarze Nacht auf dem Meer, und man konnte von ihren Bewegungen nichts mit Sicherheit ſagen. Als man ſie jedoch zum letzten Male ſah, waren ſie vor dem Wind und hielten ſüdſüdweſtlich ab,— ein Zeichen, daß ſie auf den Vulkan losſteuerten, da die Paſſat⸗ winde eben gut ſüdöſtlich blieſen. Aber der Neshamony hatte den ganzen Vulkan umſegelt, ohne die fremden Schiffe zu Geſicht zu bekommen. Von da war er an die Kuppe gegangen, wo er anlegte, Es melden erwartet dem Lar gen, ha von den Da er k geblieben halten, Wa zurückgek ſtellten 1 konnte N haben m Nac in jener auf Fiſch gruppe Uruni's etwas erf Cap nommen zur Abfa welche dr meldete, Dieß rufen, un auf die C 238— ge dieſer ich wind⸗ in eine man es n halten vorher⸗ in jener ttthalters ht wußte, erſchien lben Zeit geraden 1s erſtere um den denn der es Neues n Schiffe g Neues! entfernt d hatten nden nur auf dem ichts mit Nale ſah, b,— ein e Paſſat⸗ ony hatte schiffe zu gegangen, wo er wenige Stunden nach der Abfahrt des Statthalters anlegte, in die Bucht trat und Alles ruhig fand. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß die Martha kaum mehr melden konnte; als Betts kam, hörte man, daß er, wie es erwartet worden, gar Nichts zu berichten hatte. Er war an dem Landungsplatz auf der Rancocus⸗Inſel vor Anker gegan⸗ gen, hatte die Klagen der Leute über ihren Verluſt gehört, von den Seeräubern aber keine weiteren Nachrichten erhalten. Da er keine Zeit verlieren wollte, war er nur eine Stunde geblieben, hatte dann gewendet und auf Rancocus⸗Nadel abge⸗ halten, wie ihm befohlen worden. Waren die fremden Schiffe vielleicht in Betto's Gruppe zuruckgekehrt und hatten ſie ſich mit dem auf der Inſel ange⸗ ſtellten Unheile begnügt? Dieß war kaum denkbar; und doch konnte Niemand ſagen, in welcher andern Richtung ſie geſteuert haben möchten! Nach einer kurzen Berathung wurde beſchloſſen, die Martha in jener Richtung auslaufen zu laſſen; man hoffte, ſie werde auf Fiſcher⸗Canoe's ſtoßen, die oft an eine große Klippen⸗ gruppe ruderten, welche mehrere Stunden windwärts von Uruni's und Waally's Gebieten lag, und auf dieſe Weiſe etwas erfahren können. Capitän Betts hatte von dem Statthalter Abſchied ge⸗ nommen und war bereits an Bord ſeines Schiffes, um Befehl zur Abfahrt zu geben, als man an Bord eines der Boote, welche draußen in der Enge kreuzten, ein Signal ſah, welches meldete, daß man die Schiffe windwärts anſichtig geworden. Dieß veranlaßte den Statthalter, die Martha zurück zu rufen, und alle Fahrzeuge, die auf dem Ausguck ſtanden, hielten auf die Enge ab. 238— 240. 17 Nach einer kleinen Stunde ſchwanden alle Zweifel. Dort nahten die fremden Schiffe, und was mehr war, dort lief der Abraham vor ihnen hernieder und hielt mit aller Kraft auf das Süd⸗Cap ab, denn die Fremden waren ihm auf den Ferſen und ſegelten vier Knoten, während er drei zurücklegte. Man erfuhr ſpäter, daß die Seeräuber, nachdem ſie die Rancocus⸗Inſel verlaſſen, ihren Cours nach Süden gerichtet hatten, bis ſie windwärts von dem Vulkane ſtanden, ſich aber weit leewärts von dieſer Inſel hielten; als die Kuppe aus dem Meer auftauchte, vierten ſie nordweſtlich und hielten auf den gewöhnlichen Wallfiſchgrund der Colonie ab, welchen ſie beſtrichen, in der Hoffnung, die Brigs zu kapern. Die Seeräuber hatten kein Gelüſte nach Thran und würden wahrſcheinlich aus bloßem Muthwillen die Fäſſer eingeſchlagen haben; aber es fehlte ihnen an Schiffsvorräthen aller Art, beſonders an Tauwerk, und das Wallfiſchfanggeräthe der beiden Brigs wäre ihnen ſehr willkommen geweſen. Während ſie, nach vergeblichem Suchen, auf die Gruppe abhielten, ſahen ſie den Abraham und machten Jagd auf ihn. Der Schoner ſteuerte auf die Enge los, in der Hoffnung, den Statthalter zu finden; er wurde aber von ſeinen Verfolgern ſo hart gedrängt, daß er froh war, auf die Südcap⸗Rhede anzulaufen, wo er in die Gruppe zu treten hoffte, um im ſchlimmſten Fall an das Riff zu gehen. Glücklicherweiſe hinderte die Entdeckung des Ausguck⸗ Bootes den Abraham, ſeinen Plan auszuführen, welcher die Seeräuber geraden Weges zu der„Hauptſtadt“ geleitet hätte. Der Statthalter ſah jedoch kaum, wie die Dinge ſtanden, als er kühn auf die fremdem Schiffe luvte, um ſie von der Jagd auf den Abraham abzulenken, oder ſie wenigſtens zu trennen, indem e wurde e ſeinen 2 Segel ö Die zwei Br und vie Schiff d ſich deſſ Schiff A engen GC größer, was die den See Na⸗ maſter Seine B auf jede Schanze bares S Seeleute gatte“- fand. D eine dieſ ſie mehr Schiffsvo aber ein kleinen C Macht, Die el. 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Der Statthalter freute ſich deſſen ſehr; denn er wußte wohl, daß ein ſo ſchweres Schiff Anſtand nehmen würde, in Folge ſeiner Laſtigkeit in die engen Gewäſſer einzutreten; in der That war der Dreimaſter größer, als irgend ein Schiff, das bis jetzt eingelaufen war, was die Kannakas wiſſen mußten und gewiß nicht verfehlten, den Seeräubern mitzutheilen. Nach dem Dafürhalten des Statthalters hatte der Drei⸗ maſter einen Gehalt von ſechs bis ſiebenhundert Tonnen. Seine Bewaffnung beſtand, wie es ſchien, aus zwölf Kanonen auf jeder Seite unten, und acht bis zehn Kanonen auf der Schanze und der Back. Dieß war für jene Zeit ein furcht⸗ bares Schiff; denn nach der Ausdrucksweiſe der engliſchen Seeleute galt es als eine„acht und zwanzig Kanonen⸗Fre⸗ gatte“— eine Art Kreuzer, welche man damals ſehr nützlich fand. Die neueren Kriegsſchluppen erſter Klaſſe hätten freilich eine dieſer kleinen Fregatten„aus dem Waſſer geblaſen,“ da ſie mehrere hundert Tonnen mehr halten, und Bewaffnung, Schiffsvolk und Spieren ſich in demſelben Verhältniſſe ſteigern; aber eine acht und zwanzig Kanonen⸗Fregatte war einer kleinen Colonie, wie die des Kraters, gegenüber eine furchtbare Macht, und Niemand wußte dieß beſſer, als der Statthalter. Die drei fremden Schiffe ſegelten wie Hexen. Es war 17* — 260— ein Glück für den Abraham, daß er ſo nahe an ſeiner Lee einen Hafen hatte, ſonſt würde das Schiff ihn ohne Zweifel gefangen haben. Er umſegelte das Cap ſo nahe, als er nur konnte, und trat ein, während der Dreimaſter ihm eine volle Lage von ſeiner Steuerbordſeite zuſchickte, welche des Schoners Gaffel, Kluverſtag und die große Stenge wegriß, und außer⸗ dem einen der Kannakas tödtete, welcher in dieſem Augenblick in den Sahlingen war. Dieſer letztere Vorfall kam den Coloniſten in ſo fern zu ſtatten, als er alle Kannakas zu dem Glauben veranlaßte, die Fremden ſeien vorzugsweiſe ihre Feinde; warum hätten ſie ſonſt auch einen der Ihrigen getödtet, wenn ſie nach eben ſo vielen Coloniſten als Kannakas ſchießen konnten? Wie der Statthalter erwartet hatte, wagte es das Schiff nicht, dem Abraham in den Kanal zu folgen. Dieſe Durch⸗ fahrt war Waally und denen, welche er bei ſich hatte, ganz und gar unbekannt, und er konnte keine Auskunft darüber geben, die den Admiral ermuthigt hätte, darauf abzuhalten. Da er entſchloſſen war, keine Zeit unnöthig zu verlieren, wen⸗ dete er kurz vor der Küſte ab und begann auf die Anne und Martha Jagd zu machen, welche unterdeſſen in der Mitte der Enge waren und auf die Kuppe abhielten. Der Statthalter hatte jedoch die Abſicht nicht, die Fremden näher, als unerläßlich war, an die Bucht zu führen; ſobald er daher den Abraham gehörig zwiſchen den Inſeln ſah, und die Bäume, die jetzt auf dieſer Seite der Küſte einen kleinen Wald bildeten, ſeine Segel verdeckten, während die Fregatte ſtark vom Land abhielt und ihm nachjagte, wendete er in der Richtung der Rancocus⸗Inſel und brachte ſo den Wind auf ſeine Steuerbordſeite. Die waren a mehr zu einlaufen Bis gelungen. entfernt, begriffen. Wind ur beſſer, al Sob dem Lan vierte er, Seite un nordweſtli Schiffe er ſeits auch ziemlich i dem Sche daß ſeine umſegeln, Alles hatte. D die Naden obgleich Verfolger unverſehrt liefen leey Zwar Cap, hol iner Lee Zweifel 3 er nur ne volle Schoners d außer⸗ ugenblick fern zu aßte, die ätten ſie eben ſo s Schiff 2 Durch⸗ te, ganz darüber zuhalten. en, wen⸗ nne und Nitte der Fremden ; ſobald ah, und n kleinen Fregatte er in der Zind auf Die fremden Schiffe folgten, und nach einer halben Stunde waren alle ſo weit leewärts vom Süd⸗Cap, daß man nicht mehr zu beſorgen brauchte, ſie wurden ſehr bald wieder dort einlaufen. Bis jetzt war der Plan des Statthalters vortrefflich gelungen. Er hatte ſeine Feinde voll im Geſicht, eine Stunde entfernt, und in voller Jagd auf ſeine zwei ſchnellſten Schiffe begriffen. Die Anne und Martha ſegelten am beſten an dem Wind und liefen alſo verhältnißmäßig in glattem Waſſer beſſer, als ſchwerere Schiffe. Sobald der Statthalter ſeine Verfolger weit genug von dem Land und weit genug nach leewärts weggelockt hatte, vierte er, oder beſſer, er brachte die Giekſegel auf die andere Seite und lief, mit dem Wind auf ſeiner Steuerbordſeite, nordweſtlich ab. Dieß brachte, in einem Sinne, die fremden Schiffe ein wenig in den Vortheil; aber ſie verloren andrer⸗ ſeits auch dabei. Sie kamen dadurch auf die Luvſeite und auch ziemlich nach vorne zu ſtehen; aber die Nadel war gerade vor dem Schoner und der Brig, und der Statthalter ſah vorher, daß ſeine Verfolger ſtark davon abhalten mußten, um ſie zu umſegeln, während er gewiß war, ſie zuerſt zu erreichen. Alles ergab ſich ſo, wie der Statthalter es erwartet hatte. Die Seeräuber brauchten jetzt eine Stunde mehr, um die Nadel zu umſchiffen, als die Anne und Martha; und obgleich dieſe zwei Schiffe unter dem fernen Feuer ihrer drei Verfolger dicht unter den Felſen aufhohlen mußten, kamen ſie unverſehrt davon, ſahen ſich bald von dem Lande gedeckt und liefen leewärts von der Gruppe in glattes Waſſer ein. Zwanzig Minuten ſpäter umſchiffte auch der Feind das Cap, hohlte ſcharf auf und verfolgte eifrig ſeine Jagd. Er — 262— kam dadurch gerade in die Stellung, in welcher ihn die Colo⸗ niſten zu ſehen wünſchten. Er war jetzt leewärts von allen Punkten der Anſiedelungen, den Durchgängen zugewendet, welche ſich weſtlich oder da öffneten, wo Waally früher eingelaufen war und wahrſcheinlich auch jetzt wieder einlaufen wollte, wenn ſich die Fremden von einem ſolchen Lootſen führen ließen. Der Statthalter ſah die Eindringlinge allgemach gerade 3 dahin kommen, wo er ſie haben wollte, wenn ſie ihn anzu⸗ greifen beabſichtigten. Um das Riff zu erreichen, brauchten ſie bei ihrer geringen Bekanntſchaft mit den Fahrſtraßen volle vier und zwanzig Stunden; ſie näherten ſich ihm da, wo die ſchwerſten und ſtärkſten Batterien gegen Waally aufgeworfen worden waren, und wenn ſie den innern Hafen erreichten, traten ſie unter dem Feuer der langen Zwölfpfünder auf dem Krater ein, welchen man als das Hauptfort der ganzen Colonie betrachtete, ſofern nicht die Kuppe dieſes Namens würdiger war. Dreizehntes Kapitel. Es ſcheucht die Seevögel aus ihren Neſtern; Sie fliegen ſcheu umher und ſchrei'n, Die Fittige glänzen ſchwarz jetzt, Und dann in unbeimlichem falben Schein. O Sünde, du befleckſt die ſchöne Erde, Der Fluch der Welt folgt deiner Fährte. Dana. Die Coloniſten hielten es für gerathen, ihre Verfolger unmittelbar an die weſtliche Einfahrt zu locken. Auf der kleinen Inſel, unter welcher die Schiffe gewöhnlich vor Anker gingen, waren zwei Häuſer und eine Batterie mit zwei Neunpfündern. Dieſe K vor der obgleich eine ſo teren He ſammelt Inſel u Land ur überſchic Die ſcheinlich ſollte. 6 gelegene ein Sch Land und Brodfrue verwende wo der den Wal Pflanzun beſtieg e Colonie konnte es Hauptkar Waſſertie culs-de- konnte. zum Anb mach, w aufgehäu Pflanzent ie Colo⸗ on allen t, welche gelaufen e, wenn ßen. h gerade )n anzu⸗ rauchten jen volle wo die geworfen reichten, auf dem Colonie ger war. Neſtern; tei'n, en Schein. Verfolger r kleinen gingen, pfündern. Dieſe Kanonen beſtrichen die Ankerſtätte. Die Inſel lag gerade vor der Mündung der Einfahrt und ſchützte den Hafen trefflich, obgleich das Waſſer in den Kanälen ſo glatt war und dieſe eine ſo bequeme Einfahrt boten, daß man ſich dieſes geſchirm⸗ teren Hafens nur ſelten bediente. In dieſem Augenblicke aber ſammelten ſich alle Fahrzeuge der Colonie gerade hinter der Inſel und warfen da Anker. Das Schiffsvolk trat an das Land und begab ſich in die Batterien, wo in Folge früher überſchickten Befehle Alles zur Vertheidigung bereit war. Dieß war alſo der Punkt, wo die Feindſeligkeiten wahr⸗ ſcheinlich begannen, wenn es ja zu Feindſeligkeiten kommen ſollte. Eines der Boote wurde auf die zunächſt nach innen gelegene Inſel geſchickt, um Pennock, der auf dem Riffe war, ein Schreiben zu überbringen. Der Bote trat dort an das Land und ſetzte ſeinen Weg durch ein Wäldchen von Palm⸗ und Brodfruchtbäumen fort; denn man hatte viele Sorgfalt darauf verwendet, ſolche Bäume überall auf der Gruppe zu pflanzen, wo der Boden ihrem Wachsthum günſtig war. Nachdem er den Wald hinter ſich hatte, führte ihn der Pfad durch eine Pflanzung, wo ein Pferd zu dieſem Dienſte bereit ſtand; dieſes beſtieg er und ſprengte einem Theile der ſchönſten Höfe der Colonie entlang dem Riffe zu. Wie die Sachlage damals war, konnte es als ein Glück gelten, daß dieſe Höfe nicht an dem Hauptkanal, ſondern einer Durchfahrt entlang lagen, welche Waſſertiefe genug hatte, um jedes Schiff zu tragen, aber culs-de-sac waren, in welche man nur von Oſten her eintreten konnte. Den Saum des Schiffskanals entlang war der Boden zum Anbau noch nicht ganz geeignet, bildete ſich aber allge⸗ mach, wie man Gelegenheit fand, dem in großer Menge hier aufgehäuften Sande ſolche Stoffe beizumiſchen, welche den Pflanzenwuchs belebten. — 264— Die Anne und ihr Geleite waren ſeit einer Stunde vor Anker gegangen, als die fremden Schiffe, die jetzt noch eine halbe Meile von der Batterie entfernt ſein mochten, der Ein⸗ fahrt zuſteuerten und anhielten. Sie hißten Alle weiße Flaggen auf, als wünſchten ſie eine Beſprechung. Der Statthalter war ungewiß, was er thun ſolle. Er wußte nicht, ob man dieſen Menſchen trauen dürfe oder nicht; und es wollte ihm eben ſo wenig behagen, Betts oder einen andern zuverläſſigen Freund in ihre Hände zu liefern, als ſich ſelbſt ihrer Gewalt anheim zu geben. Dennoch forderte die Klugheit, daß man der Friedensflagge einige Beachtung ſchenkte, und er beſchloß, in einem ſeiner Boote eine kurze Strecke von der Küſte abzutreten und eine weiße Flagge aufzuhiſſen, was hinreichend andeuten konnte, daß er an dieſer Stelle jeder Mittheilung gewärtig ſei, welche die Fremden vielleicht zu ſenden wünſchten. Das Boot des Statthalters hatte kaum ſeine Station erreicht, die von den zwei Kanonen der Batterie leicht beſtrichen werden konnte, als auch ſchon ein Boot von der Fregatte abſtieß und gleichfalls eine weiße Flagge aufhißte. Nach wenigen Minuten waren die beiden Boote auf Ruderlänge neben einander und wendeten ſich friedlich Bord an Bord. Außer den ſechs Mann, welche die Ruder handhabten, befanden ſich an Bord des fremden Bootes drei Perſonen in den Hinterſchoten. Einer dieſer Männer war, wie es ſich nachher ergab, der Admiral ſelbſt; der zweite war der Dol⸗ metſcher, welcher, einen kleinen Accent abgerechnet, das Engliſche ganz gut ſprach, und der dritte war kein anderer als Waally! Der Statthalter glaubte in dem Geſichte des wilden Häupt⸗ lings den Ausdruck grimmer Freude zu ſehen, als ſie ſich trafen; die Unt 77 cher Ve unterha „2 nicht fü unmitte nicht er vorberei „2 mir Au nimmt, Schiffe welcher „K denn gle Dolmetf „J. „W ſo werde hierher Euch ſol einer beſ „W gebürtig Nation.“ nde vor trafen; Waally ſagte jedoch nichts. Der Dolmetſcher eröffnete dch eine die Unterhaltung. er Ein⸗„Iſt Jemand in dem Boote,“ fragte dieſer Mann,„wel⸗ Flaggen cher Vollmacht hat, im Namen der Behörden am Strande zu unterhandeln?“ le. Er„Allerdings,“ antwortete der Statthalter, der es jedoch rnicht; nicht für klug hielt, ſeinen Rang anzugeben.—„Ich bin r einen unmittelbar durch die Oberbehörde der Colonie dazu bevoll⸗ als ſich mächtigt.“ „Welcher Nation gehört Eure Colonie an?“ asflagge Dieſe Frage kam ungelegen; der Statthalter hatte ſie i ſeiner nicht erwartet und war auf ihre⸗ Beantwortung nicht ganz nd eine vorbereitet. konnte,„Bevor man mir Fragen dieſer Art vorlegt, werde ich welche mir Auskunft erbitten dürfen, wer das Recht in Anſpruch nimmt, mich zu fragen?“ verſetzte Herr Woolſton.—„Welche Station Schiffe liegen in unſeren Gewäſſern vor Anker und unter ſtrichen welcher Flagge ſegeln ſie?“ fregatte„Kriegsſchiffe antworten nie auf einen Anruf, er müßte venigen denn gleichfalls von einem Kriegsſchiffe kommen,“ verſetzte der inander Dolmetſcher lächelnd. „Ihr gebt jene Schiffe alſo für Kriegsſchiffe aus?“ habten,„Wenn Ihr uns nöthigt, Euch unſre Macht zu zeigen, dnen in ſo werdet Ihr ſinden, daß dem ſo iſt. Wir find jedoch nicht es ſich hierher gekommen, um Fragen zu beantworten, ſondern um r Dol⸗ Euch ſolche zu ſtellen. Macht Eure Colonie Anſpruch, irgend ngliſche einer beſondern Nation anzugehören, oder nicht?“ Zaally!„Wir ſind Alle in den vereinigten Staaten Nordamerika's Häupt⸗ gebürtig und unſere Schiffe ſegeln unter der Flagge dieſer ſie ſich Nation.“ — 266— „Aus den vereinigten Staaten von Nordamerika?“ wieder⸗ holte der Dolmetſcher mit einem ſchlecht verhehlten Ausdrucke der Verachtung.—„Die Schiffe dieſer Nation ſind gewöhnlich gut gefüllt, wie die großen kriegführenden Mächte Europa's wiſſen; und während ſo Viele ſich dieſen Umſtand zu Nutze machen, dürfen wir unſern Antheil auch in Anſpruch nehmen.“ Es wird wohl nöthig ſein, einen Theil unſerer Leſer daran zu erinnern, daß dieſes Geſpräch vor mehr als vierzig Jahren ſtattfand,— lange, ehe die Republik ihre Flotten und Heere ausſchickte, um ſich der umliegenden Staaten zu bemäch⸗ tigen; ehe ſie überhaupt kaum eine Flotte und ein Heer hatte, um ihre eigenen Küſten und Grenzen gegen Kränkungen und Plünderungen zu ſchützen. Als man dem verſtorbenen Kaiſer von Oeſterreich, dem guten, ſanftmüthigen Franz den Zweiten, die Trümmer des kleinen Schloſſes von Habsburg, welche man noch jetzt einen Hügel in dem Canton Aargau in der Schweiz krönen ſieht, zeigte, ſoll er geſagt haben:„Ich ſehe jetzt, daß wir nicht ſtets eine mächtige Familie geweſen ſind.“ Der Statthalter machte ſich wenig aus jener Spottrede gegen ſeine Nation; aber der wegwerfende Hohn mißſiel ihm, da er andeutete, welche Behandlung ſeiner neuen Heimath. bevorſtand. Indeſſen war nicht anders zu helfen, als indem er die bereit gehaltenen Mittel brauchte, ſofern es ſeinen Beſuchern einfallen ſollte, Gewalt anzuwenden. Jetzt folgte eine flüchtige Unterhaltung, in welcher die Fremden ihre Abſichten ziemlich deutlich hervortreten ließen. Vor allem verlangten ſie die Herausgabe aller Fahrzäuge, welche die Colonie beſaß,— groß und klein, Vorräthe jeder Art nicht ausgeſchloſſen. Wenn man dieſer Bedingung ſich fügte, ſie von vorräth ſie gab hundert dert fet man w hatten Inſel Fäſſern Admira geſchick ſende, und M man ih Gruppe ſo ſei l Krieg a Al Schiffe halter mehr d Seeräul Na hatte, n nicht vi ihrer A Anruf c Die wartet; vieder⸗ zdrucke öhnlich ropa's Nutze hmen.“ Leſer vierzig en und emäch⸗ hatte, en und , dem ner des t einen ſieht, r nicht vottrede el ihm, deimath indem ſeinen her die ließen. hrzeuge, he jeder ng ſich fügte, war es, nach dem Ausſpruche der Fremden, möglich, daß ſie von ferneren gewaltſamen Schritten abſtanden. Die Mund⸗ vorräthe betreffend, ſo fehlte es ihnen an Schweinefleiſch, und ſie gaben zu verſtehen, die Colonie habe dieſer Thiere viele hundert. Wenn man binnen vier und zwanzig Stunden hun⸗ dert fette Schweine mit Fäſſern und Salz anher ſchaffte, werde man vielleicht keine weiteren Anforderungen machen. Sie hatten fünfzig Fäſſer vortrefflichen Mehls auf der Rancocus⸗ Inſel weggenommen und konnten mit den geforderten hundert Fäſſern Schweinfleiſch füglich nicht mehr beiſtauen. Der Admiral verlangte auch, daß Geißeln an Bord ſeines Schiffes geſchickt werden müßten und daß man ihm zuverläſſige Lootſen ſende, damit er und eine paſſende Begleitung mit der Anne und Martha an die Stadt hinauf treten könne, welche, wie man ihm geſagt, zwanzig bis dreißig Meilen innerhalb der Gruppe läge. Wenn man ſich dieſen Bedingungen nicht füge, ſo ſei hiermit alsbald der Krieg, und zwar der unerbittlichſte Krieg angekündigt. Alle Verſuche, ſich des National-⸗Charakters der fremden Schiffe zu verſichern, wurden umgangen, obgleich der Statt⸗ halter nach Allem, was er geſehen und gehört hatte, nicht mehr den geringſten Zweifel hegen konnte, daß er es mit Seeräubern zu thun habe. Nachdem der Statthalter Alles von den Fremden erfahren hatte, was er aus ihnen herausbringen konnte,— und es war nicht viel,— verweigerte er es ruhig, aber ernſt, ſich einer ihrer Anforderungen zu fügen und gab die Entſcheidung dem Anruf an die Waffen anheim. Dieſe Antwort kam den Fremden augenſcheinlich uner⸗ wartet; denn das nachdenkende, einfache Gehaben Mark Wool⸗ — 268— ſton's hatte ſie irre geführt, und ſie mochten ſich bereits geſchmeichelt haben, Alles, was ſie wünſchten, ohne Kampf zu erhalten. Im erſten Augenblicke ſchien der Zorn des Admirals ſofort mit einer verrätheriſchen Gewaltthat zu drohen; aber die Mannſchaft der beiden Boote waren an Kraft ſo gleich, daß die Klugheit, wenn nicht die Gewiſſenhaftigkeit, ihn mahnten, die Friedensflagge zu achten. Man trennte ſich; die Fremden ſchieden mit Drohungen, ſogar mit Verwünſchungen, während die Coloniſten ruhig, aber feſt blieben. Die zwei Boote brauchten nur wenig Zeit, um zu den verſchiedenen Punkten zurückzukehren, von denen ſie abgerudert waren, und das fremde hielt kaum an der Seite ſeines Schiffes, als dieſes auch ſchon eine Kanone abfeuerte. Dieß war das Signal zum Kampfe. Die Kugel dieſer Kanone ſiel gerade in die Batterie, riß einem der Kannakas die Hand ab und richtete ſonſt mehr⸗ fachen Schaden an. Dieß war kein ſehr günſtiges Vorzeichen; aber der Statthalter ermunterte ſeine Leute, und beide Theile begannen nun alles Ernſtes zu verſuchen, wer dem andern am meiſten zu ſchaden vermöchte. Die Kannonade war lebhaft und wurde trefflich unter⸗ halten, obgleich man ſie mit einer der Neuzeit nicht vergleichen darf. Im Anfange dieſes Jahrhunhderts galt ein großer Zwölf⸗ pfünder für eine tüchtige Kanone, mit welcher man ziemlich viel Unheil anſtellen zu können glaubte. Die Hauptbatterie der Fregatte beſtand aus Stücken dieſer Art, während die eine Brig acht Neunpfünder, die andere vierzehn Sechspfünder führte. Da das Schiff in allem dreißig bis zwei und dreißig Kanonen hatte, mußte der Statthalter gegen Batterien kämpfen, welche Stücke hinter t größere Tr erwies bedeuten richteten und ſie flogen gingen: bereits Ausnah die See wundete We fortgeſet glänzend Geſchwa recht an hartnäck Kei ſich vor hohlte machte e lichen F nieder, 1 Die vorne a um die bereits pf zu nirals aber gleich, „ihn ungen, ruhig, u den rudert hhiffes, ur das e, riß mehr⸗ eichen; Theile andern unter⸗ leichen Zwölf⸗ lemlich atterie ie eine fünder dreißig mpfen, — 269— welche ſeinen zwei Kanonen wenigſtens ſechs und zwanzig Stücke entgegen ſtellten. Aber zwei lebhafte, gut bediente und hinter tüchtigen Erdwällen aufgeſtellte Kanonen ſtehen einer viel größeren Anzahl derſelben an Bord eines Schiffes ganz gleich. Trotz des Erfolges des erſten Schuſſes der Seeräuber erwies ſich dieß bald als richtig, und die Schiffe fanden ſich bedeutend im Nachtheile. Der Statthalter ſelbſt, oder Betts, richteten jede Kanone, die in der Batterie abgefeuert wurde, und ſie verfehlten ſelten ihr Ziel. Von der andern Seite flogen die Kugeln entweder in den Wall der Batterie, oder gingen über das niedrige Vermach hinweg. Der Kampf währte bereits eine Stunde, und kein Mann auf der Küſte war, mit Ausnahme des zuerſt verletzten Kannakas, verwundet, während die Seeräuber ſieben Todte und über zwanzig ſchwer Ver⸗ wundete zählten. Wäre der Kampf in der Weiſe, wie man ihn begonnen, fortgeſetzt worden, ſo hätten die Coloniſten auf einen ſchnellen, glänzenden Sieg rechnen können. Der Admiral des Seeräuber⸗ Geſchwaders überzeugte ſich aber bald, daß er die Sache nicht recht angegriffen hatte und auf Mittel denken mußte, den hartnäckigen Feind von einer andern Seite zu faſſen. Keines der Schiffe lag vor Anker, ſondern ſie ſchwenkten ſich vor der Batterie in ziemlich regelrechter Weiſe; jetzt aber hohlte eine der Brigs aus der Linie nach nordwärts auf, machte einen oder zwei Striche außer dem Bereiche des feind⸗ lichen Feuers und kam auf die nördliche Seite der Batterie nieder, wo ſie dieſe beſtreichen konnte. Dieſe Batterie war aber ganz einfach zum Schutze gegen vorne aufgeworfen worden, und hatte keine Schießſcharten, um die Waſſerfläche auf den beiden Seiten zu beſtreichen. — 270— Wohl hatte man Erdwälle auf den Seiten aufgeworfen, um die Mannſchaft zu decken; allein dieſe Art unthätigen Wider⸗ ſtandes konnte bei einem fortgeſetzten Kampfe nicht viel helfen. Während jene Brig die angedeutete günſtige Stellung gewonnen hatte, ſielen die Fregatte und die andere Brig nach leewärts ab und ſtanden bald ſo, daß die Kugeln ihnen nicht mehr ſehr läſtig werden konnten. Dadurch wurde es der Batterie unmöglich gemacht, länger angrifſsweiſe zu verfahren, und die Coloniſten mußten raſch zu einem entſcheidenden Ent⸗ ſchluß kommen. Sobald die nächſte Brig ihr Feuer, und zwar auf kurze Kartätſchenſchußweite eröffnete, liefen die Fregatte und ihre Begleiterin wieder auf der ſüdlichen Seite der Batterie heran, wobei das leichteſte Schiff vorantrat und ſeinen Weg mit dem Loth ſuchte. Der Statthalter ſah jetzt, daß es durchaus nutzlos ſei länger zu bleiben und daß er überdieß Gefahr lief, gänzlich abgeſchnitten zu werden; er befahl daher den Rückzug in ſeinen Booten. Dieſe Bewegung war nicht ganz ohne Gefahr; einer der Coloniſten wurde dabei getödtet und zwei Kannakas ver⸗ wundet. Der Statthalter erreichte indeſſen ſeinen Zweck, und die kleine Schaar fand ſich raſch an Bord der Anne und Martha zuſammen. Wie es ſich von ſelbſt verſteht, ſtellte dieſer Rückzug die Inſel und die Batterie dem Feinde bloß. Dieſer trat an das Land, ſteckte die Gebäude in Brand, ließ das Magazin in die Luft fliegen, machte die Kanonen unbrauchbar und ſtellte auf der Inſel ſo viel Unheil an, als in dem Verlauf einer kleinen Stunde nur thunlich war. Dann begaben ſich die Seeräuber wieder an Bord ihrer Schiffe, liefen in die weſt⸗ liche Di ihnen er ihrer Ka D Die bald ſchr welche l hinderlic andere g⸗ konnte 2 bekannt Die welcher höchlich erfahrnen Ung falſcher Anſiedelu rätheriſch der Hauß Richtung lichen Ke kleinen S nach eine ſich ſo, Martha Bucht jer Dief hatte kein ten ſchme ſie mit k n, um Wider⸗ helfen. tellung g nach n nicht es der fahren, n Ent⸗ f kurze nd ihre heran, nit dem los ſei Fänzlich ſeinen ; einer as ver⸗ k, und ne und zg die an das azin in ſtellte f einer ſich die ie weſt⸗ liche Durchfahrt ein und folgten den Coloniſten, welche vor ihnen entlang ſegelten, und ſich gerade außer dem Bereiche ihrer Kanonen hielten. Die weſtliche Durchfahrt war ein wenig gewunden und bald ſchmaler bald breiter. Zuweilen war dieß für die Schiffe, welche herauf oder windwärts gingen, vortheilhaft, zuweilen hinderlich. Da es außer der Hauptwaſſerſtraße noch viele andere gab, von denen manche falſch oder culs-de-sac waren, konnte Jemand, welcher mit dieſen Waſſerlabyrinthen nicht bekannt war, ſich leicht verirren. Dieſer Umſtand gab dem Statthalter einen Gedanken ein, welcher von ſeinem Freund und Rathgeber, Capitän Betts, höchlich gebilligt ward, ſobald er dieſem einfachen, aber erfahrnen Seemanne ganz klar vorlag. Ungefähr eine Stunde innerhalb der Gruppe war ein falſcher Kanal, welcher nach Norden und weit von allen Anſiedelungen abführte, und zumal auf eine wahrhaft ver⸗ rätheriſche Weiſe zur Einfahrt lockte; denn da, wo er ſich mit der Haupteinfahrt verband, war er breiter als jener, und die Richtungen waren der Art, daß man ihn leicht für den eigent⸗ lichen Kanal halten konnte; dann wendete er ſich nach einer kleinen Stunde blind, oder in des Windes Auge rechts, und nach einem langen Strich, der ſtark öſtlich hinlieſ, verengte er ſich ſo, daß es zweifelhaft blieb, ob ſelbſt die Anne und Martha ſich zwiſchen den Felſen durchdrängen und die weite Bucht jenſeits erreichen könnten. Dieſe Buchtung war der wahre culs-de-sac, denn ſie hatte keinen andern Ein⸗ oder Auslaß, als den eben erwähn⸗ ten ſchmalen Paß; und obgleich ſie ſich weit ausdehnte, war ſie mit kleinen Inſeln beſäet und reichte bis an die Nähe der — 272— Lehm⸗Inſel, die bekanntlich nicht über eine halbe Stunde von dem Riff entfernt lag. Die Hauptfrage war, ob der Schoner und die Schluppe durch die Oeffnung geführt werden könnten, welche in die Buchtung leitete. War dieß nicht der Fall, ſo mußten ſie unvermeidlich in die Hände der Seeräuber fallen, wenn ſie in den falſchen Kanal traten und man ſie dorthin verfolgte. Aber ſelbſt zugegeben, die Anne und Martha zwängten ſich durch den Engpaß,— war es wahrſcheinlich, daß ſie ſich retteten, wenn der Feind ſie in ſeinen Booten verfolgte? Capitän Betts war der Anſicht, die beiden Schiffe könn⸗ ten durch den Engpaß laufen; er ſprach ſich ſehr eifrig dafür aus, daß man ſich bemühen müſſe, den Feind von dem rechten Wege zum Riff abzulenken, indem man ihn in dieſen culs-de- sac lockte. Wenn man dadurch nur Zeit gewinne, ſei ſchon viel gewonnen. Es ſei bereits ein Vortheil für die Angegrif⸗ fenen, Zeit zu bekommen, um ſich von dem erſten Schrecken zu erholen und ihre Anordnungen zu vervollſtändigen. Der Statthalter lauſchte den Beweisgründen ſeines Freun⸗ des mit Wohlgefallen, ſchickte aber den Neshamony auf dem geraden Wege nach dem Riff, um Pennock ein Schreiben zu überbringen, in welchem er dieſen Beamten mit dem Stande der Dinge bekannt machte, ihm den beabſichtigten Plan mit⸗ theilte und ihm auftrug, einen Zwölfpfünder, der auf einem Protzwagen ſaß, an Bord des Bootes zu ſchaffen und ihn an einen Landungsplatz bringen zu laſſen, von wo er durch einige Leute leicht an den erwähnten Engpaß geführt werden konnte. Der Statthalter lief, nachdem er den Neshamony abge⸗ ſendet hatte, in den falſchen Kanal ein. Er hielt ſich mit der Anne und Martha natürlich in einer ſichern Entfernung von den Seeräubern hinter ihm. Er konnte dieß mit großer Leichtigk viel leic langen? ſo wenig der Gru ſteile Uf Kanales nung, u gab er dieſe Ba tief, und ſie überſ konnte, dort auff ſein. D des Plan Fremden enthalte, Verlegenl! Sob die Anne den falſe Winde f Punkt err gen, und haltend, gerade in geringem ſolchen K flächliche 238— inde von Leichtigkeit bewerkſtelligen, da er mit ſeinem kurzen Segeltuche viel leichter zu wenden vermochte, als der Feind mit ſeinen Schluppe langen Raaſegeln. Was das Waſſer betrifft, ſo fehlte es hier in die ſo wenig, als anderswo; denn es war eine Eigenthümlichkeit ißten ſie der Gruppe, daß faſt alle Kanäle eine bedeutende Tiefe und in ſie in ſteile Ufer hatten. Auf einem langen Striche des falſchen verfolgte. Kanales fand ſich jedoch eine Sandbank von einiger Ausdeh⸗ gten ſich nung, und als der Statthalter beſchloß, ſich dahin zu wagen, ſie ſich gab er ſich der Hoffnung hin, er könne die Seeräuber auf e? dieſe Bank locken. Das Waſſer war hier gegen ſechszehn Fuß ekönn⸗ tief, und es ließ ſich kaum erwarten, daß auch nur die Brigs ig dafür ſie überſegelten; wenn aber die Fregatte dahin gelockt werden mrechten konnte, und bei einiger Geſchwindigkeit und eintretender Ebbe puls- de- dort aufſchlug, ſo mochte ihre Back eben nicht die Behaglichſte ſei ſchon ſein. Dieſe Hoffnung erſchien jedoch nur in dem Hintergrunde Ingegrif⸗ des Planes Mark Woolſton's, denn ſein Hauptziel war, die Schrecken Fremden in den culs-de-sac zu verlocken und ſte durch Auf⸗ enthalte, Zögerungen und kleine Verluſte zu necken und in 3 Freun⸗ Verlegenheit zu bringen. auf dem Sobald der Neshamony aus den Augen war, ſteuerten eiben zu die Anne und Martha, von den übrigen Booten gefolgt, auf Stande den falſchen Kanal los und liefen mit einem„leitenden“ lan mit⸗ Winde frohen Muthes nordwärts ab. Als der Feind den f einem Punkt erreichte, nahm er keinen Augenblick Anſtand zu fol⸗ ihn an gen, und ſetzte in ſeinem Eifer, die Flüchtlinge im Auge be⸗ ch einie haltend, ſogar Oberſegel bei. Wahrſcheinlich war Waally konnte. gerade in jenem Augenblicke ſeinen Verbündeten von nur ny abge⸗ geringem Nutzen, denn dieſer Häuptling hatte doch nur von ſich mit ſolchen Kanälen, die für Canoes zugänglich waren, eine ober⸗ tfernung flächliche Kenntniß. t großer 238— 240. 18 — 274— Die Entfernungen waren in dieſen gewundenen Fahr⸗ ſtraßen durchaus keine Kleinigkeit. Auf dem rechten Kanale hatte man mehr als ſieben und zwanzig Meilen von der weſt⸗ lichen Einfahrt bis zum Riff; der falſche führte wenigſtens zehn Meilen um, die halbe Stunde gar nicht gerechnet, welche man brauchte, um von dem Boden des Sackes bis an das Riff zu kommen. Eine ſolche Strecke zurückzulegen forderte Zeit, und die Sonne ſenkte ſich bereits, als der Statthalter die oben erwähnte Sandbank erreichte, um die er ein wenig lavirte, in der Hoffnung, die Fregatte in der Dunkelheit darauf zu verlocken. Die Seeräuber waren jedoch zu vorſichtig, um ſich in dieſer Weiſe überliſten zu laſſen. Sobald der Tag ſchied, nahmen ſie all ihr Segeltuch ein und gingen vor Anker. Es iſt wahrſcheinlich, daß ſie auf dem beſten Wege nach dem Riffe zu ſein glaubten, und nicht geneigt waren, ſich in der Dunkel⸗ heit weiter zu wagen. Beide Theile ſchickten ſich demnach an, die Nacht vor Anker hinzubringen. Die Anne und Martha ſtanden jetzt weniger als eine Meile vor dem ſo höchſt wichtigen Engpaß, durch welchen ſie zu entkommen hofften, wenn ein Entkommen möglich war. Die Gelegenheit, ſich Gewißheit zu verſchaffen, durfte nicht verſäumt werden, und ſobald es ſo dunkel war, daß die Bewegungen der Coloniſten verhüllt wurden, begab ſich der Statthalter an Bord der Martha, die mehr Balken⸗ breite hatte als die Anne, und hielt auf die Felſen an, nm einen Verſuch zu machen, ob er ſich durchdringen könne. An mehreren Stellen war es eben noch möglich, mit der Schluppe durchzukommen; an einem Punkte aber traten die Klippen zu nahe zuſammen, als daß ſie zwiſchen ihnen durchgek zu und und beg zu öffnen Um trat dure ſteuerte Der Sta ſich eine Stellung beſorgen ſah, als Boote ar Zweifel 1 ohne ſie Mar ſehr hoch Maſſe zo zender Ar zeugen. Als Bewegung Coloniſter gehabt, m Kanone a ſich in ho ſeien in Anſtrengu weichender Penn Fahr⸗ Kanale er weſt⸗ nigſtens welche an das forderte tthalter wenig darauf er. Es m Riffe Dunkel⸗ cht vor en jetzt Engpaß⸗ kommen ſchaffen, el war, begab Balken⸗ n, nm e. ), mit traten ihnen — 275— durchgekonnt hätte. Die Lage der Dinge ließ kein Zaudern zu und Alles griff zu Werkzeugen, wie ſie ſich eben darboten, und begannen die Felſen zu ſprengen und einen Durchgang zu öffnen. Um Mitternacht war dieſe Arbeit abgethan und die Martha trat durch den Paß und lief in die Bucht jenſeits ein. Hier ſteuerte ſie eine kleine Strecke nach vorne und ging vor Anker. Der Statthalter begab ſich auf ſein Schiff zurück und bewegte ſich eine Meile entlang, da er, wenn er in ſeiner jetzigen Stellung blieb, einen Angriff von Seiten der feindlichen Boote beſorgen mußte. Dieſe Vorſicht war ſehr heilſam, denn man ſah, als der Tag zu grauen begann, nicht weniger als ſieben Boote auf die fremden Schiffe losrudern, welche ſich ohne Zweifel nach dem Schoner und der Schluppe umgeſehen hatten, ohne ſie jedoch zu finden. Man rechnete dem Statthalter dieſes umſichtige Gehaben ſehr hoch an, höher als erwartet werden konnte; denn die Maſſe zollte ihren Beifall gewöhnlich eher Handlungen glän⸗ zender Art, als ſolchen, die von Berechnung und Scharfblick zeugen. Als der Tag vorſchritt, nahmen die Seeräuber ihre Bewegungen wieder auf. Dieſer Aufenthalt hatte jedoch den Coloniſten einen großen Vortheil geboten. Man hatte Zeit gehabt, mit dem Riff in Verkehr zu treten und die geforderte Kanone anher zu ſchaffen. Die Leute in der„Stadt“ fühlten ſich in hohem Grad ermuthigt, als ſie hörten, ihre Feinde ſeien in dem falſchen Kanal, und ſie verdoppelten ihre Anſtrengungen, wie man ſeine Streiche gegen einen zurück⸗ weichenden Feind verdoppelt. Pennock ſchickte dem Statthalter ſehr ermuthigende Nach⸗ 18* — 276— richten und ließ ihn wiſſen, er habe faſt alle Männer in den Außenpoſten hereingerufen, und nur ſo viele draußen gelaſſen, als zum Ausguck und zur Beaufſichtigung der Kannakas nöthig wären. Da nichts Anders zu erwarten war, als daß der Hauptangriff ſich gegen die Stadt richten würde, war er zu dieſem Schritt in jeder Hinſicht berechtigt. Alle Schiffe waren bald wieder unterwegs. Die Seeräuber vermißten die Martha, welche, wie ſie ganz richtig muthmaßten, voran gegangen war. Die Richtung des Kanals ſetzte ſie offenbar in große Verlegenheit, obgleich ſie annahmen, er müſſe nach windwärts laufen. Mittlerweile ließ der Statt⸗ halter die Anne ſich um die Sandbank ſchwenken, in der Hoff⸗ nung, die Fregatte dahin zu führen. Auch ſchien er hoffen zu dürfen, die Liſt werde ihm gelingen; denn die Brigs trennten ſich und hielten auf die zwei entgegengeſetzten Seiten des Ufers ab, um nach dem Einfahrtsplatze zu ſchauen, während das Schiff ſteif auf die Mitte abhielt und in raſcher Bewegung auf den Schoner losſteuerte, der ſich ſtets in der Nähe des ſeichten Waſſers wiegte. Endlich ſah der Statthalter ſeine Verwegenheit völlig belohnt; der Admiral hatte einen Strich gemacht, welcher ihn quer über die Leeſeite der Sandbank hinaus führte, und als er ſich nach der Anne umſah, ſtand dieſe zurück und ſchaukelte ſich auf der Luvſeite der Bank. Hier machte der Statthalter eine kleine Pauſe, bis er die Freude hatte, die Fregatte ſcharf auf die Luvſeite der ſeichten Waſſer abhalten zu ſehen, worauf er das Steuer hob und nach leewärts aus⸗ beugte, als wolle er auf dem Wege, welchen er gekommen war, aus dem culs-de-sac entſchlüpfen und der Fregatte das Nachſehen laſſen. Die Grad, n nächſten konnte, bank feſt Sob auf, lief der Freg⸗ viel zu b beläſtigen Das feſt, wo Kanone ſpielen. ſobald de das Holz. Der Anne Bei dem Bere befand ſie ihrem Ei natürlich man verſt bereits zu aber einen die ganze beiden Sei der Brigs Kanone zu umſichtig in den gelaſſen, s nöthig daß der r er zu eeräuber maßten, etzte ſie nen, er Statt⸗ eer Hoff⸗ offen zu trennten es Ufers end das ung auf ſeichten völlig welcher te, und ück und chte der tte, die bhalten tts aus⸗ kommen atte das Dieſe kühne Bewegung überraſchte den Admiral im höchſten Grad, und da er in dem Schiffe war, welches der Anne am nächſten ſtand, hob er das Steuer, ließ Alles, was ziehen konnte, ziehen und ſaß nach fünf Minuten auf der Sand⸗ bank feſt! Sobald der Statthalter dieß ſah, hohlte er ſeinen Wind auf, lief wieder zurück und kam unverſehrt an der Batterie der Fregatte vorbei; denn die Mannſchaft war mit ihrer Lage viel zu beſchäftigt, um an ihre Kanonen zu denken, oder ihn beläſtigen zu wollen. Das fremde Schiff ſaß eine halbe Meile von der Stelle feſt, wo der Zwölfpfünder aufgepflanzt worden war, und die Kanone begann nun ſehr wirkſam gegen die Seeräuber zu ſpielen. Es wendete dieſem neuen Feinde die Seite zu, und ſobald der Lauf in der rechten Linie ſtand, flog jede Kugel in das Holz. Der Statthalter ging jetzt an das Land, während die Anne Befehl erhielt, durch den Engpaß zu ſteuern und aus dem Bereiche der beiden Brigs zu treten. An Bord der Anne befand ſich zufällig ein Schmiedeofen, da man einiges an ihrem Eiſenwerke wieder herſtellen wollte. Dieſer Ofen— natürlich kein ſehr großer— wurde an das Land gebracht und man verſuchte, Kugeln darin zu glühen. Die Kugeln waren bereits zwei Stunden vorher in den Ofen geworfen worden, aber einen eigentlichen Verſuch hatte man nicht gemacht, bevor die ganze Herrichtung am Lande war. Die Anſtrengungen auf beiden Seiten währten nun ſeit einer Stunde unabläſſig. Eine der Brigs kam dem Admiral zu Hilfe, während die andere die Kanone zum Schweigen zu bringen ſuchte; dieſe war aber zu umſichtig aufgeſtellt und bekümmerte ſich um das Feuer des — 278— Feindes nicht. Eine Kugel flog in ihr Holz und trieb ſie bald nach leewärts, worauf die Seeräuber der Fregatte ihre unge⸗ theilte Aufmerkſamkeit zuwendeten. Der Admiral war ohne Zweifel in einer ſehr hilfloſen Lage. Er hatte leewärts von ihm die ganze Weite der Sand⸗ bank, konnte ſich nur losarbeiten, indem er dem Feuer gerade entgegen zog, und lag um ſo feſter, als er mit einer Geſchwin⸗ digkeit von ſieben Knoten angelaufen war. Der Grund beſtand aus weichem Schlamm; und die Coloniſten wußten, daß das Schiff nur aus ſeiner weichen Back gezogen werden konnte, wenn man windwärts Anker ausbrachte, ſie ſtark anziehen ließ und das Schiff möglichſt erleichterte. Die Seeräuber überzeugten ſich ſelbſt bald von dieſem Umſtande, denn man ſah ſie ſofort ihr Waſſer auspumpen. Die Brigs angehend, ſo waren ſie offenbar nicht in guten Händen. Statt der Batterie nahe zu treten und die Kanone zum Schweigen zu bringen, wie ſie hätten thun ſollen, hielten ſte ſich fern und leiſteten ſelbſt dem Schiffe den Beiſtand nicht, welchen ſie ihm hätten leiſten können. Kein Zweifel,— ſie waren in Verwirrung und ließen Mangel an jener Ordnung, Mannszucht und Hingebung gewahren, welche Leute in ehren⸗ haftem Dienſt an den Tag gelegt hätten; die Schuld lähmte ihre Kraft und machte ſie furchtſam und mißtrauiſch. Nach einer faſt zweiſtündigen Kannonade, welche den Seeräubern bedeutenden Schaden zugefügt hatte, während nicht Einer der Coloniſten verletzt war, hatte der Statthalter ſeine glühenden Kugeln fertig, und der Ofen hatte mehr als ſeine Pflicht gethan. Die Kanone wurde mit großer Sorgfalt gela⸗ den, von dem Statthalter ſelbſt gerichtet und abgefeuert. Die Kugel drang in das Holz und man hörte, wie ſie an Bo Verwir gleichfa raͤuber mehr d zu brau in der Di abgefeu qualmte Vo nicht m dieſem ſich jetzt an ſich! erworber Der ſtand, fahren drängen paß zurn genomme hatte, il Sol gegen di der bren⸗ geführt! zu komn in Boote viele Me ſie bald re unge⸗ hilfloſen r Sand⸗ r gerade heſchwin⸗ dbeſtand daß das konnte, hen ließ dieſem pumpen. n guten Kanone hielten d nicht, — ſte rdnung, nehren⸗ lähmte che den nd nicht er ſeine ls ſeine lt gela⸗ t. wie ſie an Bord zerplatzte. Dieſer Schuß vermehrte weſentlich die Verwirrung der Seeräuber; alsbald folgte ein zweiter, der gleichfalls einſchlug. Jetzt hatte ſich Beſtürzung der See⸗ räuber ſo augenfällig bemächtigt, daß der Statthalter ſich nicht mehr die Zeit nehmen wollte, die anderen glühenden Kugeln zu brauchen, ſondern er lud und feuerte, ſo ſchnell er konnte, in der gewöhnlichen Weiſe. Die erſte glühende Kugel war noch keine Viertelſtunde abgefeuert, als der Rauch aus des Admirals Deckpforten auf⸗ qualmte; zwei Minuten ſpäter folgten die Flammen. Von dieſem Augenblick an war das Ergebniß des Kampfes nicht mehr ungewiß. Die Seeräuber, unter welchen ſchon vor dieſem Mißgeſchicke große Verwirrung herrſchte, entſchlugen ſich jetzt aller Mannszucht, und man ſah bald, daß Jeder nur an ſich dachte und bemüht war, möglichſt viel von der unredlich erworbenen Habe zu retten. Der Statthalter begriff raſch, wie es mit dem Feinde ſtand, und beſchloß, obgleich die Klugheit ein ſolches Ver⸗ fahren kaum rechtfertigen konnte, ihn auf das Aeußerſte zu drängen. Die Anne und Martha waren beide durch den Eng⸗ paß zurückgebracht und der Zwölfpfünder an Bord der erſtern genommen worden, da man zwiſchen den Maſten Raum genug hatte, ihn ſpielen zu laſſen. Sobald dieß geſchehen war, liefen die beiden Fahrzeuge gegen die Brigs ab, welche jetzt auf eine Stunde leewärts von der brennenden Fregatte ſtanden, wohin ihre Befehlshaber ſie geführt hatten, um aus dem Bereiche der erwarteten Exploſion zu kommen. Der Admiral und das Schiffsvolk retteten ſich in Booten; ſie verloren faſt ihre ganze Habe, und ziemlich viele Menſchen büßten ihr Leben ein. Als das letzte Boot — 280— von der Fregatte abſtieß, lagen nicht wenige Matroſen, von hitzigen Getränken bewältigt, hilflos in dem untern Raume. Dieſe, ſo wie die Verwundeten, Waally eingeſchloſſen, dem eine Kugel den Arm abgeriſſen hatte, wurden ihrem Schickſale überlaſſen. Auch der Statthalter fand es nicht gerathen, dem Schiffe, das nun ſeit einer vollen Stunde brannte, ſehr nahe zu treten. Er zog ſich möglichſt weit nach leewärts zurück, und that wohl daran, denn die Fregatte flog in die Luft, während die Anne und Martha kaum eine Viertelmeile von ihr hielten. Die Coloniſten ſahen ſpäter in einem mit dieſer Exploſion in Verbindung ſtehenden Vorfalle ſtets einen Fingerzeig, daß die Vorſehung ſie begünſtige. Die Martha war der Fregatte in dem Augenblicke, wo ſie in die Luft flog, am nächſten, und Gegenſtände aller Art wurden herüber geſchleudert, und einige ſielen ſelbſt auf das Deck. Darunter war auch ein menſchlicher Körper, welcher auf eine große Strecke in die Luft geſchleudert wurde und dann wie ein ſchwerer Klotz auf den Dollbord der Schluppe fiel. Es war die Leiche Waally's, welchem drei Stunden vorher eine Kugel den Arm abgeriſſen hatte! So endigte ein ſteter, bösartiger Feind der Colonie, der ſie durch ſeine Habgier und ſeine Ränke mehr als einmal an den Rand des Verderbens gebracht hatte. Von dieſem Augenblick an dachten die Seeräuber kaum mehr an etwas anderes, als an die Mittel, ihren Rückzug zu bewerkſtelligen und wieder auf die offene See zu kommen. Der Statthalter bemerkte dieß und drängte ſie hart. Der Zwölf⸗ pfünder ſpielte gegen die nächſte Brig, ſobald er ſie erreichen konnte, und ſelbſt die Drehbaſſe der Martha wurde gehört, wie man einen Spitz in das Geheul einer Meute Dorfhunde einſtim⸗ niſten daß de Inſaſſe Selbſt heiten als der kaum do hörte, welcher als bei In Mann ihr Loot der Kar war; n. nur im iſt es do bedacht führen, Es konn gekomme ſo raſch, Der einzige E hatte. 3 Brig her terung gi eine groß Antheil; in, von Raume. n, dem chickſale Schiffe, treten. at wohl e Anne ploſion g, daß fregatte ächſten, t, und ich ein die Luft ruf den nally's, geriſſen olonie, einmal kaum zug zu . Der Zwölf⸗ reichen ſehört, hunde einſtimmen hört, die einen fremden Hund verfolgen. Die Colo⸗ niſten am Land eilten in die Pflanzungen, um anzukündigen, daß der Feind auf dem Rückzuge begriffen ſei, und alle Inſaſſen ſtrömten aus den Häuſern, um ihn zu verfolgen. Selbſt die Frauen zeigten ſich jetzt bewaffnet; denn bei Gelegen⸗ heiten dieſer Art entflammt die Vaterlandsliebe nichts mehr, als der Ruf, die Schlacht ſei gewonnen. Die, welche ſich kaum dahin gewagt hätten, wo man das Brüllen einer Kanone hörte, wurden jetzt tapfer und drängten ſich in den Vortrab, welcher ſich vor einem fliehenden Feinde ganz anders ausnahm, als bei deſſen Heranrücken. Indem die Fremden Waally verloren, büßten ſie einen Mann ein, welcher allein darauf Anſpruch machen konnte, als ihr Lootſe zu dienen. Er wußte freilich von dem Labyrinthe der Kanäle ſehr wenig, obgleich er dreimal auf dem Riffe war; nun er aber dahin war, wußte Keiner von ihnen auch nur im entfernteſten Beſcheid. Unter allen dieſen Umſtänden iſt es daher nicht auffallend, wenn der Admiral mehr darauf bedacht war, ſeine zwei Brigs aus den engen Gewäſſern zu führen, als ſeinen anfänglichen Eroberungsplan zu verfolgen. Es konnte ihm nicht ſchwer werden, den Weg, welchen er gekommen war, zurück zu finden, und dieſen Weg verfolgte er ſo raſch, als der leitende Wind ihn entlang treiben konnte. Der Rückzug war aber, wie es ſich jetzt ergab, nicht die einzige Schwierigkeit, mit welcher der Freibeuter zu kämpfen hatte. Zwiſchen dem Admiral und den Offizieren der größern Brig herrſchte kein gutes Vernehmen. Ihre gegenſeitige Erbit⸗ terung ging ſo weit, daß der Admiral es für gerathen hielt, eine große Geldſumme, welche dem fraglichen Schiff als ſein Antheil zugefallen war, aus jener Brig zu nehmen und als . eine Art Bürgſchaft, daß man nicht Reißaus nehmen wolle, an Bord ſeines Schiffes zu ſchaffen. Dieſes Verfahren hatte das gegenſeitige Freundſchaftsband nicht feſter geknüpft, und nur die Hoffnung auf die große Beute in den Niederlaſſungen mochte den Ausbruch der Feindſeligkeiten noch niedergehalten haben. Dieſe Ausſicht war jetzt geſchwunden, und während des Rückzuges der beiden Brigs vor der Anne und Martha machte man an Bord der einen Brig Anſtalten, ſich wieder in den Beſitz des ſchlecht erworbenen Schatzes zu ſetzen, und an Bord der andern, ſich denſelben zu ſichern. Die Mann⸗ ſchaften der beiden Schiffe waren durch längeres Zuſammenſein gewitzigt genug, um die gegenſeitigen Abſichten zu gewahren, und als ſie faſt Bord an Bord aus dem Kanal in die Binnen⸗ bucht der weſtlichen Einfahrt traten, hielt eine der Brigs füdlich, die andere nördlich von der Inſel ab; die Anne und Martha waren ihnen ſcharf auf den Ferſen. 3 Als die beiden Brigs von der Inſel klar waren und in der offenen See ſtanden, brachen die Feindſeligkeiten aus, indem die unzufriedene Brig auf die des Admirals feuerte. Die volle Lage wurde erwiedert, und die beiden Schiffe näher⸗ ten ſich allmählich, bis die Dampfwolken, die ihre Bewegungen begleiteten, in eine zuſammen floſſen. Der Kampf wüthete mehrere Stunden mit wildem, erbittertem Ingrimme, während die beiden Brigs unter kurzen Segeln vom Lande abliefen. Endlich ſchwieg das Feuer und der Dampf klärte ſich ſo weit auf, daß der Statthalter ſehen konnte, was geſchehen war. Beide Schiffe hatten faſt in gleicher Weiſe gelitten. Sie brachten einige Stunden damit hin, daß ſie die Beſchä⸗ digungen auszubeſſern ſuchten, und begannen dann den Kampf von neuem. Als die Anne und Martha ſahen, daß er nicht ſobald ſie meh ſetzten, fort, u in eine Statth lichen? Na ges,“ ſich die Wallfiſe und vie mögen. bald im Colonie trage w ſechspro⸗ Die Gedeiher ſchen. Coloniſte „Seeräu ſie verlei ꝛwolle, en hatte ft, und ‚ſſungen gehalten vährend Martha wieder n, und Mann⸗ menſein vahren, Zinnen⸗ Brigs ne und und in 1¹ aus, feuerte. näher⸗ gungen vüthete ährend en. ſich ſo ſchehen elitten. Beſchä⸗ Kampf nicht ſobald endigen würde, hohlten ſie gegen die Gruppe, von welcher ſie mehrere Stunden nach leewärts abſtanden, auf. Die Brigs ſetzten, indem ſie ſtets vor dem Winde dahinliefen, ihren Kampf fort, und man hörte lange ihre Kanonen nicht mehr, als ſie, in eine Dampfwolke gehüllt, dem Blicke entſchwanden. Der Statthalter ſah und hörte nie wieder etwas von dieſen gefähr⸗ lichen Feinden. Vierzehntes Kapitel. Vox populi, vox Dei. Was kommt aus Volkes Mund, Thut Gottes Willen kund. Alter Spruch. Nach dem unverhofften Ausgange des„Seeräuber⸗Krie⸗ ges,“ wie ſich die Anſiedler auszudrücken pflegten, erfreute ſich die Colonie des Friedens und Gedeihens wieder. Das Wallſiſchfang-Geſchäft wurde mit großem Glücke fortgeſetzt, und viele dabei Betheiligte erwarben ſich ein großes Ver⸗ mögen. Unter dieſen war auch der Statthalter, welcher ſich bald im Beſitze von mehr Geld ſah, als er in einer ſo jungen Colonie nützlich anzulegen Gelegenheit fand. In ſeinem Auf⸗ trage wurden nicht weniger als hunderttauſend Dollars in ſechsprozentigen Papieren der vereinigten Staaten angelegt. Die Natur und Gottes Güte thaten eben ſo viel für das Gedeihen der Colonie, wie die Kunſt und der Fleiß der Men⸗ ſchen. Es iſt jedoch unſre Pflicht, offen zu bekennen, daß die Coloniſten die Sache nicht ſo anſahen. Der Sieg in dem „Seeräuber⸗Kriege“ hatte ihre Gefühle ſehr geändert und ſie verleitet, ſich und ihre Zuſtände höher zu ſtellen, als ſie — 284— dieß bisher zu thun pflegten. Die frühere Demuth ſchien plötzlich verſchwunden zu ſein, und an ihre Stelle trat bei dem Volk eine prahleriſche Ueberſchätzung ihrer ſelbſt und ihrer Tapferkeit. Auch das Wort„Volk“ war jetzt in Aller Mund, als wenn die Coloniſten ſelbſt dieſe lieblichen, mit Fruchtbar⸗ keit geſegneten Inſeln geſchaffen und zu dem gemacht hätten, was ſie jetzt raſch zu werden verſprachen,— Scenen der ausgezeichnetſten ländlichen Schönheit und Speicher des Ueber⸗ fluſſes. Palmbäume ſchmückten jetzt mehr oder weniger jede Inſel; Orangen⸗, Citronen⸗, Pomeranzen⸗ und ähnliche Bäume erfüllten die Luft mit dem Wohlgeruch ihrer Blüthen, und ihre Früchte blickten golden aus dem dunkeln Laube. Kurz, Alles, was mit dem Klima in Einklang ſtand, gedieh herrlich in den Pflanzungen und in der Wohnung des Niedrigſten herrſchte der Ueberfluß. Dieß war ein Zuſtand, welcher die heilſame Demuth menſchlicher Weſen ſehr bedrohte. Zwei Gefahren beſchlichen ſie; ſie konnten in üppigen Müßiggang verfallen,— in einem ſolchen Klima der ſichere Vorläufer ſinnlicher Ausſchweifungen, — oder ſie wurden hochmüthig, je beſſer es ihnen erging. Die natürliche Folge mußte ſein, daß ſie Gott ihrem Ich nach⸗ ſtellten und glaubten, ſie verdienten Alles, was ſie empfingen, und verdankten einen guten Theil deſſelben lediglich ſich ſelbſt. Die Folgen üppigen Müßigganges waren vielleicht ſo bald noch nicht zu fürchten. Die Männer wie die Frauen hingen noch zu ſehr an ihren früheren Sitten und Gewohn⸗ heiten, um ſo leicht in einen ſolchen Abgrund zu ſtürzen; ſie ſchienen vielmehr geneigt, ihre Thätigkeit noch mehr zu ſteigern und den bisherigen Erwerb möglichſt zu erhöhen. Aber eine große Gottes Laufba Gefühl die na Wirkun Preſſe. Al Seeräu wandere tet, die gelaſſen darum neuen 4 nicht we konnte. ein Me⸗ Quäker. Nic die Folg Verſicher chriſtlich wandert, erfreuen, die alle Weſen d der Grüt verfolgten frühern 6 Anhänger zu ſamme ſchien rat bei id ihrer Mund, chtbar⸗ hätten, en der Ueber⸗ Inſel; Bäume „ und Kurz, errlich rigſten emuth hlichen einem ungen, . Die nach⸗ ingen, ſelbſt. iht ſo rauen wohn⸗ 1; ſie eigern eine große Selbſtuͤberſchätzung und ein faſt gänzliches Vergeſſen Gottes trat an die Stelle der Demuth, mit welcher ſie ihre Laufbahn in dieſer neuen Welt begonnen hatten. Dieſe Gefühle wurden in hohem Grade durch drei Mittel geſteigert, die nach dem gewöhnlichen Dafürhalten eine ganz andere Wirkung haben— durch Religion, Rechtswiſſenſchaft und Preſſe. Als der Rancocus einige Monate nach der Flucht der Seeräuber zurückkehrte, brachte er gegen fünfzig neue Ein⸗ wanderer mit; denn der Rath hielt ſich ſtets noch für verpflich⸗ tet, die Freunde von Familien, welche ſich bereits hier nieder⸗ gelaſſen hatten, aufzunehmen, wenn er in der gehörigen Weiſe darum angegangen ward. Unſeligerweiſe waren unter dieſen neuen Ankömmlingen ein Drucker, ein Rechtsgelehrter und nicht weniger als vier Männer, welche man Geiſtliche nennen konnte. Der Erſte dieſer war ein Presbyterianer, der Andere ein Methodiſt, der Dritte ein Baptiſt, und der Vierte ein Quäker. Nicht lange nach der Ankunft dieſer neuen Ladung wurden die Folgen ſichtbar. Die Sectenmänner begannen mit tauſend Verſicherungen brüderlicher Liebe und einem großen Gepränge chriſtlicher Milde; ſte behaupteten ſogar, ſie ſeien nur einge⸗ wandert, um ſich eines höhern Grades religiöſer Freiheit zu erfreuen, als Amerika jetzt böte, wo es von Secten wimmelt, die alle mehr an ihre unterſcheidenden Formeln als an das Weſen denken, welchem ſte zu dienen vorgeben. Sie vergaßen der Gründe, welche ſie aus ihrer Heimath weggeführt hatten, verfolgten vielleicht auch nur die Pläne, welche ſie in ihrer frühern Stellung verhaßt gemacht hatten, und begannen ſofort Anhänger und ihren beſonderen Anſichten geneigte Gläubige zu ſammeln. — 286— Prediger Hornblower, welcher bisher das Feld allein behauptet hatte, ſtets aber geneigt war, ſich an„beſtimmte Meinungen,“ wie er es nannte, zu halten, waffnete ſich und zog alles Ernſtes zu Felde. Damit man das Schaf der einen Heerde nicht mit dem Schafe der andern verwechſelte, trug man Sorge, daß ſie alle mit dem Sectenzeichen gebrandmarkt wurden. Der Eine beſchnitt eine Ohrſpitze, der Andere färbte die Wolle— oder zog ſie über die Augen— und der Dritte, wie es der Fall bei Freund Stephan Dighton, dem Quäker⸗ geiſtlichen, war, hängte ſeinen Schafen eine ganz neue Beklei⸗ dung über, damit man ſie ſchon von weitem als die„ſeinigen“ erkannte. Kurz, auf dieſen entlegenen lieblichen Inſeln, welche die Sonne durch ihre Wärme belebte und der Paſſatwind durch ſeine Kühle erquickte, die von der Vorſehung auserkoren ſchie⸗ nen, daß man hier ihren Schöpfer täglich und ſtündlich mit Lob⸗ und Dankgeſängen feiere, vernichteten die Spitzfindig⸗ keiten des Sectengeiſtes jene demuthvolle Hingebung an das göttliche Geſetz, die den wahren Chriſten bezeichnet, und ſetzte an deren Stelle unweſentliche Förmlichkeiten und Lehren, welche man bei weitem kräftiger vertheidigte als man ſie klar verſtand. In der Geſtalt eines„Lehrers“ erſchien der Teufel wieder in Eden; und die Kuppe, die ſo ganz geeignet war, die Seele über das niedrige Weltgetriebe zu erheben, klang bald von Erörterungen und Streitigkeiten über„freie Gnade,“ „Verſenkung,“„geiſtige Taufe“ und„apoſtoliſche Nach⸗ folge“*) wider. Die Vögel ſangen noch immer ſo lieblich, wie ehedem, *) Die ununterbrochene Reihenfolge ordinirter Kirchenobern ſeit der Apoſtelzeit. Der Ueherſetzer. und ihr aller die Andacht Same d eine Au daß ſeir Einfälle Au⸗ Rechtsku nicht för als die L kränkten bene We bloß zu ausſchlien Rache di nicht gea das Geſe durch def ja, reich Eine in das L ſolche zu Verſchreil heiten gel weil er ſe ein Gelül gegeben l Liedes we der freund Schuldner allein ſtimmte ich und er einen 2, trug ndmarkt e färbte Dritte, Quäker⸗ Beklei⸗ nigen“ welche d durch n ſchie⸗ ich mit zfindig⸗ an das d ſetzte Lehren, ſie klar Teufel t war, klang nade,“ Nach⸗ hedem, ſeit der er. und ihr Morgen⸗ und Abendlied galt, wie einſt, dem Schöpfer aller dieſer Herrlichkeiten; aber mit den Morgen⸗ und Abend⸗ Andachten der Menſchen war es anders. In dieſen wurde der Same der Zwietracht ausgeſtreut, und wenn Herr Hornblower eine Ausnahme abgab, ſo hatte dieß ſeinen Grund nur darin, daß ſeine herrliche Liturgie ihm die Mittel nicht bot, ſolche Einfälle in das feindliche Lager zu machen. Auch das neue Licht, das durch das Einbringen von Rechtskunde und„öffentliche Weisheit“ erzielt ward, war nicht fördernd. Der Rechtsgelehrte hatte ſich kaum ſehen laſſen, als die Leute auch ſchon entdeckt haben wollten, ihre Nachbarn kränkten ſie auf hundertfache, ihnen bis jetzt unbekannt geblie⸗ bene Weiſe in ihren Rechten. Das Geſetz, welches bis jetzt bloß zu den Zwecken der Gerechtigkeit, und der Gerechtigkeit ausſchließlich, da war, mußte bald denen der Gewinnſucht und Rache dienen. Man fand in ihm Etwas, das man bisher gar nicht geahnt hatte,— man entdeckte nämlich, daß man durch das Geſetz— nicht durch deſſen Handhabung freilich, ſondern durch deſſen Umgehung— ſich ein behagliches Daſein gründen, ja, reich werden könne. Eine ganz neue Klaſſe von Menſchenfreunden trat jetzt in das Leben;— Leute, die ſehr bereit waren, ihr Geld an ſolche zu leihen, welche deſſen bedürfen und Bürgſchaften, Verſchreibungen, Pfandbriefe und andere unſchuldige Sicher⸗ heiten geben konnten, und die der Darleiher nur deßhalb nahm, weil er ſeinem Grundſatze treu bleiben wollte, oder, weil er ein Gelübde gethan, oder ſeiner Frau das heilige Verſprechen gegeben hatte, ohne ſie Nichts zu verleihen; das Ende des Liedes war eine Uebertragung der Rechtsanſprüche, wodurch der freundliche Helfer in der Regel den Einfaltspinſel von Schuldner aller Sorge für ſein Hab und Gut überhob. — 288— Der Statthalter gewahrte bald, daß einer dieſer Menſchen⸗ freunde ſeine hilfreiche Hand ſelten ausſtreckte, ohne daß der Borger ſich ſo kahl zurückzog, wie der Welſchkornkolben aus dem Auskörner kommt; und es ließ ſich Nichts ſagen,— die Formen waren alle gewahrt. Zu dem Einfluſſe der Religion und des Rechtes geſellte ſich noch der der Arbeiten der Preſſe. Dieſe nahm ſich der Rechte der Menſchheit an und bemühte ſich, die Staatsgewalt aus dem Colonial⸗Hauſe in ihre Druckerei überzutragen. Sie trachtete, alle die Gleichheit herbeizuführen, die nur dann gedeihen kann, wenn Einer die Mittel, Thatſachen nach ſeinem Gefallen zu modeln, für ſich allein anſpricht, während ſeine Nachbarn ſehen mögen, wie ſie ſich unter ſolchen Umſtänden forthelfen. Aber der perſönliche Vortheil, welchen ſich der Vertreter der Rechte Aller dadurch ſicherte, war das geringſte Unheil, das er anſtellte, obgleich er ſeine Intereſſen nie aus dem Auge verlor. Die Leute waren bald überzeugt, daß ſie bisher unter einer unerhörten Tyrannei geſchmachtet hatten, und ſahen ſich weſentlich dringend gemahnt, ſich in ihrer Kraft zu erheben, und ſich und ihrer Nachkommenſchaft treu zu bleiben. Die Preſſe ſtellte folgende Punkte in das gehörige Licht. Nicht der zehnte Theil der Coloniſten war jemals in Betreff der Geſetze zu Rath gezogen worden, ſondern man hatte ſie hinnehmen müſſen, wie man ſie vorfand. Die jetzigen Behörden hatten ihre Vollmachten nicht in Folge des Votums einer Mehrheit, indem die erſten Einwanderer den ſpäter kommenden jede Mühe und Sorge in dieſer Hinſicht erſparten. Dieſe Umſtände boten ein nie endendes Thema zu Eröͤrte⸗ rungen und Beſchwerden. Es war überraſchend, wie wenig die Leu lebten, ſtand 3 viele Q welchen Obgleich nie ein behaupte härteſten England einen all digen, nicht höt Wir berichten, gar keine aber dare die Parte ſcheinbare Zu Druck Vo Mitgethei daß der, auftrat, Lüge dem Vorhang wie ſeine denkenden wahr, wer weit bewu 238—2 denſchen⸗ daß der ben aus „— die geſellte ſich der tsgewalt en. Sie ur dann hſeinem nd ſeine nſtänden ſich der geringſte nie aus daß ſie hatten, n ihrer aft treu he Licht. Betreff zatte ſie ehörden s einer nmenden Erörte⸗ 2 wenig — 289— die Leute geahnt hatten, unter welchem läſtigen Drucke ſie lebten, ehe dieſer Fremde unter ihnen auftrat, um ihren Ver⸗ ſtand zu erleuchten. Nicht minder wundervoll war es, wie viele Quellen von Unrecht und Kränkungen er entdeckte, von welchen ſich bisher Niemand Etwas hatte träumen laſſen. Obgleich keinerlei Art Abgabe in der Colonie erhoben und nie ein Shilling für Ein- oder Ausfuhr bezahlt worden war, behauptete er kühn, die Bürger der Inſeln ſeien das am härteſten beſteuerte Volk in der Chriſtenheit. Die Beſteuerung Englands ſei nichts dagegen und er nahm keinen Anſtand, einen allgemeinen Bankbruch als unerläßliche Folge anzukün⸗ digen, wenn man ſeine Rathſchläge, dem Uebel abzuhelfen, nicht höre. Wir können uns nicht darauf einlaſſen, ausführlich zu berichten, wie dieſer Mann den Beweis führte, ein Volk, das gar keine Abgaben bezahlte, ſei mit Abgaben überladen; wer aber darauf geachtet hat, wie ſich bei Erörterungen dieſer Art die Parteien benehmen, wird wohl einſehen, wie leicht ſolche ſcheinbare Widerſprüche ausgeglichen werden. Zu jener Zeit glaubten noch viele Menſchen, das im Druck Vorliegende müſſe viel wahrer ſein, als das mündlich Mitgetheilte. Dann war es bei weitem minder wahrſcheinlich, daß der, welcher perſönlich und auf eigener Verantwortlichkeit auftrat, Glauben fand, als der namenloſe Kritzler, der ſeine Lüge dem Papier überlieferte, obgleich er ſich hinter einen Vorhang ſteckte und ſein Charakter eben ſo zweideutig war, wie ſeine Berichte. In unſerer Zeit hat die Preſſe jeden denkenden Mann von dem Glauben geheilt, ein Bericht ſei wahr, weil er gedruckt vorliege; ſie iſt ihrer Erniedrigung ſo weit bewußt geworden, daß ſie ſelbſt öffentlich von Mitteln 238— 210. 19 — 290— ſpricht, ſich zu reinigen und in jeder Weiſe zu ſtreben, ſich wieder zu Ehren zu bringen. Allein vor vierzig Jahren waren die Zuſtände ſelbſt in Amerika nicht anders, als wir ſie eben geſchildert haben. In dem letzten Vierteljahrhundert hat ſich die Lehre von einer unbeſchränkten Preſſe völlig entwickelt, ſo daß ſelbſt ältliche Damen, welche ſonſt mit wundervoller Salbung ſagten:„Dieß muß wahr ſein, eain es iſt gedruckt zu leſen,“ jetzt wohl auszurufen pflegen:„O, es iſt nur eine Zeitungsnachricht!“ Die guͤtige Vorſehung hat dem ſchlam⸗ migſten Teiche Mittel gegeben, ſeine eigenen Waſſer zu reinigen. Aber der„Krater Wahrheitsbericht⸗Erſtatter“ konnte zu der Zeit, von welcher wir ſprechen, ſeine Lügen ungeſtraft verbreiten. Das Gedruckte galt noch als etwas Geheiligtes; und es iſt überraſchend, wie Viele ihm glaubten und wie Viele getäuſcht wurden. Dieſes Blatt nahm ſich nicht einmal die gewöhnliche Mühe, ſeine Leſer zu myſtifiziren und ſeine Hab⸗ gier zu verſtecken, wie man dieß wohl in civiliſirteren Ländern zu thun pflegt. Vielleicht gibt es zu London und Paris Zei⸗ tungen, welche ſich mit den Thatſachen eben ſo große Freiheiten nehmen, wie der„Krater Wahrheitsbericht⸗Erſtatter;“ ſie behandeln aber ihre Leſer mit etwas mehr äußerer Achtung, wenn ſie ſie auch durch Unwahrheiten irre führen. Das Londoner und Pariſer Publikum läßt nicht ſo leicht mit ſich umſpringen, und man muß mit einiger Umſicht zu Werke gehen, wenn man ihm Sand in die Augen ſtreuen will. Es iſt allerdings ſehr geneigt, das zu glauben, was es zu hören wünſcht; dieſe Schwäche aber abgerechnet, hat ſeine Gläubig⸗ keit gewiſſe Grenzen, und der Schein muß immer möglichſt gewahrt werden. Auf dem Krater ſchien jedoch keine ſolche Vorſicht nöthig zu ſei wortes andere Auge So w darauf obgleie verſtan bekümn und fo waren war u öffentli ſtets m zu glar D ohne 2 lichen: Peter 6 Esquir gebrach des Kre empfehl natürlig Oberau ſelbſt üt ſehr wo n, ſich waren ſie eben hat ſich eelt, ſo ervoller gedruckt ur eine ſchlam⸗ einigen. nnte zu geſtraft iligtes; ie Viele nal die le Hab⸗ Ländern dis Zei⸗ eiheiten , ſie chtung, Das nit ſich Werke ll. Es n hören Däubig⸗ ööglichſt nöthig zu ſein. Der Herausgeber bediente ſich allerdings des Für⸗ wortes„wir,“ wenn er von ſich ſelbſt ſprach; bei allen anderen Gelegenheiten aber hatte er ſein eigenes„Ich“ im Auge und benützte ſeine Zeitung fleißig zu ſeinem Vortheile. So war er, ſo oft er auf das Geſetz zu ſprechen kam, nur darauf bedacht, ſeine Anſichten öffentlich geltend zu machen, obgleich dieſe im Widerſpruche mit dem geſunden Menſchen⸗ verſtand und dem Geſetz unmittelbar entgegen waren. Dieß bekümmerte ihn jedoch wenig. Er war ein öffentlicher Diener, und folglich mußte, was er ſagte und that, recht ſein. Andere waren freilich auch öffentliche Diener, und was dieſe thaten, war unrecht; aber er hatte die Mittel, ſeine Geſchichten öffentlich zu erzählen, und eine Menge Laffen hörten ihm ſtets mit offenem Munde zu und waren bereit, ſeinen Worten zu glauben. Die Art, wie er ſeine Mundvorräthe ſammelte, iſt nicht ohne Intereſſe. Sein Blatt enthielt jede Woche einen zier⸗ lichen Artikel, der etwa ſo lautete:„Unſer geehrter Freund, Peter Snook's“— vielleicht hieß es auch„Peter Snook's,“ Esquire— hat uns eben eine ſchöne Probe ſeiner Kokosnüſſe gebracht, und wir nehmen keinen Anſtand, ſie den Bewohnern des Kraters als die ausgezeichnetſten der ganzen Gruppe zu empfehlen.“— Für dieſen„Puff“*) war Esquire Snook natürlich dankbar und brachte oft mehr Kokosnüſſe. Dieſelbe Oberaufſicht übte er über Bananen, Brodfrüchte, Melonen, ſelbſt über die Bohnen, und ſeine Vorrathskammer befand ſich ſehr wohl dabei. *) Windbeutelei. Das Wort„Puff“ wird allmäblich bei uns heimiſch, obgleich es die Sache längſt war. Der Ueberſetzer. 19* — 292— Einmal kam jedoch der Ehrenmann durch den Gebrauch des oberherrlichen Fürwortes„wir“ in das Gedränge. Der Matroſe eines der Schiffe züchtigte ihn wegen irgend einer unverſchämten Bemerkung, welche er über das Schiff des ehr⸗ lichen Burſchen gemacht hatte; und da ein Vorfall dieſer Art das Publicum in hohem Grad intereſſiren mußte, ging er in alle Einzelnheiten des Kampfes ein. Andere Leute mögen ſich die Naſen grün und blau ſchlagen, ſich Stöße und Tritte jeder Art verſetzen, ohne daß ſich die Welt im geringſten darum bekümmert; die Theilnahme an einem Zeitungsſchreiber fordert aber zu einem ausführlichen Bericht auf. Ein ſolcher erſchien denn auch, und der Herausgeber ſprach in drei engen Spalten von ſich, indem er, aus Beſcheidenheit und um nicht der Selbſt⸗ ſucht beſchuldigt zu werden, ſich des„wir“ bediente und z. B. ſagte:„Wir gaben unſerm Gegner jetzt einen Schlag mit unſrer Fauſt, und dieſem folgte ein Tritt mit unſerm Fuß, und auch in anderer Weiſe behandelten wir ihn ſo, daß er ſein ganzes Leben an uns denken wird“ u. ſ. w.— Dieſe Ausdrücke brachten auf längere Zeit alle alten Weiber der Colonie gegen den Herausgeber auf, bis er in einem beredten Artikel nachwies, daß er es aus Beſcheidenheit nicht über ſich gewinnen könne,„ich“ zu ſagen, obgleich er mehrere Spalten ſeines Blattes verwendete, um den Zuſtand unſerer Gefühle darzulegen. Anfangs aber war das Gerücht verbreitet, Zwei hätten gegen Einen gekämpft, und dieß ſchien ſelbſt den einfachen Coloniſten eine Feigheit zu ſein. Die politiſchen Wirkungen jedoch, welche das Blatt her⸗ vorbrachte, waren der weſentliche Theil ſeines Einfluſſes. So oft es ſeine Leſer durch ſeine Selbſtſucht, Gemeinheit und Lügen beleidigte und abſtieß,— und da es wöchentlich erſchien, war d Gunſt zu ſpr ſtehen ſich il blicke, Anſich indem überze im Al dium T tiker a das R bald d ſatzes, keit zu müſſe gerung Recht! ſie auck zu ſetze dem zu zu heiß ſich abe und zu erwieder die gro müßten eine Me brauch Der einer ehr⸗ r Art er in n ſich jeder darum ordert ſchien palten Selbſt⸗ z. B. S mit ferm „daß Dieſe r der edten r ſich alten fühle zwei den her⸗ So und hien, war dieß alle acht Tage der Fall,— gewann es ſich die verlorne Gunſt wieder, indem es von dem„Volk“ und deſſen Rechten zu ſprechen begann. Dem konnten die Coloniſten nicht wider⸗ ſtehen. Aller Theilnahme wendete ſich dem Manne zu, welcher ſich ihrer Rechte ſo warm annahm; und in demſelben Augen⸗ blicke, wo er dieſe Rechte mit Füßen trat, um ſeine perſönlichen Anſichten zu fördern,— wo er ſie mit Verachtung behandelte, indem er ihnen dieſes ungewaſchene Zeug vorlegte, war Jeder überzeugt, er und ſein Blatt im Beſondern und ſeine Lehren im Allgemeinen ſeien eine Art Himmelsgabe, um das Palla⸗ dium ihrer köſtlichen Freiheiten abzugeben. Der große Grundſatz, von welchem dieſer angehende Poli⸗ tiker ausging, war, die Mehrheit einer jeden Gemeinde habe das Recht, zu thun, was ihr beliebe. Der Statthalter ſah bald das Falſche und zumal das Gefährliche dieſes Grund⸗ ſatzes, und ſchrieb ſelbſt mehrere Artikel, um deſſen Unzuläſſig⸗ keit zu beweiſen. Wenn er als wahr gelten ſolle, ſagte er, müſſe er in ſeinem ganzen Umfang und mit allen ſeinen Fol⸗ gerungen als wahr gelten. Wenn aber eine Mehrheit das Recht habe, auf dieſe willkürliche Weiſe zu herrſchen, ſo habe ſie auch das Recht, ihre Beſtimmungen über die Gebote Gottes zu ſetzen und Diebſtahl, Mord, Ehebruch und alle anderen in dem zwanzigſten Kapitel des Exodus bezeichneten Sünden gut zu heißen. Dieß kam dem Demagogen ungelegen; er ſuchte ſich aber damit zu helfen, daß er die Gebote Gottes ausnahm und zugeſtand, ſelbſt die Mehrheit müſſe dieſe ehren. Darauf erwiederte der Statthalter, die Gebote Gottes ſeien Nichts als die großen Grundſätze, welche das menſchliche Thun leiten müßten, und durch ſein Zugeſtändniß räume er ein, daß es eine Macht gebe, welcher die Mehrheit unterworfen ſei. Dieß — 294— gelte aber von einer Minderheit eben ſo gut, wie von einer Mehrheit, und Alles laufe darauf hinaus, daß die Menſchen bei der Einſetzung von Regierungen leitende Grundſätze auf⸗ ſtellten, welche ſie zu ehren ſich verpflichteten, und daß ſelbſt in den demokratiſcheſten Gemeinden die Mehrheit geſetzlich zu Nichts weiter berechtigt ſei, als gewiſſe untergeordnetere Fragen zu entſcheiden, deren Löſung ihr vorzugsweiſe anheim gegeben ſei, da ſie doch nothwendig von einem Richter entſchieden werden müßten. Wenn es in der Handhabung der menſch⸗ lichen Angelegenheiten eine Macht gebe, welche höher ſtehe, als der Wille der Mehrheit, dann ſtehe dieſe auch nicht oben an, und die Bürger hätten ſie als das zu betrachten, was ſie wirklich ſeien und was ſie wahrſcheinlich auch zu ſein beſtimmt ſeien,— Richter, welche unter der Leitung gewiſſer gerechter Grundſätze ſtünden. Verfaſſungen oder Staatsgrundgeſetze, fuhr der Statthalter fort, ſollten nur den Ausdruck jener allgemeinen, gerechten Grundſätze ſein, welche die menſchliche Geſellſchaft regeln und als ſolche über Mehrheiten ſtehen müßten. Der ausdrückliche Zweck der Verfaſſungen ſei, die Rechte der Minderheiten zu ſchützen; denn ohne ſie dürfte ſich nur eine Mehrheit erheben, um über jede Frage, über jedes Intereſſe zu entſcheiden. Es ſei eine unläugbare Wahrheit, daß der Druck der Mehrheit die ſchlimmſte Art Bedrückung ſei; denn der leidende Theil dulde nicht nur die ihm von Vielen aufgebürdete Laſt, ſondern werde auch durch den davon unzertrennlichen Charakter der Tyrannei von der Theilnahme ſeiner Mitmenſchen ausge⸗ ſchloſſen, die viele Schmerzen zu erleichtern vermöge. Das, was der Statthalter bei dieſer Gelegenheit ſchrieb, enthielt viel Vernünftiges und Wahres; was konnte er aber bei de einen Rechte welche bringer neuen D Obglei Eltern beſtand Beſtim wollen hätten, zu ſetze F war de kam ar und Ar ganzen denn w bleibt in„re iſt nich Vorger D falſchen ſeiner keinen ſen, da und da einer nſchen e auf⸗ ſelbſt ich zu fragen egeben hieden henſch⸗ ſtehe, oben as ſie timmt rechter halter echten n und ckliche en zu heben, Es hrheit Theil ndern r der usge⸗ hrieb, aber bei der unwiſſenden, kurzſichtigen Maſſe bewirken, die auf einen verzuckerten Zeitungsartikel über das„Volk“ und deſſen Rechte mehr Vertrauen ſetzte, als auf alle möglichen Gründe, welche die Vernunft, von der Offenbarung unterſtützt, aufzu⸗ bringen vermochte, um die Täuſchungen und Gefahren dieſer neuen Lehre zu beweiſen? Die Ränke des Demagogen trugen natürlich ihre Früchte. Obgleich alle Coloniſten entweder unmittelbar, oder durch ihre Eltern und Vormünder dem Grundgeſetze, wie es damals beſtand, beigetreten waren, begannen ſie jetzt an den einzelnen Beſtimmungen zu häckeln und Anſichten geltend machen zu wollen, welche alles Beſtehende über den Haufen geworfen hätten, um etwas Neues und Unbewährtes an deſſen Stelle zu ſetzen. Fortſchritt war der große Wunſch; und Wechſel war der Lackai des Fortſchritts. Eine Art Huſch⸗Huſch⸗Spiel kam auf, das die, welche Stellen hatten, derſelben überhob, und Andere an ihren Platz brachte. Dieſes Spiel iſt in der ganzen Welt, in Monarchien wie in Demokratien, ſehr beliebt; denn was auch Verfaſſungen hewirken mögen,— der Menſch bleibt Menſch, er mag Hermelin und Seide tragen, oder ſich in„republikaniſche Einfachheit“ kleiden; der Demagog aber iſt nichts als der Speichellecker, der, ſtatt in dem glänzenden Vorgemach, unter dem Dache ſeine Huldigungen darbringt. Der Statthalter überließ ſich bei ſeinen Verſuchen, die falſchen Gründe und Uebertreibungen des Demagogen und ſeiner getäuſchten oder ſelbſtſüchtigen Anhänger zu beſeitigen, keinen Extremen. Nichts wäre leichter geweſen, als zu bewei⸗ ſen, daß ihre Anſichten von den Rechten der Maſſe falſch ſeien und daß, wenn man dieſe Anſichten verwirklichte, Nichts auf — 296 Erden mehr dauernd und verläſſig wäre, ſondern jedes Jahr, jeder Monat, jede Woche, jeder Tag, jede Stunde Reformen fordern würden; daß die Geſellſchaft von Zeit zu Zeit in ihre Elemente aufgelöſt werden müßte, um allen Beſchwerden abzu⸗ helfen. Der Statthalter ſtellte nicht in Abrede, daß der Menſch ſeine natürlichen Rechte habe, er behauptete aber, dieſe Rechte ſtänden der Minderzahl eben ſo gut zu, wie der Mehrzahl. Er wollte Gleichheit vor dem Geſetze, wie dieſe in der Colonie bisher gegolten; aber, er wollte nicht Alles durcheinander geworfen wiſſen, um einer Theorie zu huldigen. Lange widerſtand er daher den Plänen der neuen Schule und hielt an ſeinen durch das Grundgeſetz beſtimmten Rechten feſt, denen zufolge er für die Dauer ſeines Lebens Herrſcher war. Man liebkoſt aber nicht gern ſpitze Dornen. Obgleich die Anſprüche des Statthalters in jedem Sinne durch das Geſetz geheiligt waren, entging er den Streichen der Habgier, des Neides und der Selbſtſucht nicht. Die Zeitung, das Palladium der Freiheit, hatte zu dieſer Zeit den Geiſt der Maſſe ſo bearbeitet, daß der bloße Anſpruch auf Rechte, die nicht Allen gemeinſam waren, im höchſten Grad unerträglich und nicht zu dulden war. Das Freiheits⸗ fieber ſtieg ſo hoch, daß ſich die Leute das Recht herausnahmen, über die häuslichen Sitten des Statthalters und ſeiner Familie herzufallen und ihn ſtolz zu nennen, weil er ſeine Zähne reinigte, was die Mehrheit unterließ; weil er zu anderen Stunden aß, als ſie, und überhaupt eine andere Lebensweiſe führen wollte, als die um ihn her. Manche machten es ihm ſogar zum Vorwurfe, daß er ſein Taſchentuch brauchte, wo fie ſich ihrer Finger bedienten. Die Religion trieb es mittlerweile eben ſo bunt wie die Politik. Herzen, ſtimmun waren. Fragen abgaben des Bod Sectenka er klug lehre gel den groß ſchrie:„ den Thei wenn ni ſortwähr⸗ mißſiel. Unte richtung, ſondern Vorleſen Förmlichke des Papſtt deutende T bekämpfen ſolcher Eit des Stattl Zeitung, Mögliche Die D zu haben, Jahr, formen n ihre abzu⸗ iß der aber, ie der dieſe Alles digen. Schule echten erſcher gleich ) das bgier, dieſer pruch chſten heits⸗ men, milie ähne deren weiſe ihm wo die Politik. Die nächſten Hausnachbarn haßten ſich von ganzem Herzen, weil ſie über Wiedergeburt, Rechtfertigung, Vorherbe⸗ ſtimmung und ähnliche Spitzfindigkeiten verſchiedener Anſichten waren. Es war auffallend, daß gerade die, welche über ſolche Fragen am wenigſten unterrichtet waren, die lauteſten Schreier abgaben. Zum Unglück ſchlug Herr Hornblower, der im Beſitze des Bodens, ein Verfahren ein, welches geeignet war, dieſen Sectenkampf eher zu nähren, als zu beſchwichtigen. Wäre er klug geweſen, ſo hätte er ſich an ſeine reine Chriſtus⸗ lehre gehalten und„den Heiland“ verkündigt; er beging aber den großen Fehler, daß er hin und her lief und mit der Menge ſchrie:„die Kirche! die Kirche!“ Dieß brachte dem abweichen⸗ den Theile der Bevölkerung— abweichend von ſeinen Anſichten, wenn nicht von einer beſtehenden Einrichtung— gerade das ſortwährend vor Augen und Ohren, was ihnen am meiſten mißſiel. Unter„Kirche“ verſtanden ſie nicht jene erhabene Ein⸗ richtung, welche Herr Hornblower dadurch bezeichnen wollte, ſondern Chorhemden, Aufſtehen und Niederſitzen, Ueberwürfe, Vorleſen von Gebeten aus Büchern, und viele andere ähnliche Förmlichkeiten, welche die Mehrzahl des Volkes für Ueberbleibſel des Papſtthumes nahm. Es iſt unglaublich, über welche unbe⸗ deutende Dinge die Menſchen ſich ſtreiten können, wenn ſie ſich bekämpfen wollen. Vielleicht hatte die Religion in Folge ſolcher Einflüſſe eben ſo viel zu dem bald erfolgenden Sturze des Statthalters beigetragen, als die Politik, und die neue Zeitung, und der neue Rechtsgelehrte, die ſämmtlich alles Mögliche aufboten, um ihn zu beſeitigen. Die Demagogen glaubten endlich hinreichend vorgearbeitet zu haben, um die Mine ſpringen zu laſſen. Die Zeitung — 298 brachte den Vorſchlag, eine Verſammlung zuſammen zu rufen, welche das Grundgeſetz ändern und beſſern ſollte. Dieſes Geſetz enthielt bereits eine Beſtimmung, in welcher Weiſe Aenderungen in der Verfaſſung vorzunehmen ſeien; nach dieſer Vorſchrift aber bedurfte es der Beiſtimmung des Statthalters, des Rathes und endlich auch des Volkes. Es war überdieß ein langſames, umſichtiges Verfahren, bei welchem die Leute Zeit hatten, über das, was ſie thaten, reiflich nachzudenken, und das geſetzlich erworbene Recht in ſo fern ſchützte, als man mit Gewißheit annehmen konnte, daß keine ſehr große Umwälzung unter ſeiner Aegide denkbar ſei. Die Unzufriedenen wollten aber eine Um⸗ wälzung;— das Huſch⸗Huſch⸗Spiel ſollte durchaus geſpielt werden, und es war nothwendig, neue Grundſätze aufzuſtellen, um das alte Grundgeſetz zu umgehen. Bei dem augenblicklichen Zuſtande des öffentlichen Geiſtes war dieß nicht ſchwer zu bewerkſtelligen; man durfte nur die Lehre von der Herrſchaft der Mehrheit in Anwendung bringen; und dieß wurde ſo geſchickt eingeleitet, daß die Macht wirklich in die Hände einer Minderheit kam. Dieß iſt jedoch nichts Neues, wie jeder Einſichtsvolle in unſrem herrlichen Freiſtaate ſehen kann, wo täglich Beiſpiele vorkommen, daß der Mehr⸗ heitsgrundſatz bloß zum Vortheil einer Minderheits⸗Clique ausgebeutet wird. Es macht keinen großen Unterſchied, wie die Menſchen regiert werden; man wird ſie betrügen; denn wenn es in den höheren Regionen an Schurken fehlt, welche dieſes Geſchäft für ſich abthun, ſo kann man gewiß ſein, daß ſie ſelbſt Mittel finden, ſich zu betrügen. Auf dem Krater brauchte man zu dieſer Auskunft nicht zu greifen, denn die Oppoſition vollbrachte dieß auf folgende ſcharfſinnige Weiſe. Die ganze Colonie war in Kirchſpiele eingetheilt, welche, wie die geſetzgebe Geſetz d „Nein⸗⸗ Verbeſſer ein Viert Zuſamme Statt he zwei Sti Die Volkes ſi die meiſt waren, ſetzlich, laſſen ſich Flucht ſch ſich dara betreiben. Wähler u die übrig ungeſetz lie Grundſatz dieſe Stel ein ganz alte nicht des Stattt daß er no als irgend Niemand hinter ein mrufen, 3 Geſetz erungen orſchrift Nathes gſames, n, über eſetzlich wißheit r ſeiner ne Um⸗ geſpielt iſtellen, Geiſtes nur die ringen; wirklich nichts keiſtaate Mehr⸗ Clique wie die n wenn e dieſes daß ſie brauchte poſition welche, wie die amerikaniſchen Stadt⸗Gemeinden, eine beſchränkte, geſetzgebende Gewalt hatten. In dieſen Kirchſpielen ging ein Geſetz durch, welches das Volk aufforderte, mit„Ja“ oder „Nein“ über die Frage abzuſtimmen, ob eine Verſammlung zur Verbeſſerung der Verfaſſung ſtattfinden ſolle oder nicht. Etwa ein Viertheil der Wahlberechtigten beſuchten dieſe urſprünglichen Zuſammenkünfte, und von den zehn Verſammlungen, welche Statt hatten, ſprachen ſechs mit einer Majorität von etwa zwei Stimmen in jedem Kirchſpiele ihr„Ja“ aus. Dieß galt als ein ſicheres Zeichen, daß die Mehrheit des Volkes ſich nach einer Verſammlung dringlich ſehne, obgleich die meiſten der Nichtſtimmenden deßwegen nicht gekommen waren, weil ſie dieſes ganze Verfahren nicht nur für unge⸗ ſetzlich, ſondern für gefährlich hielten. Hungrige Demagogen laſſen ſich aber durch ſolche zarte Rückſichten nicht in die Flucht ſchlagen. Dieſe Auserkorenen der Colonie begaben ſich daran, die Wahl der Mitglieder der Verſammlung zu betreiben. Bei dieſer Wahl erſchien etwa ein Drittheil der Wähler und die Candidaten ſiegten durch hübſche Mehrheiten; die übrigen blieben weg, weil ſie das ganze Gehaben für ungeſetzlich hielten. Auf dieſe Weiſe durch den geheiligten Grundſatz der Herrſchaft von Mehrheiten unterſtützt, traten dieſe Stellvertreter einer Minderheit zuſammen und entwarfen ein ganz neues Staatsgrundgeſetz— ein Geſetz, welches das alte nicht nur theoretiſch, ſondern faktiſch vernichtete. Um ſich des Statthalters ganz ſicher zu erledigen,— denn man wußte, daß er noch über mehr Stimmen für das Amt verfügen konnte, als irgend ein anderer Inſaſſe,— beſtimmte ein Artikel, daß Niemand die Stelle eines Statthalters länger als fünf Jahre hinter einander inne haben könne. Dadurch wurde Mark — 300— Woolſton von der nächſten Wahl ausgeſchloſſen. Man bildete zwei geſetzgebende Körper, ſchaffte den alten Rath ab und that alles nur Erdenkliche, um Macht und Einfluß in neue Hände zu bringen. Dieß war der eine große Zweck des ganzen Getrei⸗ bes, und natürlich ließ man ihn nicht aus den Augen. Als die neue Verfaſſung fertig war, wurde ſie dem Volke zur Berathung und Beiſtimmung übergeben. Bei dieſem dritten Anrufe an die Volksſtimme gab kaum die Hälfte der Wäͤhler ihre Stimmen ab, und die Verfaſſung wurde durch eine Mehrheit von einem Drittheile der Stimmenden ange⸗ nommen. Durch dieſes einfache, treffliche republikaniſche Ver⸗ fahren wurde der Grundſatz der Herrſchaft der Mehrheiten geſchützt, ein neues Grundgeſetz für die Colonie beſchafft und alle bisherigen Bedienſteten aus dem Amte gewieſen.„Wer ſchweigt, willigt ein!“ riefen die Demagogen, welche vergaßen, daß ſie kein Recht hatten, ihre Fragen aufzuwerfen. Die Religion hatte bei dieſen Veränderungen ein Wort mitzuſprechen. Der Umſtand, daß der Statthalter zur biſchöf⸗ lichen Kirche gehörte, ließ manche fromme Chriſten das handgreifliche Unrecht, das ihnen zugefügt ward, gleichgültig überſehen; und man ſagte laut, eine Kirchenregierung von Biſchöfen ſtehe im Widerſpruche mit dem Republikanismus, und dürfe daher in einer Republik nicht geduldet werden. Dieſer hübſche Satz, welcher den religiöſen Glauben den menſchlichen Einrichtungen unterordnet, ſtatt menſchliche Ein⸗ richtungen dem religiöſen Glauben unterzuordnen, und der ſo den Karren vor das Pferd ſpannt, hat jene entlegene Umwäl⸗ zung überlebt und ſich bereits in öſtlicheren Himmelsſtrichen Geltung erworben. Er führt unmittelbar zur Selbſtvergötterung. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß die Wahlen ſofort auf die Anna Jahre zu Richter; und ſo g ſonen übe beſeitigt. denen jer ſchuß. welche me heit die ſchaft der nöthig hi guter Rez ſichtsvoller Arten, al aber dieſ Das Verf einer Mehr angeſagt, Hauptperſt den Haupt lich durch ſchieden w man anne ten, ſelbſt wobei mar ihren eiger *) Ernenn welche un bildete und that ue Hände n Getrei⸗ n. em Volke i dieſem älfte der de durch en ange⸗ ſche Ver⸗ ehrheiten afft und „Wer bergaßen, in Wort biſchöf⸗ ten das ichgültig ung von nismus, werden. ben den he Ein⸗ d der ſo Umwäl⸗ öſtrichen tterung. kort auf die Annahme der Verfaſſung folgten. Pennock wurde auf zwei Jahre zum Statthalter ernannt; der neue Rechtsgelehrte wurde Richter; der Zeitungsſchreiber Staatsſecretär und Schatzmeiſter; und ſo gingen die übrigen Stellen gleichfalls an andere Per⸗ ſonen über. Alles, was zur Familie Woolſton gehörte, war beſeitigt. Dieß thaten jedoch nicht ſowohl die Wähler, bei denen jene noch ſehr beliebt waren, als der Ernennungsaus⸗ ſchuß. Dieſe Ernennungsausſchüſſe waren Auskunftsmittel welche man erſonnen hatte, um in einer Regierung der Mehr⸗ heit die Gewalt in die Hände Weniger zu geben. Die Herr⸗ ſchaft der Mehrheit iſt etwas ſo Heiliges, daß man es für nöthig hielt, ſie durch Taſchenſpielerkünſte zu regeln. Kein guter Republikaner beſtreitet den Grundſatz, während kein ein⸗ ſichtsvoller ſich ihm unterwirft. Es gibt jedoch verſchiedene Arten, alle„heiligen Grundſätze“ zu beſeitigen, vor allem aber dieſen. Die einfachſten ſind die Caucus⸗Ernennungen.*) Das Verfahren erläutert auf eine treffliche Art die Theorie einer Mehrheitsregierung. Vorbereitende Zuſammenkünfte werden angeſagt, bei welchen Niemand erſcheint, als die betheiligten Hauptperſonen und ihre Drahtpuppen. Hier fallen zwiſchen den Hauptperſonen ſelbſt erbitterte Kämpfe vor, welche gewöhn⸗ lich durch eine Mehrheit von einer oder zwei Stimmen ent⸗ ſchieden werden. Nach einem allgemeinen Ueberſchlage kann man annehmen, daß Ertkennungen gewöhnlich durch den zehn⸗ ten, ſelbſt den zwanzigſten Theil der Wähler bewirkt werden, wobei man noch annehmen muß, daß die, welche abſtimmen, ihren eigenen Anſichten folgen, was in der Regel nicht der *) Ernennungen, welche durch eine Verſammlung ausgeſprochen werden, welche die Wahl zu öffentlichen Aemtern vorbereitet. Der Ueberſetzer. — 302— Fall iſt, indem ſie nur dem beiſtimmen, welcher ſie beſtochen, erfauft u. ſ. w. hat. Dieſe Ernennungen werden aber, wenn ſte von der herrſchenden Parthei ausgehen, ſtets beſtätigt, denn gewöhnlich zerſplittert die Gegenparthei ihre Mittel. Ein Mann muß ſehr ſchlimm angeſchrieben ſein, wenn eine regel⸗ rechte Ernennung nicht beſtätigt wird, oder er iſt den Wählern zu ehrlich,— ein Fehler, welcher ihn eben ſo wahrſcheinlich aus dem Felde ſchlägt, wie der andere. Auf dieſe Weiſe wurde in der Colonie eine große Umwäl⸗ zung herbeigeführt. Einmal war der Statthalter geſonnen, der ganzen Sache raſch ein Ende zu machen, was ihm leicht geweſen wäre und wozu er gewiß auch das Recht gehabt hätte. Die Kannakas ſtanden zu ſeinem Befehle bereit und eine Mehr⸗ heit der Wähler, die nur durch politiſche Taſchenſpielerkünſte zurückgehalten wurde, war offenbar für ihn. Aber er fügte ſich aus Liebe zum Frieden in dieſe Veränderungen und hörte auf, mehr zu ſein, als ein Privat⸗-Bürger; während er ſo viele Anſprüche hatte, der erſte zu ſein, wie er es ſo lange geweſen war. Kein Alleinherrſcher auf ſeinem Throne konnte das„von Gottes Gnaden“ mit mehr Wahrheit vor ſeinen Titel ſchreiben, als Mark Woolſton; ſein Recht ſchirmte ihn aber nicht gegen die Ränke und Habſucht der Demagogen. Es überraſchte ihn eben ſo ſehr, als es ihn betrübte, daß Pennock ſich durch den Ehrgeiz verführen ließ, und eben ſo wenig zauderte, die vollſtreckende Gewalt zu übernehmen, wie ein Kronprinz den Thron ſeines Vaters beſteigt. Wir würden nicht die Wahrheit,ſagen, wenn wir behaup⸗ teten, Mark habe die Veränderung nicht gefühlt; wir müſſen aber gerecht ſein und hinzuſetzen, daß er wegen der Zukunft der Colonie in größerer Sorge war, als ſeiner und ſeiner Kinder dachte, eines S ſchwängl konnte, nung der nie⸗Hau der Bege durchſcha daß ein bar ül wenige mal ſo Stellv Ränkeſ chen es Dieſ allen St gen. Di ſie kennen ſind, ihr die Rolle dann iſt Beiſpiel, beſitzt, u dem Urtl Art, wel nur von einer ver hinſichtlic unverantn beſtochen, Kinder wegen. Auch war er, als er die Sache reiflich über⸗ r, wenn dachte, nicht ſehr erſtaunt, daß er auf dieſe Weiſe in Folge gt, denn eines Syſtems, welches die Herrſchaft der Mehrheit ſo über⸗ ‚el. Ein ſchwänglich lobte, beſeitigt wurde, während er nicht zweifeln ne regel⸗ konnte, daß mehr als die Hälfte der Coloniſten die alte Ord⸗ Wählern nung der Dinge der neuen vorzog und ihn lieber in dem Colo⸗ ſcheinlich nie⸗Haus ſähe, als John Pennock. Mark hatte aber den Gang der Begebniſſe aufmerkſam verfolgt und begann das Gewebe zu Umwäl⸗ durchſchauen. Er hatte die große politiſche Wahrheit gelernt— eeſonnen, daß ein Volk, je mehr es ſeine Macht unmittel⸗ zm leicht bar über die Staatsverhältniſſe ausdehnt, deſto bt hätte. weniger daxüber wahrhaft verfügt, wenn es ein⸗ e Mehr⸗ mal ſo weit gegangen iſt, Geſetzgeber zu ſeinen lerkünſte Stellvertretern zu wählen, und wenn es wenigen er fügte Ränkeſchmieden den Einfluß überlaſſen hat, wel⸗ nd hörte chen es ſich ſelbſt vorgeblich wahren wollte. d er ſo Dieſe Wahrheit ſollte man in goldnen Buchſtaben an ſo lange allen Straßen⸗Ecken und Kreuzwegen einer Republik anſchla⸗ e konnte gen. Die Maſſe kann ihre Stellvertreter wählen; ſie kann rſeinen ſie kennen, und kann ſie in ſo weit leiten, daß ſie gezwungen mte ihn ſind, ihre Pflicht zu thun; wenn aber die Wahlmänner ſich lagogen. die Rolle der vollziehenden und richterlichen Gewalt anmaßen, te, daß dann iſt Alles verloren. Was weiß der gebildetſte Laie, zum eben ſo Beiſpiel, ob der oder jener Candidat die nöthigen Eigenſchaften en, wie beſitzt, um einer Richterſtelle vorzuſtehen? Er muß ſich nach dem Urtheile eines Andern richten. Eine Ernennung dieſer behaup⸗ Art, welche vom Volke ausgeht, überträgt ein ſolches Recht müſſen nur von einer erleuchteten und, was ſehr wichtig iſt, von Zukunft eeiner verantwortlichen Autorität auf eine ſolche, welche ſich d ſeiner hinſichtlich ihres Urtheils auf andere Perſonen ſtützt, und ſo unverantwortlich iſt wie die Luft. — 304— Mark Woolſton bedauerte es einmal, daß er kein Blatt gegründet hatte, welches als Gegengift hätte wirken können; allein er überzeugte ſich bald, daß ſeine Bemühungen fruchtlos geweſen wären. Alles Irdiſche muß ſeinem Geſetze folgen, bis Mißbräuche Widerſtand erzeugen. Dieß gilt von dem Monarchen, welcher ſeine Macht mißbraucht, bis ſie Tyrannei wird; es gilt von dem Adel, der die Gewalt des Monarchen beſchränkt, bis die Krampfwehen eines von der Ariſtokratie zu Grunde gerich⸗ teten Landes verkünden, der Adel habe bloß mit dem Fürſten den Platz getauſcht;— und es gilt von dem Volke, dem zu wohl wird und ausſchlägt. Alles Menſchliche iſt dem Mißbrauche unterworfen, und es ſcheint faſt, als wäre die Uebergangsperiode, wo die neue Macht ihre Flügel verſucht, und der Sturm noch nicht Zeit hat, ſich zu ſammeln, die erträglichſte. Mittlerweile wälzt ſich die Erde um ihre Achſe; Menſchen werden geboren, leben ihre Zeit durch, und ſterben; Staaten bilden ſich und werden zertrümmert; Dynaſtien erſcheinen und verſchwinden; das Gute kämpft mit dem Böſen, und das Böſe tritt immer wieder auf; Alles jedoch ſchreitet langſam, aber ſicher jener großen, von Anfang an vorher beſtimmten Auflöſung entgegen, welche ſo gewiß eintreffen wird, wie die Sonne Morgens aufgeht und Abends untergeht. Die große Tagesthorheit iſt der Glaube, die Vollendung treffe vor ihrer beſtimmten Zeit ein. Ei Mark T und ſche hatte d einmal; in ein 2 meſſene gehabt, Behufe ſeiner de Pflicht n hatten di Wendung ſchmerzlie Die ſeit ſie zu angehend 238— n Blatt können; ruchtlos gen, bis narchen, es gilt ikt, bis gerich⸗ Fürſten dem zu n, und ie neue ht Zeit 2 wälzt , leben werden 6 Gute er auf; , von lche ſo ht und Plaube, Fünfzehntes Kapitel. Dieß lebreſt du uns, mächt’ge See; Der Menſch nennt dieſe ſchöne Erde ſein, Das blumege Thbal, das gold'ne Feld; Er heiſcht auf bobem Bergesrain Den Tempel der Natur als Eigenthum. Doch wo die ew'gen Stimmen ſingen, Wo aus dem tiefen, tiefen Grund Der Geiſter Töne zu uns klingen: Vertraut er ſeinen Kräften wenig, Und fühlt, hier ſei der Ewege König. Lunt. Einige Monate nach dem Regierungswechſel beſchäftigte Mark Woolſton ſich mit der Ordnung ſeiner Angelegenheiten und ſchickte ſich zu einer längern Abweſenheit an. Bridget hatte den ſehnlichen Wunſch ausgedrückt, Amerika wieder einmal zu beſuchen, und ihre zwei älteſten Kinder traten jetzt in ein Alter, wo man bedacht ſein mußte, ihnen eine ange⸗ meſſene Erziehung zu geben. Ihr Vater hatte die Abſicht gehabt, ſie, wenn die geeignete Zeit gekommen, zu dieſem Behufe nach Philadelphia zu ſchicken und ſie der Sorgfalt ſeiner dortigen Verwandten zu übergeben, welche ſich dieſer Pflicht mit Freuden unterzogen hätten. Die neueſten Begebniſſe hatten dieſes Vorhaben in jeder Hinſicht beſchleunigt, denn die Wendung, welche die Dinge nahmen, erzeugte in Mark nur ſchmerzliche Gefühle. Die Angelegenheiten der Colonie gingen ſichtbar rückwärts, ſeit ſie zu einer ideellen Freiheit gelangt war. Die Religion angehend, ſo hatten die Secten ſtets, oder ſeit der Ankunft 238— 240. 20 — 306— der neuen Geiſtlichen freies Spiel gehabt, und ſobald man ſich Exceſſen und Uebertreibungen überließ, war der gute Geiſt entflohen und, wie die Dinge ſtanden, konnte man nicht hoffen, daß er wiederkehren werde. Die Sitten verſchlechterten ſich, ſobald die Religion jene falſche Richtung eingeſchlagen hatte. Selbſterhebung und Eigen⸗ dünkel, die unzertrennlichen Gefährten des Sectenſtreites, traten an die Stelle der Demuth, und ſo erhielt jener gefährlichſte Zuſtand des Geiſtes des Menſchen das Uebergewicht, in welchem er ſich einbildet, er heilige das, was er thut— nebenher bemerkt, eine Stimmung des Gemüthes, welche ſehr Vielen nichts weniger als fremd iſt, obgleich ſie ihrer völligen Unwür⸗ digkeit recht gut bewußt ſein könnten. Mit der Sittlichkeit der Colonie ſchien auch alles Gedeihen, ſelbſt das der weltlichen Intereſſen zu ſchwinden. Die Handels⸗ leute hatten ſich, wie gewöhnlich, bei dem politiſchen Kampfe ſchlecht benommen. Die eingefleiſchte Selbſtſucht dieſer Kaſte und das Streben nach Gewinn hatte ſie in den bedenklichſten und entſcheidenſten Augenblicken, oder als ihr Einfluß von Nutzen hätte werden können, fern gehalten; und als das Unheil geſchehen war und ſie deſſen Folgen— dahin rechneten ſie unter andern auch das Fallen des Preiſes des Thrans in Europa, welches ſie dem Wechſel der Verfaſſung auf dem Krater zuſchrieben— gewahrten, erhoben ſie ſich in fieber⸗ haften, verzweifelten Anſtrengungen, um dem Uebel zu ſteuern. Als die ruhigeren Köpfe der Minderheit— vielleicht ſollten wir ſagen:„der Mehrheit,“ denn, ſeltſam genug, die Minder⸗ heit herrſchte jetzt bereits auf dem Krater, indem ſie den Grundſatz der Herrſchaft der Mehrheit in vollem Maaß in Anwendung brachte,— wir ſagen, als die ruhigeren Bürger einſa habe ihren lich daß er ku ſein an ſ Sein Bette und flache Mißb laßte Land allen nach veräu Unter pracht ſtände nur n 5 5 wendit fange reiſen. allmätl träglie bis m an ſich Geiſt hoffen, en jene Eigen⸗ traten rlichſte elchem benher Vielen nwür⸗ deihen, ndels⸗ tampfe Kaſte ichſten 5 von 3 das hneten ns in dem fieber⸗ euern. ollten inder⸗ 2 den aß in ürger — 307— einſahen, daß bei ſolchem krampfhaften, ſchlechtgeleiteten Ge⸗ haben Nichts heraus komme, fanden die Handelsleute ſich bei ihren Schritten nicht unterſtützt, und, wie es Sclaven gewöhn⸗ lich ergeht, das Schütteln ihrer Ketten hatte nur die Folge, daß dieſe ſich noch feſter zuſammen zogen. Endlich kehrte der Rancocus von einer Reiſe zurück, welche er kurz vor dem Wechſel der Verfaſſung angetreten hatte, und ſein Eigenthümer kündigte an, daß er das nächſte Mal ſelbſt an ſeinem Bord einen Ausflug nach Amerika machen werde. Seine Brüder, Heaton, Anne, ihre Kinder und endlich Capitän Betts, Freundin Martha und ihre Kleinen ſchloſſen ſich nach und nach der Geſellſchaft an; denn zu der Sehnſucht, die flachen Ufer des Delaware wieder zu ſehen, geſellte ſich das Mißbehagen, welches die neuen Zuſtände weckten, und veran⸗ laßte ſie, ſich dem Wunſche hinzugeben, vor ihrem Tode das Land ihrer Väter noch einmal zu beſuchen. Woolſton kaufte allen Thran der Colonie zu ziemlich guten Preiſen auf, da er nach den letzten Nachrichten vom Auslande niedrig ſtand; er veräußerte alle ſeine bewegliche Habe, um ein ſo ausgedehntes Unternehmen möglich zu machen. Er verſchaffte ſich auch eine prachtvolle Sammlung von Muſcheln und viele andere Gegen⸗ ſtände dieſer Art, um ſein Schiff ſo voll zu machen, als dieß nur möglich war. Jetzt ſtellte es ſich heraus, daß ein zweites Schiff noth⸗ wendig ſei, und Betts beſchloß, ſeine Brig von dem Wallfiſch⸗ fange zurück zu ziehen und an ihrem Bord nach Amerika zu reiſen. Die Wallſiſche hatten ihren bisherigen Aufenthaltsort allmählich verlaſſen, und das Geſchäft war nicht mehr ſo ein⸗ träglich, wie ehedem; man hatte früher drei Fiſche gefangen, bis man jetzt zu einem kam,— ein Umſtand, welchen die 20* Hierarchie des Kraters nicht verfehlte, der Veränderung der Verfaſſung zuzuſchreiben, während die Zeitung ihn gewiſſen ariſtokratiſchen Beſtrebungen beimaß, welche ſich, nach unver⸗ kennbaren Winken des Blattes, in die Handhabung des Geſchäfts eingeſchlichen hatten. Die Schiffe erhielten ihre Ladungen und die Reiſenden verfügten über alle ihre bewegliche Habe auf eine ziemlich vor⸗ theilhafte Weiſe, da ſie zu Philadelphia neue Vorräthe einlegen und die ſo erhaltenen Summen benützen wollten, um die Brig zu befrachten. Am Ende des Monates waren beide Schiffe ſegelfertig; die verſchiedenen Häuſer gingen theils pachtweiſe, theils in Folge förmlicher Käufe an ihre neuen Bewohner über, und Alle, welche die Reiſe nach Amerika mitmachen wollten, ver⸗ ſammelten ſich auf dem Krater. Ehe jedoch Herr Woolſton Abſchied von einer Gegend nahm, welche ihm durch ſo viele Erinnerungen und Intereſſen der mannigfachſten Art theuer geworden war, beſchloß er an Bord der Anne, welche er zu dieſem Zwecke von der Regierung miethete,— Statthalter Pennock entſchied herablaſſend, die öffentlichen Intereſſen würden nicht durch dieſes Zugeſtändniß beeinträchtigt,— eine zweite Rundreiſe in der Colonie, dieſes Mal jedoch nicht in öffentlichen Zwecken, ſondern auf ſeine eigne Hand zu machen. Bridget, Heaton, Anne und Capitän Betts begleiteten ihn, während man die Kinder unter geeigneter Aufſicht auf dem Krater zurückließ. Der erſte Beſuch galt der Rancocus⸗Inſel. Der Schaden, welchen die Seeräuber hier angerichtet hatten, war längſt wieder gut gemacht, und die Mühlen, die Oefen und die übrif von Zieg faſt ſie m der jedockh wurd Paar anher ſchaft in me bereit dann brater gebra⸗ derſell wenig beſuch 4 und O tete ſi 9 bedurf Kanäll Paſſatt die letz der Gr. Straße der viſſen nver⸗ des nden vor⸗ egen Brig rtig; 3 in und ver⸗ gend eſſen an ung die dniß leſes eine eten den, ngſt die — 309— übrigen Werke befanden ſich in dem beſten Stand und zeugten von thätigem Fleiße. Die Zahl der wilden Schweine und Ziegen hatte ſich ſo geſteigert, daß vornehmlich die erſteren faſt beläſtigend wurden; da man jedoch einigemal Jagd auf ſie machte, hofften die Inſaſſen, ſie würden ſich in dem Beſitze der Inſel wohl zu ſchützen vermögen. Es fehlte der Inſel auch nicht an Hornvieh; dieß war jedoch noch zahm; die Kühe lieferten Milch und die Ochſen wurden eingejocht. Dieß waren die Nachkommen des einzigen Paares, welches Woolſton vor weniger als zwölf Jahren anher geſchickt hatte; man war mit der ganzen Nachkommen⸗ ſchaft ſchonend verfahren, und dieſe Thiere hatten ſich daher in mathematiſchem Verhältniſſe fortgepflanzt. Die Zahl ſtieg bereits über Hundert und mehr als die Hälfte waren Kühe; dann und wann thaten die Inſelbewohner ſich an einem Rinds⸗ braten gütlich. Da faſt jedes ankommende Schiff Kühe mit⸗ gebracht hatte, war man in den Beſitz einer ziemlichen Anzahl derſelben gekommen, und Mark Woolſton verkaufte ſelbſt nicht weniger als ſechs, als er ſeinen Hof aufgab, um Amerika zu beſuchen. Die Zahl der Pferde war nicht ſo groß, als die der Kühe und Ochſen; auch bedurfte man derſelben weniger und betrach⸗ tete ſie auf den Inſeln beinahe als Luxus⸗Artikel. Man bediente ſich jetzt faſt ausſchließlich der Boote und bedurfte der ſchwereren Schiffe, welche ſonſt von Pferden die Kanäle entlang gezogen wurden, um ſo weniger, als die Paſſatwinde ſtätig blieben. Jedermann verſtand ſich jetzt auf die letzteren; und man lief nun durch die verſchiedenen Kanäle der Gruppe, mit derſelben Leichtigkeit, als wenn es gebahnte Straßen wären. Indeſſen fehlte es in der Colonie nicht an — 310— Pferden, und manche Landwirthe zogen ſie bei der Bearbeitung des Landes dem Hornviehe vor. Man widmete dem Beſuche der Gruppe eine volle Woche. Die Leute ſchienen ſich faſt bewußt zu ſein, daß Mark ſchlecht behandelt worden ſei, und dieſes Gefühl that ſich unter dem Einfluß eines wohl bekannten Geſetzes unſerer Natur kund, — die, welche ſich am ſchuldigſten fühlten, waren die gräm⸗ lichſten und abſtoßendſten. Die Schwächeren, welche ſich bloß dem gebieteriſchen Drängen der Lärmer und Wühler gefügt hatten,— bei politiſchen Händeln ſtets die Mehrzahl,— nahmen die Beſucher ziemlich gut, in vielen Fällen ſogar mit großem Wohlwollen und vieler Auszeichnung auf. Im Gan⸗ zen jedoch erwuchs dem ehemaligen Statthalter nur wenig Genuß aus dem Verkehre mit dem Volke; denn dem Ausdrucke der Achtung und Theilnahme geſellte ſich ſo viel hochmüthige Rohheit bei, daß ihm die Fügſamkeit ſeiner Mitbürger mehr Pein verurſachte, als er ſich über die Beweiſe ihres Wohl⸗ wollens freute. Trotz dieſer Verirrungen der Menſchen aber hatten Natur und Zeit ſeit Woolſton's letzter Rundreiſe wahrhaft Wunder gethan. Die Kanäle waren faſt überall mit Bäumen beſetzt, und der Anbau des Landes machte reißende Fortſchritte. Man glaubte, bereits in einem ganz geſittigten Lande zu ſein. Schöne Hecken, die in üppiger Pracht blühten, theilten die Felder, und überall erhoben ſich Gebäude, welche von der Behaglichkeit der Bevölkerung Zeugniß ablegten. Die aus⸗ gedehnten Ebenen, aus weichem Schlamme beſtehend, waren durch Beihilfe der Sonne, des Regens, des Guano's und des Pfluges nun ſeit Jahren in Wieſen und Ackerland umgewandelt, und die, welche noch von den bevölkerten Theilen der Gruppe entfer! geſtalt vieh, Wenn Hühne Erx⸗S zu, wo ſein L irgend urſprü⸗ Stadt und di für ſo Zahl! zu der D peinlic Anfan genom überla fällen den K erſchier in ſein thum, Beſitze älteren zuletzt Da ſie tung oche. glecht dem kund, räm⸗ bloß efügt mit Gan⸗ venig rucke thige mehr Bohl⸗ tatur under ſetzt, Man ſein. die der aus⸗ aren des delt, uppe — 311— entfernter lagen,— volle neun Zehntheile ihrer Oberfläche,— geſtalteten ſich raſch zu reichen Weideplätzen, wo man Horn⸗ vieh, Pferde und Schweine nach Behagen umherirren ließ. Wenn der Hahn inmitten ſeiner geſchäftigen Schaar von Hühnern und Küchlein krähte, lächelte der vorüberkommende Er⸗Statthalter traurig, und ſein Geiſt wendete ſich der Zeit zu, wo dieſer ſchrille Ton auf dem nackten Fels des Riffs an ſein Ohr ſchlug. Dieſes Riff hatte mehr Veränderungen erfahren, als irgend ein anderer Theil der Colonie, wie die Kuppe ihren urſprünglichen Charakter am treuſten bewahrt hatte. Die Stadt zählte jetzt über zweihnndert größere und kleinere Häuſer. und die Bevölkerung überſtieg fünfhundert Seelen. Dieß war für ſo viele Wohnhäuſer eine ſpärliche Bevölkerung; aber die Zahl der Kinder ſtand noch nicht in dem richtigen Verhältniſſe zu der der Erwachſenen. Der Krater hatte zu einem für Mark Woolſton ſehr peinlichen Rechtsſtreite Veranlaſſung gegeben. Er hatte von Anfang an dieſen Platz als ſein Privateigenthum in Anſpruch genommen, ihn aber pachtweiſe dem Publicum zur Benutzung überlaſſen, da ſeine natürliche Lage ihn bei feindlichen Ein⸗ fällen zu einem trefflichen Zufluchtsorte machte. Er hatte aber den Krater öde gefunden und fruchtbar gemacht; der Krater erſchien ihm ſtets als eine Gabe, welche die Vorſehung ihm in ſeinem Elende geſpendet hatte; der Krater war ſein Eigen⸗ thum, da er, anderer Rechte nicht zu gedenken, in ſeinem Beſitze war, als er Fremde bei ſich aufnahm. Keiner der älteren Coloniſten machte ſeine Anſprüche ſtreitig. Die, welche zuletzt kommen, beſtreiten in der Regel alte Rechte am eifrigſten. Da ſie keine der in Gültigkeit getretenen Vorrechte anſprechen 312— dürfen, wollen ſie auch nicht, daß Andere ſich deren erfreuen, und die Rechte, welche man ihnen einräumt, ſteigern nur ihre Habgier. Pennock, welcher einmal in den Händen des„Volkes“ war, mußte es in ſeinen Rechten, oder in dem, was es ſeine Rechte nannte, ſchützen, und er beauftragte den Staatsanwalt, den Beſitzer gerichtlich zur Abtretung anzuhalten. Man ver⸗ ſuchte auf dem Wege der Geſetzgebung eine ſpitzfindige Aus⸗ kunft möglich zu machen, um die Anſprüche des Publicums gehörig zu ſtützen; es bedurfte jedoch keiner großen Anſtren⸗ gungen, um zu dem Ziele zu kommen. Dem„Volke“ konnte nichts der Art fehlſchlagen; es gab das Geſetz, und es ver⸗ waltete daſſelbe durch ſeine Bedinſtigte; und die Macht war jetzt ſo völlig in ihren Händen, daß man noch einmal ſo viel menſchliche Tugend und Charakterſtärke aufzubieten haben mußte, um Nein zu ſagen, als dieß früher der Fall war. Gott ſei dem gnädig, der ſeine Rechte gegen die Maſſe ſchützen muß, wenn die Richter ſind, welche von dieſer Maſſe unmittel⸗ bar abhängen! Wenn das Publicum aus Unbedachtſamkeit ſo ſchwach geweſen iſt, Diener zu wählen, welche über menſch⸗ liche Gebrechlichkeit erhaben ſind und lieber ihre Pflicht als das thun, was ihre Gebieter von ihnen verlangen, ſo iſt dieß eine Schwäche, welcher die Erfahrung bald nachhilft und der ſie ſich nicht wiederholt hingeben werden. Die Verhandlung dieſes Rechtsfalles hielt unſre Geſell⸗ ſchaft eine Woche länger auf dem Krater zurück, als ſie ſonſt geblieben wäre. Als die Sache der Jury vorgelegt wurde, brachte der Staatsanwalt Vieles über Ariſtokratie und bevor⸗ rechtete Klaſſen und über die geheiligten Rechte des Volkes vor. Wenn man ihn hörte, hätte man glauben ſollen, die Woolſte Staate währen Recht a ja, die gemeinſ mit Eif zu käm W mannhe den geſ das no Zweifel geſchütz lichſte d blätter; ſtärker ſprachen Recht; hängige Volk,“ um den De Mark n einen Z die Reiſ unter C geſchickte in See. De reuen, r ihre olkes“ ſeine mwalt, ver⸗ Aus⸗ ieums ſtren⸗ onnte 3 ver⸗ war viel haben war. hützen nittel⸗ mkeit enſch⸗ als dieß d der eſell⸗ ſonſt urde, evor⸗ olkes die — 313— Woolſton ſeien Fürſten, in dem vollen Beſitze ihrer ererbten Staaten und ihr Daſein gefährde die Freiheiten der Maſſen, während ſie doch nur einfache Bürger waren, die kein anderes Recht anſprachen, als das des ärmſten Mannes in der Colonie, ja, die noch weniger Ausſicht hatten, ihren Antheil an jenen gemeinſamen Rechten zu ſchützen, da ſie mit Vorurtheilen, mit Eiferſucht und vor allem mit dem Neide der Mehrheit zu kämpfen hatten. Woolſton führte ſeine Sache ſelbſt; klar, eindringlich und mannhaft wendete ſich ſein Vortrag an die Gerechtigkeit und den geſunden Verſtand der Jury, um ſein Recht zu beweiſen, das nach geſetzlichen und billigen Grundſätzen ohne allen Zweifel der Art war, daß es von jedem civiliſirten Staate geſchützt worden wäre. In Fällen dieſer Art iſt der gefähr⸗ lichſte Feind der Gerechtigkeit aber das Geſchwätz der Tages⸗ blätter; und in dem vorliegenden Beiſpiele war dieſes Gebelfer ſtärker als Geſetz und Recht. Die Jury war getheilt; zehn ſprachen ſich zu Gunſten des„Volkes“ aus, und zwei für das Recht; einer der letztern war Bigelow, ein furchtloſer, unab⸗ hängiger Mann, welcher ſich um den Bullenbeißer,„das Volk,“ und das Zeitungsgeſchrei ſo wenig bekümmerte, wie um den Kaiſer von Japan. Den Tag nach dieſer fruchtloſen Verhandlung, welche Mark mit ſeinen Anſprüchen auf die nächſte Gerichtsſitzung— einen Zeitraum von ſechs Monaten— verwies, begaben ſich die Reiſenden an Bord und die Brig ſtach mit ihrer Geſellſchaft unter Capitän Betts, ihrem Eigenthümer, der ſich einen ſehr geſchickten Steuermann zu verſchaffen gewußt hatte, alsbald in See.. Der Rancocus ſetzte auf die Kuppe über und die Reiſenden — 314— alle beſtiegen die Ebene, um von dieſem irdiſchen Paradies Abſchied zu nehmen. Die Natur hatte ſo viel für dieſen Ort gethan, daß Mark ſtets ſorgſam bedacht geweſen war, ſeine natürliche Schönheit in keinerlei Weiſe verunſtalten zu laſſen. Die Kuppe galt aber ſtets als eine Art Weſt⸗Ende*) der Colonie; und obgleich man bei der Verlooſung ſehr bieder zu Werke gegangen war, indem man denen, welche ſich in der Gruppe anſiedeln wollten, reichliche Entſchädigung hatte zukom⸗ men laſſen, betrachtete man den Wohnſitz auf der Kuppe als eine Art Auszeichnung. Manche wollten dieß dem Klima bei⸗ meſſen; Andere dem Umſtande, daß ſie ein Berg war und ſich über die niedrigen Inſeln umher weit erhob, oder daß die wohlſchmeckendſten Vögel und die beſten Feigen dort zu finden waren; keiner aber von denen, welche ſich jetzt für ihre Familien dort nach Wohnſitzen ſehnten, geſtand ſich ein, was doch die einfache Wahrheit war: daß der Ort ſeine höchſte Aus⸗ zeichnung durch die ausgewählte Geſellſchaft erhielt, die ihn bewohnte. Anfangs bezeichnete man mehrere Anſiedelungen in der Gruppe mit dem Namen Kuppe, wie die Neu⸗Yorker ihren öſtlichen und weſtlichen Broadway*) haben. Allein die Namen genügten der Minder⸗Mehrheit nicht mehr, als ſie das Uebergewicht erlangt hatte. Es erging ein Geſetz, welches eine neue Vermeſſung und eine zweite Vertheilung des Geländes auf der Kuppe unter die Bürger der Colonie anordnete. Aus angeblichen Billigkeitsgründen, welche man nicht recht begreifen konnte, wurden die, welche bereits Eigen⸗ thum hier hatten, von der neuen Verlooſung ausgeſchloſſen,— *) Der ſchönſte Theil von London. Der Ueberſetzer. **) Straße in Neu⸗York. Der Ueberſetzer. eine Ver größer r abgegebe Ma ſo geliel betrachte trotz all ihre ga⸗ ihnen ſo nie liebli erſchien. Ma Paradies ten, un Dankbar unverſeh Schlimn Ma und riſſ der Kup Inſel un gefüllt u lich ſteue Der Rauch emporget wie die Vor tän Bett beiden Jaradies ſen Ort , ſeine t laſſen. *) der ieder zu in der zukom⸗ ppe als ma bei⸗ ind ſich daß die finden amilien och die Aus⸗ ie ihn lungen Yorker Allein r, als Geſetz, eilung Colonie man Eigen⸗ en,— etzer. etzer. — 315— eine Verlooſung, bei welcher die einzelnen Looſe um die Hälfte größer waren, als die, welche urſprünglich an die Coloniſten abgegeben worden waren. Mark und Bridget ſuchten jedoch bei dieſem Beſuch ihrer ſo geliebten Heimath alles Unangenehme zu vergeſſen. Sie betrachteten den Ort als eine Gabe der Vorſehung, welche trotz aller der Mißbräuche, denen er anheim gegeben war, ihre ganze Dankbarkeit in Anſpruch nahm, und nie war er ihnen ſo ungemein ſchön vorgekommen, vielleicht war er auch nie lieblicher geweſen, als er ihnen in der Stunde des Abſchieds erſchien. Mark dachte daran, wie er ihn gefunden hatte,— ein Paradies inmitten der Gewäſſer, welchem nur Menſchen fehl⸗ ten, um zu Ehren ſeines erhabenen Schöpfers den Altar der Dankbarkeit dort aufzurichten. Bis jetzt war ſeine Schönheit unverſehrt geblieben, obgleich die neueſten Vorgänge das Schlimmſte erwarten ließen. Mark und Bridget nahmen Abſchied von ihren Freunden und riſſen ſich ſchweren Herzens von der reizenden Scenerie der Kuppe los. Der Rancocus harrte ihrer unter der Lee der Inſel und bald waren Alle an ſeinem Bord. Die Segel wurden gefüllt und das Schiff trat von den Inſeln ab, indem es ſüd⸗ lich ſteuerte und zwiſchen der Kuppe und dem Vulkan aufhohlte. Der Vulkan ſchien jetzt ganz erloſchen zu ſein. Kein Rauch ſtieg mehr empor oder war ſeit den letzten Jahren emporgeſtiegen. Er war eine Inſel und konnte mit der Zeit, wie die übrigen umher, bewohnbar gemacht werden. Vor Cap Horn braiete der Nancocus den Drachen; Capi⸗ tän Betts und ſeine Reiſenden befanden ſich alle wohl. Die beiden Schiffe bekamen ſich nicht mehr zu ſehen, bis der — 316— Rancocus aus dem Hafen von Rio trat, in welchem die Brig eben einlaufen wollte. Dieſes Vortheils und der allgemeinen Ueberlegenheit in der Segelkraft des Rancocus ungeachtet waren die Winde, die der letztere fand, der Art, daß die Brig in die May⸗Bucht eingelaufen war, als er den Leucht⸗ thurm erreichte. Dieſer Umſtand machte jedoch beiden Theilen große Freude, und die zwei Schiffe ſetzten ihre Reiſenden in einer und derſelben Stunde an den Werften von Philadelphia an das Land. Groß war die Erregung in der kleinen Stadt Briſtol über die Rückkehr aller Woolſton, von denen Niemand gewußt hatte, wohin ſie gegangen waren; denn Manche ſagten, ſie ſeien nach Neuholland, Andere nach China, Einige ſogar nach Japan gereift. Die Aufregung verbreitete ſich ſelbſt auf der andern Seite des Stromes, in der kleinen Stadt Burlington, und es war zu beſorgen, die ganze Geſchichte der Colonie würde in die Zeitungen kommen. Die Coloniſten waren aber noch vorſichtig, und nach einer Woche zog ein andrer Vorfall die Aufmerkſamkeit der Menge auf ſich, und der unerwartete Beſuch wurde, wie jeder andere Beſuch betrachtet. Die Freude der näheren Verwandten, beſonders Bridget's und Anne's, war ſehr groß, als ſie die zwei ſchönen jungen Frauen wieder ſahen. Keine ſchien ſeit ihrer Abweſenheit um mehr als ein Jahr gealtert zu ſein. Dieß war dem köſtlichen und doch nicht entkräftigenden Klima beizumeſſen, in welchem ſie gelebt hatten. Sie waren Mütter und hatten ein etwas geſetzteres, aber darum nicht weniger liebliches Ausſehen; ihre Kinder waren, wie ſie, in ihrer beiderſeitigen Familie Gegen⸗ ſtände großer Theilnahme, und glücklich in der That waren die Kreiſe, in welche ſie traten. Die nicht gen geren Ve die beide ließen ſie Inſel zur reich nen deren Sch Vater aur Demunge ihr Gatte des alten ſo bald i wieder ar Mat ſtänden; onnten, Kinder zu zukehren 1 Eine und Kind Martha l dem der F Betts der an B⸗ habend ge alten Sch Weiſe ver traulichkeit Die 4 die Brig lgemeinen ungeachtet daß die n Leucht⸗ n Theilen ſenden in ladelphia Briſtol d gewußt zten, ſie gar nach auf der lington, Colonie en aber Vorfall wartete ridget’s jungen heit um ſtlichen velchem etwas 1; ihre Gegen⸗ waren — 317— Die Freude der verſchiedenen Betheiligten wurde dadurch nicht gemindert, daß die Reiſenden alle ſich jetzt in weit günſti⸗ geren Verhältniſſen befanden, als vor ihrem Weggehen. Selbſt die beiden jüngeren Woolſton waren nun„behaglich“ und ließen ſich bald dahin vernehmen, ſie würden nicht auf die Inſel zurückkehren. Den ehemaligen Statthalter konnte man reich nennen; ſein Herz aber war noch in der Colonie, über deren Schwäche ſein Geiſt ſich härmte, wie der nachſichtige Vater auf die Verirrungen eines leichtſinnigen Kindes blickt. Demungeachtet war Bridget entſchloſſen, ein Jahr länger als ihr Gatte bei ihrem Vater zu bleiben; denn die Geſundheit des alten Herrn war ſehr geſchwächt, und er wollte ſich nicht ſo bald mehr von ſeinem einzigen Kinde trennen, das er erſt wieder an ſein Herz geſchloſſen hatte. Mark beſchloß daher, den Raneocus mit ſolchen Gegen⸗ ſtänden zu füllen, welche der Colonie am erſten nützlich ſein onnten, an ſeinem Bord abzureiſen und ſeine Gattin und Kinder zu Briſtol zu laſſen, um in dem nächſten Jahre zurück⸗ zukehren und ſie wieder abzuholen. Eine gleiche Einrichtung wurde hinſichtlich der Gattin und Kinder des Capitäns Betts getroffen; denn Freundin Martha hatte ſich ziemlich daran gewöhnt, ihr Thun nach dem der Freundin Bridget Woolſton zu regeln. Betts verkaufte ſeine Brig und entſchloß ſich, als Reiſen⸗ der an Bord des Rancocus zu treten; denn da er jetzt wohl⸗ habend geworden, nahm er keinen Anſtand, ſich zu ſeinem alten Schiffsgenoſſen an den Tiſch zu ſetzen und in andrer Weiſe vertraulich mit ihm zu verkehren, obgleich dieſe Ver⸗ traulichkeit eine beſcheidene Grenze nie überſchritt. Die Heaton beſchloſſen, wenigſtens vorerſt noch, in Ame⸗ ——— — 318— rika zu bleiben. Heaton fühlte die Undankbarkeit der Coloniſten noch tiefer als ſein Schwager; er wußte, was man für ſie gethan hatte und wie rückſichtslos ſie alles deſſen vergaßen. Anne dachte mit Sehnſucht an die Kuppe und deren köſtliches Klima; aber ihr Herz lebte und webte in dem Kreis ihrer Familie, und ſie wußte ſich kein Glück zu denken, als in der Umgebung ihres Gatten und ihrer Kinder. Als der Nancocus daher abſegelte, hatte er außer ſeiner gewöhnlichen Mannſchaft, den wackern Capitän Saunders ein⸗ gerechnet, Niemand als Mark Woolſton und Betts an Bord. Seine Ladung war eben nicht von großem innerm Werthe, beſtand aber aus Gegenſtänden, deren man in der Colonie ſehr bedurfte, und die alſo leicht Käufer fanden. Das Schiff hatte einige Monate zu Philadelphia ſtill gelegen, und man hatte es gründlich ausgebeſſert und neu gekupfert, ſo daß es jetzt leicht ſegelte und einen vortrefflichen„Strich“ nach Rio machte, ſich auch bis an die Meerenge von Le Maire nicht übel hielt. Von hier an trafen die Reiſenden widrige Winde, und man kann wohl ſagen, ſie umſegelten das Cap in einem Sturme. Nachdem ſie ſechs lange Wochen gegen dieſe ſtür⸗ miſche See gekämpft hatten, erreichten ſie endlich das ſtille Meer und liefen in Valparaiſo ein. Hier machte man Mark ſehr annehmliche Anerbietungen für die meiſten Gegenſtände ſeiner Ladung; da er ſich aber ſeiner Colonie nützlich zu machen wünſchte, wies er Alles zurück und lichtete die Anker wieder, ſobald er einige Aus⸗ beſſerungen vorgenommen und das Schiffsvolk ſich ein wenig erholt hatte. Die Reiſe von Valparaiſo bis zu dem Krater nahm 1 gewöhr Paſſatt Bei di verſuch Fr Gruppe wenig lichen zuerſt e men w Landme An kam Ca die Sch betreten einen 2 ſchauen Stunder daß ma müſſe il er ſeiner nicht ſel Die ob die lautete, Da⸗ und imn dung:„ End wurde a Coloniſten n für ſie vergaßen. köſtliches eis ihrer ls in der zer ſeiner ders ein⸗ un Bord. Werthe, Colonie s Schiff nd man daß es rach Rio ire nicht de, und meinem eſe ſtür⸗ as ſtille etungen ch aber rAlles ſe Aus⸗ wenig nahm — 319— gewöhnlich fünf Wochen in Anſpruch, obgleich der Zug der Paſſatwinde zuweilen eine kleine Abweichung zur Folge hatte. Bei dieſer Gelegenheit war die Reiſe ziemlich lang, da man verſucht hatte einen neuen Cours zu ſteuern. Früher hatten die Schiffe den Krater zwiſchen Betto's Gruppe und dem Riffe zu Geſicht bekommen, was ſie ein wenig leewärts führte; Woolſton wollte jetzt einen mehr ſüd⸗ lichen Cours ſteuern und verſuchen, ob er nicht die Kuppe zuerſt erreichen könne, wodurch er nicht nur windwärts gekom⸗ men wäre, ſondern auch eine mehr in die Augen fallende Landmarke gehabt hätte, als die niedrigen Inſeln bieten konnten. Am Morgen eines der glänzendſten Tage dieſer Gewäſſer kam Capitain Saunders zu dem ehemaligen Statthalter auf die Schanze, welche dieſer, von ſeiner Back kommend, eben betreten hatte, und meldete ihm, er habe in dieſem Augenblick einen Ausguck in die Höhe geſchickt, um nach Land auszu⸗ ſchauen; nach ſeiner Berechnung müßten ſie etwa zwölf Stunden von der Kuppe entfernt ſtehen, und er wundere ſich, daß man ſie vom Deck aus noch nicht ſehen könne; man müſſe ihrer jedoch in der kürzeſten Zeit anſichtig werden, da er ſeiner Breite ganz gewiß ſei und hinſichtlich der Länge ſich nicht ſehr geirrt zu haben glaube. Die Sahlingen wurden bald angerufen und nachgefragt, ob die Kuppe nicht nach vorne zu ſehen ſei. Die Antwort lautete, kein Land ſei weit und breit zu ſehen! Das Schiff lief mehrere Stunden vor dem Winde dahin, und immer wiederholte der Ausguck dieſelbe auffallende Mel⸗ dung:„Noch kein Land!“ Endlich entdeckte der Ausguck eine Inſel, und die Meldung wurde auf das Deck gebracht. Das Schiff ſteuerte dieſer ——-— Inſel entgegen, und um zwei Uhr Nachmittags kam es dicht unter ihre Lee und legte ſeine Segel zurück. Dieſe Inſel war Allen an Bord unbekannt! Die Seefahrer wußten zuverſichtlich, Stunden von der Kuppe, und dem Vulka ſein konnten; nichts war aber von beiden zu ſehen, während eine unbekannte Inſel an ihrer Stelle auftauchte. Dieſe Inſel war von ſehr geringem Umfang und ſtieg etwa dreihundert Fuß aus der See empor; ihre Geſtalt war faſt kreisrund, und der Durchmeſſer mochte eine halbe(engliſche) Meile betragen. Ein Boot wurde niedergelaſſen und die Bemannung erhielt Befehl, darauf abzuhalten. Als ſich Herr Woolſton der bis jetzt noch fremden Inſel näherte, glaubte er ſich der Umriſſe derſelben zu erinnern. Das Boot ſteuerte ein wenig nach nordwärts und er ward einen einſamen Baum anſichtig. Jetzt entfuhr ihm ein Angſtſchrei und die ganze ſchreckliche Wahrheit trat ihm entgegen. Er ſah den Gipfel der Kuppe, und der einſame Baum war der⸗ ſelbe, den er als Signal hatte ſtehen laſſen. Der übrige Theil ſeines Paradieſes war in das Meer geſunken! Als man landete und genauer zuſchaute, beſtätigte ſich dieſes furchtbare Begebniß. Kein Theil von Vulkan's Kuppe, den felſigen Gipfel ausgenommen, ſtand mehr über dem Waſſer. Alles übrige war von der See bedeckt, und als man das Loth⸗ blei in die Tiefe ließ, ergab es ſich, daß die Ebene, jener Raum, welcher, nach der unerleuchteten Anſicht ſeiner Bewoh⸗ ner, faſt mehr vom Himmel als von der Erde an ſich hatte, faſt hundert Faden unter die Oberfläche des Meeres geſun⸗ ken war. Es iſt kaum möglich, das tiefe Schmerzgefühl zu ſchil⸗ daß ſie nur wenige ne zumal, entfernt der dur ſich ſchr erze Hof Erd um die des in d keine wie ſie d über dehn gang des kleine wo Nach das hunde keiner Nam war man 238 es dicht eſe Inſel r wenige entfernt während eſe Inſel ihundert ind, und ſetragen. erhielt n Inſel en. Das d einen gſtſchrei en. Er ar der⸗ übrige tte ſich Kuppe, Waſſer. 3 Loth⸗ jener Zewoh⸗ hatte, geſun⸗ ſchil⸗ 5— = 321— dern, welches ſich unſerer Reiſenden bemächtigte, als ſie ſich durch fernere Unterſuchungen des unſeligen Begebniſſes ver⸗ ſichert hatten. Alles beſtätigte jedoch die Wirklichkeit einer ſchrecklichen Kataſtrophe. Das unterirdiſche Feuer hatte eine neue Erſchütterung erzeugt, und in einem Augenblicke waren die Arbeiten und Hoffnungen vieler Jahre vernichtet worden. Die Rinde der Erde war wieder geborſten, und dieſes Mal geſchah es, nicht um zu ſchaffen, ſondern um zu zerſtören. Das Loth beſtätigte die Art des Unfalls auf ſchauderhafte Weiſe, denn die Tiefe des Bleis entſprach genau der bekannten Bildung des Landes in der Umgebung der Kuppe. Auf der Kuppe ſelbſt aber war keine Täuſchung möglich; man ſah ihren bekannten Umriß, wie ſie ſich in ihrer höhern Stellung abgezeichnet hatte, als ſte den reizenden Berg noch krönte und die zauberhafte Ebene überſchaute, welche ſich vor Kurzem noch unter ihr ausge⸗ dehnt hatte.. Die Geſellſchaft kehrte, durch die Beweiſe von dem Unter⸗ gange der Colonie ſchmerzlich ergriffen und gebeugt, an Bord des Schiffes zurück. Jene Nacht blieben ſie in der Nähe der kleinen Inſel; am nächſten Morgen ſteuerten ſie der Stelle zu, wo ſich der Vulkan früher aus dem Meer erhoben hatte. Nachdem man die gehörige Strecke durchlaufen hatte, hohlte das Schiff bei und man ließ das Loth in das Waſſer; zwei⸗ hundert Faden Leine wurden ausgegeben, man fand aber keinen Grund. Jetzt hielt der Rancocus auf die Inſel ab, welche ſeinen Namen trug. Man erkannte die Oertlichkeit, aber dieſer Berg war gleichfalls in die Tiefe geſunken. An einer Stelle fand man bei zehn Faden Leine Grund und hier warf das Schiff 238— 240. 21 — 322— ſeine Anker aus. Als man am nächſten Tage den Anker hob, um weiter zu ſegeln, brachte derſelbe einen Theil des Skeletts einer Ziege mit herauf. Er war ohne Zweifel auf die Ueber⸗ bleibſel eines ſolchen Thieres gefallen und hatte es mit ſeinen Haken gepackt, um auf dieſe Weiſe die Reſte eines Geſchöpfes, welches vielleicht auf dem Gipfel umherſprang, als das Erd⸗ beben, in welchem es verſchlungen wurde, ausbrach, uner⸗ wartet noch einmal an das Tageslicht zu bringen. Der Rancocus nahm ſeinen Cours jetzt der Gruppe ent⸗ gegen. Man lothete in der Nähe der weſtlichen Einfahrt nnd fand es ziemlich leicht, das Schiff bis zu dem Mittelpunkte der einſt ſo lieblichen Inſeln zu führen. Das Blei wurde ſtets in dem Waſſer gelaſſen und guter Ausguck nach Felsbänken gehalten; denn Herr Woolſton hatte ſich mittlerweile überzeugt, daß, wie bei dem frühern Erdbeben, die größten Veränderungen ſüdlich Statt gefunden haben mußten und daß die Gruppe im Vergleich mit der Kuppe nur wenig geſunken ſein könne; dennoch ſchien alles, Unbelebtes wie Belebtes, von der Tiefe verſchlungen zu ſein. Gegen Abend ſuchte das Schiff mit großer Vorſicht ſeinen Weg nach nordwärts, und der ehemalige Statthalter glaubte dem Mittelpunkte der Gruppe nicht mehr fern zu ſtehen. Jetzt meldeten die Ausgucke ſeichtes Waſſer und kleine Brandungen eine kleine halbe Meile auf der Backbordſeite des Schiffes. Der Rancocus wendete bei und man ſetzte ein Boot aus, um die Stelle zu unterſuchen; Woolſton und ſein Freund Betts nahmen in dem Boote Platz. Die Felsbank wurde durch den Gipfel des Kraters gebildet und an einigen Stellen, wo der Hügel am höchſten geweſen, zeigten ſich Brandungen. Das Boot kam jedoch ohne Schwie⸗ rigke Waf des tief! unte über mun zurü⸗ kurze Anke gefeſ Stut verſi ſich werd verſe Bett Beſi niſte daß ſpro beder fernt derli Vere ſie z Auß Colo er hob, Skeletts Ueber⸗ ſeinen höpfes, s Erd⸗ uner⸗ pe ent⸗ rt nnd [punkte de ſtets bänken rzeugt, rungen Gruppe könne; Tiefe ſeinen laubte Jetzt ungen hiffes. 3, um Betts bildet veſen, hwie⸗ — 323— rigkeit über dieſe Stellen weg, indem es bloß das weiße Waſſer vermied. Als man das Lothblei auf den Mittelpunkt des Kraters laufen ließ, fand man zwanzig Faden Tiefe. So tief war alſo der Krater, ſeine Stadt und ſeine Bevölkerung unter die Oberfläche des Meeres geſunken! Wenn ſich etwas über der Tiefe gehalten hatte, ſo war es längſt in den Strö⸗ mungen des Meeres abtrifftig geworden und hatte keine Spur zurückgelaſſen, die einen Ort bezeichnete, welcher noch vor kurzem von menſchlichen Weſen bewohnt worden. Der Rancocus warf bei drei und zwanzig Faden Leine Anker, und man glaubte, ihn faſt über dem Colonie⸗Hauſe gefeſtigt zu haben. Während der nächſten vier und zwanzig Stunden ſetzte man die Machforſchungen mit Eifer fort und verſicherte ſich der Lage mehrerer bekannter Stellen; es fand ſich jedoch Nichts, an dem auch nur eine Spiere hätte befeſtigt werden können, um zu heben, was die Gewalt der Elemente verſenkt hatte. Nach Verlauf der erwähnten Zeit hielt das Schiff auf Betto's Gruppe ab. Man fand den jungen Uruni im ruhigen Beſitze der Macht, wie früher. Von dem Schickſale der Colo⸗ niſten wußten die Eingeborenen nichts, waren aber erſtaunt, daß ſeit ſo langer Zeit keines ihrer Schiffe bei ihnen zuge⸗ ſprochen hatte. Der Verkehr war in der neuern Zeit nicht bedeutend geweſen, und die meiſten Kannakas hatten ſich ent⸗ fernt; denn bald nach Woolſton's Abſchied hatten die abſon⸗ derlichen Freunde der Menſchheit und die faſt ausſchließlichen Verehrer des„Volkes“ ihnen mehr Arbeit aufgebürdet, als ſie zu leiſten vermochten, dagegen ſie zu bezahlen vergeſſen. Außer dieſem Umſtande wußten die Inſulaner wenig von der Colonie zu berichten. In allen Theilen dieſer Gruppe aber 21* — 324— ſprach man von dem furchtbaren Erdbeben, welches im letzten Sommer Statt gefunden hatte, und nach ihren Beſchreibungen ſchrecklicher geweſen ſein mußte, als Alles, was man ſeit Menſchengedenken in jenen Himmelsſtrichen erlebt hatte. Woolſton übergab ſeinem Freunde, dem jungen Uruni, ſchöne, nützliche Geſchenke, ſetzte die wenigen Kannakas, die noch auf ſeinem Schiffe dienten, an das Land und ſegelte nach Valparaiſo. Hier ſetzte er ſeine Ladung ſehr vortheilhaft ab und kaufte dagegen um billige Preiſe eine große Menge Kupfer ein. Mit dieſer neuen Fracht erreichte er Philadelphia, das er vor mehr als neun Monaten verlaſſen hatte. Von der Colonie des Kraters und ihren Schickſalen ſprachen die Ueberlebenden ſelten. Sie trat auf eine außer⸗ ordentliche Weiſe in das Leben und nahm ein ſchreckliches Ende. Mark und Bridget aber erwogen tief in ihrer Seele dieſe Begebniſſe, und der Einfluß derſelben auf ihre ſpäteren Lebenstage war mächtig. Der Gatte überlief oft in ſeinem Geiſte Alles, was mit ſeinem Thun auf dem Riffe zuſammen⸗ hing. Er gedachte ſeines Schiffbruchs und der troſtloſen Lage, in welcher er die Klippen zuerſt erreichte; der Art, wie er behilflich ward, auf dem nackten Fels die Vegetation hervor⸗ zurufen; des Erdbebens und der aus dem Meere ſich erhebenden Inſeln; der Ankunft ſeiner Gattin und der übrigen Freunde; des Beginns und Fortſchreitens der Colonie; ihres Segens, ſo lange ſie dem Rechte folgte, und ihres Elends, als ſie von dieſer Bahn wich; ſeiner Abreiſe, bei welcher er noch von einer Art Paradies ſchied, und ſeiner Rückkehr, welche ihn Alles unter den Wellen begraben finden ließ! Der Art aber iſt die Welt und das, was ſie unſeren Wünſchen zu bieten hat. Eiue Zeit lang ſcheinen wir bemüht, zu Urſp an d die gehei aufli vor f Stell ſtatt eiteln alles zitter welch geſche des 9 zeitwe als ei Hand die H aus d Race Angel Geiſte eine zurüͤcke — 325— zu ſchaffen, auszuſchmücken, zu vollenden, bis wir unſres Urſprungs und unſrer Beſtimmung vergeſſen und unſer Ich an die Stelle des göttlichen Schöpfers ſetzen, welcher allein die in der Luft zerſtreuten Elemente der Welten in ſeiner geheimnißvollen Werkſtätte verbinden und ſie wieder in Luft auflöſen kann, wenn die Werke ſeiner Hand keine Gnade mehr vor ſeinen Augen finden. 3 Mögen die, welche die Stimme des Geſchaffenen an die Stelle des Schöpfers ſetzen möchten, die dem Volke zujubeln, ſtatt ihr Danklied himmelan ſteigen zu laſſen, welche ſich dem eiteln Glauben hingeben, die Gunſt der Menge umſchließe alles Erdenglück, ihrer Unbedeutenheit eingedenk ſein und zittern. Sie ſind nur Milben unter Millionen anderer Milben, welche die Güte der Vorſehung behufs ihrer weiſen Zwecke geſchaffen hat; ihre geprieſenen Gebiete, mit der ganzen Fülle des Reichsthums und des Segens ausgeſtattet, nehmen nur zeitweiſe einen ſehr kleinen Theil eines Erdballs ein, welcher als ein Punkt im Raume ſchwimmt, der durch eine unſichtbare Hand angedeuteten Bahn folgt, und eines Tages plötzlich durch die Hand, welche ihm in dem Weltenkreiſe ſeine Stelle anwies, aus demſelben geſtoßen wird. Die ſelbſtſüchtige Eitelkeit unſrer Race möge daher dieſes erhabene Weſen nie den menſchlichen Angelegenheiten unterordnen, oder ſich dem Wahne hingeben, Geiſteskraft, oder Macht, oder Waffenglück ſeien mehr als eine auf kurze Zeit geſpendete Gabe ſeiner Güte, welche zurückgenommen wird, wenn ſeine Zwecke erfüllt ſind. In demſelben Verlage ſind erſchienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Gedichte von Otto von Wenckſtern. 8. Eleg. geb. Rthlr. 1. f. 1. 48 kr. Durch ſeine viel verbreiteten Polenlieder wird er den meiſten Leſern ſchon bekannt ſein. Nachklänge der alten Geſchichte, verhallend bis in die Neuzeit, von Fr. Freiherrn von Pechlin. 8. Geheftet. 5 Rthlr. 1. 5 Sgr. fl. 2. Gedichte 5 von J. C. Nänny. gr. 8. Geh. Rthlr. 1. 6 Sgr. fl. 2. 1 Nänny wird in der Poeſie immer, durch ſeine überall, ſelbſt im kleinſten ſich präſentirende Liebenswürdigkeit, eine freundliche Erſcheinung ſein. Gedichte von Ludwig Bechſtein. gr. 8. Geh. Rthlr. 2. fl. 3. 30 kr. Luther. Ein Gedicht von L. Bechſtein. 8. Geh. 26 Sgr. fl. 1. 30 kr. * Bechſtein hat ſich durch ſeine Volksſchriften die Liebe der Nation, durch ſeinen Luther die Unſterblichkeit des Namens errungen. Seine Gedichte ſind der treueſte Abdruck ſeiner wahrhaft liebenswürdigen Perſönlichkeit, und außerdem wohl geeignet, an ihnen einmal die Labyrinthen⸗Wege nachzuweiſen, die ein Genius durchirrt. Sandkörnlein von Graf Moritz Bentheim Tecklenburg. Zum Beſten des Kölner Dombaues. gr. 8. Rthlr. 1. 20 Sgr. fl. 3. Rheiniſche Lieder und Sagen von A. von Stolterfoth. Feine Ausgabe mit zwei Kupfern. Eleg. cart. Rthlr. 1. 15 Sgr. fl. 2. 42 kr. Alfred. Romantiſch⸗epiſches Gedicht in 8 Geſaͤngen. Von A. von Stolterfoth. Zweite durchgeſehene Aufl. 8. Rthlr. 1. fl. 1. 48 kr. Burg Stolzenfels. Romantiſche Dichtung. Von A. von Stolterfoth. 8. Geh.(Zum Beſten des Kölner Dombaues.) 15 Sgr. 54 kr. A. v. Stolterfoth, jetzt Baronin von Zwierlein, in Sachſen geboren und in Erlangen erzogen; aber nichts deſtoweniger eine ächt rheiniſche Natur, ſchrieb außer den hier benannten auch noch „Zoraide, romantiſches Gedicht in 3 Geſängen.“ Sie zeichnet ſich beſonders durch eine gewiſſe Stärke der Empfindung aus, die bei Lyrikern und nun gar bei modernen Frauenzimmern eine rara avis iſt; doch aber, als ſollte es ein Erſatz ihrer Weiblich⸗ keit ſein, ſtößt man bei ihr allerorten auf einen großen Reichthum von Anmuth und Wärme. Der deutlichſte Beweis ſie ſich am ſicherſten auf dem Felde der romantiſchen das bekanntlich mehr zum Gefühle als zur Phantaſie ſpricht. Für dieſes Feld iſt denn der Rheingau, wo ſie ſich ſeit 1819 aufhält, ein reicher Boden, den ſie aber auch mit a hinauf in die Römerzeit auf die liebenswür originelle Manier ausbeutet. alte deutſche Rhein“ iſt ihr und nach allen Urtheilen, die ihrer Leſer ſo ein Stückchen Rhein in ſeiner Seele rauſchen. — 690———ℳꝛſ